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--- /dev/null
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@@ -0,0 +1,63219 @@
+*** START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK 77700 ***
+
+ ####################################################################
+
+ Anmerkungen zur Transkription
+
+ Der vorliegende Text wurde anhand der Buchausgabe von 1919 so weit
+ wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Offensichtliche Fehler
+ wurden stillschweigend korrigiert. Ungewöhnliche und heute nicht mehr
+ verwendete Schreibweisen bleiben gegenüber dem Original unverändert.
+
+ Unterschiedliche Schreibweisen bei Orts- und Personennamen wurden
+ nicht korrigiert, sofern diese jeweils mehrfach im Text vorkommen;
+ dies gilt insbesondere für das Setzen von Akzenten.
+
+ Es wurde versucht, einige der alchemistischen Symbole durch
+ entsprechende Sonderzeichen direkt darzustellen. Wo dies nicht
+ möglich war, verbleibt der Hinweis [Symbol].
+
+ Die Verweise auf S. XVI zu den Ergänzungen und Nachträgen am Ende des
+ Buches finden sich im laufenden Text. Zudem wurde die Liste der
+ Druckfehler bereits in den Text eingearbeitet.
+
+ Besondere Schriftvarianten werden im vorliegenden Text mit Hilfe der
+ folgenden Symbole gekennzeichnet:
+
+ kursiv: _Unterstriche_
+ fett: =Gleichheitszeichen=
+ gesperrt: +Pluszeichen+
+ Kapitälchen: ~Tilden~
+
+ ####################################################################
+
+
+
+
+ ENTSTEHUNG UND AUSBREITUNG
+
+ DER
+
+ ALCHEMIE
+
+ MIT EINEM ANHANGE:
+
+ ZUR ÄLTEREN GESCHICHTE DER METALLE
+
+ EIN BEITRAG ZUR KULTURGESCHICHTE
+
+ VON
+
+ PROF. ~Dr.~ =EDMUND O. ~VON~ LIPPMANN=
+
+ DR.-ING. E. H. DER KGL. TECHN. HOCHSCHULE ZU DRESDEN
+ DIREKTOR DER „ZUCKERRAFFINERIE HALLE“ IN HALLE A. S.
+
+ [Illustration]
+
+ BERLIN
+
+ VERLAG VON JULIUS SPRINGER
+
+ 1919
+
+
+
+
+ Alle Rechte, insbesondere das der Übersetzung in fremde Sprachen,
+ vorbehalten.
+
+ Copyright 1918 by Julius Springer in Berlin.
+
+
+
+
+ GEWIDMET
+
+ MEINER LIEBEN FRAU,
+
+ DEREN VERSTÄNDNISVOLLE TEILNAHME UND UNERMÜDLICHE
+ FÜRSORGE DIE VOLLENDUNG DIESES WERKES IN SCHWERER
+ ZEIT ALLEIN ERMÖGLICHTE,
+
+ SOWIE DEM ANDENKEN IHRES BRUDERS,
+ MEINES FRÜHVERLORENEN SCHWAGERS
+
+ Dr. AUGUST MÜLLER,
+
+ PROFESSORS DER ORIENTALISCHEN SPRACHEN AN DER
+ UNIVERSITÄT HALLE-WITTENBERG,
+
+ DES ERSTEN FÖRDERERS MEINER GESCHICHTLICHEN
+ ARBEITEN.
+
+
+
+
+Vorrede.
+
+
+Die Geschichte der Alchemie ist nach ~Kopp~ „die Geschichte eines
+Irrtums“[1]. Die Seltsamkeit seiner Natur, die Größe seines
+Beharrungsvermögens und die Bedeutsamkeit seiner Folgen stempeln
+ihn in gleicher Weise zu einem der merkwürdigsten im Gesamtgebiete
+der Kulturentwicklung. Daß die Kunst des Gold- und Silbermachens
+ungefähr seit Beginn unserer Zeitrechnung den Anspruch erheben und
+auch festhalten konnte, eine tatsächliche zu sein, obwohl sie im
+Verlaufe von fast zwanzig Jahrhunderten niemals auch nur das geringste
+nachweisbare Ergebnis, geschweige denn einen dauernden Erfolg zu
+verzeichnen hatte, möchte zunächst unbegreiflich, ja unfaßbar
+erscheinen! Einige Aufklärung gewähren indessen Beispiele, die
+verwandten Gebieten zu entnehmen sind, z. B. jenem der Astrologie, über
+die es im 2. Teile des „Faust“ heißt[2]:
+
+ „Empfangt mit Ehrfurcht sterngegönnte Stunden:
+ Durch magisch Wort sei die Vernunft gebunden;
+ Dagegen weit heran bewege frei
+ Sich herrliche verwegne Phantasei.
+ Mit Augen schaut nun was Ihr kühn begehrt,
+ Unmöglich ist’s, drum eben glaubenswert.“
+
+Von solchem Glauben gilt, was ~Uhland~ in den „Schriften zur
+Geschichte der Dichtung und Sage“ ausspricht[3]: „Aller Zauberglaube
+beruht auf dem Gefühle der Abhängigkeit von Kräften, deren Wirken
+ein Unbegriffenes ist und eben darum auch für ein Grenzenloses
+angesehen werden kann; ... da wird denn ... eine Formel gesucht,
+welche, die Sinne treffend, unmittelbar das Geheimnis in sich
+schließt.“ Hinsichtlich derartiger Gefühle und Formeln wieder sagt
+~Bouché-Leclercq~ ebenso geistvoll wie treffend[4]: „Lehren, die sich
+auf den +Glauben+ berufen, müssen ihren Ursprung verbergen und in eine
+möglichst entlegene Vorzeit zurückversetzen, um der Kritik zu entgehen.
+Sie +suchen+ die Wunder, und zwar die ‚alten‘, als spezifische
+Kennzeichen göttlicher Werke oder Wahrheiten, und wünschen nicht, daß
+ihnen Einsicht das Vergnügen des Glaubens verderbe. Den +Glauben+ der
+Menschen erfüllt aber +das+, was sie hoffen, daher geht er aus jeder
+Widerlegung durch die Erfahrung immer wieder siegreich hervor; auch ist
+die Fähigkeit zu glauben unbegrenzt, und was man voraussetzt sieht man
+auch, oder sah es doch in früherer Zeit, als die Menschen noch bessere
+Augen hatten.“ -- Die so geschaute „geheime“ Wahrheit stellen nun die
+bevorzugten Geister, die mit ihr begnadet sein wollen, dem harrenden
+Chorus der Urteilslosen dar, und zwar unter dem „geziemenden“ Schleier
+jener nebelhaften und mystischen Andeutungen, die ihren Eindruck auf
+die große Masse niemals verfehlen. Schon ~Lucretius~ versichert[5]:
+
+ „Alles bewundern die Toren und lieben es über die Maßen,
+ Was man verblümt ihnen sagt, mit recht verschrobenen Worten,“
+
+und über die maßgebende Rolle der Zeit hierbei äußert sich ein
+orientalischer Geistesverwandter[6]:
+
+ „Was töricht schien von Anbeginn,
+ Woran kein Weiser sich beteiligt, --
+ Rollt ein Jahrtausend drüber hin,
+ Erscheint’s ehrwürdig und geheiligt.
+ Und bringt es den Verstand auch ins Gedränge,
+ Wirkt es doch mächtig auf die Menge.“
+
+Wird aber das Dunkel der Autoren allmählich doch gar zu sehr als
+solches empfunden, dann betritt, es zu lichten, die Schar der
+Kommentatoren den Schauplatz; über ihr Treiben ergeht sich schon ein
+altindischer Kenner in bewegter, leider nur allzu berechtigter Klage[7]:
+
+ „Wenn der Sinn höchst unverständlich,
+ Sagen sie, er sei ganz klar;
+ Wenn er leicht zu fassen war,
+ Schwätzen breit sie und unendlich.
+ Durch den Schwall der Wortgeflechte,
+ Wo er gar nicht angebracht,
+ Wird der Hörer irr gemacht,
+ Wird verdunkelt ihm das Rechte,
+ Bis er schließlich, ganz verloren
+ Abseits steht, wo keines Bleibens,
+ Fern vom Wege! Also treibens
+ Schon seit je Kommentatoren.“
+
+ ——————————
+
+Allen den aus dem Vorstehenden ersichtlichen Schwierigkeiten wird
+vereint begegnen, wer sich mit der Geschichte der Alchemie beschäftigt.
+Mich selbst hat hierzu das Bestreben veranlaßt, nach Aufklärung der
+eingangs angedeuteten, kulturgeschichtlich wie psychologisch gleich
+fesselnden Probleme zu suchen: wie und wo ist der Glauben an das Gold-
+und Silbermachen entstanden, und durch welche Umstände begünstigt
+konnte er sich ausbreiten und dauernd erhalten? Als ich mir vorsetzte,
+diese Fragen einer ausreichenden Beantwortung entgegen zu führen, hielt
+ich eine solche, wie das auch dem schon Erfahreneren immer wieder
+begegnet, für weitaus einfacher als sie sich im Laufe fortschreitender
+Untersuchung erwies; schon bevor mein Irrtum endgültig zutage trat, war
+jedoch so viele Mühe und Zeit aufgewandt, daß ich sie hinterher nicht
+verloren geben konnte und mochte, nun vielmehr erst recht trachtete,
+ganze Arbeit zu leisten. Während mehr als zwei Jahrzehnten betrieb ich
+daher, soweit berufliche und ältere wissenschaftliche Verpflichtungen
+von vielerlei Art es zuließen, die erforderlichen Studien auf allen den
+zugehörigen, sehr mannigfaltigen Gebieten, denen der Chemiker meist so
+gut wie völlig fernsteht und in die er sich daher erst einzuarbeiten
+hat. Zu einem endgültigen Abschlusse, insoweit ein solcher überhaupt
+erreichbar ist, war ich noch nicht gelangt, als der Weltkrieg ausbrach.
+Für den Leiter eines großen industriellen Unternehmens galt es, der
+voraussichtlich äußersten Inanspruchnahme seiner Kräfte dauernd
+gewachsen zu bleiben; dies aber, so fühlte ich, war nur möglich,
+wenn der Anstrengung des Berufes ein Gegengewicht geschaffen wurde,
+und zwar in Gestalt einer gänzlich fernliegenden, hierdurch aber
+ablenkend wirkenden Tätigkeit. So begann ich denn mit der Abfassung
+und Niederschrift des vorliegenden Werkes, und war so glücklich, es
+nicht nur vor etwa Jahresfrist im wesentlichen zu vollenden, sondern
+auch einem Verleger zu begegnen, der sich sogleich bereit erklärte,
+trotz der allbekannten, fast unglaublichen Schwierigkeiten, den Druck
+umgehend zu beginnen und nach Möglichkeit zu fördern. Hierfür habe ich
+der Firma ~Julius Springer~ ganz besonderen Dank auszusprechen.
+
+Die Eigenart des behandelten Gegenstandes und seine Verzweigung nach
+den verschiedensten Richtungen erweckte das dringende Verlangen,
+der Drucklegung nicht ohne jene Mitarbeit und Berichtigung seitens
+nachprüfender Fachmänner näher zu treten, die nach einem schönen
+Ausspruche ~Reitzensteins~[8] „den einzigen Lohn bildet, den ehrliche
+Arbeit sich wünscht“. In dieser Richtung fand ich, wie bei Herausgabe
+meiner früheren Werke so auch diesmal, das erfreuendste Entgegenkommen:
+Gelehrte allerersten Ranges auf altphilologischem, orientalischem,
+paläographischem und religionsgeschichtlichem Gebiete, die Herren
+Geheimräte und Professoren ~G. Jacob~ in Kiel, ~R. Reitzenstein~ in
+Göttingen, ~J. Ruska~ in Heidelberg und ~C. Wessely~ in Wien erklärten
+sich bereit, die Korrekturen mitzulesen und hierdurch ein Opfer an
+Arbeitslast und Zeitverlust auf sich zu nehmen, das angesichts der
+gegebenen Umstände gar nicht hoch genug veranschlagt werden kann. Die
+Herren Geheimräte Prof. Dr. ~R. Reitzenstein~ und ~G. Jacob~ sahen
+sich allerdings veranlaßt, bald nach Vollendung des 1. Abschnittes
+zurückzutreten; die übrigen beiden Herren hielten jedoch bis zum
+Schlusse mit durch, und Herr Geheimrat Prof. Dr. ~G. Jacob~ hatte
+noch die Güte, seine Herren Kollegen Prof. Dr. ~W. Jaeger~ und ~H.
+Prinz~ für die Durchsicht einiger besonderer Kapitel zu gewinnen.
+Ihnen allen möchte ich auch an dieser Stelle nochmals und aus ganzem
+Herzen wahren und aufrichtigen Dank darbringen, und ich bin überzeugt,
+daß die Leser, von gleichem Gefühle beseelt, voll in ihn einstimmen
+werden. Die mir mitgeteilten kleineren Berichtigungen konnten mit
+vereinzelten Ausnahmen noch im Texte verwertet werden; größere Zusätze
+hingegen mußten, da Abänderungen des einmal fertigen Satzes tunlichst
+zu vermeiden waren, unter Bezeichnung mit dem Namen ihres Urhebers
+in die Nachträge wandern. Diese haben hierdurch einen mehr wie
+gewöhnlichen Umfang angenommen, da aber ihr Inhalt in den Registern
+noch mit berücksichtigt ist, dürfte der Übelstand nicht allzu fühlbar
+hervortreten. Daß für die Art, in der die empfangenen Ratschläge
+verwertet wurden, ich allein verantwortlich bin, bedarf wohl keiner
+ausdrücklichen Hervorhebung; nochmalige Rückfragen zur Behebung
+einzelner Zweifel oder Unklarheiten machten die Zeitumstände meist
+unmöglich.
+
+Für mancherlei wichtige Auskünfte, die mir mündlich oder schriftlich im
+Laufe langer Jahre zuteil wurden, bin ich ferner großen Dank schuldig:
+den Herren Geheimräten und Professoren ~C. Brockelmann~, ~H. Diels~,
+~A. Grünwedel~, ~E. Kautzsch~ (†), ~R. Kobert~, ~F. X. Kugler~, ~H.
+Moissan~ (†), ~Th. Nöldeke~, ~R. Pischel~ (†), ~F. v. Richthofen~ (†),
+~H. Suchier~ (†), ~A. Tschirch~, ~E. Wiedemann~ und ~G. Wissowa~.
+
+Was die benützten Quellen anbelangt, so suchte ich zunächst der
+Anweisung zu folgen, die ~Burckhardt~ in seiner „Griechischen
+Kultur-Geschichte“ gibt[9]: „Es steht in den alten Autoren noch so
+vieles Merkwürdige, das Wenige beachten; ... zum Ganzdurchlesen der
+Autoren muß uns die Einsicht bestimmen, daß das, was für +uns+ wichtig
+ist, nur +wir+ finden.“ Demgemäß strebte ich also, die Quellenschriften
+tunlichst aus eigener Anschauung kennen zu lernen; hierbei stieß
+ich aber auf schwerwiegende Hindernisse, denn ich besitze zwar eine
+gründliche gymnasiale, aber keine eigentlich philologische Vorbildung,
+und bin zudem keines Wortes einer orientalischen Sprache mächtig,
+blieb also betreff der so zahlreichen und wichtigen Werke arabischer,
+syrischer und persischer Herkunft lediglich auf Übersetzungen
+angewiesen. Auf diesem Gebiete war daher die Unterstützung durch
+orientalistische Fachgelehrte von ausschlaggebender Bedeutung, und
+ich muß namentlich den selbstlosen, wahrhaft unermüdlichen Eifer
+hervorheben, mit dem Herr Prof. Dr. ~J. Ruska~ nicht nur für sachliche
+Berichtigung und Verbesserung sorgte, sondern auch für Durchführung
+einer einheitlichen Schreibung der Namen und Bezeichnungen, die
+den gegenwärtig anerkannten Grundsätzen entspricht[10]. Für einige
+Ungleichheiten, die trotzdessen (hauptsächlich im ersten Drittel des
+Buches) stehen blieben und +mir+ zur Last fallen, habe ich angesichts
+des durch die Zeitumstände und zuweilen auch noch durch Postsperren
+verzögerten Eingangs der versandten Korrekturen um Nachsicht zu bitten.
+
+Hinsichtlich der griechischen Alchemisten bedingte den größten
+Mißstand die Tatsache, daß die von ~Berthelot~ veranstaltete Ausgabe
+an erheblichen Mängeln und Unzuverlässigkeiten sowohl des Textes wie
+der Übersetzung leidet, nichtsdestoweniger aber benützt werden +muß+,
+weil sie die einzige vorhandene ist. Die unumgängliche allgemeine
+Auseinandersetzung mit ~Berthelot~ als Historiker habe ich in die
+Nachträge verwiesen, teils um mich zuvörderst mit kurzen Andeutungen
+begnügen zu können, teils weil am Schlusse des Werkes auch der Leser
+selbst ein gewisses eigenes Urteil gewonnen haben wird. Die wirklichen
+Verdienste jenes großen Mannes verkleinern zu wollen, lag mir dabei
+fern; wo ich aber, im Dienste der Wissenschaft nach Wahrheit und
+Gerechtigkeit strebend, ihm zu nahe getreten sein sollte, bin ich,
+soferne mir dies nachgewiesen wird, zum Widerrufe gerne bereit.
+
+Daß ich nicht den Anspruch erheben könne und wolle, den Anforderungen
+der Vertreter philologischer oder anderer +Sonder+gebiete zu genügen,
+war mir von vornherein klar; als ich dieserhalb meinen verewigten
+hochverehrten Freund Prof. Dr. ~E. Kautzsch~ um Rat fragte, lautete
+seine Antwort: „Leisten Sie, was +Sie+ können, nachher kommen die
+Fachgelehrten und bauen weiter, aber +ohne+ die Vorarbeit kommen sie
++nicht+.“ Demgemäß verfuhr ich, und mein Buch wendet sich also in
+erster Linie an Chemiker, Naturforscher und Allgemein-Gebildete. Diese
+sind jedoch heutzutage fast durchwegs des Lateinischen kaum mehr, des
+Griechischen gar nicht mächtig; daher habe ich alles Fremdsprachige
+in Übersetzung wiedergegeben, den griechischen Fachworten aber, da
+der geschichtliche Zweck ihre Beibehaltung unbedingt erforderte,
+in der Regel eine Umschrift in lateinischen Buchstaben beigefügt
+und die richtige Aussprache durch Angabe der Akzente gesichert. Wer
+solche Ausdrücke als für seine Zwecke entbehrlich erachtet, mag ganz
+über sie hinweglesen. Das oft arg verderbte Griechisch der Papyri
+chemischen Inhaltes, mit seinen zahlreichen Entstellungen von Worten,
+Vertauschungen von Vokalen, Auslassungen von Akzenten u. dgl., haben
+die Herren Mitleser der Korrekturen nach Ermessen abgeändert und
+verbessert.
+
+Seinem Titel entsprechend behandelt mein Werk nicht die +gesamte+
+Geschichte der Alchemie, sondern die ihrer +Entstehung+ und
++Ausbreitung+. Gerade diese Frühzeit lag nämlich, trotz aller
+bisherigen rühmlichen Arbeiten, immer noch in tiefem Dunkel und war der
+Aufklärung besonders bedürftig; für die spätere Periode hingegen, die
+etwa im 11. Jahrhundert mit dem Aufkommen der Alchemie in Südeuropa
+einsetzt und erst an der Schwelle der neuesten Zeit abschließt, liegen
+bereits treffliche und reichhaltige Darstellungen verschiedener
+Richtung vor, die insbesondere auch auf die Rolle der „Schwärmer und
+Schwindler“, sowie auf die oft höchst abenteuerlichen persönlichen
+Schicksale der „Meister und Adepten“ in gründlicher Weise eingehen.
+Vom wissenschaftlichen Standpunkte aus bieten übrigens jene langen
+Jahrhunderte nicht das geringste Neue; es taucht auch nicht +ein+
+Gedanke auf, der den engen Umkreis urväterischer Tradition überschritte.
+
+In der Darstellung befleißigte ich mich möglichster Knappheit und
+Verständlichkeit. Eigene erklärende Zusätze sind in eckige Klammern
+[] gesetzt, um sie von den in runden () stehenden, den Originalen
+angehörigen, deutlich zu unterscheiden. Fremdworte trachtete ich zwar
+zu vermeiden, schloß sie aber nicht grundsätzlich aus; sie blieben
+stehen, wo sie ohne weiteres das gewünschte Verständnis sichern,
+während Umschreibungen erst selbst einer Erklärung bedürfen, ferner wo
+sie größere Kürze gewährleisten, endlich auch wo sie Abwechslung im
+Ausdruck zulassen.
+
+Über die benützten Quellen habe ich +sehr+ reichliche Angaben
+beigefügt, die eine weitgehende Nachprüfung gestatten, und hierdurch
+zur Aufklärung von Irrtümern oder Mißverständnissen führen sollen,
+die mir trotz aller Bemühungen zweifellos unterlaufen sein werden.
+Titel, Verlagsorte und Erscheinungsjahre der Werke wurden stets genau
+angeführt; einfach beigesetzte Zahlen sind die der betreffenden
+Seiten, besteht aber ein Werk aus +mehreren+, oder aus einer Reihe von
+Bänden, so geben die +ersten+ Zahlen die Bände, die +zweiten+ (und
+die folgenden) die Seiten an, also z. B. ~Zeller~, „Die Philosophie
+der Griechen“ 1, 509 = Bd. 1, S. 509, ~Wiedemann~, „Beiträge zur
+Geschichte der Naturwissenschaften“ 21, 118, 123 = Heft 21, S. 118 u.
+123. Nur für ~Berthelots~ „Collection des Alchimistes grecs“ und „La
+Chimie au moyen âge“ blieben in den ersten Bogen durch ein Versehen
+römische Zahlen als Band-Angaben stehen und wurden daraufhin dann
+auch weiter beibehalten. Daß ich ~Plinius~ zwar in der Regel nach
+Kapiteln, einige Male aber nach Abschnitten zitierte, bemerkte ich
+leider erst im Laufe der Korrektur, und konnte die betreffenden Stellen
+nicht mehr abändern. Meine ausführlichen Aufsätze über Chemisches bei
+~Plinius~, ~Dioskurides~, ~Platon~ und ~Aristoteles~ hätten eigentlich
+im vorliegenden Werke ihre Stelle finden müssen; da sie aber in meinen
+„Abhandlungen und Vorträgen zur Geschichte der Naturwissenschaften“
+bereits abgedruckt vorliegen, wiederholte ich nur das ganz
+Unentbehrliche und begnügte mich im übrigen mit kurzen Hinweisen.
+
+Vielfach steht die Geschichte der Alchemie in innigem Verbande mit
+jener der Mineralogie und der chemischen Technologie, namentlich der
+Metallurgie; diesen Zusammenhängen wurde daher allerorten besondere
+Aufmerksamkeit gewidmet. Um jedoch weitgehende Zersplitterung zu
+vermeiden, schien es zweckmäßig, die Hauptmenge der Nachrichten über
+die ältere Geschichte der Metalle in einem besonderen Anhange (dem 6.
+Abschnitte des Buches) zu vereinigen; eingehendere Berücksichtigung
+fanden hierbei die kulturhistorischen und etymologischen
+Gesichtspunkte, schon weil die einschlägigen Quellen dem Chemiker meist
+schwer zugänglich oder ganz unbekannt sind. Der Natur der Sache nach
+beschränken sich jedoch diese Darlegungen auf die sog. planetarischen
+und die als Abarten von solchen angesehenen Metalle, sowie auf ihre
+Legierungen.
+
+Inhalts-Verzeichnisse sind vier vorhanden: 1. das der griechischen
+Worte, einschließlich gewisser dogmatischer Redensarten, 2. das der
+angeführten Schriftsteller und Werke, 3. das der geographischen, Eigen-
+und Völker-Namen, 4. das sachliche. Ihre Abgrenzung war oft schwierig,
+und es bleibt zu beachten, daß das nämliche Wort in verschiedenen
+Registern vorkommen kann, z. B. ~Hermes~ als Autor in 2., als Gott in
+3., als Planet in 4., ebenso z. B. λόγος in 1. und Logos in 4. Auf
+der Suche nach Ausdrücken, die aus +zwei+ Worten bestehen, wird man
+unter Umständen bei +beiden+ nachzuschlagen haben, also z. B. betreff
+ἱερά τέχνη bei ἱερός und bei τέχνη. Die Seitenzahlen, die sich auf die
+betreffenden Hauptstellen sowie auf die erstmaligen genauen Anführungen
+der Büchertitel beziehen, sind durch fetten Druck hervorgehoben.
+
+Für das mühevolle Ausziehen der Inhalts-Verzeichnisse, sowie für
+vielerlei andere Schreib- und Hilfsarbeiten gelegentlich der
+Fertigstellung der Druckvorlagen und der Erledigung der Korrekturen
+habe ich neben mehreren Mitgliedern meiner Familie auch Fräulein
+~Elfriede Braeuer~, Chemikerin der „Zuckerraffinerie Halle“, herzlichen
+Dank zu sagen.
+
+Auf die Genauigkeit der Register ist größte Sorgfalt verwendet worden,
+dennoch zweifle ich nicht daran, daß manche Fehler stehen geblieben
+sind; den Lesern, die solche hier oder auch an anderen Stellen des
+Werkes bemerken, wäre ich für freundliche Mitteilung sehr verbunden,
+damit ich sie an geeignetem Orte zu berichtigen vermöge. Überhaupt
+dürfte niemand rein sachlicher über das Erreichte denken, als ich
+selbst; ich halte mich an ~Goethes~ Ausspruch in der Vorrede zum ersten
+Bande seiner wesentlich der Kunstgeschichte gewidmeten Zeitschrift „Die
+Propyläen“ (1798), woselbst es heißt: „... unsere Absicht war, ...
+wenn wir gleich nicht voraussetzen, die nötige Arbeit selbst vollenden
+zu können, dennoch teils im ganzen eine Übersicht zu geben, teils im
+einzelnen die Ausführung einzuleiten“.
+
+ +Halle+ a. S., den 8. Oktober 1918.
+
+ =Der Verfasser.=
+
+
+
+
+Inhalt.
+
+
+ Seite
+
+ =Erster Abschnitt: Die Überreste der alchemistischen Litteratur= 1
+
+ 1. +Zur Vorgeschichte der Alchemie: Der Leidener und Stockholmer
+ Papyrus+ 1
+
+ I. Leidener Papyrus 4
+
+ II. Stockholmer Papyrus 10
+
+ 2. +~Demokritos~ (~Pseudo-Demokritos~)+ 27
+
+ 3. +~Pammenes, Maria, Kleopatra, Komarios~+ 46
+
+ a) ~Pammenes, Maria~ 46
+
+ b) ~Kleopatra, Komarios~ 50
+
+ 4. +Pseudepigraphen der ersten Jahrhunderte: ~Hermes,
+ Agathodaimon, Isis, Chimes, Ostanes, Petesis, Jamblichos,
+ Moses, Johannes~+ 53
+
+ a) ~Hermes~ 55
+
+ b) ~Agathodaimon~ 60
+
+ c) ~Isis~ 63
+
+ d) ~Chimes~ 65
+
+ e) ~Ostanes~ 66
+
+ f) ~Petesis~ 67
+
+ g) ~Jamblichos~ 68
+
+ h) ~Moses~ (~Pseudo-Moses~) 68
+
+ i) ~Johannes~ 70
+
+ 5. +Papyrus ~Kenyon~; ~Afrikanos, Zosimos~+ 73
+
+ a) Papyrus ~Kenyon~ 73
+
+ b) ~Afrikanos~ 74
+
+ c) ~Zosimos~ 75
+
+ 6. +~Pelagios, Pibêchios, Heliodoros, Synesios~+ 93
+
+ a) ~Pelagios~ 93
+
+ b) ~Pibêchios~ 94
+
+ c) ~Heliodoros~ 95
+
+ d) ~Synesios~ 96
+
+ 7. +~Olympiodoros~+ 98
+
+ 8. +~Philosophus Christianus, Stephanos; Herakleios,
+ Justinianus; Philosophus Anonymus; Pappos, Kosmas;
+ Theophrastos, Hierotheos, Archelaos; Salmanas,
+ Psellos, Nikephoros~+ 102
+
+ a) ~Philosophus Christianus~ 102
+
+ b) ~Stephanos von Alexandria~ 103
+
+ c) ~Herakleios (Heraklios)~ und ~Justinianus~ 105
+
+ d) ~Philosophus Anonymus (Anepigraphos)~ 106
+
+ e) ~Pappos~ 107
+
+ f) ~Kosmas~ 107
+
+ g) ~Theophrastos Christianos, Hierotheos, Archelaos~ 108
+
+ h) ~Salmanas~ 108
+
+ i) ~Psellos~ 109
+
+ k) ~Nikephoros~ 110
+
+ 9. +Technische Abhandlungen und Vorschriften+ 110
+
+
+ =Zweiter Abschnitt: Die Quellen der alchemistischen Lehren= 118
+
+ I. +Die griechische Philosophie+ 118
+
+ 1. ~Die Vorsokratiker~ 118
+
+ a) Die jonischen Philosophen: ~Thales, Anaximenes,
+ Anaximander, Heraklit~ 120
+
+ b) ~Pythagoras~; die Pythagoräer (~Alkmaion, Philolaos~); die
+ Orphik 123
+
+ c) Die Eleaten: ~Xenophanes, Parmenides, Zenon; Melissos~ 128
+
+ d) ~Empedokles, Anaxagoras; Leukippos, Demokritos~ 130
+
+ 2. ~Platon~ und ~Aristoteles~ 134
+
+ a) ~Platon~ 134
+
+ b) ~Aristoteles~ 139
+
+ 3. Die Stoïker 144
+
+ 4. Die Neupythagoräer und die jüdisch-hellenistische Philosophie:
+ die Neuplatoniker und die Schule von Athen 152
+
+ a) Die Neupythagoräer 152
+
+ b) Die jüdisch-hellenistische Philosophie 155
+
+ c) Die Neuplatoniker. Die Schule von Athen 157
+
+ II. +Einflüsse des Orients und des älteren Griechenlands+ 161
+
+ 1. Einflüsse seitens Babyloniens und Persiens 161
+
+ a) Babylon und das Zweistromland 162
+
+ b) Persien 172
+
+ 2. Einflüsse seitens des älteren Ägyptens 176
+
+ 3. Einflüsse seitens des älteren Griechenlands 185
+
+ III. +Das Zeitalter des Hellenismus und Synkretismus+ 189
+
+ a) Alexandria (der Schauplatz) 189
+
+ b) Die stoïsche Lehre 195
+
+ c) Die Astrologie 202
+
+ d) Apokryphen und Pseudepigraphen 221
+
+ e) ~Hermes~ und die Hermetik 224
+
+ f) Die Gnostik 235
+
+ g) Der Mithrasdienst 247
+
+ h) Die Ssâbier und Mandäer 251
+
+
+ =Dritter Abschnitt: Chemie und Alchemie= 261
+
+ 1. Die Technik in Ägypten 261
+
+ 2. Die Entstehung der Alchemie 275
+
+ 3. Erste Erwähnungen der Chemie und ihres Namens 282
+
+ 4. Herkunft des Namens Chemie 293
+
+ 5. Herkunft alchemistischer Begriffe, Vorstellungen, Dogmen und
+ Namen 314
+
+ 6. Bemerkungen über einige Alchemisten und ihre Schriften 327
+
+ a) ~Pseudo-Demokritos~ 327
+
+ b) ~Ostanes~ 333
+
+ c) Schreiben der ~Isis~ an ~Horos~ 335
+
+ d) ~Zosimos~ 337
+
+ e) ~Pibêchios~ 339
+
+ f) Kunstausdrücke und Anschauungen der griechischen
+ Alchemisten 340
+
+ 7. Alchemistische Zeichen und Symbole 347
+
+
+ =Vierter Abschnitt: Die Alchemie im Orient= 355
+
+ 1. Erste arabische Übersetzungen und Schriften 355
+
+ a) Buch des ~Krates~ 359
+
+ b) Buch des ~Alhabib~ 361
+
+ c) Buch des ~Ostanes~ 362
+
+ d) Gespräche des ~Markos~ 363
+
+ e) ~Dschabir Ibn Hajjan~ 363
+
+ 2. Die „Schriften der Treuen Brüder“ 369
+
+ 3. Das „Steinbuch des ~Aristoteles~“ 382
+
+ 4. Syrische Schriften 388
+
+ a) Ältere Schriften 389
+
+ b) Jüngere Schriften 391
+
+ c) Buch der Erkenntnis der Wahrheit 394
+
+ 5. Spätere Araber 396
+
+ 6. Die Alchemie in Indien und Tibet 429
+
+ 7. Chemie und Alchemie in China 449
+
+
+ =Fünfter Abschnitt: Die Alchemie im Occident= 462
+
+ 1. Die Alchemie des europäischen Mittelalters bis 1300 462
+
+ 2. Die Alchemie nach 1300 495
+
+
+ =Sechster Abschnitt (Anhang): Zur älteren Geschichte der Metalle= 517
+
+ 1. Gold 519
+
+ 2. Silber 527
+
+ 3. Elektron 530
+
+ 4. Kupfer 537
+
+ 5. Bronze 549
+
+ 6. Messing 570
+
+ 7. Blei 574
+
+ 8. Zinn 577
+
+ 9. Zink 591
+
+ 10. Quecksilber 600
+
+ 11. Eisen 607
+
+ 12. Antimon 629
+
+
+ =Nachträge=: 1. ~Berthelot~ als Historiker 647
+
+ 2. Zusätze und Berichtigungen 659
+
+
+ I. Verzeichnis der griechischen Worte und Redensarten 683
+
+ II. Verzeichnis der angeführten Schriftsteller und Werke 691
+
+ III. Verzeichnis der geographischen, Eigen- und Völker-Namen 708
+
+ IV. Sachverzeichnis 718
+
+
+
+
+Verzeichnis der Abkürzungen für die Titel einiger besonders oft
+angeführten Werke.
+
+
+ Alch.: ~Kopp~, „Die Alchemie in älterer und neuerer Zeit“ (Heidelberg
+ 1886).
+
+ A. Med.: „Archiv für Geschichte der Medizin“ (Leipzig 1908 ff.).
+
+ A. Nat.: „Archiv für die Geschichte der Naturwissenschaften und der
+ Technik“ (Leipzig 1909 ff.).
+
+ Arch.: ~Berthelot~, „Archéologie et histoire des sciences“ (Paris
+ 1906).
+
+ A. Rel.: „Archiv für Religionswissenschaft“ (Freiburg 1898 ff.;
+ Leipzig 1904 ff.).
+
+ Beitr.: ~Kopp~, „Beiträge zur Geschichte der Chemie“ (Braunschweig
+ 1869 ff.).
+
+ Blümner: ~Blümner~, „Technologie und Terminologie der Gewerbe und
+ Künste bei Griechen und Römern“ (Leipzig. 1: 1912; 2: 1879; 3: 1884;
+ 4: 1887).
+
+ Coll.: ~Berthelot~, „Collection des anciens alchimistes grecs“ (Paris
+ 1888).
+
+ Deussen: ~Deussen~, „Allgemeine Geschichte der Philosophie“ (Leipzig.
+ 1 (1): 1894; 1 (2): 1899; 1 (2): 1908; 2 (1): 1911; 2 (2): 1912; 2
+ (3): 1917).
+
+ Ed. Meyer „Alt.“: ~Eduard Meyer~, „Geschichte des Altertums“
+ (Stuttgart. 1 (1): 1907; 1 (2): 1909; 2: 1893; 3: 1901; 4: 1901; 5:
+ 1902).
+
+ Entw.: ~Kopp~, „Die Entwicklung der Chemie in der neueren Zeit“
+ (München 1873).
+
+ Forrer „R. L.“: ~Forrer~, „Real-Lexikon der prähistorischen,
+ klassischen und frühchristlichen Altertümer“ (Berlin 1907).
+
+ Forrer „Urg.“: ~Forrer~, „Urgeschichte des Europäers“ (Stuttgart
+ 1908).
+
+ Gesch.: ~Kopp~, „Geschichte der Chemie“ (Braunschweig 1843 ff.).
+
+ Gesch.-Blätter: „Geschichtsblätter für Technik, Industrie und
+ Gewerbe“ (Berlin 1914 ff.).
+
+ Hoefer: ~Hoefer~, „Historie de la chimie“ (Paris 1866).
+
+ Hoops: ~Hoops~, „Real-Lexikon der germanischen Altertumskunde“
+ (Straßburg 1911 ff.).
+
+ Intr.: ~Berthelot~, „Introduction à l’étude de la chimie des anciens
+ et du moyen-âge“ (Paris 1889).
+
+ Mâ.: ~Berthelot~, „La chimie au moyen âge“ (Paris 1893)[11].
+
+ M. G. M.: „Mitteilungen zur Geschichte der Medizin und der
+ Naturwissenschaften“ (Hamburg und Leipzig 1902 ff.).
+
+ Or.: ~Berthelot~, „Les origines de l’alchimie“ (Paris 1885).
+
+ PW.: ~Pauly-Wissowa~, „Realenzyklopädie des klassischen Altertums“
+ (Stuttgart 1894 ff.; die zweite Serie ist mit 1a ff. bezeichnet).
+
+ Ro.: ~Roscher~, „Lexikon der griechischen und römischen Mythologie“
+ (Leipzig 1884 ff.).
+
+ Schrader „R. L.“: ~Schrader~, „Real-Lexikon der indogermanischen
+ Altertumskunde“ (Stuttgart 1901).
+
+ Schrader „Urg.“: ~Schrader~, „Sprachvergleichung und Urgeschichte“
+ (Jena 1907).
+
+ Zeller: ~Zeller~, „Die Philosophie der Griechen“ (Leipzig. 1: 1892; 2
+ (1): 1889; 2 (2): 1879; 3 (1): 1909; 3 (2): 1903).
+
+ (Zur Ermittlung aller übrigen Titel kann das Verzeichnis der
+ benützten Schriftsteller und Werke dienen; die Seitenzahl des ersten
+ Vorkommens ist in der Regel fett gedruckt.)
+
+
+
+
+Hinweise auf Ergänzungen und Nachträge. Druckfehler.
+
+
++Vor+ Benutzung des Buches wolle man an den betreffenden Stellen
+anmerken, daß +Ergänzungen+ und +Nachträge+ vorhanden sind:
+
+ Zu S. 2, 5, 8, 9, 20, 21 auf S. 659
+ 24, 26, 32, 35 „ „ 660
+ 46 „ „ 661
+ 47, 48, 50, 58, 60 „ „ 663
+ 63, 64, 68, 71 „ „ 664
+ 71, 73, 74, 78, 81, 86, 88 „ „ 665
+ 101, 109, 112, 116, 123, 125 „ „ 666
+ 126, 129, 136, 156, 163, 166, 167 „ „ 667
+ 169, 175, 176, 180 „ „ 668
+ 183, 184, 186, 193, 200, 202 „ „ 669
+ 204, 210, 212, 226, 231, 232 „ „ 670
+ 233, 236, 240, 245 „ „ 672
+ 248, 265, 298, 311, 315, 320 „ „ 673
+ 328, 331, 347, 351, 353 „ „ 674
+ 353, 357, 364, 369, 372 „ „ 675
+ 374, 375 „ „ 676
+ 379, 380, 385, 388, 394,
+ 395, 407, 409 „ „ 677
+ 412, 413, 420, 424 „ „ 678
+ 429, 465, 490, 494, 496,
+ 504 „ „ 679
+ 510, 511, 514, 527, 534,
+ 541, 552, 555, 559 „ „ 680
+ 564, 570, 576, 590, 594,
+ 603, 607 „ „ 681
+ 610, 625, 630, 635 „ „ 682
+
+Es bezieht sich ferner auch
+
+ auf S. 127 die Ergänzung auf S. 666
+ 129 „ „ „ „ 667
+ 186 „ „ „ „ 666
+ 195 „ „ „ „ 664
+ 200 „ „ „ „ 668
+ 203 „ „ „ „ 672
+ 244 „ „ „ „ 672
+ 255 „ „ „ „ 672
+ 384 „ „ „ „ 665
+ 409 „ „ „ „ 677
+ 415 „ „ „ „ 665
+ 423 „ „ „ „ 677
+ 425 „ „ „ „ 676
+ 436 „ „ „ „ 665
+
+Folgende +Druckfehler+ wolle man +vor+ Gebrauch des Buches berichtigen:
+
+ S. 2 Zeile 10 v. u. Bezeichnung, statt Benutzung
+ 2 6 „ erwähnten, „ benutzten
+ 40 21 „ Sand-, „ Sand
+ 43 8 „ Elixir, „ Elixier
+ 73 9 v. o. Saʿdi, „ Sadi
+ 90 16 „ Elixir, „ Elixier
+ 105 22 „ Name, „ Namen
+ 115 9 v. u. Leclercq, „ Leclerq
+ 151 2 „ Anmerkungen Poseidonios, „ Posidonios
+ 158 6 „ „ 300 n. Chr., „ 300 v. Chr.
+ 161 13 v. o. 1120, „ 120
+ 161 17 „ 668, „ 688
+ 176 10 „ verwischten, „ vermischten
+ 224 7 „ , „ .
+ 225 17 v. u. ferner, „ sowie
+ 233 18 v. o. . „ ;
+ 246 5 v. u. trachten, „ streben
+ 247 12 „ . „ ;
+ 256 13 „ Altudschibi, „ Altugibi
+ 258 11 v. o. . „ ;
+ 264 2 v. u., Anmerkungen Alidrisi, „ Edrisi
+ 270 10 „ den, „ dem
+ 333 8 „ Vorbilde, „ Vorblide
+ 355 2 „ Anmerkungen Litteraturen, „ Litteratur
+ 356 19 v. o. Omajjaden, „ Ommajaden
+ 357 15 „ omajjadisch, „ ommajadisch
+ 359 11 v. u. „ „ „
+ 363 4 „ ausgegeben, „ angegeben
+ 367 7 „ Elixir, „ Elixier
+ 483 11 v. o. omajjadisch, „ ommajadisch
+ 525 14 v. u. mythischen, „ mythologischen
+ 618 11 „ Name, „ Namen
+ 658 5 „ Anmerkungen Thomsen, „ Thomson.
+
+
+
+
+Erster Abschnitt.
+
+Die Überreste der alchemistischen Litteratur.
+
+
+
+
+1. Zur Vorgeschichte der Alchemie: Der Leidener und Stockholmer Papyrus.
+
+
+Beim Absuchen eines nächst Theben in Ägypten aufgedeckten Gräberfeldes
+wurden um 1828 eine größere Anzahl griechischer Papyrus-Urkunden
+gefunden, deren ganz ausgezeichnete Erhaltung vermutlich ihrer
+Aufbewahrung in dicht verschlossenen Mumiensärgen, vielleicht aber auch
+in Steingefäßen oder Töpfen, zu danken war. Sie gelangten in Besitz des
+damaligen schwedisch-norwegischen Vizekonsuls in Alexandrien, ~Johann
+d’Anastasy~, der die Mehrzahl der Papyri an die holländische Regierung
+verkaufte und sie in deren Auftrag 1829 der Bibliothek zu Leiden
+übersandte, einige Stücke aber der „Kgl. Schwedischen Akademie der
+Altertümer“ in Stockholm zum Geschenk machte, bei der sie im Jahre 1832
+eintrafen.
+
+Schon 1830 wurde durch ~Reuvens~ bekannt, daß ein als Nr. X
+bezeichneter Teil der Leidener Papyri die älteste bisher an das
+Licht gelangte Sammlung „chemischer Rezepte“ enthalte, doch ließ
+die ausführliche Veröffentlichung durch ~Leemans~ bis 1885 auf sich
+warten; aus den bis dahin allein vorliegenden Bruchstücken in der
+~Reuvens~schen Ankündigung erschloß bereits 1869 ~Kopp~[12], daß
+die „Rezepte“ zumeist kurze, anscheinend rein technische, oft nur
+auszugsweise Vorschriften über Metallbehandlung, Färberei u. dgl.
+enthielten, deren bedeutsame Ähnlichkeit und Verwandtschaft mit
+jüngeren, aber zweifellos bereits alchemistischen, unverkennbar sei.
+~Berthelot~, der den vollständigen, von ~Leemans~ herausgegebenen Text
+abdruckte und übersetzte[13], fand diese Ansichten ~Kopps~ (dessen
+Namen er aber nicht erwähnt) durchaus bestätigt und betonte namentlich
+auch, daß die „Rezepte“ die den ägyptischen Metall-Arbeitern und
+-Fälschern geläufigen praktischen Verfahren und technischen Kniffe
+noch in jener ursprünglichen Gestalt vorführen, die erst späterhin,
+unter dem Einflusse magischer und mystischer Ideen, in alchemistischem
+Sinne umgedeutet und umgeformt wurde. Von solchen erweist sich der
+Text des Papyrus X noch als völlig frei[14], und dies ist um so
+bemerkenswerter, als +andere+ Teile des Gesamt-Papyrus[15] bereits den
+Einfluß derartiger Anschauungen erkennen lassen, die zum Teil jenen
+gewisser religiöser Sekten des 2. und 3. Jahrhunderts nahestehen, wie
+der gnostischen Markosier und Karpokratianer.
+
+Während der „Leidener Papyrus“, wie er der Kürze wegen genannt sei, auf
+diese Weise, freilich erst ein gutes halbes Jahrhundert nach seiner
+Auffindung, zur öffentlichen Kenntnis gelangte, blieb der „Stockholmer
+Papyrus“, dessen Vorhandensein völlig in Vergessenheit geraten war,
+noch fast weitere 25 Jahre unbeachtet stehen; erst 1906 führte ein
+Zufall zu seiner zweiten Entdeckung, und 1913 endlich erfolgte die
+Herausgabe des griechischen Textes nebst Übersetzung und Kommentar
+durch ~Lagercrantz~ in Upsala[16].
+
+Anscheinend sind +beide+ Papyri Teile eines einzigen Grabfundes[17],
+jedenfalls aber dürfen sie als „Zwillingsbrüder“ angesehen werden, da
+sie äußerlich wie innerlich vollständig, und oft bis in die kleinsten
+Einzelheiten, übereinstimmen[18]. Sie zeigen die nämliche, sehr
+schöne und deutliche Schrift, die nach ~Reuvens~ und ~Leemans~ dem
+3. Jahrhunderte n. Chr. entstammt[19], sie liegen nicht in Gestalt
+von Rollen (τόμος, tómos) vor, sondern als tadellos erhaltene und
+laut Nummerierung vollständige Codices, -- welche Form für Papyrus
+vielleicht im 1. Jahrhundert aufzutreten beginnt, sicher aber erst vom
+3. an nachweisbar ist[20] --, und besitzen endlich auch ein Format, das
+als charakteristisch für die nämliche Zeit gilt[21].
+
+Ihr Inhalt spiegelt die Erfahrungen zahlreicher Generationen wieder,
+und zwar auf Grund mannigfach verzweigter, in fast allem Wesentlichen
+jedenfalls unübersehbar weit hinter die Anfänge unserer Zeitrechnung
+zurückreichender Überlieferungen; der Redaktor hat aus verschiedenen
+Vorlagen geschöpft, und Fehler, Versehen und Wiederholungen, die teils
+ihm, teils aber auch dem Abschreiber unterlaufen sind, bezeugen die
+Art der bei der Zusammenstellung (meist recht geschickt) ausgeübten
+Tätigkeit[22]. Auch die nachträglich[23] beigefügten Überschriften und
+die oft wiederkehrende Bezeichnung „ἄλλο“ (anders) weisen auf einen
+Ordner hin, der die mannigfaltigen Angaben der Quellen zu vereinigen
+sucht[24]; +einer+ solchen entstammen z. B. sämtliche das Silber nebst
+Zubehör betreffenden Vorschriften, die zwar beide Papyri, jedoch nicht
+in der gleichen Reihenfolge, enthalten[25]. Die erwähnten Vorlagen
+waren wohl Rollen[26], die dem praktischen Gebrauche dienten; die
+beiden Papyrus-Codices sind dagegen offenbar Luxusabschriften, deren
+Ausstattung ihrem Zwecke, nämlich der Benutzung als Totenbeigaben,
+entsprach.
+
+Die Rezepte, die oft nur wenige Zeilen, oft aber auch längere
+Absätze umfassen, sind teils ausführliche, teils nur abgekürzte; die
+ersteren enthalten entweder eine Beschreibung (γραφή, Graphé) oder
+eine befehlende Anweisung (τάξις, Táxis), die letzteren hingegen
+beschränken sich auf Angabe der zu benutzenden Stoffe, während die Art
+der Anwendung dem Ausübenden entweder schon bekannt sein muß, oder ihm
+nur mündlich mitgeteilt wird[27], -- denn die ehemalige Annahme, derlei
+Überlieferungen seien auf Säulen und Stelen der Tempel aufgezeichnet
+worden, ist unbestätigt geblieben und unhaltbar. Die Niederschriften
+tragen daher in mancher Hinsicht, wie ~Berthelot~ sagt, den Charakter
+eines „Aide-Mémoire“, also eines Notizenheftes, das nur einzelne, dem
+Schreiber besonders wichtig erscheinende Punkte der Verfahren genauer
+angibt, andere aber, als minder belangreiche oder ohnehin geläufige,
+teils nur streift, teils völlig übergeht. Die ägyptischen Goldschmiede
+und Kunsthandwerker, deren geschmackvoll entworfene und herrlich
+ausgeführte Arbeiten noch heute die Bewunderung aller Museumsbesucher
+erregen, hatten offenbar derlei „Praktiken“ im Laufe langer
+Jahrhunderte allmählich zu hoher Vollendung ausgebildet und in Form
+ganz bestimmter Vorschriften festgelegt, die sie, wie das zu ihren und
+auch zu späteren Zeiten allgemeiner Brauch war, als Zunftgeheimnisse
+hüteten. Wie frühzeitig man mit Machenschaften nahe verwandter Art auch
+schon außerhalb Ägyptens vertraut war, beweisen einige bezeichnende
+Stellen der antiken Litteratur; so z. B. sagt bereits ~Aristoteles~,
+daß so Manches wie Silber oder Gold aussehe, was nur aus Zinn oder
+Lithargyrina (wohl einer silberfarbigen Legierung) bestehe, oder bloß
+mittels „Gallenfarbe“ (χολοβαφίνη, Cholobaphíne) gelb gefärbt sei, und
+daß, wer es wirklich für Silber oder Gold halte, dem Manne gleiche, dem
+ein Trugschluß als Wahrheit erscheint[28]. In der Tat lassen sich, wie
+u. a. schon ~Salmasius~ (~Saumaise~, 1588-1653), der ausgezeichnete
+Kenner der antiken Literatur und der handschriftlichen Schätze der
+Pariser Bibliothek, richtig bemerkte, die Handgriffe fast aller älteren
+und neueren „Gold- oder Silber-Macher“ im wesentlichen auf dreierlei
+Arten von „Künsten“ zurückführen, nämlich 1. auf Veränderung der
+oberflächlichen Färbung unedler Metalle durch passende Chemikalien,
+oder Überziehen +solcher+ Metalle mit dünnen Schichten +edler+, zwecks
+Vortäuschung massiven Goldes und Silbers durch schwache Vergoldung
+oder Versilberung, 2. auf Ersatz dieser letzteren durch Firnisse und
+Anstriche von entsprechendem Metallglanze, 3. auf Herstellung von
+Legierungen gold- oder silberähnlichen Aussehens; alle diese Arten
+finden sich auch im Leidener und Stockholmer Papyrus vertreten.
+
+Was den näheren Inhalt der Rezepte betrifft, so beschäftigen sich
+die des Leidener Papyrus (etwas über hundert an der Zahl) ganz
+vorwiegend mit der Behandlung der Edelmetalle, vor allem aber
+mit deren Nachahmung und Verfälschung; von den 152 Rezepten des
+Stockholmer Papyrus beziehen sich hingegen auf Metalle nur 9, während
+73 über Edelsteine und Perlen[29] berichten, und 70 über Färberei,
+namentlich Purpurfärberei[30]. Die beiden Papyri ergänzen sich daher in
+außerordentlich willkommener Weise.
+
+
+I. Leidener Papyrus.
+
+Legierungen verschiedenster Art, deren Herstellung durch ποίησις
+(Poíesis, Zubereitung) oder κρᾶσις (Krásis, Vermischung) geschieht,
+und die demgemäß κρᾶμμα (Krámma, Gemischtes) oder σκεύασμα (Skeúasma,
+Zurechtgemachtes) heißen[31], erteilt der Leidener Papyrus sehr
+allgemein auch den Namen ἄσημον (Asemon). +Asem+ ist, wie zuerst
+~Lepsius~ in seiner grundlegenden Abhandlung „Die Metalle in den
+ägyptischen Inschriften“ nachwies[32], bei den alten Ägyptern als
+„Asemu“ der einheimische Name eines den Griechen (z. B. schon ~Homer~)
+als +Elektron+ bekannten Metalles, richtiger metallischen Gemisches,
+nämlich einer Silber-Gold-Legierung; sie findet sich als solche in der
+Natur vor, wurde aber lange Zeiten hindurch auch künstlich dargestellt,
+erstens weil sie weniger weich und daher leichter zu bearbeiten ist
+als reines Gold, und zweitens weil ihr Silbergehalt dem Golde einen
+eigentümlich schönen, weißlichen Glanz verleiht, der außerordentlich
+geschätzt und beliebt war[33]. ~Berthelot~ glaubt, das ägyptische
+Wort Asem sei schon frühzeitig mit dem zufällig gleichklingenden
+griechischen ἄσημον (Asemon) identifiziert worden, das, auf Edelmetalle
+angewandt, sie als „Unbezeichnete“ (der Angabe ihres Feingehaltes
+Ermangelnde?) einer minderwertigen Klasse zugewiesen haben soll;
+hieraus erkläre es sich, daß die neugriechische Bedeutung von ἄσημον,
+d. i. Silber, zuweilen schon in älteren Schriften auftauche, und
+so auch, besonders im Sinne silberähnlicher Legierungen, in der
+vorliegenden[34]. Da aber in dieser „Asem“ außer den silbergleichen
+auch eine große Anzahl ganz anderer und völlig verschiedener Gemische
+benennt und sich demnach als sehr vieldeutiger Ausdruck erweist, muß
+die Richtigkeit der ~Berthelot~schen Vermutung schon aus diesem Grunde
+dahingestellt bleiben.
+
+Von den etwa hundert Rezepten des Leidener Papyrus behandelt nicht
+weniger als etwa der vierte Teil allein die Darstellung von Asem, die
+ποίησις oder κρᾶσις ἀσήμου[35], die also offenbar praktisch besonders
+wichtig und daher (nach ~Berthelots~ Meinung) auch für die spätere
+Anknüpfung theoretischer Vorstellungen sehr bedeutsam war. Mischungen,
+die zur Bereitung des Asems dienen, enthalten [neben allerlei
+sonstigen als Reduktions- oder Fluß-Mittel wirksamen Zusätzen] u. a.
+folgende Hauptbestandteile: 1. Zinn und Quecksilber[36]; 2. Zinn und
+galatisches Kupfer (γαλατικός), d. i. Kupfer aus der Landschaft Galatia
+in Kleinasien, und nicht (wie ~Berthelot~ glaubt) gallisches[37]; 3.
+Zinn, Kupfer, und Silber; als Flußmittel benützt man nach Bedarf
+κουφόλιθος [Kuphólithos = leichter oder lockerer Stein, an dieser
+Stelle ein nicht näher angebbares Mineral, sonst oft Talk, Selenit,
+Gips[38], oder dgl.], und erhält so ein Produkt, „das besser ist als
+das natürliche“[39]; 4. Zinn, Blei, λιθάργυρος [Lithárgyros, hier
+nicht, wie sonst oft, Bleiglätte, sondern ein Erz oder Präparat von
+Silberglanz], und καθμεία [Kadmía, unreines Zinkoxyd[40] oder ein
+zinkhaltiges Gestein, -- denn metallisches Zink blieb dem Altertum
+und Mittelalter unbekannt][41]; 5. Orichálcum [ὠρείχαλκον, eine
+kupferhaltige Masse, vielleicht Messing] und σανδαράκη λευκοθιζούση,
+weißgemachtes Sandarach [d. i. das als Mineral Realgar vorkommende
+rote Schwefelarsen, durch Rösten zum Teil übergeführt in weiße
+Arsenigsäure, die Kupfer unter Entstehung einer silberglänzenden
+Kupfer-Arsen-Legierung weiß färbt][42]; sie werden vorsichtig mit Salz
+und Alaun zusammengeschmolzen[43].
+
+Die so erhaltenen, weißlichen, gelblichen, oder rötlichen Amalgame und
+Legierungen müssen für viele Zwecke noch zu hochwertig gewesen sein;
+man suchte daher ihre Masse durch reichliche weitere Beimischung der
+billigeren Bestandteile zu vermehren und bezeichnete derlei Kunstgriffe
+mit den harmlos klingenden Namen δίπλωσις (+Díplosis+, +Verdopplung+)
+und τρίπλωσις (+Tríplosis+, +Verdreifachung+). Als solche
+„anreichernde“ Zusätze zum fertigen Asem werden u. a. empfohlen: 1.
+Viel Kupfer, entweder gewöhnliches cyprisches[44], oder vorgereinigtes
+(προκεκαθαρμένον, z. B. mit Essig, Alaun, und Salz affiniertes), das
+eine besonders schöne Goldfarbe ergibt[45]; 2. Kupfer und Zinn, die
+man nebst Pech (πίσση) und Asphalt (ἄσφαλτος) verschmilzt[46]; fügt
+man dann, je nach Befund, noch einiges weitere Asem hinzu, so erhält
+man πρῶτον ἄσημον, „Prima-Asem“, dessen Beschaffenheit selbst den
+τεχνῖτης (Techniker, Werkmeister) täuscht[47]; 3. Cyprisches Kupfer,
+Zinn, und Quecksilber; man kann auch noch μαγνησία oder μαγνήσις
+beifügen[48], d. i. Magnesia, -- unter welchem vieldeutigen Worte hier
+eine Legierung von hellweißer Farbe zu verstehen sein dürfte --, und
+nachher mit Kupholith glänzend putzen[49]; 4. Vorgereinigtes cyprisches
+Kupfer, goldgelbe Bleiglätte, und Bleiweiß; beim vorsichtigen
+Schmelzen ergibt dieses Gemisch, dessen Rezept von ~Phimenes~ aus Saïs
+herrührt, „ächt ägyptisches“ Asem[50]. Hat man seinen Vorrat an Asem
+zum Teil aufgearbeitet, so kann man ihn stets wieder ergänzen, indem
+man dem Überreste neue Mengen der Bestandteile beifügt, oder auch
+nur immer mehr des billigsten hinzurührt, nämlich des Kupfers[51];
+ein solches Gemenge heißt μάζα (Máza) ἀνέκλειπτος, „unerschöpfliche
+Masse“. -- Es sei schon an dieser Stelle hervorgehoben, daß, entgegen
+~Berthelot~[52] und ~Riess~[53], der Wortlaut dieser Vorschrift
+keinerlei mystischen Sinn oder Nebensinn erkennen läßt, vielmehr rein
+technischen Inhaltes ist: die Masse wird eben durch entsprechende
+Zusätze immer aufs neue ergänzt, selbstverständlich auf Kosten ihrer
+Beschaffenheit, und zwar so oft und so lange, als sie sich noch
+halbwegs verwertbar erweist. Erst eine +viel spätere+ Zeit verknüpfte
+das für „Masse“ gebrauchte Wort +Máza+ (μάζα, μᾶζα), das u. a. den
+Brotteig bezeichnet, auch den in Gärung versetzten, sich durch
+Aufschwellen anscheinend immerfort vermehrenden, mit einer schon bei
+~Aristoteles~ zu findenden Andeutung[54], und setzte hiernach die
+Einwirkung einer kleinen Menge Hefe auf eine große Masse von Teig in
+Parallele mit jener einer kleinen Menge eigentlichen Asems auf eine
+große Masse von Beimengungen; das Asem glich dann einem +Ferment+,
+und mit dieser Anschauungsweise schien es in Einklang, daß die
+(meist spärlichen und unklaren) quantitativen Angaben der erwähnten
+Vorschriften die in Frage kommenden Zusätze fertigen Asems nur recht
+gering bemessen, oft nur auf ein Achtel der Gesamtmenge[55].
+
+Schon weiter oben wurde darauf hingewiesen, daß „Asem“ auch ganz
+andere Gemische bezeichnen kann als die den Edelmetallen ähnlichen;
+ein solches gewann man z. B. durch vorsichtiges Erhitzen von Asem,
+Blei, und reinem Schwefel (θεῖον ἄπυρον, natürlichem, noch nicht
+umgeschmolzenem Schwefel), und es bildete nach dem Erkalten und
+Zerkleinern eine „nicht rostende“ Masse, schwarz wie ὀψειανόν
+(Obsidian), die zu eingelegten Arbeiten nach Art des Niello diente
+[nigellum = das Schwarze], und jedenfalls aus den Sulfiden der
+verschiedenen Metalle bestand[56]; der Färbung nach glich ihr die
+ἀσήμου γράφη, Asem-Schreib- oder Zeichen-Masse, die u. a. χάλκανθος
+[Chálkanthos, unreinen kupfer- und eisenhaltigen Vitriol], Schwefel und
+Essig enthielt[57].
+
+Auch über einige einzelne Metalle, ihre Prüfung, Verarbeitung und
+Verwertung macht der Leidener Papyrus wichtige Angaben:
+
++Zinn+ wird untersucht, indem man es schmilzt und auf χάρτη (Kárte aus
+Papyrus, ein Stück Papyrus) ausgießt; zeigt sich diese verkohlt oder
+angebrannt, so war das Zinn mit Blei verfälscht[58].
+
++Kupfer+ wird glänzend geputzt mittels einer Poliermasse (σμῆξις),
+die aus dem ausgekochten Safte von Rüben (σευτλία) besteht[59]. Seine
+„+Weißung+“ (λεύκωσις, Leúkosis), die es „+gleich Silber macht+“,
+erfolgt entweder durch vorsichtiges Verschmelzen mit etwas Sandarach
+[rotem Schwefelarsen, Realgar], das eine hellglänzende, als Zusatz zu
+feinem Asem sehr brauchbare Masse ergibt[60], oder mit Hilfe eines
+Amalgams, das man aus Zinn und Quecksilber bereitet, allenfalls
+unter Zugabe von Bleiweiß (ψημιθεῖον, ψημίθιον) und χρυσόκολλα
+(Chrysokolla)[61]. Chrysokolla, wörtlich „Goldloth“, bezeichnete
+ursprünglich wirklich ein zum Löten des Goldes dienliches Präparat,
+z. B. Kupferkarbonat, -- das in Form des Malachits sowie verwandter
+Minerale in der Natur vorkommt und beim Erhitzen mit etwas Kohle in
+Kohlensäure und (die Lötung bewirkendes) Kupfer zerfällt --, später
+aber auch eine große Anzahl oft kaum bestimmt zu kennzeichnender
+Gesteine oder Gemische, im Leidener Papyrus u. a. auch ein solches
+aus ⅐ Gold, ²⁄₇ Asem, und ⁴⁄₇ cyprischen Kupfers[62]. Zur „+Gilbung+“
+des Kupfers, die es „+gleich Gold macht+“, so daß es „wie Gold
+aussieht“ (χρυσοφανής), „die Phantasie (τὴν φαντασίαν) und den
+Anschein des Goldes erregt“, und auch „den Probierstein einigermaßen
+aushält“, bedient man sich verschiedener Überzüge oder Firnisse[63].
+Man bestreicht z. B. kupferne Ringe mit Gummi, bestreut sie mit
+feinem Pulver aus Gold- und Blei-Staub, glüht sie gelinde, wobei das
+Blei verschwindet [durch Oxydation], das Gold aber zurückbleibt,
+und wiederholt dies einige Male[64]. Auf kaltem Wege erzielt man
+ein ähnliches Ergebnis mittels feiner Pulver aus der Legierung
+Chrysokolla (s. oben)[65], aus blättrigem goldfarbigen Arsen ἀρσενικὸν
+χρυσίζον σχιστόν, d. i. das als Mineral Auripigment vorkommende gelbe
+Schwefelarsen)[66], aus Misy [hier wohl goldglänzender Schwefelkies]
+oder Chelidonion [ein, an Farbe dem gelben Safte der Pflanze
+Chelidonion oder Elydrion, d. i. Schöllkraut, gleichendes Präparat]
+usf.[67]; unter Umständen setzte man auch gelbe Ziegengalle zu, ferner
+Quecksilber, χαλκῖτις (Chalkítis, unreinen Vitriol) und Alaun, und
+gebraucht zum Verdünnen den Harn kleiner Kinder, als Klebemittel aber
+arabischen Gummi, Traganthgummi, oder die eingedickten Auszüge gewisser
+Pflanzen-Marke und -Samen, z. B. derer von Arum und Kümmel[68].
+
++Silber+ prüft man durch Besichtigung der Schmelze, die rein weiß und
+ziemlich weich sein muß; Zusatz von Blei verrät sich durch schwärzliche
+Färbung, Zusatz von Kupfer durch gelbliche, sowie durch zu große Härte;
+eine genauere Probe läßt sich durch Erhitzen mit Blei im κάμινος
+(Kamin, Kapelle) vornehmen [d. i. eine unvollkommene Kuppelation][69].
+-- Zwecks +Diplosis+ (Verdopplung) schmilzt man 4 Teile Silber mit
+3 Teilen Zinn zusammen, wobei die Legierung (κρᾶσις) „zu Silber
+wird“[70]; um ihren Glanz zu entfalten, putzt man mit Rübensaft, oder
+mit etwas feuchter στυπτηρία (Styptería, Alaun)[71]. -- Zur Herstellung
+von +Silberschrift+ ἀργυρογραφία, Argyrographie) dient ein Gemisch aus
+dem silberglänzenden Lithargyros (s. oben), Taubenkot [?, jedenfalls
+ein Deckname] und Essig[72].
+
+Um +Gold+ zu erproben, schmilzt man es, wobei es rein gelb und von
+richtiger Härte erscheinen muß; ein Gehalt an Silber bewirkt weißliche
+Farbe, einer an Blei schwärzliche und zu große Weichheit, einer an
+Kupfer oder Zink rötliche und zu große Härte[73]. Die +Darstellung+
+(ποίησις Poíesis) von Gold geschieht durch Zusammenschmelzen von
+Asem und cyprischem Kupfer mit Gold[74]. Zur +Diplosis+ vermischt
+oder verschmilzt man das Gold, je nach dem Zwecke der nachherigen
+Verwendung, mit verschiedenen Zusätzen[75], die es schwerer und oft
+auch härter machen, und seine Vermehrung (πλεονασμός, Pleonasmós,
+Multiplicatio) bewirken[76]; zu diesen gehören: Kadmia aus Galatien
+oder Thracien (s. oben); Misy [d. i. meist, ebenso wie das verwandte
+Sory, ein Gemenge von Schwefelkies oder Pyrit mit den Produkten seiner
+allmählichen Oxydation, u. a. Kupfersulfat, basischen Eisensulfaten,
+u. dgl.][77]; Sinopis [ursprünglich Rötel aus Sinope, oft aber auch
+anderes „Rotes“, z. B. Roteisenstein, Zinnober, Minium d. i. Mennige],
+usf. Diplosis erfolgt auch beim Behandeln einer Mischung aus Gold,
+Silber, Asem, Quecksilber, gelbem Arsen [Auripigment], Kyanos [blaues
+Mineral, vielleicht Kupferlasur], Chalkitis, sowie Salz mit θείον ὔδωρ
+(theíon Hýdor)[78]. Letzteres Präparat, das +hier+ einfach „schwefliges
+Wasser“, d. h. eine aus Schwefel oder mittels Schwefel dargestellte
+Lösung oder Schmelze bedeutet, und dessen Namen man erst in +viel
+späterer+ Zeit, gemäß dem Doppelsinne von θεῖον (theion = Schwefel, und
+auch = göttlich), als Anspielung auf ein „göttliches Wasser“ ansah,
+wurde, ganz so wie das schon dem ~Plinius~ bekannte Schwefelalkali
+[sog. Schwefelleber], durch Erhitzen von Schwefel mit Kalk dargestellt,
+wobei eine feste, gelbliche bis dunkelrote Schmelze, oder, in Gegenwart
+von Harn, starkem Essig, u. dgl., eine blutrote Lösung entstand; da
+deren wesentlicher Bestandteil, ein Gemenge von Kalzium-Polysulfiden,
++gelöst+ viele Metalle ausfällt und verschiedentlich färbt, +trocken+
+sie aber sämtlich stark angreift, bis zu gewissem Grade selbst das
+Gold[79], so war dieses so äußerst kräftige „+schweflige Wasser+“ ein
+höchst wichtiges, auf das Vielfältigste angewandtes Reagens, über
+dessen Wirksamkeit im Einzelfalle die Beschreibungen allerdings nur
+selten genügende Klarheit verbreiten. -- Zur +Vergoldung+ (χρύσωσις,
+Chrýsosis) bestreicht man, falls sie „Probe-haltend“ sein soll[80],
+das Metall, z. B. Silber oder Kupfer, mit einer wachsdicken Lösung
+von Gold in Quecksilber, erhitzt gelinde, bis das Amalgam befestigt
+(fixiert) ist, πάγηται, wiederholt dies vier- bis fünfmal, und poliert
+schließlich sorgfältig mit einem feinen Leinen, wozu u. a. ein Mittel
+(φάρμακον, Phármakon) aus Misy, Alaun, Salz, und Essig sehr dienlich
+ist[81]. Für weniger haltbare Vergoldungen genügt wiederholtes
+Auftragen dünnerer bis wachsdicker Firnisse, die feine Pulver von
+Zinnober, Sandarach, kimolischem Rötel, Misy, Chelidonium, u. dgl.,
+sowie nach Bedarf Essig, Alaun, Kinderharn, usf. enthalten[82].
+Zahlreiche Rezepte über +Goldschrift+ (χρυσογραφία, Chrysographie)
+lassen ersehen, daß diese in sehr allgemeinem und mannigfaltigem
+Gebrauche stand. Soll sie „echt“ sein, so schwemmt man Gold-Flitter
+und -Blättchen (πέταλα) oder Goldamalgam mit Gummilösung auf[83];
+weniger echt sind dicke Massen, bestehend aus dem feinen Pulver einer
+Gold-Blei-Legierung, Nitron [unreiner natürlicher Soda], Alaun, und
+stärkstem Essig, ὄξος δριμύ[84], aus goldfarbiger Bleiglätte und
+Alaun[85], aus Chrysokolla und Essig[86], oder gar nur aus gelbem
+Schwefel, Alaun und Gummi[87]; noch unbeständiger erweisen sich
+Gemenge von gelbem κνήκου [nach einigen Safran, nach anderen eine Art
+Carthamus, Safflor], gelber Galle der Kälber oder Schildkröten, weißem
+Gummi und Eiweiß[88]. Mischungen sehr verwickelter Art, mit denen
+sich aber gleich gut auf Papyrus (ἐπὶ χάρτου, Karte), auf Pergament
+(ἐπὶ διφθέρας, Diphthéra = Haut) und auf Marmor schreiben läßt,
+enthalten goldfarbiges Asem (χρυσίζον), Glaspulver (gelbes?), Safran,
+Chelidonium, Schildkrötengalle, Harz (ῥητίνη), Gummi und Eiweiß[89];
+nach dem Antrocknen glättet und poliert man sie mittels eines passenden
+Tierzahnes (ὀδοντίζειν)[90].
+
+Sehr bemerkenswert ist es, daß der Leidener Papyrus Vorschriften, die
+denen betreff der +Edelmetalle+ ganz analog sind, auch hinsichtlich
+der kostbaren und seit altersher hochgeschätzten Luxus-+Farbstoffe+
+enthält, z. B. über „Machen“ (ποίησις, Poíesis) des Purpurs, -- unter
+welchem Namen aber +weit zahlreichere+ und +verschiedenere+ Farbentöne
+zusammengefaßt werden als +heutzutage+ --, über Nachahmung der
+purpurroten Farbbrühe oder Tinktur (πορφύρου βαφή, Baphé)[91] und über
+Vortäuschen der Purpurfarbe aus Schnecken (χρῶμα κογχυλίων, Farbstoff
+der Conchylien) mittels eines „Purpurs“; erhalten wird dieser bald
+aus ἄγχουσα [Anchusa, d. i. sog. Alkanna aus der Wurzel der Anchusa
+tinctoria, verschieden von der echten orientalischen Alkanna oder
+Hennah aus den Blättern und Wurzeln der Lawsonia inermis], bald aus
+φῦκος [Phykos, Fucus, z. B. Orseille u. dgl., aus Algen und Flechten],
+bald aus anderen nicht näher bestimmbaren Pflanzenstoffen (πεδερώτινον,
+λεοντική)[92], und in gröberer Weise selbst aus eisenhaltigen
+Substanzen und Essig [d. i. aus roten Eisenacetaten][93]. Ferner gibt
+es, sowie bei Gold und Silber, auch bei Purpur eine ἄνεσις (Anesis =
+Verdünnung, Verlängerung), zu der passende rote Pflanzensäfte dienen,
+u. a. neben den oben angeführten auch Saft gewisser Obstfrüchte oder
+roter Rüben[94]. -- Die Rezepte zur +Anwendung+ der Farbstoffe sind
+zumeist leider so unvollständig und entstellt, daß sie nur wenigen
+Anhalt zur Beurteilung der Färberei (βαφή) geben, die bekanntlich in
+Ägypten seit jeher auf sehr hoher Stufe stand. Als Bestandteile der
+(zumeist roten) Farbbrühen[95], -- oft αἷμα (Haíma, Blut) genannt --,
+und der φάρμακα στυπτικά (styptische Pharmaka, Beizen)[96] werden
+u. a. angeführt: Galläpfel, gerbstoffhaltige Samen und Rinden (z. B.
+Granatrinde)[97], Harn von Schafen und Kamelen[98], Seifenwurzel[99],
+ἄσβεστος (Asbestos = Kalk)[100], Weinstein[101], Alaun[102], μελαντηρία
+(Melantería, ein unreiner dunkelfarbiger Vitriol)[103], und Chálkanthos
+(Vitriol), dieser auch κεκαυμένος, d. i. gebrannt, calciniert[104].
+Neben Salz aus Kappadocien in Kleinasien und aus der Oase Ammon[105],
+sowie Nitron, Nitron von Berenike (in Ägypten) und Aphronitron
+(Schaumnitron)[106], sind dies die Chemikalien, die der Leidener
+Papyrus mit am häufigsten nennt; ihr Zusatz wird gewöhnlich mit dem
+(auch bei Arzneibereitungen üblichen) Worte anbefohlen, ἐπίβαλε, oder
+ἐπίβαλλε, d. h. „wirf sie hinein“, „projiziere sie“[107].
+
+Außer den bisher besprochenen rund hundert Absätzen enthält der
+Leidener Papyrus noch zehn weitere, die der gegen 75 n. Chr. verfaßten
+Heilmittellehre des ~Dioskurides~ entnommen sind[108], was nach
+~Kopp~[109] schon um 1830 ~Reuvens~ in Leiden feststellte. Sie
+betreffen die Substanzen Alaun, Auripigment, Chrysokolla, Kadmia, Misy,
+Nitron, Quecksilber, Realgar, Sinopis und Zinnober, und zeigen, daß
+der benützte ~Dioskurides~-Text frei von manchen, anscheinend erst
+später erfolgten Einschiebungen war; im Artikel über Quecksilber,
+das durch Kondensation seiner αἰθάλη (Aithále = Dunst, Rauch, Ruß)
+am ἄμβιξ (Ambix), dem Deckel des sehr unvollkommenen Destillations-
+oder richtiger Sublimations-Apparates, gewonnen wurde, fehlt z. B.
+der sinnwidrige Zusatz, daß dieser Körper, außer in Gefäßen aus Glas,
+auch in solchen aus Blei, Zinn, oder Silber aufbewahrt werden könne,
+und ebenso die (fälschlich oft in alchemistischem Sinne gedeutete)
+Bemerkung, er werde ἐν μετάλλοις (in den Bergwerken, +nicht+ in den
+Metallen!) gefunden[110].
+
+In einem der Rezepte[111], das die Herstellung von Asem behandelt,
+sind die Namen für Gold und Silber nicht ausgeschrieben, sondern durch
+die Zeichen [Symbol] und ☾ der Sonne und des Mondes ersetzt, was nach
+~Berthelot~ das älteste bisher bekannte Beispiel solcher Art ist[112].
+-- Für +andere+, in der nämlichen Vorschrift genannte Metalle, z. B.
+Quecksilber, sind +keine+ Symbole gebraucht; auch bleibt es natürlich
+dahingestellt, ob sich deren schon die älteren Vorlagen des Leidener
+Papyrus bedienten, oder ob sie erst der letzte, im 3. Jahrhundert
+tätige Abschreiber, einer zu seiner Zeit bereits herrschenden
+Gewohnheit gemäß, gelegentlich einfügte.
+
+
+II. Stockholmer Papyrus.
+
+Nach ~Diels~[113] ist die Ausgabe dieser „Inkunabel der Chemie“
+durch ~Lagercrantz~ als eine ganz ausgezeichnete anzuerkennen;
+indessen bemerkt dieser selbst[114], seine Bearbeitung sei „eine rein
+philologische, .... da technische Kenntnisse ihm fehlten“. Dies ist
+nun freilich keineswegs wörtlich zu nehmen, vielmehr hat ~Lagercrantz~
+mit größtem Eifer sehr mannigfaltige, dem Philologen sonst recht
+fernliegende Hilfsmittel herangezogen und daher bei den Übersetzungen
+und Erklärungen zumeist das Richtige getroffen; da er aber wohl keine
+Gelegenheit hatte, sich mit einem in der alchemistischen Litteratur
+etwas belesenen Chemiker zu beraten, so sind doch mancherlei Irrtümer
+und Mißverständnisse untergelaufen[115]. Namentlich scheint es, wenn
+man aus dem Fehlen jeglicher Andeutung schließen darf, ~Lagercrantz~
+entgangen zu sein, daß die Namen der vorgeschriebenen Präparate und
+verlangten Zusätze in vielen Fällen nicht buchstäblich zu nehmen sind,
+sondern sog. Decknamen vorstellen oder doch vorstellen können: in
+dieser Hinsicht ist daran zu erinnern, daß bis in sehr späte Zeiten
+hinein die größte und oft einzige Einnahme der Ärzte und Kurpfuscher
+darin bestand, daß sie die vorgeschriebenen Arzneien selbst bereiteten
+und verkauften, und daß sie daher alle Ursache hatten, die benutzten
+Zutaten vor ihren Abnehmern und Konkurrenten verborgen zu halten. So
+entstanden schon frühzeitig zahlreiche Schein- und Decknamen (bereits
+aus den Anfängen der ptolemäischen Zeit sind genaue Listen erhalten),
+und solcher bedienten sich auch die Chemiker, die anfänglich mit
+den Ärzten und Priesterärzten identisch, späterhin deren Nachfolger
+waren. Geben daher die Vorschriften der Rezepte ihrem Wortlaute
+nach keinerlei chemischen Sinn, und liegt ihnen auch kein bloßer
+Aberglaube zugrunde, so wird man in der Regel an einen Decknamen zu
+denken haben, dessen Enträtselung allerdings oft gar nicht, oft nur
+durch Zufall gelingt: gäbe z. B. nicht der Papyrus selbst an, daß
+man mit ἄνθραξ (Anthrax) auch den Indigo aus Waid (Isatis tinctoria)
+benenne[116], und mit „Knoblauch“ die (dessen Zwiebeln oder sog.
+„Zehen“ gleichenden) Bällchen menschlicher Faeces[117], und wüßte man
+nicht aus medizinischen Quellen, daß z. B. „Blut der Taube“ in der
+Regel Mennige (Minium), zuweilen auch Zinnober bedeutet, so könnte man
+dies wohl schwerlich ohne weiteres erraten. Benennungen dieser Art sind
+in Parallele zu stellen mit den zahlreichen, in nicht geringem Umfange
+bis auf den heutigen Tag erhaltenen, und zum Teil volkstümlichen der
+Botanik, Mineralogie und Pharmazie; wie sehr in die Irre geriete ein
+später Nachkomme, der z. B., derlei Vorlagen nach, für vorgeschrieben
+erachtete „Rauch der Erde“, „Tau des Mehles“, „Milch des Wolfes“,
+„Schaum des Meeres“, „Auge der Katze“, „Blut des Drachens“, „Manna der
+Metalle“ usw., während tatsächlich Erdrauch (Fumaria officinalis),
+Mehltau, Wolfsmilch (Tithymallos), Meerschaum (das Magnesiumsilicat),
+Katzenauge (der Edelstein), Drachenblut (das Harz), Calomel („süßes“
+Quecksilberchlorür) gemeint sind.
+
+Im folgenden[118] sollen zunächst die Angaben des Stockholmer Papyrus
+über die Metalle erörtert werden, sodann die über Edelsteine und Perlen
+(die schon ~Theophrast~, der Schüler und Nachfolger des ~Aristoteles~,
+in seiner Abhandlung über die Mineralien zu den Edelsteinen zählt), und
+schließlich die über Farbstoffe und Färberei; angesichts der völligen
+Neuheit +dieses+ Papyrus ist hierbei eine etwas größere Ausführlichkeit
+gerechtfertigt.
+
+a) +Metalle.+ Die wenigen auf Metalle bezüglichen Vorschriften, die
+(gleich allen anderen) zumeist, jedoch nicht immer, auch die +Mengen+
+der Bestandteile und Zusätze angeben, betreffen fast allein das
++Silber+, für das aber die Bezeichnung „Asem“ in +diesem+ Papyrus
++nicht+ vorkommt[119].
+
+Zur „Herstellung“ von Silber (ἀργύρου ποίησις) reinigt man in Bleche
+oder Platten geformtes cyprisches Kupfer durch mehrtägiges Beizen mit
+Essig der Färber (ὄξει βαφικῷ) und Alaun (στυπτηρία)[120] sowie durch
+Putzen mit Erde von Chios, Salz aus Kappadocien, und schieferigem Alaun
+(σχιστή), und gießt es dann unter Beigabe einer gewissen Menge echten
+probehaltigen (δόκιμον) Silbers, das die Legierung „unvergänglich“
+(ἀνεξάλειπτον) macht[121]. Statt dessen kann man auch ἅνθραξ (Anthrax)
+der Kupferschmiede [d. i. hier offenbar Glanzkupfer] erst in Essig und
+sodann in Alaunlösung beizen, hiervon 1 Teil mit 1 Teil Silber und
+8 Teilen Quecksilber „in eins (εἰς ἑν) machen“ [d. h. legieren] und
+die Schmelze (βῶλος, wörtlich Klumpen) in einem kupfernen Gefäß mit
+Harn einer Schwangeren und Eisenfeile behandeln; diese Vereinigung
+gleicher Gewichtsmengen (Kupfer und Silber) ergibt eine, das natürliche
+wahre Silber vortäuschende ἀμαύρωσις (Amaúrosis) = Scheinbildung,
+Blende[122]. Endlich kann man auch von jenem reinen Zinn ausgehen,
+das die westlichen Iberer [Keltiberer?], die es gewinnen, und auch
+die Römer „Bulla“ benennen[123], und das man zunächst noch 4-5mal
+umschmilzt, und zwar unter Zugabe von „Öl“ und Asphalt, [die beim
+Schmelzen obenauf schwimmen und die Oxydation verhindern sollen]; aus
+6 Teilen des sauber gereinigten Metalles nebst 1 Teil blanken (λευκοῦ)
+Kupfers aus Galatien [in Kleinasien], oder aus 6 Teilen dieses Zinns
+nebst 7 Teilen galatischen Kupfers und 4 Teilen Silbers erhält man ein
+zur Verarbeitung trefflich geeignetes ἀργύρωμα = „Arbeitssilber“, ein
+ἄργυρος ὁ πρῶτος = „Prima Silber“, das selbst die τεχνῖται [Technítai,
+Techniker, Werkmeister] täuscht[124].
+
+Zur Diplosis (πλασιασμός = Vermehrung) des Silbers bedient man sich
+verschiedener Verfahren[125]. Das eine besteht im Vermischen mit
+sechsmal umgeschmolzenem cyprischem Kupfer, das man mit ἁλοσάχνη
+= Salzschaum[126] blank putzt und einwirft (ἐπίβαλε). Bei einem
+anderen verschmilzt man das Silber mit Kupfer, dessen πέταλα (Pétala,
+Blätter, Platten) mit ἅλμη (Salzwasser) behandelt wurden, sowie mit in
+süßem Wasser gelöster στυπτηρίᾳ στιλβάδι, „glänzendem Alaun“ [d. h.
+reinem, schön krystallisiertem[127]]. Ein drittes schreibt vor, die
+weiße Schmelze aus 1 Teil galatischem Kupfer, ½ (?) Teil Silber und
+½ (?) Teil Zinn wiederholt mit einer Lösung von glänzendem Alaun in
+Quellwasser zu behandeln, die Masse (μᾶζα, Máza) mehrmals abwechselnd
+zu erhitzen und wieder abzukühlen, und sie schließlich, wenn sie ganz
+reines Silber geworden ist, mit Kupholith [leichter, lockerer Stein;
+hier ein feines Putzpulver] zu polieren.
+
+Die Triplosis erfolgt auf ganz ähnliche Weise, wobei jedoch auf 1
+Teil Silber 1 Teil Kupfer und 1 Teil Zinn kommen[128]; nimmt man von
+dem durch Diplosis oder Triplosis erhaltenen „Silber“ einen gewissen
+Teil weg und setzt statt dessen einen gleichen Teil anderen Silbers zu
+[nämlich schon selbst durch Diplosis oder Triplosis gewonnenen!], so
+entsteht die μᾶζα ἀνέκλειπτος, die „unerschöpfliche Masse“; sie läßt
+sich gut umschmelzen und schön polieren[129].
+
+b) +Perlen und Edelsteine.+ Um echten (ἀληθινόν) +Perlen+ den verloren
+gegangenen Glanz wieder zu verschaffen, bedienen sich die Indier
+gewisser Verfahren der „Weißung und Glättung“ (μαργαρίτου λεύκωσις,
+σμῆξις)[130]. Sie verfüttern z. B. die Perlen abends an ein Huhn,
+schlachten dieses am nächsten Morgen, oder durchstöbern seinen Kot,
+und finden dabei die Perlen durch den Aufenthalt im Kropfe, im Magen
+und im Darm völlig gereinigt und in ursprünglichem Glanze wieder vor.
+Ein anderer Weg besteht darin, Kalk, der das beim Brennen im Ofen
+allmählich aufgenommene Feuer noch in sich enthält [d. h. frisch
+gebrannten Kalk], in der Milch einer weißen Hündin zu löschen, die
+Perlen ringsum mit der hierbei entstehenden, dicken Masse zu überziehen
+und erst nach einem Tage wieder von dieser zu befreien. In einem
+ähnlichen Rezepte[131] ist von bloßem längeren Liegen in der Milch
+der Hündin die Rede, ohne daß der Kalkzusatz nochmals erwähnt wird;
+doch deutet auf ihn der Nachsatz hin, daß die gebrauchte Masse infolge
+ihrer großen „Kraft“ auf der menschlichen Haut Flecke hervorruft,
+d. h. sie verbrennt[132]. Statt mit der scharfen Paste aus Kalk
+kann man Perlen und Perlmutter (πινάρια) auch mit einer milderen
+behandeln, die aus νίτρωμα [Nítroma, Lösung von Aphronitron d. i.
+Schaumnitron in Wasser = Sodalauge], Kuhmilch, Mastixöl (σχίνου χυλοῦ)
+und kimolischer Tonerde besteht und sich u. a. auch gut zum Entfernen
+der Schrift von Papyrus eignet[133]. Zuweilen genügt auch eine Paste,
+die man durch Einkochen einer Lösung von Honig in Zisternenwasser
+mit Feigenbaumwurzeln erhält, und die bei wiederholtem Bestreichen,
+Trocknen und Abputzen die bräunliche oder rauchähnliche Färbung der
+Oberflächen vollkommen beseitigt[134]. Endlich kann man die Perlen
+auch mit dem Harn eines kleinen[135] (ἀφθόρου) Knaben nebst Alaun
+beizen und dann mit der frischen Milch einer Hündin und mit Quecksilber
+[Deckname für ein silberglänzendes Präparat, vielleicht Fischschuppen
+oder dgl.?] erwärmen, jedoch auf gelindem Feuer, unter Benutzung von
+„fremden“ Kohlen [ξενικοῖς = auswärtigen, importierten, vermutlich den
+öfters erwähnten aus dem Holze des Ölbaums, der in dem regenlosen und
+holzarmen Ägypten nicht vorkommt][136].
+
+Das „Machen“ (ποίησις, Poíesis) von Perlen erfolgt, indem man fein
+geriebenen Glimmer (λίθον σπεκλάριον, Marienglas) mit tyrrhenischem
+Wachs und „Quecksilber“ (s. oben) zu einem Teig verschmilzt, diesen mit
+einer Lösung von Tragantgummi und Eiweiß in Kuhmilch durchknetet, aus
+der Masse Kügelchen formt, sie durchbohrt solange sie noch feucht sind,
+hierauf allmählich trocknet und schließlich schön poliert (ὀδοντίζειν);
+sie sind dann „besser als die echten“ (ὑπὲρ τὸν φυσικόν)[137]. Ebenso
+kann man auch „Krystalle“ [d. h. aus dem oben genannten Mineral
+entsprechend geformte Stückchen] mit dem Harn eines kleinen Knaben
+und mit rundlichem (στρογγύλη) Alaun beizen, und dann entweder in
+ein Gemenge von Frauenmilch und „Quecksilber“ tauchen, oder mit dem
+bläulichen Safte der Pflanzen ἀναγαλλἰς (Anagallís, Gauchheil),
+ἀείζωος (Aeízoos, Sempervivum, Hauswurz) und τιθύμαλλος (Tithýmallos,
+Wolfsmilch) nebst „Quecksilber“ auf gelindem Feuer erwärmen[138] und so
+die βαφή (Baphé, Färbung) bewirken.
+
+Zum „Machen“ von +Edelsteinen+ durch βαφή (Färbung), die in einem
+geschützt liegenden, keinen störenden Winden ausgesetzten Häuschen
+vorzunehmen ist[139], waren offenbar nur Mineralien geeignet,
+deren blätterige poröse Struktur, oder deren leichte Spaltbarkeit
+sie befähigt, beizende und färbende Lösungen aufzusaugen und
+festzuhalten [etwa so wie die Achate und ähnlichen Silicate, die
+man noch gegenwärtig künstlich zu färben pflegt]. Als solche nennt
+der Papyrus[140]: den πυρίτης (Pyrit), welchem vieldeutigen Namen
+nichts Näheres zu entnehmen ist, da die kurze Bemerkung „er werde
+leicht allmählich rot“, keinen bestimmten Schluß gestattet[141];
+den κρύσταλλος („Krystall“), auch λίθος διοπτηρίτης (durchsichtiger
+Stein)[142], d. i. der schon bei Anfertigung der Perlen erwähnte
+Glimmer, oder Marienglas; den ταβάσιος, auch ταβάσις oder ταβάσι
+(Tabasis, Tabasi) geheißen, der aus (oder über) Ägypten (nach
+Alexandria) gebracht wird[143]. Diesen Stein hält ~Lagercrantz~ für
+Topas[144], dessen Kostbarkeit und große Härte die Verwendbarkeit
+zum „Färben“ jedoch ausschließt; er berichtet[145], daß man im
+Altertum als seine Fundorte u. a. eine indische Insel und einige
+arabische Küstenorte angesehen habe[146], und hält den Namen für einen
+ausländischen; hiernach kann wohl kein Zweifel darüber walten, daß es
+sich um „Tabaschir“ handelt, die merkwürdigen, aus reiner Kieselsäure
+bestehenden Konkretionen, die sich in den Zwischenhalmknoten
+des indischen Bambu abscheiden und in Indien seit altersher die
+weitgehendste Verwendung zu medizinischen, abergläubischen u. dgl.
+Zwecken fanden[147]. Dieses (schon um 300 v. Chr. dem ~Theophrast~
+bekannte) Material ist infolge seiner hohen Porosität und Aufsaugekraft
+zum „Färben“ ungewöhnlich geeignet; auch seiner charakteristischen
+Eigenschaft, des lebhaften Irisierens, gedenkt der Papyrus sichtlich
+an einer Stelle, indem er κρύσταλλον τὴν ἰρίζουσαν erwähnt, „den
+irisierenden Krystall“[148].
+
+Unter den vorbereitenden Maßregeln der Edelstein-Macher spielen die
+nachfolgenden eine Hauptrolle: 1. Die κάθαρσις (Kátharsis, Reinigung)
+und λεύκωσις (Leúkosis, Blankmachung)[149], durch Einhängen der
+in einem Körbchen aus Weidenruten befindlichen „Krystalle“ oder
+„Steinchen“ in heißes Wasser und in eine Lösung von Ätzkalk[150] in
+Essig, oder durch Kochen mit Reiswasser. 2. Die ἀραἰωσις (Araíosis,
+Auflockerung)[151], oft auch als λίωσις[152] oder στῦψις[153]
+bezeichnet, durch Einlegen in eine weiche Feige und langsames
+Rösten (samt dieser) über Kohle, wodurch dem Zerspringen [infolge
+zu plötzlichen Erhitzens] vorgebeugt wird; oder auch durch längeres
+Behandeln mit (geschmolzenem?) Wachs, einer Masse (μᾶζα) von σκόρδον,
+d. i. Knoblauch, „von dem es in der dritten Rolle (τόμῳ) heißt: der
+sogenannte Knoblauch ist menschlicher Kot“[154], und dreitägiges
+Kochen in dessen „Saft“ nebst Öl[155]. 3. Die μάλαξις (Málaxis,
+Erweichung)[156] durch Eintauchen oder Kochen in Bocksblut, τράγειον
+αἶμα, das ebenso auch auf Glas (ὕελον) einwirkt [nach einem schon im
+Altertume weitverbreiteten Aberglauben]. 4. Die τήρησις (Téresis,
+Bewahrung, Zurechtmachung)[157], durch Beschmieren der Steinchen mit
+einem Kleister aus Kupholith (Talk?) und Gänseeiweiß, Einwickeln in
+Leinen (εἰς ὀθόνιον θῆσας) und dreitägiges Setzen εἰς δρόσον καὶ ἥλιον;
+dies heißt offenbar nicht wörtlich „in Tau und Sonne“[158], sondern
+stellt einen Kunstausdruck vor, der etwa auf abwechselnde Einwirkung
+feuchter und trockener Wärme hinauslaufen mag.
+
+Nunmehr folgt, sofern sie nicht schon mit der ἀρέωσις (auch ἀραίωσις)
+(Auflockerung) verbunden wurde, die eigentliche Beizung (στῦψις),
+entweder eine καθολική (katholische = allgemeine), oder eine besondere.
+Zur ersteren, auch als πρόστυψις (Vorbeizung) bezeichneten[159], dient
+der Saft des σφαιρία, d. h. Blütenbüschel[160] habenden (also in Blüte
+stehenden) Krautes ἡλιοτρόπιον [Heliotrop, Croton tinctorius][161], und
+anscheinend auch der mit Essig eingekochte Saft des Seidelbastsamens,
+κνίδιος κόκκος[162], während die letztere hauptsächlich mit Salzwasser,
+Nitron [Rohsoda], Alaun, Ätzkalk und Schwefel erfolgt[163]. Meistens
+löst oder suspendiert man diese in kaltem und heißem Wasser, kaltem
+und heißem Essig, usw., legt die Steinchen (stets nur einige wenige)
+drei- bis viermal je einige Tage ein, bis sie sich vollgesaugt haben,
+trocknet sie vorsichtig an dem Abzuge des Kamins, um das Zerspringen zu
+verhüten[164], und wiederholt dies so oft, bis der Krystall ἀεροειδής
+geworden ist, d. h. luftähnlich, durchscheinend[165]. Zuweilen ist es
+auch vorteilhaft, die Steinchen mit Alaun und Essig aufzukochen und
+über Nacht stehen zu lassen, oder sie zwischen zwei aufeinandergelegten
+und mit Lehm verschmierten Tonschalen vorsichtig ein wenig zu rösten
+und dann erst den Essig nebst dem Alaun aufzugießen[166]; endlich läßt
+man die Steinchen auch 30 Tage in faulem Harn nebst Alaun liegen,
+legt sie in weiche Feigen oder Datteln ein, röstet sie vorsichtig
+samt diesen und wirft sie schließlich noch warm mit der Zange in die
+kleisterdicke Farbbrühe, βάμμα[167].
+
+Was die einzelnen Edelsteine anbelangt, so steht in erster Reihe der
++Smaragd+, dessen ποίησις (Machung) und βαφή (Färbung) etwa zwanzig
+Vorschriften gewidmet sind. Zur Herstellung dieses χλωρὸς λίθος (grünen
+Steines)[168] hat man eine „Veränderung“ vorzunehmen (ἀλλοιοῦν)[169],
+indem man einige kleine „Stückchen“ oder „Steinchen“, bestehend aus
+„Pyrit“[170], dem irisierenden Tabasi[171], oder dem „rauchähnlichen“
+Glimmer[172], entsprechend vorbehandelt und dann grün färbt. Als
+φάρμακον (Pharmakon, Mittel)[173] hierzu dient hauptsächlich: Grünspan
+(ἰὸς χαλκοῦ = Rost des Kupfers) [der aus cyprischem Kupferblech und
+Essig genau nach den bei ~Dioskurides~ und schon bei ~Theophrast~
+gegebenen Vorschriften dargestellt wird][174]; Chrysokolla, d. i.
+das natürliche Kupfergrün oder Berggrün, vielleicht u. a. eine Art
+Malachit[175]; ferner aber auch die grüne Mischung, die beim Vermengen
+eines gelben und eines blauen Farbstoffes entsteht, z. B. der gelben
+Galle von Schildkröten, Stieren oder Kälbern[176] mit ἀρμένιον[177],
+d. i. „armenischem“ Bergblau (Kupferlasur), oder des gelben Saftes von
+Schöllkraut (ἐλύδριον, Chelidonium) mit ἰνδικόν, d. i. Indigo[178],
+oder „skythischem μέλαν“, d. i. vermutlich Waid[179].
+
+Die Vorbehandlung geschieht durch Einlegen der Steinchen in
+eine wäßrige oder essighaltige Lösung von Alaun[180], meistens
+„rundem“ [d. h. krystallisiertem, kleinstückigem][181]; oder durch
+Einweichen[182] in einem „Kleister“ aus feingeriebenem schieferigem
+(σχίστη) Alaun, scharfem Essig, und σκόρδα („Knoblauch“)[183]; oder
+endlich durch mehrtägiges Liegenlassen in Sodalösung, „geriebenem
+Knoblauch“, und schließliches „Kochen“ [sehr oft nur = „Erwärmen“] mit
+dessen Saft nebst Öl[184]; sie wird fortgesetzt, bis die Steinchen
+ἀεροειδεῖς] sind[185], d. h. luftähnlich, durchscheinend.
+
+Die einfachsten weiteren Verfahren sind nun: „Einsalben“ (=
+Bestreichen, χρίειν) mit fein gepulvertem Grünspan, Berggrün, oder
+Indigo mit Schöllkrautsaft, nebst geschmolzenem Harz (ῥητίνη)[186];
+Erwärmen (oder „Kochen“) mit gepulvertem Grünspan, oder skythischem
+„Schwarz“ (Waid?) mit Schöllkrautsaft, nebst geschmolzenem Harz[187];
+Erwärmen mit feingeriebener macedonischer Chrysokolla (Berggrün), Essig
+und den Blättern von ἁλικάκαβον [sog. Judenkirsche, eine Solanacee],
+„so lange, bis die grüne Farbe erreicht ist“[188]; Erwärmen mit
+Grünspan und Essig, Öl oder Kalbsgalle[189]; Erwärmen mit echtem
+Grünspan, Chrysokolla, κεκαυμένον [= „gebranntem“, nämlich Kupfer;
+also Kupferoxyd] und Stier- oder Schildkrötengalle, durch einstündiges
+Einhängen in pontischen Honig[190].
+
+Bei anderen, schon verwickelteren Verfahren überzieht man die Steinchen
+zunächst mit Wachs oder feiner Tonerde[191]; dann bestreut man sie
+mit Grünspan, erwärmt (oder „kocht“) in Öl, und wiederholt dies
+erforderlichenfalles mehrmals[192]; oder man hängt sie an Pferdehaaren
+in eine Mischung von feingeriebenem Grünspan, Chrysokolla, Kalbsgalle,
+Olivenöl, zuweilen auch Ricinusöl (κῖκι), erwärmt sechs Stunden, und
+läßt über Nacht stehen, „wodurch sie zu Smaragd werden“[193]; oder
+man hängt sie, nach dem Erwärmen mit Öl, in Honig ein, behandelt mit
+Chrysokolla, „überzieht“ sie nochmals, „damit nichts verloren gehen
+(wörtlich: sich verflüchtigen) kann“, bestreicht (χρῖσον) abermals mit den
+φάρμακα (Phármaka, Mitteln), und fährt so fort, „bis sie zu Smaragd
+geworden sind“[194].
+
+Noch umständlicher und schwieriger zu handhaben sind die Methoden, die
+die Erwärmung unter einem gewissen Drucke voraussetzen[195]. Zu diesem
+Zwecke hängt man die Steinchen in ein „fremdes“ [ξενικήν, importiertes,
+jedenfalls besonders haltbares] Tongefäß oder in ein kupfernes Töpfchen
+ein, fügt Chrysokolla, armenisches Blau nebst Stier- oder Kalbsgalle,
+Harn eines kleinen Knaben, und starken Essig hinzu, setzt den Deckel
+auf, und verschmiert ihn ringsum völlig dicht mit Kitt oder Lehm
+(περιπηλόω)[196]; nun feuert man mit Olivenholz vorsichtig an, erwärmt
+(kocht) 2-6 Stunden lang bei mäßiger, durch Gebrauch eines Blasebalges
+zu regelnder Hitze, bis sich der Deckel χλωρόν (grünlich) zeigt[197],
+und läßt bei Eintritt dieser Erscheinung (σημεῖον) sogleich
+abkühlen[198], und zwar recht langsam, damit die Steinchen nicht
+zerspringen[199]. Diese zeigen einen grünen ἀτμίς (Anflug, Belag)[200],
+und wenn man sie in Olivenöl einlegt oder damit erwärmt, erhalten sie
+genau das Aussehen der natürlichen[201]; in Ricinusöl (κίκι, Kíki)
+dagegen sollen sie eine dunklere, weniger schöne Färbung annehmen[202].
+
+Endlich kann man die Steinchen auch noch in einem „Kleister“ von
+schönem Grünspan, gebranntem Kupfer, Alaunlösung und starkem Essig
+sieben Tage lang „brennen“[203].
+
+Die Kochung (ἕψησις) und Färbung (βαφή) des +Karchedoniers+
+(καρχηδονίου), d. i. des +Rubins+, erfolgt am besten[204], indem
+man auf einer Kerotakís [d. i. einem flachen Tongerät, gleichend
+der Palette der antiken Maler zum Anmischen der Farben, und zum
+Verschmelzen der Farben mit Wachs] die Steinchen nebst ῥητίνη
+τερεβινθίνη, d. i. Terpentinharz[205], und feingepulverter Anchusa,
+d. i. sog. Alkanna, erhitzt, bis das βάμμα (die Farbbrühe, die
+Schmelze) aufwallt (ἀναβῆ)[206], [also vom Stein aufgesaugt werden
+kann]. In ähnlicher Weise läßt man auch Steinchen, die „mit den
+Abfällen der Goldgießer“ erhitzt wurden, „so daß sie die Wärme in
+sich enthalten“, in einer Lösung von Schwefel in Cedernöl liegen, bis
+sie sich mit dieser vollgesaugt haben[207], oder man tränkt sie mit
+einer Schmelze aus echtem Balsam, dem Harz „Drachenblut“, dem Harz aus
+Palästina oder aus Tomi [am schwarzen Meer], dem πίσση genannten Pech,
+und dem αἶμα (Blut = blutroten Saft) der pontischen Alkanna[208].
+
+Die „Färbung“ des +Sarders+ (σαρδίου), d. i. des +Granats+[209],
+erfolgt, indem man Krystalle von Glimmer (διοπτερίτην λίθον) an
+Roßhaaren in ein φάρμακον (Mittel) einhängt, bestehend aus Alkanna
+in Öl gelöst, sinopischer Erde [einem Rötel, aber auch Zinnober,
+Roteisenstein, u. dgl.], „Blut einer Taube“ [d. i. Mennige] und soviel
+Essig, daß die rote Farbbrühe genügend flüssig bleibt[210]; das Gefäß
+wird ringsum gut verschmiert (περιφιμώσας)[211], und so zehn Tage
+lang ὑπὸ δρόσον gesetzt, was nicht wörtlich „unter den Tau“, bedeuten
+kann[212], sondern etwa (wie oben) „in ein Dampfbad“ oder dgl.[213].
+
++Amethyst+ erhält man[214], indem man die Steinchen mehrmals mit
+heißer Alaunlösung behandelt, und dann mit κρημνός (Kremnós) nebst
+Essig kocht, +Sapphir+ (σάππιρος, vermutlich Lasur)[215], wenn man
+sie zunächst mit Schildkrötengalle vorfärbt, und dann in die nämliche
+Brühe (ζωμόν) bringt[216]. -- Kremnos oder Krimnos[217] scheint
+eine, dem antiken Purpur ähnlich, also rötlich, blaurot, bis stark
+blaustichig färbende Substanz gewesen zu sein, über die Näheres
+bisher nicht bekannt ist; die Bezeichnung könnte, das Äußere der Ware
+betreffend, mit κρίμνον (Krímnon, Krume, grobes Mehl) zusammenhängen,
+möglicherweise aber auch mit Κρημνοί (Kremnoi, Krimnoi), dem Namen
+einer größeren Handelsstadt an der Küste des asowischen Meeres
+(vielleicht noch in „Krim“ fortlebend?), die als Bezugsquelle
+anzunehmen wäre[218].
+
+Dem Machen (ποίησις) und Färben (βαφή) von +Beryll+ kommt es zugute,
+daß ihm der „Krystall“ schon von Natur aus gleichartig und nahe
+verwandt ist[219]; man hängt diesen an Eselshaaren drei Tage in
+Harn, oder auch an anderen Haaren in den Harn einer Eselin, und
+bringt das gedichtete Gefäß auf gelindes Feuer[220]; sodann läßt
+man den aufgelockerten (ἀραἰωσας) Krystall sorgfältig abkühlen[221]
+und behandelt ihn entweder mit Galle einer Schildkröte, Milch einer
+Wöchnerin[222], Kupfer und starkem Essig[223], oder mit einer
+Schmelze aus Harz (ῥητίνη) und μἐλαν ἰνδικόν, φάρμακον ἰνδικόν,
+d. i. Indigo[224]. Ist der Stein noch zu heiß, so wird hierbei die
+Hyacinthenfarbe zerstört (ἀποβαίνει = geht weg)[225]; bei guter
+Ausführung aber wird der Beryll vorzüglich (ἄριστον), so daß selbst
+die τεχνῖται (Technítai, Werkmeister) nichts an ihm bemerken[226].
+[Unter Beryll scheint man hiernach nicht nur, wie jetzt, den bekannten
+grünlichen Stein verstanden zu haben, sondern auch einen bläulichen
+oder „hyacinth“-farbenen; der Name „Beryll“ spricht nicht hiergegen,
+denn er bezeichnet ursprünglich nur das nordindische Land oder
+Volk, aus dessen Gebiet die, vielleicht recht verschieden gefärbten
+Edelsteine kamen][227].
+
++Chrysolith+ erhält man durch Eintauchen der Krystalle in Gemenge
+aus geschmolzenem Pech (πίσση) und Cedernöl (κεδρία) oder
+Schöllkrautsaft[228], +Jaspis+ durch Behandeln der mit Alaun und Essig
+gebeizten Steinchen mit Grünspan und Kalbsgalle[229], +Lychnis+ durch
+Tränken mit φῦκος (Orseille), ἄγχουσα (sog. Alkanna), und Essig[230],
+und +Chrysopras+ durch Schmelzen mit Harz und der grünlichen (χλωρόν)
+Mischung von Schöllkrautsaft und Indigo[231]. +Heliotrop+[232]
+(Keraunios, Sonnenstein) endlich bereitet man, indem man die „trüben“
+Kryställchen durch allmähliches Erwärmen mit Alaunlösung „auflockert“,
+sie noch warm mit der Zange in κεδρία (Cedernöl; Holzessig?)
+wirft[233], und nun entweder gemäß dem beim Rubin zuletzt angeführten
+Rezepte behandelt (jedoch +ohne+ Zugabe von πίσση)[234], oder mit
+heißem geschmolzenem Pech und Alkanna, oder mit feingeriebenem Kermes
+(κόκκος) nebst Essig, oder mit armenischem Blau nebst Kalbsgalle,
+oder mit Maulbeersaft (Deckname?)[235], oder mit Schwefel, Kalbsgalle
+und Essig[236]; der Heliotrop wird hierbei δόκιμος (probehaltig) und
+πρωτ(ἐ)ῖον (Prima).
+
+c) +Farbstoffe und Färberei+. Die zum Färben bestimmte rohe[237]
++Wolle+ (von anderen Rohstoffen ist kaum die Rede) muß zunächst
+vorgereinigt werden, was durch Waschen, Aufkochen, Spülen, Abkühlen,
+Nachwaschen und Trocknen geschieht[238]; als Zusätze dienen hierbei
+fein gepulverte Seifenwurzel (στρούθιον, Strúthion)[239], die
+„Skorpiuros“ benannte Art des Seifenkrautes[240], das Kraut Asphodill
+nebst Sodalösung[241], kimolische Tonerde nebst Essig[242], filtriertes
+Kalkwasser (ἀσβέστου ὔδωρ)[243], bereitet durch Löschen gebrannten
+Kalkes in Cisternenwasser und Abziehen der nach völligem Absitzen
+krystallklaren Lauge[244], sowie feine Tonerde nebst Aschenlauge[245];
+diese wird gewonnen[246], indem man den durchlochten Boden eines
+Topfes mit Ätzkalkstücken belegt, die durch Auslaugen von Asche
+[nämlich Holzasche] mit Wasser erhaltene Lösung [von Alkalicarbonat]
+durchfließen läßt, und die [nunmehr kaustisch gewordene] Lauge über ein
+σεβέννιον (Sebénnion) klar filtriert, d. i. über ein „Blätterbüschel“,
+[oder ein an Stelle dieser sehr unvollkommenen Vorrichtung getretenes
+Ersatzmittel aus irgend einem passenden Material][247].
+
+Hierauf folgt die +Beizung+ (στῦψις, Stýpsis), deren Hauptarten
+jeder beliebigen Färbung vorausgehen können, „mit Ausnahme der
+purpurnen“[248]. Die wichtigsten Materialien, die man zumeist als
+kochende Lösungen anwendet, sind: Alaun und Harn[249], auch nebst
+gebranntem „phrygischem Stein“ [d. i. ein poröses, vermutlich
+alaunhaltiges Mineral, von dessen „Brennen“ ~Dioskurides~ und ~Plinius~
+berichten], und Misy [d. i. ein Zersetzungs- und Oxydationsprodukt
+des in Cypern vorkommenden eisenhaltigen Schwefelkieses][250]; Alaun
+und scharfer Essig, auch nebst rohem Misy[251], wobei man zunächst
+kocht, bis einige zugesetzte Gerstenkörner erweicht sind, und hinterher
+auch noch Harn beigeben kann[252]; Alaun und Abkochung von βαλαύστιον
+(Balaústion), d. i. Granatblüte[253]; Saft unreifer Trauben[254];
+Trestern (γείγαρτον) mit siedendem Essig[255]; Chálkanthon[256], d. i.
+unreiner Kupfervitriol. Zu den Beizen für Purpur nimmt man geriebenes
+Misy, Eisenrost, und ἄνθος βαλαυστείας, d. i. Granatblüte[257], oder
+Alaun, Essig, Misy und echten Schwefel[258]; [letzterer ist anscheinend
+bestimmt, eine Aufhellung zu bewirken[259], ähnlich wie an anderer
+Stelle[260] ein Kochen mit Schwefel und Kuhmilch ἄνεσις herbeiführen
+soll, d. i. „Entfärbung“][261]. Als Beizen für die besonderen Nüancen
+des „sardinischen“ und des „sizilischen“ Purpurs werden vorgeschrieben:
+eine stark eingekochte Lösung von Eisenrost nebst Essig oder saurem
+Granatäpfelsaft[262], und eine Lösung von Alaun, κηκῖδες (Galläpfeln),
+und χαλκοῦ ἄνθος (Kupfervitriol), mit der man aber nur 2-3mal
+aufwallen lassen darf, weil sonst die Färbung nachher zu hochrot
+(ἐρυθρά) ausfällt[263]. [Der Ausdruck χαλκοῦ ἄνθος kann hier +nicht+
+auf Kupferoxydul gehen [264], sondern nur, wie auch an einer anderen
+Stelle[265], auf Kupfervitriol, der dort ausdrücklich als „schön
+dunkelblau“ bezeichnet wird; der „schön lauchgrüne“ ist natürlich nicht
+Kupfer- sondern Eisenvitriol.]
+
+Die +Farbstoffe und Farbmaterialien+ unterwirft man vor Gebrauch
+einer +Prüfung+ (δοκιμασεία φαρμάκων βαφικῶν)[266]. Der +Waid+, der
+aus dem im Schatten gesammelten Kraut durch Zerquetschen, Zerstoßen,
+und Trocknen an der Luft unter häufigem Umwenden dargestellt wird,
+und ισάτις (Isátis) oder auch ἄνθραξ (Anthrax) heißt, soll schwer und
+schön dunkelblau sein[267]. Syrischer +Kermes+ (Scharlach) darf keine
+weißen oder schwarzen Flecken aufweisen, sondern muß locker und schön
+rot aussehen, und sich beim Verreiben[268] mit Soda (und Wasser) gut
+auflösen[269]. Auch φῦκος (Phýkos, +Orseille+) darf nicht weiß- oder
+schwarzfleckig und locker sein, sondern soll dasselbe Rot wie Purpur
+aus Purpurschnecken (ὄστρεον) zeigen, und sich fest anfühlen; man
+prüft sie durch Zerreiben[270], und behält nur die gut Befundene[271].
+In gleicher Weise prüft man den +Krapp+ (ῥίζα = Wurzel) und wählt
+nur den schönfarbigsten[272]. Das ἐλύδριον (Elydrion, Chelidonium,
++Schöllkraut+) ist eine Wurzel, deren Saft schon in der Kälte schön
+goldgelb färbt, doch ersetzt man es, des hohen Preises wegen, oft
+durch die Wurzel der Granate, ῥοιά, die ganz ähnlich wirkt[273]. Eine
+gelbe Farbe enthält auch die γάλβινα (+Galbina+), d. i. ein Absud aus
+den getrockneten Blüten des κνῆκος (Safflors) oder des τιθύμαλλος
+(Wolfsmilch)[274]. Der +Alaun+ (στυπτηρία, Styptería) muß schön weiß
+und gut löslich sein (ὑγρά)[275]; enthält er ἅλμη (Mutterlauge)[276],
+so ist er unbrauchbar. Vom +Vitriol+ (χαλκοῦ ἄνθος) wählt man nur
+den schöngefärbten, schön dunkelblauen oder lauchgrünen[277] [die
+Verschiedenheit von Kupfer- und Eisenvitriol, die z. B. in Cypern
+vielfach gemeinsam vorkommen, wird also nicht erkannt, oder doch nicht
+berücksichtigt].
+
+Zur +Auflösung+ (λύσις, ἄνεσις)[278] von Orseille (φῦκος) bedient man
+sich einer wäßrigen Abkochung von Bohnenschrot (ὕδωρ ἐρεγμοῦ)[279], zu
+jener von +Alkanna+ (ἄγχουσα) der Abkochungen von Linsen (φακός), von
+Wurzeln des Bilsenkrautes (ὑοσκύαμος), des Kappernstrauches (κάππαρις),
+des Maulbeerbaumes (συκάμεινος), und der Bertramwurz (πύρεθρον)[280],
+von Safflor (κνῆκος), und von Schachtelhalm (τῆλις)[281]; man kann aber
+die entrindete und zerkleinerte Alkanna auch mit frischem Gerstenmalz
+(βύνη, βύνι) feinreiben, einen Tag mit Essig stehen lassen, und dann
+erwärmen, bis der Essig die Farbe löst[282]; oder sie mit Kamelharn,
+mit Sodalösung, mit Öl und mit Nüssen (κάρυα) aufkochen, bis die
+Flüssigkeit [in der die Alkalien, das Öl und das Nußöl lösend wirken]
+blutrot aussieht[283]; oder endlich sie mit dem Inneren „königlicher,
+persischer Nüsse“ (βασιλεικῶν καρύων), also großer Walnüsse[284]
+feinstoßen und mit schiefrigem Alaun zu einer festen Masse (μάζα,
+Máza) formen, die man dann mit Wasser anreibt, so daß man die Güte der
+Farbe mit dem Finger zu prüfen vermag[285]. Ähnliche Mittel verwendet
+man auch, um κόμαρι (+Kómari+) in Lösung zu bringen, [d. i. der rote
+Farbstoff aus Wurzel und Kraut von Comarum palustre][286]; entweder
+kocht man mit φέκλη (Phékle, Weinstein, lat. faecula) auf[287], oder
+mit τραγακάνθη (Traganthgummi), Balsamöl und dem teuren καπνέλαιον
+(Öl des Kapnos)[288], oder mit Aschenlauge (κονία στακτή)[289], oder
+mit Harn eines kleinen Knaben, Schweinemist und der durch Löschen
+gebrannten Marmors in Wasser dargestellten Kalkmilch[290].
+
+Die +Herstellung+ (σκευή, Skeué) „echten“ +Purpurs+ durch ψυχροβαφή
+(Kaltfärbung, Färben in der Kälte)[291] gelingt, indem man die mit
+filtriertem Kalkwasser oder mit Eisenrost in Essig [d. i. Eisenacetat]
+gebeizte Wolle mit Krimnos oder mit Orseille nebst Chalkanthon
+behandelt[292]; am besten verfährt man aber so, daß man den „Schaum
+der Isatis der Färber“ [d. i. indischen oder Waid-Indigo] nebst
+„ausländischer“ [importierter] Alkanna im Mörser feinreibt, der Lösung
+durch Zusatz von κόκκος (Kókkos, Kermes), oder falls dieser fehlt, von
+Krimnos, „wie sie die Färber besitzen“, ἄνθος (Anthos, Glanz) verleiht,
+und die aufgebeizte Wolle hineinbringt: sie erlangt herrliche,
+unbeschreiblich schöne, der echt purpurnen gleichende Farbe, daher muß
+man diesen Kunstgriff +geheimhalten+ (ἀπόκρυφον πρᾶγμα)[293].
+
+Auf +heißem+ Wege erhält man echten, prachtvollen Purpur, „so schön
+wie den [importierten] barbarischen“ (λίαν καλὴ βαρβαρική)[294],
+durch Kochen mit verschiedenen Farbstoffen und passenden Zusätzen.
+Orseille verwendet man zusammen mit Amaranth-Blüten oder Maulbeersaft,
+setzt nach Bedarf auch Eisenrost[295], δάφναι (Lorbeerfrüchte), und
+κανθαρίδες (Canthariden)[296], sowie Chálkanthon und Hämatit[297]
+hinzu, und gibt Glanz (ἐπανθίζει) mit Galläpfeln und ὑάκινθος
+(Hyacinthe)[298], oder mit Kalkwasser[299]; auch kann man mit Orseille
+und einigen Brocken[300] (Krystallen?, σφαῖρα) Alaun behandeln und,
+falls die Farbe dunkler gewünscht wird, die Behandlung verlängern,
+oder eine Kleinigkeit Chálkanthon und Soda beifügen[301]. Alkanna
+bringt man, in ein Körbchen gefüllt, mit Harn, rohem cyprischem Misy
+und natürlicher Soda (νίτρον ἄπυρον, Nitron) in einen [wegen der
+Gefahr des Überlaufens] recht großen Topf, kocht auf, entfernt den
+Schaum, preßt die (φάρμακα (Mittel) gut ab, stellt mit einem Strähn
+Wolle eine Vorprobe an und siedet dann die übrige fertig, bis sie den
+richtigen Glanz (ἀνθισμόν) hat[302]. Krapp (ῥίζα = Wurzel) löst man
+als gut getrocknetes, zerkleinertes und gesiebtes Pulver in kochendem
+Regenwasser, setzt Bohnenschrot und weiße Tonerde zu, wirft die mit
+Waid[303] bläulich angefärbte, mit Aschenwasser und Tonerde gereinigte,
+nachgespülte und gebeizte Wolle in die heiße Farbflotte, rührt bestens
+um, gibt „Glanz“ mit Alaun, spült rein, und trocknet im Schatten, fern
+von Rauch[304]. Rhamnusbeeren (σφαιρεῖα τοῦ ῥάμνου = Fruchtbüschel)
+und ähnliche Teile von Pflanzen (διὰ βοτανῶν) geben einen schönen
+(πρώτη = Prima) Purpur, wenn man sie in Abkochungen des ὑοσκύαμος
+(Bilsenkrautes) und θέρμος (der Feigbohne) löst, die angefärbte Wolle
+nachher in ὕδορ χαλκέως, d. i. in eisenhaltiges Wasser, bringt[305],
+sorgfältig nachspült und in der Sonne trocknet[306].
+
+Zur Herstellung bestimmter Nüancen von Purpur bedient man sich
+besonders ausgearbeiteter Verfahren: Hochroten Purpur (βαφὴ ὀξεῖα)
+erhält man mittels größerer Mengen Orseille oder Krimnos nebst
+entsprechenden Beigaben von geriebenem Nitron, Chálkanthon, guter
+sinopischer Erde und Essig[307]. „Tyrischen Purpur“, prima und
+probehaltig, ergibt Orseille nebst gebranntem phrygischem Stein, oder
+Alkanna nebst Harn, gebranntem Kalk, und ἀρσενικόν [Arsenikón = gelbes
+Schwefelarsen, Auripigment][308]. „Phönizischen Purpur“ (φοινικοῦν)
+liefert Orseille, in Regenwasser gelöst, nebst „Ziegenblut“[309], oder
+Alkanna nebst Chalkanthon[310]; durch Zufügen [der Abkochungen] von
+Scammonia, Elaterium, Helleborus, und wilder Gurke gewinnt man eine
+hellere Schattierung (λεύκωσις) dieses Purpurs, der auch zum Färben
+von ὀθόνια (Leinwand) und von βυσσίνη) (Baumwolle?)[311] brauchbar
+ist[312]. Einen „unvergänglichen“ Purpur (ἀνεξάλειπτον) liefert die im
+oder am Meere wachsende [nicht näher bekannte] „Flechte“ κόσθος[313]
+(Kósthos, Kysthos), einen „niemals verschießenden“ (μὴ ἀνιοῦσαν) diese
+nämliche Flechte nebst Orseille und Essig, oder der rote Farbstoff
+παιδέρως (Paidéros)[314] in Essig gelöst[315], oder auch Alkanna nebst
+Orseille, Krapp und „Kalbsblut“[316].
+
++Rosenfarbe+ (ῥοδοβαφή) erzeugt man mittels einer Lösung getrockneten
+fein gepulverten Krapps (ῥίζα) in siedendem Regenwasser nebst
+weißem Essig und Bohnenschrot; man bringt die mit Aschenwasser und
+Tonerde vorgereinigte, mit Seifenwurzel abgekochte Wolle in die
+Farbflotte, rührt gut um, gibt ἄνθος (Glanz) mit Alaun, spült nach
+und trocknet schließlich im Schatten und fern vom Rauch[317].
+Zur Erzielung von +Scharlach- oder Kermes-Farbe+ (κοκκίνων βαφή)
+behandelt man die zunächst durch Waid bläulich angefärbte Wolle mit
+Kermes und Orseille[318], oder mit Krimnos und Alaun[319], oder,
+falls „galatischer Scharlach“ gewünscht wird, mit Alkanna, Orseille,
+„Schweineblut“[320], Chálkanthon und gebranntem ἀρσενικόν [=
+Arsenigsäure][321]. Eigentliche +Orseillefarbe+ (φύκου βαφή) erhält
+die mit heißem Harn nebst Alaun gereinigte und gut nachgespülte Wolle
+durch Sieden mit einer Lösung von Orseille in Trinkwasser (ποτίμον),
+der man auch noch Chálkanthon beifügt[322]; besondere Dauerhaftigkeit
+und Festigung (κάτοχος) gewinnt Orseille- und auch Alkanna-Farbe
+durch Anwendung von Schafharn, von Saft der Zwiebel (βόλβος), und von
+Abkochungen aus Bilsenkraut, Blättern des Citronenbaumes (κίτρια),
+Gerste, oder τῆς κοτυληδόνος (vielleicht Malz?)[323].
+
+Schön +rotgelb+, „wie die (rohe) Wolle aus Canuria“ [in Apulien],
+färbt man durch Kochen mit Akantha (einer Distelart?) und Krimnos im
+Bleikessel (μολυβδοῦν χαλκίον)[324], schön +goldgelb+ (χρυσανθής) durch
+Einbringen in einen kalten Auszug aus den Blüten des Safflors (ἄνθος
+κνήκου) und aus Ochsenzunge (βούφθαλμον)[325]; +nicht+ dauerhaft ist
+die +dunkelgelbe+ (φαιός) bis hellgelbe, rahmgelbe oder milchweiße
+Kaltfärbung mit goldglänzender Bleiglätte[326] nebst Kalk und etwas
+Alkanna[327].
+
+Um +blau+ (γλαυκός) oder dunkelblau (ἀνθράκινος) zu färben, zerkocht
+man ἄνθραξ (Waid, Indigo) mit Harn in einer großen Kufe vorsichtig
+und unter stetem Rühren, stellt die allmählich abgekühlte Masse drei
+Tage lang in die Sonne und arbeitet sie dabei regelmäßig gut um; einen
+gehörigen Anteil läßt man weitere drei Tage mit Seifenwurzel brodeln,
+färbt dann die Wolle an, setzt hierauf noch Orseille zu, färbt fertig
+und wiederholt dies früh und abends, also täglich zweimal, so lange bis
+die Farbbrühe erschöpft ist[328].
+
+Einige +andere+ beliebte Farben erhält man noch wie folgt:
+„Phönizisches Hellrot“ mit Heliotrop [d. i. Croton tinctorius], Alkanna
+und Essig[329]; „Kirschrot“ (κεράσιον) mit Krimnos, dessen Ton man
+mit σμῆγμα [Seife oder dgl.] aufhöht (ὠξεισμένον)[330]; „κέδρινον“
+[Kédrinon, wohl ein helles Gelbrot] mit Heliotrop und Essig[331].
+
+Eine „+Brühe+“ (βάμμα) „+für drei Farben+“ besteht aus Krimnos und
+Alaun der Färber (βαφική)[332]; für sich färbt sie schön scharlachrot,
+auf Zusatz von mit Wasser angeriebenem Schwefel aber lauchgrün
+(πράσινα), und auf Zusatz in Wasser gelöster reiner Soda quittengelb
+(μήλινα).
+
+ ——————————
+
+Wie sich aus allem im vorstehenden Dargelegten ergibt, streben die
+Rezepte des Leidener und Stockholmer Papyrus ganz offen die Nachahmung
+und Verfälschung der Edelmetalle, der Edelsteine und Perlen, sowie der
+Luxusfarbstoffe an[333]; sie benennen die erhaltenen Kunstprodukte ohne
+weiteres mit dem Namen der echten, -- so z. B. heißt es einfach „du
+findest Smaragd“ oder „du erhältst Purpur“[334] --, und sie stellen
+ohne jedes Geheimtun und mit sichtlicher Befriedigung fest, zu wie
+erfreulichen Zielen ihre Vorschriften führen: die Erzeugnisse sind gut,
+schön, sehr schön, vortrefflich, herrlich, bewunderungswürdig[335],
+unbeschreiblich[336], wie echt, wie natürlich, schöner als
+natürlich[337], echt ägyptisch, schön wie die importierten (λίαν καλὴ
+βαρβαρική)[338], prima (πρώτη), probehaltig, usf., so daß sie selbst
+die τεχνῖται (Technítai, Werkmeister) täuschen, und diese nichts von
+der Nachahmung bemerken[339].
+
+Schon diese wiederholte Versicherung läßt ersehen, daß ursprüngliche
+Ausüber der geschilderten „Künste“ nicht die getäuschten und nichts
+bemerkenden Arbeitsleute selbst waren, sondern ihnen übergeordnete
+Persönlichkeiten höheren Ranges, die zwar naturgemäß aus der Erfahrung
+der Techniker schöpften, aber weitergehende und auch eigentliche
+Geheim-Kenntnisse besaßen, die sie sogar ihren unmittelbaren
+Fachgenossen nicht ohne Rückhalt überlieferten[340]. Des Näheren wird
+auf diese Verhältnisse weiter unten zurückzukommen sein.
+
+Zu den sehr spärlichen +Autoren+, die sich im Leidener und Stockholmer
+Papyrus als Verfasser benützter Quellenschriften angeführt finden,
+gehören neben dem im nachfolgenden noch ausführlich zu besprechenden
+sog. ~Demokritos~ (~Pseudo-Demokritos~), der späteren Zeiten als
+„erster Alchemist“ und „Vater der Alchemie“ gilt, noch ~Phimenas~,
+~Anaxilaos~ und ~Aphrikianos~. Den Ägypter ~Phimenas~ aus Saïs,
+der nur im Leidener Papyrus vorkommt, hat ~Berthelot~ mit einem
+anderweitig als „Magier“ bekannten ~Pammenes~ identifiziert, -- ob
+mit Recht, bleibt aber durchaus fraglich[341]; der Römer ~Africianus~
+(Ἀφρικιανός)[342], ist zweifellos als der Verfasser des, nur in sehr
+entstellter und interpolierter Gestalt auf uns gekommenen Sammelwerkes
+„Kesten“ anzusehen, d. i. als jener ~Julius Sextus Africanus~, der
+nachweislich zu Beginn des 3. Jahrhunderts lebte und literarisch
+tätig war[343]; der Grieche ~Anaxilaos~ endlich, dessen Zeitalter
+~Lagercrantz~ für unbestimmbar ansah[344], ist, wie ~Diels~ erinnert,
+sicherlich der nämliche aus dem berüchtigten Zauberlande Thessalien
+stammende „Pythagoräer“, von dessen magischen Kunststücken und dessen
+Ausweisung aus Italien im Jahre 28 v. Chr. ~Plinius~ berichtet[345];
+dem Stockholmer Papyrus zufolge[346] empfahl er u. a. ein von
+~Demokritos~ herrührendes Rezept, und ~Diels~ vermutet, daß ein
+größerer Teil auch der übrigen Vorschriften durch ihn aus der [noch
+unveränderten, also noch nicht in alchemistischem Sinne entstellten]
+Urschrift des ~Pseudo-Demokritos~ vermittelt ist; auf diesen scheint in
+einzelnen Punkten vielleicht auch die Sprache des Stockholmer Papyrus
+zurückzugehen, die sich im ganzen aber als eine äußerst gewöhnliche
+erweist.
+
+Einige wenige +Siglen+ (z. B. für „Drachme“ und für „einhalb“)
+und Wortabkürzungen (z. B. πορφ’ für πόρφυρα = Purpur, und υ/στ
+für στυπτηρία = Alaun) sind dem Stockholmer und Leidener Papyrus
+gemeinsam[347]; +allein+ im letzteren kommen die oben angeführten
+Zeichen der Sonne und des Mondes für Gold und Silber vor; in +beiden+,
+die zwar erst im 3. Jahrhundert niedergeschrieben, im ganzen aber,
+trotz so mancher Abänderungen, Einschiebungen und Zusätze, doch
+wesentlich orthodoxe und annähernd getreue Wiedergaben +weitaus+
+älterer Überlieferungen sind, fehlen (wie bereits erwähnt) noch
+gänzlich jene magischen und mystischen Ideen, unter deren Einfluß erst
+der Übergang derartiger Lehren in eigentlich alchemistische stattfand.
+Sehr bezeichnend für dieses Eindringen der Mystik, das schon in den
+ersten nachchristlichen Jahrhunderten zu beginnen, seinen Höhepunkt
+aber etwa zwischen 300 und 400 zu erreichen scheint, wäre eine mit
+dem Stockholmer Papyrus vereinigte Beigabe, sofern sie wirklich zu
+ihm gehört und zusammen mit ihm aufgefunden wurde, was sich indessen
+bestenfalls als wahrscheinlich, keineswegs als bewiesen, hinstellen
+läßt[348]. Sie besteht aus einem Papyrusblatte, das in Zügen, die
+jenen des Hauptstückes zwar ähnlich, aber doch von ihnen verschieden
+sind, die Inschrift trägt: „Sonne, Berbeloch, Chthotho, Miach, Sandum,
+Echnin, Zaguel: bewahre mich, während ich die Mischungen vornehme
+(συνιστάμενον). Übliche Formeln (κοίνα). Dann salbe Dich, und Du wirst
+mit eigenen Augen die Ergebnisse sehen“[349]. Der Anrufung der Sonne
+folgen also eine Anzahl (als Beinamen aufzufassender?) magischer
+Worte, wie sie in gleicher Art sehr oft in den sog. Zauberpapyri
+der nämlichen Epoche vorkommen; sodann soll der Ausführende, wie
+ebenfalls häufig in diesen Zauberpapyri, die κοίνα aufsagen, d. s. die
+vorgeschriebenen geheimen Formeln (die als ihm geläufig vorausgesetzt
+werden), und schließlich eine Salbe gebrauchen, deren mystische Wirkung
+zum gewünschten Ziele führt. Nimmt man die Zusammengehörigkeit des
+Hauptpapyrus und des Beiblattes an, so drängt sich die verlockende
+Vermutung auf[350], daß die „vorzunehmenden Mischungen“ die in ersterem
+beschriebenen seien, daß also der ursprünglich mit völliger Offenheit
+Nachahmende und Fälschende +hier+ bereits bewußte Täuschung ausübe,
+d. h. an der Hand eines mystischen Rituales als Magiker und zaubernder
+Alchemist auftrete. Hierzu wiederum würde vortrefflich die schon von
+~Berthelot~ aufgestellte, von ~Lagercrantz~[351] und von ~Diels~[352]
+gebilligte Hypothese passen, der Besitzer der Leidener und Stockholmer
+Papyri sei ein der Magie und Alchemie ergebener höherer Priester
+gewesen; für deren Richtigkeit spricht es noch, daß in Ägypten seit
+altersher jedermann das, womit er sich im Leben beschäftigte, auch
+in das Grab mitgegeben erhielt, und daß ein hoher Priester leicht in
+der Lage war, sich derartige Prunkabschriften als Totenbeigaben zu
+beschaffen.
+
+Nach ~Wünsch~[353] ist indessen die von ~Lagercrantz~ gegebene
+besondere Auslegung der Worte „ἔχε με συνιστάμενον“ unzulässig:
+sie können nicht heißen „bewahre mich, während ich die Mischungen
+vornehme“, sondern sind eine in den Zauberpapyri des Zeitalters
+häufige rituelle Anrufung und bedeuten „nimm mich an, der ich zu dir
+trete“. -- Die magischen Worte hält ~Löw~ für semitischen Ursprunges,
+wonach das letzte, „Zaguel“, vielleicht als der in sehr ähnlicher Form
+überlieferte Namen eines jüdischen Engels anzusehen wäre[354]. -- Da
+ihrer aber sieben sind, stehen sie möglicherweise auch in Zusammenhang
+mit den sieben Planeten, und in „Berbeloch“ könnte etwa die, durch
+die religiöse Sekte der Barbelo-Gnostiker bekannte „Barbelos“ (=
+παρθένος, Jungfrau), als Göttin des Mondes verborgen sein; für die
+restlichen Worte müßten sich, falls die Voraussetzung zutreffen sollte,
+Beziehungen zu den übrigen fünf Planeten nachweisen lassen.
+
+
+
+
+2. Demokritos (Pseudo-Demokritos).
+
+(Angeblich im 1. Jahrhundert n. Chr.)
+
+
+Während die Rezepte des Leidener und Stockholmer Papyrus zwar oft
+Deutlichkeit und Zusammenhang vermissen lassen, nirgends aber, selbst
+wo sie sichtlich auf Täuschung und Fälschung hinausgehen, völliger
+Offenheit und Aufrichtigkeit ermangeln, finden wir die eigentlichen
+„alchemistischen Traktate“ durchaus erfüllt von mystischem und
+magischem Beiwerke, von zauberischem und abergläubischem Wesen, von
+geheimtuenden und allegorischen Anspielungen, -- und daher, trotz ihrer
+Ausführlichkeit und Breite, dunkel oder unverständlich.
+
+Auf welche Weise, und durch was für Einflüsse vermittelt, dieser
+veränderte Geist platzgegriffen haben mag, kann an dieser Stelle
+noch nicht erörtert werden. Hervorzuheben ist jedoch, daß wir bisher
+noch kein chemisches Werk kennen, das vermittelnden Charakter trüge
+und allmähliche Übergänge zu ersehen, mindestens zu erschließen,
+gestattete, daß vielmehr die bezeichnete Eigenart auch schon bei
+jenen Schriften hervortritt, die die ältesten sind, oder sich doch
+als solche geben. Freilich muß zugestanden werden, daß wir auch sie,
+soweit es sich nicht überhaupt um Untergeschobenes oder Apokryphes
+handelt, sicherlich nur in stark veränderter, durch so manche spätere
+Hand zweckbewußt umgearbeiteter Gestalt kennen; auf diesem Umstande
+wird es auch mit beruhen, daß die Reihe der griechisch schreibenden
+alchemistischen Autoren, obwohl sie rund ein halbes Jahrtausend
+umfaßt (ungefähr vom 2. Jahrhundert unserer Zeitrechnung bis zur
+Eroberung Ägyptens durch die Araber, 640-643 n. Chr.), kaum nach
+irgendwelcher Richtung hin Fortschritt oder Entwicklung verrät, so
+daß von diesen Schriftstellern gilt, was ~Albrecht von Haller~[355]
+über die arabischen Botaniker sagt: „sie sind die brüderlichsten
+Brüder, und hast du einen von ihnen gelesen, so hast du sie alle
+gelesen“; das einzige, aber ziemlich untrügliche Unterscheidungszeichen
+älterer und jüngerer Abhandlungen bleibt die bei letzteren immer
+weiter zunehmende Verworrenheit und Kritiklosigkeit, sowie das stets
+merklichere Zurücktreten eigentlicher chemischer Kenntnisse und
+praktischer Erfahrungen hinter leeren alchemistischen Einbildungen und
+theoretischen Abstraktionen.
+
+Welche Autoren in Wahrheit die frühesten sind, welche Lehren
+tatsächlich von ihnen herrühren, und welche Auslegungen dieser
+Lehren wirklich zutreffen, -- alle diese Fragen lassen sich zur Zeit
+nicht mit Sicherheit beantworten. Wir wissen nur spärliches über
+Lebenszeiten und Lebensumstände der Verfasser (deren Namen sich
+überdies in einigen Fällen auch noch wiederholt haben sollen), es
+läßt sich meist kaum entscheiden, ob und inwieweit ihre Zitate aus
+den „Alten“ echte oder nur vorgebliche sind, und des weiteren bietet
+der Wortlaut dieser Berufungen, nicht minder aber auch jener der
+eigenen Ausführungen, dem Verständnisse noch viele ganz besondere
+Schwierigkeiten: die Beschreibungen der vorzunehmenden Operationen sind
+häufig unvollständig, unklar, oft auch „absichtlich geheimnisvoll“
+und lassen meist jede Andeutung quantitativer Verhältnisse (Mengen,
+Zeiten, Konzentrationen, Temperaturen) vermissen; als Bezeichnungen der
+Substanzen dienen in fast beliebiger Weise vieldeutige Worte, und man
+hat daher, etwa unter Chalkitis, Chrysokolla, Kadmia, Kommi, Magnesia,
+Sinopis, Stypteria, je nach den Umständen das Allerverschiedenste
+vorauszusetzen: nicht nur ganz anderes als der +heutige+ Sprachgebrauch
+erwarten läßt (bei „Gummi“, bei „Magnesia“, usf.), sondern auch
+nach +damaliger+ Kenntnis weit Auseinanderliegendes, so z. B. wenn
+Sinopis[356] bald Rötel aus Sinope bedeutet, bald sinopisches Minium
+(Mennige), bald aber Zinnober, Realgar, Oker, Eisenrost, oder Hämatit
+(Roteisenstein). Endlich werden viele der benützten Stoffe überhaupt
+nur unter dem Schleier von Geheimnamen, sog. Decknamen, eingeführt,
+betreff derer begreiflicherweise die größte Willkür besteht[357], so
+daß man schon bei den verständlicher klingenden niemals vorher wissen
+kann, +welches+ Mineral, +welches+ Präparat, +welche+ Droge irgendein
+Autor unter Ei, Eigelb, Galle, Honig, Gummi, Safran, Rettigöl,
+Ricinusöl, Lorbeerholz u. dgl. gerade versteht und verstanden haben
+will. Daß z. B. an irgendeiner Stelle „magnetische Blumenblätter“
+den Braunstein (Pyrolusit, Mangansuperoxyd) bedeuten sollen, wird
+allenfalls noch Derjenige erschließen können, der weiß, 1. daß „Blätter
+der Krone“ zuweilen auch als Namen der „Magnesia“ vorkommen, 2. daß
+„Magnesia“ (neben vielen anderen in den Gebieten Magnesias auftretenden
+Mineralien) auch den Braunstein bezeichnet, und 3. daß dieser
+„magnetisch“ auch noch deshalb heißt, weil durch seinen Zusatz das
+infolge Eisengehaltes dunkle Rohglas entfärbt wird, was schon ~Plinius~
+mit den Worten erklärt, er ziehe den Abschaum des Glases (liquorem
+vitri) ebenso an sich, wie der Magnet das Eisen; darauf aber, daß an
+irgendeinem anderen Orte mit „Lorbeerblättern“ der „weiße Schwefel“
+(= Arsenigsäure) gemeint sein soll, würde überhaupt niemand verfallen
+können, erschlösse ihm nicht zufälligerweise eine Parallelstelle diesen
+Sinn, für den uns der richtige Anhaltspunkt völlig fehlt.
+
+Durchaus zutreffend, und ~Berthelot~ gegenüber fast prophetisch, hat
+also ~Kopp~ hervorgehoben, daß den alchemistischen Werken, -- wie
+künftige bessere und vollständigere Ausgaben gewiß +noch+ klarer
+ersichtlich machen würden, -- verhältnismäßig wenig Bestimmtes über
+das chemische Wissen ihrer Verfasser zu entnehmen ist, und daß die
+Auffassung des zu Entnehmenden oft zweifelhaft bleibt und in der
+Luft schwebt, „worüber sich der Fernstehende durch zuversichtliche
+Behauptungen nicht täuschen lassen darf“[358], um so mehr, als man für
+eine frühe Zeit und die ihr angehörigen Schriften keine sichere Antwort
+auf Fragen abzuleiten vermag, die, nach der Erkenntnisstufe jener Zeit,
+in ihr gar nicht bewußt gestellt wurden[359]. Die Vorschriften zur
+künstlichen Darstellung von Gold und Silber, so führt ~Kopp~ weiter
+aus, sind nicht nur insoweit gegenstandslos, als sie dieses unmögliche
+Ziel für erreichbar oder wirklich erreicht ausgeben, sondern sie lassen
+auch meist im Dunkeln, wie man es erreicht zu haben +glaubte+, da
+die Nomenklaturen unverständlich und rätselhaft, die Kunstausdrücke
+vieldeutig und unsicher, die Einzelnamen fragwürdig und figürlich
+sind, vielleicht auch ihren Sinn wiederholt gewechselt haben; selbst
+Vergleiche der Werke untereinander fördern in dieser Hinsicht nicht
+nach Erwarten, denn die Geschichte aller Irrlehren zeigt, daß diese
+nicht oder kaum entwicklungsfähig sind, so daß die jüngeren Verfasser
+die älteren stets nur aufs neue wiederholen und kommentieren[360]. „Man
+findet bei diesen Autoren“, so sagt sehr richtig schon 1783 ~Moehsen~
+in einem noch heute höchst lesenswerten Abschnitte seiner „Beiträge
+zur Geschichte der Wissenschaften in der Mark Brandenburg“[361],
+„weitläufige Exegesen, nach Art der kirchenväterlichen über die Bibel,
+.... der Schüler gibt weiter, was ihn sein Meister lehrte, und der eine
+Blinde zeigt immer dem anderen den Weg.“
+
+Nur mit großer Vorsicht wird man also unter solchen Umständen zum
+Versuche schreiten dürfen, Lehren und Leistungen der griechischen
+Alchemisten nach Möglichkeit klarzulegen.
+
+ ——————————
+
+Die „alten“ Überlieferungen stimmen so gut wie ausnahmslos darin
+überein, daß die frühesten der uns vorliegenden alchemistischen
+Schriften jene des ~Demokritos~ seien[362]; zugleich stellen sie
+dessen Identität mit dem +Philosophen+ ~Demokritos~ aus Abdera als
+eine derartig unzweifelhafte und selbstverständliche hin, daß sie für
+nicht wenige Gelehrte noch inmitten der Neuzeit ein unerschütterlicher
+Glaubensartikel blieb, obwohl schon ~Salmasius~ (~Saumaise~) 1622 im
+Kommentar zu des ~Tertullianus~ „Liber de pallio“ erklärte[363], „daß
+diese Werke zwar unter dem Namen des ~Demokritos~ gehen, aber der
+letzten Zeit der griechischen Literatur angehören“!
+
+Ganz abgesehen von den unvereinbaren chronologischen Verhältnissen, --
+der +Philosoph+ ~Demokritos~ starb um 350 v. Chr., und der Charakter
+jener Schriften ist ausgesprochen späthellenistisch, -- muß es zunächst
+unbegreiflich erscheinen, wie gerade der +echte+ ~Demokritos~ in den
+Ruf eines Magiers, Astrologen und Alchemisten geraten konnte, er,
+der anerkanntermaßen einer der scharfsinnigsten und nüchternsten
+Köpfe des Altertums war, als Hauptbegründer der atomistischen Schule
+neue und selbständige Pfade einschlug, und von ~Aristoteles~ „als
+ein Mann, der über fast alles nachgedacht hat“, mit hoher Achtung
+erwähnt und als unbedingt erste Autorität bezüglich der Naturkunde
+angesehen wird. Den nächsten Anlaß zu dieser Umwertung, sicherlich
+einer der auffälligsten, die die Geschichte der Wissenschaften kennt,
+gaben wohl seine ungewöhnlich zahlreichen Reisen, deren Umkreis
+spätere Berichte immer weiter ausdehnten, zuletzt bis in das Innere
+Ägyptens und Babyloniens, dieser alten Heimstätten des Zauberwesens
+und der Magie[364]; gefördert wurde sie durch das Vorhandensein eines,
+angeblich auf vielerlei eigene Versuche und Erfahrungen gegründeten,
+χειρόκμητα (Cheirókmeta = Handgriffe, Kunstgriffe) betitelten Werkes,
+dessen ursprüngliche (echte?) Fassung leider, wie die aller Schriften
+des wahren ~Demokritos~, verloren ist, über dessen Inhalt aber
+allmählich immer abenteuerlichere Vorstellungen in Umlauf kamen und
+auch Glauben fanden. Jedenfalls stand das Bild des ~Demokritos~ als
+Astrologen und Magiers ersten Ranges gegen Anfang unserer Zeitrechnung
+bereits längst fest, und aus den „Cheirókmeta“, auf die ~Vitruv~[365]
+und ~Plinius~[366] hinweisen oder anspielen, sowie aus anderen seiner
+Werke wird eine Fülle derartig abergläubisch-unsinniger (+nirgends+
+aber alchemistischer!) Aussprüche und abgeschmackter Behauptungen
+angeführt[367], daß schon einigen der Autoren, aus denen ~Plinius~
+schöpfte, der Gedanke an Unterschiebungen aufstieg[368]; ~Plinius~
+glaubt zwar nicht an solche, aber sein Zeitgenosse ~Columella~ (gest.
+gegen 65 n. Chr.)[369], sowie der spätere ~Aulus Gellius~ (gest. um
+180 n. Chr.)[370] sprechen von ihnen nicht nur als von etwas bereits
+völlig Bekanntem, sondern nennen auch den (oder einen) Hauptfälscher,
+~Bolos~ aus ~Mendes~ in Ägypten, der nicht lange nach Beginn der
+Ptolemäerzeit gelebt und „zur Schule des ~Demokritos~“ gehört haben
+soll[371]. Das Vorhandensein einer solchen Schule, die doch unbedingt
+einer längeren Entwicklungszeit bedurfte, wäre von großem Interesse,
+erscheint aber fragwürdig; wenn wir jedoch bei ~Petronius~ (gest. 66
+n. Chr.) lesen[372], „~Demokritos~, ein zweiter Herakles (nämlich der
+Wissenschaften) ..., füllte ein Leben mit Versuchen aus, um die Kräfte
+der Steine und Pflanzen völlig ins Reine zu bringen“, und wenn ~Seneca~
+(um 60 n. Chr.) anführt[373], „~Demokritos~ verstand auch Elfenbein
+zu erweichen und mineralische Schmelzen in Smaragd zu verwandeln,
+wie das noch jetzt mit den dazu passenden geschieht“, -- so erhalten
+wir eine ziemlich ausreichende Vorstellung dessen, +was+ sie etwa
+dem ~Pseudo-Demokritos~ zuschrieb; wir ersehen ferner, daß für die
+technisch Ungebildeten jener Zeit ein den ägyptischen Glasmachern seit
+altersher so geläufiger Kunstgriff wie das Grünfärben von Glasschmelze
+durch kleine Mengen geeigneter Metallverbindungen noch den Charakter
+einer, der geheimen „Kraft“ des Zusatzes zuzuschreibenden „Umwandlung“
+trug. +Hier+ ist also die Stelle, an die die Phantasien der weiteren
+apokryphen Litteratur anknüpften[374]. Aus dieser schöpfend berichten
+z. B. im 3. Jahrhundert ~Diogenes Laërtius~[375], und im 4. ~Synesios~
+(s. unten) und ~Panodoros~ (dessen ägyptische Chronik im Auszuge bei
+~Georgios Synkellos~, einem Autor des 8. Jahrhunderts, vorliegt),
+~Demokritos~ habe schon von einigen Magiern, die als Begleiter des
+~Xerxes~ während des griechischen Feldzuges zu Abdera im Hause seines
+Vaters Wohnung bezogen, Unterricht in den Geheimwissenschaften erhalten
+(also etwa 20 bis 25 Jahre vor seiner Geburt?); später sei er zu
+Memphis in Ägypten durch den persischen Priester ~Ostanes~, den ersten
+und berühmtesten Lehrer der Astrologie und Alchemie (s. unten), in
+diese Künste eingeweiht worden; daraufhin habe er dann die Vorschriften
+zur Anfertigung des Goldes und Silbers (χρυσο-, ἀργυροποιία, Chryso-
+und Argyropoiía) verfaßt und die „Bücher der Färbekunst“ (βίβλους
+βαφικάς) geschrieben, deren vier Abschnitte das „Färben“ (βαφή, Baphé,
+Tinktur) des Goldes, des Silbers, der Edelsteine und der Purpurgewänder
+behandelten[376]. Die Folgerichtigkeit der Anschauungen tritt hierbei
+klar zutage, denn genau so, wie die Gewinnung von grünem „Smaragd“
+aus farblosem Glas, oder von purpurnem Gewebe aus farblosem Stoffe,
+sprach man auch jene des Goldes und Silbers in erster Linie als einen
+Vorgang der Farbengebung an: war es erst mehr oder weniger geglückt,
+ungefärbten oder anders gefärbten Metallen die Farbe von Gold und
+Silber zu verleihen, dann hatte man eben auch sie mit mehr oder weniger
+Erfolg „umgewandelt“, also Gold und Silber „gemacht“.
+
+ ——————————
+
+Die Lehren des ~Pseudo-Demokritos~ wurden der Neuzeit zuerst
+einigermaßen bekannt, als 1573 ~Pizzimenti~ in Padua das Buch
+„Demokritos Abderita, De arte magna“ veröffentlichte, dessen erster
+Abschnitt „De rebus naturalibus et mysticis“ (Über das Natürliche
+und Übernatürliche) eine Anzahl aus nicht näher angegebenen Quellen
+entnommener Fragmente in lateinischer (sehr unzureichender) Übersetzung
+bringt[377]; nach ~Berthelot~, der diese als seither unbekannt
+geblieben ansieht, obwohl u. a. ~Kopps~ „Beiträge“ einen ausführlichen
+Abdruck enthalten[378], stimmt ihr Inhalt völlig überein mit dem
+des Werkes „Physica et Mystica“ (das in verschiedenen Handschriften
+überliefert ist), nur umfaßt letzteres noch zwei weitere Absätze: der
+erste berichtet über eine zauberische Anrufung des „persischen“ Magiers
+~Ostanes~ und die Auffindung der von seinem Geiste angekündigten
+Geheimschriften, während der zweite ein Rezept zum Färben mit Purpur
+wiedergibt[379]. -- Hauptquellen zur Kenntnis des ~Pseudo-Demokritos~
+sind die griechischen Texte seiner angeblich eigenen Werke, die am
+ausführlichsten die berühmte, wahrscheinlich aus dem 10. Jahrhundert
+stammende alchemistische Sammelhandschrift der St. Markus-Bibliothek zu
+Venedig enthält, ferner die Zitate aus seinen Schriften bei späteren
+griechischen Alchemisten (u. a. bei ~Zosimos~ im 3. und ~Synesios~
+im 4. Jahrhundert) und endlich einige in syrischer Sprache erhaltene
+Übersetzungen und Auszüge.
+
+ ——————————
+
+Um zunächst einen Begriff vom Inhalte und von der Abfassungsweise
+der demokritischen Schriften zu geben, sei der erste Absatz aus der
+Einleitung in die „Goldmacherkunst“ (χρυσοποιία) vorausgeschickt, der
+wörtlich wie folgt lautet[380]: „Nimm Quecksilber, fixiere es mit
+dem Körper der Magnesia, oder des italischen Stimmi, oder mit nicht
+erhitztem [d. h. natürlichem] Schwefel, oder mit Aphroselinon, oder mit
+gebranntem Kalk, oder mit Alaun aus Milo, oder mit Arsenikon, oder mit
+etwas, was du sonst als passend kennst; wirf [projiziere] die weiße
+Erde auf Kupfer, so erhältst du glänzendes Kupfer; wirfst du gelbes
+Silber darauf, so erhältst du Gold, wirfst du aber Gold darauf, so
+erhältst du Goldkoralle in Substanz. Die nämliche Wirkung bringt das
+gelbe Arsenikon hervor, ferner das richtig behandelte Sandarach, oder
+der völlig herausgekehrte [d. h. umgewandelte] Zinnober; glänzendes
+Kupfer erhältst du allein mittels Quecksilbers. Die Natur besiegt die
+Natur.“
+
+Wer hiernach über das Verfahren Gold zu machen und über die dabei zu
+benützenden Hilfsstoffe nicht genügend klar geworden ist, dürfte seine
+Zuflucht vor allem zum sogenannten „Lexikon der χρυσοποιία“ nehmen,
+einem schon in den ältesten Handschriften angefügten, erläuternden
+Verzeichnisse der Stoffnamen, sowie der Bedeutungen, die diesen neben
+ihrem nächstliegenden Sinne noch zukommen können; nach Durcharbeitung
+der zahlreichen, jeder bestimmten Anordnung entbehrenden Paragraphen
+dieses Wörterbuches[381] wird er sich im Besitze nachstehender
+Erklärungen der im Absatze I vorkommenden Fachausdrücke finden, --
+wobei vorausgesetzt sei, daß die Grundsubstanz „Quecksilber“ auch
+wirklich Quecksilber sein soll, was möglich, aber keineswegs gewiß ist:
+
+ Magnesia: weißes Blei; Kadmia; weibliches Stimmi; stärkster Essig;
+ „Blätter der Krone“.
+
+ Stimmi: natürliches [d. i. Spießglas, Schwefelantimon]; „Muschel“,
+ dargestellt aus Kupfer, Blei, Zinn und Eisen; Goldkoralle.
+
+ Nicht erhitzter Schwefel: Safran aus der Lösung; Dampf und
+ Sublimiertes aus Quecksilber.
+
+ Aphroselinon: Silberschaum; Argyrolith; Kupholith; Komaris von allen
+ Arten Schwefel und Arsen; Talk; Selenit; Weinstein; Alaun; festes
+ Quecksilber.
+
+ Gebrannter Kalk: Kalk der Eier; Marmor aus Theben; Titanos; Alaun;
+ Alaun von Melos; Stein des Dionysos; Knochen der Sepia; Muscheln.
+
+ Alaun: weißer Schwefel [d. i. Arsenigsäure]; glänzendes Kupfer;
+ gereinigtes Blei; phrygischer Stein; nicht erhitzter Schwefel.
+
+ Arsenikon: weißer Schwefel; Komaris; attischer Oker; Erde aus Samos.
+
+ Kupfer: Schale der Eier.
+
+ Glänzendes Kupfer: Alaun.
+
+ Gelbes Silber: Asem.
+
+ Goldkoralle: feinstes rotes Gold.
+
+ Gelbes Arsen: gelber Sand [d. i. Auripigment, gelbes Schwefelarsen].
+
+ Sandarach: roter Sand [d. i. Realgar, rotes Schwefelarsen];
+ scythisches Wasser; Quecksilber aus Zinnober.
+
+ Zinnober: sublimierter Dampf, im Topfe gekocht; Sandarach; Mennige;
+ Rotheisenstein [d. i. Hämatit].
+
+Das angeführte Beispiel, das eine noch keineswegs zu den schlimmsten
+zählende Stelle betrifft, im übrigen aber für Geist und Form
++aller+ alchemistischen Werke, von den frühesten an bis zu denen
+des ausgehenden Mittelalters, recht charakteristisch ist, läßt
+ersehen, welche ungewöhnlichen Schwierigkeiten der Text jedem
+Versuche zureichender Deutung entgegensetzt, und in wie geringem
+Grade diese durch das „Lexikon“ behoben werden; schon ~Kopp~ sagt
+von diesem[382], es sei ein bloß verwirrendes, für das Verständnis
+wertloses, selbst erst eines Kommentars bedürftiges Verzeichnis
+nicht der erwarteten Erklärungen, sondern der nach alchemistischer
+Redeweise gebräuchlichen Synonyma. Demgemäß verheißt ein Vorgehen,
+abzielend auf weitere Anführung umfangreicher Stellen aus derartigen
+Schriften und jedesmalige Auslegung ihrer Einzelheiten, wenig
+Erfolg; zweckentsprechender erscheint der Versuch, den Inhalt nur im
+allgemeinen wiederzugeben, jedoch unter tunlichster Berücksichtigung
+der Ausführung und Erklärung chemischer Operationen, der gebrauchten
+Kunstausdrücke und der benützten Apparate.
+
+ ——————————
+
+Das Hauptwerk des ~Pseudo-Demokritos~ „Physica et Mystica“[383] weist
+gleich in seiner Einkleidung arge Widersprüche auf. ~Demokritos~
+beschwört den Geist des einstigen Lehrers, des +persischen+ Magiers
+und dabei +ägyptischen+ Priesters ~Ostanes~, und erhält von ihm die
+Auskunft, seine Geheimschriften befänden sich im „Tempel“; dieser wird
+fruchtlos durchsucht, und erst später öffnet sich beim Gottesdienste
+plötzlich eine Säule, die Bücher kommen zum Vorschein, enthalten jedoch
+nichts als den Spruch „ἡ φύσις τῆ φύσει τέρπεται, ἡ φύσις τὴν φύσιν
+νικᾷ, ἡ φύσις τὴν φύσιν κρατεῖ“, d. h. „Die Natur freut sich über
+die Natur, die Natur siegt über die Natur, die Natur herrscht über
+die Natur“[384]; die Schüler sind äußerst verwundert über die Kürze
+und Kärglichkeit dieses Vermächtnisses, -- aber weiteres ist nicht
+vorhanden. Trotz dessen gibt sich das ganze Werk des ~Demokritos~
+als das wiedergefundene des ~Ostanes~, freilich ohne dies ganz offen
+auszusprechen; die übliche Auslegung besagt allerdings, jener knappe
+Satz schließe eben alles Sonstige bereits in sich, und von der
+übermenschlichen Weisheit des ~Ostanes~ zeuge gerade seine Fähigkeit,
+die ungeheure Mannigfaltigkeit der Erfahrungen in diesen wenigen Worten
+zusammenzufassen. Merkwürdig bleibt hierbei noch, daß ~Ostanes~,
+den doch ~Demokritos~ hier als frühesten und ersten der Alchemisten
+sprechen läßt, selbst wieder Berufung an die „Älteren“ einlegt und
+empfiehlt, mit der Begründung, die „Neueren“ glaubten nicht genügend an
+die „Schrift“, τῇ γραφῇ[385], d. h. an die noch gar nicht vorhandene
+schriftliche Überlieferung seiner Lehren!
+
+Was nun ~Demokritos~ in „Physica et Mystica“, einerseits unter
+Verweisung auf Bücher der persischen Magier[386], andererseits
+unter rätselhafter Andeutung gewisser Geheimnisse der ägyptischen
+Tempel[387], über das „Machen“ von Gold und Silber verrät, geht
+durchaus auf jene drei Methoden hinaus, von denen (wie bereits
+weiter oben angeführt) schon ~Salmasius~ spricht, und in völlig
+übereinstimmender Weise auch ~Berthelot~[388]. Für +Silber+, zuweilen
+auch Asem genannt, kommt in Frage: 1. Die „Weißung“ der Oberfläche
+von Kupfer durch quecksilber- oder arsenliefernde Chemikalien, wie
+gelbes und rotes Schwefelarsen (Auripigment und Realgar), Zinnamalgam,
+Zinnober u. dgl. 2. Auftragen silberglänzender Firnisse auf Kupfer,
+Eisen, oder Blei. 3. Bereitung silberähnlicher Legierungen aus Kupfer,
+mittels Zinn, Blei, Orichalkum und anderer Zutaten, wobei hinterher
+nach Bedarf auch nochmalige Weißung erfolgen kann. Für +Gold+ ist
+in Betracht zu ziehen: 1. „Gilbung“ der Oberflächen von Kupfer und
+Silber durch die Röstprodukte von Pyriten und Spießglanz (d. i.
+Schwefelantimon), sowie durch Schwefel, arsen- oder schwefelliefernde
+Präparate, u. a. „göttliches Wasser“ [d. i. Calciumpolysulfid?]. 2.
+Auftragen goldglänzender Firnisse[389], bestehend u. a. aus Kadmia,
+Safran, Chelidonium, Carthamus, Eigelb, Kalbsgalle, nebst den Ölen
+von Terebinthen [d. i. die Frucht von Pistacia Terebinthus], Ricinus,
+Rettig usf. 3. Bereitung goldähnlicher Legierungen aus Kupfer,
+Silber und Blei, z. B. aus natürlichem Schwefelsilber mit Bleiglätte
+und Spießglas, oder aus Kupfer nebst Blei, Zinn und „Klaudianos“
+[Kupfer, Blei, Zinn oder Messing enthaltende Legierung?], auch
+unter Mitverwendung von Quecksilber, Zinnober, Elektron, und unter
+schließlicher abermaliger Gilbung. Nützliche Zusätze zur Darstellung
+von Silber und Gold sind endlich kleine Mengen Silber, Gold, oder
+Elektron[390], am besten als feine Pulver, die offenbar gleich „Samen“
+die beabsichtigte Umwandlung anregen, oder sie nach Art von „Hefe“
+fördern und beschleunigen sollen.
+
+Als wichtigster Ausgangsstoff für die Herstellung der Edelmetalle
+wird das Blei bezeichnet, „dessen Natur sich so leicht in vielerlei
+anderes umwandeln läßt, μετατρέπεται[391], [nämlich in die
+wohlbekannten Präparate weißes Bleiweiß, schwarzes Schwefelblei,
+gelbe Bleiglätte, rote Mennige]; da nach den Theorien des ~Platon~
+und ~Aristoteles~ alle Metalle mehr oder weniger Wasser enthalten,
+das ihre Schmelzbarkeit bedingt und im Augenblicke der Verflüssigung
+sichtlich hervortritt, und da ferner dieser Wassergehalt bei den
+edlen Metallen am kleinsten, bei den unedlen am größten sein soll, so
+hat aber jedenfalls auch der niedrige Schmelzpunkt des Bleies dazu
+angeleitet, dieses gemeinste der Metalle als dasjenige anzusehen,
+das als eine Art Urstoff [materia prima] den übrigen zugrunde liegt,
+zunächst denen der „Tetrasomie“ (Vierkörperschaft) der Unedlen, d. i.
+Blei, Kupfer, Eisen und Zinn[392]. Doch ist unter „Blei“ nicht stets
+das gewöhnliche Blei zu verstehen, -- nämlich das „schwarze“ (plumbum
+nigrum), neben dem das Zinn das „weiße“ (plumbum candidum) heißt, --
+sondern zuweilen auch das +metallische Antimon+, dessen, als einer Art
+Blei, u. a. schon ~Plinius~ und ~Dioskurides~ gedenken[393]; dieses
+wird aus dem sehr leicht reduzierbaren στίμμι [Stimmi, Spießglas,
+Schwefelantimon] gewonnen und „μόλυβδον τὸ ἡμών“ = „+unser+ Blei“
+genannt[394], ähnlich wie an anderer Stelle eine scharfe Flüssigkeit
+„τὸ ἡμέτερον ὄξος“ = „+unser+ Essig“[395]. Wie mehrere Bleie, so
+gibt es auch mehrere Quecksilber, nämlich neben „einem aus Zinnober“
+auch „eines aus Arsen“[396]; unter diesem ist das durch Röstung
+und Reduktion der natürlich vorkommenden Arsensulfide leicht zu
+gewinnende, durch Silberglanz, Sublimierbarkeit usf. dem Quecksilber
+analog erscheinende +metallische Arsen+ zu verstehen, das „aus Kupfer
+und aus Asem Silber erzeugt“[397] [indem sich eine silberglänzende
+Kupfer-Arsen-Verbindung bildet]. Die Arsensulfide und der „Rauch“, den
+sie beim Rösten entweichen lassen, heißen auch κοβαθία (Kobathía)[398],
+-- ein Wort, mit dem, ebenso wie mit dem verwandten κόβαλος (Kóbalos),
+nach ~Beckmann~ (1799) und ~Lobeck~ (1829) unser heutiges Kobold und
+Kobalt zusammenhängen soll[399].
+
+Um nun das „Blei“ genannte Rohmaterial in Silber oder Gold
+überzuführen, hat man ihm jene richtige βαφή = Färbung zu erteilen,
+„die das Ziel der großen Kunst bildet“[400]; die Aufgabe hierbei ist
+im wesentlichen keine andere als die, farblose Gewebe aus Rohwolle und
+Rohleinen in herrlich blaue und rote Prachtstoffe umzuwandeln[401]. So
+wie man das ägyptische Chamäleon veranlassen kann, die verschiedensten
+Farben anzunehmen, wobei aber seine eigentliche Natur keine Veränderung
+erleidet, ganz ebenso hat man Farbenveränderungen des Ausgangsmaterials
+anzustreben, das solcher sehr wohl fähig ist, in ihrem Verlaufe
+ebenfalls seine ursprüngliche Natur bewahrt und deshalb [im Sinne eines
+Urstoffes, einer Materia prima] auch selbst „Chamäleon“ heißt[402].
+Diese Veränderungen vollziehen sich jedoch nicht plötzlich, sondern
+in verschiedenen Stufen[403], als deren vier wichtigste die Mélansis
+(Schwärzung), Leúkosis (Weißung), Xánthosis (Gilbung) und Íosis
+(Rötung) gelten; die erste erfüllt eine +unabänderliche Vorbedingung+,
+indem sie die verschiedenen Rohstoffe in eine gleichmäßige schwarze
+Urmasse überführt, die das Substrat jeder weiteren Veränderung
+darstellt, die zweite bewirkt die Entstehung weißen Silbers, die dritte
+die gewöhnlichen gelben, und die vierte die reinsten roten Goldes.
+
+Die Leukosis und Xanthosis, das Weißen und Gilben, sind, wie
+~Zosimos~, ~Synesios~ und andere spätere Erklärer bestätigen, die
+wichtigsten jener „Handfertigkeiten“, die ~Demokritos~ in dem, von
+ihnen χειροκμήματα genannten „Buche über die vier edlen Künste“ als
+ἄργυρο- und χρυσο-ποιία (Machen des Goldes und Silbers) lehrte[404]
+und angeblich auch in „geheimen Schriftzeichen“ (= Hieroglyphen) auf
+die Säulen der Tempel setzen ließ[405]. Das Weißen und Gilben muß
+der τεχνιτῆς[406] (Techniker, Kunstbeflissener) auf das Gründlichste
+studieren[407], erstens, indem er durch immer wiederholte Versuche
+die Eigenschaften und Wirkungen aller der festen und flüssigen Stoffe
+erforscht, durch deren Einwerfen (ἐπιβάλλειν, projizieren)[408] man
+das Weiße und Gelbe gewinnt, zweitens aber auch, indem er die hierfür
+günstigsten Umstände ermittelt; dabei wird sich z. B. herausstellen,
+daß Erfolg, namentlich guter Erfolg, nur eintritt, wenn sich alle
+Substanzen in flüssigem (gelöstem oder geschmolzenem) Zustande
+befinden, ἀναλυόμενα πάντα[409]. Die wichtigsten der erwähnten Stoffe
+sind Quecksilber[410], ferner aber auch Zinnober[411], Schwefel,
+Arsen, gelbes Arsen [Auripigment], rotes Arsen [Realgar, Sandarach],
+Spießglas [Schwefelantimon], Pyrit [Schwefelkies u. dgl.], und zwar
+besonders dessen silber- und goldglänzende Arten, z. B. λίθος χρυσίτης
+(Goldkies)[412], sodann Sory und Misy[413] [Zersetzungsprodukte des
+Pyrits; Schwefel, Kupfer, Eisen und andere Metalle enthaltend], endlich
+noch Kadmia[414] (καθμεία), die auch den Namen Magnesia (μαγνησία),
+weißes Blei, weißer Pyrit, Silberkies, u. dgl. führt[415].
+
+Die Wirkung, die von ihnen ausgeht, beruht auf συγγένεια (Syngéneia),
+d. i. Affinität, Verwandtschaft, wie eine solche in allbekannter
+Weise sämtliche Metalle zum Schwefel, oder das Eisen zum Magnetstein
+zeigen[416]; diese führt (so lehrte schon ~Platon~) zu einer gänzlichen
+Verschmelzung und Vereinigung, zu einer wahren „Vermählung“, daher
+sich denn z. B. Kupfer und Kadmia [hier ein zinkhaltiges Mineral]
+durchdringen ἕως συγγαμήσωσιν (bis sie sich vermählt haben) und dabei
+Nikäanisches Orichalkum [hier offenbar Messing] erzeugen, ganz ebenso
+wie aus Kupfer und Zinn durch eine Vermählung gleicher Art „Erz“ [=
+Bronce] hervorgeht[417]. Wie in diesen Fällen die Einflüsse geringer
+Beigaben Zinn oder Kadmia, so sind auch die der oben angeführten
+weißenden oder gilbenden Zusätze beim „großen Werke“ zu beurteilen; sie
+veranlassen eine Umwandlung (μεταβολή, Metabolé), eine Artverwandlung
+(ἀλλοίωσις, Alloíosis)[418], ersichtlich an der Farbenveränderung, ja
+mit dieser geradezu identisch: „μεταβολὴ καὶ ἀλλοίωσις ἐστὶ βαφή“, „die
+Umwandlung und Artverwandlung besteht in der Umfärbung“[419]. Daß die
+Umwandlungen eintreten, ist nicht weiter erklärbar: „O ihr allmächtigen
+Naturkräfte (φύσεις παμμεγέθεις), die ihr Metabolé bewirkt!“ ruft
+~Demokritos~ aus[420], und weist hierdurch auf den dogmatischen
+Lehrspruch des ~Ostanes~ zurück; Grundlage des letzteren wiederum soll
+in Wahrheit ein auch von ~Zosimos~[421] angeführter Satz sein „αἱ
+ποιότητες δι’ ἀλλήλων παρέρχονται“ (die Qualitäten verdrängen sich
+gegenseitig), den ~Berthelot~ als aus der „Physik“ des ~Aristoteles~
+entlehnt bezeichnet; doch steht er weder an der angegebenen Stelle
+(Buch IV, cap. 6), noch ist er mit Hilfe des ~Bonitz~schen Registers zu
+des ~Aristoteles~ Werken auffindbar.
+
+Was die Ausführung der chemischen Operationen anbelangt, so ist
+bemerkenswert, daß ~Pseudo-Demokritos~, wie das Altertum überhaupt,
+von Säuren nur den Essig und einige saure Pflanzensäfte kennt; Essig
+wendet er in verschiedenen Stärken an, u. a. auch als „schärfsten“
+(unverdünnten), ὄξος δριμύτατος[422]; Citronensaft ist ihm „der Essig
+aus Citronen“ (ἐν ὄξει κιτρίνῳ, ἐν χολῷ κίτρῳ)[423]. Das Behandeln
+mit Chemikalien heißt ταριχεύειν (taricheúein)[424], welches Wort
+das Einpökeln der Fische, aber auch das Einbalsamieren der Mumien
+bezeichnet (das tatsächlich häufig nur ein Einsalzen mit Nitron war).
+Gelindes Erwärmen, oft 15-31 Tage dauernd, erfolgt durch Einsetzen in
+Mist, z. B. Pferdemist, ἐν ἱππείᾳ κόπρῳ[425], stärkeres Erhitzen durch
+freies Feuer, wobei sich die leichteren Dünste des Wassers und anderer
+Substanzen, aber auch jene dichteren Dämpfe, die alsbald in Form von
+Sublimaten wieder fest werden, zunächst als „Wolke“ erheben. Von der
+ἄρσις ὕδατος καὶ νεφέλης, dem „Aufsteigen des Wassers und der Wolke“,
+sowie von der νεφέλη im Sinne eines Sublimates, ist daher häufig die
+Rede[426]. Neben offenen Gefäßen (anscheinend meist tönernen) werden
+auch einseitig und allseitig verschlossene erwähnt; diese letzteren
+heißen ἀγγεῖον περίφιμον πάντοθεν, „ringsum geschlossene Gefäße“, und
+machen keinen Anspruch auf Neuheit mehr, da man sich ihrer ὡς ἔθος (wie
+gebräuchlich) bedienen soll[427].
+
+ ——————————
+
+Was die Zitate aus ~Pseudo-Demokritos~ bei den +späteren Alchemisten+
+betrifft, wie bei ~Zosimos~ und ~Pelagios~ im 3., bei ~Synesios~
+und ~Olympiodor~ im 4. bis 5., und bei dem sog. ~Philosophus
+Anonymus~ und ~Christianus~ im 6., 7., oder 8. Jahrhundert, so ist es
+selbstverständlich, daß sie desto weniger Anhalt bieten, je ferner
+diese Schriftsteller ihrer wirklichen oder angeblichen Quelle stehen;
+schon was sie inhaltlich besagen, wird allmählich stets wertloser,
+zudem gestaltet sich aber auch die Form der Überlieferung immer
+fragwürdiger, indem philosophische und mystische Theorien in den
+Vordergrund treten, u. a. besonders die Entgegensetzung von Körper
+(σῶμα, Soma) und Geist (πνεῦμα, Pneuma), von festen somatischen
+Grundlagen und flüchtigen pneumatischen Eigenschaften, usf.
+
+~Demokritos von Abdera~, so erzählt der ~Philosophus Anonymus~, war
+an Kenntnissen allen seinen Vorgängern weit überlegen und ist der
+Verfasser der vier Bücher der Wissenschaft (ἐπιστήμη) vom Silber,
+vom Gold, von den Edelsteinen und vom Purpur, nach einigen auch noch
+eines fünften von den Perlen[428]. Das „große Werk“ beruht nach ihm
+auf Durchdringung und Vereinigung gewisser körperlicher Substanzen und
+geistiger Qualitäten, wobei unter Aufhebung und Zerstörung der alten
+Wesen ein neues erzeugt wird, dessen Beschaffenheit davon abhängt,
+welcher in die Mischung eingehende Bestandteil der stärkere ist, denn
+„die Natur freut sich über die Natur, usw.“. Voraussetzung bei dem
+des Werkes Beflissenen ist daher genaue Kenntnis der körperlichen und
+geistigen Naturen, ihrer Arten und Abarten, Verwandtschaften, Zu-
+und Abneigungen, Sympathien und Antipathien; denn durch Sympathie
+z. B. zieht ὁ μαγνήτης λίθος (der magnesische Stein = Magnet) das
+Eisen an, durch Antipathie verhindert ihn aber hieran die Gegenwart
+von Knoblauch, durch Sympathie mischen sich Wasser und Wein, durch
+Antipathie aber sondern sich Wasser und Öl, u. dgl. mehr[429].
+
+Nach dem Berichte des ~Zosimos~ hat ~Demokritos~ gezeigt, daß das
+„Werk“ vom Blei ausgeht, oder von den οὐσίαι (Usíai), den Substanzen,
+das sind die vier auch „Körper“ (σῶμα, Sóma) genannten, festen,
+feuerbeständigen Glieder der „Tetrasomie“ (Vierkörperschaft),
+nämlich Blei, Kupfer, Eisen und Zinn, denen allen „nach Ansicht der
+Ägypter“ das Blei zugrunde liegt[430]. Das „Blei“ des ~Demokritos~
+kann aber, wie aus ~Olympiodoros~ zu ersehen[431], neben dem
+gewöhnlichen stets auch „unser Blei“ sein, μόλυβδος ἡμέτερος, [d. i.
+metallisches Antimon], denn er schreibt öfter vor[432] „mache Blei aus
+Bleiglätte, aus Schwefelblei, oder aus Stimmi“, von welchem Stimmi
+[Schwefelantimon] er das ägyptische aus Koptos, das kleinasiatische
+aus Chalcedon, und das italische erwähnt[433]; desgleichen spricht
+der ~Philosophus Christianus~ von dieser μελανία στίμμεως, der
+„Schwärze aus Stimmi“[434], [dem durch Reduktion des Spießglases so
+leicht gewinnbaren, dem Schwarzblei äußerst ähnlichen Roh-Antimon].
+Als für das „Werk“ besonders geeignet erweist sich unter den Körpern
+der Tetrasomie das Kupfer, denn es vermählt sich leicht und gern mit
+anderen Stoffen, erfreut sich an ihnen und beherrscht sie[435]; es
+gleicht, wie auch ~Pelagios~ versichert[436], einem Baume, indem es
+sich „bei guter Pflege in feuchter, warmer Luft und bei genügendem
+Begießen mit reichlichen Wässern“ alsbald unter „Gären“ entwickelt,
+d. h. aufschwillt und wächst, Blüten entfaltet und zuletzt Früchte
+trägt. Die Früchte sind, wie ~Zosimos~ noch deutlicher ausspricht[437],
+Silber und Gold; aber auch was unter den Dünsten und Wässern
+[Lösungen oder Schmelzen] zu verstehen sei, geht aus anderen Stellen
+klar hervor. In erster Linie kommt der Schwefel in Betracht, „den
+man gar nicht erst zu rösten braucht, da er in der Hitze schon von
+selbst schmilzt und verdampft und durch seine Einwirkung alles
+färbt“[438]; schon ganz wenig Schwefel „verbrennt“ dabei eine große
+Menge der anderen Stoffe, und zerstört die meisten Mineralien und
+Metalle[439]; besondere συγγένεια (Affinität) soll er aber zu bereits
+schwefelhaltigen, ihm also schon wesensverwandten Substanzen zeigen,
+die er „noch schwefliger“ macht, so daß der ~Philosophus Christianus~
+neben dem ὕδωρ θεῖον, -- dem schwefligen (oder göttlichen) Wasser,
+das Kupfer in Silber und Gold verwandelt[440] --, auch noch ein ὕδωρ
+θειότατον (schwefligstes, göttlichstes) rühmt[441]. Dem +gelben+
+Schwefel analog wirkt der +weiße+, [d. i. die beim Rösten der
+„unreinen“ Arsensulfide entweichende flüchtige Arsenigsäure], sowie der
++schwarze+ (μελάντερον), [d. i. in der Regel das sich als schwarzer
+Anflug absetzende metallische Arsen, zuweilen aber anscheinend auch
+eines der +aus+ dem „Schwarzen“ (nämlich dem Spießglas) entstehenden
+sublimierbaren Antimon-Oxyde oder -Sulfoxyde][442]. Weiterhin ist einer
+der wichtigsten Stoffe das Quecksilber, sowohl das aus „Sand“ [d. i.
+metallisches Arsen], wie das aus Zinnober[443]; aus dem „gelben Sand“
+[Auripigment][444] entsteht es durch Röstung [und Reduktion], aus dem
+Zinnober (Schwefel-Quecksilber)[445] durch Erhitzen mit νιτρέλαιον
+(Nitrélaion), dem „Öl aus Nitron“; es ist dies vermutlich ätzendes
+Natron, erhalten (wie schon dem ~Plinius~ zu entnehmen) aus der mittels
+gebranntem Kalk „verstärkten“, d. h. kaustisch gemachten Lösung des
+Nitrons, der in Ägypten massenhaft vorkommenden natürlichen Rohsoda.
+
+Als wirksame Bestandteile aller dieser Mittel bezeichnete, nach
+~Zosimos~, angeblich schon ~Demokritos~ den durch die Macht des Feuers
+aus ihnen ausgetriebenen Dunst oder Rauch, die αἰθάλη (Aithále), wie
+sie z. B. aus Zinnober oder Schwefelarsen sichtlich entweicht[446].
+Er erklärt sie für wesensgleich, ja für identisch, mit der „inneren
+Natur“, der Psyche oder Seele der ursprünglichen Substanzen, mit deren
+Hauch oder Geist, deren +Pneuma+ (πνεῦμα)[447]; dieses flüchtige
+Prinzip erweist sich aber zugleich als das +färbende+, das πνεῦμα
+βαπτικόν[448], als der immaterielle Träger und Vermittler der
+„färbenden Eigenschaften“; denn allein Qualitäten sind der Übertragung
+und, wenn diese erfolgt ist, neuer Entfaltung ihrer Kräfte fähig:
+„ποιότητες ἐνέργουσιν, die Qualitäten schaffen“[449]. Auch nach
+~Pelagios~ findet beim demokritischen „Mysterium der Goldfärbung“
+(χρυσοβαφή, Chrysobaphé) eine „Schöpfung“, δημουργία (Demurgía) statt;
+sie besteht darin, daß der Einfluß des lösend und vergeistigend
+wirkenden Pneumas auch die erdigen und rohen Eigenschaften des Körpers
+(σῶμα, Sóma) in feinere und edlere verwandelt, wobei, der Um+wandl+ung
+entsprechend, auch Um+färb+ung eintritt[450]; dienen z. B. als
+Streupulver, ξήριον (Xérion), das man auf oder in die zu verwandelnden
+Massen wirft, (projiziert)[451], weißer und gelber Schwefel, so
+ergeben sie vermöge der Natur, die ihnen und ihrem Pneuma innewohnt,
+aus der flüssigen, als „Magnesia“ bezeichneten Legierung (κρᾶσις,
+Krásis) weißes Silber, dagegen aus der festen, als „Zinnober“ bekannten
+Substanz (οὐσία, Usía) gelbes Gold[452]. Wie aber Kupfer oder Eisen,
+wenn man sie schön vergolden will, vorher gebeizt werden müssen, so
+gesellt man auch dem Xerion, also dem göttlichen Wasser, dem Schwefel,
+Arsen, oder „Chrysolith“ [hier = golderzeugender Stein] noch allerlei
+beizende, styptische, und adstringierende Hilfsstoffe zu, die teils
+die „Farben“ in gewünschter Weise abstufen, teils bewirken, daß sie
+genügend „scharf“ werden, um „auch in die Tiefe einzudringen“[453].
+
+Was die Behandlungsart des „Bleies“, des von ~Demokritos~ zuweilen auch
+als Asem[454] bezeichneten Kupfers, sowie der sonstigen Metalle mit
+den verschiedenen Reagenzien betrifft, so werden sie, laut ~Zosimos’~
+Bericht, oft nur in Dünger eingesetzt, namentlich in Pferdekot, dessen
+Wärme sich als trefflich förderndes Mittel (φάρμακον, Phármakon)
+bewährt[455]; nach ~Olympiodoros~ umwickelte ~Demokritos~ sie fest mit
+Leinen, brachte durch „Einsalzen“ (ταριχεία, Taricheía) die Zusätze,
+Beizen, oder schwefelhaltigen Stoffe (z. B. Stimmi) zur Wirkung und
+kochte dann im „Meerwasser“, worunter vermutlich das Wasser des auch
+als πόντος (Póntos, Meer) bezeichneten Wasserbades zu verstehen
+ist[456]; zur Erreichung höherer Wärmegrade dient das Erhitzen ἐν
+ἄγγεσιν διπλοῖς, „in zwiefacher Hülle“[457] d. h. in einem Gefäße,
+das in ein zweites eingesetzt ist, z. B. in ein Sand- oder Aschenbad,
+θερμοσπόδιον (Thermospódion)[458]. Bei allen derlei Operationen
+erleidet man namhafte Verluste, so daß ~Demokritos~, wie ~Zosimos~
+wissen will, nie mehr wie zwei Drittel bis drei Viertel des in Arbeit
+genommenen Materiales in umgewandeltem Zustande erhielt[459]. Wenn
+~Zosimos~ weiter anmerkt, dieses fertig transmutierte Kupfer (τέλειον
+χαλκόν), „das keiner weiteren Färbung mehr bedarf“, finde sich nach
+~Demokritos~ in den „Tempeln“ (ἐν ἱεροῖς)[460], so hat man hierbei
+nicht sowohl an die Kultstätten der ägyptischen Götter zu denken, als
+an die chemischen Apparate, denn diese pflegten die der „großen Kunst“
+Beflissenen nicht selten mit Heiligtümern zu vergleichen und daraufhin
+auch „Tempel“ zu benennen.
+
+ ——————————
+
+Die in +syrischer Sprache+ übermittelten Lehren des ~Demokritos~
+sind hauptsächlich in einigen zu London und Cambridge befindlichen
+Manuskripten erhalten, auf die zuerst 1884 der berühmte Orientalist
+~G. Hoffmann~ in Kiel an mehreren Stellen des von ihm verfaßten
+geschichtlichen Artikels „Chemie“ in ~Ladenburgs~ „Handwörterbuch der
+Chemie“ hinwies[461]; ~Berthelot~, der besagten Artikel kannte[462],
+gedenkt dieser Tatsache nicht, sagt jedoch auch nirgends, auf welche
+Weise er sonst Kenntnis von jenen Manuskripten erhielt. Er ließ
+die beiden ausführlichsten durch ~Duval~ und ~Houdas~ im Original
+herausgeben und ins Französische übersetzen[463], worauf er selbst
+dann die Übersetzung umarbeitete und „sinngemäß“ zu gestalten suchte.
+
+Das Londoner Manuskript A zerfällt nach ~Duval~ in zwei Teile: der
+erste stellt eine vermutlich im 7. bis 9. Jahrhundert verfaßte
+Kompilation dar, denn er schließt sich noch völlig an die Werke
+der griechischen Alchemisten an und enthält auch viele griechische
+Fachausdrücke[464]; der zweite dürfte in seiner gegenwärtigen
+Gestalt erst im 11. Jahrhundert niedergeschrieben sein und soll
+eine der Vorlagen von ~Avicennas~ (~Ibn Sina’s~) Schrift „De anima“
+wiedergeben[465], aber ein in ihn eingefügter arabischer Abschnitt
+rührt wohl aus dem 9. oder 10. Jahrhundert her, da viele Wendungen
+für die arabisch schreibenden Syrer, und gewisse persische Fremdworte
+für die Einflüsse christlich-nestorianischer Autoren der genannten
+Zeit charakteristisch sind[466]. -- Das Cambridger Manuskript B, das
+~Berthelot~ nur zum Teil veröffentlicht hat[467], stammt aus dem 10.
+bis 11. Jahrhundert, ist eine Übersetzung aus dem Griechischen und
+enthält zum Teil sehr Altes und im griechischen Urtext Verlorenes aus
+~Demokritos~ und aus anderen Autoren[468]. -- Sowohl in A wie in B ist
+die Fassung zahlreicher Stellen sichtlich nur durch Überarbeitungen und
+Einschiebungen zu erklären, die in späterer Zeit stattfanden, und zwar
+wiederholt; nicht selten haben sie leider den Sinn des ursprünglichen
+Textes stark verdunkelt, zuweilen aber auch derartig entstellt, „daß es
+unnütz wäre, irgendwelches Verständnis zu erhoffen“[469].
+
+Der Wortlaut des Buches „Vom Gold- und Silber-Machen“ (χρυσοκαὶ
+ἀργυροποιία) stimmt im +Manuskript+ A, abgesehen von einigen
+Auslassungen und Veränderungen, leidlich gut mit jenem der griechischen
+Handschriften überein[470], enthält aber doch viele bemerkenswerte
+Einzelheiten, die in diesen, so wie sie jetzt vorliegen, fehlen.
+
+Zahlreich sind die „Wunder des Quecksilbers“[471], das bald aus
+Zinnober gewonnen wird, bald aus „gelbem Sand“ [d. i. als metallisches
+Arsen aus Auripigment], weshalb es auch „Tier mit zwei Gesichtern“
+heißt[472]. Die Griechen bezeichnen es auch als Schwefel, Arsen,
+Sandarach, Chrysokolla, die Syrier als Zijuka (syr. = Quecksilber),
+ferner führt es noch unzählige andere Namen, z. B. flüssiges Silber,
+Silberwasser, Wolke, Dampf, Flüchtiges[473], Milch, Galle, Honig,
+Harz, Hefe, Schaum des Wassers, Schaum des Taues, Schaum der Pflanzen
+und Tiere, Schaum des wütenden Hundes[474], u. dgl. mehr. Diese Fülle
+von Ausdrücken erklärt sich daraus, daß das Quecksilber eine Substanz
+von ungeheurer Wichtigkeit ist, denn es geht in alle Stoffe ein,
+besonders auch in die Metalle, und bewirkt Gestaltung und Färbung[475],
+daher denn auch der „Philosoph“ ~Pibêchios~ mit Recht lehrte, „alle
+Stoffe sind Quecksilber, alle Stoffe enthalten Quecksilber“[476]. Das
+„Flüchtige“ (d. i. Quecksilber) kann auf verschiedene Weise verfestigt
+(fixiert) und gebunden werden, vor allem durch Schwefel, wobei Zinnober
+entsteht[477]; man verwendet entweder den natürlichen Schwefel, θεῖον
+ἄπυρον[478], oder den aus schwefelhaltigen Stoffen heraussublimierten,
+der auch „Schwefel der Philosophen“ und „Öl (Dotter) der Eier“ genannt
+wird[479], und erhitzt ihn mit dem Quecksilber in einem gläsernen
+Gefäß (βίκος, Bíkos) acht bis neun Stunden lang im Dauerbrandofen
+(πῦρ ἀυτόματον = automatischer Ofen)[480]. Reibt man den Zinnober
+anhaltend mit metallischem Kupfer oder Blei, so geht der Schwefel, der
+große Verwandtschaft zu den Metallen hat, an diese [d. h. es entsteht
+Schwefelkupfer oder Schwefelblei], und das Quecksilber kommt wieder
+zum Vorschein[481]; das nämliche geschieht, wenn man den Zinnober mit
+Nitron schmilzt, wobei sein Schwefel zu etwas anderem „Festen“ [nämlich
+Schwefelnatrium] wird[482]. Weitere „Fixationen des Flüchtigen“
+erfolgen beim Erhitzen von Quecksilber mit Kochsalz, Alaun und Vitriol
+[wobei vielleicht das Sulfat, jedenfalls aber das Chlorid entstand];
+das „durch Sublimation Fixierte“ [d. i. Quecksilberchlorid, Sublimat]
+wird dabei in schönen, festen, weißen Krystallen erhalten[483].
+
+Schwefel gewinnt man auch beim Rösten des „Arsens“, [d. i. des gelben
+und roten Arsensulfids], wobei er als „Seele“ in Gestalt eines
+flüchtigen Sublimates nach oben steigt, während auf dem Boden als
+„Körper“ eine feste Masse zurückbleibt [d. i. Arsenigsäure][484];
+sie löst sich in Wasser, ist bei stärkerem Erhitzen auch selbst
+sublimierbar, zeigt dann schneeweiße, Blumenkelchen gleichende
+Gestalten und heißt deshalb neben „Kalk der Eier“ auch κάλυξ (Kályx =
+Kelch); erhitzt man sie mit „Öl der Eier“ (d. i. Schwefel), so bildet
+sich eine äußerst „scharfe“ Schmelze, „Tochter der Perser“ geheißen
+[wohl ein Arsen-Persulfid][485]. Aus Schwefel bereitet man auch das
+ὕδωρ θεῖον (Hýdor theíon, göttliches Wasser), das die mannigfaltigste
+Anwendung findet und daher geradezu zahllose Namen hat[486]. Viel
+Schwefel enthält noch das Stimmi [Antimonsulfid] und der Pyrit
+[Schwefelkies]. Von ersterem unterscheidet man orientalisches und
+okzidentalisches oder italisches[487], und wenn es „bestens zerrieben
+wurde, wie zu Kohol“ [d. h. zum feinsten, im Orient auch als Schminke
+dienenden Pulver][488], so macht man von ihm so vielerlei Gebrauch, daß
+es als „Stimmi der Philosophen“ bekannt geworden ist[489]. Vom Pyrit
+oder Markasit[490] gibt es sehr verschiedene Arten, z. B. die männliche
+und weibliche[491], sowie die kupferhaltige Chalkitis; wird diese „alt“
+[d. h. verwittert sie], so entsteht u. a. Chalkitarin (χαλκιτάριν,
+syr. Khalkitarin, Colcotar), d. i. ein roher [meist Kupfer und Eisen
+enthaltender] Vitriol[492]; reiner ist der cyprische [Kupfer-] Vitriol,
+der schön und glänzend wie Glas aussieht[493] [vitrum = Glas; den
+Vergleich macht schon ~Plinius~, und das Wort vitriolum, angeblich
+zuerst belegbar aus den etwa im 8. Jahrhundert in Italien verfaßten
+„Compositiones ad tingenda musiva ...“, war jedenfalls schon seit
+langem gebräuchlich].
+
+Blei wird durch vorsichtiges Schmelzen klar, spiegelnd und von schönem
+Anblicke[494] [s. das γένεται ἱλαρός im Leidener Papyrus[495] und unser
+„Silberblick“], bei weiterem Erhitzen geht es aber in „gebranntes Blei“
+[Gemisch von Bleioxyden] über, das man auch „Kalk des Bleies“ oder
+„Kalk der Philosophen“ nennt[496]. Ihm ähnlich ist das Zinn, doch gibt
+dieses beim Biegen einen „Schrei“ von sich, der aber durch Projizieren
+von Quecksilber, Arsen, oder Schwefel sogleich verschwindet[497]. Blei
+und Zinn schmelzen leicht, andere Metalle aber schwer; bei diesen hilft
+man sich durch Aufgießen von „einem Pfund Naphtha“ [Erdöl; pers. Naft,
+ebenso arabisch], von dem aber die weiße Sorte zu nehmen ist, nicht die
+gemeine schwarze[498].
+
+Gelindes Erwärmen der Substanzen bewirkt man, indem man die Gefäße
+in feuchten Dünger einsetzt, oder im Wasserbade[499] und auf dem
+„Dreifuß der Philosophen“[500] durch Verbrennen trockenen Düngers
+erhitzt[501]; höhere Wärmegrade erreicht man im freien Feuer, wobei man
+die Gefäße mit Tonkitt, dem „Kitt der Philosophen“ [lutum sapientiae
+der Späteren] gründlich zu verschließen hat[502], die höchsten aber
+im „Ofen der Glasmacher“[503]. In solchen Öfen brennt man Glas- und
+Tonwaren nach Art der vortrefflichen Amphoren aus Antiochia und der
+Krüge aus Askalon[504], sowie die schönen bunten Tongefäße, die
+zuvor eine „Glasur“ erhalten, nämlich einen Anstrich aus einer Masse
+von farbigem Glaspulver nebst Traganthgummi, und dann sorgfältig
+getrocknet werden[505]; die bunten Gläser, besonders auch schön grünes
+Krystallglas, macht man aus bleihaltigen Schmelzen[506], andere
+schöne Färbungen aber bringt man mit der „Magnesia der Glasmacher“
+(ὑελουργική) hervor, d. i. mit Braunstein [Mangansuperoxyd][507].
+Ähnlich wie die erwähnten Glasuren bereitet man Massen zur Vergoldung
+von Gefäßen und Vasen, von Marmor und Stein, von Metallen und
+anderen Materialien, sowie zur Herstellung vergoldeter Inschriften
+und Goldschriften, indem man Goldstaub mit Leim, Fischleim, oder
+arabischem Gummi anreibt und das dicke Gemisch auf die gewünschten
+Stellen aufträgt; dauerhafter ist aber die [Feuer-] Vergoldung mit
+Goldamalgam[508].
+
+Was das „große Werk“ anbelangt, so wird die zur Bereitung des
+golderzeugenden Projektionspulvers (ξήριον, Xérion, daher arab.
+al-Iksir = Elixir) nötige Frist auf 40 Tage angegeben[509]; die
+Arbeiten sollen nur zu einer ganz bestimmten, für sie günstigen
+Jahreszeit unternommen werden[510].
+
+Im +Manuskript+ B liegt der Text des Buches vom „Gold- und
+Silber-Machen“ in erheblich abgeänderter und interpolierter Gestalt
+vor, doch weist diese ebenfalls vielerlei Beachtenswertes auf.
+
+Grundlage des „großen Werkes“ ist auch hier das Blei, besonders „unser
+Blei“ [Antimon] aus Stimmi[511], sowie das Blei aus der blei-[in
+Wahrheit zink-]haltigen Kadmia Kleinasiens und Thraziens[512]. So
+wie man Wolle in einer Lösung von Alaun und Teig (μάζα, Máza) des
+Fukus-Extraktes zu Purpur, und so wie man Glasflüsse zu Edelsteinen
+und Perlen „färbt“, so hat man auch beim „Blei“ zu verfahren, und das
+Quecksilber mit Schwefel, Arsen, italischem Stimmi, Magnesia u. dgl.
+zu fixieren und zu tingieren[513]. Die richtig bereitete Masse, die
+als Streupulver die Verwandlung der unedlen Metalle in Silber und
+Gold bewirkt, ist ein Stein, aber auch kein Stein, sie hat nur einen
+Namen, aber auch zahllose geheime und offenbare, sie ist überall und
+nirgends, billig und teuer, schwer zu finden und doch so gemein, daß
+man sie auf den Düngerhaufen wirft, usf.[514]; sie ist „das Werk der
+großen Philosophen“, „die Wundertat der Kunst“, und heilt, entsprechend
+angewandt, auch alle Krankheiten[515].
+
+Die Vermehrung der Edelmetalle geschieht durch „Diplosis“, zu der man
+Kupfer, Zinn, Blei, Antimon und cyprisches Quecksilber benützt[516];
+ferner auch Klaudianon und sonstige Legierungen[517], sowie noch
+andere Zusätze, z. B. Kalaïs [hier eine kupferhaltige Substanz?]
+oder das schön weiße Alabastron [vielleicht ein Antimonoxyd?][518].
+Vergoldung nimmt man mittels Goldamalgam vor, denn das Quecksilber löst
+Gold leicht auf und dient daher auch zum Ausziehen der Goldreste aus
+der Asche alter goldgestickter Kleidungsstücke[519]; mittels Galle,
+glänzender Firnisse u. dgl. bewirkt man ebenfalls Vergoldung, und auf
+derlei Weise lassen sich, neben den echten Gold- und Silberschriften,
+auch unechte, weniger dauerhafte, herstellen[520]. -- Will man sich
+einer Geheimschrift bedienen, so schreibt man mit Galläpfelauszug auf
+χάρτη (Karte, Papyrus) und läßt trocknen; erst beim Befeuchten des
+anscheinend leeren Blattes mit einem Auszug aus Misy treten die Züge
+lesbar hervor[521], [indem sich das im Misy vorhandene Eisen mit der
+Gerbsäure der Galläpfel verbindet].
+
+ ——————————
+
+Wie aus dem Angeführten ersichtlich ist, enthalten die vorgeblichen
+Werke des ~Demokritos~, -- denn daß unter seinem Namen auch seine
+Schüler schrieben, wird ausdrücklich zugestanden[522] --, in dieser
+syrischen Einkleidung zahlreiches erst nachträglich seitens der
+Übersetzer und Bearbeiter Eingefügte, und erweisen sich daher als
+Pseudepigraphen zweiten Grades. Sie berufen sich auf Autoren, die wie
+~Zosimos~, ~Pibêchios~ und ~Krates~ einer späteren Zeit angehören[523];
+sie benützen aus Syrien, Persien und Arabien stammende, und oft
+in den Sprachen dieser Länder benannte Präparate, z. B. Wars (ein
+hellgelber Farbstoff)[524], Markasit (= Pyrit)[525], „persisches Arsen“
+und „persische Tochter“[526], Schwefel aus Irak[527], Schakk (arab.
+= Arsen)[528], Kohol (arab. = feines Pulver)[529], „Chelidonium,
+arabisch Kurkuma geheißen“[530]; sie vergleichen die Krystalle des
+Sublimates (Quecksilberchlorides) mit denen des Kandiszuckers[531],
+der vor der arabischen Eroberung Ägyptens unbekannt ist; sie rühmen
+„indische“ Stoffe, wie Tinte (Tusche?) und Stahl[532]; sie gebrauchen
+für das Metall Zinn das erst in jüngerer Zeit (s. unten) aufkommende
+Synonym „Zeus“[533]; sie bringen vielerlei, wenn auch meist wenig
+übersichtliche Gewichtsangaben bei, usf. Endlich treten auch in
+auffälligem Maße theoretische und abergläubische Vorstellungen in den
+Vordergrund; zu den ersteren zählt u. a. die Idee vom Vorhandensein des
+Quecksilbers in allen Stoffen und besonders in den Metallen, zu den
+letzteren die von der Herstellung des goldverwandelnden Wunderpulvers
+und des „Steines“, aus dem er bereitet wird, sowie von dessen
+mysteriösen Eigenschaften. Entstammt nun auch vieles dem Gesichtskreise
+dieser syrischen Übersetzungen Zugehörige und im Zusammenhange erst
+weiter unten zu Erörternde, einer bedeutend jüngeren Epoche als der
+angeblichen des ~Demokritos~, so reichen doch die Wurzeln solcher
+Anschauungsweisen nicht selten bis in beträchtlich frühere Zeiten
+zurück; trotz aller Unsicherheiten im einzelnen schien es daher
+gerechtfertigt, auch die syrischen Überlieferungen an dieser Stelle
+im Anschlusse an die sogenannten „echten“ Lehren des ~Demokritos~
+zu behandeln, und so die Fäden eines wenn auch noch so lockeren
+Zusammenhanges nicht völlig zu zerreißen.
+
+Anhangsweise sei noch einiger Fragmente gedacht, die sich in den
+syrischen Manuskripten, allerdings nur in sehr entstellter, auch
+gewisse gnostische Einflüsse verratender Fassung, erhalten haben[534].
+Nach diesen schrieb ~Demokritos~ sechs Bücher über Blei, Zinn, Eisen,
+Kupfer, Quecksilber und „Silberblei“ (Asem?), über die „Götter der
+Metalle“, über Edelsteine, bunte Glasflüsse und Purpurfärberei[535];
+sodann eine Abhandlung über die Bereitung des wunderbaren „Steines,
+der kein Stein ist“ und der „die Samen“ der beiden Edelmetalle in
+sich führt, weshalb er sie auch wieder hervorzubringen vermag[536];
+ferner ein Buch über die Kunst des Gold- und Silber-Machens[537];
+endlich auch ein Werk, enthaltend die aus dieser „philosophischen“
+Kunst hervorgehende medizinische[538], -- wobei wohl an die Einflüsse
+des Xerions auf Leben und Gesundheit zu denken ist, sowie an die sog.
+„Sphaera des ~Demokritos~“, eine iatro-(medico-)chemische Tafel, die
+u. a. den Verlauf von Krankheiten voraussehen läßt und sich bereits in
+einem dem Leidener Papyrus angehörenden Stücke vorfindet[539].
+
+Alle solchen Lehren sollen strengstens als Geheimnisse gehütet
+und nur den als würdig Befundenen anvertraut werden, unter
+besonderen Cerimonien und magischen, die Geheimhaltung betreffenden
+Beschwörungen[540]. Mit derlei Künsten muß aber der des großen Werkes
+Beflissene auch in anderer Hinsicht Bescheid wissen, denn wenn z. B.
+vorgeschrieben wird, sich mit Harn gewisse Buchstaben und Zeichen auf
+den Arm zu malen und sie durch Aufstreuung von Kohlenpulver sichtbar
+zu machen, so erfahren wir aus dem syrischen Bibelkommentar des hl.
+~Ephraim~ (4. Jahrhundert), daß es solcher, durch die hl. Schrift
+verbotener Zaubereien, als Schutzmaßregeln gegen die mitwirkenden,
+den Erfolg manchmal fördernden, sehr oft aber gefährdenden Geister und
+Dämonen bedurfte[541].
+
+Kulturgeschichtlich interessant ist es, daß die syrischen Schriften als
+Gegensatz des tiefsinnigen, wahrheitsliebenden und klaren ~Demokritos~
+keinen anderen hinstellen als ~Homer~, der ein elender Betrüger war,
+die große und heilige Kunst verdunkelte und fälschte, ihre Lehren weder
+zu verstehen noch darzustellen verstand und daher die Götter sowie den
+~Achilleus~ nur als „falsche Symbole“ hinzustellen wußte[542].
+
+
+
+
+3. Pammenes, Maria, Kleopatra, Komarios.
+
+(angeblich im 1. Jahrhundert n. Chr.)
+
+
+a) Pammenes, Maria.
+
+Als Schüler, die zu Memphis den Unterricht des ~Ostanes~ gleichzeitig
+mit ~Demokritos~ genossen, ja nach manchen Quellen diesen sogar
+ihrerseits schon mit belehren konnten, werden ~Pammenes~ und ~Maria~
+genannt[543].
+
+~Pammenes~, angeblich identisch mit dem ~Phimenes~ aus Saïs, dessen
+Rezept zu „echt ägyptischem Asem“ der Leidener Papyrus erwähnt[544],
+vielleicht aber auch mit dem ~Pammenes~, dessen, als ägyptischen
+Magiers, zu Beginn des 2. Jahrhunderts ~Tacitus~ und ~Aelian~
+gedenken[545], soll sich in seinen Schriften zu deutlich über die ihm
+anvertrauten Geheimnisse ausgedrückt und deshalb den Tadel des Meisters
+erfahren haben[546]; von diesen „deutlichen“ Schriften ist aber leider
+nichts erhalten geblieben.
+
+~Maria~, anfangs einfach ~Maria die Jüdin~ geheißen, später (so
+schon bei ~Zosimos~ im 3. Jahrhundert) identifiziert mit ~Maria~
+oder ~Mirjam~ der Schwester des ~Moses~, und von der Legende mit
+den nämlichen übernatürlichen Kräften ausgestattet wie dieser[547],
+schließlich sogar zur „Prinzessin von Saba“ erhoben[548], wird seitens
+aller jüngeren Autoren als eine der frühesten und bedeutsamsten
+Alchemistinnen gepriesen und als solche auch im arabischen
+Verzeichnisse des „Fihrist“ (vollendet um 987 n. Chr.) aufgeführt[549].
+Daß sie Jüdin war, ist zweifellos, es wird dies auch von ihr selbst
+durch einen gelegentlichen Ausspruch bestätigt, lautend[550]: „Berühre
+den Stein der Philosophen nicht mit Deinen Händen, denn Du gehörst
+nicht zu unserem Volke, Du bist nicht vom Stamme des ~Abraham~.“ In
+den an ~Pammenes~ getadelten Fehler ist ~Maria~ nicht verfallen, sie
+versicherte vielmehr laut Überlieferung des ~Al-Habib~ (s. unten):
+„Kein einziger Philosoph hat die Wahrheit in klarer Form gelehrt“[551],
+und soviel wir sehen können, handelte sie auch diesem Grundsatze gemäß;
+doch ist zu berücksichtigen, daß wir ihre Werke fast nur aus den späten
+und dürftigen Auszügen kennen, die hauptsächlich bei ~Zosimos~ erhalten
+sind, zum kleinen Teile auch bei ~Olympiodoros~ und Anderen.
+
+Das Material, dessen sich der „Philosoph“ bedient, ist „unser Kupfer“
+und „unser Blei“. Unter „unserem Kupfer“ sind die vier Körper Kupfer,
+Eisen, Blei und Zinn zu verstehen[552], unter „unserem Blei“ bald das
+„schwarze Blei, μόλυβδος μέλας“[553], bald μόλυβδος ἡμετέρος [d. i.
+Antimon], dessen Schmelze man auch „schwarze Brühe“, „schwarzen Saft“
+nennt[554]; nur mittels „unseren Bleies“ läßt sich die Mischung
+anfertigen, die entweder Magnesia heißt, oder Molybdóchalkos (wörtlich:
+Bleikupfer), oder auch μᾶζα (Máza = Teig, Brot)[555]; sie enthält die
+vier Metalle der Tetrasomie [also Kupfer, Eisen, Blei, Zinn], ist eine
+„Viereinigkeit“ (τὰ δὲ τέσσαρα ἑν = Viere in Einem) und heißt daher
+auch „Ei der Philosophen“, „philosophisches Ei“[556], [weil auch das Ei
+die Einheit von vier Bestandteilen darstellt: Eischale, Eihaut, Eiweiß,
+Eigelb].
+
+Unter den Stoffen, mit denen unser Blei und Kupfer behandelt und
+„verbrannt“ werden muß, sind die wichtigsten: der Schwefel, der in der
+Hitze von selbst verdampft und dabei alles färbt, welche Eigenschaften,
+nämlich Flüchtigkeit und Färbevermögen, er aber mit „allen Schwefeln“
+teilt[557]; das Quecksilber, sowie die στυπτηρία στρογγύλη = rundlicher
+Alaun, [das sind Bröckchen der aus den Arsensulfiden gewonnenen
+Arsenigsäure][558]; das göttliche Wasser, -- „Wasser“ kann stets Lösung
+oder Schmelze bedeuten --, hergestellt aus der αἰθάλη (Aithále = Ruß,
+Rauch) von schwefel- oder arsenhaltigen Substanzen, auch unter Zusatz
+von Chálkanthos (Vitriol), „Galläpfeln“, oder „Kiki“ [äg. = Ricinus;
+beides offenbar Decknamen], das Silber schwärzend [durch seinen
+Schwefelgehalt], das Kupfer und Blei weißend oder gilbend, je nach
+seiner Bereitung[559]; das schwefelhaltige Stimmi [Antimonsulfid][560];
+Alabastron [vermutlich ein weißes Antimonoxyd][561].
+
+Wie für den Menschen die Nahrung dann passend und förderlich ist, wenn
+sie aus Festem und Flüssigem so gemischt wird, daß er sie gut bei sich
+behalten und verdauen kann, so ist dies auch beim „Kupfer“ der Fall:
+richtig ernährt „gedeiht“ es, und auch seine Wangen „röten“ sich in
+der rechten Weise[562]. Dies vollzieht sich in den vier Phasen der
+Schwärzung, Weißung, Gilbung und Rötung, die anzusehen sind als die
+„ἔργα τοῦ λίθου“, die „Wirksamkeiten des Steines“[563], [d. h. des vom
+Philosophen bereiteten Präparates, dessen Pulver er einstreut, wodurch
+er die Umwandlung bewirkt]. Das Wesen der Letzteren besteht in einer
+Vermählung, in der „Vereinigung des Weiblichen und Männlichen“, -- das
+Wort ἄρῥην oder ἄρσην (Arsen) hat hierbei den Doppelsinn „Männliches“
+und „Arsen“ --, denn „die Natur freut sich an der Natur“ usw.[564];
+nach dem Berichte des schon erwähnten ~Al-Habib~ lehrte ~Maria~,
+daß durch Verbindung des Weiblichen und Männlichen, des dunklen
+Menstrualblutes und des weißen Spermas, ein wahrer Fötus entstehe, der
+neun Monate zu seiner Reifung erfordere und als „Keim, Ei, Menschlein,
+Neugeborenes, usf., zehntausend und mehr Namen trage“[565].
+
+Für das große Werk eignet sich nur eine bestimmte Jahreszeit, der
+Pharmuthi [ägyptischer Monat, etwa März-April], und die Stoffe müssen
+fest in Leinen eingewickelt, dann der ταριχεία (Taricheía, Einsalzung)
+unterworfen und schließlich im „Wasser des Pontos“ gekocht werden[566];
+sie gehen zu einem Viertel oder auch zu einem Drittel im Laufe der
+Umwandlung verloren[567], doch kann man das schließlich Erhaltene durch
+die „Diplosis der ~Maria~“ ergänzen und vermehren[568]. Zu dieser
+eignet sich neben Quecksilber namentlich die „unser Blei“ genannte
+Legierung der vier Metalle[569]; auf deren Bereitung beziehen sich
+wohl die vom ~Philosophus Christianus~[570] u. a. auch der ~Maria~
+zugeschriebenen mystischen Sätze „Zwei sind Eins, Drei und Vier
+sind Eins, Eins wird Zwei, Zwei wird Drei“, die sich in ähnlicher
+Form bis ins späte Mittelalter erhielten, denn noch in der „Turba
+Philosophorum“, einer etwa aus dem 12. Jahrhunderte stammenden Schrift,
+heißt es: „Aus Zwei mache Drei, aus Vier mache Eins, aus Zwei mache
+Eins,“ usf.[571].
+
+Neben den älteren Behandlungsarten, z. B. Einsetzen in Dünger und
+Pferdekot, in das Thermospodion (Aschenbad), usw.[572], benützte
+~Maria~ auch verschiedene neuere, deren Erfindung ihr sogar seitens
+späterer Autoren zugeschrieben wird. Nach ~Zosimos~, der über diesen
+Punkt Ausführlicheres berichtet[573], konstruierte sie zahlreiche Öfen,
+Koch- und namentlich auch Destillier-Apparate aus Metall, Ton und
+Glas, und lehrte sie mittels Fett, Wachs, Kleister, fetter Tonerde und
+dem „Tonerdekitt der Philosophen“ zu dichten und zu verbinden[574].
+Glasgefäße bezeichnete sie als besonders nützlich, weil sie „Sehen ohne
+Berühren“ und gefahrloses Umgehen mit schädlichen Stoffen gestatten,
+z. B. mit Quecksilber, „dem furchtbaren Gift und verderblichsten aller
+Metalle“[575], aber auch mit den „schwefligen“ [oft = arsenikalischen]
+Substanzen, die zur Bereitung des göttlichen Wassers dienen[576].
+
+Als Bestandteile der +Destillierapparate+, deren +älteste+
+Beschreibungen und Abbildungen in den Schriften der ~Maria~ vorliegen,
+werden angegeben: 1. Das +Füllgefäß+, das sehr stark und fest sein
+muß, falls es aus Glas besteht und größeren Inhalt hat[577]; es heißt
+βίκος (Bíkos = Gefäß, Schale, Krug), welcher Name auch βῆκος, βύκος
+und βικίον geschrieben wird und an den ἄμβιξ (Ambix) des ~Dioskurides~
+erinnert, den helmförmigen Aufsatz [ursprünglich wohl nur Deckel],
+an dem sich bei der von diesem Autor beschriebenen Gewinnung des
+Quecksilbers durch eine höchst unvollkommene Destillation (eigentlich
+nur Sublimation) die αἰθάλη (Aithále) ansetzen, und +von+ dem sie nach
+dem Abkühlen abgekratzt werden soll[578]. 2. Das +Abzugsrohr+, σωλήν
+(Solén, Röhre), das aus Ton, Glas oder Kupfer bestehen kann[579]. 3.
+Der +Rezipient+, τὸ ἄγγος (das Gefäß), zuweilen auch φιάλη (Phiále,
+Kopf, Schale), oder ebenfalls nur βίκος genannt, in der Regel eine
+Art Flasche mit verengertem Halse; sie wird im Bedarfsfalle mittels
+eines Schwammes abgekühlt, der in einem größeren Behälter stets frisch
+mit Wasser getränkt werden kann[580]. - Zuweilen bringt man an dem
+Füllgefäße statt +eines+ Abzugsrohres auch deren +zweie+ oder +dreie+
+an, die in ebenso viele Rezipienten münden, und es entsteht so der
+„δίβικος (Dibikos, Zweikörper) und τρίβικος (Tribikos, Dreikörper)
+der ~Maria~“[581]; kommt die „Fixation“ schwierig zu behandelnder
+Stoffe in Frage, z. B. die von Schwefel, Quecksilber und anderen
+„Sublimaten“, so empfiehlt sich auch ein röhrenförmiges Auffanggefäß
+von Schlangengestalt, δρακοντῶδες[582], [+an+ (nicht +in+) dessen
+Windungen die Kondensate sich absetzen]. -- Wie diese Schilderungen
+ersehen lassen, ist der Fortschritt seit der Zeit des ~Dioskurides~
+(der um 75 n. Chr. schrieb) insoferne ein ganz beträchtlicher, als
+an Stelle +eines+ Stückes, bestehend aus dem Füllgefäße und dem fest
+mit ihm verbundenen und verkitteten Aufsatze, ein aus +drei+ Teilen
+(Füllgefäß, Abzugsrohr, Rezipient) zusammengesetzter Apparat getreten
+ist, und das Kondensat nicht mehr an dem aufgestülpten helmartigen
+Deckel (ἄμβιξ, φιάλη, auch κυμβάνη oder βάθος = Höhlung) hängen bleiben
+soll [was stets nur zum kleinen Teile möglich ist], sondern seitlich
+aus ihm abfließen kann[583]. Noch unverändert zeigt sich aber die
+Kühlung; soweit sie nicht schon von selbst in ausreichender Weise
+eintritt, wird ihr noch immer nur mit dem Schwamme nachgeholfen, den
+schon ~Dioskurides~ bei der Darstellung von Ruß aus Harzen oder fetten
+Ölen empfiehlt; infolgedessen ist die Destillation niedrigsiedender
+Substanzen unmöglich, die hochsiedender aber, die leicht erstarren
+und die Rohre verstopfen, erweist sich als schwierig und umständlich,
+sofern sie nicht nach Art einer bloßen +Sublimation+ ausgeführt wird.
+
+Zur Behandlung der Metalle mit Schwefel-, Quecksilber- und
+Arsen-Verbindungen in kleinerem Maßstabe bedient sich ~Maria~
+der κηροτακίς (Kerotakís), welches Wort ursprünglich die Palette
+bezeichnete, auf der z. B. nach dem Berichte des ~Plinius~ [584] die
+alten griechischen Maler ihre vier Grundfarben, weiß, schwarz, gelb,
+und rot, mit Wachs (κηρός, Kerós) mischten und gelinde erwärmten. In
+ganz gleicher Weise wie bei dieser Operation, der ἐγκήρωσις (Enkérosis
+= Wachsbehandlung, ceratio)[585], wurden auf einer +Kerotakis+ der Form
+▭ oder ▻ auch die Metalle mit den entsprechenden Reagenzien (φάρμακα
+= Phármaka, Medizinen) zusammengemengt und angewärmt, digeriert,
+geschmolzen, oder sublimiert[586]. Handelte es sich um flüchtige oder
+giftige Stoffe, so kam statt der flachen Kerotakis ein ἄγγος ὀστράκινον
+zur Anwendung, ein irdenes, oben bald offenes, bald geschlossenes
++Rohr+ von erforderlichen Dimensionen, das man entweder unmittelbar
+durch die Flammen (φῶτα) des Kamines (καμίνιον) erhitzen konnte, oder
+mittelbar im Aschen- und Sandbade. Weil hierbei die in Dampfform
+aufgestiegenen Substanzen alsbald in Gestalt von Flüssigkeiten oder
+Schmelzen wieder herabtropften, ihren Weg also nach rückwärts nahmen,
+nannte man Apparat und Verfahren auch +Krebs+ (καρκίνος, Karkínos);
+länglich-runde Gefäße hießen auch „Eier der Philosophen“[587], und
+derlei Gerätschaften bildeten wichtige Vorstufen der Sublimations-
+und Destillations-Apparate späterer Zeiten, u. a. der sog. Aludeln
+(al-utal, im Arabischen ein röhrenförmiges Gefäß).
+
+Unter den von ~Maria~ erfundenen oder benützten Vorrichtungen führen
+ihre Schriften gerade +eine+ nicht auf, die viele Forscher als ganz
+sicher von ihr herrührend ansahen, weil sie u. a. auch die Bezeichnung
+„Balneum Mariae“ (bain Marie, Marienbad) trägt; hierbei hat jedoch eine
+zwar naheliegende, aber unzutreffende Etymologie irregeleitet, denn
+das Wasserbad war bereits viele Jahrhunderte vor ~Maria~ wohlbekannt
+(so schon ~Hippokrates~ und ~Theophrastos~), und verdankt seinen Namen
+anscheinend der Verkettung einer Reihe ganz fernliegender Umstände,
+die mit der Tätigkeit der Chemikerin ~Maria~ erst nachträglich in
+angeblichen Zusammenhang gebracht wurden[588].
+
+Als eine von ~Maria~ erfundene, oder von ihr dem ~Demokritos~ und
+~Ostanes~ abgelernte Kunst, wird noch die angeführt, Edelsteine im
+Finstern leuchtend zu machen. Nach ~Berthelot~ beruhte sie vermutlich
+auf der Erregung zeitweiliger Phosphorescenz, denn den „Farben und
+Firnissen“ sollen „im richtigen Verhältnisse“ Mischungen gewisser
+organischer Substanzen zugesetzt werden, die, wie Galle von Fischen und
+Schildkröten, Saft von Medusen, Öle von Pflanzen, Harze, usf., sämtlich
+zu den an der Luft leicht oxydierbaren gehören[589]; vielleicht ist
+jedoch nur an das oft sehr intensive Nachleuchten zu denken, das manche
+Edelsteine, aber auch andere Mineralien und Schmelzen, stundenlang
+zeigen, nachdem sie längere Zeit im Sonnenlichte lagen, oder stark
+erwärmt wurden.
+
+
+b) Kleopatra, Komarios.
+
+Während von anderen Berufsgenossinnen der ~Maria~, z. B. der
+~Theosebeia~ und ~Paphnuthia~, kaum mehr als die Namen überliefert
+sind, besitzen wir von ~Kleopatra~ noch Bruchstücke einiger,
+„Χρυσοποιία“ (Goldmacherei), „Heilige und göttliche Kunst der
+Philosophen“, „Über Maße und Gewichte“, betitelter Werke, die ihr
+aber zum Teil allerdings nur zugeschrieben werden, zudem auch in der
+vorliegenden Form, den magischen und den spät-gnostischen Anspielungen
+gemäß, unmöglich schon in jener Zeit abgefaßt sein können, zu der
+~Kleopatra~ gelebt haben soll[590]. Sie wird nämlich als etwa
+gleichaltrig mit ~Maria~ bezeichnet, sehr oft (z. B. auch im arabischen
+Verzeichnis des „Fihrist“, um 987) zusammen mit dieser genannt[591]
+und von ~Stephanos~ (s. unten) noch als Teilnehmerin eines Gespräches
+mit ~Ostanes~ angeführt[592]; ihr Lehrer soll ~Komarios~ gewesen sein.
+~Renan~ vermutet[593], daß sie mit ~Maria Kleophas~ identifiziert
+wurde, die in den gnostischen Evangelien neben der hl. ~Maria~ die
+hervorragendste Rolle spielt und seitens der Valentinianer (einer
+gnostischen Sekte) als „perfekt in der Gnosis“ bezeichnet wird, daher
+auch in der Magie und der dieser zugerechneten Chemie; in noch späterer
+Zeit erst scheint man sie mit einer ptolemäischen Königin ~Kleopatra~
+zusammengeworfen zu haben, u. a. mit der letzten unglücklichen Trägerin
+dieses Namens[594].
+
+Die sog. Abhandlung über „Maße und Gewichte“ besteht nach ~Kopp~[595]
+aus Fragmenten einer Schrift über allerlei kosmetische Mittel und
+enthält auch Angaben über die vorgeschriebenen Maße und Gewichte sowie
+deren Einteilungen und Verschiedenheiten, hingegen nichts eigentlich
+Chemisches.
+
+Den Überresten der anderen Werke ist zu entnehmen, daß die Herstellung
+des golderzeugenden Pulvers große Schwierigkeiten bietet, sowohl
+an und für sich, als auch wegen der Hindernisse, die der „Neid der
+Dämonen“ (δαίμονες) und die Mißgunst der bösen Geister bereitet[596].
+Die Behandlungen im Dünger und Pferdekot (ἐν βολβίτοις), unter
+denen aber oft nur Erhaltung in gleichmäßiger Wärme zu verstehen
+ist, dauern 7, 21, und 40 Tage[597]; das durch Macerieren, Erwärmen,
+Sublimieren usf. zuerst gewonnene Präparat vergleicht ~Kleopatra~
+einem im Grabe liegenden Toten, und befiehlt „Hebe auf den Toten (ἴσχε
+τὸν νεκρόν) aus dem ersten Grabe (πρῶτος τάφος), und begrabe (θάψον)
+ihn nochmals“; nun wird das Macerieren, Erwärmen, Sublimieren usf. in
+gleicher Weise siebenmal wiederholt, bis endlich das wahre Ergebnis
+der „philosophischen Kunst“ fertig aus dem letzten Grabe „gehoben“
+werden kann[598]. Projiziert man es auf 1000 Teile unedlen Metalles,
+ja nach anderen selbst auf eine Million Teile, εἰς χιλίας χιλίαδας, so
+verwandelt es diese in Gold[599].
+
+Die Digestions- und Destillations-Apparate der ~Kleopatra~ gleichen,
+soweit die von ~Zosimos~ erhaltenen Zeichnungen ersehen lassen,
+völlig jenen der ~Maria~; die beigefügten Abbildungen der sich in den
+Schwanz beißenden Zauberschlange ~Urobóros~, die, wie den endlosen
+Kreislauf des Weltganzen, so auch jenen der chemischen Stoffe bei der
+Destillation symbolisieren soll, sowie die mystischen Inschriften „ἕν
+τὸ πᾶν“ (Hen to pan: Eins in Allem; Alles in Einem) u. dgl. gehören
+wohl erst einer erheblich späteren Zeit an[600].
+
+ ——————————
+
+Dem „Philosophen und Oberpriester“ ~Komarios~, dem oben erwähnten
+Lehrer der ~Kleopatra~[601], der sich selbst wieder auf ~Ostanes~ zu
+berufen liebt[602], wird eine an ~Kleopatra~ gerichtete Abhandlung
+„Über die heilige Kunst und den Stein der Philosophen“ zugeschrieben,
+die jedoch nur in später, vielfach veränderter, durch mystische
+und gnostische Interpolationen entstellter, von Anspielungen auf
+Bibelsprüche, Wiederbelebung, Auferstehung, Fegefeuer usf. erfüllter
+Fassung vorliegt[603], auch nach Meinung einiger Autoren nur den
+Bericht eines Dritten über die dem ~Komarios~ und der ~Kleopatra~
+gemeinsamen Lehren wiedergibt[604]; sie soll daher an dieser Stelle, im
+Anschlusse an die Schriften der ~Kleopatra~, besprochen werden.
+
+Das göttliche (θεῖον) Werk[605] besteht in vier Operationen, der
+Schwärzung, Weißung, Gilbung und Rötung, begleitet und unterbrochen von
+zahlreichen Verreibungen, Waschungen, Macerationen und Schmelzungen,
+die man zum Teil in „Krügen aus Askalon“ vornimmt[606]. Eine Hauptrolle
+spielen die +Sublimationen+ und +Destillationen+, bei denen u. a. das
+„Flüchtige (ὁ φεύγων), Giftige, sich auch mit Schwefel Verbindende“,
+[d. i. das +Quecksilber+], sowie das durch Schmelzen und Rösten der
+„weiblichen“ σανδαράχη (Sandaráche) mit ägyptischem Nitron und anderen
+Substanzen entstehende „Männliche“ (ἀρσενικόν, Arsenikón), [d. i.
++Arsen+ oder Arsenigsäure], nach aufwärts schwebt[607]; in diesen
+Stoffen, sowie in den Dämpfen der göttlichen Wässer (θεῖα ὕδατα),
+nehmen die Geister oder Pneumata körperliche Gestalt an[608]; sie
+steigen als θεῖα μυστήρια [schweflige oder göttliche Mysterien], als
+οὐράνια σώματα (himmlische, himmelanstrebende Stoffe) nach oben (ἄνω,
+áno) und fallen von da aus wieder nach unten (κάτω, káto), „in die
+finstere Tiefe der Unterwelt, des Hades“ [d. h. auf den Boden der
+Gefäße][609]. Dort begegnen sie den aus dunklen Rohmetallen bestehenden
+oder entstandenen Massen der „γῇ ἡμῶν τῇ αἰθιοπίδι“, „unserer Erde,
+der äthiopischen“ [d. h. negergleichen, schwarzen][610], „den Toten“
+(νεκροῖς), denen sie das „φάρμακον (Phármakon, Heilmittel) des Lebens“
+zubringen und sie auferwecken[611]: „die Toten werden wiederbelebt“
+(θνητὰ ἐμψυχοῦνται)[612], die Materien, aus denen das Pharmakon
+die „stinkenden und finsteren [d. h. die Färbung hindernden] Teile
+austreibt“[613], gelangen vom Tode zum Leben, von der Krankheit zur
+Gesundheit und ergeben durch ἀλλοίωσις (Alloíosis, Artverwandlung) und
+μεταβολή (Metabolé, Umwandlung) die rechten [d. h. edlen] Metalle[614].
+Dies ist die „Erfüllung des Werkes“, die „Vollendung der Kunst“,
+τῆς τέχνης πλήρωμα (Pléroma): Männliches und Weibliches haben sich
+vereinigt und sind Eins geworden, denn „die Natur freut sich an der
+Natur, usw.“, und es ist ein Embryo entstanden; so wie aber durch die
+körperliche Wärme der Mutter die „Frucht ihres Leibes“ wächst und
+sich entwickelt, nachher zu richtiger Zeit geboren und schließlich
+mit der Milch des Mutterleibes ernährt wird, ganz so bringt auch der
+Philosoph die „Frucht seines Werkes“ durch die Wärme gelinden Feuers
+zur Reife und nährt sie mit den göttlichen Wässern[615], d. h. mit den
+Lösungen oder Schmelzen der Umwandlung bewirkenden Präparate, des
+λίθος τῆς φιλοσοφίας (Steines der Philosophie, der Weisheit), oder
+λίθος τῶν φιλοσόφων (Steines der Philosophen, der Weisen)[616]. Aus den
+befruchtenden Samen (σπέρμα, Sperma) des Männlichen entwickeln sich
+Blüten (ἄνθη), Blumen und Pflanzen, und so wie solche aus ihren Keimen,
+so schießen aus der schwarzen äthiopischen Erde θεῖα σώματα „göttliche
+Substanzen“ empor, „köstliche Gesteine und Pflanzen“, aufsprießend aus
+ihrem „Grabe“ in der Unterwelt[617]; denn die Vollbringung des Werkes
+gleicht durchaus der Entfaltung von Blumen und Pflanzen[618].
+
+Schließlich sei noch angeführt, daß der Namen des ~Komarios~ vielleicht
+erst nachträglich in ganz willkürlicher Weise erfunden, nämlich von
+Komaris (κώμαρις, κώμαρος) abgeleitet wurde, der sehr vieldeutigen
+Bezeichnung eines angeblich besonders wichtigen und wirksamen
+Präparates, unter dem Gips, Marienglas (Selenit), Talk, Arsen, rotes
+Schwefelarsen (Sandarach) und noch zahlreiches andere verstanden werden
+kann, so daß es im gegebenen Falle meist kaum zu erraten ist, welche
+dieser Substanzen eigentlich in Frage kommen soll[619].
+
+
+
+
+4. Pseudepigraphen der ersten Jahrhunderte: Hermes, Agathodaimon, Isis,
+Chimes, Ostanes, Petesis, Jamblichos, Moses, Johannes.
+
+
+Die Schriften der bisher angeführten älteren, nicht genau datierbaren
+Alchemisten konnten den Anspruch erheben, entweder deren wirkliche
+(wenngleich vielfach entstellte und interpolierte) Werke zu +sein+,
+oder doch mindestens in den Hauptpunkten auf diese +zurückzugehen+,
+und so eine, zwar in den Einzelnheiten unzuverlässige und verworrene,
+im ganzen aber immerhin zutreffende und richtige Tradition zu
+wahren. Desgleichen besitzen wir, etwa von 300 n. Chr. an, die
+Abhandlungen einer Reihe von Autoren (mit ~Zosimos~ beginnend),
+über deren wesentliche Echtheit kein Zweifel besteht. Betreff der
+Zwischenzeit dagegen ist uns nur eine Anzahl teils apokrypher,
+teils pseudepigraphischer Schriften erhalten, die sämtlich, gleich
+so vielen anderen, den verschiedensten Wissenszweigen jener Epoche
+zugehörigen, den Charakter des spätorientalischen und spezifisch
+alexandrinischen Synkretismus tragen, d. h. die absonderlichsten
+Vermischungen griechischer, ägyptischer, jüdischer, frühchristlicher,
+orientalischer, gnostischer, christlich-gnostischer und anderer Ideen
+und Anschauungen zeigen. In vielen überwiegen vollständig die magischen
+und abergläubischen Vorstellungen; zudem herrscht das Bestreben vor,
+Entstehung und Herkunft der Alchemie mythisch zu verschleiern und in
+die Tiefe von Zeiten zurückzuverlegen, zu denen noch Götter und Heroen,
+Engel und Dämonen, auf Erden wandelten. Da sie außerdem zum Teil nur in
+vielfach umgearbeiteter und abgeänderter Gestalt, zum Teil sogar nur
+in Form von Auszügen und Zitaten auf die Nachwelt gekommen sind, läßt
+der Inhalt, so Bemerkenswertes er zuweilen auch bieten mag, bestimmte
+Schlüsse, namentlich nach chronologischer Seite, nur ausnahmsweise zu.
+
+
+a) Hermes.
+
+~Hermes~, erst durch eine sehr späte Tradition ganz fälschlich als
+Babylonier angesprochen[620], gilt den hellenistischen Schriftstellern
+fraglos als Ägypter und wird mit mehreren wichtigen altägyptischen
+Göttern identifiziert, u. a. mit ~Ptah~, ~Chnum~ und ~Thot~; die
+einschlägigen Erklärungen mögen, so weit sie zum Verständnisse
+unentbehrlich erscheinen, gleich an dieser Stelle gegeben werden.
+
+Die Bedeutung des ~Ptah~ beruhte im alten ägyptischen Reiche (beginnend
+um 3000 v. Chr.) darauf, daß er der Gott der Reichshauptstadt
+Memphis war und als solcher Besitzer der ihr benachbarten mächtigen
+Steinbrüche, aus denen die Arbeiter seines Tempels unter Anleitung
+der Priester die zur Errichtung der Pyramiden und anderer großer
+Bauwerke bestimmten Steine brechen und zurechthauen; daher ist er „Gott
+der Künstler“, „Bildner und Gestalter“, und der Hohepriester seines
+Tempels führt den Titel „Großer Vorsteher der Steinkünstler“[621].
+Den Theologen gilt er alsbald nicht nur als „Bildner und Gestalter“
+der Werksteine, sondern des ganzen Weltbaues; seine Macht läßt aus
+dem Chaos das Weltenei hervorgehen, mit dessen Bildung die Schöpfung
+beginnt[622], seine Kunst formt die ersten Statuen der Götter und
+versieht sie mit Schmuck aus Blaustein (Lapis lazuli), Grünstein
+(Malachit) und Gold, und er ist der Gießer des goldenen Sonnenkäfers,
+des die Sonne über den Himmel vor sich herwälzenden Skarabäus[623].
+Daraufhin heißt sein Haupttempel in Memphis auch die „Goldschmelze“
+oder „Goldschmiede“, er selbst „Herr der Goldschmelze“, „Herr der
+Künste“, „Herr der Künstler“; diese letzteren aber sind seine Priester,
+von denen Einer auch als „Meister der Kunst“, und der Hohepriester
+als „Oberster der Künstler“ angeführt wird[624]. Als „von Dem, der
+wissend ist um die Geheimnisse der Goldschmiede“ spricht von diesem
+auch noch die hellenistische Zeit[625], die den ~Ptah~ dem ~Hephaistos~
+gleichsetzt, ihn zu einem zaubermächtigen Wundertäter, Magier und Arzt
+macht, und als einen solchen auch den zum „Sohne des ~Ptah~“ erhobenen
+~Imhotep~ ansieht, der in Wahrheit im alten Reiche Oberleiter des
+Pyramidenbaues unter dem Könige ~Zoser~ war[626].
+
+Den widderköpfigen ~Chnum~ von Elephantine, den „Herrn des
+Kataraktenlandes“ und Gott der Zeugung und Fruchtbarkeit, in späterer
+Aussprache ~Chnub~ oder ~Chnubis~, betrachtete man ursprünglich u. a.
+ebenfalls als Schmied, als Erfinder der Töpferscheibe (auf der er
+das Weltenei rund dreht), als Künstler und als Baumeister, später
+aber als Weltenbaumeister, Demiurgen, und Herrn des künstlerischen
+Geistes sowie des Geistes überhaupt, daher auch des Lufthauches und
+Pneumas[627].
+
+~Thot~, der Ibisköpfige, der Gott der Stadt Chnumu, gilt dem alten
+ägyptischen Reiche in seiner Eigenschaft als Mondgott für den Urheber
+von Zeitrechnung, Maß, Ordnung und Recht, für den Erfinder der
+Sprache, des Zeichnens, des Malens und der Schrift, für den Schöpfer
+aller Wissenschaft und Kultur, sowie für den Heilkundigen, der die
+Wunden der Götter durch seinen Speichel zu schließen versteht[628].
+Einer späteren Zeit ist er der „Herr der Sprache und der Schrift,
+der Schreiber und der Tinte“, der Stifter von Ordnung und Recht am
+Himmel und auf Erden, der Erfinder der Amulette und Zaubersprüche, die
+einerseits Heil und Gesundheit bringen, andererseits die Einflüsse der
+bösen Geister abwehren[629]; daher rühmt ein um 1700 v. Chr. verfaßtes
+ägyptisches Märchen dem Helden nach „er kennt die Zahl der Bücherkisten
+der Weisheit und der Zaubersprüche im Heiligtums des ~Thot~, .... der
+steinernen Kisten im Tempel zu Heliopolis“, und ein anderes preist, um
+1350 v. Chr., „das Buch der Zaubersprüche, von ~Thot~, dem Gotte der
+Weisheit, selbst geschrieben“[630]. In noch jüngerer Zeit wird dann
+~Thot~ zum Astronomen, Astrologen, Magier, Bereiter von wunderwirkenden
+Heilmitteln, usf.; seine Lehren stehen anfangs nur auf steinernen
+Tafeln, Säulen und Wänden der Heiligtümer, „an geheimen und verborgenen
+Stellen“, -- so noch zum Teil im spätptolemäischen Tempel zu Edfu, wo
+er auch „Kenner aller Geheimnisse der Tempelküche“ genannt wird, d. h.
+der Rezepte zur Herstellung der Räuchermittel, Heilsalben u. dgl. --,
+weiterhin aber auch auf Leder oder Papyrus, und bilden so die „heiligen
+Bücher“ oder „heiligen Schriften“[631]. Die hellenistische Aera
+identifizierte ~Thot~ völlig mit ~Hermes~, wozu u. a. auch besonders
+beitrug, daß ersterer beim großen Totengericht die Herzen wägt und
+hiernach die Geschicke der Seelen bestimmt, ~Hermes~ aber ebenfalls die
+Seelen zur Unterwelt geleitet, und einen Schlüssel führt[632]; auf ihn
+übertrug sie daher auch die Autorschaft der gesamten priesterlichen,
+dem ~Thot~ zugeschriebenen, nach ägyptischem Herkommen durchaus
+anonymen Literatur, und so ist es zu erklären, daß die Zahl der von
+~Hermes~ verfaßten Werke seitens ~Manethos~ (um 280 v. Chr.) auf
+36525, seitens ~Iamblichos~ (im 3. Jahrhundert n. Chr.) auf 20000
+beziffert wird, und daß ein bloßer Auszug, von dem anscheinend der um
+220 n. Chr. gestorbene ~Clemens Alexandrinus~ berichtet, 42 Bände oder
+Bücher umfaßte[633]. Es steht dahin, ob mit diesen 42 „hermetischen
+Büchern“ jene etwas gemein haben, die als „hermetische Schriften“
+oder „Weisheit des ~Hermes~“ auf uns gekommen sind, sich mit ihrem
++nicht+ alchemistischen, sondern zumeist mystisch-schwärmerischen und
+-religiösen, oder naturwissenschaftlich-abergläubischen Inhalte als
+Offenbarungen des ~Hermes-Thot~ geben und nur mit größter Vorsicht
+zu Rückschlüssen irgendwelcher Art herangezogen werden dürfen[634];
+fast erscheint es unglaublich, daß sie bis tief in das 17. Jahrhundert
+hinein für echt und geradezu uralt-ägyptisch gehalten und erst durch
+den berühmten Streit ~Conrings~ (in Helmstaedt) gegen ~Borrichius~
+(in Kopenhagen), 1648 mit dem Buche über die hermetische Medizin
+einsetzend, als in später Zeit untergeschoben erwiesen wurden[635].
+
+Jedenfalls sieht die hellenistische Zeit schließlich in ~Hermes~
+die Personifikation des Wissens, der Wissenschaft, des in allen
+Künsten, namentlich aber in allen Geheimkünsten, erfahrenen und
+schöpferischen Geistes, den Hüter und Bewahrer aller alten Erbweisheit
+(daher sie ihn auch mit ~Adam~, ~Henoch~, ~Abraham~, ~Moses~, ~Josef~
+usf. gleichsetzt)[636], den Verfasser und Schreiber unübertroffen
+tiefsinniger und an Zahl endloser Werke, den „aller himmlischen Zeichen
+und Einflüsse“ kundigen Astrologen, Arzt, und Magier, sowie den Mann,
+„in dem sich Anfang und Ende der göttlichen Kunst vereint“, den Meister
+„der heiligen und hermetischen Kunst“, den ersten Alchemisten[637].
+
+ ——————————
+
+Nach den, durch die syrischen Manuskripte bewahrten Berichten des
+~Zosimos~ schrieb ~Hermes~ als erster die zum Teil durch Dämonen
+übermittelten Traditionen der Alchemie nieder, und zwar in einem
+umfangreichen Werke, das aber auch viele andere, χειρόκμητα
+(Handfertigkeiten, Handgriffe) genannte „Künste“ behandelte[638]. Es
+zählte 24 Bücher, bezeichnet nach den Buchstaben des griechischen
+Alphabetes und benannt mit besonderen Namen, z. B. Imos, Imuth,
+Gesicht, Schlüssel (κλείς)[639], Siegel (Gesiegeltes), Encheirídion
+(Handbuch), Epoche usf., und in diesen wurden sämtliche „Künste“ durch
+„Tausende von Worten“ genau erklärt, so auch die Umwandlung von
+
+ {Blei {Kupfer
+ {Zinn in {Silber,
+ {Eisen {Gold
+
+aber auch von Blei in Zinn, Kupfer in Eisen, usf., kurz von allem der
+Reihe nach, von oben nach unten und von unten nach oben; erst spätere
+Erklärer, „die ohnehin auch allein die Verwandlung des Silbers in Gold
+erwähnten“, „verdarben und verdunkelten diese Bücher und machten aus
+ihnen Mysterien“. -- ~Hermes~ selbst schrieb sein Werk auf „Tafeln“,
+die aber verloren gingen oder verborgen blieben, so daß erst der
+ägyptische König ~Nechepso~ sie wieder auffand; die Götter, deren
+Beistand er in endlosen Gebeten anrief, begnadeten ihn schließlich mit
+ihrem Verständnisse[640], -- doch ist weder überliefert, wodurch der
+(schon in früher ptolemäischer Zeit mythische) König veranlaßt wurde,
+ein solches überhaupt anzustreben, noch welche Früchte es ihm trug,
+nachdem er es errungen hatte.
+
+Vermutlich auf +diese+ „Tafeln“ hin, deren Andenken lebendig geblieben
+zu sein scheint, hat eine spätere Zeit dem ~Hermes~ auch die Abfassung
+zweier sehr berühmt gewordener +anderer+ zugeschrieben, der „Tafel von
+Memphis“ und der „Tabula smaragdina“. Die „memphitische Tafel“[641]
+soll sich u. a. an einem Felsen bei Memphis vorgefunden und in
+griechischer, sowie nach ~Kirchers~ Bericht von 1636 angeblich auch
+in koptischer Sprache, nachstehende Inschrift getragen haben: „Himmel
+oben, Himmel unten; Sterne oben, Sterne unten; Alles (πᾶν) ist oben,
+Alles ist unten; Nimm es hin, es bringe Dir Glück.“ Weiteres über
+sie ist nicht bekannt geworden, und die Behauptung, der angeführte
+Spruch sei altägyptischen Ursprunges, hat sich nicht bestätigt, was
+auch nach seinem auf Astrologie und Chemie (Sublimation, Destillation)
+anspielenden Inhalte nicht anders zu erwarten war. -- Die, der Sage
+nach durch ~Alexander den Grossen~ im Grabe des ~Hermes~ aufgefundene
+„Tabula smaragdina“[642] war unter diesem Namen, sowie unter dem
+Nebentitel „De operatione solis“ (Vom Machen der Sonne, d. h. des
+Goldes), im Abendlande schon gegen 1200 wohlbekannt und hochgeschätzt;
+der allein und nicht überall ganz gleichlautend übermittelte
++lateinische+ Text[643] lautet in wörtlicher Übersetzung: „Es ist wahr,
+nicht gelogen, sicher und völlig gewiß. Was unten ist, gleicht dem was
+oben ist, und was oben ist, dem was unten ist, zwecks Durchschauung
+der Wunder des einen Dinges. So wie alle Dinge wurden aus Einem, durch
+Nachforschung darüber [oder: durch Einen, seiner Überlegung gemäß],
+so sind auch alle Dinge geboren aus diesem einen Dinge, vermöge der
+Anpassung (adaptatione). Sein Vater ist die Sonne, seine Mutter der
+Mond. Der Wind trug es in seinem Bauche. Seine Nährerin ist die
+Erde. Es ist der Vater aller Vollendung (telesmi) im Weltalle. Seine
+Kraft (virtus) steht auf ihrer Höhe, wenn es zu Erde gewandelt ist.
+Du scheide das Erdige vom Feurigen, die dunstartigen Teile von den
+dichten, gelinde, mit großer Kunst. Es [das Ding] steigt empor von der
+Erde zum Himmel, steigt wieder nieder zur Erde, und nimmt in sich auf
+die Kräfte der Oberen und der Unteren. So gewinnst Du das Rühmlichste
+(gloriam) der ganzen Welt. So wird alles Dunkel von Dir weichen. Dies
+ist die hohe Kraft in äußerster Stärke, da sie alle dunstartigen Teile
+besiegt und alle dichten durchdringt. So wurde die Welt geschaffen. So
+entstehen die wunderbaren Anpassungen (adaptationes), deren Art diese
+ist. Deshalb werde ich ~Hermes Trismegistos~ genannt, weil ich innehabe
+die drei Teile der Philosophie des Weltalles. Vollendet ist, was ich
+verkünde über die Herstellung der Sonne.“
+
+Bei aller Absonderlichkeit enthält dieser Text nichts, was
+unverträglich wäre mit dem Geiste der Systeme einer Zeit, die
+unbedenklich auch die buntesten Elemente zu vereinigen pflegte, --
+und zwar weder was die Form, noch was den Inhalt anbelangt; letzterer
+betrifft sichtlich die Gewinnung des Goldes mittels des „zu Erde
+gewordenen“ großen Wunderdinges, d. i. des Steines der Philosophen, der
+das „Dunkle“ weichen macht (d. h. die richtige Färbung bewirkt), die
+Samen von Silber und Gold (Mond und Sonne, Weiblichem und Männlichem)
+in sich trägt und durch richtige „Anpassung“ die höchste „Vollendung“
+herbeiführt, +selbst+ aber wieder durch allerlei Sublimationen und
+Destillationen (ἄνω καὶ κάτω) und unter Mitwirkung des „Windes“
+(Geistes, Pneumas) „geschaffen wird“ und als Inbegriff aller Elemente
+und Kräfte ein Analogon des Weltalls darstellt, ein ἓν καὶ πᾶν (Hen kai
+pan: Eines in Allem, Alles in Einem). In ganz ähnlichem Sinne, und in
+einem Wortlaute, der jenem der sog. hermetischen Tafeln sehr nahekommt,
+heißt es auch in einem alten bei ~Zosimos~[644] übermittelten Spruche:
+„Nach oben das Himmlische, nach unten das Irdische! Durch das Männliche
+und das Weibliche wird das Werk vollendet!“
+
+Ein griechisches Original der „Tabula smaragdina“ ist nicht bekannt,
+und da die syrischen und arabischen Chemiker ihrer überhaupt keine
+Erwähnung tun[645], so bestehen berechtigte Zweifel an ihrem
+vorgeblichen Alter; +so+ alt wie der gesamte zugehörige Litteraturkreis
+könnte sie aber dem soeben Ausgeführten zufolge immerhin sein, und
+die Anführung des ~Hermes Trismegistos~, sowie die Herübernahme des
+im Lateinischen ganz ungebräuchlichen Wortes telesmus (τελεσμός)
+lassen eine Übersetzung aus dem Griechischen mindestens als möglich
+erscheinen[646]. -- Älteren Forschern hat namentlich die Frage viel
+Kopfzerbrechen bereitet, ob es tatsächlich Smaragde gebe, deren Größe
+die Anfertigung einer Tafel von ausreichenden Abmessungen gestatte;
+indessen erledigt sich diese Schwierigkeit dadurch, daß mit dem
+mehrdeutigen Worte Smaragd keineswegs gerade unser Edelstein Smaragd
+gemeint zu sein braucht, und daß auch z. B. in den ärztlichen Schriften
+des ~Celsus~ (zu Beginn der Kaiserzeit) „emplastrum smaragdinum“ nicht
+etwa ein Pflaster aus Smaragden bedeutet, sondern einfach ein grünes
+Pflaster[647], -- wonach es also freisteht, die Tabula smaragdina als
+Tafel aus grünem Glas, einem beliebigen grünen Gestein, oder einem
+sonstigen grünen Material aufzufassen!
+
+ ——————————
+
+Kaum besser, als über diese mythischen, auf Tafeln eingegrabenen
+Schriften des ~Hermes~, sind wir über die dem Papyrus oder Pergament
+anvertrauten unterrichtet; wir kennen sie nur aus Anführungen und
+Zitaten, die sich u. a. bei ~Zosimos~, ~Synesios~, ~Olympiodoros~ und
+bei den noch späteren ersten syrischen und arabischen Chemikern finden
+(so bei dem schon mehrfach genannten ~Al-Habib~) und allenfalls ersehen
+lassen, welche Lehren man dem Manne zuschreiben zu sollen glaubte, den
+es galt, als Begründer (oder als einen der Begründer) der „hermetischen
+Kunst“ glaubhaft hinzustellen.
+
+Das heilige oder große Werk muß begonnen werden in den ersten zehn
+Tagen des Monates Pharmuthi (März-April; das syrische Manuskript
+sagt im Nisân = April) und dauert sechs Monate[648]; sein Ziel ist,
+„wie schon die Alten angaben“, die Umwandlung des „Kupfers“ in
+ἰόχαλκος (Ióchalkos, rotes Kupfer = Gold)[649]. Die Grundsubstanzen
+(οὐσίαι, Usíai) des Silbers und Goldes sind schon enthalten im „Ei
+der Philosophen“ [der Mischung von Kupfer, Blei, Eisen, Zinn][650],
+in jener „Magnesia“ genannten Legierung[651], auf die sich auch die
+Sprüche „Zwei wird Eins, Drei und Vier wird Eins, usf.“ beziehen[652].
+Die Operationen, die zur Umwandlung dieser Stoffe führen, beginnen mit
+dem Einwickeln und Einbinden in Leinen, der Tarichie (Einsalzung),
+sowie dem Kochen in „Meerwasser“[653]; im weiteren Verlaufe müssen
+die Stoffe, -- und dies ist eine der wichtigsten und daher sehr oft
+zitierten Vorschriften des ~Hermes~ --, ganz und völlig „verbrannt“
+werden, „und wenn sie gänzlich zu Asche geworden sind, so ist dies das
+Anzeichen eines guten Gelingens“, „denn wer den Stoffen nicht ihren
+körperlichen Zustand nimmt und die unkörperlich Gewordenen wieder in
+Körper verwandelt, der kann das Ziel nicht erreichen“[654]. Die völlige
+Austreibung der flüchtigen Bestandteile aus den einen Substanzen und
+ihre Wiedervereinigung mit den anderen, -- denn hierum handelt es
+sich offenbar --, ist indessen nicht so leicht zu bewerkstelligen,
+denn nicht selten erhält man „unverbrennlichen Schwefel“, d. i. nach
+~Hermes~ jene Asche, zu der der Schwefel die Stoffe so verbrannte, daß
+sie noch einen Teil der „Geister“ in sich zurückhielten[655].
+
+Was unter „Schwefel“ verstanden werden soll, erscheint freilich
+keineswegs eindeutig bestimmt, denn ~Al-Habib~ bezeugt z. B.
+ausdrücklich, daß ~Hermes~ mit „Schwefel“ auch das Quecksilber aus
+dem Zinnober bezeichnet habe[656]. ~Hermes~ unterscheidet dieses
+Quecksilber von dem, das „als weiße αἰθάλη (Aithále) der roten Kobathia
+die Magnesia weißt“[657] [d. h. vom Arsen], sagt jedoch, „Quecksilber
+ist zwar zweierlei, aber doch nur Eines“[658]; „es ist Eines, besteht
+jedoch aus zwei Monaden“ heißt es auch vom ὔδωρ ἐν ἀβύσσω, dem
+„Wasser des Abyssos“ (Abgrundes), das aus den untersten Teilen der
+Gefäße geschöpft wurde und sehr wohl neben allerlei abgetropften
+Kondensaten auch das ohnehin oft nur mit dem Namen „Wasser“ bezeichnete
+Quecksilber enthalten haben kann[659]. Nach dem Berichte der syrischen
+Manuskripte[660] lehrte ~Hermes~, Quecksilber sei die Grundsubstanz
+[Materia prima] aller Metalle und verwandle sich unter den passenden
+Umständen nicht schwieriger in eines von diesen, als „Wasser“ zu Ölsaft
+in einem Ölbaum, zu Harzsaft in einer Terebinthe, oder zu Honigsaft in
+einer Dattelpalme[661]. -- Wie weiter oben wiederholt erwähnt wurde,
+sollen die „Ägypter“ für die Ursubstanz der Metalle das Blei gehalten
+haben, vermutlich angesichts seiner großen Schmelzbarkeit und seines
+leichten Überganges in andere (vielfach auch mit den Abkömmlingen
+sonstiger Metalle verwechselte) Stoffe, wie Bleiweiß, Bleiglätte,
+Mennige, Schwefelblei usf.; da nun aber das Quecksilber, wie man nach
+und nach erkannte, überhaupt stets flüssig bleibt und gleichfalls mit
+Leichtigkeit das weiße Sublimat, den bald gelblichen, bald rötlichen,
+bald schwarzen Zinnober ergibt usf., so liegt die Annahme nahe, es
+sei auf solche Analogien hin allmählich dem Blei gleichgesetzt worden
+und habe schließlich an dessen Stelle die Rolle einer Materia prima
+übernommen, -- wofür aber auch noch ganz andere, erst später zu
+erörternde Gründe ausschlaggebend waren.
+
+Mittels Quecksilbers stellte ~Hermes~, nach einem beim ~Philosophus
+Christianus~ erhaltenen Berichte, auch das +Xérion+ (ξήριον) her,
+„das seit Äonen Gesuchte“[662], und verwandelte mit ihm ebensowohl
+die gemeinen Metalle in Gold, „das allein frei von aller Krankheit
+ist“[663], wie die körperlich Siechen in Gesunde[664]: ist doch nach
+ihm der Mensch ein Mikrokosmos, und diese kleine Welt enthält alle
+Elemente (einschließlich der Winde) ebenso in sich, wie die große, und
+unterliegt daher genau den nämlichen Einflüssen wie letztere[665]. --
+Hiernach wird man schwerlich der Behauptung einiger Autoren beistimmen
+können, ~Hermes~ sei ein Feind der von ~Zoroaster~(?) gepriesenen
+magischen Lehren und Vorstellungen gewesen; nach ~Zosimos~ war vielmehr
+der Sachverhalt gerade der umgekehrte[666].
+
+Wie in der „hermetischen Kunst“, so lebt der Name des ~Hermes~ bis auf
+den heutigen Tag auch noch im „hermetischen Verschlusse“ fort. Nach
+~Al-Habib~[667] spricht schon ~Zosimos~ vom „hermetischen Verschlusse
+der Gefäße“ als von etwas Wohlbekanntem und keiner Erklärung
+Bedürftigen, es scheint also fraglos, daß dieser völlig dichte, bei
+Glasgefäßen durch Zuschmelzen bewerkstelligte Verschluß, oder doch
+eine bestimmte Art seiner Herstellung und Verwendung, vorwiegend
+auf ~Hermes~ zurückgeführt und als seine Erfindung angesehen wurde.
+Daß einige seiner Bücher „Siegel“ oder „Gesiegeltes“ überschrieben
+waren[668], kommt jedoch in dieser Hinsicht nicht mit in Frage,
+vielmehr besagt dieser Titel nur soviel wie „Geheimnisse“; beruft sich
+doch ~Zosimos~ u. a. auch auf Vorschriften aus Büchern gleichen Namens,
+die der ägyptische Gott ~Ptah~ selbst verfaßt haben soll[669].
+
+
+b) Agathodaimon.
+
+Von ~Agathodaimon~ (= guter Geist) berichten die späteren Alchemisten,
+z. B. ~Olympiodoros~[670], er sei ein alter ägyptischer Philosoph und
+noch älterer Herrscher und Gott gewesen; als Philosoph wird er oft
+zusammen mit ~Hermes~ genannt oder diesem auch gleichgesetzt, als
+dritter König aus der göttlichen Urdynastie Ägyptens bei ~Manetho~
+aufgeführt[671], als Gott aber mit ~Thot~ oder mit ~Chnum~ (Chnub,
+Chnubis, Chnuphis) identifiziert, mit letzterem namentlich in seiner
+Richtung als ärztlicher Gott: sein Emblem ist die sich häutende, und
+dadurch angeblich die Krankheit abstreifende, neue Gesundheit und neues
+Leben gewinnende Schlange. Die Schlange, die sich selbst in den Schwanz
+beißt oder den eigenen Schwanz verschlingt und in dieser Form das alte
+hieroglyphische Zeichen für „Welt“ darstellt, ist in hellenistischer
+Zeit als οὐροβόρος (Urobóros) oder ὀφιοῦχος (Ophiúchos) auch das
+Wahrzeichen des ~Agathodaimon~, „des guten Dämons von Ägypten“ und
+„Hausschutzgottes“[672]; dies geht offenbar auf die nach ~Rohde~[673]
+echt griechische Anschauung zurück, daß das Haus als seine Hüterin die
+zum „guten Geiste“ gewordene Seele des Hausvaters zu verehren habe,
+die, gleich allen chthonischen Wesen, in Gestalt einer Schlange, der
+auch als Agathodaimon bezeichneten „häuslichen Schlange“, zu erscheinen
+pflegt. Der Schlange dieses Namens brachte man in Alexandria jährlich
+besonders feierliche Opfer dar[674], jedenfalls weil Alexandria in
+~Agathodaimon~ seinen eigentlichen Stadtgott verehrte, -- wie denn
+auch noch im 3. Jahrhundert ein Oberpriester ~Agathodaimon~ daselbst
+nachweisbar ist[675]; der, dem Gotte ~Agathodaimon~ zugeordnete Stern
+ist nach hermetischen Schriften die Sonne[676]. Wenn also, allem diesem
+und dem klaren Wortlaute seines Namens entgegen, ~Agathodaimon~ in ganz
+später Zeit nicht selten für einen neidischen und gefährlichen „Dämon“,
+seine Schlange aber für einen bösen und verderblichen „Drachen“
+angesehen wird, so beruht dies sichtlich auf Mißverständnissen und
+Entstellungen, die zum Teil vermutlich dem Eindringen orientalischer
+Überlieferungen zuzuschreiben sind.
+
+Daß ~Agathodaimon~ ein chemisches Werk (βίβλος χημευτική) verfaßt
+habe, berichtet ~Olympiodoros~[677], und den syrischen Manuskripten
+nach erwähnt es schon ~Zosimos~ als ein an den ~Osiris~ gerichtetes,
+oder ihm gewidmetes Buch[678]. Mit den Worten „~Agathodaimon~ begrüßt
+den ~Osiris~“ beginnt auch die von ~Agathodaimon~ angeblich gemeinsam
+mit ~Hermes~ verfaßte „Erklärung eines Orakels des ~Orpheus~“, zu
+der zu bemerken ist, daß nach hellenistischen, u. a. bei ~Diodor~
+erhaltenen Berichten, die mythischen Dichter ~Orpheus~ und ~Musaios~
+nach Ägypten gekommen seien und dort die uralte Weisheit der Priester
+erlernt, diesen aber auch ihre eigene mitgeteilt haben sollen[679]. Die
+„Erklärung“, die nur in Form einer dunklen, vielfach entstellten, an
+zahlreichen späteren Einschiebseln reichen Kompilation vorliegt[680],
+behauptet auf Grund der „freilich sehr verwirrten und unklaren
+Schriften der Alten“, daß dem ~Orpheus~ göttliche Stimmen durch ein
+Orakel mitteilten, welcher Augenblick der günstigste für das große Werk
+sei, wie man die Projektion auszuführen habe, und wie sich dabei durch
+mystische Gebete und magische Beschwörungen die bösen Geister bannen
+und die ihrem Neide entspringenden Hindernisse überwinden ließen[681];
+daraufhin habe ~Orpheus~ auf Kupfer oder auf die „Knochen des Kupfers“,
+die aus Kupfer, Eisen, Zinn und Blei bestanden und deren unter dem
+Namen „persische Knochen“ auch ~Zosimos~ gedenkt[682], Arsen und Kadmia
+(καθμία, καθμίς) zur Einwirkung gebracht[683], die Bestandteile 41
+Tage lang maceriert, wobei sich ἐξανθήματα (Exantheme, Efflorescenzen)
+bildeten[684], und sie so schließlich geweißt und gegilbt.
+
+Nach ~Agathodaimons~ Lehre hat man die Schlange Urobóros, bei der
+„das Ende der Anfang, und der Anfang das Ende ist“, als Symbol
+des großen Werkes zu betrachten, da bei diesem ebenfalls die
+anfängliche Grundsubstanz oder Materia prima schließlich in die
+einzelnen Metalle übergeht, in diesen vorhanden ist, und auch
+wieder aus ihnen zurückgewonnen werden kann. Wie die Schlange, so
+ist auch das große Werk ein Symbol der Welt; als solches reiht sich
+Beiden das „philosophische Ei“ an[685], das oft als synonym mit
+dem großen Werke gilt, oder als „Stein, der kein Stein ist“ das
+Verwandlungsmittel andeutet, eigentlich aber mit seinen vier „die
+unzähligsten Namen führenden Teilen“ [Schale, Eihaut, Eiweiß, Eigelb]
+das Ausgangsmaterial, die vier Metalle der Tetrasomie, bezeichnet[686].
+Dieses „unser Blei“ (μόλυβδος ἡμέτερος), diese schwarze Brühe oder
+Schmelze (μέλανα ζωμόν), hat man zu benützen[687], zehn Tage im Dünger
+(ἐκ τῆς κόπρου) zu erwärmen und 21 Tage zu beizen[688], sodann mit
+koptischem Stimmi (στίμη κοπτική)[689], mit vom Schwefel befreitem
+Arsen „dieser Seele des Färbenden“[690], und mit anderen Chemikalien
+zu behandeln und so zunächst in „unser Silber“ (ἄργυρον τὸν ἡμῶν)
+überzuführen[691].
+
+Wie als Erklärer des orphischen Orakels, wird ~Agathodaimon~ zusammen
+mit ~Hermes~ auch als Verfasser eines merkwürdigen +Rätsels+
+genannt, das spätere Autoren als „Rätsel vom philosophischen Steine“
+anführen[692] und das in wörtlicher Übersetzung aus dem Griechischen
+wie folgt lautet:
+
+ „Buchstaben zähle ich neun; viersilbig bin ich. Nun rate!
+ Merk’: von den ersten drei Silben hat zwei der Buchstaben jede,
+ Aber die vierte hat drei. Fünf Buchstaben sind Konsonanten.
+ Bilde die Summe der Zahlen: Du findest zweimal Achthundert,
+ Dreimal Dreißig dazu, nebst Sieben. Hast Du mein Wesen
+ Nunmehr erkannt, so hast Du auch teil an göttlicher Weisheit.“
+
+Die älteste bisher bekannte Quelle dieses sog. Rätsels sind die
+„Sibyllinischen Weissagungen“, eine im Tone der Propheten und
+Orakelkünder gehaltene Sammlung sehr verschiedener, von vielerlei
+jüdischen und christlichen Verfassern herrührenden Erzählungen und
+Sentenzen, die wahrscheinlich zwischen 100 vor und 300 nach Chr.
+niedergeschrieben wurde und ihre endgültige Form wohl erst gegen 300
+erhalten hat. Im ersten Buche dieser „Weissagungen“[693], das von einem
+Christen um 200 n. Chr. verfaßt sein dürfte, befiehlt Gott dem ~Noah~,
+den sündigen Völkern noch einmal Buße zu predigen, und offenbart
+sich ihm als Herrscher der Welt, wobei er die oben angeführten Worte
+ausspricht. Daß sie also ursprünglich keinen alchemistischen Sinn haben
+konnten, ergibt sich aus diesem Sachverhalte ohne weiteres; viel eher
+scheinen sie auf einen der Geheimnamen Gottes hinzudeuten[694], deren
+Kenntnis (nach altägyptischer Anschauung) dem Kundigen ungeheure Macht
+verleiht, wie denn z. B. der weise König ~Salomon~ „die neun Buchstaben
+des geheimen Namens des Herrn“ beherrscht und im „Mysterium der neun
+Buchstaben“ den „Schlüssel alles Sichtbaren“ besessen haben soll[695];
+welcher der zahlreichen Namen dieser Art gemeint sein mag, steht
+indessen nicht fest. Zu einem von alchemistischem Tiefsinne erfüllten
+„Rätsel“ machten die aus dem Zusammenhange gerissenen Verse erst
+spätere Schriftsteller, aus denen ~Olympiodoros~ im 5. und ~Stephanos~
+im 7. Jahrhundert schöpften[696]; sie schrieben sie, um ihnen die
+gehörige Autorität zu sichern, einem der hochberühmten „Alten“ zu,
+also dem ~Agathodaimon~, dem ~Hermes~, oder auch beiden zusammen.
+Eine Lösung des Rätsels aus hellenistischem Zeitalter ist nicht
+überliefert; vom 16. Jahrhundert ab gaben verschiedene Gelehrte als
+solche an: Lithargyros, Kinnabari, Kassiteros, Ampelitis, namentlich
+aber Arsenikon[697]. Die Namen der ersteren, ihrer Natur nach sehr
+zweifelhaften Substanzen erfüllen jedoch die im Rätsel gestellten
+Bedingungen nur annähernd, und der sachlich noch ansprechendste,
+Arsenikon, ergibt seinem Zahlenwerte nach nicht die verlangte Summe
+1697; allerdings führen einige Handschriften statt dieser Ziffer auch
+andere, bei einigem guten Willen ziemlich genügende Zahlen an, und
+manche lassen die letzten drei Verse ganz weg und beschränken sich auf
+die ersten, die derlei erschwerende Sonderbestimmungen nicht enthalten.
+
+
+c) Isis.
+
+Unter dem Namen eines „Schreibens der ~Isis~ an ~Horos~ über die
+heilige Kunst“ (περὶ ἱερᾶς τέχνης) geben die alchemistischen Sammlungen
+in ziemlich abweichenden Fassungen den Text eines Briefes wieder, den
+~Isis~, die sie als Göttin, Königin von Ägypten, oder Prophetin (=
+Priesterin) bezeichnen, an ihren Sohn ~Horos~ gerichtet habe[698];
+selbst der gutgläubige ~Borrichius~ (um 1650) wagte, seine Echtheit
+zu bezweifeln, ~Chevreul~ (1845) erklärte ihn sogar für eine bloße
+Satire[699], in Wirklichkeit reiht er sich aber den sonstigen
+Apokryphen und Pseudepigraphen des Zeitalters als völlig gleichartig
+an und läßt nichts von jenem besonderen „alchemistischen Geheimsinne“
+merken, dessen noch ~Berthelot~ Erwähnung tut[700]. Die Art der
+Einkleidung ist mit unleugbarem Geschicke gewählt und durchgeführt,
+denn die Mitteilung der Lehren und Geheimnisse von Mund zu Mund, durch
+den Gott an den Priester, den Vater an den Sohn, usf., entspricht einer
+altägyptischen Tradition; auch derartige Gespräche gerade zwischen
+~Isis~ und ~Horos~ waren schon in sehr entlegener Zeit bekannt, z. B.
+eines, in dem die Göttin meldet, „daß es ihr erlaubt sei, dem eigenen
+Kinde mitzuteilen den Namen des Gottes ~Rê~“, nämlich jenen „geheimen
+und wahren Namen“, dessen Kenntnis furchtbare Macht verleiht (den man
+aber natürlich schließlich doch nicht erfährt!)[701].
+
+Was den Inhalt des „Schreibens“ betrifft, so erzählt ~Isis~ dem
+~Horos~, der sich auf die Suche des ~Seth~ (Typhon), des Mörders seines
+Vaters ~Osiris~, begeben hatte, sie sei inzwischen nach Ormanuthi
+gegangen, -- d. h., wie ~Hoffmann~ angibt, nach ihrem berühmten
+Tempel zu Eumenuthi bei Kanopos[702] --, „woselbst die heilige Kunst
+Ägyptens, ἡ ἱερὰ τέχνη τῆς Αιγύπτου, betrieben wird“[703]; dort
+näherte sich ihr ein „Prophet“ (προφήτης = Priester) und „Engel des
+unteren Firmamentes“[704] und suchte ihre höchste Gunst, als deren
+Preis sie Mitteilung des Transmutations-Geheimnisses verlangte; der
+Prophet erklärte, er selbst sei nicht berechtigt, dieses zu verraten,
+sandte ihr aber den „Obersten der Propheten“ (ἀρχιερεύς, Archiereús =
+Oberpriester) und „Engel des höchsten Firmamentes“ ~Amnael~, mit dem
+sie des Handels einig wurde: als Lohn für ihre Hingebung lehrte er sie
+die Herstellung des Goldes und Silbers, nachdem er ihr vorher den Eid
+abgenommen hatte „daß sie darüber niemandem Mitteilung machen werde,
+als allein ihrem leiblichen Sohne“. Der in religionsgeschichtlicher
+Hinsicht nach Form und Inhalt bemerkenswerte Eid[705], dessen
+Verwandtschaft mit anderen, bei ~Stephanos~ (als „Eid des ~Pappos~“)
+und beim ~Philosophus Christianus~ überlieferten Schwüren[706],
+unverkennbar ist, lautet: „Ich lasse Dich schwören bei Himmel und
+Erde, bei Licht und Dunkel; bei Feuer, Wasser, Luft und Erde; bei der
+Höhe des Himmels, der Tiefe der Erde und dem Abgrunde der Unterwelt;
+bei ~Thot~ und ~Anubis~; beim Gebell des dreiköpfigen ~Kerberos~, des
+Hüters der Unterwelt; bei der Fähre des ~Charon~ und bei ~Charon~ dem
+Fährmann; bei den drei Göttinnen der Notwendigkeit, den Geißeln und dem
+Schwert: daß ich Niemandem das Geheimnis mitteilen werde als allein
+meinem Kinde und teuren Sohne, damit er Du sei, und Du er“ [d. h. damit
+er zum Gott werde durch Empfang Deines göttlichen Wissens].
+
+Was daraufhin ~Amnael~ der ~Isis~ eröffnet oder vielmehr nur
+andeutet[707], bewegt sich wesentlich im Geleise der demokritischen
+Lehren vom Fixieren des Quecksilbers durch Magnesia, Pyrit, Arsen, die
+Dämpfe der Kobathia, Schwefel u. dgl., vom Weißen und Gilben durch
+Erteilen der richtigen Färbung mittels des Verwandlungs-Präparates
+oder „Pharmakons“, von der Diplosis usf.; nachdrücklich findet sich
+betont, daß jedes Ding von seinesgleichen erzeugt wird, der Mensch vom
+Menschen, der Löwe vom Löwen, das Getreide vom Samen des Getreides, und
+so auch das Gold vom Samen des Goldes: „die Natur freut sich über die
+Natur, usw.“
+
+Mehrfach wird in dieser Abhandlung ~Isis~, die den Hellenisten
+für identisch mit ~Selene~ gilt, auch mit dem Symbol des Mondes ☾
+bezeichnet, das ihren Namen selbst geradezu vertritt[708]: „~Horos~,
+Sohn der ☾“, „Vereinigung mit ☾“, „Schreiben der ☾“; diese von
+~Berthelot~ besonders hervorgehobene Tatsache geht indessen bereits aus
+einer Anführung ~Kopps~ hervor[709].
+
+
+d) Chimes.
+
+Daß ~Chimes~ oder ~Chemes~ der erste Chemiker gewesen sei, und die
+Chemie von oder nach ihm ihren Namen erhalten habe, ist die Behauptung
+einer erst sehr späten Zeit, die einen „Heros Eponymos“ (Namengeber)
+für die chemische Wissenschaft suchte und ausdachte; sachlich steht sie
+etwa auf gleicher Höhe wie die Angaben, die Hellenen hießen so nach
+~Hellen~, „dem ersten Griechen“, den Mörissee (äg. mer uer = großer
+See)[710] habe ein „König ~Möris~“ graben lassen, und der Magnet sei
+nach dem Hirten ~Magnes~ benannt, der dieses Gestein entdeckte, als
+er beim Weiden der Schafe mit seinen eisenbeschlagenen Schuhen an ihm
+hängen blieb[711].
+
+Erwähnt wird ~Chimes~, ~Chymes~ oder ~Chemes~ (später auch ~Chem~,
+~Khem~, ~Cham~, ~Kimas~)[712] zuerst bei Zosimos im 3., bei
+~Olympiodoros~ im 5., und bei ~Stephanos~ im 7. Jahrhundert, und zwar
+behaupten ~Zosimos~ und übereinstimmend mit ihm die übrigen Autoren,
+daß er als Urheber des Satzes „ἕν τὸ πᾶν“ (Hen to pan = Eines ist
+Alles, Alles ist Eines) anzusehen sei, den er durch die sich in den
+Schwanz beißende Schlange symbolisch darstellte[713]. ~Stephanos~
+berichtet hierüber, wo er die Umwandlung der unedlen Metalle durch
+Schwärzung, Weißung, Gilbung und Rötung erörtert, mit den Worten[714]:
+„Eine ist diese Schlange, tragend die beiden Zeichen und führend das
+Gift, denn Eines ist das All, durch das das All ist, und enthielte
+das All nicht das All, so wäre das All nichts [so wäre das All nicht
+entstanden; also mußt Du dieses All hineinwerfen, damit Du das All
+gemacht habest]. Dies spricht der allherrschende ~Chimes~; und es
+spricht die priesterliche Stimme: Gefunden ist der ~Pan~, der seit
+Gründung Ägyptens gesucht wird.“ -- Nach ~Hoffmann~ spielen die beiden
+„Zeichen“, die die Schlange trägt, auf die weiße und rote Königskrone
+an, die uralten, in den Landesfarben prangenden Symbole der Herrschaft
+in Ober- und Unter-Ägypten, die aber hier zugleich weißes Silber und
+rotes Gold bedeuten sollen; das „Gift“ der Schlange aber geht auf die
+zur Metall-Verwandlung dienenden Arsen- und Quecksilber-Präparate[715];
+der „~Pan~“, der seit Ägyptens Urzeit gesucht wird, ist das Xerion (das
+„hineingeworfen“, projiziert werden muß), der philosophische Stein,
+die Panacee zur Heilung der Krankheiten von Metallen und Menschen,
+und erinnert durch seinen Anklang gleichzeitig an den Namen des
+griechischen Gottes ~Pan~ und an das Wort pan (πᾶν) des „ἕν καὶ πᾶν“.
+
+Was die auch als giftiger und feuerspeiender Dämon angeführte Schlange
+des ~Chimes~ anbelangt, so ist zu bemerken, daß ~Chimes~ auch mit
+dem Gotte ~Ammon-Rê~ identifiziert wurde[716], und daß schon im
+alten Ägypten die Statuen und Abbildungen des Gottes ~Rê~, der die
+Sonne bedeutet und sich zeitweise fast monotheistischer Verehrung
+erfreute, eine flammenhauchende und so die Feinde vernichtende
+Schlange namens Apóphis zeigen, gewickelt um die sein Haupt zierende
+Sonnenscheibe[717]; dieselbe Schlange, „Auge der Sonne“ oder
+„Herrscherin des Alls“ genannt, führte aber auch der Gott ~Seth~,
+und da dieser in späterer Zeit zu einem bösen und tückischen Dämon
+wurde[718], ist es leicht erklärlich, daß auch der Charakter seiner
+Schlange in entsprechenden Verruf kam.
+
+Von den angeblichen Schriften des „großen“, „hochberühmten“,
+„tausendfach gefeierten“ ~Chimes~ hat sich nichts erhalten, und außer
+dem oben Angeführten ist über ihren Inhalt nichts Weiteres bekannt.
+
+
+e) Ostanes.
+
+~Ostanes~, den ~Herodot~ als Schwager des ~Xerxes~ und als dessen
+Begleiter auf dem griechischen Feldzuge nennt[719], kam während
+der Folgezeit aus unbekannten Gründen schon früh in den Ruf eines
+hervorragenden persischen Magiers[720], gilt zur Zeit der letzten
+Ptolemäer als identisch mit ~Hermes-Thot~ [721] und wird bereits
+von ~Plinius~ als großer Zauberer, als erster Verfasser magischer
+Abhandlungen und als Lehrer des ~Demokritos~ angeführt[722]; in
+gleichem Sinne findet er sich auch bei den hellenistischen Alchemisten
+erwähnt, ferner bei den Kirchenschriftstellern von ~Origenes~ bis auf
+~Augustinus~, in vielen Papyrus-Urkunden und im „Fihrist“[723].
+
+Nach ~Synesios~ (um 400) schrieb ~Ostanes~ ein chemisches Werk in
+vier Büchern, das aber nicht „die Methoden Ägyptens“ darlegte,
+sondern die Persiens, deren sich nach ~Zosimos~ auch ~Zoroaster~ und
+~Sophar~ bedienten, welcher letztere aber bei verschiedenen Autoren
+bald einfach „~Sophar~ der Perser“ heißt, bald „~Sophar~, König von
+Persien“, bald wieder „~Sophar~, König von Ägypten“[724]. ~Pibêchios~,
+der im 4. Jahrhundert lebte, meldet, daß jenes Werk den Titel „Krone“
+geführt habe, und ~Synesios~ versichert, daß in ihm zuerst ~Ostanes~
+die berühmte Lehre ausgesprochen habe „Die Natur freut sich über die
+Natur, die Natur siegt über die Natur, die Natur herrscht über die
+Natur“[725]. Wie indessen aus den um 350 n. Chr. verfaßten „Büchern
+der Astronomie“ (richtiger Astrologie) des ~Julius Firmicus Maternus~
+hervorgeht[726], ist das Prinzip „una natura ab alia vincitur“
+(eine Natur wird von der anderen besiegt) bereits in den (aus dem
+2. vorchristlichen Jahrhundert herrührenden) sog. „Astrologúmena“
+(= Sternverkündigungen) zu finden, als deren Verfasser schon zur
+Kaiserzeit (bei ~Plinius, Juvenal~ und vielen anderen) zwei völlig
+mythische Gestalten ausgegeben werden, ein ägyptischer König ~Nechepso~
+und ein ägyptischer Astronom und Priester ~Petosiris~ (äg. = „Geschenk
+des Osiris“, Osiridor); der Satz lautet daselbst[727] „una natura ab
+altera vincitur, unusque deus ab altero“ (eine Natur wird von der
+anderen besiegt, ein Gott vom anderen), steht in rein astrologischem,
+die Sternbilder, ihre Natur, ihre Einflüsse und ihre sog. Dekane
+betreffenden Zusammenhange, und trägt also ursprünglich keinerlei
+alchemistischen Charakter.
+
+Über des ~Ostanes~ „Gespräche mit ~Kleopatra~“ ist nichts, über einen
+„Adler“ betitelten Traktat nur soviel bekannt, daß er das große Werk
+beschrieb und dessen Dauer auf ein Jahr angab[728]. Dem nur in sehr
+entstellter und dunkler Form überlieferten „Schreiben des ~Ostanes~ an
+~Petesis~“ (äg. = „Geschenk der Isis“, Isidor), ist zu entnehmen, daß
+~Ostanes~ das „göttliche Wasser“ durch siebenmalige Destillation in
+einem gläsernen Ambix darstellte[729]; erst steigt es nach oben (ἄνω,
+áno) auf, dann aber sinkt es nach unten (κάτω, káto) in die finsteren
+Tiefen des Hades, wo es, als „Pharmakon des Lebens“, die Toten (τὰ
+νεκρά) erweckt und auferstehen macht[730]; mit göttlicher Hilfe und
+entgegen dem Neide der Dämonen, die man durch magische Beschwörungen
+(δαιμονοκλησίαι) austreibt[731], färben einige Tropfen dieses
+göttlichen Wassers Kupfer zu Gold, sie heilen alle Krankheiten, auch
+„die große Krankheit der Armut“, und erwecken selbst die Toten[732].
+
+Wie die syrischen Manuskripte berichten, ordnete ~Ostanes~, als er
+sein Ende herannahen fühlte, alle seine Schriften auf das Genaueste
+und verbot, irgendetwas an ihnen zu ändern, sie anderen als Reinen und
+Würdigen mitzuteilen, oder ihre Geheimnisse deutlicher zu enthüllen;
+diese hatte er so sorgfältig verborgen „wie die Pupille seines Auges“,
+er empfahl daher auch seinen Schülern, die Götter vor Beginn des großen
+Werkes um ein reines Herz und um „Einsicht in die Pupille der Augen“
+anzuflehen[733]. -- Auf die Bedeutung dieses Ausdruckes, den noch
+die späteren Araber als „Geheimnamen der Alten für das Verfahren der
+Transmutation“ kannten[734], wird weiter unten zurückzukommen sein.
+
+Das sog. „Buch des ~Ostanes~“, das u. a. im arabischen Manuskripte Nr.
+972 der Pariser Bibliothek vorliegt, erweist sich als Unterschiebung
+aus jüngerer arabischer Zeit, da es neben mystischen Deklamationen und
+Visionen auch Auszüge enthält, die dem als „Continens“ bekannten Werke
+des Arztes ~Al-Razi~ (10. Jahrhundert) entnommen sein sollen[735].
+
+
+f) Petesis.
+
+~Petesis~ (äg. = Geschenk der Isis, Isidor) oder ~Petasios~, der von
+den einen als Mitschüler, von den anderen als Schüler des ~Ostanes~
+ausgegeben, in einer dem Leidener Papyrus zugehörigen Schrift als
+Priester und Magier angeführt, und bei ~Olympiodoros~ „König von
+Armenien“ betitelt wird[736], war nach Angabe des ~Philosophus
+Christianus~ der erste, der mit Offenheit, wenn auch nicht mit
+völliger, gewisse Geheimnisse des großen Werkes besprach: u. a.
+den Doppelsinn des Wortes [ἀρσενικόν] (Männliches und Arsen),
+sowie einige Gewichtsverhältnisse und Darstellungsweisen[737],
+z. B. die des göttlichen Wassers, das er „Galle der Schlange“
+genannt haben soll[738]. Den syrischen Manuskripten zufolge war
+einer seiner wichtigsten Aussprüche: „Durch Nachdenken wird das
+Werk vollendet“[739]. Neben der rechten Einsicht bezeichnete er
+als unumgängliche Bedingungen guten Gelingens: Reinheit, Tugend,
+Frömmigkeit, Freiheit von Neid und Habsucht, sowie Anstreben des
+Erfolges aus bloßer Liebe zur Sache; wo diese Voraussetzungen
+erfüllt sind, ist das große Werk nur „die Arbeit eines Kindes“, ein
+Kinderspiel[740].
+
+
+g) Iamblichos.
+
+Die größtenteils sehr unklare, vielfach interpolierte, durch ihre
+zahlreichen Angaben über Gewichtsverhältnisse bemerkenswerte Abhandlung
+des (im übrigen vollständig unbekannten) ~Iamblichos~ bespricht
+zunächst die ποίησις χρυσοῦ (Bereitung des Goldes) durch eine
+verwickelte Diplosis, deren Anfangsstadium, als das des χρυσὸς μέλας
+(des schwarzen Goldes), offenbar der „Schwärzung“ entspricht[741];
+weiterhin soll die „Magnesia“ genannte Metall-Legierung (σῶμα
+μαγνησίας) in Pferdemist erwärmt, mit verschiedenen Chemikalien
+behandelt und schließlich durch das Xerion (ξήριον) in Gold verwandelt
+werden. Zur Darstellung des Xerions selbst sind eine große Menge der
+mannigfaltigsten Materialien notwendig, u. a. die νεφέλη ἰταλικὴ πρὸ
+ὀφθαλμῶν, „die italische Wolke für das Auge“[742], d. i. ein durch
+Sublimation bereitetes Antimonpräparat aus italischem „Stimmi“, dem
+seit jeher als vortreffliches Augen-Heilmittel und -Schminkmittel
+gebrauchten Schwefelantimon oder Grauspießglanz.
+
+Gold wird außerdem noch mittels der Galle des Huhnes, Fuchses,
+Kamels und Ichneumons dargestellt, -- offenbar in Gestalt der gelben
+glänzenden Gallen-Firnisse[743].
+
+
+h) Moses (Pseudo-Moses).
+
+Die Abhandlung des ~Moses~, die durchwegs starke Spuren jüdischer
+Einflüsse und jüdisch-monotheistischer Anschauungen verrät[744], wird
+einem in vielen Quellen, u. a. auch im „Fihrist“[745], sehr gepriesenen
+Alchemisten ~Moses~ zugeschrieben, anscheinend dem nämlichen, den als
+großen Zauberer und (gemeinsam mit den sonst nicht weiter bekannten
+~Jamnes~ und ~Lotapes~) als Schöpfer einer „neuen Sekte der Magie“
+bereits ~Plinius~ anführt[746]; da man, wie u. a. auch die „Apologie“
+des ~Apuleius~ (um 180 n. Chr.) und viele Zauberpapyri bezeugen[747],
+dem Gesetzgeber ~Moses~ nicht nur im allgemeinen übernatürliche
+Fähigkeiten aller Art nachrühmte, sondern im Hinblick auf die
+Verbrennung und angebliche Auflösung des goldenen Kalbes auch speziell
+alchemistische[748], so führte man auf ihn auch die Schrift seines
+Namensbruders zurück und sicherte ihr dadurch ein höheres Ansehen.
+
+Als Ausgangsmaterial benützt auch ~Pseudo-Moses~ cyprisches
+Kupfer[749], sowie „Maza“, d. i. das „schwarze Blei“ oder die
+„Magnesia“ der ~Maria~; infolge einer Verwechslung der „weiblichen
+Magnesia“ mit dem „männlichen Magnes“ [hier = Braunstein, Pyrolusit]
+behauptet er, die „göttliche“ Maza trage den Charakter eines ὄξος (Oxos
+= Essig, Schärfe), indem sie alles reinige und erweiche, selbst das
+Glas, dem sie eine glänzend weiße Farbe verleihe[750]. Die „Färbung“
+des Kupfers erfolgt durch Zinn, weiße Magnesia (eine Legierung)[751],
+weiße dalmatische Kadmia (καθμία λευκή), italisches Stimmi, Quecksilber
+und Quecksilber aus Sandarach oder „Bleiweiß“ [d. i. Arsen aus rotem
+Schwefelarsen oder weißer Arsenigsäure], die das Kupfer umwandeln
+und umfärben, indem sie die gewünschte „Natur“ oder Qualität, die
+im Inneren schon vorhanden ist, an die Oberfläche heraustreiben
+(φέρει ἔξω τὴν φύσιν)[752]. Zur Darstellung des wirkenden Mittels,
+des +Xerions+, dessen Projektion auf Zinn z. B. Silber ergibt, das
+sich als probehaltig (δόκιμος, dókimos) erweist[753], verwendet man
+u. a. den goldfarbigen Pyrit (χρυσίζων, sog. Goldkies) aus Ägypten
+oder Libyen[754], Sandyx [hier = Zinnober], ὑδράργυρον παγέντα, d. i.
+fixiertes Quecksilber, ὑδράργυρον ἀνελθόντα, d. i. sublimiertes
+[+nicht+ destilliertes!] Quecksilber, und ὑδράργυρον ἀποθανόντα,
+d. i. „abgestorbenes“ Quecksilber, entweder an einen anderen Stoff
+gebundenes, oder „in die Tiefen der Unterwelt“, d. h. auf den Boden der
+Gefäße abgetropftes[755].
+
+Ein als „Diplosis des ~Moses~“ berühmtes Verfahren bestand in der
+Behandlung des χαλκοῦ καλαινοῦ, des kalaïnischen Kupfers [aus Kalaïs am
+Sinai oder in Persien?], sowie einer Legierung von Blei und Kupfer, mit
+Schwefel, Arsen, Rettigöl (ῥαφανίνω ἐλαίῳ; Deckname!) und etwas Gold;
+das Ergebnis soll ebensogut gewesen sein wie das bei der Diplosis des
+(im übrigen unbekannten) ~Eugenios~, der das Kupfer durch Zusatz von
+allerlei Substanzen und von ein wenig [als „Samen“ wirkenden] Silber
+oder Gold in das schönste Silber und Gold zu verwandeln wußte[756].
+
+„Rettigöl“ und „Ricinusöl“ schreibt ~Moses~ auch zum Behandeln des
+„Eiweißes“ und „Eigelbes“ vor[757], wobei es sich offenbar nur um
+Decknamen handelt; an die Verbrennung wirklichen Ricinusöles und
+wohl auch Leinöles (λινέλαιον, Linélaion) ist dagegen zu denken, wo
+er die Darstellung des „schwarzen, gebrannten Schwefels“ beschreibt,
+vermutlich ausgeschmolzenen Schwefels, der wegen seines Gehaltes an
+Kohle und seiner dunklen Färbung auch als μέλαν (Mélan, Schwärze, Ruß)
+bezeichnet wird[758].
+
+Die Präparate, zu deren Bereitung sich oft süßes Wasser, im Gegensatz
+zu Meerwasser, vorgeschrieben findet[759], werden längere Zeit in Mist
+eingesetzt, oder durch das Feuer getrockneten Kuh- und Pferdemistes
+erwärmt[760]; fraglich bleibt, ob σαπώνιον (Sapónion) wirklich auf
+Benützung der (damals schon wohlbekannten) Seife hinweist[761], und
+was unter dem bei der Herstellung des Xerions benützten Bock- und
+Schweineblute (αἶμα τράγου ἢ χοίρου) zu verstehen ist[762].
+
+Bemerkt sei noch, daß ~Moses~ den Ausdruck μᾶζα (Maza) an einer
+Stelle seiner Schrift[763] im Sinne von Chemie, oder eines die Chemie
+betreffenden Buches, eines chemischen Lehrbuches, gebraucht; da
+indessen seine ganze Abhandlung in der uns vorliegenden Gestalt die
+Spuren später (oft um Jahrhunderte späterer) Um- und Überarbeitung
+trägt[764], lassen sich hieraus bestimmte Folgerungen, etwa in
+zeitlicher Hinsicht, nicht ziehen.
+
+
+i) Johannes.
+
+Als Verfasser einer nur in stark entstellter Form überlieferten
+Schrift „Von der heiligen (göttlichen) Kunst“ (θεία τέχνη), die sich
+im wesentlichen auf ~Demokritos~, ~Hermes~, ~Agathodaimon~, ~Ostanes~
+und andere „Perser“ beruft, wird ~Johannes~, Ober- oder Erzpriester von
+Ebeigia (Evagia, Ebagia, Euagia), genannt[765].
+
+Der Verlauf des großen Werkes, wie ihn ~Demokritos~ auf die Säulen der
+Tempel niederschreiben ließ[766], ist nach ~Johannes~ abhängig von
+der Gunst der Jahreszeit, von Wind und Wetter und von den Gestirnen;
+da er nämlich durchaus dem einer Schwangerschaft gleicht, -- nur daß
+die Dauer statt neun Monate bloß neun Stunden beträgt --, so können
+die Wirkungen und Effluvien der Planeten, z. B. die des Mondes,
+die σεληνιακὴ ῥεῦσις[767], auch hier vorzeitige Entbindungen und
+Fehlgeburten bewirken, die den Embryo vernichten[768]. Der Kundige
+wird also das große Werk nur unternehmen, wenn die Umstände Erfolg
+versprechen; dann aber wird auch er das Nämliche vollbringen, was die
+Goldarbeiter (χρυσοχόοι, Goldgießer) vermögen, die „das Metall seiner
+ganzen Tiefe nach zu Gold färben“, und zwar mittels Oker, Salz, Natron,
+Thenakar [offenbar Tinkal, arabisch Tinkâr, d. i. Alkali, später auch
+Borax] und χαλκάνθη [Chalkánthe = unreiner Vitriol oder Alaun], die
+durch ihre Natur die Beimengungen des Goldes so an sich ziehen, wie der
+Magnet das Eisen, oder die Magnesia der Glasmacher [d. i. Braunstein]
+die Unreinigkeiten des Glases; er wird es aber vollbringen, indem
+er +seine+ Mittel benützt, den „hieratischen (heiligen) schwarzen
+Stein“, ἱερατικὸν λίθον μέλανα[769]. Sobald er diesen auf die Masse
+projiziert, beginnt das ihm innewohnende Pneuma zu wirken: die im
+Inneren der Rohmetalle verborgene Natur wird nach außen gekehrt, und
+es entsteht die rechte Färbung, sowie das reine, gelbe, dem Feuer
+widerstehende Gold, χρυσάνθιμον geheißen [Chrysánthimon = Blüte des
+Goldes; auch Namen des goldfarbigen Pyrits, des Goldkieses][770].
+Man versteht aber den heiligen Stein zu bereiten: in den Gauen der
+Thebais, in Herakleopolis, Lykopolis, Apollinopolis, in Aphrodite und
+Elephantine[771]. -- Diese Aufzählung des ~Johannes~ folgt entschieden
+einer echten Tradition, denn sämtliche, wenn auch in griechischer
+Umschreibung genannte Orte, sind ausschließlich ägyptische; daß
+sie jedoch, wie ~Berthelot~ mutmaßt, ursprünglich die Stellen der
+Goldbergwerke bezeichnet hätten, von denen ~Agatharchides~ und ihm
+folgend ~Diodor~ und andere antike Autoren berichten, ist weder nach
++ihrer+ geographischen Lage möglich, noch nach der für jene +Bergwerke+
+angegebenen; sie alle sind vielmehr Orte von Tempel- und Kult-Stätten,
+namentlich von ursprünglich Gold-Verarbeitenden[772].
+
+Den „stärksten weißen Essig“, τὸ λευκὸν ὄξος δριμύτατον, dessen
+~Johannes~ als eines durch seine Schärfe die Metalle auflösenden
+Mittels gedenkt, soll man nach ~Berthelot~ vielleicht für eine
+unreine mineralische Säure ansprechen, die etwa durch Erhitzen des
+Eisen- und Kupfer-Vitriols, sei es für sich, sei es zusammen mit
+Kochsalz, erhalten worden wäre[773]; da aber derlei Ausdrucksweisen
+keineswegs wörtlich zu nehmen sind, -- schreibt doch ~Pseudo-Moses~ der
+Metall-Legierung „Magnesia“ die Natur eines ὄξος (Essigs) zu --, und
+keine beglaubigte Tatsache eine so frühe Kenntnis der Mineralsäuren
+bezeugt, so ist ~Berthelots~ Annahme ganz unwahrscheinlich.
+
+Der ~Philosophus Anonymus~ bezeichnet ~Johannes~ als einen Schüler des
+~Hermes~ und als ἀρχιερεύς (Archiereús), d. i. Erz- oder Oberpriester
+der Tempel ἐν Εὐαγίᾳ τυθίας[774]; ~Berthelot~ übersetzt dies „zu
+Euagia in Tuthia“ und läßt es dahingestellt, ob hier an die mystische
+Andeutung eines Namens zu denken sei, eines Ortes, oder etwa der nach
+diesem Orte benannten „Tutia“ der späteren Alchemisten[775] [d. i.
+des zur Messing-Darstellung dienenden, mehr oder weniger reinen
+Zinkoxydes]. Ein ägyptischer Eigenname ~Thutia~ kommt zwar vor, --
+u. a. trägt ihn, nach ~A. Wiedemann~, ein Feldherr, der um 1500
+v. Chr. die Stadt Joppe oder Jaffa eroberte[776] --, doch kann dieser
+hier ebensowenig in Frage stehen wie die Bezeichnung „Tutia“ für
+Zinkoxyd, die erst zu arabischer Zeit auftritt und deren Quelle das
+persische Wort Dûd = Rauch ist, (gemäß der ältesten Gewinnungsweise
+dieses Präparates). Aber auch um einen (sonst unbekannten) Ort Thutia
+handelt es sich wohl schwerlich, da andere Handschriften, statt der von
+~Berthelot~ bevorzugten Lesart ἐν Εὐαγίᾳ τυθίας, die Worte ἐν Εὐαγίᾳ
+τῇ θείᾳ bieten, d. h. im heiligen Euagia, im Tempel zu Euagia (Evagia,
+Ebagia), der offenbar als Sitz des Oberpriesters ~Johannes~ bezeichnet
+werden soll[777]. Seitens späterer Autoren wurde, wie auch aus einer
+bei ~Pseudo-Avicenna~ (um 1200?) erhaltenen Tradition zu ersehen ist,
+dieser ~Johannes von Evagia~ mit ~Johannes Evangelista~ identifiziert,
+und letzterer als „Oberpriester von Alexandria“ angesehen[778];
+hieraus wieder erklärt es sich, daß der Apostel ~Johannes~ auch im
+Okzident schon sehr frühzeitig in den Ruf eines Magiers und Alchemisten
+kam, -- an dessen Berechtigung selbst der treffliche ~J. J. Becher~
+in seiner „Physica subterranea“ von 1669 noch nicht den geringsten
+Zweifel hegte[779]! Bereits der 1177 verstorbene Augustinermönch ~Adam
+de St.-Victor~ (d. i. aus der Abtei St.-Victoris bei Paris), nach
+~Harnack~[780] der bedeutendste Kirchenlehrer und größte Dogmatiker des
+Abendlandes in der Zeit zwischen dem hl. ~Augustinus~ und ~Thomas von
+Aquino~, rühmt in seiner „Hymne auf den hl. ~Johannes~“ den Apostel
+als Herrn über die Kräfte der Gifte und Krankheiten, als Gebieter über
+Leben und Tod, sowie als Meister der Dämonen, und fügt dann hinzu:
+
+ „Cum gemmarum partes fractas
+ Solidasset, has distractas
+ Tribuit pauperibus;
+ Inexhaustum fert thesaurum,
+ Qui ex virgis fecit aurum,
+ Gemmas ex lapidibus“,
+
+welche Verse in sinngetreuer Übersetzung lauten:
+
+ „Splitter wußt’ er neu zu einen
+ Zu den schönsten Edelsteinen,
+ Die er Armen überließ;
+ Endlos reich wird +Der+ sich zeigen,
+ Der sich Gold schuf aus Gezweigen,
+ Edelsteine aus dem Kies.“
+
+Anscheinend zweifelte ~Kopp~ die Echtheit dieser Verse an, jedoch mit
+Unrecht, denn die „Poetischen Werke des ~Adam de St.-Victor~“, die er
+im Original einzusehen keine Gelegenheit hatte, enthalten tatsächlich
+die angeführte Strophe[781]; auch gebraucht dieser Dichter an mehreren
+Stellen Gleichnisse, die auf einige technologische Kenntnisse schließen
+lassen[782], z. B. eines vom Töpferofen, eines von der „colla
+pigmentaria“ (der Vorratskammer für Farben, Gewürze, u. dgl.) und eines
+von der Herstellung der Grundmauern:
+
+ „Ätzkalk binden und Zemente
+ Dieses Tempels Fundamente,
+ Halten fest die Steine.“
+
+Die Tradition von den Wunderkünsten des ~Johannes~ ist übrigens eine
+sehr alte, denn schon die um 150-180 n. Chr. verfaßten apokryphen
+„Johannes-Akten“ melden, daß ~Johannes~ zwei große Edelsteine aus
+kleinen Stückchen zusammensetzte, um den Erlös den Armen zu spenden,
+und daß er für zwei Ephesier, die es reute, ihren gesamten Reichtum an
+Bedürftige verteilt zu haben, aus Rutenbündeln Gold und aus Kieseln
+vom Meeresstrande Edelsteine herstellte[783]; ebenso erzählt die von
+~Jacobus a Voragine~, Bischof von Genua (1230-1292), herrührende
+„Goldene Legende“, daß ~Johannes~ „virgas et lapides“ (Ruten und
+Kiesel), vom Seeufer geholt, in „aurum et gemmas“ verwandelte, und daß
+die Goldschmiede (aurifices) und Juweliere (gemmarii) versicherten,
+reineres Gold und wertvollere Steine niemals gesehen zu haben[784];
+endlich verstand ~Johannes~ es auch, zerbrochene Glasgefäße aus ihren
+Scherben neu erstehen zu lassen, und die fromme Litteratur berichtet
+dann Züge dieser Art auch von verschiedenen anderen Heiligen[785].
+Im Orient blieb das Andenken an verwandte Überlieferungen ebenfalls
+lebendig, denn noch der große persische Dichter ~Saʿdi~ (1184-1286)
+sagt im „Fruchtgarten“[786]:
+
+ „Vor alters, wie es heißt im Land,
+ Geschah’s, daß Stein in frommer Hand
+ Zu Silber sich verkehrte.“
+
+
+
+
+5. Papyrus Kenyon, Afrikanos, Zosimos.
+
+(3. Jahrhundert.)
+
+
+a) Papyrus Kenyon.
+
+In dem 1893 zu London veröffentlichten „~Papyrus Kenyon~“[787], der
+laut Urteil der Sachkenner im 3. Jahrhundert n. Chr. niedergeschrieben
+ist, finden sich eine Anzahl Rezepte magischen und mystischen Inhaltes
+vor[788], die beredtes Zeugnis für die weite Verbreitung ablegen, deren
+sich Ideen dieser Art zur erwähnten Zeit erfreuten. -- Bei magischen
+Handlungen z. B. sind Tafeln und Blättchen dienlich, bestehend aus
+den sechs Metallen[789], -- für die nach ~Berthelot~[790] auch den
+„Königen“ des ~Zosimos~ (s. unten) verwandte Abbildungen vorkommen
+sollen (?) --, und erinnernd an die λεπίς ἡλιακή (die sonnigen =
+goldigen Flitter) der 1893 von ~Wessely~ bekanntgemachten, ungefähr
+dem nämlichen Zeitalter entstammenden Zauberpapyri[791]; als siebentes
+Metall wird Quecksilber nicht direkt genannt, doch verbirgt es sich
+wohl unter dem Decknamen „Lorbeerblätter“, den auch das sog. „Orakel
+des Apollon“[792] als Bezeichnung für Zinnober oder dessen „Dunst“
+anzuführen scheint, während in den eben genannten Zauberpapyri der
+Zinnober ἀιθάλη δάφνης, Dunst des Lorbeers, heißt[793]. Von Mennige
+ist die Rede als vom „Blut der Tauben und Krähen“[794]; erwähnt wird
+ferner Stimmi [Schwefelantimon] aus Koptos, Schwefelarsen, ammonisches
+Steinsalz, „Smaragd“ und „Kallais“ [beide als grüne, zur Herstellung
+von Vasen dienende Gesteine, hier vermutlich Malachit und ein anderes,
+möglicherweise ebenfalls kupferhaltiges Mineral][795] und vielleicht
+auch Alaun[796], da das Zeichen eines achteckigen Sternes ❋ bei
+~Kleopatra~ diesen (στυπτηρία) bedeutet[797].
+
+Unter den mystischen Autoren führt der Papyrus Kenyon auch ~Homer~
+an[798], und zwar neben ~Orpheus~, ~Pythagoras~, ~Moses~ und
+~Demokritos~; dem letzteren wird ein bewährtes Rezept zum Fälschen von
+Münzmetall beigelegt[799].
+
+Schon weiter oben wurde darauf hingewiesen, daß auch einzelne nicht zum
+Hauptstücke X gehörige Bestandteile des „~Leidener Papyrus~“ verwandte
+Angaben enthalten: sie sprechen von einem magischen Ringe mit der
+sich in den Schweif beißenden Schlange und dem Zauberwort ~Abraxas~
+(dessen griechische Buchstaben, ihrem Zahlenwerte nach, die Summe 365
+ergeben), von den mystischen Zahlen 10, 4 und 7[800], von der Rolle
+des siebenmaligen Lachens[801], von der „Sphäre des ~Demokritos~“
+[einer iatrochemischen Tabelle zur Voraussagung des Verlaufes von
+Krankheiten][802], aber auch vom Reinigen des Goldes durch eine Art
+Zementation[803], von einer Tinte aus Eisensalzen und Galläpfeln[804],
+von ammonischem Salz, Aphroselinon, Magnesia und Magnetstein[805],
+von ποίησις (Poíesis) und μᾶζα (Máza)[806], von allerlei Decknamen
+mineralischer und pflanzlicher Stoffe[807], usf.
+
+
+b) Afrikanos.
+
+~Afrikanos~, der sich als den hochberühmten „alten“ Meistern zugehörig,
+an verschiedenen Stellen der einschlägigen Verzeichnisse aufgeführt
+findet[808], ist aller Wahrscheinlichkeit nach identisch mit ~Sextus
+Julius Africanus~, der bald nach Beginn des 3. Jahrhunderts Bischof
+von Emmaus war[809], von dort aus wiederholte Missionsreisen u. a.
+nach Edessa, Alexandria und Rom unternahm[810] und 232 als Bischof
+von Nikopolis starb; außer einer mit dem Jahre 220/221 abschließenden
+„Chronographie“[811] verfaßte er hauptsächlich noch ein dem Kaiser
+~Severus Alexander~ (222-234) gewidmetes, gelehrtes und weitläufiges
+Sammelwerk „Kestoi“, dessen Titel auf den bei ~Homer~ erwähnten
+reizverleihenden Gürtel der ~Aphrodite~ anspielt. Wir kennen dieses
+Buch nur in völlig entstellter Form, durchsetzt von zahlreichen, zum
+Teil um mehr als ein halbes Jahrtausend jüngeren Einschiebseln, zu
+denen u. a. auch einige Angaben gehören dürften, gewisse schwefel-,
+erdöl-, und ätzkalkhaltige Zündsätze betreffend, die sich in Berührung
+mit Wasser von selbst entflammen, durch Essig aber gelöscht werden
+können[812]; seinem alten Bestande nach enthält das Werk, wie ~Kopp~
+versichert, nichts von alchemistischem, ja kaum irgendetwas von
+chemischem Interesse[813]. ~Afrikanos~ schrieb aber, neben zahlreichen
+sonstigen Abhandlungen, deren Gegenstände u. a. Medizin, Physik
+und Ackerbau waren, auch eine, die von späteren Autoren unter dem
+Titel δυνάμεις χυμευτικῶν, „Kräfte chemischer Präparate“, angeführt
+wird[814], und auf diese, deren Text verloren gegangen ist, beziehen
+sich offenbar die Zitate einiger Schriftsteller[815]; sie betreffen das
+Färben der Metalle durch allerlei βοτάναι [Botánai = pflanzliche und
+mineralische Zusätze][816], das Weißen des Kupfers mittels Auripigment
+und kappadozischem Salz[817], sowie die Sublimation der Arsenigsäure in
+einem geschlossenen Glasgefäße eigener Konstruktion[818] und sind also,
+ebenso wie die wenigen flüchtigen Angaben im „Stockholmer Papyrus“,
+viel zu spärlich, um ein Urteil über den angeblich so hohen Ruf des
+Autors zu ermöglichen.
+
+Daß dieser durchaus vom abergläubischen Geiste seiner Zeit erfüllt
+war, beweisen einige Zitate in den als „Geopónika“ bekannten,
+spätgriechischen landwirtschaftlichen Schriften, deren uns vorliegende
+Redaktion etwa aus dem 9. Jahrhundert herrührt[819]; so z. B. bewahrt
+man Wein vor dem Umschlagen, indem man auf die Fässer den 9. Vers des
+34. Psalms schreibt: „Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr
+ist“[820].
+
+Einer alten Überlieferung gemäß soll ~Afrikanos~ das „heilige Buch des
+~Cheops~“ besessen und diesem seine Weisheit entlehnt haben[821].
+
+
+c) Zosimos.
+
+~Zosimos~[822], der als Kind der oberägyptischen Stadt Panopolis in
+der Thebais, sowie als Christ, nach ~Hoffmann~[823] als gnostischer
+Christ, bezeichnet wird, soll sich seit früher Jugend zu Alexandria
+aufgehalten und dort gelehrt und geschrieben haben; seine Lebenszeit
+kann nicht, wie man ehemals annahm, in das 5. Jahrhundert fallen, da er
+von den Tempeln zu Memphis und Alexandria, u. a. von dem 390 zerstörten
+Serapeion, als von noch bestehenden spricht, sie ist vielmehr, allen
+Anzeichen nach, um 300 anzusetzen, also in das 3. und vielleicht in
+einen Teil des 4. Jahrhunderts[824]. Über seine Lebensumstände ist
+Näheres nicht bekannt, ebensowenig über seine von einigen angezweifelte
+christliche Herkunft; ~Harnack~ nennt zwar Panopolis nicht unter den
+ägyptischen Städten, die gegen 300 bereits christliche Gemeinden
+besaßen, erwähnt jedoch, daß auch in Oberägypten das Christentum um 300
+schon „mächtig“ war[825]. Nach ~Suidas~ (um 1000) verfaßte ~Zosimos~
+ein der Chemikerin ~Theosebeia~ (seiner „mystischen“ Schwester)
+gewidmetes Werk „Cheirókmeta“, das in mindestens 28 Büchern eine
+enzyklopädische Darstellung der gesamten Chemie gab, unter Benützung
+seiner eigenen Erfahrungen, sowie der Arbeiten seiner sämtlichen
+Vorgänger[826]; die Schriften, die wir noch unter dem Namen des
+~Zosimos~ besitzen[827], sind vermutlich bloße Bruchstücke dieses
+Hauptwerkes, und ebensolche waren auch wohl die von einigen Autoren
+erwähnten Abhandlungen „Buch des ~Imuth~“ (äg. = Helfer, Heilbringer;
+u. a. Beinamen des ~Imhotep-Asklepios~)[828], „Buch der Tetraden“
+[829] usf. Ihre jetzige Gestalt empfingen die „Schriften“ sichtlich
+erst auf Grund mehrfacher, zum Teil sogar erst nach Jahrhunderten
+erfolgter Umarbeitungen durch Schüler und Erklärer; sie enthalten
+daher, neben dem Hauptgrundstock echter Überlieferungen, zahlreiche
+Einschiebsel und vielerlei Zusätze, -- auch abgesehen von jenen
+Interpolationen, die schon ~Salmasius~ (1629) und ~Reinesius~ (1640)
+sofort als solche einer ganz späten Zeit erkannten, da sie in ihnen
+u. a. arabischen Namen und Ausdrücken begegneten, wie Tutia, Elilag,
+Nateph u. dgl.[830]. Das Werk des ~Zosimos~ stand wegen seines Umfanges
+und seiner Reichhaltigkeit, nicht weniger aber wegen seiner mystischen
+Anspielungen und ekstatischen Visionen, fortdauernd in größtem Ansehen
+und verschaffte seinem Verfasser die Beinamen ὁ ἀρχαῖος, παλαιός (=
+der Alte), θεῖος, ἔνθεος (= der Göttliche), στέφανος τῶν φιλοσόφων (=
+Krone der Philosophen), u. dgl. mehr[831]; doch darf man aus diesen
+keine zu bestimmten Folgerungen ziehen, namentlich nicht in zeitlicher
+Hinsicht, denn, wie ~Bouché-Leclerq~ hervorhebt, heißt z. B. im 2.
+nachchristlichen Jahrhundert der große Astronom ~Ptolemaios~ schon
+bei seinen unmittelbaren Nachfolgern und Kommentatoren ὁ παλαιός (der
+Alte)[832], und als von den „Alten“ spricht auch wieder ~Zosimos~
+selbst von seinen nächsten Vorgängern[833].
+
+ ——————————
+
+Das heilige Werk, so berichtet ~Zosimos~, ist eine Errungenschaft
+Ägyptens, woselbst man seit den ältesten Zeiten wie in allen Künsten
+so auch in der Behandlung, Schmelzung und Färbung der Metalle große
+Kenntnisse besaß; die über diese handelnden „wahren Lehren“ standen
+in der symbolischen (= hieroglyphischen) Schrift der Priester auf den
+Säulen der Tempel und wurden unter Androhung furchtbarer Strafen auf
+das Strengste geheimgehalten, so daß erst ~Demokritos~ einiges über sie
+andeutete, und auch das nur in Rätseln[834]; da die Priester betreff
+des Erwerbes und der Darbringung von Opfergaben auf ihre „magische
+Wirksamkeit“ angewiesen sind, erregt bei ihnen jeder große Eifersucht
+und erbitterte Gegnerschaft, der in ihre Geheimnisse einzudringen
+versucht[835]. Zu diesen gehören u. a.: „die Kenntnis des Abwägens
+der Stoffe“ [d. h. der Gewichtsmengen][836]; „die Kenntnis der
+Verbindungen der Stoffe nach gewissen Verhältnissen“, und zwar (gemäß
+der orphischen Lehre) entweder nach den nämlichen, die man an der Lyra
+des ~Hermes~ betreff der Harmonien [Saitenlängen und Töne] ermittelt
+hat, oder doch nach analogen[837]; vor allem aber die „Kenntnis der
+Verwandlung oder Alloíosis“[838]. Da diese Kunst allein den ägyptischen
+Priestern vorbehalten ist, heißt sie auch τέχνη θεία, τέχνη δογματική
+(göttliche, dogmatische Kunst)[839]; weitere Namen sind ἱερὰ τέχνη
+(heilige Kunst) und μέγα ἔργον (großes Werk), ferner „unsere Kunst“,
+„großes Mysterium“, oder „Mysterium des ~Mithras~“[840], d. i. der
+Sonne, des Goldes. Vollbracht wird das θεῖον ἔργον, das göttliche
+Werk, durch die Künste der ποιηταί (der Macher) mittels des λίθος
+μεταλλικός (des metallerzeugenden Steines) in Ägypten, in Cypern und in
+Thrazien, hauptsächlich aber zu Alexandria und Memphis, woselbst man
+in den Tempeln des ~Hephaistos-Ptah~ durch Weißen mit Kadmia Silber
+und durch Gilben mit Zinnober Gold gewinnt[841]. -- Wer sich dem
+großen Werke widmen will, hat einer Anzahl schwieriger Vorbedingungen
+zu genügen, die ihn der unentbehrlichen „Gnade Gottes“ würdig machen:
+vor allem muß er durchaus rein sein, erfüllt von Frömmigkeit und
+guter Gesinnung, frei von Eigennutz und Habgier, geneigt zu Opfern
+und Gebeten, und fähig der tiefsten seelischen Versenkung[842];
+sodann muß er rastlosen Fleiß besitzen, sich strenge an die Wahrheit
+halten und die Kunst allein ihrer Göttlichkeit wegen betreiben, denn
+von vornherein fruchtlos sind alle Versuche der Ungelehrten und
+Betrüger, die nicht nach Erkenntnis streben, sondern nach Gold und
+nach Heilung der unheilbaren Krankheit „Armut“[843], die mit mehr
+Aussicht auf anderen Wegen zu erreichen ist, z. B. durch eine reiche
+Frau mit großer Mitgift[844]; endlich muß er kundig sein der „richtigen
+Zeiten und glücklichen Momente“, der betreff dieser entscheidenden
+Einflüsse der Planeten[845], sowie der Gebete, der Beschwörungen, der
+Zauberstoffe [βοτάναι = Botánai, ursprünglich nur Zauberkräuter],
+der magischen Formeln und Handlungen usf., die erforderlich sind, um
+göttliche Mithilfe zu erlangen und die Hindernisse, Verwirrungen und
+Störungen abzuwehren, die seitens neidischer, dem bösen persischen
+Geist ~Antimimos~ gleichender Dämonen drohen[846]. Nur wer allen diesen
+Voraussetzungen entspricht, ist ein Würdiger; ihm läßt die Gottheit
+durch Träume und Visionen im magischen Schlafe die Wahrheit zuteil
+werden, entströmend dem Munde ihres Hierurgen (Priesters), der da
+steht auf den sieben Stufen eines Altares von der Gestalt einer φιάλη
+[Phiále, d. i. eine Kuppel, aber auch ein rundes, chemischen Zwecken
+dienendes Glasgefäß][847]); ihm wird das große Werk nur +das+ sein, als
+was es schon die Alten bezeichneten, „ein Kinderspiel und Weiberwerk“,
+παιδίου παίγνιον καὶ γυναικὸς ἔργον[848].
+
+Zu den Altmeistern der großen Kunst zählten u. a. ~Platon~[849]),
+~Aristoteles~[850], ~Maria~[851], ~Hermes~[852], ~Ostanes~[853],
+~Chimes~[854] und ~Moses~[855]; in den Werken dieser „vielen Alten“
+und in den Schriften der Juden finden sich die rechten Lehren
+niedergelegt[856], und zwar gibt es „tausend Bücher, behandelnd das
+Weißen, das Gilben, und die Diplosis unseres Kupfers“[857], vorhanden
+in den Bibliotheken der Ptolemäer und in denen fast sämtlicher Tempel,
+vor allem aber des Serapeions zu Alexandria[858]. Das Wesen der Kunst,
+der χημεία (Chemeía, Chemie), ist analog dem der Schöpfung, der
+κοσμοποιία (Kosmopoiía), und betrifft die Reinigung und Befreiung der
+an die Körper (στοιχεῖα, Stoicheía) gebundenen göttlichen Seele, des
+an das Fleisch gefesselten göttlichen Pneumas (θεῖον πνεῦμα); denn
+empor zur Vollendung der +himmlischen+ Sonne, Königin des Himmels,
+rechtes Auge der Welt, oder ἄνθος (Anthos = Blüte) des Feuers geheißen,
+wird durch das Pneuma auch das Kupfer erhoben, indem es, genügend
+„gereinigt“, Anthos (d. h. Goldfarbe, Goldglanz) erhält und sich
+wandelt zur +irdischen+ Sonne, zur Königin der Erde[859].
+
+Das Kupfer, von dem das große Werk seinen Ausgang nimmt, muß „unser
+Kupfer“ sein, enthaltend, wie schon ~Maria~ lehrte, die Tetrasomie
+des Kupfers, Bleies, Zinns und Eisens[860], welche vier Stoffe,
+laut der durch ~Demokritos~ überlieferten Erkenntnis der „Ägypter“,
+sämtlich allein aus dem Blei hervorgehen[861]: denn dieses ist höchst
+verwandlungsfähig und kann, wie zu vielem anderem, so auch zunächst
+zu Kupfer und weiterhin zu „Weißem und Rotem“, „Kadmia und Zinnober“,
+Silber und Gold werden[862]. Wie bereits ~Maria~ wußte, gelangt
+„unsere Kunst“ auch allein durch Verschmelzen des gemeinen schwarzen
+Bleies mit Kupfer und anderen Metallen zur Darstellung der Legierung
+Molybdóchalkos (des Bleikupfers, τῆς συνθέτου = des synthetischen,
+zusammengesetzten)[863], „unseres schwarzen Bleies“, sowie der
+Magnesia, auf die sich die Worte beziehen „aus Zwei wird Eins, aus
+Drei wird Eins, aus Zwei wird Drei“[864]. Im Gegensatz zur einfachen
+cyprischen Magnesia [einem natürlichen Mineral oder Metall][865] heißt
++unsere+ Magnesia +so+ von μιγνύειν (mignýein = mischen), ähnlich wie
+man das Gemenge von Zinn und Quecksilber auch als μῖγμα bezeichnet[866]
+[Migma, auch Magma = Gemisch; arabisch al Magmaʿ = Amalgam]. Den Namen
+μᾶζα (Máza = Teig, Brot) für Magnesia brachte ~Maria~ auf[867], und
+nach ihm wieder führen die „Wässer“ [die Schmelzen], die das Kupfer
+so vermehren und verändern, daß es ἄνθη φέρει (Blüten trägt = Gold
+wird), die sog. χαλκύδρια (Kupferwässerchen), auch den Titel ὕδατα
+μαζυγίου, „Wässer des Mazachens“[868]. Endlich heißt die Magnesia oder
+„unser Blei“ auch πᾶν (pan = Alles), denn zutreffend sprach ~Chimes~
+von ihr als vom „ἓν τὸ πᾶν“ (Eines in Allem; Alles in Einem), da sie
+nur Eines ist, aber Alles werden kann und Alles in sich enthält[869];
+sind doch in Magnesia und Molybdochalkos das Silber und Gold schon
+„der Möglichkeit nach“ (δυνάμει, potentia) vorhanden, so daß man, um
+sie auch „in Wirklichkeit“ (ἐνεργείᾳ, actu) zu erhalten, nur ihre im
+Inneren verborgenen Naturen (Qualitäten) herauszukehren braucht, -- was
+eben vermöge der Projektion geschieht[870].
+
+Die Umwandlung, μεταβολή (Metabolé), oder ἀλλοίωσις (Alloíosis)
+der σώματα [Somata = Körper, Metalle], also der Magnesia, des
+Molybdochalkos, sowie ihrer Bestandteile, des Kupfers, Bleies, Zinns,
+Eisens und Asems [hier = Silbers], zu Gold erfolgt im allgemeinen
+durch Einfluß der πνεύματα (Pneumata, Geister), die eine Bindung
+(σύνδεσμος) und Fixierung (πῆξις) erleiden[871]; Vorbedingung hierfür
+ist jedoch die Erregung einer gewissen „Neigung“ zur Umwandlung,
+hervorgerufen durch „Annäherung“ der Substanzen, und sie wird erfüllt
+durch Überführung in das „Schwarze“ [d. i. in den Zustand der noch
+„ungeordneten“, aber zum Übergange in jede „Ordnung“ fähigen Urmaterie,
+Materia prima][872], in „unser schwarzes Blei“[873], gleichend der
+μελαίνα σποδός [schwarzer Asche, Schlacke oder Kohle] und tiefschwarz
+wie Raben und Krähen[874]. So wie das Gewebe im bunten Farbbade durch
+Farbstoffe und Beizen, ganz ebenso erhält das Schwarze (μέλαν) in
+diesem schwarzen Farbbade, in der βαφὴ μέλαινα, der schwarzen Brühe
+oder Schmelze, durch Zusätze und Beigaben die rechte Färbung, es
+wird durch „weißen Schwefel“ in Silber, durch „gelben Schwefel“ in
+Gold übergeführt[875]. Deshalb ist, wie schon ~Maria~ lehrte, die
+Schwärzung, bei der sie angeblich zuweilen auch Chálkanthos [unreinen
+eisenhaltigen Vitriol] und Galläpfel benützte [also eine Art Tinte
+erzeugte][876], die erste jener vier Hauptoperationen, die sie
+Schwärzung, Weißung, Gilbung und Rötung nannte und als ἔργα τοῦ λίθου
+bezeichnete[877], als Wirkungen jenes Steines, den man auch κιννάβαρι
+τῶν φιλοσόφων (Zinnober der Philosophen) heißt[878].
+
+Wirksam bei der Umwandlung, z. B. wenn sich Kupfer „gelb“ färbt [=
+Gold wird], sind jedenfalls gewisse Qualitäten. Einige nehmen an, daß
+diese körperlicher Natur sind, selbst zu Gold werden und dann auch Gold
+erzeugen (ποιότης γίνεται χρυσός, καί ποτε ποιεῖ τὸν χρυσόν), worin
+eben „das große Mysterium“ bestehe[879]; andere hingegen halten zwar
+ebenfalls dafür, „daß die Qualitäten wirken“ (ποιότητες ἐνέργουσιν),
+bestreiten jedoch, daß sie körperlicher Natur seien und daß, wenn sie
+von solcher wären, ein Körper in einen anderen eindringen könnte[880].
+Stets bleibt also ein „Träger der richtigen Qualitäten“ notwendig, der,
+in vorgeschriebener Weise dargestellt, gereinigt und „ausgesüßt“, die
+drei erforderlichen Haupteigenschaften „des Färbens, Eindringens und
+Fixierens“ besitzt und übermittelt, also erst +oberflächlich+ und dann
++innerlich+ zu Gold +färbt+, und auch +dauernd+ zu Gold +macht+[881];
+dieser ist „unser Gold“, „das große Mysterium“, das +Xérion+
+(ξήριον)[882].
+
+Das Xerion wirkt nach Art einer Hefe [eines Enzyms], ζύμης χάριν: wie
+das Einstreuen von ganz wenig Hefe eine große Menge Teig in Gärung
+versetzt und umwandelt, so wird auch „schon durch eine Kleinigkeit
+Xerion [Streupulver]“ die ganze Masse „fermentiert“ und zu Gold
+gestaltet[883]. Namentlich ergibt aber, wie in den ägyptischen Tempeln
+des ~Ptah~ seit altersher bekannt ist, „Weißes“ die Kadmia, d. i.
+Silber, und „Gelbes“ oder „Rotes“ den Zinnober, d. i. Gold, weil eben
+jedes Ding seinesgleichen zeugt, so daß, wer den Samen des Getreides
+säet, Getreide, und wer den des Silbers und Goldes säet, Silber und
+Gold ernten wird[884]. Daher ist es unter allen Umständen vorteilhaft,
+dem Xerion Blättchen oder Flitter von Silber, Gold oder auch Elektron
+(Gold-Silber-Legierung) zuzusetzen, denn diese bewähren sich schon
+ihrerseits als χρυσόσπερμα (Chrysósperma = Goldsamen) und χρυσοζυμία
+(Chrysozymía, Goldhefe), erregen als solche die entsprechende
+Silber- und Gold-Gärung und bringen immer neues Silber und Gold
+hervor[885]. Wie in der Heilkunde, so ist auch hier das Streupulver
+ein Phármakon[886], eine Medizin, „der die richtige Kraft innewohnt“
+(φάρμακον τὴν δύναμιν ἔχον)[887]; begünstigt durch die Wärme des
+Düngers oder der Thermospodien zieht sie sich, äußerlich aufgebracht,
+in das Innere, wo die Vereinigung erfolgt[888].
+
+Diese Vereinigung ist aufzufassen als eine wahre Vermählung der Naturen
+(ein συγγαμεῖν der φύσεις), bei der nur Männliches (ἀρρενικῶς),
+Weibliches (θηλυκῶς), oder allenfalls Zwitterhaftes (οὐδετέρως =
+Keines von Beiden) in Frage kommen kann, entsprechend der Lehre der
+Alten, daß das Werk (τὸ ἔργον) vollendet wird durch das Männliche
+und Weibliche[889]. An sich ist das Kupfer, ebenso wie das Blei, die
+Magnesia usf., tot und unbelebt (οὐδὲ ζῶντα)[890]; aber begierig
+vermählt sich seine Natur mit einer anderen, erfreut sich an ihr und
+beherrscht sie[891], und hierbei keimt neues Leben und es entsteht
+ein Embryo, dessen Entwicklungszeit, falls keine Fehlgeburt eintritt,
+neun Monate dauert[892], durch erhöhte Wärme aber nach einigen Autoren
+auf sechs Monate, nach anderen auf 110, auf 41, auf 21, ja auf 14
+Tage verkürzt werden kann[893]. Wie sich in der Matrix aus dem kalten
+Blute der Katamenien und dem heißen, von Pneuma erfüllten Samen ein
+Lebewesen (ζῶον) bildet, das anfangs unmerklich ist, allmählich Größe,
+Gestalt und Farbe erhält, zuletzt in reifem Zustande geboren wird und
+dann allen sichtbar vor Augen steht, ganz so gestaltet sich auch der
+Vorgang beim heiligen Werke, nur daß, dessen Wesen entsprechend, sein
+Endprodukt dem Feuer widersteht[894].
+
+Demgemäß sieht ~Zosimos~ in seiner großen Vision, als göttliche
+Gnade dem in magischem Schlafe Befangenen das Geheimnis der
+Transmutation eröffnet, aus dem als Phiále gestalteten Altare ein
++Menschlein+ aufsteigen, ἀνθρωπάριον [= homunculus][895]; es ist
+zunächst das +Kupfer-Menschlein+, ἀνθρωπάριον χαλκοῦ, eine Platte
+Kupfer, Blei oder Molybdochalkos in Händen haltend, und bekleidet
+mit kupferfarbigem, rotem, königlichem Gewande[896]; durch weitere
+Behandlung „im Bade der μέλαινα βαφή“, der schwarzen Brühe oder
+Schmelze, sowie durch Verbrennung von „Blut und Knochen des Drachens“,
+wird dieser Kupfer-Mensch oder χαλκάνθρωπος (Chalkánthropos) erst zum
+ἀργυράνθρωπος; (Argyránthropos) oder ἀσημάνθρωπος (Asemánthropos),
+zum +Silber-Menschen+[897], der ganz weiß, die glänzende Gestalt des
+Gottes ~Agathodaimon~ annehmend, im Feuer erscheint, sodann aber,
+indem das Silber-Menschlein durch die Glut „rote Augen“ bekommt[898],
+zum χρυσάνθρωπος (Chrysánthropos), zum +Gold-Menschen+[899]. Dieser
+χαλκάνθρωπος χρυσός (goldgewordener Kupfer-Mensch), auch κινναβάρις
+τῶν φιλοσόφων [Zinnober der Philosophen, d. i. Gold] geheißen, ist das
+Ziel und Ende des Werkes[900]. „Blut und Knochen des Drachens“, d. i.
+der Schlange ~Uroboros~, die als Schlange des ~Agathodaimon~ auch
+Bewacherin der Tempel und Priester [= Öfen und Chemiker] ist, erhält
+man „durch Schlachten und durch Verarbeiten des Fleisches und der
+Gebeine“; der Drache besitzt drei Ohren und vier Füße, [deutend auf die
+drei αἰθάλαι (Aithálai, Dünste) des Schwefels, Arsens und Quecksilbers,
+sowie auf die vier Metalle der Tetrasomie, das Blei, Kupfer, Zinn
+und Eisen, durch deren Schmelzung und Verbrennung „Blut und Knochen“
+gewonnen werden]. Manche glauben, daß die Schlange, weil sie auch die
+Aithále des Quecksilbers liefert, +deshalb+ von einigen selbst als
+„Zinnober der Philosophen“ bezeichnet werde; in der Tat aber führt sie
+diesen Namen, weil sie das Symbol des Endproduktes beim großen Werk,
+dieses Werkes selbst und der ganzen Natur darstellt, denn gleich dieser
+hat auch sie weder Anfang noch Ende, -- weshalb sie sich auch in den
+eigenen Schwanz beißt --, sie ist „ἕν τὸ πᾶν“, Eines in Allem und immer
+nur +Eines+, ganz so, wie auch die Urmaterie, bei allen Wandlungen des
+großen Werkes, im Grunde immer nur die nämliche bleibt[901]. -- Die
+in mehreren Manuskripten erhaltenen, mit Erklärungen und Inschriften
+versehenen Abbilder der Schlange ~Uroboros~ entsprechen tatsächlich
+diesen Schilderungen, bei denen wohl Einflüsse der schlangenverehrenden
+Gnostiker, Ophiten usf., sowie Erinnerungen an den „feuerbewohnenden“
+Salamander mitspielten[902]; auf das „königliche“ (weil rote) Gewand
+des Kupfer-Menschleins dürfte sich auch die bisher unerklärte Tatsache
+zurückführen lassen, daß die in der Phiále unter Menschengestalt
+erscheinenden Metalle mit Vorliebe gerade als +Könige+ dargestellt
+wurden, wofür u. a. noch das Pariser Manuskript 7147 sowie ~Mangets~
+„Bibliotheca Chemica“ von 1702 schöne Beispiele bieten, wenngleich hier
+wiederum die, zum Teil in prächtigen Farben ausgemalten Figuren der
+Könige mit jenen der Planeten-Götter zusammengeworfen sein mögen (s.
+unten)[903].
+
+Im Verlaufe der Vision ertönt eine „Stimme von oben“[904],
+verkündigend: „Pneuma werde ich ἐξ ἀνάγκης (durch Zwang), durch die
+Gewalt des Beschwörers, des Hierurgen, des οἰκοδεσπότης [Gebieters des
+Tempels = Ofens], des φύλαξ πνευμάτων (des Bewachers der Pneumata), der
+mich umgewandelt hat, μετασωματούμενος“[905]; tatsächlich wirkt auch
+das Xerion durch die Macht der Pneumata, die fähig sind, Veränderungen
+jeder Art herbeizuführen[906]. Sie sind enthalten in den Säften
+zahlreicher Pflanzen, z. B. des Chelidoniums (Schöllkrautes), des
+Safrans, usf., die Färbung (βάμμα) und Diplosis in ganz gleicher Weise
+bewirken, in der die Säfte mancher Zauberkräuter (βοτάναι, Botánai),
+z. B. die der Mandragora (des Alrauns), gewisse magische Eigenschaften
+entfalten[907]; in viel reichlicherer Menge aber entspringen sie
+den Gesteinen, vor allem wieder unter dem Einflusse des mächtigen
+Feuer-Pneumas, das sich z. B., wie allbekannt, beim Brennen des
+Kalksteines so mit diesem vereinigt, daß er, als gebrannter Kalk, eine
+völlig neue und einzig dastehende Beschaffenheit annimmt[908]. So ist
+auch alles +das+ ein Pneuma, was beim Erhitzen der durch Reinigung
+und Tarichíe (Einsalzung) vorbereiteten Stoffe „nach oben (ἄνω, áno)
+aufsteigt“[909], z. B. das beim Rösten des Sandarachs Entweichende
+[d. i. Arsenigsäure], sowie der aus „unserem Kalk“ [= Arsenigsäure]
+durch Sublimation [unter Zusatz eines Reduktionsmittels] gewinnbare
+λίθος oder „Stein“ [= metallisches Arsen][910]. Sobald man nun
+Schwefel, Arsen, Quecksilber, oder ähnliche „sublimierte Geister“ auf
+die „Körper“ (σώματα, Metalle) projiziert (ἐπιβάλλει)[911], vereinigen
+sich die flüchtigen, also ihrem Wesen nach unkörperlichen Pneumata mit
+der inneren Natur oder ψυχή (Psyche, Seele) der Metalle zu einem σῶμα
+πνευματικόν (durchgeistigten Körper)[912], sie bemächtigen sich der
+Materie (ὑλή, Hýle) und beherrschen sie[913], werden dabei aber selbst
+körperlich und fest, und bewirken bei dieser Fixierung „als färbende
+Prinzipien“ die Entstehung von Silber und Gold[914]; erforderlich
+ist hierzu, daß sie die, dem angestrebten Zwecke entsprechenden
+Kräfte auch wirklich enthalten, es wird also nur der „Stein“, dem das
+φάρμακον τὸ τὴν δύναμιν ἔχον (die richtig wirkende Medizin) innewohnt,
+das „mithrische Mysterium“ verrichten, d. h. Mithras = Sonne = Gold
+geben[915].
+
+Unter den „Geistern“ sind die wichtigsten jene, die beim Sublimieren
+des Schwefels und Arsens als αἰθάλη (Aithále = Dunst, Rauch) und beim
+Sublimieren von Quecksilber und Arsen als φεῦγον (Pheúgon = Fliehendes,
+Flüchtiges) entweichen[916].
+
+Der „lebendige“ +Schwefel+ verdampft schon für sich mit Leichtigkeit
+und wirkt beim Projizieren durch sein kräftiges πνεῦμα βαπτικόν
+(färbendes Pneuma) auf alle Metalle ein, wobei er sie, z. B.
+das Kupfer, anfangs durch das πνεῦμα μελάντερον (schwarzes oder
+schwärzendes Pneuma) tief schwarz färbt [durch Bildung von
+Schwefelkupfer u. dgl.], während sich sonstige, hellere, gelbliche und
+rötliche Färbungen erst späterhin einstellen[917]; daß schon ein wenig
+Schwefel eine große Menge anderer Stoffe „verbrennt“ und viele Metalle
+und Steine zerstört, ist daher eine richtige Lehre der Alten[918].
+
+Das +Quecksilber+ erhält man durch „Entschwefeln“ (ἐκθείειν) des
+Zinnobers, sei es durch Einwirkung heißen (geschmolzenen?) Natrons
+(νιτρέλαιον, Nitrélaion = Öl aus Nitron), sei es durch Erhitzen
+mit Kupfer, Blei oder Zinn nebst Essig; arbeitet man nach den
+Regeln der Kunst, τεχνικῶς (technisch richtig), so erhebt sich, wie
+schon ~Demokritos~ angab, aus dem „Stein“, nämlich dem Stein des
+Quecksilbers, dem Zinnober, ein Pneuma in Gestalt einer aufsteigenden
+Wolke (νεφέλη διαβαίνει), und die Fixation dieser Wolke, dieses
+Pneumas, auf „unserem Kupfer“ oder auf dem „Körper der Magnesia“ ergibt
+Silber[919]; daher erklärt sich der Ausdruck „Behandle das Kupfer!
+Bekämpfe das Quecksilber (μάχου ὑδράργυρον)! Mache es unkörperlich
+durch Verflüchtigung mit Hilfe der τέχνη (Technik, Kunst)!“[920]
+Einige nennen Quecksilber etwas Körperliches, Schweres, Flüssiges,
+Andere aber etwas Geistiges, Leichtes, Pneumatisches[921]; beide sagen
+etwas Richtiges, denn einerseits ist Quecksilber ein „Körper“ (σῶμα,
+Soma), ein silbernes Wasser (ἀργύριον ὕδωρ), ein flüssiges Silber
+(ὑδράργυρον), andererseits aber ein φεῦγον πνεῦμα (flüchtiges Pneuma),
+ein φεῦγον ἀεὶ (ein stets Flüchtiges), ein φυγαγοδαίμων (ein flüchtiger
+Dämon oder Gehilfe, „servus fugitivus“)[922]; es ist also „ein Metall
+und kein Metall“, zählend zu den σώματα ἀσώματα (unkörperlichen
+Körpern), demnach ein Zwitter (οὐδετέρως = Keiner von Beiden), ein
+Hermaphrodit (ἀρσενοθήλυ = Mannweib)[923].
+
+Das „+zweite Quecksilber+“ [d. i. metallisches Arsen] entsteht
+nicht aus Zinnober, sondern aus „gelbem Sand“, auch κόμμι (Gummi)
+genannt[924], oder aus „rotem Sand“ oder Sandarach[925]. Reinigt und
+befreit man diese durch vorsichtiges Erwärmen und Rösten vom Schwefel,
+so entlassen sie unter dem weiteren Einflusse des Feuers zunächst ihr
+Pneuma, ihr färbendes, von ~Demokritos~ auch als „Seele des Färbenden“
+bezeichnetes Prinzip [d. i. Arsenigsäure], das man auch „Weißes“
+nennt, „weißes Flüchtiges“, „weißen Rauch“[926], „Welke des Arsens“
+(νεφέλη τοῦ ἀρσενίκου)[927], „unseren Kalk“[928], „unser Bleiweiß“
+(ψιμύθιον)[929], „knolligen Alaun“ (στυπτηρία στρογγύλη)[930],
+„scythisches Wasser“[931], usf.; auch aus den Krusten der roten
+Kobathia entweicht beim Verbrennen im Ambix ein Rauch, der nichts
+anderes ist als jene „Wolke“[932]. Weiß, wie diese selbst ist, „weißt“
+sie auch alles andere, sowohl die „einfache Magnesia aus Cypern“ [ein
+natürliches Mineral oder Metall] als auch die Masse „unserer Magnesia“,
+der „durch unsere Kunst zusammengesetzten Legierung“ (τῆς συνθέτου
+= der synthetischen), des Molybdochalkos[933]. Durch Erhitzen mit
+verschiedenen anderen [nämlich reduzierenden] Stoffen gewinnt man dann
+weiterhin aus diesem „Kalk“ [der Arsenigsäure] das zweite Quecksilber
+[metallisches Arsen][934], den „Vogel“, der flüchtig aufsteigt
+(ἐξατμιζόμενος), sich am Deckel des Gefäßes wieder niederläßt und
+den +Stein+ (λίθος) bildet, dessen Projektion das Kupfer in Silber
+verwandelt[935].
+
+Aus Schwefel, Arsen, Quecksilber, oder aus Stoffen, die diese ergeben,
+bereitet man auch das +göttliche Wasser+, ὕδωρ θεῖον (Hydor theion);
+ursprünglich verstand man hierunter das ὕδωρ θείου, das „Wasser
+des Schwefels“ [oft auch Schmelze des Schwefels, der Arsenigsäure
+usf., denn „alles was schmilzt, hat die Natur des Wassers“];
+späterhin „Jegliches was sich nach oben (ἄνω) erhebt“, also das
+Pneuma der schwefel-, arsen- und quecksilberführenden Substanzen,
+gemäß dem Grundsatze „nach oben (ἄνω) das Himmlische, nach unten
+(κάτω) das Irdische[936]; zuletzt endlich ein Gemenge, das allem
+nur möglichen „Flüssigen“ (= Geschmolzenen) entspringen kann[937].
+Die benützten Substanzen sind an sich nicht feuerbeständig, aber im
+Laufe des „Werkes“ (ἔργον) werden sie es teilweise [d. h. soweit sie
+nichtflüchtige Reste zurücklassen], während sich zugleich ihre Dünste,
+die αἰθάλαι, dem „schwarzen Blei“ zugesellen[938]. Von den zahlreichen
+Arten des göttlichen Wassers zeigen drei der wichtigsten, das gelbgrüne
+„Rettigwasser“, das grünschwarze „Ricinuswasser“, und das „Regenwasser
+der Alten“ ganz hervorragende Kraft, aber auch so entsetzlichen Geruch
+[wohl nach Schwefelwasserstoff oder schwefliger Säure?], daß man die
+Gefäße nicht öffnen darf ohne sich die Nase fest zuzuhalten[939]; im
+übrigen trägt das göttliche Wasser noch „tausend Namen“[940], unter
+deren etwa vierzig häufigsten besonders zu erwähnen sind: „Milch der
+Frau, die einen Knaben geboren hat“ und „Milch der schwarzen Kuh“
+d. i. des Zinnobers [der tatsächlich anfangs schwarz gewonnen wird
+und erst beim Sublimieren rot wird][941]. Das göttliche Wasser ist
+δίχρωμος (díchromos, zweifarbig), nämlich je nach seiner Zubereitung
+weiß oder gelb und erzeugt demgemäß auch seinesgleichen, also weißes
+oder gelbes Edelmetall[942], wobei es nach Art der Hefe (ζύμης χάριν)
+einwirkt[943]; es vermag „Alles an Allem“ (πᾶν ἐν πᾶσι), vereinigt in
++einem+ Wesen +zwei+ Naturen (δύω φύσεις, μία οὐσία) und liefert dem
+„Wissenden“ (νόων), der diese richtig zu gebrauchen vorsteht, Silber
+und Gold[944].
+
+ ——————————
+
+Die benützten Apparate (ὄργανα = Organa)[945] und +Öfen+ (καμίνοι =
+Kamine) beschrieb ~Zosimos~ mehrfach, u. a. auch in einer eigenen
+Abhandlung περὶ ὀργάνων καὶ καμίνων, deren Hauptwert in der Erhaltung
+vieles Älteren liegt, das zum Teil auf ~Demokritos~, ~Maria~,
+~Kleopatra~ usf. zurückgehen soll (und insoweit bereits oben besprochen
+wurde). Die nötigen Gefäße fertigt man entweder aus Ton an oder aus
+Glas, das den Vorteil bietet durchsichtig zu sein und die gefahrlose
+Behandlung schädlicher und giftiger Stoffe zu ermöglichen, z. B.
+der Dämpfe des Quecksilbers oder des Rauches der Kobathia[946], die
+man im Ambix verbrennt. Zu den besten Glasgefäßen zählen die aus
+Askalon in Syrien[947], und es gibt ihrer sehr mannigfaltige; aus
+ihnen setzt man auch jene guten Destillier-Vorrichtungen zusammen,
+die Leute von Geist erfanden, gelehrte Menschen, die des ~Archimedes~
+„Pneumatika“, die Werke des ~Heron~, sowie die Abhandlungen anderer,
+der Mechanik kundiger Schriftsteller auf das Gründlichste studiert
+hatten. Solche Apparate[948] bestehen, wie bereits ~Maria~ angab,
+aus verschiedenen Teilen: dem Füllgefäß oder Ambix (ἄμβιξ, ἄμπυξ),
+auch κνούφιον genannt [Knúphion: wohl wegen der Gestalt des Aufsatzes
+oder Helmes, der dem Kopfschmucke des Gottes ~Chnub~ oder ~Chnum~
+glich[949], und zuweilen als Di- oder Tribikos ausgebildet; der
+Abzugröhre (σωλήν); dem Sammelgefäß (βίκος, βῆκος, βύκος, ἄγγος);
+dem schlangenförmigen (δρακοντῶδες) Kühlrohr, [+an+, nicht +in+ dem
+die Sublimate und Kondensate sich kühlen und absetzen], usf. Man
+verbindet und dichtet sie mittels Fett, Wachs, Tonerde, Gips, Ölkitt
+und anderen Kitten[950], schützt ihre Wände und den „Hades“ [den
+Boden][951] durch einen Lehmbeschlag (ἐπιδέρμις = Epidérmis) von der
+Stärke eines halben Fingers[952], und verschließt sie mit Tonstöpseln,
+die ringsum genau eingepaßt sind (ἰσόμετρον, isometrisch)[953]. So
+vorgerichtete Gefäße vertragen nicht nur die „natürliche“ Wärme des
+Pferde-, Kuh-, Esels-Mistes und Vogelkotes[954], sondern auch die
+„künstliche“ der Thermospodien (Aschenbäder)[955] und der Kamine,
+deren ~Zosimos~ einige, allerdings in verfallenem Zustande, schon
+in einem uralten Heiligtum zu Memphis gesehen haben will[956]; man
+heizt sie mit Schilf, „Prismen“ [= Scheitholz] oder Holzkohlen
+(ἄνθραξ, Anthrax)[957] und kann so bei genügender Vorsicht jede Wärme
+erzeugen., selbst bloße Handwärme[958]. Sobald die erforderliche
+Hitze erreicht ist, beginnt das Aufsteigen (ἀναγωγή) der Dämpfe und
+Sublimate, und diese setzen sich in Tropfen an den Deckel des Gefäßes
+(λέβης) an; sublimiert man z. B. Quecksilber aus dem Goldamalgam, das
+beim Ausziehen des Goldes aus der Asche alter goldgewirkter Stoffe
+oder aus dem Pulver goldhaltigen Sandes gewonnen wurde, so muß man
+daher Wasser bereithalten, um den Deckel mittels eines Schwammes
+stets ausreichend befeuchten zu können[959]; bei anderen Substanzen
+erfolgt die ἄρσις ὑδάτων (Arsis, Erhebung der Wässer), die stets +ganz
+verschieden+ von der +bloßen Herstellung+ dieser Wässer ist, schon
+bei geringerer Wärme, doch sagt man auch hierbei von dem aus ihnen
+Sublimierenden und Abtropfenden (ἀποσταζόμενον De-stillierenden), es
+sei „ihr Quecksilber“[960]. Die Rückstände (σκωρίαι) sind die Toten
+(νεκροί): sie bleiben liegen und erwarten die ἀναστάσις (Anastásis,
+Auferstehung), deren sie fähig bleiben, falls sie durch das Pneuma
+nochmals neu beseelt werden (σώματα νεκρὰ ἐμψυχοῦνται)[961]; +möglich+
+ist eine solche „Wiederbelebung“ +stets+, selbst bei den „Knochen der
+Perser“, die auch „Knochen des Kupfers“ heißen und aus verbranntem
+Kupfer, Blei, Zinn und Eisen bestehen[962].
+
+In vielen Fällen unterwirft man die umzuwandelnden Rohmetalle,
+in leinene Binden gewickelt, zunächst der „großen Einsalzung“
+oder Tarichíe (ταριχεία μεγάλη), bei der sie anfangs mit gewissen
+Zutaten im Pferdemiste oder Vogelkote 20 Tage und länger digeriert
+werden[963]; in anderen wieder kocht man die Bestandteile wie bei der
+Seifenbereitung (σαπωναρικὴ τέχνη) mit Asche und Spodos („Gebranntem“),
+bis sie fest werden gleich Seifenmasse (σαπωναρικὴ στάκτη) oder Seife
+(σαπώνιον)[964]; die entstandene Verbindung wird dann „ausgesüßt“ (τὸ
+σύνθημα γλυκαίνεται), und zwar durch Auswaschen mit „süßem Wasser“
+(γλυκοῖς ὕδασι)[965], oder „filtriertem Wasser“ (ὕδωρ ἀποσταζόμενον =
+Abgetropftes)[966].
+
+Als Gewichtseinheit führt ~Zosimos~ öfters κεράτιον (Kerátion) an[967],
+-- wohl die Quelle des „Karats“; auf ihn soll auch schon die Idee eines
+allgemeinen Lösungsmittels zurückgehen, des παντόρρευστος[968], des
+„Alles-Lösenden“ [des Alkahests der späteren Alchemisten].
+
+ ——————————
+
+Unter den +Chemikalien+ bespricht ~Zosimos~ etwas ausführlicher das
+Bleiweiß. Es entsteht[969] bei längerer Behandlung des Bleies „mit
+den Dämpfen“, -- nämlich denen des Essigs, der auch als „schärfster“,
+λίαν δριμύτατος, vorkommt[970] --, und ergibt beim Erhitzen erst
+Bleiglätte und sodann Mennige (σηρικόν, Serikón); diese beiden Stoffe
+sind fähig, sich wieder mit Essig zu vereinigen, und wenn sie sich mit
+ihm verbunden haben (κοινωνίαν ποιούμενος), zeigen sie die wunderbare
+Fähigkeit anfangs salzartig und süßlich zu werden, später aber wieder
+in schönes Bleiweiß überzugehen [infolge allmählicher Umwandlung des
+süßlich schmeckenden Acetates, sog. Bleizuckers, durch die Kohlensäure,
+z. B. die der Luft, deren Rolle das Altertum nicht erkannte]. Auf
+gleich merkwürdige Weise wie Mennige verwandelt sich Sandarach [rotes
+Schwefelarsen], -- dieses aber beim Rösten --, in eine derartige schön
+weiße Masse [d. i. Arsenigsäure], die deshalb ebenfalls „Bleiweiß“
+genannt wird[971].
+
+Sehr wichtig für das große Werk ist der Pyrit, von vielen auch
+„Etesischer Stein“ genannt, „der herrlichste und von der Gottheit
+geliebteste sämtlicher Steine“ und „aus Allem zusammengesetzt“[972].
+[Diese Vorliebe für den Pyrit, der tatsächlich oft die verschiedensten
+unedlen und edlen Metalle enthält, ist wohl hauptsächlich auf das
+Vorkommen der schön silber- und goldglänzenden Varietäten, Silberkies
+und Goldkies, zurückzuführen, die nicht selten schon selbst für Silber
+und Gold angesehen wurden.]
+
+Von den farbigen Mineralien sind die prächtigsten der „Armenische
+Blaustein“[973] [Kupferlasur] und der Zinnober, unter dessen Namen aber
+„alles Gelbe und Rote“ zusammengefaßt wird, u. a. Minium (Mennige)
+vom Pontos und aus Sinope, Realgar, Oker, Rötel (μίλτος), Hämatit
+(Roteisenstein), geglühtes Misy und Chálkanthos [d. i. rotes Eisenoxyd]
+usf.[974]. Aus dem eigentlichen Zinnober erhält man durch Entschwefeln
+(ἐκθείειν), z. B. durch Erhitzen mit Natron (νιτρέλαιον) das
+Quecksilber[975]; umgekehrt wird Quecksilber durch Schwefel erst „gelb
+gemacht“ und „in den Zustand einer gelben Gerinnung versetzt“ [976] und
+geht dann in Zinnober über.
+
+ ——————————
+
+Einige bemerkenswerte +Zitate+ aus ~Zosimos~, die zum Teil verlorenen
+Werken zu entstammen scheinen, finden sich bei ~Pelagios~,
+~Olympiodoros~, dem ~Philosophus Anonymus~ und einem ungenannten
+~Kommentator~. Nach der Lehre „~Zosimos~ des Vielwissenden“ [977] sind
+theoretisches Verständnis und praktische Übung gleich notwendig, um
+die τέχνη (Technik, Kunst) zu bemeistern[978], namentlich da deren
+wichtigste Grundlage und überhaupt das vornehmste aller Mittel, das
+so schwer zu beherrschende Feuer ist[979], -- daher denn die Chemiker
+auch „Feuer-Philosophen“ [mittels des Feuers Forschende, Philosophi
+per ignem] heißen. Was die „Umwandlung“ betrifft, „so läuft alles
+auf das Blei hinaus“, denn dieses ist „unsere Magnesia“ und das „Ei
+der Philosophen“, das zwar aus vier Komponenten besteht, diese aber
+doch als Einheit enthält[980]; Schwärzung und Weißung erfolgen, --
+so deutete ~Zosimos~ mystisch an (εἶπεν μυστικῶς) --, im δώματι
+ἱερατικῷ [im Tempel = Ofen][981], und das Schwarze und Weiße gleichen
+der κόρη des Auges (Kóre = Pupille) und der ἴρις des Himmels (Iris =
+Regenbogen)[982]; als Xerion wirksam ist das Pneuma[983], und „die neue
+Färbung zu Gold verleihend“ kommt es der Medizin gleich, die krankes
+bleiches Blut in gesundes rotes überführt[984].
+
+Wie der ~Kommentator~ berichtet, dessen Abhandlung nur in sehr
+verdorbenem und verstümmeltem Zustande auf uns gekommen ist[985],
+stellte ~Zosimos~ als eine Hauptlehre den Satz auf: „+Erfahrung+ ist
+die große Meisterin, denn auf Grund bewiesener Ergebnisse lehrt +sie+
+den Verständigen das Vorteilhafteste“[986]. Als sehr wichtig für
+das große Werk erklärte er unter Berufung auf ~Hermes Trismegistos~
+den Einfluß der Planeten, „wie denn die Sonne dem Gold vergleichbar
+ist“, und für die wirksamste planetarische Sphäre hielt er die des
+~Hermes~ (Merkur), schon weil der Schattenkegel der Erde gerade bis
+zu ihr reiche[987]. Die Dauer des Werkes, das mit Erwärmen im Dünger
+beginnt, gab er zu 40 Tagen an[988]; der Behandlung unterwirft man
+dabei den „ἄσβεστος der Alten“ (Asbest = Kalk), der aber nicht das
+Nämliche ist wie ἄσβεστος λευκή [weißer Asbest = gebrannter Kalk],
+vielmehr aus gebrannten Metallen [verkalkten Metallen, Metallkalken]
+besteht[989]. Wie die Meister des „Tieremalens“ ζωογράφοι = Maler
+überhaupt] ihre Farbstoffe auf der Palette, so mischen die Meister
+des großen Werkes die ihrigen auf der Kerotakís zusammen[990], sie
+vermengen sie mit allerlei Zutaten, z. B. χρυσοκόμιον (wörtlich
+Gold-Leim = Chrysokolla)[991], sie reinigen und waschen sie mit Wasser,
+mit gewöhnlichem und mit solchem, das, wie bei der Seifenherstellung
+(σαπωναρικὴ ἐργασία), durch Asche filtriert ist[992] usf. Beim Erhitzen
+geben manche Körper, z. B. die verschiedenen Schwefel, ihre „innere
+Natur oder ψυχή (Psyche, Seele)“ ab, die das Feuer als Dunst aus ihnen
+austreibt: kommen diese flüchtigen und färbenden Dämpfe mit gewissen
+anderen Stoffen zusammen, z. B. mit Quecksilber, so halten sie sich
+gegenseitig fest und binden sich, sie schlagen sich nieder, sie sterben
+ab und erleiden νέκρωσις (Nékrosis = Tötung) und die entstandenen
+Substanzen heißen in diesem Zustande „Grabmal des ~Osiris~“[993]. So
+bildet sich, wie ~Zosimos~ im „Buch der Schlüssel“ beschrieb, durch
+Vereinigung heißen Quecksilbers und Schwefels der Zinnober, zunächst
+als eine schwarze [erst beim Sublimieren rot werdende] Masse, auf die
+sich der mystische Spruch vom „schwarzen Geist“ bezieht[994], aber
+auch die Benennung des Quecksilbers und nach Anderen des Schwefels
+als „Milch der schwarzen Kuh“, γάλα βοὸς μέλαινας[995]; erhitzt man
+umgekehrt Zinnober, auch solchen künstlich (τεχνική) dargestellten,
+nebst gewissen Zutaten in einem rings geschlossenen Gefäß oder Rohr
+[d. i. die spätere Aludel; arabisch al udal genannt], so „sublimiert“
+aus ihm das Quecksilber, steigt als „weißes Wasser“, „Silber-Wasser“,
+„göttliches Wasser“ empor, in Gestalt eines furchtbar giftigen, in
+der Hitze gar nicht festzuhaltenden „ätherischen Pneumas“ (πνεῦμα
+αἰθερῶδες), verliert dann beim Abkühlen seinen „flüchtigen Schwung“
+und setzt sich an den Deckel an, so daß man an diesem nach dem
+Löschen des Feuers die Tropfen vorfindet und sie sammeln kann[996].
+„Fest gewordenes Quecksilber“ [d. i. entweder dieses kondensierte
+oder ein Amalgam] bezeichnen einige auch als „Gips“ und den Zinnober
+(κινναβάρις, Kinnabáris) als κασσίτερος [Kassíteros = Zinn; vielleicht
+weil er festes Quecksilber = „Zinn“ ergibt?][997]. -- Wer alles dieses
+weiß und versteht, wird das Rechte finden, und „wer das Rechte gefunden
+hat, heilt die unheilbare Krankheit der Armut“[998].
+
+ ——————————
+
+Die +syrischen Manuskripte+ enthalten Vieles und Ausführliches aus den
+verschiedenen, zum Teil im Original verloren gegangenen Werken des
+~Zosimos~, zumeist jedoch allerdings stark durchsetzt mit späteren
+Einschiebseln und Zutaten[999].
+
+Alle „Künste“, so berichtet ~Zosimos~, waren ursprünglich tiefstes,
+durch furchtbare Eide gehütetes Geheimnis der ägyptischen Priester,
+und wie diese sie aus Neid, Habsucht und Aberglauben vor jedermann
+zu verbergen streben, das habe er am eigenen Leibe erfahren
+müssen[1000]. Aus den besagten Gründen wurden daher ehemals die
+wichtigsten Geheimnisse überhaupt nicht aufgeschrieben, sondern den
+Vertrauenswürdigen seitens der Priester nur mündlich mitgeteilt[1001];
+zu ihnen zählte das schon vom Philosophen ~Demokritos~ gepriesene
+„Färben“ der unedlen Metalle mittels Schwefel, Quecksilber, Arsen,
+Kohol [Schwefelantimon] und Magnesia[1002], -- das ganz so erfolgt
+wie das Färben von Geweben mittels des „Indigos aus Flechten“[1003]
+--, ferner das „Färben“ mittels passend zubereiteter Firnisse[1004],
+sodann die Herstellung des „weißen und gelben Kupfers“ [d. i. des
+Silbers und Goldes oder der Bronce und des Messings][1005], und
+endlich die Bereitung der Pigmente für die Kultbilder: die Maler
+verwenden diese in den künstlichsten Mischungen, -- sogar Silber und
+Gold setzen sie hinzu, um den Fleischton der Weiber zu treffen --,
+so daß ihre Bildnisse wie lebendig aussehen, und tatsächlich hielt
+das Volk die Bilder und Statuen der Götter für lebend und wagte
+kaum sie anzublicken, und nur wenige hatten den Mut zu denken oder
+gar insgeheim zu sagen, sie seien von Menschenhand gebildet und
+zurechtgemacht[1006]. In späterer Zeit schrieben die Priester zwar ihre
+Lehren nieder, fuhren aber fort sie im Verborgenen zu halten, schon
+weil sie behaupteten, daß dies sehr zweckmäßig sei, um die neidischen
+Dämonen zu täuschen[1007]. Seither besitzen sie ausführliche Bücher
+der Kimija oder Kumia, verfaßt nach den Vorschriften des ~Hephaistion~
+(d. i. ~Hephaistos~ = ~Ptah~)[1008], ~Agathodaimon~[1009] usf., durch
+~Hermes~ und andere ägyptische Autoren; deren Abschriften lassen sie
+in den Tempeln vorlesen, befehlen sie genau zu befolgen, tadeln jene,
+die eigene Rezepte erfunden haben wollen und fordern strengste Wahrung
+des Geheimnisses[1010]. Indem sich ~Zosimos~ an seine Schwester (?)
+~Theosebeia~ wendet, -- der er seine Schriften zueignete, und die er in
+ihnen sehr oft unmittelbar anredet, zuweilen auch als „Königin“[1011]
+--, fährt er fort: Du aber, der es bekannt ist, daß nach ~Petesis~
+das große Werk durch Nachdenken vollendet wird, hältst Deine Schüler
+abseits, Du unterweisest sie öffentlich, ungebunden durch gegenseitige
+Eide; jedoch das „Buch“, so sagst Du, [das angeblich von ~Hermes~
+verfaßte „Buch der Kimija“] kann nur geheim erworben werden; aber im
+Gegenteil, es sollte ein jeder, ohne alle Geheimnisse, auch ein Buch
+der Kimija (Kumia) besitzen[1012], denn „nur aus den rechten Büchern,
+nämlich aus jenen alten und aus den von +mir+ verfaßten, schöpft
+und gewinnt man die Wahrheit“[1013]. Diese richtig aufzufassen und
+durch sie zum Gelingen des Werkes geführt zu werden, ist freilich
+eine besondere Gnade, die von oben kommt und nur dem Würdigen zuteil
+wird[1014]; würdig aber erweist sich, wer ein edles Herz und lautere
+Sitten hat, ferner Geduld und Aufmerksamkeit, geistigen Fleiß des
+Studierens und Nachdenkens, körperlichen Fleiß des Arbeitens und
+Versuchens, sowie reine Liebe zur Sache. Wer diese Vorbedingungen
+erfüllt, für den ist, -- so lehrte schon ~Petesis~, und ihm nachfolgend
+~Platon~, -- das große Werk nichts weiter als „die Arbeit eines
+Kindes“[1015]. Viele Unberufene, die die Ausführung der heiligen Kunst
+sahen, mußten mit Verwunderung deren Geringfügigkeit zugestehen; sie
+verbrauchten dann alles Quecksilber Phrygiens und Spaniens, starben
+aber ohne das Rechte gefunden oder auch nur begriffen zu haben,
+verblendet durch das Antlitz der beiden Menschensöhne [vermutlich des
+Silbers und Goldes][1016].
+
+Die „Imuth“ genannte und „der Priesterin und Königin ~Theosebeia~“
+gewidmete Hauptschrift des Zosimos enthielt nach den syrischen
+Manuskripten „die genaue Schilderung des großen Werkes gemäß allen
+Büchern über Chemie“[1017], geschöpft aus den Abhandlungen aller
+Vorgänger, u. a. aus denen des ~Platon~ und ~Aristoteles~; ~Platon~
+gab schon ein Rezept zur Darstellung des Silbers an, und zwar befahl
+er, ein Gemisch von Pyrit, Oker, Sory und Vitriol (χαλκητάριν) drei
+Tage im selbstziehenden Ofen zu schmelzen und sodann das Elixir
+zuzusetzen[1018]; Großes hat auch ~Aristoteles~ vollbracht, dieser
+glänzendste irdische Geist, aber weil ihm der rechte Glauben fehlte,
+blieb es ihm versagt, seitens der richtigen Engel Belehrung zu erhalten
+und deshalb gelang es ihm auch nicht, sich der himmlischen Sphären
+würdig zu machen und sich in sie zu erheben[1019].
+
++Gold+ ist nach ~Zosimos~ das Edelste der Metalle, das alle anderen
+an Schwere, Glanz und Unzerstörbarkeit übertrifft, aber auch an der
+Fähigkeit weitgehendster Verteilung zu zartestem Staub, χρυσοάνθινον
+(Goldblütchen)[1020], und zu dünnsten Blättchen, die man u. a. mit
+arabischem Gummi oder Fischleim auf Elfenbein und auf das Pergament der
+Bücher aufklebt[1021]; zum Vergolden der Götterbilder und Königsstatuen
+in den Tempeln benützt man eine Lösung von Gold in Quecksilber,
+„Sonnenwasser“, „verdichtete Sonnenstrahlen“, „gelöster Schwefel“
+genannt, doch ist dies ein großes Geheimnis und der Erfolg gilt für
+übernatürlich[1022]. Nicht selten ersetzt man übrigens Gold durch den
+billigeren Oker, durch Zinnober, Minium u. dgl.[1023].
+
++Silber+ verarbeitet man zu vielen Geräten, besonders auch zu
+Spiegeln; im Rohgusse sehen sie noch rauh und häßlich aus, nach dem
+Polieren aber, zu dem Öl und Bimsstein, Wolle, Leinen und zuletzt
+mit Lorbeerholz-Kohle gefüllte Leinensäckchen dienen, werden sie gar
+herrlich und glänzen gleich Perlen[1024]. Zur Diplosis des Silbers
+benützt man Blei, Quecksilber, Kupfer und das „Orichalkon“ genannte
+Kupfer[1025]; die ägyptischen Priester bewirkten sie durch Weißen des
+Kupfers mittels Arsen oder durch Behandeln und Überziehen des Metalls
+mit passenden Firnissen[1026]. Das „ägyptische Silber“, auch +Asem+
+genannt, stellt man nach verschiedenen Rezepten dar, indem man Kupfer
+mit Arsen, Pyrit, Bleiweiß und ähnlichen Materialien zusammenschmilzt,
+womöglich unter Zufügung von ein wenig echtem Silber[1027].
+
+Das +Elektron+, das eine Legierung von Silber und Gold ist, erfand
+~Alexander der Grosse~, und ließ daraus Amulette anfertigen, die
+man als Schutz gegen den Blitz bei sich trägt oder auch in das
+Erdreich eingräbt, ferner auch einen zauberischen, beim Beschauer
+Selbsterkenntnis erweckenden und ihn vor allen Übeln schützenden
+Spiegel, den nachher die Priester des „Tempels der sieben Pforten“
+aufbewahrten. Aber nach dem echten „Buch der sieben Himmel“, das
+spätere Kommentatoren abänderten und entstellten, bereitete schon der
+König ~Salomon~[1028], den die Ägypter fälschlich auch als Verfasser
+des genannten Buches ausgeben, das wahre Elektron, fertigte daraus
+sieben, den sieben Planeten entsprechende Flaschen an, sperrte die
+Dämonen in sie und beschrieb sie hierauf von außen mit Zauberformeln;
+diese Talismane wirken gegen Dämonen ebenso kräftig wie Gebete oder
+wie die neun Buchstaben König ~Salomons~ [die den wahren Namen Gottes
+wiedergeben]. Auch zum heiligen Werke gehören neun Bestandteile,
+über die alles Nähere in den jüdischen Schriften zu lesen steht;
+desgleichen ist die Kenntnis von den Einflüssen der Gestirne auf die
+Anfertigung des philosophischen Steines in den „heiligen und göttlichen
+Vorschriften“ enthalten[1029].
+
++Kupfer+ findet sich in Cypern[1030], in Ägypten[1031], in Nicäa[1032]
+und in Spanien[1033]. Aus ihm bereiten „geschickte Leute“ das „gelbe
+oder persische, völlig dem natürlichen Gold gleichende“, sowie das
+„helle und lichte“ Kupfer [d. i. Messing und Bronce], und der erste
+Erfinder dieser „Farben“ soll der Erzgießer ~Pabapnidos~ gewesen
+sein, der Sohn des ~Sitos~, der Fälscher und Betrüger. „Wie herrlich,
+großartig und bewunderungswürdig sind doch die Entdeckungen solcher
+Künste[1034]!“
+
++Zinn+ wird im fernen Westen gewonnen, woselbst eine Quelle aus der
+Erde aufsteigt und zuweilen über ihren Rand hinausstürzen will; wenn
+dies geschieht, stellen die Einwohner „ihm“ (ihrem Dämon, einem
+furchtbar giftigen Drachen?) ein schönes nacktes Mädchen hin, die,
+sobald er auf sie zueilt, um sich ihrer zu bemächtigen, hinweglaufen
+muß; sowie er ihr gefolgt ist, stürzen eine Anzahl mit Hacken
+bewaffneter junger Leute aus ihren Verstecken und töten ihn; im Sterben
+nimmt er die Form eines Gußstückes an, indem er sich fixiert und hart
+wird, und darauf zerschlagen die Leute seinen Leichnam und benützen die
+Stücke, die eben das Zinn sind[1035].
+
++Eisen+ ist schwer zu bearbeiten, und manche Kunstgriffe gelingen
+überhaupt nicht „ohne göttliche Hilfe“ [d. h. vermutlich: ohne Hersagen
+von Zaubersprüchen][1036].
+
++Blei+ ist seiner Natur nach weich, läßt sich aber durch Zusatz von
+Kupfer, Sandarach und „Krapp“ (Deckname!) derart härten, daß es dem
+Metalle der Denare gleicht[1037]. Anderen Behandlungen [deren Zweck
+nicht angegeben ist] unterwirft man es durch Schmelzen mit Minium aus
+Amida, cyprischem und ägyptischem Oker, cyprischem Vitriol, ägyptischem
+Alaun und phrygischem Stein [Pyrit?] im „Ofen der Glasmacher“ gemäß der
+Vorschrift des ~Hephaistion~ (= ~Hephaistos~, ~Ptah~)[1038]; auch hat
+man Mittel [Firnisse?], um Gefäße aus Blei oder Zinn so aussehen zu
+machen, als beständen sie aus Erz (Bronce)[1039].
+
++Quecksilber+ findet sich als Hydrargyros, „silbernes Wasser“, in
+Phrygien und Spanien und ist flüssig, von großer Kälte und bei
+innerlicher oder äußerlicher Einwirkung ein furchtbares Gift[1040];
+aus Zinnober wird es frei gemacht, indem man es nebst Blei oder Zinn
+in einem Mörser verreibt, am besten in einem aus Eisen oder Basalt
+[βάστνις; auf ägyptischen Ursprung deutend][1041]; das aus Zinnober
+oder Sandarach Sublimierende (ἀναβιβάζων = nach oben Steigende) ist
+gleichfalls Quecksilber [bzw. Arsen][1042]. Wie alles Reine in allen
+Künsten gefälscht wird, z. B. Weine, Öle und Drogen durch habgierige
+Kaufleute, ja die Philosophie durch unerfahrene Schwätzer, so geschieht
+es auch mit dem Quecksilber, denn die Fälscher sind überall zahllos
+und verstehen das Gefälschte dem Echten genau gleich zu machen; das
+Quecksilber fälschen sie, unter Benützung chemischer Schriften, durch
+Diplosis [Auflösung von Blei, Zinn, ...?] u. dgl., und während sie als
++Einkäufer+ die ihnen bekannten vielen Proben der Reinheit anwenden,
+schwören sie als +Verkäufer+ auf ihren Kopf, sie hätten von derlei
+Proben noch nie etwas gehört[1043]. -- ~Zosimos~ beschrieb Gewinnung
+und Benützung des Quecksilbers besonders genau, und zwar in einem Werk,
+das er „Buch der Schlüssel“ nannte; denn so wie im „Mysterium der
+neun Buchstaben König ~Salomons~“ der Schlüssel alles Sichtbaren und
+der ganzen Welt steckt, so enthalten auch die verschiedenen Arten des
+Quecksilbers [das wahre und das metallische Arsen] den Schlüssel der
+großen Kunst, da alles Flüchtige zu den Schwefeln gehört, die Schwefel
+aber, wie schon ~Maria~ richtig lehrte, das eigentlich Färbende
+sind[1044].
+
+ ——————————
+
+Ein in den syrischen Manuskripten enthaltener und aus diesen von
+~Berthelot~ ausgewählter „Pharmazeutischer Traktat“, den ~Zosimos~
+gleichfalls der Priesterin und Königin ~Theosebeia~ gewidmet haben
+soll[1045], betrifft hauptsächlich die medizinische Anwendung der
+„nützlichen Stoffe“ und erweist sich für jeden Kenner des ~Dioskurides~
+und ~Galenos~ als bloße Kompilation aus deren Schriften, -- was
+~Berthelot~ später auch selbst zugestand[1046]. Dem ~Galenos~ folgend
+beschreibt der Verfasser die wiederholten Reisen nach Cypern, Syrien,
+den griechischen Inseln, Thrazien, Mazedonien und Italien, auf denen
+er vielerlei Berg- und Hüttenwerke besuchte; der Leiter (ἐπίτροπος)
+der cyprischen Unternehmungen erklärte ihm die Bildung des „Diphryges“
+genannten Rückstandes in den Kupfer- und Kadmia-Öfen, sowie die
+Entstehung des Spodós (σποδός, σπόδιον) und des Pómpholyx [d. i. des
+unreinen schwarzen und des reinen weißen Zinkoxydes][1047], auch
+zeigte er ihm in den Gruben die übereinander liegenden Schichten der
+Substanzen Sory, Chalketárin, und Misy oder schwarzen Vitriol, die
+alle sehr nahe verwandt sind und allmählich ineinander übergehen,
+was sowohl in den Gruben geschah, als auch beim Aufbewahren der
+mitgenommenen Vorräte[1048]. Von sonstigen Heilstoffen gedenkt er noch
+der kimolischen und samischen Erde[1049], der lemnischen Siegelerde [=
+terra sigillata], die eine Priesterin unter Geboten aus dem roten Ton
+formte und stempelte, -- jedoch ohne Beigabe des ehemals gebräuchlichen
+Ziegen- oder Bocksblutes[1050] --, des Asphaltes und Bitumens aus
+Palästina[1051], sowie des „gelben Sandes“ [Auripigments] vom Berge
+Bagavana nächst der Stadt Agrata in Armenien, armenisch Zarnika oder
+Zarnia geheißen[1052].
+
+
+
+
+6. Pelagios, Pibêchios, Heliodoros, Synesios.
+
+(4. Jahrhundert.)
+
+
+a) Pelagios.
+
+Die Lebenszeit des „Philosophen“ ~Pelagios~ ist nicht genau bekannt,
+kann aber keinesfalls, wie ~Kopp~[1053] ursprünglich glaubte, schon
++vor+ jene des ~Zosimos~, und auch nicht, wie nachher ~Berthelot~[1054]
+behauptete, bereits in das 1. oder 2. Jahrhundert fallen, denn ~Kopp~
+selbst hat später ermittelt[1055], daß ~Pelagios~ sich auf ~Zosimos~
+beruft, während +ihn+ hinwiederum zuerst ~Olympiodoros~ zitiert, der
+um 425 schrieb; ~Pelagios~ dürfte also in die zweite Hälfte des 4.
+Jahrhunderts zu versetzen sein. Sein Werk führt den Titel „Über die
+göttliche und heilige Kunst“ (θεῖα καὶ ἱερὰ τέχνη), wurde zuerst 1573
+von ~Pizzimenti~ als Teil III („De arte magna“) seiner weiter oben
+angeführten Schrift ins Lateinische übersetzt (sehr mangelhaft!) und
+liegt nur in sehr schlechter Erhaltung vor, erfüllt von zahlreichen und
+dunklen Interpolationen[1056].
+
+Auszugehen ist beim großen Werke vom χαλκός (Chalkós)[1057],
+worunter man entweder Kupfer versteht oder Pyrit, der ebenfalls
+von sehr verbrennlicher Natur ist; doch nennt man χαλκὸν πυρίτην,
+Chalkopyrit, auch das mit Schwefel vorbehandelte Blei[1058]. Die
+nächsten Aufgaben sind, das Kupfer von seinen erdigen Bestandteilen,
+seiner materiellen Grobheit (παχύτης) zu befreien und es pneumatisch
+(πνευματικός) zu machen, weiterhin aber die richtige Veränderung
+seiner Färbung und damit die seiner Qualität (ποιότης, Poiótes) zu
+bewirken; das geschieht vermöge der von den Alten erfundenen βαφικὴ
+τέχνη (Färbekunst) und χρυσοβαφή (Färbung zu Gold), die bewirkt, daß
+sich das Kupfer, ähnlich wie ein wohlgepflegter, mit reichlichem
+Wasser begossener Baum in feuchter warmer Luft, freudig entwickelt,
+„gärt“ und zuletzt jene Blüten und Früchte trägt, die schon
+~Demokritos~ zu rühmen wußte[1059]. Von den sechs Operationen, deren
+sich die Färbekunst bedient, ist die erste die Schwärzung, bei der
+es gilt, eine vollkommen schwarze (πάνυ μέλαν), dem γραφικὸν μέλαν
+(Schreiberschwärze = Ruß) gleichende Masse herzustellen[1060]; diese
+wird dann, unter Digestion im Dünger, der Aufhellung (Verdünnung),
+Weißung, Gilbung, Rötung (Iosis), und Bleichung (Exiosis) unterworfen,
+u. a. mit Hilfe des göttlichen Wassers, das bei der Projektion auf
+Kupfer, je nach den Umständen, bald weißes Silber, bald rotes oder
+gelbes Gold erzeugt[1061], sowie des „weißen Essigs“ und des „Essigs
+aus Geranium“ (Decknamen?)[1062]. Nach Art einer wahren Schöpfung
+(δημουργία, Demurgía) erfolgt auch die von ~Demokritos~ gepriesene
+Umwandlung der σώματα (Sómata, Körper = Metalle) in πνεύματα (Pneumata)
+durch das Xérion, das, wie ~Zosimos~ lehrte, selbst pneumatischer
+Natur ist[1063]; es stellt ein äußerst feines Pulver dar und führt das
+Kupfer in prächtiges Gold über, „rot wie Blut“, auch κινναβάρις τῶν
+φιλοσόφων (Zinnober der Philosophen) geheißen[1064]; man verstärkt es
+durch Beifügung von etwas natürlichem Gold, das eine Gärung bewirkt
+wie Hefe im Bäckerteig, und mehr Gold so ergibt, wie aus Getreidesamen
+mehr Getreide wird[1065]. Außerdem kann man auch noch göttliches
+Wasser zusetzen, das die „Farben“ nach Art einer Beize abtönt, und sie
+zugleich „scharf“ und gehörig in die Tiefe eindringend macht; dies
+wußte schon ~Demokritos~[1066].
+
+
+b) Pibêchios.
+
+~Pibêchios~[1067] [äg. = der Sperber des ~Horus~; s. den ~Apollo
+Bechis~, = „~Horus~ den Sperber“, bei ~Plinius~, lib. 30, cap. 2, in
+des ~Apuleius~ „Magia“, cap. 90, und im Teil V des Leidener Papyrus]
+soll im 4. Jahrhundert zu Alexandria gelebt und ein „Buch von den
+Steinen“ geschrieben haben, aus dem eine Stelle zitiert wird, der
+gemäß er sich beim Zerkochen und Verbrennen gewisser Materialien des
+Bocksblutes (αἷμα τράγου) bedient habe[1068]. Seine Arbeiten betrafen
+die Darstellung und Anwendung des göttlichen Wassers[1069], vor allem
+aber die des Quecksilbers, das nach ihm die größte Affinität zu
+allen Stoffen besitzt[1070], so daß sämtliche Substanzen Quecksilber
+enthalten und aus ihm bestehen[1071]. Nach Angabe der syrischen
+Manuskripte schrie ~Pibêchios~ auf allen Märkten aus: „Sämtliche Körper
+sind Quecksilber, sämtliche Körper enthalten Quecksilber! Wenn Du es
+ausziehst und fixierst, so erhältst Du das Gesuchte! Dies ist das
+enthüllte Geheimnis![1072]“
+
+Die syrischen Manuskripte berichten auch über einen Brief[1073], in dem
+~Pibêchios~ dem Philosophen und Magier ~Osron~ in Persien mitteilt,
+er habe in Ägypten, in einem Verstecke, die göttlichen Schriften des
+großen ~Ostanes~ gefunden, vereinigt in einem „Krone“ betitelten Buche,
+das ihm aber, weil in persischer Sprache abgefaßt, unverständlich sei,
+weshalb er um eine Übersetzung bitte. Aus ~Osrons~ Antwort und einer
+weiteren Erwiderung des ~Pibêchios~ ist zu ersehen, daß die „Krone“ in
+365 Abteilungen „die ganze Kunst“ enthielt, nämlich die Astrologie und
+Astronomie, die Philologie und Philosophie [hier wohl = Kunde von den
+„rechten Worten“, d. i. von den Beschwörungsformeln], die Vorschriften
+betreff der Opfer und Mysterien, die Magie, sowie die Herstellung von
+Edelmetallen, Edelsteinen und Purpur oder anderen kostbaren Farbstoffen
+[d. i. die Chemie]. Nunmehr studierten und kommentierten die
+zusammenberufenen Kunstbeflissenen Ägyptens diese Schrift, entzifferten
+mit ihrer Hilfe auch die heiligen Säulen des ~Hermes~, und teilten ihre
+Befunde dem Könige[1074] mit; teils durch ihn selbst, teils durch die
+Priester und Philosophen, wurde darauf die göttliche und unerzählbare
+Kunst auf sieben Säulen niedergeschrieben. Diese befahl der König in
+einem Geheimbaue aufzustellen, der auch mit symbolischen Bildern [=
+Hieroglyphen] und einem sich selbst in den Schwanz beißenden Drachen
+geschmückt wurde; er verschloß ihn durch sieben Türen und gab Auftrag,
+sie nur Edlen und Eingeweihten zu öffnen, die göttlichen Mysterien
+jedoch allein dem Kreise der Nachfolger des großen Meisters kund zu
+tun; die Priester versiegelten sodann den geheimen Bau und reisten ein
+jeder wieder nach Hause. Die sieben Türen aber bestanden nach Einigen
+aus Blei, Elektron, Eisen, Gold für die Sonne, Kupfer für ~Kronos~,
+Zinn für ~Hermes~, und Silber für den Mond, nach anderen hingegen aus
+Blei für ~Kronos~, Elektron für ~Zeus~, Eisen für ~Ares~, Gold für
+~Helios~, Kupfer für ~Aphrodite~, Zinn für ~Hermes~ und Silber für
+~Selene~. [Auf diese Beziehungen wird weiter unten noch zurückzukommen
+sein.]
+
+
+c) Heliodoros.
+
+~Heliodoros~, der nicht näher bekannte, christliche Verfasser eines
+dem Kaiser ~Theodosios~ gewidmeten Gedichtes „Über die mystische Kunst
+der Philosophen“, soll im 4. Jahrhundert gelebt haben, was zutreffen
+kann, falls es sich um ~Theodosios I.~ (379-395) handelt[1075]; das
+in verschiedenen Fassungen vorliegende und auch öfter ins Lateinische
+übersetzte Gedicht zählt etwa 270 jambische (sog. politische =
+volkstümliche) Verse und ist ebenso schlecht und nachlässig betreff
+der Form, wie leer und dunkel hinsichtlich des Inhaltes, der übrigens
+nirgends über die allergewöhnlichsten alchemistischen Redensarten
+hinausgeht. ~Borrichius~, der es in einem äußerst seltenen, 1696 aus
+seinem Nachlasse herausgegebenen Werke bespricht[1076], sagt nicht mit
+Unrecht, wer daraus klug werden wolle, möge sich einen ~Oedipus~ zur
+Stelle schaffen.
+
+
+d) Synesios.
+
+Den älteren alchemistischen Werken erstanden, infolge ihrer
+Schwerverständlichkeit und Unklarheit, alsbald Kommentatoren, deren
+oft entstellende und zuweilen sogar fälschende Tätigkeit zwar schon
+~Zosimos~ tadelt, die aber immerhin noch wirkliche Sachkenntnis
+besaßen, und vermöge dieser hoch über ihren späteren byzantinischen
+Nachfolgern stehen, bei denen tote Buchgelehrsamkeit die Stelle
+der völlig fehlenden lebendigen Anschauung vertreten soll. Der
+wichtigste jener Kommentatoren ist ~Synesios~, den man bis vor nicht
+allzulanger Zeit meist für identisch mit ~Synesios von Ptolemaïs~
+hielt. Letzterer, der Sprößling eines vornehmen Geschlechtes der
+Provinz Kyrene und Schüler der berühmten alexandrinischen Philosophin
+~Hypatia~ (an die er das bekannte Schreiben betreff der Herstellung
+eines Aräometers richtete), bekleidete seit 410, trotz seines nur
+sehr oberflächlichen Bekenntnisses zum Christentum, das Amt eines
+Bischofes zu Ptolemaïs in der Kyrenaïka, woselbst er schon 415, erst
+im 46. Lebensjahre stehend, einer schweren Krankheit erlag; er war ein
+hochgebildeter Mann und verfaßte zahlreiche, zum Teil noch erhaltene
+Schriften und Briefe über astronomische, philosophische und religiöse
+Gegenstände, sowie eine Anzahl Hymnen gnostischer Richtung, in denen
+er, dem Zeitgeiste entsprechend, hellenistische, orientalische,
+ägyptische, jüdische und christliche Ideen zu vereinigen suchte[1077].
+
+Die unter dem Namen des ~Synesios~ überlieferte (unvollendete)
+Abhandlung chemischen Inhaltes findet sich in den Codices der eben
+erwähnten Werke nicht vor, und da der Bischof ~Synesios~ erst 379
+geboren wurde, der in Form eines Dialoges eingekleidete, „mit Hilfe
+Gottes“ (θεοῦ συνεργείᾳ) unternommene „Kommentar zu ~Demokritos~“
+aber vor 390 vollendet sein muß, -- da er dem ~Dioskoros~ zugeeignet
+ist, „dem Oberpriester des Serapis-Tempels zu Alexandria“,
+welches Heiligtum um 390 zerstört wurde --, so kann er unmöglich
+vom Bischofe ~Synesios~ herrühren, sondern ist jedenfalls einem
+seiner gleichnamigen Zeitgenossen zuzuschreiben[1078]. Seine erste
+Veröffentlichung (in schlechter lateinischer Übersetzung) erfolgte 1573
+durch ~Pizzimenti~, in dessen Werk er den zweiten Abschnitt bildet;
+die ziemlich zahlreichen griechischen Handschriften weisen Spuren
+später Umarbeitungen und verschiedene Lücken auf, stimmen in vielen
+Einzelnheiten nicht überein, und enthalten sprachlich und sachlich so
+viel allegorisch Dunkles und Unverständliches, daß die wiederholten
+Mahnungen des ~Synesios~, ~Dioskoros~ möge doch genauer aufmerken
+und seinen Verstand etwas mehr anstrengen, durchaus gerechtfertigt
+erscheinen[1079].
+
+~Synesios~ erwähnt, daß sich ~Demokritos~ jener persischen Methoden
+bediente, die er von ~Ostanes~ erlernte, dem Verkündiger der großen
+Wahrheit „Die Natur freut sich an der Natur, usf.“[1080]. Die Natur der
+Stoffe ist in ihrem Inneren verborgen (ἡ φύσις ἔνδον κέκρυπται), und
+es ist erforderlich sie herauszukehren (φέρειν ἔξω)[1081], was durch
+das Werk (πρᾶγμα, Prágma) geschieht, indem man erst eine Verflüssigung,
+dann aber wieder eine Festigung und Fixierung der Substanzen
+herbeiführt[1082]. Zur ersteren bedient man sich u. a. der Lösungen und
+Schmelzen (ὕδατα) von Nitron (νίτρον), Weinstein (φέκλη]) und anderen
+Pflanzenaschen (σποδοκράμβη; wörtlich: verbrannter Kohl)[1083], --
+also der Alkalien --, während die Festigung durch ἐξηδάτωσις erfolgt,
+d. h. durch Entwässerung und Austreibung der flüssigen Teile[1084].
+Die Fixation endlich erfordert die Beigabe gewisser Zusätze, die
+bald „Metalloíosis“, d. i. Transmutation, bald „Metalleúosis“, d. i.
+Metallisierung [zu Edelmetall] bewirken[1085]; sie bestehen aus
+Schwefel, Auripigment [ἀρσενικὸν ξανθόν = gelbem Arsen], göttlichem
+Wasser, oder jenen beiden Quecksilbern, die nach ~Hermes~ „Zweierlei
+sind und doch nur Eines“, dem Weißenden aus Arsen und dem Gilbenden aus
+Zinnober[1086]. Mit Recht behauptete ~Pibêchios~, daß das Quecksilber
+die größte Affinität zu allen Körpern habe: denn tatsächlich zieht
+es alles an sich, nimmt die Psychen und Pneumata, aber auch die
+Hylen beliebiger Stoffe ganz ebenso in sich auf, wie Wachs beliebige
+Farben, digeriert und kocht sie zurecht, fixiert sich samt ihnen
+auf den Metallen der Tetrasomie, denen es die „Substanzen“ der
+Trockenheit und der richtigen [z. B. gelben] Farbe zuführt[1087], und
+geht mit ihnen unter Veränderung seiner eigenen Natur eine unlösbare
+Verbindung ein; es vermag die „Form und Gestalt“ aller Substanzen
+anzunehmen und bildet demgemäß ihre nur dem Anscheine nach fortwährend
+wechselnde, in Wirklichkeit aber stets gleichbleibende und beharrende,
+einheitliche Grundlage[1088], [d. i. die Materia prima, der „Mercurius
+philosophorum“ der späteren Alchemisten].
+
+Die Umwandlung der Metalle, die Diplosis, durch die man auch unedle
+Metalle in die nächstverwandten edleren überführt[1089], die
+Gewinnung der flüchtigen Geister und „Blüten“ aus pflanzlichen und
+in analoger Weise aus mineralischen Stoffen[1090], usw., erfordern
+eine Anzahl besonderer Vorrichtungen, z. B. die verschiedenen Arten
+der Kerotakis, der Thermospodien (Aschenbäder), in denen man die
+Erwärmung und Calcinierung, sowie die Wiederbelebung des Calcinierten
+durch den Einfluß der Wärme (ἀναζωπύρησις) vornimmt[1091], sowie der
+Destillations-Apparate[1092]. Bei den guten Apparaten dieser Art trägt
+[laut beigefügter Abbildung] ein Dreifuß das Gefäß (λέβης), in dem
+mittels Asche der Kolben (βοτάριον, λωπάς) vorsichtig erhitzt wird,
+die Dünste aber steigen aus ihm durch ein dicht eingepaßtes Rohr in
+den metallenen oder gläsernen Helm (φιάλη, χαλκεῖον), der die Gestalt
+eines Kopfes oder auch einer weiblichen Brust (μαστάριον) besitzt; das
+Rohr tritt von unten genau in der Mitte des ziemlich flachen Bodens
+(über den es ein wenig hochgeführt wird) in diesen Aufsatz ein, die
+Dünste verdichten sich rasch an der großen gewölbten Oberfläche, das
+Verflüssigte sammelt sich auf dem Boden und fließt durch ein seitliches
+Ansatzrohr in das Sammelgefäß (δοχεῖον) ab. -- Unverkennbar ist
+dieser Beschreibung nach der Fortschritt von der rohen Destillation
+oder vielmehr Sublimation zu Zeiten des ~Plinius~ und ~Dioskurides~
+bis zum Gebrauche eines mit Tubulus und seitlichem Abfluß versehenen
+Kondensationshelmes bei ~Synesios~.
+
+
+
+
+7. Olympiodoros.
+
+(5. Jahrhundert.)
+
+
+~Olympiodoros~[1093], der als Gesandter des Kaisers ~Honorius~ 412
+den Hof des ~Attila~ besuchte und um 425 eine Geschichte seiner
+Zeit niederschrieb, gilt auch als Verfasser der Abhandlung „Der
+alexandrinische Philosoph ~Olympiodoros~ über ~Zosimos~, ~Hermes~
+und die Philosophen“[1094]. Nach dem Sammelwerke des byzantinischen
+Patriarchen ~Photios~ (gegen 875) war er hervorragend als ποιητής
+(Poietés = Macher, operator), wobei übrigens daran zu erinnern ist, daß
+ποίησις (Poíesis) nicht nur das große Werk (μέγα ἔργον) bezeichnet,
+sondern in Papyrus-Urkunden auch die Magie überhaupt[1095]; indes
+verrät sein umfangreiches aber inhaltsarmes, wirres und schwülstiges
+Buch, mindestens in der uns vorliegenden vielfach umgearbeiteten
+Gestalt, keine selbständigen praktischen Kenntnisse, vielmehr ergeht
+sich die Darstellung, die tiefgehende Spuren gnostischer Einflüsse
+zeigt[1096], wesentlich in Betrachtungen allgemeiner Art, sowie in
+Berichten über die Tätigkeit früherer Vorgänger, -- die, soweit
+sie schon weiter oben herangezogen wurden, hier einer nochmaligen
+Besprechung nicht bedürfen.
+
+Zu jenen Vorgängern, den „Alten“, zählen u. a. ~Platon~ und
+~Aristoteles~, ~Hermes~ und ~Zosimos~, sowie noch manche andere unter
+den Naturforschern oder Physikern (τινὲς φυσικῶν φιλοσόφων) und
+„unseren Philosophen“ (ἡμετέροι φιλόσοφοι)[1097]; ihre zahlreichen
+Bücher, die sich in der Bibliothek der Ptolemäer befinden[1098],
+sind aber in Allegorien abgefaßt[1099], sie sprachen μυστικῶς
+(mystisch)[1100], und ihre Worte haben daher einen doppelten
+Sinn, einen scheinbaren offenliegenden und einen eigentlichen
+verhüllten[1101], den nur die Eingeweihten zu verstehen vermögen.
+In den Schriften der wahren ägyptischen Altmeister oder „Propheten“
+[= Priester gewisser Klassen][1102] werden sogar zumeist allein
+die Theorien (δόξαι, Lehren, Meinungen) behandelt, die praktischen
+Anweisungen (ἔργα, Werke, Ausführungen) jedoch verschwiegen[1103]; nach
+den Angaben dieser Meister ist der Erfolg abhängig von der genauen
+Einhaltung ganz bestimmter Handlungen und Worte, die sie entsprechend
+den Regeln der Magie ritualisierten (ἱεράτευσαν)[1104]; denn
+ausschließlich mit Hilfe dieser Magie [d. h. des magischen Rituals]
+erlangt man die Mitwirkung der Natur, die mehr vermag als die bloße
+Bemühung des Menschen, und ausschließlich durch sie überwindet man auch
+den Einfluß der Dämonen, z. B. des ~Ophiuchos~[1105], deren Neid und
+Bosheit die größten Schwierigkeiten entfließen [1106].
+
+Das Geheimwissen von der Herstellung des Silbers und Goldes aus unedlem
+Metall, besonders aus Kupfer, heißt ἔργον τοῦ χαλκοῦ = Bearbeitung
+des Kupfers, ἐργασία = Ergasia oder Werk, μεγάλη θεραπεία = große
+Therapie, τέχνη τῆς χυμείας = Téchne oder Kunst der Chemie[1107]. Die
+Ausübung dieser Techne erfordert Verständnis und Übung, weil allein
+Erfahrung die große Meisterin ist[1108], ferner aber auch Kenntnis der
+richtigen Augenblicke und günstigen Epochen[1109]. Die eigentliche
+Zeit für das „Werk“ ist der Monat Pharmuthi, der Monat der Philosophen
+[mensis philosophicus][1110]; in ihm [im März-April] unterwirft man
+die fest in Leinenbinden eingewickelten Rohmetalle erst der Tarichéia
+(= Einsalzung, Räucherung, Schwelung, Maceration) mittels allerlei
+schwefelhaltiger Zutaten und sodann der Kochung im „Meerwasser“, wobei
+sie sich aufblähen und „wachsen“ wie Pflanzen (βοτάναι)[1111]. Ziel
+der Techne, „um das allein es sich handelt“, ist die Vereinigung des
+Männlichen und Weiblichen[1112]. Schon unter den Elementen sind Feuer
+und Luft männlichen Charakters (ἄρρην, Arren) und aufwärtssteigend
+(ἀνωφερής), Wasser und Erde aber weiblichen und niedersinkend
+(κατωφερής), während das Quecksilber, seiner Natur als Zwitter gemäß,
+bald ἄνω, bald κάτω strebt, bald nach oben, bald nach unten[1113]; beim
+„Werke“ aber hat man das Männliche und Weibliche in seiner lautersten
+und wirksamsten Gestalt zu vereinigen, das Rote, ~Adam~, das männliche
+Sperma (σπέρμα ἄρρενος = Samen des Mannes oder des ἀρσενικόν, des
+Arsens), von den Späteren auch Feuer, Schwefel, Seele geheißen[1114],
+mit dem Weißen, der reinen unberührten Jungfernerde[1115] (παρθένος
+γῆ; Deckname „Urin der Jungfern“), von den Späteren auch ~Eva~,
+Materia prima, Quecksilber, Geist genannt: indem das Männliche, der
+χρυσόλιθος (Chrysólithos = golderzeugender Stein) sich dem Weiblichen,
+dem göttlichen Wasser, dem Safte (χυλός) oder der Brühe Ägyptens und
+Cyperns [= der Kupferschmelze] zugesellt, bewirkt es Zeugung (τίκτει),
+und es entsteht Gold[1116].
+
+Die Möglichkeit dieser Umwandlung und mit ihr die der ganzen Techne
+beruht in letzter Linie darauf, daß allem Bestehenden ein gemeinsames
+Prinzip [die Materia prima] zugrunde liegt, das universeller ist
+als die einzelnen Elemente (στοιχεῖα, Stoicheía), das daher unter
+geeigneten Umständen in alle Stoffe übergehen, aber sich auch aus
+ihnen zurückbilden kann, und das die beharrende Unterlage von Anfang
+und Ende des großen Werkes bildet; sein Symbol bezeichneten daher
+~Agathodaimon~ und ~Chimes~ mit Recht als identisch mit dem der ganzen,
+gleichfalls in endlosem Kreislaufe begriffenen Welt, d. i. mit dem
+Drachen ~Uroboros~, oder mit dem philosophischen Ei, dem ἔν τὸ πᾶν
+(Eines in Allem; Alles in Einem)[1117]. Die nämlichen Philosophen,
+sowie auch ~Hermes~, ~Maria~ und ~Zosimos~, lehrten auch richtig,
+daß das πᾶν (= Alles) gegeben sei in unserem Blei, dieser Grundsubstanz
+des Silbers und Goldes, diesem philosophischen Ei, das die vier
+Elemente zur Einheit verbunden enthält, τὰ δε τέσσαρα ἕν[1118]; dieses
+„unser Blei“ (μόλυβδος ἡμέτερος) oder „schwarzes Blei“ (μόλυβδος
+μέλας), das bereits ~Demokritos~ aus Bleiglätte oder aus Stimmi
+darzustellen empfahl[1119], wünschten die ägyptischen Propheten zu
+gestalten, zu realisieren und zu besitzen[1120]. Das natürliche
+gemeine Blei (μόλυβδος κοινός) +ist+ schon schwarz, unser Blei aber
++wird+ erst schwarz im Laufe des Werkes und ergibt dabei den ζωμὸς
+μέλας, jene schwarze Brühe (Schmelze), die ebenso unentbehrlich ist
+zur anfänglichen Mélansis (Schwärzung) wie zur späteren Diplosis: so
+erweist es sich als den Schlüssel der Theorie und Praxis, als den
+eigentlichen Inhalt der tausend Geheimnisse und tausend Bücher, als das
+„seit Äonen Gesuchte“[1121]; es ist die Substanz, „die alles annimmt“,
+die in alles übergeht[1122], die das Wesen aller Metalle bildet [d. h.
+ihre Materia prima, als die anfangs Blei, später Quecksilber galt],
+die das Weiße, Gelbe, Rote und Schwarze in sich hat [d. i. Bleiweiß,
+Bleiglätte, Mennige und Schwefelblei][1123], die die Eigenschaften
+des Fest- und Flüssigseins besitzt, und deren wertlose und verachtete
+Schlacken, auch „Asche der ~Maria~“ geheißen[1124], jenen gleichen,
+die beim Schmelzen des Goldes entstehen [wohl bei der Kuppelation mit
+Bleiglätte][1125]. So bildet es tatsächlich das Fundament der Téchne
+(τέχνη), und wahr bleibt was die Alten und was ~Zosimos~ von ihm
+verkündigen: „alles läuft auf das Blei hinaus, das Blei ist unsere
+Magnesia“[1126].
+
+Man nennt das Blei auch „Grab des ~Osiris~“, d. i. eine Mumie, fest
+in ihre Binden gewickelt, die nur das Antlitz sichtbar lassen; auch
+betrachtet man ~Osiris~ [jedenfalls weil seine Neubelebung zur Zeit
+der Nilschwelle geschah] als Prinzip der ὑγρὰ οὐσία, des Flüssigseins
+(Schmelzens)[1127]; doch versteht man zuweilen unter „unserem Blei“
+auch den Schwefel, und in diesem Sinne heißt es „Ὄσιρίς ἐστιν
+μόλυβδος καὶ θεῖον“, „~Osiris~ ist das Blei und der Schwefel“[1128].
+-- [Das „tertium comparationis“ bei dieser bisher allen Erklärern
+völlig rätselhaft gebliebenen Gleichsetzung ist offenbar die leichte
+Schmelzbarkeit: in der Tat nennt der Text des Pariser Manuskriptes
+2327, dessen Abschrift nach ~Berthelot~ 1478 vollendet wurde[1129],
+sowohl Blei wie Schwefel αὐτόρρυτος = „von selbst fließend“[1130] und
+gibt für beide das nämliche Zeichen [Symbol] an[1131], zugehörend dem
+Typus der „Artabe“, eines vielgebrauchten und oft abgebildeten[1132]
+ägyptischen Hohl- und Flüssigkeits-Maßes, und das Ausgießen eines
+solchen Gefäßes versinnlichend.]
+
+Das Schwarze, das eine wahre Farbe ist und daher auch mehrere Abarten
+hat, und das Weiße, das eigentlich keine wirkliche Farbe vorstellt,
+gleichen der Pupille (κόρη, Kóre) des menschlichen Auges, oder auch dem
+Regenbogen (ἶρις, Iris) des Himmels, denn nach ~Hermes~ ist der Mensch
+ein Mikrokosmos und besitzt alles das ebenfalls, was dem Makrokosmos
+zukommt[1133]. In der „feurigen Sphäre“ nun [d. h. beim Erhitzen
+oder Schmelzen] zeigt sich das „Schwarze“, „die schwarze Flüssigkeit
+unseres Bleies“, als fähig Fixation zu bewirken: durch seine Schwere
+zieht es eine „Seele“ zu sich herab, und hierin besteht das große
+Mysterium[1134]. Die ihrer +ursprünglichen+ Seele (ψυχή) verlustig
+gegangenen Metalle werden nämlich einer +neuen+ teilhaftig durch das
+Pneuma, das ihnen zugleich als πνεῦμα βαπτικόν (färbendes Pneuma) neue
+Farben und Eigenschaften zuführt[1135] und so ihre Natur in die des
+Silbers und „roten Blutes“ (= Goldes) umwandelt[1136], nicht anders,
+als wie die „große Medizin“ (μεγάλη θεραπεία) aus dem kranken und
+bleichen Blute das gesunde und rote hervorgehen läßt[1137].
+
+Die Kunst (τέχνη, Techne), vermöge deren man aus unserem Blei Gold in
+ähnlicher Art gewinnt, wie es in Äthiopien Ameisen aus den Bergwerken
+fördern und an das Tageslicht schleppen[1138], schufen die „Alten“,
+indem sie ursprünglich Erden, Mineralien und Rohmetalle mit den an
+Pneuma reichen Säften der βοτάναι (Botánai) zusammenbrachten, also
+mit jenen der Kräuter, Früchte, frischen oder getrockneten Hölzer
+usf.[1139]; später benützten sie auch andere pneumatische Stoffe, z. B.
+den λιθάργυρος (Lithárgyros = silbererzeugenden Stein), dessen Namen
+das rätselhafte Wort mit den vier Silben und neun Buchstaben [s. das
+Rätsel des ~Agathodaimon~] in sich schließt[1140]. Die Übertragung
+des Pneumas geschieht durch Projizieren (ἐπιβάλλειν = Einwerfen) des
+Streupulvers oder Xerions: das (weiße) Arsenikon z. B. weißt hierbei
+das Kupfer und ergibt, namentlich bei Zusatz von etwas fertigem
+Silber, sehr schönes „Asem“ [hier = Silber][1141], während das (gelbe)
+Arsenikon Gold hervorbringt und dabei selbst zu Gold wird[1142].
+
+Von Chemikalien erwähnt ~Olympiodoros~ in erster Linie den Schwefel
+(θεῖον, Theíon), der ein „Prinzip der Dinge“ und von so unendlicher
+Macht ist, daß niemand seine Wirkungen aufzuzählen vermag[1143];
+θεῖα (Theía, Schwefel) heißen aber auch alle die mit ihm verwandten
+Substanzen[1144] und alle die, aus denen man ebenfalls das göttliche
+Wasser herstellt, τὴν ἐμὴν δρόσον (meinen Tau), τὸ ἀέριον ὕδωρ (das
+luftartige, ätherische Wasser)[1145]. Die Wichtigste unter diesen ist
+das Arsenikon [= Arsenigsäure], auch στυπτηρία λευκή = weißer Alaun
+geheißen[1146], eine weiße, im Feuer sehr flüchtige Masse[1147], die
+man durch Rösten von Auripigment und Kobathia [Realgar] und durch
+Sublimieren des hierbei entstehenden Rauches (αἰθάλη) gewinnt, und
+deren Vermögen, die Magnesia zu weißen, sie zu dem hervorragendsten
+Mittel und zu der wichtigsten Grundlage der ganzen Techne macht[1148].
+-- Als ψάμμοι (Psámmoi, eigentlich Sande, Mineralien) faßt
+~Olympiodoros~ „nach dem Gebrauche der Alten“ die sieben Metalle
+zusammen (τὰ ἑπτὰ μέταλλα)[1149]; das „Blei“ aus Bleiglätte und aus
+Stimmi [d. i. Antimonsulfid] sieht auch er als identisch an[1150];
+Aphronitron (Schaumnitron) erwähnt er als Flußmittel[1151], und es
+ist bekannt, daß z. B. das „künstliche Blau“ (κύανος σκευαστός)
+des ~Theophrast~ und das „alexandrinische Blau“ des ~Vitruv~ durch
+Zusammenschmelzen von Sand, Nitron und kupferhaltigen Zutaten gewonnen
+wurden[1152].
+
+Über die benützten Apparate spricht sich ~Olympiodoros~ nur flüchtig
+aus; u. a. erwähnt er das von ~Afrikanos~ erdachte gläserne Gefäß zur
+Sublimation von Arsenigsäure[1153], sowie einen Ofen (καμίνιον, Kamin)
+zur Herstellung von „Smaragd“ [= grünem Glas] unter Beimischung von
+„Kupfer-Arsen“[1154].
+
+
+
+
+8. Philosophus Christianus, Stephanos; Herakleios, Justinianus;
+Philosophus Anonymus; Pappos, Kosmas; Theophrastos, Hierotheos,
+Archelaos; Salmanas, Psellos, Nikephoros.
+
+(6. Jahrhundert und später.)
+
+
+a) Philosophus Christianus.
+
+Der umfangreiche, aus vielen oft kaum zusammenhängenden Absätzen
+bestehende „Kommentar“ des nicht näher bekannten ~Philosophus
+Christianus~, nach ~Berthelot~[1155] im 6. Jahrhundert abgefaßt, nach
+~Kopp~[1156] vielleicht erst im 7., oder einem noch späteren, geht
+zum großen Teile auf gute alte Quellen oder aus diesen kompilierte
+Schriften des 5. und 6. Jahrhunderts zurück; so wie er gegenwärtig
+vorliegt, weist er aber eine Unzahl späterer und ganz später (in
+einzelnen Fällen erst dem 13., ja 14. Jahrhundert entstammender)
+Erklärungen und Zusätze, Abänderungen und Einschiebsel auf, deren
+zweifelhafter Sinn und unklarer Inhalt sein Verständnis in hohem Grade
+erschwert, oder auch ganz unmöglich macht.
+
+Der Verfasser, der diese Dunkelheit wohl selbst bemerkte, entschuldigt
+sie damit, daß schon die Schriften der Alten sehr schwierig zu deuten
+und infolge der Symbolik von Namen und Vorschriften rätselhaft
+seien[1157]; auch hätten die „ägyptischen Philosophen“ manche der
+Anweisungen entweder selbst nicht recht gekannt, oder sie aus Neid
+und Eifersucht geheimgehalten, oder endlich sie wenigstens hinter
+doppelsinnigen Bezeichnungen versteckt, wie „göttliches Wasser“ und
+„Arsenikon“[1158], über die erst ~Petesis~ (~Petasios~) mit einer
+gewissen, freilich nicht völligen Offenheit sprach und zugleich die
+Mengenverhältnisse bei ihrer Bereitung und Anwendung erörterte[1159].
+
+Auf die wichtigeren Zitate des ~Philosophus Christianus~ aus den
+„Alten“, den früheren Chemikern, ist schon weiter oben bei deren
+Besprechung jedesmal hingewiesen worden; aus Eigenem gibt er so gut wie
+nichts, weshalb es an dieser Stelle genügen mag, seine Äußerungen über
+die Transmutation als Beispiel anzuführen.
+
+Beim Werke, das sowohl vielerlei Apparate erfordert, u. a. solche
+aus Glas von Askalon, als auch vielerlei Zutaten, u. a. κόμμι und
+κολοφωνία [Gummi und Kolophonium, das nach der Stadt Kolophon in
+Kleinasien benannte Harz; Decknamen][1160], erhält man zunächst
+einen schwarzen und unbelebten Niederschlag, μελάνθιον (Melánthion =
+schwarze Blüte, Efflorescenz), der ohne Seele und Geist tot daliegt
+(νεκρός), und dem man neues Leben (βίος) zuführen muß, damit er zur
+ἀργυρο- oder χρυσοζύμη (zur Silber- oder Gold-Hefe)[1161] werde; wie
+die Färber mit [ἄγχουσα (Anchusa) und φῦκος (Fucus)[1162], wie die
+Indigofärber (ἰνδικοβάφοι) mit ihrem „Lack“ (λαχά), den sie zu einer
+klaren und entfärbten Flüssigkeit aufzulösen wissen[1163], so färben
+die Philosophen mit Xerion, dessen Name abgeleitet ist vom Namen der
+analogen trockenen Pulver der Ärzte (ξήρια ιατρικά), und das, als
+eigentlich wirksame Medizin beim großen Werke, zugleich auch die große
+Krankheit der Armut zu heilen vermag[1164].
+
+
+b) Stephanos von Alexandria.
+
+~Stephanos von Alexandria~ war, wie ~Usener~ 1880 nachwies[1165], zur
+Zeit des byzantinischen Kaisers ~Herakleios~ (~Heraklius~), der 610
+bis 641 regierte, einer der „ökumenischen“, d. h. der im kaiserlichen
+Palaste tätigen Meister, und zwar „las“ er, obwohl anscheinend
+Mathematiker von Beruf, über Philosophie, -- ein Kommentar zu
+~Aristoteles~ ist noch erhalten --, Arithmetik, Geometrie, Astronomie
+und Musik, angeblich auch über Astrologie, Chemie usf.[1166].
+Seine in mehreren Handschriften überlieferten chemischen Vorträge
+veröffentlichte zuerst ~Pizzimenti~ in lateinischer (unzuverlässiger)
+Paraphrase als Nr. 4 seines wiederholt genannten Werkes von 1573; das
+griechische Original druckte ~Ideler~ 1841 in den „Physici et medici
+graeci minores“ ab[1167], anscheinend ohne genügende Sichtung der
+Handschriften und auch ohne Beigabe der in Aussicht gestellten Lesarten
+und Erklärungen.
+
+~Usener~ ist der Ansicht, daß ~Stephanos~ die Vorlesungen über
+Astrologie und Chemie nicht wirklich gehalten haben könne; betreff
+der Astrologie[1168] widerstreiten der üblichen Angabe einige
+seiner eigenen Äußerungen, und die Chemie, deren Ausübung Kaiser
+~Diokletian~ in Ägypten untersagt und durch Verbrennung der Schriften
+chemischen Inhaltes unmöglich gemacht hatte[1169], die daher seitdem
+als „verbotene Kunst“ galt, durfte er im kaiserlichen Palaste zu
+Konstantinopel nicht wohl lehren. Auch der Inhalt dieser Vorlesungen
+scheint ~Usener~ dagegen zu sprechen, daß ein Mathematiker von Fach sie
+geschrieben habe, und er neigt daher dazu, sie (und auch einige andere
+Fragmente) als Pseudepigraphen aus späterer Zeit (etwa um 775) zu
+betrachten[1170]. So beachtenswert diese Ansicht auch ist, so scheint
+sie doch noch weiterer Vertiefung zu bedürfen, da das Vorhandensein von
+Widersprüchen bei Kompilatoren von der Art des ~Stephanos~ keineswegs
+vereinzelt dasteht, das Eingreifen des ~Diokletian~ aber wohl kein
+gerade der Chemie so feindliches gewesen ist (s. weiter unten), und
+überdies seither auch mehrere Jahrhunderte vergangen waren; zudem
+soll gerade der Kaiser ~Heraklius~ von besonderer Vorliebe für alle
+Geheimwissenschaften erfüllt gewesen sein[1171].
+
+Das Buch des ~Stephanos~, das sich bei den späteren Alchemisten
+ganz besonderer Wertschätzung erfreute und auch im arabischen
+„Fihrist“ gepriesen wird, vermag indessen solchen hohen Ruf in
+keiner Weise zu rechtfertigen[1172]. Seine neun, stets „σὺν θεῷ“
+(„mit Gott“) überschriebenen Abschnitte oder πράξεις (Práxeis =
+Vorlesungen, Traktate, Handlungen), -- dieses Wort bezeichnet in
+den magischen Schriften und Papyrus-Urkunden namentlich auch die
++Zauber+-Handlungen[1173] --, mag man aufschlagen wo man will, man
+wird allerorten das Nämliche vorfinden: unklare und weitschweifige
+Paraphrasen der „Alten“, die den Mangel jeglicher eigener Sachkenntnis
+und praktischen Erfahrung bezeugen; kritikloses Aufzählen und Rühmen
+der Autoritäten, ihrer Axiome und ihrer Präparate; schwülstige und
+scholastische Darlegungen unverstandener oder halbverstandener
+Theorien; wirre mathematische und astrologische Anspielungen, -- dies
+alles im Gewande hohler, unbestimmter, oft jedes faßbaren Inhaltes
+entbehrender Redensarten und dabei untermischt mit mystischen,
+enthusiastischen und religiösen Anrufungen, Ausrufungen und
+Deklamationen. Das ganze Werk, -- ~Usener~[1174] bezeichnet es als
+Homilie voll geheuchelten, Heidnisches, Mystisches und Christliches
+vermengenden „sacri furoris“ --, bietet ein trauriges Beispiel des
+letzten und völligen Verfalles einer Wissenschaft unter den Händen der
+vielschreibenden byzantinischen Buchgelehrten und Kommentatoren; es
+ist geradezu eine Satire auf das hübsche von ~Stephanos~ irgend einem
+Vorgänger entlehnte Zitat[1175]: „Die Wissenschaft vermag alles; sie
+sieht das Unsichtbare und vollbringt das Unmögliche.“
+
+Genauer auf den Inhalt des Buches einzugehen, -- von dem ~Berthelot~
+übrigens keinen Abdruck, sondern nur einen Auszug gegeben hat[1176]
+--, lohnt dem Vorstehenden zufolge nicht, es wird vielmehr genügen, auf
+einige Hauptpunkte kurz hinzuweisen.
+
+Die alten Chemiker, zu denen u. a. auch ~Platon~ und ~Aristoteles~
+zählen, stellten treffliche Grundsätze auf, wie „ἄνω καὶ κάτω“ (nach
+oben und nach unten) und „Eines ist Alles, Alles ist Eines“[1177],
+erdachten vorzügliche Vergleiche, wie den des großen Werkes mit
+der Schlange ~Uroboros~ und den des menschlichen Kopfes mit einem
+Destillierhelm[1178], und fanden die Bedingungen auf, unter denen das
+große Werk gerät und Gold liefert, das besser und schöner ist als
+das natürliche[1179]. Als Ausgangsmaterial benützten sie entweder
+Kupfer, das wie ein Mensch Körper, Seele und Geist hat[1180], oder
+eine Legierung von vier Körpern (= Metallen), die Magnesia[1181]. Zur
+Einleitung der Umwandlung, die auf einem Herauskehren des Inneren
+beruht, verbrennt man die Rohstoffe erst zu Asche und betrachtet das
+gute Gelingen +dieser+ Arbeit als günstiges Vorzeichen für das der
++gesamten+[1182]; es folgt die Schwärzung, „diese großartige und
+bewunderungswürdige Sepsis [hier = Digestion, Maceration] der ~Isis~“,
+sodann die Weißung, die sich langsam vollzieht wie das Bleichen von
+Geweben, und schließlich die Gilbung[1183]. Diese Operationen erfordern
+die Anwendung von Medizinen und Tinkturen[1184], u. a. des Schwefels,
+des göttlichen Wassers, des Quecksilbers, das flüssig und heiß wie
+Blut ist, sowie des anderen Quecksilbers, das man aus dem „Männlichen“
+(Arsenikon) gewinnt, und dessen Name die Lösung vom Rätsel der neun
+Buchstaben verbirgt[1185]. Wichtiger und mächtiger als diese alle
+ist aber der zauberkräftige Stein [βοτάνη, Botáne, ursprünglich nur
+Zauber+kraut+], den unser Land Äthiopien hervorbringt[1186], der
+„Stein der Weisen“, „Stein der Philosophen“, der auch etesischer Stein
+heißt, der geheim und allbekannt, gemein und kostbar ist, und vermöge
+astrologischer Einflüsse der zwölf Zeichen des Tierkreises aus den
+Naturen und Farben der sieben Planeten hervorgeht[1187]. Er vollzieht
+aber das große Werk, indem er das Männliche mit dem Weiblichen
+vereinigt, also das Aktive mit dem Passiven, das Heiße mit dem Kalten,
+das Rote mit dem Weißen, ~Hermes~ mit der ~Aphrodite~: „kämpfe
+Kupfer! kämpfe Quecksilber!“ In Freuden gesellen sich Männliches und
+Weibliches, denn die Natur erfreut sich an der Natur, es erfolgt
+Zeugung, und das Gezeugte reift binnen 40 Tagen zu Gold[1188].
+
+
+c) Herakleios (Heraklios) und Justinianus.
+
+Mehrere anscheinend verschollene Abhandlungen alchemistischen Inhaltes
+werden dem „König ~Herakleios~“ zugeschrieben[1189], den einige
+Autoren für einen nicht weiter bekannten Chemiker halten, andere aber
+für den byzantinischen Kaiser dieses Namens (610-641), der große
+Vorliebe für die Geheimwissenschaften gezeigt und den ~Stephanos~ als
+Vortragsmeister berufen haben soll; nach dem weiter oben Ausgeführten
+dürfte ihm durch diesen allerdings kaum wesentliche Förderung zuteil
+geworden sein.
+
+Nicht viel mehr ist über die Werke des ~Justinianus~ bekannt[1190],
+die ebenfalls zwar noch in den Inhaltsverzeichnissen gewisser
+Handschriften (z. B. des Codex Marcianus) aufgeführt werden, in deren
+jetzt vorliegenden Texten aber nicht mehr mitenthalten sind; einige
+im „Codex Vossianus“ zu Leiden aufgefundene Bruchstücke handeln von
+den Bestandteilen des philosophischen Eies, und zwar ungefähr in der
+aus den „Praxeis“ des ~Stephanos~ bekannten und auf dessen Zeitalter
+hinweisenden Art.
+
+
+d) Philosophus Anonymus (Anepigraphos).
+
+Dieser byzantinische Sammler ist, da er den ~Stephanos~ zitiert, für
+jünger anzusehen als der ~Philosophus Christianus~, der ~Stephanos~
+nicht oder nur an später Einschiebung verdächtigen Stellen nennt,
+und wird von ~Berthelot~ in das 7. Jahrhundert versetzt[1191], von
+~Kopp~ in das 8.[1192]. Betreff seiner Abhandlung gilt das nämliche
+wie hinsichtlich derer des ~Philosophus Christianus~, einige Hinweise
+werden daher auch hier genügen.
+
+Die genauen und sicheren Vorschriften zur Ausführung des großen
+Werkes gaben die ökumenischen Philosophen und Kommentatoren des
+~Platon~ und ~Aristoteles~, von ~Hermes~ angefangen bis auf den
+großen ~Olympiodoros~ und ~Stephanos~[1193], am gründlichsten aber
+~Demokritos~; die Lehren seiner vier Bücher sind vergleichbar den vier
+Haupt- oder authentischen Tonarten der Musiker, während die Mißerfolge
+und Fehlschläge (νεκρώσεις = Tötungen, Absterben) den Dissonanzen
+und plagalen Schlüssen parallel gehen[1194]. Wesentliche Grundlage
+des großen Werkes ist das Blei, das „etesische Metall“ von an sich
+kalter Natur, das aber in der Wärme leicht flüssig wird, sich mit
+anderen Körpern vereinigt und so die Schmelze ergibt, die, nach den
+Worten μῖξις und μίγνυμι (Mischung, mischen), auch „Magnesia“ genannt
+wird[1195]; weil die Wärme diese Mischung (σύνθημα) „ausbrütet“, heißt
+sie „Ei der Philosophen“, auch besitzt sie die vier Teile, die nach dem
+Philosophen ~Xenokrates~ das Ei aufweisen muß, nämlich Schale, Eihaut,
+Eiweiß und Eigelb[1196]; das Produkt des großen Werkes bezeichnet man
+demgemäß als ὕλη ὀρνιθογονία = das Vogel-Entsprossene, und das im
+Laufe der Arbeit aufsteigende Sublimat als ὄρνις = Vogel, denn als die
+„Eier“ dieses „Vögelchens“ sind eben die seine Entwicklung (γέννησις
+τοῦ ὀρνιθίου) ermöglichenden Bestandteile anzusehen[1197]. Man reinigt
+diese erst durch Taricheia und dann durch Waschen, wobei darauf zu
+achten ist, daß schließlich so wie beim Waschen des Leinenzeugs,
+der Schaum (τὰ σκάμματα) völlig klar abläuft[1198]; die nötigen
+Sublimationen geschehen im δίπλωμα (Díploma = Wasser- oder Aschen-Bad),
+in passenden Gefäßen, oder auch in geraden, teils einfachen teils
+mehrfachen [in- oder übereinander gestellten] Rohren[1199]; die
+schließliche Umwandlung erfolgt durch Projektion (ἐπιβάλλειν)[1200].
+
+
+e) Pappos.
+
+Ein Aufsatz dieses „Philosophen“, der sich außer auf ~Moses~ und
+andere Alte auch auf ~Stephanos~ beruft und deshalb in das 7.
+oder 8. Jahrhundert versetzt wird[1201], bietet inhaltlich nichts
+Bemerkenswertes; eingeleitet wird er von einer Schwurformel, die
+Verwandtschaft mit der von ~Isis~ an ihren Sohn ~Horos~ berichteten
+zeigt und auf die schon bei Besprechung dieser letzteren hingewiesen
+wurde.
+
+
+f) Kosmas.
+
+Diesen Schriftsteller halten nach ~Kopps~ Bericht Einige für vermutlich
+noch dem 7. Jahrhundert angehörig[1202], aller Wahrscheinlichkeit
+nach aber mit Unrecht; zum mindesten zeigen seine Werke, so wie sie
+jetzt vorliegen[1203], die wohlbekannte Beschaffenheit der späteren
+byzantinischen Kompendien, d. h. sie stellen, ohne viel sachliches
+Verständnis, allerlei Auszüge aus ~Zosimos~ und anderen Förderern der
+Chemie (χυμία)[1204] zusammen, knüpfen daran leere und hinfällige
+Betrachtungen, die das stete Sinken des wissenschaftlichen Geistes
+deutlich ersehen lassen, und geben sich nicht einmal äußerlich mehr den
+Anschein, nach Form und Inhalt irgend einem deutlichen und bestimmten
+Ziele zuzustreben. Auf späte Einschiebungen deutet auch das Vorkommen
+verschiedener Bezeichnungen hin, die entweder wie σαλόνιτρον[1205]
+(Salónitron = Salpeter) und τζαπάρικον[1206] (Tzapárikon = Salmiak,
+ursprünglich = Soda, Nitron) Chemikalien betreffen, die den Byzantinern
+vor dem 13. Jahrhundert kaum näher bekannt waren, oder die [was
+sehr charakteristisch ist!] aus lateinischen Worten umgebildet
+sind, wie ῥασούχθη aus „aeramen ustum“ (dem „gebrannten Kupfer“ des
+~Dioskurides~)[1207], oder das eben genannte σαλόνιτρον aus „sal
+nitrum“.
+
+Grundlage der Metallverwandlung, die nur angestrengte Arbeit, nicht
+irgendwelchen Aufwand erfordert, ist auch nach ~Kosmas~ die Magnesia,
+so genannt nach dem Mischen und Legieren der Bestandteile, denn
+sie ist ein bleihaltiges Gemenge (σύγκρασις), eine Vereinigung der
+Substanzen (synousiôsis), die reine und einzig verehrungswürdige
+„Weiße“ (μόνη σεβασμία λευκότης), das weibliche Prinzip, der etesische
+Stein (λίθος αἰτήσιος), der Molybdochalkos des ~Demokritos~ und
+~Olympiodoros~[1208]; auf sie beziehen sich die Worte „wenn nicht
+1 zu 3 würde und 3 zu 1, so wäre das All (τὸ πᾶν) ein Nichts
+(οὐδέν)“[1209]. Man unterwirft die Magnesia erst „zwecks Einwirkung des
+Flüssigen“ der Taricheia[1210] und setzt sie sodann dem zu Fixierenden
+aus[1211], und zwar im „Ei der Philosophen“, -- das hier als ein
+chemischer +Apparat+ auftritt --, bis sich nach 120tägiger Behandlung
+im Pferdedünger die Seele (ψυχή, Psyche) zu entwickeln beginnt[1212].
+Als Xerion dient Quecksilber [hier = Arsen], das man zwischen zwei
+flachen mit Ton und Eiweiß verkitteten Schüsseln sorgfältig sublimiert
+hat[1213]; so erhält man aus dem Kupfer das Silber, „diese σεληναία
+ὕλη“ (dem Mond zugehörige Substanz), und weiterhin aus diesem das
+Gold[1214].
+
+
+g) Theophrastos Christianos, Hierotheos, Archelaos.
+
+Die in jambischen (sog. politischen = volkstümlichen) Versen
+abgefaßten, die heilige Kunst, ἱερὰ τέχνη, betreffenden Gedichte
+dieser Autoren, die ~Kopp~ frühestens in das 8., ~Berthelot~ in das 9.
+Jahrhundert versetzt[1215] und die sich in ~Idelers~ „Physici et medici
+graeci minores“ abgedruckt finden[1216], sind gänzlich verworren,
+inhaltsleer und voll von mystischen, dem ~Stephanos~ entlehnten oder
+nachgebildeten Deklamationen und Anrufungen, die z. B. an einer
+Stelle des ~Theophrastos~ gleich zwanzig aufeinanderfolgende Zeilen
+ausfüllen, deren jede mit einem O! beginnt[1217]. Über den Drachen
+dieses Autors, -- den man 20 Tage im Mist halten soll, bis er seinen
+Schwanz verschlingt, worauf man ihn schlachtet, seine Galle herausnimmt
+und mit ihr weißt und gilbt --, hat sich schon ~Borrichius~ in dem
+weiter oben erwähnten „Conspectus“ lustig gemacht[1218]. Das sonst
+Vorgetragene beschränkt sich auf die gewöhnlichen Redensarten von
+reinem Herzen, von der Gnade Gottes, von den Gebeten und Wohltaten
+„zur Abwendung des Neides“, vom Männlichen und Weiblichen, vom Weißen
+und Gilben des italischen Kupfers und Stimmis[1219], usf., und es ist
+daher ebenso erstaunlich wie bezeichnend, daß gerade diese flachen und
+abgeschmackten Gedichte seitens der Nachwelt andauernd hoch in Ehren
+gehalten und als besonders wertvoll angesehen wurden[1220].
+
+
+h) Salmanas.
+
+Nach einer nicht ganz einwandfreien Vermutung, die sich auf gewisse
+Angaben des byzantinischen Gelehrten ~Psellos~ (1020-1105) stützt,
+soll ~Salmanas~ im 9. oder 10. Jahrhundert gelebt und gewirkt haben;
+aus seiner vorgeblichen Schrift, die u. a. zuerst (?) das aus dem
+Persischen entlehnte Wort τάλκ oder τάλακ (Talk) zu enthalten scheint,
+läßt sich nicht klar ersehen, ob wirklich eine Abhandlung des
+~Salmanas~ in Frage kommt oder nur ein Bericht über ihm zugeschriebene
+Verfahren[1221]. Diese sollen sich u. a. auf die Herstellung runder
+großer Perlen, anscheinend aus mehreren kleineren, beziehen, also auf
+einen Gegenstand, den (ebenso wie die Nachbildung von Edelsteinen) die
+griechischen Alchemisten nicht selten zu behandeln pflegten; zwar wird
+~Salmanas~, -- man weiß nicht von wann an --, als „Araber“ bezeichnet,
+da aber die arabischen Quellen und Zusammenstellungen nirgends einen
+Alchemisten ~Salmanas~ erwähnen[1222], und die fragliche Schrift auch
+allein in griechischer Fassung bekannt ist, so spielt der Beinamen des
+„Arabers“ hier vermutlich nur eine ähnliche dekorative Rolle, wie in so
+manchen anderen Fällen der des „Persers“ oder „Inders“. Überdies ist
+dem Griechischen der Namen ~Salmoneus~ keineswegs fremd, es führt ihn
+u. a. schon ein Sohn des ~Aeolus~ und Bruder des ~Sisyphos~[1223].
+
+
+i) Psellos.
+
+~Psellos~ (Michael Constantinos), der 1018-1078 in Konstantinopel
+lebte, daselbst Lehrer der Theologie und Philosophie, vermutlich auch
+beamteter Priester war, und vielerlei schriftstellerische Arbeiten
+verfaßte, richtete u. a., auf eine Anfrage des Patriarchen ~Xiphilinos~
+hin, an diesen einen Brief über die Goldmacherei (Chrysopoiía), in
+dem er sich als wohlvertraut mit der überlieferten Literatur zeigt,
+nirgends aber, wie man irrtümlicherweise behauptet hat, auf eigene
+alchemistische Tätigkeit anspielt[1224]. Dafür, daß die späteren
+Byzantiner solche ausübten, fehlen überhaupt noch entsprechende
+Nachweise, und die sehr dürftigen Notizen einiger Lexikographen (auf
+die weiter unten noch zurückzukommen sein wird) zeugen eher gegen, als
+für diese Behauptung. Der Brief des ~Psellos~, der für die Verbreitung
+alchemistischer Ideen im westlichen Europa zur Zeit der beginnenden
+Renaissance von Bedeutung war, führt die Herstellung des Goldes teils
+auf die Behandlung, des „ψάμμος χρυσίτης (goldfarbigen Sandes) der
+Ufer“ zurück, teils auf die Anwendung der von den Alten, namentlich
+von ~Demokritos~, beschriebenen Verfahren, an deren Vortrefflichkeit
+und Untrüglichkeit ~Psellos~ offenbar fest glaubt, deren Schilderung
+aber durch seine Darlegungen nicht an Deutlichkeit gewinnt; eine
+lateinische, ziemlich willkürliche und nicht ganz vollständige
+Übersetzung des Briefes veröffentlichte zuerst 1573 ~Pizzimenti~ als 5.
+Teil seines wiederholt erwähnten Werkes.
+
+Eine Anzahl inhaltsarmer alchemistischer Verse, die früher Einige
+dem berühmten ~Johannes Damaskenos~ (700-754), Andere dem ~Psellos~
+zuschrieben, gehört keinem dieser Autoren an, ist vielmehr vermutlich
+von ~Philippos Solitarios~ verfaßt, einem byzantinischen Mönche, der um
+das Jahr 1100 lebte[1225].
+
+
+k) Nikephoros.
+
+~Nikephoros~ identifizieren die Handschriften zumeist mit ~Nikephoros
+Blemmydes~, der im 13. Jahrhundert zu Konstantinopel eine geistliche
+Würde bekleidete (?)[1226]; da es aber nach ~Berthelot~ für jene
+Gleichsetzung an ausreichenden Gründen fehlen soll[1227], +kann+ er
+auch viel früher gelebt haben, und der Inhalt seiner nur unvollständig
+erhaltenen Schriften[1228] spricht nicht gegen eine solche Annahme.
+Sie erwähnen u. a. das Abwägen und das Zerkleinern der Substanzen, zu
+dem man μάρμαρον πορφύρεον gebraucht (wörtlich: marmornen Porphyr,
+d. i. Porphyrstein, -- auf ägyptischen Ursprung deutend)[1229], ferner
+die Magnesia, die auch „gebranntes Kupfer“ oder „Gelbes der Eier“
+heißt[1230], endlich den „Stein der Weisen“ (λίθον τῶν σοφῶν), der
+aus den vier Elementen „Heiß, Kalt, Trocken, Feucht“ besteht[1231];
+dieser „Stein, der kein Stein ist“, stellt das wahre Xerion vor, das
+ξήριον ὀξυπορφύρεον [das intensiv rote = goldfarbige], von dem schon
+die kleinste Menge, auf Silber projiziert, dieses in prächtiges Gold
+verwandelt[1232]. -- An mehreren Stellen wird die Destillation der
+vorgeschriebenen Substanzen verlangt und dabei angegeben, daß sich das
+Kondensat in einem Glasgefäße ansammeln soll wie bei der Destillation
+des Rosenwassers das ῥοδόσταγμα, d. i. das Rosenöl[1233]; die Gewinnung
+dieses Öles durch Destillation scheint in Persien spätestens bereits
+während des 9. Jahrhunderts in größerem Maßstabe üblich gewesen zu
+sein, und die Vorschriften des ~Nikephoros~ bieten daher unter allen
+Umständen hohes Interesse, namentlich auch für die Geschichte der
+Destillation und ihrer Ausführung.
+
+
+
+
+9. Technische Abhandlungen und Vorschriften.
+
+(8. Jahrhundert und später?)
+
+
+Unter dem Titel „Technische Abhandlungen und Vorschriften“ hat
+~Berthelot~ eine Zusammenstellung zahlreicher einzelner „industrieller
+Methoden“[1234] und „Atelier-Rezepte“[1235] veröffentlicht, die er
+den verschiedensten Stellen der von ihm herausgegebenen griechischen
+und byzantinischen Schriften entnahm und dadurch völlig ihrem
+ursprünglichen Zusammenhange entfremdete, -- dessen Wiederherstellung
+einen unverhältnismäßig großen und kaum gerechtfertigten Arbeitsaufwand
+erfordern würde. Die betreffenden Angaben erweisen sich nämlich fast
+stets als äußerst dunkel und schwerverständlich; ferner entstammen sie
+meist weit auseinander liegenden und nicht stets sicher feststellbaren
+Zeiten (etwa vom beginnenden 8. Jahrhundert an bis zum 13. oder gar
+14.)[1236]; sodann erweisen sie sich, auch wo sichtlich Altes zugrunde
+liegt, durch byzantinische Einschiebungen und Zusätze entstellt[1237];
+endlich sind sie zu einem großen Teile in jenem barbarischen Griechisch
+der späten und ganz späten Perioden abgefaßt, dessen hervorstechendes
+Kennzeichen die Benützung lateinischer und romanischer, persischer und
+arabischer Worte in gräzisierter Form ist.
+
+Was +Gold+ und +Silber+ anbelangt, so wird deren Bearbeitung und
+Verarbeitung, die viele Handarbeit und viel Brennstoff in Anspruch
+nimmt[1238], ferner die Gewinnung dünner Blättchen, die Goldschlägerei,
+die Herstellung von Goldschrift und Goldbuchstaben[1239] u. dgl. in
+einer Art beschrieben, die den (allerdings auch +vor+ ~Berthelot~ von
+niemandem bezweifelten) Zusammenhang der betreffenden antiken und
+frühmittelalterlichen Verfahren deutlich hervortreten läßt[1240].
+Neben dieser „Verarbeitung“ ist aber nicht selten auch von der
+„Anfertigung“ der Edelmetalle die Rede: Silber macht man z. B. nach
+einer aus dem Tempel des ~Helios~ [= ~Ptah~] stammenden Vorschrift
+des Königs ~Salomon~, die eine Anwendung östlichen (ἀνατολικόν)
+und westlichen (δυτικόν) Quecksilbers und eine Arbeitszeit von 40
+Tagen voraussetzt[1241], Gold aber nach dem Verfahren des „Kaisers“
+~Justinianus~ unter Benützung einer Kerotakis und binnen 41
+Tagen[1242]. Die Schwärzung vollzieht sich mittels eines Xerions, zu
+dessen Bereitung aus „Asche“ ~Isis~ und ~Zosimos~ Anleitung gaben, und
+über das ~Zosimos~ auch sagte: „es schwärzt, ohne selbst schwarz zu
+sein, aber nicht dauerhaft“[1243]; das Xerion (ξήριον) ist der trockene
+(ξηρόν, xerón) Teil des fixierenden Steines (λίθος σφίγγων)[1244],
+der die schließliche Umwandlung in Gold bewirkt, die durch Gegenwart
+etwas fertigen Goldes sehr gefördert wird. Daher bringt man auch ein
+wenig Gold an dem Ende des zur Mischung dienenden Rührstockes an[1245],
+-- ein Verfahren, das naheliegenden und frühzeitig erkannten, aber
+bis in die Neuzeit hinein immer wieder mit Erfolg benützten Kniffen
+alchemistischer Betrüger Tür und Tor geöffnet hat.
+
+Gold „macht“ man auch durch „Färben“ des +Kupfers+ nach persischer
+Vorschrift mittels θουθία[1246]. -- Die Überlieferung einer persischen
+Vorschrift ist in +diesem+ Falle sicherlich begründet, denn θουθία
+= Tutía wird abgeleitet vom persischen Dûd = Rauch, und bezeichnet
+das beim Rösten zinkhaltiger Materialien durch eine Art Sublimation
+gewonnene Zinkoxyd, dessen Einwirkung auf Kupfer das +Messing+ ergibt;
+dafür, daß man diese goldglänzende und goldähnliche Legierung, die
+anfänglich wohl durch unmittelbares Verschmelzen von Kupfer oder
+kupferhaltigen Erzen mit zinkhaltigen dargestellt wurde, in Persien
+schon seit +sehr+ langer Zeit kannte, sprechen u. a. einige Angaben bei
+~Aristoteles~.
+
++Oreichalkon+ (wörtlich = Bergerz), dessen ursprüngliche Beschaffenheit
+dahinsteht, gilt den Verfassern der in Rede stehenden Schriften
+ebenfalls bereits für +Messing+, denn zu Oreichalkon, gelb wie Gold,
+wird das Kupfer außer durch „Safran, Eigelb, Honig, Galle, κορκυμά
+(Kurkuma), .... und anderes Gelbes“ auch durch τουτία (Tutía),
+durch τάρταρος (Tártaros), der auch als spanische grüne (?) Tutia
+gekennzeichnet wird[1247], und durch κόπρος [Kópros, wörtlich Kot,
+hier Abfall, nämlich eines Erzes oder Metalles][1248]. -- Wie Kurkuma
+(der prächtig gelbe Farbstoff der Kurkuma-Wurzel) und Tutia, so weist
+auch Tartaros auf arabische Vermittlung hin, denn „Tartarum“, -- in
+dieser Form tritt das Wort im 11. Jahrhundert zuerst auf --, ist
+eine durch Volksetymologie entstandene Umbildung des arabischen (vom
+persischen Durd abgeleiteten) Dúrdijj, nach ~Tschirch~ „Durdijjun“,
+das, ebenso wie κόπρος, einen Abfall, einen Bodensatz bezeichnet,
+z. B. den Weinstein, faex vini, τρὺξ οἴνου, so daß die Gleichsetzung
+von „Bodensatz“ und „Unterwelt“ leicht begreiflich und naheliegend
+erscheint[1249].
+
+Die altbekannte Legierung „aus einem Pfund cyprischen Kupferrostes
+und zwei Unzen Zinn“, d. i. +Bronze+, wird bei Schilderung der aus
+ihr herzustellenden Gußsachen unter dem Namen βροντήσιον (Brontésion)
+erwähnt[1250], der nach ~Berthelot~ hier, in einer etwa dem 11.
+Jahrhundert angehörigen Schrift, zum ersten Male in dieser Gestalt
+auftritt, soferne nicht schon dem wohl einer byzantinischen Quelle
+des 7. bis 10. Jahrhunderts entstammenden Zusatze „ἀπὸ βροτισίων“
+(Brotisíon) zu einer Abhandlung des ~Zosimos~[1251] die nämliche
+Bedeutung „aus Bronze“ unterzulegen ist (Näheres s. weiter unten).
+
++Quecksilber+, das sich, wie bereits angeführt, als orientalisches
+und okzidentalisches unterschieden findet[1252], liefert bei der
+Vereinigung mit Schwefel Zinnober[1253], sowie bei einer besonderen
+(ganz unklar beschriebenen) Behandlung die „Sublimat“ genannte
+Substanz, die furchtbar giftig ist und sich allmählich schwärzt,
+wodurch sie dann unbrauchbar wird[1254].
+
++Eisen+ härtet man durch Abschrecken in Wasser oder Öl und versteht
+es auch zu „färben“, u. a. zu „indischem“ [sog. damasciertem?]
+Stahl[1255]; die Namen hierbei angewandter Zusätze werden mit den
+arabischen (?), wohl aus +einem+ persischen Ausdrucke entstellten
+Worten Elilag, Belilag und Amblag wiedergegeben, deren letzterer
+u. a. den Gerbstoff der Myrobalanen bezeichnen soll, vielleicht aber
+auch nur als Deckname dient[1256]. -- Auf einer der nicht seltenen
+Verwechslungen von Braunstein und Magneteisenstein dürfte die Angabe
+beruhen, daß „nach einer in Indien gemachten Entdeckung, die von
+den Indern zu den Persern und von diesen zu uns kam“, die weibliche
+Magnesia der Glasmacher (ὑελουργική) den Schwertern hervorragende und
+wunderbare Eigenschaften verleihe; bei dieser Bearbeitung sollen 4
+Pfund Eisen 100 Pfund Kohlen (κάρβωνα, Kárbona) erfordern[1257]. --
+Eisen zu vergolden ist man ebenfalls imstande und bedient sich hierzu
+eines (nicht weiter bezeichneten) τάρταρος (Tartaros)[1258].
+
++Glas+ stellt man in allen Farben dar, z. B. πράσινον (prásinon, grün),
+κίτρινον (kítrinon, gelb), κυάνεον (kyáneon, blau), ἄσπρον (áspron,
+weiß), usf.; zur Entfärbung (Reinigung) benützen die Glasmacher die
+μαγνησία τὼν ὑελίνων, μαγνησία ὑελουργική (Magnesia der Glasmacher,
+d. i. Braunstein, Mangansuperoxyd)[1259].
+
++Edelsteine+ „färbt“ man nach den Rezepten des „im Heiligtume des
+Tempels gefundenen Buches“, -- eine Angabe, die auf alte Überlieferung
+deutet oder deuten soll[1260]. Wie die Färbung der Metalle durch das
+Xerion unbedingt eine Vorbehandlung erfordert[1261] und wie das Färben
+der Gewebe, z. B. der purpurnen, mit +einer+ einzigen Lösung (die
+tränkt, färbt und fixiert) nur dann möglich ist, wenn vorher eine
+beizende Flüssigkeit entsprechend eingewirkt hat[1262], so verhält es
+sich auch bei den mineralischen Substanzen. Schon ~Demokritos~, ~Maria~
+und ~Zosimos~ wußten, daß die Färbung bald nur durch +mehrere+ Zusätze
+zu den Lösungen (Schmelzen) geschieht, bald auch nur durch +eine+
+Zugabe, je nach dem verlangten Erfolge: entweder braucht nämlich die
+Färbung bloß oberflächlich zu sein, dann kann sie zuweilen unmittelbar,
+zuweilen mittelbar d. h. unter Zuhilfenahme einer „Beize“, bewirkt
+werden; oder sie soll die ganze Masse durch und durch betreffen, dann
+muß erstens die Oberfläche erweicht, zweitens die färbende Substanz
+aufgebracht, und drittens die Farbe fixiert werden[1263]. Grundlage
+aller Färbungen, weil alle Farbstoffe in sich aufnehmend, ist +das+,
+was die Griechen κομάρις (Komáris) oder ἀφροσέληνον (Aphrosélenon)
+nennen, die Perser und Ägypter aber τάλακ, ταλάκ (Talk)[1264]; dies ist
+eigentlich Selenit, Marienglas, die klare und durchsichtige Varietät
+des Gipses, soll aber hier jedenfalls eine ebenso beschaffene und
+rein weiße Glasmasse bezeichnen, die Färbungen jeden Tones leicht
+und gut annimmt oder aufnimmt. Als Farbstoffe, die entweder der
+Glasmasse zugesetzt oder [durchscheinenden Lacken ähnlich] nur auf die
+fertigen Gläser aufgebracht werden, finden sich genannt: Kupferrost
+(ein Kupferoxyd), λαξούριον (Kupferlasur?), ἰσάτις (Isátis), ἄγχουσα
+(Anchusa), Drachenblut [rotes indisches Harz], indisches Schwarz (=
+ἰνδικόν?)[1265], ferner, nach ~Ostanes~, ~Agathodaimon~, ~Maria~ und
+~Moses~ die Gallen des Ichneumons und Geiers, die man zunächst 40 Tage
+mit Kupferrost maceriert[1266], sowie Gallen, Schuppen und Knochen
+der im Meere lebenden Fische, Wale und Schildkröten[1267]. Da diese
+Seetiere des Nachts leuchten, so erhält man mittels ihrer Bestandteile
+auch jene kostbaren Edelsteine, denen die nämliche Eigenschaft des
+Leuchtens [Phosphorescierens?] im Dunkeln zukommt, z. B. den λυχνίτης
+(Lychnítes) und den λαμπηδών (Lampedón)[1268].
+
+Wie alle alten Philosophen lehrten, sind die ὕδατα (die göttlichen
+Wässer) und πνεύματα (Pneumata) erfüllt von Kräften voll großartiger
+Wirksamkeit, mittels derer man nicht nur Edelmetalle gewinnen kann,
+sondern auch +Edelsteine+ und +Perlen+[1269]. Treffliche Vorschriften
+zur Darstellung von Perlen, namentlich zum Vereinigen mehrerer kleiner
+zu ganz großen, gab ~Salmanas~ der Araber[1270]; soll der Erfolg
+ein guter sein, so müssen die nötigen Präparate gewissen [schon dem
+~Plinius~ und den Verfassern der sog. „Geopónika“ bekannten] ganz
+besonderen Reinigungen unterworfen werden, man verfüttert sie z. B. in
+feinverteiltem Zustande an Vögel und gewinnt sie, durch die Verdauung
+geläutert, aus deren Exkrementen wieder[1271].
+
++Seife+ stellt man durch Kochen von Fetten mit Lauge dar[1272]; die
+Lauge wird bereitet, indem man Asche in einer Reihe von vier Kübeln
+mit Wasser so auslaugt, daß die im Ersten gewonnene Lösung auf die
+frische Asche im Zweiten gegossen wird, usw., wodurch die Flüssigkeit
+den Letzten in stark angereichertem Zustande verläßt; manche verwenden
+mit Vorteil statt gewöhnlichen Wassers Kalkwasser, andere benützen
+auch noch Zusätze verschiedenster Art, mineralische, z. B. ἄσβεστον
+θειώδη, pflanzliche, ja sogar „Bocksblut“[1273]. -- Den ἄσβεστον θειώδη
+(ásbeston theióde) faßt ~Berthelot~ als Schwefelcalcium auf, doch wäre
+dessen Gebrauch und Wirkung schwer zu verstehen; vermutlich bedeutet
+das Beiwort θειώδη nicht „schweflig“ sondern „göttlich“, und es handelt
+sich um gebrannten Kalk, dessen Eigenschaften man sehr allgemein als
+höchst wunderbare und magische ansah; zu ihnen zählt u. a. seine
+äußerst merkwürdige Fähigkeit, „dem mit Kalk und anderen Zusätzen
+behandelten Leinen“ Unverbrennlichkeit zu verleihen[1274].
+
+Sehr unklar und verworren sind einige Mitteilungen über das Brauen von
++Bier+ aus Gerste; das hierbei vorgeschriebene ὕδωρ γλυκύ ist indes
+nicht „eau sucrée“, wie ~Berthelot~ glaubt, sondern einfach „süßes
+Wasser“ im Gegensatze zu Meerwasser oder dgl.[1275].
+
+Einige Stellen, die neben dem „gewöhnlichen schärfsten Essig“, ὄξος
+δριμύτατον κοινόν[1276], auch der +Mineralsäuren+ Erwähnung tun,
+gehören jedenfalls zu den Einschiebungen aus spätester Zeit, da
+diese Säuren nicht, wie man früher annahm, arabische Entdeckungen
+des 8. oder 9. Jahrhunderts sind, vielmehr nachweislich zuerst im
+Abendlande und zwar im Laufe des 13. Jahrhunderts bekannt wurden,
+also auch nur von dort aus, und nicht vor etwa 1300, nach dem Osten
+gelangt sein können[1277]: demgemäß[1278] wird durch Destillation von
+σαλονίτριον (sal nitrum, Salpeter) mit Alaun oder Vitriol (χάλκανθος),
+von σαλονίτριον mit βιτριόλον ῥωμάνον [vitriolum romanum, römischer
+Vitriol, in Wirklichkeit römischer Alaun], sowie von σαλονίτριον mit
+diesen Stoffen und mit Salmiak jenes göttliche Wasser (θεῖον ὕδωρ)
+bereitet, das als Kondensat den Helm [τὸ καπούτζιν = die Kapuze, ital.
+capuccio] verläßt, um sich im Ambix anzusammeln, und ὕδωρ ἰσχυρόν [=
+aqua fortis, scharfes Wasser, d. i. Salpetersäure bzw. Königswasser]
+genannt wird (λέγεται); man benützt es zum Ausziehen und Abscheiden
+des Goldes aus seinen Legierungen [daher „Scheidewasser“], und wenn
+man es mit Silber oder Quecksilber in einem Kolben (ἐν βικίῳ) auf dem
+Aschenbade (ἐν θερμοσποδίᾳ) erhitzt und dann eindampft, so erhält
+man λευκὸν κρύσταλλον, „weiße Krystalle“[1279], [nämlich Silber-
+oder Quecksilber-Nitrat]. Auch aus dem Schwefel, der beim Erhitzen
+zunächst weich wird und in diesem Zustande zum Abdrücken von Münzen
+u. dgl. dient[1280], macht man ὄξος θεῖον, den Essig [= die Säure] des
+Schwefels[1281], [d. i. Schwefelsäure].
+
+Das oft 5 bis 6 Stunden dauernde Erhitzen der mit verschiedenen
+Stoffen gefüllten und nach Bedarf mit dem Helm (καπούτζις) verbundenen
+Gefäße (ἄμβιξ, Ambix) geschieht entweder durch Einsetzen in kochendes
+Wasser (ὑγρά κάμινος, wörtlich = Wasser-Kamin)[1282], oder im
+Sand- und Aschenbade (ἐν θερμοσποδίᾳ)[1283], oder endlich, je nach
+dem erforderlichen Hitzegrade, im Dauerbrandofen (αὐτοματάριον
+Automatárion)[1284], im Backofen (ἐν φούρνῳ ἀρτοποιοῦ = im Ofen
+des Bäckers; ἐν φουρνελλίῳ, im Bäckerofen)[1285], und im Ofen der
+Glasmacher[1286]. Bei der Herstellung der Mineralsäuren ist ein
+besonders haltbarer Kitt erforderlich, den man aus reinem gebranntem
+Kalk (ἄνθος ἀσβέστης = Blüte des Kalkes), Käsestoff [d. i. Casein],
+Haut- oder Knochen-Leim, dicker Hefe oder Eiweiß zurechtmischt[1287].
+-- Zum Sammeln und Aufbewahren von Präparaten gebraucht man βυσσία
+ὑάλινα, Büchsen aus Glas[1288]; Lösungen klärt man durch Filtrieren
+über Werg[1289]; gleichmäßig feine Pulver gewinnt man durch Sieben
+mittels πανίῳ μεταξωτῷ[1290], Stoff aus Métaxa = Seidenzeug[1291].
+Als Gewichtsmaß, z. B. beim Abwägen von Silber, wird γράμμα (Gramma,
+Gramm) erwähnt[1292], als Zeitmaß die Länge des Vaterunsers, ἕως ὥραν
+πάτερ ἡμών[1293]; ~Berthelot~ faßte diese Worte in der Bedeutung auf
+„bis zur Stunde des Vaterunser-Betens“, doch ergeben sie erstens
+in dieser keinen rechten sachlichen Sinn, und zweitens ist es eine
+ganz allgemeine Erscheinung, daß die alten, bei kultischen und
+Zauber-Handlungen als Zeitbestimmung dienenden Sprüche (z. B. die
+λόγοι der Zauberpapyri) später als unerlaubte ketzerische angesehen
+und daher durch erlaubte orthodoxe ersetzt werden[1294], oder daß, wie
+~Bouché-Leclercq~ es ausdrückt, Religionen, die sich in der Richtung
+von Bildung und Moral umgestalten, an Stelle magischer Formeln fromme
+Gebete treten lassen[1295].
+
+Aus der Reihe der ungewöhnlichen oder aus fremden Sprachen übernommenen
+und umgebildeten Worte seien die nachstehenden als besonders
+bemerkenswert hervorgehoben:
+
+ ἀέρα = aes (Gen. aeris) = Bronze[1296].
+
+ ἀλκίμη, ἄλκιμον = Schmelze, Geschmolzenes[1297].
+
+ ἄνθος ασβέστης = Blüte des Kalkes, Ätzkalk[1298].
+
+ αντεμόνιον = Antimon[1299], angeblich erschmolzen aus Schwefel und
+ μαρκαζήτα[1300] = Markasit; Markasit und Magnesia bezeichnen nicht
+ selten das Schwefelantimon oder Stimmi[1301].
+
+ ἀρτζέντο = argentum = Silber[1302].
+
+ ἀσήμη = Silber[1303], (als „non signatum“, ungestempeltes?).
+
+ βαμβάκη = Bombyx = Baumwolle[1304].
+
+ βερδεράμη = ver d’arain [vom spätlateinischen aeramen] =
+ Grünspan[1305].
+
+ βερονίκη = vernix = Firnis[1306]; hat nichts gemein mit dem
+ Eigennamen Beronika, Veronika, denn dieser ist identisch mit
+ Pheronike oder Nikophora = die Siegbringende].
+
+ βιτρίολον ῥωμάνον = vitriolum romanum = römischer Vitriol; in
+ Wirklichkeit römischer Alaun[1307].
+
+ βοράχη, βόραχον = Alkali, später = Borax[1308].
+
+ γλυκόριζον = Süßholz[1309].
+
+ διάργυρος = Quecksilber[1310].
+
+ καπούτζις = Kapuze (ital. capuccio) = Helm, Deckel[1311].
+
+ κόρκομα, κούρκουμα = Kurkuma (gelber Farbstoff)[1312].
+
+ λαζούριον = Lasur (Kupferlasur? pers. laǰwerd, laǧwerd)[1313].
+
+ λεμόνη = Lemone, Citrone[1314].
+
+ λουμπάρδις = Metall der „Lombarden“ = Bronze[1315]; [„Lombarden“
+ heißen schon gewisse größere Wurfgeschütze aus älterer Zeit].
+
+ μανδίλιον = ein Stück Tuch[1316], [= Mantille].
+
+ μαρκαζήτα = Markasit[1317].
+
+ μάρμαρον ῥωμάνον = römischer Marmor; ἐπὶ μάρμαρον πορφυροῦν = auf
+ Marmor feinreiben[1318] [franz. porphyriser].
+
+ μβουράζω = Borax[1319], s. oben.
+
+ μέταξα = Seide[1320].
+
+ μόλυβδος ἔγχαλκος = kupferhaltiges Blei[1321]), [Legierung].
+
+ μόλυβδος δελματήσιος = Blei aus Dalmatien (?); ähnlich σαβυήσιος aus
+ Illyrien (?) und σαρδιανός aus Sardinien[1322].
+
+ μονοβασία, ein griechischer Wein = Malvasier[1323].
+
+ νατήφ der Araber, eine rote Farbe, auch „Rot der Palmen“, [wie φοίνιξ
+ = Palme, Rot, rotes Schwefelantimon usf.][1324].
+
+ νεράντζη, νεράντζιον (persisch) = Orange[1325].
+
+ σάλγεμα = sal gemmae = Steinsalz[1326].
+
+ σαλονίτριον = sal nitrum = Salpeter[1327], [ital. salonitro].
+
+ σαπώνιον, σαπουνίον, σαπόνη, σάπωνον = Alkali, später Seife[1328];
+ daher σαπονίζειν = reinigen, abseifen.
+
+ σηπίας ὄστεον = Sepia-Knochen[1329].
+
+ σουλίμα = sublimatum = Sublimat[1330].
+
+ τάρταρος = Tartarus[1331], (ein Abfall, Bodensatz).
+
+ τζαπαρικόν = Alkali, später Salmiak[1332], [verwandt mit σάπωνον?]
+
+ τουτία, θουθία = Tutia[1333] [Zinkoxyd u. dgl.].
+
+ φλουρία βενέτικα = florinus veneticus = venetianischer Gulden =
+ Dukaten[1334].
+
+ φοῦρνος, φουρνέλλιος = furnus, Bäckerofen[1335] (franz. fournil).
+
+
+
+
+Zweiter Abschnitt.
+
+Die Quellen der alchemistischen Lehren.
+
+
+
+
+I. Die griechische Philosophie.
+
+
++Chronologische Übersicht der wichtigsten besprochenen
+Philosophen+[1336].
+
+ ~Thales~ (lehrte) um 600
+
+ ~Anaximander~ 611-545
+
+ ~Anaximenes~ 585-525
+
+ ~Pythagoras~ 570-490
+
+ ~Xenophanes~ 570-470
+
+ ~Alkmaion~ (lehrte) um 500
+
+ ~Leukippos~ (lehrte) um 500
+
+ ~*Anaxagoras~ 500-428
+
+ ~Heraklit~ (lehrte) um 490
+
+ ~*Empedokles~ 490-430
+
+ ~Zenon von Elea~ 490-430
+
+ ~Parmenides~ (lehrte) um 480
+
+ ~*Demokritos~ 460-360
+
+ ~Melissos~ (lehrte) um 440
+
+ ~Platon~ 427-347
+
+ ~Philolaos~ (lehrte) um 400
+
+ ~Diogenes von Apollonia~
+ (lehrte) um 400
+
+ ~Aristoteles~ 384-322
+
+ ~Theophrastos~ 372-287
+
+ ~*Zenon von Kition~ 342-270
+
+ ~Xenokrates~ (lehrte) um 339
+
+ ~*Kleanthes~ 331-251
+
+ ~Straton~ (lehrte seit) 286
+
+ ~Chrysippos~ 280-205
+
+ ~Panaitios~ 180-110
+
+ ~Aristobulos~ (schrieb) um 150
+
+ ~Poseidonios~ 135-51
+
+ ~*Philon~ 30 v.-50 n. Chr.
+
+ ~Seneca~ (gest.) 65
+
+ ~*Epiktetos~ (gest.) 115
+
+ ~Marc Aurel~ 121-180
+
+ ~Numenios~ (schrieb) um 150
+
+ ~Ammonios Sakkas~ (lehrte) um 200
+
+ ~*Plotinos~ 204-270
+
+ ~*Porphyrios~ 272-304
+
+ ~*Iamblichos~ (gest.) 330
+
+ ~Proklos~ 410-485
+
+ ~Nestorios~ (lehrte) um 500
+
+ ~Simplikios~ (lehrte) um 500
+
+ ~Olympiodoros der Jüngere~
+ (lehrte) um 600
+
+
+
+
+1. Die Vorsokratiker.
+
+Die Gelehrten, die sich mit den griechischen alchemistischen Schriften
+nach deren Wiederauftauchen seit Ende des 15. Jahrhunderts zuerst
+beschäftigten, machten bereits die Bemerkung, daß ihr Inhalt in
+vieler Hinsicht durch gewisse Lehren beeinflußt sei, die sichtlich
+der griechischen Philosophie entstammten; da man aber über diese
+selbst und ihre Chronologie noch völlig im unklaren war, und erst die
+Arbeit einiger Jahrhunderte dahin führte, auf solchem Gebiete auch nur
+die Haupt-Richtlinien in annähernd zutreffender Weise zu ermitteln,
+so darf es nicht wundernehmen, daß noch lange Zeit hindurch auch
+sonst bedächtige und ernste Schriftsteller an Hand völlig haltloser
+Voraussetzungen die abenteuerlichsten und verkehrtesten Schlüsse
+zogen; diese blieben dann in der wissenschaftlichen Welt zum Teil
+bis gegen Mitte des 19. Jahrhunderts hin in einer Geltung, der die
+Ausführungen einzelner aufgeklärter Köpfe nur geringen Eintrag taten.
+Richtige und in allem Wesentlichen sachgemäße Einsicht erschloß zuerst
+1856 eine Abhandlung „Keime der Alchemie bei den Alten“ von ~Prantl~,
+dem hervorragenden, um die Geschichte der Geisteswissenschaften
+und um Herausgabe und Verständnis der aristotelischen Werke gleich
+hochverdienten Forscher; da sie aber nur in der von vielen als „höheres
+Unterhaltungsblatt“ angesehenen „Deutschen Vierteljahrsschrift“
+erschien[1337], und zwar ohne Namen des Verfassers, der ihrer
+auch später bloß an einer ziemlich versteckten Stelle seiner
+~Aristoteles~-Ausgabe Erwähnung tat[1338], blieb sie leider völlig
+unbeachtet und den Historikern der Chemie, z. B. ~Kopp~, unbekannt.
+
+Hat nun auch ~Prantl~ alles Hauptsächliche im rechten Lichte
+gesehen, so ist doch einerseits seit 1856 ein ungeheurer Zuwachs
+an Kenntnissen zu verzeichnen, andererseits aber bleibt auch eine
+eingehendere Darstellung wünschenswert, als sie seine für eine
+Zeitschrift bestimmte Skizze zu bieten vermochte. Im nachstehenden
+soll daher der Versuch unternommen werden, Auftauchen und Entwicklung
+derjenigen philosophischen Grundbegriffe und Lehren zu schildern,
+die maßgebende Wichtigkeit für die Entstehung +alchemistischer+
+Anschauungen erlangten. Diese Fassung der Aufgabe macht ersichtlich,
+daß es sich nur um die zweckentsprechend eingeschränkte +Auswahl+
+aus der unermeßlichen Fülle eines Stoffes handeln kann, den in
+seiner Gesamtheit und allen seinen Verzweigungen nach selbst der
+Fachmann auf philosophie-geschichtlichem Gebiete längst nicht mehr
+gleich vollständig zu übersehen und zu beherrschen vermag; über die
+Anschauungen vieler Forscher, ja ganzer Schulen, die an sich, also
+ihren Gesamtleistungen und ihrer historischen Rolle nach, von hoher
+Bedeutung sind, wird daher bald nur Weniges zu berichten, bald ganz
+hinwegzugehen sein, soferne sie nicht auch auf jenem Sondergebiete
+bestimmbare Spuren hinterliessen.
+
+ ——————————
+
+Schon zur Blütezeit Griechenlands, insbesondere aber während der
+hellenistischen Ära, gaben sich die ägyptischen Priester mit großer
+Kühnheit als Stammväter wie der griechischen Religion, Poesie
+und Gesetzgebung, so auch der griechischen Philosophie aus und
+versicherten, Namen und Lehren der bei ihnen in die Schule gegangenen
+„Weisen“ in ihren uralten „heiligen Schriften“ und auf den Stelen (ἐν
+στήλαις) ihrer Tempel verzeichnet zu besitzen; bei den griechischen
+Zeitgenossen fanden sie mit +dieser+ Behauptung ebenso Glauben[1339],
+wie etwa mit +der+, auf solchen Säulen lese man die Erzählung von
+jenen mythischen, in fernster Urzeit ausgefochtenen Kämpfen zwischen
+den Bewohnern Attikas und der Atlantis, über die ~Platon~ im Dialoge
+„Kritias“ berichtet[1340], oder auch die vom wahren Hergange des
+trojanischen Krieges[1341]. Einfluß und Stellung der Priester Ägyptens,
+woselbst, wie im ganzen Orient, Kult und Hierarchie in engster, dem
+griechischen Geiste völlig fernliegender Weise verflochten waren[1342],
+ließen es den fremden Zuhörern offenbar als berechtigt erscheinen,
+diesen Männern unermeßliche Gelehrsamkeit und geheime Weisheit
+zuzutrauen, deren Bedeutung man desto höher einschätzen durfte, je
+weniger man in der Lage war, sie eingehender kennen zu lernen. Richtig
+sprach indessen bereits ~Platon~ im Dialoge „Vom Staate“ (Republik)
+aus, die Griechen beseele der Sinn für die reine Wissenschaft, die
+Ägypter und Orientalen aber das Verlangen nach Erwerb[1343]; auch
+bestätigen die Ergebnisse der neueren Forschung, daß tatsächlich weder
+Ägypter noch Phönizier, Babylonier, Perser usf. jemals die Wahrheit
+nur um ihrer selbst willen suchten, d. h. ohne jede Rücksicht auf
+ihren Nutzen oder auf ihren Zusammenhang mit bestimmten Zwecken,
+z. B. mit religiösen. Der westliche Orient besaß also Geheimnisse
+rein wissenschaftlichen und vor allem rein philosophischen Charakters
+selbst nicht, war daher auch nicht in der Lage, sie den Griechen
+mitzuteilen; wohl aber entwickelte sich die griechische Philosophie
+nicht unabhängig von den an ihrem Entstehungsorte, der kleinasiatischen
+Küste, so mächtigen orientalischen Einflüssen, z. B. von jenen der
+ägyptischen „Geometrie“, d. i. der rein praktischen Zielen dienenden
+Landvermessungs-Kunst, der babylonischen Sternkunde, die, wesentlich
+astrologischen Inhaltes, u. a. die regelmäßige Wiederkehr der
+himmlischen Erscheinungen in Cyclen (Kreisläufen) und die Parallelität
+der himmlischen und irdischen Ereignisse (des Makro- und Mikro-Kosmos)
+lehrte, sowie endlich gewisser religiöser Vorstellungen babylonischer
+und iranischer Herkunft. An genauerer Kenntnis dieser aller fehlte es
+aber ursprünglich noch durchaus[1344].
+
+
+a) Die jonischen Philosophen: Thales, Anaximander, Anaximenes; Heraklit.
+
+Die jonischen Philosophen, deren Tätigkeit um etwa 600 v. Chr.
+einsetzt, waren es, die zuerst den Gedanken erfaßten, Kern der bis
+dahin allein betrachteten Welt des Wandelbaren und Flüchtigen sei ein
+nur in Erscheinung und Gestalt Wechselndes, seinem eigentlichen Wesen
+nach aber Beharrendes und Dauerndes, ein einheitliches Prinzip, das
+sie als „göttliches“, als „Gottheit“ (jedoch nicht im religiösen Sinne
+des Wortes) bezeichneten und φύσις (Physis) = Urstoff nannten[1345].
+Aus dieser Ursubstanz, der Einen (ἐξ ἑνός) und Einheitlichen, in
+späteren Zeiten auch ἀρχή (Arché = Urprinzip; +nicht+ = Uranfang in
++zeitlicher+ Hinsicht) oder οὐσία (Usía = Urmaterie) Geheißenen, die
+allem Bestehenden zugrunde liegt (ὑποκείμενον), gehen zunächst die vier
+Elemente hervor, die ebenso dauernd sind oder doch sein können wie der
+Kosmos selbst, und weiterhin die Einzelstoffe, die sich fortwährend aus
+den vier Elementen bilden, aber auch wieder in sie zerfallen[1346]; der
++Name+ „Element“ (στοιχεῖον, Stoicheíon) taucht allerdings, wie hier
+ein für allemal bemerkt sei, erst bei ~Platon~ auf (und zwar als nicht
+mehr ganz neuer)[1347], vorausgesetzt finden sich aber die Elemente,
+alter Volksauffassung gemäß, bereits bei ~Homer~[1348].
+
+Bei der Bildung oder Auflösung der Elemente handelt es sich also
+nicht um ein Entstehen oder Vergehen, vielmehr erleidet der Urstoff
+eine bloße μεταβολή (Metabolé = Umänderung)[1349], und zwar nur eine
+qualitative αλλοίωσις (Alloíosis = Artverwandlung)[1350], hervorgerufen
+durch mehr oder minder weitgehende Verdünnung oder Verdichtung unter
+dem Einflusse von Wärme oder Kälte[1351], deren Fähigkeit zu derlei
+umformenden und umgestaltenden Wirkungen dogmatisch feststeht[1352].
+Demgemäß sind die Elemente potentiell (= der Möglichkeit nach) jedes in
+jedem enthalten und können wechselseitig ineinander übergehen[1353],
+nach Regeln, die sich aus ihrem festen Sitze und „natürlichem Orte“ im
+Weltall ergeben, -- die Erde zu unterst, über ihr das Wasser, hierauf
+die Luft, zu oberst das Feuer --, und denen zufolge jedes sich am
+leichtesten in die ihm benachbarten zu verwandeln vermag[1354], z. B.
+Luft in Feuer durch Verdünnung, dagegen in Wasser und sodann in Erde
+durch Verdichtung[1355]. In diesem Sinne läßt sich der ganze Kosmos als
+Ergebnis einer, wenn auch nur allmählichen und stufenweisen, so doch
+einheitlichen Entwicklung des „einzigen“ und „göttlichen“ Ursubstrates
+betrachten[1356].
+
+Was den Anteil der einzelnen Philosophen[1357] an der Gestaltung
+dieser Lehren betrifft, so ist er in vielen Punkten kaum mit wirklich
+ausreichender Sicherheit zu ermitteln, teils weil die nur in
+Bruchstücken vorliegenden Überlieferungen durch zahlreiche spätere
+Einschiebsel und Fälschungen entstellt sind[1358], teils weil die
+Deutungen, auch die der ersten Fachmänner, oft weit auseinandergehen.
+
+Von ~Thales~ von Milet, dessen Blütezeit gegen oder um 600 v. Chr.
+fallen dürfte, wird berichtet, er habe als erster eines der Elemente
+selbst, und zwar das Wasser, für den Urstoff (φύσις, Physis) erklärt,
+die übrigen aber als aus dem Wasser hervorgegangen angesehen[1359];
+daß hierbei die Kenntnis, sei es des babylonischen Mythus vom
+„Urwasser“, sei es einer analogen Tradition mit im Spiele gewesen sei,
+ist vorerst unbewiesen, erscheint jedoch nicht unmöglich, falls, nach
+~Kugler~[1360], ~Thales~ auch astronomische Zahlen-Angaben, Symbole
+und Spekulationen unzweifelhaft babylonischer Herkunft übernahm. Daß
+sein wenig jüngerer Landsmann ~Anaximander~ (611-545)[1361] die Stelle
+des Wassers der Luft zugewiesen habe, trifft nicht zu, denn das πνεῦμα
+(Pneuma = Luft, Lufthauch, Wind) spielt zwar bei ihm eine wichtige
+Rolle und bewirkt u. a. die Bewegung der „göttlichen“ Sterne[1362],
+doch als wesensgleich mit der Physis sieht er es ebensowenig an, wie
+eines der anderen Elemente[1363]. Erst dem ~Anaximenes~ von Milet
+(585-525)[1364] gilt als Urstoff die Luft, das πνεῦμα = Atem, Hauch,
+Wind[1365]; zu unserem Körper verhält sich der kleine Anteil der Luft,
+der ihn als „Seele“ genannter Lebensodem zusammenhält und regiert,
+genau so, wie die gesamte Menge der Luft zum ganzen Weltall, die sie
+als „Pneuma“ geheißener Windhauch durchdringt und beherrscht[1366];
+anschaulicher Gegenstand der Vergleichung ist hierbei nach ~Goebel~ der
+Wechsel von Verdichtung und Verdünnung, Erwärmung und Abkühlung, der
+auch den Vorgang des Atmens begleitet[1367].
+
+~Heraklit~ von Ephesos endlich, der seine tiefsinnigen und für die
+gesamte Folgezeit außerordentlich bedeutsamen Schriften um 490 v. Chr.
+verfaßte[1368], betrachtete als φύσις das Feuer[1369], vielleicht im
+Anschlusse an iranische religiöse Vorstellungen[1370]; es ist ihm
+der göttliche Urstoff (ὁ θεός = die Gottheit), der sich zu Allem zu
+wandeln vermag (ἀλλοιοῦται)[1371], zu Luft, die eine Form des Wassers
+ist[1372], zu Wasser, aber auch zu Erde, wobei er in unaufhörlichem
+Kreislaufe seine Natur verändert, dementsprechend aber auch seinen Ort:
+absteigend auf dem ὁδὸς κάτω (Hodós káto = Weg nach unten) über Luft
+und Wasser herab zur Erde, und wieder aufsteigend auf dem ὁδὸς ἄνω
+(Hodós áno = Weg nach oben) über Wasser und Luft empor zum Feuer[1373].
+Diese Wandlungen erfolgen stets gleichzeitig und im Verbande, so daß
+die Einheitlichkeit gewahrt bleibt: was sich unter den äußerlich
+verschiedensten Formen zeigt, ist im Grunde stets ein- und dasselbe,
+Eines ist Alles und Alles ist Eines (ἕν πάντα εἶναι; ἕν τὸ πᾶν, Hen to
+pan)[1374], und selbst die scheinbar größten „Gegensätze“, wie Wärme
+und Kälte, Trockenheit und Feuchte[1375], läßt die Natur sich suchen
+und gleicht sie durch Vereinigung wieder aus, so wie sie das Männliche
+mit dem Weiblichen (ἄρρεν καὶ θῆλυ, Arren kai Thély) zusammenführt und
+verbindet[1376]. Das Feuer ist aber nicht nur die materielle Grundlage
+des Universums, sondern als Welt-Feuer auch der Träger der Werde-Kraft
+und -Tätigkeit[1377], die den Kosmos erwärmende, bewegende und
+belebende Weltseele[1378], das Prinzip der ewigen Entwicklung, in deren
+Verlauf alles entsteht und wieder vergeht, und die Weltvernunft oder
+λόγος (Logos)[1379]. „Den Proteus Logos in irgendeiner anderen Sprache
+zu fassen, ist ganz vergebliche Mühe“, sagt mit Recht ~Diels~[1380],
+und ~Goebel~, der eine ganze Reihe von Erklärungen für Logos anführt,
+stimmt ihm bei[1381]; nach ~Burnet~ bedeutet der (zuerst bei ~Heraklit~
+vorkommende) Ausdruck ursprünglich entweder nur die „Rede“, das „Wort“
+des ~Heraklit~ selbst, oder auch „Maß“ und „Messung“[1382], und erst
+weiterhin erhält er den Sinn von Vernunft-Maß, Vernunft-Gesetz[1383],
+weltbeherrschender Vernunft[1384], Gesetzmäßigkeit alles Geschehens,
+Einheitlichkeit und Harmonie des Weltganzen[1385] usf., der aber
+bei ~Heraklit~ selbst noch nirgendwo derart hervortritt wie in den
+Schriften späterer Schulen[1386].
+
+
+b) Pythagoras: die Pythagoräer (Alkmaion, Philolaos); die Orphik.
+
+~Pythagoras~ von Samos (etwa 570-490), der sich zuerst φιλόσοφος
+(Philosoph; nicht = Weiser, sondern = Freund, Sucher der Weisheit)
+genannt haben soll[1387], scheint in erster Linie durch die Macht
+seiner Persönlichkeit und seiner Lebens-Auffassung und -Führung gewirkt
+zu haben[1388], doch wissen schon ~Platon~ und ~Aristoteles~ nur
+äußerst Dürftiges von ihm und seinen Lehren[1389], gar nichts aber von
+jener „geheimen Weisheit“, die ihm (mehrere Jahrhunderte später) die
+Schule der „Neupythagoräer“ zuschrieb[1390]. +Nicht+ auf ~Pythagoras~
+zurückzuführen sind u. a.: die sog. Zahlenmystik, die erst nach 470
+nachweisbar wird[1391]; die „Harmonie der Sphären“, da zu seiner
+Zeit „Sphären“ noch unbekannt waren, und ἁρμονία (Harmonía) damals
+nicht Harmonie bedeutete, sondern das Gleichgewicht entgegengesetzter
+Spannungen[1392]; die Entdeckung der Identität von Morgen- und
+Abendstern, Eosphoros und Hesperos, da diese zu den Voraussetzungen
+der Siebenzahl der Planeten gehört und den Griechen wohl zusammen
+mit dieser aus dem Oriente zukam[1393]; die Parallele zwischen den
+sieben Planeten und den sieben Saiten der Lyra (Heptachord), die,
+wie noch viele andere „pythagoräische“ Theorien, in Wirklichkeit
+erst der pythagoräischen Schule des 5. Jahrhunderts zugehört[1394].
+Nur +eine+ Lehre brachten schon die dem ~Pythagoras~ unmittelbar
+folgenden Geschlechter mit seinem Namen in Verbindung, die von der
+Unsterblichkeit und Seelenwanderung[1395], παλιγγενεσία (Palingenesía);
+ihre oder ihrer wesentlichen Grundlagen Quelle suchten einige neuere
+Forscher in Indien[1396], andere (wie vormals schon ~Herodot~) in
+Ägypten[1397], während sie tatsächlich wohl aus alten volkstümlichen
+Vorstellungen fließt[1398], die in der „Orphik“ spätestens im Laufe des
+6. Jahrhunderts zu neuer und erhöhter Bedeutung gelangt waren[1399].
+
+Die „Orphik“[1400], das Erzeugnis eines von Grund aus religiösen und
+nach neuer religiöser Entwicklung strebenden Zeitalters, entstand
+zweifellos im 7. Jahrhundert in Thrazien und wurzelt in dem dort
+heimischen ~Dionysos~-Kultus, erreichte aber ihre eigentliche Blüte
+erst in Attika zur Zeit der ~Peisistratiden~ (von 560 an) und wurde
+im 6. Jahrhundert aus Kleinasien, wo sie gleichfalls weitverbreitet
+war, durch griechische, den vordringenden Persern weichende
+Auswanderer, mit großem Erfolge auch nach Kreta, Sizilien und
+Süditalien verpflanzt[1401]. Die Orphiker bildeten Kultvereinigungen
+zur Pflege gewisser Geheimlehren, Gemeinschaften, in die man durch
+„Einweihung“ aufgenommen wurde; sie glaubten an eine geoffenbarte
+Theologie, niedergelegt in den angeblich „uralten“ (vorhomerischen und
+-hesiodischen) Dichtungen des Thrakiers ~Orpheus~, des gottbegnadeten
+Sehers und Stifters ihrer Mysterien[1402], seines Schülers ~Musaios~
+und seines Landsmannes ~Eumolpos~, des Begründers der (tatsächlich
+ältesten) Geheimdienste zu Eleusis. Wesentlich waren diesen, einer
+ganzen Epoche zuzuschreibenden Pseudepigraphen, -- und zwar nicht
+als Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchung, sondern als rein
+dogmatische Voraussetzungen, -- die Lehren von einer Reinigung,
+Entsühnung und Erlösung[1403], von einer Befreiung der unsterblichen
+Seele aus dem Kreislaufe der Wiedergeburt und Seelenwanderung, sowie
+von einer Vergeltung durch Lohn oder Strafe im Jenseits[1404]. Schon
+frühzeitig erfuhr die Orphik, infolge ihres Bestrebens, die den alten
++eigenen+ Göttern verloren gegangene Autorität bei +fremden+ zu
+suchen, weitgehende Einflüsse seitens kleinasiatischer Kulte, z. B.
+der Schlangenverehrung des phrygischen ~Sabazios~ (die dem Dienste des
+thrakischen ~Dionysos~ ganz fremd war)[1405], sowie orientalischer,
+vor allem babylonischer und iranischer Mythen[1406]; letzteren
+scheinen sich namentlich gewisse, in dunkler und vieldeutiger Sprache
+dargelegte Vorschriften angepaßt zu haben, betreffend die Erlangung
+kultischer Würdigkeit durch Reinigung, Fasten und Bußen, sodann die
+Verehrung und Beschwörung höherer Wesen durch Gebete, Lieder, Sprüche
+und Formeln, ferner den Empfang von Offenbarungen durch abergläubische
+Verkündigungen, Vorzeichen und Wunder usf., hauptsächlich aber auch
+die Ideen über Kosmogonie und Theogonie (Entstehung von Welt und
+Göttern). Soweit die lückenhafte und sehr schwankende Überlieferung
+zu urteilen gestattet, gehört zu deren alten Zügen u. a. die Annahme,
+daß aus einem, meist als Nacht, Dunkel, Chaos, .... bezeichneten
+Urzustande zuerst ~Chronos~, hierauf ~Aither~ (Äther = Himmel?) und
+Unterwelt, sodann (durch ~Chronos~?) das „silberglänzende“ Weltei
+hervorgeht, und aus diesem schließlich der goldgeflügelte Lichtgott
+~Phanes~ (Eros) der „Erstgeborene“; er wird androgyn (mannweiblich;
+δισώματος = zweikörperlich) gedacht, angeblich weil er, als Symbol
+der noch einheitlichen Welt, den Samen (σπέρμα, Sperma) aller Götter,
+Einzelwesen und Einzeldinge in sich enthält, die später aus ihm zur
+Entwicklung gelangen oder emanieren[1407]. Mit ~Phanes~ wird ~Dionysos~
+identifiziert, weiterhin auch dessen Vater ~Zeus~ selbst[1408], und zu
+seinen Gunsten wird auch Χρόνος (~Chronos~ = Zeit), den man anscheinend
+schon frühzeitig mit Κρόνος (~Kronos~, dem Gotte der heißen Jahres-
+und Erntezeit, wie ~Saturn~)[1409] zusammenwarf[1410], in eine jüngere
+Epoche herabgesetzt[1411], während er als uranfängliches Weltprinzip
+die +absolute+ Zeit darstellte, im Gegensatze zu Αἴων (~Aeon~), der
+die +relative+ Zeit (die Zeitalter) vertritt und noch bei ~Euripides~
+Χρόνου παῖς = Sohn des ~Chronos~ heißt[1412]. Wie nun ~Eisler~
+erinnert[1413], kennt der iranische Mythus einen obersten Himmelsgott
+~Zervan~, der als Zwitter das Weltenei erzeugte, aus dem die Götter
+~Mithras~ und ~Angra-Mainya~[1414] hervorgehen, und der Wasser,
+Wind und Feuer schuf; die Parallelen sind nach dieser und anderen
+Richtungen hin überraschend, namentlich scheint dem iranischen ~Zervan~
+der griechische ~Chronos~ nachgebildet zu sein, der gleichfalls aus
+seinem Samen Wasser (als das πρῶτον = das Erste, Ursprüngliche),
+Wind (Luft) und Feuer geschaffen haben soll. Vermittler solcher den
+orientalischen Ursprung noch verratender Überlieferungen, die uns
+freilich nur in dürftigen Resten aus später Zeit vorliegen[1415],
+ist hauptsächlich ~Pherekydes~ aus Syros, den einige als Lehrer des
+~Pythagoras~ ansprechen, während er nach anderen erst um 450 geblüht
+haben soll[1416]; eine Hauptrolle spielen, wie bei ihm, so auch bei
+seinen angeblichen Zeitgenossen ~Epimenides~ und ~Akusilaos~, das
+Chaos, Chronos, das Weltenei, ~Zeus~ und ~Eros~, Erde und Unterwelt,
+Himmel und Äther. Die orphische Gleichsetzung von Äther mit Weltseele
+gehört allerdings, wie der letztere Begriff selbst, erst einer weitaus
+späteren Periode an[1417]; für eine schon in alter Zeit erfolgte
+Entlehnung und für iranische Herkunft des etymologisch schwierigen
+Wortes αἰθήρ (Aithér, Äther) spricht aber die bisher anscheinend
+nicht genügend gewürdigte Tatsache, daß „Feuer“ im Persischen „Atar“
+heißt, und ~Atar~ als Sohn des ~Ahura-Mazdah~, des „weisen Herrn“
+des Lichtreiches gilt[1418]; die Identifizierung des höchsten
+Himmelsgottes mit Feuer und Äther, so z. B. auch bei ~Pherekydes~ Ζάς
+(~Zeus~) = Αἰθήρ[1419], erscheint hiernach in neuem Lichte, und wenn
+eine der Helios-Töchter, die, der Sage nach, zum Baume verwandelt
+Tränen feuerfarbigen Bernsteines vergießt, ~Aitherie~ heißt[1420],
+so durchschimmert diesen Namen vielleicht noch ein Rest der alten
+Bedeutung.
+
+Sehr möglich ist eine Beeinflussung schon der jonischen Philosophie
+oder doch einzelner ihrer Vertreter (s. oben bei ~Heraklit~) seitens
+der Orphik und ihrer aus dem Orient aufgenommenen Bestandteile,
+und fraglos fest steht eine solche vieler späterer Philosophen und
+Dichter[1421], z. B. des ~Empedokles~ (490-430?)[1422], ~Pindar~
+(gest. um 445)[1423] und ~Euripides~ (gest. 407)[1424], der z. B. des
+~Aristophanes~ glänzende Verspottung der orphischen Kosmogonie in den
+„Vögeln“ (Vers 693 ff.) entgegentritt[1425].
+
+Unmittelbar an ~Pythagoras~, der um 490 zu Metapont bei Kroton im
+östlichen Unteritalien starb, knüpft die Schule der alten Pythagoräer
+an; ihre Beurteilung ist sehr schwierig, erstens weil die Überreste
+der wichtigsten (bis gegen 400 herabreichenden) Werke spärlich, reich
+an Unklarheiten, von unverbürgter Echtheit und von unbestimmter
+Abfassungszeit sind, zweitens weil Zweifel betreff der tatsächlichen
+Zugehörigkeit mehrerer Forscher bestehen, und drittens weil +ihre+
+Anhänger und die +anderer+ zu gleichzeitiger Entwicklung gelangter
+philosophischer Systeme sich gegenseitig in mannigfacher Weise
+beeinflußten.
+
+Zu den wichtigsten Grundsätzen der Pythagoräer gehört die Lehre,
+daß das wahre innere Wesen der Welt, das den Kosmos ordnende und
+beherrschende Gesetz, in der alles messenden und bestimmenden +Zahl+
+zu erblicken sei, daß zahlenmäßig angebbare Verhältnisse auch die
+Entstehung der regelmäßigen räumlichen Gebilde bedingen, und daß die
+räumliche, mathematisch bestimmbare +Form+ das für die Natur der
+Einzeldinge eigentlich Entscheidende ist[1426]. Gehen Anschauungen,
+wie sie uns in den (echten?) Fragmenten des ~Philolaos~ (gegen 400)
+begegnen, wenn auch nicht (früheren Annahmen nach) auf ~Pythagoras~
+selbst, so doch auf seine nächsten Schüler zurück, so hätten schon
+diese sich vorgestellt, daß es +Dreiecke+ sind (als rein geometrische
+Figuren, oder als äußerst dünne Blättchen betrachtet?), die als
+solche, oder zu regelmäßigen Vierecken (Quadraten) und Fünfecken
+(Pentagonen) aneinandergelegt, die Formen aufbauen[1427]; erfüllt
+werden letztere von den vier Elementen, die in jedem Dreieck sämtlich,
+wenn auch nach verschiedenen Anteilen gemischt, vorhanden zu denken
+sind, weshalb man die Winkel, die den eigentlichen Ausschlag für die
+Gestalt der Dreiecke geben, als ihnen geweiht ansieht. Das Wasser
+wird hierbei dem ~Kronos~ zugeeignet, die Luft dem ~Dionysos~, das
+Feuer dem ~Ares~, die Erde dem ~Hades~, denn diese vier Götter
+beherrschen die feuchte und kalte Materie (ὑγρὰν καὶ ψυχρὰν οὐσίαν),
+die feuchte und warme (ὑγρὰν και θερμήν), die feurige (ἔμπυρον
+φύσιν), und die erdartige (χθονίαν)[1428]. Die „Gegensätze“ warm
+und kalt, feucht und trocken, sind schon um 500 bei ~Alkmaion~ von
+Kroton bezeugt, der u. a. die für die Geschichte der Medizin sehr
+bedeutsam gewordene Lehre aufstellte, die Gesundheit sei abhängig vom
+Gleichgewichtszustande dieser Gegensätze, sowie von der richtigen
+Mischung der Elemente, die Krankheit jedoch beruhe auf Störungen dieser
+Verhältnisse[1429]; aber auch die Gleichsetzung der Grundstoffe mit
+bestimmten Göttern des Volksglaubens war nach ~Gilbert~[1430] schon
+zu Beginn des 6. Jahrhunderts nichts Unbekanntes und Ungewöhnliches
+mehr, und ist vermutlich auf theologische, dem Orient entstammende
+Anschauungen zurückzuführen, soferne eine Auslegung zutrifft, der
+gemäß schon ~Pherekydes~ von fünf Weltenräumen berichtete, bergend
+die fünf Weltenmächte, nämlich Erde, Wasser, Luft (πνεῦμα, Pneuma),
+Feuer und Äther (αἰθήρ = Ζάς, Zeus). Daß nun von den „regelmäßigen“
+Körpern, deren bekanntlich fünf und +nur+ fünf möglich sind, bereits
+~Pythagoras~ das Tetraeder für die Gestalt des Feuers erklärt
+habe, das Oktaeder für die der Luft, das Ikosaeder für die des
+Wassers und das Hexaeder (den Würfel) für die der Erde, ist völlig
+unerweislich[1431]; aber auch betreff des ~Philolaos~, der gegen
+400 eine Anzahl philosophischer und medizinischer, für die spätere
+Entwicklung des Pythagoräismus wichtiger Schriften verfaßte[1432],
+bestehen in dieser Hinsicht Schwierigkeiten, weil die Fünfzahl der
+regelmäßigen Polyeder, von denen er gesprochen haben soll, erst als
+Entdeckung der platonischen Akademie überliefert ist, wie schon der
+Name „platonische Körper“ bestätigt[1433]; immerhin darf man aber
+Vorahnungen dieser Gedanken für ihn in Anspruch nehmen, da er das
+Dodekaeder als Form des Äthers und des von diesem umschlossenen
+Weltenraumes bezeichnete, als den alles übrige umfangenden und in sich
+fassenden „Schiffsrumpf“ oder „Schiffsbauch“ der Sphäre, wobei der
+Aufbau der Welt mit dem eines Schiffes verglichen wird, dessen Material
+Zimmerholz = ὕλη (Hyle) ist[1434]; nicht unerwähnt bleibe indes die
+Vermutung, daß es umgekehrt die Existenz eines fünften regelmäßigen
+Körpers gewesen sei, die den ~Philolaos~ zur Anerkennung des Äthers als
+eines fünften Stoffes bewog[1435]. Übergänge der Elemente ineinander
+hielten die Pythagoräer gleichfalls für möglich, konnten sie jedoch
+begreiflicherweise nicht, wie die jonischen Philosophen, durch eine
+„Alloíosis“ (qualitative Artverwandlung) erklären, sondern nur
+durch eine „Genesis“ (γένεσις = quantitative Veränderung), beruhend
+auf Anlagerung oder Abtrennung, Vermischung oder Entmischung von
+Stoffteilchen[1436]; bemerkenswerterweise nahmen sie, wie es z. B. dem
+~Philolaos~ zugeschrieben wird, auch einen Zusammenhang zwischen der
+(später ποιότης, Poiótes = Qualität genannten) Beschaffenheit der Dinge
+und ihrer Färbung (χρῶσις, Chrósis) an, die sie überdies, in nicht
+mehr verständlicher Weise, auch mit ihrer Zahlenmystik in Verbindung
+brachten[1437].
+
+In den Mittelpunkt der Welt, der bei ~Philolaos~ (in nicht recht klarer
+Weise) als Ausgangsort ihrer einheitlichen Entwicklung ἄνω und κάτω
+(Ano-Káto, nach Oben und Unten) bezeichnet wird[1438], setzten die
+Pythagoräer, als ihr „erstes“ Urgebilde (τὸ ἕν) und als „Herd“ des
+Kosmos, ein „Zentral-Feuer“; um dieses bewegen sich, der Reihe nach,
+die Erde nebst einer „Gegenerde“, Mond, Sonne, die später Merkur,
+Venus, Mars, Jupiter, Saturn genannten Planeten (Merkur und Venus
+also fälschlich +jenseits+ der Sonnenbahn!), und der als „Olymp“
+bezeichnete Fixstern-Himmel[1439], jenseits dessen äußerer Feuerhülle,
+des „Feuer-Kreises“, die unbegrenzte Luft (Pneuma) liegt, aus der die
+Welt ihren Atem saugt[1440]. Der Umlauf der Erde um das Zentralfeuer
+vollzieht sich in einem Tage, der der übrigen Gestirne entsprechend
+langsamer, der des „Olymps“ erst in 10000 Jahren; die Bewegungen
+der sieben Planeten, die ihre „Göttlichkeit“ beweisen, bringen Töne
+hervor; die sich, vergleichbar denen der sieben Saiten der Leier, zur
+„Sphären-Harmonie“ vereinigen[1441].
+
+
+c) Die Eleaten: Xenophanes, Parmenides, Zenon; Melissos.
+
+Über die physikalischen Anschauungen des ~Xenophanes~ von Kolophon,
+der, als ältester Vertreter der Schule Eleas (einer phokäischen
+Pflanzstadt), 570-470 gelebt haben soll[1442], besitzen wir nur
+spärliche und von Unstimmigkeiten nicht freie Überlieferungen[1443],
+betreff deren Deutung die Ansichten der Forscher auseinandergehen. Nach
+~Zeller~ betrachtete ~Xenophanes~ τὸ γὰρ ἕν τοὺτο καὶ πᾶν, „dieses
+Eines und Alles“ (Hen kai pan), als identisch mit dem Göttlichen,
+und nannte es τὸν θέον, „den Gott“[1444]; nach ~Gilbert~ lehrte er,
+daß es nur eine einheitliche Welt gebe, die τὸ ἕν, τὸ πᾶν, τὸ ὄν
+sei, „das Eine, das Alle, das Seiende“[1445]; nach ~Deussen~ sind
+die Worte ἕν τὸ ὄν καὶ πᾶν richtig zu übersetzen „das Seiende ist
+Eines und auch Alles“[1446]; nach ~Windelband~ endlich soll dieser
+Ausspruch besagen, daß der Welt nur ein einziger, unentstandener und
+unvergänglicher Urstoff zugrunde liege, der unwandelbar und keiner
+Alloíosis (Artverwandlung) fähig sei, alle Einzeldinge aber in sich
+enthalte[1447]. Zweifellos gründet sich jede dieser Auslegungen, auch
+die zuletzt angeführte, auf einzelne, den Lehren des ~Xenophanes~ zu
+entnehmende Stellen; aber diesen stehen auch andere, und nicht leicht
+mit ihnen zu vereinbarende gegenüber, z. B. die Behauptung, daß der
+Urstoff „Erde“ sei und sich durch Verwandlung ἄνω und κάτω (nach
+Oben und Unten) in die drei übrigen Elemente umsetze und aus ihnen
+wiederherstelle[1448], oder daß alles Vorhandene aus Erde und Wasser
+entstanden sei und sich zu Erde und Wasser wieder auflöse[1449].
+
+~Parmenides~ von Elea, der tiefsinnige Denker und „erste Metaphysiker“,
+der um 480-470 schrieb[1450], räumt Erde und Feuer eine wesentliche
+und bevorzugte Stellung ein, während Wasser und Luft ihm nur als
+Verwandlungs- oder Ausscheidungs-Produkte der Erde gelten[1451],
+als eine Art „Zwischen-Zustände, die er wohl, gleich ~Heraklit~,
+nicht scharf trennte“[1452]. Auch er nahm Umwandlungen ἄνω und κάτω
+an[1453], betrachtete jedoch die auch bei diesen mitwirkende Kälte als
+bloße Negation der Wärme[1454], soferne die betreffende Stelle nicht
+etwa besagen soll, daß er +beide+ nur als relativ, als Formen der
+Erscheinung, ansah[1455]. Die Verbindung der Stoffe bewirkt bei ihm
+eine den Weltlauf regierende Göttin (δαίμων = Dämon), wohl ~Ananke~
+= die Notwendigkeit[1456], die zuerst den ~Eros~ bildete[1457],
+und (durch ihn?) die Gegensätze (ἐναντία) zur Vereinigung treibt,
+die als eine geschlechtliche symbolisiert wird: ἄρρεν (Arren) oder
+ἄρσεν (Arsen) καὶ θῆλυ μιγνύειν = „das Männliche und Weibliche
+vermischen“[1458].
+
+Eine qualitative Artverwandlung, Alloíosis, hielt auch ~Zenon~ von Elea
+(490-430) für möglich, der Autor der berühmten eleatischen „Aporien“
+(~Achilleus~ und die Schildkröte; der fliegende Pfeil; usf.)[1459]; bei
+~Melissos~ von Samos (um 440) unterliegt ihr die „Grundmaterie der vier
+Elemente“, ein bei allen Veränderungen der eine und der einheitliche
+bleibende Urstoff, der daher auch „ἕν τὸ πᾶν“ (Hen to pan) heißt[1460].
+
+
+d) Empedokles, Anaxagoras; Leukippos, Demokritos.
+
+~Empedokles~ von Akragas = Agrigent (490 bis 444 oder 430)[1461]
+ist der eigentliche Vater des Begriffes (+nicht+ des Wortes)
+„Elemente“[1462] sowie der „Systematik der vier Elemente“, die,
+entgegen älteren Ansichten, nicht aus Ägypten stammen, woselbst vier
+Elemente oder vier Paare von Elementar-Göttern erst während der
+Ptolemäer-Zeit nachweisbar werden[1463]. Die Einzeldinge gehen bei
+ihm nicht mehr durch innere Umwandlung einer einheitlichen φύσις
+(Physis) hervor, sondern durch äußere Vermischung (μῖξις = Míxis)
+oder Entmischung (διάλλαξις = Diállaxis) der kleinsten Teilchen von
+vier als ῥιζώματα = Wurzeln (Rhizome) bezeichneten (und erst später
+„Elemente“ genannten) Grundstoffen, die, dem Volksglauben gemäß,
+mit gewissen Gottheiten identifiziert werden[1464]. Welche diese
+sind, steht nicht in allen Fällen gleich fest[1465]. Zwar herrscht
+kein Zweifel darüber, daß das Wasser der ~Nestis~ zugehört, die für
+eine sizilische Wassergöttin gilt[1466]; aber im „leuchtenden“ oder
+„schimmernden“ ~Zeus~ sehen z. B. ~Windelband~ Feuer, ~Diels~ Feuer
+oder Äther, ~Burnet~ Luft; im ~Aidoneus Zeller~ Erde, ~Windelband~
+Luft, ~Diels~ Erde oder Luft, ~Burnet~ Feuer; in der „lebenspendenden“
+~Hera~ endlich ~Zeller~ Luft, ~Windelband~ und ~Burnet~ Erde,
+~Diels~ Luft oder Erde[1467], -- welches Dilemma zugunsten der Luft
+zu entscheiden wäre, wenn man mit ~Deussen~ annehmen darf, daß es
+der Atem ist, durch den ~Hera~ das Leben verleiht[1468]. Keinem
+der vier Elemente kommt ein Vorrang zu, vielmehr besitzen sie alle
+die nämliche Bedeutung (ἰσότης, Isótes, Gleichwertigkeit)[1469],
+und zwischen ihnen, den vier Wurzeln aller Dinge, und den (später
+„Qualitäten“ geheißenen) vier „Gegensätzen“, das sind Kälte, Wärme,
+Feuchte und Trockenheit, ist wenn nicht Identität[1470] so doch engste
+Zusammengehörigkeit anzunehmen[1471], indem Wärme und Trockenheit
+dem Feuer und der Luft anhängen (inhärieren), Kälte und Feuchte aber
+dem Wasser und der Erde. Die Elemente selbst sind auf keinerlei
+gemeinsames Substrat zurückführbar, bestehen vielmehr jedes aus sehr
+kleinen, durchaus gleichartigen, als solche nicht weiter qualitativ
+veränderlichen, charakteristischen Teilchen[1472], also Wasser „der
+Schweiß der Erde“[1473] aus Wasser-Teilchen, Luft (nicht sowohl ἀήρ
+als αἰθήρ; weder „leerer Raum“, noch zu Wasser zu verflüssigender
+„leichter Dunst“)[1474] aus Luft-Teilchen, usf. Diese Teilchen der
+vier Elemente sind keiner inneren Verschmelzung fähig, sondern
+nur einer äußeren, rein mechanischen Vereinigung oder Trennung im
+Raume[1475]; alle Einzeldinge entstehen demnach allein infolge
+derartiger Vermischungen[1476], sie sind also ein bloßes μεῖγμα
+(Meígma, Amalgam) der Elemente, die in ihnen als solche erhalten
+bleiben und sich aus ihnen auch wieder abscheiden lassen; je nach
+den obwaltenden Umständen, der τύχη (Týche, dem Zufall), können
+die sich vermischenden Mengen der Elemente die wechselndsten und
+mannigfaltigsten sein[1477], und die +qualitativen+ Verschiedenheiten
+der unendlich vielen Einzeldinge erklären sich aus den +quantitativen+
+dieser Mischungsverhältnisse, -- genau ebenso wie die Abstufungen
+der unendlich vielen Einzelfarben aus den Mengenanteilen der vier
+Grundfarbstoffe, die der Maler auf seiner Palette zusammenreibt[1478].
+
+Diesem durchaus originalen, für die ganze Folgezeit höchst
+bedeutungsvollen Prinzip gemäß, spielt die „richtige Mischung der
+Elemente“ das „Gleichgewicht der Elemente“, bei ~Empedokles~ eine in
+jeder Hinsicht sehr wichtige Rolle[1479]; u. a. sollen genau gegebene
+Mengen der Elemente in Blut, Fleisch und Knochen vorhanden sein, in
+letzteren z. B. 2 Teile Wasser + 4 Teile Feuer + 8 Teile Erde[1480],
+-- weshalb gerade +diese+, bleibt dahingestellt[1481] --, so daß
+die „richtigen Mischungen“ Gesundheit und körperliche Eigenschaften
+bestimmen, aber auch geistige Fähigkeiten und Tätigkeiten bedingen und
+ermöglichen[1482]; in medizinischer Richtung, von ~Hippokrates~ und
+den Hippokratikern an bis auf ~Galenos~ und alle seine Nachfolger,
+hat dieser Gedanke, wie bereits oben angedeutet, tiefgehenden Einfluß
+geübt[1483].
+
+Da die vier Elemente nicht, wie die Urstoffe der jonischen Philosophen,
+aktiv und von Eigenleben erfüllt sind, sondern passiv und tot, so
+können sie nur durch äußere, ihnen fremde Kräfte in Bewegung gesetzt,
+gemischt oder entmischt werden; als solche nahm ~Empedokles~ φιλία
+und νεῖκος an, = Liebe und Haß, die er hin und wieder bis zu gewissem
+Grade im höheren geistigen Begriffe der ἀνάγκη (Anánke = Notwendigkeit)
+zusammenfaßt[1484], zuweilen aber auch als selbst körperlicher oder
+doch körperähnlicher Natur ansieht[1485]; ob φιλία und νεῖκος auch im
+Sinne von Anziehung und Abstoßung, als rein innerer Eigenschaften,
+verstanden werden dürfen, bleibt zweifelhaft, da ~Empedokles~ auch
+in dieser Hinsicht nicht frei von Widersprüchen ist[1486]. An
+verschiedenen Stellen lehrt er, daß Gleiches und Gleiches sich anziehe,
+wie Eisen und Magnet, sich körperlich vermische, aber auch geistig
+erkenne[1487]; Ergebnis der Vermischung von Gleichartigem kann aber ein
+Produkt von gänzlich abweichenden Eigenschaften sein, so z. B. geht aus
+den weichen Metallen Kupfer und Zinn das harte „Erz“ in ähnlicher Weise
+hervor, wie aus dem weichen Samen des Pferdes und Esels der harte (und
+daher unfruchtbare) des Maultieres[1488].
+
+~Anaxagoras~ von Klazomenai (nach den einen etwa 500, nach anderen
+etwa 460 bis 428)[1489] erkennt gleichfalls weder einen einheitlichen
+Urstoff an, noch dessen Fähigkeit zur Artverwandlung, sondern nur
+eine σύμμιξις, Sýmmixis = Vermischung und eine διάκρισις, Diákrisis
+= Abscheidung von kleinsten Teilchen[1490]; die Teilchen sind aber
+nicht, wie bei ~Empedokles~, die einiger weniger Elemente, sondern
+die unzählig vieler Arten von qualitativ verschiedenen, an sich
+unveränderlichen Urstoffen, als deren σπέρμα (Sperma) = „Samen“ sie
+gelten[1491]. Das Ursprüngliche stellen also die individuell gearteten
+Urstoffe dar, z. B. Gold, und erst aus diesen gehen durch Vermischung
+nach allen nur möglichen Verhältnissen die vier Elemente und sämtliche
+Einzeldinge hervor[1492], deren jedes zwar ein μῖγμα (Amalgam) aus
+jenen +allen+ und in solchem Sinne eine πανσπερμία (Panspermía,
+Samen-Gesamtheit) ist[1493], stets aber +einen+ Stoff vorherrschend
+enthält, und diesem seine charakteristische Natur verdankt. Durch
+Hinzutreten oder Abtrennen von „Samen“ kann begreiflicherweise ein
+Wechsel in der Vorherrschaft, und dadurch eine αλλοίωσις (Alloíosis)
+= qualitative Veränderung erfolgen[1494], und da jedes Ding „Samen“
++aller+ übrigen enthält, wenn auch von manchen noch so wenig, so bleibt
+die Möglichkeit eines Überganges von Jeglichem in Jegliches stets
+gewahrt[1495]. Daß hierbei ein Neues von oft ganz abweichenden, ja
+entgegengesetzten Eigenschaften auftritt, beruht also nur scheinbar auf
+einer „Entstehung“, während in Wahrheit die Samen des Neuen schon im
+Alten vorhanden waren, z. B. die des dunklen Wassers im weißen Schnee;
+in diesem Sinne kann man das Paradoxon aussprechen „Schnee ist [auch]
+schwarz“[1496]: der Samen des schwarzen (dunklen) Wassers ist eben
+in ihm schon gegenwärtig, wenn auch zunächst noch verborgen, und man
+muß nur den Weg finden, ihn (etwa durch Vermehren seiner, oder durch
+Vermindern fremder Anteile) sichtbar hervortreten zu lassen[1497].
+Auch die ὕλη (Hýle, wörtlich Bauholz) des Weltalls[1498], d. h. der
+Rohstoff, der dem ganzen Kosmos zugrunde liegt, ist ursprünglich ein
+„Amalgam“, aus dem sich auf dem angedeuteten Wege, z. B. unter dem
+Einfluß von Wärme und Kälte, oder von Verdünnung und Verdichtung, Feuer
+und Luft ausscheiden, während Wasser und Erde zurückbleiben[1499];
+weiterhin entwickeln sich aus ihm alle die Einzeldinge, Gestalten und
+Organismen, deren Samen in ihrer Gesamtheit das μῖγμα bildeten[1500].
+
+Wie die Elemente des ~Empedokles~, so sind aber auch die Samen des
+~Anaxagoras~ völlig toter Stoff; in Bewegung geraten, um sich zu
+mischen oder zu entmischen, können sie daher nur unter dem Einfluß
+einer äußeren Kraft. Als solche stellt ihnen ~Anaxagoras~ den νοῦς
+entgegen (Nûs = Geist, Intellekt), dessen Unkörperlichkeit er aber
+ebensowenig ganz klar hervortreten läßt, wie ~Empedokles~ die von Liebe
+und Haß[1501]. Für die Immaterialität soll ein Zitat bei ~Euripides~
+sprechen: „Aus Äther stammt der Geist, in ihn kehrt er zurück“, doch
+bleibt zweifelhaft, ob der Satz von ~Anaxagoras~ herrührt und was
+dieser durch ihn ausdrücken wollte, denn Äther ist ihm meist mit
+Feuer identisch[1502]. -- Sein jüngerer Zeitgenosse, ~Diogenes~ von
+Apollonia[1503] (um 400) setzte νοῦς = ἀήρ des ~Anaximenes~, sah also
+Geist = Luft an, Luft jedoch als den Urstoff, der durch Erwärmung =
+Verdünnung oder durch Abkühlung = Verdichtung alle Dinge hervorbringt
+und sie als „Erstes und Feinstes“ auch durchdringt und bewegt, ferner
+aber auch als Atemluft ψυχή (Psyche = Seele, Leben) und νόησις (Nóesis
+= Intelligenz, Geisteskraft) verleiht[1504]; die Anziehungskraft des
+Magneten, dem schon ~Thales~ eine „Seele“ zuschrieb, „weil er das Eisen
+bewegt“, erklärt ~Diogenes~ daraus, daß auch die Metalle eine feine
+dunstartige Luft ein- und wieder ausatmen[1505].
+
+Nach ~Demokritos~ von Abdera (460-360?)[1506], dessen Lehren meist mit
+den nur sehr ungenügend überlieferten seines etwa 30-40 Jahre älteren
+Vorgängers ~Leukippos~[1507] übereinstimmen, zum Teil sogar diesem
+entlehnt sein sollen, bestehen alle Einzeldinge aus den nämlichen
+kleinsten, nicht mathematisch, aber physikalisch unteilbaren Teilchen,
+die ἄτομα = Atome (Unteilbare) heißen und in denen das zu finden
+ist, was frühere Philosophen in der φύσις (Physis = Ursubstanz),
+den ἰδέαι (Ideen, wörtlich Bildchen, Formen), den Gestalten oder
+Figuren (der Pythagoräer), usf., suchten[1508]. Die Atome sind
+ungeworden, unzerstörbar und unveränderlich, zwar alle von gleicher
+„qualitätsloser“ Beschaffenheit, d. h. ohne Farbe, Geruch, Geschmack,
+Wärme, Kälte, usf., dabei aber raumerfüllend, undurchdringlich, von
+unendlich verschiedener Gestalt, Größe und Schwere [demnach doch nicht
+ganz ohne innere Eigenschaften!][1509]. Daß es also Einzeldinge,
+belebte Wesen, Menschen, ja Götter (Dämonen), von ganz verschiedenen
+Qualitäten („Gegensätzen“) gibt, und daß sie entstehen und vergehen,
+ist nicht aus der inneren Natur der Atome erklärbar, sondern nur aus
+deren äußerer wechselnder Lage und Anordnung, Verbindung und Trennung;
+hervorgerufen wird diese durch Druck oder Stoß, d. h. durch Bewegung
+(κίνησις, Kínesis), die jedoch den Atomen nicht so gänzlich fremd
+gegenübersteht wie „Liebe und Haß“ den Elementen oder wie „Nûs“ den
+Samen, ihnen aber auch nicht derartig innewohnt wie das Eigenleben den
+Urstoffen der jonischen Philosophen, vielmehr nur mit ihnen verbunden,
+allerdings aber seit jeher verbunden ist[1510]. Ursprünglich vorhanden
+(ἀρχαί) sind also nur der leere Raum und die bewegten Atome, +sie+ sind
+φύσει gegeben, d. h. +objektiv+ in der Natur; die (später ποιότητες
+genannten) Qualitäten dagegen, z. B. süß oder bitter, sind nicht
+wahre Eigenschaften der Dinge, sondern nur νόμῳ, d. h. +subjektiven+
+Ursprunges[1511], Zustände subjektiver Wahrnehmung[1512].
+
+Ob ~Demokritos~ wirklich zuerst den Ausdruck Atom (ἄτομος, ἄτομον),
+ferner die Schlagworte von Sympathie und Antipathie der Dinge, sowie
+vom Menschen als Mikrokosmos geprägt hat[1513], ist zweifelhaft;
+durch die Ausbildung der Atomistik, durch seine mannigfachen
+naturwissenschaftlichen Kenntnisse und Versuche und durch seinen
+Grundsatz „Erfahrung ist die letzte Quelle unseres Wissens“[1514], hat
+er aber jedenfalls tiefgehenden und dauernden Einfluß geübt.
+
+Was die angeblichen magischen und alchemistischen Schriften des
+~Demokritos~ anbelangt, so sind sie, wie schon in einem früheren
+Abschnitte angeführt wurde, sämtlich Fälschungen einer späten
+Zeit[1515]; auf ihre Entstehung wird weiter unten nochmals
+zurückzukommen sein.
+
+
+
+
+2. Platon und Aristoteles.
+
+
+a) Platon.[1516]
+
+~Platon~ (427-347), der die leitenden Gedanken seiner bedeutendsten
+Vorgänger übernimmt, sie zusammenfaßt und zwecks Aufrichtung des
+eigenen originalen, von einer Fülle unvergänglichen Tiefsinnes
+zeugenden Lehrgebäudes verwertet, beschäftigte sich mit
+naturgeschichtlichen Fragen erst verhältnismäßig spät, als die
+Hauptpunkte seines (hier nicht zu erörternden) philosophischen Systems
+längst endgültig feststanden; hieraus erklärt sich seine Unterschätzung
+des Wertes der Anschauung sowie der Bedeutung der Materie, seine
+mythologische, ja mystische Deutung mancher Naturlehren, -- wobei sich
+die orphischen und pythagoräischen Einflüsse, die er erfahren hatte,
+in sehr merklichem Grade geltend machen[1517] --, und eine gewisse von
+derartigen Darstellungen kaum trennbare Unklarheit und Dunkelheit, die
+dann späteren Geschlechtern als ein wesentliches Kennzeichen „geheimer
+Weisheit“ erschien, weshalb man sie nachzubilden oder womöglich noch zu
+überbieten trachtete.
+
+Grundlage alles Bestehenden ist nach ~Platon~ ein Erstes,
+Ursprüngliches, Unbegrenztes, das unsichtbar und sinnlich nicht
+wahrnehmbar, ungeformt und ungestaltet, dabei aber allbildsam und
+allempfänglich ist, daher auch „Mutter“ oder „Schoß“ alles Wesens
+heißt. Über die Deutung dieser Lehre gehen die Ansichten seit jeher
+auseinander: die Einen erklären das Unbegrenzte für den leeren Raum,
+die Anderen für eine eigentliche, in steter aber ungeordneter Bewegung
+befindliche Urmaterie oder ὕλη (Hýle), -- welches Wort übrigens bei
+~Platon~ nur im alten Sinne von „Holz, Bauholz, Material“ vorkommt,
+während es sich im neuen von „Materie“ (daher πρώτη ὕλη = ursprüngliche
+oder Ur-Materie) erst bei ~Aristoteles~ gebraucht findet[1518]. Ein
+Schwanken zwischen beiden angeführten Auffassungen macht sich aber
+schon bei ~Platon~ selbst bemerklich, besonders auch in jenen Werken,
+die er erst in höherem Alter verfaßte[1519].
+
+[Illustration]
+
+Das qualitätslose (ἄποιον) und ungeformte (ἄμορφον, amorphe)
+Unbegrenzte wird zum eigentlichen bestimmten Körper (σῶμα = Soma),
+und geht aus dem Zustande des „Nichtseienden“ (μὴ ὄν)[1520] in den
+der körperlichen Realität über, indem es zunächst die Formen der vier
+Elemente annimmt[1521]; dies geschieht vermöge einer Begrenzung seitens
+geometrischer Gestalten, -- deren einschlägige Rolle die ungeheure
+Bedeutung der Mathematik klar hervortreten läßt --, und zwar kommen
+dabei im wesentlichen die zwei Arten rechtwinkliger Dreiecke in
+Betracht, die durch Zerfällung des Quadrates und des gleichseitigen
+Dreieckes entstehen. Sieht man nun als das „Ursprüngliche“ den leeren
+Raum an, so erschafft den Körper offenbar schon die bloße mathematische
+Abgrenzung durch die Dreiecksflächen[1522], also eine rein
+stereometrische Konstruktion[1523], und die ausgedehnte Substanz wird
+hiernach identisch mit der bloßen Ausdehnung[1524], -- eine Folgerung,
+die sich keineswegs allen Werken ~Platons~ gegenüber widerspruchslos
+aufrecht erhalten läßt[1525]; anderenfalls schneiden die Dreiecke die
+Elementar-Krystalle aus dem von der Hyle erfüllten Raume[1526].
+
+Vermutlich pythagoräischen Vorstellungen folgend, schreibt ~Platon~
+von diesen „Elementar-Krystallen“, also den fünf „platonischen
+Körpern“, das Tetraeder dem Feuer als Form zu, das Oktaeder der
+Luft, das Ikosaeder dem Wasser und das Hexaeder der Erde, so daß die
+Gestalten der genannten vier Gebilde die Natur der vier Elemente
+(σώματα) hervorbringen und bedingen; das Dodekaeder wird, weil es
+sich einigermaßen der Kugelform des Weltganzen annähert, mit diesem
+verglichen, und nicht etwa als die Form des Äthers betrachtet[1527],
+der ursprünglich nur für eine Art Luft von ganz besonderer Reinheit
+gilt, hierin der gewöhnlichen Luft um ebensoviel überlegen, wie diese
+wieder dem Wasser. Als ein fünftes Element, so daß von πέντε σχήματα
+καὶ σώματα die Rede ist, tritt der Äther, wenn überhaupt in echten
+Schriften ~Platons~, erst in solchen seiner Spätzeit auf, sowie
+in denen seiner Nachfolger ~Speusippos~ und ~Xenokrates~, welchen
+letzteren (der seit 339 lehrte) einige als Verfasser des „Epinomis“
+genannten 13. Buches der „Gesetze“ ~Platons~ ansehen[1528], während
+andere dieses seinem Schüler ~Philippos~ von ~Opus~ zuschreiben.
+
+Da die Elemente bloße Modifikationen der nämlichen, noch form-
+und qualitätslosen Urmaterie darstellen, so sind sie fähig, teils
+unmittelbar, teils mittelbar (nämlich auf dem Wege über diese
+Ursubstanz) ineinander überzugehen[1529]; die Erde nimmt dabei eine
+Sonderstellung ein, weil allein ihre Grenzdreiecke die durch Zerfällung
+des Quadrates entstandenen und daher spezifisch gestaltete sind[1530],
+während die dem Wasser, der Luft und dem Feuer zugehörigen sämtlich
+dem gleichseitigen Dreiecke entstammen, weshalb bei diesen Elementen
+auch ein unmittelbarer gegenseitiger Übergang stattfinden kann, z. B.
+1 Oktaeder der Luft ⮂ 2 Tetraeder des Feuers, 1 Ikosaeder des Wassers
+⮂ 2½ Oktaeder der Luft oder auch 2 Oktaeder der Luft + 1 Tetraeder des
+Feuers, usf. So vermag der eine Stoff völlig die Natur des anderen
+anzunehmen, alles ist wandelbar, jegliches kann zu jeglichem werden,
+und diese unter wechselnder Verdichtung und Verdünnung stattfindenden
+Vorgänge erfolgen in endlosem und unaufhörlichem Kreislaufe ἄνω (áno)
+und κάτω (káto); jedes Element strebt dabei seinem „natürlichem Orte“
+zu, denn Gleiches und Gleiches ziehen sich an; wird es aber aufgelöst,
+z. B. Wasser zu Luft und Feuer, so gilt das nämliche auch von den
+Produkten dieser Umsetzung[1531]. Der Äther hingegen, der weder Kälte
+oder Wärme noch sonstige „Gegensätze“ enthält, vielmehr durchaus
+„einfach“ ist, vermag sich in keines der vier Elemente umzugestalten;
+abweichend von diesen besitzt er auch von Natur aus die vollkommenste
+aller Bewegungen, die Kreisbewegung[1532].
+
+Aus den vier Elementen entstehen alle Einzeldinge, deren unendliche
+Mannigfaltigkeit sich zum Teil aus den Verschiedenheiten ihrer
+Mischungsverhältnisse erklärt, zum Teil aus der wechselnden Größe der
+Grenzdreiecke, zum Teil endlich aus jener mehr oder minder weitgehenden
+Verschmelzung der entgegengesetzten Qualitäten (ποιότητες) Wärme und
+Kälte, Feuchte und Trockenheit, die als eine wahre Vereinigung oder
+Vermählung anzusehen ist.
+
+Das Wasser z. B. geht beim Erwärmen unter Verdünnung und durch die
+Zwischenstufen des Dampfes und Dunstes in Luft über, beim Abkühlen
+hingegen verdichtet es sich und erstarrt oberhalb der Erde zu Schnee
+und Hagel, auf der Erde zu Reif und Eis, in oder unter der Erde aber zu
+Gesteinen und Mineralien; je nach der Reinigung und Läuterung, und je
+nach den Einflüssen von Wärme und Kälte, Zeitdauer und Druck, bilden
+sich hierbei Salze, Laugensalze, glasartige Krystalle, Tone, feste
+felsige Massen, Erze und schließlich Metalle, deren Ursprung sich noch
+in ihrer Schmelzbarkeit verrät, denn alles, was flüssig werden kann,
+ist von der Natur des Wassers[1533]. Die dichteste, gleichförmigste und
+feinste aller Substanzen ist das Gold, das als edelstes der Metalle
+in deren Rangordnung die oberste Stelle einnimmt, ebenso wie in der
+Hesiodschen der Zeitalter und Geschlechter; wie jedoch den vornehmsten
+Geschlechtern Glieder entspringen können, die in die mittleren oder
+tiefsten Stände herabsinken, während sich umgekehrt aus diesen einzelne
+Sprößlinge in die obersten Schichten zu erheben vermögen, so erzeugt
+zuweilen auch das Gold die geringeren Glieder der Rangordnung, nämlich
+Silber, Kupfer und Eisen, oder geht selbst aus einem von diesen
+hervor. -- Ihm zunächst stehen das „jetzt nur mehr dem Namen nach
+bekannte Oreichalkon“[1534], und sodann das Silber; weit weniger edel
+sind Kupfer und Eisen, die daher leicht der Zerstörung anheimfallen und
+dabei, unter Verlust auswitternder erdiger Teile, Grünspan und Rost
+ergeben.
+
+Wie die Mineralien und Erze, so gehen aus den vier Elementen auch die
+Leiber der Pflanzen und Tiere hervor, doch enthalten sie z. B. die Erde
+nur in besonders reinem und feinem, das Feuer nur in sehr gemäßigtem
+und abgeschwächtem Zustande; dem im menschlichen Körper vorhandenen
+Feuer-Elemente strömt durch Einatmen der belebende Lufthauch zu, das
+πνεῦμα (Pneuma)[1535], das ~Platon~ als Erster auch als das seelische
+Prinzip auffaßt[1536]. Das richtige Gleichgewicht der Elemente ist
+Vorbedingung der Gesundheit; ihre ungleichmäßige Verteilung, die auch
+eine solche der πνεύματα, d. h. der luftartigen Bestandteile, sowie der
+Gallenstoffe, Schleime usf., mit sich bringt, erzeugt Krankheiten des
+Körpers, oft aber auch, von diesen ausgehend, solche des Geistes[1537].
+
+Aus den vier Elementen besteht endlich, gleich allem Irdischen, auch
+alles Himmlische, und demnach das gesamte Weltall; seine Achse,
+die Weltachse, ein Spindelstab mit Spitzen aus Stahl [Adamas, was
++nicht+ Diamant bedeutet!], ruht im Schoße der über allen Höhen
+thronenden ~Ananke~ (der Notwendigkeit), und steht unter dem Schutze
+ihrer Töchter, der Parzen. An der Weltachse sind, über der im
+Mittelpunkte des Alls ruhenden Erde, und rings um diese herum, die
+acht konzentrischen Sphären befestigt, und zwar entsprechen ihre
+Entfernungen den Längen jener Abschnitte einer schwingenden Saite,
+die, der Entdeckung des ~Pythagoras~ gemäß, harmonische Töne ergeben.
+Die äußerste, achte, die des Fixsternhimmels, ist buntfarbig, da an
+ihr zahlreiche, in verschiedenem Lichte funkelnde Sterne befestigt
+sind; die siebente, gelbliche, trägt den Phainon (= Lichtbringer;
+später ~Kronos~, Saturn); die sechste, glänzend-weiße, den Phaëthon
+(= Leuchtender; später ~Zeus~, Jupiter); die fünfte, rötliche,
+den Pyrôeis (= Feuerfarbiger; später ~Ares~, Mars); die vierte,
+gelbliche, den Eosphoros oder Phosphoros (= Morgenstern; später
+~Aphrodite~, Venus); die dritte, weißliche, den Stilbon (= Glänzender;
+später ~Hermes~, Merkur); die zweite, glänzende, den ~Helios~ (Sol,
+Sonne), und die erste, vom ~Helios~ bestrahlte, die ~Selene~ (Luna,
+Mond)[1538]; jeder dieser Sphären ist eine Sirene zugeteilt, die einen
+lauten Klang ertönen läßt, und diese alle vereinigen sich zu einem
+harmonischen Gesamtklange, der Harmonie der Sphären oder Sphärenmusik.
+Nach Analogie der „Wagen“ des ~Helios~ und der ~Selene~ werden, in
+~Platons~ letzter Periode, die Planeten und die Sterne überhaupt als
+„Fahrzeuge“ vorgestellt und zwar als solche der Seelen; die „Epinomis“
+erklärt die Seelen der Sterne für eigentliche Stern-Götter, die, weil
+ihr Dienst aus Syrien oder Ägypten stammt, nicht einmal sämtlich
+griechische Eigennamen haben, und stellt demgemäß drei Klassen von
+Göttern auf: die olympischen, die Sterngötter und die Dämonen, die
+hinwiederum teils ätherische sind, teils solche der Luft und des
+Wassers. Die Lehre vom lenkenden Einflusse der ~Ananke~ und ihrer
+Töchter, der Parzen, auf die Himmelswelt, in Verbindung mit jener von
+der Parallelität des Geschehens im Makro- und Mikro-Kosmos, führt zur
+Annahme, daß die Schicksale der Welt, vom großen Ganzen bis zu den
+kleinsten Einzelheiten herab, innig mit den Stellungen und Bewegungen
+der Gestirne zusammenhängen, ganz besonders mit jenen der Planeten.
+In diesen Theorien, namentlich denen von den Gestirngeistern als
+lebendigen seligen Wesen, von den Sternen als „sichtbaren Göttern“,
+von den himmlischen Vorzeichen und Einwirkungen, sowie von den
+verschiedenen Klassen des Geisterreiches, treten die Einflüsse
+orientalischer, besonders babylonischer und iranischer Vorstellungen
+unzweideutig zutage[1539].
+
+Da sich nicht verkennen läßt, daß ~Platon~ die Lehre von den vier
+Elementen schon in recht dogmatischem Gewande vorträgt[1540], so erhebt
+sich die Frage, aus welchen Quellen er die betreffenden Anschauungen
+schöpfte; doch ist diese, nach allem in früheren Abschnitten Erwähnten,
+zwar unschwer zu entscheiden, soweit die allgemeinen Grundzüge, nicht
+aber soweit die besonderen Einzelheiten in Betracht kommen. Das +Wort+
+für Elemente, στοιχεῖα (Stoicheía), bezeichnete ursprünglich, wie
+~Diels~ nachwies, das Alphabet, in dem die Buchstaben eine geordnete
+Reihe (στοῖχος, Stoíchos) bilden[1541]; στοιχεῖον im Sinne von Element
+kommt weder bei ~Heraklit~ vor, noch bei ~Empedokles~, noch bei
+~Anaxagoras~[1542], vielmehr ist es +zuerst+ bei ~Platon~ nachweisbar,
+der es aber nicht als Neugebildetes und Eigenes, nicht mit Vorliebe
+und auch nicht konsequent gebraucht, sondern unter diesem Ausdrucke
+zunächst Anfänge oder Rudimente begreift, sodann die geometrischen
+Grundgestalten der Elemente, und schließlich die arithmetischen
+Prinzipien der (pythagoräischen) Weltordnung[1543]; von wem er ihn
+entlehnte, bleibt vorerst dahingestellt, denn daß ~Leukippos~ hierin
+sein Vorgänger gewesen sein möchte[1544], scheint eine bloße Vermutung.
+
+Daß ~Platon~ ὕλη (Hýle) noch nicht im aristotelischen Sinne = Materie
+setzt, ist bereits erwähnt worden; das eigentliche dauernde Wesen der
+Dinge, ihre wahrhafte Substanz, bezeichnet er als οὐσία (Usía) und
+stellt diese οὐσία, als Beharrendes, auch in Gegensatz zum Werdenden
+und Wandelbaren, zur γένεσις (Genesis)[1545]. Übergänge der Stoffe
+gelten ihm stets als durch ἀλλοίωσις (Alloíosis, Artverwandlung)
+erfolgt[1546], und für die sich hierbei verändernden oder
+ausgleichenden „Gegensätze“ gebraucht er als Erster das Wort ποιότητες,
+d. i. Qualitäten[1547].
+
+
+b) Aristoteles.[1548]
+
+Durch Sammeln und kritisches Besprechen fremder, sowie durch Aufstellen
+und planvolles Ausgestalten eigener Lehren übte ~Aristoteles~
+(384-322), wie auf zahlreichen anderen Gebieten so auch auf dem der
+Physik, tiefgreifenden und fast zwei Jahrtausende vorhaltenden Einfluß
+aus; dies gilt auch betreff der Theorien über die Materie, trotzdem
+die Vorzüge seiner Systematik gerade in dieser Richtung nicht so
+durchschlagend hervortreten wie gewöhnlich, so daß in sachlicher
+Hinsicht mancherlei Unklarheiten und Widersprüche bestehen bleiben,
+der sprachliche Ausdruck aber nicht selten der Folgerichtigkeit und
+Bestimmtheit ermangelt[1549]. Daß dem so ist, erklärt sich wohl zur
+Genüge aus den Schicksalen der Niederschrift und Überlieferung jener
+Fassung der aristotelischen Werke, die allein uns heute zur Verfügung
+steht; an dieser Stelle können jedoch die angedeuteten Umstände nicht
+des Näheren erörtert werden.
+
+Merkwürdig schwankend gebraucht ~Aristoteles~ schon den Grundbegriff
+οὐσία (Usía), in dem bald der Sinn von Materie oder Substrat zu
+überwiegen scheint, bald der von Substanz oder Stoff, bald der von
+Wesen oder Gattung[1550]; in der Regel bedeutet jedoch οὐσία das
+Ursprüngliche der Dinge, ihre Anlage, ihr „Seiendes“, das zwar an
+sich den Charakter des Beharrlichen und Bleibenden besitzen, dabei
+aber fähig sein soll, sich unter dem Einflusse der Genesis (γένεσις,
+der Entwicklung, des Werdens) in mehr oder minder weitgehendem Grade
+zu „verwirklichen“, d. h. aus dem Zustande des „Möglichen“ (δύναμις,
+Dynamis) in den des „Wirklichen“ (ἐνέργεια, Energie; ἐντελέχεια,
+Entelechie) überzugehen[1551]. Die „Grundlage“ der Dinge (ὑποκείμενον),
+ihre ὕλη (Hyle) oder Materie[1552], ihre „erste“ oder Ur-Substanz
+(πρώτη ὕλη = materia prima), ist nämlich zwar das einheitliche und
+bleibende Substrat aller Veränderungen[1553], besitzt aber kein
+„aktuelles“ = tatsächliches Sein, sondern nur ein „potentielles“ =
+mögliches; daher kann sie auch niemals +als solche+ auftreten[1554],
+bildet vielmehr nur die „begriffliche (abstrakte) Voraussetzung“ für
+die Möglichkeit der Körperwelt[1555]. Damit es nun zur „aktuellen“
+Entstehung von Einzelkörpern komme, muß die als noch gestalt- und
+qualitätslos zu denkende Hyle eine bestimmte +Form+ (εἶδος, μορφή)
+annehmen[1556], die für sie ein Höheres, dem Logos (Begriffe) des
+Einzelkörpers Gleichwertiges ist[1557], und nach der sie deshalb,
+als nach etwas in ihr schon Angelegtem, strebt und verlangt, wie
+das Weibliche nach dem Männlichen[1558]. Alle Wirklichkeit erhält
+also die Materie erst durch die Form: diese ist das Entscheidende und
+Bestimmende, sie macht den Einzelkörper zu dem was er ist, und sie
+bedingt namentlich, daß er fortzeugend seinesgleichen hervorbringt,
+also z. B. Feuer wieder das Feuer, der Ölbaum den Ölbaum, der Weizen
+den Weizen, der Mensch den Menschen[1559].
+
+Entgegen den im vorstehenden entwickelten Anschauungen sieht aber
+~Aristoteles~ an anderen Stellen seines Lehrgebäudes die πρώτη ὕλη
+oder Urmaterie als einen körperlichen Stoff an[1560]; dieser ist
+fähig der μεταβολή (Metabolé), -- was ursprünglich Bewegung und
+Ortsveränderung bezeichnet, später aber auch Veränderung der Größe
+und Veränderung der Eigenschaften, welche letztere Unterart ἀλλοίωσις
+(Alloíosis, Artverwandlung) heißt --, ferner der σύνθεσις (Synthesis)
+oder äußeren Vermischung, und endlich der μῖξις (Míxis) oder inneren
+Verbindung[1561]; aus ihm sollen zunächst die vier Elemente hervorgehen
+und weiterhin aus diesen durch μῖξις die Einzelkörper; diese stellen
+keine bloßen mechanischen Mischungen dar, sondern durchaus einheitliche
+und neue Stoffe, und enthalten die Elemente, die in ihnen stets +alle
+vier+, wenn auch in den wechselndsten Mengen, vorhanden sind[1562],
+nicht mehr unverändert, sondern nur noch potentiell, d. h. unter
+Umständen wieder aus ihnen abscheidbar[1563].
+
+Hiernach sind die Elemente spezifische, nicht weiter in andersartige
+Bestandteile zerlegbare Grundstoffe, die aus der Hyle hervorgehen
+und sich scharf von den ἀρχαί (Archai), als den außerhalb der Dinge
+stehenden bloßen Prinzipien, unterscheiden[1564]; andere Teile der
+aristotelischen Schriften erblicken hingegen schon in der Hyle selbst
+nichts Einheitliches, vielmehr eine Gesamtheit der vier Elemente, die
+vereint als Träger der Hyle gelten und deren vier Einzel-Erscheinungen
+ein (abstraktes) „gemeinsames Substrat“ (κοινὸν ὑποκείμενον) zugrunde
+liegt[1565]; ferner werden die vier Elemente oder στοιχεῖα (Stoicheía)
+auch bald als ἀρχαί, bald als σώματα (Sóma = Körper) bezeichnet[1566]
+und als Verbindungen gewisser „Gegensätze“ angesprochen[1567]. Die
+vier ersten und ursprünglichen Qualitäten, das sind Wärme und Kälte,
+denen +aktive+, sowie Trockenheit und Feuchte, denen +passive+ Natur
+zukommt, lassen nämlich sechserlei Arten der Paarung zu; zwei von
+diesen scheiden aus, da sich offenbar weder Wärme und Kälte noch
+Trockenheit und Feuchte miteinander zu verbinden vermögen; demnach
+verbleiben noch vier Paarungen, und von diesen ist zu setzen: Kälte
++ Trockenheit = Erde, Feuchte + Kälte = Wasser, Wärme + Feuchte =
+Luft, Trockenheit + Wärme = Feuer, wobei die zweite der angeführten
+Qualitäten stets die vorherrschende ist, und durch weitestgehende
+Steigerung aus Wasser und Feuer die „Extreme“ Eis und Flamme ergeben
+kann. Alle vier Elemente sind gegenseitiger Umwandlung ineinander
+fähig[1568], und zwar rasch und leicht in den Richtungen Feuer ⭢ Luft
+⭢ Wasser ⭢ Erde oder umgekehrt, weil hierbei stets +eine+ gemeinsame
+Qualität als Anknüpfungspunkt bestehen bleibt, langsam und schwierig
+aber in der Richtung Feuer ⮂ Wasser oder Erde ⮂ Luft, die einen Wechsel
++beider+ Qualitäten erfordert; alle diese Umwandlungen vollziehen
+sich ἄνω καὶ κάτω[1569], in einem unaufhörlichen Kreisprozesse oder
+Zyklus (ἐν κύκλω)[1570], und in solcher Weise, daß im ganzen das
+Gleichgewicht zwischen Erde, Wasser, Luft und Feuer stets erhalten
+bleibt. Hinsichtlich des eigentlichen Wesens dieser μεταβολή (Metabolé,
+Umänderung) der Elemente machen sich die oben erwähnten Unklarheiten
+gleichfalls geltend: als Umwandlung des gemeinsamen Substrates, der
+πρώτη ὕλη (materia prima), hängt die Metabolé enge zusammen mit
+den Veränderungen der Qualitäten (ποιότητες) und ist demnach eine
+Alloiosis[1571], aber gelegentlich der zyklischen Übergänge der
+Elemente wird sie auch als γένεσις καὶ φθορά (Entstehen und Vergehen)
+erklärt[1572], endlich ist es jedoch auch nicht ausgeschlossen, daß
+diese und andere Arten der Stoffverwandlung vielfach ineinander
+übergreifen[1573].
+
+Der +Äther+ ist +kein+ Element, sondern eine göttliche und himmlische
+Substanz, durchaus und völlig verschieden von allen irdischen Stoffen,
+deren Gesetze daher für ihn keine Gültigkeit haben; er ist immateriell,
+einfach, unentstanden und unvergänglich, frei von den in den Elementen
+enthaltenen „Gegensätzen“, daher auch qualitativ unveränderlich und
+in endloser einheitlicher Kreisbewegung begriffen[1574]. Dieser ewig
+unwandelbare, gleichmäßige, durchaus „vollkommene“ Umschwung des
+Äthers, des Himmels und der Gestirne, ist das +erhaltende+ Moment
+im Weltall, während die Schiefe der Ekliptik das +Verändernde+
+hinzubringt; aus dem Zusammenwirken beider erklären sich die sämtlichen
+grad- und krummlinigen Bahnen der irdischen Stoffe und die an sie
+geknüpften Veränderungen der Materie, die also in letzter Hinsicht
+auf die Bewegungen der „göttlichen“ Himmelskörper zurückgehen[1575].
+Besonders wechselnd und verwickelt sind sie bei den Planeten, die sich
+dadurch scharf von den unwandelbar an ihrem Orte beharrenden Gestirnen
+der Fixsternsphäre unterscheiden; daß aber ihre Stellungen und Wege
+Vorbedeutungen in sich schließen und in Beziehung zu den irdischen
+Einzeldingen oder zu den Schicksalen der Menschen stehen sollen, gehört
+in das Gebiet der Sagen und mythologischen Fabeln. Sämtliche Sphären
+werden von lenkenden Sterngöttern durch den Raum geführt[1576]; diese
+gelten [wie schon ihr späterer Übergang in „Schutzengel“ zeigt] in
+der Regel als „gute Geister“ und gehören dem Kreise der „Untergötter“
+an, die als Stufenreich bald wohlgesinnter, bald bösartiger Dämonen
+zwischen der Weltseele und den körperlichen Dingen schweben[1577].
+
+Dem Äther nahestehend und edler als die vier Elemente ist das
++Pneuma+, ein ätherischer Hauch von warmer Natur und von der feurigen
+Beschaffenheit der Himmelsgestirne, daher auch wie sie wärmespendend
+und lebenerweckend[1578]; es ist der Träger der tierischen Wärme, die
+am auffälligsten in der δύναμις πνευματική (pneumatischen Kraft) des
+Samens hervortritt[1579], aber auch als Lebenswärme das Blut erfüllt
+und u. a. die Nahrung „zurechtkocht“, wobei die Dünste und Dämpfe
+zum Kopfe aufsteigen und dort durch die Kälte des Gehirnes wieder
+abgekühlt werden[1580]; es ist ferner der Sitz der Seele[1581], deren
+Übertragung, zugleich mit jener des Lebens, durch den Samen erfolgt
+und zur Entstehung eines neuen, als Mikrokosmos anzusehenden Wesens
+führt[1582].
+
+Durch Umwandlung der Elemente, besonders der Erde und des Wassers,
+unter dem Einflusse von Wärme und Kälte, sowie durch Verdichtung
+dampfartiger Dünste, namentlich unter Druck, entstehen im Inneren des
+Erdkörpers der von vielen für höchst heilig (θεῖον, theíon) erachtete
+Schwefel (θεῖον, Theíon) nebst den ihm verwandten Mineralien, ferner
+die Salze, die Tone, die Erze und die Metalle, und zwar durch ein sehr
+allmähliches Wachsen und Reifen, also auf ganz anderem Wege als sie
+die menschliche Kunst unter Umständen herzustellen oder abzusondern
+versteht.
+
+Alle Metalle enthalten Wasser, jedoch nur in potentiellem Zustande,
+während es aktuell erst beim Schmelzen hervortritt und erkennen läßt,
+daß alles Schmelzbare von der Natur des Wassers ist; ferner enthalten
+sie Erde, mit einziger Ausnahme des Goldes. Dieses allein ist völlig
+rein und wird daher auch durch die größte Glut weder verändert noch
+verbrannt; eine Flamme, die stets nur als „brennender Rauch“ anzusehen
+ist[1583], gibt es selbst im schärfsten Feuer nicht; seine gelbe
+oder rote Farbe beweist jedoch, daß es in enger Beziehung zum Feuer
+steht, mittels dessen es zu gewinnen und auszuschmelzen zuerst der
+Phönizier ~Kadmos~ lehrte. In merklicher Menge enthält das Silber
+erdige Teile, in noch merklicherer das Kupfer, Eisen, Zinn und Blei,
+die deshalb sämtlich verbrennbar sind und dem Feuer nicht widerstehen;
+im Quecksilber ist hauptsächlich Erde und Wasser vorhanden, welches
+letztere seinen flüssigen Zustand bewirkt, außerdem aber auch viel
+Luft, die seine Verdichtung durch die Kälte verhindert.
+
+Gold und das „feuerfarbige“ [Metall], sowie ebenso Silber und Zinn
+gehören gleicher Gattung und Art an, stimmen in der Farbe und den
+meisten Eigenschaften völlig überein und zeigen sich in anderen nur
+wenig verschieden; sie sind also miteinander nahe verwandt und daher
+auch gegenseitigen Überganges fähig. Durch Verschmelzen von Kupfer mit
+einer im Lande der Mossynöken, am Südostufer des Schwarzen Meeres,
+vorkommenden Erdart [offenbar einem zinkhaltigen Mineral], bereitete
+ein Erfinder, der sein Verfahren hierbei geheim hielt, eine „Mischung“
+(κρᾶμα = Kráma, κρᾶσις = Krásis, d. i. eine Legierung), vermutlich die
+nämliche, aus der die berühmten „indischen“ Trinkschalen des Königs
+~Darius~ verfertigt waren [d. i. Messing]: sie ist ebenso glänzend,
+leuchtend und unverrostbar wie Gold und von diesem durch die Farbe
+nicht zu unterscheiden, angeblich aber durch den Geruch. Übrigens
+sehen gar mancherlei Dinge wie Gold oder Silber aus, die nur mit
+χολοβαφίνη (Gallenfarbe) gelb gefärbt sind, oder aus Lithargyrina
+[einer silberähnlichen Legierung?] bestehen; wer sie wirklich für Gold
+oder Silber hält, gleicht dem Manne, dem ein Trugschluß als Wahrheit
+erscheint.
+
+Das Verschmelzen von Kupfer mit dem aus den keltischen Ländern
+kommenden Zinn und das Zurechtmischen (χαλκοῦ κρᾶσις Krásis) und Gießen
+des „Erzes“ [der Bronze] soll ein Lyder namens ~Skythos~ erfunden
+haben. Das Wesen dieses Vorganges besteht darin, daß die ausgeprägte
+und beständige Natur des Kupfers der ungefestigten und für Einwirkungen
+sehr empfänglichen des Zinns völlig Herr wird, so daß das Zinn, als
+wäre es zu einem bloßen stofflosen Zustand (zu einer Qualität) des
+Kupfers geworden, im Erze verschwindet, dem es dabei eine (goldige)
+Färbung erteilt; tatsächlich ist das Zinn, nachdem seine Vermischung
+mit dem Kupfer stattgefunden hat, als solches nicht mehr wahrnehmbar,
+aber aus den weichen Metallen ist dabei ein hartes, festes, von hohem
+Glanze und von gänzlich anderer Farbe entstanden, das Kupfer hat also
+zugleich mit der neuen Färbung auch eine völlig neue Natur angenommen.
+Eine derartige Veränderung, die unter „Auflösung der eigenen Form“,
+unter „Aufgeben der eigenen Hyle“ verläuft, steht indes keineswegs
+vereinzelt da: ein Tropfen Wein z. B. +vermischt+ sich nicht mit
+10000 Kannen Wasser, sondern +geht+ unter gänzlichem Verluste seiner
+Form in Wasser +über+, ein Körnchen Süßes bleibt in einer sehr großen
+Menge Flüssigkeit nicht als Gemengteil +erhalten+, sondern wird völlig
+zu ihr „+aufgelöst+“. Beispiele für die Umwandlung der Natur eines
+Stoffes unter Farbenwechsel sind das Reifen der herben und sauren
+Früchte zu wohlschmeckenden und süßen, die Entstehung von Brot und
+Backwaren aus μάζα (Máza = Brotteig), also aus Mehl und Wasser, --
+wobei infolge der massenhaft entweichenden „Luft“ stets ein erheblicher
+Gewichtsverlust eintritt --, ja auch die Veränderungen des Wesens der
+Menschen zugleich mit deren „angeborener Farbe“, die ursprünglich für
+jeden Einzelnen durch das Verhältnis bedingt ist, „wie sich in ihm die
+Elemente mischten.“ Nicht möglich ist es indessen, solche und ähnliche
+Veränderungen auf gleiche Weise wieder rückgängig zu machen: Wein geht
+z. B. leicht in Essig über, soll aber aus Essig wieder Wein entstehen,
+so kann das nur auf dem nämlichen Wege geschehen, auf dem aus einem
+Toten aufs neue ein Lebendiger wird, d. h. durch die gänzliche
+Auflösung seiner Bestandteile in die Ursubstanz (πρώτη ὕλη; próte hýle,
+materia prima) und durch deren völlige Neugestaltung[1584].
+
+Unter den der Schule des ~Aristoteles~ Zugehörigen, den Peripatetikern,
+steht sein unmittelbarer Nachfolger ~Theophrastos~ (372-287) ihm nach
+fast allen Richtungen sehr nahe und teilt auch seine Ansichten betreff
+der Materie[1585]; als ὕλη (Hýle) betrachtet er jedoch fast stets einen
+bestimmten Stoff und nicht, wie wiederum die späteren Schulhäupter,
+die noch gestaltlose Ursubstanz „vor Aufnahme der Form“[1586]. Seine
+hervorragendsten philosophischen Werke sind leider verloren gegangen,
+so daß sich ihr Inhalt nur auf Grund später und oft arg entstellter
+Überlieferungen wenigstens zum Teile erschließen läßt; auch von
+der Schrift über die Mineralien, auf die an geeigneter Stelle noch
+zurückzukommen sein wird, besitzen wir nur größere Bruchstücke.
+
+~Theophrasts~ Schüler ~Straton~, der 287-269 lehrte, soll sich
+vornehmlich mit Naturkunde beschäftigt haben, weshalb er auch ὁ φυσικός
+(der Physikus) genannt wurde[1587]; in seinen Lehrmeinungen wich er
+vielfach von ~Aristoteles~ ab und hielt u. a. auch die scharfe Trennung
+von Stoff und Form für unzulässig und unmöglich[1588]. Von seinen
+zahlreichen Schriften sind nur geringe Fragmente erhalten, aus denen
+~Diels~ sein System nach Möglichkeit rekonstruierte[1589]. Wichtig ist
+namentlich ~Stratons~ Lehre vom Pneuma[1590], die sehr bedeutenden
+Einfluß auf die Medizin gewann; bei seinem Zeitgenossen ~Erasistratos~,
+dem berühmten Arzte, tritt das Pneuma auch als mechanischer Träger der
+Seelentätigkeit auf[1591].
+
+
+
+
+3. Die Stoïker.
+
+
+Von den drei neuen, seit dem Zerfalle des mazedonischen Weltreiches
+ziemlich gleichzeitig zur Entwicklung gelangenden nacharistotelischen
+Systemen, dem des ~Epikur~ (dessen Physik eine atomistische ist), dem
+skeptischen und dem stoïschen, ist an dieser Stelle nur das letztere
+zu betrachten; denn von ihm allein gingen hier zu berücksichtigende
+Nachwirkungen aus, und zwar um so bedeutsamere und wichtigere,
+als es sich vom 2. Jahrhundert an in steigendem Maße der gesamten
+Schuldisziplin bemächtigte und hierdurch der höheren Allgemeinbildung
+des ausgehenden Altertums tiefgreifende Spuren einprägte.
+
+Im Laufe des 4. Jahrhunderts machte sich, zugleich mit der rasch
+fortschreitenden Zerrüttung der politischen und religiösen Verhältnisse
+Griechenlands, auch eine fühlbare Ermattung des philosophischen Geistes
+bemerklich; ihre Anzeichen sind das Überwiegen rein praktischer
+Bestrebungen und der auf sie hinzielenden ethischen Grundsätze, das
+Verlangen nach Leichtfaßlichkeit und Volkstümlichkeit der Lehren, die
+Berücksichtigung persönlicher Stimmungen, Neigungen, Vorurteile usf.
+und Hand in Hand hiermit ein anfangs unmerklich einsetzender, alsbald
+aber mächtig anwachsender Einfluß des Orients[1592]. Es kann daher
+nicht unbeachtet bleiben, daß die hervorragendsten der älteren Stoïker
+fast sämtlich der östlichen Mischbevölkerung angehörten[1593]: ~Zenon~
+(342-270 oder 336-264) stammte aus Kition in Cypern, ~Kleanthes~
+(331-251 oder 233?) aus Assos in der Troas, ~Chrysippos~ (280-205) aus
+Soloi in Cilicien; aus Rhodus gebürtig war ~Panaitios~ (180-110), aus
+Apamea in Syrien ~Poseidonios~ (135-51), welche Träger der mittleren
+Stoa das System dem römischen Weltreiche übereigneten, in dem es durch
+~Seneca~ (gest. + 65), ~Epiktet~ (gest. + 115?) und Kaiser ~Marc Aurel~
+(121-180) seine letzte Nachblüte zeitigte.
+
+Von den Werken der älteren Stoïker, also den eigentlich grundlegenden,
+sind nur Bruchstücke erhalten, die in neuerer Zeit ~v. Arnim~
+zusammenfaßte[1594]; infolge ihrer Überlieferung durch späte, häufig
+sogar sehr späte Kompilatoren lassen sich die einzelnen Lehren nur
+selten mit völliger Sicherheit bestimmten Urhebern zuschreiben, sie
+zeigen vielfache Widersprüche, ihre Terminologie ist weder einheitlich
+noch folgerichtig, auch wird der Sinn der Schulsprache oft nur auf
+Grund medizinischer Schriften verständlich, die von Ärzten stoïscher
+oder stoïsch-peripatetischer Richtung, den sog. „Pneumatikern“,
+herrühren[1595]. Dies alles gilt insbesondere betreff der
+Naturforschung, denn da die Stoïker der Ansicht waren, die Fähigkeiten
+des Menschen seien unzureichend zur Feststellung der Wahrheit auf
+diesem Gebiete, so vermochten sie sich auf ihm auch fast nirgends
+zu eigenen Leistungen aufzuschwingen[1596]. Ihre Meinungen blieben
+vielmehr abhängig von denen des ~Platon~, vor allem aber von denen
+des ~Heraklit~, des ~Aristoteles~ und der aristotelischen Schule der
+Peripatetiker[1597]; großen Einfluß entfalteten hauptsächlich einige
+durch Letztere weiter ausgebildete Lehren, nämlich erstens die von der
+„Antiperístasis“, -- d. i. der Intensitäts-Veränderung der Qualitäten
+unter dem Einflusse ihrer Gegensätze, die unter Umständen zur völligen
+gegenseitigen Ab- oder Ausstoßung unter Platzwechsel führen kann[1598]
+--, und zweitens die vom „Pneuma“ [später: spiritus], das als
+„treibende Kraft“ oder „Spannkraft“ eine große und allgemein-wichtige
+Rolle im gesamten Weltenlaufe zugewiesen erhält und zwecks Deutung der
+Naturvorgänge in steigendem Maße zum Ersatze der von ~Aristoteles~
+gegebenen dynamischen Erklärungen herangezogen wird[1599].
+
+Die Einflüsse des orientalischen Geistes machen sich u. a. in der
+Vorliebe für die +Mantik+ geltend, über die bereits einige der älteren
+Stoïker, aber auch noch ~Poseidonios~, ausführlich schrieben: den
+Gestirnen, namentlich den Planeten, wird als den „sichtbaren Göttern“
+besondere Verehrung gezollt; Vorbedeutungen, Wundererscheinungen
+und abergläubischen Wahrzeichen wird hoher Wert beigemessen;
+für denjenigen aber, der sich solchen Rates erholen will, sind
+sittliches Wohlverhalten, Reinheit des Herzens, selbstlose Gesinnung,
+Frömmigkeit, Keuschheit und auch entsprechende Ernährung wesentliche
+Vorbedingungen des Erfolges[1600]. Zu den Wahrzeichen zählen auch die
++Sympathien+ und +Antipathien+, die ursprünglich mehr als naturgemäßes
+Zusammentreffen verschiedener Vorgänge in verschiedenen Teilen
+des Weltalls angesehen werden, weiterhin aber auch als Ergebnisse
+einer Art höherer psychischer Fernwirkung, die dann in diesem Sinne
+(ebenso wie die übrigen orientalischen Anschauungen) den Lehren der
+späteren Neu-Pythagoräer und -Platoniker vorbauen[1601]. Als sehr
+charakteristisch für die Stoïker erweist sich endlich ihr Streben nach
++allegorischer+ Aus- und Umdeutung religiöser Glaubenssätze und Mythen,
+volkstümlicher Vorstellungen (Dämonen, Geister ...), dichterischer
+Schöpfungen (der Epen ~Homers~, ~Hesiods~ ...) usf., wobei sie mit
+großer Willkür verfahren und als „Beweise“ mit Vorliebe etymologische
+Spitzfindigkeiten, ja Kindereien beibringen[1602], nach Art der
+Gleichsetzung von ~Kronos~ mit ~Chronos~[1603], die sich allerdings
+vielleicht schon bis ins 6. Jahrhundert zurückverfolgen läßt[1604]. So
+ermitteln sie auch Beziehungen der Götter zu den vier Elementen[1605],
+Zusammenhänge zwischen den Namen, Gestalten und Attributen der
+Götter[1606], -- u. a. auch betreff deren ägyptisch-hieroglyphischer,
+angeblich auf Sonne, Mond und Sterne bezüglicher Symbole[1607] --,
+zwischen Gottheiten und den Gestirnen, namentlich den Planeten, die
+in einer für das Weltall sehr nützlichen Anzahl vorhanden sind und
+sehr wunderbare Wirkungen ausüben[1608], usf. Nach Überlieferungen bei
+~Plutarch~ (48-125 n. Chr). und ~Dion Chrysostomos~ (um 80 n. Chr.)
+erklärte man die homerische Episode vom Beilager des ~Ares~ und der
+~Aphrodite~ als Konjunktion der gleichnamigen Planeten[1609], die
+Hochzeit des ~Zeus~ mit der ~Hera~[1610] als Verbindung der Elemente
+u. dgl. mehr.
+
+ ——————————
+
+Nach der naturwissenschaftlichen Lehre der Stoïker, die, wie erwähnt,
+keineswegs als eine klare und widerspruchsfreie zu bezeichnen ist,
+gibt es zwei gestaltlose, ungewordene und unvergängliche Urprinzipien
+oder αρχάι (Archái)[1611], die am kürzesten Stoff und Kraft, Leib und
+Seele, oder Körper und Geist zu benennen wären[1612]; ihre Unterschiede
+werden bald in schärfster Weise hervorgehoben, bald wieder mehr oder
+minder verwischt, indem man den Stoff als unmittelbar belebt, den Geist
+aber als einen stofflichen Hauch ansieht[1613], -- so daß hiernach
+alles gleichzeitig körperliches +und+ geistiges Wesen besitzen, demnach
+eigentlich +einheitlich+ sein, also nur je nach dem Standpunkte der
+Betrachtung vorwiegend körperlich oder geistig erscheinen müßte[1614].
+
+Ursprünglich vorhanden war die +Urmaterie+, der allgemeine Grundstoff
+(ὑποκείμενον, Hypokeímenon), die eine und einheitliche Substanz oder
++Usía+ (οὐσία) alles Bestehenden, die auch, -- und zwar +zuerst+
+von den Stoïkern[1615] --, mit der +Hyle+ identifiziert und πρώτη
+ὕλη (materia prima) genannt wird[1616], zuweilen auch πρωτίστη
+ὕλη = „allererste Materie“[1617]; sie ist der reine, form- und
+eigenschaftslose Stoff, ἄποιος ὕλη, ἄποιος οὐσία[1618], σῶμα ἄποιον
+καὶ ἄμορφον[1619], gänzlich +passiv+, aber allempfänglich, fähig
+jeglicher μεταβολή (Metabolé, Umänderung) und αλλοίωσις (Alloíosis,
+Artverwandlung)[1620], zu Allem wandelbar und gestaltbar. Diese
+Gestaltung begann zunächst[1621], indem die +aktive+ göttliche ἄρχη
+(Gottheit, Zeus, Kraft, Geist, ....) die vier ebenfalls aktiven und
+göttlichen +Qualitäten+, d. s. Wärme und Kälte sowie Trockenheit
+und Feuchte, auf die Hyle einwirken und sich (unter Verdünnung und
+Ausdehnung, Verdichtung und Zusammenziehung usf.) mit ihr verbinden
+ließ[1622]; hierdurch entstanden die vier Elemente, d. s. Feuer und
+Luft sowie Erde und Wasser, die jedes nur +eine+ ποιότης (Poiótes,
+Qualität) haben[1623], -- wie denn z. B. ὕλη + göttliches Wärmeprinzip
+= Feuer als Element ergibt[1624] --, und die nach ~Heraklits~ Regel
+ἄνω (áno) und κάτω (káto) ineinander überzugehen vermögen und auch
+tatsächlich ununterbrochen übergehen[1625].
+
+Die vier +Elemente+ oder στοιχεῖα[1626] sind, im Gegensatze zu den
+ἀρχάι, geworden und geformt, also auch vergänglich und zerstörbar[1627]
+und erweisen sich als die ersten besonderen Gestaltungen des göttlichen
+Wesens, sowie als die allgemeinsten Substrate für die Wirksamkeit
+der göttlichen Kraft[1628]. Da das Feuer heiß und leicht ist, die
+Luft kalt und leicht, die Erde trocken und schwer, das Wasser feucht
+und schwer, so treten [wie auch schon bei ~Aristoteles~ und den
+Peripatetikern][1629] Feuer nebst Luft, sowie Erde nebst Wasser sich
+in zwei natürlichen Gruppen gegenüber, die als „obere und untere“,
+„feinere und gröbere“, „bindende und gebundene“, „aktive und passive“,
+„tätige und leidende“ Elemente, „ποιοῦν καὶ πάσχον“[1630], ihrerseits
+wieder im Verhältnisse wie Kraft zu Stoff, Geist zu Körper, Seele zu
+Leib stehen[1631].
+
++Wirklich+ und +wirksam+ können nach stoïscher Lehre allein +Körper+
+sein, daher muß auch den ποιότητες, den Qualitäten oder Eigenschaften,
++körperliche+ Natur zukommen[1632], etwa die einer „feinsten zarten
+Substanz“, einer „leichten materiellen Strömung“[1633], eines von
+τόνος (Tónos = tenor; Spannung, Spannkraft) erfüllten Hauches
+oder Pneumas[1634]. Im Gegensatze zur üblichen Lehre von der
+Undurchdringlichkeit ist hiernach eine „κρᾶσις δι’ ὅλων“ möglich, d. h.
+eine „völlige Durchdringung“ der Körper und ihrer Qualitäten[1635]:
+sie ist weder eine παράθεσις (Paráthesis = mechanische Vermengung)
+wie die verschiedener Arten Getreide, noch eine gewöhnliche κρᾶσις
+oder μῖξις (Krásis, Míxis = Vermischung) wie die von festem Eisen
+mit Feuer oder von flüssigem Wasser mit Wein, noch endlich eine
+σύγχυσις (Sýnchysis = Verschmelzung) wie die der Salben und Arzneien,
+bei der die Qualitäten der Bestandteile verschwinden und ganz neue
+entstehen[1636], vielmehr bewahren bei ihr sämtliche Komponenten ihre
+Individualität, vereinigen sich aber zu einem neuen Stoff[1637].
+In letzter Linie gehen daher aus der Usía, der Ursubstanz als
+allgemeinen Grundlage der Körperlichkeit[1638], infolge Einwirkung der
+Qualitäten die Einzeldinge hervor, teils unmittelbar, teils (durch die
+Zwischenstufe der Elemente) mittelbar, und zwar jedes in Gestalt einer
+stofflichen, aus Usia und einer veränderlichen Menge verschiedener
+ποιότητες (Qualitäten) bestehenden Mischung (κρᾶσις); eine solche kann
+ihrer Natur nach steten Veränderungen unterliegen[1639], indem sie
+entweder durch Vermehrung oder Verminderung ihrer +Usia+ der Metabolé
+(Umänderung) fähig ist, oder durch Wechsel ihrer +Qualitäten+ der
+Alloíosis (Artverwandlung). Diese Einzeldinge, also bestimmte Stoffe
+wie Holz, Gold, Eisen, Erz, -- für dessen Entstehung aus Kupfer
+und Zinn die aristotelische Erklärung das ständige Schulbeispiel
+bleibt[1640] --, werden aber von manchen Stoïkern auch als „Hyle“
+bezeichnet oder zusammengefaßt[1641], so daß es dann u. a. auch wieder
+heißt „die vier Elemente machen die Hyle aus“[1642].
+
+Entsprechend der Lehre ~Heraklits~ gehen die Elemente aus einem
+„Urfeuer“ hervor[1643] und lösen sich beim Weltuntergange durch
+ἐκπύρωσις (Ekpýrosis, Feuer-Werdung) wieder in dieses auf[1644].
+Verschieden von dem gewöhnlichen verzehrenden Feuer, dem πῦρ ἄτεχνον,
+ist aber das πῦρ νοερόν oder τεχνικόν, das vernünftig-intellektuelle,
+künstlerisch-bildende, leben- und wachstumverleihende[1645], das sich
+auch οὐσία θεοῦ = göttliche Usia, Gottheit, Zeus, Substanz des Himmels
+und der Gestirne, himmlischer Lufthauch, Pneuma [Spiritus], göttlicher
+Geist, formende Kraft, Äther, Weltfeuer, Weltseele, Weltvernunft
+(κοινὸς λόγος), Logos usf. benannt findet[1646]. Obwohl nun dieser
+Weltkraft alle Merkmale des heraklitischen Logos zugeschrieben
+werden[1647], so trifft doch auch für sie zu, daß sie als Gottheit
+„wirkt“, demnach körperlicher Natur sein, dem physischen Stoffe
+also nach Art eines zarten geistigen Hauches innewohnen muß[1648];
+diesen „göttlichen feurigen Hauch“, den schaffenden und wirkenden (τὸ
+δραστήριον), betrachteten schon die älteren Stoïker als eine Verbindung
+der leichten und aktiven (ποιητικά) Elemente Feuer und Luft und als
+identisch mit dem +Pneuma+[1649]. Ursprünglich galt das Pneuma nur
+als etwas Materielles und Körperliches, als eine Strömung jener feinen
+Luft, die sich beim Gewitter entzündet[1650] und durch ihre Spannung
+(τόνος = tónos) die Erdkugel in Schwebe und den ganzen Kosmos in
+Vereinigung erhält[1651]; allmählich aber würde es (in Fortbildung
+aristotelischer Anschauungen)[1652] zu einer die gesamte Materie
+durchdringenden und hierdurch gleichfalls mit τόνος erfüllenden,
+„geistigen“ und „göttlichen“ Naturmacht, die als „natura naturans“
+gestaltet und formt, bildet und bewegt, ja Leben und Empfindung, Seele
+und Denkvermögen erweckt[1653].
+
+Die Kraft, die den τόνος des Pneumas bedingt, wird insbesondere
+auch als +Logos+ bezeichnet[1654], der seinem Wesen nach aktiv,
+zwecksetzend und zielstrebig ist und sich zum Kosmos verhält wie die
+Seele zum Leib, oder wie die bewegende Ursache (causa) zur bewegten
+Masse (materia)[1655]. Häufig findet sich der Logos aber auch
+unmittelbar dem Pneuma gleichgesetzt[1656] und samt diesem wieder
+dem himmlischen Äther[1657]; als ein „göttliches Feuer“, dem πῦρ
+τεχνικόν entstammend, durchdringt dann sein „warmer Hauch“, πνεῦμα
+ἔνθερμον, das Weltall, bewirkt in ihm Einheitlichkeit und Harmonie,
+Ordnung und Notwendigkeit[1658], bedingt die Entwicklung der Materie
+nach gewissen Regeln und Normen und erweist sich so als Träger der
+Gesetzlichkeit und Vernunft[1659]. Da nun die Götter dem menschlichen
+Geschlechte den Logos, der als Vernunft und Gedanke in der Brust ruht,
+als Wort und Sprache aber aus ihr hervortritt, durch den ~Hermes~
+gesandt haben sollen, so wird dieser Götterbote unter den Namen Logos
+oder Lógios (λόγιος) auch +selbst+ mit dem Logos identifiziert, und
+zwar in jener Doppelgestalt des geistigen, die Seelen leitenden und
+geleitenden „~Hermes~ psychopómpos“ und des weltlichen, die irdischen
+Angelegenheiten ordnenden und regelnden „~Hermes~ chthónios“, die
+sich allerdings schon im Volksglauben und bei den älteren Philosophen
+vorgedeutet findet, ihre eigentliche Ausbildung aber erst bei ~Philo~
+von Alexandria (etwa 30 v. bis 50 n. Chr.) und den Kirchenvätern
+erfährt[1660].
+
+Wie der Gottheit, so muß auch der +Seele+ (ψυχή, Psyche), da sie
+„wirkt“, den Leib affiziert und von ihm affiziert wird, körperliche
+Natur zukommen[1661]: sie ist ein warmer göttlicher Hauch, ein
+Pneuma[1662], -- diese Gleichsetzung kennen in vollem Umfange zuerst
+die Stoïker[1663] --, ein πνεῦμα ἔνθερμον[1664], als „Usia der Seele“
+mit dem Leibe verbunden[1665] und ihn durch ihren τόνος (tónos)
+erfüllend und beeinflussend[1666]. Die Seele wird aber auch als σπέρμα
+(Spérma) = +Samen+ bezeichnet[1667], denn der Lehre des ~Aristoteles~
+gemäß liegt ihr Keim in dem vom Samen umschlossenen warmen Lufthauch
+(aura seminalis), und dieses Pneuma des Samens ist selbst wieder als
+ein losgerissenes Stück der väterlichen Seele zu betrachten; weil
+diese aber auf gleichem Wege entstanden ist, so enthält sie auch
+gewisse Reste von den Seelen der Vorfahren, und zwar oft in Form bloßer
+„Anlagen“, die erst unter passenden Umständen in späteren Generationen
+wieder zur Entwicklung gelangen[1668].
+
+Zum Körper verhält sich die Seele wie zum Weltganzen der Logos:
+auch er geht als „Samen“ (σπέρμα, Sperma) in die Materie ein,
+befruchtet und belebt, bildet und gestaltet sie durch die Macht seines
+himmlisch-ätherischen Pneumas (δύναμις πνευματική) und bringt aus ihr
+alle Einzeldinge zur Entwicklung[1669]. Sein Vermögen hierzu erklärt
+sich daraus, daß er unbeschadet seiner Einheitlichkeit dennoch die
+„λόγοι σπερματικοί“ (+Lógoi spermatikoí+), die „rationellen Keimkräfte
+und Keimformen“, „keimhaften Vernunft-Anlagen“, „vernünftigen
+Samen-Elemente“, die „Samen“ sämtlicher Einzeldinge, bereits in
+sich enthält[1670]. In diesen λόγοι σπερματικοί schufen die Stoïker
+„einen ihnen eigentümlichen, doktrinären Begriff, ausgerüstet mit
+mystisch-dämonischer Gewalt“[1671]; sie sehen in ihm die „allgemeine
+Vernunft“ als jene formende Naturmacht (natura naturans) am Werke,
+die zwar als Inbegriff schöpferischer Kraft in ihrer Einheit das
+Weltganze hervorbringt, zugleich aber auch als „keimbildende Vernunft“
+in ihren besonderen Ausflüssen die Einzeldinge[1672]. Als Prinzipien
+der Entwicklung, -- geistig als λόγοι, materiell als σπερματικοί --,
+stehen die Lógoi spermatikoí in engster Beziehung zu den ποιότητες,
+den Qualitäten[1673]; denn indem sie die Materie völlig durchdringen,
+verleihen sie ihr Eigenschaften, individualisieren sie dadurch,
+wirken formbildend und fortbildend und befähigen sie ferner unter
+Umständen, neue Individuen in den alten Formen hervorzubringen[1674].
+Die Identifizierung des einheitlichen Logos mit dem Pneuma läßt die
+als Einzelkräfte in den Dingen waltenden Lógoi spermatikoí ebenfalls
+als Pneumata ansehen; wie alles übrige, so erfüllen sie auch den
+menschlichen Körper mit ihrem bald leichteren wärmeren und trockneren,
+bald dichteren kälteren und feuchteren Hauche, und da sich ihre
+Veränderungen als Ursachen körperlicher und geistiger Krankheiten
+auffassen ließen, so ist es leicht erklärlich, daß sich als eigentlich
+stoïsche Ärzteschule gerade die eingangs erwähnte der „Pneumatiker“
+entwickelte[1675].
+
+Daß die Stoïker die Sterne und insbesondere die Planeten als „sichtbare
+Götter“ betrachteten und ihnen die mannigfachsten Einwirkungen
+zuschrieben, fand bereits im Vorstehenden kurze Erwähnung; auf
++einen+ Umstand muß aber, seiner dauernden Nachwirkung halber, noch
+ausdrücklich hingewiesen werden, nämlich auf den außerordentlichen
+Vorschub, den sie dem +Fatalismus+ leisteten, einer Denkrichtung, die
+allerdings durch die Zeitumstände und namentlich durch die gewaltsamen
+politischen Ereignisse schon seit dem Auftreten ~Alexanders des
+Grossen~ und der Diadochen in fortdauernd steigendem Maße begünstigt
+wurde[1676]. Die Stoïker, meist dem Osten entstammend und „Virtuosen
+der allegorischen Auslegung“[1677], brachten die älteren griechischen
+Überlieferungen von der unerbittlichen Notwendigkeit der ἀνάγκη
+(Anánke) und dem unentrinnbaren Zwange des Verhängnisses, der ἑιμαρμένη
+(Heimarméne), -- die den jüngeren Orphikern als Tochter des Demiurgen
+und der Ananke galt[1678] --, in Verbindung mit verschiedenen, ihnen
+wohlbekannten Ideen zumeist spätbabylonischer (chaldäischer) Herkunft,
+vor allem mit jenen, die die Astrologie, die Parallelität des Mikro-
+und Makro-Kosmos und die Lehre von der Sympathie betrafen. Finden
+sich auch einige Anklänge an diese letztere schon bei ~Theophrast~,
+so beginnt doch ihre planmäßige Durcharbeitung und litterarische
+Darstellung erst bei den Stoïkern, denen schließlich die ganze Welt
+als ein einheitlicher Organismus (σῶμα = Sóma) erscheint, in dem
+daher notwendigerweise sämtliche Teile durch ein natürliches Band
+verknüpft sein müssen, durch das Band der σύνθεσις τῶν ὅλων, der
+allseitigen Zusammengehörigkeit[1679]. Als einen Sonderfall dieser
+allgemeinen, auf der Einheitlichkeit des Weltganzen beruhenden
+Sympathie betrachteten nun die Stoïker den Einfluß der Planetengötter,
+der in jenem des Wandels und der Stellung ihrer Gestirne, der
+Planeten, sichtlich hervortritt: die zugehörigen orientalischen
+Anschauungen (über diese s. weiter unten) übernahmen sie ziemlich
+unverändert, ersetzten die „chaldäischen“ Namen der Planetengötter
+durch hellenistische oder griechische, und die nämlichen Gelehrten,
+die sich sonst als ausschließliche Vertreter reiner, den „unnützen“
+Naturwissenschaften verschlossener Weisheit und strenger Sittlichkeit
+zu geben liebten[1680], führten auf derartigem Wege die +Astrologie+
+und die Theorie von der Parallelität des Makro- und Mikro-Kosmos
+in die „praktische Philosophie“ ein[1681]. In dem so entstandenen
+Systeme, dessen Entwicklung zwar schon zur Zeit des ~Diogenes von
+Babylon~ und des ~Panaitios~ ziemlich weit fortgeschritten war, den
+Höhepunkt bedeutsamer und weittragender Ausgestaltung aber erst
+unter ~Poseidonios~ (135-51 v. Chr.) erreichte[1682], gewährleistet
+einerseits der gestirnte Himmel, zu dem der Sterbliche mit stets
+neuer Bewunderung emporblickt, durch die ewige Unveränderlichkeit
+und vollendete Ordnung seiner Fixstern-Sphäre auch eine solche der
+gesamten großen und kleinen Welt; andererseits aber irren an ihm
+nach fortwährend wechselnden Richtungen und in völlig willkürlichen
+Bahnen die Planeten hin und her, zu unsteter Bewegung und Drehung
+genötigt durch ihre lenkenden „Sterngötter“, jene furchtbaren und
+tyrannischen „Dämonen“, die sich schon allein durch diese Störungen der
+sonstigen Regelmäßigkeit und Harmonie als Feinde der guten Gottheiten
+erweisen und wie am Himmel so auch auf Erden alles Schlechte und
+Böse, alles Ungemach und Unglück hervorrufen. Dieses „Wirken der
+Planeten“, diese „Schicksalsmacht der Sterne“ identifizierten die
+Stoïker mit der Heimarméne, dem allgewaltigen Verhängnisse, gegen das
+jeder Widerstand fruchtlos bleibt, und dem daher Niemand zu entrinnen
+vermag, weder durch Nachdenken noch durch Handeln; zwar erstreben alle
+Menschen Erlösung von diesem furchtbaren und niederdrückenden Zwange,
+aber zuteil wird sie nur den Wenigsten, Einigen durch magische und
+zauberkräftige Geheimlehren oder durch Begnadigung seitens der mit
+ihren „richtigen“ Namen angerufenen Götter, Anderen durch mystische
+und religiöse Weihen, noch Anderen durch die wahre (= stoïsche)
+Philosophie[1683].
+
+
+
+
+4. Die Neupythagoräer und die jüdisch-hellenistische Philosophie; die
+Neuplatoniker und die Schule von Athen.
+
+
+a) Die Neupythagoräer.
+
+Zu Alexandria, dem nicht nur für Handel und Verkehr, sondern auch für
+Wissenschaft und Geistesleben bedeutsamsten Berührungspunkte abend-
+und morgenländischer Kultur, begannen schon seit dem 2. Jahrhundert,
+ausgesprochener aber gegen 100 v. Chr., als neue Stämme der
+Philosophie der +neupythagoräische+ und der +jüdisch-hellenistische+
+hervorzutreten; da beide gleichartigen Wurzeln entsprossen und unter
+gleichartigen Einflüssen erwuchsen, bietet auch ihre Entwicklung nach
+Inhalt wie Verlauf zahlreiche Analogien[1684].
+
+Auftreten und Erfolg der Neupythagoräer zählen zu den Zeichen eines
+sinkenden, an Enttäuschungen politischer, wirtschaftlicher und
+geistiger Art reichen Zeitalters: Glückseligkeit und Erkenntnis,
+die das +Wissen+ nicht gewährt hat und anscheinend auch gar nicht
+zu gewähren vermag, sollen nunmehr im +Glauben+ gesucht werden, sei
+es in den religiösen Überlieferungen „uralter“ griechischer oder
+orientalischer Kulte und Mysterien, sei es in göttlichen Offenbarungen,
+die dem Würdigen durch Mittelwesen (Demiurgen, Dämonen, Geister, ...)
+zuteil werden; würdig ihres Wohlgefallens und ihrer Mithilfe ist aber
+allein der Fromme, Selbstlose, innerer und äußerer Reinheit Beflissene,
+daher hat der Philosoph fortan nur mehr als „Diener der Gottheit“
+auf Erfolg zu rechnen, und das Priestertum erhebt sich für ihn zu
+ungeahnter Wichtigkeit[1685].
+
+Vorwiegend beeinflußt haben das neupythagoräische System einerseits
+die Ansichten der Stoïker[1686], andererseits die seit Beginn
+des 3. Jahrhunderts zu neuer Bedeutung gelangten wirklichen und
+vermeintlichen Überlieferungen aus orphischer Quelle, welche letzteren
+„zum synkretistischen Brei die Zutat der Mystik beisteuerten, als eine
+für den überreizten Gaumen der Epoche unentbehrliche Würze“[1687].
+Gedanken indischer Herkunft sind (früheren Vermutungen entgegen)
+nicht nachweisbar, der ägyptischen Religion und deren angeblicher
+geheimer Priesterweisheit entstammende kaum, reichlich dagegen sog.
+„persische“ (richtiger: spätbabylonische) meist abergläubischen und
+astrologischen Inhaltes[1688]; vermittelt sind diese hauptsächlich
+durch die Verbindungen mit Juden und jüdischen Sekten, besonders den
+Essenern oder Essäern (s. unten)[1689]. Um Beschaffung ansehnlicher,
+ganze Lehrgebäude stützender „Autoritäten“ war man in Alexandria
+niemals verlegen, da dort „schon im 2. Jahrhundert v. Chr. das Gewerbe
+literarischer Unterschiebung und Fälschung durch Griechen und Juden
+geradezu fabrikmäßig betrieben wurde“[1690]. Im vorliegenden Falle
+griff man auf ~Pythagoras~ zurück, von dessen Leben und Lehre so
+weniges Genaue bekannt ist, daß es keine Schwierigkeit bot, beide
+zweckentsprechend auszugestalten; so z. B. ließ man den „erhabenen
+Weisen und Propheten“ die Geheimwissenschaft von den ägyptischen
+Hierophanten, die Astrologie von den persischen Magiern, die Mantik
+von den arabischen Priestern erlernen[1691] und seine Errungenschaften
+in strengstens geheim zu haltenden Schriften allegorischen Inhaltes
+zusammenfassen[1692], wobei, wie in allen dergleichen Fällen, die
+Schule dasjenige, was ihr selbst für Wahrheit galt, ihrem Stifter in
+den Mund legte[1693].
+
+Ganz außerordentliche Wichtigkeit maßen die Neupythagoräer der
+Zahlenspekulation bei, sowie den „von unendlicher Kraft und Bedeutung
+erfüllten“ Zahlen selbst: die Einheit z. B. bedeutet einerseits
+wirkende Kraft, Gottheit, Vernunft, Logos, Logos spermatikós, Form der
+Formen, Maß, Harmonie, Gut, Glück, andererseits aber auch Materie,
+Chaos, Finsternis, Styx, Tartarus, im ganzen also das „Gerad-Ungerade
+und Männlich-Weibliche“; die Zweiheit stellt einerseits Gleichheit,
+Fortstreben, Entwicklung dar, andererseits Teilung, Mehrheit, Wechsel,
+Gegensatz, Stoff; die Dreiheit ist die erste wahre Zahl, da sie Anfang,
+Mitte und Ende besitzt; in der Vierheit ist die „Vollkommenheit
+der Dekas“ (der platonischen Zehnzahl) verborgen, da 1 + 2 + 3 + 4
+als Summe 10 ergibt, usf.[1694]. Die Zahlen lassen sich als Punkte
+darstellen, aus diesen gehen zunächst Linien hervor, sodann Flächen,
+Gestalten (Figuren) und schließlich die in diesen auftretenden
+Elemente, denen sämtlich das Vermögen zukommt, ineinander überzugehen
+(μεταβάλλειν)[1695]; es sind ihrer vier oder unter Hinzurechnung des
+Äthers, des πέμπτον σῶμα, fünf[1696], und zwar stehen Wasser nebst
+Erde zu Luft nebst Feuer im Verhältnisse von Stoff zu Form, Passivem
+zu Aktivem, πάσχον zu ποιοῦν. Nicht selten findet sich aber auch den
+Elementen die Natur einer Hyle bestimmter Art zugeschrieben, im
+Gegensatze zur πρώτη ὕλη (materia prima), die als οὐσία (Usía), als
+noch form- und eigenschaftsloses, jedoch allbildsames Substrat das
+weibliche Prinzip des Kosmos vorstellt, das durch das Männliche, den
+Logos spermatikós, befruchtet wird[1697].
+
+Aus Luft und Feuer, die dem Pneuma des Samens entstammen, bestehen
+auch die Seelen; nach dem Verlassen des Leibes schweben sie, gleich
+den Dämonen und den jüdischen Engeln, in der Atmosphäre[1698], und
+der Seelenbeherrscher ~Hermes~, den ~Plutarch~ zugleich mit dem
+griechischen Logos und dem ägyptischen ~Thoth~ identifiziert[1699],
+führt die würdigsten unter ihnen empor zum höchsten Gott, der mit
+einem jüdisch-hellenistischen Ausdrucke als ὕψιστος (Hýpsistos) =
+der Oberste, Höchstthronende bezeichnet wird[1700]. Die erhabenste
+Offenbarung der Gottheit ist die Sonne[1701]; ferner stehen in ihrem
+Dienst als „sichtbare Götter“ die Sterne[1702] und als unsichtbare die
+Untergötter, Dämonen und Geister, der Demiurg, der Logos usf.; sie sind
+die Mittler zwischen Gott, dem reinen Geist (Pneuma), und der gemeinen
+und unreinen Materie, mit der sich unmittelbar zu befassen des ὕψιστος
+nicht würdig wäre[1703].
+
+ ——————————
+
+Unter den zahlreichen, durch den neu erwachenden Pythagoräismus
+beeinflußten Werken ist wegen ihrer tiefgehenden und bis an die
+Schwelle der Neuzeit anhaltenden Wirksamkeit die Schrift „+Von der
+Welt+“ (περὶ κόσμου) hervorzuheben[1704]. Sie ist vermutlich im 1.
+Jahrhundert n. Chr. geschrieben[1705], jedoch dem ~Aristoteles~
+untergeschoben, und zwar mit so gutem Erfolge, daß dessen „Opera omnia“
+sie samt der vorgeblichen Widmung an ~Alexander den Grossen~ noch in
+ihren jüngsten Ausgaben enthalten; der Inhalt der Abhandlung, die
+sich durch Kürze, vortrefflichen Stil und eindringliche Darstellung
+auszeichnet und in sehr geschickter Weise peripatetischen Theismus mit
+stoïschem Pantheismus verbindet[1706], gibt ohne weiteres zu erkennen,
+daß sie unmöglich aus der Zeit des ~Aristoteles~ herstammen kann, daß
+ihr Verfasser vielmehr ein Eklektiker ist, der seine Anschauungen
+aus platonischen, peripatetischen und stoïschen Quellen schöpft, --
+namentlich aus ~Poseidonios~[1707] --, sie mit denen der Neupythagoräer
+zu vereinigen sucht[1708] und an Stelle der Metaphysik vielfach bereits
+die Theologie treten läßt, wodurch er den Übergang von der reinen
+Philosophie der älteren zur religiösen Spekulation der späteren Zeit
+vorbereitet, ja mitvollzieht[1709].
+
+Die Elemente bilden auch hier die beiden bedeutsamen Gruppen der
+aktiven (Feuer und Luft) und passiven (Wasser und Erde)[1710]; der
+Äther bleibt bald im (peripatetischen) Gegensatze zu ihnen[1711],
+bald tritt er „in der gröblich materialisierten Gestalt eines
+eigentlichen fünften Elementes auf“ (πέμπτη οὐσία = quinta essentia,
+Quintessenz)[1712], und zuweilen wird er dem göttlichen Pneuma
+gleichgesetzt, dem Stoffe des Himmels und der Gestirne[1713]. Die
+Hauptrolle unter diesen spielen die Planeten, d. s. Kronos, Zeus, Ares
+oder Herakles, Hermes oder Apollon, Aphrodite oder Hera, Helios und
+Selene[1714]; ihre Bewegungen bedingen die Harmonie der Sphären[1715],
+in der ein Symbol der im gesamten Weltall obherrschenden zu erblicken
+ist.
+
+
+b) Die jüdisch-hellenistische Philosophie.
+
+Schon zur Zeit der ersten Ptolemäer, des ~Ptolemaeus Lagi~ (331-283),
+~Philadelphos~ (283-246) und ~Euergetes~ (246-221), bildeten in
+Ägypten, besonders aber in Alexandria, einen der zahlreichsten und
+intelligentesten Bestandteile der Bevölkerung die Juden[1716]; sie
+allein von allen orientalischen Nationen unternahmen den Versuch,
+die griechische Philosophie, unter entsprechender Umgestaltung, mit
+ihren eigenen religiösen Überlieferungen in Einklang zu bringen[1717]
+und schufen so eine höchst merkwürdige Mischlehre aus platonischen,
+stoïschen und alttestamentarischen Elementen[1718]. Die Anfänge
+dieser Bestrebungen dürften in das 2. Jahrhundert fallen, soferne,
+wie es berechtigt scheint, die Fragmente des ~Aristobulos~ (gegen
+150 v. Chr.?) als echt anzusehen sind[1719]. In ihnen machen sich
+bereits die Versuche geltend, Griechisches und Jüdisches vermöge
+allegorischer Deutungen biblischer Lehren sowie gefälschter Zitate aus
+~Orpheus~ und ~Linos~, aber auch aus ~Homer~ und ~Hesiod~ kunstgemäß
+zu vereinigen, die ältesten griechischen Dichter und Philosophen aber
+ihre Weisheit den Schriften des ~Moses~ entlehnen zu lassen[1720]; es
+geschieht dies schon völlig im nämlichen Sinn, in dem sich noch um 150
+n. Chr. ~Numenios~ dahin ausspricht, ~Platon~ habe aus ~Pythagoras~
+geschöpft und dieser aus den heiligen Schriften der Inder, Perser,
+Ägypter und Juden, so daß in letzter Linie ~Platon~ nichts anderes sei
+als ein Μωύσης ἀττικίζων, ein griechisch sprechender ~Moses~[1721].
+-- Gedanken, die denen des ~Aristobulos~ verwandt sind, finden sich
+auch niedergelegt in der „Weisheit ~Salomons~“ (verfaßt zwischen
+100 und 50 v. Chr.), in der u. a. Gott die Welt ἐξ ἀμόρφου ὕλης
+schafft (aus der gestaltlosen Urmaterie)[1722], ferner im sog. „4.
+Buche der Makkabäer“ (verfaßt um 100 v. Chr.)[1723] und vor allem
+im dritten (ältesten) Abschnitte der „Sibyllinen“, d. s. 14 Bücher
+jüdisch-christlicher Orakel, die ursprünglich zwischen 150 und
+100 v. Chr. niedergeschrieben, später vielfach erweitert, von den
+Kirchenvätern aber für durchaus echt und uralt angesehen wurden[1724].
+
+Der Vermengung jüdischer und griechischer Vorstellungen entsprangen,
+wohl nicht ohne Einwirkung iranischer, auch die den neupythagoräischen
+Lehren verwandten gewisser jüdischer Sekten[1725], u. a. jene
+der ägyptischen „Therapeuten“, die in der Nähe Alexandrias ein
+beschauliches und asketisches Dasein führten[1726], sowie der
+palästinensischen Essäer (Essener), die gleichfalls besonderen
+religiösen Lebens- und Kult-Formen huldigten[1727], den „wahren“
+und geheimzuhaltenden Namen der Engel große und übernatürliche
+Wirkungen zuschrieben und die „verborgenen“ Heilkräfte der Pflanzen
+und Mineralien nutzbar zu machen verstanden; sie sollen magische oder
+Zauber-Bücher besessen haben „nach Art derer des Königs ~Salomon~“ und
+gaben dieser Litteratur das rechte Ansehen, indem sie sie Verfassern
+aus fernster Vorzeit unterschoben[1728].
+
+Die hervorragendste Persönlichkeit des jüdisch-hellenistischen
+Zeitalters ist ~Philo~ von ~Alexandria~, auch ~Philo Judaeus~
+genannt, der etwa von 30 v. Chr. bis 50 n. Chr. lebte und in seinen
+umfangreichen Werken das gesamte Gut der Schule niederlegte, wie
+es schon seit Generationen überliefert wurde, und zwar teils
+mündlich, teils in Form schriftlicher Lehrvorträge, die die Zuhörer
+abschrieben oder auszogen[1729]; die innige Verknüpfung des Judentums
+mit der hellenistischen Religionsphilosophie, wie sie sich in ihm
+verkörpert, bedeutet nach ~Harnack~ den größten aller religions- und
+kulturgeschichtlichen Fortschritte, wenngleich sie selbst es noch
+nicht zu kräftigen religiösen Bildungen brachte, ihre Schöpfungen
+vielmehr erst im Christentum zur vollen Entfaltung gelangten[1730].
+~Philos~ griechische Quellen, die er übrigens keineswegs stets aus
+erster Hand benützt zu haben scheint, sind hauptsächlich ~Platon~ und
+die Stoïker, weiterhin auch die Peripatetiker und Skeptiker, sowie
+die Neupythagoräer[1731]; ihre Verbindung mit alttestamentarischen
+Anschauungen vollzieht er, wie ~Harnack~ sagt[1732], „als Meister in
+der Kunst der Allegorik und biblischen Alchemie“, die ihn zum Vater des
+„feinen Dualismus“ macht.
+
+Aus der Materie, die für ~Philo~ in der Regel nicht Hyle ist, sondern
+die stoïsche Usia[1733], gehen zunächst die vier Elemente hervor, die
+sich in den beiden Gruppen der „Groben“, d. i. Wasser und Erde, und
+der „Feinen“, d. i. Luft und Feuer, gegenüberstehen, und denen sich
+der Äther bald als fünftes Element, bald als ἱερὸν πῦρ (himmlisches
+Feuer) der Stoïker anschließt[1734]; aus den vier Elementen bauen
+sich die Einzeldinge auf und erhalten ihre Qualitäten durch die
+Spannung (τόνος, Tónos) des sie durchströmenden Pneumas[1735], das ein
+materieller Lufthauch ist, zugleich aber, als allgemeinstes Prinzip
+des Seins, des Lebens und der Kraft, auch der Odem Gottes[1736]. Nun
+kann sich aber Gott, weil die Materie gemein, unrein und daher Grund
+aller Mängel und Übel ist, nicht selbst mit ihr befassen und durch sie
+beflecken[1737]; seine Einwirkung, -- denn er verhält sich zu ihr wie
+das ποιοῦν (das Tätige) zum πάσχον (dem Leidenden)[1738] --, muß sich
+daher durch schöpfende, bildende und lenkende Mittelwesen vollziehen,
+als da sind die Weltseele, der Demiurg und die Ideen ~Platons~, die
+Kräfte und wirkenden Ursachen (δυνάμεις) der Stoïker, die Dämonen des
+Orients, die Engel der Juden, vor allem aber der Logos, der auch als
+~Hermes~ allegorisiert wird[1739]. Den Begriff Logos führt ~Philo~ ohne
+weitere Erklärung ein, fand ihn also wohl bei den alexandrinischen
+Philosophen schon als gebräuchlich vor[1740]. Der Logos ist ihm die
+wirksame göttliche Vernunft, die göttliche „oberste Idee“, die Kraft
+Gottes; Gott ist sein Vater, die göttliche Weisheit (Sophia) seine
+Mutter, er ist Gottes erstgeborener Sohn (πρωτόγονος ὑιός), die zweite
+Gottheit (δεύτερος θεός), das Bindeglied zwischen Gott und Welt[1741];
+Gott schuf die Welt durch ihn als seinen Stellvertreter, er gilt für
+den göttlichen Vermittler und Dolmetscher (ἑρμηνεύς, Hermenéus), für
+das Werkzeug (ὄργανον, Organon) Gottes, daher auch für den Ober- oder
+Hohenpriester[1742]; als „Kraft der Kräfte“ stellt er den Bildner
+und Erhalter der Welt dar, als „weltwirksame Kraft“ die Einheit und
+Zusammenfassung der die Einzeldinge gestaltenden Logoi = Ideen und
+Logoi spermatikoí = Sonderkräfte[1743]; er ist Träger aller Macht der
+Engel, Dämonen und sonstigen Zwischenwesen und identisch mit dem Äther
+der Peripatetiker, dem Pneuma der Stoïker und daher auch mit der Seele
+und mit dem göttlichen Geiste der Weisheit[1744].
+
+
+c) Die Neuplatoniker. Die Schule von Athen.
+
+Eine Schule der Platoniker scheint in Alexandria schon um 100 v. Chr.
+bestanden zu haben[1745]; aus ihr entwickelte sich sehr allmählich
+und erst gegen Ende des 2. Jahrhunderts n. Chr. in bedeutsamer
+Selbständigkeit hervortretend, jene der +Neuplatoniker+, die +selbst+
+zwar allezeit den Anspruch erhoben, getreue Jünger ~Platons~ zu
+sein[1746], +in der Tat+ aber Eklektiker waren und den Versuch
+machten, „durch Verbindung wissenschaftlicher und religiöser Motive
+den griechischen Polytheismus zu einer vergeistigten Naturreligion zu
+verklären und zu einem pantheistischen Systeme zu entwickeln“[1747].
+Für die Richtigkeit der ehemals ziemlich allgemeinen Voraussetzung
+einer Abhängigkeit neuplatonischer von indischen Gedanken haben sich,
+wenngleich mancherlei merkwürdige Übereinstimmungen statthaben,
+doch keinerlei Beweise beibringen lassen[1748]; orientalische
+Einflüsse sind zweifellos vorhanden[1749], jedoch nicht gerade (wie
+früher vermutet) solche seitens der Gnostiker, welche religiösen
+Sekten vielmehr umgekehrt fast alle ihre philosophischen Lehren der
+griechischen und jüdisch-hellenistischen Philosophie entnahmen[1750];
+von entscheidendem Gewichte ist dagegen die enge Verbindung mit dem
+Eklektizismus ~Philos~[1751], nach dessen Weise die metaphysischen
+Grundsätze im wesentlichen dem ~Platon~ entlehnt werden, die
+methodischen dem ~Aristoteles~, die zwecks Verbindung beider Lehren
+erforderlichen, oft tiefgehenden Abänderungen den Peripatetikern und
+Stoïkern, die mystischen Allegorien den Neupythagoräern, usf.[1752].
+Das so entstandene System soll vermeintlich ein rein platonisches sein,
+zugleich aber auch auf pythagoräischer Grundlage fußen; die kühne
+Behauptung von der Identität der Lehren ~Platons~ und ~Pythagoras’~
+ließ sich um so leichter verfechten, als die für Letztere fehlende
+Überlieferung jede beliebige Unterstellung ermöglichte; zudem aber
+bot sie auch den Vorteil, statt auf die Autorität ~Platons~, „der
+doch allzu genau historisch bekannt war“, auf die des fast mythischen
+~Pythagoras~, also auf eine weitaus imponierendere, zurückgreifen zu
+können[1753].
+
+Von ~Ammonios Sakkas~, der um 200 n. Chr. zu Alexandria auftrat und
+nur als Lehrer, nicht als Schriftsteller wirkte, ist mit Sicherheit
+allein bekannt, daß er als neues, allen Uneingeweihten strenge zu
+verschweigendes „Schulgeheimnis“ die Übereinstimmung der platonischen
+und aristotelischen Lehren „in ihrer wahren Reinheit“ verkündigte und
+hierdurch den endlosen Streitigkeiten der Platoniker und Peripatetiker
+ein Ziel setzte[1754]; Materie und Pneuma, Körper und Seele, so
+behauptete er, können durch κρᾶσις (Krásis), gleich Wasser und Wein,
+völlig Eines werden, ohne in ihren Grundwesen eine Veränderung zu
+erleiden (κατ’ οὐσίαν ἀλλοιοῦσθαι)[1755].
+
+Eigentliches Haupt der Neuplatoniker ist sein Schüler ~Plotinos~
+(204-270?), auf dessen überragende Bedeutung für die gesamte Geschichte
+der Metaphysik und Religion an dieser Stelle nur hingewiesen werden
+kann[1756]; sein Hauptwerk ist in der unter dem Titel „Enneáden“
+bekannten Fassung erhalten, sechs Gruppen von je neun Abhandlungen
+bildend[1757], und ein Auszug aus einigen von diesen liegt in der
+pseudepigraphischen „Theologie des ~Aristoteles~“ vor, die im
+Mittelalter für echt galt und außerordentlichen Einfluß ausübte,
+nach allen Einzelheiten aber erst in neuerer Zeit, auf Grund einer
+arabischen Übersetzung, bekannt wurde[1758].
+
+Grundlage (ὑποκείμενον) aller Körper ist nach ~Plotinos~ eine
+gemeinsame, ungestaltete, unwandelbare, keiner Metabolé oder
+Alloíosis fähige, aber jede Form willig aufnehmende Urmaterie[1759];
+sie besitzt, im Sinne des platonischen μὴ ὄν (des Nichtseienden),
+nur +eine+ Eigenschaft, die στέρησις (Stéresis), d. i. die reine
+Negation, daher ist sie das Unbegrenzte, Unbestimmte, in Schatten
+und Finsternis Liegende, in ethischer Hinsicht aber (wegen ihrer
+Wirkung auf die Seele) das Gemeine, Unreine, Böse, das πρῶτον κακόν =
+Wurzel alles Übels[1760]. Die Materie als Hyle stellt das niedrige,
+weibliche, empfangende Prinzip vor, dem durch das höhere, männliche,
+gestaltende, erst die Form verliehen werden muß[1761]. Dies geschieht
+durch den göttlichen Logos, den Vermittler, Demiurgen und zweiten
+Gott (δεύτερος θεός)[1762], den die „Alten“, weil er als Sendbote des
+höchsten Intellektes anzusehen ist, allegorisch-mystisch (μυστικῶς)
+auch ~Hermes~ benannten[1763]. Er faßt die sämtlichen Qualitäten als
+Inbegriff zusammen[1764], durch sie, die zugleich platonische Ideen,
+pythagoräische Zahlen, Lógoi spermatikoí, Samen (σπέρματα) und Seelen
+sind, geht er in die Materie ein, verbindet sich mit ihr vermöge der
+κρᾶσις τῶν ὄλων und bringt so die Einzeldinge aus ihr hervor[1765];
+das Wesentliche hierbei sind die in den „Samen“ wirkenden Logoi, die
+gestaltenden, erzeugenden, zwecksetzenden Begriffe, die Träger der für
+die Einzeldinge charakteristischen und zu ihrer Entstehung notwendigen
+Formen[1766]. Indem so, durch eine Art Emanation oder Ausstrahlung, aus
+dem einheitlichen und obersten Weltprinzip (τὸ ἕν = to Hen; das „Eine“)
+zuerst der Logos als einheitliche Weltvernunft und Weltseele, sodann
+die Logoi spermatikoí als individuelle Samen und Seelen, schließlich
+aber die materiellen Einzel-Dinge und -Wesen hervorgehen[1767], ergibt
+sich, im Sinne des „platonischen Ringes“, der „platonischen Kette“,
+eine Welt, die zwar in zahlreichen Abstufungen reich gegliedert ist,
+deren Glieder jedoch vermöge der Einheitlichkeit des höchsten Prinzips
+auch selbst alle in einheitlicher Verbindung und in gesetzmäßigem
+Zusammenhange stehen.
+
+Hieraus erklärt es sich, daß die Einzeldinge nicht nur infolge
+äußerer +physischer+ Vorgänge aufeinander wirken, sondern auch
+infolge innerer +sympathetischer+[1768], und auf letzteren beruht
+u. a. die den Gestirnen als „göttlichen Wesen und sichtbaren Göttern“
+zukommende Macht, die also bei den Neuplatonikern +ursprünglich+ der
+„gegenseitigen Sympathie aller Dinge“ als eine rein naturgemäße und
+ganz allgemeine, nicht eigentlich astrologische, entfließt[1769]. Erst
+im Laufe +weiterer+ durch den Geist der Zeit bedingter Entwicklung wird
+dann die nämliche Quelle auch zu der aller geheimen und mystischen
+Wirkungen, -- denen u. a. die der Gebete beigezählt werden[1770],
+-- und hat die Möglichkeit der Magie zu beweisen, sowie die der
+Zauberei und Astrologie, der Vorbedeutungen und abergläubischen
+Ideen, des Verkehres mit Dämonen und Geistern, der ekstatischen und
+eschatologischen Träumereien, z. B. von der Auferstehung und ewigen
+Seligkeit usf.[1771]. Will die Seele derartigen Lohnes teilhaftig
+werden und dadurch ihre ursprüngliche himmlische Vollkommenheit
+wiedererlangen, so hat sie sich von der gemeinen und bösen Materie
+des Leibes loszulösen und im Leben durch tugendhaften Wandel einer
+κάθαρσις (Kátharsis = Läuterung) zuzustreben, indem sie nach Kräften
+die unreinen Elemente von sich weist und ausstößt, die reinen aber
+anzieht und in sich aufnimmt: schon ein wenig Zinn macht bei der
+Darstellung des Erzes das Kupfer besser und schöner, wobei es selbst
+völlig verschwindet[1772].
+
+Bei ~Porphyrios~ aus Tyros (232-304?), dem Schüler des ~Plotinos~ und
+Herausgeber seiner „Enneaden“, der den ägyptischen Aberglauben und die
+orientalische Mystik bekämpft und Großes in allegorischen Umdeutungen
+(u. a. auch des ~Homer~) leistet, überwiegt die Philosophie immerhin
+noch die Theologie[1773]. In den Schriften seines Schülers ~Iamblichos~
+aus Chalkis in Syrien (gest. 330?) sowie dessen syrischer Freunde und
+Nachfolger wird hingegen der Schwerpunkt bereits zielbewußt nach der
+Seite der Theologie verlegt[1774]; die Vermengung sog. orphischer,
+pythagoräischer (= neupythagoräischer), ägyptischer und chaldäischer (=
+spätbabylonischer) Lehren und ihre Verbindung mit Theurgie und Mantik,
+Magie und Dämonologie, -- wie z. B. in der „Synagogé (= Sammlung) der
+pythagoräischen Meinungen“ --, fand indessen den größten Beifall der
+Zeitgenossen, die nicht anstanden, dem Verfasser den Beinamen θεῖος =
+der Göttliche zu erteilen[1775].
+
+Von großem Einflusse erwies sich ~Iamblichos~ auf die letzten
+Mitglieder der „+Schule von Athen+“, deren eigene Philosophie
+ein bereits völlig scholastisch anmutendes Gemisch platonischer,
+aristotelischer, stoïscher, neupythagoräischer und -platonischer
+philosophischer, mit orphischen und chaldäischen theologischen
+Überlieferungen darstellt[1776]. Zu nennen sind ~Proklos~ (410-485),
+dieses „Bindeglied antiker und mittelalterlicher Wissenschaft“, bei
+dem neben den höchsten Begriffen des ~Platon~ und ~Aristoteles~
+auch chaldäische Gebete und ägyptische Zauberräder ihre Rolle
+spielen[1777], der „göttliche“ ~Nestorios~ nebst seinen Jüngern[1778],
+sowie ~Simplikios~ (um und nach 500); in seiner Polemik gegen
+~Philoponos~ verteidigt er nochmals die neuplatonischen Lehren von
+der Materie, u. a. den Unterschied zwischen πρώτη ὕλη (Urstoff) und
+σῶμα (Soma; Einzelkörper), die Natur des Äthers als fünftes Element,
+den Gegensatz zwischen Feuer nebst Luft und Wasser nebst Erde (aktiv
+-- passiv, ποιοῦν -- πάσχον, Kraft -- Stoff, Seele -- Leib, ....),
+die Durchdringlichkeit materieller Körper für immaterielle, die
+Göttlichkeit der beseelten Gestirne usf.[1779].
+
+Mit der Schließung der „Schule von Athen“, d. i. der platonischen
+Akademie, durch den beschränkt-glaubenseifrigen und fanatischen
+Kaiser ~Justinian~ im Jahre 529, nach fast tausendjährigem Bestande,
+erlosch in Griechenland, wie die Philosophie überhaupt, so auch ihr
+letzter Ausläufer, die neuplatonische; in Alexandria hingegen, wo
+z. B. noch gegen 600 der jüngere ~Olympiodoros~ Kommentare zu ~Platon~
+und ~Aristoteles~ verfaßte, erhielt sie sich anscheinend um etwa ein
+Jahrhundert länger, bis zur Zeit der Eroberung Ägyptens durch die
+Araber[1780].
+
+
+
+
+II. Einflüsse des Orients und des älteren Griechenlands.
+
+
+
+
+1. Einflüsse seitens Babyloniens und Persiens.
+
+
++Übersicht einiger Hauptdaten.+
+
+ Zwischen 2600 u. 2500, wohl gegen 2500: König ~Sargon~ von Akkad.
+
+ „ 2400 u. 2300, wohl um 2340: Fürst ~Gudea~ von Lagas.
+
+ „ 2000 u. 1900, wohl seit 1958: König ~Hammurabi~.
+
+ Gegen 2000: Die ersten assyrischen Priesterfürsten (Patesi).
+
+ „ 2000: Babylon Reichshauptstadt.
+
+ 1120: Großmacht-Stellung Assyriens unter ~Tiglatpileser~ I.
+
+ Gegen 850: Auftreten der Khaldi (Chaldäer).
+
+ 745-727: ~Tiglatpileser~ IV., Weltherrschaft Assyriens.
+
+ 721-705: König ~Sargon~ II.
+
+ 668-626: König ~Assurbanipal~ (~Sardanapal~).
+
+ 678: Begründung des persischen Reiches (Parsua).
+
+ 607: Iranische Meder erobern Assyrien; Zerstörung Ninives, Gründung
+ Ekbatanas.
+
+ 604: Neubabylonisches Reich unter ~Nebukadnezar~ II.
+
+ 539: ~Kyros~ erobert Babylon.
+
+ 330: Sturz des persischen Reiches durch ~Alexander den Grossen~.
+
+In den vorstehenden Abschnitten wurde schon wiederholt der Rolle
+gewisser Vorstellungen religiösen, abergläubischen, astralen und
+astrologischen Inhaltes gedacht, die der Kultur des Orients entstammen,
+vor allem jener der großen westasiatischen Reiche, deren mannigfaltige
+Einflüsse auf sämtliche Länder des östlichen Mittelmeerbeckens sich
+schon seit sehr früher Zeit als außerordentlich bedeutsame erwiesen.
+
+Die Aufgabe, der Herkunft und Wirksamkeit Bestimmter unter ihnen des
+näheren nachzuspüren, begegnet jedoch ganz besonderen Schwierigkeiten,
+vor allem der, daß gerade betreff des wichtigsten Gebietes,
+Babyloniens und des Zweistromlandes, die Ansichten der Historiker weit
+auseinandergehen; die Einen, die sog. „Panbabylonier“, führen die
+Gesamtheit aller einschlägigen und daher auch die der hier besonders
+in Betracht kommenden Gedanken auf Babylon zurück, und zwar auf das
+älteste Reich des 3., ja 4. Jahrtausends, die Anderen lassen in der
+Sache, noch mehr aber in der Zeit, sehr weitgehende Beschränkungen
+eintreten. Es ist selbstverständlich unmöglich, an dieser Stelle ihre
+Gründe und Gegengründe zu erörtern, vielmehr muß die Bemerkung genügen,
+daß das System der „Panbabylonier“, wie es etwa noch neuerdings
+~Jeremias~ in seinem „Handbuch der altorientalischen Geisteskultur“
+zusammenfaßte[1781], durch die Forschungen und Darstellungen von
+~Kugler~[1782], ~Jastrow~[1783], ~Bezold~[1784], ~Ed. Meyer~[1785]
+~Boll~[1786] und Anderen in seinen Hauptpunkten widerlegt ist und in
+vielen Einzelheiten selbst von manchen seiner Verteidiger nicht mehr
+unbedingt aufrecht erhalten wird. Es sollen daher in dem folgenden
+Überblicke die Ergebnisse der genannten Gelehrten zugrunde gelegt, die
+ihrer Gegner jedoch, wo dies angezeigt erscheint, in der Regel unter
+Hinweis auf das „Handbuch“ von ~Jeremias~ angeführt werden.
+
+
+a) Babylon und das Zweistromland.
+
+Im Laufe des 3. Jahrtausends, etwa unter König ~Sargon~ I. von Akkad
+(Agade), der in der Zeit zwischen 2600 und 2500 (näher wohl an 2500)
+regiert haben dürfte[1787], scheint die Verschmelzung der beiden bis
+dahin im Zweistromlande bestehenden Kulturkreise erfolgt zu sein, des
+nordbabylonischen der semitischen Akkader und des südbabylonischen der
+nichtsemitischen Sumerer[1788], die vermutlich als die eigentlichen
+Stammväter der gesamten altbabylonischen Kultur und Religion anzusehen
+sind[1789]. Die Herkunft dieses Volkes ist bisher nicht sicher
+festgestellt. Die doppelsprachigen Inschriften, die noch im Zeitalter
+des Begründers der babylonischen Vormacht, des Königs ~Hammurabi~ (um
+2200 nach ~Kugler~[1790], um 1950 nach ~Meyer~) sehr häufig vorkommen,
+beweisen, daß sich die Sprache der Sumerer, die auch die Erfinder
+der Keilschrift sind, noch jahrhundertelang neben der babylonischen
+erhielt, und zwar nicht nur zu Zwecken des Kultus, für den ein schon im
+3. Jahrtausend mächtiges, organisiertes Priestertum zu sorgen hatte;
+erst weiterhin erringt die semitische babylonische Sprache gänzlich
+die Oberhand und ist im 15. Jahrhundert auch in Kleinasien, Cypern und
+Ägypten die dem höfischen und diplomatischen Verkehre geläufige und im
+Umgange Vornehmer vielfach gebräuchliche[1791].
+
+Die Verehrung von +Sonne+, +Mond+ und +Sternen+ ist eine bei
+so zahlreichen Völkern der ganzen Erde und besonders auch des
+Orientes schon seit altersher derart weitverbreitete[1792], daß
+die Voraussetzung gerechtfertigt erscheint, es seien ihr auch
+weder Akkader noch Sumerer fremd geblieben; davon aber, daß diese
+mindestens zu Beginn des 3. Jahrtausends, wenn nicht gar schon um
+die Mitte des 4., genaue Kenntnis vom Tierkreise besessen hätten, --
+der allerdings fraglos babylonischen Ursprungs ist[1793] --, daß man
+damals bereits eine „Siebengottheit“ der Planeten angebetet habe und
+daß spätestens im 3. Jahrtausend eine wissenschaftliche Sternkunde in
+voller Blüte gestanden sei[1794], kann nach ~Kugler~ und den anderen
+oben angeführten Forschern ernstlich gar nicht mehr die Rede sein.
+Die älteste und wichtigste Trias von Gestirngöttern und Gestirnen,
+über die wir Kenntnis besitzen, ist die von Sonne, Mond und Venus,
+und zwar rührt diese Vereinigung daher, daß die Venus im Orient als
+größter, hellster und lichtstärkster Planet erscheint, allein von
+allen Wandelsternen häufig auch bei Tage gesehen werden kann und als
+einziger unter ihnen einen deutlichen Schatten wirft[1795]; auf den
+„Kudduru“ genannten Grenzsteinen, deren ältestbekannte aus dem 14.
+Jahrhundert herrühren, sowie auf Felsenreliefs und Stelen der gleichen
+Zeit findet sich die Zusammenstellung der Gottheiten ~Samas~ = Herr der
+Sonne, ~Sin~ = Herr des Mondes und ~Istar~ = Herrin der Venus schon als
+eine völlig gebräuchliche vor[1796], verdeutlicht durch Embleme, die
+einzeln möglicherweise schon im 16. Jahrhundert und auch noch früher
+nachgewiesen werden können[1797].
+
+Sinnbild der Sonne ist auf diesen Darstellungen nicht, wie man
+früher annahm, die geflügelte Scheibe (obwohl sie nicht erst im
+9. Jahrhundert unter ägyptischem Einflusse in Aufnahme kam[1798],
+vielmehr durch die Chetiter schon im 2. Jahrtausend in Vorderasien
+bekannt wurde)[1799], sondern stets nur ein Kreis, bald ein leerer,
+◯, darstellend das leuchtende Auge oder Antlitz des ~Samas~, bald ein
+mit vier oder acht Speichen versehener, [Symbol] und [Symbol][1800].
+Als Sinnbild des Mondes dient entweder ein liegender Halbmond,
+[Symbol], oder der Vollmond mit einem die Scheibe etwa zur Hälfte
+umziehenden leuchtenden Streifen, [Symbol], wie er sich öfter zur
+Zeit des Neulichtes zeigt[1801]. Venus hat als Emblem meistens
+einen achtstrahligen Stern, ✴, oft aber auch eine Scheibe, die
+diesen (oder einen sechzehnstrahligen) eingezeichnet erhält[1802];
+sie trägt den Beinamen „sarpanitu“ (bab. = die weißglänzende,
+silberstrahlende)[1803], doch wird ursprünglich der aufgehende
+Morgenstern als männlich (zikkarat) vom untergehenden Abendsterne als
+weiblich (zinnisat) unterschieden[1804]. ~Jeremias~ ist allerdings
+der Meinung, den Sumerern, die das Zeichen ✴ schon um 2800 gebraucht
+hätten, sei auch bereits damals die astronomische Identität des Morgen-
+und Abend-Sternes (~Istar~ und ~Belit~) bekannt gewesen, so daß die
+ehemalige Zweigeschlechtlichkeit und spätere Mannweiblichkeit nur als
+mythologische Erfindung anzusehen sei[1805]; indessen faßt der alte
+Orient das Zwitterwesen sehr allgemein als Inbegriff der Vollkommenheit
+auf und schreibt es daher ursprünglich +allen+ Göttern der Urzeit
+zu (wenngleich im Kult oft das eine Geschlecht vorwiegt)[1806],
+desgleichen nachmals den Dämonen und Sternbild-Figuren[1807] und so
+jedenfalls auch schon der ~Istar~[1808]. Bei den Assyriern, die gegen
+1100 bereits zu höchster politischer Bedeutung gelangten, galt der
+Morgenstern ebenfalls anfänglich noch als männlich und als verschieden
+vom weiblichen Abendstern, und daraufhin dann, in jüngerer Zeit,
+die vereinheitlichte Venus (deren heimischer Name ~Dilbat~ war) als
+androgyn[1809]. Der Zeitpunkt dieser Vereinheitlichung steht zwar genau
+weder für Venus fest, noch für Merkur, der gleichfalls als Morgenstern
+auf- und als Abendstern untergeht, dürfte aber nicht vor das 8.
+Jahrhundert zu verlegen sein, in dessen Verlauf erst die Entwicklung
+einer eigentlichen und systematischen Astronomie begann[1810].
+
+Kenntnis und Verehrung der +Planeten-Siebenheit+ setzt ~Jeremias~
+schon für die entlegensten Zeiten voraus, jedenfalls für die des
+Fürsten ~Gudea~ (um 2340) und der Erbauung des Tempels zu Borsippa,
+der Nachbar- und Schwester-Stadt Babylons[1811]; auch hält er das
+Pentagramm und Heptagramm für Zeichen der 5 Wandelsterne und 7
+Planeten[1812] und gedenkt der uralten Überlieferung, nach der Gott
+~Bel~ selbst die Sonne, den Mond und die 5 Planeten geschaffen
+habe[1813]. Indessen ist daran zu erinnern, daß letztere Tradition
+erst einem geschichtlichen Werke entstammt, das der babylonische
+Priester ~Berossos~ dem Könige ~Antiochus~ I. ~Soter~ (281-263 v. Chr.)
+widmete[1814]; ferner daß in den babylonischen Sternlisten der
+Inschriften zu Boghazkiöi in Kleinasien (um 1400 v. Chr.) nur Venus
+(als Schwurgöttin) nachgewiesen ist[1815]; sodann daß unmittelbare
+Belege für die Zusammenstellung von Sonne, Mond und den 5 Planeten
+erst aus spätassyrischer und solche für die planetarischen Vorzeichen
+und Einzel-Einflüsse allein aus arsakidischer Zeit vorliegen (seit
+dem 3. Jahrhundert v. Chr.)[1816]; endlich daß jüngere Berichte „dem
+ersten Könige Babels, dem die göttliche Verehrung der 7 Planeten
+und 12 Tierkreiszeichen vorgeschlagen wurde, dies als eine Freveltat
+erscheinen lassen“[1817]. Was den siebenstufigen Tempelturm von
+Borsippa betrifft, dessen Namen „Turm der 7 Befehls-Überbringer“
+die 7 Planeten schon für das alte Babylon als ἑρμηνεῖς (Hermeneís)
+= „Verkündiger“ (der Gottheit) bezeugen soll, -- allerdings nur
+indirekt[1818] --, so wird auf diesen noch weiter unten zurückzukommen
+sein.
+
+In Wirklichkeit waren Planeten-Götter und Planeten-Siebenheit, wie
+schon ~Lenormant~ richtig sah[1819], im ältesten und alten Babylon
+völlig unbekannt, und alle gegenteiligen Folgerungen, die man
+namentlich aus keilschriftlichen Texten zog, die in der Bibliothek
+des Königs ~Assurbanipal~ (= ~Sardanapal~, 668-626) aufgefunden
+wurden, sind gänzlich hinfällig; denn diese vielfach abgeänderten und
+interpolierten Niederschriften beweisen weder etwas für den Inhalt
+ihrer +ursprünglichen+ Vorlagen, noch gestatten sie, seine Wandlungen
+während etwa 2000 Jahren zu verfolgen und deren einzelne Stufen
+bestimmten Zeiten zuzuweisen[1820]. Ebensowenig wie im Verlaufe des 3.
+Jahrtausends, zur Zeit ~Sargons~ und ~Gudeas~, finden auch gegen dessen
+Ende, zur Zeit ~Hammurabis~, die Planeten in ihrer Gesamtheit, ihre
+Bewegungen oder gar deren Bedeutungen irgendwelche Erwähnung; vielmehr
+ist nur die Rede bald von der Sonne, bald vom Monde, bald von der Venus
+(die auch mit ~Istar-Nanai~ als Göttin des Liebeslebens in Beziehung
+gebracht wird) und vereinzelt von einem Stern als Zeichen für ein
+göttliches Wesen, von einem „reinen“ oder einem „guten“ Stern[1821].
+In Verfolg der sehr langsamen Entwicklung, die sich zwischen 2000 und
+etwa 850 vollzieht, erscheinen dann in den Inschriften zunächst die
+vereinten Sinnbilder von Sonne, Mond und Venus, und weiterhin einzelne
+Planeten im Zusammenhange mit bestimmten Gottheiten[1822], doch ist
+das Wissen über die Planeten-Bewegungen auch gegen Schluß dieser
+Periode noch ein äußerst dürftiges[1823]. Erst unter dem Einflusse
+neuer semitischer Stämme, der ~Khaldi~ oder ~Chaldäer~, die gegen 850
+im Süden des Zweistromlandes auftreten[1824], beginnt die allmähliche
+Entfaltung einer eigentlichen methodischen Astrologie, der Mutter
+der späteren Astronomie; zu deren +früheren+ Errungenschaften zählen
+u. a. die Schaffung der Ekliptik, des Tierkeises mit seinen Gestalten,
+vieler anderer Sternbilder, z. B. des Siebengestirnes der Plejaden,
+sowie die etwa seit König ~Nabonassar~ (747-734) nachweisbaren
+Beobachtungen der Planetenbahnen[1825]; zu ihren +späteren+ u. a. die
+volle Ausbildung der Lehre von den Verbindungen der 5 Planeten mit
+bestimmten Göttern als ihren „Führern“, sowie von der Einsetzung der 5
+Planeten zu „Lenkern der Schicksale“[1826]. Zugeteilt wird hierbei der
+Jupiter dem ~Marduk~, der als Stadtgott Babels an die Stelle ~Ellils~
+(des alten sumerischen Sturmgottes) tritt, der Saturn dem ~Ninib~,
+der Merkur dem ~Nebo~ (Nabo), der Mars dem ~Nergal~ und die Venus
+der (androgynen) ~Istar~[1827]; alle anderen vorgeblichen Deutungen
+über Zugehörigkeit und Vertauschung von Namen sind unrichtig[1828]
+und zum Teil darauf zurückzuführen, daß man (besonders in späterer
+Zeit) gewisse „Stellvertretungen“ für möglich erachtete, u. a. die
+des ~Jupiter~ durch ~Merkur~ (aber nicht umgekehrt)[1829], oder
+die der Sonne durch ~Saturn~, der z. B. des Nachts statt ihrer am
+Himmel scheinen sollte[1830]. ~Jupiter~ wurde seines hellen Glanzes
+halber für „günstig“ angesehen und führte u. a. die Namen „großes
+Glück“, „königlicher Stern“, „Stern des Königs“[1831]. ~Saturn~
+galt, vermutlich weil er der „oberste“ Planet ist, auch für den
+kräftigsten, einflußreichsten, eigentlich „kündenden“[1832], dabei
+aber wegen seines schwachen Lichtes und langsamen Umlaufes für bleich
+und unfreundlich, störrisch und unwillig[1833], für Unglück- und
+Tod-bedeutend, für verstockten und dunklen Charakters, daher auch für
+einen „Schwarzen“[1834]. ~Mars~ betrachtete man auf sein rötliches,
+„in allerlei Farben funkelndes“ Licht hin für „ungünstig“, böse und
+feindlich, Unheil- und Krieg-bringend[1835]. ~Merkur~ endlich, der am
+Morgenhimmel den bevorstehenden Sonnenaufgang anzeigt, verheißt Glück,
+er bestimmt, wenn er zu Jahresanfang erscheinend den Jupiter vertritt,
+in dessen Namen und Vollmacht die Ereignisse des neuen Jahres, die er
+mit dem Schreibstift in die Schicksalstafeln eingräbt[1836], und ist
+daher Prophet, Lenker und Geleiter der Seelen, Verkünder der Zeiten,
+Gott der Wissenschaften und besonders der Sternkunde, Schreiber des
+Weltalls, Herr der Schrift und des Wortes, daraufhin auch Patron der
+Kaufleute, des Handels- und Erwerbs-Standes, der Diebe usf.[1837].
+
+Den Inschriften nach reichen die ältesten zu astrologischen Zwecken
+angestellten Beobachtungen von Planetenbahnen, die besonders den
+Jupiter betreffen, nicht weiter zurück als in das 8. Jahrhundert und
+sind außerordentlich oberflächlich und unwissenschaftlich[1838],
+aber auch die aus der Zeit ~Assurbanipals~ (~Sardanapals~, 668-626)
+herrührenden zeugen noch von überraschender Unkenntnis und
+Unklarheit[1839]. Zureichende Genauigkeit wird erst gegen Ende des
+7. und im 6. Jahrhundert erreicht, zum Teil sogar erst in persischer
+Zeit, also nach der Eroberung Babylons durch ~Kyros~, 539[1840];
+soweit die gerade für diese Periode spärlichen keilschriftlichen
+Quellen ein Urteil gestatten[1841], scheint man sich eingehender
+erst seit etwa 700 mit Farbe und Glanz, Zu- und Abnahme des Lichtes
+der Planeten usf. befaßt, die Lehre von den Vorzeichen ausgebildet,
+sowie die Konjunktionen der Wandelsterne beobachtet und astrologisch
+gedeutet zu haben[1842]. Die Fortschritte der eigentlichen Astronomie
+und die durch sie bedingte Entdeckung von der Identität des Morgen-
+und Abend-Sternes bei Venus und Merkur, -- die bei letzterem ganz
+erheblichen technischen Schwierigkeiten begegnen mußte --, ermöglichten
+erst die endgültige Feststellung der Fünfzahl der Wandelsterne, sowie
+deren Zusammenfassung mit Sonne und Mond zur Siebenheit der Planeten.
+Diese bloß auf die Art des Umlaufes gegründete Vereinigung erscheint,
+der Natur der Sache nach, nichts weniger als selbstverständlich und
+naheliegend[1843]; genau läßt sich allerdings derzeit noch nicht
+festlegen, wann sie erfolgte[1844], keinesfalls kann dies jedoch vor
+dem 7. Jahrhundert geschehen sein. In dessen Verlaufe benützte die
+Theologie, ganz im Einklange mit ihrem damals bereits angenommenen
+Charakter, die magische und geheimnisvolle Siebenzahl, um eine solche
+„Einheit der 7 Planeten“ zustande zu bringen, diese den höchsten
+Gottheiten des altbabylonischen Pantheons zuzueignen und so das völlige
+Übergewicht der Astrologie und des Fatalismus zu sichern[1845].
++Allein von dieser spätesten Gestalt+ der chaldäischen Astrologie
+wissen und berichten die antiken Schriftsteller, z. B. ~Herodot~[1846]
+(485-425), ~Diodor~[1847] (um 45 v. Chr.), ~Strabon~[1848] (63-20),
+~Vitruv~[1849] (um 25 v. Chr.), ~Plinius~[1850] (23-79) u. A., wobei
+es erwähnenswert ist, daß noch ~Berossos~ (um 280 v. Chr.) und wohl
+ihm folgend auch ~Diodor~ nur von 5 Wandelsternen sprechen und
+nicht von 7[1851]. Aus altbabylonischer Zeit liegen einheitliche
+Darstellungen der 7 Planetengottheiten überhaupt nicht vor[1852], und
+die in den Keilinschriften erwähnten 7 Götter sind niemals die der 7
+Planeten[1853], bedeuten vielmehr in älterer Zeit die „Siebengottheit“,
+d. i. „die Gesamtheit der großen Götter“[1854], und in jüngerer die
+Plejaden, wie sie z. B. in der Gestalt [Symbol] auf der Stele des
+Königs ~Assarhaddon~ (681-668) abgebildet erscheinen[1855].
+
+Auf die Bedeutung der im vorstehenden so oft erwähnten +Siebenzahl+,
+über die eine umfangreiche Litteratur besteht[1856], kann an dieser
+Stelle nur kurz eingegangen werden. Zahlen wie 3, 5, 7, 9, 13 und
+andere, spielen bei so vielen Völkern, auch bei solchen ganz entlegener
+Kulturkreise, wie z. B. des alten Mexikos, eine derart wichtige
+Rolle[1857], daß dieser wohl eine allgemeine Ursache zugrunde liegt,
+nämlich die gänzlich mangelnde (oder wie bei 9 nur sehr beschränkte)
+Teilbarkeit und die hieraus erfließende Schwierigkeit bei der
+rechnerischen Verwendung[1858]. Im alten Babylon ist indessen unter
+diesen Zahlen fraglos 7 die obherrschende, die an Einfluß und Bedeutung
+alle übrigen weit hinter sich läßt und als „vollendete Zahl“, „Zahl
+der Vollendung“ ἀριθμός τελειός gilt[1859]. Vermutlich ist dies, wie
+den „Attischen Nächten“ des ~Gellius~ (113-165 n. Chr.) zufolge schon
+~Aristarchos~ von ~Samos~ (um 260 v. Chr.) behauptete[1860], und wie
+in neuerer Zeit, anscheinend selbständig, wieder ~Kant~ hervorhob,
+aus der Art der Teilungen des Mondmonates zu erklären, als deren
+natürlichste sich ergeben: für den siderischen und Licht-Monat von
+27-28 Tagen die Fristen 4 × 7 und 3 × 9, für den synodischen Monat
+von 29-30 Tagen aber die von 3 × 10[1861], -- wobei nach ~Aristarch~
+noch als besonders maßgebend zu berücksichtigen ist, daß die Summe
+1 + 2 + 3 + 4 + 5 + 6 + 7 gerade 28 beträgt. Der Kult der Zahl 7 reicht
+daher in Babylon sehr weit zurück und war längst völlig entwickelt,
+bevor im 7. Jahrhundert die Verehrung der Planeten aufkam[1862], und
+die mystische, bereits als „heilig“ angesehene Siebenzahl sowohl auf
+diese angewandt wurde als auch (in recht willkürlicher Weise) auf die
+Sterngruppen der Plejaden und Hyaden, des Orion, des großen und kleinen
+Bären usf.[1863]. So z. B. begegnen wir schon im alten babylonischen
+„Weltschöpfungs-Epos“[1864] sowie im Gedicht über die „Höllenfahrt der
+~Istar~“[1865]) den 7 Winden und den 7 Geistern der Stürme[1866], den 7
+bösen Dämonen[1867], den 7 durch 7 Tore verschlossenen Abteilungen der
+Unterwelt, die den 7 Zonen der Oberwelt und des Himmels nachgebildet
+sein dürften[1868], den 7 Gewändern der ~Istar~[1869] usf.; späteren,
+zum Teil sogar weit späteren Zeiten gehören dagegen, -- im Widerspruche
+zu ~Jeremias~[1870] --, u. a. an: die 7 Namen gewisser Sterne, z. B.
+des Mars[1871], die 7 Zeitalter[1872], die 7 Lebensstufen[1873], die 7
+Tage in ihrer Verbindung zur fortrollenden Woche, die Siebenzahl der
+den 7 Planeten zugehörigen Farben und Metalle, Töne und Saiten, Stufen
+und Mauern, Himmel und Sphären usf.
+
+Die 7 Himmel sollen nach ~Jeremias~ allerdings schon für die sumerische
+Periode bezeugt sein[1874], und zwar durch die sog. Zikkurat, d. s.
++Tempeltürme+ von 7 Stockwerken, auf deren oberstem sich noch ein
+Aufbau erhob, der den eigentlichen achten Himmel vorstellte, den Sitz
+„der in höherem Sinne einheitlich gedachten Gottheit“[1875]. Als
+solche Türme, deren Besteigung zu den kultischen Mitteln gezählt haben
+soll[1876] und deren 7 Absätze den 7 Planeten geweiht waren und in
+deren Farben strahlten[1877], erwähnt ~Jeremias~ u. a. den Turm des
+Fürsten ~Gudea~ (um 2340) in Lagas, den des Gottes ~Nabu~ in Borsippa,
+den des Gottes ~Marduk~ in Babel, „dessen Spitze aufreicht bis zum
+Himmel“, sowie den zu Khorsabad[1878]. Diesen Angaben gegenüber
+erheben sich indessen berechtigte Bedenken: Nach ~Ed. Meyer~ waren die
+Zikkurat (= Berghäuser) ursprünglich künstliche Berge aus Ziegeln,
+aufgeworfen in Gestalt eines Bergkegels oder „Tempelberges“ mit zur
+Spitze führender, den Bau schräg umwindender Rampe und bestimmt, den
+sumerischen Sturmgott ~Ellil~ auch im Flachlande an sein Heiligtum zu
+fesseln[1879]. Etwa seit der Regierung ~Gudeas~ wurden sie auch für
+andere Götter errichtet[1880], aber erst in sehr viel späterer Zeit
+gab man ihnen die Form sog. Terrassen-Türme, die aber keineswegs stets
+7 Stockwerke besassen, sondern oft nur 3, 5 oder auch 4[1881]; als
+z. B. ~Nebukadnezar~ II. um 600 den Turm zu Borsippa (nach anderen
+auch den zu Babel) erneuerte, erhöhte er ihn erst von 3 Stockwerken
+auf 7 und ersetzte die silberne Täfelung der Wahrsage-Halle durch eine
+goldene[1882].
+
+Was die Beziehungen zu den +Farben+ der Planeten anbelangt, die
+~Jeremias~ ebenfalls schon als für die Zeit ~Gudeas~ feststehend
+voraussetzt[1883], so liegen Angaben vor für die Türme von Babel, von
+Borsippa, von Birs-Nimrud (der aber mit dem Vorgehenden identisch
+ist!) und von Khorsabad, sowie für die von ~Herodot~[1884] erwähnten 7
+Ringmauern der den Sternen geweihten Stadt Ekbatana[1885]:
+
+ 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7.
+ I. Babel: tonfarbig gelbgrün -- -- -- -- bunt
+ II. Borsippa: schwarz -- rot blau -- blau
+ III. Borsippa: schwarz hellrot purpur golden weiß blau silbern
+ IV. Birs schwarz {orange? rot golden weiß blau {weiß?
+ -Nimrud: {grün? {grün?
+ V. Khorsabad: weiß schwarz rot {weiß? -- -- --
+ {blau?
+ VI. Ekbatana: weiß schwarz purpur blau {gelb silbern golden
+ {rot
+
+Wie man sieht, gehen diese Bezeichnungen weit auseinander, ganz
+abgesehen davon, daß sie mehrfach sprachlich unsicher sind und daß
+die Aufstellungen meist ohne weiteres das Vorhandensein von gerade 7
+Stockwerken oder Stufen voraussetzen; überdies gründen sie sich zum
+Teil auf späte Überlieferungen, zum Teil auf Berichte über neuere
+Ausgrabungen, aus denen allen, soweit die Angaben (nach ~Prinz~) nicht
+überhaupt ganz unzutreffend, ja geradezu aus der Luft gegriffen sind,
+keinesfalls Schlüsse auf die Zustände zur Zeit der ersten Herstellung
+gezogen werden können. Den Turm von Borsippa z. B. ließ, wie erwähnt,
+~Nebukadnezar~ II. erst um 600 erneuern und eine Inschrift anbringen,
+die nach ~Oppert~ laute[1886]: „Ich habe ... das Wunderwerk zu
+Borsippa, den Tempel der 7 Sphären[1887] des Himmels und der Erde,
+wiederhergestellt und neu erbaut, ... in der Mitte Borsippas baute
+ich den Turm, das ewige Haus, dessen Glanz erhöht ist durch Gold,
+Silber und andere Metalle und durch glasierte Ziegel; ... +ich+ bin
+der Wiedererbauer des Turmes, ... des Stufenturmes, des Tempels, der
+bekleidet ist mit getriebenem Gold, Kupfer, Blei und Steinen“; eine
+abermalige Erneuerung erfolgte dann unter König ~Antiochus I. Soter~
+(283-263), dem nämlichen, dem ~Berossos~ sein Werk über die Geschichte
+Babels widmete[1888]. Ziegel des Turmes von Birs-Nimrud mit bunter
+Glasur (in deren Herstellung die Babylonier seit altersher große
+Meister waren) untersuchten ~Layard~ und ~Percy~ und ermittelten als
+Farbstoff der weißen opakes Zinnoxyd, der roten Kupferoxydul, der
+blauen ein Kupferoxyd (versetzt mit einem bleihaltigen Flußmittel) und
+der gelben ein zinnhaltiges Bleiantimoniat, ähnlich dem sog. Neapelgelb
+(mit Natriumsilikat als Flußmittel)[1889]. Zu Khorsabad wurde 1854
+unter dem Eckstein des von König ~Sargon~ II. 706 errichteten Baues
+eine Steinkiste mit 7 Barren gefunden, von denen drei verloren gingen,
+während die vier erhaltenen nach ~Berthelot~[1890] aus Gold, Silber,
+Bronze und weißem Magnesit (Magnesium-Carbonat) bestehen und längere
+Inschriften tragen, denen zufolge die Materialien aller sieben waren:
+Hurasu = Gold, Kaspi = Silber, Uruki = Erz (Bronze)[1891], Anaki =
+Blei, Kasazatiri = Zinn, Abar = Magnesit (determinierender Zusatz:
+sipri zakur = Marmor?)[1892] und Gissipgal = Alabaster (nach ~Jeremias~
+aber = Lapis Lazuli, Lasurstein)[1893]. Was endlich die 607 erbaute
+Stadt Ekbatana und das gleichzeitig zerstörte, angeblich ebenso
+ummauerte Ninive betrifft[1894], so müßte die innerste goldfarbige
+Mauer der Sonne, die benachbarte silberfarbige dem Mond entsprechen,
+während die planetarische Zugehörigkeit der übrigen Farben fraglich
+bleibt; nach ~Jeremias~[1895] ist für diese anzunehmen, von außen
+nach innen: weiß = Venus, schwarz = Saturn, purpur = Mars, blau =
+Merkur, gelb = Jupiter, silbern = Mond, golden = Sonne, doch finden
+sich zuweilen für die nämlichen Planeten die Angaben blau (oder
+bunt), schwarz, rot, grüngelb, weiß, grün, golden (oder grün)[1896]
+und auch noch verschiedene andere. Die Ordnung bei Borsippa (III)
+hält ~Bouché-Leclercq~ „für die umgekehrte wie am Himmel“[1897]; die
+bei Birs-Nimrud (IV) endlich soll der „wahren“ Planetenreihe Saturn,
+Jupiter, Mars, Sonne, Venus, Merkur, Mond folgen. Sichtlich stimmen
+die Zuweisungen, die sich überdies nur auf Bauwerke sehr später
+Zeiten gründen, so wie sie vorliegen, durchaus nicht untereinander
+überein, während es hinwiederum ganz unstatthaft bleibt, je nach
+Bedarf „Irrtümer“ vorauszusetzen und willkürliche Umstellungen
+vorzunehmen[1898], -- betreff derer es schon zur größten Vorsicht
+mahnen muß, daß z. B. ~Nebukadnezar~ den silbernen Schmuck einer Halle
+ohne weiteres durch goldenen ersetzt, oder daß ~Sin~, der Gott des
+silbernen Mondes, mit einem lasurblauen Bart ausgestattet wird[1899];
+ohne Zwang lassen sich auch jene Farbenskalen weder der einen oder
+anderen älteren und unrichtigen Reihe der Planeten angliedern, noch der
+spät entdeckten richtigen, noch auch der in der Folge der Wochentage
+überlieferten.
+
+Die siebentägige „+Planeten-Woche+“ und die Darstellung ihres
+Zusammenhanges mit den Planeten durch ein (sehr künstliches)
+Heptagramm hält ~Jeremias~ für außerordentlich alt, wenngleich er
+zugibt, daß sie sich für die babylonische Zeit nicht unmittelbar
+nachweisen lasse[1900]; wie indessen ~Boll~, -- auch gegenüber
+~Bouché-Leclercq~[1901] --, zeigte, fehlen für Babylon sämtliche
+einschlägige Grundlagen[1902]. Allerdings kommen schon unter dem
+Fürsten ~Gudea~ die durch Viertelung des Lichtmonates entstehenden
+siebentägigen Fristen vor[1903], die sich u. a. vortrefflich zur
+Ausgleichung des Sonnenjahres mit dem Mondmonat eignen[1904],
+ferner in späterer Zeit auch der 7., 14., 21. und 28. Monatstag
+als „Siebener-Tage“, betreff derer es jedoch immer noch strittig
+ist, ob und seit wann sie „Schabattu“ hießen, und was dieser Name
+bedeutete[1905]. Erstens waren jedoch solche Fristen bloß Unterteile
+je eines Monates und wurden nicht, wie die wahre „fortrollende“ oder
+„laufende“ Woche, ohne Rücksicht auf das Monatsende „durchgezählt“,
+und zweitens gibt es dafür, daß man ihre sieben Tage in irgendeine
+Verbindung mit den Planeten gebracht habe, auch nicht einen einzigen
+litterarischen oder bildnerischen Anhaltspunkt[1906]. Nach den
+Berichten des Historikers ~Cassius Dio~ (150-235)[1907], des Astrologen
+~Vettius Valens~ (im 2. Jahrhundert n. Chr.), der gleichzeitigen
+Papyri, sowie des ~Laurentius Lydus~ (um 560 n. Chr.)[1908] soll die
++willkürliche+, der Folge der Wochentage zugrunde liegende Reihe der
+Planeten, d. i. Saturn, Sonne, Mond, Mars, Merkur, Jupiter, Venus, aus
+der +wahren+ des ἑπτάζωνος (Heptázonos, Septizonium), d. i. Saturn,
+Jupiter, Mars, Sonne, Venus, Merkur, Mond, dadurch abgeleitet worden
+sein, daß man, vom Saturn aus beginnend, immer um je vier Stellen
+weiter schritt, oder, wie eine nachträgliche pythagoräisierende
+Erklärung besagt, den musikalischen Quartenabstand διὰ τεσσάρων auf
+die Gestirne übertrug; aber jene +willkürliche+ Reihe läßt sich weder
+als in Babylon entstanden aufweisen noch als frühzeitig von dort aus
+weiter verbreitet, und die +wahre+ vollends, die auf Kenntnis der
+Erdentfernungen und Umlaufszeiten fußt, setzt erhebliche Fortschritte
+der beobachtenden Astronomie voraus und wurde in Babylon erst gegen
+Anfang unserer Zeitrechnung bekannt[1909]. Die zutreffende Erklärung
+erwähnen überdies auch schon ~Cassius Dio~ und ~Vettius Valens~: zählt
+man die 24 Stunden des Tages gemäß der wahren Reihe der Planeten immer
+wieder von 1-7 durch und macht dabei den Anfang mit Saturn, so trifft
+auf die +erste+ Stunde jedes Wochentages der richtige zugehörige
+Gott, der zunächst nur +sie+ beherrscht, weiterhin aber den +ganzen
+Tag+[1910]. Die Ausbildung dieser wirklichen Planetenwoche und ihre
+Durchführung als „fortrollende“ sind indessen erst Schöpfungen der
+hellenistischen Periode; wie auf eine Anzahl anderer Errungenschaften
+des nämlichen Zeitalters, wird daher auch auf sie weiter unten nochmals
+zurückzukommen sein.
+
+
+b) Persien.
+
+Die Kultur der Iranier, die sich, ebenso wie die der Inder, seit dem
+Ende des dritten Jahrtausends selbständig, namentlich ganz unabhängig
+und unbeeinflußt von der babylonischen, ausgestaltet hatte[1911],
+erfuhr tiefgehende Einwirkungen durch das spätestens gegen 1000
+v. Chr. erfolgende Auftreten des ~Zarathustra~ (~Zoroaster~)[1912],
+das wesentlich auf Seßhaftmachung der vielfach noch nomadischen und
+räuberischen östlichen Stämme, Verbesserung ihrer Lebensbedingungen
+durch Förderung von Ackerbau und Viehzucht, sowie Läuterung ihres
+Glaubens abzielte[1913]; in letzterer Richtung war aber bei den
+breiteren Volksschichten ein Erfolg nur sehr langsam und unvollständig
+erreichbar[1914], so daß erst die nächsten Jahrhunderte, die 678
+zur Begründung eines eigentlichen persischen Reiches, Parsua,
+führten[1915], die Entwicklung zu einem gewissen Abschlusse brachten.
+Fast völlig im Dunkel liegen noch die frühesten Beziehungen zwischen
+den Persern und den gleichfalls iranischen Medern, die nach lange
+andauernden, zum Teil gemeinsam mit anderen Völkerschaften geführten
+Kämpfen 607 das assyrische Reich stürzten, Ninive zerstörten und
+Ekbatana begründeten[1916], um die Mitte des 6. Jahrhunderts aber
+selbst wieder unter persische Botmäßigkeit gerieten, -- ohne daß dieser
+Ersatz +eines+ herrschenden iranischen Stammes durch einen +anderen+
+nach außen hin besonderen Eindruck hervorgerufen hätte[1917].
+
+Die reine iranische Religion, nach ~Mommsen~ ausgezeichnet „durch fast
+monotheistische Verehrung des ‚Höchsten der Götter‘, Bildlosigkeit und
+Geistigkeit sowie strengste Sittlichkeit und Wahrhaftigkeit“[1918],
+kannte weder Götterbilder noch Gotteshäuser[1919]. Die oberste Stellung
+in ihr nahm ~Ahura-Mazda~ ein, auch ~Mazda-Ahura~ = „der weise Herr“;
+die Sonne gilt als sein Auge, Atar (das Feuer) ist sein Sohn, er
+offenbart sich in Sonne und Mond sowie in Erde, Wasser, Feuer und
+Wind (nicht Luft)[1920], und man betet zu ihm auf Bergeshöhen unter
+Entzünden der lauteren Opferflamme[1921]; mit den sechs „Amesa Spenta“
+= „Unsterblichen Heiligen“ (einer Art Erzengel) vereint er sich zur
+„Siebenheit“, die aber nicht im entferntesten Zusammenhange mit jener
+der chaldäischen Planetengottheiten steht[1922].
+
+Von diesen erhielten die Perser nicht früher Kenntnis, als sie in
+nähere Berührung mit den Babyloniern kamen, und eine Vermischung
+iranischer und chaldäischer Vorstellungen eintrat, deren Anfänge zwar
+sicher weit hinter der Regierung ~Alexanders des Grossen~ zurückliegen,
+die aber ihren Höhepunkt erst zur Zeit der Diadochen erreichte[1923].
+Zunächst beharrte die große Volksmenge, wie schon ~Lenormant~ richtig
+ausführte[1924], auch nach dem Sturze des babylonischen Reiches durch
+~Kyros~ im gewohnten Aberglauben, teils weil die Perser völlige
+religiöse Toleranz übten[1925], teils weil sie eine nur äußerst dünne
+Oberschicht bildeten, die zur Blütezeit der Achämeniden-Dynastie
+nur etwa ein Prozent der Gesamtbevölkerung betrug (500000 von 50
+Millionen)[1926], in früherer Zeit, bei geringerem Umfange des Reiches,
+also vielleicht einige Prozente. Während der Herrschaft der Diadochen
+erhielt dann die persische Religion wenigstens in den Mittelpunkten der
+Kultur ein erhebliches Übergewicht, aber nicht, ohne auch selbst wieder
+durch die spätbabylonische weitgehend beeinflußt zu werden[1927],
+namentlich betreff Astrologie und Magie, die ihrem eigenen Wesen völlig
+fremd gewesen waren; den „Magiern“, Mitgliedern der für das alte Medien
+charakteristischen einheimischen Priesterschaft[1928], über deren
+Namen und Herkunft nichts ganz sicheres bekannt ist[1929], lag nämlich
+ursprünglich, nach den übereinstimmenden Berichten der besten und
+ältesten Quellen, gerade alles +das+ völlig fern, was man als Zauberei,
+Geheimkunst, Geisterbannen usf., kurz als „Magie“ zu bezeichnen gewohnt
+ist[1930]. Die dürftigen echten Überreste des rein erhaltenen Glaubens
+in den heiligen Büchern des „Avesta“, das in seiner heutigen Gestalt
+erst im 3. nachchristlichen Jahrhundert unter Bewahrung frühpersischen,
+medischen oder baktrischen Sprachgutes aufgezeichnet wurde, verraten
+keine Spur derartiger Kenntnisse, die vielmehr, wo sie sich im „Avesta“
+geltend machen, allemal eines der Kennzeichen später, zum Teil sogar
+sehr später (bis ins 7. nachchristliche Jahrhundert herabreichender)
+Einschiebungen darstellen[1931].
+
+Erst als sich die persische Priesterschaft im Laufe des 4. Jahrhunderts
+immer nachhaltiger seitens der babylonischen beeinflussen ließ,
+übernahm sie von ihr Astronomie und Astrologie, Sterndienst und
+Magie[1932]. Für die babylonischen Priester dieser Epoche, die sich
+ausdrücklich „Chaldäer“ nannten, steht als Grundgedanke ihrer Lehre
+fest, daß sich die Götter in den Gestirnen verkörpern, vor allem in den
+7 Planeten, den „Lenkern der Schicksale“, die durch ihre Bewegungen
+die Gesamtheit der irdischen Vorgänge und Ereignisse beherrschen und
+in untrüglicher Weise herbeiführen; alles auf Erden hat daher seine
+bestimmte und berechenbare Zeit und tritt unabwendbar ein, sobald diese
+gekommen ist. Die Berechnung anzustellen, die betreffenden Vorzeichen
+rechtzeitig zu erkennen und richtig zu deuten, die Götter durch Gebet,
+Sühnung, Opfer, Beschwörung usf. womöglich noch zu beschwichtigen oder
+umzustimmen u. dgl. mehr, ist Sache der Priester; denn diese allein
+kennen das erforderliche Ritual und die den Göttern wohlgefälligen
+Einzelheiten des Kults und der Liturgie, der Worte und Gebärden, der
+Anrufungen und Intonationen, auch besitzen sie allein Kunde vom „wahren
+Wesen“ und den „wahren Namen“ der Gottheiten und verstehen es auch,
+die ungeheuren und geheimnisvollen „Kräfte“, die solches Wissen (nach
+uralten und bei zahlreichen Völkern weitverbreiteten Vorstellungen)
+verleiht, mit zauberischer Macht anzuwenden, d. h. die Götter zu
++zwingen+, falls sie sich nicht +erbitten+ lassen[1933]. Wie die Magie,
+hierin die Zwillingsschwester der Astrologie, erkannt hat, gibt es eben
+dunkle Beziehungen zwischen Dingen, Worten oder Namen, und Personen,
+auch göttlichen; wer diese Beziehungen durchschaut, besitzt auch
+Einblick in die ihnen entsprechenden Zerimonien, bestimmte Zerimonien
+haben aber auch bestimmte Folgen[1934].
+
+Solche, auf zum Teil uralt babylonischen Aberglauben zurückgehende,
+für Stellung und Macht des chaldäischen Priestertums äußerst
+charakteristische Anschauungen konnten sich indes nicht ohne erhebliche
+Abänderungen mit den iranischen verschmelzen; großes Beharrungsvermögen
+erwies namentlich deren dualistische Grundlage, der gemäß dem guten
+Prinzip, ~Ahura-Mazda~ (= ~Ormuzd~), dem Geiste des Lichtes und der
+Wahrheit, in ~Angra-Mainyu~ (= ~Ahriman~), dem Geiste des Dunkels und
+der Lüge, ein Böses gegenübersteht, desgleichen der Schar der guten
+und wohlwollenden Genien eine der bösen und neidischen Dämonen usf.,
+derart, daß sich der ganze Vorgang der Weltentwicklung im Kampfe dieser
+beiden Prinzipien erschöpft[1935]. So eignete sich die persische
+Religion u. a. zwar den Planetenkult an und ersetzte die Dreizahl der
+iranischen Himmel, über denen sich das Paradies befindet, durch die
+Siebenzahl der Sphären[1936]; ebenso übernahm sie den Gedanken von der
+Herabkunft und dem Wiederaufstiege der Seelen durch die Sphären der 7
+Planeten, wobei ihnen deren „Herrscher“ (Wächter, Hüter; Archonten) die
+geschlossenen Tore auftun und „Kleider“ (= Anlagen, Leidenschaften,
+...) mitgeben oder wieder abnehmen[1937]; die +Gottheiten+ der Planeten
+aber setzte sie zu +Dämonen+ herab, und wenn nicht alle sieben, weil
+der Charakter von Sonne und Mond doch allzu gesichert feststand,
+so mindestens die fünf der eigentlichen Wandelsterne, die entweder
+sämtlich, oder in ihrer Mehrzahl zu „Widersachern der guten Götter“,
+„Verstörern des Himmels“ und „bösen Geistern“ werden, als arglistige
+Neider die Himmelsreise der Seelen zu hindern suchen und sei es durch
+Anbetung und Opferbringen, sei es durch Drohung und Beschwörung,
+zu beschwichtigen oder zu gewinnen sind[1938]. Auch der iranische
+~Mithras~, ursprünglich Genius des Himmelslichtes, wird nunmehr mit
+dem babylonischen Sonnengott ~Samas~ identifiziert und erhält so die
+Oberherrschaft über die Gestirngötter der Planeten, denen man, ebenso
+wie den Tierkreisbildern, je nach ihrer Beschaffenheit, Helligkeit,
+Färbung usf., zahlreiche bald nutzbringende, bald verderbliche
+„Kräfte“, sowie mannigfache „Beziehungen“ zuschreibt, u. a. zu Tieren,
+Pflanzen, Mineralien, Edelsteinen und Metallen[1939], -- wofür indessen
+unmittelbare Nachweise erst aus der Anfangszeit der Arsakiden-Dynastie
+vorliegen, die vom 3. vor- bis zum 3. nachchristlichen Jahrhundert
+regierte[1940]. Die Notwendigkeit, auch für den Kult der bösen Geister
+zu sorgen, und durch genehme Verehrung entweder ihr Wohlwollen
+zu erkaufen oder sie durch Zauberhandlungen unschädlich, wenn
+nicht gar dienstbar zu machen[1941], mußte jedenfalls Bedeutung
+und Wichtigkeit der Priesterschaft neuerdings steigern und ihren
+liturgischen Handlungen und Worten sowie ihrer Kenntnis der „wahren
+Geheimnamen“, -- die deshalb nur in „leisem Gebete“ ausgesprochen
+und in charakteristischer Weise „gemurmelt“ werden durften[1942] --,
+erhöhtes Ansehen verschaffen[1943]. Götterbilder in menschlicher
+Gestalt aufzustellen und sie in geschlossenen Räumen anzubeten sollen
+die Perser, nach ~Berossos~, erst seit der Regierung ~Artaxerxes~ II.
+(405-359) begonnen haben, also seit Beginn des 4. Jahrhunderts[1944],
+und die im arabischen „Fihrist“ (gegen 1000 n. Chr.) überlieferte
+Erzählung, schon der völlig mythische persische König ~Aldahhak~ habe
+den 7 Planeten Tempel erbaut[1945], ist daher in das Reich der Fabel zu
+verweisen; allgemein gebräuchlich scheint jene Sitte aber erst in der
+Zeit der Diadochen geworden zu sein, in der auch die Verehrung der vier
+Elemente Feuer (âtar), Wasser, Erde und Wind, über die schon ~Herodot~
+erzählt[1946], zum Dienste von Elementen-Gottheiten als „Herren
+der Elemente“ (στοιχεῖα) ausartet, denen man Kultstätten weiht und
+Bildsäulen setzt[1947]; dies sind offenbar die „Idole der Planeten“ und
+„Idole der Elemente“, deren, zusammen mit den „Festen ihrer Verehrung“,
+den „Festen der Vermählung der Elemente“ usf., noch im 10. Jahrhundert
+n. Chr. der hochgelehrte arabische Schriftsteller ~Albiruni~ in seiner
+„Chronologie der alten Nationen“ Erwähnung tut[1948], aber auch schon
+im 2. Jahrhundert n. Chr. der Apologet ~Aristides~, der Tempel wie
+Kultbilder den „Chaldäern“ zuschreibt[1949]. Für die griechischen
+Berichterstatter verwischten sich eben schon seit den Tagen ~Alexanders
+des Grossen~ die Grenzen zwischen Babyloniern, Assyriern, Chaldäern
+und Persern in einer Weise, die zwecks Beurteilung aller späteren
+Überlieferungen von größter Wichtigkeit bleibt; vor allem aber
+flossen die Begriffe der babylonischen „Chaldäer“ und der iranischen
+„Magier“ so völlig ineinander, daß schließlich z. B. ~Zarathustra~
+für die nämliche Person gehalten werden konnte wie ~Nimrod~, der
+sagenhafte Held der babylonischen Urzeit[1950]. War aber auch die
+Verschmelzung babylonischen und iranischen Wesens in Wirklichkeit
+nicht so vollständig, wie sie den griechischen Beobachtern aus
+leicht begreiflichen Gründen erscheinen mußte, so zeitigte sie doch
+außerordentlich wichtige Folgen; denn wie die babylonische Kultur
+seit fernen Zeiten unmittelbar oder durch assyrische Vermittlung auf
+die ganz Vorderasiens eingewirkt hatte, so beeinflußte sie nun jene
+Persiens und durch sie wieder die der weitesten und entlegensten
+Kreise der alten Welt, wobei, ebenso wie in Persien, nicht selten an
+die Stelle der babylonischen Göttergestalten abgeänderte einheimische
+treten, oder statt ihrer auch fremde, geheimnisvolle und magische
+Mächte[1951].
+
+
+
+
+2. Einflüsse seitens des älteren Ägyptens.
+
+
++Übersicht einiger Hauptdaten+[1952].
+
+ v. Chr.
+ Zeitalter der Horus-Verehrer um 4250
+ Zeitalter der Thiniten 3315-2895
+ Altes Reich 2895-2540
+ Zeitalter des Überganges 2540-2160
+ Mittleres Reich 2160-1785
+ Zeitalter der Zersetzung; Hyksos-Könige 1785-1580
+ Neues Reich 1580-1100
+ Herrschaft der Söldner, Äthiopier, Assyrier 1100-663
+ Zeitalter der Restauration 663-525
+ Herrschaft der Perser 525-332
+ Ptolemäische Könige 331-30
+ Ägypten römische Provinz 30
+
+ Einführung des verbesserten 365tägigen Kalenders: am 15. Juni 4241
+ v. Chr.[1953].
+
+ ——————————
+
+Da die ägyptische Religion schon zu Beginn des neuen etwa von 1580-1100
+währenden Reiches in vielen Richtungen bis zur Unkenntlichkeit
+entstellt und in anderen nur mehr der Form nach annähernd erhalten
+war[1954], so bietet es große Schwierigkeiten, ihre Entwicklung
+bis in die Zeit des mittleren oder gar des alten Reiches (etwa
+von 2160-1785 und 2895 bis 2540) zurückzuverfolgen. So weit dies
+indessen möglich ist, zeigt sich, daß keine Gottheit in höherem
+Ansehen stand als der Sonnengott ~Rê~, neben dem allenfalls noch der
+Mondgott ~Thot~ in Betracht kommt, während andere Sterngötter, --
+denn nicht die +Gestirne+ verehrt man, sondern die +Wesen+, die sich
+in ihnen offenbaren[1955] --, keinerlei Rolle in Sachen des Glaubens
+spielen[1956].
+
+Anfänglich scheinen +Sonne+ und +Mond+ als Augen einer Gottheit
+gegolten zu haben, des „großen ~Horus~“, des „~Horus~ der beiden
+Augen“[1957], den man sich als Falken mit leuchtenden Augen vorstellte;
+demgemäß heißt auch ~Rê~ später „der große Gott“, „der Herr des
+Himmels“, wird falkenköpfig abgebildet und trägt auf dem Haupte die
+Sonnenscheibe, umwunden von der flammenspeienden Schlange ~Apophis~,
+der „Vernichterin der Feinde“; an weiteren Beinamen, -- betreff derer
+zu beachten ist, daß die ägyptische Religion gewohnheitsgemäß auch
+an gänzlich widerspruchsvollen Angaben keinen Anstoß nimmt und sie
+als gleichwertig nebeneinander gelten läßt --, besitzt der „große
+Lichtgott“ u. a. „Stier seiner Mutter“ sowie „~Chepre~ der Käfer“,
+und zwar hängen diese mit den sehr mannigfaltigen Vorstellungen über
+seinen Ursprung zusammen[1958]. Nach der einen von diesen wird ~Horus~
+jeden Morgen neu geboren und zeugt dann sich selbst (d. h. die am
+folgenden Tage aufgehende Sonne) im Leibe der Himmelsgöttin, die bald
+(nach ägyptischer Sitte) als seine Schwester und Gemahlin, bald wieder
+als seine Mutter gedacht wird[1959], und zu deren besonderen Formen
+auch ~Isis~ zählt, -- weshalb in der späteren Sage deren Sohn, der
+aber +ganz verschieden+ vom großen Lichtgotte ~Horus-Rê~ ist, wiederum
+~Horus~ heißt[1960]. Nach einer anderen ist der große ~Horus~ sein
+eigener Erzeuger und schuf sich selbst, sowie seine Namen; dieser
+Zusatz weist darauf hin, wie innig zusammenhängend auch den Ägyptern
+Sache oder Person und Namen erschien[1961]: sogar die Götter müssen
+sich demjenigen fügen, der sie durch Verrat ihres „wahren Namens“ in
+jedermanns Macht zu geben droht, und selbst in äußerster Gefahr teilt
+~Rê~ den seinen nur der ~Isis~ mit, „allein für sie und ihren Sohn
+~Horus~“[1962]. Wieder eine andere läßt, wie den Skarabäus-Käfer
+sein Ei, d. i. die Mistkugel, in der er (nach ägyptischer Annahme)
+ungeschlechtlich seine Nachkommen zeugt, so ~Horus~ das seinige, d. i.
+die Sonne, vor sich herwälzen[1963] und dann aus diesem „von ihm
+selbst geschaffenen Ei“ auskriechen[1964], als „Keim eines schönen und
+edlen Eies“[1965], als „Sonnenkind, aus dem Ei entspringend“[1966];
+man erzählt aber auch, daß dieses Ei als „Weltenei“ bei Beginn der
+Schöpfung aus dem finsteren, die männlichen und weiblichen Keime in
+sich bergenden Urwasser ~Nun~ hervorging, und daß es Gott ~Ptah~ von
+Memphis oder Gott ~Chnum~ von Esne, „der Weltbaumeister“, auf der
+Töpferscheibe rund drehte[1967]. -- Sagen dieser Art über Entstehung
+von Welt und Mensch sind übrigens auf der ganzen Erde sehr verbreitet,
+weshalb auch Eier, wirkliche, nachgemachte oder gemalte, eine wichtige
+Rolle im Totenkult spielen, nicht nur im ägyptischen, in dem sie oft
+verbunden mit der Schlange als „Seelentier“ auftreten[1968]: das Ei
+ist eben von geheimer Lebenskraft erfüllt, wird deshalb auch von den
+Anhängern mancher Geheimlehren nicht genossen und sichert (ebenso wie
+das Blut) dem Toten das Leben[1969]. Auf einen babylonischen Mythus
+geht die Erzählung zurück, daß Fische an das Ufer des Euphrat ein Ei
+von wunderbarer Größe herausschoben, aus dem eine Taube die „große
+syrische Göttin“ (Dea Syria) ausbrütete[1970]; bei den Iraniern
+zerreißt der „eiförmige Felsen“ des „Welteneies“ in zwei Hälften, deren
+obere die Himmelswelt mit ~Ormudz~ und deren untere die Unterwelt mit
+~Ahriman~ ergibt, während aus der Mitte ~Mithras~ entspringt, und
+dies ist das berühmte „mithräische Mysterium des Steines, der kein
+Stein ist“ (μιθριακὸν μυστήριον τοῦ λίθου, ὃς οὐ λίθος)[1971]; durch
+persische Vermittlung soll es schon frühzeitig den kleinasiatischen und
+europäischen Griechen zugekommen sein[1972] und seither nicht minder
+in den alten Mysterien-Diensten des ~Pythagoras~ und ~Orpheus~ (Ei des
+~Phanes~!) seine Rolle gespielt haben, wie noch in den späten Lehren
+gewisser gnostischer Sekten, z. B. der Sethianer[1973].
+
+Die Ansicht, daß ~Horus~ identisch sei mit ~Osiris~, ist unzutreffend
+und entspringt jedenfalls der Tatsache, daß ~Horus~, aus nicht recht
+durchsichtigen Gründen, zuweilen für ~Osiris~ eintritt, so z. B. schon
+frühzeitig im sog. „Totenbuche“[1974], das man vornehmen Bestatteten
+als eine Art Wegweiser im und ins Jenseits mit in das Grab zu geben
+pflegte. Dieses als Grundlage für die Unsterblichkeits-Lehre sehr
+wichtige Buch ist schon zu Anfang des neuen Reiches (um 1600) eine
+weitläufige Sammlung von Texten und Textsätzen mannigfaltiger Herkunft
+und verschiedensten, zum Teil bis etwa 3300 zurückgehenden Alters, das
+weiterhin noch ständig und in ganz willkürlicher Weise aus vieldeutigen
+und unzuverlässigen Quellen ergänzt und vermehrt wird, so daß es
+größtenteils nur ein wirres und unklares Gemisch darstellt, das zudem
+noch ungenau und fehlerhaft überliefert ist[1975].
+
+Was nun die außerordentlich bedeutsame Gestalt des ~Osiris~ betrifft,
+so war er ursprünglich (gleich dem Getreidegott ~Nepera~)[1976] ein
+Erd- und Vegetations-Gott, der in der Tiefe des Bodens haust und aus
+ihr Saaten, Kräuter und Bäume hervorwachsen heißt; die sommerliche
+Glut, die sein göttlicher Bruder ~Seth~ sendet, macht diese verwelken
+und auch ihn dahinsterben, jedoch nicht völlig, vielmehr erweckt ihn
+der Zauber des „neuen Wassers“ aus seinem Grabe zu neuem Leben, so
+daß er wieder aufersteht und von früherer Zeugungskraft erfüllt die
+Felder abermals ergrünen läßt[1977]. Den bösartigen ~Seth~, der im
+übrigen wenig bekannt ist und angeblich den Esel zum „heiligen Tiere“
+haben soll, bringt die Sage nach verschiedener Weise mit ~Osiris~
+in Verbindung[1978]. Nach der einen Überlieferung tötete er ihn
+heimtückisch und warf den Sarg mit seiner Leiche in den Nil, so daß er
+bis ins Meer und weiter bis Byblos schwimmt, wo ihn ~Isis~ auffindet
+und nach Ägypten zurückbringt; hierdurch erklärt sich die Verbindung
+mit den Kulten der „großen Göttin“ von Byblos und des einem Eber zum
+Opfer gefallenen ~Adonis~ (semitisch = der große Gott)[1979]. Einer
+anderen zufolge zerstückelte ~Seth~ den Körper des ~Osiris~ und trennte
+ihm den Kopf ab, weshalb auch das sog. „Rückgrat des ~Osiris~“,
+eigentlich wohl nur ein Baumstamm mit mehreren Querbalken, als sein
+Fetisch gegolten haben soll[1980]; da nun ursprünglich, wie bei vielen
+Völkern, so auch bei den Ägyptern der älteren Zeit die sog. „sekundäre
+Bestattung“ des wie angegeben behandelten und durch Abschaben vom
+Fleische befreiten Leichnams gebräuchlich war, -- Beispiele hierfür
+kommen selbst noch zur Zeit der persischen Eroberung vor[1981] --,
+so ist die Sage wohl erst nachträglich dieser Sitte entsprechend
+umgestaltet worden; und wie der Spruch „die Glieder mögen sich wieder
+vereinigen, der Kopf füge sich wieder an die Knochen“ mit „Erneuerung
+des Lebens“ (παλιγγενεσία, Palingenesía) gleichbedeutend war[1982],
+so hielt man es auch betreff des ~Osiris~: sein Sohn ~Horus~ sucht
+mit Hilfe des Gottes ~Thot~ oder des ~Anubis~ die Knochen zusammen,
+balsamiert die Überreste ein, umwickelt die Leiche mit weißen und
+farbigen Binden, wie das (schon im alten Reiche) bei den Mumien, aber
+auch bei den Götterbildern geschieht, und macht sie durch Zauber
+lebendig[1983]. Später wirkt hierbei auch ~Isis~ mit, und das „neue
+Wasser“, das ~Horus~ und ~Thot~ schon auf sehr alten Wandzeichnungen
+über den toten ~Osiris~ ausgießen[1984], das „Wasser, das das Leben
+wiederholt“ (erneut), den der Dürre ~Seths~ Erlegenen „wieder aufleben“
+läßt und ursprünglich nichts anderes war als das Überschwemmungswasser
+des Nils[1985], geht dann allmählich in ein „Wasser des Lebens“
+über im Sinne eines von der ~Isis~ erfundenen „Zaubermittels der
+Unsterblichkeit“ (φάρμακον τῆς ἀθανασίας)[1986], das auch mit dem
+„Blute der ~Isis~“ und dem symbolischen „Knoten (Gürtelknoten) der
+~Isis~“ in Verbindung gebracht wird[1987]. -- Solches „Wasser des
+Lebens“ kennt übrigens auch die alte babylonische Litteratur[1988]
+u. a. schon in „~Istars~ Höllenfahrt“[1989], ferner erwähnen es
+griechische Grabschriften spätestens des 4. Jahrhunderts[1990], und
+selbst ~Alexander den Grossen~ soll einer seiner Züge bis zur „Quelle
+des Lebenswassers“ geführt haben[1991].
+
+Wenngleich nun der erstandene ~Osiris~, wie schon seine Darstellung
+als bekrönte Mumie zeigt[1992], als +Toter+ angesehen wurde, so galt
+er doch als eine tote +Gottheit+, die in Mumiengestalt auf Erden
+weiterherrscht, und in dieser Eigenschaft verdrängte er schon gegen
+Ende des alten Reiches den mächtigen Gott ~Anubis~, der bis dahin
+zu Abydos als eigentlicher „Totengott“ und „Schützer der Toten“
+Gegenstand einer der wichtigsten Kulte gewesen war[1993]; hieran
+anschließend entstand wohl die Tradition, daß der vornehmste Teil der
+~Osiris~-Leiche, das Haupt des Toten (caput mortuum), gerade an der
+altheiligen Stelle zu Abydos begraben gelegen habe[1994], und daß das
+„Totenbuch“, das seit jeher vornehmlich als „dem Herrn von Abydos“
+geweiht galt, mit ~Osiris~ und demgemäß mit der Auferstehungs- und
+Unsterblichkeits-Lehre in Verbindung zu bringen sei[1995]. Bereits
+im alten Reiche wird ~Osiris~ zum „Vorbild aller Toten“, zum „Ersten
+aller Toten“: er verbürgt die Unsterblichkeit, indem er wie ein
+Mensch stirbt, bestattet wird, nachher aber mit allen körperlichen
+und geistigen Eigenschaften zu neuem Leben aufersteht[1996]. Wie nun
+überhaupt der Mensch nur, indem er sich mit den Göttern identifiziert,
+Anteil an ihrer Macht zu gewinnen vermag[1997], so hat er sich auch
+„mit ~Osiris~ zu vereinigen“, „zu ~Osiris~ zu werden“, damit er gleich
+ihm die Totenwelt durchwandere, so den Tod überwinde und unsterblich
+erstehe[1998]. In solchem Sinne wird nicht nur ein verstorbener König
+angeredet als „dieser ~Osiris~“[1999], sondern jeder Tote heißt einfach
+„der ~Osiris~ N. N.“, ~Anubis~ balsamiert ihn ein und bestattet ihn
+wie einstens den ~Osiris~, und wenn sein Grab gefunden ist, wird
+zur rechten Zeit das „neue Wasser“ auch ihn wieder neu aufleben
+lassen[2000]. Bei den sog. „Mysterien des ~Osiris~“ wurde dies,
+anknüpfend an das Wiedererblühen der Natur nach totenähnlicher Ruhe,
+durch Vorzeigen und Herumtragen keimender Pflanzen angedeutet[2001];
+noch bis in die späteste Zeit des Altertums erhielt sich zu Abydos
+eine große, dreitägige, im Laufe des November stattfindende Feier,
+die dem Tode des ~Osiris~, dem Suchen und Finden seiner Leiche, sowie
+der Auferstehung galt[2002]; auf sie spielen u. a. ~Ovids~ Worte vom
+„nie genug gesuchten ~Osiris~“ an[2003], ~Juvenals~ (47-127) Erwähnung
+des endlosen Jubelgeschreies unter dem Volke „wenn ~Osiris~ gefunden
+ist“[2004], sowie die Berichte des ~Seneca~ (gest. 65), ~Firmicus~ (um
+315) und ~Lactantius~ (gest. 330)[2005].
+
+Hinsichtlich des +Mondes+, des „Stieres unter den Sternen“, ist zu
+bemerken, daß sein Gott „~Thot~, der Ibis“ war, vielleicht so benannt,
+weil die Sichel des Halbmondes einige Ähnlichkeit mit dem krummen
+Schnabel dieses Vogels zeigt[2006]; bereits weiter oben wurde erwähnt,
+daß der Mondgott auch als Urheber von Zeitmessung, Maß und Ordnung, als
+Erfinder von Sprache, Schrift, Zeichen- und Mal-Kunst, als Schöpfer
+aller Wissenschaft und Kultur, aber auch als Arzt galt, dessen Speichel
+die Wunden der Götter heilt[2007].
+
+Die fünf +Planeten+ waren schon im alten Reiche wohlbekannt, und
+Erwähnungen des Saturn als „Stieres des Himmels“ und des Morgen- und
+Abend-Sternes (die man für verschieden hielt) sind nicht selten; im
+neuen Reiche wird um 1400 Jupiter „König ~Osiris~“ benannt, Saturn
+„~Horus~ der Stier“, Venus „Schiff des ~Phoenix-Osiris~“, Merkur
+„Stern des ~Seth~“ und Mars „der leuchtende ~Horus~“, während seine
+Bezeichnung als „der rote ~Horus~“ erst sehr viel später aufzutreten
+scheint; in Verbindung mit Sonne und Mond finden sich dabei die
+Wandelsterne niemals gebracht[2008]. An irgendwelcher genauerer
+Kenntnis ihrer Bewegungen mangelt es vollständig, ja eine solche wird
+nicht einmal (wie so manche andere) seitens der Spätzeit als „uralte
+Überlieferung“ in Anspruch genommen[2009], und da man überdies die
+Planeten nicht als himmlische Körper, sondern als „Lampen“ anzusehen
+pflegte[2010], blieben Astronomie, Astrologie und Sterndienst dem
+alten Ägypten fremd[2011]. Entgegen früheren Annahmen besteht auch
+kein Zusammenhang zwischen Planeten-Verehrung und Zauberei, der
+schon zur Zeit der Thiniten-Dynastie, also im 4. Jahrtausend, eine
+wichtige Rolle zukam, besonders was das Wissen um die Verkörperung der
+Götter (vor allem in den heiligen Tieren) und um ihre „wahren Namen“
+betrifft[2012]. Astrologische Anspielungen fehlen ferner vollständig
+in den Erzählungen über die „Zauberbücher“: diese umfangreichen Werke
+gelten zum Teil schon dem alten Reiche als in grauer Urzeit von den
+Göttern, u. a. von ~Thot~, verfaßt und selbst niedergeschrieben,
+später durch Weise und Gelehrte weiter überliefert, schließlich von
+den Priestern in Gräbern, Grabgefäßen oder Mumien aufgefunden und
+in den Bibliotheken der Könige oder der Tempel niedergelegt; sie
+füllen in diesen die „Bücherkisten der Weisheit“, und man eignet sich
+die Kraft ihrer Zauberformeln an, indem man solche auf ein Stück
+Papyrus schreibt, das man, mit Bier befeuchtet oder ausgezogen,
+hinunterschluckt[2013].
+
+Verhältnismäßig spät und nur gelegentlich tritt im neuen Reiche, also
+nach 1600, die +Siebenzahl+ auf, z. B. in Gestalt von 7 Fäden, Ringen
+oder Knoten bei Zaubereien und medizinischen Beschwörungen[2014],
+niemals aber im Zusammenhang mit den 7 Planeten. Auch im ganzen
+folgenden Jahrtausende würde man vergeblich nach Spuren der Astrologie
+suchen, und es scheint, daß diese Kunst, wenngleich sie in Ägypten
+nach der Zeit der persischen Eroberung (525) schon einigen Boden zu
+fassen begann, doch zur eigentlichen Entwicklung erst seit Beginn
+der ptolemäischen Herrschaft (332) gelangte, als ein Mischprodukt
+orientalischen und griechischen Geistes[2015]. +Zunächst+ handelte
+es sich allerdings nur um bloße Übertragung neubabylonischer
+(chaldäischer) Gedanken, die unter persischer, zum Teil wohl auch
+jüdischer Vermittlung als „persische“ Eingang fanden, angeblich
+herrührend (später auch „übersetzt“) aus uralten persischen Schriften
+des ~Zoroaster~, ~Ostanes~, ~Hystaspes~ usf.[2016]; genügende Beweise
+ihres wirklichen Ursprunges liefern indessen schon die Auffassung
+der Planetengötter als „böser Geister“[2017], sowie die Verbindung
+der Planeten mit Engeln und Dämonen, deren die meisten sogar mehrere
+haben, der „oberste und mächtigste“ Saturn aber nur je einen, ~Ktetoel~
+und ~Beelzebub~[2018]. +Späterhin+ wurde die Astrologie aber auch in
+recht selbständiger Weise weiterentwickelt und erfuhr eine vielfach
+eigenartige Lokalisierung[2019], auch unter Heranziehung sowohl
+griechischer wie einheimischer Vorstellungen, z. B. der „Dekane“
+genannten Götter der zehntägigen ägyptischen Woche[2020].
+
+Vom ältesten astrologischen Gesamtwerke der ptolemäischen Zeit, dem
+spätere Überlieferung den Titel „Hermetische Untersuchungen“ beilegten,
+wissen wir bisher nur, daß es gegen 200 v. Chr. verfaßt wurde und
+seither als „astrologische Bibel“ die gemeinsame, unerschöpflich
+fließende Quelle immer erneuter, fast zahlloser Kommentare, Auszüge
+und Darstellungen bildete[2021]. Unter diesen ist das weitaus
+wichtigste und einflußreichste das als Ganzes gleichfalls verlorene, in
+einzelnen Teilen jedoch u. a. bei ~Vettius Valens~ (im 2. Jahrhundert
+n. Chr.) erhaltene Buch der ἀστρολογούμενα (Astrologúmena)[2022] aus
+der Zeit gegen 150 v. Chr.[2023], aufgefunden „in den Archiven der
+alten Priester“ und auf Mitteilungen der Götter ~Thot~ und ~Imhotep~
+(~Imuthes~) hin verfaßt vom Oberpriester ~Petosiris~, „dem weisen
+Alten“, und vom „göttlichen Pharao ~Nechepso~“, den man später auch
+zum „Könige von Assyrien“, ja zum „Kaiser von Ägypten“ vorrücken
+ließ[2024]; beide Persönlichkeiten hat man um so mehr für rein
+sagenhafte anzusehen, als ägyptische Priester, die astrologische
+Werke verfaßt haben, bisher überhaupt nicht nachgewiesen werden
+konnten[2025]. Die „Astrologúmena“ machen indessen nicht nur
+eingehende Angaben über rein Astrologisches, namentlich über die
+Einflüsse der Planeten auf alle Einzelheiten der Lebensumstände,
+Berufe und Schicksale, sondern beschäftigen sich auch ausführlich mit
+astrologischer Medizin, sog. Iatromathematik[2026]: so fest glaubte
+man z. B. an ein Band der Sympathie, das die kranken Körperteile, die
+erforderlichen Heilmittel und die Gestirne vereinige[2027], daß noch
+der große ~Galenos~ (gegen 200 n. Chr.) nachdrücklich versichert,
+„~Nechepsos~ Jaspis“ bewähre sich auch +ohne+ die vorgeschriebene
+Eingravierung von Sternen oder Zauberzeichen[2028]!
+
+Unter den verschiedenen astrologischen Theorien stellen die einen
+mehr die 7 Planeten, die anderen die 12 Zeichen des Tierkreises,
+noch andere alle beide in den Vordergrund und verbinden sie auch mit
+den vergöttlichten Elementen als leitende und geleitete στοιχεῖα
+(Stoicheía), z. B. indem sie die „Leiter“ den Planeten solche
+Bewegungen erteilen lassen, daß aus diesen die erforderlichen
+Einwirkungen auf die Elemente entspringen[2029]. Die 12 Zeichen als
+„Herrscher der Schicksale“ anzusehen, lag angeblich den ägyptischen
+Priestern näher, die 7 Planeten als solche anzuerkennen aber den
+„persischen“ Magiern, deren einzelne schon im 2. Jahrhundert v. Chr.
+in Ägypten ansässig gewesen sein sollen[2030], während sie als
+Mitglieder eigentlicher Priesterschaften dort erst sehr viel später
+auftreten[2031]; hierüber Genaueres anzugeben ist indessen um so
+schwieriger, als die einschlägigen Nachweise spärlich sind, und
+z. B. das ältestbekannte Ostrakon (Tonscherbe), das die 5 Planeten
+und 12 Tierkreisbilder in ägyptischer Sprache aufzählt, erst dem
+Beginn unserer Zeitrechnung entstammt[2032]. Unzutreffend ist auf
+alle Fälle die Annahme, schon zur Zeit der persischen Eroberung im
+6. Jahrhundert hätten die Magier den Ägyptern Kunde von der wahren
+Anordnung der Planeten (Saturn, Jupiter, Mars, Sonne, Venus, Merkur,
+Mond) zugebracht, denn von ihr wußten sie damals selbst noch nichts, in
+Ägypten aber kennen zuerst ~Petosiris-Nechepso~ dieses sichtlich noch
+sehr neue System; hauptsächlich weil ihm der Vorzug innewohnte, daß es
+der Sonne als „König“ ihren Platz gerade in der Mitte der Planetenreihe
+einräumte, fand es den allgemeinen Beifall der Astrologen und wurde
+alsbald von ihnen als herrschendes angenommen[2033].
+
+Auf ~Petosiris-Nechepso~ ist allem Anscheine nach auch die Einführung
+der durchlaufenden siebentägigen +Planeten-Woche+ zurückzuführen,
+deren große Künstlichkeit vermuten läßt, daß ein Einzelner sie
+ausklügelte[2034]. Die ägyptischen astrologischen Kalender aus der
+Zeit um 200 v. Chr. verraten noch keine Spur von ihr, und schon
+die Tatsache, daß sie die Kenntnis der +richtigen, griechischer+
+Forschung zu verdankenden Reihe der Planeten voraussetzt, weist
+auf ihren wahren Herkunftsort hin[2035] und erledigt die Vermutung
+über ihre Erfindung durch Babylonier oder Juden, denen allerdings,
+ebenso wie den Griechen, bloße siebentägige Fristen (wie bereits
+weiter oben erwähnt) seit altersher bekannt und geläufig waren[2036].
+Daß die Planetenwoche, wie u. a. ~Ideler~ schon 1831 bestimmt
+aussprach[2037], in Ägypten aufkam und sich von dort aus, besonders
+im Laufe des 1. vorchristlichen Jahrhunderts, weiter verbreitete, --
+gegen Anfang unserer Zeitrechnung auch nach dem Westen --, unterliegt
+keinem Zweifel[2038]; nach ~Philo~ von Alexandria (etwa 30 vor
+bis 30 nach Chr.) steht sie bereits allerorten in Gebrauch[2039],
+nach ~Cassius Dio~ (150-235) wurde sie aus Ägypten her erst in der
+neueren Zeit bekannt, ist aber schon allgemein angenommen[2040],
+und tatsächlich bezeugen dies Gemälde und Inschriften zu Pompeji,
+sowie Anspielungen bei ~Tibull~, ~Horaz~, ~Petronius~, ~Plutarch~
+(48-125), ~Philostrat~ und vielen Späteren[2041]. Ursprünglich begann
+die Woche mit dem Tage des „höchststehenden“ Planeten ~Saturn~, und
+erst im Laufe des 2. Jahrhunderts führte die steigende Bedeutung der
+orientalischen Sonnen-Verehrung und namentlich die Begünstigung des
+~Mithras~-Kultes durch die römischen Kaiser zur Vorherrschaft der
+Sonne und des Sonntags, die aber endgültige Anerkennung erst im 4.
+Jahrhundert fand, und zwar bei den Christen nicht ohne andauernde,
+aber vergebliche Bekämpfung seitens der Kirche[2042]. Auf die
+Herabsetzung des Saturntages[2043] zum letzten Wochentage verweist
+eine (verloren gegangene) Schrift des ~Plutarch~: „Warum die nach
+den Planeten benannten Tage in der umgekehrten Reihenfolge gezählt
+werden“[2044]; begünstigt wurde die Verbreitung einer mit dem „dies
+Saturni“ schließenden Woche durch ihre Übereinstimmung mit den bei den
+Juden üblichen siebentägigen Fristen[2045], deren Ursprung aus Babylon
+übrigens durchaus fraglich ist[2046]. Die Feier des Sabbats am Tage des
+~Saturn~ (~Kronos~) und der Wortwitz Κρόνος (Krónos) -- ὄνος (Onos =
+Esel)[2047] scheint in Alexandria und später auch in Rom zur Behauptung
+Anlaß gegeben zu haben, die Juden verehrten als Gott einen Eselskopf,
+-- auf welchen Aberglauben u. a. wieder die sog. „Spottkruzifixe“ der
+römischen Katakomben zurückgehen[2048].
+
+
+
+
+3. Einflüsse seitens des älteren Griechenlands.
+
+
+Entgegen früheren Annahmen, die bei einzelnen Gelehrten allerdings
+noch bis in die neuere Zeit hinein in Geltung blieben, darf man es
+als zweifellos festgestellt erachten, daß zwar der Volksglauben der
+Griechen, ebenso wie der so vieler anderer Völker, die Sterne seit
+jeher als etwas Göttliches verehrte[2049], daß aber das griechische
+Altertum „von einem förmlichen Gestirndienste völlig entfernt
+war“[2050].
+
+Soweit eine Übersicht möglich ist, zeigen sich Kenntnisse eines solchen
+erst im Verlaufe jener Zeit, während der auch andere orientalische
+Einflüsse, zunächst bei den jonischen Griechen Kleinasiens, in
+deutlicher Weise hervortreten[2051], -- worüber der Historiker
+~Dikaiarchos~ (um 310 v. Chr.) auffällig richtige Vorstellungen
+verrät[2052]. Schon seit dem 8. Jahrhundert, ganz allgemein aber
+seit dem 7., gelangen die Vorbilder orientalischer Kunst zu hoher
+Bedeutung, z. B. im Typus jener korinthischen Vasen, deren Gemälde
+teppichartige Vorlagen, sowie Greifen, stilisierte Löwen oder Panther
+u. dgl. wiedergeben[2053]; im 7. Jahrhundert wird das babylonische
+Gewichtssystem übernommen[2054], etwa seit dem 6. auch Sonnenuhr und
+Gnomon, die ~Herodot~ (485-425) als babylonisch bezeugt[2055], sowie
+der zwölfstündige Tag und die Himmelskugel mit den Abbildungen der
+Sterne[2056], während den Tierkreis und die eigentliche babylonische
+Astronomie erst ~Oenopides~ von ~Chios~ gegen 400 näher bekannt gemacht
+haben soll[2057]. Die ersten dunklen Nachrichten über Sternkunde und
+Sterndeutung, Mantik und Leberschau u. dgl. scheinen (wie bereits
+weiter oben erwähnt) die Lehren der orphischen Mystiker des 6.
+Jahrhunderts, aber auch die der ersten griechischen Philosophen nicht
+unerheblich beeinflußt zu haben[2058], so daß sich „orientalische
+Ideen“, wie schon ~Chwolsohn~ richtig erkannte, bei ~Pherekydes~, bei
+den Mitgliedern der jonischen und pythagoräischen Schule, bei ~Platon~
+und noch bei manchen der übrigen Weltweisen unverkennbar geltend
+machen[2059]. Zum Teil werden sie indessen sowohl bei ~Pherekydes~
+als auch bei ~Anaximander~ (611-545), ~Empedokles~ (490-430) und
+den Anderen weitgehend umgedeutet und abgeändert[2060], zum Teil
+erfahren sie auch, als mit dem gesunden griechischen Geiste gar zu
+unvereinbar, zunächst völlige Ablehnung, namentlich soweit jene
+entschieden abergläubischen Vorstellungen, der Einfluß der Planeten
+auf die Schicksale, die astralen Vorzeichen u. dgl. mehr, in Betracht
+kommen[2061], betreff derer sich Anspielungen erst bei ~Euripides~ und
+einige nähere Angaben bei ~Theophrastos~ (372-287) finden[2062].
+
+Erklärt sich das frühe Auftreten kosmologischer Spekulationen im
+Gesichtskreise der jonischen Philosophen durch Berührung mit dem
+Orient[2063], so dürfte das Nämliche betreff der Kenntnisse über die
+Planeten der Fall sein[2064], die aber lange Zeit hindurch höchst
+dürftige und nur ganz allgemeine bleiben[2065]; noch ~Anaximander~
+setzt die Sonne zu oberst an den Himmel und läßt dann den Mond,
+hierauf die Fixsterne und zuletzt die Planeten folgen[2066].
+~Leukippos~ (um 500) sowie ~Demokritos~ (460-360?) kennen weder die
+Zahl der Planeten, noch unterscheiden sie bestimmt zwischen ihnen
+und den Fixsternen[2067], auch hebt ~Demokritos~ Sonne, Mond und
+Venus gemeinsam aus der Zahl der übrigen Gestirne heraus, -- hierin
+vermutlich einer babylonischen Quelle folgend --, und nicht viel
+besser steht es um das Wissen der übrigen Vorsokratiker[2068]. Bei
+den Pythagoräern und ~Philolaos~ (um 400) entstammen viele Kenntnisse
+und Ideen gleichfalls dem Orient, u. a. auch die Benennung von
+Winkeln, geometrischen Gestalten und Zahlen nach Göttern, z. B. die
+des Zwölfecks und der Zwölfzahl nach ~Zeus~, dessen Gestirn (der
+Jupiter) eine Umlaufszeit von 12 Jahren besitzt[2069]. Die Reihenfolge
+der Planeten ist bei ~Philolaos~, von dem sie dann auch ~Platon~
+übernimmt, die un+richtige+ „Mond, Sonne, Venus, Merkur, Mars,
+Jupiter, Saturn“[2070], die also nicht erst von ~Herakleides~ (gest.
+330) herrühren kann[2071], jedoch allerdings griechischen Ursprunges
+zu sein scheint. Die großen Fortschritte der beobachtenden und
+rechnenden griechischen Astronomie während der Folgezeit (namentlich
+auf alexandrinischem Boden) dürften dann um 200 zur Entdeckung der
++richtigen+ Reihe „Mond, Merkur, Venus, Sonne, Mars, Jupiter, Saturn“
+geführt haben, die vielleicht schon bei dem Stoïker ~Diogenes~
+von ~Babylon~ (um 160) erwähnt wird, sicher aber den griechisch
+schreibenden ~Petosiris~ und ~Nechepso~ genannten ägyptischen
+Verfassern der „Astrologúmena“ (um 150), sowie etwas später dem großen
+griechischen Astronomen ~Hipparchos~ (in Alexandria) bekannt war[2072].
+
+Daß sich hingegen aus dem babylonischen Sterndienste weder die „heilige
+Siebenzahl“ der Griechen, noch die fälschlich als +alt+pythagoräisch
+betrachtete Verbindung der 7 Planeten und der Sphärenharmonie mit den
+7 Saiten der Leier herleiten lasse, ist als zweifellos feststehend
+anzusehen[2073]. Schon sehr frühzeitig besaßen die Griechen neben
+dem Sonnenjahr einen von diesem unabhängigen Mondmonat, -- μήν, μείς
+(lat. mensis), der Monat, ist ursprünglich der Mond selbst in seiner
+Eigenschaft als Zeitmesser[2074] --, dem Mondmonate aber entsprangen
+auch bei ihnen die naturgemäßen Fristen 3 × 9 und 4 × 7[2075].
+Ausschlaggebend für das Übergewicht der letzteren war jedoch das nach
+~Diels~ schon vorhomerische Eindringen des so außerordentlich wichtigen
+~Apollon~-Kultes in die griechische Religion[2076]. Der Kult des
+Ἀπέλλων (Apéllon, von ἀπέλλα, die Hürde), des Hürdengottes, der Vieh
+und Herden beschützt[2077], stammte nämlich in seiner ältesten Form
+aus Kleinasien[2078] und brachte von dort schon gewisse Vorschriften
+mit sich, u. a. betreff der am 7. Tage des Monats zu feiernden Feste
+und darzubringenden Opfer, die zwar ursprünglich nur für den Dienst
+des ~Apollon~ galten, alsbald aber auch auf die übrigen Hauptgötter
+übertragen wurden; diese Umstände bedingten die hohe Bedeutung der
+Siebenzahl und der (nach pythagoräischer Art) sich an sie knüpfenden
+Zahlenspekulationen, namentlich in der Mythologie, dem Kult und der
+Kathartik des ~Apollon~, jedoch, da dieser zugleich Ἰατρὸς Ἀπόλλων
+„der große Heilgott“ ist, auch in der Medizin[2079]: in den aus dem
+5. und 4. Jahrhundert stammenden Schriften des ~Hippokrates~ und der
+Hippokratiker spielen daher Siebenzahl, siebentägige Fristen usf.,
+bereits eine durch lange Überlieferungen gefestigte völlig dogmatische
+Rolle[2080].
+
+Was die mit den Göttern zusammenhängenden +Namen+ der Planeten
+anbelangt, so finden sich diese zuerst in den spätesten von
+~Platon~ (427-347) verfaßten oder ihm zugeschriebenen Werken (z. B.
+Timäus, Kritias, Epinomis), in denen auch die ersten deutlichen
+Anklänge an astrologische und magische Gedanken, Parallelität des
+Makro- und Mikro-Kosmos, Dämonen- und Geister-Lehre usf. zutage
+treten[2081], sowie solche an den Aufstieg der Seelen in die
+Himmelsregion, welche Lehren aber vielleicht auch Umbildungen
+orphisch-pythagoräischer Vorstellungen sein mögen[2082]. Früher
+pflegte man vorauszusetzen[2083], daß die Namen ursprünglich gelautet
+hätten: Eosphóros (auch schon Phosphóros?) und Hesperos für ~Venus~
+als Morgen- und Abend-Stern, die für verschieden galten, Phaëthon
+(Leuchtender) für ~Jupiter~, Phainon (Lichtbringer) für ~Saturn~,
+Stilbon (Glänzender) für ~Merkur~, Pyróeis (Feuerfarbiger) für ~Mars~
+(adjektivisch gebraucht schon in einer der sog. homerischen Hymnen,
+die in Wirklichkeit etwa aus dem 4. Jahrhundert stammt)[2084], und
+daß sie sämtlich orphisch-pythagoräischer Herkunft gewesen seien.
+Indessen ist es keineswegs sicher, oder auch nur sehr wahrscheinlich,
+daß man diese Benennungen tatsächlich als ältere von echt griechischer
+Herkunft anzusehen habe[2085]; jedenfalls werden aber seit etwa 400
+die neuen, nach ~Platons~ Zeugnis aus Syrien und Ägypten übernommenen
+gebräuchlich, die die großen chaldäischen Gottheiten der Planeten
+mit entsprechenden griechischen identifizieren, und zwar in anfangs
+noch etwas schwankender Weise[2086]. Der orientalischen Sitte getreu
+heißen die Gestirne zunächst nach ihren Herren, also die ~Venus~ ὁ
+Ἀφροδίτης ἀστής oder ὁ τῆς Ἀφροδίτης (der Stern der ~Aphrodite~;
+der der ~Aphrodite~), der ~Merkur~ ὁ τοῦ Ἑρμοῦ ἀστής oder ὁ τοῦ
+Ἑρμοῦ (der Stern des ~Hermes~; der des ~Hermes~) usf., und in dieser
+Art führt ~Platon~ sie zum Teil an, -- denn im „Timaeus“ nennt er
+Jupiter und Saturn noch nicht mit Namen[2087] --, ~Aristoteles~ aber
+sämtlich[2088]; die vereinfachten kurzen Bezeichnungen ~Aphrodite~,
+~Hermes~ usf. kommen dagegen erst in erheblich späterer Zeit in
+Aufnahme[2089].
+
+Als +Farben+ der Sterne und ihrer Sphären gibt ~Platon~ im 10. Buche
+des Dialoges „Vom Staate“ an[2090]: glänzend für ~Helios~ und ~Selene~,
+weißlich für ~Stilbon~ (Merkur), gelblich für ~Phosphoros~ (Venus),
+rötlich für ~Pyroeis~ (Mars), strahlendweiß für ~Phaethon~ (Jupiter),
+gelblich für ~Phainon~ (Saturn), „buntfarbig“ für die im verschiedenen
+Lichte ihrer Sterne funkelnde Fixsternsphäre; er läßt ferner im
+„Kritias“ (cap. 9) die Mauern und Zinnen der Burg und des Tempels auf
+der sagenhaften Insel Atlantis in Absätzen aus schwarzen, weißen, roten
+und bunt vermengten Steinen, sowie schimmernd von Kupfer, Zinn, dem
+goldähnlichen Oreichalkos, Silber und Gold emporsteigen[2091]. Da nun
+dieser Schilderung unverkennbar die Vorbilder der babylonischen und
+persischen Stufentürme mit ihrem Schmuck aus glasierten Ziegeln und
+metallenen Belagplatten zugrunde liegen, so darf es für wahrscheinlich
+gelten, daß die angeführten Stellen nicht nur für die Verbindung der
+Sterne mit gewissen Farben Zeugnis ablegen, sondern auch für die
+mit bestimmten, entsprechend gefärbten Metallen, -- ohne daß sich
+aber auch hier, angesichts der Flüchtigkeit der Anspielungen und des
+Mangels an näheren Angaben, sichere Schlüsse betreff der Einzelheiten,
+wie Reihenfolge, Zugehörigkeit usf. ziehen ließen. Bei ~Aristoteles~
+finden sich derlei Andeutungen nicht, wie er denn auch die sonstigen
+Überlieferungen von sichtlich orientalischer Herkunft, z. B. die
+sternlenkenden und die Sphärenmusik hervorbringenden Sirenen, die
+auf Wagen fahrenden „Seelen der Sterne“ (= Sterngötter), den Einfluß
+der Planeten auf das Schicksal, die Parallelität der großen und
+kleinen Welt, die Wasser-, Luft- und Äther-Dämonen, das „große (sog.
+platonische) Jahr“ von wenigstens 10000 gewöhnlichen Jahren (nach
+dessen Ablauf alle Sterne an ihre ursprünglichen Plätze zurückkehren
+und der Weltenlauf von vorne beginnt) u. dgl. mehr, entweder mit
+Stillschweigen übergeht, oder ausdrücklich als Mythen und Fabeln
+verwirft[2092].
+
+
+
+
+III. Das Zeitalter des Hellenismus und Synkretismus.
+
+
+a) Alexandria (der Schauplatz).
+
+Die mit dem Tode ~Alexanders des Grossen~ einsetzende und auf ihrem
+Hauptschauplatze, +Alexandria+, erst zur Zeit der arabischen Eroberung
+völlig erlöschende Periode des Hellenismus und Synkretismus darf
+weltgeschichtliche Bedeutung für sich in Anspruch nehmen, sowie
+hervorragende Wichtigkeit für die geistige Entfaltung der Menschheit,
+die Neugestaltung der Wissenschaften und die Entwicklung des Glaubens,
+aber auch des Aberglaubens. ~Burckhardt~ bezeichnet den Hellenismus
+als „das kosmopolitisch mitteilbar gewordene Griechentum“[2093]
+und gibt hiermit in gewohnter Kürze und Schärfe für den einen,
+den griechischen Bestandteil, der in die „Synkretismus“ genannte
+Vermengung und Verschmelzung eingeht, die erschöpfende Definition;
+einer gleichwertigen unfähig ist hingegen der +andere+, dem Orient
+(Vorderasien und Ägypten) entsprungene, denn er ist weder von
+einheitlicher Beschaffenheit, noch von einheitlicher Wirkung, und
+dieser Umstand bedingt die außerordentliche Schwierigkeit, die
+verwickelte Gesamtbewegung entsprechend darzustellen, -- auch nur für
+den begrenzten hier in Frage kommenden Zweck. Überdies vollzieht
+sich die Durchdringung orientalischen und griechischen Geistes weder
+allerorten gleichzeitig noch zur selben Zeit überall im nämlichen Maße,
+und da sie dort, wo sie am vollständigsten statthatte, nämlich in
+Syrien und vor allem in Alexandria, uns überwiegend in +der+ Gestalt
+entgegentritt, daß -- allmählich -- „in der Mischung das Gute und Edle
+zugrunde geht“[2094], so ist es nicht leicht, sie vorurteilslos zu
+betrachten und zu würdigen.
+
+Die neue Residenz, Alexandria, hatte dank ihrer vorzüglichen
+geographischen Lage gleich von der Begründung an ungewöhnlich raschen
+und ununterbrochenen Aufschwung genommen, und war schon unter der
+vortrefflichen Regierung der ersten Ptolemäer zur wesentlichen
+Vermittlerin des Orienthandels emporgewachsen, der ihr ungeheure
+und bis dahin unerhörte Gewinne brachte und sie alsbald zu einer
+Hauptstätte verfeinerter Lebensweise und ausschweifenden Luxus, aber
+auch geistiger Regsamkeit und wissenschaftlicher Tätigkeit machte. Den
+vorübergehenden Wirren zur Zeit des Erlöschens der Dynastie folgte
+nach der Einverleibung unter Kaiser ~Augustus~ eine abermalige Periode
+höchster und glänzendster Blüte: Alexandria war neben Rom zur ersten
+Großstadt sowie zur wichtigsten Handelsstadt des römischen Weltreiches
+geworden, zum Mittelpunkte des ausgedehntesten und einheitlichsten
+Freihandelsgebietes, das die Geschichte kennt, zum „Markte der
+ganzen Erde“[2095] und besaß, wenn auch nicht dem Rechte, so doch
+der Tat nach ein Monopol für den Orienthandel, dessen Umsatz sich
+nach ~Plinius~ schon unter den ersten Kaisern jährlich auf etwa 22
+Millionen Mark Goldwertes (entsprechend mindestens dem 5- bis 6fachen
+heutigen Geldwertes) belief und bis nach Mitte des 2. Jahrhunderts in
+fast stetiger Weise zunahm[2096]. Der Rhetor ~Dion Chrysostomos~, der
+als Begleiter Kaiser ~Vespasians~ (69-79) in Ägypten weilte, nennt
+in seiner 32. Rede Alexandria die sehenswürdigste aller menschlichen
+Sehenswürdigkeiten, die Herrscherin aller Meere, den Sitz des
+vollendetsten Kunstgewerbes der Welt, die Schatzkammer griechischen
+Wissens und ägyptischer Geheimnisse[2097], und in einem Briefe des
+Kaisers ~Hadrian~ (117-138), dessen Echtheit allerdings angezweifelt
+oder auch gänzlich bestritten wird[2098], heißt es, die Stadt sei voll
+von Fabriken für Glas, Papier, kostbare Stoffe und Leinenwaren, Öle und
+Wohlgerüche, wimmle von Astrologen, Zeichendeutern und Quacksalbern,
+werde erfüllt von Kaufleuten, Händlern und Schiffsherren und kenne
+nur einen einzigen Gott, den Einheimische wie Fremde in gleicher
+Weise verehren, das Geld[2099]. Erst im Laufe des 3. Jahrhunderts
+wurde der Wohlstand durch die langwierigen, meist unglücklichen
+Kriege im Osten, die andauernde Handelsstockungen bedingten, schwer
+beeinträchtigt, finanzielle Schwierigkeiten des Reiches wie der
+Provinz riefen wirtschaftlichen Notstand und politische Uneinigkeit
+hervor, und schließlich kam es zu Aufständen, deren gefährlichsten
+Kaiser ~Diocletian~ 297 in Person niederwarf, mit ebensogroßer
+Entschlossenheit wie Grausamkeit; die Hauptstadt der „Kornkammer
+Italiens“ geriet damals in so traurige Lage, daß ihr der Kaiser noch
+fünf Jahre später von dem für Rom bestimmten Getreidevorrat ablassen
+mußte, und hat sich seit dieser Katastrophe niemals wieder völlig
+erholt[2100].
+
+Allbekannt ist es, daß die guten ptolemäischen Herrscher Alexandria
+zwar zum Mittelpunkte griechischer Bildung und Wissenschaft erhoben,
+die daheim keine würdige Freistatt mehr fanden, daß aber der
+griechische Geist die ihm anfänglich zugedachte ausschließliche
+Führerrolle nicht dauernd zu behaupten vermochte; gezwungen, sich
+auch hier den ihm fernstehenden Zielen eines fremden Staatswesens und
+den Bedürfnissen seiner minderwertigen Bevölkerung anzupassen, mußte
+er notgedrungen vieles von seiner Eigenart und Reinheit preisgeben,
+dabei Zersetzung bald erleiden, bald bewirken und von seiner Höhe
+schon merklich herabsinken, um die übergroße Gegenlast nur ein weniges
+emporzuheben.
+
+Ganz besonders galt dies auf religiösem Gebiete, denn der Vermischung
+von Griechen mit Ägyptern, Juden, Syrern und anderen orientalischen
+Völkern entsprang auch eine ebensolche der Gottheiten und Kultformen,
+eine wahre „Götter-Verschmelzung und -Verwechslung“[2101],
+für die Dauer zwar „von Wichtigkeit als Durchgangsstufe der
+Religionsgeschichte, nämlich als Vorschule des Glaubens an +einen+
+Gott“, zunächst aber „den widerlichen Eindruck charakterloser
+Verleugnung des väterlichen Erbteiles hervorrufend“[2102]. Kein Kult
+ist bezeichnender für die Entwicklung dieses Synkretismus und keiner
+erlangte für sie umfassendere Bedeutung als der neu aufkommende
+des ~Serapis~, der Natur und Macht aller wichtigen Götter, u. a.
+des ~Zeus~, ~Pluton~, ~Dionysos~ und ~Osiris~, ebenso in sich
+vereinigte, wie ~Isis~ die aller Göttinnen, und dessen Haupttempel,
+das alexandrinische Serapeion, weit über ein halbes Jahrtausend lang
+als Wunder an Pracht und Herrlichkeit galt und Wunder des Heils und
+der Heilung verrichtete[2103]. ~Clemens Alexandrinus~ (gest. 216)
+erzählt, dem ~Athenodoros~ von ~Tarsos~ folgend, König ~Sesostris~ (den
+er für identisch mit dem um tausend Jahre jüngeren ~Ptolemäus Soter~,
+323-285, hält!) habe aus einer Mischung aller sieben Metalle und vier
+edlen Gesteine Ägyptens den griechischen Bildhauer ~Bryaxis~ (der
+in Wahrheit gegen 350 blühte) eine Statue seines Ahnherren ~Osiris~
+anzufertigen geheißen, sie mit einem Reste der Salbe (φάρμακον,
+Phármakon) von der Einbalsamierung des „~Osiris~“ und des „~Apis~“
+bestrichen und die so entstandene Bestattungs- und Grabes-Gemeinschaft
+durch den Namen ~Osirapis~ = ~Serapis~ zum Ausdrucke gebracht[2104];
+nach anderen Berichten ließ er das Götterbild aus Sinope am schwarzen
+Meere herbeiholen, nach noch anderen nur auf eine σινώπιον ὄρος
+(= Sen-Hapi, Apis-Hügel) genannten Erhöhung aufstellen[2105]. In
+Wirklichkeit scheint aber ~Serapis~ babylonischer Herkunft zu sein,
+denn Ea, der Vater ~Marduks~, der aus der Urflut auftauchende Gott der
+Urweisheit[2106], hieß auch ~Sarapsî~ = „König des Ozeans“ und wurde
+in der von den Assyriern begründeten Kolonie Sinope tatsächlich schon
+in Verbindung mit ~Zeus~ und ~Pluton~, den Göttern des Himmels und
+des Hades, verehrt; von dort aus führte, politischen Zwecken folgend,
+~Ptolemaeus~ I. seinen Kult „als einen den Griechen und Ägyptern
+gemeinsamen“ in Ägypten ein, wo infolge Gleichsetzung mit ~Osor-Hapi~,
+d. i. „~Osiris~ der Apis“ (die Gottheit des letztverstorbenen Apis),
+die Namen ~Oserapis~ und ~Serapis~ entstanden, weiterhin ~Osiris~ außer
+mit ~Ea~ (Eaû, Jaû) auch mit der Gottheit Ἰαώ (~Jao~) der Zauberpapyri
+sowie dem jüdischen ~Jehovah~ identifiziert und ebenso wie Isis als
+menschenköpfige Schlange dargestellt wurde[2107].
+
+Daß in Ägypten die Verehrung eines neuen Gottes wie des ~Serapis~
+so leicht Boden fassen, auf Kosten der einheimischen Kulte rasch
+zu höchstem Ansehen aufsteigen und zu prunkvoller äußerer wie
+künstlerischer innerlicher Verklärung gelangen konnte, läßt erkennen,
+daß bereits unter den ersten Ptolemäern Macht und Ansehen der alten
+Religion und ihrer Priesterschaft gebrochen waren, und auch begreifen,
+daß die hellenistischen Einflüsse den weiteren Verfall mächtig
+beschleunigten und daß dieser in der Zeit der mit dem römischen
+Eingreifen beginnenden Wirren, von etwa 150 bis 50 v. Chr., zu einem
+fast vollständigen wurde[2108]. Bereits ~Strabon~, der um 35 v. Chr.
+Ägypten bereiste, fand an den berühmtesten Stätten, wie z. B. in
+Heliopolis, als „Priester“ nur mehr Fremdenführer, Opferer und Kustoden
+vor, letzte herabgekommene Verteter eines einst so gefeierten und
+wichtigen Standes, bar nicht nur der berühmten „geheimen Weisheit“,
+sondern jeder höheren Bildung[2109]; in der Folgezeit gestalteten sich
+diese Verhältnisse immer trauriger, und schon seit dem 2. Jahrhundert
+war die ägyptische Religion so gänzlich zersetzt, daß z. B. in den
+altchristlichen und gnostischen Schriften, die sich beide von der
+syrischen und chaldäischen weitgehend beeinflußt zeigen, von ihr
+kaum mehr die Rede ist[2110]. Es kann daher nicht wundernehmen, daß
+die Reste der Priesterschaft, -- wie so oft in sinkenden Zeitaltern
+--, teils um ihre Stellung, teils um ihren Broterwerb zu wahren, von
+Pflegern des Glaubens zu solchen des in Ägypten ohnehin seit altersher
+mächtigen Aberglaubens wurden, und zwar mit derartigem Erfolge, „daß
+das Land alsbald von dieser Seite aus den Einfluß wiedereroberte,
+den es von seiten des Wissens eingebüßt hatte“[2111]. „Die Religion
+wird zum Ausgangs- und Mittel-Punkte für allen erdenklichen frommen
+Zauber und heiligen Schwindel, .... fromme Einfalt und spekulierender
+Betrug drapieren sich dieserhalb im Mantel der Wissenschaft“[2112],
+und den Ehrentitel eines φιλόσοφος (Philosophen) führen bereits
+im 2. Jahrhundert nicht nur Gelehrte, Lehrer, Theoretiker, Ärzte
+und Künstler, sowie höhere technische oder Ober-Beamte (z. B. die
+Steinbruch- oder Zimmer-Meister), sondern auch schon Ringkämpfer,
+Adepten der Geheimwissenschaften und Zauberpriester[2113]! Das Gebaren
+der letzteren hat ~Lukian~ (um 180 n. Chr.) in seiner glänzenden
+Satire „~Alexandros~ oder der falsche Prophet“, einem Zeitbilde
+ersten Ranges, in geradezu unübertrefflicher Weise geschildert[2114].
+Zu mächtiger Förderung gereichte der ganzen Richtung die abnehmende
+allgemeine Bildung und die zunehmende Rolle der orientalischen
+Einflüsse an den Höfen der von Orientalen umgebenen oder selbst dem
+Osten entstammenden Kaiser des 3. Jahrhunderts, so daß die für alle
+orientalischen Religionen und Kulte charakteristische große Bedeutung
+der Priesterschaft und mit ihr zusammen die Macht der Mantik, Magie,
+Zeichen- und Traumdeuterei, Dämonologie und Astrologie immer weiter
+anwuchs[2115]. Ihren Höhepunkt erreichte sie im 3. und 4. Jahrhundert
+in Verbindung mit der Mystik der Neuplatoniker; war indes das so
+entstandene System in vielen Teilen trostlos verworren und aberwitzig
+und in anderen geradezu unsinnig und vernunftwidrig[2116], so ermangelt
+es dennoch nicht der geschichtlichen Bedeutung: „denn, so dunkel die
+Abwege waren, auf die die Geister für Jahrhunderte hinaus verlockt
+wurden, ... dieser Mutter der mittelalterlichen Magie, Astrologie und
+Alchemie ... entsprangen die Keime der neuzeitlichen Naturkunde, der
+Physik, Astronomie und Chemie“[2117].
+
+Ein hervorstechender Zug auch der Litteratur dieses ganzen Zeitalters
+ist das Haschen nach dem Außerordentlichen, Wunderbaren, Zauberhaften,
+das die Macht des Menschen über Natur und Mitmenschen zu steigern
+versprach. Wie vordem die niederen ungebildeten Schichten der
+Gesellschaft, so fanden nunmehr auch die höheren gebildeten Geschmack
+an derlei Absonderlichkeiten, und Werke einschlägigen Inhaltes wurden
+allgemein verlangt und daher auch geliefert; weil aber seit jeher
+der Prophet bei den Seinigen am wenigsten gilt, trachtete man den
+widersinnigen Erzeugnissen des Aberglaubens dadurch erhöhtes Ansehen
+zu sichern und vermehrten Eingang zu schaffen, daß man ihnen die Namen
+altehrwürdiger Verfasser vorsetzte, am liebsten solcher, die ohnehin
+schon im Rufe „geheimer Weisheit“ standen[2118]. So wurde Alexandria
+ein Hauptsitz und Fabrikationsort apokrypher und pseudepigrapher
+Schriften und „Übersetzungen“, herrührend von Göttern, Göttersöhnen,
+Patriarchen, Königen, Sibyllen, Propheten, Priestern und Philosophen,
+u. a. von ~Abraham~, ~Apollonius~ von ~Tyana~, ~Aristoteles~,
+~Asklepios~, ~Daniel~, ~Demokritos~, ~Deukalion~, ~Esdra~, ~Eudoxos~,
+~Henoch~, ~Heraklit~, ~Hermes~, ~Imhotep~, ~Moses~, ~Nechepso~,
+~Orpheus~, ~Ostanes~, ~Petosiris~, ~Platon~, ~Pythagoras~, ~Salomon~,
+~Thot~, ~Zoroaster~ usf.[2119]. Je länger die Entwicklung dieser Art
+Litteratur andauerte, desto mehr trat an die Stelle bloßer Plünderung
+älterer, nur mehr aus dritter oder vierter Hand bekannter, halb oder
+ganz unverstandener Schriftsteller „unter unrechtmäßiger Aneignung
+und Verschweigung“[2120], die völlig willkürliche Unterschiebung und
+Fälschung, deren Erzeugnisse „sich selbst an Frechheit und Absurdität
+zu überbieten suchten“[2121], gerade dieser aber ihren Erfolg zu danken
+hatten.
+
+Träger des apokryphen Schrifttumes waren von Anfang an neben den
+Griechen vorzugsweise die +Juden+[2122]; schon zur Zeit der ersten
+Ptolemäer konnte Alexandria fast ebensosehr als Stadt der Griechen
+wie der Juden gelten[2123], und zu Beginn der Kaiserzeit, als ihre
+Zahl in Ägypten auf wenigstens eine Million gestiegen war, erfüllten
+sie zwei der fünf Bezirke der Residenz, zu deren fleißigsten und
+fähigsten Bewohnern sie gehörten, und zählten längst, wie bereits
+weiter oben bei Besprechung ~Aristobuls~ und ~Philos~ angeführt, zu den
+Mitbegründern einer eigenartigen und für die Folgezeit sehr bedeutsamen
+Philosophie[2124]. Mit den abergläubischen Vorstellungen der Chaldäer,
+namentlich den astrologischen, scheinen die Juden erst im 7. und 6.
+Jahrhundert, hauptsächlich aber während der Zeit des babylonischen
+Exils (586-537), nähere Bekanntschaft gemacht zu haben; im
+ptolemäischen Ägypten räumten auch sie ihnen erheblichen Einfluß ein,
+so daß schon jüdisch-hellenistische Schriften des 1. vorchristlichen
+Jahrhunderts ~Abraham~ zu einem großen Astrologen machen und ~Moses~
+mit der babylonischen und assyrischen Wissenschaft auch die chaldäische
+von den Himmelskörpern erlernen lassen[2125], -- im ganzen bleibt
+aber dieser Zweig der jüdischen Litteratur sehr selbständig, wie dies
+u. a. in den betreffenden Teilen der „Sibyllinen“ hervortritt, in
+der „Weisheit ~Salomons~“, in den Sprüchen des ~Jesus Sirach~ und in
+den Apokalypsen des ~Baruch~ und ~Henoch~, welcher letztere bereits
+im 2. vorchristlichen Jahrhundert als Besitzer und Lehrer geheimer
+Weisheit und als eine Art Gegenbild des hellenistischen ~Hermes~
+gilt[2126]. ~Philo~, als strenger Monotheist, bezeichnet allerdings die
+Vergötterung der Planeten, die Identifikation der Sonne mit ~Apollon~,
+des Mondes mit ~Artemis~, des Morgensternes mit ~Aphrodite~, des
+Stilbon mit ~Merkur~ usf. noch als einen „Irrglauben“ der sternkundigen
+und sternverehrenden Chaldäer[2127], aber dieser Standpunkt blieb
+offenbar nicht der der großen Menge, deren abergläubische Entwicklung
+durch viele seiner Lehren geradezu gefördert wurde, z. B. durch die von
+den „Kräften“ (δυνάμεις, Dynámeis), Mittelwesen und Zwischenmächten
+(Logos, Idee, Weisheit, Herrlichkeit, Geist, Odem, Wort Gottes,
+...), von den Dämonen und Engeln, die dem nachexilischen Judentume
+aus iranischen Religions-Vorstellungen übermittelt worden waren,
+usf.[2128]. Die Anschauungen, die der beständigen Wechselwirkung
+griechischer und jüdischer Spekulation entsprangen, und in denen die
+erhebliche Einwirkung jüdischer Einflüsse nach vielen Richtungen
+deutlich hervortritt[2129], erwiesen sich als sehr bedeutsam für die
+Umgestaltung ägyptischer und hellenistischer religiöser Mythen[2130]
+und machen sich auch bei ~Paulus~, in den nachpaulinischen Schriften,
+im Evangelium ~Johannis~ und im „Hirten des ~Hermas~“ unverkennbar
+geltend[2131]; dieses letztere Werk, das vielleicht durch ~Hermas~,
+einen Bruder des römischen Bischofs ~Pius~, um 150 n. Chr. verfaßt
+wurde und sich in der alten Kirche größter Beliebtheit und geradezu
+kanonischen Ansehens erfreute[2132], führt seinen Namen daher, daß dem
+~Hermas~ ein Engel in jener Gestalt eines Hirten erscheint, die durch
+den „guten und schönen Hirten“ ~Anubis~ der ägyptisch-demotischen und
+durch die Gottheit als „guten Hirten“ der phrygischen Tradition längst
+außerordentliche Volkstümlichkeit genoß[2133]. Aber nicht erst im 2.
+Jahrhundert, sondern schon zu Beginn der Kaiserzeit waren unter den
+Juden Zauberei und Magie stark verbreitet; ~Plinius~ (um 75 n. Chr.)
+erwähnt sogar besondere jüdische Richtungen der Magie, die er von
+Männern namens ~Moses~, ~Jamnes~ und ~Lotapes~ ausgehen läßt[2134], und
+weiterhin gelten Juden in diesen Künsten sowie in der Astrologie und
+dem Exorcismus sogar als ganz besonders bewandert, sowohl in Ägypten
+als auch in Cypern und Thracien, woselbst sie in großer Zahl wohnhaft
+waren und in Thessalonike eine Provinzial-Synode besaßen[2135]. In
+Zusammenhang hiermit steht auch die allgemeine und bis ins späte
+Mittelalter vorhaltende Verbreitung spätjüdischer Lehren, u. a. der von
+den 7 Himmeln mit ihren 7 Engelklassen[2136], der jüdischen Namen für
+die 7 Planeten und die 7 Sphären-Dämonen[2137], ja selbst die gewisser
+fast scholastischer Spitzfindigkeiten, z. B. der Bezeichnung der Zahl
+7 durch „~Athene~“, „da diese Zahl, die als Führerin und Herrscherin
+über allen steht, nur sich selbst gleicht, aber von jeglicher anderen
+verschieden ist, gerade so wie ~Athene~ weder erzeugt wurde, noch
+selbst zeugt“[2138].
+
+
+b) Die stoïsche Lehre.
+
+Von hoher Bedeutung für die Ausgestaltung des Synkretismus in Ägypten
+war, wie bereits weiter oben erwähnt, die Lehre der +jüngeren Stoa+,
+insbesondere in Form jener Vereinigung pythagoräischer, platonischer
+und stoïscher Gedanken, als deren letzter Gipfelpunkt das System des
+~Poseidonios~ anzusehen ist[2139]; ~Reitzenstein~ bezeichnet sogar die
+schließliche völlige Zersetzung und Hellenisierung der ägyptischen
+Religion geradezu als „das Werk der Stoa“[2140], wobei natürlich nicht
+an einen rasch und einheitlich stattfindenden Vorgang zu denken ist,
+sondern an einen in den verschiedensten Abstufungen verlaufenden und
+nur sehr allmählich zu Ende gehenden.
+
+Mit besonderer Vorliebe entwickelten die Stoïker die babylonische
+Idee von der +Parallelität+ des Makro- und Mikrokosmos, und zwar auf
+Grundlage der Theorie von der Einwirkung der großen auf die kleine
+Welt gemäß der „gegenseitigen allgemeinen Sympathie sämtlicher Teile
+und Dinge“[2141], wobei sie Himmel = oberste Ursache = ewige Zeit =
+unentrinnbares Schicksal (Heimarméne) = höchstes Wesen = Gottheit
+setzten[2142] und die Einheitlichkeit des Weltganzen als durch das
+Prinzip „ἓν καὶ πᾶν“ (Hen kai pan: Alles ist Eines, Eines ist Alles)
+verbürgt ansahen[2143]. An dieses anknüpfend machten sie, teils auf
+orphischen Ideen, teils auf der falschen Etymologie πᾶν = Πάν fußend,
+aus dem Gotte ~Pan~, ganz entgegen seinem ursprünglichen Wesen, einen
+Allgott und weiterhin, durch Identifizierung mit dem pantheistisch
+gefaßten ägyptischen ~Chnum~, einen ebenfalls pantheistischen
+„Universal-Regenten“, der Gegenstand eines feierlichen Kultus war, in
+symbolischem Abbilde inmitten des Tierkreises thronte und nicht selten
+die orphische Allgöttin „Physis“ als würdiges Gegenstück zugesellt
+erhielt[2144].
+
+Die +Materie+ betrachteten die jüngeren Stoïker in Fortbildung der
+platonischen Anschauung als an sich durchaus unwandelbar, trotz jenes
+scheinbar unaufhörlichen Wechsels der Formen, den sie von der „Zeit“
+= ~Aion~ = ~Chronos~ abhängig sein ließen[2145], wobei ~Chronos~
+dem ~Kronos~ und dieser wieder, unter dem Einflusse des iranischen
+~Zervan~, der „ewigen Zeit“ gleichgesetzt wurde[2146]. Die vier
+Elemente sind, wie ~Aristoteles~ und die Peripatetiker lehrten, teils
+aktiv (ποιητικά, poïetisch), teils passiv (παθητικά, pathetisch), sie
+gehen mehr oder minder leicht ineinander über, sie vereinigen als [ὕλη
+(Hýle) alle Qualitäten in sich[2147] und bedingen durch ihre Mischung
+(κρᾶσις, Krásis), besonders durch ihre +richtige+ Mischung (εὐκρασία,
+Eukrasía), die rechte Beschaffenheit aller Dinge, zumal auch die
+Gesundheit von Körper und Seele[2148]; beim Menschen kommen hierbei
+nach der Ansicht Einiger allein σῶμα (Soma) = Körper und νοῦς (Nûs) =
+Geist in Betracht, nach der Anderer aber neben σῶμα noch ψυχή (Psyche)
+als die niedere physiologische Lebenskraft und νοῦς oder λόγος (Logos)
+als die höhere spezifisch-menschliche Vernunft[2149]. Ein fünftes
+Element ist der Äther, den aber viele auch als „Pneuma“ ansehen[2150],
+denn bei der Entstehung der Elemente aus dem Urwesen soll ein Rest
+„Ur-Pneuma“ (= „reinstes Feuer“ der Iranier und des ~Heraklit~)
+verblieben sein[2151], das als Äther jenseits der Grenzen der Welt
+schwebt und sie als Gottheit regiert[2152].
+
+Das +Pneuma+ spielt bei den jüngeren Stoïkern eine außerordentlich
+wichtige Rolle, und seine allmähliche Entwicklung aus einem von
+Anfang an rein physischen und sinnlichen Faktor zu einem durchaus
+geistigen, ja göttlichen, wurde durch sie zum endgültigen Abschlusse
+gebracht[2153]. Bei den jonischen Philosophen und den älteren
+Atomistikern ist Pneuma, wie weiter oben erwähnt, nichts anderes
+als bewegte Luft und Windhauch[2154], bei ~Platon~ der einströmende
+Atemzug[2155], bei ~Xenophanes~ (als Erstem!) Odem = Seele, ψυχή[2156],
+bei ~Hippokrates~ und den Hippokratikern ursprünglich Luft, Wind
+und „Nahrung des Feuers“[2157], später der luftartige Inhalt der
+Adern und Vermittler des Lebens[2158], bei ~Diokles~ von ~Karystos~
+auch die natürliche Wärme des Körpers[2159]; für ~Aristoteles~ und
+die Peripatetiker stellt es u. a. die treibende Kraft des Windes
+und Spannkraft des Sturmes dar und entzündet sich bei Gewittern zum
+Blitz[2160]; ~Erasistratos~ (um 258 v. Chr.) und seine ärztliche
+Schule lassen, vermutlich dem ~Straton~ folgend, mit der Atemluft das
+belebende Pneuma dem Herzen und das beseelende dem Hirn zuströmen
+(πνεῦμα ζωτικόν, ψυχικόν) und aus dem Pneuma, der luftgeist-artigen
+δύναμις des männlichen Samens, als Kraft, sowie aus der Hyle, dem
+weiblichen Blute, als Stoff, den Fötus entstehen[2161], wobei also
+das Pneuma den „mechanischen Träger der Seelenfunktion“ abgibt[2162].
+Der Stoa endlich ist Pneuma eine Art Seelensubstanz, eine Vorstufe
+der Psyche, so daß die Geburt als μεταβολή εἰς ψυχήν (Metabolé,
+Umänderung zur Psyche) und der Tod als Umkehrung dieses Vorganges
+erscheint[2163]: bei Ersterer geht das Pneuma zum Teil in das Blut
+über und bewirkt so Leben und Bewegung, bei Letzterem kehrt die ψυχή
+in die höhere Region reinen Pneumas und Äthers zurück, während der
+Schlaf, als ein Mittelzustand beider, der Ergänzung des zur Zeit des
+Wachens verbrauchten Pneumas dient[2164]. Die Seele ist wesensgleich
+dem göttlichen Hauche, dem πῦρ νοερόν, dem feurig belebenden Äther,
+den sie nur weitaus an Feinheit übertrifft[2165], und wie sie als
+unsichtbare Lebenskraft dem +Einzelnen+ Dasein und Belebung, Empfindung
+und Beweglichkeit, Denkkraft und Vernunft verleiht, so geschieht
+dies dem +Kosmos+ gegenüber durch das +Pneuma+ als Weltseele und
+Einheit der unsichtbaren göttlichen Obmacht: es ist der ganzen Welt
+immanent, hält sie durch seine Spannung zusammen, erfüllt sie vermöge
+seiner Schöpferkraft als ihre aktive Grundlage und als allgemeines
+Lebensprinzip (= spiritus) und steigt so zum Range einer göttlichen
+Persönlichkeit, ja eines eigentlichen Gottes auf[2166].
+
+Aus der Mannigfaltigkeit dieser Anschauungen über das Pneuma erklärt
+sich auch die der Auffassungen bei den verschiedenen seitens der Stoa
+beeinflußten philosophischen und religiösen Schulen und u. a. auch bei
+~Paulus~: Manche sehen im Pneuma eine Einheit von Materie und Geist,
+Manchen dagegen tritt es auseinander in ὕλη (Hýle) = πάσχον = materia
+als Inbegriff der Elemente, und in οὐσία (Usía) = ποιοῦν = spiritus
+als Inbegriff der Lógoi spermatikoí, und diese werden dann von der
+Gottheit oder von ~Hermes~ als Sendboten und Träger ausgesät, um die
+Hyle und den gesamten Kosmos durch ihre Keimkräfte zur Entwicklung zu
+bringen[2167]. Einigen ist Pneuma allgemeine Gottheits-Bezeichnung,
+Innerstes der Gottheit, Kraft des Herzens, immaterieller geistiger Teil
+(= ψυχή)[2168], Anderen wunderbares Wissen und Vermögen[2169], noch
+Anderen Gebetsmurmeln und zauberkräftiges Wort[2170], -- insoferne
+nach den Lehren der ägyptisch-hellenistischen Mystik allein das
+δοξάζειν, d. i. das „rechte“ Sprechen der Formeln und Anrufungen, zum
+„Verklärten“ macht[2171]. Die in den Einzeldingen wirkenden Kräfte sind
+πνεύματα (Pneúmata) und diese wieder bald reine Geisteshauche, bald
+geistige Gewalten, gute Engel und böse Dämonen, die gleich angenehmen
+und widerlichen Gerüchen in der Luft wehen und schweben[2172]. Der
+niedrigsten Klasse der Ungläubigen und Fleischesmenschen (σαρκικοί)
+übergeordnet ist die der Proselyten und Seelenmenschen (ψυχικοί),
+und ihr wieder jene der Geweihten (τέλειοι) und Geistesmenschen
+(πνευματικοί)[2173]; der „Psychikos“, dessen Seele (ψυχή) noch
+irdischen Stoffes ist, kann der γνῶσις (Gnosis), d. i. der himmlischen
+Erkenntnis, und des Lichtes der γνῶσις θεοῦ (Gnosis, Erkenntnis der
+Gottheit) nicht teilhaftig werden[2174], dem „Pneumatikos“ aber, dem
+von der Last der ψυχή Befreiten und übersinnlichen Geistes Vollen,
+erschließt sie sich auf dem Wege der Erleuchtung[2175]: einer
+orientalisch-religiösen Grundvorstellung gemäß gewährt sie ihm Kunde
+des „wahren Namens“ der Gottheit und dadurch ungeheure Macht[2176],
+sie ermöglicht es ihm, sich der Gottheit anzugleichen, aus ihren
+Strahlen Pneuma einzuziehen und dadurch „ihr Teil“ (also selbst Pneuma)
+zu werden und läßt ihn so zum göttlichen Lichte höherer Sphären
+aufschweben und sich der „Himmelfahrt“ würdig erweisen[2177].
+
+Die Idee von der +Himmelfahrt+ oder +Himmelsreise+ der Seele[2178], die
+völlig ausgebildet und in Verbindung mit jener von der Seelenwanderung
+gebracht bei ~Poseidonios~ (135-51 v. Chr.) vorliegt[2179], geht
+auf Grundlagen verschiedener Herkunft zurück: den Griechen war sie
+mindestens seit ~Parmenides~ (um 480 v. Chr.) bekannt, der sie wohl
+der orphisch-pythagoräischen Mystik, indirekt also vielleicht deren
+orientalischen Quellen entlehnte[2180]; bei den Ägyptern vermittelt
+schon im 14. Jahrhundert v. Chr. ein Spruch des „vom Gotte ~Thot~
+selbst geschriebenen Zauberbuches“ die Kunst, „von der Unterwelt zur
+Erde und von dieser zum Gotte ~Rê~ in den Himmel zu gelangen“[2181];
+nach chaldäischer Lehre endlich ist der oberste oder Fixstern-Himmel
+die Heimat der Seele, von dort aus steigt sie bei der Geburt des
+Menschen durch die Milchstraße und die Sphären der 7 Planeten herab
+und nach seinem Tode kehrt sie auf dem nämlichen Wege und wenn nötig
+nach Läuterung in der Milchstraße wieder ebendahin zurück[2182],
+-- in welchem Sinne es noch in dem um 90 n. Chr. verfaßten sog.
+„4. Buche Esra“ heißt: „Die Verklärten werden glänzen wie Sterne
+des Himmels“, d. h. sie werden in den Fixsternhimmel gelangen und
+dort als Unsterbliche weilen[2183]. Da die Perser, als sie sich die
+Vorstellungen der Chaldäer teilweise anzueignen begannen, deren
+Planetengötter zu Dämonen herabsetzten, ließen sie die Seele beim
+Heruntersteigen durch die Sphären „die unseligen Geschenke der
+7 Planeten“ (d. s. die 7 Todsünden des Mittelalters) in Empfang
+nehmen[2184] und sich „aus ihrer Substanz, nach Art von Gewändern,
+mit den luftartigen pneumatischen Leibeshüllen beschweren“, von denen
+sie sich dann umgekehrt beim Wiederaufstiege, den die bösartigen
+Dämonen zu verhindern suchen, zunächst wieder zu befreien haben.
+In dieser Gestalt kennen den Weg der Seele ἄνω καὶ κάτω (áno kai
+káto) die späteren Stoïker[2185], die von diesen beeinflußten
+Neu-Pythagoräer und -Platoniker, Orphiker und Gnostiker[2186],
+~Porphyrios~ (232-304?)[2187], die Verehrer des ~Mithras~[2188], die
+Verfasser der jüngeren Teile des Avesta und der Pehlewi-Tradition aus
+sassanidischer Zeit (3. Jahrhundert n. Chr.), sowie die der Schrift
+von der „Himmelfahrt des frommen ~Arda-Viraf~“ (4. Jahrhundert?) durch
+die ursprünglich 3 (persischen), später 7 (chaldäischen) Himmel[2189],
+-- wichtig als ein frühes Beispiel der „ekstatischen Vision in einer
+Art Rauschnarkose“, wie sie bei den Schiiten Persiens noch gegenwärtig
+im Schwange ist[2190]. Die jüdische Litteratur nimmt den Gedanken
+der Himmelsreise anscheinend erst in hellenistisch beeinflußten
+Texten auf[2191]. Das Buch „~Henoch~“ z. B., das in griechischer,
+äthiopischer und ausführlicher in slavischer (aus dem Griechischen
+übersetzter) Fassung vorliegt, kennt die Auffahrt ~Henochs~ durch
+die 7 Himmel[2192], es erwähnt die 7 Sphären mit den 7 Planeten
+Kronos, Aphrodite, Ares, Sonne, Zeus, Hermes, Mond[2193] und läßt
+~Adam~ aus 7 Bestandteilen zusammengesetzt und mit 7 Eigenschaften
+oder Naturen ausgestattet sein[2194]. Ähnliche Anspielungen enthalten
+u. a.[2195]: die „Testamente der 12 Patriarchen“, die (stark christlich
+überarbeitete) „Ascensio ~Jesaiae~“, die griechisch und slavisch
+bekannte „Apokalypse des ~Baruch~“, die „Himmelfahrt des ~Moses~“, die
+sog. „Oden ~Salomons~“[2196], die paulinischen Schriften (die aber nur
+von 3 Himmeln wissen) und christlichen Apokalypsen, die Apokryphen
+„Leben ~Josef~ des Zimmermannes“ und „Die sieben Aeonen der Finsternis“
+usf.[2197]; von mehreren Himmeln spricht ~Origenes~ (185-254), von 7
+Himmeln ~Clemens Alexandrinus~ (gest. 216), und auf christliche oder
+jüdische Überlieferung scheint auch der spätislamische Bericht von
+~Muhammeds~ Himmelfahrt zurückzugehen[2198].
+
+Die +Vergöttlichung+ der Elemente, wie sie bereits im Orient und
+frühzeitig bei den Orphikern gebräuchlich war, fand bei den Stoïkern
+allgemeine Aufnahme[2199], desgleichen die mit ihr in naher Verbindung
+stehende Anschauung, daß, wie jede Gottheit, so auch jedes Moment
+ursprünglich +mannweiblicher+ Natur sei[2200]. Den Ägyptern war schon
+von altersher die Annahme geläufig, das finstere Urwasser ~Nun~
+habe männliche und weibliche Keime in sich getragen, aus denen ein
+Ei hervorging, das Einige als „Weltenei“ durch ~Chnum~ der Göttin
+~Neith~ übergeben ließen um es auszutragen, während Andere es mit
+dem Skarabäus oder dem Geier in Verbindung brachten, die man als
+zweigeschlechtlich (zuweilen auch als ungeschlechtlich) ansah[2201];
++nicht+ altägyptisch ist hingegen die von ~Seneca~[2202] und
+~Iamblichos~ (gest. 330)[2203] erwähnte Lehre, daß jedes der vier
+Momente einen männlichen und weiblichen Teil enthalte, die man als die
+acht Elementen-Götter verehre, vielmehr ist diese erst ein Erzeugnis
+ptolemäischer Zeit und geht wohl auf griechische Überlieferung
+zurück[2204]. Der Glaube an androgyne Gottheiten war nämlich bereits
+der älteren griechischen Welt keineswegs fremd[2205], doch nahm er erst
+gegen 400 v. Chr. und besonders in Athen lebhaften Aufschwung, teils
+unter dem Einflusse kleinasiatischer und cyprischer Kulte (z. B. des
+der „bärtigen ~Aphrodite~“, ~Aphrodite~ barbata, geweihten), teils
+zufolge der Bestrebungen großer Künstler, männliche und weibliche
+Körperschönheit in der nämlichen Statue harmonisch zu vereinigen,
+das ἀρῥενόθηλυ in Gestalt von Hermaphroditen darzustellen[2206]; da
+er zuerst bei Pythagoräern und Orphikern nachweisbar wird, -- es sei
+nur an das Ei des ~Phanes~ und dessen Zweigeschlechtigkeit erinnert,
+-- und zum Teil mit unzüchtigen Kultgebräuchen zusammenzuhängen
+scheint[2207], so ist es sehr wohl möglich, daß es ihnen aus dem
+Oriente zukam[2208], und tatsächlich ist es eine echt orientalische,
+in der babylonischen, iranischen und vielleicht auch jüdischen
+Litteratur nachweisbare Vorstellung[2209], daß das, was zu allem
+werden, was alles aus sich schaffen und was alles Leben in der Natur
+hervorbringen kann, die Zeugungskraft beider Geschlechter in sich
+vereinigen muß[2210]. Die Stoïker, die diese Vorstellung aufgriffen,
+erweiterten und pantheistisch umdeuteten, nahmen daher eine androgyne
+höchste Gottheit an[2211], deren männliche und weibliche Teile
+späterhin auch als ζωὴ καὶ φῶς (Leben und Licht), ψυχὴ καὶ νοῦς
+(Seele und Geist), Leben (ζωή = Milch oder Trank der Unsterblichkeit,
+φάρμακον τῆς ἀθανασἰας) und Tod (νοῦς = guter Hirt = Totengott
+~Anubis~) allegorisiert werden[2212]. Soweit hellenistische Einflüsse
+reichen, haben sich auch ähnliche Gedanken erhalten, z. B. in den
+mannweiblichen Urgottheiten der Gnostiker und Manichäer[2213], den
+Gestalten zahlreicher gnostischer Erzählungen und Legenden[2214],
+den (mit den Urgottheiten oft wesensgleichen oder verwandten)
+Urmenschen phrygischer, iranischer und jüdischer Mythen[2215], den
+7 zweigeschlechtlichen Menschen bei ~Poimandres~[2216], den Dämonen
+der meist im 2. Jahrhundert verfaßten, jedoch zum Teil erst im 3.
+oder 4. niedergeschriebenen Zauberpapyri[2217] usf. Fraglich bleibt
+es, ob aus den nämlichen Gesichtspunkten, wie manche wollen, auch die
+Annahme männlicher und weiblicher Edelsteine, Mineralien und selbst
+Drogen zu erklären sei, denn da das Vorhandensein männlicher und
+weiblicher Palmbäume und anderer Gewächse im Orient seit altersher
+und in Griechenland mindestens seit ~Herodot~ und ~Ktesias~ bekannt
+war[2218], kann es sich hierbei auch um unmittelbare Analogien
+anderer Art handeln; jedenfalls sprechen als von etwas Wohlbekanntem
+schon ~Theophrastos~ und seine späteren Nachfolger, aus deren Werken
+~Plinius~ die betreffenden Kapitel der „Naturgeschichte“ kompilierte,
+von männlichem und weiblichem Carneol (σάρδων), Lasurstein (κύανος),
+„Luchsstein“ (λυγκούριον), „Adlerstein“ (ἀετίτης), Stimmi (στίμμι
+= Antimonglanz) usf., wobei die größeren, härteren, dunkleren und
+glänzenderen Exemplare für die männlichen gelten[2219]; ebenso ist
+bereits bei ~Hippokrates~ u. a, von männlichen Weihrauchtropfen die
+Rede[2220], unter denen offenbar gleichfalls die größeren und längeren
+zu verstehen sind, wie man denn auch bei Sträuchern und Kräutern die
+höher und kräftiger aufschießenden Varietäten, ja Individuen, kurzweg
+als „männliche“ zu bezeichnen pflegte.
+
+Schon weiter oben wurde darauf hingewiesen, daß zu den sonstigen
+Lehren, die die Stoïker zwar nicht aufbrachten, aber zu tonangebenden
+ausgestalteten, +erstens+ die von der Umwertung der irdischen
+Elemente zu Elementen und Grundpfeilern des Himmels zählt, -- die
+fortan gleichfalls στοιχεῖα (Stoicheía) heißen und namentlich in
+Gestalt der 7 Planeten als „Herren“ der Tage, Jahre und Zeitperioden,
+sowie als κοσμοκράτορες (= Weltregenten) das gesamte allgemeine und
+besondere Geschehen beherrschen und lenken[2221] --, und +zweitens+
+die vom Zusammenhange zwischen Planeten und Erzeugnissen der Erde,
+z. B. Tieren, Pflanzen, Mineralien, Metallen, aber auch Gewürzen,
+Wohlgerüchen usf.[2222]; da indessen derlei Theorien in engster
+Verbindung mit den eigentlich astrologischen stehen, so sollen sie im
+nachfolgenden Absatze gemeinsam mit diesen besprochen werden.
+
+
+c) Die Astrologie.
+
+Die Astrologie der synkretistischen Zeit ist der Versuch, auf
+anscheinend untrügliche und zweifellos feststehende (in Wahrheit
+freilich unverstandene oder mißdeutete) Naturgesetze hin ein
+einheitliches Weltbild zu gestalten und dabei die Vorgänge im ganzen
+Kosmos als abhängig von denen am Sternenhimmel zu erweisen[2223].
+Grundlagen dieses Versuches waren der alte griechische Volksglauben
+an die Göttlichkeit der Gestirne, der ältere babylonische Stern- und
+der jüngere chaldäische[2224] Planetendienst, sowie die griechische
+Philosophie und Wissenschaft, besonders die der Stoa mit ihren Lehren
+von der Heimarméne, der allgemeinen Sympathie im Weltall und der
+Einwirkung des Makro- auf den Mikrokosmos, die nicht selten lebhaft
+an die Vergleiche moderner Soziologen zwischen Gesellschaft, Staat
+oder Menschheit und einem großen Organismus, sowie an die Theorien
+vom Einflusse des sog. Milieu erinnern[2225]. Die Astrologie als
+Resultierende dieser Komponenten ist entschieden ein Erzeugnis des
+Hellenismus[2226], unter dessen Einfluß die Griechen Stern-Dienst
+und -Verehrung allmählich und „nur nach langem Sträuben“ annahmen,
+zunächst und vorzugsweise in Ägypten[2227]. Unter den Schriften ihrer
+hervorragenden Astronomen zeigen z. B. noch jene von ~Platons~ Schüler
+~Eudoxos~ und die in derlei Hinsicht an Gelegenheiten zur Anknüpfung
+so überreichen „Sternerscheinungen und Wetterzeichen“ des ~Aratos~ (um
+250 v. Chr.) keinerlei Spuren astrologischer Vorstellungen, vielmehr
+treten solche erst bei ~Hipparchos~ von Alexandria zutage, also um
+150 v. Chr.[2228]; zu dieser Zeit waren aber in Ägypten neben dem
+u. a. auch dem Fälscher ~Bolos~ von ~Mende~ zugeschriebenen Buche
+über die „Sternzeichen“ (περὶ σημείων)[2229] schon die weiter oben
+erwähnten „Hermetischen Untersuchungen“ erschienen, sowie das Hauptwerk
+des ~Petosiris~ und ~Nechepso~, das für Ansehen und Auffassung der
+Astrologie während der folgenden Jahrhunderte nach jeder Richtung hin
+ausschlaggebend blieb.
+
+Von großer Bedeutung für die Ausbreitung dieser „Wissenschaft“ erwies
+sich ihre Aufnahme und Förderung durch die jüngeren Stoïker, sowie
+die Neu-Pythagoräer und -Platoniker, welche letzteren Schulen als
+eine ihrer Hauptquellen die Schriften des „uralten Dichters und
+Sehers“ ~Orpheus~ ausgaben, den die Abbildungen nicht selten beim
+Spielen der Leier in nächtlicher Stunde zum Sternenhimmel aufblickend
+darstellen. Die sog. „Orphischen Hymnen“, die als Reste der ihm
+zugeschriebenen mystisch-philosophischen Lehrgedichte vorliegen,
+stammen indessen ihrer ursprünglichen Gestalt nach erst aus den beiden
+letzten vorchristlichen Jahrhunderten und unterlagen zudem später oft
+wiederholten und tiefgreifenden Abänderungen, teils durch Einschiebung
+stoïsch-pantheistischer Gedanken und popular-philosophischer Wendungen,
+teils durch Umformung zu Zwecken der Magie und Dämonologie, -- in
+welcher Form sie dann in die Zauberpapyri des 3. und 4. Jahrhunderts
+übergingen[2230]. Sie sind also selbstverständlich nicht beweisend
+für ein Zurückreichen astrologischer Gedanken bis in das mythische
+Zeitalter und können die Tatsache nicht erschüttern, daß sich der
+griechische Geist mit den chaldäischen Lehren, namentlich von den 7
+Himmeln und den 7 beherrschenden Planetengöttern, erst seit Beginn
+der hellenistischen Periode zu befreunden begann. Bezeichnend für
+die verhältnismäßig rasch fortschreitende Durchdringung chaldäischen
+und griechischen Geistes ist es, daß bereits im 1. vorchristlichen
+Jahrhundert ~Asklepiades~ von ~Myrleia~ den ~Homer~ astrologisch
+kommentierte, und daß Siegelsteine (sog. Zylinder) der griechischen
+Spätzeit die 5 Planetengötter nebst Sonne und Mond eingeschnitten
+zeigen[2231]. Nach ~Philo~ von Alexandria, der um Beginn unserer
+Zeitrechnung schrieb, gelten die 7 Planeten als Herrscher von
+unbeschränkter Gewalt, deren Ruhm und Macht gar nicht genügend
+gepriesen werden kann[2232], die man in ihren Sinnbildern, z. B. 7
+Lichtern, einem siebenarmigen Leuchter, den 7 griechischen Vokalen
+αεηιυοω usf. zu verehren pflegt[2233], und die im engsten Zusammenhange
+mit den „göttlichen“ vier Elementen stehen, aus denen sich die gesamte
+Welt (einschließlich des Menschen) aufbaut[2234], und in die sie auch
+wieder zerfällt, „da kein Wesen zu nichts wird, sondern sich zu dem
+auflöst, woraus es entstand“[2235].
+
+Die endgültige wissenschaftliche Darstellung der Astrologie auf Grund
+der pythagoräischen, peripatetischen und stoïschen Lehren liegt in
+dem gegen 160 n. Chr. verfaßten „Tetrabiblos“ des ~Ptolemaios~ vor,
+welcher Forscher, ebenso wie sein größerer Fachgenosse ~Kepler~,
+neben der Astronomie auch die Astrologie zu betreiben geneigt oder
+genötigt war. Dieses Werk faßt in eingehender, oft fast haarspalterisch
+eindringlicher Weise die Ansichten sämtlicher Vorgänger zusammen, und
+zwar so vollständig und in seiner Art so vollendet, daß es fortan
+das dauernd maßgebende und überhaupt das letzte selbständige der
+ganzen Gattung blieb, zu dem alle späteren sich nur als Auslegungen
+und Kommentare verhalten[2236]. Der Umfang dieser erklärenden und
+ergänzenden Litteratur ist erstaunlich, da zur Zeit allein an
+griechischen Handschriften mindestens 170 bekannt, wenn auch in dem
+großen Sammelwerke „Catalogus codicum astrologorum graecorum“[2237] nur
+zum geringsten Teile und auszugsweise veröffentlicht sind[2238]. Die
+Planeten spielen bei ~Ptolemaios~ eine ganz hervorragende Rolle, doch
+ist zu bemerken, daß er, abgesehen von dem für apokryph zu erachtenden
+Schlußkapitel, stets nur von fünfen spricht[2239], neben denen Sonne
+und Mond stehen; die Gestalt, in der die Sonnengottheit auftritt, ist,
+wenngleich sie noch nicht mit dem betreffenden +Worte+ bezeichnet
+wird, schon völlig die des „+Königs+ Helios“ und beeinflußt als solche
+die gesamte spätere Literatur und die malerische und plastische
+Darstellung, auch noch die mittelalterliche[2240]. Als trocken und
+daher männlich sieht ~Ptolemaios~ ~Ares~, ~Zeus~ und ~Kronos~ an, als
+feucht und daher weiblich ~Selene~, ~Aphrodite~ und auch ~Hermes~, der
+sonst meist für mannweiblich gilt[2241]; die männlichen sind tages-
+und lichtfroh und freuen sich (χαίρουσιν), zusammen mit der Sonne
+auf- oder unterzugehen[2242]. ~Kronos~ bezeichnet er als aschgrau,
+~Zeus~ als weiß, ~Ares~ als rot, ~Aphrodite~ als gelb oder blond und
+~Hermes~ als bunt oder wechselnd, doch stimmen die Handschriften und
+die Überlieferungen bei den Scholiasten nicht genügend überein, und die
+näheren Angaben letzterer lauten völlig verwirrt[2243].
+
+Von den Abänderungen der ptolemaeischen Theorien ist nur eine
+einzige als bedeutsam zu bezeichnen; unter der üblichen Berufung auf
+~Pythagoras~ und ~Platon~ und in Anlehnung an gewisse Vorstellungen
+des platonischen „Timaeus“ lehrten nämlich die Neuplatoniker, daß
+die Sterne, insbesondere die Planeten, die Geschehnisse im Weltall
+zwar nicht selbst +bewirken+, sie jedoch +anzeigen+[2244]: mit
+Recht beobachteten daher die „Weisen“ des platonischen Staates, die
+in den Augen der Neuplatoniker Astrologen waren, die Stellungen
+und Bewegungen der Gestirne, denn diese gestatteten ihnen wichtige
+Rückschlüsse z. B. betreff der „richtigen“ Zeiten für Ehe, Konzeption,
+Entwicklung des Fötus usf.[2245]; die Entscheidung über das, was in
+der Welt zu geschehen hat, geht freilich von der Gottheit aus, aber
+vermittelt, angezeigt und ausgeführt werden ihre Befehle durch die
+demiurgischen Wesen, vor allem durch die Dämonen, „die an Zahl den
+Mikroben gleichen, allerorten gegenwärtig sind und überall ihre Hand
+im Spiele haben“[2246], -- weshalb auch die Dämonologie, die Kunst des
+Rufens, Erkennens, Unterscheidens, Verehrens und Bannens der Geister
+eine der umfangreichsten und wichtigsten Seiten des neuplatonischen
+Systemes bildet[2247]. Indem dieses jedoch das +Wirken+ der Gottheit
+vorbehielt, die von Dämonen gelenkten Planeten aber für bloße
++Anzeiger+ des göttlichen Willens erklärte, machte es die Astrologie
+vereinbar mit sämtlichen Religionen, auch den streng monotheistischen,
+und hierin besteht die Wichtigkeit der besprochenen Umdeutung[2248];
+allgemein angenommen oder folgerichtig durchgeführt wurde sie übrigens
+keineswegs, und als im Kampfe des von griechischen, ägyptischen,
+chaldäischen und jüdischen Einflüssen durchtränkten Neuplatonismus
+mit Mithrasdienst, Manichäismus und Christentum das letztere Sieger
+und „Universalerbe“ geblieben war[2249], erhielt der ptolemaeische
+Gedanke sogar allmählich wieder die Oberhand, trotzdem er in unlösbarem
+Widerspruche mit christlichen Grundwahrheiten stand.
+
+Wie im Osten, so faßte die Sterndeuterei, gefördert durch die jüngere
+Stoa und ganz besonders durch ~Poseidonios~, auch im Westen Boden,
+so daß in Italien schon 139 v. Chr. von einer ersten Austreibung
+der „Chaldäer“ als gemeingefährlicher Lügner und Betrüger berichtet
+wird[2250]. Diese blieb aber nicht nur ohne jeden dauernden
+Erfolg, sondern der „chaldäische Geist“ erwies sich als geradezu
+unüberwindlich, erfaßte mit staunenswerter Raschheit immer weitere
+Kreise und hatte schon zur Zeit ~Ciceros~ die gesamte prosaische und
+poetische Litteratur derart durchdrungen, daß er sich bei allen,
+auch bei den sonst freiesten und aufgeklärtesten Schriftstellern der
+klassischen Periode, geschweige denn bei ihren späteren Nachfolgern,
+als etwas völlig selbstverständliches, einer Begründung gar nicht erst
+bedürftiges geltend macht[2251]. Nicht wenig scheint hierzu die immer
+engere Berührung mit Ägypten beigetragen zu haben, woselbst zu Beginn
+unserer Zeitrechnung die Astrologen Alexandrias eine Gewerbesteuer
+(„Narrensteuer“ genannt) zahlten[2252], und der berühmte Zodiakus
+(Tierkreis) von Denderah ~Jupiter~ und ~Mars~ sperberköpfig abgebildet
+zeigt, ~Saturn~ stierköpfig, ~Merkur~ menschenköpfig, ~Venus~ aber
+doppelköpfig, -- wohl eine Nachwirkung ihrer beiden Formen als Morgen-
+und Abendstern, ~Istar~ und ~Belit~[2253].
+
+Unter der Regierung des ~Augustus~ war die Astrologie nicht nur zur
+Mode und zum Bedürfnisse der feinen Gesellschaft geworden, sondern
+fand geradezu Aufnahme von Staats wegen[2254]: rühmte doch ~Augustus~
+selbst sich gewisser Wunderzeichen, die bewiesen, daß das Fatum (= die
+Heimarméne) ihn zur Herrschaft berufen habe[2255]. Vermutlich höfischen
+Anregungen folgend verfaßte ~Manilius~ damals sein Lehrgedicht
+„Astronomica“, dessen Gesänge, soweit sie vollendet wurden, in schönen
+Versen und edler Sprache eine Übersicht der gesamten Astrologie
+bieten, jedoch unter planmäßigem Ausschluß aller rein ägyptischen
+Gottheiten und rein chaldäischen Lehren, daher auch der meisten die
+Planeten betreffenden[2256]. Die Schicksale, Lebensberufe usf. des
+Menschen, der ein Mikrokosmos ist[2257], gehen nach ~Manilius~ nicht,
+wie Chaldäer und Ägypter behaupten, von den Planeten aus (die er
+meist, aber nicht immer, „astra“ oder „stellae“ nennt), sondern, wie
+der Kyllenier, d. i. ~Hermes~, verkündigte[2258], von den Fixsternen
+(meist, aber nicht immer, „sidera“ geheißen), und zwar von jenen des
+Tierkreises, wenngleich die Planeten nicht ganz ohne Belang sind, da
+sie und die Fixsterne sich gegenseitig beeinflussen können[2259].
+Von den 7 Planeten, die mit den 7 Mündungen des Nils zu vergleichen
+sind[2260], werden Sonne und Mond stets zusammen genannt und den fünf
+übrigen in der Anordnung des ~Poseidonios~ aufgezählten Wandelsternen
+gegenübergestellt[2261], als deren Anführer der Mond gilt, der
+zugleich auch (durch Ebbe und Flut) die Tiefe des Meeresgrundes
+beherrscht[2262]. ~Merkur~ ist nur als Morgen- und Abendstern sichtbar,
+ebenso ~Venus~, für die an Stelle der alten Namen ἐωσφόρος (Eosphóros)
+und ἕσπερος (Hésperos) auch der neue φωσφόρος (Phosphóros = Lucifer
+= Lichtträger) tritt[2263]; ~Saturn~ wird als schätze-sammelnder und
+-hütender Alter bezeichnet[2264]. Das Geschlecht der Planeten ist
+verschieden, ebenso wie das der Sterne im Tierkreise[2265], unter denen
+merkwürdigerweise der Stier (taurus) als weiblich auftritt, weil ~Jo~
+in ein Rind verwandelt wurde[2266].
+
+Im weiteren Verlaufe der Kaiserzeit nahm die Astrologie, die zwar,
+wie ~Tacitus~ hervorhebt[2267], offiziell stets verboten, zugleich
+aber unter der Hand geduldet, ja gefördert wurde, an Einfluß und
+Macht immer weiter zu, vor allem am kaiserlichen Hofe selbst[2268];
+ihre Vertreter waren meist Asiaten, Griechen und Ägypter, wie z. B.
+der berüchtigte „in allen chaldäischen Künsten erfahrene“ ~Pammenes~,
+von dessen Ausweisung 66 n. Chr. unter der Regierung ~Neros~
+~Tacitus~ berichtet[2269]. Einen Begriff davon, wie gänzlich schon
+im 1. und 2. Jahrhundert alles staatliche und private Wesen von
+Aberglauben jeglicher Art durchdrungen war, erhält man am besten aus
+der „Naturgeschichte“ des ~Plinius~ (um 75 n. Chr.), in der ganze
+Bücher mit Hunderten von Kapiteln über nichts anderes handeln, ferner
+aus den „Attischen Nächten“ des ~Aulus Gellius~ (113-165) mit ihren
+langatmigen Darlegungen über die 7 Planeten, die Siebenzahl usf.[2270],
+sowie aus dem „Buche der Traumdeutungen“ des ~Artemidoros~ (135-200),
+dem Vorbilde einer endlosen Litteratur, deren letztes Glied das auch
+heute noch weitverbreitete und immer neu aufgelegte „Große ägyptische
+Traumbuch“ ist. Die Vorbedeutungen und Wirkungen der Sterne, so
+heißt es bei ~Artemidoros~, braucht man nur zu erläutern, nicht zu
+beweisen, „denn für jeden Gebildeten stehen sie ohnehin fest“[2271],
+-- nämlich getreu dem Grundsatze, den noch 1648 ~Salmasius~ in seinem
+ebenso gelehrten wie monströs-formlosen Werke über die Astrologie
+anführt[2272], „aut astra dii sunt, aut nulla est astrologia“,
+„entweder sind die Sterne Götter, oder es gibt keine Astrologie“!
+
+Weitere Fortschritte machte die abergläubische Bewegung unter
+den orientalischen oder von Orientalen umgebenen Kaisern des 3.
+Jahrhunderts, besonders unter den ~Severen~, „deren politische Tat
+die völlige Orientalisierung der Religion auch im Westen des Reiches
+war“[2273]. ~Septimius Severus~ (193-211) z. B. besoldete Astrologen
+von Staats wegen[2274], stellte zuerst zu Rom Altäre der Planetengötter
+auf, wie sie später u. a. im Circus maximus erwähnt werden[2275], und
+erbaute ein „Septizonium mit den sieben Planeten- oder Tages-Göttern“,
+vermutlich ein Planetenhaus, das die Konstellation des vom Fatum für
+den Thron bestimmten Kaisers versinnlichte[2276]; ~Severus Alexander~
+(222-235) befahl, die in Ägypten gesammelten Bücher der geheimen
+Weisheit in das Grab ~Alexanders des Grossen~ zu legen und in diesem
+zu verschließen[2277], und reihte unter seine Penaten ~Orpheus~,
+~Abraham~, ~Christus~ und ~Apollonius~ von ~Tyana~ ein[2278]. Die
+Neigung der Astrologen zu Lug und Trug war zwar niemals ein Geheimnis
+geblieben, -- nennt doch in diesem Sinne schon bei ~Petronius~ (zur
+Zeit des ~Nero~) der reiche Prasser ~Trimalchio~ einen Weinfälscher
+„im Zeichen des Wassermannes geboren“, welcher Spott ihn freilich
+nicht hindert, die Wände seines Hauses mit den 7 Planeten- und 12
+Tierkreis-Bildern bemalen zu lassen[2279] --, aber man sah über
+diese Schattenseite hinweg und ließ der „Wissenschaft der Sterne“
+immer freiere Bahn[2280]. Stets neue Anhänger gewann ihr einerseits
+der Verfall der alten heimischen Kulte, das Aufhören der Orakel,
+das Verbot der Vögel- und Eingeweide-Schau[2281], andererseits die
+allgemeine Überzeugung, daß die wahre Quelle neuer religiöser und
+philosophischer Ideen allein im Oriente fließe[2282], dem nun Frömmler
+und „Geweihte“ zuströmten, um „am Nil, am Euphrat oder angeblich gar
+am Ganges in die Schule zu gehen“ und sich in der Magie, Theurgie,
+Dämonologie, Iatromathematik, in der Lehre von der medizinischen
+Sympathie und den heilbringenden Wundermitteln u. dgl. mehr zu
+unterrichten oder doch zu vervollkommnen[2283]. Der zum Teil geradezu
+gemein- und staatsgefährliche Charakter, den die Gesamtheit dieser
+„Künste“ allmählich anzunehmen schien, erklärt das von ~Diokletian~
+nach der Niederwerfung des ägyptischen Aufstandes im Jahre 296
+erlassene allgemeine Verbot[2284]; durchgeführt konnte dieses aber
+nicht werden, vielmehr erreichte die Astrologie im 4. Jahrhundert
+ihre größte Macht und Verbreitung, wie sie uns vor allem aus dem
+zusammenfassenden Werke des ~Firmicus Maternus~ (verfaßt 335-337) und
+den Schriften ~Hephaistions~ (um 340) und seiner Nachfolger sichtlich
+entgegentritt[2285]. Als seine Hauptquellen in der „Mathesis“[2286]
+bezeichnet ~Firmicus Nechepso~, den göttlichen König, und ~Petosiris~,
+den Oberpriester und weisen Alten[2287], ferner ~Anubis~, ~Aeskulap~
+und ~Merkur~[2288], endlich ~Abraham~, ~Achilles~, ~Kritodemos~,
+~Orpheus~, die Pythagoräer und Platoniker[2289], während er sich über
+andere Vielbenützte ausschweigt, z. B. über ~Anubion~, ~Manetho~,
+~Manilius~, ~Ptolemaios~, ~Vettius Valens~[2290]. Die Astrologie ist
+ihm eine göttliche Wissenschaft (divina scientia)[2291] und fordert
+daher von ihren Vertretern strengste Geheimhaltung, kultische Reinheit
+der Person und des Lebenswandels, sowie völlige Freiheit von Habsucht,
+Geldgier und gemeinem Streben[2292]. Die Hauptrolle spielen bei
+~Firmicus~ die Planeten, die, je nach ihren Stellungen, Bewegungen und
+Beziehungen untereinander und zu den Fixsternen, ganz wie schon in den
+„Astrologúmena“, die menschlichen Lebensschicksale, Neigungen, Berufe,
+Kenntnisse usf. bis in die kleinsten Einzelheiten bestimmen[2293].
+
+~Constantin der Grosse~ (323-337), zu dessen Zeit ~Firmicus~ schrieb,
+blieb astrologischem und anderem Aberglauben zeitlebens ergeben;
+seine Thermen versah er mit 7 Nischen und 12 Portiken zur Aufnahme
+der Planeten- und Tierkreis-Bilder[2294], seine Kirchen erhielten 7
+Stufen, 7 Tore und 7 Bänke für die Priester[2295], und die der Sophia
+schmückte er „mit hellenischen Statuen der 12 Zeichen des Tierkreises,
+des Mondes, der ~Aphrodite~ und der übrigen Planeten“[2296], ohne sich
+hierin durch seine christlichen Neigungen und Gesinnungen beeinflussen
+zu lassen, deren Aufrichtigkeit allerdings überhaupt dahinsteht.
+Die Kirche bekämpfte anfangs, wie die Planetenwoche (s. weiter
+oben), so auch alle sonstigen mit der Astrologie zusammenhängenden
+Anschauungen und Einrichtungen, und zwar unter Hinweis auf ihre Engel,
+Märtyrer und Asketen, an deren Wundertaten auch die hervorragendsten
+Kirchenschriftsteller nicht minder fest glaubten, als etwa die
+schärfsten Denker der neuplatonischen Schule an die des ~Pythagoras~
+oder anderer ihrer „göttlichen Männer“[2297]. ~Tertullianus~ (um 190)
+verbietet in seiner Abhandlung „De idolatria“ den Christen, das Gewerbe
+eines Astrologen oder Magiers auszuüben[2298]. Daher finden sich auch
+die drei Magier, die dem Sterne bei ~Christi~ Geburt nachziehen, in den
+ursprünglichen Berichten als Chaldäer, Perser oder Araber bezeichnet,
+„die die Kunst (τέχνη, Téchne) verstehen“; sie heißen noch beim hl.
+~Hieronymus~ (331-420) „docti a daemonibus“ (von Dämonen belehrt),
+während sie erst im 6. Jahrhundert „Könige“ werden (wobei Stall,
+Krippe, Ochs usf. hinzutreten, um die Richtigkeit alter Prophezeiungen
+zu erweisen) und schließlich gar „heilige Könige“, deren Namen indes
+erst ~Beda Venerabilis~ (672-703) kennt[2299]. Vom 4. Jahrhundert an
+scheint das Verhalten der Kirche, wenigstens im Westen, zeitweilig
+ein weniger abweisendes gewesen zu sein, wofür indessen der berühmte
+„Chronograph von 354“ +nicht+ als Beleg angeführt werden kann, weil
+dieser römische Kalender, der neben den Abbildungen und astrologischen
+Charakteristiken der 7 Planetengötter u. a. die älteste Papst-Liste
+enthält, auch im übrigen keinerlei christliche Einflüsse verrät[2300].
+Späterhin wurde aber der alte Standpunkt wieder strenge festgehalten,
+zum mindesten grundsätzlich; die um 630 verfaßten „Origines“ des hl.
+~Isidorus~ (= Isidorus Hispalensis, Erzbischof von Sevilla), ein
+Sammelwerk, das trotz der völligen Kritiklosigkeit des Autors und
+seiner Vorliebe für die albernsten Etymologien kulturgeschichtlich
+außerordentlich wertvoll ist, sprechen von der Astrologie als einem
+„von den Chaldäern stammenden, vom Teufel begünstigten, von ~Christus~
+verworfenen Aberglauben“[2301], erwähnen daher kein Wort über
+Vorzeichen und Beziehungen, die sich an die 7 Planeten knüpfen, --
+auch nicht in dem verlockenden Kapitel „De natis“[2302] --, und führen
+nur an, daß sich von ihren Namen die der Wochentage ableiten[2303]
+und daß sich mit ihren Qualitäten auch die der menschlichen Körper
+verändern[2304]. In seiner kleineren Schrift „De natura rerum“
+behauptet ~Isidorus~, die Planeten hießen „errantia“ (Irrsterne), „weil
+sie uns in die Irre leiten“[2305], im übrigen schweigt er aber auch
+hier über alles abergläubische[2306] und nur vom ~Saturn~ sagt er an
+einer Stelle, er sei, wie ~Virgil~ bestätige, „von kalter Natur“[2307]
+und daher auch auf Erden Kälte erzeugend.
+
+Die hier und wiederholt auch schon im Vorhergehenden berührte Idee der
++Abhängigkeit irdischer Erzeugnisse+ von den +Gestirnen+, sowie ihrer
++Zusammengehörigkeit+ mit bestimmten Fixsternen und Planeten, zählt zu
+den eigentümlichsten und wichtigsten auf astrologischem Gebiete und
+rechtfertigt daher eine nähere Erörterung.
+
+Wie die ganze Lehre von den 7 Himmeln mit den 7 weltbeherrschenden
+Planeten-Gottheiten, so ist auch deren Ausgestaltung betreff der
+Einflüsse von Bewegung, Stellung, Auf- und Untergang, Farbe, Glanz
+und „Natur“ der einzelnen Gestirne eine spätbabylonische, also
+chaldäische[2308]. Den u. a. bei dem Astrologen ~Vettius Valens~ (2.
+Jahrhundert n. Chr.) ziemlich ausführlich erhaltenen Überlieferungen
+gemäß, geht sie von der Grundvorstellung aus, daß jeder Stern seine
+„Natur“ und „Kraft“ nach außen „emaniere“ und daher alles das, was
+seine Strahlen treffen, auch seinem eigenen Wesen entsprechend
+beeinflusse und gestalte[2309]. In Ägypten verschmolz diese Vorstellung
+mit der dort heimischen, daß gute Gaben, Segnungen u. dgl., Ausflüsse
+(ἀπόρῥοιαι) aus dem Leibe der Götter seien, wonach es einleuchtend
+erschien, daß solche auch den Sterngöttern zukämen, sowie den Sternen,
+deren Herren diese sind[2310]; gefördert wurde sie ferner durch die
+Theorie von der allgemeinen Sympathie, die derartige Beeinflussungen
+erklärlich machte, ja selbst erwarten ließ. So ruft denn schon bei
+~Philo~ jedes Sternbild des Tierkreises die ihm eigene Färbung auch
+in Luft, Wasser und Erde, bei allen Vorgängen in diesen Elementen,
+sowie bei allen Arten Gewächsen und Lebewesen hervor[2311]; auf dem
+Zodiakus (Tierkreis) von Denderah, der aus dem Anfange der Kaiserzeit
+stammt, sind den Namen der Planeten die von Mineralien und Metallen
+beigefügt[2312]; ~Ptolemaios~ stellt die Planeten nach ihrer Farbe
+mit den Metallen zusammen[2313]; die Neuplatoniker opfern ihnen die
+„zugehörigen“ Steine, Kräuter und Tiere[2314] und verbinden sie, auf
+oft lächerliche Spitzfindigkeiten hin, mit seelischen Eigenschaften,
+körperlichen Teilen, gesunden und kranken Säften (χυμοί), Tieren,
+Pflanzen, Mineralien, Edelsteinen, Metallen, Farbstoffen, Gerüchen,
+Gewürzen, Tönen, Vokalen usf.[2315]; der „göttliche“ ~Iamblichos~
+(gest. 330?) bezeichnet in dem, wenn nicht von ihm, so doch von seiner
+Schule herrührenden „Buche der Mysterien“ die Planeten als „sichtbare
+Götter“ (θεοὶ φανεροί, ὁρατοί)[2316] und läßt sie auf das Weltall, das
+„nur ein großes Tier (= Lebewesen) ist“ (ἕν ζῶον ἐστί τὸ πᾶν), vermöge
+der Sympathie, nach ihren Qualitäten, Farben und Strahlen Wirkungen
+ausüben[2317]. Ähnlich urteilen auch die gleichzeitigen Papyri, z. B.
+der Papyrus ~Mimaut~ (3. Jahrhundert)[2318], ferner die bei ~Proklos~
+angeführten Autoren[2319], sowie die späteren Gnostiker und Hermetiker,
+deren Ansichten schließlich in den sog. „Kyraniden“ eine letzte
+Ausgestaltung in der Richtung unsinnigsten Aberglaubens erfahren[2320].
+
+Die Ansicht ~Berthelots~, die älteste Anspielung (oder doch eine der
+ältesten) auf die Zusammengehörigkeit der 7 Planeten mit den Metallen
+u. dgl. enthalte die zur ptolemaeischen Frühzeit abgefaßte ägyptische
+Erzählung von dem in 7 Kisten eingeschlossenen Zauberbuche des Gottes
+~Thot~[2321], ist gänzlich irrtümlich; erstens stammt nämlich diese
+Erzählung aus dem 14. +vor+christlichen Jahrhundert[2322] und zweitens
+spricht sie anscheinend nur von sechs Kisten, die aus Eisen, Bronze,
+Palm- (oder Zimt-) Holz, Ebenholz und Elfenbein (schwarz-weiß), Silber,
+und Gold bestehen[2323]; auch eine Liste der Malerfarben Schwarz
+(kême), Dunkelblau, Rot, Hellblau, Grün, Gelb, Weiß hat nichts mit
+den 7 Planeten zu tun, gibt vielmehr, abgesehen vom Schwarz, diese
+Farben in der nämlichen Reihenfolge wieder, die für Aufzählung der
+kostbaren Mineralien und Steine (Lasur, Rubin, Türkis?, Smaragd, Topas,
+Bergkristall) die althergebrachte war[2324]. Daß Inschriften aus dem
+alten oder mittleren Reiche den Gott ~Ptah~ „Gießer des goldenen
+Sonnenkäfers“ nennen und die „Sonne mit den goldgelben Strahlen“,
+die „Sonne, die da goldene Strahlen hat“ preisen[2325], bezeugt
+nichts weiter, als daß auch die Ägypter, wie die verschiedensten
+Völker zum Teil ganz fernliegender Kulturkreise, schon frühzeitig
+den naheliegenden Vergleich zwischen Sonne und Gold, Mond und Silber
+zogen. Unbegründet ist endlich auch die Vermutung ~Berthelots~[2326],
+Listen von bloß fünf Metallen und Planeten (ohne Sonne und Mond), wie
+sie u. a. das Pariser Manuskript 2327 bietet, deuteten auf spezifisch
+ägyptischen Ursprung hin, -- denn eine Sonderstellung von Sonne und
+Mond ist nicht nur u. a. zur Zeit der Verschmelzung chaldäischer und
+persischer Religions-Vorstellungen nachweisbar, sondern auch bei
+späteren hellenistischen Autoren, z. B. bei ~Ptolemaios~.
+
+Über Entstehung und Ausbildung der Lehre von der Verbindung zwischen
++Planeten+, +Farben+ und +Metallen+ bei den Chaldäern selbst[2327]
+liegen bisher nur äußerst dürftige unmittelbare Nachrichten vor, so daß
+wir hauptsächlich auf spätere Überlieferungen angewiesen sind, die zum
+Teil aus weder zuverlässigen, noch lauteren Quellen stammen, in vielen
+Einzelheiten stark auseinander gehen und Rückschlüsse nur mit aller
+Vorsicht zu ziehen gestatten.
+
+Fraglos ist es, daß die Babylonier, vor allem die Chaldäer und die
+von ihnen beeinflußten jüngeren Perser, Götzenbilder aus Holz, Stein
+und Metall besaßen, u. a. aus Gold, Silber, Kupfer, Bronze (Erz)
+und Eisen; daß diese schon bei den alten Babyloniern solche der
+Planetengötter waren[2328], ist natürlich ausgeschlossen, und die
+oft angeführten Berichte des späten und stark iranisch beeinflußten
+Buches ~Daniel~ (verfaßt von 170 v. Chr. an)[2329] und des noch weit
+späteren Buches ~Baruch~ (verfaßt zwischen 100 und 250 n. Chr.)[2330]
+lassen Folgerungen hinsichtlich der fernen Vergangenheit nicht zu.
+Eine annähernde Vorstellung betreff der neueren Periode mag die von
+dem byzantinischen Chronisten ~Kedrenos~ (um 1050) wiedergegebene
+Erzählung gewähren, der gemäß Kaiser ~Heraklius~ (603-641) im Tempel
+der armenischen Stadt Gazakos, die er während des persischen Feldzuges
+eroberte, prächtige, vom Könige ~Chosroës~ von Persien (532-579)
+gestiftete Götzenbilder vorfand, „in der Kuppel wie im Himmel sitzend,
+umgeben von Sonne, Mond und Sternen, denen ~Chosroës~ als Göttern
+diente“[2331]. Ob durch Schriftsteller des 11. und 12. Jahrhunderts
+bewahrte Überlieferungen zutreffen, nach denen die chaldäischen
+Priester Fingerringe aus den verschiedenen Metallen trugen[2332],
+bleibe dahingestellt, denn vielleicht handelt es sich hierbei nur
+um Erneuerung einer Nachricht, die das gegen 215 von ~Philostratos~
+verfaßte Leben des vielberufenen ~Apollonius~ von ~Tyana~ enthält;
+dieser Wundermann, „neben ~Moses~ und ~Hermes Trismegistos~ der einzige
+wahrhaft göttliche“[2333], soll nämlich gelegentlich seiner in Indien
+betriebenen Studien der „über die menschliche Natur hinausgehenden
+Kunst Astrologie“ vom Brahmanen ~Jarchas~ 7 Ringe erhalten haben,
+die die Namen der 7 Planeten trugen (und aus deren Metallen
+bestanden?), und die er an den entsprechenden Wochentagen abwechselnd
+ansteckte[2334].
+
+Über die +Farben+, die die Chaldäer den einzelnen Planeten zuschrieben
+und daraufhin in Gestalt von Platten aus den „zugehörigen“ Metallen
+oder aus entsprechend glasierten Steinen auch bei ihren Tempelbauten
+in Anwendung gebracht zu haben scheinen, herrscht (wie schon weiter
+oben angeführt) keine ausreichende Gewißheit, und die verschiedenen
+vorliegenden Angaben lassen sich ohne willkürliche Abänderungen
+nicht in Übereinstimmung bringen[2335]. Im Abendlande dürfte, -- da
+so naheliegende Zusammenstellungen wie z. B. die von Gold und Sonne
+bei ~Pindar~ (5. Jahrhundert v. Chr.) nicht wohl in Betracht kommen
+können --, die erste einschlägige Anspielung, wie schon gegen 1800
+der hochgelehrte ~Beckmann~ erkannte[2336], in ~Platons~ Dialoge
+„Kritias“ zu finden sein, woselbst (sichtlich nach persischen
+Vorbildern, die dem Verfasser vor Augen schwebten) über die Hauptstadt
+der Insel Atlantis berichtet wird, ihre äußere Mauer sei mit Kupfer
+belegt, ihre innere mit Zinn und die Schloßmauer mit Gold. Im Orient
+bleiben ähnliche Vorstellungen anscheinend viel länger lebendig,
+doch liegen sie meist nur in späten Überlieferungen vor, aus denen
+sich bestimmte Schlüsse nicht ableiten lassen. So z. B. erwähnt der
+arabische Kosmographe ~Aldimeschqi~ (1256-1327), der meist aus sehr
+alten und guten Quellen schöpfte, die Stadt Jerusalem und ebenso die
+Peterskirche zu Rom seien von 7 Mauern aus Feuer (= feuerfarbigem
+Metall oder Stein?), Gold, Marmor, ...gestein, Silber, Eisen und Kupfer
+umgeben gewesen[2337]; der 7 „jenen Ekbatanas gleichenden“ Mauern der
+Stadt Ganzakh tut der armenische Historiker ~Moses~ von ~Chorene~ (5.
+Jahrhundert) Erwähnung, derer des Palastes des sassanidischen Königs
+~Vahraran~ V. (= ~Bahram Gur~) der persische Dichter ~Nizami~ (gest.
+1198)[2338]; ferner schildert sein Landsmann ~Dschami~ (1414-1492) in
+„~Jussuf~ und ~Suleikha~“ den Bau eines Schlosses, das, gleich jenen
+der Könige ~Chosrau~ (= ~Chosroës~), ~Kei Kawus~ und ~Bahram Gur~, aus
+„7 voneinander umgebenen“ Palästen bestand, für die 7 Tage der Woche
+bestimmt, in 7 Farben prangend und unter dem Einflusse der 7 Planeten
+stehend, -- wobei jedoch nur vom siebenten bemerkt wird, daß er in
+Gold erstrahlte[2339]. Auch in den Erzählungen „Tausendundeine Nacht“,
+die zum Teil bis in das 8. Jahrhundert zurückgehen, ist die Rede von 7
+solchen Palästen aus Kristall, Marmor, chinesischem Stahl, Edelstein,
+Porzellan, Silber und Gold[2340], und von der Kuppel des Pharus zu
+Alexandria melden die „Arabischen Wundergeschichten“, vermutlich einer
+hellenistischen Tradition folgend, daß sie an jedem der 7 Wochentage
+in einer anderen, jedenfalls dem betreffenden Planeten entsprechenden
+Farbe erglänzte[2341].
+
+Welches diese Farben waren, bleibt zweifelhaft, denn schon die
+Angaben bei ~Ptolemaios~ und seinen Kommentatoren schwanken, und in
+noch höherem Grade gilt dies von jenen der späteren Schriftsteller
+und Enzyklopädisten, die oft auch nur die zugehörigen, nicht immer
+bestimmt zu deutenden Mineralien betreffen. In der nachstehenden
+Tabelle gibt Reihe 1 die (nicht immer sicher zu benennenden) Farben
+nach ~Ptolemaios~ (um 150) an[2342], 2 nach ~Vettius Valens~ (2.
+Jahrhundert) und einigen Zeitgenossen[2343], 3 nach ~Firmicus~ (um
+335), 4 nach ~Pseudo-Kallisthenes~ (4. bis 5. Jahrhundert)[2344], 5
+nach der arabischen Enzyklopädie der „Treuen (richtiger: lauteren)
+Brüder“ (10. Jahrhundert)[2345], 6 nach einer in ~Ruskas~ Ausgabe
+des „Steinbuches des ~Aristoteles~“ erwähnten Quelle[2346], 7 nach
+dem persischen Dichter ~Nizami~ (12. Jahrhundert)[2347], 8 nach der
+arabischen Enzyklopädie des ~Aldimeschqi~ (1256-1337)[2348]:
+
+ Saturn Jupiter Mars Sonne Venus Merkur Mond
+ φαίνων φαέθων πυρόεις ἥλιος φωσφόρος στίλβων σελήνη
+ ----------------------------------------------------------------------
+ 1. aschgrau weiß rot golden gelb verschieden silbern
+ (blond) (bunt)
+
+ 2. schwarz weiß rot (gold)- bunt gelb grünlich
+ glänzend
+
+ 3. schwarz -- rot golden -- -- weiß
+
+ 4. Ophit Aerit Hämatit Berg- Sapphir Smaragd Diamant
+ (schwarz) (grün) (rot) kristall (blau) (grün)
+
+ 5. schwarz grün rot golden blau bunt silbern
+
+ 6. Sabh Berg- Hämatit Berg- -- Magnet- Onyx
+ (schwarz?) kristall kristall? stein
+
+ 7. schwarz sandarach rot golden weiß azur grün
+ (gelbrot)
+
+ 8. schwarz sandarach rot golden blau braun? grün
+
+Wiederum abweichende Farben führt, nach ~Salmasius~[2349], ~Porphyrius~
+(3. Jahrhundert) an und vergleicht sie mit denen der bunten Gewänder
+(vermutlich der 7 bunten Gewänder der ~Isis~ bei den Naassenern)[2350],
+während +einige+ Autoren auf Beziehungen zu gewissen „irdischen
+Sternen“, d. i. Blumen, verweisen (die aber nicht stets die +heute+
+so benannten sind)[2351], z. B. des ~Saturn~ zur Hyazinthe (dunkel),
+des ~Jupiter~ zur Lilie (weiß), des ~Mars~ zur Viole (rot), der Sonne
+zur Rose (rot; gelb), der ~Venus~ zur Anagallis (gelbrot; rot; blau),
+des ~Merkur~ zum Krapp (gelbrot), des Mondes zur Narzisse (grünlich),
++andere+ Schriftsteller aber auf solche zu gewissen Tieren, z. B. des
+~Saturn~ zum Esel (aschgrau)[2352], des ~Jupiter~ zum Adler (weiß,
+gelblich)[2353], des ~Mars~ zum Wolf (rot), der Sonne zum Löwen (gelb),
+der ~Venus~ zur Taube (weiß), des ~Merkur~ zur Schlange (bunt),
+des Mondes zum Rind (weiß); hierbei mögen indes noch andere, rein
+mythologische Zusammenhänge obwalten, wenngleich auch bei ~Kelsos~ (um
+150) die 7 bösen „archontischen“ Engel in Gestalt von Esel, Adler,
+Hund, Löwe, Bär, Drache (= Schlange) und Stier erscheinen[2354].
+
+Grundlage aller dieser Zusammenstellungen ist eine, jedenfalls
+schon den Chaldäern geläufige Anschauung, auf die bereits ~Philo~,
+~Plinius~[2355] und ~Artemidoros~ (135-200)[2356] hindeuten, und die
+~Firmicus~, aus hellenistischen Astrologen schöpfend, mit den Worten
+wiedergibt[2357], Sonne, Mond und Sterne seien Maler, die die ihnen
+eigenen Farben auch auf jene Dinge und Wesen übertragen, die sie
+beeinflussen, so daß z. B. ~Saturn~ die dunkelfarbigen und schwarzen
+Menschen hervorbringe, ~Mars~ die rötlichen, der Mond die hellfarbigen
+und weißen usf., -- indem die vier Elemente, aus denen Mikro- und
+Makrokosmos in gleicher Weise bestehen, entsprechende Veränderungen
+oder Mischungen erfahren[2358]. In völlig gleichem Sinne äußern
+sich die späteren Überlieferungen: nach des ~Proklos~ Kommentar zu
+~Platons~ „Timaeus“ (5. Jahrhundert) lassen die Strahlen der Sonne
+in der Erde das Gold entstehen, die des Mondes das Silber, die des
+~Mars~ das Eisen, die des ~Saturn~ das Blei[2359]; gemäß der arabischen
+Enzyklopädie der „Lauteren Brüder“ (10. Jahrhundert) erzeugt jeder
+Planet, seiner Farbe entsprechend und je nach den näheren Verhältnissen
+seiner Stellung und Bewegung, gewisse gleichfarbige Pflanzen,
+Mineralien, Metalle usf.[2360]; die Quellen, die dem „Steinbuche
+des ~Aristoteles~“ zugrunde liegen, teilen „laut ~Aristoteles~ und
+~Ptolemaios~“ jedem Planeten „+seinen+ Stein, in +sein+ Metall gefaßt“,
+zu, bei der richtigen Konstellation mit den richtigen Inschriften
+und Bildern graviert[2361]; eine unter dem Namen „Causa causarum“
+bekannte syrische Enzyklopädie des 11. oder 12. Jahrhunderts meldet,
+daß sich „den Alten gemäß“ die Natur der Planeten in ihren Strahlen
+zeige, denen ganz bestimmte Einflüsse zukämen, mit Ausnahme derer
+des ~Merkur~, weil dieser bereits selbst „gemischter“ (= androgyner)
+Art sei und sich daher den wechselnden Wirkungen der benachbarten
+Wandelsterne anpasse[2362]. Sie berichtet ferner[2363], -- und zwar in
+Übereinstimmung mit anderen Kompilatoren desselben Zeitalters, z. B.
+~Maimonides~ (1135 bis 1204) und ~Schahrastani~ (gest. 1153)[2364] --,
+daß man aus bestimmten, den Planeten entsprechenden Materialien von der
+richtigen Farbe, z. B. aus Gold, Silber oder Erz (Bronze), auch deren
+Idole, ferner Bilder und Statuen der Sterngötter, sowie noch andere
+„Teufelswerke“ anfertige, deren Verehrung und Anbetung schwere Sünde
+und auch insoferne ganz fruchtlos sei, als die Planeten überhaupt nicht
+„bewirken“, sondern nur „ankündigen“.
+
+Betreff der 7 +Metalle selbst+, sowie ihrer +Zugehörigkeit zu den
+einzelnen Planeten+ bleiben mannigfache Zweifel bestehen[2365]. Eine
+der ältesten Aufzählungen scheint die bei ~Pausanias~ zu sein[2366],
+der gegen 200 n. Chr. eine „Beschreibung von Hellas“ verfaßte, die
+fast nur aus den Schriften weitaus (oft bis um mehrere Jahrhunderte)
+früherer Vorgänger zusammengestellt ist, jedoch den Anschein erregen
+soll, als lägen ihr eigene Reisen und Wahrnehmungen zugrunde; bei der
+Schilderung der Quelle des Styx in Arkadien und ihres unglaublich
+kalten und scharfen Wassers erwähnt nun ~Pausanias~, daß dieses
+u. a. auch alle Metalle auflöse, und nennt als solche Blei, Kupfer,
+Elektron, Zinn, Eisen, Silber und Gold[2367]. Für das Alter dieses
+Verzeichnisses spricht namentlich die Erwähnung des Elektrons, das kein
+einfaches Metall, sondern eine Silber-Gold-Legierung ist und als solche
+seit langen Jahrhunderten bekannt war, so daß die Einfügung unter die
+übrigen auf eine Zeit zurückweist, in der sein natürliches Vorkommen
+noch unvergessen, vielleicht aber auch seine Verwendung (etwa zu
+kultischen Zwecken?) noch nicht abgekommen war. Der Astrologe ~Vettius
+Valens~ (2. Jahrhundert) reiht den Planeten ebenfalls Blei, Kupfer,
+Elektron, Zinn, Eisen, Silber und Gold zu[2368]. Aus diesen nämlichen
+7 Metallen (nebst Edelsteinen und Perlen) ließ ~Constantin der Grosse~
+den herrlichen Prunktisch in der Sophienkirche anfertigen[2369], aus
+ihnen bestehen nach einer in der syrischen Übersetzung des ~Zosimos~
+erhaltenen Tradition die Tore im „Tempel der 7 Planeten“, die als
+Tore der 7 Himmel aufzufassen sind[2370], und ebenso führen sie ein
+alexandrinischer Scholiast zu ~Pindar~, ferner ~Olympiodoros~, sowie
+auch die Quellen des Buches „Causa causarum“ auf (s. unten).
+
+Was die Zuordnung zu den +einzelnen+ Planeten anbelangt, so gibt
+Reihe 1 der nachstehenden Tafel sie nach ~Kelsos~ (um 150 n. Chr.)
+an, dessen christenfeindliche Schrift „Das wahre Wort“ nur durch die
+ausführliche Widerlegung des ~Origenes~ bekannt, aus dieser aber
+ziemlich vollständig wieder herstellbar ist[2371]; Reihe 2 nach dem
+Astrologen ~Vettius Valens~ (2. Jahrhundert)[2372]; Reihe 3 nach
+einem bei ~Eustathios~ zitierten alexandrinischen Scholiasten zu
+~Pindars~ „Isthmischen Siegesgesängen“ (V, 2)[2373]; Reihe 4 nach
+~Olympiodoros~, der dabei des ~Proklos~ Kommentar zur „Meteorologie“
+(Buch III) des ~Aristoteles~ folgt[2374]; Reihe 5 nach ~Stephanos~
+von ~Alexandria~ (7. Jahrhundert)[2375]; Reihe 6 nach dem „Steinbuche
+des ~Aristoteles~“[2376]; Reihe 7 nach dem syrischen Buche „Causa
+causarum“[2377]; Reihe 8 nach einer arabischen Aufstellung gegen 900,
+die Sekte der Ssabier betreffend (s. über diese weiter unten)[2378];
+Reihe 9 nach einer späteren, vermutlich arabischen Überlieferung[2379]:
+
+ Saturn Jupiter Mars Sonne Venus Merkur Mond
+ φαίνων φαέθων πυρόεις ἥλιος φωσφόρος στίλβων σελήνη
+ -----------------------------------------------------------------------
+
+ 1. Blei Bronze Mischmetall Gold Zinn Eisen Silber
+ (Kupfer?) (κρᾶμα)
+
+ 2. Blei inn Eisen Gold Kupfer Elektron Silber
+ [Queck-
+ silber]
+
+ 3. Blei Elektron Eisen Gold Kupfer Zinn Silber
+
+ 4. Blei Elektron Eisen Gold Kupfer Zinn Silber
+
+ 5. Blei Zinn Eisen Gold Kupfer Queck- Silber
+ silber
+
+ 6. Blei Messing Eisen Gold -- Elektron Silber
+ (Bronze?)
+
+ 7. Blei Zinn Eisen Gold Kupfer Elektron Silber
+ [Queck-
+ silber]
+
+ 8. Blei Zinn Eisen Gold Kupfer -- Silber
+
+ 9. Blei Zinn Eisen Gold Kupfer Queck- Silber
+ silber
+
+Will man davon absehen, allerlei zwar sehr mögliche, aber nicht
+mit Bestimmtheit nachweisbare „Irrtümer“ und „Verwechslungen“
+vorauszusetzen und durch deren Verbesserung die erwünschte
+Übereinstimmung herzustellen, so muß man zugestehen, wie dies schon
+im 17. Jahrhundert ~Borrichius~ tat[2380], daß wohl von Anfang an
+„keine Einigkeit bei der Verteilung herrschte“. Als „Führer“ dienten
+jedenfalls die uralten Vergleiche Sonne = Gold, Mond = Silber[2381],
+denen dann an Allgemeinheit ~Kronos~ = Blei und ~Ares~ = Eisen am
+nächsten kommen. Die übrigen Zuweisungen schwanken schon bei den
+angeführten und noch mehr bei einzelnen anderen Angaben[2382] ganz
+erheblich: für ~Aphrodite~ stehen Zinn und Kupfer (Bronze?) in Frage,
+für ~Zeus~ neben Kupfer (Bronze?) Zinn, Elektron und Messing (?)
+auch noch Silber, Erz, Gold und „Mischmetall“, für ~Hermes~ neben
+Eisen, Elektron, Zinn und Quecksilber auch Kupfer, für ~Ares~ neben
+Mischmetall auch Kupfer, für den Mond neben Silber auch Krystall oder
+Glas, -- das ursprünglich (als Rohglas) stets grün war und daher
+auch mit der grünen Farbe vereinbar ist, die dem Monde zuweilen
+zugeschrieben wurde (s. oben). Im einzelnen stimmen indessen auch
+die Farben der Planeten mit denen ihrer Metalle oder Mineralien
+keineswegs streng überein: kann man allenfalls noch Mond = Stimmi
+(Schwefelantimon, Grauspießglanzerz) angesichts des schön weißen
+Glanzes dieses Erzes zulässig finden, so sind doch Gleichsetzungen wie
+Sonne = Sapphir, ~Jupiter~ = Beryll, ~Saturn~ = Klaudianos (eine in der
+Regel als goldähnlich beschriebene Legierung)[2383] nicht ohne weiteres
+begreiflich und ebensowenig die von dem arabischen Astrologen ~Abu
+Maʿschar~ (9. Jahrhundert) überlieferte ~Merkur~ = Smaragd[2384].
+
+Das „Mischmetall“ (κρᾶμα), das ~Kelsos~ dem ~Ares~ zuschreibt, ist
+nicht, wie das verschiedentlich geschah, als Elektron zu deuten,
+vielmehr handelt es sich bei ihm wirklich um eine der aus Gemengen
+aller sieben oder doch möglichst vieler Metalle zusammengeschmolzenen
+Legierungen, wie sie besonders bei den Persern dauernd in Gebrauch und
+Ansehen blieben (s. unten); der Bericht des ~Kelsos~ knüpft aber an den
+Mithrasdienst an[2385], schöpft also aus persischen Überlieferungen,
+und sein ~Ares~ ist vermutlich nur der Stellvertreter des persischen
+Kriegsgottes (?) ~Schahréwar~, der im jüngeren Avesta „Herr der 7
+Metalle“ heißt[2386], der nämlichen, die nach einer spätpersischen
+Legende aus den Gliedern des sterbenden Urmenschen ~Gayomard~
+entstehen[2387] und bei der iranisch beeinflußten Sekte der Mandäer (im
+Tigrisdelta) die 7 Schichten oder (flachen) „Ambosse“ des Erdkörpers
+bilden[2388].
+
+Das Eisen wurde nach ~Kelsos~ dem ~Hermes~ zugeeignet, weil beide
+ausdauernd, beharrend und jeder Mühsal gewachsen sind, das Elektron
+aber nach dem Buche „Causa causarum“, weil es sich, ganz wie der
+(androgyne) ~Hermes~ den anderen Sternen, so den anderen Metallen
+anpaßt, sich mit ihnen verbindet und dabei seine und ihre Natur
+verändert[2389]. ~Abu Maʿschar~ (9. Jahrhundert) will wissen,
+daß erst die Perser dem ~Hermes~ das Zinn beigaben, das Elektron
+(διάργυρον) aber dem ~Zeus~[2390]; indessen sind derlei Angaben wenig
+zuverlässig, wie denn z. B. der syrische Lexikograph ~Bar Bahlul~
+(um 950), der meist sehr gute Quellen benützte, bestimmt behauptet,
+die Verbindung des ~Zeus~ mit dem Zinn stamme schon aus der Zeit des
+„alten babylonischen Heidentumes“[2391]! In Wirklichkeit dürfte aber
+die Übertragung des Zinns von ~Hermes~ auf ~Zeus~ mit der Zuteilung des
+Quecksilbers an ~Hermes~ zusammenhängen, betreff derer hier vorerst
+nur erwähnt sei, daß sie in weit neuerer Zeit erfolgte[2392], --
+nämlich etwa im 4. Jahrhundert, nach Entdeckung der Destillation des
+Quecksilbers.
+
+In der Regel ist indessen Eisen das Metall des ~Ares~, und die
+Anspielungen hierauf sind zahlreich und alt; schon ~Didymos~, der zu
+Beginn unserer Zeitrechnung die Ilias kommentierte, nennt ~Ares~ den
+Stern des Eisens[2393]. Nach neupythagoräischen Anschauungen[2394]
+steht das dunkle, krieg- und verderbenkündende Eisen auch dem Reiche
+der Unterwelt nahe, während Gold, Silber und Erz der Höhe, Mitte und
+Tiefe des Weltalls beizuordnen sind, das Kupfer aber Beziehungen zum
+„göttlichen Pneuma“ haben soll (weshalb es manche auch dem ~Hermes~
+zuteilen). Bei ~Artemidoros~[2395] bedeutet ein Traum vom ~Mars~, daß
+dem Träumenden eine chirurgische Operation mittels eiserner Instrumente
+bevorstehe.
+
+Das Blei gilt als Metall des Planeten ~Kronos~ (~Saturn~), und weil
+dieser nach dem Gotte ~Kronos~ genannt ist, schreibt man auch ihm
+eine bleiche, kalte, greisenhafte, langsame, mißgünstige, geizige,
+schädliche und namentlich auch feuchte Natur zu, denn wie schon
+den Orphikern und daher dem ~Platon~ (im Dialoge „Kratylos“), so
+ist vor allem den Stoïkern ~Kronos~ der „Herr der ῥεύματα“, d. h.
+des Nassen und Feuchten[2396]. Wie aber ~Kronos-Chronos~ schon als
+ταρταροῦχος = Herr der Unterwelt und des Totenreiches, sowie als
+κακοδαίμων (Kakodaemon)[2397] Unglück und Verderben bringt, so tut
+dies auch sein Planet, und eben deshalb auch das „saturnische Metall“,
+das Blei[2398]. Daher fertigt man aus diesem die sog. „Fluchtafeln“
+an, die man, beschrieben mit dem Namen des zu Schädigenden, mit dem
+Übel, das man ihm zufügen will, sowie mit den Namen und Zeichen der
+Planetengötter oder Dämonen, die den Fluch vollstrecken sollen, in der
+Erde vergräbt, -- worauf dann die Folge nicht ausbleiben kann[2399],
+da das dunkle Blei die bösen Geister ebenso heranzieht, wie z. B. das
+leuchtende Silber oder die glänzende Bronze sie vertreiben[2400]; auf
+Grund ähnlicher Anschauungen wird auch Saturn mit Nemesis in Verbindung
+gebracht, während dem ~Jupiter~ Níke (Sieg) zukommt, dem ~Mars~
+Tólma (Mut), der Sonne Daímon, der ~Venus Eros~, dem ~Merkur~ Anánke
+(Notwendigkeit) und dem Monde Týche (Zufall)[2401]. Endlich dient das
+Blei auch mit zur Bestrafung der sündigen Seelen im Tartaros, wobei
+sich die Vorstellung von seiner so besonders „kalten“ Natur in höchst
+bezeichnender Weise geltend macht; während nämlich sonst dem ~Saturn~
+als Emblem z. B. eine bleierne Vase zugeschrieben wird, aus der sich
+ein Strom kalten Wassers ergießt[2402], -- so noch zu Anfang des 5.
+Jahrhunderts in ~Marcianus Capellas~ Schrift „Hochzeit des ~Merkur~
+mit der Philologie“[2403], die ~Diels~ treffend einen „philologischen
+Karneval“ nennt --, meldet ~Plutarch~ (2. Jahrhundert)[2404], daß sich
+im Hades drei Seen von +geschmolzenem+ Gold, Eisen und Blei befänden,
+der letztere von solcher +eisiger Kälte+, daß er die hineingetauchten
+Frevler gleich Hagelkörnern erstarren macht!
+
+In altem, wenn auch nicht (nach ~Jeremias~)[2405] bis in die
+babylonische Frühzeit zurückreichendem Zusammenhange mit den
+Metallen der Planeten scheint deren Verbindung mit den +Weltaltern+
+zu stehen. Die Lehre von 7 aufeinander folgenden, von ~Saturn~
+anfangend durch je einen der Planeten beherrschten und durch deren
+Metalle charakterisierten Zeitaltern[2406] dürfte einer Verquickung
+chaldäischer und iranischer Ideen entsprungen sein. Nach einer
+persischen, noch in einem der apokryphen „~Henoch~“-Bücher (s.
+unten) erhaltenen Überlieferung werden die aus sechs verschiedenen
+Metallen bestehenden „Berge der Erde“ zuletzt vor der Macht und
+Herrlichkeit des „Auserwählten“ dahinschmelzen, d. h. die sechs
+ersten Weltreiche dem siebenten eines Messias Platz machen[2407],
+und bei dem durch einen feurigen Kometen herbeigeführten Weltenende
+sollen die „Metalle der Erde“ in der Glut zerfließen und durch ihre
+Ströme die Sünder verzehren, „den Frommen aber nicht anders, denn
+laue Milch erscheinen“[2408]. Derlei Gedanken sind seit den letzten
+Jahrhunderten des Altertums weit verbreitet: die Mandäer zählen 7
+planetarische Weltperioden; die „Sibyllinischen Schriften“ sprechen
+von den nach den Metallen benannten Weltreichen, die von 7 Sonnen in
+den entsprechenden Farben erleuchtet werden; 7 „Regenten“ kennt die
+„Apokalypse ~Johannis~“; in einer spätpersischen Apokryphe des 5. oder
+6. Jahrhunderts dient als Symbol der Weltentwicklung ein Baum mit
+7 Zweigen aus Gold, Silber, Kupfer, Erz (nach Anderen Eisen), Blei
+(nach Anderen Stahl), Zinn und Mischmetall[2409]; endlich erwähnt
+auch der ~Virgil~-Kommentar des ~Servius~ (5. Jahrhundert) sechs nach
+ihren Metallen bezeichnete Zeitalter, die er die Cumäische Sibylle
+verkünden läßt[2410]. Ist „Sibylle“ wirklich vom babylonischen Worte
+Sibiltu (Subultu) abzuleiten, das ursprünglich „Ähre“ geheißen haben
+soll und späterhin auch das Sternbild der „Jungfrau“ bedeutete,
+welche hochwichtige babylonische Göttin mit einer Ähre in der Hand
+abgebildet wurde[2411], so hätte dieser Name eine deutliche Spur der
+orientalischen Herkunft des ganzen Anschauungskreises bewahrt.
+
+Da der Mikrokosmos keinen anderen Gesetzen als der Makrokosmos
+unterliegen kann, ergaben sich in Parallele mit den 7 Zeitaltern die
+von den Planeten beherrschten 7 menschlichen Lebensstufen[2412].
+Reichen auch die Hauptlehren über den Einfluß der Planeten auf „alles
+Menschliche“, auf Alter und Lebensjahre, auf Leib und Seele, ja auf
+alle einzelnen Körperteile und Glieder, bis auf ~Petosiris~ und
+~Nechepso~ zurück[2413], so sind doch einzelne Ausgestaltungen erst
+späthellenistisch, so z. B. die auf Triebe und Vermögen, die auf
+Empfindungen und Geschmäcke[2414], vor allem aber die auf die sog.
+Stufenjahre bezüglichen[2415]; das Wichtigste unter diesen war das 63.
+Lebensjahr, das für ganz besonders bedeutsam und bedenklich galt, da
+die schon an sich sehr „ominösen“ Zahlen 7 und 9 offenbar ein in noch
+weit höherem Grade verdächtiges Produkt liefern mußten.
+
+
+d) Apokryphen und Pseudepigraphen.
+
+Von der in den vorstehenden Abschnitten erörterten Geistesrichtung
+erfüllt erweisen sich auch zahlreiche der Apokryphen und
+Pseudepigraphen des alten und neuen Testamentes, sowie einige ihnen
+dem Herkommen nach nicht beigezählte, jedoch inhaltlich nahestehende
+Schriften; nur auf einige der wichtigsten soll an dieser Stelle
+hingewiesen werden.
+
+Das „Buch ~Henoch~“, das zum Teil in griechischer und altslavischer
+Sprache, am vollständigsten und ausführlichsten jedoch in äthiopischer
+vorliegt[2416] und zuerst wohl während der Zeit zwischen 167-64 v. Chr.
+verfaßt, in das Äthiopische aber erst im 5. Jahrhundert n. Chr.
+übersetzt wurde, beschäftigt sich mit dem „Propheten“ ~Henoch~,
+einem der (nach ursprünglich +nicht+-israelitischer Tradition)
+vorsündflutlichen Patriarchen, der als Erfinder von Sternkunde und
+Geheimwissenschaft, Schrift und Rechenkunst gilt, ferner als Kenner
+und Beherrscher aller Verborgenheiten der irdischen und himmlischen
+Welt, sowie als Weiser und Verkünder aus grauer Urzeit[2417]. In diesen
+Eigenschaften feiern ihn auch das aus dem 2. Jahrhundert v. Chr.
+stammende „Buch der Jubiläen“[2418], sowie das zuerst gegen 50 v. Chr.
+niedergeschriebene, dann aber um 90 n. Chr. stark umgearbeitete sog.
+„4. Buch ~Esra~“[2419]. Der Titel „Schreiber des Wissens des Höchsten“,
+den er in letzterem führt, erinnert an den in den Visionen ~Ezechiels~
+vorkommenden „Schreiberengel in der Mitte der sechs übrigen“, der kein
+anderer ist, als der babylonische ~Nabu~, der als Gott des Wissens
+und der Schreibkunst „das Schreibrohr hält“ und tatsächlich in der
+Aufzählung der Götter „~Samas~, ~Sin~, ~Nergal~, ~Nabu~, ~Marduk~,
+~Istar~, ~Ninib~“ die Mittelstellung einnimmt[2420]. Da indessen das
+Buch ~Ezechiel~ zwar aus dem 6. vorchristlichen Jahrhundert herrührt,
+jedoch zahlreiche, zum Teil bis in späte Zeiten herabreichende
+Abänderungen und Einschiebungen aufweist, so können Vergleiche
+überhaupt nur unter allem Vorbehalt gezogen werden, besonders aber
+solche, die auch die äthiopische Übersetzung des ~Henoch~ betreffen
+sollen, da diese erst gegen 500 angefertigt und nur in Handschriften
+des ausgehenden 15. Jahrhunderts erhalten ist.
+
+Eingehende Kenntnis der chaldäischen und persischen Anschauungen über
+Sternkunde verrät jedenfalls der ganze „astronomische Abschnitt“ des
+äthiopischen ~Henoch~[2421], die Erwähnung der 7 Planeten und ihrer
+„Führer“[2422], die Vergleichung der 7 Planeten mit großen brennenden
+Bergen (in babylonischem Sinne = bösen Geistern)[2423] sowie die
+Vision von den „im Himmel verborgenen“ Bergen aus sechs Metallen,
+„die schmelzen und vor dem Gerechten gleich Wachs sein werden“. Als
+Namen der Metalle führt eine Stelle an: Eisen, Kupfer, Silber, Gold,
+weiches Metall, Blei[2424], eine zweite: Eisen, Kupfer, Silber, Gold,
+Zinn, Blei[2425], und eine dritte: Gold, Silber, Zinn, Eisen, weiches
+Metall[2426]; die letztere zeigt, daß unter dem „weichen Metall“
+nicht Zinn verstanden sein kann, da sie beide nebeneinander aufzählt,
+doch gibt auch die Übersetzung „Tropfmetall“[2427] keinen genügenden
+Aufschluß, um so mehr, als die Deutung auf das schon an sich flüssige
+Quecksilber keine Wahrscheinlichkeit bietet. Angesichts der über
+allen Einzelheiten schwebenden chronologischen Unsicherheit kann man
+die ganze Stelle nicht, wie das wohl geschehen ist, als die älteste
+auffassen, die Weltalter und Planeten-Metalle in Zusammenhang bringt.
+
+Nach der zwischen 100 und 50 v. Chr. verfaßten „Weisheit
+~Salomonis~“[2428] besaß König ~Salomon~ Einsicht in „das System der
+Welt und die Kraft der Elemente“, von denen Feuer und Wasser, Luft
+und Wind, neben Himmel und Sternen Vielen als Götter gelten[2429].
+Das System der Welt aber schuf Gott aus dem gestaltlosen (Ur-)Stoffe,
+alles ordnend nach Maß, Zahl und Gewicht[2430], denn durch die
+verschiedenartige Vereinigung der Elemente (στοιχεῖα, Stoicheía)
+brachte er das Mannigfaltigste ganz ebenso hervor, wie die Musen
+aus den wenigen Klängen des Saitenspieles die Gesamtheit der
+wechselvollsten Melodien zusammenfügen[2431]. -- Im nämlichen Sinne
+berichten auch die christlichen Abschnitte der „Sibyllinen“ (um
+150 n. Chr.), daß bei der Schöpfung alle Elemente, dem Befehle
+Gottes folgend, ebenso sich sammelten und vereinigten, wie sie am
+Ende der Tage sich wieder verlieren und die Welt öde zurücklassen
+werden[2432]; im „Hirten des ~Hermas~“ heißt es desgleichen, die Welt
+sei zusammengefügt aus den vier Elementen und stehe auf ihnen fest, wie
+eine Bank auf ihren vier Beinen[2433].
+
+In den sog. „Oden ~Salomons~“, die aus jüdisch-mystischen Kreisen
+etwa zwischen 50 und 67 n. Chr. hervorgingen und um 100 n. Chr. eine
+Umarbeitung in christlichem Sinne (aber noch ohne gnostische Einflüsse)
+erfuhren[2434], wird die Welt geschildert als bestehend aus oberen und
+unteren Orten, Höhen und Niederungen, in deren Mitte sich die Dinge
+befinden[2435]; im tiefsten Grunde liegt das finstere Chaos, in dieses
+sinken die schwerlastenden Materien (Hýlai) wie Blei hinab[2436],
+sammeln sich dort an, werden zwecks Erneuerung aufgelöst und durch
+das „Wasser des Herrn“ wiederbelebt und schweben dann geläutert zum
+Licht, d. h. nach oben, so daß auch τὰ κάτω (die unteren Dinge) τὰ
+ἄνω (zu oberen) werden und schließlich „alles oben ist“, d. h. bei
+Gott oder im Herrn[2437]. So wird also die ganze Welt zur Vernichtung
+geführt, um sie aufzulösen, zu erneuern und das Tote aufzuwecken durch
+das „lebendige, unsterbliche Wasser des Herrn“[2438]; auch die Seelen
+steigen hierbei aus der Finsternis der Hölle und dem Rachen des Todes
+empor zu Licht und Leben, aus dem Rauche des Abgrundes „durch den Tau
+des Herrn“ zur Wolke des Friedens[2439].
+
+Das schon weiter oben erwähnte Werk des ~Kelsos~, „Das wahre Wort“
+(um 150), bezeichnet als den ehrwürdigsten und machtvollsten Teil des
+Himmels Sonne, Mond, Wandel- und Fixsterne, deren göttliche Natur sie
+zu himmlischen Boten, zu sichtlichen Herolden der oberen Dinge geeignet
+erweist[2440]; die 7 Planeten schweben in den 7 Himmeln, geleitet und
+beherrscht von guten und bösen Engeln, welche letzteren die Gestalten
+von Löwe, Stier, Drache, Adler, Bär, Hund und Esel besitzen[2441].
+-- In ähnlicher Weise sprechen von den 7 Himmeln die Erzählungen
+„Testamente der 12 Patriarchen“ und „Leben ~Adams~ und ~Evas~“ (1. bis
+2. Jahrhundert)[2442], das „Martyrium ~Jesaias~“ (2. Jahrhundert)[2443]
+und die „Apokalypse des ~Baruch~“ (griechisch und syrisch, 2.
+Jahrhundert)[2444], in der auch von den Himmeln und ihren Toren aus
+Eisen, Erz usf. die Rede ist[2445].
+
+Die Grundschriften, jedenfalls aber die jetzt vorliegenden
+Redaktionen der angeblich von ~Clemens Romanus~ herrührenden
+(Pseudo-)Clementinen und Homilien sind nicht schon gegen 150 verfaßt,
+wie noch ~Langen~[2446] und ~Soltau~[2447] voraussetzten, sondern nach
+~Krüger~[2448], ~Harnack~[2449], ~Heintze~[2450], ~Jülicher~[2451] und
+~Bousset~[2452] erst um 250-260, ja was die Homilien betrifft, nach
+~Harnack~ vielleicht sogar noch erheblich später. Den vielfach von
+iranischen Anschauungen beeinflußten Lehren des ~Clemens Romanus~[2453]
+zufolge ist Gott der Schöpfer der vier οὐσίαι (Usíai) heiß, kalt,
+trocken, feucht[2454], er hat die πρώτη ὕλη (Urmaterie) vierfältig
+und nach Gegensätzen gestaltet, durch ihn wird Luft zu Wasser, Wasser
+zu Erde, Erde zu Feuer (beim Aneinanderschlagen der Steine)[2455],
+und durch ihn gehen aus den vier Elementen vermöge der μῖξις (Míxis)
+die verschiedenen Arten der κράσεις (Kráseis, Gemische) hervor[2456],
+unendlich an der Zahl und doch alle zusammenstimmend, da der gesamte
+Kosmos „nur als +ein+ großes Tier (Lebewesen) zu betrachten ist“.
+Ursprünglich glich eben, der Lehre des ~Orpheus~ gemäß, das Chaos
+einem Ei, das alle Elemente in noch einheitlicher ungeformter Mischung
+einschloß, aber fähig zur Gestaltung der ganzen Welt, -- geradeso, wie
+das Ei des Pfauen schon die Anlage zu jeglicher Buntheit des fertigen
+Vogelgefieders in sich enthält. Unter dem Einflusse des göttlichen
+Pneumas (πνεῦμα θεῖον) entwickelte sich in jenem Chaos-Ei ein
+Mannweibliches (ἀρῥενόθηλυ), ~Phanes~ genannt, und stieg in ihm nach
+oben, während die restliche unverbrauchte Materie in die Tiefe sank und
+„~Pluton~“ geheißen wird, weil dieser der König der Toten ist[2457].
+Sie kann wiederbelebt werden durch das „Wasser des Lebens“, doch darf
+dieses Mysterium nicht entweiht werden, und das Buch, das darüber
+berichtet, ist auf das strengste geheim zu halten und nur dem eigenen
+Sohne zu überliefern[2458].
+
+Zu den merkwürdigsten der höchst abenteuerlichen Begebenheiten,
+deren Zeuge ~Clemens Romanus~ in Syrien gemeinsam mit dem von ihm
+aufgesuchten hl. ~Petrus~ gewesen sein will, zählt das Zusammentreffen
+mit ~Simon Magus~, über dessen dem Christentume feindseliges Auftreten
+schon die „Apostelgeschichte“ berichtet, der aber erst in etwas
+späterer Zeit (namentlich bei den Gnostikern) zu einer geradezu
+führenden Stellung als „Erz-Ketzer und -Zauberer“ und „Vorbild aller
+Verworfenen und Abtrünnigen“ gelangte[2459]. Mit Hilfe der Magie, die
+es ihm u. a. ermöglichte, die „Buhlerin“ ~Helena~ in ein weibliches
+Abbild zu bannen und mit sich zu führen[2460], sich in eine Schlange,
+eine Ziege, ein Wesen mit zwei Gesichtern und in Gold zu verwandeln
+(μεταβάλλειν)[2461], unendlichen Reichtum zu gewähren usf., vermochte
+er auch ein künstliches Menschlein (= homunculus) darzustellen[2462]:
+zu diesem Zwecke ließ er eine Vorrichtung, einem Schröpfkopfe
+gleichend, menschliches Pneuma anziehen[2463], führte das Pneuma in
+Wasser und das Wasser in Blut über, ließ dieses erst gerinnen und dann
+zu festem Fleische werden[2464], und erhielt so einen Menschen, den er
+auf dem umgekehrten Wege auch wieder in Luft aufzulösen vermochte.
+
+
+e) Hermes und die Hermetik.
+
+Der Name ~Hermes~ leitet sich nach ~Ed. Meyer~ ursprünglich von ἕρμα
+(Hérma) ab, dem an Weg und Weide errichteten Stein-Kegel oder -Haufen,
+der dem Beschützer der Herden und Straßen gilt, später zur Steintafel,
+und zuletzt, durch Andeutung von Kopf und Geschlechtsteilen, zur
+Halbstatue, zur Herme wird. Als Hirt ist ~Hermes~ ein Heilkundiger, ein
+verschlagener und auf Gewinn bedachter Betrüger, ein hurtiger Läufer,
+gewandt auch im Finsteren und daraufhin ein Herr des Schlafes und der
+Träume, der auch mit der dunklen Unterwelt in Verbindung steht[2465].
+~Hermes~ ist aber ferner, und vielleicht im Zusammenhange mit dem
+Amte des Herdenschutzes, ein Wind-, Luft- und Wetter-Gott[2466],
+und aus diesen seinen Eigenschaften erklären sich unschwer die
+des Boten und Dieners der Götter, des Diebes und Entführers, des
+Pfeifers und Sängers, des Leiters der Seelen (auch durch Schlaf und
+Traum)[2467], des Herrn über Glück und Zufall, sowie über Befruchtung
+und Zeugung[2468], des Behüters der Wege und Wanderer, des Förderers
+der Kaufleute und Händler usf. Die meisten dieser Wirksamkeiten kennt
+schon ~Homer~, was für ihr hohes Alter spricht[2469], während erst
+eine schon jüngere Zeit den göttlichen Herold in geziemender Weise zum
+Meister der Rede, Klugheit und Erfindungsgabe stempelt, zum ~Hermes
+Logios~ (λόγιος). Sein eigentümlicher Stab, das Kerýkeion (κηρύκειον),
+war nach den einen ursprünglich ein Fetisch[2470], worauf noch der
+Gebrauch als Wünschelrute hindeuten könnte[2471], nach anderen hingegen
+wandelte sich der Hirten- und Herolds-Stab, die „virga aurea“, mit der
+noch ~Horaz~[2472] den Gott die Seelen leiten läßt, nur allmählich zum
+schlangenumwundenen Abzeichen[2473].
+
+Im Verlaufe der synkretistischen Periode wurde ~Hermes~ zum
+Krystallisationspunkte vielfältiger, u. a. auch durch orientalische
+und ägyptische Ideen beeinflußter Götter-Vorstellungen[2474]: schon
+den jüngeren Stoïkern gilt er als Träger des λόγος σπερματικός (Lógos
+spermatikós), den Neupythagoräern und Orphikern ist er προφήτης
+λόγου (Prophet des Logos), Verkünder der Lehre oder des „Wortes“, --
+vielleicht infolge Umwandlung der in Arkadien mythischen Genealogie
+~Zeus-Hermes-Pan~ zu ~Zeus-Hermes-Logos~, „weil der Gedanken der Vater
+des Wortes ist“[2475] --, den Neuplatonikern der „Vernunftgeist“ Logos,
+der als Vereinigung des λόγος (Logos) und νοῦς (Nûs) von Anbeginn
+her Materie und Sinnenwelt bildete und sich untertan machte[2476],
+und weiterhin wird er in pantheistischem Sinne zum Weltherrscher und
+Allgeist (κοσμοκράτωρ, παντοκράτωρ), zum Gebieter aller Pneumata, daher
+auch der Seelen und Geister, sowie zum Nekromanten = Totenbeschwörer,
+Zauberer, Magier, sowie zum Herrn aller diesen Geheimwissenschaften
+Ergebenen[2477]. Die Fülle dieser Wirksamkeiten macht es erklärlich,
+daß einige der Synkretistiker verschiedene ~Hermes~ annahmen und den
+Gott schließlich in nicht weniger als 5 Personen gleichen Namens und
+schwankender Genealogie zerlegten[2478], während Andere wiederum
+die Einheitlichkeit dadurch zu wahren suchten, daß sie ~Hermes~
+mit orientalischen oder ägyptischen Göttern verwandten Charakters
+identifizierten.
+
+Die wichtigste und älteste dieser Gleichsetzungen, deren Anfänge schon
+in die frühhellenistische Periode zurückreichen[2479], ist die mit dem
+(~Platon~ bereits wohlbekannten) ägyptischen ~Thot~ oder ~Tehuti~,
+welcher Namen eine Dualform ist, anspielend auf den „Doppel-Ibis“,
+in dessen Gestalt man ~Thot~ in den Flecken des Mondes zu erkennen
+glaubte[2480]. Den Ägyptern gilt ~Thot~ als Gott der Sternkunde,
+Zähler und Berechner alles himmlischen und irdischen, Herr über Maß,
+Gewicht und Ordnung, Verkörperer von Geist und Intellekt, Erfinder der
+Musik, Rede und Schrift, Schreiber der Götter, Verfasser sämtlicher
+ägyptischen Schriftwerke und daher Gott der Bibliotheken, Kenner alles
+wißbaren, insbesondere auch der Geheimwissenschaften, Meister der
+magischen und mystischen Besprechungen, Beschwörungen und Formeln
+nebst ihrer medizinischen Anwendung, Beherrscher der Seelen und Geister
+und Wiedererwecker der Verstorbenen[2481]. In späterer hellenistischer
+Zeit und unter Anlehnung an die echt ägyptische Vorstellung einer
+Schöpfung mittels Emanation durch das bloße Wort, der gemäß der
+„Urgott“ die jüngeren Götter „spricht“[2482], entstand dann die Lehre,
+daß der Urgott die Welt durch siebenmaliges Lachen hervorbrachte, und
+daß beim dritten Lachen der νοῦς (Nûs) zum Vorschein kam, „genannt
+~Hermes~“, identisch mit ~Thot~, ~Rê~ dem Sonnengott, ~Mithras~ dem
+Sonnengott, ~Agathodaimon~, ~Iao~ usf.[2483], der Herr des Logos
+und der Welt[2484], der Beherrscher und Verteiler der Pneumata, der
+Führer der Seelen und Lenker der Geister, der das All erfüllende
+Weltgeist, das Bewegungs-Prinzip des gesamten Kosmos (mundi velocior
+servus)[2485], der „Dreimal-Größte“, ~Hermes Trismegistos~[2486].
+
+Die vielerörterte Benennung „~Trismegistos~“[2487] geht in letzter
+Linie auf einen alten und stehenden Beinamen des Gottes ~Thot~ zurück,
+der ursprünglich einfach „der Große“ lautete, in jüngerer Zeit
+aber auch „der Große, der Große“, ägyptisch āa-āa (so noch in dem
+erst zur Kaiserzeit vollendeten Tempel zu Denderah), was gemäß der
+üblichen Phraseologie so viel besagt, als „der Wachsende“[2488]; in
+wörtlicher Anlehnung werden daher auch für ~Hermes~ die Bezeichnungen
+„ὁ μέγας“ sowie „μέγας καὶ μέγας“ überliefert, so z. B. in einer
+Inschrift zu Rosette und noch bei Zosimos[2489]. Der Name τρὶς μέγας
+oder τρὶς μέγιστος, Trismegistos, findet sich entgegen früheren
+Annahmen[2490] auch auf ägyptischen Denkmälern und rührt daher, daß
+man die ägyptischen Worte „der Große, der Große“ noch durch ein sog.
+determinierendes Zeichen „Wr“ verstärkte, das gleichfalls „groß“
+bedeutet, so daß „Trismegistos“ mit „der dreimal Große oder Größte“
+zu übersetzen und rein superlativ zu verstehen ist[2491]. Sehr
+allgemein wird angegeben, „Hermes ille Trismegistus, ... magister
+omnium physicorum“ (= Herr der ganzen Natur) sei zuerst im 15. Kapitel
+der Streitschrift des Kirchenvaters ~Tertullianus~ (verfaßt um 210)
+gegen die gnostischen Valentinianer nachweisbar; indessen beendigt
+schon ~Martial~[2492] sein Spottgedicht auf einen „allvollendeten“
+Gladiator namens ~Hermes~ mit den satirischen Worten[2493]: „Hermes,
+omnia solus et ter maximus“, „Hermes, der Du allein Alles (zugleich
+das Eine und das All) bist und der dreimal Größte“, und sollten
+diese Verse allgemein verstanden werden, so mußte das Attribut
+„Trismegistos“ den gebildeten Kreisen Roms schon gegen Ende des 1.
+nachchristlichen Jahrhunderts durchaus geläufig sein[2494], denen
+Alexandrias also noch weit früher. Tatsächlich heißt denn auch
+~Hermes Trismegistos~ schon in einem um 260 abgefaßten Ehrendekret
+für einen hohen Beamten, das im Papyrus von Hermopolis (in Ägypten)
+erhalten ist, „der Gott +unserer Väter+“, was auf eine Verehrung seit
+Generationen zurückweist[2495]; analoge gleichzeitige Schriftstücke,
+sowie die Zauberpapyri, die meist aus dem 2. Jahrhundert herrühren
+und uns in Niederschriften aus dem 3. oder 4. vorliegen, sprechen von
+~Hermes Trismegistos~ oder ~Trismegistos~ als etwas wohlbekanntem,
+ohne weitere Erklärung[2496]. Beinamen ähnlicher Art kommen übrigens
+in der synkretistischen Litteratur nicht selten vor: bei ~Clemens
+Romanus~ ist τρισεπάπειρος (ter protendens) „ein die göttliche Natur
+dreimal ins Endlose Verbreitender“[2497], in der „Pistis Sophia“ (um
+250) sind τριπνεύματοι „die dreimal von Pneuma Erfüllten“[2498], und
+ebenda, sowie in anderen Schriften τριδύναμοι oder τριδυνάμεις die
+Bewohner des obersten Himmels als die „dreimal Gewaltigen“[2499];
+in übertriebener Weise nennt diese der Verfasser der „Pistis“ auch
+παντοδυνάμεις, sozusagen „x-mal Gewaltige“[2500], ähnlich wie
+~Zosimos~, für den ~Platon~ schon der τρίσμεγας (trísmegas) ist,
+folgerichtig den ~Hermes~ als μυριόμεγας (myriómegas, tausendmal-groß)
+bezeichnen zu müssen glaubt[2501]. ~Zosimos~ behauptet, den Beinamen
+Trismegistos habe ~Hermes~ empfangen, weil er dem Weltall die Zustände
+der Kälte, der Wärme und des Flüssigseins, „diese unteilbare Triade“,
+als Einheit zugrunde legte[2502]; nach ~Lactantius~ (gest. 330),
+für den ~Hermes Trismegistos~ der würdige Nachkomme des ~Uranos~,
+~Saturn~ und ~Merkur~, älter als ~Pythagoras~ und die sieben Weisen
+und der Meister aller Tugenden und Künste ist, erhielt er ihn
+wegen seiner Vielseitigkeit; nach ~Stephanos~ von ~Alexandria~ (7.
+Jahrhundert) „wegen seiner dreifachen Ausübung der Kunst“[2503];
+nach ~Isidorus Hispalensis~ (7. Jahrhundert) wegen seiner Kenntnisse
+in den zahlreichsten Wissenschaften[2504]. Nachdem ~Philosophus
+Anonymus~ (7. Jahrhundert?), weil er bei dem „großen Werke“ drei Arten
+Grundsubstanzen (οὐσίαι, usíai) wirken ließ[2505]; endlich nach dem
+byzantinischen Lexikographen ~Suidas~ (um 1000), weil bereits er in der
+Trinität +eine+ Gottheit sah[2506], nämlich die zur Dreifaltigkeit des
+Pneumas verbundenen drei höchsten Gewalten. Da ~Plinius~[2507] angibt,
+die Magie umfasse drei Teile, nämlich Religion, Medizin und Astronomie,
+und halte diese mit dreifachem Bande als Dreiheit der Magie zusammen,
+so hat man auch vermutet, ~Hermes~, als größter Meister in allen drei
+Teilen, habe mit Recht den Beinamen des „dreifach Größten“ in Anspruch
+nehmen dürfen, -- und zu dieser Auslegung würde sowohl das stimmen,
+was er am Schlusse der ihm zugeschriebenen „Tabula Smaragdina“ +selbst+
+sagt, als auch das, was ~Stephanos~ über seine dreifache Ausübung der
+Kunst bemerkt. Da indes, wie angeführt, τρὶς μέγας oder τρὶς μέγιστος
+unbedingt superlativ zu verstehen ist, so werden derlei Auffassungen
+hinfällig und ebenso auch verwandte, z. B. die des „Dreigestaltigen,
+der im Himmel, auf Erden und im Hades der nämliche bleibt“, und des
+„die drei Würden des Königs, Propheten und Philosophen (oder Arztes) in
+sich Verbindenden“[2508].
+
+Die ursprüngliche Identifikation des ~Hermes~ mit ~Thot~ war bereits
+vergessen zur Zeit der Abfassung der sog. „Hermetischen Schriften“,
+in denen ~Hermes~ für den Vater des ~Thot~ gilt, zuweilen aber auch
+(als ein „zweiter Hermes“?) für den des ~Agathodaimon~[2509], mit dem
+zusammen er dann wieder, schon vom 1. Jahrhundert n. Chr. ab, als
+Lehrer des ~Pythagoras~ und ~Platon~ auftritt[2510]. Da das ältere
+Ägypten jeden „weisen Priester“ als Inkarnation des ~Thot~ ansah und
+nach seinem Hinscheiden als „~Thot~“ verehrte, die ganze stets anonym
+verbleibende Priester-Litteratur aber als alleiniges Erzeugnis, des
+~Thot~ betrachtete[2511], so kann es nicht wundernehmen, daß dem
+~Hermes Trismegistos~ „als alleinigen Erben und Besitzer der gesamten
+uralten Weisheit Ägyptens“[2512] nach ~Iamblichos~ 20000 Werke
+zugeschrieben wurden[2513], ja auf einen angeblichen Bericht ~Manethos~
+(um 280 v. Chr.) hin sogar 36525, -- wobei zu bemerken ist, daß diese
+Zahl (25 × 1461) 25 jener Sothis- (Hundsstern-) Perioden umfaßt,
+nach deren Ablauf jedesmal eine völlige Erneuerung der Welt erfolgen
+soll[2514]. In welchem Verhältnisse diese Werke zu einem bei ~Clemens
+Alexandrinus~ (gest. 216) erwähnten angeblichen „Auszuge in 42 Büchern“
+stehen, (26 engeren philosophischen, 4 astrologischen, 6 medizinischen,
+6 sonstigen Inhaltes?), ist nicht bekannt, jedenfalls knüpft aber an
+sie die „Fabrikation“[2515] der eigentlichen hermetischen Schriften an,
+von denen mehr als zwanzig bis auf unsere Tage gelangten.
+
+Nach ~Zeller~ waren „Hermetische Schriften“, meist älteren, aus
+verschiedenen pythagoräischen und platonischen Quellen stammenden
+Werken nachgebildet, bereits um 100 n. Chr. vorhanden[2516], ihre
+jetzt noch vorliegende Gestalt empfingen sie jedoch erst gegen 300
+in Ägypten[2517], und zwar zur Zeit unglücklicher, ja verzweifelter
+Zustände des Landes[2518]; daß Einkleidung und Erklärung auf
+Verteidigung der ägyptischen Religion abzielen und die „für Minoritäten
+charakteristische strenge Geheimhaltung“ gefordert wird, spricht
+nach ~Zeller~ für ägyptische Priester als Verfasser[2519]. Auch
+~Reitzenstein~ nimmt an, daß solche im 1. Jahrhundert in vorwiegend
+theologischem, noch von griechisch-wissenschaftlichen Elementen
+getragenem Sinne tätig waren, im 2. Jahrhundert aber den orphischen,
+magischen und mystischen Einflüssen die Oberhand ließen[2520], während
+christliche fehlen, und neuplatonische nicht für die Entstehung, wohl
+aber für das Fortleben bis in das 6. Jahrhundert hinein von Bedeutung
+waren[2521]. ~Otto~[2522], ~Zielinski~[2523], ~Kroll~[2524] und ~E.
+Kroll~[2525] vertreten hingegen die Ansicht, daß ägyptische Priester
+als Verfasser nicht bewiesen sind, wie denn überhaupt der „weise
+ägyptische Priester“ ein bloßer litterarischer Typus und zu keiner Zeit
+bezeugt ist, am wenigsten aber zur hellenistischen, während derer das
+Priestertum auch nicht +eine+ wissenschaftliche Leistung von Bedeutung
+hervorgebracht hat[2526]. Die hermetische Litteratur ist zwar, zum Teil
+seit ~Philo~, zum Teil seit ~Numenios~ (um 150 n. Chr.), in Ägypten
+entstanden, zeigt aber wenige für dieses Land charakteristische Züge.
+Ägyptisch ist noch am ehesten ihre +Form+, z. B. wenn ~Hermes~ den
+~Asklepios~ (der = ~Thot~ oder ~Tat~ „einer blutlosen Verdoppelung des
+Thot“ und = ~Imuthes~ oder ~Imhotep~ sein soll) über die vorgeblichen
+Offenbarungen des ~Agathodaimon~ belehrt, also die Geheimwissenschaft
+in mündlicher Überlieferung „vom Vater zum Sohne“ weitergibt[2527]; da
+aber griechische profane Kreise eine große theologisch-philosophische
+Litteratur hervorbrachten, die den Zweck verfolgte, ägyptische und
+griechische Religion auf dem Boden der Philosophie einander zu nähern,
+so könnte auch jene +Form+ von Nicht-Ägyptern nachgeahmt sein[2528],
+um so mehr, als weder die Schilderung der Götter, noch die Art des
+Vortrages dem eigentlichen ägyptischen Herkommen ausreichend und
+mehr als ganz äußerlich entspricht[2529]. Der +Inhalt+ der Schriften
+hingegen, ihr eigentlicher Ideenkreis, ist (von einzelnem abgesehen)
+weder ägyptisch, noch ägyptisch beeinflußt, schließt sich vielmehr
+seinem ganzen Wesen nach der großen Gedankenwelt des Hellenismus
+an, der auch das aus der Fremde Entlehnte unter Anknüpfung an
+altgriechisches Gut in geeigneter Weise eingegliedert wird[2530].
+Soweit dieses Fremde dem Orient entstammt, ist sein wichtigster
+Vermittler ~Poseidonios~; die bei ihm zusammenfließenden Elemente
+peripatetischer, platonischer, stoïscher, orphisch-pythagoräischer
+und syrischer Herkunft bleiben allerdings nur selten rein bewahrt
+(wie z. B. der berühmte Gedanke einer dauernden Verbindung des
+Menschen mit der Gottheit durch Betrachtung der Schönheit der Welt
+und des gestirnten Himmels), erleiden vielmehr zumeist Verzerrungen
+in magischem, mystischem und allegorischem Sinne[2531]: zu solchen
+gehören u. a. die Ausführungen über die Rolle der Zahlen, „die
+noch über den (platonischen) Ideen stehen“, über die Urmonas, „die
+alles weitere samenhaft in sich enthält“, über die „Eins, als die
+Oberste“, über gewisse an das Hexen-Einmaleins erinnernde Zahlenrätsel
+u. dgl. mehr[2532]. Ein weiterer Vermittler, besonders für jüdische
+Vorstellungen, ist ~Philo~, ferner machen sich zahlreiche Anklänge an
+die von den Neupythagoräern wiederbelebte Orphik bemerklich, und einige
+auch an die Neuplatoniker, aber nicht mehr an ~Plotinos~[2533], was für
+einen Abschluß der betreffenden Schriften um 200 spricht[2534]; die
+Forderung der „Geheimhaltung“ wäre dann nicht, nach ~Zeller~, äußeren
+Umständen zuzuschreiben, sondern erwiese sich als der orphischen
+(und auch ägyptischen) Mystik entlehnt[2535]. Spuren frühgnostischer
+Gedanken sind nur spärlich nachweisbar, solche christlich-gnostischer
+und rein christlicher ursprünglich gar nicht, doch mögen später einige
+leise Umformungen stattgefunden haben, vielleicht gelegentlich der
+vielfachen Benützungen der hermetischen Schriften durch christliche
+Autoren[2536]; die rein ethischen Betrachtungen, die gewisse, angeblich
+bloß in arabischer Übersetzung erhaltene Abhandlungen gänzlich
+erfüllen, z. B. die „An die menschliche Seele“[2537], erklären sich
+daraus, daß deren Verfasser in Wirklichkeit erst im 11. bis 13.
+Jahrhundert schrieben und die hermetische Art nur mit mehr oder weniger
+Geschick nachahmten[2538].
+
+Was die eigentliche, wesentlich theologische +Lehre+ der
+Hermetiker betrifft, so geht sie verschiedentlich zunächst von
+peripatetischen Vorstellungen aus, z. B. vom νοῦς (Nûs) = ~Hermes~
+dem Hirtengotte[2539], formt diese in platonischem Sinne um, so daß
+sie z. B. das „Böse“ (das, einem Stoffe gleich, von selbst entsteht,
+wie der Grünspan am Kupfer und der Schmutz am Körper)[2540] als
+durch die Hyle und samt dieser als durch das Planetensystem bedingt
+ansieht[2541], und sucht endlich den platonischen Dualismus mit
+dem stoïschen Pantheismus zu vereinigen[2542]: ~Hermes~ ist als
+Demiurgos der die Welt schaffende und als Nûs der sie durchdringende
+Allgeist[2543], er wird identifiziert mit dem Logos, der sich ihm
+ursprünglich nur offenbarte, und tritt schließlich an dessen Stelle als
+Mittler zwischen Gott und Welt, als der Erlöser, der die Menschheit
+befreit vom Zwange der Heimarméne, der Herrschaft der Planeten
+(στοιχεῖα, Stoicheía), die mit Ausnahme der Sonne sämtlich verderbliche
+und bösartige Dämonen sind. Die erlösten Auserwählten sind τέλειοι,
+(Vollendete), sie trinken ἀμβρόσιον ὕδως (ambrosisches Wasser =
+Unsterblichkeitstrank der Ägypter und Orphiker), und ihre Seelen sind
+würdig der παλιγγενεσία (Palingenesía, Wiedergeburt der Orphiker) und
+der Himmelsreise[2544].
+
+Nach ~Reitzenstein~ wurden diese Lehren in ihren verschiedenen
+Entwicklungs-Zuständen unter entsprechenden Kulthandlungen innerhalb
+eigener Gemeinden gepflegt, zu deren Mitgliedern u. a. auch ~Zosimos~
+gehörte, und die sich etwa vom 1. vor- bis zum 3. nachchristlichen
+Jahrhundert erhielten[2545]; nach ~Cumont~ und ~Kroll~ ist hingegen ein
+Kult nicht bewiesen und in den „Schriften“ nicht vorausgesetzt, die
+Hermetik muß vielmehr als eine rein litterarische Bewegung angesehen
+werden, die die griechische Philosophie in ähnlicher (sehr wechselnder)
+Weise ebenso mit ägyptischen und orientalischen Traditionen zu
+vereinigen suchte, wie jene, die in den „Chaldäischen Orakeln“ des 2.
+oder 3. Jahrhunderts ihren Ausdruck fand, mit chaldäischen[2546]. Erst
+die gnostisch beeinflußten Gemeinden der Ssabier (s. unten) kennen
+einen Kult des ~Hermes~, berufen sich auf Offenbarungen durch ihn und
+~Agathodaimon~ und schätzen sich im Besitze der „heiligen Bücher“
+beider; von ihnen gingen die einschlägigen Anschauungen auf die Araber
+über[2547], und durch Übersetzungen arabischer Werke ins Lateinische
+gelangten sie frühzeitig auch zur Kenntnis des Westens: schon bei
+~Albertus Magnus~ (12. Jahrhundert) ist ~Hermes Trismegistos~ einer der
+großen „Weisen der Vorzeit“[2548], und in diesem Sinne übergibt er in
+dem 1488 durch ~Giovanni~ ausgeführten Fußboden-Mosaik im Hauptschiffe
+des Domes zu Siena dem Heiden- und Christentume ein Buch mit der
+Inschrift „Suscipe, o, litteras et leges Aegyptii“ (Empfange hier
+Weisheit und Gesetzgebung des Ägypters)[2549].
+
+Bruchstücke der ältesten hermetischen Lehren enthält die sog.
+„Straßburger Kosmogonie“[2550], der gemäß ~Hermes~ den Himmel als
+Halbkugel formt; an ihm bildet er die 7 Zonen (Sphären) mit den die
+Schicksale bestimmenden Planetengeistern, den 7 ἄρχοντες (Archontes,
+Gebietern) oder κοσμοκράτορες (Kosmokrátores, Weltherrschern)[2551],
+die auch mit den 7 Gewändern der Isis im Kult der phrygischen
+Naassener (vom 1. Jahrhundert vor bis zum 2. nach Chr.) verglichen
+werden[2552]. Einer schon etwas späteren Zeit scheint der „Poimandres“
+anzugehören, der aus 18 sehr verschiedenen und nicht streng
+zusammengehörigen Abhandlungen besteht. Der Name ~Poimandres~, der
+sich schon bei ~Zosimos~ findet und wohl auf neuplatonische Quellen
+zurückgeht, bedeutet wörtlich einen „Hirten“ und spielt demnach auf
+das wichtige Bild an, dessen sich schon ägyptisch-demotische Schriften
+und ausführlicher ~Philo~ bedienen[2553]. Die Eigenschaft, in der
+~Poimandres~ auftritt, ist indessen die einer höchsten Gottheit[2554],
+eines zweiten demiurgischen Gottes[2555], eines Sohnes Gottes, der
+entstanden ist aus dem Nûs und dem ewigen Licht, als Inbegriff aller
+δυνάμεις (Kräfte) Gottes, als Logos. Indessen ist unter diesem Logos
+nicht der rein geistige des ~Heraklit~ und der Stoa zu verstehen,
+sondern der des ~Philo~, d. h. die vernünftig wirkende Kraft, die
+Einheit aller einzelnen Vernunftkräfte oder das vollbringende
+Schöpferwort Gottes, verkörpert durch den Demiurgen, den Mittler
+zwischen Gott und Menschheit, den Sohn Gottes[2556]; mit der Materie
+zeugt dieser 7 zweigeschlechtliche Menschen, die erst in der nächsten
+Weltperiode in je zwei Hälften getrennt werden, und ein Zusatz besagt,
+daß dies geschah, weil er bei der Herabfahrt durch die 7 Sphären die
+Naturen der 7 Planeten in sich aufgenommen hatte[2557].
+
+Zumeist jüngere, in einigem aber auch ältere Gedanken als der
+„Poimandres“ dürfte die, aus verschiedenen, bisher nicht genügend
+trennbaren Quellen entflossene Abhandlung „Κόρη κόσμου“ bieten[2558],
+deren Titel nicht mit „Pupille der Welt“, sondern mit „Jungfrau der
+Welt“ zu übersetzen ist[2559]; u. a. treten in ihr die vier Elemente,
+die auch mit den Planeten als στοιχεῖα zusammenfließen, in Person auf,
+um allerlei Anklagen zu erheben[2560], und ~Hermes~ bildet „mit den
+Händen“ wie die „Körper“ aus Erde und Wasser, so auch die „Seelen“
+aus göttlichem Pneuma und dem πῦρ νοερόν (hier etwa = dem himmlischen
+Funken), und diese stellen daher ein bloßes κρᾶμα (Kráma) dar, eine
+Mischung, die durch den Tod wieder διάλυσις (Diálysis, Trennung)
+erleidet[2561].
+
+Weitere Bestandteile der „Hermetischen Schriften“ bilden der bei
+~Apuleius~ (gegen 200) erhaltene „~Asklepios~“, dessen Schlußgebet sich
+auch im „Papyrus ~Mimaut~“ des ausgehenden 3. Jahrhunderts findet,
+ferner der „κλείς“ (Schlüssel), voll dunklen astrologischen Inhaltes,
+und in seinem Titel, der nicht selten auch den Zauberbüchern vorgesetzt
+wird, wohl auf den mystischen „Schlüssel des ~Hermes~“ anspielend,
+sowie endlich das Buch „Die 7 Pflanzen der 7 Planeten“[2562]. Letzteres
+erklärt die betreffenden Pflanzen für „hervorgebracht durch das
+eigentümliche Pneuma der 7 Planeten“ und nennt als die der Sonne
+Heliotrop, als die des Mondes Aglaophotis (= Paeonia, Pfingstrose?),
+als die des ~Kronos~ Aeïzoos (= Sempervivum, Hauswurz), als die des
+~Zeus~ Eupatorium (= Odermennig?), als die des ~Ares~ Peucedanum (=
+Hirschwurz?), als die der ~Aphrodite~ Panacea (= Adiantum, Frauenhaar),
+als die des ~Hermes~ Phlomos (= Verbascum, Königskerze)[2563].
+
+Auf die schon weiter oben besprochenen chemischen Pseudepigraphen
+des ~Hermes~ braucht an dieser Stelle nicht nochmals eingegangen zu
+werden. Nach ~Zielinski~[2564] verehrte man in Böotien ~Hermes~ als
+~Kadmilos~, ~Kadmos~ oder ~Kasmos~ und deutete diesen Namen auf den
+Kosmos um, den der ~Kadmos~-Gattin ~Harmonia~ aber auf die Harmonie
+der Sphären, die die Schicksale bestimmen; ihr goldenes Halsband,
+ein Geschenk des ~Hermes~, wurde, gleich dem goldenen Vließ und dem
+goldenen Lamm des ~Atreus~ (die ebenfalls Gaben des ~Hermes~ waren)
+als „Fluchgold“ betrachtet, und an diesen Zug soll die sog. „niedere
+Hermetik“ angeknüpft und ihre weitere Ausbildung hauptsächlich in
+Ägypten erfahren haben. ~Dieterich~ erklärt indessen eine solche
+Trennung der Hermetik in höhere und niedere für unberechtigt und
+unmöglich, auch hält er es für aussichtslos, nur der letzteren den
+durch ~Reitzensteins~ Untersuchungen festgestellten „ägyptischen
+Bestandteil der synkretistischen Mischung“ zugestehen oder diesen gar
+völlig ausscheiden zu wollen[2565]; der nämlichen Ansicht ist auch
+~Kroll~.
+
+Was endlich die sog. „Kyraniden des ~Hermes~“ anbelangt, die nach
+~Zielinski~ über Kyrene (zusammenhängend mit κύρη = κόρη?) nach
+Ägypten gelangt wären, so ist diese sehr späte und völlig formlose
+Schrift, deren Original angeblich im Orient auf eisernen Säulen
+in syrischer Sprache eingegraben gefunden wurde, ein „Denkmal
+des krassesten Aberglaubens“, insbesondere was den botanischen,
+mineralogischen und pharmakologischen Inhalt betrifft[2566]. Sie bildet
+eine Hauptquelle der bis an die Schwelle der Neuzeit fortwirkenden
+„astrologischen Medizin“ und „medizinischen Mantik“, mit ihrer
+Zuordnung der körperlichen Teile und Krankheiten an die Planeten[2567]
+und mit ihrer „magischen Pharmakopöe“, als deren Musterbeispiel die
+„Iatromathematika“ dienen können, die ~Hermes Trismegistos~ dem
+„Könige ~Kyranos~ von Persien“ offenbarte[2568]. Sie wimmeln von den
+abenteuerlichsten Rezepten, die in den späteren hermetischen Texten
+auch kurzweg στῆλαι (Säulen)[2569] heißen, -- woraus sich wohl das
+„Eingegrabensein auf Säulen“ erklärt --, und halten den göttlichen
+Ursprung selbst für Heilmittel profansten Zweckes aufrecht: so
+überliefert denn auch z. B. ~Alexander~ von ~Tralles~[2570] (um 550)
+„Ἑερμοῦ κλίμαξ“ (Klimax des ~Hermes~) als Bezeichnung eines ganz
+besonders wirksamen Abführmittels!
+
+ ——————————
+
+Der Name des mit ~Hermes~ so enge verbundenen ~Agathodaimon~
+ist, als ἀγαθὸς δαίμων (= der gute Gott), ursprünglich der einer
+arkadischen und böotischen Gottheit ländlichen Natursegens, die in
+den uralten Tempeln zu Megalopolis und Epidauros verehrt wurde;
+erst später wandelte sich, wie ἀγαθὸς ἄγγελος zu ~Agathangelos~, so
+ἀγαθὸς δαίμων zu ~Agathodaimon~[2571]. Dieser galt als Schutzgeist
+für Gemeinwesen und Einzelne, als ein glückbringender und das Heim
+behütender Hausgeist, der nach dem Ende der Mahlzeit eine Spende
+ungemischten Weines erhielt; doch besaß er als Hervorbringer der
+Feld- und Baumfrüchte auch chthonische Bedeutung. In Hinsicht auf sie
+wurde er als Schlange dargestellt, denn diese ist die Verkörperung
+der Götter der Erdtiefe, der in ihr hausenden Heroen, aber auch der
+einfachen Toten und daher namentlich der Ahnen[2572]. ~Agathodaimon~
+nannten die alten Griechen insbesondere die (als „heilige Schlange“
+angesehene und als „Hausschlange“ verehrte) Natter, während in der
+Neuzeit die Bezeichnung auf die Eidechse übergegangen ist, „die an
+und in der Erde lebt und daher mantische Natur besitzt“[2573]. In
+der synkretistischen Zeit verband sich die griechische Anschauung
+mit der orientalischen, der gemäß die Schlange, die sich stets in
+der Nähe der Allmutter Erde bewegt, eine Trägerin der Weisheit, ein
+Symbol des Wissens und ein prophetisches Tier ist[2574], sowie mit der
+ägyptischen, nach der Verstorbene, vor allem aber Götter, tiergestaltig
+in Schlangen weiterleben[2575]; so wurde ~Agathodaimon~ mit dem
+chthonischen Gotte ~Anubis~ (= chthonischer ~Hermes~, ~Hermanubis~)
+identifiziert[2576], vor allem aber mit dem zuweilen Schlangengestalt
+annehmenden Gotte ~Thot~ der Stadt Chnumum (Hermopolis magna)[2577].
+Dieser, auch ~Chnum~, ~Chnubis~, ~Chnuphis~, ~Knuphis~, ~Kamephis~
+und ~Kameph~ genannte Gott[2578] herrschte anfänglich in Syene als
+„Herr der schwarzen Töpfererde“ zugleich mit ~Isis~, der „Herrin der
+schwarzen Fruchterde“, mit der er „sich vereint hat“ (chnum, äg.
+= vereinigen, gesellen), und die ihm daher später als Besitzerin
+dieses Gebietes nachfolgt[2579]. Schon weiter oben wurde der Rolle
+gedacht, die er in der hellenistischen Periode spielte, die ~Chnum~ =
+~Thot~ = ~Ptah~ = ~Zeus~ = ~Aion~ = ~Agathodaimon~ setzte und diese
+synkretistische Gestalt als Demiurgen, Allerweltskünstler, Herr
+des Pneumas, Lebenshauches und Geistes, als Schutzgott Ägyptens,
+Stadtgott Alexandrias usw. verehrte. Hier sei daher nur erwähnt, daß
+~Agathodaimon~ auch = Nûs und Logos, sowie als Verfasser von als
+λόγια (Lógia) eingeschätzten Lehren galt[2580], daß man ihn als ~Pan~
+in stoïschem Sinne, d. h. als Allgott, betrachtete[2581] und auch
+als den syrischen Glücksgott ~Gad~ = „männliche ἀγαθὴ τύχη“ = bonus
+eventus = guten Genius feierte, worauf anspielend schon ~Nero~ sich als
+„~Agathodaimon~ des Erdkreises“ bezeichnete[2582]. Auch die Astrologen
+stellen ~Agathodaimon~ = ~Jupiter~ = bonus eventus in Gegensatz zu
+~Kakodaimon~ = ~Saturn~ = malus eventus[2583] und benennen ersteren
+zuweilen als „venerandus felix“, den zu verehrenden Glücksbringer[2584].
+
+Dargestellt wurde ~Agathodaimon~ meist in Gestalt des ~Chnum~, als
+Schlange, die sich in den Schwanz beißt oder sich in einen Ring
+zusammengeschlungen hat, als Schlange mit Sperberkopf, oder als auf
+dem Schweif aufrecht stehende Schlange mit breitem Menschen- oder
+Löwen-Antlitz und teilweise langem, gesträubtem Haar[2585]; in solcher
+Form gebildete oder mit dergleichen Zeichnungen versehene Amulette,
+die namentlich die gnostische Sekte der Ophiten (Schlangen-Anbeter)
+mit Vorliebe gebrauchte und schon im 1. Jahrhundert n. Chr. nach
+Kleinasien brachte, sind in großer Zahl auf unsere Zeit gekommen.
+Wie der ausgezeichneten Satire des ~Lukian~ (um 180) über den
+berüchtigten Schwindelpriester ~Alexandros~ von ~Abonoteichos~ zu
+entnehmen ist[2586], bediente sich schon dieser abgefeimte Betrüger
+einer derartigen kunstvoll vorgerichteten Schlangenfigur, die beim
+Ziehen an einer verborgenen Schnur den „reichlich Zahlenden“ die ihnen
+erwünschten Orakelsprüche „auf autophonem Wege“ erteilte[2587].
+
+
+f) Die Gnostik.
+
+Die letzten vorchristlichen Jahrhunderte brachten infolge der
+sinkenden politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse Mißgeschicke
+und Bedrängnisse aller Art über die Bevölkerung des Ostens, die ihr
+Unglück, im Sinne des astrologischen Fatalismus, von dem sie durchaus
+erfüllt war, dem Einflusse der Planeten zuschrieb, der Heimarméne;
+ein Verlangen nach Befreiung von dieser furchtbaren und erdrückenden
+Gewaltherrschaft, eine Sehnsucht nach Erlösung, erfüllte daher schon
+damals mehr und mehr alle Gemüter[2588]. Diese Gefühle verstärkten
+sich noch, als im Verlaufe der Kaiserzeit, namentlich seit dem 2.
+Jahrhundert, die Grundlagen des überlieferten Glaubens endgültig
+zusammenbrachen, die alten Religionen keinen Halt mehr gewährten,
+und Aberglauben jeglicher Form aus den unteren unwissenden Schichten
+auch in die oberen gebildeten emporstieg. Die neuerwachten religiösen
+und metaphysischen Bedürfnisse suchten nunmehr Befriedigung in der
+Mystik „uralter“ Geheimkulte und philosophischer Spekulationen, die
+die Reste eigener Denktätigkeit zunächst befriedigten, bald aber zu
+gänzlichem Schwinden brachten[2589]. Getreu dem bei ~Makrobios~[2590]
+(5. Jahrhundert) überlieferten Grundsatze „Vetustas adoranda est“
+= „Ehrfurcht vor der Vergangenheit!“ flüchtete die Phantasie aus
+der trüben Gegenwart in die glanzvoll ausgemalte „alte Zeit“, zu
+~Pythagoras~, „der in alle verborgenen Kulte und Mysterien eingeweiht
+war“[2591], zur angeblich unverändert überlieferten und daher
+„höheren“ Weisheit ägyptischer, chaldäischer oder gar indischer
+Priester, „dieser getreuen Bewahrer heiliger Geheimnisse“[2592],
+zum Ritual unverstandener alter oder fremder Kultbräuche, dem man
+verborgenen symbolischen Sinn unterlegte, und vor allem zu der durch
+die Neupythagoräer wiederbelebten Orphik. ~Orpheus~ galt auch hier
+wieder als ältester und wichtigster Verkünder erhabener Offenbarungen,
+deren Inhalt sich in höherem Fluge weit über alles sonstige menschliche
+Wissen hinaus erhebt[2593], und als Verfasser jener „tiefsinnigen
+und göttlichen“ Prophezeiungen, Sprüche und Hymnen, mit deren
+Sammlung und Erhaltung sich eigene Zirkel und Kultgemeinden auf
+das angelegentlichste beschäftigten[2594]. Soweit ihre Reste ein
+Urteil gestatten, erweisen sie sich als Ergebnis der Vereinigung und
+Umbildung der im hellenistischen Ägypten aus sehr verschiedenen Quellen
+zusammengeflossenen orphischen Lehren, verraten anfangs (um 100-150)
+noch keinerlei christliche Einwirkung, zeigen später neuplatonische
+(nicht aber plotinische) Spuren, gelangen gegen 300 zur abschließenden
+Gestaltung, erfahren aber auch in den folgenden Jahrhunderten noch
+mancherlei Abänderungen und Einschiebungen[2595].
+
+Der Einfluß der geschilderten Verhältnisse förderte notwendigerweise
+die Verbreitung aller Arten Magie, Mantik und Orakelwesen, die Kulte
+enthusiastischer und mysterienhafter Richtung, sowie die Geheimdienste
+mit ihren Formeln, Riten und Weihen[2596]; unter Verschmelzung
+älterer griechischer, orphischer, orientalischer, spätägyptischer
+und neuplatonischer Elemente eigneten sich die theurgischen
+Praktiken (die sich zu einem großen Teile in den gleichzeitigen
+Zauberpapyri erhalten haben) Charakter, Terminologie und Ritual der
+Mysterien-Dienste an, strebten aber gleichzeitig nach „Verfeinerung
+und theoretischer Begründung“ durch Anlehnen an Anschauungen, die
+unter dem Titel „philosophischer“ die sog. gebildeten Kreise des
+Zeitalters erfüllten[2597]. Eine wichtige Rolle spielten hierbei
+namentlich die Zeremonien des Schwures bei der Einweihung, des Eides
+der Geheimhaltung, sowie der „Reinigung“, denn nur die „Weihen“
+reinigen die Seelen und stellen sie in ihrem ursprünglichen Glanze
+wieder her, und nur die so Geweihten vermögen jenes Gut höherer
+Wahrheit zu erfassen, das ihnen Befreiung und Erlösung in Aussicht
+stellt[2598]. Als selbstverständlich ergibt sich die Pflicht, ein
+solches vor der großen Menge zu bergen und es mittels einer dunklen
+Symbolik, die das eigentlich Wichtige verdeckt, vor „Profanation“ zu
+bewahren[2599]. „Alle Theologen der Hellenen und Barbaren (so sagt
+hierüber ~Clemens Alexandrinus~, gest. 216) haben das Wesen der Dinge
+verhüllt und die Wahrheit nur in Rätseln und Gleichnissen, Allegorien
+und Metaphern überliefert; Geheimnisse vertraut man nur der Rede an,
+nicht der Schrift, die schon fast Entweihung ist; jedenfalls ist aber
+der profane Leser in die Irre zu führen, so daß er gar nicht merkt, was
+die Hauptsache ist und was unwichtiges Beiwerk[2600].“
+
+Die unter dem Namen der „+gnostischen+“ bekannte Form der ganzen
+Bewegung ist keineswegs, wie vielfach angenommen wird, eine spezifisch
+christliche und dem Altertum fremde, vielmehr war sie in ihren
+Anfängen vermutlich schon im 1. Jahrhundert v. Chr., wenn nicht
+früher, in Syrien vorhanden und gelangte von dort aus auch nach
+Ägypten[2601]; bereits die paulinischen Briefe kennen sie als eine Art
+heidnisch-mystischer Religiosität, der gemäß ein unmittelbarer Verkehr
+mit der Gottheit das Wissen um ihre sonst verborgenen Geheimnisse
+gewährt[2602]. Auch ein vielgestaltiger jüdischer Gnostizismus, dessen
+Geheimlehren selbst wieder hauptsächlich von orientalischen, weniger
+von griechischen Überlieferungen und Spekulationen abhängig waren,
+übte um die nämliche Zeit mannigfaltige, wenngleich im einzelnen
+bisher schwer faßbare Einflüsse aus[2603]. Spätere griechisch-jüdische
+Kultgemeinden Ägyptens besaßen noch einschlägige, der jüdischen
+Tradition entstammende „heilige Bücher“, zu denen u. a. die „ἱεραὶ
+βίβλοι“ gehörten, deren der Leidener Papyrus gedenkt, ferner das sog.
+„8. Buch Mosis“ (in der vorliegenden Gestalt um 150 verfaßt) u. dgl.
+mehr[2604]; Beschwörungen bei „~Jesu~, dem Gotte der Juden“, sind
+ebenfalls Wahrzeichen aus der Periode derartiger synkretistischer
+Durchdringungen[2605].
+
+Der Geburtsort der eigentlichen +Gnostik+ ist indessen das
+spätptolemäische Alexandria, „wo sich ihr Gebäude erhob über dem Boden
+uralten ägyptischen Glaubens, aus dem Schutte zahlreicher anderer
+Religionen“[2606], und Stätte ihrer Entstehung waren die hellenistisch
+umgestalteten, von Zauber erfüllten Mysterienkulte orphischer und
+enthusiastischer Richtung[2607]; Griechischer Einfluß blieb stets
+überwiegend[2608], und griechischer Geist suchte in Kultgemeinden,
+deren religiöser Dienst dem orphischen, dionysischen, ägyptischen,
+jüdischen, phrygischen, persischen und chaldäischen nachgebildet war
+und sich heiliger Bücher, Lieder und Hymnen bediente, die uns zum
+Teil zwischen den „Rezepten“ der Zauberpapyri als „Gebete“ erhalten
+geblieben sind[2609], die Bausteine so mannigfaltiger Herkunft nach
+einheitlichem Plane zusammenzufügen[2610]. So betrachtet, erweist
+sich die Gnosis als Erscheinungsform der großen synkretistischen
+Bewegung, zu der den Anstoß gab die zunehmende nähere Berührung des
+Orients und Okzidents, der fortschreitende Austausch der nationalen
+Religionen, deren Beeinflussung durch die griechische Philosophie, und
+schließlich die Aufnahme gewisser, jedoch schon völlig phantastisch
+veränderter Gedanken des nachapostolischen Christentums[2611]. Die
+nämliche weitgehende Durchdringung hellenistischen, chaldäischen und
+ägyptischen Wesens, von dem die Kultbilder zu Denderah und Edfu und
+auf babylonischem Gebiete ~Teukros~ Zeugnis ablegen[2612], zeigt sich
+in den Glaubensvorstellungen der Gnostiker und tritt ganz besonders
+auch in der Bedeutung zutage, die gerade orphische, chaldäische
+und ägyptische Geheimlehren für sie besitzen[2613]. Die gnostische
+Litteratur ist daher erfüllt von Berufungen auf derartige Mysterien
+und Weihen, deren Kult-Mythen und -Gebräuche sie unter entsprechender
+Allegorisierung als bildliche Darstellungen aller der Wahrheiten
+ausgibt, die sie zu erweisen bemüht ist[2614]; ihre Autoritäten
+sind hierbei bald griechische Philosophen (in neupythagoräischer
+oder -platonischer Auffassung), Dichter (auch ~Homer~) und Weise,
+bald die „eigenen Berichte“ von Gottheiten wie ~Thot~, ~Hermes~,
+~Isis~, ~Asklepios~, ~Agathodaimon~ und Anderen über die Schöpfung
+und Entwicklung der Welt, bald die Erzählungen jener durch solche
+Offenbarungen kosmologischen, astrologischen und dämonologischen
+Inhaltes begnadeten „Propheten“, denen die Götter, wenn sie sie durch
+Beschwörung und Bedrohung erst einmal herniedergezogen und zum Sprechen
+gebracht haben, „nichts zu verbergen vermögen“[2615]. Merkwürdig und
+bedeutsam erweist sich hierbei die Verquickung des iranischen Dualismus
+der guten und bösen Götter mit dem spätgriechischen Gegensatze zwischen
+der guten Welt des geistig-göttlichen Pneumas und der schlechten
+des körperlich-gemeinen Stoffes (der Hýle), da nichts geeigneter
+war, die Sehnsucht nach Befreiung und Erlösung zu fördern, als die
+Lehre von der unendlichen Überlegenheit der geistig-idealen über die
+sinnlich-materielle Welt[2616]. Der großen Menge allerdings blieb diese
+Seite der Gnosis unfaßlich; für sie war Gnostik gleichbedeutend mit
+Magie, -- etwa jener der Zauberpapyri[2617] --, d. h. sie verhieß ihren
+Anhängern alle Güter der Welt, hauptsächlich Reichtum, Gesundheit und
+Unsterblichkeit, und gewährte ihren Verkündigern geheime Weisheit =
+νοῦς (Nûs), höhere Vernunft = λόγος (Logos), sowie wahre Erkenntnis =
+γνῶσις (Gnosis)[2618].
+
+Aber auch in den Kreisen dieser Verkündiger, also der eigentlichen
+Träger der Bewegung, wandte sich die gesuchte „Erkenntnis“ weit
+minder rein geistigen Zielen zu, als durchaus praktischen, nämlich
+der Ausforschung des Heilsweges, sowie der geheimnisvollen Mittel,
+die den Zwang der Heimarméne zu brechen vermöchten[2619]. Die Gnosis,
+γνῶσις σωτηρίας, γνῶσις θεοῦ (Erkenntnis des Heilsweges, Erkenntnis
+Gottes) wird daher nicht durch Denkarbeit und wissenschaftliches
+Bemühen erworben, sondern durch ekstatisches Schauen der höchsten Dinge
+und visionären Verkehr mit der Gottheit, sie ist nicht ein Ergebnis
+der Vernunft, sondern entspringt dem inneren Fühlen, der andächtigen
+Stimmung, der gläubigen Schwärmerei, kurz einem Seelenzustande, dessen
+Vollendung τέλος, Télos) zu erreichen nur dem durch „Gnade von oben“
+Auserlesenen vergönnt bleibt[2620]. Alle diese Züge sind orientalischer
+Herkunft, finden sich aber nicht nur bei neupythagoräischen Orphikern
+und Neuplatonikern, sondern schon bei ~Poseidonios~, verknüpft mit
+solchen, die teils auf die alten griechischen Geheimkulte zurückgehen,
+teils der griechischen Philosophie und besonders dem platonischen
+Enthusiasmus entstammen[2621]; zu diesen gehört u. a. die für die
+Verbindung mit der Astrologie höchst wichtige Idee, daß die Erlangung
+der Gnosis gefördert wird durch Betrachtung und Kenntnis des gestirnten
+Himmels, da „die Ordnung am Himmel“ das Dasein der ordnenden Gottheit
+verbürgt, und die geordnete Bewegung der Sterne nach ~Aristoteles~ das
+Prinzip alles Werdens und Vergehens ist[2622]. Allerorten schöpfen eben
+die Gedanken, die in hellenistischer Zeit anscheinend plötzliche und
+unbegreifliche ausgedehnte Eroberungen machen, die hierzu erforderliche
+Kraft aus der griechischen Welt, in der sie sich jahrhundertelang
+allmählich und organisch entwickelt hatten[2623].
+
+Würdig der Gnosis macht aber außer dieser Beschäftigung mit den
+himmlischen Dingen auch solche mit den Lehren und Schriften bereits
+„Begnadeter“, also mit den „uralten und mystischen Offenbarungen der
+Propheten“, die zum Himmel entrückt wurden und zur Erde wiederkehrten
+als Verkündiger des Geschauten, des himmlischen Lichtes und Lebens, der
+göttlichen Kraft und Gnade[2624]. Ihre Worte geben die Sicherheit, daß
+die Gottheit auf die Anrufung des Gläubigen hört und bereit ist, „sich
+mit ihm zu vereinen“, und daß +nach dem Tode+ seine Seele auferstehen,
+durch die Ogdoas (= Achtheit der 7 Planeten- und der Fixsternsphären)
+zum Himmel auffahren und sich dem θεὸς ὕψιστος, dem Höchst-Thronenden,
+zugesellen wird[2625]. Aber ein gleiches kann auch +dem noch Lebenden+
+beschieden sein, sofern er in den schwärmerischen Zustand der Ekstase
+gerät, während derer (nach einer durch ~Poseidonios~ vermittelten
+Ansicht der Chaldäer, der sich auch Mithrasverehrer und Neuplatoniker
+anschlossen) die Seele den Körper verläßt, um zum Himmel emporzusteigen
+und „ein Teil der Gottheit“ zu werden[2626]. Derartige Ekstase bewirken
+bei dem ihrer Gewürdigten nicht nur innere Stimmungen und Regungen,
+sondern auch äußere Mittel, u. a. der Genuß von ἀμβρόσιον ὕδωρ
+(ambrosischem Wasser = Unsterblichkeits-Trank), sowie gewisse rituale
+Veranstaltungen[2627]. Zu dem für die Gläubigen Bedeutsamsten, was
+die Gnosis lehrt, gehört die „richtige“ Ausführung solcher religiöser
+und theurgischer Operationen, der geheimen heiligen Handlungen oder
+Sakramente, an die sich u. a. auch die Bekanntgabe gewisser heiliger
+Symbole, Formeln, Zeichen, Namen und Zauberworte schließt, deren die
+Seele hauptsächlich bedarf, um den Widerstand zu überwinden, den die
+Bosheit der 7 Planeten-Dämonen ihrer Himmelsreise entgegensetzt[2628].
+Wirksame Hilfe gewährt dem Gnostiker hierbei, aber auch bei allen
+sonstigen Anlässen, eine möglichst nahe Verbindung mit seinem „Engel“,
+und da die Seelen als „pneumatische Bräute“ dieser Engel gelten,
+die sie mit sich in den himmlischen oberen Weltenraum (πλήρωμα,
+Pléroma) heben, so erklärt sich hieraus das bei manchen Sekten, z. B.
+den Valentinianern, übliche „Sakrament des Ehegemaches“ (νύμφωμα,
+θάλαμος), die Zeremonie des „πνευματικὸς γάμος“, der „geistigen
+Hochzeit“, die an den Neophyten und Neophytinnen in der „himmlischen
+Brautkammer“ als „Sinnbild der innigsten Vereinigung“, und oft wohl
+nicht nur ganz symbolisch, vollzogen wurde[2629]. Der so Geweihte ist
+τέλειος (Téleios), d. h. ein „Vollendeter“, er ist „umgeschaffen“
+durch μεταβολή (Metabolé), erfüllt von deren „totenerweckender Kraft“
+(δύναμις τῆς μεταβολῆς) und würdig des Pléromas; auch weiß er das
+heilige Licht zu trennen von der verworfenen Finsternis (tenebrae,
+chaos, abyssos) und die „unnatürlich“ zur Welt zusammengemengten
+Bestandteile zu entmischen, wobei er verfährt wie ein Künstler κράσεως
+καὶ μίξεως (der Krasis und Mixis), der die Teile des Eisens mittels
+des Magneten von denen anderer Metalle sondert, oder Schmelzen und
+Legierungen wieder in ihre einzelnen Bestandteile zerlegt[2630].
+
+Infolge der ungeheuren Wichtigkeit, die dem „dicere et facere
+mysterium“, d. h. dem Reden und Tun beim Geheimdienste, zugemessen
+wurde, steigerte sich in gleichem Maße auch die des ausführenden
+Priesters, und so kann es nicht wundernehmen, daß Ägypten allmählich
+zur „Hochschule“ der Betrüger, Schwindler und betrogenen Betrüger
+heranreifte: für die große Menge war der Priester der „Zauberer
+κατ’ ἐξοχήν“, der ihren Aberglauben in ausreichender Weise zu
+befriedigen, vor allem jedoch seinen gehörigen persönlichen Einfluß
+auf die Götter zu bewähren hatte[2631]. Aber auch die Gebildeteren
+sahen in ihm den Auserwählten, der es verstand, die Gottheiten auf
+die richtige Weise und mit den richtigen Worten anzurufen, unter
+Gebrauch der „rechten“ Beschwörungen, Zeichen, Sprüche, Intonationen,
+Formeln, Buchstaben, Zahlen und vor allem Namen. Die Namen sind
+wesentliche Bestandteile ihrer Träger, deren Macht jener erlangt,
+der sie weiß[2632], aber nur die „wahren“ Namen oder Beinamen sind
+„treffend und verpflichtend“[2633]. Daher betonen schon ~Origenes~
+und die „Chaldäischen Orakel“ im 2. Jahrhundert[2634], sowie das dem
+~Iamblichos~ (gest. 330) oder seiner Schule angehörende Mysterien-Buch,
+-- das die Dämonen-Lehre und die Kraft der Zaubermittel „mit wahrhaft
+scholastischer Gründlichkeit“ abhandelt[2635] --, man habe Namen und
+magische Worte in der ägyptischen oder chaldäischen +Ursprache+ zu
+kennen und +allein in dieser+ zu benützen, „da solche fremde Ausdrücke
+durch jede Übersetzung die Emphase und Kürze des Originals verlieren,
+das den Göttern auch das gewohntere und angenehmere ist“[2636]. Von
+dieser Kürze merkt man allerdings nichts, wenn z. B. die „Pistis
+Sophia“ berichtet, „die 5 großen Archonten, die die ganze Welt als
+solche kennt, hießen ~Zeus~, ~Aphrodite~, ~Kronos~, ~Hermes~ und
+~Ares~, ihre eigentlichen und unvergänglichen (ἄφθαρτοι) Namen
+lauteten aber ~Chrubal~, ~Chosi~, ~Orimuth~, ~Tarpetanuph~ und
+~Munichunaphor~“[2637]. Vermutlich ist anzunehmen, daß die Wirkung
+dieser, der Gemeinde geläufigen, aber unverständlichen Worte eine
+ähnliche war, wie noch heutzutage die des Amen, Sela, Hosianna und
+Halleluja[2638], oder die des Gottesdienstes in ausgestorbenen
+Sprachen, z. B. Lateinisch oder Sanskrit; auch trug man überhaupt
+große Scheu, an dem, was einmal für althergebracht galt, irgendwelche
+Veränderungen vorzunehmen, da schon der geringste Fehler in Wort
+oder Tat nicht nur die ganze Wirkung des Rituals zu nichte machen,
+sondern auch statt der gerufenen guten Geister böse (oft sogar noch
+in verkappter Gestalt) herbeiführen und so schreckliche Gefahren
+verursachen konnte[2639]. Die typische (auch in den Zauberpapyri
+erhaltene) Anordnung des priesterlichen Geheimdienstes umfaßt daher
+neben der πρᾶξις (Praxis) = Zauberhandlung und dem λόγος (Logos) =
+Zauberspruch stets als dritten Punkt noch die φυλακτήρια (Phylaktéria)
+= Schutzmittel gegen die Geister[2640], und es ist sehr wahrscheinlich,
+daß zu diesen auch das Locken, Beschwichtigen und Scheuchen durch
+tierische Laute, sowie das Schnalzen, Brüllen, Zischen, Pfeifen und
+Zwitschern seitens der Mysten zählten[2641].
+
+Ein großer Teil der Gedanken, die in der Gnosis zu völliger Ausbildung
+gelangten, wurzelt, wie zuerst ~Anz~ überzeugend nachwies[2642], in der
+spätbabylonischen Verfallszeit, namentlich in der Periode, während
+derer sich chaldäische und persische Anschauungen zu durchdringen
+begannen[2643]. Demgemäß ist die Welt eine Mischung aus Licht und
+Finsternis, aus edlem göttlichem Geiste und gemeiner „böser“ Materie,
+das Machwerk eines untergeordneten, wenn nicht schlechten, so doch
+schwachen Demiurgen, und wenn nicht geschaffen, so doch mitbeherrscht
+von den Planeten-Geistern[2644]. Anfänglich scheint (wie noch im
+„Hirten des ~Hermas~“) jedem Planeten je ein guter und ein böser
+Geist, „eine Tugend und eine Sünde“, zugeteilt gewesen zu sein[2645],
+allmählich jedoch erhielten die nach persischer Auffassung zu Dämonen
+herabgesetzten „niederen Genien“ die Oberhand, die Sterngeister wurden
+aus guten erst zu „halbbösen“, dann zu bösen Gestalten[2646] und
+schließlich zu „Göttern des Verderbens“, deren Schuld die mangelhafte
+Weltordnung ist[2647]. An ihrer Spitze steht ~Jaldabaoth~, ursprünglich
+die babylonische Gottheit des bösen und vom Vermögen „hinterlistiger
+Täuschung“ (ἐνέδριον ψεῦδος) erfüllten Planeten ~Saturn~[2648], der
+daher auch dem ~Kronos~, ~Chronos~, ~Jao~ usf., besonders häufig aber
+dem Judengotte ~Jehovah~ gleichgesetzt wird[2649]. Die Planetengötter
+sind Archonten = Herrscher[2650], sie knechten die Welt, berauben die
+Menschen der Freiheit und befehden sie auf das bitterste[2651]; wie
+sie, -- schon nach ~Philo~[2652] und ~Porphyrios~ (232-304?)[2653] --,
+die Bewegungen und Geschwindigkeiten der Planeten störend beeinflussen
+und diese (nach persischer Auffassung) zur Rückläufigkeit zwingen,
+indem sie die guten, dem ~Ormuzd~ dienenden Lenker überfallen und
+einkerkern[2654], so verhalten sie sich auch gegen die Sterblichen.
+Ihre Schlechtigkeit und Bosheit verkörpert sich im ἀντίμιμον
+πνεῦμα[2655], dem „Geist des Zuwiderhandelns“, dem „Geist, der stets
+verneint“, dem Ἀντίθεος (Widersacher), dessen Macht furchtbar ist und
+selbst durch die Sakramente des „heiligen Wassers“ oder „heiligen Öles“
+nur schwierig mit Erfolg bekämpft werden kann; er bringt alles Gute und
+Edle zu Fall, zieht das Gemeine und Verderbliche an sich und zwingt die
+Menschen zur Sünde oder verbindet sich doch, gemeinem (ὑλικόν, zur Hýle
+gehörigen) Kupfer gleichend, in ihrer Seele so mit der dem geläuterten
+Silber ähnelnden Kraft des himmlischen Lichtes, wie dies das Kupfer
+mit dem Silber in der Metallmischung der Scheidemünzen tut[2656].
+Die Hýle, besonders als gestalts- und qualitätslose ὕλη ἄποιος, als
+neuplatonische „böse“ Materie, gilt den Gnostikern überhaupt als Symbol
+der Schlechtigkeit[2657], des niedrigen weiblichen Prinzips (ἡ θήλεια,
+Théleia) im Gegensatze zum höheren männlichen ὁ ἄρσην, Arsen)[2658],
+sowie der das Weltganze umfassenden „Finsternis“ und ihres Sinnbildes,
+der Schlange oder des Drachens, den Schweif im Munde, oder zum Knoten
+verschlungen[2659].
+
+Wie die Sonne, die schon die Chaldäer eine schlangenförmige Bahn
+verfolgen und durch ihren Lauf auch den der Gestirne lenken
+lassen[2660], so sind auch die Planeten, die vom Demiurgos, dem
+„Herrn der zwei oberen Elemente“ (Luft und Feuer) geschaffenen
+Wandelsterne[2661], Träger und Erscheinungsformen göttlicher Gewalten,
+-- daher noch die Namen ὁ τοῦ Κρόνου (der des ~Kronos~) u. dgl. --,
+und beherrschen so entweder unmittelbar, oder durch Geister, die ihre
+und der Heimarméne „Diener“ sind, die Welt, die irdischen Dinge, die
+Menschen und ihre Seelen[2662]. Die Annahme von 7 Sphären und die
+Herabsetzung der Planetengötter zu bösartigen Dämonen führte hiernach
+zur Lehre von jener Siebenzahl der an die Planeten gebundenen Übel, die
+seither in den „7 Todsünden“ fortlebte[2663], sowie zur Vorstellung,
+daß die Dämonen, als Feinde und Hasser der Menschen, sie durch ihre
+„zugehörigen“ Übel zu verderben, oder doch zu schädigen trachten.
+
+Nun thronen, spätpersischer Voraussetzung folgend, im obersten über
+den 7 Sphären gewölbten Himmel ein höchster, in synkretistischer
+Redeweise als „unbekannter Vater“ bezeichneter Gott, der θεὸς ὕψιστος,
+sowie eine analoge Göttin, für welche beide auch, in nicht ganz
+folgerichtiger Weise, die „Besseren der Sieben“, nämlich Sonne und
+Mond, als Symbole gelten[2664]. Die Göttin, offenbar Nachfolgerin der
+chaldäischen Himmelskönigin ~Istar~[2665], wird bald ~Sophia~ genannt,
+bald ~Barbelo~, d. i. ein verstümmeltes παρθένος (Parthénos, Jungfrau),
+bald μήτηρ (Mutter), oder ἡ ἄνο μήτηρ (Mutter in der Höhe), und nähert
+sich dem Typus der uralten vorderasiatischen „Magna Mater“, d. h. sie
+ist bald Jungfrau (πνεῦμα παρθενικόν), bald Mutter, bald ausschweifende
+Liebesgöttin und Buhlerin im Sinne der „~Helena~“ des ~Simon
+Magus~[2666]. So wie der Mond (im Griechischen weiblich σελήνη Selene
+= Helene) ist auch sie Herrin der Gestirne und der 7 Planeten, umgeben
+von männlichen und weiblichen Sterngottheiten niedrigeren Ranges, von
+Engeln, Lichtjungfrauen, Schicksalsfrauen und Geistern jener 7 Sphären,
+die den 7 übereinander liegenden Gewändern der ~Istar~ gleichen[2667],
+-- kurz von ursprünglich durchaus guten Genien, die erst allmählich,
+unter persischem Einflusse, zunächst zweifelhaften Charakter annehmen,
+schließlich aber das Wesen verworfener und hinterlistiger Dämonen. Der
+obere Himmel, die Wohnstätte des höchsten Gottes und der ~Sophia~, ist
+aber auch die eigentliche Heimat der Seelen, die von ihm herab in die
+Welt der Materie nur gelangen können, indem sie die trennenden Gewölbe
+der 7 Sphären durchwandern; hierbei lauern ihnen die Archonten auf und
+geben ihnen beim Abstiege ein jeder seine „niedrigen Eigenschaften“
+mit auf den Weg, so daß sie von diesen sündigen Anlagen wie von 7
+Kleidern oder Hüllen umgeben und so schon von vornherein dem Unglücke
+geweiht, auf Erden anlangen[2668]. Noch schlimmer aber ergeht es den
+Seelen, wenn sie nach der Trennung von den Leibern den Rückweg in das
+himmlische Heim einzuschlagen versuchen[2669]: die heimtückischen
+Archonten, als „Türhüter der Sphären“, stellen sich ihnen in den Weg,
+wehren ihnen den Einlaß, hindern sie durch Drohung und durch Gewalt die
+Pforten der 7 Himmel zu durchschreiten und stoßen sie erbarmungslos in
+die Finsternis des Abgrundes zurück[2670]. Hier bewährt sich nun an
+den sonst Verlorenen die Macht der Gnosis: denn +sie+ verriet ihren
+Anhängern die wahren Namen der Archonten, +sie+ gab ihnen Kunde von den
+richtigen Losungsworten und +sie+ erschloß ihnen die rechte Art der
+Aussprache; an solchem überirdischen Wissen bricht sich der Trotz der
+„Hüter“, sie sehen sich gezwungen, ihren Widerstand aufzugeben und den
+Seelen die Himmel zu erschließen. Was sonst +nur+ der erlösende Mittler
+zwischen Gott und Welt vermag, der kraft seiner zauberischen Macht
+durch die Reiche der Dämonen herabfährt, sie niederkämpft und wieder
+gen Himmel aufsteigt[2671], das leistet die Gnosis für ihre Gläubigen
+und erfüllt hierdurch ihre wesentlichste, wenn auch nicht alleinige
+Verheißung[2672]. Ein gnostisches Evangelium (verfaßt um 150 n. Chr.)
+schildert ausführlich die Wanderung der Seele durch die 7 Sphären in
+den obersten Himmel[2673], und eine späte, in der „Legenda aurea“
+des ~Jacobus a Voragine~ (Bischofs von Genua, 1230-1298) erhaltene
+Tradition preist die oft kaum einen Augenblick währende Himmelfahrt
+der Gläubigen als ganz besonderes Wunder, weil im Gewöhnlichen zur
+Durchwanderung jeder Sphäre und jedes Himmels 5 Jahrhunderte, zur
+Erreichung der Himmelswölbung also 7500 Jahre erforderlich sein sollen,
+-- „ob das aber wirklich so zutrifft, das weiß Gott allein“, fügt der
+Verfasser vorsichtigerweise hinzu[2674].
+
+Da die στοιχεῖα (Stoicheía) als +Gestirne+ und +Elemente+ Bestandteile
+der +Welt+, als +Buchstaben+ aber auch solche der +Worte+ sind, ergeben
+sich geheimnisvolle Beziehungen zwischen den Namen oder Bezeichnungen
+der Dinge, den Buchstaben, aus denen diese Namen bestehen, und den
+Zahlenwerten, die diesen Buchstaben entsprechen[2675]; da derlei
+Betrachtungen in den älteren magischen und koptischen Texten vom
++griechischen+ Alphabet ausgehen, „dessen Zeichen kraftvoller sind“,
+so gelangten sie nach Ägypten wohl über griechische Gebiete[2676],
+denen selbst sie wieder aus dem Oriente zukamen, der alten Heimstätte
+der Buchstaben-Mystik[2677]. Indem deren Lehren sich mit jenen
+von den 7 Planeten vereinigten[2678], entstand die bereits den
+Neupythagoräern, dem ~Philo~[2679] und dem ~Plutarch~ (48-125)[2680]
+völlig geläufige Vorstellung, daß die Töne, die schon ~Platon~ die
+sternlenkenden „Sirenen“ hervorbringen läßt, keine anderen seien, als
+die 7 griechischen Vokale α, ε, η, ι, υ, ο, ω, die sich als „Mysterien
+der 7 φωναί (Klänge)“ zum Heptachord der Sphärenharmonie vereinen
+und in Beziehung stehen zu den 7 Saiten, Farben, Tagen, Himmeln,
+Sphären und Stufen der Erlösung[2681]. Umgekehrt rief man daher die
+Planetengötter durch Intonieren und Psalmodieren der 7 Vokale in allen
+möglichen Variationen an, -- s. das spanische insalmar = impsalmare =
+zaubern[2682] --, legte den aus 7 Buchstaben gebildeten, „die Sphären
+und ihre 7 Vokale“ umfassenden Götternamen besondere Macht bei[2683]
+und verfertigte auch spielerische Bilder solcher Zusammenstellungen,
+z. B. in Gestalt eines Eies, Herzens, Täubchens, Quadrates, oder des
+als Amulett u. dgl. ganz besonders wirksamen „Flügels des ~Hermes~“
+(Ἑερμοῦ πτέρυξ)[2684]:
+
+ ω ω
+ ο ο
+ ω υ υ ω
+ ο ι ι ο
+ ω υ η η υ ω
+ ο ι ε ε ι ο
+ ω υ η α η υ ω
+ ο ι ε ε ι ο
+ ω υ η η υ ω
+ ο ι ι ο
+ ω υ υ ω
+ ο ο
+ ω ω
+
+Weil aber im Griechischen die Zahlen mit Hilfe der Buchstaben
+ausgedrückt und geschrieben werden:
+
+ { 1 2 3 4 5 6 7 8 9
+ { α β γ δ ε ϛ (Stigma) ζ η θ
+
+ { 10 20 30 40 50 60 70 80 90
+ { ι κ λ μ ν ξ ο π ϙ (Koppa)
+
+ {100 200 300 400 500 600 700 800 900
+ { ρ σ τ υ φ χ ψ ω ϡ (Sampi),
+
+ergaben sich Betrachtungen über die „Ziffernsummen der Worte“ fast von
+selbst[2685], und solche, die gewisse wichtige Zahlenwerte darstellten,
+mußten erhöhte Bedeutung gewinnen[2686].
+
+Unter diesen nimmt die erste Stelle der Name ~Abraxas~ ein, der 7
+Buchstaben zählt und die Zahlensumme 3α + β + ρ + ξ + σ = 3 + 2 + 100
++ 60 + 200 = 365 ergibt; dies ist der Geheimname des obersten, die
+Macht der 7 Planeten in sich vereinenden Beherrschers der 7 Sphären
+und der 365 das Pleroma erfüllenden Engel, Teilgötter, göttlichen
+Kräfte oder göttlichen Erscheinungsformen, die nach gnostischer Lehre
+durch Emanation aus ihnen hervorgingen[2687]. Schon dem Kirchenvater
+~Irenaeus~, der um 202 als Bischof von Lyon starb, ist dieser Name
+und seine Bedeutung = 365 wohlbekannt[2688], und an ~Abraxas~ scheint
+sich auch das berühmte Zauberwort „Abracadabra“ zu knüpfen, das
+aus der bereits im 1. Jahrhundert sehr entwickelten medizinischen
+Magie stammt und zuerst bei ~Sammonicus~ (gest. 211) nachgewiesen
+ist[2689], seinen hohen Ruf aber in den Kreisen der Abergläubischen
+bis auf den heutigen Tag unverändert bewahrt hat[2690]. Der „Urgott“
+~Abraxas~ gilt u. a. als wesensgleich mit dem Logos, mit ~Hermes~
+und mit ~Thot~, besitzt die „pneumatischen Kräfte des ~Thot~“, vor
+allem die der Wiederbelebung Abgeschiedener (σῶμα νεκροῦ), und ist
+„Beherrscher des heiligen Pneumas“, aus dem die vier Stoffe der
+Weltordnung hervorgehen, d. s. die zu je zweien entgegengesetzten
+Elemente, von denen Wasser und Erde mehr körperlicher, Luft und Feuer
+aber mehr körperloser Natur sind[2691]; er wird ferner identifiziert
+mit ~Anubis~, ~Serapis~, ~Mithras~, ~Jao~, ~Zebaoth~, ~Pan~ usf.,
+und findet sich, mit diesen Namen bezeichnet und den Sinnbildern
+von Schlange, Löwe, Sphinx, Affe, Käfer, Hahn u. dgl. zugesellt,
+auf den gnostischen Gemmen und Amuletten, deren eine sehr große
+Zahl auf unsere Zeit gekommen ist[2692]. Aus der Beziehung zum
+Sonnengott ~Mithras~ und zum Hahn als „Sonnenvogel“ erklärt es sich
+auch, daß man in ~Abraxas~ den hahnenköpfigen Leger des +Welteneies+
+erblickte[2693]. Schon weiter oben wurde einiger hierher gehöriger
+Legenden gedacht, der babylonischen vom Urei, aus dem ~Ea~ = ~Oannes~,
+der Bringer des Lebenswassers, hervorging[2694], der vorderasiatischen
+vom Ei der syrischen ~Aphrodite~, das aus dem Himmel in den Euphrat
+fiel[2695], der ägyptischen vom Ei = Chaos[2696] und der (aus diesen
+entsprungenen?) orphischen vom Ei des ~Phanes~, das infolge des
+Umschwunges des Chaos = Chronos = Aither entstand[2697]. Sie alle
+flossen zusammen in der gnostischen Anschauung vom Weltenei „in den
+Wassern“ oder „im Schoße des Alls“, aus dem sich Himmel und Erde, ja
+der ganze Kosmos gestaltet[2698], und das man daher, -- der Gewohnheit
+der Zeit folgend, und nicht etwa auf eigene Kenntnis des ~Heraklit~
+oder ~Xenophanes~ hin --, auch als ἓν καὶ πᾶν (Hen kai pan) und
+(nach der falschen Etymologie πᾶν = Πάν) als Symbol des Gottes ~Pan~
+ansah[2699]. Besonders beliebt war der Vergleich des von ~Abraxas~
+gelegten Welteneies mit dem Ei des Pfauen, das ebenfalls nur „Eines“
+ist, trotz dessen aber die Anlage zu „allen 365 Farben“ und damit „zu
+den mannigfaltigsten, vielgestaltigen und buntesten Bildungen“ schon in
+sich enthält[2700].
+
+Wie das Weltall, so besitzt auch das Ei ein Oben, eine Mitte und
+ein Unten und ferner mehrere den Sphären entsprechende Hüllen und
+Schichten, deren innerste von dem in Schlangenform eindringenden
+„Geist“ (oft auch von einem bösen) befruchtet wird[2701]. In allem
+diesem zeigen beide die auffälligste Analogie mit dem +Mutterschoße+,
+der geradezu ein Abbild des Kosmos, seiner Ordnung und seiner
+Entstehung darstellt[2702] und als „Gefilde der Entstehung“ zu
+bezeichnen ist, in dem die pythagoräische heilige Vierzahl herrscht,
+nämlich die der vier Elemente[2703]. Das Weltall ist in der Tiefe
+erfüllt vom Dunkel „schrecklichen Wassers“, in der Höhe von Licht,
+in der Mitte aber von Pneuma; Licht und Pneuma trachten, das Dunkel
+nach oben zu drängen, es emporzuheben „wie auf Fittigen des Adlers“,
+damit das Schlechte zum Guten hinstrebe, gleich der indischen Naphtha
+zum Feuer[2704]. Ganz ebenso enthält die Matrix in der Tiefe dunkles
+Wasser, in der Höhe das lichte Feuer des Lebens (den lebenden
+Embryo), dazwischen aber Pneuma, das die einen als Spiegelbild
+des Lichtes im Wasser auffassen (entsprechend dem der Außenwelt im
+dunklen Wasser des Auges)[2705], die anderen als den leisen Wind, der
+dem befruchtenden Schlängelchen gleich säuselt und dabei im Wasser
+„Wellen“ erregt, die Anstoß zu Bewegung und Entwicklung geben[2706].
+So ordnen sich die Elemente und es entsteht, falls keine „Fehlgeburt“
+störend eingreift[2707], im „Wasser“ und aus dem Wasser der Matrix das
+Kind[2708]; seine „Begierde“ zu entstehen nimmt aber ihren Ausgang vom
+Feuer, das im Blute des Mannes und Weibes zu Samen und Milch wird, --
+durch μεταβολή (Metabolé) der ποιότης (Poiótes, Qualität), +nicht+
+der οὐσία (Usía, Substanz) --, und sich so anfangs zur Materie und
+weiterhin zur Nahrung des neuen Wesens umgestaltet[2709].
+
+ ——————————
+
+Auf die spätere, eigentlich christliche Gnosis, braucht an dieser
+Stelle nicht mehr eingegangen zu werden; die „phantastische Mischung“
+aus paulinischen Ideen, platonisierender Religions-Philosophie,
+Mysterien-Praxis und orientalischer Kultweisheit ist in ihr fast
+unentwirrbar[2710], und das Bestreben, πίστις (Pístis, Glauben) in
+γνῶσις (Gnósis, Erkenntnis) zu verwandeln, führt zu bedenklichen
+Versuchen „spekulierender Phantasten“, die Dogmen des Christentums
+vorgefaßten Meinungen gemäß umzudeuten und seine Lehre zum Rahmen
+neuplatonischer, chaldäischer und anderer orientalischer Lehren zu
+modeln[2711]. Durch das Zugeständnis, daß der auch von der Gnosis
+verkündete Erlöser kein anderer sei als ~Christus~, sowie durch
+die Bemühungen, die gnostische Offenbarung durch apokryphe und
+pseudepigraphe Akten, Dokumente und Evangelien zu legitimieren,
+konnte das erhoffte Ergebnis nicht erzielt werden, da die Machwerke
+der Theosophen und Mystagogen allzusehr gegenüber den Schriften
+abfielen, in denen sich die christliche Idee mit der Weltmacht
+griechisch-philosophischer Gedanken edelster Art vereinigte[2712].
+So verblieb denn auf diesem Gebiete nach ~Deussen~ nur eine einzige
+dauernde Nachwirkung, die der unwiderleglichen Behauptung der
+Gnostiker, daß es in einer Welt, die das Werk eines allgültigen,
+allweisen und allmächtigen Gottes wäre, einer Erlösung nicht
+bedürfte[2713].
+
+
+g) Der Mithrasdienst.
+
+Wie die durch ~Winckler~ zu Boghazkiöi in Kleinasien aufgefundenen
+hethitischen Inschriften aus der ersten Hälfte des 2. vorchristlichen
+Jahrtausendes ersehen lassen, gehörte ~Mithra~, neben ~Varuna~ und
+~Indra~, schon in dieser Zeit der ältesten datierbaren Zeugnisse
+iranischer Sprache und Religion zu den wichtigsten Göttern uralter,
+noch vorzoroastrischer Herkunft[2714]. Ursprünglich galt ~Mithras~
+anscheinend als Herr der himmlischen Tageshelle und so, als ein
+bloßer Lichtgott, an sich keineswegs für ebenbürtig dem Weltherrscher
+~Ahuramazda~ (~Ormuzd~ = ~Zeus~) und dem Gotte der unendlichen Zeit
+~Zervan~ (= ~Chronos~ = ~Kronos~ = ~Aion~), vielmehr beruhte seine
+hervorragende Bedeutung darauf, daß der Lichtgott auch Luftgott war und
+als solcher der „Mittler“ zwischen Himmel und Unterwelt, ~Ormuzd~ und
+~Ahriman~[2715]. Im System ~Zoroasters~ ist er ein guter Genius, ein
+„Erlöser“, da er u. a. die Gerechten gegen die Dämonen schützt und sie
+in das Paradies geleitet[2716]. Die Periode der chaldäisch-persischen
+Verquickung identifiziert ihn mit ~Samas~, dem Sonnengotte und
+Beherrscher der 7 Planeten, und erhebt ihn hierdurch zwar nicht
+zur obersten Gottheit, aber zu einer der hauptsächlichsten und den
+obersten verbündeten[2717]; seine Verehrung, bis dahin immer noch eine
+heterodoxe Abzweigung der iranischen Religion, nimmt aber erst beim
+Übergange in den Okzident den Charakter eines Mysterien-Kultes an[2718].
+
+In die eigentliche griechische Welt hatte ~Mithras~ niemals Eingang
+gefunden; erst die späthellenistische betrachtete ihn zunächst als
+Vater des ~Helios~ und dann, „da Vater und Sohn Eines sind“, als
+~Mithras-Helios~ oder als ~Helios~ (Sonne) selbst, als den allmächtigen
+unüberwindlichen Sonnengott (Ἥλιος ἀνίκητος; Sol invictus)[2719],
+identisch mit ~Apollon~, aber auch mit ~Hermes~, ~Jahweh~, ~Jao~ und
+anderen Gottheiten der synkretistischen Zeit[2720]. Seinen Dienst
+verband sie teils mit den älteren griechischen Lehren von den Sternen
+als gottbeseelten Wesen, teils mit den jüngeren neupythagoräischen
+vom heiligen Lichte als Sinnbilde der unsichtbaren Gottheit[2721] und
+knüpfte ihn an wiedererweckte uralte Riten, wie Abhaltung in Höhlen,
+Benützung tierischer Masken und Laute, gefährliche Prüfungen und
+geheime Weihen, u. dgl. mehr[2722]. Diesen ausgesprochenen Charakter
+eines fremdländischen Geheimkultes behielt der Mithrasdienst unentwegt
+mit nachdrücklicher Schärfe bei; da sich ihm aber infolgedessen das
+ganze Gebiet des gebildeten Hellenismus verschloß, blieben seine
+Anhänger allezeit eine „kulturlose Sekte“, die sich nur aus den
+untersten Volksschichten ergänzte[2723]. Einen außerordentlichen
+Aufschwung nahm er in Ägypten und im Orient zur Zeit der großen
+römischen Annexionen in Kleinasien, also gegen Ende des 1. Jahrhunderts
+n. Chr., und zwar hauptsächlich unter den römischen Soldaten
+und niedrigen Beamten[2724], die ihn seither mit erstaunlicher
+Geschwindigkeit durch fast das ganze römische Weltreich ausbreiteten.
+Das meiste hierzu trug die Huld der Kaiser im 3. Jahrhundert bei,
+die wie ~Septimius Severus~ (193-211), ~Heliogabalus~ (218-222),
+~Severus Alexander~ (222-235) und schließlich ~Aurelianus~ (270-275)
+den „Sol invictus“ in die römische Staatsreligion aufnahmen[2725] und
+die völlige Umwandlung des von ~Augustus~ nach römischem Begriffe
+geschaffenen „Principates“ in die absolute Monarchie „von Gottes
+Gnaden“ nach orientalischem Geiste vollzogen[2726]: für sie war die
+Sonne der Regent der das Schicksal bestimmenden Sterne, daher das
+königliche Gestirn, das die Auserwählten zu Herrschern erhebt, sie
+an seiner eigenen Gottheit teilhaben und als deren Emanation ihre
+Stellvertretung auf Erden übernehmen läßt, endlich ihnen auch das Recht
+verleiht, sich die „Strahlenkrone“ auf das Haupt zu setzen, wie sie im
+Orient bereits der ptolemäische und seleukidische König getragen hatte,
+und in Rom zuerst ~Nero~[2727].
+
+Die älteste Form des Mithrasdienstes, über die wir bisher Kunde
+besitzen, scheint aus einer „Mithras-Liturgie“ ersichtlich zu sein,
+die ~Dieterich~ als Bestandteil des „Pariser Zauberpapyrus“ (ed.
+~Wessely~) nachwies[2728]. Niedergeschrieben ist dieser gegen 300, die
+vorgetragenen Lehren dürften aber bereits seit 200 zur Anfertigung
+von Zauberbüchern herangezogen, mindestens seit 150 im Kulte benützt,
+also ungefähr um 100 abgefaßt worden sein[2729]; dementsprechend
+verraten sie keinen Einfluß des ~Plotinos~ oder ~Porphyrios~, zeigen
+den Charakter der frühen Gnostik, die eine engere Verbindung mit dem
+Christentum noch nicht eingegangen war, und räumen letzterem keine
+bedeutsame Stellung ein, wenngleich sie ~Christus~ zweimal, als „Gott
+der Juden“ und zusammen mit ~Abraham~, ~Israel~ und ~Jakob~ erwähnen,
+-- wie dieses auch andere Zauberpapyri des nämlichen Zeitalters tun,
+die von „~Jesus Ammon~“, „~Jesus Osiris Ammon~“ und anscheinend auch
+von „~Jesus Anubis~“ sprechen[2730].
+
+Das Heil, das der Dienst des ~Mithras~ den „Söhnen“ oder „Kindern“ des
+Gottes (d. h. seinen Anhängern)[2731] verheißt, ist im wesentlichen,
+wie bei den Gnostikern, die Auferstehung, der Aufstieg der Seele nach
+dem Tode, aber auch die Himmelfahrt und Vereinigung mit der höchsten
+Gottheit noch während des Lebens, im Zustande der Ekstase[2732], durch
+die man „wie es alltäglich geschieht, den Grenzen dieser Welt entrückt
+und ein Teil des Gottes im Himmel wird“[2733]. Der Geheimdienst
+symbolisiert die Schicksale der Gläubigen, indem er einen Gott sterben
+und in das Totenreich niederfahren läßt, worauf er beklagt, gesucht
+und gefunden wird, kraft höherer Macht aufersteht und wieder gen
+Himmel fährt[2734]; aus den Ähnlichkeiten dieser Formen mit denen
+anderer analoger Kulte erklären sich gewisse gemeinsame Züge, wie
+z. B. die Entlehnung des Ausrufes εὑρήκαμεν („er ist gefunden“) aus
+den ~Osiris~-Mysterien in ihrer späten Gestalt[2735]. Auch die an dem
+einzelnen Mysten vorgenommenen Zerimonien betreffen Tod und Begräbnis,
+äußere und innere Reinigung, Wiedergeburt und Auferstehung[2736] und
+machen seine Seele würdig, später den Weg in den obersten Himmel zu
+finden, oder schon jetzt den Anblick des ~Mithras~ zu ertragen, der dem
+in völliger Ekstase Befindlichen als „König“ in scharlachrotem Mantel
+erscheint[2737].
+
+Während der Pariser Zauberpapyrus die ekstatische Himmelfahrt in einer
+Weise beschreibt, die der älteren persischen Auffassung, die nur drei
+Himmel kennt, noch nähersteht[2738], lassen jüngere Berichte, die uns
+hauptsächlich in des ~Kelsos~ Schrift „Das wahre Wort“ (verfaßt um 150)
+erhalten sind[2739], sie in 7 Stufen vor sich gehen und verknüpfen sie
+auf das engste mit der Lehre von den 7 Planeten. „Daß es einen Weg der
+Seelen zur Erde und von der Erde hinweg gibt, -- so sagt ~Kelsos~[2740]
+--, bezeugen ~Platon~ und die Mysterien des ~Mithras~ bei den
+Persern.... Ihr Sinnbild ist wie folgt beschaffen: eine Leiter (κλῖμαξ,
+Klímax) mit 7 hohen Toren, darüber aber ein achtes; die Tore sind aus
+Blei, Zinn, Erz, Eisen, Mischmetall, Silber und Gold, zugeschrieben
+dem ~Kronos~ (weil das Blei die Langsamkeit dieses Sternes anzeigt),
+der ~Aphrodite~ (weil man mit ihr die Helle und Weiße des Zinns
+vergleicht), dem ~Zeus~ (weil das Erz stark ist und der Palast des
+~Zeus~ χαλκοβατής heißt, d. i. mit erzener Schwelle versehen)[2741],
+dem ~Hermes~ (weil sich das Eisen, gleich ihm, betriebsam, arbeitsselig
+und alle Mühen ertragend zeigt), dem ~Ares~ (weil das Mischmetall
+wechselnd und mannigfaltig ist wie er), der ~Selene~ und dem ~Helios~
+(weil Silber und Gold ihre Färbungen nachahmen).“ Dieser κλῖμαξ
+ἑπτάπυλος (7toriger Klimax), dessen Toren ursprünglich wohl nur die
++Farben+ der 7 Planeten und ihrer Sphären und erst späterhin die
+diesen Farben entsprechenden +Metalle+ zugeschrieben wurden[2742], ist
+offenbar eine Nachbildung des babylonischen Stufenturmes[2743], der
+schon der Vision des Patriarchen ~Jakob~ von der Himmelsleiter zugrunde
+liegt[2744], und gilt als Sinnbild der stufenweisen Erhebung der Seele
+zum „Höchstthronenden“[2745], dem großen ~Mithras~, dem Allgotte,
+dessen Name in der Schreibweise Μείθρας auch den Zahlenwert 40 + 5
++ 10 + 9 + 100 + 1 + 200 = 365 besitzt[2746]. An den 7 Toren stoßen
+die aufsteigenden Seelen der „Guten“ auf die „göttlich-dämonischen“
+Gestalten der 7 „Hüter“[2747], geben sich ihnen durch den rechten
+Vortrag der erlernten Formeln und Worte als „Geweihte“ zu erkennen,
+legen die beim Abstiege in Empfang genommenen schlechten Hüllen
+wieder ab, durchschreiten die Tore (wie das auch die zuerst um
+180 verfaßten „Oracula chaldaica“ schildern)[2748] und schweben
+schließlich als „sublimierte Monaden“ zum Empyreum empor[2749]. Dieser
+Wichtigkeit der Sphären gemäß erscheinen den Gläubigen schon während
+des Geheimdienstes, neben den 7 himmlischen Schicksals-Göttern und
+-Jungfrauen und den 7 Bewahrern der Weltachse, -- diese sind wohl nach
+persischer Anschauung die Sterne des großen und kleinen Bären --, die
+„7 unsterblichen Gottheiten der Welt“, d. s. die 7 Planetengötter, für
+die in den Mithräen 7 Nischen und 7 Tore bereitstanden[2750]. Ihnen
+entsprechen die 7 Grade der Eingeweihten, die in späterer Zeit zufolge
+der allgemeinen Verbreitung der Mithrasverehrung im römischen Heere
+zugleich als eine Art militärischer Rangordnung der „~Mithras~-Armee“
+gedacht waren[2751], ursprünglich aber besondere, zum Teil dem
+Tierreiche entnommene Geheimnamen führten, aus denen sich auch das
+Brüllen, Heulen, Pfeifen und Schnalzen der Mysten erklärt[2752]. Für
+die Anrufung der Planetengötter, die am erfolgreichsten an den ihnen
+zugehörigen Wochentagen geschah[2753], bestand ein ausführliches
+und verwickeltes Ritual, das auch hier wieder den Priestern eine
+hervorragende Bedeutung als „Mittler“ zwischen Mensch und Gottheit
+sicherte[2754]. Die Rolle des ~Mithras~ selbst war dabei zwar nicht
+ganz einheitlich, indem er bald als Weltherrscher und Allgott gefeiert
+wurde, bald nur als dessen „erste Emanation“, als Logos, himmlisches
+Pneuma, Inbegriff der (bei den Persern seit altersher göttlich
+verehrten) Elemente und Demiurgos, der in höherem Auftrage die Welt
+schuf und gestaltete, sie regiert und über sie wacht[2755], -- aber
+derlei Widersprüche beschwichtigte die Überlegung, daß im Grunde doch
+„Alles nur Eines“ und der Oberherr mit seiner Emanation identisch sei.
+
+Als Gottheiten, die teils nur als Begleiter des ~Mithras~ aufgefaßt,
+teils aber auch (mehr oder minder weitgehend) ihm gleichgesetzt wurden,
+sind zu erwähnen[2756]: ~Schahrewar~, der persische Kriegsgott(?) und
+„Beherrscher aller Metalle[2757], -- aus welcher Eigenschaft sich
+vermutlich die Zuteilung des „Mischmetalles“ an ~Ares~ erklärt --,
+und der Gott der unendlichen Zeit, ~Zervan~ = ~Chronos~ = ~Kronos~ =
+~Saturn~. Er ist ein löwenköpfiges Ungeheuer in Menschengestalt, von
+Schlangen umwunden und mit den Abzeichen der Planeten geschmückt, gilt
+als Vater sämtlicher Götter, die er erzeugt und deren Kräfte er in
+sich vereint enthält, und ist Herr und Führer der vier Elemente, aus
+denen die ganze Welt besteht, und daher auch Schaffer und Zerstörer
+alles Vorhandenen. Als ~Kronos-Mithras~ wird er auch abgebildet mit dem
+schon der Antike wohlbekannten Attribute des Himmelsschlüssels, mittels
+dessen er den Geweihten die Tore der 7 Himmelsstufen erschließt, und
+dessen Besitz ihm auch gewisse Pseudepigraphen zuschreiben, als deren
+Verfasser ~Ostanes~ und der „Prophet und Himmelswanderer“ ~Krates~
+[= ~Chrat~, Beinamen des ägyptischen ~Horus~] genannt werden; κλείς =
+Schlüssel, im Sinne von „Wunderschlüssel“, ist daher, wie schon weiter
+oben erwähnt, auch ein beliebter Titel magischer und astrologischer
+Zauberbücher, ja die koptischen Gnostiker verstehen nicht selten unter
+κλείς ~Christus~, der übrigens schon im Evangelium des ~Lukas~[2758]
+κλείς γνώσεως = „Schlüssel der Erkenntnis“ genannt wird[2759].
+
+
+h) Die Ssâbier und Mandäer.
+
+Unter dem Namen der +Ssâbier+[2760] bergen sich die Harrânier, d. s.
+die Bewohner der Stadt Harrân (= Karrhae), die sich im nördlichen
+Mesopotamien unweit Edessa erhob, nach alter (irrtümlicher)
+Überlieferung etwa an der Stelle des babylonischen und als Heimat
+~Abrahams~ auch biblischen Ur[2761]. Harrân bildete seit frühester Zeit
+einen wichtigen Mittelpunkt ost-westlichen Verkehrs und Handels, --
+schon der Prophet ~Ezechiel~ (6. Jahrhundert v. Chr.) zählt es unter
+den „Krämern von Tyrus“ auf[2762] --, war dem Monde geweiht und seiner
+Gestalt gemäß (halbmondförmig) erbaut[2763] und in babylonischer,
+assyrischer, syrischer, römischer, christlicher und arabischer Zeit
+hochberühmt als Sitz uralter Heiligtümer und vor allem als Kultstätte
+des Mondes, der daselbst als ~Sin~, ~Selene~, und androgyner ~Deus
+Lunus~ verehrt wurde[2764].
+
+Als Ssâbier bezeichneten sich die Harrânier nicht schon zur Zeit der
+arabischen Eroberung (639)[2765], vielmehr legten sie sich diesen
+Namen erst um 830 unter dem Khalifen ~Almaʿmun~ bei, der ihnen als
+„ungläubigen Heiden“ völlige Ausrottung ankündigte. Den von solcher
+Gefahr Bedrohten erteilte ein schlauer muslimischer Rechtsgelehrter
+gegen schwere Bezahlung den Rat, sie sollten sich als jene Ssâbier
+ausgeben, über die niemand mehr irgend Genaueres wisse, denen jedoch
+der Koran an drei Stellen Duldung zugesagt habe; dies geschah
+seinerzeit jedenfalls, weil man ihre Sekte, die der mesopotamischen
+Elkesaïten (die zwar verwandt, aber nicht identisch sind mit den
+Mendaïten, Mandäern oder „Johannes-Christen“, deren dürftige
+Reste sich bis auf den heutigen Tag erhielten), trotz des starken
+Einschlages heidnischer Elemente für eine christliche ansah[2766].
+Der Name Ssâbier ist syrischen Ursprunges und bedeutet die sich (zu
+kultischen Zwecken) „Waschenden“, vielleicht auch „Taufenden“[2767].
+Tatsächlich sind auch die Ssâbier Reste echt syrischer Heiden und
+in vieler Hinsicht Bewahrer der alten heidnischen Religion und
+des alten, durch chaldäische und persische Einflüsse abgeänderten
+Sterndienstes, wie er etwa bei der spätbabylonischen Landbevölkerung
+üblich gewesen sein mag[2768]. Verhältnismäßig früh wurden sie mit
+hellenistischer Litteratur und Philosophie vertraut, nahmen sodann
+hermetische, gnostische und neuplatonische Lehren auf[2769], und
+während ihr Schrifttum und ihre Übersetzungen auch weiterhin syrisch
+blieben, fühlten sie sich einerseits als Zugehörige des ererbten
+Glaubens mit seinen noch die babylonischen Namen tragenden Göttern,
+Tempeln und Kultgebräuchen, andererseits als Träger hellenistischer,
+namentlich hermetischer und gnostischer Überlieferungen, sowie als
+Pfleger des hermetischen und gnostischen Gemeinde-Wesens[2770].
+In dieser Mischform, die für die Überlieferung zahlreicher alter
+Traditionen von +größter Bedeutung+ ist, da sie unter dem leichten
+monotheistischen Firnis neuplatonischer und hermetischer Ideen das rein
+Heidnische zumeist fast unverändert bewahrte[2771], war das Ssâbiertum
+spätestens schon im 3. Jahrhundert vorhanden[2772] und machte Harrân
+zu einem Hauptorte der Fälschung philosophischer, religiöser und
+mystisch-magischer Schriften, als deren Verfasser u. a. galten: die
+Propheten und Weisen ~Pythagoras~, ~Platon~, ~Aristoteles~, ~Hermes~
+„der Fürst der Leute von Harrân“ und sein großer Schüler (oder Lehrer)
+~Agathodaimon~, ~Hermes Trismegistos~, „der König, Philosoph, Prophet
+und Patron der untergeschobenen Bücher“[2773], der große Zauberer
+~Ostanes~[2774], usf. Die Eroberung durch die Araber, die in Harrân
+die erste Bekanntschaft mit dieser ganzen Art der Litteratur gemacht
+haben dürften, änderte nichts an den bestehenden Verhältnissen, um so
+mehr als die Ssâbier sich als sehr anpassungsfähig erwiesen und eine
+ganze Anzahl arabisch schreibender Gelehrter hervorbrachten, u. a.
+den berühmten ~Thabit ben Qorrah~ (826-901), sowie den Astronomen
+~Albattani~. Gegen Ende des 10. Jahrhunderts berichten über die Ssâbier
+und ihren Glauben recht zutreffend ~Alnadim~ im „Fihrist“[2775], der
+Geograph ~Ibn Hauqal~, sowie der hochgelehrte ~Albiruni~. Nach ~Ibn
+Hauqal~ ist Harrân die Stadt der Ssâbier, bewohnt von 14 Hütern ihrer
+Tempel, dessen größter erbaut ist von ~Abraham~[2776], der schon
+nach dem „Buche der Jubiläen“ (2. Jahrhundert v. Chr.) daselbst „die
+Zeichen der Sonne, des Mondes und der Planeten beobachtete“[2777].
+~Albiruni~ meldet, daß die Ssâbier in Harrân, die verschieden von den
++wahren+ Ssâbiern im Irâk sind, gleich den alten persischen Königen vor
+~Zoroaster~ Sonne, Mond, Planeten und Elemente verehren, deren Idolen
+und Kultbildern in den Tempeln gewisse Feste feiern, über die er nicht
+ausreichend unterrichtet sei, und zahlreiche Propheten und Philosophen
+besäßen, u. a. ~Agathodaimon~ und ~Hermes~, der auch dem ~Henoch~,
+~Idris~ und ~Buddha~ gleichgesetzt werde[2778]. Der „große Tempel“ zu
+Harrân, d. i. der Mond-Tempel, „in dem ~Selene~ begraben liegt“[2779],
+war gegen 1050 noch wohlerhalten; entweder in dieser Zeit, gelegentlich
+eines Krieges mit den Ägyptern, oder im 13. Jahrhundert anläßlich des
+Mongolen-Einbruches, wurde er gänzlich zerstört und zugleich mit ihm
+verschwinden auch die Ssâbier spurlos aus der Geschichte[2780].
+
+Im Mittelpunkte der ssâbischen Lehren, über die allein der Araber
+~Almusabbihi~ ein Buch von 6000 Seiten geschrieben haben soll[2781],
+steht der Sterndienst[2782], der aber erst einem älteren und
+nichtsemitischen Kultus eingegliedert worden zu sein scheint. Betreff
+des letzteren haben sich nur spärliche und späte Andeutungen erhalten,
+z. B. bei dem ganz unzuverlässigen ~Ibn Alwahschijah~ (um 900) und bei
+~Maimonides~ (1135-1204)[2783], denen zufolge der „Prophet“ ~Tammuz~,
+der zuerst zur Verehrung der 7 Planeten und 12 Tierkreiszeichen
+aufforderte, deshalb auf Befehl des Königs von Babylon getötet worden
+sei[2784]. In der frühesten überlieferten Form der Lehren geben sich
+diese als wesentlich dem Neuplatonismus entsprungen zu erkennen, wenn
+auch einem vielfach umgestalteten und erweiterten, so daß Theorien
+über Pantheismus, Weltseele, Väter und Mütter, tätige und leidende
+oder männliche und weibliche Prinzipien, Zusammenhalten aller
+Naturerscheinungen durch geistige Kräfte und Wesen, sympathetische
+Verbindungen und Einflüsse u. dgl. stark vorwiegen, ferner den Formeln,
+Zerimonien, Zauberkünsten, theurgischen oder magischen Praktiken, die
+Einwirkung oder Zwang auf die geistigen Wesen ermöglichen, besondere
+Bedeutung zugemessen wird[2785]. Die Erhabenheit der Gottheit über die
+Materie und alles auch nur teilweise Materielle, sowie die Schwäche des
+Menschen erfordert Vermittler rein geistiger Natur, die in ähnlicher
+Weise Emanationen der Gottheit sind, wie die Lichtstrahlen solche
+der Leuchte[2786]; zu ihnen zählen u. a., ganz im Sinne ~Philos~,
+der den λόγος (Lógos) und die δυνάμεις (Dynámeis) schon „Werkzeuge
+und Diener Gottes“ nannte[2787], die „oberste Ursache“ (= πρῶτον
+αἴτιον des ~Iamblichos~), die „oberste Vernunft“ (= πρῶτος νοῦς des
+~Iamblichos~)[2788], die Notwendigkeit, die Weltordnung, die Seele
+und verschiedene andere[2789]. Die wichtigsten unter diesen geistigen
+Wesen und Vermittlern sind aber die Leiter der 7 Planeten, die als „7
+Glieder Gottes“ die Welt gestalten, lenken und beeinflussen[2790],
+als „Väter“ die Elemente hervorbringen, die dann wieder die „Mütter“
+aller Einzeldinge sind[2791], und für Aller Augen in den 7 Planeten
+hervortreten. Den Planeten-Geistern, die teils männlich und weiblich
+(oder wie ~Sin~, der Mond, androgyn), teils gut und böse, teils glück-
+und unglückbringend[2792] sind, sowie den „intellektuellen Substanzen“,
+weihten die Harrânier ihre Tempel, deren älteste und prächtigste
+~Abraham~ erbaute[2793]; sie bergen als Repräsentanten der unsichtbaren
+Geister und der nicht stets sichtbaren Planeten deren Idole und Götzen,
+die daher entsprechend den jenen zugehörigen Formen, Gestalten,
+Farben, Stoffen und Zahlen anzufertigen sind, da allein unter dieser
+Voraussetzung die „Kräfte ihrer Sterne“ sich auch wirklich über sie
+ergießen[2794].
+
+Wollen nun Menschen von den Gottheiten etwas erbitten, so muß dies
+durch die Priester geschehen, denn diese allein besitzen die zu einer
+wirksamen Anrufung erforderlichen Kenntnisse der astrologischen und
+magischen Eigenschaften der Gestirne, sowie die der chaldäischen,
+persischen, altgriechischen, romaeischen (= neugriechischen),
+arabischen und indischen Namen oder Worte, die man stets +sämtlich+
+auszusprechen hat, damit die jeweilig „angenehmsten“ keinesfalls
+übergangen werden[2795]. Die Priester wenden sich an +die+ Götzen und
+durch sie an +die+ Sterngeister, unter deren Einfluß das Erwünschte
+steht[2796], allenfalls aber auch an solche, die jenen gut befreundet
+sind, -- man kann z. B. ~Aphrodite~ um das angehen, was man von ~Ares~
+verlangt, und sie bei ihm, dessen Gunst wegen seiner großen Macht und
+Schädlichkeit ohnehin ganz besonders zu suchen ist, Fürbitte einlegen
+lassen[2797]. Am aussichtsvollsten ist es, wenn man +den+ Planeten
+anrufen kann, unter dem man geboren ist; aber auch hierbei bleibt es
+für den Bittsteller wie für den Priester Vorbedingung, daß sie der
+Gottheit innerlich und äußerlich gereinigt nahen, mit lauterer Seele,
+ohne niedrige und selbstsüchtige Gedanken, ferner zur richtigen und
+angenehmen Zeit, z. B. jedem Sterne womöglich an seinem Tage, zu seiner
+Stunde (der ersten des Tages)[2798], während seiner Kulmination, bei
+guter Stellung und Nachbarschaft[2799], und endlich unter den richtigen
+Zerimonien, Gebeten, Anrufungen, Beschwörungen und Gebärden, sowie
+unter den richtigen, zugehörigen und „angenehmen“ Opfern, bei denen
+nicht nur die Art und Farbe der Kleider, Räucherwerke, Tiere, Pflanzen,
+Metalle usf. in Frage kommt, sondern auch die passende Zahl[2800]. Je
+nachdem man 7 Sphären annimmt oder 9 (z. B. einschließlich derer der
+Erde und Luft)[2801], hat man daher den Planeten Opfer von 7 oder 9
+Lämmern, Schafen, Böcken u. dgl. darzubringen[2802] und sich dabei zu
+überzeugen, daß die Altäre der Idole die erforderliche Zahl Stufen
+besitzen, drei für den Mond, vier für ~Merkur~, fünf für ~Venus~,
+sechs für die Sonne, sieben für ~Mars~, acht für ~Jupiter~ und neun
+für ~Saturn~[2803]. Betreff der drei wichtigen oberen Planeten,
+~Saturn~, ~Jupiter~, ~Mars~, gelten nach dem „Ghâjat“ die Vorschriften:
+Kleidung schwarz, weiß, und gelb-rot; Ring aus Eisen, Bergkrystall(?),
+Kupfer; Räucherpfanne aus Eisen, --, Kupfer; Opfertier schwarzer Bock,
+weißes Schaf, --[2804]. Indessen gehen die Meinungen nach manchen
+Richtungen auseinander, so z. B. schreiben einige dem ~Mars~ nicht
+das Kupfer zu, sondern das Eisen, nebst den Leuten, die es bearbeiten
+und gebrauchen, dem ~Jupiter~ aber das Edelmetall und die Leute, die
+es aus den Gesteinen abscheiden[2805]. Die Berichte wiederum, die
+~Aldimeschqi~ (1256-1327) in seiner „Kosmologie“ anführt[2806], und
+die sichtlich aus sehr guten alten Quellen geschöpft sind, geben für
+die 7 Planeten[2807] Saturn, Jupiter, Mars, Sonne, Venus, Merkur und
+Mond an: Farben der Tempel schwarz, grün, rot, gelb, blau, bunt, weiß;
+Farben der Kleider schwarz, grün, blutrot, gelb, weiß(?)[2808], bunt,
+weiß; Metalle der Idole Blei, Zinn, Eisen, Gold, Kupfer, Mischmetall
+nebst einem Porzellangefäß voll Quecksilber, Silber; Tag der
+Verehrung Samstag, Donnerstag, Dienstag, Sonntag, Freitag, Mittwoch,
+Montag[2809]. Das Quecksilber und ebenso das Gefäß aus Porzellan, einem
+Material, das im westlichen Asien erst während des 8. Jahrhunderts
+näher bekannt wurde, sind indessen hier offenbar Einschiebsel einer
+erst späteren Zeit. In der Liste, die, ssâbischen Ansichten folgend,
+~Ibn Alwahschijah~ (um 900) betreff der Planeten, ihrer üblichen und
+auch auf den „Planeten-Siegeln“ enthaltenen Zeichen und ihrer Metalle
+überliefert, fehlt das Quecksilber[2810], und ~Aldimeschqi~ selbst
+sagt gelegentlich, daß Andere als siebentes Metall das „Châr Ssînî“
+betrachten, d. i., wie schon der Name anzeigt, eine aus China stammende
+Legierung, vielleicht eine Art sehr heller Bronze[2811]. Möglicherweise
+ersetzte sie zunächst das anfänglich dem Jupiter zugeteilte
+Elektron (Gold-Silber-Legierung), denn die Behauptung des syrischen
+Lexikographen ~Bar Bahlul~ (um 950)[2812], die Verbindung zwischen
+Jupiter und Zinn stamme schon aus sehr alter, wenn auch nicht ältester
+Zeit babylonischen Heidentumes, ist nachweislich ganz unrichtig. Die
+zwischen Metallen, Edelsteinen usf. und Planeten erklären aber die
+Ssâbier daraus, daß die Sterne durch ihre Stellungen, Bewegungen und
+Kräfte, vor allem aber durch ihre Farben und Lichtstrahlen, alles
+Bestehende in entsprechender Weise beeinflussen, daher denn die Sonne,
+das leuchtende gelbe Gestirn, das Gold hervorbringt, ~Saturn~, „dieser
+in Weisheit und Geheimwissenschaft erfahrene indische (= schwarze)
+Alte“ das Blei, usw.[2813].
+
+Über die +Stifter+ der ssâbischen Religion besitzen wir Berichte
+einer großen Anzahl hervorragender arabischer Gelehrter, Historiker
+und Geographen, u. a. solche des ~Alkindi~ (starb nach 870),
+~Ibn Khordadhbeh~ (gest. 912), ~Almasʿudi~ (gest. 958), ~Alkindi
+Altudschibi~ (gest. um 970), der Verfasser der „Schriften der treuen
+Brüder“ (10. Jahrhundert), des ~Schahristani~ (gest. 1153), ~Alqifti~
+(gest. 1248), ~Ibn Saʿid~ (gest. 1274), ~Abuʿlfaradsch~ (gest. 1286),
+~Aldimeschki~ (gest. 1327), ~Makrizi~ (gest. 1441), die auch bei diesen
+letzteren Autoren häufig auf sehr frühe und zuverlässige Quellen
+zurückgehen. Vielfach herrscht die Überzeugung vor, die ssâbische
+Religion sei die älteste aller, und bei den Chaldäern, Persern,
+Arabern, Indern, Chinesen, Türken, Griechen, Römern und sämtlichen
+„fremden und heidnischen“ Völkern entweder die ursprüngliche oder die
+seitens der Chaldäer bei ihnen eingeführte[2814], -- doch fehlt es
+gegenüber derartigen Einbildungen auch nicht an Zweifeln, wie denn
+z. B. ~Aldimeschqi~ ohne weiteres zugesteht[2815], „daß viele Angaben
+und Erzählungen der Ssâbier auf lügnerischen Erfindungen dieses
+heidnischen Volkes beruhen“.
+
+Als Begründer der ssâbischen Religion werden neben ~Orpheus~, ~Solon~,
+~Homer~, dem Astronomen ~Aratos~[2816], den Verfassern einiger
+hermetischer Schriften[2817] und ~Abraham~[2818] hauptsächlich
+angeführt ~Hermes~ = ~Henoch~, sowie ~Agathodaimon~ = ~Seth~, die
+sich auch mit ~Orpheus~ I. und II. identifiziert finden[2819].
+Vermittelt wurden diese Gleichsetzungen wohl durch die Syrer, bei
+denen Synkretismus und neuplatonische Mystik, namentlich seit der
+Einwanderung der von den „rechtgläubigen“ byzantinischen Kaisern
+ausgetriebenen Nestorianer[2820] überraschend schnell Boden
+faßten[2821]; doch ist es nicht ganz ausgeschlossen, daß sie ganz
+oder teilweise auch erst aus der Zeit nach der arabischen Eroberung
+herrühren, die nicht nur späthellenistische Pseudepigraphen aller Art
+mit kritikloser Gläubigkeit aufnahm, sondern sie alsbald auch mit Eifer
+und Geschick nachzuahmen verstand[2822].
+
+Von ~Hermes~ heißt es, daß er gleichzeitig Prophet, Philosoph (oder
+Astronom) und König war[2823], und zwar nach den einen König von
+Persien[2824], nach den anderen aber von Oberägypten, wo er als
+~Hermes~ I. alle überhaupt bekannten Werke verfaßte, die von Magie,
+Astronomie, Astrologie, Medizin, Zauberei u. dgl. handeln[2825];
+auch seine Sprößlinge, die ebenfalls ~Hermes~ hießen, waren Könige,
+und zu ihnen zählt u. a. ~Alexander der Grosse~, dessen rechter
+Name „~Hermes~, Sohn des ~Philippos~“ lautete[2826]. ~Hermes~
+wurde gleichgesetzt mit ~ʿUtarid~ (babylon. = ~Merkur~), mit dem
+hochberühmten arabischen Propheten ~Idris~, d. i. ursprünglich
+dem Apostel ~Andreas~[2827], und samt diesem dem Urpatriarchen
+~Henoch~[2828]. Vermöge seiner geheimen Kräfte, -- denn er war
+„dreifach an Weisheit“ --, stieg er empor bis zur Sphäre des ~Saturn~
+(= zur äußersten), verweilte in ihr 30 Jahre (= Umlaufszeit des
+~Saturn~), nahm von da aus Einblick in alle Zustände des Weltalls
+und kehrte dann zur Erde zurück, wohlbewandert in der Kenntnis des
+Planeten-Umlaufes und aller Himmels-Erscheinungen[2829]. Auf solches
+Wissen gestützt erschloß er aus der Stellung der Gestirne das Nahen
+der Sündflut und errichtete deshalb zur Sicherung seiner Schätze und
+Manuskripte die Pyramiden, deren jede, „wie alle ägyptischen Tempel“,
+7 den 7 Planeten geweihte Kammern enthält, auf deren Wänden magische,
+astronomische, astrologische, medizinische, chemische und andere
+Inschriften stehen[2830]; der Khalif ~Harun Alraschid~ ließ, als er
+nach Ägypten kam, eine von ihnen „mit Feuer und Essig“ öffnen, aber
+ohne Ergebnis und vor allem ohne die Schätze zu finden[2831].
+
+Der „ägyptische“ ~Agathodaimon~, der kein anderer ist als ~Seth~, der
+Sohn ~Adams~[2832], soll nach einigen ein „griechisch-ägyptischer
+Prophet“, tausend Jahre älter als ~Hermes~ und dessen Lehrer gewesen
+sein[2833], nach anderen aber sein Jünger und Schüler[2834]; um diese
+Widersprüche zu vereinigen, nahm man auch an, daß es +mehrere+ ~Hermes~
+gegeben habe[2835], u. a. einen ägyptischen, „der die ägyptische
+Religion begründete“[2836], und einen babylonischen, „einen der 7
+Diener des Tempels, nämlich jenes des ~ʿUtarid~“ (= ~Merkur~)[2837].
+Dieser letztere ging aber nach manchen ebenfalls nach Ägypten, lehrte
+die Priester zu Memphis die Astrologie und Geheimwissenschaft, über
+die er zahllose religiöse, philosophische und alchemistische Werke
+verfaßt hatte, und zeichnete gemeinsam mit ~Agathodaimon~ seine
+Lehren auch auf den Tempel-Stelen auf, aus deren Inschriften später
+(was schon ~Iamblichos~ als wohlbekannt berichtet) ~Pythagoras~ und
+~Platon~ ihre Weisheit schöpften[2838]. Nicht sicher ist, welcher der
+verschiedenen ~Hermes~ der Lehrer des ~Agathodaimon~ war; viele nehmen
+an, es sei ~Hermes Trismegistos~ gewesen[2839], der sein ganzes Leben
+philosophischem Nachdenken und wissenschaftlichen Versuchen widmete, --
+u. a. erfand er dabei die Glasur der Tongefäße mittels Salmiak[2840]
+--, und nach seinem Tode als Lichtsäule gen Himmel fuhr[2841]. Nach
+allgemeiner Annahme sind er und ~Agathodaimon~ in den beiden großen
+Pyramiden begraben[2842], während die drittgrößte den ~Ssabi Ben
+Hermes~ bergen soll, -- eine offenbar erst nachträglich als „Heros
+epónymos“ (Namengeber) der Ssâbier erdachte Persönlichkeit[2843].
+
+ ——————————
+
+Nur ganz kurz sei an dieser Stelle der oben erwähnten +Mandäer+
+gedacht, aramäischer Stämme, die im mesopotamischen Delta (im
+Irak) wohnten[2844] und anscheinend mancherlei Gemeinsames mit den
+Manichäern besaßen, über die erst in neuester Zeit die Funde zu
+Turfan im chinesischen Turkestan helleres, doch bei weitem noch nicht
+ausreichendes Licht verbreiteten.
+
+Die Religion der Mandäer ist eine Mischbildung, die, soweit ihre erst
+im 3. bis 6. Jahrhundert abgefaßten „heiligen Schriften“ ein Urteil
+gestatten, aus ursprünglich rein heidnischen und verhältnismäßig
+einfachen Grundlagen unter dem Einflusse babylonischer, chaldäischer,
+persischer und gnostischer Anschauungen entstand[2845]. Die Welt
+ist ihr eine Mischung von Gutem und Bösem, Licht und Finsternis,
+hervorgebracht durch eine androgyne Urgottheit, und zwar nicht
+miterzeugt, aber mitbeherrscht von den halbbösen und bösen 7
+Planeten-Dämonen[2846]. Bei der Weltschöpfung entstand ein Festland
+mit 7 Ringmauern, durch die das feindselige böse Wesen Ur von der
+Oberwelt so abgeschlossen ist, daß auf seinem Leibe die Erde ruht, in
+Gestalt 7 flacher Schichten aus (7) Metallen, „Ambosse“ genannt[2847].
+Ferner bildeten sich aus der Urmasse, der „Mutter der Welt“[2848],
+unter Einwirkung des „Wassers des Lebens“[2849] die 7 Planeten, die
+als „7 Leuchten der Welt“ auf Wagen fahren und ~Samos~ (Sonne),
+~Libat~ (~Dilbat~, ~Venus~), ~Sin~ (Mond), ~Kiwan~ (~Saturn~), ~Bel~
+(~Jupiter~), ~Niragh~ (~Mars~) und ~Enbu~ (~Nebu~, ~Merkur~) heißen,
+aber auch vielerlei andere, zum Teil babylonische Namen führen[2850].
+Die 7 Planeten regieren die 7 Weltperioden oder Weltreiche[2851],
+sie lenken durch ihre Bewegungen alle Vorgänge auf Erden[2852] und
+bestimmen namentlich, getreu den Aufzeichnungen des „weisen Schreibers
+~Nebu~ im Buche der Schicksale“, die Erlebnisse der Menschen[2853]. Den
+zur Erde hinabsteigenden Seelen erteilen sie ihre Laster und stürzen
+sie dadurch in endloses Unglück; aus diesem befreit die Würdigen (=
+Gläubigen) die gute erlösende Gottheit und führt sie nach dem Ende des
+Lebens zu ihrem Sitze in den obersten Himmel zurück[2854].
+
+Nach ~Reitzenstein~ ist es bemerkenswert, daß, wie manche mandäische
+Namen (z. B. ~Abatur~ für ~Hermes~)[2855], so auch vielerlei Lehren
+und Anschauungen der Mandäer sichtlich iranischen Ursprung oder doch
+iranische Gestaltung aufweisen[2856]; zu diesen zählen die vom Aufstieg
+der Seele[2857], vom großen Drachen (der babylonischen Tiamat)[2858],
+sowie vom Feuer und Wasser, den beiden enge mit der dualistischen
+Theorie zusammenhängenden Grundstoffen[2859]. Ursprünglich ist das
+Feuer der gute und männliche, das Wasser der schlechte und weibliche;
+bei den Mandäern wird diese Einteilung aber in ihr Gegenteil verkehrt
+und bleibt so auch bei einigen christlich-gnostischen Sekten bis
+in das 2. Jahrhundert hinein bestehen[2860], während andere, unter
+Einmischung der griechischen Lehre von den vier Elementen, Feuer und
+Luft als ψυχικὰ στοιχεῖα (seelische Elemente) ansehen, Wasser und Erde
+aber als σοματικὰ στοιχεῖα (körperliche Elemente)[2861]. Die nämlichen
+iranischen Einflüsse machen sich zugleich mit jenen der griechischen
+Philosophie[2862] auch schon frühzeitig in der hermetischen Litteratur
+bemerkbar[2863], und ebenso zusammen mit jenen der phrygischen
+Götterlehre in den gnostischen Offenbarungs-Schriften[2864]:
+es entstammen ihnen u. a. der zweigeschlechtliche Urmensch, die
+Göttin ~Psyche~, die in die Materie herabsinkt und wieder in den
+Himmel heimkehrt[2865], sowie verschiedene kosmogonische Züge, die
+vermutlich auf dem Wege über die in großem Ansehen stehende Tradition,
+insbesondere die volkstümlich-hellenistische, Eingang fanden[2866].
+Den iranischen Mythen, deren religiöse Nachwirkung überhaupt
+außerordentlich hoch einzuschätzen ist[2867], entnahm vieles höchst
+Bedeutsame auch ~Mani~ (216-276), der Begründer des Manichäismus,
+der die christliche und die persische Religion miteinander zu
+verschmelzen suchte[2868]; auch er schöpfte indessen nicht unmittelbar
+aus orientalischen Quellen, sondern aus älteren griechischen, in
+frühhellenistischer Zeit entstandenen Vorlagen, von denen sich
+Überreste in den Zauberpapyri erhalten haben[2869]. Aus allen den
+genannten Litteraturkreisen hinwiederum gingen iranische Lehren zu den
+Ssâbiern über[2870], ferner zu den früharabischen „Treuen Brüdern“ (s.
+unten)[2871], sowie auch zu den eigentlichen arabischen Hermetikern,
+die indes bisher nur sehr unzureichend erforscht sind[2872].
+
+
+
+
+Dritter Abschnitt.
+
+Chemie und Alchemie.
+
+
+
+
+1. Die Technik in Ägypten.
+
+
+Schon die ersten neuzeitlichen Autoren, die sich nach Wiederauffindung
+der alchemistischen Schriften näher mit deren Inhalte beschäftigten,
+erkannten in zutreffender Weise als Grund der Erscheinung, daß gerade
+Ägypten zur Stätte alchemistischer Entwicklung geworden sei, die
+Tatsache, daß sich in diesem Lande seit altersher die Gewinnung und
+Verarbeitung der Edelmetalle, sowie die Herstellung von Glasflüssen,
+gefärbten Stoffen, Heilmitteln, Räucherwerken usf. eifriger und
+erfolgreicher Pflege erfreuten.
+
+Betreff der letztgenannten Gegenstände reichen begreiflicherweise
+weder Funde noch schriftliche oder bildliche Überlieferungen bis in
+die früheste Epoche zurück. Was hingegen +Glas+ anbelangt, so wissen
+wir, daß schon zur Zeit der ~Horus~-Verehrer (um 3500 v. Chr.) Perlen
+aus Kalk-Natron-Glas, und zu jener der Thiniten-Dynastie (3315-2895)
+hellblaue Glasstücke als Schmuck dienten[2873], daß man um Beginn
+des 3. Jahrtausends allerlei farbige Glasflüsse, bunt glasierte
+Ziegel und polychrome Kacheln anfertigte[2874], und daß schon vor
+2000 jene prächtige blaue Glasur der Tonwaren bekannt war[2875],
+deren Bereitung nach Ansicht einiger Forscher zur Erzeugung der
+eigentlichen Glasgeräte führte, die man ursprünglich nur dunkel (meist
+grün) und undurchsichtig, im 15. Jahrhundert aber auch schon weiß und
+durchsichtig herzustellen verstand[2876]. Eine Vase aus der Zeit der
+4. Dynastie (etwa um 2800) fand ~Berthelot~ noch aus einer bloßen
+Fritte von Quarzsand, Kochsalz und Bleiglätte bestehend[2877]; um 2000
+war aber bereits richtiges Glas vorhanden. Einen unter der Regierung
+~Amenemhets~ (um 1830) angefertigten und seinen Namen zeigenden
+Glaswürfel, aus einem Bündel verschiedenfarbiger Glasstäbe bestehend,
+bewahrt das Berliner ägyptologische Museum, und ebenda sind auch schöne
+und große Glasperlen zu sehen, die die Gemahlin ~Thutmosis~ III.
+(um 1475) schmückten. Dem nämlichen Herrscher sandte auch der König
+von Assur „echten“ Blaustein oder Chesbet (Lasurstein)[2878], der
+neben Grünstein oder Mafek (Malachit), -- die diesen hervorbringende
+Sinaihalbinsel heißt ebenfalls Mafek[2879], -- der älteste in
+Ägypten übliche Schmuckstein war[2880]. Aber schon um 2500 ist in
+einer Inschrift[2881], um 2000 im Papyrus ~Westcar~[2882], und in
+derselben Zeit und um 1700 in ägyptischen Märchen[2883] von solchem
+„echten“ Blaustein die Rede, offenbar im Gegensatze zum „unechten“:
+dieser ist, neben dem aus ägyptischem und cyprischem Bergblau oder
+Kupferlasur bestehenden[2884], der „in Ziegel gegossene“, κύανος χυτός
+(gegossener Blaustein), von dem noch ~Theophrast~ berichtet, „die
+Kunst seiner Herstellung sei zur Zeit gewisser ägyptischer Könige
+erfunden worden“[2885]. Teile solchen blauen Glasflusses sind neben
+anderen farbigen Glasstücken aus Gräbern der mykenischen Periode und
+ferner als Einlagen eines Alabasterfrieses aus den Trümmern von Tiryns
+(um oder vor 1500) zutage gekommen[2886]; auch der blaue Wandschmuck
+(κύανος), mit dem ~Homer~ den Palast des ~Alkinoos~ ausstattet[2887],
+war sicherlich nichts anderes als derartiger „unechter“ Blaustein.
+
+Die Kunst, eigentliche Glaswaren zu gießen, sowie die, Glas zu
+blasen, die man bis vor kurzem, infolge unrichtiger Deutung einiger
+Wandzeichnungen, bis in das zweite Jahrtausend zurückverlegte,
+haben jedoch keinen Anspruch auf ein so hohes Alter; sie stammen
+zwar ebenfalls aus Ägypten, kamen jedoch erst gegen Beginn unserer
+Zeitrechnung in Gebrauch[2888]. Auch buntes durchscheinendes Glas
+herzustellen, verstand man wohl kaum vor dem 7. Jahrhundert[2889].
+
+Hinsichtlich der +Edelmetalle+ ist zu erwähnen, daß das älteste
+Ägypten und auch seine unmittelbaren Nachbarstriche arm an reinem
+Silber waren, das daher bis gegen Beginn des neuen Reiches (um 1500)
+äußerst kostbar und meist höher geschätzt als Gold blieb[2890],
+während dieses, und zwar sowohl durch bergmännische, wie durch
+Wascharbeit gewonnenes „Berggold“ und „Wassergold“, schon sehr
+frühzeitig in verhältnismäßig großer Menge zur Verfügung stand und
+den Gegenstand eines ausschließlich königlichen Monopoles bildete.
+Muttergestein des nordostafrikanischen Goldes sind die Quarzgänge der
+krystallinischen Schiefer, die im eigentlichen (oberen) Ägypten, etwa
+von Koptos (Kuft) bis Assuan, zwischen Nil und Rotem Meer auftreten,
+in weit umfangreicherem Maße aber etwas südlicher, in der schon
+zum Goldlande Nubien (nub = Gold) gehörigen Landschaft Kusch, und
+zwar hauptsächlich im Wadi ʿOllâki, einem Tale, das sich gegen das
+Rote Meer zu erstreckt, außerdem aber auch in anderen Gegenden der
+äthiopischen (= nubischen und abessinischen) Ländereien[2891]. Das
+Gold dieser Lagerstätten, die zum Teil vor kurzem wieder aufgedeckt
+wurden[2892], findet sich unter dem Namen Wasser- oder Flußgold,
+Berggold, Gold von Kusch, Gold von Edfu, Ombo, Kuft (d. s. Orte, an
+denen die Wüstenstraßen den Nil erreichen), nubisches Gold usf., schon
+in Inschriften des 3. Jahrtausends als etwas längst Wohlbekanntes
+erwähnt[2893]. Das „Flußgold“, dessen glänzende schwere Flitter und
+Körner wie in den verschiedensten Ländern der Erde so auch in Ägypten
+naturgemäß die Aufmerksamkeit der Bewohner zuerst auf sich zogen,
+gewann man aus dem Sande (ἄμμος: ψάμμος χρυσίτης = goldführender Sand)
+durch Waschen, Schlämmen und Auffangen der feinsten Teilchen in Fellen
+oder Tüchern[2894], und das älteste hieroglyphische Zeichen für Gold
+stellt ein derartiges, zwecks Abpressen des Wassers zusammengewundenes
+Seihetuch dar. Über die bergmännischen Verfahren besitzen wir erst aus
+dem 2. Jahrhundert v. Chr. einen Bericht des ~Agatharchides~, und auch
+diesen nur in den bei ~Diodor~ (um 40 v. Chr.)[2895] und bei ~Photios~
+(10. Jahrhundert n. Chr.) erhaltenen Auszügen mit ihren in lebhaften
+Farben gehaltenen Schilderungen der entsetzlichen Leiden und Qualen der
+(meist auf Lebenszeit) zur Bergwerksarbeit Befohlenen und Verurteilten.
+Schon in der ältesten Zeit, zu der man sich, den gemachten Funden
+nach, noch allein steinerner oder kupferner Werkzeuge bediente, ließen
+indessen die „königlichen Beamten und Fronvögte der Goldbergwerke in
+der Wüste“, von denen die Inschriften sprechen[2896], die Arbeiten in
+wesentlich derselben Weise betreiben wie ihre späten, im Dienste der
+Ptolemäer stehenden Nachfolger[2897]: man legte Stollen in der Richtung
+der Quarzgänge an, machte das Gestein durch Feuer mürbe, brachte die
+groben Stücke heraus ans Tageslicht und zerstampfte sie in steinernen,
+dem Felsmassiv abgewonnenen Gruben („Mörsern“) mit steinernen oder
+metallenen Stößeln bis zur Erbsengröße; diese kleineren Brocken zerrieb
+man in Handmühlen, rührte das feine Mehl mit Wasser an und sonderte
+aus dem so gewonnenen Schlick das Gold durch sorgfältiges Schlämmen
+ab. Schließlich schmolz man es zusammen, -- wozu man die Öfen schon
+zur Zeit des alten Reiches (2895-2540) mit Rohren anblies, zu der des
+neuen (1580-1100) aber mit Blasbälgen, auch mit doppeltwirkenden[2898]
+--, goß es in Ziegel, Platten, Stangen oder Ringe und wog es in dieser
+Form (während für Waschgold das Füllen in Beutel von gewissem Inhalte
+gebräuchlich blieb)[2899]. Das auf solchem Wege hergestellte Metall
+erreichte selten einen Gehalt von mehr als etwa 92% Gold[2900], war
+zuweilen von etwas Platin begleitet[2901] und enthielt stets erhebliche
+Mengen Silber, von dem schon einige Prozente genügen, um jenen
+weißlichen Schimmer des „Elektrons“ hervorzubringen, der so zahlreichen
+Funden aus älterer Zeit eigen ist[2902]. Die Inschriften erwähnen vom
+3. bis in das 1. Jahrtausend herab gewöhnliches, feines und gutes Gold,
+Gold „von zweimal“ und „von dreimal“ (wiederholt umgearbeitetes?),
+Gold von der Wage, Silber-Gold, Weißgold, sowie Ismu oder Asemu (=
+Elektron)[2903]. Die seitens mancher Forscher angenommene Identität
+von Weißgold und Elektron bleibt fraglich, da manche Inschriften beide
+nebeneinander nennen[2904], so wie auch der „Papyrus ~Harris~“ (13.
+Jahrhundert) von „⅔-Gold, feinem Gold und Weißgold“ spricht[2905], und
+ein Brief aus dem Ende des 12. Jahrhunderts von „Gold, feinem Gold und
+Silbergold“[2906]. Endlich ist, außer von „⅔-Gold“, auch von „Kupfer
+mit der Farbe von ⅓-Gold“ die Rede[2907]. Die erwähnte wiederholte
+Umarbeitung geschah vermutlich durch Umschmelzen des Goldes, für sich
+oder mit irgendwelchen Zusätzen; eine durchgreifende Reinigung durch
+eine Art Kuppelation, die Gold von 99,7-99,8% lieferte, wird aber erst
+nach Beginn der persischen Eroberung (6. Jahrhundert) nachweisbar und
+dürfte aus Lydien stammen, wo sie zur Zeit der in diesem Lande zuerst
+ausgeübten Münzprägung, im 7. Jahrhundert, erfunden worden zu sein
+scheint[2908]. Nach ~Agatharchides~ brachten die Schmelzer (ἑψηταί)
+zu diesem Zwecke gewisse abgewogene Mengen Gold, Kochsalz, Blei, Zinn
+(κασσίτερος, Kassíteros) und Gersten-Kleie oder -Spreu in Tontiegel,
+legten die Deckel auf, verstrichen sie sorgfältig mit Lehm und
+setzten die Gefäße hierauf fünf Tage lang dem Feuer der (nicht näher
+beschriebenen) Schmelzöfen aus, worauf dann das Gold fast mit seinem
+ursprünglichen Gewichte, aber nun völlig rein, zurückblieb [offenbar
+indem das Silber in Chlorsilber übergeführt und samt der Schlacke von
+den porösen Tiegelwänden aufgesaugt wurde][2909].
+
+Diese Gewinnung des Goldes in den Wäschen und Bergwerken, die in
+wechselnder Ausdehnung und mit wechselndem Erfolge die ptolemäische,
+römische, byzantinische und arabische Herrschaft überdauerte[2910]
+und angeblich erst nach der türkischen Eroberung Ägyptens völlig zum
+Stillstande kam, verschaffte dem Lande den Ruf außerordentlichen
+und im Laufe der Zeiten durch das Gerücht immer übertriebener
+geschilderten Reichtums. Die Ufer des Nils sollten bedeckt sein vom
+ψάμμος χρυσίτης, dem goldführenden Sande, dessen edles Erz man nur
+vom gemeinen Sande der unedlen, bei ~Olympiodoros~ (6. Jahrhundert)
+selbst ψάμμοι geheißenen Metalle zu trennen brauchte, und noch der
+byzantinische Gelehrte und Schriftsteller ~Psellos~ (1018-1078)
+kündet das Lob dieses hochberühmten „Chrysites der Ufer“, der „arena
+litoralis“ (des Ufersandes)[2911]. Nach dem Araber ~Alhabib~ (8.
+Jahrhundert?) gewannen die alten Ägypter unendliche Schätze aus
+„Sand“[2912], ~Jaʿqubi~ (9. Jahrhundert) preist den unermeßlichen
+Goldertrag Oberägyptens[2913], und ein Brief des 9. Jahrhunderts aus
+dem „Papyrus ~Rainer~“ meldet den Abgang einer Goldsendung aus Nubien,
+„wo das Gold im Sande wächst wie in Arabien die gelben Rüben“[2914].
+Bei ~Qalqaschandi~ (gest. 1418), der eine „Geschichte der Geographie
+und Verwaltung von Ägypten“ seit dem 10. Jahrhundert schrieb, heißt es
+auf Grund älterer Quellen[2915]: „Ein Berg bei Fustât (= Kairo) führt
+den Namen Al-Muqattam, nach einigen deshalb, weil auf ihm ein Priester
+~Muqattam~ wohnte, der sich mit Alchemie beschäftigte, ... aber der
+Autor der „Duftenden Gärten“ sagt: wenn man seine Erde sorgfältig
+behandelt, so wird reines Gold aus ihr gewonnen.“
+
+~Heliodoros~ erwähnt in seinen um 250 n. Chr. verfaßten romanhaften
+„Äthiopischen Geschichten“, daß in Abessynien die Ameisen Gold graben
+und zutage bringen[2916]; sein Zeitgenosse ~Aelian~[2917] sowie
+~Olympiodoros~ stimmt ihm hierin bei, und auch gewisse der vielleicht
+gleich alten Quellen des apokryphen „Steinbuches des ~Aristoteles~“
+gedenken der goldfördernden Ameisen und bezeichnen den weisen König
+~Salomon~ als ihren Herrn[2918]. Vorstellungen dieser Art entstammen
+Sagenkreisen, die sich schon im alten Griechenland weiter Verbreitung
+erfreuten. Bereits um 550 v. Chr. vollendete ~Aristeas~ sein von
+orphischen Vorstellungen beeinflußtes Gedicht „Arimaspeia“[2919], dem
+zufolge die Völkerschaften der einäugigen Arimaspen das Gold unter
+schrecklichen Gefahren den es behütenden wilden Greifen rauben[2920],
+die er in den äußersten Norden, ~Aischylos~ aber in den äußersten Osten
+versetzt; neben diesen Greifen kennt „goldgrabende Ameisen Indiens,
+... kleiner als Hunde, aber größer als Füchse“ schon ~Herodot~[2921].
+~Ktesias~ scheint dann die eingeschnürten, sehnig-mageren Leiber
+der geflügelten Greifen mit denen der Ameisen zusammengeworfen zu
+haben[2922], und schließlich gestalteten jüngere Berichte diese
+Überlieferungen noch weiter aus[2923]. Was ihren tatsächlichen
+Untergrund betrifft, so hält ~Humboldt~ die Arimaspen für Bewohner
+der Abhänge des goldreichen Altai, die „Ameisen“ erklärt er aber, auf
+Beobachtungen des Reisenden ~Vigne~ hin, für die Murmeltiere Tibets,
+die dort auch heute noch den goldhaltigen Sand der Gebirge aufzuwühlen
+pflegen[2924]; dieser Deutung der Herkunft des Ameisengoldes aus Tibet,
+-- dessen Landschaft Dardistan schon zur Zeit des Königs ~Darius~ jenes
+Gold lieferte, das (laut ~Herodots~ Erwähnung) die nordwestlichen Inder
+dem Herrscher als Tribut darbrachten --, stimmten auch viele andere
+Gelehrte zu[2925], doch ist zu erwähnen, daß einheimische indische
+Quellen die Sage ebenfalls anführen und hierbei wirklich von Ameisen
+(pripîlika) sprechen[2926]. Da solche aber bei den Indern häufig
+als Dämonen angesehen und verehrt wurden[2927], während man wieder
+im mittleren und nördlichen Asien den das Gold (und andere Metalle)
+Fördernden und Bearbeitenden nicht selten dämonische Eigenschaften
+zuschrieb, so ist die eigentümliche Vorstellung vielleicht durch
+Verbindung dieser beiden Anschauungen zustande gekommen[2928].
+
+Die Verarbeitung der Edelmetalle zu Kunstgegenständen und Schmuck,
+das Abwägen, das Schmelzen in Tiegeln, die Herstellung von Hals- und
+Armbändern usf. waren in Ägypten schon im 4. Jahrtausend wohlbekannt
+und hatten, wie Abbildungen und einzelne Funde zeigen, bereits damals
+eine erstaunliche Stufe technischer und künstlerischer Vollkommenheit
+erreicht[2929]. In Vollguß verfertigte man jedoch in dieser und auch
+noch in der nächstfolgenden Zeit nur kleinere Gegenstände, -- so z. B.
+sind noch an der berühmten Statue des Königs ~Pepi~ I. (um 2500)
+Brust, Arme, Beine usf. aus einzelnen Platten hergestellt, die man
+nachträglich durch Nieten verband[2930] --, und erst gegen 2000 begann
+man ihn auch auf größere Stücke auszudehnen[2931]. Getriebene, gepreßte
+und eingelegte Arbeiten waren noch selten, während man sich auf Hohlguß
+und auf Vergoldung mit Platten und Plättchen um 2000 schon gut, auf
+Goldschlägerei und Vergoldung mit feinstem Blattgolde aber bereits um
+2500 vortrefflich verstand[2932].
+
+Wie weit Kunstfertigkeiten solcher Art zurückreichen, zeigt die
+Überlieferung, daß der Gott ~Ptah~ selbst die ersten Statuen der Götter
+angefertigt und sie mit Gold, Blaustein und Grünstein geschmückt
+habe[2933]; er ist daher, wie schon weiter oben angeführt, der
+„Herr der Goldschmelze und Goldschmiede“, der „Gießer des goldenen
+Sonnenkäfers, des Käfers aus reinstem Golde“, der „Herr der Künste und
+der Künstler“, sein Haupttempel in Memphis ist die „Goldschmiede“,
+der Oberpriester „der Oberste der Künstler“, ein anderer Priester
+der „Meister der Kunst“ usf.[2934]. Offenbar standen also schon seit
+alten Zeiten mindestens gewisse Kunstgewerbe in enger Verbindung mit
+den Tempeln und dienten in deren Werkstätten der Anfertigung und
+Ausschmückung der Götterbilder und gottesdienstlichen Geräte[2935].
+Die Oberpriester in Memphis nennen sich „wissend um die Geheimnisse
+der Goldschmiede“[2936], und andere Priester rühmen, „daß sie Kenntnis
+besitzen vom Geheimen in den Goldhäusern“[2937]; dies bezieht sich
+nicht, wie man früher zuweilen annahm, auf Alchemie[2938], sondern
+auf die Götterbilder[2939] und auf die schmalen in den Mauern
+ausgesparten Geheimgänge, durch die man die Statuen und Geräte aus den
+Schatzkammern in die Tempel und wieder zurück brachte[2940], ferner
+auf die in den „Goldhäusern“ aufgestapelten Tempelschätze an Gold,
+„ganz vollwertigem“ und „gestempeltem“ Gold, Silber, Kupfer und anderen
+Metallen[2941], die die Könige den Göttern in oft sehr bedeutenden
+Mengen als Weihgeschenke darzubringen pflegten[2942]. Die königlichen
+Schatzkammern hießen „weißes Haus“ oder „weißes und rotes Haus“,
+-- welche Beinamen u. a. einerseits auf Silber und Gold hindeuten,
+andererseits auf die Nationalfarben der alten süd- und nordägyptischen
+Reiche[2943] --, und aus ihnen brachten die „Vorsteher“, die eines der
+wichtigsten Hofämter bekleideten, die Metalle in das „weiße Haus der
+Tempel“, das ebenfalls besondere Abteilungen für Gold, Kupfer, feine
+Stoffe usf. besaß[2944]. Im Tempel zu Denderah findet sich ein Raum
+ausdrücklich als „Goldschmiede“ bezeichnet, Inschriften aus späterer
+Zeit berichten, daß daselbst zwölf „Künstler“ vier Monate des Jahres
+damit beschäftigt waren, den Schmuck für die Götter aus Gold, Silber,
+Elektron und Kupfer herzustellen, und eine ähnliche Tätigkeit wird
+von den „Goldschmieden des Gottes ~Ammon~“ vermeldet[2945]. Die Sage
+behauptet, daß schon bei der ersten Eroberung Ägyptens in ferner Urzeit
+Schmiede dem Gotte ~Horus~ zum Siege verhalfen, weshalb er sie zum
+Danke als erste Priester einsetzte[2946], und im Zusammenhange hiermit
+soll die Befähigung und Neigung dieser heiligen Männer gestanden haben,
+aus Metallen und sonstigen wertvollen Stoffen kostbare Arbeiten selbst
+anzufertigen oder durch andere anfertigen zu lassen. An den Vergleich
+mit solchen ist zu denken, wenn es z. B. um 2500 vom Gotte ~Rê~ heißt,
+„als er alt wurde, waren seine Glieder Gold, seine Knochen Silber
+(oder Elektron), seine Haare echter Blaustein“[2947], wenn ferner eine
+Inschrift berichtet: „Gold ist der Leib der Götter und ~Rê~ hat gesagt,
+als er anfing zu sprechen: meine Haut ist reines Elektron“[2948], oder
+endlich wenn der „Papyrus ~Westcar~“ (um 2000) von einem königlichen
+Kinde erzählt, „das geboren wird mit Gliedern aus Gold und mit dem
+Kopftuche aus echtem Blaustein“, d. h. mit den Einlagen aus Gold und
+mit den Schmuckstücken des Hauptes, wie sie den Statuen der Götter oder
+ihrer irdischen Stellvertreter, der Könige, zukamen[2949].
+
+Während des mittleren und neuen Reiches nahmen derartige
+„Priestergewerbe“ an Bedeutung und Wichtigkeit zu und umfaßten
+u. a. Weber, Färber, Schmelzer, Gold-, Silber- und Kupferschmiede,
+welche letzteren den niedrigsten Rang einnahmen, und später auch
+Eisenschmiede[2950]. Ihre größte Ausdehnung erreichten sie jedoch
+erst in ptolemäischer und hellenistischer Zeit, zu der zahlreiche
+heilige Stätten, besonders die größten, wie z. B. das Serapeion[2951],
+eine unter priesterlicher Leitung stehende, mannigfach verzweigte
+Tempel-Industrie besaßen und mit Hilfe von Meistern, Vorarbeitern,
+Handwerkern und Händlern die verschiedensten Gewerbe und
+industriellen Anlagen zur Deckung des eigenen und des Kunden-Bedarfes
+betrieben[2952], wenngleich es keineswegs in +allen+ Fällen feststeht,
+daß die Geschäftsführung auf Rechnung der Tempelkasse erfolgte[2953].
+Unter den Weihegaben dieser Epoche wird zwar Silber und Gold, besonders
+auch „Erdgold“, immer noch genannt[2954], zumeist aber scheinen sie
+bereits aus vergoldetem oder versilbertem Kupfer, oder auch nur aus
+Kupfer (Bronze?) bestanden zu haben[2955]; soweit Überlieferungen und
+Fundstücke schließen lassen, mußten sich auch die Götter in stets
+zunehmendem Maße statt mit „echten“ Schmucksachen, Prunkkleidern
+und Kultgeräten mit den nachgebildeten begnügen, die die „heiligen“
+Werkstätten der Gotteshäuser unter geschickter Wahrnehmung des alten
+Anscheines herzustellen verstanden.
+
+Was die eigentliche Tempel-Industrie anbelangt, die jedoch, wie
+angeführt, mit der profanen in mancherlei, derzeit noch nicht
+genügend aufzuklärendem Zusammenhange stand, so ist es bezeichnend,
+daß der „Archiereús“ und „Prophétes“, die ursprünglich die Würde
+eines ersten und zweiten Beamten der Tempel und der Priesterschaft
+bekleideten[2956], späterhin aber nur mehr Träger dieser leeren Titel
+waren[2957], schließlich zu einer Art von Arbeiter-Vorständen, ja
+Vorarbeitern von Beamten-Charakter herabsanken, -- gleich dem ἀρχιατρός
+(Archiatrós, Archiater, Oberarzt) oder ἀρχιτέκτων (Architékton,
+Architekt, Oberbauleiter) des ptolemäischen Zeitalters[2958] --, und
+als solche eine rein technische Tätigkeit ausübten. Techniker, τεχνῖται
+(Technítai), waren den Griechen in älterer Zeit die einer Kunst (τέχνη,
+Téchne) oder kunstvollen Gebahrung Beflissenen, und in solchem Sinne
+heißen noch bei ~Xenophon~ (um 400)[2959] die persischen Magier „οἱ
+περῖ τοὺς θεοὺς τεχνῖται“, d. h. „in der Kunst des Gottesdienstes
+Bewanderte“[2960]. Bei ~Platon~, im Dialoge vom „Staatsmanne“, ist der
+τεχνῖτης (Technítes) schon, ebenso wie später bei ~Diodor~[2961], ein
+technischer Sachverständiger; in den Fragmenten von ~Theophrasts~ Buch
+„Über die Steine“ steht der ägyptische künstliche Lasurstein (τεχνητόν
+= der technische, der von Technikern bereitete) dem natürlichen echten
+gegenüber[2962], überhaupt das durch Kunst hergestellte Erzeugnis
+(τεχνικόν; κατ’ ἐργασίαν) dem der Natur (αὐτόφυες; αὐτόματον)[2963].
+Gelegentlich der Abscheidung des Quecksilbers aus „natürlichem“
+Zinnober, durch Verreiben mit Essig in einem Kupfermörser mit einem
+kupfernen Stämpfel, findet sich ebenda der (aristotelische)[2964] Satz
+angezogen: „ἡ τέχνη μιμεῖται τὴν φύσιν“, „die Kunst ahmt die Natur
+nach“, und die Erwartung ausgesprochen, „daß sie vielleicht noch zur
+Entdeckung von mehr dergleichen Dingen führen möchte“[2965].
+
+Unter den Ptolemäern wird der τεχνῖτης (Technítes) oder τεχνείτης,
+als Handwerker, scharf vom ἐργάτης, dem ungelernten Tagelöhner,
+unterschieden[2966], und schon um 250 v. Chr. bestehen Techniten-
+oder Handwerker-Gilden (z. B. die περὶ τὸν Διόνυσον, die
+~Dionysos~-Gilde)[2967]; sie erhalten sich bis in die römische, ja
+byzantinische Periode hinein und gehen allmählich in Zünfte über,
+daher dann die Zunftgenossen συντεχνῖται (Syntechniten) heißen, und
+die Zunftvorstände πρῶτοι τεχνίτων (Erste der Techniten)[2968].
+In hellenistischer Zeit gibt es kaum ein Feld, auf dem sich nicht
+Techniten als Arbeiter oder Vorarbeiter bewähren: sie sind z. B.
+Zimmerer, verfertigen und reparieren als μηχανάριοι und μηχανικοί
+(Mechaniker) die Schöpfwerke und die meist hölzernen und oft
+überdachten Wasser-Hebemaschinen nebst deren Ersatzteilen und den
+zugehörigen Werkzeugen, bauen die Wasserräder (μηχάνη = Maschine,
+μηχανικὰ ὄργανα = mechanische Organe) und setzen sie auch wieder
+in Stand, während die bloße Überwachung der ὀργανίστης (Organist)
+besorgt[2969]; sie sind Kunsttischler (σκευοπόιοι)[2970], Orgelbauer
+und Orgelspieler[2971], Steinmetzen und Leiter von Steinbrüchen
+(wie die spätrömischen „philosophi“)[2972]; sie bereiten das Salz
+zu, das nach ~Philo~ „den Körper erhält und daher den zweiten Rang
+nächst der Seele hat“[2973], und betreiben als „Taricheuten“ die
+ταριχεία (Taricheía), d. i. das Einsalzen, Einpökeln, aber auch
+Einbalsamieren (das zum Teil wirklich nur mit Salz erfolgte)[2974];
+sie brauen Bier[2975], pressen Öle von verschiedener Art und
+Beschaffenheit, vom gewöhnlichsten bis zum feinsten „flos olei“
+(Blüte des Öles) genannten[2976], und mischen Salben, Heilmittel und
+Arome zurecht[2977]; sie bewähren sich als Weber, namentlich als
+βυσσουργοί = Weber des Byssus, d. i. ursprünglich des Leinens, das
+seit jeher, weil es von keinem sterblichen Tiere stammte, den Ägyptern
+für besonders „rein“ galt[2978], die Kleidung der Priester bildete
+und daher auch in oft ausgedehnten „Tempel-Webereien“ verarbeitet
+wurde[2979]. Abgesehen von diesen und anderen Gewerben, die zum Teil
+schon in ptolemäischer und dann wieder in späterer römischer Zeit
+königliche oder Staats-Monopole bildeten[2980], beschäftigten sie sich
+endlich eingehend mit Färberei, Metallarbeit und allem, was mit dieser
+zusammenhängt.
+
+Was die +Färberei+ (βαφή, Baphé) anbelangt, so bestätigen zahlreiche
+Belege und Funde den sehr hohen Stand, den sie vor und um Beginn
+unserer Zeitrechnung schon erreicht hatte, und über den u. a.
+~Plinius~[2981] ausführlich berichtet. Besonders ausgebildet war die
+Färberei mit dem echten (unter den römischen Kaisern gleichfalls
+monopolisierten) Purpur (πορφύρα, Porphýra)[2982], die jedoch,
+entgegen früheren Annahmen, weder als ägyptische noch als phönizische
+Erfindung anzusehen ist, vielmehr in Kreta bereits um 1600 v. Chr.,
+also in vorphönizischer Epoche, wohlbekannt war[2983]. Vermutlich
+begann schon in früher, wenn vorerst auch nicht genau angebbarer
+Zeit der Ersatz des so kostbaren, echten, tierischen Purpurs durch
+billigere pflanzliche Farbstoffe und wurde allmählich bis zu jener
+Stufe der Vollendung ausgebildet, die uns in den Berichten so
+vieler Schriftsteller der späteren Antike entgegentritt. Unter den
+Arten des „Pseudo-Purpurs“ (ψευδοπορφύρα), die u. a. der vom Kaiser
+~Diokletian~ im Jahre 301 erlassene Maximaltarif dem echten (ἀληθινής)
+ausdrücklich gegenüberstellt[2984], waren die wichtigsten der Krapp
+(πορφύρα ῥιζίας = Purpur der Wurzeln)[2985], der Scharlach aus den
+besonders in Galatien (Kleinasien) gedeihenden Eichen-Schildläusen oder
+Kokken (κοκκηρᾶς; Galaticus ruber)[2986], die Anchusa (Ochsenzunge,
+Anchusa tinctoria)[2987], der Phykos oder Fucus (Orseille- und
+Lackmus-Flechte)[2988], der Safflor (κνῆκος, Knékos)[2989], die in
+Ägypten schon um 1300 v. Chr. gut bekannte echte Hennah (Alkanna,
+aus Lawsonia inermis; da sie u. a. über Cypern kam, auch κύπρος
+geheißen)[2990], und der Sandyx, dessen Name bald eine prächtig
+rotfärbende Pflanze bezeichnete, bald aber auch verschiedenes anderes
+„Rote“, z. B. Mennige, Zinnober, Eisenoxyd u. dgl.[2991]. Durch
+Vermittlung der bereits im 16. Jahrhundert v. Chr. weit ausgedehnten
+Verbindungen mit Vorderasien, deren Umfang u. a. die damalige Aufnahme
+des babylonischen sexagesimalen Rechnungssystems beweist[2992],
+gelangten aber zweifellos schon seit altersher auch andere als diese
++roten+ Farben nach Ägypten; fraglich ist, seit wann zu ihnen der
+indische Indigo gehörte, da dieser bisher im Westen mit Sicherheit
+nicht vor 700 v. Chr., und zwar in phrygischen Gräbern, nachgewiesen
+ist[2993], Pflanzen aber, die Indigo ergeben (wenn auch in kleinerer
+Menge und von geringerer Güte) auch in Ägypten heimisch sind, ja als
+Namen des Indigos ursprünglich „n-tinkon“, also ein ägyptischer,
+angegeben wird, der anscheinend erst in klassischer Zeit, infolge
+einer irrtümlichen Deutung, mit Indien in Verbindung gebracht worden
+sei[2994].
+
+Die allgemeine Bezeichnung der Farbstoffe war φάρμακον (Phármakon =
+medicamen, medicamentum, Medizin), worunter man aber auch Färbemittel
+anderer Bestimmung verstand, z. B. Anstrichfarben, Schminken und
+Malerfarben[2995], die auf der Palette (deren früher angezweifelter
+Gebrauch durch bildliche Darstellung gesichert ist)[2996] teils für
+sich, teils mit erweichtem oder geschmolzenem Wachs angerieben und
+zurechtgemischt wurden[2997]. Die Überlieferung, daß man ursprünglich
+nur ganz wenige Farben gekannt habe, trifft für Ägypten schon
+hinsichtlich des alten Reiches nicht zu, aber auch für Griechenland,
+woselbst als die vier klassischen Farben weiß (Erde von Melos), schwarz
+(Atrament, meist = Rußkohle), gelb (Oker aus Attika) und rot (Rötel
+aus Sinope) aufgeführt werden, hat sie ~Rhousopoulos~ durch seine
+Untersuchungen[2998] von Fundstücken widerlegt: diesen gemäß benützte
+man schon vor 2500 (also noch zur Steinzeit) allerlei rote und braune
+Eisen- und Mangan-Oxyde, um 2000 (vormykenisch) weißes Calcium-Phosphat
+und Calcium-Magnesium-Silikat (das man auch zu Perlen formte), sowie
+blaues Kupfer-Silikat, um 1600 (mykenisch) die nämlichen Silikate
+in verschiedenen Tönen, um 600 (vorpersisch) außerdem noch Gips,
+schwarzes Mangan-Oxyd, Zinnober, Bergblau, Kupferlasur und grünes
+Kupferoxydhydrat, und in der Folgezeit auch Bleiweiß. In späterer und
+besonders in hellenistischer Zeit, lernte man eine außerordentlich
+große Zahl mineralischer und pflanzlicher Farbstoffe verschiedenster
+Beschaffenheit und Verwendungsmöglichkeit kennen, u. a. die reinsten
+und sorgfältig aufbereiteten Arten Zinnober, armenisches (Kupfer-)
+Blau, Kupfer-Grün, Drachenblut, Indigo, Purpurissum u. dgl., die, wie
+~Plinius~ erzählt, wegen ihrer Kostspieligkeit seitens der Auftraggeber
+beigestellt werden mußten[2999] und ἄνθη (Anthe, Blüten, Blumen der
+Farben; colores floridi) hießen[3000]; doch bezeichnete ἄνθος (Anthos,
+flos) nicht nur die Blüte (= das Beste) des Purpurs, Safflors u. dgl.,
+sowie den Schimmer und Glanz der gefärbten Stoffe[3001], sondern
+auch das Feinste des Mehles[3002], des Öles und Wachses[3003], der
+(natürlichen) Soda[3004], der (als Farbe dienenden) Rußkohle[3005]
+usf., ja sogar die als Blüten des Mineralreiches angesehenen Krystalle
+und Edelsteine, wie denn z. B. bei ~Plinius~ und bei ~Pollux~ (2.
+Jahrhundert n. Chr.) der Diamant als ἄνθος κρυσοῦ, auri nodus (= Blüte,
+Knospe des Goldes) gilt[3006].
+
+„Gefärbt“ wurden jedoch nicht nur Fasern und Stoffe aller Art, sondern
+auch +Glas+- und +Ton+waren, sowie +Email+.
+
+Die Bearbeitung des +Glases+, ὕαλος (Hýalos, was bei ~Herodot~[3007]
+noch Bergkrystall bedeutet), vitrum (das Wort ist zufällig erst bei
+~Cicero~ nachweisbar), hatte unter den Ptolemäern ganz außerordentliche
+Fortschritte gemacht, und Glaswaren, die ~Aristophanes~ noch als
+orientalische Seltenheit anführt, bildeten längst den Gegenstand
+eines Welthandels; große Öfen, die κάμινοι ὑαλουργικαί (Kamine der
+Hyalurgen) lieferten sie, ganz besonders zu Alexandria, in höchster
+Vollkommenheit, gegossen, geblasen, gepreßt und (wie schon die Sage
+vom „unzerbrechlichen“ Glase zeigt)[3008] von den mannigfaltigsten
+Eigenschaften[3009]. Die Darstellung gefärbter Gläser war in Ägypten,
+wie bereits weiter oben erwähnt, außerordentlich alt, und auch die
+„falschen Smaragde“ (ψευδής) des ~Theophrast~[3010], sowie die „in
+irdischem Feuer gefärbten Chrysolithe“ des ~Agatharchides~[3011] (2.
+Jahrhundert v. Chr.) dürften nichts anderes als bunte ägyptische
+Glasflüsse gewesen sein. Ihren Höhepunkt erreichte aber die Herstellung
+falscher Edelsteine und Halbedelsteine gegen und seit Anfang unserer
+Zeitrechnung[3012]; nach ~Plinius~ betrieben eigene Werkstätten
+(officinae) diese „lohnendste aller Betrügereien“ und lieferten, nach
+den zum Teil „gewissen Vorschriften ägyptischer Könige entnommenen
+Anweisungen“ des ~Demokritos~, ~Xenophanes~, ~Zoroaster~ und anderer
+„Magier“, -- auf die näher einzugehen ~Plinius~ ausdrücklich ablehnt
+--, Steine aller nur denkbaren Farben, die bald durch Beizen in
+Essig, bald durch Kochen in Honig, bald auch noch durch „Brennen“
+hervorgebracht wurden[3013]. Besonderer Beliebtheit scheint sich u. a.
+der kallaïnische Farbenton, das ist der des Kallaïs, erfreut zu haben;
+Kallaïs oder Kallaïna ist bei ~Plinius~ und seinen Nachschreibern
+ein grüner, dem Smaragd ähnlicher, angeblich dem indischen Kaukasus
+entstammender Edelstein, vielleicht die grünliche, oft sogar lebhaft
+grüne Abart des Türkises[3014], die auch ~Alexander~ von ~Tralles~
+(6. Jahrhundert n. Chr.) καλλάινος (Kalláïnos) benennt[3015]. Einen
+grünen Stein καλλάινος, aus dem man Gefäße und Vasen macht (ganz wie
+aus „Smaragd“ = grünem Glas, -- so noch bei ~Olympiodoros~), erwähnen
+der „Papyrus ~Kenyon~“ des 3. Jahrhunderts n. Chr.[3016], die „Pistis
+Sophia[3017] und manche andere Quellen dieses Zeitalters[3018];
+den Namen κέραμος καλλάινος führen ferner ägyptische, schön grün
+glasierte Tonwaren, denen man im 2. und 3. Jahrhundert häufig
+begegnet[3019], und auch die καλάινα ἀγγεῖα, βυσσία καλλάινα καὶ
+ὑέλινα der Zauberpapyri[3020] sind Gefäße und Büchschen aus grünem
+(wohl undurchsichtigem) Glase, deren sich die Magier bei ihren
+Vorführungen zu bedienen pflegten. Schließlich wurde Kallaïs zu einer
+bloßen Farbenbezeichnung[3021], so daß, wenn z. B. ~Pseudo-Moses~ (2.
+Jahrhundert) des χαλκοῦ καλαινοῦ gedenkt, dies vermutlich nur mit
+Grünspan bedecktes oder grün angelaufenes Kupfer bedeutet und nicht
+Kupfer aus Kallaïs, das einige am Sinai suchen, andere in Persien, noch
+andere in Spanien[3022]. -- Irrtümlich ist die Angabe, das Kallaïs-Grün
+sei das nämliche wie das sog. Prasinum; dieses wird vielmehr neben dem
+Venetum genannten Blau, nicht vor der Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr.
+erwähnt, während die als „Grünen und Blauen“ bekannten Zirkus-Parteien
+sich mit jenen Namen erst auf den sog. Kontorniaten bezeichnet finden,
+d. s. eine Art größerer Bronze-Medaillen, deren Herstellung frühestens
+unter ~Constantin dem Grossen~ beginnt[3023].
+
+Die Kunst, +Tonwaren+ (u. a. Ziegel) zu „färben“, d. h. sie mit bunten
+Glasuren zu versehen, reicht mit ihren Anfängen fast bis in die des
+ägyptischen Staates zurück, zur Vollendung gedieh sie aber, wohl unter
+Einfluß orientalischer Vorbilder, erst in hellenistischer Zeit, wobei
+es jedoch unsicher und bestritten bleibt, ob sie sich auch in bewußter
+Weise bereits bleihaltiger Glasuren zu bedienen wußte. Fragwürdig
+ist ferner die Natur des bunten Stucks, den ~Plinius~[3024] im Sinne
+zu haben scheint, wenn er vom „Färben der Steine“ (lapides tingere)
+und vom „Malen der Steine und Mauern“ (lapidem, parietem pingere)
+spricht[3025]; wo er indessen erwähnt[3026], daß man in Ägypten
+das Silber färbt (tingit) und malt (pingit), z. B. um den ~Anubis~
+abzubilden, meint er Silber, das mit teils durchsichtigem, teils opakem
++Email+ überfangen ist, in dessen Herstellung und Anwendung die Ägypter
+zu seiner Zeit tatsächlich höchste Meisterschaft erreicht hatten[3027].
+
+Was schließlich die +Metall+-Arbeiten der Techniten anbelangt, so
+zeigt sich auf diesem ganzen Gebiete schon frühzeitig eine erstaunlich
+weitgehende Spezialisierung[3028]. Gold- und Silber-Schmiede
+waren schon vor der macedonischen Eroberung äußerst zahlreich und
+bewohnten z. B. in Memphis ganze Straßen, aus denen vielerlei
+Fundstücke, Gußformen aus Gips und Stein, Gipsmodelle usf. zutage
+getreten sind[3029]; in ptolemäischer Zeit gewann das Gewerbe noch
+an Ausdehnung, und in hellenistischer, namentlich in römischer, fand
+man Leute, die die „Goldgießerei“ (χρυσοχοικὴ ἐργασία) ausübten,
+sogar in kleineren Dörfern[3030], woselbst sie eine Gewerbesteuer
+bezahlten[3031], und im 2. Jahrhundert eine Art (oft durch Verpachtung
+bezeugtes) Monopol besaßen[3032]. Die Verarbeitung von Gold und
+Silber durch die Tempelindustrie dauerte, wie unter altägyptischer
+und ptolemäischer, so auch unter römischer Herrschaft fort[3033],
+beeinträchtigte aber in keiner Weise die eigentlich berufliche;
+noch der Maximaltarif ~Diokletians~ von 301 gedenkt neben den εἰς
+κύπρον (in Kupfer oder Bronze) arbeitenden Techniten, -- die u. a.
+kunstgewerbliche Gegenstände, z. B. schöne bronzene Weinkännchen,
+herstellten[3034] --, auch derer, „die in kunstvoller Weise Goldsachen
+aller Art anfertigen“[3035]. Ihr eigentliches Material war Feingold,
+χρυσίον ὄβρυζον, d. h. durch entsprechendes Umschmelzen (ἕψειν;
+coquere, conflare) bis zur völligen Reinheit geläutertes; „obrussa“
+bezeichnete ursprünglich das Läuterungsverfahren selbst, ging dann als
+ὄβρυζα (Obryza) ins Griechische über und wurde, als dieser Tatbestand
+schon vergessen war, und Gebrauch sowie Verständnis der griechischen
+Sprache in Rom seit dem 2. Jahrhundert rasch und gegen Ende des 3.
+schon so gut wie völlig aufgehört hatten[3036], schließlich als ein
+griechisches Fremdwort ins Lateinische zurückgenommen[3037]. Die
+Herstellung von Schmuck, Kunstgegenständen u. dgl. (hauptsächlich aus
+Gold, in erheblich geringerem Maße aus Silber) erfolgte durch Gießen,
+Hämmern, Pressen, Treiben, Prägen usw., durch Einlegen, Niellieren
+und Emaillieren, ferner unter Mitbenützung dünner Platten, Bleche
+und Drähte[3038], und schuf wahre Wunderwerke an Kunstfertigkeit und
+Geschmack. Echte Vergoldung bewirkte man im Feuer, u. a. auch mittels
+des zu Beginn der Kaiserzeit längst wohlbekannten Quecksilber-Amalgams,
+oder durch Blattgold und Goldschaum, zu deren Befestigung Eiweiß
+oder auch andere Bindemittel dienten[3039]; weißliche, gelbliche
+und rötliche Farbentöne wußte man durch das von ~Plutarch~ erwähnte
+„Färben des Goldes“ (βαφὴ χρυσοῦ) hervorzubringen, d. h. durch
+entsprechende Zusätze während der Ver- oder Bearbeitung[3040]; bei
+unechten Waren endlich täuschte man den Goldglanz entweder durch
+geeignete Legierungen unedler Metalle vor, oder durch firnisartige, aus
+feinstgepulvertem Zinnober, Rötel und Oker bereitete Anstriche[3041],
+oder endlich durch die schon bei ~Aristoteles~ als allbekannt erwähnten
+Gallenfarben (χολοβάφινα)[3042]: so z. B. bestanden die Theaterkronen
+(coronaria) der Schauspieler aus einer Art dünnen Rauschgoldes
+(laminae; angefertigt aus „aes“), das mit Ochsengalle überfangen
+war[3043]. Es liegt auf der Hand, daß das Vertrautsein mit derlei
+Kunstgriffen schon frühzeitig die Kundigen in Versuchung führen,
+sowie ihre Neigung zu jenen Unredlichkeiten fördern mußte, über die
+schon ~Plinius~ klagt[3044], und deretwegen nach ~Artemidoros~ Träume
+von Goldgießern auf Hinterlist und Tücke hindeuten, „wegen der mit
+den getriebenen Arbeiten und den kunstvollen Halsketten verbundenen
+Betrügereien“[3045]; solche wurden übrigens noch ganz besonders
+durch die althergebrachte Gewohnheit begünstigt, daß Gold- und
+Silber-Schmiede in der Regel nur auf Bestellung arbeiteten, wobei ihnen
+der Auftraggeber die erforderlichen Materialien zu liefern hatte[3046].
+
+
+2. Die Entstehung der Alchemie.
+
+Aus den im vorigen Abschnitte dargelegten Tatsachen, nämlich der
+Entwicklung einer nach vielen Richtungen hin weit vorgeschrittenen
+Technik, der Kenntnis systematisch ausgebildeter Verfahren zum Ersatze
+kostbarer Metalle, Edelsteine und Farbstoffe durch minderwertige
+Nachahmungen, sowie der Ausübung der mit echtem und falschem Material
+arbeitenden „Künste“ in den Tempel-Werkstätten, folgerten bereits die
+Schriftsteller des 16. und 17. Jahrhunderts, -- so unbestimmt sie
+auch nur über alle Einzelheiten unterrichtet sein konnten --, daß der
+Ursprung der Alchemie im Bereiche der ägyptischen Gotteshäuser zu
+suchen sei; diese Ansicht hat sich zwar als verschiedener Abänderungen
+bedürftig, im wesentlichen aber als richtig erwiesen.
+
+Ohne auf die Äußerungen der älteren Autoren einzugehen, unter denen
+auf das rühmlichste ~Salmasius~ (~Saumaise~) hervorragt, der die
+Manuskripte der Pariser Bibliothek von 1610 bis 1615 eingehend
+durchforschte[3047], sei hier nur an die Darlegungen von ~Wiegleb~,
+~Moehsen~, ~Sprengel~, ~Schmieder~, ~Chevreul~, ~Hoefer~, ~Kopp~,
+~Figuier~, ~Hoffmann~, ~Berthelot~ und ~Riess~ erinnert, die, mit
+dem Jahre 1777 einsetzend und bis zur Gegenwart herabreichend,
+übereinstimmend zum Schlusse führen, daß ab Ausgangspunkt der
+Alchemie die Metallurgie und des näheren die chemische Technik der
+Edelmetalle und ihrer Surrogate anzusehen sei. Bereits ~Wiegleb~
+erklärt durchaus zutreffend[3048], die Gewinnung des Goldes sei bei
+den alten Ägyptern, als alleiniges Vorrecht der Könige, nach gewissen
+geheim zu haltenden Verfahren erfolgt, habe aber stets nur als eine
+κατασκευή (Kataskeué, Aufbereitung) gegolten, niemals als eine γένεσις
+(Génesis, Neuentstehung) oder μεταβολή (Metabolé, Umwandlung),
+und ebensowenig sei dies anfänglich betreff der durch „Färben“
+von Kupfer herstellbaren Legierungen der Fall gewesen[3049]. Auch
+~Chevreul~[3050], ~Hoefer~[3051] und ~Kopp~[3052] sind der Ansicht,
+daß alle späteren Entwicklungen in letzter Linie auf die in Ägypten
+seit uralter Zeit[3053] ausgeübten mannigfachen metallurgischen,
+präparativen und pharmazeutischen Verfahren zurückgehen, also auf
+die chemisch-technische Praxis der Künste, Gewerbe, Kunstgewerbe
+und Handwerke; ebenso läßt sie ~Berthelot~ in richtiger, wenngleich
+nicht (wie er in Anspruch nimmt) origineller Weise, „den ägyptischen
+Industrien entfließen, deren Gegenstand die Herstellung von Metallen
+und Legierungen, Glaswaren, künstlichen Edelsteinen und gefärbten
+Stoffen war“[3054], und desgleichen erblickt ~Riess~ ihre Quelle in
+den seit altersher gebräuchlichen und durch die Erfahrungen vieler
+Generationen vervollkommneten Methoden der Metall-Gewinnung und
+-Verarbeitung, der Erzeugung von Glasflüssen, Edelsteinen und Perlen,
+sowie der Färberei mit Purpur und anderen Farbstoffen[3055].
+
+Vermutlich waren derlei Verfahren ursprünglich Hoheitsrechte und
+Geheimkünste bevorzugter Stände, und zwar die einen, mehr die
+Großbetriebe (wie die der Gold-Bergwerke und -Wäschen) betreffenden,
+etwa solche des Hofes und der in der Hofsprache als „Freunde des
+Königs“ bezeichneten hohen Beamten, die anderen, mehr der Feinkunst
+zugehörigen, solche der Priesterschaft; diese ihre Eigenart erklärt
+ohne weiteres die Vorschrift, sie nur den Eingeweihten mitzuteilen
+und nichts über sie niederzuschreiben[3056]. Während aber die Könige
+kraft ihrer Herrschergewalt ein Monopol wie das der Goldgewinnung
+festzuhalten und sich und ihren Nachfolgern erblich zu bewahren
+vermochten, gelang es den Priestern offenbar nicht, den gesamten
+Bereich geheimer Kenntnisse einem weiteren Kreise dauernd zu
+verbergen, vielmehr trat im Laufe der Entwicklung, wie in zahlreichen
+gleichartigen Fällen so auch hier, allmählich eine profane „Kunst“ an
+die Seite der sakralen, ohne diese jedoch auf ihrem Sondergebiete zu
+beeinträchtigen oder sogleich in jede Einzelheit ihrer Überlieferungen
+einzudringen. Auf das tatsächliche und schon sehr frühe Vorhandensein
+dieser Profankunst und auf ihre stetig und erfolgreich fortschreitende
+Entfaltung wurde an vielen Stellen des vorhergehenden Abschnittes
+hingewiesen; neben ihr blieb aber, wie gleichfalls angeführt, die
+Tempelkunst nicht nur ebenfalls lebendig und fuhr fort, Götterbilder,
+heilige Geräte, Festgewänder u. dgl. anzufertigen und auszuschmücken,
+sondern auch sie erweiterte nach und nach den Umkreis ihres Gebietes,
+neue Verfahren aufnehmend und sie auf neue Zweige kunstvoller Tätigkeit
+ausdehnend.
+
+Es liegt nun kein Grund vor, zu bezweifeln, daß die Erfahrungen,
+die uns z. B. im Leidener und Stockholmer Papyrus in Gestalt eines
+umfangreichen und nach vielen Richtungen weitentwickelten Systems
+völlig offener Nachahmung und Fälschung von Edelmetallen, Edelsteinen
+und Farbstoffen entgegentreten, zuerst +da+ gesammelt wurden, wo
+Veranlassungen gegeben und Mittel vorhanden waren, größere Arbeiten
+in kostbaren Materialien auszuführen, also in den Werkstätten der
+Tempel, und daß ferner die „Geheimnisse der Goldhäuser“ nicht nur
+das erste ursprüngliche Wissen um die Herstellung der Götterbilder
+aus Gold, Silber, „echten“ Steinen u. dgl. umfaßten, sondern auch
+das allmählich erworbene um den Ersatz dieser echten Rohstoffe durch
+passend nachgeahmte. Dafür, daß dies bereits in sehr früher Zeit der
+Fall war, spricht nicht nur das hohe Alter zahlreicher Angaben, die
+Echtes und Unechtes nachdrücklich auseinander halten, sondern auch
+schon Umfang und Mannigfaltigkeit der Vorschriften jener Papyri und
+der weit hinter ihnen zurückliegenden Grundtexte, die sie (wie schon
+oben erwähnt) zum großen Teile und mit einer Art orthodoxer Genauigkeit
+wiederzugeben scheinen; die Gesamtheit derartiger Rezepte kann nur als
+Ergebnis langsam fortschreitender, ungezählte Jahrhunderte umspannender
+Entwicklung aufgefaßt werden.
+
+Auch darüber kann kein Zweifel walten, daß die einschlägigen Vorgänge
+oft unrichtig beobachtet und noch öfter unrichtig ausgelegt wurden.
+Gewann man z. B. aus Materialien, deren Gehalt an Edelmetallen nicht
+unmittelbar erkennbar war, Gold oder Silber, so konnte die Kunst der
+Abscheidung gar leicht als eine solche der Hervorbringung gelten[3057].
+Trat an einem Metall auf Zusatz eines anderen oder irgend eines
+Präparates eine erhebliche Veränderung der Farbe und der Eigenschaften
+zutage, so war ein neues Metall entstanden[3058]. Lieferte das rote
+Kupfer mit arsen- oder quecksilberhaltigen Zusätzen eine silberfarbige
+Masse und mit zinn- oder zinkhaltigen eine goldfarbige, so hatte man
+Silber und Gold „gemacht“, und erwies es sich nicht für +alle+ Zwecke
+als brauchbar, so war doch das gemeine Metall mindestens +so+ weit
+veredelt, daß man hoffen durfte, durch Wiederholung oder Abänderung
++völlig+ zum Ziel zu gelangen: denn jede derartige Überführung galt,
+ebenso wie die von Kupfer in Bronze durch verhältnismäßig sehr wenig
+Zinn, für eine bloße „Färbung“ (βαφή, Baphé) des Grundstoffes, und war
+diese noch nicht +ganz+ die richtige, so blieb sie doch vielleicht
++weiter+ vervollkommnungsfähig, soferne man andere Mittel oder andere
+Mengenverhältnisse zur Anwendung brachte[3059]. Erhielt man endlich
+schon frühzeitig aus Gold und Silber das Asem (Elektron), -- aus dem
+man später überdies das reine Gold wieder abzuscheiden lernte --, und
+auch aus unedlen Metallen dem Asem gleichende Legierungen, so lag die
+Vermutung nahe, daß Gold und Silber selbst ebenfalls aus verschiedenen
+Bestandteilen zurechtgemischt und durch geeignete Anreicherung
+der Schmelzen in beliebig zu vermehrender Menge gewonnen werden
+könnten[3060]. Als weitere und besonders wichtige Tatsachen auf dem
+nämlichen Gebiete heben ~Hoefer~[3061] und ~Kopp~[3062] mit Recht die
+anscheinend sehr alten Wahrnehmungen hervor, daß durch Einwirkung von
+Schwefel auf manche arsenhaltige Substanzen das gelbe Auripigment und
+rote Realgar entsteht, aus Schwefel und Quecksilber aber der anfänglich
+schwarze, durch Erhitzen jedoch rot werdende und deshalb in der
+Folgezeit „Hermaphrodit“ benannte Zinnober[3063], -- Stoffe, die genug
+Metallartiges an sich zu haben schienen, um noch im 17. Jahrhundert
+als „Metallica“ abgehandelt zu werden[3064]. Alle diese Beobachtungen
+mußten die Anschauungen bestärken, daß es sich bei der angestrebten
+Herstellung gold- und silberglänzender Legierungen und schließlich
+auch der Edelmetalle selbst um nichts anderes handle als um eine
+„Färbung“, gleich der von Leinen oder Wolle, und um die Ermittlung des
+richtigen Färbemittels, der rechten „Tinktur“[3065]; daraus, -- so sagt
+~Kopp~ --, daß diese freilich mißverständliche Idee der reinen Praxis
+und einem empirisch wohlbegründeten Wissen entsprungen war, erklärt
+sich die Zähigkeit, mit der die Gleichsetzung von Metall-Herstellung
+oder -Umwandlung und Färbekunst (βαφικὴ τέχνη) seit ihrem ersten
+Auftauchen so viele Jahrhunderte lang unentwegt festgehalten
+wurde[3066]. „Färbungen“ waren und blieben auch, wie schon ~Salmasius~
+und neuerdings wieder ~Berthelot~ hervorhob, die drei seit jeher
+benützten Hauptverfahren der Metall-Arbeiter und -Fälscher, nämlich das
+Überziehen der Oberflächen mit dünnen Schichten echten oder unechten
+Goldes und Silbers, der Ersatz dieser metallischen Schichten durch
+metallglänzende Anstriche oder Firnisse, und endlich die Herstellung
+der gesamten Gegenstände aus gold- und silberfarbigen Legierungen.
+Hatte man auf irgendeinem dieser Wege die gesuchte Färbung zustande
+gebracht, so war auch das gesetzte Ziel erreicht, man erfreute sich in
+aller Aufrichtigkeit der gelungenen Nachahmung oder Fälschung, erteilte
+den Kunstprodukten kurzweg die Namen der echten, -- „du erhältst
+Purpur“, „du findest Smaragd“, heißt es im Stockholmer Papyrus --, und
+stellte mit Befriedigung fest, wie sie selbst die τεχνῖται (Techniten)
+derart täuschten, daß sie nichts von der Unterschiebung bemerkten. Wie
+schon weiter oben hervorgehoben wurde, läßt diese im Texte des Leidener
+und Stockholmer Papyrus öfter wiederkehrende Versicherung ohne weiteres
+ersehen, daß die geschilderten Kunstgriffe nicht von den Techniten
+selbst herrührten, sondern von Persönlichkeiten höheren Ranges, die
+sich im Besitze umfangreicherer, zum Teil auch sorgfältig geheim
+gehaltener Kenntnisse befanden.
+
+Nun geht, ganz abgesehen von anderen, später zu besprechenden
+Gründen, schon aus der allgemeinen und stehenden Bezeichnung der
+Alchemie als „ἱερὰ, θεία, δογματικὴ τέχνη = heilige, göttliche,
+dogmatische Kunst“ zweifellos hervor, daß sie nicht von der
++profanen+ Technik ihren Ausgang nahm, sondern von der +sakralen+,
+also von der der Tempelwerkstätten; alles spricht daher dafür, daß
+jene „höheren Persönlichkeiten“ dem Stande der Priester angehörten,
+die, wie ~Figuier~ schon vor über einem halben Jahrhunderte richtig
+urteilte[3067], „zwar nicht die höhere verborgene Weisheit besaßen,
+die ihnen die Folgezeit zuschrieb, dagegen vielerlei empirische und
+praktische Kenntnisse“. Tatsächlich gelten auch der gesamten antiken
+Tradition, der hierin die Ermittlungen der Ägyptologie zur Stütze
+gereichen, die ägyptischen Priester als älteste Vertreter der Kunst,
+Edelmetalle, Edelsteine und Purpur nachzuahmen und zu fälschen, einer
+Kunst, deren Ursprung sich in den „Geheimnissen“ der zur Herstellung
+der Götterbilder, sowie der gottesdienstlichen Geräte und Gewänder
+bestimmten „Goldhäuser“ verliert; auch die vielerlei, zum Teil
+freilich sagenhaften Berichte über die Aufbewahrung und Auffindung
+von „Rezeptbüchern“ in Tempeln bestätigen, daß sich in diesen auch
+die Werkstätten zur Ausübung der betreffenden Vorschriften befanden
+und machen es ferner erklärlich, daß die Legende das erste Auftreten
+des späterhin als „Vater der Alchemie“ gerühmten sog. ~Demokritos~
+(~Pseudo-Demokritos~) in den Tempel zu Memphis verlegt (s. weiter
+unten).
+
+So lange die ägyptische Landesreligion und mit ihr die Priesterschaft
+auch nur einigermaßen ihre herkömmliche Stellung behauptete, -- und
+dies blieb ihr, trotzdem die Zeichen längst begonnener Auflösung
+immer deutlicher hervortraten, bis in die ptolemäische Zeit hinein
+möglich --, scheinen die geschilderten Verhältnisse keine wesentliche
+Veränderung erfahren zu haben. Eine solche trat erst ein, als im
+weiteren Verlaufe der hellenistischen Bewegung der Verfall des ererbten
+Glaubens mit zunehmender Schnelligkeit fortschritt, im 1. Jahrhundert
+v. Chr. schon mit überraschender, im 1. und 2. Jahrhundert n. Chr. mit
+erschreckender, und als das Eindringen der oft falsch verstandenen
+Lehren spätgriechischer Philosophie, hermetischer und gnostischer
+Vorstellungen, sowie orientalischer Kulte zur völligen Zersetzung der
+alten Religion und ihrer Organisation führte. Der in den vorhergehenden
+Abschnitten geschilderten Zeitströmung, die sich auf allen Gebieten
+des öffentlichen und privaten Lebens durch Überhandnahme der Magie und
+Mantik, Zauberei und Mystik, Astrologie und Dämonologie geltend machte,
+konnten sich auch die Priester nicht mit dauerndem Erfolge widersetzen,
+und wenn es ihnen glückte, ihr Dasein noch verhältnismäßig lange mit
+einem gewissen äußeren Ansehen zu umgeben und in auskömmlicher Weise
+wirtschaftlich gesichert zu fristen[3068], so ist dies nur dem Umstande
+zuzuschreiben, daß sie, teils in richtiger Einsicht, teils unter der
+Macht des Zwanges, dem Drängen der großen Menge nachgaben und ihr
+boten, was sie verlangte: freilich wurde der Priester so aus einem
+Hüter des Glaubens zum Pfleger des Aberglaubens, er hatte in erster
+Linie das, was man ihm zuschrieb und bezahlte, nämlich die Fähigkeit
+persönlichen Einwirkens auf das Walten der guten und bösen Gottheiten,
+auch ausreichend nachzuweisen, und da ihm hierzu jedes Mittel das
+rechte sein mußte, sank er vom geschäftsmäßigen Beschwörer und
+Geisterbanner zum arglistigen Zauberer und Gaukler und von diesem zum
+bewußt täuschenden Schwindler und Betrüger herab. Wie die Geschichte
+für so viele ähnliche Fälle bestätigt, gibt es auf diesem Wege keine
+Umkehr: jeder Niedergang des Standes fördert den weiteren seiner
+Zugehörigen, und jede Entwürdigung des Einzelnen beschleunigt die
+völlige Verderbnis der Gesamtheit.
+
+Was nun auf sämtlichen Gebieten priesterlicher Tätigkeit statthatte,
+das vollzog sich auch auf dem der Tempelgewerbe, und wenn man bis
+dahin bei aller Geheimtuerei doch in ganz aufrichtiger Weise auf
+Nachahmung und Fälschung ausgegangen war, so gab man +nunmehr+ vor,
+vermöge magischer Mittel und unter Mithilfe der Geister nicht etwa
+gleichwertigen +Ersatz+ für Gold, Silber und andere Kostbarkeiten
+herstellen zu können, sondern +diese selbst+. Wie es aber, -- schon
+weiter oben wurde darauf hingewiesen --, der synkretistischen Richtung
+überhaupt eigen war, sich nicht mit der einfachen Verschmelzung
+überlieferter mystischer, theurgischer und anderer Praktiken
+zu begnügen, sondern gleichzeitig auch „deren Verfeinerung und
+theoretische Begründung anzustreben, und zwar durch Anlehnung an
+Anschauungen, die unter dem Titel ‚philosophischer‘ die sogenannten
+gebildeten Kreise des Zeitalters erfüllten“, so durfte es auch im
+vorliegenden Falle nicht bei der bloßen Behauptung sein Bewenden
+finden, vielmehr sollte diese durch eine zureichende Theorie gestützt
+werden. Eine derartige Forderung zu stellen, lag selbstverständlich
+ganz außerhalb des Gesichtskreises gewöhnlicher Techniten, wohl aber
+konnten sie Priester erheben, die, unter hellenistischen Einflüssen
+großgezogen, über den Weg zu ihrer Erfüllung von vornherein im klaren
+waren: Beweise für die Möglichkeit und Lösbarkeit der Aufgabe hatte
+die griechische Philosophie zu erbringen, und zwar in erster Linie auf
+Grund jener von ~Platon~ und ~Aristoteles~ aufgestellten Lehren vom
+Wesen und von den Umwandlungen der Materie, von der Entstehung der
+Bronze aus Kupfer und Zinn usf., die dem Zeitalter (obwohl zumeist nur
+in vielfach abgeändertem und entstellendem Gewande) durchaus vertraut
+waren und noch über die Schriften seiner spätesten Autoren einen
+wenngleich schwachen, so doch unverkennbaren Abglanz der ursprünglichen
+Gedanken, Betrachtungen und Ausdrucksweisen verbreiten[3069]. In
+zweiter Linie wurden aber auch brauchbare, passend ausgewählte
+Anschauungen der nacharistotelischen Schulen zur Stütze herangezogen.
+
+Nicht in der Körperschaft praktisch tätiger Techniten nahmen
+also die alchemistischen Ideen ihren Ursprung, etwa indem (nach
+~Schmieder~)[3070] die Arbeiter zunächst sich selbst und dann
+andere täuschten, oder (nach ~Berthelot~) anfänglich wirklich
+glaubten Gold und Silber erzeugen zu können und hieran erst später
+durch höher Gebildete irre gemacht und zu deren Zwecken ausgenützt
+wurden[3071], -- findet doch ~Berthelot~ schließlich selbst einen
+solchen Vorgang auffällig und überraschend[3072] --, vielmehr ist die
+Quelle jener Gedanken in der Gilde der spätägyptischen, richtiger
+ägyptisch-hellenistischen Priester zu suchen. Bei ihnen allein
+vereinigten sich die verschiedenen, sämtlich gleich wichtigen und
+unentbehrlichen Elemente: Vertrautheit mit den Arbeitsmethoden,
+Gelegenheit zu ihrer Ausübung, Kenntnis des griechischen, ägyptischen
+und orientalischen Mysterienwesens sowie der hellenistischen
+Philosophie, und endlich reichlicher Anlaß zur Verwertung der
+einschlägigen Vorführungen im eigenen wie im Standes-Interesse.
+Schauplatz derartiger, wie aller anderen mit Zauberei,
+Dämonen-Beschwörung usf. verbundenen Wundertaten dürften die Tempel
+geblieben sein, so lange sie bestanden und die Priester über sie zu
+verfügen hatten; als sie ihnen aber seit dem 3. Jahrhundert allmählich,
+und gegen Ende des 4. gänzlich entrissen, zum Teil aufgelassen, zum
+Teil in Kirchen umgewandelt, zum Teil auch gewaltsam zerstört wurden,
+da flüchteten die ausgetriebenen, von ihren christlichen Nachfolgern
+wie von den Staatsbehörden mit gleich großem Hasse verfolgten
+Kenner überlieferter Weisheit in „fest zusammenhaltende esoterische
+Zirkel“[3073], in denen sie unter dem dichten Schleier des Geheimnisses
+ihre Künste weiterpflegten und noch weit über zwei Jahrhunderte
+hinaus bis zur Zeit der arabischen Eroberung lebendig erhielten.
+Zweifellos sind diese Zirkel die nämlichen, in denen z. B. dem Berichte
+des ~Rufinus~ (345-410) gemäß gewisse Priester, die zur Zeit der
+Schließung der alexandrinischen Tempel durch Kaiser ~Theodosius~ (um
+390) nach Kanopos geflohen waren, „dort alsbald, unter dem Vorwande
+des Studiums ihrer heiligen Schriften, wiederum Aberglauben, Zauberei
+und Magie lehrten“[3074]; es sind ferner die nämlichen, deren
+Teilhaber, wie ~Horapollons~ um 400 vollendetes Werk „Hieroglyphika“
+beweist[3075], noch anderthalb Jahrhunderte nach Anbringung der
+spätesten hieroglyphischen Inschriften an den Tempelwänden (um 250
+n. Chr.) Listen mit einer Anzahl richtiger hieroglyphischer Zeichen
+in Händen hatten, „allmählich aussterbende Kreise letzter Diener der
+alten Landesgötter, abergläubischer Zauberer und Quacksalber, die,
+an entlegenen Orten ein verborgenes Dasein fristend, die Reste ihrer
+religiösen Kenntnisse in diese Bilder hineingeheimnisten“[3076].
+
+Aus den geschilderten Verhältnissen, die so manchen Einzelheiten nach
+vorerst nicht streng zu beweisen, sondern nur zu erschließen sind,
+folgerte ~Sprengel~ schon 1820, soweit er sie damals zu überblicken
+vermochte, „die Alchemie sei als ein Zweig der Theurgie zu betrachten,
+aus ihr hervorgegangen unter gnostischen und neupythagoräischen
+Einflüssen verschiedener Art“[3077]. Der Zusammenhang, den er hiermit
+scharfen Blickes erkannte, steht den Alchemisten selbst in der
+Tat fest und wird von ihnen jederzeit in streng dogmatischer Form
+ausgesprochen: sie nennen sich Priester und Mysten ihrer Kunst, diese
+Kunst ist eine geheime, heilige, göttliche und wird identifiziert
+mit der Weisheit der alten ägyptischen Priester, als deren legitime
+Nachfolger und Erben sich die hellenistischen Hierophanten ausgeben.
+Nach ~Zosimos~, der spätestens um 300 n. Chr. schrieb, hatten die
+Ägypter vor den Griechen zwei Arten der τέχνη (Techne) voraus, die
+Kunst der φυσικῶν ψάμμων, d. i. die Aufbereitung der natürlichen
+Sande, die die Könige durch ihre „Techniten“ als Regal ausführen
+ließen[3078], und die Kunst der καιρικῶν ψάμμων, d. i. die Behandlung
+der „in Binden gewickelten“ = zugerichteten Mineralien (der Präparate),
+erfolgend durch gewisse Handgriffe (χειροκμήματα), die ein Geheimnis
+der in den Tempelwerkstätten tätigen Priester bildeten[3079]. Gleich
+den Mysten und Theurgen mußte sich auch der Alchemist an Leib und
+Seele reinigen und heiligen, er sollte nicht niedrigen persönlichen
+Zielen nachstreben, sondern nur höheren allgemeinen, er durfte seine
+Arbeit nicht zwecks Gewinnung von Gold unternehmen, sondern allein
+zwecks Lösung des großen Problemes der Verwandlung[3080]. Gleich den
+Mysten und Astrologen hatte er ferner einen „Eid der Geheimhaltung“
+abzulegen, dessen Fassung sich, gemäß der Überlieferung im sogenannten
+„Briefe der ~Isis~ an ~Horos~“, in vielen Punkten auffällig an echt
+altägyptische Vorlagen anlehnt: der Schwur erfolgt bei ~Hermes~ (=
+~Thot~) und ~Anubis~, den Göttern der Leichenbestattung, beim Geheule
+des dreiköpfigen Höllenhundes und der typhonischen Schlange ~Apep~
+(~Apophis~), „die da bedroht die Totenbahre des ~Serapis~“ (der an die
+Stelle des ~Osiris~ getreten ist), sowie bei den drei großen Nöten,
+dem Feuer, dem Gift oder dem Strang, der Geißel oder dem Schwert, und
+er schließt mit dem Gelöbnis, die geoffenbarten Geheimnisse einzig
+und allein dem eigenen Sohne zu überliefern, -- in welchem Sinne
+die „Kunst“ auch τεκνοπαράδοτος genannt wird, d. h. „an den Sohn
+weiter zu gebende“[3081]. Endlich ist, dem ganzen Vorstellungskreise
+entsprechend, auch die alchemistische Terminologie eine durchaus
+doppelsinnige: wie die Chemiker Priester, so sind ihre Arbeitsräume und
+ihre Apparate Tempel[3082], und die Parallelisierung ihrer Operationen
+mit gottesdienstlichen Handlungen geht so weit, daß den Beschreibungen,
+wie ~Reitzenstein~ erkannte, nicht selten hohe religionsgeschichtliche
+Bedeutung innewohnt; die Anspielungen betreffen meist Kulte ägyptischer
+Gottheiten, vor allem des ~Osiris~, nicht selten aber auch solche
+orientalischer, besonders des ~Mithras~, woraus sich die Bezeichnungen
+„mithrisches Geheimnis“ für die Kunst und „mithrische oder persische
+Knochen“ für gewisse Präparate erklären[3083].
+
+
+
+
+3. Erste Erwähnungen der Chemie und ihres Namens.
+
+
+Sobald die gegen Ende des 10. Jahrhunderts wieder aufgefundenen
+Schriften der griechischen Alchemisten zunächst das Interesse der
+Philologen und weiterhin das der Naturkundigen erregt hatten, begann
+man über Alter und Herkunft der in ihnen vorgetragenen Lehren
+Vermutungen aufzustellen; da es aber an zureichenden Unterlagen
+für solche angesichts der dürftigen geschichtlichen Einsichten des
+Zeitalters noch völlig fehlte, so kann es nicht wundernehmen, daß die
+absonderlichsten Voraussetzungen auftauchten, einmal ausgesprochen auch
+Boden faßten und nicht selten bis gegen Anfang des 19. Jahrhunderts, ja
+noch über diesen hinaus, festgehalten wurden.
+
+Auf die Hypothesen, die den Ursprung der Alchemie in Phönizien,
+Babylonien, Persien, Indien oder China suchten, braucht an dieser
+Stelle um so weniger eingegangen zu werden, als die richtige
+Erkenntnis, daß Ägypten ihr Mutterland sei, niemals ganz zu verdunkeln
+war, -- wozu jedenfalls die arabische Überlieferung das meiste beitrug.
+Wie aber schon im 10. Jahrhundert ~Alnedim~ im „Fihrist“ meldet, „die
+Pyramiden seien chemische Laboratorien gewesen und die hieroglyphischen
+Inschriften alchemistische Texte“[3084], so erzählt noch im 15.
+~Qalqaschandi~ (gest. 1418), „während der Regierung ~Nimrods~ im
+Lande Babel zu Irak habe in Ägypten der [völlig mythische] koptische
+König ~Kalkan~ die Alchemie, die bis dahin nur in geheimen Zeichen
+aufgeschrieben war, zuerst allgemein bekannt gemacht“[3085]. Derlei
+ein halbes Jahrtausend überdauernde Traditionen erklären es genügend,
+daß man auf sie hin das Aufkommen dieser Kunst in eine weitaus zu
+frühe Zeit verlegte und infolgedessen auch nicht daran zweifelte, daß
+ihre Spuren schon in den ältesten bekannten Schriftwerken nachzuweisen
+seien, u. a. in den biblischen Büchern sowie in den Epen ~Homers~.
+
+In Wirklichkeit verrät aber, von ~Homer~ ganz zu geschweigen, kein
+klassischer Schriftsteller griechischer oder lateinischer Zunge die
+geringste Kenntnis der Alchemie, und alle Behauptungen dieser Art,
+alte wie neue, beruhen ausschließlich auf vorgefaßten Meinungen,
+irrtümlichen Deutungen oder willkürlichen Unterschiebungen, und
+dies gilt insbesondere auch, unbeschadet aller entgegengesetzten
+Versicherungen, betreff des ~Platon~, ~Aristoteles~ und
+~Theophrastos~[3086]. Wenn z. B. ~Platon~ im Dialoge „Euthydemos“
+sagt: „Und wüßten wir selbst alle Felsen in Gold zu verwandeln, so
+hätte dies doch keinen Wert“, so wird kein Einsichtiger diese Worte
+in alchemistischem Sinne auslegen wollen[3087], und wenn er, und
+ihm nachsprechend mancher Spätere, der γῆ παρθενική, γῆ παρθενία,
+παρθένος γῆ Erwähnung tut, so versteht er hierunter nicht die sog.
+„Jungfernerde“ der Alchemisten, sondern einfach noch unberührte,
+jungfräuliche Erde[3088], die z. B. ~Plinius~ mit einem Fachausdrucke
+als „unverritztes Gestein“ bezeichnet[3089], ~Firmicus~ aber als
+die „terra virginis“, die Gott zur Schöpfung ~Adams~ benützt haben
+soll[3090]. Aus den Werken des ~Aristoteles~, soweit sie echt sind,
+lassen sich selbst Andeutungen derartig verschwommener Art nicht
+zutage fördern. Was endlich ~Theophrastos~ betrifft, so entwickelt
+er in den Bruchstücken des Buches „Über die Steine“[3091] die zu
+seiner Zeit herrschende Lehre, die Metalle bestünden (wie ihre
+Schmelzbarkeit beweise) im wesentlichen aus Wasser, die Erden und
+Gesteine aber aus einer reinen und einheitlichen Materie (ὕλη,
+Hýle), und beschreibt als ein sehr bemerkenswertes Gestein u. a. den
+Zinnober, der κιννάβαρι (Kinnábari) oder auch ἄνθραξ (Anthrax) heißt:
+die „natürliche“ Art findet sich in Spanien und in Kolchis, wo die
+Einwohner sie von unzugänglichen Felsklüften (κρημνῶν]) mit Pfeilen
+herabschießen müssen[3092]; die „künstliche“ erhält, wer mit den
+vielerlei nötigen Handgriffen genügend Bescheid weiß, durch Schlämmen
+eines gewissen Sandes (ἄμμος), der an Farbe und Glanz dem κόκκος
+(Kókkos, Kermes, Scharlach) gleicht, weshalb ihn auch ~Kallias~, ein
+Athener des 5. Jahrhunderts, anfangs für goldhaltig hielt und Gold
+aus ihm ausschmelzen wollte[3093]. Wie man sieht, kommt auch hier
+kein alchemistisches Verfahren in Frage, sondern nichts weiter, als
+einer jener so naheliegenden Versuche, die, unzählige Male unter den
+verschiedensten Verhältnissen fruchtlos angestellt, Veranlassung zur
+Entstehung des Sprichwortes gaben: „Es ist nicht alles Gold, was
+glänzt.“
+
+Nicht anders verhält es sich mit dem vielberufenen „Experiment des
+Kaisers ~Caligula~“ (37-41 n. Chr.): wie ~Plinius~ berichtet[3094],
+befahl dieser geldgierige Herrscher, eine große Menge der sehr
+kostbaren Malerfarbe „Auripigment“ auszuschmelzen (excoquere), wobei er
+zwar Gold von ganz vortrefflicher Beschaffenheit darstellte (fecit),
+aber, „obwohl vierzehn Pfunde zur Umsetzung kamen (permutarentur)“, in
+so geringer Menge, daß der Schaden äußerst empfindlich war. Von einem
+„ersten Versuche der Transmutation“, von dem ~Berthelot~ spricht[3095],
+kann also gar nicht die Rede sein; offenbar waren es die goldige Farbe
+und der goldähnliche Glanz des gelben Schwefelarsens, die die Hoffnung
+(spes), daß es auch wirklich Gold enthalte, beim Kaiser oder seinen
+Ratgebern erregt hatte, und bei letzteren mag ihr die Erfahrung zur
+Stütze gereicht haben, daß das Mineral tatsächlich zuweilen schwach
+goldhaltig befunden wird[3096]. ~Caligula~ dachte indessen das Gold
+einfach ausschmelzen (wörtlich: auskochen) zu lassen, und den Worten
+„fecit“ und „permutarentur“ darf nicht willkürlich der Sinn unterlegt
+werden, er hätte es aus dem Auripigment „machen“, oder dieses in Gold
+„transmutieren“ wollen[3097]. Könnte an dieser Auffassung noch ein
+Zweifel bestehen, so würde er durch die Überlegung beseitigt, daß
+das umfangreiche, von magischen, astrologischen u. dgl. Anspielungen
+wimmelnde Werk des ~Plinius~ auch an keiner anderen Stelle irgendwie
+der Alchemie Erwähnung tut, und daß das Nämliche von der weltberühmten
+und meist aus den nämlichen Quellen schöpfenden, ebenfalls gegen 75
+n. Chr. vollendeten „Arzneikunde“ seines Zeitgenossen ~Dioskurides~
+gilt; wenn dieser erwähnt[3098], daß man das Quecksilber „ἐν
+μετάλλοις“ finde, so heißt dies nicht, wie einige Forscher, u. a.
+anfangs auch ~Berthelot~[3099], annahmen, „in den Metallen“, sondern
+„in den Bergwerken“, und jede alchemistische Bedeutung ist hierbei
+ausgeschlossen[3100].
+
+Noch unter der Regierung des ~Augustus~ scheint ~Manilius~ seine
+schon wiederholt erwähnten „Astronomica“ gedichtet zu haben, in deren
+4. Buche der Vers 248 heißt: „materiamque manu certa duplicaris et
+arte“, worin ältere Philologen, z. B. ~Scaliger~, eine alchemistische
+Andeutung erblicken und deshalb den Hexameter für untergeschoben
+erklären wollten, während er nach ~Berthelot~ zwar alchemistische
+Kenntnis bezeugt, trotzdem aber als echt angesehen werden muß[3101].
+An der Echtheit zweifeln auch neuere Herausgeber nicht[3102],
+das „duplicare“ ist aber, wie schon ~Kopp~ hervorhob[3103] und
+~Riess~ bestätigt[3104], nicht als ein Fachausdruck der Alchemie
+(etwa = Diplosis, Verdoppelung) aufzufassen, sondern als einer der
+Goldschmiedekunst (= biegen, falten, treiben), so daß man nicht zu
+übersetzen hat „mit sicherer Hand wirst du die Materie vermöge der
+Kunst verdoppeln“, sondern mit „sicherer Hand wirst du das Material
+kunstgemäß treiben“. Dies bestätigt auch der ganze Zusammenhang
+der Stelle, denn sie besagt, daß das Sternbild des Steinbockes
+(capricornus) Feuer-Arbeiter aller Art hervorbringe und ihnen die Gabe
+der Metallbehandlung verleihe, z. B. den Goldschmieden, Goldschlägern,
+Gold-, Silber-, Erz- und Eisen-Schmelzern[3105], ganz so, wie auch
+das Sternbild des Wassermannes (aquarius) Goldschmiede, Gold- und
+Silber-Gräber, Gold- und Silber-Händler und dergleichen Leute entstehen
+lasse[3106].
+
+In der zwischen 100 und 150 n. Chr. zu Alexandria verfaßten Astrologie,
+dem „Tetrabiblos“ des ~Ptolemaios~, werden zwar gewisse Sternbilder
+mit Bergwerken, Häuserbauten und Handelsgeschäften in Verbindung
+gebracht, ferner auch die Planeten Venus und Mars mit Färbern, Kräuter-
+und Salben-Verkäufern, Pharmazeuten, Ärzten, Gold-, Silber-, Zinn-
+und Blei-Gießern oder -Bearbeitern, aber alchemistische Hinweise
+fehlen gänzlich. Manche Forscher haben dies in Anbetracht der Zeit-
+und Orts-Verhältnisse auffällig gefunden, doch kann man im Ziehen von
+Schlüssen „ex silentio“ (aus dem Stillschweigen) niemals vorsichtig
+genug sein, um so mehr als die Lebensumstände des ~Ptolemaios~ so gut
+wie völlig unbekannt sind, und es durchaus fraglich bleibt, ob der
+gelehrte Astronom überhaupt jemals Anlaß hatte und nahm, sich um das
+mehr oder weniger verborgene Treiben gewisser dunkler Ehrenmänner und
+ihres abergläubischen Anhanges des Näheren zu bekümmern. Nicht zu
+vergessen ist auch, daß der eigentliche Aufschwung der in örtlichen
+Verbänden heimischen Alchemie, und damit ihr Bekanntwerden in weiteren
+Kreisen innig mit dem Aufkommen theoretischer Begründungen der in den
+Tempelwerkstätten üblichen Arbeitsweisen zusammenhängt, daß aber die
+maßgebenden Einflüsse der spätgriechischen Philosophie, der Hermetik
+und Gnostik, des orientalischen Zauberwesens usf. erst um die Mitte des
+2. Jahrhunderts ihrem Höhepunkte zuzustreben begannen; es ist daher
+begreiflich, daß der Gegenstand damals zumeist noch ganz außerhalb des
+Gesichtskreises sowohl der Autoren, als auch des Leserkreises lag, für
+den sie schrieben, und deshalb nicht nur bei den Sammlern von Anekdoten
+und Wundergeschichten wie ~Aulus Gellius~ (113-165), ~Aelian~ (um 200)
+und Anderen unerwähnt bleibt, sondern z. B. auch bei ~Artemidoros~
+(135-200?), dem Verfasser des großen „Traumbuches“, -- die im übrigen
+sämtlich magischer, planetarischer und anderer abergläubischer
+Einflüsse an zahllosen Stellen Erwähnung tun. Dieser im wesentlichen
+örtliche Charakter der Alchemie macht auch die Tatsache erklärlich,
+-- die ihm ihrerseits wieder zur Bestätigung gereicht --, daß die vom
+Kaiser ~Justinian~ veranlaßten sehr umfangreichen Sammlungen römischer
+Gesetze und Verordnungen kein Wort über Alchemie enthalten, obwohl
+Anlässe, ihrer zu gedenken, nicht fehlen würden; in dieser Hinsicht
+sei nur an das Cornelische Gesetz über Münzfälschung (Lex Cornelia de
+falsis) erinnert, das schon im Jahre 81 v. Chr. verbietet, gemeine
+Metalle zu „färben“ (tingere), durch Legierungen solcher Metalle edle
+vorzutäuschen (fingere), und unedle unter Anwendung gewisser Zusätze zu
+gießen (flare), kurz, durch Färbungen und Mischungen den Anschein des
+Silbers oder Goldes hervorzubringen[3107].
+
+Die Autoren des 3. und des beginnenden 4. Jahrhunderts, -- immer
+von den eigentlichen Fachschriftstellern abgesehen --, schweigen
+ebenfalls noch über Alchemie, und dies gilt namentlich auch von
+~Firmicus Maternus~, dem man bis vor kurzem sogar die erste Nennung
+ihres Namens zuschrieb (s. unten). Weder sein großes astrologisches
+Werk „Mathesis“ (von 336 oder 337), noch die kleinere Schrift über die
+„Irrlehre der heidnischen Religionen“ (von 342 oder 346)[3108] bieten
+irgend Hierhergehöriges, und der Ausdruck „duplicatio“, dessen sich
+die „Mathesis“ bedient, bedeutet auch in ihr keineswegs „Diplosis“,
+sondern, wie ein Blick in den Text zeigt, eine einfache „Verdoppelung“,
+und zwar eine solche von Zahlen und Tagen[3109]. Ganz unzutreffend
+ist auch die Behauptung, ~Firmicus~ habe bei der Erörterung der
+babylonischen und „ägyptischen“ Lehren über die Bedeutung von
+Stellungen, Bahnen, Nachbarschaften und Konjunkturen der Planeten,
+-- dem Vorbilde des mittelalterlichen Nativitäts-Stellens[3110] --,
+deren alchemistische Beziehungen und Einflüsse genau geschildert. Nach
+seiner ausführlichen und sehr merkwürdigen Darstellung der „Lehren
+der Alten“ verhalten sich die Planeten vielmehr (je nach den äußeren
+Umständen) wie folgt: ~Jupiter~ bringt u. a. Gold- und Silber-Schmiede
+sowie Goldsticker hervor[3111]; ~Mars~ Rothaarige, Leute die mit
+Feuer und Eisen zu tun haben[3112], Leute die Wunden durch Feuer und
+Eisen erteilen und empfangen[3113] und die sich mit Farbstoffen,
+Edelsteinen und Perlen befassen[3114]; ~Venus~ Goldschmiede, Vergolder,
+Silber- und Gold-Arbeiter[3115], Färber, Erfinder von Farbstoffen und
+Wohlgerüchen[3116]; ~Merkur~ Verschacherer von Edelsteinen, Perlen
+und Aromen, Färber, Entdecker von Erzlagern[3117], Goldschmiede,
+Goldgräber und Meister gewisser verborgener Künste (= Meister der
+Künste, verborgene Schätze aufzufinden)[3118]; ~Saturn~, der ernste
+und tiefsinnige Alte, der sein Domizil im männlichen Wassermann oder
+weiblichen Steinbock hat[3119], Geizige, Gold- und Silber-Hütende,
+Erbschaften Empfangende[3120], Kenner geheimer und verbotener Künste
+(d. h. des Aufsuchens in der Erde und namentlich in den Gräbern
+versteckter Kostbarkeiten)[3121], Magier, Philosophen, Astrologen,
+Wahrsager usf., sowie in derlei Künsten bewanderte Priester[3122];
+der ~Mond~ Erzschmelzer, Färber[3123], Fälscher insbesondere
+Münzfälscher[3124], Probierer und Färber von Edelsteinen, „die diesen
+mit allerlei Farbstoffen andere Färbungen erteilen (adpingunt;
+wörtlich: anmalen)“[3125], endlich Kenner jener Künste (artes), die
+Farbstoffe, Arome, Edelsteine und Perlen betreffen[3126]. Nirgends ist
+also die Rede vom künstlichen „Machen“ des Silbers und Goldes, vom
+Zusammenhange zwischen Planeten und Metallen usf., vielmehr nur vom
+Nachahmen und Fälschen der Edelmetalle und sonstigen Kostbarkeiten,
+sowie von den Schlichen und Betrügereien der Künstler, Vermittler und
+Händler; offenbar ist ~Firmicus~, der von Beruf Rechtsgelehrter und
+nur ein Liebhaber der Astrologie gewesen sein soll, in den von ihm
+benützten Vorlagen der „Alten“ keinen anderen Angaben begegnet.
+
+Erst von der zweiten Hälfte des vierten Jahrhunderts an finden
+sich Zeugnisse, die für das Bekanntsein mit der Metall-Verwandlung
+sprechen; die Schriften des Rhetors ~Euphrades~ (um 360) gehören zwar,
+entgegen ~Schmieders~ sehr bestimmter Versicherung[3127], +nicht+ zu
+diesen[3128], hingegen bestreitet sein Zeitgenosse ~Themistios~ die
+Möglichkeit solcher Vorgänge[3129], während der hl. ~Ephraim~, der
+berühmte syrische Bibel-Kommentator des 4. Jahrhunderts, in einer
+Hymne sagt, „daß die Schätze der Menschheit in gleicher Weise durch
+Tugendhafte wie durch Goldmacher vermehrt werden“[3130]. Gegen 500
+ist endlich der in Syrien und Palästina tätige christliche Rhetor und
+Philosoph ~Aineias~ von ~Gaza~ anzuführen, der sich eifrig bemühte,
+die Lehren des Christentums, der älteren griechischen Philosophie
+und des Neuplatonismus miteinander zu verschmelzen[3131]; in seinem
+Dialoge „Theophrastos“, der die Wiederbelebung der Toten und die
+Unsterblichkeit der Seele behandelt, setzt er die Auferstehung der
+Abgeschiedenen mit verklärtem Leibe in Parallele mit der Veredlung
+gemeiner Metalle zu Gold und betrachtet es als bekannt, daß man
+kraft eines besonderen Wissens Erz in Gold verwandeln könne, und
+daß die mit der „Kunst der Metalle“ Vertrauten aus Silber oder Zinn
+„unter Vernichten der Form und Färben“ vortreffliches Gold zu machen
+verstehen, ähnlich wie man aus Sand und Natron das ganz andersartige
+Glas darzustellen vermöge[3132].
+
+ ——————————
+
+Bei keinem der im vorstehenden erwähnten Schriftsteller findet sich
+eine besondere +Bezeichnung+ für die „Kunst der Metalle“; zwar haben
+bis vor kurzem sämtliche Geschichtsschreiber der Chemie angenommen,
+daß der +Name+ dieser Wissenschaft zuerst, jedoch schon als ein
+bekannter und daher keiner Erklärung mehr bedürftiger, bei ~Firmicus~
+vorkomme, in dessen „Mathesis“[3133] es heiße: „Ist das Haus (in
+dem der Mond steht) das des ~Merkur~, so verleiht er (der Mond)
+Astronomie, ist es das der ~Venus~, Gesang und Fröhlichkeit, ist es
+das des ~Mars~, Gebrauch der Waffen und Werkzeuge, ist es das des
+~Jupiter~, Priesterweisheit und Rechtskunde, ist es das des ~Saturn~,
+die Wissenschaft der Alchemie (scientiam alchimiae)“, -- die letzten
+Herausgeber dieses Autors, ~Kroll~, ~Skutsch~ und ~Ziegler~ erbrachten
+jedoch den Nachweis, daß hier eine Fälschung vorliege[3134], auf die
+übrigens, soweit die Vatikanischen Handschriften in Frage kommen,
+schon 1665 der gelehrte, in Rom tätige Polyhistor ~Athanasius Kircher~
+hinwies[3135]. Der Schuldtragende ist der Magister der freien Künste
+~Joh. Angelus~, der in seinem 1488 zu Augsburg erschienenen „Opus
+Astrolabii“ zuerst einige Bücher der „Mathesis“ abdruckte, bei dieser
+Gelegenheit eine größere Lücke im 3. Buche, die sämtliche Handschriften
+mit Ausnahme einer einzigen aufweisen, völlig willkürlich ausfüllte,
+und hierbei auch die (jedenfalls von guter Sachkenntnis zeugende)
+Stelle über die seitens der Planeten verliehenen Begabungen einfügte.
+Jene +einzige+ Handschrift, die sie +ebenfalls+ bietet, und zwar
+mit dem Wortlaute „scientiam alkamie“ (= alkamiae), ist die der
+Staatsbibliothek zu Neapel (um 1500), die neben zahlreichen anderen
+Einschiebungen auch die dem „Opus Astrolabii“ entnommene aufweist;
+wegen ihrer Schönheit und anscheinenden Vollständigkeit hielt man
+sie auch für besonders zuverlässig, daher legten sie sowohl der
+gewissenhafte (unbekannte) Herausgeber der venetianischen „Editio
+princeps“ von 1497, als auch der ganz unzuverlässige Veranstalter
+der Aldinischen Ausgabe (Venedig 1499) ihren Drucken zugrunde, und
+so ging die Fälschung für Jahrhunderte in die Litteratur über. Daß
+die genannten Erstdrucke nicht „scientiam chemiae“ oder „chimiae“
+haben, sondern „alchimiae“, letzteres Wort also in der bei einem
+Schriftsteller des 4. Jahrhunderts undenkbaren, mittelalterlichen, mit
+dem arabischen Artikel al vereinigten Form bieten, fiel allerdings
+schon ~Kirchers~ Zeitgenossen, dem berühmten und vielseitigen
+niederländischen Gelehrten ~Voss~ (~Vossius~) auf, und er bemerkte
+daher in seinem „Etymologicon linguae latinae“[3136]: „alchimiae druckt
+auch ~Aldus~, aber die Handschriften haben chimiae“, -- ohne jedoch
+genauer anzugeben, +welche+ Handschriften diese Lesart zeigen sollen.
+-- Die angebliche Wissenschaft Alchimia oder Alkimia des ~Firmicus~
+unternahmen einige ältere Philologen auch mit den Eigennamen ~Alkimos~
+oder ~Alchimos~ in Verbindung zu bringen, um ihr einen Erfinder unter
+deren im Altertum zahlreichen Trägern zu suchen, deren bekanntester
+wohl der homerische ~Alkimos~ ist, der zusammen mit ~Automedon~ die
+Rosse des ~Achilleus~ anschirrt[3137]; durch Aufdeckung der Fälschung
+werden natürlich auch diese gelehrten Vermutungen hinfällig!
+
+Gleich verschiedenen früheren Forschern ist auch ~Riess~ geneigt[3138],
+als ältestes Zeugnis für das Vorkommen des Wortes „Chemie“ jenes in
+einem Berichte über die Niederwerfung des alexandrinischen Aufstandes
+durch Kaiser ~Diokletian~ im Jahre 296 anzuerkennen. Der byzantinische
+Lexikograph ~Suidas~ erzählt hierüber in seinem Sammelwerke: „Chemie
+(χημεία, Chemeía) ist die κατασκευή (Kataskeué, Verfertigung,
+Darstellung) des Silbers und Goldes. ~Diokletian~ ließ diese Bücher
+aufsuchen und verbrennen; weil sich die Ägypter empört hatten, verfuhr
+er gegen sie hart und grausam; so ließ er auch die von ihren Vorfahren
+(τοῖς παλαιοῖς; wörtlich: den Alten) über die Chemie (περὶ τῆς χημείας)
+des Goldes und Silbers verfaßten Bücher aufsuchen und verbrennen, damit
+die Ägypter aus dieser Kunst (έκ τῆς τέχνης) keine Reichtümer mehr
+schöpfen und sich nicht mehr auf diese hin gegen die Römer empören
+könnten[3139].“
+
+Bereits ~Gibbon~, der 1776 sein großes Werk „Decline and Fall of the
+Roman Empire“ vollendete, hob hervor[3140], und neuere Historiker,
+bis zu gewissem Grade auch ~Kopp~[3141], stimmen ihm hierin zu, daß
+~Suidas~ erst im 10. Jahrhundert schrieb und eine Bestätigung durch
+Quellen aus diokletianischer Zeit fehlt, sowie daß die Begründung der
+vom Kaiser befohlenen Maßregel wenig glaubhaft erscheine, weshalb
+wohl die ganze Erzählung in das Reich der Fabel zu verweisen sei.
+~Wiegleb~[3142], ~Schmieder~[3143] und auch wieder ~Berthelot~[3144]
+nehmen an, es habe sich um Bücher metallurgischen Inhalts, etwa über
+die ägyptischen Geheimverfahren zur Gewinnung und Aufbereitung des
+Goldes und Silbers gehandelt (welches letztere aber in Ägypten niemals
+bergmännisch gewonnen wurde!), und ~Kopp~ hält es ebenfalls nicht für
+ausgeschlossen, daß κατασκευή als bergmännischer oder metallurgischer
+Ausdruck anzusehen sei[3145], -- soferne man der so späten Darstellung
+des ~Suidas~ überhaupt Vertrauen schenken wolle. In dieser Hinsicht
+ist jedoch zu bemerken, -- und ~Kopp~ erörtert dies ausführlich[3146]
+--, daß auch ~Johannes~ von ~Antiochia~, um 700, in seiner „Chronik“,
+die zum Teil auf jener des ~Panodoros~ (um 400) fußen soll und von
+der uns ~Constantin Porphyrogennetes~ (10. Jahrhundert) einen Auszug
+erhalten hat, der Verbrennung der ägyptischen Bücher περὶ χημείας
+ἀργύρου καὶ χρυσοῦ (über die Chemie des Silbers und Goldes) Erwähnung
+tut; dieser Autor verwirft ferner die Deutung des goldenen Vließes
+auf ein Fell, in dessen Zotten die Kolcher nach ~Strabon~ das feine
+Flußgold auffingen, hält es vielmehr (wie nachher auch ~Suidas~ und
+Andere) für eine Tierhaut, ein Pergament, mit der Anweisung „Gold
+zu machen mittels der Chemie“ (διὰ χημείας), für ein verderbliches,
+mit Fluch behaftetes Geschenk des ~Hermes~, gleich dem goldenen
+Lamme des ~Atreus~ und ~Thyestes~ und dem goldenen Halsbande der
+~Hermione~[3147]. Endlich gedenken des diokletianischen Befehles aber
+auch die Akten des hl. ~Prokop~, die zwar in der heute vorliegenden
+Gestalt dem 10. Jahrhundert entstammen, aller Wahrscheinlichkeit nach
+aber bereits gegen 400 abgefaßt sind[3148]. Mangeln also auch ganz
+bestimmte Beweise, so sprechen doch äußere Gründe nicht +gegen+ die
+geschichtliche Wahrheit des Ereignisses, innere aber entschieden +für+
+sie. Daß dabei an Bücher über geheime bergmännische oder metallurgische
+Verfahren zu denken sei, ist allerdings nicht anzunehmen, denn über
+solche durfte überhaupt nicht geschrieben werden, und es fehlt jeder
+Anhalt dafür, daß gegen dieses Verbot jemals gesündigt worden sei und
+daß es Schriften solchen Inhaltes überhaupt gegeben habe. Dagegen
+bestand um 300 tatsächlich bereits eine von den „Alten“ überkommene,
+ausgedehnte alchemistische Litteratur, -- verfaßte doch um diese
+Zeit ~Zosimos~ sein umfangreiches Werk, wie er ausdrücklich angibt,
+unter Benützung aller seiner zahlreichen Vorgänger --, und daß deren
+Gegenstand, also eben die „Chemie“, damals noch keinen Namen gehabt
+hätte, ist nicht nur an sich äußerst unwahrscheinlich, sondern wird
+dadurch widerlegt, daß die obengenannten Autoren und auch ~Zosimos~
+selbst (dieser allerdings an einer bestrittenen Stelle, s. weiter
+unten) χημεία als bereits wohlbekannten Fachausdruck gebrauchen. Gerade
+die Schriften des ~Zosimos~ bestätigen indessen, falls dies überhaupt
+noch eines Beweises bedürfte, in welchem innigen Zusammenhange die
+Chemie mit Mystik und Aberglauben, Magie und Astrologie stand[3149],
+und schon ~Kopp~[3150] sowie ~Burckhardt~[3151] vermuteten daher, daß
+~Diokletian~, der grausame Verfolger und Ausrotter aller ketzerischen
+Irrlehren, der z. B. in der ganzen Provinz Afrika die Verbreiter des
+Manichäismus aufgreifen und samt ihren Schriften verbrennen ließ[3152],
+auch die +chemischen+ Bücher den magischen und abergläubischen
+zugezählt und sie daraufhin gleichfalls der Vernichtung preisgegeben
+habe.
+
+Indessen ist in dieser Hinsicht noch ein Umstand in Betracht zu
+ziehen, dessen Bedeutung bisher anscheinend niemand genügend gewürdigt
+hat, nämlich die Beziehung ~Diokletians~ zum römischen Münzwesen.
+Nachdem dieses während der Bürgerkriege, gegen Ende der Republik,
+nicht selten im argen gelegen hatte (s. z. B. die oben erwähnte „Lex
+Cornelia de falsis“ von 81 v. Chr.), ließ die beginnende Kaiserzeit
+ihm große Sorgfalt angedeihen, und ihre sämtlichen Goldstücke zeichnen
+sich daher durch genaues Gewicht und hohe gleichmäßige Reinheit
+aus[3153]; aber schon ~Nero~ (54-68) begann u. a. den silbernen
+Denaren einen Zusatz von Kupfer zu geben[3154], und die Versuchung,
+diesen zu erhöhen und bei anderen Münzen in ähnlicher Weise zu
+verfahren, machte sich allmählich desto verführerischer geltend,
+je weiter die politische und finanzielle Kraft des Reiches und die
+Zuverlässigkeit seiner Verwaltung sank, und in je stärkerem Maße, als
+Folge einer zuletzt fast wahnwitzigen Verschwendung, das Abströmen
+des Gold- und Silber-Geldes nach dem Osten fortdauerte, hauptsächlich
+nach den arabischen und indischen Stapelplätzen der orientalischen
+Luxuswaren[3155]. Bereits zur Zeit ~Trajans~ (98-117) und ~Marc Aurels~
+(161-180) enthielten die Silbermünzen bedenkliche Mengen an Kupfer,
+die Bronzemünzen an Zinn, Zink (10-15%, in Gestalt von Messing?) und
+Blei, die Messingmünzen an Zinn und Blei[3156], und dieser Zustand
+verschlechterte sich im Laufe des 2. Jahrhunderts immer weiter, wenn
+auch nicht in regelmäßiger Weise[3157]. Im 3. Jahrhundert endlich
+führte der Verfall der politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse
+zunächst zu einer schweren Bedrängnis der Staatsfinanzen, und
+schließlich „zum völligen Zusammenbruche“, „zu einer Art Bankerott“,
+äußerlich hervortretend in einer raschen, bis dahin unerhörten
+Verschlechterung der Legierungen und im fast gänzlichen Verschwinden
+des guten Silbergeldes[3158]. Der ehemalige Silberdenar von etwa 99%
+Silbergehalt und 50 Pfg. Geldwert enthielt schon unter ~Severus~
+(222-235) nur mehr etwa 50% und unter ~Aurelian~ (270-275) gar nur
+mehr 4% Silber, so daß die Kaufkraft dieses sog. „Weißkupfers“, das
+schon nach ganz kurzem Umlaufe seinen flüchtigen Silberglanz verlor
+und nicht mehr vom Kupfer zu unterscheiden war, unter ~Severus~ auf
+30, und unter ~Aurelian~ auf 1¼ Pfg. herabsank, also auf die des
+Kupfers[3159]. Aber auch das Kupfergeld war infolge Bleizusatzes meist
+entwertet, und die ohnehin schon immer seltener werdenden Goldstücke
+wiesen derartige Mindergehalte (bis zu 50%) und so erhebliche und
+unregelmäßige Untergewichte auf, daß selbst die öffentlichen Kassen
+sie nicht mehr in Zahlung nahmen, vielmehr wie in ältester Zeit das
+Silber und Gold +zugewogen+ verlangten[3160]. Eine wichtige Rolle bei
+diesen Vorgängen, den Kennzeichen „wachsender allgemeiner Verarmung
+und Verrohung“[3161], spielten zweifellos die Betrügereien und
+Unterschleife der „monetarii“, des Münzstätten-Personals, das z. B. in
+Rom den Versuch ~Aurelians~ zu einer mindestens teilweisen Reform durch
+Erregung eines gefährlichen Aufstandes beantwortete, dessen blutige
+Unterdrückung (274?) dem Kaiser nur mit großer Mühe gelang[3162].
+Erst ~Diokletian~ (284-305) erkannte in vollem Umfange die ungeheure
+politische und wirtschaftliche Gefahr der Münzverschlechterung, und
+zweifellos sollte sein Maximaltarif, der sichtlich allein den Vorteil
+des Verbrauchers im Auge hat, in erster Linie das weitere Sinken des
+Wertes der Silber-Scheidemünze verhindern und dadurch dem Soldaten
+und Beamten wieder die Gewißheit sichern, für seinen Gehalt das zum
+Leben Nötige an Ware und Handwerkerarbeit beschaffen und eine Familie
+erhalten zu können[3163]. Zwecks schleunigster Herbeiführung geordneter
+Zustände zog der Herrscher die schlechten Goldstücke aus dem Verkehr,
+ließ Silber und Gold nach bestimmten und festen Gewichtseinheiten
+ausprägen, schritt in schärfster Weise gegen die von ~Aurelian~
+fruchtlos bekämpfte Falschmünzerei ein und untersagte schließlich jede
+Ausmünzung von Weißkupfer-Denaren[3164]. Diese Maßregeln, die der
+Kaiser als höchst dringliche und unaufschiebbare mit allem Nachdruck
+betrieb, verursachten in Alexandria, dessen Wohlstand ohnehin durch
+die endlosen Kriege im Osten und durch andauernde Handelsstörungen
+auf das schwerste gelitten hatte[3165], außerordentliche Erregung,
+die nicht wenig zum Ausbruchs des gefährlichen Aufruhres von 296
+beitrug[3166]. Seit jeher nahm nämlich der weitaus größte Teil des nach
+dem Orient abfließenden guten Silber- und Gold-Geldes seinen Weg über
+Alexandria[3167], das eine solche Gelegenheit nicht ungenützt ließ,
+ferner war die Stadt Sitz eines der größten Münzämter des römisches
+Reiches, das von Anfang an kein Gold und in späterer Zeit auch kein
+Kupfer mehr ausprägte, wohl aber große Massen silberner Scheidemünze,
+namentlich 4-Drachmen-Stücke (στατήρ = Statér; Schekel), deren
+Silbergehalt allmählich von 25 bis auf 4, ja bis auf 1,8% gesunken
+war[3168]. Das Verbot, diese weiter in Umlauf zu setzen, und das
+Einschreiten gegen die im ganzen römischen Reiche, vor allem aber in
+Ägypten weitverbreitete private Falschmünzerei[3169] bedeutete also
+für die Alexandriner einen gefährlichen Angriff auf Erwerbsquellen,
+die sie unter ihre lohnendsten zählten, und dieser Umstand erklärt
+zu einem guten Teile die Leidenschaft, mit der sich ein seit langem
+unzufriedener und verhetzter Pöbel dem großen Aufstande von 296
+hingab; er macht aber auch die furchtbare Härte begreiflich, mit der
+der Kaiser, gestört in der Ausführung eines seiner wichtigsten Pläne,
+gerade in diesem Falle verfuhr, und wenn er die noch von ~Aurelian~
+geduldete ägyptische Münzstätte sofort völlig aufhob[3170] und
+gleich den ketzerischen Büchern der Manichäer auch die chemischen
+der Alexandriner aufsuchen und verbrennen ließ, so läßt sich ohne
+weiteres vermuten, was er von der chemischen „Kunst“ und den durch sie
+zu gewinnenden „Reichtümern“ hielt: in den von den „Alten“ verfaßten
+Büchern erblickte er Anleitungen zur Falschmünzerei, und daß diese
+tatsächlich, wie stets und allerorten so auch in Alexandria, mit
+alchemistischen Bestrebungen enge verbunden war, beweist der „Papyrus
+~Kenyon~“ des 3. Jahrhunderts[3171], der dem ~Demokritos~ ein bewährtes
+Rezept zur Münzfälschung zuschreibt). Auch die oben angeführte Stelle
+des ~Rufinus~ (245-310)[3172] über die heimliche Tätigkeit der nach
+Kanopos geflüchteten alexandrinischen Zauberpriester erweckt ähnlichen
+Verdacht, um so mehr, als schon unter ~Constantin dem Grossen~
+wiederum Weißkupfer-Geld (auch untergewichtiges) in Umlauf kam,
+das seine Söhne für wertlos erklären, einziehen und durch besseres
+ersetzen mußten[3173]; und doch war schon seit dem 3. Jahrhundert
+die Verbrennung, die als schwerste Todesstrafe „ohne Unterschied des
+Standes“ Hochverrat, Gotteslästerung, Blutschande, widernatürliche
+Unzucht und Zauberei traf, auch auf Münzfälschung ausgedehnt
+worden[3174]!
+
+Allem Dargelegten zufolge liegt also kein Grund vor, zu bezweifeln, daß
+die von ~Suidas~ übermittelte, vielumstrittene Erzählung ihrem Kerne
+nach richtig ist, und daß ~Diokletian~ in der χημεία (Chemie) das sah,
+als was sie demgemäß auch ~Suidas~ noch definiert, eine seiner Meinung
+nach den verwerflichsten Zwecken dienende Kunst der „Verfertigung
+von Silber und Gold“. Aber diese Definition ist keine erschöpfende;
+sie zeigt zwar, in welchem Lichte dem von einer ganz bestimmten
+Anschauungsweise Erfüllten die Chemie +erschien+, was diese aber +war+,
+und wie ihr Name, der in den Worten „Bücher über die Chemie des Goldes
+und Silbers“ als ein schon ganz geläufiger vorausgesetzt wird, zu
+erklären sei, darüber besagt sie nichts. Die tunliche Aufhellung dieser
+Frage erfordert daher weitere Untersuchungen.
+
+
+
+
+4. Herkunft des Namens Chemie.
+
+
+Als eines der wichtigsten Zeugnisse für die frühe Verbreitung der
+Chemie und ihres Namens ist die Tatsache zu betrachten, daß man
+spätestens im 3. Jahrhundert bereits das Bedürfnis empfand, einen
+„Heros epónymos“ (namengebenden Urheber) für sie zu suchen, und daß
+sich ein solcher schon bei ~Zosimos~, also um 300 n. Chr., unter dem
+sichtlich wohlbekannten Namen ~Chemes~, ~Chimes~, ~Chymes~ angeführt
+und seither als hochgefeierter Schriftsteller, „Prophet“ und „erster
+Chemiker“ gepriesen findet; wie in allen dergleichen Fällen wird auch
+im vorliegenden der wahre Sachverhalt umgekehrt, d. h. der künstlich
+ausgedachte Namen des Erfinders als das Ursprüngliche hingestellt, die
+in Wirklichkeit allein vorhandene Kunst oder Wissenschaft aber als die
+abgeleitete.
+
+~Zosimos~ spricht in dem seiner „Schwester“ ~Theosebeia~ gewidmeten
+Buche „Imuth“ über eine (weiter unten noch näher zu erörternde)
+hellenistische Sage, deren Gegenstand die Überlieferung gewisser
+Geheimkünste durch gefallene Engel ist[3175], und berichtet, daß sie
+erfolgte „durch das Buch χημεῦ (Chemeú), -- richtig χημοῦ (Chemú),
+also durch das Buch des ~Chemes~--, „woher die Kunst χημεία (Chemeía)
+heißt“[3176]. So lange diese Stelle nur aus einem Werke des Byzantiners
+~Georgios Synkellos~ bekannt war, der im 9. Jahrhundert lebte, konnte
+die Möglichkeit einer späteren Einschiebung nicht für ausgeschlossen
+gelten[3177]. Sie findet sich aber auch schon in dem von ~Berthelot~
+veröffentlichten „syrischen Traktat“ [3178], der ursprünglich wohl im
+5. oder 6. Jahrhundert niedergeschrieben ist[3179], und lautet dort
+nach ~Diels~ in berichtigter Übersetzung, -- denn die bei ~Berthelot~
+gegebene ist mangelhaft --, „sie lasen die Schriften des ~Khumu~, und
+daher wird die Khumia genannt“; hiernach sei anzunehmen, daß diese
+beiden Worte in der griechischen Vorlage χυμοῦ (~Chymu~) und χυμεῖα
+(Chymeia) lauteten[3180]. In den Handschriften des ~Zosimos~ kommt
+auch, wie erwähnt, die Form ~Chymes~ neben ~Chemes~ und ~Chimes~ vor,
+dagegen, soweit bekannt, nur Chemeia; nach ~Olympiodoros~ war es Χήμης
+(~Chemes~), der (angeblich) dem ~Parmenides~ den Spruch ἕν καὶ πᾶν
+(Hen kai pan) entlehnte und ihn durch die sich in den Schwanz beißende
+ägyptische Schlange darstellte. Der byzantinische Chronist ~Kedrenos~
+endlich, ein unzuverlässiger und unkritischer Kompilator des 11.
+Jahrhunderts, entnahm einer unbekannten Quelle etliche Worte über „die
+Künste des Χείμης“ (~Cheimes~) und die „Betrügereien eines ἀνήρ τις
+χιμευτής (chimeutés)“, las also nach ~Diels~ den Titel des „Urbuches“
+vermutlich Χήμα (Chéma)[3181].
+
+~Zosimos~, und wohl schon der angebliche ~Hermes~, auf dessen „Physika“
+er sich beruft, bezeichnet als Urheber der Chemia als der Kunst, unedle
+Metalle in edle zu verwandeln, die Priester Ägyptens und versetzt,
+wie auch ein Zitat bei ~Stephanos~ von ~Alexandria~ bestätigt, die
+erste Entstehung in die Urzeit dieses Landes, dessen nordägyptischen
+Namen „Chemi“ er mit ~Noahs~ Sohn ~Cham~ in Verbindung bringt, weil
+dieser der Vater des ~Mestrem~ (= Mizraïm = Ägypten = Chêmî) ist;
+daraufhin identifiziert er ~Cham~ mit ~Chemes~ und erklärt die
+Chemie als die Kunst dieses ~Chemes~, des ersten Chemikers[3182]. --
+Legenden-Bildungen solcher Art reichen weit zurück: Schon ~Clemens
+Romanus~ (spätestens im 3. Jahrhundert) sagt, daß von ~Cham~, dem
+Sohne ~Noahs~, ~Mestrem~ oder ~Mesraïm~ (Dual, = die beiden Ägypten)
+abstamme, von dem die Babylonier, Perser und Ägypter herkommen, sowie
+der Magier ~Nebrod~ (~Nimrod~), den er für die nämliche Person hält wie
+~Zoroaster~[3183]. Nach ~Johannes Cassianos~, der im 4. Jahrhundert
+schrieb, hatte ~Cham~, „der die Magie vererbte“, sie zur Zeit der
+Sündflut ohne Wissen ~Noahs~ aufbewahrt und gerettet, indem er sie auf
+Platten aus verschiedenen Metallen eingraben ließ, und tatsächlich war
+noch um 200 n. Chr. in Ägypten ein Buch mystischen Inhaltes unter dem
+Titel „Prophezeiungen des ~Cham~“ im Umlaufe[3184]. Endlich wird auch
+erzählt, ~Noah~ habe die von ~Adam~ überkommenen Bücher der Magie,
+sowie die magischen Schriften des ~Henoch~, in einem Winkel seiner
+Arche verborgen, ~Cham~ habe sie aber entdeckt, gestohlen und später
+seinem Sohne ~Misr~ geschenkt, der sie dann nach Misraïm = Ägypten
+brachte[3185].
+
+Derlei Phantasien gegenüber konnte schon ~Kopp~ mit Recht alle
+Ableitungen der Chemie von ~Chemes~ und ~Cham~ als „Träumereien“
+bezeichnen[3186], und ~Hoffmann~ hinzufügen: „Nicht von ~Chimes~ rührt
+die Benennung der Chemie her, vielmehr ist diese seine Mutter und
+~Cham~ sein Vater“[3187]. Auch ist zu beachten, daß, entgegen früheren
+Ansichten, ~Chemes~ oder ~Chimes~ kein ägyptischer oder hellenisierter
+ägyptischer Eigenname war, denn die Hieroglyphe des Gottes von Koptos,
+„der Stadt der Bergleute“, dem ~Ramses~ III. (um 1200 v. Chr.) auf
+einer Stele der Goldbergwerke von Kuban in Nubien als „Herrn des
+Gebirges und Schutzgott der Bergleute“ huldigt, ist nicht ~Chem~ zu
+lesen[3188], sondern ~Min~[3189].
+
+„Chemie“ ist aber, wie bereits der große Sprachforscher und Etymologe
+~Pott~ in seiner einschlägigen Abhandlung hervorhob, auch kein
+griechisches Sprachgut, vielmehr „ein aus dem Griechischen schlechthin
+unerklärbares Fremdwort“[3190], und ~Hoffmann~ stimmt ihm hierin
+bei[3191]. Der im späteren Griechischen so häufige Wechsel von η, ει,
+υ und ι, der Übergang von η, ει und υ in ι (sog. Itacismus), sowie
+die wachsende Vorliebe für diese „itacistische Gleichmacherei“[3192]
+erzeugten oder begünstigten nach ~Kopp~[3193] und ~Pott~[3194] das
+Vorkommen der Formen χημία, χημεία, χειμεία, χυμεία, χημαία, χημᾶ,
+χείμη, χίμη; doch glaubt ~Pott~, „mit größter Zuversicht“ χημεία
+(Chemeía) als die Ursprüngliche hinstellen zu dürfen, und auch
+~Hoffmann~ versichert, daß die weitaus meisten der zahlreichen von
+ihm durchforschten griechischen, syrischen und früharabischen Codices
+vorwiegend, und manche griechische +nie+ anders schrieben als χημεία
+oder χιμεία (Chimeía), während sich die Lesart χυμεία (Chymeía) erst in
+späterer Zeit geltend machte[3195].
+
+Versuche, im Gegensatze zu ~Potts~ Urteil „Chemie“ dennoch aus dem
+Griechischen abzuleiten, waren schon in früherer Zeit unternommen
+worden, wobei man zumeist auf die mit Schmelzung, Fluß, Guß u. dgl.
+in Verbindung stehenden Worte χέω, χύω, χῦμα, χεῦμα zurückgriff, doch
+hatten sowohl ~Kopp~[3196] wie ~Pott~[3197] und ~Gildemeister~[3198]
+sie abgewiesen, und letzterer bemerkt ausdrücklich: „Nicht zu denken
+ist an Gießen oder Schmelzen, was jetzt auch ganz aufgegeben ist.“
+Neuerdings erstand indes dieser Erklärungsweise in ~Stephanides~
+wiederum ein Fürsprecher: seiner Meinung nach hat man auszugehen von
+„Chymes“ und „Chymeia“, „welcher Name der heiligen Kunst von χύμα
+(Chýma) = Metallguß herkommt“. Laut ~Agatharchides~’ Bericht (um
+150 v. Chr.) verbleibt nämlich beim Behandeln des echten Goldsandes
+ψάμμος mit gewissen Zuschlägen schließlich „χρυσίου τὸ χύμα“ = „der
+Guß (Chýma) des Goldes“, dessen Gewinnung nach ~Stephanides~ ein
+altes Geheimnis der ägyptischen Priester war; diese hätten schon beim
+Einbruche der Perser (525 v. Chr.) die Eroberer hierüber getäuscht,
+indem sie aus Blei, aber auch aus Kupfer, Eisen und anderen gemeinen
+Metallen oder οὐσίαι (die nicht durch die λίθοι, die unreinen Metalle
+und Erze ersetzbar sind), im Zustande von χυτά (Chytá = Schmelzen),
+vermöge eines vermittelnden Zusatzes, des „Steines der Weisen“, ein
++goldähnliches+ χύμα (Chýma) gewannen, so daß jene glaubten, die
+gemeinen Metalle seien wirklich in Gold verwandelt worden. Demgemäß
+sei Chyma das Stammwort von Chymeia, und diese ursprünglich die Kunst,
+Gold und goldähnliche Legierungen herzustellen, wobei das Blei als
+„Urmaterie“ erschien und wegen seiner Schwärze auch mit dem schwarzen
+Boden Ägyptens und dem Nilschlamme verglichen wurde als der Quelle, aus
+der alles Vorhandene entsteht; weiterhin sei aber der Name von dieser
+altägyptischen Methode auch auf die neue, persische, durch ~Ostanes~
+vermittelte, übertragen worden, die darin bestand, die gemeinen Metalle
+auf einer metallenen Platte, der κηροτακίς (Kerotakís), mit einem
+φάρμακον (Phármakon, Mittel) zu erhitzen, durch das die Goldfarbe
+hervorgebracht wird[3199].
+
+Obwohl sich, vorwiegend wohl vom philologischen Standpunkte aus, kein
+Geringerer als ~Diels~ ebenfalls dieser Ansicht anschloß und von
+χύμα (Chýma), -- dessen vereinzeltes Vorkommen er noch in einer der
+„Hippokratischen Schriften“ (3. Jahrhundert), in der „Septuaginta“
+und an einigen anderen Stellen nachwies --, zunächst χυμεύειν und
+davon dann χυμεία, χύμευσις, χυμευτής, χυμευτικός, sowie Χύμης
+(~Chymes~) ableiten will[3200], muß man jedoch feststellen, daß sie
+der inneren Berechtigung durchaus ermangelt. Nirgendwo findet sich
+bezeugt, oder auch nur erwähnt, daß die Goldgewinnung in der Wüste
+von Priestern betrieben worden oder deren Geheimnis gewesen sei,
+und demgemäß den Namen einer „heiligen, göttlichen Kunst“ (ἱερὰ,
+θεία τέχνη) getragen habe; nirgends, daß die ägyptischen Priester
+schon die persischen Eroberer, die ihnen überdies an metallurgischen
+Kenntnissen weit überlegen waren, hinters Licht zu führen versuchten;
+nirgends, daß sie in so früher Zeit Transmutationen angestellt, das
+Blei als Urmetall betrachtet und einen „Stein der Weisen“ gekannt
+hätten; nirgends endlich, daß die Perser Alchemie getrieben, und daß
+die Benützung der Kerotakis eine persische, erst durch ~Ostanes~ (den
+berüchtigten pseudepigraphischen Schriftsteller, Zauberpriester,
+Propheten usf.) nach Ägypten gebrachte Methode gewesen sei[3201].
+Es ist ferner das Wort Chymeia „bei den Griechen nie anders als von
+der +Metall-Verwandlung+ gebraucht worden“[3202], und zwar mit dem
+bestimmten Nebensinne einer +betrügerischen+, der ihm auch bei den
+Syrern, Arabern und allen Späteren unentwegt anhängen bleibt. Wenn
+also, wie ~Diels~ erwähnt, einige Punkte der hellenistischen Erzählung
+von der Überlieferung der Geheimkünste durch gefallene Engel, und
+selbst die Definition des ~Suidas~, mit der Ableitung der Chemie von
+χύμα nicht unvereinbar sind, wenn ferner in einer der Fassungen des
+sog. „Steinbuches des ~Aristoteles~“ Kimija auch für die „Künste der
+Metallgießer“ gebraucht wird[3203], usf., so ist dies nicht beweisend,
+weil auch bei diesen Anlässen schon stillschweigend vorausgesetzt
+oder offen erwähnt wird, daß es sich um nachahmende und betrügerische
+Fälschung handle: niemals wird aber der „Chemiker“ als Erzgießer
+angesehen und bezeichnet, oder dieser, etwa der χαλκοχύτης (Gießer des
+Kupfers, des Erzes)[3204], als „Chemiker“. Endlich hebt auch ~Hoffmann~
+noch hervor, daß bei einer Ableitung des Wortes „Chemie“ von der
+sehr seltenen Bezeichnung χύμα oder χεῦμα für in Barren gegossenes
+Metall, wonach also χυμεία etwa die „Beschäftigung mit metallischen
+Rohprodukten zwecks Goldbereitung“ wäre, eher der Namen χυματεία
+(Chymateía) zu erwarten bliebe, analog der μεταλλεία (Metalleía =
+Beschäftigung mit Metallen) des ~Suidas~[3205].
+
+Außer der Herkunft des Ausdruckes Chemie von χέω oder χύμα wurde
+seitens älterer Gelehrter auch der von χυμός (Chymós = Flüssigkeit,
+Saft) in Betracht gezogen, im Sinne einer zur Verwandlung der Metalle
+dienlichen Lösung; ~Kopp~[3206], ~Pott~[3207] und ~Diels~[3208] lehnten
+sie ab, während ~Gildemeister~[3209] die Ansicht vertrat, χυμεία als
+„transmutierende Substanz“ sei zwar bei den Griechen nicht, oder
+doch nicht sicher nachweisbar, die Araber aber hätten sie von ihnen
+als solche übernommen: bei ihnen sei die „Kîmijâ“ ursprünglich ein
+χυμός (Chymós), ein +flüssiges+ Präparat, im Gegensatze zum ξήριον
+(Xérion), dem +festen+ Streupulver, das, -- wie ~Fleischer~ schon 1836
+zeigte[3210] --, in Verbindung mit dem arabischen Artikel al, als
+„Aliksîr“ dem „Elixîr“ den Namen gab; erst später bezeichne dann Iksîr
+vorwiegend die transmutierende Substanz in beliebiger Form, Kîmijâ aber
+nicht mehr das Präparat oder auch seine Verfertigung (ποίησις), sondern
+die Wissenschaft als solche. ~Riess~ stimmt diesen Darlegungen zu[3211]
+und vermutet, daß die Beinamen der chemischen Kunst, θεία und ἱερά (die
+göttliche, die heilige), Übersetzungen ägyptischer Worte seien (wofür
+jedoch nicht der geringste Anhaltspunkt vorliegt). ~Hoffmann~ indessen
+erklärt die Annahme ~Gildemeisters~ für sachlich und sprachlich ganz
+unmöglich: χημεία oder χιμεία, -- so ist die richtige, alte, dem
+Namen Χήμης entsprechende Schreibweise, während χυμεία erst später
+vorkommt[3212] --, tritt bei sämtlichen griechischen Autoren und deren
+frühesten syrischen Übersetzern +niemals+ als der Name eines Präparates
+auf, sondern allein als der einer Kunst und Wissenschaft, und überdies
+haben in den chemischen Schriften χυμοί (Chymoí = Säfte) die übliche
+Bedeutung der Säfte (humores) des menschlichen Körpers[3213], -- wie
+denn auch z. B. bei ~Alchwarizmi~ (um 980) „Kimus“ = Chymus ist[3214]
+und im „Steinbuche des ~Aristoteles~“ „Kîmûsât“ = Mischungen der Säfte,
+Temperamente[3215]. Erst die Araber und jene späteren Syrer, die zum
+Teil schon wieder aus arabischen Quellen schöpften, gebrauchen Kîmijâ
+auch in dem von ~Gildemeister~ erwähnten Sinne[3216], aus dem dann
+in mittelalterlichen Schriften „Kimia“ und „Alkimia“ nicht nur als
+Bezeichnung von chemischen Präparaten, sondern selbst von Apparaten
+und Gefäßen hervorgeht[3217]. Diese sämtlichen Bedeutungen sind
+sekundär, und schon deshalb erscheint es ausgeschlossen, daß ihnen der
+Name für das Primäre entlehnt worden sei, nämlich für die Kunst der
+Umwandlung unedler und die Darstellung edler Metalle.
+
+Bereits ~Pott~ wies 1876 darauf hin, daß das lange î des arabischen
+Kîmijâ auf itacistische Aussprache von χημεία oder χυμεία deute, so
+daß das Wort wohl nicht unmittelbar als griechisches, sondern als
+„auf fremdem Boden gewachsenes“ in das Arabische übergegangen sei;
+seine Vermutung wurde durch spätere Forschungen bestätigt, und es
+ist unumgänglich, deren Ergebnisse teilweise schon an dieser Stelle
+vorauszunehmen.
+
+Die Araber lernten nach ~Reitzenstein~ die hermetische und
+alchemistische Litteratur zweifellos zuerst gelegentlich der Eroberung
+von Harrân kennen, und ihre ersten eigenen Nachbildungen entstanden
+vermutlich in harranischen, also wesentlich syrischen Kreisen[3218].
+Die Syrer selbst trieben, der üblichen Annahme nach, mindestens
+seit dem 6. Jahrhundert Chemie, wahrscheinlich aber, wie u. a. das
+oben angeführte Zitat aus den Hymnen des hl. ~Ephraim~ ersehen
+läßt, bereits seit dem 4., und besaßen eine ganze Reihe unmittelbar
+aus dem Griechischen angefertigte Übersetzungen alchemistischer
+Schriften, von denen nach ~Hoffmann~ noch zahlreiche (u. a. in London
+und Cambridge) erhalten sind, -- leider, bis auf die wenigen von
+~Berthelot~ benützten, in undurchforschtem Zustande[3219]. Aus ihnen,
+aber auch schon aus inzwischen entstandenen arabischen Werken, schöpfte
+u. a. ~Bar Bahlul~, der um 950 ein wichtiges syrisches Wörterbuch
+verfaßte[3220]. Die Kimia bezeichnet er in diesem als die Wissenschaft
+von den sieben Metallen und der Verwandlung ihrer Natur, von den
+Arbeiten, die die unedlen und edlen Metalle sowie „Glas“ (= künstliche
+Edelsteine?) betreffen, von der Herstellung des „philosophischen
+Steines“ (Steines der Weisen), sowie von der künstlichen Darstellung
+des Goldes und Silbers; einige glauben, „Kimia“ komme von „Kima“,
+einer Bezeichnung der acht Sterne der Plejaden, und bedeute daher
+eine „Arbeit mit acht Mischungen“, andere aber nennen sie „Kameleía“
+oder „Khemaléa“, d. i. χαμαιλέων, Chamäleon. Hierüber heißt es: „Die
+‚Körper‘ (= οὐσίαι, gemeine Metalle) in ihrer Zusammensetzung (ἐν
+συνθέσει) nennt man Chamäleon“[3221], und dieser Satz, den ~Hoffmann~
+nicht ganz richtig aufgefaßt hat, spielt darauf an, daß vermöge der
+Kunst die (erst schwarze) metallische Schmelze ihre Farbe zu wechseln,
+also zu Silber und Gold zu werden vermag, ohne doch ihr eigentliches
+Wesen zu verändern, ganz so, wie das Chamäleon je nach den Umständen
+alle Farben annehmen kann, dabei aber doch stets eines und dasselbe
+bleibt[3222]. Vermutlich liegt übrigens der Benennung nicht nur
+der Vergleich mit dieser Eidechsenart zugrunde, sondern auch eine
+Anspielung auf ~Demokritos~, dem man eine „Chamäleon“ betitelte
+Abhandlung zuschreibt, die aber zoologischen Inhaltes war und nicht
+alchemistischen.
+
+Unter den älteren arabischen Autoren, die übrigens vielfach nur
+arabisch schreibende Syrer oder Perser waren, erwähnt ~Abu Jussuf~
+(gest. 789) die Chemie schon als etwas Wohlbekanntes, indem er als
+sprichwörtliche Redensarten anführt: „Wer die Kîmijâ sucht, ist
+nicht sicher vor Verarmung“, und „Nicht zu erlangen ist Jugend durch
+Schminke, Gesundheit durch Arznei, Vermögen durch Kîmijâ“[3223].
+Die Schriften der „Treuen Brüder“, die zwar erst im 10. Jahrhundert
+abgefaßt sind, sich aber auf das engste weit älteren, den griechischen
+Originalen noch ganz nahestehenden anschließen, berichten, daß viele
+Salze in der Kîmijâ und von den Chemikern gebraucht werden[3224];
+bei ~Aldschahiz~ (gest. 869) und in einer alten, im Wörterbuche des
+~Jaqut~ (1178-1229) angeführten Quelle heißt der Chemiker Alkimavi
+oder Alkimijâ’î[3225]; der hervorragende Philosoph und Enzyklopädist
+~Alkindi~ (gest. nach 870) richtete an den Khalifen ~Almuʿtadid~
+(813-842) einen Brief über die „Kîmijâ altabîch“ = „Nachahmung (oder
+Fälschung) der Speisen“, schildernd die Kunst der Vortäuschung von
+Eiern, Leber, Hirn, Fleisch u. dgl., ohne solche in Wirklichkeit mit
+zu verwenden[3226]; nach ~Ibn Alfaqih~ (gest. 902) verlieh Allah
+den Bewohnern Rûms (des oströmischen Reiches) u. a. das Wissen von
+der Ausübung der Chemie, dortige „Philosophen“, die ein persischer
+König gelegentlich schlecht behandelte, verbrannten aber, nachdem,
+sie noch das für ihr eigenes ferneres Leben nötige Gold gemacht
+hatten, ihre sämtlichen Bücher, so daß diese Kunst seither verloren
+ging[3227]. Der berühmte Reisende und Schriftsteller ~Almasʿudi~
+(gest. 956) sagt: „Alkîmijâ ist das Werk der Darstellung von Gold,
+Silber, Edelsteinen, Perlen und Elixir“[3228]; in den Erzählungen
+„1001 Nacht“, deren arabische Quellen zum Teil bis ins 8. Jahrhundert
+zurückgehen, ist „Chemie und natürliche Magie die Kunst, Silber und
+Gold darzustellen“[3229]; nach ~Althaʿalibi~ (961-1038) erfand diese
+Kunst ~Karun~ [d. i. der ~Korah~ der Bibel][3230], und noch bei
+~Alakfani~ (auch ~Alansari~ oder ~Alsachawi~, gest. 1348) findet sich
+die alte Definition angeführt „al Kîmijâ ist die Kunst, aus unedlen
+Metallen Gold und Silber zu machen“[3231]. Über die Herkunft des
++Namens+ „Chemie“ blieben aber ebenso wie die Syrer auch die Araber
+im unklaren: schon ~Alchwarizmi~ (um 980) glaubt, Alkîmijâ sei ein
+arabisches Wort, komme von jakmî, dem Imperfektum des Zeitwortes kamâ,
+bedeute „er verheimlichte, verhüllte, verschwieg“, und weise auf
+eine Geheimwissenschaft hin[3232], ~Alakfani~ gar überliefert eine
+Etymologie, die Kîmijâ in Zusammenhang mit dem hebräischen „Kîm-Jah“
+bringen will, angeblich = „wohltätiger als Gott“![3233]
+
+Aus allem Vorstehenden darf mit Sicherheit geschlossen werden, daß
+„Chemie“ keinesfalls, wie man wegen der späten Erwähnungen bei
+~Synkellos~ (9. Jahrhundert) oder ~Suidas~ (um 1000) noch bis in die
+neueste Zeit hinein für möglich hielt, erst ein von den Byzantinern
+gebrauchtes, ursprünglich vielleicht orientalisches Wort ist; χημεία
+war vielmehr zweifellos schon bei den hellenistischen Alchemisten
+gebräuchlich, ging, ~Potts~ Vermutung gemäß, aus ihren Schriften in
+die der Syrer und zuerst wohl aus diesen in die der Araber über und
+bedeutete die „Goldmacherei“, und zwar eine betrügerische. In letzterer
+Hinsicht läßt sich als Parallele noch anführen, daß bei den Persern,
+die ihre alchemistischen Kenntnisse gleichfalls den Syrern verdankten,
+schon im 10. Jahrhundert ~Firdusi~ (= der Paradiesische), der Dichter
+des gewaltigen „Königsbuches“ (Schah-Nameh), an einer Stelle dieses
+Werkes sagt: „Sein Herz war voll Kîmijâ“, und damit meint „voll
+Falschheit“[3234].
+
+Stand aber der Ausdruck χημεία schon bei den hellenistischen
+Alchemisten in Gebrauch und ist er nach ~Pott~ (und auch ~Hoffmann~)
+„ein aus dem Griechischen schlechthin unerklärliches Fremdwort“, so
+drängt sich auf die unabweisbare Frage nach seiner Herkunft schon von
+vornherein als die wahrscheinliche Antwort +die+ auf: er stammt aus
+dem Ägyptischen. Lehnt man diese Ableitung aus philologischen Gründen,
+oder unter dem Hinweise, „daß ein Urwort Chemie in den Schriften
+der griechischen Chemiker fehlt“, als eine „vergebliche“ unbedingt
+ab[3235], so versperrt man den einzigen gangbaren Weg, der überhaupt
+die Möglichkeit einer Lösung in Aussicht stellt und verzichtet auf
+Verwertung der zwar wenigen, aber sehr wichtigen, weil unmittelbare
+Anknüpfung gestattenden Zeugnisse.
+
+Unter diesen ist das beachtenswerteste das des ~Plutarch~, der im
+33. Kapitel seiner Abhandlung über „Isis und Osiris“ sagt: „Die
+weisen Priester Ägyptens nennen das meist schwarzerdige Ägypten
+χημία (+Chemía+), so wie das Schwarze [die Pupille] im Auge[3236].“
+Tatsächlich lautet der hieroglyphische Name Ägyptens „Kême“ =
+das Schwarzerdige, das Schwarzland[3237], und das nämliche Wort
+charakterisiert auch den ägyptischen Einwohner = Mann des Schwarzlandes
+(rem n kême)[3238], den „schwarzen Stein“ (ôner kem = dunklen
+Granit)[3239], das „schwarze Kupfer“ (homt kem = Schwarzkupfer)[3240],
+den „schwarzen Weihrauch“, der beim Gottesdienste nicht gebraucht
+werden darf, weil er „aus der Pupille des [bösen Gottes] ~Seth~“
+stammen soll[3241] usf.; nichts zu tun hat es aber mit ~Cham~, dem
+angeblichen Stammvater der afrikanischen Völker und daher auch der
+Ägypter[3242]. Im Koptischen heißt Ägypten ebenfalls Kême oder Kêmi,
+und im unterägyptischen, den Griechen wohlbekannten Dialekte χημι
+(Chemi), kennzeichnend das „Schwarzland des Fruchtbodens“ im Gegensatze
+zu „Dosret“, dem „Rotlande der Wüste“[3243]. Eine alte Inschrift nennt
+Ägypten „das Auge des ~Osiris~, dessen Pupille ist der große [den
+fruchtbaren schwarzen Schlamm herbeiführende] Strom, dessen Augenrund
+sind die Berghänge des Ostens und Westens, und dessen Inhalt [=
+Inneres] sind die Heiligtümer Ober- und Unter-Ägyptens“ [die ἄνω – καὶ
+κάτω – χώρα][3244], und noch um 400 n. Chr. überliefert ~Horapollon~
+richtig in seinen „Hieroglyphika“: „Ägypten liegt inmitten des
+Erdkreises (οἰκουμένη), wie die Pupille (κόρη, Kóre) im Auge[3245].“
+
+~Pott~ war der Ansicht, daß von χημία = Ägypten, etwa unter Mitwirkung
+wirklicher oder scheinbarer Analogien, ein Zeitwort χημεύειν oder
+χιμεύειν (= sich nach ägyptischer Art beschäftigen) abgeleitet worden
+sei, und von χιμεύειν, -- ähnlich wie von μαγεύειν (= sich magisch
+beschäftigen) μαγευία und μαγεία (Magie) --, χημευία und χημεία,
+χιμεία, χυμεία, Chemie); wie φυσικός, μαγικός, μεταλλικός den der
+Physik, Magie, Metallbearbeitung Beflissenen, so würde hiernach χημικός
+(oder χυμικός) den sich mit Chemie Abgebenden bedeuten, und vielleicht
+auch χημεία die χημεία τέχνη, die „ägyptische Kunst“[3246].
+
+Obwohl sich zugunsten dieser Hypothese anführen ließe, daß Abstrakta
+auf -εία und -ία nicht selten ursprünglich weibliche Adjektiv-Formen
+waren[3247], und daß „ägyptische Kunst“ oder „Kunst Ägyptens“ im Sinne
+von „Chemie“ tatsächlich vorkommt (s. unten), so ist letzteres doch nur
+in einigen wenigen, auf einen ganz bestimmten Sonderzweck abzielenden
+Sätzen der Fall, während ein Zeitwort χιμεύω, sowie χημεία als
+Eigenschaftswort überhaupt nicht nachgewiesen werden kann. Läßt sich
+daher diese Seite der ~Pott~schen Vermutung nicht aufrechterhalten,
+so erfordert doch die andere, die übrigens auch schon von ~Kopp~
+betont wurde[3248], desto größere Beachtung: Chemie ist der Name
+eines „Verfahrens zur Bearbeitung eines Gegenstandes“ (~Kopp~), einer
+„Beschäftigung“ (~Pott~).
+
+So kommt denn auch ~Hoffmann~[3249] im Verlaufe seiner Untersuchung,
+die ~Reitzenstein~ mit Recht eine glänzende nennt, zum Schlusse, χημεία
+(Chemeía, Chemie) bedeute, ebenso wie μαγεία (Mageía, Zauberei),
+μεταλλεία (Metalleía, Metallurgie), ταριχεία (Taricheía, Pökelei)
+u. dgl., eine +Tätigkeit+, eine +Beschäftigung+, und zwar entweder
+„die eines N. N.“, oder „die mit einem X. X.“; das erstere, etwa
+„Beschäftigung der Ägypter“, ist ausgeschlossen, schon weil der Name
+ursprünglich von ägyptisch Sprechenden selbst herrühren muß und gerade
+deshalb von den hellenistischen Schriftstellern nur selten gebraucht,
+vielmehr wörtlich mit μέλαν (= chêmî = das Schwarze) übersetzt
+wurde[3250]; es verbleibt also das zweite, die „Beschäftigung mit
+dem Schwarzen“ (chêmî), und dieses kann kein anderes sein als das
+„+schwarze Präparat+“, das das Alpha und Omega der Verwandlungskunst
+bildete und zugleich deren innige Verquickung mit dem Mythus von
+~Osiris~, dem „Schwarzen“, erklärt.
+
+Aus den Schriften der griechischen Alchemisten geht hervor, daß sie
+als das Wesentliche der Metallverwandlung die „Färbung“ (βαφή, Baphé)
+ansahen, durch die in letzter Linie die erwünschte „Weißung“ und
+„Gilbung“ bewirkt wird; vorausgehen +muß+ ihr aber, als grundlegende
+und unumgängliche Operation, die μέλανσις (Mélansis) oder μελάνωσις
+(Melánosis) = „Schwärzung“, auch „große Beizung“, „große Einsalzung“
+(Tarichie, μεγάλη ταριχεία), „große Wäsche“, „große Fäulnis“ (Sépsis,
+σῆψις), „große Fäule der ~Isis~“ usf. benannt[3251], deren Zweck es
+ist, mittels einer „schwarzen Brühe“ aus allerlei Salzen, Essig,
+Säften „heiliger“ Pflanzen und sonstigen Beimischungen, die unedlen
+Metalle zunächst in den Zustand der Urmaterie oder „Materia prima“
+zurückzuführen, die zwar in sämtliche mögliche Substanzen wandelbar,
+selbst aber formlos, eigenschaftslos, von chaotischem Dunkel, in
+Schatten und Finsternis liegend ist[3252]. Als Ergebnis der richtig
+ausgeführten Tarichie erhält man ein schwarzes Produkt, „schwarz wie
+die Tinte der Schreiber“ (d. i. wie Ruß, der zu Tinte aufgeschlämmt
+wird), unzählige Namen führend, bestehend aus dem gemeinsamen Urstoff
+aller Metalle, also auch der edlen, in die es nunmehr durch weitere
+Behandlung umgewandelt werden kann[3253]. Dies ist die Tinte des
+~Hermes-Thot~, des „Schreibers des Himmels“ und „Herrn der vollkommenen
+Schwärze“, nach dem Ägypten auch Hermochémios = Schwarzland des
+~Hermes~ heißt[3254], die Tinte, mit der ~Kamephis~ (= ~Chnubis~,
+~Chnum~), der Urvater der Götter, die ~Isis~ beehrte[3255], die
+Schwärze, von der die hermetische Schrift „κόρη (Kóre) κόσμου“, sowie
+(nach ~Olympiodoros~) auch ~Zosimos~ sagen: „sie ist die Pupille
+(κόρη, Kóre) des Auges“, d. h. χημία (Chemía), das Schwarze, „sie ist
+die himmlische Iris“, d. h. sie birgt wie der Regenbogen die bunten
+Farben aller Metalle in sich, die man nur mehr aus ihr zu entwickeln
+braucht[3256]; endlich ist sie auch das „Chamäleon“, das als Tier
+[Chamaeleon vulgaris] seine ursprünglich schwarze Farbe in alle
+möglichen bunten übergehen läßt[3257], und als Pflanze [Chamaeleon
+niger = Carthamus corymbosus, Schirmsafflor?] seine eigentlich
+schwarzen Blätter, je nach dem Standorte, in gelbe, blaue, grüne usf.,
+verwandeln soll[3258].
+
+Weil unter den Metallen das „schwarze“, nämlich das gemeine
+Schwarzblei, dieser „Schwärze“ am nächsten steht, ging nach ~Zosimos~
+die ursprüngliche Meinung der „Ägypter“ (= hellenistischen Chemiker)
+dahin, es sei der Grundstoff aller οὐσίαι („Körper“ = Metalle); später
+ließ man aber statt des Bleies auch „unser Blei“ (meist = metallisches
+Antimon), Schwarzkupfer, Kupferblei oder irgendeine andere dunkle
+Legierung als „Urmaterie“ gelten, und schließlich wurde als solche
+das Quecksilber (äg. thrim) angesehen. Dies geschah vermutlich seit
+der etwa im 4. Jahrhundert erfolgten Entdeckung der Destillation
+des Quecksilbers, dessen „Pneuma“ man dem ~Hermes Logios~ oder
+Psychopompos, dem sich durch das Weltall erstreckenden Naturgeiste,
+zuordnete, während gleichzeitig das bisherige Metall des ~Hermes~,
+das Zinn, auf den ~Zeus~ übertragen, und dessen Metall, das Elektron
+(die Gold-Silber-Legierung), aus der Reihe der Planeten-Metalle für
+immer gestrichen wurde[3259]. Wie der Geist des ~Hermes~ dem Kosmos im
+allgemeinen, so lag nun der seines Metalles, der Quecksilber-Geist,
+den Metallen im besonderen zugrunde, als ihre gemeinsame Seele, aber
+auch als der ihre Verwandlung bewirkende Stoff, wobei, wie ~Hoffmann~
+sehr treffend sagt, „weniger an das Haben gedacht wurde, als an das
+Soll“[3260]. In diesem Sinne riefen schon ~Pibêchios~ und mit ihm
+andere Chemiker des 4. Jahrhunderts aus: „Alles ist Quecksilber!“,
+„Alle Körper enthalten Quecksilber!“, und betrachteten dieses, seinem
+silberweißen Metallglanze zum Trotze, -- vielleicht gestützt auf die
+Theorie von den verborgenen, entgegengesetzten Eigenschaften, -- als
+die mit der Urmaterie identische Schwärze; daher galt fortan, bis in
+das späte Mittelalter hinein, das Dogma „Mercurius philosophorum est
+nigredo perfecta“, „Das Quecksilber der Philosophen (= Chemiker) ist
+die vollkommene Schwärze“ (die Schwärze in ihrer Vollkommenheit)[3261].
+
+Wie ~Olympiodoros~ nach einer „Orakel des ~Apollon~“ genannten Schrift
+übermittelt, hieß das der ταριχεια (Einsalzung, Einpökelung) in der
+„schwarzen Brühe“ unterworfene schwarze Blei oder Kupfer-Blei auch
+„Grab des ~Osiris~“: man verglich nämlich die in Leinen (πέταλον)
+eingelegten und mit leinenen Binden (καιρίαις, κειρίαις) umwundenen,
+eingebeizten schwarzen Rohmetalle mit der gleichfalls in Leinen
+gehüllten, mit Leinenbinden umwickelten, einbalsamierten Leiche des
+„schwarzen“ ~Osiris~, von der allein noch das Haupt des Toten (caput
+mortuum) zu sehen ist[3262], -- daher denn der Ausdruck „Präparation
+des Kopfes“ schon den alten Alchemisten völlig geläufig war[3263].
+Demgemäß nennt auch ~Zosimos~ die chemisch behandelten Mineralien
+„καιρικὰς ψάμμους“ = „eingebündelte Sande“, und Leute, die mit
+Erfolg chemisch tätig sind, „καιρικὰς εὐτυχοῦντας“ = „die mit dem
+Eingebündelten Glück haben“; es sind eben die vorgerichteten Präparate
+Mumien, die Chemiker Priester, die den toten Leib einbalsamieren,
+~Hermes-Thot~ und ~Anubis~ aber, die Götter der Toten-Konservierung,
+zugleich auch Meister der chemischen Wissenschaft[3264]. Dieser
+gelten wie die natürlichen Metalle so auch die künstlichen chemischen
+Präparate für Verkörperungen und Erscheinungsweisen der Götter, daher
+die „vollkommene Schwärze“ für eine solche des „schwarzen ~Osiris~“,
+und diese Art der Anschauung ist es, die ~Demokritos~ und andere
+alchemistische Schriftsteller im Sinne haben, wenn sie von μυστικὴ
+χημεία (mystische Chemie, Mysterien der Chemie) sprechen[3265]. Weil
+aber nach neuplatonischer Theorie auch die Priester Verkörperungen
+ihrer Götter darstellen, so erscheinen unter Umständen auch sie als
+Personifikationen der Metalle und der metallverwandelnden Mittel
+und tragen zuweilen auch entsprechend ausgedachte Namen: ~Komarios~
+(in den Schriften der ~Kleopatra~) leitet sich von dem vieldeutigen
+Mineral und Präparat Komaris ab, ~Neilos~ vom Nil, „der Flut der
+schwarzen Brühe“, ~Amnael~ (im Briefe der ~Isis~ an ~Horos~) ist der
+Geist des „weißenden“ Quecksilbers, und betreff des „Propheten“ (=
+Priesters) ~Chemes~ überliefert ~Stephanos~ von ~Alexandria~ den die
+Arbeit der Transmutation begleitenden Ausruf: „Kämpfe Kupfer, kämpfe
+Quecksilber!“, aber auch „Kämpfe Kupfer, hilf Chemoi!“ (richtig:
+χήμι oder χημῆ), wobei also ~Chemes~ unmittelbar mit dem Quecksilber
+identifiziert wird[3266].
+
+Aus der hellenistischen Gleichsetzung des ~Osiris~ mit ~Pan~ erklärt
+sich der bei ~Stephanos~ von ~Alexandria~ auf die Transmutation
+bezogene Spruch: „Gefunden ist der große Pan, der seit Begründung
+Ägyptens gesucht wird“, denn in Wirklichkeit ist dies der
+Freudenruf der Priester und des Volkes am Festtage der Auffindung
+des ~Osiris~[3267]. Aus der Gleichsetzung des ~Osiris~ mit der
+„vollkommenen Schwärze“ ergibt sich ferner die Deutung der schon
+weiter oben angeführten ~Osiris~-Statue, über die u. a. ~Athenodoros~,
+~Rufinus~, sowie eine Inschrift des Tempels zu Tentyra berichten: nach
+ersteren enthält sie sämtliche Metalle und Edelsteine, zusammengeknetet
+zu einer tief dunkelblauen oder schwärzlichen Masse, nach letzterer
+verfertigt man die Statue des „unterirdischen ~Osiris~“ aus einer
+Mischung von 24 Mineralien, nebst allerlei Pflanzensäften; dies ist
+der nach ~Plutarch~[3268] vom Feuer des ~Typhon~ getötete „schwarze
+~Osiris~“, alle buntfarbigen Gesteine und Erze in sich bergend, das
+mineralische „ἕν καὶ πᾶν“ (Alles in Einem). Von ~Osiris~ aus wurde
+diese Vorstellung auf ~Serapis~ übertragen und von diesem wieder durch
+die Ssabier auf ~Hermes~, dessen Statue daher bei ihnen (wie schon oben
+erwähnt wurde) aus sämtlichen Metallen nebst einem mit Quecksilber
+gefüllten Porzellangefäße bestehen soll[3269].
+
+Das zur „Wiederbelebung der Schwärze“, d. h. zu ihrer Umwandlung in
+Gold oder Silber dienende ὕδωρ θεῖον (Hýdor theíon) ist ursprünglich
+jenes ὕδωρ θεῖον καὶ ἄθικτον, jenes „heilige, gesegnete, unberührbare“
+mystische „Wasser des Lebens“, das ~Osiris~ den Seelen der
+Abgeschiedenen als Trank der Läuterung und Erhaltung darreicht, mit
+dem ~Isis~ die Leiche des ~Osiris~ oder auch des ~Horos~ wiederbelebt,
+das Weihwasser, das, dem „Briefe der ~Isis~ an ~Horos~“ gemäß, der
+Hohepriester ~Amnael~ auf dem Haupte trägt, und das gegen Ende
+der ~Isis~-Mysterien der diensttuende „Prophet“ vor der Gemeinde
+emporhebt, -- womit wieder die schon bei ~Demokritos~ auftretende
+allegorische Bezeichnung der Sublimation und Destillation als „Erhebung
+des Wassers“, „Erhebung der Wolke“, zusammenhängt. Späterhin wird,
+anknüpfend an den Doppelsinn von θεῖον (göttlich, aber auch schweflig),
+das ὕδωρ θεῖον zum „schwefligen Wasser“ oder „Wasser des Schwefels“,
+sei es weil zu seiner Darstellung Schwefel diente, sei es weil die
+gelbe Farbe der Lösung, der Schmelze, oder des Schwefels selbst, eine
+Beziehung zu der des Goldes ergab, so wie die weiße des Quecksilbers
+zu jener des Silbers[3270]. Zuletzt stellt das vieldeutige ὕδωρ
+θεῖον einen Sammelnamen für alle verwandelnden Präparate dar, umfaßt
+(sozusagen als seine gemeinsamen Derivate) die zu Gold wie zu Silber
+transmutierenden, und wird deshalb mit dargestellt durch das Symbol des
+„weißenden, wandelbaren, beweglichen, giftigen Quecksilber-Geistes“:
+dieses ist die Schlange, die ihren eigenen Schweif verschlingt, die
+Schlange ~Agathodaimons~, des Schutzpatrons ganz Ägyptens, weshalb sie
+als Hauptschmuck die beiden Kronen Ober- und Unter-Ägyptens trägt, die
+weiße und rote, die gleichzeitig auf Silber und Gold anspielen. Sie
+ist aber ferner auch das hieroglyphische Zeichen für das Weltganze,
+das „Alles in Einem“ umfaßt, sodann wieder der schreckliche „Drachen
+~Uroboros~“ (οὐροβόρος δράκων) und der verderbliche Dämon ~Ophiuchos~
+(δαίμων Ὀφιοῦχος des ~Zosimos~), und endlich, wegen der Ähnlichkeit
+ihrer Form mit jener der eigentümlich gestalteten Kopf-Bildung und
+-Bedeckung des Gottes ~Chnum~, auch noch der Gott ~Chnubis~, ~Knuph~,
+~Kneph~; der nämlichen Ähnlichkeit wegen heißt der Deckel eines
+Sublimations- oder Destillations-Gefäßes ἄμπυξ κνούφιον, „knuphischer
+Deckel“, „Deckel des ~Knuph~“, „Tempel des ~Knuph~“[3271].
+
+Indem man schließlich die „schwarze Brühe“ mit dem dunkeln
+Menstrualblute des Mutterschosses verglich[3272], das als das +eine+
+(mütterliche) Substrat des Fötus galt, -- das +zweite+ (väterliche)
+war das belebende Pneuma des Samens --, ließ man aus ihr beim großen
+Werke, „das durchaus den Charakter einer Schwangerschaft trägt“, den
+neugezeugten Körper auch als Menschlein, Homunculus, ἀνθρωπάριον,
+hervorgehen, das sich zum Kupfer-, Silber-, Asem- und Gold-Menschen
+auswächst, -- wobei möglicherweise der Mythus von ~Horos~, als dem
+Sonnen- (= Gold-) Kinde, mit herangezogen wurde[3273].
+
+Nach den Schriften des ~Hermes~ erfolgt die „große Taricheia“ am besten
+zu einer ganz bestimmten Jahreszeit, und zwar sind die angegebenen
+Monate gerade die, während derer die Dürre des ~Typhon~ den niedrigsten
+Stand des Nils bedingt, der getötete ~Osiris~ in der Unterwelt ruht,
+sein goldenes Rind mit einem schwarzen Mantel bekleidet[3274], und die
+„Milch der schwarzen Kuh“ geopfert wird, die, falls kein sog. Deckname
+vorliegt, auch einen Bestandteil der „schwarzen Brühe“ bildete[3275];
+davon, daß gerade diese Zeit auch der als „Etesien“ bekannten kühlen
+Nordwinde ermangelt, soll nach ~Hoffmann~ das schwarze Präparat die
+Beinamen „etesische Schwärze“, „etesische Wolke“, „etesischer Stein“
+empfangen haben. Diese Erklärung ist indessen wenig wahrscheinlich,
+schon weil während des weitaus größten Teiles des Jahres die Etesien
+überhaupt ruhen; diese vom schwarzen Meere herkommenden nördlichen
+Winde, eine Art „sommerlicher Nordostpassate des Ägaeis“[3276],
+treffen nur ein einziges Mal jährlich, gegen Anfang des Sommers und
+der Nilschwelle, in Ägypten ein, verbreiten dort angenehme Kühle und
+dem Gedeihen der Pflanzenwelt förderliche Feuchtigkeit und halten mit
+hoher, wenn auch nicht unbedingter Beständigkeit 40 Tage an[3277].
+Die Zahl 40 ist aber eine der ältesten „großen“ Zahlen, die schon bei
+den Babyloniern einem der Hauptgötter, dem ~Ea~, heilig war[3278]
+und auch während der hellenistischen Zeit nie an ihrer Wichtigkeit
+einbüßte[3279], die in erster Linie daher rührt, daß der Fötus im
+Mutterleibe nach 40 Tagen menschliche Gestalt erhalten[3280] und
+binnen 7 Abschnitten zu 40 Tagen = 280 Tagen = 10 (Mond-) Monaten
+seine Entwicklung vollenden soll[3281], weshalb denn 40 Tage für die
+allgemeine Frist der Reife und Vollendung gelten, umgekehrt aber auch
+für die der Auflösung und Verwesung[3282]. Wenn also der „etesische
+Stein“, -- der übrigens bei ~Plinius~ ein wirklicher, dem schwarzen
+Basalt verwandter, zu Mörsern für Salben und Arzneien vortrefflich
+geeigneter Stein ist[3283] --, als gleichbedeutend mit der vollkommenen
+Schwärze angesehen wurde, so geschah das wohl deshalb, weil Eintritt
+der Etesien, Beginn der Nilschwelle, Neuentfaltung der Vegetation und
+Auferstehung des toten ~Osiris~ auf das Engste zusammenhingen, und weil
+das befruchtende Pneuma der Etesien auch die Entwicklung des Fötus beim
+„großen Werke“ fördern sollte, dessen Dauer in der Regel ebenfalls auf
+40 Tage angegeben wird. Mitgespielt mag aber dabei noch die u. a. von
+~Theophrast~ erwähnte Sage haben, daß in Baktrien zur Zeit der Etesien,
+wenn die Winde den Wüstensand auseinander wehen, Edelsteine und Perlen
+bloßgelegt werden, die man von Berittenen einsammeln lasse[3284];
+Perlen betrachtet ~Theophrast~ bekanntlich als eine Art der Edelsteine,
+und ihre Namen μαργαρίτης (Margarítes), μαργαρίς (Margarís), μάργαρον
+(Márgaron) leiten die einen vom babylonischen Margalitu = „Kind des
+Meeres“ ab[3285], die anderen aber vom altindischen Mangara (manǵara,
+manǵari) = „Blütenköpfchen“[3286].
+
+Allem Dargelegten zufolge rechtfertigt die ~Hoffmann~sche Erklärung
+in jeder Hinsicht die Bezeichnung einer „glänzenden“, die ihr
+~Reitzenstein~ gab; vereinzelt erhobene Einwendungen, wie die
+von ~Riess~[3287] (die Schwärzung, μελάνωσις, sei bloß eine
+der erforderlichen Operationen; die Fabeleien des ~Zosimos~ bei
+~Synkellos~ wären christlich beeinflußt usf.), sowie die schon durch
+~Rhousopoulos~[3288] zurückgewiesenen einiger anderer Forscher, sind
+nicht als ausschlaggebend anzuerkennen, und die Deutung, „Chemeia“ sei
+die Beschäftigung mit dem „Chêmî“, dem schwarzen Präparat, übertrifft
+jedenfalls alle bisher bekannt gewordenen an Wahrscheinlichkeit,
+an Anschaulichkeit, sowie an Fülle der durch sie erschlossenen
+Beziehungen[3289].
+
+ ——————————
+
+Mit diesem Namen ihrer +Kunst+ brachten nach ~Hoffmann~ die Chemiker
+erst nachträglich den anklingenden des +Landes+, niederägyptisch Chêmi,
+zusammen, um hiernach Chemie auch als eine uralte und eigentlich
+„ägyptische“ Kunst hinstellen zu können. In diesem Sinne redet z. B.
+~Demokritos~ im „Schreiben an ~Leukippos~“ von „dieser ägyptischen
+Kunst“ und der „Brief der ~Isis~ an ~Horos~“ von der „heiligen Kunst
+Ägyptens“; ein chemisches Lehrbuch des ~Theophilos~ (2. Jahrhundert?)
+heißt nach ~Olympiodoros~ „Gold-Bergwerke der Landesbeschreibung“,
+sagt aber nicht offen, +wie+ man Gold macht, sondern umschreibt dies
+durch die Angabe +wo+ man es im „Lande“ (Chêmî = Ägypten) findet: „die
+‚alten‘ Ägypter betrieben unzählige ‚Goldgruben‘, stellten sie als
+Heiligtümer dar, bestimmten ihre Lage nach den vier Himmelsgegenden,
+zuteilend dem Osten und Westen die weißen und gelben Wesen (οὐσία,
+Usía), denn an der östlichen und westlichen Pforte der Tempel findet
+man den weißen und gelben Sand (ψάμμος); gräbt man drei Ellen tief,
+so stößt man zuerst auf das Schwarze, bei weiterem Graben aber
+zeigen sich hellere Schichten und Bänder, schließlich weiße und
+zuletzt gelbe (= goldene), und dies ist das Geheimnis der libyschen
+Goldgruben“[3290]. Die nämliche Allegorie der Schwärzung, Weißung und
+Gilbung, die hier ganz offenbar zutage tritt, äußert sich auch in der
+Angabe, Gold finde sich beim (~Isis~-) Tempel in Terenuthis, von dem
+~Isis~ an ~Horos~ schreibt, daß man dort „geheimnisvoll ausübe die
+heilige Kunst Ägyptens“, wobei Αἰγύπτου für Chêmi steht, also die Kunst
+„τῆς Αἰγύπτου“ für die „τῆς χημίας“, d. i. die der Chemie. Demgemäß
+betrachtet auch das sog. „Chemische Wörterbuch“, das sich den ältesten
+Sammlungen der alchemistischen Schriften beigefügt findet, Terenuthis
+als ein +Präparat+ und nennt es auch Chrysokolla (eigentlich: Goldlot)
+oder ὠίτης λίθος, wörtlich den Stein (das Feste) der Eier, d. i. der
+als gelbe Kugel erhärtete Eidotter, aus dem ~Ptah~, der Vater des
+~Imuthes~ (~Imhotep~) entsprang, der aber nach Gestalt und Farbe auch
+ein Symbol der Sonne sowie des Goldes und deshalb wieder ein wichtiger
+Bestandteil zahlreicher alchemistischer Rezepte ist[3291].
+
+In dem nämlichen angedeuteten Sinne bewegen sich endlich die Versuche,
+den Namen der „ägyptischen Kunst“ mit ~Cham~, dem Vater des ~Mestrem~,
+in Zusammenhang zu bringen, und zwar durch Identifizierung ~Chams~
+mit dem „ersten Chemiker“ ~Chemes~[3292]. Diese Versuche, über die
+=Zosimos= berichtet, und mit denen auch die oben angeführte, an ~Cham~
+anklingende Bezeichnung „Chamäleon“ für Chemie mit in Verbindung stehen
+mag, sind beachtenswert und auffällig: die Chemie war anfänglich
+die heilige und göttliche Kunst (ἱερὰ, θεία τέχνη), das große Werk
+(μέγα ἔργον), das große Mysterium (μυστήριον), die Kunst des Färbens
+(βαφικὴ τέχνη) und des Goldmachens (χρυσοποιία), die Kunst der Weisen
+oder „Philosophen“ d. h. der Sachverständigen und Techniker (τέχνη
+τῶν φιλοσόφων, τῆς φιλοσοφίας), deren „Stein der Weisen“ (λίθος τῶν
+φιλοσόφων, τῆς φιλοσοφίας) als „κιννάβαρι τῶν φιλοσόφων“ (Zinnober der
+Philosophen = Gold) schon den alten Quellen des ~Zosimos~ wohlbekannt
+ist. Woher rührt nun das Bestreben, sie nachträglich mit dem biblischen
+~Cham~ in Verbindung zu setzen, sowie mit dem angeblichen ~Chemes~ oder
+~Chimes~, dessen Eigenname in Ägypten sonst weder in einheimischer noch
+in hellenisierter Form bekannt und gebräuchlich ist?
+
+Zur Beantwortung dieser Frage ist in Betracht zu ziehen, daß ~Zosimos~
+einen erheblichen Teil seiner Weisheit nicht nur aus ägyptischen
+und persischen, sondern vor allem aus +jüdisch+-hellenistischen
+Pseudepigraphen schöpfte, und daß in Ägypten, wie schon wiederholt
+angeführt, neben den Griechen gerade die Juden pseudepigraphische
+Schriften aller Richtungen in rein geschäftsmäßiger Weise
+„fabrizierten“. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist daher die Ableitung
+der Chemie von ~Cham~, dessen Gleichsetzung mit ~Chemes~, sowie die
+ganze Erfindung der Gestalt dieses ~Chemes~ (~Chimes~, ~Chimas~;
+~Kimas~ der Araber) als Chemikers, Propheten, Schriftstellers usf.,
+spezifisch +jüdisch+-hellenistischer Herkunft: weil die ägyptischen
+Priester ihre Geheimwissenschaft durch Mitteilung zwischen Gottheit
+und Priester, Lehrer und Schüler, Vater und Sohn überliefern ließen,
+so wird dies betreff der Chemie genau nachgeahmt und ihre Kenntnis von
+~Adam~ her u. a. über ~Seth~, ~Henoch~, ~Noah~, ~Cham~ (= ~Chemes~),
+~Abraham~, ~Josef~, ~Moses~, ~Aaron~, ~Salomon~, ~Esra~ usf. bis auf
+die Alchemistin ~Maria~, die sich ausdrücklich als Jüdin bezeichnet,
+und weiter bis auf die Gegenwart herabgeleitet[3293].
+
+Diese Annahme setzt offenbar sehr tiefgehende jüdische Einflüsse
+voraus, solche sind aber auch tatsächlich nachweisbar und lassen
+erkennen, daß die Juden Ägyptens und besonders Alexandrias, wie auf
+zahlreichen verwandten Gebieten, z. B. dem der Magie[3294] und der
+Dämonologie[3295], so auch auf dem der Chemie und ihrer Litteratur
+mit regem Eifer tätig waren. So z. B. berichten ~Zosimos~ und
+~Olympiodoros~, daß die Ägypter außer ihren Landsleuten allein den
+Juden gestattet hätten, die Chemie zu erlernen, zu lehren und zu
+beschreiben, so daß sie nur diesen noch bekannt war und nur durch
+sie Anderen bekannt gemacht werden konnte[3296]; es bedarf keines
+Wortes darüber, daß eine derartige Behauptung gänzlich aus der Luft
+gegriffen und nur hinterher ausgesonnen ist, um, unter Berufung auf
+das Ansehen der „Alten“, die Bedenken eines im übrigen ungebildeten
+und urteilslosen Leserkreises mit gehörigem Erfolge zu beschwichtigen.
+Nach ~Zosimos~ findet man die „rechten Lehren“ über das große Werk,
+sowie alles Nähere über die zu ihm erforderlichen neun Bestandteile
+in den „jüdischen Schriften“ und den „Büchern der Juden“[3297]. Nach
+~Olympiodoros~ schuf schon Gott als rote Erde (später = Schwefel,
+Feuer, Seele) den ~Adam~, als weiße Erde (später = Quecksilber,
+Urmaterie, Geist) aber die ~Eva~, -- aus deren Vereinigung Zinnober =
+Gold hervorgeht[3298] --, und offenbarte einigen Würdigen, wie ~Adam~,
+~Moses~ und ~Aaron~ das große Werk[3299]; im Gegensatze hierzu läßt
+~Hermes~ es zuerst von Dämonen verkündigt und dann durch ~Adam~,
+~Henoch~, ~Abraham~, ~Josef~ und ~Moses~ weiter übermittelt werden,
+also durch Autoritäten, die man, wie in so manchen ähnlichen Fällen,
+als Gebilde reiner Willkür anzusehen hat[3300]. Da schon gegen Ende
+der Ptolemäerzeit ~Hermes~ oder ~Hermes-Thot~ auch mit dem angeblichen
+Perser ~Ostanes~ identifiziert wurde, so bildeten diejenigen Juden,
+„die sich mit ~Ostanes~ persisch gebärdeten“, die Beziehungen zwischen
+dem großen Werke und den Mysterien des „ägyptischen“ ~Osiris~ nicht
+nur auf Grund ihrer eigenen religiösen Traditionen nach, sondern auch
+gemäß jenen der ~Mithras~-Verehrung[3301], -- woraus sich mancherlei
+absonderliche Vermengungen der Kultformen erklären: ~Maria~ z. B. gibt
+sich als strenge Jüdin und sagt: „Berühre nicht den philosophischen
+Stein mit deinen Händen, denn du gehörst nicht zu unserem Volke,
+du bist nicht vom Stamme des Abraham“, will aber zugleich auch
+unmittelbare Schülerin des persischen Oberpriesters ~Ostanes~ sein,
+der zeitweilig auch wieder den Charakter des jüdischen Hohenpriesters
+annimmt, wie ihn auch ~Amnael~ trägt, obwohl er im „Briefe der ~Isis~
+an ~Horos~“ als Oberpriester eines ägyptischen Isis-Tempels bezeichnet
+wird. Starke Spuren jüdischen Geistes und jüdisch-monotheistischer
+Anschauung machen sich bei ~Pseudo-Moses~ geltend[3302], desgleichen
+bei ~Zosimos~, wo er vom großen Werke und seiner Ausübung in den
+Tempeln des ~Hephaistos-Ptah~ redet[3303], ebenso in der Abhandlung
+„Synagoge (= Versammlung) der Philosophen“[3304], und ferner in
+den Berichten über ~Salomon~, der das Elektron erfand[3305] und
+nach ~Zosimos~ in daraus geformten Flaschen die sieben bösen
+Planeten-Dämonen bannte und einsiegelte, der treffliche Rezepte zur
+Anfertigung des Silbers binnen 40 Tagen und zum Machen des Goldes
+ausarbeitete[3306], zudem noch die Ameisen für sich Gold graben ließ,
+Zauberbücher „gleich denen der Essäer“ verfaßte oder doch besaß und
+seine Kenntnisse der Geheimwissenschaften in mystischen Schriften voll
+unergründlichen Tiefsinnes niederlegte. Jüdische Einflüsse treten (wie
+leicht begreiflich) auch hervor: in der sog. „Weisheit ~Salomonis~“;
+in den vorgeblichen „Oden ~Salomons~“; in Teilen der „Sibyllinischen
+Orakel“; in den spärlichen Resten der „heiligen Bücher“ (ἱεραὶ
+βίβλοι) jüdisch-gnostischer und hellenisierter jüdisch-ägyptischer
+Kultgemeinden, des sog. „8. Buches ~Mosis~“ u. dgl.[3307]; ferner in
+Schriften verwandten, namentlich auch hermetischen Charakters, die sich
+gelegentlich auf ~Abraham~, ~Isaak~ und ~Jakob~, oder auf ~Moses~,
+~Mirjam~, ~Henoch~, ~Baruch~, ~Salomon~ und ~Esra~ berufen[3308], vom
+Herrn der Cherubim und der Heiligtümer Jerusalems sprechen[3309] und
+Eisen oder Stahl als „βαλλαθά (Ballathá) der Juden“ erwähnen[3310].
+Endlich bleibt auch anzuführen, daß nach ~Zosimos~ Alchemie außer in
+Ägypten noch in Cypern und Thrazien erfolgreich betrieben wird, also
+gerade in jenen Ländern, die gleichfalls eine besonders zahlreiche
+jüdische Bevölkerung besaßen[3311]. Auf derlei Umstände hin, die ihm
+allerdings nur recht unvollkommen bekannt waren, gelangte schon vor
+etwa 150 Jahren der gelehrte ~De Pauw~ zu dem für die damalige Zeit
+sehr überraschenden (und nur teilweise richtigen) Schlusse, Schöpfer
+der Alchemie seien die Juden gewesen, die sie einerseits ägyptischen
+und persischen Priestern zugeschrieben hätten, andererseits jüdischen
+Weibern[3312].
+
+Unter diesen Weibern sind jedoch nicht etwa die Chemikerinnen
+~Maria~ und ~Kleopatra~ zu verstehen, vielmehr spielen jene für die
+Anschauungen über die Herkunft der Chemie sehr bezeichnenden Worte auf
+eine merkwürdige und schon weiter oben mehrfach gestreifte Sage an:
+die der Übermittlung der Chemie an die Menschen durch Dämonen[3313].
+Die jüdisch-hellenistischen Kreise, die schon bald nach Beginn der
+ptolemäischen Zeit alttestamentliche, ägyptische, orientalische und
+griechische Traditionen synkretistisch zu vereinigen trachteten,
+führten nämlich den Ursprung der für sie mit Priestertum und Magie
+zusammenhängenden „heidnischen Wissenschaften“, zu denen sie neben
+Astronomie und Astrologie u. a. auch Metallkunde und Kosmetik zählten,
+auf jenen Umgang der Göttersöhne mit den Menschentöchtern zurück,
+den die Bibel noch vor Eintritt der Sündflut stattfinden läßt[3314],
+-- unter Bewahrung eines dürftigen Restes jener alten Mythen, die
+im übrigen bei ihrer Redaktion durch den sog. Jahvisten (etwa im
+9. Jahrhundert v. Chr.) fast gänzlich ausgetilgt wurden[3315]. Den
+„Göttersöhnen“ oder Dämonen (δαίμονες) kommt selbst göttliche oder
+engelhafte Natur zu, und sie dürfen nicht etwa als von Göttern Gezeugte
+gedacht werden, wie es die ungenaue ~Luther~sche Übersetzung „Kinder
+Gottes“ nahelegt[3316]; Dämonen aber heißen sie, weil sie +gefallene+
+Engel sind, „gestürzte Sterngeister“, ἀντίθεοι (= Widersacher der
+Gottheit)[3317]. Die Erzählungen von dem Falle der Engel durch ihre
+Verbindung mit den Menschentöchtern und von den Sünden und Übeln, die
+die verführten Engel in die Welt brachten, sind Stücke babylonischen
+Aberglaubens, zum Teil ausgestaltet unter dem Einflusse iranischer
+und griechischer Kultlehren und schließlich in oberflächlicher
+Weise jüdisch-monotheistisch übertüncht[3318]. Die Engel erscheinen
+entweder auf der Erde, erliegen, vom „Bösen“ in Versuchung geführt,
+den Verlockungen der buhlerischen Weiber und werden hierdurch ihrer
+himmlischen Heimat verlustig[3319], oder, -- so berichten z. B. die
+im 2. Jahrhundert n. Chr. verfaßten apokryphen „Taten des Apostels
+~Thomas~“ --, der „große Drache“, die „große Schlange“, der Böse, der
+Teufel (= ~Ahriman~) reizt sie zur Empörung, bewirkt hierdurch ihren
+Sturz, „wirft sie aus der Höhe auf die Erde herab“, fesselt sie an
+sich durch die Begierde nach den Weibern und beraubt sie so ihrer
+Göttlichkeit[3320]. Daß nach einer mißglückten Empörung verstoßene und
+gefallene Heroen, Himmelsgeister oder Engel die Menschen geheime Künste
+oder Wissenschaften lehren, ist ein weitverbreiteter, bei Griechen,
+Ägyptern und Orientalen in verschiedenster Gestaltung nachweisbarer
+Gedanke[3321], der in der jüdisch-hellenistischen Litteratur schon
+im sog. „Buche der Jubiläen“ aus dem 2. Jahrhundert v. Chr.[3322],
+sowie in den etwa gleichalterigen ursprünglichen Fassungen des „Buches
+~Henoch~“ auftritt[3323]; größere Verbreitung und Volkstümlichkeit
+erlangte er aber erst in späterer Zeit durch die alexandrinischen
+Juden[3324], nach deren Behauptung bereits ~Adam~ derlei Kenntnisse
+besaß, sie durch seinen Sohn ~Seth~ (nach dem sich die gnostischen
+Sethianer benannten) auf ~Henoch~ und weiterhin über ~Noah~ und ~Cham~
+auf ~Mestrem~, oder über ~Abraham~ auf ~Josef~ vererbte, und die durch
+~Mestrem~ oder ~Josef~ mit nach Ägypten gebracht und dort insgeheim
+weitergepflegt wurden.
+
+~Justinus~, der gegen 150 n. Chr. seine „Apologie“, und der Apologet
+~Athenagoras~, der um 175 die Abhandlung „Supplicium“ verfaßte,
+erwähnen den Herabstieg der Engel und ihre Vereinigung mit den
+Erdentöchtern als etwas Wohlbekanntes, jedoch ohne nähere Angaben zu
+machen[3325], und auch ~Clemens Alexandrinus~ (gest. 216) sagt nur,
+die Engel hätten die Hingabe der Weiber durch Mitteilung gewisser
+Geheimnisse belohnt, die er aber nicht nennt[3326]. Bei ~Irenaeus~
+(um 180) heißt es im „Erweis der apostolischen Verkündigung“, die in
+armenischer Sprache erhalten ist[3327]: „Als Gabe brachten die Engel
+den Weibern die Anleitung zum Bösen mit; sie lehrten sie die Kraft
+der Wurzeln und Kräuter, das Färben und Schminken, die Erfindung
+wertvoller [Kleider-] Stoffe, die Mittel zur Beförderung der Anmut,
+zur Erweckung von Haß und Liebe, zur Sicherung der Lebensdauer, zu
+Geisterbünden, Gaukelei (= Magie) und Götzendienst.“ Etwas später
+bezeichnet ~Tertullianus~ (160-240?) in der Schrift „De cultu
+feminarum“ als die von den Engeln gelehrten Geheimnisse[3328]: die
+Behandlung der Metalle (opera metallorum), die Kräfte der Pflanzen
+(ingenia herbarum), die Macht der Beschwörungen (vires incantantionum),
+die Ausdeutung der Gestirne (stellarum interpretationem = Astrologie),
+die Anfertigung von Armbändern aus Gold und von Halsketten aus
+Edelsteinen, das Färben der Wolle (tincturae vellerum) mit Farbstoffen
+aus Tang (medicamenta ex fuco), die Bereitung des schwarzen Pulvers
+zum Anschminken verbreiterter Augenbrauen (calliblepharum tincturae),
+sowie die Bearbeitung (opera) des Goldes und der Edelsteine. Nach dem
+„Buche ~Henoch~“[3329] (in den späteren, anscheinend aber auch schon
+in den ursprünglichen vorchristlichen Fassungen?) unterrichteten der
+Engel ~Azazael~, und seine Genossen die Weiber über magisch wirksame
+Substanzen (φαρμακεῖαι) und Formeln, heilkräftige Pflanzen (ῥιζοτομίαι
+= Schneiden der Wurzeln), Metalle und deren Verarbeitung zu Waffen und
+Schmuck, Verschönerung durch Augenschminke und andere Schminken, über
+Edelsteine, Farbstoffe [die auch als Heilmittel und Amulette dienen],
+Herbeiführen und Lösen von Zaubern, Schauen und Deuten der Sterne sowie
+der [astrologischen] Zeichen für Sonne, Mond und Erde, Schreiben mit
+Tinte auf Papier; dies sind aber die Geheimnisse, die bald als die
+„der himmlischen Urzeit“ oder „der himmlischen Weisheit“ bezeichnet
+werden[3330], bald wieder als jene „Werke des Teufels“, zu denen, wie
+nach späteren Anschauungen so schon damals, alles auf Physik, Chemie
+und Technik gehörige gezählt wurde, einschließlich des Schreibens
+und besonders des Bücherschreibens[3331]. Auch bei ~Clemens Romanus~
+(2. oder 3. Jahrhundert)[3332] lassen sich die Engel von den Weibern
+betören, bis sie deren Lüste wegen Erschöpfung ihrer Kräfte nicht mehr
+befriedigen können, machen ihnen dann, um sie dennoch bei guter Laune
+zu erhalten, λίθον τίμιον (köstliches Gestein = Edelsteine), Perlen,
+Purpur, herrliches Gold (χρυσὸς ἔνδοξος) und alle Arten prächtiger
+Dinge (πᾶσαν πολυτίμιον ὕλην), zeigen ihnen in den „Eingeweiden der
+Erde“ Edelsteine von magischen Eigenschaften und ἐκ μετάλλων ἄνθη
+(die Blüten der Metalle = das Beste, Reinste), darunter Gold, Silber,
+Kupfer und Eisen, lehren sie die zugehörigen Künste (τέχνας), Magie,
+Astrologie, die Kräfte der Pflanzen, das Buntfärben der Kleider,
+die Herstellung alles sonst zur Ergötzung und Zierde der Weiber
+Dienlichen, und ferner, was den Menschen zu erfinden unmöglich gewesen
+wäre, das Schmelzen (Gießen) des Goldes, des Silbers und der verwandten
+Metalle (χρυσοῦ καὶ ἀργύρου καὶ τῶν ὁμοίων χύσιν); seither kennen die
+Menschen die Namen der Engel, verstehen das Austreiben der Dämonen
+und [daher auch] das Heilen der Krankheiten durch φάρμακα (Phármaka),
+die Beschwörung der giftigen Schlangen, die Benützung der Sympathien
+und Antipathien u. dgl. mehr. ~Zosimos~ endlich (gegen 300) erzählt
+im Buche „Imuth“, angeblich den „Physika“ des ~Hermes~ (aber auch dem
+alten Testamente) folgend, daß gewisse Engel des Himmels verlustig
+gingen, weil sie die irdischen Weiber Böses und der Seele Verderbliches
+lehrten, nämlich „alle Werke der Natur“, und daß diese Dämonen über
+sämtliche, Künste solcher Art das „Buch Chemu“ (Khumu) verfaßten[3333],
+von dem der Name der Chemeía (Khumia) herkommt, ein Buch, das in 24
+Abschnitten, „deren Titel die Priester erklären“, neben vielen anderen
+Künsten, die man χειρόκμητα (Handgriffe) nennt, auch die Umwandlung
+unedler Metalle in edle und ineinander beschreibt, und zwar ausführlich
+„in Tausenden von Worten“, deren Klarheit erst die Kommentatoren
+verdorben haben[3334].
+
+Wie diese Übersicht erkennen läßt, ist in +keiner+ der älteren Quellen
+von Alchemie die Rede, die bösen Lehren der Engel betreffen vielmehr
+neben Magie, Astrologie, Geisterbeschwörung, Heil- und Zaubermitteln
+fast ausschließlich Dinge, die der Befriedigung weiblicher Eitelkeit
+und Prunkliebe dienen, weshalb denn auch ~Tertullianus~ verlangt,
+die Weiber sollten sich fortan verschleiern, um nicht neue Engel
+zu Fall zu bringen[3335], und der hl. ~Cyprian~ vermutet, daß
+ihre Putzsucht schon selbst eine Erfindung gewisser Dämonen sei.
+Hauptsächlich handelt es sich um die im Orient uralten und wichtigen
+Schminken und Kosmetika[3336], um Farbstoffe und bunte Kleider,
+Edelsteine und Perlen, goldene und silberne Geschmeide u. dgl.; erst
+~Tertullianus~ (um oder nach 200) spricht von der Behandlung der
+Metalle und der Bearbeitung des Goldes und der Edelsteine, sichtlich
+zwecks Herstellung von Schmucksachen, -- im „Buche ~Henoch~“ ist dies
+auch ausdrücklich gesagt --, erst ~Clemens Romanus~ auch von anderen
+Metallen, deren „Blüten“ das Innere der Erde birgt, sowie von den
+zugehörigen metallurgischen Verfahren, u. a. vom Schmelzen und Gießen
+des Goldes, des Silbers und der „übrigen“. Nirgends liegt hier der
+geringste Anhalt zu alchemistischen Deutungen vor, insbesondere auch
+nicht, wie oft behauptet wurde, bei ~Henoch~, aus dem doch ~Justinus~
+und ~Athenagoras~[3337], ~Tertullianus~[3338] und noch der hl.
+~Augustinus~ (354-430) ihre einschlägigen Berichte schöpften, +ohne+
+dabei irgendeine derartige Anspielung einfließen zu lassen[3339]. Den
+aufgezählten „Künsten“, die sich übrigens bei den genannten Vorgängern
+in bemerkenswerter Zusammengehörigkeit darstellen[3340], reiht erst
+~Zosimos~, der letzte, späteste und selbst völlig von alchemistischen
+Anschauungen durchdrungene Autor, auch die der Metall-Verwandlung und
+des Machens von Gold und Silber an, vielleicht indem er den λίθος
+τίμιος, dessen ~Clemens Romanus~ gedenkt, als „kostbaren Stein“
+im Sinne von „Stein der Weisen“ hinzustellen und einer derartigen
+Auffassung Vorschub zu leisten suchte. Anscheinend liegt seiner ganzen
+Erzählung eine alexandrinische Lokalsage jüdisch-hellenistischer
+Herkunft zugrunde[3341], so daß auch an dieser Stelle die Wichtigkeit
+gerade derartiger Einflüsse abermals und in unverkennbarer Weise
+hervorträte.
+
+
+
+
+5. Herkunft alchemistischer Begriffe, Vorstellungen, Dogmen und Namen.
+
+
+Für die Entwicklung der alchemistischen Theorien auf Grund der
+griechischen Philosophie waren, wie ~Prantl~ schon 1856 in
+seinem mehrerwähnten Aufsatze „Keime der Alchemie bei den Alten“
+darlegte[3342], drei Quellen von größter Bedeutung; sie fließen aus
+den Schriften des ~Platon~, des ~Aristoteles~ sowie der stoïschen
+Philosophen und werden unter Aufnahme von allerlei Ägyptischem
+und Orientalischem durch die Alexandriner zu einem großen Ganzen
+vereinigt; nur von einem +großen+ Ganzen kann man sprechen, nicht
+von einem +einheitlichen+, um so mehr, als neupythagoräische und
+neuplatonische Anschauungen in stets wachsendem Umfange die Oberhand
+gewinnen, verändernd und umgestaltend wirken. Maßgebend bleiben daher:
+was ~Platon~ angeht die mystischen und schwärmerischen Lehren, was
+~Aristoteles~ betrifft die spekulativen und deduktiven, und was die
+späteren Philosophen anbelangt jene eklektischen und synkretistischen,
+denen sich der alexandrinische Geist auf allen Gebieten mit
+ausnehmendem Behagen anpaßte, und die seinem Charakter ganz besonders
+angemessen erschienen[3343].
+
+In dem der griechischen Philosophie gewidmeten Abschnitte der
+vorliegenden Schrift sind die für die Vorgeschichte der Alchemie
+bedeutsamen Forscher genannt und ihre Systeme insoweit erörtert worden,
+daß es genügen dürfte, kurz auf sie zurück zu weisen, wenn nunmehr der
+Versuch gemacht werden soll, die Entwicklung einiger der wichtigsten
+einschlägigen Begriffe zusammenfassend in möglichster Kürze zu
+schildern[3344].
+
+Der φύσις (Phýsis) genannte +Urstoff+ der jonischen Philosophen geht
+in die vier Elemente und weiterhin in die Einzelstoffe durch μεταβολή
+(Metabolé = Umänderung) über, deren qualitative Abart die ἀλλοἰωσις
+(Alloíosis = Artverwandlung) ist; die vier Elemente verwandeln sich
+wechselseitig entweder unmittelbar ineinander, wie bei den Eleaten
+und ~Melissos~, oder auf dem Umwege über den form- und gestaltlosen
+Urstoff, wie bei ~Platon~. Bei ~Aristoteles~ entstehen aus der
+Ursubstanz (πρώτη ὕλη = erste Substanz) die vier Elemente und aus
+diesen die Einzeldinge, jedoch so, daß sie stets +alle vier+ Elemente
+enthalten, wenn auch in den verschiedensten Verhältnissen; dabei sind
+zwar die Elemente wechselseitigen Überganges fähig, nicht aber die
+Einzeldinge, es kann also z. B. Essig wieder zu Wein nur so werden,
+wie ein Toter wieder zu einem Lebendigen, d. h. er muß zunächst in die
+gemeinsame πρώτη ὕλη oder Ursubstanz zurückverwandelt und aus dieser
+dann neu individualisiert werden. Die ὕλη (Hýle) ist bei ~Philolaos~
+und ~Anaxagoras~ = Holz, Bauholz, Materia[3345], bei ~Platon~ im
+nämlichen Sinne das allgemeine Baumaterial, Mutter und Schoß aller
+Wesen, bei ~Aristoteles~ als πρώτη ὕλη die bald rein potentiell, bald
+auch körperlich aufgefaßte Urmaterie, bei ~Theophrastos~ aber ein
+bestimmter Stoff. ~Platon~ nennt einen solchen σῶμα (Sóma, Körper),
+bezeichnet aber mit diesem Worte gelegentlich auch die vier Elemente,
+während ihm οὐσία (Usía) die beharrende wahre Substanz der Dinge ist,
+ihr dauerndes Wesen; ~Aristoteles~ gebraucht σῶμα in gleicher Weise und
+sieht in der οὐσία (jedoch nicht stets folgerichtig) das Wesentliche
+und Seiende der Dinge. Die Stoïker nehmen οὐσία (die Urmaterie),
+sowie ὑποκείμενον (= das zugrunde liegende, den Grundstoff) für
+gleichbedeutend mit Hyle an und setzen der πρώτη ὕλη zuweilen noch eine
+πρωτίστη (allererste) zur Seite; die Einzeldinge bestehen für sie aus
+Usia + (körperlicher!) Qualität und verändern sich, indem die erstere
+Metabolé, oder die letztere Alloíosis erleidet. Bei den Neupythagoräern
+ist πρώτη ὕλη = οὐσία, bei ~Simplikios~ ist sie = Urstoff im Gegensatze
+zu σῶμα, dem Einzelkörper, und bei ~Plotinos~ = Urmaterie im Zustande
+der Eigenschaftslosigkeit (στέρησις), die dunkle, chaotische, im
+Schatten und Finstern liegende, die Ursache allen Übels (πρῶτον κακόν).
+
+Durch Alloíosis kann bei ~Heraklit~ das Feuer zu allem Sonstigen
+werden, bei den jonischen Philosophen und bei ~Zenon~ von ~Elea~ jedes
+der Elemente zu einem der drei übrigen; bei ~Anaxagoras~ veranlaßt
+sie die Wandelbarkeit durch Vermehrung oder Verminderung der Samen,
+bei ~Platon~ bewirkt sie alle Übergänge, und bei ~Aristoteles~, der
+auch hierin nicht ganz folgerichtig verfährt, ist die Materie fähig
+der Umänderung, der Metabolé, insbesondere aber der qualitativen, also
+der Alloíosis, der Artverwandlung. Die Stoïker lassen beide Begriffe
+vielfach ineinander übergehen; bei den Neupythagoräern geschehen die
+Veränderungen der Elemente vorzugsweise durch μεταβάλλειν (durch
+Metabolé), bei den Neuplatonikern durch ἀλλοιοῦσθαι (durch Alloíosis).
+
+Eine Reihenfolge, durch die Bestimmung +ἄνω-κάτω+ (nach oben, nach
+unten), gibt zuerst ~Heraklit~ an; des nämlichen Ausdruckes bedienen
+sich ~Philolaos~, ~Xenophanes~ und ~Parmenides~; bei ~Platon~ geschehen
+die Umwandlungen ἄνω-κάτω in endlosem Kreislaufe, bei ~Aristoteles~
+derart, daß die Menge der einzelnen Elemente im ganzen stets die
+nämliche bleibt; die Stoïker versuchen zum Sprachgebrauche ~Heraklits~
+zurückzukehren.
+
+Die Gegensätze +aktiv-passiv+ finden sich schon bei ~Empedokles~
+angedeutet, indem Wärme und Trockenheit der Luft und dem Feuer
+anhaften sollen, Kälte und Feuchtigkeit aber dem Wasser und der Erde.
+~Aristoteles~ bezeichnet Wärme und Kälte als aktiv, Trockenheit und
+Feuchte als passiv; den Peripatetikern, den Stoïkern, dem Verfasser
+der „Schrift von der Welt“ und den Neupythagoräern sind Feuer und Luft
+aktiv, Wasser und Erde passiv, und dem ~Philo~ fallen die aktiven
+Elemente mit den feinen zusammen, die passiven mit den groben.
+Bestimmte Eigenschaften der Einzelstoffe können übrigens durch
+abweichende, ja ganz entgegengesetzte, äußerlich verdeckt werden,
+sie sind dann „verborgen“, lassen sich aber unter Umständen durch
+„Herauskehren“ zur Geltung bringen, und dieser bereits bei ~Anaxagoras~
+auftauchende Gedanke wird, insbesondere durch die Peripatetiker und
+Stoïker, zu der umfassenden Lehre von der „Antiperístasis“ ausgebildet.
+
+Vielfach schließt sich dem Gegensatze aktiv-passiv auch der
++männlich-weiblich+ (ἄρῥην καὶ θήλυ) an, der wieder in inniger
+Beziehung zum ἀρῥηνόθηλυ, dem Mannweiblichen (Zwitterwesen) steht, wie
+es bereits im ~Phanes~ der Orphiker (entlehnt dem persischen ~Zervan~?)
+zutage tritt; vom Männlichen und Weiblichen redet schon ~Heraklit~,
+die Vereinigung der Gegensätze (ἐναντία) gleicht nach ~Parmenides~ der
+geschlechtlichen Vermischung des Mannes und Weibes (μιγῆναι), ~Platon~
+spricht von einer wahren Vereinigung und Vermählung der Qualitäten,
+bei ~Aristoteles~ ist das Verhältnis der Form zur Materie das des
+Männlichen zum Weiblichen, bei den Neupythagoräern und bei ~Plotinos~
+wird die weibliche Materie (οὐσία, ὕλη) vom männlichen Logos, oder den
+von Logos erfüllten Samen, den λόγοι σπερματικοί (Lógoi spermatikoí),
+befruchtet.
+
+Frühzeitig gesellt sich den vier materiellen Elementen der +Äther+.
+Die Orphiker verstehen unter αἰθήρ anscheinend zumeist den Himmel (im
+Sinne des persischen atar = Feuer des Himmels), ~Pherekydes~ benennt
+ihn Zeus und läßt ihn einen der fünf Weltenräume erfüllen, auch
+~Philolaos~ gedenkt seiner, dem ~Empedokles~ gilt er zumeist als Luft
+und dem ~Anaxagoras~ als Feuer. Bei ~Platon~ ist der Äther eine Luft
+von besonderer Reinheit und völliger Eigenart, daher unfähig in eines
+der vier Elemente überzugehen, desgleichen nennt ihn ~Aristoteles~
+eine göttliche und himmlische Substanz, die den gemeinen und irdischen
+Stoffen gänzlich fernesteht und sich daher auch in keinen von ihnen zu
+verwandeln vermag; vergröbert zu einem eigentlichen fünften Element
+(πέμπτον σῶμα, πέμπτη οὐσία) findet sich der Äther erst bei den
+Neupythagoräern, in der „Schrift von der Welt“, bei ~Philo~, bei den
+Neuplatonikern, bei ~Simplikios~ und anderen, die ihn auch häufig,
+hierin der Stoa folgend, dem Pneuma und dem Logos gleichsetzen.
+
+Das +Pneuma+ betrachten ~Anaximander~ und ~Anaximenes~ als Luft,
+Lufthauch, Wind und Atem, ~Pherekydes~ als Luft, ~Philolaos~ als
+die unbegrenzte und das Weltall umgebende Luftmasse, ~Platon~ (ja
+vielleicht schon ~Xenophanes~) als belebende Atemluft und seelisches
+Prinzip, ~Hippokrates~ sowie ~Diokles~ von ~Karystos~ als Vermittler
+des Lebens und der natürlichen Körperwärme, ~Aristoteles~ und
+ihm folgend auch ~Theophrastos~ und ~Strabon~ als den Träger der
+Seelensubstanz, der dem Äther nahesteht und daher an edler Natur
+den vier Elementen überlegen ist. Den Stoïkern und nach ihnen den
+Neupythagoräern, dem Verfasser der „Schrift von der Welt“ und dem
+~Philo~ ist Pneuma ein leichter materieller Hauch, dessen treibende
+Kraft und Spannkraft (τόνος, Tónos) das Wesen der Qualitäten bedingt,
+eine Vereinigung der oberen Elemente Feuer und Luft, eine göttliche
+und himmlische Substanz, identisch mit der Weltseele, der Seele,
+der Lebenskraft, dem Äther, dem Logos, dessen Lógoi spermatikói
+zugleich Pneumata sind, als solche die wirkenden Kräfte aller Samen
+vorstellen und daher auch, wie bereits ~Erasistratos~ (um 258 v. Chr.)
+lehrte, durch Befruchtung der Hyle des weiblichen Menstrualblutes die
+Entstehung des Fötus veranlassen.
+
+Den +Logos+ erklärt ~Heraklit~ für die Weltvernunft, aber erst die
+Stoa, die ihn als materiellen pneumatischen Hauch ansieht, beginnt ihm
+auch eine gewisse Schöpferkraft zuzuschreiben, läßt ihn durch seinen
+τόνος (Tonus) die Qualitäten erzeugen und setzt ihn, je nachdem die
+geistige oder materielle Betrachtungsweise vorwiegt, bald mit dem
+~Hermes psychopompos~, bald mit dem ~Hermes chthonios~ in Zusammenhang.
+Während nach den Orphikern der noch einheitliche ~Phanes~ die Samen
+aller Dinge in sich enthält, ~Anaxagoras~ von den Samen der unzähligen
+Urstoffe spricht und ~Aristoteles~ schon eine pneumatische Kraft
+(πνευματικὴ δύναμις) des Samens anerkennt, lassen die Stoïker den
+Logos, der den Inbegriff aller einzelnen Lógoi spermatikói darstellt,
+als Sperma in die Materie eingehen, sie mit Qualitäten erfüllen und
+ihr durch seinen Hauch (die aristotelische „aura seminalis“) Leben
+und Seele verleihen. Bei den Neupythagoräern erzeugen die Lógoi
+spermatikói durch Befruchtung der Usia die Einzeldinge, so daß sich
+der Logos selbst als Mittler zwischen dem reinen göttlichen Pneuma und
+der unreinen gemeinen Materie erweist; ~Philo~ allegorisiert ihn als
+~Hermes~ und betrachtet ihn in systematischer Weise als vernünftig
+wirkende, einheitliche, mit dem Äther und Pneuma identische Kraft; die
+Neuplatoniker endlich, sowie ~Plotinos~, erklären den Logos für die
+oberste Einheit der Lógoi spermatikói, für den Demiurgen, Mittler,
+Seelenbeherrscher, Allgeist, ~Hermes~. Als höchstes einheitliches
+Weltprinzip besitzt er einerseits enge Beziehungen zum Wesen des
+orphischen (ursprünglich iranischen) Welteneies, des Urquells alles
+Vorhandenen, andererseits zur unwandelbaren Ordnung der Gestirne, die
+in gleicher Weise dem ~Anaximander~ und ~Philolaos~, dem ~Platon~ und
+~Aristoteles~, den Stoïkern und Neupythagoräern, dem ~Plotinos~ und
+~Simplikios~ „göttliche Wesen“ und „sichtbare Götter“ sind, und stellt
+schließlich auch das „Alles in Einem, Eines in Allem“ dar, das ἓν καὶ
+πᾶν des ~Heraklit~, ~Xenophanes~ und ~Melissos~, das die Neuplatoniker
+und ~Plotinos~ mit den nämlichen Worten als Sinnbild der „eigentlichen
+obersten Weltordnung“ bezeichnen.
+
+Daß zwischen der +inneren Beschaffenheit+ der Dinge und ihrer +äußeren
+Färbung+ (χρῶσις, Chrósis) nahe Zusammenhänge walten, lehrte bereits
+~Philolaos~; bei der Entstehung des harten Erzes (der Bronze) aus
+weichem Kupfer und Zinn, die ~Empedokles~ mit der des „harten“ (=
+unfruchtbaren) Maultiersamens aus dem „weichen“ Pferde- und Eselsamen
+in Parallele setzt, verschwindet daher nach ~Aristoteles~ das Zinn
+spurlos und wird unter Auflösung seiner Form zu einer Qualität des
+Kupfers, dem es (neben der Härte usf.) vor allem „Farbe“ verleiht,
+nämlich die des Goldes, -- und diese aristotelische Darlegung
+erlangt hohe geschichtliche Wichtigkeit, da die Stoïker, sowie ihre
+Nachfolger, und auch noch ~Plotinos~ sie als Schulbeispiel benützen.
+Ganz so, wie nach ~Aristoteles~ beim Reifen der Früchte und auch
+beim Backen des Brotes aus dem Teig (μάζα, Máza) die Veränderung der
+Qualitäten unter entsprechendem Farbenwechsel erfolgt, kann dies auch
+bei dem von ihm gelehrten allmählichen Wachsen und Reifen der Metalle
+angenommen werden; behauptet er doch, daß „feuerfarbige“ (Legierung)
+und Gold, Zinn und Silber, sowie andere nach Farbe und daher auch nach
+sonstigen Eigenschaften ähnliche Metalle leicht gegenseitig ineinander
+überzugehen vermögen.
+
+Sichtlich schließen sich diese Anschauungen des ~Aristoteles~ jenen
+des ~Platon~ an, betreff derer nur erinnert sei: an die Theorie von
+der Urmaterie als dem gemeinsamen Substrate der vier Elemente, an die
+Möglichkeit allgemeiner gegenseitiger Wandelbarkeit, an den ewigen
+Kreislauf der Elemente, der Verwandtes zusammen zu führen und nach Art
+einer eigentlichen „Vereinigung“ oder „Vermählung“ zu neuen Stoffen
+zu gestalten sucht, an die Verwandlung und Umbildung der Stoffe durch
+„Trennen und Vereinigen“, an das allmähliche Hervorgehen von Gold
+und Silber aus unedlen Metallen (und umgekehrt) in der Natur, an die
+obherrschende Stellung und symbolische Bedeutung des Goldes usf.
+
+Diese Lehren des ~Platon~ und die analogen des ~Aristoteles~ über das
+Zusammentreten und die Verwandlung der vier Elemente und ebenso die
+auf die vier „Säfte“ (Blut, Schleim, gelbe Galle, schwarze Galle)
+bezüglichen der Hippokratiker führen, wie schon ~Prantl~ hervorhob,
+zum Schlusse, daß Grundlage jeder qualitativen Veränderung, chemischer
+wie medizinischer Art, ein +Zufügen+ oder +Wegnehmen+ sei. Nach
+~Aristoteles~ gehen die Elemente aus der Urmaterie hervor, empfangen
+ihr spezifisches Wesen durch die in zwei Gegensatz-Paaren auftretenden
+vier Qualitäten, und bilden selbst wieder das Substrat der Einzeldinge,
+die sich aus ihnen unter dem Einflusse der höheren begrifflichen Form
+gestalten. Hiernach zeigt sich die qualitative Wandlung in letzter
+Linie abhängig von einem Zufügen oder Wegnehmen von +Qualitäten+, und
+da ihre erste Ursache (wie die +aller+ Vorgänge, auch derer des Lebens
+und der seelischen) im weltbeherrschenden Kreislaufe des Himmels und
+der Gestirne liegt und vom göttlichen Äther ausgeht, ist auch sie
+keine materielle; je nach dem Überwiegen der aktiven oder passiven
+Kräfte (heiß und trocken; kalt und feucht) in den Elementen, sowie der
+aktiven oder passiven Elemente (Luft und Feuer; Erde und Wasser) in den
+Einzeldingen, gestaltet oder verändert sich also deren Beschaffenheit.
+
+Wie an fast allen von ~Aristoteles~ aus- oder vorgebildeten Lehren
+(z. B. jener von der Antiperístasis) nahmen auch an den vorstehenden
+schon die Peripatetiker gewisse Abänderungen vor, indem sie in stets
+wachsendem Umfange an die Stelle der dynamischen Erklärungen solche
+durch das Pneuma (spiritus) treten ließen, die namentlich unter dem
+Einflusse der als „Pneumatiker“ bekannten Ärzte und ihrer Schule in
+immer allgemeinere Aufnahme kamen. Weit tiefer greifende Umgestaltungen
+gingen jedoch von der Stoa aus: da ihr die Qualitäten +körperlicher+
+Natur waren, die Körper aber vollständiger Durchdringung und demnach
+die Qualitäten einfacher Summierung fähig erschienen, so konnte das
+Zubringen der zur Erzielung einer Umwandlung erforderlichen neuen
++Qualität+ durch Beifügung eines neuen +Stoffes+ bewirkt werden,
+der mit dem alten völlig verschmilzt. Nun trägt aber nach stoïscher
+Anschauung alles Bestehende gleichzeitig materiellen und logischen
+Charakter: der +stofflichen+ Seite, d. i. der +Materie+ oder +Hyle+,
+gleichwertig erweist sich die +logische+, d. i. der +Logos+, der in
+allem Sein als vernünftiger Gedanke waltet, sich in der „Form“ der
+Dinge äußert (die zugleich ihr Zweck und Begriff ist), ihrem Wesen als
+„immanente Zweckmäßigkeit“ zugrunde liegt und identifiziert wird mit
+dem warmen, lebenzeugenden und -erhaltenden, alles durchdringenden
+und mit Spannung (τόνος, Tónos) erfüllenden Pneuma, sowie mit dem
+zum fünften Elemente herabgesetzten und gröblich materialisierten
+Äther. Feuer und Luft, die als leichte und feine Elemente von hoher
+Spannkraft das warme und aktive Prinzip (das Pneuma) darstellen,
+durchdringen hierbei Wasser und Erde, die als schwere und dichte
+Elemente von geringem Tonus dem kalten und passiven Prinzip (der
+Hyle) entsprechen, und erfüllen, gliedern und formen so alle
+Einzeldinge. Zwischen dem passiven und qualitätslosen Stoffe und dem
+mit der „treibenden Kraft“ des Zweckbegriffes gestaltenden Logos ist
+jedoch eine Vermittlung nötig; zugeteilt wurde sie in Anknüpfung an
+die Rolle, die der +Samen+ (Sperma) bei ~Aristoteles~ spielt, den
+„Lógoi spermatikói“: diese gelten als die allgemeinsten, jeglichem
+Seienden zugrunde liegenden, vernunftgemäßen Keime der Entfaltung,
+als bildendes, individualisierendes, der Materie die (platonischen)
+Ideen einpflanzendes Prinzip, als eigentliches Wesen der Naturkräfte,
+das alle Dinge im Innersten zusammenhält, als ihre Quintessenz,
+ihr Lebensgeist, ihre Seele. In dem bei den Stoïkern üblichen
+Schulbeispiele für das Hervorgehen eines bestimmten neuen Stoffes,
+eines Individuums selbständiger Art, vermöge der Einwirkung des Logos
+auf die Materie, nämlich der Umwandlung des Kupfers in Bronze durch
+das Zinn nach ~Aristoteles~, ist es also das Zinn, dessen Lógoi
+spermatikói jene neue Qualität hinzubringen, durch deren Aufnahme das
+Kupfer in Bronze übergeht: Kupfer (d. i. Urmaterie + n Qualitäten) +
+1 neue Qualität = Urmaterie + (n + 1) Qualitäten = Bronze. Diese im
+Grunde aristotelische Anschauung birgt u. a. die Quelle der bis tief
+in die Neuzeit hinein festgehaltenen Theorie[3346], daß jede besondere
+Eigenschaft eines Körpers auch einen besonderen Bestandteil als ihren
+Träger voraussetze.
+
+Die +Neupythagoräer+ nahmen ebenfalls die beiden Prinzipien der
+passiven Hyle und des aktiven Logos an und ließen die Logoi, als
+Qualitäten der Dinge, zusammenfallen mit den Formen des ~Aristoteles~,
+den Ideen des ~Platon~ und den Zahlen des ~Pythagoras~; bei ~Philo~ ist
+der Logos zugleich auch Äther und πνεῦμα θεῖον (göttliches Pneuma),
+und der gestaltenden Kraft der Logoi fällt die Weltenbildung zu, wobei
+sie zunächst die Materie in grobe und feine, weiterhin aber erstere in
+Wasser und Erde, letztere in Luft und Feuer zu teilen haben, welche
+Paare aber auch wieder als Repräsentanten des eigentlichen kalten und
+passiven Stoffes, sowie des heißen und aktiven Pneumas gelten. Für
+die +Neuplatoniker+ endlich bestanden die Körper aus der Hyle als
+Materia prima und dem Logos als Inbegriff der Qualitäten, die als Lógoi
+spermatikói individualisierend wirken und als „zeugende Formen“ oder
+„Samen“ von „mystisch-dämonischer Kraft“ allem Vorhandenen das Sein
+verleihen; der intellektuelle Logos, d. i. Vernunft und Sprache, die
+einst die Götter den Menschen durch ihren geflügelten Boten ~Hermes~
+(~Merkur~) vom Himmel herabsandten, weiterhin aber auch der allgemeine,
+sämtliche Dinge des Weltgebäudes hervorbringende und durchdringende,
+wird im Anschlusse an die Stoïker mit ~Hermes~ (~Merkur~) identifiziert.
+
+Da man bei der Darstellung der Arzneien das Zumischen eines weiteren
+Bestandteiles als επιβάλλειν (+projizieren+) zu bezeichnen pflegte, so
+ist es sehr wahrscheinlich, daß dieser Ausdruck auch auf das Einwerfen
+oder Einstreuen der chemischen Zusätze Anwendung fand, z. B. des Zinnes
+zum Kupfer, und daß daher tatsächlich dem Worte für Streupulver,
+d. i. ξήριον (Xérion), der spätere arabische Name aliksîr, d. i.
+Elixir, entsprang; erst weiterhin wurde dieser vorzugsweise auf ein
+ganz bestimmtes Streupulver angewandt, und zwar auf jenes, dem die
+Eigenschaft zukommen sollte, unedle Metalle in edle zu verwandeln,
+also auf das Pulver jenes Präparates, dem man den mystischen Namen
+„philosophischer Stein“, „Stein der Philosophen“ oder „Stein der
+Weisen“ erteilte. Ist nämlich, wie schon ~Platon~ lehrte, alles
+wandelbar, kann in stetigem Kreislaufe der Elemente und im endlosen
+Strömen „von unten nach oben und von oben nach unten“ Jegliches in
+ein Anderes übergehen, läßt die +Natur+ das Gold aus Silber, Kupfer
+oder Eisen und diese wieder als Produkte eines stufenweisen Abbaues
+aus jenen „verwandten“, aber edleren Metallen entstehen, -- warum
+sollte dann nicht auch der +Mensch+ vermögen, Kupfer oder Silber in
+Gold überzuführen, sei es auf allmählichem Wege unter Nachahmung des
+langsamen Wachsens und Reifens, sei es auf raschem und praktisch allein
+in Betracht kommenden unter anfänglicher Rückführung in den Zustand
+der gemeinsamen Urmaterie (der Materia prima) und darauf folgender
+Umgestaltung? Auch hier zeigt sich wieder die hohe Bedeutung und
+entscheidende Rolle der „+Schwärzung+“, denn die form- und gestaltlose,
+chaotische, in Schatten und Finsternis liegende Urmaterie ist die
+unentbehrliche Durchgangsstufe und notwendige Vorbedingung der weiteren
+Verwandlung. Diese erfolgt durch βαφή (Färbung, Tinktion), wobei der
+innere Vorgang durch den Wechsel der Farben auch äußerlich sichtbar
+wird; demgemäß sind Tinktion und Tinktur von ganz außerordentlicher
+Wichtigkeit, da umgekehrt aus dem Eintritt der gewünschten äußeren
+Färbung auch wieder auf den der inneren Umwandlung zurückgeschlossen
+werden kann. Die neuen +Qualitäten+, die zwecks Stattfindens der
+Transmutation einzuführen sind, haften an dem zuzusetzenden +Präparat+,
+dem philosophischen Stein, der wie ein Samen und daher schon in
+äußerst geringer Menge wirkt und in seiner Vollendung, den „uralten“
+Mysterien der Orphiker gemäß, gleich deren „ovum philosophicum“
+(philosophisches Ei, Weltenei) die Keime aller Dinge in sich enthält;
+man gewinnt ihn aber in solcher Vollkommenheit durch Vermählung
+des weiblichen reinsten noch unberührten Stoffes (Materia prima,
+himmlische Hyle, Jungfernerde, Jungfernmilch, ...) mit dem aktivsten
+Prinzip des männlichen Logos, weshalb er auch selbst als Keim, Embryo,
+Homunculus, Hermaphrodit betrachtet wird. Die Gleichstellung seiner
+Lógoi spermatikói mit den Qualitäten, Samen und Seelen führt dann
+dazu, von den „Seelen“ und den „Samen“ des Goldes, Silbers, Schwefels,
+Quecksilbers zu sprechen, unter denen die Quintessenzen oder „Geister“
+dieser Dinge zu verstehen sind[3347], das „philosophische“ Gold und
+Silber, „unser“ Gold und Silber, im Gegensatze zu den gewöhnlichen,
+natürlich vorkommenden. Die Identifikation des Logos mit dem Äther,
+dem Pneuma, dem Luftgeist (spiritus), der Lebenskraft usf. gab
+weiterhin dazu Anlaß, den philosophischen Stein aus Äther, Luft,
+Sternschnuppen-Substanz u. dgl. bereiten zu wollen, aber auch, in
+Ansehung der Parallelität des Makro- und Mikrokosmos, aus den Produkten
+der Lebenskraft in der „kleinen Welt“, besonders aus den „heißen“
+Exkreten[3348]; des ferneren erklärt sie, und zwar auf Grund der
+nämlichen Anschauung, sowie der Symbolisierung des Goldes als reinsten,
+edelsten und himmlischen Elementes, daß dem philosophischen Stein
+auch psychische und religiöse Wirkung zugeschrieben wurde, sowie die
+Eigenschaft eines Allheilmittels gegenüber Krankheit, Alter und Tod,
+die ja nach ~Platon~ sämtlich allein auf unrichtiger Verteilung oder
+Umsetzung der Elemente beruhen.
+
+Die seit den Zeiten der jüngeren Stoïker unentwegt zunehmende
+Hinneigung der philosophischen Schulen zum morgenländischen
++Aberglauben+ in seinen verschiedenen Formen, namentlich zur
+Astrologie und Dämonologie, zu ekstatischen und eschatologischen
+Träumereien von Wiederbelebung und Auferstehung usf. macht auch den
+wachsenden Einfluß derartiger Anschauungen auf die entstehende und in
+Entwicklung befindliche Alchemie begreiflich, um so mehr, als sich
+z. B. die aristotelische Lehre über die Abhängigkeit aller materiellen
+Veränderungen vom Kreislaufe der Gestirne, oder die stoïsche über
+die Beziehungen des Logos zur „Ordnung am Sternenhimmel“ leicht in
+entsprechender Weise umdeuten ließen. Dieses Eindringen ägyptischen
+und orientalischen Gutes und sein Verschmelzen mit dem Inhalte
+der griechisch-philosophischen Überlieferung blieb den klareren
+Köpfen keineswegs verborgen und wird im allgemeinen von zahlreichen
+Schriftstellern zutreffend anerkannt und erörtert; zur richtigen
+Einsicht im einzelnen gelangten sie jedoch allerdings nicht, schon
+weil für die Griechen, wie bereits weiter oben erwähnt, babylonische,
+chaldäische, assyrische und persische Traditionen bereits in früher
+Zeit ununterscheidbar zusammenflossen, in späterer aber meist gleich
+von vornherein als identisch angesehen und behandelt wurden.
+
+Den Griechen galten zwar die Sterne seit altersher als göttliche
+Wesen, aber erst verhältnismäßig spät empfingen sie aus dem Orient
+(nicht aus Ägypten) die Lehren von den babylonischen Sterngöttern
+und persischen Sterndämonen, von den männlichen, weiblichen und
+mannweiblichen Planeten-Gottheiten, -- ~Venus~ und ~Merkur~, die man
+ursprünglich als Morgen- und als Abend-Sterne beobachtete --, von
+der Beziehung zwischen den Planeten und den Göttern, deren Namen sie
+tragen, von der Emanation, durch die sie nach chaldäischer Anschauung
+ihre Naturen, Kräfte und Farben auf Tiere, Pflanzen, Mineralien,
+Metalle usf. übermitteln, und von dem Einflusse, den sie auf alle
+irdischen Vorgänge bis ins Kleinste hinein ausüben. Nur allmählich
+erfolgte ihre Annahme, und völliges Gemeingut der entsprechenden Kreise
+waren sie erst seit der Zeit der jüngeren Stoïker und Neupythagoräer.
+In Ägypten, -- woselbst diese vorzugsweise wirkten, wo seit Beginn
+der synkretistischen Periode „persische“ Magier eine immer lebhaftere
+Tätigkeit entfalteten, wo hellenisierte Juden und Ägypter unter
+Benützung der gesamten anonymen Priesterlitteratur eine Flut apokrypher
+und pseudepigraphischer Schriften ans Licht förderten und sie dem bald
+mit ~Henoch~, bald mit ~Thot~ identifizierten ~Hermes~ unterschoben
+--, vollzog sich dann die Verquickung jener orientalischen Lehren mit
+geeigneten ägyptischen, freilich oft schon selbst arg entstellten; zu
+diesen zählte u. a. die vom Ei aus dem Urwasser ~Nun~, das die Keime
+des Weiblichen und Männlichen in sich birgt, von der Sonne als dem Ei
+des Skarabäus, von der Bestattung der mit Binden umwickelten Leiche des
+~Osiris~, seiner durch das Wasser des Lebens bewirkten Wiederbelebung
+und Auferstehung usf. Als bezeichnendes Ergebnis der vollzogenen
+Verquickung anzusehen ist u. a. die Legende von der Statue des ~Osiris~
+aus den sieben Metallen und vier edlen Gesteinen Ägyptens, in der auch
+wieder die Identifizierung dieses Gottes mit ~Pan~ zutage tritt, den
+schon die jüngere Stoa dem ~Chnum~ gleichgesetzt hatte.
+
+Die nahe Verbindung, in der die Alchemie von Anfang an mit der
+Magie, Dämonologie und Astrologie steht[3349], gibt Aufschluß über
+verschiedene auffällige Zusammenhänge. Da z. B. die Stellungen der
+Gestirne die richtigen Zeiten für Ehe, Konzeption und Entwicklung
+des Fötus anzeigen, sind sie auch äußerst wichtig zur Erkenntnis des
+„rechten“ Augenblickes für die „Vermählung“ der Bestandteile beim
+„großen Werke“; daher hat der Alchemist den Verlauf der Sternbewegungen
+und die Konstellationen der Sterne genauestens zu beobachten[3350]
+und eifrig jene Betrachtung des gestirnten Himmels zu pflegen, die
+nach den Stoïkern, Gnostikern, Neuplatonikern und Ssabiern in so hohem
+Grade die Erlangung der rechten Erkenntnis (γνῶσις, Gnosis) fördert,
+zugleich aber auch die ihrer drei Hauptgaben: Reichtum, Gesundheit und
+Unsterblichkeit. „Heilige und göttliche Vorschriften“ sind es, wie
+~Zosimos~ bezeugt[3351], die die Beziehungen der sieben Planeten zum
+großen Werke, zum philosophischen Steine sowie zu den sieben Metallen
+regeln, und nur dem Sternkundigen erschließen sie sich völlig, da
+doch „wie jedermann weiß“ die Astrologen es waren, die das Kupfer der
+~Aphrodite~ zuschrieben und das aus Kupfer, Zinn, Silber oder anderen
+Metallen bestehende Elektron dem ~Zeus~[3352]; demgemäß müssen, wie
+es am ausführlichsten die Ssabier überliefern, die Planetengötter in
+Gestalt von Idolen aus den ihnen eigentümlichen Metallen und durch
+Opfergaben der ihnen zugehörigen Tiere und Pflanzen verehrt werden,
+denn wie die Sonne das Gold hervorbringt, so erfreut sie sich auch
+wieder vorzugsweise am Golde usf. Als Diener der Planeten und ihrer
+Gottheiten unterliegt daher, gleich dem Astrologen nach ~Firmicus~,
+auch der Alchemist dem Gebote kultischer Reinheit, äußerer wie
+innerer; er muß sich der Einweihung unterziehen, den Eid der Mysten
+schwören, unbedingte Verschwiegenheit geloben und darf über die ihm
+offenbarten Geheimlehren und ihre „Verfeinerung und theoretische
+Begründung durch Anlehnung an die Philosophie“ entweder überhaupt nicht
+schreiben, oder (laut der von ~Clemens Alexandrinus~ mitgeteilten
+Anweisung) bloß +so+, daß er das Wesentliche in Form von Rätseln,
+Gleichnissen, Allegorien und Metaphern im Dunkeln läßt und den Leser
+völlig in die Irre führt. Nur der kultisch Reine kann zum „Vollendeten“
+(τέλειος, Téleios) werden, und wie dieser selbst „umgeschaffen“ ist
+durch Metabolé, durchdrungen von der Fähigkeit geistiger „Krasis und
+Mixis“, erfüllt von „totenerweckender Kraft“ (δύναμις τῆς μεταβολῆς der
+Gnostiker), so vermag er auch wieder zu wirken: er wird „umschaffen“,
+sich als Künstler der Krasis und Mixis an Metallen und Legierungen
+bewähren und die in den Abýssos (Abgrund), in die Unterwelt, in die
+große Finsternis eingegangenen „Toten“ wiederbeleben, oder, wie es
+in den sog. „~Oden Salomons~“ heißt, die gleich Blei in das Chaos
+hinabgesunkenen Hylai auflösen, erneuern und erwecken, durch das
+heilige Wasser, den „Tau des Herrn“, sie dem Dasein zurückgeben und aus
+der Schwärze der Hölle geläutert emporführen, „bis alles oben (ἄνω)
+ist“. Als kultisch Reiner wird er es so vermögen, der widerwärtigen
+und schlechten Materie Herr zu werden, die körperlich-gemeine Hyle mit
+Hilfe der geistig-göttlichen Pneumata, denen er gebietet, zu erheben
+und zu veredlen, sowie den sich in den Schwanz beißenden Drachen zu
+besiegen, der das Symbol der Finsternis ist; seine Anrufungen und
+Beschwörungen werden die guten, wohlwollenden und dem großen Werke
+günstigen Geister heranziehen und fesseln, -- z. B. den goldglänzenden
+„König ~Helios~“ (= Sonnengottheit des ~Ptolemaios~) oder den bald
+(wie bei ~Zosimos~) silberstrahlenden, bald im scharlachroten
+Herrschermantel erscheinenden „König ~Mithras~“ --, die bösen,
+neidischen und störenden aber bannen und fernhalten, z. B. den Drachen
+~Uroboros~, den Schlangendämon ~Ophiuchos~[3353], den hinderlichen und
+hämischen ~Karkinos~ (κάρκινος, καρκινάς, καβούρι) = Krebs[3354], sowie
+den stets verneinenden Verderber ~Antimimos~ (αντίμιμον πνεῦμα der
+„Pistis Sophia“). Solche Gebete fördern daher das Gelingen des großen
+Werkes -- nicht anders als etwa, nach dem Berichte des ~Theophrastos~,
+die der Köhler das Entstehen vielen und guten Pechs[3355] --, und
+zugleich bilden sie den Maßstab für die Dauer der vorzunehmenden
+Operationen, ganz ebenso wie bis tief in die Neuzeit hinein z. B. die
+Länge des Vaterunsers oder Ave-Marias[3356].
+
+Die Wichtigkeit der Pneumata für Veredlung und Läuterung der gemeinen
+Metalle erklärt die entscheidende +Rolle des ~Hermes~+, der als „Herr
+der Pneumata“ und „Gebieter der Lógoi spermatikói“ notwendigerweise
+auch Meister der „hermetischen“ Kunst sein muß, und desgleichen die des
+mit ihm identifizierten ~Thot~, ~Pan~ und ~Mithras~, deren jeder als
+Allgott und Inbegriff sämtlicher Elemente und Einzeldinge angesehen
+wird. Das Weltenei, sei es das in Gestalt eines Felsens gebildete der
+Iranier, das im Wasser der ~Nun~ schwimmende der Ägypter, oder das
+im Schoße des Alls geborgene der Gnostiker, trägt Himmel und Erde in
+sich, es ist ἓν καὶ πᾶν (Eines in Allem; Alles in Einem) und vermag
+daher +alles+ hervorzubringen, wie das einheitliche und einfarbige
+Pfauenei der Gnostiker und des ~Clemens Romanus~ das tausendfältig
+bunte Gefieder des fertigen Vogels. Das nämliche gilt betreff des
+großen Werkes: wie das Ei und wie der Mutterschoß dem Weltganzen
+vergleichbar ein „Gefilde der Entstehung“ sind, wie sich in der Matrix
+die Vierzahl der im schwarzen Menstrualblute enthaltenen Elemente unter
+dem Einflusse des aus dem Samen stammenden Pneumas zum Embryo ordnet,
+wie dank der „rechten“ Wärme die Reifung erfolgt, und schließlich,
+falls keine „Fehlgeburt“ störend eingreift, das neu entstandene
+Wesen als Menschlein das Licht erblickt, genau ebenso wird die zur
+„schwarzen Brühe“ gelöste Tetrasomie der Rohmetalle durch das an den
+philosophischen Stein gebundene Pneuma umgelagert, das Gebilde durch
+„mäßiges“ Feuer zurechtgeformt und zuletzt, soferne kein Mißgriff das
+Ergebnis vernichtet, das neu Gezeugte als Silber oder Gold zutage
+gefördert, -- zwar ein Kunstprodukt, aber doch das völlige Analogon des
+ἀνθρωπάριον (homunculus)[3357].
+
+Die nach ~Prantl~ einer Verquickung aristotelischer und stoïscher
+Meinungen entsprungene Lehre, „daß man die Körper erst ‚körperlos‘
+machen und sie dann durch das Pneuma in neuer Form erstehen lassen
+müsse“, ist daher eines der ältesten, schon der ~Maria~ wohlbekannten
+alchemistischen +Dogmen+[3358]. Zu diesen zählen ferner: die bereits
+dem ~Aristoteles~ geläufigen Prinzipien, „daß Gleiches Gleiches
+erzeugt, z. B. der Mensch neue Menschen, der Weizen neuen Weizen“, daß
+der Samen „nach Art einer Hefe wirkt“, und daß „ein kleiner Zusatz Hefe
+eine große Menge Brotteig (μάζα, Máza) in Gärung versetzt“, -- aus
+denen gefolgert wird, daß auch Gold neues Gold hervorbringt, daß die
+Entstehung des letzteren durch Beigabe von etwas fertigem Golde als
+„Samen“ gefördert wird, und daß schon eine Spur des philosophischen
+Steines genügt, um die Umwandlung bedeutender Massen der „Maza“
+genannten Rohmetall-Mischung einzuleiten[3359]; die Annahme, daß eine
+Substanz, die die unrichtig verteilten Elemente in die „richtige“
+Ordnung bringt und das Unreine vom Reinen trennt, auch Gesundheit und
+langes Leben, ja Unsterblichkeit verleihe, gleich der „Athanasía“ der
+~Isis~[3360] oder der bei ~Plinius~ erwähnten „Panacéa“[3361] --,
+wie denn der philosophische Stein schon bei ~Synesios~ selbst die
+„große Krankheit der Armut“ heilt und nach einer bis in das späte
+Mittelalter hinein gewahrten Überlieferung „die sechs Aussätzigen“
+gesund macht[3362]; der Satz: „Die Natur freut sich der Natur, besiegt
+die Natur, beherrscht die Natur“, den ~Firmicus~ einem medizinischen
+Werke des ~Nechepso~, und der unbekannte Verfasser der Scholien zu
+~Lucanus~ der Schrift eines „antiquus poeta“ (nach ~Usener~ eines
+ποιητής = Alchemisten) entstammen läßt, der aber sicherlich der
+stoïschen Theorie von der Sympathie und Antipathie der Naturdinge
+zugehört und vermutlich durch ~Pseudo-Demokritos~ vermittelt ist; die
+wesentlich stoïsche und neuplatonische Gleichsetzung des Vorganges
+beim großen Werke mit der Entwicklung des Embryos im Mutterschosse
+oder im Ei, dem „Ei der Philosophen“; die der hermetischen Anschauung
+von der All-Einheit entsprungene Bezeichnung der goldergebenden
+Verwandlungsmasse als „ἓν καὶ πᾶν“, wobei das Sinnbild, die sich in den
+Schwanz beißende Schlange, babylonischer Herkunft ist[3363], der von
+~Zosimos~ angeführte Zusatz „Gefunden ist der große ~Pan~!“ aber auf
+einen ägyptischen Geheimritus anspielt, usf.
+
+Aus der Verbindung der Alchemie mit den übrigen priesterlichen
+Geheimwissenschaften, zu denen, wenigstens bis zu gewissem Grade,
+Heilkunde und Heilmittellehre mit zählten, dürfte sich auch der
+bei den Alchemisten ganz allgemeine Gebrauch sog. +Geheim+- oder
++Decknamen+ erklären, die innerhalb der Medizin im letzten Grunde auf
+den Wunsch der Ärzte zurückgehen, ihren Mitbewerbern, aber auch den
+Kranken selbst, Natur und Zusammensetzung der von ihnen nicht nur
+verordneten, sondern meist auch zubereiteten und verkauften Arzneien
+zu verheimlichen. Derlei „hieratische“ Namen (ὀνόματα ἱερατικά)[3364]
+enthält anscheinend schon der medizinische „Papyrus ~Ebers~“, der gegen
+1500 v. Chr. auf Grund mannigfacher, noch weit älterer Quellenschriften
+verfaßt ist; daß sie seither stets in Anwendung standen und
+blieben, beweist u. a. ein zuletzt im 2. Jahrhundert v. Chr.
+niedergeschriebener, 1885 von ~Leemans~ herausgegebener Papyrus, der
+eine ganze Sammlung solcher überlieferter Ausdrücke aufführt und
+erklärt, z. B. „Herz des Geiers“ = Absinthium, „Träne der ~Isis~“ =
+Verbena, „Auge des ~Typhon~“ = Scilla, „Blut des ~Ptah~ (~Hephaistos~)“
+= Artemisia[3365], denen sich noch „~Herz~ des ~Hermes~“ = Moly
+(Allium nigrum?), „Blut der ~Athene~“ = roter Günsel, „Blut des
+~Herakles~“ = Crocus[3366], sowie manche ähnliche, bei ~Plinius~,
+~Dioskurides~ und anderen Autoren vorkommende anreihen ließen[3367].
+In den alchemistischen Schriften, besonders in den jüngeren, tauchen
+ihrer, wie schon weiter oben angeführt wurde, sehr mannnigfaltige auf,
+darunter viele nur schwierig oder gar nicht zu deutende; erinnert sei
+z. B. an „Milch der schwarzen Kuh“ = schwarzen (rohen) Zinnober;
+„Lorbeerblätter“ = roten (sublimierten) Zinnober; „Blut der Tauben“
+und „Blut der Krähen“ = Mennige oder roten Zinnober; „gelben Schwefel“
+und „Sonnenwasser“ = Goldlösung in Quecksilber; „Blut des ~Saturn~“ =
+Mennige[3368]; „Knochen des ~Typhon~“ = Eisen[3369]; „Blut und Knochen
+des Drachens“, „Knochen der Perser“, „Knochen des Kupfers“ = verbrannte
+Metalle; „vier Füße des Drachens“ = Tetrasomie (Kupfer, Eisen, Blei,
+Zinn); „drei Ohren der Schlange“ = drei αἰθάλαι (Raucharten: des
+Schwefels, Arsens, Quecksilbers) usf.
+
+Ähnlich wie viele +Namen+ erfuhren im Zeitalter des Überganges der
+Chemie in die Alchemie auch zahlreiche, ursprünglich rein technische
++Bezeichnungen+, +Vorschriften+ und +Anweisungen+ gewisse Veränderungen
+und Umdeutungen in mystischem und abergläubischem Sinne, die als
+außerordentlich charakteristisch für den ganzen Vorgang dieser
+Umlagerung anzusehen sind. So wurde z. B. das „große Werk“ aus einer
+magischen Zeremonie zur alchemistischen Zauberhandlung; die Spaltung
+des als eiförmiger Felsen gedachten iranischen Welteneies in Himmel
+und Erde zum „mithrischen Mysterium des Steines, der kein Stein
+ist“; der mit dem rechten Geschick (τεχνικῶς) arbeitende Technit
+zum Meister der „hieratischen Geheimkunst“; das ursprünglich zwecks
+Aufbesserung der Mischungen zugefügte echte Silber und Gold zum
+„Samen“, der neues Silber und Gold hervorbringen, oder zur „Hefe“,
+die den Teig (Maza) in eine Art Silber- oder Gold-Gärung versetzen
+soll[3370]; die einstige bloße „Veränderung“[3371] zur eigentlichen
+„Verwandlung“ (z. B. der unedlen Metalle in edle); die Herstellung
+einer Gold vortäuschenden, „Blende“ (ἀμαυρά, ἀμαύρωσις) genannten
+Legierung zu der eines zauberischen, auch unsichtbar machenden
+Präparates[3372]; die Leinenstücke, in die eingebunden man z. B.
+die zu färbenden „Steinchen“ in die vorgeschriebenen Flüssigkeiten
+bringt[3373], gehen in die Leinenbinden über, in die man den „Toten“,
+den „~Osiris~“, den „Leichnam des ~Osiris~“ (d. i. das unedle Metall)
+gleich einer Mumie so einwickelt, daß nur das Haupt des Toten (das
+„caput mortuum“) sichtbar bleibt, und in die gehüllt man ihn der
+„Wiederbelebung“ (als Edelmetall) entgegenführt[3374]; aus dem
+einfachen „Einwerfen“ (ἐπιβάλλειν) der Zutaten wird das magische
+„Projizieren“; aus dem einzuwerfenden Mittel (φάρμακον = medicina)
+oder „Streupulver“ (ξήριον, Xérion) der mystische Erreger der
+Transmutation, das „Xerion“ (aliksir der Araber = Elixir); aus dem
+„schwefligen Wasser“ (θεῖον ὕδωρ) das gleichnamige göttliche[3375];
+aus dem Gold lösenden Mineral Chrysokolla das ebenso benannte Gold
+hervorbringende Wundermittel[3376]; aus dem ἀρῥένικον oder ἀρσενικόν,
+d. i. „Arsen“[3377], das gleichlautende „männliche“ (scil. Prinzip);
+aus dem silber- oder goldglänzenden Stein „Androdámas“, den die
+Magier Zorn und Wut der Menschen besänftigen ließen[3378], der
+giftige (aus stark arsenhaltigem Pyrit bestehende) „Androklástes“ =
+„Menschenvernichter“[3379], „der bei den Ägyptern zugleich das so
+höchst gefährliche 63. Lebensjahr bezeichnet“[3380], usf. In ganz
+analoger Weise betrachtet man die der Metallverwandlung dienenden
+Gefäße, Sublimations- und Destillations-Apparate als „Tempel der
+Metall-Götter“[3381]; die „Toten“ (= die vier unedlen Metalle) sinken
+„wie Blei“ in ihre Tiefe, den „Hades“, den „Abýssos“, den „Abgrund
+des Chaos“; sie werden dort wiederbelebt durch das „göttliche Wasser“
+= „Wasser des Lebens“; sie gelangen, von seinem Pneuma erfüllt und
+neubeseelt, zur „Auferstehung“; es vollendet sich die „Erhebung
+der Wolke“, κάτω-ἄνω, zum Oberteile des Kolbens, zur „Höhe des
+Firmamentes“, zum „Deckel des ~Knuph~“; die Elemente ordnen sich im
+„Gefilde der Entstehung“ zu einem neuen Wesen, und dem „Priester“, der
+die „Toten“ gewickelt, der Tarichéia unterworfen und der „hermetischen“
+Kunst gemäß zur „rechten“ Zeit mit den „heiligen Wässern“ behandelt
+hat, wird endlich die Genugtuung, sie dem „Grabe“ in der „verklärten“
+und verjüngten Gestalt „Neugeborener“, als „Vollendete“ (τέλειοι),
+entsteigen zu sehen und so mit Hilfe der „Gnade von oben“ das große
+Werk der Verwandlung glücklich vollendet zu haben, -- natürlich allein
+des wissenschaftlichen Interesses wegen und ferne jeder eigennützigen
+Absicht.
+
+
+
+
+6. Bemerkungen über einige Alchemisten und ihre Schriften.
+
+
+a) Pseudo-Demokritos.
+
+Schon weiter oben wurde darauf hingewiesen, daß das Hervorgehen der
+Gestalt des ~Pseudo-Demokritos~ als Magiers, Astrologen, Wunderarztes,
+Alchemisten usf. aus jener des ebenso scharfsinnigen wie naturkundigen
+Philosophen ~Demokritos~ (gest. um 360 v. Chr.) zu den merkwürdigsten
+Erscheinungen der gesamten Geschichte der Wissenschaften zählt. Den
+ersten Ausgangspunkt dieser auffälligen Entwicklung scheint das
+Wanderleben des echten ~Demokritos~ gebildet zu haben. Langjährige
+Reisen, deren Umkreis die Folgezeit immer weiter ausdehnte, führten
+ihn angeblich bis zu den entferntesten Völkern Asiens und Afrikas, den
+Indern und Äthiopen, ließen ihn die vielseitigsten Erfahrungen schöpfen
+und derartige Kenntnisse in den reinen Wissenschaften (Zoologie,
+Botanik, Mineralogie, ...), aber auch in den angewandten (Sternkunde,
+Meteorologie, Technik, ...) gewinnen, daß er zwar den einen als
+„typischer Vertreter der Vielwisserei“ erschien, dafür aber den anderen
+als Mann von fast übernatürlichen Fähigkeiten[3382]. Diese sollte er
+dann entweder im Umgange mit ägyptischen und chaldäischen, persischen
+und arabischen Zauberern und Magiern erworben haben[3383], oder dank
+absonderlicher Funde, wie denn z. B. ~Plinius~ erzählt, er habe aus dem
+Grabe des ~Dardanos~, „des Stammvaters der Trojaner, des Begründers
+der samothrakischen Mysterien und der Magie“, dessen verborgene
+Geheimschriften zutage gefördert[3384].
+
+Von den (etwa 80) Werken, als deren Verfasser ~Demokritos~ gilt[3385],
+und deren Titel meist fragwürdigen Alters sind[3386], besitzen wir
+nur noch spärliche Bruchstücke, deren ausgezeichnete Zusammenstellung
+durch ~Diels~ ersehen läßt, daß ~Demokritos~ in der Tat der klare,
+bestimmte und einflußreiche Denker war, als den ihn schon ~Aristoteles~
+preist, und der er auch gewesen sein +muß+, sollte sein bloßer Name
+hinreichen, um untergeschobenen Nachahmungen entsprechende Beachtung
+zu sichern. Wann man solche vielfach wohl an Echtes anknüpfende
+Pseudepigraphen abzufassen begann, steht nicht sicher fest, doch
+dürfte es zuerst bald nach 300 v. Chr. der Fall gewesen sein, denn
+schon um 250 (oder etwas später) tritt der wichtigste und bereits
+völlig systematische Fälscher auf, ~Bolos~ von ~Mende~ (oder Mendes)
+in Ägypten[3387]. Unter dem Namen des ~Demokritos~ gab er verschiedene
+Werke magischen, astrologischen, medizinischen und landwirtschaftlichen
+Inhaltes heraus, erfüllt von zauberischen, mystischen und mantischen
+Ideen aller Art, vom Glauben an gute und böse Geister, die sich durch
+Zeichen, Weissagungen und Träume kundgeben, usf.[3388], ferner eine
+Art Enzyklopädie, in der er die Ergebnisse griechischer Wissenschaft
+und ägyptischer Technik mit den angeblich uralten Überlieferungen
+persischer Magier (~Zoroaster~, ~Ostanes~, ...) zu vereinigen
+suchte, und deren Titel „χειρόκμητα καὶ φυσικὰ δυναμερά“ (etwa =
+„Wirkungen künstlicher und natürlicher Kräfte“) gelautet zu haben
+scheint[3389]. Aus ihr gingen vermutlich zunächst die vier βίβλοι
+βαφικαί (= Färbebücher) hervor, handelnd über das „Färben“ (= Machen,
+Nachahmen, Fälschen) des Goldes und Silbers, der Edelsteine (Perlen)
+und des Purpurs (περὶ χρυσοῦ, ἀργύρου, λίθων, πορφύρας), weiterhin
+aber die unter dem Namen „Physica et Mystica“ (etwa = „Natürliches und
+Übernatürliches“) bekannten Schriften, von denen allen wir nur geringe,
+vielfach abgeänderte, durch späte Umarbeitungen[3390] entstellte
+Reste und Auszüge besitzen; soweit diese, -- noch dazu in der sehr
+mangelhaften Redaktion ~Berthelots~ --, einen Rückschluß gestatten,
+umfaßte der ursprüngliche Inhalt eine große Anzahl sehr verschiedener
+Rezepte, teils wirklich ausführbarer, teils ganz unmöglicher, und
+zwar waren letztere zumeist an mystische, magische, religiöse,
+philosophische und theologische Vorschriften oder Formeln gebunden
+und gemäß der (von den „Astrologúmena“ des ~Petosiris-Nechepso~
+her bekannten) Gewohnheit der alexandrinischen Synkretistiker
+aus griechischen, ägyptischen und orientalischen Bestandteilen
+zusammengefügt[3391].
+
+Weitere Pseudepigraphen des ~Bolos~ von ~Mende~ waren die Bücher
+„Über Sympathien und Antipathien“, anscheinend die ersten und daher
+wirkungsvollsten ihrer Art[3392], deren Überbleibsel wir jedoch nur aus
+Umarbeitungen ganz später, wohl erst byzantinischer Zeit kennen[3393],
+ferner die Abhandlungen über die astrologischen Vorzeichen (περὶ
+σημείων), über die Wunderdinge (περὶ θαυμασίων], über den Landbau
+(περὶ γεωργίας), sowie über die zauberischen und abergläubischen
+Eigenschaften der Pflanzen, in denen neben ~Pseudo-Demokritos~ auch
+~Pseudo-Orpheus~ und ~Pseudo-Pythagoras~ als maßgebende Autoritäten
+auftreten[3394]. Endlich reihen sich diesen auch noch Schriften
+medizinischen Inhaltes an, denn schon dem ~Celsus~, dessen „De
+medicina libri octo“ um 30 n. Chr. vollendet sind, gilt ~Demokritos~
+als einer der ältesten und hervorragendsten Ärzte, ja als Lehrer des
+~Hippokrates~[3395], und in gleichem Sinne zitiert ihn noch ~Caelius
+Aurelianus~ (5. Jahrhundert) in „De morbis acutis et chronicis“[3396]).
+Ferner entstanden vermutlich im 4. und 5. Jahrhundert zu Alexandria
+jene griechischen Sammelwerke, auf die die „Ephemeriden des
+~Demokritos~“, die „Prognostika des ~Demokritos~“, die „Tafeln des
+~Demokritos~“ (zur Vorausbestimmung des Krankheits-Verlaufes) u. dgl.
+zurückgehen, die dann etwa von 700 an in Unteritalien ins Lateinische
+übersetzt wurden, und an die sich, bis in das 9. Jahrhundert herab, die
+den Namen des ~Demokritos~ führenden Zusammenstellungen anreihen, in
+denen sich wissenschaftlich richtige und rationelle Vorschriften nicht
+selten mit magisch-medizinischen und abergläubisch-sympathetischen
+absonderlichster Natur in völlig kritikloser Weise untermischt
+zeigen[3397]. Ihre angebliche Auffindung in Grüften, vergrabenen
+Gefäßen usf. ist ein charakteristischer Zug aus der hellenistischen
+Offenbarungs-Litteratur, die (wie weiter oben schon öfter erwähnt)
+wichtige oder für wichtig erachtete Mitteilungen und Entdeckungen an
+Könige, Heroen und Weise der Vorzeit oder an Götter, Dämonen, Geister
+usf. anzuknüpfen liebt[3398].
+
+Schon durch den alexandrinischen Dichter und Schriftsteller
+~Kallimachos~ (310-240) wurde ~Bolos~ als Betrüger entlarvt[3399], aber
+ohne dauernden Erfolg, denn während z. B. ~Columella~[3400] (gest.
+gegen 66 n. Chr.) und später auch ~Aulus Gellius~[3401] (gest. um 180
+n. Chr.) ihn als Fälscher kennen und bezeichnen, äußert ~Plinius~
+(gest. 79 n. Chr.), der den sog. ~Demokritos~ unzählige Male zitiert,
+nie den geringsten Verdacht[3402] und trug daher angesichts seines
+ungeheuren und nachhaltigen Einflusses nicht wenig dazu bei, das
+Ansehen des vermeintlichen „großen Philosophen“ in dauernden Ehren zu
+erhalten; er selbst schöpfte übrigens seine einschlägigen Kenntnisse,
+wie in zahlreichen anderen Fällen so auch hier, nur aus zweiter
+Hand, nämlich aus den Schriften seines Zeitgenossen, des ägyptischen
+Arztes ~Xenokrates~ von ~Aphrodisias~, die die Hauptquelle der von
+Aberglauben aller Art erfüllten Abschnitte 28-30 der „Naturgeschichte“
+darstellen[3403]. Ein etwas älterer Vermittler ähnlicher Art ist der
+zur Zeit des Kaisers ~Augustus~ lebende ~Anaxilaos~, dessen ~Plinius~,
+sowie die Vorlagen des „Stockholmer Papyrus“ Erwähnung tun. Nach
+~Diels~[3404] hat man als wahrscheinlich anzunehmen, daß vielerlei
+Angaben des Leidener und Stockholmer Papyrus den Kompilationen des
+~Anaxilaos~ und seinesgleichen entlehnt sind, und daß uns durch sie
+Teile der sog. „Cheirókmeta“ in ihrer mehr oder weniger ursprünglichen
+Gestalt erhalten geblieben sind, d. h. in derjenigen, die (im
+Anschlusse an die alten Rezepte der Tempelwerkstätten usf.) noch ganz
+offen auf Täuschung durch geschickte Nachahmung von edlen Metallen und
+Steinen hinauslief. In Übereinstimmung hiermit steht, wie schon weiter
+oben (den Annahmen ~Berthelots~ und ~Riess~’ gegenüber) hervorgehoben
+wurde, der klare Inhalt und die unverhohlene Sprache dieser Papyri:
+die künstliche Gewinnung von Gold, Silber, Edelsteinen und Farbstoffen
+heißt einfach σκευή (Skeué, Herstellung), Weißen und Gilben erfolgen
+durch Firnissen, Überfangen, Legieren, Putzen und Polieren, Di- und
+Triplosis durch geeignete Beimischungen, die μᾶζα ἀνέκλειπτος ist eine
+durch Zusatz unedler Metalle immer weiter verschlechterte Masse, das
+ὀθόνιον ein Stück Leinwand zum Einwickeln, das ὕδωρ θεῖον eine aus
+Schwefel bereitete Lösung oder Schmelze, ἀλλοιοθῆναι bedeutet eine
+äußerliche Veränderung (z. B. durch Umfärben), ἐπιβάλλειν ein Zugeben
+oder Einwerfen, usf.
+
+Erst in der Periode neu einsetzender und alsbald mächtig
+fortschreitender Entfaltung des Zauberwesens und der Magie, also wohl
+frühestens im letzten Drittel des 1. nachchristlichen Jahrhunderts,
+beginnt, anknüpfend an die „Cheirókmeta“, an die bei ~Seneca~ (aus
+~Poseidonios~) überlieferten Rezepte zum Erweichen des Elfenbeins,
+Verwandeln der Glasflüsse in Smaragd u. dgl., die eigentlich
++alchemistische Umgestaltung+ der Schriften des ~Demokritos~[3405]. So
+zahlreich und mannigfach nämlich die Zitate der älteren Autoren sind
+(vor allem die des ~Plinius~), +niemals+ findet sich unter ihnen ein
+von Alchemie handelndes, oder auch nur von ferne auf sie anspielendes,
+auch da nicht, wo die Gelegenheit sich von selbst böte: so z. B.
+erwähnen die Quellen der Abteilung V des Leidener Papyrus ~Demokritos~
+(neben ~Ostanes~) als Seher, Magier und Verfasser eines Rezeptes zur
+ἴωσις (Iosis, Rötung) des Goldes[3406], und die des etwa gleichzeitigen
+„Papyrus ~Kenyon~“ überliefern eine Vorschrift „zum Fälschen von
+Münzen nach ~Demokritos~“[3407], setzen diesen also etwa in Parallele
+mit ~Pabapnidos~, „dem Gauner und Betrüger“, dem offenbar zu gleichem
+Zwecke (der syrische) ~Zosimos~ die Erfindung des Messings und der
+Bronze zuschreibt, -- mit keinem Worte aber ist von ~Demokritos~ als
+Alchemisten oder Goldmacher die Rede. Den späteren Bestrebungen,
+ihn als solchen zu kennzeichnen, scheint ein bisher nicht genügend
+beachteter Umstand großen Vorschub geleistet zu haben; unter den dem
+echten ~Demokritos~ zugeschriebenen Werken, deren Titel überliefert
+sind, befinden sich nämlich auch solche περὶ λίθου, περὶ τῆς ποιήσεως
+und περὶ χαμαιλέοντος[3408], die ursprünglich zweifellos den
+schlechtweg als „Stein“ (λίθος, Líthos) bezeichneten Magnetstein, die
+Dichtkunst (Poíesis) und das Tier Chamäleon betrafen, in einer bereits
+von alchemistischen Ideen erfüllten Zeit aber mit Leichtigkeit so
+hingestellt werden konnten, als wäre der „Stein“, von dem sie gehandelt
+hätten, der „Stein der Weisen“ gewesen, die „Poiesis“ das „Machen“ von
+Gold und Silber, und das „Chamäleon“ die „Chemie“, für die (wie schon
+weiter oben angeführt) dieser anspielende und anklingende Name wohl
+schon ziemlich frühzeitig in Aufnahme kam.
+
+Einer ähnlichen Umformung wie die Darstellung der vermeintlichen
+Hauptgedanken des ~Demokritos~ unterlag auch die Schilderung seiner
+vorgeblichen Lebensschicksale. Die älteste Überlieferung meldete,
+er sei, als er nach Ägypten kam, von den Priestern des Tempels zu
+Memphis in ihre Geheimnisse eingeweiht worden und habe das von ihnen
+Erlernte in jenen vier Büchern (τόμοι = Rollen) von den „Färbekünsten“
+niedergelegt, als deren Verfasser ihn ~Synesios~ (um 400) und ~Georgios
+Synkellos~ (um 800) rühmen[3409]; in der Folgezeit wurde sie zunächst
+dahin abgeändert[3410], daß die Einweihung nicht mehr durch die
+Priesterschaft als solche erfolgte, sondern allein durch den berühmten
+persischen Magier (aber ägyptischen Oberpriester!) ~Ostanes~ als den
+ausschließlichen Kenner und Lehrer der Geheimwissenschaften; zuletzt
+endlich erfuhr sie eine gänzliche Umgestaltung in dem Sinne, daß es
+nunmehr ~Demokritos~ war, der die Geheimlehren aus dem Orient nach
+Ägypten brachte und die Priester mit ihnen bekannt machte, -- ganz
+so, wie nach der bei den Ssabiern erhaltenen Tradition ~Hermes~ I.
+aus Babylon nach Ägypten auswandert und die Priester zu Memphis in
+Astrologie und Geheimwissenschaften unterrichtet. Demgemäß zerfallen
+auch die erst in später Zeit[3411] redigierten und unter dem Titel
+„Physica et Mystica“ zusammengefaßten Reste des pseudo-demokritischen
+Hauptwerkes in drei größere, so gut wie unzusammenhängende Gruppen:
+Die erste enthält Bruchstücke von kaum veränderten, rein technischen
+Rezepten über die Purpurfärbung (βαφή), die in jeder Hinsicht den
+im Leidener und Stockholmer Papyrus erhaltenen gleichen. Die zweite
+berichtet über gewisse Beschwörungen, die zur wunderbaren Auffindung
+verborgener magischer Bücher und Sprüche in der hohlen Säule eines
+Tempels führen, -- wobei aber der Schauplatz nirgends wirklich in
+Persien oder Babylonien liegt[3412], sondern der Verfasser „nur so
+tut“; sie verraten bereits, ähnlich wie die Anrufungen der Geister
+bei ~Zosimos~ und der Gebrauch der (auch auf gnostischen Amuletten
+vorkommenden) dämonischen Formeln des Krebses, Sternes usf. bei
+~Kleopatra~, entschieden neuplatonische Einflüsse[3413]. Die dritte
+endlich lehrt das „Machen“ des Goldes und Silbers und zeigt den
+alten, ursprünglich rein technischen Text, durch mystische und
+alchemistische Zutaten und Einschiebsel in völlig willkürlicher Weise
+so verändert und erweitert, wie er schon um 400 dem Kommentator
+~Synesios~ vorgelegen haben mag[3414]. Erst in dieser letzten Gestalt
+nämlich, die u. a. in wirrer Weise bald auf angebliche Übersetzungen
+aus uralten persischen Originalen zurückgreift, bald die Erfindung
+der Alchemie den ägyptischen Königen zuschreibt, bald wieder die
+Verfahren der ägyptischen Priester zugunsten derer der persischen
+Magier ablehnt[3415], schienen die „Vier Bücher“ der Auslegung
+und Erklärung bedürftig und galten für dunkel und rätselhaft: ihr
+vordem allgemeinverständlicher Sinn war eben auf Grund magischer und
+alchemistischer Ideen entstellt worden, und zwar oft bis zur völligen
+Unkenntlichkeit.
+
+Der Vermutung ~Diels~’, daß mancherlei Angaben des ursprünglichen
+~Demokritos~-Buches, vermittelt durch ~Anaxilaos~ und ähnliche
+Schriftsteller, in den Leidener und Stockholmer Papyrus übergegangen
+seien, steht es nicht entgegen, daß der erstere sicherlich,
+der letztere möglicherweise, zusammen mit magischen Rollen,
+Zauberbesprechungen u. dgl. an das Tageslicht gelangte; denn, wie schon
+weiter oben erwähnt, handelt es sich bei den chemischen Abteilungen
+der Gräberfunde offenbar um orthodoxe und annähernd getreue
+Abschriften +weitaus+ älterer Vorlagen, während die abergläubischen
+und mystischen Texte jener Zeit angehören, zu der die Besitzer der
+Schriften bestattet wurden, also etwa dem Ausgange des 3. Jahrhunderts.
+Weshalb man damals auf derlei möglichst zuverlässige Wiedergaben
+noch Wert legte, ist nicht ohne weiteres ersichtlich, daß es aber
+geschah, mag wie in so manchen ähnlichen Fällen gleichfalls auf
+Aberglauben beruht haben: waren doch aller Wahrscheinlichkeit nach
+Generationen der nämlichen hellenisierten Priester die Verfasser
+der „ehrwürdigen“ alten Originale, die Eigentümer der Kopien, sowie
+die Urheber der verballhornten Neuausgaben. Nach der Schließung der
+alexandrinischen Tempel, also etwa seit 400 n. Chr., wahrten dann sie
+und ihre Nachkommen noch jahrhundertelang in „fest zusammenhaltenden
+esoterischen Zirkeln“[3416] und „magischen Konventikeln“ die Mysterien
+der Alchemie und hatten allen Grund, sie sorgfältigst geheim zu halten:
+einerseits nämlich blieben für die Vertreter der „großen Kunst“, --
+insoweit sie nicht selbst betrogene Betrüger waren --, Nachahmungen,
+Täuschungen und Übervorteilungen jederzeit das letzte Ziel, und
+andererseits hatten sie, die dem Staate als Fälscher (namentlich
+als Münzfälscher), der Kirche als mit Dämonen im Bunde stehende
+Geisterbeschwörer, und beiden als Anhänger verbotenen heidnischen
+Aberglaubens verdächtig waren, scharfe Verfolgung bald seitens der
+einen, bald seitens der anderen dieser Mächte zu gewärtigen, nicht
+selten auch seitens beider zusammen[3417].
+
+
+b) Ostanes.
+
+Über die vornehme Herkunft und Stellung des als Begleiter des
+~Xerxes~ genannten geschichtlichen ~Ostanes~ walten keine
+Zweifel[3418], er besaß vermutlich seine Hausmacht in Kappadozien[3419]
+und bekleidete das Amt eines Satrapen[3420]; schon frühzeitig war
+der Name ~Ostanes~ auch im westlichen Asien gebräuchlich,
+u. a. führte ihn 407 v. Chr. der Vorsteher des Rates der Gemeinde zu
+Jerusalem, und zwar neben seinem eigentlichen jüdischen[3421], --
+vielleicht um sich als eine Art Klienten irgend eines angesehenen
+Persers zu bezeichnen. Die Frage, auf welchem Wege, und ob unter
+Anschluß an den historischen Träger des Namens, ~Ostanes~
+dazu kam, zur „geradezu typischen Figur des Aberglaubens“[3422], zum
+Vorbilde der Zauberer, Geisterbanner, Wunderärzte, Alchemisten usf.,
+sowie zu einem Hauptträger der griechischen Fälschungs-Litteratur
+zu werden[3423], läßt sich vorerst nicht sicher beantworten; als
+wahrscheinlich darf es aber gelten, daß hierbei, wie bei so manchen
+„persisch-hellenistischen“ Traditionen, jüdische Einflüsse die
+maßgebenden waren[3424], und daß die angebliche Einweihung der
+persischen Magier durch die ägyptischen Priester, -- denn diese bildete
+auch hier die erste Stufe der Legende --, in keinem anderen Lichte zu
+sehen ist, wie die der „neben den Ägyptern allein zugelassenen Juden“,
+oder jene des ~Demokritos~, also in dem eines nachträglichen
+Versuches, die eigene Kunst im Abglanze höherer Autorität und
+Legitimität erstrahlen zu lassen.
+
+Die Verbindung zwischen ~Ostanes~ und ~Demokritos~ scheint bereits
+im 1. vorchristlichen Jahrhundert hergestellt worden zu sein[3425]
+und war daher z. B. dem ~Plinius~ schon ganz geläufig[3426]; im 2.
+und 3. Jahrhundert n. Chr. nennt ~Apuleius~ (um 180) den ~Ostanes~
+neben ~Orpheus~, ~Pythagoras~ und ~Epimenides~, sowie neben ~Moses~,
+~J(oh)annes~, ~Zoroaster~, ~Appolobex~, ~Dardanos~, ~Damigeron~ und
+anderen[3427]. Ferner erwähnen ihn: der Neupythagoräer ~Nikomachos~
+neben ~Zoroaster~ und den „Babyloniern“[3428]; ~Minucius Felix~ (um
+200) im „Octavius“, woselbst er ihn „den Ersten der Magier in Wort
+und Werk“ nennt[3429]; ~Tertullianus~ (gest. 220) neben ~Dardanos~
+und ~Damigeron~[3430]; ~Hippolytos~ (gest. 235) neben ~Zoroaster~,
+~Petosiris~ und ~Hermes Trismegistos~[3431]; endlich der Pariser
+Zauberpapyrus (sowie auch sonstige Papyri) neben ~Appolobex~,
+~Dardanos~ und ~Damigeron~[3432]. Dieser letztere, für den ~Ostanes~
+„der Meister aller Magier“ ist (magorum omnium magister), soll eine
+unübertreffliche Abhandlung über die „Kräfte der Steine“ verfaßt haben,
+die um 400 ~Pseudo-Orpheus~ auf Befehl des ~Hermes~ „zur Abwehr des
+Leides von den Sterblichen“ in Verse brachte, aus der im 5. Jahrhundert
+der „arabische König“ ~Evax~ einen lateinischen (!) Auszug anfertigte,
+und die noch ~Psellos~ im 11., ~Marbod~ im 12. und ~Matthäus
+Silvaticus~ im 13. Jahrhundert ihren Werken mit zugrunde legten[3433].
+Aber auch ~Ostanes~ selbst war, ähnlich wie ~Pseudo-Orpheus~,
+äußerst bewandert in den wunderbaren und geheimen Eigenschaften
+der Steine, der Tiere und namentlich der Pflanzen[3434], bewährte
+sich daher gleich diesem als Wunderarzt, verfertigte heilbringende
+Amulette mit den Zeichen der Tierkreisbilder und Planeten[3435] und
+fand wohl hauptsächlich bei solcher medizinischen Tätigkeit den ihm
+zugeschriebenen, nach ~Firmicus~ aber schon bei ~Petosiris-Nechepso~
+vorkommenden Satz bewährt: „Die Natur freut sich über die Natur, die
+Natur siegt über die Natur, die Natur herrscht über die Natur“[3436].
+
+Späteren Zeiten galt ~Ostanes~ auch als Besitzer einer „in den sieben
+Sphären aufgefundenen Zaubertafel mit der Summe aller Weisheit“, deren
+Inhalt er in dem philosophischen und astrologischen, hauptsächlich
+aber dämonologischen „Buche des ~Ostanes~“ niederlegte[3437], --
+zu dem, nach dem sog. „Steinbuche des ~Aristoteles~“, dieser Weise
+einen Kommentar schrieb --, ferner als Verfasser und Herausgeber
+alchemistischer Werke, und endlich auch als Erfinder gewisser
+technischer Verfahren; in den „Technischen Abhandlungen und
+Vorschriften“[3438] wird z. B. das Färben des Glases mit „Galle“[3439]
+in ähnlicher Weise auf ihn zurückgeführt, wie etwa bei den Ssabiern das
+Glasieren der Tongefäße mit Salmiak auf ~Hermes Trismegistos~.
+
+
+c) Schreiben der Isis an Horos.
+
+Das sog. Schreiben der ~Isis~ an ~Horos~ zeugt nach ~Riess~[3440] und
+~Reitzenstein~[3441], sowohl dem Grundgedanken wie der Einkleidung
+nach, von einem besonders engen Ineinandergreifen alchemistischer und
+theologischer Litteratur, alter ägyptischer Mythen und umgestaltender
+jüdischer Einflüsse.
+
+Ursprünglich ging, wie aus einer dem ~Hekataios~ entlehnten Stelle des
+~Diodor~[3442] folgt, ~Isis~ nach dem Tempel von Hormanuthi[3443],
+um dort das φάρμακον τῆς ἀθανασίας zu holen, das Wasser der
+Unsterblichkeit, das Lebenswasser, dessen sie zur Auferweckung des
+toten ~Osiris~ bedurfte, des Herrn Ägyptens und der Fruchterde, des
+„Schwarzen“, der schwarz ist wie der Boden seines Landes und wie die
+Pupille des Auges (χημία, Chemía)[3444]. In der synkretistischen Zeit
+erfolgte die Umdeutung des schwarzen Toten auf das unedle Metall, der
+Wiederbelebung auf die Transmutation, des aufzugießenden Wassers auf
+das „göttliche Wasser“ (ὕδωρ θεῖον) usf., und ~Isis~ galt vermutlich
+zunächst als die Zaubergöttin, die zuerst diese Kunst der Alchemie
+lehrte und den Einzuweihenden den großen, altertümlich-ägyptischen
+Eid der Geheimhaltung abnahm[3445]; nach ~Reitzenstein~[3446] ist
+vielleicht statt Hormanuthi „Hormahudhi“ zu lesen, was den „Herrn von
+Edfu“ bedeutet, den man als Sohn des ~Chnum~ (~Chnubis~) mit diesem
+identifizierte, so daß eine Anspielung auf den Tempel von Edfu vorläge,
+der tatsächlich eine der frühesten Pflegestätten der Chemie war. Erst
+der jüngsten (im „Schreiben der ~Isis~“ vertretenen) Auffassung gemäß
+begibt sich ~Isis~ nach Hormanuthi, um +selbst+ die „ἱερά τέχνη τῆς
+Αἰγύπτου“ zu erlernen, die „heilige Kunst Ägyptens“, -- wobei „Ägypten“
+für „Chemie“ steht, also die „Kunst Ägyptens“ für „Kunst der Chemie“
+--, die dort μυστικῶς κατασκευάζεται, „mystisch (= insgeheim) ausgeübt
+wird“[3447]. Unter dem „Engel“ des ersten unteren Firmamentes, der ihr
+zu Anfang entgegentritt, jedoch keine Vollmacht hat sie zu belehren,
+ist nach ~Zielinski~[3448] die Mondgottheit zu verstehen, unter dem
+Engel des zweiten oberen Firmamentes aber, der ihr zum Lohn für ihre
+Hingebung das große Geheimnis verrät, ~Hermes~, in dessen Sphäre
+allerdings die „hermetische Kunst“ ihren „natürlichen Ort“ hat; da nun
+die Gleichsetzung des ~Hermes~ mit ~Thot~, ~Chnum~ (~Chnubis~, ~Kmeph~,
+~Kamephis~) und ~Agathodaimon~[3449], der bei den jüdischen Verfassern
+apokrypher und pseudepigraphischer Schriften oft ~Agathoel~ heißt,
+durch diese nämlichen Autoren auch auf die aus der jüdischen Kabbala
+bekannten Engel ~Amaniel~ und ~Eminiel~ ausgedehnt wurde[3450], so
+erscheint es begreiflich, daß im „Schreiben der ~Isis~“ der „Engel der
+oberen Sphäre“ den Namen ~Amnael~ führt, und einerseits als „oberster
+Priester“ des Tempels, d. h. als jüdischer Hoherpriester erscheint,
+andererseits aber als Verkörperung des ~Hermes~, ~Agathodaimon~ und
+~Chnum~[3451], und schließlich, -- weil die chemischen Apparate
+zur Metallverwandlung allegorisch als „Tempel der Metall-Götter“
+bezeichnet werden --, auch noch als der ἴος χρυσός, der „goldene (=
+golderzeugende) Geist“, der durch „Vereinigung“ mit der ~Isis~, die
+dabei das unedle Metall symbolisiert, dieses in Gold überführt[3452].
+
+Auch in einem Zauberpapyrus verleiht ~Agathodaimon~ oder ~Kmeph~ der
+~Isis~ als Gegengeschenk für ihre höchste Gunst das τέλειον μέλαν, das
+„vollendete (vollkommene) Schwarze“, d. h. er lehrt sie die Kunst,
+die heimisch ist in der Sphäre des ~Hermes~, „in der er herrscht“.
+Desgleichen sagt ~Isis~ in der weiter oben wiederholt erwähnten
+hermetischen Schrift „Κόρη κόσμου“ gelegentlich einer Erzählung ihrer
+gemeinsam mit ~Osiris~ betriebenen Entzifferung uralter Schriften des
+~Hermes~: „Diese Offenbarung gab mir ~Kamephis~ zugleich mit der über
+das τέλειον μέλαν“ (= das vollendete Schwarze = die Chemie)[3453].
+-- Wie ersichtlich bilden alle diese Umstände wichtige Stützen
+der Auffassung ~Hoffmanns~, daß χημεία (Chemeía) nichts anderes
+bedeute, als die „Beschäftigung mit dem Schwarzen“; sie lassen ferner
+vermuten, daß der Titel „κόρη κόσμου“ nicht, wie frühere Forscher
+wollten, ausschließlich mit „Pupille der Welt“, aber auch nicht,
+nach ~Zielinski~, allein mit „Jungfrau der Welt“ zu übersetzen sei,
+daß vielmehr von vornherein ein Doppelsinn beabsichtigt war, der es
+ermöglicht, die Überschrift nach Belieben bald in der einen, bald in
+der anderen Weise auszulegen. Gerade in der von ~Zielinski~ zugunsten
+seiner Meinung angeführten Stelle aus ~Zosimos~, daß die Κόρη den
+„Geist“ in sich aufnehmen und so die übrigen Metalle gebären solle,
+tritt dieser Doppelsinn deutlich zutage, indem ebensowohl die „Pupille“
+(χημία, das Schwarze), wie die „Jungfrau“ als „Muttersubstanz“ der aus
+ihr hervorgehenden Derivate angesehen werden kann, -- wobei an die
+Parallelisierung des großen Werkes mit der Schwangerschaft zu erinnern
+ist, an die des Mutterschoßes mit dem „Gefilde der Entstehung“,
+sowie an die des Hervorgehens des Fötus (aus der τετρακτύς genannten
+Vierheit der Elemente) mit jenem des Goldes (aus der als Tetrasomie
+bekannten Vierkörperschaft der unedlen Metalle)[3454]. Als „Geister“,
+die „aufzunehmen“ sind, galten ursprünglich wohl die altbekannten
+„weißenden“ und „gilbenden“; in der Folgezeit jedoch stand an erster
+Stelle der Allgeist des ~Hermes~ (~Merkur~), das Quecksilber, und
+tatsächlich ist in der uns vorliegenden, spät redigierten Form des
+„Schreibens der ~Isis~“ die „Fesselung des Quecksilbers“ das erste
+Geheimnis, in das ~Horos~ seitens seiner Mutter eingeweiht wird[3455].
+
+
+d) Zosimos.
+
+Als Entstehungszeit der Schriften des ~Zosimos~ läßt sich mit
+ziemlicher Sicherheit die um 300 angeben, denn ~Synesios~ (vor 390)
+benützt sie, ohne jedoch den Namen des Verfassers zu nennen, und dieser
+selbst zitiert den ~Porphyrios~ (232-301?) und spielt an einer Stelle
+auf ~Manichaios~ (gest. 277) an (+nicht+ auf ~Zoroaster~!)[3456]. Er
+war Mitglied der ~Poimandres~-Gemeinde[3457], ebenso wie ~Theosebeia~,
+die er nur in bildlichem Sinne „Schwester“ nennt; sein ihr gewidmetes
+Hauptwerk bestand aus 28 Büchern, angeblich zu je vieren den sieben
+Sphären zugeteilt und geordnet κατὰ στοιχεῖον (nach dem Alphabet),
+wobei sich den 24 griechischen noch 4 koptische Buchstaben anreihten,
+und jedes Buch wie einem Buchstaben so auch einer Gottheit entsprach,
+z. B. das öfters erwähnte 9. dem i (Jota) und dem ~Imuthes~[3458].
+Dieser ~Imuthes~, ägyptisch ~Imhotep~, war ursprünglich (wie schon
+oben erwähnt) ein Baukünstler und Pyramiden-Erbauer zur Zeit des
+Königs ~Zoser~ um 3000 v. Chr.[3459], wurde später auch als Urheber
+sonstiger Künste und vor allem der Heilkunst angesehen, weiterhin als
+„Sohn des ~Ptah~“ (~Hephaistos~) vergöttlicht und dem „~Asklepios~,
+Sohn des ~Hephaistos~“ gleichgesetzt, sowie mit dem Symbol dieses
+chthonischen Geistes, der Schlange, in Form des Schlangenstabes
+ausgestattet, der zuerst auf einer Münze der Stadt Magnesia aus dem 3.
+Jahrhundert v. Chr. nachgewiesen ist[3460]. Schließlich galt er auch
+als großer Meister aller Geheimkünste, Wunderarzt, Zauberer, Astrolog
+und Alchemist[3461], und als solchen kennt ihn auch ~Zosimos~, dessen
+syrische Übersetzung das fragliche Buch ausdrücklich „Buch ~Imuthes~,
+über alles was mit der Hand gearbeitet wird“ zubenennt[3462]. Dieser
+an die „Cheirókmeta“ des ~Demokritos~ mahnende Titel bestätigt die
+Richtigkeit der Vermutung, daß ~Zosimos~ ursprünglich für sein Werk
+das des ~Demokritos~ als Vorlage benützte, es aber durch Auszüge
+aus sonstigen Schriften, Zusätze theoretischer und praktischer Art,
+polemische Bemerkungen (gegen ~Paphnutia~, ~Neilos~ und andere) usf.
+erweiterte, sowie den 24 älteren Büchern („τὰ κατ’ ἐνέργειαν“ = „Über
+die Kräfte“ genannt) noch vier neue, eigenartig mystische hinzufügte,
+deren Inhalt in inniger Beziehung zur Litteratur der Zauberpapyri,
+der Gnostiker, Neupythagoräer, Hermetiker, ~Mithras~-Diener und
+Schlangen-Verehrer (Ophiten) steht[3463].
+
+Der merkwürdigste Abschnitt in den Schriften des ~Zosimos~, die große
+dämonisch-ekstatische Vision, in der die Zerstückelung des Leibes,
+das Abschaben des Fleisches und das Lostrennen des Kopfes an die
+sog. „sekundäre Bestattung“ der ägyptischen Urzeit mahnt[3464],
+ist sichtlich die alchemistische Umgestaltung einer theologischen
+Vorlage, zeigt Magie und Theologie in engster Berührung und stellt den
+vollkommenen Alchemisten auch als wahren Propheten und vollendeten
+Inhaber der Gnosis hin[3465]. Offenbar liegt ihr, ganz so wie einer
+ähnlichen Stelle bei ~Komarios~, die übliche ägyptisch-hellenistische
+Hades-Vision zugrunde[3466], der Überarbeiter hat aber die Vorgänge
+umgedeutet und in die Bilder der Mysteriensprache chemische
+Reaktionen hineingeheimnisst, immer von der Auffassung ausgehend,
+daß die Chemie ein Bestandteil der Magie und die Magie ein solcher
+der Priesterwissenschaften sei[3467]: daher ist der „Führer“ ein
+μέγας ἱερεύς (Großpriester), ein ἱερεὺς τῶν ἀδύτων (Priester im
+Allerheiligsten), ein φύλαξ πνευμάτων (Hüter der Pneumata) und
+selbst ein Pneuma[3468]; Wiedergeburt und Auferstehung betrifft die
+toten Leiber der Metalle und erfolgt „durch den Mutterschoß des
+Feuers“[3469]; der Leib (σῶμα) der Metalle empfängt ψυχή (Seele
+= niedriges vegetabilisches Leben) und πνεῦμα (Pneuma = höheres
+geistiges Leben), oder auch πνεῦμα θεῖον (göttliches Pneuma) allein,
+-- denn zum pneumatisch Vollendeten macht erst das gänzliche Aufgehen
+im Pneuma unter Verlust der immer noch gemeineren Psyche[3470]; die
+leiblichen Reste der Metalle bleiben im Abýssos (Abgrund) zurück,
+während sich die reinen, der Verwandlung in alle Gestalten fähigen
+Geister (Pneumata) von ihnen lösen, emporschweben und so, neugeboren
+dem Mutterschosse entsteigend, als ἀνθρωπάρια (homunculi, Menschlein)
+erscheinen, -- wobei es nicht als ein Widerspruch +mehr+ empfunden
+wird, daß der μολυβδάνθρωπος, das Blei-Menschlein, auch wieder die
+Gestalt eines uralten Mannes zeigt[3471], vielleicht um anzudeuten,
+daß das Blei als Urahne und Stammvater +aller+ Metalle anzusehen sei.
+Einen außerordentlich merkwürdigen symbolischen Zug bringt noch der
+Schluß der Vision: dem Ekstatischen erscheint nämlich das „heilige
+Pneuma“ auch in Gestalt des „Sohnes Gottes“, der in die Materie sinkt,
+wieder aus ihr aufsteigt und sich in alle Gestalten verwandelt, um die
+Seelen zu retten und emporzuheben, hierin durchaus erinnernd an den
+Gottmenschen ~Anthropos~ der Hermetiker, den Urmenschen der Manichäer,
+den ~Thot~ und ~Adam~ der Gnostiker und Synkretistiker usf.[3472].
+
+Der Altar mit den ursprünglich 15 Stufen (κλίμακες), den ~Zosimos~ vor
+sich sieht, geht, als Symbol der Himmelsleiter, wie auf orientalische
+so auch auf altägyptische Vorstellungen zurück, jung ist aber seine
+(unter Verminderung der Stufenzahl auf 7 vollzogene) Verbindung mit
+den sieben Sphären, die selbst wieder an die der jüngeren ägyptischen
+Zeit wohlbekannten „sieben Hallen“ angegliedert wurden, deren u. a.
+schon das „Totenbuch“ gedenkt[3473]. Im „Tempel der 7 Sphären oder 7
+Tore“ (d. i. der sieben Himmel), der mit sieben Inschriften in sieben
+Sprachen geschmückt ist, befindet sich nach dem späten (syrischen)
+~Zosimos~ ein Zauberspiegel aus Elektron, „Auge Gottes“ genannt und von
+πνεῦμα θεῖον (göttlichem Pneuma) so sehr erfüllt, daß die Seele, in ihn
+schauend, selbst Pneuma empfängt und höchste Reinheit erlangt[3474];
+dieser Tempel ist wohl der nämliche, in dem ~Ostanes~ die berühmte
+Zaubertafel, „enthaltend die Summe aller Weisheit“, aufgefunden haben
+soll (s. oben).
+
+Dem großen Mystiker und Pneumatiker ~Zosimos~ hat die Folgezeit
+auch noch ein äußerst prosaisches Werk zugeschrieben, nämlich eine
+Anweisung zum Bierbrauen, dessen spärliche Überreste 1814 ~Gruner~
+herausgab[3475]; in einem von ~Wessely~ verglichenen Manuskripte aus
+dem 14. Jahrhundert ist indessen ~Zosimos~ gar nicht als Verfasser
+genannt.
+
+
+e) Pibêchios.
+
+Zwischen der Schrift des ~Pibêchios~ und einem Buche des ~Ostanes~,
+das nur in arabischer Übersetzung und Überarbeitung erhalten ist (s.
+unten), besteht nach ~Reitzenstein~[3476] fraglos enger Zusammenhang;
+auch entspricht bei beiden Autoren der „Tempel der sieben Tore“, der
+sieben Hallen enthält, in die man nacheinander gelangt, durchaus der
+hellenistisch-ägyptischen Vorstellung vom Himmel, aber auch von der
+Unterwelt (die nach +alt+ägyptischer Anschauung nur +einen+ Raum
+umfaßt, in den sieben Tore führen). Von ~Pibêchios~ und ~Ostanes~
+leiten aber weitere Fäden auch zu einem Werke hinüber, das wir nur mehr
+in arabischer Umformung (etwa des 9. Jahrhunderts?) kennen, dem sog.
+„Buche des ~Krates~“ (s. unten); dieser ~Krates~, der „der göttliche“
+benannt wird und so auch im Leidener Papyrus V heißt, ist kein anderer
+als „der göttliche ~Chrat~“, d. i. ~Horos~, das göttliche Kind der
+~Isis~ (chrat äg. = Kind, s. ~Harpokrates~, die Zauberer ~Pachrates~,
+~Pankrates~ usf.). ~Horos-Chrat~ ist auch ein Offenbarungsgott und
+Verfasser heiliger Bücher, und das „Buch des ~Krates~“ schöpft aus
+einer solchen, griechisch abgefaßten Offenbarungsschrift; sie ist
+älter als das 2. Jahrhundert v. Chr. und handelt u. a. von der Vision
+der sieben Himmel[3477], vom Kampfe mit dem großen Drachen, sowie von
+der Erlangung des geheimen Wissens, das man in höchster Vollendung
+nur im Totenreiche erwirbt. Diese Vorlage des „Buches des ~Krates~“
+hinwiederum berührt sich in vieler Hinsicht mit einer Erzählung aus
+der ebenfalls um das 2. Jahrhundert v. Chr. redigierten Sammlung
+ägyptischer Zaubernovellen: ihr Gegenstand ist anscheinend nur die
+Aufsuchung des von Gott ~Thot~ selbst geschriebenen Zauberbuches, das
+auf einer entlegenen Insel in sechs, ursprünglich wohl sieben Kisten
+aus sieben verschiedenen Stoffen aufbewahrt wird; in der Tat spiegelt
+sie aber einen uralten Mythus wieder, nämlich den von der Erlangung
+höchster Weisheit in den sieben Hallen des Himmels. Demgemäß erwirbt
+man noch in später Zeit die Gnosis, das kraftspendende Wissen, durch
+Lesen der Inschrift auf einer Stele aus wundervoll glänzendem Metalle
+in der innersten der sieben Himmelshallen; an diese Vorstellung wieder
+erinnert der aus Elektron verfertigte Zauberspiegel ~Alexanders des
+Grossen~, von dem (der syrische) ~Zosimos~ berichtet, „der Spiegel,
+der da steht über dem Tempel der sieben Tore, die den sieben Himmeln
+entsprechen“, sowie auch eine in abgeänderter Form bei den Mandäern
+erhaltene Spiegelsage. Der letztere Umstand deutet auf einen
+ursprünglich babylonischen Mythus, unter dessen Einfluß die ältere
+ägyptische ~Horos~-Überlieferung schon in früh- oder vorhellenistischer
+Zeit umgebildet wurde; diese Tatsache erscheint für Anfang und Art des
+orientalischen Synkretismus von hoher Wichtigkeit.[3478]
+
+
+f) Kunstausdrücke und Anschauungen der griechischen Alchemisten.
+
+Hinsichtlich aller Betrachtungen über die griechischen alchemistischen
+Schriften ist vorweg daran zu erinnern, daß diese uns, wie schon
+vor fast hundert Jahren ~Sprengel~ betonte[3479] und wie neuerdings
+~Riess~[3480], ~Kroll~[3481] und ~Diels~[3482] hervorhoben, fast
+durchwegs nur in später und vielfach überarbeiteter Form vorliegen,
+so daß nach ~Diels~ nur einige Wenige noch Inhalt und Form aufweisen
+dürften, die den ursprünglichen, wohl gegen Ende des 1. und im
+Laufe des 2. Jahrhunderts n. Chr. vollendeten Werken zukamen. Nicht
+nur die unter magischen und mystischen Einflüssen entstandenen
+Pseudepigraphen und Apokryphen, sondern auch Abhandlungen wie die des
+~Zosimos~ und seiner Nachfolger unterlagen zweifellos wiederholten
+und oft zu bestimmten Zwecken (z. B. Verchristlichung) vorgenommenen
+Umgestaltungen und Verdunkelungen, die desto eingreifender ausfielen,
+je ferner die jüngeren Verfasser als bloße Theoretiker und
+Kommentatoren der chemischen Praxis standen und je weniger Sachkenntnis
+sie daher besaßen. Erst gegen Ende des 7. Jahrhunderts, also nachdem
+die Alchemie bereits zu den Syrern, ja selbst zu den Arabern gedrungen
+war, dürfte in Konstantinopel jene Sammlung chemischer Schriften
+entstanden sein, von der wiederum auch die besten noch vorhandenen
+Manuskripte, wie die in Venedig und Paris, nur mehr unvollständige und
+erheblich verstümmelte Überreste vorstellen; aber auch diese harren
+zur Zeit noch einer neuen, wirklich zuverlässigen und wissenschaftlich
+einwandsfreien Ausgabe, denn darüber, daß die von ~Berthelot~
+und seinen Mitarbeitern besorgte den billigerweise zu stellenden
+Anforderungen durchaus nicht entspricht, sind heutzutage wohl alle
+Sachkenner der nämlichen Meinung.
+
+Sämtliche alchemistischen Autoren[3483] stimmen darin überein, daß
+die Alchemie in engster Verbindung mit Mystik, Magie, Geisterbannen
+und Mantik stehe, und daß, wie für letztere schon nach den Stoïkern
+und Neupythagoräern, so auch für sie die wichtigste Vorbedingung des
+Erfolges kultische Reinheit „des Herzens wie des Körpers“ sei (zu
+bewähren u. a. durch Keuschheit und entsprechende Ernährung), ferner
+sittliches Wohlverhalten, Tugend, Frömmigkeit, selbstlose Gesinnung,
+Freisein von Neid, Eigennutz und Habsucht, endlich Anstreben des
+großen wissenschaftlichen Zieles der Metallverwandlung und +nicht+
+bloßer Gewinnung von Gold, die ja ohnehin nur zu allgemeinem
+Reichtum und dadurch zur völligen Verderbnis der gesamten Menschheit
+führen könnte[3484]. Einzig der von solchen Gesinnungen Erfüllte
+ist „würdig“, und nur dem Würdigen wird „Gnade von oben“ zuteil,
+befähigt ihn zu tiefstem seelischem Versenken, zu Wahrträumen und
+Visionen, eröffnet ihm das Verständnis für die „großen Geheimnisse
+der ägyptischen Priester“, die diese aus Eifersucht und Aberglauben
+entweder ganz verbergen, oder nur mündlich oder in rätselhafter „die
+Dämonen täuschender“ Form mitteilen, und macht ihm die „heilige Kunst“
+leicht wie die Arbeit eines Kindes, so leicht wie Kinderspiel oder
+Weiberwerk[3485].
+
+Erste und unumgängliche Voraussetzung für das Gelingen des „großen
+Werkes“ ist die Zurückführung der unedlen Metalle in die form-
+und eigenschaftslose, dunkle, chaotische, das Substrat jeder
+weiteren Verwandlung bildende Urmaterie: sie ist das „Fundament“,
+unsere Schwärze, unser Kupfer, unser schwarzes Kupfer, unser Blei,
+unser schwarzes Blei, die Schwärze (μελανία, Melanía) des Stimmi
+(Schwefelantimons), unsere Magnesia (hier = Braunstein)[3486],
+die schwarze Brühe, der schwarze Saft, die schwarze Schmelze des
+Stimmi[3487], die schwarze Asche, Schlacke und Kohle, die Schwärze der
+Krähen und Raben, die schwarze Färbeflotte[3488], die Farbe, Schwärze
+und Rußkohle der Schreiber, die vollendete Schwärze (πάνυ μέλαν, die
+Blüte der Schwärze (μελάνθιον)[3489], das [noch] schwarze Gold (χρυσὸς
+μέλας)[3490], der „Inhalt der Theorie und Praxis“, der „Inbegriff der
+10000 Geheimnisse und Bücher“, das „seit Aeonen Gesuchte“[3491]; sie
+ist unsere Erde, die schwarze und negergleiche, unsere äthiopische
+Erde, die Erde unseres Landes Äthiopien, die da aus den Gräbern
+der Unterwelt Pflanzen, Blüten und göttliche Früchte emporschießen
+läßt[3492], die da hervorbringt den „Stein der Weisen“, den „Stein
+der Philosophen“, den „etesischen Stein“, der alle sieben Farben der
+sieben Planeten in sich birgt[3493]. Um zu der „Rechten“ unter diesen
+zu gelangen, bedient man sich, wie beim Färben der Kleiderstoffe, der
+Zusätze und Beizen[3494]: in Leinenbinden eingewickelt unterwirft man
+die Rohstoffe der großen „Tarichéia“ (Einbalsamierung, Einsalzung,
+Einpökelung)[3495], der „großen Sepsis der ~Isis~“[3496], wobei
+sie unter dem Einflusse der Salze, der Schwefel, der heiligen
+Wässer usf., Metabolé (Umänderung) und Alloíosis (Artverwandlung)
+erfahren[3497], kenntlich und ersichtlich durch den entsprechenden
+Wechsel der Farben[3498]; diesem unterliegt die Urmaterie, unbeschadet
+der Erhaltung ihrer ursprünglichen und einheitlichen Natur, nicht
+anders als das Chamäleon[3499], und „Chamäleon“ nennt man deshalb
+auch „unser Blei“[3500], wenn es in Gold verwandelt wird, „besser und
+schöner als das natürliche“[3501]. Das Wissen um die Alloíosis war
+ehemals den „ägyptischen Priestern“ vorbehalten[3502], es war das
+ihnen von ~Hermes~ offenbarte und hieß daher „hermetische Kunst“, ganz
+ebenso wie der von ihm erfundene luftdichte Verschluß „hermetischer
+Verschluß“[3503]. Im Hinblicke auf dieses Wissen sagte der große
+~Ostanes~: „man erflehe von den Göttern Einsicht in die ‚Pupille des
+Auges‘ (= Chemi, das Schwarze)“, und „man verberge das Geheimnis der
+Kunst der Pupille des Auges“; auch verglich man „das Schwarze und das
+Weiße“ (für die es verschiedene Deutungen gab) mit der Pupille (Κόρη,
+Kóre) des Auges und mit der „~Iris~ des Himmels“, die alle Farben in
+sich enthält[3504].
+
+Insoferne das große Werk die Vereinigung der aufeinander wirkenden
+Substanzen zu einer neuen erfordert, verrät es völlige Analogie mit
+einer Neuschöpfung im Kosmos[3505] oder einer Neuentwicklung im
+Pflanzen- und Tierreiche. Wie nach ~Aristoteles~ Feuer wiederum Feuer
+hervorbringt, der Ölbaum den Ölbaum, der Weizen den Weizen, der Mensch
+den Menschen, so erzeugen auch Gold, Silber und Elektron wieder Gold,
+Silber und Elektron, wenn man ihre „Samen“, z. B. kleine Mengen der
+feinsten Pulver, in der richtigen Weise aussät, mit den rechten Wässern
+begießt und sorgfältig pflegt[3506]; der Untergrund des „Kupfers“
+schwillt auf und „gärt“, es sprießen Pflanzen (βοτάναι, Botánai),
+die so wie Kräuter und Bäume wachsen, es zeigen sich ἐξανθήματα
+(Exantheme, Effloreszenzen)[3507], es entfalten sich Blüten[3508] und
+schließlich reifen „Früchte“[3509], deren „Wangen sich röten“[3510].
+Aber auch einer Schwangerschaft gleicht das große Werk[3511]; die
+Vermählung (συγγένεια) der Naturen, deren schon ~Platon~ gedenkt,
+bildet seine Grundlage[3512], und nur durch Vereinigung des Männlichen
+(ἄρσην, Arsen) und Weiblichen kann man es vollbringen[3513] und so das
+„Ziel der Kunst“ erreichen[3514]. Wenn sich die männlichen, aktiven,
+aufwärts (ἄνω) strebenden Elemente, Feuer und Luft, mit den weiblichen,
+passiven, abwärts (κάτω) strebenden, Wasser und Erde, vereinigen[3515],
+wenn z. B. der (geschmolzene schwarze) Schwefel mit dem (weißen)
+Quecksilber den Zinnober zeugt (τίκτει), so entsteht das neue Wesen
+(ἀνθρωπάριον, Menschlein) in der Phiole nicht anders, wie der Embryo
+in der Matrix[3516]: aus dem schwarzen Menstrualblute und dem weißen
+Sperma, dem „Schwarzen und Weißen“, dem „Schwefel und Quecksilber“, dem
+„Kupfer und Quecksilber“, der „~Aphrodite~“ und dem „~Hermes~“, geht
+der Fötus hervor, das Neugeborene, das Menschlein, das ζῶον (Lebende),
+der Keim, das Ei, das Gebilde mit den 10000 und mehr Namen[3517], es
+reift „bei richtiger Pflege und Ernährung unter passender Wärme und
+durch die geeigneten Wässer“ zur „Vollendung“ heran[3518], erreicht
+diese innerhalb einer Zeit, die nach den einen 9 Stunden beträgt[3519],
+nach anderen 7, 14, 21, 40, 41 oder 110 Tage[3520], nach noch anderen
+4, 6, 9 oder 12 Monate[3521], und tritt dann zur Welt, soferne kein
+vorzeitiges Absterben (νέκρωσις = Nékrosis), keine verfrühte Entbindung
+und keine Fehlgeburt erfolgt ist[3522]. Derlei Mißgeschicke können
+namentlich die Einflüsse und Ausströmungen der Planeten bewirken, z. B.
+die des Mondes (σεληνιακὴ ῥεῦσις)[3523], aber auch Neid und Mißgunst
+der Dämonen[3524], sowie Fehler bei der Ausübung der „Kunst“; daher ist
+es von der größten Wichtigkeit, jene Einflüsse der Planeten (besonders
+des ~Hermes~) und der Tierkreiszeichen zu kennen[3525], die günstige
+Jahreszeit des „philosophischen Monates“, der „belebenden Nilschwelle“,
+der „Etesien“ abzuwarten[3526], die geeigneten Augenblicke zu
+benützen[3527] und endlich die Regeln der Sympathie und Antipathie,
+die Formeln, Handlungen, Gebete, Beschwörungen usf. auf das genaueste
+zu beherrschen[3528], denn mittels der Kräfte des Rituals und des
+magischen Wissens „zwingt man zum Dienste die Natur, die mehr vermag
+als die Menschen“[3529].
+
+Weil unser Kupfer, unser Blei, unsere Magnesia durch die Wärme
+„ausgebrütet“ wird, nennt man sie auch „Ei der Philosophen“,
+„philosophisches Ei“, „vogelentsprossene Masse“ (ὕλη ὀρνιθογονία)[3530].
+Wie aber das Ei zwar ein einheitliches Ganzes darstellt, trotzdem
+jedoch Schale, Haut, Weißes und Gelbes in sich enthält „als
+Viereinigkeit, die doch nur Eines ist“ (τὰ δὲ τέσσαρα ἕν)[3531], so
+umfaßt auch das philosophische Ei, unbeschadet seiner Einheit, die
+Tetrasomie des Kupfers, Bleies, Zinns und Eisens[3532] und stellt in
+seiner Fähigkeit „zu allem zu werden und sich zu allem zu entwickeln“
+das ἕν τὸ πᾶν (Alles in Einem, Eines in Allem) dar, den seit Aeonen
+gesuchten und endlich gefundenen „großen ~Pan~“, dessen Symbol, sie
+sich in den Schwanz beißende Schlange, daher auch ihm zukommt[3533].
+Das philosophische Ei +ist+ schon Gold und Silber, es birgt das Gold
+und Silber schon in sich, freilich nur der δύναμις (Möglichkeit)
+nach und noch „in seinem Inneren verborgen“ (ἔνδον κέκρυπται)[3534],
+aber ebendeshalb ist weiter nichts mehr nötig, als „die Natur
+herauszukehren“ (φέρειν ἔξω τὴν φύσιν), damit man das Erstrebte auch in
+Wirklichkeit (ἐνεργείᾳ) besitze[3535].
+
+Wie schon die Zusammenfassung von Kupfer, Blei, Zinn und Eisen unter
+dem Namen der „Tetrasomie“ (Vierkörperschaft) erweist, sind diese
+gemeinen Metalle bloße „Körper“ (σώματα, στοιχεῖα), und zwar tote
+Körper (νεκροί), im Grabe liegend, ja selber dem „Grabe des ~Osiris~“
+vergleichbar[3536], und es gilt, sie zu erwecken, zur Auferstehung
+(ἀνάστασις) zu bringen und wiederzubeleben (ἐμψυχοῦνται)[3537]. Das
+Mittel hierzu ist das Pneuma, das göttliche Pneuma (πνεῦμα θεῖον),
+das sich des Körpers (des „Fleisches“, der „Hyle“) bemächtigt, sich
+mit ihm verbindet und auf ihm „fixiert“, -- ohne aber hierbei, als
+bloßer Geist, eine Gewichtsveränderung zu bewirken[3538] --, ihn
+beherrscht, befreit, reinigt, durch Metabolé und Alloíosis „auf höhere
+Stufe hebt“ und „veredelt“, kurz zu einem „pneumatischen“ macht (σῶμα
+πνευματικόν)[3539]. Diese Erfüllung des Toten mit neuer Seele (ψυχή,
+Psyche) und neuem Geist (πνεῦμα, Pneuma) ist „das große Wunder“,
+„die große Vollendung“, „das große Mysterium“[3540] und vollzieht
+sich nach den einen schon in 9 Stunden, nach den anderen erst binnen
+Jahresfrist, innerhalb der „feurigen Sphäre“, unter dem Einflusse der
+αἰθάλη (des Rauches, Dampfes), des πνεῦμα βαπτικόν (färbenden Pneumas),
+das das Innere der Naturen verwandelt und diesen Vorgang zugleich auch
+äußerlich durch die „Umfärbung“ zutage treten läßt[3541]. So wird das
+schwarze Blei, das „Grab des ~Osiris~“, oder auch das gemeine schwarze
+Kupfer, in „pneumatisches Kupfer“, in „vollendetes Kupfer“ übergeführt
+(χαλκὸς πνευματικός, χαλκὸς τέλειος = Gold)[3542], das „einen neuen
+Leib angenommen hat“ (μετασωματούμενος) unter dem Zwange (ἐξ ἀνάγκης)
+des „Gebieters der Pneumata“ und „Herrn des Tempels“ (φύλαξ πνευμάτων;
+οἰκοδεσπότης)[3543]; als Gebieter und Herr wird hierbei, allegorisch
+umschreibend, der Chemiker bezeichnet, der Tempel aber ist der
+chemische Apparat, das „heilige Gebäude (δῶμα ἱερατικόν des Ofens“, die
+Phiale (φιάλη), d. i. die Kuppel, jedoch auch das Glasgefäß[3544] das
+Knúphion (knouphion), d. i. der dem Kopfputze des ~Knuph~ (~Chnubis~)
+ähnliche Aufsatz des Destillationskolbens (βίκος, βῆκος, βύκος, βίκιον,
+Ambix, Dibikos, Tribikos)[3545] usf.
+
+Beim Arbeiten mit solchen Gefäßen, namentlich aber bei der Sublimation
+und Destillation, vollzieht sich die Trennung der Substanzen, ἄνω und
+κάτω, gemäß dem Spruche „Nach oben das Himmlische, nach unten das
+Irdische[3546]: das Schwere, Passive, Weibliche, zu Wasser und Erde
+Gehörige bleibt von vornherein in der Tiefe der Unterwelt[3547], oder
+sinkt wieder herab in den finsteren Abgrund, den Abyssos, den dunklen
+Hades[3548], das Leichte, Aktive, Männliche, zu Luft und Feuer Gehörige
+steigt hingegen als zarte Wolke empor (ἄρσις νεφέλης), schwebt nach
+oben (ἀναβιβάζων) und erhebt sich als ätherisches Pneuma (πνεῦμα
+αἰθερώδες) zur höheren Sphäre[3549]. Von ausgesprochen pneumatischer
+Natur sind vorzüglich die verschiedenen Schwefel, das gelbe und rote
+Arsen [Auripigment und Realgar], das weiße Arsen [Arsenigsäure], die
+beiden Quecksilber [Quecksilber und metallisches Arsen], sowie die aus
+allen diesen bereiteten θεῖα ὕδατα (göttlichen Wässer)[3550]; daher
+nehmen sie alle ihren Weg ἄνω [d. h. sie sublimieren und destillieren]
+und sind erfüllt von körperbelebender Kraft und Färbevermögen[3551].
+Eine eigentümliche Rolle unter ihnen spielt jedoch das Quecksilber:
+bald ist es ein leichter Dunst, ein flüchtiger Hauch (πνεῦμα φεῦγον)
+männlicher Art, bald ein schwerer Körper (σῶμα), ein silbernes Wasser
+(ἀργύριον ὕδωρ) weiblichen Charakters[3552], das sich als weißes
+jungfräuliches Mineral (παρθένος γῆ) mit dem roten σπέρμα ἄρῥηνος
+vereinigt [dem „männlichen Sperma“, oder auch dem „Sperma des Arsens“,
+d. h. dem aus dem roten Realgar gewonnenen Schwefel] und hiernach den
+Zinnober (= Gold) gebiert (τίκτει)[3553]; demgemäß wird es mit Recht
+als ein Zwitter angesehen, als ein σῶμα ἀσώματον (unkörperlicher
+Körper), als etwas was „ein Metall und kein Metall“ ist[3554].
+Manche nennen auch alles das, was beim Sublimieren oder Destillieren
+irgendwelcher Materien nach oben steigt, „ihr Quecksilber“[3555] und
+erblicken daraufhin im Quecksilber eine Grundsubstanz sämtlicher
+Stoffe, hauptsächlich aber der Metalle[3556]; nach der „Lehre der
+alten Ägypter“ ist hingegen die allgemeine Ursubstanz (Materia prima)
+das Blei, das sich leicht in weißes Bleiweiß, schwarzes Schwefelblei,
+gelbe Bleiglätte, rote Mennige und noch vieles andere verwandeln
+läßt (μετατρέπεται)[3557], ein Zubehör des ~Osiris~, des Herrn ὑγρᾶς
+οὐσίας (des Flüssigen, Schmelzbaren) darstellt, daher auch als
+„etesisches Metall“ durch die „Nilschwelle“ neubelebt wird usf.[3558].
+Unter der Nilschwelle und ihrer belebenden Flut sind die heiligen
+Wässer (göttlichen Wässer, θεῖα ὕδατα) zu verstehen, die „alles an
+allem vermögen“ (πᾶν ἐν πᾶσι), die „Wässer des Mazachens“ (ὕδατα
+μαζυγίου)[3559], die auf die „Maza unserer Magnesia“ einwirken wie die
+Hefe (ζύμη) auf die Masse des Brotteiges[3560], sie zum Aufschwellen
+und Zunehmen bringen und sie in eine Art Silber- und Gold-Gärung
+versetzen (χρυσοζυμία), namentlich wenn man als Samen (χρυσόσπερμα)
+noch einige Silber- oder Gold-Flitter beifügt[3561], die man z. B.
+zweckmäßigerweise am Ende des Rührstockes befestigt[3562].
+
+Träger dieses Samens kann aber auch ein besonderes Präparat sein,
+„der Stein der kein Stein ist“[3563], der „philosophische Stein“, der
+„Stein der Weisen“, der „Stein der Philosophen“ (λίθος τῆς φιλοσοφίας,
+τῶν φιλοσόφων)[3564]; als Ergebnis der „heiligen und göttlichen
+Kunst der Philosophen“[3565] heißt er nach diesen ebenso, wie der
+„Kalk der Philosophen“ [= Bleioxyd], der „Kitt der Philosophen“,
+der „Dreifuß der Philosophen“ usf.[3566], wenngleich unter λίθος
+schlechthin nicht selten das metallische [das Kupfer weißende] Arsen
+verstanden wird[3567]. Auch mit dem Namen des trockenen Streupulvers
+der Ärzte, ξήριον (Xérion), wird dieser Stein bezeichnet[3568], und
+wie das medizinische Xerion krankes und bleiches Blut in gesundes und
+rotes verwandelt, so „rötet“ auch das philosophische „die Wangen der
+Kranken“[3569] und ergibt κινναβάρι τῶν φιλοσόφων (philosophischen
+Zinnober = Gold), das „Ende des Werkes“ und „Pléroma der Kunst“[3570];
+da aber Gold selbst „allein frei ist von aller Krankheit“[3571], so
+verleiht auch das Gold-erzeugende Xerion zugleich Gesundheit und langes
+Leben, ist die Panacee für alle heilbaren und unheilbaren Krankheiten,
+-- auch für die große und unheilbare Krankheit der Armut[3572] --, und
+bewährt sich so als der seit Äonen gesuchte und endlich gefundene große
+~Pan~[3573].
+
+Daß schon Spuren des Xerions beim Einstreuen (ἐπιβάλλειν, projizieren)
+eine so mächtige, jener der Hefe vergleichbare Wirkung entfalten,
+erklärt sich aus der ungeheuren Kraft seiner pneumatischen Natur[3574],
+durch die der „hieratische schwarze Stein“ (ἱερατικὴ λίθος μέλαινα)
+alle zauberischen Kräuter (βοτάναι) und Mineralien, ja selbst den
+Ätzkalk (gebrannten Kalk) völlig in Schatten stellt[3575]. Allerdings
+muß aber das Xerion, um wahrhaft „unser Gold“ zu sein, d. h. wirklich
+~Mithras~ (= Sonne, Gold) zu ergeben und das „große mithrische
+Mysterium“ mit durchschlagendem Erfolge ins Werk zu setzen, auch die
+„+richtige+ Kraft“ (δύναμις, Dýnamis) und die „+rechte+, Wandlung
+schaffende Qualität“ in sich führen, die einige für eine rein geistige
+halten, andere aber zugleich für eine körperliche[3576]; wie auf der
+Kerotakis (Palette) des Malers auch ein nur geringer Zusatz richtiger
+Farbe der ganzen Mischung den gewünschten Ton verleiht, so bewirkt
+dies auf jener des Chemikers schon eine kleine Beigabe solchen echten
+Xerions[3577], das sich dadurch als ein Wunder der Kunst bewährt,
+„das da führt unendliche geoffenbarte und geheime Namen, das zugleich
+überall ist und nirgends, unauffindbar und allbekannt, billig und
+unerschwinglich, verborgenes Geheimnis und greifbares Präparat“[3578].
+
+Das Xerion richtig herzustellen und anzuwenden, so daß es aus der
+Phiale das ανθρωπάριον (Menschlein) im „weißen“ glänzenden und im
+„roten“ königlichen Gewande aufsteigen macht, lernt man in den heiligen
+Kultstätten Ägyptens, doch auch Cyperns und Thraziens, sowie in den
+Bibliotheken der Ptolemäer und der heiligen Tempel, besonders des
+Serapeions; in diesen verkündigen die Bücher „zu Zehntausenden“ die
+große Weisheit, -- verständlich freilich nur dem Eingeweihten, für
+alle übrigen aber dunkel, doppelsinnig, allegorisch und mystisch
+(μυστικῶς)[3579].
+
+
+
+
+7. Alchemistische Zeichen und Symbole.
+
+
+Die Frage nach Herkunft und Alter der von den mittelalterlichen
+Alchemisten und ihren Nachfolgern vielbenützten Zeichen für die sieben
+Metalle, nämlich ☉ für Gold, ☾ für Silber, ♄ für Blei, ♃ für Zinn, ♂
+für Eisen, ♀ für Kupfer, ☿ für Quecksilber, ist eine außerordentlich
+schwierige und auch heute noch bei weitem nicht ausreichend geklärte.
+
+Als sicher darf es gelten, daß derlei Symbole ursprünglich nicht die
+Metalle bezeichneten, sondern die Planeten, und daß das höchste Alter
+unter ihnen den Figuren ◯ und ☾ zukommt, mittels derer zahlreiche
+Völker der ganzen Erde die Gestalt von Sonne und Mond in einfacher
+Weise nachahmend abbilden.
+
+Bei den Ägyptern wurden, wie im alten Reiche (vor 2300) so noch in
+ptolemäischer Zeit, Sonne und Mond durch die Zeichen ☉ und [Symbol]
+oder (seltener) ☉ und [Symbol] dargestellt[3580], später auch durch
+☉ und ☾[3581] oder [Symbol] und [Symbol][3582], wobei die Sonne,
+namentlich in der schon frühzeitig sehr beliebten Form der geflügelten
+Scheibe, sich auch als „grünes Auge“, „grünfarbige Sonne“, „Käfer aus
+reinstem Golde“ (d. h. grünlich glänzend wie dessen Flügeldecken)
+zubenannt findet[3583], und nicht selten das Symbol der Sonne für 1
+steht, das des Mondes für 2 und die Abbildung beider nebeneinander für
+3[3584]. Das Bild ☉ versinnlicht die Sonne nach uralter ägyptischer
+Anschauung im Zustande der Mutterschaft, den Keim der von ihr neu zu
+gebärenden Sonne des nächsten Tages schon in sich tragend[3585].
+
+In Babylonien ist ein ganz ähnliches Zeichen ☉ ebenfalls sehr alt,
+bedeutet aber, z. B. schon in den frühen sumerischen Urkunden, die Erde
+mit dem sie umströmenden Ozean[3586] und demgemäß in späterer Zeit
+den Kosmos und das Weltganze[3587]. Die Sonne, eines der drei großen
+Gestirne ◯ [Symbol] ✴ (Sonne, Mond, Venus), stellten die Babylonier
+mit Vorliebe auch als strahlenden Stern [Symbol] [Symbol] dar, bald
+mit 4, bald mit 8 Strahlen oder Büscheln[3588], und die Iranier, die
+ursprünglich weder Tempel noch Bilder kannten, ahmten ihnen dies
+anfangs nach[3589], entlehnten aber dann von den Chetitern die bei
+diesen (wie überhaupt in Vorderasien) schon seit dem 14. Jahrhundert
+aufgenommene ägyptische geflügelte Sonnenscheibe[3590] und wandelten
+sie schließlich in das Zeichen [Symbol] um, darstellend das Haupt des
+Sonnenkönigs ~Mithras~, geschmückt mit der τιάρα (Tiára) oder κίταρις
+(Kítaris)[3591], einer Art kegelförmiger Mütze, die allein der König
+mit gesteifter Spitze tragen durfte, während alle anderen sie oben
+eindrücken mußten.[3592]
+
+Im synkretistischen Zeitalter erfolgte, wohl zusammen mit der
+Einführung anderer zugehöriger orientalischer Bräuche und Gewohnheiten,
+auch die des Zeichens [Symbol] in Ägypten; die Siglen ☉, ☾ und ✴ werden
+in einigen Papyri oft (wenn auch nicht regelmäßig) angewandt und gehen
+aus ihnen in die beliebten „carmina figurata“ über, Gedichte, deren
+untereinander gesetzte Zeilen verschiedener Länge im ganzen eine
+bestimmte Gestalt nachbilden[3593]; an einer Stelle des „Leidener
+Papyrus“ ist ebenfalls ☉ = Sonne, meistens aber bedeutet ☉ Himmel
+oder Weltganzes, während (neben ☽ oder ☾ für Mond)[3594] in der Regel
+[Symbol] für Sonne auftritt[3595], u. a. auch im „Papyrus ~Mimaut~“
+des 3. Jahrhunderts[3596]. Wie für den Mond, so steht ☾ auch für seine
+Herrin, die ~Isis~, z. B. im „Briefe der ~Isis~ an den ~Horos~“, und
+in einer Abteilung des „Leidener Papyrus“ heißt „Augenbraue des ☾“
+soviel wie „Augenbraue der ~Isis~“, welcher Name eine heilsame Pflanze
+bezeichnete[3597]. In ganz gleicher Weise gingen offenbar die Zeichen
+☉ und ☾ auch auf jene Metalle über, die aus naheliegenden Gründen seit
+jeher mit Sonne und Mond verglichen und ihnen als ἡλιακή und σηληναία
+ὕλη (Sonnen- und Mond-Substanz), verdichtete Sonnen- und Mond-Strahlen
+usf. zugeordnet wurden[3598], auf das Gold und Silber. Ist der
+„Leidener Papyrus“ wirklich schon im 3. Jahrhundert abgefaßt, so
+bietet er nach ~Berthelot~[3599] in seinem chemischen Abschnitte (X.)
+das älteste Beispiel dieser Art, da daselbst in einer die Darstellung
+von Asem betreffenden Vorschrift die Zeichen [Symbol] und ☾ für Gold
+und Silber gesetzt sind; es bleibt natürlich dahingestellt, ob sich
+ihrer schon die älteren Vorlagen dieses Papyrus bedienten, oder ob sie
+erst der letzte Abschreiber, einer zu seiner Zeit bereits bestehenden
+Gewohnheit gemäß, gelegentlich einfügte. Zugunsten letzterer Vermutung
+spricht es u. a., daß das Zeichen [Symbol], entgegen ~Berthelots~
+Annahme, kein altes ägyptisches ist, sondern ein neueres persisches,
+also erst im Verlaufe der synkretistischen Periode nach Ägypten
+gelangtes[3600].
+
+In einem von ~Parthey~ herausgegebenen Berliner Papyrus, der dem
+Beginne des 4. Jahrhunderts anzugehören scheint und fast ausschließlich
+Astrologie, Traumdeuterei und Zauberei behandelt, -- μέγα ἔργον, das
+große Werk, heißt in ihm nicht das Goldmachen, sondern die Magie --,
+stehen ebenfalls für Sonne und Mond die Zeichen ☉ und ☾[3601]. Man
+darf diese jedoch keineswegs, wie das ehemals geschah, ohne weiteres
+überall, wo man sie vorfindet, in derartigem Sinne auslegen; so z. B.
+enthalten früher unverstandene Inschriften, abgefaßt in den alten
+Alphabeten der Inseln Kreta und Thera (im 9. oder 8. Jahrhundert
+v. Chr.), durchaus nichts Alchemistisches, vielmehr gebrauchen sie ☉
+für den Buchstaben w[3602]; in hellenistischer Zeit wiederum wird ☉ oft
+gleichbedeutend mit Θ oder [Symbol], dem großen griechischen Theta,
+und ist dann Θεός (Theós, Gottheit) zu lesen[3603], doch schreibt man
+statt des großen Θ aus Bequemlichkeit auch wieder das kleine θ, und
+ohne Kenntnis dieser Umstände würde niemand enträtseln können, auf
+welchem Wege der Buchstabe θ dazu kam, bald Gottheit, bald Kosmos, bald
+Sonne, bald Gold zu bezeichnen[3604]. Ähnliche Umbildungen erfuhr auch
+das Zeichen [Symbol], das in den Gestalten [Symbol] [Symbol] und (aus
+diesen vereinfacht) [Symbol] [Symbol] [Symbol] vorkommt, statt durch
+ein solches großes Delta, Δ, auch durch ein kleines, δ, wiedergegeben
+wird und daraufhin dann auch zur Abkürzung verschiedener, zum Teil ganz
+fernliegender, aber zufällig mit δ beginnender Worte dient[3605].
+
+Was die Zeichen für die übrigen Metalle und die sonstigen chemischen
+Substanzen anbelangt, so erklärte sie ~Kopp~[3606] für Erzeugnisse
+einer späten Zeit, vielleicht erst der jener Kompilatoren, die im
+8. oder 9. Jahrhundert zu Byzanz die alchemistischen Schriften zu
+Sammlungen vereinigten, deren uns in Gestalt des „Codex Marcianus“
+wenigstens +eine+ zum größten Teile erhalten blieb; ~Letronne~, dessen
+Ansicht sich auch ~Humboldt~ anschloß[3607], hat ihre Entstehung
+sogar in das 10. Jahrhundert herabgesetzt und angenommen, erst die
+damaligen Abschreiber gnostischer und alchemistischer Manuskripte
+hätten sie den ursprünglichen Texten bei- oder eingefügt. Im Gegensatze
+hierzu schrieben ihnen aber andere Forscher ein hohes Alter zu und
+beriefen sich auf ihren Gebrauch bei ~Firmicus~, ~Stephanos~ und im
+Codex Marcianus. Bei ~Firmicus~ kommen nun zwar [Symbol] und ☾[3608],
+sowie ☉, ♄, ♀, ☿[3609] vor, und zwar auch in älteren Handschriften,
+doch rechtfertigen diese, wie schon weiter oben erörtert, weitgehende
+Bedenken und lassen namentlich keinerlei Schlüsse auf die Gestalt ihrer
+einstigen Vorlagen zu. Das Nämliche gilt betreff der (nach ~Usener~
+zweifelhaften) chemischen Schriften des ~Stephanos~, der dem ~Zeus~
+schon das Zinn beiordnet und dem ~Hermes~ das Quecksilber, als dessen
+Symbol anfänglich ☽ (also ein Gegenstück zum ☾ des Silbers) und erst
+späterhin ☿ aufzutreten scheint[3610]; zudem weisen die nach ~Usener~
+fraglos echten „Astronomica“ des ~Stephanos~ Planetenzeichen, und zwar
+die allgemein üblichen, erst im Codex von Urbino auf, der dem 15.
+Jahrhundert entstammt[3611]. Die Listen endlich, die der Marcianus für
+die Planeten, ihre Metalle und ihre sonstigen Derivate (τὰ ἐξ αὐτῶν)
+wiedergibt[3612], gehören nach Inhalt und Form ganz verschiedenen
+Zeitaltern an, vermengen ältere (übrigens nicht einheitliche) Angaben
+und Zeichen mit zum Teil jüngeren, zum Teil ganz späten Zusätzen,
+verraten Einflüsse arabischer Herkunft (u. a. medizinische, z. B. durch
+Nennung des Zuckers, σάκαρ, σάκχαρ), berufen sich auf den berühmten
+arabischen Astronomen ~Abu Maʿschar~ (gest. 886) usf.[3613], schließen
+also eine Benützung zu chronologischen Folgerungen gänzlich aus.
+
+Im „Leidener Papyrus“ (X) fehlen Zeichen für andere Metalle als Gold
+und Silber ebenfalls[3614], vielleicht weil die weitaus älteren
+Vorlagen, die er zum größten Teile getreulich wiedergibt, auch
+keine solchen enthielten; die Frage, ob sie nicht dennoch um 300
+schon bekannt waren, ist jedoch trotzdem keineswegs von der Hand zu
+weisen, sobald man sich erinnert, daß die Symbole ursprünglich nicht
+den Metallen zugehörten, sondern den Planeten und ihren Göttern.
+Entgegen früheren Ansichten steht es nämlich fest, daß sie für
+diese in Ägypten schon zum Beginn unserer Zeitrechnung gebräuchlich
+waren, denn ein gegen 1900 aufgefundener demotischer Papyrus enthält
+horoskopische Tafeln für die 28 Regierungsjahre des Kaisers ~Augustus~
+mit den Zeichen [Symbol] für Kronos, [Symbol] für Zeus, [Symbol]
+für Ares, [Symbol] für Aphrodite, [Symbol] für Hermes, „die nur
+demotische Abänderungen der seit viel älterer Zeit benützten zu sein
+scheinen“[3615]. Vermutlich gingen sie also aus der Astronomie und
+Astrologie, als diese durch die späteren Hermetiker und Gnostiker,
+Neu-Pythagoräer und -Platoniker usf. in immer nähere Verbindung mit
+den übrigen Formen der Magik und Mystik gebracht wurden, in deren
+Litteratur über, wie sich denn z. B. in der „Pistis Sophia“ (um 250
+n. Chr.) für den „großen Vater, unnahbaren Gott, siebenten Schatz (=
+Schatz des siebenten Himmels), ...“ ebenfalls das Symbol [Symbol]
+[Symbol] vorfindet, also das des ~Zeus~[3616]. Die schon seit dem 16.
+Jahrhundert viel erörterte Frage über das Alter derartiger Zeichen,
+-- die einschlägigen Ansichten des ~Salmasius~ (1619), ~Kircher~
+(1653), ~Huët~ (1679), ~Ducange~ (1688), ~Boerhaave~ (1732), ~Goguet~
+(1756) und Anderer hat mit gewohnter Gelehrsamkeit und Vollständigkeit
+schon 1792 ~Beckmann~ zusammengestellt[3617] --, ist daher aller
+Wahrscheinlichkeit nach dahin zu beantworten, daß solche zu Beginn der
+Kaiserzeit schon vorhanden waren, von der Alchemie aber spätestens
+während der Periode ihres großen Aufschwunges im 2. und 3. Jahrhundert
+aufgenommen wurden.
+
+Was ihre Entstehung anbelangt, so verdient die von ~Salmasius~ (1629)
+herrührende Anschauung auch heute noch den Vorzug vor allen seither
+geäußerten. Nach eingehender Prüfung der Handschriften der Pariser
+und auch anderer Bibliotheken gelangte er nämlich zur Überzeugung,
+daß der Ursprung der üblichen Formen ♄ (~Kronos~), ♃ (~Zeus~), ♂
+(~Ares~), ♀ (~Aphrodite~), ☿ (~Hermes~), -- die nicht wie ☉ und ☾
+oder wie Löwe, Widder, Stier des Tierkreises einfache Abbildungen
+sind --, in bloßen, dem Gebrauche der Zeit durchaus entsprechenden
+Abkürzungen der Planeten- oder Götter-Namen zu suchen sei, die dann
+später allerdings, zum Teil nach vorgefaßten Ideen, mehr oder minder
+willkürlich Abänderungen erlitten[3618]: wie die verschiedenen Codices
+zeigen, wurde für ~Kronos~ aus Κρ (auch [Symbol], [Symbol], [Symbol]),
+[Symbol], [Symbol], [Symbol], [Symbol], [Symbol]; für ~Zeus~ aus
+[Symbol], [Symbol], [Symbol], [Symbol]; für ~Ares~, aus dessen altem
+Beinamen Θούριος (~Thurios~), [Symbol], [Symbol], [Symbol], [Symbol],
+[Symbol], [Symbol], [Symbol]; für ~Aphrodite~, aus deren Beinamen
+Φωσφόρος (~Phosphoros~), [Symbol], [Symbol], [Symbol], [Symbol] oder
+[Symbol]; für ~Hermes~, aus dessen Beinamen Στίλβων (~Stilbon~),
+[Symbol] oder [Symbol] ([Symbol] und [Symbol] sind alte Formen für σ
+oder ϛ), [Symbol], [Symbol], [Symbol], [Symbol]. Wesentlich gestützt,
+ja geradezu bewiesen wird diese Behauptung des ~Salmasius~ durch eine
+Bemerkung in den (arabischen) „Schriften der treuen Brüder“[3619], die
+zwar erst im 10. Jahrhundert abgefaßt sind, jedoch auf weit ältere und
+den griechischen Originalen sehr nahestehende zurückgehen; es heißt
+daselbst ausdrücklich, daß man die Planeten u. a. in ähnlicher Weise
+mit ihren Anfangsbuchstaben bezeichne, wie die 28 sog. Mondstationen
+(d. s. die täglichen Orte des Mondes im 28tägigen Mondmonate) mit den
+28 Buchstaben des (arabischen) Alphabetes[3620]. Auch die Symbole,
+denen man in den syrischen Manuskripten begegnet, sowohl in den von
+~Berthelot~ veröffentlichten I. und II., die nach ihm im 7.-9., nach
+~Diels~ schon im 6. Jahrhundert verfaßt sind, als auch in anderen,
+z. B. in jenen des Buches „Causa causarum“[3621], stammen sichtlich
+von den obigen griechischen ab, haben aber in der Zeit bis zum 11.
+Jahrhundert (aus dem die jetzt vorliegenden Niederschriften herrühren)
+mancherlei erst noch näher zu erforschende Veränderungen erfahren. In
+I. und II.[3622] sowie in der „Causa causarum“ finden sich folgende
+vor, deren einige auch ägyptisch-demotische oder syrische Worte
+andeuten mögen:
+
+ ---------+-----------+-----------+-----------+-----------------------+
+ | Sonne = | Mond = | Kronos = | Zeus = |
+ | Gold | Silber | Blei | Zinn, |
+ | | | | Elektron |
+ ---------+-----------+-----------+-----------+-----------------------+
+ Syr. | [Symbol] | [Symbol] | [Symbol] | fehlt [Symbol] |
+ Man. I: | | | | [Symbol][3624] |
+ | | | | |
+ Syr. | [Symbol] | [Symbol] | [Symbol] | [Symbol] fehlt |
+ Man. II:| | | | |
+ | | | | |
+ Causa | | | | |
+ causarum:| [Symbol] | [Symbol] | [Symbol] | [Symbol] [Symbol] |
+ | [Symbol] | [Symbol] | [Symbol] | |
+
+ ---------+--------------+---------------+----------------------------
+ | Ares = | Aphrodite = | Hermes =
+ | Eisen | Kupfer | Zinn[3623],
+ | | | Quecksilber
+ ---------+--------------+---------------+----------------------------
+ Syr. | [Symbol] | [Symbol] | [Symbol] [Symbol]
+ Man. I: | | |
+ | | |
+ Syr. | [Symbol] | [Symbol] | [Symbol][3625] fehlt
+ Man. II:| | | [Symbol] [Symbol]
+ | | |
+ Causa | | |
+ causarum:| [Symbol] | [Symbol] | [Symbol] Quecksilber
+ | [Symbol] | [Symbol] | [Symbol] und Elektron
+
+Auch aus ihnen ist wiederum ersichtlich, daß die Metalle den Planeten
+nicht von Anfang an sämtlich in unabänderlicher Weise zugeteilt
+waren, und namentlich, daß ursprünglich dem Zeus das Elektron
+(Gold-Silber-Legierung) angehörte und dem Hermes das Zinn, während
+später Zeus das Zinn erhielt, Hermes aber das Quecksilber. Als Zeit,
+um welche dieser Wechsel stattfand, -- auf die besondere Wichtigkeit
+ihrer Ermittlung wies bereits ~Hoffmann~ hin[3626] --, ist wohl nicht
+erst etwa das 6. Jahrhundert anzusehen[3627], sondern schon das 4.,
+während dessen allem Anscheine nach die Destillation des Quecksilbers
+entdeckt wurde, auf die hin man diesen bis dahin der kalten und
+trägen Hýle zugeordneten Stoff, als einen der Verwandlung in heißes,
+Spannung besitzendes Pneuma fähigen, nunmehr dem Kreise des Pneumas
+einreihte und als flüchtigen und alles durchdringenden „Geist“ mit dem
+Träger des Pneumas, dem ~Hermes~ oder ~Merkur~, identifizierte[3628].
+Demgemäß wird im syrischen Manuskript I. das Quecksilber schon mit
+dem der Astronomie entlehnten Ausdrucke ἀναβιβάζων (das Aufsteigende)
+bezeichnet[3629]. Die in diesen syrischen Handschriften wiedergegebenen
+Zeichen, die nicht vollständig und zuweilen auch undeutlich sind[3630],
+stimmen im ganzen, wenn auch nicht in allen Einzelnheiten, mit jenen
+überein, die der (etwa im 10. Jahrhundert niedergeschriebene) Codex
+Marcianus seinen älteren Quellen entlehnte[3631], was gleichfalls für
+ihren griechischen Ursprung spricht; die „üblichen“ Symbole, d. h.
+diese nämlichen, benützte auch gegen Ende des 9. Jahrhunderts der
+(in seinen eigenen Werken meist gänzlich unzuverlässige) arabisch
+schreibende Syrer ~Ibn Wahschijah~[3632].
+
+Zeichen und Abkürzungen ähnlicher Art waren mindestens seit dem
+2. Jahrhunderte auch in anderen Wissenschaften gebräuchlich, so
+z. B. setzten die Astrologen [Symbol] oder [Symbol] für κέντρον
+(Zentrum), [Symbol] für χρόνος (Chronos, Zeit), [Symbol] für ὡρόσκοπος
+(Horoskop), [Symbol] für Διάμετρος (Diameter), [Symbol] und [Symbol]
+für ἀνα- und κατα-βιβάζων (aufsteigend und niedersinkend), [Symbol]
+für σφαῖρα (Sphäre) usf.[3633]. Die Ärzte bedienten sich der Bilder
+[Symbol], [Symbol] und ähnlicher und deuteten durch ein ihren Rezepten
+vorgesetztes [Symbol] an „mit Hilfe des ~Zeus~“, woraus in römischer
+Zeit „J. J.“ (Juvante Jove, mit Hilfe ~Jupiters~) entstand und in
+christlicher „J. J.“ (Juvante Jesu) oder „J. D.“ (Juvante Deo)[3634].
+Bei den Mathematikern findet sich u. a.[3635]: ½ = ἥμισυ = [Symbol],
+[Symbol], [Symbol], [Symbol], [Symbol][3636]; ⅓ = τρίτον = [Symbol]
+und [Symbol]; ¼ = τέταρτον = Δ; μοῖραι (Teile, u. a. Einheiten der
+Kreisperipherie) = Ṁ, woraus wohl das Zeichen ° für Kreisgrad entstand;
+οὐδεμία μοῖρα, οὐδέν (kein Teil, nichts) = 0[3637]; auch einige bei
+~Diophantes~ (4. Jahrhundert?) gebrauchte Zeichen (z. B. für die
+Subtraktion) gehören vermutlich hierher[3638]. Die Metrologen endlich,
+sowie die ihnen folgenden Ärzte, schrieben z. B. Lítra = λίτρα = λν,
+[Symbol], [Symbol], ⭡, ⇂; Unze = οὐγκία = [Symbol]; Xéstes = ξέστης =
+[Symbol], [Symbol]; Oxýbaphos = ὀξύβαφος = [Symbol], [Symbol]; u. dgl.
+mehr[3639]. Ohne die zuweilen nur auf Zufällen beruhende Kenntnis
+der Übergangsglieder würde man die Herkunft solcher Abkürzungen oft
+ebensowenig erraten können, wie etwa die unseres Zeichens % für
+Prozente, wüßte man nicht, daß es aus dem italienischen „per cento“,
+abgekürzt [Symbol], hervorgegangen sei[3640].
+
+Über Alter, Entstehung und Deutung der zahlreichen Symbole für
+allerlei Abkömmlinge der Metalle (τὰ ἐξ αὐτῶν) und sonstige chemische
+Verbindungen, die sich in einzelnen, anscheinend jüngeren Listen des
+Marcianus und den syrischen Manuskripten vorfinden[3641], ist bisher
+nichts Näheres bekannt. Manche von ihnen sind bloße Abbildungen, z. B.
+die sternförmige Figur ✴ für krystallisierte Alaune oder Vitriole, die
+u. a. auch schon in den Schriften der ~Kleopatra~ sowie im „Papyrus
+~Kenyon~“ (3. Jahrhundert) vorkommt, andere mögen auf Abkürzung
+griechischer, syrischer oder ägyptischer Worte zurückgehen, noch andere
+irgendwelche besondere, vorerst in der Regel nicht zu enträtselnde
+Beziehungen wiedergeben. Die scheinbar sehr auffällige Tatsache z. B.,
+daß der Schwefel mit dem Zeichen des Bleies, also des ~Kronos~,
+geschrieben wurde, dürfte zweifellos aus der leichten Schmelzbarkeit
+dieser Stoffe zu erklären sein, auf die hin sie beide dem ~Kronos~,
+als „Herrn alles Flüssigen“, zugeordnet wurden; daß man den
+Schwefel-Verbindungen des Arsens und Antimons das Symbol des Schwefels
+erteilte, ist aber sichtlich nicht, wie ~Berthelot~ annahm[3642], auf
+die Erkenntnis ihrer Sulfid-Natur und die Berücksichtigung dieser
+Erkenntnis zurückzuführen, sondern einfach auf die Beobachtung, daß sie
+sich in zahlreichen Fällen, z. B. beim Erhitzen und Verbrennen für sich
+oder mit anderen Stoffen, ganz ähnlich wie Schwefel +verhalten+, also
+Schwefel, oder wenigstens Arten des Schwefels, auch +sind+.
+
+
+
+
+Vierter Abschnitt.
+
+Die Alchemie im Orient.
+
+
+
+
+1. Erste arabische Übersetzungen und Schriften.
+
+
+Einleitung.
+
+Fast unmittelbar nach dem Tode ~Muhammeds~ (570-632) begannen die
+Araber ihre Siegeszüge, nahmen auf die gewaltige Schlacht bei
+Kadesia hin, in der 636 das persische Reich zusammenbrach, alsbald
+dessen fruchtbarste Gegenden (Mesopotamien, Chuzistan) in Besitz,
+erstürmten Damaskus und Jerusalem und eroberten bereits 640 die
+oströmische Provinz Syrien; sie begegneten in diesen Ländern einer
+so hochentwickelten, von ihrer eigenen so verschiedenen und sie in
+jeder Hinsicht so himmelweit überragenden Kultur, daß die Art, in der
+sie diese vom ersten Augenblicke an richtig zu würdigen verstanden
+und sofort zu ihrem eigenen Besten nutzbar zu machen begannen, den
+denkwürdigsten und erstaunlichsten Tatsachen der Weltgeschichte
+zugezählt werden darf.
+
+In Mesopotamien, namentlich aber in Syrien, hatte die griechische
+Litteratur schon frühzeitig festen Boden gefaßt, und griechische
+Werke philosophischen und medizinischen Inhaltes wurden vielleicht
+bereits seit dem 4. Jahrhundert, in weiterem Umfange aber seit den
+Austreibungen der Nestorianer aus dem byzantinischen Reiche (431
+und 489), unmittelbar in das Syrische übersetzt. Ganz besonders tat
+sich hierbei der Mönch ~Sergius~ von ~Resain~ oder Rîschʿaïnâ hervor
+(gest. 536), der in Alexandria studiert haben soll und zahlreiche
+theologische, philosophische, medizinische, physikalische und mystische
+Schriften ins Syrische übertrug[3643]; die Behauptung, er habe auch
+astrologische und alchemistische Abhandlungen übersetzt, ist unerwiesen
+und gründet sich wohl nur auf das Vorhandensein von mancherlei
+Pseudepigraphen, die sein berühmter Name noch in späterer Zeit zu
+decken hatte, -- denn eine lebhafte Übersetzungs-Tätigkeit ins Syrische
+hielt bis in das 8., ja bis in das 10. Jahrhundert hinein an und wurde
+erst von da ab durch die aus dem Griechischen und Syrischen in das
+Arabische abgelöst[3644].
+
+Daß es hingegen mindestens schon seit dem 5. oder 6. Jahrhundert von
++anderen+ Autoren angefertigte syrische Übertragungen astrologischer,
+hermetischer und alchemistischer Bücher gegeben habe, ist durchaus
+wahrscheinlich, und schon weiter oben wurde auf diesen Punkt
+verschiedentlich hingewiesen. Durch syrische Vermittlung erhielten
+daher wohl auch die Araber die erste Kunde von einer Litteratur, die
+ihnen bis dahin in jeder Hinsicht völlig fremd gewesen war, -- entgegen
+einer weitverbreiteten Annahme auch in astrologischer; hatten doch,
+wie ~Albiruni~ (um 1000) erzählt[3645], die Araber daheim vom Himmel
+und den Himmels-Erscheinungen nicht mehr Kenntnisse als die Bauern
+allerorten, d. h. sie beobachteten Aufgänge, Stellungen, Aussehen,
+Lichtfarben usf. der Gestirne[3646], und verehrten zwar, wie alle
+Westsemiten, Mond und Sterne[3647], schrieben jedoch den Planeten
+keinerlei besondere oder bestimmende Wirkungen zu.
+
+Eine eigene, d. h. +selbständige+ arabische Litteratur hermetischen
+und alchemistischen Inhaltes scheint, soweit die noch sehr dürftigen
+Kenntnisse in dieser Beziehung ein Urteil gestatten, als Fortsetzung
+der hellenistischen und syrischen zuerst in harranischen (ssabischen)
+Kreisen entstanden zu sein[3648], und zwar erst zur Zeit der
+Herrschaft der Abbassiden. Dagegen besaß man schon um das Ende der
+Omajjaden-Dynastie (661-750) arabische +Übersetzungen+ astronomischer
+und astrologischer Werke, u. a. der dem ~Hermes~ und ~Zoroaster~
+zugeschriebenen aus dem Syrischen, sowie der des „babylonischen“
+~Tinkalos~ (d. i. des griechischen ~Teukros~) aus dem Mittelpersischen
+(Pehlewi)[3649]; Übertragungen alchemistischer Schriften aus dem
+Griechischen tauchen sogar, soferne man den vorliegenden Berichten
+Glauben schenken darf, bereits etwa 50 Jahre nach der Inbesitznahme
+Alexandrias (641) auf.
+
+Es ist bekannt, daß die Araber, wie zahlreiche ihrer anderen
+anfänglichen Eroberungen, so auch die Ägyptens (von 641 an) auf das
+Schonendste vollzogen, unter derart weitgehender Berücksichtigung
+der bestehenden Verhältnisse, -- immer abgesehen von der politischen
+Obmacht --, daß die große Masse einer seit jeher gänzlich passiven und
+das Aussaugungs-System +jeder+ Regierung widerstandslos hinnehmenden
+Einwohnerschaft kaum zum Bewußtsein gekommen sein mag, abermals den
+Herrn gewechselt zu haben. Daher fiel es den Arabern leicht, alsbald
+nähere Beziehungen mit den Einheimischen anzuknüpfen, vor allem auch
+mit den hellenistisch gebildeten Elementen der städtischen Bevölkerung,
+und da sie, wie bereits erwähnt, ebenso fähig waren, die Vorteile
+überlegener Kultur zu erkennen, wie bestrebt und begabt, sie sich zu
+eigen zu machen, bahnten sich schon nach kurzem die Anfänge jener
+Übermittler-Rolle an, die ihnen so ungeheure Wichtigkeit für die ganze
+geistige Entwicklung Europas verleihen sollte.
+
+Begreiflicherweise und auch der nationalen Veranlagung gemäß
+erstreckten sich die erwähnten Aneignungen zunächst auf das praktisch
+Wichtige und Wertvolle, also auf alles Das, was mit Kriegstüchtigkeit
+und Gesundheitspflege, mit Ertragsfähigkeit und Bereicherung des
+Landes, mit Handel und Verkehr, oder mit Produktion und Technik
+zusammenhing. Nicht vom +wissenschaftlichen+ Standpunkte aus, der ihnen
+noch gänzlich ferne lag, sondern der (wenn auch nur vermeintlichen)
++praktischen+ Bedeutung wegen wurden daher die Araber schon sehr
+frühzeitig auch auf das Treiben der Gold- und Silber-Macher aufmerksam,
+und daß dies geschehen konnte und geschah, beweist zugleich, daß
+alchemistische Bestrebungen bis in das 7. Jahrhundert hinein lebendig
+geblieben waren und sich auch damals noch, besonders wohl in
+Alexandria, fortdauernder und eifriger Pflege seitens gewisser Kreise
+erfreuten; daß die Araber griechische Kunstworte und Termini nur von
+griechisch sprechenden Lehrmeistern und Laboranten übernommen haben
+können, ist eine naheliegende und u. a. schon von ~Schmieder~ mit
+Klarheit ausgesprochene Schlußfolgerung[3650].
+
+Eingehendes Interesse für Alchemie soll zuerst der omajjadische Prinz
+~Khalid ibn Jazid ibn Muʿawijah~ (635-704) bekundet haben[3651], der
+bei seinen fruchtlosen Bemühungen, das Khalifat zu erlangen, schwere
+Enttäuschungen erlitt und seither in Alexandria zum Zeitvertreib und
+aus Liebhaberei medizinische, astrologische und alchemistische Studien
+betrieb; nach den in ~Alnadims~ „Fihrist“ (abgeschlossen 987) und bei
+~Aldschahiz~ (9. Jahrhundert) erhaltenen Nachrichten[3652] war +er+
+es, auf dessen Befehl die ältesten Übersetzungen arabischer Werke aus
+dem Griechischen und Koptischen [?] angefertigt wurden[3653], und auch
+er selbst, der im Rufe größter Gelehrsamkeit stand[3654], schrieb
+alchemistische Werke, u. a. ein Lehrgedicht „Paradies der Weisheit“ in
+2315 Versen oder Strophen[3655]. Von diesen blieb durch ~Almasʿudi~
+(gest. 956) eine einzige erhalten, „die die Goldbereitung in dunkler
+Form schildert“[3656] und in freier Übersetzung lautet:
+
+ „Nimm Talk, dazu ammonisch Salz, und was Du findest auf der Straße,
+ Dann etwas, was dem Baurak gleicht[3657], und mische es im rechten
+ Maße.
+ Was höchste Macht der Welt verleiht, das wird dem Mann gewährt,
+ Der alles dies genau vollbringt, und fromm den Allah ehrt.“
+
+In Prosa und wohl genauer gibt sie ~E. Wiedemann~ wie folgt
+wieder[3658]: „Nimm Talk (Glimmer, Gips), Uschschak (= Ammoniak-Harz?),
+ferner was man an den Wegen findet, sowie eine Substanz, die dem
+Baurak gleicht, und wäge es ab ohne einen Fehler zu machen; dann, wenn
+Du Gott, Deinen Herrn, liebst, wirst Du zum Gebieter der Schöpfung
+gemacht werden.“
+
+Als Lehrer des ~Khalid ibn Jazid~ nennt der „Fihrist“ den ~Morienes~
+(~Morienus~, ~Marinos~, ~Marianos~), einen alexandrinischen Gelehrten,
+Arzt und Schriftsteller aus der Zeit der arabischen Eroberung,
+der selbst wieder seine Weisheit von dem etwas älteren berühmten
+Alchemisten ~Adfar~ (später auch ~Ibn Adfar~, ~Ibn Adschar~ geheißen?)
+überkommen haben soll[3659]. Unter dem Titel „Buch des ~Morienus~“
+ist eine alchemistische Abhandlung auf uns gelangt, jedoch nur in
+lateinischer Übersetzung, an deren Echtheit Zweifel erhoben wurden.
+Ihr Verfertiger, der sie laut Vorrede und Schlußbemerkung am 21.
+Februar 1182 glücklich vollendete, nennt sich ~Robertus Castrensis~,
+und ~Jourdain~ hält ihn für den anderweitig bekannten ~Robert de
+Retines~[3660]. Daß dieser, wie ~Leclerc~ will[3661], schon 1143
+in Pampelona als Archidiakonus gestorben sei, trifft zwar nach
+~Wüstenfeld~ nicht zu, trotzdem könne er aber nicht identisch mit dem
+fraglichen Übersetzer sein, der sich in der erwähnten Vorrede noch
+1182 als Jüngling bezeichne[3662]; was er sich daselbst in seinem
+sehr schlechten Latein zuspricht (dessen Mängel er ausdrücklich
+entschuldigt), ist indessen nur „ingenium juvene“ (= juvenile),
+d. i. „jugendlicher Eifer“, so daß diese Stelle kein unbedingtes
+Hindernis böte, -- da aber der Name öfter vorkommt[3663], und
+überdies „Castrensis“ ein gebräuchlicher Hoftitel ist, der u. a.
+schon bei ~Ammianus Marcellinus~ (um 380) auftaucht[3664] und auch
+noch dem berühmten arabischen Arzte ~Alrazi~ (9. Jahrhundert)
+beigelegt wird[3665], bleibt die Unsicherheit bestehen. In der
+Vorrede seines Buches sagt ~Morienus~, er sei Römer von Geburt, habe
+seit dem vierten Jahre nach dem Tode des Kaisers ~Herkules~ (d. i.
+~Heraklius~, 603-641) als Eremit nächst Jerusalem gelebt und widme
+das Werk dem „Könige ~Khalid~ von Ägypten, Sohne ~Gezids~, Sohne
+~Madoyas~“[3666]. Was seinen Inhalt anbelangt, so wird es an Leere,
+Unklarheit und albernem Gefasel von keinem späteren übertroffen,
+enthält aber nichts, was mit den Lehren der letzten griechischen
+Alchemisten unvereinbar wäre, und führt auch, soweit die oft gänzlich
+entstellten (wenn nicht willkürlich erfundenen?) Namen der Autoritäten
+überhaupt eine Deutung zulassen[3667], keine anderen als griechische
+an; zahlreich begegnen mit dem arabischen Artikel al verschmolzene
+Ausdrücke, wie Alnatron, Almizadir (= Salmiak), Albaurach (= Borax),
+Alzebric (= Schwefel)[3668], Almagra (= Amalgam, Legierung, u. a.
+auch Messing)[3669], ferner Azoc (u. a. = Quecksilber)[3670], Zarnak
+(= Arsen)[3671], Arkan (= Pfeiler, Grundlage)[3672], Elixir (als das
+verwandelnde Mittel auch „Alchymia“ genannt)[3673] usf., und wiederholt
+wird auch auf die ursprünglichen arabischen Worte verwiesen, z. B.
+„Borreca, quod arabice tincar“[3674], „Borax, d. i. das arabische
+Tinkar“. Allem Angeführten nach ist es nicht ausgeschlossen, daß das
+„Buch des ~Morienus~“ im wesentlichen auf eine alte arabische, den
+griechischen Vorlagen noch ganz nahestehende Schrift zurückgeht,
+von der es aber in der vorliegenden Gestalt nur als eine schon vom
+christlichen Standpunkt aus umgearbeitete Übersetzung anzusehen
+wäre; da aber ein arabisches Original nicht bekannt ist, und die
+so zahlreichen zuweilen mit überraschendem Geschicke angefertigten
+Fälschungen aller Art zur größten Vorsicht mahnen, kann vorerst nur von
+Möglichkeit die Rede sein, keinesfalls von Gewißheit[3675].
+
+
+a) Buch des Krates.
+
+Seit ~Hoffmann~ 1884 darauf hinwies[3676], daß ohne Durchforschung der
+früh-syrischen und -arabischen Übersetzungen aus dem Griechischen, wie
+sie u. a. in den Bibliotheken von London und Cambridge in großer Zahl
+vorhanden sind, die ältere Geschichte der Chemie unmöglich aufgeklärt
+werden könne, ist in dieser Hinsicht nur verhältnismäßig Spärliches
+geschehen; einige wenige auf Veranlassung ~Berthelots~ herausgegebene
+und übersetzte Bruchstücke, die den von ~Hoffmann~ erkannten besonderen
+Wert jener Quellenschriften durchaus bestätigen, ermöglichen vorerst
+allein den (freilich noch äußerst beschränkten) Einblick in die
+Schöpfungen einer Litteratur, die vorher in völlig undurchdringlichem
+Dunkel lag.
+
+Als einer ihrer ältesten Bestandteile, mindestens aber als eines ihrer
+frühesten Dokumente, ist das „Buch des ~Krates~“ anzusehen[3677],
+offenbar, wie schon der Titel verrät, die Übersetzung eines
+griechischen Werkes, das uns im Original nicht mehr erhalten ist,
+sich jedoch bei ~Pseudo-Demokritos~ (in den syrischen Manuskripten)
+zitiert findet[3678]; die einen nennen den oben erwähnten omajjadischen
+Prinzen ~Khalid ibn Jazid~ als Herausgeber, die anderen berichten, er
+sei nur Besteller der Übersetzung gewesen, die zu jenen zählte, durch
+die er zuerst es unternahm, die griechische Alchemie im arabischen
+Schrifttume einzubürgern. Diesen Überlieferungen entspricht das „Buch
+des ~Krates~“ in jeder Hinsicht, denn es schließt sich inhaltlich
+durchaus an die Werke der griechischen Alchemisten an, enthält neben
+wenigen, dem Orient entstammenden Namen (wie Markasit)[3679], viele
+unveränderte griechische, z. B. Androdamas, Elektron, Magnesia,
+Molybdochalkos[3680], und gibt auch noch alchemistische Zeichen,
+sowie Zeichnungen von Figuren und Apparaten wieder, die bei den
+späteren Arabern fehlen, -- angeblich aus Gründen der Orthodoxie. Auf
+alte Überlieferung aus ägyptischen und gnostischen Quellen deutet
+die Behauptung, das Buch sei nur infolge Verrates seitens einer von
+ihrem Verführer verlassenen Priestermagd des alexandrinischen [damals
+schon seit Jahrhunderten zerstörten!] ~Serapis~-Tempels bekannt
+geworden[3681], ferner die Erwähnung der Schlange ~Uroburos~[3682],
+die Schilderung abenteuerlicher Visionen der sieben Planeten mit ihren
+sieben Himmeln[3683], die Berufung auf ~Hermes Trismegistos~[3684], die
+Ausstattung der ~Aphrodite~ mit einer Vase, der ein Strom Quecksilber
+entfließt[3685], u. dgl. mehr.
+
+Als Grundlage sämtlicher Metalle wird das „schwarze Blei“ bezeichnet,
+das auf sie alle seine eigene Fähigkeit überträgt, in der Wärme zu
+schmelzen, beim Erkalten aber wieder fest und starr zu werden[3686];
+sein Übergang in eines der anderen Metalle und die hiermit verbundene
+Farbenveränderung werden durch entsprechende Zutaten hervorgerufen,
+ganz ebenso wie solche das Entstehen der gelben Bleiglätte, der roten
+Mennige und des leuchtenden Bleiweißes ermöglichen[3687]. Dem Blei
+gleichwertig ist das Kupfer, das sich auch ganz analog verhält; daher
+pflegt man beim großen Werke von ihm auszugehen und ihm die richtige
+Färbung zu verleihen[3688], wozu man zweckmäßigerweise etwas fertiges
+Gold mit einsät[3689]. Bei der Wahl der Zutaten ist zu bedenken, daß
+Verbindungen zwei Bestandteile erfordern, die passend auszusuchen
+sind, d. h. so, daß sie sich gegenseitig anziehen und nötig haben,
+sich bei der Begegnung aneinander freuen, sich vereinigen und paaren
+wie Mann und Weib, und wie durch Vereinigung von Samen und Katamenien
+in der Matrix ein Kind zeugen, -- denn das ist Inhalt und Vollziehung
+des großen Werkes, dem Grundsatze gemäß „Die Natur freut sich an der
+Natur“[3690]. Die Vorgänge beim Entstehen einer solchen Verbindung, bei
+der sich das Passende vereinigt, das Nicht-Passende aber abgeschieden
+wird, gleichen jenen, die sich im menschlichen Körper abspielen, der
+die schädlichen und unbrauchbaren Stoffe, die z. B. das Fieber in ihm
+erzeugt, eben durch dessen Hitze auch wieder ausstößt, -- ähnlich wie
+das verbrennende Holz die Asche absondert --, und so seine Lebenskraft
+bewahrt[3691]; auch gleichen sie jenen beim Brennen des an sich kalten
+und trockenen Kalksteines, der, einmal im Feuer „zurechtgekocht“, ein
+inneres Leben empfängt und fortan den Geist des Feuers zeigt[3692].
+Die richtige Verbindung erhält man freilich nur dann, wenn man die
+Bestandteile +so+ mischt, wie die Maler ihre schwarzen, weißen, gelben
+und roten Farben, oder wie die Ärzte ihre heißen, kalten, trockenen und
+feuchten Arzneimittel, nämlich entsprechend den bestimmten Gewichten,
+nach denen sich die wägbaren Stoffe verbinden, und die man deshalb
+genau kennen muß; in diesen rechten Gewichten liegt das Geheimnis,
++sie+ sind es, die den Kenner zum „Herrn des Werkes“ machen, und
+deshalb haben die alten Meister sie entweder gänzlich verschwiegen,
+oder nur flüchtig angedeutet[3693]. Das eigentlich Wirksame bei der
+Verbindung sind jedoch keineswegs die körperlichen Stoffe selbst,
+da diese sich weder zu durchdringen noch ineinander auszubreiten
+vermögen, vielmehr ihre luft- und feuerartigen Geister, und daraus,
+daß +diese+ das Wesentliche vorstellen, erklärt es sich auch, daß
+die „Färbung“ nicht mit Erhöhung des Gewichtes verbunden ist[3694];
+ferner erhellt eben daher die Möglichkeit, den „Schwefel“ benannten
+Teilen der „verbrannten, getöteten“ Körper ihre, auch „Quecksilber“
+geheißenen Geister, neu zuzuführen[3695] und so ihre „Wiederbelebung“
+zu bewirken[3696].
+
+
+b) Buch des Alhabib.
+
+Auch das „Buch des ~Alhabib~“[3697] ist entweder durch Übersetzung
+oder durch leichte Umarbeitung hellenistischer Vorbilder zustande
+gekommen: noch gibt es ausschließlich deren Gedankengänge wieder,
+fußt auf deren Dogmen und beruft sich auf deren Autoritäten, von
+~Pythagoras~[3698], ~Platon~[3699] und ~Aristoteles~[3700] an bis auf
+~Hermes~ und ~Chimes~[3701], ~Maria~ und ~Zosimos~, der auch ~Rosinos~,
+~Rosinus~, ~Rimes~, ~Rusem~ usf. benannt wird[3702]. Immerhin finden
+sich arabische Termini schon häufiger vor als im „Buch des ~Krates~“,
+neben Markasit[3703] z. B. auch Kermes [= Würmchen, d. i. der später
+„Carmoisin“ geheißene rote Farbstoff aus den Schildläusen gewisser
+Eichenarten], Aludel [= al ʿutal], Borax[3704] usf.
+
+Das große Werk, so berichtet ~Alhabib~, ist eine Erfindung der Ägypter,
+die schon in uralten Zeiten unendliche Mengen Goldes aus „Sand“
+gewannen[3705]. Man führt es aus, indem man „das Schwarze“ einer
+Umwandlung unterwirft, wobei man ein wenig Gold aussät, um mehr Gold zu
+ernten, und das Produkt der Umwandlung in vollendetem Zustande und im
+richtigen Augenblicke fixiert[3706]; wie man aber hierbei im einzelnen
+verfahren soll, darüber hat kein einziger Philosoph die Wahrheit
+in klarer Form gesagt, vielmehr verheimlichten alle großen Meister
+gerade das Wichtigste, die Gewichts- und Zeitangaben[3707], nicht etwa
+aus Mißgunst, sondern weil sie fürchteten, den Neid der Dämonen zu
+erwecken, und sich scheuten, durch Ermöglichung unbegrenzten Reichtumes
+eine allgemeine Verderbnis der Menschheit zu verschulden[3708].
+
+Sicher ist, daß es darauf ankommt, das heiße und trockene Männliche
+(ἀρῥενικόν, Arsen) mit dem kalten und feuchten Weiblichen zu vermählen,
+und zwar nach den Gewichten und Mengen, die den Eigenschaften und
+Temperaturen der Bestandteile entsprechen[3709]. Das Männliche ist
+aktiv, beharrend, Kraft, Wärme und die mit letzterer verbundene
+Bewegung spendend, das Weibliche hingegen passiv, veränderlich und
+das Gespendete empfangend[3710]; so gleichen sie dem Schwefel und dem
+Quecksilber, aber zu viel Schwefel würde verbrennend, und zu viel
+Quecksilber abkühlend wirken[3711], daher gilt es, die richtigen
+Verhältnisse einzuhalten. Wo solche herrschen, da freut sich das
+Blut der Katamenien, das Sperma aufzunehmen, denn da dieses sich
+aus den feinsten Bestandteilen des Blutes bildet und ursprünglich
+selbst Blut war, so ziehen sich die beiden verwandten Substanzen beim
+Zusammentreffen an, und vermischen sich[3712]; es entsteht ein Gebilde,
+das zehntausend Namen trägt, ein Keim, ein Ei, ein Neugeborenes, ein
+Fötus[3713]; und wie der wahre Fötus nach 40 Tagen Form besitzt, nach
+weiteren 80 Tagen Beweglichkeit erlangt und nach weiteren 150 Tagen
+[im ganzen also nach 270 Tagen = 9 Monaten] zur Welt kommt[3714], so
+verlangt auch der des großen Werkes, das der Zeugung ganz analog ist
+und wie diese Wärme und Zeit erfordert[3715], zu seiner Entwicklung 40,
+80 und 150 Tage (= 270) nach den einen, dagegen 100, 180 und 365 Tage
+nach den anderen[3716].
+
+Bei Anwendung von zu viel „Schwefel“ werden, wie erwähnt, die
+Substanzen „verbrannt“ und hinterlassen eine Asche, die auch
+„unverbrennlicher Schwefel“ heißt, während ihre Geister zum weitaus
+größten Teile entweichen und nur zu einem kleinen Betrage mit der Asche
+vereinigt zurückbleiben[3717]; gelingt es, letztere mit „Quecksilber“
+zu verbinden, so kann man ihr die Geister wieder zuführen[3718], und in
+diesem Sinne bezeichnet vielleicht ~Hermes~ auch das Quecksilber aus
+dem Zinnober als „Schwefel“[3719].
+
+Will man das Entweichen der Geister verhindern, so benützt man
+die Gefäße mit „hermetischem Verschluß“, die schon ~Zosimos~
+erwähnt[3720]. Die Dünste und Dämpfe schlagen sich an den kälteren
+Stellen nieder und werden dort fest [durch Sublimation], oder flüssig
+[durch Kondensation]; ganz analoge Vorgänge vollziehen sich nach den
+griechischen Autoren auch im Kopfe der Menschen[3721] [der, z. B.
+nach ~Aristoteles~ durch die Kälte des Gehirnes die bei der Verdauung
+entstehenden Dünste teilweise verflüssigt, worauf die brauchbaren
+und gesunden Bestandteile dem Blute zuströmen, die unbrauchbaren und
+ungesunden aber als Schleim abfließen, der in Rachen und Nase Flüsse
+und Katarrhe erzeugt].
+
+
+c) Buch des Ostanes.
+
+Unter dem Namen dieses „Meisters“ ist eine angeblich uralte Schrift
+überliefert[3722], die zwar auf echten hellenistischen Grundlagen
+beruht, jedoch viele spätere Einschiebsel enthält[3723], denn der
+Verfasser, der u. a. den ~Aristoteles~ selbst gesprochen und ausgefragt
+haben will[3724], redet z. B. an einer Stelle von „Ägypten und
+Andalusien“[3725], was frühestens auf die Zeit um die zweite Hälfte
+oder gegen das Ende des 8. Jahrhunderts hinweist.
+
+Vom Stein der Weisen, für den sich 84 verschiedene Namen angeführt
+finden, wird berichtet, daß seine Kräfte und Tugenden über jede
+Lobpreisung erhaben sind, jedoch, ebenso wie die Vorschriften zu
+seiner Herstellung, strengstens geheim gehalten werden müssen[3726].
+In einer phantastischen Vision erzählt der Verfasser seinen „Traum
+von den sieben Pforten“ und teilt deren Inschriften mit, die sich
+leider nur noch bei dreien als lesbar erwiesen[3727]: nach der ersten,
+ägyptischen, besteht das Geheimnis des großen Werkes in der Paarung
+der Elemente; nach der zweiten, persischen, lassen sich die Ägypter
+aus Persien Gehilfen kommen und von den dortigen Magiern gewisse
+Präparate zusenden, die es in Ägypten nicht gibt[3728]; nach der
+dritten, indischen, ist der Harn der weißen Elefanten ein Heilmittel
+von unübertrefflicher Wirksamkeit.
+
+
+d) Gespräche des Markos.
+
+Das Buch von den Gesprächen des ~Markos~ oder ~Markusch~[3729], der
+auch als „König von Ägypten“ bezeichnet wird und nach ~Berthelot~ der
+in späteren Zeiten „~Marcus Graecus~“ benannte Autor sein soll (?), ist
+eine völlig wirre, vielfach von jüngeren Interpolationen durchsetzte
+Zusammenstellung unverstandener oder halbverstandener Lehren und
+Aussprüche, angeblich herrührend von ~Hermes~, (Pseudo-) ~Demokritos~,
+~Maria~ „der Prinzessin von Saba“, dem Syrier ~Marianos~[3730],
+~Galenos~, ~Dschabir~ (s. unten), und anderen Meistern der Philosophie.
+
+
+e) Dschâbir Ibn Hajjân.
+
+Zu den wichtigsten der alten arabischen Schriftsteller über Alchemie
+wird ~Dschabir~ gezählt, den die Tradition in die Zeit um das Ende
+des 8. oder den Anfang des 9. Jahrhunderts versetzt und als Schüler
+des ~Dschaʿfar Alsadiq~ (699-765?) bezeichnet, eines sehr berühmten,
+angeblich mit dem in verschiedenen Texten genannten ~Adfar~ von
+~Alexandria~ identischen Alchemisten, dessen Schriften verloren
+gegangen sind[3731]. Indessen ist diese Tradition schon in früher Zeit
+eine merkwürdig schwankende, denn bereits ~Alnadims~ hochwichtiges, 987
+abgeschlossenes Sammelwerk „Fihrist“ erklärt, es gelte für fragwürdig,
+ob dieser ~Dschabir~ überhaupt gelebt habe, ob der Name ~Dschabir~
++einer+ bestimmten Persönlichkeit zukomme, und ob man berechtigt
+sei, letzterer die Abfassung einer so ungeheuren Anzahl von Werken
+zuzuschreiben, -- deren schon damals einige Hunderte vorlagen, neben
+denen einige weitere Hunderte nur dem Titel nach bekannt waren[3732].
+Alles über das Leben und die Lebensumstände des ~Dschabir~ Berichtete
+ist daher als durchaus unsicher anzusehen, auch hat es zweifellos
+mehrere Gelehrte dieses Namens gegeben, deren Schriften vielleicht
+erst in späterer Zeit zunächst mit denen des Ältesten unter ihnen
+sowie mit denen seiner Schule vereinigt, weiterhin aber sämtlich als
+die seinigen betrachtet, oder doch ausgegeben wurden. Daß man diesen
+Werken keinesfalls +jene+ zuzählen dürfe, die im Okzident seit etwa
+1300 für solche des Arabers ~Dschabir~ oder ~Geber~ galten, daß dieser
+vermeintliche ~Geber~ unmöglich mit dem eingangs genannten ~Dschabir~
+identisch sein könne, daß die angeblichen Schriften des ~Geber~, die
+ausschließlich in barbarisch-lateinischen „Übersetzungen“ vorliegen, in
+Wahrheit keine Übersetzungen aus dem Arabischen, vielmehr im Abendlande
+entstandene Kompilationen seien, und daß die in ihnen niedergelegten
+Erfahrungen nicht dem wissenschaftlichen Standpunkte um 800, sondern
+dem um 1300 entsprächen, -- alle diese Erkenntnisse reiften endgültig
+erst im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts und reinigten die
+Geschichte der Chemie von einem Wuste folgenschwerer Irrtümer und
+unlösbarer Widersprüche. Auf Einzelheiten kann an dieser Stelle noch
+nicht eingegangen werden, doch sei hervorgehoben, daß sich ~Berthelot~
+in völligem Unrechte befindet, wenn er, seiner Gewohnheit gemäß, die
+Herbeiführung dieses Umschwunges für sich ganz allein in Anspruch zu
+nehmen sucht; ein wirkliches Verdienst erwarb er sich jedoch dadurch,
+daß er die Herausgabe und Übersetzung einer Anzahl wichtiger arabischer
+Werke des „echten“ ~Dschabir~ veranlaßte[3733], die bis dahin allein
+den Orientalisten von Fach zugänglich, allen anderen Forschern aber
+nur aus deren Berichten bekannt waren. Auch diese Schriften[3734],
+die dem chemischen Inhalte nach noch engen Anschluß an die ihrer
+hellenistischen Vorbilder zeigen, sonst jedoch durch Verwalten
+mystischer Auslegungen, metaphysischer Betrachtungen und dialektischer
+Spitzfindigkeiten starke byzantinische Einflüsse verraten[3735], liegen
+uns übrigens zweifellos nur in vielfach überarbeiteter Gestalt vor, die
+zahlreiche spätere Zusätze sowie Bemerkungen und Glossen der Schüler
+mit einschließt[3736].
+
+a) „_Buch des Königs._“ Dieses Buch, „das fünfte aus der Reihe
+der fünfhundert“[3737], rühmt sich „alles ganz klar und ohne jede
+Allegorie“ darzulegen[3738], und zwar in Gestalt jener raschen und
+leichten Verfahren, die Könige und Fürsten lieben, weil sie zur
+Ausführung langsamer und schwieriger weder die Geduld noch die
+Kenntnisse besitzen; desto dringender ist aber auch die Pflicht, diese
+Verfahren völlig geheim zu halten[3739], denn wer Gold so wohlfeil und
+gemein machte wie Glas, der stürzte die ganze Welt in entsetzliches
+Verderben[3740]. Statt viele (bis 70) Jahre Ausführungszeit, wie
+die alten Methoden, erfordern diese neuen nur 14 Tage, nur 9 Tage,
+ja nur den einen Augenblick, der zum Vermischen der Präparate mit
+dem reinsten und kräftigsten, die Färbung bewirkenden „Ferment“
+unumgänglich ist[3741]; auch lehren sie die Darstellung dieses
+„Fermentes der Fermente“, des „Elixires der Elixire“, das „Imâm“ (=
+Führer) heißt[3742], und das die Alten entweder gar nicht kannten, oder
+nur durch gewisse Geheimnamen andeuteten, zu denen z. B. „Pupille des
+Auges“ zählt[3743]. -- Näheres über Gewinnung und Anwendung des „Imâms“
+erfährt man natürlicherweise aus dem „Buche der Könige“ schließlich
+ebensowenig wie aus irgend einem anderen.
+
+b) „_Buch der Milde._“ Auch dieses Buch[3744] ist „besonders klar
+und deutlich gehalten“: der Leser wird versichert, daß das Wesen des
+großen Werkes einfach auf der Fixierung des Quecksilbers beruhe, die
+Herstellung des hierzu erforderlichen Elixires „Imâm“ aber auf der
+geeigneten Kombination der vier Elemente; +ein+ Teil Imâm färbt dann
+mit Leichtigkeit +eine Million+ Teile gemeiner Metalle zu Silber und
+Gold[3745].
+
+c) „_Buch der Gleichgewichte._“ Das Buch[3746] lehrt, daß das große
+Werk die richtige Mischung der vier Elemente voraussetze, denn
++jeder+ Körper enthält zwar Erde, Wasser, Feuer und Luft und demgemäß
+Trockenheit, Feuchtigkeit, Geist und Seele[3747], aber die +Mengen+
+sind bei den verschiedenen Steinen, Pflanzen und Tieren ebenfalls ganz
+verschiedene; +welche+ aber zu wählen sind, erkennt der Weise teils
+aus den Sternen gemäß den astrologischen Regeln des ~Ptolemaios~ [der
+tatsächlich auch ein grundlegendes astrologisches Werk „Tetrabiblos“
+schrieb], teils aus den innigst mit dem Wesen verbundenen Namen der
+Stoffe, -- wie z. B. dem kurzen Namen des Essigs (arab. hall) seine
+besonders kalte Natur entspricht[3748] --, teils aus vielen anderen
+Anzeichen [betreff derer eine Unzahl abergläubischer Vorstellungen
+beigebracht wird][3749]. Wie alle anderen Körper, so besteht auch der
+Stein der Weisen aus den vier Elementen, und diese können jeglicher
+geeigneten Substanz entnommen werden, sei sie eine tierische,
+pflanzliche oder mineralische[3750]; zu den brauchbarsten letzteren
+Ursprungs gehört nach ~Pythagoras~ und ~Sokrates~ der Markasit, sowie
+der wegen seiner Heilsamkeit gegen Epilepsie geschätzte „Barud“[3751].
+Ist die Vereinigung der vier Elemente in den rechten Verhältnissen
+gelungen, so muß der fertige „Stein“ purpur- und kermesfarbig sein,
+zugleich perlenartig glänzend, von blendendem Schein, weich wie Wachs,
+aber völlig beständig im Feuer[3752].
+
+d) „_Buch des Mitleides._“ Zweck des Buches[3753] ist die eingehende
+und zutreffende Belehrung der Silber- und Gold-Macher, von denen nicht
+selten die einen Betrüger sind, die anderen aber Betrogene; jene soll
+es vom falschen Wege abhalten, diesen aber den richtigen weisen[3754].
+
+Vor allem hat man sich klar zu machen, daß das „Ei der Philosophen“
+[hier = Silber und Gold] durch Eindringen des „Geistes“ in den
+„Körper“ entsteht; der „Geist“ ist das aus seinem ursprünglich kalten
+und flüssigen Zustande in den heißen und flüchtigen übergegangene
+Quecksilber, er ist das „Leben“[3755], das jedoch nicht in alle
+beliebigen toten Körper eingeht, z. B. nicht in Glas, Eierschalen,
+Talk, Salz, Markasit, Kohol [Schwefelantimon], Tutia[3756], sondern
+nur in geeignete, die richtig vorbereitet, gereinigt und angepaßt
+sind, z. B. in Blei, Kupfer, Eisen und die sonst als zum großen Werke
+brauchbar bekannten[3757]; schon vorhandenes Gold erleichtert ihm seine
+umwandelnde Wirkung, daher soll man von vornherein etwas Gold einsäen,
+das dann neues Gold hervorbringt, gleich dem Vater, der ein Kind
+zeugt[3758].
+
+Wie unter günstigen Umständen die kleinste Zutat Hefe eine ungeheure
+Menge Teig in Gärung setzt[3759], so kann bei richtigem Verfahren auch
+ganz wenig Geist, sofern ihm überhaupt die rechte Kraft innewohnt,
+sich der größten Masse der Körper bemächtigen, mögen diese auch von
+den Elementen, die alle vier stets in jeder Substanz vorhanden sein
+müssen, die verschiedensten Anteile enthalten[3760]. Die Art und Kraft
+des vorhandenen Geistes, ja auch dieses Vorhandensein selbst, läßt
+sich allerdings meist nicht durch Nachdenken erschließen, sondern nur
+durch die Erfahrung feststellen: so z. B. zieht der Magnet das Eisen
+an, und zwar selbst durch einen Schwefelkuchen hindurch, vermöge eines
+Geistes, dessen Kraft sich aber zuweilen allmählich ändert, denn in
+einem Falle wurde z. B. im Laufe einer längeren Aufbewahrungszeit ein
+Rückgang der anfänglichen Tragfähigkeit um 20% beobachtet[3761]. Ebenso
+kann nur die Erfahrung lehren, welche Mengen Geist sich dauernd mit den
+Körpern verbinden, in die sie eindringen und die sie umwandeln; die
+kleinste Menge Geist enthalten Silber, Gold, Edelsteine und Perlen,
+die sich deshalb als sehr fest und beständig erweisen; die größte
+Menge aber Schwefel, Arsen und Quecksilber, die daher flüchtig und
+veränderlich sind[3762]. In Markasit, gelbem und rotem Arsen u. dgl.
+zeigen sich die Geister ursprünglich an andere Stoffe gebunden, doch
+entweichen sie beim Erhitzen und bei sonstigen Anlässen in Gestalt
+rauchartiger, brennbarer, lebendiger Dämpfe; andere mehr erdige
+Stoffe, z. B. Kalkstein, verhalten sich nicht so, vermutlich weil es
+ihnen an Geist fehlt[3763]. Betreff aller dieser Punkte ist aber die
+Beurteilung oft großen Irrtümern ausgesetzt, die sich ebenso auch auf
+die Beschaffenheit von Erden und Erzen erstrecken, sowie auf die Natur
+der in letzteren, und zwar stets in schon völlig fertigem Zustande
+verborgenen Metalle: das Aussehen der Oberfläche und des Äußeren
+täuscht eben über das Innere[3764]. Diese Umstände erklären zahlreiche
+der falschen Anschauungen, die hinsichtlich der Brauchbarkeit der
+Substanzen zum großen Werke herrschen; zahlreiche andere aber rühren
+daher, daß man Umschreibungen [= Geheim- oder Deck-Namen] wörtlich
+nahm: weil z. B. Quecksilber auch „Tier“ heißt, -- denn es hat wie ein
+Tier eine spezifische Seele[3765] --, oder weil Gold, Silber, Blei,
+Kupfer, Eisen auch Blut, Harn, Speichel, Galle, Hirn usf. benannt
+werden, glaubten manche, diese tierischen Stoffe seien wirklich zum
+großen Werke dienlich. Weil sie aber den Metallen nicht mehr genügend
+nahestehen, sind sie dies +unmittelbar+ nicht[3766]; +mittelbar+
+jedoch können sich alle tierischen und pflanzlichen Stoffe verwendsam
+erweisen, da eine völlige Analogie des Mikro- und Makro-Kosmos besteht,
+ja nach ~Platon~ das große Werk sogar als „die dritte Welt“ zu
+bezeichnen ist, die jene beiden durchgehends verbindet[3767].
+
+Können aber auch die Bestandteile aller drei Reiche zum großen Werke
+taugen, so vermag doch nur der Weise, der sie, ihre Eigenschaften,
+sowie deren Beeinflussungen durch die sieben Planeten genau kennt, die
+Auswahl so zu treffen, daß sich die Qualitäten in richtigem Maße teils
+ergänzen und steigern, teils aufheben und neutralisieren, und daß durch
+die Vereinigung das +Elixir+ zustande kommt, das +fertig+ ein ebenso
+einheitlicher Körper ist wie der gleichfalls aus unzähligen Materialien
+zusammengesetzte Theriak[3768]. Nicht anders als die dem Kranken
+eingegebene Medizin durch die mächtige Kraft +ihrer+ Natur jene des
+Siechen beeinflußt, verändert auch das Elixir die Natur der gemeinen
+Metalle, denen man es durch Projizieren oder Aufstreuen einverleibt, --
+woher es nach einigen eben den Namen „Elixir“ führt[3769] [= aliksir
+= τὸ ξήριον = das Streupulver]. Weil es selbst entstanden ist durch
+Vereinigung der vier Elemente, des Körpers und des Geistes, -- daher
+nie ohne Mitwirkung von Quecksilber[3770] --, des Männlichen und
+des Weiblichen, also durch Zeugung und Entwicklung, Schwangerschaft
+und Geburt, macht es in gleicher Weise auch die „Körper“ wieder
+lebendig; es läßt die Toten auferstehen[3771], es überwindet die grobe
+Beschaffenheit ihrer Leiber, es assimiliert sie, färbt sie weiß oder
+rot, je nachdem es selbst weiß oder rot ist, und verwandelt sie in
+Silber und Gold, die von beständiger Farbe sind und besser und reiner
+als die natürlichen[3772].
+
+e) „_Buch der Konzentration._“ Dieses Buch[3773], das auf ~Pythagoras~
+zurückgehen soll, entwickelt im wesentlichen, auf völlig unklare und
+wirre Weise, die Theorie der „verborgenen Eigenschaften“[3774]; was
+z. B. äußerlich Blei ist, das ist innerlich bereits Zinn, Silber oder
+Gold, und man hat nichts weiter zu tun, als diese „herauszukehren“,
+indem man, z. B. durch Beifügung entsprechender Mengen der fehlenden
+Qualitäten, eine Umwandlung bewirkt[3775]. -- Die Angabe, daß man durch
+Destillation des Kupfervitriols eine sehr saure und scharfe Flüssigkeit
+erhalte, offenbar unreine Schwefelsäure, ist ein ganz später, mit dem
+sonstigen Inhalte gar nicht zusammenhängender Zusatz[3776].
+
+f) „_Buch des Quecksilbers._“ Trotz der Ankündigung besonderer Klarheit
+und Deutlichkeit übertrifft das „Buch des Quecksilbers“[3777] an
+Unverständlichkeit und mystischer Dunkelheit noch alle früheren.
+Als Hauptmittel bei der Darstellung des „Steines“ bezeichnet es
+das Quecksilber, das orientalische oder „Tier“[3778] und das
+okzidentalische oder „Myrthe“ und „göttliches Wasser“, so geheißen,
+weil es die Naturen umwandelt und die Toten wiederbelebt[3779]; ist die
+Bereitung des Steines richtig gelungen, so gerinnt das fertige Elixir
+wie die zurechtgekochte Öl- und Alkali-Mischung der Seifensieder, und
+es entsteht eine weiße glänzende Masse, die „Milch der unbefleckten
+Jungfrau“[3780].
+
+g) „_Buch der Siebzig._“ Unter diesem Titel erwähnt die Liste des
+„Fihrist“ ein Werk des ~Dschabir~[3781], das bisher im arabischen
+Original nicht aufgefunden ist, von dem jedoch das Manuskript 7156
+der Pariser Nationalbibliothek eine in äußerst barbarischem Latein
+verfaßte, „Liber de septuaginta“ betitelte Übersetzung zu enthalten
+scheint (?)[3782]. Diese Übersetzung[3783], -- sie wäre die einzige
+lateinische eines Werkes des „echten“ ~Dschabir~ --, ist übrigens sehr
+unvollständig und mangelhaft, trotz großer Weitschweifigkeit unklar
+und verworren, dabei voll von Lücken und Einschiebseln[3784], darunter
+sehr späten aus christlicher Quelle, z. B. den die Exkommunikation und
+das Schlagen des Kreuzes erwähnenden[3785]; sie enthält zahlreiche
+arabische, zum Teil unerklärte oder unverstandene Benennungen und
+Decknamen, und beruft sich vorzugsweise auf griechische Autoren, u. a.
+auf die großen Alchemisten ~Platon~[3786] und ~Aristoteles~[3787].
+
+Alle „Körper“ oder „Metalle“, deren es sieben gibt, nämlich Gold,
+Silber, Kupfer, Eisen, Zinn, Blei und Glas (vitrum)[3788], -- denn
+Quecksilber ist ein „Geist“ --, enthalten stets die vier Elemente,
+davon zwei in offenem und zwei in verborgenem Zustande, welche
+letzteren es „heraus zu kehren“ gilt[3789]. Dies vollzieht die
+Natur allmählich und langsam[3790]; rascher, schon binnen 40 Tagen,
+vollbringen es die „Medizinen“, indem sie die fehlerhaften „Säfte“
+austreiben, verbessern, oder durch die geeigneten ergänzen[3791]; noch
+rascher, bereits innerhalb einer Stunde, wirkt das „Elixir“[3792],
+von dem 1 Teil 100, ja 1000 Teile der gemeinen Metalle umwandelt, am
+leichtesten Blei zunächst in Silber und dieses dann in Gold[3793].
+Welche Kraft den „rechten Medizinen“ innewohnt, ersieht man aus der
+Entstehung der herrlich gefärbten Produkte Bleiglätte, Mennige und
+Bleiweiß aus dem Blei, doch kommt es stets darauf an, das dem Zweck
+Entsprechendste, also z. B. Auripigment, Al-Markasit, Talk, Alaun,
+Salmiak, Kalk, Alkali, Aschen, Bauracia [Boraxe, meist = Alkalien],
+Salze, Myrthenzweige und Galläpfel [also Gerbstoffe] usf., auch an
+rechter Stelle zu gebrauchen[3794]. Die größten Kräfte besitzen,
+einzeln oder zusammen angewandt, die „vier Geister“, d. s. Schwefel,
+Arsen, Quecksilber und Salmiak[3795], vor allem aber das Quecksilber,
+das eine „radix in omni re“ ist, ein Wurzel- oder Grund-Bestandteil
+aller Substanzen[3796]; sämtliche Geister sind auch in pflanzlichen und
+tierischen Stoffen vorhanden[3797] [deren Bezeichnungen aber oft nur
+als Decknamen aufzufassen sind]. Was den „Stein der Weisen“ betrifft,
+so gewinnt man ihn aus den nämlichen vier Elementen, die, nur in
+anderen Mengenverhältnissen, auch alle übrigen Stoffe bilden[3798];
+daher kann man sie allen diesen entnehmen, den mineralischen,
+pflanzlichen, tierischen und menschlichen, doch müssen sie sich
+im Zustande höchster Reinheit befinden[3799] und dürfen nur „zur
+günstigen Stunde“ vereinigt werden[3800], und zwar in den richtigen
+Gewichtsverhältnissen, die das eigentlich wichtige und daher, des
+Wohles der ganzen Menschheit halber, mit äußerster Strenge zu wahrende
+Geheimnis darstellen[3801]. Wie die geringen anfänglichen Zusätze von
+Silber und Gold, so wirkt auch das Elixir wesentlich als Ferment,
+weshalb einige bei seiner Bereitung auch „Sperma“ benützen[3802] [=
+Samen; Deckname?].
+
+Aus der Reihe der Chemikalien, deren ~Dschabir~ sich bedient, sind
+anzuführen: Almizadir [alnûschadîr = sal armoniacum = Salmiak][3803],
+Duenec [zuģâģ = vitriolum][3804], Baurac [meist Alkali][3805], Seisarat
+[zarnîch = auripigmentum citrinum, gelbes Schwefelarsen][3806], Tutia
+femina und „marina“ [= weibliche und männliche Tutia][3807], und
+Alcofol oder Alchofol [= Spießglanz, Schwefelantimon][3808], aus dem
+man „plumbum merdaceum ex alcofol“ gewinnt[3809] [d. i. „Abfall-Blei“ =
+metallisches Antimon].
+
+Von chemischen Verfahren beschreibt ~Dschabir~ flüchtig: die
+Darstellung und Reinigung verschiedener Metalle[3810]; die Gewinnung
+pflanzlicher Öle, die als „allgemeines pflanzliches Element“
+gelten[3811], und ihre Aufbewahrung in der „olla stagnata“ (in
+verzinnten Gefäßen)[3812]; die Sublimation des Sublimates aus
+Quecksilber[3813], sowie die Sublimation und Krystallisation des
+Salmiaks[3814]; das Reinigen und „Waschen“ mit Sapo (Seife) und Baurac
+(Alkali)[3815]; die Destillation, „gleichend jener des Rosenöles“, und
+zuweilen auch „mehrmals wiederholt“[3816]. Viele Reaktionen nimmt man
+in der Alutel vor[3817], die auch als „Alutel pergamenum“, Alutel aus
+Pergamon, bezeichnet wird[3818], und zu deren Erhitzung der als Athanor
+(tannûr) bekannte Ofen dient[3819].
+
+Neben der Kenntnis der „richtigen Verfahren“ ist auch die der richtigen
+„Sprüche und Formeln“ von großer Wichtigkeit, daher es vom Ausübenden
+heißt „et recitavit multa ...“[3820], „er sprach (oder murmelte)
+Vielerlei“.
+
+
+2. Die „Schriften der Treuen Brüder“.
+
+Zu den für die Geschichte der Chemie wichtigsten Werken, die uns aus
+früharabischer Zeit erhalten blieben, gehört die große Enzyklopädie,
+die unter dem Namen „Schriften der lauteren Brüder“, richtiger der
+„treuen Brüder“ oder „treuen Genossen“ (Ikhwân alsafâ) bekannt ist;
+ihr Titel entstammt der Vorrede zur „Erzählung der Ringeltaube“ in der
+Märchensammlung „Kalîlah wa Dimnah“[3821], deren Grundstock etwa im 6.
+Jahrhundert n. Chr. aus Indien nach Persien und von dort aus zu den
+Syrern und Arabern gelangte.
+
+Die „treuen Brüder“ (Brüder der Reinheit, der Lauterkeit)[3822]
+waren Mitglieder eines in Basra (Bassorah) gegen 950 begründeten
+Geheimbundes, einer gelehrten Zwecken dienenden, aber von politischen
+Nebenabsichten nicht ganz freien Vereinigung, die für die Versöhnung
+der Wissenschaften mit dem „wahren“ Glauben kämpfte, sich mit den
+Forderungen der Orthodoxie vermöge gewagter äußerer und innerer
+Umdeutungen und Allegorisierungen abzufinden suchte, in ihren eigenen
+Lehren aber einem weitgehenden Eklektizismus naturphilosophischer
+und abergläubischer Ideen huldigte[3823]. Unter den „Eingeweihten“
+gab es vier Grade, und die Kenntnisse jener der obersten Klasse
+legte man in einer „Enzyklopädie des gesamten Wissens“ nieder[3824],
+bestehend in 51 Abhandlungen, die seitens verschiedener „Weiser“
+(von denen sich fünf mit Namen angeführt finden) zu gleicher Zeit im
+einzelnen ausgearbeitet, und sodann zu einem Ganzen zusammengefaßt
+wurden[3825]. Ihren Inhalt bilden „die Wissenschaften und Erfahrungen,
+deren Besitz den Menschen über das Tier erhebt“[3826], eingeteilt,
+geordnet und dargestellt nach ihren Stoffen[3827], jedoch nicht in
+erschöpfender Art, sondern nur in übersichtlich andeutender, unter
+mancherlei Hinweisen auf die benützten Quellen[3828]. Diese sind,
+obwohl die Verfasser vieles ihren nächsten arabischen Vorgängern
+entlehnten (namentlich dem hochgelehrten ~Alfarabi~[3829], gest.
+950; s. unten) und auch der syrischen, hebräischen, persischen,
+indischen, lateinischen und griechischen Sprache und Schrift mehr oder
+weniger kundig scheinen (?)[3830], dennoch +so gut wie ausschließlich
+griechische+, und zwar ganz vorwiegend solche der letzten Periode;
+die Enzyklopädie ist daher von ganz besonderem Werte für die Kenntnis
+dieser spätgriechischen Lehren und Vorstellungen, deren manche
+uns anderweitig gar nicht, oder doch bei weitem nicht in gleicher
+Vollständigkeit und Klarheit überliefert sind, und aus diesem Grunde
+erscheint es auch gerechtfertigt, sie schon an dieser Stelle, außerhalb
+der eigentlichen chronologischen Ordnung, zu besprechen.
+
+Daß die „Treuen Brüder“ unmittelbar aus griechischen Originalen
+schöpften, ist wenig wahrscheinlich, sie hielten sich vielleicht
+wohl so gut wie allein an die syrischen Übersetzungen, die die 431
+und 489 ausgewiesenen und nach Persien und anderen orientalischen
+Ländern geflüchteten Nestorianer angefertigt hatten[3831], und die
+betreff der Medizin ausgesprochen galenischen Charakter trugen[3832],
+betreff der Philosophie und Naturwissenschaft aber aristotelischen,
+neupythagoräischen und neuplatonischen[3833]; besondere
+Berücksichtigung fand hierbei die entsprechend umgebildete Lehre des
+~Plotinos~, daß die Welt eine in Stufen (angeblich in neun) erfolgte
+Emanation ihres Schöpfers (hier des Allah) sei[3834], sowie die des
+~Pseudo-Pythagoras~, daß die Natur alles in der Welt Vorhandenen durch
+jene der Zahlen bedingt sei, vor allem der Zahlen 1 bis 9, über deren
+maßgebende Bedeutung sich sämtliche Völker der ganzen Welt im klaren
+befänden[3835].
+
+Ursache der Entstehung, Erhaltung, Einheitlichkeit und Harmonie der
+Welt ist die +Weltseele+, die selbst eine Einzig-Eine ist, einheitliche
+geistige Beschaffenheit besitzt, aber zahlreiche Kräfte in sich
+schließt, vermöge derer sie alles hervorbringt, alles bewirkt und
+alles mit Eigenschaften erfüllt von den unermeßlichen Sphären an bis
+zu den kleinsten Einzeldingen herab[3836]. Es geschieht dies durch
+Emanationen, d. s. Ausstrahlungen und Ergüsse, die der Reihe nach
+zuerst die Sphären ins Leben treten lassen (von der äußersten bis zur
+innersten), sodann die Urmaterie, die Qualitäten, die Elemente und
+zuletzt die Einzeldinge, die am jüngsten Tage alle in umgekehrter Folge
+wieder vergehen werden[3837]; die äußerste Sphäre und die Urmaterie
+sind, als der Weltseele zunächst benachbart, ihr auch noch am engsten
+verwandt, daher gleichfalls von einfacher Natur und nur geistig
+erfaßbar[3838]. Der äußersten oder Umgebungs-Sphäre reihen sich an:
+die der Fixsterne, des ~Kronos~, des ~Zeus~, des ~Ares~, der (inmitten
+der Planeten thronenden) Sonne, der ~Aphrodite~, des ~Hermes~, des
+Mondes, und schließlich die Feuer nebst Luft, sowie die Wasser nebst
+Erde umfassende, so daß man also im ganzen ihrer 11 zählt[3839]; die
+Weltseele versetzt sie in Kreisbewegung und läßt sie hierbei durch die
+Reibung jene wundersamen Töne hervorbringen, deren Harmonie zuerst
+~Pythagoras~ vermöge der Reinheit seiner Seele vernahm, verkündete und
+mit Hilfe der von ihm erfundenen Lyra auch auf Erden wiederklingen
+ließ[3840]. Bis zur Sphäre des ~Kronos~ (des äußersten Planeten)
+empor stieg der Prophet ~Idris~, auch „~Hermes~, der Dreifache in
+der Weisheit“ genannt, verweilte dort 30 Jahre [die Umlaufszeit des
+Saturn], nahm Einblick in alle Vorgänge der oberen Welt und kehrte
+dann zur Erde zurück, um die Völker auf die bis dahin vernachlässigte
+Sternkunde und die Kenntnis der Himmelserscheinungen hinzuweisen[3841];
+denn den Menschen erscheint auch das Wunderbarste nicht merkwürdig,
+wenn sie es täglich vor Augen sehen[3842].
+
+Die +Urmaterie+ ist, gleich der Weltseele und den von einigen Gelehrten
+„Atome“ genannten, kleinsten, nicht mehr teilbaren Körperchen[3843],
+etwas für die Sinne nicht Erfaßbares, Ungeordnetes, Ungeformtes,
+jedoch alle Formen anzunehmen Fähiges[3844], und zwar ergibt sie
+durch die „Formung“ zunächst die vier Qualitäten heiß, kalt, trocken
+und feucht[3845], weiterhin aber aus je zweien von diesen die vier
+Elemente, von denen Feuer und Luft aktiven Charakter tragen, Wasser und
+Erde aber passiven[3846].
+
+Der +Qualitäten+ sind vier, wie der Pole, Himmelsgegenden, Jahreszeiten
+und Winde[3847], der Temperamente und Säfte des Körpers[3848], der
+Hauptsaiten der Musikinstrumente[3849], sowie der Hauptfarben, die
+z. B. auch am Regenbogen in der Reihenfolge rot, gelb, blau und grün
+deutlich hervortreten[3850]. Durch Vereinigung je zweier Qualitäten
+entstehen die vier +Elemente+ oder +Arkân+[3851], die „Allmütter“
+und „Mütter alles Seins“[3852], die sämtlich ineinander übergehen
+können[3853], und deren „Reinheit“ sich in aufsteigender Linie von der
+Erde über Wasser und Luft zum Feuer bewegt[3854]. Gänzlich verschieden,
+und nicht etwa bloß dem Grade nach abweichend, steht ihnen das „fünfte
+Wesen“, die „fünfte Natur“, gegenüber, d. i. die des Himmels und alles
+Himmlischen, deren Vollendung und Unveränderlichkeit sich im ewigen und
+stetigen Kreislaufe der Gestirne offenbart[3855]; dieses fünfte Wesen
+ist identisch mit dem +Äther+ (athîr), der einem Feuer ohne Licht und
+Wärme gleicht und sich von der Sphäre des Mondes an bis zur äußersten
+Grenze des Weltalls ausbreitet[3856]. Als Formen der Elemente erwies
+~Euklid~ [!] den Würfel für die Erde, das Ikosaeder für das Wasser,
+das Oktaeder für die Luft und das Tetraeder für das Feuer, während
+der fünfte regelmäßige Körper, das Dodekaeder, dem Allhimmel oder
+Weltganzen zugehört[3857]; wie sich diese fünf körperlichen Gebilde aus
+den Flächen aufbauen, kann nur ein der Mathematik Kundiger einsehen,
+denn allein die Mathematik erschließt das Verständnis der Dinge,
+sowie das der so wichtigen Zahlenkünste, Zahlen- und Zauber-Quadrate
+usf.[3858].
+
+Was die +einzelnen+ Elemente anbelangt, so soll von der +Erde+ noch
+weiter unten die Rede sein. Das +Feuer+ ist dem Äther wenn nicht
+wesensgleich so doch wesensverwandt[3859], und die Bewegung, die den
+übrigen Elementen nur zeitweise zukommt, gehört bei ihm zu seiner
+Natur, so daß es unaufhörlich zittert und unaufhaltsam nach oben
+steigt[3860]; vermöge der ungeheuren Kraft, die ihm innewohnt, ist
+es „der große Richter über alle Dinge“ und der mächtige Bewirker der
+wichtigsten menschlichen Arbeiten, z. B. der das Eisen, Kupfer, Messing
+und Glas, den Kalk und Ton, das Pech usf. betreffenden[3861].
+
+Die +Luft+ fördert als Lebensgeist die Atmung und die Wärme des
+Herzens[3862]; an manchen Orten, z. B. in Gruben und Bergwerken, wirkt
+sie verlöschend auf das Feuer und erstickend auf die Menschen, so
+daß diese dort nur verweilen können, wenn man ihnen durch Rohre und
+gewisse Vorrichtungen frische und atembare Luft zuführt[3863]. Wie der
+Glasbläser durch seinen Hauch die Rundungen der Flaschen, und wie
+der Stein durch seinen Fall die Wellen des Wassers hervorbringt, so
+entstehen durch Schlagen von Glocken, durch Schellen und Kesselpauken
+usf. auch in der Luft Bewegungen, die sich fortpflanzen und als Töne
+verschiedener Art vernommen werden, je nachdem das erklingende Material
+aus Gold, Silber, Messing, Eisen, Legierungen von Zinn mit Kupfer
+oder Eisen (nicht aber aus Blei!) bestand[3864]; mit Hilfe der Luft
+wirken die Töne unmittelbar auf die Seele ein, daher vermochten die
+griechischen Weisen „mit ihrem Instrumente, dem Organon [der Orgel]“
+selbst Feinde in die Flucht zu jagen[3865].
+
+Daß das +Wasser+ in Gestalt von Dünsten emporschwebt und in der
+von Tropfen wieder herabfällt, lehrt die Beobachtung der Vorgänge
+in der Natur, in den Badehäusern, sowie bei der Ausübung gewisser
+Künste[3866]. Die aus dem Erdboden aufsteigenden Dünste erzeugen den
+Tau[3867], die wasserführenden Wolken der höheren Regionen Regen und
+Schnee, die die Quellen und Flüsse speisen, wofür das bekannteste
+Beispiel das Steigen des Nils ist, das infolge der Sommerregen
+eintritt, die in den äquatorialen Gebieten niedergehen[3868]. Fließt
+das Wasser zunächst durch die Erde, so nimmt es aus den Schichten
+auf, was es in ihnen vorfindet, daher sind die zutage tretenden
+Wässer bald süß, bald aber herb, salzig, oder sauer, je nachdem sie
+Salze, Vitriole, Alaune, Schwefel, Naphtha, Quecksilber (?) und
+noch manche andere Stoffe enthalten[3869]; Wässer, die durch derlei
+Fremdstoffe verunreinigt sind, werden durch sie befähigt, Mineralien
+und Metalle zu bilden[3870]. Sehr bemerkenswert erscheint es, daß
+auch das reinste Wasser „die Dinge für das Auge krumm macht“ [d. h.
+Brechungs-Erscheinungen bewirkt][3871]. -- Was die erwähnten Künste
+anbelangt, so sind das die jener Sachverständigen, die das Gewerbe der
+Destillation betreiben und auf den Märkten aus ihrem „Kürbis“ genannten
+Gefäße die zarte Feuchtigkeit der Rosen und Veilchen, aber auch die
+scharfe des Essigs, als Dunst aufsteigen und dann als klare Flüssigkeit
+wieder herabtröpfeln lassen[3872].
+
+Aus den beschriebenen vier Elementen entstehen die Mineralien,
+Pflanzen, Tiere, Menschen und Engel[3873], und zwar vollziehen sich
+die Übergänge allmählich und völlig kontinuierlich, indem aus den
+Mineralien zunächst Pilze u. dgl. hervorgehen, sodann höhere Pflanzen
+und so nach und nach alles Übrige[3874]; es gibt daher drei Reiche,
+nämlich die der Mineralien, Pflanzen und Tiere[3875], zu welchen
+letzteren als „erhabenstes Tier“ auch der Mensch gehört[3876], denn
+nur insoferne können manche auch von vier Reichen sprechen, als sie
+den Menschen dem Geiste nach der Klasse der Engel zuzählen[3877].
+Im Tierreiche bedingt die richtige Mischung der vier Elemente oder
+Temperamente das rechte Verhältnis der vier Säfte und durch dieses
+die Gesundheit, während unrichtige Mischungen oder Umwandlungen,
+soferne ihnen nicht durch Eingabe entsprechend temperierter Arzneien
+entgegengewirkt werden kann, zu Krankheit, Auflösung und Tod
+führen[3878].
+
+Bewirkt werden alle die erwähnten Übergänge und Umwandlungen durch
+die +Planeten+, „und wer deren Einfluß leugnet, mit dem ist überhaupt
+nicht zu streiten“[3879], denn daß von der Sonne Kräfte und Wirkungen
+ausgehen, fühlt doch Jeder unmittelbar[3880], daß der Mond die
+Tiefen des Meeres erwärmt und hierdurch die Flut veranlaßt, ist eine
+alltägliche Erfahrung[3881], und daher liegt der Schluß nahe, daß sich
+in gleicher Weise auch die übrigen Wandelsterne ihrer Natur gemäß
+geltend machen[3882]. Sie +deuten+ keineswegs nur +an+, was geschieht
+oder geschehen wird[3883], sondern +bringen+ es +hervor+[3884], aber
+freilich stets nur gemäß dem Willen der Gottheit[3885], und erweisen
+sich dadurch als „Gehilfen der Natur“ und als das vermittelnde Band
+zwischen Makro- und Mikro-Kosmos[3886]. An den höchsten, in der
+Erdferne gelegenen Punkten ihrer Bahn nehmen sie die Emanation der
+Weltseele in Form von Licht und Kraft der Fixsterne auf, übertragen
+sie, in die Erdnähe zurückgekehrt, auf die vier Elemente und ordnen
+diese so zu Mineralien, Pflanzen und Tieren; das Ergebnis hierbei ist
+im einzelnen abhängig u. a. von ihrer Größe, dem Abstande ihrer Sphären
+von der Erde, ihrem Bahnwege durch die zwölf Tierkreis-Zeichen (deren
+je drei einem Elemente zugehören), ihren Stellungen und Konjunktionen,
+ihrer Farbe, ihrem Lichte und endlich von der Richtung und Schiefe
+der einfallenden Lichtstrahlen[3887]. Da nun die Planeten die wahre
+Ursache aller Bewegungen der Elemente auf Erden sind, so müssen die
+so hervorgebrachten Dinge auch ihrem Wesen entsprechen, ganz so wie
+das Erzeugte dem Erzeugenden gleicht, die Kopie dem Original, das
+Spiegelbild dem Abgespiegelten[3888]. Je nach der Beschaffenheit und
+Anteilnahme der Planeten werden also in allen drei Reichen Produkte
+entstehen, die angemessene harmonische Mischungen, und die zugehörigen
+inneren sowie äußeren Eigenschaften (z. B. Farben) aufweisen[3889].
+
+Daß es gerade +sieben Planeten+ gibt, erklärt sich aus der besonderen
+Vollkommenheit der Siebenzahl, da 7 = 3 + 4 = 2 + 5 = (3 + 3) + 1,
+... also „die erste wirklich vollständige Zahl ist“[3890]; von diesen
+sieben sind zwei strahlend (Sonne und Mond), zwei glückbringend
+(~Zeus~ und ~Aphrodite~), zwei unglückbringend (~Ares~ und ~Kronos~),
+und einer gemischter Art (~Hermes~)[3891], ferner sind drei männlich
+(Sonne, ~Zeus~, ~Kronos~), drei weiblich (Mond, ~Aphrodite~, ~Ares~),
+und einer ein Zwitter (~Hermes~)[3892]. Ihre persischen Namen lauten
+~Kaiwan~ (~Kronos~), ~Birdschis~ (~Zeus~), ~Bahram~ (~Ares~),
+~Nahid~ (~Aphrodite~), ~Tir~ (~Hermes~)[3893], und man bezeichnet
+sie u. a. auch mit den Anfangsbuchstaben, die ihnen in ähnlicher
+Weise zugehören wie die 28 Buchstaben des arabischen Alphabetes den
+28 Mondstationen[3894]. Ihre Haupteigenschaften sind nach allgemeiner
+Ansicht die folgenden[3895]: 1. Die +Sonne+ ist Führer, Herr und König,
+macht Könige[3896] und beherrscht im Körper das Herz; 2. der +Mond+
+ist „Mutter der Sterne“ und Vezir, macht Weibische, regiert Entstehen
+und Vergehen und beherrscht die Lunge, die abwechselnd Luft ein- und
+ausatmet[3897]; 3. +Zeus+ ist Richter und Weiser, macht Gerechte und
+Einflußreiche, regiert Ausgleiche und Verbindungen und beherrscht
+die Leber, die das Blut absondert; 4. +Ares+ ist Feldherr, macht
+Tapfere, regiert Bewegung und Streben und beherrscht die Galle, die
+die Gelbgalle absondert (als einen Bestandteil des Chylus)[3898]; 5.
++Aphrodite+ ist „Schwester der Sterne“ und Dienerin, regiert Schönheit
+und Ordnungsliebe, Lebendigkeit und Begehrlichkeit und beherrscht
+den Magen, der die Speisesäfte absondert; 6. +Hermes+ ist „Kleiner
+Bruder der Sterne“ und Schreiber, macht Einsichtige und Kluge, regiert
+Fähigkeiten und Wissensdrang und beherrscht das Gehirn, das die
+Denkkräfte absondert; 7. +Kronos+ ist der Alte und Schatzmeister, macht
+Träge und Beständige, regiert Festigkeit und Stillstand, bewirkt daher
+das dauernde Haften der Formen an der Materie[3899] und beherrscht die
+Milz, die die Schwarzgalle absondert[3900]. ~Ares~, ~Aphrodite~ und
+~Hermes~ machen noch insbesondere Handwerker und Künstler; die alten
+„Ssâbier“ genannten Mandäer und Harrânier, die die Gestirne ganz ebenso
+anbeteten wie die Juden und Christen gewisse Götzen und die Parsen das
+Feuer[3901], führten daher ihre Kinder an den Festtagen jener drei
+Planeten in deren Tempel und empfahlen sie der Huld der Gottheiten, die
+den Planeten und den betreffenden Gewerben vorstehen[3902]. Wegen der
+Parallelität des Makro- und Mikrokosmos[3903] entsprechen die sieben
+Planeten nicht nur den genannten sieben Hauptteilen des Körpers[3904],
+sondern bedingen auch Entstehung und Wachstum des Embryos während
+der neun Monate der Schwangerschaft, und zwar in der Reihenfolge
+~Kronos~, ~Zeus~, ~Ares~, Sonne, ~Aphrodite~, ~Hermes~, Mond, ~Kronos~,
+~Zeus~[3905], weshalb, da auf den achten Monat wieder der schädliche
+~Kronos~ trifft, die Achtmonat-Kinder nicht lebensfähig sind[3906];
+ferner stehen noch die eigentlichen fünf Wandelsterne in naher
+Beziehung zu den fünf Hauptdenkkräften[3907].
+
+Was die +Farben+ der Planeten betrifft, so entspricht der Sonne die
+goldene, dem Mond die silberne, dem ~Kronos~ die schwarze, dem ~Zeus~
+die grüne, dem ~Ares~ die rote, der ~Aphrodite~ die blaue und dem
+~Hermes~ die bunte[3908], und demgemäß regeln sie, je nach den näheren
+Verhältnissen, auch die Farben der ihnen zugehörigen Tiere, Pflanzen
+und Mineralien: so z. B. erzeugt die Sonne u. a. Zarnich (Auripigment),
+Markasit (Schwefelkies u. dgl.) und einige Edelsteine, alle von gelber
+Farbe; der Mond u. a. Silber, Zinn, Salz, Salmiak, Nitron, Kalk, Glas
+(Krystall, Alaun, ...), Sublimat, alle von weißer Farbe; der ~Ares~
+Zinnober und rote Edelsteine; der ~Zeus~ Malachit; die ~Aphrodite~
+Lasurstein, Türkis, Glas (Kupfervitriol) und blaue Edelsteine
+usf.[3909].
+
+Von den +Mineralien+ gibt es 700 Arten[3910], deren 7 Klassen den 7
+Himmelssphären entsprechen[3911]; sie sind sämtlich Verbindungen der
+vier Elemente und gehen aus ihnen hervor unter den Einflüssen der
+einzelnen oder zusammenwirkenden Planeten, der Länder und Klimate, der
+Meere usw.[3912]. Als besonders schöpferisch bewähren sich hierbei
+~Hermes~ und ~Kronos~, indem sie feine Ausdünstungen aller Art gerinnen
+machen und wie am Himmel zu durchsichtigen Kometen so in der Erde
+zu durchsichtigen Mineralien gestalten[3913]: ~Hermes~ erzeugt, wie
+dies allen Mineralogen, Alchemisten und Glasmachern geläufig ist,
+schon allein durch seinen wechselnden Gang unzählige Gesteine[3914],
+während ~Kronos~ durch seine Langsamkeit die schwersten und wenigst
+veränderlichen Stoffe heranreift, zuvörderst Blei, aber auch Eisen,
+Arsen und Antimon[3915]. Maßgebend für das, was in jedem Einzelfalle
+entsteht, sind die „Verhältnisse“ der sich verbindenden Elemente, denn
+welche Rolle Verhältnisse spielen, zeigt die allbekannte ungleicharmige
+Wage[3916], sowie das [spezifische] Gewicht, da ein Körper in einer
+Flüssigkeit, z. B. Wasser, schwebt, wenn er gerade sein Gewicht an
+Wasser verdrängt, anderenfalls aber untersinkt oder schwimmt[3917].
+
+Alle Mineralien enthalten Erde als Körper, Wasser als Geist und Luft
+als Seele, gar gemacht, veredelt und gereift durch Feuer, den großen
+Schiedsrichter[3918], doch entstehen sie +niemals unmittelbar+ aus
+diesen Elementen. Die Erde, deren Höhen und Tiefen allmählichen
+weitgehenden Veränderungen zu Gebirgen, Wüsten, Meeren und Flüssen
+unterliegen[3919], enthält nämlich vielerlei Klüfte und Höhlen,
+in denen die beiden Hauptarten der Dünste, die wässerigen und die
+rauchartigen[3920], sich langsam, in wechselnden Mengen und bei
+verschiedenen Wärmegraden verdichten und verdicken, welchen Vorgängen
+als +primäre+ Produkte +Schwefel+ und +Quecksilber+ entspringen[3921].
+Der „feurige Schwefel“ bildet sich in feuchten und öligen Schichten,
+enthält viele flüssige und ölige Teile, ist daher leicht schmelzbar
+und entzündlich, wird vom Feuer verzehrt und verbrennt selbst alles
+andere[3922]; das „zitternde Quecksilber“ geht hingegen aus feuchten
+und wässerigen Schichten hervor, enthält viele flüssige und wässerige
+Teile, ist daher flüssig und leicht beweglich und „zeigt in der Hitze
+keine Geduld“, sondern entflieht ihr[3923]. Schwefel und Quecksilber
+durchdringen sich aber wie Erde und Wasser in Lehm, Ton oder Ziegeln,
+indem das Quecksilber den Schwefel weich und formbar macht, und auf
+diese Weise bilden sich unzählige Formen und Gestalten, von denen der
+Zinnober [Schwefel-Quecksilber] zwar die bekannteste ist, aber doch nur
++Eine+[3924].
+
+So entstehen also im Schoße der Erde sämtliche Mineralien, auch die
+Metalle und Edelsteine[3925], +ausnahmslos sekundär+ aus Schwefel
+und Quecksilber[3926], unter Einschließung von mehr oder weniger Erde
+und Staub[3927]; je nach den Mengenverhältnissen und der Reinheit,
+der Kochung und dem Garsein, der Örtlichkeit und Temperatur und noch
+manchen anderen Umständen bildet sich hierbei entweder das edle,
+lautere, völlig reine Gold, oder nur Silber, Kupfer, Zinn, schwarzes
+oder weißes Blei, Antimon usf.[3928]. Es reifen aber in einem Jahre
+und weniger: die Arten der Salze, Alaune, Vitriole und Schwefel; in
+einem Jahre und mehr: die Korallen und Perlen; in einer Reihe von
+Jahren: die Metalle; in Jahrhunderten: die Edelsteine, vom Krystall
+bis zum Diamanten[3929]. Mit Recht betrachtet man daher als „Anfänge
+der Mineralien“ jene, die ursprünglich schon binnen kürzester Frist
+in den hell- und dunkelfarbigen, salz- und natronhaltigen, feuchten
+Erdschichten zusammenbacken und gerinnen[3930]; es sind dies z. B.
+Salz, Gips und Kalk[3931], Alaune und Vitriole[3932], die grünen,
+gelben und blauen „Gläser“ und Chalkitis-Arten, die man ebenfalls
+als Alaune und Vitriole anzusehen hat[3933], der Nûschâdir oder
+Naûschâdir [= Salmiak], das Kilja der Aschen [= Kali], das Nitron
+[d. i. unreine natürliche Soda, und +nicht+ Salpeter[3934]], die
+Salze des Harnes[3935] und noch andere ähnliche, die alle für
+die Kîmijâ (Chemie) erforderlich sind[3936] und nebst Magnesia
+[Mangan, Braunstein] auch als Flußmittel bei der Herstellung des
+gewöhnlichen und des durchsichtigen hellen Glases dienen[3937].
+Was die restlichen Mineralien betrifft, so pflegt man sie in sechs
+Klassen zu teilen[3938]: 1. Schmelzbar sind: Gold, Silber, Kupfer,
+Eisen, Blei (schwarzes und weißes) und Glas. 2. Unschmelzbar sind
+infolge ihres besonderen Gehaltes an Schwefel und Quecksilber:
+Ton, Krystall („Glas“), Smaragd, Topas, Hyazinth, Carneol, der für
+das Licht so besonders durchlässige Billaur [meist Bergkrystall]
+und ähnliche Edelsteine[3939]. 3. Verdichtete Niederschläge, weder
+brennbar noch schmelzbar, aber zerreiblich, sind u. a.: Gips,
+Talk, Magnesia, Lasur, Malachit, Markasit und Pyrit [Schwefelkies
+u. dgl.], Arsen [Arsen-Sulfide], Stibi [Antimonsulfid][3940], welches
+letztere vielfache Anwendung findet und z. B. als Augensalbe zum
+[abergläubischen, gegen den „bösen Blick“ schützenden] „Zeichnen“ der
+Neugeborenen dient[3941]. 4. Verdichtete Niederschläge, aber brennbar
+und schmelzbar, oder selbst flüssig, und infolge ihres Gehaltes an
+Luft und Öl (oft auch an Schwefel und Arsen) leicht entzündlich sind
+u. a.: Pech, Erdpech, Asphalt, Erdöl[3942] und weiße Naphtha[3943]. 5.
+Dem Wasser nahestehend, daher nicht brennbar und das Feuer fliehend,
+ist das Quecksilber. 6. Den Pflanzen und Tieren nahestehend und daher
+wachsend sind Korallen und Perlen.
+
+Unter den Angehörigen der ersten Klasse, also der +Metalle+, ist
+das vornehmste das +Gold+ (dhahab, ibrîz), dessen gelbe Farbe es,
+ebenso wie Markasit, Hyazinth oder Krokos als Erzeugnis der Sonne
+erweist[3944]; es entsteht in trockenen Steinwüsten und in festen
+Gesteinen, enthält ausschließlich reinsten Schwefel und klarstes
+Quecksilber im richtigsten Verhältnisse und ist gelb, schwer,
+gewichtig, dehnsam zu Blättern, spinnbar zu Fäden, lötbar mittels
+des giftigen kupferhaltigen Malachits, besonders nebst Tinkâr [=
+Tinkal, Borax], löslich in Quecksilber, das es im Feuer unverändert
+zurückläßt[3945], und legierbar mit Silber und Kupfer; von letzterem
+kann es wieder getrennt werden, indem man es mit gewissen glänzenden
+und eine Art Schwefel enthaltenden Markasiten heftig erhitzt, wobei
+das Gold allein unangegriffen zurückbleibt, während alles übrige
+verbrennt[3946]. -- Das +Silber+ (fiddah) gibt sich durch seine weiße
+Farbe, ebenso wie Salz, Krystall oder Baumwolle als Erzeugnis des
+Mondes zu erkennen[3947], entsteht in staubhaltigen Gebirgen und
+Gesteinen und hat infolge zu frühzeitigen Abkühlens keine völlige Reife
+[zu Gold] erlangt; es ist weiß und zart, „verbrennt“ in anhaltend
+starkem Feuer, „verwest“ allmählich beim Liegen im Erdreich, wird von
+Schwefel geschwärzt, von Quecksilber erweicht und gelöst, und legiert
+sich mit Kupfer und Blei; von diesen läßt es sich mittels Nitrons
+und gewisser Reinigungs-, Schmelz- und Flußmittel unschwer wieder
+befreien[3948]; wer es gelb und trocken machen [in Gold verwandeln]
+könnte, der hätte, was er braucht[3949]. -- +Kupfer+ (nuhâs) entsteht
+in ähnlicher Weise wie Silber[3950], enthält aber noch mehr Schwefel
+von geringerer Reinheit und ist daher grob, rot, schwärzt sich rasch
+im Feuer und verbrennt darin völlig; schon Kupfer selbst macht
+die Speisen giftig, noch giftiger aber erweisen sich der Grünspan
+(zindschâr), der aus ihm durch Säure entsteht, sowie das kupferhaltige
+Mineral Malachit (dahnadsch) und die Legierung Taliqûn [s. unten];
+Quecksilber erweicht und löst es, Blei und Zinn ergeben die Legierungen
+Mafrig (= mufragh, Gußmetall?) und Isfid (= Weißmetall), und gewisse
+geeignete Mittel, z. B. das sog. „syrische Glas“ [eine zinkhaltige
+Substanz], erzeugen daraus beim Verschmelzen das weichere, gelbe oder
+goldfarbige Messing (schabh), an dem so recht die hohe Bedeutung der
+Form zutage tritt, denn aus einem Stücke von 5 Dirhem Wert fertigt
+der Kundige Instrumente an, z. B. Astrolabe, für die der Käufer 100
+Dirhem zu bezahlen hat[3951]. Wer das Kupfer weiß und zart machen
+[in Silber verwandeln] könnte, der hätte, was er braucht[3952]. --
++Zinn+ (qalʿijj) ist zwar weiß wie Silber, jedoch weich, stinkend
+und beim Biegen kreischend, da es zu viel Quecksilber und zu zähen
+Schwefel enthält und deshalb nicht ganz gar werden konnte; es ist
+ebenfalls leicht verbrennbar, jedoch nicht giftig, sondern im Gegenteil
+medizinisch nützlich, besonders für die Augen; durch bestimmte Mittel,
+wie Salz, Arsen, Markasit und Myrthenzweige, kann man es heilen und
+dadurch in Silber verwandeln[3953]. -- +Eisen+ (hadîd) bildet sich
+ganz ähnlich wie Silber und Kupfer, ist jedoch noch unreiner, weshalb
+auch die Schmiede keine langen Drähte aus ihm anfertigen können[3954];
+von seinen zahlreichen Arten sind einige weich, andere aber, in
+Wasser getaucht [zu Stahl abgelöscht] hart[3955]; eine besondere und
+merkwürdige Begierde herrscht zwischen Eisen und Magnet[3956]. -- Das
++Blei+ (usrub) ist das ursprünglichste der in der Erde zur Gerinnung
+gelangten Metalle[3957] und wegen des in ihm vorhandenen Überschusses
+an ganz schlechtem Schwefel auch das gemeinste; Weichheit, Schwärze und
+Gestank hindern es jedoch nicht daran, sehr nützlich zu sein, im Feuer
+gelbe Bleiglätte und rote Mennige, sowie mit Säure leuchtendes Bleiweiß
+zu ergeben[3958] und sogar den härtesten aller Steine, den Diamanten,
+zu „zerbrechen“[3959].
+
++Alchemie+, d. i. die Herstellung edler Metalle aus unedlen, die von
+manchen als Betrug bezeichnet wird, ist fraglos möglich, wie das schon
+die Entstehung +aller+ Metalle durch allmähliches Reifen und Garwerden
++einer und derselben+ Urmaterie bezeugt[3960], und tatsächlich gibt
+es, wie Astrologen, Zauberer, Zeichendeuter und Talismanschreiber,
+so auch Alchemisten in großer Zahl[3961]; sie sind wohlbekannt mit
+den Einflüssen des ~Hermes~[3962], kennen die Bedeutung der Salze und
+anderer Stoffe für die Kîmijâ[3963], verfertigen ein gewisses Sublimat,
+das „aliksîr“ heißt[3964], und verwandeln so das Kupfer oder Zinn in
+Silber, das Silber in Gold usf.[3965]. Eine Natur nämlich freut sich
+der anderen, gesellt sich ihr und überwindet sie, je nach der Stärke
+von Liebe oder Haß: so haftet, um nur einige, jedermann geläufige
+Beispiele anzuführen, das Eisen am Magneten, der Diamant am Golde,
+Stroh oder Haar aber an gewissen Steinen, so wird Blei des Diamanten
+und Schmirgel der Edelsteine Herr, so erweicht Quecksilber das Gold,
+Silber, Kupfer und Eisen, so verbrennt Schwefel unedle und edle
+Metalle, so besiegt Salmiak den „Schmutz“ der Metalle und Edelsteine
+u. dgl. mehr[3966].
+
+Während einige, wie angegeben, Perlen und Asphalt für Mineralien der
+4. und 6. Klasse erklären, halten andere sie für eine Art geronnenen
+Taues und reihen ihnen als Analoga u. a. folgende Stoffe oder deren
+Bestandteile an: Lack, Opium und Manna[3967], Kampher[3968], Ambra,
+Aloe und Moschus[3969], Koriander[3970], den in Indien zum Kauen
+benützten Betel[3971], das Harz Sandarak, aus dem die Gaukler ihre
+Feuerkugeln anfertigen[3972], den Bernstein und den „aus den Gruben
+geförderten“ heilsamen Bezoarstein[3973] [der aber tatsächlich kein
+Stein ist, sondern ein der Bezoarziege entstammendes Konkrement].
+Dieser Bezoar [persisch = Gift abwaschend, d. i. Gegengift] ist nicht
+nur ein höchst vielseitiges medizinisches Mittel, sondern gewährt auch
+Schutz vor Giften: bei einigen verhindert er, daß sie Koagulation
+hervorrufen, wie sie der so „heiße“ Saft der Pflanze Melongena oder das
+Lab in der Milch und der männliche Samen im weiblichen Menstrualblut
+bewirkt (wodurch der Embryo entsteht); bei anderen wieder beugt er
+dem Übergang in das Blut vor, ganz so wie z. B. gewisse Säuren die
+Aufnahme mancher Farbstoffe durch das Wasser verhindern, oder die schon
+aufgenommenen wieder ausfällen[3974]. Derlei Säuren sind jene aus den
+unreifen Früchten der Citrone, Orange, Limone und Tamarinde, aus den
+reifen der Eiche und Cypresse, aus den Galläpfeln und Myrobolanen
+[d. s. Gerbsäuren[3975]), sowie der Essig; es ist merkwürdig, daß
+die köstlichsten Dinge der Welt, die Seide, die Perlen und der
+Honig, alle drei unter Milhilfe kleiner und unscheinbarer Tiere
+entstehen[3976], daß ferner aus dem zarten Honig[3977], dem süßen
+Safte der zweigeschlechtlichen Palme[3978] und dem honigähnlichen
+Zucker, die für sich oder nebst Mandeln und Öl die lieblichsten Speisen
+ergeben[3979], zunächst scharfe und berauschende Getränke hervorgehen,
+-- „Feinde Gottes und der Vernunft“ geheißen, aber trotzdem auf allen
+Märkten feilgeboten[3980] --, weiterhin aber verschiedene Arten des
+kalten und sauren Essigs, und schließlich sogar die im Essig lebenden
+Würmer[3981]; doch entstehen freilich Pflanzen und Tiere, auch höhere,
+unter gar mancherlei Verhältnissen nicht wie sonst aus Samen, sondern
+unmittelbar durch Zersetzung, Verwesung und Fäulnis[3982].
+
+ ——————————
+
+In Ansehung der großen, um das Jahr 1000 schon bis nach Spanien
+reichenden Verbreitung der „Schriften der Treuen Brüder“ und ihres
+Einflusses auf die geistige Entwicklung im Osten und Westen[3983], dem
+selbst die Verbrennung durch die Orthodoxen zu Bagdad keinen Abbruch
+zu tun vermochte[3984], hat man ihre Bedeutung für die Übermittlung
+zahlreicher spätgriechischer Lehren sehr hoch einzuschätzen. Zu diesen
+zählen neben den eigentlich alchemistischen von der Herstellung des
+Goldes und Silbers, der „Heilung“ der unedlen Metalle usf., auch
+gewisse, durch mehr oder minder weitgehende Abänderung aristotelischer
+Anschauungen entwickelte, u. a.: die im Erdinneren, bald durch
+Erhitzen und Schmelzen, bald durch Niederschlagen und Verdichten von
+teils trockenen und rauchartigen, teils feuchten und dampfartigen
+Dünsten, erfolgende Entstehung der Mineralien und Metalle, die
+in ihren eigentümlichen „Mischungen“ stets +alle vier Elemente+
+enthalten, wenngleich in den verschiedensten Mengenverhältnissen, und
+demgemäß auch die verschiedensten, entsprechend charakteristischen
+Eigenschaften zeigen[3985]; das Garwerden und Reifen der Metalle und
+Erze, ihr Wachsen und Nachwachsen (welches letztere ~Aristoteles~ in
+Abrede stellte)[3986]; das Bestehen der Mineralien und insbesondere
+der Metalle, aus +Schwefel+ und +Quecksilber+. Letztere, bis tief
+in die Neuzeit hinein fortwirkende, so höchst eigentümliche und
+absonderliche Theorie, die man seit jeher als „rein arabischen
+Ursprunges“ ansprach, ohne aber jemals ihre Quelle nachweisen zu
+können[3987], tritt in den „Schriften der Treuen Brüder“ schon in
+völlig bestimmter, durchaus dogmatischer Gestalt auf; sie wird
+ohne jeden Anspruch auf Neuheit als etwas so Selbstverständliches
+und zweifellos Feststehendes vorgetragen, daß sie offenbar etwas
+Altüberliefertes und des nämlichen Ursprunges wie alles übrige
+sein muß, nämlich griechisch-alexandrinischen. Die Frage, auf was
+hinwiederum sich ihre Autorität bei den späthellenistischen Chemikern,
+den Stammvätern der syrischen und arabischen Tradition, gründete, --
+behauptete doch bereits ~Pibêchios~ (4. Jahrhundert), „alle Gegenstände
+enthalten Quecksilber“ --, läßt sich unschwer beantworten, soferne man
+des schon von ~Aristoteles~ hervorgehobenen Gegensatzes der aktiven und
+passiven Qualitäten und Elemente gedenkt, sowie der von den jüngeren
+und jüngsten philosophischen Schulen gelehrten, bei der Weltbildung
+erfolgenden Scheidung der Materie; diese zerfällt nämlich zunächst in
+grobe und feine Teile, und weiterhin in die Paare (Wasser + Erde) und
+(Feuer + Luft), die aber schließlich auch wieder als Repräsentanten des
+eigentlichen kalten und passiven Stoffes sowie des heißen und aktiven
+Pneumas gelten, demnach als solche der Hýle und des mit dem πνεῦμα
+θεῖον (göttlichen Pneuma) identischen Logos. Beruht nun, der Behauptung
+jener Schulen gemäß, die Entstehung der Einzeldinge auf Durchdringung
+von Hýle und Logos, und gelten diese als gleichwertig mit den groben
+und feinen Teilen der Materie, also mit den Paaren (Wasser + Erde)
+und (Feuer + Luft), so werden durch deren Vereinigung die Elemente,
+die nach ~Aristoteles~ stets alle vier in jedem Körper vorhanden
+sein müssen, wieder zusammengeführt. Die Kombination (Wasser + Erde)
+ist aber, schon den Lehren des ~Aristoteles~ gemäß, im Quecksilber
+verwirklicht, als dessen Hauptbestandteile die in jedem unedlen Metalle
+vorhandene Erde, sowie das viele, seinen flüssigen Zustand bedingende
+Wasser anzusehen sind; für die zweite Kombination (Luft + Feuer),
+die dem πνεῦμα θεῖον (pneuma theíon) entspricht, ergibt sich aus dem
+Doppelsinne des Wortes theíon (= göttlich, aber auch gleich Schwefel)
+als passendster Träger der schon von altersher für „heilig“ angesehene
+Schwefel, dessen Eigenschaften, nämlich „heiße“ und „feurige“ Natur,
+sowie Flüchtigkeit, einer solchen Vorstellung durchaus angemessen
+erschienen. Demgemäß vereinigen sich, wie auch die „Treuen Brüder“
+berichten, die Elemente zunächst zum Schwefel und Quecksilber, und erst
+diese bilden dann, unter Verbindung nach den verschiedensten Mengen-,
+Reinheits- und Reife-Verhältnissen, wie alle anderen Stoffe so auch die
+Metalle; die Voraussetzung einer derartigen Entstehungsweise führte
+auch zu dem für die Folgezeit bedeutsamen, mit den Ansichten ~Platons~
+übereinstimmenden Schlusse, daß sich Verbrennung und Rosten [also die
+raschen und langsamen Vorgänge der Verbrennung und Oxydation] +unter
+Ausscheidung+ eines Bestandteiles und daher +unter Gewichtsverlust+
+vollziehen[3988].
+
+Die Entstehung der so merkwürdigen und vom rein chemischen Standpunkte
+aus ganz unbegreiflichen, ja völlig widersinnigen Theorie vom Schwefel
+und Quecksilber als den Grundlagen sämtlicher Stoffe und wesentlichen
+Bestandteile der Metalle, -- einer Theorie, die trotz ihrer Absurdität
+fast anderthalb Jahrtausende lang in unvermindertem Ansehen blieb und
+vielen noch im 18. Jahrhundert durch die analytischen Untersuchungen
+hervorragender Gelehrter keineswegs endgültig widerlegt erschien
+--, wird daher nur verständlich, wenn man sich gegenwärtig hält,
+daß sie, allem Dargelegten zufolge, überhaupt nicht an der Hand
++chemischer+ Voraussetzungen abgeleitet wurde und werden konnte,
+sondern nur auf Grund +philosophischer+, und zwar allein der oben
+erwähnten, ausschließlich für ganz bestimmte spätgriechische Schulen
+charakteristischen.
+
+Dieser Umstand ist von besonderer Wichtigkeit für die Lösung gewisser,
+im übrigen nur schwierig aufzuklärender geschichtlicher Fragen, die die
+Ausbreitung der Alchemie betreffen; denn sobald, auch in anscheinend
+ganz entlegenen Kulturkreisen, die dogmatische Lehre vom Schwefel
+und Quecksilber als Ursubstanzen auftaucht, wird man mit größter
+Wahrscheinlichkeit schließen dürfen, daß sie nicht zufälligerweise in
+aller ihrer Eigenart zum zweiten Male entwickelt, sondern in bereits
+fertig ausgebildeter Gestalt von außen her übermittelt worden sei.
+
+
+3. Das „Steinbuch des Aristoteles“.
+
+Das noch von ~Berthelot~, vermutlich auf das Urteil älterer
+Orientalisten hin, als wichtige Quelle früharabischer Alchemie
+angesehene sog. „Steinbuch des ~Aristoteles~“ kann zwar als solche,
+den neuesten eingehenden Untersuchungen ~Ruskas~[3989] zufolge,
+nicht mehr in Betracht kommen, enthält aber immerhin sehr vieles
+für die Geschichte der Chemie und Alchemie höchst Merkwürdige und
+Beachtenswerte. Das Buch ist nach ~Ruska~ syrisch-persischer Herkunft
+und ursprünglich noch vor dem Jahre 850 in arabischer Sprache von
+einem mit der griechischen und persischen Litteratur wohlvertrauten
+Syrer niedergeschrieben, vielleicht von dem 873 verstorbenen,
+berühmten Universalgelehrten ~Honein~ (~Hunain~) ~ibn Ishaq~[3990];
+diese erste arabische Fassung, die mehrfach in die hebräische und aus
+dieser wieder in die lateinische Sprache übersetzt wurde und nur die
+Edelsteine nebst einigen anderen seltenen und auffälligen Steinen
+behandelt zu haben scheint, ist als ältestes Dokument arabischer
+Mineralogie anzusehen[3991]. Leider blieb sie aber in unveränderter
+Gestalt weder im Original noch in Übersetzung erhalten, vielmehr sind
+die uns vorliegenden Texte Ergebnisse vielfacher und oft wiederholter
+Erweiterungen und Interpolationen, die von sachkundigen, teils
+orientalischen, teils spanischen muslimischen Gelehrten herrühren:
+diese fügten zunächst die Metalle nebst deren Zubehör ein[3992],
+sodann eine stets wachsende Zahl medizinisch, chemisch und magisch
+wirksamer oder wirksam geglaubter Steine[3993], und überarbeiteten
+schließlich die ganze Schrift in alchemistischem Sinne, ohne aber diese
+Absicht offen einzugestehen oder deutlich hervortreten zu lassen[3994].
+
+Als ein „Steinbuch des ~Aristoteles~“ will das Werk offenbar für
+die Übersetzung eines griechischen Originales gelten, und indem es
+dem ~Aristoteles~ u. a. auch die Kenntnis aller nur möglichen in
+Kleinasien, Syrien, Persien usf. vorkommenden Mineralien und ihrer
+tatsächlichen oder vermeintlichen Eigenschaften zuschreibt, knüpft
+es an eine Überlieferung der „Alexander-Sage“ an[3995]: diese, die
+zuerst schon im zweiten vorchristlichen Jahrhundert nachweisbar
+wird, läßt nämlich ~Alexander~ den Großen auf seinen sämtlichen
+Feldzügen von ~Aristoteles~ begleitet sein, der mit übermenschlicher
+Weisheit stets auf den ersten Blick alles Niegesehene erkennt, alles
+Unerhörte enträtselt, List und Trug durchschaut und jede drohende
+Gefahr abwendet, wodurch er sich in gleichem Maße als Lehrer wie als
+Schutzgeist seines königlichen Schülers bewährt. ~Alexander~ selbst
+lebt in der Sage nicht nur als größter Eroberer, Feldherr und Herrscher
+fort, sondern wird allmählich auch zum Gelehrten, Philosophen[3996],
+Arzt, Magiker und Chemiker ersten Ranges; die nötigen Kenntnisse
+übermittelte ihm der allbewanderte ~Aristoteles~, der sie selbst
+wieder teils dem weisen, aller Künste und Zauber kundigen König
+~Salomon~ verdankte, teils dem Verfasser der tausend Bücher, dem
+~Hermes~[3997]. Von ~Salomon~ stammte z. B. sein Wissen um jenen „roten
+Schwefel“ (= Gold), den die Ameisen für diesen König aus den Felsen
+des „Tales der Ameisen“ graben mußten[3998], -- jedenfalls als späte,
+von hellenistischer Phantasie gezeugte Nachkommen der märchenhaften
+goldgrabenden Ameisen des ~Herodot~; von ~Hermes~ hingegen erlernte
+er die Kunde der Steine[3999], sowie die Astrologie, auch übersetzte
+er das astrologische Werk des ~Hermes~ ins Griechische und verfaßte
+zu dem des ~Ostamahis~ (= ~Ostanes~?) einen Kommentar, den, auf seine
+Empfehlung hin, auch ~Alexander~ der Große zu studieren pflegte[4000].
+
+Kaum bedarf es des Hinweises, daß die echten Schriften des
+~Aristoteles~ keine Spur von astrologischen Anschauungen enthalten, und
+daß ~Aristoteles~ zwar zoologische und (verloren gegangene) botanische
+Bücher herausgab, aber keine eigentlich mineralogischen[4001]. Von
+seinem Schüler und Nachfolger ~Theophrastos~ rührt zwar eine (nur
+fragmentarisch erhaltene) Abhandlung „Über die Steine“ her, und
+diese mag, als der Schule des ~Aristoteles~ entstammend, in späterer
+Zeit von manchen auch als von ihm selbst verfaßt angesehen worden
+sein; doch auch in ihr ist nirgends von den zauberhaften, magischen
+und medizinischen Wirkungen der Mineralien die Rede, wie sie sich
+z. B. schon bei ~Dioskurides~ geltend machen, bei ~Plinius~ bereits
+vorherrschen und die Schriften der hellenistischen Spätzeit, z. B.
+die dem ~Orpheus~ zugeschriebenen „Lithika“, die „Kyraniden“ u. dgl.,
+völlig erfüllen[4002]. Im wesentlichen beschränken sich die Kenntnisse
+des ~Theophrastos~[4003] auf die Silber, Kupfer, Eisen und Blei
+führenden Erze; auf Malachit und Lasur, Oker und Rötel, gelbes und
+rotes Arsen; auf Bleiweiß, Grünspan und Zinnober, sowohl den natürlich
+vorkommenden aus Spanien und Kolchis, als auch den „künstlichen“,
+d. h. künstlich aufbereiteten, den ~Kallias~ aus dem „Sand“ der
+ephesischen Silbergruben durch wiederholtes Pochen und Waschen als
+rotes, prächtig glänzendes Pulver darstellte; ferner auf „Magnetis“,
+ein silberglänzendes, vom Drechsler zu bearbeitendes Gestein (wohl
+eine Art Glimmer oder Talk), sowie auf den für ein Mineral angesehenen
+Bernstein, der Elektron oder Lynkurion genannt wird. [Die schon im
+Altertums weitverbreitete Anschauung, „Lynkurion“ sei der zum Stein
+verhärtete Harn (οὖρον, Uron) des Luchses (λύγξ, Lynx), erklärt sich
+aus einer Mißdeutung des Namens der Lingurier oder Ligurer, in deren
+Gebiet eine der uralten nord- und zentraleuropäischen Handelsstraßen,
+auf der u. a. auch der Bernstein befördert wurde, die Küste des
+Mittelmeeres erreichte.]
+
+Von den über siebzig im „Steinbuche des ~Aristoteles~“ besprochenen
+Mineralien sind besonders die nachstehenden, als auch für die
+alchemistische Litteratur wichtig, hervorzuheben: +Schwefel+, der als
+gelber, roter und weißer auftritt[4004]. -- +Arsen+, Zarnik, Zirnich
+[d. i. Schwefelarsen], findet sich als gelbes und rotes, gibt beim
+„Verkalken“ eine weiße, tödlich giftige Masse [d. i. Arsenigsäure],
+färbt das Kupfer weiß, eignet sich als Zugabe für Feuerwerkssätze
+(opera ignea) und liefert mit Kalk, Nura, vereint ein treffliches
+Enthaarungsmittel[4005]. -- +Magnesia+ ist [im Sinne von Braunstein]
+unentbehrlich für die Glasmacher[4006], färbt auch den Billaur oder
+Bellor, aus dem man Gefäße und Brenngläser macht [d. i. eigentlich
+Bergkrystall, hier wohl ein Krystallglas][4007]; Magnesia benennen
+viele aber auch den schwefelhaltigen Androdámas [= Pyrit][4008],
+sowie den glänzenden, Gold und Silber führenden Markasit [= Pyrit,
+Kupferkies usf.], von dem es sehr zahlreiche Arten gibt[4009]. --
++Ithmid+, auch Itmad, Ezmit, Azmat, ist Stimmi [d. i. Schwefelantimon,
+zuweilen auch Schwefelblei, also Antimon- oder Bleiglanz][4010]. --
++Tutia+ [d. i. wesentlich Zinkoxyd] kommt in vielen, bald weißen, bald
+gelben oder grünen Sorten an den Seeküsten von Hind und Sind [d. i. des
+nordwestlichen Indiens und des südöstlichen Persiens] vor und ist auch
+ein vorzügliches Augenheilmittel[4011].
+
+Aus Kalkand (χάλκανθος, Chálkanthos) und Kalkatar oder Kalkadir
+(χαλκῖτις, Chalkítis) entsteht der +Zâdsch+, Vitriol, eine glasartige
+Masse von mancherlei Farben (vitrum multorum colorum)[4012]; zu seinem
+Geschlechte zählen manche auch den für die Färberei so wichtigen
++Schabb+, Alaun, dessen beste Sorte aus Jemen kommt[4013]. Für alle
+diese und viele andere Substanzen gibt es „Spezialisten“, das sind
+Gelehrte, die nur eine einzige bestimmte Gattung und deren Anwendungen
+behandeln, über diese aber, die nun einmal ihre „Spezialität“ ist,
+niemals hinausgehen[4014]. -- Vom gewöhnlichen Salz kennt man ebenfalls
+höchst verschiedene Arten, darunter die sehr schöne feste, schneeweiße
+(lapis albus sicut nix); merkwürdigerweise sind viele Fundorte des
+Salzes auch solche der leicht entzündlichen Naphtha (minerae ignis
+graeci = Fundstätten des griechischen Feuers)[4015]. -- Dem Salze
+gleichen die +Kali+ genannten Aschen bestimmter „baumhoch wachsender“
+Kräuter, die beim Verbrennen durch das Feuer versteinert und verhärtet
+werden[4016], ferner das zum Waschen und Reinigen dienliche +Nitron+
+oder Natron, eine Abart des Borax[4017], sodann der eigentliche
++Borax+, der aus gewissen Salzseen stammt und sich sehr geeignet
+zu Zwecken des Lötens und Schmelzens erweist[4018], endlich auch
+in mancher Hinsicht der +Kalk+, Nura[4019]. Ein Salz ist auch der
++Nausadir+ [Nûschâdir, Salmiak; nach ~Lagarde~ armenisch?][4020],
+„nasciador qui fit in balneis“, „liscianada quae fit in balneis“[4021],
+d. h. „der Salmiak der in den Bädern entsteht“ [nämlich durch
+Sublimation, aus dem zum Heizen gebräuchlichen getrockneten Miste,
+besonders dem der Kamele]; er ist von heißer und trockener Natur, zieht
+viele Stoffe an sich und fixiert daher die Farben und zeigt Weiße,
+Farbe und Glanz des Diamanten[4022].
+
+Dieser kostbarste aller Edelsteine findet sich allein in einer völlig
+unzugänglichen Felsenschlucht Indiens; ihn aus dieser herauszuholen
+glückte erst ~Alexander~ dem Großen, indem er, -- wie schon 392 der
+gegen die Ketzer schreibende ~Epiphanios~ erzählt, und wie es 1190
+der persische Dichter ~Nizami~ in seinem „Alexander-Liede“ bestätigt
+--, mächtige Stücke rohen Fleisches hinabwerfen und sie samt den
+anhaftenden Edelsteinen durch große Vögel wieder emportragen ließ.
+Der Diamant wird durch Feuer nicht angegriffen, löscht es vielmehr
+aus[4023] [vermöge seiner „besonders kalten Natur“]; zum Gold hat er
+Neigung und zieht es an wie ein Magnet[4024], hingegen ist ihm das
+Blei feindlich, „zerbricht und pulvert ihn“[4025]. [Dieser noch im
+Mittelalter sehr allgemein verbreitete Aberglaube rührt vermutlich
+daher, daß man Edelsteine aller Art durch An- oder Einschmelzen in
+Bleiplatten zu befestigen pflegte, um sie gehörig schleifen und
+polieren zu können.]
+
+Unter den +Metallen+, -- deren Schilderung, wie oben erwähnt,
+vermutlich erst in späterer Zeit (und wohl gemäß den Angaben
+in der Enzyklopädie der „Treuen Brüder“) in das „Steinbuch“
+eingefügt wurde[4026] --, ist allein das +Gold+ völlig rein und
+unveränderlich[4027], während schon das weiße und glänzende +Silber+
+durch Blei oder Quecksilber „verdorben“ und durch Schwefel geschwärzt
+wird[4028]. Vom +Kupfer+, Nuhâs[4029], kennt man viele Arten und
+verfertigt aus ihm Messing, Sifr[4030], aber auch sonst noch unter
+Benützung von Borax, Vitriol und anderen Zutaten allerlei dem Golde
+Gleichendes[4031]; kupferne und messingne Gefäße machen Speisen
+und Getränke giftig, es ist nämlich in ihnen ein tödliches Gift
+„verborgen“, das man mittels Essig „herauszuziehen“ vermag, d. i.
+der Grünspan, Zindschar[4032], eine Art Malachit, der aus dem Kupfer
+entsteht[4033]. +Zinn+, Rasas[4034], das oft mit Blei verwechselt
+oder für Blei angesehen wird[4035], enthält oft etwas Gold oder
+Silber und ist selbst eine Art unreines Silber, das man nur von
+Weichheit, Gestank und „Geschrei“ befreien müßte, um es in wahres
+Silber überzuführen[4036]. Mannigfaltiger Art ist das +Eisen+,
+dessen merkwürdigstes Erz, das Magneteisen, im indischen Meere den
+berühmten Magnetberg bildet[4037]; man kennt übrigens mehr als zwanzig
+verschiedene Magnete, die sämtliche Metalle und auch noch vieles
+andere anziehen[4038]. Im Feuer gibt das Eisen roten Eisenrost[4039]
+und durch die Kraft gewisser Zusätze wird es zu Stahl, Fûlâd[4040].
+Das +Blei+, Usrub oder Rasâs[4041], wird aus Ithmid [= Bleiglanz;
+oft aber auch = Antimonglanz] gewonnen[4042] und ist bei völliger
+Reinheit frei von Trockenheit, kalt und weich, „zerbricht“ aber
+trotzdem den Diamanten[4043]; in ihm verborgen ist das glänzende, zu
+Salben nützliche Bleiweiß, Isfîdâdsch (= weißes Wasser), das Essig
+schon in der Kälte „herauszieht“[4044], ferner noch die nur durch
+Feuer herausziehbare Bleiglätte, Martak[4045], die bei weiterem
+Erhitzen rot wird und Mennige, Usrundsch, liefert, aus der man mit
+Öl ein Bleipflaster anfertigt[4046]. +Quecksilber+[4047] ist ein
+„beschädigtes“ Silber und so schwer, daß alle schwersten Mineralien
+auf ihm schwimmen, mit Ausnahme des Goldes; ~Alexander der Grosse~ kam
+aber [was auch der Dichter ~Nizami~ erwähnt] auf seinen Zügen an ein
+Meer, dessen Wasser ebenso schwer war wie Quecksilber. Selbst sehr
+giftig gibt Quecksilber einen noch weit furchtbarer giftigen Dampf; in
+„verkalktem“ Zustande macht es das Kupfer weiß[4048], beim Erhitzen mit
+Schwefel in verschlossenen Töpfen färbt es sich hingegen rot und wird
+dabei zu Zinnober, Zundschufr oder Schandschart, aus dem man es jedoch
+durch „Brennen“ in gläsernen Gefäßen wieder „ausziehen“ kann[4049].
+Nicht selten wird Zinnober verwechselt mit Mennige und samt dieser
+wieder mit Bleiglätte, sowie mit Rötel[4050].
+
+Was die, gelegentlich später Umarbeitungen, in das „Steinbuch“
+eingeschobenen +alchemistischen+ Betrachtungen anbelangt[4051],
+so besagen sie, daß die Philosophen in dieser Hinsicht allerlei
+Andeutungen zu machen, sie aber vor der großen Menge sorgfältig
+zu verbergen pflegen[4052]; der (neben anderen Steinen genannte)
+„philosophische Stein“ verleiht, wie das die Goldmacher wissen
+(sciunt qui faciunt aurum), die Kunst des großen Werkes (scientiam
+magisterii)[4053] und findet sich im gemeinen Kot (in luto), und zwar
+in zwei Abarten, die weiß und rot sind und die weiße und rote Farbe
+(d. h. Silber und Gold) hervorbringen[4054]. Aus Silber (14 Teilen)
+erhält man rotes Gold entweder durch Einwirkung von „Satansstein“ (1
+Teil), der unter Wasser gelb wie Auripigment aussieht, an sich aber
+rot ist und beim Verkalken zu einem Zinnober wird[4055], oder durch
+Behandlung mit „Farsalus“, d. i. Aphroselinon[4056] [= Talk, Glimmer;
+hier wohl Deckname für ein alchemistisches Präparat]. Der Farsalus
+ist überhaupt von wunderbarer Kraft: er fixiert das Quecksilber,
+was außerdem auch die Steine „Karsijâd“, „Hâdi“ und „Wollmagnet“
+vermögen[4057], er verwandelt Blei und Eisen in Silber und Gold[4058]
+und erzeugt aus Kupfer Silber sowie aus Silber Gold[4059]. Kupfer
+wird „weiß“ [d. h. zu Silber] durch Quecksilber, durch den Stein
+„Baumwollmagnet“[4060] und vor allem durch Zirnich [= Arsen], den
+„weißen Vogel“ [avis alba = Arsenigsäure], in dem das „große Geheimnis“
+steckt, und der auch „Weiß der Ifrangis“ (Franken) heißt[4061]; Kupfer
+und auch Silber wird „rot“ [d. h. zu Gold] durch den „indischen“ Stein
+„Hâmi“, sowie durch Schwefel, der es rötet und rot färbt, weshalb
+er wichtige Anwendung beim Machen des Goldes findet[4062]; auch
+Borax, Vitriol und andere Zutaten ergeben aus Kupfer oder Messing
+„Goldähnliches“, das viel billiger einsteht wie echtes Gold, jedoch
+nicht feuerbeständig ist[4063]. -- Zu alchemistischen Zwecken dürfte
+auch die persische Legierung „Haftdschausch“, d. h. „aus sieben
+[nämlich Metallen] gekocht“, bestimmt gewesen sein[4064]; Mischungen,
+auch im Sinne von Temperamenten, werden mit „Kîmûsât“ (abgeleitet vom
+griechischen χυμοί, Chymoi = Säfte) bezeichnet[4065], die Künste der
+Metallgießer aber auch mit „Kîmijâ“, Chemie[4066], zu deren Aufgaben
+u. a. das „Auflösen“ (Zersetzen) der Substanzen mittels „Kürbis
+und Alembik“ [d. h. durch Sublimation oder trockene Destillation]
+gehört[4067].
+
+Wie bereits eingangs bemerkt wurde, ist das „Steinbuch“
+syrisch-persischer Herkunft und liefert mit einen wichtigen Beleg zu
+der Tatsache, daß die Araber ihre eingehenderen mineralogischen und
+namentlich metallurgischen Kenntnisse zuerst den Persern entlehnten,
+bei denen sie zur Zeit der arabischen Eroberung (die um 640 stattfand)
+also längst vorhanden waren. Demgemäß sind nicht nur die Namen der
+Edelsteine u. dgl., sondern auch die der metallischen und mancher
+anderen Produkte zu einem großen Teile persischen Ursprunges. Im
+ganzen richtig erkannte dies bereits vor fast einem Jahrhundert
+~Hammer-Purgstall~, wenngleich im einzelnen viele seiner Vermutungen
+durch die Fortschritte der Wissenschaft überholt, jene aber als ganz
+unrichtig erwiesen sind, die den Übergang persischen Sprachgutes auch
+in das Griechische betrafen. Von den Angaben, daß u. a. zurückgehe:
+Amethyst auf Dschemest, Jaspis auf Jascheb, Hyazinth auf Jakut,
+Smaragd (arab. Zabargad) auf Smerrud, Lasur (arab. Lazward) auf
+Ladschiwerd, Margarita auf Merwarid, Bezoar auf Pâwzahr (armenisch
+Fadzuhr) usf.[4068], ebenso wohl auch Türkis auf Turkesa[4069], sind
+daher die ersteren sämtlich zu streichen[4070]. Wirklich dem Persischen
+entlehnte arabische Worte sind hingegen z. B.: Fûlâd (Stahl), Zindschar
+(Grünspan), Usrub und Rasâs (Blei, Zinn), Isfîdâdsch (weißes Wasser =
+Bleiweiß), Martak (Bleiglätte; das mittelpersische Wort hat sich im
+Arabischen erhalten), Usrundsch (Mennige), Sifr (Messing), Zundschufr
+(Zinnober) usw.[4071].
+
+
+4. Syrische Schriften.
+
+Die vielfachen und in hellenistischer Zeit ganz besonders engen
+Beziehungen zwischen Ägypten und Syrien machen es sehr wahrscheinlich,
+daß in letzterem Lande auch die alchemistischen Lehren bereits
+frühzeitig eine Stätte fanden, ja den nach Westen vordringenden
+Arabern zuerst schon dort bekannt wurden[4072]. Mit Recht betonte
+daher, wie dies bereits oben bei Besprechung des ~Pseudo-Demokritos~
+Erwähnung fand, der berühmte Orientalist ~G. Hoffmann~ schon 1884
+die Wichtigkeit der einschlägigen früh-syrischen und -arabischen
+Handschriften (namentlich der in London und Cambridge vorhandenen) und
+deren Unentbehrlichkeit zur Aufklärung der anfänglichen Geschichte
+der Chemie und Alchemie. Ebenso wurde weiter oben auch erwähnt, daß
+~Berthelot~, dem gegebenen Fingerzeige folgend, ~Duval~ und ~Houdas~
+zur Herausgabe und Übersetzung zweier der bedeutsamsten dieser
+Manuskripte veranlaßte; sie erwiesen sich teils als vermutlich dem
+7.-9. und 9.-10. Jahrhunderte angehörige Kompilationen[4073], teils
+als dem 9.-10. und 10.-11. Jahrhunderte entstammende Übersetzungen
+aus dem Griechischen, die vieles sehr Alte, aber auch so vieles von
+weit späteren Autoren Zugefügte und Eingeschobene enthalten, daß ihr
+eigentlicher Sinn oft arg verdunkelt, oft auch bis zur gänzlichen
+Unerkennbarkeit entstellt erscheint. Da die Niederschriften der jetzt
+vorliegenden Fassung frühestens dem 11. Jahrhundert angehören sollen,
+Zeitgrenzen für die Interpolationen aber kaum genau festzulegen sind,
+lassen sich bestimmte Schlüsse auf die ursprüngliche, von arabischen
+Einflüssen noch unberührte Gestalt dieser Werke vorerst nur mit
+großer Zurückhaltung ziehen, und zumeist bleiben die Ergebnisse zu
+erhoffender weiterer Erforschung der zugehörigen alten Litteratur
+abzuwarten; zur Vorsicht betreff dieser mahnt aber das Vorhandensein
+vieler Pseudepigraphen, zu denen u. a. auch die von ~Berthelot~[4074]
+aus dem „Fihrist“ angeführten, angeblich im 6. Jahrhundert verfaßten
+Übersetzungen des ~Sergius von Resaina~ zählen, -- wie dies ~Hoffmann~
+schon 1884 hervorhob[4075].
+
+
+a) Ältere Schriften.
+
+Der in +syrischer+ Sprache abgefaßte +ältere+ Hauptteil der
+Manuskripte[4076] verbreitet sich zunächst über die Eigenschaften, die
+für jeden des großen Werkes Beflissenen unumgänglich sind, nämlich
+Reinheit, Selbstlosigkeit, Freisein von Geiz oder Geldgier usf., in
+dem aus den Schriften des ~Pseudo-Demokritos~ und ~Zosimos~ genügend
+bekannten Sinne[4077]; sodann führt er die sieben Metalle an nebst
+ihren (weiter oben schon im Zusammenhange besprochenen) planetarischen
+Zeichen und Namen, als welche zumeist, aber nicht stets gleichbleibend,
+die bei den späteren griechischen Autoren gebräuchlichen in
+Betracht kommen[4078]. Daß auch die vier Elemente den Planeten
+zugeordnet werden, scheint indessen auf kein griechisches Vorbild
+zurückzugehen[4079].
+
+Von den Metallen findet sich, neben Alchemistischem in üblicher
+Darstellung, auch allerlei Technologisches berichtet. Gold prüft
+man auf Feinheit und Gehalt durch eine Art Zementation mit Alaun,
+Vitriol und Kochsalz[4080], und lötet es mittels „Tanger“ (Tinkâr =
+Lot, Lötmittel), d. i. Tinkal oder Borax[4081]. Silber oder Asem,
+das man u. a. aus Kupfer durch Einwirkung von Arsen gewinnt, am
+besten unter Zusatz etwas schon fertigen Silbers, legiert sich mit
+Gold zu Silbergold oder Elektron, das [irrtümlicherweise] auch
+dem „Kahrubâ“ gleichgesetzt wird [persisch = Strohräuber, d. i.
+Bernstein, griech. Elektron][4082]. Eisen erleidet durch Glühen und
+Abkühlen große Veränderungen und liefert durch Ablöschen dünner
+Blättchen in Weißwein ein medizinisch sehr wirksames Elixir[4083].
+Kupfer, andauernd mit Essig oder saurem Traubensaft behandelt[4084],
+geht in Grünspan oder Irin über (d. i. das Jarim oder Jarin der
+mittelalterlichen Alchemisten)[4085]. Aus Blei entsteht beim Erhitzen
+mit Schwefel das schwarze Schwefelblei, dessen sich die Augenärzte
+bedienen, beim „Verbrennen“ die gelbe Bleiglätte, und bei längerem
+Liegen „auf Ruten, über sehr scharfem und nicht gefälschtem Essig, in
+der Wärme des Düngers“ das leuchtende Bleiweiß[4086]; beim „Rösten“
+gibt letzteres Mennige oder Minium, auch Sandarach geheißen[4087],
+weil es die rote Farbe des Harzes Sandarach besitzt [arab. sandarus
+d. i. Harz oder Gummi][4088]. Dieser Name bezeichnet aber auch das
+rote Schwefelarsen, aus dem sich, ebenso wie aus dem gelben „Safran“
+(= Auripigment), beim Erhitzen ein „Alaun“ verflüchtigt [d. i.
+Arsenigsäure]; nach wiederholter Sublimation ist dieser, „die Blume
+des Arsens“, eine feste und glänzend weiße Masse, im Gegensatze zum
+gemeinen „männlichen“ Arsen, das rot oder gelb erscheint[4089]. Durch
+Verreiben von Quecksilber mit Schwefel und Sublimieren des Gemisches
+bildet sich der Zinnober[4090]; der als Rötel oder Sîrîkôn bezeichnete
+Farbstoff ist +kein+ Zinnober, vielmehr bereiten ihn einige durch
+Rösten von Chalkitis [wobei, je nach dem Vorwalten des Kupfers oder
+Eisens im Vitriol, unter Umständen ein rotes Kupfer- oder Eisen-Oxyd
+hinterbleiben kann], andere durch Rösten von Chalkitis nebst Bleiweiß
+[letzteres hinterläßt Mennige], und noch andere durch Vermischen
+von Mennige mit Eisenrot [Eisenoxyden][4091]. Zu vielerlei Zwecken
+gebraucht man die Kadmia, die auch Kalimía (καλιμία) heißt [welches
+Wort wohl zur Bezeichnung zinkhaltiger Mineralien als „Calamine“ Anlaß
+gab][4092]; aus dem Rauche der Öfen, in denen man sie verarbeitet,
+schlägt sich Tutia oder Pompholyx nieder[4093] [d. i. das weiße, an
+den Ofengewölben haftende Zinkoxyd]. Der glänzende Pyrit oder Markasit
+[d. i. Schwefelkies] liefert [beim Rösten] Schwefel, dessen reinste
+Form die „Schwefel-Blumen“ sind[4094], ferner [beim Verwittern]
+Chalkitis oder Vitriol, dessen syrische Benennung „Glas“ bedeutet[4095]
+[vgl. die wohl wörtliche Übersetzung „vitriolum“]; diesem ähnlich ist
+der Alaun, von dem es viele Sorten gibt, u. a. den vortrefflichen
+„römischen“, und als dessen Bezeichnung ✶ üblich ist, d. i. ein
+Stern[4096]. „Stern der Erde“, γῆς ἀστήρ, ist aber auch bald der
+Selenit [= krystallisierter Gips] bald der Talk, dem noch unzählige
+andere Namen zukommen[4097].
+
+Eichen, Pappeln, Feigenbäume und zahlreiche sonstige Pflanzen
+hinterlassen beim Verbrennen eine scharfe, salzige Asche; behandelt man
+ihre wässerige Lösung mit Ätzkalk, so erhält man die noch schärfere
+„Lauge“[4098], die sehr dienlich zur Gewinnung von Seife ist[4099].
+Unentbehrlich erweist sich jene Asche aber auch zur Darstellung des
+Glases; diese erfolgt, indem man 1 Teil feinstes, durch ein Haarsieb
+gesichtetes Pulver von Kieselsteinen mit 3 Teilen Asche gründlich
+vermischt, das Gemenge in einem Tiegel auf starkem Feuer schmilzt
+und mit einer zweizackigen Eisengabel so lange verrührt, bis es die
+richtige Dicke „zum Herausziehen“ erlangt hat. Durch Zusätze kann man
+ihm jede gewünschte Farbe erteilen, z. B. die weiße durch Bleiweiß,
+die grüne durch „gebranntes Kupfer“, die blaue (?) durch spanisches
+Antimon [Schwefelantimon], die schwarze durch eine goldglänzende Kadmia
+[hier wohl das Sulfid eines Schwermetalles] usf.[4100]. Ein Gemenge
+aus feinstem Glaspulver und Nitron ist das vortreffliche, ἱερόκολλα
+(Hierókolla) genannte Lötmittel[4101]; die Gewinnung eines anderen
+Bindemittels [wohl einer Art Leim oder Gelatine] erfolgt durch Auflösen
+der Knochen junger Kälber oder Kamele in Essig, dem man noch Kampher
+zuzusetzen pflegt[4102].
+
+Die zur Herstellung der Präparate empfohlenen Vorschriften werden
+als „Schlüssel“ (κλεῖσις = Verschließung) oder als „Macht“ (κράτος)
+bezeichnet[4103]. Die Apparate, die zum Teil durch [sehr unzulängliche]
+Abbildungen veranschaulicht sind[4104], gleichen zumeist genau den von
+den griechischen Alchemisten, z. B. von ~Synesios~, benützten, so u. a.
+der als ὄργανον (Organon) angeführte Sublimations-Ofen[4105] und die
+beiden auf einander gestellten „Töpfe“ zum Sublimieren der Arsenigsäure
+„aus dem unteren in den oberen“[4106]; auch die Gleichsetzung der „Erde
+der Philosophen“ mit der Tiegelerde aus Assuan am oberen Nil[4107]
+bezeugt die ägyptische Herkunft der beschriebenen Vorrichtungen.
+
+
+b) Jüngere Schriften.
+
+Die mit syrischen Buchstaben geschriebene, aber in +arabischer+
+Fassung oder Übersetzung eingeschobene, +jüngere+ Abteilung der
+Manuskripte[4108] bespricht ebenfalls die sieben Metalle und ihre
+unzähligen Benennungen, deren sie für Gold 23 anführt, für Silber
+17, für Kupfer 15, für Blei 20 (darunter mehrere auch für Schwefel
+gültige), für Eisen 18, für Zinn 17, für Quecksilber 51[4109]. Die
+unedlen Metalle in edle zu verwandeln vermag die Kunst des großen
+Werkes, das zugleich auch die Darstellung der Edelsteine und Perlen
+lehrt, sowie deren Verschönerung durch besondere Verfahren, z. B.
+die der Perlen, indem man sie an Tauben verfüttert und durch deren
+Verdauungskanal gehen läßt[4110]. Materialien, die den Zwecken des
+großen Werkes dienen, sind Kadmia, Bleiglätte, Mennige, Bleiweiß,
+Alkali, Glas[4111], orientalisches und okzidentalisches Quecksilber
+(oft zu gleichen Teilen gemischt)[4112], zuweilen auch Grünspan
+von Emesa, ägyptischer und persischer Vitriol, Malachit und
+Lasurstein[4113], sowie noch andere zum gründlichen Färben oder
+oberflächlichen Firnissen geeignete Stoffe[4114]. Die Umwandlung dauert
+42 Tage[4115], und ihr Endprodukt, eine goldrote Masse, vermag die
+Kranken zu heilen[4116] und wirkt auf die Rohmetalle als Elixir; zur
+Gewinnung des Elixirs sind aber auch viele pflanzliche und tierische
+Stoffe tauglich[4117], deren Veränderungen oft gar wunderbare Wirkungen
+entfalten, wie denn durch die Fäulnis von Haaren Schlangen, von Rindern
+Bienen, von Eiern Drachen entstehen[4118].
+
+Alle Metalle schmelzen bei genügender Hitze und gehen dabei in den
+Zustand des Quecksilbers über, das als ihr eigentliches Prinzip
+anzusehen ist[4119]. Als erster und wesentlicher Bestandteil der
+Metalle, sowie als Grundstoff auch aller übrigen Substanzen, ist das
+Quecksilber ein „Körper“ von fester und beständiger Natur; da es jedoch
+dem Feuer nicht widersteht und sich in der Wärme verflüchtigt, ist
+es aber auch ein „Geist“; demnach kommt ihm das Wesen eines, diesen
++beiden+ Reichen angehörigen Zwitters zu, und demgemäß erklären sich
+viele seiner zahllosen Namen, wie „das Kalte“, „die Wolke“, „der
+flüssige Geist“, „der Schweiß der Körper“, „der flüchtige Diener“
+[„servus fugitivus“ der mittelalterlichen Alchemisten], „der Erwecker
+der Toten“, „das Wasser des ~Kiwan~“ (aramäisch = ~Saturn~, auf dessen
+Metall, das Blei, hinweisend) usf.[4120].
+
+Der flüchtigen Geister zählt man sieben, neben dem Quecksilber nämlich
+noch den gelben und roten Schwefel, den weißen Schwefel, das gelbe und
+rote Arsen, sowie den Salmiak[4121]. -- Der gelbe Schwefel, arabisch
+Kibrit[4122], ist der gewöhnliche, der die Kraft hat alles zu färben,
+alles in Umwandlung zu versetzen und sich mit allem zu verbinden,
+weshalb einige seiner 26 Namen lauten: „der göttliche Stein“ (vgl.
+θεῖον), „der Färber“, „das Wachs“ [das alle Farben annimmt], „die
+Hefe“, „der Bräutigam“ usf.[4123]; der rote Schwefel ist auch identisch
+mit Sandarach [rotem Schwefelarsen], der weiße mit Arsenigsäure;
+das gelbe und rote Arsen [dies sind Auripigment und Realgar] heißen
+u. a., -- im ganzen werden 21 Namen aufgeführt --, „die beiden Vögel“,
+„die beiden Brüder“, „die beiden Khalifen“, „das Gelbe und Rote der
+Philosophen“[4124]. Den Salmiak, -- dessen Kenntnis die Araber schon
+von den spätalexandrinischen Chemikern übernahmen, von dessen Vorkommen
+in den vulkanischen Gegenden Vorderasiens und Chinas aber auch die
+alten arabischen Geographen, sowie die von ~Carra de Vaux~[4125]
+herausgegebenen arabischen „Wundergeschichten“ berichten --, zeichnet
+seine große Flüchtigkeit aus, die eine völlige Reinigung durch
+wiederholte Sublimation ermöglicht[4126]; auf diese deuten auch viele
+seiner 13 Namen, z. B. „Vogel von Chorasan“, „Oberster oder Khalif von
+Armenien“, „Kampher“, „Adler“[4127], sowie [offenbar bei Färbung durch
+Eisenoxyd] „roter Adler“[4128]. Was als „Fixation“ des Salmiaks durch
+Ätzkalk beschrieben wird[4129], entspricht sichtlich der Darstellung
+von Chlorcalcium.
+
+Die sieben Geister sind hauptsächlich in sieben Steinen enthalten,
+nämlich im Markasit, Antimon [Schwefelantimon], Magnesia [oft = Pyrit],
+Hämatit [hier = Zinnober], Magnetstein [ein Metallsulfid?], Vitriol
+(arab. Zâdsch)[4130] und „Salz“; von jedem dieser Steine kennt man
+sieben Arten in sieben Farben, so daß es z. B. auch sieben Magnete
+gibt, deren jeder ein anderes der sieben Metalle anzieht, ferner sieben
+Vitriole, sieben Alaune, sieben Boraxe [arab. Tinkar, meist = Alkalien]
+und sieben Salze, deren Gewinnung und Reinigung, oft bis zur Weiße
+und Härte des persischen Tabarzad-Zuckers[4131], die „Philosophen“
+entdeckten und lehrten[4132]. Steine, die +keine+ Geister in sich
+führen, gibt es ebenfalls sieben, nämlich Talk, Kohol (Blei- oder
+Antimon-Glanz), Perlmutter, Krystall, Malachit, Lasurstein und Achat.
+[Alle diese Angaben gehen in letzter Linie auf die weiter oben unter
+dem Namen „Steinbuch des ~Aristoteles~“ angeführte pseudepigraphische
+Schrift oder auf deren Quellen zurück, strotzen aber von Irrtümern und
+Verwechslungen.]
+
+Aus dem weißen Schwefel [= Arsenigsäure], dem Sandarach [= Realgar]
+und dem italischen Kohol [= Antimonsulfid] läßt sich ebenfalls ein
+„Quecksilber“ erhalten[4133], unter dem offenbar metallisches Arsen
+und Antimon zu verstehen ist, welches letztere auch als „Antimon“ aus
+Stibi oder Stimmi (= Kohol) erwähnt zu werden scheint[4134], sowie
+in einer Vorschrift, die (in der Übersetzung) lautet: „nimm gleiche
+Teile Kohol und Antimon“[4135]. Aus Kupfer und „gebranntem Antimon“ [=
+metallischem Antimon oder Antimon-Oyxden?] wird u. a. die goldfarbige
+Legierung Schabh dargestellt, vermutlich eine Antimon-Bronze[4136];
+ähnlich wie die mit einer dicken Lösung arabischen Gummis angeriebenen
+Goldflitter[4137] fand wohl auch sie Verwendung zur Herstellung von
+„Goldschrift“.
+
+Behandelt man das eigentliche Quecksilber mit Kochsalz und Vitriol,
+so erhält man zwei verschiedene Substanzen[4138] [die gegenwärtig als
+Quecksilber-Chlorür und -Chlorid, Calomel und Sublimat, bezeichnet
+werden]; die eine, die sich leicht verflüchtigt, kann man in schönen
+weißen Krystallen gewinnen, indem man sie wiederholt sublimiert[4139],
+doch muß man hierbei, weil Dampf und Sublimat furchtbar giftig sind,
+Mund, Nasenlöcher und Augen durch Beschmieren mit Honig schützen[4140];
+ihre Lösung in Wasser gleicht der Milch und ist von solcher Kraft,
+daß sie viele Metalle und Erze auflöst, weshalb sie auch „scharfes
+Wasser“ oder „dreifach-scharfes Wasser“ heißt[4141]. -- Wie auch
+diese Stelle bezeugt, braucht das „scharfe Wasser“ (aqua acuta, aqua
+fortis der mittelalterlichen Alchemisten) keineswegs, wie man früher
+irrtümlicherweise oft annahm, eine mineralische Säure zu sein, und
+tatsächlich kennen auch die syrischen Manuskripte als Säuren nur
+Essig[4142], Citronensaft[4143] u. dgl.
+
+Aus einer Mischung von feingepulverten Kieselsteinen (13 Teilen) und
+Aschen-Alkali (10 Teilen) bereitet man das Glas; die „Philosophen“
+haben Glasöfen von wunderbarer Einrichtung ausgedacht, kleine,
+große, mehrstöckige, mit besonderen Kammern zum Einsetzen, Erhitzen
+und Abkühlen versehene, mit Zirkulation des Feuers eingerichtete,
+usf. Aus der in den Tiegeln zu einem „Gummi“ geschmolzenen Masse
+formt man Gefäße, Becher, Phiolen und noch vieles andere; was
+während der Arbeit zerspringt, wird mit einem heißen Glasfaden
+vereinigt und dann nochmals erhitzt. Man versteht auch alle nur
+denkbaren Färbungen hervorzubringen, z. B. weiße durch weibliche
+Magnesia [d. i. Braunstein, der entfärbend wirkt], schwarze durch
+Eisenschlacke, blaue (?) durch gebranntes Antimon, rote durch dieses
+nebst Eisenschlacke, gelbe durch Bleiglätte, sapphirblaue durch
+gebranntes Blei und Zinn, -- wobei nur die reinsten Metalle von völlig
+„schönem Blick“ [s. „Silberblick“] zu verwenden sind --, ferner auch
+citronengelbe, grüne und pistazienartige[4144]. Auch ein schönes Email
+bereitet man unter Benützung bleihaltiger Materialien[4145] [dies ist
+eine der frühesten ausdrücklichen Erwähnungen von Bleiglasuren].
+
+Zu den Einfügungen aus sehr später Zeit gehört die Erwähnung des
+„Barud“ im Sinne von Salpeter[4146]; dieses „Salz von China“, das
+in Syrien noch wenig bekannt ist[4147], wird als weiß, hart und
+nach gekochten Eiern [also wohl nach Schwefelwasserstoff] riechend
+bezeichnet, was insoferne zutreffen kann, als es mit dem [an
+Kellerwänden, Düngestätten usf. auswitternden] „Salz der Mauern“
+identifiziert zu werden scheint[4148]. Aus Mischungen von Barud,
+Schwefel und Kohle in verschiedenen Verhältnissen verfertigt man
+Brandsätze für Feuerpfeile, Petarden und Feuerwerkskörper, wobei
+man zuweilen auch noch Kampher hinzufügt[4149]. -- Es ist sehr
+bemerkenswert, daß der Gebrauch dieses „Pulvers“ zum +Schießen+, sowie
+die Verwendung von +Schießwaffen+, +nicht+ erwähnt wird, und daß
+eine der angeführten Mischungen [die ganz an jene in dem angeblich
+um 1275-1295 niedergeschriebenen sog. „Feuerwerksbuche“ des ~Hassan
+Alrammah~ erinnern] den Namen „Fränkische Körner“, „Körner der Franken“
+führt[4150], was auf Herkunft aus dem Okzident hinweist. Ebendahin
+deuten auch die alchemistischen „Verfahren der Franken“, bei denen
+Quecksilber, Zinn, sowie europäisches und römisches „Harz“ benützt
+werden[4151], ferner eine Stelle, die vielleicht einige Kenntnis der
+Mineralsäuren verrät (?)[4152] und in diesem Falle erst um oder nach
+1300 niedergeschrieben sein könnte.
+
+Von Apparaten finden sich genannt: Rohre, Aludeln (Athal, Udal,
+Udel)[4153] und Schalen, u. a. solche aus Porzellan[4154] [was
+wohl ein Übersetzungsfehler ist und schwerlich das im Oriente zwar
+schon seit etwa dem 9. Jahrhundert bekannte, aber unerschwinglich
+teure chinesische Porzellan bedeuten dürfte]; Tiegel aus Erde von
+Assuan[4155]; zwei aufeinander gesetzte Tiegel, deren einer einen
+durchlöcherten Boden hat (z. B. zum Sublimieren von Arsenigsäure,
+Salmiak u. dgl.), „But ber But“ genannt [persisch = „Tiegel
+auf Tiegel“, d. i. der „Botus barbatus“ der mittelalterlichen
+Alchemisten][4156]; Gefäße zur Destillation von Wässern und
+wohlriechenden Essenzen[4157]; Wasserbäder[4158], in der Übersetzung
+einige Male mit „bain-Marie“ wiedergegeben[4159]; Haar- und
+Seiden-Siebe[4160].
+
+
+c) Buch der Erkenntnis der Wahrheit.
+
+Nach diesem, auch als „Causa causarum“ (Ursache der Ursachen)
+bekannten, in syrischer Sprache im 11. oder 12. Jahrhundert abgefaßten,
+aber auf weit ältere Quellen zurückgehenden Buche bestand die Welt
+ursprünglich aus einer form- und gestaltlosen Urmaterie „Hýle“[4161],
+aus der nach Gottes Willen zunächst vermöge der vier Qualitäten die
+vier Elemente hervorgingen, die ganz bestimmte Eigenschaften besitzen
+und unveränderlich an Menge und Gewicht sind[4162], weiterhin aber alle
+übrigen Dinge[4163], auch die Gestirne, die kein besonderes fünftes
+Element enthalten[4164].
+
+Die ersten, allerorten gegenwärtigen Substanzen, die sich aus den
+Elementen bilden, sind Schwefel und Quecksilber[4165]. Aus dem Innern
+der Erde steigen nämlich Dünste und Dämpfe gegen ihre Oberfläche
+empor, auf der die Berge nicht anders sitzen wie die Schädel auf den
+Rümpfen oder die Deckel auf den Töpfen, und in ihnen schlagen sich
+die Dünste nieder und tropfen ab[4166], wobei sich Erde und Feuer zu
+weiblichem Schwefel vereinigen, Wasser und Luft aber zum [männlichen]
+Quecksilber[4167]; der Schwefel wird fest, das Quecksilber (Ziwag)
+ist und bleibt jedoch ein Wasser, eine Art Tau, der zuweilen auch
+als solcher aus den wässerigen Dünsten des Himmels herabfällt[4168].
+Unter den Einflüssen der planetarischen Strahlungen[4169] und
+der „auskochenden“ Kraft der Sonne verbinden sich Schwefel und
+Quecksilber[4170] und ergeben, je nach ihrer Reinheit und den
+Mengenverhältnissen, je nach Ort, Klima, Luftmischung, Wärme, Zeitdauer
+und je nach Gottes Zulassung +alle+ übrigen Substanzen, nämlich Gold,
+Silber, Kupfer, Zinn, Eisen und Blei, ferner Edelsteine, Perlen, Purpur
+und andere Farbstoffe[4171], sodann die verschiedenen Arten Schwefel,
+Arsen, Markasit, Magnesia, Lasur, Mennige, Tutia, Salz, Nitron, Alaun,
+Vitriol und endlich sämtliche übrigen Gesteine und Erden[4172].
+
+Die Erze finden sich hauptsächlich in den Bergwerken[4173], und
+aus ihnen gewinnt man die Metalle durch kunstvolle Trennungen,
+denn Gold z. B. läßt sich von Kupfer ebenso scheiden wie süßes
+Wasser vom Salze des Meeres[4174]; ihre Eigenschaften sind oft sehr
+merkwürdige, u. a. erhält das Eisen erst durch Blitzschlag seine beste
+Beschaffenheit[4175], auch wird es vom Magneten angezogen, soferne
+nicht die Gegenwart übelriechender Stoffe, wie Zwiebel oder Knoblauch,
+dessen Kraft behindert[4176].
+
+Außer den Metallen bearbeitet man mittels Feuers auch das Glas, und
+die Glasmacher vollbringen mit Hilfe ihrer sinnreich gebauten Öfen,
+die in mehreren Abteilungen ein rasches Erhitzen und ein langsames,
+stufenweises Abkühlen gestatten, die erstaunlichsten Künste[4177].
+
+Im Feuer, das sonst alles tötet, lebt der Vogel Amianton, dessen
+Gefieder den Asbest liefert[4178]; die das Leben erhaltende Luft
+hinwiederum ist an manchen Orten tödlich, z. B. in tiefen Schachten und
+in Zisternen[4179].
+
+
+5. Spätere Araber.
+
+Verzeichnis einiger wichtiger arabischer oder arabisch schreibender
+Schriftsteller (meist in nachstehendem Abschnitt angeführt).
+
+ ~Abu Jusuf~ gest. 795
+ ~Abu Maʿschar~ 805-885
+ ~Thabit Ibn Qurra~ 826-901
+ ~Banu Musa~ 826-901
+ ~Ibn Khordadhbeh~ 836-850
+ ~Alrazi~ (= ~Razi~) 850-923?
+ ~Aldschahiz~ gest. 869
+ ~Alkindi~ gest. nach 870
+ ~Hunain Ibn Ishaq~ gest. 873
+ ~Aljaʿqubi~ um 891
+ ~Aldschauhari~ gest. 899
+ ~Ibn Wahschijah~ um 900
+ ~Ibn Alfaqih~ gest. 902
+ ~Ibn Hauqal~ 902-968
+ ~Alhamadani~ gest. 945
+ ~Alfarabi~ gest. 950
+ ~Alistakhri~ um 950
+ ~Almasʿudi~ gest. 956
+ ~Hamza~ um 961
+ ~Ibn Alhaitham~ 965-1019
+ ~Alkindi Altudschibi~ um 970
+ ~Albiruni~ 973-1048
+ ~Ibn Sina~ (= ~Avicenna~) 980-1037
+ ~Alkhwarizmi~[4180] um 980
+ ~Almuqaddasi~ um 985
+ ~Alnadim~[4181] gest. 995?
+ ~Alghazzali~ 1059-1111
+ ~Albaihaqi~ 1105-1169
+ ~ʿOmar Alkhajjam~ gest. 1121
+ ~Altughrai~ (= ~Artefius~?) gest. 1128
+ ~Alkhazini~ um 1130
+ ~Ibn Badscha~ (= ~Avempace~) gest. 1138
+ ~Alidrisi~ um 1150
+ ~Ibn Alʿauwam~ um 1150
+ ~Schahrastani~ gest. 1153
+ ~ʿAbd Allatif~ 1160-1231
+ ~Ibn Alqifti~[4182] 1172-1227
+ ~Abuʾlfadl~ um 1175
+ ~Jaqut~ 1178-1229
+ ~Ibn Tufail~ gest. 1185
+ ~Ibn Dschubair~ um 1185
+ ~Ibn Ruschd~ (= ~Averroes~) gest. 1192
+ ~Ibn Albaitar~ 1197-1248
+ ~Ibn Abi Usaibiʿa~ 1203-1270
+ ~Ibn Khallikan~ 1211-1282
+ ~Ibn Saʿid~ 1212-1274
+ ~Aldschaubari~ um 1220
+ ~Ibn Alathir~ gest. 1233
+ ~Alqifti~ gest. 1248
+ ~Alnabarawi~ um 1250
+ ~Altifaschi~ gest. 1253
+ ~Aldimeschqi~ 1256-1327?
+ ~Abulfeda~ oder: ~Abuʾlfida~ 1273-1331
+ ~Alqazwini~ gest. 1283
+ ~Alnuwairi~ 1288-1335?
+ ~Ibn Bassam~ um 1300?
+ ~Raschid Eddin~ gest. 1318
+ ~Ibn Khaldun~ 1322-1406
+ ~Ibn Batuta~ 1325-1377
+ ~Ibn Fadl~ gest. 1348
+ ~Alakfani~[4183] gest. 1348
+ ~Ibn Alwardi~ gest. 1349
+ ~Alibschihi~ gest. 1446
+ ~Abuʾlfadil~? um 1575
+ ~Daʾud Alantaqi~ gest. 1596
+ ~Almaqqari~ gest. 1646
+ ~Haddschi Khalifa~ gest. 1658.
+
+Wie aus den vorangehenden Abschnitten ersichtlich ist, erlangte die
+arabische Litteratur über Alchemie bereits im Verlaufe des 8. und 9.
+Jahrhunderts einen überraschend großen Umfang. Der nähere Einblick
+in ihren Werdegang bleibt freilich derzeit noch verschlossen: „zu
+einer wirklichen Geschichte der Naturwissenschaft und der Medizin im
+islamischen Kulturkreise fehlt uns noch fast alles“, ist ein leider
+durchaus zutreffender Ausspruch ~Ruskas~ in seiner ausgezeichneten
+Ausgabe und Übersetzung des sog. „Steinbuches des ~Aristoteles~“[4184].
+
+Unter diesen Umständen ist es von hoher Bedeutung, daß wir wenigstens
+ein Verzeichnis jener Autoren und ihrer Schriften besitzen, die man im
+9. und 10. Jahrhundert als die maßgebenden ansah. Erhalten ist es uns
+in dem schon wiederholt erwähnten, hervorragend wichtigen Sammelwerke
+„Fihrist“, d. i. „Kitâb al Fihrist“ (= Buch des Verzeichnisses), dessen
+Verfasser der gelehrte ~Ibn Abi Jaʿqub Alnadim~ war. Älteren Autoren
+nach starb er 850 oder um 850, sein Werk erfuhr aber nachträglich
+Ergänzungen und Einschübe (wie schon aus der Tatsache hervorgeht,
+daß es noch den als Arzt weltberühmten ~Alrazi~ anführt, als dessen
+Lebenszeit bald 850-923 oder 932, bald 860-940 angegeben wird) und
+gelangte, nach einer ihm selbst zu entnehmenden Bemerkung, erst im
+Jahre 987 zum endgültigen Abschlusse[4185]; neuerdings gibt aber
+~Brockelmann~, der die Schreibung ~Mohammed ibn Ishaq an Nadim~
+vorzieht, als Todesjahr erst 996 an, d. i. acht Jahre nach der 988
+erfolgten Vollendung des „Fihrist“[4186].
+
+In seinem Kapitel über Alchemie berichtet der „Fihrist“[4187], daß zwar
+einige die Erfindung dieser Kunst den Griechen, Persern, Indern oder
+Chinesen zuschreiben, daß sie aber in Wirklichkeit von den Ägyptern
+gemacht wurde, deren Pyramiden nichts anderes als große chemische
+Laboratorien waren, und bei denen allein auch eine ausgedehnte
+chemische Litteratur besteht[4188]. Begründet wurde diese nach
+Versicherung aller Alchemisten, d. h. der Silber- und Gold-Macher,
+durch ~Hermes~, einen Babylonier, der ursprünglich zu Babylon Hüter
+eines der sieben Tempel der sieben Planeten war (wohl des dem ~Hermes~
+oder ~Merkur~ geweihten), nach der Völker-Zerstreuung sich aber zu Misr
+(Ägypten) in Memphis ansiedelte, dort als König und Philosoph regierte,
+die Metalle transmutierte und Talismane anfertigte; die +Kenntnis+
+dieser Geheimwissenschaften ist jedoch einige Jahrtausende älter als
+die erste +Niederschrift+ durch ~Hermes~, denn nach ~Alrazi~ offenbarte
+Gott das große Werk schon dem ~Moses~, dem ~Aaron~ und einigen anderen
+Würdigen[4189]. -- An diese wirren, sichtlich einer späten Zeit
+angehörigen Sagenbildungen schließt der „Fihrist“ ein Verzeichnis von
+51 der berühmtesten „Philosophen“ an[4190], beginnend (ähnlich wie
+das des ~Alhabib~) mit ~Hermes~ und ~Chymes~ (~Kimas~), ~Maria~ und
+~Kleopatra~ usf., und herabreichend bis zum Zeitalter des ~Alrazi~;
+zugleich nennt er die Titel ihrer wichtigsten Werke, soweit dies
+nämlich möglich ist, denn die „tausend Bücher“, die ~Ostanes Alrumi~
+(der Romäer = Grieche), oder die unübersehbare Reihe der Schriften, die
+~Zosimos~ der Alexandriner herausgab, lassen sich einzeln überhaupt
+nicht aufzählen.
+
+Mit Inhalt und Entwicklung der chemischen Erfahrungen und Theorien
+befaßt sich der „Fihrist“ seiner ganzen Anlage und Bestimmung gemäß
+nicht des näheren, und die Schlüsse, die er in dieser Hinsicht zu
+ziehen gestattet, bleiben demgemäß spärlich und unvollständig.
+Eingehenderes Wissen von den chemischen und alchemischen Kenntnissen
+der Autoren des 9. und 10. Jahrhunderts (oft nur arabisch schreibender
+Perser und Syrer), sowie ihrer späteren, eigentlich arabischen
+Nachfolger, bleibt daher nur vom gründlichen Studium der auf uns
+gekommenen Originalschriften zu erwarten. Ganz hervorragende Förderung
+hat dieses seit 1902 durch ~E. Wiedemanns~ „Beiträge zur Geschichte
+der Naturwissenschaften“ erfahren[4191], deren zahlreiche (bisher
+etwa 60) Abteilungen indes fast sämtliche Zweige der Forschung in
+Betracht ziehen, und zwar ohne die Absicht lückenloser Aufzählung oder
+bestimmter zeitlicher Anordnung. Im nachstehenden ist daher versucht
+worden, aus der ungeheuren Fülle des so erschlossenen, zumeist ganz
+neuen Materials, aber auch aus dem bereits bekannten älteren, das
+die Chemie, Alchemie und chemische Technologie im weiteren Sinne
+Betreffende auszusondern und unter Mitbenützung mancher anderer,
+von arabischen Ärzten, Philosophen, Enzyklopädisten, Reisenden usf.
+verfaßter Schriften eine chronologische Übersicht der wichtigsten
+Forscher und ihrer Lehren zu geben. Daß hierbei Vollständigkeit nicht
+angestrebt, noch weniger erreicht werden konnte, bedarf wohl kaum
+besonderer Erwähnung.
+
+1. ~Abu Jusuf~ (gest. 798). Mißerfolg und Vergeblichkeit der
+alchemistischen Bemühungen waren zu seiner Zeit schon längst
+sprichwörtlich geworden, wie dies bereits weiter oben Andeutung
+fand[4192].
+
+2. ~Aldschahiz~ (gest. 869). Nach Mitteilung dieses gelehrten
+Polyhistors übernahmen und erlernten die Araber von den Griechen
+oder Romäern [Bewohnern des oströmischen Reiches, Rums] u. a. die
+Gewinnung und Verwendung von Glas, Lasurstein [blauem Glas?], Mosaik,
+Email (mînâ), Mennigen (sarandsch), Zinnober (zandschafr), Salmiak
+(nûschâdir) und griechischem Feuer[4193]. Nun kann der Chemiker,
+alkimâwî, zwar wirklich reinen Salmiak herstellen, schönstes Glas,
+haltbarstes Email, Messing von bestimmter Färbung, das er mit Salmiak
+und Polirstein goldglänzend macht, aber weder Silber noch Gold, und
+wenn deren künstliche Erzeugung auch theoretisch nicht undenkbar sein
+mag, so ist sie doch praktisch unmöglich. Es gibt kein Elixir und keine
+Alchemie, niemals wird das Quecksilber zu Silber, obwohl es flüssigem
+Silber gleicht, niemals das prächtigste damascenische Messing (schabh)
+zu Gold, mag es auch wie lauteres (ibrîz) Gold glänzen[4194]; jedes
+derartige Vorgeben beruht auf Unwahrheiten und Schwindel[4195].
+
+3. ~Alkindi~ (gest. 873). Der hervorragende Philosoph ~Alkindi~
+erklärte in mehreren Schriften, u. a. in einer „Die Betrügereien
+der Alchemisten“ betitelten, die Kunst des Goldmachens für eine
+lügnerische, durchaus von Täuschungen und bösartigen Kniffen aller
+Art erfüllte[4196]. -- Über die möglichen Umwandlungen der Metalle,
+z. B. des Eisens (hadîd), spricht er in seinem Berichte „Über die
+Eigenschaften der Schwerter“[4197]: Das aus den Erzen gewonnene
+Eisen ist entweder das weibliche, nicht härtbare Nermahâni [persisch
+nerm-âhen = weiches Eisen], oder das männliche, härtbare Sâburqâni
+[aus Schaburan?]; mittels gewisser besonderer Zusätze soll es
+Magneteisen ergeben[4198]; mittels zahlreicher anderer, freilich
+aber erst nach unzähligen Reinigungen und Härtungen, den Stahl
+(fûlâd), der silberweiß, zuweilen jedoch blau oder grün angelaufen
+ist[4199], auch schönen Damast (fîrind) annimmt, so daß er „geädert
+wie Malachit“ aussieht[4200] und sich u. a. zu Nadeln und zu Glocken
+verarbeiten läßt[4201]. Der beste heißt alhindî, alhinduwânî (= der
+indische)[4202], kommt aus oder über Qalah (auf Malakka?), Ceylon,
+Jemen, Basrah und Damaskus, vor allem aber auch aus China[4203].
+
+4. ~Abu Maʿschar~, verderbt ~Albumasar~ (gest. 885), der berühmte
+Astronom, ein Schüler ~Alkindis~[4204], soll die Alchemie ebenso
+absprechend beurteilt haben wie dieser; „berühmt dem Namen, unbekannt
+dem Stoffe nach“, -- wie so oft später[4205] --, soll das Elixir schon
+bei ihm heißen.
+
+5. ~Ibn Alfaqih~ (gest. 902). Die verschiedenen Länder und ihre Völker
+stattete Allah mit verschiedenen Gaben aus: Ägypten bringt Gold,
+Kupfer, Eisen, Magnetstein, Asbest, Smaragd und Amethyst hervor[4206];
+Arabien Gold, Silber, Sufr [hier ein zinkhaltiges Erz?], Weihrauch,
+Traganth, Wars [= Hennah, echte Alkanna] und Indigo[4207]; in China
+verfertigt man die schönsten metallenen und tönernen Waren [Porzellan];
+in Sidschistan die feinsten Geräte aus Bronze (schabh) und Messing
+(sifr); in Fars (Persien) die besten eisernen und stählernen Kessel,
+Schlösser, Schwerter, Panzer, ja Spiegel, „denn seinen Bewohnern machte
+Allah das Eisen gefügig und dienstbar, so daß sie daraus bereiten, was
+sie wollen“[4208]; und so verlieh er auch den Leuten von Rum [Romäern,
+Griechen] das Wissen von der Ausübung der Chemie, vom Machen des
+Goldes[4209], von der Anfertigung des philosophischen Eies, das dem
+Kosmos gleicht, und in dem der Dotter die Erde vorstellt[4210].
+
+6. ~Alrazi~, als dessen Lebenszeit, wie schon erwähnt, einige 850-923
+oder 932, andere 860-940 angeben, und dessen voller Namen ~Abu Bekr
+Muhammad Alrazi~ sich zuweilen zu ~Bubekr~ oder ~Bubacar~ verkürzt
+findet, -- die von ~Berthelot~ „vermutete“ Identität von ~Bubacar~ und
+~Alrazi~[4211] war längst bekannt[4212] --, gilt mit Recht für eine der
+größten Leuchten der arabischen Heilkunde; auf seinen medizinischen
+Ruhm, und auf die Bedeutsamkeit seiner (im Urtexte immer noch wenig
+erforschten) einschlägigen Werke kann jedoch hier nur hingewiesen
+werden. Der Angabe, er habe ursprünglich Alchemie betrieben und diese
+deshalb aufgegeben, weil ihn der Beherrscher aller Gläubigen wegen
+Mißerfolges der anbefohlenen Transmutationen mit einer Tracht Prügel
+bedachte, kommt vermutlich anekdotischer Charakter zu; etwas Wahres
+liegt ihr aber wohl zugrunde, denn der Schriftsteller ~Albaihaqi~
+(1105-1169) erzählt in seinen „Biographien“[4213]: „~Alrazi~ war
+ursprünglich ein Handwerker, befaßte sich aber später eifrig mit
+Alchemie und wurde dabei durch die Dämpfe der zur Herstellung des
+Elixirs dienenden Präparate augenleidend, weshalb er zu einem Arzte
+ging, um sich heilen zu lassen. Dieser sagte zu ihm: ‚Ich heile Dich
+nicht eher, als bis ich von Dir fünfhundert Dinare erhalten habe.‘
+~Alrazi~ gab sie ihm und sagte: ‚+Dies+ ist die wahre Alkimijâ und die
+rechte Kunst Gold zu machen, und +nicht das+, was ich bisher getrieben
+habe‘; darauf verließ er die Kunst des Elixirs und widmete sich der
+Medizin.“
+
+Jedenfalls stimmen die Berichte über ~Alrazi~ dahin überein, daß er
+ein sehr eifriger Anhänger der Alchemie war, ihre Möglichkeit durch
+das Vorhandensein einer gemeinsamen Urmaterie und durch den Einfluß
+der Planeten auf die zugehörigen irdischen Stoffe, ihre Wirklichkeit
+aber durch die Erfolge der großen Meister, des ~Pythagoras~, ~Platon~,
+~Demokritos~ und ~Aristoteles~, für gesichert ansah[4214] und auch die
+Meinung vertrat, ~Karun~ (d. i. der ~Korah~ der Bibel) habe die „Kunst“
+von seiner Frau erlernt, die eine Schwester ~Mosis~ war und gemeine
+Metalle in Gold verwandelte[4215]. Von ~Alrazis~ alchemistischen
+Schriften[4216] scheint bisher keine vollständig im arabischen
+Original bekannt zu sein, und wir wissen daher nicht, wie er das
+Elixir verfertigte, mit dem er zu Bagdad Gold machte. Er unterschied
+„die nicht flüchtigen Körper und die flüchtigen Geister“, zu welchen
+letzteren Schwefel, Quecksilber, Zarnîch [Schwefelarsen; Arsenigsäure]
+und Nûschâdir (Salmiak) zählen, die u. a. im Marqaschîtâ (Markasit)
+und Schâdanah, in der Magnîsijâ (Magnesia) und Tûtijâ (Tutia), in
+Vitriolen und Salzen usf. enthalten sind[4217]. Man gewinnt sie aus
+diesen durch Calcination, Sublimation und Destillation (Ikhrâdsch =
+Herausgehen-Machen; Istiqtâr = Tröpfeln-Machen), und die wichtigsten
+Apparate und Materialien, die man hierzu benützt, sind: Tannûr (Ofen),
+Qara (Gurke = Destillier-Gefäß), der mit Schnabel versehene Anbiq
+(Ambix = Destillier-Helm), Alatal (Aludel, Rohr), Qabîlah (Rezipient),
+But-eber-But [Tiegel über Tiegel: zum Ausschmelzen und zur sog.
+absteigenden Destillation][4218], Wasserbad, Qandîl [Lampe, Kerze; lat.
+candela], Ton der Philosophen oder der Weisheit (tîn alhikma; bestehend
+aus Ton, Mist, Haaren, Stroh der Alkalipflanze Uschnan), usf.[4219].
+
+Für untergeschoben gelten die allein in lateinischer „Übersetzung“
+vorliegenden Werke, u. a. „Buch der Siebzig“, „Lumen luminum“
+(Licht der Lichter), „De aluminibus et salibus“ (Über Alaune und
+Salze), „Liber secretorum“ (Buch der Geheimnisse)[4220]; indessen
+vertritt ~Berthelot~ ohne Anführung besonderer Gründe die Ansicht,
+das „Liber secretorum“ der Pariser Bibliothek gehe wirklich auf
+~Alrazi~ zurück[4221]. Dieses Buch, in dem viele arabische Ausdrücke
+und Namen vorkommen, bespricht u. a. die vier Geister, die sieben
+Metalle [einschließlich „Katesim“, das ~Berthelot~ fälschlich für
+„Asem“ erklärt; s. unten], die verschiedenen männlichen und weiblichen
+Magnesien, Tutien und Markasite, sowie die Vitriole, Alaune, Boraxe,
+Alkalien und Salze[4222]. ~Berthelots~ Deutung des „indischen Salzes“
+(sal indum) als Salpeter ist sichtlich irrtümlich und unmöglich,
+vielmehr ist das „indische Salz“ der arabischen Autoren Steinsalz;
+auch der chinesische Pilger ~Hiuen-Thsang~, der um 629 n. Chr. Indien
+bereiste, um den Buddhismus an der Quelle kennen zu lernen, berichtet,
+daß weißes, schwarzes und zinnoberrotes Steinsalz im Nordwesten des
+Landes (Provinz Sindh) in großen Mengen vorkomme, von den Einwohnern
+massenhaft gewonnen und als Heilmittel in alle Gegenden der Welt
+verschickt werde[4223]. -- Völlig haltlos ist die Annahme, ~Alrazi~
+spreche im „Liber secretorum“ von mineralischen Säuren, z. B. von
+Schwefelsäure und von deren die Metalle angreifender Wirkung[4224],
+denn „aqua acida et venenosa“ nennt der lateinische Text auch
+gewöhnliche alkalische oder ammoniakalische Flüssigkeiten, denen er als
+„scharfen Wässern“ die angebliche Eigenschaft zuschreibt, +sämtliche+
+Metalle aufzulösen.
+
+Blei (usrub) und Zinn (qalʿijj) bezeichnet ~Alrazi~ als „die beiden
+rasâs, das schwarze und das weiße“, und dem Blei schreibt er, der
+allgemeinen Ansicht folgend, die Fähigkeit zu, „den Diamanten
+zu zerbrechen“[4225] [ein Vorurteil, das, wie bereits erwähnt,
+auf den noch heute üblichen Kunstgriff zurückgeht, Diamanten und
+andere Edelsteine an (oder in) Blei oder Blei-Zinn-Legierungen
+festzuschmelzen, um sie sicherer bearbeiten, schleifen oder spalten zu
+können].
+
+7. ~Alfarabi~ (gest. 950). Dieser hochgelehrte und einflußreiche
+Denker[4226] bekämpfte zwar die „widersinnige Atomistik“ und
+„abergläubische Astrologie“[4227], glaubte hingegen, gestützt auf die
+ursprüngliche Einheit der Urmaterie, an die Möglichkeit des Goldmachens
+und schrieb eine „Abhandlung über Alchemie“, die noch ~Ibn Badscha~
+(gest. 1138) ausführlich kommentierte[4228]. Die „Notwendigkeit
+der Kunst der Künste, die da ist das Elixir“, ergibt sich aus den
+Lehren der Philosophen; daher ist auch die Kunst selbst nur für
+Philosophen faßbar und erreichbar, nicht aber für gewöhnliche Leser
+von Schriften, die unverständlich sind und auch unklar und rätselhaft
+sein +müssen+, weil sie das Heil der ganzen Menschheit gefährdeten,
+machten sie ihr die Erlangung allgemeinen und unbegrenzten Reichtumes
+möglich. Aber auch für Eingeweihte bleiben noch viele Schwierigkeiten
+bestehen, nämlich die Behebung, ja schon die rechte Erkennung der
+von ~Aristoteles~ hervorgehobenen „kleinen Akzidentien“, d. h. der
+geringen Unterschiede, die u. a. noch zwischen Silber und Gold, Zinn
+und Silber, Quecksilber und Silber bestehen; denn „Zinn z. B. ist
+eine Art des Silbers, bis auf Weichheit, Knirschen und Geruch“, und
+ebenso „Quecksilber eine Art des Silbers, die jedoch in den Gruben
+eine gewisse Beschädigung erlitten hat“[4229]. Wirkungen wunderbarer
+Art seitens der Planeten kommen hierbei nicht mit in Frage, denn
+die von Bewegern geistiger Beschaffenheit gelenkten Wandelsterne
+beeinflussen alles Irdische nur den natürlichen Ursachen gemäß[4230];
+aus der gemeinsamen Ursubstanz bringen vielmehr die vier Qualitäten,
+diese Schöpferinnen der Formen und tatsächlichen Existenzen,
+zunächst die vier Elemente hervor, und durch Vermischung von diesen
+nach verschiedenen Verhältnissen kann man dann weiterhin zu allen
+überhaupt denkbaren Stoffen gelangen, oder diese unter Herstellung des
+„richtigen“ Verhältnisses ineinander überführen[4231].
+
+8. ~Almasʿudi~ (gest. 956). Der berühmte Reisende und Schriftsteller
+erwähnt, daß die Kîmijâ, d. i. das Werk der Darstellung von Gold,
+Silber, Edelsteinen und Perlen, Iksîr (Elixir), die Kunst des
+Festmachens (iqâma = Fixierens) von Quecksilber zu Silber, u. dgl.
+mehr, eine äußerst verwickelte Wissenschaft ist, „voll feiner
+Listen, Kniffe und Betrügereien“[4232]. Sie bedient sich zahlreicher
+Hilfsmittel, und manche von diesen sind für die Gesundheit verderblich,
+indem sie beim Erhitzen schädliche Dämpfe und Gerüche verbreiten,
+wie z. B. die Vitriole[4233]; deren Beschaffenheit und Färbung, sowie
+auch ihr Vorkommen in den Gruben, ist übrigens vom Lichte des Mondes,
+von Luftzügen, Windrichtungen, Blitzschlägen u. dgl. Zufälligkeiten
+abhängig, wie dies auch beim Schwefel und bei den Edelsteinen der
+Fall ist[4234]. -- Nûschâdir (Salmiak) kommt nach ~Almasʿudi~ aus
+den Bergen, die Chorasan von China trennen[4235], und Zinn (das Blei
+alqalijj) aus Qalah, dem Mittelpunkte des Handels mit Zinn, Elfenbein,
+Ebenholz, Sandelholz, Bresilholz, Aloe, Kampher und Gewürzen[4236].
+[Qalah halten die einen für einen Ort auf der Halbinsel oder „Insel“
+Malakka, andere für Sumatra oder Java[4237], noch andere für Galla
+= Point de Galle auf Ceylon[4238]; doch erwähnt ~Almasʿudi~ an
+anderer Stelle ausdrücklich die Zinngruben auf der ostindischen Insel
+Qalah[4239]].
+
+9. ~Ibn Hauqal~ (902-968?). Nach diesem Reisenden und Geographen ist
+Persien reich an Eisen, Quecksilber, Messing (sifr), das bei Sardan
+gewonnen und in großer Menge ausgeführt wird, ferner an Naft (Naphtha,
+Erdöl), dessen „heilige Feuer“ schwarzen Ruß und aus diesem „schwarze
+Tinte“ zum Schreiben und Färben liefern, und endlich an Nûschâdir
+(Salmiak), dessen Dämpfe aus einer bei Damindân gelegenen Höhle dringen
+und in dem oberhalb dieser bei Boltan erbauten Hause aufgefangen
+werden[4240]; Gold und Silber ist, außer in Ferghâna[4241], nicht oder
+nur spärlich vorhanden, dagegen Zinn (anûk)[4242]. In Tûs gewinnt man
+Kupfer, sowie einen rotbraunen Eisenstein, dem ägyptischen Hämatit
+gleichend, der eine Art bald männlichen, bald weiblichen Eisens,
+„Chum-âhen“ genannt, ergibt[4243]; in Armenien, am Wan-See, findet sich
+gelbes und rotes Zarnich [Auripigment, Realgar], das „Salz des Burag“
+für die Bäcker und der „Burag der Goldschmiede“ [Borax], der von dort
+aus mit ungeheurem Gewinne nach allen Teilen der Welt geht[4244].
+
+In der Stadt Samarkand ist ein ganzes Straßenviertel nur von
+Messingarbeitern bewohnt; das Wasser wird dahin durch bleierne, aber
+auch durch eiserne Rohre verteilt, und die Kanäle sind mit Bleiplatten
+umrandet oder abgedeckt[4245].
+
+10. ~Alistakhri~ (um 970?), der Zeit- und Fachgenosse ~Ibn Hauqals~,
+bestätigt das persische Vorkommen des Zinns[4246] und des Nûschâdirs,
+„den die Ägypter aus dem Rauche ihrer Bäder haben“[4247] [aus dem
+Rauche des zum Heizen gebräuchlichen getrockneten Kamelmistes], und
+rühmt die Menge des Goldes, Silbers, Quecksilbers und Eisens in
+Transoxanien.
+
+11. ~Almuqaddasi~, dessen wichtigste Reisen in die Zeit zwischen 965
+und 985 fallen sollen, preist gleichfalls die Fülle an Gold, Silber,
+Quecksilber, „Rattengift“ (schakk = Arsen), Naphtha und Erdpech bei
+Ferghâna in Transoxanien; er erwähnt, daß der dortige Salmiak nicht
+von gleicher Güte ist wie der Siciliens, dessen Lager jetzt aber schon
+erschöpft seien, und lobt die Edelmetalle und Vitriole Kuhistâns, sowie
+den Kuhl [= Kohol, d. i. feinstes Pulver, hauptsächlich aus Antimon-
+oder Bleiglanz, u. a. zum Schwärzen der Augenbrauen dienend], dessen
+beste Sorte aus Ispahan kommt; Arabien führt nach ihm neben Eisen
+[Stahl?] auch Zinn aus[4248].
+
+12. ~Alkindi Altudschibi~ (um 970) erzählt in seiner „Beschreibung
+Ägyptens“: ~Hermes~, der als Prophet, König und Weiser dreimal
+Begnadigte, der ~Trismegistos~, goß daselbst das rasâs (Blei) als
+glänzendes Gold aus; seine Schüler waren die Ssabier ~Agatimun~
+(= ~Agathodaimon~) und ~Fitagurus~ (= ~Pythagoras~)[4249]; auch
+~Maria~ und ~Kleopatra~ machten Talismane, Elixire und alchemistische
+Präparate, z. B. das philosophische Ei, das dem Globus, d. h. dem
+Weltganzen, analog ist[4250].
+
+13. ~Alkhwarizmi~ (verfaßte um 980 die „Mafâtîh al ʿUlûm“ = „Schlüssel
+der Wissenschaften“). Kîmijâ, d. i. die geheim zu haltende und zu
+verhüllende Kunst, ist möglich, und zwar dank dem „Steine“, der
+die Grundlage des Elixirs bildet[4251]. Dieses aliksîr ist das
+„Heilmittel“, das die geschmolzenen Metalle weiß und gelb macht und
+aus ihnen Silber und Gold ergibt, oder doch etwas äußerst Ähnliches.
+Man bereitet es aus dem „Stein“; diesen selbst aber gewinnt man
+aus pflanzlichen, tierischen und menschlichen Produkten, z. B. aus
+Knochen, Haaren, Eiern, Blut, Galle, Harn, Kot, hauptsächlich aber
+aus mineralischen, z. B. aus Blei (rasâs al usrub), Zinn (rasâs al
+qalaî), Quecksilber, Schwefel, gelbem, rotem und grünlichem Zarnich
+[Schwefelarsen; Arsenigsäure] und Nûschâdir [Salmiak]; denn Schwefel
+und Arsen sind Seele und Prinzip des Weißen und Roten, Quecksilber
+aber der gemeinsame Geist beider[4252]. Die hierzu erforderlichen
+Geräte, deren sich schon der große ~Zosimos~ und der ~Hermes~-ähnliche
+~Demokritos~ bedienten[4253], sind die bereits von ~Alrazi~
+geschilderten; u. a. Alqara [= Kürbis, Gurke, Kolben], Alanbîq „in
+Gestalt eines Schröpfkopfes, der zweite Apparat jener, die Rosenwasser
+herstellen“ [= Ambix], Alattâl „das mit Ton gedichtete“ [= Aludel,
+Rohr][4254], Dîk ber Dîk, auch Bût eber Bût [persisch = Tiegel über
+Tiegel], worin nach dem „Herabsteigen-Machen“ oben Schlacke oder
+„Rost“ (chabath) verbleibt[4255], während sich unten das „Bereitete“
+ansammelt, z. B. Dîk-Rûy = Bleikupfer-Legierung usf.
+
+Die Kîmijâ macht sich sowohl „Körper“ wie „Geister“ nutzbar. Die
+„Körper“ sind die 7 Metalle Gold, Silber, Kupfer, Eisen, Blei (usrub),
+Zinn (qalî) und Châr Sinî[4256]. Letzteres [in den lateinischen
+Übersetzungen aus dem Arabischen oft „Katesim“ genannt und von
+~Berthelot~ fälschlich für Asem (Elektron), von anderen Autoren für
+Zink erklärt] ist „ein ausländisches Metall unbekannter Natur“, heißt
+auch Alhadîd alsînî (= chinesisches Eisen; chinesischer Stahl) und
+stellt eine weißglänzende bis gelbliche oder goldfarbige Legierung
+dar, aus der man schöne Spiegel, Waffen und Glocken anfertigt[4257].
+In der Geheimsprache der Kîmijâ verbindet und bezeichnet man Gold mit
+Sonne, Silber mit Mond, Kupfer mit ~Aphrodite~, Eisen mit ~Ares~,
+Blei mit ~Kronos~, Zinn mit ~Zeus~ und Châr Sinî mit ~Hermes~, doch
+herrscht, vom Gold und Silber abgesehen, über diese Zuteilungen
+Meinungsverschiedenheit[4258]. „Geister“ sind Schwefel, Arsen,
+Quecksilber und Salmiak[4259], und als wichtigste Stoffe, die solche
+ergeben, hat man zu nennen: Mârkaschîtâ [Markasit; Schwefelkies
+u. dgl.], dessen zahlreiche Arten rot wie Kupfer, weiß wie Silber, gelb
+wie Gold sind und auch als Schmuck dienen[4260]; Magnîsijâ [Magnesia],
+die bald bunt, bald rot, bald schwarz, bald eisenähnlich ist, und
+als Magnâtis „den Stein bildet, der das Eisen anzieht“[4261]; Tûtijâ
+[Tutia, persisch Dûd = Rauch, d. i. der beim Erhitzen zinkhaltiger
+Mineralien entweichende Zinkoxyd-Rauch], weiße aus Indien, gelbe aus
+Chuzistan, grüne aus Kerman[4262]; Talq [Glimmer und glimmerartig
+glänzende andere Mineralien][4263]; Kuhl, „eine Substanz des Usrub“
+[Kohol = feines Pulver aus Blei- oder Antimonglanz][4264]; Schakk
+[Arsen], „gelb aus den Gruben“ [= Auripigment], weiß „aus dem Rauch des
+Silbers“ [= Hüttenrauch, d. i. Arsenigsäure], ein Rattengift[4265].
+Diesen Stoffen reihen sich noch einige ähnliche, aber künstlich
+dargestellte an: Zundschufr [Zinnober] aus Schwefel und Quecksilber;
+Zandschâr [Grünspan] aus Kupfer und Essig; Isfîdâdsch [pers. „weißes
+Wasser“ = Bleiweiß] aus Blei und Essig; Murdâsang [Bleiglätte], durch
+Erhitzen von Blei, bis es gelb ist; Usrundsch [Mennige], durch Erhitzen
+von Blei, bis es rot ist; Zafrân [Eisenrost; Grünspan], aus Eisen und
+Kupfer; Tûtijâ [Rauch], ein Rauch aus Erzen, Kupfer-Mineralien oder
+Kuhl[4266].
+
+14. ~Ibn Sina~, ~Avicenna~ (980-1037), der berühmteste der arabischen
+Ärzte, der Verfasser hervorragender medizinischer und philosophischer
+Schriften, war ein ausgesprochener Gegner der Astrologie und
+Alchemie[4267] und erklärte ausdrücklich, Gold und Silber entstünden
+unter dem Einflusse von Sonne und Mond aus den Dünsten der Erde mit
+allen jenen besonderen Eigenschaften, die ihnen der Wille Allahs
+verliehen habe, und die daher kein Mensch künstlich nachzuahmen
+vermöge[4268]; trotzdem wurde er jedoch in späterer Zeit als Autor
+alchemistischer Abhandlungen ausgegeben, denen der Abglanz seines
+Namens zu völlig unverdientem Ansehen verhalf. Auf Inhalt und
+Bedeutung, Vorzüge und Schwächen seiner echten, sehr umfangreichen,
+philosophischen und medizinischen Kompilationen einzugehen, ist an
+dieser Stelle nicht möglich; hervorgehoben sei jedoch, daß sie alle,
+insbesondere aber der große „Canon der Medizin“, -- ein Riesenwerk, das
+im Rufe absoluter Vollständigkeit und Unfehlbarkeit stand, die gesamte
+Wissenschaft Europas bis tief in das 17. Jahrhundert beherrschte
+und für den muslimischen Orient noch gegenwärtig maßgebend ist --,
+sich ganz besonders durch strenge Systematik der Form, sorgfältige
+Anordnung und genaue Bestimmtheit des Inhaltes auszeichnen und die
+Größe und Dauer ihres Erfolges nicht zum wenigsten gerade +solchen+
+Eigenschaften verdankten. Keine Spur von diesen verrät aber die unter
+dem irreführenden Namen „De anima“ oder „Tractatus de anima“ gehende
+alchemistische Hauptschrift des ~Avicenna~: ohne rechten Plan, ohne
+geregelte Durchführung, immer wieder aufs neue mit dem längst Abgetanen
+beginnend, das aber doch nie zum endgültigen Schlusse gebracht
+wird, und vom Hundertsten ins Tausendste springend zieht sich in
+endloser ermüdender Breite ein Dialog zwischen ~Avicenna~ und seinem
+„Sohne“ hin, in dem jedoch ~Avicenna~ fast allein das Wort führt,
+während hin und wieder, -- man weiß nicht wieso und warum --, auch
+~Albumasar~ (d. i. der berühmte Astronom und Astrolog ~Abu Maʿschar~)
+dazwischenspricht. Auch der Inhalt, der sich kaum mit Gegenständen
+der Erfahrung befaßt, hauptsächlich vielmehr mit allgemeinen Ideen
+aristotelischen Charakters in der mißverstandenen und entstellten
+Gestalt ganz später Tradition, ist zum größten Teile unklar, verworren
+und unverständlich, oft sogar völlig unsinnig, so z. B. in folgendem,
+die Fixierung des Quecksilbers betreffenden Satze, den man, aus
+dem Zusammenhange gerissen, für eine Parodie halten könnte: „Nimm
+Quecksilber, soviel nötig ist, bringe es in das Gefäß, von dem Du
+weißt, lasse es kochen, so wie Dir bekannt ist, füge die Substanz
+zu, von der Du gehört hast, und zwar in der Menge, von der die Rede
+war: dies ist das Geheimnis von der Fixation des Quecksilbers.“ --
+Ein Werk derartiger Beschaffenheit kann ein mit den echten Schriften
+des ~Avicenna~ Vertrauter unmöglich als von diesem Autor herrührend
+anerkennen. So kam denn schon ~Kopp~ zum Schlusse[4269], das Buch
+„De anima“, das erst seitens der Autoritäten des 13. Jahrhunderts
+rühmend erwähnt werde und daraufhin sich bei deren Nachbetern ganz
+übertriebener Wertschätzung erfreue, sei in nicht sehr viel früherer
+Zeit auch abgefaßt und alsbald, um ihm erhöhte Wirksamkeit zu
+sichern, kühnlich dem ~Avicenna~ untergeschoben worden. Nach Ansicht
+des Orientalisten ~Weil~, die ~Kopp~ einholte, machen die vielen,
+allerdings zumeist stark entstellten arabischen Namen und Bezeichnungen
+eine teilweise Übersetzung aus dem Arabischen, oder doch die Benutzung
+ursprünglich arabischer Quellen, sehr wahrscheinlich.
+
+~Berthelot~[4270], der auch hier die Ergebnisse ~Kopps~ völlig
+unberücksichtigt läßt, gibt zwar ebenfalls zu, daß die Schrift „De
+anima“ viele Interpolationen enthalte, und daß man ihre, gegen 1300
+schon wohlbekannte lateinische Übersetzung, die gemäß der vorkommenden
+Namen und spanischen Worte im Laufe des 13. Jahrhunderts in Spanien
+angefertigt zu sein scheint[4271], dem ~Avicenna~ nur zugeschrieben
+habe[4272]; dagegen erklärt er, wenn auch nicht in ganz unzweideutiger
+Weise, das angebliche arabische Original doch für ein echtes Werk
+des ~Avicenna~[4273], wobei er sich u. a. darauf stützt, daß an
+verschiedenen Stellen der Übersetzung arabische liturgische Formeln
+und Gebräuche Erwähnung finden[4274], und auch gewisse Anklänge an
+den ~Morienes~ (~Marianos~) und ~Dschabir~ (+nicht+ aber an den
+sog. ~Geber~) auftauchen[4275]. Für überzeugend wird man indes
+diese Ausführungen um so weniger halten können, als Anklänge an die
+Kompilationen des ~Dschabir~ bestenfalls auf gemeinsame Quellen
+hindeuten, während ~Morienes~ oder ~Marianos~, wie schon weiter oben
+hervorgehoben wurde, selbst eine Persönlichkeit mindestens fragwürdiger
+Natur bleibt[4276].
+
+Gegenstände, über die sich ~Pseudo-Avicenna~ noch am verständlichsten
+ausdrückt[4277], sind die vier Geister und ihre Eigenschaften, die
+Zusammensetzung der Metalle aus mehr oder weniger Schwefel und
+Quecksilber, -- das Vorhandensein des letzteren soll die Schmelzbarkeit
+bedingen, das des ersteren die beim Erhitzen zu beobachtende Entstehung
+von „azenzar“ (d. i. eigentlich Zinnober, jedoch auch jedes andere rote
+Oxyd oder Sulfid) --, und die Gewinnung des „besten“ Goldes mittels des
+Elixirs: zwar gibt es hierbei viele Fälscher und Betrüger, doch kennt
+man auch die Wege, ihre Nachahmungen vom Echten zu unterscheiden[4278].
+
+Für den Geist des späteren Mittelalters ist es sehr bezeichnend, daß
+gerade diese so dürftige, inhaltsleere, betreff wirklicher Erfahrungen
+und Tatsachen überaus armselige Zusammenstellung pseudepigraphischer
+Natur für einen Ausbund wissenschaftlicher Weisheit und Zuverlässigkeit
+galt, so daß man auf +sie+ hin, und nicht seiner +echten+ Werke halber,
+den ~Avicenna~ als „Hochgelehrtesten aller arabischen Naturforscher“
+und als „dux et princeps philosophorum“ verehrte[4279]; der spanische
+Arzt ~Monardes~, der im 16. Jahrhundert zu Sevilla wirkte, und
+dessen Werke ~Clusius~ (~de l’Écluse~) ins Lateinische übersetzte,
+scheint sogar, vermutlich irgendeiner älteren Tradition folgend, die
+Bezeichnung „dux“ wörtlich genommen zu haben, denn er macht ~Avicenna~
+zum „König von Cordova“[4280]!
+
+15. ~Albiruni~ (973-1048), einer der größten Gelehrten und
+vielseitigsten Forscher und wohl der bedeutendste experimentierende
+Physiker, den die arabische Litteratur zu verzeichnen hat[4281], war
+ein Gegner der Alchemie und Astrologie, über deren Verbreitung und
+Pflege bei vielen Völkern er eingehende Mitteilungen machte. Die sieben
+Metalle, zu denen das Quecksilber +nicht+ zählt, haben das passive,
+feuchte, weibliche Quecksilber zur Mutter, und den aktiven, trockenen,
+männlichen Schwefel zum Vater[4282]; nach der Anschauung der Perser,
+besonders aber der Ssabier[4283], stehen sie, weil auf ihnen alle
+Handarbeit und daher das Wohl der Welt und der Menschheit beruht,
+unter dem Schutze des mächtigen Engels ~Schahrewar~, dessen Name
+Liebe und Sperma bedeutet[4284]. Innige Zusammenhänge verbinden sie
+mit den 7 Planeten, den Planetengöttern (deren Namen in den Sprachen
+der Griechen, Araber, Perser, Syrer, Hebräer, Inder und Chowarezmier
+aufgeführt werden)[4285], sowie mit deren Statuen und Idolen[4286]: so
+z. B. bringt der Planet ~Ares~ Unglück, desgleichen ~Kronos~, den Gott
+am siebenten Tage schuf, und dem zu Ehren ~Abraham~ seinen Sohn opfern
+wollte[4287], während „~Hermes~ der Schreiber“ und ~Aphrodite~ „Sterne
+der Sonne“ sind, und ~Zeus~ sich von günstiger Natur erweist[4288].
+Das an Schätzen aller Art reiche Persien liegt nach ~Hermes~ in der
+Mitte der Erde, während die sechs anderen wichtigsten Staaten es im
+Kreise umgeben, wie das eben nur bei sechs Kreisen möglich ist, die
+einen siebenten umschließen[4289]; die Inder, die neun Teile der Erde
+annehmen, zeichnen indessen eine andere Figur auf, in der aber ihr
+Land gleichfalls als das der Mitte erscheint[4290]. In Indien ist die
+Alchemie unbekannt, oder wird doch nicht beachtet[4291], vielleicht
+weil das Land Überfluß an Kostbarkeiten aller Art hat; zu erwähnen ist,
+daß man Zinn (rasâs alqalijj) aus Ceylon holt, aus Qalah (auf Malakka?)
+und auch, wie ~Alschirazi~ anzudeuten scheint, aus Hinterindien[4292].
+
+[Illustration]
+
+[Illustration]
+
+16. ~Altughraʾi~ (gest. 1128), Dichter und Alchemist, nach
+~Gildemeister~ im Abendlande schon frühzeitig als ~Artephius~ bekannt
+geworden[4293], erzählt, daß man Gold am oberen Nil, aber auch am
+Oxus, in haarigen Ziegenfellen auffange, es so in Körnern bis zur
+Größe von Fischschuppen erhalte und nachher noch mittels Quecksilbers
+weiter „sammle“ [ausziehe; anreichere][4294]. Die Alchemisten stellen
+mittels gewisser Apparate aus Glas und Ton[4295] die Edelmetalle auf
+künstlichem und verborgenem Wege her; sie haben unzählige Geheimnamen,
+unter diesen 13 für Nûschâdir, 14 für Blei, „das Metall des Kuhl“ [hier
+= Bleiglanz], 15 für Kupfer, 16 für Silber (z. B. „weißer ~Hermes~“,
+aussätziges Gold), 18 für Eisen, 20 für Gold und 51 für das so
+ungeheuer wichtige Quecksilber[4296], das zwar flüchtig und ein Geist
+ist, zugleich aber auch „ein Anfang der Körper“ [eine Grundlage der
+Metalle][4297].
+
+17. ~Alkhazini~ (um 1130) war ein Gegner der Alchemie, was bei einem
+so trefflichen Experimentator nicht wundernehmen kann; er machte
+sehr genaue Bestimmungen einer großen Anzahl spezifischer Gewichte,
+ermittelte die Zusammensetzung gegebener Mischmetalle aus ihren
+Dichten und gab auf Grund solcher Feststellungen den Kupferschmieden
+und Gelbgießern (saffâr) Vorschriften zur Darstellung von Legierungen
+bestimmten Aussehens und gewünschter Eigenschaften[4298].
+
+18. ~Ibn Alʿauwam~, der gegen 1150 in Sevilla das ausführliche „Buch
+der Landwirtschaft“ verfaßte, erwähnt in diesem gelegentlich das
+rote Arsen [Realgar], das man zum Vergiften von Vögeln und in der
+Tierheilkunde gebraucht[4299], das gebrannte schwarze [metallische?]
+Arsen[4300], den feinpulverigen Kohol [Schwefelantimon][4301], die
+indische Tutia[4302], den persischen Pulâd oder Fulâd [Stahl][4303],
+das Zinn (qalah) und die schön verzinnten (moqasdar) nordafrikanischen
+Kessel[4304], sowie den aus Reis zu erhaltenden Essig, der von äußerst
+kalter Natur, dabei aber so scharf ist, daß er selbst Gefäße und Steine
+auflöst[4305].
+
+19. ~Abuʿlfadl~ (schrieb gegen 1175). Als genauer Kenner der Farbstoffe
+und Drogen, „deren es 3000 gibt“, ihrer Verfälschungen und deren
+Aufdeckung durch genaue Prüfung (u. a. durch Ermittlung der Menge
+des eigentlich wirksamen Bestandteiles, z. B. bei Indigo)[4306],
+war er ein abgesagter Feind der Alchemisten, die das Volk mit
+nachgeahmten Metallen, Edelsteinen und Perlen betrügen und gemeine
+Metalle mittels gewisser Heilmittel zu weißen und zu röten verstehen,
+z. B. zu Gold durch ‚Dawâ‘ (= Medizin)[4307]. Häufig bedienen sie
+sich des Quecksilbers (zîbaq), dessen beste Sorte aus Toledo kommt,
+das „leicht flüchtig ist wie ein flüchtiger Sklave“ und daher erst
+im Laufe der Arbeit [wieder] sichtbar wird[4308]. Von den übrigen
+Metallen kennt man meist vielerlei Arten: das Eisen (hadid) kann
+männliches sein (aldhakar), weibliches weiches (narm âhan), Stahl
+(fulâd), oder damasciertes; das Kupfer ist an sich rot, wird aber zu
+prächtig gelbem Messing durch Zusatz von Tûtijâ, deren es namentlich in
+Spanien vielerlei gelbliche, rötliche und bunte Sorten gibt, ferner zu
+weißglänzendem, hartem, aber leicht brüchigem Isbâd-rûy oder Sefîd-rûy
+durch Zugabe eines Fünftels Zinn[4309]; Zinn (qalî, qasdîr) ist das
+weiße Blei[4310] im Gegensatze zum schwarzen. Letzteres zerbricht
+trotz seiner Weichheit den Diamanten, der sich, auf einer Bleiplatte
+befestigt, durch vorsichtiges Klopfen zwischen den Schneiden zweier
+Hämmerchen zerteilen läßt[4311], und liefert das leuchtende Bleiweiß,
+das aus ihm durch Essig herausgezogen wird. Wie man aber wieder diesen
+gewinnt, das vermag man nur durch die Praxis zu erlernen und auf keine
+Weise aus den Büchern[4312].
+
+20. ~Alnabarawi~, der gegen 1200 lebte, bisher aber mir aus den
+Auszügen des ~Ibn Bassam~ (13. oder 14. Jahrhundert) bekannt ist, besaß
+gleichfalls ausgebreitete Kenntnisse über die „3000 Drogen“ und ihre
+Verfälschungen[4313], berichtet u. a. näher über die verschiedenen
+Arten des Itmid oder Kuhl, des Nûschâdirs und des Kamphers[4314],
+und beschreibt die Sublimation (tasʿîd) und Destillation (taqtîr),
+z. B. die Herstellung des aus der Gurke (alqarʾ) durch Destillieren
+(saʿad) gewinnbaren Kampher-Wassers und des destillierten Pechs
+(qatrân musʿad)[4315]. Er erwähnt auch das betrügerische Aufhellen
+dunkler Zuckersyrupe und Melassen durch Klären mit Bleiessig (gewonnen
+durch Lösen von Bleiweiß in Essig) und weist dessen Gegenwart dadurch
+nach, daß er die verdächtige Probe über eine Abortgrube stellt, wobei
+Schwärzung eintritt [indem der entweichende Schwefelwasserstoff
+schwarzes Schwefelblei bildet][4316].
+
+21. ~Aldschazari~ und ~Ridwan~, die gegen 1200 über den Bau kunstvoller
+Uhrwerke berichten, erwähnen unter den Materialien rotes Kupfer,
+Messing, -- beide auch verzinnt (murassas), oft „mit einer dicken
+Schicht Zinn“ (anûk)[4317] --, Bronze (sifr, sufr)[4318], Isfidrûy oder
+Isfâdrûy [= „Weißkupfer“, d. i. eine Art sehr heller Bronce][4319],
+sowie Quecksilber[4320].
+
+22. ~ʿAbd Allatif~ (1160-1231), der Verfasser der ausgezeichneten
+Beschreibung Ägyptens und seiner Naturschätze, war ursprünglich ein
+Freund der „großen Kunst“, erkannte sie aber bei näherer Beschäftigung
+mit ihr und ihren Vertretern als „falsch, nichtig, schwindelhaft,
+lügnerisch und trügerisch“[4321].
+
+23. ~Aldschaubari~ (schrieb gegen 1220 die „Enthüllung der
+Geheimnisse“)[4322]. Die „Genossen der Kîmijâ“, die Alchemisten,
+sind Lügner, Gauner und Schwindler, die selbst ihre Fürsten schon
+in frechster Weise hintergingen und täuschten; wer ihnen immer noch
+glaubt, wird allein durch seine Erfahrungen belehrt werden, denn ihre
+Kniffe zur Fälschung der edlen Metalle und Steine sind zahllos und die
+Methoden ihrer Betrügereien belaufen sich auf dreihundert oder mehr.
+So z. B. haben sie allein 47 Verfahren, um aus zerriebenem Perlmutter,
+Glimmer, Quecksilber u. dgl. falsche Perlen zu bereiten, die sie in
+Fische einlegen oder von Vögeln fressen lassen, um ihnen den rechten
+Glanz zu erteilen[4323], und allein 48 Verfahren, um aus Eierschalen
+und Indigo oder Waid falschen Lasurstein zu gewinnen[4324]. Sie
+geben sich den Anschein, Silber und Gold aus einer gemeinen „Asche“
+darzustellen, die aber vorher aus diesen Metallen durch Behandlung
+mit allerlei schwefel- und arsenhaltigen Stoffen erhalten wurde und
+sie beim starken Erhitzen, besonders mit gewissen Zutaten, wieder
+zurückliefert[4325]. „Reines Silber“ machen sie durch „Weißen“ von
+20 Teilen Kupfer mit 1 Teil Auripigment (rasâcht), Realgar, Zarnich
+[Arsenigsäure?], Quecksilber oder Sarkokolla; „reines Gold“ (ibrîz)
+durch „Gilben“ oder „Rotfärben“ von Kupfer mit Auripigment, Zinnober,
+Grünspan, grüner Tûtijâ u. dgl. unter dreimaligem Umschmelzen [zu
+einer Art Bronze?][4326]; „echte Edelsteine“ endlich durch Herstellen
+gewisser gefärbter Gläser und Schmelzen, angeblich gemäß den
+Rezepten in ~Platons~ „Buch der Zauberkünste“[4327]. Was die von
+ihnen benützten Hilfsstoffe betrifft, so findet man Kuhl in Ispahan
+und die „Tûtijâ der Weisen“, die auch al qalamî [Galmei] heißt, in
+vielen Ländern[4328]; Grünspan (zindschâr) und Bleiweiß (isfîdâdsch)
+bereitet man durch Eingraben von rotem Kupfer oder schwarzem Blei
+nebst natürlichem Nûschâdir und scharfem Essig (den man auch ohne
+Destillation erhalten kann)[4329] in den feuchten Erdboden[4330];
+Zinnober (zindschafar) durch „Töten“ von Quecksilber mit Schwefel,
+Arsen [Arsensulfiden] und Essig, wobei man das geschlossene und gut
+mit Ton gedichtete Gefäß im Ofen bei richtigem Feuer lange genug zu
+erhitzen hat[4331]; Bleiglätte (martak) durch Rösten von Blei und chubz
+alfiddî [wörtlich Silber-Brod; Substanz unbekannter Natur] auf nicht
+näher angegebene Weise.
+
+~Aldschaubari~ macht auch höchst merkwürdige Angaben über die
+ungeheuerlichen Fälschungen der Gewürze, Wohlgerüche, Nahrungs- und
+Gebrauchs-Mittel von den seltensten Drogen an bis zur Seifenlauge (râs
+al sâbûn) herab[4332], er bespricht zahlreiche Heilstoffe (z. B. die
+7 Gallen von 7 Tieren) und Gifte (z. B. Bang, d. i. Bilsenkraut, für
+dessen schärfste Sorte, die blaue kretische, der Essig ein unfehlbares
+Gegenmittel bleibt)[4333], und preist gewisse pflanzliche Öle, Fette
+und Harze als unersetzlich für das Härten der Schwerter aus indischem
+und damascener Stahl[4334].
+
+24. ~Jaqut~ (1178-1229) berichtet in seinem, auf Grund der
+zuverlässigsten alten Quellen verfaßten „Geographischen Wörterbuche“,
+daß Zinn von bester, einzig in der Welt dastehender Güte aus Qalah (auf
+Malakka) gebracht wird, aber auch, wie dies schon ~Alistakhri~ und
+~Albiruni~ wußten, aus Ceylon und Fars (Persien) und außerdem noch aus
+Spanien[4335]. Kupfer ergibt mit Zinn, aber auch mit anderen Metallen
+und Erzen, schöne Legierungen, aus denen man in Indien herrliche
+Arbeiten herstellt; solche kommen u. a. aus Kulam (Malabar), woselbst
+man auch Porzellan erhalten kann, das aber weder so fein, noch so
+weiß, noch so durchscheinend ist wie das echte chinesische[4336]. --
+Quecksilber findet sich in Chorasân, besseres (reineres und schwereres)
+in Persien, das beste aber in Spanien, und zwar nach dem Berichte
+~Alidrisis~ [des berühmten Geographen; um 1150] im Gebirge Burianus
+oder Murianus [= Sierra Morena], sowie in Abâl nächst Cordova [Almaden;
+almaʿden = das Bergwerk][4337].
+
+Der Reichtum Spaniens an Zinnober und Quecksilber ermöglichte es
+schon dessen Khalifen ~Abd Arrahman~ II. (912-961), seinen Lustgarten
+(nächst Cordova?) durch einen mit Quecksilber gefüllten Teich
+auszuschmücken[4338], und der Palasthof seines Zeitgenossen, des
+Khalifen ~Muktadir~ in Bagdad, dürfte (917) einen ebensolchen enthalten
+haben, der freilich „als gefüllt mit flüssigem Zinn (rasas qalî),
+heller leuchtend als poliertes Silber“ beschrieben und durch einen
+„mit geschmolzenem Golde gefüllten“ noch übertrumpft wird[4339]; aber
+bereits 868 legte ~Ahmed Ibn Tulun~ in Kairo, und ebenda 892 der
+Statthalter ~Chumarawaih~ „ein Bassin an, von 50 Ellen im Gevierte,
+gefüllt mit Quecksilber, -- im Vollmond ein unvergleichlicher Anblick
+--, dazu bestimmt, sich auf seiner Oberfläche auf Luftkissen zu
+schaukeln und so in recht sanften Schlaf einzuwiegen“[4340].
+
+Eine besonders bemerkenswerte Anwendung fand das Quecksilber zum Füllen
+kunstvoller Uhren (s. oben bei ~Aldschazari~ und ~Ridwan~) [die in
+Spanien noch zur Zeit König ~Alfons~ X. (1252-1284), des bekannten
+Förderers der Astronomie, gebräuchlich waren[4341]].
+
+25. ~Ibn Albaitar~ aus Malaga (gest. 1248), der Verfasser eines sehr
+ausführlichen Wörterbuches der Heil- und Genußmittel, erwähnt zwar
+vielerlei Mineralien, Salze, Metalle usf., aber seinem pharmazeutischen
+Hauptzwecke gemäß fast stets nur vorübergehend. Er spricht z. B.
+vom Gold[4342], Taliqûn, „einer Art Kupfer“[4343], Rasas, dem
+schwarzen Blei, das den sonst nur durch Feuer zerstörbaren Diamant
+„zerbricht“[4344], Kazdir, dem weißen Blei, aus dem man Gefäße
+anfertigt[4345], der Bleiglätte, die in Essig gelöst süß wird[4346],
+dem Sublimat aus Quecksilber[4347], usf.; ferner beschreibt er die
+Vorgänge der Sublimation, der Destillation, des Ausschmelzens usf.,
+durch die vielerlei wichtige Substanzen gewonnen werden, während die
+wertlosen Schlacken (chabath) zurückbleiben[4348].
+
+26. ~Ibn Mansur~ (13. Jahrhundert) schrieb in persischer Sprache
+ein Steinbuch, das in Gestalt der türkischen Bearbeitung durch
+~Aldschaffari~ auf uns gekommen ist[4349]. Als die 7 einfachen Metalle
+führt es auf: Gold, Silber, Kupfer, Zinn, Eisen, Blei, Châr Sinî [das,
+wie oben erwähnt, in Wirklichkeit ein Mischmetall ist]. Von Legierungen
+erwähnt es: Messing (schabah, türk. birindsch) aus Kupfer und dem
+Rauche der Tutijâh; Bronze (sufr, türk. tudsch) aus Kupfer und Qalaî
+(Zinn); Tal, „ein gelbes Erz“ [eine Art Messing?] aus Kupfer und Blei
+[weißem, d. i. Zinn?]; Taliqûn, eine messing- oder bronzeähnliche
+Legierung aus Kupfer, Tutijâh und noch mehreren anderen Metallen[4350];
+Derâ-rûy, eine Legierung aus Kupfer, Messing, Bronze und Tal; Sachtah,
+eine Legierung aus Silber, Kupfer und Quecksilber; Heft-Dschosch
+[Sieben-Geschmolzenes], eine Legierung aller sieben Metalle.
+
+27. ~Alqazwini~ (gest. 1283). Der von ~Wüstenfeld~ herausgegebene
+arabische Text seiner umfassenden „Kosmographie“, von dem ~Ethé~ einen
+großen Teil ins Deutsche übersetzte[4351], hat sich neuerdings leider
+als eine späte, erst dem 18. Jahrhundert entstammende Überarbeitung
+erwiesen[4352] und ist daher nur mit Vorsicht zu benützen.
+
+Aus der Urmaterie entstanden nach ~Alqazwini~ die vier Elemente
+(arkân), die auch Mütter heißen und gegenseitigen Überganges
+ineinander fähig sind[4353]; sie erfüllen, wie alles, so auch die
+im Innern der Erde vorhandenen Dünste und Flüssigkeiten, aus denen
+sich zunächst, unter Vereinigung von Wasser und Erde, das Quecksilber
+abscheidet, zugleich aber unter Verkochung der Luft und der übrigen
+Elemente durch Feuer zu einem Öle, der Schwefel[4354]. Aus diesen
+beiden bilden sich weiterhin, je nach den Einflüssen und Farben der
+Planeten, -- namentlich des „Schatzmeisters“ ~Kronos~ und des Mondes
+--, alle übrigen Metalle und Mineralien und entfalten sich besonders
+schön und rein mit zunehmendem Monde, wie dies sämtlichen Bergleuten
+längst durch eingehende Erfahrungen bekannt ist[4355]. Auf solche
+Weise entspringen also, je nach den Verhältnissen und Umständen, die
+7 Metalle, d. s. Gold (dhahab), Silber (fidda), Kupfer (nuhâs), Zinn
+(usrub), Eisen (hadîd), Blei (rasâs) und Châr Sînî, das man mittels
+einer mineralischen rötlichbraunen Substanz gewinnt, die in China
+gefunden und auch Tutia oder Tutanega genannt werden soll[4356]. Durch
+langsames Abtropfen und sehr allmähliches Gerinnen in den Klüften der
+Gebirge verdichten sich ferner die Salze, Vitriole und Alaune (z. B.
+der schön weiße aus Jemen)[4357], Natron und Salmiak[4358], die öligen
+Schwefel und Arsene[4359], Naphtha, Asphalt und Pech[4360], Markasit
+und andere Erze[4361] und zuletzt noch die Edelsteine[4362], u. a.
+der Diamant, der vielen auch für eine Versteinerung des himmlischen
+Feuers gilt, trotz seiner ungeheuren Härte aber durch Blei „zerbrochen“
+wird[4363]. Berühmte Fundorte sind: für Edelsteine und Diamanten
+Ceylon[4364]; für Schwefel, auch gelben und roten [Auripigment,
+Realgar], Vitriole, Blei und Antimon [Blei- und Antimonglanz] die
+Berge des Demawend sowie der in Spanien gelegene Gebl-al-kohl (Berg
+des Bleiglanzes), woselbst das Wachsen mit zunehmendem Monde besonders
+deutlich zu beobachten ist[4365]; für Zinn und Quecksilber „wie sonst
+nirgends“ Spanien[4366]; für Gold, Silber, Messing, Eisen, Türkis,
+Naphtha und Steinkohle Transoxanien[4367]; für Gold, Silber, Kupfer und
+Eisen die Inseln des persischen Meeres[4368]; für Magnetstein, dessen
+Kraft durch Knoblauch gebrochen, durch Essig aber wieder hergestellt
+wird, der Magnetberg im indischen Meere[4369]. Auf den Inseln dieses
+Ozeans ist Eisen sehr selten und kostbar, die Bewohner der Nikobaren
+tragen es sogar als Schmuck, die Sumatras und anderer Inseln tauschen
+es gegen Ambra ein[4370]; außer dem weichen weiblichen Eisen (narm
+âhen) hat man auch das harte männliche [= Stahl][4371], aus dem
+man die Schwerter macht, die wie Zinn glänzen, aber nicht aus Zinn
+bestehen[4372].
+
+Beim Erhitzen der Vitriole entweichen dicke Dämpfe, die äußerst
+übelriechend und gesundheitsschädlich sind, wegen ihrer Schärfe zum
+Ausräuchern dienen und bei Berührung mit Wasser oder wässerigen
+Flüssigkeiten große Hitze erzeugen[4373].
+
+Eine Anzahl weiterer zugehöriger Angaben ~Alqazwinis~ ist einem von
+~Ruska~ übersetzten, den Mineralien gewidmeten Abschnitte seiner
+„Kosmographie“ zu entnehmen[4374]: unter dem Einflusse von Kälte,
+Wärme, Trockenheit und Feuchte entstehen zunächst Quecksilber und
+Schwefel, weiterhin aber aus diesen die Mineralien, deren es 700
+gibt[4375]. Das Quecksilber ist eine etwas beschädigte Art des Silbers,
+entwickelt beim Erhitzen einen furchtbar giftigen Dampf[4376], ergibt
+beim Kochen in einem geschlossenen Kolben jenen roten Zinnober
+(zundschufr), der sich auch in den Gruben bei der Einwirkung von
+Schwefel auf Quecksilber ausscheidet[4377], und ist [als Salbe] sehr
+geeignet zur Vernichtung von Läusen und anderem Ungeziefer[4378].
+Auch der Schwefel bildet leicht Dämpfe, verflüchtigt sich in Gestalt
+solcher bei der Entstehung der Metalle und verdichtet sich dabei z. B.
+zu Malachit, wenn er aus werdendem Kupfer, zu Smaragd aber, wenn
+er aus werdendem Golde entweicht[4379]. -- Gold ist beständig und
+unveränderlich, aus Kupfer dagegen (und auch aus Messing) wird durch
+Essig Grünspan herausgezogen[4380], auch erhält man aus [geschmolzenem]
+Kupfer durch Einwerfen eines gewissen Zusatzes, der es zu festem Steine
+macht, die giftige Legierung Tâlîqûn, und ebenso durch Verschmelzen
+mit den sechs anderen Metallen die Legierung Haftdschausch (=
+7-Geschmolzenes)[4381]. Wie den Grünspan aus dem Kupfer, so zieht Essig
+das Bleiweiß (isfîdâdsch = weißes Wasser) aus dem Blei heraus, das man
+u. a. aus dem bleihaltigen Itmid [Bleiglanz?] darstellt[4382]; die
+Dämpfe des Bleies sind giftig und das nämliche gilt vom Bleiweiß und
+von der beim Rösten aus ihm entstehenden Mennige[4383]. Das Blei ist
+der Feind des Diamanten, der sich in einer unzugänglichen Talschlucht
+Indiens findet, wegen seiner ungeheuren Härte zum Bohren der Gesteine
+dient, durch Bocksblut aber zersprengt wird[4384].
+
+Produkte der Verdichtung sind ferner die Salze, Boraxe (tinkâr), Alaune
+(schabb), Vitriole usf.[4385]. Die Alaune gebrauchen die Färber zum
+Beizen und Fixieren der Farbstoffe, die Chemiker aber zum Reinigen und
+Färben der Metalle[4386]. Die Vitriole werden bald durch Eisen gelb und
+rot, bald durch Kupfer grün gefärbt; die Kalkand und Kalkadis genannten
+sind äußerst scharf und hitzig, dienen zum Räuchern und ergeben
+beim Erhitzen unter Entwicklung eines furchtbaren Dunstes Kalkatâr
+[Colcotar][4387]. -- Den Salzen ähnlich, aber sublimierbar, ist der
+Nauschâdar [Salmiak], der sich in vielen Gruben findet, sowie im feinen
+hitzigen Dunst der Bäder[4388].
+
+Weitere Ergebnisse mehr oder minder weit fortgeschrittener Verdichtung
+sind u. a. noch: Die Naphtha (naft), deren schwarze Sorte durch
+Destillation mit Helm und Alambik weiß wird[4389]; die Tûtijâ, die
+nach einigen ein beim Reinigen des Kupfers [?] entweichender Rauch
+ist, nach anderen nur in Silbergruben vorkommt, nach noch anderen aber
+aus gewissen farbigen Mineralien Indiens [Vitriolen?] besteht[4390];
+die Magnesia [hier = Braunstein], die durch ihren Bleigehalt [!]
+Kiesel und Alkali zu Glas zusammenschmilzt[4391]; der Magnet, der
+den berühmten Magnetberg bildet und seine Kraft durch Gegenwart von
+Zwiebeln oder Knoblauch verliert, durch Essig oder Bocksblut aber
+wiedergewinnt[4392]; die nur sehr allmählich reifenden Edelsteine, wie
+der Diamant, der Smaragd, der Jâkand [Jâqût = ὑάκινθος, Hyazinth][4393]
+und viele andere. Nicht zu diesen gehörig ist der Kahrubâ [=
+Strohräuber, d. i. Bernstein], der vielmehr das verhärtete Harz des
+römischen Nußbaumes vorstellt[4394].
+
+Viele Mineralien sind, wie schon ~Aristoteles~ [d. h. das
+„Steinbuch des ~Aristoteles~“] lehrte, wichtig für die Kunst der
+Metallverwandlung, niedergelegt in den Büchern des ~Hermes~, aus denen
+u. a. auch ~Alexander der Grosse~ seine medizinischen und chemischen
+Kenntnisse schöpfte[4395]. Das Arsen, sowohl das gelbe und rote, wie
+das beim Calcinieren entstehende weiße, die sämtlich furchtbare Gifte
+sind, Fliegen und Läuse töten, und zuweilen auch als Depilatorien
+Verwendung finden, weißt das Kupfer[4396] und ebenso wirkt der
+calcinierte arsenhaltige Ifrangis [Stein der Franken] beim Projizieren
+auf 50 Teile Kupfer[4397]. Auch der schwefelhaltige Markasit dient in
+der chemischen Kunst zur Überführung von Kupfer und Blei in Silber,
+oder doch in ein silberähnliches Metall[4398]; aus Blei, Kupfer, Eisen
+und Zinn ergeben ferner gutes Silber die Steine Talk, Baumwollmagnet,
+Kidâmi und Karsijâd[4399], welche letzteren, ebenso wie der Furslus,
+der Wollmagnet und der Bleimagnet, auch Quecksilber zu glänzendem,
+festem, ausgezeichnetem Silber härten[4400]. Der Wetzstein erzeugt
+aus Silber ein dem Gold sehr ähnliches Metall[4401], der Satansstein
+färbt 14 Teile Silber zu rotem Gold[4402], der Stein Hâdî sowie die
+Korallenasche fixieren Quecksilber zu Gold[4403], der Chrysolith [=
+golderzeugender Stein] und der rote, indische Stein Hâmî gilben auch
+Kupfer zu Gold, das durch Talk noch ganz besonders schön glänzend
+wird[4404].
+
+28. ~Aldimeschqi~ (1256 bis 1327 oder 1331), Verfasser der berühmten,
+sehr ausführlichen „Kosmologie“[4405], aus der schon weiter oben das
+die Ssabier Betreffende angeführt wurde. Allgemeiner Ansicht nach,
+die schon zur Zeit des ~Ibn Wahschijah~ (um 900) die herrschende war,
+erweisen sich die sieben Metalle, d. s. Gold, Silber, Kupfer, Eisen,
+Zinn, Blei und Châr Sinî (nach anderen aber Quecksilber, nach noch
+anderen Zink)[4406], sämtlich als nahe verwandt, da sie alle aus
+verschiedenen Mengen Schwefel und Quecksilber von mehr oder minder
+hoher Reinheit zusammengesetzt sind und sich untereinander wie
+Blüten, Knospen und Früchte verhalten[4407]; nach Farbe, Natur und
+Eigenschaften gleichen sie den sieben leuchtenden Planeten, denen
+sie zugeordnet und durch deren Strahlen sie entstanden sind, und mit
+Recht sagt daher der Mystiker ~Ibn Alʿarabi~ (gest. 1240): „Gold und
+Silber sind die großen Namen, abhängig von den Planeten und ihren
+Häusern“[4408].
+
+Der Schwefel ist der „Vater der Metalle“, der „Samen der
+Metalle“[4409], er verdichtet sich aus den öligen Teilen der irdischen
+Wässer und Ausdünstungen, findet sich daher in manchen Quellen und in
+der Nähe der Vulkane[4410] und ist gelb, auch rötlich oder weißlich,
+leicht entzündlich und sehr brennbar[4411]; ihm äußerst ähnlich,
+aber schwieriger entflammbar, sind das gelbe und rote Arsen und das
+männliche oder weibliche Sandarach, das, mit Kalk vereinigt, den
+Indern als wirksamstes Enthaarungsmittel dient[4412], sowie auch das
+Arsen, „Dik ber Dik“ [aus einem Tiegel in den andern sublimiert;
+Arsenigsäure], das Rattengift, das in Spanien auch als „Erde“ [Mineral]
+vorkommen soll[4413]. -- Das Quecksilber, die „Mutter der Metalle“,
+bildet sich durch allmähliche Verdichtung des himmlischen Wassers,
+namentlich des auf Schwefel fallenden; es ist zwar äußerlich weiß,
+innerlich aber rot, ergibt Legierungen mit den Metallen, besonders auch
+mit dem Gold, dessen „Magnet“ es ist, weißt das Kupfer und löst sich
+in der Hitze zu Dampf auf, der tödlich ist wie Kohlendunst[4414]. --
+Erst weiterhin vereinigen sich, wie angegeben, Schwefel und Quecksilber
+miteinander; sie reifen dann, je nach den Umständen und der Länge der
+Zeit, zu einem oder dem anderen der 7 Metalle heran.
+
+Die Alchemisten, die alle diese Lehren aufstellen, versichern nun,
+die Natur nachahmen, das Reifen beschleunigen und so künstlich Gold
+und Silber machen zu können; aber alles, was sie behaupten, ist
+unmöglich und unwahr, und sie selbst sind Täuscher, Betrüger, Fälscher,
+Münzfälscher, bestenfalls „Färber“, niemals aber „Macher“[4415]. Ihre
+Theorien „alle Metalle verwandeln sich beim Erhitzen in Quecksilber;
+die Blüte Quecksilber trägt die Frucht Gold; die übrigen Metalle
+sind Zwischenstufen und enthalten mehr Schwefel,...“ sind verkehrt
+und unsinnig, denn jedes Metall ist und bleibt ein besonderes Wesen,
+allein abhängig von der Natur des zugehörigen Planeten, seines
+Erzeugers[4416]. Ihre Vergleiche „Vitriol, Galläpfel und Wasser, obwohl
+nicht schwarz, geben zusammen schwarze Tinte; Kieselsand, Alkali und
+Magnesia [Braunstein], obwohl nicht durchsichtig, geben zusammen
+durchsichtiges Glas; so geben unsere Präparate zusammen Silber oder
+Gold,...“ führen irre und beweisen gar nichts[4417]. Alles, was sie
+vermögen, kommt darauf hinaus, dem Blei durch verschiedene Zusätze
+eine silberähnliche Farbe zu erteilen, den Zinnober, den sie „roten
+Schwefel“ und „Salz der Sonne“ nennen, für Gold zu erklären und
+auszugeben, u. dgl. ähnliches[4418].
+
+In Wahrheit wird das +Gold+ aus den Mineralien, deren es 700 oder
+mehr gibt, durch die Hitze der Sonne, seines Planeten, ausgekocht,
+weshalb es auch fast nur in heißen Ländern verkommt; Quecksilber
+haftet ihm an, die Ausdünstung des Bleies macht es zerbrechlich und
+durch Salmiak wird es glänzend[4419]. -- +Silber+ findet sich in der
+Nähe des persischen Golfes und nördlich vom asowischen Meere, wo es
+noch mit den unvollkommensten Mitteln ausgeschmolzen wird[4420]. --
++Kupfer+, von dessen griechischem Namen Kypros sich auch jener der
+Insel Cypern herschreibt[4421], schätzen manche Negervölker höher als
+Gold, wie das auf einigen indischen Inseln auch mit dem Eisen, in den
+Ländern der Nilquellen (Gânah) mit dem Zinn, und in Abessynien mit
+dem Messing der Fall ist[4422]. Das „weiße Kupfer“, Isfid-rûy, auch
+Isfad-rûy, Isbâdârîh, Sefidrûy, von manchen auch Châr sinî genannt,
+aus dem man prächtig klingende Glocken, Spiegel u. dgl. anfertigt, ist
+eine Art sehr heller, weißglänzender, harter, leicht und trefflich
+polierbarer Bronze, zeigt aber zuweilen auch gelbliche bis goldige
+Färbung, oder ein Gemenge hellerer und dunklerer Teile; es kommt
+aus China, wo es Pe-tong = „weißes Kupfer“ heißt, und besteht nach
+chinesischen Werken aus einer Legierung von Kupfer, viel Zinn (ein
+Fünftel und mehr) und etwas Arsen, das den aus ihm angefertigten
+Waffen tödliche Eigenschaften erteilen soll[4423]. -- +Zinn+, qasdîr,
+qalî, anûk, maqad, weißes rasâs (Blei) genannt, halten viele für
+ein aussätziges oder pockennarbiges Silber, so wie sie das Blei für
+ein unfertiges und ungares Gold erklären[4424]. -- +Eisen+ wird aus
+vielerlei Erzen gewonnen, vor allem aus Hämatit [Roteisenstein], dem
+Chumâhan oder Kamâhen, von dem es mächtige Lager zwischen Nil und rotem
+Meer gibt[4425]; das beste, namentlich für Schwerter geeignetste, kommt
+aus Indien und China[4426]. Aus ungeheuren Eisenplatten verfertigte
+~Alexander der Grosse~ die Mauer um die wilden Völker zu Magog
+im äußersten Norden der Erde, ferner erbaute der persische König
+~Sapor~ [241-272] einen Aquädukt, ruhend auf riesigen, eisernen, mit
+„Bleizement“ vergossenen Säulen[4427]. Zu den größten Merkwürdigkeiten
+gehört es, daß ein Stein, der Magnetstein, das Eisen anzieht und oft
+das Doppelte seines eigenen Gewichtes festhält[4428]; noch gesteigert
+wird seine Kraft durch Berührung mit Bocksblut, das auch sonst sehr
+wunderbare Eigenschaften zeigt, denn nach dem Bestreichen damit werden
+die Diamanten im Feuer schmelzbar, und kupferne (bronzene?) Waffen
+verursachen tödliche Wunden[4429] -- +Ithmid+, das schwarze Antimon
+[bald Spießglanz, bald metallisches Antimon], soll aus dem Kupfer in
+Gegenwart zu vielen Schwefels entstehen und „verbrennt“ die meisten
+anderen Metalle, selbst das Eisen[4430]. Das beste findet sich in
+Ispahan, am Ebro, sowie in Andalusien, wo es mit zunehmendem Monde
+wächst; eine Quelle bei Cadix liefert einmal im Jahre während einer
+Woche geschmolzenes Blei und schwarzes Quecksilber, das zu schwarzem
+Antimon erstarrt[4431]. -- +Zink+, das einige, wie angegeben, zu den 7
+Metallen zählen[4432], kommt einzig aus China, und niemand vermag zu
+sagen, wie es dort hergestellt wird; es ist ein weißes Metall, gleicht
+dem Zinn, hat aber einen dumpfen Klang und zeigt sich veränderlich,
+indem es allmählich seine Farbe und Härte verliert[4433] [sich
+oxydiert, zerfällt, ...]; seine persische Bezeichnung ist Isfidrûy,
+d. i. weißes Kupfer, auch Sapîd-rûy, Isbidâri, Sbiadâr [wovon sich der
+alte Name „Spiauter“ für Zink ableitet][4434].
+
+Zu den wichtigsten Mineralien zählen: Pyrit und Markasit [Schwefelkies
+u. dgl.], deren 7 Arten die 7 Metalle enthalten sollen, die man
+aus ihnen gewinnen kann, indem man den gleichzeitig vorhandenen
+vielen Schwefel abscheidet[4435]; die Magnesien, vor allem die der
+Glasmacher [= Braunstein][4436]; der Asbest[4437]; der Salmiak, dessen
+natürliche Sorten aus China, Persien und Ferghâna kommen, während man
+ihn in Ägypten künstlich zu bereiten versteht[4438]; die Naphtha,
+die weithin ausgeführt und u. a. von den koptischen Christen [in
+Ägypten] nebst Pulver und sonstigen geeigneten Substanzen zur Feier
+des Weihnachtsabendes angezündet und verbrannt wird[4439]. Manche
+Arten Naphtha sind von Natur aus wasserhell und so flüchtig, daß man
+sie nicht in offenen Gefäßen aufbewahren kann, andere werden aus einer
+Art Erdpech erst in trüber und dunkler, dann aber durch nochmalige
+Umarbeitung in klarer und weißer Beschaffenheit gewonnen, und zwar
+„indem man sie wie Rosenwasser destilliert“[4440]. Letztere Kunst
+wird hauptsächlich in Damaskus betrieben, und man bedient sich dabei
+besonderer, oft in mehrstöckig aufgebaute Öfen, besser aber in Wasser-
+oder Dampf-Bäder eingesetzter Gefäße aus Blei, Eisen oder Glas[4441];
+das richtig Überdestillierte [Übergeschwitzte; Schweiß = araq][4442]
+ist von bester Beschaffenheit, dauernd haltbar und schön klar, so wie
+man auch wieder vom Bergkrystall sagt, daß er „durchsichtig ist wie
+reines destilliertes Wasser“[4443].
+
+29. ~Alakfani~ (auch ~Ansari~ und ~Alsachawi~ genannt; gest. 1348).
+Alkîmijâ ist die Kunst, den Metallen, die sämtlich nahe verwandt
+und nur in kleinen Akzidentien verschieden sind, gewisse noch
+erforderliche, sie ein wenig verändernde Eigenschaften zu erteilen
+und so zur Erzeugung von Silber und Gold zu gelangen[4444]; dies
+geschieht mit Hilfe des „geehrten Steines“ Aliksîr, der ganz wie die
+Krankheiten und Schäden der Menschen auch die der Metalle heilt,
+z. B. Aussätzigkeit, Epilepsie, Apoplexie, Verbrennungen, ..., und
+sie hierdurch in Silber oder Gold überführt, -- ohne dabei selbst die
+geringste Veränderung zu erleiden. Alle Mitteilungen der Alten über
+seine Herstellung, für die auch die Einflüsse der Planeten (vor allem
+des ~Hermes~) von Belang sind[4445], lauten undeutlich, dunkel und
+rätselhaft und +mußten+ dies auch, da [technische] Schwierigkeit und
+[moralische] Gefahr der Sache die größte Vorsicht bedingen. Notwendige
+Materialien sind Schwefel und Quecksilber, als Grundlagen der Metalle,
+sublimierter Zarnich [Arsenigsäure], der das Kupfer ebenso weißt
+wie die Tûtijâ [Galmei u. dgl.], ferner gewisse Salze und Aschen,
+pflanzliche und tierische Substanzen, sowie endlich unedle Metalle,
+deren Menge nach bestimmten Gewichtsverhältnissen der Wage zu bemessen
+ist[4446]. Deshalb heißt die Kîmijâ auch „Wissenschaft der Wage“, weil
+allein mittels dieser die zur Gewinnung des Elixirs und der Edelmetalle
+erforderlichen Mischungen nach vorgeschriebenem Gewicht oder Volum so
+kombiniert werden können, daß ihr Gewicht und Volum dem des „Gesuchten“
+gleich ist; wie viel aber auf die richtigen Verhältnisse ankommt,
+zeigt die Erfahrung, daß verschiedene Stoffe in einer Flüssigkeit
+bald schwimmen, bald untersinken, bald eben nur die Oberfläche
+berühren[4447].
+
+Das Elixir fixiert auch das Quecksilber und verwandelt Krystall,
+dessen schönste Sorte der arabische Bergkrystall ist[4448], in
+Edelsteine[4449]; die wertvollsten von diesen sind der fleischfarbige
+oder rötliche Korund (jaqût)[4450], die Perle (dschauhar)[4451] und der
+Diamant, der auch aus Jemen, Cypern und Macedonien kommt (?), Stahl-
+oder Silberglanz zeigt und ganz außerordentlich giftig ist[4452].
+
+30. ~Ibn Khaldun~ (geb. 1332 in Tunis, gest. 1406 in Kairo; der
+bekannte Historiker)[4453]. Die Alchemisten geben vor, ein aus
+mineralischen, pflanzlichen oder tierischen Stoffen dargestelltes,
+bald festes, bald flüssiges Präparat „Aliksîr“ zu besitzen, von dem
+schon ein Körnchen oder ein Tropfen genügen soll, um 1000 Teile
+der passend vorbehandelten „Körper“ des Kupfers oder Silbers mit
+„Geist“ zu erfüllen und sie hierdurch, kraft einer erfolgenden
+Fäulung, „Vermählung“ oder „Verbindung“, in reines Silber oder
+Gold zu verwandeln[4454]. In Wirklichkeit gibt es aber eine
+Alchemie ebensowenig wie eine Astrologie oder Magie, und es ist
+gerade so vergeblich, sich mit ihren rätselhaften, unsinnigen und
+unverständlichen Schriften und Vorschriften zu beschäftigen, wie
+Astrologie oder Magie zu studieren[4455]: weder sind die Metalle
+tatsächlich „nahe verwandt“ und „leicht ineinander verwandelbar“, noch
+läßt sich ihr angeblich 1000 Jahre währendes „Reifen“ in der Natur
+beweisen, nachahmen oder beschleunigen, auch gibt es keinen „Stein
+der Weisen oder Alkîmijâ“, und er erzeugt daher auch nicht „einer
+Hefe gleich aus wenigem Golde vieles“[4456]. Niemals hat die Alchemie
+einen Erfolg gezeitigt, niemals hat sie einen Armen reich gemacht,
+-- „~Abuʾlhasan~ blieb stets arm und schmutzig“, sagt bereits der
+„Fihrist“[4457] --, und wie schon der arme ~Alfarabi~ sie verteidigte,
+während der reiche ~Avicenna~ sie verwarf, so betreiben sie auch
+jetzt noch die Bedürftigen und nicht etwa die Wohlhabenden[4458]. Die
+Alchemisten waren und sind Lügner und Betrüger: sie wissen Kupfer
+mit Quecksilber oder Sublimat wie Silber zu weißen, schlechten
+Metallgemischen Goldglanz zu verleihen, kupfernen Schmuck auf allerlei
+Weise mit dünnen Schichten Gold oder Silber zu überziehen und ihn für
+echten auszugeben, und alle diese oder ähnliche Unterschleife führen
+sie so geschickt aus, daß nur der ganz Erfahrene ihren Schlichen
+entgehen kann. Endlich betreiben sie auch noch Falschmünzerei, in der
+sich namentlich die Studierenden des Rechtes und der Theologie im
+Maghreb (Nordwest-Afrika) hervortun, weshalb man dort nicht wenige der
+Ertappten mit abgehauenen Händen umhergehen sieht[4459].
+
+31. ~Abuʾlfadil~, im letzten Drittel des 16. Jahrhunderts, zur Zeit des
+nordindischen Königs ~Akbar~, der ein Anhänger der Alchemie war und
+selbst Gold erhalten zu haben glaubte[4460], macht einige Mitteilungen
+über Metall-Legierungen und zählt unter diesen auf[4461]: a) Sefîdrûy,
+aus Kupfer und Zinn, eine sehr helle Bronze[4462]; b) Kaulpatr (?), aus
+Sefîdrûy mit mehr Kupfer; c) Rûy, aus Kupfer und Blei [weißem = Zinn?];
+d) Birindsch, aus Kupfer und Tûtijâ [Galmei, ...], d. i. Messing von
+verschiedener Färbung; e) Sîm-i-Suchtah, aus Silber, Bronze und Blei;
+f) Hescht-Dhât = „(aus) acht Sachen“, also ein Mischmetall aus acht
+Bestandteilen; g) Haft-Dschôsch = aus Sieben oder Sieben-Geschmolzenes,
+bestehend aus den 7 Metallen Tilâ (Gold), Nukra (Silber), Mis (Kupfer),
+Ahan (Eisen), Surb (Blei), Qalî (Zinn) und Rûh-i-Tûtijâ, wörtlich
+„Geist des Galmeis, Galmeigeist“, d. i. metallischem Zink. Mit
+Haft-Dschosch identisch soll auch Tâliqûn sein, das indessen andere für
+ein aus China kommendes und mit einem Giftstoff [Arsen?] versetztes
+„siebenmal gekochtes Kupfer“ halten, und noch andere für eine besondere
+Legierung aus Kupfer oder Eisen.
+
+32. (+Anhang+): +Die Erzählungen+ „1001 +Nacht+“. Diese
+Erzählungen[4463] gehören zu den merkwürdigsten und eigenartigsten
+Dokumenten der gesamten muslimischen Kulturgeschichte und erfordern
+daher an dieser Stelle Berücksichtigung, obwohl man sie keineswegs
+als ein einheitliches Werk ansehen kann, und nicht sowohl von ihren
+Verfassern als von ihren Sammlern zu sprechen hat[4464]. Die Rahmenform
+des Ganzen, aber auch mancherlei des Stoffes, ist zweifellos indischen
+Ursprunges[4465]; in Persien waren die Märchen wohl mindestens
+schon seit dem 8. Jahrhundert im Umlaufe, und dort lernten sie auch
+die Araber kennen, bei denen sie aber noch im 10. Jahrhundert der
+„Fihrist“ als „persische“ bezeichnet, und ~Almasʿudi~ unter persischem
+Titel als die „1000 Erzählungen“ oder „1000 Nächte“ erwähnt, die
+jedoch damals schon mit neuen, nachträglich eingeführten Geschichten
+durchsetzt waren[4466]. Ein alter Grundstock reicht also vermutlich
+bis in die abbasidische Frühzeit zurück, und Bagdad lieferte auch
+die Hauptmenge der späteren Zutaten[4467]; ihre maßgebende Gestalt
+erhielten jedoch die Erzählungen „1001 Nacht“, -- +dieser+ Name kommt
+nicht vor dem 12. oder 13. Jahrhundert auf[4468] --, erst im Kairo der
+Mamluken-Dynastie, also während des 13. Jahrhunderts[4469], und das
+älteste erhaltene Manuskript der so neu geschaffenen Gestalt ist etwa
+um 1350 niedergeschrieben[4470]. Weitere Umarbeitungen brachte die
+Folgezeit, und zwar bis in das 18. Jahrhundert hinein[4471].
+
+Da aus dem Werke selbst nur ganz vereinzelte feste Daten zu ersehen
+sind[4472], so kann naturgemäß von chronologischer Sicherheit zumeist
+keine Rede sein, immerhin ist aber, abgesehen von gewissen, schon
+ihrem Inhalte nach leicht kenntlichen, späten Einschiebungen, der
+weitaus größte Teil der Angaben sehr wertvoll und für die während der
+Blütezeit des arabischen Reiches herrschenden Verhältnisse höchst
+charakteristisch.
+
+Von Magie, Astrologie und Alchemie ist in „1001 Nacht“ so oft
+und unter so mannigfaltigen Umständen die Rede, daß sich hieraus
+ohne weiteres die ungeheure Rolle ersehen läßt, die diese
+Geheimwissenschaften in sämtlichen Kreisen der muslimischen Welt
+spielten. Sie werden als allerorten heimisch vorausgesetzt, da die
+Menschen, durch die gefallenen Engel ~Harut~ und ~Marut~ einmal in
+ihren Besitz gelangt[4473], sie überallhin verbreiteten; doch soll
+Afrika, insbesondere Nordwest-Afrika, die gefährlichsten +Magier+
+und mächtigsten Zauberer besitzen, „berüchtigt ob ihrer unheilvollen
+Kenntnisse“[4474].
+
+Die +Astrologie+ mit ihren Theorien von den 7 in den Sphären kreisenden
+Planeten, deren Auf- und Absteigen, Konstellationen und Aspekten,
+Häusern und Ordnungen usf., ist von höchster Wichtigkeit für alle
+öffentlichen und privaten Angelegenheiten[4475], u. a. auch für die
+Erziehung der Kinder[4476] und für die Ausbildung der Ärzte[4477]; nur
+ganz ausnahmsweise wird über sie gespottet, z. B. wenn eine Konjunktion
+von ~Ares~ und ~Hermes~ den günstigen Augenblick zum Haarschneiden
+gewährleisten soll[4478], in der Regel aber begegnen ihre Lehren und
+alle an diese geknüpften Folgerungen der ernstlichsten Erörterung, wir
+hören daher von silbernen und goldenen astrologischen Instrumenten
+mit 7 Scheiben und zugehörigen geomantischen Tafeln[4479], von den
+7 Farben der 7 Planeten[4480], von Seide in 7 Farben, den einzelnen
+Tagen entsprechend[4481], von 7 Schlössern, aus Krystall, Marmor,
+chinesischem Stahl, Edelsteinen, Porzellan, Silber, Gold[4482], u. dgl.
+mehr.
+
+Die +Alchemie+ geht aus von den vier Elementen und vier Säften, denn
+aus Wärme, Kälte, Feuchte und Trockenheit schuf Allah zunächst Feuer,
+Luft, Wasser und Erde, die heiß und trocken, heiß und feucht, kalt
+und feucht, kalt und trocken sind[4483], und aus denen alle übrigen
+Dinge bestehen. Die Kunst, Silber und Gold zu machen, ist die Chemie
+oder „natürliche Magie“[4484]; sie steht in enger Verbindung mit
+der Astrologie[4485] und ist niedergelegt in den Büchern, die da
+handeln von den Eigenschaften der Mineralien, Steine und Kräuter, von
+Zaubereien und Talismanen, Giften und Gegengiften, vom Schneiden und
+Fassen der Edelsteine, usf.[4486]. Wer sie beherrscht, kann nach dem
+rechten Rezepte für 10000 Dinare Gold herstellen, ja selbst auf einmal
+1000 Drachmen [7½ Pfunde] Silber oder 10 Pfunde Kupfer ohne weiteres in
+feines Gold verwandeln, wozu er nicht mehr als eine halbe oder ganze
+Drachme des „gelben Kohols“ [= goldgelben Streupulvers] gebrauchen
+wird, das auch Scheidepulver oder Elixir heißt[4487]. Man erzählt
+hierüber, daß auf einer Zauberinsel goldgelbe, nachts leuchtende Blüten
+wachsen, die bei Sonnenaufgang abfallen, vom Winde unter die Felsen
+geweht werden und dort zu Elixir eintrocknen, das die Menschen sammeln
+und zur Kunst des Goldmachens gebrauchen[4488]; diese ist jedoch des
+Betruges und Schwindels wegen verboten, und die sie betreiben, werden
+mit dem Tode bestraft[4489]. Manche erklären übrigens, es gebe in
+Wahrheit nur ein einziges +wirkliches+ Elixir, nämlich +jenes+ flüssige
+Gold der Weisen, das man in Bechern abmessen könne, den Wein[4490].
+Hingegen versichern andere[4491], die eigentlichen alchemistischen
+Regeln, diese „Wunder der Kunst“, fänden sich samt den Annalen der
+alten ägyptischen Priester auf Syenittafeln verzeichnet, die nebst
+Götzenbildern und Figuren, Inschriften, Geräten, Waffen, Schätzen,
+Vasen voll Edelsteinen, Gefäßen aus Krystall und aus „biegsamem“
+[unzerbrechlichem] Glase, Heiltränken usf., im Innern der Pyramiden
+verborgen seien; der Khalif ~Almamun~ versuchte deshalb (um 810) die
+größte Pyramide zu öffnen, jedoch ohne Erfolg[4492].
+
+Aus +Kupfer+ bestehen rote, prächtig polierte Palasttüren, Türbeschläge
+und Türringe[4493], große Schalen und Kochgeschirre[4494],
+Lampen[4495], Waffen[4496], Zaubergeräte[4497] und Statuen[4498]; aus
++Messing+, „gelbem Kupfer“, „goldgleichem Kupfer“, „andalusischem
+gelbem Kupfer im Werte des Goldes“[4499], Statuen und Löwen[4500],
+Türen und Türringe[4501], Beschläge von Türen und Fußböden[4502],
+Gitterfenster und Bänke[4503], Kessel, Schüsseln und Gefäße[4504],
+Ketten, Ringe, Klappern und Schellen[4505], Stifte, um in Sand, und
+Federn, um mit Tinte (auch mit azurblauer) zu schreiben[4506], die
+gurken- und kürbisförmigen Flaschen, in die König ~Salomon~ die bösen
+Geister verschloß und einsiegelte[4507], sowie die gewaltige sagenhafte
+„Messing-Stadt“[4508]; aus +Bronze+ Dächer von Pagoden[4509], Gefäße
+und Krüge[4510], Zauberruten (die man auch aus je einem Vierteil
+Kupfer, Bronze, Eisen und Stahl zusammensetzt)[4511] und der aus
+bronzeartigem Mischmetall gegossene Zauberspiegel König ~Salomons~, der
+dem Hineinblickenden alles zeigt, was sich in den 7 Klimaten der Welt
+begibt[4512].
+
++Blei+, dessen Scheiben so groß wie Brotlaibe sind[4513], dient zum
+Vergießen der Fundamente mächtiger Gebäude, z. B. der Pyramiden[4514],
+zur Anfertigung der todbringenden Pfeile, Fluchtafeln und Wundersiegel,
+z. B. jener des Königs ~Salomon~[4515], und besitzt die Kraft,
+Diamanten zu teilen und zu zerbrechen[4516]. -- Weißes Blei oder +Zinn+
+findet sich nach den Berichten des Seefahrers ~Sindbad~ [spätestens
+gegen 800] in den „Blei“-Minen der ostindischen Insel Qalah[4517],
+gleicht dem Silber, weshalb man auch das Pferdegeschirr verzinnt[4518],
+Zinn und Messing dem Silber und Gold unterschiebt[4519] und anscheinend
+übergoldetes Zinn oder Kupfer für echtes Gold ausgibt[4520].
+
++Eisen+ wird geschmiedet und gegossen, so daß riesige Stadtmauern
+geschmolzenen Eisenmassen gleichen[4521]; ein wunderbarer Stein, der
+Magnet, der im indischen Meere einen ganzen Berg bildet, zieht es an
+und hält es fest[4522]. Das härteste Eisen, das mit dem Feuerstein
+Funken gibt[4523], ist der Stahl, von dem Indien und China die
+besten Sorten liefern, namentlich auch den glänzend blanken und den
+„gewässerten“ [damascierten][4524]; man macht aus ihm Stäbe und Keulen
+von 1 bis 2½ Zentnern Schwere[4525], Türen und Schlösser[4526], Dolche
+und Schwerter[4527], Steigbügel[4528] usf.
+
++Quecksilber+ (zîbak) ist äußerst beweglich, und der hurtige Läufer
+~ʿAli Zibak~ trägt daher seinen Namen[4529]; es ist ein gutes
+Augen-Heilmittel, wirkt [als Sublimat] konservierend[4530] und dient
+[als Zinnober] zur Herstellung von Malerfarbe und Farbe für rote
+Schrift[4531].
+
++Antimon+ oder +Kohol+ [ein feines Pulver aus Antimon- oder Bleiglanz]
+wird an sehr zahlreichen Stellen zum Umrändern der Augen und als
+Augenschminke empfohlen, um so mehr als es auch die Sehkraft stärkt
+und vor dem „bösen Blicke“ schützt[4532], weshalb Vornehme es in einem
+Silber-Büchschen (nebst dem zum Auftragen dienenden Silberstifte) stets
+an einer Kette um den Hals zu tragen pflegen[4533]; auch bildlich ist
+die Rede vom „Kohol des Blickes“; gelber und roter Kohol findet sich
+ebenfalls erwähnt[4534].
+
+Gelbes +Arsen+ [Auripigment] nebst Kalk dient als zuverlässig wirkendes
+Enthaarungsmittel[4535].
+
+ ——————————
+
+Ein Rückblick auf die in den letzten Abschnitten besprochene
+Litteratur läßt erkennen, daß weder Syrer noch Araber die eigentliche
+Alchemie auch nur um einen einzigen neuen oder originellen Gedanken
+bereicherten. Sämtliche angeführten Autoren (denen zweifellos noch
+viele andere anzureihen wären), mögen sie nun Freunde oder Gegner
+der Alchemie sein, -- und an diesen hat es schon von Anfang an nicht
+gefehlt --, zehren ausschließlich von der Hinterlassenschaft ihrer
+hellenistischen Vorfahren; sie halten fest, was diese überlieferten,
+verbreitern und vergröbern die verstandenen Ideen, entstellen und
+verzerren die unverstandenen, erheben sich aber nirgendwo im geringsten
+über die hergebrachten Dogmen, die ihnen vielmehr, als geheiligt durch
+die „großen Autoritäten“ der Vergangenheit, unverbrüchlich feststehen.
+Entgegen früheren Anschauungen ist daher, wie in nicht wenigen anderen
+Punkten so auch hier, die Rolle der Araber so gut wie ausschließlich
+eine empfangende und vermittelnde, -- durch welche Einsicht jedoch der
+Anerkennung ihrer ganz außerordentlichen Wichtigkeit keinerlei Abbruch
+geschehen soll.
+
+
+Anhang.
+
+Des Zusammenhanges wegen seien an dieser Stelle noch die Schicksale der
+Alchemie in einigen dem islamischen Kulturkreise zugehörigen Ländern
+berührt, jedoch nur in aller Kürze, da nirgendwo neue Gesichtspunkte
+auftauchen oder Ansätze zu weiterer Entwicklung hervortreten.
+
+In +Persien+ besaßen und besitzen die eigentlichen Parsen keinerlei
+Bücher, die der Magie und Zauberei oder deren Nebenzweigen gewidmet
+wären, da ihre Religion diese durchaus verbietet, und schon ~Zoroaster~
+als erbitterter Feind alles derartigen Wesens bezeichnet wird[4536];
+zudem ist die Ausübung der Chemie noch besonders untersagt, weil sie
+eine Verunreinigung des geheiligten Feuers bedingt[4537]. Wenn also
+~Zosimos~, ~Synesios~ und andere griechische Autoren, und diesen
+folgend wieder die Verfasser der syrischen Manuskripte, den ~Zoroaster~
+teils allein, teils zusammen mit ~Ostanes~, ~Sophar~, ~Osron~ usf. als
+alchemistische Autoritäten zitieren und außerdem allerlei „persische“
+Schriften, Vorschriften und Präparate anführen, und wenn ~Alnadim~
+im Fihrist berichtet, daß einige den Ursprung der Alchemie nach
+Persien verlegen, so walten hierbei entweder bewußte, gewissen Zwecken
+dienliche Unterschiebungen ob; oder es werden (aus ähnlichen Gründen)
+alchemistische Verfahren zusammengeworfen mit metallurgischen, deren
+die Perser seit altersher manche ganz treffliche besaßen; oder endlich
+es handelt sich um die so häufige, aber irrtümliche Bezeichnung der
+Babylonier (Chaldäer) als „Perser“. Diese erklärt sich, wie bereits
+weiter oben erwähnt, aus den politischen Verhältnissen, bezüglich derer
+nochmals daran erinnert sei, daß die Perser im babylonischen Reiche,
+wie nach der ersten Eroberung durch ~Cyrus~ so auch späterhin, stets
+nur eine ganz dünne Oberschicht bildeten, und zwar die Herrschermacht
+in Händen hatten, auf Sitten und Gebräuche, Glauben und Aberglauben
+der großen Masse der Bevölkerung aber keinen maßgebenden Einfluß
+ausübten und umgekehrt einen solchen auch nur in beschränktem Umfange
+und sehr allmählich erfuhren. Anfänge alchemistischer Bestrebungen
+traten daher in Persien wohl erst durch syrische und nestorianische
+Vermittlung zutage, während alchemistische Schriften nicht vor der Zeit
+tiefgreifender Umwälzung durch die arabische Eroberung abgefaßt wurden,
+dann aber, soweit bekannt, ausschließlich seitens arabisch schreibender
+Perser oder Syrer, also nicht in persischer Sprache, sondern in
+arabischer.
+
+Dafür aber, daß einige Jahrhunderte genügten, um auch den persischen
+Geist gänzlich mit alchemistischen und astrologischen Anschauungen zu
+durchdringen, zeugt das gegen 1000 vollendete persische Nationalepos,
+das „Königsbuch“ (Schâh-Nâmeh), dessen Verfasser, ~Firdusi~ (= der
+Paradiesische), übrigens für seine Person dem Aberglauben freien
+Geistes gegenübersteht. Schon weiter oben wurde angeführt, daß er die
+Chemie und ihr Elixir erwähnt und daß ihm ein Herz „voll Kîmijâ“ ein
+Herz „voll Falschheit“ ist; er kennt auch die vier Elemente und sagt
+von ihnen[4538]:
+
+ „Durch Mischung von Feuer, von Wasser, von Erd’
+ Und von Luft, wird das Antlitz der Welt verklärt.“
+
+ „Wer die vier Grundstoffe verband,
+ Nahm mit Mannheit die Welt in die Hand.“
+
+Von den Astrologen und ihren Auslegungen der Planeten-Tafeln und
+-Kreise, sowie des mit den Bildern der sieben Planeten geschmückten
+„Weltenbechers“, der Gegenwart und Zukunft anzeigt[4539], hat er jedoch
+keine günstige Meinung[4540]; es heißt über sie:
+
+ „Vor jedem Schâh ein Sterndeuter stand,
+ Voll Gedanken, Sterntafeln zur Hand;
+ Nach dem Geheimnis spähten sie,
+ Wem die Sphär’ ihre Gunst verlieh?
+ Die Sterne schauten zu den Scharen,
+ Und die Sterndeuter ratlos waren[4541],“
+
+und über ihren Auftraggeber, den Schâh:
+
+ „Nicht wußt’ er: es ist kein Verlaß auf die Kreise,
+ Der Sterne sind viel, doch Gott nur ist weise[4542].“
+
+Bei den Dichtern der Folgezeit sind chemische, alchemistische
+und astrologische Anspielungen etwas Alltägliches und geradezu
+Unentbehrliches, daher offenbar auch dem Leserkreise durchaus
+Geläufiges; so sagt schon ~ʿOmar Alkhajjam~ (um 1100, der berühmte
+Mathematiker)[4543]:
+
+ „Die Traube kann mit ihrem Saft
+ Der Weisen Zweifel widerlegen:
+ Sie ist’s, die reines Gold, -- Heil ihr und Segen! --,
+ Aus dieses Lebens schlechtem Kupfer schafft.“
+
+ „Der Traube Saft wird Deine Unruh’ bändigen,
+ Und den Streit der Weisen beendigen:
+ Trink +einen+ Krug dieser Alchemie[4544],
+ +Tausend+ Gebrechen heilet sie,“
+
+und bei ~Saʿdi~ (1184-1286) finden sich in einem „Alchemie“
+überschriebenen Gedichte des „Bostan“ (Fruchtgartens) folgende Verse:
+
+ „Du hast ja wohl gehört, daß vormals Staub und Sand
+ Zu Gold und Silber ward in eines Frommen Hand[4545].“
+
+ „Willst Du erreichen, hab’ zum Suchen Kraft
+ Wie der Adept, der rastlos hoffend schafft
+ Und Haufen Goldes wandelt um in Erde,
+ Daß ihm, aus Erde, Golds ein Körnlein werde[4546].“
+
+Ferner:
+
+ „Schwarzes Metall, mit Gold überfangen,
+ Zum Tiegel der Schmelze gebracht,
+ Wird anders daraus hervorgelangen,
+ Als die Leute gedacht[4547].“
+
+ „Bist Du ein heller Edelstein, so sei
+ Doch härter nicht als Diamanten:
+ So hart sie sind, sie fügen sich dem Blei,
+ Das weich ist und doch abschleift ihre Kanten[4548].“
+
+Bei dem tiefsinnigen Mystiker ~Dschelaleddin Rumi~ (1204-1273) ist
+„Kîmijâ“ das Elixir, das, wie unedle Metalle in edle, so Unwissenheit,
+Unglauben und Empörung des Menschenherzens in Weisheit, Glauben und
+Gehorsam umsetzt und dem Frommen durch Gottes Gnade zu Teil wird:
+
+ „An Gottes Zauberkraft reicht die der Menschen nie,
+ Noch ihre Alchemie an seine Alchemie[4549].“
+
+ „Gottergebnen wird aus Staub lautres Gold gewährt,
+ Sündern aber sich zu Staub lautres Gold verkehrt.
+ Falsches Gold auch gibt oft Gott; soll echt sich’s weisen
+ In der Flamme Glut, so bleibt nur schwarzes Eisen[4550].“
+
+Ein ungenannter Dichter der nämlichen Zeit schreibt:
+
+ „Gott goß in Dich Vernunft als Leitung zu den Sternen,
+ Wie in das Feuer Licht und in den Moschus Duft;
+ Willst Du die Wissenschaft, den Glauben kennen lernen,
+ So hör’ die Stimme, die aus sieben Minen ruft:
+ Der Kopf sei heller Stahl, das Herz sei Gold gediegen,
+ Sitz’ fest wie schweres Blei, die Brust sei glänzend Erz,
+ Zur Lende soll sich Zinn, zum Fuß Quecksilber schmiegen,
+ Und silbern sei die Hand des Manns von Kopf und Herz[4551].“
+
+Die Hofpoeten preisen den Schâh[4552], „der als Himmelsschreiber den
+Merkur bestellt hat“, der Blei in Gold zu verwandeln und den Stein der
+Weisen zu bereiten weiß, während ~Ibn Jamin~ (gest. 1344) diesen nicht
+durch das Tun des Fürsten verwirklicht sieht, sondern durch das des
+Ackerbauers[4553]:
+
+ „Das, was Du sätest, blüht Dir auch empor:
+ Der Stein der Weisen ist kein Werk der Kunst,
+ Zur Erde wirf’ Dich, birgt ihn doch +ihr+ Flor.“
+
+ „Alchemie, das Werk der Nacht, leitet ins Verderben,
+ Weil es mehr verlieren macht, als es macht erwerben.
+ Willst Du wahre Alchemie, deren ganzen Segen
+ Reicht kein irdisches Genie würdig zu erwägen:
+ Bauer sei und schlichten Sinns pflüge Deine Erde,
+ Daß, was Fülle des Gewinns, offenbar Dir werde.
+ Welchem Grund, wie ihr, entspringt Überfluß, der wundert?
+ Wo, wie in der Erde, bringt +Eines+ siebenhundert?“
+
+~Hafis~ (gest. 1389) verkündigt:
+
+ „Sieh’, der Chemiker der Liebe wird des Körpers Staub behandeln,
+ Wird ihn, wär’ er noch so bleiern, doch in reines Gold
+ verwandeln[4554].“
+
+ „Freue Dich des Weines! Dieser Alchemist
+ Macht, daß gleich dem König reich der Bettler ist[4555].“
+
+ „Dem Dürft’gen gilt oft schon allein
+ Die Bitte für des Weisen Stein[4556].“
+
+ „Dein Glück wird jeder, der Dich kennt, gar höchlich preisen:
+ Du hast in Dir das Element des Steins der Weisen[4557],“
+
+auch verspricht er den Berufenen die Schätze der Sphären:
+
+ „Dient Saturn Dir doch, der Neger,
+ Und der Himmel ist Dein Sklave,“
+
+wobei Saturn „Neger“ heißt, weil er auch ein schwarzer böser Dämon
+~Zuhal~ ist und als solcher der Schutzherr aller Räuber, Betrüger,
+Schatzgräber und ähnlicher zweifelhafter Gestalten[4558]. Unter
+diesem Namen erwähnt ihn auch ~Dschami~ (1414-1492) gelegentlich der
+Himmelfahrt ~Muhammeds~ durch die sieben Sphären in „~Jusuf~ und
+~Suleikha~“[4559], wo er auch sagt[4560]:
+
+ „Was frommt’s, daß +Der+ ein Alchemiste heißt,
+ Kann er vergolden nicht den +eignen+ Geist?“
+
+ „Mache, daß Dein Blick einmal mich Armen auch berühre,
+ Deines Blickes Elixir mich zum Reichtum führe.“
+
+Daß ~Dschami~ der 7, in den Farben der 7 Planeten prangenden, für je
+einen Tag der Woche bestimmten Paläste gedenkt[4561], ist schon weiter
+oben angeführt worden; oft spricht er auch von den 4 Elementen, deren
+Beinamen geradezu unzählige sind, z. B. die 4 Arten, Badeöfen, Drachen,
+Fußdecken, Geier, Genossen, Gewölbe, Kinder, Lastträger, Lehrer,
+Mütter, Nägel, Perlen, Pfeiler, Polster, Saiten, Säulen, Schnüre,
+Steuermänner, Wurzeln[4562].
+
+Im eigentlichen +Arabien+ blieb, wie die Angaben ~Snouck-Hurgronjes~
+aus dem Ende des vorigen Jahrhunderts zeigen[4563], die Alchemie
+während des ganzen Mittelalters bis in die neueste Zeit hinein
+lebendig, und zwar in ziemlich unveränderter Gestalt[4564]; das
+nämliche gilt für +Ägypten+, wo ~Vansleb~ noch 1700 in Siut an 360
+Derwische antraf, bemüht, durch Magie die Metalle zu transmutieren,
+besonders mittels Quecksilbers, das sie als „Substanz“ bei sich
+zu führen pflegten, und überzeugt, daß in den Pyramiden ungeheure
+Schätze verborgen seien[4565]. Auch in den Küstenländern Nord- und
+Nordwest-Afrikas (Maghrebs), unter denen +Marokko+ seine Blüte zur
+Zeit der Almohaden (etwa 1150-1200) erlangte, und in die schon die
+Erzählungen „1001 Nacht“ die gefährlichsten Zauberer und mächtigsten
+Magier versetzen, erfreute sich die Alchemie fast seit Beginn der
+arabischen Eroberung unausgesetzter und eifriger Pflege. Der aus
+Tunis gebürtige ~Ibn Khaldun~ (1332-1406) eiferte zwar, wie weiter
+oben berichtet wurde, nach Kräften gegen die Schwindeleien und
+Betrügereien der Alchemisten, die er namentlich auch der Münzfälschung
+beschuldigte, aber seine Stimme verhallte ungehört, und noch anderthalb
+Jahrhunderte später erzählt der sog. ~Leo Africanus~ (gest. 1526) in
+seiner „Beschreibung Afrikas“[4566]: „In der Stadt Fez gibt es eine
+Unmenge Alchemisten, die sich ganz ungeheuer um diese eitelste aller
+Künste bemühen; es sind das völlig verdummte Menschen, die sich mit
+Schwefel und anderen stinkenden Sachen zu tun machen; des Abends
+pflegen sie regelmäßig in einer Moschee auf einer Anhöhe zusammen zu
+kommen und über ihre unsinnigen Lehren zu disputieren.... Es gibt ihrer
+zwei Arten, die einen suchen nämlich nach dem Elixir, das Kupfer und
+Metalle tingieren soll, die anderen aber betreiben die ‚Vermehrung‘
+(multiplicatio) der Metalle vermöge geeigneter Vermischungen.
+Gewöhnlich läuft alles auf Falschmünzerei hinaus, daher sieht man
+in Fez die meisten dieser Leute mit [zur Strafe] abgehauener Hand
+herumlaufen.“
+
+Über das Treiben der Alchemisten in Fez und Tanger zu Beginn des
+17. Jahrhunderts berichtet der englische Kapitän ~Parry~[4567], und
+ausgestorben ist die Alchemie in Nord- und Nordwest-Afrika auch während
+der seither vergangenen drei Jahrhunderte nicht; „noch heute, -- so
+sagt ~Doutté~ mit Recht[4568] --, beherrscht der Zauberglaube der
+ausgehenden Antike die gesamte islamische Welt“.
+
+
+6. Die Alchemie in Indien und Tibet.
+
++Noch+ weniger weit als die Erforschung der naturwissenschaftlichen
+arabischen Litteratur ist die der indischen fortgeschritten, auch
+bestehen auf diesem Gebiete ganz eigenartige Schwierigkeiten
+allgemeiner und besonderer Natur, die bisher nur zum kleinsten Teile
+behoben werden konnten. Die erste ist der dem indischen Geiste
+eingeborene völlige Mangel an chronologischem Sinne, der u. a. auch
+in dem fast gänzlichen Fehlen einheimischer Geschichtschreiber oder
+Annalisten zutage tritt. Die zweite die eigentümliche Art der Abfassung
+indischer Werke, die, um einen der Botanik entlehnten Ausdruck zu
+gebrauchen, durch Intussuszeption wachsen, d. h. neue Materialien ohne
+weiteres und immer wieder mit in ihren alten Bestand aufnehmen oder
+einlagern, wodurch dann unübersichtliche und unentwirrbare Gebilde
+entstehen, wahre Ineinander-Schachtelungen der mannigfaltigsten, oft um
+ein halbes Jahrtausend und mehr an Alter verschiedenen Einzelheiten.
+Die dritte endlich die Neigung, das Alter der vorhandenen Schriften
+und ihres gesamten Inhaltes in eine möglichst entlegene Vergangenheit
+hinaufzurücken, -- ein Bestreben, das bei den einheimischen Autoren
+begreiflich und verzeihlich sein mag[4569], dem aber, selbst
+noch neuestens, auch europäische Gelehrte (z. B. ~G. Oppert~)
+stattgaben, namentlich auf dem ihnen häufig nicht genügend vertrauten
+naturwissenschaftlichen Gebiete. Infolge dieser Umstände bleibt es
+bei vielen Quellenschriften dahingestellt, ob sie überhaupt zur
+angenommenen Zeit verfaßt wurden, ob sie, wenn dies zutrifft, seither
+frei von weitgehenden Einschiebungen blieben, und ob, wenn auch dies
+der Fall ist, die vorausgesetzte Bedeutung der Fachworte als richtige
+und mit der ursprünglichen noch übereinstimmende angesehen werden
+darf. Diese Fragen vermag die Wissenschaft derzeit in vielen Fällen
+gar nicht, in anderen nur mit großer Zurückhaltung zu beantworten, und
+demgemäß ist auch der Wert der im nachstehenden gegebenen Darlegungen
+nach mehr als einer Richtung hin nur mit aller Vorsicht einzuschätzen.
+
+Die früher weitverbreitete Ansicht, die nach dem Süden einwandernden
+Inder hätten schon zur Zeit der Entstehung ihrer heiligen Gesänge, der
+Veden (etwa zwischen 1600 und 1000 v. Chr.), die Planeten verehrt und
+ihre Siebenzahl mit der der Metalle in Verbindung gebracht, hat sich
+längst als vollkommen irrtümlich erwiesen. In den +älteren+ Teilen der
+Veden werden zwar Sonne und Mond oft zusammen genannt, auch gemeinsam
+mit den Sternen als himmlische Feuer bezeichnet, besondere Erwähnungen
+der Planeten und einer Gesamtheit von 5 Wandelsternen oder 7 Planeten
+fehlen jedoch[4570]; von Siebenheiten, z. B. der großen Götter, der
+Jungfrauen, der Töne, der Ströme, der Schritte usf. ist zwar zuweilen
+die Rede[4571], doch haftet diesem Begriffe, der einem festen Rahmen
+gleich benützt und ausgefüllt wird, sichtlich etwas Fremdes an, so
+daß er wohl von außen übernommen wurde und vermutlich, ebenso wie
+gewisse Spuren im vedischen Kalender, auf babylonische Einflüsse
+hinweist[4572]. Was die Metalle anbelangt, so gilt allein das Gold, --
+wie aus naheliegenden Gründen bei so vielen Völkern der ganzen Erde
+--, als Symbol der Sonne, ferner auch als wesensgleich mit dem Gotte
+des Feuers ~Agni~ und als entstanden aus dessen Samen, der sich, in
+die Wässer ergossen, zu dem Golde umwandelte, das die Flüsse mit sich
+führen[4573]. Erst in +jüngeren+ Abteilungen der Veden, besonders im
+Atharva-Veda, lassen sich manche Stellen, wenngleich keineswegs mit
+Sicherheit, als Hinweise auf 5 oder 7 Planeten auffassen[4574], und
+zu den unzähligen (zum Teil auf sehr alte Grundlagen zurückgehenden)
+abergläubischen Bemerkungen, die daselbst vorgetragen werden, zählen
+auch die, daß Gold ein kräftiges Amulett sei und das Leben verlängere,
+Blei aber vor der Macht der Zauberei schütze[4575].
+
+Im Laufe der Periode zwischen etwa 1000 und 500 v. Chr., jener der
+„Upanischaden“ (= „Verehrungen“, d. s. im wesentlichen Erläuterungen
+und Erklärungen der vedischen Texte)[4576], werden anfänglich die 5
+Planeten selbst des näheren bekannt, während betreff ihrer Bewegungen
+noch große Unsicherheit herrscht; weiterhin machen sich, soweit die
+noch höchst unzureichenden Untersuchungen ersehen lassen, astrologische
+Vorstellungen über ihre Einflüsse geltend und zwar ganz in Form der
+auch in Griechenland bekannten spätbabylonischen (chaldäischen)[4577];
+schließlich finden sich die Unregelmäßigkeiten der Bahnen gewissen
+„Formen der Zeit“ genannten, geistigen Wesen zugeschrieben, die
+die Planeten an Seilen aus Luft hinter sich herziehen[4578]. Als
+Zahl der Planeten geben diese spätesten Texte 9 an, indem sie den 7
+bekannten (u. a. ~Çukra~ = ~Venus~, ’~Cani~ = ~Saturn~) noch ~Rahu~
+und ~Ketu~ beifügen, „Kopf und Schwanz des Drachen“, d. s. die (wohl
+wegen ihrer Rolle bei den Verfinsterungen) materiell gedachten sog.
+auf- und absteigenden Knoten der Mondbahn[4579]. Von Metallen werden
+u. a. das rote (rohita) Kupfer und das schwarze (trishna) Eisen
+genannt, auch zusammen mit dem weißen (çukla) Ton in Gleichnissen
+aufgeführt[4580]; aber nur vom Golde heißt es, daß sich im Innern
+der Sonne ein goldener Mann befinde[4581], und daß Gold den Keim
+des Welteneies bilde, dem sich späterhin auch zwei Schalen aus Gold
+und Silber zugeschrieben finden[4582]. Sonne und Mond bestehen im
+übrigen aus Feuer, Wasser und Erde[4583], also aus dreien der fünf
+Elemente, die man gegen Ende dieser Periode schon ganz allgemein
+annimmt, und zwar in der Reihenfolge Äther, Wind (Luft), Feuer,
+Wasser, Erde[4584]. Ein Zusammenhang zwischen der indischen, sehr
+ausführlichen Elementenlehre[4585] und der griechischen erscheint,
+entgegen ehemaligen Voraussetzungen, weder nachweisbar noch
+wahrscheinlich, um so mehr als die griechische Theorie vermutlich
+bedeutend weiter zurückreicht und auch eine andere Reihenfolge der
+Elemente einhält, nämlich Äther, Feuer, Luft, Wasser, Erde[4586]; die
+Frage, ob vielleicht beide Lehren von dritter Seite aus beeinflußt
+wurden, etwa von persischer[4587], läßt sich derzeit nicht entscheiden.
+Als ursprüngliches und grundlegendes Element wird der in den
+Upanischaden oft erwähnte Äther (âkâça) angesehen[4588], zugleich aber
+auch in vieler Hinsicht mit dem endlosen Raume identifiziert, der
+„allgegenwärtig“ und „von der feinsten Substanz des Äthers erfüllt
+ist“[4589]: „Aus dem Âkâça (Äther, Raum) entspringt der Wind, aus ihm
+das Feuer, aus ihm das Wasser, aus ihm die Erde“[4590]. Dies ist die
+„fünffache Wesensschar“[4591], die Schar der fünf „grobstofflichen
+Elemente“ (Mahabhûta), so genannt, weil ihnen oft auch fünf
+„feinstoffliche“ (Tanmâtra) als Grundsubstanzen von Schall, Gefühl,
+Farbe, Geruch und Geschmack gegenübergestellt werden[4592] [also eine
+Art Imponderabilien]; solche genaue Unterscheidungen sind keineswegs
+gleichgültig, denn nicht minder wie die Gestalt ist auch der Name
+jeglichen Dinges ein eigentliches und bedeutsames Stück seines Wesens,
+dessen Realität sich schon in der erfolgreichen Verwendung zu Zwecken
+der Zauberei sichtlich und ganz offenbar zu erkennen gibt[4593].
+
+Die Theorien der jüngsten, nachvedischen Periode (etwa von 500
+v. Chr. bis 1500 n. Chr.)[4594] verbreiten sich ausführlich über die
+gegenseitigen Umwandlungen der Elemente, vom Äther bis zur Erde bei
+Bildung und Entstehung, von der Erde bis zum Äther bei Vernichtung und
+Auflösung der Welt[4595], sowie über das Hervorgehen der Einzeldinge
+und Lebewesen aus den Elementen[4596]. Aber auch andere, von den
+vedischen unabhängige Schulen, die in ihren Anfängen zum Teil bis
+in die vorhergehende Periode zurückreichen mögen und sich später
+gleichzeitig und nebeneinander weiterentwickeln, halten an der Lehre
+von den Elementen fest[4597]. Die „rationelle“ Sâmkhya-Philosophie
+(Sâmkhya = Zahl), als deren angeblicher Begründer der völlig
+mythische ~Kapila~ gilt[4598], und die nach ~Oldenberg~, entgegen
+~Deussen~[4599], schon vorbuddhistischen Ursprunges ist[4600], setzt
+seit jeher die 5 Elemente Äther (âkâça), Feuer, Luft, Wasser und Erde
+voraus[4601]. Den zahlreichen Kommentaren gemäß, deren letzte erst
+dem 16. Jahrhundert angehören[4602], nimmt sie eine Urmaterie an,
+die zwar einheitlich und unteilbar ist, zugleich aber „so wie der
+einheitliche Wald aus Bäumen“ aus drei Komponenten besteht und sich so
+lange nicht verändert, als alle drei in ursprünglichem Gleichgewichte
+verharren; sobald dieses aber „durch magnetartige, Erschütterung
+bewirkende Triebe“ gestört wird, bilden sich in erster Linie die fünf
+„groben“ Elemente und sodann, indem diese sich nach verschiedenen
+Mengen und Arten mischen, die sämtlichen Einzelstoffe der Welt[4603],
+ungefähr ebenso, wie aus dem gelben Farbstoffe der „gelben Wurzel“
+[Kurkuma] durch Einwirkung von Kalk ein neuer roter hervorgeht[4604].
+-- Bei den Buddhisten und schon bei ~Buddha~ selbst, der um 480
+v. Chr. starb, ist von den 4 Elementen die Rede[4605], zuweilen
+auch von 5, wobei der Äther, oder von 6, wobei das Bewußtsein mit
+eingeschlossen ist[4606], niemals aber, wie man wohl behauptet hat,
+von 7, die angeblich in Zusammenhang mit den 7 Planeten und Metallen
+stehen sollten; die Siebenzahl als solche ist jedoch ~Buddha~ nicht
+unbekannt, wie z. B. die Gleichnisrede von den 7 Arten der Frauen
+bezeugt[4607]. -- Auch in den Systemen der Jainas[4608], des ~Gotama~
+[4609] und vieler anderer[4610], spielen die Elemente eine wichtige
+Rolle, und zur einfachen Theorie der Elemente gesellt sich die der
+Atome und Atom-Aggregate, die der Sâmkhya-Philosophie noch fehlt[4611],
+den jüngeren Buddhisten und Jainas bereits geläufig ist[4612], ihre
+ausführliche Entwicklung aber erst im „Vaiçeshikam-System“ fand, dessen
+Urheber der im übrigen gänzlich unbekannte ~Kanada~ sein soll[4613].
+Der eingehenden Darstellung zufolge, die ~Anambhatta~ zwar erst im
+17. Jahrhundert, jedoch auf Grund der besten und ältesten Quellen
+gab[4614], treten nach ~Kanada~ zwar nicht der alldurchdringende Äther,
+der durchaus einheitlich, unendlich, ewig und sinnlich unwahrnehmbar
+ist, wohl aber Luft, Feuer, Wasser, Erde (einzeln oder zueinander
+gesellt), in Form veränderlicher und vergänglicher Aggregate auf,
+-- so z. B. ist das Gold nach einigen reines, nach anderen mit Erde
+vermischtes, festgewordenes Feuer[4615] --, in letzter Linie bestehen
+sie aber aus ewigen und unvergänglichen Atomen (paramânu). Abweichend
+von jenen der griechischen Philosophie sind diese sämtlich kugelförmig,
+gleich groß, nämlich sechsmal kleiner als das kleinste wahrnehmbare
+Sonnenstäubchen, mit bestimmten Qualitäten behaftet, sowie mit der
+Fähigkeit ausgestattet, sich zu je zweien aneinander zu lagern und
+hierdurch kleine Aggregate zu bilden, die sich dann weiter zu größeren
+und ganz großen vereinigen können[4616]. Diese Lehre von den doppelten,
+dreifachen, vierfachen Atomen usf. ist schon bei ~Kanada~ eine
+keineswegs leicht verständliche[4617], wird aber in späterer Zeit und
+durch die jüngeren Schulen auf äußerst verwickelte Voraussetzungen hin
+noch weiter ausgebaut; sie schwankt dann oft in gänzlich unklarer Weise
+zwischen eigentlich atomistischen und mehr korpuskularen Anschauungen
+hin und her[4618].
+
+Wie zahlreichen Völkern der alten und neuen Welt, so schwebte auch den
+Indern als höchstes Gut ein langes Leben in Gesundheit und Wohlstand
+vor, und demgemäß fehlte es auch bei ihnen niemals an Leuten, die
+da versicherten, den rechten Weg zu diesem schönen Ziele weisen zu
+können und, -- sei es vermöge Frömmigkeit oder Zauberei --, in Besitz
+der zu seiner Erreichung erforderlichen Mittel gelangt zu sein.
+Daß als solche eigentlich alchemistische und auch nach bekannten
+alchemistischen Methoden dargestellte Elixire in Frage kämen, und daß
+diese schon in den frühesten medizinischen Werken Indiens abgehandelt
+würden, hat sich indessen als eine vollkommen unhaltbare Behauptung
+erwiesen, deren Aufstellung nur infolge des Dunkels erklärlich scheint,
+das noch bis vor kurzem über den Anfängen der indischen Medizin und den
+Abfassungszeiten ihrer „klassischen“ Schriften lag, gegenwärtig aber,
+wenn nicht gänzlich behoben, so doch in ausreichender Weise aufgehellt
+ist[4619].
+
+Als ältestes Dokument indischer Medizin, das uns in zweifellos
+unverändertem Zustande vorliegt, hat man das sog. ~Bower~-Manuskript
+anzusehen, das eine Sammlung um etwa 350-375 n. Chr. auf Birkenbast
+geschriebener Texte enthält und in Chinesisch-Turkestan im Inneren
+eines buddhistischen Denkmals (sog. Stupa) aufgefunden wurde[4620];
+es erwähnt u. a. als Heilmittel natürliche Soda und Pflanzenasche,
+Kupfer- und Eisen-Vitriol, Blei- und Antimonglanz, Realgar, Kupferrost,
+ferner Gold, Silber, Kupfer, Eisen[4621] und an einer Stelle auch das
+in den alten Schriften sehr selten vorkommende Quecksilber[4622],
+kennt dagegen kein Calcinieren der Metalle[4623], versteht auch unter
+„Râsa“ (= Saft) nicht ein Elixir, sondern den Chylus des menschlichen
+Körpers[4624], und führt zwar einen wunderwirkenden Trank an, der
+„tausendjährige Lebensdauer“ verleiht[4625], bringt ihn aber mit
+keinerlei alchemistischer Vorstellung in Verbindung. -- Was die „große
+Dreiheit“ der Ärzte, ~Susruta~, ~Caraka~ (~Charaka~) und ~Vaghbata~
+betrifft, so dürfte ~Susruta~ der älteste (schon vorchristliche?),
+und sein Werk eine Hauptvorlage für ~Caraka~ und ~Vaghbata~ gewesen
+sein[4626]; die Form aber, in der wir es gegenwärtig besitzen,
+ist das Ergebnis sehr zahlreicher, noch während des 7. bis 11.
+Jahrhunderts oft erneuerter, tiefgreifender Umarbeitungen und läßt
+bestimmte Schlüsse auf seine Urgestalt nur in recht beschränktem Maße
+zu[4627]. ~Caraka~ scheint seine (nicht ganz vollendete) Schrift auf
+Grund älterer Quellen im 2. Jahrhundert n. Chr. abgefaßt zu haben,
+doch kennen wir sie nur in gänzlich abgeänderter, erst aus dem 8.
+Jahrhundert herrührender Gestalt[4628]; ~Vaghbatas~ Kompendium endlich
+mag zuerst frühestens im 6. oder 7. Jahrhundert abgeschlossen worden
+sein[4629]. Die Heilmittel aller drei Autoren sind in ihrer großen
+Mehrzahl vegetabilischer Herkunft[4630], doch bereitet ~Susruta~
+u. a. auch reine natürliche Soda und Pflanzenasche durch wiederholte
+Auslaugung, macht die Lösung mit gebranntem Kalk ätzend und kocht
+sie in eisernen Kesseln ein[4631]; ferner verwendet er „getötete“
+und geröstete Metalle[4632], führt aber als solche nur an einer
+Stelle Zinn, Blei, Kupfer, Silber, Gold, Eisen (loha)[4633] und in
+sehr unbestimmter Weise auch Quecksilber an[4634]. ~Caraka~ erwähnt
+neben Gold auch Silber, Kupfer, Blei, Zinn und Eisen, nebst ihren
+„Unreinigkeiten“ (Kalken?); ferner Kupfer- und Eisen-Rost, mit Schwefel
+geröstetes Silber, Kupfer und Eisen; sodann natürlichen Kupfer- und
+Eisen-Vitriol, Pyrit, Antimonglanz, Schwefel, Auripigment und Realgar,
+Salz; endlich natürliche Soda, Pflanzenasche (auch durch Ausziehen mit
+Wasser gereinigte), Kalk, Lasur und allerlei Edelsteine[4635]. Bei
+~Vaghbata~ wird außerdem Quecksilber genannt, z. B. als Bestandteil
+einer auch noch Blei, Schwefelblei und Kampher enthaltenden
+Augensalbe[4636]. Weder bei diesen der „großen Dreiheit“ Zugehörigen,
+noch bei ~Vaghbatas~ angeblichem Zeitgenossen ~Varamihira~, -- der
+u. a. von Glockenmetall, Bronze, Eisen als Tonikum, sowie Quecksilber
+als Aphrodisiakum spricht[4637] --, noch bei sonstigen Ärzten des 6.
+(?) Jahrhunderts, die auf „festes“ (fixiertes?) Quecksilber anspielen
+sollen[4638], werden jedoch die wunderbaren Wirkungen der Edel-Metalle
+und -Steine, des Quecksilbers usf., mit alchemistischen Vorstellungen
+in Verbindung gebracht. Da nun z. B. selbst bei ~Susruta~ „rasa“ noch
+= „Saft“ ist, und nicht = Quecksilber[4639], so bleibt es unberechtigt
+und irreführend, den Namen der Wissenschaft von den Säften, „Rasâyana“,
+mit „Alchemie“ zu übersetzen und daraufhin wieder die bei ~Susruta~,
+~Caraka~ und anderen vorkommenden Wundertränke, die Gesundheit,
+Heilung, langes Leben usw. bewirken sollen, ohne weiteres als Elixire,
+Panaceen und Essenzen im bekannten alchemistischen Sinne zu bezeichnen.
+Ein Lehrer dieser Rasâyana war u. a. schon in vorchristlicher
+Zeit, nach den einen im 2., nach den anderen im 4. Jahrhundert,
+~Patañjali~[4640], dessen Werk zwar noch erhalten ist, aber nur in
+einer aus unbestimmbar später Periode stammenden Überarbeitung[4641];
+von ihr spricht auch ~Albiruni~, der, nach mehrjährigem Aufenthalte in
+Nordindien gelegentlich der Eroberungszüge des Sultans ~Mahmud~ von
+~Ghazna~, im Jahre 1031 sein so außerordentlich wichtiges Werk über
+Indien verfaßte. Wie er in diesem berichtet[4642], beschäftigten sich
+[wenigstens in den von ihm besuchten Gegenden] die Inder noch zu seiner
+Zeit nicht, oder doch so wenig mit Alchemie, daß er Näheres hierüber
+und namentlich betreff der etwa benützten mineralischen Substanzen
+nicht in Erfahrung bringen konnte; dagegen besitzen sie eine sehr alte,
+ganz besondere, ihnen eigentümliche Wissenschaft „Rasâyana“[4643], die
+bestimmte Methoden zur Darstellung merkwürdiger, aus allerlei Drogen
+und pflanzlichen Substanzen zusammengesetzter Arzneien und Tränke
+lehrt, die dem sie Genießenden Gesundheit, Jugend und langes Leben
+gewährleisten[4644].
+
+~Albiruni~ zufolge lebte im 9. Jahrhundert der gelehrte ~Nagarjuna~,
+der die Darstellung des [anfangs] schwarzen Schwefel-Quecksilbers
+entdeckt haben soll[4645], die indessen andere auch dem ~Vrinda~
+(um 950) oder dem ~Chakrapani~ (um 1050) zuschreiben[4646]. ~Rây~
+versetzt jedoch den ~Nagarjuna~ in die Mitte des 2. Jahrhunderts
+und preist ihn als großen Philosophen und als „wichtigste Gestalt
+der indischen Alchemie“, sowie als Erfinder der Sublimation und
+Destillation[4647]; sein hoher Ruhm mache es begreiflich, daß seine
+Biographie schon bald nach 400 ins Chinesische übersetzt wurde, daß
+der chinesische Pilger ~Hiuen-Thsang~ (629-645 in Indien) ihn als
+„Sonne der Welt“ rühmt[4648], und daß auch einheimische Schriften des
+7. (?) Jahrhunderts ihn als einen Zauberer, Magier, Astrologen und
+Alchemisten kennen und von ihm zu erzählen wissen, daß er die große
+Kunst „von einem alten Heiligen auf einer Insel des indischen Ozeans
+erlernte“[4649]. Den Bruchstücken seines Werkes „Rasaratnâkara“ ist zu
+entnehmen, daß der „Meister der Kunst“ seine alchemistischen Kenntnisse
+in Traumvisionen[4650] empfing und zum Teil in Dialogform niederlegte,
+daß er u. a. durch Destillation des Zinnobers (darada) dessen Wesen
+oder Essenz, das Quecksilber, darzustellen, es mittels Salz und
+Salmiak zu fixieren und mit den „acht Metallen“ zu amalgamieren
+lehrte[4651], daß er durch 1 Teil seines „Projektions-Pulvers“ 10
+Millionen Teile gemeiner Metalle in Gold verwandelte[4652], Gold
+ferner noch durch Rösten von Silber mit Schwefel oder Zinnober, sowie
+von Kupfer mit Galmei (rasaka) gewann[4653], und aus diesem letzteren
+auch metallisches Zink abzuscheiden wußte[4654]. Alle diese fast
+ausnahmslos wohlbekannten und keinerlei indisches Gepräge tragenden
+Züge und Kenntnisse sprechen entschieden gegen die Entstehung
+des Werkes im 2. oder überhaupt in einem frühmittelalterlichen
+Jahrhunderte[4655], und der offenbare Irrtum ~Râys~ rührt nach ~Sêal~
+daher, daß er ohne zureichende Gründe den obigen ~Nagarjuna~ mit dem
+gleichnamigen (buddhistischen) Begründer der Mâdhyamika-Philosophie
+identifiziert[4656], dem Bearbeiter des ~Susruta~ und Herausgeber von
+Schriften über Metallgewinnung und Alchemie, der aber einer um sieben
+oder mehr Jahrhunderte späteren Periode angehört, wie dies schon
+seine Vertrautheit mit dem Quecksilber und den Quecksilber-Präparaten
+beweist[4657].
+
+Obwohl nämlich das Quecksilber den Indern schon frühzeitig bekannt
+war, so wird es doch, wie bereits erwähnt, in den wirklich alten
+Schriften nur sehr selten genannt, und wenn man von solchen
+zweifelhafter Echtheit absieht, so finden sich genauere Angaben
+über das Metall selbst, und vollends über seine Derivate, erst in
+jenen, die dem Zeitalter der arabischen Eroberungszüge angehören,
+also dem Ende des ersten Jahrtausends. Der Lexikograph ~Amarasinha~
+z. B. (um 1000) kennt das Quecksilber (pârada, chapala, suta) schon
+unter dem Namen rasa = Saft, Flüssigkeit, aber auch Schweiß[4658];
+~Govinda~ (etwa im 11. Jahrhundert)[4659] weiß es durch Destillation
+von beigemengtem Blei oder Zinn zu befreien und durch Schwefelarsen
+oder andere Sulfide in einen Stoff „rot wie Lack der Cochenille“
+[also Zinnober] überzuführen[4660]; auch im Wörterbuche „Vaijayanti“
+(11. Jahrhundert?) ist von verschiedenen Quecksilber-Amalgamen die
+Rede[4661]. In den Werken aus der etwa um 1100 einsetzenden „Zeit
+der Tantras“ (= Traktate, Abhandlungen) beginnt das Quecksilber eine
+maßgebende Rolle zu spielen: in der sehr wichtigen „Rasârnara“ (=
+Quecksilber-See) z. B. heißt es pârada oder rasa (= Schweiß, weshalb
+es den Körper, aus dem es kommt, auch wieder schützt)[4662]; es
+wird durch siebenmalige Destillation von dem zwecks Verfälschung
+zugesetzten Blei und Zinn befreit[4663], mit Alaun, Salz und grünem
+Vitriol „getötet“ und in Sublimat oder Calomel übergeführt[4664],
+und durch zahlreiche (18 und mehr) besondere Verfahren der Alchemie
+(Vasasiddha) fixiert und in verschiedene Präparate verwandelt, z. B.
+in Zinnober[4665]. Mit Schwefel werden jedoch, so wie Quecksilber,
+auch die übrigen Metalle geröstet, d. s. Gold, Silber, Kupfer, Eisen,
+Zinn, Blei[4666], sowie jene „aktive Grundmaterie“ oder „Essenz“, die
+aus dem nämlichen Rasaka [Galmei], das mit Kupfer Gold [goldgelbes
+Messing] gibt[4667], beim Erhitzen mit pflanzlichen [Kohle liefernden]
+Zutaten, mit Pflanzenasche, oder mit Borax [Alkali] hervorgeht und wie
+Zinn aussieht [metallisches Zink][4668]. Aber allein das Quecksilber
+verleiht Gesundheit und Unsterblichkeit; es besteht aus allen fünf
+Elementen, stellt eine Verkörperung des Gottes ~Siva~ dar, und ist 1188
+dem Lexikographen ~Mahesvara~ bereits unter dem Namen „Haravija“ (=
+Samen des ~Hara~ = ~Siva~) bekannt[4669].
+
+~Rây~ ist der Ansicht, schon um 400 n. Chr. habe die Verschmelzung
+des alten ~Siva~-Kultes mit der nördlichen Form des Buddhismus
+begonnen[4670] und Anlaß zur Entwicklung der buddhistischen
+„Tantras“ gegeben, die sich unter Miteinfluß entstellter Lehren
+anderer Systeme (besonders des Yoga-Systems) vielfach mit Zauberei,
+Magie, Wunderwirkungen, Unsterblichkeitstränken und Alchemie
+beschäftigen[4671]. Daß sie bereits im 5. und 6. Jahrhundert vorhanden
+waren[4672], sollen tibetanische Übersetzungen aus dem 6.-8.
+Jahrhundert bezeugen, die vom Quecksilber sprechen, „das den Körper
+stärkt, alle Krankheiten austreibt, ... und die gemeinen Metalle in
+Gold überführt“[4673] und die auch erwähnen, daß die betreffenden
+Tantras eigenhändige Werke des ~Siva~ seien, dessen Samen, pârada
+= Quecksilber, sechsmal „getötet“ und mit Schwefel geröstet usf.,
+ein Präparat liefere, das Kupfer in Gold verwandelt[4674]. Aus den
+Anschauungen dieser Tantras, so meint ~Rây~, seien dann im Laufe des
+12. Jahrhunderts die des obengenannten „Rasârnara“ hervorgegangen[4675]
+und im Laufe des 13. jene, die weiteren wichtigen Schriften zugrunde
+liegen, z. B. dem „Rasaratna“ (um 1300)[4676], sowie dem sog.
+„Quecksilber-System“[4677]. In der Darstellung des ~Madhara~ (um 1350)
+über die sechzehn großen philosophischen Systeme der Inder nimmt
+„Raseçvara“, das Quecksilber-System, die neunte Stelle ein[4678];
+gestützt auf die irrtümliche Etymologie pârada = pâra-da = „das
+jenseitige Ufer verheißend“, verspricht es „Rettung aus dem Strom der
+Seelenwanderung an das andere Ufer“, „Erlösung schon bei Lebzeiten“,
+„Gewinnung und Erhaltung eines göttlichen Leibes“ u. dgl. mehr, und
+empfiehlt zu diesem Zwecke das Einnehmen eines von den mächtigsten
+Zauberern empfohlenen Wundertrankes, der aus Quecksilber besteht,
+oder aus Quecksilber und „Talk“ (entstanden aus dem Gotte ~Hara~ =
+~Siva~ und der Göttin ~Gauri~, seiner Gemahlin). Das Quecksilber ist
+flüssig, kann aber sowohl luftförmig werden, als auch (durch „Töten“
+und „Ersterben“) fest [fixiert], wobei es dann in verschiedenen
+Farben schillert und, obwohl selbst „tot“, dennoch belebend und
+die Krankheiten austreibend wirkt. Voraussetzung hierfür ist aber
+die genaueste und sorgfältigste Zubereitung durch achtzehnerlei
+„Werke“, nämlich Schwitzen [Destillieren?], Zerreiben, Starrmachen,
+Fixieren, Absetzenlassen, Einzwängen [?], Pressen, Glühen, Dämpfen,
+Abmessen, Pulvern, Bedecken, Schmelzen (inneres und äußeres), Ätzen,
+Fließenlassen (in Farben), Vermengen, Durchmischen, Einnehmen; nur
+bei peinlicher Einhaltung aller dieser Vorschriften bewährt sich das
+Quecksilber „als das Wesen, das Blut und Leib durchdringt“ und von dem
+es heißt:
+
+ „Es ist der Säfte Fürst, denn es verleiht
+ Dem Leib Nichtaltern und Unsterblichkeit.“[4679]
+
+Den Höhepunkt seiner Bedeutung als Mittel zur Lebensverlängerung und
+zugleich zur Metallverwandlung erlangt das Quecksilber indes erst
+während der um 1300 einsetzenden Oberherrschaft der Iatrochemie, deren
+Wurzeln aber vermutlich bis in das 12. Jahrhundert zurückreichen[4680].
+Aus seinen Vorgängern schöpfend, z. B. aus ~Nandi~, „dem Erfinder der
+Sublimation“, berichtet ~Somadeva~ (12. oder 13. Jahrhundert?) über
+Quecksilber und Quecksilber-Präparate, sowie über Darstellung von Gold
+durch Legieren verschiedener Metalle, darunter Zink, nach bestimmten
+Gewichtsverhältnissen[4681]. ~Yasodhava~ (13. Jahrhundert?)[4682], „der
+alle Versuche selbst ausgeführt hat“, entdeckte angeblich „das Metall
+des Galmeis“ [Zink], „das sich glänzend wie geschmolzenes Blei aus dem
+Tiegel ergießt“, die Darstellung des Wundermittels Calomel, „dieses
+Kamphers aus Quecksilber“, und die Bereitung eines Projektionspulvers
+aus Zinn, Pyrit, Salmiak, Realgar und etwas Blei oder Silber, das
+100 Teile gemeine Metalle in Gold verwandelt[4683]. ~Rasakalpa~ (13.
+Jahrhundert), „der alles selbst erprobt, und nichts aus anderen
+entlehnt hat“[4684], nennt als „große Mittel“ Quecksilber, auch das
+mit Salmiak und anderen Salzen „getötete“, das ~Siva~, „der König der
+Quecksilber-Lehre“, selbst erfand, ferner Schwefel, Arsen und Zinnober,
+den natürlichen oder den künstlich aus Quecksilber und Schwefel
+gewonnenen. Sie alle dienen auch dazu, die gemeinen Metalle in Gold und
+Silber zu verwandeln, oder diese doch zu „vermehren“, denn „Reichtum
+gewinnt, wer Gold oder Silber, die vermehrt sind, z. B. durch 100
+Teile Kupfer, Blei oder Quecksilber-Amalgam, als [vollwertiges] Geld
+ausgibt“[4685]; zu jenen gemeinen Metallen zählen Kupfer, Eisen, Zinn,
+Blei, aber auch das Zink, das sechs verschiedene Namen führt, u. a.
+„Bruder des Silbers“[4686], d. i. das Metall jenes vielverbreiteten
+Galmeis[4687], der mit Kupfer pittala (Messing) liefert[4688].
+Verschiedene andere medizinische Schriften dieses Zeitalters[4689]
+nennen neben den 6 einfachen Metallen[4690], neben dem „einer besseren
+Art Blei gleichenden“ Metall aus Antimonglanz [Antimon][4691], dem
+zinnähnlichen Metall Jasada aus Galmei [Zink][4692], den Legierungen
+Pittala (aus Kupfer und Zink; Messing), Kâmsya oder Kâmsyaha (aus
+8 Teilen Kupfer und 2 Teilen Zinn; Glockenmetall), Vartaloha (=
+geschichtetes Metall, aus 5 Bestandteilen) usf.[4693], noch folgende
+„große Mittel“: die Edelsteine, die, je nach Glanz, Farbenspiel und
+Größe der Krystalle, als männliche, weibliche und Zwitter unterschieden
+werden[4694], und deren vornehmster, der Diamant, mit Bocksblut
+bestrichen zu Asche verbrennbar ist[4695]; den Schwefel, das gelbe und
+rote Arsen [Auripigment, Realgar]; den Antimon- und Bleiglanz, dessen
+Name „Surma“ einer Sprache der Urbevölkerung entstammen soll[4696];
+vor allem aber das Quecksilber, „dessen Kräfte den Arzt, der sie
+recht versteht, zum Gotte machen“[4697]. Quecksilber ist der „Samen
+des ~Siva~“, der beim Abtropfen auf die Länder Darada (Dardistan in
+Kaschmir) und Parada (nicht näher bekannt) deren Boden mit Zinnober
+(Hingula) erfüllte[4698], als dessen „Wesen“ es bei der Destillation
+wieder hervorgeht[4699]. Es ist flüssig, läßt sich aber destillieren
+und mittels Salmiak und anderer Salze auch fixieren[4700], verleiht
+langes Leben, macht frei von Krankheit und Sünde und ist Wesen und
+Träger der von ~Siva~ selbst gelehrten Alchemie, der Kunst, Gold und
+Silber herzustellen[4701]. Zu den Präparaten, mit denen die Metalle
+zwecks ihrer Umwandlung behandelt werden, zählen die Säuren, und zwar
+ausschließlich die vegetabilischen[4702], die gold- und silberfarbigen
+Pyrite, der Blei- und Antimonglanz, die natürlichen Kupfer- und
+Eisen-Vitriole, der Schwefel, das Auripigment und Realgar, der beim
+Brennen mit Dung bereiteter Ziegel entstehende Salmiak (Navasara;
+vom persischen Nûschâdir)[4703] und die verschiedenen Salze und
+Alaune[4704].
+
+Reichhaltige, sichtlich auf einer Fülle altüberlieferter Beobachtungen
+beruhende Verzeichnisse aller dieser Mineralien enthalten das um 1300
+entstandene „Rasaratna“[4705], vor allem aber das Buch „Raganighantu“
+des Arztes ~Narahari~ aus Kaschmir[4706], das nach ~Garbe~ um 1250
+verfaßt ist, während ~Rây~ es (ohne genauere Angabe) für ein Werk
+„aus ziemlich später Zeit“ erklärt[4707], als welche freilich auch
+1250 schon gelten kann. Unter den Metallen zählt ~Narahari~ die
+folgenden auf: Gold, 42 Namen führend, gelblich, gelbrot oder rot,
+fünferlei Legierungen mit Silber und ein Amalgam mit Quecksilber
+bildend[4708]; Silber, das mondähnliche Metall oder Metall des Mondes,
+mit 17 Namen[4709]; Kupfer, rot, das Metall der Sonne, giftig (mit
+12 Namen)[4710], aus dem da entsteht das helltönende weiße und das
+goldähnliche, kurkumafarbige, gelbe und rote Messing (mit zusammen
+26 Namen), das Fäden, Blätter, sowie heilsame Asche und Schlacke
+liefert (mit zusammen 20 Namen)[4711]; Zinn, in Bengalen, wohin es
+aus Birma kommt, Vanga, im Sanskrit Jaçada geheißen, zu Fäden und
+Blättern verarbeitbar, mit 10 Namen[4712]; Blei, bläulich, giftig,
+mit 16 Namen[4713]; Eisen, mit 9 Namen, ergebend den Stahl „Kinaga“
+= Chinesischen (mit 15 Namen), den damascierten Stahl (mit 8 Namen),
+und das Magneteisen (mit 7 Namen)[4714]; Antimon, mit 7 Namen, das
+Metall des für die Augen wohltätigen „Surma“ [des Antimon- und
+Bleiglanzes][4715]; Quecksilber, pârada oder rasa, das Metall der
+Metalle, mit 33 Namen, darunter Çivabîga (= Samen ~Sivas~), Amrita (=
+Ambrosia), Khekara (= Sublimiertes), Himmlisches, Edelstes usf.[4716].
+Quecksilber ist für sich, sei es flüssig oder getötet, gemeinsam mit
+anderen Substanzen, z. B. mit Magneteisen, vor allem aber zusammen
+mit Schwefel als „schwarzes Präparat“, ein Mittel von wahrhaft
+wundertätiger Fähigkeit, eine Vereinigung sämtlicher großer Kräfte,
+daher Jugend, Gesundheit, langes Leben und alles Heil verleihend[4717];
+sein Erz ist der herrliche, aber sehr giftige Zinnober, der 15
+Namen trägt[4718]. -- Von sonstigen Mineralien nennt ~Narahari~
+u. a.: Schwefel, den weißen, gelben, roten und schwarzen, mit 15
+Namen[4719]; Realgar und Auripigment, die goldfarbigen, heilsamen,
+mit 27 Namen[4720]; Schwefelkies, den gold- und silberfarbigen[4721];
+Talk, den gold- und silberfarbigen, auch weißen oder schwarzen, von
+welchem letzteren es heißt: „Quecksilber und schwarzer Talk entstehen
+in ~Hara~ (~Siva~) und seiner Gattin ~Gauri~, wenn die Liebe sie
+vereinigt“[4722]; Mennige und gelben oder roten Oker, mit je 14
+Namen[4723]; Eisenvitriol, den grünen und gelben, sowie Kupfervitriol
+(Tuttha), den blauen (nila), Erbrechen erregenden, mit zusammen 23
+Namen[4724]; Alaun, den die Farben festigenden, und Alaunschiefer (?),
+mit 8 und 14 Namen[4725]. Ihnen schließen sich noch an: Bergkrystall,
+Sonnen- und Mond-Stein [Adular-Arten][4726], Lasur und Türkis (blauer
+und grünlicher)[4727], sowie die Edelsteine, „die dem, der sie trägt,
+die Planeten günstig machen“[4728]. Es gehören nämlich zu: Rubin (15
+Namen) der Sonne[4729]; Perle (25 Namen) und der ähnliche Tabaschir aus
+Bambusrohr [die aus Kieselsäure bestehende Ausscheidung der Halmknoten]
+dem Monde[4730]; Smaragd (11 Namen) dem ~Merkur~[4731]; Diamant (14
+Namen; die fehlerhaften heißen weibliche) der ~Venus~[4732]; Koralle (8
+Namen) dem ~Mars~[4733]; Topas (8 Namen) dem ~Jupiter~[4734]; Sapphir
+(8 Namen) dem ~Saturn~[4735]; Hyazinth (6 Namen) und Katzenauge (6 und
+10 Namen) dem ~Rahu~ und ~Ketu~, d. i. dem auf- und absteigenden Knoten
+der Mondbahn[4736].
+
+Weitere, besonders die Metalle betreffende Angaben hat ~G. Oppert~
+aus einer Anzahl indischer Werke beigebracht[4737]; da er indes ihr
+Alter, das er meist unerörtert läßt, in verschiedenen Fällen sichtlich
+weitaus überschätzt, zudem ihren gesamten Inhalt stets als aus der
+nämlichen Zeit herrührend behandelt und endlich chemisch-technische
+Sachkunde merklich vermissen läßt, so sind sie nur mit aller Vorsicht
+zu benützen. Einige jener Schriften sprechen von „7 in den Bergen
+entstehenden Metallen“, Gold, Silber, Kupfer, Zinn (oder Zink?),
+Quecksilber, Blei und Eisen, nebst den Gemischen Bronze (aus Kupfer
+und Zinn) und Messing (yasoda aus Kupfer und kupya, d. i. Galmei; oder
+pârada aus Kupfer und Quecksilber); andere von „8 Metallen göttlichen
+Ursprunges“, Gold, Silber, Kupfer, Eisen, Zinn, Quecksilber, Blei,
+wobei aber die letzteren zum Teil auch durch Messing, Bronze, Stahl,
+Magneteisen oder Zink vertreten werden, und die Namen von Blei, Zinn
+und Zink oft zusammenfallen (wie im Tamulischen bei „nâga“); noch
+andere von 9 Metallen, Gold, Silber, Messing, Blei, Kupfer, Zinn (oder
+Zink), Eisen (oder Stahl), Bronze und Magneteisen. Für ihre Namen
+gibt schon das Wörterbuch „Vaijayanti“, das aus dem 11. Jahrhundert
+herrühren soll, mannigfaltige Synonyma an: so z. B. ist Kupfer Tâmram
+und Tâmba (woher Tombak); Zinn Vanga, Vangam, Nâgam, Kastirâm; Blei
+Sîm [persisch: Silber], Trapu; Messing „das weiße, rote oder goldgelbe
+Metall“, aus dem, in Legierung mit Gold, Silber, Eisen, Zinn und
+Quecksilber (!) die Reliquienkästchen ~Buddhas~ und ähnliche kunstvolle
+Arbeiten bestehen; Bronze „das künstliche Metall“ oder „Glockenmetall“,
+das Glockenton besitzende; Pañcaloham, „Fünfmetall“, eine Legierung von
+Gold, Silber, Kupfer, Blei und Zinn (oder Zink), u. dgl. mehr.
+
+ ——————————
+
+Auf Grund seiner eigenen Untersuchungen und verschiedener der im
+vorstehenden wiedergegebenen, freilich noch sehr unvollständigen
+Mitteilungen gelangt ~Rây~ zum Schlusse, eine wahre Alchemie sei auf
+indischem Boden durchaus selbständig und ohne jede fremde Vermittlung
+erwachsen[4738], und diese Ansicht hält er fest, wenngleich er an
++einer+ Stelle aufrichtigerweise selbst zugesteht, daß in der so
+schwierigen Frage das letzte Wort noch zu sprechen und die endgültige
+Aufklärung abzuwarten bleibe[4739].
+
+Völlige Eigenart zeigt nach ~Rây~ die indische Alchemie darin, daß sie
+keinen Zusammenhang zwischen den Planeten und den 7 Metallen annimmt,
+-- obwohl Kupfer und Silber nicht selten Sonnen- und Mond-Metall
+benannt werden --, und auch überhaupt nur 6 Metalle kennt[4740]; erst
+~Sangadhara~, der um 1363 schrieb, soll von 7, oder einschließlich
+Bronze und Messing von 9 Metallen reden, die den 7 oder 9 Planeten
+entsprechen[4741], und sein Kommentator ~Adhamalla~ verbindet dann
+Kupfer und Sonne, Silber und Mond, Bronze und ~Mars~, Eisen und
+~Saturn~, Gold und ~Jupiter~, Zinn und ~Venus~, Blei und ~Merkur~,
+Kâmsya (Glockenmetall) und ~Rahu~, Vartaloha (Messing) und ~Ketu~,
+während Quecksilber als „~Siva~“ oder „Samen des ~Siva~“ abseits stehen
+bleibt[4742]. Indessen ist daran zu erinnern, daß schon ~Nagarjuna~
+8 Metalle aufzählt, die daher, nach ~Râys~ Datierung dieses Autors,
+bereits im 2. Jahrhundert bekannt gewesen sein müssen[4743], und daß
+~Narahari~ um 1250 Listen der Zugehörigkeit der Edelsteine zu den
+Planeten anführt, die er, wie alle seine sonstigen Angaben, aus weitaus
+älteren Quellen schöpfte.
+
+Während sich, ~Rây~ zufolge, die Alchemie im nördlichen Indien bis etwa
+in das 6. oder 7. Jahrhundert hinein der eifrigsten Pflege erfreute,
+die die tibetanischen Übersetzungen des 6. bis 8. Jahrhunderts in
+ihren Berichten über Quecksilber-Panaceen und Metall-Verwandlungen
+widerspiegeln[4744], soll sie seit der Zurückdrängung des Buddhismus,
+die er erst in das 8. Jahrhundert versetzt, vernachlässigt und
+schließlich ganz vergessen worden sein; erst um 1350 sei sie aus
+Tibet, und zwar in ihrer alten, fast unverändert erhalten gebliebenen
+Gestalt, wieder nach Indien zurückgewandert, und daher hätten dort,
+zugleich mit dem damals neu (?) auftauchenden Opium, auch Quecksilber
+und Quecksilber-Präparate abermals weitgehenden Einfluß zu erlangen
+begonnen[4745]. -- Diese Behauptungen lassen sich nicht leicht mit den
+an anderer Stelle überlieferten vereinbaren, denen gemäß Alchemie und
+Tantra-Mystik [diese doch erst gegen 1100 beginnend!] vorzugsweise in
+dem jedem fremden Einfluß entrückten Zentral-Indien zur Entwicklung
+gekommen und von da aus wie nach Südindien so auch über Magadha
+nach Tibet gelangt wären[4746]. Auch ermangeln sie insoferne des
+Beweises, als die belangreiche Rolle, die eine mit dem Buddhismus
+enge verknüpfte Alchemie +vor+ dessen Zurückdrängung in Nordindien
+gespielt haben soll, durch die Tatsachen nicht bestätigt wird. Ganz
+besondere Wichtigkeit besitzen in dieser Hinsicht die Berichte der
+chinesischen Pilger ~Fa-hien~ (399-414)[4747], ~Hiuen-Thsang~ (verfaßt
+629)[4748] und ~I-Tsing~ (671-695)[4749], die sich, um den Buddhismus
+an seiner Quelle kennen zu lernen, viele Jahre, ja jahrzehntelang in
+Nordindien aufhielten und über Glauben, Anschauungen und Sitten der
+Einwohner sehr ausführliche Beschreibungen hinterließen. Keiner von
+ihnen bringt auch nur mit einem Worte den Buddhismus mit der Alchemie
+in Verbindung, oder tut überhaupt der Metallverwandlung Erwähnung;
+~Fa-hien~ spricht keineswegs, älteren Angaben gemäß, von den 7 Metallen
+und der Verehrung der 7 Planeten, sondern zählt die 7 kostbaren oder
+heiligen Substanzen (Saptaratna) auf, die man zur Ausstattung der
+Tempel und zur Anfertigung der ~Buddha~-Statuen gebraucht, nämlich
+Gold, Silber, Lasurstein, Bergkrystall, Rubin, Diamant (oder Smaragd)
+und Achat[4750]; ~Hiuen-Thsang~ gedenkt bei ähnlichem Anlasse nur des
+roten und gelben Kupfers (Messings)[4751] und außerdem vorübergehend
+des Zinns und des gelben Arsens (Auripigments)[4752]. Am ehesten wäre
+nähere Nachricht gelegentlich der ziemlich ausführlichen Beschreibung
+zu erwarten, die ~I-Tsing~ von der indischen Medizin gibt[4753],
+und zwar zum Teil auf Grund „der acht Bücher des durch ganz Indien
+verbreiteten Ayur-Veda“[4754], zum Teil buddhistischen Theorien
+folgend. Was die im 8. Buche des Ayur-Veda behandelte „Verlängerung des
+Lebens“ betrifft, so bestanden die vorgeschriebenen Tränke zur Zeit des
+~I-Tsing~ fast ausschließlich aus Pflanzensäften[4755] und nicht, wie
+erst spätere Autoren überliefern, aus metallischen Präparaten[4756];
+die eigentlich wirksamen Mittel zur Verlängerung des Lebens soll es
+nach ihm freilich nur in China geben, wo man über 400 Arten heilsamer
+Pflanzen und auch Steine besitze[4757], aber die von der indischen
+Medizin als „râsayâna“ bezeichneten streben immerhin ähnliche Ziele
+an[4758]. Nach buddhistischer Lehre, die bereits ~Buddha~ selbst
+verkündet haben soll[4759], hängen Gesundheit, Wachstum usf. von den
+vier „großen Elementen“ (Mâhabhûta) Feuer, Wasser, Luft und Erde ab,
+sowie von einem gewissen Gleichgewicht, in dem sie innerhalb der Säfte
+des Körpers stehen sollen, und dementsprechend hat man die zur Behebung
+von Störungen oder zur Erreichung bestimmter Zwecke erforderlichen
+Arzneien zu bemessen[4760]. Unter diesen erwähnt ~I-Tsing~ den
+Tah-Shih = roten Stein, d. i. den Zinnober, und warnt vor ihm, da das
+„Verschlucken“ gefährlich sei und schon so manchem das Leben gekostet
+habe[4761]. Im übrigen ist bei ~I-Tsing~, wie schon die sichtlich
+griechischen Einflüsse betreff der Elementen- und Humoral-Theorie
+erwarten lassen, von Zinnober, Quecksilber, oder anderen metallischen
+Präparaten nicht weiter die Rede[4762], auch findet sich zwar der
+Schwefel besprochen[4763], aber nicht mit Quecksilber in Verbindung
+gebracht, und Anspielungen auf Goldmachen und Alchemie fehlen völlig,
+-- denn der bei vielen Völkern bekannte Vergleich der Weltentwicklung
+aus dem Chaos mit der Entstehung des Vogels im Ei[4764] ist nicht als
+solche anzusehen.
+
+Wie aus der oben angeführten Stelle des ~Albiruni~ hervorgeht, war
+in den von ihm bereisten Gegenden des nördlichen Indiens auch noch
+etwa 500 Jahre +nach+ der Zeit dieser chinesischen Buddha-Pilger von
+Alchemie nichts, oder so gut wie nichts bekannt, was ~Rây~ allerdings
+daraus erklären will, daß die große Kunst inzwischen in Indien
+ausgestorben sei, und ihr Leben nur mehr in Tibet weiter zu fristen
+vermochte. Daß es dort bereits im 6. bis 8. Jahrhundert Übersetzungen
+eigentlich alchemistischer indischer Schriften gegeben habe, ist aber
+bisher ebenso unbewiesen, wie das Vorhandensein der jedenfalls doch
++noch+ älteren indischen Originale selbst; auch die medizinischen
+Schriften Tibets lassen einschlägige Spuren nicht erkennen, halten
+vielmehr nach ~Laufer~ den aus Indien überlieferten Stand, der so
+ziemlich dem von ~I-Tsing~ geschilderten entspricht, noch lange mit
+großer Beharrlichkeit fest[4765]. Betreff der Zeit vor und gegen 1350,
+zu der nach ~Rây~ die Alchemie wieder nach Indien zurückgebracht
+worden sein soll, fehlt es leider noch an ausreichenden Forschungen
+und besonders an Übersetzungen aus dem Tibetanischen, indessen hat
+~Grünwedel~ neuerdings wenigstens +eines+ der ausführlichsten und
+kulturgeschichtlich wichtigsten Werke dieser Periode, die „Geschichte
+der 84 Zauberer“, ins Deutsche übertragen, und diesem lassen sich
+eine ganze Anzahl beachtenswerter Anhaltspunkte entnehmen. Den öfters
+erwähnten Trank des langen oder ewigen Lebens[4766], der auch „Amrita“
+zubenannt wird [d. i. die gleichfalls Unsterblichkeit gewährende
+Ambrosia der Götter], bereitet u. a. ein Zauberer „mitten im dichten
+Walde“, woselbst er die erforderlichen Zutaten sammelt, unter denen
+hier also offenbar vegetabilische verstanden sind[4767]. An späterer
+Stelle[4768] sucht jedoch der „begüterte Brahmane ~Vyali~“ die Amrita
+aus Quecksilber und aus dem Pulver vieler, nach der Vorschrift eines
+Rezeptbuches zusammengekaufter Drogen darzustellen, was ihm trotz
+dreizehnjähriger Arbeit, die sein Vermögen aufzehrt und ihn zum
+Bettler macht, nicht glückt, da ihm +ein+ Bestandteil fehlt, die
+„rote Myrobalane“; erst nach langer Zeit wird diese zufälligerweise
+durch einen Tropfen Blut ersetzt, der dem Finger einer badenden Hetäre
+entquillt, und nun gelingt der Trank so vortrefflich, daß er nicht nur
+der Hetäre und dem Brahmanen Unsterblichkeit verleiht, sondern sogar
+dessen Pferde, das ihn gekostet hat. Da es aber von dem Brahmanen
+schließlich heißt, „er sei besessen gewesen vom Sündenleben, das am
+Gold hängt“, so handelt es sich in dieser Erzählung anscheinend um ein
+wahres, sowohl Gesundheit und langes Leben spendendes, als auch die
+Metalle verwandelndes Elixir; ein solches muß auch ein anderer Zauberer
+besitzen, der sich entschließt, die Umwandlung eines Berges, der
+bereits erst zu Eisen und dann zu Kupfer geworden ist, lieber nicht bis
+zum Endzustande des Goldes fortzusetzen, weil er hiervon schreckliche
+Folgen für das Wohl der Allgemeinheit befürchtet[4769]. Wieder in einer
+anderen Erzählung ist sogar ausdrücklich vom „Steine der Weisen“ die
+Rede[4770], und in noch anderen wird der Gewinnung der Goldtinktur
+und der Amrita mit Hilfe von Urin und Kot gedacht[4771], sowie der
+Tatsache, daß die nämlichen Mittel bald Gifte und bald Bestandteile der
+Medizinen sein können, so daß nur der Kundige Entscheidung zu treffen
+weiß[4772].
+
+Nun ist aber die „Geschichte der 84 Zauberer“ kein tibetanisches
+Originalwerk, sondern die Übersetzung einer indischen Schrift,
+deren Verfasser und Alter zwar bisher nicht ermittelt ist[4773],
+die jedoch sichtlich nur eine Zusammenfassung mannigfaltiger, viel
+älterer Überlieferungen darstellt und die Tantra-Zeit als auf voller
+Höhe stehend und auf eine lange Entwicklung zurückblickend, durchaus
+voraussetzt[4774], also dem 12. oder 13. Jahrhundert angehören dürfte.
+In dieser Periode war demnach, entgegen ~Rây~, in Indien, auch in
+Nordindien, die Alchemie keineswegs gänzlich vergessen; was von ihr
+berichtet wird, trägt aber nicht indische Züge, sondern ausgeprägt
+griechische.
+
+Soweit daher zur Zeit ein Urteil über die Entwicklung der Alchemie in
+Indien überhaupt möglich und zulässig ist, dürfte folgender Sachverhalt
+der wahrscheinlichste sein: Eine „Râsâyana“ genannte „Lehre von den
+Säften“ (râsa), zuweilen die Säfte des menschlichen Körpers betreffend,
+hauptsächlich aber die der Pflanzen (einschließlich der Lösungen
+vegetabilischer Mittel und Drogen), ist in Indien nicht minder alt
+wie in vielen anderen Ländern, befaßt sich aber ursprünglich nur
+mit der Erlangung von Gesundheit und langem Leben und hat nichts
+mit Metallverwandlung und Alchemie zu tun; neben verschiedenen,
+natürlich vorkommenden mineralischen Substanzen sind auch Zinnober
+und Quecksilber in Indien frühzeitig bekannt und werden (zunächst
+ohne Ahnung ihrer nahen Verwandtschaft) gleich den übrigen äußerlich,
+vielleicht auch innerlich, als Heilmittel angewandt[4775]; wann,
+woraufhin, und wie dies zuerst geschah, bleibt vorerst ungewiß. Das
+~Bower~-Manuskript (4. Jahrhundert) erwähnt an einer Stelle zwar den
+Wundertrank, der tausendjährige Lebensdauer verheißt, und an einer
+anderen das Quecksilber, weiß aber von keiner Verbindung beider; unter
+den chinesischen Buddha-Pilgern führt nur ~I-Tsing~ den Zinnober an
+und warnt vor seinem Gebrauche[4776]; die Ärzte der „großen Dreiheit“
+sprechen von Quecksilber nicht oder nur vorübergehend, „râsa“ gilt
+ihnen = Saft, und das nämliche ist noch einige Jahrhunderte später bei
+den Gewährsmännern des ~Albiruni~ der Fall, die nur von pflanzlichen
+Substanzen und Drogen als Bestandteilen des Unsterblichkeits-Trankes
+berichten. Da auch die sonstigen, von ~Rây~ ohne ausreichende
+Unterlagen in das 6.-8. Jahrhundert versetzten Texte[4777] sowie
+ihre angeblich wenig jüngeren tibetanischen Übersetzungen nicht
+in Betracht kommen können, so fehlt bisher jeder genügende Beweis
+für die Behauptung, die Inder hätten sich bereits zu so früher
+Zeit mit Alchemie beschäftigt und unter Anwendung von Quecksilber
+oder Quecksilber-Präparaten eigentliche Metall-verwandelnde und
+Leben-verlängernde Elixire bereitet[4778].
+
+Die Annahme, die ersten Nachrichten über Alchemie seien schon gegen
+Ende des 2. oder zu Anfang des 3. Jahrhunderts aus Ägypten nach
+Indien gedrungen, erscheint zwar angesichts der damaligen regen
+Handelsbeziehungen beider Länder nicht an sich unmöglich, aber allen
+näheren Umständen nach wenig glaubhaft und jedenfalls durch keinerlei
+Tatsache belegbar. Wahrscheinlicher klingt die Vermutung, anfängliche
+Verkündiger seien die Nestorianer gewesen, die, im 5. Jahrhundert als
+Ketzer aus dem oströmischen Reiche ausgetrieben, u. a. in Persien
+festen Fuß gefaßt hatten und insbesondere die maßgebende Rolle an
+der medizinischen Schule zu Gondisapûr im Tigris-Delta spielten;
+diese Schule, eines der wichtigsten Bindeglieder für die Übermittlung
+antiker Bildung und Wissenschaft an den Orient, stand aber um jene
+Zeit seit langem in enger Verbindung mit Indien, wo überdies die
+Nestorianer bereits so verbreitet waren, daß z. B. der Reisende ~Kosmas
+Indikopleustes~ um 530 selbst in Malabar ganze Gemeinden antraf[4779].
+Immerhin liegen aber bestimmte Zeugnisse auch in dieser Richtung nicht
+vor[4780], und es spricht daher vieles für die Voraussetzung, daß
+maßgebend für die Verbreitung der Alchemie, wie in zahlreichen anderen
+Ländern so auch hier, erst die Araber waren[4781], die mit Indien schon
+seit dem 7.-8. Jahrhundert in sehr lebhaftem Verkehr zu Wasser und
+seit dem 8.-9. auch zu Land standen, während ihre großen planmäßigen
+Eroberungszüge erst gegen Ende des 10. begannen[4782].
+
+Auf derartigen, etwa seit dem 8. Jahrhundert einsetzenden Vermittlungen
+beruht nach ~Jolly~ das Aufkommen des „Tötens“ der Metalle und des
+Röstens mit Schwefel (schon in jüngeren Fassungen der dem ~Susruta~ und
+~Caraka~ zugeschriebenen Werke), der „Wiederbelebung“, des „Fixierens“
+von Quecksilber, und schließlich des Machens und „Vermehrens“ von Gold
+und Silber[4783]. Wohl erst von dieser Zeit an begann das den Indern
+schon längst bekannte Quecksilber die Rolle anzunehmen, die es in der
+griechischen Alchemie spielt und die bei ~Amarasinha~ (um 1000) in der
+Gleichsetzung von Quecksilber und „rasa“ schon deutlich hervortritt.
+Nicht von „alten Heiligen auf Inseln des indischen Ozeans“, sondern von
+arabischen Meistern dürften auch im 9. und 10. Jahrhundert ~Nagarjuna~,
+~Vrinda~ und ihre Zeitgenossen die Künste gelernt haben, als deren
+Erfinder nachher bald der eine, bald der andere von ihnen hingestellt
+wurde, nämlich die Sublimation und Destillation, insbesondere des
+Quecksilbers, die Abscheidung dieses Metalls aus Zinnober, die
+Darstellung des schwarzen und roten Schwefelquecksilbers aus seinen
+beiden Bestandteilen, das Töten und Fixieren von Quecksilber,
+die Gewinnung von Sublimat und Calomel[4784], u. dgl. mehr. Der
+nämlichen Abkunft ist auch die Bereitung des Elixirs, des „Pulvers
+der Projektion“, das bei ~Nagarjuna~ schon 10 Millionen Teile unedler
+Metalle in Gold verwandelt und zugleich Gesundheit, langes Leben, oder
+gar Unsterblichkeit verleiht, ferner die Bezeichnung des Quecksilbers
+als Zubehör, ja als Verkörperung eines Gottes und als dessen Samen,
+und endlich die Betrachtung von Quecksilber und Schwefel[4785]
+als ausschlaggebende Elemente und Bestandteile der Metalle[4786].
+Erreichte auch die Ausbildung dieser Theorien und die Anwendung solcher
+Kenntnisse ihren Höhepunkt erst im „Quecksilber-Systeme“[4787], in
+der Iatrochemie, sowie in der alchemistischen Praxis des 13. bis 14.
+Jahrhunderts, -- wobei dann Gott ~Siva~ (dem ~Hermes~ gleich) als Vater
+und Lehrer der großen Kunst, die Zeitgenossen (~Yasodhara~ und andere)
+aber als Erfinder der Sublimation und Destillation, des Sublimats und
+Calomels, des Projektionspulvers usf. gelten --, so waren sie doch
+auch vorher schon, zwar nicht allgemein[4788], aber immerhin weit
+verbreitet und keineswegs nur in einzelnen, engumgrenzten Bezirken
+Indiens. Dies bestätigen, neben verschiedenen der weiter oben gegebenen
+Anführungen, namentlich der auf die „Geschichten der 84 Zauberer“
+bezüglichen, auch noch die Berichte des ~Marco Polo~, die sich auf
+Zustände in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts beziehen. Wie
+~Polo~ erzählt, erreichen z. B. gewisse, der Sekte der Jainas[4789]
+angehörige Priester zu Lar im mittleren Südindien das hohe Alter von
+150 bis 200 Jahren, indem sie zweimal monatlich einen aus Schwefel
+und Quecksilber bereiteten Trank genießen[4790]; auch ~Argon~, ein
+König aus der damals in Persien regierenden mongolischen Dynastie,
+befragte indische Asketen, worin ihre Kunst der Lebensverlängerung
+bestehe, und als sie auf ihren Trank aus Schwefel und Quecksilber
+verwiesen, nahm er diesen ebenfalls acht Monate lang, starb aber dann
+trotzdem[4791], -- oder eher infolge des Trankes, den man vielleicht
+wirklich mit aus Schwefel und Quecksilber zusammenbraute, statt aus den
+unter diesen symbolischen Namen zu verstehenden Bestandteilen. Für die
+Dauerhaftigkeit und Festigkeit, mit der sich solcherlei abergläubische
+Vorstellungen unausrottbar erhalten, zeugt ~Pigafetta~, der Begleiter
+des ~Magelhaës~ auf der ersten Reise um die Erde (1519-1522), der zu
+melden weiß, daß die Mohammedaner auf gewissen Inseln des ostindischen
+Meeres einen derartigen Trank genießen, der nicht nur die Krankheiten
+heilen, sondern auch die Gesundheit dauernd erhalten soll, weshalb
+Quecksilber und Zinnober daselbst sehr gesucht seien und hoch im Preise
+stünden[4792].
+
+Zugunsten des arabischen Ursprunges der indischen Alchemie sprechen
+endlich noch die Tatsachen, daß das Kupfer bei den indischen
+Alchemisten einen anderen Namen führt als in der Sanskrit-Litteratur,
+was für das späte Aufkommen der betreffenden Lehren sehr bezeichnend
+ist[4793], ferner daß die Vorschriften für das Leben und Verhalten
+der Alchemisten völlig mit den arabischen (ursprünglich griechischen)
+übereinstimmen[4794], und endlich daß nicht nur die chemischen
+Operationen nebst ihren Namen und Bezeichnungen, sondern auch die
+zur Ausführung vorgeschriebenen Geräte und Apparate durchaus den
+wohlbekannten arabischen (griechischen) gleichen[4795]. Daß die Inder
+sie trotzdem für sich selbst in Anspruch zu nehmen und einheimischen
+Erfindern zuzuschreiben trachten, kann nicht überraschen, aber auch
+nicht überzeugen, um so mehr als das nämliche Bestreben auch bei
+anderen Gelegenheiten hervortritt, z. B. beim Versuche, der Kunst,
+metallisches Zink darzustellen (die, soweit sich übersehen läßt, aus
+China nach Indien gelangte)[4796], indischen Ursprung zu sichern, wobei
+dann als Erfinder (wie oben angeführt) die verschiedensten Gelehrten
+ausgegeben, und mit großer Willkür bald in das 11. oder 12., bald in
+das 13. oder 14. Jahrhundert versetzt werden[4797].
+
+
+7. Chemie und Alchemie in China.
+
+Nicht anders wie Ägypten oder Babylonien, Persien oder Indien, so hatte
+sich zeitweise, namentlich im 18. Jahrhundert, auch China einseitiger
+Überschätzung und maßloser Bewunderung seitens gewisser europäischer
+Gelehrter zu erfreuen, die daselbst die Heimat jeglicher Kultur und
+Wissenschaft, sowie die Entstehungsstätte aller geheimen Weisheit
+aufgefunden zu haben vermeinten; so sollten die Chinesen auch seit
+jeher Großes in der Naturwissenschaft geleistet und u. a. schon vor
+Jahrtausenden eingehende Kenntnis der Chemie und Alchemie besessen
+und diese letztere in nahe Verbindung mit der Astronomie und der
+Planeten-Verehrung gebracht haben, -- wie dies alles durch unzählige
+Zeugnisse einer uralten Litteratur unwiderleglich bewiesen werde.
+Sämtliche Voraussetzungen solcher Art haben indessen einer näheren
+Prüfung nicht standzuhalten vermocht.
+
+Zunächst ist daran festzuhalten, daß die chronologisch beglaubigte
+Geschichte Chinas erst mit dem Jahre 841 v. Chr. beginnt[4798], und
+daß auch in den ältesten kanonischen Schriften, die ~Confucius~
+(~Kung-fu-tze~ = ~Kung~ der Meister, 551-478) abgefaßt haben
+soll[4799], alle über diese Grenze hinausgehenden Angaben auf Mythe
+und Phantasie beruhen. Von den echten alten Schriften fand ferner
+ein sehr großer Teil im Jahre 213 v. Chr. seinen Untergang, als der
+Kaiser ~Schi-hoang-ti~ zwecks wirksamer Bekämpfung der Neuerer alle
+ihm erreichbaren Bücher verbrennen ließ, mit Ausnahme derer über
+Ackerbau, Baumzucht, Wahrsagerei, Medizin und Pharmazie[4800]. Zur
+Zeit der Han-Dynastie (205 v. Chr. bis 220 n. Chr.), die bald darauf
+das Zerstörte nach Möglichkeit wieder herzustellen suchte und für die
+Herbeischaffung alles der Vernichtung Entgangenen hohe Belohnungen
+gewährte, entwickelte sich dann die Fälschung zu einem ebenso
+ausgebreiteten wie einträglichen Gewerbe[4801], und obwohl man sie
+durch vorbeugende Maßregeln einzuschränken suchte[4802], wurde doch die
+Zahl teils bewußt untergeschobener, teils aus wahren und angeblichen
+Bruchstücken wieder zusammengesetzter, teils durch nachträgliche
+Ergänzungen und Zusätze nach Belieben erweiterter Werke alsbald fast
+unübersehbar[4803]. Weil aber der von den Han-Kaisern hochgehaltene
+Grundsatz der „Rückkehr zur ruhmreichen Vergangenheit“ auch für die
+ganze fernere Gestaltung der Litteratur maßgebend blieb, entfaltete
+sich seither die für den chinesischen Geist so bezeichnende und ihm
+offenbar ganz besonders zusagende Tätigkeit der Sammler, Herausgeber,
+Erklärer und Kommentatoren[4804]: in endloser, seit über anderthalb
+Jahrtausenden niemals abreißender Reihe fügten sie ein Glied der Kette
+an das andere und schufen ihre immer dickleibiger und vielbändiger
+werdenden Zusammenstellungen und Enzyklopädien, stets erfüllt von Fleiß
+und vom Bestreben, alles so vollständig wie tunlich zu bringen und es
+als so alt wie möglich hinzustellen, dagegen meist gänzlich unbeirrt
+von Wahrheitsliebe, Gewissenhaftigkeit und Kritik. Boten schon ältere
+kanonische Texte, z. B. die sog. „Landesbeschreibung“, eine Fülle
+unerhörter und märchenhafter Wunderdinge[4805], so glaubten spätere
+Autoren ihrer Erfindungsgabe erst recht freien Lauf lassen zu dürfen;
+man nahm ferner keinen Anstand, selbst wirklich bessere historische
+Werke, u. a. das des ~Chu-Hi~ (1130-1200), immer wieder, und zwar
+bis in das 18. Jahrhundert hinein, „neu herauszugeben“, hierbei im
+Stillen bis zur Gegenwart herab- und bis in die mythische Urzeit
+zurückzuführen[4806] und durch willkürliche Zutaten und Ergänzungen
+zu bereichern, deren späten Ursprung oft nur ganz zufälligerweise
+irgend ein vereinzelter Zug verrät[4807]. Infolgedessen kann es nicht
+überraschen, daß gewisse „Fanatiker der Skepsis“[4808] schließlich die
+Echtheit fast +aller+ chinesischen Litteraturwerke in Zweifel zogen,
+sogar die des von ~Confucius~ redigierten kanonischen „Schi-king“
+und „Schu-king“[4809], deren Inhalt in der Regel als beruhend auf
+wesentlich echten Überlieferungen des 12. bis 7. Jahrhunderts v. Chr.
+anerkannt wird[4810], sowie die des „Tao-teh-king“ (= Buch vom Tao)
+des großen Religionsstifters ~Lao-tze~ („des Meisters ~Lao~“, 604-425
+v. Chr.?)[4811], -- wobei ihnen in nicht wenigen Fällen allein entgegen
+gehalten werden kann, daß es ganz unwahrscheinlich wäre, Fälschern
+so viel geistige Eigenart und Tiefe, aber auch Gewandtheit und
+Geschicklichkeit zuzutrauen[4812].
+
+Was die chinesische Astronomie anbelangt, so hält es ~Kugler~ für
+wahrscheinlich, daß der altchinesische Kalender von babylonischem
+Einflusse zeugt[4813], und ~Bezold~ für gewiß, daß den einigermaßen
+sicher datierbaren Werken, wie z. B. dem um 100 v. Chr. abgefaßten
+„Schi-ki“, chaldäische Anschauungen zugrunde liegen[4814], während
+wieder ~Saussure~ das hohe Alter und den einheimischen Ursprung
+einer rein wissenschaftlichen, in innigem Verbande mit Religion und
+Staatswesen stehenden Astronomie nachgewiesen zu haben glaubt[4815].
+In Ansehung der Tatsache, daß der chinesische Geist seit jeher und
+auf sämtlichen Gebieten immer nur allein die praktisch brauchbaren
+Erfolge als wertvolle anstrebte und als würdige anerkannte, müßte
+die frühzeitige Ausbildung einer wirklich theoretischen Astronomie
+wundernehmen; vermutlich kommen daher nicht sowohl astronomische
+als astrologische Beobachtungen in Frage, zusammenhängend mit dem
+weitverbreiteten und auch in China sehr alten Volksglauben, „daß
+die Ereignisse auf Erden irgendwie beeinflußt würden von denen am
+Himmel“, und das Geschick des Gesamtstaates und seiner Einzelprovinzen
+„sich widerspiegle im gestirnten Firmament, dieser himmlischen
+Projektion des irdischen Reiches“[4816]. Zwecks richtiger Deutung
+der Himmelsbilder unterhielt der Staat eigene Beamte[4817], die
+sich u. a. im 2. und im 7. Jahrhundert v. Chr. als „Astrologen“ und
+„Großastrologen“ erwähnt finden[4818], sowie für 671 v. Chr. auch
+im „Yih-king“[4819], dem kanonischen, wie man glaubt in ziemlich
+ursprünglicher Gestalt vorliegenden „Buche der Wandlungen“[4820].
+In diesem, hauptsächlich von Wahrsagerei handelnden Werke sind die
+Astrologen etwa gleichwertig den Wahrsagern, Losziehern, Geisterbannern
+und Traumdeutern, von welchen letzteren auch das Buch „Schi-king“
+spricht, wo es die Träume mit den Stellungen der Gestirne am Himmel in
+Verbindung bringt[4821], während +andere+ Arten des Aberglaubens in
+ihm, wie auch im „Schu-king“, +keine+ Erwähnung finden[4822]. Daß die
+großen Ritualwerke „Li-ki“ und „Chou-li“ der Chou-Dynastie (1122-255
+v. Chr.) sie +sämtlich+ kennen und als „uralte“ bezeichnen[4823], wäre
+daher schon an sich auffällig, doch wissen wir zudem, daß z. B. das
+Buch „Li-ki“ erst in den Jahrhunderten zwischen 200 v. und 200 n. Chr.
+zusammengestellt wurde, und daher keinerlei Rückschlüsse auf eine
+entfernte Vergangenheit gestattet[4824]. Daß erst in solchen jungen
+und zweifelhaften Texten die Planeten besonders erwähnt, zusammen mit
+Sonne und Mond als „7 Lenker“ und „7 Regenten“ bezeichnet und ebenso
+wie die zwölf Tierkreisbilder mit gewissen Opfern bedacht werden[4825],
+spricht für das späte Aufkommen auch dieser, sichtlich aus der Fremde
+stammenden Vorstellungen[4826]; von einer Verbindung der 7 Wandelsterne
+mit den 7 Metallen ist übrigens zunächst auch hierbei gar nicht die
+Rede, vielmehr werden nur die 5 Planeten mit den sog. 5 „Elementen“
+der Chinesen in Beziehung gebracht, nämlich Saturn mit Erde, Mars mit
+Feuer, Merkur mit Wasser, Jupiter mit Holz und Venus mit Metall[4827].
+
+Die Lehre von diesen 5 Elementen wird allerdings als eine schon in
+der Zeit der Einwanderung der „hundert Familien“ (= des Volkes) in
+China[4828], mindestens aber in jener der mythischen Kaiser ~Ki~ (um
+2200 v. Chr.) oder gar ~Hoang-hi~ (um 2700 v. Chr.) wohlbekannte
+vorausgesetzt[4829], gehört jedoch in der Tat erst einer weit späteren
+Periode an, die indessen vorerst noch nicht genau abgegrenzt werden
+kann. Von wirklich hohem, vermutlich weit über das der kanonischen
+Schriften hinausreichende Alter ist nur die Theorie von dem
+„allgegenwärtigen Dualismus“ der beiden einander entgegengesetzten
+kosmischen Urkräfte Yang und Yin, durch deren Zusammenwirken und
+Kreislauf schon das Buch „Yih-king“ alle überhaupt vorhandenen
+Einzeldinge körperlicher und geistiger Natur aus dem chaotischen
+Anfangszustande der Welt hervorgehen und sich sodann weiter entwickeln
+läßt[4830]. Unter diesen Kräften gilt seit jeher Yang als die lichte,
+männliche, zeugende, herrschende, aktive, den geraden Linien und
+ungeraden (vornehmeren) Zahlen entsprechende, Yin aber als die
+dunkle, weibliche, empfangende, dienende, passive, den gebrochenen
+Linien und geraden (gemeineren) Zahlen zugehörende[4831]; weiterhin
+wurde dann Yang mit der roten Farbe, der Sonne, den guten Geistern,
+und in der Pharmakologie mit dem Heißen, Trockenen, Heilsamen, in
+Verbindung gebracht, Yin aber mit der schwarzen Farbe, dem Monde, den
+bösen Geistern, und in der Pharmakologie mit dem Kalten, Feuchten,
+Schädlichen[4832]. Nach der Lehre des ~Lao-tze~ sind Yang und Yin mit
+in seinem „Tao“ (= „Weg“ und auch „Vernunft“) enthalten, weil dieses
+Prinzip, als höchstes und umfassendstes, -- in mancher Hinsicht dem
+griechischen Logos vergleichbares[4833] --, wie die ganze übrige Welt
+so auch „jene beiden Wagenlenker der schaffenden Kräfte“ in sich
+schließen muß[4834]. Hierbei bleibt jedoch ihr völliger Gegensatz
+unverändert bestehen, und ihn nach monistischer Weise in eine höhere
+Einheit aufzulösen versuchte erst ~Chou-tze~ (~Chou~ der Meister),
+dessen Lebenszeit in die Jahre 1017-1073 fällt[4835]: bei ihm erzeugt
+das ewige und einzige Urprinzip „Tai-kih“ durch seine Bewegung den
+Yang, und durch seine Ruhe am Ziele der Bewegung den Yin, und diese
+erst gesellen sich und bringen dadurch die 5 Elemente Wasser, Feuer,
+Erde, Holz, Metall hervor, „jedes von seiner eigenen Beschaffenheit,
+jedes von seiner eigenen Natur“, so daß man im Tai-kih bereits Yang
+und Yin als enthalten anzusehen hat, und in diesen beiden wiederum
+die 5 Elemente[4836]. In den folgenden Jahrhunderten und namentlich
+unter dem Einflusse der rasch zu andauernder und kaum glaublicher
+Bedeutung gelangenden sog. Wissenschaft „Feng-Schui“, einer Art vom
+gröbsten (namentlich auch astrologischen) Aberglauben erfüllten
+Geomantie[4837], erfolgte dann zum Teil eine Erweiterung, zum Teil
+eine Neuschöpfung und systematische Ausgestaltung der Lehre von den
+Beziehungen der 5 Elemente zu allem nur Möglichen und Unmöglichen,
+u. a. zu den 5 Planeten[4838], zu den 5 Farben (grün, gelb, rot, weiß,
+blau)[4839], zu den Tieren, Pflanzen, Mineralien und Metallen, sowie
+zu deren Gottheiten[4840], zu den verschiedenen Teilen der Länder, der
+Erdoberfläche, des Erdinneren usf.[4841].
+
+Was die Frage nach dem Auftauchen einer eigentlichen Alchemie
+betrifft, so hat man sich im Bereiche der chinesischen Kultur nicht
+minder als in dem der indischen davor zu hüten, daß man zwischen
+einheimischen Gedanken oder Vorstellungen und irgendwie ähnlichen,
+aus der griechischen Alchemie her bekannten, statt einer gewissen
+Analogie kurzweg Identität voraussetze und dieser durch unmittelbare
+Anwendung der überlieferten hellenistischen Schlagworte auch schon eine
+ausreichende Stütze gesichert zu haben glaube. Der Wunsch z. B., ein
+langes Leben in Gesundheit und Wohlstand hinzubringen, ist ein so tief
+in der menschlichen Natur begründeter, daß es nicht überraschen darf,
+ihn bei den verschiedensten Völkern der alten und neuen Welt auftauchen
+und sich allerorten der Meinung verbinden zu sehen, das erstrebte Ziel
+sei entweder durch Frömmigkeit und Gebete oder durch Zauberkraft und
+magische Kunst in mehr oder weniger vollkommener Weise erreichbar.
+So zweifelten die alten Mexikaner nicht an der Wirksamkeit ihres
+Unsterblichkeits-Trankes[4842]; bei innerafrikanischen Negerstämmen
+begegnete ~Schweinfurth~ dem Glauben, man vermöge mittels gewisser
+Pflanzensäfte Gold zu erzeugen oder die ewige Jugend zu gewinnen[4843];
+sowohl südamerikanische wie südasiatische Völker hielten sich für
+überzeugt, daß bestimmte Pflanzen, besonders die vermeintlich der Sonne
+oder dem Monde zugehörigen, nicht nur verborgene Schätze finden ließen,
+sondern auch selbst Gold oder Silber hervorbrächten, während wieder
+bestimmte andere (z. B. solche, die Erschöpfte stärken, Kranke heilen,
+weiße Haare schwarz färben) auch Jugend, Gesundheit, Zeugungsfähigkeit,
+langes Leben, ja Unsterblichkeit verliehen[4844]. Es kann daher
+nicht wundernehmen, auch bei den alten Chinesen schon frühzeitig auf
+verwandte Anschauungen zu stoßen, die sich hauptsächlich an ihre
+„großen drei Glücksgüter“ (San-fuh) knüpften, d. s. langes Leben,
+Kindersegen und Reichtum[4845].
+
+Bereits im 4. vorchristlichen Jahrhundert ist eine an den Mythus von
+der Atlantis anklingende Sage lebendig, von fabelhaften, inmitten des
+fernen östlichen Ozeans liegenden, für die jetzigen Menschen nicht
+mehr erreichbaren Inseln, deren Einwohner Paläste und Tore aus Gold
+und Silber, sowie den Trank des langen Lebens und der Unsterblichkeit
+besäßen, bereitet aus der Pflanze Ling-chi-tsao[4846]; noch im 3.
+Jahrhundert v. Chr. rüstete deshalb der Kaiser ~Schi-hoang-ti~ eine
+Flotte zur Aufsuchung dieser Inseln aus, die jedoch, obwohl sie unter
+der Leitung eines besonders hervorragenden „Zauberers“ stand, ihre
+Aufgabe nicht zu lösen vermochte[4847]. In China selbst soll den
+Unsterblichkeits-Trank zuerst ~Chung-li-küan~ „erlangt“ haben, von dem
+man nur weiß, daß er noch zur Zeit der Chou-Dynastie (also spätestens
+255 v. Chr.) lebte, zu den „acht großen Siën“ gehörte, d. h. zu den
+Genien und Obermeistern aller magischen und geheimen Wissenschaften,
+und diesen auch die Kenntnis der neuen Errungenschaft übermittelte
+„in der Verborgenheit der tiefsten Wildnis seiner heimatlichen
+Berge“[4848]. Hiernach wird man annehmen dürfen, daß ~Chung-li-küans~
+Trank hauptsächlich aus Pflanzensäften bestand, und daß er selbst zu
+jenen Einsiedlern gehörte, deren Erscheinung den während der letzten
+vorchristlichen Jahrhunderte dem Aberglauben ganz besonders ergebenen
+Chinesen etwas völlig Neues und höchst Erstaunliches war, und denen man
+daher übernatürliche Kräfte aller Art zutraute, z. B. Fliegen durch
+die Luft, willkürliches Trennen der Seele vom Körper, Verlängern des
+Lebens, Überwinden des Todes, usf.[4849]. Es ist sehr wahrscheinlich,
+daß das Auftauchen dieses dem eigentlichen chinesischen Geiste ganz
+fern liegenden Einsiedlertumes und alles sich daran Knüpfenden mit dem
+Eindringen des Buddhismus zusammenhängt[4850], dessen Verbreitung in
+China, entgegen früheren Annahmen, schon im 3. Jahrhundert v. Chr.
+begann und im 2. bereits eine ziemlich ausgedehnte war[4851].
+
+Die sehr weitgehenden gegenseitigen Beeinflussungen und Anpassungen
+der älteren chinesischen Religionen und des Buddhismus erstreckten
+sich insbesondere auch auf die Lehre des ~Lao-tze~, dessen
+philosophische Betrachtungen über das Tao der großen Menge ohnehin
+seit jeher vielerlei Schwierigkeiten geboten hatten. Schon im Laufe
+des 2. vorchristlichen Jahrhunderts zerfiel daher die Tao-Lehre in
+zwei Richtungen, deren eine die Grundlagen des reinen und lauteren
+Aufwärtsstrebens festhielt, während in der anderen das Tao vom Prinzipe
+höchsten Gutes und vollkommenster Einsicht zu dem des Wundertuns
+und Zauberns herabsank, das den Gläubigen vor allem Erfüllung ihrer
+irdischen Wünsche in Aussicht stellte, u. a. derer nach langem Leben
+und Reichtum[4852]. Die letztere Richtung daraufhin von vornherein als
+„alchemistische“ zu bezeichnen[4853], liegt indessen keine Berechtigung
+vor, denn auch in seiner Entstellung bleibt das Tao zunächst nichts
+weiter als ein geistiges Symbol ungeheurer geheimer Macht: „dem, der
+es erlangt hat, ist nichts unmöglich“, daher vermag er sogar den Tod
+zu überwinden und sich durch seine Kunst Gold zu verschaffen[4854].
+Natürlicherweise wurden diese Fähigkeiten in besonders hohem Grade
+schon dem ~Lao-tze~ selbst zugeschrieben: Einer der großen „Siën“
+unterrichtete ihn in allen zauberkräftigen und geheimen Wissenschaften,
+und er selbst vervollkommnete sich in diesen dermaßen, daß er
+unendliche Schätze an Gold zu gewinnen verstand, -- weshalb ihn die
+chinesischen Alchemisten noch heutzutage als Schutzpatron verehren --,
+und sein Leben bis 1040 n. Chr. zu verlängern wußte, in welchem Jahre
+er auf einem mit blauen Ochsen bespannten Wagen nach dem Abendlande zu
+entschwand, um in Indien als ein Buddha wiedergeboren zu werden[4855].
+
+Diese Überlieferungen gehören indessen, wie schon die genannte
+Jahreszahl zur Genüge zeigt, einem weitaus späteren Zeitalter an, in
+dessen Verlaufe die Chinesen andauernde und tiefgehende, nach ihren
+Einzelheiten noch durchaus ungenügend erforschte Beeinflussungen
+von Westen her erfahren hatten: in Chinesisch-Turkestan vollzog
+sich u. a. die Berührung mit manichäischen und nestorianischen
+Lehren, deren Träger zum Teil auch ostiranische Sogdier waren[4856],
+635 erreichten die Nestorianer von Indien aus auf dem Seewege
+China[4857], und 714 erschienen die ersten arabischen Schiffe in dem
+700 den fremden Völkern geöffneten Hafen von Kanton, worauf sich
+der Handelsverkehr alsbald mit überraschender Schnelligkeit zu fast
+unglaublicher Höhe emporschwang[4858]. Nach der Überzeugung, die sich
+einer der größten Kenner Chinas und der chinesischen Litteratur, ~v.
+Richthofen~, im Laufe jahrzehntelanger Forschungen bildete[4859],
+gelangten die Chinesen erst seit dieser Periode, also etwa seit dem
+8. Jahrhunderte, zur Kenntnis einer wirklichen Alchemie, nämlich
+der von den Arabern übermittelten hellenistischen, gliederten deren
+Gesamtbilde ein, was sie selbst an irgend passenden, oder unter
+einiger Umänderung verwertbaren Zügen besaßen, und suchten sodann,
+gemäß der unbeschränkten Eitelkeit, die eine Haupteigenschaft
+ihres Nationalcharakters bildet, das Ganze als ihre eigene,
+selbstverständlich uralte Erfindung hinzustellen. Wie auf anderen
+Gebieten, so nahm man auch auf diesem keinen Anstand, die fehlenden
+Beweise nachträglich zu beschaffen, und dem Sachkenner muß sich, nach
+~Richthofen~, je gründlicher er sich mit dem Problem beschäftigt, desto
+überzeugender die Ansicht aufdrängen, daß jenseits des 8. Jahrhunderts,
+sobald Alchemie in Frage kommt, sowohl einzelne litterarische
+Zeugnisse wie ganze Werke durchwegs entweder späterer betrügerischer
+Einschiebungen oder gänzlicher Fälschung verdächtig sind.
+
+Zu den erwähnten verwertbaren Zügen einheimischer Herkunft gehören
+in erster Linie die mit der Erlangung von Gold und langem Leben
+zusammenhängenden. Das schon weiter oben angeführte hohe Alter der
+Unsterblichkeits-Tränke wird auch seitens der chinesischen Medizin
+bestätigt, deren früheste wirklich zuverlässige Werke, die allerdings,
+entgegen der üblichen Tradition, nicht aus dem 2. oder gar 3.
++vor+christlichen Jahrtausende herrühren, sondern erst aus dem 3.
+Jahrhundert n. Chr.[4860], bereits von jugend- und lebenserhaltenden
+Pflanzensäften und Drogen berichten, wie sie die Weisen der fernen
+Vergangenheit herzustellen verstanden[4861]. Die Ergebnisse dieser
+inländischen Gelehrten scheinen sich aber nicht ausreichend bewährt
+zu haben, denn schon gegen 100 v. Chr. soll der Chinese ~Yo-fu-ku~
+nach Japan gekommen sein, um +dort+ nach Unsterblichkeitsmitteln zu
+suchen[4862], und eine andere Überlieferung besagt, daß zu gleichem
+Zwecke laut ~I-Tsing~ (671-695 n. Chr.) einer seiner Landsleute nach
+Indien gesandt wurde[4863], -- obwohl ~I-Tsing~ seiner persönlichen
+Meinung dahin Ausdruck gibt, die wahrhaft wirksamen Mittel zur
+Verlängerung des Lebens besitze man nur in China selbst, wo man über
+mehr als 400 Arten heilsamer Pflanzen und auch Steine verfüge[4864].
+Daß die vegetabilischen Substanzen seit jeher die an Zahl weitaus
+überwiegenden waren und dies auch blieben, beweist u. a. das große,
+1548-1578 verfaßte, 1597 in 52 Bänden gedruckte Sammelwerk „Pen-tsao“
+des ~Li-schi-tschin~, das auf Grund von 800 der wichtigsten alten
+Schriften (freilich aber auch vieler neuerer und ganz später) nicht
+weniger als 1892 Medizinen und 11896 Rezepte wiedergibt[4865] und
+als zu deren Herstellung erforderlich 347 Bestandteile aufführt,
+unter denen sich nur 43 mineralische befinden[4866]. Auch alte
+abergläubische Vorstellungen (die sich zum Teil bis zur Gegenwart
+erhielten) kennen nur ein „Kraut der Unsterblichkeit“[4867]; die
+spätere Tao-Lehre läßt den Hasen, den die Chinesen im Monde zu
+erblicken glauben, in einem Mörser die Kräuter zur Gewinnung des
+Unsterblichkeits-Trankes kleinstoßen[4868]; auch ~Chang-tao-ling~, der
+um 70 n. Chr. erster „Meister des Himmels“, d. h. erstes eigentliches
+Oberhaupt der Tao-Hierarchie wurde, soll seinen Trank des ewigen Lebens
+in einer verborgenen Höhle des Gebirges zubereitet haben[4869], also
+wohl aus Pflanzenstoffen. Wenn die Sage hinzufügt, die kostspieligen
+Versuche hätten seine ganze Barschaft verschlungen, so bezieht sich
+dieses vermutlich auf die seit jeher für ganz besonders wirksam
+erachteten Zusätze an Perlen und edlen Steinen oder Metallen, betreff
+derer ein Buch von 1108 schon ausführliche Auszüge aus Werken der
+Vorzeit gibt[4870]; zu den aus diesen stammenden Mythen gehört u. a.
+die seitens ~Pfizmaiers~ angeführte vom „Edelsteinfett“, das aus
+gewissen unzugänglichen Bergen quillt, binnen 10000 Jahren allmählich
+zerrinnt und dabei schließlich zur Pflanze der Unsterblichkeit wird,
+die dem glücklichen Besitzer wenn nicht ewiges, so doch wenigstens
+tausendjähriges Leben gewährleistet[4871].
+
++Für+ die Behauptung, die Bewohner des „Reiches der Mitte“ hätten
+sich bereits in so weit zurückliegender Ferne eingehender Kenntnisse
+mineralogischer und chemischer Natur erfreut, fehlen bisher glaubhafte
+Beweise. +Gegen+ sie spricht es aber, daß die Chinesen, nach so genauen
+Kennern ihrer älteren und neueren, gelehrten und volkstümlichen
+pharmakologischen Litteratur wie ~Hanbury~[4872] und ~Hübotter~[4873],
+zu keiner Zeit über die empirische Handhabung gewisser für die Praxis
+(namentlich die metallurgische und keramische) brauchbarer Verfahren
+hinauskamen; sie besaßen weder eigenartige chemische Methoden noch
+Apparate einheimischer Herkunft, sie verwandten als mineralische
+„Heilstoffe“ teils völlig unwirksame Substanzen, teils ganz unreine
+und rohe, und sie gelangten niemals zu einem zureichenden Begriffe
+von der Notwendigkeit und Art richtiger Dosierung[4874]. Aus der
+Reihe der in älteren Schriften sowie im „Pen-tsao“ erwähnten und
+unter Angabe der einheimischen Fundorte[4875] aufgezählten Mineralien
+seien hier angeführt: die Edel- und Schmucksteine, an deren Spitze
+der unermeßlich kostbare Yü (Jadeït, Nephrit) steht, hervorgehend
+durch allmähliche Reifung und Gerinnung der edelsten Teile einer im
+Erdboden enthaltenen Materie Ki[4876]; die Edelmetalle und Metalle,
+d. s. Gold, Silber, Kupfer, Eisen, Blei (das aber zugleich auch Zinn
+und Zink mit umfaßt) sowie ihre Erze, u. a. das an der Grenze gegen
+Anam bei Kwang-si in großen Mengen vorkommende Zinkerz [basisches
+Zinkcarbonat][4877]; die Yu und Pi geheißenen Verdichtungen aus den
+gemeineren Teilen der Materie Ki, d. s. weibliches gelbes Auripigment
+und männliches rotes Realgar, aus denen man auch ganze Becher
+verfertigte, die die Heilkraft der Arzneien außerordentlich erhöhen
+sollten[4878]; Naoscha [= Nûschâdir, Salmiak], eine Art Salz oder
+Alaun vulkanischen Ursprunges, das man noch gegenwärtig im Innern
+Chinas für besonders wirksam ansieht, daher teuer bezahlt und oft
+mit anderen Salzen verfälscht[4879]; Schwefel, eines der mächtigsten
+Gegengifte, Zauber- und Schutzmittel, der durch seine Dämpfe die bösen
+Geister austreibt, sowie die von diesen verursachten Krankheiten
+heilt, und alle, die am Tage des Drachen-Bootfestes ein wenig in Wein
+eingerührt trinken, ein Jahr lang vor dem Übelwollen sämtlicher Arten
+Dämonen schützt[4880]; das Quecksilber, von dem es im fernen Westen
+ein unterirdisches Meer geben soll[4881], ein Stoff, dem man trotz
+seiner eigenen Giftigkeit die Fähigkeit zuschreibt, die Wirkungen
+anderer (namentlich metallischer) Gifte aufzuheben, und der auch
+sonst für kräftig, heilsam und kalt (daher auch weiblicher Natur)
+gilt[4882]; der Zinnober, den man wegen seiner roten Farbe, die
+glückbringend und deshalb den bösen Geistern unerträglich ist, für
+einen hervorragenden Talisman hielt, für ein die Krankheiten heilendes,
+die Fieberhitze vertreibendes, die Wunden schließendes, zauberhaftes
+Mittel, und außerdem für einen nahen Verwandten des gleichfalls
+roten Goldes[4883]. Daß die enge Beziehung, die zwischen Zinnober
+und Quecksilber waltet, keineswegs schon in „uralten“ Zeiten bekannt
+war, beweist eine Bemerkung im Buche des ~Ko-hung~, das man für ein
+unzweifelhaft echtes Erzeugnis des 4. Jahrhunderts n. Chr. ansehen
+zu dürfen glaubt[4884]: es heißt daselbst, daß beim „Verbrennen“ von
+Zinnober Quecksilber entstehe, was den meisten, die hiervon vernehmen,
+völlig unbegreiflich und auch unglaublich erscheine, da doch weder ein
+Stein wirklich verbrennen, noch dabei, während er selbst rot gefärbt
+sei, weißes Quecksilber ergeben könne[4885]; dennoch, versichert
+~Ko-hung~, ist dies so, und das gewonnene Quecksilber verleiht ewiges
+Leben und erhebt die Menschen zum Range von „Siën“ (großen Geistern,
+Genien), wie das jene richtig beurteilen werden, die die „Lehre“
+eingesehen haben [offenbar die Tao-Lehre in ihrer späteren Gestalt].
+Nach gewissen „Meistern“ des 4. und 5. Jahrhunderts, die ihre Studien
+in den Gebirgen des Südens betrieben, angeblich weil sie daselbst mehr
+Zinnober vorfinden, soll dieser, indem er beim Erhitzen Quecksilber
+ergibt, selbst „Leben bekommen“, und daher auch wieder geeignet sein,
+andere mit Leben und Unsterblichkeit zu erfüllen[4886]; solche und
+ähnliche allegorische Auslegungen sind indessen vermutlich erst
+späteren Ursprunges, während es sich anfangs nur um rein abergläubische
+Vorstellungen, sowie um Zauberkünste zur Überführung ohnehin schon
+goldfarbiger Mineralien, z. B. Zinnober, Realgar, oder Auripigment,
+in wirkliches Gold gehandelt haben mag. Wird doch schon vom Kaiser
+~Wu-ti~ (140-87 v. Chr.) berichtet, er habe den Tau des Himmels in
+einer Schale gesammelt, die eine vor seinem Palaste errichtete Statue
+in Händen hielt, und aus ihm durch Einrühren feingepulverten Yüs
+(Jadeïts, Nephrits) einen Unsterblichkeits-Trank bereitet[4887]; auch
+ein Prinz seines Hauses beschrieb sowohl die Entstehung des Goldes in
+der Erde durch allmähliche (1500 Jahre dauernde) Umwandlung feinster,
+dem Himmel entstammender Teilchen, als auch die Darstellung des
+Unsterblichkeits-Trankes, und soll, nachdem er ihn gekostet, alsbald
+gen Himmel emporgefahren sein, wohin ihm sein Hund nachfolgte, der
+einige vergossene Tropfen aufgeleckt hatte[4888]. Dem nämlichen Kaiser
+~Wu-ti~ riet ein Zauberer, er möge kraft bestimmter Opfer gewisse
+mächtige Geister bannen, sie Zinnober in Gold verwandeln lassen und aus
+derlei Goldgeschirr essen und trinken: dadurch werde er nicht nur das
+Gold erlangen, sondern auch langes Leben, den Anblick der „Genien der
+fernen Inseln“ und durch diese schließlich Unsterblichkeit[4889]. Die
+großen Gaben, Reichtum und langes Leben, gehen hier aus dem „Kin-tan“
+(= Gold-Rot) genannten Zinnober hervor, und zwar ausschließlich durch
+Zauberei; falls also die Quellen wirklich berichten, „unter der
+Regierung des Kaisers ~Wu-ti~ habe man zuerst den ‚Stein der Weisen‘
+besessen“[4890], so müssen mindestens diese Worte auf Einschiebung aus
+späterer Zeit beruhen, in der die eigentliche Alchemie schon bekannt
+geworden und zu jener Vereinigung mit der entstellten Tao-Lehre gelangt
+war, die Anlaß zur Entstehung einer ausgebreiteten, an Umfang reichen,
+an Inhalt armen, okkultistischen Litteratur gab[4891].
+
+In dieser treten dann, wie leicht begreiflich, die Analogien hervor,
+die u. a. ~Grube~ auffielen und ihn zu dem Ausspruche veranlaßten,
+die chinesische und die mittelalterliche Alchemie zeigten eine Reihe
+merkwürdig verwandter Züge[4892], während andere Forscher sogar aus
+ihnen folgern wollten, die Araber hätten die Idee vom „Stein der
+Weisen“ und überhaupt die ganze Alchemie aus China geholt[4893].
+Tatsächlich begannen dort erst seit etwa dem 8. Jahrhundert einige aus
+dem Westen übermittelte chemische Kenntnisse, sowie die alchemistischen
+Ideen, Boden zu fassen. Der „Einsiedler in der Abgeschiedenheit des
+Gebirges“ muß nun kultische Reinheit beobachten, den Lebenswandel eines
+Geweihten führen, die rechte Jahreszeit und die richtige Stellung der
+Gestirne wahrnehmen[4894], die Beziehungen zwischen den fünf Planeten
+und dem Gold, Silber, Kupfer, Eisen und Blei (oder Zinn und Zink)
+berücksichtigen[4895], mit dem Blei als „Mutter“ und dem Quecksilber
+als „Seele“ der Metalle Bescheid wissen[4896], das allmähliche
+Heranreifen des aus den Erddünsten zuerst niedergeschlagenen Bleies zu
+den edleren Metallen und schließlich zu Gold nachahmen[4897], und mit
+Fleiß und Geduld die äußerst schwierige und mühevolle Transmutation
+betreiben, die eine mystische Ähnlichkeit mit der 9 Monate währenden
+Entwicklung des Fötus zeigt, 9 Umwandlungen erfordert und 9 Monate
+in Anspruch nimmt, -- ist doch 9 auch eine „heilige Zahl“ der
+Tao-Lehre[4898]. Zahl und Beschaffenheit der zur Darstellung des
+Elixirs erforderlichen Ausgangsstoffe werden verschieden angegeben,
+in der Regel sind es Schwefel, Quecksilber, Zinnober, gelbes und
+rotes Arsen, alkalische Salze, Alaun, Kalkstein, Seifenstein, Kaolin,
+Talk (= Perlmutter?) und ein Mineral namens Kung-tsing[4899]; das
+aus ihnen hervorgehende Präparat, Tan (= Rotes), Tan-sha (roter
+Sand), Kin-tan (Goldrot), später auch Gold-Elixir, Metallsaft,
+Metallösung, Trank der Siën usf. geheißen, verwandelt 200 Teile Blei
+oder Quecksilber in Gold; es heilt alle Krankheiten, indem es die
+Dämonen austreibt, den Körper reinigt und ihm seine und des lauteren
+Goldes Beständigkeit und Unvergänglichkeit mitteilt; es macht alles
+Zerbrochene und Verdorbene wieder ganz und heil und verleiht langes
+Leben und Unsterblichkeit[4900]. Schwefel und Quecksilber beginnen seit
+der angegebenen Zeit auch in China die maßgebende Rolle zu spielen,
+desgleichen kommen Quecksilber-Verbindungen wie Sublimat und Calomel
+in Gebrauch, -- zu deren Darstellung man aber fast bis zur Gegenwart
+(gleichwie in Indien und in Japan) nur die unvollkommensten, den alten
+arabischen nachgebildeten Apparate besaß und beibehielt[4901], -- und
+die „heilbringenden“ Elixire werden gemeingefährlich, sei es, daß sie
+allzu lange in Berührung mit giftigen Substanzen blieben, sei es, daß
+man Zusätze von wirklichem Quecksilber, Schwefel u. dgl. an Stelle
+der mit diesen allegorischen Namen gemeinten Beigaben treten ließ;
+so z. B. starben allein in den Jahren 801 bis 860 nicht weniger als
+vier Kaiser der Tang-Dynastie infolge fortgesetzten oder übermäßigen
+Genusses der für sie „aus Schwefel und Quecksilber“ hergestellten
+und auch noch mit Perlen und Edelsteinen „verstärkten“ Lebens- und
+Unsterblichkeits-Tränke[4902]. Mag die Erlangung solcher ehemals das
+Hauptbestreben der Zauberer, und ihr gegenüber die des Goldes „weniger
+ein Ziel als ein Mittel“ gewesen sein[4903], -- seit der Berührung
+mit den Arabern änderte sich dieses jedenfalls gänzlich[4904], und
+während der Jahrhunderte des Mittelalters erscheinen Alchemie und
+Alchemisten Chinas und Europas durchaus im nämlichen Lichte. Schon in
+dem Sammelwerke „Wundergeschichten aus alter und neuer Zeit“, dessen
+jetzt vorliegende Form etwa dem 15. Jahrhundert angehören soll, das
+aber auf weit älteren Quellen fußt, schildert z. B. eine Novelle „mit
+wahrhaft drastischem Humor den Gimpelfang durch die Alchemisten“, die
+seit jeher sämtlich nichts anderes waren als Schwindler, Lügner,
+Betrüger und geschickte Ausnützer von Leichtgläubigkeit und Dummheit
+der großen Menge[4905]: da kennt der schlaue Gauner die „Geheimnisse
+der 9 Umwandlungen“, er bereitet aus Schwefel nebst Quecksilber (=
+Zinnober) ein Streupulver, von dem schon eine Fingerspitze voll das
+richtig geläuterte Zinn oder Quecksilber sogleich in reines Silber
+oder Gold verwandelt, er unterstützt diese Transmutation, indem er
+etwas Silber oder Gold als „Muttermetall“ hinzusetzt, „je mehr, desto
+besser“, und prellt so auf bekannte Weise und mit bekanntem Erfolge
+seine Opfer. -- Auch die von ~Pfizmaier~ benützten, leider jedoch nicht
+kritisch gesichteten, ihrem Alter nach aber meist weitaus überschätzten
+Schriften erzählen von „den Leuten vom Weißen und Gelben“, von den
+„Bereitern der Arzneien“ [= medicinae, phármaka], die Blei und Zinn
+mittels solcher Arzneien oder „Blüten“ in Silber und Gold verwandeln,
+-- was ihnen aber freilich nicht immer, oder doch nicht so gelingt, daß
+die Erzeugnisse das Schmelzfeuer aushalten[4906] --, die ferner aus
+„geläutertem“ oder nebst gewissen „Arzneien“ in einer Röhre verbranntem
+Quecksilber bald einen das Leben über 100 Jahre hinaus fristenden
+Trank, bald edle Metalle bereiten[4907] und endlich aus diesen „weiße
+und gelbe Eßgeräte“ herstellen, durch deren tägliche Benützung der
+Besitzer Unsterblichkeit erlangt[4908].
+
+Von eigentlichen chemischen Kenntnissen in wissenschaftlichem Sinne,
+wie sie das europäische Mittelalter allmählich ausbildete, kann aber
+im chinesischen gar nicht die Rede sein, auch fehlten solche noch
+zur Zeit der ersten Erschließung Chinas im 16. Jahrhundert daselbst
+vollkommen. Nach ~Klaproth~, dessen Vermutungen von 1807 ~Guareschi~
+neuerdings wiedererwähnte[4909], kannten allerdings die Chinesen schon
+im 8. Jahrhundert den Sauerstoff als „Yin der Luft“, als durch Feuer
+austreibbare Substanz verschiedener Steine, z. B. des Salpeters, sowie
+als Bestandteil des Wassers, „das sie demnach als zusammengesetzt
+ansahen“; sie wußten auch, daß der Yin aus Luft, aus Wasser, oder aus
+Alaun [?], das Kupfer in Grünspan [?] verwandle; ferner, daß der Yin
+sich nur mit dem Golde nicht verbinde, weshalb dieses auch nie anders
+als gediegen vorkomme, während er die anderen Metalle angreife und
+dabei deren Oxyde ergebe, z. B. das seit uralter Zeit zum Färben des
+Porzellans benützte, aber streng geheim gehaltene Antimonoxyd[4910],
+usf. usf. Alle diese Voraussetzungen sind indessen hinfällig, oder
+beruhen nur auf Auslegungen in vorgefaßtem Sinne: Yin und Yang, die
+beide, wie schon weiter oben erwähnt, als kosmische Urstoffe gelten,
+sind freilich überall und in allem vorhanden[4911], daher auch in
+Luft und Wasser; sie bilden auch die 5 Elemente, und ihr richtiges
+Verhältnis verleiht dem menschlichen Körper, dessen Säfte sie samt
+Blut und Atemluft erfüllen, Gesundheit[4912] und der Erdoberfläche
+sowie dem Erdinnern Fruchtbarkeit, gute Beschaffenheit usf.[4913];
+aber nicht der geringste Anhaltspunkt liegt +dafür+ vor, daß man sie
+jemals als „Bestandteile“ in chemischem Sinne betrachtete, den Yin,
+der doch das minderwertige und passive Prinzip ist, mit dem Sauerstoff
+identifizierte, oder diesen seiner elementaren Natur und seiner
+Verbindungsfähigkeit nach richtig erkannte. Die angeführten, ohnehin
+sehr verworrenen chemischen Einzelheiten stammen sichtlich erst aus
+später Zeit; auf eine solche weist auch die Bemerkung hin, daß in die
+Zusammensetzung der Metalle, mit Ausnahme des reinen und vollkommenen
+Goldes, also vom Silber abwärts, steigende Mengen Schwefel mit eingehen
+sollen[4914], und ebenso die Angabe betreff des Porzellans, da dessen
+Herstellung, früheren Annahmen entgegen, in China keineswegs uralt ist,
+vielmehr erst gegen Ende des 6. Jahrhunderts n. Chr. einen gewissen,
+aber immerhin noch bescheidenen Grad der Vollkommenheit erreichte[4915].
+
+Die weiter oben geschilderten Vorstellungen, wie sie im 7. und 8.
+Jahrhundert in China herrschten, gelangten im Laufe des 8. Jahrhunderts
+auch nach +Japan+; das Doppelprinzip des Yin und Yang, sowie die
+Theorie von den 5 Elementen, deren Zahl aber unter buddhistischem
+Einflusse alsbald wieder auf 4 (Feuer, Wasser, Erde, Luft) beschränkt
+wurde, blieben, namentlich in der für Japan fast allein in Betracht
+kommenden medizinischen Richtung, bis in das 16. und 17. Jahrhundert
+hinein völlig alleinherrschend[4916]. Beweise dafür, daß während
+des Mittelalters, außer einigen unvollkommenen, trotzdem aber stets
+unverändert beibehaltenen Verfahren und Apparaten, auch eigentlich
+chemische Kenntnisse in Japan vorhanden gewesen, oder aus China
+dahin gelangt seien, haben sich bisher nicht erbringen lassen, und
+so bestätigt auch dieser Umstand wieder die Überzeugung, daß die
+Chinesen solche selbst nicht besaßen; die völlige Haltlosigkeit aller
+entgegengesetzten Behauptungen, sowie deren Ursprung aus den zu
+gewissen Zwecken absichtlich entstellten Berichten der jesuitischen
+Missionäre deckte übrigens schon 1773 ~De Pauw~ auf[4917], indem er
+nachwies, daß noch zur genannten Zeit den Chinesen weder mineralische
+Säuren bekannt waren, noch eigentliche Destillationsapparate, noch
+irgendwelche neuere Vorrichtungen, Verfahren oder Präparate, noch
+endlich auch nur die Begriffe Chemie und Chemiker.
+
+
+
+
+Fünfter Abschnitt.
+
+Die Alchemie im Okzident.
+
+
+
+
+1. Die Alchemie des europäischen Mittelalters bis 1300.
+
+
+Die Wege, auf denen nach den Stürmen der Völkerwanderung die chemischen
+und chemisch-technologischen Kenntnisse des späten Altertums aufs
+neue zum Gemeingute des Abendlandes wurden, sind im einzelnen noch
+bei weitem nicht genügend erforscht und aufgeklärt. Betreffs ihrer
+Gesamtrichtung meint zwar ~Berthelot~, als erster die ganz neue und
+höchst wichtige Tatsache entdeckt zu haben, daß neben und vor der
+arabischen, hauptsächlich von Spanien her wirksamen Tradition, auch
+eine unmittelbare, auf byzantinische Überlieferung zurückweisende
+bestanden habe, -- doch schreibt er sich hierbei, wie auch in
+anderen Fällen, Verdienste zu, die ihm in Wirklichkeit keineswegs
+gebühren. Daß nämlich mit dem Ende des Altertums, also mit dem Falle
+des weströmischen Reiches im Jahre 476, plötzlich die gänzliche und
+endgültige Vernichtung alles Bestehenden eingetreten sei, und eine
+spätere Zeit auf sämtlichen Gebieten wieder völlig von neuem zu
+beginnen und die leer gewischten Tafeln allein aus eigenen Kräften
+allmählich neu zu beschreiben gehabt hätte, war allerdings ehemals
+eine weitverbreitete Vorstellung; sie ist jedoch längst der besseren
+Einsicht gewichen, daß wie zwischen Mittelalter und Neuzeit so
+auch zwischen Altertum und Mittelalter Verbindungen und Übergänge
+nirgendwo gefehlt haben, und daß insbesondere das geistige Band auf
+keinem Gebiete jemals vollkommen gerissen ist. Auf wenigen Feldern
+hat sich diese Überzeugung so frühzeitig aufgedrängt und gefestigt
+als auf dem des Kunstgewerbes und der Kunsttechnik, und es ist daher
+sehr auffällig, daß ~Berthelot~, der sich ihr im übrigen nicht
+verschließt[4918], gerade auf diesem seine Entdeckung gemacht zu
+haben glaubt; um die Selbsttäuschung begreiflich zu finden, müßte
+man annehmen, daß ihm nicht nur die älteren und neueren Forschungen
+hervorragender französischer Philologen und Kunsthistoriker unbekannt
+blieben, sondern auch die Spezialwerke von ~Eastlake~[4919] und
+~Merrifield~[4920], die Abhandlungen und Kommentare der Herausgeber in
+der großen als „Wiener Quellenschriften“ bezeichneten Sammlung[4921],
+usf. Da aber einige seiner zuweilen nicht ganz an der Oberfläche
+liegenden Anführungen ersehen lassen, daß ihm diese Veröffentlichungen
+durchaus nicht entgangen waren, so muß es genügen, die Tatsache
+festzustellen, daß bereits die genannten Autoren, sobald sie auf
+den fraglichen Zusammenhang zu sprechen kommen, ihn als einen +im
+allgemeinen+ ganz offenkundigen voraussetzen; sie betrachten ihn
+als einen angesichts der politischen und kulturgeschichtlichen
+Beziehungen zwischen dem oströmischen Reiche und Italien gar
+keinem Zweifel unterliegenden und beziehen sich hierbei u. a. auf
+die nämlichen frühesten Werke des Mittelalters, von denen auch
+~Berthelots~ Darlegungen ihren Ausgang nehmen, d. s. hauptsächlich
+die „Compositiones ad tingenda musiva“ und die „Mappae clavicula de
+efficiendo auro“. Hingegen befanden sie sich, da ihnen der Wortlaut
+der chemischen Texte griechischer und byzantinischer Herkunft gar
+nicht oder nur sehr unvollkommen, der Inhalt demnach fast nur aus den
+spärlichen Berichten zweiter oder dritter Hand bekannt war, nicht
+in der Lage, auch +im einzelnen+ Ähnlichkeiten und Analogien zu
+erkennen und nachzuweisen, und in dieser Hinsicht bleibt die Leistung
+~Berthelots~, deren wahre Vorzüge nicht verkleinert werden sollen,
+selbstverständlich die weitaus überlegene.
+
+Was die erwähnte Übermittlung chemischer und vor allem
+chemisch-technologischer Traditionen durch die Araber betrifft, -- die
+schon seit Beginn des 8. Jahrhunderts ihre Herrschaft und ihren Einfluß
+über Sizilien, Süditalien, Spanien und Südfrankreich zu erstrecken
+begonnen hatten --, so steht sie zwar als +Ganzes+ fest, und an ihrer
+Tatsächlichkeit und hohen Bedeutung ist nicht zu zweifeln; ihre
++Einzelheiten+ hingegen liegen noch so gut wie gänzlich im Dunkeln,
+und nur in Ausnahmefällen lassen sich die Fragen beantworten, welche
+Vorbilder zunächst Nachahmung fanden, oder wo, wann und durch wen
+dies zuerst geschah? Überlegt man, daß die einschlägigen Verfahren
+nach Tunlichkeit geheim gehalten wurden, weshalb selbst die spätere
+Litteratur nur selten einige dürftige Winke über sie gibt, daß
+ferner deren ausschließliche eigene Verwertung größte Wichtigkeit
+für Handel und Verkehr der Eroberer besaß, daß aber die Arabisierung
+der besetzten Länder nur eine oberflächliche war und blieb (selbst
+in weiten Teilen Spaniens), so ist wohl allein an eine unverhütbare
+allmähliche Aneignung seitens Mitbeschäftigter und Lernbeflissener
+zu denken, nicht aber an eine gewollte Lehrtätigkeit der Araber.
+Ebenso sind auch gewisse, wie in älterer so noch in neuerer Zeit mit
+lebhaften Farben ausgemalte Schilderungen abzuweisen, denen gemäß,
+etwa vom 11. Jahrhundert an, junge Leute mitteleuropäischer Herkunft
+die arabischen Universitäten Spaniens aufgesucht hätten, um dort neben
+anderen Geheimwissenschaften auch Alchemie zu studieren und sie in
+den Laboratorien der großen Meister praktisch zu betreiben[4922].
+In Wirklichkeit[4923] waren nämlich diese „Universitäten“ teils
+eine Art Seminare und als solche unmittelbar den Moscheen
+angegliedert[4924], teils eine Art Stifte oder Kollegien und als
+solche in eigenen, „Medreseh“ genannten Schulgebäuden untergebracht.
+Unterrichtsgegenstände bildeten in ersteren ausschließlich Theologie
+und ihre Nebenzweige, namentlich Jurisprudenz, in letzteren aber
+auch Philosophie, Philologie, sowie zuweilen Medizin, Astronomie und
+Mathematik[4925], und zwar wurden, wie noch heutzutage etwa in den
+entsprechenden Anstalten zu Konstantinopel oder Kairo, die Paragraphen
+des von einer „anerkannten Autorität“ verfaßten Lehrbuches durch den
+Vortragenden abgelesen und erklärt, die Lehrstoffe aber durch die
+Zuhörer nachgeschrieben und memoriert; nur die „Vorlesung“ kam also
+in Betracht, nicht eine selbständige und praktische Forscherarbeit
+der Lehrer, geschweige denn der Schüler, am allerwenigsten aber eine
+auf dem Gebiete der Naturwissenschaften, die als solche noch gar kein
+Sonderdasein führten, in den Lehrplänen keine Stätte besaßen und
+in den Augen der Strenggläubigen immer noch mit Magie und Zauberei
+zusammenhingen, also für „verdächtig“ galten. Endlich waren aber auch
+diese Schulen, angesichts der gerade in Spanien großen Intoleranz der
+Geistlichkeit und ihrer regen Eifersucht gegen alles Fremde[4926], für
+Ungläubige völlig unzugänglich, so daß schon allein dieser Umstand
+der angeführten Hypothese jeden Boden entzieht. Infolgedessen wurde
+sie dahin abgeändert, daß nicht die arabischen Hochschulen Ziel der
+Alchemie-Studierenden gewesen seien, sondern die aus ihnen schon
+seit der Rückeroberung Toledos (1085) hervorgegangenen spanischen.
+Aber auch diese sog. Universitäten pflegten, gleich sämtlichen
+mittelalterlichen, ausschließlich die Geisteswissenschaften (in
+weiterem Sinne), -- in erster Linie natürlich die Theologie --, während
+die Naturwissenschaften für sie überhaupt nicht vorhanden waren und
+auch späterhin nicht die geringste Beachtung erfuhren; wer niemals
+Anlaß hatte, sich mit den Erzeugnissen ihres rein scholastischen
+Betriebes zu befassen, schöpft die richtigste Vorstellung von ihrer
+starr konservativen und orthodoxen Gesinnung in früheren Jahrhunderten
+aus einer Antwort, die noch 1771 die vornehmste Universität,
+Salamanca, auf Vorschläge König ~Karls~ III. zu einer zeitgemäßen
+Umgestaltung der Lehrweise erteilte: „~Newton~ lehrt nichts, was einen
+guten Logiker oder Metaphysiker bilden könnte, und ~Gassendi~ oder
+~Descartes~ stimmen nicht mit der Wahrheit der Offenbarung überein,
+wie das ~Aristoteles~ tut[4927].“ Von einem Studium der Chemie an den
+spanischen Universitäten und von alchemistischen Arbeiten in deren
+Laboratorien, kann also ernstlich gar nicht gesprochen werden. Wie
+sich indessen die großen Übersetzer arabischer Werke aller Art in das
+Lateinische, z. B. ~Gerhard von Cremona~ (1114-1187)[4928] und andere,
+gelegentlich ihres Aufenthaltes in Toledo und sonstigen spanischen
+Städten nicht etwa der Mithilfe akademischer Kreise bedienten, sondern
+jener gelehrter sach- und sprachkundiger Juden, so dürften sich auch
+die auf Kenntnis der Geheimwissenschaften und der Alchemie Ausgehenden
+unmittelbar an Personen gewendet haben, die im Rufe standen, selbst
+mit diesen Dingen Bescheid zu wissen. Das werden aber, wie jederzeit
+und allerorten, vorwiegend Schwindler, Betrüger und allenfalls
+betrogene Betrüger gewesen sein, die teils einzeln im verborgenen
+wirkten, teils jenen mystischen, magischen und nekromantischen
+Geheimzirkeln angehörten, die z. B. nach ~Del Rio~ und ~Gesner~ noch
+um 1600 in Toledo, Granada, Cordova, Sevilla und Salamanca ihr Wesen
+trieben[4929], und es kann daher nicht wundernehmen, daß das im Dunkeln
+Ausgeübte auch im Dunkeln verblieb, und schriftliche Aufzeichnungen
+darüber nicht vorliegen. -- Im ganzen scheint man jedoch überhaupt
+die Rolle des eigentlichen Spaniens als Ausgangspunkt der Verbreitung
+und Vervollkommnung chemischer und alchemistischer Kenntnisse
+und Verfahren bisher überschätzt zu haben, und die maßgebenden
+arabischen Anregungen fielen vermutlich in der Provence, in Italien
+und in Sizilien auf fruchtbareren Boden. Die einschlägige arabische
+Litteratur dieser Länder ist leider noch sehr ungenügend erforscht,
+doch steht es z. B. fest, daß schon ~Ibn Badschrun~, ein sizilischer
+Autor (des 11. Jahrhunderts?), ein Buch „Sirr Alkîmijâ“ (= Geheimnis
+der Chemie) verfaßte, und sizilischen Ursprunges scheint auch eine
+ausführliche Anweisung zu sein, behandelnd die Herstellung von Tinten
+in verschiedenen Farben, von Goldtinte mittelst Auripigment, von
+Silbertinte mittelst Zinnamalgam, sowie die Vergoldung von Papier und
+Pergament[4930].
+
+In Sizilien wurden um 1150 alchemistische Schriften auch +ohne+
+den Umweg über das Arabische unmittelbar aus dem Griechischen
+übersetzt[4931]. Daß dies möglich war, kann nicht überraschen, wenn
+man bedenkt, daß große Teile Italiens, namentlich Süditaliens, seit
+ihrer Wiedereroberung durch die oströmischen Kaiser jahrhundertelang in
+engster Verbindung mit dem byzantinischen Reiche standen, so daß die
+griechische Sprache bis tief in das Mittelalter hinein eine allgemein
+verstandene, ja in vieler Hinsicht eine herrschende blieb: daher zeigen
+zahlreiche süditalische Münzen des 8. bis 11. Jahrhunderts griechische
+Aufschriften[4932], und noch Kaiser ~Friedrich~ II. erließ im 13.
+Jahrhundert seine Gesetze zugleich in lateinischer und griechischer
+Fassung[4933]. Diese Umstände sind namentlich sehr beachtenswert
+betreffs der Überlieferung der chemisch-technologischen Kenntnisse und
+der auf ihnen beruhenden kunstgewerblichen Verfahren. Schon während der
+Kaiserzeit war die römische Kunst „nur eine von Nicht-Römern geleitete
+Fortbildung hellenistischer Motive“, wie dies schon allein die
+Tatsache zeigt, daß für die im Kunstgewerbe beschäftigten kaiserlichen
+Freigelassenen und Sklaven in sämtlichen bekannten Inschriften, mit
+einer einzigen Ausnahme, nur griechische und orientalische Namen
+erscheinen[4934]; nach dem Sturze des weströmischen Reiches gingen
+dann die Traditionen der Kunst, die am getreuesten und längsten die
+Werkstätten der ägyptischen Edelschmiede bewahrt hatten, zunächst ganz
+an die Byzantiner und später an die Araber über und wurden durch sie
+erhalten und weiter verbreitet[4935].
+
+Sowohl ~Eastlake~ als ~Merrifield~ heben in ihren oben genannten Werken
+nachdrücklich und an vielen Stellen die Bedeutung der byzantinischen
+Übermittlung hervor, die teils auf mündlichem, teils auf schriftlichem
+Wege, bald an geistliche, bald an profane Künstler, und in vielen
+Fällen auch außerhalb Italiens weit früher erfolgte, als man sehr
+allgemein anzunehmen pflegt[4936]: sind doch z. B. „griechische“
+Glasmaler, die nicht nur die Malereien auszuführen, sondern auch die
+erforderlichen Farben zu bereiten verstanden, schon 687 in Frankreich
+nachweisbar[4937] und um die nämliche Zeit nach ~Beda Venerabilis~
+auch in England[4938]. Sehr bezeichnend für die „innige Kontinuität“
+der hellenistischen, byzantinischen und italienischen Vorschriften
+erweisen sich nach ~Wessely~ auch die frühmittelalterlichen Rezepte
+für „Chrysographie“ (Goldschrift), denn unter 17 von ihm angeführten
+gehen 8 auf die bewährten alten Verwendungen echten Goldes zurück
+(Grundieren; Auftragen von Goldstaub, Goldblättchen, Goldamalgam,
+nebst Gummi u. dgl.; Polieren mit dem Tierzahn) und 9 auf die ebenso
+bekannten der Ersatzmittel (Auripigment, Zinnober, Safran, Galle,
+...)[4939]. Charakteristische, den hellenistischen und byzantinischen
+Quellen entlehnte Züge sind ferner u. a. die folgenden: die Herstellung
+von „Auripetrum“[4940] durch Vergolden von Zinnfolie mittelst
+eines Firnisses aus Sandarach (oder anderen Harzen) und Leinöl
+oder Nußöl (dieses nach ~Aëtios~, 6. Jahrhundert), sowie mittelst
+Gallenfarben[4941]; das Feinreiben von Gold und anderen Materialien
+auf ägyptischem Porphyrstein, so daß „porphyrisiert“ überhaupt so
+viel wie „feingerieben“ bedeutet, -- eine Benennung, die sich im
+französischen „porphyriser“ dauernd erhalten hat; die Verwendung von
+Zusätzen, z. B. Bleiweiß, zur „Multiplicatio“ (Vervielfachung) des
+Azurs, dessen violette Sorte den Namen „Manghanese“ führt[4942], sowie
+des Zinnobers, der sich auch in Italien findet und dort Hämatit heißt
+[d. i. in Wirklichkeit Roteisenstein][4943]; das „Ausbrüten“ von
+Quecksilber in einem „Ei“ zu Gold von der richtigen „Goldfarbe“[4944];
+die Anfertigung künstlicher Perlen und ihre Reinigung durch Verfüttern
+an Tauben oder Hühner[4945]; die Benützung von Ätzkalk zu Mischungen,
+die sich in Berührung mit Wasser entzünden[4946]; das Aufsagen von
+Gebeten (Paternoster, Miserere, Ave Maria) zwecks Zeitmessung[4947],
+usf. Wie völlig bewußt sich die frühmittelalterlichen Autoren dieser
+Zusammenhänge waren, beweist u. a. auch die „Schedula diversarum
+artium“ des sog. ~Theophilus Presbyter~, die im 11. oder 12.
+Jahrhundert auf Grund weit älterer Überlieferungen abgefaßt ist und
+sich nicht nur wiederholt auf „griechische“ Rezepte zur Darstellung
+von Gold (aus Zinn und Safran), Farben, Präparaten und Gläsern beruft,
+sondern auch ausdrücklich versichert, „alles zu enthalten, was nur
+die Griechen an verschiedenen Gattungen von Farben und Mischungen
+besitzen“[4948]. Nach Deutschland, besonders auch nach Norddeutschland,
+scheinen „griechische Meister“ nicht selten bereits im 10. Jahrhundert,
+unter der Regierung Kaiser ~Ottos~ II., gekommen zu sein, dessen
+Gemahlin ~Theophano~ bekanntlich eine byzantinische Prinzessin war; in
+Verbindung hiermit steht vielleicht die Erwähnung eines byzantinischen
+Alchemisten bei einem Kommentator der „Kirchengeschichte“ des ~Adam
+von Bremen~ aus der Zeit ~Ottos~ III. (983 bis 1002), während
+dessen Minderjährigkeit seine Mutter ~Theophano~ die Würde der
+Reichsverweserin bekleidete[4949].
+
+
+a) „Compositiones ad tingenda musiva ...“.
+
+~Muratori~, der im Laufe des 18. Jahrhunderts eine große Reihe
+wichtiger, die politische und Kultur-Geschichte Italiens betreffender
+Abhandlungen und Sammelwerke herausgab, entdeckte diese, dem 8.
+Jahrhundert angehörige Schrift „Über das Färben der Mosaïke ...“ in der
+Bibliothek zu Lucca und veröffentlichte sie zum ersten Male in seinen
+„Antiquitates Italicae medii aevi“[4950], jedoch nach ~Guareschi~[4951]
+anscheinend nicht ganz vollständig. Sie besteht aus einer Sammlung
+von Rezepten zu praktischen, meist kunsttechnischen Zwecken, die
+verschiedenen Quellen entlehnt und ziemlich regellos aneinander gereiht
+sind, und ist in einem barbarischen Latein abgefaßt, das deutlich
+die mindestens teilweise Übersetzung aus dem Griechischen und den
+byzantinischen Ursprung erkennen läßt; letzteren bezeugt sie auch durch
+die Bewahrung gewisser griechischer und ägyptischer Überlieferungen,
+die sich in späteren gleichartigen Werken z. B jenen des sog.
+~Heraklius~ und ~Theophilus~ (aus dem 10. bis 12. Jahrhundert?), nicht
+mehr erhalten haben. ~Kopp~, ~Hoefer~ und anderen Historikern der
+Chemie, blieb ihr Vorhandensein unbekannt[4952], obwohl ~Lessing~ in
+der Schrift „Vom Alter der Ölmalerei“ (1774)[4953], ~Beckmann~ in den
+„Beiträgen zur Geschichte der Erfindungen“ (1792)[4954], ~Berthollet~
+in den „Elements de l’art de la teinture“ (1804)[4955], und in neuerer
+Zeit ~Eastlake~ (1847)[4956], ~Merrifield~ (1849)[4957] und ~Bucher~
+(1875)[4958] ihrer gedachten. Der wesentliche Inhalt, soweit chemische
+Fragen in Betracht kommen, ist nach ~Berthelot~ der folgende[4959]:
+
+Die Metalle, wie Gold, Silber, Kupfer, Orichalcum (= Messing),
+Blei usf., werden aus verschiedenen Erzen gewonnen, Blei z. B. aus
+männlichen und weiblichen, und miteinander durch Löten vereinigt[4960].
+Aus Gold macht man zarte Fäden, aus Gold und Silber feinen „Staub“, und
+aus Gold, Silber und Zinn auch äußerst dünne Blätter[4961], die man mit
+Leinöl oder ähnlichen Mitteln auf unedle Metalle, Glas, Stein, Holz
+und Gewebe aufklebt, um diese zu vergolden oder zu versilbern[4962].
+Blattgold ersetzt man nach Bedarf durch Zinnfolie, die man mit einem
+[bereits im Leidener Papyrus erwähnten] Firnis aus Safran, Chelidonium
+und Auripigment überzieht[4963], doch versteht man Metalle, besonders
+Kupfer, überhaupt so zu „färben“, daß sie wie Gold aussehen[4964]. Das
+Blattgold löst man ferner in Quecksilber und gebraucht das Amalgam zur
+Herstellung von Goldschrift, doch können auch hier Safran und andere
+gelbe Farbstoffe [wie im Leidener Papyrus] zur Aushilfe dienen[4965].
+
+Als „Compositio brandisii“ wird die Bereitung einer Legierung aus 2
+Teilen Kupfer (aeramen), 1 Teil Blei und 1 Teil Zinn, oder aus 2 Teilen
+Kupfer, 1 Teil Blei, ½ Teil Zinn und ½ Teil „Vitrum“ [wörtlich Glas,
+hier wohl ein krystallinisches Flußmittel] beschrieben[4966]; sie ist
+also eine bleihaltige und daher minderwertige +Bronze+, und letzterer
+Name soll nach ~Berthelot~ von dem dieser Legierung abgeleitet sein
+(siehe weiter unten).
+
+Von Mineralien und Präparaten finden sich genannt: Schwefel und
+Auripigment[4967]; Hämatit (Roteisenstein), Oker und Rötel[4968];
+das Kupfererz Chalkitis, gebranntes Kupfer, Kupferblau (?) und
+Jarin [Grünspan] aus Kupfer und Essig[4969]; Bleiglätte, Bleiweiß
+aus Blei und Essig, sowie Siricum [Mennige, zuweilen aber auch
+Rötel][4970]; Kathmia, auch kupferhaltige[4971]; natürliches und
+künstliches Quecksilber, sowie Zinnober, bereitet aus Quecksilber und
+Schwefel[4972]; Lasurstein (?), Koralle und Gagat[4973]; Salz, Alaun
+und Vitriol [ein unreines, eisenhaltiges Kupfersulfat aus zersetztem
+Pyrit], durch Einkochen der wässerigen Lösung dargestellt und nach
+~Berthelot~ hier zuerst unter dem Namen „vitriolum“ erwähnt[4974],
+[der aber sicherlich sehr viel älter ist, da z. B. schon ~Plinius~ die
+Ähnlichkeit der krystallisierten Substanz mit blauem Glase hervorhebt];
+Nitron und Aphronitron (Schaumnitron)[4975].
+
+Durch Erhitzen von Nitron und Glassand in den Glasöfen schmilzt man das
+Glas zurecht und verleiht ihm zugleich durch gewisse Zusätze beliebige
+Farben: Zinn macht es weiß, Bleiglätte gelb, Zinnober, gebranntes
+Kupfer und Kathmia hell- bis dunkelrot, usf., und aus solchem buntem
+sowie aus vergoldetem und versilbertem Glase verfertigt man die
+Glasmosaïken, die auch eine schöne Politur annehmen[4976]; prächtig
+gelbe, purpurne und andere Färbungen lassen sich aber auch mittelst
+geeigneter Firnisse bewirken, z. B. mittelst des „antimio di damia“ (?)
+genannten[4977].
+
+Zum „Färben“ [Bemalen; Anstreichen] von Pergament, Holz, Knochen,
+Horn, Mauerwerk usf. bedient man sich zahlreicher Farbstoffe[4978],
+teils der oben genannten mineralischen, die sich auch zu Beimischungen
+eignen, teils tierischer, z. B. des Purpurs[4979], teils pflanzlicher.
+Zu diesen zählen u. a. die der Rinden und Früchte von Nußbäumen, Ulmen
+und Eichen [Galläpfel], der Blüten von Veilchen, Mohn, Lein, blauen
+Lilien usf., der Wurzeln des Krapps, ferner Vermeil, Ficarin, Lazurin,
+Lulazin oder Lulax, u. dgl. mehr[4980]. Als Lösemittel gebraucht man
+Regenwasser, Seewasser, Essig oder gefaulten Harn, als Bindemittel
+aber, je nach der Natur des Untergrundes, Öl, Leinöl, Harze, Mastix,
+Gummi, Fett, Wachs, Bitumen, Fischleim, die „amor aquae“ (?) genannte
+schaumige Masse usf.[4981].
+
+Stoffen und Geweben erteilt man ebenfalls alle möglichen Farben, z. B.
+purpur, zinnoberrot, dunkelgelb, hellgelb (melium), grün, blaugrün
+(venetum)[4982] und „pandium“, zu dem Bleiweiß, Zinnober, Grünspan und
+gewisse blaue, grüne und purpurne Farbstoffe verwendet werden[4983].
+
+
+b) „Mappae clavicula“.
+
+Als „Mappae clavicula de efficiendo auro ...“, „Schlüssel zur
+Anweisung Gold zu machen“ (zunächst zu Zwecken der Malerei und des
+Kunstgewerbes) führt nach ~Becker~[4984] das Bibliotheks-Verzeichnis
+des Klosters Reichenau aus dem Jahre 821-822 eine (jetzt verlorene)
+Schrift an, in der ~Berthelot~ die älteste, noch sämtliche Rezepte der
+„Compositiones ad tingenda musiva ...“ mitenthaltende Vorlage der bis
+auf uns gekommenen „Mappae clavicula“ vermutet[4985]. Von dieser ist
+ein kürzerer Auszug in einer nach ~Giry~ spätestens dem 10. Jahrhundert
+entstammenden (noch ungedruckten) Handschrift in Schlettstadt
+vorhanden, sowie ein ausführlicherer, dem 12. Jahrhundert angehöriger,
+das sog. „~Way~sche Manuskript“, in England[4986]; für den Verfasser
+des letzteren erklärt ~Berthelot~ (oder sein nicht klar ersichtlicher
+Gewährsmann) den ~Adelhard~ von ~Bath~, einen hochgebildeten englischen
+Mönch, der um 1130 von weiten Reisen zurückkehrte, die ihn bis in den
+Orient führten, und unter dessen Werken sich eine „Mappae clavicula“
+erwähnt findet[4987]. Hiernach würde es sich erklären, daß der
+~Way~sche Text einige Worte altenglischen und arabischen Ursprunges
+zu enthalten scheint[4988], und daß allein in ihm an die Stelle der
+zum Teile weggefallenen Rezepte der „Compositiones“ verschiedene
+Zusätze späterer Herkunft getreten sind, die teils arabischen Einfluß
+verraten (wie die über Zucker, Stärke, Seife, ... handelnden), teils
+auf die sog. „Schedula“ des ~Theophilus~ (12. Jahrhundert?) oder deren
+Quellen zurückweisen[4989]. -- Die ursprüngliche „Mappae clavicula“
+ist als eine nach ~Berthelot~ in Italien, nach ~Diels~[4990] eher
+im karolingischen Frankreich um 800 verfaßte Sammlung von Rezepten
+anzusprechen, die entweder griechischen und byzantinischen Schriften
+entnommen wurden, oder (was wahrscheinlicher ist) älteren lateinischen
+Auszügen aus solchen; Spuren, die diese Entstehungsart verraten, sind
+eine Anzahl griechischer Lehnworte[4991], gewisse Übereinstimmungen
+mit Vorschriften des Leidener Papyrus und des ~Pseudo-Moses~[4992],
+Reste heidnischen Götterglaubens[4993], Empfehlungen von „Gebeten“
+um gutes Gelingen der Operationen[4994] usf. -- Die hauptsächlichen
+Angaben, die chemische Kenntnisse und Verfahren betreffen, sind die
+nachstehenden[4995]:
+
+Silber und Gold bereitet man durch Herstellung entsprechend gefärbter
+Legierungen aus edlen und unedlen Metallen, auch unter Benützung von
+Auripigment, Sandarach und anderen Zutaten[4996]; gefördert werden
+diese verschiedenen Methoden der „Diplosis“ oder „Duplicatio auri“ (=
+Verdopplung des Goldes) durch Beifügen kleiner Mengen fertigen Silbers
+oder Goldes[4997] und durch Bittgebete während des Schmelzens[4998];
+dieses setzt man fort „donec hilare fiat“, „bis die Masse hellen Blick
+zeigt“ (s. unser „Silberblick“), -- „καὶ γένηται ἱλαρός“ heißt es im
+Leidener Papyrus[4999]. Zum Versilbern und Vergolden bedient man sich
+auch des „Magnesia“ genannten Quecksilber-Amalgams, das aber nicht
+identisch mit der Magnesia der Glasmacher ist[5000], oder gewisser
+silber- und goldfarbiger Firnisse[5001]; mittelst solcher Firnisse,
+die Auripigment, Galle verschiedener Tiere, Drachenblutharz u. dgl.
+Bestandteile enthalten, -- die Vorschriften kommen teils schon im
+Leidener Papyrus und bei ~Pseudo-Moses~ vor, teils scheinen sie erst
+aus dem ~Heraklius~ und ~Theophilus~ interpoliert zu sein --, bringt
+man auch Gold- und Silberschrift auf Pergament, Stein oder Metall
+da an, wo die Verwendung echter goldener oder silberner zu teuer
+wäre[5002].
+
+Die Rezepte zur Herstellung und Bereitung von Metallen (und auch von
+Gläsern, s. unten) sind im Schlettstädter Manuskript nur dem Titel nach
+erhalten[5003], dagegen findet sich nach ~Giry~ +allein+ in diesem, und
++nicht+ in der ~Way~schen Handschrift, eine Angabe über die „Compositio
+brindisii“ aus 2 Teilen Kupfer und 1 Teil Blei, sowie (unter den
+Zusätzen, die auf einigen der letzten Blätter eingetragen stehen) über
+die „Compositio brondisono“ aus 2 Teilen Kupfer, 1 Teil Blei und 1 Teil
+Zinn[5004]; ~Berthelot~ zieht auch diese Stellen als Stütze seiner
+Vermutung über den Ursprung des Namens „Bronze“ heran (s. unten).
+
+Nur im ~Way~schen Manuskripte vorhanden sind die das Niello (nigellum)
+betreffenden, allerlei arabische Worte aufweisenden Vorschriften[5005],
+eine ganze Anzahl den „Compositiones ad tingenda musiva“
+entlehnte[5006], sowie einige auf Glas bezügliche: diese berichten vom
+Callaïnum oder Calaino, das wohl als ein grünes Krystallglas anzusehen
+ist[5007], -- da auch der „Papyrus ~Kenyon~“ (im 3. Jahrhundert) von
+Smaragd und Kallaïs als „grünen Steinen“ spricht[5008] --, sowie von
+dem schon bei den antiken Autoren oft erwähnten „unzerbrechlichen
+Glase“[5009], dessen Bereitung auch „ein rätselhaftes und mystisches,
+Drachenblut enthaltendes Rezept“ dienen soll, das sich weiterhin bis
+auf den sog. ~Raymund Lull~ und andere spätere Alchemisten forterbte.
+~Berthelot~ vermutet, es habe sich hierbei im Grunde doch um eine
+wirkliche, schon zu Beginn der römischen Kaiserzeit gemachte Erfindung
+gehandelt, ebenso wie bei dem gleichfalls angeführten Verfahren „ad
+cristallum comprimendum in figuram“ (Krystallglas in Formen zu pressen).
+
+Auf griechische und byzantinische Quellen zurück geht die Schilderung
+der Feuerpfeile und Brandsätze aus Harzen, Erdölen u. dgl.
+(+nicht+ aber aus Salpeter)[5010], sowie die Beschreibung der
+hydrostatischen Wage, die sich auch bei ~Heraklius~, sowie im Pariser
+Sammel-Manuskripte 12292 (aus dem 10. Jahrhundert) findet[5011].
+
+Allein im ~Way~schen Manuskripte ist endlich anhangsweise eine
+anagrammatische Vorschrift zur Darstellung von Weingeist erhalten: sie
+befiehlt, 1 Teil alten und sehr starken Wein nebst ⅓ Teil Salz in den
+hierzu gebräuchlichen Gefäßen zum Sieden zu bringen, wodurch man ein
+„Wasser“ erhält, das sich zur Flamme entzündet, ohne seine Unterlage
+zu verbrennen [also einen noch stark wasserhaltigen Weingeist]; in dem
+Anagramm sind die Buchstaben jedes Wortes durch die ihnen im Alphabete
+nachfolgenden ersetzt, xkok, qbsuf, tbmkt bedeuten also vini, parte,
+salis, usf. Wie in den Schriften anderer späterer Autoren des 13.
+Jahrhunderts (s. unten), so soll nach ~Berthelot~ auch in der hier
+besprochenen das angeführte Rezept einer arabischen Quelle entnommen
+sein[5012]; diese Behauptung ist indessen ganz irrtümlich, der Alkohol
+ist vielmehr eine Erfindung des Abendlandes, die vermutlich erst im 11.
+Jahrhundert gemacht wurde, und wahrscheinlich in Italien[5013].
+
+
+c) Heraklius.
+
+Das Werk „Von den Farben und Künsten der Römer“[5014], überliefert
+als das des ~Heraklius~, -- in welchem Namen aber einige nur eine
+Anspielung auf den „herakleïschen Stein“ = Probierstein sehen wollen
+--, gliedert sich in drei Abschnitte, deren erster und zweiter,
+in Hexametern abgefaßte, vermutlich von einem zu Rom lebenden
+(geistlichen?) Autor des 10. Jahrhunderts herrühren, während der
+dritte, in Prosa geschriebene, erst zu Anfang des 12. oder 13.
+Jahrhunderts in Frankreich entstanden und nachträglich hinzugefügt
+sein dürfte[5015]. Auf Grund der verschiedenen Handschriften, die
+schon ~Lessing~ 1774 in der Abhandlung vom „Alter der Ölmalerei“
+erwähnte, jedoch erst ~Giry~ 1877 kritisch verglich, stellte zuerst
+~Merrifield~ einen korrekten Text her[5016], und 1873 ließ ~Ilg~ eine
+neue verdienstliche Ausgabe mit (unzuverlässiger) Übersetzung und
+eingehenden Erklärungen folgen[5017].
+
+Die beiden älteren Abschnitte besprechen hauptsächlich die Vergoldung
+mit echtem Flitter- und Blatt-Gold oder mit den Ersatzmitteln, wie
+Auripigment und Gallenfarben, ferner die Herstellung goldener und
+farbiger Miniaturen und Verzierungen auf Glas- und Tonwaren, das
+Anbringen weißen, schwarzen, grünen und bunten Emails auf Tongefäßen,
+die Bereitung des Grünspans und einiger anderer Präparate, das
+Erweichen von Glas und Krystall (u. a. mit dem für besonders heiß
+angesehenen Bocksblute, das auch zum Härten des Stahles empfohlen
+wird), sowie die Gewinnung künstlicher Edelsteine durch Färben des
+Glases. -- Die dritte, weit reichhaltigere Abteilung erörtert u. a.:
+die Feststellung des Goldgehaltes von Gold- und Silber-Legierungen
+unter Benützung der hydrostatischen Wage (sehr unklar!); das Löten von
+Gold, Silber und Messing mittelst eines Lotes aus Messing und Zinn
+nebst Borax; das Vergolden von Silber, Kupfer, Erz, Messing und Eisen
+mittelst des Amalgams aus Gold und Quecksilber, welches letztere sich
+in den Zinnober-Bergwerken vorfindet; das Vergolden der Zinnblätter
+(Auripetrum); die Anfertigung von Goldschriften aus Gold oder aus
+Oker, Karmin u. dgl.; das Verzieren des Silbers mit Niello (Nigellum),
+einer schwarzen Masse aus Kupfer, Blei, Quecksilber und Schwefel;
+das Schmelzen des Glases aus weißem Sand und Asche, z. B. der aus
+Farnkraut[5018], ferner die Herstellung sog. biegsamer Gläser[5019],
+Glasspiegel mit Metall-Folien[5020], farbiger Gläser (hell- und
+dunkelroter, rosiger, grüner, gelber, ...), bunter Edelsteine, sowie
+mittelst Kupfer, Messing oder Eisenrost gefärbter Bleigläser; das
+Schneiden von Edelsteinen mittelst der Bleiplatte, das Schleifen und
+das Polieren (auch mit Nußöl); das Versehen der Tonwaren mit farbigen
+Glasuren, auch schon mit Bleiglasuren. An Materialien werden u. a.
+genannt: Salz, Alaun, Chalkanthum, Lasur, Auripigment, Sandarach,
+Bleiweiß, Mennige, Zinnober, Chrysokolla (hier eine Art Malachit),
+Grünspan, Indigo [seines Metallglanzes halber für ein Metall angesehen]
+und verschiedene Erden; Waid, Krapp (sandix, garancia), indisches
+Drachenblut [rotes Harz], indisches Braxillium oder Brasilium
+[Rotholz]; Vermeil [vermiculum, vom arabischen Kermes = Würmchen, d. i.
+die Eichenschildlaus Coccus ilicis; daher auch Carmoisin, Karmin];
+Purpur aus dem Safte der Schnecke, Purpur aus dem Blute des Fisches
+Ostrea; Vernix (= Firnis), Leinöl, Nußöl, Glassa (= Bernstein).
+
+Daß ein erheblicher Teil dieser Verfahren und Präparate bereits
+arabischen Einfluß verrät, bedarf wohl kaum der Hervorhebung.
+
+
+d) Theophilus.
+
+Die „Schedula diversarum artium“ (Verzeichnis verschiedener Künste)
+genannte Schrift, die u. a. 1530 ~Cornelius Agrippa~[5021] und 1688
+~Morhof~[5022] erwähnten, über die 1774 ~Lessing~ in der Abhandlung
+„Vom Alter der Ölmalerei“ ausführlich berichtete, deren in neuerer
+Zeit ~Bucher~[5023] sowie ~Guareschi~[5024] gedachten, und die ~Ilg~
+in berichtigtem Wortlaute herausgab[5025], stammt in der vorliegenden
+Form vermutlich aus der Zeit um 1100. Ihr Verfasser, dessen Namen und
+Heimat sicher zu ermitteln noch nicht gelungen ist, schöpfte aus einer
+großen Anzahl zum Teil weit älterer Vorgänger und beabsichtigte, alles
+zu beschreiben, was Italien (besonders Tuscien = Toscana), Frankreich,
+Deutschland und Arabien auf dem Gebiete der Künste und Kunstgewerbe
+zu leisten vermögen, und so auch „alles, was nur Griechenland
+an verschiedenen Gattungen von Farben und deren Mischungen
+besitzt“[5026]. Die Benützung ursprünglich griechischer, richtiger
+byzantinischer Quellen erhellt u. a. aus der Nennung von griechischem
+Pergament[5027], griechischen Blättern (folia graeca) aus Niello[5028],
+griechischem Glas (Mosaïk)[5029], griechischem Salz oder Nitron[5030],
+Affronitron (Aphronitron)[5031], Ematis (= Hämatit)[5032], Marmor
+porphyriticus (= Porphyrstein)[5033], Olivenöl-Pressen[5034] usf.;
+auf spanische Herkunft deuten spanisches Gold, spanisches Messing,
+spanisches Grün (Viride hispanicum = Grünspan)[5035], auf deutsche der
+Leim vom Fische Huso (= Hausen)[5036] und vielleicht auch die Glassa
+(Bernstein)[5037], auf orientalische der Barabas (= Borax)[5038] und
+möglicherweise auch die Namen Posch oder Pox sowie Menesch für zwei
+Farbstoffe[5039].
+
+Im Vordergrunde stehen die kunstgewerblichen Arbeiten aus Metallen,
+deren Gewinnung nur andeutend, deren Verarbeitung aber ausführlich
+beschrieben wird[5040].
+
+Von den Arten des +Goldes+ ist die schönste das arabische, deren
+prächtiges Rot die Neueren (moderni) durch Verschmelzen von ⅘
+Blaßgold mit ⅕ Kupfer nachzuahmen suchen, -- doch hält die auf solche
+betrügerische Weise hergestellte Mischung dem Feuer nicht stand[5041];
+zu manchen kunstgewerblichen Zwecken sind indessen Gemische von ⅔
+Gold mit ⅓ Rotkupfer sehr geeignet[5042]. Gold wird, teils für sich,
+teils mit Quecksilber [d. h. nach der Abscheidung aus dem Amalgam],
+zu „Staub“ gemahlen[5043], zu Blättchen gehämmert und in dünne
+Fäden ausgezogen[5044] und läßt sich mittelst gebrannten Kupfers
+[Kupferoxydes], Zinns und eingedickter Lauge aus Buchenasche (laxiva;
+französisch lessive) auch gut löten[5045]. Um es von Silber zu trennen
+schmilzt man das Gemisch so oft mit Schwefel, bis sich kein schwarzes
+Schwefelsilber mehr bildet, -- aus welchem letzteren man das Silber
+durch Schmelzen mit Kohle, Buchenholzasche und Blei zurückgewinnen
+kann[5046]. Zur Trennung von Kupfer wickelt man das Schabsel in
+Bleiblech, schmilzt erst mit Holzasche und gebrannten Knochen [Kohle,
+Phosphaten], sodann mit Blei und setzt dies so lange fort, bis
+alles Kupfer ausgeschieden ist[5047]. Zu Vergoldungen aller Art,
+namentlich auch von Schriften und Büchern[5048], verwendet man feine
+Goldblättchen (auripetula), die sich aber je nach Bedarf auch durch
+Oker oder Auripigment, gefirnißte Zinnblättchen, Ochsengalle, Safran
+und den safrangelben Farbstoff gewisser Rinden ersetzen lassen[5049].
+Bestreicht man dünne Blättchen reinsten Rotkupfers beiderseits mit
+einer Mischung aus scharfem Essig, getrocknetem Blut eines Rothaarigen
+und Asche des Basilisk genannten Tieres (das die Heiden aus den Eiern
+alter Hähne großzuziehen verstehen), glüht sie im Feuer und löscht sie
+in der nämlichen Mischung, so nehmen sie völlig Farbe und Gewicht des
+Goldes an und taugen so gut wie dieses zu jeglicher Verwendung[5050].
+-- +Silber+ reinigt man durch wiederholtes Schmelzen mit Blei und
+Abschöpfen des aufsteigenden Schaumes; sollte es hierbei kochen und
+spratzen, so war es mit Zinn oder Messing versetzt, und man überstreut
+es dann mit feingepulvertem Glase, setzt neues Blei zu und fährt mit
+dem Schmelzen fort, bis sich kein Schaum mehr abscheidet[5051]. Aus
+Silber gewinnt man ebenfalls „Staub“ und feine Fäden[5052], sowie
+durch Verschmelzen mit Kupfer, Blei und Schwefel das schwarze Nigellum
+[Niello][5053]. -- +Kupfer+ stellt man durch Brennen gewisser in
+der Erde wachsender Steine mit Kohle dar, und das Reinste ist schön
+rot[5054]. Beim Verbrennen gibt es „flos aeris“ [Kupferoxyd][5055];
+beim Eingraben dünner Platten nebst Essig, Harn oder auch Salz
+in Mist das schön grüne Viride salsum und hispanicum [Grünspan
+u. dgl.][5056]; beim Verschmelzen mit Calamina [Galmei] und Kohle das
+prächtige Aurichalcum[5057] [Messing; irrtümlich auch mit aes = Bronze
+bezeichnet][5058]; beim Verschmelzen mit Zinn endlich „das Metall,
+aus dem man die Glocken gießt“[5059] [aes, d. i. Bronze, welcher
+Name sich aber nicht genannt findet]. Auch aus Kupfer und Messing
+verfertigt man Staub und Fäden, sowie dünne Blättchen (laminae), die
+sich leicht schön vergolden und versilbern lassen[5060] (z. B. mit
+flüssigem Zinn). -- +Zinn+ dient, entweder für sich, oder mit Blei und
+zuweilen auch mit etwas Quecksilber versetzt, zum Gießen von Kännchen
+und ähnlichen Geräten, zum Ziehen feiner Drähte, zur Herstellung von
+Lötmetall[5061], sowie zur Bereitung dünner Blättchen zwecks Vergoldung
+und Versilberung[5062]. -- +Eisen+ geht aus den in der Erde wachsenden
+Eisensteinen durch Erhitzen, Schmelzen und Bearbeiten hervor und läßt
+sich mit Kupfer (oder Kupfer und Zinn) nebst gebranntem Weinstein und
+Salz löten[5063] und auch dauerhaft verzinnen[5064]; durch Glühen
+und Härten, am besten im Harn eines mit [angeblich sehr hitzigem]
+Farnkraut gefütterten Bockes oder eines rothaarigen kleinen Knaben,
+wird es zu Stahl, der „Calibs“ heißt, „von dem Berge, wo er zumeist
+gebraucht wird“[5065]. -- +Blei+ ist weich, leichtflüssig und schwarz,
+ergibt aber die schön weiße Cerosa [Bleiweiß], die beim Erhitzen in
+gelbe Bleiglätte übergeht und beim Brennen in rotes Minium[5066].
+-- +Quecksilber+ und namentlich sein erstickender Rauch (foetor)
+sind furchtbare Gifte; erhitzt man es mit Schwefel in einem gut
+verschlossenen, mit Ton lutiertem Gefäße (ampulla), bis man ein starkes
+Geräusch hört, so entsteht Zinnober (cenobrium)[5067].
+
+Von +Farbstoffen+ werden genannt: Sinopis [Rötel], gebrannter Oker,
+Zinnober[5068], Minium[5069], Karmin [Carmoisin, Kermes][5070],
+Rubrica [Krapp][5071]; Bleiglätte[5072], Auripigment[5073], Croceum
+[Safran], safrangelbe Rinde[5074]; Indicum [Indigo], Lasur[5075];
+Grünspan und grünliches Prasinum[5076], sowie die Säfte von Sambucus
+[Holunder], Schwertlilie, Lauch und Kohl[5077]; Ruß und der auch als
+Tinte (incaustum) dienliche Saft der Spina [Schwarzdorn][5078];
+Gips, Bleiweiß und die aus Weiß und Schwarz gemischte Veneda[5079];
+die Mischfarben (?) Posch und Menesch, die bläulichen, rötlichen,
+grünlichen und anderen Ton besitzen können[5080]; die Säfte der
+Folium-Arten [Croton tinctorium], die sich als rot, purpurn und
+sapphirblau beschrieben finden[5081]. -- Aus der Reihe der +Binde-+ und
++Verdickungs-Mittel+ sind anzuführen: Tannenharz, die Harze Drachenblut
+und Glassa [Bernstein][5082]; Nuß-, Mohn-, Lein- und Oliven-Öl[5083];
+Eikläre und Eidotter[5084]; Käsestoff (gluten casei)[5085]; Kleister
+aus Weizenmehl[5086]; Wachs und Pech[5087]; arabisches, Kirsch-
+und Pflaumen-Gummi[5088]; Leim aus Knochen, Leder und Pergament,
+sowie Fischleim aus der Blase (vesica) des Huso [Hausen][5089];
+Vernitio [Firnis][5090]. -- +Chemikalien+, die gelegentlich
+sonst noch genannt werden, sind Schwefel[5091], Atrament [auch =
+Colcothar, Cothus?][5092], Alaun[5093], Nitron und Aphronitron[5094],
+Pflanzenasche[5095], roher und gebrannter Weinstein[5096] und Barabas
+[Borax][5097].
+
+Aus einer Mischung von 2 Teilen bester Buchenholzasche und 1 Teil
+reinster Kiesel, die man in gut gebrannte Töpfe aus weißem Ton füllt,
+stellt man das +Glas+ dar, und zwar durch andauerndes Schmelzen in
+großen eingewölbten Werköfen, zu denen auch Kühlöfen und Öfen zum
+Ausbreiten des mit der Pfeife erblasenen Tafelglases gehören[5098];
+man kann es klar und durchsichtig belassen, oder auch weiß, gelb,
+rotgelb, purpurn, sapphirblau, grün usf., in hellen und dunklen Tönen
+färben, und so zur Zusammensetzung der kostbaren bunten oder mit
+Glasgemälden gezierten Fenster verwenden[5099]. Nicht durchsichtig,
+sondern fest und dicht wie Marmor sind die bunten, schon bei den
+Heiden zur Herstellung von „opus musivum“ [Mosaïk] gebrauchten, aber
+auch für die des Elektrons [hier = Email] dienlichen Glaswürfel[5100],
+die sich mit Gold- oder Silber-Blättchen auch schön zu „vitrum
+graecum“ [griechischem Glase] vergolden oder versilbern lassen[5101].
+Durch Blasen und Schwingen des Glases formt man ferner Gefäße,
+Flaschen, Schalen, Ringe und vieles andere, in den verschiedensten
+Gestalten[5102], weiß, bunt, vergoldet, mittelst vorsichtigen
+Einbrennens feinst gemahlenen Glases jeglicher Farbe bunt verziert,
+mit weißen und bunten Fäden oder Stäbchen umwunden[5103], usf. Aus
+bunten Glasflüssen bestehen ferner die gläsernen Edelsteine, die man
+(ebenso wie die natürlichen und wie das „Krystall“ genannte, durch
+vieljährigen scharfen Frost zu einer Art Eis verhärtete Wasser) erst
+mit Feinsand oder mit Ismaris [Schmirgel], sodann auf der Bleiplatte
+mit bestem Ziegelstaube und Speichel (saliva), zuletzt aber mittelst
+feinster Hirschhaut poliert[5104], jedoch auch durch Einlegen in
+frisches [überaus heißes] Bocksblut erweicht, und dann durch Sägen
+(unter Benützung äußerst zarten und scharfen Sandes) nach Belieben
+zerschneidet[5105].
+
+In ähnlicher Weise wie Glaswaren verziert man auch +Tonwaren+, bemalt
+sie mit bunten Glaspulvern oder anderen passenden Farben, belegt sie
+mit Gold- oder Silber-Blättern usf. und setzt sie dann vorsichtig zum
+Brennen in die Öfen[5106].
+
+
+e) Marcus Graecus.
+
+Unter den chemischen Schriften des frühen Mittelalters, die man
+auf griechischen Ursprung zurückzuführen pflegt, gebührt dem sog.
+„Feuerbuche“ des ~Marcus Graecus~ eine hervorragende Stelle, schon
+weil es u. a. eine der ersten Vorschriften zur Darstellung des
+Schwarzpulvers enthält, die sogar unbestritten als überhaupt erste
+gelten müßte, wenn (wie man lange, ja vielfach bis in die neueste Zeit
+hinein glaubte) das „Feuerbuch“, so wie es uns heute vorliegt, als ein
+Erzeugnis des 8. oder 9. Jahrhunderts anzusehen wäre.
+
+Mit gewohntem Scharfsinne verfocht indessen bereits 1805 ~Beckmann~
+die Meinung, daß dieses Werk in der Form, in der wir es gegenwärtig
+besitzen, nicht vor etwa 1250 niedergeschrieben sein könne[5107]; nach
+~Kopp~[5108] weicht überdies die ältere Fassung, d. i. jene der 1438
+vollendeten Münchener Handschrift, in vielen Punkten sehr erheblich
+von der jüngeren ab, die z. B. das Pariser Manuskript Nr. 7156 bietet.
+Im 16. und 17. Jahrhundert kennen den ~Marcus Graecus~ u. a. ~Porta~,
+~Biringucci~, ~Cardanus~ und ~Scaliger~, letzterer wohl auf Grund
+seiner Studien in der Pariser Bibliothek. Den in Nr. 7156, sowie in
+noch einem anderen Pariser Manuskript enthaltenen Text gab aber erst
+1804 ~La Porte du Theil~ heraus, jedoch nur in ganz wenigen Exemplaren,
+die nicht in den Handel gelangten, so daß ihn ~Hoefer~ 1842 in seiner
+„Geschichte der Chemie“ zum ersten Male vollständig zu veröffentlichen
+glaubte[5109]; ~Beckmann~, und später auch ~Kopp~[5110], war indessen
+die Publikation ~La Porte du Theils~ bekannt.
+
+~Berthelot~ nennt bei Besprechung dieser Verhältnisse[5111] die Namen
+~Beckmanns~ und ~Kopps~ nicht und übergeht es auch mit Stillschweigen,
+daß letzterer die Verschiedenheiten der jüngeren Pariser und der
+älteren[5112] Münchener Handschrift bereits erwähnt und betont[5113].
+Auf Grund der von ihm selbst vorgenommenen Prüfung und Vergleichung
+beider Manuskripte bezeichnet er den ~Hoefer~schen Abdruck als
+fehlerhaft und flüchtig[5114] und beschuldigt ~Hoefer~ auch, die
+(vermutlich bei ~Dutens~ vorgefundene) falsche Behauptung wiederholt zu
+haben, daß ~Marcus Graecus~ schon seitens des arabischen Arztes ~Mesue~
+zitiert werde[5115]; hierzu ist jedoch zu bemerken, daß die Schriften
+mindestens des älteren der beiden unter diesem Namen berühmten Ärzte
+(aus dem 9. und 11. Jahrhundert) von sehr zweifelhafter Echtheit
+sind, daß ~Hoefer~ es dahingestellt sein läßt, ob ein dort angeblich
+genannter ~Marcus~ gerade ~Marcus Graecus~ sei, und daß ~Kopp~
+diese Bemerkungen ~Hoefers~ in seinen „Beiträgen“ auch ausführlich
+wiedergibt[5116].
+
+~Berthelot~ selbst neigt zur Annahme, das „Feuerbuch“ sei ursprünglich
+in griechischer Sprache abgefaßt, sodann in die arabische und
+schließlich in die lateinische übersetzt worden, wobei es zahlreiche
+Ergänzungen und Einschiebungen erfahren haben mag, die letzten im
+Laufe des 13. Jahrhunderts[5117]; sein eigentlicher Verfasser könnte
+vielleicht der nämliche Chemiker gewesen sein, der als ~Markos~,
+~Markusch~, „König ~Marchus~“ und „~Markusch~, König von Ägypten“
+in einigen späten und unklaren orientalischen und lateinischen
+Überlieferungen auftaucht[5118], dessen „Gespräche“ die syrischen
+Manuskripte, und dessen „Künste“ die von ~Carra de Vaux~ übersetzten
+arabischen „Wundergeschichten“ rühmen[5119]. Das Vorhandensein eines
+Manuskriptes mit dem +griechischen+ Titel „περὶ τῶν πυρῶν“ in einer
+englischen Bibliothek erwähnte schon 1733 ~Jebb~, der erste und sehr
+willkürliche Herausgeber von ~R. Bacons~ „Opus majus“, doch zitiert er
+aus ihm nur lateinische Sätze, deren genaue Übereinstimmung mit den in
+anderen lateinischen Vorlagen enthaltenen den Schluß rechtfertigt, daß
+auch der Text, den er benützte, ein +lateinischer+ war[5120]. Weiteres
+über jenes Manuskript scheint auch nicht wieder verlautet zu sein,
+wir besitzen ferner weder eine Handschrift aus früherer griechischer,
+noch aus späterer byzantinischer Zeit, während wiederum von einer
++selbständigen+ litterarischen Produktion der jüngeren Byzantiner auf
+naturwissenschaftlichem Gebiete allen neueren Forschungen zufolge
+überhaupt nicht die Rede sein kann[5121]; endlich wurde bisher
+auch keine arabische Übersetzung aufgefunden, und die gegenwärtig
+bekannten lateinischen Texte stammen erst aus der Zeit gegen 1300,
+der auch die meisten anderen im Pariser Codex Nr. 7156 enthaltenen
+angehören[5122]. Die Hinweise auf arabische Quellen, deren Benützung
+~Kopp~ sowie ~Berthelot~ annehmen[5123], müssen übrigens Zweifeln
+begegnen, denn Worte wie Alkitran (= Pech), Zambac (ein flüchtiges Öl),
+Kampher u. dgl.[5124], oder Anschauungen wie die von ~Aristoteles~
+als magischem Künstler und Erfinder[5125], können sehr wohl auch auf
+spanische, provençalische oder italienische Vermittlung zurückgehen;
+ganz irrtümlich ist endlich ~Berthelots~ Identifikation[5126]
+des ~Hassan al Rammah~, angeblichen Verfassers eines arabischen
+Feuerwerksbuches um 1300, mit ~Ibn Amram~, einem gelehrten arabischen
+Botaniker und Arzte (?) gegen 900.
+
+Immerhin ist es nicht unmöglich, daß das „Feuerbuch“ tatsächlich
+zuerst von einem Griechen ~Markos~ und in griechischer Sprache
+geschrieben wurde; in diesem Falle dürfte es jedoch anfänglich +allein+
+von Brandsätzen, allenfalls auch vom sog. „griechischen Feuer“ des
+~Kallinikos~ (7. Jahrhundert) u. dgl. gehandelt haben, worauf schon
+der Titel „Liber ignium ad comburendos hostes“ hinweist, der vom
+„Verbrennen der Feinde“ spricht, und nicht etwa vom „Erschießen“. Die
+Anwendung von Zündmassen und Brandsätzen aus leicht entflammbaren
+Bestandteilen war schon der Kriegskunde des frühen Altertums durchaus
+geläufig[5127], später aber kannte man insbesondere auch solche, die
+Ätzkalk, Schwefel, Erdöle usf. enthielten und sich beim Benetzen
+(infolge der Wärmeentwicklung beim Ablöschen) entzündeten; zu diesen
+zählen u. a. auch die von ~Livius~ (aus dem Jahre 186 v. Chr.)
+erwähnten „Fackeln der Bacchantinnen“, die sich beim Eintauchen in
+Wasser entflammten[5128], die Brandsätze, deren ein Einschiebsel des
+7. (?) Jahrhunderts in den „Kesten“ des ~Sextus Julius Africanus~
+gedenkt[5129], sowie ähnliche Zündmassen, deren Rezepte sich bis
+auf das Sammelbuch des ~Jehan le Begue~ von 1431 fortgeerbt zu
+haben scheinen[5130]. Angeblich konnten ihre durch Wasser nicht zu
+erstickenden Flammen allein durch den mit so besonders kalter Natur
+begabten Essig gelöscht werden[5131].
+
+Das „griechische Feuer“, das der byzantinische Architekt ~Kallinikos~
+(aus Heliopolis in Syrien) im Jahre 678 in Konstantinopel einführte,
+bestand aus Mischungen von leichtflüchtigen Erdölen (oder aus Lösungen
+von Harz, Asphalt, Teer u. dgl. in solchen Ölen) mit feingepulvertem
+gebranntem Kalk, und entzündete sich beim Aufspritzen auf Wasser
+infolge der heftigen Reaktionswärme des sich ablöschenden Ätzkalkes.
+~Berthelots~ Behauptung, „die Basis des griechischen Feuers, das die
+Araber den Byzantinern entlehnt und gegen 1300 nach dem Westen gebracht
+hätten, sei Salpeter gewesen“, und das „sal coctum“ (gekochtes Salz)
+in den einschlägigen, bei ~Marcus Graecus~ wiedergegebenen Rezepten
+bedeute Salpeter[5132], ist völlig irrtümlich und unhaltbar[5133].
+Abgesehen davon, daß Salpeter, nach allem was man bisher weiß, im
+Abendlande vor dem 13. Jahrhundert nicht bekannt war, und daß dem
+Schwarzpulver analoge Mischungen, selbst wenn man sie schon 678 zu
+bereiten verstanden hätte, auf Wasser gespritzt oder gegossen nicht
+in Brand geraten wären, ist auch das „sal coctum“ nichts weiter als
+ein feinkörniges, aus Sole gekochtes Salz, im Gegensatze zu dem im
+nämlichen Abschnitte erwähnten grobkörnigen gewöhnlichen „sal commune
+grossum“[5134]; im Münchener Manuskript +fehlt+ überdies die Vorschrift
+seines Zusatzes[5135], der wohl allein deshalb erfolgte, weil man die
+intensiv gelbe Kochsalzflamme auch für ganz besonders heiß hielt[5136].
+
+Erst in späterer Zeit wurden in den Text des ~Marcus Graecus~ jene
+Rezepte eingeschoben, die die Bereitung des Schwarzpulvers aus Kohle,
+Schwefel und Salpeter, sowie dessen Benützung zur Herstellung von
+Raketen (ignis volans = fliegendes Feuer) und anderen Feuerwerkskörpern
+zum Gegenstande haben[5137], und die zudem der (ältere) Münchener Codex
+größtenteils noch gar nicht enthält[5138]; wie neu der Salpeter zur
+Zeit ihrer Abfassung noch war, geht aus der Tatsache hervor, daß der
+Autor glaubt, zunächst erklären zu müssen, was Salpeter eigentlich ist:
+„Sal petrosum est minera terrae ..., reperitur in scrophulis contra
+lapides“, „Salpeter ist ein Mineral aus dem Erdboden, ... wird aber
+auch als Ausschwitzung an den Mauern gefunden“.
+
+Als jüngere, aber allerdings nicht genau zu datierende Interpolationen
+sind auch die Vorschriften des Münchener Codex über Destillation
+anzusehen[5139]. Vom Terpentin (terebentinum) wird gesagt[5140], daß
+man es bei gelindem Kohlenfeuer in Gestalt einer wasserhellen und
+wasserklaren Flüssigkeit so wie Rosenwasser destillieren könne, wobei
+jedoch große Vorsicht geboten sei, wegen des „etor et incendium“;
+~Berthelot~ übersetzt dies mit „odeur et risque d’incendie“[5141],
+gemeint ist aber „+Dunst+ und Feuersgefahr“, und im Sinne eines
+„subtilen Dunstes“ findet sich das Wort auch anderweitig schon
+frühzeitig gebraucht, z. B. in der (gelegentlich von ~Berthelot~
+selbst zitierten) um 1200 verfaßten lateinischen Übersetzung eines
+alchemistischen Traktates des ~Pseudo-Platon~, woselbst es heißt:
+„Ether est substantia lucis, vacua accidentibus“, „Äther ist die
+Substanz des Lichtes und frei von jeder Beimischung“[5142]. Durch
+Destillation wird ferner das [von den arabischen Ärzten seit jeher als
+besonders heilkräftig gerühmte] „Oleum laterinum“ (Ziegelöl) bereitet,
+das man durch Zersetzung von Lein-, Nuß- oder Hanföl an glühenden
+Ziegelbrocken und durch Übertreiben der entstehenden aromatischen
+Produkte gewinnt[5143]. Nur im Anhange des Codex beigeschrieben findet
+sich endlich ein Rezept zur Darstellung des Weingeistes, das nahe
+verwandt, aber nicht identisch mit dem des Pariser Manuskriptes Nr.
+7156 ist[5144].
+
+Dieses letztere schreibt vor[5145]: man löse „in una quarta“ [in einer
+Quart, nicht in einem viertel Pfund, wie ~Berthelot~ meint] alten
+dichten Rotweines 2 Skrupel feinstgepulverten Schwefels, 1 oder 2
+Skrupel (?, ~Berthelot~ meint Pfunde) aus gutem Weißwein gewonnenen
+Weinsteines, und 2 Skrupel gewöhnlichen groben Salzes; man fülle das
+Ganze in eine „cucurbitam bene plumbeatam“, bringe den Helm (alembicum)
+an und destilliere das „brennbare Wasser“ ab (destillabis aquam
+ardentem), das man in einem geschlossenen Glasgefäße aufzubewahren
+hat; ebenso wie „aqua ardens“ destilliert man auch Terpentin [für das
+zuweilen die nämliche Bezeichnung gebraucht wird]. -- Der Zusatz des
+flüchtigen und leicht entzündlichen Schwefels hat vermutlich den Zweck,
+die „Brennbarkeit“ des Destillates zu fördern, während die Beigaben
+von Weinstein und Salz den Siedepunkt des Phlegmas erhöhen, also die
+Abscheidung reichlicher und wasserarmer Alkoholdämpfe beim Erhitzen
+erleichtern. Die „cucurbita bene plumbeata“, in der dieses erfolgt,
+ist übrigens kaum, nach ~Berthelot~, ein Gefäß aus Blei (alembic de
+plomb), das zum Abdestillieren von Alkohol so ungeeignet wie möglich
+wäre, sondern eher „ein gut plombiertes“ (= gedichtetes), oder, wie es
+an anderer Stelle heißt[5146], „juncturis bene lutatis“, „eines mit gut
+lutierten (d. h. mit Ton, lutum, verschmierten) Dichtungen“; ebenso hat
+man unter der „cucurbita bene vitreata“ nicht, mit ~Berthelot~[5147],
+ein „gut mit Firnis, vernix, gestrichenes Gefäß“ zu verstehen, sondern
+ein „gut glasiertes“ (vitrum = Glas, Glasur). Das „sal comatum“, das
+~Berthelot~ unerklärt ließ[5148], ist offenbar das feine, fadenartige
+„Haarsalz“ (griechisch „Trichitis“; lat. coma = Haar); „classa“ (une
+matière résineuse?) aber[5149] bedeutet „glaessa“ oder „glaessum“,
+welches germanische Wort für Bernstein schon zur römischen Kaiserzeit
+wohlbekannt war; „semen psillii“ endlich[5150] ist nicht Samen der
+Petersilie, sondern Psyllium, Flohsamen.
+
+Auf +Italien+ als das Land, in dem der lateinische Text (oder die
+lateinische Übersetzung?) des sog. ~Marcus Graecus~ niedergeschrieben
+wurde, deutet nach ~Berthelot~ die Erwähnung des „aes italicum“
+hin, sowie die der „terra de Michna, dico Messinae“, also des
+„italischen Erzes“ und der „Erde von Michna, d. i. Messina“[5151].
+Diesen vereinzelten Anführungen mangelt es allerdings an zureichender
+Beweiskraft, doch spricht eine andere Tatsache zugunsten der Vermutung:
+das Pariser Manuskript Nr. 7156 und das analoge, gleichfalls zwischen
+1275 und 1300 niedergeschriebene Nr. 6514, enthält nämlich neben dem
+Text des ~Marcus Graecus~ noch eine ganze Anzahl von verschiedenen
+Autoren herrührender Abhandlungen, die des sog. ~Arnaldus~ von
+~Villanova~ und ~Raymund Lull~ noch mit keinem Worte gedenken[5152]
+und zumeist auf griechische Tradition zurückgehen, daneben aber auch
+einige arabische Fachausdrücke aufweisen. Zu diesen zählen nach
+~Berthelot~ „Antimonium“[5153] und „Tutia, deren verschiedene Sorten
+das Kupfer gelb machen“[5154], -- während das hier und bei ~Marcus
+Graecus~[5155] zuerst nachweisbare „Lato“ (ad latonem deaurandum)
++kein+ arabisches Wort ist, vielmehr entsprechend ~Ducanges~
+Vermutung von „Elektron“ stammt, was auch die Worte des ~Vincentius
+Bellovacensis~ (um 1250) über das Messing bestätigen: „hoc aurum ...
+vocatur electrum“, „diese goldige Masse nennt man Elektrum“[5156]. In
+jenen Abhandlungen nun ist häufig von den zahlreichen Alchemisten des
+12. und 13. Jahrhunderts in Nord- und Süditalien die Rede, und zwar
+nach Namen, Wohnort und Stand, wodurch, soweit letzterer (wie sehr
+oft) der geistliche ist, der Nachweis aus den Annalen der Minoriten,
+Predigermönche usf. ermöglicht wird, durch den die erwähnten Angaben
+Bestätigung finden. Diese geistlichen Alchemisten besitzen Bücher
+chemischen Inhaltes, sie arbeiten praktisch über Metalle und andere
+nützlich verwertbare Präparate[5157], geraten aber leicht in den
+Verdacht der Zauberei, Ketzerei und Häresie[5158], und bedienen sich
+deshalb, um ihre Forschungen und Resultate zu verbergen, nicht selten
+der Kryptogramme[5159]; einige von diesen sind bisher unentzifferbar
+geblieben, bei anderen ist die Enträtselung gelungen, z. B. bei dem
+für „alchimia“, dem für Schwarzpulver (überliefert bei ~R. Bacon~) und
+dem für Weingeist (s. oben).
+
+
+f) Zeitalter der lateinischen Übersetzer und Pseudepigraphen.
+
+
+α) +Übersetzer.+
+
+Während die bisher besprochenen frühmittelalterlichen Werke vorwiegend
+Chemisches oder Chemisch-Technologisches enthalten und nur ziemlich
+selten, an vereinzelten Stellen, Anspielungen auf alchemistische Lehren
+Raum geben, bilden diese letzteren den eigentlichen Gegenstand jenes
+Teiles der abendländischen Litteratur, der auf arabische Vermittlung
+zurückgeht. Die Frage, wie sich die Verbreitung alchemistischer Lehren
+durch die Araber, üblicher Annahme gemäß hauptsächlich von Spanien
+her, vermutlich aber auch von Sizilien, Italien und der Provence aus,
+im einzelnen vollzog, kann (wie schon weiter oben bemerkt) auch heute
+noch, trotz der andauernden Erschließung arabischer, spanischer,
+katalonischer, provençalischer und italienischer Quellen, nach keiner
+Richtung hin genügend beantwortet werden. Über Personen und Werke
+der Anfangszeit, die einige schon mit dem 9. oder 10. Jahrhundert
+einsetzen lassen, liegt immer noch dichtes Dunkel, viele Schriften
+aus der +ersten+, gegen Ende des 12. Jahrhunderts beginnenden Periode
+der lateinischen Übersetzungen erregen schon mannigfaltige Bedenken,
+bei den meisten der +zweiten+, die bis in das letzte Viertel des 13.
+Jahrhunderts hineinreicht, bleibt es aber, wie ~Kopp~[5160] treffend
+ausspricht, nur zweifelhaft, ob die Frechheit im Unterschieben oder die
+Leichtgläubigkeit im Hinnehmen größer gewesen sei, so daß mindestens
+als unsicher anzusehen ist, was sich nicht ohne weiteres als unwahr und
+gefälscht zu erkennen gibt.
+
+Auch nach ~Berthelot~[5161] ist die Hauptzeit für die Abfassung der
+lateinischen Übersetzungen das 12. und 13. Jahrhundert, und als ihre
+Grenzwerke kann man einerseits das Buch des ~Morienus~ betrachten,
+das nach ausdrücklicher Angabe des lateinischen Textes im Jahre
+1182 vollendet ist, andererseits das sog. „Rosarium philosophicum“,
+das anscheinend bald nach 1250 niedergeschrieben wurde[5162]. Die
++ältesten+ dieser Bücher sind nach ~Berthelot~ aus arabischen
+Originalen übersetzt, -- vorsichtiger wird man, da diese bisher
+unbekannt blieben, sagen müssen, daß sie sich für Übersetzungen aus
+solchen geben --, und erweisen sich als formlose und ungeordnete
+Kompilationen, die ganz vorwiegend den Theorien und Traditionen der
+alexandrinischen Chemiker folgen, freilich unter zuweilen erheblicher,
+oft völliger Entstellung des ursprünglichen Kernes[5163]. Die
++späteren+ dagegen[5164] haben hauptsächlich praktische Zwecke im
+Auge, atmen in ihrer guten Disposition, wohlgeordneten Darstellung und
+systematischen Vortragsweise den Geist der Scholastik und verraten
+sich schon hierdurch als apokryph, -- ganz abgesehen davon, daß die
+angeblichen arabischen Vorlagen durchwegs fehlen, daß die lateinischen
+Handschriften erst gegen 1300 oder später auftauchen, und daß
+~Vincentius Bellovacensis~ (der um 1250 schrieb), ~Albert der Grosse~
+(der 1280 starb) und andere wichtige Autoren des 13. Jahrhunderts sie
+noch nicht kennen.
+
+Eine ausführliche Erörterung der genannten Übersetzungen ist an dieser
+Stelle nicht beabsichtigt, um so mehr als sie selbständiger Gedanken
+völlig ermangeln und sich ausschließlich auf die mehr oder minder
+getreue Wiedergabe der in ihren Vorbildern enthaltenen beschränken;
+größere Breite und Ausführlichkeit geht dabei keineswegs mit besserem
+Verständnisse parallel.
+
+Zu den wichtigsten Vertretern der ersten +älteren+ Gruppe gehören das
+bereits weiter oben besprochene Buch des (als vorgeblicher Lehrer des
+omajjadischen Prinzen ~Khalid ibn Jazid~ bezeichneten) ~Morienes~
+oder ~Marianos~, dem der Überlieferung nach ein arabischer Text
+des 8. Jahrhunderts zugrunde liegen soll[5165], ferner die seitens
+der Späteren oft zitierten Schriften des ~Rosinos~, ~Rosinus~ oder
+~Rubinus~, d. s. Auszüge aus den Werken des ~Zosimos~, die noch
+vielerlei griechische Worte und Fachausdrücke enthalten[5166], und
+endlich die sog. „Turba philosophorum“ (Versammlung der Philosophen).
+Diese Abhandlung, deren Name „Turba“ bereits in religiösen Schriften
+der ersten Jahrhunderte vorkommt[5167], während ihre Form schon bei
+~Olympiodoros~, ja eigentlich schon bei ~Cicero~ ihr Vorbild hat[5168],
+schildert die Beratungen einer Anzahl Alchemisten, die in wirrem
+und völlig phantastischem Durcheinander, ohne eine Spur sachlichen
+Verständnisses und ohne die geringste wirkliche Kenntnis der alten
+Autoren deren vermeintliche Vorschriften und Theorien vortragen und
+besprechen. Nach ~Berthelot~[5169] muß die benützte arabische Vorlage
+einer sehr frühen Zeit entstammen, denn sie führt noch keine arabischen
+Autoritäten an, sondern nur griechische (teils mit richtigen, teils
+mit entstellten, teils mit erdichteten Namen), und zeigt sehr nahe
+Beziehungen zu den Schriften der alexandrinischen Chemiker, besonders
+denen des ~Pseudo-Demokritos~[5170]; aus diesen werden ganze Stellen
+wiedergegeben, und zwar einige in zutreffender und sachgemäßer
+Gestalt, andere in durch Mißverständnisse getrübter, und noch andere
+(infolge falscher Auslegung und mystischer Einschiebungen) in völlig
+sinnloser[5171]. -- Trotz ihrer wahrhaft trostlosen Inhaltsarmut
+und Formlosigkeit erfreute sich übrigens gerade die „Turba“ eines
+besonders großen Erfolges, sowie einer ganz ausnehmenden Beliebtheit
+und Verbreitung; schon zu Beginn des 12. Jahrhunderts genießt
+sie autoritatives Ansehen und ruft zahlreiche, meistens +noch+
+minderwertigere Nachahmungen ins Leben.
+
+Als bezeichnendes Produkt einer +etwas späteren+ Übergangszeit ist das
+„Buch der Priester“ anzuführen („Liber sacerdotum“; nicht identisch mit
+einem gleichnamigen, dem ~Alrazi~ zugeschriebenen), das ~Berthelot~
+aus dem Pariser Manuskript Nr. 6514 abgedruckt hat[5172], leider
+in völlig unkritischer Art und ohne irgendwelche Korrektur, so daß
+selbst die unsinnigsten Schreibfehler, wie z. B. sol (Sonne) statt sal
+(Salz) u. dgl., unverbessert stehen geblieben sind[5173]. Das Werk ist
+vermutlich im 10. oder 11. Jahrhundert abgefaßt, im 12. oder 13. aber
+durch einen nicht näher bekannten ~Johannes~ aus dem Arabischen in das
+Lateinische übersetzt und dabei umgearbeitet[5174]. Die Bemerkungen
+dieses Autors betreffs seiner Erfahrungen in Ferrara[5175], sowie
+seine Versicherung[5176], gewisse Vorschriften seien wiedergegeben
+„juxta assertionem Romanorum“, „gemäß Angabe der Römer“, -- die
+~Berthelot~ irrtümlich für alte Römer hält --, bieten abermals
+beachtenswerte Hinweise auf Italien. Der vorliegende lateinische Text
+vereinigt, wie schon sein Titel erkennen läßt, hellenistische und
+arabische Traditionen[5177], enthält viele aus dem Arabischen, aber
+auch verschiedene aus dem Griechischen und einige aus dem Spanischen
+entlehnte Worte[5178] und weist auch eine Art arabisch-lateinischen
+Lexikons der Namen vielgebrauchter Chemikalien auf[5179]. Eine Auswahl
+wichtiger Termini, die jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit
+erhebt, bietet nachstehende Liste:
+
+ Alkali[5180].
+ Alkitran (Pech)[5181].
+ Alkool (ein feines Pulver, meist von Schwefelantimon)[5182].
+ Almizadir (Alnûschâdir, Salmiak)[5183].
+ Alumen scaiolae (Feder- und „kastilischer“ Alaun)[5184].
+ Attincar (Borax)[5185].
+ Azenzar, auch Azur (Zinnober)[5186].
+ Brunire (= deaurare, vergolden)[5187].
+ Calcitarin (Kupfervitriol u. dgl.)[5188].
+ Cinis clavellata (gestampfte Asche, Pflanzenasche)[5189].
+ Duenec (Vitriol)[5190].
+ Ismet, Ismit (Schwefelantimon)[5191].
+ Laton (Messing, franz. laiton)[5192].
+ Magnesia (der Glasmacher, und andere)[5193].
+ Marcacide, al-Marcacida (Markasit); auch „lapis canis“[5194].
+ Oleum laterinum (Ziegelöl)[5195].
+ Sapo, sapo gallicus (Seife, französische Seife)[5196].
+ Tartarus = faex vini (Weinstein)[5197].
+ Tutia (unreines Zinkoxyd u. dgl.)[5198].
+ Vermilio (ein Rötel?; franz. vermeil)[5199].
+
+Ausführlich gedacht wird des Gold- und Silber-Machens, der Verwandlung
+und Färbung der Metalle, der Diplosis, sowie der zugehörigen
+Präparate[5200], u. a. des Quecksilbers und des Schwefels, die beim
+Erhitzen schließlich Zinnober, anfangs aber nur eine schwarze Masse
+liefern[5201]. Der „Stein zum Goldmachen“ heißt bald „Alkimia“,
+bald „Kimium“, wird auch als Schmelze oder Lösung angewandt („aqua
+alkimiae“) und ergibt „aurum optimum“, „bestes Gold“[5202]; ob die
+Worte „dimitte in alkemia“[5203] nur als ungenaue Ausdrucksweise
+anzusehen sind, oder ob Alkemia hier auch einen chemischen +Apparat+
+bedeuten soll, bleibe dahingestellt.
+
+
+β) +Fälscher+: ~Pseudo-Geber~, ~-Avicenna~, ~-Razi~, usf.
+
+Unter den Pseudepigraphen der +letzten+ Periode, also des ausgehenden
+13. Jahrhunderts, nehmen die wichtigste Stelle die Schriften des
+sog. ~Geber~ ein, die man, wie schon weiter oben angeführt, bis
+in die neueste Zeit für Übersetzungen solcher des ~Dschabir~, und
+demgemäß als aus dem 8. oder 9. Jahrhundert stammend ansah, --
+wodurch die Geschichte der Chemie in zahlreiche schwere und unlösbare
+Widersprüche verwickelt wurde. Diese fielen allerdings schon manchen
+Historikern des 17. und 18. Jahrhunderts auf, wie denn z. B. bereits
+1718 ~Stahl~ in seinem Buch „Vom Sulphure“ berichtet, daß u. a. auch
+die Lebensbeschreibung und die Werke ~Gebers~ für der Hauptsache
+nach erdichtet und durchaus fragwürdig gelten[5204]; der Orientalist
+~Reiske~ (1716-1774) nennt ~Geber~ den fabelhaften Autor angeblicher
+alchemistischer Werke[5205]; ~Beckmann~ bezeichnet diese 1800 als
+Fälschungen etwa des 12. Jahrhunderts[5206], ~Sprengel~ 1820 als
+teils entstellt, teils unecht[5207], ~Davy~ 1820 als Kompilationen
+von Alchemisten des 15. oder 16. Jahrhunderts[5208]; ~Wüstenfeld~
+unterscheidet 1840 zwischen den Werken des ~Dschabir~ und den nur
+„unter seinem Namen in [lateinischer] Übersetzung gedruckten Büchern“
+des ~Geber~[5209]; 1856 sagt in seiner „Geschichte der Botanik“[5210]
+~E. Meyer~, der selbst des Arabischen mächtig und mit den neueren
+morgenländischen Forschungen vertraut war, „daß sich Geschichte und
+Sage betreff des ~Geber~ vermischen, ... und dieser vielleicht gar nie
+gelebt und geschrieben hat“; 1869 vertritt ~Latz~ die Meinung, „daß
+den lateinischen Abhandlungen ~Gebers~ nie und nimmer ein arabisches
+Original zugrunde lag, daß es sich vielmehr um abendländische
+Schriften und einen fingierten Autor handelt“[5211]; 1871 endlich
+erklärt ihn der Orientalist ~Steinschneider~ für „eine fast mythische
+Person“[5212] und bemerkt, daß die ihm zugeschriebenen Kenntnisse in
+den Werken des wahren ~Dschabir~ nicht zu finden seien. Diese letzteren
+Hinweise waren es jedenfalls, die ~Kopp~ veranlaßten[5213], die von ihm
+in der „Geschichte der Chemie“ (1843), und ebenso von ~Hoefer~ in der
+„Histoire de la Chimie“ (1842 und 1866) festgehaltene Meinung von der
+Echtheit der ~Geber~schen Schriften, in den „Beiträgen zur Geschichte
+der Chemie“ einer Revision zu unterziehen[5214]: Die Mängel der älteren
+Angaben über ~Geber~, sowie die Verwechslung mit Gleichnamigen, haben
+bisher die Geschichtsforscher irregeführt[5215]; nach dem um 850 [in
+Wirklichkeit 987] vollendeten arabischen Sammelwerke „Fihrist“ war aber
+schon zu jener Zeit nichts Sicheres über ~Gebers~ Person, die Tatsachen
+seines Lebens und die Echtheit der zahlreichen ihm zugeschriebenen
+Werke bekannt[5216], und die im „Fihrist“ aufgezählten Büchertitel
+sind nicht die der angeblichen ~Geber~schen Schriften[5217]; auch
+die Verfasser der großen arabischen „Lexica der Biographien“, ~Ibn
+Khallikan~ im 13. und ~Hadschi Khalifa~ im 16. Jahrhundert, führen
+jene Werke nicht an und nennen auch nichts, was als deren arabisches
+Original gelten könnte[5218]; wie der Orientalist ~Weil~ feststellte,
+spricht auch kein Umstand dafür, daß die vorliegenden lateinischen
+Texte des ~Geber~ aus dem Arabischen übersetzt seien[5219], und
+kein wirklicher Araber des nämlichen oder eines späteren Zeitalters
+besitzt die in ihnen niedergelegten, geschweige denn erweiterte
+Kenntnisse[5220]. Erwäge man endlich, daß die ~Geber~schen Abhandlungen
+durchaus die gute scholastische Form und Darstellungsart aufweisen,
+daß erst die Schriftsteller um und nach 1300 sie zitieren, und daß
+Handschriften aus früherer Zeit nicht, solche aus der genannten und
+aus späterer aber in ziemlicher Anzahl vorliegen[5221], so komme man
+zum Schlusse, daß zwischen dem Inhalte der arabischen Schriften des
+~Dschabir~ und der lateinischen des ~Geber~ irgendwelche Zusammenhänge
+nicht nachgewiesen und auch gar nicht glaublich seien[5222]. Nur „mit
+einem nach dem Vorhergehenden leicht zu bemessenden Vorbehalte“
+meint ~Kopp~, in seiner gewohnten großen Zurückhaltung und Vorsicht,
+die fraglichen Werke noch insolange „als solche ~Gebers~ bezeichnen,
+und darauf, daß sie aus dem Arabischen übersetzt seien, Bezug nehmen
+zu dürfen“, als für ihre „Unechtheit und Entstellung“ nicht auch
+der +positive+ Beweis geliefert sei[5223]. -- Insoweit nun, allem
+Dargelegten zufolge, ein solcher wirklich noch von nöten war, hat ihn
+~Berthelot~ durch die sehr verdienstliche Herausgabe der (schon weiter
+oben besprochenen) Schriften des echten ~Dschabir~ erbracht und dadurch
+den letzten Ring in die Beweiskette des fast allzu gewissenhaften
+~Kopp~ eingefügt; dafür aber, daß er seiner Vorgänger, und vor allem
+~Kopps~, auch bei diesem Anlasse +mit keinem Worte+ Erwähnung tut,
+alles Verdienst vielmehr mit größtem Nachdruck und bei jedem Anlasse
+immer aufs neue +ganz allein sich selber+ zuschreibt, gibt es keine
+Erklärung.
+
+Auf den Inhalt der sog. ~Geber~schen Schriften hier des näheren
+einzugehen, ist nicht erforderlich, um so mehr als alle größeren
+chemischen Geschichtswerke in dieser Hinsicht Ausführliches bieten. Es
+sei jedoch daran erinnert, daß ~Geber~ u. a. zahlreiche verbesserte
+Verfahren und Apparate zum Verdunsten, Kochen, Filtrieren, Schmelzen,
+Sublimieren, Destillieren und Krystallisieren mit außerordentlicher
+Klarheit und Genauigkeit schildert; daß er verschiedene Vitriole
+und Alaune, das mineralische und vegetabilische Alkali, den Salmiak
+und Salpeter usf. annähernd rein zu erhalten versteht; daß er durch
+Erhitzen von Schwefel mit Alkalien sog. Schwefelleber, und durch Fällen
+einer Lösung von Schwefel in Ätzlauge mittelst Essigsäure Schwefelmilch
+zu bereiten, ferner Quecksilberoxyd, Sublimat, Zinnober, Silbernitrat,
+Bleiacetat und andere Acetate, rein und zum Teil krystallisiert zu
+gewinnen weiß; daß er die Darstellung unreiner Schwefelsäure durch
+trockene Destillation des Alauns und die der Salpetersäure durch
+Erhitzen eines Gemenges von Salpeter, Vitriol und Alaun beschreibt, und
+endlich auch die Entstehung des Königswassers beim Lösen von Salmiak
+in Salpetersäure, sowie die Löslichkeit des Schwefels und des Goldes
+im Königswasser kennt[5224]. Die Fragen, woher der Verfasser der sog.
+~Geber~schen Schriften sein Wissen geschöpft hat, und wo, wann zuerst,
+und durch wen, die Verfahren und Methoden entdeckt und ausgebildet
+wurden, die uns bei ihm, gegen Ende des 13. Jahrhunderts, in völliger
+Vollendung, demnach als Ergebnisse einer längeren Entwicklungszeit
+entgegentreten, lassen sich vorerst nicht beantworten, und gehören
+zu den dunkelsten, weiterer Aufklärung bedürftigsten, in der ganzen
+Geschichte der Chemie[5225]. Die Araber spielen auf diesem Gebiete
+keinesfalls die ihnen früher zugeschriebene, allgemein bahnbrechende
+Rolle, bleiben doch z. B. die so ungeheuer wichtigen, gegen 1300
+auftauchenden Mineralsäuren, bei ihnen und im ganzen Bereiche der
+rein arabischen Chemie noch jahrhundertelang unbekannt und unbenützt.
+Dagegen weisen auch hier viele Umstände auf Italien hin: von dort
+scheint die nähere Kenntnis des Salpeters und die Bekanntschaft mit dem
+Schwarzpulver auszugehen; von „römischem Harz“, „Körnern der Franken“,
+„fränkischen Verfahren“ sprechen die jüngsten Einschiebsel der
+syrischen Manuskripte; mit dem Worte σαλονίτρον (Salonítron), das dem
+italienischen Salnítro nachgebildet ist, und +nicht+ (wie zu erwarten
+wäre) mit ἁλονίτρον (Halonítron), bezeichnen die späten Byzantiner
+den Salpeter; „römischen Vitriol“ (richtiger Alaun) empfehlen ihre
+schon weiter oben erwähnten Rezepte zur Darstellung der Schwefelsäure
+und der Salpetersäure, die „ὕδωρ ἰσχυρόν“ (aqua fortis, ital. aqua
+forte) genannt wird (λέγεται), wenn sie den Helm, τὸ καπούτζιν (ital.
+capuccio, Kaputze), des Destillations-Apparates verläßt; ähnliche, dem
+Italienischen entlehnte Bezeichnungen für Chemikalien und chemische
+Verfahren finden sich auch sonst noch in größerer Zahl (s. oben).
+
+Reich wie an wertvollen einzelnen Tatsachen erweisen sich die
+~Geber~schen Schriften auch an wichtigen allgemeinen Betrachtungen; die
+besondere Originalität, die man für diese in Anspruch zu nehmen pflegt,
+kommt ihnen jedoch in Wahrheit nicht zu, und dies gilt vor allem,
+entgegen den Annahmen sämtlicher bisheriger Historiker der Chemie, für
+die Theorie vom Bestehen der Körper, und insbesondere der Metalle,
+aus Schwefel und Quecksilber. Dieser Gedanke, der vom +chemischen+
+Standpunkte aus ganz unbegreiflich, ja völlig widersinnig erscheint,
+ist in der Tat nicht +chemischen+ Anschauungen entsprossen, sondern
+gewissen Grundsätzen spätgriechischer +Philosophen+: er beruht nämlich
+auf den Lehren, daß alle Körper wechselnde Mischungen sämtlicher vier
+Elemente enthalten müssen, daß unter diesen einerseits die „aktiven“,
+d. s. Feuer und Luft, andererseits die „passiven“, d. s. Wasser und
+Erde, zwei in vielen Hinsichten teils einander entgegengesetzte, teils
+einander ergänzende Gruppen bilden, und daß als deren geeignetste und
+geradezu typische Vertreter der brennbare und als Dunst verfliegende
+(also viel Feuer und Luft enthaltende) Schwefel, sowie das flüssige
+und metallische (also an Wasser und Erde reiche) Quecksilber anzusehen
+sind. Bereits in der großen arabischen Enzyklopädie der sog. „~Lauteren
+Brüder~“ (richtiger: „~Treuen Brüder~“), die im 10. Jahrhundert
+abgefaßt ist, aber durchweg auf weit ältere Vorlagen zurückgeht,
+tritt diese Lehre (wie schon weiter oben ausgeführt wurde) im steten
+Verbande mit anderen rein griechischer Herkunft in völlig bestimmter,
+rein dogmatischer Gestalt auf und wird ohne jeden Anspruch auf
+Neuheit als etwas Selbstverständliches und zweifellos Feststehendes
+vorgetragen. Die späteren Araber haben sie demnach, wie so unzähliges
+andere, den Schriften älterer Vorfahren entnommen, allenfalls (ihren
+Gewohnheiten entsprechend) erweitert und verbreitert, und in dieser
+Gestalt ihren jüngeren Nachfolgern und Nachahmern zugebracht. Wenn
+also, wieder aus +deren+ Werken schöpfend, z. B. der sog. ~Geber~
+sagt, der Schwefel (als dessen bloße Abart ihm auch das Arsen gilt)
+sei das Prinzip der Verbrennbarkeit und Flüchtigkeit, das Quecksilber
+bestehe aus Wasser und Erde, beide zusammen ergäben die Metalle, wobei
+ein höherer Gehalt an Schwefel die minderwertige Beschaffenheit, ein
+solcher an Quecksilber aber die größere Vollkommenheit bedinge, so
+daß u. a. Blei auf Zufuhr weiteren Quecksilbers hin in Zinn übergehe,
+usf.[5226]: so kommen hier nicht, wie ~Kopp~ meinte[5227], „Verwebungen
+der aristotelischen Lehren von den vier Elementen mit +neuen+
+Betrachtungen über Schwefel und Quecksilber in Frage“. Ebenso ist auch
+~Berthelot~ im Unrecht[5228], der in der Lehre vom Bestehen der Metalle
+aus mehr oder weniger großen Mengen Schwefel und Quecksilber von
+mehr oder minder hoher Reinheit eine „doctrine singulière“ erblickt,
+hervorgegangen vielleicht durch „modification profonde“ der Ideen des
+~Synesios~ und ~Stephanos~ über die Fixierung des Quecksilbers durch
+den Schwefel (bei der Bildung des Zinnobers); da sich in den Schriften
+des ~Dschabir~ nichts Zugehöriges findet, soll diese „modification“
+erst im 11. Jahrhundert stattgefunden haben, und zwar wohl durch
+~Avicenna~, worauf sie dann im 12. Jahrhundert aus den arabischen
+Originalen des ~Avicenna~ und des ~Pseudo-Aristoteles~ auch in Europa
+bekannt und dort alsbald allgemein angenommen wurde[5229].
+
+Wie indes schon weiter oben erwähnt, ist ~Avicennas~ „De anima“
+benannte „Alchemie“ +selbst+ eine ganz späte pseudepigraphische
+Schrift, für die man ein arabisches Original weder kennt noch
+vorauszusetzen hat, deren Verfasser aber vermutlich mit den älteren
+arabischen Quellen vertraut war und vieles aus ihnen schöpfte[5230].
+Beweisen, wie den von ~Berthelot~ versuchten, kann sie daher als
+zureichende Grundlage nicht dienen.
+
+Das nämliche gilt betreffs der Abhandlung „De perfecto magisterio“
+(„Vom vollkommenen Elixir“) des ~Pseudo-Aristoteles~ und der mit ihr
+vielfach genau übereinstimmenden Schrift „Lumen luminum“ („Licht
+der Lichter“) des ~Alrazi~, richtiger (wie ebenfalls bereits weiter
+oben dargelegt) ~Pseudo-Razi~. Diese dürfte, da ihrer ~Vincentius
+Bellovacensis~ noch nicht gedenkt, erst nach 1250 abgefaßt sein[5231]
+und zeigt streng scholastische Eigenart, mindestens in ihrer
+ursprünglichen, in den Pariser Manuskripten erhaltenen Fassung, denn
+eine spätere (u. a. im „Theatrum Chemicum“ von 1616 abgedruckte)
+enthält zahlreiche Interpolationen aus dem arabischen (?) „Buch des
+Emanuel“ und „Buch der zwölf Wässer“[5232]; sie definiert die Chemie
+als eine irdische Astrologie, erörtert daher in eingehender Weise die
+Beziehungen der Metalle zu Planeten und Geistern, und bespricht die
+Darstellung von Gold und Silber mit Hilfe des Elixirs, das der „Stein
+der Philosophen“ und zugleich das „Wasser des ewigen Lebens“ (aqua
+vitae) ist[5233]. -- Den gleichfalls pseudepigraphischen Charakter
+der dem ~Vincentius Bellovacensis~ noch unbekannten Abhandlung des
+~Pseudo-Razi~ „De salibus et aluminibus“ („Über Salze und Alaune“)
+erkannten schon 1832 ~Schmieder~[5234] und 1866 ~Steinschneider~[5235],
+welcher letztere bemerkt, daß der Verfasser sich selbst als in Spanien
+wohnhaft bezeichnet, von einem Vitriol als „bei uns in Spanien
+vorkommend“ spricht[5236] und neben ~Geber~ auch ~Gilgil~ zitiert,
+d. i. ~Ibn Dschuldschul~, der um das Jahr 1000 in Spanien wirkte;
+~Kopp~ gibt diese Angaben ausführlich wieder[5237], während ~Berthelot~
+auch hier seine Vorgänger vollständig übergeht[5238].
+
+
+g) Die „Autoritäten“ des 13. Jahrhunderts.
+
+Den im vorstehenden genannten apokryphen und pseudepigraphischen
+Schriften, sowie ihren gleichartigen Nachahmungen und Erweiterungen,
+verdanken den Hauptteil ihrer einschlägigen Kenntnisse diejenigen
+Autoren des 13. und beginnenden 14. Jahrhunderts, aus deren Werken,
+echten oder +abermals+ untergeschobenen, das ganze weitere Mittelalter
+und die Neuzeit (bis fast zur Gegenwart) ihre alchemistische Weisheit
+schöpften, das sind ~Albert der Grosse~, ~Thomas von Aquino~,
+~Vincentius Bellovacensis~, ~Roger Bacon~, ~Arnoldus von Villanova~
+und ~Raymund Lull~[5239]. Daß schon bei ihnen, geschweige denn
+bei ihren Nachfolgern, die alten hellenistischen Traditionen der
+Alchemie sowie die griechischen Eigennamen und Fachausdrücke teils
+ganz der Vergessenheit anheimfallen, teils nur mehr undeutlich und
+entstellt unter der immer dichteren Schicht „arabischen“ Firnisses
+hindurchschimmern, vermag angesichts der geschilderten Art der
+Überlieferung nicht wunder zu nehmen. Auf die hohe allgemeine Bedeutung
+dieser Schriftsteller und auf die hervorragende Wichtigkeit ihrer
+eigentlichen, der Theologie, Philosophie, Medizin usf. zugehörigen
+Hauptwerke einzugehen, ist an dieser Stelle ganz ausgeschlossen, und es
+mögen daher einige wenige, nur die Geschichte der Chemie und Alchemie
+betreffende Andeutungen genügen.
+
+~Albert von Bollstaedt~, geboren 1193 zu Lauingen an der Donau,
+gestorben 1280 als emeritierter Bischof von Regensburg zu Köln,
+wegen seiner umfassenden und allseitigen Gelehrsamkeit ~Albertus
+Magnus~ zubenannt[5240], zählt zu den Häuptern der Scholastik und
+schreibt, ihren Grundsätzen gemäß, nicht als selbständiger Forscher,
+sondern als vielbelesener Gelehrter, dessen Richtschnur die von der
+Kirche anerkannten „Autoritäten“ sind, und der als „zulässig“ nur
+solche Ergebnisse anstrebt und (anscheinend absichtslos) auch stets
+erreicht, die zu deren schon im voraus als unfehlbar feststehenden
+„Meinungen“ stimmen, mögen letztere nun der Wahrheit entsprechen oder
+nicht.
+
+Was die chemischen Anschauungen des ~Albertus Magnus~ betrifft, so
+ist die schon im 14. Jahrhundert vielgelesene Schrift „De mirabilibus
+mundi“ („Von den Wundern der Welt“), die u. a. vom Salpeter (sal
+petrosum), dem Schwarzpulver und der Herstellung von Feuerwerkskörpern
+(Raketen, Kanonenschlägen) berichtet, fraglos +unecht+[5241];
++untergeschoben+ sind auch, wie man schon im 17. Jahrhundert einsah,
+das Buch „Compositum de Compositis“[5242], sowie die „Alchemie“
+(Liber de Alchemia)[5243], die sich im Mittelalter gleichfalls großen
+Ansehens erfreute und nach ~Berthelot~ zu den ganz vereinzelten
+abendländischen Werken gehört, die noch in spätbyzantinischer Zeit
+unter dem Namen des Ἀμπέρτος Θεοτονικός (= ~Albertus Teutonikos~,
+~Albert des Deutschen~), in das Griechische übersetzt wurden[5244].
+Echt sind dagegen die Bücher „De mineralibus“, aus denen (und aus
+einigen anderen Schriften) schon ~Kopp~ die wichtigsten einschlägigen
+Stellen ausgezogen und dazu bemerkt hat, daß aus ihnen teils rein
+aristotelische, teils arabische Lehren und Anschauungen sprechen[5245]:
+Die Metalle sind, wie alle Substanzen, aus sämtlichen vier Elementen
+zusammengesetzt, bestehen aber zunächst (der „materia proxima“ nach)
+aus mehr oder weniger großen Mengen mehr oder minder reinen Schwefels
+und Quecksilbers, von denen der flüchtige und verbrennliche (daher als
+„fettig“ bezeichnete) Schwefel vorwiegend Luft und Feuer enthält, das
+flüssige und metallische Quecksilber aber Wasser und Erde[5246]. Die
+Verwandlung der Metalle durch Tinkturen und Elixire, wie sie ~Hermes~,
+~Pythagoras~, ~Kallisthenes~, ~Platon~ und ~Aristoteles~ lehrten, ist
+und scheint gemäß deren bisher unwiderlegter Autorität möglich, --
+von +eigenen+ Erfahrungen ist nirgends die Rede --, und zwar erfolgt
+sie entweder auf dem Wege über die „Materia prima“, oder analog der
+„Säuberung“ kranker Körper durch „Medizinen“, die die Wirksamkeit der
+Natur unterstützen: indem die „affinitas“ und „cognatio“ (Affinität,
+Verwandtschaft) das gleiche zum gleichen ziehen, und +ein+ Stoff stets
+in den nächstverwandten übergeht, entsteht schließlich das Gold, --
+nicht anders, wie auf dem besten und geeignetsten Boden aus +jedem+
+Getreidesamen Weizen hervorsprießt[5247]. Das weiße und gelbe Metall
+hingegen, die man aus Kupfer durch Arsen und durch Calamina (Galmei),
+oder durch die „ex fumo“ (aus Rauch) gewonnene Tuchia (Tutia) gewinnt,
+indem man sie mit Hilfe eines Flußmittels zusammenschmilzt und legiert
+(ligatur per oleum vitri supernatans), sind +nicht+ Silber und Gold,
+obwohl das die Fälscher und Betrüger in Paris und Köln behaupten,
+sondern eine Art Erz (aes, aurichalcum)[5248].
+
+Salmiak und Salpeter kennt ~Albertus Magnus~ noch nicht[5249], dagegen
+erwähnt er verschiedene „Stiptica“, d. s. Alaune und Vitriole,
+z. B. weißen und roten, gelben (alkofol = feingepulvert) und grünen
+(alkanthus = chalkanthum), „der von einigen auch ‚Vitreolum‘ genannt
+wird“[5250]; daß, wie man lange Zeit glaubte, diese (vermutlich schon
+in der klassischen Zeit übliche) Bezeichnung hier zum ersten Male
+nachweisbar sei, ist irrtümlich, denn sie taucht (wie weiter oben
+angeführt) schon in den „Compositiones ad tingenda musiva“ auf[5251]
+und wird auch in den Kommentaren der salernitanischen Autoren als eine
+schon wohlbekannte gebraucht, z. B. in dem (um 1150 verfaßten) des
+~Platearius~ zu dem weltberühmten „Antidotarium“ des ~Nikolaos~[5252].
+
+Mineralische Säuren sind dem ~Albertus Magnus~ ebenfalls noch
+unbekannt; Essig bildet sich nach ihm, den antiken Traditionen getreu,
+aus dem Wein, indem dessen heiße und feurige Teilchen verfliegen,
+während die kalten zurückbleiben, -- wodurch die so äußerst kalte
+Natur des Essigs ihre vollkommene Aufklärung erfährt[5253]. -- Wird
+alter starker Wein „nach Art des Rosenwassers sublimiert“, so geht
+anfangs eine Flüssigkeit über, die „obenauf schwimmt, von ölartiger,
+fettartiger [d. h. verbrennlicher) Natur und leicht entzündlich ist“,
+„liquor supernatans, humor oleaginosus, unctuositas inflammabilis“,
+[d. i. der +Alkohol+][5254]; mit einem besonderen +Namen+ bezeichnet
+sie ~Albertus Magnus~ noch nicht, auch macht er keine näheren Angaben
+über die Destillation des Weines, während er an anderen Stellen der
+„Alutel“ zum „Sublimieren“, des Destillierhelmes (alembicus), sowie des
+Wasserbades (vas aquae bullientis) wiederholt gedenkt, ferner auch vom
+Quecksilber berichtet, daß man es in einem (nur unklar beschriebenen)
+Gefäße mit langem Halse und einer langen Röhre zur Verdichtung der
+Dämpfe fast ohne Veränderung und Gewichtsabnahme oft „sublimieren“
+könne[5255].
+
+Wie die meisten dieser Beispiele zeigen, schöpft ~Albertus Magnus~
+mit Vorliebe aus ~Aristoteles~ und ~Pseudo-Avicenna~ und bietet
+nur wenig Eigenes; den Ausspruch „die Flamme ist nichts als ein
+entzündeter Rauch“ nannte zwar ~Kopp~ „einen für seine Zeit
+anerkennenswerten“[5256], doch übersah er hierbei, daß diese Definition
+schon bei ~Aristoteles~ und bei ~Galenos~ zu finden ist.
+
+So wenig wie ~Albertus Magnus~ ist auch ~Vincentius Bellovacensis~
+(~Vincenz von Beauvais~, gest. 1256 oder 1264), der gelehrte Vorleser
+und Prinzenerzieher am Hofe König ~Ludwigs des Heiligen~, ein
+selbständiger Forscher; das umfangreiche Wissen, das sein um 1250
+vollendetes „Speculum naturale“ (ein Teil seiner großen Enzyklopädie)
+verrät, gründet sich vielmehr ausschließlich auf vielerlei, meist
+ohne jede Kritik und ohne weitere Verarbeitung einfach aneinander
+gereihte Auszüge aus den klassischen Autoren, aus ~Isidorus
+Hispalensis~ (gest. 636), aus ~Pseudo-Razi~, ~Pseudo-Avicenna~[5257],
+nach ~Berthelot~[5258] ferner aus ~Averroes~, aus der lateinischen
+Übersetzung des verlorenen arabischen „Buches der 70“ (dessen Kern
+das gleichnamige Werk ~Dschabirs~ sein soll)[5259], +nicht+ aber aus
+~Dschabir~ selbst (dessen Name jedoch zweimal genannt wird)[5260], und
+auch +nicht+ aus ~Geber~[5261]. Über die Entstehung der Metalle aus
+Schwefel und Quecksilber, über die Metallverwandlung durch Tinkturen
+oder Elixire, sowie über die Erfolge der Projektion spricht er sich
+genau nach ~Pseudo-Avicenna~ und im nämlichen Sinne wie ~Albertus
+Magnus~ aus, auch äußert er gleich diesem einige schüchterne Zweifel
+und bemerkt, daß die Alchemisten nicht selten auf trügerische Weise
+verfahren[5262]. Was er von den vier Geistern, vom Herauskehren der
+verborgenen Eigenschaften u. dgl. berichtet, ist gleichfalls dem
+~Pseudo-Avicenna~ entlehnt[5263], ebenso der größte Teil dessen,
+was er über Metalle und Mineralien vorbringt; +keine+ Erwähnung
+tut er des Alkohols und der mineralischen Säuren, die (wie schon
+wiederholt angedeutet) erst um und nach 1300, und zuerst im Okzident
+auftreten[5264].
+
+Betreffs der übrigen weiter oben genannten „Autoritäten“ ist nur
+weniges hinzuzufügen: ~Thomas von Aquino~ (1225 oder 1227-1274), die
+Leuchte der Scholastik, dessen Ruhm sehr mit Unrecht den seines Lehrers
+~Albertus Magnus~ überstrahlt, zweifelte zwar nicht an der Materia
+prima, ihren Wandlungen unter dem Einflusse der von Geistern geführten
+Gestirne, und ihrer Wichtigkeit für die Probleme der Herstellung des
+Goldes, des Lebenswassers und des Steines der Weisen, sowie für jene
+der Transmutation und der Alchemie[5265], hat aber fraglos selbst
+niemals wirklich eine „Alchemie“ verfaßt[5266] und sagt ausdrücklich
+mit aller Zurückhaltung: „machten die Alchemisten wahres Gold und
+Silber, der Substanz und nicht bloß dem äußeren Scheine nach, dann
+freilich wäre es auch nicht unerlaubt, es für wahres natürliches Gold
+und Silber zu verkaufen“[5267]. Desgleichen sind die dem ~Roger Bacon~
+(1214-1292?) zugeeigneten alchemistischen Werke „Breve Breviarium“,
+„Tractatus trium verborum“, „Speculum Alchemiae“ u. dgl. bloße
+Pseudepigraphen. Schon ~Kopp~ hob richtig hervor, daß sie keine Spur
+der strengen Anordnung in logischer und der rühmlichen Bestimmtheit in
+sachlicher Richtung zeigen, durch die alle echten Werke ~R. Bacons~
+in so hohem Maße hervorragen, namentlich auch da, wo er über die
+wahren Aufgaben der Chemie als Wissenschaft spricht[5268]: an Stelle
+der in Ansehung seiner Grundsätze zu erwartenden klaren Darlegung von
+Ergebnissen induktiver Forschungen und planvoller Versuche begegnet
+man in jenen Schriften vielmehr einem oft fast unverständlichen
+Durcheinander von aristotelischen Ideen, von wirren Theorien nach
+~Hermes~, ~Ostanes~, ~Pseudo-Aristoteles~, ~Pseudo-Avicenna~ und
+~Geber~, von mystischen Anpreisungen des „philosophischen Eies“ (als
+Präparat), des Gold, Gesundheit und Unsterblichkeit verleihenden
+Elixirs, usf.[5269].
+
+In der 1914 erschienenen Festschrift zu ~R. Bacons~ 700jährigem
+Geburtstage hebt der Herausgeber, ~Little~, auch nur hervor, daß,
+gleich allen seinen Zeitgenossen, auch ~Bacon~ (schon unter dem
+Einflusse der geozentrischen Weltanschauung) an Astrologie geglaubt
+habe[5270] und ebenso an Alchemie, daß aber seine sog. alchemistischen
+Werke ein wahres Chaos darstellen, in das zunächst einige Ordnung
+gebracht werden müsse[5271]. Diese Aufgabe zu lösen ist aber ~Muir~,
+der ihr eine besondere Abhandlung widmete[5272], nicht gelungen, und
+als einziges Ergebnis bleibt daher vorerst das rein negative bestehen,
+daß wohl keine der zahlreichen Schriften, wie sie gedruckt und
+ungedruckt vorliegen[5273], als von ~Bacon~ selbst verfaßt anzusehen
+sei. Wo dieser sonst, in seinen echten Werken, auf Alchemie zu sprechen
+kommt, versteht er unter „Alchemia speculativa“ die Kunst „Metalle
+zu verwandeln vermöge gewisser Umänderungen der in ihnen enthaltenen
+Elemente“, und was er hierüber, sowie über die Gold und langes
+Leben verleihenden Medizinen vorbringt, knüpft größtenteils an die
+einschlägigen Lehren des ~Pseudo-Aristoteles~ an[5274].
+
+Was endlich die sehr zahlreichen und umfangreichen alchemistischen
+Abhandlungen des ~Arnaldus~ von ~Villanova~ (1235 oder 1248 bis 1312
+oder 1314?) und des ~Raymund Lull~ (1236-1315?) anbelangt, so sind
+sie, wie schon ~Kopp~ anführte[5275], in bahnbrechender Weise aber
+erst ~Hauréau~ bewies, sämtlich durch katalanische und provençalische
+„Schüler“, oder durch Verfasser, die sich als solche ausgaben,
+untergeschoben, zumeist erst während des 14. Jahrhunderts[5276];
+demgemäß zitieren sie, neben ~Albertus Magnus~[5277], sehr oft den
+~Geber~[5278], und verraten, bei sonst nicht wesentlich erweitertem
+empirischem Wissen, eine recht genaue Kenntnis des Alkohols und der
+mineralischen Säuren[5279]. Im übrigen sprechen sie mit größter
+Bestimmtheit über die Transmutation, den „Stein der Weisen“, der
+unendliche Reichtümer, Gesundheit und langes Leben verleiht, und
+zeigen sich auch sonst gänzlich durchdrungen von den abergläubischen
+Vorstellungen aller Art, die jenes Zeitalter völlig erfüllten und
+zu einem der dunkelsten des Mittelalters gestalteten; diese sind
+jedenfalls zu einem großen Teile aus den „halb philosophischen, halb
+astrologischen“ Werken geschöpft, die nach ~P. Paris~ seit dem 12.
+Jahrhundert besonders zahlreich in Spanien verfaßt und von ihren
+Autoren in rein willkürlicher Weise irgendwelchen gelehrten Arabern,
+Syrern und Juden, oder beliebigen anderen, genügend berühmten und als
+„Autoritäten“ angesehenen Männern zugeschrieben wurden[5280].
+
+
+2. Die Alchemie nach 1300.
+
+Die Ausbreitung der am Schlusse des vorigen Abschnittes erwähnten
+astrologischen und alchemistischen Gedanken seit 1300 und damit die
+ferneren Geschicke der Alchemie während des späteren Mittelalters und
+der Neuzeit in eingehender Weise zu schildern, ist an dieser Stelle
+nicht beabsichtigt, und zwar aus verschiedenen Gründen.
+
+Zunächst kann von einer Weiterentwicklung, deren Verfolgung
+chemisches oder wissenschaftliches Interesse böte, nicht mehr die
+Rede sein, vielmehr ist für diese ganze Periode in noch höherem
+Maße als für die ihr vorausgehende festzustellen, daß die Autoren
+so gut wie ausschließlich nur die nämlichen, längst bekannten, der
+hellenistischen Zeit entstammenden Ideen und Theorien immer wieder
+aufs neue vorbringen, ausdeuten, umdeuten, erklären und kommentieren;
+begreiflicherweise wird hierbei das Verständnis allmählich immer
+unzureichender und die Sachkenntnis immer geringer, dagegen die
+Verwässerung des Inhaltes immer ausgiebiger und die Dunkelheit des
+Ausdruckes immer größer. Auf wenigen Gebieten bewähren sich wie auf
+diesem die ~Goethe~schen Worte vom „Kochen breiter Bettelsuppen“
+und vom „getretenen Quark, der breit wird, nicht stark“. Manche
+Schriften machen sogar, wie schon ~Kopp~ treffend hervorhob,
+geradezu parodistischen Eindruck und würden dazu auffordern, sie als
+Träger eines ganz anderen, der scheinbar behandelten Sache völlig
+fernliegenden Sinnes anzusehen, soferne ein solcher ihnen nur überhaupt
+irgendwie zu entnehmen wäre.
+
+Sodann erfreuen sich sowohl die Geschichte der eigentlichen Alchemie
+und ihrer immer bedeutsamer hervortretenden führenden Persönlichkeiten,
+der Schwärmer und Schwindler, als auch die ihres kulturhistorischen
+Zusammenhanges mit den verschiedenen Formen des Aberglaubens und
+Sektenwesens, mit dem Treiben der Rosenkreuzer und Illuminaten
+usf., für dieses Zeitalter (namentlich für die zweite Hälfte
+seines Verlaufes) bereits eingehender, nach mancher Richtung sogar
+erschöpfender Darstellung[5281]. Außer auf die schon oft genannten
+Hauptschriften ~Chevreuls~[5282], ~Hoefers~ und ~Kopps~, vor allem
+dessen „Alchemie in älterer und neuerer Zeit“[5283], ist der Belehrung
+Suchende hauptsächlich auf nachstehende Werke zu verweisen, die teils
+den Wortlaut der frühmittelalterlichen, echten und gefälschten Quellen
+wiedergeben, teils die Art und Weise ersehen lassen, in der diese
+zunächst die Schriftsteller der Folgezeit beeinflußten, und sodann bis
+in die neuere, ja neueste Zeit hinein nach den mannigfaltigsten Seiten
+hin weiter fortwirkten:
+
+~Perna~, „Artis, quam Chemiam vocant, antiquissimi auctores“ = „Älteste
+Autoren der Chemie genannten Kunst“ (Basel 1572).
+
+~Zetzner~, „Theatrum chemicum“ = „Chemischer Schauplatz“ (Straßburg
+1613-1622; 2. Aufl. 1659): die umfangreichste Sammlung, 6 enggedruckte
+Bände, im ganzen etwa 5000 Seiten umfassend.
+
+~Manget~, „Bibliotheca chemica curiosa“ = „Bibliothek chemischer
+Merkwürdigkeiten“ (Genf 1702).
+
+~Lenglet du Fresnoy~, „Histoire de la philosophie hermétique“ (Paris
+1742).
+
+ ——————————
+
+~Del Rio~, „Disquisitiones magicae“ = „Untersuchungen über Magie“
+(Venedig 1599 und 1652).
+
+~Borrichius~, „De ortu et progressu Chemiae“ = „Über Ursprung und
+Entwicklung der Chemie“ (Kopenhagen 1668); „Hermetis, Aegyptiorum, et
+Chemicorum sapientia“ = „Weisheit des Hermes, der Ägypter, und der
+Chemiker“ (ebd. 1674); „Conspectus scriptorum chemicorum illustriorum“
+= „Übersicht der Werke berühmter Chemiker“ (ebd. 1696).
+
+~Conring~, „De hermetica medicina“ = „Über die hermetische Medizin“
+(Helmstaedt 1648 und 1669).
+
+ ——————————
+
+~Welling~, „Opus mago-cabbalisticum et theosophicum“ = „Über Magie,
+Kabbala und Theosophie“ (Frankfurt 1760)[5284].
+
+~Wiegleb~, „Historisch-kritische Untersuchung der Alchemie“ (Weimar
+1777): ein kritisches Hauptwerk.
+
+~Schmieder~, „Geschichte der Alchemie“ (Halle 1832).
+
+~Migne~, „Dictionnaire des sciences occultes“ (Paris 1848): Enthält,
+außer „Alchemie“ (2, 308), noch zahlreiche einschlägige Artikel des
+gelehrten, aber fanatisch-ultramontanen Verfassers.
+
+~Graesse~, „Bibliotheca magica et pneumatica“ (Leipzig 1843).
+
+~Figuier~, „L’alchimie et les alchimistes“ (Paris 1854).
+
+~Schindler~, „Der Aberglaube des Mittelalters“ (Breslau 1858).
+
+~Meyer~, „Der Aberglaube des Mittelalters“ (Basel 1884), 41.
+
+~Jacob~, „Curiosités des sciences occultes“ (Paris 1885); besonders 1,
+3-155.
+
+~Poisson~, „Théories et symboles des Alchimistes“ (Paris 1891).
+
+~Lehmann~, „Aberglaube und Zauberei“ (Stuttgart 1898), 140, 190.
+
+~Steinschneider~, „Der Aberglaube“ (Hamburg 1900).
+
+~Seligmann~, „Der böse Blick“ (Berlin 1910).
+
+~Jennings~, „Die Rosenkreuzer“ (Berlin 1912), 197: sehr reichhaltiges
+Material, leider in ganz unkritischer und unübersichtlicher Fassung.
+
+~Silberer~, „Probleme der Mystik und ihrer Symbolik“ (Wien und Leipzig
+1914): mißt, unter vorwiegender Berücksichtigung der ~Freud~schen
+„Psychoanalyse“, in absonderlich-einseitiger, jedoch gerade hierdurch
+auch wieder lehrreicher Weise, erotischen Problemen eine übertriebene
+Bedeutung bei.
+
+ ——————————
+
+Endlich stehen zwar, dank den angeführten und vielen anderen Schriften,
+Richtung und Verlauf der +Gesamt+entwicklung im allgemeinen genügend
+fest, was dagegen den +besonderen+ Anteil der einzelnen Zeiten und
+Länder (namentlich betreffs der ersten Anfänge) anbelangt, so fehlt es
+immer noch, und meist gerade bezüglich der entscheidenden Fragen, an
+ausreichenden Vorarbeiten; diese zum Ziele zu führen, oder auch nur
+mit Aussicht auf einen wesentlichen Fortschritt in die Wege zu leiten,
+übersteigt aber bei weitem die Kräfte eines einzelnen.
+
+Die nachstehenden Zeilen erheben daher nicht den Anspruch, ein irgend
+vollständiges Bild zu bieten, sie sollen vielmehr nur einiges hellere
+Licht auf wenige Punkte geschichtlichen Interesses werfen, die bisher
+entweder keine, oder doch keine entsprechende Beachtung fanden.
+Vorausgeschickt sei die Bemerkung, daß die Kirche gegenüber Alchemie
+und Astrologie keineswegs stets eine unbedingt ablehnende Haltung
+einnahm. Der letzteren gegenüber fand sie häufig die Zusicherung für
+ausreichend, daß die Sterne nicht bewirken, sondern nur anzeigen,
+während sie sich bezüglich der ersteren (wenigstens zeitweilig) mit
+dem Hinweise beschwichtigen ließ, daß schon die hl. Schrift „die
+das Feuer vertragenden sechs Metalle, Gold, Silber, Kupfer, Eisen,
+Blei, Zinn, ganz nach gehöriger Ordnung“ im 4. Buche ~Mosis~, sowie
+Silber, Erz (Kupfer), Eisen, Blei, Zinn, „die man im Schmelzofen
+schmilzt“, auch bei ~Ezechiel~ aufzähle[5285], im übrigen aber nichts
+enthalte, was +gegen+ die Möglichkeit einer Metallverwandlung spräche;
++zugunsten+ einer solchen wurde übrigens, neben einigen noch weniger
+deutlichen Stellen, der evangelische Satz angeführt: „~Jesus~ autem
+transiens per medium illorum ibat“ („Jesus aber ging hinweg, ihre Mitte
+durchquerend“), „denn ungesehen und geheimnisvoll wie ~Jesus~ durch die
+Mitte der Pharisäer schritt, wird in der Mitte der Unwissenden auch das
+Gold hervorgebracht“[5286].
+
+ ——————————
+
+In +Spanien+, dessen einheimische Litteratur sich erst nach
+Zurückdrängung der Araber, etwa von 1150 an, kräftiger zu entwickeln
+begann, scheint die Alchemie, vermutlich gerade infolge der engen
+Berührungen mit arabischen Kreisen, ziemlich frühzeitig in ihrer
+Nichtigkeit erkannt und als ausgesprochen heidnische und unchristliche
+Wissenschaft angesehen worden zu sein, im Gegensatze zur Astrologie,
+die unter den bekannten Einschränkungen meist als zulässige und
+zuverlässige Kunst galt. Schon ~Alfons~ X. von Castilien, wegen
+seiner umfassenden Bildung und seiner Bemühung um Förderung geistiger
+Bestrebungen aller Art „der Weise“ (richtiger: der Gelehrte) genannt,
+der 1252 zur Regierung gelangte, glaubte zwar an die Astrologie und
+schützte deren Ausübung in den 1265 von ihm erlassenen Gesetzen,
+verbot jedoch in diesen an zwei Stellen ausdrücklich die Alchemie
+als etwas Unmögliches und Unausführbares[5287]; hiermit stimmt es
+überein, daß eine 1272 verfaßte Abhandlung „Tesoro“ (= der Schatz),
+die teils in Prosa, teils in achtzeiligen Stanzen (den ältesten der
+spanischen Litteratur) den Stein der Weisen behandelt, -- jedoch der
+noch unentzifferten Geheimschrift halber vielfach unverständlich ist
+--, nicht von ~Alfons~ X. herrührt, wie man früher glaubte, sondern
+von einem anderen, vorerst nicht sicher ermittelten Autor[5288]. Auch
+ein Neffe dieses Königs, der Prinz ~Don Juan Manuel~ (1282-1347), von
+dessen gerühmten Schriften allein die „Graf Lucanor“ betitelte erhalten
+blieb, eine Sammlung von Anekdoten, Geschichten und Gleichnissen
+zumeist morgenländischer Herkunft[5289], macht sich im 8. Kapitel
+über die Alchemie lustig, über die Leute, die vorgeben sie auszuüben
+(facer alqimia)[5290], sowie über die Fürsten, die an sie glauben und
+dabei abgefeimten Betrügern zum Opfer werden; die sehr unterhaltende
+Erzählung, die er als Beispiel vorbringt, entstammt ebenfalls einer
+orientalischen Quelle[5291]. Der Dichter ~Villena~ (1384-1434), der
+sich außer mit Geschichte, Philosophie und Astrologie auch noch mit
+Alchemie befaßt haben soll, galt dieserhalb für einen Zauberer[5292],
+und mit einem solchen zu verkehren und seine Werke zu besitzen oder
+auch nur im Munde zu führen, war bedenklich, ja selbst gefahrbringend.
+Mit derlei Anschauungen ist es vielleicht auch in Verbindung zu
+bringen, daß z. B. in der umfassenden Sammlung „Altspanischer
+Sprichwörter“[5293] keine auf Alchemie bezüglichen vorkommen, und daß
+auch in der schönen Litteratur, die sich seit dem 15. Jahrhundert
+so herrlich und überreich entfaltet, einschlägige Anspielungen ganz
+auffällig selten zutage treten, während astrologische aller Art sehr
+häufig sind.
+
+So z. B. eröffnet ~Gil Vincente~ (1470-1532?) eines seiner „Auto“
+genannten geistlichen Festspiele mit dem Auftreten des ~Merkur~
+als Planeten, der in eingehender Rede die Konstruktion des ganzen
+Weltsystems vorträgt[5294]; bei ~Encina~ (1468-1534) hilft ~Merkur~
+sogar einen Toten auferwecken, was bei der Geistlichkeit großen
+Anstoß erregte[5295]; bei dem etwas späteren ~Carajaval~ äußern
+sich u. a. ~Heraklit~ und ~Demokritos~ über die Himmel und ihre
+Sphären[5296]; bei ~Yanguas~ endlich führt die Himmelfahrt der hl.
+~Maria~ diese durch alle sieben Sphären, deren Götter sie willkommen
+heißen, bis auf ~Venus~, die sich aus Scham verborgen hält[5297].
+Von ~Lope de Vega~ (1560-1635) wird berichtet, daß er sich in seiner
+Jugend den Geheimwissenschaften und „dem Labyrinth des ~Raymund
+Lull~“ ergab[5298], doch der Alchemie gedenkt er nur selten und dann
+in abweisendem Tone[5299], ganz so wie sein Zeitgenosse ~Bernardo~
+(1568-1627) in den „Epischen Fragmenten“[5300]. Schon diesen Dichtern
+gilt alles, was in Beziehung zur Magie steht, an deren Wirklichkeit
+keiner von ihnen im geringsten zweifelt, für „arabisch“, rein heidnisch
+und durchaus verwerflich[5301]; in ganz dem nämlichen Sinne spricht
+auch ~Poyo~, dessen Stücke um 1600 erschienen, von Horoskopie,
+Zeichendeuterei und Zauberei[5302]; ~Amesuna~ (1578-1635?) läßt die
+Planeten-Dämonen ihre Sphären und deren Zubehör an Gold, Silber,
+Edelsteinen usf. regieren und „Nigromancia“ lehren[5303]; ~Alarcon~
+wieder (1580-1617) erwähnt in dem berühmten Schauspiele „Die Höhle
+von Salamanca“ den allgemeinen Glauben an die Magie, an ihre Kräfte
+(die richtig zu gebrauchen man „studiert“) und an die ungeheure Macht
+der arabischen Zauberer, besonders der afrikanischen[5304]. Bei
+~Calderon~ (1601-1681) versteht und lehrt im „Wundertätigen Magier“
+(Magico prodigioso) ein gefallener Engel, der die Gestalt eines Dämons
+angenommen hat, Magie und Zauberei, die Künste der Magier des Orients
+gelten auch hier als die hervorragendsten, und am Schlusse erscheint
+der böse Geist auf seinem Zaubertiere, der Schlange, reitend[5305].
+Das Horoskopstellen spielt eine Hauptrolle in dem reizenden Lustspiele
+„El Astrologo fingido“ (Der falsche Astrolog)[5306], das alsbald von
+italienischen und französischen Autoren nachgebildet wurde, u. a.
+auch von ~Corneille~, und auf dessen Arbeit hin noch in zweiter
+Verdünnung von englischen (~Dryden~)[5307]. In den 18 Bänden der
+„Fronleichnams-Festspiele“ (Autos) begegnet man sehr zahlreichen
+allegorischen Figuren, -- von denen übrigens bei gleichem Anlasse schon
+~Gil Vincente~ Gebrauch machte[5308] --, u. a. den 4 Elementen[5309],
+den 4 Weltaltern[5310], den 7 Wochentagen, die eine Himmelskugel
+mit den Tierkreisbildern und Planeten geleiten[5311], sowie dem
+~Merkur~, der „alles Wissens Meister“, zugleich aber als Cherub mit
+dem feurigen Schwerte auch Paradieses-Hüter ist[5312]; ferner findet
+wiederholt die Astrologie Erwähnung, bald als etwas Erlaubtes[5313],
+bald als etwas Teuflisches und Verwerfliches[5314]; nirgends ist
+jedoch von Alchemie die Rede, auch nicht in dem Auto „Der verborgene
+Schatz“[5315], das hierzu reichlichen Anlaß böte. -- Erst in der Zeit
+des Verfalles der Litteratur, die etwa mit 1675 einsetzt, treten
+Alchemie, Magie und Zauberei wieder mehr in den Vordergrund, und zwar
+auf dem Theater vornehmlich mit Rücksicht auf Effekthaschereien und
+Dekorationskünste[5316]; aufgeklärtere Geister standen indessen auch
+damals dieser Vorliebe nur als Satyriker gegenüber, wie z. B. das
+ausführliche Spottgedicht über die Alchemie in ~Solorzanas~ Novelle „La
+garduna de Sevilla“ (um 1680) beweist[5317].
+
+In +Frankreich+ waren Astrologie und Alchemie schon im 12. Jahrhundert
+vielfach und im 13. sehr allgemein verbreitet, nicht nur in den
+provençalischen Landesteilen, -- deren Litteratur zahlreiche
+einschlägige Anspielungen enthält und auch allerlei Übersetzungen,
+sowie einige anscheinend von einheimischen Verfassern herrührende,
+jedoch ganz unselbständige Werke hervorbrachte[5318] --, sondern
+auch im Norden, wie dies schon die oben angeführte Äußerung des
+~Albertus Magnus~ (1193 bis 1280) über die Pariser Fälscher bezeugt.
+~Langlois~ bringt hierfür in dem bereits erwähnten, trefflichen Buche
+„La connaissance de la nature et du monde au moyen-âge“ eine Anzahl
+Belege bei: ~Bartholomaeus Anglicus~ (der für einen Zögling der Schule
+von Montpellier gilt) hält in seinem gegen 1240 verfaßten Werke „De
+proprietatibus rerum“, einer der wichtigsten, vielgelesensten und
+maßgebendsten Kompilationen des gesamten Mittelalters, die Existenz
+der Alchemie für etwas ganz Selbstverständliches und zweifelt nicht
+daran, daß z. B. die Wärme aus Erde und gewissen Zutaten ganz ebenso
+das Silber und Gold hervorzubringen vermöge, wie aus Kieselsand und
+Asche das Glas[5319]; der Bearbeiter des Buches „~Sidrach~“ (um 1250)
+schildert die „Salbe der Philosophen“ als eine allgemeine Panacee, die
+„die Aussätzigen heilt“, die Kranken gesund, die Männer unverwundbar,
+die Frauen fruchtbar macht, und während der ersten acht Tage des
+April[5320] durch die Philosophen und Astrologen der in Großindien
+gelegenen Stadt Stramon hergestellt wird, und zwar aus 372 [= 365 + 7]
+Kräutern und dem Blute des weißen indischen Drachen[5321]; nach dem
+Verfasser der Erzählung „~Placidus~ und ~Timeo~“ (gegen 1300) stehen
+die Metalle in engster Verbindung mit den die Geschicke lenkenden
+Planeten, und diese sind nach gewissen Helden benannt, z. B. nach
+~Jupiter~ und ~Merkur~, die die Griechen zu Göttern erhoben und als
+Herren der Gestirne ansahen[5322], usf.
+
+Frühzeitig fanden alchemistische Ideen auch Eingang in die poetische
+Litteratur, und dies läßt ersehen, wie sehr der allgemeine Zeitgeist
+sich bereits mit ihnen befreundet hatte und wie vertraut sie, bis
+zu gewissem Grade, auch jener großen Menge geworden waren, die den
+Leser- und Hörerkreis volkstümlicher Dichtungen bildete[5323]. Eines
+der lehrreichsten zugehörigen Beispiele enthält der altfranzösische,
+fast 24000 Verse umfassende „Roman de la rose“, der um 1237 von
+~Guillaume de Loris~ begonnen und um 1277 von ~Jean Clopinel~ (genannt
+~de Meung~) vollendet wurde und fast fünf Jahrhunderte lang eines
+der volkstümlichsten, verbreitetesten und einflußreichsten Bücher
+der französischen Litteratur blieb, -- dank dem novellistischen
+Interesse seiner Fabel, der beispiellos kühnen Satire auf weltliche
+und geistliche Macht und dem Reize dunkler naturgeschichtlicher
+Anspielungen. Zu den letzteren zählt auch eine alchemistische Stelle,
+in der der Verfasser schildert, wie die Natur immer und überall
+der Kunst überlegen bleibe, worauf er im Hinblicke auf letztere
+fortfährt[5324]:
+
+ „Und brächt’ Alchemie ihr auch bei, die Metalle
+ Mit farbigem Glanz zu tingieren alle,
+ Sie könnte, und sollt’s um ihr Leben sich handeln,
+ Doch Art nie wirklich in Art verwandeln, --
+ Sie müßte denn erst einen Weg ersinnen,
+ Die ‚materia prima‘ zurückzugewinnen:
+ Daß sie ihr Lebtag dessen Spur
+ Nicht findet, dafür sorgt Natur.
+ Mag sie nun noch so mühsam streben,
+ Den Stoffen die Urform zurückzugeben,
+ Fruchtlos bleibt sie des Werks beflissen,
+ Denn ihr Fehler ist: nicht zu wissen,
+ Wie ihr das Elixir gelänge,
+ Dem die richtige ‚Form‘ entspränge,
+ Die, mit ‚Materie‘ im Verbande,
+ Die einzelnen Stoffe bringt zustande, --
+ Dies Elixir, das erscheinen muß,
+ Bringt einer die Sache recht zum Schluß.
+ Dennoch aber, und mit Vergunst,
+ Ist Alchemie eine wahre Kunst;
+ Wunderbare Dinge fände,
+ Wer sie nur so recht verstände.
+ Würd’ +der+ sich an die Substanzen machen
+ Mit Hilfe der seltsamen Siebensachen,
+ Die zu sotanem Werke nötig:
+ +Der+ fänd’ sie zu jeglicher Wandlung erbötig.
+ Er ändert ihre Komplexion
+ Durch diese und jene Digestion,
+ Und wenn die Verwandlung gelungen ganz,
+ So hat er eine +neue+ Substanz,
+ Und die +alte+ ging auf in Dunst.
+ So wissen die Meister der Glasmacherkunst
+ Aus den Pflanzen vom Strand am Meer[5325]
+ Asche und Glas zu stellen her
+ Kraft einer Läuterung sanft und milde;
+ Und doch ist die Pflanze kein Glasgebilde,
+ Und auch das Glas kein Gewächs im Meer!
+ Dann, -- wenn der Blitz und der Donner schwer
+ In den Boden schlägt: da wird sich Dir zeigen,
+ Wie den Gesteinen Dämpfe entsteigen,
+ Die sonst niemals aus Felsen brechen.
+ Bist Du nun Kenner, dann magst Du sprechen
+ Und die Ursache machen kund,
+ Die solcher Wandlung liegt zu Grund,
+ Völlig die Stoffe umgestaltet,
+ Völlig neu an ihnen entfaltet
+ (Sei es durch Zwang, sei’s durch Natur)
+ Fremdes Wesen und fremde Figur.
+
+ Wer gründlich erfaßt diese Wege alle,
+ Verwandelt leicht auch die Metalle.
+ Er weiß von Beimischung sie zu befreien
+ Und ihnen die rechte Form zu verleihen,
+ Er macht sie die Nachbarstufen durchschreiten,
+ Die eine zur andren hinüberleiten,
+ Bis +so+ das Werk er fertig bringt,
+ Wie der Natur es selbst gelingt:
+ Denn, wie in weisen Büchern zu lesen,
+ Laßt diese der Metalle Wesen
+ Aus Schwefel und Quecksilber sich gestalten
+ Durch mancherlei Kraft in der Erde Spalten.
+ Wer nun die Geister
+ Zu nützen wüßt’ als Meister,
+ Wer ihre Kraft könnt’ zwingen
+ Ins Innre der Stoffe zu dringen
+ Und, ohne wieder zu verfliegen,
+ Im reinen Stoffe festzuliegen,
+ (Denn +rein+ muß der Schwefel sein wie billig,
+ Zu weißer und roter Tingierung willig), --
+ +Der+ wäre Fronherr der Metalle,
+ Und wandelte nach Wunsch sie alle.
+
+ Der, dem die Alchemie ist hold,
+ Gewinnt gar leicht aus Quecksilber Gold,
+ Und verleiht ihm den Glanz und der Schwere Kraft
+ Durch Zutaten, die er sich billig verschafft.
+ Aus Gold auch macht er sich Edelsteine
+ Herrlich leuchtend in lautrem Scheine
+ Und aus gemeiner Metalle Substanz
+ Zeugt er Silber von hellem Glanz
+ Durch kräftig bleichende Medizinen,
+ Die die Form zu veredeln dienen.
+ Doch nichts von all dergleichen Dingen
+ Wird dem Sophisten[5326] je gelingen:
+ Der mühet sich, Zeit seines Lebens,
+ Natur zu meistern ganz vergebens.“
+
+Wie eindrucksvoll diese in geschickter und leicht faßlicher Weise
+vorgebrachten Lehren für die Dauer blieben, bezeugt die Tatsache,
+daß noch ~Palissy~ (1510-1590?), der hervorragende Technologe und
+Vorkämpfer der induktiven Methode, neben den Werken des ~Geber~ und
+des ~Arnold~ von ~Villanova~ den „Roman de la Rose“ als wichtigste der
+von den Vorfahren hinterlassenen Schriften bezeichnet[5327]. Er selbst
+verwirft übrigens wie die Astrologie[5328] so auch die Alchemie[5329],
+deren Theorien und Methoden durchaus unsinnig und betrügerisch
+sind[5330]; freilich versichern so manche der zahlreichen Alchemisten
+und Ärzte Frankreichs, an den künstlichen Edelmetallen, sowie an ihrem
+die größten Wunderkuren verrichtenden „trinkbaren Golde“ viel Geld zu
+verdienen; aber bis sein Wunsch in Erfüllung gehe, deren Verfahren
+selbst ausüben zu lernen, ziehe er vor, stillzuschweigen und jenen die
+Beweise für ihre Behauptungen zu überlassen[5331]. Diesen gemäß müßte
+übrigens das Gold, um in Lösung gehen zu können, in Schwefel und das
+giftige Quecksilber zerfallen, aus denen es, gleich sämtlichen anderen
+Metallen, nach den Lehren aller „Philosophen“ bestehen und entstehen
+soll, -- woran nur insofern etwas Richtiges sein mag, als diese Stoffe
+vielleicht irgendwie bei der Abscheidung der Metalle und Erze im Innern
+der Erde mitwirken, dann aber gleich unbrauchbaren Schlacken wieder
+abgeschieden werden[5332].
+
+Für ~Palissys~ großen Zeitgenossen ~Rabelais~ (1483-1555) sind
+Astrologen und Alchemisten ein unerschöpflicher Gegenstand beißenden
+Witzes, und in unnachahmlicher Weise trifft die Lauge seines Hohnes
+bald ihre Voraussetzungen und Deutungen, bald die Erzeugnisse ihrer
+„Künste“, -- zu denen auch die von Hühnern blank verdauten Perlen
+gehören[5333] --, bald die „chaldäischen“ Wirkungen, ausgeübt von
+den 7 planetarischen Metallen und Steinen, in Form von Ringen, von
+Weinkrügen, von Statuen, die in einem verborgenen Zaubertempel
+aufgestellt sind, usf.[5334]. -- Mit gleich scharfem Spotte äußert
+sich ~Periers~ in den geistvollen Satiren seines „Cymbalum mundi“ (=
+„Weltglocke“; 1537) und der „Nouvelles récréations“ (1558)[5335]:
+die Alchemisten sind und bleiben Schwindler und Betrüger, groß im
+Versprechen, klein im Halten, verheißen den Gläubigen die Geheimnisse
+des Königs ~Salomon~ und der Prophetin ~Maria~, speisen sie aber mit
+Redensarten ab, stellen ihnen den Stein der Weisen in Aussicht,
+liefern jedoch statt dessen Sand, lassen die Getäuschten rechtzeitig
+im Stiche, suchen neue Anhänger, finden sie auch, und werden hierin
+fortfahren, so lange sie solche finden.
+
+Zu sehr weit zurückliegender Zeit faßte die Alchemie in +Italien+
+Boden, woselbst (wie oben erwähnt) nachweislich auch zahlreiche
+Geistliche des 12. und 13., und vermutlich bereits solche des
+11. Jahrhunderts, sie auf das Eifrigste betrieben; damit, daß
+„Italien diese Krankheit so sehr früh durchmachte“, steht es nach
+~Burckhardt~[5336] im Zusammenhange, daß es sie auch als erstes aller
+Länder glücklich überstand, nämlich „dem Wesentlichen nach schon im
+Verlaufe des 14. Jahrhunderts“, um dessen Mitte die große Kunst in den
+Augen der Einsichtigen „bereits allen ihren Reiz eingebüßt hatte“ und
+zum bloßen Werkzeuge der Übervorteilung und des Betruges herabgesunken
+war. Demgemäß versetzt ~Dante~ schon in der um 1300 vollendeten
+„Hölle“ den Alchemisten, der auf verbotenen Wegen (vielleicht auch
+im Bunde mit bösen Geistern) als „Affe der Natur“ die echten Metalle
+nachzuahmen suchte, in die tiefste, dem Höllenfeuer zunächst liegende
+der zehn „Bolgen“[5337]; desgleichen spricht ~Petrarca~ (1304-1374) in
+seiner 1366 verfaßten Abhandlung „De remediis utriusque fortunae“ mit
+schärfstem Hohn und denkbar größter Verachtung und Erbitterung über das
+Treiben der Alchemisten, und wählt als Motto des betreffenden Dialoges
+das Distichon:
+
+ „Alchemistischer Trug, der Vielen ein Gipfel der Kunst scheint,
+ Haß nur erweckt er dem Mann, der die Betörten verlockt[5338].“
+
+Auch der Münzfälschung gelten die Goldmacher wenn nicht für überwiesen
+so doch für verdächtig, und derlei Vorfälle scheinen Anlaß zu der
+diesen öffentlichen Schaden ausdrücklich erwähnenden Bulle Papst
+~Johannes~ XXII. (1316-1334) gegeben zu haben, die jede Ausübung
+der Alchemie grundsätzlich verbot[5339]; eine Wirkung erzielte sie
+natürlich nicht, es sei denn die, daß man den Papst selbst als geheimen
+Alchemisten hinzustellen versuchte, der aber bei seinen Bemühungen vom
+Glück nicht begünstigt gewesen sei[5340].
+
+Zur Zeit der Renaissance, während derer die italienischen (aber auch
+andere) „Meister“ in den nordischen Ländern und an deren Fürstenhöfen
+die lohnendsten Erfolge einheimsten und zu niegesehenem Einflusse
+gelangten, spielte die Alchemie in Italien selbst nur mehr eine
+ganz untergeordnete Rolle, so daß z. B. der „Große Rat“ zu Venedig
+die fernere Ausübung dieser Betrügerei schon 1488 ein für allemal
+untersagte[5341], und am päpstlichen Hofe die wenigen, die ihr noch
+anhingen, für „ingenia curiosa“, (= nicht recht gescheit) galten[5342].
+Als daher 1514 der „große“ ~Aurelio Augurelli~ (1441-1524) dem Papste
+~Leo~ X. seine poetische Darstellung und Verherrlichung der Alchemie
+überreichte[5343], in der er u. a. den kühnen, schon dem ~Raymund
+Lull~ zugeschriebenen Satz erneuerte: „Das Meer würde ich in Gold
+verwandeln, bestünde es aus Quecksilber“, ließ ihm jener aufgeklärte
+Fürst als Gegengeschenk einen leeren Beutel verabfolgen und tröstete
+den Betroffenen mit den Worten: „Wer selbst Gold zu machen versteht,
+bedarf nur einer Börse, um es aufzubewahren.“
+
+~Lionardo da Vinci~ (1452-1519), der mit erstaunlichen
+naturwissenschaftlichen Kenntnissen und Erkenntnissen allgemeinen
+Charakters auch weitgehende besondere Erfahrungen über chemische
+Operationen mannigfaltiger Art verband[5344], war ein abgesagter
+Feind „der lügnerischen und verderblichen Kunst der Alchemie und
+ihrer fälschenden und betrügenden Anhänger“, bestritt, daß Schwefel
+und Quecksilber Bestandteile der Metalle seien, und erklärte die
+künstliche Darstellung des Goldes für ebenso unmöglich wie die
+Quadratur des Kreises oder die Erfindung des Perpetuum mobile[5345].
+Ähnliche Ansichten äußert auch sein Zeitgenosse, der hervorragende
+Technologe ~Biringucci~ (1480-1539?), -- der feststellt[5346], daß
+noch kein Alchemist jemals die Wahrheit seiner Versicherungen auch
+nur im geringsten Punkte nachgewiesen habe, daß er selbst an derlei
+Möglichkeiten nicht glaube und nichts über sie wisse, und daß die
+Metalle weder Schwefel noch Quecksilber enthielten[5347] --, sowie der
+etwas spätere ~Garzoni~, der Verfasser des enzyklopädischen Werkes
+„Piazza universale“ (1585); nach Wiedergabe der alchemistischen
+Verheißungen ruft er dem Leser ein „Hüte Dich!“ zu[5348] und empfiehlt
+dem nach Silber und Gold Begehrenden, sich lieber in irgend ein Münzamt
+zu begeben, woselbst er die beste „Alchemie“ vorfinden werde, nämlich
+die wahre Kunst des Goldmachens[5349].
+
+In ~England~ war die Alchemie im 13. und 14. Jahrhundert nicht minder
+verbreitet als in Frankreich; während der andauernden Kämpfe zwischen
+diesen beiden Ländern, die die englischen Finanzen wiederholt in
+die mißlichste Lage brachten, scheint sie in nahe Beziehungen zur
+Münzfälschung getreten zu sein, die von englischer Seite zeitweise
+geradezu von Staats wegen gefördert wurde, angeblich auch, um
+den feindlichen Wohlstand durch das in Umlauf gesetzte Truggold
+zu schädigen. Jene äußerst anrüchige Verbindung, die zu mehrmals
+wiederholten strengen Verboten führte, u. a. durch ~Carl~ V. (1380)
+für Frankreich und ~Heinrich~ VI. (1404) für England[5350], erklärt
+wohl die Tatsache, daß die Alchemie in England verhältnismäßig
+frühzeitig in so völligen Verruf kam, wie ihn das 4. Buch der
+„Confessio amantis“ des Dichters ~Gower~ (vollendet 1390)[5351] und
+in noch höherem Grade die „Canterbury-Tales“ seines Zeitgenossen
+~Chaucer~ (verfaßt 1391?) ersehen lassen: die ganze ausführliche
+„Erzählung des Canonicus“[5352] ist eine einzige schonungslose Satire
+auf das unverschämte Auftreten, die frechen Vorspiegelungen und die
+gemeinen Betrügereien der Alchemisten, dieser würdigen Klienten ihrer
+Schutzpatrone, des ~Platon~, ~Hermes~ und ~Arnold~ von ~Villanova~. --
+Auf die Dauer hielt diese Erkenntnis überlegener Geister freilich auch
+hier nicht vor, und im 15. und 16. Jahrhundert zeigt sich die gerade
+in England besonders konservative Denkweise der großen Menge wieder
+völlig durchsetzt von alchemistischen und astrologischen Vorstellungen
+und Gedanken. Daß solche jedermann verständlich waren und selbst dem
+gewöhnlichen Theaterbesucher durchaus vertraut klangen, beweisen
+die sehr mannigfaltigen Anspielungen auf dramatischem Gebiete: so
+z. B. erhalten in „Maria Magdalena“, einem der seit 1450 besonders
+zahlreichen und beliebten „Moralitäten- und Mysterien-Spiele“, die
+ausziehenden 7 „Fürsten der Hölle“ (= 7 Todsünden) als Geschenke der
+Planeten deren 7 Metalle, von der Sonne das Gold, vom Monde das Silber,
+vom Mars das Eisen, vom Merkur das Quecksilber, von der Venus das
+Kupfer, vom Jupiter das Zinn, vom Saturn das Blei[5353]; die zwischen
+1590 und 1612 auf der Bühne erschienenen Werke ~Shakespeares~ wimmeln
+von alchemistischen und astrologischen Hinweisungen[5354]; sehr häufig
+finden sich solche auch in den Stücken seiner Zeitgenossen, u. a. des
+~Lilly~ (1554-1602), z. B. in der „Gallathea“[5355], sowie in „The
+woman in the moon“, worin „Natur“ eine Hirtin ~Pandora~ erschafft und
+mit allen möglichen Gaben ziert, „geraubt den Göttern der 7 Planeten“,
+die dann zur Rache „aufgehen“ und ~Pandora~ auch aller ihrer bösen
+Eigenschaften teilhaftig machen, bis sie zuletzt unter dem Einflusse
+der Luna „lunatic“ (wahnsinnig) wird[5356]; ~Ben Jonsons~ Lustspiel
+„Der Alchemist“ (1610) setzt sogar eine völlig ins einzelne gehende
+Kenntnis des alchemistischen Schwindels, mindestens aber ein sehr
+lebhaftes Interesse für ihn voraus[5357].
+
+Auch in einem bald nach 1500 verfaßten erzählenden Gedichte des
+~Hawes~, Hofpoëten König ~Heinrich~ VII., besiegt ein die „Seele“
+verkörpernder Ritter das „Ungeheuer der 7 Metalle“, dessen Glieder eine
+Zauberin unter dem Einflusse der gerade regierenden Planeten schuf,
+-- das Haupt aus Gold, den Nacken aus Silber, die Brust aus Eisen,
+die Vorderfüße aus Messing [Mischmetall?], den Rücken aus Kupfer, die
+Hinterfüße aus Zinn, den Schweif aus Blei[5358] --, und noch in den um
+ein Jahrhundert jüngeren Erzählungen des ~Barclay~, „Euphormio“ (1603)
+und „Argenis“ (1621), diesen (in lateinischer Sprache geschriebenen)
+Moderomanen der Zeit, die ihren Weg sofort durch alle Länder Europas
+nahmen, spielen Alchemie und Astrologie eine ausführliche, sichtlich
+den Bedürfnissen des Leserkreises angepaßte Rolle[5359].
+
+In wissenschaftlicher Hinsicht sei daran erinnert, daß ~Bacon~ von
+~Verulam~ (1551-1626) zwar die eigentliche Alchemie verwirft, dagegen
+auf Grund seiner eigenen Theorien vom Wesen der Materie die Umwandlung
+der unedlen Metalle in edle, sowie die künstliche Darstellung des
+Goldes für sehr wohl möglich erklärt; er gibt hierzu sogar eine
+ausführliche Anweisung, die darauf hinausläuft, die einzelnen, seiner
+Ansicht nach selbständig bestehenden „Formen“ des Goldes, also die
+gelbe Farbe, den Glanz, die Dehnbarkeit und Hämmerbarkeit, das hohe
+spezifische Gewicht usf., zu vereinigen, um so eine Art Synthese des
+Goldes zu bewerkstelligen[5360]. -- Während der folgenden Jahrhunderte
+traten in England noch eine ganze Reihe einflußreicher Alchemisten auf,
+deren Schriften in ~Ashmoles~ „Theatrum chemicum Britannicum“[5361] und
+zum Teil auch in den „Collectanea chemica“ abgedruckt sind[5362]. Kaum
+glaublich erscheint es, daß noch 1702 ~Dickinson~ großes Aufsehen mit
+der Behauptung erregen konnte, der Mensch enthalte infolge astraler
+Einflüsse wahres Quecksilber im Blute und wahre Metalle in Fleisch,
+Eingeweiden und Exkrementen, so daß man aus seinem Körper Gold, die
+Universaltinktur, sowie den Stein der Weisen auszuziehen vermöge[5363];
+aber sogar noch 1779 kaufte das Parlament einer alten Jungfer namens
+~Jane Stephens~ ihr Verfahren zur Herstellung des Steines der Weisen
+für 5000 Pfund ab, „um es zum allgemeinen Nutzen öffentlich bekannt
+zu machen“, -- „jedoch (so sagt ~Wiegleb~ sehr hübsch)[5364], wie
+gewöhnlich, bekannt gemachte Geheimnisse verlieren ihren Wert!“
+
+Für +Deutschland+ zählen die oben angeführten Berichte bei ~Adam~
+von ~Bremen~ (gest. 1076) über das Erscheinen eines byzantinischen
+Alchemisten namens ~Paulus~ am Hofe des Erzbischofs ~Adalbert~ von
+~Bremen~[5365], -- er behauptete, Kupfer in Gold verwandeln zu können
+--, sowie des ~Albertus Magnus~ über die Tätigkeit der Kölner Fälscher
+jedenfalls zu den ältesten Erwähnungen der Alchemie. Irrtümlich ist
+die Behauptung, daß ihrer auch der sprachgewaltige Kanzelredner Bruder
+~Berthold~ von ~Regensburg~ (gest. 1272) gedenke, denn in seinen
+Predigten erwähnt er zwar oft die 7 Planeten und ihre vielerlei
+Kräfte[5366], auch die vier Elemente[5367], das Wachsen von Gold und
+Silber in der Erde[5368], die Legierungen von Zinn mit Gold und Kupfer,
+deren erstere sich wieder zerlegen lasse, während die letztere „kein
+Meister und nicht die ganze Welt voneinander bringen kann“[5369],
+nirgends berührt er aber auch nur mit einem Worte die Goldmacherei.
+
+Außerordentlichen Aufschwung nahmen Alchemie und Astrologie seit
+Beginn der Renaissance, die zwar den Hang zur Mystik und sog.
+Geheimwissenschaft allerorten steigerte, nirgendwo aber in höherem
+Maße als in Deutschland, dessen Zersplitterung und Kleinstaaterei
+den „Adepten“ ein von der kaiserlichen bis zur bescheidensten
+reichsunmittelbaren Hofhaltung herabreichendes, ebenso ausgebreitetes
+wie lohnendes Feld der Tätigkeit eröffnete. Unter den Größen des 15.
+Jahrhunderts sei an dieser Stelle nur „die Leuchte der Weisheit“, der
+hochgelehrte Abt ~Trithemius~ von Sponheim bei Kreuznach (1462-1516)
+erwähnt; er selbst scheint zwar nichts von Goldmacherei gehalten zu
+haben, sein 1506 zu Passau schon gedruckt erschienenes „Wunderbuch“
+ist aber eine wahre Fundgrube abergläubischer Vorstellungen, u. a.
+derer über die 7 Planeten, ihre Geister und Zeichen[5370]; über
+die zugehörigen Pflanzen, Steine und Metalle, sowie deren innere
+Verwandtschaft mit den Wandelsternen[5371]; über die unreifen und
+reifen Metalle nebst ihren Zwittern und Hermaphroditen (auch einen aus
+Eisen und metallischem Antimon)[5372]; über das ägyptisch-chaldäische
+„Elektron magicum“, eine aus allen sieben Metallen zusammengeschmolzene
+Legierung, deren unbeschreibliche Eigenschaften sie besonders geeignet
+zur Anfertigung von Zaubervorrichtungen aller Art machen[5373], usf.
+
+Bei ~Trithemius~ erwarb, nach eigener Angabe, einen erheblichen Teil
+ihrer alchemistischen Kenntnisse die größte Gestalt der deutschen
+Renaissance, ~Theophrastus Paracelsus~ (~Hohenheim~; 1483-1541), auf
+dessen überragende Bedeutung für die Geschichte der Medizin, der
+Chemie und anderer Wissenschaften nebst ihren Seitenzweigen, aber auch
+für die des Humanismus und der Mystik, hier nur hingewiesen, nicht
+eingegangen werden kann. Der Umfang seiner überlieferten einschlägigen
+Schriften, -- sie füllen in der Sonderausgabe von ~Waite~[5374] etwa
+800 Seiten in Großquart --, die Schwierigkeit, sie angesichts des
+fast völligen Mangels eigenhändiger Manuskripte in echte, entstellte
+und untergeschobene zu sondern, die Unsicherheit betreffs ihrer
+zeitlichen Entstehung, nicht zum mindesten auch die Dunkelheit und
+Zweideutigkeit des Ausdruckes, machen es ungewöhnlich schwer, über
+die wahren Ansichten des ~Paracelsus~ Klarheit zu gewinnen. An vielen
+Stellen verwirft er die eigentlichen Lehren der Alchemisten, „dieser
+Narren, die leeres Stroh dreschen“; an vielen billigt er sie, wenn auch
+oft nur zum Teil und in abgeänderter Weise, wie er denn Schwefel und
+Quecksilber als die beiden Grundbestandteile aller Substanzen annimmt,
+ihnen aber „Salz“ als einen gleich wichtigen dritten hinzufügt; an
+anderen deutet er sie symbolisch um, und an wieder anderen überträgt
+er sie aus dem Gebiete der Chemie in das der Medizin und gelangt so zu
+seinen iatrochemischen Elixiren, Essenzen, Quintessenzen („Tugenden
+der Dinge“), Tinkturen, Arkanen[5375], Panaceen, Allheilmitteln
+und Universalpräparaten[5376]. Die durch ~Paracelsus~ und die
+Paracelsisten entfesselte Bewegung war mächtig und tiefgreifend;
+nicht nur im deutschen Reiche, sondern in allen Kulturländern löste
+sie geistige Kämpfe von weitgehender Bedeutung aus, und wie so oft
+in derlei Fällen trugen die Mißverständnisse und Übertreibungen der
+Schüler nicht zum wenigsten dazu bei, auch den schwachen Lehren des
+Meisters unverdiente Beachtung zu verschaffen, hier also der Alchemie
+zu neuem und gesteigertem Ansehen zu verhelfen.
+
+In der Zeit vor und gegen 1500 war dieses auf einen gewissen Tiefpunkt
+gesunken, so daß z. B. ~Sebastian Brand~ im „Narrenschiff“ (1494) die
+Alchemisten und Astrologen nicht nur als Narren hinstellt, sondern
+als Gauner, Betrüger und gemeingefährliche Fälscher[5377]; als solche
+sahen sie auch die Behörden an, und es erklären sich hieraus die
+wiederholten und strengen Verbote der Alchemie, wie sie u. a. 1492 die
+Reichsstadt Nürnberg erließ, allerdings ohne dauernden Erfolg[5378].
+Noch für den in den Naturwissenschaften nicht unbewanderten
+~Melanchthon~ (1497-1560), der übrigens Schwefel und Quecksilber als
+Universalelemente bestehen ließ, ist die Alchemie nichts weiter als ein
+„sophistischer Schwindel“[5379], während ~Luther~ (1483-1546) zwar die
+Astrologie mit fast gleichlautenden Worten verwirft[5380], die Alchemie
+aber mit Rücksicht auf die Wiederbelebung der getöteten Metalle milder
+beurteilt, „besonders um ihrer Allegorie und heimlichen Deutung willen,
+die überaus schön ist, nämlich die Auferstehung der Toten am jüngsten
+Tage“[5381]. Irrtümlich ist die Angabe, daß auch sein Zeitgenosse
+~Agricola~ (1494-1555) zu Chemnitz ein Freund oder gar Förderer der
+Alchemie gewesen sei; die Schriften, aus denen dies gefolgert wurde,
+gehören nämlich nicht ihm an, sondern einem Namensvetter, während
+er selbst sich in seinen ausgezeichneten und geradezu grundlegenden
+mineralogischen und metallurgischen Werken durchaus zurückhaltend
+äußert und allenfalls nur die Frage nach der bloßen Möglichkeit einer
+Metall-Verwandlung als eine vorerst noch offene bestehen läßt.
+
+Etwa von 1550 an schwillt allerorten, zumeist aber in Deutschland,
+die alchemistische Litteratur zur Hochflut auf, so daß um 1650 die
+Zahl der zugehörigen Werke von ~Borelli~ auf annähernd 4000, und um
+1720 von ~Rothscholz~ auf über 5000 beziffert wird[5382], -- und alles
+dies, ohne daß auch nur ein einziger wirklich neuer Gedanke befruchtend
+eingriffe! Der Alchemie huldigen nicht nur die Mystiker, wie etwa
+~Khunrath~ (1560 bis 1605), Verfasser des „Amphitheaters der ewigen
+Weisheit“ und des „Dreieinigen natürlichen Chaos der Chemiker“, oder
+~Jakob Böhme~ (1575 bis 1624), der sich in der „Signatur der Dinge“,
+der „Aurora“ usf., an der Macht der Planeten und ihres Zubehörs,
+an den Kräften des „Marcurius“ und „Sallniter“, an den Wundern des
+Schwefels, Quecksilbers, Salzes, u. dgl. mehr, gar nicht genug zu tun
+weiß, sondern auch die bedeutendsten Naturforscher des Zeitalters,
+u. a. ~Libavius~ (gest. 1616), ~Van Helmont~ (1577-1644), der den
+Stein der Weisen selbst in der Hand gehabt und mit größtem Erfolge
+gebraucht hat, ~De la Boe~ (1614-1672), ~Kunckel~ (1630-1702), ja zum
+Teil sogar ~Boyle~ (1626-1691) und ~Boerhaave~ (1686-1738); und doch
+hatte dieser selbst nachgewiesen, daß die Metalle weder Schwefel noch
+Quecksilber enthielten, daß die Fixation des letzteren unmöglich sei,
+und daß sich Blei nicht in Quecksilber überführen lasse[5383]. Auch
+für diese Periode findet sich also bewährt, was ~Kopp~ betreffs des
+Mittelalters ausspricht: „Daran, daß die Alchemie ihr Problem lösen
+könne, glaubten fast alle, daran, daß sie es bereits gelöst habe,
+und zwar mit großartigem Erfolge, die meisten, selbst hervorragende
+geistige Größen[5384].“
+
+Sehr vereinzelt stehen unbedingte Verurteilungen da, wie die durch
+den berühmten Jenaer Mediziner und Anatomen ~Rolfink~ (1599-1673),
+der die an Alchemie Glaubenden den Starblinden gleichstellt[5385],
+oder durch den, trotz aller Absonderlichkeiten, von staunenswertem
+Wissen erfüllten ~Athanasius Kircher~ S. J. (1665); dieser will zwar
+nicht bestreiten, daß vordem, jedoch freilich nur mit Hilfe des
+Teufels, künstliches Gold gemacht worden sei, im übrigen sind aber
+für ihn einfach alle Astrologen Beutelschneider und alle Goldmacher
+Münzfälscher[5386]. Der gesunde Sinn solcher Männer verdient
+aufrichtige Bewunderung, wenn man liest: wie sich 1629 der Vorsteher
+der kurfürstlichen Sammlung in Dresden bemühte, die 7 Hauptmetalle den
+Kräften der 7 Planeten gemäß aufzustellen und „auszuteilen“[5387]; wie
+1669 ~Becher~, in vielem unbedingt einer der offensten Köpfe seiner
+Zeit, mit weitläufigen Darlegungen die Behauptung verteidigt, König
+~Salomon~ habe, trotzdem er genötigt war Gold aus Ophir holen zu lassen
+und seine Untertanen übermäßig zu besteuern, doch den Stein der Weisen
+besessen[5388]; wie 1682 der gelehrte Jenaer Professor ~Wedel~, dessen
+altes bleiernes Tintenfaß zufällig durch Quecksilber beschädigt worden
+war, die abenteuerlichsten Hypothesen über die Ursache der plötzlichen
+Umwandlung des einen Metalles in das andere erörterte[5389]; wie der
+überaus belesene Polyhistor ~Morhof~ 1719 die Transmutation der Metalle
+für eine zweifellose Tatsache erklärte[5390]; wie Kaiser ~Franz~
+I. 1746 gegen den vermeintlich im Besitze des Steines der Weisen
+befindlichen Adepten ~Sehfeld~ „peinlich inquirieren“ ließ, und der
+sonst so mißtrauische ~Friedrich der Grosse~ 1751 zur Durchführung
+alchemistischer Versuche seitens einer Frau ~von Pfuel~ 10000 Taler
+bewilligte[5391]; wie 1764 ~Koelreuter~ zugunsten seiner grundlegenden
+Beobachtungen über Pflanzenbastarde anführt, daß sie trefflich mit
+den Theorien der Alchemisten hinsichtlich der Umwandlung der Metalle
+übereinstimmen[5392]; endlich, wie 1760 der keineswegs ganz ungläubige,
+aber durchaus ehrliche ~Justi~[5393], vor allem aber 1777 der
+ebenso sachverständige wie unbestechliche ~Wiegleb~[5394], zwar die
+völlige Nichtigkeit der Alchemie mit den überzeugendsten Gründen für
+jedermann nachwiesen, der für solche empfänglich ist, einen dauernden
+Erfolg aber nicht zu verzeichnen hatten. Schon wenige Jahre später
+vermochte ein Schwindler wie ~Price~, Mitglied der Londoner „Royal
+Society“, -- der sich schließlich vergiftete, als diese Gesellschaft
+auf ernstliche Untersuchung drang --, das Urteil auch der deutschen
+Gelehrten derartig irrezuführen, daß 1782 selbst der aufgeklärte
+und scharfsinnige ~Lichtenberg~ schwarz auf weiß versicherte, ihm
+vorerst den Glauben nicht versagen zu können[5395]; ebenso wurden erst
+1789 die Ankündigungen des redlichen Halleschen Theologieprofessors
+~Semler~, denen gemäß in seinen vor den Fenstern stehenden Gläsern
+Goldblätter etwa so wuchsen wie Hyacinthen, als Ausflüsse eines
+Betruges aufgedeckt, dem der Leichtgläubige selbst zum Opfer gefallen
+war[5396]. Aber auch diese Enthüllungen, die großes und berechtigtes
+Aufsehen erregten, fielen rasch der Vergessenheit anheim, und von 1796
+an konnte ~Kortum~[5397] mit Hilfe des damals in Gotha erscheinenden
+„Reichsanzeigers“ weite ungelehrte und gelehrte Kreise mit dem
+Glauben an das Bestehen einer vielverzweigten „Deutschen Hermetischen
+Gesellschaft“ erfüllen und sie über ein Jahrzehnt lang in einer Weise
+an der Nase herumführen, die dem witzigen Verfasser der „Jobsiade“
+insgeheim manche vergnügte Stunde bereitet haben mag.
+
+Einen nochmaligen Aufschwung nahm die Alchemie im Zeitalter der
+Romantik, das dem Mystizismus, dem Glauben an Wunderwirkungen,
+Geister, Gespenster usf. ganz außerordentlich ergeben war, -- es
+braucht in dieser Hinsicht nur an den polaren „männlichen und
+weiblichen Feuerstoff“ des Jenenser Mediziners ~Voigt~[5398], oder an
+den „tierischen Magnetismus“ erinnert zu werden, dessen Entdecker,
+~Mesmer~ (1734-1815)[5399], sich schon 1766 durch die abenteuerliche
+Dissertation „Über den Einfluß der Planeten auf den menschlichen
+Körper“ hervorgetan hatte. Begünstigend, wenn nicht geradezu fördernd,
+erwies sich dabei die Haltung der sog. Naturphilosophie. Läßt doch
+selbst der Begabteste ihrer Vertreter, ~Schelling~ (1775-1854), in
+der „Philosophie der Kunst“ (1802)[5400], in seiner „Zeitschrift für
+spekulative Physik“[5401] und der „Neuen Zeitschrift für spekulative
+Physik“[5402], in den „Ideen zu einer Philosophie der Natur“[5403]
+usw., eine Fülle ebenso wortreicher wie nichtssagender, völlig hohler
+Redensarten niedergehen, die auf eine noch unfertige Jugend nur
+verwirrend wirken konnten: Da beweist die Naturphilosophie, daß den
+verschiedenen Ordnungen der Metalle, dem Silber oder Gold, gleiche
+Ordnungen am Himmel entsprechen; daß die Gestirne auf die Bildungen
+der Erde Einflüsse von eigentlich magischer, mit der gewöhnlichen
+natürlichen ganz unvergleichbarer Art ausüben; daß hierbei die Gesetze
+der Zahl und des Abstandes der Planeten mitspielen, die zugleich
+Einsicht in das innere System der Töne eröffnen, wobei sich die
+Zentripetalkraft als Rhythmus, die Zentrifugalkraft aber als Harmonie
+erkennen lassen; da ist die Rede von den geheimnisvollen Zusammenhängen
+zwischen den vier edlen Metallen (hier Gold, Silber, Quecksilber,
+Platin) und dem Reiche der Planeten; da wird die wahrhafte innere
+Gleichheit und absolute Identität aller Materien und die Lehre von
+den Metamorphosen dieser Urmaterie verkündigt usf. Es waren derlei
+phantastische Träume, wie sie diese Werke, in noch erhöhtem Maße
+aber das berüchtigte, seit 1810 in wiederholten Auflagen erschienene
+~Oken~sche „Lehrbuch der Naturphilosophie“ erfüllten[5404], aus denen
+~Liebig~, der 1821 in Erlangen ~Schellings~ Hörer gewesen war, „mit
+Schrecken und Entsetzen“ erwachte[5405]; von ihnen umnebelt sah noch
+1824 der Bonner Chemieprofessor ~Wurzer~ in den von ihm geprüften
+Mineralwässern „organische Verbindungen von der Physik und Chemie
+unerreichbaren Imponderabilien und geheimnisvollen Potenzen“[5406],
+erklärte sich noch 1832 der verdiente Historiker der Alchemie,
+~Schmieder~, als durchdrungen von der Erkenntnis, daß das Goldmachen
+eine Tatsache sei, und daß es einzelne bevorzugte Besitzer des Steines
+der Weisen allezeit gegeben habe und noch immer gebe[5407].
+
+Der Glauben an die Möglichkeit der Alchemie ist übrigens bis auf
+den heutigen Tag nicht völlig erloschen, ja die gegen Ende des 19.
+Jahrhunderts, als ein unverkennbares Zeichen der Zeit, abermals
+allerwärts und in überraschender Weise hervortretende Neigung zu
+Okkultismus, Mystik, Astralkunde, Theosophie, Spiritismus usf.,
+führte ihm neue Nahrung zu. So entstand in Paris 1894 eine „Société
+hermétique de France“[5408] und bald darauf eine „Société alchimique
+de France“[5409], in deren Laboratorien ~Jollivet-Castelot~ und
+seinen Freunden die Darstellung des Goldes gelang oder doch beinahe
+gelang[5410]; seit 1890 erschien eine „Bibliothèque rosicrucienne“,
+seit 1894 eine „Collection hermétique“ in zwei Serien, seit 1896 eine
+Monatsschrift „Hyperchimie et Rosa alchemica“, seit 1904 eine „Revue
+d’Astrologie“[5411], und alle diese Unternehmungen scheinen bis in
+die jüngste Zeit fortgesetzt worden zu sein. Aber auch in Deutschland
+begann, etwa mit der Herausgabe des (sehr oberflächlichen) „Handbuches
+der Astrologie“ von ~E. Mayer~ (1891)[5412], die einer ganzen Anzahl
+ähnlicher Schriften, und die gesamte geistesverwandte Litteratur
+nahm alsbald derartig an Umfang zu, daß sich 1907 „die Notwendigkeit
+ergab“, in Leipzig ein „Zentralblatt für Okkultismus“ und 1912 eine
+„Astrologische Bibliothek“ zu begründen. Daß das „Wöchentliche
+Verzeichnis des Börsenvereines der Deutschen Buchhändler“ eine
+ständige Abteilung „Philosophie und Geheimwissenschaft“ führt, daß
+ferner Anzeigen betreffs Astrologie, Nativitäts-Stellen, Wahrsagerei
+u. dgl. alltäglich in vielen großen Zeitungen erscheinen, sich also
+sichtlich gut bezahlt machen, beweist ebenfalls, daß es an einem
+ausgebreiteten Leserkreise auch gegenwärtig keineswegs fehlt[5413]. Was
+aber insbesondere die Hoffnungen der Goldmacher anbelangt, so werden
+sie zur Zeit wesentlich mit Hinweis auf das Radium und die radioaktiven
+Stoffe wachgehalten[5414], „von deren völlig wunderbaren und für
+die Wissenschaft gänzlich unerklärlichen Eigenschaften sich +alles+
+erwarten läßt“ und denen man, je ungenügender sie noch bekannt sind,
+desto kühner die außerordentlichsten Wirkungen zuschreiben darf, ohne
+eine unmittelbare Widerlegung durch den Versuch befürchten zu müssen.
+
+ ——————————
+
+Nicht des näheren eingegangen, sondern nur kurz hingewiesen werden kann
+an dieser Stelle auf die Beziehungen der Alchemie zur +Kunst+, die
+wesentlich durch jene zu den 7 Planeten bedingt sind.
+
+Zu Alexandria, woselbst, wie weiter oben dargelegt, der Kult
+der Planeten, gefördert von den Gnostikern, Mithrasverehrern,
+Neuplatonikern usf. erst zu voller Entwicklung und vielseitigster
+Bedeutung gelangte, dürften auch die Urbilder, aus ihnen aber
+wieder die bleibenden Typen jener plastischen und zeichnerischen
+Darstellungen entstanden sein, die u. a. als Vorlagen der in den
+ältesten astrologischen Codices des Mittelalters auftauchenden und aus
+diesen dann auch von den meisten jüngeren Handschriften übernommenen
+Miniaturen anzusehen sind. Sichtlich zeigen sie sich durchaus
+beeinflußt von der Antike, namentlich auch von der spätrömischen
+und byzantinischen Verehrung der Planeten als Tagesgottheiten, die
+bereits im Laufe der Kaiserzeit große Verbreitung und allgemeine
+Volkstümlichkeit erlangt hatte[5415].
+
+Aber auch für den Osten wurden jene „hellenistischen Typen“ maßgebend,
+allerdings in „orientalisierter Gestalt“; verraten doch die islamischen
+Darstellungen der Planeten[5416], deren älteste auf einer Messingkanne
+des 12. Jahrhunderts und in der Damascener ~Qazwini~-Handschrift von
+1366 vorliegen, ein sichtlich schon längst[5417] feststehendes Gepräge
+deutlich synkretistischer Art, dessen orientalischer Bestandteil in
+letzter Linie auf die chaldäischen Planetengötter zurückgeht[5418]
+und hauptsächlich wohl durch die Ssabier übermittelt wurde, mit deren
+Angaben über die Gestalten der Planeten-Idole und über die zugehörigen
+Symbole, Farben, Kleidungen usf. die islamischen Nachbildungen
+durchaus übereinstimmen[5419]. Erst seit dem 12. Jahrhundert sollen
+diese aber weitere Verbreitung in den muslimischen Kreisen und durch
+sie auch in jenen der westlichen Mittelmeer-Völker gewonnen haben,
+und zwar kamen den letzteren nicht nur, wie man früher annahm, bloße
+Beschreibungen (aus litterarischen Quellen) zu, sondern auch die
+charakteristischen Abbildungen, die sich u. a. noch in den farbigen
+Miniaturen alchemistischer Handschriften (z. B. des ~Geber~, gegen
+1300) unverkennbar erhalten haben[5420]. Die Frage, durch wen und wo
+diese Weitergaben im einzelnen erfolgten, läßt sich vorerst nicht
+ausreichend beantworten; +eine+ der Stellen, denen hierbei eine
+wichtige Rolle zufiel, war aber zweifellos der am Hofe des kastilischen
+Königs ~Alfons~ X. tätige Gelehrtenkreis, dem um 1240 die sog.
+„Picatrix“ entsprang, ein Buch, das u. a. (natürlich nur indirekt)
+aus ssabischen Quellen, z. B. aus dem „Ghâjat“ schöpfte und in seinen
+Planeten-Beschreibungen bei ~Jupiter~, dem „großen Glücke“[5421], sowie
+bei ~Mars~ ausdrücklich auch deren Metalle erwähnt, bei ~Mars~ den
+Ring aus Kupfer und die Räucherpfanne aus Eisen[5422]. Die „Picatrix“
+gehört anscheinend mit zu den Vorlagen des von ~Michael Scotus~, dem
+Hofastrologen Kaiser ~Friedrichs~ II., gegen 1250 vollendeten großen
+astrologischen Traktates, in dem die alten chaldäischen Astralgötter,
+wenn auch nicht nochmals neu- so doch umgebildet, nunmehr auch in
+mittelalterlichem Gewande und Äußeren erscheinen[5423]. Den ~Scotus~
+versetzt ~Dante~ (um 1300) in die Bolge der falschen Wahrsager und
+Zauberer[5424], da er selbst, ganz so wie ~Albertus Magnus~ (gest.
+1280), der ausschließlich griechische, jüdische oder arabische Autoren
+astrologischer Schriften nennt, vom christlichen Standpunkte aus die
+gesamte Sterndeuterei völlig verwirft[5425]. Im übrigen schließt
+er sich, gleich ~Thomas~ von ~Aquino~, der schon von ~Origenes~
+gebilligten Lehre an, daß die Planeten von Schutzengeln geistigen
+Wesens (substantiae spirituales) gelenkt und geleitet werden und
+spricht diese daher im „Paradies“, sowie in der zweiten Canzone des
+„Gastmahles“ (Convito) mit den Worten an: „Voi, che intendendo il
+terzo cielo movete“. ~Gildemeister~ übersetzt sie[5426]: „O Ihr, Die
+Ihr den dritten Himmel lenkt, erkennend,“ ~Kannegiesser~[5427]: „Die
+denkend Ihr bewegt der Himmel Dritten“. Indem ~Dante~ den 7 Planeten
+die 7 Sphären sowie die 7 Reihen der Seligen, im „Gastmahl“[5428] aber
+auch die 7 Wissenschaften des Tri- und Quadriviums zuordnet, bahnt er
+einen ersten Schritt in der Richtung der künstlerischen Darstellungen
+enzyklopädischer Art an, die allmählich, und besonders seit der Zeit
+der Renaissance, das Übergewicht über die älteren, wesentlich vom
+mittelalterlich-scholastischen, kirchengemäßen Geiste getragenen
+erlangten[5429].
+
+Betreffs einer der frühesten Wiedergaben der 7 Planeten (anscheinend
+auf Wandteppichen), von der gegen 1107 das sehr merkwürdige Gedicht
+des Abtes ~Baudri~ über „Das Schlafgemach der Gräfin ~Adele~ von
+~Blois~“ berichtet, läßt sich leider Näheres nicht angeben, da der
+von ~Schlosser~ veröffentlichte Auszug gerade an dieser Stelle große
+Lücken aufweist[5430]; auch über die Miniaturen der im Britischen
+Museum befindlichen, gegen 1320 vollendeten lateinischen Übersetzung
+der „Astronomie“ des ~Albumasar~ (= ~Abu Maschʿar~, gest. 886) ist
+Genaueres nicht bekannt[5431], was desto bedauerlicher erscheint,
+als dieser Autor wieder Vieles aus der „Sphaera“ des ~Teukros~ von
+~Babylon~ schöpfte, die ihm allerdings nur in persischer Übersetzung
+zugänglich war[5432].
+
+Von Werken der italienischen Frühkunst kommen in Betracht:
+die Planeten-Fresken des ~Lorenzetti~ im Rathause zu Siena,
+1338-1341[5433]; die dem ~Talenti~, einem Schüler ~Pisanos~,
+zugeschriebenen Reliefs am Campanile zu Florenz, um 1350[5434]; der
+Cyclus des ~Bonajuti~ in der spanischen Kapelle zu Florenz, gegen
+1370[5435]; die Gruppe an einer Säule des Dogenpalastes zu Venedig, um
+1350 oder 1400[5436]; die Fresken des ~Guariento~ (?) in der Kirche der
+Eremitani zu Padua, um 1365 oder 1400[5437]; die Fresken des ~Miretto~
+(aus der Schule ~Giottos~) im Justizpalast zu Padua, um 1420[5438]; die
+Gemälde des ~Duccio~ in der Malatesta-Kapelle zu Rimini, um 1455[5439];
+die des ~Cossa~ im Schlosse Schifanoja bei Ferrara, gegen 1470[5440];
+die des ~Perugino~ an der Decke des Audienzsaales im Gebäude der
+Wechslerzunft (Cambio) zu Perugia, um 1499[5441]; die des ~Raffael~
+in der Kirche Sta. Maria del popolo zu Rom, um 1516[5442]. Bei den
+älteren unter ihnen fehlen ins einzelne gehende Einflüsse der bekannten
+Übermittlungen ganz, es sei denn, daß (wie schon bei ~Lorenzetti~) die
+Sonne, statt ihrer aber oft auch der ~Jupiter~, in Gestalt eines Königs
+mit der Krone erscheint, wie einstens ~Mithras~[5443]. Erst in der
+Gruppe des Dogenpalastes (1350, 1400) führt ~Merkur~ die Bezeichnung
+„Stilbons“ (= στίλβων, Stilbon, der Glänzende) und hält ~Mars~ ein
+Banner mit der Inschrift „De ferro sum“ (Ich bin aus Eisen)[5444], und
+bei ~Miretto~ (1420) trägt letzterer Gott einen roten Mantel[5445];
+dieser Künstler bildet auch zum ersten Male ~Merkur~ als Astrologen
+ab[5446], während ihn ~Duccio~ (1455) als ~Hermes Psychopompos~ auffaßt
+und mit Schlangenstab und Mandoline ausstattet, an deren Stelle
+bei ~Cossa~ (1470) eine Geige tritt, beide als Ersatz der antiken
+Leyer[5447]. ~Perugino~ greift schon ganz offenbar auf die antiken
+Typen zurück, nach Art der in den gleichzeitigen Holzschnitten zum
+„Astrolabium“ des ~Joh. Angelus~ (Venedig 1494) und in den Stichen
+des ~Baldini~ zutage tretenden[5448], und bei ~Raffael~ vollends
+tragen die Planeten die ausgesprochene Gestalt der alten Götter,
+werden aber zugleich von Engeln geleitet[5449]. Nur sehr langsam,
+dem allmählichen Fortschritte entsprechend, der zur Entfaltung der
+Renaissance führt, ändert sich also auch die Auffassung und Nachbildung
+der Planeten; erst das volle, für die Höhezeit der Renaissance so
+bezeichnende Wiederhervortreten der mystischen, abergläubischen und
+astrologischen Elemente[5450] bringt sie auch als Tagesgötter und
+Vertreter der Siebenzahl-Theorie abermals zu Ehren[5451], lehrt aufs
+neue ihren Zusammenhang mit Metallen, Steinen, Pflanzen, körperlichen
+Teilen und geistigen Eigenschaften, Lebensaltern, Farben, Gerüchen,
+Tönen, Buchstaben usf.[5452] und veranlaßt ihre schon oben erwähnten
+enzyklopädischen Darstellungen in Verbindung mit den 7 Tugenden und
+Lastern, Sakramenten und Todsünden, Wissenschaften und Künsten, mit
+den Musen als Vorsteherinnen der Sphärenharmonie und Leiterinnen der
+Himmel und Himmelskörper[5453], mit den Propheten und Heiligen, oder
+mit den Jahreszeiten und Tierkreisbildern. Ein Versuch, die fernere
+künstlerische Entwicklung der einschlägigen Gestalten, der Symbole
+und Attribute, der für die Planeten genau zu berücksichtigenden
+Farbengebung usf., im einzelnen zu erörtern, ist aber an dieser Stelle
+ausgeschlossen.
+
+Die ziemlich zahlreichen alchemistischen Gemälde und Stiche aus
+späteren Zeiten stellen teils die von auffälligen Apparaten und
+seltsamem Urväter-Hausrat erfüllten Laboratorien dar, teils tragen sie,
+gleich den bekannten ~Teniers~schen, den Charakter von satirischen oder
+Genre-Bildern; Belehrung über die Geschichte der alten Alchemie bieten
+sie daher nicht mehr.
+
+
+
+
+Sechster Abschnitt.
+
+(Anhang.)
+
+Zur älteren Geschichte der Metalle.
+
+
+Einleitung.
+
+Die +vorausgehenden+ Abschnitte boten bereits vielfachen Anlaß zur
+Erörterung einzelner wichtiger Punkte aus der älteren Geschichte
+der Metalle; angesichts des innigen Verbandes, in dem diese mit der
+Entwicklung der Alchemie steht, soll sie aber der +vorliegende+
+nunmehr noch in zusammenhängendem Umrisse und in etwas erweiterter
+Form darstellen. Das Hauptgewicht ist jedoch hierbei auf die
+kulturgeschichtlichen und etymologischen Beziehungen gelegt, während
+nicht etwa beabsichtigt wurde, aus der Geschichte wohlbekannte
+Tatsachen zu wiederholen, oder nach berg- und hüttenmännischer,
+chemischer und technologischer Seite hin auf den ungeheuren
+Wissensschatz einzugehen, der sich in zahlreichen, ebenso ausführlichen
+wie gründlichen Werken hervorragender Sonderforscher niedergelegt
+findet.
+
+Was den Ausdruck „Metall“ anbelangt, so sei bemerkt, daß die sämtlichen
+älteren Etymologien dieses Wortes jeglichen Wertes entbehren, die
+neueren aber ebenfalls noch nicht feststehen oder allgemein anerkannt
+sind[5454]. Schon vor fast anderthalb Jahrhunderten brachte ~Gehler~,
+jedenfalls auf +noch+ ältere Quellen hin, „Metall“ in Verbindung
+mit dem homerischen Zeitworte μεταλλᾶν (metallán) = aufsuchen,
+nachforschen[5455]; tatsächlich entsprechen diesem auch im Griechischen
+nach ~Schrader~ die Hauptworte μεταλλή (metallé) = Nachforschung und
+μέταλλον (métallon) = „Ort der Nachforschung“ in ganz gleicher Weise
+wie es innerhalb der lebenden Sprachen z. B. im Russischen der Fall
+ist[5456]. In erster Linie bedeutete also Métallon nichts weiter als
+eine beliebige Grube, in zweiter dann ein Bergwerk (im Armenischen
+noch jetzt Métalk), in dritter ging der Name von dem +Orte+ auf den
++Gegenstand+ der Nachsuchung über, und erst in vierter und spätester
+auf jene bestimmte +Art+ des Gegenstandes, die man unter Metall im
+heutigen Sinne zu verstehen pflegt[5457]. Wie die Bezeichnungen
+vieler edler Metalle und Steine, denen man seit jeher zauberisch
+schützende, abwehrende, oder heilende Eigenschaften beilegte, z. B.
+χρυσός (Gold), χαλκός (Kupfer), ferner vielleicht σάπφειρος (Sapphir),
+ἀμέθυστος (Amethyst) und andere, so entstammte vermutlich auch
+μέταλλον einer orientalischen Sprache[5458], anscheinend der eines
+kleineren, keiner der führenden Hauptfamilien zugehörigen Volkes.
+Im Sinne von Bergwerk begegnen wir μέταλλον erst bei ~Herodot~
+(489-425)[5459]; bei ~Aristophanes~ (geb. 444) sind μέταλλα auch
+schon die Pachtgelder für Bergwerke[5460]; metallum im Sinne von
+Metall scheint, wohl zufälligerweise, erst bei ~Lucretius~ (98-55)
+bezeugt zu sein[5461]. ~Strabon~ (66 v. bis 24 n. Chr.)[5462] und auch
+~Diodor~ (zur Zeit ~Caesars~)[5463] sprechen von Alaun und Alaungruben
+als „Metalla“, und diese Bezeichnung der Grube oder des Gegrabenen
+wendet ~Vitruv~ (zur Zeit des ~Augustus~) auch auf Melinum an (eine
+weiße oder gelbliche Erdart)[5464], ~Plinius~ (um 75 n. Chr.) u. a.
+auf Kreide und Diamant[5465], ~Solinus~ (um 250) in seinen dürftigen
+Auszügen aus ~Plinius~ auf Salz (salinarum metalla)[5466], sein
+Zeitgenosse ~Heliodor~ auf Smaragden[5467], usf. In späterer Zeit
+heißen Metallarii, μεταλλεῖς, erst die mit dem Graben von Gängen und
+Stollen beim Bergbau und auch bei Belagerungen Beschäftigten[5468],
+und im 4. Jahrhundert sind „Metallarii“ die den Zünften der Bergwerks-
+und Steinbruch-Arbeiter Angehörenden. Das Anlegen der Gruben und
+die Verarbeitung der Metalle bildete damals, gleich dem Sammeln und
+Verwerten des Purpurs, der Herstellung feiner Gewebe (besonders des
+Leinens) und dem Betriebe vieler anderer Gewerbe, ein kaiserliches
+Vorrecht oder Monopol[5469]; um dessen Ertrag zu sichern, war der
+Stand der Metallarii ein zwangsweise erblicher[5470], unterlag
+der Aufsicht besonderer Oberbeamten, -- ein „Comes metallorum per
+Illyricum“, „Berghauptmann oder Berggraf für Illyrien“, ist für 366
+nachgewiesen[5471] --, und hatte eine feste Abgabe, „Canon metallicus“,
+zu leisten, die derart eingetrieben wurde, daß der Kaiser z. B.
+den privilegierten Goldsuchern oder Goldwäschern (aurileguli) eine
+bestimmte Menge ihres Goldes in natura abforderte, während ihm für den
+Rest das Vorkaufsrecht zu einem Vorzugspreise zustand[5472].
+
+
+1. Gold.
+
+Sowohl in der alten wie in der neuen Welt tritt das Gold in vielen
+Fällen als zuerst bekanntes Metall auf[5473], wozu nicht minder
+sein Vorkommen wie seine Eigenschaften Anlaß bieten[5474], denn auf
+primärer und sekundärer Lagerstätte sowie als Flußgold findet es sich
+gediegen und völlig oder annähernd rein, mußte also durch Schwere
+und Glanz, Unzerstörbarkeit und Festigkeit, Geschmeidigkeit und
+Dehnbarkeit schon frühzeitig die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich
+lenken. Seine leuchtende Farbe erklärt die sehr allgemeine Beziehung
+zur Sonne, und diese wieder den weitverbreiteten Glauben an seine
+höheren, himmlischen, zauberhaften Kräfte. So behaupten z. B. einige
+malayische Stämme noch heutzutage, Gold, aber auch Silber und Zinn,
+bildeten die Wohnstätten göttlicher Geister (die sie auch wachsen
+und nachwachsen machen), dürften daher nur unter gewissen heiligen
+Zeremonien und namentlich unter sorgfältiger Vermeidung aller diesen
+Geistern unangenehmen Geräusche aufgesucht und ausgegraben werden,
+seien aber selbst wieder besonders geeignet zur Unterstützung der
+religiösen und Kult-Handlungen[5475]. Die verhältnismäßige Weichheit
+des reinen Goldes, die Leichtigkeit, mit der es sich bereits in
+der Kälte hämmern, auch zu Blechen, ja selbst Drähten gestalten
+läßt, sowie die Schwierigkeit, die unter gleichen Umständen das
+Zusammenfügen kleiner Einzelstücke bietet, erschließt ohne weiteres
+das Verständnis für die Formen der ältesten Fundstücke[5476]: Schmuck
+aus mit dem Steinhammer bearbeiteten Goldplättchen weisen schon die
+Gräber der neolithischen (jüngeren steinzeitlichen) Periode auf[5477],
+später folgen mit Goldblech belegte oder beschlagene Holz-Geräte und
+-Waffen, sodann durch „kaltes Hämmern“ gestaltete Platten, Ringe,
+Treib- oder Hohl-Arbeiten, während geschmiedete, geschweißte und
+gelötete Gegenstände erst Erzeugnisse weitaus späterer Zeitalter
+darstellen[5478]. Daß sich aber während solcher die älteren Verfahren
+noch lange weiter erhalten können, und zwar auch in benachbarten
+Gegenden, dafür bietet die neue Welt ein lehrreiches und zur Vorsicht
+bei allen ins einzelne gehenden Schlüssen mahnendes Beispiel: denn
+während die Einwohner der Antillen und der nördlichen Teile Südamerikas
+nur mit dem kalten Hämmern und Treiben des Goldes vertraut waren[5479],
+hatten jene Mexikos und Perus die Bearbeitung von Gold und anderen
+Metallen bereits zur höchsten technischen und künstlerischen Vollendung
+entwickelt. Auf dem Markte der Stadt Mexiko sah schon ~Cortez~ nicht
+nur Silber, Kupfer, Blei und Zinn, sondern auch Gold in Säckchen
+und Körbchen, sowie in Gestalt von Barren verkaufen[5480]; Gold und
+Silber standen dort in naher Beziehung zu Sonne und Mond, die man
+neben der Venus göttlich verehrte, wie denn astrologische Ideen
+weitverbreitet waren[5481] und auch der Glaube an vier Elemente und an
+die Möglichkeit eines Unsterblichkeits-Trankes waltete[5482]. In Peru
+war man ebenfalls durchaus vertraut mit dem Schmelzen, Gießen, Löten,
+Treiben und Plattieren des Goldes, mit der Herstellung äußerst dünner
+Vergoldungen, mit der Gewinnung feinster Drähte und Bleche, -- die
+herrlichen großen Gold-Schmetterlinge sind nur 0,1 mm dick --, und mit
+der Bereitung verschiedenfarbiger Goldlegierungen, u. a. solcher mit
+Silber, Kupfer, Zinn, Antimon, oder mehrerer von diesen zusammen[5483];
+bekannt sind die Schilderungen des ~Garcilasso de la Vega~, nach denen
+der große Sonnentempel der Inkas mit goldenen Platten ausgelegt und
+eingedeckt war, ein goldenes Standbild des Sonnengottes und unzählige
+goldene Schmucksachen, Gefäße und Weihgeschenke enthielt, während sich
+das Gelaß seiner Gemahlin, des Mondes, nach gleicher Weise in Silber
+ausgestattet fand[5484].
+
+Über die Geschichte des Goldes in +Ägypten+ ist schon in den
+vorausgehenden Abschnitten, an Hand der frühesten Aufzeichnungen bis zu
+den Erzählungen des ~Agatharchides~ herab, Näheres berichtet worden,
+so daß nur an weniges zu erinnern bleibt. Bereits in den Gräbern der
+älteren Steinzeit finden sich vereinzelte goldene Schmucksachen[5485].
+Im 4. Jahrtausend stand die Verarbeitung des Goldes schon in hoher
+Blüte[5486], und zur Zeit der Thiniten, um 3300, wurde eine „Steuer vom
+Gold“ = „Steuer vom Vermögen“ erhoben und das Gold hauptsächlich aus
+Nubien bezogen[5487]; sein ältester Name lautet daher Nub[5488], und
+sein ältestes hieroglyphisches Zeichen ist der Sack zum Auswaschen,
+nach dem es als „Nub en nun“ (Gold des Wassers, des Flusses) vom „Nub
+en set“ (Gold des Felsens, des Gebirges) unterschieden wird[5489].
+Gegen 2000 erfolgte die Eroberung der Goldgruben Nubiens und des
+Wüstenplateaus Wadi Allaki, mit der zugleich der Frondienst der
+Negerstämme einsetzt[5490], und nicht viel später begann das Heranholen
+des Goldes zur See aus den Punt-Ländern, als die man vermutlich
+die Küsten des südlichen Arabiens und östlichen Afrikas anzusehen
+hat[5491]; unter König ~Thutmosis~ III. (1501-1447) kam bereits vieles
+Punt-Gold nach Ägypten[5492], und die Berichte aus seiner und aus der
+Folgezeit (z. B. die im Papyrus ~Harris~ aus dem 13. Jahrhundert)
+schildern eingehend die besonderen Eigenschaften und Farben der
+verschiedenen Goldarten[5493]. Für das Wägen und Messen des Goldes
+bestanden seit altersher bestimmte Vorschriften, wie man denn überhaupt
+festen Gewichtsnormen in Ägypten schon um 2800 begegnet[5494]. In
+jüngerer Zeit ist ein Hauptmaß das in 10 Kite geteilte Deben (etwa
+130 g); eines der im Papyrus ~Ebers~ (um 1500) gebräuchlichen
+Medizinal-Gewichte, das ⅔ Kite beträgt, ging später als Drachme von
+Aegina in den griechischen Kulturkreis über[5495], während wiederum 36
+Kite das römische Pfund bildeten[5496]. Das Abmessen feinen Goldstaubes
+erfolgte in kleinen, mit einem passenden Handgriffe versehenen
+Bronzezylindern und war, wie einige Fundstücke ersehen lassen, um 1500
+ebenfalls schon längst üblich[5497].
+
+Die +Sumerer+, die nichtsemitischen Ur-(?)Einwohner Sinears, des
+südlichen Zweistromlandes, deren von ~Lenormant~[5498] behauptete
+Verwandtschaft mit den turanischen Völkern, den Ugro-Finnen und
+den Tschuden des nördlichen Asiens, durchaus fragwürdig ist[5499],
+kannten zweifellos schon in ältester Zeit das Gold, das Silber, das
+Kupfer und die Edelsteine, sowie deren Verwertung[5500]; sie besaßen
+Schriftzeichen für die genannten Metalle, hielten deren Glanz für
+etwas Heilbringendes und Überirdisches, verehrten metall-hütende
+und -verarbeitende Götter, sahen in der die untere Hemisphäre
+durchwandernden Sonne eine Gottheit der verborgenen metallischen
+Schätze, die „aufzusteigen begehren“[5501] und sollen den ersten Anlaß
+zu jenen Lehren des nachfolgenden babylonischen Zeitalters gegeben
+haben, denen gemäß den Göttern die verschiedenen Metalle als Attribute
+zugewiesen wurden[5502]. ~Inlil~, der Gott der ersten sumerischen
+Hauptstadt Nippur, galt für den „Herrn des Goldes“, eine Würde, die
+nachher auf ~Marduk~, den Stadtgott von Babel, überging[5503]; der alte
+Gott ~Ea~ von Eridu, später zum Herrscher der Tiefe geworden und als
+Bringer erhabenster Weisheit aus ihrer Urflut auftauchend, wird (auch
+unter dem Namen ~Oannes~) ebenfalls als Gott des Goldes bezeichnet,
+als Schutzherr der Goldschmiede, sowie der Schmiede und Metallarbeiter
+überhaupt[5504]. Noch später versah dieses Amt der Feuergott ~Gibil~,
+Meister der „heiligen oder himmlischen Schmiede“, die aber, entgegen
+ehemaligen Meinungen, im Sinne von Fegefeuer für Altbabylon nirgendwo
+bezeugt ist[5505]. Nach babylonischem Glauben entstammt das Gold dem
+„finsteren Norden“[5506], -- woraus also das Unzutreffende der Ansicht
+erhellt, es finde sich überall und allerorten mit den Lichtgottheiten
+verbunden[5507] --, und zwar dem Lande Aralli, dem goldreichen,
+unter einem silbernen Himmel liegenden Wohnsitze gewisser Götter und
+Geister[5508]. -- Um 2500, unter dem Könige ~Sargon~ I., soll u. a.
+der Landstrich von Melucha in Arabien viel Goldstaub nach Sinear
+geliefert haben[5509]; gegen 2000, zur Zeit ~Hammurabis~, wird Gold,
+z. B. in Barren und „Zungen“, zwar öfters erwähnt[5510] und man
+kannte anscheinend schon den Voll- und Hohlguß, sowie die Herstellung
+gehämmerter Platten[5511], doch war es immerhin noch ziemlich selten,
+und wenn der König ~Sumulailu~ den Thron des ~Marduk~ mit Silber und
+Gold ausschmückte, so wird dies ausdrücklich hervorgehoben[5512].
+Gegen 1600 muß indessen die Verbreitung schon eine recht erhebliche
+gewesen sein, und ägyptische Inschriften erwähnen goldene babylonische
+Gefäße, Kunstwerke und Statuen als Siegesbeute[5513]. Das um diese
+Zeit seitens der Ägypter übernommene, babylonische sexagesimale Maß-
+und Gewichts-System[5514], dem auch das „Mine“ genannte Gold-Gewicht
+(die μνᾶ der Griechen) angehörte[5515], läßt sich bis auf etwa
+2500 zurückverfolgen, und zwar bestanden die Gewichte anfangs aus
+Steinen, z. B. Hämatit, später aus Blei und noch später auch aus
+Bronze[5516]; schon gegen 2300 bestimmte man ein festes Wertverhältnis
+der Gewichtseinheiten Gold und Silber (später auch Silber und
+Kupfer), dessen wiederholt abgeänderter Betrag schließlich bei 11: 1
+verblieb und als solcher in jüngeren Zeiten zur Norm der lydischen,
+persischen, phönizischen und karthagischen Münzprägung wurde[5517]. --
+Der babylonische Name des Goldes, der vermutlich kein einheimischer
+war, lautete „hurasu“, und sein ältestes, den Ost- und West-Semiten
+gemeinsames Wortzeichen bedeutete „das Glänzende“[5518].
+
+Im Bereiche der +ägäischen+ Kultur beginnt an einer der ältesten
+und wichtigsten Fundstätten, dem Palaste zu Knossos auf Kreta,
+Metall erst gegen 3000 aufzutauchen, Gold zunächst in Gestalt
+verhältnismäßig spärlicher Schmucksachen aus Golddraht, die u. a.
+das Spiralmotiv zeigen[5519]; auf den Cycladen ist Gold um 2500 noch
+recht selten[5520], ebenso in Cypern, wo zunächst φθοΐδες, d. s.
+Klümpchen und flache Kuchen, und erst weiterhin dünne Stangen und
+Barren zutage treten[5521]. -- In +Troja+, richtiger in dem mächtigen
+Schutthügel von Hissarlik, dessen tiefstliegende Ansiedlung bis gegen
+3000 oder 3300 zurückreichen dürfte, weisen die Schichten um 2600 neben
+φθοΐδες, kleinen Stangen und Barren, bereits Schmuck aus Golddraht
+und Goldperlen, sowie goldene Bleche und aus solchen getriebene
+oder gepreßte Geräte auf[5522]; die der Zeit zwischen 2500 und 2000
+angehörigen, in denen ~Schliemann~ den sog. „Schatz des ~Priamos~“
+fand, zeigen außerdem auch reich gegliederten, zum Teil auch schon
+gelöteten Goldschmuck, allerlei getriebene Gefäße aus Gold, Silber
+und Kupfer, sowie größere Zungen und Barren[5523], letztere nach
+ägyptischem Gewichte ausgewogen[5524]. -- Die gegen 2000 entstehende
++mykenische+ Kultur[5525] entwickelte sich durch Berührung der
+vorgenannten Mittelmeer-Kulturen mit denen Ägyptens und des Orients,
+wobei Hauptvermittler die Phönizier zur See waren, und die Chetiter
+(über Kleinasien und Syrien) zu Lande[5526]; wie die Funde zu Mykene
+und an vielen anderen Stätten beweisen, war dieses Zeitalter reich an
+Gold[5527], besaß eine ausgebreitete Goldindustrie[5528] und wußte aus
+Gold verschiedener Färbung, in Verbindung mit Alabaster, Elfenbein,
+Malachit, Lasurstein, bunten Glasflüssen (namentlich künstlichem
+Blaustein) u. dgl. mehr, eine Fülle schöner, reich ornamentierter
+Schmucksachen und Gebrauchsgegenstände herzustellen, u. a. auch aus
+getriebenen oder gepreßten Blechen geformter und gelöteter[5529].
+
+An das erste Bekanntwerden der +Griechen+ mit dem Golde hat die Sage
+noch eine Erinnerung bewahrt, indem sie es nach Überlieferungen, die
+uns durch ~Plinius~[5530], ~Hyginus~ (2. Jahrhundert n. Chr.?)[5531],
+und ~Cassiodorius~ (gest. um 580 n. Chr.)[5532] erhalten blieben,
+bald durch ~Thoas~, bald durch ~Aeakus~ oder ~Sakus~, einen Sohn des
+~Zeus~, in Panchaia oder auf einem daselbst gelegenen Berge Thasos
+auffinden ließ. Den Namen des Goldes, χρυσός (Chrysós), übernahmen
+die Griechen wohl von Semiten, und diese wiederum von einem Volke
+des goldreichen Kleinasiens[5533], jedoch nicht, wie man ehedem
+glaubte, von den Phrygern, da das Gold bei diesen γλουρός (Glurós)
+hieß = gr. χλωρός (Chlorós, d. i. Grüngelbes)[5534]. Wahrscheinlich
+leitet sich Chrysós vom semitischen, daher auch phönizischen Harût
+oder Charûz ab[5535], denn Gold und Silber wurden in Griechenland
+fraglos hauptsächlich durch die Phönizier verbreitet, wenn auch der
+Zeitpunkt, zu dem dies geschah, noch strittig ist: nach einigen
+Forschern befuhr nämlich jenes Handelsvolk erst seit etwa 1100 die
+Küsten Nordafrikas, Siziliens, Sardiniens und Spaniens, und nicht vor
+800, also erst +nach+ der mykenischen Periode, die Griechenlands und
+der griechischen Inseln[5536]; nach anderen hingegen trug es schon zur
+Entstehung der mykenischen Kultur mit bei und unterhielt gerade mit
+den ihm benachbarten Küsten bereits damals einen lebhaften, und um
+1600 schon einen vollständig entwickelten Verkehr[5537]. Jedenfalls
+wurden die Gold- und Erzgruben auf den Inseln Thasos (auch Chryse
+geheißen!), Thera, Melos, Kimolos, Seriphos, Siphnos und anderen,
+ferner die in Thrazien (besonders am Pangaios) und Mazedonien usf.,
+zuerst von Phöniziern angelegt und in Gang gebracht[5538]. Als sich die
+europäischen Griechen im 8. und 7. Jahrhundert der Führung der lange
+Zeit unter lebendiger Nachwirkung der mykenischen Kultur stehenden
+kleinasiatischen entwanden und neue orientalische Einflüsse von
+Assyrien, Ägypten und Kyrene her erfuhren[5539], kannten sie daher
+längst das Gold sehr wohl; häufiger wurde es dagegen bei ihnen erst
+seit etwa 500, wenngleich die Sagen von den goldgrabenden Ameisen
+und goldbewachenden Greifen, vom goldenen Vließ usf., auch für diese
+Periode die Dürftigkeit des näheren Wissens noch weiter bezeugen. In
+der Regel erhielt der Goldschmied (χρυσοχόος) vom Auftraggeber das
+Gold geliefert, das er mit dem herakleïschen Steine (dem Steine aus
+Herakleia in Lydien) probierte[5540], schmolz, zu Platten und Blättern
+hämmerte und trieb, seltener auch (zu meist nur kleineren Gegenständen)
+goß; die dünnen Blätter und Blättchen (πέταλα, λεπίδες) blieben
+dauernd in vielfältigem Gebrauche[5541] und dienten namentlich auch
+zum Vergolden, wobei an die Stelle des echten Goldes frühzeitig Oker,
+Rötel, Sinopis und ähnliche Ersatzstoffe traten, die mit Hilfe eines
+Klebemittels aufgetragen wurden[5542]. Die Vergoldung im Feuer mittelst
+Quecksilber, sowie dessen Benutzung zum Lösen und Ausziehen des Goldes,
+sind erst bei ~Vitruv~[5543] und ~Plinius~ bezeugt, allerdings bereits
+als etwas längst Bekanntes[5544]. Dem Golde verschiedene weißliche,
+gelbliche und rötliche Töne zu verleihen, dienten die βαφεῖς χρυσοῦ
+(Färbungen des Goldes), die durch Legieren mit Silber, Elektron,
+Kupfer, oder Gemengen von diesen erfolgten. Zum Löten benützte
+man Chrysokolla (= Goldleim), unter dem wohl schwerlich, früheren
+Voraussetzungen gemäß, Borax zu verstehen ist, -- wenngleich solcher
+in einem sehr alten Gold-Schmelztiegel zu Delos nachgewiesen sein
+soll[5545], wie denn borhaltige Mineralien in Vorderasien keineswegs
+fehlen --, vielmehr ursprünglich wohl Malachit, der beim Erhitzen in
+Kohlensäure und Kupfer zerfällt, welches letztere die Lötung bewirkt;
+in den sog. Schriften des ~Hippokrates~ bedeutet Chrysokolla nichts
+anderes als Malachit[5546], und als Malachit ist auch der „falsche
+(ψευδής) Smaragd“ des ~Theophrastos~ aufzufassen, der sich in Gold- und
+noch häufiger in Kupfer-Gruben vorfinden soll und ein vortreffliches
+Goldlot abgibt[5547].
+
+Bei den +Etruskern+ ist Gold, dessen Name „aurum“ = „das Gelbe“
+ein rein italischer sein soll[5548], erst in den Gräbern jüngeren
+Ursprunges nachweisbar und auch in diesen sichtlich nur als Gegenstand
+orientalischer Einfuhr, während Waren eigener Technik nicht vor etwa
+700 auftauchen[5549]. In +Rom+ war Gold anfänglich sehr selten,
+immerhin bilden aber Goldarbeiter (aurifices), wohl hauptsächlich
+Vergolder und Goldschläger, die u. a. Platten (bractea) und Blätter
+(lamina) hergestellt zu haben scheinen, schon eine der angeblich von
+König ~Numa~ bestätigten Zünfte, und bekannt ist die Erzählung, daß der
+Abzug der Gallier im Jahre 390 v. Chr. durch Bezahlung von 1000 Pfunden
+Gold erkauft worden sei[5550]. Späterhin pflegte man das Gold durch
+Umschmelzen (coquere = kochen, entsprechend dem gr. ἕψειν; conflare)
+zu läutern und regelmäßig auf seinen Gehalt zu untersuchen; die
+Feuerprobe heißt bei ~Cicero~ obrussa oder obryza, das Feingold daher
+obryzum oder obryzatum (sc. aurum), und dieses Wort, das als οβρύζη
+oder βρύζη wieder ins Griechische überging, findet sich im Sinne von
+purum (rein) noch auf den Goldmünzen des Kaisers ~Konstantin~ sowie auf
+den Goldbarren vor[5551], die amtlich auf ihren Feingehalt geprüft und
+dann abgestempelt wurden[5552].
+
+In +Spanien+ war das ziemlich reichlich vorkommende Gold bereits
+frühzeitig Gegenstand der Gewinnung und Verwertung, und Schmucksachen
+wurden schon in der jenseits 1000 v. Chr. liegenden Periode
+hergestellt[5553]. In +Gallien+ betrieben die Kelten seit altersher
+Gold-Gräberei und -Wäscherei, über deren unvollkommene Verfahren
+sich einige Berichte bei ~Athenaeus~[5554] (3. Jahrhundert n. Chr.)
+und bei ~Strabon~ erhielten, welchem letzteren einige keltische
+Stämme für πολύχρυσοι (goldreich) gelten[5555]. -- In Mitteleuropa
+dürfte das Gold ursprünglich zugleich mit dem Kupfer bekannt geworden
+sein[5556], größere Mengen gelangten aber erst seit der Berührung
+mit den Römern dahin; die sehr alten einheimischen Bezeichnungen der
++Germanen+, +Letten+ und +Slaven+, gulth, zelto und zoloto, bedeuten
+das „Gelbe“[5557]. Von den Germanen übernahmen das Wort für Gold
+(kulda) auch die +Finnen+[5558], die im 4. oder 5. Jahrhundert,
+ausgestattet mit der Kultur der Eisenzeit, in ihre jetzigen Wohnsitze
+einwanderten[5559]; Edelmetalle und Schmiede spielen eine große Rolle
+in den alten Sagen ihrer „Kalewala“, nach denen u. a. die eine Hälfte
+eines Eies zur Erde wird, die andere aber zum Himmel, an dem Sonne und
+Mond, aus Gold und Silber bestehend, erglänzen[5560]. Sehr oft erwähnen
+Gold und Silber auch die Erzählungen des „Kalewipoeg“[5561], sowie
+die „Mythischen und magischen Lieder der Esthen“ und die „Esthnischen
+Mährchen“, denen gemäß die Unterirdischen Gold und Silber graben und
+schmelzen, was der Kundige am Geräusche, das aus dem Erdboden dringt,
+zu erkennen und zu erhorchen vermag[5562].
+
+Wie weit die Kenntnis des Goldes in +China+ und +Indien+ zurückreicht,
+bleibt vorerst unbestimmbar; im Sanskrit heißt Gold hiranya = das
+gelbe, glänzende (nämlich ayas, Metall)[5563]. Indien gilt, wo immer
+es in der Geschichte auftaucht, stets als ein äußerst goldreiches
+Land: ~Ktesias~, der seit 415 v. Chr. als Arzt am persischen Hofe
+verweilte, erzählt, daß seine Flüsse, gleich jenen Lydiens und anderen
+den Griechen wohlbekannten Kleinasiens, Goldkörner mit sich führen,
+daß seine Gebirge vieles Gold enthalten, dessen man sich aber, der
+Greifen halber, nur unter höchster Lebensgefahr zu bemächtigen vermag,
+und daß daselbst eine Wunderquelle flüssigen Goldes (ὑγροῦ χρυσίου)
+sprudelt, von dem man jährlich hundert Tongefäße voll ausschöpft,
+es an der Luft erstarren läßt und schließlich durch Zerschlagen
+der Gefäße rein gewinnt[5564]. Letztere Angabe erinnert an die des
+~Herodot~, der zufolge die +Perser+ zur Zeit des ~Darius~ (521-485)
+aus Indien Goldbarren als Tribut empfingen, das Gold umschmolzen und
+die Kuchen, die die Form der Schmelztiegel besaßen, als solche im
+Reichsschatze aufbewahrten[5565]. Über Natur und Herkunft des Goldes
+waren die alten Perser wohlunterrichtet, und erst spätpersische Sagen
+lassen es neben den anderen Metallen aus den Gliedern des sterbenden
+Urmenschen ~Gayomard~ hervorgehen, der kosmologischen Charakter trägt,
+und mit dessen Tode, ähnlich wie mit dem des Urstieres nach der
+~Mithras~-Lehre, die Weltentwicklung beginnt[5566]. Der altpersische
+Name des Goldes, zaranya, ist offenbar der nämliche wie der altindische
+(hiranya)[5567]; im Pehlewi heißt Gold zar, daher zarik = goldig[5568].
+Die Bezeichnung der Ost-+Finnen+, zaranya, ist sichtlich dem Iranischen
+entlehnt[5569]; die bei den Völkern des Urals und Altais übliche
+„altun“, ist eine turko-tatarische[5570], die der +Armenier+, „oski“,
+vermutlich eine kaukasische[5571]. Nicht sicher bekannt ist die der
++Tschuden+ im nordöstlichen Asien, deren uralte, aber schon zur Zeit
+des ~Pallas~ (1770) völlig zerwühlte Gräber zahlreiche Beigaben an
+Gold und anderen Metallen aufweisen[5572], sowie jene der Bewohner
+von Kolchis am schwarzen Meere, die das feine Flittergold der Flüsse
+seit altersher mit Hilfe haariger Häute aufgefangen und so Anlaß zur
+Entstehung der Sage vom goldenen Vlies gegeben haben sollen[5573].
+
+Schon zu entlegenster Zeit wurde als „gesegnet durch Fülle des Goldes“
++Arabien+ gepriesen, dessen kostbarste Ausfuhrware, „arabisches
+Gold“, nicht minder in Ägypten wie im Zweistromlande rühmlich bekannt
+und eifrig begehrt war[5574]. Dieser nicht unbegründete Ruf des
+Reichtumes an Gold überdauerte die Jahrtausende, und zu ihm gesellte
+sich später jener der kunstfertigen Verarbeitung; arabische Goldgefäße
+für Wein und Räucherwerk, sowie arabische Goldschmucksachen hatten
+bereits bald nach Beginn unserer Zeitrechnung eine hohe Stufe der
+Vollendung erreicht[5575], und es kann daher nicht wundernehmen, daß
+schon ~Muhammed~ (571-632) jedermann, der Schmuck im Gewichte von
+über 20 Dinar (etwa 30 g) besaß, eine besondere Steuer von ½ Dinar
+auferlegte[5576]. Während der nächstfolgenden Jahrhunderte wurde
+diese erhöht und zu einer Steuer auf „alles Schmiedbare“ erweitert,
+u. a. auf Gold, Silber, Kupfer, Bronze, Messing (+beide+ zumeist
+„sufr“ genannt)[5577], über deren Gewinnung und Verwendung es eine
+ausführliche Litteratur gab, die aber fast gänzlich verloren gegangen
+ist[5578]. Die Rechtsgelehrten stritten darüber, ob es dem Khalifen
+zustehe, Abbaurechte, wie auf Gold, Silber, Kupfer oder Eisen,
+„die +nicht+ offen liegen“, auch auf Erdöl, Erdpech, Salz, Kohol
+[Antimonsulfid] u. dgl. zu erteilen, „die offen liegen“[5579], und
+Fachleute wie ~Alschirazi~ (1003-1083) verfaßten bereits eingehende
+Werke über die juristischen Verhältnisse des Bergbaues[5580]. Gold
+bezogen die Khalifen aus fast allen Gegenden ihres Weltreiches, u. a.
+aus Allaki in Ägypten „15 Tagereisen von Assuan“[5581], ferner aus
+dem Maghreb (Westafrika)[5582], aus Transoxanien und Ferghana[5583],
+aus Kerman[5584] usf., nicht aber aus dem eigentlichen Persien[5585].
+In der arabischen Dichtung und Litteratur sind, wie schon in früheren
+Abschnitten hervorgehoben, Anspielungen auf das Gold, seine Gewinnung
+und Verwertung häufig; Fragen allerdings, wie die oft erörterten,
+„warum die Erde zwar vielen Ton hervorbringe, aus dem Geschirr, aber
+nur wenig Sand, aus dem Gold wird“, „warum Ton häufiger sei als Blei,
+dieses häufiger als Eisen, dieses häufiger als Kupfer, dieses häufiger
+als Silber, dieses häufiger als Gold“, oder „warum das Gold, das sonst
+nur im Sand entstehe, gerade auch in der Pfauenfeder zutage trete, also
+schon im Pfauenei mitenthalten sei“[5586], können keinen Anspruch auf
+Neuheit erheben, denn sie finden sich in völlig gleicher Weise schon
+in Werken des hellenistischen Zeitalters behandelt, z. B. in dem um
+90 n. Chr. verfaßten sog. „4. Buche ~Esra~“[5587], -- und auch dort
+schwerlich zum ersten Male.
+
+
+2. Silber.
+
+In +Ägypten+ war das Silber, hâd oder hât = das Weiße genannt, um 3000
+noch sehr selten und bis etwa 1500 wertvoller und geschätzter wie
+Gold; dies erklärt sich aus dem Umstande, daß es im Nordosten Afrikas
+nicht oder kaum vorkommt und daß seine Gewinnung und Reindarstellung
+zumeist bereits einigermaßen fortgeschrittene berg- und hüttenmännische
+Kenntnisse voraussetzt[5588]. In späterer Zeit, bis in das 6.
+Jahrhundert hinein, tritt es häufig in der Form von Hacksilber auf, das
+dem Empfänger zugewogen wird, aber auch in der von Kuchen, Stangen,
+Barren und Zungen, ganz so wie das Gold, mit dem es die Verwendung
+teilt[5589].
+
+In +Sinear+, dem Zweistromlande, heißt Silber bei den Sumerern
+ku-babber = das Weiße, Glänzende[5590], und bei den Babyloniern mit
+einem semitischen Gemeinworte kaspu[5591]. Schon in der ältesten,
+bis etwa 2900 zurückreichenden Schicht der Ruinen von Lagasch (nächst
+der Mündung des einstigen Tigris-Hauptarmes), in Telloh, finden sich
+silberne Schmuckstücke und Ringe[5592], und aus der nämlichen Zeit
+dürfte die dem Gotte ~Enlil~ (= ~Bel~) von Nippur geweihte Silbervase
+des Priesterfürsten ~Entemena~ stammen[5593]; um 2575 wird gelegentlich
+der Zerstörung einer Stadt der Raub von Silber berichtet[5594]; gegen
+2000, zur Zeit ~Hammurabis~, ist das bis dahin noch seltene Metall
+schon häufiger als Gold, es dient zur Ausschmückung der Tempel und
+Götterthrone[5595] und wird maßgebend für Bildung und Gestaltung
+der Preise[5596]; im 16. Jahrhundert werden silberne Geräte als
+Gegenstand der babylonischen Ausfuhr nach Syrien genannt[5597], aus
+dem 13. rühren die Silbertafeln assyrischer Grabstätten her[5598] und
+aus dem 10. und 9. die Hacksilber-Funde assyrischer Abkunft[5599].
+Wann die Verbindung des Silbers mit dem Monde und dem Mondgotte
+~Sin~ beginnt, auf die hin wie der Mond so das Silber oft als „grün“
+bezeichnet wird, ist unsicher; ~Jeremias~ verlegt sie schon in die
+älteste Zeit[5600]. Ungewiß bleibt auch, woher das Zweistromland
+sein Silber bezog; ursprünglich lieferten es wohl das benachbarte
+Baktrien und Karmanien[5601], später die alten vorderasiatischen
+Haupterzeugungsstätten, nämlich Armenien sowie das gegen das schwarze
+Meer abfallende armenische und kaukasische Gebirge[5602], und noch
+später, etwa seit dem 16. Jahrhundert, brachten die Phönizier auf dem
+Seewege bedeutende Mengen nach dem Osten[5603], wodurch das weiße
+Metall in Ägypten und Babylonien bekannter, aber auch billiger wurde
+und dem Golde gegenüber den bisherigen Wert der Seltenheit verlor.
+
+In der +Ägäis+ ist man schon frühzeitig im Besitze von Silber, auf
+den Inseln Cypern und Syros, wie das dort gefundene Diadem aus
+Silberblech zeigt, wohl schon vor 3000[5604], auf anderen, den Cycladen
+zugehörigen, aber erst gegen 2500, und auch da nur vereinzelt[5605].
+-- Zu +Troja+ führt bereits die sog. 2. Schicht (3000-2000?)
+Schmucksachen, Perlen, Geräte, Zungen und Barren aus Silber[5606].
+-- Das +mykenische+ Zeitalter war reich an Silber und besaß eine
+ausgebildete Silberindustrie, namentlich Kunstindustrie[5607].
+
+Die +Griechen+, und zwar die Athener, sollen, gemäß der Überlieferung
+bei ~Hyginus~ und ~Cassiodorius~ (s. oben), das Silber durch den völlig
+mythischen ~Erichthonios~ kennen gelernt haben, nachdem es nicht lange
+vorher von ~Indus~, einem Könige der Skythen, zuerst aufgefunden worden
+war; diese späte Sage ist selbstverständlich nicht ernst zu nehmen,
+daher erübrigen sich Vermutungen wie die ~Zippes~[5608], denen zufolge
+die fraglichen skythischen Stämme nordasiatische Tschuden gewesen,
+oder doch mit diesen seit jeher an Silber reichen Völkerschaften in
+Verbindung gestanden wären. Ganz unzutreffend sind auch die Angaben
+über das ungeheuer hohe Alter der Bergwerke von Laurion in Attika,
+deren Blütezeit vielmehr erst gegen Ende des 6. Jahrhunderts beginnt,
+und über deren stets recht unvollkommene Betriebsweisen nur ganz
+dürftige Nachrichten vorliegen[5609]. In Wirklichkeit wurden die
+Griechen jedenfalls auch mit dem Silber zuerst durch Vermittlung der
+Phönizier vertraut, die dieses Metall schon im 16. Jahrhundert aus
+Sardinien und Spanien holten und in späterer Zeit die Gruben auf
+Thasos und anderen griechischen Inseln, sowie die Thraziens in Gang
+brachten[5610].
+
+In +Etrurien+ und in +Rom+ erreicht Silber erst lange nach dem Golde
+einige Bedeutung, auch ist das Wort argentarius (Silberarbeiter)
+weitaus jünger wie aurifex, während ein analoges argentifex überhaupt
+nicht gebräuchlich war[5611]. -- Die +Gallier+ sollen seit jeher
+viel Silber besessen, und seine Verarbeitung, namentlich auch die
+Versilberung, trefflich verstanden haben[5612]. -- Die älteste und
+reichste Fundstätte auf europäischem Boden war jedoch +Spanien+[5613],
+woselbst nach ~Diodor~[5614] die Phönizier schon in grauer Vorzeit
+unglaubliche Massen von den unwissenden Bewohnern eintauschten, und wo
+seither bis in das sinkende Altertum, ja zum Teil bis zur Schwelle der
+Neuzeit, ununterbrochen die Gruben Erze förderten, und die wegen ihrer
+Höhe gerühmten Schornsteine der Silberhütten rauchten[5615]. Im Süden
+des Landes besaßen schon die Ansiedlungen zur Bronzezeit reichliches
+Silber, vermutlich der Sierra Morena entstammend; etwa vom 16. bis
+zum 6. Jahrhundert herab lassen sich in ihnen die Spuren östlicher
+phönizischer, vormykenischer, mykenischer, griechischer und schließlich
+karthagischer Kultureinflüsse verfolgen, allezeit standen aber den
+mannigfachen Einfuhrwaren als Hauptwert der Ausfuhr die Metalle des
+erzreichen Landes gegenüber und nicht zum wenigsten das Silber[5616].
+
+In +Mitteleuropa+ tritt das Silber fast stets erst nach dem Golde,
+Kupfer und Zinn auf, meist erst kurz vor dem Eisen, also gegen 1000
+v. Chr.[5617]. Viele seiner Namen sollen sich vom armenischen argat
+oder arcat ableiten, unter Verschmelzung mit einem anklingenden
+indogermanischen Worte argent (= weiß, glänzend), so u. a. das
+indische (spätvedische) rajata, das iranische erezata, das keltische
+argento, das italische argent, vielleicht auch das griechische ἄργυρος
+(Argyros), während wieder aus dem pontischen ἀλύβη (Alybe)[5618]
+oder σαλύβη (Salybe) das germanische silubr, sowie das lettische und
+slavische sidabras und sirebro hervorgegangen zu sein scheinen[5619].
+
+Über das Alter der Silbergewinnung an den Gebirgsstöcken des Altai, bei
+den Tschuden, und in +China+ fehlt es an zuverlässigen Nachrichten; die
+von ~Pfizmaier~ zusammengestellten Angaben über das „weiße, gelbe, rote
+und schwarze Silber“ der Chinesen[5620] sind sichtlich erst sehr neuen
+Ursprungs. -- +Indien+ soll nach ~Ktesias~[5621] in seinem Innern viele
+und große Silbergruben bergen, die jedoch weniger tief seien als jene
+Baktriens; diese Behauptungen sind indessen unzuverlässig, wie so viele
+des ~Ktesias~. -- +Persien+ besaß in einigen Provinzen Silberbergwerke
+und empfing viel Silber aus dem an Edelmetallen sehr reichen Lydien, --
+das schon vor 700 die ältesten gestempelten Zahlbarren, und bald nach
+700 die ersten Münzen besaß[5622] --, sowie zur Zeit des ~Darius~ als
+Tribut aus Kappadozien und Karmanien[5623]; gleich dem Gold wurde auch
+das Silber umgeschmolzen und in Gestalt von Barren dem Reichsschatze
+einverleibt[5624].
+
+~Arabien~ ist an Silber arm, und größere Mengen des weißen Metalles
+kamen bei den Arabern erst nach Errichtung des Khalifates in Umlauf;
+einiges wenige lieferte damals das eigentliche Persien[5625], mehr
+Kerman[5626], noch mehr Transoxanien und Ferghana[5627], die Hauptmasse
+aber Chorâsân, das z. B. im 8. Jahrhundert einen jährlichen Tribut von
+1000 Barren zu bezahlen hatte[5628].
+
+
+3. Elektron.
+
+Die in den früheren Abschnitten wiederholt erwähnte, in der Natur
+vorkommende Gold-Silber-Legierung war in ~Ägypten~ bereits zu
+Beginn des 3. Jahrtausends unter dem Namen Asem (Asemu, Ismu,
+Usem) wohlbekannt und wurde damals aus Nubien und Äthiopien
+eingeführt[5629]. Zur Zeit des Königs ~Sankhara~, um 2300, wird Asem
+erwähnt[5630]; um 2000 ist in einem Märchen die Rede von einem Schurz
+„mit Asem überzogen“[5631], um 1700 von einem Zauberbuch „mit Asem
+beschlagen“[5632]; um 1500 läßt ~Thutmosis~ III. Asem, in Beutel
+gefüllt und in Gestalt von Ringen, aus den Puntländern (Südarabien und
+Somali-Gebiet?) herbeiholen[5633]; um 1445 setzt dies seine Schwester,
+die Königin ~Hatschepsut~, weiter fort und befiehlt, zwei Obelisken
+mit Spitzen aus bestem Asem zu versehen[5634]; im Papyrus ~Harris~ des
+13. Jahrhunderts und in anderen gleichzeitigen oder späteren Urkunden,
+Inschriften und Briefen wird des Asems, des Einkommens an Asem, des
+„weißen arabischen“ Goldes im Gegensatze zum „gelben äthiopischen“,
+auch des „Goldes, Feingoldes, Weißgoldes, Asems,..“ neben anderen
+gedacht[5635], usf. Die Verwendung des Asems war die nämliche wie die
+des Goldes, dem es zu mancherlei Zwecken vorgezogen wurde, teils seiner
+schönen Farbe und des prächtigen weißlichen Glanzes, teils seiner
+größeren Härte wegen, die die Bearbeitung erleichtert.
+
+In +Babylon+ scheint man das Weißgold ebenfalls schon seit altersher
+gekannt zu haben, doch sind frühe Zeugnisse zweifelhafter Natur und
+selten; ein jüngeres[5636], aus der Zeit ~Nebukadnezars~ II. (605-561),
+berichtet über Unterschlagungen „reinen und gemischten Goldes“, welches
+letztere vermutlich Asem war; ob als solches auch das „leuchtende
+Hasmal“ anzusehen ist, von dem die Schriften des alten Testamentes ein
+einziges Mal (bei ~Ezechiel~) sprechen, steht dahin[5637].
+
+In der +Ägäis+ tritt im 3. Jahrtausend Weißgold ebenso wie Gold
+zunächst in Klümpchen (φθοΐδες) auf, später auch in Stangen, Kuchen und
+Barren[5638], desgleichen in +Troja+, in den Schichten um 2500[5639];
+die +mykenische+ Periode verwendet es häufig zu Schmucksachen und
+Gebrauchsgegenständen[5640].
+
+Die +Griechen+ lernten das Weißgold zuerst in Kleinasien kennen,
+woselbst es reichlich vorkommt, u. a. im Flusse Paktolos bei Sardes
+(in Lydien), am Tmolos und Sipylos usf.[5641]. Die Identität des
+griechischen „Elektron“ mit dem ägyptischen Asem wies zuerst ~Lepsius~
+nach, zeigte den Unterschied zwischen ὁ ἤλεκτρος = Elektron, τὸ
+ἤλεκτρον = Bernstein und ἡ ἤλεκτρος = Bernstein-Verzierung[5642], und
+hob hervor, wie schwierig es sei, das Elektron mancher griechischen
+Schriftstellen mit Bestimmtheit sei es auf das Metall, sei es auf
+Bernstein zu deuten[5643]. Bei ~Homer~ und in den sog. homerischen
+Hymnen ist z. B. das Elektron in den Palästen des ~Menelaos~[5644] und
+der ~Eiresione~[5645] offenbar Weißgold, dagegen das der phönizischen
+Halsbänder und Schmucksachen[5646] Bernstein; wenn ~Helena~ für den
+Tempel der ~Athene~ zu Lindos einen Kelch aus Elektron nach dem
+Maße ihres Busens stiftete[5647], so kann es sich nur um Weißgold
+handeln, und von diesem sprechen auch ~Hesiod~ im Gedichte vom
+„Schild des ~Herakles~“[5648], ~Herodot~, wo er das lydische Weißgold
+(χρυσὸς λευκός) dem gelben, durch Ausschmelzen gereinigten (ἄπεφθος)
+gegenüberstellt[5649], sowie ~Sophokles~, der in der „~Antigone~“ der
+Bestechung durch Schätze „sardischen Elektrons und indischen Goldes“
+Erwähnung tut[5650].
+
+Das Wort „Elektron“ hängt nach ~Usener~ zusammen mit Ἠλέκτωρ
+(~Elektor~) = dem Strahl, dem Namen eines besonderen Gottes der Sonne,
+der sich noch im „~Helios Elektor~“ der epischen Dichtung erhalten hat,
+sowie in den Eigennamen ~Elektryon~ (Vater der ~Alkmene~), ~Elektryone~
+oder ~Alaktryona~ (rhodische Göttin), ~Elektra~ (vorgriechische
+Lichtgöttin; Tochter des ~Atlas~; bei ~Homer~ noch nicht Tochter des
+~Agamemnon~), usf.; Elektros heißt ein an glitzerndem Wasser reicher
+Fluß in Kreta, die „elektrische Pforte“ zu Theben ist die „schimmernde“
+(wenn nicht etwa die „südliche“, der Sonne, dem ~Helios Elektor~
+zugewandte), und so dürfte auch „Elektros“ ursprünglich das Strahlende,
+dem Sonnenscheine des ~Helios Elektor~ Gleichende bedeuten[5651].
+Fraglich bleibt, ob der nämlichen Gruppe von Ausdrücken auch ἀλέκτωρ
+(Aléktor), ἀλεκτορίς, αλεκτρυών, zuzuzählen ist, der gelbglänzende,
+den Sonnenaufgang verkündende Vogel der Iranier, der Hahn[5652];
+~Keller~ z. B. will dessen Bezeichnung mit dem persischen al Keter (=
+der Gekrönte, cristatus) in Verbindung bringen[5653], ~Wessely~ aber
+mit dem ~Alektor~, der bei ~Homer~ noch als Eigenname vorkommt, später
+jedoch Kämpfer und Abwehrer bedeutet[5654]. Hiernach glaubt er auch
+„Elektros“, den Bernstein, nach dessen Farbe erst hinterher das Metall
+benannt sei, von den Wurzelsilben ἀλεκ = „abwehren“ und τρον = „Mittel
+zur Tätigkeit“ ableiten zu sollen, so daß „Elektros“ = Abwehrmittel,
+Amulett, aufzufassen wäre, und nichts mit ἠλέκτωρ zu tun hätte, das
+„Mittel zum Glänzen“ ergäbe, statt „Glänzendes“[5655]. ~Schrader~
+hält hingegen eine solche Trennung, die nach allem Obigen auch sonst
+vielerlei Schwierigkeiten begegnet, für ganz unzulässig[5656].
+
+Daß das Elektron aus Gold und Silber besteht und ersteres von letzterem
+durch „Wegkochen, Wegbrennen, Wegschmelzen“, d. h. auf metallurgischem
+Wege, befreit werden kann, scheint man in Lydien wenn nicht überhaupt
+herausgefunden, so doch frühzeitig erkannt und demgemäß die wegen
+ihrer Farbe, Härte und Billigkeit schätzbare Legierung auch wieder
+durch Zusammenschmelzen ihrer Bestandteile künstlich dargestellt
+zu haben[5657]. Die in Lydien zuerst aufgekommenen Münzen wurden
+anfangs, etwa gegen 700, aus natürlichem Elektron verfertigt, das
+zu solchem Zwecke freilich sehr wenig geeignet war, weil sein Wert
+mit der wechselnden Zusammensetzung stark schwankte[5658], --
+denn der Silbergehalt beträgt oft nur 6-16%[5659], wobei es einen
+goldig hellen, oft aber 33-50% und noch mehr[5660], wobei es einen
+weißlichen bis silberweißen Schimmer zeigt; in ägyptischem Elektron
+sind nach ~Hultsch~ 27% Silber nachgewiesen[5661], in mykenischem
+nach ~Rhousopoulos~ 12-24%[5662], in vorderasiatischem nach ~Blümner~
+20-48%[5663], nach ~K. B. Hofmann~[5664] sowie ~Hultsch~[5665] 40-50,
+meist sogar 60%. Der Ersatz jener Elektron-Münzen durch solche aus
+reinem Gold und Silber ist unstreitig ein Verdienst der Lyder, und
+zwar wurden zunächst nur größere Stücke, erst weiterhin aber auch
+Teil- und Scheide-Münzen in Verkehr gesetzt, wobei das Wertverhältnis
+Silber: Elektron: Gold = 1 : 10 : 13⅓ betrug[5666]. Die Griechen
+lernten das Münzwesen zuerst in ihren kleinasiatischen, unter lydischer
+Oberhoheit stehenden Städten kennen[5667], und ihre ersten Geldstücke,
+z. B. die von Aegina und von Athen (mit der Eule), bestanden in der
+ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts ebenfalls aus Elektron, etwas später
+aber auch schon aus Silber[5668]; jene von Aegina entsprechen der
+uralten Gewichtsnorm des ägyptischen Königs ~Chufu~ von etwa 2800,
+offenbar wegen des Handelsverkehrs mit Unterägypten[5669], und eines
+der ältesten, aus Elektron bestehenden, zeigt noch den Namen des für
+seinen Wert haftenden τραπεζίτης (wörtlich: Bankhalters) und trägt die
+Umschrift „Φάνους ἐιμὶ σῆμα“, „Ich bin das Zeichen des ~Phanes~“[5670].
+
+In +Etrurien+ kommt Elektron erst verhältnismäßig spät vor, in
+Nordafrika (Karthago) noch später, etwa von 500 an; dort, sowie
+in Gallien, stand es lange Zeit hauptsächlich zu Münzzwecken in
+Verwendung[5671]. In +Rom+ lebt das Elektron, das fast allerorten
+vermöge der Fortschritte der Metallurgie schon frühzeitig durch das
+reine Gold und Silber stark zurückgedrängt wurde, vorwiegend nur in
+der Litteratur fort: ~Vergil~ erwähnt es bei der Beschreibung des von
+~Vulkan~ für ~Aeneas~ verfertigten Schildes[5672]; ~Plinius~ stellt
+allerlei Angaben zusammen[5673]; ~Silius Italicus~ (25-100 n. Chr.)
+sagt im Gedicht vom „Punischen Kriege“:
+
+ „Spaniens Boden erglänzt vom Doppelmetall des Elektrons“[5674];
+
+die „Sibyllinen“ rühmen die Freigebigkeit Kaiser ~Hadrians~ (117-138),
+„der Gold und Elektron verschenkte“[5675]; ~Pausanias~ spricht von
+dem „aus Gold und Silber gemischten Elektron“[5676]; Kaiser ~Julianus
+Apostata~ erzählt in den um 362 verfaßten „Cäsaren“ gelegentlich einer
+Götter-Versammlung: „Der Sitz des ~Saturn~ war schimmernd schwarzes
+Ebenholz, der des ~Zeus~ war heller als Silber, jedoch blässer als
+Gold, -- ob man aber den Stoff Elektron benennen soll, oder wie sonst,
+wußte mir ~Hermes~ nicht ganz genau der Wissenschaft der Metallkunde
+gemäß anzugeben.“ -- In jüngerer, byzantinischer Zeit wurde auch das
+glänzende Email als „Elektron“ bezeichnet[5677], -- so z. B. übersandte
+Kaiser ~Justinian~ (518-527) dem Papste ~Hormisdas~ (514-523) „gabatum
+electrinam“, einen emaillierten Kelch[5678] --, und in noch späterer
+heißt selbst ein glänzender Firnis „Elektron“, so z. B. bei ~Stephanos
+Magnetes~ gegen 1100[5679].
+
+Während des Mittelalters, und noch in der Neuzeit, versteht man unter
+Elektron nicht selten Gemische aus beliebigen Metallen, nicht bloß
+aus edlen, wenngleich diese vorwiegend in Betracht kommen. ~Petrus
+Martyr~ erzählt, man habe bei Auffindung Cubas daselbst eine große
+Menge Elektron erbeutet, dessen Herkunft nicht zu erfahren war[5680];
+es ist dies das nämliche Metall, das nach dem Berichte der ersten
+Entdecker auch die Bewohner Haïtis und verschiedener kleiner Antillen
+unter dem Namen „Guanin“ besaßen, und dessen Proben nach ~Humboldt~
+56% Gold, 19% Silber und 25% Kupfer, oder 63% Gold, 14% Silber und
+19% Kupfer enthielten[5681]. Noch der Predigermönch ~Labat~ teilt
+mit, daß gegen 1700 die Eingeborenen Westindiens das Wort „Caracoli“
+für ihren Halsschmuck gebrauchten, aber auch für das zu seiner
+Verfertigung dienende, schöne und glänzende Metall, das angeblich
+zusammengeschmolzen werde aus Gold, Silber und Kupfer, „die sie alle
+drei sehr rein haben“, das aber vielleicht auch ein Naturprodukt sei
+und jedenfalls von den Europäern nur sehr unvollkommen nachgeahmt
+werden könne[5682]. Den Anlaß zur Darstellung solcher Gemische gab hier
+wie allerorten die zu große Weichheit des reinen Goldes, die seine
+Bearbeitung in hohem Grade erschwert. -- In dem vor 1500 verfaßten
+„Wunderbuche“ des Abtes ~Trithemius~ überliefert dieser „Electrum
+magicum“ als Namen einer aus allen sieben Metallen bestehenden, daher
+äußerst zauberkräftigen Legierung, „die sich die Araber und Ägypter
+von den Chaldäern aneigneten“[5683]; Ringe von geheimer Kraft, aus der
+nämlichen Legierung bereitet „während einer Konstellation des Merkur
+und Saturn“, rühmt ~Paracelsus~[5684], dergleichen Ringe und Taler der
+etwas spätere ~Thurneisser~[5685], und einen unfehlbaren „magischen
+Degen“ aus Elektron noch ~Schwenter~ 1636[5686]. -- Der Merkwürdigkeit
+halber sei schließlich der Tatsache gedacht, daß nordamerikanische
+Anhänger der Doppelwährung noch vor einigen Jahrzehnten die Prägung von
+Dollars aus einer Elektron-Legierung empfahlen[5687].
+
+Auf das, so oft mit dem metallischen „Elektros“ zusammen genannte,
+oder mit ihm verwechselte „Elektron“, den +Bernstein+, des näheren
+einzugehen, ist an dieser Stelle ausgeschlossen, und es muß genügen,
+hier nur auf einige, für weiter unten zu erörternde Fragen wichtige
+Hauptpunkte seiner Geschichte hinzudeuten, im übrigen aber auf die
+einschlägige, zwar kurzgefaßte, aber sehr inhaltreiche Schrift
+~Wesselys~ zu verweisen[5688].
+
+Im nördlichen Mitteleuropa ist Bernstein bereits während der älteren
+Steinzeit nachweisbar, zuweilen sogar in recht beträchtlichen Mengen,
+die hauptsächlich das große Bernsteingebiet West-Dänemarks, zum Teil
+aber auch das Ostpreußens lieferte[5689]; in der jüngeren Steinzeit,
+und nach deren Ende, etwa von 2000 ab, wird er jedoch daselbst
+selten, zugleich aber im südlichen Mittel- und in Süd-Europa, die ihn
+vorher kaum kannten, unerwartet häufig; fraglos hängt dies mit dem
+Eindringen von Gold, vor allem aber von Bronze, zusammen, für die er
+das vornehmlichste, ja oft einzige Tauschmittel darstellte, so daß ihn
+~Wessely~ mit vollem Recht „eine eminent europäische Kulturerscheinung
+der prähistorischen Zeit“ nennt[5690]. Ein Austausch geschätzter Waren
+von Volk zu Volk vollzog sich offenbar allerorten schon in +weit+
+früheren Perioden, als man zumeist anzunehmen pflegt, wovon für das
+zentrale Europa das Vorhandensein von Muscheln des Mittelmeeres in
+Funden aus der älteren Steinzeit Zeugnis ablegt, für das zentrale
+Nordamerika aber jenes von Schnecken und Muscheln des atlantischen
+Ozeans im Inhalte der sog. „Mounds“ am Mississippi[5691]. Auf solche
+Weise gelangte auch der Bernstein spätestens gegen etwa 1600 an die
+Küsten des westlichen Mittelmeeres, von wo ihn die Phönizier bald
+darauf nach dem Osten brachten[5692], so daß das vereinzelte Vorkommen
+von Bernsteinperlen in vorderasiatischen und assyrischen Grabstätten
+aus der Zeit vor und seit 1500[5693] und das reichliche in den
+mykenischen Kuppelgräbern gegen 1100[5694], sowie in den jedenfalls
+noch erheblich jüngeren kaukasischen Gräbern nächst Koban[5695], nicht
+wundernehmen kann. Ein Hauptweg, den der aus dem Norden kommende
+Bernstein einschlug, führte über die Rheinlande und rheinaufwärts,
+oder über Gallien und rhoneabwärts nach dem Po-Gebiete des östlichen
+sowie nach den Küstenstrichen des westlichen Norditaliens[5696].
+An diese, ursprünglich vorwiegend von Ligurern bewohnten Gegenden
+knüpfen sich bei den Griechen, -- jedoch noch nicht bei ~Homer~, der
+Bernsteinschmuck in den Händen phönizischer Kaufleute erwähnt[5697] --,
+die Sagen über die Schwestern des ~Phaethon~, die, an der Mündung des
+Eridanos (Po) in Pappeln verwandelt, Bernstein-Tränen vergießen, sowie
+die über das λυγκούριον (Lynkúrion), den zu Bernstein verhärtenden
+Harn (οὔρον, Uron) des Luchses (λύγξ, Lynx), den dieses boshafte Tier
+den Menschen nicht gönnt und deshalb in der Erde verscharrt. Letztere
+Fabel erklärt sich aus einer mißverständlichen Volksetymologie,
+indem λιγούριον δάκρυ, die „ligurische Träne“, oder das abgekürzte
+„Ligurion“, zu „Lynkurion“ entstellt, und dieses als „Harn des
+Luchses“ gedeutet wurde[5698]. Derlei, schon dem ~Theophrastos~ (um
+320 v. Chr.) geläufige Märchen[5699] erhielten sich bis in das späte
+Altertum lebendig, -- noch ~Lukian~ stellte sie in seiner Abhandlung
+„De electro“ zusammen[5700] --, und gingen dann in gleicher Weise
+in die Litteratur des Mittelalters, ja die der Neuzeit über, so daß
+z. B. ~Ruellius~, der 1543 sein großes Pflanzenwerk herausgab, nicht
+verabsäumt, sie anzuführen, wo er von den „drei Arten des Elektrons“
+spricht, „dem natürlichen, dem künstlichen und dem Bernstein“[5701].
+
+Daß man sich über das Wesen des Bernsteins als verhärtetes Baumharz
+seit altersher klar war, beweist u. a. die Behauptung des ~Ktesias~
+(um 415 v. Chr.), daß das an Schätzen jeglicher Art überreiche Indien
+auch die Bäume hervorbringe, auf denen der Bernstein „wächst“[5702],
+-- eine Behauptung, die, weitergegeben durch ~Aelian~[5703] und den
+spätbyzantinischen ~Manuel Philes~[5704] (13. Jahrhundert, zur Zeit des
+Kaisers ~Michael Palaeologus~), ihren Weg in die gesamte abendländische
+Litteratur nahm[5705]. -- Was die Herkunft des Bernsteins betrifft,
+so wußte man ebenfalls schon frühzeitig, daß ihn nicht die Küsten
+Liguriens oder des westlichen Mittelmeeres erzeugen, aus deren Häfen
+ihn die Phönizier zuerst heranholten, sondern gewisse, in äußerster
+Ferne gelegene Inseln; bei den späteren +Griechen+ heißen sie
+Elektriden, unter welchem Namen sie auch ~Plinius~[5706], und noch um
+400 n. Chr. ~Martianus Capella~ kennen und als „Insulae Electrides,
+in quibus electrum gignitur“ (die den Bernstein hervorbringen)
+anführen[5707], bei den +Römern+ aber, z. B. bei ~Plinius~, „Insulae
+glaesariae prope Brittaniam“, „Glas hervorbringende Inseln, gelegen
+unweit Britanniens“[5708], d. s. die dem westdänischen Gebiete
+vorgelagerten Inseln der Nordseeküste. Glaes, latinisiert glaesum oder
+glaessum = Glas, Glast, Glanz, war offenbar der alte einheimische Name
+des Bernsteins[5709], den erst in späterer Zeit „dessen Surrogat- und
+Konkurrenz-Artikel an sich riß“, das gewöhnliche Glas[5710]; Glasperlen
+sind in Mitteleuropa während der reinen Bronzezeit noch sehr selten,
+und Funde wie in einem Pfahlbau von ungefähr 1500 zu Wollishofen
+(Schweiz) stehen vereinzelt; gegen Ende dieser Periode, etwa seit
+dem 12. und 11. Jahrhundert, erweisen sie sich aber, oft zusammen
+mit Silber und Eisen, schon ziemlich verbreitet[5711], -- es sind
+gegenwärtig etwa 25 nordeuropäische Funde orientalischer Glasperlen
+bekannt[5712] --, und die Bezeichnung des Bernsteins, Glas, ging dann
+allmählich auf die neue Ware über. Das Bernsteingebiet Ostpreußens
+betraten die Römer, wie ~Plinius~[5713] berichtet, erst zur Zeit
+~Neros~; der von ihm angeführte lateinische, richtiger latinisierte
+Name „Sucinum“ oder „Succinum“ leitet sich von einem in jener Gegend
+gebräuchlichen einheimischen ab, der sich noch im lettischen „Sakai“
+(eigentlich = Harz) erhalten hat[5714], und steht vielleicht auch mit
+dem nach ~Plinius~ bei den Ägyptern und Skythen üblichen „Sacal“ und
+„Sacrium“ im Zusammenhang.
+
+Zum Schlusse sei noch erwähnt, daß zur Lösung der für die Beurteilung
+von Funden oft entscheidenden Frage nach der Herkunft des zugehörigen
+Bernsteins die chemische Analyse wichtige Anhaltspunkte liefert: von
+anderen charakteristischen Produkten abgesehen ergibt z. B. unter sonst
+gleichen Umständen der Ostsee-Bernstein 65-80% Bernsteinsäure, der
+zuweilen in Sizilien vorkommende nur 1-16%, der Nordsee-Bernstein aber
+einen Betrag von mittlerer Höhe; diese, schon vor längerem entdeckten,
+nachher aber wieder angezweifelten Tatsachen, haben in neuerer Zeit
+durch die genauen vergleichenden Untersuchungen von ~Reuther~[5715]
+ihre endgültige Bestätigung erfahren.
+
+
+4. Kupfer.
+
+Da das Kupfer an verschiedenen Stellen beider Hemisphären in gediegenem
+Zustande vorkommt, u. a. in kleineren abgerundeten Körnern im
+Ural[5716], in größeren Stücken und Klumpen in Sibirien, am Altai, im
+nordöstlichen Asien, sowie in Mexiko[5717], in sehr bedeutenden Massen
+aber am Oberen See in Nordamerika, woselbst es abbauwürdig unmittelbar
+zutage tritt[5718], da es ferner glänzend, dehnbar, biegsam, auch
+in der Kälte hämmerbar und leicht zu bearbeiten ist, so zählt es
+zu den am längsten bekannten und schon frühzeitig weitverbreiteten
+Metallen[5719].
+
+Die Indianer am Obersee z. B. sollen es „seit jeher“ verstanden haben,
+aus dem gediegenen Kupfer, -- das sie, neben den zum Tätowieren
+dienlichen Eisenoxyden, dem Boden auch vermöge oberflächlicher
+Schurfarbeiten abgewannen[5720] --, durch kaltes Hämmern und Treiben
+allerlei Schmucksachen und Werkzeuge anzufertigen[5721]; solche gaben
+sie auch im Tauschhandel an benachbarte Stämme weiter, bei denen
+Kupferschmuck eine ähnliche Rolle spielte wie bei den Bewohnern
+des südlichen Ostafrikas zur Zeit ~Vasco de Gamas~[5722], bei den
+Hottentotten des Kaplandes im 18. Jahrhundert[5723] und bei manchen
+Völkern Neuguineas noch gegenwärtig[5724]. Immerhin betrachteten
+aber die Indianer das Kupfer ursprünglich doch als Errungenschaft
+einer verhältnismäßig jüngeren Zeit, es durfte daher nicht bei
+religiösen und Kult-Handlungen angewandt werden, z. B. nicht beim
+sog. „Seelentanze“[5725], während es hinwiederum später, als auch
+andere Metalle bekannt wurden, selbst als „uralt“ galt und kultischen
+Rang erhielt, so daß man z. B. bei der sakralen Zerimonie des „ersten
+Haarabschneidens“ nur kupferne Messer für zulässig ansah[5726].
+
+Die falsch gestellte und daher in dieser Form unlösbare Frage, ob
+die Menschen früher Kupfer oder Eisen in Benützung genommen hätten,
+ist oftmals, nicht selten aber ohne ausreichende Sachkenntnis
+behandelt worden[5727]. An dieser Stelle sei vorerst nur bemerkt, daß
+Kupfer, trotz seines hohen Schmelzpunktes von 1135°, aus oxydischen
+und schwefelhaltigen Erzen +leichter+ abscheidbar ist als Eisen,
+daß stark schwefelhaltige Erze unter gewissen Umständen sogar von
+selbst metallisches Kupfer auszusondern vermögen[5728], daß sich die
+metallurgische Gewinnung und die mechanische Verarbeitung des Kupfers
+sicherer und müheloser vollzieht als die des Eisens[5729], endlich
+daß eine erforderliche weitere Reinigung durch „Garmachen“[5730]
+jedenfalls bei Rohkupfer weitaus einfacher verläuft als bei Roheisen.
+Vielfach hat man früher aus diesen Tatsachen den Schluß gezogen, daß
+sich überall und allerorten der Steinzeit zunächst eine Kupfer-,
+sodann eine Bronze- und erst zuletzt eine Eisenzeit angereiht habe;
+man glaubte, ihn einerseits durch die gemachten Funde bestätigt zu
+sehen, andererseits durch die antiken Überlieferungen von einem
+ehemaligen Kupfer- oder Bronze-, richtiger „Erz“-Zeitalter[5731],
+ferner durch die große Rolle des Erzes in Aberglauben und Kult[5732],
+durch den Übergang der Bezeichnung χαλκεύς (Chalkeús) vom Kupfer-
+und Erz- auf den Eisen-Schmied, usf. Spätere Untersuchungen erwiesen
+indessen, daß diese Folgerung viel zu weitgehend und in solcher
+Allgemeinheit ebenso unzutreffend ist wie die zugunsten des Eisens
+lautende entgegengesetzte. Eine in allen Ländern und bei allen Nationen
+gleichartige, oder gar gleichzeitig einsetzende und fortschreitende
+Entwicklung erscheint völlig ausgeschlossen, vielmehr hängt deren
+Richtung und Verlauf von den verschiedensten Bedingungen ab, namentlich
+von den örtlich gegebenen: bei gewissen Völkern, z. B. zahlreichen
+afrikanischen, ist daher eine der Eisenzeit vorhergehende Kupferzeit
+gar nicht nachweisbar; bei anderen, z. B. einigen westasiatischen, mag
+das Kupfer, oft schon frühzeitig mit der Bronze vergesellschaftet,
+zweifellos eine langandauernde Rolle gespielt haben; bei noch anderen,
+z. B. manchen europäischen, bildet die Kupferzeit anscheinend nur eine
+verhältnismäßig kurze Übergangsperiode zwischen Stein- und Eisenzeit,
+unter ganz vorwiegender Anlehnung an erstere[5733].
+
+In +Ägypten+ finden sich schon in den vorgeschichtlichen, tief in das
+5. Jahrtausend zurückgehenden Hockergräbern der älteren Steinzeit
+vereinzelte Geräte aus Kupfer[5734], das aller Wahrscheinlichkeit
+nach dem Gebiete des Sinaï entstammte[5735]; dort standen schon
+damals im Wadi Maghâra (Höhlental) erst einige wenige, alsbald aber
+zahlreichere kleine Öfen in Tätigkeit, für deren Betrieb der hohe
+Schmelzpunkt des Kupfers eine künstliche Luftzufuhr durch einfache
+Blasebälge zur unabweisbaren Voraussetzung macht[5736]. Den Rohstoff
+bildeten die dort reichlich vorhandenen, erdigen, leicht schmelz-
+und reduzierbaren Kupfererze[5737], die hauptsächlich aus basischen
+Karbonaten, Phosphaten und Hydrosilikaten bestehen und eingesprengte
+Lager von Mafek (Grünstein, Malachit), Chesbet (Blaustein, Türkis; dort
+ein schwach kupferhaltiges Tonerde-Phosphat), Hämatit (Roteisenstein)
+und Pyrolusit (Braunstein, Mangansuperoxyd) führen[5738]; sie zeichnen
+sich durch einen bedeutenden, oft einige Prozente erreichenden Gehalt
+an Arsen aus, der das Kupfer, das in reinem Zustande weich und
+strengflüssig ist, leichter schmelzend, härter und besonders geeignet
+für Werkzeuge macht[5739]. Immerhin ist das Gestein im ganzen ziemlich
+arm an Kupfer, daher mußte dessen Gewinnung, bei der das gesamte Eisen
+in die Schlacke ging[5740], viele Arbeit und große Kosten verursachen,
+die sich nur durch den außerordentlich hohen Wert des Metalles zur
+Stein- und Holzzeit bezahlt machen konnten[5741]. Die ältesten, im Wadi
+Maghâra gefundenen Bruchstücke von Werkzeugen bestehen aus recht reinem
+Kupfer, namentlich aus dem härteren arsenhaltigen[5742], und sollen
+hierdurch von jenen zu unterscheiden sein, die in späterer Zeit aus
+dem Metall einiger im eigentlichen Ägypten (im Fayum?) gelegenen Gruben
+dargestellt wurden[5743].
+
+Bis gegen Ende des 4. Jahrtausends gewann das Kupfer nur +sehr+
+langsam Boden, so daß von einer merklichen Verdrängung der Steingeräte
+frühestens zur Zeit der Thiniten die Rede sein kann, also etwa um
+3000[5744]. Seither scheinen die Fortschritte aber raschere gewesen
+zu sein; im Totentempel des Königs ~Sahure~ bei Abusir, der gegen
+2500 errichtet ist, wurde z. B. eine 400 m lange Wasserleitung
+aufgedeckt, deren Röhren, bei 4 cm Durchmesser und 1 mm Wandstärke,
+aus getriebenem Kupfer angefertigt sind[5745]; eine Statue des der 6.
+Dynastie zugehörigen Königs ~Pepi~ I., gleichfalls um 2500, besteht aus
+getriebenen und vernieteten Kupferplatten[5746] und ein Szepter dieses
+Herrschers aus reinem Kupfer[5747]. Das nämliche gilt von einigen
+anderen aus der Zeit des alten Reiches herrührenden Fundstücken[5748],
+meist Waffen, Kunstgegenständen und Werkzeugen[5749], welche letzteren
+zum Teil bis 4% Arsen enthalten und sich daher durch bedeutende Härte
+auszeichnen[5750]. Nicht zulässig ist jedoch der Schluß, daß umgekehrt
+alles aus reinem Kupfer Hergestellte dieser ältesten Periode angehöre,
+denn für viele Zwecke, besondere für kultische, dauerte die Benützung
+des Kupfers noch bis in späte Zeiten hinein fort[5751]. Um 2300
+werden Lanzen mit Spitzen aus Kupfer, neben Pfeilen mit solchen aus
+Feuerstein gemalt[5752]; gegen 2000 erwähnen die Verfasser gewisser
+Gedichte „Türen aus Kupfer“, und die der „Altägyptischen Sagen“ die
+Schätze des Sinaï an Kupfer[5753], das sich auch als unreines schwarzes
+(chomt kemi) und als reines rotes, in Gestalt von faustgroßen Stücken,
+Platten, Barren und Ziegeln (dobe) annähernd gleichen Gewichtes
+verschiedentlich abgebildet findet[5754]. Was unter dem mehrfach
+erwähnten Kupfer „von der Farbe des Ein-Drittel-Goldes“, oder „des
+Goldes dritter Güte“ zu verstehen ist, bleibt vorerst ungewiß[5755].
+Vieles Kupfer gelangte unter der Regierung ~Thutmosis~ III. (1501-1447)
+nach Ägypten, und zwar aus Cypern[5756]; was aber die Berichte dieses
+ruhmredigen Herrschers als „Abgaben des Königs von Asiy“ (Cypern)
+erwähnen und als „Barren, dargebracht von den Keftiu“ (Kretern) im
+Bilde vorführen[5757], das erweisen die in Tell-el-Amarna entdeckten
+Briefe aus der Zeit ~Amenophis~ IV. (1375-1358) als die zu eigentümlich
+gestalteten, viereckig geschweiften Barren und Platten geformte
+Handelsware aus Kupfer und Bronze, die um 1500 von den erwähnten
+Inseln her nach allen Weltgegenden verschifft wurde und insbesondere
+in Ägypten einen Gegenstand steter Nachfrage bildete[5758]. Trotz
+dieser verstärkten Einfuhr blieb übrigens Kupfer sehr teuer; noch unter
+~Rhamses~ II. (1348-1281) war es so kostbar, daß der König den Göttern
+u. a. auch Geschenke an Kupfer darbrachte, daß es neben Gold und Silber
+die Schatzkammern der Tempel füllte und gleich den Edelmetallen zur
+Bezahlung in Arabien eingekaufter Luxuswaren diente[5759].
+
+Für die sehr alte Bekanntschaft der +Sumerer+ mit dem Kupfer spricht
+schon der Umstand, daß bei ihnen unter den Namen der Metalle +allein+
+der des Kupfers, urudu, mit keinem zusammengesetzten Ideogramm
+geschrieben wird[5760]; von den Metallgöttern, die die Sumerer nach
+~Lenormant~ verehrten, soll der Gott des Kupfers der wichtigste und
+hervorragendste gewesen sein, und in Hymnen und Inschriften begegnet
+man nicht selten Sätzen wie „Dein Ruhm strahle wie Kupfer in hellem
+Glanze“, „Dein Übel zerrinne wie geschmolzenes Kupfer“ u. dgl.
+mehr[5761]. In den ältesten Schichten der Ruinen von Telloh fanden
+sich u. a. eine große Lanzenspitze des Königs ~Lugal~ von Kisch, der
+gegen 2900 den König von Telloh bekriegte[5762], eine Votiv-Tafel
+und -Statue[5763], sowie verschiedene Hacken und Geräte, sämtlich
+aus reinem Kupfer[5764], und ebensolche Götterbilder und Gefäße
+kamen aus den vermutlich gleichalterigen Gräbern in Ur zutage[5765];
+da aber in beiden Fällen die kupfernen Gegenstände auch schon von
+bronzenen begleitet werden, so ist eine reine Kupferzeit für Sinear
+bisher nicht nachgewiesen[5766]. Das Metall einer Statue des Königs
+~Bur-Sin~ von Ur (um 2600?) enthält 82% Kupfer und 18% Blei, und auch
+Kupfer mit 3% Eisen kommt vor[5767], doch lassen solche Zusätze keinen
+bestimmten Schluß auf eine spätere Herkunft zu, denn eine Statue des
+Königs ~Rin-Sin~ z. B. (um 2200?) besteht wieder aus ganz reinem
+Kupfer[5768]. Zur Zeit ~Gudeas~, um 2300, lieferte Kimâs (am oberen
+Euphrat?) vieles Kupfer[5769], und unter ~Hammurabi~ und ~Singarid~,
+der einen Höchstpreis für dieses Metall festsetzte[5770], war es
+billig und diente nur zur Herstellung von Geräten, Instrumenten (auch
+medizinischen)[5771], sowie Werkzeugen, u. a. der sog. Doppelbeile,
+deren Bestimmung aber auch in anderer Weise ausgelegt wird (s.
+unten). Noch später, im 16. Jahrhundert, erscheinen Kupfer- und
+Bronze-Gegenstände unter den Ausfuhrwaren Babyloniens nach Vorderasien,
+z. B. nach Syrien[5772].
+
+Die +Ägäis+ weist im Palaste von Knossos auf Kreta Metalle nicht in den
+ältesten, bis gegen 4000 zurückreichenden Schichten auf, wohl aber
+in den der Zeit um 3000 angehörigen, und zwar hauptsächlich Kupfer
+(u. a. Schmucksachen aus Kupferdraht, die das Spiralmotiv zeigen), nach
+einigen aber auch schon etwas Bronze, so daß eine reine Kupferperiode
+nicht gesichert erscheint[5773]. Die Heimat jenes Kupfers ist aber
+nicht das metallarme Kreta selbst, sondern offenbar Cypern, das an der
+südwestlichen Küste zahlreiche und sehr ergiebige Fundorte besitzt,
+während des gesamten Altertumes wegen seiner reichhaltigen Minen und
+seiner vortrefflichen Erzeugnisse berühmt war und von der Sage zur
+eigentlichen Heimstätte des Bergbaues und der Metallurgie gestempelt
+wurde[5774]: sollen doch, wie noch ~Servius~ (5. Jahrhundert n. Chr.)
+überliefert, die Korybanten zuerst in Cypern die reichen Erze des
+Berges Koryum entdeckt und aus ihnen Kupfer auszuschmelzen gelehrt
+haben[5775]. Sehr frühzeitig, schon um 3000, war in Cypern das Kupfer
+vorherrschend und diente an Stelle des Steines zur Erzeugung von Waffen
+und Geräten, ohne daß jedoch auch hier eine scharfe Trennung von
+Kupfer- und Bronzezeit möglich wäre[5776]. Alsbald werden auch gewisse
+charakteristische Formen nachweisbar, z. B. die der Doppelaxt und der
+eigentümlich gestalteten, nach kyprischen Minen (von 608 g) oder deren
+Vielfachen ausgewogenen Barren[5777], die bereits während der ersten
+Hälfte des 3. Jahrtausends zur Ausfuhr gelangen; wer diese vermittelte,
+von wann an die Phönizier an ihr teilhatten, ob diese wirklich gerade
+Cypern erst +nach+ der mykenischen Zeit eifriger besuchten[5778]
+und ob +sie+ es waren, die sodann das cyprische Kupfer zuerst nach
+Ägypten brachten (s. oben), ist ungewiß[5779]. Bald nach etwa 1600,
+sei es infolge politischer Verhältnisse und des Niederganges der
+mykenischen Kultur, oder der Fortschritte der Nautik, scheint Kreta zur
+wichtigsten Schiffsstation des ägäischen Meeres und zum Mittelpunkte
+des gesamten Kupfermarktes aufgestiegen zu sein; dies erklärt die
+ganz außerordentliche Verbreitung des Kupfers in Gestalt von Barren
+kretischen Gewichtes (der Mine von 618 g und ihrer Vielfachen), sowie
+von Doppeläxten[5780], betreff derer vielleicht auch ein Zusammenhang
+mit der hohen sakralen Bedeutung der λάβρυς (Lábrys, Doppelaxt) in
+Kreta anzunehmen ist[5781].
+
+In +Troja+ tragen die untersten Schichten (um etwa 3300) noch völlig
+steinzeitlichen Charakter, scheinen aber bereits vereinzelte kupferne
+Erzeugnisse zu enthalten, z. B. sehr dünne Messer[5782]; die folgenden
+führen Geräte aus Kupfer, auch gegossene, schon ziemlich häufig[5783],
+gleichfalls aber bereits solche aus Bronze, so daß auch hier von einer
+reinen Kupferzeit nicht wohl die Rede sein kann[5784]. Grabstätten vom
+Charakter der sog. trojanischen Kultur aus der Zeit um 2000 finden sich
+auch in einigen Gegenden des inneren Kleinasiens und sind dort nicht
+minder reich an kupfernen Werkzeugen, Messern und Nadeln[5785].
+
+Die +mykenische+ Zeit um 2000 besaß eine ausgebildete Kupferindustrie,
+verstand das Kupfer nicht nur kalt zu hämmern und zu gießen, sondern
+auch zu schmieden, zu treiben, zu löten, zu dünnen Blechen zu schlagen,
+zu feinen Fäden zu ziehen, usf., und bildete einen ihr eigentümlichen
+Dekorationsstil aus[5786]; Stücke, wie die große zu Mykene gefundene
+Kanne, oder wie die Dolche, die aus einem Kupferkerne mit einer
+Überfangschicht schwarzen Schwefelsilbers und eingelegten Figuren aus
+Gold oder Elektron bestehen, sind als hervorragende Leistungen des
+Kunstgewerbes anzusehen[5787]. Der χαλκεύς (Chalkeús), ursprünglich
+einfach ein Bearbeiter des Kupfers, später auch Kupfer-Gießer, war
+nunmehr zum eigentlichen Kupferschmiede geworden[5788].
+
+Die +Griechen+ lernten vermutlich auch das Kupfer (Chalkós) durch die
+Phönizier kennen, die es anfangs als Händler brachten, hauptsächlich
+aus Cypern, später aber auch die ersten Bergwerke in Gang setzten,
+u. a. die zu Chalkis auf Euböa[5789]; wenn in der Odyssee[5790]
+~Mentes~ nach dem kupferreichen (πολύχαλκος) Temesos fährt, um
+dort Kupfer einzutauschen, so hat man hierunter nicht Temesos in
+Unteritalien zu verstehen (obwohl es auch dort Kupfergruben gab),
+sondern Temesos auf Cypern[5791], wobei zu bemerken ist, daß sich
+der Name +beider+ Städte vom phönizischen (semitischen) tamassos =
+Schmelzhütte ableitet[5792]. Das Wort χαλκός weist übrigens nach
+~Curtius~ nicht allein oder vorzugsweise auf Kupfer hin, sondern
+eher auf Metall überhaupt, und könnte mit dem semitischen chalaqa =
+bearbeiten in Verbindung stehen[5793]. Hierzu würde es stimmen, daß
+(wie erwähnt) χαλκεύς anfangs nichts weiter ist als ein „Bearbeiter“
+des Kupfers, später aber, so schon bei ~Homer~, auch der irgend eines
+anderen Metalles[5794]; als möglich wird aber auch ein Zusammenhang
+zwischen χαλκός, dem Kupfer, und χάλκη, der Purpurschnecke,
+hingestellt, und zwar mit Beziehung auf die gemeinsame Farbe, nach
+der beide die „Roten“ hießen[5795]. Doch bezeichnet χαλκός fast von
+Anbeginn an ebensowohl das rote Kupfer wie die goldfarbige Bronze
+(Erz), so daß die meisten Litteraturstellen, selbst die berühmte
+hesiodische, die vom „Zeitalter des Erzes“ berichtet, eine gewisse
+Unklarheit darüber walten lassen, welches von beiden Metallen im
+Einzelfalle gemeint sei.
+
+In Italien stehen die +Etrusker+ sehr frühzeitig im Besitze
+reichlichen Kupfers, das sie zum Teil aus den ergiebigen, aber bald
+erschöpften Gruben der Insel Elba erhielten, zum Teil auf dem Wege des
+Seehandels[5796]. Kupfer-Bergwerke waren außerdem in der lokrischen
+Ansiedlung Temesos (Temesa) vorhanden, sowie an verschiedenen anderen
+Stellen der Halbinsel[5797]; spät (kaum vor 500 v. Chr.) und
+verhältnismäßig spärlich findet sich Kupfer in den Grabstätten der
+Po-Ebene[5798], was aber vielleicht nur auf besonderen Zufällen beruht.
+Im mittleren Italien ist Kupfer, als vorgewogenes Brocken-Kupfer, „aes
+rude“ oder „raudus“, schon seit dem 9. Jahrhundert ein wichtiger,
+später aber bis zum 3. Jahrhundert herab, ein fast allgemeiner
+Wertmesser; allmählich treten hierbei an die Stelle der ungeformten
+Brocken Kupfer-Stücke oder -Barren, die schließlich auch gemustert
+und wie die römisch-campanischen mit eingepreßten schönen Bildern von
+Schweinen oder Stieren verziert werden (daher pecunia = Geld, von
+pecus = Vieh, das ursprünglich in natura zur Bezahlung diente). Diese
+Umstände machen die einflußreiche Rolle erklärlich, die Worte spielten
+wie pendere (zahlen; eigentlich abwägen) und die von aes abgeleiteten
+aestimare (bewerten, schätzen; eigentlich mit Erz aufwägen), aerarium
+(Erz-Schatz), u. dgl. mehr[5799]. Wie χαλκός, so bedeutet übrigens
+auch aes sowohl Kupfer wie Bronze, und es läßt sich nicht stets ohne
+weiteres entscheiden, welches von diesen. -- Die Inseln des westlichen
+Mittelmeeres sollen in ältester Zeit, früheren Vermutungen entgegen,
+nicht viel Kupfer erzeugt haben, ganz außerordentliche Mengen besaß
+hingegen +Spanien+, vor allem in den Minen der asturischen Gebirge bei
+Oviedo, deren Halden bis in das zweite Jahrtausend zurückreichen[5800],
+sowie in jenen der Sierra Morena; aus Tartessos, das die einen für
+den Namen einer Stadt, die anderen für die Bezeichnung der ganzen
+Südwestküste erklären, holten es die Phönizier schon seit Beginn
+ihrer Fahrten nach dem Westen, und es war wohl die älteste und damals
+wichtigste Ausfuhrware des Landes.
+
+Über das Auftauchen des Kupfers in +Mitteleuropa+ gehen die Meinungen
+der Forscher noch stark auseinander. Schon in Grabresten, die noch
+der reinen Steinzeit (um etwa 2500) angehören, finden sich vereinzelt
+aus kupfernen Perlen oder Drähten hergestellte Schmucksachen, die
+allem Anscheine nach dem Südosten Europas entstammen[5801]; bekannter
+wird das Kupfer aber erst gegen 2000 und gewinnt, durch Einwanderer
+oder Tauschhändler aus dem Südosten herangebracht, weitere, jedoch
+nur langsame Verbreitung[5802], teils in Gestalt von Spangen, Ringen
+u. dgl., teils in der von Barren und Beilen[5803]. Diese, namentlich
+die Doppelbeile, die ihren ersten Ursprung von sumerisch-babylonischem
+Boden her genommen haben sollen[5804], scheinen nach ~Forrer~ zuerst
+aus Cypern, seit etwa 1300 aber aus Kreta gekommen zu sein und
+zeigen dementsprechend anfangs die cyprischen, später die kretischen
+charakteristischen Formen und Gewichte[5805]. ~Regling~ glaubt zwar,
+daß ~Forrer~ seine Befunde nicht selten „phantastisch verwertet
+habe“[5806], gibt aber doch zu, daß die vermutlich cyprischen
+Doppelbeile der sog. Depot- oder Massenfunde, deren etwa 20 aus ganz
+Mitteleuropa bekannt sind, zum Teil eingeschlagene Fabriks- oder
+Gewichtsmarken tragen und daher „in einigen Fällen justiert worden
+sind[5807]; er betrachtet übrigens diese „praktisch unbenützbaren
+Formen“ nicht als Werkzeuge, sondern als „Metall in gebrauchsfähiger
+Gestalt“, im Sinne von Wertgegenständen oder Geldvorräten, etwa wie die
+späteren eisernen „Spieße“ der Spartaner, die ὄβελοι oder ὀβελίσκοι
+(Obelisken)[5808]. Nach Nordeuropa verbreiten sich die nach kretischen
+Minen abgewogenen, 0,5-3 kg schweren Barren und Doppeläxte nur sehr
+langsam[5809], so daß dort die eigentliche Kupferzeit erst erheblich
+später einsetzt als in Mitteleuropa, wo sich z. B. um 2000 in den
+Pfahlbauten des Mondsees schöne Äxte aus reinem Kupfer bereits in
+größerer Zahl vorfinden[5810]; erst im Verlaufe dieser Kupferzeit,
+die in Mitteleuropa etwa von 2000 bis 1800 währt, lernt man daselbst
+zunächst Kupfer, und zwar fertig zugebrachtes, selbst zu gießen und
+nach dem Vorbilde der noch lange in Benützung bleibenden Steingeräte
+zu formen[5811], schließlich aber vielleicht auch schon, aus seinen
+Erzen an Ort und Stelle zu gewinnen. Ob indessen die Annahme zutrifft,
+daß für Kupfer-Bergbau und -Verarbeitung in Ungarn, Deutschland,
+den Alpengegenden usf., -- keinesfalls aber in Skandinavien --, ein
+derart hohes Alter in Anspruch zu nehmen sei[5812], bleibt immerhin
+zweifelhaft; erstens dauert nämlich die Einfuhr von Kupfer in Gestalt
+von Ringen kretischen und phönizischen Gewichtes noch nach Beginn des
+1. Jahrtausends (der sog. frühen Hallstädter Zeit) fort[5813], und
+zweitens reichen die ältesten Kupferbergwerke der Alpen, z. B. die zu
+Mitterberg und Kitzbüchel, keinesfalls so weit zurück, wie dies ~Much~
+und andere Forscher voraussetzten[5814], sie gehören vielmehr nach den
+Untersuchungen von ~Hoernes~ erst der Bronzezeit an[5815].
+
+Widersprechen nun obige Tatsachen einerseits der von einigen Gelehrten
+verfochtenen Theorie, der gemäß das Kupfer in Mittel- und besonders
+in Nordeuropa einen selbständigen Entstehungskreis besitze, so
+sind sie andererseits auch schwer vereinbar mit den Anschauungen
+von ~Montelius~, nach denen zwei Verbreitungswege des Kupfers nach
+Mittel- und Nordeuropa in Frage kommen sollen, ein östlicher über die
+Balkanländer und den Balkan, sowie ein westlicher über das Mittelmeer
+und den Boden des heutigen Frankreichs[5816]. Gallien war während des
+gesamten Altertums, ja selbst zu römischer Zeit, niemals besonders
+reich an Kupfer[5817], wie ja auch von Britannien noch ~Caesar~
+behauptet, man mache daselbst nur von eingeführtem Kupfer (aere
+importato) Gebrauch[5818]. Falls es nun richtig ist, daß gegen Ende
+der Steinzeit gewisse rundköpfige Stämme aus den Hauptsitzen der sog.
+Grenelle-Rasse im nördlichen Frankreich über den Rhein und quer durch
+Deutschland weithin nach Osten und Norden drangen und daß diese damals
+zuerst das Kupfer verbreiteten, in dessen Besitz sie sich bereits
+befanden[5819], so fehlt bisher jedenfalls der Nachweis, daß und auf
+welche Art sie ihre Kenntnisse aus dem Orient empfingen; woher sonst
+sie ihnen zukamen, bleibt aber allerdings ebenfalls im Dunkeln, und so
+liegt hier eines der zahlreichen noch ungelösten Rätsel vor, wie z. B.
+das betreffs der oben erwähnten Kupferbeile der Charente, die eine
+gewisse Zeit lang bis 3% Arsen enthalten, während sie sich nach deren
+Ablauf gänzlich arsenfrei erweisen[5820].
+
+Die +Indogermanen+ kennen vor ihrer Trennung und der Zeit der
+beginnenden Abwanderung aus ihrer immer noch vielumstrittenen Urheimat,
+also um 2500 und gegen Ende der jüngeren Steinzeit, nur +ein+ Metall,
+das Kupfer, benützen aber auch dieses nur in sehr beschränktem
+Umfange, und zwar in Form von Schmucksachen, Flachbeilen, Dolchen,
+Pfriemen, vielleicht auch Sicheln; sie verstehen, es in Steinformen
+zu gießen, nicht aber, es zu schmieden[5821]. Nach dem einen Namen
+des Kupfers, „ayas“ (lat. aes), der zu den ältesten Bestandteilen des
+indogermanischen Wortschatzes gehört, benennen sie später die ihnen
+neu bekannt werdenden Metalle, z. B. Gold, als „das gelbe“, Silber
+als „das weiße“, Eisen (Stahl) als „das blaue“, nämlich Metall[5822];
+ein zweiter Name ist raudhâ oder roudhos, der das Kupfer als das
+„Rote“ bezeichnet, aber auch mit dem anklingenden sumerischen urudu
+in Zusammenhang stehen soll, -- so wie pereku, das Beil, gr. πέλεκυς
+(Pélekys), sanskr. paraçu, mit sumer. balag, assyr. pilakku --,
+ohne daß sich aber angeben ließe, wo oder gar wann diese Beziehung
+vermittelt wurde[5823]. -- Daß die westlichen +Finnen+ auch vom Kupfer
+(rauta, ruda) erst durch indogermanische Nachbarn Kunde erlangt hätten,
+trifft nicht zu; sie waren offenbar schon in ihrer alten Heimat,
+als die das Ural-Gebiet angesehen wird, mit ihm wohlvertraut[5824]
+und erklären es in ihren Volkssagen als das älteste Metall. In der
+„Kalewala“ wird daher der Gott ~Ilmarinen~ gleich mit den kupfernen
+Geräten des Schmiedes geboren, Kupferschmiede spielen eine große Rolle,
+und das Kupfer (nicht aber die ganz unbekannte Bronze) findet unzählige
+Verwendungen[5825]; das nämliche ist im „Kalewipoeg“ der Fall, und in
+den „Esthnischen Märchen“ gelten u. a. auch kupferne Geräte als „bei
+uns zu Lande verfertigt“[5826].
+
+Seit wann in +China+ und +Indien+ Kupfer bekannt ist, und ob man
+daselbst eine eigentliche, jener der Bronze vorausgehende Kupferzeit
+anzunehmen hat, entzieht sich nach Maßgabe der vorliegenden Funde und
+Berichte noch jeder Beurteilung[5827]; die zahlreichen von ~Pfizmaier~
+zusammengestellten chinesischen Angaben sind teils unklar, teils
+verraten sie sichtlich schon arabische Einflüsse, wie die über das
+männliche und weibliche Kupfer, über den „Geist des Kupfers“, über
+die fünf farbigen Arten des Kupfers, über die „Blüte des Kupfers“ (=
+Grünspan), die gemeinsam mit Zinnober, Kupferlasur, sowie männlichem
+und weiblichem Arsen, die „fünf Steine“ bildet, usf.[5828]. In Indien
+sprechen die Fundstücke für ein sehr hohes Alter des Kupfers, dessen
+Gewinnung seit jeher in den äußerst unvollkommenen, jedoch mit einer
+Art Blasebalg versehenen, kleinen Öfen erfolgt sein mag, die daselbst
+noch gegenwärtig im Betriebe anzutreffen sind[5829]; bemerkenswert ist
+es, daß noch zu Beginn unserer Zeitrechnung ~Strabon~ versichert, die
+Indier kennten keine geschmiedeten Kupfergefäße, sondern nur gegossene,
+die beim Hinfallen zerbrächen wie irdene[5830].
+
++Persien+ besaß reiche Kupfergruben, die während des ganzen Altertums
+und Mittelalters in dauerndem Betriebe standen, dessen noch 629
+der chinesische Pilger ~Hiuen-Thsang~ gedenkt[5831]. Die bei den
+Ausgrabungen in Susa zutage gekommenen ältesten Werkzeuge und Nägel
+bestehen aus reinem Kupfer[5832], dessen erste Darstellung die
+persische Sage in die fernste Urzeit zurückverlegt und dem völlig
+mythischen Schah ~Hoscheng~ zuschreibt; in ~Firdusis~ „Schahnameh“
+heißt es von ihm[5833]:
+
+ „Erz und Gestein er schied mit Verstand.
+ Zum Werkstoff glänzendes Erz er macht’,
+ Das er zog aus dem Felsenschacht:
+ Er kannt’ es und fing die Schmiedekunst an,
+ Durch die er Beil, Säg’ und Axt gewann.“
+
+Auch in den uralten Vorstellungen vom Weltende, die nach den „Gathas“
+genannten Verspredigten im „Avesta“ von ~Zarathustra~ selbst, also
+wohl aus dem 2. Jahrtausend, herrühren sollen, spielt das Kupfer
+eine wichtige Rolle: neben dem roten Feuer erwähnen sie das rote,
+lohende, geschmolzene Metall, dessen glühenden Strom die Auferstehenden
+durchschreiten müssen, wobei ihn die Guten als ein laues Bad empfinden,
+während er den Bösen die furchtbarsten Qualen bereitet[5834]. In
+der jüngeren Fassung des „Avesta“ tritt dann unter den auch schon
+den Gathas bekannten sechs iranischen Erzengeln die Gestalt des
+~Schahrewar~ auf, des „Oberherrn der Metalle“, des „Herrn der 7
+Metalle“, der diese schmilzt, „das Eisen, das Blei und das gemeine
+Metall“ (d. i. das Kupfer); im „Bundehesch“ ist er der „Herr der Waffen
+und der Waffengewalt“, in den späteren Pehlewi-Texten aber der „Geber
+des Reichtums“, nämlich der Metalle, die Geld und Gut darstellen, und
+die er am jüngsten Tage durch ein herabfallendes Meteor (?) schmilzt,
+wobei sie die Gerechten wie laue Milch umfangen[5835].
+
+Bei den +Arabern+ scheint das Kupfer erst nach der Eroberung Persiens
+weitere Verbreitung gefunden zu haben[5836]; sehr frühzeitig wird ein
+persischer Klient als Kupferschmied erwähnt[5837], und zur Zeit des
+Khalifats sind alsbald große Mengen Kupfer vorhanden, Erzeugnisse
+Syriens, Kleinasiens, der südöstlichen Küstenländer des schwarzen
+Meeres, Armeniens, Kermans (des alten Karmaniens)[5838], aber auch des
+Maghrebs (Westafrikas)[5839] und nicht zum wenigsten Transoxaniens und
+Ferghanas, die als ebenso reich an Kupfer gerühmt werden wie an Türkis,
+Marienglas, Nûschâdir (Salmiak), Schwefel, Naphtha und zahlreichen
+anderen Mineralien, Erzen und Metallen[5840].
+
+Was die +Namen+ des Kupfers betrifft, so sind das sumerische urudu und
+das indogermanische ayas bereits oben erwähnt worden; von letzterem
+leiten sich das indische ayas ab, das altpersische ayah, das gotische
+aiz, das lateinische aes, vielleicht auch das keltische umajo und das
+irische umae[5841]. Mit der roten Farbe des Kupfers hängt die zweite
+indogermanische Bezeichnung zusammen, raudhâ oder roudhos, und mit
+dieser wieder die für Rot und Kupfer im Indischen (rudhira und lôha),
+im Altpersischen (ruad und rôdh, wovon neupersisch rôy), ferner das
+griechische ἐρυθρός, das lateinische ruber, das gotische raudo, das
+altslavische rudru und das südslavische ruda, das lettische raudunes,
+das altpreußische rauda, vielleicht auch das finnische rauta oder ruda,
+sowie das baskische urreïda[5842].
+
+Für das Wort „Kupfer“ sind einige weithergeholte Etymologien
+vorgeschlagen worden, nach ~Ludwig~ z. B. käme es vom semitischen
+K’pôr = Deckel, Scheibe, bedeutete also eigentlich Platten- oder
+Scheibenkupfer[5843]; nach ~Wilser~ hätten die Römer ihr cuprum der
+Sprache nordischer Völker entlehnt, etwa solcher Britanniens oder
+Skandinaviens, woselbst die Kupfergewinnung eine ganz außerordentlich
+alte sei[5844], -- welche letztere Behauptung übrigens nach ~Hoops~
+durchaus nicht zutrifft[5845]. Die größte Wahrscheinlichkeit spricht
+vorerst immer noch für die nächstliegendste und natürlichste Erklärung,
+der gemäß cuprum von Cypern abzuleiten ist[5846], seiner ältesten
+und wichtigsten Gewinnungsstätte, deren hohe Bedeutung auch weiter
+fortdauerte, als die Insel 57 v. Chr. in römischen Besitz übergegangen
+war: machte doch noch Kaiser ~Augustus~ dem ~Herodes~, der ihm
+300 Talente als Gabe dargebracht hatte, ein wahrhaft kaiserliches
+Gegengeschenk, indem er ihn mit dem halben Ertrage der cyprischen
+Erzgruben belehnte[5847]. Das Griechische besaß ursprünglich keinen mit
+Cypern zusammenhängenden Namen für Kupfer, vielmehr hieß dieses einfach
+χαλκός (Chalkós), so wie die Bronze, oder zuweilen zum genaueren
+Unterschiede von dieser χαλκός ἐρυθρὸς = rotes Kupfer, so schon bei
+~Homer~[5848], aber auch noch bei ~Poseidonios~ (um 100 v. Chr.)[5849].
+Das Lateinische kennt den nämlichen Ausdruck „aes rubrum“, neben
+diesem tritt aber auch „aes cyprium“ auf, das sich z. B. bei ~Vitruv~
+findet, ferner „aes cypreum“ (oft bei ~Plinius~), „aes cyprinum“
+und „aes cupreum“; „cuprum“ allein (ohne aes), sowie „cuprinus“ (=
+kupfern), kommen dagegen erst bei sehr späten Schriftstellern vor,
+z. B. bei ~Spartianus~ (4. Jahrhundert), bei ~Palladius~, und einigen
+anderen von ~Rossignol~[5850] und ~Blümner~[5851] aufgezählten
+Autoren, denen noch der Arzt ~Caelius Aurelianus~ (5. Jahrhundert)
+anzureihen wäre, der an einer Stelle „lepida cyprina“ (Kupfer-Schuppen)
+vorschreibt[5852]. Die späte Nachweisbarkeit einer Vokabel in der
+Litteratur erbringt freilich keine Entscheidung über ihr Alter, es
+wird z. B. kaum jemand voraussetzen, daß das Wort vitrum = Glas, für
+das bisher ~Cicero~ der früheste Gewährsmann sein soll, erst zu seiner
+Zeit plötzlich aufgetaucht sei; so wird wohl auch, neben vielen anderen
+als cyprische bekannten Erzeugnissen, das cyprische Erz, aes cyprium,
+cypreum, oder cupreum, im Sinne von Kupfer, dem Volksmunde längst
+vertraut gewesen, und in der Vulgärsprache abgekürzt „cuprum“ genannt
+worden sein, worauf u. a. die Bezeichnung der εἰς κύπρον (in Kýpron, in
+Kupfer) Arbeitenden im Maximaltarife des ~Diokletian~ von 301 hinweist
+(s. oben S. 274). In ganz ähnlicher Weise ging z. B. der (+nicht+ von
+Cypern abzuleitende) Name der Cypresse, der noch bei dem höfischen
+~Vergil~ „cyparissus“ lautet[5853], nach Beginn der Kaiserzeit, und
+anscheinend gerade unter Anlehnung an „cuprum“ ganz allgemein in
+„cupressus“ über, war jedoch schon weit früher in dieser Gestalt
+gebräuchlich, was sich hier rein zufällig aus einem Verse des ~Ennius~
+(239-169 v. Chr.) belegen läßt[5854]. -- Nichts zu tun hat „cuprum“
+mit dem von ~Varro~ als sabinisch überlieferten „ciprum“ = gut[5855]
+und mit den etrurischen Städtenamen Cupra maritima und montana; diese
+selbst führt man wieder auf eine Göttin ~Cupra~ zurück, in der man
+bald die griechische ~Kypris~ erblicken wollte, bald die römische
+~Juno~, weil nach ~Pausanias~[5856], der aber hierin schon völlig den
+synkretistischen Anschauungen folgt, ~Hera~ auch ~Aphrodite~ genannt
+worden sei[5857]. -- Unter den romanischen Sprachen besitzt nur die
+französische das von cuprum abgeleitete cuivre; die übrigen nahmen das
+vulgär-lateinische „aeramen“ (etwa = Kupferzeug) auf und bildeten, wie
+z. B. das italienische „rame“ zeigt, ihre Ausdrücke aus diesem.
+
+
+5. Bronze.
+
+Die Geschichte der Bronze, der Legierung von Kupfer und Zinn, ist
+auf das Innigste mit jener dieses letzteren Metalls verknüpft, auf
+die jedoch aus verschiedenen Gründen erst weiter unten des näheren
+eingegangen und daher an dieser Stelle nur hingewiesen werden kann.
+
+Die Erfindung der Bronze, sei sie anläßlich zufälligen gemeinsamen
+Verschmelzens von Kupfererzen und Zinnstein, oder von fertigem Kupfer
+und Zinn gemacht worden[5858], setzt jedenfalls gewisse metallurgische
+Erfahrungen voraus, namentlich solche im Darstellen und Gießen
+des Kupfers, und zwar eines ziemlich reinen[5859], -- wenngleich
+es unmöglich ist, ihr, mit ~Kahlbaum~ und ~Hoffmann~[5860], schon
+die klare Absicht unterzulegen, den hohen Schmelzpunkt des Kupfers
+(1135°) durch den niedrigen des Zinns (228°) auf den mittleren der
+Bronze (900°) herabzudrücken. Sie einem einzigen bestimmten Volke
+zuzuschreiben, etwa den Ägyptern[5861] oder den Phöniziern[5862],
+erweist sich als unzulässig, vielmehr scheint sie an mehreren, wenn
+auch nur wenigen Punkten selbständig gemacht und dann von diesen
+aus allmählich weiter verbreitet worden zu sein[5863], wobei sich
+zwar Vorderasien, Europa und Afrika als zusammengehörig ergeben, ein
+völlig gemeinsamer Herd aber selbst für die +alte+ Welt so gut wie
+undenkbar erscheint[5864]. Auch im vorliegenden Falle mahnt nämlich
+die +neue+ zur Vorsicht in allen weitgehenden Schlüssen, denn „in
+beiden Hemisphären findet sich die Kunst dieser Legierung“, wie bereits
+~Humboldt~ hervorhob[5865]: so besaßen die Mexikaner, bei denen
+~Cortez~ Zinn in großen Mengen gewinnen und an Geldes Statt benützen
+sah[5866], auch bronzene Geräte und Werkzeuge, 94% Kupfer und 6%
+Zinn enthaltend, und waren im Gusse größerer und großer Gegenstände
+wohlerfahren[5867]; die Peruaner, bei denen sich auch Wagen und
+Gewichte vorfanden, die in Mexiko fehlten, verstanden ebenfalls,
+Bronze mit 6% Zinngehalt herzustellen und zu gießen, und wandten sie
+zu den mannigfaltigsten Zwecken an, obwohl ihnen das Eisen nicht mehr
+unbekannt war[5868]; endlich bedienten sich auch einige, jedoch nicht
+alle Völkerschaften Chiles, vermutlich von Peru aus beeinflußt, neben
+der kupfernen auch bronzener Schmucksachen, Werkzeuge, Geräte und
+medizinischer Instrumente[5869].
+
+Für die oben erwähnte Vermutung ~Smiths~, die Bronze sei in +Ägypten+
+erfunden worden, lassen sich zureichende Gründe nicht vorbringen,
+dagegen kannte man sie daselbst in weit früherer Zeit, als ~Gsell~
+annahm[5870], nämlich schon unter der Regierung der Thiniten und
+der ersten Königsdynastien[5871], also etwa seit 3000; um 2500 war
+sie bereits verbreiteter[5872], und dem alten Reiche scheint auch
+ein aus Kupfer gegossenes Gefäß anzugehören, das schon ein mittels
+eines Bronze-Plättchens verlötetes Loch aufweist[5873]. In einem
+Gedichte aus der Zeit um 2000 ist von „Riegeln aus Bronze an Türen
+aus Kupfer“ die Rede[5874], und spätestens um 1500 verstand man den
+Hohlguß auch größerer Stücke und Statuen[5875], der jedenfalls eine
+lange andauernde Übung voraussetzt. Die Frage, ob die Bronze, als
+deren Namen thisd, thesed, aber auch chesmen angegeben werden[5876],
+sowie die Bronze-Technik, den Ägyptern aus einem bestimmten Lande des
+Orients zugekommen sei, aus welchem, und namentlich aus oder über
+Cypern, muß vorerst unentschieden bleiben, ebenso wie die nach der
+Herkunft des zu ihrer Darstellung erforderlichen Zinns. Tatsache ist,
+daß dieses anfangs nur in sehr kleiner Menge vorhanden war[5877]:
+der Gehalt beträgt bei den ältesten Bronze-Funden (um 3000) nur
+1-2%[5878], bei den etwas jüngeren (um 2500) schon 6%[5879], und steigt
+dann rasch auf die normale Höhe von 10-12%, die im 2. Jahrtausend
+bereits die gewöhnliche ist[5880]. Die Fundstücke umgekehrt, auf
+Grund ihres Zinngehaltes, einem bestimmten Zeitalter zuzuteilen, ist
+aber im Einzelfalle ganz unzulässig, da man zinnarme Bronzen auch in
+späterer Zeit weiter erzeugte, ferner aber auch Bronze-Gegenstände,
+wahrscheinlich aus religiösen Gründen, zu gewissen Zwecken, z. B.
+als Grabbeigaben, nicht anwandte, diese vielmehr (noch um 1500)
+ausschließlich aus reinem Kupfer anfertigte[5881]. In älteren,
+gegossenen Bronze-Gegenständen findet sich nicht selten ein merklicher,
+zwischen 6 und 12% schwankender Zusatz an Blei, offenbar weil dieses
+die Verflüssigung und Handhabung der Legierung erleichtert[5882],
+während jüngere, geschmiedete, zuweilen 1-2% Eisen enthalten,
+das vermutlich aus den benützten Kupfererzen herstammt und ihnen
+eine bedeutende, aber zur Bearbeitung der Hartgesteine doch nicht
+ausreichende Härte verleiht[5883]. Mit was für Werkzeugen die Ägypter
+Granit, Syenit, Diorit und Basalt meisterten, ist noch strittig; ein
+Härten der Bronze nach Art des Stahles, durch Abschrecken in Wasser
+oder Öl (διά τινος βαφῆς), von dem ~Proklos~ und einige Spätere
+fabeln[5884], darf für ausgeschlossen gelten, die Bereitung einer
+Art Phosphor-Bronze mittels phosphorhaltiger Beigaben ist unbewiesen
+und unwahrscheinlich[5885], und ein Zusatz von 22-30% Zinn macht die
+Bronze zwar stahlhart, aber auch äußerst spröde[5886]. Da indessen
+ägyptische Prägestempel des 6. Jahrhunderts v. Chr. von gerade dieser
+Zusammensetzung vorliegen[5887], die Sprödigkeit zum großen Teil
+durch Ausglühen zu beheben ist[5888], ferner sehr harte Instrumente,
+z. B. medizinische, durch anhaltendes starkes Hämmern hergestellt
+werden können[5889], endlich aber auch bronzene Feilen aufgefunden
+wurden[5890], so scheint die Existenz einer Hartbronze doch noch
+keineswegs ausgeschlossen; weitere Untersuchungen müssen Aufklärung
+darüber bringen, ob bei ihrer Gewinnung mechanische Behandlungsweisen
+die Hauptrolle gespielt haben, chemische Beimischungen (unter denen
+auch noch das Arsen zu berücksichtigen wäre), oder beide.
+
+Den +Sumerern+ war die Bronze schon gegen 3000 gut bekannt, da die
+ältesten Schichten zu Telloh (um 2900) zahlreiche bronzene Ringe,
+Äxte und Götterbilder aufweisen[5891], aus der nämlichen Zeit ein
+prächtiger Stierkopf in Bronze herrührt[5892], und aus der nur wenig
+jüngeren des Königs ~Urnina~ (um 2800) zahlreiche Bronzefiguren
+vorliegen[5893], sowie Bronzestifte von Rollsiegeln[5894]. Um 2700
+tragen die Krieger auf der sog. Geier-Stele des ~Eannatum~, Sohnes
+des ~Entemena~, mit Metallbuckeln beschlagene Schilde, Lederhelme mit
+Metallrändern, sowie Lanzen mit zweischneidigen Metallspitzen, und
+das Metall scheint Bronze zu sein[5895]; eine ganze Anzahl kleiner,
+sehr gut gearbeiteter Bronzefiguren sind nur etwa 30 Jahre nach dieser
+Stele angefertigt[5896]. Unter der Regierung ~Gudeas~, der zu den
+„Königen von Sumer und Akkad“ gehört[5897], etwa um 2300, stand die
+Verarbeitung von Gold, Kupfer, Zinn und Bronze auf einer hohen Stufe,
+und letzteres Metall wird auch in Inschriften und Zaubersprüchen
+erwähnt[5898]; auffälligerweise erteilen die Sumerer in dieser Periode
+den Göttergestalten nicht mehr den Typus ihres eigenen Volkes, sondern
+jenen der Semiten[5899], von denen sie anscheinend auch die Verbindung
+der Götter mit den Gestirnen sowie mit dem Lebenswasser übernahmen, --
+wie denn auch auf dem Siegel ~Gudeas~ ein sitzender Gott Vasen hält,
+aus denen das Wasser des Lebens hervorsprudelt[5900]. Im Zeitalter
+~Hammurabis~, um 2000, war die Bronze längst allgemein bekannt[5901],
+und im 16. Jahrhundert bilden bronzene Rüstungen und Waffen einen
+Gegenstand der Ausfuhr nach Syrien[5902]. Wie bei den Bronzen Ägyptens,
+so ist im allgemeinen auch bei denen Babyloniens und Assyriens der
+Gehalt an Zinn anfangs sehr gering, oft nur 0,1-0,3%, steigt dann auf
+3-5 und später auf 10-12, zuweilen auch auf 16-20%, und wird nicht
+selten von einem solchen an Blei (3-7%), Antimon (4%), Eisen (2-4%,),
+Arsen (0,6%) und etwas Nickel begleitet, die, mit Ausnahme des Bleies
+und vielleicht des Antimons, wohl sämtlich aus dem benützten Rohkupfer
+herrühren[5903]. Bestimmte Anhaltspunkte über das Alter einzelner
+Gegenstände liefert aber der Zinngehalt auch hier nicht, so z. B. fand
+~Berthelot~ in einigen Stücken aus dem 2. Jahrtausend 10-12% Zinn,
+in jüngeren (Anfang des 1. Jahrtausends) 11%, in noch jüngeren (um
+800) 8,5%, aber auch 14-20%, neben 3,5-7% Blei und 2-3% Eisen oder
+Nickel[5904]. -- Was die Frage betrifft, ob das Land der Sumerer als
+die (oder doch als eine) Ursprungsstätte der Bronze anzusehen sei, so
+ist zu bemerken, daß +allein+ dieses Volk neben dem Worte für Kupfer,
+urudu, noch ein besonderes für Bronze besitzt, zabar, das „feurigrot,
+glänzend“ bedeutet; in einem zweisprachigen Hymnus an ~Gibil~, den Gott
+des Opfer-, Herd- und Welt-Feuers, den Lehrmeister der Schmiede[5905],
+heißt es: „Du bist es, der Gold und Silber läutert; Du bist es, der
+Kupfer (urudu) und Zinn (anna) mischt“[5906], und in diesen Versen wird
+unleugbar dem Gotte die Erfindung der Legierung zugeschrieben[5907].
+Sollte aber wirklich „anna“ ursprünglich nicht Zinn, sondern Blei
+bedeutet haben[5908], so läge die Vermutung nahe, daß die Blei-Bronze,
+-- es sei hier nur an die Statue des Königs ~Bur-Sin~ von Ur (um
+2600) mit 18% Blei erinnert[5909] --, älter ist als die Zinn-Bronze,
+und daß der anfängliche Zusatz ein solcher von Blei war, das erst
+späterhin durch Zinn ersetzt wurde. -- In jüngerer babylonischer Zeit
+führt die Bronze auch andere Namen, so z. B. weihte ~Nebukadnezar~ II.
+(um 600) einer Göttin je zwei Hunde aus Gold, Silber und Bronze, für
+welche Metalle die Bezeichnungen hurasu, kaspu, und eru oder namru
+stehen, d. h. „glänzendes Kupfer“[5910]. Ob der ältere Name zabar in
+dem noch bei den späteren Arabern gebräuchlichen zafar, zafr, safr,
+fortlebt[5911], ist fraglich.
+
+In der +Ägäis+ soll nach ~Karo~ das Kreta der frühminoïschen Periode
+(3. Jahrtausend) Bronze noch nicht, und das der spätminoïschen (2.
+Jahrtausend) anfangs nur spärlich, reichlicher erst seit etwa 1600,
+besonders aber seit 1500, besessen haben[5912]; nach ~Meyer~ ist aber
+Bronze schon zu Beginn des 3. Jahrtausends bekannt[5913] und nach
+~Forrer~ bald nach dessen Ende in Knossos nicht selten[5914]. Das
+nämliche gilt nach den zuletzt genannten Autoren von Cypern, woselbst
+jedoch die Bronze-Gegenstände noch lange Zeit hindurch die Formen der
+kupfernen festhalten und sich neben diesen nur sehr allmählich Bahn
+brechen[5915]. Auch die Cykladen sind, entgegen ~Karos~ Ansicht[5916],
+um 2500 schon reich an Bronze-Geräten, -Gefäßen und -Waffen; nur die
+Spitzen der dortigen Pfeile sind nicht aus Bronze gefertigt, sondern
+aus dem Obsidian der vulkanischen Insel Melos[5917].
+
+Zu +Troja+ findet sich Bronze, wenngleich vereinzelt, schon in sehr
+tiefliegenden Schichten, und ist anfangs arm an Zinn[5918]; um 2500 ist
+bereits viel Bronze und solche von 8-11% Zinngehalt vorhanden[5919],
+um 2000 treten Schmucksachen (auch gelötete) und getriebene Gefäße
+auf[5920] und um 1500, in der sog. homerischen Schicht, mannigfaltige
+Geräte und Waffen[5921].
+
+Das +mykenische+ Zeitalter (um 2000) war mit der Verarbeitung der
+Bronze durchaus vertraut, namentlich auch mit der Herstellung größerer
+Gegenstände in Hohlguß[5922]; der Gehalt an Zinn ist sehr wechselnd,
+kaum 1% bei einem Kessel aus Mykene[5923], 5,5% bei einem Schwert
+und 9,5% bei einem Szepter (?) ebendaher[5924], dagegen 10-13% bei
+Fundstücken aus Tiryns[5925]. Nach einigen Forschern waltet hierbei der
+Zufall, nach anderen sollen die zinnreichen Geräte durch die Phönizier
+eingeführt sein[5926]; die Herstellung kleinerer Gußsachen dürften
+diese schon sehr frühzeitig verstanden haben, und jedenfalls reichte
+ihre Erfahrung aus, um ihnen im 11. Jahrhundert den Guß der gewaltigen
+Bronzesäulen vor dem Tempel zu Gades (der sog. Säulen des ~Herkules~)
+zu ermöglichen, und im 10. Jahrhundert den der Prunkstücke im Tempel
+~Salomons~, wobei sie Tonformen benützten[5927]. Unter mykenischem
+Einflusse standen auch die Inseln des östlichen Mittelmeeres sowie
+Sizilien[5928]; betreffs ersterer ist dem weiter oben Gesagten noch
+hinzuzufügen, daß in Cypern die einheimischen Erzeugnisse auch während
+dieser Zeit noch die alten Formen beibehielten und daher durchaus
+archaisch erscheinen[5929], während sich in Kreta starke babylonische
+Einflüsse geltend machten, deren Spuren auch die Bronze-Barren von ¼, ½
+und 1 Talent babylonischen Gewichtes verraten[5930].
+
+Unter den +Griechen+ lernten die Bronze zuerst jedenfalls jene
+Kleinasiens kennen, woselbst man gegen Ende des 10. Jahrhunderts z. B.
+in Ephesus schon Zahlbarren (ohne Prägung) in Gold, Silber, Elektron,
+Bronze und Blei besaß[5931] und wo auch der Hohlguß um diese Zeit
+längst in Anwendung stand, so daß dessen „Erfinder“, ~Theodoros~
+und ~Rhoikos~ von Samos (6. Jahrhundert), von denen ~Pausanias~
+und andere erzählen, in Wirklichkeit wohl nur die Verbreiter
+waren[5932]. Das nämliche gilt betreffs der Bronze selbst, die nach
+den „Wunder-Geschichten“ des ~Pseudo-Aristoteles~ ein Lyder ~Skythes~,
+nach ~Theophrastos~ ein Phryger ~Delas~, und nach den „Fabulae“ des
+~Hyginus~ der Phönizier ~Kadmos~ zu Theben zuerst bereitet haben
+soll[5933]. Auch von der Erfindung durch die im Ida-Gebirge hausenden
+Daktylen berichten ältere Sagen[5934], doch ist es unzutreffend, daß
+dieser bereits ~Homer~ gedenke; bei ihm bedeutet χαλκός (Chalkós)
+bald Kupfer, bald Bronze, die dem geschilderten Zeitalter wohlbekannt
+ist und als φαεινός (glänzend), αἶθοψ (funkelnd), νῶροψ (blendend)
+bezeichnet wird[5935]. Wann die +europäischen+ Griechen zuerst von ihr
+Gebrauch machten, läßt sich nicht bestimmt angeben, doch fehlt sie
+z. B. noch in den tiefsten, bis in das 2. Jahrtausend zurückreichenden
+Schichten Olympias[5936]; auf frühzeitiges erstes Auftauchen deuten
+die Sagen vom ehernen Zeitalter, sowie die Anschauungen, daß Bronze
+als das ältere Metall sich auch besser und edler erweise als Eisen,
+für kultische und daher auch für medizinische Anwendungen den Vorzug
+verdiene, den Göttern wohlgefällig sei, ihre Stimme in seinem Klange
+wiedertönen lasse, die bösen Geister und Gespenster vertreibe, Zauber
+und Zauber-Wirkungen breche, u. dgl. mehr[5937]. Die Darstellung der
+Bronze aus Kupfer und Zinn, sowie ihre Eigenschaften, waren zwar
+spätestens im 5. Jahrhundert ganz allgemein bekannt, -- ~Empedokles~
+(gest. 444) erwähnt ihrer, und ~Aeschylos~ (gest. 456) sagt, „das
+Erz ist ein Spiegel des Körpers wie der Wein einer der Seele“[5938]
+--, aber über ihr Wesen als Legierung kam man nicht ins klare; noch
+~Aristoteles~ war, wie schon weiter oben ausführlich erörtert, der
+Ansicht, daß das Kupfer durch Zinn etwa ebenso zu Bronze „gefärbt“
+werde, wie durch Galle zu „Gold“, und daß das Zinn sich völlig auflöse
+und im Kupfer verschwinde, wobei es dieses hart, rein, glänzend mache
+und „färbe“[5939]. Die griechischen Erzgießer und Künstler verstanden
+es, der Bronze durch allerlei Beimischungen die verschiedensten
+Farbentöne zu erteilen (s. das aes hepatizon, graecanicum usf. bei
+~Plinius~)[5940], und dies trug vielleicht dazu bei, die aristotelische
+Lehrmeinung zu bestätigen und zu festigen, so daß sie als übliches
+Schulbeispiel dauernd in jedermanns Munde blieb, wie denn z. B.
+noch ~Plutarch~ (48-125) sie bei jeder Gelegenheit immer wieder
+vorbringt[5941].
+
+In +Etrurien+ weisen schon die älteren Nekropolen, sowie die wiederholt
+erwähnten Grabstätten zu Villanova und Felsina (Bologna) viel Bronze
+auf[5942], die ursprünglich gegossen, sehr frühzeitig aber auch schon
+getrieben wurde, derart, daß die ältesten Tonwaren des Landes sich als
+Nachahmungen solcher getriebener Bronzegefäße zu erkennen geben[5943];
+diese besitzen einen eigenartigen Stil, den die Phönizier mindestens
+seit dem 15. Jahrhundert nicht mehr tiefer beeinflußten[5944],
+und sind an ihm meist mit Sicherheit kenntlich, z. B. im Norden,
+wohin sie bereits in alter Zeit ihren Weg nahmen[5945]. Die auch
+für den vorliegenden Fall bedeutsame Frage nach orientalischen,
+insbesondere babylonischen Beziehungen der Etrusker, für die unleugbare
+religiöse Anhaltspunkte vorliegen sollen (Zauberwesen, Aberglauben,
+Leberschau)[5946], ist, ebenso wie die nach ihrer orientalischen
+Herkunft und nach der Stellung ihrer Sprache, vorläufig noch strittig
+und nicht spruchreif. -- Bei den +Römern+, deren Glauben und
+Aberglauben so vielfach an den etruskischen anknüpft, ist die kultische
+Bedeutung der Bronze bemerkenswert, so z. B. dürfen sich die Flamines
+genannten Priester gelegentlich gewisser Opfer nur tönerner Gefäße,
+wollener Kleider mit Erzspangen und bronzener Geräte bedienen[5947].
+Noch um 300 v. Chr. stand die Bronze so hoch im Preise, daß unter den
+Geschenken, die ~Fabricius~ den Samniten wieder zurücksandte, außer
+fünf Sklaven und fünf Pfunden Silbers auch zehn Pfunde Erz aufgezählt
+werden[5948]. Im Laufe des 2. Jahrhunderte wurde Campanien, und
+ganz besonders die Stadt Capua, zum Hauptsitze einer ausgedehnten
+Bronze-Industrie, namentlich auch Kunst-Industrie, die seither, zumeist
+aber vom Beginne der Kaiserzeit an, ganz Italien sowie die Provinzen
+mit ihren Erzeugnissen versorgte, u. a. mit Spiegeln, deren beste, die
+Brundisium (Brindisi) lieferte, etwa 30% Zinn, zuweilen auch etwas Blei
+(5-6%) enthielten[5949]; anderen Bronzewaren wurde jedoch, besonders in
+späterer Zeit, viel mehr Blei beigemischt.
+
+In +Mitteleuropa+ ist, wie schon oben erwähnt, bereits während der
+jüngeren Steinzeit ein Handel anzunehmen, der sich auf Feuersteine,
+Steinwerkzeuge, Tongeräte und primitiven Schmuck, vor allem Bernstein,
+erstreckte, gegen Ende der Periode aber auch Muscheln des Mittelmeeres,
+Glasperlen, Kupfer in Barren und Doppeläxten, Gold, Zinn und Bronze
+umfaßte[5950]. Die sog. Bronzezeit setzt in Mitteleuropa um 2000
+ein, erstreckt sich in mehreren Stufen bis zu dem nicht überall
+gleichzeitig (etwa zwischen 1000 und 600) erfolgenden Eintritte der
+Eisenzeit, dauert aber auch während deren älteren (sog. Hallstädter)
+und jüngeren (sog. La Tène-)Abschnittes weiter fort, -- die Grenze
+beider bildet ungefähr das Jahr 400 --, und endigt vollständig erst
+um 100 v. Chr.[5951]; im nördlichen Europa beginnt sie erst gegen
+1700 und währt bis etwa 50 v. Chr.[5952]. Da gerade jene Gegenden
+Mitteleuropas, in denen sich die Bronzezeit am reichsten entfaltete,
+damals weder Kupfer noch Zinn erzeugten[5953], das Zinnland Britannien
+aber keine Bronze besaß[5954], so fanden die Behauptungen einiger
+Gelehrten, z. B. ~Wilsers~[5955], von einer selbständigen Erfindung
+der Bronze in Mittel- oder Nordeuropa bisher keinen Anklang in der
+Wissenschaft; die allgemeine Meinung geht vielmehr dahin, daß der
+Gebrauch der Bronze aus dem Südosten des Weltteils, woselbst sie
+zuerst bekannt war, sich allmählich nach Mittel- und von da aus nach
+Nordeuropa ausgebreitet habe[5956]. Träger dieser Verbreitung, die
+um 2000 nachweisbar wird, aber erst einige Jahrhunderte später ihren
+Höhepunkt erreicht, waren anfangs Tauschhändler, durch deren Tätigkeit
+die besondere Wichtigkeit des Bernsteins, auf die schon weiter oben
+aufmerksam gemacht wurde, sichtlich zutage tritt[5957], später wohl
+auch wandernde eigentliche Erz-Händler und -Arbeiter, aus deren Händen
+die in den ältesten Pfahlbauten vorgefundenen bronzenen Geräte und
+Schmucksachen herrühren dürften[5958]. Diese wurden also zunächst in
+fertiger Gestalt eingeführt, und zwar offenbar von wenigen gemeinsamen
+Ausgangspunkten her[5959], wobei als erste Hand, anscheinend bis gegen
+1500, kretische, nachher aber phönizische Vermittler ins Spiel kamen,
+so daß sich hieraus das Auftreten von Ringen, Barren und Geräten
+anfänglich kretischen, später aber (bis in die ältere Hallstädter Zeit
+hinein) phönizischen Gewichtes genügend erklärt[5960]. Jedenfalls
+„zehren die Funde aus der Bronzezeit überall vom Einflusse des
+Ostens und der Ägäis“[5961], und für ihren einheitlichen Ursprung
+zeugen die fast allerorten gleichmäßigen Formen, Verzierungen und
+Mischungsverhältnisse[5962]. Die ältesten weisen einen geringen
+Zinngehalt auf, doch steigt dieser alsbald auf den regelmäßigen von
+10-12%[5963], während Blei gänzlich zu fehlen pflegt[5964]. Wann
+das für die allgemeine Verbreitung ausschlaggebende Gießen an Ort
+und Stelle begann, -- zunächst wohl durch die fremden Händler und
+Wanderarbeiter, nachher auch durch Einheimische --, läßt sich genauer
+nicht feststellen, um so mehr als fürs erste nur kleine Gegenstände in
+Frage kamen, die teils aus eingeführten Barren, teils aus Bruchstücken
+oder Resten angefertigt wurden[5965]; auf einen frühen Anfang solcher
+Bemühungen deutet aber die Benützung von Gußformen aus einheimischen
+Gesteinen, sowie die beharrliche Nachahmung der Gestalten von Stein-
+und Kupfergeräten[5966], die namentlich im Norden bis in späte Zeiten
+hinein andauert, obwohl man zu diesen auch dort schon verhältnismäßig
+vollendete Gegenstände anzufertigen verstand, wie Wagen, Wagenräder mit
+Speichen, u. dgl.[5967]. Im Laufe des 2. Jahrtausends schreitet die
+Gußtechnik jedoch allenthalben erheblich fort[5968]; ihr schließt sich
+die Treibarbeit an, die fraglos südlichen Vorbildern nacheifert[5969],
+und zuletzt, wohl erst seit Beginn der Eisenzeit (etwa um 1000), folgt
+das Schmieden, als jüngste der Künste[5970].
+
+Über den Bahnen, auf denen die Kenntnis der Bronze nach Mitteleuropa
+gelangte, schwebt noch Dunkel. Zwischen der Ägäis und der
+ostkarpathischen Ebene walten zwar sehr alte, bis gegen 2500
+zurückreichende Zusammenhänge, sie brechen aber bald nach dieser
+Zeit jäh ab[5971] und ob sie sich wirklich später erneuerten und zu
+einer Benützung des Weges Donau-aufwärts Anlaß gaben, bleibt ungewiß.
+Unter den westlichen Pfaden gilt als der wichtigste der längs der
+Rhone aufwärts bis in das Quellgebiet des Rheins und weiterhin der
+Donau, und dann wieder diese Flußläufe abwärts führende, doch läßt die
+genauere Erforschung dieses Hauptzuges noch ebensoviel zu wünschen
+übrig wie die seiner Verzweigungen, besonders der auf französischem
+Boden vorauszusetzenden; sehr auffällig sind die Bronzen der Charente,
+die zeitweise ebenfalls bis 3% Arsen (aus dem Kupfer herrührend)
+enthalten[5972], sowie einige sog. Depotfunde, z. B. die von Bonneville
+(um 1000?), die neben 7% Zinn bis 5% Blei und zuweilen auch Antimon
+führen[5973]. Was endlich die jüngeren etrurischen Einflüsse anbelangt,
+so soll sie ~Genthe~[5974] nach manchen Richtungen überschätzt haben,
+ob aber in so hohem Grade wie ~Partsch~ und einige andere Forscher
+behaupten[5975], bleibt fraglich.
+
+Ein durchaus selbständiges Entstehungs- und Verbreitungsgebiet der
+Bronze ist, soweit sich dermalen übersehen läßt, das ostasiatische,
+u. a. das indische, malayische und chinesische. In +China+ erfanden
+nach „uralten Überlieferungen“ heilige Männer den Nutzen des Feuers
+und verfertigten mit seiner Hilfe Gefäße aus Kupfer und Bronzen[5976],
+deren Bestandteile, Kupfer und Zinn, schon unter der Regierung des
+völlig mythischen Kaisers ~Yü~ (angeblich um 2200 v. Chr.) von gewissen
+Völkern neben Gold und Silber als Tribut geliefert wurden[5977];
+nach anderen, ebenso alten Erzählungen sollen aber fremde Eroberer
+vor unvordenklichen Jahren die Kunst der Bronze-Darstellung nach
+China gebracht haben[5978]. Jedenfalls ist eine erste Blütezeit der
+Bronzetechnik schon in die Periode 1800-1500 v. Chr. zu setzen und
+eine zweite in die der Tschou-Dynastie, d. i. 1000-900 v. Chr.[5979];
+aus letzterer sind datierte Stücke von ganz außerordentlicher
+Vollendung erhalten[5980], auch liegen Rezepte über sechs verschiedene
+Mischungsverhältnisse vor, die den Zinnzusatz auf 20-100% des Kupfers
+bemessen, niemals aber auf den im Mittelmeergebiete vorherrschenden von
+10-12%[5981]. Die ältesten Bronzen, z. B. die im Lössboden gefundenen
+Gefäße[5982], sollen ausschließlich aus Kupfer und Zinn bestehen[5983]
+und sich dadurch jenen der Altai-Gegenden und der Tschudengräber
+anschließen, die gleichfalls 20 und mehr Prozent Zinn zu enthalten
+pflegen[5984]; spätere Legierungen, darunter bereits die der Glocken,
+deren Gebrauch in China aber immerhin schon sehr alt ist, weisen
+dagegen nicht selten auch bis 3% Arsen und Antimon auf[5985].
+
+In +Indien+ besaß man Bronze schon in der älteren vedischen Zeit,
+aus der zahlreiche Funde vorliegen sollen, die bemerkenswerterweise
+sehr zinnarm sind[5986]; da die Indogermanen +vor+ ihrer Trennung
+noch nichts von der Bronze wußten[5987], so müßten die Einwanderer
+sie entweder bei der indischen Urbevölkerung schon vorgefunden, oder
+unterwegs kennen gelernt haben. -- Den alten +Iraniern+ scheint die
+Bronze unbekannt geblieben zu sein; einige Erwähnungen im „Avesta“
+sind fragwürdiger Natur, zudem läßt sich ihre Abfassungszeit nicht
+ermitteln[5988]. In späteren Epochen waren dagegen die Perser wie
+mit metallurgischen Verfahren aller Art, so auch mit der Gewinnung
+und Verwendung der Bronze wohlvertraut; noch 629 n. Chr. berichtet
+der chinesische Pilger ~Hiuen-Thsang~ von den Platten, aus denen die
+riesigen Statuen des ~Buddha~ zusammengesetzt werden, und sagt, daß
+zu ihrer Herstellung der „Stein“ Teou-Schih von goldgelber Farbe
+diene, der angeblich in Persien gefunden werde[5989]. Zur Zeit des
+Khalifats waren persische Bronzen, nach dem Haupthandelsplatze auch
+Mossul-Bronzen genannt, ein wichtiger Gegenstand der Ausfuhr[5990].
+
+Was die +Namen+ der Kupfer-Zinn-Legierung anbetrifft, so stehen ganz
+abseits das irische créd-uma = „Zinn-Kupfer“ und das deutsche Erz
+(althochdeutsch aruz, erezi; altnordisch arud, so auch in Ortsnamen;
+mittelhochdeutsch erz), das ~Hehn~ von „aes arretium“ ableiten will,
+da Arezzo lange Zeit hindurch einen der wichtigsten Erzeugungsorte
+der über die Alpen gehenden Waren bildete[5991]. Alle anderen neueren
+Sprachen bedienen sich aber der Bezeichnung „Bronze“, die bei den alten
+Griechen und Römern unbekannt war, und über deren Herkunft schon eine
+ganze Anzahl sehr verschiedener Vermutungen ausgesprochen worden sind.
+
+~Ducange~ im 17. Jahrhundert und ihm folgend ~Muratori~ im 18. und
+~Diez~ im 19., nahmen als Stammwort das spätlateinische bruntus und
+brunus an, das bald soviel wie braun besagen soll, bald so viel wie
+glatt oder glänzend[5992]; diese Vieldeutigkeit entspringt nach
+~Eastlake~ dem Umstande, daß das Wort ursprünglich die Farbe des
+armenischen Bolus bezeichnete, den man im Kunstgewerbe als Untergrund
+für das Auflegen von Gold zu benützen pflegte[5993]. Hiernach scheint
+es erklärlich, daß z. B. schon in älteren Schriften des Mittelalters,
+aus denen dann noch mehr als ein halbes Jahrtausend schöpfte, „brunire“
+= deaurare (vergolden) und „or bruni“ = aurum politum (glänzendes,
+poliertes Gold) ist[5994], daß ~Boileaus~ erstes Pariser Statutenbuch,
+das „Livre des métiers“ von 1254, unter brunti oder bruni nichts
+weiter als poli versteht[5995], und daß die mittelhochdeutschen
+Dichter und Schriftsteller brunit auf Waffen, Schmucksachen, Gläser
+usw. abwechselnd im Sinne von braun, von glatt, oder von glänzend
+anwenden[5996]. Aus „aes brunum“ oder „brunum aes“ soll dann nach
+~Rossignol~[5997], der als „verkürzte Sprechweise“ „brunses“
+annimmt, sowie nach ~Schrader~[5998], das mittellateinische bronzium
+hervorgegangen sein, sowie das italienische bronzo, bronza (auch =
+glühende Kohle), das französische bronce und braise, das deutsche
+Bronze, wohl auch das angelsächsische braes, das englische brass, das
+albanesische brunto, das russische bronza usf.; desgleichen aus dem
+mittellateinischen brunitius das italienische brunizzo, bruniccio,
+bronzino[5999]. Mit brunus bringt ~Rossignol~ auch das von ~Ducange~
+für 804 nachgewiesene „brunia“ in Verbindung, d. i. der erzene
+Küraß[6000]; hiermit befindet er sich aber jedenfalls im Irrtum, denn
+dieses Wort, gotisch brunjo, altnordisch brynja, angelsächsisch byrne,
+altfranzösisch broigne und brunie, provençalisch bronha, althochdeutsch
+brunja und bronja, mittelhochdeutsch bruyna, neuhochdeutsch Brünne,
+leitet sich vom keltischen und irischen „bruisne“, d. i. Brust, ganz
+ebenso ab, wie altfranzösisch harnais, französisch harnois, italienisch
+arnese, spanisch arnes, altnordisch hardneskja, mittelhochdeutsch
+harnasch, neuhochdeutsch harnisch, vom keltischen und irischen „iarn“
+oder „haiarn“, d. i. Eisen[6001]. -- Obwohl sich nun der Zusammenhang
+vieler der angeführten Worte mit bruntus und brunus nicht bezweifeln
+läßt, so erscheint es doch auffällig, daß nach ~Schrader~ diese selbst
+wieder in letzter Linie vom germanischen bruno = braun herkommen
+sollen[6002]; denn da die Spätlateiner die Bronze nicht von den
+Germanen kennen lernten, sondern umgekehrt, und die braune Farbe auch
+nicht wohl als die für Bronze charakteristische anzuerkennen ist, so
+behält hierdurch die ganze Erklärungsweise etwas Gezwungenes.
+
+Das nämliche gilt von einer anderen, durch ~Pott~[6003] und später
+durch ~Karabacek~[6004] aufgestellten, der gemäß die Stammworte der
+Bronze das armenische plinj, das kaukasische pilindz und spilendzi, das
+mittelpersische barnidz und beredsch, vor allem aber das neupersische
+baradsch und birindsch sein sollen[6005]; als ihre eigentliche
+Bedeutung wird „leuchtend, glänzend“ angegeben, und aus dieser dürfte
+es sich erklären, daß die Perser mit Birindsch u. a. auch gewisse
+Pflanzen und Pflanzenteile bezeichnen, z. B. die Reiskörner[6006].
+Die Frage aber, wann, wo, und unter welchen Umständen gerade dieses
+persische Wort zur Benennung der Bronze auserkoren und für sie
+maßgebend geworden wäre, läßt sich vorerst nicht in überzeugender Weise
+beantworten.
+
+In den von ~Berthelot~ unter dem Namen „Technische Abhandlungen“
+zusammengestellten, meist spätgriechischen Vorschriften findet sich
+auch eine zur Herstellung des für Gußsachen dienlichen βροντήσιον
+(Brontésion) „aus einem Pfunde cyprischen Kupfers und zwei Unzen
+Zinn“[6007]. ~Berthelot~ glaubt, sie stamme aus der Zeit gegen 1100
+und war zunächst der Meinung, daß hier zum ersten Male das wahre
+Ursprungswort der Bronze, βροντήσιον, auftauche; von Gegenständen
+ἀπὸ βροτισίων (Brotisíon) spricht aber schon eine Stelle bei
+~Zosimos~[6008], und wenn sie auch angeblich erst ein byzantinisches
+Einschiebsel aus dem 8.-10. Jahrhundert sein soll[6009], so bezeugt
+sie doch ein bereits erheblich höheres Alter des Ausdruckes. Daß
+dieser bereits vor 800 wohlbekannt war, ergibt sich aus zwei von
+~Berthelot~ zuerst nachgewiesenen Rezepten: die im 8. Jahrhundert
+verfaßten „Compositiones ad tingenda ...“, derer schon weiter oben
+eingehend gedacht wurde, beschreiben als „compositio Brandisii“ und
+„alia compositio Brandisii“ Legierungen aus 2 Teilen Kupfer, 1 Teil
+Zinn, 1 Teil Blei, oder aus 2 Teilen Kupfer, ½ Teil Zinn, 1 Teil
+Blei und ½ Teil Glas (vitrum)[6010]; die desgleichen oben erwähnte
+„Mappae clavicula“ enthält ebenfalls die „Compositio Brindisii“, und
+zwar nach ~Giry~ allein im älteren Schlettstädter Texte, während
+der jüngere ~Way~sche die betreffende Vorschrift, jedoch mit 1
+Teil statt ½ Teil Zinn, als „compositio brondisono“ nur unter den
+einzelnen Rezepten aufweist, die die letzten Blätter der Handschrift
+ausfüllen[6011]. ~Berthelot~ wirft nun die Frage auf, +wonach+
+eigentlich die Kupfer-Zinn-Legierung βροντήσιον heiße? Die Benennung
+nach der Farbe, also nach bruntus, scheint ihm wenig zutreffend; ihr
+Befürworter, ~Ducange~, führt eine „Compositio Brundi“ an (2 Teile
+Kupfer, 1 Teil Zinn, 1 Teil Blei), deren das nicht näher ermittelte
+alte Werk eines Autors namens ~Palladius~ gedenke[6012]; ferner
+kommt ein Mineral βροντήσινος (Brontésinos), vermutlich eine Art
+Pyrit, auch im sog. „Lexikon“ vor[6013], das einen Bestandteil schon
+der ältesten alchemistischen Handschriften bildet, aber allerdings
+einen erst nachträglich beigefügten und nicht einheitlichen. Eine
+Beziehung zu dem anklingenden βροντή (Bronté) = Donner ist auch nicht
+anzunehmen, ebensowenig eine solche zu einem Erfindernamen. Die größte
+Wahrscheinlichkeit spricht daher für die zu einem Ortsnamen, nämlich
+zu Brundisium (= Brindisi), dem wichtigsten und hervorragendsten
+Fabrikationsorte römischer Bronzewaren[6014]. Wie es nach ~Plinius~ ein
+korinthisches, aeginetisches, delisches Erz gab, so vermutlich auch
+ein brundusisches, „aes brundusinum“, das die Bronze im Gegensatze
+zum „aes cyprium“, dem Kupfer, bezeichnet haben mag, und das wohl
+schon ~Plinius~ im Sinne hatte, als er von der Vortrefflichkeit der
+„brundisina specula“ sprach[6015], d. i. der brundusischen (also
+bronzenen) Spiegel; in diesem Zusammenhange scheint es beachtenswert,
+daß auch der ~Way~sche Text der „Mappae clavicula“ im Abschnitt 89, der
+von Versilberung handelt, der „brundisini speculi, tusi et cribellati“
+Erwähnung tut, der „zerstoßenen und gesiebten [Masse] der brundisischen
+Spiegel“[6016].
+
+Nach ~Festus~ (4. Jahrhundert n. Chr.), der seine etymologischen
+Darlegungen dem ~Verrius Flaccus~ (einem Autor der beginnenden
+Kaiserzeit) entnahm, den selbst wir aber wieder nur aus kärglichen
+Auszügen des ~Paulus Diaconus~ (um 800) kennen, hieß Brundisium
+ursprünglich Βρεντήσιον (Brentésion), abgekürzt auch Βρέντη (Brénte),
+Brenda, Breonda, Brendum, Brentium, und zwar nach den Worten βρέντη,
+βρέντον, βρέντιον, die bei den Gründern der Stadt, -- es sollen Kreter
+oder Messapier gewesen sein --, Hirsch und Hirschgeweih bedeuteten; der
+Name des Handelshafens hätte also eine Anspielung auf seine vielfach
+verzweigte Gestalt und Ausbreitung gebildet[6017]. Dies bestätigen auch
+im 5. Jahrhundert ~Hesychios~[6018], im 7. ~Isidorus~[6019] und zu
+Beginn des 9. ~Warnefried~, der in seiner „Geschichte der Longobarden“
+bemerkt, „nach der Gestalt des Hirschkopfes hießen die griechischen
+Gründer den Ort Brondisium“[6020]. Von diesem Namen, der sich bis in
+die Neuzeit hinein erhielt, -- sagt doch z. B. noch 1538 ~Hollanda~
+in den „Gesprächen über die Malerei“[6021], daß die Via Appia „bis
+Brondusio“ führt --, wäre also der des brundisischen oder brondisischen
+Erzes abzuleiten, dessen verschiedene Formen Brunzo, Brunzi, Bronze,
+Bronza, Bronsa, Brense gleichfalls bis in das 15., ja bis in das 17.
+Jahrhundert hinein nachweisbar bleiben[6022].
+
+Die Hypothese ~Berthelots~ haben indessen schon ~K. B. Hofmann~[6023]
+sowie ~Schrader~ abgelehnt[6024], und in der Tat sprechen vielerlei
+Gründe gegen sie. Vor allem war Brundisium gar nicht „der wichtigste
+und hervorragendste Fabrikationsort für Bronzewaren“, als welcher
+vielmehr, wie oben erwähnt, Capua in Betracht kommt; der Behauptung,
+die Bronze sei gerade nach den Spiegeln Brundisiums benannt, die zwar
+schon ~Plinius~ rühmt, die aber doch immerhin nur eine beschränkte
+Spezialität bildeten, wohnt daher nicht viel Wahrscheinlichkeit inne.
+Wenig glaubhaft ist es ferner, daß sich von der Stadt Brundisium auch
+das spätgriechische oder frühbyzantinische βροντήσιον der „Technischen
+Abhandlungen“ und des Zusatzes bei ~Zosimos~ herleite, welches Wort in
+den folgenden Jahrhunderten noch weiter entstellt wird, wie denn z. B.
+nach ~Ducange~ von einem Gebäude zu Konstantinopel (?) die Rede ist,
+das πόρτας προύτζινες (prútzines) = bronzene Türen hatte[6025]. Endlich
+läßt sich auch das Mineral βροντήσινος nicht wohl mit Brundisium in
+Verbindung bringen, und daß die brundisischen Spiegel der „Mappae
+clavicula“ aus Bronze bestanden, ist gewiß sehr möglich, aber nicht
+erweisbar. Was schließlich die Zusammensetzung der verschiedenen
+„Compositiones“ anbelangt, so spricht der hohe Bleigehalt von 25% zwar
+für spätrömischen Ursprung der Rezepte, er erscheint aber, sobald
+die Herstellung der vortrefflichen brundisischen Spiegel in Betracht
+kommt, als so ungeeignet wie möglich, da ein derartig starker Zusatz
+an Blei die Härte und Politurfähigkeit der Legierung ganz erheblich
+beeinträchtigt, dem angestrebten Hauptzwecke also völlig zuwiderliefe;
+nach ~Bibra~[6026] enthält daher gutes antikes Spiegelmetall ebenso wie
+das heutige etwa 70% Kupfer und 30% Zinn, und entweder gar kein Blei,
+oder nur geringe Mengen, allenfalls 5-6%.
+
+Sämtliche Vorteile von ~Berthelots~ Annahme lassen sich indessen
+wahren, wenn man zwar mit ihm Bronze von βροντήσιος (Brontésios)
+ableitet, dieses Wort aber nicht mit dem verführerischen Brundisium
+in Verbindung bringt, sondern mit dem von ihm nur im Vorübergehen
+erwähnten und ohne weiteres abgelehnten βροντή (Bronté) = Donner.
+In der griechischen Mythologie ist Bronte der personifizierte
+Donner, der Donner- und Blitzschlag, -- schon ~Olympias~ empfing
+~Alexander~ den Großen von dem unter Donnergerolle, βροντή, in der
+Schlangengestalt des Blitzes niedergefahrenen Zeus[6027] --, und
+~Brontes~ heißt ein Gewitter- und Vulkan-Dämon, der später zum
+Cyklopen und Schmiedegehilfen des ~Hephaistos~ wird[6028]. Aus den
+Donnerwolken herab (e tonitribus) fällt nach ~Plinius~ und ~Isidorus~
+der wunderbare Donnerstein Brontea oder Brontia, der das vom Blitz
+gezündete Feuer zu löschen vermag[6029], dessen Zauberkräfte das
+gesamte Mittelalter rühmt, ja dem noch 1648 ~Aldrovandi~ in seinem
+trefflichen, von wissenschaftlichem Geiste erfüllten „Museum
+metallicum“ eine ausführliche, mit vielen Abbildungen ausgestattete
+Abhandlung widmet[6030]. ~Zeus Brontos~, ~Brontaios~ oder ~Brontesios~
+endlich ist „~Zeus~ der Donnerer“, der ~Jupiter tonans~, tonitrator
+oder tonitrualis der Römer[6031]. An den Namen des Donnersteines
+Brontia und des ~Zeus Brontesios~ läßt sich völlig ungezwungen jener
+der Bronze anknüpfen, also des χαλκὸς βροντήσιος des donnernden, einen
+mächtigen Donnerschall verbreitenden Erzes; dieser Voraussetzung
+gereicht es zur Bestätigung, daß nach den spätantiken Autoren die
+Donnermaschine der Theater βροντεῖον (Bronteíon) hieß und aus einem
+λέβης χαλκοῦς, einem bronzenen Kessel, bestand, der mit großen Kieseln
+gefüllt war[6032]. Auch bezeichnet das Italienische mit „Bronzino“ noch
+jetzt gewisse Steine, z. B. venetianische Marmorarten, deren Platten,
+vermöge ihrer eigenartigen Struktur, beim Anschlagen einen starken,
+lange nachhallenden Klang von sich geben[6033]; in ähnlicher Weise
+mag das der pyritähnliche Stein βροντήσινος getan haben, dessen Namen
+~Berthelot~ mit „fulgurante“ übersetzt[6034], -- soferne für seine
+Benennung nicht schon seine bronzeartige Farbe maßgebend war.
+
+Noch bleibt aber die Frage zu beantworten, an welche Form des Erzes
+der Beiname des „donnernden“ mit besonderer Berechtigung zu knüpfen
+war, und ob sich in der Zeit, zu der der Name Bronze gebräuchlicher
+wurde, d. i. jedenfalls schon +vor+ dem 8. Jahrhundert, ein bestimmter
+Anlaß zu einer derartigen Anknüpfung geboten hatte? In dieser Hinsicht
+sei die Vermutung ausgesprochen, daß als solcher die Ausbildung oder
+Vervollkommnung des +Glocken+-Gusses zu betrachten ist.
+
+Bronzene Glocken sollen in China schon um 1000 v. Chr. im Gebrauch
+gestanden, ursprünglich, wie ~Beckmann~ bereits 1799 anmerkte, aus
+den hölzernen sog. Lärmbrettern und Lärmtrommeln hervorgegangen und
+deshalb auch, gleich diesen, durch äußeres Anschlagen zum Tönen
+gebracht worden sein[6035]. Eine kleine bronzene Glocke mit Klöppel (9
+cm hoch), etwa von 860 v. Chr., kam bei den Ausgrabungen nächst Ninive
+zum Vorschein[6036], und daß man ähnliche kleinere Glocken, sowie
+Glöckchen, Schellen, Cymbeln u. dgl. mehr auch in Persien, Vorderasien,
+Ägypten, Griechenland und Rom sehr wohl kannte, ist vielfach bezeugt,
+und kann der Natur der Sache nach nicht wundernehmen[6037]; völlig
+fehlt es dagegen an Berichten über große Glocken im Sinne der unsrigen,
+sowie an Überresten von solchen. Ebenso alt wie die Glocken, ja
+vermutlich noch älter, waren in China die gleichfalls durch Umwandlung
+der hölzernen Lärmbretter entstandenen Gongs, runde, meist zum
+Aufhängen, oft aber (durch Anbringen eines schrägen Randes) auch
+zum Aufstellen eingerichtete Bronzeplatten, denen man mittels eines
+Schlägels laute, weithin hörbare Töne entlockte[6038]; auch derlei
+Vorrichtungen genossen im westlichen Asien weite Verbreitung und
+können daselbst ebenso selbständig erfunden worden sein wie in China.
+Nach der „Glockenkunde“ ~Bossis~[6039], des gelehrten Mitgliedes der
+päpstlichen „Liturgischen Akademie“, steht es nun fest, daß sich die
+ersten christlichen Gemeinden im Orient, ihnen nachfolgend aber auch
+die des Okzidentes, zur Berufung ihrer Versammlungen, sowie zu anderen
+liturgischen Zwecken anfänglich großer hölzerner Tafeln bedienten, die
+entweder gegeneinander gestoßen oder mit schweren hölzernen Hämmern
+bearbeitet wurden[6040]. Im Orient blieb diese Sitte sehr allgemein
+lebendig und wurde in späteren Jahrhunderten, als nach Ausbreitung
+des Islams den Christen das Glockenläuten verboten war, sogar wieder
+alleinherrschend; aber auch das katholische Ritual bewahrte „als
+Erinnerung an die alte, noch glockenlose Zeit“ den Gebrauch, daß
+während der Passionszeit, wenn die Glocken zu schweigen haben, „statt
+ihrer das Crotalum, d. i. eine starke Holzplatte, mittels schwerer
+Holzkugeln geschlagen wird“[6041]. Vielfach trat jedoch, sowohl im
+Osten wie im Westen, an Stelle der hölzernen Tafel eine bronzene oder
+eiserne, die man in der Nachbarschaft der Versammlungsstätten an
+hohen Bäumen, an passenden Gerüsten, oder an eigenen freistehenden
+Türmchen befestigte und mit metallenen Hämmern anschlug[6042];
+derlei Vorrichtungen zum Geben gewisser, bürgerlichen und häuslichen
+Bedürfnissen dienlicher Signale, daher „Signa“ genannt, besaß
+übrigens schon das spätere Altertum[6043]. Im Okzident erhielten sie
+sich bis gegen Ende des Mittelalters zu allerlei Zwecken, und zwar
+namentlich zum „Schlagen“ der Stunden durch besondere Wächter und
+durch die mit Zeitmessern und Uhren verbundenen „Schlagwerke“[6044];
+aber auch der Orient bediente sich ihrer, so z. B. spricht schon der
+arabische Dichter ~Ibn Almuʿtazz~ (861-909) vom Schlage „der den
+Morgen verkündet“ und „durch den die Christen ihren Ruf ergehen
+lassen“[6045], die Erzählungen „1001 Nacht“ berichten vom Schlagen
+der Metallplatte auf dem Dache einer christlichen Kirche[6046], und
+die Schriften der „Treuen Brüder“ erörtern die Fortpflanzung solchen
+Schalles durch die Luft. Wo und wann zuerst der Gedanke verwirklicht
+wurde, mehrere metallene Bleche zu einem schallgebenden Gefäß (vas)
+zusammen zu nieten, ist bisher nicht ermittelt, doch scheint dies
+bereits in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung geschehen
+zu sein[6047], da ein angeblich 613 angefertigtes, jedenfalls aber
+außerordentlich altes Exemplar, bestehend aus drei mit Bronzenägeln
+vernieteten Eisenplatten, in Köln erhalten geblieben ist[6048]. Den
+weiteren Fortschritt, derartige „vasa“ in +einem+ Stück zu +gießen+,
+knüpft die Überlieferung an den Bischof ~Paulinus~ von ~Nola~ in
+Campanien, um 400, und findet es hiernach erklärlich, daß bald darauf
+eigentliche große Glocken unter dem Namen „signum“ oder „campana“ und
+kleine unter der Bezeichnung „nola“ bekannt zu werden beginnen[6049].
+Erwähnungen der Campana aus dem Anfange des 6. Jahrhundert[6050]
+sind nicht ausreichend sicher bezeugt[6051], 580 aber kennt der
+Geschichtsschreiber ~Gregor~ von ~Tours~ die Glocke schon am Seile
+hängend[6052], 613 läutet man bei der Belagerung von Sens durch den
+merowingischen König ~Chlotar~ I. die Glocke der Kirche, „um das
+Volk zusammen zu rufen“[6053], und um etwa die nämliche Zeit wird
+des Signums oder der Campana auch in Paris gedacht[6054]. ~Beda
+Venerabilis~ (gest. 735) nennt den Schall der Glocken, „der die
+Gemeinde versammelt“, einen wohlbekannten (notum campanae sonum)[6055].
+~Alkuin~ (gest. 804) sagt in „De divinis officiis“, „es sei nicht
+neu, die Glocken zu weihen, zu ölen und zu benennen“[6056]; ~Karl
+der Grosse~ verbietet diese Taufe der Campanae, „deutsch Clocae
+genannt“[6057], und 874 stellt die Kirche das Läuten gegossener
+Glocken als rituale Vorschrift auf[6058], obwohl noch Papst ~Leo~ IV.
+(gest. 855) „eine Glocke mit einem bronzenen Hammer“ gestiftet hatte
+(campana cum malleo aereo)[6059]. Bemerkenswert ist es, daß 864 der
+Doge ~Orso Patritiaco~ dem Kaiser ~Michael~ zwölf große Glocken für
+die Sophien-Kirche als Geschenk zusandte, denn da die Byzantiner mit
+dem Erzgusse sehr vertraut waren und den Venetianern viele seiner
+Feinheiten erst beibrachten[6060], so muß man annehmen, daß sie selbst
+sich damals der Glocken nicht bedienten; dies scheinen sie auch später
+nicht getan zu haben, denn noch gegen 1200 meldet ~Antonius~ von
+~Nowgorod~ in seinem „Pilgerbuche“: „... in der Sophien-Kirche haben
+sie [die Griechen] keine Glocken, sondern kleine Handklopfer aus Eisen
+(?), ... die man gemäß der Vorschrift eines Engels gebraucht; ... die
+Lateiner hingegen läuten mit Glocken“[6061].
+
+Was nun die angebliche Erfindung des campanischen Bischofs ~Paulinus~
+von ~Nola~ anbelangt, so handelt es sich hierbei offenbar um eine
+Sage, wie schon die Tatsache zeigt, daß bereits bei dem spätrömischen
+Dichter ~Avienus~ (um 350) das Glöckchen am Hundehalsbande „nola“
+heißt[6062]; aber völlig dürfte sie des geschichtlichen Hintergrundes
+nicht ermangeln. Wie schon oben erwähnt, hatte nämlich die römische
+Bronze-Industrie ihren Hauptsitz in Campanien, insbesondere aber
+in Capua. Diese Stadt, um 600 v. Chr. von den Etruskern ins Leben
+gerufen und über 150 Jahre lang ein rein etrurisches Gemeinwesen,
+scheint u. a. auch die Kunst des Bronzegusses von ihren Begründern
+übernommen und in den folgenden Jahrhunderten sorgfältig und unter
+ausschließlicher Verwendung der besten Rohstoffe gepflegt zu
+haben[6063]; von maßgebender Einwirkung war hierbei jener in Süditalien
+(„Groß-Griechenland“) stets mächtige griechische Einfluß, der Capua zu
+einem Mittelpunkte der Kunstindustrie überhaupt und zur berüchtigten
+Stätte des Luxus und Wohllebens machte, die noch ~Cicero~ ein zweites
+Rom (Roma altera) benannte[6064]. Capuanische Bronzewaren fanden
+bereits seit dem 5. Jahrhundert v. Chr., in größerem Umfange aber seit
+der Begründung Aquilejas zu Beginn des 2., ihren Weg nach dem Norden
+(teils über den Brenner, teils durch Pannonien) und bleiben unter
+den dortigen Funden, trotz allen Wechsels der Verhältnisse, bis in
+das 3. nachchristliche Jahrhundert hinein nachweisbar, namentlich in
+Gestalt charakteristischer Bronze-Eimer[6065]. Aber auch im Inlande
+waren sie hochberühmt[6066]; der alte ~Cato~ (gest. 149 v. Chr.)
+rät, Bronzegefäße nur in Capua einzukaufen, zur Zeit des ~Augustus~
+bewirkten griechische Künstler daselbst einen neuen Aufschwung der
+Industrie[6067], ~Horaz~ preist sein campanisches Bronzegeschirr
+(campana supellex)[6068], ~Plinius~ lobt das campanische Erz als
+das beste, reinste, von Blei freie[6069], und wenn auch im späteren
+Verlaufe der Kaiserzeit ein Rückgang in künstlerischer Hinsicht
+eintrat, so dauerte doch die Massenerzeugung stets weiter fort, wie
+u. a. noch der ~Horaz~-Kommentator ~Porphyrio~ im 3. Jahrhundert
+bezeugt[6070]. Um diese Zeit hatte aber das Christentum schon seit
+langem in Capua Boden gefaßt, die Stadt besaß bereits eine größere
+christliche Gemeinde[6071] und eine „Basilika der Apostel“[6072],
+und es ist daher durchaus glaublich, daß sich die Umgestaltung der
+Lärmtafel oder des oben erwähnten Schallgefäßes (vas) zur eigentlichen
+Glocke hier vollzog[6073]; gehörten doch „glockenförmige“ Eimer
+und Mischgefäße zu den althergebrachten Erzeugnissen der dortigen
+Künstler, denen auch die zum Gusse der ersten Glocken erforderliche,
+keineswegs gering zu veranschlagende Geschicklichkeit und Erfahrung
+zuzutrauen ist[6074]. Ob nun, wie anzunehmen, die Glocken den Namen
+„Campana“ nach dem des Landes Campanien und Capuas empfingen, -- denn
+~Varro~ sagt ausdrücklich, daß das richtige Wort für alles aus Capua
+stammende campanus ist und nicht capuanus[6075] --, oder etwa nach
+dem campanischen Erze, dem aes campanum des ~Plinius~, oder nach der
+Art ihrer Aufhängung, d. i. jener der längst gebräuchlichen „statera
+campana“, der campanischen Schnellwage[6076] usf., muß vorerst dahin
+gestellt bleiben; jedenfalls erhielten sie ihn aber erst gelegentlich
+ihrer Weiterverbreitung, also schon außerhalb Campaniens oder Capuas.
+In dieser Stadt selbst aber, in der, wie in ganz Süditalien, der
+griechische Einfluß jederzeit ein herrschender und die griechische
+Sprache eine allgemein gebräuchliche blieb[6077], dürften die Künstler,
+die zum ersten Male die Glocken „dumpf zusammen hallen“ ließen, dem
+Glockengute die Bezeichnung χαλκὸς βροντήσιος oder κρᾶμα βροντήσιον,
+„donnerschallendes Kupfer oder Erz“, erteilt haben, sei es, daß sie
+sie selbst erdachten, oder schon samt den unvollkommeneren Vorbildern
+vom Osten her übernahmen; aus diesem Brontesios oder Brontesion gingen
+dann, als seine Bedeutung und Herkunft in Vergessenheit gerieten
+oder nicht mehr verstanden wurden, die entstellten Namen Brandisium,
+Brindisium, Brondisono usf. hervor, und aus diesen wieder, oder mit
+ihnen zugleich, die im Volksmunde vermutlich längst gebräuchlichen
+Abkürzungen Brontea oder Brontia[6078], die unmittelbar zu „Bronzo,
+Bronza, Bronze“ hinüberleiten. Diminutiva technischer Namen auf -ίον
+sind nach ~Schmidt~ charakteristisch für die späte, vulgär-griechische
+Arbeitersprache[6079], und dieser Umstand spricht daher gleichfalls
+für die Ableitung des Wortes βροντήσιον von βροντή, dem Donner;
+aus ihr erklärt sich auch ~Ducanges~ Angabe, daß Bronzina, neben
+„vas bronzinum“ die älteste der einschlägigen, frühmittelalterlichen
+Bezeichnungen, ein „tormentum bellicum“ bedeutet[6080], also eine
+jener Kriegsmaschinen, die bei Angriffen und Belagerungen nach
+zahlreichen Berichten „unter donnerartigem Getöse“ mächtige Steine und
+Felsblöcke schleuderten. Des weiteren macht der dargelegte Zusammenhang
+verständlich, daß nicht nur „Bronzo“ bis in das 17. Jahrhundert hinein
+ohne weiteres als Synonym von „Glockenspeise“ gebraucht wird, -- so
+noch von ~Becher~ (1635 bis 1675)[6081] --, sondern auch umgekehrt
+„Glockenspeise“ jederlei Bronzeguß bezeichnet; so z. B. sagt ~Vitalis
+de Furno~ (1247-1327), „unter Erz verstehe man das, woraus die Glocken
+gegossen werden“ (aes vocamus, unde fiunt campanae)[6082], und
+~Veranzio~ spricht um 1595 von der zum Bau einer Brücke erforderlichen
+Glockenspeise[6083]. Doch sei hervorgehoben, daß in Deutschland, wo im
+9. Jahrhundert Kirchenglocken schon allgemein gebräuchlich wurden und
+Glockengießer u. a. in Aachen urkundlich nachgewiesen sind[6084], der
+Name Bronze erst spät auftaucht; er fehlt z. B. in den zahlreichen von
+~Schlosser~ gesammelten Dokumenten frühmittelalterlicher Kunst[6085],
+sowie bei ~Theophilus Presbyter~, der um 1100, und angeblich in
+Deutschland, in seiner „Schedula diversarum artium“ (Verzeichnis
+verschiedener Künste oder Kunstgriffe) auch ausführliche Vorschriften
+über Glockenguß bringt[6086], die er jedoch zum Teil unzureichend
+wiedergegeben oder auch selbst nicht richtig aufgefaßt hat[6087].
+Eine genaue und zutreffende Beschreibung findet sich auffälligerweise
+erst 1540 in der „Pirotecnia“ des ~Biringucci~[6088], der aber wieder
+vielfach aus deutschen Quellen geschöpft zu haben scheint.
+
+Nach der Lehre der katholischen Kirche, wie sie im Abschnitte „De
+benedictione Signi vel Campanae“ (Über das Weihen des Signum oder
+der Campana) des „Pontificale romanum“ niedergelegt ist, besitzt die
+Glocke, das „vasculum ad invitandos filios sanctae Ecclesiae“, das
+„Gefäß, das die Kinder der heiligen Kirche zusammenruft“, die Kraft,
+böse Geister und Gespenster aller Art zu verscheuchen, Unwetter und
+Stürme hinweg zu treiben, Blitz- und Donnerschläge abzuwenden[6089].
+Diese Anschauungen sind ein Erbteil der Antike. Allgemein war in ihr
+der Glaube, den die Glöckchen, Cymbeln, Erzbecken und Sistren der
+Priester, Hierophanten, Schwärmer und Mysten bezeugen, daß der Klang
+des angeschlagenen Erzes als der einer Götterstimme anzusehen sei,
+daher reinige und sühne, Beschwörungen und Zauber breche, Dämonen
+und böse Geister banne[6090]. Auf ihn gründete sich die Überzeugung
+der Kirche und des gesamten Mittelalters, daß der Teufel und seine
+höllischen Heerscharen den Schall geweihter Glocken fliehen müssen,
+daß man sie daher durch Glockenläuten vertreiben könne und samt ihnen,
+durch „Wetterläuten“, auch die durch ihre Bosheit erregten Wirbelwinde
+und Stürme, Nebelschwaden und Gewitter[6091]. Ebendeshalb sollte es dem
+Blitze völlig unmöglich sein, in eine Glocke zu schlagen, namentlich
+in eine tönende[6092]; „fulgura frango“ ist daher der Wahlspruch, der
+so recht eigentlich der Glocke geziemt, der sie als echte Erbin jenes
+das Blitzesfeuer löschenden Donnersteines Brontia kennzeichnet und der
+abermals, von wiederum anderer Seite her, die Abstammung der Bronze vom
+donnerschallenden Erze Brontésion bestätigt.
+
+
+6. Messing.
+
+Da es mit Gewißheit feststeht, daß metallisches Zink in Asien nicht vor
+dem späteren Mittelalter, in Europa aber erst gegen 1600 bekannt wurde
+(s. unten), so kann es keinem Zweifel unterliegen, daß die Messing
+genannte Kupfer-Zink-Legierung ursprünglich allein durch gemeinsames
+Verschmelzen von Kupfer oder Kupfererzen mit zinkhaltigen Mineralien,
+namentlich Galmei (Zink-Carbonat, zuweilen auch -Silikat), gewonnen
+wurde und daher keine gleichbleibende Zusammensetzung und Färbung
+besaß, vielmehr, je nach der Höhe des Zinkgehaltes, einen rötlichen,
+gelblichen, goldgelben bis weißen Farbenton zeigte[6093].
+
+In welchem Lande oder welchen Ländern und zu welcher Zeit das Messing
+zuerst dargestellt wurde, steht bisher nicht fest; in Babylonien,
+in der Ägäis, in Troja und während der älteren mykenischen Periode
+scheint es nicht, während der jüngeren nicht sicher nachgewiesen zu
+sein[6094]; aber auch betreffs Ägyptens bleibt es fraglich, ob Messing
+unter jenem Kupfer zu verstehen sei, das unter der Regierung ~Ramses~
+III. (1269-1244) „mit der Färbung des Goldes dritter Feinheitsgüte“ aus
+Etek (im Sinaï?) kam, oder unter jener Kupfermischung „von der Farbe
+des guten Wüstengoldes“, die nach Angabe des „Papyrus ~Harris~“ (13.
+Jahrhundert) erst gegossen und dann gehämmert wurde[6095].
+
+Frühzeitig sollen die Perser die Kunst der Messing-Gewinnung betrieben
+haben, und aus Messing bestanden nach aller Wahrscheinlichkeit die
+Trinkschalen des Königs ~Darius~, von denen die „Wundergeschichten“
+des ~Pseudo-Aristoteles~ berichten, daß sie glänzend, leuchtend,
+unverrostbar wie Gold und von diesem nicht der Farbe, sondern nur dem
+Geruch nach unterscheidbar gewesen sein[6096]; daß nämlich, abweichend
+vom Golde, die unedlen Metalle tatsächlich einen gewissen, besonders
+beim Reiben und Erwärmen hervortretenden Geruch zeigen, bestätigten
+schon im 16. Jahrhundert ~Las Casas~, im 17. und 18. ~Becher~ sowie
+~A. von Haller~ und noch neuerdings (1907) ~Gruhn~[6097]. Persien
+ist sehr reich an dem zur Herstellung des Messings unentbehrlichen
+Galmei; dessen Benennung „Tutia“, die schon im frühen Mittelalter
+auftaucht, ist nichts anderes als das persische „Dûd“ = Rauch und
+bezog sich ursprünglich auf die für die Galmeiöfen charakteristische
+Wolke zartesten weißen Zinkoxydes, das zufolge augenblicklicher
+Verbrennung des zunächst in feinsten Tröpfchen abgeschiedenen
+metallischen Zinks entsteht und in dichten Massen an die Ofendecke
+emporsteigt[6098]. Der chinesische ~Buddha~-Pilger ~Hiuen-Thsang~
+erzählt 629 n. Chr. von der Darstellung des Messings in Persien aus
+Kupfer und Galmei, dem Steine Yu-Schih[6099], der daselbst in vielen
+Gegenden vorkomme[6100]. Aus Persien soll diese Kunst nach Indien
+gelangt sein, wo man angeblich erst im 6. Jahrhundert an Stelle der
+älteren kupfernen oder bronzenen ~Buddha~-Statuen messingene zu setzen
+begann[6101] und das Messing seither schon ebenso zu Schmucksachen
+verarbeitete, wie dieses ~Somadeva~ noch ein halbes Jahrtausend später
+erwähnt[6102]; nach ~Hiuen-Thsang~[6103] gab es auch in Indien viel
+Galmei, besonders im Sind, -- doch läßt dieser Bericht Zweifeln Raum,
+da die Übersetzung des betreffenden chinesischen Wortes mit „Galmei“
+nicht ganz sichersteht. Den Chinesen soll die Darstellung des Messings
+nach einigen ebenfalls aus Persien zugekommen sein, und zwar nicht vor
+dem 8. Jahrhundert[6104], während andere sie als eine einheimische
+Errungenschaft hohen Alters betrachten. Jedenfalls gelangte im
+Mittelalter Tutia nicht nur aus Kerman und Ispahan in Persien, sondern
+auch aus Indien und China nach den östlichen Mittelmeer-Ländern, und es
+bestand namentlich zu Damaskus eine ausgedehnte und technisch höchst
+vollendete Fabrikation von Messingwaren, was aber nicht hinderte, daß
+solche gleichzeitig auch aus Europa in den Orient kamen, besonders nach
+Ägypten[6105].
+
+In Griechenland erwähnen die dem ~Hippokrates~ zugeschriebenen
+Werke gewisse medizinische Instrumente aus „weißem Kupfer“[6106],
+im Gegensatze zum gewöhnlichen „roten“[6107], und versichern, „das
+weichste und leichteste Kupfer sei das geeigneteste zur ausgiebigen
+Mischung“[6108], als deren Ergebnis zweifellos Messing anzusehen
+ist. Fraglich bleibt dagegen, ob man dieses auch als von Anfang her
+identisch mit dem ὀρείχαλκος (Oreíchalkos, Orichálcum) zu betrachten
+habe, einem u. a. bei ~Hesiod~[6109], in der sog. homerischen Hymne an
+~Aphrodite~[6110], sowie im „Kritias“ des ~Platon~ erwähnten, diesem
+aber schon nicht mehr näher bekannten, goldähnlichen Metalle von
+angeblich ganz außerordentlichem Werte[6111]. Die „Wundergeschichten“
+des ~Pseudo-Aristoteles~ melden, daß man aus ihm zu Chalcedon auch
+ganze Statuen anfertigte, und halten es offenbar für das nämliche wie
+das „Erz der Mossinöken“ (am Südostufer des Schwarzen Meeres), die
+eine „vom Erfinder geheim gehaltene Legierung“ (κρᾶμα, κρᾶσις) nicht
+aus Kupfer und Zinn, sondern aus Kupfer und einer in ihrem Lande
+vorkommenden „Erde“ darzustellen verstanden[6112]; das Röstprodukt
+dieser Erde, die sog. „phrygische Asche“ [unreines Zinkoxyd], wird
+zugleich als vortreffliches Augenheilmittel gerühmt[6113]. Vermutlich
+beruhten die Berichte über das Vorkommen des Orichalcum in der Natur
+auf bloßen Sagen, die dadurch entstanden, daß man die zuerst wohl in
+Kleinasien auftauchende Legierung nicht als solche erkannte, sie
+vielmehr als ein einheitliches Metall unbekannter Herkunft ansah[6114].
+Die Bezeichnung Oreíchalkos leiten einige vom „Erz des ~Oreios~“
+ab[6115], welcher Erfinder aber sichtlich nur ein Heros eponymos ist,
+andere, gemäß der wörtlichen, aber ganz nichtssagenden Übersetzung der
+Worte ὄρος (Oros) und χαλκός, von „Berg-Erz“, noch andere endlich von
+ὀρεύς (Oreús), dem Berg- oder Maultier, das durch Vermischung von Pferd
+und Esel ganz ebenso entstehe, wie das Orichalkum durch die von Kupfer
+und Galmei[6116].
+
+Bei den Römern wurde der Name Oreíchalkos durch eine Volksetymologie
+zu Aurichalcum (= goldiges Kupfer, Goldkupfer) umgestaltet und
+bezeichnete eine Legierung aus Kupfer und Kadmia (Galmei), Kupfer und
+„cadmischer Erde“[6117], Kupfer und [zinkhaltigem] sog. „Ofenbruch“ der
+Silberhütten[6118]. Im Anfange des hellenistischen Zeitalters schwankte
+die Bedeutung allerdings zwischen Messing, Bronze und Kupfer[6119],
+wovon die Aufzählungen der 6 (oder 7) Metalle bei ~Pollux~[6120] (2.
+Jahrhundert n. Chr.), ja noch bei ~Albertus Magnus~[6121] (um 1260)
+eine Spur bewahrt haben, indem sie an Stelle des Kupfers, oder neben
+ihm, Orichalcum anführen; spätestens vom 2. Jahrhunderte v. Chr. an
+war aber Aurichalcum ausschließlich = Messing[6122] und gilt daher
+bei ~Plautus~, ~Cicero~, ~Horaz~ und anderen für billig und wertlos.
+Was ~Vergil~ als „orichalcum album“ erwähnt[6123], ist vielleicht
+als χαλκὸς λευκός, aes candidum (eine Kupfer-Silber-Legierung)
+anzusehen[6124], vielleicht aber auch nur als ein sehr helles
+Weißmessing, identisch mit dem vielgedeuteten χαλκολίβανος
+(Chalkolíbanos) der „Apokalypse Johannis“[6125]. ~Plinius~ erwähnt
+das Orichalcum nur ziemlich flüchtig[6126], ~Festus~ bespricht seinen
+Namen, nennt es eine Mischung oder Legierung (κραματινά) und weiß, daß
+„cadmische Erde in Kupfer geworfen wird, damit es entstehe“[6127].
+Ähnlich äußern sich ~Hesychios~[6128], für den Messing ein
+bronzeähnlicher Stoff ist, sowie ~Isidorus~[6129], der seine goldgelbe
+Farbe auf die Beimischung eines „medicamen“ zum Kupfer zurückführt;
+ὀριχαλκεύς im Sinne von Messingschmied kommt um die nämliche Zeit (um
+600) im byzantinischen Ägypten vor, jedoch nur ganz vereinzelt[6130].
+
+Wie die als „Periplus“ bekannte, etwa um 40 n. Chr. verfaßte
+Handelsbeschreibung der Gestade des Roten Meeres erwähnt, führten
+die Küstengegenden Ostafrikas schon damals Orichalcum = Messing ein,
+das als Schmuck sowie an Geldesstatt diente, zu welchem Zwecke man
+es in passende Stücke zerschnitt[6131]. Etwas später, zur Zeit des
+~Plinius~[6132], wurden die Galmeilager des niederrheinischen Gebietes
+entdeckt, und alsbald entwickelte sich dort, hauptsächlich in der
+Gegend von Juliacum (Jülich), eine ausgedehnte Messingindustrie,
+deren Blütezeit um 150 anzusetzen ist und deren Erzeugnisse durch die
+römischen Großkaufleute erst in alle Nordsee-, später aber auch in
+die Ostsee-Länder verhandelt wurden[6133]; als gegen 300 die Barbaren
+einbrachen, ging sie zwar unter, aber das Vorhandensein der Galmeilager
+daselbst, in der Aachener und Stolberger Gegend, sowie im Maastale
+scheint niemals völlig in Vergessenheit geraten zu sein und veranlaßte
+jedenfalls die Wiederaufnahme dieses Gewerbszweiges vom 11. Jahrhundert
+an[6134].
+
+Was den Namen „Messing“ betrifft, so wollte man ihn u. a. von einem
+slavischen *mosengju ableiten, dieses vom spätpersischen miss, miess,
+moess (= Kupfer) und dieses wieder vom pontischen *moss oder mossu,
+dem Erze der Mossynöken[6135]. Viel näher liegt aber als Stammwort
+das mittellateinische massa = Klumpen, Klotz (als „Massel“ noch jetzt
+für die Roheisen-Luppen gebräuchlich), das als mass, mess, meze,
+messe nachgewiesen ist[6136], im mittelhochdeutschen mösch, möschnic,
+missinc, messinc, messing lautet[6137], auch in der „Sarepta“ des
+~Mathesius~ als „messinc, messnic, messen“ nachklingt[6138], in
+niederländischen Dokumenten von 1517 und 1579 als myssink und massener
+Ware[6139], und noch im Basler Zeughaus-Inventare von 1666 als Mössinc,
+Möschnic, Mösschinen[6140]. Im Niederländischen, Flämischen und
+Holländischen wird aber Messing oft auch mit „Kupfer“ bezeichnet (s.
+das französische cuivre blanc), indem es für eine bloße Art gefärbten
+Kupfers galt[6141]; auf Gleichsetzung mit Bronze wiederum deutet wohl
+das angelsächsische braes und das englische brass[6142].
+
+Der in älteren Aachener Urkunden vorzufindende Namen „Latven“ kommt
+vom französischen laiton (span. laton; ital. lottone, oder, unter
+Hinweglassung des vermeintlichen Artikels, ottone), und dieses nach
+~Dietz~ von plata, latta, latte (engl. latten), der Bezeichnung für
+das allezeit so beliebte dünngeschlagene Weißmessing-Blech[6143],
+nach ~Rossignol~ von „aes luteum“ (= gelbes Erz)[6144], nach der
+zweifellos richtigen Erklärung ~Ducanges~ aber von „Elektron“[6145].
+Das französische „archal“, von dem neben laton ~Boileau~ schon 1254
+spricht[6146], geht auf Orichalcum zurück; noch 1575 heißt in Stolberg
+das Rohmessing Arko[6147]. -- Ganz abseits stehen das neugriechische
+τούντζυ (Túntzy) und das rumänische Tuciu, die offenbar mit Tutia
+zusammenhängen und nicht mit Tumbac oder Tombacco, d. i. das malayische
+Wort tambâja = Kupfer[6148]. Daß das Westfinnische ein eigenes Wort für
+Messing besessen habe, ist ein Irrtum; Messing war im alten Finnland
+ebensowenig bekannt wie Bronze und taucht erst im „Kalewipoeg“ auf, der
+aber auch sonst vieles sehr junge erwähnt, z. B. Branntwein und sogar
+Tabak[6149].
+
+
+7. Blei.
+
+Da Bleierze in den verschiedensten Gegenden weit verbreitet sind
+und sich, wie namentlich das wichtigste unter ihnen, der Bleiglanz
+(d. i. Schwefelblei), glatt reduzieren lassen, da ferner der niedrige
+Schmelzpunkt und die große Leichtflüssigkeit des Metalles einfache
+Abscheidungs- und mannigfaltige Anwendungsweisen ermöglichen, so ist
+das Blei in manchen Ländern schon seit früher Zeit wohlbekannt und
+steht in dieser Hinsicht zuweilen dem Kupfer nur wenig nach.
+
+Seit wann die +Ägypter+ es zu benützen verstanden, läßt sich des
+genaueren nicht angeben, im 2. Jahrtausend, besonders in dessen zweiter
+Hälfte, kommen aber größere Barren und Ziegel aus Blei (teht, tacht)
+schon sehr häufig vor und scheinen auch bereits aus Spanien eingeführt
+worden zu sein[6150]; in den sog. Tribut-(richtiger Handels-)Listen
+~Thutmosis~ III. (um 1500) ist wiederholt von bedeutenden Mengen
+die Rede, da sich aber ~Ramses~ III. (um 1200) rühmt, den Göttern
+neben anderen kostbaren Metallen auch 9000 Pfunde Blei zum Geschenke
+dargebracht zu haben[6151], so muß sein Wert auch damals noch ein recht
+erheblicher gewesen sein. Daß es späterhin massenhaft vorhanden war,
+als billige und gemeine Ware vielerlei Verwendung fand, seiner leichten
+Schmelzbarkeit halber dem ~Osiris~, dem „Herrn alles Flüssigen“,
+beigesellt wurde und schließlich als Grundlage aller übrigen Metalle
+galt, hat bereits in früheren Abschnitten Erwähnung gefunden; in
+ptolemäischer Zeit sprechen die Urkunden öfters vom Bleiarbeiter
+(μολυβδουργός) und vom Bleilöter (κολλητής), der Wasserleitungen anlegt
+und ausbessert und die beschädigten Rohre (σωλῆνες) der Badeöfen wieder
+herstellt[6152].
+
+Auch bei den +Sumerern+ ist die Kenntnis des Bleies uralt, und einige
+sehen es als das schon dem Gotte ~Ea~ von Eridu zugehörige Metall an,
+während andere als solches allerdings das Kupfer betrachten[6153].
+Seiner Verwendung im Laufe des 3. Jahrtausends, sowie der Statue des
+Königs ~Bur-sin~ von Ur (um 2600), die aus Bleibronze mit 18% Blei
+(abâru) besteht[6154], ist schon weiter oben gedacht worden[6155]; aus
+der Zeit um 2300 wird von einem prächtigen Bassin aus Stein und Blei
+berichtet, das König ~Gudea~ für einen Tempel stiftete[6156]. Die
+Assyrer nannten das Blei ebenfalls abâru[6157], besaßen große Mengen
+davon und verwandten es u. a. zu nicht näher aufgeklärten kultischen
+Zwecken, so daß sich z. B. in einigen Gräbern des 13. Jahrhunderts
+schwere Bleitafeln, darunter solche bis zu 500 kg Gewicht, vorgefunden
+haben[6158].
+
+Auch in der +Ägäis+ ist Blei bereits während des 3. Jahrtausends
+nachgewiesen, desgleichen in +Troja+, woselbst aus einer tiefen
+Schicht (von etwa 2500) die noch sehr rohe Bleifigur einer Göttin
+zutage gefördert wurde[6159]; ebenfalls wohlvertraut war das Blei der
++mykenischen+ Kultur, und bleierne Drähte, Ringe usf. zählten nach
+Beginn des 2. Jahrtausends nicht mehr zu den Seltenheiten[6160].
+
+Die +Griechen+ lernten das Blei anfänglich in Kleinasien kennen,
+worauf noch die Sage hinweist, daß König ~Midas~ von Phrygien es
+zuerst aufgefunden habe[6161]; reichlicher scheinen es später die
+Phönizier eingeführt zu haben, und zwar nach ~Hekataios~, der um 500
+v. Chr. schrieb, aus Spanien, woselbst eine Stadt Molybdíne jenseits
+Tartessos lag, eine Stadt Molybdana auf der Insel Plumbaria bei
+Carthagena[6162], und wo ein Volk namens Plumbarii die lusitanische
+Provinz Madubriga bewohnte[6163]. Zur Zeit des ~Hekataios~ war den
+Griechen auch die Verarbeitung des heimischen Bleiglanzes (Molybdaína,
+Galéna) und anderer Blei und Silber führender Erze schon seit längerem
+geläufig, und sie stellten nach verschiedenen, wenngleich noch
+recht unvollkommenen Verfahren Blei dar; sie bereiteten ferner sog.
+Werkblei (auch Lithargyrina genannt?), Bleiglätte (u. a. die gold- und
+silberglänzende Chrysitis und Argyritis)[6164], Mennige, Bleiweiß [das
+auch als Schminke diente[6165] und über das ~Theophrast~ schon ungefähr
+dasselbe mitteilt wie ~Dioskurides~], sowie Schwefelblei, dessen
+Gewinnung durch Brennen von Blei mit viel Schwefel bereits die sog.
+Schriften des ~Hippokrates~ schildern[6166]. Kleine Bleifiguren aus dem
+6. Jahrhundert wurden zu Sparta gefunden, etwas jüngere zu Athen[6167],
+und die ersten der neu aufgekommenen Münzen sind nicht selten ebenfalls
+bleihaltig[6168]. Das Metall galt für besonders „kalt“ und daher
+schon bei ~Theophrastos~[6169], aber auch noch bei ~Galenos~[6170],
+für besonders geeignet zum dauernden Aufbewahren empfindlicher Salben
+und Wohlgerüche. Im Zusammenhange mit seiner großen Kälte steht auch
+vielleicht, -- neben der Zuteilung an ~Osiris~ und andere chthonische
+Gottheiten --, die Verwendung zur Herstellung der schon weiter oben
+erwähnten sog. „Fluchtafeln“, deren gegenwärtig etwa 400 griechischen,
+etruskischen und hellenistischen Ursprunges bekannt sind[6171].
+Der Gebrauch derartiger Tafeln erhielt sich bis in die späte
+Kaiserzeit[6172]; sie tragen, wie schon ~Tacitus~ angibt[6173], als
+Inschriften „carmina et devotiones“ (Fluch- und Bannsprüche), weisen
+aber zuweilen auch merkwürdige Zeichnungen auf, z. B. die Gestalt des
+verderblichen ~Typhon-Seth~ und bei den gnostischen Sethianern auch
+jene des ~Christus-Seth-Typhon~, mit dem von den sog. Spottkruzifixen
+her bekannten Kopfe des Esels, als des dem ~Seth-Typhon~ heiligen
+Tieres (das ursprünglich das Okapi gewesen sein soll)[6174].
+
+Bei den +Arabern+ stand das Blei seit der Eroberung Persiens in ganz
+allgemeinem Gebrauch; bleierne Marken, die an einer Schnur um den Hals
+getragen wurden, dienten u. a. als Quittung für die Bezahlung der
+Kopfsteuer seitens der Ungläubigen[6175]. Die größten Mengen lieferten
+Transoxanien[6176] sowie das eigentliche Persien[6177]; Ray und
+Demâwend erzeugten treffliche Bleiglätte[6178], und aus Ispahan kam das
+schönste Bleiweiß, dessen Güte auch die Pharmakopöe des ~Abu Mansur~
+(um 975) rühmt[6179]. Endlich waren die Araber wenn nicht Erfinder
+so doch Verbreiter der mit Bleiglasur versehenen Tonwaren, deren
+Anfertigung sie in allen von ihnen eroberten Ländern auf das eifrigste
+betrieben, u. a. in Ägypten, Sizilien, Spanien, Südfrankreich und den
+Inseln des westlichen Mittelmeeres, von deren einer, dem heutigen
+Majorka, sich der Name Majolika herschreibt[6180].
+
+Im südlichen +Mitteleuropa+ wurde das Blei schon während des Verlaufes
+der Bronzezeit bekannt, im nördlichen erst gegen deren Ende[6181].
+In einigen der Schweizer Pfahlbauten fanden sich plattgedrückte,
+mit Ösen versehene Bleiklumpen und -kugeln, die anscheinend als
+Gewichte dienten oder doch ursprünglich solche waren. Die ältesten
+sind nach babylonischen, ägyptischen oder kretischen Minen (von 618
+g) ausgewogen, die jüngeren (um 1000 v. Chr.) nach phönizischen
+(von 728 g), die jüngsten nach karthagischen (von 392 g)[6182];
+derartig geformte Bleigewichte waren in Phönizien und Karthago seit
+altersher üblich[6183] und fanden zugleich mit anderen Maßen bereits
+sehr frühzeitig Aufnahme in den westlichen Mittelmeer-Ländern,
+wie denn z. B. die Leuge, d. i. die alte, namentlich in Gallien
+gebräuchliche Wegmeile von 2200 m Länge, 50000 phönizische Ellen von
+44 cm Länge beträgt[6184]. Bronzen der älteren Eisenzeit (900 bis 800
+v. Chr.) enthalten nicht selten 4-5% Blei[6185], doch sollen hierbei
+ausschließlich solche südlichen Ursprunges in Betracht kommen, während
+die in Mittel- oder Nordeuropa selbst bereiteten entweder kein oder
+nur sehr wenig Blei führen (z. B. neben 97% Kupfer und 2,4% Zinn
+bloß 0,4%), wirklich reich an Blei (bis zu 14, ja 24%) aber nur jene
+aus den ersten Jahrhunderten der Kaiserzeit sind, z. B. die auf der
+Saalburg gefundenen[6186]. Der jüngeren Eisenzeit (um 500) entstammen
+Stäbchen, Drähte und Figuren aus ziemlich reinem Blei, die aber stets
+nur vereinzelt und in verhältnismäßig geringen Mengen vorkommen[6187].
+
+Stammwort für den +Namen+ des Bleies ist vielleicht das indogermanische
+*mliwom = blau, von dem sich das indische mulwa, das gemein-germanische
+*bliwa, das keltische *blawa, das germanische blîu, bly, blâa und
+Blei, sowie das griechische μόλιβος, μόλυβος, βόλιμος und βόλιβος
+ableiten, während das lateinische plumbum ursprünglich nur = Ziegel
+oder Barren ist[6188]. Daß nicht die iberischen Städtenamen Molybdíne
+und Molybdána vom griechischen μόλυβος und μολύβδαινα kommen sollen,
+sondern umgekehrt, sowie daß Zusammenhänge mit dem baskischen berûn
+oder mit einem anklingenden keltischen Worte bestehen, ist ganz
+unwahrscheinlich[6189]; aus dem keltischen (und irischen) luaide ist
+hingegen das westgermanische *lauda, das mittelhochdeutsche lot, das
+niederdeutsche lood, das angelsächsische leod und das englische lead
+hervorgegangen[6190]. Ganz abseits stehen das indische sîsa[6191],
+sowie das litu-slavische olovo und alwas; das Westfinnische besitzt nur
+entlehnte Bezeichnungen[6192].
+
+
+8. Zinn.
+
+Das Zinn kommt als Metall nur sehr selten und meist nur in feinen
+Körnern und dünnen Blättchen vor, tritt aber hauptsächlich in Gestalt
+des Kassiterits auf; dieser besteht aus Zinndioxyd (SnO₂) und bildet
+zuweilen sehr schöne, durchsichtige oder auch gelbliche bis bräunliche
+Krystalle von ganz auffälliger Schwere und von so lebhaftem Glanze,
+daß er in manchen Gegenden noch jetzt zu den Edelsteinen gezählt und
+gleich diesen gefaßt und als Schmuck getragen wird[6193]. Die genannten
+Eigenschaften sind es vielleicht, die zuerst die Aufmerksamkeit auf das
+Mineral lenkten, worauf dann der Zufall gelehrt haben mag, daß es ohne
+besondere Schwierigkeit zu einem schön silberweißen, luftbeständigen
+und leichtflüssigen Metalle reduzierbar ist. Diese Entdeckung, die
+auch der +neuen+ Welt nicht fremd war[6194], dürfte in der +alten+ an
+einigen der recht spärlichen Punkte, die sich durch Reichtum an Zinnerz
+auszeichnen, selbständig gemacht worden sein; ihr Gegenstand, das Zinn,
+galt anfangs wohl als eine Kostbarkeit wie Gold oder Silber, und es
+ist nicht ausgeschlossen, daß Versuche, das Kupfer irgendwie mit Zinn
+einzulegen oder zu verzieren, zur Entdeckung der Bronze führten, deren
+Schönheit und Nützlichkeit wieder das Zinn zu einer vielbegehrten und
+gesuchten Bedarfsware machen mußten.
+
+Mit großer Wahrscheinlichkeit, wenn auch nicht mit Gewißheit, läßt
+sich behaupten, daß den Bewohnern +Sinears+, des +Zweistromlandes+,
+die sich mit der Bronze, wie oben angeführt, schon gegen 3000 v. Chr.
+wohlvertraut zeigten, das Zinn bereits in noch früherer Zeit bekannt
+geworden war und daß es ihnen in dieser bereits ebenso wie im Laufe des
+3. Jahrtausends[6195] aus nördlich oder nordöstlich gelegenen Gegenden
+zukam. Daß das Metall außer von diesen auch noch von der kaukasischen
+Landschaft Iberien geliefert wurde, deren Gruben jedoch sehr frühzeitig
+erschöpft worden seien[6196], ist eine haltlose Vermutung, und
+tatsächlich konnten bisher nirgendwo im Kaukasus Lagerstätten von
+Zinnerz aufgefunden werden[6197]. Nachgewiesen sind solche dagegen in
+den südöstlich des kaspischen und Aral-Sees verlaufenden Gebirgszügen
+Chorasans und Transoxaniens, im Paropamisus, ferner in der Drangiana,
+im östlichen Iran und im Tale des Etymandros (jetzt Hilmend), woselbst
+sich bis tief in das Mittelalter hinein, -- so lange nämlich die
+(später dem sagenhaften ~Rustem~ zugeschriebenen) Kanäle in Stand
+erhalten wurden --, ein reich bewässertes und daher überaus fruchtbares
+Kulturland erstreckte[6198]; ihr Vorhandensein ist bezeugt durch das
+Vorkommen von Zinnschmuck in nordpersischen Gräbern aus der Zeit um
+2000 bis gegen 1500[6199], durch die Erwähnungen bei ~Strabon~[6200],
+~Ibn Hauqal~ (902-968), ~Alistakhri~ (um 970) und anderen arabischen
+Schriftstellern, sowie durch Bestätigungen aus neuerer Zeit[6201].
+
+Wie der geringe Zinnzusatz der ältesten Bronzen ersehen läßt, war
+das Metall anfänglich sehr kostbar und selten; von wann an es etwas
+häufiger wurde, läßt sich nicht mit Sicherheit angeben, um so mehr
+als auch nicht genügend feststeht, welcher Periode die Wandflächen
+babylonischer Gebäude entstammen, die völlig durch sehr schöne Ziegel
+mit einer durchscheinenden zinnhaltigen Glasur überkleidet sind[6202].
+Daß es auch in verhältnismäßig später Zeit hochgeschätzt und gesucht
+blieb, zeigt z. B. die Tatsache, daß noch 842 König ~Jehu~ von
+Israel an ~Salmanassar~ III. neben Gold und Silber in Barren sowie
+goldenen Gefäßen auch Zinn als Tribut abzuliefern hatte[6203]. Bei den
+Babyloniern (und nach ihnen bei den Syrern und Arabern) hieß das Zinn
+ânak, welches Wort ursprünglich nur Blei bezeichnet haben soll, als
+dessen Abart das Zinn fast allerorten galt; ânak findet sich auch in
+den biblischen Schriften, jedoch nur einmal, und zwar beim Propheten
+~Amos~[6204], während sonst der Ausdruck bedîl benützt wird[6205],
+dessen Bedeutung aber ebenfalls noch als unsicher und schwankend
+anzusehen ist[6206]. Bei den Akkadern war der Name des Zinns anna
+oder naga, bei den Assyrern anaku, außerdem gebrauchten aber diese
+Völker noch einen anderen, der bei den ersteren ik-kasduru, bei den
+letzteren kâzazatira lautet[6207] und u. a. auch das Material einer
+der sieben schon weiter oben erwähnten Platten bezeichnet, die in
+den Fundamenten des 706 v. Chr. errichteten Palastes von Khorsabad
+aufgefunden wurden. Er ist weder sumerischen, noch akkadischen, noch
+assyrischen, noch sonstigen semitischen Ursprunges, sondern vermutlich
+„barbarischen“[6208], d. h. er gehört der Sprache irgend eines der
+Völker an, aus deren Gebiet das Zinn zuerst nach dem Zweistromlande
+gebracht wurde; nach ~Bapst~ ging aus ihm auch das spätbabylonische
+kastira hervor[6209].
+
+Daß die +Ägypter+ gegen 3000 ebenfalls schon Bronzen besaßen, und
+zwar zunächst sehr zinnarme, ist bereits weiter oben erörtert worden;
+ungewiß bleibt aber, ob sie diese fertig einführten oder selbst
+bereiteten, seit wann sie, wenn letzterer Fall zutrifft, dieser Kunst
+mächtig waren und woher sie das erforderliche Zinn bezogen. Lager
+von Zinnstein sind zwar im Süden, Südwesten und Südosten Afrikas, in
+Nigeria sowie am Kongo vorhanden, und es ist nicht ausgeschlossen,
+daß die Eingeborenen schon vor vielen Jahrtausenden verstanden, was
+noch ~Vasco de Gama~ von ihnen berichtet, nämlich das Ausschmelzen des
+Zinns und seine Verwendung zu Schmuck oder Zierrat an Waffen[6210];
+der Gedanke einiger Forscher aber, Verbindungen zwischen jenen
+Gegenden und dem Ägypten des alten Reiches (2895-2540) anzunehmen,
+ist ein derart phantastischer, daß er einer ernstlichen Erörterung
+nicht erst bedarf. Dafür, daß das nordwestliche Arabien in der Ägypten
+benachbarten Landschaft Midian Zinn hervorgebracht habe[6211], fehlt,
+wie ~Beckmann~ schon vor über hundert Jahren betonte[6212], jeglicher
+Beweis; desgleichen wird die Behauptung, das Zinn Südarabiens sei seit
+altersher über das Rote Meer an den oberen Nil und dann flußabwärts
+nach Ägypten gelangt, durch die Tatsache widerlegt, daß Südarabien gar
+kein Zinn besitzt und daß dieses nach ~Aldimeschqi~ (gest. 1327) gerade
+bei den Bewohnern der oberen Nilgegenden bis ins späte Mittelalter
+hinein noch wenig bekannt und daher hochgeschätzt war. Kaum glaubhaft
+klingt auch die Vermutung, orientalische Seefahrer hätten Ägypten
+schon gegen 3000 mit Zinn aus den westlichen Mittelmeerländern
+versehen[6213], da deren Küsten zu so entlegener Zeit, nach allem was
+man weiß, weder selbst solches besaßen, noch überseeischem Verkehre
+erreichbar waren. Die größte Wahrscheinlichkeit spricht also dafür,
+daß die Ägypter gleich der Bronze auch das Zinn zuerst aus dem Osten
+erhielten, und zwar auf den nämlichen Wegen, die dem uralten, sich
+durch ganz Vorderasien erstreckenden Handel seit jeher als Bahnen
+dienten[6214]. Wie in Asien selbst, so blieb aber auch in Ägypten
+das Zinn spärlich, kostbar und gesucht; +diese+ Umstände waren es,
+die im Laufe des 2. Jahrtausends, als die Schiffahrt sich wesentlich
+vervollkommnet hatte, kühne Seefahrer, wie die Phönizier, veranlaßten,
+anfänglich den Spuren des Handels mit Zinn nachzugehen, dem sie
+vermutlich zuerst im südwestlichen Spanien zufällig begegnet waren,
+späterhin aber auch die Stätten seiner Herkunft ausfindig zu machen.
+Es liegt auf der Hand, daß kein Kauffahrer daran denken konnte, von
+den Grenzen der bewohnten Welt her mit unsagbaren Gefahren und Kosten
+eine Ware heranzuholen, über deren Verwendbarkeit und Wert nicht schon
+längst völlige Gewißheit bestand; entgegen der üblichen Tradition
+lernte man also nicht vom Zinne Gebrauch zu machen, als die Phönizier
+solches einführten, sondern diese schafften es herbei, weil sie
+wußten, daß die heimische Nachfrage das Angebot weitaus übersteige und
+daher ein ungewöhnlich hoher Handelsgewinn sicher sei[6215]. Mit der
+fortschreitenden Entwicklung der Westschiffahrt bei den Phöniziern,
+neben denen vielleicht eine Zeitlang auch sardinische und etrurische
+Seefahrer in Betracht kamen[6216], nahm daher etwa von 1600 an die
+Menge des verfügbaren Zinns im Osten und so auch in Ägypten merklich
+zu, mit ihr aber auch jene der erzeugten Bronze[6217]; selten und
+kostspielig blieb es jedoch noch viele weitere Jahrhunderte lang, so
+daß noch der gegen 1200 verfaßte „Papyrus ~Harris~“ von ~Ramses~ III.
+„den Göttern gemachte Geschenke“ verzeichnet, die 95 und später 2130
+Pfunde Zinn „aus den Tributen“ betrugen[6218]. Ein altägyptischer Name
+des Zinns fehlt nicht völlig (wie man bis vor einiger Zeit annahm), er
+lautet aber nicht tran, -- welches Wort erst im „Leidener Papyrus“,
+also ganz spät, auftaucht[6219] --, sondern nach dem Ägyptologen
+~W. M. Müller~ „dhti techt“ = „Blei, weißes“, stimmt also völlig
+mit dem lateinischen, noch zu Beginn der Kaiserzeit allein üblichen
+„plumbum album“ oder „plumbum candidum“ überein[6220]. Hinsichtlich
+der Zinneinfuhr nach Ägypten in der Periode vom 12. bis etwa zum 4.
+Jahrhundert ist Näheres nicht bekannt; andauernd groß und umfangreich
+gestaltete sie sich unter den Ptolemäern und bildete die Grundlage
+einer höchst vollkommenen Bronze-Industrie (namentlich Kunstindustrie),
+deren Blüte auch während der römischen, ja bis zu gewissem Grade noch
+während der byzantinischen Herrschaft fortdauerte und deren Bedeutung
+u. a. durch umfangreiche Funde, durch zahlreiche Fachausdrücke,
+sowie durch die Erhebung einer eigenen Gewerbesteuer, nach den
+verschiedensten Richtungen hin bezeugt ist[6221]. Aber auch aus Zinn
+selbst fertigten besondere Handwerker mannigfache Geräte an[6222],
+ferner diente Zinn als Zusatz bei der von ~Agatharchides~ und ~Diodor~
+beschriebenen Reinigung des Goldes durch Umschmelzen[6223], und endlich
+bereitete man aus ihm die so vielgebrauchte Zinnfolie, deren πέταλα
+und λεπίδες auch in der Zauber-Litteratur ihre Rolle spielten[6224]
+und nach ~Alexander von Aphrodisias~ (um 210 n. Chr.) u. a. schon
+zum Belegen von Glasspiegeln dienten[6225]. Als Herkunftsort des
+Zinns wird Britannien genannt, wohin noch im 6. Jahrhundert n. Chr.
+alexandrinische Schiffe mit Getreide fuhren, die sich den Preis ihres
+Frachtgutes zur einen Hälfte in Geld bezahlen ließen, zur anderen
+in Zinn[6226]; für ~Stephanos~ von ~Alexandria~ (7. Jahrhundert)
+ist dieses daher einfach „das britannische Metall“, „ἡ βρεττανικὴ
+μέταλλος“[6227].
+
+In der +Ägäis+ läßt sich, wie oben angegeben, Bronze um 3000
+nachweisen, in +Troja+ nach Beginn des 3. Jahrtausends, woraus aber
+nicht folgt, daß man daselbst auch schon das Zinn als solches kannte;
+für das Cypern des +mykenischen+ Zeitalters dürfte dies aber zutreffen,
+da diese Insel damals bereits eine einheimische, wenngleich noch sehr
+primitive Bronzefabrikation besaß[6228]. Im übrigen scheinen während
+der mykenischen Periode zinnarme und zinnreiche Bronzen nebeneinander
+herzugehen, und die Vermutung ist nicht unbegründet, daß letztere durch
+die Phönizier eingeführt, erstere aber mittels orientalischen Zinns an
+Ort und Stelle angefertigt worden seien[6229]; in menschlichen Knochen
+von etwa 2000 aus Kreta und Kleinasien vermochte ~Kobert~ einen Gehalt
+an Zinn nachzuweisen, dessen Quelle, wie er mit Recht bemerkt, nur die
+benützten Bronzegefäße sein können[6230].
+
+Zuerst in Kleinasien lernten wohl auch die +Griechen+ gleich den
+meisten anderen Metallen das Zinn kennen, und zwar anfangs vermutlich
+das orientalische[6231], wofür der Name κασσίτερος (Kassíteros)
+spricht, der mit den oben angeführten akkadischen, assyrischen und
+spätbabylonischen Bezeichnungen ik-kasduru, kâzazatira und kastira
+in sichtlichem Zusammenhange steht. Nach Kleinasien verlegt die
+griechische Sage die erste Auffindung des Zinns durch König ~Midas~ von
+Phrygien[6232], und der Name κασσίτερος ist ein orientalischer[6233]
+und keinesfalls ein keltischer, den etwa die Phönizier zugleich
+mit dem keltischen Zinn übermittelt hätten[6234]: das Zinn heißt
+nämlich irisch créd und im keltischen ystaen, sten, staen (woher
+das spätlateinische stagnum und stannum rührt[6235], und der
+verführerische, von vielen Forschern betonte Anklang an keltische
+Eigennamen, wie ~Cassignatos~, ~Cassiovelaunus~, ~Viducassis~ usf.
+ist ein rein zufälliger, da „cassis“ in diesen Worten „gelockt“
+bedeutet[6236].
+
+Entgegen den von manchen Seiten erhobenen Bedenken kann es keinem
+Zweifel unterliegen, daß das bei ~Homer~ zuerst in der griechischen
+Litteratur auftauchende κασσίτερος Zinn bedeutet, und daß das
+archaische, in der „Ilias“ geschilderte Zeitalter, -- auch wenn die
+uns vorliegende letzte Redaktion des Gedichtes bis in das 8. oder
+7. Jahrhundert herabreicht[6237] --, tatsächlich das Zinn bei der
+Ausstattung und Verzierung von Waffen und Geräten +so+ anwandte, wie
+dies ~Homer~ angibt[6238]; zuzugestehen ist dabei, daß z. B. „zinnerne“
+Beinschienen nicht die Widerstandskraft besitzen könnten, die er ihnen
+zuschreibt, daß er also entweder die Eigenschaften des Metalles nicht
+näher kannte[6239], oder sich, da er nicht als Technologe, sondern als
+Dichter schrieb, eines nicht wörtlich zu nehmenden Ausdruckes bediente,
+so wie wir etwa von einem mit Diamanten verzierten Diadem als einem
+„diamantenen“ sprechen, ohne damit sagen zu wollen, daß es in seiner
+Gänze aus Diamant bestehe. In ähnlicher Weise wie ~Homer~ erwähnt auch
+~Hesiod~ das Zinn in dem angeblich gegen 700 verfaßten Gedichte vom
+„Schilde des ~Herakles~“[6240]; eine schon sehr frühzeitige Benützung
+zinnerner Gerätschaften und Instrumente in der Medizin beweisen die
+zahlreichen Anführungen in den sog. Schriften des ~Hippokrates~[6241].
+
+Daß das Zinn aus den entlegensten Gegenden Europas komme, scheint
+zuerst der Geschichtschreiber ~Hekataios~ von ~Milet~ (um 500) als
+etwas zu seiner Zeit längst Wohlbekanntes ausgesprochen zu haben,
+und nennt als Heimat des Metalles die kassiteridischen Inseln oder
+Kassiteriden[6242], an deren Namen und Lage sich eine ganze Litteratur
+knüpft, die hier nur einigen Hauptpunkten nach besprochen werden
+kann[6243].
+
+Nach dem Osten gelangte, wie schon mehrfach angedeutet, das
+westeuropäische Zinn zuerst durch die Phönizier, deren West-Verkehr
+im 16. Jahrhundert schon völlig entwickelt war, wenngleich er sich
+lange Zeit nur auf Vermittlung des Handels beschränkte; eigene größere
+Niederlassungen entstanden erst allmählich wie in Cypern und Kreta so
+auch in Unteritalien und Nordafrika, ferner auf den Mittelmeer-Inseln
+und an den Südküsten Spaniens[6244]. Daselbst, in der südwestlichen
+Landschaft Tartessos oder Tarschisch, war die Hauptniederlassung die um
+1100 gegründete Stadt Gades (jetzt Cadix)[6245], irrtümlich auch selbst
+als Tartessos bezeichnet; sie erfreute sich der besonders vorteilhaften
+Lage nächst der Mündung des großen Stromes Baëtis (Guadalquivir) und
+in einer Gegend, nach der schon frühzeitig und auf verschiedenen Wegen
+die wertvollsten Erzeugnisse der Länder von weither gebracht wurden,
+u. a. Edelmetalle, Kupfer und Zinn. Auf dem Umstande, daß die Griechen
+von +daher+, anfänglich durch die Phönizier[6246], später durch die
+Karthager[6247] und schließlich (etwa von 700 an) auch schon durch
+eigene Schiffer[6248], das Zinn empfingen, beruht die ganz grundlose
+Fabel, der Baëtis setze zugleich mit seinem Sande und neben Gold,
+Silber und Kupfer auch gediegenes Zinn ab, -- wie ihn denn noch der
+Dichter ~Skymnos von Chios~ als den Fluß rühmt,
+
+ „Der stromgerolltes Zinn aus Keltika
+ Und Gold zugleich und Erz in Menge führt[6249]“;
+
+sie geht vielleicht auch auf die Bemühung zurück, zwischen Kassiteros
+und dem Namen des Berges Kassios auf der Insel Erytheia im Baetis-Delta
+einen etymologischen Zusammenhang herzustellen[6250].
+
+Das Zinn, dem die Phönizier zu Tartessos, vermutlich in Form von
+Schmuck u. dgl., zuerst begegneten, gelangte dahin zunächst wohl
+durch Landhandel oder Küstenschiffahrt aus Lusitanien (Portugal),
+Callaecien (Provinz Gallizia) und den der nordwestlichen iberischen
+Küste vorgelagerten kleinen Inseln; sodann, als deren geringe
+Hervorbringung der Nachfrage nicht mehr genügte, aus der westlichsten
+Bretagne und den ihr benachbarten Inselchen; schließlich aber, als
+der steigende Bedarf die Beschaffung immer bedeutenderer Mengen
+erforderte, aus Britannien. (Spätestens vom letzteren Zeitpunkte ab
+schlug jedoch der Zinnhandel auf gallischem Boden auch noch andere
+Wege ein, auf die weiter unten zurückzukommen sein wird.) Der Herkunft
+des kostbaren Metalles nachspürend dehnten demgemäß die Phönizier und
+später auch die Karthager den Umfang ihrer Seefahrten immer weiter
+aus, sie erkundeten die ozeanischen Küsten der iberischen Halbinsel,
+erforschten allmählich jene Galliens und erreichten zuletzt auch die
+Britanniens, des eigentlichen Vaterlandes und einzigen Massenerzeugers
+des Zinns[6251]. Über dessen stets nur spärliche Gewinnung bei
+den Artabrern im nördlichen Lusitanien sowie in Callaecien ist
+nichts Näheres überliefert, weder bei ~Poseidonios~, der zuerst
+den Namen Καλλεγία, Καλαικία (Callaecia, Gallaecia, Gallicia ...)
+erwähnt[6252], noch bei ~Diodor~[6253], noch bei ~Plinius~[6254]; die
+vorgelagerten Inseln, d. s. die 10 oder 11 kleinen Eilande an der
+Küste von Pontevedra zwischen Cap Folceiro und Silleiro, mögen ehemals
+ein wenig Zinn hervorgebracht haben (?), können aber, gemäß allen
+vorliegenden Angaben, entgegen einigen Forschern, unmöglich als die
+Kassiteriden angesehen werden[6255]. Das nämliche gilt von den mit
+diesen iberischen Inseln zuweilen verwechselten oestrymnischen vor
+der Bretagne[6256], die zwar erst ~Avienus~ im 4. Jahrhundert +nach+
+Chr. anführt[6257], jedoch auf Grund von Quellen, die dem 4. oder
+5. Jahrhundert +vor+ Chr. entstammen, zu welcher Zeit karthagische
+Handelsschiffe sie noch besuchten[6258]. Ungewiß ist auch hier, ob
+ihre Bewohner selbst Zinn ausschmolzen, oder ob sie es von jenem Teile
+der keltischen Ostrymnier (auch Osismier genannt) empfingen, der das
+äußerste Ende der Bretagne, gegenüber den Inseln, bewohnte[6259]; dort,
+am Cap Pennestain oder Penstain, in dessen Namen die Silbe „Stain“
+das lateinische stannum = Zinn bedeuten soll, in einigen benachbarten
+Gegenden des westlichen und in einigen des mittleren Galliens, gab
+es tatsächlich uralte Zinngruben, deren Ergiebigkeit allerdings nur
+sehr mäßig war[6260], und den dortigen keltischen Völkerschaften wird
+auch die Erfindung des Verzinnens von Gefäßen zugeschrieben, die noch
+~Plinius~[6261] als eine von den Biturigern gemachte überliefert[6262].
+Die wirklichen Kassiteriden, der Endpunkt der phönizischen und
+karthagischen Entdeckungsfahrten, waren die der Südwestspitze
+Britanniens vorgelagerten heutigen Scilly-Inseln, Hauptsitz des
+Zinn-Zwischenhandels der Eingeborenen mit dem Zinn (und Blei) aus
+Cornwall, und daher auch (wie in so vielen ähnlichen Fällen) irrtümlich
+selbst als „Heimat des Zinns“ angesehen[6263]. Wann es den Phöniziern
+gelang, sie zu erreichen, bleibt vorerst ungewiß; die Tatsache aber
+überliefert noch ~Plinius~[6264] mit den Worten: „Zinn brachte zuerst
+aus der kassiteridischen Insel (ex cassiteride insula) ~Midacritus~“,
+unter welchem Namen unschwer jener des phönizischen Schutzgottes
+und Heros ~Melkart~ zu erkennen ist. Desgleichen weiß ~Strabon~ zu
+melden, daß die Phönizier das Zinn ursprünglich im Tauschhandel gegen
+festes Salz erwarben[6265], das also sichtlich noch etwas Neues und
+Schätzbares für die Bewohner der Kassiteriden war. Daß letzterer
+Name kein aus dem Keltischen stammender und von den Phöniziern nur
+weiterverbreiteter ist, wurde bereits oben angeführt; wie die Bernstein
+liefernden „elektridischen“ Inseln ihre Bezeichnung dem Elektron
+(Bernstein) verdanken und nicht umgekehrt, so wurden offenbar auch die
+Zinn liefernden „kassiteridischen“ nach dem Kassiteron (Zinn) benannt,
+-- in beiden Fällen kannte man eben die Erzeugnisse seit undenklicher
+Zeit, ehe es gelang, ihre Ursprungsstätte ausfindig zu machen;
+ausdrücklich sagt überdies ~Plinius~[6266], „diese Inseln seien
+Kassiteriden geheißen worden wegen ihres Reichtums an Blei“ (nämlich an
+„weißem“).
+
+Unter den anderen Wegen, auf denen das britannische Zinn die
+Mittelmeer-Küsten erreichte, sind namentlich zwei zu erwähnen. Der
+erste führte zur See längs der gallischen Küste bis zum Ausflusse der
+Garonne, stromaufwärts bis in die Gegend von Tolosa (Toulouse) und
+von dort den Abhängen der Pyrenäen entlang an den Sinus gallicus;
+es ist der nämliche, dessen noch der Araber ~Ibn Saʿid~ (1212-1274)
+gedenkt, wo er erwähnt, daß man das britannische Zinn auf Saumtieren
+aus Toulouse nach Narbonne bringe, um es dort nach Alexandria zu
+verschiffen[6267], und auch der nämliche, der zu dem Glauben Anlaß gab,
+die Pyrenäen selbst brächten das Zinn hervor[6268]. Der zweite benützte
+die Niederungen und Wasserstraßen der Loire, der Seine oder des Rheins,
+gelangte von deren Mittel- oder Oberläufen unter Überwindung der
+geringen Höhenunterschiede an die Saône und Rhône und diesen folgend
+an den gallischen Meerbusen, oder, einen Seitenweg über die Alpen
+und das Gebiet der Tauriner einschlagend, an den ligurischen, sowie
+an die Mündung des Po[6269]. Der britannische Zinnhandel nach den
+Küsten des nördlichen Galliens und Belgiens hatte seinen Mittelpunkt
+auf der Insel Iktis oder Viktis (jetzt Wight)[6270]; nach ihr wurde,
+wie noch ~Diodor~[6271] (hierin dem ~Timaios~, gest. um 260, folgend)
+und ~Plinius~[6272] zu berichten wissen, das Zinn 6 Tagereisen weit
+gebracht, um dort verkauft und dann zunächst über die See und weiterhin
+binnen 30 Tagen quer durch Gallien nach dem Sinus gallicus und der
+Mündung der Rhône, oder noch durch Ligurien nach jener des Po zu gehen.
+Aus diesen Gegenden und vor allem aus der um 600 durch die Phokäer
+gegründeten Colonie Massalia (Massilia, Marseille)[6273], die das Zinn
+aber auch von der pyrenäischen Seite her empfing, holten griechische
+Schiffer schon frühzeitig, spätestens im 5. Jahrhundert, das kostbare
+Metall[6274]. Von Massilia aus trat um 360 auch ~Pytheas~ die berühmte
+Seefahrt nach den nordwestlichen und nördlichen Küsten Europas an,
+die die einen als Forschungs-, die anderen eher als Handelsreise
+betrachten, indem ihr Hauptzweck die Erreichung der Insel Viktis und
+der Kassiteriden gewesen sei[6275]; jedenfalls betrat und beschrieb er
+wohl als erster unter den Griechen das blei- und zinnreiche Britannien
+und schilderte den Zinnbergbau in der Nähe des Vorgebirges Belerion an
+der Westspitze von Cornwall[6276]. Die richtigen Kenntnisse über die
+Lage der Kassiteriden, die sich bei ~Hekataios~ (um 500) in letzter
+Linie auf phönizische oder karthagische Berichte, bei ~Pytheas~
+aber auf eigene Anschauung stützten, wurden jedoch alsbald wieder
+verdunkelt. Schon ~Herodot~ (gest. 429) sagt, wo er die Herkunft des
+Zinns aus den äußersten Gegenden Europas streift, „kassiteridische
+Inseln kenne ich nicht“[6277]. Aus den Schriften des ~Pytheas~ wieder
+schöpften u. a. der oberflächliche ~Timaios~ (gest. um 260)[6278]
+und sodann ~Polybios~ (198-117), der Belerion für die Inseln an der
+nordwestlichen Küste Spaniens hält[6279], sowie ~Poseidonios~ (135-51),
+der neben dem Zinn Lusitaniens auch das Britanniens und den Seehandel
+von da aus nach Gallien kennt, der Kassiteriden aber nur flüchtig
+gedenkt und nichts Näheres über ihre Lage mitteilt[6280]. Nur hieraus
+ist es erklärlich, daß der Irrtum des gelehrten und einflußreichen
+~Polybios~ nicht nur von ~Diodor~[6281] und von ~Strabon~[6282]
+festgehalten wurde, sondern sogar noch von ~Ptolemaios~ (um 150
+n. Chr.)[6283], obwohl schon ~Caesars~ Legat ~Crassus~ die Fahrt nach
+den Kassiteriden, den Zinninseln, gemacht und hierdurch alle etwa noch
+bestehenden Zweifel endgültig beseitigt hatte[6284].
+
+Im Laufe des 5. Jahrhunderts v. Chr. war das Zinn in Griechenland
+bereits wohlbekannt und nicht übermäßig teuer, so z. B. kosteten im
+Jahre 421 zu Athen das Kilo Blei und Zinn etwa 1 und 7 Mark[6285],
+welche Preise, um sie den heutigen Geldwerten vergleichbar zu
+machen, allerdings um mindestens das 30- bis 40fache erhöht werden
+müßten[6286]. ~Aristoteles~ spricht einige Male von Zinn, und die
+unter seinem Namen gehenden „Wundergeschichten“ wissen, daß dieses
+Metall den keltischen Ländern entstamme und behaupten, daß auf
+jenen elektridischen Inseln, die an der Mündung des Po liegen, eine
+Statue aus Zinn und eine andere aus Bronze stehe[6287]; sein Schüler
+und Nachfolger ~Theophrastos~ erwähnt im Aufsatze „Über das Feuer“
+verzinntes Kupfergeschirr als etwas nicht mehr Ungewöhnliches[6288],
+und während der Folgezeit waren zinnerne und verzinnte Gefäße schon
+ganz allgemein gebräuchlich[6289].
+
+In +Etrurien+ fanden sich ehemals unweit der Küste gegenüber Elba
+und besonders bei Populonia einige verhältnismäßig reiche Lager von
+Zinnerz, die Anlaß zur Verfertigung von Bronze an Ort und Stelle und
+damit zur selbständigen Entwicklung der so wichtigen etruskischen
+Bronzeindustrie gegeben haben mögen[6290]; ob sie jemals genügten,
+um eine Zinnausfuhr durch etrurische Seefahrer zu gestatten, steht
+dahin, und jedenfalls waren sie ziemlich frühzeitig so gut wie
+erschöpft, so daß das Land seither seinen Zinnbedarf auf einem der
+oben erörterten Wege zu decken hatte[6291]. Ganz irrtümlich ist die
+Ansicht, Kassiteros leite sich vom etrurischen „cassis“ ab, denn dieses
+nur zufälligerweise anklingende Wort bezeichnet den charakteristischen
+etrurischen Eisenhelm, der überdies bei den Römern erst zur Zeit
+der Republik in Gebrauch gekommen sein soll[6292]; zudem heißt das
+Zinn im Lateinischen ursprünglich nicht Kassiteros, sondern „plumbum
+album“ oder „plumbum candidum“, d. i. weißes oder feines Blei[6293],
+so noch bei ~Plinius~, zu dessen Zeit die campanische Bronze vielfach
+mittels spanischen „plumbum argentarium“ bereitet wurde[6294], unter
+welchem mehrdeutigem Ausdrucke an dieser Stelle vielleicht auch
+nichts anderes als Zinn zu verstehen ist[6295]. Erst im Laufe der
+Kaiserzeit taucht das dem Keltischen entlehnte stannum, sowie das dem
+Griechischen entnommene Kassiterum auf, und ~Festus~ führt z. B. beides
+gleichzeitig an, neben Gold, Silber, Orichalkum, Eisen und Blei[6296].
+Äußerst mannigfach waren die Verwendungen des Zinns; hervorzuheben
+ist unter ihnen die zur Herstellung der Glasspiegel, von denen eine
+Anzahl mit Zinn-, aber auch mit Blei- oder Gold-Folie belegter und mit
+Firnisüberzug versehener, in Ägypten, in der Rheinprovinz, im Taunus
+und anderwärts aufgefunden wurde[6297].
+
+Daß +Indien+ wie kein Kupfer so auch kein Zinn besitze, sagt schon
+~Plinius~[6298]. Die Angabe, ~Ktesias~ erwähne es als Erzeugnis
+dieses Landes, ist unzutreffend[6299] und stützt sich nur auf ein
+unrichtiges Zitat in den „Wunderberichten“ des späten alexandrinischen
+Grammatikers ~Apollonios Dyskolos~ (im 2. Jahrhundert n. Chr.),
+demzufolge nach ~Ktesias~ ein in Indien vorkommendes Holz alle
+Metalle anziehen soll, auch das Zinn[6300]. Bloße Fabel ist ferner,
+was ~Euhemeros~ (um 280 v. Chr.) vom Zinnreichtume der „indischen“
+Insel Panchaia erzählt[6301], -- fehlte ja sonst mit dem kostbaren
+Metalle ein unvergleichlicher Schatz auf dieser „glücklichen Insel“
+(νῆσος εὐδαίμων)[6302], die übrigens keine andere ist, als die schon
+in ägyptischen Märchen des 2. Jahrtausends vorkommende Pa-anch oder
+Pen-en-ka (= Weihrauch-Insel), d. i. Sokotora[6303]. Daß Vorderindien
+zu Beginn unserer Zeitrechnung tatsächlich kein Zinn besaß[6304],
+bestätigt auch der um 40 n. Chr. verfaßte „Periplus“[6305], das
+berühmte kaufmännische Handbuch der Küstenschiffahrt im Roten und im
+nördlichen Indischen Meere: nach dem indischen Haupthafen Barygaza
+(südlich der Indus-Mündung) +ein+geführt wurden damals u. a. Stimmi
+(Schwefelantimon), Arsenikum, Sandarach, Blei, Kupfer und Zinn[6306],
+welche letzteren man von da aus zum Teil nach anderen Punkten der
+persischen und arabischen Küste weiter verfrachtete[6307], und dieser
+Import okzidentalischen Zinns dauerte bis in die späte Kaiserzeit
+fort[6308]. Wie schon hieraus hervorgeht, sind die Behauptungen
+~Bapsts~[6309], die Phönizier hätten das Zinn aus Malakka und Banka
+geholt und mit ihm zugleich den indischen Namen „Kastira“ nach
+Europa gebracht, leere Phantasien; das indische kastira ist vielmehr
+umgekehrt, wie schon ~Movers~[6310] und ~Lenormant~[6311] mutmaßten,
+aus Kassiteros entstanden, wofür ebenso die Benennung „yavanestha“ =
+„abendländisches“ (Metall) zeugt[6312] wie der einheimische Name sisa
+und trapu (= dunkles), der ursprünglich das Blei bezeichnete, als
+dessen Abart das Zinn auch hier zunächst angesehen wurde[6313].
+
+Wann das Zinn der malaiischen Inseln und der hinterindischen Halbinsel
+zuerst nach dem Westen gelangte, ist bisher nicht bestimmt ermittelt,
+doch fanden es die Araber, deren Schiffahrt im 8. und 9. Jahrhundert
+ihre erstaunliche Entwicklung nahm, in Vorderindien noch nicht vor;
+die schon weiter oben erwähnten Erzählungen ~Sindbads~ (um 800),
+sowie die bei ~Abu Saʿid~ (9. Jahrhundert), bei ~Almasʿudi~ (gest.
+956), bei ~Almuqaddasi~ (um 975), bei ~Jaqut~ (1178-1229) und bei
+anderen Reisenden, Geographen und Enzyklopädisten erhaltenen Berichte
+stimmen dahin überein, daß das Zinn zuerst in Qalah geholt wurde,
+worunter aber nicht das jetzige Point de Galles auf Ceylon zu verstehen
+ist[6314], sondern Qalah auf Malakka. Nach diesem Orte soll das Zinn
+den volkstümlichen Namen „Blei al Qalai“, abgekürzt auch Alqalai
+oder Qalai empfangen haben[6315], der als Alcalai, Algalai, plumbum
+alcalai, plumbum akaleum, alsbald auch in die wissenschaftliche und
+namentlich in die medizinische Litteratur überging[6316] und sich
+in den entstellten Formen Alkalir, Alkardir, Alardir bis in das 18.
+Jahrh. hinein erhielt[6317]. Doch wird auch vermutet, daß umgekehrt
+der Ort nach dem Metall benannt wurde, das den Arabern bereits unter
+der Bezeichnung Qalai oder Qalja bekannt gewesen sei, wie denn z. B.
+Zinn im Georgischen gala, im Ossetischen kala, im Armenischen galjak,
+im Türkischen kalai heiße usf.[6318]. Während Zinn aus dem malayischen
+Archipelagus und aus Birma, wie u. a. der in einem früheren Abschnitte
+angeführte indische Mineraloge ~Narahari~ berichtet, nach Bengalen erst
+im 12. oder 13. Jahrhundert gelangt zu sein scheint, brachten es gemäß
+den Angaben des berühmten Geographen ~Alidrisi~ (um 1150) und des ~Ibn
+Alwardi~ (gest. 1232?) die arabischen Kaufleute und Händler schon im
+10. und 11. Jahrhundert bis nach Aden[6319], und zwar nicht nur aus den
+hinterindischen Inseln, deren Zinnreichtum noch den Entdeckern des 16.
+Jahrhunderts sehr überraschend erschien[6320], sondern sogar aus China.
+
+In +China+ war das Zinn bereits seit undenklicher Zeit gut bekannt,
+wie schon die beiden ersten, um 1800 und um 1000 v. Chr. einsetzenden
+Blüteperioden der Bronzeindustrie beweisen[6321], sowie die spätestens
+dem 12. Jahrhundert v. Chr. angehörigen Vorschriften über Verfertigung
+von sechs verschiedenen Kupfer-Zinn-Mischungen zwecks Herstellung
+von allerlei Gefäßen, Idolen usf.[6322]; es wird schon zur Zeit des
+völlig mythischen Kaisers ~Yü~ neben Gold, Silber und Kupfer unter
+den empfangenen Tributen aufgezählt[6323] und war zweifellos ein
+uralter Gegenstand des inneren Handels, der hauptsächlich aus dem
+Süden kam[6324], wie denn z. B. noch um 250 v. Chr. „die wertvollen
+Schätze des Zinnes und Goldes geliefert werden aus dem Gebirge
+Kiang-Nan“[6325]. Über das Wesen des Zinns war man sich jedoch auch in
+späterer Zeit noch im unklaren: einige sahen es als ein edleres oder
+geläutertes Blei an, andere glaubten, es sei die Asche besonderer, nur
+in gewissen fernen Gegenden wachsender Pflanzen[6326].
+
+In +Mitteleuropa+ beginnt das Zinn gegen Ende der Kupferzeit
+aufzutauchen, also etwa um 2000, und zwar zunächst als Blattzinn, das
+zur Verzierung von Tongefäßen[6327] und von Schmucksachen dient und
+letztere nur auf der Schauseite bedeckt, weshalb ~Vogel~ vermutet,
+daß derlei Versuche, kupferne Gegenstände mit Blattzinn, später
+auch durch Eintauchen in das geschmolzene Metall, zu verzinnen,
+erst zur Entdeckung der Bronzedarstellung führten[6328]. Ein wenig
+häufiger wurde das Zinn im Laufe der Bronzezeit. Unter den immerhin
+sehr spärlichen Fundstücken aus den Pfahlbauten, z. B. jenen des
+Neuenburger und Züricher Sees, sind u. a. zu verzeichnen: Tongefäße und
+Schilde mit Ein- und Auflagen aus Zinn[6329], zinnerne Dolchspitzen,
+Spatel, Nadeln, Stäbchen, Stifte, Rädchen, Ringe, Perlen, Spiralen,
+Spiralscheiben, sowie allerlei kleinere und größere „Klumpen“[6330];
+diese, zu denen auch eine 1800 g schwere, an einem Bronzering
+befestigte „Scheibe“ gehört[6331], sind nach ~Forrer~ nichts weiter
+als plattgedrückte Kugeln, die ursprünglich, gleich den bleiernen,
+als Gewichte dienten[6332]. Erwähnenswert sind ferner zinnerne Fäden,
+wie sie u. a. auch in Gräbern der Nordseeinsel Amrum aufgefunden
+wurden und bei den Eskimos noch um 1800 in Benützung standen [6333].
+-- Die Frage, auf welche Weise das Zinn nach Mitteleuropa gelangte,
+läßt sich nicht eindeutig und endgültig beantworten, doch spricht
+alle Wahrscheinlichkeit dafür, daß es ursprünglich dahin nicht den
+unmittelbaren Weg aus Britannien einschlug, sondern den Umweg über die
+Mittelmeerküsten, denen (als den Stätten des Bedarfes) die uralten
+westlichen Handelsstraßen zur See und zu Lande zustrebten[6334];
+in Übereinstimmung hiermit steht auch das Vorkommen von zinnernen
+Fundstücken der oben beschriebenen Art in den Pfahldörfern des
+einst ligurischen Po-Gebietes[6335]. Der germanische Name tin, zin,
+angelsächsisch tan, mittelhochdeutsch zein, d. i. Stäbchen (noch in der
+Münztechnik erhalten), leitet sich nicht aus dem Keltischen ab; auch
+hat, entgegen früheren Angaben, das keltische Wort „mein“ nicht die
+Bedeutung Zinn, sondern bezeichnet jedes rohe Metall und daher auch
+dessen Fundstätte (rom. mina, germ. Mine)[6336].
+
+Während des frühen Mittelalters wurde das Zinn zur Herstellung
+wertvoller Gefäße und Geräte und zu Zwecken des Kunstgewerbes
+verwendet, wie dies z. B. die einschlägigen Schriften des sog.
+~Heraklius~ und ~Theophilus Presbyter~ aus dem 9. bis 11. Jahrhundert
+zeigen[6337], sowie das „Livre des métiers“ des ~Boileau~ von
+1252[6338]; wohl auf die Autorität griechischer und arabischer
+Vorschriften hin blieb es auch in der Medizin gebräuchlich, so z. B.
+spricht um 1260 ~Johannes de Sancto Amando~ in den „Areolae“ von
+„rasas, id est stagnum“[6339]. Als marktbeherrschender Erzeuger kam
+zunächst nur England in Betracht, dessen Zinn aber als +Roh+metall nach
+Nordfrankreich, der Provence, Majorka, Genua und Venedig ausgeführt,
+dort durch Umschmelzen gereinigt und nun als hochwertige Ware
+weiterverkauft wurde. In Gallien gab es nach ~Venantius Fortunatus~
+bereits gegen 600 n. Chr. verzinnte Kupferdächer[6340], und in
+England deckte man schon frühzeitig ganze Kirchen „mit Zinn statt
+mit Blei“ völlig ebenso ein, wie das noch im 15. Jahrhundert der
+Ritter ~Rozmital~ in seiner Reisebeschreibung mit großer Verwunderung
+erwähnt[6341]. Venedig und Genua lieferten ihr Feinzinn bis in das 16.
+Jahrhundert hinein nach Konstantinopel, Kleinasien, Cypern, Persien und
+Ägypten[6342]; wie ~Pegolotti~ versichert, war um 1300 in der ganzen
+Levante das venetianische Zinn als das beste bekannt[6343] und aus ihm
+bestanden auch die prächtigen Gefäße, die man nach ~Leo Africanus~
+in Kairo bis zur Zeit der türkischen Eroberung (1517) mit feinstem
+Geschmacke und in mannigfachster Auswahl anfertigte[6344].
+
+Das Zinn der pyrenäischen Halbinsel erwähnt zwar noch ~Alqazwini~
+(gest. 1283), doch spielte es nicht einmal im Lande selbst eine
+Rolle. Ein ernstlicher Wettbewerber erstand dem englischen Zinn erst
+im deutschen, das nach der „Chronik“ des ~Matthaeus Parisiensis~ im
+Jahre 1241 aufgefunden worden sein soll[6345], und zwar sogleich in
+großer Menge und hoher Reinheit; diese Angabe dürfte aber schwerlich
+zutreffend sein, da eine Zinngewinnung in Deutschland schon vor der
+Zeit ~Alberts des Grossen~ (1193-1280) an verschiedenen Stellen im
+Gange war[6346].
+
+Sehr frühzeitig kannten das Zinn die westlichen +Finnen+, deren Land
+es, wenn auch nur in geringer Menge, selbst hervorbringt; in den
+Sagen der „Kalewala“ gilt es noch als selten und dient, wenngleich
+einmal auch eine Stopfnadel aus Zinn erwähnt wird[6347], in der Regel
+nur als Schmuck, so daß „die Zinn-Geschmückte“ als stehender Beiname
+edler Frauen und Mädchen erscheint[6348]; im „Kanteletar“ dagegen ist
+der Zinnschmuck schon „verächtlich, nur gut für Bettlerinnen“[6349],
+Das „Kalewipoeg“[6350] und die „Mythischen und magischen Lieder der
+Esthen“[6351] kennen Zinn noch als Verzierung, in den „Esthnischen
+Märchen“ aber bestehen aus ihm bereits die dem täglichen Gebrauch
+dienenden Hausgeräte[6352]. Der lettische Name des Zinns, alwas, leitet
+sich von olovo ab, das im Altslavischen das Blei bedeutete[6353].
+
+
+9. Zink.
+
+Die Tatsache, daß der gesamte Umkreis der Antike noch niemals einen aus
+Zink bestehenden Gegenstand an das Tageslicht gelangen ließ, sowie daß
+jede Gewinnung des Zinks die Anwendung gewisser, dem Altertum selbst in
+ihrer unvollkommensten Gestalt fremd gebliebener Destillations-Methoden
+voraussetzt, führt zur Folgerung, daß +Griechen+ und +Römer+ keinerlei
+Kenntnis vom metallischen Zink besaßen. Zwar erwähnt ~Strabon~
+gelegentlich[6354] ein zu Andeira in der Troas auftretendes Gestein,
+das beim Brennen Eisen ergebe, beim Schmelzen mit einer gewissen
+Erde „Pseudárgyros“ (nach ~Forbiger~[6355] „Scheinsilber“) abtropfen
+lasse, -- das nämliche, das sich auch im Gebirge Tmolos vorfinde --,
+mit Kupfer aber die Oreichalkos genannte Legierung (κρᾶμα) liefere;
+dieses Pseudárgyros nun erklärten ältere und auch neuere Ausleger für
+Tropfzink, entstanden aus einem der nicht gerade seltenen eisenhaltigen
+Zinkerze[6356]. Wie indessen schon ~Hofmann~ und ~Blümner~
+hervorhoben[6357], ist die fragliche Stelle völlig unklar, was nicht
+wundernehmen kann, da ~Strabon~ kein Fachmann war und über vieles
+Technische (ebenso wie etwa ~Plinius~) nur auf Hörensagen hin und nach
+Maßgabe seines Verständnisses berichtete; die Annahme, es sei bei ihm
+vom Zink die Rede, ist daher durchaus abzuweisen[6358]. Dahingestellt
+bleibt dabei, was man unter dem Pseudárgyros zu verstehen habe, ob nach
+~Gsell~[6359] metallisches Arsen, nach ~Zippe~[6360] Arsenkupfer, nach
+~Schäfer~[6361] eine sonstige Arsen-Legierung, nach einem anderen Autor
+metallisches Nickel usf.; daß es aber +kein Zink+ gewesen sei, darf dem
+ganzen Sachverhalte gemäß und nach den Auseinandersetzungen zwischen
+~Diergart~[6362] und ~Neumann~[6363] für unzweifelhaft gelten.
+
+Wenn nun auch nicht das Zink selbst, so waren aber den Alten doch
+gewisse zinkhaltige Mineralien bekannt, und sie verwendeten diese, oder
+einige aus ihnen gewonnene Produkte, zu technischen und medizinischen
+Zwecken, ohne freilich (wie in so zahlreichen anderen Fällen) die
+Ursache der eintretenden Wirkungen im geringsten zu ahnen; als
+Beispiel sei nur auf des ~Pseudo-Aristoteles~ „Wundergeschichten“
+verwiesen, die von der Darstellung des Messings aus Kupfer mittels
+einer im Lande der Mossynöken vorkommenden „Erdart“ erzählen, sowie
+von der bei Augenkrankheiten so heilsamen „phrygischen Asche“[6364],
+vermutlich der nämlichen Substanz, deren zu gleichem Zwecke schon
+der medizinische „Papyrus ~Ebers~“ gedenkt[6365] (niedergeschrieben
+um 1500 v. Chr. auf Grund noch weit älterer Vorlagen). Unter jenen
+Mineralien dürfte in erster Linie das heute „Galmei“ genannte in
+Frage kommen, ein Zinkcarbonat, aus dem man u. a. durch Erhitzen
+und Rösten mit gewissen (reduzierenden) Zusätzen den Pómpholyx
+(weißes, staubfeines Zinkoxyd) und den Spodós (dunklen, zinkhaltigen
+Rückstand, sog. Ofenbruch) abzuscheiden verstand[6366]; was indessen
+~Plinius~[6367], ~Dioskurides~[6368], ~Galenos~[6369] und einige
+andere Schriftsteller über diese Vorgänge mitteilen, ist zum großen
+Teile verworren und läßt namentlich auch Vorkommen und Beschaffenheit
+der benützten Rohstoffe mehr als billig im Dunklen. Wie es scheint,
+führen bereits die dem ~Hippokrates~ zugeschriebenen Werke, in denen
+der „Ofenbruch“ (zuweilen als cyprischer bezeichnet) schon eine
+vielseitige Rolle spielt[6370], Galmei mit unter der Bezeichnung
+„Chalkitis“ an; doch ist dies ein bloßer Sammelname, der auch Alaun,
+eisen- oder kupferhaltigen Alaunstein, Eisenoxyde, Schwefeleisen,
+Eisenvitriol, Kupfervitriol, eisenhaltigen Kupfervitriol u. dgl. mehr
+umfassen kann[6371], und dessen große Vieldeutigkeit daher nur selten
+bestimmte Schlüsse zuläßt. In jüngerer Zeit taucht der Name καδμία,
+καδμεία (Kadmeía) auf[6372], der als abgeleitet gilt „von jenem des
+Phöniziers ~Kadmos~“, der das Gestein und seine Verwendung entdeckt
+und diese zuerst aus dem Orient nach Griechenland gebracht haben
+soll[6373]. Die Deutung des Namens ~Kadmos~ als eines phönizischen oder
+überhaupt semitischen im Sinne des „Östlichen“, des „Orientalischen“,
+der gemäß sich auch jener des Metall-grabenden und -bearbeitenden
+Kabiren ~Kadmos~ auf Samothrake erkläre[6374], wird jedoch neuerdings
+völlig abgelehnt: ~Kadmos~ ist ursprünglich Heros eponymos der Burg
+Kadmeia zu Theben und dort allein nachweisbar[6375], auch kennen die
+ältesten Berichte keine phönizischen Ansiedlungen im ägäischen Meere;
+erst seit dem 7. Jahrhundert läßt die Sage wie den ~Danaos~ aus Ägypten
+so den ~Kadmos~ aus dem Orient kommen, bringt ihn mit dem Karischen
+Bergnamen Kadmos (= Ostberg?) in Verbindung[6376], sieht in ihm später
+(bei ~Hekataios~; zum Teil sogar erst in hellenistischer Periode)
+einen phönizischen König oder Heros[6377] und identifiziert ihn
+schließlich mit einer etwa dem ~Hermes~ analogen semitischen Gottheit
+~Kadmillos~ oder ~Kamillos~[6378]. Sollte nun in ~Kadmilos~ oder
+~Kadmos~ ein semitisches Wort für Gold verborgen sein[6379], und das
+Gestein Kadmia seinen Namen von ~Kadmos~ führen, so könnte es nur das
+„zu Gold machende“, d. h. dem Kupfer Goldfarbe verleihende, bedeuten;
+diese weithergeholte Annahme ist aber allein Obigen zufolge durchaus
+unwahrscheinlich, es liegt vielmehr erheblich näher, an den tatsächlich
+Zinkerz führenden Bergvorsprung Kadmos des Tmolos zu denken[6380],
+wonach also das Mineral einfach, wie in so manchen anderen Fällen, nach
+einer frühzeitig gutbekannten Fundstätte benannt worden wäre.
+
+Aus dem griechischen Kadmeia entstand später bei den +Arabern+, wie
+~Karabacek~ 1891 zeigte[6381], vermöge fortschreitender Entstellung der
+anfangs richtigen Transkription zunächst Kalmeia, sodann Kalimija und
+Kalimina; hieraus wieder ging bei der Rückübersetzung ins Lateinische
+das mittelalterliche „lapis calaminaris“ hervor, schließlich aber
+auf verschiedenen Umwegen das moderne Galmei mit seinen Nebenformen,
+unter denen eine nächst Aachen noch jetzt gebräuchliche, Kalmis oder
+Kelmis, dort bereits gegen 1500 nachweisbar ist[6382]. Ein ebenfalls
+durch die Araber verbreiteter Ausdruck ist Tutia, entstammend (wie
+schon in früheren Abschnitten erwähnt) dem persischen Dûd, d. i. Rauch,
+nämlich der in Gestalt einer dichten weißen Wolke feinsten Zinkoxydes
+aufsteigende Rauch der Galmeiöfen; noch ~Marco Polo~, dessen Reisen
+in die Jahre 1275 bis 1291 fallen, schildert Anlage und Betrieb
+solcher zu Cobinam zwischen Yezd und Kerman in +Persien+ errichteter
+Öfen[6383] und gedenkt ihrer beiden, unter den Bezeichnungen Pómpholyx
+und Spodós bereits den Griechen bekannten Produkte; die Namen dieser
+wichtigen Arzneimittel gingen schon frühzeitig aus der medizinischen
+Litteratur der Araber in die gesamte europäische über, die sie entweder
+in den latinisierten Gestalten Tutia und Spodium kennt, oder in
+entsprechenden einheimischen, als welche z. B. ~Aldebrandino di Sienas~
+altfranzösisches „Regime du corps“ von 1225 „Tuschie“ und „Podien“
+gebraucht[6384]. Irrtümlich ist die Angabe, die Perser hätten in sehr
+alter Zeit auch schon die Darstellung metallischen Zinks verstanden;
+soweit hierbei die Pharmakologie des ~Abu Mansur~ (um 975) in Betracht
+kommt, handelt es sich, wie ~Lippmann~ vermutete und ~Diergart~ des
+näheren bewies, um einen Übersetzungsfehler[6385]; bei ~Marco Polo~
+aber ist von der Gewinnung eines Metalles aus Galmei überhaupt mit
+keinem Worte die Rede.
+
+Auch die Schriften der fast durchaus aus persischen Quellen schöpfenden
+alten arabischen Augenärzte ~Ali Ibn Isa~ (gegen 1000), ~Al-mausili~
+(um 1000), sowie die ihrer späteren Nachfolger und Ausschreiber
+~Alhalabi~ (um 1256) und ~Salah Addin~ (um 1296)[6386], erwähnen
++nur+ „gewöhnliche“ und „leichte“ Tutia [= nihilum album] aus den
+persischen Orten Kirman[6387] und Haschar[6388], ferner „gewöhnliche“,
+„beste“ und „grüne“ Tutia ohne Herkunftsbezeichnung[6389], sodann
+Zinkblume („gewöhnliche“, „grüne“, „indische“)[6390], Zinkasche (auch
+„grüne“)[6391], sowie Galmei aus Kirman und Ispahan[6392], mit keinem
+Worte jedoch gedenken sie des metallischen Zinks.
+
+Nicht nach Persien, sondern nach +Indien+ will ~G. Oppert~ die
+Erfindung der Zinkdarstellung verlegen, sie jedoch nicht erst den
+eigentlichen Indern zuschreiben, sondern bereits den Ureinwohnern des
+Landes[6393] in deren Sprache (+nicht+ im Sanskrit) bedeute Kalam,
+oder eigentlich Kal-Ijam, den „Stein des Bleies oder Zinnes“, ganz
+so wie Kar- und Vel-Ijam das „schwarze und weiße Blei“; desgleichen
+heiße im Tamulischen Ven-Kalam das „Weißmetall“ (= Messing) und im
+Malayischen Kalang das „Zinn“, usf. Kalang hätten die Araber in der
+Form Kalai nach Indien zurückgebracht, und von Kalai und Kalam leiteten
+sich einerseits die Ausdrücke Kalaïm und Calaëm ab, unter denen die
+Portugiesen das ostindische Zink im 16. Jahrhundert in Europa bekannt
+machten, andererseits aber auch die alten Worte Kalimija, Klimia,
+Calaminaris und sogar Cadmia, bei welchem letzteren die häufige
+Lautverschiebung l--d zugrunde liege, wie z. B. bei lacrima -- δάκρυ
+(Träne). Kaum bedarf es nach allem Vorausgehenden des Beweises,
+daß diese Darlegungen ~Opperts~ sprachlich zum Teil anfechtbar,
+sachlich durchaus unhaltbar und nur aus seiner eigentümlichen, oft
+zur Hintansetzung jeglicher Kritik führenden Sucht erklärlich sind,
+das älteste Indien als Ursprungsstätte aller nur möglichen wichtigen
+Erfindungen hinzustellen. Unterlagen für die Behauptung, die alten
+Inder hätten das Zink durch eine Art absteigender Destillation mittels
+gewisser unvollkommener, nach ~Rây~ noch gegenwärtig benützter Apparate
+im kleinen dargestellt[6394], fehlen gänzlich, auch in medizinischer
+Richtung[6395], und wenn es zutrifft, daß die Messingbereitung erst
+im 6. Jahrhundert aus Persien nach Indien gedrungen sei, so ist es
+auch unwahrscheinlich, daß die Inder sich vorher überhaupt schon
+viel mit dem Galmei beschäftigten. ~Hiuen-Thsang~ (629 n. Chr.) sagt
+zwar[6396], das nordwestliche Indien sei reich an Galmei, da aber
+die Übersetzung des betreffenden chinesischen Wortes unsicher und
+strittig ist[6397], Galmei überdies noch zur Zeit ~Marco Polos~ in
+das westliche Vorderindien +ein+geführt wurde[6398], so kann jene
+Angabe vorerst nicht als beweisend gelten. Wenig zuverlässig ist
+auch alles das, was die in einem früheren Abschnitte besprochenen
+indischen Werke chemischen oder mineralogischen Inhaltes über die
+Entdecker und die Entdeckung des metallischen Zinkes vorbringen; denn
+über die Abfassungszeit fast aller dieser Schriften besteht große
+Ungewißheit, und über das Alter der zahlreichen Einschiebungen, die
+sie nach indischer Gewohnheit bis in die neueste Zeit fortgesetzt
+erfuhren, liegen wissenschaftliche Untersuchungen noch kaum vor. Die
+Wahrscheinlichkeit spricht dafür, daß keines der Bücher, in denen
+metallisches Zink erwähnt sein soll, älter ist als die Zeit der
+Tantras (beginnend etwa 1100 n. Chr.); das Wort yaçada oder yasada
+für Zink findet sich nach dem indischen Gelehrten ~Rây~ sogar erst
+in einem Wörterbuche von 1374. Über die damalige Darstellungsweise
+aus Galmei (rasaka) wird berichtet, daß man das Mineral zerkleinerte,
+mit Hilfe organischer Zusätze [die als Reduktionsmittel dienten] zu
+Kugeln formte, diese in bedeckten Tiegeln erhitzte und das gebildete
+Zink vermöge einer Art absteigender Destillation abfließen ließ und
+sammelte[6399]; sie war also eine äußerst unvollkommene und gewährte
+bestenfalls eine ganz geringe Ausbeute. Es bleibt überdies zweifelhaft,
+ob sie wirklich in Indien ausgearbeitet und später von dort, wie es
+heißt, nach China verpflanzt wurde[6400]; verschiedene Tatsachen
+sprechen vielmehr für den umgekehrten Vorgang[6401], unter ihnen als
+wichtigste die, daß fraglos Zink im großen zuerst in +China+ gewonnen
+wurde[6402].
+
+Die ausführliche chinesische Enzyklopädie des ~Li-schi-tschin~ von
+1552, „Pen-tsao“ genannt, soll allerdings noch nichts über Zink
+enthalten, vielleicht weil seine Bereitung geheimgehalten wurde, und
+auch was die späteren Enzyklopädien von 1637 und 1713 mitteilen,
+ist (vermutlich aus dem nämlichen Grunde) äußerst unvollständig und
+unklar; da sich aber, wie aus den Berichten der europäischen Entdecker
+hervorgeht, im 16. Jahrhundert bereits größere Mengen Zink im Handel
+befanden, so kann seine Darstellung damals schon längst nichts Neues
+mehr gewesen sein. Soweit die dürftigen Angaben älterer und die
+flüchtigen Erzählungen späterer Schriftsteller zu ersehen gestatten,
+erhitzte man ein Gemenge von Galmei und Kohle in gut verschlossenen
+tönernen Gefäßen oder Tiegeln auf nicht zu hohe Temperatur, ließ
+die Zinkdämpfe durch ein Abzugsrohr aufsteigen und verdichtete sie
+in kaltem Wasser[6403]. Das so im großen, aber freilich doch nur
+in geringer Ausbeute erhaltene Metall galt als solches eigener Art
+und kann daher weder mit dem weiter oben besprochenen Char Sînî
+identifiziert werden[6404], noch mit der Kupfer-Zink-Nickel-Legierung
+Packfong[6405], noch mit der Kupfer-Zink-Eisen-Legierung Tutanego
+(Tutenage), dem sog. „chinesischen Kupfer“ der Malayen[6406]. Bei
+letzteren, also in Hinterindien und im Archipelagus, scheinen die
+Portugiesen und später die Holländer zuerst die Bekanntschaft des
+Zinkes gemacht, es aber mit dem dort gleichfalls vorgefundenen Zinn
+verwechselt, oder für eine bloße Abart des Zinns, für „indisches Zinn“,
+gehalten zu haben, -- woraus sich auch die dem malayischen Namen des
+Zinns, kalai, nachgebildete portugiesische Benennung Calaïm oder
+Calaëm erklärt. Noch ~Van Linschoten~, der 1579, gelegentlich seiner
+Fahrt an der Küste von Malakka, zu Para dem Zink begegnete, spricht
+darüber in seiner Reisebeschreibung[6407] mit Worten, die erkennen
+lassen, daß es ihm sichtlich ganz neu war; zur Zeit des Reisenden ~De
+Laval~ (1601) prägten die Könige der indischen Inseln Münzen aus dem
+„allerorten hochgeschätzten Metall Kalin, das so weiß wie Zinn, aber
+viel härter und schöner ist“, und die Portugiesen hatten ihnen diesen
+Brauch damals schon nachgeahmt[6408]; 1620 kaperten die Holländer ein
+portugiesisches Schiff und verkauften das auf ihm vorgefundene indische
+Zinn als „Speautre“[6409]. Dieser Name, der auch als Spiauter, Spelter,
+Piautre, Pewter auftritt[6410], leitet sich nach ~Karabacek~ von einem
+persischen Beinamen des Zinnes ab, der isbîdâr lautet und selbst wieder
+auf das persische sefîd rûy (= das Weißglänzende) zurückgeht[6411].
+In Persien scheint metallisches Zink unter der Bezeichnung jest oder
+dschest, die selbst wieder mit dem indischen jasada zusammenhängen
+dürfte[6412], erst in später Zeit aufzutreten; es fand Anwendung zur
+Herstellung der zahlreichen, bis dahin aus Kupfer und Galmei gewonnenen
+Legierungen, unter denen hervorzuheben sind: Rotguß mit 80-97% Kupfer
+nebst 20-30% Zink; Gelbguß mit 50-70% Kupfer nebst 50-30% Zink;
+Weißmessing mit 20-55% Kupfer und 80-45% Zink; schmiedbares Messing
+mit 60% Kupfer und 40% Zink; Beidri (aus der Stadt dieses Namens?)
+mit 94% Zink nebst etwa 3% Kupfer, 3% Blei und etwas Zinn; Koftgari;
+Haftdschausch aus je ⅐ Gold, Silber, Kupfer, Eisen, Zinn, Blei und
+Zink, -- eine Legierung, deren Perlen in Persien noch jetzt als Amulett
+um den Hals getragen werden[6413].
+
+In +Europa+ scheint man an den alten Erzeugungsstätten des Messings
+schon frühzeitig eine richtige, jedoch nirgends weiter verfolgte
+Ansicht über die Natur des Galmeis gewonnen zu haben; spricht
+doch bereits ~Albert der Grosse~ an einer allerdings nicht ganz
+einwandfreien[6414] Stelle seiner mineralogischen Schrift vom Goslarer
+„Gold-Markasit“ (marchasita aurea) im Sinne eines „zu Gold machenden“
+(das Kupfer zu Gold färbenden) und sagt, daß sein Metall im Feuer
+verfliege und nur unnützen Rückstand hinterlasse[6415]. Die Frage,
+wann und wo es dennoch glückte, des Metalles habhaft zu werden, und ob
+das, wie ~Paracelsus~ (1493-1541) in seiner 1538 erschienenen „Chronik
+des Landts Kärnthen“ behauptet, tatsächlich in diesem Herzogtum zuerst
+gelang, läßt sich nicht mit Sicherheit beantworten, zumal die Angaben
+des ~Paracelsus~, wie in so vielen Fällen, genügender Bestimmtheit
+ermangeln. In der „Chronica“ ist er der (irrtümlichen) Ansicht, daß
+allein in Kärnten „das Ertz Zincken, ... ein gar frembdes Metall“
+vorkomme[6416]; hiernach, sowie auf einige gleich unklare Äußerungen
+hin[6417], hat man angenommen, ~Paracelsus~ habe mit „Zincken“ nur
+das Galmei+erz+ benannt, -- der zackigen Formen wegen, nach denen
+auch viele Bergspitzen in den Ostalpen Zinken heißen --, das +Metall+
+Zink sei ihm hingegen unbekannt geblieben[6418]. In Wirklichkeit aber
+redet er zwar öfters von den „künstlichen Bollen oder Zincken der
+falschen Korallen“[6419], von den „Zincken des Hirschhorns“[6420], von
+den „Spitzen und Ecken, Schroffen und Zincken der Mineralien“[6421],
+unterscheidet jedoch sehr wohl einerseits den „Galmey, der Messing
+macht“[6422], und andererseits den „Zincken, ... der ein Metall
+ist unbekannt in der Gemein, ... flüssig [= gießbar] aber nicht
+hämmerbar“[6423], den „Zincken, ... der ein Metall ist, nicht bei den
+Alten“[6424], den „Zinck, der ein Metall ist und auch keins, ... ein
+Bastart vom Kupfer“[6425]. Ausdrücklich erklärt er ferner „im Zincken
+wird gefunden primum ens stanni“[6426] (= das Wesen des Zinnes, mit
+dem er das Zink gleichstellt), und wenn dieser Ausspruch dadurch
+Verdunkelung erleidet, daß gelegentlich auch Kupfer, Blei oder Eisen
+aus „Zincken“ hervorgehen, so setzt ihn doch die Bezeichnung des
+Quecksilbers als des „primum ens“ des Zinnobers wieder ins rechte
+Licht: ~Paracelsus~ gebraucht eben Zincken oder Zinck in der Regel von
+Erzen und so auch vom Galmeierz, überträgt den Namen aber auch auf
+das aus dem „einzigen“ kärnthner Erze gewinnbare Metall, und ihm, als
+dem Schöpfer einer ebenso ausgedehnten wie willkürlichen Nomenklatur
+auf zahlreichen Gebieten, ist ein solches Vorgehen ohne weiteres
+zuzutrauen. Umgekehrt nimmt er „Metall“ keineswegs nur im strengen
+heutigen Sinne, es ist ihm vielmehr (wie noch so manchen späteren)
+häufig gleichbedeutend mit Gefördertem oder Mineral überhaupt.
+
+~Agricola~ wendet in seinem Hauptwerke „De re metallica“, das schon um
+1530 vollendet gewesen sein soll, aber erst 1550 erschien, das Wort
+Zink nicht an, scheint aber das Metall als „Conterfey“ zu kennen[6427],
+d. h. als eine „Nachbildung“ sei es des Zinns und Silbers, sei es
+(gemeinsam mit Kupfer, demnach als Messing) des Goldes; in den erst
+nach seinem Tode erschienenen Schriften „De natura fossilium“[6428]
+und „Bermannus“[6429] erwähnt er zwar „das, was die Kärnthner und
+Tiroler Zink nennen“ (quod Norici et Rheti Zincum vocant) und „das,
+was sie in Rauris Zink heißen“ (quod Zincum nominant), versteht
+aber hierunter, der ganzen Beschreibung nach, kein Metall, sondern
+offenbar eine Art Kies[6430]. ~Luthers~ Freund ~Mathesius~ sagt 1555
+in der 3. „Bergpredigt“[6431], zu Freiberg habe man „roten und weißen
+Zink“, womit er ebenfalls nur gewisse Erze meinen kann, und auch in
+des ~Albinus~ „Meißnischer Bergchronika von 1590 ist „Zincken“ nur
+„eine Bergarth, die in Freyberg schön roth und weiß bricht“[6432].
+~Fabricius~ wieder erklärt 1565 in „De metallicis rebus“[6433] das
+„Cincum“ für ein gut gießbares, aber nicht hämmerbares Metall und
+mutmaßt dessen Identität mit Antimon, während sich ~Dorn~ 1583 im
+„Dictionarium Paracelsi“[6434] ungefähr ebenso wie sein Meister äußert,
+nur noch etwas unbestimmter. Nach des ~Libavius~ „Alchymia“ und den
+„Commentationes metallicae“ von 1597 ist „Zinckum“ eine Art weißer
+oder roter Markasit von der Natur des Kupfers[6435], und die nämliche
+Definition geben auch noch 1615 seine „Arcana Alchymiae“[6436].
+Inzwischen hatte ~Libavius~ zwar sowohl das Goslarer Zink kennen
+gelernt, -- er klagt in einem Briefe, daß er sich nicht noch mehr davon
+verschaffen könne --, als auch das ostindische (ihm 1597 aus Holland
+zugekommene) Calaëm, das er „indisches und malabarisches Blei“ oder
+„malabarisches Zinn“ nennt[6437], aber er blieb im unklaren, ob das
+Messing Galmei oder Zink enthalte, und ob Zink und Calaëm das nämliche
+seien oder nicht[6438]; schließlich entscheidet er sich dafür, daß
+Calaëm +nicht+ aus „Conterfey“ bestehe, sondern aus Quecksilber, Arsen
+und Silber, in welches letztere es daher auch überzugehen vermöge[6439].
+
+In deutlicher Weise erklärt 1617 ~Löhneyss~ das Zink oder Conterfeyt,
+das zum Nachmachen des Goldes dient, für ein Metall (das er aber
+irrtümlich dem Wismut gleichsetzt) und schildert, wie es sich an und
+vor den Wandungen der Goslarer Schmelzöfen ansammle und dort von den
+Knechten, falls ihnen jemand ein Trinkgeld verspreche, abgeklopft
+werde[6440]. Der französische Arzt ~Jean Rey~ (1583-1646), der zuerst
+die Gewichtszunahme der Metalle beim „Verkalken“ durch Aufnahme eines
+Bestandteiles aus der Luft erklärte, spricht 1630 auch vom Verbrennen
+des indischen Calaëm zu Zinkblumen[6441]; ~Glauber~ (1657)[6442]
+und ~Becher~ (1661)[6443] halten Zink oder Spiauter für ein Metall,
+„aber für ein unzeitiges, wie Quecksilber, Antimon, Zinnober und
+Vitriol“; auch ~Boyle~ (1626-1691) gedenkt in seinen Schriften neben
+dem neuen ostindischen Metall „Tutanag“[6444] wiederholt des Metalls
+„zink“[6445], „pewter“[6446], „zink or spelter“[6447], unter welchem
+letzteren Namen es bei den Händlern bekannt sei[6448]. In deutschen
+Städten, z. B. in Nürnberg, wurde nach ~Jungius~ (1667) zu dieser
+Zeit einheimisches Zink auch bereits in größeren Mengen verkauft
+und zu verschiedenen Zwecken verwendet[6449]; ob zu diesen auch die
+medizinischen zählten, ist fraglich, denn was einige Apotheker-Taxen
+von 1687 und 1700 unter dem Namen „Marchasita pallida“ aufführen[6450],
+kann nicht das +Metall+ „Zinck“ sein. Über die Darstellung des
+letzteren findet sich noch nichts in dem ausführlichen Kapitel des
+„Museum museorum“ ~Valentinis~ von 1714[6451], 1721 war sie jedoch
+dem deutschen Bergmeister ~Henckel~[6452] und spätestens 1730 auch
+englischen Hüttenleuten bekannt, es gelang aber, sie einige Jahrzehnte
+lang weiterhin versteckt zu halten. Noch in seiner „Kieshistorie“
+von 1754 teilt ~Henckel~ zwar die Gewinnung aus Galmei und Kohle
+mit[6453], spricht öfters von „zinkischem Wesen“[6454] und beschreibt
+das Metall[6455], gibt jedoch vor, „vom Halbmetall Zink oder Spiauter
+... könne die Entstehung noch nicht so gar eigentlich gelehret
+werden“[6456] und ähnlich behauptet er auch 1755 in seiner „Terra
+saturnizans“[6457]: „Der Zink, ... ein Körper von der allerseltensten
+Mischung und Eigenschaft, wird auf den Harzer Schmelzhütten in denen
+Spuren der Öfen gefunden, ... und man kann eigentlich nicht sagen,
+woraus er kommt und besteht.“ So blieb es denn dem großen Chemiker
+~Marggraf~ (1709-1782) vorbehalten, auf dem Wege selbständiger
+Forschung das eigentliche Geheimnis der Darstellung ausfindig zu
+machen, nämlich die Fernhaltung der Luft, die das reduzierte Zink
+sogleich zu Zinkoxyd verbrennt, und da er weder zu den Dunkelmännern
+zählte, noch anderen als rein wissenschaftlichen Zielen nachstrebte,
+gab er seine Beobachtungen auch umgehend (zuerst 1743) öffentlich
+bekannt[6458]; praktische Verwendungen bahnte er jedoch auch in diesem
+Falle nicht an.
+
+Was den +Namen+ „Zink“ anbelangt, so hat man ihn mit dem neupersischen
+seng in Verbindung zu bringen gesucht[6459]; obwohl sich als
+Bestätigung anführen ließe, daß nach ~Hammer~ auch jener des
+Musikinstrumentes Zinke (einer helltönenden Trompete) vom persischen
+„Tscheng“ herstammen soll[6460], so dürfen doch beide Ableitungen
+als unzutreffend gelten, die erstere besonders deshalb, weil seng im
+Persischen nicht etwa gerade Zink bedeutet, sondern Stein, Erz oder
+Mineral überhaupt, ferner auch, weil das Zink nachweislich nicht aus
+oder über Persien nach Europa gelangte. Wenig wahrscheinlich ist auch
+ein Zusammenhang von Zink mit dem althochdeutschen zinco oder zincho,
+mittelhochdeutsch zinke, d. i. nach ~Kluge~ „der weiße Fleck im Auge“
+(von tinka = weiß?)[6461]. Am naheliegendsten und natürlichsten ist
+es, an das von ~Kluge~ gleichfalls angeführte althochdeutsche zinko
+zu denken, altnordisch tindr, angelsächsisch tind, mittelhochdeutsch
+zint oder zinke, d. i. Zacke oder Zinke, also an das Wort, von dem
+~Paracelsus~ tatsächlich ausgeht, das sich in gleichem Sinne auch bei
+späteren Schriftstellern vorfindet, z. B. bei ~Hainhofer~, der von den
+„Zincken der Aloe und der Korallen“ redet[6462], und dessen sich in
+nämlicher Weise auch die heutige Sprache noch zu bedienen pflegt. Daß
+sich in dem Briefwechsel ~Reys~ und des ihm befreundeten Apothekers
+~Brun~ mit dem hochgelehrten ~Mersenne~, dem 1632 das „Calaëm“ noch
+etwas ganz Unbekanntes war[6463], der „indische Regulus“ nicht nur
+„Speautre, deutsch Spiauter“ benannt findet, sondern auch „Zinc“[6464],
+und daß dieses deutsche Wort ebenso dem ~Boyle~ ganz geläufig ist,
+erklärt sich jedenfalls aus der Bekanntschaft dieser Forscher mit den
+einschlägigen (lateinisch abgefaßten) Schriften deutschen Ursprungs,
+auf die sie sich nicht selten ausdrücklich beziehen, so ~Boyle~ auf
+~Glauber~, und ~Rey~ auf ~Libavius~[6465].
+
+
+10. Quecksilber.
+
+Das Quecksilber, das in der Regel als Begleiter seines wichtigsten
+Erzes, des Zinnobers (Schwefel-Quecksilbers) auftritt und in
+verschiedenen Ländern der alten und neuen Welt vorkommt, wenn auch
+nur selten in größerer Menge, dürfte durch seine auffälligen äußeren
+Eigenschaften schon seit jeher die Aufmerksamkeit der Beobachter erregt
+haben; weil aber die Möglichkeit regelmäßiger Verwendung fehlte, wie
+sie z. B. der Zinnober zu allen Zeiten und in allen Weltteilen als
+Farbstoff fand, -- zunächst zwecks Bemalung des menschlichen Körpers
+--, so blieb ihm auf lange hinaus nur der Reiz einer Merkwürdigkeit
+anhaften.
+
+Als ältester Fund von Quecksilber ist der durch ~Schliemann~ während
+seiner ägyptischen Reisen zu Kurna gemachte anzusehen, woselbst aus
+Gräbern, die dem 16. oder 15. Jahrhundert v. Chr. angehören, ein
+kleines mit Quecksilber gefülltes Gefäß zutage gefördert wurde,
+vermutlich ein Amulett, nach Art der Quecksilber enthaltenden Nüsse,
+Kapseln und Federspulen, die im Orient noch gegenwärtig im Gebrauch
+stehen[6466]; wahrscheinlich stammte es aus Kleinasien, vielleicht
+aber auch aus Spanien, dessen nächst dem späteren Sisapo (dem heutigen
+Almaden) gelegenen Gruben bereits zu +sehr+ früher Zeit ausgebeutet
+wurden[6467] und u. a. auch den schon in den biblischen Schriften
+(z. B. im „Hohen Liede“) erwähnten „Stein von Tarschisch“ lieferten,
+d. i. den krystallisierten Zinnober, der wegen seines goldroten
+Glanzes auch als Chrysolith (= Goldstein) bezeichnet wurde[6468]. --
+Unbewiesen ist, daß die Quecksilber-Gewinnung zu Avala, im jetzigen
+Serbien, in eine gleich entlegene Vergangenheit zurückreiche; die dort
+vorgefundenen Tonschalen und -töpfe, die zum Sammeln des Quecksilbers
+gedient haben sollen, sind nicht als „urgeschichtliche“ anzuerkennen,
+sondern bestenfalls als vorrömische[6469].
+
+In +Griechenland+ ist nicht, wie meist angegeben wird, ~Theophrastos~
+der erste, der das Quecksilber erwähnt, sondern ~Aristoteles~ (gest.
+322), nach dessen Bericht der halbmythische Allerweltskünstler
+~Daidalos~ ἄργυρον χυτόν, d. i. „geschmolzenes Silber“ (= Quecksilber)
+in die Höhlung eines hölzernen Abbildes der ~Aphrodite~ eingoß, um
+es dadurch beweglich erscheinen zu lassen[6470]. Nach ~Natorp~ hätte
+diese Erzählung erst der attische Komöde ~Philippos~ aufgebracht, und
+zwar als „rationelle Erklärung“ der Behauptung, dem ~Daidalos~ sei es
+zuerst gelungen, Statuen mit der Gabe und dem Anscheine wahrer Bewegung
+zu schaffen, weshalb sie gar nicht als eine ernstliche aufzufassen
+wäre[6471]; dies kann indessen dennoch sehr wohl der Fall sein, denn
+schon eine Figur etwa nach Art der sog. „Stehaufmännchen“, oder dergl.,
+dürfte der damaligen Zeit als etwas höchst Wunderbares erschienen sein.
+Daß das Quecksilber spätestens zu Anfang des 5. Jahrhunderts bereits
+wohlbekannt war, zeigt übrigens eine bisher unbeachtet gebliebene
+Stelle der um diese Zeit verfaßten „Indika“ des ~Ktesias~[6472]; er
+fabelt in ihr von einer zu Indien fließenden Quelle „flüssigen Goldes“
+(ὑγροῦ χρυσίου), das offenbar als indisches Wunderprodukt das „flüssige
+Silber“ (ἄργυρον ὑγρόν) noch übertrumpfen soll und demgemäß auch dessen
+entsprechend umgebildeten Namen trägt. -- Über die nahe Beziehung, in
+der Quecksilber zum Zinnober steht, sowie über die Möglichkeit, es
+aus ihm zu gewinnen, war man sich um die Zeit des ~Theophrastos~ (um
+300) schon seit langem im klaren; doch sind seine und seiner Nachfolger
+einschlägige Angaben sämtlich undeutlich und verworren, da ihnen allen
+der springende Punkt verborgen blieb, nämlich die Notwendigkeit eines
+Zusatzes von Metall oder einem anderen Reagens (z. B. Kalk), das zum
+Schwefel des Zinnobers eine größere Verwandtschaft besitzt als das
+Quecksilber; ~Theophrastos~ selbst schreibt z. B. vor[6473], den
+Zinnober, der sich reichlich bei Ephesus in Kleinasien, in Kolchis und
+in Spanien vorfinde, unter Beigabe von Essig in einem kupfernen Gefäße
+mit einem kupfernen Stämpfel zu verreiben, wobei sich Quecksilber
+(ἄργυρος χυτός) abscheide [insoweit etwas Schwefel in Form von
+Schwefelkupfer abgespalten wird][6474].
+
+Wo die Bildung der Amalgame und die Löslichkeit der Edelmetalle
+in Quecksilber entdeckt wurde, ist nicht bekannt, doch dürfte es
+in Kleinasien oder in Ägypten geschehen sein, woselbst, wie schon
+weiter oben erwähnt, das Vergolden mit Quecksilber-Amalgam sowie die
+Herstellung der Goldschrift zu den Geheimnissen der Tempelwerkstätten
+gehörte. Um Beginn unserer Zeitrechnung beschreibt ~Vitruv~[6475] die
+Gewinnung von Quecksilber aus den Dämpfen des im natürlichen Zinnober
+eingeschlossenen [oder beim Erhitzen mit einem Zusatze aus ihm frei
+werdenden] Metalles durch Kondensation an den Deckengewölben der
+Öfen und erwähnt bei diesem Anlasse auch das Ausziehen des Goldes
+mittels Quecksilbers aus der Asche alter, unbrauchbar gewordener
+Goldstickereien. ~Plinius~, dem besagter Kunstgriff ebenfalls geläufig
+ist[6476] und der auch der kalten, sowie der Feuer-Vergoldung mit
+Quecksilber gedenkt[6477], unterscheidet das natürliche „argentum
+vivum“ (= lebendiges Silber) vom künstlichen „hydrargyrum“ (=
+Silberwasser) und bespricht die Darstellung dieser „ewig flüssigen“
+Substanz (liquor aeternus) aus Zinnober nach der Vorschrift des
+~Theophrastos~, sowie nach einem höchst unvollkommenen Destillations-,
+richtiger Sublimations-Verfahren durch Erhitzen in einer überdeckten
+eisernen Schale[6478] [wobei, falls nichts anderes beigefügt wurde,
+das Eisen den Schwefel zu binden hätte]. Nach ~Dioskurides~[6479]
+findet sich das Quecksilber (ὑδράργυρος, Hydrárgyros) in den Gruben
+(ἐν μετάλλοις), ist sehr giftig, besonders in Gestalt seines
+Dampfes, und wird aus dem Zinnober mit Hilfe eines [sehr primitiven]
+Sublimations-Apparates gewonnen, der aber immerhin schon aus zwei
+Teilen besteht, und an dessen oberem, dem ἄμβιξ (Ambix = Deckel), sich
+das Quecksilber als ἀιθάλη (Aithále = Dunst) ansetzen soll.
+
+Über die wichtige Rolle des Quecksilbers bei den alexandrinischen
+Alchemisten ist schon in früheren Abschnitten eingehend
+berichtet worden, desgleichen über die hervorragende Bedeutung
+der vermutlich im 4. Jahrhundert n. Chr. gemachten Entdeckung
+der Quecksilber-Destillation[6480], sowie über die auf gewisse
+aristotelische Anschauungen hin entwickelte Theorie des Bestehens
+aller Substanzen, vornehmlich aber aller Metalle, aus Schwefel und
+Quecksilber[6481]. Für die fortgesetzte Verwendung zu mancherlei,
+denen des ~Daidalos~ ähnlichen Kunststücken zeugt die Erwähnung
+solcher bei ~Heron~ von ~Alexandria~[6482] (dessen Lebenszeit bald
+in das 1. oder 2. Jahrhundert +vor+, bald +nach+ Chr. verlegt wird)
+und vielleicht bei ~Hippolytos~ in dem um 200-230 verfaßten Kapitel
+„Gegen die Magier“[6483]; dort ist namentlich auch von der Vergiftung
+durch Eingießen des Quecksilbers in die Ohren die Rede [die man als in
+unmittelbarer Verbindung mit dem Sitze der Seele stehend wähnte][6484].
+Bei den griechischen Ärzten scheint, eben seiner Giftigkeit halber,
+Quecksilber nicht oder kaum in Gebrauch gestanden zu sein; ~Galenos~
+(131-200?) führt es auffälligerweise nur als ein (offenbar aus Zinnober
+gewonnenes) Präparat an, das sich als solches etwa dem Bleiweiß
+oder dem Grünspan anschließt, schweigt völlig über sein natürliches
+Vorkommen, fügt jedoch hinzu, daß ihm weder über die äußere noch die
+innere Anwendung dieser giftigen Substanz irgendwelche eigene Erfahrung
+zu Gebote stehe[6485]. Auch spätere Ärzte, wie ~Oreibasios~ (326-403)
+und ~Caelius Aurelianus~ (um 400), ~Alexander~ von ~Tralles~ (um 550)
+und andere benützen das giftige Quecksilber nicht, und erst bei ~Paulos
+Aigineta~ (um 640) findet sich eine kurze unklare Bemerkung über „zu
+Asche gebranntes Quecksilber“ als angebliches Heilmittel bei Koliken
+und Darmverschlingungen[6486].
+
+Stätten der äußeren und inneren Anwendung, die der Ausspruch des
+~Galenos~ bezeugt, dürften +Ägypten+ und der +Orient+ gewesen sein,
+woselbst man es frühzeitig verstand, das „bewegliche und lebendige
+Quecksilber“ durch Verreiben mit Schwefel, Alkalien, Fetten, Ölen,
+Speichel usf. in feine Verteilung zu bringen, unbeweglich zu machen,
+also „abzutöten“, und die so dargestellten Mittel zur Bekämpfung der
+beiden schlimmsten Landesplagen zu verwenden, der Hautkrankheiten und
+des Ungeziefers. In Persien z. B., dessen Provinzen und Nachbarländer
+reich an Quecksilber sind[6487], waren, wie die Art der Erwähnung
+in der ersten persischen Pharmakologie des ~Abu Mansur~ (um 975)
+zeigt[6488], Quecksilbersalben zur Bekämpfung von Ekzemen und
+Parasiten, namentlich Läusen, jedenfalls schon seit Jahrhunderten
+wohlbekannt, und dem arabischen Schriftsteller ~Ibn Qutaïba~ (834-898)
+ist daher die Vertreibung der Läuse durch Quecksilbersalbe schon etwas
+ganz Geläufiges[6489]. ~Alrazi~ (10. Jahrhundert) erzählt[6490], daß
+er einem Affen Quecksilber eingegeben und es als solches unschädlich
+befunden habe, außer beim Eingießen in die Ohren; dagegen seien
+„getötetes“ Quecksilber (extinctum = ausgelöschtes), oder gar
+„sublimiertes“ (Sublimat), desgleichen auch Zinnober, furchtbare
+Gifte, die sich aber eben deshalb in Form von Salben vortrefflich zur
+Vernichtung der Läuse und zur Heilung gewisser Hautkrankheiten eignen.
+~Avicenna~ (~Ibn Sina~; 11. Jahrhundert) sagt im „Canon der Medicin“,
+Quecksilber in Substanz, natürliches wie aus Zinnober dargestelltes,
+-- die sich, entgegen der Ansicht des ~Galenos~, als identisch
+erweisen, und mit Schwefel behandelt Zinnober zurückergeben, -- sei bei
+einmaliger Anwendung nur gefährlich, wenn man es ins Ohr eingieße, bei
+andauerndem Gebrauche aber giftig, und führe entsetzliche Folgezustände
+herbei, ganz besonders in Form seines Dampfes; getötet (extinctum),
+sublimiert, oder in Zinnober verwandelt, sei es dagegen innerlich unter
+allen Umständen ein schreckliches Gift, solle aber auch äußerlich
+nur mit großer Vorsicht gehandhabt werden, so ausgezeichnet es sich
+auch bei der Heilung von Hautkrankheiten (scabies), Skrofeln, Wunden,
+Fisteln, Geschwüren und Krebs, sowie bei der Vernichtung von Läusen und
+anderem Ungeziefer bewähre[6491]. In gleicher Weise wie ~Alrazi~ und
+~Avicenna~, und ohne wesentlich Neues hinzuzufügen, äußern sich auch
+alle späteren arabischen Ärzte, z. B. der sog. jüngere ~Serapion~ (~Ibn
+Sarafiun~)[6492].
+
+Über die Quecksilber-Teiche, die die arabischen Herrscher des 9. und
+10. Jahrhunderts zur Verzierung ihrer Schloßgärten in Cordova, Kairo
+und Bagdad anlegen ließen, ist schon weiter oben berichtet worden.
+Ein Stoff, der in so großen Mengen zur Verfügung stand, mußte auch
+im übrigen allgemein bekannt sein, und dies bestätigen u. a. die
+Erwähnungen in der schönen Litteratur. Bei dem Dichter ~Mutanabbi~
+(915-965) heißt es[6493]:
+
+ „Unsere Augen rollen wir voll Angst und Verwirrung;
+ So wie das Quecksilber rollt, rollt Lid auf dem Lid“;
+
+bei ~Unsuri dem Perser~ (gest. 1038)[6494]:
+
+ „Sein Schwert, geschwungen gen den Feind,
+ Quecksilber Dir im Feuer scheint“;
+
+bei ~Thaʿalibi~ (961-1038)[6495]:
+
+ „Es glänzt der Stern des Jupiter
+ Quecksilber, dem Bewegten, gleich“;
+
+bei ~Omar Alkhajjam~ (um 1100)[6496]:
+
+ „Füllt mir den Becher! Mein Herz steht in Flammen!
+ Wie Quecksilber nur hält das Leben zusammen!“,
+
+und ein Unbekannter, der die silberglänzenden Tropfen des Morgentaues
+als Quecksilber vom Himmel herabfallen läßt[6497], preist die Gnade des
+Khalifen mit den Worten:
+
+ „Er träufelt vom Gewölb des Regenbogens
+ Quecksilber auf die Erde, die durchnäßte“[6498].
+
+Die Erzählungen „1001 Nacht“ gedenken des Quecksilbers als eines
+Heilmittels, nennen einen eiligen Hin- und Herläufer ~Ali Zaibak~ =
+Ali den quecksilbernen, und sprechen von Zinnober als einer kostbaren
+Farbe der Bilder- und Schriftenmaler[6499]. Vielfach beschäftigten
+sich, wie ebenfalls schon erwähnt, die arabischen Physiker und Chemiker
+mit dem Quecksilber: ~Albiruni~ (gest. 1048) und ~Alkhazini~, der
+Verfasser der „Wage der Weisheit“ (1121), bestimmten das spezifische
+Gewicht dieses „schwersten aller Körper“ zu 13,557 bis 13,560, welche
+Werte genauer sind als die ~Galileis~ (13,357 und 13,760)[6500];
+einen hohlen Wagebalken, gefüllt mit etwas Quecksilber, das bei
+unauffälligem Neigen auf die Seite der Last hinüberfloß, benützten
+nach ~Aldschaubari~ (gegen 1220) die Betrüger beim Verkaufe von
+Edelsteinen und Gewürzen[6501]; Gold den feingepochten Gesteinen
+mittels Quecksilbers zu entziehen verstanden im 12. Jahrhundert nach
+~Alidrisi~ bereits einige einheimische Völkerschaften des westlichen
+Afrikas und nördlichen Abessyniens[6502], die dies jedenfalls von den
+Arabern erlernt hatten, usf. Das meiste Quecksilber scheinen diese aus
+den bei dem heutigen Almadén liegenden Gruben empfangen zu haben[6503],
+und noch im Zeitalter der Kreuzzüge war Quecksilber ein wichtiger
+Gegenstand der Ausfuhr, den die Schiffe aus den spanischen Häfen nach
+Sizilien, Ägypten und dem Orient beförderten[6504].
+
+In +China+ kannte man, wie schon in einem früheren Abschnitt erörtert,
+seit altersher sowohl Quecksilber wie Zinnober; letzterer, dessen Farbe
+die kaiserliche und daher auch die des kaiserlichen Siegels war, blieb
+dauernd sehr kostbar und nicht selten dem Silber gleichwertig[6505];
+in den Gartenanlagen um die Kaisergräber wurden Hügel aus Zinnober
+aufgeschüttet, zwischen denen sich Teiche, Bäche, Flüsse, ja Meere aus
+Quecksilber befunden haben sollen, für deren stete Bewegung eigene
+Antriebs-Vorrichtungen sorgten[6506]. Zur Zeit ~Marco Polos~ war das
+Quecksilber in China besteuert[6507], vielleicht als Luxusgegenstand.
+
+Näheres über die Kenntnis von Quecksilber und Zinnober in +Indien+ ist
+ebenfalls bereits weiter oben beigebracht worden; die Einverleibung
+beider Substanzen in den allgemein üblichen Arzneischatz erfolgte
+daselbst, auch nach ~Tschirch~, erst unter dem Einflusse arabischer
+Vermittlung[6508].
+
+Ausschlaggebend war diese auch für das +mittelalterliche Europa+.
+Nach ~Vitalis de Furno~[6509] (1247-1327) hätte zuerst der in Salerno
+tätige ~Constantinus Africanus~ (gest. 1087)[6510] nach orientalischem
+Beispiele das Töten des Quecksilbers mittels Asche, Öl, Butter, Fett
+oder Speichel gelehrt, sowie die Vernichtung der Läuse durch derlei
+Quecksilbersalben oder auch, soweit Kleider in Betracht kamen, durch
+Quecksilber-Dämpfe; von ihm übernahm dann die „Schule von Salerno“
+diese Kunstgriffe, die u. a. als bereits wohlbewährte ~Matthaeus
+Platearius~ im „Circa instans“ darlegt, dem um 1150 verfaßten
+Hauptwerke der Salernitaner[6511], durch die sie seither allgemeine und
+weitgehende Verbreitung fanden. Eine solche wurde in gleicher Weise,
+und vielleicht von mehr als einer Seite aus, auch dem Gebrauche der
+Quecksilbersalben gegen Hautkrankheiten zuteil, so daß sich im 13.
+Jahrhundert Quecksilber-Schmierkuren schon verschiedentlich und als
+etwas sichtlich nicht mehr ganz Neues beschrieben finden, so z. B. in
+der 1266 abgeschlossenen berühmten „Cyrurgia“ von ~Borgognoni~ Vater
+und Sohn[6512]; auf Einzelheiten aus der Frühzeit derartiger, rein
+medizinischer Anwendungen kann jedoch an dieser Stelle ebensowenig
+eingegangen werden wie auf Schilderungen der späteren Neuerungen des
+~Paracelsus~, durch dessen bahnbrechende Tätigkeit auch das Quecksilber
+nebst seinen Verbindungen, wie überhaupt die metallischen Heilmittel,
+zu völlig ungeahnter Bedeutung gelangten.
+
+Darauf, daß die spätgriechische, von den Arabern aufgenommene und
+erweiterte Theorie vom Schwefel und Quecksilber als Grundbestandteilen
+der Metalle in der gesamten europäischen Wissenschaft zur unbedingten
+und widerspruchslosen Herrschaft gelangte, ist bereits weiter oben
+hingewiesen worden; daß man sie auf die Autorität des ~Aristoteles~ und
+~Platon~ zurückführen zu können glaubte[6513], gereichte ihr zur ganz
+besonderen Stütze, und da einige schüchterne Zweifel, die sich zur Zeit
+der Renaissance zu erheben begannen, gegen den überragenden Einfluß der
+paracelsischen Lehren nicht aufzukommen vermochten, behielt sie bis
+tief in das 17. Jahrhundert hinein die Oberhand und wurde selbst durch
+so bestimmte Widerlegungen wie die seitens ~Aldrovandis~[6514] oder
+~Boyles~[6515] keineswegs endgültig abgetan. Unentwegt fest hielten an
+ihr allezeit die eigentlichen Alchemisten; nicht anders als ein halbes
+Jahrtausend vorher versuchten sie auch noch gegen 1800 Quecksilber und
+Schwefel im Ei zu Gold auszubrüten[6516], und zwar unter Mitwirkung des
+Geistes ~Azoth~, dessen Namen ~Paracelsus~ aus dem arabischen Worte für
+Quecksilber „Azoch“ bildete, dem nämlichen, von dem sich der spanische
+Ausdruck „azogue“ für dieses Metall herschreibt[6517].
+
+Welche zähe Lebenskraft auch dem Glauben an die mystischen Beziehungen
+des Quecksilbers innewohnte, zeigt die Bemerkung eines sonst in vieler
+Hinsicht so vorgeschrittenen Geistes wie ~Comenius~, der in seiner
+„Physicae Synopsis“ von 1625 über die angebliche Verwandlung von
+Eisenschlacke in Quecksilber bei zweijährigem Liegen berichtet, und sie
+durch Hinzuströmen des „Weltgeistes“ erklärt[6518], des ~Hermes~ oder
+~Mercurius~ der Alten.
+
+Die Annahme, daß es, wie ~Plinius~ behauptet, zwei verschiedene
+Quecksilber gebe, natürliches und künstliches, wiederholen
+gänzlich kritiklos noch die Gelehrten des 16. Jahrhunderts, z. B.
+~Brasavola~[6519]; auch dieser Irrtum wurde, gleich unzähligen
+ähnlichen, niemals geradezu als solcher einbekannt, sondern starb
+langsam aus, wozu im vorliegenden Falle die allmählich zunehmende
+bessere Bekanntschaft mit dem Quecksilber beitrug, gefördert
+hauptsächlich durch seine Anwendung bei der Gewinnung der Edelmetalle.
+Diese erfolgte jedoch nicht erst in der neuen Welt, wie häufig
+behauptet wird, sondern war bereits der alten geläufig, u. a. auch
+bei der Aufarbeitung des goldführenden Rheinsandes im Elsaß, wo sie
+sich z. B. 1582 als etwas in Straßburg schon längst Bekanntes erwähnt
+findet[6520].
+
+
+11. Eisen.
+
+Wie bereits weiter oben bemerkt wurde, können weder die Ansichten
+betreffs einer ursprünglichen Kupfer- und Bronzezeit[6521] noch die
+Vermutungen hinsichtlich eines überlegenen Alters des Eisens[6522]
+irgendwelchen Anspruch auf ausschließliche Wahrheit und Allgültigkeit
+erheben; ebensowenig läßt sich ein bestimmtes Land als erster
+Ausgangspunkt, oder ein bestimmtes Volk als erster Erfinder der
+Eisen-Gewinnung bezeichnen, -- auch völlig abgesehen von der neuen
+Welt, in deren Kulturstaaten, Mexiko und Peru, zur Zeit der Entdeckung
+zwar ganz vorwiegend Kupfer in Gebrauch stand, Eisen aber keineswegs
+mehr durchaus unbekannt war[6523]. Es ist vielmehr sicher, daß die
+Darstellung des Eisens in selbständiger Weise zu sehr verschiedenen
+Zeiten entdeckt wurde und auch an sehr verschiedenen Punkten, an
+solchen nämlich, die passende und leicht reduzierbare Erze besaßen;
+zu ihnen sind mit größerer oder geringerer Wahrscheinlichkeit u. a.
+zu zählen: China, Indien, Persien, Armenien, die kaukasischen und
+die Pontus-Länder[6524], Phönizien, Palästina, Cypern[6525], die
+Gebiete der Jakuten, der Tungusen[6526], das zentrale, nordwestliche
+und südliche Afrika, Finnland[6527], Illyrien, Keltiberien usf. Zwar
+trifft es zu, daß das +Meteoreisen+ bei vielen Völkern frühzeitig
+bekannt war, seiner „himmlischen“ Herkunft wegen in großer Verehrung
+stand und zuweilen auch, angesichts seiner hohen Reinheit, ohne
+weiteres zu Bedarfszwecken benützt und verarbeitet wurde, wie das z. B.
+nach dem Nordpolfahrer Ross noch 1818 bei den Eskimos durch „kaltes
+Hämmern“ geschah[6528]; die immer noch verbreitete Ansicht aber, die
+Entwicklung einer Eisenzeit habe von +ihm+ aus ihren Ursprung genommen,
+ist völlig unhaltbar, und keine einzige geschichtliche oder technische
+Überlieferung gereicht ihr zur Stütze. In dieser Hinsicht genügt es,
+daran zu erinnern, daß das Erhitzen und Schmelzen festen gediegenen
++Eisens+ bei 1500-1600° oder darüber +sehr+ erhebliche Anforderungen
+an den Kunstfertigen und an seine Werkvorrichtungen stellt, daß sich
+hingegen aus vielen +Erzen+ das Eisen mittels Kohle ohne besondere
+Schwierigkeit bei verhältnismäßig niedriger Temperatur (etwa 700°) in
+erweichtem (+nicht+ in geschmolzenem) Zustande gewinnen und sodann mehr
+oder minder schlackenfrei ausschmieden läßt[6529]; beide Vorgänge sind
+freilich in ihrem Gelingen von vielerlei Umständen und Wechselfällen in
+so weitgehender Weise abhängig, daß es nicht wundernehmen darf, wenn
+die Untersuchung alter Fundstücke nach den modernen metallographischen
+Verfahren zur Erkenntnis führt, es könne bei ihnen von irgend
+regelmäßiger Zusammensetzung und von scharfen Grenzen zwischen Eisen
+und Stahl nicht im entferntesten die Rede sein.
+
+Die besondere Natur des Eisens und die durch sie bedingte Eigenart
+seiner Behandlung brachte es mit sich, daß erst mit dem Anfange
+der Eisenzeit jene eigentliche Entwicklung der Schmiedekunst
+einsetzte[6530], die in erster Linie den +Eisen+schmied zum „Schmiede“
+machte und seine Bedeutung und Stellung in bemerkenswerter Weise
+beeinflußte. Der Schmied ist in seiner Tätigkeit an das Vorhandensein
+bestimmter Rohstoffe gebunden, er haust im Waldgebirge, wo ihm das
+Nötige an Erz, Holz oder Holzkohle zur Verfügung steht, er kann den
+Ort, den andere noch mit nomadischer Unbeständigkeit wechseln, nicht
+ohne weiteres verlassen, wird dadurch frühzeitig seßhaft, hierdurch
+aber wieder für die Nachrückenden ein Fremdling, dessen Kunst überdies
+einen unheimlichen, ja zauberischen Charakter trägt. Aus diesen
+Umständen erklärt es sich, daß zahlreiche Völker der verschiedensten
+Herkunft den Schmied als außerhalb des Stammes und der Gemeinschaft
+stehend betrachten, auch ihm und den Seinigen die Einheirat versagen;
+während sie ihn als unentbehrlich, sein Erzeugnis als wichtiges
+Bedarfs- und Tauschmittel, sein Haus daher als öffentlichen und
+neutralen Platz anerkennen[6531], begegnen sie zugleich seiner Person
+mit Scheu und Mißtrauen, wenn nicht mit Abneigung und Haß, da sie
+ihn einerseits verachten, andererseits fürchten, auf alle Fälle aber
+gebrauchen[6532]. Nach einer von ~Lenormant~ eifrig verfochtenen
+Behauptung ~d’Ecksteins~ (1854) wären turanische und finnische Völker,
+die ihre ursprünglichen Sitze im Gebiete des Altai, des Paropamisos
+und des Kaukasus hatten, die den Glanz der Metalle verehrten und
+ihn mit ihren Mythen und Lehren von den „Göttern der Tiefe“ in
+Zusammenhang brachten, auch die ersten eigentlichen Bergleute,
+Metallarbeiter und Schmiede gewesen[6533]. Spätere Eroberer rotteten
+sie aus, oder verdrängten sie in ferne Gegenden, und die Mitglieder
+der restlichen, weithin zersprengten Stämme oder Familien, die letzten
+Träger der alten, sorgfältig geheimgehaltenen Künste[6534], galten
+nun als mächtige und gefährliche Zauberer, zugleich aber als häßliche
+und mißgestaltete Stammfremde; so wurden sie allmählich zu jenen
+„Karrikaturen der Stämme, die zuerst Metalle verarbeiteten“, denen
+man bei allen möglichen Völkern unter den Namen von Gnomen, Zwergen,
+Kobolden, Pygmäen, Daktylen, Kabiren, Kureten, Telchinen, Korybanten,
+und unter den Gestalten des ~Ptah~, ~Hephaistos~, ~Vulcan~, ~Mimir~
+usf. begegnet[6535]. Läßt sich nun auch diese Hypothese weder in ihrer
+Gesamtheit, noch allen Einzelheiten nach aufrecht erhalten, so muß man
+doch zugeben, daß ihr ein gewisser berechtigter Kern innewohnt und daß
+sie insoferne die Erscheinung, zu deren Deutung sie aufgestellt wurde,
+in manchen Fällen wirklich zureichend erklären mag, während in anderen
+zu bedenken bleibt, daß viele Völker Verkrüppelte oder Lahme, die aber
+sonst genügende Kräfte besitzen, zur Ausübung von Handwerksarbeiten,
+und so u. a. auch von Schmiedekünsten, anzuhalten pflegen[6536].
+
+Sehr beachtenswert ist in den berührten Beziehungen das Verhalten
+der afrikanischen Stämme, bei denen, wie bereits erwähnt, eine der
+Eisenzeit vorausgehende Kupfer- und Bronzeperiode nicht nachzuweisen
+ist[6537]. Sowohl zahlreiche Negervölker, als auch die Hottentotten,
+stellen Eisen teils in primitivster Weise durch Erhitzen von Erzen
+mit Holzkohle in Erdgruben dar, teils nach bereits verbesserter durch
+Schmelzen in (freilich immer noch sehr unvollkommenen) Öfen mit oder
+ohne Tonmantel, sowie in tönernen Tiegeln; nach ersterer lassen sich
+durch sog. „Rennarbeit“[6538] viele Rasen- und Brauneisensteine, nach
+letzterer aber auch Hämatit und Magnetit schon von 700° an mehr oder
+weniger vollständig reduzieren, und zwar zu schwammartigen, fest
+zusammenhängenden Massen, deren Klumpen mittels Steinen zu einer Art
+Stabeisen ausgeschmiedet werden. Unentbehrlich ist hierbei in den
+weitaus meisten Fällen die Anwendung eines (gewöhnlich aus Tierfellen
+angefertigten) Gebläses, mittels dessen, je nach Erfordernis, 3 bis
+6, aber auch bis 40 Stunden lang Luft eingeblasen werden kann[6539];
+das Ergebnis der Schmelzarbeit ist also eine halbfeste Eisenmasse,
+nicht etwa flüssiges Gußeisen, und jenes der Schmiedearbeit im
+wesentlichen weiches Eisen (Schmiedeeisen)[6540], wenngleich es an
+Übergängen zu härteren Sorten und auch zu Stahl mancherorts nicht
+fehlt[6541]. Auf diese Weise werden, oft äußerst geschickt, allerlei
+Gegenstände und Waffen angefertigt, aber auch zum Schmuck dienende
+Perlen[6542], Spiralen und Spangen[6543], schwere Halsringe[6544],
+dicke und dünne Drähte[6545] u. dgl. m. Die in derlei Arbeiten geübten
+Bewohner eisenreicher Gegenden durchstreifen nicht selten, bloß
+mit den notwendigsten Geräten versehen, als „Wanderschmiede“ die
+Nachbarstaaten; ihre Künste sind dort gesucht und finden reichliche
+Entlohnung, sie selbst gelten aber für gefährliche Zauberer, für
+Angehörige einer verachteten und verfemten Kaste, für ehrlose und
+unreine Stammfremde, deren Erzeugnisse daher ebenfalls unrein sind und
+erst nach ritueller Reinigung in Gebrauch genommen werden dürfen[6546].
+Den Nomadisierenden ereilt also hier, inmitten bereits dauernd
+Ansässiger, das nämliche Schicksal, wie in anderem Falle den schon an
+festem Wohnsitze Haftenden seitens wandernder oder bis vor kurzem auf
+Wanderung begriffener Völkerschaften.
+
+ ——————————
+
++Ägypten+ besaß, wie schon weiter oben erwähnt, in den bereits um
+4000 bearbeiteten Minen des Sinai-Gebietes treffliche, mangan- und
+titanhaltige Eisenerze, die aber völlig unbenützt blieben[6547]; auch
+das Niltal selbst, die östliche Wüste längs des Roten Meeres, sowie
+Nubien, Äthiopien und der Sudan sind reich teils an gering-, teils an
+hochwertigen Erzen (darunter Rot- und Magnet-Eisenstein); es ist daher
+beachtenswert, daß im eigentlichen Ägypten bisher nur eine einzige,
+nächst der Südgrenze gelegene Grube ziemlich leicht reduzierbaren
+Roteisensteins und Eisenglanzes entdeckt ist, die schon in sehr ferner
+Periode gründlich abgebaut worden zu sein scheint[6548]. Zur Zeit der
+Thiniten (um 3000) fehlt Eisen noch[6549], zu jener des alten Reiches
+(2896-2540) ist aber schon von Eisen „des Südens und des Nordens“ die
+Rede[6550], auch entstammt ihm weiches Eisen in Gestalt verschiedener
+Stücke, aber noch kein eisernes Werkzeug[6551]. Als älteste Spur
+eines solchen gilt das 1837 von ~Hill~ aus dem Mauerwerk der um 2500
+errichteten großen Pyramide des ~Cheops~ bei Gizeh hervorgezogene
+Bruchstück, das aus weichem Eisen besteht und neben gebundenem
+Kohlenstoff eine Spur Nickel enthält, die aber keineswegs rechtfertigt,
+es mit ~Feight~ für gekohltes Meteoreisen zu erklären[6552]; überdies
+liegen ähnliche Funde jetzt auch aus anderen, nur wenig jüngeren
+Pyramiden vor, z. B. aus der des Königs ~Unas~[6553], während aus
+der gegen 2000 vollendeten von Dahschur sogar ein ganzer Haufen
+zerbrochener Werkzeuge an das Tageslicht gelangte[6554], das um
+1800 erbaute Grabmal eines Unbekannten aber auch bereits eine
+eiserne Lanzenspitze lieferte, die älteste bisher bekannt gewordene
+Eisenwaffe[6555]. Da auf den frühesten ägyptischen Abbildungen
+häufig Tribute von Eisen-Erzen (?) und -Waffen zu sehen sind, die
+seitens nubischer, äthiopischer oder sudanesischer Neger dargebracht
+werden[6556], so vermuten einige Forscher in diesen die Lehrmeister,
+durch die sich die Ägypter in die Kunst der Eisen-Darstellung hätten
+einweihen lassen; andere sind indessen der umgekehrten Meinung und
+glauben, daß die Negervölker ihre primitive Technik den Ägyptern
+verdanken[6557], wofür besonders die Benützung des Blasebalges
+spreche, den die Ägypter selbst wieder, und zwar vermutlich samt der
+Eisen-Darstellung, gewissen orientalischen Völkerschaften entlehnt
+haben sollen[6558]. Diese Hypothesen beruhen indessen sämtlich auf
+sehr unzureichenden Grundlagen. Tatsache ist, daß schon das alte Reich
+das Eisen mit dem Worte „men“ schreibt, durch Zusatz des (schon vorher
+üblichen) Zeichens für Kupfer determiniert[6559] und dieses gewöhnliche
+(Schmiede-)Eisen bräunlich oder schwärzlich malt[6560]; nach ~Lepsius~
+kommt men nur in den frühesten Inschriften vor[6561], während in
+späterer, jedoch nicht genau angebbarer Zeit ein anderes Wort „tehset“
+oder „techset“ auftaucht, das nach ihm nicht Bronze bedeutet[6562],
+sondern das „echte Eisen“, das „reine Eisen“[6563], d. i. den Stahl,
+der blau gemalt wird, jedenfalls wegen der bekannten Anlauffarben,
+die er bei etwa 300° zu zeigen beginnt[6564]. ~Gsell~ glaubt, daß
+seine Darstellung durch Kohlung von Schmiedeeisen mit Tierdung
+geschah[6565] und schon im alten Reiche bekannt gewesen sein müsse,
+weil die nachweislich schon damals ausgeübte Bearbeitung von Granit und
+anderen Hartgesteinen +allein+ mittels stählerner Werkzeuge möglich
+sei[6566]. Diese Ansicht, die auch schon ~Lepsius~ erwog[6567], läßt
+aber nach anderen Gelehrten noch Zweifeln Raum: zunächst ist, wie schon
+oben erwähnt, die Benützung einer Hartbronze nicht ausgeschlossen,
+die von Obsidian und Schmirgel[6568] aber in technischer Hinsicht
+nicht genügend erforscht; sodann kommen auf den Abbildungen aus dem
+alten Reiche blau gemalte, also stählerne Gegenstände nicht vor,
+vielmehr sind Waffen und Arbeitsgeräte aller Art, auch Sägen, Meißel,
+Rasiermesser usf. nur hellbraun oder rot wiedergegeben[6569]; endlich
+sind auch keinerlei stählerne Fundstücke bekannt, und die Annahme,
+diese seien durchgehends verrostet[6570], steht im Widerspruche mit
+der Erfahrung, daß uralte stählerne und eiserne Überreste, wenn auch
+in beschädigtem Zustande, im Boden sehr vieler anderer Länder bewahrt
+blieben, deren wechselndes und feuchtes Klima einer dauernden Erhaltung
+sehr viel ungünstiger ist, als das im ganzen so beständige und trockene
+der meisten Gegenden Ägyptens. Aus allen diesen Ursachen ist es
+unwahrscheinlich, daß schon das alte Reich mit dem Stahle vertraut
+gewesen sei; auf Gemälden aus jüngerer, aber nicht genau datierbarer
+Zeit wird er, blau gemalt, von semitischen Völkern als Tribut
+dargebracht[6571], was auf eine Einfuhr aus Vorderasien schließen ließe
+(s. unten).
+
+In gewissen Pyramiden-Inschriften und Papyrus-Urkunden wird das Eisen
+in Beziehung zu dem bösen Gotte ~Seth~ (~Typhon~) gebracht, z. B. wenn
+es heißt: „Ein Haken aus Eisen, aus dem Eisen (bj’), das aus dem ~Seth~
+gekommen ist“[6572]; da der rote Eisenrost auch den Decknamen „Blut
+des ~Osiris~“ führt[6573], so erklärt sich vermutlich hieraus die von
+~Plutarch~ auf die Autorität ~Manethons~ hin überlieferte Bezeichnung
+des Eisens als „Knochen des ~Seth~“ und des Magneteisensteins als
+„Knochen des ~Horus~“[6574], sowie die alte Vorstellung, daß das Eisen
+unrein sei und deshalb bei religiösen Zeremonien, als Grabbeigabe
+usf., nicht verwendet werden dürfe[6575]. Erst etwa im Verlaufe der
+Hyksos-Zeit (1785-1580) soll die Anschauung durchdringen, daß das
+Meteoreisen, „bj’-ni-pet“ (benipet, benipe; koptisch benîpe), als
+„Eisen des Himmels“ aus dem eisern gedachten Himmel herabfalle[6576],
+und soferne diese Etymologie richtig ist, -- was nach ~Lepsius~[6577]
+und ~Schrader~[6578] ungewiß bleibt --, erschiene es begreiflich, daß
+seither das Eisen überhaupt allmählich höher geachtet und schließlich
+auch als für kultische Zwecke zulässig befunden wurde[6579]. Der
+auf Grund von Vorlagen aus dieser und noch älterer Zeit um 1500
+niedergeschriebene medizinische „Papyrus ~Ebers~“ erwähnt Eisen nur
+zweimal, als „Eisen aus der Stadt Qesi“ (in Oberägypten), und als
+„art-pet“ = himmelsgemachtes Eisen, d. i. wohl Meteoreisen, dem viele
+Völker seit jeher seines Ursprunges halber besondere Kräfte und
+namentlich auch Heilwirkungen zuschrieben[6580].
+
+Zu Anfang des 15. Jahrhunderts eroberte ~Thutmosis~ III. (1501-1447)
+das eisenreiche Palästina und Syrien; eiserne Waffen und Geräte
+erscheinen auf seinen Siegesberichten als Tribute der den Libanon
+bewohnenden Retenu, sowie als Beutestücke (neben Gold, Silber,
+Chesbet, Mafek, ...), und das Eisen wird seit dieser Zeit in
+Ägypten häufiger[6581], ohne aber die Bronze schon weitgehend zu
+verdrängen[6582]. ~Ramses~ II. (1348-1281) verlangt noch 1290 „reines
+Eisen“ (= Stahl) vom Chetiterkönig ~Chattusil~, der ihm erwidert,
+er habe augenblicklich keines vorrätig, werde es aber anfertigen
+lassen, und übersende ihm einstweilen eine eiserne (stählerne)
+Schwertklinge[6583]. Chetiter, die mit eisernen Waffen abgebildet
+werden, lieferten Eisen und Stahl auch noch unter der Regierung
+~Ramses~ III., um 1200, und erst seither kann man in Ägypten von
+einer eigentlichen Eisenzeit sprechen[6584], in der angeblich auch
+schon Gußeisen bekannt war, jedoch nicht oder kaum in Verwendung
+stand[6585]. Sehr allmählich entwickelte sich dann eine eigentliche
+Eisenindustrie, die aber ihren technischen Höhepunkt, unter
+weitgehender Spezialisierung, erst in der ptolemäischen und römischen
+Ära erreichte[6586]; sie verfiel während der späteren Kaiserzeit und
+der byzantinischen Herrschaft, so daß seit dem frühen Mittelalter
+Ägypten wieder fortdauernder Einfuhr bedurfte, die noch im Zeitalter
+der Kreuzzüge, trotz der päpstlichen und venetianischen Verbote
+jeglicher Waffenlieferung an Ungläubige, in fast unverminderter Weise
+fortdauerte[6587].
+
+Die +Sumerer+ sollen nach ~Schrader~[6588] das Eisen schon +vor+ der
+Einwanderung der Semiten, also um 3000 oder noch früher, gekannt und
+barza benannt haben[6589]; dies erscheint insoferne auffallend, als
+barzillu (barzel, barza) gerade das ur- und gemeinsemitische Wort
+für Eisen ist[6590], das als barzil auch in den biblischen Schriften
+vorkommt und noch den Namen des ~Berzelaios~ beim Historiker ~Flavius
+Josephus~ (1. Jahrh.) sowie der äthiopischen Heiligen ~Berzelia~
+zugrunde liegt, die also nichts anderes bedeuten als der oder die
+Eiserne[6591]. Im babylonischen Gilgamesch-Epos, und zwar in einer
+etwa aus dem Jahre 2000 herstammenden Fassung, findet sich bereits
+der „Tod durch das Eisen“ erwähnt[6592], -- falls keine spätere
+Einschiebung vorliegt; an eine solche zu glauben liegt aber insofern
+nahe, als unter ~Hammurabi~, also so ziemlich im nämlichen Zeitalter,
+Eisen noch für kaum bekannt gilt und nur 8mal niedriger als Silber,
+oder 24 mal niedriger als Gold im Preise stand[6593]. Während der
+Regierung der späteren und spätesten babylonischen und assyrischen
+Könige ist Eisen noch fortdauernd kostspielig und begehrt, so z. B.
+mußte der Philisterkönig ~Mari~ im Jahre 800 an ~Hadadmirari~ IV.
+neben 20 Talenten Gold, 2300 Talenten Silber und 3000 Talenten Kupfer
+auch 5000 Talente Eisen abliefern[6594], ebenso der König ~Hiskia~ im
+Jahre 701 an ~Senacherib~ (~Sanherib~) neben 20 Talenten Gold und 800
+Talenten Silber auch Geräte aus Kupfer, Bronze, Zinn und Eisen[6595];
+es kann daher nicht überraschen, daß z. B. bei den Ausgrabungen im
+Palaste zu Khorsabad, den ~Sargon~ II. 705 errichtete, ein Schatz
+von nicht weniger als 1600 dz Eisen (meist in Gestalt roher Luppen)
+zutage kam, der dort als Vorrat aufgehäuft und bei späterer Gelegenheit
+gänzlich verschüttet worden war[6596]. Sowohl nach diesen, wie nach
+den vorerwähnten ägyptischen Berichten zeichneten sich Palästina und
+Syrien durch großen Reichtum an Eisen aus. Die Angaben der biblischen
+Schriften lauten hierüber nicht übereinstimmend, was sich jedoch aus
+der Verschiedenheit ihrer Quellen und aus den oft weit auseinander
+liegenden Zeiten der Abfassung und Redaktion genügend erklärt. Wie
+~Lepsius~ erinnert[6597], gehörten unter ~Josua~ eiserne Geräte noch
+zum Schatze des Heiligtums, die Lanzenspitze des in Erz gerüsteten
+~Goliath~ bestand aus Eisen, und zum Baue des Tempels ~Salomonis~ (um
+1000) wurden nicht weniger als 100000 Talente Eisen aufgewandt; unter
+der Regierung ~Samuels~ war dagegen kein Schmied im Lande vorhanden und
+man ließ die Geräte bei den Philistern schärfen[6598]. Ferner finden
+sich im alten Testamente eiserne Waffen und Geräte zwar öfters erwähnt,
+aber den erzenen gegenüber doch nur im Verhältnisse 4 : 83[6599], und
+bei Kulthandlungen darf von Eisen in der Regel kein Gebrauch gemacht
+werden[6600]. Aus späterer Zeit sei nur der Nachricht gedacht, daß
+~Nebukadnezar~ II. im Jahre 604 aus Damaskus an tausend Schmiede und
+Zimmerleute ins Exil wegführte[6601].
+
+Die +Perser+ verlegen die Erfindung des Eisens und Stahles in die
+fernste Urzeit und schreiben sie schon dem völlig mythischen König
+~Dschemschid~ zu. ~Firdusis~ „Königsbuch“ berichtet von ihm:
+
+ „In Fürstenglanz er Eisen schmolz;
+ So Helm wie Panzer und Harnisch stolz,
+ So Waffenrock wie Roßgeschirr
+ Schuf er, und ward im Werk nicht irr“[6602];
+
+des weiteren erzählt ~Firdusi~, daß gelegentlich der Einsetzung
+des gleichfalls mythischen Schahs ~Feridun~ das Schurzfell seines
+Parteigängers, des Schmiedes ~Kawe~, zum Reichspanier erhoben
+wurde[6603] und daß es damals bereits einen „Bazar der Schmiede“
+gegeben habe[6604]. Letzteres ist natürlich ein dem Dichter zu
+verzeihender Anachronismus, ebenso wie der (in die nämliche sagenhafte
+Periode verlegte) Gebrauch von Schwertern, Schilden, Speeren und
+Beilen aus indischem oder chinesischem Stahle[6605], von damascierten
+Klingen[6606] und von mittels Blut gehärteten [gekohlten = verstählten]
+Waffen[6607]. Es unterliegt aber keinem Zweifel, daß die Perser
+tatsächlich schon zu +sehr+ früher Zeit jene hohe Vollendung in der
+Darstellung und Verarbeitung von Eisen und Stahl erlangten, die ihnen
+seitens aller antiken und mittelalterlichen Schriftstellen einstimmig
+nachgerühmt wird[6608], wobei nur an die persischen Ringel- und
+Kettenpanzer, an die sog. Sichelwagen, sowie an die Panzer-Reiter
+und -Rosse erinnert sei. Hiernach ist die Erwähnung des Stahles im
+(nachexilischen) „Buche ~Daniel~“, das starke iranische Einflüsse
+verrät, sowie im „Avesta“ leicht erklärlich[6609]; in diesem nimmt das
+Wort ayah, ursprünglich = Kupfer oder Bronze, allmählich die Bedeutung
+des Eisens an, das im „tannur“ (= Ofen) zurechtgeschmolzen wird[6610].
+Stahl heißt im Pehlevi pulafat, im Neupersischen pulad, woher auch das
+russische bulatu rührt[6611]. Ein anderes, später weitverbreitetes Wort
+ist „andun“, das nach ~Schrader~ dem Ossetischen entstammen soll[6612],
+während es ~Yule~ vom persischen Hindwaniy und Hundwan = Indischer
+[Stahl] ableitet; dieses findet sich als Hindiah auch bei ~Avicenna~
+und ~Alidrisi~ (im 11. und 12. Jahrhundert), sowie als Andaine,
+Andoine, Ondanique usf. auch bei frühmittelalterlichen europäischen
+Schriftstellern, z. B. bei ~Marco Polo~, der über die persischen
+Stahlwaren, u. a. die herrlichen großen Stahlspiegel, sowie über die
+Eisengewinnung in Kerman und Cobinam eingehend berichtet[6613].
+
+Andun ist eine auch sonst in vielen kaukasischen Sprachen gebräuchliche
+Bezeichnung[6614], und es steht außer Frage, daß das Bergland des
++Kaukasus+ mit zu den Hauptausgangspunkten der Eisenerzeugung
+zählt[6615], wenn man es auch nicht zur „ersten“ Stätte der Erfindung
+stempeln kann, wie dieses ~Forrer~ mit dem Hinweise tut, daß Gräber
+aus dem 13. oder 11. Jahrhundert bei Koban (nächst Tiflis) eiserne
+Beigaben enthalten, und zwar noch sehr spärliche und rein ornamental
+ausgeführte[6616]. Auf dem Gebiete Vorderasiens und insbesondere
++Kleinasiens+ dürfte die Darstellung des Eisens mindestens bis 1500
+v. Chr. zurückreichen[6617], und die metallographischen Untersuchungen
+der ältesten Funde zeigen, daß gewisse Kenntnisse vom Härten und
+wohl auch Anlassen des Stahles ebenfalls als schon uralte anzusehen
+sind[6618]. Besondere Wichtigkeit erlangte die Eisengewinnung in den
+erz- und holzreichen kleinasiatischen Landschaften am südöstlichen
+Ufer des schwarzen Meeres, bei den Mossynöken und Tibarenern (den
+Moschern und Tubal des alten Testamentes)[6619], vor allem aber bei
+den +Chalybern+, einem versprengten Reste der noch bei ~Herodot~
+erwähnten Alarodier[6620]; sie können zwar nicht als eigentliche
+„Erfinder der Kunst des Ausschmelzens von Erzen im Feuer, sowie
+der Darstellung von Eisen und Stahl“ gelten, wohl aber als deren
+eifrige und außerordentlich alte Pfleger[6621], von deren Namen
+(Χάλυβες, Χαλύβοι) sich u. a. der griechische Name χάλυψ (Chályps)
+für Stahl ableitet, den erst späte Scholiasten mit ~Chalyps~, einem
+angeblichen Sohne des ~Ares~, in Verbindung bringen wollten[6622]. Als
+chalybisches Erzeugnis lernten jedenfalls die Griechen, vermutlich
+die kleinasiatischen, den Stahl zuerst kennen; das beim Propheten
+~Jeremias~ erwähnte „nordische Eisen“ scheint gleichfalls Stahl der
+Chalyber gewesen zu sein[6623]; endlich führte auch ein Trupp nach dem
+Städtchen Doliche im nördlichen Syrien einwandernder Chalyber dort die
+Verehrung des „~Baal von Doliche~, des Erfinders des Eisens“ ein[6624],
+die noch zur Kaiserzeit durch syrische Söldner, Händler und Sklaven,
+als die des „~Jupiter Dolichenus~“ weithin durch das römische Reich
+verbreitet wurde, so daß z. B. Weihinschriften bekannt sind, die den
+„Jupiter optimus maximus Dolichenus“ ausdrücklich „natus ubi ferrum
+nascitur“ benennen („geboren, wo das Eisen herstammt“)[6625]. Dieser
+Baal (= Gott) der Chalyber ist indes, wie ~Ed. Meyer~ erwies, kein
+anderer, als der Feuer- und Gewittergott ~Teschub~ der Chetiter[6626],
+und es erhebt sich hiernach die (derzeit nicht spruchreife) Frage, in
+welchem Verhältnisse die Chalyber zu den Chetitern standen, und ob sie
+vielleicht die Eisenerzeugung von ihnen entlehnten, oder umgekehrt? Daß
+sich die Chetiter bereits zur Zeit ~Ramses~ II. (um 1300) altbewährten
+Rufes in der Stahlerzeugung erfreuten und sich mit eisernen Waffen
+und Geräten abgebildet finden, ist schon weiter oben erwähnt worden;
+sie besaßen auch Sagen über ein den Daktylen (= Däumlingen) analoges,
+schmiedendes Volk der Zwerge, Diener der „großen Göttin“, deren Kult
+bereits im 2. Jahrtausend bei ihnen nachweisbar ist[6627].
+
+In der +Ägäis+ erscheint das Eisen während der zweiten Hälfte des 2.
+Jahrtausends, ist gegen 1100 schon recht verbreitet[6628] und in Cypern
+vielleicht auch in Gestalt von Gußeisen nicht ganz unbekannt[6629]. Zu
++Troja+ wurden aus Schichten mittlerer Tiefe eiserne Rasierklingen,
+sowie stählerne oder verstählte Dolche zutage gefördert[6630], und
+ähnliche Funde sind auch aus der phrygischen Landschaft bekannt[6631].
+Im +mykenischen+ Zeitalter fehlt anfänglich, z. B. in Mykene und
+Tiryns, Eisen noch ganz und tritt auch später nur in sehr spärlichen
+Mengen auf[6632], denn einzelne Exemplare von Waffen, die sorgfältig
+mit Streifen aus Gold, Kupfer oder Bronze eingelegt sind, sprechen
+noch für seine Seltenheit und Kostbarkeit[6633]; erst gegen Ende der
+Periode erfolgt hierin jener tiefgreifende Wandel, der das allgemeine
+Übergewicht des Eisens in den nachfolgenden Jahrhunderten anbahnt[6634].
+
+Zu den +Griechen+ verbreitete sich das Eisen seit etwa 1500 von
+Kleinasien, Syrien und Phönizien her, jedoch nur äußerst langsam[6635],
+so daß eine eigentliche Eisenzeit erst mit dem Erlöschen der
+mykenischen Kultur einsetzt und zu durchgreifender Bedeutung nicht vor
+1300, nach anderen Forschern sogar nicht vor 1000 gelangt[6636]. Die
+Erinnerung an eine Epoche, zu der es, wie ~Hesiod~ sagt, „noch kein
+dunkles Eisen gab“ (μέλας δ’ οὐκ ἔσκε σίδηρος)[6637], und man dieses
+Material noch nicht „zum Unheil der Menschheit entdeckt hatte“[6638],
+war im heroischen Zeitalter noch nicht erloschen; den homerischen
+Gesängen sind jedoch, namentlich in den Teilen mittleren und jüngeren
+Alters, Eisen und Stahl schon durchaus geläufig (wenngleich sie
+ihnen noch eine gewisse Seltenheit und Kostbarkeit zusprechen), und
+der χαλκεύς (Chalkeús), der ursprünglich nur Kupfer und Edelmetall
+bearbeitete, ist bereits zum Eisenschmiede geworden[6639]. Einen
+σόλον ἀυτοχόωνον, d. i. einen erweicht gewesenen Eisenklumpen,
+eine Rohluppe, setzt ~Achilleus~ als Kampfpreis aus[6640]; Eisen
+dient als Tauschmittel[6641], ~Mentes~ bringt Eisen nach Temese
+und holt dagegen dort Kupfer[6642]; der Schmied härtet φαρμάσσων
+(d. h. ein Phármakon, ein Kunstmittel, anwendend) das Beil in kaltem
+Wasser[6643]; Waffen und Werkzeuge bestehen aus Eisen, richtiger wohl
+aus Stahl, der als κύανος (Kýanos) = der Blaue, oder als ἰόεις = der
+Veilchenfarbige bezeichnet wird[6644]; das graue Eisen (πολιός) und
+der funkelnde Stahl (αἴθοψ) sind πολύκμητος = mühevoll zu gewinnen
+und zu bearbeiten[6645]; endlich ist auch oft schon in übertragenem
+Sinne von einem eisernen Herzen, Gemüte, Kampfe usf. die Rede. Einen
+besonderen Namen für Stahl gebraucht ~Homer~ nicht, ein solcher, und
+zwar Adamas = der Unbezwingliche, findet sich erst bei ~Hesiod~,
+der von einer ἀδάμας κυνέη, einer stählernen (ihrer Härte wegen
+unbezwinglichen) Sturmhaube spricht[6646]. -- Den Stahl der Chalyber
+lernten die Griechen anfänglich wohl in Kleinasien kennen, näher aber
+erst seit der Kolonisation der Pontos-Küsten, die ungefähr gegen
+750 begann[6647]; in der Litteratur tauchen die „eisenbearbeitenden
+Chalyber“ (Χάλυβες σιδηροτέκτοντες) und ihr Erzeugnis, der Stahl
+(χάλυψ, Chálybs), zuerst[6648] bei ~Aischylos~ auf[6649], später auch
+bei ~Sophokles~[6650] und ~Euripides~[6651], bei ~Xenophon~, nach
+dem „fast alle Chalyber von der Herstellung des Eisens (σιδηρία)
+leben“[6652], und auch bei anderen Schriftstellern.
+
+Wann die Griechen selbst mit der Eisengewinnung begannen, läßt sich
+nicht genau angeben, doch dürfte es kaum vor 1000 geschehen sein[6653],
+und zwar zunächst auf den erzreichen Inseln, wie Samothrake und
+Euböa[6654], sowie in den erzreichen Landschaften, z. B. Sparta und
+Böotien[6655], nicht aber in Kreta, Rhodus und anderen metallarmen
+Gegenden[6656]; in diese verlegte erst eine spätere Zeit den Schauplatz
+von Sagen, deren ursprüngliche Heimat das nordöstliche Kleinasien
+und Kolchis, Syrien und Cypern, vor allem aber Phrygien war[6657],
+und die gewisse übernatürliche Wesen betrafen, Zwerge oder Riesen,
+bekannt als Daktylen, Kabiren, Kureten, Korybanten und Telchinen, die
+in Wäldern und Höhlen das Schmiedehandwerk ausübten und als Meister
+ihrer Kunst geschätzt, ebensosehr aber als arglistige und trugvolle
+Bösewichte gefürchtet wurden[6658]. Ein Gedicht über die Kureten und
+das Eisenschmieden soll bereits ~Hesiod~ verfaßt haben[6659]. Von
+den Daktylen meldet der Dichter ~Hellanikos~ (gest. um 400)[6660] in
+der „Phoronis“, sie hätten in Phrygien, im troischen Ida-Gebirge, als
+ιδαῖοι γόητες (idäische Zauberer) und werktätige kunstgeübte Dämonen
+die Bereitung des Eisens erfunden, und zwar im Dienste und Auftrage
+der auch ~Adrasteia~ genannten „großen Göttin“, der „großen Mutter“,
+der „Mutter der Berge“ (μήτηρ ορείη), die als Herrin der Klüfte auch
+deren Erze durch ihre Gefolgleute, die κόβαλοι (Kobolde)[6661],
+fördern und bearbeiten läßt. Über Zahl, Geschlecht und Name der
+Daktylen gehen die Berichte jüngerer Quellen auseinander, was sich
+aus dem unter hellenistischen und orphischen Einflüssen entstandenen
+synkretistischen Wirrwarr und der Verbindung und Verwechselung mit
+Kureten und Kabiren, Telchinen und Korybanten genügend erklärt;
+nach ~Hellanikos~ jedoch hießen die drei phrygischen oder idäischen
+Daktylen ~Kelmis~ (Amboß), ~Akmon~ (Hammerstein) und ~Damnameneus~
+(Bezwinger)[6662]. Bis in späte Zeiten hinein gelten diese „Erfinder
+und Bearbeiter des bläulichen Eisens (= Stahles) im phrygischen Ida“
+als δημιουργοί (hier = Kunstkundige), φαρμακεῖς (hier = Wundertäter)
+oder γόητες (Zauberer)[6663], und demgemäß spielt ~Damnameneus~ noch
+in den Zauberpapyri eine Rolle[6664]; auch ~Plutarch~ erwähnt, daß
+die (kauderwelschen) Worte „Damnameneus, askion, kataskion, lix,
+tetrax, aïsion“ ein unfehlbares Schutz- und Heilmittel darstellten,
+da sie „ephesische Charaktere“ seien, d. h. solche, die sich auch an
+der Statue der ephesischen ~Diana~ angeschrieben fanden[6665]. Die
+„große ~Diana~ von Ephesos“[6666] ist aber nur eine der Formen, unter
+denen die schon wiederholt erwähnte „große Göttin“ seit dem zweiten
+Jahrtausend in ganz Vorderasien verehrt wurde[6667], und mit ihrem Kult
+gerieten die Daktylen offenbar auf die nämliche naheliegende Weise in
+Verbindung, wie etwa mit jenem der ~Demeter~ als Herrin Samothrakes und
+seiner Mysterien[6668]. Die Versetzung der Daktylen nach Kreta erklärt
+sich vermutlich durch Identifikation des kretischen Berges Ida mit dem
+phrygischen; auf welchem Wege aber aus den Daktylen, die in Phrygien
+ursprünglich (wie schon ihr Name besagt) als Däumlinge angesehen
+und verehrt wurden, die gewaltigen Riesen hervorgingen[6669], die
+schließlich als cyklopische Schmiedegesellen des ~Hephaistos~ galten,
+bedarf noch der näheren Erforschung.
+
+Über die Technik der griechischen Eisendarstellung liegen nur
+mangelhafte Nachrichten vor; ursprünglich scheint es sich um sog.
+Rennarbeit gehandelt zu haben, bei der man die Erze in kleinen Gruben
+mit Kohle zum μύδρος (Mýdros; Massa) niederschmolz, worauf dieser
+dann noch glühend und weich zu Schmiedeeisen ausgehämmert wurde,
+ein Vorgang, der nach ~Herodot~ noch zur Zeit des ~Krösus~ (im 6.
+Jahrhundert) dem Zuschauer sehr neu und wunderbar erschien[6670]
+und keineswegs stets derartig glückte, daß das Eisen tadellos und
+frei von Hohlstellen (διπλόη, Diplóe) ausfiel[6671]. Derartiges
+Schmiedeeisen dürften die sog. spartanischen Spieße (ὀβελοί, ὀβελίσκοι;
+Obelisken) gewesen sein, die, ebenso wie eiserne Ringe und Barren, in
+Sparta und anderen peloponnesischen Staaten als „Eisengeld“ dienten,
+richtiger als Metall in gebrauchsfähiger und daher stets verwertbarer
+Gestalt[6672]. Erster Erfinder des Zusammenschweißens (κόλλησις,
+Kóllesis) von Eisenstücken, -- nicht, wie meist angenommen wird, des
+Verlötens --, war ~Herodot~ zufolge[6673] ~Glaukos~ von ~Chios~ (um
+700), der aber wohl eher nur als Verbreiter des Verfahrens anzusehen
+ist[6674]. Eigentliches Gußeisen, also dünnflüssig geschmolzenes, nicht
+nur in zäher Form +aus+geschmolzenes Eisen, scheint in Griechenland,
+wie überhaupt bei den Alten, nicht oder nur im kleinen gelegentlich
+dargestellt worden zu sein, da man keine Hochöfen besaß, die die zur
+Gewinnung bedeutender Massen erforderliche Temperatur zu erreichen
+gestatteten[6675]. Die einschlägigen Litteraturstellen sind durchwegs
+so unsicherer und fragwürdiger Natur[6676], daß selbst jene Fachmänner,
+die sie zugunsten einer Kenntnis des Gußeisens auszulegen geneigt
+sind, entweder zugestehen, von Vorschriften einer eigentlichen
+Gießereitechnik könne nicht die Rede sein[6677], oder annehmen, diese
+wären aus nicht näher bekannten Gründen wieder in Vergessenheit
+geraten und verloren gegangen[6678], -- wobei insbesondere noch eine
+Bemerkung des Alexandriners ~Aristarchos~ (220-145) zu beachten ist,
+der gemäß „Eisen nicht (so wie Erz) gegossen wird“[6679]. Was aber
+die Fundstücke und deren metallographische Untersuchung anbelangt,
+so dürfen die Deutungen nur mit größter Vorsicht aufgenommen und
+keinesfalls verallgemeinert werden, da man von den Erzeugnissen des
+Altertums in keiner Hinsicht Gleichmäßigkeit und Einheitlichkeit zu
+erwarten, vielmehr stets zu bedenken hat, daß es sich um Produkte rein
+empirischer Verfahren handelt, deren Beschaffenheit je nach der Art
+der Rohstoffe und der Geschicklichkeit des Künstlers innerhalb weiter
+Grenzen schwanken kann, und die nicht selten sogar am nämlichen Stücke
+Übergänge zwischen den verschiedenen Arten des Eisens aufweisen[6680].
+Die klare Erkenntnis, daß Gußeißen (mit 2,25-5% Kohlenstoffgehalt)
+durch teilweise Entkohlung in Stahl (mit über 0,4-0,5% Kohlenstoff)
+übergeht und umgekehrt, ist eben eine +sehr+ neue Errungenschaft; noch
+was die besten Autoren des 16. bis 18. Jahrhunderts schreiben[6681],
+läßt ersehen, wie gänzlich sie im Dunkeln tappen, ja noch 1805 sagt
+der hervorragendste Technologe seiner Zeit, ~Beckmann~, mit gewohnter
+Redlichkeit: „Was eigentlich das Eisen zu Stahl macht, wissen wir noch
+nicht einmal, ... ob eine Verdichtung, ob ein Verlust oder Zusatz,
+ob ein solcher von Kohlenstoff oder etwas anderem“[6682]. Ebenso
+meint ~Döbereiner~ noch 1815, daß es eine Beimischung von Braunstein
+sei, die das Eisen zum Stahle mache[6683]. Hiernach erscheint es
+leicht begreiflich, daß zwar die Kunstgriffe, Eisen durch Erhitzen
+und Abkühlen, Härten und Anlassen, in Stahl überzuführen, schon
+frühzeitig entdeckt und ausgeübt wurden, daß man aber die Vorgänge
+hierbei nur unzureichend zu beherrschen und gar nicht ihrem Wesen
+nach zu beurteilen verstand. Dem Löschen in Wasser oder Öl, welches
+letztere schon dem ~Hippokrates~ geläufig ist[6684], haftet daher in
+seinen Wirkungen etwas Zauberisches an[6685], es ist ein Ummischen
+und Umfärben (βαφή, Baphé), ein temperare und tingere[6686], dessen
+Erfolg in weitgehendem Maße von der geheimnisvollen Beschaffenheit des
+benützten Wassers abhängt[6687] und durch das Geheimmittel des für
+äußerst „hitzig“ geltenden Bocksblutes in hohem Grade gefördert werden
+kann[6688].
+
+Den Namen des Eisens, der schon bei ~Homer~ σίδηρος (síderos), dorisch
+und äolisch auch σίδαρος (sídaros) lautet[6689], brachte ~Pott~ mit
+sidus (= Gestirn) in Verbindung, ausgehend von der Vorstellung über den
+himmlischen Ursprung des Meteoreisens und die eiserne Beschaffenheit
+des Himmelsgewölbes[6690]; nach ~Schrader~ fehlt aber hierzu jegliche
+Berechtigung[6691], es ist vielmehr das kaukasische zido = Eisen
+zugrunde zu legen, an das auch eine Reihe kaukasischer Ortsnamen
+anklingt[6692]; ~Pauli~ endlich verweist auf ein ähnliches, in manchen
+Eigen- und geographischen Namen Lykiens erhaltenes Wort, ferner auf das
+verwandte etruskische sethala (Eisen), auf ~Sethlans~ (den etruskischen
+~Vulkan~ = den Eisernen), sowie auf die Benennung Haithalia, Saithalia
+(= Land des Eisens), die sowohl der dem ~Hephaistos~ heiligen Insel
+Αἰθάλεια (Aitháleia, d. i. Lemnos) als auch dem eisenreichen Eilande
+Elba zukommt[6693]. -- „Magnetis“ (ἡ μαγνησίη λίθος, der magnesische
+Stein) ist nicht die Bezeichnung unseres heutigen Magneten oder
+überhaupt eines bestimmten einheitlichen Minerals, sondern, wie schon
+in früheren Abschnitten erwähnt, die sehr verschiedener Gesteine, die
+im Gebiete der Städte namens Magnesia vorkommen, z. B. bei Magnesia am
+Mäander, Magnesia am Sipylos, Magnesia in Mazedonien. Der eigentliche
+Magneteisenstein war seit alters her bekannt und seiner wunderbaren
+Eigenschaften halber auch als Heilmittel gebraucht, kann also sehr
+wohl unter dem „magnetischen Stein“ der hippokratischen Schriften zu
+verstehen sein[6694]; der μαγνῆτις λίθος des ~Theophrastos~ hingegen,
+das silberglänzende Gestein, das man nach ihm u. a. auf der Drehbank
+bearbeitete[6695], war vermutlich Hämatit, denn die oft prächtig
+silberfarben schimmernden, feinkörnigen Varietäten dieses Erzes wurden
+sowohl in Babylonien als in Ägypten schon seit jeher hochgeschätzt
+und zur Herstellung von Siegelzylindern, Schmucksteinen u. dgl.
+verwendet[6696].
+
+In +Italien+ beginnt die eigentliche Eisenzeit um 1150 v. Chr.[6697],
+doch war das Eisen, insbesondere das Elbas, schon einige Jahrhunderte
+vorher bekannt[6698], vielleicht bereits bald seit dem Auftreten
+der Etrusker, das einige Gelehrte vor der Mitte, andere gegen das
+Ende des 2. Jahrtausends stattfinden lassen[6699]. In den ältesten
+etrurischen Nekropolen von Felsina (Bologna) und Villanova spielt
+das Eisen der Bronze gegenüber noch kaum eine Rolle[6700], nach dem
+Jahre 1000 nahm aber seine Erzeugung erheblich zu und wurde bald
+so bedeutend, daß aithalisches Eisen zur See bis nach Griechenland
+ausgeführt wurde[6701]; in Oberitalien war jedoch Eisen um diese
+Zeit noch sehr selten und in den Pfahldörfern der Po-Ebene, auch in
+jenen, die an Kupfer und Bronze schon recht reich sind, fehlt es
+gänzlich[6702]. In Rom gab es, wie die neueren Ausgrabungen erwiesen,
+schon vor der Zeit der angeblichen Stadtgründung Eisenschmiede, deren
+Erzeugnisse völlig die Formen der uralten bronzenen besaßen[6703].
+Zu Beginn der Republik (um 500) unternahm es der etrurische König
+~Porsenna~, den besiegten Römern jede Verwendung des Eisens außer
+zu Ackergeräten zu verbieten[6704]; sie bedienten sich also damals
+offenbar noch überwiegend des Erzes, das sich aber auch späterhin lange
+Zeit mannigfacher Bevorzugung erfreute, die namentlich in kultischen
+und abergläubischen Gebräuchen zutage tritt: so z. B. durfte bei
+vielen religiösen Zerimonien, u. a. beim Dienste der Arvalbrüder,
+kein Eisen benützt werden[6705], ebensowenig beim Beginne des
+Pflügens und Aussäens, bei den Feld- und Gartenarbeiten während des
+Vollmondes[6706], beim Einernten heilkräftiger Pflanzen[6707], usf.
+Grund derartiger Vorschriften war die Annahme, das Eisen vernichte
+und zerstöre die Wirkung der Geister, denen es widerlich und verhaßt
+sei[6708]; in späterer Zeit entsprang ihr die Lehre, man könne Eisen,
+als den Feind böser Geister, auch benützen, um diese fernzuhalten, zu
+vertreiben, sowie ihren Zauber zu brechen, und es ist wahrscheinlich,
+daß den eisernen Ringen der Römer, besonders den eisernen Brautringen,
+der Charakter eines schützenden Amuletts zukam[6709].
+
+Die Etymologie des Wortes „ferrum“ ist noch strittig; „acies“
+bezeichnete, wie das griechische στόμωμα (Stómoma), ursprünglich die
+Schärfe, den verstählten schneidenden Teil des Eisens, erst weiterhin
+aber den Stahl selbst, der auch als „nucleus ferri“ = Knospe oder Blüte
+des Eisens angesehen wird, also als dessen Bestes und Edelstes[6710].
+
+In Ostasien ist +China+ ein ganz selbständiges Gebiet der
+Eisendarstellung, die nach einigen Überlieferungen bis gegen 3000
+zurückreichen soll[6711]; nach anderen hingegen besaßen die Chinesen
+zur Zeit der Einwanderung der „hundert Familien“, d. i. des Volkes,
+nur steinerne Waffen und Geräte, -- weshalb auch „Beil“ noch jetzt
+mit dem Zeichen des Steines geschrieben wird --, und nahmen das
+Eisen erst viel später in Gebrauch, ganz allgemein sogar erst in
+den letzten Jahrhunderten v. Chr.[6712]. Auch die von ~Pfizmaier~
+zusammengestellten Berichte melden, daß den Chinesen anfänglich das
+Eisen fremd war[6713], daß sie es sodann kennen lernten und als Tribut
+einhoben[6714], nachher aber auch selbst herstellten, und zwar mit so
+großem Nutzen, daß „Eisenschmelzen“ für ein wichtiges und den Weg zum
+Reichtum erschließendes Gewerbe galt, das zuletzt nur mit Genehmigung
+der Obrigkeit und unter Überwachung durch eigene Beamte, die „Behörden
+des Eisens“, betrieben werden durfte[6715]. Genaue Zeitangaben über
+diese Entwicklung fehlen, doch wird z. B. erzählt, daß der Vater
+des ~Confutse~ (~Confucius~), der zu Beginn des 6. Jahrhunderte
+v. Chr. lebte, die Riesenkraft besaß, allein eine schwere eiserne
+Gitter-Falltüre zu heben[6716], und daß um 500 v. Chr. chinesische
+Lehrmeister die Kunst der Eisengewinnung nach Japan verpflanzten[6717].
+Schon frühzeitig sollen die Chinesen den Eisenguß, die Überführung
+von Guß- in Schmiedeeisen und umgekehrt, sowie die Darstellung des
+Stahles verstanden haben[6718], doch mangelt es auch hier an sicheren
+zeitlichen Bestimmungen. Die 5 m hohe gußeiserne Riesenfigur des
+thronenden ~Buddha~ zu Tschinanfu wurde angeblich im 6. Jahrhundert
+n. Chr. vollendet[6719]; ferner stellte man schon damals große eiserne
+Glocken her, -- deren Schall, wie der aller Eisengeräte, die bösen
+Geister vertreiben sollte[6720] --, obzwar keine so riesigen, wie die
+1403 auf Befehl Kaiser ~Yumlös~ gegossene von 625 dz Gewicht[6721];
+endlich verfertigte man aus Gußeisen auch kleinere Gegenstände, u. a.
+die bekannten gelochten Scheidemünzen, die an Schnüren aufgereiht
+werden[6722]. Ob dem Eisen und Stahl der Serer, die schon ~Plinius~ als
+die besten von allen rühmt[6723], chinesischer Ursprung zuzuschreiben
+sei, steht dahin, da die vielerörterten Fragen, wer die Serer waren,
+wo ihre Wohnsitze lagen, und ob man sie als Erzeuger oder nur
+als Vermittler anzusehen habe, noch immer nicht endgültig gelöst
+sind[6724]. Der chinesische Buddha-Pilger ~I-Tsing~, der 671-695
+n. Chr. Indien bereiste, rühmt den hohen Tauschwert des Eisens auf den
+Inseln des chinesischen Meeres[6725]; die malayischen Bewohner des
+indischen Archipelagus schätzten es hoch, fürchteten aber sein „Gift“
+und zerstörten dieses vor der Benützung durch Zaubersprüche[6726];
+die Araber bezogen schon in vorislamischer Zeit chinesische
+Eisen-(Stahl-)Waffen und berichteten später über den Eisenreichtum
+Chinas, über die dort befindlichen Magnetberge[6727] und über die
+Gewinnung großer Mengen trefflichen Eisens und Stahles, -- deren auch
+noch ~Marco Polo~ an verschiedenen Stellen seiner Landesbeschreibung
+gedenkt[6728].
+
+Den +Indern+ war das Eisen bereits in der letzten Hälfte des 2.
+Jahrtausends bekannt, eine eigentliche Eisenzeit setzt aber erst um
+1000 v. Chr. ein[6729], also gegen Ende der vedischen Periode[6730]; es
+steht hiermit keinesfalls im Widerspruch, daß die Veden, deren Wortlaut
+mancherlei Veränderung erlitt und schriftlich erst in verhältnismäßig
+sehr neuer Zeit festgelegt wurde, sowohl des „dunkelblauen ayas“ (des
+Stahles) gedenken[6731], als des Eisens, von dem es im „Rigveda“ heißt:
+
+ „Der Schmied, mit dürrem Reiserwerk,
+ Mit Flederwisch als Blasebalg,
+ Mit Amboßstein und Feuersglut,
+ Wünscht einen, der das Gold nicht spart“,
+
+d. h. der ihm Aufträge erteilt[6732]. Verschiedene Stellen in den
+epischen Gedichten, z. B. im „Ramâyana“, sind wegen der zahlreichen
+Einschiebungen, die diese immer und immer wieder erlitten, nicht so
+beweisend für ein unabsehbares Alter der indischen Eisentechnik, wie
+~Oppert~ dies annahm[6733]; auch stammt die berühmte schmiedeeiserne
+Kutub-Säule zu Delhi nicht, seiner Voraussetzung gemäß, aus dem 9.
++vor+-, sondern aus dem 4. +nach+christlichen Jahrhundert[6734]. Da
+sie indessen bei 60 cm Durchmesser und 7,5 m Höhe etwa 170 dz schwer
+und außerdem in höchst merkwürdiger, bisher nicht näher aufgeklärter
+Weise zusammengeschweißt ist, so setzt auch schon das angegebene Alter
+eine lange und stetige Entwicklungszeit der Schmiedekunst voraus,
+und für diese zeugen noch einige andere kleinere, aus einzelnen
+Stücken verschweißte, teils hohle, teils mit Schlacke gefüllte
+Säulen und Träger im Tempel zu Dhar (Mittelindien) und in der Pagode
+zu Orissa (Bengalen)[6735]. Die Gewinnung des Eisens erfolgte in
+Indien und auch in Ceylon, wo es schon im 1. Jahrhundert n. Chr.
+häufig und vielgebraucht war[6736], durch Rennarbeit, vermutlich
+in ganz den nämlichen, oft auffällig kleinen Öfen, deren sich die
+Schmiede und die in Indien noch sehr verbreiteten Wanderschmiede,
+bis auf den heutigen Tag bedienen[6737]; der erweichte Eisenklumpen
+wurde dann ausgeschmiedet, worüber es bereits in den seit etwa 1000
+v. Chr. abgefaßten „Upanischaden“ in einem Gleichnisse heißt: „(und
+dies geschieht) ... gerade so, wie ein Eisenklumpen, vom Feuer
+überwältigt und von den Werkleuten gehämmert, mannigfaltige Gestalten
+annimmt“[6738].
+
+An das fertige Eisen knüpften sich zahlreiche abergläubische
+Vorstellungen: Pflanzen, die in der Nähe von Eisen wuchsen, galten für
+giftig; mit Wunder- oder Heilkräften begabte Pflanzen durften nicht mit
+eisernen Geräten berührt oder geschnitten werden[6739]; zwei eiserne
+Schwerter, die auf dem Grunde eines Brunnens lagen, wehrten Sturm und
+Hagel ab, wenn man sie hervorholte und in die Erde pflanzte[6740], usf.
+
+Indisches Eisen und indischer Stahl (στόμωμα) waren nach ~Plinius~
+bereits zu Anfang der Kaiserzeit hochgeschätzt[6741] und wurden u. a.
+auch nach Ostafrika ausgeführt[6742], dessen Eisen man vielleicht
+schon damals, jedenfalls aber in späteren Jahrhunderten, nach Indien
+verschiffte, weil es besseren Stahl ergeben sollte als das indische
+selbst[6743]. Seit alters her gelangte ferner indischer Stahl nach
+Arabien[6744], Persien und Syrien, später aber bezog man ihn dorthin
+oft nur in Blöcken, um ihn erst entsprechend umzuarbeiten[6745];
+berühmt waren die Schwerterschmiede der von Kaiser ~Diokletian~ in
+Damaskus angelegten Waffenfabriken, die ihre Kunst, allen Stürmen der
+Zeiten trotzend, von Geschlecht zu Geschlecht vererbten, bis 1399
+~Tamerlan~ ihre letzten Nachkommen gewaltsam aufhob und ins Exil nach
+Samarkand und Chorasan verschleppte[6746]. -- Der sog. „damascierte
+Stahl“ war aber ursprünglich +kein+ damascener Erzeugnis, sondern
+gelangte nur über diese Stadt in den Handel, oder wurde dort zu den
+wegen ihrer Schönheit und Biegsamkeit hochgeschätzten damascener
+Klingen und Schwertern umgeschmiedet, und zwar aus einem Rohmaterial,
+dessen Heimat Indien und vor allem die Gegend des Pendschabs war[6747].
+Seine Herstellung geschieht dort noch heutzutage im kleinen, indem man
+das aus sehr reinen Erzen gewonnene Schmiedeeisen in Stäbchen zerteilt,
+diese in gewisser Weise mit Holz und Blättern bestimmter Pflanzen
+zusammenschichtet und erhitzt, das entstehende Gemisch an Kohlenstoff
+ärmeren und reicheren Eisens wiederholt umschmiedet und es schließlich
+anätzt, wobei die Säure das kohlenstoffreichere Produkt schwächer
+angreift und hierdurch die bekannte wellen- oder flammenförmige
+Zeichnung erzeugt; als wesentlich ergibt sich hierfür, daß genügend
+lange, aber nicht zu stark (keinesfalls bei oder oberhalb 700°)
+geglüht und die fertige Mischung der Eisen-Kohlenstoff-Verbindungen
+(feinkörnigen Cementits und Perlits) weder einer zu hohen Temperatur
+ausgesetzt noch während der Abkühlung durchgearbeitet wird[6748].
+Unrichtig ist, daß dabei geringe, aus den benützten Erzen herrührende
+Gehalte an seltenen Bestandteilen, z. B. an Wolfram, von Einfluß
+sind, und fraglich, ob sich ein schon 1780 von ~Perret~ erwähntes
+eigentümliches Härten (durch Abkühlen mit kalter, durch eine
+schmale Spalte austretender Preßluft) als nützlich oder notwendig
+erweist[6749]. Das Zusammenschweißen von fertigen Stäben Stahl und
+Schmiedeeisen nebst etwas Holzkohle, Graphit oder Roheisen, -- oft
+nach ganz bestimmten Mustern --, ergibt zwar in den Händen Geübter
+recht schöne Ware, führt aber stets nur zu mehr oder minder gelungenen
+Nachahmungen der eigentlichen echten; Schärfe und Gleichmäßigkeit der
+Zeichnung, sowie Glanz und Schiller ins silber- oder goldfarbige hängen
+dabei völlig von Beschaffenheit, Reinheit und Mischungsverhältnis
+der Rohstoffe ab, sowie von Erfahrung und Geschicklichkeit des
+Ausführenden[6750].
+
+Die alten +Araber+ schrieben nach ~Ibn Rusteh~ (um 900) die Erfindung
+der eisernen Pflüge, Waffen und Geräte meist dem König ~Salomon~ zu,
+verlegten sie also in die mythische Vorzeit, während ~Thaʿalibi~ (um
+1000) zu erzählen weiß, der um etwa 500 Jahre ältere ~Dhu Ihzan~ aus
+dem Stamme der Himjariten sei zuerst auf den Gedanken gekommen, die
+Speeresspitzen aus Rinderhorn durch solche aus Eisen zu ersetzen[6751].
+In Wirklichkeit bestand aber schon in vorislamischer Zeit eine alte
+einheimische Eisenindustrie in Ostarabien, Bahraïn, Oman und Jemen,
+wo Lanzen, Helme, Schwerter und auch Panzer angefertigt wurden, die
+besten aus persischem, indischem und angeblich auch chinesischem
+Eisen und Stahl, welche letzteren man auf dem Seewege erhielt[6752].
+Die Behauptung, die ersten Schwerter hätten aus Eisen des Himmels =
+Meteoreisen bestanden, ist eine bloße Sage[6753], gegen die nicht
+nur die Schwierigkeit spricht, dieses Material zu schmelzen und zu
+bearbeiten, sondern auch die Tatsache, daß die Schmiede bei den
+Arabern seit jeher und bis auf den heutigen Tag mißachtet sind, für
+stammfremd gelten und außerhalb der Ehegemeinschaft stehen[6754]; es
+ist dies um so auffälliger, als die 57. Sure des Korans lehrt, daß
+das Eisen eine den Menschen von ~Allah~ verliehene Gabe sei, weshalb
+es die Araber, abweichend von vielen anderen Völkern, auch niemals als
+solches hinter Kupfer oder Bronze zurücksetzten[6755]. Nach Beginn
+der Eroberungskriege und zur Zeit des Khalifats entfaltete sich die
+Eisenindustrie in glänzender Weise, worüber schon weiter oben Näheres
+berichtet wurde, und zwar besonders in Syrien und Persien[6756], in
+Kerman[6757], in Transoxanien, das jährlich 1300 Barren als Tribut
+bezahlte[6758], aber auch im Maghreb (Westafrika)[6759]. Persisches
+Harteisen, fulâd (= Stahl), gehörte zu den wichtigsten Ausfuhrwaren
+nach Indien und China[6760], obwohl die Araber bis zur Schwelle der
+Neuzeit hin auch wieder indischen Stahl nach den ägyptischen, syrischen
+und kleinasiatischen Häfen brachten[6761], zugleich aber europäische
+Eisenwaren aller Art über Ägypten nach Indien verkauften[6762].
+Arabischer Vermittlung verdankt der indische Stahl auch seinen hohen
+Ruf bei den mittelalterlichen Schriftstellern, die ihn nicht selten
+als den vorzüglichsten und widerstandsfähigsten der Welt anpreisen;
+in dieses Lob stimmen selbst die Dichter ein, wie z. B. ~Wirnt von
+Gravenberch~ (um 1210) an einer Stelle seines „~Wigalois~“ sagt[6763]:
+
+ „Dort in der innren India
+ Da hat von bester Art man Stahl,
+ Der glänzt wie rotes Gold zumal
+ Und ist so hart, daß er den Stein
+ Zerschneidet wie ein Stäbchen fein.“
+
+In +Mitteleuropa+ beginnt die eigentliche Eisenzeit um 1000 v. Chr.,
+wenn auch vereinzelte Gegenstände schon einige Jahrhunderte vorher
+bekannt gewesen sein mögen[6764], und umfaßt die ältere sog.
+Hallstädter- und die jüngere sog. La Tène-Periode, deren Zeitgrenze
+etwa das Jahr 400 v. Chr. bildet[6765]. Nach ~Forrer~ scheint man
+anfangs versucht zu haben, kleinere Gegenstände nach Art der Bronze
+und in ähnlichen Formen durch Guß herzustellen[6766], wobei sich
+in der Regel bedeutende Schwierigkeiten und unzureichende Erfolge
+ergeben mußten, die das neue Metall nur langsam und spärlich Boden
+fassen ließen; daher weisen auch die späteren Pfahlbauten nur
+wenige eiserne Schmucksachen auf, z. B. hin und wieder Bronzebeile
+mit eingelegten Eisenklingen, u. dgl.[6767]. Zur Hallstädter Zeit
+hatte, falls überhaupt noch kleinere Gußsachen vorkamen[6768], die
+Schmiedekunst schon das völlige Übergewicht erlangt und hierdurch dem
+Eisen ausgebreitete und steigende Anwendung gesichert; Schmuck ist
+selten, Waffen, Werkzeuge und Geräte werden aber in verhältnismäßig
+bedeutenden Mengen angefertigt und auch schon oberflächlich gehärtet
+und verstählt[6769]. Noch größere Ausdehnung und Mannigfaltigkeit
+erreicht die Erzeugung zur La-Tène-Zeit[6770], daß es aber damals
+auch eine Gußtechnik gegeben habe, die aus unbekannten Gründen wieder
+verloren gegangen und dann erst gegen Ende des Mittelalters aufs
+neue entdeckt worden sei[6771], ist ganz unwahrscheinlich und wird
+durch die gemachten Funde nicht bestätigt. Die metallographische
+Prüfung der Erzeugnisse beider Perioden erweist die Auswahl guter, oft
+sogar vorzüglicher Erze und weitgehende Erfahrung hinsichtlich der
+Ausgleichung von Fehlern der Materialien durch die Bearbeitung, lehrt
+aber zugleich, daß diese doch noch eine äußerst unvollkommene und
+unregelmäßige war, so daß z. B. von ausreichender Trennung zwischen
+Schmiedeeisen und Stahl gar nicht die Rede sein kann, und Gegenstände
+besserer Beschaffenheit auch dann als Einfuhrware (meist etruskische)
+gelten dürfen, wenn nicht schon andere Kennzeichen sie mit Sicherheit
+als solche erweisen[6772].
+
+Träger der Hallstädter Kultur scheinen +Illyrier+ gewesen zu
+sein[6773], Träger der von La-Tène +Kelten+[6774]. Letztere waren schon
+lange vor der römischen Zeit im Bergbau wohlerfahren und verstanden
+bereits, Schwerter, Speere, Spieße u. dgl., ferner Handwerkszeug und
+vielleicht auch eine Art zum Tauschhandel dienlicher Eisenbarren
+in ganz der nämlichen Weise herzustellen, von der später ~Caesar~
+berichtet[6775]; auch wußten Kelten und Keltiberer frühzeitig
+treffliche Stahlwaffen zu gewinnen[6776], deren außerordentliche Härte
+und Biegsamkeit bereits der Kriegsschriftsteller ~Philon~ (gegen 200
+v. Chr.) als eine altbekannte rühmt[6777], und zwar sollen sie zu
+diesem Zwecke das Eisen zunächst in die Erde eingegraben und so lange
+in ihr belassen haben, bis die weniger widerstandsfähigen Anteile
+verrostet waren, und nur das Brauchbarste als Kern (nucleus = acies)
+übrigblieb[6778]. -- Die +Germanen+, denen ursprünglich, wie allen
+Indogermanen, allein das Kupfer bekannt war, -- noch ~Herodot~ meldet
+als etwas Besonderes, daß ein Skythenstamm seinen Kriegsgott unter der
+Gestalt eines eisernen Schwertes (σιδήρεος ἀκινάκης) verehre[6779]
+--, empfingen das Eisen, sowohl Sache wie Namen, etwa seit dem 4.
+Jahrhundert v. Chr. von den Kelten[6780]; in das Licht der Geschichte
+eintretend besitzen sie bereits Eisen und Stahl, wenngleich, wie noch
+~Tacitus~ hervorhebt, nur in bescheidener Menge[6781], und bereiten
+es durch Ausschmelzen der Erze in kleinen Erdlöchern mittels des
+Gebläses, sowie durch Aushämmern der Rohluppen in jenen urwüchsigen
+Waldschmieden, die sich in wenig veränderter Gestalt bis tief ins
+Mittelalter hinein erhielten[6782]. Auch bei ihnen gelangte erst in
+der Eisenzeit die Kunst des Schmiedens zur eigentlichen Entwicklung,
+daher ist ihnen der Schmied, für den die Indogermanen noch keine
+Bezeichnung haben, und der im Gotischen smitha, im Altnordischen smîdr,
+im Althochdeutschen smid heißt, anfänglich nur ganz im allgemeinen ein
+Künstler, ein zu irgendwelchen Handgriffen Geschickter, der sich z. B.
+auf das Holzschnitzen, oder auf das Zurechtmachen und Wiederherstellen
+von allerlei Hausgeräten versteht usf.[6783]. Erst weiterhin wird er
+zum ausschließlichen Fachmanne, zum Eisen-Schmiede, dem angesichts
+seiner besonderen Kunst ein gewisser Schein des Weisen, Wundertätigen
+und Zauberers anhaftet; in dieser Eigenschaft vollbringt er
+übernatürliche Taten, wie sie die Sage etwa von ~Wieland dem Schmied~
+berichtet[6784], überlistet und vertreibt er böse Geister und Dämonen
+(später auch den Teufel), heilt dadurch als „Kurschmied“ kranke Tiere
+und Menschen und verfertigt eiserne Opfer- und Weihe-Gaben aller Art,
+wie sie bei der katholischen Bevölkerung des deutschen Südens noch
+gegenwärtig eine wichtige Rolle spielen[6785]. Der deutsche +Name+,
+Eisen, wird seitens einiger Forscher vom gemein-keltischen und in
+vielen geographischen Bezeichnungen der Kelten nachklingenden isarno
+abgeleitet, dessen erste Silbe is mit ayas, aes, aiz (ursprünglich =
+Kupfer) zusammenhängen soll, und das zunächst in das germanische îsarn,
+eisarn überging[6786]; nach anderen aber hat isarno nichts mit ayas
+oder aes zu tun, sondern kommt vom keltischen isarâ = stark, kräftig,
+das sich in zahlreichen Flußnamen erhalten hat (u. a. in Isarkos =
+Eisack), und bedeutet also das starke, kräftige Metall (gegenüber dem
+Kupfer und der Bronze). Da aber die angedeuteten Namen, auch Isarkos,
+ursprünglich illyrisch sein sollen, so gilt hiernach die Voraussetzung
+für gerechtfertigt, die Kelten hätten hinwiederum das Metall und seinen
+Namen den Illyriern entlehnt, womit es übereinstimme, daß illyrische
+Veneter als Träger der älteren Eisenkultur der Hallstädter Zeit
+anzusehen seien[6787].
+
+Im +Norden+ Europas, z. B. in Schweden, wird Eisen um 800 v. Chr.
+bekannt[6788], die Eisenzeit aber beginnt nach ~Montelius~ und ~S.
+Müller~ frühestens um das 5. Jahrhundert v. Chr.[6789]; es werden
+eiserne Schmucksachen, Waffen und Werkzeuge dargestellt[6790],
+im ganzen geht aber die nordische Entwicklung nur äußerst langsam
+vor sich, so daß z. B. nach Norwegen bessere Stahlwaren noch im 9.
+Jahrhundert n. Chr. aus Lüttich zur Einfuhr gelangen[6791].
+
+Während die östlichen +Finnen+ das Eisen mit dem iranischen oder
+kaukasischen Lehnworte andun benennen, heißt es bei den Westfinnen
+rauta (ursprünglich = Kupfer)[6792], wonach ~Schrader~ vermutet,
+die Finnen hätten es erst durch ihre germanischen Nachbarn kennen
+gelernt und wären anläßlich seiner Benützung allmählich zu tüchtigen
+Schmieden geworden[6793]. Nach ~Hackmann~ besaßen indessen die im
+4. oder 5. Jahrhundert in ihre jetzigen Sitze einwandernden Finnen
+bereits die Kultur des Eisenzeitalters[6794], und die alten Sagen
+der „Kalewala“ gedenken in der Tat unzählige Male des Eisens, des
+Stahles und der Schmiede, und schildern auch in ausführlicher Weise
+die Vorstellungen, die man sich von der Entstehung des Eisens aus dem
+Sumpferze machte[6795]. Im „Kalewipoeg“ ist sehr häufig von Eisen und
+Stahl die Rede, u. a. von „Stahl, gehärtet mit 7 Wässern“[6796]; in den
+„Mythischen und magischen Liedern der Esthen“ schmelzen und schmieden
+die „Unterirdischen“ das Eisen, „dessen Wunden giftig sind“[6797], und
+in den „Esthnischen Märchen“ sind eiserne Geräte „Gegenstände täglichen
+Gebrauches, bei uns zu Lande verfertigt“[6798].
+
+Völlig irrtümlich ist die Angabe, man habe im Norden schon zu
+sehr früher Zeit die Kunst verstanden, Weißblech darzustellen,
+also das Eisen zu verzinnen; diese Erfindung wurde vielmehr aller
+Wahrscheinlichkeit nach während des 14. Jahrhunderts im Erz- und
+Fichtelgebirge gemacht, auf das Sorgfältigste geheimgehalten und erst
+um 1665 an einen aus England entsandten Auskundschafter verraten[6799].
+
+
+12. Antimon.
+
+Das wichtigste Erz des Antimons, das Schwefelantimon, Antimonsulfid
+oder Grauspießglanzerz, auch Grauspießglanz oder Antimonglanz genannt,
+bildet prächtige Drusen wohlausgestalteter, oft erstaunlich langer,
+hellgrau bis silberweiß glänzender, leicht brüchiger und spröder
+Nadeln, läßt sich schon bei gelinder Wärme aus- und umschmelzen und
+ist außerordentlich leicht zu metallischem Antimon reduzierbar; es
+kann daher nicht wundernehmen, daß letzteres schon zu sehr entlegener
+Zeit an mehr als einem Orte bekannt war, wenn es auch oft nur für
+Blei oder für eine Art Blei gehalten wurde. So z. B. erwies sich eine
+in den Ruinen von Telloh (im Zweistromlande) aufgefundene Vase aus
+dem Anfange des 3. Jahrtausends v. Chr. als aus reinem Antimonmetall
+bestehend[6800]; aus dem Gräberfelde von Koban bei Tiflis, das der
+Zeit gegen 1000 angehört, kamen kleine Geräte und Schmucksachen aus
+gediegenem Antimon zutage[6801]; Gebrauchsgegenstände der ältesten
+babylonischen Periode, zu der man noch kein oder nur wenig Zinn
+besaß, enthalten nicht selten bis 3% Antimon, stellen also wahre
+Antimon-Bronzen dar, die vielleicht der Zinnbronze vorausgingen[6802];
+in gewissen französischen Depotfunden aus der Bronzezeit sind neben
+85% Kupfer und 8,25% Zinn etwa 6,75% Antimon und Blei vorhanden[6803],
+in Fundstücken aus den Pfahlbauten des Neuenburger Sees 10 und selbst
+15%[6804] usf. Auch in China stellte man bereits zu sehr früher,
+wenngleich nicht näher angebbarer Zeit metallisches Antimon und
+Antimon-Blei dar, also ein Hartblei, das dem in Japan noch jetzt zum
+Gießen von Spiegeln üblichen glich und vielleicht mit dem weiter oben
+erwähnten Char Sînî identisch war, oder doch unter diesem Sammelnamen
+mit begriffen wurde[6805]; endlich verstanden auch die alten Japaner,
+und nach ~Rivero~ die alten Peruaner, Antimonmetall abzuscheiden und es
+mit Silber, Zinn und anderen Metallen zu legieren[6806].
+
+Eine weit bedeutendere Rolle als das metallische Antimon spielte
+jedoch das Schwefelantimon oder Grauspießglanzerz, und zwar in Gestalt
+seines feinsten, glänzend-schwarzen Pulvers, das sich vortrefflich
+zum Schminken, sowie zum Bemalen oder Verlängern der Augenbrauen
+eignet. Gebräuche dieser Art, vermutlich Überreste der bei allen
+Völkern des Erdballs weitverbreiteten Sitte der Körperbemalung,
+lassen sich in den entlegensten Kulturkreisen nachweisen, z. B. in
+Mexiko[6807], in Abessinien[6808], in Indien, wo schon dem ~Brahma~
+100 Himmelsjungfrauen „Augensalbe“ darbringen[6809], in Babylonien,
+dessen älteste Grabstätten aus der Zeit um 3000 bereits Schminknäpfe
+und -töpfe aus Alabaster enthalten[6810], vor allem aber in Arabien
+und Ägypten. Im Klima dieser Länder erweisen sich nämlich metallische
+Präparate wie Braunstein (Mangansuperoxyd), Bleiglanz (Schwefelblei),
+Antimonglanz usf. auch als höchst wirksame Vorbeugungs- und Schutzmittel
+gegenüber den endemischen Augenkrankheiten verschiedener Art[6811].
+
+In +Ägypten+ z. B. schminkte man bereits während der vorgeschichtlichen
+Steinzeit Lider und Brauen schwarz, umgab die Augen mit grünen Ringen
+fein gepulverten Malachits (eines Kupfercarbonates) und setzte
+unter sie einen grünen Strich[6812]; in den Gräbern dieser Periode
+pflegt die Hand der Toten die zum Anreiben der Schminke bestimmten
+Schiefertafeln zu halten, die oft schon reich geschmückt sind[6813];
+die Schönheit der Ausstattung nimmt unter der Herrschaft der ältesten
+Könige, der Horus-Verehrer (um 4240), noch zu[6814], und erst zur
+Zeit der Thiniten, um 3000, kommt die Benützung solcher Tafeln
+allmählich ab, ist aber auch während des alten Reiches noch nicht
+gänzlich verschwunden[6815]. Die der Schminken selbst dauert hingegen
+fort: nach den Ritualbüchern des alten Reiches legt der Priester den
+Götterbildern schwarze und grüne Schminke auf und bedient sich dieser
+auch zum Malen gewisser Zeichen beim Hersagen von Zaubersprüchen und
+Beschwörungen[6816]. Um 2500, sowie unter König ~Senkhera~ um 2300,
+kommt die schwarze Augenschminke in Säckchen oder Beuteln aus oder
+über Pitsew, d. i. Arabien, heißt Stem, Mestem oder Stimmi[6817], und
+besteht, soweit die erhaltenen Reste ersehen lassen, aus Bleiglanz
+(Schwefelblei)[6818]. Das nämliche gilt von dem „guten Stimmi“ aus
+den auf uns gekommenen Toiletten-Kästchen des mittleren Reiches
+(2160-1785)[6819], sowie von dem damals im Tempeldienst allgemein
+gebräuchlichen, als dessen Ursprungsort die Puntländer angegeben
+werden[6820], also Südarabien und Ostafrika; 1901 erhielt aber König
+~Sesostris~ II. auch aus Syrien seitens eines Häuptlings ein Geschenk
+an Schminke[6821], über deren Beschaffenheit und Herkunft jedoch
+nichts Näheres bekannt ist. Erst seit Anfang des neuen Reiches beginnt
+man unter Stimmi, welcher Name sich weiter erhält[6822], auch den
+Grauspießglanz mitzuverstehen[6823]. Unter ~Thutmosis~ III. und der
+Königin ~Hatschepsut~, um 1500, kam die Augenschminke Stimmi oder
+Stibi[6824] in Beuteln und Krügen aus dem Punt[6825]; im „Papyrus
+~Ebers~“ des nämlichen Zeitalters ist von „echtem“ und von „männlichem“
+Stimmi die Rede, -- wonach es also offenbar auch ein „unechtes“
+(vielleicht Schwefelblei, vielleicht aber auch bloß Kohle oder Ruß)
+und ein „weibliches“ (minderwertiges) gab[6826]. Daß ~Ramses~ III. den
+Göttern u. a. 50 Pfunde Stimmi zum Geschenke machte[6827], beweist die
+fortdauernde Kostbarkeit dieser Ware auch im 13. Jahrhundert. Woher
+die Ägypter zuerst den Grauspießglanz empfingen, steht nicht sicher
+fest; die Annahme, daß er über Arabien aus Indien zu ihnen gelangte,
+besitzt wenig Wahrscheinlichkeit, denn die schwarze Augenschminke der
+Inder, die bei diesen (wie bei allen Orientalen) auch als sicheres
+Mittel gegen den „bösen Blick“ galt[6828], bestand aus Schwefelblei
+und hieß „Surma“, was auch der indische Name des Bleiglanzes
+ist[6829], während „Stimmi“ noch zu Beginn unserer Zeitrechnung nach
+den großen Hafenplätzen der vorderindischen Westküste +ein+geführt
+wurde, anscheinend aus Ostafrika[6830]; vermutlich waren also dessen
+Landschaften seine Heimat.
+
+Die in +Syrien+ und +Palästina+ übliche Augenschminke wird in den
+Büchern des alten Testamentes entweder „Puch“ benannt[6831], was
+sich in der „Septuaginta“, der zur ptolemäischen Zeit verfertigten
+griechischen Bibel-Übersetzung, mit Stimmi wiedergegeben findet, oder
+„Kahhâl“[6832]; dieses Wort bezeichnet als „Kuchli“ auch die Schminke,
+die König ~Hiskia~ 701 als Tribut an König ~Senacharib~ (~Sanherib~)
+abzuliefern hatte[6833] und besagt in den semitischen Sprachen, als
+„Kohol“, schließlich oft nichts weiter wie ein sehr feines, im übrigen
+aber ganz beliebiges Pulver.
+
+Aus Vorderasien oder Ägypten, wo das Stimmi außer als Zusatz
+zu Augenheilmitteln und -kollyrien auch sonst als trocknende,
+blutstillende, fäulniswidrige Substanz vielfach in der Medizin benützt
+wurde, dürften die +griechischen+ Ärzte seine Anwendung entlehnt
+haben. Für die älteste Erwähnung pflegt man die an einer Stelle der
+hippokratischen Schriften anzusehen, woselbst bei Erläuterung eines
+Rezeptes vom τετράγωνον (Tetrágonon = Viereckigem) die Rede ist,
+und zwar ohne jede nähere Angabe[6834]; es bleibt indessen durchaus
+zweifelhaft, was unter diesem Tetrágonon zu verstehen sei und ob
+sich das Wort nicht etwa bloß auf die äußere (viereckige) Form der
+verschriebenen Pastillen beziehe[6835], denn dem Grauspießglanz
+kommt keineswegs charakteristische „viereckige“ Gestalt zu, und
+von metallischem Antimon, dessen Krystalle zuweilen viereckige
+Pyramiden bilden sollen[6836], kann im betreffenden Zusammenhange
+nicht wohl die Rede sein. Daß man aber Stimmi tatsächlich bei der
+Herstellung gewisser Pastillen benützte, zeigen die Auszüge aus
+späteren griechischen (im Original nicht erhalten gebliebenen) Werken
+bei den Autoren der beginnenden römischen Kaiserzeit: ~Celsus~
+(um 30 n. Chr.) verordnet sehr oft Stimmi, rohes, gewaschenes und
+gebranntes, läßt Pastillen und Zäpfchen aus ihm anfertigen und rühmt
+es als wohltätig für die Augen, austrocknend und erweichend[6837];
+~Scribonius Largus~ (um 50 n. Chr.) macht häufig von Stibium oder
+Stibi Gebrauch, u. a. von ausgeschmolzenem (coctum)[6838]; ~Plinius~
+und ~Dioskurides~ (um 75) kennen Stimmi auch unter den Namen Stibi,
+Larbasis (unerklärtes Fremdwort), Alabastron (nach dem Material
+der Gefäße?), Chalkedónion (chalkedonisches), Platyophthalmón
+(Augen-Erweiterndes), Kalliblépharon (Augen-Verschönerndes),
+Gynaikéion (den Weibern Zukommendes), unterscheiden männliches und
+weibliches, rühmen seine medizinischen Eigenschaften und wissen,
+daß es beim Erhitzen mit Kohle ein Metall ergibt, das sie für Blei
+halten (plumbum fit; μολυβδοῦται)[6839]; ~Soranus~ (um 100, zur
+Zeit ~Trajans~) empfiehlt Stimmi zu gynäkologischen Zwecken[6840],
+~Galenos~ (131-200?) zu ophthalmologischen, laryngologischen, sowie
+als allgemeines Prophylaktikum[6841], und in ähnlicher Weise äußern
+sich alle späteren Ärzte, bis herab zu ~Marcellus Empiricus~[6842] im
+5., ~Alexander~ von ~Tralles~[6843] im 6. und ~Paulos Aigineta~[6844]
+im 7. Jahrhundert. Die Verwendung als Kosmetikum, die in der
+griechischen Litteratur anscheinend bei dem Komöden ~Antiphanes~ im
+4. Jahrhundert v. Chr. zuerst auftaucht[6845], dauert aber während
+dieser ganzen Zeit ebenfalls weiter fort[6846]. Mittels Stibi (στίβι)
+und der von Stimmi und Stibi abgeleiteten Verba στιμμίζω (stimmízo)
+oder στιβίζω (stibízo) übersetzt schon die „Septuaginta“ das Wort
+Puch sowie die Ausdrücke für das Schminken mit Schönheitsmitteln
+dieser Art, deren sich, wie oben erwähnt, die biblischen Schriften
+bedienen[6847]; im „Períplus des Roten Meeres“ (um 40 n. Chr.) ist
+von στίμη (Stíme) und στῆμι (Stémi) die Rede[6848]; ~Kriton~, der
+Leibarzt der Kaiserin ~Plotina~, der Gemahlin ~Trajans~, verfaßte
+ein Toiletten-Handbuch „χρισμᾶτων σκευασία“, dessen allein erhaltene
+Kapitelüberschriften ersehen lassen, daß es die Bereitung zahlreicher
+Salben, Pomaden und Schminken behandelte, u. a. die der στιμμίσματα
+(Stimmísmata) für die Augenbrauen[6849]; über die nämlichen Gegenstände
+berichten im 2. Jahrhundert auch ~Pollux~[6850] und ~Galenos~[6851],
+deren ersterer vom στίμμις ομματογράφος spricht (dem „Stimmi zum
+Augenmalen“), während letzterer die ὁσημέραι στιμμιζόμεναι γυναῖκες
+erwähnt („die sich täglich schminkenden Weiber“), wobei στιμμίζειν
+ganz ebenso „sich mit Stimmi malen“ bedeutet, wie nach ~Hesychios~
+ἀγχουσίζεσθαι „sich mit Anchusa malen“ (= rotfärben)[6852]. Auch als
+Name der Sklavin, die ihrer Herrin das Kalliblépharon anschminkt, ist
+„~Stimmi~“ überliefert[6853]. Den christlichen Autoren galten alle
+Künste dieser Art für spezifisch heidnische, ja teuflische[6854],
+weshalb ~Tertullianus~[6855] (gest. 220), ~Arnobius~[6856] (gest. 330),
+~Hieronymus~[6857] (gest. 420) und andere sie unbedingt verwerfen und
+sich namentlich auf das Schärfste gegen die „orbes stibio fuliginatos“
+aussprechen, „die mit Stimmi angerußten Augenbrauen“[6858].
+
+Bei den +alexandrinischen Alchemisten+ gehört, wie in früheren
+Abschnitten dargelegt, das Stimmi zu den wichtigsten, und seitens
+aller Autoren von ~Pseudo-Demokritos~ bis ~Hierotheus~ am
+häufigsten genannten Präparaten. Schon nach dem „Leidener Papyrus“
+soll ein Farbstoff fein gerieben werden wie Stimmi[6859], und im
+„Papyrus ~Kenyon~“ wird Stimmi von Koptos (in Oberägypten) als
+Augenheilmittel empfohlen[6860]. Stimmi (στίμμι, στίβι, στίμι[6861],
+στίμη[6862], στήμη[6863]), und zwar koptisches, italisches,
+occidentalisches und chalkedonisches, sowie die „Schwärze aus Stimmi“
+(μελανία στίμμεως)[6864], erwähnen ~Pseudo-Demokritos~ und seine
+Nachfolger[6865]; sie betrachten Stimmi, -- offenbar wegen des
+weißen Glanzes seiner Krystalle --, als dem Silber und samt diesem
+dem Monde zugehörig[6866], benützen es zum „Machen“ von Gold und
+Silber und gewinnen aus der weiblichen Abart Blei, nämlich „unser
+Blei“ (μόλυβδος ἡμῶν)[6867], d. i. metallisches Antimon, dessen
+Sublimierbarkeit sie kennen und es daher auch als ein Quecksilber
+(ὑδράργυρος) ansehen[6868]. Die syrischen Auszüge aus ~Demokritos~
+und ~Zosimos~ gedenken ebenfalls des koptischen und italischen
+(occidentalischen?) Stimmis[6869], das zum Machen oder Färben von
+Gold und Silber „fein wie Kohol“ zerrieben werden muß[6870], das dem
+Schwefelblei ähnlich sieht „wie es die Augenärzte durch Verbrennen von
+Blei mit Schwefel darstellen“[6871], das als „Staubwolke“ (= feiner
+Staub) ein treffliches Augenheilmittel abgibt[6872], und aus dem [bei
+der Reduktion] etwas entsteht, was den beiden Quecksilbern [d. i. dem
+Quecksilber und Arsen] aus Zinnober oder Sandarach gleicht[6873],
+[nämlich das metallische, gleichfalls sublimierbare Antimon]. An einer
+Stelle sprechen sie auch von spanischem Stimmi, das sich angeblich gut
+zum Blaufärben (?) des Glases eignen soll[6874].
+
+Die +Araber+, denen der Gebrauch des Kohol (eigentlich Kohl) ohnehin
+schon wohlbekannt war, fanden ihn auch bei den Syrern vor, ferner
+bei den Persern, die ein eigenes „Fest des Stibi“ besaßen, in deren
+Ritual das Mittel aber auch an anderen Feiertagen seine bestimmte
+Stelle einnahm[6875], sowie besonders bei den Ssabiern, die an gewissen
+Festtagen ihre Augen mit Stimmi malten[6876]; sie begegneten ferner
+in Persien der in der Pharmakologie des ~Abu Mansur~[6877] von 975
+bezeugten medizinischen, sowie in Syrien oder Ägypten der chemischen
+Anwendung der Präparate und unternahmen es in ihrer üblichen Weise, die
+in allen diesen Beziehungen herrschenden Anschauungen und Lehren zu
+vereinigen und zu erweitern.
+
+Der Tradition zufolge bestrich schon ~Muhammed~ seine Augenlider mit
+Kohol, nicht anders als dies die Beduinen seit jeher gewohnt waren
+und bis in die neuere und neueste Zeit hinein gewohnt blieben[6878];
+der Stift, dessen er sich hierbei bediente, war in einer Moschee zu
+Kairo als kostbare Reliquie zu sehen[6879]. Die Schriften der „Treuen
+Brüder“ überliefern, Stimmi[6880] entstehe durch völlige Verbrennung
+seiner Bestandteile, des Schwefels und Quecksilbers[6881], brauche
+10759 Tage bis zu seiner gänzlichen „Reifung“[6882] und vermöge dann,
+dieser seiner Natur gemäß, selbst nicht mehr weiter zu schmelzen oder
+zu verbrennen[6883]. Nach ~Alrazi~ (850-923 oder 932?) ist Stibi
+oder Kohol kalt, trocken, adstringierend und nützlich bei vielen
+Krankheiten, vor allem bei denen der Augen[6884]; ähnlich äußert
+sich in Spanien ~Abulkasis~ (912-1013?) und läßt beim „Brennen“ der
+Substanz Blei entstehen[6885]. ~Avicenna~ (980-1037) erklärt im
+„Kanon der Medizin“ ausführlich das Wesen des Stimmi[6886], das er
+auch Itmid (Atmed oder Atemed) nennt und als „faex plumbi“ (Hefe =
+Abfall des Bleies) ansieht[6887], rühmt die treffliche bei Ispahan
+in Persien vorkommende Sorte[6888] und führt es (unverändert oder
+gebrannt) als Bestandteil zahlreicher bewährter Rezepte an, besonders
+solcher für die Augensalben und -kollyrien[6889]. Die spätarabischen
+und -persischen Ärzte sowie ihre Jünger wiederholen in bekannter
+Weise, und ohne Stimmi und metallisches Antimon stets genügend
+auseinander zu halten, die Aussprüche dieser klassischen Autoritäten:
+so z. B. der sog. jüngere ~Serapion~ (12. Jahrhundert?)[6890], der
+auch den Ausdruck Itmid gebraucht[6891]; ferner die unter dem Namen
+„Al Kahhâl“ (= die Schminker) bekannten Augen-Spezialisten des 11.
+und 12. Jahrhunderts[6892]; sodann der Armenier ~Mechithar~, der im
+„Trost bei Fiebern“ (1184) namentlich den Grauspießglanz von Ispahan
+preist[6893]; ~Ibn Baitar~ aus Malaga (gest. 1248), der eine lange
+Reihe von Zitaten über Stimmi und Kohol zusammenstellt[6894]; ein
+Ungenannter, nach dem Glanz und Sehkraft der Augen durch nichts mehr
+gefördert werden als durch „Kohol mit Fliegen verrieben“[6895]; endlich
+~Ibn Alʿauwam~ (um 1150), der auch in der Veterinärkunde allerlei „fein
+wie Kohol geriebene“ Augenheilmittel verschreibt[6896].
+
+Die Quellen, aus denen das „Steinbuch des ~Aristoteles~“ schöpft,
+verstehen unter dem bei den Krankheiten der Augen, aber auch bei
+vielerlei anderen, so wohltätigen Itmid bald Antimon-, bald Bleiglanz,
+und die Übersetzer bezeichnen es auch als Itmad, Atmid, Azmet, Ezmit
+u. dgl.[6897]. Bei den Syrern soll „Tu“, das in der Regel Blei
+(Bleiglanz?) bedeutet, auch = Kohol, Stibi oder Stimmi sein[6898]; es
+gehört zu den sieben Steinen, die einen „Geist“ (etwas Flüchtiges)
+enthalten, tritt in sieben Arten von sieben Farben auf[6899] und
+liefert das „Blei des Kohols“ (Alkohls, Alkools, Alchools, Alcofols,
+Alchofols)[6900], d. i. metallisches Antimon, das u. a. mit Kupfer die
+goldfarbige Legierung Schabah (eine Antimonbronze) bildet[6901]. Für
+~Altughrai~ (gest. 1128), den angeblich unter dem Namen ~Artefius~ im
+Abendlande frühzeitig bekannten Alchemisten, ist Antimon „ein Stück
+des Bleies und hat allermaßen dessen Natur“[6902], und im nämlichen
+Sinne sprechen auch die in der „Turba philosophorum“ zitierten älteren
+Meister vom Blei aus dem Stein Kuhul[6903]. Nach ~Qalqaschandi~
+war im Ägypten des 12. und 13. Jahrhunderts Augenschwärze eine der
+wichtigsten Waren und wurde ebenso wie Augenschminke und -salbe
+pfundweise verkauft[6904]. ~Alqazwini~ (gest. 1283) erzählt, daß das so
+nützliche Antimonium am reichlichsten in Persien zu Ray (bei Teheran)
+und in Spanien vorkomme, woselbst ein Berg es bei zunehmendem Monde
+regelmäßig in großen Mengen ausschwitze[6905]; die Vortrefflichkeit
+der verschiedenen (mindestens viererlei) Sorten Ithmid aus Ispahan
+und Spanien bestätigt auch ~Aldimeschqi~ (1256 bis 1327)[6906], hält
+seine Entstehung durch Verbrennen von Schwefel und überschüssigem
+Quecksilber bei starker Hitze für erwiesen, gibt jedoch zu, daß es
+selbst noch weiter vom Feuer verändert werde und u. a. das Eisen
+„verbrenne“[6907]. Nach ~Abulfeda~ (1273-1331) übertrifft seit jeher
+keine Sorte Kohol die von Ispahan[6908], obwohl auch Spanien und
+Westafrika vortreffliche hervorbringen[6909]; tatsächlich wird schon
+in den ersten Zeiten des Khalifats der Kohol von Ispahan, von Ray
+(bei Teheran) und vom Demawend als vorzügliches Schmink-, Heil- und
+Abwehrmittel gegen den „bösen Blick“ empfohlen[6910] und, weil „offen
+zutage liegend“, als ein Gemeingut erklärt, auf das dem Herrscher
+keinerlei besonderes Schurfrecht oder Regal zustehe[6911]. In den
+Erzählungen „1001 Nacht“ findet sich der Kohol unzählige Male erwähnt:
+man trägt ihn (nebst dem Silberstift zum Auflegen) in einer kleinen
+Büchse an zierlicher Kette um den Hals[6912], er verschönert die Augen
+und Augenbrauen[6913], er stärkt die Sehkraft der Neugeborenen[6914],
+die Frauen haben Augen „von Natur gefaßt in Linien von Kohol“[6915],
+sie sind siegreich „durch den magischen Kohol ihres Blickes“[6916], und
+man möchte ihnen „den Kohol vom Augapfel stehlen“[6917]. -- Eine fast
+zahllose Menge ähnlicher Bilder weist die schöne Litteratur der Araber
+und Perser auf, in deren Liebesgedichten der Kohol einen nicht minder
+unentbehrlichen Bestandteil darstellt, wie Moschus und Ambra, Rosen und
+Nachtigallen. Schon in den alten Liedern der von ~Abu Tammam~ (805-846)
+zusammengestellten „Hamâsa“ heißt es:
+
+ „Zarte Adern schwellen ihrer Augen Stern,
+ Deren Schöne mißt schwarze Schminke gern.“
+
+ „Von Augensalbe redet +sie+ mit Hohn,
+ Sie braucht sie nicht und hörte nur davon“,
+
+und von einer Negerin:
+
+ „Es ist, als ob das Auge sie färbte mit der Haut[6918].“
+
+~Mutenabbi~ (915-965) sagt:
+
+ „Der Scharfsinn schmückte sie, statt des Kohols, mit Klarheit.“
+
+ „Der eigenen Schwärze des Aug’s gleicht nicht der schwarze
+ Kohol“[6919],
+
+~Firdusi~ (940-1020):
+
+ „Durch Augenschminke zu dämonischem Gefunkel
+ Verschärft sie ihrer Blicke Dunkel“[6920],
+
+der spanische Araber ~Alcharisi~ (um 1250):
+
+ „Unsere Augen belegten sich wohl
+ Mit der Trennung Alkohol“[6921],
+
+und ~Hafis~ (gest. 1390?):
+
+ „O Morgenwind, bring mir Kohol!“[6922].
+
+~Dschami~ (1414-1492) singt:
+
+ „Sie färbt der Braue Neumond,
+ Ziert mit Schminke ihre Augen.“
+
+ „Der Staub von deinen Schuhen dient
+ Als Schminke meinen Augen“[6923],
+
+ja noch ~Baki~ (1525-1591) ahmt, wie gewöhnlich, ältere Vorbilder in
+den Versen nach:
+
+ „Kohol brauch ich nicht fürs Auge,
+ Staub der Füße dünkt mir lieblich.“
+
+ „Des Fußstaubs Kohol auf mein Auge fällt.“
+
+ „Gebt Kohol mir aus der Sterne Schnuppen!“[6924].
+
+In der +mittelalterlichen+ Litteratur taucht der Grauspießglanz
+unter dem Namen „Antimonium“, dessen Ursprung noch weiter zu
+erörtern sein wird, zuerst bei dem schon oben genannten, in Salerno
+tätigen ~Constantinus Africanus~ (gest. 1087) auf, der ihn im Buche
+„De gradibus“ als Augenheilmittel, als trocknende, blutstillende,
+fäulniswidrige Substanz rühmt[6925]; ~Matthaeus Platearius~ im
+„Circa instans“ (um 1150)[6926], sein Sohn ~Johannes Platearius~ (um
+1180)[6927], der ~Magister Salernus~ (gest. bald nach 1167) in den
+„Tabulae“[6928], ~Nikolaos~ im „Antidotarium“ (gegen 1200)[6929]
+und andere Salernitaner schließen sich ihm an, und ersterer hält
+diese Substanz, trotz ihrer Ähnlichkeit mit dem Zinn, für kein
+eigentliches Metall. Vom Antimonium sprechen ferner: um 1200 der
+unbekannte Verfasser gewisser pharmakologischer Verse[6930], Magister
+~Bernardus der Provenzale~ im „Kommentar“ zu den „Tabulae“ des
+~Magister Salernus~[6931], sowie ~Otho von Cremona~ in „De electione
+medicamentorum“[6932]; um 1250 ~Vincentius Bellovacensis~ im „Speculum
+naturale“[6933], 1256 ~Aldebrandino di Siena~[6934], um 1260 ~Johannes
+de Sancto Amando~, der es für abgestorbenes oder totes Blei (plumbum
+mortuum) erklärt[6935]; um 1266 ~Theodor Borgognoni~[6936], um
+1270 ~Guilelmus de Saliceto~[6937], und noch etwas später ~Simon
+Januensis~ (gest. 1303) und ~Matthaeus Sylvaticus~ (gest. 1342),
+bei denen sich neben Antimonium und Antimonum auch die entstellten
+Bezeichnungen Aitruad[6938], sowie Stibeos, Stibeus, Stilbos und
+Stimeos vorfinden[6939]. Die genannten Schriften, sowie die unter
+dem Namen des ~Villanova~ und ~Lull~ gehenden[6940], vermitteln
+dann die Kenntnis des Antimoniums den Ärzten und Alchemisten der
+folgenden Jahrhunderte, während derer aber auch die Darstellung
+des metallischen Antimons zunehmende Ausdehnung gewinnt, und zwar
+besonders in Deutschland, das solches um 1500 schon in größeren
+Mengen zur Ausfuhr brachte, u. a. nach Italien. Dort erwähnen die
+Werke des ~Biringucci~ (1540)[6941], ~Piccolpasso~ (1548)[6942] und
+~Pedemontanus-Ruscelli~ (1563)[6943] den „Regulus Antimonii“, das
+deutsche Antimon, das man am besten in Venedig erhält, zur Reinigung
+des Goldes benutzt, auch u. a. der Glockenspeise zusetzt, weil es den
+Ton der Glocken verschönern soll; jene des ~Aldrovandi~ (1522 bis
+1601)[6944] sowie seines Zeitgenossen ~Caesalpinus~[6945] besprechen
+auch die leichte Reduzierbarkeit des Stibiums zu einem Metall, das sie
+bald als Blei, bald als Zinn ansehen. Schärfer als fast alle seine
+Vorgänger unterscheidet zwischen „Antimonium crudum“, d. i. dem rohen
+Grauspießglanz, und dem Antimonmetall der im Berg- und Hüttenwesen
+so erfahrene ~Paracelsus~ (1493-1541), der die „unerschöpflichen
+Tugenden“ des Antimoniums preist[6946], Antimon-Präparate (zugleich
+mit denen aus verschiedenen anderen Metallen) kühnlich in die Therapie
+einführte[6947] und durch diese Neuerungen erbitterte Streitigkeiten
+heftigster Art und langandauernde Kämpfe entfesselte: erneuerte doch
+die konservative medizinische Fakultät der Pariser Universität noch
+über 60 Jahre nach des ~Paracelsus~ Tode durch Ausstoßung des ~Turquet
+de Mayerne~ (1573-1655) und anderer hervorragender Ärzte, die antimon-
+und quecksilberhaltige Mittel verordnet hatten, ihre oft wiederholten
+Versuche, deren Gebrauch unbedingt zu verhindern[6948], und verfaßte
+doch ~Carneau~ noch 1656 das Spottgedicht „La stimmimachie, ou le grand
+combat des médecins modernes, touchant l’usage de l’antimoine“![6949].
+~Dorn~ spricht im „Dictionarium Paracelsi“ von dem aus Stibium oder
+Antimonium gezogenen (tractum) „philosophischen Blei“[6950], nennt
+im „Clavis totius philosophiae“ das Antimonium oder Stibium auch
+Blei-Markasit (Marcasita plumbea) und verwendet das metallische Antimon
+zum Reinigen des Goldes[6951]. Ähnlich äußern sich in technologischer
+Hinsicht u. a. ~Mathesius~, der in seiner „Bergpostilla“ von 1555 zu
+lange und stark erhitztes Spießglas in Blei übergehen läßt[6952],
+~Encelius~ (1557)[6953], sowie ~Fabricius~ (1565)[6954], ferner in
+medizinischer ~Matthiolus~ (1501-1577)[6955] und ~Amatus Lusitanus~
+(1554)[6956], der auch bemerkt, das meist Antimonium genannte Stibium
+heiße bei den Spaniern noch jetzt +so+, wie ehemals bei den Arabern,
+nämlich Alkohol. Der Name Alkohol war im Laufe des Mittelalters
+tatsächlich vollständig in das Spanische übergegangen, und zwar auch
+in die Volkssprache, wie dies z. B. die gegen 1500 angeblich von
+~Rojas~ verfaßte Sittenkomödie „Celestina“ beweist, in deren 3. und
+17. Akt (sie hat deren 21!) die Heldin, eine gemeine Kupplerin, die
+Waren aufzählt, die es ihr ermöglichen, sich hausierend in vornehme
+Familien einzuschleichen, darunter „soliman“ (Sublimat) und „alcohol“,
+also Schminke für die Wangen[6957] und für die Augen[6958]. Auch nach
+dem „Wörterbuch der Spanischen Akademie“ bedeutet „alcoholado“ soviel
+wie „mit Kohol gefärbt“, und die spanische Bibelübersetzung gibt die
+oben angeführte Stelle des ~Ezechiel~ „Du schminktest deine Augen
+mit Stimmi“ durch die Worte wieder „alcoholaste tus ojos“[6959]. Die
+Bezeichnung Alkohol für ein Feinstes, zu zartestem Pulver Verriebenes,
+übertrug dann ~Paracelsus~, völlig willkürlich, im Sinne einer
+Quintessenz auf den Weingeist als den wesentlichen und edelsten
+Bestandteil des Weines, und diese Benennung gelangte schließlich, wenn
+auch nur sehr langsam, zur allgemeinen und dauernden Einbürgerung[6960].
+
+Besonderen Aufschwung erfuhr noch die Anwendung des Antimons durch
+die Werke des sog. ~Basilius Valentinus~, die aber nicht, wie man
+lange Zeit glaubte, von diesem angeblichen Benediktiner-Mönche schon
+um 1450 zu Erfurt verfaßt wurden, sondern ihm erst zu Beginn des 17.
+Jahrhunderts durch den „Herausgeber“ ~Thölde~ untergeschoben sind, --
+ein Sachverhalt, der schon 1615 dem ~Libavius~[6961], und später u. a.
+~Becher~[6962], ~Stahl~[6963], ~Morhof~[6964], ~Leibniz~[6965] und noch
+~Sprengel~[6966] nicht unbekannt gewesen zu sein scheint, nachher aber
+allmählich in völlige Vergessenheit geriet[6967]. In jenen Werken, dem
+„Triumphwagen Antimonii“[6968], in dem sich das Ithmid oder Athmid zu
+„Asinat“ entstellt findet[6969], und den „Chymischen Schriften“[6970],
+spielen übrigens das als Abart des Bleies betrachtete Antimon und seine
+Abkömmlinge nicht nur in medizinischer Hinsicht eine große Rolle,
+sondern auch in alchemistischer: galt doch jener „wunderbarliche
+Stern“, den das Gefüge des krystallisierten metallischen Antimons
+sehr oft deutlich zeigt, als „gestirnter König“, als „Stern der
+Weisen“, als „philosophischer Signatstern“, der in besonders nahen
+Beziehungen zu den übrigen Sternen und ihren Metallen stehen sollte
+und daher den Goldmachern die berechtigtesten Aussichten eröffnete,
+zugleich aber auch wieder den Ärzten eine zureichende Erklärung für die
+Wunderwirkungen der Antimon-Präparate an die Hand gab. In solchem Sinne
+sprechen vom „Sterne des Antimoniums“ (stella antimonii; antimonium
+stellatum; regulus stellatus) bereits die von ~Libavius~ in der
+„Alchymia“ von 1597 benützten Quellen[6971], -- wenngleich er selbst
+das Antimon bald dem Blei gleichsetzt, bald seine Einheitlichkeit
+bezweifelt und es aus Quecksilber, Arsen und Schwefel bestehen
+läßt[6972] --, desgleichen später ~Suchten~ (1613) in der ebenfalls
+von ~Thölde~ „herausgegebenen“ Schrift „Antimonii Mysteria“[6973],
+~Poppe~ (1625) in der „Basilica Antimonii“[6974], ~Becher~ in der
+„Physica subterranea“ von 1669[6975], ~Kunckel~ in dem um 1690
+verfaßten „Laboratorium chymicum“[6976], und noch viele Andere, ja in
+gewisser Hinsicht selbst 1732 der so hervorragende, von alchemistischen
+Anwandlungen aber keineswegs ganz freie ~Boerhaave~[6977]. Die bei
+diesen und ähnlichen Schriftstellern, z. B. bei ~Chartier~ (um 1640)
+ausgesprochene Behauptung[6978], „das Antimon sei die großartigste
+Medizin der Welt, nicht nur für die Menschen, sondern auch für die
+Metalle“, wurde auch benützt, um die Wirkung des Antimonzusatzes als
+Reinigungsmittel bei der Goldschmelze zu erklären: es befreit das Gold
+von allen unedlen Resten, es zieht diese als „Magnet der Weisen“ an
+sich und in sich, es verschlingt sie, es frißt sie auf, es ist daher
+der „Lupus metallorum“, der Wolf der Metalle, der reißende Wolf, der
+gierige Wolf, der feurige Drachen, der feurige Satan, der Sohn des
+Satans, der höchste Richter, das Bad des Königs usf.[6979].
+
+In der Litteratur des Mittelalters und der beginnenden Neuzeit wird
+übrigens unter Stimmi, Kohol oder Antimonium nicht selten sehr
+Verschiedenes verstanden, „da es dessen gar mancherlei, den Alten
+unbekannt gebliebene Arten gibt“[6980], und bei der Beurteilung der
+einzelnen Stellen ist daher häufig einige Vorsicht am Platze; bedeutet
+doch noch im 18. Jahrhundert „Stimmi anglicum“ nichts anderes als
+Graphit, der damals zuerst in Gestalt eines feinen schwarzen Pulvers
+aus England nach Deutschland eingeführt wurde, wo er zunächst als
+Anstrichfarbe diente[6981].
+
+Was den +Namen+ Antimonium anbelangt, so bezeichnet schon ~Fabricius~
+im 16. Jahrhundert[6982] und ~Ducange~ im 17.[6983] seine Herkunft als
+eine unbekannte, und nur weil sie dies war, konnte um die nämliche
+Zeit ein (offenbar französischer) Autor es wagen, „Antimoine“ von
+„Anti-Moine“ abzuleiten, „weil ~Basilius Valentinus~, der diesen
+Stoff mit bestem Erfolge bei der Mast der Schweine verwendet hatte,
+ihn zu gleichem Zwecke auch seinen Mitmönchen verabfolgte, wobei sie
+aber sämtlich ums Leben kamen“[6984]! Für einen neu eingeführten, und
+zwar französischen Namen erklärt Antimonium 1640 ~Chartier~[6985] und
+ist der Meinung, er sei aus ἄνθος ἄμμωνος (ánthos Ammonos) gebildet,
+d. i. „Blume des ~Ammon~“, nämlich des ~Jupiter Ammon~, da man das
+dem Zinn so ähnliche Antimon auch als ein dem ~Jupiter~ zugehöriges
+Metall betrachtete[6986]. Neuzeitliche Gelehrte, wie ~Littré~ und
+~Huet~[6987], legen als Wurzelwort entweder Stimmi zugrunde, oder
+Ithmid (nebst seinen zahlreichen Nebenformen Atmid, Athmid, Athmud,
+Othmud, Atemed, Atmed, Itmad, Ithmad, Ismit, Azmet, Ezmêt), lassen
+also etwa Al Stimmi oder Al Ithmid sich durch allerlei Zwischenstufen
+allmählich zu Antimon abschleifen und berufen sich darauf, daß
+derartige Umwandlungen arabischer oder arabisierter Worte, auch
+die anscheinend seltsamsten, tatsächlich vorkommen. Dieser Ansicht
+schließen sich, obwohl die vermuteten Zwischenstufen bisher nicht
+nachgewiesen sind, auch ~Diergart~[6988] sowie ~Ruska~[6989] an,
+welcher letztere sowohl Antimon wie Wismut für verdorbene Formen von
+Ithmid hält[6990].
+
+In der mittelalterlichen Litteratur kommt, wie bereits ~Ducange~
+feststellte, „Antimonium“ zuerst bald nach 1050 bei ~Constantinus
+Africanus~ vor und geht aus dessen Schriften in die seiner oben
+erwähnten Nachfolger über, zuweilen unter geringer Abänderung, wie
+denn z. B. ~Aldebrandino di Siena~ (1256) „Antimomum“ schreibt[6991],
+~Simon Januensis~ sowie ~Matthaeus Sylvaticus~ (um 1300) aber
+„Antimonum“[6992]. ~Constantinus Africanus~ erklärt nicht erst, was
+Antimonium sei, sondern setzt das Wort als bereits bekannt voraus,
+entlehnte es also den von ihm benützten Quellenschriften, die
+keineswegs, wie man früher annahm, ausschließlich arabische waren,
+sondern zum großen Teil auch spätgriechische und byzantinische,
+die ihm vieles von ägyptischer und alexandrinischer Herkunft
+vermittelten[6993]. Demgemäß darf man annehmen, daß Antimonium
++griechischen+ Ursprungs ist[6994], und zwar spricht alle
+Wahrscheinlichkeit dafür, daß es nichts anderes vorstellt als
+die latinisierte Form von ἀνθεμώνιον (Anthemónion) = die Blüte,
+das Ausgeblühte; das „Tertium comparationis“ bildet dabei die
+charakteristische Gestalt des in strahligen, der Blüte der Kompositen
+vergleichbaren Drusen krystallisierenden Grauspießglanzes[6995].
+
+Zur Bezeichnung von Pflanzen finden sich begreiflicherweise die
+Ausdrücke ἄνθεμον (Anthemon) und ἄνθεμις (Anthemis) vielfältig
+verwendet: bei ~Hippokrates~ soll εὐάνθεμον (Euánthemon) u. a. die
+Kamille bezeichnen[6996], bei ~Theophrastos~ ἄνθεμον τὸ φυλλῶδες
+die weiße Strahlblume[6997]; bei ~Dioskurides~ kommt neben ἄνθεμις,
+der Kamille, auch λευκάνθεμον und μελάνθεμον vor (= die hell- und
+dunkelblütige Wucherblume?)[6998]; ~Galenos~ benennt mit Euánthemon
+wohl ebenfalls die Kamille[6999], während unter βοάνθεμον (Boánthemon
+= Kuhblume), χαλκάνθεμον (Chalkánthemon = erzfarbige Blume) und
+χρυσάνθεμον (Chrysánthemon = Goldblume) sowohl er, als auch
+~Nikander~ in seinem gegen 200 v. Chr. verfaßten pharmakologischen
+Lehrgedichte[7000] mehrere verschiedene Pflanzen zu begreifen
+scheinen[7001], u. a. auch die bei den Orphikern und Gnostikern
+Chrysánthemon genannte Zauberpflanze, die z. B. in der „Pistis
+Sophia“ ~Jesus~ in die Hände seiner Jünger legt[7002]. Bei den
+späteren griechischen Botanikern heißt z. B. das Herbströschen (Adonis
+autumnalis) ἀντεμώνη (Antemóne), ἀντεμωνιάμ (Antemoniám) oder ἀρτεμόνη
+(Artemóne)[7003], wobei zu beachten bleibt, daß die Nachsilbe ιάμ
+sichtlich nur ein entstelltes ιόν, Antimoniám also = Antimonión ist,
+und daß die Namen vieler Dutzender von Gewächsen[7004] mit Hilfe dieses
+nämlichen Diminutivs gebildet sind, das sich für die spätgriechische
+Volkssprache und den sog. Vulgärdialekt als so charakteristisch
+erweist[7005]. Ebenso heißt das Cyclamen Anthimon oder Antimon[7006],
+eine Anthemis-Art (Anthemis pyrethrum?) αρτιμόνιον (Artimónion)[7007]
+und eine andere αρτεμόνιον (Artemónion), woher sich wohl der
+gleichlautende Name eines Augenheilmittels bei ~Galenos~ erklärt[7008].
+
+Frühzeitig kommen auch übertragene Bedeutungen vor: die Arkaderin
+Ἀνθεμόνη (~Anthemone~) nennt die Sage als Geliebte des ~Aineias~[7009];
+Ἀνθεμόεσσα (~Anthemoessa~) heißt bei ~Hesiod~ und Ἀνθεμόδη
+(~Anthemode~) bei ~Euripides~ die Blumige, Blühende[7010]; dem ἄνθεμον
+(Anthemon) gleichen die Verzierungen eines Schildes[7011] sowie
+die Zweige der Korallen bei ~Pindar~ (522-442)[7012]; κριάνθεμον
+(Kriánthemon) ist der als „Widderhorn“ bekannte Edelstein[7013].
+Während der hellenistischen Periode und insbesondere bei den
+alexandrinischen Chemikern wird die Entwicklung der Krystalle
+durchaus jener der Pflanzen gleichgesetzt[7014], Mineralien, Metalle
+und Edelsteine wachsen und wachsen nach, es gibt Krystall-Keime
+und -Samen, Krystalle schießen auf oder an, sind aufgewachsen oder
+verwachsen, erscheinen blättrig und stenglig, baumartig (dendritisch)
+und verzweigt, oder blühen aus (effloreszieren)[7015]; als Blüten des
+Mineralreiches[7016], im Sinne des Besten und Herrlichsten, erscheinen
+insbesondere die Edelsteine, deren Kostbarster, der Diamant, daher
+als „Blüte oder Blütenknospe des Goldes“ (χρυσοῦ ἄνθος; auri nodus)
+angesehen wird[7017].
+
+Bezeichnungen wie „Blüte des Silbers oder Bleies“ (ἀργύρου ἄνθος)
+für gewisse feine und glänzende Silber- oder Bleiglätten[7018],
+„Blüte des Kupfers“ (χαλκοῦ ἄνθος) für das lebhaftrote
+Kupferoxydul[7019], „Kupferblüte“ (χάλκανθος, χάλκανθις) für den
+blauen Kupfervitriol[7020], „Auf- oder Ausgeblühtes aus Chalkitis“
+(ἐπ-, ἐξάνθισμα χαλκίτεως) für Misy[7021], ferner „Blüte des Salzes,
+des Öles, des Mehles“ usf., finden sich sehr allgemein von den
+hippokratischen Schriften an bis zu jenen des ~Dioskurides~ und
+~Galenos~; aus diesen und ihren griechischen Quellen wieder entlehnten
+die römischen Autoren, wie schon ~Cato~ (um 200 v. Chr.)[7022],
+~Scribonius Largus~ (um 50 n. Chr.)[7023], ~Plinius~ und viele
+andere ihr flos salis, olei[7024], picis, aeris, siliginis, lapidis
+assii (Blüte des Salzes, Öles, Pechs, Kupfers, Mehls, assischen
+Steins) u. dgl. mehr. Auch die griechischen Alchemisten sprechen von
+ἄνθος[7025] (Blüte = Farbstoff aus Anchusa, Safran usf.), ἄνθος ἁλός
+(Salzblüte)[7026], ἅλας ἀνθιόν (ausgeblühtem Salz)[7027], ἄνθος χαλκοῦ
+(Blüte des Kupfers, Kupferoxydul)[7028], χάλκανθος oder καλάκανθος
+(Kupferblüte, Kupfervitriol)[7029], ἄνθος (Blüte = Effloreszenz) aus
+Pyrit und Chalkitarin[7030]; sie bezeichnen krystallisierte Stoffe,
+z. B. Alaun, mit dem (zugleich an einen Stern erinnernden) Bilde der
+Strahlblume [Symbol][7031] und nennen sie Ep- und Exantheme[7032];
+sie lassen das Kupfer bei der Transmutation „Blüten tragen“ (= zu
+Gold werden, ἄνθη φέρειν)[7033], die schwefelhaltigen Substanzen bei
+der Taricheia aufschießen, wachsen und blühen wie βοτάναι (Botánai
+= Kräuter)[7034]; sie bereiten durch wiederholte Sublimation die
+gelben „Blumen des Schwefels“ und die schneeweißen „Blumen oder
+Blumenkelche (κάλυξ) des Arsens“ (= Arsenigsäure)[7035]; sie
+gewinnen als Endergebnis des großen Werkes die Blüte (ἄνθος) des
+goldfarbigen Pyrits (χρυσίζων)[7036], d. i. Goldstaub oder Goldpulver,
+ἄνθος χρυσοῦ[7037], χρυσάνθιον (Chrysánthion)[7038], χρυσάνθινον
+(Chrysánthinon)[7039], χρυσάνθεμον (Chrysánthemon)[7040], oder
+χρυσάνθιμον (Chrysánthimon)[7041].
+
+Aus dem Dargelegten ergibt sich zur Genüge, daß das „Antimonium“ des
+~Constantinus Africanus~ nichts weiter ist als ein latinisiertes
+Anthemónion oder Anthimónion und unmittelbar aus dem Spätgriechischen
+stammt; ~Simon Januensis~ und ~Matthaeus Sylvaticus~ erwähnen in
+der Tat, -- was bisher unbemerkt geblieben zu sein scheint --,
+eine griechische Form Antimonos[7042], deren Quelle sie zwar nicht
+angeben, die aber, da sie um 1300 schrieben, im 13. Jahrhundert
+jedenfalls noch gebräuchlich war. In einem gegen 1400 verfaßten
+byzantinischen Goldschmieds-Traktate glaubte ~Berthelot~ das Wort
+ἀντεμόνιον (Antemónion) zuerst vorgefunden zu haben, sprach aber
+sogleich die Vermutung aus, daß es wohl schon weit älterer Herkunft
+sei[7043]; diese ließe sich bis an die Schwelle der alexandrinischen
+Zeit zurückverfolgen, falls sich ergäbe, daß das bisher fragwürdig
+gebliebene „Antimio di damia“ der „Compositiones ad tingenda ...“ (8.
+Jahrhundert), das ~Berthelot~ für einen Firnis (oder eine Farbe) der
+Glasmaler hält[7044], mit Antimon zusammenhängt und etwa „Antimon aus
+Damiette“ (Ausfuhrhafen in Ägypten) bedeutet.
+
+Für den durch die bekannte Erscheinung des spätgriechischen sog.
+Itacismus hinreichend erklärten Übergang von e in i, also Anthemon
+in Anthimon, sowie für jenen des th zu t, also Anthimon in Antimon,
+sind schon oben Belegstellen angeführt worden[7045]; die auf den
+griechischen Ursprung zurückgehende Schreibweise Anthimonium, mit
+th, blieb übrigens noch lange Zeit lebendig, sie findet sich u. a.
+in des ~Gerhard von Cremona~ (1114-1187) lateinischer Übersetzung
+des ~Alrazi~[7046] und ~Serapion~[7047] (auf 3 Seiten 13mal),
+bei ~Johannes Platearius~ (um 1175)[7048], bei ~Arnoldus de
+Villanova~[7049], in der Pestschrift des Mailänder Arztes ~Crato~
+von 1378[7050], in der Eßlinger Apothekertaxe von etwa 1550[7051],
+in ~Quattramis~ alchemistischem Werke „La vera dichiaratione“ von
+1587[7052], in ~Khunraths~ „Medulla destillatoria“ (1594)[7053] und in
+des ~Libavius~ „Alchemistische Practic“ (1603)[7054].
+
+Die Voraussetzung, daß dem Dargelegten zufolge auch etwa das arabische
+Athmid (Itmid) durch Entstellung von Anthemon entstanden sei, ist
+nach ~Ruska~ nicht wahrscheinlich; Ithmid geht vielmehr auf Stimmi
+zurück, und die zahlreichen Nebenformen, deren sich insbesondere die
+lateinischen Übersetzer der arabischen Autoren bedienen, sind (wie
+in so vielen ähnlichen Fällen) durchaus nur durch Verballhornungen
+der richtigen Aussprache und durch Einschiebung beliebiger Vokale zu
+erklären.
+
+
+
+
+Nachträge.
+
+
+
+
+1. Berthelot als Historiker.
+
+
+Verschiedene Abschnitte des vorliegenden Werkes machten es
+erforderlich, auf erhebliche Mängel der ~Berthelot~schen
+geschichtlichen Arbeiten und Auffassungen hinzuweisen, was
+vielleicht manchem Leser insofern überraschend gewesen sein mag,
+als der Historiker ~Berthelot~, wiederholten und keineswegs erst
+der allerjüngsten Zeit entstammenden Einwendungen zum Trotze, immer
+noch den Ruf einzigartiger Sachkenntnis, seltenster Umsicht und
+unfehlbarer Zuverlässigkeit genießt; indessen ist dieser hauptsächlich
+dadurch zustande gekommen, daß der als Chemiker und Gelehrter,
+Freigeist und Patriot, Politiker und Minister bereits hochberühmte
+Verfasser, dessen rastlose Bemühungen und unermüdliche Tätigkeit auch
+auf geschichtlichem Felde keineswegs unterschätzt werden sollen,
+ihn im Laufe eines noch langen Lebens und mit allen Mitteln seiner
+weitreichenden Einflüsse immer wieder aufs neue selbst für sich in
+Anspruch nahm und durch ausgedehnte, von ihm abhängige Kreise in
+gleichem Sinne verkünden ließ[7055], bis er schließlich hierin nicht
+weniger bei seinen Volksgenossen Glauben fand als im Auslande. Auch
+dort wurden seine Schriften in zumeist maßloser und einseitiger Weise
+verherrlicht und verhimmelt, wobei indessen den Kritikern zwei Umstände
+zur Entschuldigung gereichen: einerseits standen ihre Meinungen mehr
+als billig unter dem Eindrucke, den der Umfang des Geleisteten, die
+vortreffliche Darstellung, der schöne Stil sowie die selbstbewußte
+Sicherheit des Verfassers auf sie ausübten; andererseits ermangelten
+sie, entweder völlig oder doch in ausreichendem Grade, gründlicher
+eigener, aus erster Hand geschöpfter Kenntnis der betreffenden Quellen
+und vollends der gesamten für die Beurteilung der behandelten Fragen
+in Betracht kommenden Litteratur. Die unter solchen Verhältnissen
+gefällten Urteile standen aber zunächst einmal als maßgebende fest,
+und es bedurfte längerer Zeit, bevor sich die Stimmen einzelner
+wirklicher Sachkenner erhoben, und noch längerer, bevor sie seitens der
+Allgemeinheit einiges Gehör finden konnten.
+
+~Berthelot~ selbst befand sich -- anfänglich wenigstens -- über die
+Schwierigkeiten einer „Editio princeps“ der griechischen und gar der
+orientalischen Texte alchemistischen Inhaltes nicht im unklaren[7056],
+zumal er in dieser Hinsicht nicht die geringste Erfahrung besaß
+und außerdem der griechischen Sprache nur in bescheidenem Umfange
+mächtig war, vom Arabischen und Syrischen aber kein Wort verstand;
+späterhin neigte er jedoch in zunehmendem Maße zur Überschätzung des
+zuwege Gebrachten und ließ jede gesunde Selbstkritik vermissen. Die
+Voraussetzung für das Zustandekommen guter Ausgaben waren ihm zwar
+wohlbekannt und er gibt ihnen an einer Stelle in dem klaren Satze
+Ausdruck, man solle sämtliche Handschriften sorgfältig prüfen und den
+berichtigten Text vollständig, ohne Auslassung oder Einschiebung,
+sowie ohne Zusätze des Herausgebers zum Abdrucke bringen[7057]. Diese
+goldenen Regeln befolgte er jedoch nicht nur selbst in keiner Weise,
+sondern ließ auch seine (amtlich ihm unterstellten) sprachkundigen
+Mitarbeiter (~Ruelle~, ~Duval~, ~Houdas~) nicht frei gewähren, verfügte
+vielmehr völlig willkürlich über die Ergebnisse ihrer Leistungen
+und gab von deren Umfang und Tragweite ein so wenig zutreffendes
+Bild, daß sich diese Gelehrten wissenschaftlich beeinträchtigt und
+auch in kränkender Weise zurückgesetzt fühlen mußten[7058]: ihre
+Namen waren zwar genannt, an mehr als einer Stelle und auch mit Lob;
+aber die ganze, eigentümlich schillernde Art der Darstellung blieb
+darauf angelegt, die gesamte geistige Arbeit und überhaupt alles
+Verdienstliche allein von ~Berthelot~ ausstrahlen zu lassen, und sie
+erreichte dieses Ziel mit solchem Erfolge, daß selbst Fachmänner
+wie ~Sudhoff~ oder ~Reitzenstein~ längere Zeit an die alleinige
+und persönliche Herausgeber- und Übersetzertätigkeit ~Berthelots~
+glaubten[7059]. Dieser große Mann besaß eben auch große Schwächen
+und zu ihnen zählte vor allem eine übermäßige Eitelkeit[7060]; sein
+Leitmotiv auf +allen+ Gebieten, die er bearbeitete, -- und es wird
+hierauf noch weiter unten zurückzukommen sein --, war daher der Satz,
+den der einstige Schüler im zweiten Teile des „Faust“ mit den Worten
+ausspricht: „Die Welt, sie war nicht, eh’ +ich+ sie erschuf.“
+
+Was die Codices der griechischen Alchemisten anbetrifft, so schenkte
+~Berthelot~ allein den in Paris und Venedig befindlichen eingehende
+Berücksichtigung, während er von den übrigen bloß einen Teil näher
+überprüfen ließ, und auch diesen nicht immer durch Persönlichkeiten von
+bewährter Sachkunde. Aber auch die so ermittelten Texte veröffentlichte
+er nicht in genauer und wortgetreuer Fassung, vielmehr zog er es vor,
+ihnen auf Grund gewisser vorgefaßter Anschauungen, also befangen
+in dem, was ~Kopp~ sehr bezeichnend „Pseudopsie“ nennt[7061], eine
+neue Einteilung in mehrere Gruppen zu geben und sie dieserhalb zu
+zerstückeln (décomposer)[7062], in eine Anzahl von Absätzen aufzulösen,
+die oft nur wenige Zeilen lang sind[7063], und mit zugehörigen
+Auszügen aus verschiedenen Handschriften sehr verschiedenen Alters
+zu durchflechten. Ein solches, von ~Reitzenstein~[7064] mit Recht
+als „unbegreiflich“ bezeichnetes, von der Wissenschaft längst als
+durchaus unzulässig verworfenes Verfahren der „Rekonstruktion alter
+Autoren“ durch unkritisches Zusammenstellen von Resten ihrer Werke mit
+Fragmenten späterer und spätester Ausschreiber, war, wie ~Berthelot~
+selbst einsah, „nicht ohne Willkür“ durchführbar[7065], und daß er
+ihm trotzdessen huldigte, bleibt sehr bedauerlich: der Leser kann
+nirgends übersehen, ob die Texte vollständig wiedergegeben sind,
+oder Lücken enthalten und welche; da die zeitliche Reihenfolge der
+Autoren nicht ausreichend feststeht, und Jüngere oft absichtlich
+im Stile der Vorgänger schreiben, ist die Zuteilung der Auszüge
+sachlich und chronologisch unsicher; spätere Einschiebsel, ja
+ganze Stücke der Kommentare geraten in die eigentlichen Texte; von
++einer+ Handschrift wird oft plötzlich zu einer völlig +anderen+
+übergesprungen, die unter Umständen aus rein christlich-byzantinischer,
+ja aus spätmittelalterlicher Zeit herrührt[7066]; nicht selten sind
+auch minderwertige oder sogar schlechte Handschriften mitbenützt,
+„so daß das Corpus ein wirklich geschichtliches Verständnis oft
+geradezu ausschließt“[7067], Richtiges, Falsches und ganz aus der
+Luft Gegriffenes in unentwirrbarem Durcheinander bietet[7068], und
+nach dem Urteile eines Meisters wie ~Diels~ nicht nur als „ganz
+unzureichend“ anzusehen ist, sondern „als gar nicht zustande gebracht
+und der völligen Neubearbeitung durch einen tüchtigen Philologen
+bedürftig“[7069]. Vom nämlichen Gefühle durchdrungen sprach auch
+bereits ~Schmidt~ aus: „Noch fehlt gänzlich das wichtige Corpus
+Chemicorum“[7070].
+
+Nicht viel besser als mit der Gestaltung des Textes steht es
+mit jener der Übersetzungen. Diese ließ ~Berthelot~ durch seine
+Mitarbeiter anfertigen, gab sie aber nicht +so+ wieder, wie diese
+sie niederschrieben, sondern „revidierte“ sie so lange, bis er einen
+seinen vorgefaßten Gesichtspunkten entsprechenden „sens intelligible“
+herausgebracht hatte[7071], -- uneingedenk der eindringlichen Warnungen
+~Kopps~[7072]. Über ihm Unverständliches oder zur vorgesehenen
+Einteilung nicht Passendes ging er dabei nicht selten flüchtig
+hinweg, ferner ließ er ganze Textstellen, als „des pures subtilités“
+vollständig aus[7073], obwohl ihm nicht unbekannt war, daß auch
+Sätze nicht rein sachlichen Inhaltes, ja selbst einzelne magische
+Anrufungen oder „barbarische Worte“ als Reste heidnischer oder
+altchristlicher Kultformeln, sowie als Überbleibsel alter Anschauungen
+und Gebräuche, von außerordentlichem wissenschaftlichem, religions-
+oder kulturgeschichtlichem Werte sein können[7074]. Die Übertragungen
+aus dem Griechischen und in noch höherem Grade (nach dem Urteile
+von Fachmännern) die aus dem Syrischen und Arabischen erweisen sich
+daher in der vorliegenden Gestalt vielfach als unvollständig und
+unzuverlässig, derart, daß sie nach ~Riess~ „mit dem Original oft
+fast nichts zu tun haben“[7075]. Auch ~Lagercrantz~ hebt an vielen
+Stellen hervor, wie unrichtig und ungenügend begründet ~Berthelots~
+Übersetzungen zuweilen sind[7076], wie willkürlich und gewaltsam er
+oft verfuhr[7077], wie er manches als anscheinend unwichtig wegläßt,
+manches als anscheinend wichtig zusammenfügt[7078], die überlieferte
+Anordnung durch Umstellung zerstört[7079], voreilige Angaben und
+Folgerungen zugrunde legt, usf.[7080].
+
+Die Erklärungen und Kommentare werden gleichfalls durch schwerwiegende
+Fehler entstellt[7081]. Als einer ihrer größten Mängel tritt hervor,
+daß ~Berthelot~ die Werke des ~Platon~ und ~Aristoteles~ nicht genügend
+kannte und daher den Inhalt ihrer Lehren und deren ausschlaggebende
+Einflüsse nur dem Ungefähr nach zu beurteilen[7082], nicht aber ihrer
+wahren Tragweite gemäß darzustellen vermochte; überhaupt fehlte es
+ihm an ausreichender Kenntnis der griechischen Philosophie und ihrer
+Geschichte, wofür als einziger, an dieser Stelle aber ausreichender
+Beweis die Behauptung angeführt sei, „es stehe fest, .... daß die
+Lehren der Stoïker in Alexandria so gut wie unbekannt geblieben
+seien“[7083]. Ein weiterer und tiefgreifender Mangel ist es, daß
+~Berthelot~ nicht selten in der Art seiner Darstellung die objektive
+Gerechtigkeit gegenüber den Leistungen seiner Vorgänger und den
+Verdiensten anderer Forscher völlig vermissen läßt[7084], daß er ihre
+Namen nicht oder nicht nach Gebühr oder erst dann nennt, wenn sich ihre
+Ansichten als unrichtig herausgestellt haben sollten, und daß er die
+Quellen, aus denen er schöpfte, bald gar nicht, bald unzureichend, bald
+nur in ganz versteckter Weise angibt[7085]; und doch wäre ~Berthelot~
+hierin zu besonderer Genauigkeit verpflichtet gewesen, denn er war
+auf Grund seiner in der Jugend gemeinsam mit ~Renan~ betriebenen
+Studien[7086] der deutschen Sprache ausreichend mächtig und durch die
+Fähigkeit, deutsche Bücher und Werke zu benützen, der großen Mehrzahl
+seiner gleichaltrigen Landsleute an Kunde der fremden Litteraturen
+himmelweit überlegen.
+
+Am auffälligsten und unerklärlichsten erweist sich, -- wie schon in
+den vorhergehenden Abschnitten wiederholt auszuführen war --, sein
+Verhalten gegen ~Kopp~, dessen geradezu vorbildliche Genauigkeit und
+Gewissenhaftigkeit in der Verwertung einer riesigen Quellen- und
+Litteraturkenntnis noch neuere Gelehrte, wie ~Hoffmann~[7087] und ~E.
+Wiedemann~[7088], immer wieder bewährt fanden und rühmend hervorheben,
+und dessen Werke, insbesondere die „Beiträge zur Geschichte der
+Chemie“, wahre Denkmale grundlegender Erkenntnis, kritischer Sorgfalt,
+sowie historischer Einsicht, Umsicht und Vorsicht sind, -- trotz
+ihrer zuweilen unübersichtlichen Anordnung, ihrer schwerfälligen und
+oft verworrenen Schreibweise und des Fehlens ausreichender Register.
+Von gebührender Würdigung und Anerkennung ~Kopps~ und vom offenen
+Eingeständnisse, daß sich auf dessen Leistungen die seiner sämtlichen
+Nachfolger durchaus aufbauen, findet man bei ~Berthelot~ keine Spur.
+Über die „Geschichte der Chemie“ sagt er nur, „man könne dieses
+gelehrte Werk zurate ziehen (consulter)“[7089], und gelegentlich
+der Aufzählung der Quellen[7090] bleiben ~Kopps~ Schriften ganz
+unerwähnt, vor allem die „Beiträge“, obwohl ~Berthelot~ für seine
+Zwecke gerade ihnen das Meiste entnahm: besprechen sie doch allein
+die alchemistischen Handschriften und Litteraturnachweise auf nicht
+weniger als 100 Seiten[7091], stellen bereits fest, daß der jetzige
++Inhalt+ des „Codex Marcianus“ sein altes Inhalts+verzeichnis+ nicht
+mehr deckt[7092], erörtern von Fall zu Fall die Übereinstimmungen
+oder Abweichungen seiner Angaben und jener der verschiedenen übrigen
+Codices[7093], usf. Demgegenüber weiß ~Berthelot~ nur zu berichten,
+daß die Beiträge eine ausführliche und interessante Zusammenstellung
+über Manuskripte enthalten[7094], daß ~Kopp~ in ihnen derlei Notizen
+vereinigt und einander nähergebracht habe (réuni et rapproché
+ces notices)[7095], und daß sie mehrere lehrreiche Abbildungen
+aufweisen[7096]; über alles Sonstige bewahrt er Stillschweigen, so
+daß der Uneingeweihte glauben müßte, er habe die Beiträge gar nicht
+näher gekannt, bewiesen nicht seine Zitate in einem ganz anderen Werke
+(dem über ~Lavoisier~) das Gegenteil[7097], und bezeugte nicht die
+weitgehende Ausnützung ihres gesamten Inhaltes, daß er mit diesem bis
+in alle Einzelheiten genau vertraut war. Über ein so unbegreifliches
+Verhalten läßt sich wohl kein anderes Urteil fällen als das seitens des
+vortrefflichen Historikers der Chemie, ~E. v. Meyer~, ausgesprochene:
+„~Berthelot~ hat ~Kopps~ grundlegende Forschungen rücksichtslos
+ignoriert“[7098]. Dies war auch der Eindruck, den ~Kopp~ selbst empfing
+und er versuchte deshalb schon nach dem Erscheinen der „Origines“,
+seine Ansprüche in einer kurzen und rein sachlichen Darlegung zu
+wahren, die er den „Annales de chimie et de physique“ einsandte;
+~Berthelot~ wußte jedoch nicht nur diese zur Ablehnung der Aufnahme zu
+bestimmen, sondern verhinderte durch seine Einflüsse auch den Abdruck
+in irgend einer anderen maßgebenden französischen Zeitschrift, was
+~Kopp~ „als der Wissenschaft unwürdig“ tief verstimmte[7099], ihn
+aber nicht hinderte, in seiner „Alchemie“ der „Origines“ mit einigen
+anerkennenden Worten zu gedenken[7100].
+
+Noch erheblich schlechter als ~Kopp~ fahren bei ~Berthelot~ seine
+Landsleute ~Hoefer~ und ~Chevreul~. Anfänglich kann man zwar ~Hoefers~
+gelehrte „Histoire de la Chimie“[7101] ebenfalls noch mit Nutzen
+einsehen, und sie enthält einige interessante Figuren[7102]; der
+Verfasser sprach in ihr von den griechischen Texten, und gab einige
+Auszüge und Übersetzungen[7103], -- in Wirklichkeit nehmen die
+griechischen Texte 12 Seiten ein[7104], die Inhaltsangaben der Pariser
+Manuskripte 43[7105], und die Anweisungen zu ihrer Herausgabe, die
+~Berthelot~ nur zum Teil befolgte, 4[7106]. Später heißt es, ~Hoefer~
+sei oberflächlich und unzuverlässig, seiner Meinung z. B., der Satz des
+~Dioskurides~ „Quecksilber finde sich ἐν μετάλλοις“ sei alchemistischen
+Inhaltes, habe sich ~Berthelot~ anfangs angeschlossen[7107] (ohne
+~Hoefer~ zu nennen!), sie aber bei weiterem Nachdenken als falsch
+erkannt[7108] (wobei dann ~Hoefers~ Name hervortritt); ~Hoefer~
+druckte den ~Marcus Graecus~ fehlerhaft, schlecht und als neu ab,
+weil er, entgegen ~Berthelot~, die Veröffentlichung des ~Porte du
+Theil~ [die aber nur ein Privatdruck war!] übersehen hatte[7109], --
+wobei jedoch unerwähnt bleibt, daß schon ~Kopp~ diese kannte und die
+Verschiedenheiten der Manuskripte erörterte. Schließlich hat ~Hoefer~
+gar keine wirkliche Sachkenntnis, sondern schreibt den alten Autoren
+des 16. und 17. Jahrhunderts nach[7110] und ist ein unerfahrener
+Phantast, der überhaupt von Chemie fast nichts verstand[7111].
+Auch wenn man weiß, daß ~Hoefer~ die alte, sehr reichhaltige und
+genaue „Geschichte der Chemie“ von ~Gmelin~[7112] höchst ausgiebig
+benützte[7113] und den Schriften ~Chevreuls~ viele Einzelheiten
+entnahm[7114], erscheint ein solches Urteil durchaus befangen und
+äußerst ungerecht; freilich aber war ~Hoefer~, der Freund ~Alexander
+von Humboldts~ und Übersetzer seiner Werke, ein durchaus selbständiger,
+dem Cliquenwesen zeitlebens völlig fernstehender Mann, dem daher im
+offiziellen Frankreich ungefähr die nämliche Behandlung zuteil wurde
+wie vor ihm ~Gerhardt~ und nach ihm ~Tannéry~. -- Über ~Chevreul~, der
+in Frankreich für die Geschichte der Chemie durch seine langjährigen
+und eingehenden Arbeiten zweifellos das Bedeutendste vor ~Berthelot~
+leistete[7115], findet dieser überhaupt nichts zu sagen, geht selbst
+in der biographischen Darstellung, die das Buch „Science et libre
+pensée“[7116] enthält, auf diese Seite seiner Tätigkeit nicht ein und
+erklärt sie also hiermit für der Erwähnung gar nicht wert.
+
+Was übrigens die „alten Autoren des 16. und 17. Jahrhunderts“ sowie
+ihre Nachfolger betrifft, so sind deren Kenntnisse und Leistungen, wie
+~Berthelot~ selbst am besten wußte, keineswegs gering anzuschlagen. In
+dem Absatze der „Origines“ über die von Vorgängern herrührenden Studien
+und Veröffentlichungen betreff der griechischen Alchemisten[7117],
+sowie an einigen anderen Stellen seiner Werke, sagt er von ihnen
+allerdings nur, sie hätten die Titel der griechischen Urschriften und
+auch diese selbst gekannt, sie gelesen und zuweilen zitiert, sie
+besprochen, einige Notizen und Fragmente aus ihnen veröffentlicht,
+usf.; aus diesen Worten kann sich aber niemand einen annähernd
+zutreffenden Begriff vom wirklichen Sachverhalte bilden, namentlich
+wenn Gelehrte in Frage kommen wie die beiden ~Scaliger~ (1484-1558 und
+1540-1609), ~Casaubonus~ (1559-1604) oder gar ~Salmasius~ (~Saumaise~,
+1588-1653), dessen Darbietungen seines bewunderungswürdig vielseitigen
+antiquarischen Wissens zwar durch die geradezu trostlose Form der
+Darstellung sowie durch die Verquickung mit kleinlichen sachlichen
+oder persönlichen Streitigkeiten ganz erheblich an Wert verlieren,
+aber auch heute noch wahrhaft unversiegliche Quellen mannigfaltigster
+Belehrung bilden. Solche hat auch ~Berthelot~ aus ihnen in reichem Maße
+geschöpft und wenn er in bezug auf diese und andere Werke kurzweg sagt,
+„er habe sie benützt“, „er habe aus ihnen Nutzen gezogen“ (on a tiré
+parti)[7118], so erscheint dies nicht ausreichend und gestattet weder
+zu ersehen, +was+ ~Berthelot~ ihnen entnahm, noch auch, ob er dies
+in fehlerfreier Weise tat. Verhüllungen und unbestimmte Andeutungen
+dieser Art liebt übrigens ~Berthelot~ außerordentlich, so daß er
+zuweilen Schriften ohne Nennung ihrer Verfasser anführt, zuweilen
+Autoren ohne Nennung ihrer Werke, während er auch wieder, -- nur für
+den Kenner ersichtlich --, statt der in der Regel beigezogenen Ausgaben
+gewisser Schriftsteller +andere+ benützt, diese aber gar nicht, oder
+nur an einer einzigen Stelle zufällig erwähnt[7119], wie z. B. die
+~Sprengel~sche des ~Dioskurides~[7120], oder die ~Sillig~sche des
+~Plinius~[7121]. Nachstehend sei, ohne Anspruch auf Vollständigkeit,
+eine alphabetische Liste von Werken gegeben, die ~Berthelot~ fraglos
+(zum Teil offenbar aus ~Kopps~ „Beiträgen“) gekannt und vielfach
+gebraucht, jedoch nicht, nicht in entsprechender Weise, oder nur ganz
+nebenbei namhaft gemacht hat[7122]:
+
+ ~Ameilhon~: Aufsätze über alchemistische Zeichen und Kunstausdrücke,
+ über ~Demokritos~ und ~Synesios~, in den „Notices et Extraits des
+ manuscrits de la Bibliothèque Nationale“, Bd. 5-7 (Paris 1799, 1801,
+ 1804)[7123].
+
+ ~Beckmann~, „Beiträge zur Geschichte der Erfindungen“ (Leipzig 1786
+ ff.)[7124].
+
+ ~Borrichius~, „De ortu et progressu Chemiae“ (Kopenhagen 1668);
+ „Hermetis et Aegyptiorum sapientia“ (Kopenhagen 1774).
+
+ ~Cardanus~, „De subtilitate“ (Lyon 1554); „De rerum varietate“
+ (Avignon 1558)[7125].
+
+ ~Chwolsohn~, „Ssabier und Ssabismus“ (Petersburg 1856)[7126].
+
+ ~Conring~, „De hermetica medicina“ (Helmstädt 1648 und 1669).
+
+ ~Ducange~, „Glossarium mediae et infimae Graecitatis“ (Lyon 1688).
+
+ ~Etienne~ (~Estienne~) s. ~Stephanus~.
+
+ ~Fabricius~, „Bibliotheca graeca“ (Hamburg 1708 ff.); u. a. mit
+ Abdruck aus ~Pizzimenti~ (Padua 1573).
+
+ ~Gmelin~, „Geschichte der Chemie“ (Göttingen 1797).
+
+ ~Gruner~, „der um 1800 einige Fragmente in schwer zugänglichen
+ [deutschen] Dissertationen und Programmen veröffentlichte“[7127].
+
+ ~Hauréau~, „Histoire littéraire de la France“, Bd. 28[7128].
+
+ ~Ideler~, „Physici et Medici graeci minores“ (Berlin 1842).
+
+ ~Jacobs~ und ~Ukert~, „Beiträge zur älteren Litteratur“ (Leipzig
+ 1835)[7129].
+
+ ~Jourdain~, „Geschichte der aristotelischen Schriften im
+ Mittelalter“[7130], üb. ~Stahr~ (Halle 1831).
+
+ ~Kopp~, „Beiträge zur Geschichte der Chemie“ (Braunschweig 1869 ff.).
+
+ ~Labbé~, „Nova Bibliotheca“ (Paris 1653).
+
+ ~Leclerc~, „Histoire de la médecine arabe“ (Paris 1876)[7131].
+
+ ~Lenglet du Fresnoy~, „Histoire de la philosophie hermétique“ (La
+ Haye 1742).
+
+ ~Lobeck~, „Aglaophamos“ (Königsberg 1829)[7132].
+
+ ~Merrifield~, „Original treatises on the arts of painting“ (London
+ 1849)[7133].
+
+ ~Montfaucon~, „Palaeographia graeca“ (Paris 1708); „Bibliotheca
+ Bibliothecarum“ (Paris 1739).
+
+ ~Morhof~, „Polyhistor“ (Lübeck 1695 und 1714).
+
+ ~Palladius~, „De febribus“, ed. ~Bernard~ (Leiden 1745)[7134].
+
+ ~Reinesius~, „Variae lectiones“ (Altenburg 1640); s. ~Fabricius~ Bd.
+ 12 (Hamburg 1724).
+
+ ~Rossignol~, „Les métaux dans l’antiquité“ (Paris 1863).
+
+ ~Rulandus~, „Lexicon alchemiae“ (Nürnberg 1571; Frankfurt 1612).
+
+ ~Salmasius~, „Plinianae exercitationes“ (Paris 1629; Utrecht
+ 1689)[7135].
+
+ ~Scaliger~, J. C., „Exercitationes“ (Frankfurt 1607)[7136].
+
+ ~Schneider~, „Eclogae Physicae“ (Jena 1801)[7137].
+
+ ~Stephanus~, R. und H., „Thesaurus linguae latinae“ (Paris 1534),
+ „Thesaurus linguae graecae“ (Paris 1572).
+
+ Wiener „Quellenschriften für Kunstgeschichte“ (Wien 1871 ff.)[7138].
+
+ ~Wüstenfeld~, „Geschichte der arabischen Ärzte und Naturforscher“
+ (Göttingen 1840)[7139].
+
+Daß in dieser Hinsicht ein eigentümliches Verhalten ~Berthelots~
+vorliegt, kann man aus der Tatsache schließen, daß er z. B. selbst
+seinen ältesten und getreuesten Freund ~Renan~, dem er wohl alles
+verdankte, was er unmittelbar über die orientalische Litteratur
+wußte, nur ausnahmsweise anführt[7140]; ebenso bezeichnet er zwar
+seinen Mitarbeiter ~Ruelle~ als Urheber einer für die Textgestaltung
+des „Marcianus“ wichtigen Hypothese[7141], nennt ihn aber bei deren
+späteren Besprechungen nicht wieder[7142], und sagt schließlich
+„j’ai établi ...“[7143]. Auffällig ist endlich, daß ~Berthelot~
+einige Male Quellen anführt, die er, entgegen dem, was hiernach
+jeder Leser annehmen muß, anscheinend gar nie zu Gesichte bekommen
+oder doch in keiner Weise berücksichtigt hat: zu diesen zählt u. a.
+~Lürings~ „Commentaire médicinal“[7144], in Wirklichkeit eine
+Straßburger Dissertation von 1888, betitelt „Die über die medizinischen
+Kenntnisse der alten Ägypter berichtenden Papyri“[7145], der Aufsatz
+~Gildemeisters~[7146] über den Namen der Chemie[7147], und „der
+Artikel über Chemie, den der gelehrte Professor ~Hoffmann~ in Kiel für
+~Heumanns~ Lexikon schrieb“[7148].
+
+Angesichts dieser Tatsachen wird es erklärlich, daß ~Berthelot~ unter
+Beiseitesetzung alles von Vorgängern und Zeitgenossen Geleisteten
+allein seinen eigenen Arbeiten Geltung zuerkannte und ihnen in stetig
+zunehmendem Maße und in immer begeisterteren Tönen eine Verherrlichung
+angedeihen ließ, die jede billige Grenze auch für denjenigen weitaus
+überschreitet, der ihre wahre Bedeutung gerne und freudig anerkennt.
+Betreff der griechischen Alchemisten heißt es z. B.: Der Ursprung,
+die theoretischen Grundlagen, die Philosophie der alten Chemie und
+Alchemie lagen bisher im Dunkel[7149], man befand sich in völliger
+Unwissenheit über die von ihnen ausgegangenen Einflüsse[7150], auch
+übte man an ihnen keine modern-exakte historische Kritik, sondern
+zitierte wie ~Hoefer~ die Autoren des 16. und 17. Jahrhunderts[7151];
++ich+ habe die verlorenen Lehren und die Geschichte der führenden
+Ideen aufgefunden[7152]; ich zeigte die Abkunft der Alchemie von den
+Praktiken der ägyptischen Metallurgen und Goldarbeiter, die erst
+nachahmten und fälschten, dann aber selbst an das „Machen“ glaubten,
+und zwar infolge philosophischer, magischer und astrologischer
+Vorstellungen, die auf babylonische Quellen zurückgehen[7153]; ich
+schlang auf diese Weise das historische Band, das Theorie und Praxis
+der Alten mit jener der griechischen Alchemisten und ihrer Nachfolger
+verknüpft[7154]; ich entdeckte so neue und unerforschte Regionen,
+bewirkte eine wahre Auferstehung, und rekonstruierte durch meine
+Studien eine ganze Wissenschaft[7155]; ich eröffnete neue Einsichten
+hinsichtlich des Aufbaues, des Zusammenhanges und der Anordnung der
+griechischen Texte und publizierte diese als „les preuves de ma
+découverte“[7156]; ich löste hierdurch das alte Rätsel (la vieille
+énigme) der Alchemie[7157].
+
+Bezüglich der arabischen Alchemie sagt ~Berthelot~: Die wahre Alchemie
+der Araber war bis auf den heutigen Tag unbekannt[7158]; +ich+
+entdeckte ihren Zusammenhang mit jener der Griechen und wies dessen
+Spuren in den sog. arabischen Übersetzungen nach[7159]; ich habe die
+herrschenden Ansichten über das chemische Wissen der Araber nicht
+weniger als vollständig umgestürzt[7160]; ich habe die maßgebenden
+Kenntnisse geschaffen und die bisher unedierten Quellen unter der
+schätzbaren Beihilfe ~Duvals~ herausgegeben[7161]; ich habe diese
+ungeheuere und schwierige Arbeit verrichtet, die noch niemals in
+wirklich kritischer Weise versucht worden ist[7162]. An die Echtheit
+der ~Geber~schen Schriften glaubte ich anfangs[7163] „wie fast alle
+Welt“, später aber stiegen mir Zweifel auf und führten mich dahin,
+sie als lateinische Apokryphen und Pseudonyme des 13. Jahrhunderts
+anzusehen[7164]; ich zeigte, daß ~Gebers~ „Summa“ (verfaßt gegen 1300),
+sowie das „Testamentum“ und die „Alchimia“ (verfaßt nach 1300?), weder
+Theorien noch Autoren zitieren[7165], sich vielmehr auf bestimmt
+und klar beschriebene praktische Versuche aufbauen[7166] und rein
+scholastische Art und Mache verraten[7167]; ich legte klar, daß die
+arabischen Originale des ~Geber~ nicht bekannt sind und daß lateinische
+Übersetzungen dem ~Albertus Magnus~ und ~Vincentius Bellovacensis~ im
+13. Jahrhundert nicht bekannt waren, was ein ganz unerwartetes Ergebnis
+von hervorragendster Bedeutung (question capitale) vorstellt[7168] und
+die gesamte bisherige Geschichte der Chemie als eine durch Unwissenheit
+verfälschte dartut[7169]; ich entdeckte, daß schon die Persönlichkeit
+des ~Geber~ fragwürdig ist, daß die Werke des ~Dschabir~ nicht die dem
+~Geber~ zugeschriebenen Kenntnisse enthalten, sondern sich meist in
+weitläufiger und sehr allgemeiner Weise über die alten griechischen
+Theorien verbreiten[7170], und daß bereits ~Dschabir~ selbst „un peu
+légendaire“ ist[7171].
+
+Hinsichtlich der späteren Zeiten äußert sich ~Berthelot~: Die
+Jahrhunderte vor dem 14. waren bisher „à peu près ignorés“[7172]; +ich+
+ermittelte den Zusammenhang ihrer Alchemie mit der antiken, sowie die
+wichtige Rolle, die hierbei den Kunsthandwerken zufällt[7173]; ich
+erwies die mindestens seit dem 3. Jahrhundert bestehende „filiation non
+interrompue“[7174], wenn auch alle Gelehrten, die die alchemistischen
+Handschriften kannten, schon seit 1600 eine mit dem 5. Jahrhundert
+beginnende für zweifellos erachteten[7175]; ich durchschaute die
+„filiation historique“ der antiken Theorien und Praktiken in den
+Überlieferungen der Künste und Gewerbe, die bisher kein Mensch
+beachtete oder ahnte (que personne n’avait soupçonnée) und entdeckte
+diese durchaus grundlegende Tatsache (ce fait capital)[7176].
+
+Überblickt man die angeführten, von ~Berthelot~ erhobenen Ansprüche,
+so muß man, da eine so gänzliche Unkenntnis der gesamten einschlägigen
+Litteratur nicht anzunehmen ist, die Selbsttäuschung geradezu
+erstaunlich, ja in vielerlei Hinsicht völlig unbegreiflich finden.
+Einschlägige, bereits an früheren Stellen des vorliegenden Werkes
+hervorgehobene Einzelheiten sollen hier nicht wiederholt werden.
+Nochmals hingewiesen sei nur, betreff der beiden „capitalen“
+Entdeckungen: einerseits auf die eingehenden Darlegungen über die
+Erhaltung der antiken Traditionen in den ~Berthelot~ durchaus
+geläufigen „Original treatises“ der ~Merrifield~ (1849)[7177],
+in den (von dieser oft zitierten) ~Eastlake~schen „Beiträgen zur
+Geschichte der Ölmalerei“[7178], und in den Wiener „Quellenschriften
+für Kunstgeschichte“; andererseits aber auf die älteren Angaben über
+die Frage der Echtheit von ~Gebers~ Schriften[7179], die ~Berthelot~
+sehr unzureichend mit den Worten abtut, er habe anfangs „wie fast
+alle Welt“ an sie geglaubt. Die Zweifel an der Person und den Werken
+des ~Dschabir~ äußert doch schon gegen 1000 der „Fihrist“[7180]; daß
+arabische Originale ~Gebers~ nicht vorliegen und daß weder solche noch
+lateinische Übersetzungen den Autoritäten des frühen Mittelalters
+bekannt waren, wußten bereits die älteren Orientalisten und Historiker
+der Chemie; ausdrücklich sagt auch ~E. Wiedemann~ schon 1878[7181], daß
+die in den arabischen Codices der Leidener Bibliothek enthaltenen Werke
+~Dschabirs~ sich ganz im mystischen Gedankengange der griechischen
+Alchemisten bewegen und nicht den klaren wissenschaftlichen Geist der
+lateinischen (~Geber~schen) Schriften zeigen, die ebenso unecht sind
+wie die sog. Alchemie („De anima“) des ~Avicenna~[7182].
+
+Den „Schöpfer“ aller dieser Erkenntnisse, und damit der Geschichte der
+Chemie, kann sich daher ~Berthelot~ mit ebensowenig Recht nennen wie
+etwa den Schöpfer der „chemischen Synthese“, als welchen er sich mit
+etwas umschriebenen Worten in den „Origines“ bezeichnet, und mit ganz
+unverblümten in späteren Werken[7183], -- obwohl die ersten Synthesen
+organischer Stoffe, der Oxalsäure und des Harnstoffes, schon 1824
+und 1828 von ~Wöhler~ ausgeführt worden waren[7184], der durch sie
+die uralte starre Scheidewand zwischen anorganischen und organischen
+Substanzen umstürzte, der sog. „Lebenskraft“ den eigentlichen
+Todesstoß versetzte, und so eine wissenschaftliche Tat allerersten
+Ranges vollbrachte, eine wahrhaft „capitale“. In „Science et
+Philosophie“[7185] ist aber von ~Wöhler~ im Abschnitte „Über organische
+Synthese“ gar nicht die Rede[7186], und in dem „Über die allgemeinen
+Methoden der Synthese“ nur ganz nebenbei als vom Urheber einer
+„sehr einfachen“ und „isoliert gebliebenen“[7187]; in „La synthèse
+chimique“[7188] wird ~Wöhler~ zunächst ebenfalls ganz übergangen[7189],
+und erst gelegentlich ~Kolbes~ Synthese der Essigsäure von 1845
+flüchtig erwähnt, -- doch sollen diese Entdeckungen der tieferen
+Bedeutung ermangeln[7190], nämlich jenen ~Berthelots~ gegenüber.
+Aber schon wo diese zuerst im Zusammenhange dargestellt werden, in
+der „Chimie organique fondée sur la synthèse“[7191], spricht sich
+~Berthelot~ über seine Vorgänger in so eigentümlicher, den Sachverhalt
+für jeden, der ihn nicht schon genau kennt, so völlig verschleiernder
+Weise aus, daß ~Wöhler~, der bekanntlich eine sehr spitzige
+Feder führte, hierüber an ~Liebig~ schrieb: „Das ~Berthelot~sche
+Buch ist freilich an sich so jesuitisch abgefaßt, daß selbst für
+oberflächliche Fachleute der Anschein entstehen kann, als hätte es
+vor ihm noch gar keine wissenschaftliche organische Chemie gegeben,
+als sei nichts von der künstlichen Bildung organischer Verbindungen
+aus den Elementen bekannt gewesen[7192].“ An eine Berichtigung war
+natürlich auch in diesen Fällen nicht zu denken; denn es gehörte zu
+den Absonderlichkeiten ~Berthelots~, selbst ganz offenbare Irrtümer,
+in die ihn weniger gründliche Arbeiten und hartnäckig festgehaltene
+rückständige Ansichten wiederholt verstrickten, nicht, nicht in
+offener Weise, und auch nicht ohne weiteres zuzugestehen, sie vielmehr
+durch Ausflüchte und Hypothesen aller Art so lange als möglich zu
+bemänteln[7193]. In diesem Sinne schreibt der berühmte Chemiker
+~Wurtz~, der viele Jahre lang ~Berthelots~ Kollege, und oft in
+wissenschaftliche Streitigkeiten mit ihm verwickelt gewesen war, an
+~Van’t Hoff~, als dieser eine unrichtige Beschuldigung ~Berthelots~
+zurückwies, von ihm aber keinen Widerruf erlangen konnte: „Herrn
+~Berthelot~ müssen Sie gänzlich einkreisen, sonst wird er sich in
+der Richtung der Tangente drücken“ (à M. ~Berthelot~ il faut être
+très-serré, sans cela il s’échappera par la tangente)[7194].
+
+ ——————————
+
+In den Studien des frühverstorbenen, scharfsinnigen Wiener
+Kunsthistorikers ~Kallab~[7195] über die Biographien des ~Vasari~
+(1512-1574), in denen er auch gewisse Auffassungen ~Thodes~
+gegenüber jenen ~Justis~ auf das Entschiedenste verurteilt,
+finden sich Sätze, die vollkommen +dem+ Ausdruck geben, was auch
+als Zweck der vorstehenden Ausführungen zu betrachten ist. Sie
+lauten: „Diese Darlegungen sind gewiß sehr hart und scharf; aber
+sie nehmen augenscheinlich die +Sache+ aufs Korn; .... nirgends
+ist wohl Patriarchentum weniger am Platze und schädlicher als in
+der Wissenschaft[7196].“ „~Vasari~ zitiert Autoren, Urkunden und
+Gewährsmänner, aber so, daß durch die Zitate das, was er aus ihnen
+entnommen hat, verborgen wird; ... nicht immer ist er dabei völlig naiv
+und bona fide verfahren; jedenfalls läßt er sich von dem Vorwurfe, aus
+Eitelkeit seine Hauptquellen absichtlich verschwiegen zu haben, nicht
+reinwaschen[7197].“ -- Ebenso paßt zumeist wörtlich auf ~Berthelots~
+Textausgaben und auf die Ergebnisse, die die Art seiner Zusammenarbeit
+mit ~Ruelle~, ~Duval~ und ~Houdas~ zeitigen mußte, was ~Ruska~
+im „Steinbuche des ~Aristoteles~“[7198] über die mineralogischen
+Schriften ~Clement-Mullets~ sowie über die Zusammenarbeit ~De Mélys~
+und ~Courels~ sagt: „Das Durcheinander der zitierten Handschriften
+ist für eine zeitliche Orientierung überaus hinderlich; ...
+die [des Herausgebers] Erwartung, daß den Beschreibungen stets
+bestimmte Kenntnisse und Tatsachen zugrunde liegen, ist vielfach
+zuversichtlicher, als wir es nach unseren Eindrücken von dem Charakter
+dieser Litteratur gerechtfertigt finden können; ... ein unmethodischer
+Eklektizismus bietet weder dem Philologen, noch dem Historiker, noch
+dem Mineralogen, was er erwartet; ... Paragraphen sind übergangen, die
+für den Philologen gleichgültig sind, auch wenn sie für den Technologen
+nützlich sein mögen; ... statt einer objektiven, möglichst nach Quellen
+und Zeiten disponierten, geschichtlichen Darstellung des wirklichen
+Inhaltes ... haben wir leider nur eine subjektive und willkürliche
+Auswahl aus dem Material der in Paris liegenden Handschriften[7199].“
+„Gelegentlich der ‚Collaboration d’un orientaliste et d’un médiéviste‘
+haben [die Verfasser] ihre Vorgänger, besonders die deutschen,
+nicht gekannt oder nicht verstanden, ... und wollen die fraglichen
+Entdeckungen selbst gemacht haben; ... man weiß nicht, was man zu den
+Resultaten dieser Collaboration sagen soll[7200].“
+
+
+
+
+2. Zusätze und Berichtigungen.
+
+
+Zu Seite 2:
+
++ἄλλως+ kündigt in den chemischen Papyri ein neues Rezept ähnlichen
+Inhaltes (als ἄλλο oft auch nur ein neues Kapitel) an, in den
+Zauberpapyri aber eine Variante in textkritischem Sinne. Dies zeigte
+schon ~Wessely~ in seiner Ausgabe der Londoner und Pariser Zauberpapyri
+(„Denkschriften der Wiener Akademie“ 1888; mit reichen Indices), in
+den „Wiener Studien“ (1886), usf.; von den dort aufgespeicherten neuen
+Materialien machte ~Dieterich~ ausgiebigen Gebrauch (~Reitzenstein~;
+~Wessely~).
+
+
+Zu Seite 5:
+
++Magnesia+ (im heutigen Sinne) als Abführmittel kennt bereits
+~Hippokrates~ im 5. Jahrhundert v. Chr. (~Hoppe~, A. Nat. 8, 97). --
+Den Namen Magnesia führten bekanntlich mehrere Städte: Magnesia am
+Mäander, am Sipylos, in Thessalien usf.
+
+
+Zu Seite 9:
+
++ἐπίβαλε+ = wirf ein, wirf hinein, ist schon bei ~Hippokrates~ (5.
+Jahrhundert v. Chr.) ein gebräuchlicher Ausdruck, der oft angewandt
+wird, wenn vom Zusammenmischen der Arzneien die Rede ist (z. B. üb.
+~Fuchs~ 3, 506).
+
+
+Zu Seite 14:
+
++Marienglas+, eine Abart des Gipses, ist selbstverständlich nicht
+identisch mit Glimmer, wie aus Zeile 8 von oben herausgelesen werden
+könnte.
+
+
+Zu Seite 20 und 21:
+
++Vitriole.+ Vgl. den eingehenden Aufsatz ~K. B. Hofmanns~ „Über die
+Kenntnis der klassischen Völker von den Vitriolen und der Stypteria“
+(„Journal für praktische Chemie“ II, Bd. 86, 305).
+
+Bemerkenswert ist es, daß im Spätlateinischen „Atramentum“ die
+Bedeutung „Interpunktionszeichen“ annahm (~Maigne d’Arnis~, 234).
+
+
+Zu Seite 24:
+
++Leidener und Stockholmer Papyrus.+ Frau ~Hammer-Jensen~ versuchte
+den Nachweis, daß diese Papyri in keiner Beziehung zur Alchemie
+stünden, und daß bei vielen ihrer Vorschriften hauptsächlich gallische
+und indische Herkunft vorauszusetzen sei („Berichte der Dänischen
+Akademie“, Kopenhagen 1916, 279). Nach ~Diels~ liegt der Hauptmangel
+ihrer Abhandlung darin, daß sie die beiden Papyri für sich herausgriff,
+den allgemeinen Zusammenhang mit der gesamten zugehörigen Litteratur
+aber nicht verfolgte, ja anscheinend gar nicht einsah („Deutsche
+Litteratur-Zeitung“ 1917, 592). Eine ausführlichere Widerlegung, die
+auf eine Reihe von Einzelheiten eingeht, veröffentlichte ~Lippmann~
+(„Chemiker-Zeitung“ 1917, 589).
+
+Vgl. auch ~Hammer-Jensens~ Artikel „Färbung“ (PW., Spl. 3, 461), der
+die nämlichen Ansichten verficht wie ihre oben erwähnte Abhandlung und
+in chemisch-technischer Hinsicht vieles zu wünschen übrig läßt.
+
+
+Zu Seite 26:
+
++Bücher aus Gräbern.+ Das Einlegen von Büchern in Gräber und ihre
+Benützung als Toten-Beigaben war in Ägypten sehr häufig, daher
+konnten sagenhafte Erzählungen mit Recht an diesen Gebrauch anknüpfen
+(~Schubart~, „Das Buch bei Griechen und Römern“, Berlin 1907, 10;
+~Boll~, „Offenb.“ 136 ff.).
+
+
+Zu Seite 26:
+
++Beiblatt des Stockholmer Papyrus.+ Vermutlich ist κοίνα (κοινοῦ?)
+der Imperativ des seltenen κοινάω (κοινοῦσθαι) = „sich anvertrauen“,
+z. B. θεῷ, dem Gotte. Hiernach umfaßt die Zauberhandlung zuerst ein
+Gebet: „Sonne usf. nimm mich an, der ich vor dich trete“; sodann
+heißt es „vertraue dich [dem Gotte] an“ (teile ihm dein Anliegen
+mit); „hierauf salbe dich, und du wirst ihn mit eigenen Augen sehen
+(καῖ ἀυτοπτήσεις)“, d. h. er wird erscheinen und dir Antwort geben
+(~Reitzenstein~).
+
+
+Zu Seite 32:
+
++Lexikon der χρυσοποιία.+ Dieses sog. Lexikon ist eine Sammlung
+kurzer, ursprünglich nicht alphabetisch geordneter Worterklärungen,
+wie es deren auch z. B. zur Septuaginta und zu ~Homer~ gab; da die
+Veröffentlichung ~Berthelots~ aber nicht seiner Anordnung und Abfolge
+in den Handschriften folgt, so läßt sich vorerst nicht absehen, zu
+welchem Corpus chemischer Schriften es gehört haben mag und ob es auch
+die Deutung jener Ausdrücke anstrebt, die gerade in den Schriften des
+~Pseudo-Demokritos~ vorkommen (~Reitzenstein~).
+
+
+Zu Seite 35:
+
++Kobalt.+ In altägyptischen Gläsern und Perlen wies zuerst ~Davy~
+Kobalt nach (~Berthelot~, „Coll.“ 2, 9; „Intr.“ 245); verschiedene
+Forscher fanden es in Glasuren und Tonwaren (~Blümner~ 2, 97; 4,
+413, 503), und letztere enthalten zuweilen bis 5,3% davon (~Klein~,
+„Chemisches Zentralblatt“ 1913, 587). -- Über den Zusammenhang zwischen
+Kobathia und Kobalt s. „Coll.“ 1, 245, sowie ~Rulandus~, „Lexicon
+Alchemiae“ (Frankfurt 1612, 158), über Kobalt in „deutschen Sagen“
+~Maigne d’Arnis~ („Lexicon“ 527). Nach ~W. Hommel~ bezeichnete „Kobelt“
+ehedem Abfälle der verschiedensten Art („Chemiker-Zeitung“ 1912, 918).
+
+
+Zu Seite 46:
+
++~Homer.~+ Die Gegensätze, in denen ~Homers~ „altväterische“ Art und
+Denkweise mit jener der „neueren“ Zeiten stand, waren schon im 5.
+Jahrhundert v. Chr. so lebhafte geworden, daß bereits ~Anaxagoras~
+(500-428?), nach anderen aber erst sein Schüler ~Metrodoros~ mit der
+allegorischen Auslegung begann und ~Homer~ als „Physikos“ hinzustellen
+bemüht war, d. h. als Erforscher und Darsteller des Weltganzen[7201].
+Daß ~Platon~, Gründen allgemeiner Art folgend, die homerischen Gedichte
+als Bildungsmittel der Jugend in seinem Idealstaate verwarf[7202], trug
+vielleicht bei, derlei Bestrebungen zu fördern, und jedenfalls gewannen
+sie in der Folgezeit fortdauernd an Boden, namentlich bei den ohnehin
+der allegorischen Deutung so geneigten Stoïkern; dies gilt schon
+für die älteren Mitglieder der Schule[7203], in weit höherem Grade
+aber für die jüngeren. Zu Beginn der Kaiserzeit erklärte der Stoïker
+~Heraklit~ (der im übrigen nicht näher bekannt ist und fälschlich mit
+seinem großen alten Namensbruder identifiziert wurde)[7204], anders als
+allegorisch aufgefaßt wäre ~Homer~ geradezu ein Frevler gewesen[7205],
+daher habe man z. B. das Beilager der ~Aphrodite~ und des ~Ares~ als
+Zusammentreffen dieser beiden Gestirne aufzufassen, die Kämpfe der
+Götter als Konjunktionen der Planeten, u. dgl. mehr[7206], -- wie
+denn auch schon im 1. Jahrhundert v. Chr. ~Asklepiades~ von ~Myrleia~
+einen ausführlichen Kommentar zu ~Homer~ in rein astrologischem Sinne
+verfaßte[7207]. Des ~Heraklit~ Zeitgenosse, ~Apion~ von Alexandria,
+sowie ~Krates~ von Mallos und deren Nachfolger erblickten in ~Homer~
+die denkbar tiefste Quelle verborgener Weisheit aller Art[7208], und
+in seinen Epen eine Enzyklopädie, enthaltend die Summe aller Künste
+und Wissenschaften[7209]; neu war damals, allem Anscheine nach, diese
+Auffassungsweise nicht mehr, denn schon zur Zeit der späteren Ptolemäer
+soll sie mit Anlaß gegeben haben, ~Homer~ zu vergöttern und ihm Altäre
+und Tempel zu bauen[7210], seine Werke aber als „Losbücher“ und die
+aufgeschlagenen Verse als „Omina“ anzusehen, ganz so wie dies später
+betreff des ~Vergil~, und bis in die Neuzeit hinein bezüglich der Bibel
+geschah[7211]. Ähnlichen Anschauungen und den bewährten Grundsätzen
+allegorischer Auslegung huldigten auch ~Plotinos~ (204-270)[7212]
+nebst seiner Schule sowie ~Porphyrios~ (272-304?), wofür als Beispiele
+nur die Symbolik der Grotte auf Ithaka angeführt sei, ferner die der
+~Circe~ als Urbildes magischer Kunst, und die des ~Achilleus~ als
+Dämons, -- unter welcher Gestalt er seit dem 3. Jahrhundert steigende
+kultische Verehrung genoß[7213].
+
+Die Kirchenväter waren mit ~Homer~ meist wohlvertraut; ~Irenäus~
+z. B. (um 180) führt als Belegstellen willkürlich zusammengestoppelte
+homerische Verse an[7214], und noch der hl. ~Basilius~ (um 350)
+zitiert solche wiederholt zu den Wundern, die die hl. ~Thekla~ zu
+Seleukia vollbrachte, wo sie als Nachfolgerin der ~Athene~ in deren
+Tempel hauste, vor dem man den Gläubigen nach wie vor geweihte Seife
+verkaufte, damit sie dem Heiligtume in ritueller Reinheit zu nahen
+vermöchten[7215]. Wie also im christlichen Seleukia, so war die
+Kenntnis ~Homers~ auch sonst in Vorderasien sehr verbreitet, und
+teilweise Übersetzungen besaßen selbst die Armenier und Syrer[7216],
+welchen letzteren aber ~Homer~ auch als „Vater der Lügenreisen“ und
+deshalb als Babylonier galt[7217]. Für einen Ägypter hinwiederum, und
+zwar für einen Thebaner und Sohn des Propheten ~Hermes~, hält den
+~Homer~ ~Heliodorus~ (um 250)[7218]; nach einem etwa gleichalterigen
+magischen Papyrus ist er wie „der Gewährsmann aller Dinge“ so auch
+der Verfasser eines Zauberbuches, und der 18. Absatz der unter dem
+Namen des ~Afrikanos~ überlieferten „Kesten“ enthält eine magische
+Interpolation in eine sog. homerische Hymne, die ~Homer~ zum Erfinder
+der Zauberkunst zu stempeln sucht[7219]. Verschiedene Überlieferungen
+der ersten nachchristlichen Jahrhunderte lassen ~Homer~ seine
+Weisheit bald aus den Archiven des ~Isis~-Tempels schöpfen, bald
+sie von Geistern und Dämonen empfangen, woraufhin dann seine Werke
+als teuflisch und deren Leser als verdammt bezeichnet wurden[7220];
+homerische Verse und Fragmente finden sich auch in Zauberbücher und
+-sprüche eingeschoben[7221], und da ~Homer~ auch den ihn allegorisch
+auslegenden Gnostikern[7222] als Autorität, den Ssabiern aber sogar als
+Mitbegründer ihrer Religion galt[7223], können Äußerungen wie die der
+(syrischen) Schriften des ~Pseudo-Demokritos~ oder des „Papyrus Kenyon“
+nicht überraschen.
+
+Erwähnt sei noch, daß auch mittelalterliche medizinische Abbildungen
+nach antiken Vorlagen den „~Omerus~ auctor“ nebst ~Hermes~ mit
+der Zauberwurzel Moly[7224], oder „~Omerus~“ mit der heil- und
+zauberkräftigen Wurzel der Paeonia (Pfingstrose) zeigen[7225], sowie
+daß mittelalterliche alchemistische Pseudepigraphen, z. B. die des
+~Pseudo-Platon~, ~Homer~ neben ~Pythagoras~, ~Euklid~, ~Ptolemaios~ u.
+A. als alchemistischen Autor anführen[7226].
+
+
+Zu Seite 47:
+
++Männliches und Weibliches.+ Nach ägyptisch-hellenistischer Lehre, die
+selbst aber wieder iranischen Ursprunges ist, entsteht die Welt durch
+Vereinigung zweier Elemente, eines männlichen und eines weiblichen
+(~Reitzenstein~).
+
+
+Zu Seite 48:
+
++Lutieren+ von Töpfen mit Lehm oder einem Gemenge von Lehm und Haaren
+erwähnt schon ~Hippokrates~ (üb. ~Fuchs~ 3, 528; 2, 481); er gedenkt
+auch des Lutierens von Rohren für Dämpfe (ebd. 3, 608).
+
+
+Zu Seite 50:
+
++Aludel.+ Nach ~Dozys~ Wörterbuch (Supplement) ist al uthâl im
+Arabischen lediglich als chemischer Fachausdruck bekannt, während für
+uthâl = Rohr kein Beleg vorliegt, und Rohr im Arabischen jedenfalls
+nicht uthâl heißt (~Jacob~). -- Nicht ausgeschlossen scheint es, daß,
+wie Alambik aus al und ἄμβιξ (Ambix), so Aluthâl aus al und αἰθάλη
+(Aithále) zusammengesetzt ist; das Wort bezöge sich dann ursprünglich
+nicht sowohl auf die (tönerne oder gläserne) Hülle, als auf deren
+Inhalt, also auf den in ihr zu kondensierenden Dampf. Vermutlich ist
+Vermittlung durch das Syrische anzunehmen (~Ruska~). -- Tatsächlich
+bezeichnet ~Bar Bahlul~ in seinem im 10. Jahrhundert auf Grund weit
+älterer Quellen verfaßten „Syrischen Lexikon“ (ed. ~Duval~, Paris 1901)
+das Gerät Atâl als „zur Destillation [Sublimation] dienend“, und schon
+in einem Papyrus, der aus dem 8. oder 9. Jahrhundert herrühren dürfte,
+findet sich neben dem „Topf auf dem Topf“ auch das Atâl genannte Gefäß
+erwähnt (~Seidel~, „Der Islam“ 1, 238, 263). -- Nach ~E. Wiedemanns~
+Angaben im „~Kahlbaum~-Gedenkbuch“ vertritt al uthâl die Stelle des
+griechischen σωλήν = Röhre, Rohr, und auch die sog. Aludeln, wie sie
+z. B. in Idria noch bis in die neueste Zeit hinein zur Kondensation von
+Quecksilberdämpfen dienten, sind Rohre oder rohrähnliche Gebilde.
+
+
+Zu Seite 58:
+
++Tabula smaragdina+: die Tafel (στήλη) aus Edelstein ist in der
+Offenbarungslitteratur häufig, ja fast für sie typisch (~Reitzenstein~).
+
+
+Zu Seite 60:
+
++~Agathodaimon.~+ Vgl. die ausführlichen, zahlreiches Neue bietenden
+und vieles Ältere berichtigenden Aufsätze von ~Ganschinietz~ (PW., Spl.
+3, 38) und von ~Andres~ (ebd. 3, 101). Nach ersterem sind getrennt zu
+behandeln: 1. Die menschengestaltige griechische Gottheit, die eine
+weder ursprüngliche noch eines eigentlichen Kultus gewürdigte war und
+vermutlich in ähnlicher Weise Boden faßte wie die ~Agathe Tyche~. 2.
+Die Schlangengottheit, d. i. der griechische Schutz- und Hausgott
+in Schlangenform. 3. Der Gott der hellenistischen Zeit, entstanden
+(wohl in Alexandria) durch Verbindung des vorigen mit dem in gleicher
+Form dargestellten und verehrten ägyptischen ~Agathodaimon~, sowie
+durch Identifikation mit dem schlangenförmig abgebildeten ~Chnum~
+oder ~Kneph~ und mit ~Hermes-Toth~; in dieser Gestalt tritt er, nicht
+selten neben seinem Gegenbilde ~Kakodaimon~, in der okkultistischen
+Litteratur auf, in der Hermetik, Astrologie, Alchemie, Gnostik, in den
+Zauberbüchern usf.
+
+Der Eigenname ~Agathodaimon~ bleibt bis in das 4. Jahrhundert
+nachweisbar; sein bekanntester Träger ist wohl der alexandrinische
+Geograph des 2. nachchristlichen Jahrhunderts, ein Nachfolger des
+~Ptolemaios~, der u. a. auch die fälschlich als „ptolemäische“ bekannte
+Weltkarte entwarf (~Fischer~, ebd. 3, 59; M. G. M. 16, 178).
+
+Im Orient lebte ~Agathodaimon~ zusammen mit ~Hermes~ bis in die
+spätesten Zeiten fort, wie u. a. das philosophische Handbuch des
+Persers ~Schirazi~ (gest. 1640) zeigt (~Horten~, „Der Islam“, Beiheft
+2; Straßburg 1913). Den alten Quellen gemäß, aus denen er schöpft,
+sind ihm ~Agathodaimon~ und ~Hermes~ neben ~Empedokles~, ~Pythagoras~,
+~Sokrates~ und ~Platon~ „die ältesten griechischen Philosophen“
+(a. a. O. 14, 16, 146, 254) und neben ~Platon~ und ~Pythagoras~ die
+ältesten Astrologen (ebd. 16, 147, 229); ~Agathodaimon~ stammte wie
+~Thales~ und ~Anaximenes~ aus Milet (ebd. 199), er war ein guter Geist
+und Engel, der u. a. dem ~Hermes~ die Offenbarung vermittelte (ebd.
+201), und verfaßte vielerlei Bücher und Schriften (ebd. 242, 254).
+
+
+Zu Seite 63:
+
++Schreiben der ~Isis~ an ~Horos~.+ Die Form des Briefes ist eine bei
+den Herausgebern magischer Schriften sehr beliebte (~Wessely~; vgl.
+dessen „Ephesia Grammata“, Wien 1886, 4).
+
+
+Zu Seite 64:
+
++Eid der ~Isis~+: Eide dieser Art sind in den Ritualen der
+Mysterien-Religionen nicht selten und gelten auch in der
+Buch-Offenbarung noch als bindend für den Leser. Der vorliegende
+[dessen Überlieferungen nicht unerheblich auseinander gehen, s.
+bei ~Kopp~, a. a. O.] gehörte ursprünglich wohl einem griechischen
+Mysterienbrauche an, worauf das Schwören beim Acheron (nicht Charon!)
+zurückweist, doch ist ihm durch Interpolationen eine mehr orientalische
+Fassung zuerteilt (~Reitzenstein~).
+
+
+Zu Seite 64:
+
++Gleich- und Einswerdung.+ Formeln wie die zwischen ~Horos~ und dem
+durch ~Amnael~ vorgestellten ~Chnum~ gebrauchte sind in der Mystik
+des Zeitalters weitverbreitet (~Reitzenstein~, „Poimandres“ 142;
+~Weinreich~, A. Rel. 19, 166).
+
+
+Zu Seite 68:
+
++Moses (Pseudo-Moses).+ In der mystischen Litteratur werden ihm
+zahlreiche Werke zugeschrieben, u. a. ein Schlüssel-, Mond-,
+Erzengel-Buch u. dgl. (~Wessely~, „Ephesia Grammata“, Wien 1886, 6).
+
+
+Zu Seite 68, 195:
+
++~Jamnes~ und ~Mambres~+ gelten in der mystischen Überlieferung als
+die beiden Zauberer, die dem ~Moses~ am Hofe des Pharao entgegentreten
+(~Reitzenstein~).
+
+
+Zu Seite 71:
+
++Euagia.+ Einen angeblichen Ort dieses Namens gibt es in Wirklichkeit
+nicht, ~Johannes~ wird vielmehr bezeichnet als Oberpriester τῆς ἐν
+εὐαγἰᾳ θυσίας, bei dem in frommem Sinne [dargebrachten] Opferfeste
+(~Reitzenstein~). -- Möglicherweise war aber die ganze Abhandlung
+auch betitelt als die des Oberpriesters ~Johannes~ „τοῦ τῆς εὐαγίας
+[μνήμης]“ = „seligen Angedenkens“; derartige Beinamen sind nämlich in
+der frühchristlichen Zeit außerordentlich häufig, und wir besitzen
+auch ausreichende Belege dafür, daß das Weglassen des Wortes μνήμης in
+dieser Verbindung zum Sprachgebrauche geworden war (~Wessely~; s. „Neue
+philologische Rundschau“ 1889, Nr. 11, S. 174).
+
+
+Zu Seite 71, 384, 415, 436:
+
++Tutia.+ „Al Tûtijâ ist ein Rauch“ (arab. duchân, auch dukhân) sagt
+~Alqazwini~ im „Steinbuch“ („Das Steinbuch aus der Kosmographie des
+~Alqazwini~“, üb. ~Ruska~, Heidelberg 1896, 11). -- Nach ~Vullers~
+bezeichnet im Sanskrit Tuthia ursprünglich ein Collyrium aus der
+Pflanze Amomum xanthorhiza, später aber auch Präparate, die anscheinend
+aus Vitriolen gewonnen wurden; der Zusammenhang von Tutia mit dem
+persischen Dûd = Rauch, Ruß (Lampenruß) muß daher für mindestens
+fragwürdig gelten (~Jacob~). -- Nach vor Jahren erteilter Auskunft des
+verstorbenen Prof. Dr. ~R. Pischel~ ist Tuthia im Sanskrit selbst ein
+Fremdwort.
+
+
+Zu Seite 73:
+
++Zu ~Saʿdi~.+ Das angeführte Gedicht fährt fort:
+
+ „Kein Märlein ist’s, daß Ihr es wißt:
+ Genügsam seid, und Silber ist
+ Mit Stein von gleichem Werte“,
+
+und zeigt jedenfalls keine Beziehung zu einer bestimmten Persönlichkeit
+(~Jacob~). -- [Bei ~Schlechta~, a. a. O., lautet die Überschrift:
+„Alchemie“.]
+
+
+Zu Seite 74:
+
++~Afrikanos~+ schöpfte vielfach aus den Schriften des (Pseudo-)
+~Demokritos~, namentlich auch aus dem Buche über „Sympathien und
+Antipathien“ (~W. Kroll~, PW. 10, 116).
+
+
+Zu Seite 78:
+
++Amalgam+ = μῖγμα, Magma, arab. „Almagma“? -- In der arabischen
+Arithmetik wird als Magmuʿ, Almagmuʿ, das Vereinigte, die Summe, die
+Summation bezeichnet (~Ruska~, „Zur älteren arabischen Algebra und
+Rechenkunst“, Heidelberg 1917, 17).
+
+
+Zu Seite 81:
+
++Hen to pan (ἕν τὸ πᾶν)+ ist eine ursprünglich religiöse Formel =
+„Eines und Alles“, „Eins ist das All“, und wird oft mit den Worten
+fortgesetzt καῖ πᾶν ὁ θεός = „und Alles die Gottheit“; für dieses
+mysteriöse All dient die Schlange Uroboros als Symbol (~Reitzenstein~).
+
+
+Zu Seite 86:
+
++Kerátion.+ Seitdem Kaiser ~Konstantin~ die reine Goldwährung
+festgestellt hatte, ist Keration (κεράτιον) eine der
+allergewöhnlichsten byzantinischen Münzen: ¹⁄₇₂ des Goldpfundes war das
+νομισμάτιον (Nomismátion; Solidus), und dieses zerfiel in 24 aus Silber
+gemünzte Teile namens κεράτιον (Kerátion). Goldwechsler und Agioteure
+erklärten dann einzelne goldene Solidi für minderwertig und nahmen sie
+nur mit einem Aufgelde von 1, 2, 3, ... Karaten an; hieraus erklärt
+sich die Entstehung der Ausdrücke 18- oder 14karätiges Gold, die also
+Gold bedeuten, das statt 24 Karate nur 18 oder 14 Karate Wert besitzt
+(~Wessely~).
+
+
+Zu Seite 88:
+
++Milch der schwarzen Kuh+: sie ist im Zauberwesen ein häufig
+angewandtes Mittel zur Vergottung und war ursprünglich wohl die „Milch
+der Göttin“, die den Genießenden, also auch den Mysten, unsterblich
+machen soll (~Reitzenstein~).
+
+
+Zu Seite 101:
+
++Artabe.+ Der Name dieses Maßes, „Artab“, ist nach ~Sethe~ ursprünglich
+ein persischer, gewann aber allmählich weite Verbreitung und findet
+sich im Assyrischen, Armenischen, Aramäischen, Griechischen und
+Spätägyptischen. (Zitat in Verlust geraten.)
+
+
+Zu Seite 109:
+
++~Salmanas.~+ ~Selman~ ist ein gut arabischer Name, und ~Selman
+al-Farisi~ (= ~Selman~ der Perser) ein wohlbekannter Genosse des
+Propheten, der bei verschiedenen Sekten der Derwische eine sehr
+wichtige Rolle spielt, und über den eine umfangreiche Litteratur
+vorhanden ist; vgl. ~Müller~, „Der Islam im Morgen- und Abendlande“
+(Berlin 1885; 1, 135); ~Jacob~, „Türkische Bibliothek“ 9, 26 und
+16, 26, 32 und oft; ~Huart~, „~Selman du Fars~“ (in „Mélanges
+~Derenbourg~“, Paris 1909, 297 und „École pratique des hautes études“,
+Paris 1913). -- Der griechische Name ~Salmoneus~ ist als lautlich
+abweichend anzusehen (~Jacob~).
+
+
+Zu Seite 112:
+
++Tartarum.+ Durdijj ist im Persischen ein Bodensatz, z. B. in Milch, Öl
+oder Wein (~Wessely~). -- Durd bezeichnet im Persischen die Hefe; eine
+Form Durdijjun erscheint sprachlich fehlerhaft, und die Gleichsetzung
+mit Tartarum trägt willkürliches, ja gewaltsames Gepräge, kann aber
+immerhin vorgekommen sein (~Jacob~). -- Durdî = Hefe findet sich
+erwähnt bei ~Hirschberg-Lippert~, „Die arabischen Augenärzte“ (Leipzig
+1906) 2, 245.
+
+
+Zu Seite 116:
+
++Kurkuma.+ Bei den Arabern ist dies die Gelbwurzel (Curcuma longa)
+und ihr gelber Farbstoff, bei den Syrern aber häufig der Safran
+(~Meyerhof~, nach ~Löw~, „Der Islam“ 6, 263).
+
+
+Zu Seite 123:
+
++Logos+: vgl. ~Schmidt~, „Realistische Stoffe im humanistischen
+Unterricht“ (Leipzig 1913, 58).
+
+
+Zu Seite 125, 127, 186:
+
++Orphiker und Pythagoräer.+ Die mystischen Lehren der Orphiker,
+wie die Theorie vom Kreislauf, von der Parallelität des Mikro-
+und Makrokosmos usf., weisen entschieden auf den Orient zurück,
+desgleichen lassen verschiedene Züge bei den Pythagoräern erkennen,
+daß sie auf die babylonische Astrologie aufmerksam geworden waren;
+hieraus wieder erklären sich die entsprechenden Anspielungen in den
+Werken ~Platons~, bei dem z. B. am Schlusse des „Staates“ als Träger
+der Offenbarungs-Bilder auch geradezu der Pamphylier ~Er~, Sohn des
+~Armenios~, genannt wird (~Boll~, „Aus der Offenbarung Johannis“,
+Leipzig 1914, 2; ~Boll~ und ~Bezold~, „Sternglaube und Sterndeutung“,
+Leipzig 1918, 23 ff., 97). -- Betreff der Vermutung, daß gewisse
+Überlieferungen der Pythagoräer und Hippokratiker (etwa seit der Mitte
+des 5. Jahrhunderts) auf die 7 Planeten und auf die Stellung der Sonne
+unter ihnen anspielen, s. ~Pfeiffer~, „Sternglauben“ (35, 38, 110, 128).
+
+
+Zu Seite 126:
+
++Äther+ ist bei ~Porphyrios~ der Name des Feuers (~Thomas von Aquino~,
+üb. ~Schneider~ 3, 229).
+
+Bei ~Homer~ bedeutet αἴθων (aíthon) als „der Feuergelbe“ den Löwen;
+doch heißt so auch eines der vier Sonnenrosse des ~Helios~ (~Keller~,
+„Die antike Tierwelt“, Leipzig 1909 ff.; 1, 25, 247).
+
+
+Zu Seite 129:
+
++~Parmenides.~+ Verschiedene wichtige Anschauungen dieses Philosophen
+sind durch Vermittlung der Orphiker und der Mysterienkulte dem Orient
+entlehnt, u. a. die von der Herabkunft der Seele aus dem Himmel, von
+ihrem Wiederaufstiege nach dem Tode, von der Umwandlung der Seelen in
+Sterne, vom Zusammenwirken des Männlichen und Weiblichen, usf.; wie
+weit sie babylonischen oder iranischen Ursprunges sind, bleibt noch zu
+untersuchen (~Pfeiffer~, „Sternglauben“ Leipzig 1916, 128 ff., 124 ff.;
+~Boll~, „Offenb.“ 32).
+
+
+Zu Seite 136:
+
++ἄνω und κάτω.+ Diesen Gegensatz kennt auch bereits ~Hippokrates~ (5.
+Jahrhundert v. Chr.) und spricht von ἄνω und κάτω als von „+einem+
+Wege, ... der in stetem Wechsel eingeschlagen wird“ (üb. ~Fuchs~ 1,
+284, 291 und oft).
+
+
+Zu Seite 156:
+
++Askese.+ Über Wichtigkeit und Macht der Askese, namentlich der
+kultischen Keuschheit, vgl. ~Boll~, „Offenb.“ 32.
+
+
+Zu Seite 163:
+
++Babylonische Astronomie.+ Nach ~Boll~ waren die Babylonier zwar
+gute Beobachter und Rechner, aber keine Systematiker (M. G. M. 16,
+173), und dies ist betreff der Entwicklung einer wissenschaftlichen
+Astronomie sehr beachtenswert. -- Während z. B. die Erkenntnis der
+Identität von Morgen- und Abendstern bei beobachtenden Astronomen
+bis gegen 2000 v. Chr. zurückzureichen scheint, galt trotzdessen
+~Venus~ allgemein als Morgenstern für männlich und als Abendstern
+für weiblich, demnach als zweigeschlechtlich. Ihre Bezeichnung als
+„einen Bart tragend“ (Venus barbata) ist aber auch den Beziehungen zu
+sonstigen, in ihre Nachbarschaft tretenden Gestirnen zuzuschreiben; in
+ähnlicher Weise nimmt sie bei Annäherung der anderen Planeten, z. B.
+des Mars, Merkur, Jupiter, eine gelbe, rote, weiße (?) „Krone“ an, ganz
+so wie in gleichem Falle der Mond eine goldene, silberne, bronzene,
+kupferne, eiserne, glänzende, weiße, rote, usf. (~Boll~ und ~Bezold~,
+„Sternglauben“ 7, 10 ff.; ~Boll~, „Offenb.“ 48).
+
+
+Zu Seite 166:
+
++Stellvertretung der Gestirne+, u. a. zwischen Sonne und Saturn, aber
+auch zwischen Planeten und Fixsternen, erfolgte bei den Babyloniern
+gemäß der Ähnlichkeit der +Farben+, für die hier Abstufungen vom Roten
+zum Weißen festgelegt waren; die der nämlichen Farbenklasse zugehörigen
+Gestirne wurden gleichgesetzt und konnten sich vertreten (~Boll~ und
+~Bezold~, „Sternglauben“ 7, 17, 103).
+
+
+Zu Seite 167:
+
++Planetenzahl.+ Die Zahl der Planeten betrug bei den Babyloniern
+ursprünglich 5 und erst später, von einem vorerst nicht genau
+bestimmbaren Zeitpunkte an, 7; ~Petosiris~ redet noch bald von 5, bald
+von 7, ~Vettius Valens~ (im 2. Jahrhundert n. Chr.) dagegen nur von 7
+(~Boll~, „M. G. M.“ 16, 54). Nach ~Josephus~ (1. Jahrhundert n. Chr.)
+entsprach der siebenarmige Leuchter im Tempel zu Jerusalem den sieben
+Planeten (~Thomas von Aquino~, üb. ~Schneider~, 6, 426).
+
+Neun Planeten, durch Mitzählung von Kopf und Schwanz des „Drachens“
+nach indischer Art kennt bei den Arabern schon im 10. Jahrhundert
+~Alkhwarizmi~ (~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 47, 229).
+
+
+Zu Seite 169:
+
++Zikurrat.+ Nach ~Koldewey~ ist an den bisher allein genau geprüften
+Unterteilen der Zikurrat, u. a. derer von Assur, Borsippa („welche
+Stadt zu Babylon etwa im Nachbarverhältnis von Charlottenburg zu Berlin
+steht“) und Khorsabad, weder eine Spur von stufenförmigem Aufbau
+nachweisbar, noch gar eine solche von Etagen in verschiedenen Farben,
+noch endlich die angenommene Art des Zuganges. Insbesondere betreff
+Borsippas „ist alles Einbildung und die Ruine zeigt heutigen Tages
+nichts davon“. Was ~Place~ hinsichtlich Khorsabads von „Verbrämung
+mit emaillierten Ziegeln“ sowie von „äußerem, schneckenförmig
+herumführendem Rampenaufgang“ angibt, stimmt entweder mit der
+Wirklichkeit gar nicht überein, oder ist doch durchaus unsicher. Beim
+Zikurrat in Assur ist ein Teil des Belages noch gut erhalten, aber
+auch er besitzt weder Aufgänge, noch Etagen, noch Verbrämungen von
+gebrannten Steinen („Die Tempel von Babylon und Borsippa“, Leipzig
+1911; 58, 66; 65, 66; 63). -- Auf dieses wichtige Werk machte mich
+Herr Prof. Dr. ~Prinz~ aufmerksam; wie es sich hiernach mir den sehr
+bestimmten antiken Berichten (besonders bei ~Herodot~) und mit den
+mittelalterlichen (bei den arabischen Autoren) verhält, bleibt vorerst
+dahingestellt, und ebenso muß erst neu ermittelt werden, was die im
+Laufe des 19. Jahrhunderts tätigen Reisenden eigentlich ausgegraben und
+untersucht haben.
+
+Vgl. noch ~Koldeweys~ neuesten Aufsatz, der sich u. a. auf eine von
+~Scheil~ herausgegebene babylonische Tontafel von 229 v. Chr. stützt
+(„Mitteilungen der Deutschen Orientalischen Gesellschaft“, Maiheft
+1918; Auszug mit Abbildung: „Leipz. Illustr. Zeitung“ 1918, 166).
+
+
+Zu Seite 175:
+
++Carmen+ = Beschwörung kommt schon bei ~Tibull~ sowie bei ~Juvenal~ vor
+(ed. ~Friedlaender~, Leipzig 1895, 298).
+
+
+Zu Seite 176, 200:
+
++Elemente.+ Ein Rest der Elementen-Verehrung hat sich in den
+österreichischen Alpenländern erhalten, z. B. in Tirol und Salzburg:
+am Christabend findet das „Füttern der Elemente“ statt, indem man Mehl
+und allerlei Speisen in Luft, Wasser und Feuer wirft sowie in die Erde
+vergräbt (~Andree~, „Votive und Weihgaben ...“, 21).
+
+
+Zu Seite 180:
+
++Athanasia.+ Als ἀθανασίας φάρμακον, ἀντίδοτον τοῦ μὴ ἀποθανεῖν =
+„Mittel der Unsterblichkeit, schützend vor dem Tode“ bezeichnet noch
+der hl. ~Ignatius~ (um 100) das „Genießen des Fleisches Christi“ bei
+der Eucharistie (~Goguel~, A. Rel. 15, 280). -- ~Galenos~ erwähnt
+ἀθανασία als eine Arznei der alexandrinischen Ärzte (~Berendes~, „Das
+Apothekenwesen“, Stuttgart 1907; 34).
+
+
+Zu Seite 183:
+
++Astrologúmena.+ Das Buch, in dem die Anrede mit τέκνον (Kind) der
+üblichen Weitergabe des Geheimnisses vom Vater an den Sohn entspricht,
+ist vor 150 v. Chr. geschrieben, und „nur +ein+ Autor spielt hinter
+den +beiden+ Masken des Oberpriesters ~Nechepso~ und des Königs
+~Petosiris~“, der vielleicht mit einem Herrscher aus dem 7. Jahrhundert
+zu identifizieren ist. Einem hellenistischen Zuge gemäß gelten Könige,
+oft zusammen mit Priestern, als bevorzugte Empfänger göttlicher
+Offenbarungen (~Boll~, „Offenb.“ 6, 138 ff.; ~Boll~ und ~Bezold~,
+„Sternglaube“ 29). Könige werden „als von höherem und stärkerem Wesen“
+angesehen, und haben daher auch das Geisterreich und das Naturleben in
+ihrer Gewalt; hiermit wieder hängt es zusammen, daß die Metallgötter
+(s. oben S. 81) und die Planetengötter als „Könige“ erscheinen, so die
+Planetengötter als „Scepterträger“ schon auf dem Zodiakus (Tierkreis)
+von Denderah (~Pfeiffer~, „Sternglauben“ 100; ~Boll~, „Sphaera“, Tafel
+2-5).
+
+
+Zu Seite 184:
+
++Wochentage+ (die 7) waren in Rom zu Beginn der Kaiserzeit bereits
+wohlbekannt; ~Tibull~ will am Sabbat, der wegen seines Zusammenhanges
+mit ~Saturn~ für verdächtig und verrufen galt, nicht verreisen
+(„Elegien“ lib. 1, Nr. 3, Vers 18), ~Horaz~ am Sabbat nichts
+Geschäftliches unternehmen („Satiren“ lib. 1, Nr. 9, Vers 69). Aber
+auch im ~Evangel. Matthaei~ (cap. 20) soll die Flucht nicht am Sabbat
+stattfinden (~Boll~, „Offenb.“ 134). Durch römische Soldaten wurde
+der Gebrauch der Wochentage auch schon frühzeitig nach Gallien und
+dem Rheinlande gebracht (~Nilsson~, A. Rel. 19, 68, 118; ~Boll~ und
+~Bezold~, „Sternglauben“ 84).
+
+
+Zu Seite 186:
+
++Orientalische Einflüsse.+ Die sog. hippokratische Schrift über die
+„Siebenzahl“, die bald nach 450 v. Chr. verfaßt sein dürfte, zählt
+die 4 Elemente in der Reihenfolge Erde, Feuer, Wasser, Luft, oder
+Feuer, Wasser, Luft, Erde auf. Als bedeutsame, wenngleich nicht genau
+entsprechende Parallele ist anzuführen, daß nach der iranischen
+Eschatologie die auferstehende Seele zurückfordert: von der Erde das
+Gehirn, vom Wasser das Blut, vom Feuer die Lebenskraft (das Leben),
+dagegen die Haare von der Pflanze (~Boll~, „Offenb.“ 61).
+
+
+Zu Seite 193:
+
++Sophist+, σοφιστής, bedeutet in den Zauberpapyri nicht selten soviel
+wie Zauberer (~Reitzenstein~, „Myst.-Rel.“, Leipzig 1910, 68, 90).
+
+
+Zu Seite 200:
+
++~Muhammeds~ Himmelfahrt+; s. über diese die eingehende Abhandlung von
+~Schricke~ („Der Islam“ 6, 1).
+
+
+Zu Seite 202:
+
++Astrologie.+ Vom höheren geschichtlichen Standpunkte aus bezeichnet
+sie ~Günther~ als eine Durchgangsepoche menschlichen Wissens und
+Denkens, die überwunden werden muß, wenn Fortschritte erzielt werden
+sollen (M. G. M. 16, 175). -- Dem Umstande, daß die Astrologie (was als
+höchst wichtiger Vorzug erschien!) zugleich als Wissenschaft und als
+Religion, oder, wie ~Cumont~ sagt, als „wissenschaftliche Theologie“
+galt, ist der ungeheure und andauernde Einfluß zuzuschreiben, den
+sie auf Naturwissenschaft und Medizin ausübte; ihre Geschichte
+läßt die der Völkerverbindungen mit einzig dastehender Klarheit
+und Sicherheit hervortreten, und ihre Litteratur ist in wahrhaftem
+Sinne Weltlitteratur (~Boll~, „Offenb.“ 114; ~Boll~ und ~Bezold~,
+„Sternglauben“ 65, 71 ff., 91).
+
+
+Zu Seite 204:
+
++Bewirken oder Anzeigen?+ Zu ~Pfeiffers~ „Sternglauben“ zu ergänzen
+sind die Seitenzahlen 2 ff., 47 ff., 61, 63, 65, 68 ff., 78 ff.
+
+
+Zu Seite 210:
+
++Planeten-Konstellationen.+ Diesen entsprechend ließen nach einer
+Überlieferung bei ~Thomas von Aquino~ die „Ägypter“ verschiedene
+Pflanzensamen vermengen und geschlechtliche Vereinigungen verschiedener
+Tierarten stattfinden (üb. ~Schneider~ 6, 447).
+
+
+Zu Seite 212:
+
++Farben der Sterne.+ Angaben über diese für sehr wichtig angesehenen
+Farben finden sich schon im „Tetrabiblos“ des ~Ptolemaios~, woselbst
+sie sichtlich babylonischen Ursprungs sind, sowie bei seinen späteren
+Nachfolgern, z. B. bei ~Hephaistion~ im 4. Jahrhundert (~Boll~, M. G.
+M. 16, 173).
+
+
+Zu Seite 226:
+
++~Hermes Trismegistos~+ als angeblicher Geograph wird erwähnt in dem um
+1490 verfaßten „Deutschen Ptolemäus“ (Neudruck ed. ~Fischer~, Straßburg
+1910; Vorr., S. 31).
+
+
+Zu Seite 231:
+
++~Hermes Trismegistus~+ oder +~Mercurius~+ führt gegen Ende des 12.
+Jahrhunderts ~Daniel~ von ~Morley~ an (~Sudhoff~, A. Nat. 8, 8,
+14, 16); im 13. erwähnt ~Thomas~ von ~Aquino~ den „Poimandres“ des
+~Trismegistus~ sowie den ~Hermes Trismegistus~ selbst (üb. ~Schneider~
+2, 75, 77; 7, 584). Sein Andenken geriet also auch hiernach sicherlich
+niemals völlig in Vergessenheit; vgl. auch die öfteren Berufungen auf
+~Hermes~ in des ~Albertus Magnus~ (echter) Schrift „De mineralibus“
+(Cöln 1569), die selbst wieder ausschließlich aus den Werken älterer
+Vorgänger schöpft.
+
+Nach einer Bemerkung in der „Κόρη κόσμου“ verfaßte ~Hermes
+Trismegistos~ seine Schriften schon +vor+ Erschaffung der
+Welt! (~Boll~, „Offenb.“ 8).
+
+Zu seinen technischen Erfindungen (vgl. S. 258 dieses Werkes) gehört
+nach arabischen Autoren auch die der Seife, und zwar machte er sie
+kraft einer besonderen Offenbarung (~E. Wiedemann~, „Beiträge“ 54, 317).
+
+
+Zu Seite 232:
+
++Kore, Κόρη κόσμου.+ In frühptolemäischer Zeit erfolgte eine
+Verschmelzung des ~Isis~-Dienstes mit den ~Demeter~-Mysterien zu
+Eleusis, bei denen ~Kores~ Wege hinab in die Unterwelt und wieder
+herauf zur Oberwelt (ἄνω καὶ κάτω, áno kai káto) eine bedeutsame Rolle
+spielten (~Roeder~, PW. 9, 2128; ~Hiller~, PW. 1, 2322).
+
+Nach ~Reitzenstein~ sind die Ansichten ~Krolls~ und ~Zielinskis~ wie
+betreff der Herleitung einer „höheren Hermetik“ aus Arkadien so auch
+bezüglich der in entscheidenden Punkten irrig und unannehmbar[7227].
+Die Κόρη κόσμου die jedenfalls erst dem 3. Jahrhundert n. Chr. und der
+Zeit +nach+ dem Auftreten ~Manis~ (des Begründers des Manichäismus)
+angehört[7228], rührt von einem Verfasser her, der ein umfangreiches
+Material nach vielen Richtungen hin trefflich beherrscht, es aber rein
+synkretistisch und völlig kritiklos verarbeitet, um ein religiöses Buch
+für Gebildete zu schreiben, aber nicht der +religiösen+, sondern der
++litterarischen+ Wirkung halber, -- was schon an sich als ein für die
+ganze Epoche höchst charakteristisches Zeichen anzusehen ist[7229]. Dem
+Werke liegen, abgesehen von der vielfachen Benützung des platonischen
+„Timaios“ (besonders in stilistischer Hinsicht)[7230], drei
+Hauptquellen zugrunde[7231]: 1. eine ursprünglich iranische Kosmogonie,
+2. eine griechische philosophische Schrift, deren Begriffsbildungen
+mit den religiösen Überlieferungen der ersteren verschmolzen
+werden[7232], 3. die hellenistisch-ägyptische ~Osiris~-Tradition, der
+die entscheidenden Erlösungslehren entnommen sind.
+
+Dem iranischen Schöpfungsmythus, der sich allmählich durch ganz
+Vorderasien verbreitet zu haben scheint, jedoch unter Verdunkelung
+oder völliger Abstreifung seines dualistischen Grundgedankens[7233],
+entstammen verschiedene wichtige Züge. Die geordnete Welt wird in
+mehreren Stufen erschaffen, und zwar durch Auflösung des Chaos, der
+„schwarzen Einheit der Materie“, wobei der Himmel mit seinen Sternen,
+die trockene Erde, sowie die Wasserfläche zum Vorschein kommen[7234].
+Ein Urgott, eine Urgöttin, oder eine Urseele (~Psyche~), aus der alle
+Einzelseelen entspringen, irrt vom Schöpfer ab, sinkt herab in die
+Materie, wird aber am Ende der Dinge aufs neue mit dem höchsten Gotte
+vereint und steigt wieder empor zum Himmel[7235]. Die lebendigen
+Menschen sind eine innige Verbindung von Hyle und Psyche[7236]; aus
+Feuer und Luft, den beiden Elementen des Lichtreiches, bestehen
+die Seelen, die nach dem Sündenfalle, d. h. nach dem Abirren vom
+Schöpfer, bestraft werden, nämlich durch Bindung an die aus Wasser
+und Erde gebildete Hyle der Leiber, die gemeine Materie[7237]. Über
+die Schicksale der Menschen berät der höchste Gott mit ~Hermes~, der
+als sein νοῦς (Nûs) und seine ψυχή (Psyche) erscheint, sowie mit den
+übrigen Göttern, besonders mit jenen der Planeten, die überlegen,
+was jeder von ihnen für die Menschen tun könnte; schließlich wird
+jenen, die einen reinen und gerechten Lebenswandel führen, Erlösung
+und Rückkehr in den Himmel versprochen[7238]. Schon nach dem ersten
+Erscheinen der Urseele (Psyche) tritt aber auch der „Herrscher der
+Finsternis“ in Gestalt eines furchtbaren Drachen hervor[7239];
+„Herrscher der Finsternis“ hießen jedoch auch die „Archonten“, d. s.
+die Planetengeister, die „mit Sünde (= Materie) verbunden“ am Himmel
+umherirren und die Schöpfung bedrohen[7240]. Anscheinend unter dem
+Einflusse dieser bösen Geister sündigen die Menschen und häufen Frevel
+auf Frevel, bis sich die Elemente klagend vor dem höchsten Gott
+einfinden und von ihm eine neue Emanation (ἀπόρροια) erflehen; er
+sendet ~Osiris~ und ~Isis~, die abermals Recht, Ordnung und Frömmigkeit
+auf Erden verbreiten, dann aber kraft eines Zauberhymnus wieder gen
+Himmel auffahren. Nach anderen Quellen vertreten jedoch ihre Stelle
+~Dionysos~, „der Sohn des Gottes“ (nämlich des ~Zeus~), oder ~Mithras~,
+der „Mittler“ zwischen höchstem Gott und Menschheit[7241].
+
+
+Zu Seite 233:
+
++~Agathodaimon.~+ Nach ~Lanes~ „Manners and customs of the modern
+Egyptians“ (London 1860) besaß noch um die Mitte des vergangenen
+Jahrhunderts jedes Quartier der Stadt Kairo seinen Schutzgeist oder
+~Agathodaimon~, der in Schlangengestalt verehrt wurde (~Rescher~, „Der
+Islam“ 9, 27).
+
+
+Zu Seite 236:
+
++Gnostik.+ Schon ~Herder~ („Werke“ ed. ~Suphan~, Berlin 1893; 9,
+276) spricht sich sehr bestimmt dahin aus, daß die Gnostik in die
+vorchristliche Zeit zurückreicht, also in jene des Hellenismus. Dieses
+meist für sehr jung gehaltenen Ausdruckes bedient er sich öfters (vgl.
+10, 184) und entlehnte ihn vermutlich seinen Quellen; schrieb doch
+z. B. bereits ~Heinsius~ ein Werk „De lingua hellenistica“ (Leiden
+1643).
+
+
+Zu Seite 240, 244 (s. auch Seite 203):
+
++Buchstabenmystik+, Anrufung der 7 Vokale α, ε, η, ι, υ, ο, ω, u. dgl.,
+hängen enge mit der Anschauung zusammen, daß der Name der Götter ein
+Teil ihres Wesens sei; aus ihr erklärt sich die Macht, die der Kenntnis
+des „wahren Namens“ zugeschrieben wird, aber auch die Scheu, diesen
+auszusprechen, wie sie z. B. bei den Juden zutage tritt (~Boll~,
+„Offenb.“ 32). -- Vgl. die „hundert schönen Namen“ Allahs.
+
+
+Zu Seite 240, 255:
+
++Kraft der Worte.+ Daß bestimmte Worte eine ganz besondere Kraft
+ausüben und daher bei allerlei kirchlichen Zerimonien hauptsächlich
+oder ausschließlich in der vorgeschriebenen bestimmten Sprache zu
+gebrauchen sind, deutet noch ~Thomas von Aquino~ unverkennbar an (üb.
+~Schneider~ 11, 12).
+
+
+Zu Seite 245:
+
++Zahlzeichen, griechische.+ Die Benützung der Buchstaben als
+Zahlzeichen ist nach ~Larfeld~ im 8. Jahrhundert v. Chr. aufgekommen,
+und zwar zu Milet (~Ruska~, „Zur ältesten arabischen Algebra ...“, 41).
+
+
+Zu Seite 245:
+
++Zahlenwerte von Namen.+ Daß es nach spätgriechischen und
+„syrisch-chaldäischen“ Überlieferungen von großer Wichtigkeit ist, den
+Zahlenwert zu erkennen, der den Namen Erkrankter entspricht, meldet
+u. a. der „Codex Hertensis“ des 9. bis 12. Jahrhunderts (~Sudhoff~, A.
+Med. 10, 310).
+
+
+Zu Seite 248:
+
++~Mithras.~+ Die älteste litterarische Erwähnung des ~Mithras~ findet
+sich in der „Thebaïs“ (Ges. 1, Vers 717), die ~Statius~ zwischen 81 und
+92 n. Chr. verfaßte (~Poppelreuter~, „Der Islam“ 8, 295).
+
+
+Zu Seite 265:
+
++~Salomon.~+ Über die ungeheure Zaubermacht, die der Orient dem König
+~Salomon~ zuschrieb, vgl. ~Rescher~, „Der Islam“ 9, 5 u. 49.
+
+
+Zu Seite 298:
+
++Chamäleon+ als Namen einer Muschel hat nichts mit dem ägyptischen
+Chamäleon zu tun, sondern ist eine Entstellung des persischen und
+arabischen Kalamûn, das selbst wieder vom griechischen ὑποκάλαμον
+(Hypokálamon) herkommt, d. i. die Steckmuschel, aus deren Byssus das
+„Meerwolle“ genannte, goldig schimmernde Gewebe gemacht wurde (~Hell~,
+„Enzykl. des Islam“ 1, 100).
+
++Chamäleon.+ Der syrische Lexikograph ~Bar Bahlul~ sagt von dem
+seltenen Worte Kemelaʾaʾ: „das ist Kimia, Alkîmijâ“ (arabisch!); er
+kennt auch das Tier Kemelintos oder Kemeliun, bringt jedoch die Namen
+selbst nicht in Verbindung. Der Versuch einer solchen kann +nur+
+aus spätgriechischer Zeit herrühren, da aber für einen Griechen der
+Zusammenhang zwischen χημεία und χαμαιλέον ernsthaft nicht wohl in
+Frage zu kommen vermag, so handelt es sich wohl um eine Art Wortwitz
+von der Gattung jener, der so zahlreiche bei ~Isidorus~ von ~Sevilla~
+auftauchende „Etymologien“ angehören (~Ruska~).
+
+Vom Chamäleon als „Kemmeltier“ sprechen noch mittelhochdeutsche
+Quellen, z. B. ~Hugo~ von ~Trimberg~ gegen 1280 im „Renner“ (ed.
+~Ehrismann~, Tübingen 1909; 3, 79); vorübergehend erwähnt er in diesem
+Werke auch die Alchemisten, (ebd. 2, 299).
+
+
+Zu Seite 311:
+
++Harut und Marut.+ Diese Sage ist nach ~Littmann~ babylonischen
+Ursprunges, die beiden Namen sind jedoch späterer, (in dieser
+Überlieferung) iranischer Herkunft („~Harut~ und ~Marut~“ in
+„Festschrift für ~F. C. Andreas~“, Leipzig 1916, 70).
+
+
+Zu Seite 315:
+
++Alloiosis+ der Nahrungsmittel nennt ~Galenos~ (2. Jahrhundert n. Chr.)
+deren Umänderung im Laufe der Verdauung (~Meyer-Steineg~, „Studien zur
+Physiologie des ~Galenos~“, A. Med. 6, 423).
+
+
+Zu Seite 320:
+
++Xerion.+ Das aus dem griechischen ξήριον entstandene Iksîr findet sich
+im Persischen bereits bei ~Firdusi~, um 1000 n. Chr.; als al-iksîr
+(Elixir) geht es dann zu den Arabern über (~Jacob~). -- In der
+„Augenheilkunde“ des ~Ibn Masawaih~ (777-857) ist Iksîr oder Elixir
+noch = trockenes Streupulver (~Prüfer~ und ~Meyerhof~, „Der Islam“
+6, 252), ebenso in den Schriften der arabischen Augenärzte um 1000
+(~Hirschberg-Lippert~ 1, 210).
+
+
+Zu Seite 320:
+
++Stein der Weisen.+ Nach uigurischer, wohl aus Kreisen der Manichäer
+stammender Tradition (um 900) erhielten die sog. hl. 3 Könige vom
+Christuskinde als Gegengabe für ihre Geschenke ein von der steinernen
+Krippe abgebrochenes Stückchen, das sie, weil es von ungeheuerlicher
+Schwere war und ihnen unbrauchbar erschien, in einen Brunnen warfen,
+aus dem hierauf ein feuerblitzender Glanz bis zum Himmel aufstieg.
+Da nun aus gewissen, bei ~Gregor~ von ~Tours~ (539-594), ~Almaʿsudi~
+(gest. 956) und ~Marco Polo~ (gegen 1300) erhaltenen Berichten die
+Legende zu erschließen ist, der die Weisen führende Stern sei, einem
+Meteore gleich, in einen Brunnen bei Bethlehem herabgefallen, so glaubt
+~Hommel~, man habe in diesem abgebrochenen Stückchen Stein den Ursprung
+des „Steins der Weisen“ zu erblicken, der bestimmt gewesen sei „den
+glücklichen Findern eine Gold- und Segensquelle zu werden“ („Münchener
+Neueste Nachrichten“ Nr. 8 vom 5. Januar 1918; den Hinweis auf diesen
+Aufsatz verdanke ich Herrn Geh.-Rat Prof. Dr. ~G. Jacob~). -- Inwieweit
+in dieser Sage der +Ursprung+ des „Steins der Weisen“ liegen soll, ist
+jedoch zunächst nicht einzusehen, und die Frage, ob eine +Verbindung+
+bestehe, bedarf wohl erst noch weiterer Untersuchung.
+
+
+Zu Seite 328:
+
++~Bolos~ von ~Mende~+ war auch eine ergiebige Quelle für die Verfasser
+der sog. „Steinbücher“ sowie des zwischen 300-400 n. Chr. in Syrien
+entstandenen, „Physiologus“ genannten Tierbuches (~Wellmann~, M.
+G. M. 16, 374). Seinen Schriften entstammen ferner jedenfalls
+die Anschauungen über (Pseudo-) ~Demokritos~ als „Wettermacher“
+(~Pfeiffer~, „Sternglauben“ 93 ff.).
+
+
+Zu Seite 331:
+
++~Pseudo-Demokritos’~+ Schrift über den Magnet (περὶ τῆς λίθου) erwähnt
+~Hoppe~ in seiner Abhandlung über Magnetismus und Elektrizität im
+Altertume (A. Nat. 8, 95).
+
+
+Zu Seite 347:
+
++Zeichen für Sonne und Mond+, vielleicht auch für Sterne (Planeten?)
+sollen sich schon auf Tontrommeln aus der Steinzeit vorfinden, die
+Gräbern nächst Halle und Merseburg entstammen (~Hoops~ 3, 286).
+
+
+Zu Seite 351:
+
++Zeichen für Planeten und Metalle.+ In seiner Abhandlung „Bruchstücke
+einer antiken Schrift über Wetterzeichen“ äußert sich ~Wessely~ zu
+dieser Frage wie folgt: Die bekannten Zeichen für die 5 Planeten
+entstanden aus den Abkürzungen ihrer griechischen Namen; kursives κρ
+mit dem Abkürzungsstrich in entstellter Form wurde zum Zeichen für
+Κρόνος, die Majuskelform Ζ mit dem Abkürzungsstrich zu dem für Ζεύς,
+und ebenso kursives αρ und ερ mit dem Abkürzungsstrich, sowie Φ, das
+seine alte Gestalt am besten bewahrte, zu dem für Ἄρης, Ἑρμής und
+Φωσφόρος. Die beiden ersten Zeichen, sowie das letzte, erkannte richtig
+schon ~Salmasius~ („Sitzungsberichte der Wiener Akademie“ 142, 1; S.
+12, Anm. 2).
+
+
+Zu Seite 353:
+
++Null.+ Die Mayas, eine Gruppe mittelamerikanischer Völkerschaften,
+hatten selbständig, und vielleicht schon früher als die Inder, ein
+Zeichen für Null erdacht und mit seiner Hilfe den Stellenwert der
+Zahlen ausgedrückt (~Cajori~, M. G. M. 16, 166). Über die ganze Frage
+s. die eingehende Abhandlung ~Günthers~ (Ber. Münchener Akad. 1917,
+111), in der er auch hervorhebt, daß die Inder ein Dezimal-, die Mayas
+aber ein Vigesimal-System besaßen, wie dies zuerst ~Seler~ zeigte.
+
+
+Zu Seite 353:
+
++Indische Ziffern.+ Das indische Ziffer- und Rechen-System wird seit
+etwa 800 bei den Arabern wissenschaftlich gelehrt, ist aber bereits 662
+einem syrischen Schriftsteller bekannt (~Ruska~, „Der Islam“ 5, 272 und
+„Zur ältesten arabischen Algebra und Rechenkunst“, Heidelberg 1917; 47,
+45); bisher ist der Gebrauch der Null bei einem Araber zuerst für 873
+nachgewiesen, der bei einem Inder für 732 (ebd. 36). -- Unvereinbar mit
+diesen genau belegten Angaben erscheinen vorerst jene des indischen
+Gelehrten ~Kaye~: er behauptet, daß das Positions-System in Indien noch
+im 9. Jahrhundert verhältnismäßig neu und vielleicht überhaupt keine
+indische Erfindung war, und daß alle Berichte, die eine ältere Zeit
+(u. a. die um 600) betreffen, entweder unsicher oder sogar gefälscht
+sind (M. G. M. 17, 13).
+
+
+Zu Seite 357:
+
++Kopten.+ Über medizinische und Färberei-Rezepte der Kopten s.
+~Leipoldt~ in ~Brockelmanns~ „Geschichte der christlichen Litteraturen
+des Orients“ (Leipzig 1907) 171, sowie ~Erman-Krebs~, „Aus den Papyri
+des Kgl. Museums“ (Berlin 1899) 255.
+
+
+Zu Seite 364:
+
++~Dschabir.~+ Die Wahl der Namen ~Dschabir~ und ~Geber~ zwecks
+Unterscheidung ihrer einschlägigen Werke rührt nicht von ~Berthelot~
+her, sondern von ~Wüstenfeld~ (vgl. S. 485 dieses Werkes), dessen
+„Geschichte der arabischen Ärzte und Naturforscher“ (Göttingen 1840)
+~Berthelot~ vielfach benützte.
+
+
+Zu Seite 369:
+
++Tutia+ wird von einigen arabischen Autoren als besonders kostbares
+Erzeugnis Indiens (der indischen Grenzländer?) angepriesen (~E.
+Wiedemann~, „Beitr.“ 54, 320). -- Dieser Wertschätzung entspricht die
+Erwähnung von Tutia in höfischen Redensarten, die sich bis in die
+Neuzeit hinein erhielten und noch bei den Türken in Gebrauch standen:
+in einem Briefe aus dem 16. Jahrhundert an den letzten Pascha von
+Ofen heißt es z. B.: „Tutija ist der Fußstaub Euer Exzellenz“, wobei
+Tutija an Stelle des sonst auch vorkommenden „Kimija“ steht, des
+lebenspendenden Pulvers aus dem Steine der Weisen (~Jacob~, „Der Islam“
+8, 249).
+
+
+Zu Seite 372:
+
++Zauberquadrate.+ In den Schriften der „Treuen Brüder“ finden sich
+Zauberquadrate bis zu 9 Zellen beschrieben (~Carra de Vaux~, „Enzykl.
+des Islam“ 2, 258); der Name kommt jedoch erst im 15. Jahrhundert bei
+~Agrippa~ von ~Nettesheim~ vor (~Günther~, M. G. M. 15, 209). -- Über
+die Theorie der Zauberquadrate s. ~Ferrols~ „Neues Rechnungsverfahren“
+(Bonn 1913) 165.
+
+Nach ~Ahrens~ gehen jedoch die Angaben des ~Agrippa~ (und auch die
+des ~Cardanus~) auf arabische Quellen zurück; schon ~Dschabirs~ „Buch
+der Wage“ soll der „magischen Quadrate“ (u. a. solcher von 9 Zellen)
+gedenken und sie den Planeten zuteilen, ferner erwähnen sie einige
+Schriftsteller des 9. und 10. Jahrhunderts, -- bei den „Treuen Brüdern“
+scheint die Stelle aber interpoliert zu sein --, und desgleichen auch
+noch der byzantinische Autor ~Moschopulos~ („Der Islam“ 7, 186,
+205, 210; M. G. M. 16, 307; vgl. ~Bolte~, M. G. M. 16, 307 und ~E.
+Wiedemann~, „Der Islam“ 8, 94).
+
+
+Zu Seite 374:
+
++Planeten-Seelen.+ Noch ~Kepler~ schrieb 1604 den Planeten eigentliche
+Seelen zu, durch die er ihre Bewegungen erklärte (~Gerland~,
+„Geschichte der Physik“, München 1913, 403).
+
+Wie lange der Glaube an die Planetenseelen und ihre besonderen
+Beschaffenheiten Allgemeingut blieb, zeigt u. a. die Tatsache, daß
+noch 1676 der berühmte Komponist und Orgelspieler ~Buxtehude~, „Natur
+und Eigenschaften der Planeten in sieben (verschollenen) Suiten
+[Charakterstücken] artig abbildete“ (~Spitta~, „~J. S. Bach~“, Leipzig
+1916; 1, 259).
+
+
+Zu Seite 374:
+
++~Hermes~ (~Mercur~).+ Während die übrigen Sterne im Arabischen
+jeder sein bestimmtes Geschlecht haben, ist allein ~Mercur~
+zweigeschlechtlich, hat also hierin die alte Überlieferung seines
+Zwitterwesens gewahrt (~Littmann~, „Festschrift für ~A. C. Andreas~“,
+Leipzig 1916, 86).
+
+
+Zu Seite 374:
+
++Planeten-Namen.+ ~Alkhwarizmi~ gibt um 980 in den „Mafâtîh“ als
+persische Namen an: Chwâr (Sonne), Mâh (Mond), Tîr (Merkur), Nâhîd
+(Venus), Bahrâm (Mars), Hurmuz (Jupiter) und Kaiwân (Saturn) (~E.
+Wiedemann~, „Beitr.“ 47, 216). -- Nach ~Ruska~ lauten die arabischen
+und persischen Namen: Sonne, Schams, Aftâb; Mond, Qamar, Mâh; Jupiter,
+Muschtarî, Birdschis; Mars, Mirrîch, Bahrâm; Merkur, ʿUtârid, Tîr;
+Venus, Zuhrâ, Nâhîd; Saturn, Zuchal, Kaiwân.
+
+
+Zu Seite 375, 425:
+
++Planeten-Einflüsse.+ Nach ~Nöldeke~ erfand im 6. Jahrhundert ein
+persischer Vezir als Gegenstück zu dem neuen Schach- das Nard-Spiel,
+das das menschliche Leben in seiner Abhängigkeit von den Planeten
+und Tierkreis-Sternbildern darstellte (~Ruska~, „Zur Geschichte der
+Schachbrettaufgabe“, Leipzig 1916, 280).
+
+Über den besonderen Zusammenhang zwischen den Tierkreis-Sternbildern
+und den Teilen des menschlichen Körpers s. ~Sudhoff~, „Studien zur
+Geschichte der Medizin“, Leipzig 1914, 198 ff. -- Als unumstößlicher
+Wahrheiten gedenkt der überlieferten Einflüsse der Planeten auf die
+Körperteile noch das so weitverbreitete, um 1243 im Kreise Kaisers
+~Friedrich~ II. verfaßte „Buch ~Sidrach~“ (ed. ~Jellinghaus~, Tübingen
+1904, 164), in dem die Wandelsterne mit ihrer Macht, sowie die
+Astrologie, überhaupt eine hervorragende Rolle spielen (ebd. 65, 121,
+159, 199).
+
+
+Zu Seite 375:
+
++Planeten und Farben der Metalle.+ Nach einer bei ~Daniel~ von ~Morley~
+(gegen 1200) erhaltenen Überlieferung ist die Farbe der Sonne feurig,
+jedoch ihres großen Glanzes wegen nicht genau erkennbar, die des Mondes
+weiß wie Zinn, die des Merkur schwarz, die der Venus weißlich, die
+des Mars goldig, die des Jupiter silbern, die des Saturn bleiähnlich
+(~Sudhoff~, A. Nat. 8, 30).
+
+
+Zu Seite 379:
+
++Sandarach.+ Das einer nordafrikanischen Cupressinee entstammende Harz
+wird unter diesem Namen zuerst in einem Papyrus von etwa 900 erwähnt
+(~Seidel~, „Der Islam“ 1, 150); vgl. die Angaben bei ~Alqazwini~ (~E.
+Wiedemann~, „Beitr.“ 54, 291, 307).
+
+
+Zu Seite 380, 409:
+
++Essig.+ Die so besonders „kalte Natur“ des Essigs erklärte ~Epikur~
+(jedenfalls auf Grund älterer griechischer Quellen) daraus, daß er aus
+dem Weine, der kalte und heiße Atome enthält, unter Austreibung dieser
+letzteren entstehe; nach ~Empedokles~ sollte sich hinwiederum der Wein
+auch durch eine bloße σῆψις (Sépsis) des Wassers bilden (~Gilbert~ 213,
+342).
+
+
+Zu Seite 385:
+
++Ton der Philosophen.+ Einer Vorschrift zu seiner Herstellung aus Ton,
+Kohlenpulver, Kalk, Salz, Haaren und anderen Bestandteilen gedenkt
+~Seidel~ („Der Islam“ 1, 263).
+
+
+Zu Seite 388:
+
++Syrische Schriften.+ Nach ~Ruska~ dürften diese Schriften auf
+griechisch-persische Vorlagen zurückgehen, wonach es sich auch erklären
+würde, daß einzelne Namen von Präparaten an mittelpersisches Sprachgut
+anklingen. Genaueres hierüber wird sich wohl kaum ermitteln lassen,
+da die gesamte syro-persische Litteratur, die von Gondisapur her
+so tiefgehenden Einfluß ausübte, restlos zugrunde gegangen zu sein
+scheint. (Vgl. ~Brockelmann~, „Geschichte der christlichen Litteraturen
+des Orients“, Leipzig 1907, 44 ff., 50.)
+
+
+Zu Seite 394:
+
++Porzellan.+ Die Erfindung des Porzellans in China erfolgte etwa um 600
+n. Chr. (~Zimmermann~, „Chinesisches Porzellan“, Leipzig 1913; 1, 22
+ff.; „Orientalisches Archiv“ 1911, Bd. 2; ~Sarre~, „Der Islam“ 5, 183).
+
+
+Zu Seite 395, 423:
+
++Ziwaka (syr. = Quecksilber)+, im Persischen zîbak, von zîsten = leben,
+also „das lebendige“ wie „argentum vivum“; zîbak ist auch sprachlich
+verwandt mit vivum und quick, das den urindogermanischen Anlaut kw
+zeigt (~Jacob~). -- Im heutigen Persischen heißt Quecksilber auch
+sîmâb = „Silberwasser“ (übersetzt aus dem griechischen ὑδράργυρος?),
+und falls dieses Wort wirklich alter Herkunft ist, könnten sich von
+ihm alle westorientalischen Bezeichnungen ableiten, ohne daß sich
+aber bestimmt entscheiden ließe, wo in dem Herüber und Hinüber die
+frühesten Umformungen liegen. Im neupersischen Arzneibuche des ~Abu
+Mansur Muwaffak~ (um 975) heißt es zîbak, im Mittelpersischen žiwâk,
+im Syrischen zîwag (auch zijûg und zijûkâ), im Arabischen meist zîbak,
+aber auch zîbâk, zâwûk, zuwâk usw. (~Ruska~).
+
+
+Zu Seite 407:
+
++~Albiruni~+ gedenkt u. a. der Anwendung des Diamanten zum Bohren von
+Gesteinen, sowie der giftigen Natur seines Staubes (~E. Wiedemann~,
+„Der Islam“ 2, 352).
+
+
+Zu Seite 409:
+
++~Dimischqi.~+ Ein nicht näher bekannter Schriftsteller dieses Namens
+verfaßte im 11. Jahrhundert ein „Handbuch der Handelswissenschaften“,
+in dem er auch der Kniffe und Schwindeleien der Alchemisten gedenkt,
+die Verfahren zur Verfälschung, aber auch zur Prüfung der Edelmetalle
+schildert (z. B. die Feuerprobe nach ~Qalqaschandi~), und dem Gläubigen
+ein „Hüte Dich!“ vor den Alchemisten zuruft, „gegen die Allah Dich
+beschütze“! (~Ritter~, „Der Islam“ 7, 50 ff., 166, 73; ~Weiss~, ebd. 7,
+252).
+
+
+Zu Seite 412:
+
++~Alqazwini.~+ Völlig übereinstimmend mit den Lehren des ~Alqazwini~
+(gest. 1283) über die Entstehung der Metalle aus Schwefel und
+Quecksilber, und sichtlich aus den nämlichen syrischen, arabischen und
+griechischen Quellen geschöpft, sind die Ansichten des Syrers ~Severus
+bar Schakku~ (gest. 1241) im „Buch der Dialoge“. Ihre Richtigkeit,
+so versichert er, stehe auf Grund von Versuchen für alle jene fest,
+die mit der Kunst „Chimalia“ der Philosophen vertraut sind (~Ruska~,
+„Studien zu ~Severus bar Schakku~“; „Zeitschrift für Assyriologie“ 12,
+157).
+
+
+Zu Seite 413:
+
++Magnetberge+: vgl. das „Steinbuch“ des ~Tifaschi~ (gest. 1253), üb.
+~Biscia~ (~E. Wiedemann~, „Gesch.-Blätter“ 3, 281).
+
+
+Zu Seite 420:
+
+1001 +Nacht+. Über die große Rolle der Astrologie, der Alchemie,
+und des gesamten Aberglaubens in „1001 Nacht“ handelt eingehend der
+wichtige Aufsatz ~Reschers~ („Der Islam“ 9, 1; Alchemie: 33, 76).
+
+
+Zu Seite 420:
+
++Tâliqûn+ führen die arabischen Augenärzte um 1000 als
+„gelbes, dehnbares Kupfer“ an, neben einem anderen weißlichen
+(~Hirschberg-Lippert~, a. a. O. 2, 186); letzteres ist wohl ein helles
+Messing. -- Der Name rührt vielleicht vom Herstellungsorte her, da
+~Aldschahiz~ (gest. 869) „talikanische Filze“ erwähnt (~Ritter~, „Der
+Islam“ 7, 21).
+
+
+Zu Seite 424:
+
++Arsen.+ Das Grundwort lautet im Altpersischen zaranya, im
+Neupersischen zar, zarnich, zarniq (= Gold, goldig), im Armenischen
+zarik, im Syrischen zarnîkâ (~Schrader~, „R. L.“ 46, 151 ff.; „Ur.“
+2, 32). Bei ~Hippokrates~ kommt ἀρρενικόν (Arrenikón = Auripigment)
+mit σανδαρακή (Sandaraké = Realgar) zusammen vor (üb. ~Fuchs~ 3,
+293), letztere aber auch allein (ebd. 2, 416; 3, 480, 492, 494).
+~Theophrastos~ bezeichnet beide als aschenartig, wie von Feuer
+angebrannt, von trockener und rauchartiger Natur und sagt, daß sie
+als Farbstoffe dienen, so wie μίλτος (Rötel) und ὦχρα (Oker), die
+man in „Kaminen“ brennt, und zwar in mit Ton ringsum verschmierten
+Gefäßen (περιπλάσαντες). Nach ~Festus~ gleicht Sandaraka, die eine
+Art Farbstoff ist (coloris genus), dem σάνδυξ (Sándyx, d. i. ein
+rötlichgelbes, der Mennige ähnliches Mineral), was nach ihm eigentlich
+Krapp bedeuten soll (~Lindemann~, „Corpus grammat. veterum“, Leipzig
+1832, 136, 854, 693); über die kleinasiatischen Sandyxgruben
+berichtet ~Strabon~ (lib. 12, cap. 40), vgl. ~Celsus~, üb. ~Friboes~
+(Braunschweig 1906, 669). Dem ~Philostratos~ (um 215 n. Chr.) ist
+Sandarake ein Erdreich, aus dem in Indien eine heiße Quelle entspringt
+(„~Apollonius von Tyana~“, lib. 3, cap. 14), dem Lexikographen
+~Hesychios~ (5. Jahrhundert) eine metallartige Masse, εἶδος μεταλλικόν
+(„Lexikon“, ed. ~Schmidt~, Jena 1867; 1136). -- Das Wort „Realgar“
+scheint erst in nacharabischer Zeit aufzutauchen; vermutlich leitet es
+sich von Risigallo (Risigiallo = Rauschgelb) ab, das selbst wieder aus
+dem vieldeutigen Chrysokolla entstellt sein dürfte.
+
+
+Zu Seite 429:
+
++~Douttés~+ angeführtes Werk heißt: „Magie et religion de l’Afrique du
+Nord“ (Algir 1909). -- Vgl. für Ostafrika: ~Becker~, „Der Islam“ 2, 33
+ff.
+
+
+Zu Seite 465:
+
++Alchemie.+ ~Daniel~ von ~Morley~, der vor 1187 in Toledo weilte, wo
+sich eine Art Lehrstätte oder Hochschule befand, und daselbst Schüler
+~Gerhards~ von ~Cremona~ war, verfaßte zwischen 1175 und 1200 ein
+Werk „Liber de naturis inferiorum et superiorum“; er erwähnt darin,
+die Wissenschaft habe acht Teile, handelnd über Recht (de iudiciis),
+Medizin, Landbau (agricultura), Spiegel (de speculis; Brennspiegel?),
+Sternbilder (de ymaginibus, über die schon König ~Ptolemäos~ aus
+Philadelphia in Ägypten eine „Astronomie“ schrieb), Vorzeichen (de
+praestigiis), Nigromantie und Alchemie (Alckimia); letztere befaßt sich
+mit der Umwandlung der Metalle in andere Arten, „quae est scientia de
+transformatione metallorum in alias species“ (~Sudhoff~, A. Nat. 8, 2,
+40; 28; 34).
+
+
+Zu Seite 490:
+
++~Albert der Grosse.~+ Sein Geburtsjahr ist unsicher und fällt zwischen
+1193 und 1207 (~Hertling~, „~Albertus Magnus~“, Münster 1914; 2, 20).
+Nach einer aus den Jahren 1240-1256 herrührenden Äußerung besuchte
+er erzreiche Gegenden, vermutlich die des Harzes, da er sich 1240 in
+Hildesheim aufhielt, und unterrichtete sich über die Transmutationen
+der Alchemisten, um so Natur und Eigenschaften der Metalle zu ergründen
+(ebd. 5, 8). -- Als „~Alberto della Magna~“ = ~Albert der Deutsche~
+[entstellt aus ~Albertus Magnus~?] findet er sich frühzeitig in Italien
+genannt, z. B. in den um 1375 verfaßten Novellen des ~Sacchetti~ (ed.
+~Gigli~, Florenz 1860; 2, 241).
+
+
+Zu Seite 494:
+
++~Arnaldus~ von ~Villanova~.+ Sein Name findet sich später entstellt
+zu ~Rinaldi Telanobebila~ (~Kopp~, „Beitr.“ 327; ~Berthelot~,
+„Intr.“ 199). ~Saladin d’Asculo~ (um 1450) spricht von ~Rainald~ von
+~Villanova~ (s. „~Mesuae~ Opera“, Venedig 1570, 293).
+
+
+Zu Seite 496:
+
++Kabbala.+ Einige nähere Angaben über sie s. bei ~Hesz~ (A. Nat. 7,
+117). Vgl. ~Deussen~ 2 (2), 421.
+
+
+Zu Seite 504:
+
++Alchemie in Italien.+ Bei den Schriftstellern des 14. Jahrhunderts
+ist archimia = Fälschung und archimiato = gefälscht schon allgemein
+gebräuchlich, vgl. z. B. die um 1375 verfaßten Novellen des ~Sacchetti~
+(ed. ~Gigli~, Florenz 1860; 1, 60, 70, 367; 2, 296).
+
+~Folengo~ (1491-1544), der Verfasser des makaronischen Gedichtes
+„Merlin Coccaius“ (1517), dessen anonyme französische Übersetzung von
+1606 als wichtiges Vorbild des ~Rabelais~ anzusehen ist, kann sich
+gleich letzterem nicht genug tun an Spöttereien über die Falschheit der
+Alchemie und Astrologie, die unsinnigen Verbindungen zwischen Metallen,
+Planeten und Sphären usf. (ed. ~P. L. Jacob~, Paris 1859; 107, 228 ff.,
+u. oft); u. a. erwähnt er auch den „Schwefel aus Quecksilber“ (ebd.
+402) und die giftige Natur des gepulverten Diamanten (ebd. 88).
+
+
+Zu Seite 510:
+
++~Jakob Böhme~+ preist insbesondere auch im „Seraphinischen
+Blumengärtlein“ mit begeisterten Worten die Macht der Tinktur, die
+Tugenden des „edlen hochteuren Steines der Weisen“, die Kräfte der
+Signaturen, usf. (Neudruck, Berlin 1918, 81, 145, 239 ff.; 89, 129; 171
+ff.).
+
+
+Zu Seite 511:
+
++Aufleben des Mystizismus.+ Schon ~Herder~, der diesem sonst völlig
+fernstand, verfaßte „Gespräche des ~Hermes~ und ~Poemander~“, d. i.
+~Poimandres~ („Werke“, ed. ~Suphan~, Berlin 1885; 23, 515, 532).
+
+
+Zu Seite 514:
+
++Planeten-Darstellung.+ Hierüber vgl. ~Haubers~ „Planetenkinder und
+Sternbilder“ (Straßburg 1916); ~Littmann~, „Der Islam“ 8, 135.
+
+„Maistre Piccatrix“, zusammen u. a. mit ~Michael Scotus~, findet
+sich als Verfasser der „großen Zaubertafel des Piccatrix“ erwähnt in
+~Folengos~ „Merlin Coccaius“ (1517), ed. ~P. L. Jacob~ (Paris 1859) 321.
+
+
+Zu Seite 527:
+
++Bergwerke bei den Arabern.+ Näheres über die merkwürdigen und schon
+im 8. Jahrhundert sehr verwickelten rechtlichen und steuerlichen
+Verhältnisse, die bereits ~Abu Jusuf~ (gest. 798) ausführlich erörtert,
+s. bei ~Schmidt~ („Der Islam“ 1, 327 ff., 350 ff.).
+
+
+Zu Seite 534:
+
++Elektron.+ Noch ~Thomas~ von ~Aquino~ sagt hierüber: „es bezeichnet
+nichts anderes als unseren Herrn ~Jesus Christus~, den Mittler zwischen
+Gott und Mensch; das Elektron verbindet die Vorzüge des Goldes mit
+denen des Silbers, dieses gewinnt höheren Glanz, jenes vermindert den
+seinigen; so ist auch in Gottes Sohn die Natur der Gottheit verbunden
+mit der unserigen, diese gewinnt höheren Glanz, jene mäßigt für unser
+Auge den ihrer Majestät“ (üb. ~Schneider~ 9, 11).
+
+
+Zu Seite 541:
+
++Kupfer.+ Für die andauernde kultische Bedeutung des Kupfers
+bezeichnend ist es, daß der assyrische König ~Tiglat-Pilesar~ I. (um
+1100) als Zeichen der völligen Zerstörung einer Stadt einen „Blitz aus
+Kupfer“ anfertigen und in einem Tempel aufstellen ließ (~Petersen~,
+„Der Islam“; Beiheft 3, 105).
+
+
+Zu Seite 552:
+
++Bronze.+ ~Hammurabi~ befiehlt u. a., Eidbrüchigen einen Block aus
+Bronze in den Mund zu schlagen (~Petersen~, „Der Islam“; Beiheft 3,
+190).
+
+
+Zu Seite 555:
+
++Bronze in Italien.+ Über die vorgeschichtliche Periode in Italien,
+besonders die Bronze- und die Anfänge der Eisen-Zeit, über die
+Bedeutung der Etrusker, die Einflüsse der Phönizier usf., vgl. den
+lehrreichen und vom Herkömmlichen in vielem abweichenden Artikel
+~Philipps~ (PW., Spl. 3, 1278).
+
+
+Zu Seite 559:
+
++Bronze der Tschuden.+ Bei den Tschuden und den ural-altaïschen Völkern
+entstand die Bronzekultur anscheinend unter chinesischem Einflusse,
+reicht zum Teil bis 300 v. Chr. herab, und macht dann den Anfängen der
+Eisenzeit Platz, die zunächst die meisten Formen der ersteren beibehält
+(~Hoernes~, bei ~Hoops~ 4, 193).
+
+
+Zu Seite 564:
+
++Bronze.+ Zur Ableitung von Bronte s. nach einem Hinweise von Herrn Dr.
+~H. Schunck~ in Ludwigshafen das italienische brontolare = brummen,
+surren; dessen Stammwort ist hinwiederum jedenfalls das spätlateinische
+bruntulare (= susurrare, murmurare) (~Maigne d’Arnis~ 361). --
+Brontolare findet sich u. a. schon in den um 1375 verfaßten Novellen
+des ~Sacchetti~ (ed. ~Gigli~, Florenz 1860; 2, 163).
+
+Nach ~Thomas~ von ~Aquino~ bedeuten die Glöckchen am Gewande des
+Hohenpriesters den Donner (üb. ~Schneider~ 6, 440).
+
+
+Zu Seite 570:
+
++Messing+ bezeichnen die arabischen Augenärzte um 1000 als „gelbes Erz“
+oder „gelbes Kupfer“ (~Hirschberg-Lippert~, a. a. O. 2, 131, 174; 2,
+152).
+
+
+Zu Seite 576:
+
++Blei.+ Über Blei als Fugenfüllung beim Aufbau mächtiger Säulen,
+über Bleirohre von großem Durchmesser, sowie über Bleimarken bei den
+Arabern des 8. und 9. Jahrhunderts s. ~Schwarz~ („Der Islam“ 6, 273),
+~Herzfeld~ (ebd. 5, 200), und ~Becker~ (ebd. 2, 370 ff.).
+
+
+Zu Seite 590:
+
++Verbreitung des Zinns.+ Für diese ist es wichtig, daß fraglos schon
+während der jüngeren Steinzeit in der gesamten Nord- und Ostsee
+ein Seeschiffahrts-Verkehr auch auf weitere Entfernungen stattfand
+(~Vogel~, bei ~Hoops~ 4, 156).
+
+
+Zu Seite 594:
+
++Galmei.+ Die „Augenheilkunde“ des ~Ibn Masawaih~ (777-857) erwähnt
+häufig Galmei oder Cadmia (~Prüfer~ und ~Meyerhof~, „Der Islam“ 6, 249,
+250, 252, 254, 256), auch solche aus Kirman (ebd. 251) und aus Indien
+(ebd. 253), worunter aber (wie so häufig) nicht Vorderindien, sondern
+nur das Gebiet der indischen Grenzländer zu verstehen sein dürfte. --
+Des Galmeis gedenkt ferner ein syrisches Lehrbuch der Augenheilkunde
+etwa aus dem 7. Jahrhundert (~Meyerhof~, ebd. 6, 263), das nach
+~Brockelmann~ im wesentlichen nur eine Übersetzung aus ~Galenos~ ist
+(ebd. 7, 108).
+
+
+Zu Seite 603:
+
++Quecksilber.+ Über das von den Arabern aus Persien, Marokko, Kolchis
+(?) usf. bezogene Quecksilber s. ~Seidel~ („Der Islam“ 1, 262); vgl.
+~Ruska~ (ebd. 5, 272).
+
+
+Zu Seite 603:
+
++Salmiak.+ Betreff des natürlich vorkommenden und des künstlich
+bereiteten Salmiaks s. ~Seidel~ („Der Islam“ 1, 263).
+
+
+Zu Seite 607:
+
++Eisen im Altai.+ Bis zum Sturze des asiatischen Reiches der Avaren (um
+550 n. Chr.) hatten für diese, als ihre Herren, die Türken das Eisen im
+Altai herzustellen und zu bearbeiten; ihr Name „Türken“ bedeutet die
+„Eisenhelmigen“ (~Hess~, „Der Islam“ 9, 160).
+
+
+Zu Seite 610:
+
++Schmiede.+ In Innerafrika bilden die Schmiede auch jetzt noch in
+manchen Gegenden eine besondere Kaste (~Becker~, „Der Islam“ 3, 261).
+
+
+Zu Seite 625:
+
++Eisen.+ Über Gebrauch und Verarbeitung des Eisens bei den Arabern
+schon vor ~Muhammed~ und während der Eroberungszeit berichtet ~Becker~
+(„Der Islam“ 4, 311).
+
+
+Zu Seite 630:
+
++Antimon.+ Mesdem, „die echte Augenschminke“, erwähnt als ein
+Augenheilmittel schon ein zu Ägypten um 1250 v. Chr. abgefaßter Brief
+(~Spiegelberg~, M. G. M. 17, 167).
+
+Plättchensonden zum Schminken der Augenlider aus spätantiker Zeit sind
+nach ~Sudhoff~ zahlreich erhalten (ebd. 17, 136).
+
+
+Zu Seite 635:
+
++Antimon+ oder +Ithmid+, auch solches aus Ispahan, verordnet öfters
+~Ibn Masawaih~ (777-857) in seiner oben erwähnten „Augenheilkunde“
+(~Prüfer~ und ~Meyerhof~, „Der Islam“ 6, 247, 252, 253, 254). Das
+gleichfalls erwähnte syrische, aus dem ~Galenos~ übersetzte Lehrbuch
+des 7. Jahrhunderts gebraucht Kuhl oder Kuhlâ nur für Ithmid, dagegen
+Kahal allgemein für Schminken (~Meyerhof~, ebd. 6, 262, 265).
+Später und auch noch in neuerer Zeit kann Kuhl die verschiedensten
+Augenheilmittel bezeichnen (~Reckendorf~, ebd. 6, 101).
+
+
+Abgeschlossen am 1. September 1918.
+
+
+
+
+I.
+
+Verzeichnis der griechischen Worte und Redensarten.
+
+
+ ἀβύσσος 59.
+
+ ἀγαθάγγελος 233.
+
+ ἀγαθὴ τύχη 234.
+
+ ἀγαθοδαίμον 219, 233.
+
+ ἀγγεῖον 273.
+
+ ἀγγεῖον περίφιμον 37.
+
+ ἄγγος 49, 25.
+
+ -- διπλοῦν 40.
+
+ -- οστράκινον 49.
+
+ ἄγχουσα 9, 19, 21, 103, 113.
+
+ ἀγχουσίζεσθαι 633.
+
+ ἀείζωος 14
+
+ ἄεηιοωυ 203.
+
+ ἀέρα 115.
+
+ ἀερώδης 213.
+
+ ἀετίτης 201.
+
+ ἀεροειδής 16, 17.
+
+ ἀήρ 130, 133.
+
+ αθανασία 180, 201, 335, 668.
+
+ Αἴγυπτος 64, 307, 335.
+
+ Αἰθάλεια 620.
+
+ αἰθάλη 10, 39, 47, 48, 59, 81, 82, 84, 102, 326, 344, 602, 663.
+
+ αἰθάλη δάφνης 73.
+
+ αἰθήρ 126, 127, 130, 316.
+
+ αἰθίοψ γῆ 52.
+
+ αἶθοψ 555, 617.
+
+ αἶθων 667.
+
+ ἇιμα 9, 18.
+
+ ἇιμα τράγου 70, 94.
+
+ ἇιμα χοίρου 70.
+
+ αἰτήσιος 107.
+
+ Αἶων 125.
+
+ ἀκινάκης 627.
+
+ ἀλεκτορίς 532.
+
+ ἀλεκτρυών 532.
+
+ ἀλέκτωρ 532.
+
+ ἀληθινός 13, 270.
+
+ Ἀλίβας 143.
+
+ ἀλίζαρι 21.
+
+ ἁλικάκαβον 17.
+
+ ἀλκίμη 115.
+
+ ἄλλο (ἄλλως) 2, 659.
+
+ αλλοιοῦν 16, 158, 315, 330.
+
+ αλλοίωσις 37, 52, 79, 121, 122, 132, 138, 140, 147, 314.
+
+ ἅλμη 12, 21.
+
+ ἁλονίτρον 488.
+
+ ἁλοσάχνη 12.
+
+ ἀλύβη 530.
+
+ ἀμαυρά 326.
+
+ ἀμαύρωσις 12, 326.
+
+ ἄμβιξ 10, 48, 49, 85, 115, 602, 663.
+
+ ἀμβρόσιον ὕδωρ 230, 239.
+
+ ἀμέθυστος 518.
+
+ ἄμμος 235, 266, 283.
+
+ ἄμορφος 135, 147, 155.
+
+ Ἀμπέρτος Θεοτονικός 491.
+
+ ἄμπυξ 85, 305.
+
+ ἀναβαίνω 18, 92, 344, 352.
+
+ ἀναγαλλίς 14.
+
+ ἀνάγκη 82, 131, 151, 344.
+
+ ἀναγωγή 85.
+
+ ἀναζωπύρησις 97.
+
+ ἀναλυόμενα πάντα 36.
+
+ ἀνάστασις 86, 344.
+
+ ἀνατολικός 111.
+
+ ἀνέλθων 69.
+
+ ἀνεξάλειπτος 12, 23.
+
+ ἄνεσις 9, 21.
+
+ ἄνθεμις 641.
+
+ Ἀνθεμόδη 644.
+
+ Ἀνθεμόεσσα 644.
+
+ ἄνθεμον 641, 644.
+
+ Ἀνθεμόνη 644.
+
+ ἀνθεμόνιον 645.
+
+ ἄνθεμον τὸ φυλλῶδες 643.
+
+ ἀνθεμώνη 643.
+
+ ἀνθεμωνιάμ 643.
+
+ ἀνθεμώνιον 645.
+
+ ἄνθη μετάλλων 312.
+
+ -- φέρειν 78, 645.
+
+ ἀνθιὸν ἅλας 644.
+
+ ἄνθος 22, 23, 53, 78, 271.
+
+ -- ἁλός 644.
+
+ -- Ἄμμωνος 642.
+
+ -- ἀργύρου 644, 645.
+
+ -- ἀσβέστης 115.
+
+ -- βαλαυστείας 20.
+
+ -- κνήκου 8, 24.
+
+ -- χαλκοῦ 20, 21, 644, 645.
+
+ -- χρυσοῦ 272, 645.
+
+ ἀνθοῦσα 325.
+
+ ἀνθράκινος 24.
+
+ ἄνθραξ 11, 12, 21, 24, 85, 283.
+
+ ἀνθρωπάριον 80, 81, 305, 324, 338, 342, 346.
+
+ ἀντεμόνιον 116.
+
+ ἀντιδότος 668.
+
+ ἀντίθεος 242, 310.
+
+ ἀντίμιμος 242, 323.
+
+ ἄνω-κάτω 52, 57, 67, 82, 84, 99, 104, 129, 136, 141, 147, 199, 222,
+ 243, 301, 315, 323, 342, 344, 667.
+
+ ἄνω μήτηρ 243.
+
+ ἀνωφερής 99.
+
+ ἀπέλλα 187.
+
+ Ἀπέλλων 187.
+
+ ἄπεφθος 532.
+
+ ἀποβαίνω 19.
+
+ ἀποθνήσκω 69, 668.
+
+ ἄποιος 135, 147, 242.
+
+ ἀπόκρυφον πρᾶγμα 22, 25.
+
+ ἀπόρροιαι 210.
+
+ ἀποσταζόμενον 85, 86.
+
+ ἀραίωσις 15, 19.
+
+ ἀργυράνθρωπος 81.
+
+ ἀργύριον ὕδωρ 83, 345.
+
+ ἀργυροζύμη 103.
+
+ ἀργυρογραφία 7.
+
+ ἀργυροποιία 31, 36, 41.
+
+ ἄργυρος 289, 313, 329, 530.
+
+ -- ἡμῶν 62.
+
+ -- πρῶτος 12.
+
+ -- ὑγρός 601.
+
+ -- χυτός 601, 602.
+
+ ἀργύρωμα 12.
+
+ ἀρέωσις 15.
+
+ Ἄρης 674.
+
+ ἀριθμός τέλειος 168.
+
+ ἄριστος 19.
+
+ ἀρμένιον 16.
+
+ ἁρμονία 123.
+
+ ἀρρενικόν 327, 361, 678.
+
+ ἄρρεν καὶ θῆλυ 123, 129, 316.
+
+ ἀρρενόθηλυ 200, 223.
+
+ ἄρρην 47, 80, 99, 345.
+
+ ἀρσενικόν 7, 23, 24, 52, 67, 83, 99, 327.
+
+ ἀρσενικὸν ξάνθον 97.
+
+ ἀρσενόθηλυ 83.
+
+ ἄρσην 47, 242, 342.
+
+ ἀρτεμόνη 643.
+
+ Ἄρτζες 424.
+
+ ἀρτεμόνιον 643.
+
+ ἀρτίμονιον 643.
+
+ ἀρχαῖος 76.
+
+ ἀρχή 121, 133, 140, 146, 147.
+
+ ἀρχιατρός 269.
+
+ ἀρχιερεύς 64, 71.
+
+ ἀρχιτέκτων 269.
+
+ ἄρχοντες 231.
+
+ ἄσβεστος 9, 87.
+
+ -- θειώδης 114.
+
+ -- λευκή 87.
+
+ ἀσβέστου ὕδωρ 20.
+
+ ἀσημάνθρωπος 81.
+
+ ἀσήμη 116.
+
+ ἄσημον 4.
+
+ ἄσημον πρῶτον 5.
+
+ ἀσήμου γράφη 6.
+
+ ἄσπρος 112.
+
+ ἄσφαλτος 5.
+
+ ἀτμίς 18.
+
+ ἄτομος 133, 134.
+
+ αὐτοματάριον 115.
+
+ αὐτόματος 269.
+
+ αὐτοπτήσεις 660.
+
+ αὐτόρρυτος 100.
+
+ αὐτόφυες 269.
+
+ ἄφθαρτος 241.
+
+ ἄφθορος 13.
+
+ Ἀφροδίτη 185, 188.
+
+ ἀφροσέληνον 113.
+
+ ἄρσις νεφέλης 37, 344.
+
+ ἀρτζέντο 116.
+
+ ἄρσις ὕδατος 37, 85.
+
+
+ βάθος 49.
+
+ βαλαύστιον 20.
+
+ βαλλαθά 310.
+
+ βαμβάκη 116.
+
+ βάμμα 16, 18, 24, 82.
+
+ βαρβαρικός 22, 25.
+
+ βασιλεύς 486, 640.
+
+ βάστνις 92.
+
+ βαφή 9, 14, 16, 18, 19, 24, 31, 35, 37, 79, 81, 270, 276, 277, 302,
+ 320, 332, 524, 551.
+
+ -- μὴ ἀνιοῦσα 23.
+
+ βαφὴ ὀξεῖα 23.
+
+ βαφικαὶ βίβλοι 31, 329.
+
+ βαφική 24, 93, 278, 309.
+
+ βερδεράμη 117.
+
+ βερονίκη 116.
+
+ βῆκος 48, 85, 344.
+
+ βικίον 48, 114, 344.
+
+ βίκος 42, 48, 49, 85, 344.
+
+ βίος 103.
+
+ βιτριόλον ῥωμάνον 114, 116.
+
+ βοάνθεμον 643.
+
+ βολβίτος 51.
+
+ βόλβος 24.
+
+ βόλιβος 577.
+
+ βόλιμος 577.
+
+ βοράχη 116.
+
+ βοτάναι 33, 75, 77, 82, 99, 101, 342, 346, 645.
+
+ βοτάριον 97.
+
+ βούφθαλμον 24.
+
+ βρετανική μέταλλος 581.
+
+ Βρέντη 562.
+
+ Βρεντήσιον 562.
+
+ βρέντ(ι)ον 562.
+
+ βροντεῖον 564.
+
+ βροντή 562, 563, 568.
+
+ βροντήσινος 561, 564.
+
+ βροντήσιον 112, 561, 563, 564, 568.
+
+ βροτίσιον 112.
+
+ βρύζη 525.
+
+ βύκος 48, 85, 344.
+
+ βύνη 21.
+
+ βυσσίνη 23.
+
+ βύσσιον 273.
+
+ βυσσίον ὑάλινον 115.
+
+ βυσσουργός 270.
+
+ βῶλος 12.
+
+
+ γάλα βοὸς μέλαινας 88.
+
+ γαλατικός 4.
+
+ γάλβινα 21.
+
+ γείγαρτον 20.
+
+ γένεσις 128, 138, 139, 141, 275.
+
+ γεωργία 329.
+
+ γῆ ἡμῶν αἶθιοψ 52.
+
+ γῆ παρθενία, παρθενική 283, 345.
+
+ γῆς ἀστήρ 390.
+
+ γλαυκός 24.
+
+ γλουρός 523.
+
+ γλυκαίνω 86.
+
+ γλυκόριζον 116.
+
+ γνῶσις 198, 238, 247, 322.
+
+ γοήτης 618.
+
+ γράμμα 115.
+
+ γραφή 3, 34, 94.
+
+ γυναικὸς ἔργον 77.
+
+ γύνη 633.
+
+
+ δαιμονοκλησία 67.
+
+ δαίμων 51, 129, 305, 310.
+
+ δάκρυ 549.
+
+ δάφνη 22, 73.
+
+ δεύτερος θεός 157, 159.
+
+ Δῆλος -- ἄδηλος 185.
+
+ δημουργία 39, 94.
+
+ δημιουργός 618.
+
+ διάκρισις 132.
+
+ διάλλαξις 130.
+
+ διάλυσις 232.
+
+ διάργυρος 116, 218.
+
+ διὰ τεσσάρων 171.
+
+ διαυγής 213.
+
+ δίβικος 49.
+
+ Διόνυσος 269.
+
+ διπλόη 619.
+
+ δίπλωμα 107.
+
+ δίπλωσις 5, 12.
+
+ διδώματος 125.
+
+ διφθέρα 9.
+
+ δίχρωμος 84.
+
+ δογματικὴ τεχνή 77, 278.
+
+ δοκιμασεία 21.
+
+ δόκιμος 12, 19, 69, 94.
+
+ δόξα 98.
+
+ δοξάζειν 198.
+
+ δοχεῖον 98.
+
+ δρακοντῶδες 49, 85.
+
+ δράκων 305.
+
+ δραστήριον 148.
+
+ δρόσος ἐμή 101.
+
+ δυναμερά 328.
+
+ δύναμις 79, 80, 82, 139, 142, 150, 157, 194, 197, 231, 240, 254, 343,
+ 346.
+
+ -- μεταβολῆς 240, 323.
+
+ -- πνευματική 150, 317.
+
+ δυτικός 111.
+
+ δύω φύσεις, μία οὐσία 84.
+
+ δῶμα ἱερατικόν 87, 344.
+
+
+ ἐγκήρωσις 49.
+
+ εἶδος 139, 678.
+
+ ἑιμαρμένη 151.
+
+ εὶς ἕν 12.
+
+ ἐκθείειν 83, 87.
+
+ ἐκπύρωσις 148.
+
+ ἔλαιον 69.
+
+ ἐλύδριον 16, 21.
+
+ ἔμπυρος 127.
+
+ ἔμψυχος 53, 86, 344.
+
+ ἕν 128, 129, 159.
+
+ ἐνάντιον 129, 316.
+
+ ἔνδον κέκρυπται 97, 343.
+
+ ἐνέδριον ψεῦδος 241.
+
+ ἐνέργεια 79, 139, 337, 344.
+
+ ἔνθεος 76.
+
+ ἕν ζῶόν τὸ πᾶν 210.
+
+ ἕν καὶ πᾶν 65, 129, 196, 246, 294, 304, 317, 324, 325, 665.
+
+ εντελέχεια 139.
+
+ ἕν τὸ πᾶν 51, 78, 81, 100, 122, 129, 343.
+
+ ἐξάνθημα 61, 342.
+
+ ἐξάνθισμα 644.
+
+ ἐξατμιζόμενος 84.
+
+ ἐξ ἑνὸς 121.
+
+ ἐξηδάτωσις 97.
+
+ ἔξω φέρειν 69, 97, 344.
+
+ ἐπανθίζειν 22.
+
+ ἐπάνθισμα 644.
+
+ ἐπιβάλλειν 9, 12, 36, 82, 101, 107, 320, 326, 331, 346, 659.
+
+ ἐπιδέρμις 85.
+
+ ἐπιστήμη 38.
+
+ ἐπίτροπος 92.
+
+ ἑπτὰ μέταλλα 102.
+
+ ἐργάζομαι 274.
+
+ ἔργα λίθου 47, 79.
+
+ ἐργασία 88, 99, 269, 274.
+
+ ἐργάτης 269.
+
+ ἔργον 80, 84, 98.
+
+ -- χαλκοῦ 99.
+
+ ἑρμηνεύς 157.
+
+ Ἑερμης 188, 674.
+
+ Ἑερμοῦ κλίμαξ 233.
+
+ -- πόα 224.
+
+ -- πτέρυξ 244.
+
+ ἐρυθρός 20, 548.
+
+ ἕσπερος 206.
+
+ Εὐαγία 71, 664.
+
+ εὐάνθεμον 643.
+
+ εὐκρασία 196.
+
+ εὑρήκαμεν 181, 249.
+
+ εὐτυχεῖν 303.
+
+ ἕψειν 274, 524.
+
+ ἕψησις 18.
+
+ ἑψηταί 264.
+
+ ἐωσφόρος 206.
+
+
+ ζύμη 80, 84, 345.
+
+ ζωμός 18.
+
+ -- μέλας 100.
+
+ ζωογράφος 88.
+
+ ζωή 201.
+
+ ζῶον 80.
+
+
+ ἤλεκτρον 531.
+
+ ἤλεκτρος ἡ 531.
+
+ -- ὁ 531.
+
+ Ἠλέκτωρ 532.
+
+ ἡλιακός 73, 348.
+
+ Ἥλιος 185, 214, 217.
+
+ -- ἀνίκητος 248.
+
+ ἡλιοτρόπιον 16.
+
+ ἤμισυ 352.
+
+ Ἥρα -- ἄνηρ 185.
+
+
+ θάλαμος 239.
+
+ θάπτειν 51.
+
+ θαυμάσιος 329.
+
+ θεῖα μυστήρια 52.
+
+ -- σώματα 53.
+
+ -- τέχνη 70, 77, 93, 278, 296, 297, 308.
+
+ θεῖον 8, 100, 101, 142.
+
+ -- ἄπυρον 6, 42.
+
+ -- ἔργον 52, 77.
+
+ -- πνεῦμα 78.
+
+ -- ὕδωρ 8, 42, 52, 84, 113, 114, 304, 305, 326, 330, 335, 345.
+
+ θεῖος 76, 160, 304, 391.
+
+ θειότατον ὕδωρ 39.
+
+ θεοὶ φανεροί, ὁρατοί 210.
+
+ θεός 122, 129, 239, 242, 349, 660.
+
+ θεραπεία 99, 101.
+
+ θέρμος 23.
+
+ θερμοσπόδιον 40, 114, 115.
+
+ θήλεια 242.
+
+ θῆλυ 80, 123.
+
+ θουθία 111, 117.
+
+ Θούριος 351.
+
+ θυία 71.
+
+ θυσία 664.
+
+
+ Ἰατρός Ἀπόλλων 187.
+
+ Ἰαώ 192.
+
+ ἰδέα 133.
+
+ ἱεραὶ βίβλοι 237, 310.
+
+ ἱερὰ τέχνη 63, 64, 77, 93, 108, 278, 296, 297, 308, 335.
+
+ ἱερατεύω 98.
+
+ ἱερατικὸν δῶμα 87, 344.
+
+ ἱερατικός 70, 325.
+
+ ἱερεὺς ἀδύτων 338.
+
+ -- μέγας 338.
+
+ ἱερόκολλα 390.
+
+ ἱερών 40.
+
+ ἱλαρός 43, 470.
+
+ ἰνδικοβάφος 103.
+
+ ἰνδικόν 16, 113.
+
+ ἰοείς 617.
+
+ ἰὸς χαλκοῦ 16.
+
+ ἴος χρυσός 326.
+
+ ἰόχαλκος 58.
+
+ ἴρις 87, 101.
+
+ ἰσάτις 21, 113.
+
+ ἰσόμετρος 85.
+
+ ἰσότης 130.
+
+ ἴσχε νεκρόν 51.
+
+ ἰταλικός 68, 634.
+
+
+ καβούρι 323.
+
+ καδμία 592.
+
+ Καδμῖλος 593.
+
+ κάθαρσις 15, 160.
+
+ καθμεία 5, 36, 61.
+
+ καθμία 69.
+
+ καθμίς 61.
+
+ καιρία 303.
+
+ καιρικός 281, 303.
+
+ κακοδαίμων 219.
+
+ καλάκανθος 644.
+
+ καλιμία 390.
+
+ Καλλαικία 583.
+
+ καλ(λ)αινός 69, 272, 273.
+
+ Καλλεγία 583.
+
+ κάλυξ 42, 645.
+
+ κάμινος 7, 50, 84, 102.
+
+ -- ὑγρά 115.
+
+ -- ὑελουργική 272.
+
+ Κάμμιλος 593.
+
+ κανθαρίδες 22.
+
+ καπνέλαιον 22.
+
+ καπούτζις 114, 115, 116, 488.
+
+ κάππαρις 21.
+
+ κάρβων 112.
+
+ καρκινάς 323.
+
+ καρκίνος 50, 323.
+
+ κάρυον 21, 22.
+
+ καρχηδόνιος 18.
+
+ κασσίτερος 88, 264, 351, 581, 586.
+
+ καταβαίνω 352.
+
+ καταβαφή 309.
+
+ κατασκευάζω 335.
+
+ κατασκευή 289.
+
+ κατὰ στοιχεῖον 337.
+
+ κατωφερής 99.
+
+ κεδρία 19.
+
+ κέδρίνον 24.
+
+ κειρία 303.
+
+ κεκαυμένος 600.
+
+ κελτικός 586.
+
+ κέντρον 352.
+
+ κένωμα μήκωνος 12.
+
+ κέραμος καλλάινος 273.
+
+ κεράσιος 24.
+
+ κεράτιον 86, 665.
+
+ Κηκίς 20.
+
+ Κηρός 49.
+
+ Κηροτακίς 18, 49, 296.
+
+ κηρύκειον 224.
+
+ κῖκι 17, 18.
+
+ κίνησις 133.
+
+ κιννάβαρι 88, 283.
+
+ κιννάβαρι φιλοσόφων 79, 81, 94, 308, 346.
+
+ κιρρός 213.
+
+ κίταρις 348.
+
+ κίτρια 24, 37.
+
+ κίτρινος 112.
+
+ κλείς 56, 232, 251.
+
+ -- γνώσεως 251.
+
+ κλεῖσις 391.
+
+ κλῖμαξ 338.
+
+ -- ἑπτάπυλος 250.
+
+ κνῆκος 21, 270.
+
+ κνίδιος κόκκος 16.
+
+ κνούφιον 85, 305, 344.
+
+ κοβαθία 35.
+
+ κόβαλος 35, 618.
+
+ κοίνα 26, 660.
+
+ κοινοῦσθαι 660.
+
+ κοκκηρᾶς 270.
+
+ κόκκος 16, 19, 22, 24, 283.
+
+ κολοφονία 103.
+
+ κόλλησις 619.
+
+ κολλητής 574.
+
+ κόμαρι 22, 53, 113.
+
+ κόμμι 83, 103.
+
+ κονία στακτή 22.
+
+ κόπρος 62, 111, 112.
+
+ κόπρος ἱππεῖα 37.
+
+ κόρη 87, 101, 233, 301, 302, 342.
+
+ κόρη κόσμου 232, 302, 326, 670, 671.
+
+ κορκυμά 111, 116.
+
+ κόσθος 23.
+
+ κοσμοκράτωρ 202, 225, 231.
+
+ κοσμοποιία 78.
+
+ κόσμος 226, 326.
+
+ κοτυληδών 24.
+
+ κουφόλιθος 5.
+
+ κρᾶμα 4, 143, 232, 571, 591.
+
+ -- βροντήσιον 568.
+
+ κραματινά 572.
+
+ κρᾶσις 4, 40, 143, 148, 158, 196, 223, 240, 571.
+
+ κρᾶσις δι’ ὅλων 147, 159.
+
+ κράτος 391.
+
+ κρημνοί 19, 283.
+
+ κρημνός 18.
+
+ κριάνθεμον 644.
+
+ κρίμνον 18.
+
+ κρονιακή 185.
+
+ Κρόνος 125, 185, 242, 674.
+
+ Κρόνος -- ὄνος 185, 214.
+
+ κρότινον 351.
+
+ κρύσταλλος 14.
+
+ -- ἰρίζουσα 15.
+
+ -- λευκός 115.
+
+ κυάνεος 112.
+
+ κύανος 201, 262, 617.
+
+ -- σκευαστός 102.
+
+ -- χοτός 262.
+
+ κύκλος 141.
+
+ κυμβάνη 49.
+
+ κύπρος 270, 549.
+
+ κύρη 233.
+
+ κυριακή ἡμέρα 185.
+
+ κώμαρις 51.
+
+
+ λάβρυς 542.
+
+ λαμπηδών 113.
+
+ λαμπρός 213.
+
+ λαξούριον 113, 116.
+
+ λαχά 103.
+
+ λέβης 85, 97.
+
+ -- χαλκοῦς 564.
+
+ λεμόνη 116.
+
+ λεοντική 9.
+
+ λεπίς 524, 581.
+
+ -- ἡλιακή 73.
+
+ λέπρα 13.
+
+ λευκάνθεμον 643.
+
+ λευκότης σεβασμία 107.
+
+ λεύκωσις 6, 13, 15.
+
+ λιγούριον δάκρυ 536.
+
+ λιθάργυρος 5, 101.
+
+ λίθος 47, 82, 84, 295, 302, 329, 331, 345, 674.
+
+ -- αἰτήσιος 107.
+
+ -- διοπτηρίτης 14, 18.
+
+ -- ἱερατικός 70, 346.
+
+ -- μέλας 70, 346.
+
+ -- μεταλλικός 77.
+
+ -- ὅς οὺ λίθος 178.
+
+ -- σοφῶν 110.
+
+ -- σπεκλάριος 14.
+
+ -- σφίγγων 111.
+
+ -- τίμιος 312, 314.
+
+ -- φιλοσοφίας (φιλοσόφων) 53, 308, 345.
+
+ -- χλωρός 16.
+
+ -- χυτή 272.
+
+ λινέλαιον 69.
+
+ λίτρα 353.
+
+ λίωσις 15.
+
+ λόγια 234.
+
+ λόγιος 149, 224.
+
+ λόγοι σπερματικοί 150, 225, 316.
+
+ λόγος 115, 123, 196, 225, 226, 238, 254.
+
+ -- κοινός 148.
+
+ λουμπάρδις 116.
+
+ λυγκούριον 536.
+
+ λύγξ 384, 536.
+
+ λυγκούριος 201.
+
+ λύσις 21.
+
+ λυχνίτης 113.
+
+ λωπάς 97.
+
+
+ μαγεία 302.
+
+ μαγεύειν 301.
+
+ μαγευία 301.
+
+ μαγία 301.
+
+ μαγικός 301.
+
+ μαγνησία 5, 68.
+
+ -- ὑελουργική 112, 113.
+
+ -- λίθος 621.
+
+ μαγνήσις 5.
+
+ μαγνήτης 38.
+
+ μαγνήτις λίθος 621.
+
+ μᾶζα 6, 13, 15, 22, 44, 47, 70, 74, 78, 143, 318, 324, 330, 650.
+
+ -- ἀνέκλειπτος 5, 330.
+
+ μάλαξις 15.
+
+ μανδίλιον 116.
+
+ μαργαρίτης 306.
+
+ μάργαρον 306.
+
+ μαργαρίς 306.
+
+ μαργαρίτου λεύκωσις 13.
+
+ μαρκαζήτα 116, 117.
+
+ μάρμαρον πορφύρεον 110.
+
+ -- ῥωμάνον 116.
+
+ μάχομαν 83.
+
+ μβουράζω 116.
+
+ μέγα ἔργον 77, 98, 308, 349.
+
+ μέγας 226.
+
+ Μείθρας 250.
+
+ μείς 187.
+
+ μέλαινα βαφή 79, 81.
+
+ -- σποδός 79.
+
+ μέλαν 16, 69, 79, 341.
+
+ -- γραφικόν 94.
+
+ μελάνθεμον 643.
+
+ μελάνθιον 103, 341.
+
+ μελανία στίμμεως 38, 341, 634.
+
+ μέλαν ἰνδικόν 16, 19.
+
+ μέλαν πάνυ 94.
+
+ μέλανσις 301.
+
+ μέλαν τέλειον 336.
+
+ μελάντερον 39, 82.
+
+ μελαντηρία 9.
+
+ μελάνωσις 302, 307.
+
+ μέλας 213.
+
+ -- ζωμός 62.
+
+ -- χρυσός 68.
+
+ μελιέφθα 573.
+
+ μεταβάλλειν 153, 224, 315.
+
+ μεταβολή 37, 52, 78, 121, 140, 141, 197, 240, 247, 275, 314.
+
+ μεταλλᾶν 517.
+
+ μεταλλεία 297, 301.
+
+ μεταλλεῖς 518.
+
+ μεταλλή 517.
+
+ μεταλλικός 301, 678.
+
+ μέταλλον 10, 274, 284, 517, 518, 602, 652.
+
+ μέταξα 116.
+
+ μεταξωτός 115.
+
+ μετασωματούμενος 82, 344.
+
+ μετατρέπω 34, 345.
+
+ μήλινος 24.
+
+ μήν 187.
+
+ μὴ ὄν 135, 158.
+
+ μήτηρ 243.
+
+ -- ὀρείη 618.
+
+ μηχανάριος 269.
+
+ μηχάνη 269.
+
+ μηχανικὰ ὄργανα 269.
+
+ μηχανικός 269.
+
+ μῖγμα 78, 130, 132, 665.
+
+ μιγῆναι 316.
+
+ μιγνύειν 78, 106, 129.
+
+ μιθριακὸν μυστήριον 178.
+
+ μίλτος 87, 678.
+
+ μῖξις 106, 130, 140, 148, 223, 240.
+
+ μνᾶ 522.
+
+ μνήμη 664, 665.
+
+ μοῖρα 353.
+
+ μόλιβος 577.
+
+ μολύβδαινα 577.
+
+ μολυβδάνθρωπος 338.
+
+ μόλυβδον τὸ ἡμῶν 35, 634.
+
+ μολυβδοῦται 633.
+
+ μολυβδουργός 574.
+
+ μόλυβος 577.
+
+ μόλυβδος δελματήσιος 116.
+
+ -- ἔγχαλκος 116.
+
+ -- ἡμέτερος 38, 47, 62, 100, 634.
+
+ -- κοινός 100.
+
+ -- μέλας 47, 100.
+
+ μολυβδοῦν χαλκίον 24.
+
+ μονοβασία 116.
+
+ μορφή 139.
+
+ μύδρας 619.
+
+ μυριόμεγας 227.
+
+ μυστήριον 308, 309.
+
+ μυστικὴ χημεία 303.
+
+ μυστικῶς 87, 98, 159, 335, 346.
+
+
+ ναράντζη 116.
+
+ νατήφ 116.
+
+ νεῖκος 131.
+
+ νεκρός 51, 52, 67, 85, 86, 103, 143, 245, 344.
+
+ νέκρωσις 88, 106, 343.
+
+ νεφέλη 37, 68, 83, 344.
+
+ -- πρὸ ὀφθαλμῶν 68, 634.
+
+ νῆσος εὐδαίμων 587.
+
+ νιτρέλαιον 39, 83, 87.
+
+ νίτρον 97.
+
+ -- ἄπυρον 23.
+
+ νίτρωμα 13.
+
+ νόει με 62.
+
+ νόησις 133.
+
+ νόμισμα 2, 665.
+
+ νοῦς 132, 133, 196, 201, 225, 230, 238, 671.
+
+ νόων 84.
+
+ νύμφωμα 239.
+
+ νῶροψ 555.
+
+
+ ξενικός 14, 17.
+
+ ξέστης 353.
+
+ ξήριον 39, 43, 60, 68, 79, 111, 297, 320, 326, 346, 367, 673.
+
+ -- ἰατρικόν 103.
+
+ -- ὀξυπορφύρεον 110.
+
+ ξηρόν 111.
+
+
+ ὀβελίσκοι 545, 619.
+
+ ὄβελοι 545, 619.
+
+ ὄβρυζα 274, 399, 525.
+
+ ὀδοντίζειν 9, 14.
+
+ ὁδὸς ἄνω, κάτω 122.
+
+ ὀθόνιον 15, 23, 330.
+
+ οἰκοδεσπότης 82, 344.
+
+ οἰκουμένη 301.
+
+ ὀμματόγραφος 633.
+
+ ὄν 129.
+
+ ὄνομα ἱερατικόν 325.
+
+ ὄνος 185, 214.
+
+ ὄξος 69, 71, 76.
+
+ -- βαφικόν 12.
+
+ -- δριμύ 8.
+
+ -- δριμύτατον 31, 71, 86, 114.
+
+ -- θεῖον 115.
+
+ -- ἡμέτερον 35.
+
+ -- κίτρινον 37.
+
+ -- λευκόν 71.
+
+ -- φιλοσόφων 308, 309.
+
+ ὀξύβαφος 353.
+
+ ὀργανίστης 269.
+
+ ὄργανον 84, 157, 269.
+
+ ὀρεύς 572.
+
+ ὀριχαλκεύς 572.
+
+ ὄρος 572.
+
+ ὀρνιθίου γέννησις 106.
+
+ ὄρνις 106.
+
+ ὀσήμερος 633.
+
+ Ὄσιρις (= μόλυβδος = θεῖον) 100.
+
+ ὄστρεον 21.
+
+ οὐγκία 353.
+
+ οὐδέν 108, 353.
+
+ οὐδέτερος 80, 83.
+
+ οὐρανία σώματα 52.
+
+ οὐροβώρος 60, 305.
+
+ οὖρον 384, 536.
+
+ οὐσία 38, 40, 58, 84, 121, 132, 139, 147, 154, 158, 198, 223, 227,
+ 247, 295, 298, 307, 315, 316.
+
+ οὐσία θεοῦ 148.
+
+ -- ὑγρά 100, 345.
+
+ -- ὑγρὰ θερμή 127.
+
+ -- ὑγρὰ ψυχρά 127.
+
+ ὀφιοῦχος 60, 305.
+
+ ὀψειανόν 6.
+
+
+ πάγνυμαι 8, 69.
+
+ παθητικός 196.
+
+ παιδέρως 23.
+
+ παιδίου παίγνιον 77.
+
+ παλαιός 76, 289.
+
+ παλιγγενεσία 124, 179, 230.
+
+ Πάν 196, 246.
+
+ πᾶν 57, 65, 78, 108, 129, 196.
+
+ πᾶν ὲν πᾶσι 84, 345.
+
+ πάνιον 115.
+
+ πᾶν ὁ θεός 665.
+
+ πανσπερμία 132.
+
+ παντοκράτωρ 225.
+
+ παντόρρευστος 86.
+
+ πάνυ μέλαν 341.
+
+ παράθεσις 148.
+
+ παρθένος 27, 243.
+
+ -- γῆ 99, 283, 345.
+
+ πάσχον s. ποιοῦν.
+
+ πάτερ ἡμῶν 115.
+
+ παχύτης 93.
+
+ πεδερώτινον 9.
+
+ πέλεκυς 546.
+
+ πέμπτη οὐσία 316.
+
+ πέμπτον σῶμα 153, 154, 316.
+
+ πέντε σχήματα καὶ σώματα 135.
+
+ περιπλάσαντες 678.
+
+ περὶ πυρῶν 478.
+
+ περιφιμόω 18, 37.
+
+ πέταλα 8, 12, 303, 466, 581.
+
+ πῆξις 79.
+
+ πιννάρια 13.
+
+ πίσση 5, 18, 19.
+
+ πιστις 247.
+
+ πλασιασμός 12.
+
+ πλήρωμα 52, 239.
+
+ πνεῦμα 38, 39, 78, 79, 83, 94, 113, 122, 142, 197, 198, 223, 338, 344.
+
+ -- αἰθερῶδες 88, 345.
+
+ -- ἀντίμιμον 242, 323.
+
+ -- βαπτικόν 39, 82, 101, 344.
+
+ -- ἔνθερμον 149.
+
+ -- θεῖον 223, 319, 338, 339, 344, 381.
+
+ -- ζωτικόν 197.
+
+ -- μελάντερον 82, 83.
+
+ -- παρθενικόν 243.
+
+ πνευματικός 93, 142, 150, 182, 317.
+
+ -- γάμος 239.
+
+ πνεῦμα φεῦγον 345.
+
+ -- ψυχικόν 197.
+
+ ποίησις 4, 7, 11, 14, 16, 19, 68, 74, 98, 297, 331.
+
+ ποιητής 77, 98, 324.
+
+ ποιητικός 148, 196.
+
+ ποίκιλος 213.
+
+ ποιότης 37, 39, 79, 93, 133, 136, 138, 141, 147, 148, 150, 247.
+
+ ποιοῦν καὶ πάσχον 147, 153, 156, 160, 198.
+
+ πολιός 617.
+
+ πολύκμητος 617.
+
+ πολυτίμιος 312.
+
+ πολύχαλκος 543.
+
+ πολύχρυσος 525.
+
+ πόντος 40.
+
+ πόρτας προύτζινες 563.
+
+ πόρφυρα 26, 270, 329.
+
+ -- ῥιζίας 270.
+
+ ποτίμον 24.
+
+ πρᾶγμα 97.
+
+ πρᾶξις 104, 241, 447.
+
+ πράσινος 24, 112.
+
+ πρόστυψις 15.
+
+ προφήτης 64.
+
+ -- λόγου 225.
+
+ πρώτη ὕλη 134, 139, 140, 141, 143, 147, 154, 160, 223, 314, 315.
+
+ πρωτίστη ὕλη 147, 315.
+
+ πρώτογονος ὑιός 157.
+
+ πρῶτοι τεχνίτων 269.
+
+ πρῶτον αίτιον 254.
+
+ -- κακόν 159, 315.
+
+ πρῶτος 19, 23, 25.
+
+ -- νοῦς 254.
+
+ πῦρ ἱερόν 156.
+
+ -- ἄτεχνον 148.
+
+ -- αὐτόματον 42.
+
+ πύρεθρον 21.
+
+ πυρίτης 14, 93.
+
+ -- νοερόν 148, 197, 232.
+
+ πυρόεις 214, 217.
+
+ -- τεχνικόν 148, 149.
+
+
+ ῥάμνος 23.
+
+ ῥασούχθη 107.
+
+ ῥαφάνινον ἔλαιον 69.
+
+ ῥεῦμα 219.
+
+ ῥητίνη 9, 17, 19.
+
+ -- τερεβινθίνη 18.
+
+ ῥίζα 21, 23.
+
+ ῥιζοτομία 312.
+
+ ῥίζωμα 130.
+
+ ῥοδοβαφή 23.
+
+ ῥοδόσταγμα 110.
+
+ ῥοιά 21.
+
+ Ῥώμη -- ῥύμη 185.
+
+
+ σάκχαρ (σάχαρ) 350.
+
+ σαλόνιτρον 107, 114, 116, 488.
+
+ σαλύβη 530.
+
+ Σάμος -- ἄμμος 185.
+
+ σανδαράκη 5, 52, 678.
+
+ -- λευκοθιζούση 5.
+
+ σάνδυξ 678.
+
+ σαπονίζειν 117.
+
+ σάππιρος 18.
+
+ σάπφειρος 518.
+
+ σαπώνιον 70, 86, 117.
+
+ σαπωναρικὴ τέχνη 86, 88.
+
+ σάρδιος 18.
+
+ σάρδων 201.
+
+ σαρκικός 198.
+
+ σεβέννιον 20.
+
+ σεληνία ὕλη 108.
+
+ σεληνιακὴ ῥεῦσις 70, 342.
+
+ σελήνη 214, 217, 243.
+
+ σεύτλιον 6.
+
+ σῆμα 124.
+
+ σῆμα Φάνους 533.
+
+ σημεῖον 18, 203, 329.
+
+ σηπίας ὄστεον 117.
+
+ σῆψις 302.
+
+ σίδαρος 620.
+
+ σιδήρεος 627.
+
+ σίδηρος 620.
+
+ -- μέλας 616.
+
+ σιδηροτέκτων 617.
+
+ σινώπιον ὄρος 191.
+
+ σκάμμα 107.
+
+ σκευάζω 289.
+
+ σκευασία 633.
+
+ σκεύασμα 4.
+
+ σκευή 22, 230.
+
+ σκευοποίοι 269.
+
+ σκόρδον 15, 17.
+
+ σκωρίαι 85.
+
+ σμῆγμα 24.
+
+ σμῆξις 6, 13.
+
+ σόλος αυτοχόωνος 616, 619.
+
+ σουλιμά 117.
+
+ σοφίστης 669.
+
+ σπέρμα 125, 132, 149, 150, 159.
+
+ -- ἄρρενος 99, 345.
+
+ -- θεοῦ 226.
+
+ σπόδιον 93.
+
+ σποδοκράμβη 97.
+
+ σποδός 79, 93.
+
+ σταιήρ 292.
+
+ -- Πτολεμαικός 2.
+
+ στέρησις 158, 302, 315.
+
+ στέφανος φιλοσόφων 76.
+
+ στήλη 119, 233, 663.
+
+ στήμη 634.
+
+ στῆμι 633.
+
+ στιβάς 631.
+
+ στιβεύς 631.
+
+ στίβι 631, 633, 634.
+
+ στιβίζω 633.
+
+ στίβος 631.
+
+ στίλβων 214, 217, 351, 516.
+
+ στίμη 633, 634.
+
+ -- κοπτική 62.
+
+ στίμι 634.
+
+ στίμμι 35, 38, 201, 634.
+
+ στιμμίζω 633.
+
+ στίμμισμα 633.
+
+ στίμμις 633.
+
+ στιμμώδης 634.
+
+ στοιχεῖον 78, 99, 121, 138, 140, 147, 176, 183, 202, 222, 230, 232,
+ 244, 259, 337, 344, 422.
+
+ -- σωματικόν 259.
+
+ -- ψυχικόν 259.
+
+ στοίχος 138.
+
+ στόμα 17.
+
+ στόμωμα 622, 624.
+
+ στρογγύλη 14, 47, 83.
+
+ στρούθιον 20.
+
+ στυπτηρία 7, 12, 21, 26, 47, 73, 83, 102.
+
+ -- λευκή 102.
+
+ στῦψις 15, 20.
+
+ -- καθολική 15.
+
+ συγγαμεῖν 36, 80.
+
+ συγγένεια 36, 39, 342.
+
+ σύγκρασις 107.
+
+ συγχαίρομεν 181.
+
+ σύγχυσις 148.
+
+ συκάμεινος 21.
+
+ σύμμιξις 132.
+
+ συναγωγή 483.
+
+ σύνδεσμος 79.
+
+ συνεργεία θεοῦ 96.
+
+ σύνθεσις 140, 151, 298.
+
+ συνθέτος 78, 83.
+
+ σὺν θεῷ 104.
+
+ σύνθημα 86, 106.
+
+ συνιστάμενος 26.
+
+ συνουσίωσις 107.
+
+ συντεχνίτης 269.
+
+ σφαῖρα 23.
+
+ σφαιρίον 16, 23.
+
+ σχῆμα 135.
+
+ σχίνου χυλός 13.
+
+ σχιστή 12, 17.
+
+ σωλήν 48, 85, 574, 663.
+
+ σῶμα 38, 39, 68, 79, 82, 83, 86, 94, 124, 135, 140, 147, 160, 196,
+ 315, 338, 344, 345.
+
+ -- ἀσώματον 83, 345.
+
+ -- νεκροῦ 245.
+
+ -- πνευματικόν 82, 344.
+
+
+ ταβάσιος (ταβάσις, ταβάσι) 14.
+
+ τὰ ἐξ αὐτῶν 350, 353.
+
+ τάλακ 113.
+
+ τάξις 3.
+
+ ταριχεία 40, 48, 269, 301, 302, 303, 309.
+
+ -- μεγάλη 86.
+
+ τάρταρος 111, 112.
+
+ ταρταροῦχος 219.
+
+ τάφος 51.
+
+ τέκνον 669.
+
+ τεκνοπαράδοτος 282.
+
+ τέλειος 192, 230, 240, 323, 327, 336, 344.
+
+ τελεσμός 58.
+
+ τέλος 238.
+
+ τέσσαρα ἕν 47, 100, 343.
+
+ τέταρτον 353.
+
+ τετράγωνον 632.
+
+ τετρακτύς 336.
+
+ τεχνείτης 269, 274.
+
+ τέχνη 52, 63, 64, 70, 77, 83, 87, 93, 100, 101, 108, 209, 269, 278,
+ 281, 289, 296, 297, 301, 309, 312.
+
+ -- Αἰγύπτου 64, 307, 335.
+
+ -- μιμεῖται τῆν φύσιν 269.
+
+ τέχνης πλήρωμα 52.
+
+ τεχνητός 269.
+
+ τέχνη χυμείας 99.
+
+ τεχνικός 88, 269, 326.
+
+ τεχνίτης 5, 12, 19, 25, 36, 269, 274.
+
+ τῆλις 21.
+
+ τήρησις 15.
+
+ τζαπάρικον 107, 117.
+
+ τιάρα 348.
+
+ τιθύμαλλος 14, 21.
+
+ τίκτειν 99, 342, 345.
+
+ τόμος 2, 15, 331.
+
+ τόνος 147, 149, 156, 317, 318.
+
+ τούντζυ 574.
+
+ τουτία 111, 117.
+
+ τραγακάνθη 22.
+
+ τρίπλωσις 5.
+
+ τράγειον ἇιμα 15.
+
+ τραπεζίτης 533.
+
+ τρίβικος 49.
+
+ τριδύναμος 227.
+
+ τριπνεύματος 227.
+
+ τρισεπάπειρος 227.
+
+ τρὶς μέγας, μέγιστος 226, 227, 228.
+
+ τρίτον 352.
+
+ τρὺξ οἶνου 112.
+
+ τυθία 71.
+
+ τύχη 131.
+
+
+ ὑάκινθος 22, 415.
+
+ ὕαλος 272.
+
+ ὑγρός 21, 345.
+
+ ὑδράργυρος 69, 83, 602, 634, 677.
+
+ ὕδωρ ἄθικτον 304.
+
+ -- ἀέριον 101.
+
+ -- ἀργύριον 345.
+
+ -- ἐν ἀβύσσῳ 59.
+
+ -- ἐρεγμοῦ 21.
+
+ -- γλυκύ 86, 114.
+
+ -- ἰσχυρόν 114, 488.
+
+ -- μαζυγίου 78, 345.
+
+ -- χαλκέως 23.
+
+ ὕελος 15.
+
+ ὑελουργική 43.
+
+ ὕλη 82, 128, 132, 134, 138, 139, 144, 147, 155, 196, 198, 283, 312,
+ 316.
+
+ -- ἄποιος 242.
+
+ -- ἡλιακή 348.
+
+ -- ὀρνιθογονία 106, 343.
+
+ -- σεληναία 108, 348.
+
+ ὑλικός 242.
+
+ ὑοσκύαμος 21.
+
+ ὑπὲρ τὸν φυσικόν 14.
+
+ ὑπὸ δρόσον 18.
+
+ ὑποκάλαμον 673.
+
+ ὑποκείμενον 121, 139, 140, 147, 158, 315.
+
+ ὕψιστος 154, 239, 242.
+
+
+ φαέθων 214, 217.
+
+ φαεινός 555.
+
+ φαίνων 214, 217.
+
+ φαιός 24.
+
+ φακός 21.
+
+ Φάνης 533.
+
+ φαντασία 7.
+
+ φάρμακα βαφικά 21.
+
+ -- στυπτικά 9.
+
+ φαρμακεῖα 312.
+
+ φαρμακεύς 618.
+
+ φάρμακον 8, 16, 17, 18, 23, 40, 49, 51, 80, 82, 180, 191, 201, 270,
+ 296, 313, 331.
+
+ -- ἀθανασίας 180, 201, 335, 668.
+
+ -- ἰνδικόν 19.
+
+ φαρμάσσω 617.
+
+ φέκλη 22, 97.
+
+ φεύγων 52, 83.
+
+ φθοΐδες 522, 531.
+
+ φθορά 141.
+
+ φιάλη 49, 77, 97, 344.
+
+ φιλία 131.
+
+ φιλόσοφοι ἡμέτεροι 98.
+
+ -- φυσικοί 98.
+
+ φιλόσοφος 123, 193.
+
+ φλουρία βενέτικα 117.
+
+ φοινικοῦν 23.
+
+ φουρνέλλιος 115, 117.
+
+ φοῦρνος 115, 117.
+
+ φυγαδοδαίμων 83.
+
+ φῦκος 19, 21, 24, 103.
+
+ φυλακτήριον 241.
+
+ φύλαξ πνευμάτων 82, 338, 344.
+
+ φύσεις πανμεγέθεις 37.
+
+ φυσικός 144, 281, 301, 329.
+
+ φύσις 69, 80, 84, 97, 121, 130, 133, 314, 344.
+
+ -- φύσει τέρπεται 33.
+
+ -- χθονία 127.
+
+ φωνή 244.
+
+ φωσφόρος 206, 214, 217, 351, 674.
+
+ φῶς 201.
+
+
+ χαίρω 204.
+
+ χάλκανθις 644.
+
+ χάλκανθος 6, 70, 76, 384, 644.
+
+ -- κεκαυμένος 9.
+
+ χαλκάνθρωπος 81.
+
+ χαλκεῖον 97.
+
+ χαλκετάριν 42, 90.
+
+ χαλκεύς 538, 543, 616.
+
+ χάλκη 543.
+
+ χαλκῖτις 7, 384.
+
+ χαλκοβατής 250.
+
+ χαλκολίβανος 572.
+
+ χαλκός 93, 518, 543, 544, 548, 555, 572.
+
+ -- βροντήσιος 564, 568.
+
+ -- ἐρυθρός 548.
+
+ -- καλαινός 69, 273.
+
+ -- κεκαυμένος 17.
+
+ -- λευκός 12, 572.
+
+ -- πνευματικός 344.
+
+ -- πυρίτης 93.
+
+ -- προκεκαθαρμένος 5.
+
+ -- τέλειος 40, 344.
+
+ χαλκοῦ κρᾶσις 143.
+
+ χαλκοχυτής 297.
+
+ χαλκύδριον 78.
+
+ Χάλυβες 615, 617.
+
+ Χαλύβοι 615.
+
+ χάλυψ 615, 617.
+
+ χαμαιλέων 298, 331, 673.
+
+ χάρτη 6, 9, 44.
+
+ χείμη 295.
+
+ Χείμης 294.
+
+ χειροκμήματα 281.
+
+ χειρόκμητα 30, 36, 56, 313, 328.
+
+ χεῦμα 295, 297.
+
+ χέω 295, 297.
+
+ χήμα 294, 295, 297.
+
+ χημαία 295.
+
+ χημεία 78, 289, 290, 293, 295, 296, 297, 298, 300, 301, 302, 336, 673.
+
+ χημεύειν 301.
+
+ Χήμης 294, 297.
+
+ χήμι 301, 304.
+
+ χημία 295, 300, 301, 307, 335, 336.
+
+ χημικός 301.
+
+ χιλιάς 51.
+
+ χιμαία 295, 297.
+
+ χιμεία 301.
+
+ χιμεύειν 301.
+
+ χιμευτής 294.
+
+ χίμη 295.
+
+ χλωρός 18, 19, 523.
+
+ χολοβάφινα 3, 143, 274.
+
+ χόλος κίτρινος 37.
+
+ χρίειν 17, 326.
+
+ χρῖσμα 633.
+
+ Χρόνος 125, 352.
+
+ χρυσάνθεμον 643, 645.
+
+ χρυσανθής 24.
+
+ χρυσάνθιμον 71, 645.
+
+ χρυσάνθινον 645.
+
+ χρυσάνθιον 645.
+
+ χρυσάνθρωπος 81.
+
+ χρυσίζον 9, 69.
+
+ χρυσίζω 645.
+
+ χρυσίον χύμα 295.
+
+ χρυσίτης 263, 265.
+
+ χρυσῖτις 24, 36.
+
+ χρυσοάνθινον 90.
+
+ χρυσοβαφή 39, 93.
+
+ χρυσογραφία 8.
+
+ χρυσοζύμη 103, 345.
+
+ χρυσόκολλα 6.
+
+ χρυσοκόμιον 88.
+
+ χρυσόλιθος 99.
+
+ χρυσοποιία 31, 32, 36, 41, 50, 308, 660.
+
+ χρυσός 79, 289, 313, 329, 518, 523.
+
+ -- ἔνδοξος 312.
+
+ -- λευκός 532.
+
+ -- μέλας 341.
+
+ -- ὄβρυζος 274, 399.
+
+ -- ὑγρός 526, 601.
+
+ χρυσόσπερμα 80, 345.
+
+ χρυσοφανής 7.
+
+ χρυσοχοικός 273.
+
+ χρυσόχοος 70, 524.
+
+ χρυσώσις 8.
+
+ χρῶμα κογχυλίων 9.
+
+ χρῶσις 128, 317.
+
+ χυλός 99.
+
+ χῦμα 295, 296, 297, 331.
+
+ χυματεία 297.
+
+ χυμεία 99, 294, 296, 297.
+
+ χυμεύειν 296.
+
+ χυμευία 301.
+
+ χυμευτής 296.
+
+ χυμευτική βίβλος 61.
+
+ χυμευτικός 296.
+
+ χυμευτικῶν δύναμεις 75.
+
+ Χύμης 296.
+
+ χυμία 107.
+
+ χυμικός 301.
+
+ χυμός 297, 387.
+
+ χύσις 313.
+
+ χυτός 295.
+
+ χύω 295.
+
+ χώρα 301.
+
+
+ ψάμμος 102, 109, 263, 265, 281, 295, 303, 307.
+
+ ψευδής 272, 524.
+
+ ψευδοπόρφυρα 270.
+
+ ψημιθεῖον 6.
+
+ ψημίθιον 6.
+
+ ψιμύθιον 83.
+
+ ψυχή 82, 88, 101, 108, 133, 149, 197, 198, 201, 338, 344, 671.
+
+ ψυχικός 198.
+
+ ψυχροβαφή 22.
+
+
+ ὠίτης λίθος 307.
+
+ ὠξεισμένος 24.
+
+ ὠρείχαλκον 5.
+
+ ὡρόσκοπος 352.
+
+ ὡς ἔθος 37.
+
+ ὠχρός 213.
+
+ ὦχρα 678.
+
+
+
+
+II.
+
+Verzeichnis der angeführten Schriftsteller und Werke.
+
+
+ ~Abd Allatif~ 410.
+
+ ~Abraham~ 46, 193, 208.
+
+ ~Abu Jusuf~ 299, 398, 680.
+
+ ~Abuʾlfadl~ 409, 417, 420.
+
+ ~Abuʾlfaradsch~ 256, 258.
+
+ ~Abulfeda~ 253, =403=, 424, 520, 585, 603, 624, 636.
+
+ ~Abulkasis~ 635.
+
+ ~Abu Mansur Muwaffak~ 377, 548, 576, 594, 603, 635, 677.
+
+ ~Abu Maʾschar~ 217, 218, 350, 399, 406, 515.
+
+ ~Abu Saʾid~ 588.
+
+ ~Abu Tammam~ 637.
+
+ ~Achilleus~ 208.
+
+ ~Adam von Bremen~ 467, 507.
+
+ ~Adam de St.-Victor~ 72.
+
+ ~Adelhard von Bath~ 470.
+
+ ~Adfar von Alexandria~ 358, 363.
+
+ ~Adhamalla~ 442.
+
+ ~Adler~ 67.
+
+ ~Aelian~ 46, 265, 285, 526, 536.
+
+ ~Aeskulap~ 208, 337.
+
+ ~Aetios~ 466.
+
+ ~Africanus~ 25, =74=, 102, 479, 662, 665.
+
+ ~Africianus~ 25.
+
+ ~Agatharchides~ 71, 263, 264, 272, 295, 520, 540, 581.
+
+ ~Agathodaimon~ =60=, 70, 81, 89, 100, 101, 113, 231, 253, 341, 342,
+ 343, 345, 404, 664.
+
+ ~Agatimun~ 404.
+
+ ~Agricola~ 509, 598.
+
+ ~Agrippa von Nettesheim~ 374, 473, 509, 675.
+
+ ~Ahrens~ 395, 675.
+
+ ~Aichel~ 550.
+
+ ~Aineias von Gaza~ 287.
+
+ ~Aischylos~ 265, 555, 617.
+
+ ~Akusilaos~ 126.
+
+ ~Alakfani~ 299, 300, 418.
+
+ ~Alansari~ 299, 396.
+
+ ~Alarcon~ 499.
+
+ ~Albaihaqi~ 400.
+
+ ~Albattani~ 253.
+
+ ~Albert der Grosse~ siehe ~Albertus Magnus~.
+
+ ~Albertus der Deutsche~ 491.
+
+ ~Albertus Magnus~ 60, 231, 483, =490=, 494, 500, 507,
+ 515, 572, 591, 597, 656, 670, 679.
+
+ ~Albertus Teutonikus~ 491.
+
+ ~Albert von Aachen~ 567.
+
+ ~Albiruni~ 176, =253=, 356, 407, =408=, 411, 435,
+ 436, 442, 444, 446, 447, 605, 634, 677.
+
+ ~Albumasar~ 217, 399, 406, 515.
+
+ ~Alcharisi~ 637.
+
+ ~Alchwarizmi~ 172, 297, 299, 668, 676.
+
+ ~Aldebrandino di Siena~ 594, 638, 642.
+
+ ~Aldimeschqi~ =213=, 214, 216, 253, 255-258, 400, 403,
+ =415=, 420, 579, 603, 604, 605, 636.
+
+ ~Aldrovandi~ 564, 606, 639.
+
+ ~Aldschaffari~ 412.
+
+ ~Aldschahiz~ 299, 311, 357, 398, 672.
+
+ ~Aldschaubari~ 410, 498, 605.
+
+ ~Aldschazari~ 410, 412.
+
+ ~Aldus~ 288.
+
+ ~Alexander von Aphrodisias~ 581.
+
+ ~Alexander von Tralles~ 233, 272, 333, 334, 603, 633.
+
+ ~Alfarabi~ 370, 399, 402, 420, 493.
+
+ ~Alfons~ X. 498.
+
+ ~Alhabib~ 46, 47, 58-60, 265, 341, 342, =361=, 398.
+
+ ~Alhalabi~ 594.
+
+ ~Alidrisi~ 264, 411, 588, 605, 614.
+
+ ~Ali ibn Isa~ 594.
+
+ ~Alistakhri~ 403, 411, 578.
+
+ ~Alkati~ 486.
+
+ ~Alkhazini~ 408, 605.
+
+ ~Alkhwarizmi~ 353, 404, 408.
+
+ ~Alkindi~ 256, 299, 399.
+
+ ~Alkindi Altudschibi~ 256, 258, 404.
+
+ ~Alkmaion~ 127.
+
+ ~Alkuin~ 566.
+
+ ~Almasʾudi~ 256-258, 299, 311, 357, 402, 421, 588, 674.
+
+ ~Almausili~ 594.
+
+ ~Almuqaddasi~ 377, 403, 588.
+
+ ~Almusabbihi~ 254.
+
+ ~Alnabarawi~ 409.
+
+ ~Alnadim~ 253, 292, 293, 309, 357, 363, 397, 425.
+
+ ~Alqazwini~ 213, 311, 408, =412=, =414=, 591, 636,
+ 665, 677, 678.
+
+ ~Alqifti~ 256.
+
+ ~Alrazi~ 67, 358, 397, 398, =400=, 404, 408, 409, 479,
+ 484, 489, 603, 604, 635, 645, 657.
+
+ ~Alsachawi~ 299, 396, 418.
+
+ ~Alschirazi~ 408, 424, 527.
+
+ ~Althaʿalibi~ 299.
+
+ ~Altughraʿi~ 408, 636.
+
+ ~Albinus~ 598.
+
+ ~Amarasinha~ 437, 438, 447.
+
+ ~Amari~ 400.
+
+ ~Amatus Lusitanus~ 640.
+
+ ~Ameilhou~ 653.
+
+ ~Amesuna~ 499.
+
+ ~Amman~ 329, 549.
+
+ ~Ammianus Marcellinus~ 226, 358.
+
+ ~Ammonios Sakkas~ 158.
+
+ ~Amos~ 579.
+
+ ~Anambhatta~ 433.
+
+ ~Anastasy~ 1.
+
+ ~Anaxagoras~ =131=, 138, 315, 316, 317, 661.
+
+ ~Anaxilaos~ 25, 330, 332.
+
+ ~Anaximander~ =122=, 186, 316, 317.
+
+ ~Anaximenes~ =122=, 133, 316, 664.
+
+ ~Andreas~ 339.
+
+ ~Andreas Bellunensis~ 588, 604, 635.
+
+ ~Andree~ 182, 628, 668.
+
+ ~Andres~ 662.
+
+ ~Angelus~ 288, 516.
+
+ ~An Nadim~ 397.
+
+ ~Anrich~ =124=, 125, 235-240, 248, 251, 662.
+
+ ~Ansari~ 418.
+
+ ~Ansbacher~ 311.
+
+ ~Antenorid~ 458.
+
+ ~Antiphanes~ 633.
+
+ ~Antonius Liberalis~ 483.
+
+ ~Antonius von Nowgorod~ 566.
+
+ ~Anubion~ 208.
+
+ ~Anubis~ 208, 337.
+
+ ~Anz~ =175=, 240-244, 259.
+
+ ~Apion~ 661.
+
+ ~Aphrikianos~ 25.
+
+ Apokalypse des ~Baruch~ 194, 200, 223.
+
+ Apokalypse des ~Henoch~ 194.
+
+ Apokalypse ~Johannis~ 220, 572.
+
+ Apokalypsen 200.
+
+ Apokryphen =221=.
+
+ ~Apollodoros~ 109.
+
+ ~Apollonios Dyskolos~ 587.
+
+ ~Apollonius von Tyana~ 193, 383.
+
+ Apostelgeschichte 223, 618.
+
+ ~Appel~ 221.
+
+ ~Apuleius~ 68, 94, 226, 232, 334.
+
+ Arabische Wundergeschichten 213.
+
+ ~Aratos~ 203, 257.
+
+ ~Archelaos~ =108=.
+
+ ~Archimedes~ 85, 352.
+
+ ~Aristarchos von Samos~ 168, 619.
+
+ ~Aristeas~ 265.
+
+ ~Aristides~ 176.
+
+ ~Aristobulos~ 155, 194.
+
+ ~Aristophanes~ 126, 272, 518.
+
+ ~Aristoteles~ 3, 4, 6, 11, 30, 35-37, 77, 90, 98, 105, 106,
+ 119, 123, 132, 135, =139=, 145, 147, 150, 154, 158, 160,
+ 161, 188, 189, 193, 196, 197, 201, 214-216, 239, 253, 274, 280,
+ 283, 302, 314-319, 324, 328, 329, 342, 361, 362, 368, 381, 383,
+ 395, 400, 402, 464, 472, 478, 483, 491-493, 555, 586, 601, 606,
+ 650.
+
+ ~Arnaldus von Villanova~ 481, 490, =494=, 503, 506, 606,
+ 639, 646, 679.
+
+ ~Arnobius~ 633.
+
+ ~Arnim~ =145=-150.
+
+ ~Artefius~ 408, 663.
+
+ ~Artemidoros~ 207, 214, 218, 275, 285.
+
+ ~Ascensio Jesaiae~ 200.
+
+ ~Ashmole~ 507.
+
+ ~Asklepiades von Myrleia~ 203, 661.
+
+ ~Asklepios~ 193, 337.
+
+ ~Asmus~ 64, 199, 237, 241.
+
+ ~Astrologumena~ 66, 183, 187, 669.
+
+ ~Athenagoras~ 311, 313.
+
+ ~Atharva-Veda~ 430.
+
+ ~Athenaeus~ 49, 525.
+
+ ~Athenodoros von Tarsos~ 191, 304.
+
+ ~Augurelli~ 505.
+
+ ~Augustinus~, hl. 66, 72, 313, 493, 634.
+
+ ~Augustus~ 25.
+
+ ~Aulus Gellius~ 30, 168, 207, 285, 330.
+
+ ~Ausfeld~ 192, 201, 266, 383, 587.
+
+ ~Aust~ 564.
+
+ ~Averroes~ 492, 493.
+
+ ~Avesta~ 173, 199, 218, 547, 614.
+
+ ~Avicenna~ 41, =405=, 420, 489, 588, 604, 614, 635, 657.
+
+ ~Avienus~ 567, 584.
+
+ ~Ayur-Veda~ 443.
+
+
+ ~Bacon, R.~ 478, 482, 490, =493=.
+
+ ~Bacon von Verulam~ 507.
+
+ ~Baeumker~ =132=, 135, 138, 139, 140, 141, 144, 146, 147,
+ 148, 149, 150, 154, 156, 157, 158, 159, 229, 431.
+
+ ~Bähr~ 244, 326, 555.
+
+ ~Baki~ 600, 605, 638.
+
+ ~Bapst~ =578=-580, 583-585, 588, 589.
+
+ ~Bar Bahlul~ 218, 256, 298, 663, 673.
+
+ ~Barclay~ 506.
+
+ ~Bardenhewer~ 230.
+
+ ~Barth~ 145.
+
+ ~Barthold~ 623.
+
+ ~Bartholomae~ 172.
+
+ ~Bartholomaeus Anglicus~ 500.
+
+ ~Baruch~ 194, 212.
+
+ ~Basilius~, hl. 662.
+
+ ~Basilius Valentinus~ 486, 640, 642.
+
+ ~Baudissin~ 164, 252, 253, 506.
+
+ ~Baudri~ 515.
+
+ ~Bauer~ 511.
+
+ ~Baumgarten~ 291.
+
+ ~Baumgartner~ 424.
+
+ ~Baumgärtner~ 283.
+
+ ~Baumstark~ 169, 170, 522, 552, 578.
+
+ ~Beal~ 401, 443.
+
+ ~Becher~ 72, 278, 510, 568, 570, 599, 640, 641.
+
+ ~Beck~ 608.
+
+ ~Becker~ 209, 412, 470, 633, 634, 679, 681, 682.
+
+ ~Beckmann~ =35=, 212, 327, 360, 468, 477, 486, 531, 564,
+ 565, 579, 586-591, 593, 596-599, 607, 618, 620, 622, 627, 641,
+ 653.
+
+ ~Beda Venerabilis~ 209, 466, 566.
+
+ ~Beer~ 171.
+
+ ~Belaïew~ 625.
+
+ ~Belck~ 608.
+
+ ~Beltz~ 556, 573.
+
+ ~Beneke~ 626.
+
+ ~Ben Jonson~ 506.
+
+ ~Benvenuto Cellini~ 419.
+
+ ~Benzinger~ 624.
+
+ ~Berendes~ 58, 325, 327, 353, 483, 603, 605, 633.
+
+ ~Berger~ =186=, 306, 583-586.
+
+ ~Bergman~ 632.
+
+ ~Bernardo~ 499.
+
+ ~Bernardus der Provenzale~ 638.
+
+ ~Berossos~ 164, 167, 170.
+
+ ~Berthelot~ 1, 3, 4, 6, 9, 10, 14, 22, 25-28, 31-34, 37,
+ 40, 41, 49-52, 63, 64, 71-74, 81, 87, 92, 93, 99-104, 106,
+ 108, 110-115, 170, 211-218, 226, 227, 261, 264, 265, 270,
+ 272, 275-284, 287-289, 292, 294, 298, 308, 309, 313, 322-327,
+ 329-331, 334, 335, 338, 340, 348-354, 357, 359, 363, 364, 377,
+ 382, 388, 389, 397-401, 404, 406, 424, 435-438, 446-448, 452,
+ 457-463, 468-472, 477-484, 487, 489-492, 494, 539-542, 547,
+ 551, 553, 560-564, 571, 573, 574, 578, 630, 634, 638, 642, 645,
+ 647, 660, 662, 675, 679.
+
+ ~Berthold von Regensburg~ 507.
+
+ ~Berthollet~ 468.
+
+ ~Bethe~ 265, 532.
+
+ ~Bezold~ =162=, 163, 166, 171, 247, 306, 450, =513=,
+ 667, 669, 670.
+
+ Bibel 45, 310, 632, 661.
+
+ ~Bibra~ 291, 550, 556, 557, 559, 563, 596, 623.
+
+ ~Biringucci~ 477, 505, 569, 639.
+
+ ~Biscia~ 678.
+
+ ~Bissing~ 180.
+
+ ~Bjerrum~ 145.
+
+ ~Blankenhorn~ 608.
+
+ ~Blau~ 68.
+
+ ~Bloch~ 434, 439, 445, 446, 448, 593.
+
+ ~Blümner~ 115, =193=, 202, 261-266, 270-275, 283,
+ 290-293, 306, 323, 324, 327, 518, 521-533, 536, 538, 540-543,
+ 545, 548-552, 554-558, 572, 581, 582, 586, 587, 590-593, 602,
+ 607, 609, 613, 616-621, 627, 631, 644, 660.
+
+ ~Boehm~ 333.
+
+ ~Boehmer~ 201.
+
+ ~Bodenstedt~ 426, 604.
+
+ ~De la Boe~ 510.
+
+ ~De Boer~ 158, 257, 355, 370, 372, 374, 399, 400, 402, 405,
+ 419.
+
+ ~Boerhaave~ 350, 351, 510, 641.
+
+ ~Böhme~ 510, 680.
+
+ ~Boileau~ 560, 574, 590.
+
+ ~Boll~ 95, 99, 151, =162=, 163, 166-169, 171, 175,
+ 181-188, 194, 195, 199, 202-206, 208, 210-212, 216-220, 225,
+ 233, 237, 242, 296, 323, 349, 431, 451, 506, =513=-515,
+ 660, 661, 666-672.
+
+ ~Bolos~ aus Mendes 30, 328, 329, 330, 674.
+
+ ~Bolte~ 676.
+
+ ~Bombe~ 515, 516.
+
+ ~Bonhöffer~ 122.
+
+ ~Bonitz~ 37.
+
+ ~Bonwetsch~ 200, 311.
+
+ ~Borchardt~ 540.
+
+ ~Borelli~ 510.
+
+ ~Borgognoni~ 606, 638.
+
+ ~Borrichius~ 56, 63, 85, 95, 108, 217, 496, 653.
+
+ ~Bosanquet~ 270.
+
+ ~Bossi~ 565, 566, 568, 569.
+
+ ~Böttiger~ 633.
+
+ ~Bouché-Leclercq~ =30=, 76, 115, 151, 164, 166, 167,
+ 169-171, 183-185, 188, 193, 194, 202, 204-213, 217-219, 233,
+ 234, 237, 242, 305, 311, 312, 322, 327, 661, 662.
+
+ ~Bousset~ =167=, 173-176, 188, 195, 199-201, 210-212,
+ 217-221, 223, 232, 235, 236, 238-244, 247-253, 259, 310, 311,
+ 334, 337, 338, 431, 526.
+
+ ~Bower~-Manuskript 434, 445.
+
+ ~Boyle~ 510, 599, 600, 606.
+
+ ~Brajendra Nâth Sêal~ 432.
+
+ ~Brand~ 509.
+
+ ~Brandt~ 218, 259.
+
+ ~Brasavola~ 607.
+
+ ~Breiter~ 186, 203, 205, 206, 284.
+
+ ~Bridges~ 494.
+
+ Brief des ~Aristeas~ 531.
+
+ ~Brockelmann~ =355=, 397, 398, 402, 464, 608, 675, 677,
+ 681.
+
+ ~Brockhaus~ 571.
+
+ ~Brown~ 494, 507.
+
+ ~Brugsch~ =55=, 178, 181, 200, 211, 226, 229, 262, 263,
+ 264, 267, 268, 271, 300, 301, 347, 348, 520, 527, 531, 533,
+ 540, 541, 551, 574, 580, 612, 631.
+
+ ~Brun~ 600.
+
+ ~Brunfels~ 643.
+
+ ~Brunn~ 185.
+
+ ~Brunner~ 627.
+
+ ~Bubacar~ 400.
+
+ ~Bubekr~ 400.
+
+ Buch ~Chemu~ 313.
+
+ -- ~Daniel~ 614.
+
+ -- der Erkenntnis der Wahrheit =394=.
+
+ -- -- Jubiläen 221, 253, 311.
+
+ -- -- Kimija 89.
+
+ -- -- Naturgegenstände 395.
+
+ -- -- Priester 484.
+
+ -- -- Schlüssel 92.
+
+ -- -- Siebzig 492.
+
+ -- -- sieben Himmel 91.
+
+ -- -- Tetraden 76.
+
+ -- -- zwölf Wässer 489.
+
+ -- des ~Chemes~ 313.
+
+ -- -- ~Cheops~ 75.
+
+ -- -- ~Emanuel~ 489.
+
+ -- -- ~Imuth~ 76.
+
+ -- -- ~Ostanes~ 67.
+
+ ~Bucher~ 231, 246, 250, 467, 468, 473, 515, 520, 531, 534,
+ 560, 561, 565, 566, 587, 596, 597, 630.
+
+ Bücher der Färbekunst 31.
+
+ Buch ~Henoch~ 199, 220, 221, 311, 312, 313.
+
+ ~Buchholz~ 155.
+
+ Buch ~Khumu~ 313.
+
+ -- ~Mosis~ 8, 237, 310.
+
+ ~Büchsenschütz~ 555, 556.
+
+ Buch ~Sidrach~ 500, 620, 676.
+
+ ~Buddha~ 433.
+
+ ~Bundehesch~ 547.
+
+ ~Bürchner~ 532.
+
+ ~Burckhardt~ =158=, 181, 189, 191, 192, 204, 207, 208,
+ 210, 226, 241, 247, 290, 504, 661, 662.
+
+ ~Burhân-i-qatiʿ~ 296.
+
+ ~Burnet~ =120=-124, 127-133, 137, 186, 555, 563.
+
+ ~Busch~ 551, 553.
+
+
+ ~Caelius Aurelianus~ 329, 549, 603.
+
+ ~Caesalpinus~ 549, 639.
+
+ ~Caesar~ 545, 557, 586, 627.
+
+ ~Cajori~ 674.
+
+ ~Calderon~ 499.
+
+ ~Cantor~ =194=, 353, 374.
+
+ ~Capelle~ 150, 154.
+
+ ~Carajaval~ 498.
+
+ ~Caraka~ 434, 435, 447.
+
+ ~Cardanus~ 477, 653, 675.
+
+ ~Carneau~ 639.
+
+ ~Carra de Vaux~ 90, 213, 230, 253, 392, 398, 478, 675.
+
+ ~Casaubonus~ 653.
+
+ ~Cassiodorius~ 523, 529, 575.
+
+ ~Cassius Dio~ 171, 172, 184, 207, 291.
+
+ ~Castrén~ 629.
+
+ Catalogus codicum astrologorum graecorum 204.
+
+ ~Cato~ 567, 644.
+
+ Causa causarum 215, 216, 218, 351, 394.
+
+ ~Celestina~ 640.
+
+ ~Celsus~ 58, 353, 524, 592, 632, 678.
+
+ ~Cennini~ 466.
+
+ ~Chakrapani~ 436.
+
+ Chaldäische Orakel 231, 240.
+
+ ~Cham~ 65.
+
+ ~Champion~ 461.
+
+ ~Charaka~ 434.
+
+ ~Chartier~ 641, 642.
+
+ ~Chaucer~ 497, 506.
+
+ ~Cheirókmeta~ 30, 75.
+
+ ~Chem~ 65.
+
+ ~Chemes~ 65, 293, 294, 307, 308.
+
+ ~Chevreul~ 63, 275, 280, 324, 495, 652.
+
+ ~Chimas~ 308.
+
+ ~Chimes~ 65, 77, 78, 100, 308, 343, 346, 361.
+
+ ~Chosrowani~ 425.
+
+ ~Chou-li~ 451.
+
+ ~Chou-Tze~ 452.
+
+ ~Chrat~ 251.
+
+ Chronograph von 354 209.
+
+ ~Chrysippos~ 145.
+
+ ~Chu-Hi~ 450.
+
+ ~Chuwarazmi~ 486.
+
+ ~Chwolsohn~ =165=, 169, 172, 186, 191, 212, 215, 216,
+ 218, 228, 252-258, 352, 397, 408, 514, 635, 653, 662.
+
+ ~Chymes~ 65, 398.
+
+ ~Cicero~ 138, 205, 272, 483, 525, 549, 567, 572.
+
+ ~Clemen~ 126.
+
+ ~Clemens Alexandrinus~ 55, 191, 200, 228, 236, 311, 323.
+
+ ~Clemens Romanus~ =185=, =223=, 227, 248, 253, 294,
+ 312, 313, 314, 324.
+
+ ~Clément-Mullet~ 232, 400, 409, 636, 658.
+
+ ~Clusius~ 407.
+
+ Codex ~Hertensis~ 628, 672.
+
+ -- ~Marcianus~ 106, 349, 352, 651, 654.
+
+ -- ~Vossianus~ 106.
+
+ ~Cohen~ 658.
+
+ ~Cohn~ 124, 125, =156=, 157, 194, 203, 242, 244, 270,
+ 306, 661.
+
+ Collectanea chemica 507.
+
+ ~Columella~ 30, 330.
+
+ ~Comenius~ 606.
+
+ Compositiones ad tingenda musiva 463, =467=, 491, 561.
+
+ ~Confucius~ 449, 450.
+
+ ~Conring~ 56, 496, 653.
+
+ ~Constantin Porphyrogennetes~ 289.
+
+ ~Constantinus Africanus~ 606, 638, 642, 645.
+
+ ~Corneille~ 499.
+
+ ~Cortez~ 519, 550.
+
+ ~Costa~ 491.
+
+ ~Cory~ 56, 74.
+
+ ~Crato~ 646.
+
+ ~Crusius~ 593.
+
+ ~Cumont~ =162=, =174=-176, 178, 182, 183, 185,
+ 188, 193, 196, 206, 207, 210, 216, 231, 234, 235, 237,
+ =248=-251, 334, 564, 615, 670.
+
+ ~Curtius~ 543.
+
+ ~Cyprian~, hl. 313, 634.
+
+
+ ~Dafert~ 473, 587.
+
+ ~Damaskios~ 237.
+
+ ~Damigeron~ 334.
+
+ ~Daniel~ 193, 212.
+
+ ~Daniel von Morley~ 670, 676, 679.
+
+ ~Dante~ 504, 514, 515, 565.
+
+ ~Dardanos~ 334.
+
+ ~Daremberg~ 329.
+
+ ~Dauʿn Nun~ 398.
+
+ ~Davy~ 485, 660.
+
+ ~Dedekind~ 270.
+
+ ~d’Eckstein~ 608.
+
+ ~De Laval~ 596.
+
+ ~De l’Ecluse~ 407.
+
+ ~Delitzsch~ 168, 310, 313, 521, 528, 552, 613.
+
+ ~Del Rio~ 294, 465, 496.
+
+ ~Demokritos~ 25, =27=, 29, 50, 66, 70, 74, 76, 78, 83,
+ 84, 94, 96, 97, 100, 106, 107, 109, 113, 186, 193, 272, 279,
+ 292, 299, 303, 304, 307, 328, 334, 337, 341-345, 363, 400, 404,
+ 498, 634, 653 (s. auch ~Pseudo-Demokritos~).
+
+ ~Demokritos von Abdera~ 38, =133=.
+
+ ~De Pauw~ 310, 428, 459, 461.
+
+ ~Depping~ 560, 590.
+
+ ~Derenbourg~ 666.
+
+ ~De Renzi~ 638.
+
+ ~De Sacy~ 412.
+
+ ~Descartes~ 464.
+
+ ~Deubner~ 125, 197, 201, 203.
+
+ ~Deukalion~ 193.
+
+ ~De Mély~ 456.
+
+ ~Deussen~ =122=, 123, 125-131, 133, 135, 136, 138, 139,
+ 141-150, 155-162, 168, 173, 175, 180, 184, 195, 212, 220, 245,
+ 247, 370, 380, 430, =431=-433, 438, 447, 452, 454, 465,
+ 483, 614, 623, 679.
+
+ ~Dhuʿl Nun~ 398.
+
+ ~Dickinson~ 507.
+
+ ~Didymos~ 218.
+
+ ~Diels~ =10=, 12, 25, 26, =31=, =35=, 71, 108,
+ 121, =122-129=, 130-134, 138-141, 144, 145, 147, 176, 187,
+ =197=, 219, 281, 294, 296, 297, 300, 328-334, 340, 351,
+ 388, 470, 483, 563, 593, 649, 660, 661.
+
+ ~Diergart~ 271, 307, 548, 591, 592, 594, 642.
+
+ Die sieben Äonen der Finsternis 200.
+
+ ~Dieterici~ 158, 213, 215, 257, 299, 351, =355=,
+ =369=, 370, 402, 604, 635.
+
+ ~Dieterich~ 2, =94=, 126, =171=, 174, 176, 182, 188,
+ 192, 194, 196, 198, 199-202, 205, 219, 226, 227, 230, 233,
+ 235-251, 273, 305, 310, 326, 347-349, 351, 524, 576, 581, 659,
+ 662.
+
+ ~Dietz~ 573.
+
+ ~Diez~ 560.
+
+ ~Dikaiarchos~ 185.
+
+ ~Dimischqi~ 677.
+
+ ~Dindorf~ 536.
+
+ ~Diodor~ 61, 71, 109, 119, 167, 263, 269, 272, 276, 324, 335,
+ 518, 529, 581, 583, 585, 586, 587, 627.
+
+ ~Diogenes~ =133=.
+
+ ~Diogenes Laertius~ 31, 66.
+
+ ~Diogenes von Babylon~ 151, 187.
+
+ ~Diokles von Karystos~ 197, 316.
+
+ ~Diokletian~ 270, 274, 549.
+
+ ~Dion Chrysostomos~ 120, 146, 190.
+
+ ~Diophantes~ 353.
+
+ ~Dioskoros~ 96.
+
+ ~Dioskurides~ 10, 12, 16, 20-24, 35, 48, 49, 85, 92, 98, 107,
+ 284, 289, 302, 325, 384, 575, 584, 592, 602, 632, 633, 643,
+ 644, 652.
+
+ ~Döbereiner~ 620.
+
+ ~Dodonaeus~ 643.
+
+ ~Doering~ 510, 563.
+
+ ~Domaszewski~ 207, 291.
+
+ ~Dombart~ 185, 313, 334.
+
+ ~Don Juan Manuel~ 498.
+
+ ~Dorn~ 598, 639.
+
+ ~Doutté~ 429, 679.
+
+ ~Dozy~ 252, 253, 255, 303, 464, 663.
+
+ ~Dressel~ 185, 223, 224, 227, 248, 253, 294, 312.
+
+ ~Drews~ 512.
+
+ ~Drexel~ 234.
+
+ ~Drexler~ 225, 234, 295, 576.
+
+ ~Dryden~ 499.
+
+ ~Dschabir~ 363, 407, 485-487, 489, 492, 636, 656, 657, 675.
+
+ ~Dschabir Ibn Hajjan~ =363=.
+
+ ~Dschaʾfar Alsadiq~ 363.
+
+ ~Dschami~ 213, 428, 638.
+
+ ~Dschelaleddin Rumi~ 427.
+
+ ~Dübner~ 536.
+
+ ~Ducange~ 360, 481, 560, 561, 563, 568, 573, 642, 653.
+
+ ~Dunn~ 263.
+
+ ~Düring~ 497, 506.
+
+ ~Dutens~ 477.
+
+ ~Duval~ 40, 41, 388, 648, 655, 658, 663.
+
+ ~Dyroff~ 420.
+
+ ~Dziatzko~ 576.
+
+
+ ~Eastlake~ 323, =462=, 466-468, 470, 560, 657.
+
+ ~Ebers~ 642.
+
+ ~Ebert~ 560.
+
+ ~Edrisi~ 264 (s. ~Alidrisi~).
+
+ ~Ehrenfeld~ 448, 459.
+
+ ~Ehrismann~ 673.
+
+ ~Eibner~ 88.
+
+ ~Eisele~ 125.
+
+ ~Eisler~ 125, 126, 178, 207, 229, 232.
+
+ ~Eitrem~ 126, 198, 225, 226, 325.
+
+ ~Empedokles~ 126, =130=, 132, 138, 186, 316, 317, 555,
+ 664, 677.
+
+ ~Encellus~ 640.
+
+ ~Encina~ 498.
+
+ ~Engel~ 495.
+
+ ~Enneaden~ 158.
+
+ ~Ennius~ 549.
+
+ Enzyklopädie des Islam =90=.
+
+ Ephemeriden des ~Demokritos~ 329.
+
+ ~Ephraim~ 45, 287, 298.
+
+ ~Epiktet~ 145.
+
+ ~Epikur~ 144, 677.
+
+ ~Epimenides~ 126, 334.
+
+ ~Epinomis~ 135, 137.
+
+ ~Epiphanios~ 385.
+
+ ~Erasistratos~ 144, 197, 317.
+
+ ~Erastus~ 509.
+
+ ~Erdmann~ 533, 577.
+
+ ~Erman~ =55=, 63, 66, 177-182, 191, 262, 264, 267, 268,
+ 274, 401, 531, 540, 631.
+
+ ~Erman-Krebs~ =262=, 551, 675.
+
+ ~Ersch~ 281, 640.
+
+ ~Ersch-Gruber~ 485.
+
+ ~Escher~ 289, 532, 536.
+
+ ~Esdra~ 193.
+
+ ~Esdra~, 4. Buch 199, 221, 527.
+
+ ~Ethé~ 412, 413, 636.
+
+ ~Etienne~ 653.
+
+ ~Eudoxos~ 193, 203.
+
+ ~Eugenios~ 69.
+
+ ~Euhemeros~ 587.
+
+ ~Euklid~ 372, 422, 662.
+
+ ~Euphrades~ 287.
+
+ ~Euripides~ 125, 126, 133, 186, 617, 644.
+
+ ~Eusebius~ 56, 109.
+
+ ~Eusebius Pamphilos~ 75.
+
+ ~Eustathios~ 216.
+
+ Evangelium, gnostisches 244.
+
+ -- ~Johannis~ 195.
+
+ -- ~Lukae~ 251.
+
+ -- ~Matthaei~ 669.
+
+ ~Evax~ 334.
+
+ ~Ezechiel~ 221, 252, 497, 531, 579, 586, 632, 640.
+
+
+ ~Faber~ 561.
+
+ ~Fabricius~ 573, 587, 598, 624, 632, 640, 642, 653, 654.
+
+ ~Fa-Hien~ 443.
+
+ ~Fahz~ 192, 201, 203, 248.
+
+ ~Fairholt~ 506.
+
+ ~Faulmann~ 169, 558, 559, 578, 589, 610, 613, 614.
+
+ ~Fechner~ 493.
+
+ ~Feight~ 610.
+
+ ~Feldhaus~ =263=, 267, 273, 292, 299, 522, 529, 535, 536,
+ 544, 551-554, 558, 559, 564-569, 575, 577, 579, 589, 609-610,
+ 612, 616, 619, 623, 625, 627, 629.
+
+ ~Feldhaus-Klinckowström~ 528.
+
+ ~Ferrol~ 675.
+
+ ~Festus~ 562, 572, 587, 593, 678.
+
+ ~Fiechter~ 554.
+
+ ~Figuier~ 275, 278, 324, 496.
+
+ ~Fihrist~ 46, 50, 65, 66, 68, 104, 175, 420, 421, 486, 657.
+
+ ~Fillon-Audiat~ 503, 620.
+
+ ~Fimmen~ 124.
+
+ ~Finnen~ 237.
+
+ ~Fioravanti~ 466.
+
+ ~Firdusi~ 300, 425, 514, 547, 614, 637, 673.
+
+ ~Firmicus Maternus~ 66, 181, =208=, 213, 214, 234, 283,
+ 286-288, 322, 324, 327, 334, 349.
+
+ ~Fischer~ 633, 670.
+
+ ~Fitagurus~ 404.
+
+ ~Flavius Josephus~ 613.
+
+ ~Fleischer~ 230, 297.
+
+ ~Flinders-Petrie~ 610, 612.
+
+ ~Flückiger~ 599, 646.
+
+ ~Folengo~ 679, 680.
+
+ ~Forbiger~ 591.
+
+ ~Forrer~ =291=, 292, =519=, =522=, 523, 525,
+ 528-531, 533, 539, 542, 544-546, 553-558, 574-576, 587, 589,
+ 590, 613, 615-617, 621, 626-630.
+
+ ~Fouquet~ 262.
+
+ ~Fournel~ 639.
+
+ ~Foy~ 611.
+
+ ~Francisque Michel~ 501.
+
+ ~Franke~ 450, 451, 454.
+
+ ~Franz~ 572.
+
+ ~Freise~ =269=, 524, 543, 555, 559, 561, 572, 591, 593,
+ 600, 601, 609, 614, 616, 619, 622, 624, 627.
+
+ ~Freud~ 496.
+
+ ~Freudenthal~ 287.
+
+ ~Friboes~ 524, 592, 632, 678.
+
+ ~Friedlaender~ =185=, 190, 193, 205-208, 212, 219, 308,
+ 327, 524, 532, 548, 581, 586, 617, 621, 634, 644, 668.
+
+ ~Friedlieb~ 62.
+
+ ~Frohschammer~ 493.
+
+ ~Fuchs~ 81, 127, 188, 197, 202, 327, 513, 515, 516, 524, 571,
+ 582, 592, 621, 632, 644, 663, 667, 668.
+
+ ~Fuhse~ 628.
+
+ ~Fujikawa~ 455, 461.
+
+ ~Furtwängler~ 266.
+
+
+ ~Galenos~ 92, 127, 131, 183, 328, 353, 363, =492=, 575,
+ 592, 603, 604, 633, 643, 644, 668, 673, 681.
+
+ ~Galilei~ 605.
+
+ ~Ganschinietz~ 195, 269, 603, 663.
+
+ ~Garbe~ 124, =431=-433, 436, =440=, 441, 448.
+
+ ~Garcia da Orta~ 589.
+
+ ~Garcilasso de la Vega~ 520.
+
+ ~Garzoni~ 505.
+
+ ~Gassendi~ 464.
+
+ ~Gathas~ 547.
+
+ ~Gautier~ 72.
+
+ ~Geber~ 363, 364, 381, 492, 494, 503, 514, 656, 657, 675.
+
+ ~Gebhardt~ 483.
+
+ ~Gehler~ 511, 517.
+
+ ~Gehrich~ 175, 248.
+
+ ~Gellius~ 168.
+
+ ~Genthe~ 535, 558, 585, 589.
+
+ ~Geoponika~ 75, 114.
+
+ ~Georgios Synkellos~ 31, 75, 293, 331.
+
+ ~Gercke~ 155, 483, 616.
+
+ ~Gerhard von Cremona~ 465, 604, 635, 645.
+
+ ~Gerland~ 5, 676.
+
+ ~Gesner~ 465.
+
+ ~Ghajat~ 252, 255, 514.
+
+ ~Gibbon~ 289.
+
+ ~Gigli~ 679, 681.
+
+ ~Gilbert~ =120=-122, 126-132, 135-142, 145-150, 155, 197,
+ 199, 306, 677.
+
+ ~Gildemeister~ 295, 296, 297, 299, 408, 515, 655.
+
+ Gilgamesch-Epos 613.
+
+ ~Gilgil~ 489.
+
+ ~Gil Vincente~ 498, 499.
+
+ ~Giry~ 470-472, 561.
+
+ ~Glaser~ 587.
+
+ ~Glauber~ 599, 600.
+
+ ~Gmelin~ 652, 654.
+
+ ~Goebel~ 123, 131-134, 197.
+
+ ~Goethe~ 158, 495, 496, 503, 620.
+
+ ~Göbel~ 559.
+
+ ~Goguel~ 668.
+
+ ~Goguet~ 350.
+
+ Goldene Legende 72.
+
+ ~Goldziher~ 369.
+
+ ~Golenischeff~ 587.
+
+ ~Göll~ 633.
+
+ ~Gomperz~ =123=, 127, 131, 132, 134, 135, 137, 153, 188,
+ 201, 246.
+
+ ~Gossen~ 75.
+
+ ~Gotama~ 433.
+
+ ~Gothein~ 241, 242, 243, 259, 506.
+
+ ~Götz~ 583, 585.
+
+ ~Govinda~ 437.
+
+ ~Gower~ 505.
+
+ ~Graebe~ 658.
+
+ ~Graefe~ 258.
+
+ ~Graesse~ 73, 496.
+
+ ~Granger~ 262.
+
+ ~Graves~ 624.
+
+ ~Gray~ 173, 218, 251, 547.
+
+ ~Gregorovius~ =190=, 193, 194, 207, 208, 247.
+
+ ~Gregor von Tours~ 566, 674.
+
+ ~Gressmann~ 201.
+
+ ~Greve~ 213, 311, 420-423, 566, 605, 637.
+
+ ~Griffini~ 465.
+
+ ~Groag~ 291, 292.
+
+ ~Gronau~ 151.
+
+ Großes ägyptisches Traumbuch 207.
+
+ ~Grot~ 632.
+
+ ~Grube~ =449=, =450=-461, 623.
+
+ ~Gruber~ 589, 640.
+
+ ~Grubers~ 281.
+
+ ~Gruhn~ 570.
+
+ ~Gruner~ 339, 654.
+
+ ~Grünwald~ 534.
+
+ ~Grünwedel~ 444.
+
+ ~Gruppe~ 125, 126, 186, 203.
+
+ ~Gsell~ =262=, 263, 538, 539, 550-552, 554, 570, 578,
+ 580, 585, 586, 592, 609-612, 616, 619, 625, 626, 630, 631.
+
+ ~Guareschi~ 170, 460, 461, 467, 468, 470, 472, 473, 477, 505,
+ 639, 657.
+
+ ~Gubernatis~ 453, 624.
+
+ ~Gudeman~ 618.
+
+ ~Guertler~ 625.
+
+ ~Guhrauer~ 507.
+
+ ~Guilelmus de Saliceto~ 638.
+
+ ~Guillaume de Loris~ 500.
+
+ ~Gummerus~ 291, 315, 466, 518, 556, 621.
+
+ ~Gundel~ 151, 152.
+
+ ~Gunkel~ 221.
+
+ ~Günther~ 306, 674, 675.
+
+ ~Guyard~ 253, 403.
+
+
+ ~Hackmann~ 525, 629.
+
+ ~Hadfield~ 624.
+
+ ~Hadrian~ 190.
+
+ ~Hadschi Khalifa~ 486.
+
+ ~Haeberlein~ 244.
+
+ ~Haedicke~ 607.
+
+ ~Haeser~ =193=, 639.
+
+ ~Hafis~ 427, 637.
+
+ ~Hainhofer~ 600.
+
+ ~Haller~ 27, 329, 498, 570, 588, 643.
+
+ ~Hamasa~ 637.
+
+ ~Hammer-Jensen~ 139, 660.
+
+ ~Hammer-Purgstall~ 300, 387, 426, 427, 600, 604, 605, 637, 638.
+
+ ~Hampe~ 509.
+
+ ~Hanbury~ 456, 457, 459.
+
+ ~Hanemann~ 615, 619.
+
+ ~Hansen~ 511.
+
+ ~Harder~ 205.
+
+ ~Hardouin~ 653.
+
+ ~Harnack~ =72=, =74=, 75, 156, 157, 190, 192, 195,
+ =200=, 209, 222, 223, 235-237, 240, 241, 247, 248, 290,
+ 310, 483, 567.
+
+ ~Hartmann~ 158, 424.
+
+ ~Hase~ 566.
+
+ ~Hassan Alrammah~ 394, 478.
+
+ ~Hasse~ 158.
+
+ ~Hauber~ 680.
+
+ ~Haug~ 585.
+
+ ~Haupt~ 192, 601.
+
+ ~Hauréau~ 494, 654.
+
+ ~Hauser~ 410.
+
+ ~Haverfield~ 585.
+
+ ~Hawes~ 506.
+
+ ~Hawkins~ 465.
+
+ ~Heath~ 352.
+
+ ~Hecht~ 262.
+
+ ~Heeg~ 330.
+
+ ~Hehn~ 168, 559.
+
+ ~Heinrich von Neuenstadt~ 573.
+
+ ~Heinsius~ 672.
+
+ ~Heintze~ 223.
+
+ ~Heinze~ =122=, 145, 146, 148, 149, 150, 154, 156-159.
+
+ ~Hekataios von Milet~ 335, 575, 582, 585, 593.
+
+ ~Held~ 466.
+
+ ~Heliodor~ 518.
+
+ ~Heliodoros~ =95=, 265, 662.
+
+ ~Hellanikos~ 618.
+
+ ~Hell~ 673.
+
+ ~Helm~ 630.
+
+ ~Helmreich~ 632.
+
+ ~Henckel~ 599.
+
+ ~Hennecke~ =72=, 222, 223, 244, 311.
+
+ ~Henoch~ 193, 194, 220, 294, 322.
+
+ ~Henrich~ 577.
+
+ ~Henschel~ 642.
+
+ ~Hephaistion~ 89, 92, 208, 670.
+
+ ~Hephaistos-Ptah~ 77, 89, 92.
+
+ ~Herakleides~ 187.
+
+ ~Herakleios~ =105=.
+
+ ~Heraklit~ =122=, 126, 129, 138, 145, 147, 148, 193, 197,
+ 231, 243, 246, 315, 317, 432, 498.
+
+ ~Heraklit~ der Stoïker 661.
+
+ ~Heraklius~ 468, 471, =472=, 590.
+
+ ~Herder~ 672, 680.
+
+ ~Hergt~ 585.
+
+ ~Hermas~ s. Hirt des ~Hermas~.
+
+ ~Hermes~ =54=, 62, 63, 70, 71, 76, 77, 87, 95, 97, 98,
+ 100, 101, 106, 193, 232, 253, 294, 305, 309, 313, 322, 337,
+ 341-346, 356, 361-363, 383, 397, 398, 404, 415, 491, 494, 506,
+ 664.
+
+ ~Hermes~ I. 257.
+
+ ~Hermes Logios~ 149.
+
+ ~Hermes-Thot~ 66.
+
+ ~Hermes Trismegistos~ 57, 58, 87, 231, 253, 334, 335, 360,
+ 383, 404, 437, 670.
+
+ Hermetische Schriften 55, 228.
+
+ -- Untersuchungen 183, 203.
+
+ ~Herodot~ 4, 48, 66, 101, 119, 124, 167, 169, 176, 186, 201,
+ 265, 266, 272, 383, 518, 523, 526, 530, 532, 586, 615-619, 627,
+ 668.
+
+ ~Heron von Alexandria~ 85, 603.
+
+ ~Herrmann~ 201, 265.
+
+ ~Hertling~ 679.
+
+ ~Hertz~ 180, 266, 383.
+
+ ~Herzfeld~ 505, 681.
+
+ ~Hesiod~ 136, 146, 155, 532, 538, 571, 582, 608, 616, 617, 644.
+
+ ~Hess~ 514, 681.
+
+ ~Hesse~ 462, 560.
+
+ ~Hesychios~ 562, 572, 618, 633, 644, 678.
+
+ ~Hesz~ 679.
+
+ ~Heumann~ 655.
+
+ ~Heyd~ 571, 588, 590, 613, 626.
+
+ ~Hieronymus~, hl. 209, 633.
+
+ ~Hierotheos~ =108=, 634.
+
+ ~Hiller~ 670.
+
+ Himmelfahrt ~Arda Virafs~ 199.
+
+ Himmelfahrt ~Mosis~ 200.
+
+ ~Hiortdahl~ 457-460.
+
+ ~Hipparchos~ 187, 203.
+
+ ~Hippias von Elis~ 483.
+
+ ~Hippokrates~ 50, =127=, 131, 187, 188, 197, 202, 296,
+ 316, 327, 329, 524, 571, 575, 582, 584, 592, 620, 632, 643,
+ 644, 659, 663, 667, 678.
+
+ ~Hippolytos~ 334, 603.
+
+ ~Hipponax~ 143.
+
+ ~Hirschberg~ 548.
+
+ ~Hirschberg-Lippert~ 594, 600, 603, 635, 673, 678, 681.
+
+ Hirt des ~Hermas~ 195, 222, 230, 241, 483.
+
+ ~Hirth~ 461.
+
+ ~Hitzig~ 293.
+
+ ~Hiuen-Thsang~ 401, 436, 443, 547, 559, 570, 571, 578, 595.
+
+ ~Hjelt~ 657.
+
+ ~Hoang-Hi~ 451.
+
+ ~Hodges~ 56, 74.
+
+ ~Hoefer~ 49, 56, 85, 188, 198, 224, 233, 275, 277, 278, 280,
+ 284, 468, 477, 478, 486, 495, 563, 652, 655.
+
+ ~Hoernes~ =518=, 538, 539, 542-546, 550-559, 574, 575,
+ 608, 611-617, 621-623, 626, 627, 681.
+
+ ~Hoernle~ 434.
+
+ ~Höfer~ 549.
+
+ ~Hoffmann~ =40=, 51, 64-67, 75, 94, 275, 281, 282, 289,
+ 291-298, 300-313, 327, 334-337, 352, 359, 388, 389, 550, 650,
+ 655.
+
+ ~Hofmann~ 291, 436, 448, 572, 591, 595, 658.
+
+ -- K. B. 533, 563, 570, 575, 659.
+
+ ~Hohenheim~ 508.
+
+ Hohes Lied 601.
+
+ ~Hollanda~ 562.
+
+ ~Holzmann~ 661.
+
+ Höllenfahrt der ~Istar~ 168, 180.
+
+ ~Hölscher~ 156.
+
+ ~Homer~ 4, 46, 74, 121, 146, 155, 203, 224, 238, 257, 262,
+ 283, 288, 531, 532, 536, 543, 548, 555, 582, 616, 617, 619,
+ 620, 660, 661, 667.
+
+ Homerische Hymnen 188.
+
+ ~Hommel~ =163=, 165, 170, 172, 262, 356, 388, 520, 523,
+ 531, 578, 613, 631, 632, 661, 674.
+
+ -- W. 595, 596, 597, 599, 630.
+
+ ~Honein Ibn Ishaq~ 382.
+
+ ~Hoops~ =522=, 525, 535, 537, 539, 544, 545, 546, 548,
+ 550, 552, 554, 556-558, 560, 561, 565, 566, 569, 573, 576, 577,
+ 581, 615, 616, 618, 621, 627, 628, 629, 681.
+
+ ~Hoppe~ 659, 674.
+
+ ~Horapollon~ 281, 301.
+
+ ~Horaz~ 184, 225, 567, 572, 669.
+
+ ~Horn~ 244, 383, 425, 561.
+
+ ~Horten~ 664.
+
+ ~Houdas~ 40, 388, 648, 658.
+
+ ~Hovorka~ 245.
+
+ ~Hrozny~ 247.
+
+ ~Huart~ 666.
+
+ ~Hübner~ 284, 583-586, 621, 627.
+
+ ~Hübotter~ 455-459.
+
+ ~Huët~ 350, 642.
+
+ ~Hülsen~ 549, 555, 556, 562, 567, 568.
+
+ ~Hultsch~ 151, 186, 187, 291, 352, 433, 520, 522, 533, 576.
+
+ ~Humboldt~ 266, 349, 385, 453, 519, 520, 533, 534, 537, 550,
+ 577, 582, 605, 607, 651, 652.
+
+ ~Hümmerich~ 538, 579.
+
+ ~Hunaïn Ibn Ishaq~ 390.
+
+ ~Huser~ 534, 597, 639.
+
+ ~Hüsing~ 347.
+
+ ~Hydaspes~ 171.
+
+ ~Hyginus~ 109, 523, 529, 554, 575, 581.
+
+ ~Hystaspes~ 182.
+
+
+ ~Iamblichos~ 55, =68=, 160, 200, =210=, 228, 240,
+ 254, 258, 341, 483.
+
+ Iatromathematika 233.
+
+ ~Ibel~ 553.
+
+ ~Ibn Adfar~ 358.
+
+ ~Ibn Adschar~ 358.
+
+ ~Ibn AlʾArabi~ 416.
+
+ ~Ibn AlʾAuwam~ =232=, 400, 409, 636.
+
+ ~Ibn Albaitar~ 412, 421, 636.
+
+ ~Ibn Alfaqih~ 299, 399.
+
+ ~Ibn Almuʿtazz~ 565.
+
+ ~Ibn Alwahschijah~ 254, 256.
+
+ ~Ibn Alwardi~ 588.
+
+ ~Ibn Amram~ 478.
+
+ ~Ibn Badscha~ 402.
+
+ ~Ibn Badschrun~ 465.
+
+ ~Ibn Baitar~ 412, 421, 636.
+
+ ~Ibn Bassam~ 409.
+
+ ~Ibn Dschuldschul~ 489.
+
+ ~Ibn Hauqal~ 253, 400, 403, 578.
+
+ ~Ibn Jamin~ 427.
+
+ ~Ibn Khaldun~ 357, 419, 429.
+
+ ~Ibn Khallikan~ 486.
+
+ ~Ibn Khordadhbeh~ 256, 258.
+
+ ~Ibn Mansur~ 412.
+
+ ~Ibn Masawaih~ 681, 682.
+
+ ~Ibn Qutaïba~ 603.
+
+ ~Ibn Rusteh~ 625.
+
+ ~Ibn Saʾid~ 256, 258, 585.
+
+ ~Ibn Sarafiun~ 604.
+
+ ~Ibn Sina~ s. ~Avicenna~.
+
+ ~Ibn Wahschijah~ 352, 415.
+
+ ~Ideler~ 103, 108, 184, =233=, 581, 587, 654.
+
+ ~Iflatun~ 400.
+
+ ~Ignatius~, hl. 668.
+
+ ~Ilg~ 472, 473, 560, 569, 626.
+
+ ~Imhotep~ 54, 194.
+
+ ~Immisch~ 143, 618.
+
+ ~Imuth~ 90, 313.
+
+ ~Irenäus~ 245, 312, 662.
+
+ ~Isidorus~ =209=, 227, 274, 327, 468, 492, 562, 564, 568,
+ 572, 587, 673.
+
+ ~Isis~ =63=, 107, 111, =335=, 664.
+
+ ~Israelson~ 183, 575, 603, 633, 644.
+
+ ~Istars~ Höllenfahrt siehe Höllenfahrt der ~Istar~.
+
+ ~I-Tsing~ 443, 444, 446, 454, 455, 623.
+
+
+ ~Jacob~ 353, 663, 665, 666, 673-677.
+
+ -- P. L. 496, 503, 679, 689.
+
+ ~Jacobus a Voragine~ 72, 244.
+
+ ~Jacobs~ 654.
+
+ ~Jacoby~ 74, 575, 587.
+
+ ~Jaʾqubi~ 265.
+
+ ~Jaeger~ 142, 145.
+
+ ~Jamnes~ 68.
+
+ ~Jaqut~ 299, 403, 411, 588.
+
+ ~Jastrow~ 162.
+
+ ~Jaubert~ 605.
+
+ ~Jean Clopinel~ 501.
+
+ ~Jebb~ 478.
+
+ ~Jehan le Begue~ 479.
+
+ ~Jellinghaus~ 500, 620, 676.
+
+ ~Jennings~ 496.
+
+ ~Jeremias~ =162=-172, 175, 176, 180, 184, 192, 212, 214,
+ 216, 219, 220, 246, 252, 347, 521, 528, 541, 574, 613.
+
+ -- (Prophet) 615, 632.
+
+ ~Jessen~ 201, 289, 532, 564.
+
+ ~Jesus Sirach~ 194.
+
+ ~Johannes~ =70=, 334, 343, 344, 346, 484, 664.
+
+ ~Johannes~-Akten 72.
+
+ ~Johannes Cassianos~ 294.
+
+ -- ~Damaskenos~ 109.
+
+ -- ~de Sancto Amando~ 412, 590, 638.
+
+ -- ~Hispalensis~ 217.
+
+ -- ~Platearius~ 638, 646.
+
+ -- ~von Antiochia~ 289.
+
+ ~Johannsen~ 619, 627.
+
+ ~Jollivet-Castelot~ 512, 513.
+
+ ~Jolly~ 430, 434, 437, 444, 446-448, 526.
+
+ ~Jolowicz~ 604, 637.
+
+ ~Joret~ 455.
+
+ ~Josephus~ 668.
+
+ ~Jourdain~ 358, 654.
+
+ ~Julianus Apostata~ 534.
+
+ ~Julien~ 461.
+
+ ~Jülicher~ 74, 223.
+
+ ~Jungius~ 599.
+
+ ~Justi~ 174, 220, 511.
+
+ ~Justinianus~ =106=, 111.
+
+ ~Justinus~ 184, 185, 311, 313, 620.
+
+ ~Juvenal~ 66, 181, 634, 668.
+
+
+ ~Kabbala~ 294, 336.
+
+ ~Kahlbaum~-Gedenkschrift =271=, 307, 401, 404-406, 410,
+ 411, 418, 436, 437, 441, 447, 457, 486, 517, 531, 540, 543,
+ 550, 551, 554, 575, 581, 594, 606, 623, 629, 632, 638, 649,
+ 663.
+
+ Kalewala 525, 546, 591, 629.
+
+ Kalewipoeg 525, 546, 574, 591, 629.
+
+ ~Kalîlah wa Dimnah~ 369.
+
+ ~Kallab~ 658.
+
+ ~Kallimachos~ 143, 330.
+
+ ~Kallisthenes~ 491.
+
+ ~Kanada~ 433.
+
+ ~Kannegiesser~ 515.
+
+ ~Kant~ 168.
+
+ ~Kanteletar~ 591.
+
+ ~Karabacek~ 418, 561, 593, 596.
+
+ ~Karo~ 553, 554, 555.
+
+ ~Kautzsch~ =155=, 185, 199, 200, 212, 220-223, 253, 311,
+ 312, 527, 531, 579, 633.
+
+ ~Kaye~ 675.
+
+ ~Kayser~ 215, 216, 218, 351, 394.
+
+ ~Kedrenos~ 212, 294.
+
+ ~Keim~ 214, 216, 250.
+
+ ~Keller~ =200=, 234, 246, 266, 306, 498, 532, 667.
+
+ ~Kelsos~ =214=, 216, 218, 222, 250.
+
+ ~Kepler~ 676.
+
+ ~Kern~ 124-126, 618.
+
+ ~Khalid ibn Jazid ibn Muʾawijah~ 357-359, 483.
+
+ ~Khem~ 65.
+
+ ~Khumu~ 294.
+
+ ~Khunrath~ 510, 646.
+
+ ~Kiepert~ 562.
+
+ ~Kiessling~ 536, 578, 584, 608.
+
+ ~Kimas~ 65, 308, 398.
+
+ ~Kircher~ 57, 288, 350, 510, 643.
+
+ ~Klaproth~ 460.
+
+ ~Kleanthes~ 145.
+
+ ~Klebba~ 245, 312, 662.
+
+ ~Klein~ 660.
+
+ ~Kleopatra~ =50=, 67, 73, 84, 304, 310, 332, 343, 344,
+ 345, 353, 398, 404.
+
+ ~Kliem~ 352.
+
+ ~Klinckowström~ 299, 535, 551.
+
+ ~Klinkenberg~ 617.
+
+ ~Kluge~ 566, 600.
+
+ ~Knaack~ 75, 126, 661.
+
+ ~Kobert~ 271, 352, 446, 561, 581, 631, 632.
+
+ ~Koch~ 467.
+
+ ~Köchly~ 479.
+
+ ~Koeber~ 401.
+
+ ~Koelreuter~ 511.
+
+ ~Köhler~ 251.
+
+ ~Ko-Hung~ 457.
+
+ ~Kolbe~ 657.
+
+ ~Koldewey~ 668.
+
+ ~Komarios~ 50, 51, 304, 338, 341-346.
+
+ ~Kommentator~ 87.
+
+ ~König~ 172, 247.
+
+ -- ~Marchus~ 478.
+
+ ~Kopp~ 1, 10, 28-31, 33, 49, 51, 64, 72, 85, 93, 96, 102,
+ 106-108, 119, 226, 227, 265, 275-290, 293-297, 300-303,
+ 312-314, =319=, 321-324, 327, 349, 357, 363, 377, 401,
+ 406, 429, 468, 477, 478, 482, 486-495, 504-507, 509-511, 573,
+ 597, 599, 640-642, 649-654, 679.
+
+ ~Koran~ 252, 265, 311, 514.
+
+ ~Kornemann~ 518, 524, 529.
+
+ ~Kortum~ 511.
+
+ ~Kosmas~ 107, 297, 343, 348.
+
+ -- ~Indikopleustes~ 446.
+
+ ~Kout~ 548.
+
+ ~Krates~ 44, 251, 339, 344, =359=, 361, 363.
+
+ ~Krates von Mallos~ 661.
+
+ ~Krause~ 202, 272, 306, 327, 386, 536, 621, 633, 644.
+
+ ~Krebs~ 262, 264, 268, 274, 531, 540.
+
+ ~Kremer~ 357, 428, 464, 526, 527, 530, 547, 548, 576, 603,
+ 624-626, 637.
+
+ ~Kreutzwald~ 525.
+
+ ~Kreutzwald-Löwe~ 525.
+
+ ~Kreutzwald-Neus~ 525.
+
+ ~Kritodanus~ 208.
+
+ ~Kriton~ 633.
+
+ ~Kroker~ 509.
+
+ ~Kroll~ 175, 183, 193, 201, 208, 210, 226, 228-234, 257, 286,
+ 288, 336, 338, 340, 349, 383, 621, 670.
+
+ -- ~E.~ =196=-201, 229, 230, 234, 235, 238, 239, 242,
+ 243, 246, 251.
+
+ ~Krone~ 66, 95.
+
+ ~Kronfeld~ 245.
+
+ ~Krüger~ 74, 223.
+
+ ~Ktesias~ 201, 265, 525, 530, 536, 587, 601, 624.
+
+ ~Kubitschek~ 291, 292, 352, 353.
+
+ ~Kugler~ 122, =162=-167, 184, 306, 430, 450.
+
+ ~Kuhnert~ 518, 576.
+
+ ~Kunckel~ 510, 641.
+
+ ~Kung~ 449.
+
+ ~Kung-Fu-Tze~ 449.
+
+ Kyraniden 211, 233, 384.
+
+
+ ~Labat~ 534.
+
+ ~Labbé~ 654.
+
+ ~Lactantius~ 181, 227, 311.
+
+ ~Ladenburg~ 40, 51, 61, 359, 650.
+
+ ~Lagarde~ 617.
+
+ ~Lagercrantz~ =2=, 10, 12, 14, 22, 25, 26, 332, 650.
+
+ ~Landauer~ 591.
+
+ ~Lane~ 672.
+
+ ~Langen~ 223.
+
+ ~Langkavel~ 643, 645.
+
+ ~Langlois~ 495, 500.
+
+ ~Lao-Tze~ 450, 452, 454.
+
+ ~Lapidario~ 215.
+
+ ~La Porte du Theil~ 477, 652.
+
+ ~Larfeld~ 672.
+
+ ~Las Casas~ 570.
+
+ ~Latte~ 556.
+
+ ~Latz~ =289=, 485, 640.
+
+ ~Laufer~ 444, 536.
+
+ ~Laurentius Lydus~ 171.
+
+ ~Laurie~ 262.
+
+ Lautere Brüder s. Schriften der treuen Brüder.
+
+ ~Layard~ 170.
+
+ Leben ~Adams~ und ~Evas~ 223.
+
+ -- ~Josefs~ des Zimmermanns 200.
+
+ ~Leclerc~ =355=, 357, 358, =370=, 397, 399, 400-402,
+ 410, 654.
+
+ ~Leemans~ 1, 2, 281, 301, 325.
+
+ Legenda aurea 244.
+
+ ~Legge~ 443.
+
+ ~Lehmann~ 173, 174, 192, 496.
+
+ ~Leibniz~ 507, 640.
+
+ Leidener Papyrus =2=, =4=, 43, 45, 46, 67, 74, 94, 237,
+ 276, 278, 325, 330-332, 339, 348, 350, 468, 470, 471, 580, 634,
+ 660.
+
+ ~Leipoldt~ 675.
+
+ ~Leitzmann~ 511.
+
+ ~Lemcke~ 498.
+
+ ~Lemm~ 357, 613.
+
+ ~Lenglet du Fresnoy~ 496, 654.
+
+ ~Lenormant~ =164=, 165, 166, 168, 169, 173, 175, 213,
+ 234, 250, 306, 518, 521, 523, 531, 537, 541, 553, 556, 557,
+ 559, 578-581, 588, 589, 593, 596, 607-609, 612, 620, 622, 623.
+
+ ~Lenz~ 384, 633, 643.
+
+ ~Leo Africanus~ 429, 590, 636.
+
+ ~Lepsius~ 4, 200, 246, 347, 530, 531, 611, 612, 613, 615.
+
+ ~Lessing~ 468, 472, 473.
+
+ ~Letronne~ 349.
+
+ ~Leukippos~ 133, 138, 186, 307.
+
+ Lex Cornelia de falsis 286, 290.
+
+ ~Lexer~ 573.
+
+ Lexikon der χρυσοποιία 32.
+
+ ~Liä-Dsi~ 622.
+
+ ~Libavius~ 510, 598, 600, 640, 641, 646.
+
+ Liber de septuaginta 367.
+
+ -- sacerdotum 484, 636.
+
+ -- trium verborum 357.
+
+ ~Lichtenberg~ 262, 351, 511, 522, 541.
+
+ ~Liebig~ 512, 658.
+
+ ~Lieblein~ 530, 531, 551, 631.
+
+ ~Li-ki~ 451.
+
+ ~Lilly~ 506.
+
+ ~Lindemann~ 209, 562, 572, 593, 678.
+
+ ~Linos~ 155, 236.
+
+ ~Lionardo da Vinci~ 505.
+
+ ~Lippert~ 519, 529, 538, 554, 557, 607, 608, 609.
+
+ ~Lippmann~ =3=, 6, 11, 15, 50, 114, 134, 139, 188, 269,
+ 271, 272, 274, 283, 288, 303, 305, 314, 326, 332, 346, 348,
+ 352, 371, 377, 380, 381, 399, 407, 413, 417, 436, 446-448, 454,
+ =471-474=, 479, 480, 500, 501, 504-507, 528, 548, 570,
+ 571, 574, 576, 580, 589-595, 600-605, 612, 614, 616, 619, 623,
+ 630, 631, 633, 635, 638, 640-644, 650, 655, 660.
+
+ ~Li-Schi-Tschin~ 385, 455, 595.
+
+ ~Little~ 494.
+
+ ~Littmann~ 673, 676, 680.
+
+ ~Littré~ 642.
+
+ ~Livius~ 479.
+
+ ~Lobeck~ =35=, 124, 184, 185, 214, 216-218, 220, 226,
+ 325, 326, 334, 555, 569, 618, 654.
+
+ ~Löhneyss~ 599.
+
+ ~Lockwood~ 465.
+
+ ~Lope de Vega~ 499.
+
+ ~Lorinser~ 499.
+
+ ~Loth~ 566.
+
+ ~Löw~ 14, 22, 27, 666.
+
+ ~Lucanus~ 324.
+
+ ~Lucius~ 64, =207=, 208, 209, 662.
+
+ ~Lucretius~ 518, 538, 616.
+
+ ~Ludwig~ 548.
+
+ ~Lukian~ 193, 235, 256, 536, 565, 618.
+
+ ~Lull~ s. ~Raymund Lull~.
+
+ ~Lüneburg-Huber~ 633.
+
+ ~Lüring~ 655.
+
+ ~Luschin v. Ebengreuth~ 292, 293, =465=, 525, 533, 535,
+ 570.
+
+ ~Luther~ 310, 509.
+
+
+ ~Macauley~ 505.
+
+ ~Mach~ 538.
+
+ ~Mac Lintock~ 262.
+
+ ~Madhara~ 438.
+
+ ~Magister Salernus~ 638.
+
+ ~Magnus~ 245.
+
+ ~Mahesvara~ 438.
+
+ ~Maigne d’Arnis~ 175, 244, 307, 481, 660, 661, 681.
+
+ ~Maimonides~ 215, 254.
+
+ Makkabäer, 4. Buch 155.
+
+ ~Makrizi~ 256-258.
+
+ ~Makrobius~ 235, 493.
+
+ ~Maimonides~ 493.
+
+ ~Manetho~ 55, 60, 208, 228, 326, 612.
+
+ ~Manget~ 81, 496.
+
+ ~Manilius~ =186=, 203, 205, =206=, 208, 234, 284,
+ 285, 286.
+
+ ~Manu~ 439.
+
+ ~Manuel Philes~ 536.
+
+ Mappae clavicula 463, =469=, 561.
+
+ ~Marbod~ 327, 334.
+
+ ~Marc Aurel~ 145.
+
+ ~Marcellus Empiricus~ 633.
+
+ ~Marcianus~ 350, 353.
+
+ -- ~Capellas~ 219, 536.
+
+ ~Marco Polo~ 399, 417, 447, 528, 588, 593-596, 605, 614, 623,
+ 674.
+
+ ~Marcus Graecus~ 363, 477.
+
+ ~Marggraf~ 599, 600.
+
+ ~Maria~ =46=, 48, 51, 69, 77-79, 84, 85, 92, 100, 113,
+ 308-310, 324, 341-343, 345, 361, 363, 398, 404.
+
+ -- hl. 51.
+
+ -- ~Kleophas~ 51.
+
+ ~Marianos~ 358, 363, 407, 483.
+
+ ~Marinos~ 358.
+
+ ~Markos~ 46, =363=, 478.
+
+ ~Markusch~, König von Ägypten 363, 478.
+
+ ~Martial~ 33, 226, 273.
+
+ ~Martianus Capellas~ 536.
+
+ ~Martini~ 185.
+
+ Martyrium ~Jesaias~ 223.
+
+ ~Marx~ 266.
+
+ ~Maspero~ 180, 261, 266, 268, 466, 610.
+
+ ~Mathesius~ 573, 598, 599, 639.
+
+ ~Matthaeus Parisienis~ 591.
+
+ -- ~Platearius~ 606, 638.
+
+ -- ~Sylvaticus~ 334, 638, 642, 645.
+
+ ~Matthiolus~ 501.
+
+ ~Mau~ 210, 233.
+
+ ~Mayer~ 125, 219.
+
+ -- E., 513.
+
+ Maximaltarif 270.
+
+ ~Mechithar~ 635.
+
+ ~Mehren~ 213, 253, 255, 400, 403, 415, 636.
+
+ ~Melanchthon~ 509.
+
+ ~Melissos~ 129, 314, 317.
+
+ ~Menon~ 483.
+
+ ~Merrifield~ 323, 391, 462, =463=, 466-468, 470, 472,
+ 474, 479, 560, 562, 590, 606, 654, 657.
+
+ ~Mersenne~ 600.
+
+ ~Mesmer~ 512.
+
+ ~Mesue~ 477, 491, 635, 638, 679.
+
+ ~Metrodoros~ 661.
+
+ ~Meyer~ =75=, 145, 150, 177, 193, 194, 232, 233, 266,
+ 329, 330, 485, 496, 511, 534, 651, 658, 661.
+
+ ~Meyer, Ed.~ 55, 61, 65, 74, 75, =121=, 124, 126, 128,
+ 131, 162, 164-=180=, 181, 182, =185=-188, 202,
+ 224, 267, 268, 310, 328, 333, 348, 518, 520, =521=-533,
+ 538-546, 550-559, 575, 580-586, 593, 608-612, 615-621, 627,
+ 630, 631, 661.
+
+ ~Meyerhof~ 355, 666, 673.
+
+ ~Meyer-Steineg~ 552, 673.
+
+ ~Mez~ 252.
+
+ ~Michael Palaeologus~ 536.
+
+ -- ~Scotus~ 514, 680.
+
+ ~Migne~ 496, 566, 569, 642.
+
+ ~Miklausz~ 473.
+
+ ~Milman~ 289.
+
+ ~Minucius Felix~ 185, 334.
+
+ ~Mirjam~ 46.
+
+ ~Mithras~ 77, 205.
+
+ Mithras-Liturgie 249.
+
+ ~Moehsen~ 29, 275, 429, 465, 534, 641.
+
+ ~Moissan~ 648.
+
+ ~Molmenti~ 566.
+
+ ~Mommsen~ =115=, =172=, 190-194, 228, 270, 290, 292,
+ 662.
+
+ ~Monardes~ 407.
+
+ ~Mongez~ 632.
+
+ ~Montelius~ 545, 555-557, 578, 612, 616, 621, 623, 626, 628.
+
+ ~Montfaucon~ 654.
+
+ ~Morhof~ 294, 473, 511, 561, 640, 654.
+
+ ~Morienes~ =358=, 407, 482, 483.
+
+ ~Morveau~ 632.
+
+ ~Moschopulos~ 676.
+
+ ~Moses~ 46, =68=, 74, 77, 78, 107, 113, 155, 194, 334,
+ 344, 497, 579, 664.
+
+ -- ~Maimonides~ 244.
+
+ -- ~von Chorene~ 213.
+
+ ~Mötefindt~ 551.
+
+ ~Movers~ 588.
+
+ ~Much~ 545.
+
+ ~Muir~ 494.
+
+ ~Mülder~ 582.
+
+ ~Müller~ 158-160, 627, 666.
+
+ -- A. 383, 397.
+
+ -- S. 628.
+
+ -- W. M. 580.
+
+ ~Muratori~ 467, 560.
+
+ ~Musaios~ 236.
+
+ ~Mutenabbi~ 604, 637.
+
+ Mysterien-Spiele 506.
+
+
+ ~Nabarawi~ 299.
+
+ ~Nagarjuna~ 436, 437, 442, 445, 447.
+
+ ~Nallino~ 356.
+
+ ~Nandi~ 439.
+
+ ~Narahari~ 440-442, 447, 588.
+
+ ~Natorp~ 601.
+
+ ~Nechepso~ 66, 183, 184, 187, 194, 203, 208, 220, 324, 329,
+ 334, 669.
+
+ ~Neilos~ 337.
+
+ ~Nesselmann~ 626.
+
+ ~Nestle~ =121=, 127, 195, 283, 328, 483.
+
+ ~Nestorios~ 160.
+
+ ~Neumann~ 216, 547, 557, 559, 577, 592.
+
+ ~Newton~ 5, 464.
+
+ ~Niebuhr~ 635.
+
+ ~Nies~ 202, 327, 630, 632, 633, 644.
+
+ ~Niese~ 525.
+
+ ~Niesen~ 291.
+
+ ~Nikander~ 643.
+
+ ~Nikephoros~ =110=.
+
+ ~Nikolaos~ 491, 638.
+
+ ~Nikomachos~ 334.
+
+ ~Nilsson~ 171, 178, 186, 187, 554, 669.
+
+ ~Nizami~ 213, 214, 383, 385, 386.
+
+ ~Nöldeke~ 167, 171, 252, 676.
+
+ ~Nork~ 549.
+
+ ~Numenios~ 155, 229.
+
+
+ ~Oberhummer~ 325.
+
+ ~Ochoa~ 499, 500, 640.
+
+ Oden ~Salomons~ 200, 222, 309, 323.
+
+ ~Oefele~ 541.
+
+ ~Oenopides von Chios~ 186.
+
+ ~Oestrup~ 420.
+
+ ~Oken~ 512.
+
+ ~Olck~ 270, 339, 549, 572, 643.
+
+ ~Oldenberg~ 266, =305=, 430, =431=-433, 624, 630.
+
+ ~Olivet~ 662.
+
+ ~Olshausen~ 619.
+
+ ~Olympiodoros~ 38, 40, 46, 48, 58, 60-63, 65, 67, 87, 93,
+ =98=, 106, 107, 216, 265, 272, 294, 302, 303, 307-309,
+ 323, 341-346, 483.
+
+ -- der jüngere 161.
+
+ ~ʿOmar Alkhajjam~ 426, 604.
+
+ ~Omerus~ 662.
+
+ ~Ongania~ 566.
+
+ ~Oppert~ 169, 170, 437, 608, 623.
+
+ -- ~G.~ 430, 436, 441, 594.
+
+ Oracula chaldaica 250.
+
+ Orakel des ~Apollon~ 73, 303.
+
+ -- -- ~Orpheus~ 61.
+
+ ~Oreibasios~ 483, 603.
+
+ ~Origenes~ 66, 200, 216, 240, 515.
+
+ ~Orpheus~ 74, 155, 178, 194, 208, 223, 235, 236, 334, 384.
+
+ Orphiker =124=.
+
+ Orphische Hymnen 203.
+
+ ~Orth~ 532.
+
+ ~Osiris~ 64, 88.
+
+ ~Osron~ 363, 425.
+
+ ~Ostamahis~ 383.
+
+ ~Ostanes~ 31-34, 37, 46, 50, 51, 66, 67, 70, 77, 97, 113, 182,
+ 194, 251, 253, 296, 309, 328, 331, 333, 339, 342, 343, 345,
+ 346, =362=, 383, 425, 494.
+
+ -- ~Alrumi~ 398.
+
+ ~Otto~ =55=, 61, 64, 78, 182, 183, 226, 229, 234, 240,
+ 267, 268, 279.
+
+ -- ~von Cremona~ 638.
+
+ ~Ovid~ 181.
+
+
+ ~Pabapnidos~ 91.
+
+ ~Pagel~ 245, 330, 412, 590, 638.
+
+ -- -~Sudhoff~ 434, 451, 511, 635.
+
+ ~Palissy~ 503, 620.
+
+ ~Palladius~ 549, 561, 654.
+
+ ~Pallas~ 526.
+
+ ~Pammenes~ 5, 25, =46=, 206.
+
+ ~Panaitios~ 145, 151.
+
+ ~Panodoros~ 31, 75, 289.
+
+ ~Paphnuthia~ 50, 337.
+
+ ~Pappos~ 64, =107=.
+
+ Papyrus ~Ebers~ 12, 305, 325, 401, 520, 592, 612, 631.
+
+ -- ~Harris~ 264, 520, 531, 570, 580.
+
+ -- ~Kenyon~ =73=, 272, 292, 331, 353, 471, 634, 662.
+
+ -- ~Mimaut~ 211, 232, 348.
+
+ -- ~Rainer~ 265.
+
+ -- von Hermopolis 227.
+
+ -- ~Westcar~ 262, 268.
+
+ ~Paracelsus~ 508, 509, 534, 597, 600, 606, 639, 640.
+
+ ~Paris~ 494.
+
+ ~Parmenides~ =129=, 199, 294, 315, 316, 667.
+
+ ~Parry~ 429.
+
+ ~Parthey~ 200, 211, 228, 240, 349.
+
+ ~Partsch~ 558.
+
+ ~Patanjali~ 435, 446.
+
+ ~Patsch~ 532.
+
+ ~Paul~ 591.
+
+ ~Pauli~ 620.
+
+ ~Paulos Aigineta~ 58, 327, 353, 603, 633.
+
+ ~Paulus~ 195, 198, 200, 236.
+
+ -- ~Diaconus~ 562.
+
+ ~Pausanias~ 215, 216, 534, 549, 554, 619.
+
+ ~Pauthier~ 588.
+
+ ~Pedemontanus-Ruscelli~ 639.
+
+ ~Pegolotti~ 590.
+
+ ~Pelagios~ 37-39, 87, =93=, 341, 342, 344-346, 649.
+
+ ~Peltzer~ 573.
+
+ ~Pen-Tsao~ 455, 456.
+
+ ~Percy~ 170.
+
+ ~Perdrizet~ 73.
+
+ ~Periers~ 503.
+
+ ~Periplus~ 572, 587, 632, 633.
+
+ ~Perna~ 496.
+
+ ~Perret~ 625.
+
+ ~Petasios~ 67, 103, 341, 342.
+
+ ~Peters~ 504, 509, 640.
+
+ ~Petersen~ 191, 680.
+
+ ~Petesis~ =67=, 89, 90, 103.
+
+ ~Petit~ 599, 600.
+
+ ~Petosiris~ 66, 183, 184, 187, 194, 203, 208, 220, 329, 334,
+ 668, 669.
+
+ ~Petrarca~ 504.
+
+ ~Petronius~ 30, 184.
+
+ ~Petrus Martyr~ 534.
+
+ ~Pettazzoni~ 593.
+
+ ~Pfeiffer~ 188, =204=, 563, 666-670, 674.
+
+ -- -~Strobl~ 507.
+
+ ~Pfizmaier~ 452, 456, 460, 530, 546, 547, 589, 605, 622, 623.
+
+ Pflanzen der 7 Planeten 232.
+
+ ~Pfleiderer~ 123.
+
+ ~Pherekydes~ 126, 127, 186, 316.
+
+ ~Philipp~ 562, 680.
+
+ ~Philippos~ 601.
+
+ -- ~Solitarios~ 109.
+
+ -- ~von Opus~ 135.
+
+ ~Philo Judaeus~ =156=.
+
+ ~Philolaos~ 127, 128, 186, 187, 195, 315, 316, 317.
+
+ ~Philoponos~ 160.
+
+ ~Philosophus Anonymus~ 37, 38, 71, 87, =106=, 227, 343,
+ 346.
+
+ -- ~Christianus~ 37-39, 48, 60, 64, 67, =102=, 106.
+
+ ~Philostratos~ 184, 212, 678.
+
+ ~Philo von Alexandria~ 149, =156=, 158, 175, 184, 195,
+ 203, 210, 214, 229, 230, 231, 242, 244, 254, 269, 270, 306,
+ 316, 317, 319, 432, 661.
+
+ ~Phimenas~ 25.
+
+ ~Phimenes~ 5, 46.
+
+ ~Photios~ 98, 263.
+
+ ~Physika~ 313.
+
+ ~Physiologus~ 674.
+
+ ~Pibêchios~ 44, 66, 77, =94=, 97, 303, =339=, 345,
+ 359, 363, 381.
+
+ ~Picatrix~ 514, 680.
+
+ ~Piccolpasso~ 639.
+
+ ~Pick~ 273.
+
+ ~Pietschmann~ 153, 194, =225=, 226, 228, 257, 258, 301,
+ 328, 335, 337, 347, 644.
+
+ ~Pigafetta~ 448, 589.
+
+ ~Pindar~ 126, 211, 216, 644.
+
+ ~Pinner~ 608, 632, 633.
+
+ ~Pischel~ 19, 433, 469, 665.
+
+ Pistis Sophia =198=, 227, 240, 241, 242, 244, 273, 323, 350, 643.
+
+ ~Pizzimenti~ 31, 93, 96, 103, 105, 109, 653.
+
+ ~Place~ 668.
+
+ ~Placidus~ und ~Timeo~ 500.
+
+ ~Platearius~ 491.
+
+ ~Platon~ 35-37, 77, 90, 98, 105, 106, 120-123, 126,
+ =134=, 145, 155-158, 161, 186-188, 194, 197, 203, 204,
+ 211, 215, 219, 225, 227, 228, 244, 250, 253, 258, 269, 280,
+ 283, 314-321, 342, 361, 366, 368, 381, 383, 400, 410, 491, 506,
+ 571, 606, 619, 650, 661, 664, 666.
+
+ ~Plautus~ 315, 572.
+
+ ~Plinius~ 8, 14, 19-22, 25, 28, 30, 35, 39, 42, 49, 65-68, 73,
+ 94, 98, 106, 113, 167, 184, 190, 195, 201, 207, 214, 227, 244,
+ 262, 264, 308, 324-331, 334, 384, 386, 395, 469, 518, 523, 524,
+ 532, 533, 536, 537, 542, 549, 555, 562-568, 572-575, 583-587,
+ 592, 602, 607, 614, 620-624, 631-633, 644.
+
+ ~Plotinos~ =158=, 160, 230, 236, 249, 302, 315, 316, 317,
+ 318, 371, 402, 432, 661.
+
+ ~Plutarch~ 100, 146, 154, 184, 185, 219, 244, 245, 274, 300,
+ 304, 305, 326, 555, 563, 612, 618.
+
+ ~Poggendorff~ 406.
+
+ ~Poisson~ 477, 490, 496.
+
+ ~Pokorny~ 627, 628.
+
+ ~Polack~ 578.
+
+ ~Pollack~ 273.
+
+ ~Pollux~ 272, 572, 633, 644.
+
+ ~Polybios~ 586.
+
+ Pontificale romanum 569.
+
+ ~Poppe~ 641.
+
+ ~Poppelreuter~ 673.
+
+ ~Porphyrios~ 160, 199, 214, 242, 249, 337, 383, 432, 567, 661,
+ 667.
+
+ ~Porta~ 477.
+
+ ~Poseidonios~ 30, 145, 151, 154, 196, 199, 205, 206, 229, 238,
+ 239, 331, 548, 583, 586.
+
+ ~Pott~ 295, 297, 298, 300, 301, 561.
+
+ ~Poyo~ 499.
+
+ ~Prantl~ =119=, 145, 150, 154, 159, =314=, 318, 324.
+
+ ~Praphulla Chandra Rây~ 430 (s. ~Rây~).
+
+ ~Preisendanz~ 94, 244, 249, 618.
+
+ ~Prellwitz~ 306.
+
+ ~Prescott~ 550.
+
+ ~Price~ 511.
+
+ ~Prinz~ =162=, 163, 169, 178, 180, 192, 219, 225, 265,
+ 347, 668.
+
+ Prognostika des ~Demokritos~ 329.
+
+ ~Proklos~ 160, 211, 215, 216, 551.
+
+ ~Prokop~ 289.
+
+ Prophezeiungen des ~Cham~ 294.
+
+ ~Prüfer~ 673, 681, 682.
+
+ ~Prutz~ 567.
+
+ ~Psellos~ 108, =109=, 265, 334.
+
+ Pseudepigraphen =53=, =221=.
+
+ ~Pseudo-Apuleius~ 214.
+
+ -- -~Aristoteles~ 401, 489, 494, 554, 570, 571, 592.
+
+ -- -~Avicenna~ 71, 407, 485, 492, 494.
+
+ -- -~Demokritos~ 25, =27=, 32, 279, =327=, 359,
+ 388, 389, 483, 634, 660, 662, 665, 674 (s. ~Demokritos~).
+
+ -- -~Geber~ =485= (s. ~Geber~).
+
+ -- -~Kallisthenes~ 213.
+
+ -- -~Moses~ =68=, 71, 273, 309, 326, 470, 471, 664.
+
+ -- -~Orpheus~ 329, 334.
+
+ -- -~Platon~ 480, 662.
+
+ -- -~Pythagoras~ 329, 371.
+
+ -- -~Razi~ 485, 489, 492.
+
+ ~Ptolemaios~ 76, 204, 208, 210, 211, 213, 219, 285, 323, 365,
+ 586, 662, 670.
+
+ ~Puchstein~ 518.
+
+ Pupille der Welt 232.
+
+ ~Puschmann~ 233, 245, 272, 333, 334, 434, 439, 444-446, 448,
+ 452, 460, 595, 633.
+
+ Pythagoräer =126=.
+
+ ~Pythagoras~ 74, =123=, 126, 127, 137, 153, 155, 158,
+ 178, 194, 204, 209, 227, 228, 235, 253, 258, 319, 334, 361,
+ 365, 367, 371, 400, 404, 432, 491, 662, 664.
+
+ ~Pytheas~ 585, 586.
+
+
+ ~Qazwini~ 213, 514, 527.
+
+ ~Qalqaschandi~ 265, 282, 636, 677.
+
+ ~Quattrami~ 646.
+
+ Quecksilber-System 438, 447.
+
+ Quellenschriften f. Kunstgeschichte 463, 654, 657.
+
+
+ ~Rabbi Moses~ 244, 493.
+
+ ~Rabelais~ 503, 565, 569, 661, 679.
+
+ Ramâyana 623.
+
+ ~Rapp~ 201.
+
+ ~Rasakalpa~ 439, 446.
+
+ ~Rasaratna~ 438, 440.
+
+ Rasârnara 437, 438.
+
+ Raseçvara 438.
+
+ ~Rathgen~ 261, 540, 551.
+
+ Rätsel vom philosophischen Steine 62.
+
+ ~Rawlinson~ 169.
+
+ ~Rây~ 353, =430=-448, 459, 547, 595, 623, 624.
+
+ ~Raymund Lull~ 471, 481, 490, =494=, 499, 505, 639, 654.
+
+ ~Reber~ 607.
+
+ ~Reckendorf~ 682.
+
+ ~Regis~ 503, 565, 661.
+
+ ~Regling~ 291, 522, 525, 527, 528, 531, 533, 540, 542, 544,
+ 619.
+
+ ~Rehm~ 164, 188, 306.
+
+ ~Reil~ =48=, =261=, 269, 270, 273-275, 540, 581, 631.
+
+ ~Reinaud~ 253, 403, 588, 592.
+
+ ~Reinesius~ 76, 654.
+
+ ~Reinhardt~ 182, 661.
+
+ ~Reinthal~ 525.
+
+ ~Reisch~ 563.
+
+ ~Reiske~ 485.
+
+ ~Reitemeyer~ 590, 635.
+
+ ~Reitzenstein~ =46=, =178=, =179=,
+ =180=-183, =192=, 194-=199=, 200-202, 210, 211,
+ 214, 216, 225-231, 233, 234, 237, 238, 240, 244-246, 250, 251,
+ 253, 254, 257-=259=, 282, 298, 301, 306, 310, 334-340,
+ 348, 356, 370, 371, 648, 659, 660, 663-666, 669-671.
+
+ ~Renan~ 51, 650, 654.
+
+ ~Rescher~ 672, 673, 678.
+
+ ~Respours~ 599.
+
+ ~Retemeyer~ 257, 258, 265.
+
+ ~Reusch~ 564.
+
+ ~Reuther~ 537.
+
+ ~Reuvens~ 1, 2, 10.
+
+ ~Rey~ 599, 600.
+
+ ~Rhousopoulos~ 271, 307, 531, 533, 543, 554, 575.
+
+ ~Richter~ 108, 208, 216, 248, 534, 567, 642.
+
+ ~von Richthofen~ 455, 559, 589.
+
+ ~Ridwan~ 410, 412.
+
+ ~Riess~ 6, 70, 94, 96, 151, 182, 183, 185, 186, 188, 203-208,
+ 210, 275-277, 280, 284, 285, 287, 288, 297, 306, 314, 322, 324,
+ 330, 331, 333-335, 337, 340, 569, 622, 649, 650.
+
+ ~Rigvêda~ 224, 623.
+
+ ~Rimes~ 361.
+
+ ~Rinaldi~ 679.
+
+ ~Rinne~ 631.
+
+ ~Ritter~ 677, 678.
+
+ ~Rivero~ 630.
+
+ ~Robert~ 48, 618.
+
+ -- ~von Chartres~ 358.
+
+ -- -- ~Chester~ 358.
+
+ -- ~Greathead~ 465.
+
+ -- ~de Retines~ 358.
+
+ ~Robertus Castrensis~ 358.
+
+ ~Roeder~ 64, 178-181, 281, 326, 337, 576, 612, 670.
+
+ ~Rohde~ =61=, 123, 124, 180, 197, 233, 265, 383, 518,
+ 587, 662.
+
+ ~Rohden~ 288.
+
+ ~Röhricht~ 567.
+
+ ~Roja~ 640.
+
+ ~Rolfink~ 510.
+
+ Roman de la rose 500.
+
+ Rosarium philosophicum 482.
+
+ ~Roscher~ 126, =167=, 168, 171, 184, 187, 188, 195, 196,
+ 206, 210, 212, 216, 217, 220, 224, 225, 233, 246, 306, 563, 576.
+
+ ~Rosen~ 427.
+
+ ~Rosenzweig~ 213, 428, 638.
+
+ ~Rosinos~ 361, 483.
+
+ ~Rosinus~ 361, 483.
+
+ ~Ross~ 607.
+
+ ~Rossbach~ 124, 202, 262, 272, 306, 334, 644.
+
+ ~Rossello~ 467.
+
+ ~Rossignol~ 533, 536, 542, 543, 549, 555, 560, 563, 571, 572,
+ 573, 587, 591, 617, 654.
+
+ ~Roters~ 577.
+
+ ~Roth~ 436.
+
+ ~Rothscholz~ 510, 568, 636.
+
+ ~Rozmital~ 590.
+
+ ~Rubinus~ 483.
+
+ ~Rückert~ 265, 311, 425, 426, 614, 637.
+
+ ~Rudakî~ 425.
+
+ ~Ruellius~ 536, 643.
+
+ ~Rufinus~ 191, 281, 292, 304.
+
+ ~Ruge~ 615.
+
+ ~Rulandus~ 642, 654, 660.
+
+ ~Rupe~ 621, 627.
+
+ ~Rusem~ 361.
+
+ ~Ruska~ =213=, =214=-216, 264, 272, 296-298,
+ =358=, 361, 370, 378, =382=, 386, 397, 399, 407, 408,
+ 412, 414, 448, 474, 478, 489, 532, 570, 605, 636, 638, 642,
+ 645, 646, 650, 658, 663, 665, 672-678, 681.
+
+ ~Rüstow~ 479.
+
+ ~Rzach~ 617.
+
+
+ ~Sacchetti~ 679, 681.
+
+ ~Sachau~ 176, 253, 407, 408, 435, 634.
+
+ ~Saʾdi~ 73, 426, 626.
+
+ ~Sadowski~ 578, 584.
+
+ ~Saladin d’Asculo~ 679.
+
+ ~Salah Addin~ 594.
+
+ ~Salmanas~ 4, =108=, 113, 666.
+
+ ~Salmasius~ 3, 29, 32, 34, =65=, 76, =207=, 213,
+ 214, 217, 219, 220, 234, 245, 246, 254, 275, 278, 327, 350,
+ 351, 352, 653, 654, 674.
+
+ ~Salomon~ 63, 91, 92, 194.
+
+ ~Sammonicus~ 245.
+
+ ~Sanchuniathon~ 56.
+
+ ~Sangadhara~ 442.
+
+ ~Sarre~ 677.
+
+ ~Sattler~ 573.
+
+ ~Saumaise~ s. ~Salmasius~.
+
+ ~Saussure~ 450.
+
+ ~Saxl~ 513, 514.
+
+ ~Scaliger~ 284, 477, 653, 654.
+
+ ~Scarron~ 639.
+
+ ~Schack~ 426, =464=, 498, 499, 514.
+
+ ~Schad~ 534.
+
+ ~Schaefer~ =96=, 281, 286, 292, 300.
+
+ ~Schäfer~ 592.
+
+ ~Schaeffer~ 498, 499, 500.
+
+ ~Schahristani~ 215, 254, 256, 257, 258.
+
+ ~Schaube~ 590, 605.
+
+ ~Schedel~ 564.
+
+ ~Scheftelowik~ 163, 173, 194.
+
+ ~Scheible~ 640.
+
+ ~Scheibler~ 508.
+
+ ~Scheil~ 668.
+
+ ~Schein~ 531.
+
+ ~Schellhas~ 519.
+
+ ~Schelling~ 512.
+
+ ~Schenkl~ 120.
+
+ ~Scheube~ 452, 460.
+
+ ~Schiefner~ 525, 546, 629.
+
+ ~Schiff~ 620.
+
+ ~Schi-ki~ 450.
+
+ ~Schi-king~ 450, 451.
+
+ ~Schindler~ 496.
+
+ ~Schirazi~ 664.
+
+ ~Schlechta~ 73, 426, 427, 637, 665.
+
+ ~Schleiden~ 584.
+
+ ~Schlemm~ 557, 589, 628.
+
+ ~Schliemann~ 522, 601.
+
+ ~Schliz~ 546.
+
+ ~Schlosser~ 466, 515, 569, 658.
+
+ ~Schlüssel~ 231.
+
+ ~Schmidt~ 35, 109, =178=, 198, 227, 234, 241, 242, 246,
+ 273, 284, 325, 350, 353, 388, 509, 517, 523, 562, 568, 581,
+ 618, 643, 644, 649, 666, 678, 680.
+
+ ~Schmieder~ =58=, 275, 277, 280, 287, 289, 326, 357, 429,
+ 489, 496, 504, 512.
+
+ ~Schneider~ 493, 497, 590, 634, 654, 668, 670, 672, 680, 681.
+
+ ~Schnittgen~ 535, 537.
+
+ ~Schöll~ 477.
+
+ ~Schrader~ 164, 168, 180, 388, =517=-520, 522-538,
+ 541-546, 548, 552-563, 566, 568, 572-582, 587-591, 600,
+ 608-623, 626-629, 678.
+
+ ~Schricke~ 669.
+
+ Schriften der treuen Brüder =213=, 215, =257=, 260, 299,
+ 351, =369=, 488, 566, 675.
+
+ Schrift von der Welt 316, 317.
+
+ ~Schröder~ 599.
+
+ ~Schroeder~ 124, 265.
+
+ ~Schubart~ 660.
+
+ ~Schuchardt~ 522.
+
+ ~Schu-king~ 450, 451.
+
+ ~Schulten~ 525, 529, 544, 575, 580, 583, 584, 601, 627.
+
+ Schule von Salerno 606.
+
+ ~Schultz~ =201=, 214, 224, 237, 240, 241, 244-246, 266,
+ 311, 336, 562, 662.
+
+ ~Schultze~ 511, 550, 623, 624.
+
+ ~Schunk~ 681.
+
+ ~Schwally~ 201.
+
+ ~Schwartz~ 170.
+
+ ~Schwarz~ 681.
+
+ ~Schweigger~ 531, 572.
+
+ ~Schweinfurth~ 453.
+
+ ~Schwenter~ 535.
+
+ ~Schwenzner~ 552, 613.
+
+ ~Scribonius Largus~ 632, 644.
+
+ ~Sêal~ 432, 433, 436, 437.
+
+ ~Seeck~ 209, 290, 291, 292, 293, 518.
+
+ ~Seidel~ 202, 297, 636, 677, 681.
+
+ ~Seler~ 675.
+
+ ~Seligmann~ 496, 569, 597, 601, 608, 618, 631.
+
+ ~Semler~ 511.
+
+ ~Semper~ =170=, 262, 273, 470, 519, 576, 578, 580.
+
+ ~Seneca~ 30, 145, 181, 200, 331.
+
+ Septuaginta 296, 632, 633.
+
+ ~Serapion~ 604, 606, 635, 638, 645.
+
+ ~Sergius von Resaina~ 298, 355, 389.
+
+ ~Servius~ 220, 542.
+
+ ~Sethe~ 192, 234, 301, 337, 350, 666.
+
+ ~Sextus Placitus~ 662.
+
+ ~Severus bar Schakku~ 678.
+
+ ~Seybold~ 382, 411, 554.
+
+ ~Shakespeare~ 506, 565.
+
+ ~Sibyllinen~ 533.
+
+ Sibyllinische Weissagungen 62, 155, 185, 194, 220, 222, 310.
+
+ ~Sidrach~ 500, 620, 676.
+
+ ~Siecke~ 224, 521.
+
+ ~Sierke~ 512.
+
+ ~Silberer~ 496.
+
+ ~Silius Italicus~ 533.
+
+ ~Sillig~ 30, 653.
+
+ ~Simon Januensis~ 638, 642, 645.
+
+ ~Simplikios~ 160, 315, 316, 317.
+
+ ~Simrock~ 509, 628.
+
+ ~Sindbad~ 423, 588.
+
+ ~Siret~ 584.
+
+ ~Sitos~ 91.
+
+ ~Sittig~ 593.
+
+ ~Skutsch~ 208, 286, 288, 349, 556, 576, 587, 621.
+
+ ~Skymnos von Chios~ 583.
+
+ ~Smith~ 550, 551.
+
+ ~Snouck-Hurgronje~ 428.
+
+ ~Sokrates~ 365, 383, 664.
+
+ ~Solinus~ 618.
+
+ ~Solorzana~ 500.
+
+ ~Soltau~ =195=, 223, 225, 227, 235-238, 247, 249.
+
+ ~Somadeva~ 439, 571.
+
+ ~Sontheimer~ 412, 604, 635, 636.
+
+ ~Sophar~ 425.
+
+ ~Sophokles~ 532, 617.
+
+ ~Soranus~ 633.
+
+ ~Spartianus~ 548.
+
+ ~Speck~ 535, =581=-589.
+
+ ~Speusippos~ 135.
+
+ Sphaera des ~Demokritos~ 45, 74.
+
+ ~Spiegelberg~ 183, 350, 682.
+
+ ~Spitta~ 676.
+
+ ~Sprengel~ 22, 275, 281, 340, 485, 640, 643, 653.
+
+ ~Stadler~ 270.
+
+ ~Stahl~ 485, 510, 640, 641.
+
+ ~Stahr~ 654.
+
+ ~Stapleton~ 486.
+
+ ~Statius~ 673.
+
+ ~Staunton~ 596.
+
+ Steinbuch des ~Aristoteles~ 214-216, 265, 296, 297, 334,
+ =382=, 392, 397, 415, 636, 658.
+
+ ~Steindorf~ 347.
+
+ ~Steinschneider~ 309, 377, 402, 486, 489, 496, 657, 661.
+
+ ~Stephanides~ 19, 53, 71, 295, 296, 329.
+
+ ~Stephanos von Alexandria~ 51, 63-65, 77, =103=, 106-108,
+ 216, 219, 227, 228, 294, 304, 323, 341-344, 349, 350, 489, 581.
+
+ -- ~Byzantios~ 302.
+
+ -- ~Magnetes~ 534.
+
+ ~Stephanus~ 653, 654.
+
+ ~Streuding~ 224, 225, 564.
+
+ ~Stillmann~ 487.
+
+ Stockholmer Papyrus 2, =10=, 75, 272, 276, 279, 326, 330, 332,
+ 650, 660.
+
+ ~Stoll~ 288, 424, 519, 526, 535, 538, 564, 609, 610, 614,
+ 622, 623, 626, 630, 631.
+
+ ~Strabon~ 167, 192, 289, 316, 518, 525, 526, 543, 547, 578,
+ 584, 585, 586, 678.
+
+ Straßburger Kosmogonie 231.
+
+ ~Straton~ 139, 142, 144, 197.
+
+ ~Strobl~ 573.
+
+ ~Suchier~ 500, 582.
+
+ ~Suchten~ 641.
+
+ ~Sudhaus~ 175.
+
+ ~Sudhoff~ 233, 330, 465, 487, 508, 509, 606, 616, 628, 631,
+ 633, 638, 644, 646, 648, 662, 670, 672, 676, 679, 682.
+
+ ~Sueton~ 206.
+
+ ~Suidas~ 66, 75, 227, 289, 293, 296, 300.
+
+ ~Suphan~ 680.
+
+ ~Susruta~ 434, 435, 437, 447.
+
+ ~Suter~ 217, 353.
+
+ ~Synesios~ 31, 32, 36, 37, 59, 66, =96=, 324, 331, 332,
+ 337, 342, 344, 345, 391, 424, 471, 489, 653.
+
+ ~Synkellos~ 300, 307.
+
+ Syrische Schriften =388=.
+
+ ~Szanto~ 349.
+
+
+ ~Tabernaemontanus~ 643.
+
+ Tabula smaragdina 57, 228, 663.
+
+ ~Tacitus~ 5, 46, 185, 206, 207, 576, 627.
+
+ Tafeln des ~Demokritos~ 329.
+
+ -- -- ~Hermes~ 56.
+
+ Tafel von Memphis 57.
+
+ ~Takakasu~ 443, 454.
+
+ Talmud 605.
+
+ ~Tantras~ 438, 595.
+
+ ~Tao-teh-king~ 450.
+
+ Tarif des ~Diokletian~ 291.
+
+ Taten des Apostels ~Thomas~ 311.
+
+ Tausendundeine Nacht =213=, 299, 311, 411, =420=, 428, 550,
+ 566, 605, 637, 678.
+
+ Technische Abhandlungen =110=.
+
+ ~Tertullianus~ 29, 209, 226, 312, 313, 334, 633.
+
+ Testamente der 12 Patriarchen 200, 223.
+
+ ~Teukros von Babylon~ 237, 356, 515.
+
+ ~Thaʾalibi~ 604, 625.
+
+ ~Thabit ben Qurra~ 253, 514.
+
+ ~Thales~ =121=, 133, 383, 664.
+
+ ~Themistios~ 287.
+
+ ~Theodoret~ 191.
+
+ ~Theodosios~ 95.
+
+ ~Theokritos~ 569.
+
+ Theologie des ~Aristoteles~ 158.
+
+ ~Theophilos~ 307.
+
+ ~Theophilus Presbyter~ 467, 468, 470, 471, =473=, 569,
+ 590.
+
+ ~Theophrastos~ 11, 14-16, 22, 50, 102, 139, 142, 144, 151,
+ 186, 201, 262, 269, 272, 283, 306, 315, 316, 323, 383, 384,
+ 524, 536, 554, 575, 586, 601, 602, 621, 643, 678.
+
+ -- ~Christianos~ =108=.
+
+ ~Theosebeia~ 50, 90, 92.
+
+ ~Thibaut~ 430, 431.
+
+ ~Thölde~ 640, 641.
+
+ ~Tholuck~ 427.
+
+ ~Thomas von Aquino~ 72, 490, =493=, 497, 515, 590, 634,
+ 668, 670, 672, 680, 681.
+
+ ~Thot~ 182, 194, 199, 322.
+
+ ~Thulin~ 564, 615.
+
+ ~Thurneisser~ 534, 635.
+
+ ~Tibull~ 184, 185, 669.
+
+ ~Ticknor~ 464, 498, 499.
+
+ ~Tifaschi~ 678.
+
+ ~Timaios~ 585, 586.
+
+ ~Tinkalos~ 356.
+
+ ~Tittel~ 269.
+
+ ~Tkač~ 526, 587.
+
+ ~Tomaschek~ 266, 578, 629.
+
+ Totenbuch 178, 180, 338.
+
+ Treue Brüder s. Schriften der treuen Brüder.
+
+ ~Trimberg, Hugo von~ 673.
+
+ ~Trithemius~ 508, 534, 640.
+
+ ~Tropfke~ 353.
+
+ ~Tschirch~ 112, 325, 434, 455, 456, 605, 635, 638, 643.
+
+ ~Tümpel~ 188, 201, 532, 618.
+
+ Turba Philosophorum 48, 483, 636.
+
+ ~Turner~ 624.
+
+ ~Turquet de Mayerne~ 639.
+
+
+ ~Ukert~ 654.
+
+ ~Ulstad~ 606.
+
+ ~Unger~ 191, 212.
+
+ ~Unsuri der Perser~ 604.
+
+ Upanischaden 431, 624.
+
+ ~Usener~ =103=, 104, =185=, 187, 191, 196, 227, 233,
+ 240, 288, 301, 324, 349, 350, 532.
+
+
+ ~Vaghrata~ 434, 435.
+
+ Vaiçeshika-System 433.
+
+ ~Vaijayanti~ 437, 442.
+
+ ~Valentini~ 599.
+
+ ~Valerius Maximus~ 153, 205, 226, 556.
+
+ ~Van Helmont~ 510.
+
+ ~Van Leersum~ 447.
+
+ ~Van Linschoten~ 596.
+
+ ~Vansleb~ 428.
+
+ ~Varamihira~ 435.
+
+ ~Varro~ 538, 549, 568.
+
+ ~Vasco de Gama~ 579.
+
+ ~Veden~ 430, 623.
+
+ ~Vegetius~ 493.
+
+ ~Veil~ 184, 185, 311.
+
+ ~Venantius Fortunatus~ 590.
+
+ ~Vendidad~ 578.
+
+ ~Veranzio~ 568.
+
+ ~Vergil~ 210, 220, 533, 549, 572, 661.
+
+ ~Verrius Flaccus~ 562.
+
+ ~Vettius Valens~ 171, 172, 183, 208, 210, 213, 216, 220, 668.
+
+ ~St. Victor~ 72.
+
+ ~Vigne~ 266.
+
+ ~Villanova~ s. ~Arnaldus von Villanova~.
+
+ ~Villena~ 498.
+
+ ~Vincentius Bellovacensis~ 377, 481, 482, 489, 490, 492, 638,
+ 656.
+
+ ~Vindonionios Anatolios~ 483.
+
+ ~Virgil~ s. ~Vergil~.
+
+ ~Visser~ 233.
+
+ ~Vitalis de Furno~ 568, 605.
+
+ ~Vitruv~ 30, 44, 102, 167, 518, 524, 549, 602.
+
+ ~Vogel~ 589, 623, 625, 629, 681.
+
+ ~Vogeler~ 566, 569.
+
+ ~Voigt~ 511.
+
+ ~Volhard~ 215, 300, 512.
+
+ ~Voss~ 266, 288, 583.
+
+ ~Vossius~ 288.
+
+ ~Vrinda~ 436, 447.
+
+ ~Vullers~ 407, 665.
+
+
+ ~Wachsmuth~ 288.
+
+ ~Wagler~ 643.
+
+ ~Wagner~ 124, 126, 130, 151.
+
+ ~Waite~ 508.
+
+ ~Waltz~ 507.
+
+ ~Warnefried~ 562.
+
+ ~Waser~ 124-126.
+
+ ~Wattenbach~ 591.
+
+ ~Way~ 562.
+
+ ~Way~sches Manuskript 470, 471.
+
+ ~Weber~ 312.
+
+ ~Wecker~ 266, 431, 432, 588.
+
+ ~Wedding~ 608.
+
+ ~Wedel~ 510.
+
+ ~Weeren~ 608.
+
+ ~Weidlich~ 151, 329.
+
+ ~Weidner~ 163, 528.
+
+ ~Weil~ 406, 486.
+
+ ~Weinreich~ 664.
+
+ ~Weir~ 252.
+
+ Weisheit des ~Hermes~ 55.
+
+ -- ~Salomons~ 155, 194, 222, 309.
+
+ ~Weiss~ 525, 529, 677.
+
+ ~Weissbach~ 169, =262=-268, =398=, 520, 522, 527,
+ 528, 553.
+
+ ~Weitz~ 192.
+
+ ~Weizsäcker~ 188.
+
+ ~Welling~ 496.
+
+ ~Wellmann~ 25, 126, 132, 197, 236, 288, 328-331, 334, 483, 674.
+
+ Weltschöpfungsepos 168.
+
+ ~Weniger~ 234.
+
+ ~Wensinck~ 311.
+
+ ~Wentzel~ 233, 483.
+
+ ~Wernicke~ 126, 196, 233, 234, 246, 266.
+
+ ~Wessely~ 2, 73, =94=, 201, 219, =227=, 237, 240,
+ 241, 246, 249, 273, 291, 305, 339, 353, 466, 469, 532, 535-537,
+ 556, 557, 569, 618, 659, 664-666, 674.
+
+ ~Wickenhauser~ 428, 638.
+
+ ~Wide~ 187.
+
+ ~Wiedemann, A.~ =55=, 71, 177, 179-182, 211, 234, 244,
+ 262, 530, 540, 631.
+
+ ~Wiedemann, E.~ =172=, 216, 257, 258, 299, 300, 357, 370,
+ 377, =398=, 406-410, 414-418, 422, 424, 428, 486, 489,
+ 498, 527, 548, 565, 603, 623, 624, 636, 663, 668, 670, 675-678.
+
+ ~Wiegleb~ 275, 289, 467, 496, 497, 504, 507, 510, 511.
+
+ Wiener Quellenschriften 463.
+
+ ~Wilamowitz-Möllendorff~ 291.
+
+ ~Wilcken~ 288.
+
+ ~Wilhelm~ 622.
+
+ ~Willers~ 274, 555, 556, 560, 567, 568, 573, 574, 587, 593.
+
+ ~Wilser~ =525=, 530, 548, 557, 577, 628.
+
+ ~Windelband~ =122=, 123, 127-135, 138-142, 144-150,
+ 152-156, 159, 197, 247.
+
+ ~Winkler~ 247.
+
+ ~Wirnt von Gravenberch~ 626.
+
+ ~Wissowa~ 207, 621.
+
+ ~Woermann~ 569, 564, 571, 622, 624.
+
+ ~Wolff~ 485, 532.
+
+ ~Wolfram von Eschenbach~ 266.
+
+ ~Wollheim~ 169, 300.
+
+ ~Wöhler~ 657.
+
+ ~Wörner~ 564.
+
+ Wundergeschichten 459.
+
+ ~Wundt~ 167.
+
+ ~Wünsch~ 26, 104, 192, 203, 219, 241, 576, 662.
+
+ ~Wurzer~ 512.
+
+ ~Wüstenfeld~ 265, 283, 357, 358, 401, 412, 422, 485, 625, 636,
+ 654, 675.
+
+
+ ~Xenokrates~ 106, 135, 141.
+
+ -- ~von Aphrodisias~ 330.
+
+ ~Xenophanes~ 128, 197, 246, 272, 315, 316, 317.
+
+ ~Xenophon~ 48, 269, 617.
+
+
+ ~Yanguas~ 499.
+
+ ~Yasodhara~ 439, 446, 447.
+
+ ~Yih-king~ 450, 451.
+
+ Yoga-System 438.
+
+ ~Yule~ 436, 596, 614.
+
+
+ ~Zahn~ 569.
+
+ ~Zarathustra~ s. ~Zoroaster~.
+
+ Zauberbücher 182, 199, 232, 251, 339, 662.
+
+ Zaubernovellen 339.
+
+ Zauberpapyri 2, 26, 27, 68, 73, 201, 203, 227, 236-238, 241, 249,
+ 260, 273, 336, 337, 618, 659, 669.
+
+ Zauberpapyrus, Pariser 249, 250, 334.
+
+ ~Zeller~ 29, =120=, 122-160, 195, 199, 228, 230, 235,
+ 240, 242, 243, 334, 483, 563, 661.
+
+ ~Zenghelis~ 552.
+
+ ~Zenon von Elea~ =129=, 145, 315.
+
+ ~Zetzner~ 472, 496, 641, 642, 662.
+
+ ~Ziebarth~ 576.
+
+ ~Ziegler~ 208, 210, 265, 286, 288, 349.
+
+ ~Zielinski~ 211, 225, 229-234, 242, 335, 336, 670.
+
+ ~Zimmermann~ 677.
+
+ ~Zimmern~ 180.
+
+ ~Zippe~ 528, 529, 592, 607, 624.
+
+ ~Zippelius~ 607, 608, 615.
+
+ ~Zoroaster~ 171, 182, 194, 248, 272, 328, 334, 346, 424, 425,
+ 547.
+
+ ~Zosimos~ 32, 36-40, 44, 46, 48, 51, 53, 56, 58-63, 65, 66,
+ 73, =75=, 93, 98, 100, 107, 111-113, 216, 227, 230, 231,
+ 281, 290, 293, 294, 302, 307-310, 313, 314, 322-325, 331, 332,
+ 336, =337=, 340-348, 361, 362, 389, 398, 404, 424, 483,
+ 561, 563, 634.
+
+
+
+
+III.
+
+Verzeichnis der geographischen, Eigen- und Völker-Namen.
+
+
+ Aachen 569, 573, 593.
+
+ Aah-Hotep 273.
+
+ Aaron 308, 309, 397.
+
+ Abâl 411.
+
+ Abatur 259.
+
+ Abd Arrahman II. 411.
+
+ Abdera 29, 31.
+
+ Abessynien 263, 265, 417, 630.
+
+ Abraham 56, 194, 207, 249, 252, 253, 254, 257, 308, 309, 310, 311,
+ 408.
+
+ Abraxas 245, 246.
+
+ Abukir 64.
+
+ Abuʾlhasan 420.
+
+ Abusir 540.
+
+ Abydos 180, 181.
+
+ Accon 567.
+
+ Achämeniden 173.
+
+ Acheron 664.
+
+ Achilleus 46, 129, 288, 616, 661.
+
+ Adalbert von Bremen 507.
+
+ Adam 56, 99, 200, 258, 283, 294, 308, 309, 311, 338, 620.
+
+ Adele von Blois 515.
+
+ Aden 588.
+
+ Adonis 179.
+
+ Adrasteia 618.
+
+ Aeakus 523.
+
+ Aegina 521, 533.
+
+ Ägypten 1, 9, 14, 27, 30, 38, 52, 54, 65, 75, 80, 91, 92, 95, 99,
+ 104, 110, 113, 119, 120, 124, 130, 137, 155, 162, =176=,
+ 177, 188-195, 202-207, 210, 227-229, 233, 236, 240, 246, 248,
+ 257, 258, =261=, 275, 282, 289, 294, 300, 301, 305-311,
+ 322-325, 328, 331, 332, 335, 346-350, 356, 362, 363, 388, 391,
+ 397, 399, 403, 404, 410, 418, 422, 428, 446, 466, 469, 520,
+ 523, 526-530, 533, 539-542, 551, 564, 570-576, 579, 580, 587,
+ 590, 593, 602-605, 610, 621, 626, 630, 632, 636, 642, 645, 660,
+ 662, 670.
+
+ Aeneas 533.
+
+ Aeon 125.
+
+ Afrika 290, 421, 429, 499, 520.
+
+ Agade 162.
+
+ Ägäis 306, 522, 528, 531, 541, 553, 557, 558, 570, 575, 581, 616.
+
+ Agamemnon 532.
+
+ Agathangelos 233.
+
+ Agathe Tyche 663.
+
+ Agathodaimon 104, 226, 228, 229, =233=, 238, 253, 257, 258, 305,
+ 335, 336, 663, 664, 672.
+
+ Agathoel 336.
+
+ Agni 430.
+
+ Agrata 93.
+
+ Agrigent 130.
+
+ Ahmed Ibn Tulun 411.
+
+ Ahriman 174, 178, 248, 311.
+
+ Ahura-Mazda 126, 173, 174, 248.
+
+ Aidoneus 130.
+
+ Aion 196, 234, 248.
+
+ Aitháleia 620.
+
+ Aither 125.
+
+ Aitherie 126.
+
+ Akbar 420.
+
+ Akkader 161-163, 579.
+
+ Akmon 618.
+
+ Akragas 130.
+
+ Alabastron 15.
+
+ Alaktryona 532.
+
+ Alchimos 288.
+
+ Aldahhak 175.
+
+ Aleppo 400, 626.
+
+ Alexander der Große 57, 91, 151, 154, 161, 173, 176, 180, 189, 207,
+ 257, 340, 383, 385, 386, 415, 417, 563.
+
+ Alexandria 1, 14, 61, 71, 74-78, 94, 96, 102, 103, 152-158,
+ 185-=189=, 193, 194, 205, 213, 227, 234, 237, 272, 281,
+ 285, 288, 292, 308, 311, 314, 330, 333, 353-357, 360, 400, 469,
+ 482, 513, 585, 602, 634, 642, 650, 661, 663.
+
+ Alexandros, der Prophet 193.
+
+ -- von Abonoteichos 235.
+
+ Alfons X. 412, 514.
+
+ Alfonso 215.
+
+ ʾAli Zibak 423, 605.
+
+ Alkimos 288.
+
+ Alkinoos 262.
+
+ Alkmene 532.
+
+ Allah 299, 371, 399, 405, 422, 626, 672.
+
+ Allaki 527.
+
+ Almaden 411, 601, 605.
+
+ Almaʾmun 252, 422.
+
+ Al-Muqattam 265.
+
+ Almuʾtadid 299.
+
+ Altai 101, 266, 526, 530, 537, 559, 578, 595, 608, 680, 681.
+
+ Amaniel 336.
+
+ Amenophis IV. 540.
+
+ Amida 92.
+
+ Ammon 267, 325, 642.
+
+ Ammon-Rê 9, 65.
+
+ Amnael 304, 309, 336, 664.
+
+ Amenemhet 261.
+
+ Amor 671.
+
+ Amrum 589.
+
+ Anam 456.
+
+ Ananke 129, 137, 138.
+
+ Andalusien 362, 417.
+
+ Andeira 591.
+
+ Andreas 257, 671, 676.
+
+ Angra Mainya 125, 174.
+
+ Anthemode 644.
+
+ Anthemoessa 644.
+
+ Anthemone 644.
+
+ Anthropos 338.
+
+ Antigone 532.
+
+ Antillen 519, 534.
+
+ Antimimos 77, 323.
+
+ Antiochia 43.
+
+ Antiochus I. Soter 164, 170.
+
+ Antonius Pius 514.
+
+ Anubis 64, 179, 180, 181, 195, 201, 234, 245, 273, 282, 303.
+
+ Äolus 109.
+
+ Apamea 145.
+
+ Apep 282.
+
+ Aphrodite 71, 74, 105, 146, 178, 194, 246, 250, 255, 256, 325, 343,
+ 360, 549, 601, 661, 662.
+
+ -- barbata 200, 667.
+
+ Apis-Hügel 191.
+
+ Apollinopolis 71.
+
+ Apollo Bechis 94.
+
+ Apollobex 94, 334.
+
+ Apollon 187, 194, 248, 516.
+
+ Apollonia 133.
+
+ Apollonius von Tyana 207, 212.
+
+ Apophis 66, 177, 282.
+
+ Apulien 24.
+
+ Aquileja 567.
+
+ Araber 27, 231, 253, 296-300, 340, 353, 356, 369, 482, 487, 495, 547,
+ 576, 588, 623, 625, 634, 682.
+
+ Arabien 15, 44, 399, 404, 428, 473, 474, 520, 521, 526, 530, 588,
+ 624, 630, 631.
+
+ Aralli 521.
+
+ Aral-See 578.
+
+ Archonten 175.
+
+ Arda-Viraf 199.
+
+ Ares 127, 146, 250, 251, 255, 615, 661.
+
+ Arezzo 559.
+
+ Argon 447.
+
+ Arimaspen 265, 266.
+
+ Aristoteles 650.
+
+ Arkadien 215, 233, 670.
+
+ Armenien 16, 17, 19, 67, 87, 93, 392, 403, 526, 528, 547, 607.
+
+ Armenios 666.
+
+ Artaxerxes II. 175.
+
+ Artemis 194.
+
+ Artzes 424.
+
+ Arzan 424.
+
+ Arzan-al-Rum 424.
+
+ Arzen 424.
+
+ Asiy 540.
+
+ Askalon 43, 52, 85, 103.
+
+ Asklepios 76, 225, 229, 232, 238.
+
+ Asowisches Meer 19, 417.
+
+ Assarhaddon 167.
+
+ Assos 145.
+
+ Assuan 263, 391, 394, 527.
+
+ Assur 261, 668.
+
+ Assurbanipal 161, 165, 166.
+
+ Assyrien 161, 164, 172, 388, 523, 528, 535, 553, 579.
+
+ Astarte 164.
+
+ Asturien 544.
+
+ Atar 126, 173.
+
+ Athen 160, 200, 529, 533, 575.
+
+ Athene 195, 325, 532, 661.
+
+ Äthiopien 52, 53, 101, 105, 263, 328, 341, 530, 610.
+
+ Atlantis 120, 189, 212, 453.
+
+ Atlas 532, 636.
+
+ Atreus 232, 289.
+
+ Attika 33, 120, 124, 271, 529.
+
+ Attila 98.
+
+ Augustus 190, 206, 249, 284, 330, 350, 518, 548, 567.
+
+ Aurelianus 248, 291, 292.
+
+ Automedon 288.
+
+ Avala 601.
+
+ Avaren 681.
+
+ Azazael 312.
+
+ Azoth 606.
+
+
+ Baal von Doliche 615.
+
+ Babylon 161, =164=-169, 180, 185, 186, 189, 210, 219, 221, 225,
+ 237, 246, 250, 252, 254, 256, 283, 325, 332, 397, 450, 521,
+ 531, 578, 630, 668.
+
+ Babylonien 30, =161=, 271, 282, 340, 347, 388, 425, 527, 553,
+ 570, 621, 630, 666, 667.
+
+ Bach 676.
+
+ Baëtis 583.
+
+ Bagavana 93.
+
+ Bagdad 353, 380, 400, 411, 421, 604.
+
+ Bahraïn 25.
+
+ Bahram Gur 213.
+
+ Baikalsee 578.
+
+ Baktrien 306, 528, 530.
+
+ Baldini 516.
+
+ Balkan 545.
+
+ Banka 588.
+
+ Barbelo 243.
+
+ Barbelos 27.
+
+ Barcelona 464.
+
+ Baruch 200, 310.
+
+ Barygaza 587.
+
+ Basel 573.
+
+ Basra 369, 399.
+
+ Bassorah 369.
+
+ Bayern 75.
+
+ Beelzebub 182.
+
+ Beidri 597.
+
+ Bel 164, 528.
+
+ Belerion 585, 586.
+
+ Belit 164.
+
+ Bengalen 440, 588.
+
+ Berbeloch 26, 27.
+
+ Berenike 9.
+
+ Beronika 116.
+
+ Beryllier 19.
+
+ Berzelaios 613.
+
+ Berzelia 613.
+
+ Berzelius 613.
+
+ Bethlehem 674.
+
+ Birma 440, 588.
+
+ Birs-Nimrud 169, 170.
+
+ Bodhisatva 253.
+
+ Boghazkiöi 164, 247.
+
+ Bogota 550.
+
+ Bologna 555, 621.
+
+ Boltan 403.
+
+ Bonajuti 515.
+
+ Bonn 512.
+
+ Bonneville 558.
+
+ Böotien 232, 233, 617.
+
+ Borsippa 164, 165, 168, 169, 170, 668.
+
+ Brahma 630.
+
+ Brenda 562.
+
+ Brendum 562.
+
+ Brenner 567.
+
+ Brénte 562.
+
+ Brentésion 562.
+
+ Brentium 562.
+
+ Brentos 562.
+
+ Breonda 562.
+
+ Bretagne 583, 584.
+
+ Brindisi 556, 562.
+
+ Britannien 536, 545, 548, 557, 581, 583, 584, 586, 590.
+
+ Brondisium 562.
+
+ Brondusio 562.
+
+ Brontaios 564.
+
+ Bronte 563.
+
+ Brontes 563.
+
+ Brontesios 564.
+
+ Brontinos 563.
+
+ Brotinos 563.
+
+ Brundisium 556, 562, 563.
+
+ Bryaxis 191.
+
+ Budasp 253.
+
+ Buddha 253, 432, 442, 443, 454, 559, 570, 571, 622.
+
+ Bulgaren 629.
+
+ Burianus 411.
+
+ Bur-Sin 541, 553, 574.
+
+ Butast 253.
+
+ Buto 178.
+
+ Buxtehude 676.
+
+ Byblos 179.
+
+ Byzanz 349, 462, 465, 466, 470, 471, 474, 478, 488, 491.
+
+
+ Cadix 417, 583.
+
+ Caligula 284.
+
+ Calläcia 273.
+
+ Callaecien 583.
+
+ Cambridge 40, 41, 298, 359, 388.
+
+ Campanien 544, 556, 566, 567, 568.
+
+ Canuria 24.
+
+ Capua 556, 563, 568.
+
+ Caracalla 291.
+
+ Carl V. 505.
+
+ Carthagena 575.
+
+ Cäsar 518.
+
+ Cassignatos 582.
+
+ Cassiovelaunus 582.
+
+ Castilien 498.
+
+ Ceylon 399, 403, 408, 411, 413, 588, 624.
+
+ Chalcedon 38, 571, 634.
+
+ Chaldäer 161, 165, 174, 176, 205, 209, 212, 220, 221, 231, 235, 237,
+ 239, 241, 242, 248, 425.
+
+ Chalkis 160, 543.
+
+ Chalyber 615.
+
+ Chalyps 615.
+
+ Cham 294, 295, 301, 307, 308, 311.
+
+ Chang-Tao-Ling 456.
+
+ Charente 539, 546, 558.
+
+ Charon 64, 664.
+
+ Chattusil 612.
+
+ Chem 295.
+
+ Chemes 293, 294, 295, 304.
+
+ Chêmî 294, 301, 307.
+
+ Chemnitz 509.
+
+ Chepre 177.
+
+ Cheops 75, 610.
+
+ Chetiter 163, 247, 348, 523.
+
+ Chile 550.
+
+ Chimes 293-296.
+
+ China 256, 282, 392, 394, 399, 403, 404, 411, 413, 417, 418, 420,
+ 423, 443, 448, =449=, 525, 530, 536, 546, 558, 559, 564,
+ 565, 571, 589, 595, 605, 607, 622, 626, 630, 677, 680.
+
+ Chios 12.
+
+ Chlotar I. 566.
+
+ Chnub s. Chnum.
+
+ Chnubis 54, 60, 234, 302, 305, 335, 344.
+
+ Chnum 54, 60, 85, 178, 196, 200, 234, 302, 305, 322, 335, 336, 631,
+ 663.
+
+ Chnumu 55.
+
+ Chnumum 234.
+
+ Chnuphis 60, 234.
+
+ Chorâsan 392, 403, 411, 530, 578, 624.
+
+ Cornwall 584, 585.
+
+ Chosi 241.
+
+ Chosrau 213.
+
+ Chosroës 212, 213.
+
+ Chrat 339.
+
+ Christus 198, 207, 209, 243, 247, 249, 251, 352, 497, 643, 668, 673,
+ 680.
+
+ Christus-Seth-Typhon 576.
+
+ Chronos 125, 146, 196, 241, 248, 251.
+
+ Chrubal 241.
+
+ Chryse 523.
+
+ Chthotho 26.
+
+ Chufu 533.
+
+ Chumarawaih 411.
+
+ Chung-Li-Küan 453.
+
+ Chuzistan 355, 405.
+
+ Chymes s. Chimes.
+
+ Cilicien 145.
+
+ Circe 661.
+
+ Cobinam 593, 614.
+
+ Confucius 622.
+
+ Confutse 622.
+
+ Constantin der Große 108, 208, 216, 273, 292, 525, 665.
+
+ Cordova 407, 411, 465, 604.
+
+ Cossa 515, 516.
+
+ Courel 658.
+
+ Cuba 534.
+
+ Cumae 220.
+
+ Cupra 549.
+
+ Cycladen 522, 528, 553.
+
+ Cypern 5, 7, 11, 12, 16, 20, 21, 23, 42, 44, 69, 77, 78, 83, 91, 92,
+ 99, 112, 145, 162, 195, 262, 270, 310, 346, 417, 419, 522, 528,
+ 540, 542, 543, 544, 548, 549, 551, 553, 554, 581, 583, 590,
+ 607, 616, 617.
+
+ Cyrus 425.
+
+
+ Dahschur 610.
+
+ Daidalos 601, 603.
+
+ Dalmatien 69, 116.
+
+ Damaskus 355, 399, 411, 418, 614, 624.
+
+ Damiette 645.
+
+ Damindân 403.
+
+ Damnameneus 618.
+
+ Danaos 593.
+
+ Dänemark 535, 536.
+
+ Darada 440.
+
+ Dardanos 328.
+
+ Dardistan 266, 440.
+
+ Darius 143, 266, 526, 530, 570.
+
+ Dea Syria 256.
+
+ Delas 554.
+
+ Delhi 623.
+
+ Delos 185, 524.
+
+ Demawend 413, 576, 637.
+
+ De Mély 658.
+
+ Demeter 618, 670.
+
+ Dendema 520.
+
+ Denderah 205, 210, 226, 237, 267.
+
+ Deus Lunus 252.
+
+ Deutschland 473, 507.
+
+ Dhar 624.
+
+ Dhu Ihzan 625.
+
+ Diana von Ephesos 618.
+
+ Dilbat 164.
+
+ Diokletian 104, 115, 191, 208, 270, 288-293, 624.
+
+ Dionysos 124, 125, 127, 191, 269, 672.
+
+ Donau 490, 558.
+
+ Dosret 301.
+
+ Drangiana 578.
+
+ Dresden 510, 563, 600.
+
+ Dschemschid 614.
+
+ Duccio 515, 516.
+
+
+ Ea 219, 246, 306, 521, 574.
+
+ Eannatum 552.
+
+ Eaû 192.
+
+ Ebagia 70, 71.
+
+ Ebeigia 70.
+
+ Ebro 417.
+
+ Echnin 26.
+
+ Edessa 74, 252, 257.
+
+ Edfu 55, 237, 263, 335.
+
+ Eiresione 531.
+
+ Eisack 628.
+
+ Ekbatana 161, =169=, 170, 172, 213.
+
+ Elba 543, 586, 620, 621.
+
+ Elea 128, 129.
+
+ Elektor 532.
+
+ Elektra 532.
+
+ Elektriden 536, 584, 586.
+
+ Elektros 532.
+
+ Elektryon 532.
+
+ Elektryone 532.
+
+ Elephantine 54, 71, 185.
+
+ Eleusis 124, 670.
+
+ Ellil 165, 169.
+
+ Elsaß 607.
+
+ Emesa 391.
+
+ Eminiel 336.
+
+ Emmaus 74.
+
+ England 466, 505.
+
+ Enlil 528.
+
+ Entemena 528, 552.
+
+ Ephesus 72, 122, 384, 554, 602, 618.
+
+ Epidauros 233.
+
+ Er 666.
+
+ Erfurt 640.
+
+ Erichthonios 529.
+
+ Eridanos 536.
+
+ Eridu 180, 521.
+
+ Erlangen 512.
+
+ Eros 125, 126, 129.
+
+ Erytheia 583.
+
+ Erzerum 424.
+
+ Erzgebirge 629.
+
+ Esne 178.
+
+ Esra 308, 310.
+
+ Eßlingen 646.
+
+ Esthen 525, 629.
+
+ Etek 570.
+
+ Etrurien 524, 529, 533, 543, 555, 558, 567, 586, 621, 680.
+
+ Etrusker s. Etrurien.
+
+ Etymandros 578.
+
+ Euagia 70, 71, 664.
+
+ Euböa 543, 617.
+
+ Eumenuthi 64, 335.
+
+ Eumolpos 124.
+
+ Euphrat 178, 208, 246, 541.
+
+ Eva 99, 180, 192, 309.
+
+ Evagia 70, 71.
+
+ Ezechiel 252.
+
+
+ Fabricius 556.
+
+ Fars 349, 411.
+
+ Faustus 224.
+
+ Fayum 540.
+
+ Feirefis 266.
+
+ Felsina 555, 621.
+
+ Ferghâna 403, 418, 527, 530, 548, 623.
+
+ Feridun 614.
+
+ Ferrara 484.
+
+ Fez 429.
+
+ Fichtelgebirge 629.
+
+ Finnen s. Finnland.
+
+ Finnland 525, 526, 546, 591, 607, 608, 629.
+
+ Flora 325.
+
+ Florenz 515.
+
+ Folceiro 583.
+
+ Frankreich 466, 470, 472, 473, 500, 505, 539, 545.
+
+ Franz II. 511.
+
+ Freyberg 598.
+
+ Friedrich II. 465, 514, 620, 676.
+
+ Friedrich der Große 511.
+
+ Fustât 265.
+
+
+ Gad 234.
+
+ Gades 583.
+
+ Galatien 4, 8, 12, 13, 24, 270.
+
+ Galicia 600.
+
+ Galizien 73, 273.
+
+ Galla 403.
+
+ Gallaecia 273, 583.
+
+ Gallien 4, 524, 525, 529, 533, 535, 545, 576, 583, 584, 585, 590, 660
+ (s. Frankreich).
+
+ Gallicia 583.
+
+ Gallizia 583.
+
+ Gânah 417.
+
+ Ganges 208.
+
+ Ganzakh 213.
+
+ Garonne 585.
+
+ Gauri 438, 441.
+
+ Gayomard 218, 526.
+
+ Gazakos 212.
+
+ Gebl-al-kohl 413.
+
+ Genua 72, 590.
+
+ Gerbert 464.
+
+ Gerhardt 651.
+
+ Germanen 525.
+
+ Gezid 358.
+
+ Gibil 521, 553.
+
+ Gilgamesch 180.
+
+ Giotto 515.
+
+ Giovanni 231.
+
+ Gizeh 610.
+
+ Glaukos von Chios 619.
+
+ Goa 589.
+
+ Goliath 613.
+
+ Gondisapûr 446, 677.
+
+ Goslar 597, 598, 599, 600.
+
+ Gotha 511.
+
+ Granada 465.
+
+ Guadalquivir 583.
+
+ Guariento 515.
+
+ Gudea 161, 164, 165, 168, 169, 171, 225, 541, 552, 575.
+
+
+ Hadadmirari IV. 613.
+
+ Hades 127.
+
+ Hadrian 533.
+
+ Hainhofer 562.
+
+ Haithalia 620.
+
+ Haïti 534.
+
+ Haleb 400.
+
+ Hallstadt 545, 556, 557, 626.
+
+ Hamlet 603.
+
+ Hammurabi 161, 162, 165, 521, 528, 541, 552, 613, 680.
+
+ Hara 438, 441.
+
+ Harmonia 232, 593.
+
+ Harpokrates 339.
+
+ Harrân 252, 253, 298, 356, 375.
+
+ Harun Alraschid 258.
+
+ Harut 311, 421, 673.
+
+ Harz 679.
+
+ Haschar 594.
+
+ Hatschepsut 531, 631.
+
+ Heinrich VI. 505.
+
+ Heinrich VII. 506.
+
+ Helena 224, 243, 532.
+
+ Heliogabalus 248.
+
+ Heliopolis 55, 192, 479.
+
+ Helios 111, 126, 204, 248, 250, 323, 563, 667.
+
+ -- Elektor 532.
+
+ Hellen 65.
+
+ Helmstädt 56.
+
+ Henoch 56, 200, 221, 253, 257, 308, 309, 310, 311.
+
+ Hephaistos 54, 89, 92, 325, 337, 563, 609, 618, 620.
+
+ Hephaistos-Ptah 309.
+
+ Hera 146, 549.
+
+ Herakleia 524.
+
+ Herakleios 103.
+
+ Herakleopolis 71.
+
+ Herakles 325, 358, 532, 554, 562, 582.
+
+ Heraklius 103, 104, 212, 358.
+
+ Herat 548.
+
+ Herkules s. Herakles.
+
+ Herlzel 358.
+
+ Hermanubis 234.
+
+ Hermas 230.
+
+ Hermes 105, 149, 154, 157, 159, 194, 195, 198, 206, 218, =224=,
+ 225, 238, 244, 245, 248, 250, 253, 257-259, 282, 289, 302-304,
+ 309, 317, 320, 323, 325, 334-336, 343, 352, 371, 438, 447, 534,
+ 593, 607, 661, 664, 671, 676.
+
+ Hermes I. 332.
+
+ -- chthónios 146, 234, 317.
+
+ -- Logios 224, 303.
+
+ -- psychopómpos 149, 224, 317, 516.
+
+ -- Sohn des Philippos 257.
+
+ Hermes-Thot 302, 303, 309, 663.
+
+ Hermes Trismegistos 212, =226=, 258, 670.
+
+ Hermione 289.
+
+ Hermochémios 302.
+
+ Hermopolis 227.
+
+ -- magna 234.
+
+ Herodes 548.
+
+ Hethiter s. Chetiter.
+
+ Hildesheim 679.
+
+ Hill 610.
+
+ Hilmend 578.
+
+ Hind 384.
+
+ Hinterindien 408, 588, 596.
+
+ Hiob 313.
+
+ Hiskia 613, 632.
+
+ Hissarlik 522.
+
+ Hoang-Hi 451.
+
+ Höhlental 539.
+
+ Holland 598.
+
+ Honorius 98.
+
+ Hormahudhi 335.
+
+ Hormanuthi 335.
+
+ Hormisdas 534.
+
+ Horos 63, 64, 94, 107, 282, 304, 305, 307, 309, 335, 336, 339, 340,
+ 348, 664.
+
+ Horus 177-181, 251, 267, 612.
+
+ Horus-Rê 177, 178.
+
+ Hoscheng 547.
+
+ Hottentotten 538.
+
+ Hypatia 96.
+
+
+ Iao 192, 226, 241, 245, 248.
+
+ Iatros Apollon 187.
+
+ Iberien 12, 578, 583.
+
+ Ida-Gebirge 555, 618.
+
+ Idris 253, 257, 371.
+
+ Ikonium 400.
+
+ Iktis 585.
+
+ Illyrien 116, 518, 607, 627, 628.
+
+ Ilmarinen 546.
+
+ Imhotep 54, 76, 183, 229, 307, 337.
+
+ Imuthes 76, 183, 229, 307, 337.
+
+ Indien 15, 45, 112, 113, 124, 143, 153, 155, 157, 212, 235, 265, 266,
+ 282, 328, 353, 369, 379, 384-386, 401, 405, 408, 411, 414, 415,
+ 417, 420, 423, =429=, 454, 455, 459, 500, 525, 526, 530,
+ 532, 536, 546, 547, 559, 571, 587, 594, 595, 601, 605, 607,
+ 623, 624, 626, 630, 631, 660, 668, 675, 678, 681.
+
+ Indisches Meer 587.
+
+ Indogermanen 546, 559.
+
+ Indra 247.
+
+ Indus 529, 587.
+
+ Inlil 521.
+
+ Innsbruck 563, 600.
+
+ Insulae Electrides 536.
+
+ -- glaesariae 536.
+
+ Irak 44, 253, 258, 283.
+
+ Iran 172, 347, 578, 580, 667, 669, 671, 676, 677 (s. Persien).
+
+ Iris 302, 342.
+
+ Isaac Hollandus 506.
+
+ Isaak 310.
+
+ Isarkos 628.
+
+ Isidor 67.
+
+ Isis 67, 100, 105, 177, 179, 180, 191, 192, 214, 231, 234, 238, 282,
+ 300, 302, 304, 307, 309, 324, 339, 347, 348, 661, 664, 670, 672.
+
+ Ispahan 404, 411, 417, 571, 576, 594, 635, 636, 637, 682.
+
+ Israel 249.
+
+ Istar 163, 164, 165, 221, 243.
+
+ Istar-Nanai 165.
+
+ Italien 32, 38, 42, 44, 68, 69, 92, 108, 124, 126, 205, 329, 463,
+ 465-467, 470, 472, 473, 481, 482, 487, 504, 544, 558, 621, 634,
+ 680.
+
+ Ithaka 661.
+
+
+ Jaffa 71.
+
+ Jahweh 248.
+
+ Jakob 249, 250, 310.
+
+ Jakuten 607.
+
+ Jaldabaoth 241.
+
+ Jamnes 195, 664.
+
+ Jane Stephens 507.
+
+ Japan 455, 459, 461, 622, 630.
+
+ Jarchas 212.
+
+ Jaû 192.
+
+ Java 403.
+
+ Jehovah 192, 241.
+
+ Jehu 578.
+
+ Jemen 384, 399, 413, 419, 625.
+
+ Jena 510.
+
+ Jerusalem 213, 310, 333, 355, 567, 668.
+
+ Jesus s. Christus.
+
+ -- der Gott der Juden 237.
+
+ -- Ammon 249.
+
+ -- Anubis 249.
+
+ -- Osiris Ammon 249.
+
+ Jo 206.
+
+ Johannes Evangelista 71.
+
+ Joh. Isaac Hollandus 506.
+
+ Johannes von Evagia 71.
+
+ Johannes XXII. 504.
+
+ Joppe 71.
+
+ Josef 56, 308, 309, 311.
+
+ Josua 613.
+
+ Juden 46, 68, 78, 91, 153, 155, 185, 194, 230, 237, 249, 308-310,
+ 314, 322, 333, 495.
+
+ Juliacum 573.
+
+ Jülich 563.
+
+ Juno 549.
+
+ Jupiter 219, 234, 352, 500.
+
+ -- Dolichenus 615.
+
+ -- Ammon 642.
+
+ -- Tonans 564.
+
+ Justi 658.
+
+ Jusuf 213, 428.
+
+ Justinian 160, 285, 534.
+
+
+ Kadesia 355.
+
+ Kadmeia 593.
+
+ Kadmillos 593.
+
+ Kadmilos 232.
+
+ Kadmos 142, 232, 554, 593.
+
+ Kairo 265, 411, 419, 421, 464, 590, 604, 635, 672.
+
+ Kakodaimon 234, 663.
+
+ Kalaïs 69, 73, 273.
+
+ Kalkan 283.
+
+ Kallaïs s. Kalaïs.
+
+ Kallias 283, 384.
+
+ Kallinikos 478, 479.
+
+ Kameph 234.
+
+ Kamephis 234, 302, 335, 336.
+
+ Kamillos 593.
+
+ Kanopos 64, 281, 292, 335.
+
+ Kanton 454.
+
+ Kapila 432.
+
+ Kapland 538.
+
+ Kappadocien 9, 12, 75, 333, 530.
+
+ Karien 593.
+
+ Karkinos 323.
+
+ Karl III. 464.
+
+ Karl V. 550.
+
+ Karl der Große 560, 566.
+
+ Karmanien 528, 530, 548.
+
+ Kärnthen 597, 598.
+
+ Karpokratianer 2.
+
+ Karrhae 252.
+
+ Karthago 529, 533, 576, 583.
+
+ Karun 299, 400.
+
+ Kaschmir 440.
+
+ Kasmos 232.
+
+ Kaspischer See 578.
+
+ Kassios 583.
+
+ Kassmos 593.
+
+ Katharina, hl. 325.
+
+ Kaukasus 528, 535, 578, 607, 608, 614, 620.
+
+ -- indischer 272.
+
+ Kawe 614.
+
+ Keftiu 540.
+
+ Kei Kawus 213.
+
+ Kelmis 618.
+
+ Kelten 143, 525, 627, 628.
+
+ Keltiberer 12, 607, 627.
+
+ Kême 300, 301.
+
+ Kêmi 301.
+
+ Kepler 204.
+
+ Kerberos 64.
+
+ Kerman 405, 527, 530, 547, 571, 593, 614, 626.
+
+ Khaldi 161, 165.
+
+ Khalid 358.
+
+ Khorsabad 168, 169, 170, 579, 613, 668.
+
+ Ki 451.
+
+ Kiang-han 589.
+
+ Kiel 40.
+
+ Kimâs 541.
+
+ Kimolos 8, 13, 20, 93, 523.
+
+ Kirman 594, 681.
+
+ Kisch 541, 552.
+
+ Kition 145.
+
+ Kitzbüchel 545.
+
+ Kiwan 392.
+
+ Klazomenai 131.
+
+ Kleinasien 38, 44, 103, 120, 124, 125, 162, 164, 185, 187, 235,
+ 246-248, 270, 523, 531, 543, 547, 554, 571, 575, 581, 590,
+ 615-617, 678.
+
+ Kleopatra (Königin) 51.
+
+ Kmeph 335, 336.
+
+ Kneph 305, 663.
+
+ Knossos 522, 541, 553.
+
+ Knuph 305, 327, 344.
+
+ Knuphis 234.
+
+ Koban 535, 615, 630.
+
+ Kolchis 283, 289, 384, 526, 602, 617, 681.
+
+ Köln 490, 491, 507, 566.
+
+ Kolophon 128.
+
+ Kongo 579.
+
+ Konstantinopel 104, 109, 110, 325, 340, 464, 479, 563, 590.
+
+ Kopten 357.
+
+ Koptos 38, 73, 263, 295, 634.
+
+ Korah 299, 400.
+
+ Kore 670.
+
+ Koryum 542.
+
+ Kremnoi 19.
+
+ Kreta 124, 270, 349, 411, 522, 532, 540-545, 553, 554, 557, 562, 581,
+ 582, 617, 618.
+
+ Kreuznach 508.
+
+ Krim 19.
+
+ Krimnoi 19.
+
+ Kronos 125, 127, 146, 196, 241, 242, 248, 250, 251, 354, 674.
+
+ Kronos-Mithras 251.
+
+ Krösus 619.
+
+ Kroton 126, 127.
+
+ Ktetoel 182.
+
+ Kuban 295.
+
+ Kuft 263.
+
+ Kuhistân 404.
+
+ Kûlam 411.
+
+ Kurna 601.
+
+ Kusch 263.
+
+ Kwang-si 457.
+
+ Kypris 549.
+
+ Kyranos 233.
+
+ Kyrene 96, 233, 523.
+
+ Kyros 161, 166, 173.
+
+
+ Lagasch 161, 168, 528.
+
+ Lar 447.
+
+ La Tène 556, 626.
+
+ Lauingen 490.
+
+ Laurion 529.
+
+ Lavoisier 651, 657.
+
+ Leiden 1.
+
+ Lemnos 93, 620.
+
+ Leo IV. 566.
+
+ Leo X. 505.
+
+ Letten 525.
+
+ Libanon 572, 612.
+
+ Libyen 69.
+
+ Ligurien 535, 536, 585.
+
+ Lindos 532.
+
+ Lingurer 384.
+
+ Loire 585.
+
+ London 40, 41, 73, 298, 359, 388.
+
+ Lorenzetti 515, 516.
+
+ Lotapes 195.
+
+ Lucca 467.
+
+ Ludwig der Heilige 492.
+
+ Lugal 541, 552.
+
+ Lusitanien 583, 586.
+
+ Luther 598.
+
+ Lüttich 629.
+
+ Lydien 143, 264, 524, 525, 530-533.
+
+ Lykien 620.
+
+ Lykopolis 71.
+
+ Lyon 245.
+
+
+ Mäander 621, 659.
+
+ Maas 573.
+
+ Madeira 315.
+
+ Madoya 358.
+
+ Madubriga 575.
+
+ Mafek 262.
+
+ Magelhaës 448.
+
+ Magellan 448.
+
+ Maghreb 420, 428, 527, 548, 626, 637.
+
+ Magnes 65.
+
+ Magnesia 28, 38, 337, 621, 659.
+
+ Magog 417.
+
+ Mahmud von Ghazna 435.
+
+ Mailand 646.
+
+ Majorka 576, 590.
+
+ Malabar 411, 446.
+
+ Malaga 412, 636.
+
+ Malakka 399, 403, 408, 411, 588, 596.
+
+ Malayen 623.
+
+ Malayische Inseln 588.
+
+ Mambres 664.
+
+ Mandäer 218, 220, 252, =258=, 340, 375.
+
+ Mani 260, 671.
+
+ Manichaios 337.
+
+ Manichäer 201, 205, 230, 258, 292, 338, 454.
+
+ Marduk 165, 168, 192, 221, 521, 522.
+
+ Maria 503.
+
+ Maria, hl. 182, 198, 325, 499.
+
+ Marc Aurel 290.
+
+ Marchasch 388.
+
+ Margad 388.
+
+ Markata 388.
+
+ Markosier 2.
+
+ Marokko 428, 681.
+
+ Mars 325, 514.
+
+ Marseille 585.
+
+ Marut 311, 421, 673.
+
+ Massalia 585.
+
+ Massilia 585.
+
+ Mayas 674.
+
+ Mazda-Ahura 173.
+
+ Mazedonien 92, 419, 523, 621.
+
+ Medien 161, 172.
+
+ Megalopolis 233.
+
+ Melkart 584.
+
+ Melos 33, 271, 523, 554.
+
+ Melucha 521.
+
+ Memphis 31, 54, 57, 75, 77, 85, 178, 258, 267, 273, 279, 331, 332,
+ 397.
+
+ Mendaïten 252.
+
+ Mendes 30.
+
+ Menelaos 531.
+
+ Mentes 543, 616.
+
+ Menuthis 64.
+
+ Merkur 194, 227, 257, 258, 320, 336, 352, 397, 498, 499, 500, 516,
+ 607, 670, 676.
+
+ Mesopotamien 252, 257, 258, 355.
+
+ Mesraïm 294.
+
+ Messapier 562.
+
+ Messina 481.
+
+ Mestrem 294, 307, 311.
+
+ Metapont 126.
+
+ Mexiko 167, 453, 519, 537, 539, 550, 607, 630.
+
+ Miach 26.
+
+ Michael (Kaiser) 566.
+
+ Michna 481.
+
+ Midacritus 584.
+
+ Midas 575, 581.
+
+ Midian 579.
+
+ Milet 121, 122, 664, 672.
+
+ Milo 32.
+
+ Mimir 609.
+
+ Min 295.
+
+ Minos 553.
+
+ Miretto 515, 516.
+
+ Mirjam 310.
+
+ Misr 397.
+
+ Mississippi 535.
+
+ Mithras 82, 125, 175, 178, 184, 218, 226, 239, 245-=247=, 282,
+ 309, 323, 337, 346, 348, 516, 672, 673.
+
+ Mitterberg 545.
+
+ Mizraïm 294.
+
+ Molybdána 575, 577.
+
+ Molybdíne 575, 577.
+
+ Mondsee 545.
+
+ Mongolen 253.
+
+ Montpellier 500.
+
+ Möris 65.
+
+ Mörissee 65.
+
+ Moscher 615.
+
+ Moses 56, 194, 195, 212, 308-310, 397, 400, 664.
+
+ Mossul 559.
+
+ Mossynöken 142, 571, 592, 615.
+
+ Muawija 358.
+
+ Muhammed 200, 355, 428, 526, 635, 682.
+
+ Muktadir 411.
+
+ Munichunaphor 241.
+
+ Muqattam 265.
+
+ Murianus 411.
+
+ Musaios 61, 124.
+
+ Mykene 523, 533, 535, 543, 554, 616.
+
+
+ Naassener 214, 231, 266.
+
+ Nabo 165.
+
+ Nabu 168, 221.
+
+ Nabonassar 165.
+
+ Naramsin 528.
+
+ Narbonne 585.
+
+ Neapel 288.
+
+ Nebo 165.
+
+ Nebrod 294.
+
+ Nebu 259.
+
+ Nebukadnezar II. 161, 169, 171, 531, 553, 614.
+
+ Nechbet 178.
+
+ Nechepso 56.
+
+ Neilos 304.
+
+ Neith 200.
+
+ Nepera 179.
+
+ Nergal 165, 221.
+
+ Nero 207, 234, 249, 290, 327, 537.
+
+ Nestis 130.
+
+ Neuenburger See 589, 626, 630.
+
+ Neuguinea 538.
+
+ Nigeria 579.
+
+ Nikäa 36, 91.
+
+ Nikephoros Blemmydes 110.
+
+ Nikobaren 413.
+
+ Nikophora 116.
+
+ Nikopolis 74.
+
+ Nil 100, 179, 180, 206, 208, 263, 265, 304, 305, 306, 345, 373,
+ 391, 408, 417, 579, 610.
+
+ Nimrod 176, 283, 294.
+
+ Ningischzida 225.
+
+ Ninib 165, 219, 221.
+
+ Ninive 161, 170, 172, 564.
+
+ Nippur 521, 528.
+
+ Noah 62, 294, 308, 311.
+
+ Nordsee 537.
+
+ Norwegen 629.
+
+ Nubien 263, 265, 295, 520, 530, 540, 610.
+
+ Numa 524.
+
+ Nun 178, 200, 322, 324.
+
+ Nürnberg 509, 599.
+
+
+ Oannes 246, 521.
+
+ Oberägypten 15, 65, 75.
+
+ Oberer See 537, 538.
+
+ Oedipus 96.
+
+ Ofen 675.
+
+ Oestrymnische Inseln 584.
+
+ Olympias 555, 563.
+
+ Oman 625.
+
+ Ombo 263.
+
+ Ophir 510.
+
+ Ophiuchos 60, 99, 305, 323.
+
+ Oreios 572.
+
+ Orimuth 241.
+
+ Orissa 624.
+
+ Ormanuthi 64.
+
+ Ormuzd 174, 178, 242, 248.
+
+ Orpheus 61, 124, =203=, 207, 257, 334.
+
+ Orso Patritiaco 566.
+
+ Oserapis 192.
+
+ Osirapis 191.
+
+ Osiridor 66.
+
+ Osron 95.
+
+ Osiris 61, 66, 100, 178, =179=, 180, 191, 192, 249, 282,
+ 300-306, 309, 322, 326, 335, 336, 344, 345, 574, 575, 612, 672.
+
+ -- der Apis 192.
+
+ Osismier 584.
+
+ Osor-Hapi 192.
+
+ Ostafrika 538, 572, 624, 631, 632.
+
+ Ostanes 333.
+
+ Ostpreußen 535, 537.
+
+ Ostrymnier 584.
+
+ Ostsee 537.
+
+ Otto II. 467.
+
+ Otto III. 467.
+
+ Oviedo 544.
+
+ Oxus 408.
+
+
+ Pa-anch 587.
+
+ Pabapnidos 331.
+
+ Pachrates 339.
+
+ Padua 31, 515.
+
+ Paktolos 531.
+
+ Palästina 18, 93, 156, 287, 607, 612, 613, 632.
+
+ Palermo 400.
+
+ Pampelona 358.
+
+ Pan 65, 196, 225, 234, 245, 246, 304, 322, 323, 325, 343, 346.
+
+ Panchaia 523, 587.
+
+ Pandora 506.
+
+ Pangaios 523.
+
+ Pankrates 339.
+
+ Pannonien 567.
+
+ Panopolis 75.
+
+ Para 596.
+
+ Parada 440.
+
+ Paris 72, 340, 491, 500, 566, 648.
+
+ Paropamisus 578, 608.
+
+ Parsua 161, 172.
+
+ Passau 508.
+
+ Paulinus von Nola 566, 567.
+
+ Paulus 247, 507.
+
+ Peisistratiden 124.
+
+ Pendschab 624.
+
+ Pen-en-ka 587.
+
+ Pennestain 584.
+
+ Penstain 584.
+
+ Pepi I. 266, 540.
+
+ Pergamon 369.
+
+ Persien 44, 69, 95, 97, 110-113, 161, =172=, 183, 189, 199, 212,
+ 218, 220-223, 230, 233, 237, 238, 241-243, 248-251, 257, 266,
+ 273, 282, 296, 299, 300, 317, 323, 332, 333, 348, 355, 363,
+ 369, 370, 382, 384, 387, 399, 403, 408, 411, 413, 417-420, 424,
+ 425, 431, 446, 447, 526, 527, 530, 547, 559, 564, 570, 576,
+ 578, 588, 590, 593-596, 600, 603, 607, 614, 624, 626, 634-636,
+ 681 (s. Iran).
+
+ Peru 519, 550, 607, 630.
+
+ Perugia 515.
+
+ Perugino 515, 516.
+
+ Petrus, hl. 223, 325.
+
+ Pfuel 511.
+
+ Phaëthon 536.
+
+ Phanes 125, 178, 201, 223, 246, 316, 317, 533.
+
+ Pheronike 116.
+
+ Philipp II. 562.
+
+ Phönizien 23, 24, 270, 282, 523, 529, 535, 543, 544, 557, 576,
+ 580-583, 607, 616, 680.
+
+ Phoenix-Osiris 181.
+
+ Phokis 128.
+
+ Phrygien 33, 90, 92, 125, 195, 231, 259, 271, 523, 575, 581, 617, 618.
+
+ Physis 196.
+
+ Pisano 515.
+
+ Pitsew 631.
+
+ Pius 195.
+
+ Plotina 633.
+
+ Plumbaria 575.
+
+ Plumbarii 575.
+
+ Pluton 191, 192, 223.
+
+ Po 535, 536, 544, 585, 586, 590, 621.
+
+ Poëmander 680.
+
+ Poimandres 201, =231=, 337.
+
+ Point de Galles 403, 588.
+
+ Pompeji 184.
+
+ Pontevedra 583.
+
+ Pontus 607.
+
+ Populonia 586.
+
+ Porsenna 621.
+
+ Portugal 583.
+
+ Priamos 522.
+
+ Provence 465, 482, 500, 590.
+
+ Psyche 199, 259, 260, 340, 671.
+
+ Ptah 54, 60, 89, 92, 111, 178, 211, 234, 267, 307, 325, 337, 609.
+
+ Ptolemais 96, 395.
+
+ Ptolemaeus I. 192, 679.
+
+ -- Euergetes 155.
+
+ -- Lagi 155.
+
+ -- Philadelphos 155.
+
+ -- Soter 191.
+
+ Punt 520, 531, 631.
+
+ Purpur 278.
+
+ Pyrenäen 585.
+
+
+ Qalah 399, 403, 408, 411, 423, 588.
+
+ Qesi 612.
+
+
+ Raffael 515, 516.
+
+ Ramman 563.
+
+ Ramses II. 541, 612, 616.
+
+ Ramses III. 295, 570, 574, 580, 631.
+
+ Rauris 598.
+
+ Ray 576, 636.
+
+ Rê 63, 65, 177, 226, 268.
+
+ Regensburg 490.
+
+ Reichenau 470.
+
+ Resain 355.
+
+ Rhein 535, 545, 558, 585.
+
+ Rhodus 75, 145, 617.
+
+ Rhoikos 554.
+
+ Rhône 535, 558, 585.
+
+ Richard II. 565.
+
+ Rimini 515.
+
+ Rin-Sin 541.
+
+ Rîschʾaïnâ 355.
+
+ Rom 5, 74, 185, 191, 207, 213, 226, 291, 472, 516, 524, 529, 533,
+ 564, 621, 669.
+
+ Rotes Meer 263, 417, 572, 579, 587, 610, 633.
+
+ Rudra 224.
+
+ Ruelle 648, 654, 658.
+
+ Rûm 299, 398, 399.
+
+ Rustem 578.
+
+
+ Saalburg 577.
+
+ Saba 46, 252, 363.
+
+ Sabäer 252.
+
+ Sabazios 125, 237.
+
+ Sahure 540.
+
+ Saïs 5, 25, 46.
+
+ Saithalia 620.
+
+ Sakus 523.
+
+ Salamanca 464, 465.
+
+ Salerno 560, 606, 638.
+
+ Salmanassar III. 578.
+
+ Salmanas der Perser 109.
+
+ Salmoneus 109, 666.
+
+ Salomon 111, 156, 222, 265, 308-311, 383, 423, 503, 510, 554, 613,
+ 625, 673.
+
+ Salzburg 668.
+
+ Samarkand 403, 624.
+
+ Samas 163, 175, 221, 248.
+
+ Samos 33, 93, 123, 129, 554.
+
+ Samothrake 328, 593, 617, 618.
+
+ Samuel 613.
+
+ Sandum 26.
+
+ Sanherib 613, 632.
+
+ Sankhara 530.
+
+ Saône 585.
+
+ Sapor 417.
+
+ Sarapsî 192.
+
+ Sardan 403.
+
+ Sardanapal 161, 165, 166.
+
+ Sardes 531, 532.
+
+ Sardinien 20, 116, 523, 529.
+
+ Sargon I. 162, 165, 180, 521, 528.
+
+ Sargon II. 161, 170, 613.
+
+ Sassaniden 199.
+
+ Saturn 125, 227, 234, 241, 251, 326, 392, 534.
+
+ Schaburan 399.
+
+ Schahrewar 218, 251, 407, 547.
+
+ Schifanoja 515.
+
+ Schi-Hoang-Ti 449, 453.
+
+ Schlettstadt 470.
+
+ Schminkhorn 313.
+
+ Schwarzes Meer 306, 571.
+
+ Schweden 628.
+
+ Scilly-Inseln 584.
+
+ Sebennytischer Gau 20.
+
+ Sehfeld 511.
+
+ Seine 585.
+
+ Selene 64, 243, 250, 252, 253.
+
+ Seleucia 662.
+
+ Selman al Farisi 666.
+
+ Senacharib 613, 632.
+
+ Sen-Hapi 191.
+
+ Senkhera 631.
+
+ Sens 566.
+
+ Septimius Severus 207, 248, 514.
+
+ Serapis 96, 191, 192, 245, 282, 304, 360.
+
+ Serbien 601.
+
+ Seriphos 523, 617.
+
+ Sesostris I. 191.
+
+ Sesostris II. 631.
+
+ Seth 63, 66, 179, 181, 257, 258, 301, 308, 311, 611, 612.
+
+ Sethlans 620.
+
+ Severus Alexander 74, 207, 248, 291.
+
+ Sevilla 209, 407, 409, 464, 465.
+
+ Sibirien 537.
+
+ Sidschistan 399.
+
+ Siena 231, 515.
+
+ Sierra Morena 411, 529, 544.
+
+ Silleiro 583.
+
+ Simon Magus 223, 243.
+
+ Sin 163, 171, 221, 252, 254, 528.
+
+ Sinai 69, 262, 273, 539, 540, 570, 610.
+
+ Sind 384, 401, 571.
+
+ Sinear 521, 527, 541, 578.
+
+ Singarid 541.
+
+ Sinope 8, 18, 23, 28, 87, 191, 192, 271.
+
+ Siphnos 523.
+
+ Sipylos 531, 621, 659.
+
+ Sisapo 601.
+
+ Sisyphus 109.
+
+ Siut 428.
+
+ Siva 437, 438, 440, 441, 442, 447.
+
+ Sizilien 20, 124, 404, 463, 465, 482, 523, 537, 554, 576, 605.
+
+ Skandinavien 545, 548.
+
+ Skythes 554.
+
+ Skythien 16, 17, 33, 83, 529.
+
+ Skythos 143.
+
+ Slaven 525.
+
+ Sofala 520.
+
+ Sokotora 587.
+
+ Soloi 145.
+
+ Solon 257.
+
+ Somali 531.
+
+ Sophar 66.
+
+ Sophia 243.
+
+ Spanien 73, 90, 91, 92, 111, 273, 283, 353, 380, 384, 405, 406,
+ 411-413, 416, 462, 463, 465, 474, 482, 489, 490, 494, 497, 523,
+ 525, 529, 544, 558, 576, 582, 586, 601, 602, 634, 635, 636, 637.
+
+ Sparta 575, 617, 618.
+
+ Sponheim 508.
+
+ Ssabi ben Hermes 258.
+
+ Ssabier 216, 228, 231, =252=, 260, 304, 322, 332, 335, 356, 375,
+ 407, 415, 514, 634.
+
+ Sterope 563.
+
+ Stilbons 516.
+
+ Stockholm 1.
+
+ Stolberg 573, 574.
+
+ Stramon 500.
+
+ Straßburg 607.
+
+ Styx 215.
+
+ Südamerika 519.
+
+ Sudan 610.
+
+ Suleikha 213, 428.
+
+ Sumalailu 522.
+
+ Sumatra 403, 413.
+
+ Sumerer =162=-164, 169, 521, 527, 541, 552, 574, 579, 613.
+
+ Susa 547.
+
+ Syene 234.
+
+ Sylvester 464.
+
+ Syrien 21, 41, 44, 85, 92, 137, 145, 160, 188, 190, 233, 234, 236,
+ 252, 256, 257, 287, 296-300, 340, 355, 369, 382, 388, 394, 479,
+ 495, 523, 528, 541, 547, 552, 612, 613, 616, 617, 624, 626,
+ 631, 632, 645, 677, 678, 681.
+
+ Syros 528.
+
+
+ Talenti 515.
+
+ Talikan 678.
+
+ Tamerlan 624.
+
+ Tammuz 254.
+
+ Tänaron 617.
+
+ Tanger 429.
+
+ Tannéry 651.
+
+ Tarim 578.
+
+ Tarpetanuph 241.
+
+ Tarschisch 583, 601.
+
+ Tartessos 544, 575, 582, 583.
+
+ Tat 229.
+
+ Taunus 587.
+
+ Tauriner 585.
+
+ Teheran 636.
+
+ Tehuti 225.
+
+ Tell-el-Amarna 540.
+
+ Telloh 528, 541, 552, 629.
+
+ Temesa 543.
+
+ Temese 616, 617.
+
+ Temesos 543.
+
+ Teniers 516.
+
+ Tentyra 304.
+
+ Terenuthis 307.
+
+ Teschub 615.
+
+ Thasos 523, 529.
+
+ Thebais 71, 75.
+
+ Theben 1, 33, 532, 554, 593, 662.
+
+ Thekla, hl. 662.
+
+ Theodoros 554.
+
+ -- von Samos 619.
+
+ Theodosius 95, 281, 293.
+
+ Theophano 467.
+
+ Theosebeia 75, 89, 293, 337.
+
+ Thera 349, 523.
+
+ Thessalien 25, 659.
+
+ Thessalonike 195.
+
+ Thiniten 176, 182.
+
+ Thoas 523.
+
+ Thade 658.
+
+ Thomas 240.
+
+ Thomson 658.
+
+ Thot 54, 55, 60, 64, 154, 177, 179-181, 183, 211, =225=, 226,
+ 228, 229, 234, 238, 245, 282, 323, 335, 338, 339, 663.
+
+ Thrazien 8, 44, 77, 92, 124, 195, 310, 346, 523, 529.
+
+ Thurioi 125.
+
+ Thurios 351.
+
+ Thutia 71.
+
+ Thutmosis III. 261, 520, 530, 540, 574, 612, 631.
+
+ Thyestes 289.
+
+ Tiamat 259.
+
+ Tibarener 615.
+
+ Tibet 266, =429=, 438, 442, 444, 623.
+
+ Tiflis 615, 630.
+
+ Tiglatpileser I. 161, 680.
+
+ Tiglatpileser IV. 161.
+
+ Tigris 218, 424, 446, 528.
+
+ Tirol 598, 668.
+
+ Tiryns 262, 554.
+
+ Tmolos 531, 591, 592, 593.
+
+ Toledo 409, 464, 465, 679.
+
+ Tolosa 585.
+
+ Tomi 18.
+
+ Tonitrator 564.
+
+ Toscana 473.
+
+ Toulouse 585.
+
+ Trajan 290, 633.
+
+ Transoxanien 403, 404, 413, 527, 530, 548, 576, 578, 626.
+
+ Trier 292.
+
+ Trimalchio 207.
+
+ Troas 145, 591.
+
+ Troja 120, 328, 522, 528, 531, 542, 554, 570, 575, 581, 616.
+
+ Tryphon 185.
+
+ Tschinanfu 622.
+
+ Tschuden 521, 526, 529, 530, 559, 680.
+
+ Tubal 615.
+
+ Tungusen 607.
+
+ Tunis 419, 429.
+
+ Turan 608.
+
+ Turfan 258.
+
+ Türken 681.
+
+ Turkestan 258, 434, 454, 578.
+
+ Tûs 403.
+
+ Tuscien 473.
+
+ Tuthia 71.
+
+ Typhon 63, 304, 305, 325, 326, 611.
+
+ Typhon-Seth 576.
+
+ Tiryns 616.
+
+ Tyros 160.
+
+ Tyrrhenien 14.
+
+ Tyrus 23, 586.
+
+
+ Uiguren 673.
+
+ Unas 610.
+
+ Ungarn 545.
+
+ Unterägypten 65.
+
+ Upsala 2.
+
+ Ur 252, 259, 541, 553.
+
+ Ural 526, 537, 546, 578.
+
+ Uranos 227.
+
+ Urbino 350.
+
+ Urnia 552.
+
+ Uroboros 51, 60, 62, 81, 100, 105, 305, 323, 360, 665.
+
+ Utarid 257, 258.
+
+
+ Vahraran 213.
+
+ Valentinian I. 293.
+
+ Van’t Hoff 658.
+
+ Varuna 247.
+
+ Vasari 658.
+
+ Vasco de Gama 538.
+
+ Venedig 32, 117, 340, 504, 515, 565, 590, 639, 648.
+
+ Veneter 628.
+
+ Venus 499, 514.
+
+ -- barbata 200, 667.
+
+ Veronika 116.
+
+ Vespasian 190.
+
+ Viducassis 582.
+
+ Viktis 585.
+
+ Villanova 555, 621.
+
+ Vorderindien 587, 595.
+
+ Vulcan 533, 609, 620.
+
+ Vyali 444.
+
+
+ Wadi Allaki 263, 520, 605.
+
+ -- ʿOllâki 263, 520, 605.
+
+ -- Maghâra 262, 539.
+
+ Wan-See 403.
+
+ Wassermann 219.
+
+ Westafrika 550.
+
+ Wieland der Schmied 628.
+
+ Wien 353.
+
+ Wight 585.
+
+ Wollishofen 537.
+
+ Wu-Ti 458.
+
+
+ Xerxes 66, 333.
+
+ Xiphilinos 109.
+
+
+ Yezd 593.
+
+ Yo-Fu-Ku 455.
+
+ Yü 558, 589.
+
+ Yumlö 623.
+
+
+ Zaguel 26, 27.
+
+ Zarathustra s. Zoroaster.
+
+ Zebaoth 245.
+
+ Zervan 125, 196, 248, 251, 316.
+
+ Zeus 125-127, 146, 191, 192, 218, 225, 234, 248, 250, 303, 316, 325,
+ 350, 523, 534, 672, 674.
+
+ -- Brontos 564.
+
+ Zoroaster 60, 66, 172, 176, 253, 294, 337, 578.
+
+ Zoser 54, 337.
+
+ Zuhal 428.
+
+ Züricher See 589.
+
+
+
+
+IV.
+
+Sachregister.
+
+
+ Abar 170.
+
+ abâru 574, 575.
+
+ Abbasiden 356, 421.
+
+ Abendstern s. Morgen- und Abendstern.
+
+ Aberglaube 192, 208, 235, 240, 290, 333, 451, 452.
+
+ Abracadabra 245.
+
+ Abraxas 74.
+
+ -- -Gemmen 246.
+
+ Absinthium 325.
+
+ Abyssos 240, 323, 327, 338, 344.
+
+ Abzugsrohr 48, 85.
+
+ Achat 392, 443.
+
+ Achtmonat-Kind 75.
+
+ Adamas 137, 617.
+
+ Adiantum 232.
+
+ Adler 214, 223.
+
+ Adlerstein 201.
+
+ Adular 441.
+
+ Aeizoos 14, 232.
+
+ aeramen 468, 549.
+
+ aerarium 544.
+
+ Aerit 214.
+
+ aes 475, 491, 548.
+
+ -- brundusinum 562.
+
+ -- brunum 560.
+
+ -- cupreum 549.
+
+ -- cypreum 549.
+
+ -- cyprinum 549.
+
+ -- cyprium 549, 562.
+
+ -- hepatizon 555.
+
+ -- italicum 481.
+
+ -- luteum 573.
+
+ -- rude 544.
+
+ Aether 125-130, 133, 135, 136, 141, 148, 149, 153-157, 160, 196, 197,
+ 316-319, 321, 372, 422, 431-433, 480, 667.
+
+ Aftâb 676.
+
+ affinitas 491.
+
+ Affinität 36, 39, 94, 97, 491.
+
+ Affronitron 474.
+
+ Agaricus campestris 453.
+
+ Aglaophotis 232.
+
+ Ahan 420.
+
+ Ähre 220.
+
+ aitîr 422.
+
+ Aitruad 638.
+
+ aiz 548.
+
+ âkâça 431, 432.
+
+ Akantha 24.
+
+ Aktiv und Passiv 140, 153, 154, 160, 316, 318, 342, 372, 381, 407,
+ 488.
+
+ Akzidentien 402, 418.
+
+ Alabaster 15, 170, 523, 630.
+
+ Alabastron 44, 47, 632.
+
+ Alanbiq 404.
+
+ Alardir 588.
+
+ Alatâl 401, 404 (s. Aludel).
+
+ Alaun 5, 7-10, 12-24, 26, 32, 33, 42, 44, 70, 73, 92, 114, 353, 368,
+ 373, 375, 377, 384, 389-392, 395, 401, 413, 414, 437, 440, 441,
+ 446, 459, 460, 469, 473, 476, 487, 488, 491, 518, 592, 645.
+
+ -- römischer 114, 116.
+
+ -- rundlicher 47, 83.
+
+ Alaunschiefer 441.
+
+ Alaunstein 592.
+
+ Alaun, weißer 102.
+
+ Albaurach 358.
+
+ Alchemistische Zeichen u. Symbole =347=.
+
+ Alchofol 369.
+
+ Alckimia 679.
+
+ Alcofol 369.
+
+ Alcalai 588.
+
+ Alchymia 359.
+
+ aldhakar 409.
+
+ alembicum 480, 492.
+
+ Alembik 387, 668.
+
+ Algalai 588.
+
+ Alhadîd alsînî 404.
+
+ Aliksîr 43, 379, 418, 419 (s. Elixir).
+
+ Alizari 21.
+
+ Alizarin 21.
+
+ Alkahest 86.
+
+ Alkali 116, 117, 368, 369, 391, 401, 415, 416, 484, 487.
+
+ Alkamia 288.
+
+ Alkanna 9, 18, 19, 21-24, 270, 399.
+
+ Alkanthus 491.
+
+ Alkalir 588.
+
+ Alkardir 588.
+
+ al Keter 532.
+
+ Alkimia 297, 485.
+
+ Alkîmijâ 418.
+
+ Alkitran 478, 484.
+
+ Alkofol 491.
+
+ Alkohol 472, 480, 492, 494, 640 (s. Weingeist).
+
+ Alkool 484.
+
+ Alloiosis 52, 77, 79, 128, 129, 132, 138, 140, 141, 147, 148, 158,
+ 314, 315, 342, 344, 673.
+
+ Allegorie 236.
+
+ Allegorik 146, 151, 155, 156, 160.
+
+ Allgeist 230.
+
+ Allium nigrum 325.
+
+ Almagra 359.
+
+ Almirrika 255.
+
+ Almizadir 358, 369, 484.
+
+ Almohaden 428.
+
+ Almuschtari 255.
+
+ Alnûschâdir 484.
+
+ Aloe 379, 403, 600.
+
+ Aloeharz 467.
+
+ Alphabet 138, 351.
+
+ Alqalai 588.
+
+ Alqalijj 403.
+
+ Alqamar 255.
+
+ alqarʾ 410.
+
+ Alqara 404.
+
+ Alraun 82.
+
+ Alschams 255.
+
+ altun 526.
+
+ Aludel 50, 88, 361, 394, 401, 404, 663.
+
+ Alumen scaiolae 484.
+
+ Alutal 50 (s. Aludel).
+
+ Alutel 369, 492 (s. Aludel).
+
+ alwas 577.
+
+ Alzebric 359.
+
+ Alzuhra 255.
+
+ Amalgam 5, 6, 8, 78, 130, 132, 359, 437, 439, 440, 468, 471, 473,
+ 602, 665.
+
+ Amaranth 22.
+
+ Amaurosis 12.
+
+ Ambix 10, 48, 67, 83, 85, 114, 115, 344, 401, 404, 663.
+
+ Amblag 112.
+
+ Amboß 218, 259.
+
+ Ambra 379, 413.
+
+ Ambrosia 444.
+
+ Ameise 101, 265, 266, 309, 383, 524.
+
+ Ameisen, goldgrabende 101.
+
+ Amesa Spenta 173.
+
+ Amethyst 18, 35, 387, 399, 518.
+
+ Amianton 395.
+
+ Ammoniak-Harz 357.
+
+ Amomum 665.
+
+ amor aquae 469.
+
+ Ampelitis 63.
+
+ Amphidanes 386.
+
+ Ampulla 475.
+
+ Amrita 440, 444, 445.
+
+ Amulett 91, 246, 334, 430, 532, 601, 622.
+
+ Anagallis 14, 214.
+
+ ânak 578.
+
+ Anaki 170.
+
+ anaku 579.
+
+ Ananke 131, 151, 219.
+
+ Anbiq 401.
+
+ Anchusa 9, 18, 103, 113, 270, 633, 644.
+
+ Andaine 614.
+
+ Andoine 614.
+
+ Androdámas 327, 359, 384.
+
+ androgyn 164, 165, 215, 218, 232, 252, 254, 259.
+
+ Androklástes 327.
+
+ Andun 614, 615.
+
+ anna 553, 579.
+
+ Anstrich 3.
+
+ Anthemis 643.
+
+ Anthemon 643.
+
+ Anthos 78.
+
+ Anthracit 12.
+
+ Anthrax 11, 12, 21, 283.
+
+ antimio di damia 469, 645.
+
+ Antimion 643.
+
+ Antimnion 643.
+
+ Antimon 39, 43, 44, 47, 68, 116, 303, 354, 376, 377, 392, 393, 413,
+ 417, 418, 423, 439, 440, 508, 520, 553, 558, 559, 598, 599,
+ =629=, 682.
+
+ Antimon-Blei 630.
+
+ Antimon-Bronze 393, 630, 636.
+
+ Antimonglanz 201, 384, 386, 392, 404, 405, 413, 423, 434, 435, 439,
+ 440, 629, 630, 636, 637.
+
+ Antimonium 481, 638, 641, 642.
+
+ Antimonos 645.
+
+ Antimon, metallisches 35, 38, 369, 629, 634, 639.
+
+ Antimonoxyd 460.
+
+ Antimon, spanisches 390.
+
+ Antimonsulfid 42, 47, 102, 377, 393, 527, 629.
+
+ Antipathie 28, 313, 325, 329.
+
+ Antiperistasis 145, 316, 318.
+
+ anûk 403, 410, 417.
+
+ Aphrodite 95, 137, 155, 188, 200, 204, 209, 217, 232, 240, 322, 350,
+ 351, 371, 374, 375, 376, 405, 408, 661, 676.
+
+ Aphronitron 9, 13, 102, 469, 474, 476.
+
+ Aphroselinon 32, 33, 74, 113, 387.
+
+ Apis 191.
+
+ Apokryphen 193, 194.
+
+ Apollon 155.
+
+ aqua acuta 393.
+
+ -- alkimiae 485.
+
+ -- ardens 480.
+
+ -- fortis 393.
+
+ -- vitae 489.
+
+ Arabischer Gummi 7, 43.
+
+ Aräometer 96, 471.
+
+ araq 418.
+
+ Arbeitssilber 12.
+
+ archal 573.
+
+ Archiater 269.
+
+ Archiereus 64, 71, 268.
+
+ Architekt 269.
+
+ Archimia 679.
+
+ Archon 175, 214, 240, 241, 243, 671.
+
+ Ares 95, 137, 155, 200, 204, 217, 218, 232, 240, 350, 351, 371, 374,
+ 375, 405, 408, 421, 661.
+
+ argat 529.
+
+ argent 530.
+
+ argento 530.
+
+ Argyritis 575.
+
+ Argyrolith 33.
+
+ Arkan 359, 508.
+
+ Arkân 372.
+
+ Arko 574.
+
+ Arren 99 (s. Arsen).
+
+ Arsen 33, 35, 36, 40, 43, 44, 47-53, 59-69, 81, 82, 84, 89-92, 97,
+ 108, 129, 326, 327, 342, 345, 354, 359, 361, 366, 368, 376-379,
+ 384, 387, 388-392, 395, 401, 405, 409, 411, 413-417, 420, 436,
+ 439, 459, 488, 491, 539, 540, 546, 547, 553, 558, 559, 598,
+ 634, 641, 678.
+
+ -- gelbes 33, 36, 97, 101, 424.
+
+ Arsenigsäure 5, 24, 28, 39, 42, 47, 52, 69, 75, 82, 83, 84, 86, 102,
+ 345, 384, 390-394, 401, 404, 405, 410, 416, 419, 645.
+
+ Arsenikon 23, 32, 33, 52, 63, 101, 102, 103, 105 (s. Arsen).
+
+ -- weißes, s. Arsenigsäure.
+
+ Arsenikum 587.
+
+ Arsenkupfer 592.
+
+ Arsen-Legierung 592.
+
+ Arsen, männliches 390.
+
+ -- metallisches 35, 39, 41, 82-84, 92, 345, 346, 393, 592.
+
+ -- persisches 44.
+
+ Arsen-Persulfid 42.
+
+ Arsen, rotes 36.
+
+ Arsensulfid 377.
+
+ -- gelbes 42.
+
+ -- rotes 42.
+
+ Artabe 101, 666.
+
+ Artemisia 325.
+
+ arud 559.
+
+ Arum 7.
+
+ aruz 559.
+
+ Asbest 9, 35, 87, 395, 399, 418.
+
+ Asche 105, 390, 393.
+
+ -- der ~Maria~ 100.
+
+ Aschenbad 40, 48, 50, 114, 115.
+
+ Aschenlauge 20, 22.
+
+ Aschenwasser 23.
+
+ Asche, schwarze 79.
+
+ Asem 4-9, 11, 33, 34, 40, 45, 79, 90, 91, 101, 277, 305, 331, 389,
+ 401, 404, 530.
+
+ Asemon 4.
+
+ Asemu 4, 264, 530.
+
+ Asinat 641.
+
+ Askese, kultische 667.
+
+ Asphalt 5, 12, 93, 377, 379, 413, 479.
+
+ Asphodill 20.
+
+ Astrologie 57, 66, 95, 103, 120, =151=, 153, 159, 165-167, 173,
+ 174, 181-183, 188, 193, 195, =202=, 209, 212, 221, 239,
+ 255, 258, 279, 290, 310, 312, 313, 321, 322, 329, 332, 349,
+ 365, 383, 402, 407, 419, 421, 422, 450, 489, 494, 497, 498,
+ 503, 507, 514, 515, 519, 664, 666, 669, 676, 678.
+
+ Astrologen 282, 286.
+
+ Astrologische Medizin 233.
+
+ Astronomie 448, 667.
+
+ Atar 126, 173, 175, 316.
+
+ Athâl 394, 663.
+
+ Athanasía 324, 668.
+
+ Athanor 369.
+
+ atîr 422.
+
+ Atmed 635.
+
+ Athmid 646.
+
+ Atome 133, 134, 371, 433.
+
+ Atomistik 402, 433.
+
+ Atrament 271, 476, 660.
+
+ Attincar 484.
+
+ Ätzkalk 346, 360, 390, 467, 479.
+
+ Ätznatron 39, 83, 87, 114, 434.
+
+ Auferstehung 52, 67, 86, 159, 222, 249, 287, 321, 322, 338, 344, 367,
+ 509.
+
+ Auflösung der Form 143.
+
+ Auge des Herrn 325.
+
+ -- -- Thyphon 325.
+
+ -- Gottes 339.
+
+ Augenschminke 312.
+
+ aura seminalis 150, 317.
+
+ Aurichalcum 475, 491, 572.
+
+ aurifolium 109.
+
+ aurileguli 518.
+
+ auri nodus 272.
+
+ Auripetrum 466, 473.
+
+ auripetula 474.
+
+ Auripigment 7, 8, 10, 23, 33, 34, 36, 39, 41, 75, 93, 97, 102, 277,
+ 284, 345, 368, 375, 387, 390, 392, 403, 405, 410, 413, 424,
+ 435, 439, 440-443, 457, 458, 465, 466, 468, 470-475, 678.
+
+ Aussatz 13.
+
+ Aussätzige 324.
+
+ Aussüßen 86.
+
+ Autoritäten =490=.
+
+ ayah 548, 614.
+
+ ayas 546, 548, 628.
+
+ azenzar 407, 484.
+
+ Azmat 384.
+
+ Azoc 359.
+
+ azogue 606.
+
+ Azur 467, 484.
+
+
+ Backofen 115.
+
+ Bahrâm 374, 676.
+
+ bain Marie 50.
+
+ Balneum Mariae 50.
+
+ balag 546.
+
+ Balsam 18.
+
+ Balsamöl 22.
+
+ Bambu 15, 441.
+
+ Bang 411.
+
+ Bär 214, 223.
+
+ -- großer 168.
+
+ -- kleiner 168.
+
+ Barabas 474, 476.
+
+ baradsch 561.
+
+ Barbelo-Gnostiker 27.
+
+ barnidz 561.
+
+ Barud 365, 394.
+
+ barza 613.
+
+ barzel 613.
+
+ barzil 613.
+
+ barzillu 613.
+
+ Basalt 92, 306, 551.
+
+ Basilisk 474.
+
+ Bauholz 134.
+
+ Baum mit 7 Zweigen 220.
+
+ Baumwolle 23, 116, 378.
+
+ Baumwollmagnet 387, 415.
+
+ Baurac 357, 369.
+
+ bedîl 579.
+
+ Beidri 597.
+
+ Beize 9, 94, 113.
+
+ Beizung 15, 20.
+
+ Bel 259.
+
+ Belilag 112.
+
+ Belit 206.
+
+ Bellor 384.
+
+ beredsch 561.
+
+ Bergbau 680.
+
+ Bergblau 16, 262, 271.
+
+ Berggold 263.
+
+ Berggrün 16, 17.
+
+ Berghauptmann 518.
+
+ Bergkristall 211, 214, 272, 377, 384, 418, 419, 441, 443.
+
+ Bernstein 126, 266, 379, 384, 389, 415, 473, 474, 476, 531, 532, 535,
+ 556, 557, 584.
+
+ Bernsteinsäure 537.
+
+ Bertramwurz 21.
+
+ Beryll 19, 217.
+
+ Bestattung, sekundäre 179, 338.
+
+ Betel 379.
+
+ Bewirken und Anzeigen =204=, 215, 670.
+
+ Bezoar 380, 388.
+
+ Bezoarstein 379.
+
+ Bibliothek 346.
+
+ Biene 391.
+
+ Bier 268, 339.
+
+ Bikos 42, 48.
+
+ Billaur 377, 384.
+
+ Bilsenkraut 21, 23, 24, 411.
+
+ Binde 86.
+
+ Bindung 79.
+
+ Bingelkraut 224.
+
+ Birdschis 374, 676.
+
+ Birindsch 412, 420, 561.
+
+ Bitumen 93, 469.
+
+ blâa 577.
+
+ Blätter der Krone 32.
+
+ Blattgold 267, 274, 468.
+
+ Blattzinn 589.
+
+ Blau, alexandrinisches 102.
+
+ -- armenisches 17, 19.
+
+ -- künstliches 102.
+
+ Blaustein 54, 262, 267, 268, 523, 539.
+
+ -- armenischer 87.
+
+ blawa 577.
+
+ Blei 5-7, 32-35, 38, 40-47, 56, 59, 61, 69, 78-83, 86-95, 100, 106,
+ 116, 142, 170, 215-222, 250, 255, 264, 290-296, 302, 326,
+ 338-347, 351, 354, 365-368, 376-379, 384-395, 402-417, 420,
+ 423, 426, 427, 430, 435-442, 456-460, 468, 471-475, 480, 488,
+ 497, 506, 510, 519, 522, 527, 541, 547, 551-554, 558, 561, 563,
+ =574=, 576, 584-590, 597, 630, 639, 641, 681.
+
+ Bleiacetat 487.
+
+ Blei al Qalai 588.
+
+ Bleiantimoniat 170.
+
+ Bleibronze 574.
+
+ Blei des Kohols 636.
+
+ Bleiessig 410.
+
+ Bleifolie 467, 587.
+
+ Bleiglanz 384, 386, 404, 405, 408, 413, 414, 423, 434, 439, 440, 574,
+ 575, 630, 631, 636.
+
+ Bleiglas 43, 473.
+
+ Bleiglasur 273, 393, 473, 576.
+
+ Bleiglätte 5, 8, 24, 34, 38, 59, 86, 100, 102, 345, 360, 368, 379,
+ 386, 388, 389, 391, 393, 405, 411, 412, 468, 469, 475, 575, 576.
+
+ Bleikupfer 78.
+
+ Bleimagnet 415.
+
+ Blei-Markasit 639.
+
+ Bleioxyd 345.
+
+ Bleipflaster 386.
+
+ Blei, schwarzes 47, 69, 78, 79, 84, 100, 360.
+
+ Bleiweiß 5, 6, 34, 59, 69, 81, 86, 90, 100, 271, 345, 366, 368, 379,
+ 384, 386, 388-391, 405, 409-414, 467-469, 473-476, 575, 576,
+ 603.
+
+ Blei, weißes 36, 423.
+
+ Bleizement 417.
+
+ Bleizucker 86.
+
+ Blende 12, 326.
+
+ Blitz aus Kupfer 680.
+
+ blîu 577.
+
+ bliwa 577.
+
+ Blume des Arsens 390, 645.
+
+ -- -- Schwefels 645.
+
+ Blut 318, 326, 669.
+
+ -- der Athene 325.
+
+ -- des Drachens 81.
+
+ -- des Herakles 325.
+
+ -- der Krähe 73, 326.
+
+ -- des Mars 325.
+
+ -- des Osiris 612.
+
+ -- des Ptah 325.
+
+ -- des Saturn 326.
+
+ -- der Schlange 325.
+
+ -- der Taube 11, 18, 73, 326.
+
+ Blüte 53, 78, 97, 643.
+
+ -- der Metalle 312, 644.
+
+ -- des Bleies 644.
+
+ -- des Goldes 70.
+
+ -- des Kalkes 115.
+
+ -- des Kupfers 546, 644.
+
+ -- des Salzes 644.
+
+ -- des Silbers 644.
+
+ -- schwarze 103.
+
+ bly 577.
+
+ Bock 255.
+
+ Bocksblut 15, 70, 93, 94, 115, 414, 415, 417, 439, 472, 476, 620.
+
+ Bohnenschrot 21, 23.
+
+ Bolus 560.
+
+ Bombyx 116.
+
+ Bonus eventus 234.
+
+ Borax 70, 116, 357, 359, 361, 368, 378, 385-389, 392, 401, 403, 414,
+ 437, 473, 474, 476, 484, 524.
+
+ Böser Blick 377, 424, 631, 637.
+
+ Botus barbatus 394.
+
+ braes 560, 573.
+
+ Brahmanen 212.
+
+ braise 560.
+
+ Brandsätze 394, 471, 478, 479.
+
+ Brasilium 473.
+
+ brass 560, 573.
+
+ Brauneisenstein 609.
+
+ Braunstein 28, 43, 69, 70, 112, 113, 341, 377, 384, 393, 415, 416,
+ 418, 539, 620, 630.
+
+ Braxillium 473.
+
+ Brechung 373.
+
+ Bresilholz 403.
+
+ bronce 560.
+
+ Brontea 564, 568.
+
+ Brontésinos 562.
+
+ Brontesion 112, 561.
+
+ Brontia 564, 568, 569.
+
+ Brontision 112.
+
+ bronza 560.
+
+ Bronze 36, 89, 91, 92, 112, 115, 116, 131, =143=, 148, 160, 170,
+ 211, 212, 215, 217, 219, 256, 268, 274, 280, 290, 317, 319,
+ 331, 399, 410, 412, 417, 420, 423, 435, 441, 442, 468, 471,
+ 475, 522, 527, 539, 540-544, 548, =549=, 572, 577, 578,
+ 581, 586, 589, 611-614, 616, 621, 626, 628, 680, 681.
+
+ Bronze- und Messingstadt 550.
+
+ Bronzezeit 529, 538, 542, 589, 607.
+
+ Bronzina 568.
+
+ bronzino 560, 564.
+
+ Bronzium 560.
+
+ bronzo 560.
+
+ Brot 143, 318.
+
+ Brotteig 6, 345.
+
+ Brühe 79.
+
+ -- Ägyptens 99.
+
+ bruisne 560.
+
+ Brunire 484, 560.
+
+ bruni 560.
+
+ brunia 560.
+
+ bruniccio 560.
+
+ brunit 560.
+
+ brunitius 560.
+
+ brunizzo 560.
+
+ bruno 560.
+
+ brunti 560.
+
+ brunto 560.
+
+ bruntus 560.
+
+ brunum aes 560.
+
+ brunus 560.
+
+ Buchstabe 244.
+
+ Buchstabenbilder 244.
+
+ Buchstabenmystik 244.
+
+ Bücherkisten der Weisheit 182.
+
+ bulatu 614.
+
+ Bulla 12.
+
+ Burag 403.
+
+ But-eber-But 394, 401, 404, 663.
+
+ Byssus 270.
+
+
+ Cadmia 594, 681.
+
+ Cadmische Erde 572.
+
+ Calaëm 594, 596, 598, 599, 600.
+
+ Calaïm 596.
+
+ Calaino 471.
+
+ Calamina 475, 491.
+
+ Calaminaris 594.
+
+ Calamine 390.
+
+ Calcitarin 484.
+
+ Calibs 475.
+
+ Callaïnum 471.
+
+ Calomel 11, 393, 437, 439, 447, 459.
+
+ ’Cani 431.
+
+ Canon metallicus 518.
+
+ Canthariden 22.
+
+ capuccio 488.
+
+ Caput mortuum 180, 303, 326.
+
+ Caracoli 534.
+
+ carmen 175.
+
+ Carmoisin 361, 473, 475.
+
+ Carneol 201, 377.
+
+ Carthamus 8, 21, 34.
+
+ -- corymbosus 302.
+
+ Caseïn 115.
+
+ cassis 587.
+
+ Cedernöl 18, 19.
+
+ Cementit 625.
+
+ cenobrium 475.
+
+ Cerosa 475.
+
+ chabath 404, 412.
+
+ chalaqa 543.
+
+ Chalkitarin 42, 93, 645.
+
+ Chalkanthon 6, 9, 20, 22, 23, 24, 70, 79, 87.
+
+ Chálkanthos 384.
+
+ Chalkanthum 473, 491.
+
+ Chalkedónion 632.
+
+ Chalkitis 7, 8, 28, 42, 377, 384, 390, 468, 592, 644.
+
+ -- blaue 592.
+
+ Chalkopyrit 93.
+
+ Chamaeleon 35, 36, 298, 302, 308, 331, 342, 673.
+
+ -- niger 302.
+
+ -- vulgaris 302.
+
+ Chaos 125, 126, 222, 223, 240, 246, 323, 327, 671.
+
+ chapala 437.
+
+ Char Sînî 216, 256, 404, 405, 412, 413, 415, 417, 596, 630.
+
+ Charûz 523.
+
+ Chelidonion 7-9, 16, 21, 34, 44, 82, 468, 469.
+
+ Chemeia 307, 313.
+
+ Chêmî 307, 342.
+
+ Chemie 65, 70, 78, 95, 99, 103, 107.
+
+ Chemie (Name) =282=, =293=.
+
+ Chesbet 262, 539, 612.
+
+ chesmen 551.
+
+ Chetiter 612, 615.
+
+ Chlorcalcium 392.
+
+ chomt kemi 540.
+
+ Christentum 247, 249.
+
+ Chronos 185, 219.
+
+ Chrysánthemon 643.
+
+ Chrysanthimon 70.
+
+ Chrysitis 575.
+
+ Chrysographie 466.
+
+ Chrysokolla 6-8, 10, 16, 17, 28, 41, 88, 307, 327, 473, 524, 679.
+
+ Chrysolith 19, 40, 99, 272, 415, 601.
+
+ Chrysopras 19.
+
+ chubz alfiddî 411.
+
+ Chumâhan 417.
+
+ Chum-âhen 403.
+
+ Chwâr 676.
+
+ Chylus 375.
+
+ Chyma 331.
+
+ çikhim 532.
+
+ Cinis clavellata 484.
+
+ ciprum 549.
+
+ Citrone 37, 116, 380.
+
+ Citronenbaum 24.
+
+ Citronensaft 37, 393.
+
+ Çivabîga 440.
+
+ classa 481.
+
+ Coccus ilicis 473.
+
+ Cochenille 437.
+
+ cognatio 491.
+
+ Colcotar 414.
+
+ Colcothar 476.
+
+ colores floridi 271.
+
+ coma 481.
+
+ comarum palustre 22.
+
+ Compositio brandisii 468, 561.
+
+ -- brindisii 471, 561.
+
+ -- brondisono 471, 561.
+
+ -- Brundi 561.
+
+ Conterfey 598.
+
+ Conterfeyt 599.
+
+ Cothus 476.
+
+ créd 582.
+
+ créd-uma 559.
+
+ Croceum 475.
+
+ Crocus 325.
+
+ Crotalum 565.
+
+ Croton tinctorius 16, 24, 476.
+
+ cucurbita 480, 481.
+
+ cuivre 549.
+
+ -- blanc 573.
+
+ çukla 431.
+
+ Çukra 431.
+
+ cupressus 549.
+
+ cuprinus 549.
+
+ cuprum 549.
+
+ Curcuma longa 666.
+
+ Cyclamen 643.
+
+ Cypresse 380, 549.
+
+
+ Dahnadsch 378.
+
+ Daimon 219.
+
+ Daktylen 555, 609, 616, 617, 618.
+
+ Damascierter Stahl 624.
+
+ Damast 399.
+
+ Dämon 46, 51, 53, 56, 60, 65-67, 77, 91, 99, 129, 133, 137, 141, 152,
+ 154, 157, 159, 164, 175, 182, 188, 189, 194, 199, 201, 205,
+ 209, 219, 240, 242, 243, 248, 250, 266, 305, 309, 310, 313,
+ 333, 341, 343, 459, 661.
+
+ -- flüchtiger 83.
+
+ Dämonologie 193, 203, 205, 208, 308, 321, 322.
+
+ Dampfbad 15, 18, 418.
+
+ Darada 436.
+
+ Dattel 16.
+
+ Dattelpalme 59.
+
+ Dauerbrandofen 42, 115.
+
+ Dawâ 409.
+
+ Dea Syria 178.
+
+ deaurare 484.
+
+ Deben 520.
+
+ Deckel des Knuph 305, 327.
+
+ Decknamen 10, 11, 28, 74, =325=, 366, 368.
+
+ Dekan 182.
+
+ Dekas 153.
+
+ Demiurg 151, 154, 157, 159, 230, 231, 241, 242, 251, 317.
+
+ Denar 290, 291.
+
+ Derâ-rûy 412.
+
+ Destillation 48-52, 57, 67, 85, 97, 98, 110, 114, 289, 305, 344, 369,
+ 373, 387, 394, 401, 409, 410, 412, 415, 418, 436, 437, 440,
+ 447, 461, 480, 487, 492, 595, 602.
+
+ -- des Quecksilbers 218, 303, 352.
+
+ Dhahab 378, 413.
+
+ Dhti techt 580.
+
+ Dialektik 433.
+
+ Diamant 214, 272, 377, 379, 385, 386, 402, 409, 412-417, 419, 423,
+ 426, 439, 441, 443, 518, 644, 677.
+
+ Dibikos 49, 85, 344.
+
+ Digestion 51.
+
+ Dîk ber Dîk 404, 416.
+
+ Dîk-Rûy 404.
+
+ Dilbat 259.
+
+ Dillsamen 325.
+
+ Diorit 551.
+
+ Diphryges 92.
+
+ Diplosis 5, 8, 12, 44, 48, 64, 68, 69, 78, 82, 90, 92, 97, 285, 286,
+ 330, 470, 485.
+
+ Dissonanz 106.
+
+ Dodekaeder 128, 135, 372.
+
+ Domizil 219.
+
+ Donnerstein 564, 568.
+
+ Doppelbeil 542, 544, 545, 615.
+
+ Drache 61, 108, 214, 223, 242, 259, 305, 323, 339, 391, 431, 500, 671.
+
+ Drachenblut 11, 18, 113, 271, 436, 471, 473, 476.
+
+ Drachme 26, 292, 521.
+
+ Dreieck 127, 135.
+
+ Dreieinigkeit 227.
+
+ Dreifuß der Philosophen 43, 345.
+
+ Dritte Welt 366.
+
+ Drogen 409, 411.
+
+ Dschauhar 419.
+
+ Dschemest 387.
+
+ Dschest 596.
+
+ Dualismus 174, 230, 451.
+
+ Duchân 665.
+
+ Dûd 71, 111, 436, 570, 593, 665.
+
+ Duenec 369, 484.
+
+ Dukaten 117.
+
+ Duplicatio auri 470.
+
+ Durchdringlichkeit 160.
+
+ Durchdringung, völlige 147.
+
+ Durd 112, 666.
+
+ Durdijj 112, 666.
+
+
+ Ebenholz 211, 403, 534.
+
+ Ecidemon 266.
+
+ Edelmetalle =262=, =518=.
+
+ Edelsteine =13=, 14, 38, 44, 72, 113, 201, 210, 213, 216, 256,
+ 272, 276, 286, 287, 299, 306, 311, 312, 313, 329, 330, 366,
+ 375-379, 387, 391, 395, 401-403, 409, 410, 413, 415, 422, 435,
+ 439, 441, 442, 456, 459, 472, 473, 476, 499, 502, 521, 644.
+
+ -- falsche 272, 276, 298.
+
+ Edelsteine, künstliche s. Edelsteine, falsche.
+
+ Edelsteinfett 456.
+
+ Ei 28, 47, 62, 87, 100, 106, 178, 200, 201, 233, 246, 307, 322,
+ 324, 325, 343, 362, 391, 444, 467, 525, 606.
+
+ Eiche 380, 390, 469.
+
+ Eichenschildlaus 270.
+
+ Eid der ~Isis~ 664.
+
+ Eidechse 234.
+
+ Ei der Philosophen 47, 50, 58, 62, 87, 100, 106, 108, 325, 343,
+ 365.
+
+ -- des ~Phanes~ 178, 201, 246.
+
+ Eidotter 307, 467.
+
+ Eigelb 28, 34, 69, 111.
+
+ Eikläre 476.
+
+ Einbalsamieren 269.
+
+ Ein-Drittel-Gold 540.
+
+ Einpökeln 37, 40, 269.
+
+ Einsalzen 37, 40, 269.
+
+ Einsalzung 48, 82, 86, 99.
+
+ Einweihung 124, 323.
+
+ Einzelding 140, 148, 150, 156, 159, 315, 318.
+
+ Ei, philosophisches s. Ei der Philosophen.
+
+ Eis 140.
+
+ Eisen 32, 34-38, 40, 45, 47, 56, 59, 61, 78-81, 86, 91, 95, 112, 131,
+ 133, 137, 142, 211-221, 240, 250, 255, 256, 266, 286, 295,
+ 310-312, 320, 326, 343, 344, 347, 351, 356, 366, 368, 372-379,
+ 384-391, 395, 399, 403-409, 412-417, 420, 423, 431, 434-445,
+ 456, 458, 473, 475, 497, 506-509, 514, 527, 529, 537-541, 546,
+ 547, 553, 560, 587, 591, 597, =607=, 681.
+
+ Eisenacetat 9, 22.
+
+ Eisenglanz 610.
+
+ Eisen, indisches 43.
+
+ -- männliches 403, 413.
+
+ Eisenoxyd 87, 270, 271, 592.
+
+ Eisenrost 20, 22, 28, 386, 405, 435, 473.
+
+ Eisenschmied 608.
+
+ Eisenvitriol 21, 71, 434, 435, 440, 441, 592.
+
+ Eisen, weibliches 403, 413.
+
+ Eisenzeit 538, 539, 626, 680.
+
+ Eiweiß 8, 9, 14, 15, 69, 115, 274.
+
+ Ekliptik 141, 165.
+
+ Ekstase 238, 239, 249, 250.
+
+ Elaterium 23.
+
+ Eleaten 314.
+
+ Electrum magicum 534.
+
+ Elefant 363.
+
+ Elektrische Pforte 532.
+
+ Elektron 4, 34, 80, 91, 95, 216-218, 256, 264, 267, 268, 277, 303,
+ 309, 322, 331, 339, 340, 342, 351, 352, 359, 384, 389, 404,
+ 476, 481, 524, =530=, 554, 573, 584, 680.
+
+ -- magicum 508.
+
+ Elemente 99, 110, 121, 127, 130, 135-138, 140, 146, 148, 153, 154,
+ 156, 175, 176, 196, 197, 200, 202, 203, 215, 222, 232, 245,
+ 246, 247, 251, 253, 259, 314-318, 365, 367, 368, 371-374, 380,
+ 381, 389, 402, 412, 422, 425, 428, 431-433, 443, 451, 452, 461,
+ 488, 489, 491, 499, 519, 668, 669, 672.
+
+ Elementengötter 176, 200.
+
+ Element, fünftes 154, 160.
+
+ Elfenbein 30, 211, 331, 403, 523.
+
+ Elilag 76, 112.
+
+ Elixir 43, 90, 297, 299, 320, 326, 359, 367, 368, 389, 391, 399, 400,
+ 402, 404, 407, 419, 422, 425-429, 459, 489, 491, 492, 494, 501,
+ 508, 673.
+
+ Elixir der Elixire 364.
+
+ Elkesaiten 252.
+
+ Elydrion 7, 21.
+
+ Email 273, 393, 398, 472, 476, 534.
+
+ Emanation 159, 210, 226, 245, 249, 251, 254, 321, 371, 374, 672.
+
+ Ematis 474.
+
+ Embryo 52, 70, 80, 246, 324, 325, 342, 375, 380.
+
+ Emplastrum smaragdinum 58.
+
+ Empyreum 250.
+
+ Enbu 259.
+
+ Energie 139.
+
+ Engel 154, 156, 157, 182, 194, 223, 239, 243, 245, 310-313, 335, 336,
+ 497.
+
+ -- gefallene 293, 296, 373.
+
+ Enkerosis 49.
+
+ Entelechie 139.
+
+ Entschwefeln 83, 87.
+
+ Enzym 80.
+
+ Eosphoros 123, 137, 188.
+
+ Epherische Charaktere 618.
+
+ Erde 99, 121, 122, 127, 129, 130, 132, 135, 136, 140-142, 147, 153,
+ 154, 156, 160, 173, 175, 245, 255, 259, 316, 318, 319, 344,
+ 365, 371, 372, 376, 381, 413, 422, 431-433, 443, 451, 452, 461,
+ 488, 491, 669, 671.
+
+ -- äthiopische 52, 53.
+
+ -- der Philosophen 391.
+
+ -- kimolische 93.
+
+ -- rote 309.
+
+ -- samische 93.
+
+ -- weiße 309.
+
+ Erdöl 74, 377, 403, 471, 479, 527.
+
+ Erdpech 377, 403, 418, 527.
+
+ Erdrauch 11.
+
+ erezata 530.
+
+ erezi 559.
+
+ Erfahrung 87, 99, 134.
+
+ Erhebung des Wassers 304.
+
+ -- der Wolke 304.
+
+ Erlösung 124, 244.
+
+ Eros 219.
+
+ eru 553.
+
+ Eruka 325.
+
+ Erz 36, 92, 131, 136, 137, 142, 143, 250, 311, 473, 559.
+
+ -- der Mossinöken 571, 573.
+
+ -- der Oreios 572.
+
+ -- gelbes 681.
+
+ Erzgießer 297.
+
+ Esel 131, 179, 185, 214, 223, 317.
+
+ Eselsverehrung 185.
+
+ Eskimo 590, 607.
+
+ Essäer 153, 156, 309.
+
+ Essener 153, 156.
+
+ Essig 5-8, 15-21, 23, 32, 37, 69, 74, 83, 86, 143, 258, 269, 272,
+ 302, 315, 325, 365, 373, 380, 386, 389, 393, 405, 409,
+ 410-415, 468, 469, 474, 475, 479, 491, 657, 677.
+
+ Essig aus Geranium 94.
+
+ -- der Färber 12.
+
+ Essigsäure 487, 657.
+
+ Essig, stärkster 8, 71.
+
+ -- weißer 94.
+
+ Essigwürmer 380.
+
+ Etesien 305, 306, 343, 500.
+
+ Etesisches Metall 345.
+
+ Etesischer Stein 306, 341.
+
+ Etesische Schwärze 306.
+
+ -- Wolke 306.
+
+ Euanthemon 643.
+
+ Eupatorium 232.
+
+ Eucharistie 668.
+
+ Exkrete 321.
+
+ Ezmit 384.
+
+
+ Fackeln der Bacchantinnen 479.
+
+ Fadzuhr 388.
+
+ Faeces 11, 15.
+
+ faex vini 485.
+
+ Falke 177.
+
+ Falschmünzerei 292, 420, 429.
+
+ Fälschungsliteratur 153.
+
+ Farbe 210, 211, 244, 256, 374.
+
+ -- angeborene 143.
+
+ Farben der Planeten 168, =169=, =212=, 250, 375, 670, 676.
+
+ -- -- Sterne =188=.
+
+ Farbstoffe =19=, =21=, 271, 276, 286, 287, 312, 313, 330,
+ 409.
+
+ Färben 9, =19=, 79, 111, 113, 270, 312, 329.
+
+ Färbung 101, 128, 278, 302, 317, 320.
+
+ Farnkraut 473, 475.
+
+ Farsalus 387.
+
+ Fatalismus =151=, 167, 235.
+
+ Fatum 206.
+
+ Federalaun 484.
+
+ Fehlgeburt 70, 80.
+
+ Feigbohne 21.
+
+ Feige 15, 16.
+
+ Feigenbaum 13, 390.
+
+ Feingold 264, 274.
+
+ Feng-Schui 452.
+
+ Ferment 6.
+
+ -- der Fermente 364.
+
+ Fernrohr 421.
+
+ Fett 85, 469.
+
+ Feuchte 123, 127, 130, 136, 147, 316.
+
+ Feuer 99, 121, 125, 126, 129, 130-136, 140, 141, 147, 153, 154, 156,
+ 160, 173, 175, 197, 222, 223, 242, 245, 259, 315-319, 344, 365,
+ 371, 372, 376, 381, 413, 422, 424, 431, 432, 433, 443, 451,
+ 452, 461, 488, 491, 667, 669.
+
+ Feuerkreis 128.
+
+ Feuerpfeil 471.
+
+ Feuerphilosophen 87.
+
+ Feuerprobe 678.
+
+ Feuerstein 14, 540.
+
+ Feuervergoldung 43.
+
+ Feuerwerk 384, 394, 418, 490.
+
+ Ficarin 469.
+
+ fiddah 378, 413.
+
+ Filtrieren 115.
+
+ Finger des Hermes 325.
+
+ Finsternis 242, 243.
+
+ fîrind 399.
+
+ Firnis 3, 8, 34, 44, 68, 89, 90, 92, 116, 274, 278, 466-469, 471,
+ 473, 476, 481, 534.
+
+ Fisch 113, 178.
+
+ Fischleim 43, 90, 469, 476.
+
+ Fischziege 219.
+
+ Fixation des Salmiaks 392.
+
+ Fixieren 49, 64, 79, 83, 97, 101.
+
+ Fixstern 186, 206, 208, 222, 371, 374.
+
+ Fixsternhimmel 128, 137, 141, 199.
+
+ Fixsternsphäre s. Fixsternhimmel.
+
+ Flamines 556.
+
+ Flamme 140, 142.
+
+ Flohsamen 481.
+
+ florinus veneticus 117.
+
+ flos 271.
+
+ -- aeris 475.
+
+ -- olei 270.
+
+ Fluchgold 232.
+
+ Fluchtafeln 219, 423, 576.
+
+ Flügel des Hermes 244, 348.
+
+ Flußgold 263.
+
+ Flüssiges Gold 601.
+
+ -- Silber 601.
+
+ Flußmittel 5, 377, 378.
+
+ folia graeca 474.
+
+ Folium 476.
+
+ Form 139, 140, 144.
+
+ Formen der Elemente 127, 135.
+
+ Fötus 47, 197, 205, 305, 306, 322, 336, 343, 362, 459.
+
+ fournil 115.
+
+ Fränkische Körner 394.
+
+ Frauenhaar 232.
+
+ Freitag 185.
+
+ Fucus 9, 44, 270.
+
+ Fûlâd 386, 388, 399, 409, 626.
+
+ Füllgefäß 48, 85.
+
+ Fumaria 22.
+
+ Fünftes Element 135.
+
+ Fünfzahl der Wandelsterne 167.
+
+ furnus 117.
+
+ Furslus 415.
+
+ Füße des Drachen 326.
+
+
+ Gagat 469.
+
+ Galbina 21.
+
+ Galéna 575.
+
+ Galitzenstein 600.
+
+ Galläpfel 9, 20, 22, 44, 47, 74, 79, 368, 380, 416, 469.
+
+ Galle 28, 44, 108, 111, 325, 375, 411, 466, 471, 474, 555.
+
+ -- der Fische 50.
+
+ -- des Fuchses 68.
+
+ -- -- Geiers 113.
+
+ -- -- Huhnes 68.
+
+ -- -- Ichneumons 68, 113.
+
+ -- der Kälber 8, 16, 17, 19, 34.
+
+ -- des Kamels 68.
+
+ -- der Schildkröten 8, 9, 16-19, 50.
+
+ -- -- Schlange 68.
+
+ -- -- Stiere 16, 17.
+
+ -- -- Ziege 7.
+
+ Gallenfarbe 3, 143, 274, 466, 472.
+
+ Galle, gelbe 318.
+
+ -- schwarze 318.
+
+ Gallenstoffe 137.
+
+ Galmei 411, 413, 419, 420, 436, 437, 439, 441, 475, 491, 570-572,
+ 592, 594, 595, 597, 681.
+
+ garancia 473.
+
+ Gärung 6, 80, 93, 94, 366.
+
+ Gauchheil 14.
+
+ Gebet 323, 467, 470.
+
+ Gebläse 609.
+
+ Gefilde der Entstehung 246, 327, 336.
+
+ Geflügelte Sonnenscheibe 347, 348.
+
+ Gegenerde 128.
+
+ Gegensatz 130, 133, 136, 138, 140, 141.
+
+ Gegenstromprinzip 114.
+
+ Geheimdienst 236, 240, 248, 249.
+
+ Geheimname 175, 251, =325=.
+
+ Geheimnisse der Goldhäuser 276.
+
+ -- -- Goldschmiede 267.
+
+ Geheimschrift 44.
+
+ Gehirn 105, 362, 375, 669.
+
+ Geier 200.
+
+ Geist des Kupfers 546.
+
+ Geister 38, 46, 59, 79, 82, 175, 182, 193, 205, 219, 221, 225, 241,
+ 243, 279, 321, 336, 341, 362, 365, 366, 368, 376, 391, 392,
+ 401, 404-408, 419, 423, 452, 457, 489, 492, 493, 508, 511, 555,
+ 622, 623, 636, 672.
+
+ -- böse 51, 55, 61.
+
+ Geistige Hochzeit 239.
+
+ Gelbes der Eier 110.
+
+ Gelbguß 596.
+
+ gelfum 599.
+
+ Gemmen 246.
+
+ Genesis 128, 138, 139.
+
+ Geometrie 120.
+
+ Gerbsäure 12.
+
+ Gerbstoff 9, 112.
+
+ Gerste 24.
+
+ Gerstenmalz 21.
+
+ Geschenke der Planeten 199.
+
+ Gewänder der ~Istar~ 243.
+
+ Gewicht 360, 368, 520.
+
+ -- spezifisches 376, 400, 408.
+
+ Gilbung 7, 24, 36, 47, 52, 65, 77-79, 94, 105, 302, 307.
+
+ Gips 5, 53, 85, 88, 113, 271, 357, 377, 390, 476, 659.
+
+ Gissipgal 170.
+
+ Glaes 537.
+
+ glaessa 481.
+
+ glaessum 481, 537.
+
+ Glanzkupfer 12.
+
+ Glas 31, 43, 44, 45, 69, 73, 84, 102, 103, 112, 217, 261,
+ =272=, 287, 298, 311, 368, 372, 375, 376, 377, 384, 390,
+ 391, 393, 395, 398, 401, 415, 416, 469, 473, 476, 500, 501,
+ 537, 645, 660.
+
+ Glasfluß 272, 276, 331.
+
+ -- blauer 262.
+
+ Glasmaler 466.
+
+ Glasofen 393.
+
+ Glasperlen 537, 556.
+
+ Glaspulver 9.
+
+ Glassa 473, 474, 476.
+
+ Glasspiegel 467, 473, 581, 587.
+
+ Glas, unzerbrechliches 422, 471.
+
+ Glasur 43, 170, 258, 261, 273, 473, 481, 660.
+
+ Gleiches und Gleiches 136.
+
+ Gleichgewicht der Elemente 131, 137.
+
+ Glimmer 14, 16, 18, 357, 384, 387, 405, 410.
+
+ Glocke 373, 399, 417, 475, 559, =564=, 622, 639.
+
+ Glockenmetall 439, 442.
+
+ Glockenspeise 568, 639.
+
+ Gluten casei 476.
+
+ Gnade Gottes 77.
+
+ -- von oben 89, 238, 341.
+
+ Gnosis 198, 230, =235=, 238, 249, 253, 281, 285, 322, 663, 672.
+
+ Gnostik s. Gnosis.
+
+ Gnostiker 81, 157, 199, 201, 224, 251, 337, 338, 350, 432, 513, 643,
+ 662.
+
+ Gold 7, 8, 34, 38, 40, 54, 56, 58, 60, 65, 67, 68, 77-84, 89, 90,
+ 94, 95, 99, 101, 105, 108, 110, 111, 132, 136, 142, 170,
+ 189, 211-221, 224, 250, 256, 262, 266-268, 274-277, 283-292,
+ 295, 298, 299, 304-309, 312-314, 318, 320-326, 329-332, 336,
+ 342-351, 360, 361, 365-368, 373, 377-380, 383-391, 395,
+ 399-423, 427, 430-447, 453-461, 467-474, 485-494, 497-502, 506,
+ 507, 512, 513, =518=, 521, 529-534, 543, 546, 552-558,
+ 577, 587, 589, 598, 605, 612, 613, 634, 639, 641, 644, 645, 680.
+
+ ⅓-Gold 264.
+
+ ⅔-Gold 264.
+
+ Goldamalgam 43, 44, 85, 90.
+
+ Goldbergbau 263.
+
+ Goldbergwerk 71.
+
+ Goldblume 643.
+
+ Goldblütchen 90.
+
+ Gold dritter Güte 540, 570.
+
+ Goldenes Halsband 232.
+
+ -- Lamm 232.
+
+ -- Vließ 232, 289, 524, 526.
+
+ Goldflitter 109.
+
+ Gold, flüssiges 526.
+
+ Goldfolie 467, 587.
+
+ Goldgärung 80, 326.
+
+ Goldhefe 80, 103.
+
+ Goldkies 36, 69, 70, 86.
+
+ Goldkoralle 32, 33.
+
+ Goldleder 467.
+
+ Goldmagnet 386.
+
+ Gold-Markasit 597.
+
+ Gold-Mensch 81.
+
+ Goldsamen 80.
+
+ Goldsand 263, 265.
+
+ Goldschaum 274.
+
+ Goldschlägerei 111, 267.
+
+ Goldschmelze 54, 267.
+
+ Goldschmiede 54, 267.
+
+ Goldschrift 8, 44, 111, 393, 466, 468, 471, 473, 602.
+
+ Goldtinte 465.
+
+ Götter der Metalle 45, 669.
+
+ -- sichtbare 145, 151, 154, 159, 210.
+
+ Göttersöhne 310.
+
+ Göttliches Wasser 327, 335, 345.
+
+ Grabbeigaben 538.
+
+ Grab des Osiris 88, 100, 303, 344.
+
+ graecanicum 555.
+
+ Gramm 115.
+
+ Granat 18.
+
+ Granatäpfelsaft 20.
+
+ Granatblüte 20.
+
+ Granate 21.
+
+ Granatrinde 9.
+
+ Granit 300, 551.
+
+ Graphit 641.
+
+ Grauspießglanz 68, 629, 643.
+
+ Grauspießglanzerz 217, 629, 630.
+
+ Greif 185, 265, 524, 525.
+
+ Grenelle-Rasse 545.
+
+ Griechisches Feuer 385, 398, 479, 548.
+
+ Große Göttin 616, 618.
+
+ -- Medizin 101.
+
+ -- Mutter 618.
+
+ Großer Drache 311.
+
+ Große Schlange 311.
+
+ Großes Werk 38, 43, 58, 61, 62, 67, 70, 76, 77, 81, 86, 90, 93, 98,
+ 99, 103, 105, 227, 308, 309, 322, 326, 342, 360, 361, 365, 366,
+ 387, 391.
+
+ Grundstoff 130, 140, 147.
+
+ Grünspan 16-19, 116, 137, 230, 273, 378, 384, 386, 388, 389, 391,
+ 405, 410, 411, 414, 460, 468, 469, 472-475, 546, 603.
+
+ Grünstein 54, 262, 267, 436, 539.
+
+ Gulden, venetianischer 117.
+
+ gulth 525.
+
+ Gummi 7-9, 28, 83, 90, 103, 389, 469.
+
+ Günsel 325.
+
+ Gurke 23, 401, 404, 410.
+
+ Gußeisen 423, 616, 619, 620, 622, 623.
+
+ Gynaikéion 632.
+
+ Gyps s. Gips.
+
+
+ Haar 669.
+
+ -- der ~Aphrodite~ 325.
+
+ -- des Hundsaffen 325.
+
+ hâd 527.
+
+ Hades 85, 327, 344.
+
+ Hâdî 387, 415.
+
+ hadid 379, 399, 409, 413.
+
+ Haftdschausch 387, 412, 414, 420, 597.
+
+ Hahn 246, 532.
+
+ haiarn 560.
+
+ Hallstädter Zeit 545.
+
+ Halonitron 488.
+
+ hamarr 628.
+
+ Hämatit 22, 28, 33, 43, 87, 214, 325, 392, 403, 417, 467, 468, 474,
+ 522, 539, 609, 621.
+
+ Hâmi 387, 415.
+
+ Han Dynastie 449.
+
+ Hanföl 480.
+
+ Haravija 438.
+
+ Harmonie der Sphären 123, 128, 137, 155, 187, 232, 244, 371, 516.
+
+ Harn 7-9, 12-24, 45, 327, 377, 384.
+
+ harnais 560.
+
+ harnisch 560.
+
+ Harnstoff 657.
+
+ Hartblei 630.
+
+ Hartbronze 552, 611.
+
+ Harteisen 626.
+
+ Härten der Bronze 551.
+
+ Hartkupfer 539.
+
+ Harût 523.
+
+ Harz 9, 17-19, 49, 50, 59, 389, 394, 415, 469, 471, 476, 479.
+
+ Hasmal 531.
+
+ Hausen 474, 476.
+
+ Hauswurz 14, 232.
+
+ Hefe 34, 80, 84, 94, 115, 324, 326, 345, 346, 366, 420.
+
+ Heft-Dschosch 412.
+
+ Heilige 3 Könige 209.
+
+ -- Kunst Ägyptens 64.
+
+ -- Wasser 323, 342.
+
+ Heimarmene 151, 152, 196, 202, 206, 230, 235, 238, 242.
+
+ Helios 95, 137, 155, 188.
+
+ Heliotrop 16, 19, 24, 232.
+
+ Helleborus 23.
+
+ Hellenismus 189.
+
+ hema mâkshîka 448.
+
+ Hennah 9, 270, 399.
+
+ Heptachord 123.
+
+ Hera 130, 155, 185.
+
+ Herakleïscher Stein 472.
+
+ Herakles 155.
+
+ Herauskehren 69, 70, 79, 97, 105, 132, 316, 344, 367, 368, 492.
+
+ Herba mercurialis 224.
+
+ Herbströschen 643.
+
+ Hermaphrodit 83, 201, 277, 321, 508.
+
+ Hermes 137, 155, 188, 200, 204, 217, 224, 232, 240, 343, 349-352,
+ 371, 374-376, 379, 405, 408, 419, 421, 666.
+
+ Hermetik 253, 259, 260, 285, 298, 310, 313, 337, 350, 663.
+
+ -- niedere 232.
+
+ Hermetische Kunst 60, 342.
+
+ Hermetischer Verschluß 60, 342, 362.
+
+ Herr der Schwärze 302.
+
+ Herrscher der Schicksale s. Lenker der Schicksale.
+
+ Herz des Geiers 325.
+
+ -- -- Hermes 325.
+
+ Hescht-Dhât 420.
+
+ Hesperos 123, 188.
+
+ Hexaeder 127, 135.
+
+ Hexeneinmaleins 48, 59, 229.
+
+ Hiaruha 523.
+
+ Himmel 210, 222, 239, 244, 249, 316, 318, 324, 326, 338, 339, 340,
+ 348, 360, 372, 450, 499, 512, 525, 671.
+
+ Himmelfahrt 198, 199, 244, 249, 250, 428.
+
+ Himmelsleiter 250, 338.
+
+ Himmelsreise 175, 188, 199, 230, 239, 667, 669.
+
+ Himmelsschlüssel 251.
+
+ Himmlische Brautkammer 239.
+
+ Hindiah 614.
+
+ Hingula 440.
+
+ hiranya 525.
+
+ Hirschwurz 232.
+
+ Hirt, guter 195, 201.
+
+ Hohlguß 521, 551, 554.
+
+ Holunder 475.
+
+ Holz 134, 451, 452.
+
+ Holzessig 19.
+
+ Holzkohlen 85.
+
+ homunculus 80, 224, 305, 321, 324, 338.
+
+ Honig 13, 17, 28, 59, 111, 272, 380.
+
+ Horoskop 350, 352, 499.
+
+ Horus-Verehrer 176, 261.
+
+ Hottentotten 609.
+
+ Huhn 13.
+
+ Hund 214, 223.
+
+ Hündin 13, 14.
+
+ Hundsstern 228.
+
+ Hurazu 170, 522, 553.
+
+ Hurmuz 676.
+
+ Huso 474, 476.
+
+ Hüttenrauch 405.
+
+ Hyaden 168.
+
+ Hyazinth 377, 378, 387, 415, 441.
+
+ Hyazinthe 22, 214.
+
+ Hydrostatische Wage 471, 472.
+
+ Hyksos 176.
+
+ Hyle 128, 134, 135, 138-140, 144, 147, 148, 153, 156, 159, 196, 238,
+ 242, 315, 317, 319, 320, 352, 381, 394, 671.
+
+ Hypsistos 153.
+
+
+ Iarn 560.
+
+ Iatromathematik 183, 208.
+
+ Ibis 181.
+
+ ibrîz 378, 399, 410.
+
+ Idee 133, 157, 159.
+
+ Idol 253, 254, 255, 256, 408.
+
+ Ifrangis 415.
+
+ ignis volans 479.
+
+ Ikhrâdsch 401.
+
+ Ikhwân alsafâ 369.
+
+ ik-kasduru 579, 581.
+
+ Ikosaeder 127, 135, 136, 372.
+
+ Iksîr 402, 673.
+
+ Illuminaten 495.
+
+ Imâm 364, 365.
+
+ incaustum 475.
+
+ Indicum 475.
+
+ Indigo 11, 12, 16, 17, 19, 22, 24, 89, 103, 271, 399, 409, 410, 469,
+ 473, 475.
+
+ Indische Medizin 434, 443.
+
+ Indischer Stein 387.
+
+ Indisches Salz 401.
+
+ -- Zinn 596.
+
+ Intellektuelle Substanzen 254.
+
+ iqâma 402.
+
+ Iranisch 120, 122, 125, 172, 212, 220, 247, 259, 260 (s. persisch).
+
+ Irin 389.
+
+ Iris 87, 101.
+
+ isarâ 628.
+
+ isarno 628.
+
+ Isatis 21, 113.
+
+ Isatis tinctoria 11.
+
+ Isbâdârîh 417, 418, 596.
+
+ Isbâd-rûy 409.
+
+ Isfâdrûy 410, 417.
+
+ Isfid 378.
+
+ Isfîdâdsch 386, 388, 405, 411, 414.
+
+ Isfidrûy 410, 417, 418.
+
+ Isismysterien 304.
+
+ Ismaris 476.
+
+ Ismet 484.
+
+ Ismit 484.
+
+ Ismu 264, 530.
+
+ Istar 206.
+
+ Istiqtâr 401.
+
+ Istuqisât 422.
+
+ Itacismus 294, 645.
+
+ Itmad 384.
+
+ It(h)mid 384, 386, 414, 417, 635, 636, 641, 642, 646, 682.
+
+
+ Jaçada 440.
+
+ Jadeït 456, 458.
+
+ Jainas 433, 447.
+
+ Jâkand 415.
+
+ Jakut 387, 415, 419.
+
+ Jarin 389, 468.
+
+ Jasada 439, 596.
+
+ Jascheb 387.
+
+ Jaspis 19, 183, 387.
+
+ jest 596.
+
+ Johannes-Christen 252.
+
+ jovial 219.
+
+ Judenkirsche 17.
+
+ Jungfernerde 99, 283, 320.
+
+ Jungfernmilch 321.
+
+ Jupiter 128, 129, 137, 165, 166, 170, 171, 181, 184, 187, 188, 205,
+ 211, 217, 219, 255, 259, 286, 288, 441, 442, 451, 452, 506,
+ 514, 516, 667, 676.
+
+
+ K. s. Q.
+
+ Kabbala 679.
+
+ Kabiren 609, 617, 618.
+
+ Kadméia 593.
+
+ Kadmia 5, 8, 10, 28, 32, 34, 36, 37, 44, 61, 69, 77, 78, 80, 93, 390,
+ 391, 572.
+
+ Käfer 177, 347.
+
+ Kahhâl 632, 635, 682.
+
+ Kahruba 389, 415.
+
+ Kaiwan 374, 676.
+
+ Kakodaimon 219.
+
+ Kalai 594, 596.
+
+ Kalaïm 594.
+
+ Kalaïs s. Kallaïs.
+
+ Kalam 594.
+
+ Kalang 594.
+
+ Kalbsblut 23.
+
+ Kali 377, 385.
+
+ Kal-Ijam 594.
+
+ Kalimija 390, 593, 594.
+
+ Kalimina 593.
+
+ Kalin 596.
+
+ Kalk 9, 24, 87, 368, 372, 375, 377, 384, 385, 416, 432, 435.
+
+ Kalkadir 384.
+
+ Kalkadis 414.
+
+ Kalkand 414.
+
+ Kalkatar 384, 414.
+
+ Kalk des Bleies 43.
+
+ -- der Eier 33, 42.
+
+ -- -- Philosophen 43, 345.
+
+ -- gebrannter 13, 15, 16, 20, 23, 33, 39, 74, 82, 88, 114, 115.
+
+ Kalkmilch 22.
+
+ Kalksand 384.
+
+ Kalkstein 459.
+
+ Kalkwasser 20, 22.
+
+ Kallaïna 272.
+
+ Kallaïs 44, 69, 73, 272, 273, 471.
+
+ Kalliblépharon 632, 633.
+
+ Kalmeia 593.
+
+ Kalmis 593.
+
+ Kälte 121, 123, 129, 130, 132, 136, 140, 142, 147, 316.
+
+ -- des Bleies 219.
+
+ kalte Natur 491, 677.
+
+ Kalzium-Polysulfid 8, 34.
+
+ Kamâhen 417.
+
+ Kameleia 298.
+
+ Kamille 643.
+
+ Kamin 7, 85.
+
+ Kampher 379, 390, 394, 403, 409, 410, 435, 439, 478.
+
+ Kâmsya 439, 442.
+
+ Kâmsyaha 439.
+
+ Kandiszucker 44.
+
+ Kanonenschläge 490.
+
+ Kaolin 459.
+
+ Kapelle 7.
+
+ Kapnos 22.
+
+ Kappernstrauch 21.
+
+ Kaputze 114, 116, 488.
+
+ Karat 86, 665.
+
+ Karchedonier 18.
+
+ Kar-Ijam 594.
+
+ Karmin 473, 475.
+
+ Karsijâd 387, 415.
+
+ Karte 6, 9.
+
+ Käsestoff 115.
+
+ Kaspi 170.
+
+ Kaspu 528, 553.
+
+ Kassiteriden 582, 584, 585, 586.
+
+ Kassiterit 577.
+
+ Kassiteros 63, 581.
+
+ Kastilischer Alaun 484.
+
+ kastira 579, 581, 588.
+
+ Kastirâm 442.
+
+ Katamenien 80, 360, 362.
+
+ Katesim 401, 404.
+
+ Kathmia 469.
+
+ Katzenauge 11, 441.
+
+ Kaulpatr 420.
+
+ kâzazatira 170, 579, 581.
+
+ Kazdir 412.
+
+ Keilschrift 162.
+
+ Keimformen 150.
+
+ Keimkräfte 150, 198.
+
+ Kelmis 593.
+
+ kême 211.
+
+ Kemelinu 673.
+
+ Kemmeltier 673.
+
+ Keration 665.
+
+ Keraunios 19.
+
+ Kermes 16, 19, 21, 22, 24, 361, 473, 475.
+
+ Kerotakis 18, 49, 88, 97, 111, 296, 346.
+
+ Kerykeion 224.
+
+ Ketu 431, 441, 442.
+
+ Kette, platonische 159.
+
+ Ketzerei 481.
+
+ Keuschheit, kultische 667.
+
+ Khalkitarin 42.
+
+ Kharpara 437.
+
+ Khekara 440.
+
+ Khemaléa 298.
+
+ Khumia 313.
+
+ Ki 456, 457.
+
+ Kibrit 392.
+
+ Kidâmî 415.
+
+ Kiesel 390, 393, 415, 416, 500.
+
+ Kiki 47.
+
+ Kilja 377.
+
+ Kimia 297, 673, 675.
+
+ Kîmijâ 89, 296-300, 377, 379, 387, 402, 404, 405, 410, 419, 425, 427.
+
+ Kimium 485.
+
+ Kîmûsât 387.
+
+ Kinaga 440.
+
+ Kinderspiel 68, 77, 90, 341.
+
+ Kinnabari 63.
+
+ Kin-tan 458, 459.
+
+ Kirschgummi 476.
+
+ Kit 521.
+
+ Kitt 115.
+
+ -- der Philosophen 43, 48, 345.
+
+ Kiwan 259.
+
+ Klaudianos 34, 44, 217.
+
+ Kleie 264.
+
+ Kleister 476.
+
+ Klimax des ~Hermes~ 233.
+
+ Klimia 594.
+
+ Knoblauch 11, 15, 17, 38, 395, 413, 415.
+
+ Knochen der Perser 61, 86, 326.
+
+ -- des Drachen 81, 326.
+
+ -- -- ~Horus~ 612.
+
+ -- -- Ibis 325.
+
+ -- -- Kupfers 61, 86, 326.
+
+ -- -- Seth 612.
+
+ -- -- Typhon 326.
+
+ Knoten der Mondbahn 431.
+
+ Knuphion 85, 344.
+
+ Knuphischer Deckel 305.
+
+ Kobalos 35, 661.
+
+ Kobalt 35, 539, 660, 661.
+
+ Kobathia 35, 59, 64, 83, 85, 102, 660.
+
+ Kobold 35, 609, 618.
+
+ Kochsalz 264, 389.
+
+ Koftgari 597.
+
+ Kohl 97, 475, 634.
+
+ Kohlendunst 416.
+
+ Kohol 42, 44, 88, 365, 392, 393, 404, 405, 409, 423, 527, 632,
+ 634-637, 641.
+
+ -- gelber 422, 424.
+
+ -- roter 424.
+
+ Kokkos 22, 270, 283.
+
+ Kolophonium 103.
+
+ Komari 22, 33, 53, 113.
+
+ Kommi 28.
+
+ Könige 73, 81.
+
+ König Helios 204.
+
+ Königskerze 232.
+
+ Königswasser 114, 446, 487.
+
+ Kontorniaten 273.
+
+ Koralle 377, 441, 469, 600, 644.
+
+ Korallenasche 415.
+
+ Koriander 379.
+
+ Korkkoralle 12.
+
+ Körner der Franken 394, 487.
+
+ Kornkäfer 22.
+
+ Körper 38, 82, 83, 94, 105, 135, 140, 376, 391, 401, 404, 408.
+
+ Körperlichkeit 147.
+
+ Körper und Geist 146.
+
+ Korund 419.
+
+ Korybant 542, 609, 617, 618.
+
+ Kosmos 197, 223, 226, 232, 246, 342, 347, 349, 400.
+
+ Kosthos 23.
+
+ K’pôr 548.
+
+ Kraft der Sterne 210, 254, 256.
+
+ -- -- Worte 240, 672.
+
+ Krähe 79.
+
+ Krankheit der Armut 67, 77, 88, 103, 324, 346.
+
+ Krapp 21, 23, 92, 210, 214, 270, 469, 473, 475, 678.
+
+ Kraut (kruyd) 644.
+
+ -- der hl. ~Katharina~ 325.
+
+ -- des hl. ~Petrus~ 325.
+
+ -- -- Lebens 180.
+
+ Krebs 50, 323, 332.
+
+ Kreide 518.
+
+ Kreisbewegung 163, 141.
+
+ Kreislauf 51, 120, 136, 141, 315, 318, 320, 321, 372, 666.
+
+ Kremnos 18.
+
+ Krimnos 18, 22, 23, 24.
+
+ Kristall s. Krystall.
+
+ Kronos 137, 155, 185, 200, 204, 217-219, 232, 240, 350, 351, 371,
+ 374, 375, 376, 405, 408, 413.
+
+ Krokos 378.
+
+ Kronos 56, 95.
+
+ Kryptogramm 481.
+
+ Krystall 136, 213, 217, 375, 377, 392, 476, 644.
+
+ Krystallglas 43, 384, 471.
+
+ ku-babber 527.
+
+ Kuchli 632.
+
+ Kudduru 163.
+
+ Kuhblume 643.
+
+ Kuhl 404, 405, 408, 409, 411, 641, 682.
+
+ Kühlen mit Schwamm 49, 85.
+
+ Kuhul 641.
+
+ kulda 525.
+
+ Kultische Reinheit 458.
+
+ Kumia 89.
+
+ Kümmel 7.
+
+ Kung-tsing 459.
+
+ Kunstgewerbe 267.
+
+ Kupfer 4-7, 11-13, 17, 19, 32-45, 53, 58-61, 66, 75, 78-86, 90-95,
+ 99, 105, 108, 111, 131, 136, 137, 142, 148, 160, 170, 189,
+ 212-221, 230, 242, 255, 256, 267, 268, 273-277, 280, 290, 291,
+ 295, 304, 312, 313, 319, 320, 322, 326, 341-344, 347, 351,
+ 360, 365, 368, 372, 373, 377-379, 384-391, 395, 399, 403-405,
+ 408-423, 431, 434-437, 440-442, 445, 446, 458, 460, 468,
+ 471-475, 491, 497, 506, 507, 514, 518-529, 534, =537=,
+ 550, 552, 556, 558, 561, 570, 572, 577, 583, 587, 589-593,
+ 596-598, 613, 614, 616, 626-630, 645, 660.
+
+ Kupfer-Arsen-Legierung 5.
+
+ Kupferblau 468.
+
+ Kupferblei 303.
+
+ Kupfercarbonat 262.
+
+ Kupfer, cyprisches 69.
+
+ -- gebranntes 18, 110, 468, 469.
+
+ -- gelbes 89, 91, 681.
+
+ -- glänzendes 33.
+
+ -- -Grün 271.
+
+ -- kalaïnisches 69.
+
+ Kupferkies 384.
+
+ Kupferlasur 8, 16, 87, 113, 116, 262, 271, 547.
+
+ Kupferoxyd 17, 170, 262, 474.
+
+ Kupferoxydhydrat 271.
+
+ Kupferoxydul 20, 170, 644.
+
+ Kupfer, persisches 91.
+
+ -- pneumatisches 344.
+
+ Kupferrost 434, 435.
+
+ Kupferschmied 538, 543.
+
+ Kupfervitriol 20, 42, 71, 367, 376, 434-436, 440, 441, 484, 592, 644,
+ 645.
+
+ Kupfer, vollendetes 344.
+
+ -- weißes 89, 417.
+
+ Kupferzeit 538, 539, 541, 542, 589, 607.
+
+ Kupholith 5, 13, 15, 33.
+
+ Kuppelation 7, 264.
+
+ kupya 441.
+
+ Kürbis 373, 387, 404.
+
+ Kureten 609, 617, 618.
+
+ Kurkuma 44, 111, 112, 116, 432, 666.
+
+ Kutub-Säule 623.
+
+ Kyanos 8.
+
+ Kynanthemon 643.
+
+ Kypros 417.
+
+ Kysthos 23.
+
+
+ Lab 380.
+
+ Lachen, siebenmaliges 74.
+
+ Lack 379.
+
+ Lackmus 270.
+
+ Ladschiwerd 388.
+
+ laiton 484, 573.
+
+ laminae 475.
+
+ Lapis calaminaris 593.
+
+ -- canis 484.
+
+ -- lazuli 54, 170, 262.
+
+ Larbasis 632.
+
+ Lasur 18, 116, 211, 377, 384, 387, 391, 395, 435, 441, 473, 475, 523.
+
+ Lasurstein 170, 201, 262, 269, 376, 392, 398, 410, 443, 469.
+
+ Lato 481.
+
+ Laton 484, 573, 574.
+
+ latta 573.
+
+ latte(n) 573.
+
+ Latven 573.
+
+ Lauch 475.
+
+ lauda 577.
+
+ Lauge 390.
+
+ Laugensalz 136.
+
+ Läuse 414, 415.
+
+ Lawsonia inermis 9, 270.
+
+ laxiva 474.
+
+ Lazurin 469.
+
+ Lazward 387.
+
+ lead 577.
+
+ Lebensjahr 63, 220.
+
+ Lebenskraft 321, 669, 675.
+
+ Lebenstrank 434, 435, 444, 445, 447, 448, 453, 455, 459, 460.
+
+ Lebenswasser s. Wasser des Lebens.
+
+ Leber 375.
+
+ Leberschau 186, 556.
+
+ Legierung 3, 8, 34, 44, 59, 68, 69, 71, 83, 105, 112, 116, 143, 256,
+ 275, 276, 278, 318, 323, 326, 359, 373, 400, 408, 411, 470,
+ 534, 572.
+
+ Lehmbeschlag 85.
+
+ Lehrbuch, chemisches 70.
+
+ Leib und Seele 146.
+
+ Leier 187.
+
+ Leim 43, 115, 390, 476.
+
+ Lein 325, 469.
+
+ Leinen 15, 40, 270, 326, 518.
+
+ Leinenbinde 99, 326.
+
+ Leinöl 69, 466, 467, 469, 473, 476, 480.
+
+ Leinwand 23.
+
+ Leiter der 7 Planeten 254.
+
+ Lemone 1, 116.
+
+ Lenker der Schicksale 165, 174, 183.
+
+ leod 577.
+
+ lepida cyprina 549.
+
+ Leuge 576.
+
+ Leukanthemon 643.
+
+ Libat 259.
+
+ Liebe und Haß 131, 132, 133.
+
+ Lilag 469.
+
+ Lilie 214, 469.
+
+ Limone 380.
+
+ Ling-chi-tsao 453.
+
+ Linsen 21.
+
+ Lithargyrina 3, 143, 575.
+
+ Lithargyros 5, 7, 63.
+
+ Logoi spermatikoi 150, 157, 159, 316, 317, 319, 320, 321, 323.
+
+ Logos 123, 139, 148, =149=, 150, 153, 154, =157=, 159, 194,
+ 196, 225, 230, 231, 234, 238, 245, 251, 316, 317, 319, 320,
+ 321, 381, 432, 452.
+
+ loha 435.
+
+ lôha 548.
+
+ Lombarden 116.
+
+ lood 577.
+
+ Lorbeer 22.
+
+ Lorbeerblatt 28, 73, 326.
+
+ Lorbeerholz 28, 90.
+
+ Losbücher 661.
+
+ lot 577.
+
+ Lötmittel 327.
+
+ lottone 573.
+
+ Löwe 223, 265, 667.
+
+ luaide 577.
+
+ Luchs 384, 536.
+
+ Luchsstein 201.
+
+ Lucifer 206.
+
+ Luft 99, 121, 122, 125, 127, 129, 130, 132, 135, 136, 140, 141, 147,
+ 153, 154, 156, 160, 222, 223, 242, 245, 255, 259, 316-319, 344,
+ 365, 371, 372, 376, 413, 422, 431-433, 443, 461, 488, 491, 669.
+
+ Lulazin 469.
+
+ Lulax 469.
+
+ Lunge 375.
+
+ lutum 481, 663.
+
+ Lychnis 19.
+
+ Lynkurion 384, 536.
+
+
+ Mafek 262, 539, 612.
+
+ Mafrig 378.
+
+ Magen 375.
+
+ Magie 98, 173, 174, 193, 195, 203, 208, 224, 227, 236, 238, 245, 254,
+ 255, 279, 291, 301, 308, 310, 312, 313, 322, 328, 338, 341,
+ 349, 350, 419, 421, 422, 424, 438, 499, 500.
+
+ Magier 173, 176, 183, 184, 209, 225, 269, 273, 286, 322.
+
+ Magische Pharmakopöe 233.
+
+ Magna Mater 243.
+
+ Magnesia 5, 28, 32, 36, 40, 44, 47, 59, 64, 68, 69, 71, 74, 78-80,
+ 83, 89, 100, 102, 105-108, 110, 341, 343, 345, 359, 377, 384,
+ 392, 393, 395, 401, 415, 416, 418, 471, 659.
+
+ -- cyprische 78.
+
+ -- der Glasmacher 43, 70, 484.
+
+ -- weibliche 69, 112.
+
+ Magnesit 170.
+
+ Magnes, männlicher 69.
+
+ Magnet 28, 36, 38, 70, 131, 133, 240, 266, 366, 379, 385, 386, 392,
+ 395, 415, 416, 423, 509, 674.
+
+ Magnetberg 386, 413, 415, 623, 678.
+
+ Magnet der Weisen 641.
+
+ Magneteisen 112, 386, 399, 440, 441, 610.
+
+ Magnetis 384, 621.
+
+ Magnetischer Stein 621.
+
+ Magnetit 609.
+
+ Magnetstein 74, 214, 331, 392, 399, 413, 417.
+
+ Magnîsijâ 401.
+
+ Mâh 676.
+
+ Mâhabhûta 432, 443.
+
+ Majolika 576.
+
+ Makrokosmos s. Makro- u. Mikrokosmos.
+
+ Makro- u. Mikrokosmos 60, 101, 120, 134, 138, 142, 151, 188, 196,
+ 202, 215, 218, 220, 366, 374, 375, 666.
+
+ mâkshîka 448.
+
+ Malachit 6, 16, 54, 73, 262, 327, 376, 377, 378, 384, 386, 391, 392,
+ 399, 414, 473, 523, 524, 539, 630.
+
+ Malayen 519, 596.
+
+ Malus eventus 234.
+
+ Malvasier 116.
+
+ Malz 24.
+
+ Mandel 380.
+
+ Mandragora 82.
+
+ Mangan 377.
+
+ Manganoxyd 271.
+
+ Mangansuperoxyd s. Braunstein.
+
+ Manghanese 467.
+
+ Manichäismus 260, 290, 671.
+
+ Manna 379.
+
+ Männliches 47, 67, 80, 99, 344.
+
+ -- und Weibliches 42, 47, 52, 57, 80, 99, 105, 108, 123, 129, 153,
+ 164, 201, 242, 254, 316, 342, 361, 407, 439, 457, 468, 509,
+ 511, 546, 547, 663, 667.
+
+ mannweiblich 125, 164, 200, 201, 203, 316.
+
+ Mantik 145, 153, 186, 193, 236, 279, 341.
+
+ Mantille 116.
+
+ maqad 417.
+
+ Marcacide 484.
+
+ Marchasita pallida 599.
+
+ Marcurius 510.
+
+ Margarita 388.
+
+ Marienbad 50.
+
+ Marienglas 14, 15, 53, 113, 548, 659.
+
+ Mârkaschîtâ 405.
+
+ Markasit 42, 44, 116, 359, 361, 365, 366, 368, 375-379, 384,
+ 388, 390, 392, 395, 401, 405, 413, 415, 418, 484, 598 (s.
+ Schwefelkies u. Pyrit).
+
+ markasita 448.
+
+ Marmor 33, 170, 213.
+
+ -- porphyriticus 474.
+
+ -- römischer 116.
+
+ Marqaschîtâ 401.
+
+ Mars 128, 137, 165, 166, 168, 170, 171, 181, 184, 187, 188, 205,
+ 214, 215, 217, 219, 255, 256, 259, 285, 286, 287, 441, 442,
+ 451, 452, 506, 514, 516, 667, 676.
+
+ Martak 386, 388, 411.
+
+ massa 573.
+
+ Masse 6.
+
+ Massener Ware 573.
+
+ Masse, unerschöpfliche 5, 13.
+
+ Mastix 469.
+
+ Mastixöl 13.
+
+ Materia prima 35, 36, 59, 79, 97, 99, 100, 139, 141, 147, 154, 302,
+ 320, 491, 493, 501.
+
+ Materie 154, 156-160, 196, 232, 241, 243, 254, 316, 317, 319, 323.
+
+ Matrix 80, 342, 360.
+
+ Maulbeerbaum 21.
+
+ Maulbeersaft 19, 22.
+
+ Maultier 131, 317.
+
+ Maximaltarif 291.
+
+ Maza 5, 6, 13, 22, 44, 47, 69, 74, 78, 143, 324.
+
+ Medizin 49, 80, 103, 105, 572.
+
+ Medizinische Mantik 233.
+
+ Medreseh 464.
+
+ Meduse 50.
+
+ Meerschaum 11.
+
+ Meersperber 266.
+
+ Meerwolle 673.
+
+ Mehl 271.
+
+ Mehltau 11.
+
+ mein 590.
+
+ Meister der Kunst 267.
+
+ Mekonion 14.
+
+ Melasse 410.
+
+ Melinum 518.
+
+ melium 469.
+
+ Melongena 380.
+
+ men 611.
+
+ Menesch 474, 476.
+
+ Mennige 8, 11, 18, 28, 33, 34, 59, 73, 86, 87, 100, 270, 326, 345,
+ 360, 368, 379, 386, 388-391, 395, 398, 405, 414, 436, 441, 469,
+ 473, 575.
+
+ Menschentöchter 310, 311.
+
+ Menschlein 80.
+
+ Menstrualblut 47, 305, 317, 324, 343, 380, 441.
+
+ Mercurius philosophorum 97.
+
+ Merkur 87, 128, 137, 164-167, 170, 171, 181, 184, 187, 188, 205, 206,
+ 208, 214-219, 255, 256, 259, 286, 287, 321, 427, 441, 442, 451,
+ 452, 506, 534, 667, 676.
+
+ Merwarid 388.
+
+ Mesdem 682.
+
+ Mess 573.
+
+ messe 573.
+
+ messen 573.
+
+ Messias 220.
+
+ messinc 573.
+
+ Messing 5, 34, 36, 71, 89, 91, 111, 143, 217, 290, 331, 359, 372,
+ 373, 378, 386-388, 398, 399, 403, 409-414, 417, 420, 422,
+ 423, 436, 437-443, 468, 472-475, 481, 484, 506, 527, 554,
+ =570=, 573, 592, 594, 595, 597, 598, 611, 681.
+
+ Messing-Stadt 423.
+
+ messnic 573.
+
+ Mestem 631.
+
+ Metabolé 52, 79, 140, 141, 147, 148, 158, 314, 315, 342, 344.
+
+ Métalk 517.
+
+ Metall 136, 142, 210, 211, 215, 250, 255, 256, 313, 322, 347, 348,
+ 350, 352, 373, 376, 377, =378=, 380, 389, 391, 401, 407,
+ 416, 430, 451, 452, 471, 474, 488, 489, 491, 492, =517=,
+ 547.
+
+ Metallarbeiten 273, 285.
+
+ Metallarii 518.
+
+ Metall, etesisches 106.
+
+ Metallgötter 541.
+
+ Metallkalk 88.
+
+ Metall, saturnisches 219.
+
+ Metallurgie 301.
+
+ Metall, weiches 221.
+
+ Metaxa 115.
+
+ Meteoreisen 607, 612, 620, 625.
+
+ Meze 573.
+
+ miess 573.
+
+ Mikrokosmos s. Makro- u. Mikrokosmos.
+
+ Milch 13, 14, 19, 20.
+
+ -- der Frau 84.
+
+ -- -- schwarzen Kuh 84, 88, 305, 325, 665.
+
+ -- -- unbefleckten Jungfrau 367.
+
+ Milchstraße 199.
+
+ Milz 375.
+
+ mînâ 398.
+
+ Mine 522.
+
+ Mineral 136, 137, 142, 373, 376, 380.
+
+ Mineralsäuren 71, 114, 115, 394, 414, 446, 487, 491, 492, 494.
+
+ Minium 8, 11, 28, 81, 87, 90, 92, 475.
+
+ Mirrich 676.
+
+ Mis 420.
+
+ Mischmetall 217, 218, 220, 250, 251, 256.
+
+ Mischung der Elemente 127, 131, 143, 215.
+
+ -- richtige 196.
+
+ miss 573.
+
+ missinc 573.
+
+ Misy 7, 8, 10, 20, 23, 36, 44, 87, 93, 644.
+
+ Mithras-Armee 251.
+
+ Mithrasdienst =247=, 513.
+
+ Mithraskult 184.
+
+ Mithrisches Mysterium 326, 346.
+
+ Mittelwesen 157.
+
+ Mittler 243, 248, 251.
+
+ mliwom 577.
+
+ Mochus 379.
+
+ Mögliches u. Wirkliches 139.
+
+ Mohn 469.
+
+ Mohnöl 476.
+
+ Mohnsaft 12.
+
+ Moly 325, 662.
+
+ Molybdaína 575.
+
+ Molybdochalkos 47, 78, 79, 80, 83, 107, 359.
+
+ Monat der Philosophen 99.
+
+ Mond 10, 57, 64, 70, 95, 108, 128, 137, 146, 162-165, 170, 171, 173,
+ 175, 177, 181, 184, 186, 187, 194, 200, 203, 204, 206, 209,
+ 211, 212, 214, 215, 217, 219, 222, 232, 243, 252, 253, 255,
+ 256, 269, 287, 312, 343, 347, 348, 349, 371, 374, 375, 378,
+ 403, 405, 413, 430, 440, 441, 442, 451, 452, 453, 456, 506,
+ 519, 525, 528, 634, 667, 674, 676.
+
+ Mondmonat 168, 187.
+
+ Mondstation 351, 375.
+
+ Mondstein 441.
+
+ monetarii 291.
+
+ Monopol 270, 276, 518.
+
+ Morgenstern s. Morgen- u. Abendstern.
+
+ Morgen- u. Abendstern 123, 137, 163, 164, 166, 181, 188, 194, 206,
+ 667.
+
+ Mosaïk 474, 476.
+
+ moess 573.
+
+ mösch 573.
+
+ Möschnic 573.
+
+ mosengju 573.
+
+ moss 573.
+
+ Mösschinen 573.
+
+ Mössinc 573.
+
+ mossu 573.
+
+ Mounds 535.
+
+ mufragh 378.
+
+ Multiplicatio 7, 429, 467.
+
+ mulwa 577.
+
+ Münze 530, 533, 575.
+
+ -- astrologische 514.
+
+ Münzfälscher 287, 333, 510.
+
+ Münzfälschung 74, 429, 504, 505.
+
+ Münzprägung 264.
+
+ Münzwesen 290.
+
+ Murdâsang 405.
+
+ murmeln 175.
+
+ Murmeltier 266.
+
+ Muschel 32, 33, 535.
+
+ Muschtari 676.
+
+ Mütter 372, 412.
+
+ Mutter der Berge 618.
+
+ -- -- Metalle 416.
+
+ Mutterschoß 246, 324, 325, 336.
+
+ Mykenische Kultur 522, 528, 543, 554, 575, 581, 616.
+
+ Myrobalane 112, 380, 445.
+
+ Myrthe 379.
+
+ Myrthenzweig 368.
+
+ Myssink 573.
+
+ Mysterien 328.
+
+ -- des ~Osiris~ 181.
+
+ Mysterium 39, 92, 101, 236, 244, 247, 248, 251, 304, 308, 344.
+
+ -- großes 77, 79.
+
+ -- mithrisches 83, 178.
+
+ Mystik 341, 350.
+
+
+ Nabât 644.
+
+ Naft 403, 415.
+
+ Nâga 436, 441, 579.
+
+ Naga-Jihwa 436.
+
+ Nâgam 442.
+
+ Nâhîd 374, 676.
+
+ Namen =240=, 244, 672.
+
+ namru 553.
+
+ Naoscha 385, 457.
+
+ Naphtha 246, 266, 373, 378, 385, 403, 413, 415, 418, 548.
+
+ Naphtha-Feuerwerker 548.
+
+ Nardspiel 676.
+
+ narm âhan 409, 413.
+
+ Narrensteuer 205.
+
+ Narzisse 214.
+
+ Nateph 76.
+
+ Natron 70, 385, 413.
+
+ Natter 234.
+
+ Natur der Planeten 215.
+
+ -- -- Sterne 210.
+
+ -- freut sich etc. 32, 33, 47, 64, 66, 97, 105.
+
+ -- kalte 210, 219, 677.
+
+ natura naturans 149, 150.
+
+ Naturphilosophie 512.
+
+ Nausadir 385 (s. Nûschadîr).
+
+ Nauschâdar 414 (s. Nûschadîr).
+
+ Naûschadîr 377 (s. Nûschadîr).
+
+ Navasara 440.
+
+ Nebu 259.
+
+ Neger 609.
+
+ Neid der Dämonen 51.
+
+ Nemesis 219.
+
+ Nephrit 456, 458.
+
+ Nermahâni 399.
+
+ Nestorianer 41, 257, 355, 370, 425, 446.
+
+ Neuplatoniker =157=, 193, 199, 203, 236, 238, 252, 254, 316,
+ 317, 320, 350, 432, 513.
+
+ Neupythagoräer =152=, 199, 203, 228, 230, 235, 238, 244, 281,
+ 315, 316, 317, 319, 337, 341, 350.
+
+ Nickel 539, 553, 592, 610.
+
+ Nichtseiendes 135.
+
+ Niello 6, 471, 473, 474, 475.
+
+ nigellum 6, 471, 473, 475.
+
+ Nigromancia 499, 679.
+
+ nihilum album 594.
+
+ Nike 219.
+
+ Nilschwelle 343.
+
+ nila 441, 469.
+
+ Niragh 259.
+
+ Nitrelaion 39.
+
+ Nitroma 13.
+
+ Nitron 8, 9, 10, 16, 23, 37, 39, 42, 83, 97, 102, 107, 375, 377,
+ 378, 385, 390, 395, 469, 474, 476.
+
+ Nitron, ägyptisches 52.
+
+ Nomismation 665.
+
+ n-tinkon 271.
+
+ Nub 520.
+
+ Nub en nun 520.
+
+ Nub en set 520.
+
+ Nuhâs 386, 378, 413.
+
+ Nukra 420.
+
+ Null 353, 674, 675.
+
+ Nura 384, 385.
+
+ Nûs 132, 133, 230, 231, 234, 238, 671.
+
+ Nûschadîr 369, 377, 385, 398, 401, 403, 404, 408, 409, 411, 440, 457,
+ 548.
+
+ Nuß 21.
+
+ Nußbaum 415, 469.
+
+ Nußöl 22, 466, 473, 476, 480.
+
+ Nyâya 433.
+
+
+ Obere Elemente 242.
+
+ Oberster der Künstler 54, 267.
+
+ Oberste Ursache 254.
+
+ -- Vernunft 254.
+
+ Obrussa 274, 525.
+
+ obryza 525.
+
+ obryzatum 525.
+
+ obryzum 525.
+
+ Obsidian 6, 554, 611.
+
+ Ochsenzunge 24, 270.
+
+ Odermennig 232.
+
+ Ofen 401.
+
+ -- automatischer 42.
+
+ Ofenbruch 572, 592.
+
+ Ofen der Glasmacher 92.
+
+ Ogdoas 239.
+
+ Ohren der Schlange 326.
+
+ Okapi 576.
+
+ Oker 28, 33, 70, 87, 90, 92, 271, 274, 384, 441, 468, 473, 474, 475,
+ 524, 678.
+
+ Oktaeder 127, 135, 136, 372.
+
+ Öl 12, 17, 18, 21, 22, 38, 50, 59, 269, 271, 380, 418, 469, 620.
+
+ Ölbaum 14, 59, 140.
+
+ Öl der Eier 42.
+
+ Oleum laterinum 480, 485.
+
+ Olivenholz 14, 17.
+
+ Olivenöl 474, 476.
+
+ Ölkitt 85.
+
+ olovo 577.
+
+ Olymp 128.
+
+ Omajjade 356.
+
+ Ondanique 614.
+
+ Onyx 214.
+
+ Ophiten 81, 214, 234, 337.
+
+ Ophiuchos 60.
+
+ Opium 379, 443.
+
+ Orakel 236.
+
+ Orange 116, 380.
+
+ or bruni 560.
+
+ Oreichalkos 591.
+
+ Organist 269.
+
+ Organon 373.
+
+ Orgel 269, 373.
+
+ Orichalcum 5, 34, 90, 111, 137, 189, 468, =571=, 587, 591.
+
+ Orichalkum, Nikäanisches 36.
+
+ Orion 168.
+
+ Orphik 153, 230, 235, 237, 265.
+
+ Orphiker 186, 188, 199, 200, 201, 218, 238, 316, 317, 320, 643.
+
+ Orseille 9, 19, 21-24, 270.
+
+ Ort, natürlicher 121, 136.
+
+ Oski 526.
+
+ Ostrea 473.
+
+ ottone 573.
+
+ Oxalsäure 657.
+
+ Oxydation 381.
+
+
+ Packfong 596.
+
+ Paeonia 232, 325, 662.
+
+ Paideros 23.
+
+ Palette 49, 88.
+
+ Palingenesia 124, 179, 230.
+
+ Palme 380.
+
+ Palmholz 211.
+
+ Panacee 65, 232, 324, 508.
+
+ Panbabylonier 161, 162.
+
+ Pancaloham 442.
+
+ pandium 469.
+
+ Panspermia 132.
+
+ Pantheismus 230.
+
+ Papier 465.
+
+ Pappel 390.
+
+ Papyrus 2, 6, 9, 44, 182.
+
+ Papyrus-Codices 2.
+
+ Papyrus verschlucken 182.
+
+ paraçu 546.
+
+ pârada 437, 438, 440, 441.
+
+ Parallelität 120, 138, 151, 188, 189, 196, 666.
+
+ paramânu 433.
+
+ Pânzahr 388.
+
+ Pech 5, 18, 19, 323, 372, 377, 410, 413, 476, 478, 484.
+
+ pecunia 544.
+
+ Pergament 9, 465, 469, 471, 474, 476.
+
+ Peripatetiker 145, 147, 316, 318.
+
+ Perlen =13=, 38, 44, 109, 113, 216, 276, 286, 287, 299, 306,
+ 311, 312, 313, 329, 366, 377, 379, 380, 391, 395, 402, 409,
+ 410, 419, 441, 459, 467, 660.
+
+ Perlit 625.
+
+ Perlmutter 13, 392, 410, 459.
+
+ Persisch s. Persien.
+
+ peruku 546.
+
+ Petersilie 481.
+
+ Pe-tong 417.
+
+ Peucedanum 232.
+
+ Pewter 596, 599.
+
+ Pfahlbauten 576.
+
+ Pfau 532.
+
+ Pfauenei 223, 246, 324, 527.
+
+ Pferd 131, 317.
+
+ Pfingstrose 232, 325.
+
+ Pflanzenasche 434, 435, 484.
+
+ Pflaumengummi 476.
+
+ Phaëthon 188.
+
+ Phainon 137, 188.
+
+ Pharmakon 8, 16, 17, 49, 52, 64.
+
+ -- des Lebens 67, 80.
+
+ Pharmuthi 48, 58, 99.
+
+ Pharus 213.
+
+ Phiale 49, 77, 80, 344.
+
+ Philister 613.
+
+ Philosophisches Ei 320, 400, 404, 494.
+
+ -- Gold 321.
+
+ Philosophischer Stein 320, 322, 324, 387.
+
+ Phlomos 232.
+
+ Phosphor-Bronze 552.
+
+ Phosphorescenz 50.
+
+ Phosphorescieren 113.
+
+ Phosphoros 137, 188, 351.
+
+ Phrygische Asche 571, 592.
+
+ Phykos 9, 270.
+
+ Physis 121, 133.
+
+ Pi 457.
+
+ Piautre 596.
+
+ pilakku 546.
+
+ pilindz 561.
+
+ Pistazia Therebinthus 34.
+
+ pittala 439.
+
+ Planeten 70, 77, 81, 87, 91, 105, 123, 128, 138, 141, 145, 146, 151,
+ 152, 155, 164-168, 174, 175, 181-186, 194, 195, 199, 200, 202,
+ 204-209, 211, 215, 216, 221, 222, 230, 232, 235, 241-245, 248,
+ 250, 251, 253, 256, 257, 259, 286, 287, 322, 334, 341, 343,
+ 347, 350, 352, 360, 366, 374-376, 389, 395, 400, 402, 407, 413,
+ 416, 419, 421, 425, 430, 431, 433, 441, 442, 443, 449, 451,
+ 452, 458, 489, 498, 499, 500, 506-510, 512-515, 519, 667, 670,
+ 671, 674-676, 679.
+
+ Planeten-Charakter 166.
+
+ Planeten-Dämonen 239, 259, 309, 499.
+
+ Planeten-Dienst 202.
+
+ Planeten-Farben 204.
+
+ Planeten-Fresken 515.
+
+ Planetengeister 241, 254, 671.
+
+ Planetengötter 151, 165, 173, 175, 176, 199, 203, 210, 212, 219, 242,
+ 244, 250, 251, 321, 322, 407, 669.
+
+ Planeten-Idol 514.
+
+ Planeten-Metalle =210=, 211, 215, 217, 218, 303.
+
+ Planetennamen 188.
+
+ Planetenreihe 171, 172, 184, 187.
+
+ Planeten-Seelen 676.
+
+ Planeten-Siebenheit =164=, 165, 167.
+
+ Planetensiegel 256.
+
+ Planeten-Tafel 425.
+
+ Planeten-Typen 514.
+
+ Planeten und Körperteile 233.
+
+ -- -- Lebensstufen 220.
+
+ -- -- Weltalter 220.
+
+ Planetenwoche =171=, =184=, 209.
+
+ Planeten-Zahl 667, 668.
+
+ Planetenzeichen 350.
+
+ plata 573.
+
+ Platin 264, 512, 531.
+
+ Platoniker 208.
+
+ Platonische Körper 127.
+
+ Platonisches Jahr 189.
+
+ Platyophthalmón 532.
+
+ Plejaden 167, 168, 298.
+
+ Pleonasmos 7.
+
+ Pleroma 52, 239, 245.
+
+ Pléroma der Kunst 346.
+
+ plinj 561.
+
+ plumbum alcalai 588.
+
+ -- akaleum 588.
+
+ -- album 580, 587.
+
+ -- argentarium 587.
+
+ -- candidum 580, 587.
+
+ Pneuma 38-40, 52, 55, 57, 70, 78-80, 83, 84, 87, 94, 97, 101, 113,
+ 122, 127, 128, 137, =142=, 144, =145=, 147-150,
+ 154-158, 196, =197=, 198, 224-227, 232, 234, 238, 245-247,
+ 251, 303, 305, 306, 316-322, 324, 327, 338, 339, 344, 345, 352,
+ 381.
+
+ -- göttliches 219, 223.
+
+ Pneumatiker 150, 318.
+
+ Pneumatische Bräute 239.
+
+ Podien 594.
+
+ Pómpholyx 93, 390, 592, 594, 598.
+
+ Porphyr 110, 467, 474.
+
+ porphyriser 116.
+
+ Porzellan 213, 394, 399, 411, 422, 460, 461, 677.
+
+ Porzellangefäß 256.
+
+ Posch 474, 476.
+
+ Pox 474.
+
+ Prasinum 273, 475.
+
+ Prima-Asem 5.
+
+ Prima-Purpur 23.
+
+ Prima-Silber 12.
+
+ Primel 325.
+
+ primum ens 597.
+
+ Probierstein 472.
+
+ Projektion 43, 79, 84, 94, 107, 492.
+
+ Projektions-Pulver 436, 439, 447.
+
+ projizieren 9, 36, 51, 82, 101, 320, 326, 367, 475.
+
+ Prophet 64, 98, 238, 239.
+
+ Prophetes 268.
+
+ Pseudárgyros 591, 592.
+
+ Psyche 97, 108, 196, 197, 338, 344, 671.
+
+ Psyllium 481.
+
+ Puch 632, 633.
+
+ pulad 409, 614.
+
+ pulafat 614.
+
+ Pupille 300, 301, 336.
+
+ -- der Augen 67, 87, 101, 302, 335, 342, 364.
+
+ Purpur 9, 18, 20, =22=, 26, 32, 38, 44, 45, 270, 271, 276, 278,
+ 312, 327, 329, 332, 395, 469, 473, 518.
+
+ Purpurissum 271.
+
+ Purpurschnecken 9, 21, 543.
+
+ Purpur, unvergänglicher 23.
+
+ Pygmäen 609.
+
+ Pyramiden 54, 257, 258, 282, 422, 423, 428, 610.
+
+ Pyrit 8, 14, 16, 34, 36, 42, 44, 64, 69, 70, 86, 90, 92, 93, 327,
+ 377, 384, 390, 392, 418, 435, 439, 440, 469, 562, 645 (s.
+ Markasit u. Schwefelkies).
+
+ Pyrôeis 137, 188.
+
+ Pyrolusit s. Braunstein.
+
+ Pythagoräer 188, 201, 208.
+
+
+ Q s. K.
+
+ Qabîlah 401.
+
+ qalah 409.
+
+ Qalaî 412, 588.
+
+ qalamî 411.
+
+ qalî 404, 409, 417, 420.
+
+ qalʾijj 378, 402.
+
+ Qamar 676.
+
+ Qandîl 401.
+
+ Qara 401.
+
+ qazdîr 409, 417.
+
+ Qualität 37, 38, 39, 69, 79, 93, 128, 130, 133, 136, 138, 140, 143,
+ 147, 148, 150, 156, 159, 317, 318, 320, 321, 367, 371, 372,
+ 381, 402.
+
+ Quecksilber 4-10, 12, 14, 32-36, 39-49, 52, 59, 64, 65, 69, 73,
+ 78, 81-90, 92, 94, 97, 99, 100, 105, 108, 111-114, 116, 142,
+ 216-218, 222, 256, 269, 277, 284, 289, 303-305, 309, 321, 326,
+ 336, 342-352, 359-369, 373, 376-382, 385-390, =391=,
+ 392-395, 399-420, 423, 428, 434-448, 457-460, 467-469, 473,
+ 475, 485, 488-492, 502-512, 524, 597-599, =600=, 603,
+ 606, 634-636, 641, 677-681.
+
+ Quecksilber, abgestorbenes 69.
+
+ Quecksilber-Amalgam 274.
+
+ Quecksilber, fixiertes 69.
+
+ -- getötetes 604.
+
+ Quecksilbernitrat 115.
+
+ Quecksilberoxyd 87, 386, 414, 487.
+
+ Quecksilbersalbe 603.
+
+ Quecksilber-Schmierkuren 606.
+
+ Quecksilber, sublimiertes 69.
+
+ Quecksilber-Teich 604.
+
+ Quecksilber, zweites 83.
+
+ Quelle 373.
+
+ quinta essentia 154.
+
+ Quintessenz 154, 508.
+
+
+ Rabe 79.
+
+ Radium 513.
+
+ Rahu 431, 441, 442.
+
+ rajata 530.
+
+ Rakete 479, 480.
+
+ rame 549.
+
+ Rangordnung 136.
+
+ râsa 434, 435, 437, 440, 447.
+
+ rasâcht 410.
+
+ Rasaka 436, 437, 595.
+
+ râs al sâbûn 411.
+
+ Rasâs 386, 388, 404, 412, 413, 417.
+
+ rasâs al qalaî 404, 408.
+
+ rasâs al usrub 404.
+
+ rasas qalî 411.
+
+ Rasâyana 435.
+
+ Rätsel des ~Agathodaimon~ 101, 105.
+
+ Rauchquarz 16.
+
+ Rauchtopas 16.
+
+ rauda 548.
+
+ raudhâ 546, 548.
+
+ raudo 548.
+
+ raudunes 548.
+
+ raudus 544.
+
+ Rauschgelb 679.
+
+ Rauschgold 274.
+
+ Rauschnarkose 199.
+
+ rauta 541, 546, 548, 629.
+
+ Realgar 5, 6, 10, 28, 33, 34, 36, 87, 102, 277, 345, 392, 393, 403,
+ 409, 410, 413, 434, 435, 439, 440, 441, 457, 458, 678.
+
+ Regenbogen 87, 101, 372.
+
+ Regenwasser der Alten 84.
+
+ Reifen der Früchte 143.
+
+ Reihe der Planeten s. Planetenreihe.
+
+ Reinheit, kultische 323, 341.
+
+ Reinigung 236.
+
+ Reis 409, 561.
+
+ Reiswasser 15.
+
+ Rennarbeit 609, 619, 624.
+
+ Rettigöl 28, 34, 69.
+
+ Rettigwasser 84.
+
+ Rezept 352.
+
+ Rezipient 49.
+
+ Rhamnus 23, 325.
+
+ Ricinus 47.
+
+ Ricinusöl 17, 18, 28, 34, 69.
+
+ Ricinuswasser 84.
+
+ Rind 214, 391.
+
+ Ring, platonischer 159.
+
+ Risigallo 679.
+
+ Ritual 99, 174, 235, 239, 241, 251, 343.
+
+ rôdh 548.
+
+ rohita 431.
+
+ Rohsoda 16, 39.
+
+ Romantik 511.
+
+ Römisches Harz 487.
+
+ Rose 214, 373.
+
+ -- der hl. ~Maria~ 325.
+
+ Rosenkreuzer 495.
+
+ Rosenöl 110, 369.
+
+ Rosenwasser 110, 404, 418, 492.
+
+ Rost 137.
+
+ Rosten 381.
+
+ Rot der Palmen 116.
+
+ Roteisenstein 8, 18, 22, 28, 33, 87, 417, 467, 468, 539, 610.
+
+ Rötel 8, 18, 87, 271, 274, 384, 386, 390, 468, 469, 475, 485, 524,
+ 678.
+
+ Roter Schwefel 416.
+
+ Rotes 80.
+
+ -- Blut 101.
+
+ -- Haus 267.
+
+ -- und Weißes 99.
+
+ Rotguß 596.
+
+ Rotholz 473.
+
+ Rötung 35, 47, 53, 65, 79, 94.
+
+ roudhos 546, 548.
+
+ roy 548.
+
+ Rübe 6.
+
+ Rübe, rote 9.
+
+ Rubin 18, 211, 441, 443.
+
+ Rubrica 475.
+
+ Rückgrat des Osiris 179.
+
+ ruad 548.
+
+ ruda 541, 546, 548.
+
+ rudhira 548.
+
+ rudru 548.
+
+ Rûh-i-Tûtijâ 420.
+
+ Rührstock 111, 435.
+
+ Ruß 49, 69, 94, 271, 302, 475.
+
+ Rûy 420.
+
+
+ Saʾad 410.
+
+ Sabbat 185, 669.
+
+ Sabh 214.
+
+ Sâburqâni 399.
+
+ Sacal 537.
+
+ Sachtah 412.
+
+ Sacrium 537.
+
+ saffâr 408.
+
+ Safflor 8, 21, 24, 270, 271.
+
+ safr 553.
+
+ Safran 8, 9, 28, 32, 34, 82, 111, 390, 466, 467, 468, 474, 475, 644,
+ 666.
+
+ Saft 318, 372, 373.
+
+ Saiten 244.
+
+ -- der Lyra 123, 128.
+
+ Sakai 537.
+
+ Sakramente 239, 242.
+
+ Sakrament des Ehegemaches 239.
+
+ sal coctum 479.
+
+ -- comatum 481.
+
+ -- commune grossum 479.
+
+ -- indum 479.
+
+ -- gemmae 116.
+
+ -- nitrum 107, 114, 116.
+
+ -- petrosum 490.
+
+ Salamander 81.
+
+ Salbe der Philosophen 500.
+
+ saliva 476.
+
+ Sallniter 510.
+
+ Salmiak 107, 114, 117, 258, 335, 358, 368, 369, 375, 377, 379, 385,
+ =392=, 394, 398, 401, 403, 404, 405, 413, 414, 417, 418,
+ 436, 439, 440, 457, 484, 487, 491, 548, 681.
+
+ Salnitro 488.
+
+ salonitro 116.
+
+ Salonitron 488.
+
+ Salpeter 9, 107, 114, 116, 377, 385, 394, 401, 460, 479, 480, 487,
+ 488, 490, 491, 644.
+
+ Salpetersäure 114, 487, 488.
+
+ Salz 5, 8, 9, 12, 70, 136, 142, 269, 292, 365, 373, 375, 377-379,
+ 385, 392, 395, 401, 413, 414, 435, 469, 473, 474, 475, 480,
+ 508, 510, 518, 527, 584.
+
+ -- ammonisches 73, 74.
+
+ -- der Mauern 394.
+
+ -- -- Sonne 416.
+
+ -- kappadozisches 75.
+
+ Salzschaum 12.
+
+ Salz von China 394.
+
+ Salzwasser 12, 16.
+
+ Sambucus 475.
+
+ Samen 34, 45, 53, 57, 64, 69, 80, 94, 125, 132, 142, 149, 150, 154,
+ 159, 197, 229, 305, 315, 316, 317, 319-326, 342, 345, 360, 369,
+ 380, 441 (s. Sperma).
+
+ -- der Metalle 416.
+
+ -- des Ammon 325.
+
+ -- -- Herakles 325.
+
+ -- -- Hermes 438.
+
+ -- -- Siva 440, 442.
+
+ Sâmkhya 432.
+
+ Samniten 556.
+
+ Samos 289.
+
+ Samstag 185.
+
+ Sandbad 40, 50, 115.
+
+ Sand, gelber 33, 39, 41, 83, 93.
+
+ -- goldfarbiger 109.
+
+ -- roter 33, 83.
+
+ Sandarach 5, 6, 8, 32, 33, 36, 41, 52, 69, 82, 83, 86, 92, 214, 379,
+ 389, 392, 393, 416, 466, 467, 470, 473, 587, 634, 677, 678.
+
+ sandarus 389.
+
+ Sandelholz 403.
+
+ Sandyx 69, 270, 473, 678.
+
+ San-fuh 453.
+
+ Sapphir 18, 214, 217, 441.
+
+ Sapîdrûy 418.
+
+ Sapo gallicus 485.
+
+ Saptaratna 443.
+
+ sarandsch 398.
+
+ Sarder 18.
+
+ Sarkokolla 410.
+
+ Satansstein 387, 415.
+
+ Saturn 128, 137, 165, 166, 170-172, 181, 184-188, 205, 206, 210,
+ 214-220, 255, 257, 259, 286, 288, 431, 441, 442, 451, 452, 506,
+ 534, 667, 676.
+
+ Sauerstoff 460, 461.
+
+ Säulen des Herkules 554.
+
+ Säure 37, 440.
+
+ -- mineralische 71.
+
+ Sbiadâr 418.
+
+ Scabiosa 639.
+
+ Scammonia 23.
+
+ schabah 412, 636.
+
+ Schabattu 171.
+
+ Schabb 384, 414.
+
+ Schabh 378, 393, 399.
+
+ Schachspiel 676.
+
+ Schachtelhalm 21.
+
+ Schâdanah 401.
+
+ Schaf 255.
+
+ Schakk 44, 403, 405.
+
+ Schams 676.
+
+ Schandschart 386.
+
+ Scharfes Wasser 393.
+
+ Scharlach 21, 270, 327.
+
+ -- galatischer 24.
+
+ Schatz des Priamos 522.
+
+ Schaum des Typhon 325.
+
+ Schaumnitron 9, 13, 102.
+
+ Scheidewasser 114.
+
+ Schekel 292.
+
+ Schiefer 262.
+
+ Schießpulver 394, 418, 477, 629, 634.
+
+ Schiffsbauch der Sphäre 128.
+
+ Schiiten 199.
+
+ Schildkröte 113.
+
+ Schirmsafflor 302.
+
+ Schlange 60, 65, 66, 74, 81, 177, 178, 214, 224, 225, 233, 234, 237,
+ 242, 246, 247, 251, 265, 305, 313, 325, 337, 343, 347, 391,
+ 663, 665, 672.
+
+ Schlangengreif 225.
+
+ Schlangenrohr 49, 85.
+
+ Schlangenstab 337.
+
+ Schlangenverehrung 125.
+
+ Schleim 137, 318.
+
+ Schlüssel 251.
+
+ -- der Erkenntnis 251.
+
+ -- des Thot und Hermes 55, 232.
+
+ Schmelzbarkeit 136.
+
+ Schmelzen 142.
+
+ Schmiede 267, 268, 273, 521, 525, 682.
+
+ Schmiedeeisen 622.
+
+ Schmiedekunst 608, 626, 628.
+
+ Schminke 312, 313, 630-632.
+
+ Schminknapf 630.
+
+ Schmirgel 379, 476, 611.
+
+ Schnee 132.
+
+ Scholastik 482, 490.
+
+ Schöllkraut 7, 16, 17, 19, 21, 82.
+
+ Schreiber des Himmels 302.
+
+ Schreiberengel 221.
+
+ Schreiberschwärze 94.
+
+ Schröpfkopf 224.
+
+ Schule von Athen 160.
+
+ Schule von Salerno 606.
+
+ Schutzengel 141, 515.
+
+ Schwangerschaft 70, 342, 375.
+
+ Schwarzblei 302.
+
+ Schwarzdorn 475.
+
+ Schwarze, das 361.
+
+ Schwärze 69, 103, 302-304, 336, =341=, 671.
+
+ -- aus Stimmi 38.
+
+ Schwarze Brühe 47, 62, 81, 100, 302, 303, 305.
+
+ Schwarzer Geist 88.
+
+ -- Saft 47.
+
+ Schwarzes 52, 79, 94, 101.
+
+ -- Präparat 302.
+
+ Schwarz, indisches 113.
+
+ Schwarzkupfer 300, 303, 540.
+
+ Schwarzland 300, 301.
+
+ Schwarzpulver 477, 479, 482, 487, 490.
+
+ Schwarz, skythisches 17.
+
+ Schwärzung =36=, 47, 52, 65, 68, 79, 87, 94, 100, 105, 111, 302,
+ 307, 320.
+
+ Schwefel 6, 8, 16-20, 24, 32, 33, 36, 39-44, 47-49, 52, 59, 64, 69,
+ 74, 81-84, 89, 93, 97, 99-101, 105, 112, 115, 116, 142, 277,
+ 305, 309, 321, 326, 342-345, 354, 359-362, 366, 368, 373,
+ 376-391, 395, 401-407, 411-419, 435, 436, 439-441, 444, 447,
+ 448, 457-461, 468, 469, 474-480, 485-492, 502-510, 548, 603,
+ 635, 636, 641, 678, 680.
+
+ Schwefelantimon 32, 34-36, 68, 73, 88, 116, 217, 341, 365, 369,
+ 384, 390, 392, 409, 484, 587, 629, 630 (s. Antimonsulfid u.
+ Grauspießglanz).
+
+ Schwefelarsen 5, 34, 39, 73, 369, 384, 390, 392, 401, 404, 437 (s.
+ Arsensulfid).
+
+ -- gelbes 7, 23, 33 (s. Arsensulfid, gelbes).
+
+ -- rotes 6, 53, 69, 86 (s. Arsensulfid, rotes).
+
+ Schwefelblei 34, 38, 42, 59, 100, 345, 384, 389, 410, 435, 575, 630,
+ 631, 634.
+
+ Schwefelblumen 390.
+
+ Schwefelcalcium 114.
+
+ Schwefel der Philosophen 42.
+
+ Schwefeleisen 592.
+
+ Schwefel, gelber 39, 40, 79, 392.
+
+ -- gelöster 90.
+
+ Schwefelkies 7, 8, 20, 36, 42, 375, 377, 390, 405, 418, 441, 448 (s.
+ Markasit u. Pyrit).
+
+ Schwefelkupfer 42, 82.
+
+ Schwefel, lebendiger 82.
+
+ Schwefelleber 8, 487.
+
+ Schwefelmilch 88, 487.
+
+ Schwefelnatrium 42.
+
+ Schwefel, roter 383, 392.
+
+ Schwefelsäure 115, 367, 401, 446, 487, 488.
+
+ Schwefel, schwarzer 39, 69.
+
+ Schwefelsilber 34, 474, 543.
+
+ Schwefel, unverbrennlicher 59, 362.
+
+ Schwefelwasserstoff 84.
+
+ Schwefel, weißer 28, 33, 39, 40, 79, 392, 393.
+
+ Schweflige Säure 84.
+
+ Schweineblut 23, 70.
+
+ Schweiß 437.
+
+ Schweißen 619.
+
+ Schwertlilie 475.
+
+ Scilla 325.
+
+ Sebennion 20.
+
+ Seele 142, 144, 149, 154, 157, 225, 232, 239, 243, 250, 254, 316,
+ 317, 319, 321, 376, 459, 667, 671.
+
+ Seelenwanderung 124, 199.
+
+ Sefidrûy 409, 417, 420, 596.
+
+ Seide 115, 116, 380.
+
+ Seidelbastsame 16.
+
+ Seidenzeug 115.
+
+ Seife 24, 70, 86, 88, 114, 117, 369, 390, 418, 470, 485, 662, 670.
+
+ Seifenkraut 20.
+
+ Seifenlauge 411.
+
+ Seifenstein 459.
+
+ Seifenwurzel 9, 20, 23, 24.
+
+ Seisarat 369.
+
+ Selene 95, 137, 155, 188, 204.
+
+ Selenit 5, 33, 53, 113, 390.
+
+ semen psillii 481.
+
+ Sempervivum 14, 232.
+
+ Sepia 33, 117.
+
+ Sepsis der Isis 105, 341.
+
+ Septizonium 171, 207, 250, 514.
+
+ Serapeion 75, 78, 96, 191, 268, 346.
+
+ Serifa 617.
+
+ Servus fugitivus 41, 83, 409.
+
+ sethala 620.
+
+ Sethianer 178, 576.
+
+ Sibiltu 220.
+
+ Sibylle 220.
+
+ sidabras 530.
+
+ Sieben 115.
+
+ Siebener-Tage 171.
+
+ Siebengottheit 163, 167.
+
+ Sieben Metalle 102.
+
+ Siebentägige Fristen 171.
+
+ Siebenzahl 123, 167, =182=, 187, 242, 374, 421, 428, 430, 433,
+ 516, 669.
+
+ Siegelerde, lemnische 93.
+
+ Siegelsteine 203.
+
+ Siën 453, 454, 457, 459.
+
+ sifr 386, 388, 399, 403, 410.
+
+ Sigle 26.
+
+ Signatstern 641.
+
+ Silber 4, 5, 7, 8, 11, 13, 32, 34, 38, 40, 56, 58, 65, 69, 77-84,
+ 88-91, 94, 95, 99, 101, 105, 110, 111, 114, 116, 136, 137, 142,
+ 170, 189, 211-221, 242, 250, 256, 262, 264, 267, 268, 273-277,
+ 286-291, 298, 299, 304, 305, 309, 312-314, 318, 320-326,
+ 329-332, 342-351, 366-368, 373, 375-380, 384-391, 395, 399,
+ 402-405, 408, 410-423, 434-443, 453, 456, 458, 460, 461, 468,
+ 470-475, 485, 489, 493, 497, 500, 502, 506, 507, 512, 519-525,
+ =527=, 529, 532-537, 546, 558, 577, 587, 589, 598, 612,
+ 613, 634, 680.
+
+ Silber, ägyptisches 90.
+
+ Silberblei 45.
+
+ Silberblick 43, 393, 470.
+
+ Silbergärung 80.
+
+ Silber, gelbes 33.
+
+ Silberhefe 103.
+
+ Silberkies 36, 86.
+
+ Silber-Mensch 81.
+
+ Silbernitrat 115, 487.
+
+ Silberschaum 33.
+
+ Silberschrift 7, 44, 471.
+
+ Silbertinte 465.
+
+ silubr 530.
+
+ Sîm 442.
+
+ Simâb 677.
+
+ Sîm-i-Suchtah 420.
+
+ Sin 259.
+
+ Sindura 436.
+
+ Sinnbilder der Gestirne 163, 165.
+
+ Sinopis 8, 10, 28, 475, 524.
+
+ sipri zakur 170.
+
+ sirebro 530.
+
+ Sirene 137, 244.
+
+ Siricum 468.
+
+ Sîrîkôn 390.
+
+ sîsa 577, 588.
+
+ Skarabäus 54, 178, 200, 322.
+
+ Skorpiuros 20.
+
+ Smaragd 16, 31, 58, 73, 102, 211, 214, 217, 272, 278, 331, 377, 387,
+ 388, 399, 414, 415, 441, 443, 471, 518.
+
+ -- falscher 524.
+
+ Smerrud 387.
+
+ smid 628.
+
+ smîdr 628.
+
+ smitha 628.
+
+ Soda 8, 17, 20-24, 107, 271, 377, 434, 435.
+
+ Sodalauge 13.
+
+ Sohn Gottes 232.
+
+ Solidus 665.
+
+ Sol invictus 248.
+
+ Soma 38, 39, 83, 135, 140, 160.
+
+ Sonne 10, 26, 57, 78, 81, 82, 87, 95, 128, 137, 146, 154, 162-166,
+ 170-178, 184-187, 194, 200, 203-206, 211-214, 217, 222, 230,
+ 232, 242, 243, 248, 249, 253-256, 259, 307, 312, 322, 346-349,
+ 371, 374-378, 395, 405, 430, 431, 440-=442=, 451-453, 516,
+ 519, 521, 525, 666, 667, 674, 676.
+
+ Sonne als König 184.
+
+ Sonnenkäfer 54, 211, 267.
+
+ Sonnenkind 305.
+
+ Sonnenstein 19, 441.
+
+ Sonnentempel 520.
+
+ Sonnenuhr 186.
+
+ Sonnenvogel 246.
+
+ Sonnenwasser 326.
+
+ Sonntag 184, 185.
+
+ Sophien-Kirche 566.
+
+ Sory 8, 36, 90, 93.
+
+ Sothis 228.
+
+ Spannkraft 147.
+
+ Speautre 596, 600.
+
+ Speichel 476.
+
+ Spelter 596, 599.
+
+ Sperma 47, 53, 99, 317, 319, 343, 345, 362, 369 (s. Samen).
+
+ Sphäre 137, 174, 175, 188, 199, 200, 232, 242-245, 250, 255, 338,
+ 345, 352, 371, 372, 421, =499=, 515.
+
+ Sphären-Dämonen 195.
+
+ Sphärenharmonie s. Harmonie der Sphären.
+
+ Sphärenmusik s. Harmonie der Sphären.
+
+ Sphâtika 443.
+
+ Spiauter 418, 596, 599, 600.
+
+ Spiegel 90, 91, 556, 562, 563, 590.
+
+ Spießglanz 34, 35, 36, 369, 417 (s. Antimonsulfid).
+
+ Spießglas 38.
+
+ spilendzi 561.
+
+ Spina 475.
+
+ Spiritus 148, 321.
+
+ Spodós 86, 93, 592, 594.
+
+ Spottkruzifix 185, 576.
+
+ Sprechen, rechtes 198.
+
+ Spreu 264, 266.
+
+ staen 582.
+
+ stagnum 582.
+
+ Stahl 45, 137, 220, 310, 379, 386, =388=, 399, 404, 409, 413,
+ 423, 440, 441, 475, 611-617, 620, 623-628.
+
+ Stahl, chinesischer 213, 422.
+
+ -- damascierter 112.
+
+ -- indischer 112.
+
+ Stahlspiegel 399.
+
+ stannum 582, 584, 587.
+
+ Stärke 470.
+
+ Stater 292.
+
+ -- ptolemäischer 2.
+
+ Steckmuschel 673.
+
+ Stein, etesischer 86, 105, 107.
+
+ -- der Franken 415.
+
+ -- der kein Stein ist 44, 45, 62, 110, 178, 326, 345.
+
+ -- -- Philosophen s. Stein der Weisen.
+
+ -- -- Weisen 53, 65, 77, 91, 105, 110, 295, 298, 308, 314, 320,
+ 341, 345, 362, 365, 368, 419, 427, 445, 458, 489, 493, 494,
+ 507, 510, 512, 673, 680.
+
+ -- phrygischer 23, 33, 92.
+
+ -- des Quecksilbers 83.
+
+ -- schwarzer 70.
+
+ Steinbock 219, 285, 286.
+
+ Steinkohle 413.
+
+ Steinsalz 116, 479 (s. Salz).
+
+ Steinzeit 519, 520, 535, 538, 539, 544, 546, 556.
+
+ Stellvertretung 166, 667.
+
+ Stem 631.
+
+ Sten 582.
+
+ Steresis 158, 302.
+
+ Sterne 146, 154, 162, 215, 317, 321, 332, 430.
+
+ Sterndämon 321.
+
+ Stern der Erde 390.
+
+ -- -- Weisen 641.
+
+ Stern des Antimoniums 641.
+
+ Sterndeutung 497.
+
+ Sterndienst 174, 181, 185, 186, 202, 252, 254.
+
+ Sterngeister 138, 241, 255, 310.
+
+ Sterngötter 137, 141, 152, 189, 210, 215, 321.
+
+ Sternschnuppe 321.
+
+ Stibeos 638, 639.
+
+ Stibi 377, 393, 631-636.
+
+ Stibium 640.
+
+ Stier 177, 214, 223.
+
+ Stilbon 137, 188, 194, 351.
+
+ Stimmi 32, 35, 40, 42, 43, 47, 68, 69, 73, 100, 102, 108, 116, 201,
+ 217, 341, 384, 393, 587, =631=, 632-636, 641, 642, 646.
+
+ -- anglicum 641.
+
+ -- italisches 44.
+
+ -- koptisches 62.
+
+ -- der Philosophen 42.
+
+ Stoa, jüngere 195.
+
+ Stoff und Form 153, 159.
+
+ -- -- Kraft 116.
+
+ Stoïker 203, 219, 315-317, 319, 320, 341.
+
+ Strahlblume 643.
+
+ Strahlen der Sterne 215.
+
+ Strahlenkrone 249.
+
+ Streupulver 39, 44 (s. Xerion).
+
+ Struthion 20.
+
+ Stuck 273.
+
+ Stufenjahr 220.
+
+ Stufenturm 189, 250, 668.
+
+ Stupa 434.
+
+ Stypteria 28, 659.
+
+ Sublimat 14, 42, 44, 59, 112, 117, 369, 375, 393, 412, 420, 423, 437,
+ 447, 459, 487, 604, 640.
+
+ Sublimation 40-50, 52, 57, 75, 98, 289, 305, 344, 369, 391, 401, 409,
+ 412, 436, 439, 447, 602.
+
+ Sublimieren 37, 82, 394, 487.
+
+ Sucinum 537.
+
+ Sufr 399, 410, 412, 527.
+
+ Su-Marchaschi 388.
+
+ Surb 420.
+
+ Surma 439, 440, 631.
+
+ Süßholz 116.
+
+ suta 437.
+
+ Syenit 551.
+
+ Symbolik 236.
+
+ Sympathie 38, 151, 159, 183, 197, 202, 208, 210, 254, 313, 325, 329.
+
+ -- und Antipathie 134, 146, 343.
+
+ Synagogé 483.
+
+ Synkretismus 53, 189.
+
+ Synthese, chemische 657.
+
+ Syrisches Glas 378.
+
+
+ Tabarzad-Zucker 392.
+
+ Tabaschir 15, 441.
+
+ Tabasi(s) 14, 16.
+
+ Tabula smaragdina 663.
+
+ tacht 574.
+
+ Tag des Herrn 185.
+
+ Tah-Shih 444.
+
+ Tai-kih 452.
+
+ Tal 412.
+
+ Taliqûn 378, 412, 414, 420, 678.
+
+ Talisman 91, 404, 422, 457.
+
+ Talk 5, 33, 53, 108, 109, 113, 357, 365, 368, 377, 384, 387, 390,
+ 392, 405, 415, 438, 441, 459.
+
+ Tamarinde 380.
+
+ tamassos 543.
+
+ Tâmba 442.
+
+ tambâja 574.
+
+ Tâmran 442.
+
+ Tan 459, 590.
+
+ Tang 312.
+
+ Tang-Dynastie 459.
+
+ Tanger 389.
+
+ Tanmâtra 432.
+
+ Tannenharz 476.
+
+ tannur 369, 401, 614, 617.
+
+ Tan-sha 459.
+
+ Tao 452, 454, 456, 457, 459.
+
+ taqtîr 409.
+
+ târa-mâkshîka 448.
+
+ Tarichéia s. Tarichie.
+
+ Tarichie 59, 99, 106, 108, 301, 302, 305, 327, 341, 645.
+
+ Tartaros 111, 112, 117, 219.
+
+ Tartarum 112, 666.
+
+ Tartarus 485.
+
+ tasʾîd 409.
+
+ Tatanagam 436.
+
+ Tatarisches Salz 385.
+
+ Taube 178, 214.
+
+ Taubenkot 7.
+
+ Tau des Herrn 323.
+
+ Technik =261=.
+
+ Technites 5, 19, 25, 36, 269, 273, 278, 280, 281, 326.
+
+ techset 611.
+
+ Teer 479.
+
+ tehset 611.
+
+ teht 574.
+
+ Telchinen 609, 617, 618.
+
+ temes 617.
+
+ Tempelberg 169.
+
+ Tempel der sieben Pforten 91.
+
+ -- -- -- Planeten 216.
+
+ -- des Knuph 305.
+
+ Tempelindustrie 268, 274.
+
+ Tempelküche 55.
+
+ Tempelturm 165, =168=.
+
+ Tempel-Werkstätten 275, 276, 278, 279, 281.
+
+ Temperament 372, 373.
+
+ tenor 147.
+
+ Teou-Schih 559.
+
+ terebentinum 480.
+
+ Terpentin 480.
+
+ Terpentinharz 18.
+
+ Terpentinöl 467.
+
+ terra de Michna 481.
+
+ -- sigillata 93.
+
+ Tetraeder 127, 135, 136, 372.
+
+ Tetrasomie 35, 38, 47, 62, 78, 81, 97, 324, 326, 336, 343, 344.
+
+ Thenaker 70.
+
+ Theologie 154.
+
+ Therapeuten 156.
+
+ Therebinthe 34, 59.
+
+ Thermospodien 85, 97.
+
+ thesed 551.
+
+ Theurgie 208, 254, 281.
+
+ Thiniten 261, 520, 540, 551, 631.
+
+ thisd 551.
+
+ Tiára 348.
+
+ Tierischer Magnetismus 511.
+
+ Tierkreis 163, 165, 183, 186, 206, 209, 210, 343, 351, 374, 451, 676.
+
+ Tierkreisbild 334, 499, 516.
+
+ Tierzahn 466.
+
+ Tilâ 420.
+
+ tin 590.
+
+ tind 600.
+
+ tindr 600.
+
+ Tinkal 70, 378, 389.
+
+ Tinkâr 70, 359, 378, 389, 392, 414.
+
+ Tinktur 31, 105, 278, 320, 491, 492, 508, 676.
+
+ Tinte 55, 74, 79, 416, 423, 475.
+
+ -- der Schreiber 302.
+
+ Tîr 374, 676.
+
+ Titanos 33.
+
+ Tochter der Perser 42, 44.
+
+ Todsünde 199, 242.
+
+ Tolma 219.
+
+ Tombacco 574.
+
+ Tombak 442.
+
+ Ton 84, 136, 142, 372.
+
+ Tonart 106.
+
+ Ton der Philosophen 401, 677.
+
+ Töne 373.
+
+ Tonerde 13, 17, 20, 23, 85.
+
+ -- kimolische 20.
+
+ Tonstöpsel 85.
+
+ Tonus 156, 317.
+
+ Tonwaren 43, 273, 477.
+
+ Topas 14, 211, 377, 441.
+
+ Tore 250, 251.
+
+ -- der 7 Himmel 216, 223.
+
+ Totenbeigaben 2, 26.
+
+ Toten-Erwecken 67.
+
+ Traganth 399.
+
+ Traganthgummi 7, 14, 22, 43.
+
+ tran 580.
+
+ Träne des Isis 325.
+
+ Transmutation 64, 67, 80, 97, 103.
+
+ Trapu 442, 588.
+
+ Traube 20.
+
+ Traumdeuterei 193.
+
+ Trester 20.
+
+ Treue Brüder 369.
+
+ Tribikos 49, 85, 344.
+
+ Trichitis 481.
+
+ Trinkbares Gold 503.
+
+ Triplosis 5, 13, 330.
+
+ trishna 431.
+
+ Trismegistos 226.
+
+ Trockenheit 123, 127, 130, 136, 147, 316.
+
+ Tropfmetall 221.
+
+ Tropfzink 591.
+
+ Tscheng 600.
+
+ Tschou-Dynastie 559.
+
+ Tu 636.
+
+ Tuchia 491.
+
+ Tuciu 574.
+
+ tudsch 412.
+
+ Tumbac 574.
+
+ Tuntzy 574.
+
+ turba 483.
+
+ Türhüter der Sphären 243.
+
+ Türkis 211, 262, 272, 376, 388, 413, 441, 539, 548.
+
+ Turkesa 388.
+
+ Tusche 45.
+
+ Tuschie 594.
+
+ Tutanag 599.
+
+ Tutanega 413, 596.
+
+ Tutenage 436, 596.
+
+ Tutia 71, 76, 111, 117, 365, 384, 390, 395, 401, 409, 413, 436, 481,
+ 485, 491, 570, 574, 593, 594, 665, 675.
+
+ -- femina 369.
+
+ Tutia marina 369.
+
+ Tûtijâ 401, 405, 409, 410, 412, 415, 419, 420 (s. Tutia).
+
+ -- der Weisen 411.
+
+ Tutta-Nagam 436.
+
+ Tuttha 436, 441, 446.
+
+ Tuttham 436.
+
+ Tyche 219.
+
+
+ Udal 394.
+
+ Ulme 469.
+
+ umae 548.
+
+ umajo 548.
+
+ Umfärbung 37, 39, 344, 360.
+
+ Umwandlung 37, 79, 87, 94, 97, 99, 122, 136, 141, 142.
+
+ Unbegrenztes 134, 135.
+
+ Unser Blei 35, 47, 48, 62, 78, 79, 100, 101, 302, 634.
+
+ -- Bleiweiß 83.
+
+ -- Essig 35.
+
+ -- Gold 79, 321.
+
+ -- Kalk 82, 83.
+
+ -- Kupfer 47, 78, 83.
+
+ Unsere Magnesia 87.
+
+ Unser Silber 62.
+
+ -- Tau 101.
+
+ Unsterblichkeit 124, 178, 180, 238, 324, 335, 494.
+
+ Unsterblichkeits-Trank 201, 230, 239, 446, 453, 455, 456, 458, 459,
+ 519.
+
+ Urfeuer 148.
+
+ Urin der Jungfrau 99.
+
+ Urmaterie 79, 121, 134, 135, 140, 147, 155, 158, 223, 296, 302, 303,
+ 318, 320, 341, 371, 394, 400, 402, 412, 432.
+
+ Ur-Pneuma 197.
+
+ Urstoff 35, 121, 122, 129, 132, 139, 160, 222, 314, 315.
+
+ urudu 541, 546, 548, 553.
+
+ Uruki 170.
+
+ urreïda 548.
+
+ Urwasser 122, 178.
+
+ Uschnan 401.
+
+ Uschschak 357.
+
+ Usem 530.
+
+ Usia 138, 139, 147, 148, 156.
+
+ -- der Seele 149.
+
+ Usrub 379, 386, 388, 402, 404, 413.
+
+ Usrundsch 386, 388, 405.
+
+ utâl 663.
+
+ Utârid 255, 676.
+
+
+ Vâc 432.
+
+ Vaisêshika 433.
+
+ Valentinianer 51, 226, 239.
+
+ Vanga 440, 442.
+
+ Vangam 442.
+
+ Vartaloha 439, 442.
+
+ vas aquae bullientis 492.
+
+ Vasasiddha 437.
+
+ Vater der Metalle 416.
+
+ Vaterunser 115.
+
+ Veilchen 373, 469.
+
+ Vel-Ijam 594.
+
+ Veneda 476.
+
+ Venerandus felix 234.
+
+ Venetum 273, 469.
+
+ Ven-Kalam 594.
+
+ Venus 128, 137, 163-167, 170, 171, 181, 184, 187, 188, 205, 206, 214,
+ 217, 255, 256, 259, 285, 286, 287, 321, 347, 431, 441, 442,
+ 451, 452, 506, 519.
+
+ -- barbata 200, 667.
+
+ Verbascum 232.
+
+ Verbena 325.
+
+ Verbrennung 381.
+
+ Verdichtung 121, 122, 132, 136.
+
+ Verdünnung 121, 122, 132, 136.
+
+ Verfüttern der Perlen 13, 114, 391, 467, 503.
+
+ Vergißmeinnicht 325.
+
+ Vergoldung 3, 8, 34, 43, 266, 274, 465, 470, 472-475, 602.
+
+ Verklärte 198.
+
+ Vermählung 47, 129, 136, 318, 322, 342, 419.
+
+ -- der Naturen 80.
+
+ Vermeil 469, 473, 485.
+
+ vermiculum 473.
+
+ Vermilio 485.
+
+ Vernitio 476.
+
+ vernix 116, 473, 481.
+
+ verre 537.
+
+ Versilberung 3, 34, 470, 475.
+
+ Verwandtschaft 36, 42.
+
+ Verzinnung 586, 590, 629.
+
+ vesica 476.
+
+ vetro 537.
+
+ Vier Geister 368.
+
+ Vierzahl 246.
+
+ Viole 214.
+
+ Virga aurea 225.
+
+ Viride hispanicum 474, 475.
+
+ -- salsum 475.
+
+ Vision 76, 77, 80, 82.
+
+ Vitreolum 491.
+
+ Vitriol 6, 7, 9, 21, 42, 47, 70, 79, 90-93, 114, 353, 369, 373, 377,
+ 378, 384-395, 401, 403, 413-416, 469, 484, 487, 491, 599, 659,
+ 665.
+
+ -- gebrannter 9.
+
+ -- grüner 437.
+
+ -- römischer 114, 116, 488.
+
+ -- weißer 600.
+
+ vitriolum 42, 469.
+
+ Vitriolum romanum 116.
+
+ vitrum 481, 537, 549.
+
+ -- graecum 476.
+
+ Vogel 84.
+
+ Vogelgreif 265.
+
+ Vokale 203, 244, 672.
+
+ Vorbedeutung 207.
+
+ Vorbeizung 15.
+
+ Vorsokratiker 186.
+
+
+ Wachs 14, 15, 17, 49, 85, 97, 271, 469, 476.
+
+ Wachsbehandlung 49.
+
+ Wachsen und Reifen 142.
+
+ Wage 550.
+
+ Wagen der Planeten 137.
+
+ Wahrer Name 174, 175, 177, 182, 198, 240.
+
+ Waid 11, 16, 17, 21, 23, 24, 410, 473, 537.
+
+ Wal 113.
+
+ Walnuß 22.
+
+ Wanderschmiede 610, 624.
+
+ Wärme 121, 122, 127, 129, 130, 132, 136, 140, 142, 147, 316.
+
+ Wars 44, 399.
+
+ Wasser 99, 121, 122, 125-130, 132, 135, 136, 140-142, 147, 153, 154,
+ 156, 160, 173, 175, 222, 223, 245, 259, 316-319, 344, 365,
+ 371-373, 376, 381, 413, 422, 431-433, 443, 451, 452, 460, 461,
+ 488, 491, 669, 671.
+
+ Wasserbad 40, 43, 394, 401, 418, 492.
+
+ Wasser des Abyssos 59.
+
+ -- -- ewigen Lebens 489.
+
+ -- -- Herrn 221.
+
+ -- -- Lebens 180, 223, 246, 259, 304, 322, 326, 335, 552.
+
+ Wasser, filtriertes 86, 88.
+
+ Wassergold 263.
+
+ Wasser, göttliches 8, 34, 39, 40, 42, 47, 48, 52, 67, 68, 84, 94, 97,
+ 99, 101, 103, 105, 113, 114.
+
+ -- göttlichstes 39.
+
+ Wassermann 219, 285, 286.
+
+ Wasser, neues 179, 181.
+
+ Wasserrad 269.
+
+ Wasser, schwefliges 8, 39.
+
+ -- schwefligstes 39.
+
+ -- skythisches 33, 83.
+
+ -- süßes 86.
+
+ Weibliche, das 344.
+
+ Weibliches 80, 99.
+
+ Weiberwerk 77, 341.
+
+ Weihrauch 202, 300, 399.
+
+ Weihwasser 304.
+
+ Wein 75, 143, 315, 422, 426, 428, 491.
+
+ Weingeist 471, 480, 482, 640 (s. Alkohol).
+
+ Weinstein 9, 22, 33, 97, 112, 292, 475, 476, 480, 485.
+
+ Wein, toter 143.
+
+ Weisheit, göttliche 157.
+
+ Weißblech 629.
+
+ Weiß der Ifrangis 387.
+
+ Weißen 36, 47, 76, 77, 78, 90 (s. Weißung).
+
+ -- und Gilben 61, 64, 108.
+
+ Weißer Hermes 408.
+
+ -- Vitriol 600.
+
+ -- Vogel 387.
+
+ Weißes Haus 267.
+
+ -- Kupfer 571.
+
+ -- und Rotes 78.
+
+ Weißgold 4, 264, 531.
+
+ Weißkupfer 291, 292.
+
+ Weißmessing 572, 597.
+
+ Weißmetall 378.
+
+ Weißsieden 292.
+
+ Weißung 6, 13, 34, 36, 47, 52, 65, 79, 87, 94, 105, 302, 307 (s.
+ Weißen).
+
+ Weizen 140, 324, 491.
+
+ Weltachse 137, 250.
+
+ Welt als Organismus 151.
+
+ Weltenbecher 425.
+
+ Weltenei 54, 125, 126, 178, 200, 246, 317, 323, 326, 431.
+
+ Weltfeuer 123, 148.
+
+ Weltgeist 226, 303.
+
+ Weltordnung 317.
+
+ Weltregenten 202.
+
+ Weltseele 123, 126, 141, 148, 157, 197, 254, 317, 371, 374.
+
+ Weltvernunft 148.
+
+ Werg 115.
+
+ Wetterläuten 569.
+
+ Wetzstein 415.
+
+ Widderhorn 644.
+
+ Wiederbelebung 52, 86, 222, 223, 245, 287, 300, 304, 321-323, 326,
+ 327, 335, 344, 361, 367, 447, 509.
+
+ Wiedergeburt 124, 249, 338.
+
+ Wind 122, 125, 173, 176, 222, 431.
+
+ Winkel 127.
+
+ Wirkliches 139.
+
+ Wirkungen der Sterne 210.
+
+ Wismut 599, 642.
+
+ Wissenschaft der Wage 419.
+
+ Woche 171, 519, 669.
+
+ -- ägyptische 182.
+
+ Wolf 214.
+
+ -- der Metalle 641.
+
+ Wolfram 625.
+
+ Wolfsmilch 11, 21.
+
+ Wolke 344.
+
+ -- des Arsens 83.
+
+ Wolle 19, 22, 44, 312.
+
+ Wollmagnet 387, 415.
+
+ Worte 244, 672.
+
+ Wortwitz 185.
+
+ Wucherblume 643.
+
+ Wünschelrute 225.
+
+ Würfel 372.
+
+ Wurzeln aller Dinge 130.
+
+ Wüstengold 570.
+
+
+ Xerion 39, 40, 43, 45, 60, 65, 68, 69, 79, 80, 82, 87, 94, 101, 103,
+ 108, 111, 113, 297, 320, 326, 346, 359, 673.
+
+
+ Yaçada 595.
+
+ Yang 451, 452, 461.
+
+ Yantra 448.
+
+ ya-siao 385.
+
+ yasada 595.
+
+ yasoda 441.
+
+ yavanestha 588.
+
+ Yin 451, 452, 460, 461.
+
+ ystaen 582.
+
+ Yu 457.
+
+ Yü 456, 458.
+
+ Yu-Schih 571.
+
+
+ Zabar 553.
+
+ Zabargad 387.
+
+ zâdsch 378, 384, 392.
+
+ zafar 553.
+
+ zafr 553.
+
+ Zafrân 405.
+
+ Zahl 7: 195.
+
+ -- 40: 306.
+
+ Zahlen 1-9: 371.
+
+ Zahlenlehre 127, 153.
+
+ Zahlenmystik 123, 128, 187, 244.
+
+ Zahlenwerte 672.
+
+ Zahlzeichen 672.
+
+ Zambac 478.
+
+ zandschafr 398.
+
+ zandschâr 405.
+
+ zar 526, 678.
+
+ zaranya 526, 678.
+
+ zarik 526.
+
+ Zarnak 359.
+
+ Zarnia 93.
+
+ Zarnich 369, 375, 401, 403, 404, 410, 419, 678.
+
+ Zarnik 384.
+
+ Zarnika 93, 678.
+
+ Zauber 179, 555, 556.
+
+ Zauberbuch 156, 211, 309.
+
+ Zauberei 182, 195, 279, 349, 424, 432, 438, 481, 499, 500, 664, 672,
+ 673.
+
+ Zauberer 225, 240, 458, 498, 499.
+
+ Zauberformeln 26, 91.
+
+ Zauberhandlungen 104, 115.
+
+ Zaubermittel 313.
+
+ Zauberpapyrus 115.
+
+ Zauberquadrate 372, 675.
+
+ Zauberräder 160.
+
+ Zaubersalbe 26.
+
+ Zauberspiegel 339, 340, 423.
+
+ Zaubertafel 334.
+
+ Zauberworte 239, 245.
+
+ Zâwûk 677.
+
+ Zeichen 10.
+
+ -- des Mondes 26.
+
+ -- der Sonne 26.
+
+ -- -- Sterne 674.
+
+ Zein 590.
+
+ Zeiten, richtige 205.
+
+ Zelto 525.
+
+ Zentralfeuer 128.
+
+ Zeitmaß 115.
+
+ Zeus 46, 95, 129, 137, 155, 200, 204, 217, 232, 240, 322, 349, 350,
+ 351, 352, 371, 374, 375, 376, 405, 408.
+
+ zîbaq 409, 423, 677.
+
+ Ziege 224.
+
+ Ziegel, glasierte 170, 668.
+
+ Ziegelöl 480, 485.
+
+ Ziegenblut 23, 93.
+
+ Ziffern, indische 675.
+
+ Zijûg 677.
+
+ zijuka 41, 677.
+
+ zikkarat 164.
+
+ Zikkurat 168, 169, 668.
+
+ Zimmerholz 128.
+
+ Zimtholz 211.
+
+ zin 590.
+
+ zincho 600.
+
+ zinco 600.
+
+ Zincken 597.
+
+ zindschafar 411.
+
+ Zindschâr 386, 388, 411.
+
+ Zink 5, 7, 142, 290, 404, 415, 418, 420, 436-439, 441, 442, 448,
+ 456, 458, 548, 570, =591=.
+
+ Zinkasche 594.
+
+ Zinkblume 594, 598, 599.
+
+ zinke 600.
+
+ Zinkerz 457.
+
+ zinko 600.
+
+ Zinkoxyd 71, 93, 111, 117, 390, 485, 600.
+
+ Zinn 3-7, 12, 13, 32, 34-38, 43-45, 56, 59, 61, 69, 78, 79, 81, 83,
+ 86, 88, 91, 92, 95, 112, 131, 142, 143, 148, 160, 170, 189,
+ 213, 216-221, 250, 255, 264, 280, 287, 290, 291, 303, 317-322,
+ 326, 343, 344, 347, 349, 351, 352, 367, 368, 373, 375, 377-379,
+ 386, 388, 391-395, 402-405, 408, 409-415, 417, 420, 423, 435,
+ 437, 439-443, 456, 458, 460, 467-475, 488, 497, 506, 507, 519,
+ 520, 529, 549-561, 571, =577=, 596-598, 613, 630, 639,
+ 642, 681.
+
+ Zinnamalgam 465.
+
+ Zinnfolie 466, 468, 581.
+
+ zinnisat 164.
+
+ Zinnober 8, 10, 11, 18, 22, 28, 32-36, 39-43, 59, 69, 73, 77-80, 83,
+ 87-92, 97, 112, 270, 271, 274, 277, 283, 309, 326, 327, 342,
+ 345, 362, 375, 376, 384-390, 392, 398, 405, 407, 410, 411,
+ 414, 416, 423, 436-441, 444-447, 457-460, 466-469, 473, 475,
+ 484-487, 597-602, 605, 634.
+
+ Zinnober der Philosophen 79, 81, 94.
+
+ Zinnoxyd 170, 384.
+
+ Zinnschmuck 578, 591.
+
+ Zinnschrei 43.
+
+ zint 600.
+
+ Zirnich 384, 387.
+
+ Ziwag 395.
+
+ Ziwaka 677.
+
+ Zodiakus 205, 210, 669.
+
+ zoloto 525.
+
+ Zuchal 255, 676.
+
+ Zucker 350, 380, 470.
+
+ Zuckersyrup 410.
+
+ zudschâdsch 369, 378.
+
+ Zuhrâ 676.
+
+ Zündsatz 74.
+
+ Zundschufr 386, 388, 405, 414.
+
+ Zwiebel 24, 395, 415.
+
+ Zwitter 80, 83, 99, 164, 316, 345, 392, 508, 676.
+
+ Zwölfzahl 187.
+
+
+
+
+Druck der Universitätsdruckerei H. Stürtz A. G., Würzburg.
+
+
+
+
+Schriften des nämlichen Verfassers:
+
+
+ =Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den
+ ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation.= (Leipzig
+ 1890; 474 S.)
+
+ =Die Entwicklung der Deutschen Zuckerindustrie von 1850 bis 1900.=
+ Festschrift zum fünfzigjährigen Bestehen des Vereins der Deutschen
+ Zuckerindustrie. (Leipzig 1900; 341 S.)
+
+ =Die Chemie der Zuckerarten.= 3. Aufl. (Braunschweig 1904; zwei
+ Bände, 2004 S.)
+
+ =Analyse der Rohstoffe, Erzeugnisse und Hilfsprodukte der
+ Zuckerfabrikation.= (Berlin 1911, 115 S.; Bd. IV von =Lunge’s=
+ „Chemisch-technischen Untersuchungsmethoden“, 6. Aufl.)
+
+ =Die beiden Grundschriften der Rübenzucker-Fabrikation: A. S.
+ Marggraf (1747) und F. C. Achard (1803).= Neuausgabe mit Anmerkungen
+ (Leipzig 1907, 72 S.).
+
+ =Abhandlungen und Vorträge zur Geschichte der Naturwissenschaften.=
+ (Leipzig 1906 und 1913; Bd. 1, 590 S.; Bd. 2, 491 S.)
+
+Ferner:
+
+ =Gemeinverständliche nationalökonomische Vorträge; geschichtliche
+ und eigene Forschungen, von weil. Prof. Dr. Wilhelm Neurath.=
+ Herausgegeben von Prof. Dr. =Edmund O. von Lippmann=. (Braunschweig
+ 1902; 308 S.)
+
+
+
+
+Verlag von Julius Springer in Berlin W 9.
+
+
+ * =Untersuchungen über Aminosäuren, Polypeptide und Proteine.=
+ (1899-1906.) Von =Emil Fischer=. 1906.
+ Preis M. 16,--; geb. M. 17,50
+
+ * =Untersuchungen in der Puringruppe.= (1882-1906.) Von =Emil
+ Fischer=. 1907. Preis M. 15,--; geb. M. 16,50
+
+ * =Untersuchungen über Kohlenhydrate und Fermente.= (1884-1908.) Von
+ =Emil Fischer=. 1909. Preis M. 22,--; geb. M. 24,--
+
+ * =Organische Synthese und Biologie.= Von =Emil Fischer=. +Zweite+,
+ unveränderte Auflage. 1912. Preis M. 1,--
+
+ * =Neuere Erfolge und Probleme der Chemie.= Experimentalvortrag,
+ gehalten in Anwesenheit S. M. des Kaisers aus Anlaß der
+ Konstituierung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der
+ Wissenschaften am 11. Januar 1911 im Kultusministerium zu Berlin. Von
+ =Emil Fischer=. 1911. Preis M. --,80
+
+ =Untersuchungen über die Assimilation der Kohlensäure.= Sieben
+ Abhandlungen. (Aus dem Chemischen Laboratorium der Bayerischen
+ Akademie der Wissenschaften in München.) Von =Richard Willstätter=
+ und =Arthur Stoll=. Mit 16 Textabbildungen und einer Tafel. 1918.
+ Preis M. 28,--; geb. M. 36,--
+
+ * =Untersuchungen über Chlorophyll.= Methoden und Ergebnisse. Aus
+ dem Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie. Von Prof. Dr. =Richard
+ Willstätter=, Mitglied des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Chemie,
+ und Dr. =Arthur Stoll=, Assistent des Kaiser-Wilhelm-Instituts für
+ Chemie. Mit 16 Textfiguren und 11 Tafeln. 1913.
+ Preis M. 18,--; geb. M. 20,50
+
+ * =Geschichte der Pharmazie.= Von =Hermann Schelenz=. 1904.
+ Preis M. 20,--; geb. M. 22,50
+
+ * =Zur Geschichte der pharmazeutisch-chemischen Destilliergeräte.=
+ Von =Hermann Schelenz=. Mit vielen Abbildungen im Text. 1911.
+ Preis M. 3,--
+
+
+ * _Hierzu Teuerungszuschlag._
+
+
+Fußnoten:
+
+[1] „Beiträge zur Geschichte der Chemie“ (Braunschweig 1869) 1, 17.
+
+[2] ~Goethes~ „Werke“ (Weimarer Ausgabe) Bd. 15, 80; Vers 6415 ff.
+
+[3] Stuttgart 1868; 7, 404
+
+[4] „L’astrologie grecque“ (Paris 1899) 51, 578, 207, 548, 579, 573.
+
+[5] „De natura rerum“, lib. 1, Vers 641.
+
+[6] Vgl. ~Bodenstedt~, „Aus dem Nachlasse des ~Mirza Schaffy~“ (Berlin
+1877) 71; der Gedanke entstammt einem persischen oder arabischen
+Dichter, doch habe ich mir leider vor Jahren weder +seinen+ Namen
+angemerkt, noch den des +Übersetzers+.
+
+[7] Frei übersetzt in Anlehnung an ~Deussen~, „Geschichte der
+Philosophie“ (Leipzig 1908); 1 (3), 5.
+
+[8] ~Pauly-Wissowa~, „Real-Enzyklopädie des klassischen Altertums“
+(Stuttgart 1894 ff.) 6, 807.
+
+[9] Berlin 1898; 1, Vorr. 3, 9.
+
+[10] Auf mancherlei Feinheiten der Orthographie mußte jedoch,
+derzeitiger typographischer Schwierigkeiten halber, verzichtet werden.
+
+[11] Wie ein Briefwechsel mit Herrn Geh.-Rat Prof. Dr. ~H. Diels~
+feststellte, gibt es von diesem Werke Exemplare im Pariser
+Original-Einbande, bei denen die Titelblätter von Bd. 1 und 2
+verwechselt sind!
+
+[12] Beitr. I, 97 ff.
+
+[13] Coll. I, 28 ff.; Arch. 266 ff.
+
+[14] Coll. I, 21; ebd. 5, 19 ff., 54, 73, 200 f.
+
+[15] S. dessen Beschreibung Or. 80 ff.
+
+[16] „Papyrus Graecus Holmiensis“ ed. ~Lagercrantz~ (Upsala 1913);
+auf diese Ausgabe beziehen sich im folgenden die Seitenzahlen ohne
+besondere Bezeichnung.
+
+[17] 54 ff., 89; vgl. 45 ff.
+
+[18] 50, 137 ff.
+
+[19] 53; vgl. Coll. I, 4, 200; Or. 87; Intr. 4.
+
+[20] 94.
+
+[21] 119; für eine Herabsetzung bis ins 4. Jahrhundert
+spräche aber nach ~Wessely~ der Gebrauch von νόμισμα nach der
+diokletianisch-constantinischen Münzordnung, neben Münzen wie στατὴρ
+Πτολεμαικός, ptolemäischer Statér („Chrysographie“, in den „Wiener
+Studien“ 1890; 12, 263).
+
+[22] 77.
+
+[23] 96, 121 ff.
+
+[24] 96 ff.; die Bemerkung ἄλλως findet sich auch häufig in den
+gleichzeitigen Zauberpapyri (~Dieterich~ „Abraxas“, Leipzig 1891, 189,
+193).
+
+[25] 99.
+
+[26] 94.
+
+[27] 130 ff., 136, 141.
+
+[28] S. ~Lippmann~, „Chemisches und Alchemisches aus ~Aristoteles~“
+(A. Nat. 2, 268), sowie ~Lippmann~, „Abhandlungen und Vorträge zur
+Geschichte der Naturwissenschaften“ (Leipzig 1913) 2, 64.
+
+[29] Die Perlen-Rezepte erinnern in vielen Einzelheiten an die aus viel
+späterer Zeit unter dem Namen des sog. Arabers ~Salmanas~ überlieferten
+(99); s. unten.
+
+[30] 90 ff.; von den Purpur-Rezepten haben die beiden Papyri nur drei
+gemeinsam (103).
+
+[31] Arch. 268, 272, 270; κρᾶσις und κρᾶμα gebraucht im nämlichen Sinne
+u. a. schon ~Aristoteles~.
+
+[32] Berlin 1872.
+
+[33] Bei ~Herodot~ (lib. 1, cap. 50) heißt sie Weißgold, χρυσὸς λευκός.
+
+[34] Coll. I, 62, 82, 251; Or. 88 ff., 214 ff.
+
+[35] Arch. 268; Coll. I, 62 ff.
+
+[36] Arch. 268, 284, 298.
+
+[37] ebd. 280; 272.
+
+[38] Arch. 270.
+
+[39] ebd. 284, 290.
+
+[40] Coll. I, 30, 32, 46.
+
+[41] Arch. 272.
+
+[42] Die Trefflichkeit und Zweckmäßigkeit der Kupfer-Arsen-Legierung
+rühmt noch ~Newton~ gelegentlich der Anfertigung seiner
+Spiegelteleskope! (~Gerland~, „Geschichte der Physik“, München 1913,
+638.)
+
+[43] Arch. 298.
+
+[44] Arch. 272.
+
+[45] ebd. 276, 296.
+
+[46] ebd. 296.
+
+[47] ebd. 270, 284.
+
+[48] ebd. 268, 272.
+
+[49] ebd. 270, 274.
+
+[50] ebd. 296. ~Phimenes~ ist vielleicht identisch mit ~Pammenes~ (Or.
+46); ein ~Pammenes~ wurde nach des Tacitus „Annalen“ (lib. 16, cap.
+14) wegen Betreibens verbotener „chaldäischer“ Zauberkünste aus Rom
+ausgewiesen.
+
+[51] ebd. 270, 290.
+
+[52] Arch. 271.
+
+[53] PW. 1, 1338.
+
+[54] S. ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 117, 135.
+
+[55] Arch. 274.
+
+[56] Arch. 282; Coll. I, 37.
+
+[57] Arch. 290.
+
+[58] ebd. 282.
+
+[59] ebd. 286.
+
+[60] ebd. 278; Or. 88 ff., 214 ff.
+
+[61] Arch. 280, 284, 296.
+
+[62] Arch. 280.
+
+[63] ebd. 286, 284.
+
+[64] ebd. 284.
+
+[65] ebd. 280, 282, 294.
+
+[66] ebd. 294.
+
+[67] ebd. 294.
+
+[68] ebd. 294.
+
+[69] ebd. 286, 280.
+
+[70] ebd. 268.
+
+[71] ebd. 286, 292.
+
+[72] ebd. 294.
+
+[73] ebd. 286.
+
+[74] ebd. 288.
+
+[75] ebd. 274, 298, 300.
+
+[76] ebd. 274; Or. 92.
+
+[77] Coll. I, 14, 15, 47.
+
+[78] Arch. 300.
+
+[79] Arch. 300; Coll. I, 47.
+
+[80] Arch. 288.
+
+[81] ebd. 274, 279.
+
+[82] ebd. 288, 297, 292.
+
+[83] ebd. 288, 294, 282.
+
+[84] ebd. 292.
+
+[85] ebd. 282.
+
+[86] ebd. 286.
+
+[87] ebd. 292.
+
+[88] ebd. 284, 290.
+
+[89] Arch. 288, 290.
+
+[90] ebd. 290.
+
+[91] ebd. 302.
+
+[92] ebd. 302, 304.
+
+[93] ebd. 306.
+
+[94] ebd. 302, 304.
+
+[95] ebd. 304.
+
+[96] ebd. 302.
+
+[97] ebd. 302, 304.
+
+[98] ebd. 302, 303.
+
+[99] ebd. 302, 303.
+
+[100] ebd. 302.
+
+[101] ebd. 302, 304.
+
+[102] ebd. 302, 304.
+
+[103] ebd. 302.
+
+[104] ebd. 302.
+
+[105] Vgl. Coll. I, 28, 30, 45.
+
+[106] Coll. I, 41, 49, 34; keinesfalls kann Aphronitron = Salpeter
+sein, was ~Berthelot~ als möglich annimmt.
+
+[107] Arch. 302, 304.
+
+[108] Coll. I, 21.
+
+[109] Beitr. 97 ff.
+
+[110] Coll. I, 27.
+
+[111] Arch. 300.
+
+[112] Coll. I, 25, 47; näheres über diesen Gegenstand s. weiter unten.
+
+[113] „Deutsche Litteraturzeitung“, Bd. 34, S. 901. (1913)
+
+[114] 50.
+
+[115] Diese sind desto entschuldbarer, als der Verfasser nicht
+in seiner Muttersprache schreibt, wodurch in einem Falle wie dem
+vorliegenden die Schwierigkeit ganz außerordentlich erhöht wird!
+
+[116] 29.
+
+[117] 16.
+
+[118] Vgl. ~Lippmann~, „Chemische Papyri des 3. Jahrhundertes“,
+„Chemiker-Zeitung 1913, 933.
+
+[119] 147.
+
+[120] Vielleicht ist auch zu lesen: Essig und Alaun der Färber; 148.
+
+[121] 3.
+
+[122] Die ganz mißverständliche Übersetzung dieser Stelle auf S.
+156 hat betreffs der Amaurosis bereits ~Diels~ berichtigt (a. a. O.
+905). Es kann aber auch Anthrax nicht „Kohle der Kupferschmiede“
+sein, die man in Essig „einweichen“ soll, und von der weiterhin nicht
+mehr die Rede wäre; vielmehr bedeutet Anthrax hier Glanzkupfer (ein
+gutes, reines, glänzendes Kupfer), so wie das Wort an anderer Stelle
+(29) den metallisch glänzenden Indigo bezeichnet, und so wie man die
+reine glänzende Steinkohle Anthracit benennt. Die Anweisung, das
+Quecksilber in κένωμα μήκωνος einzugießen („Ausleerung von Mohnsaft“
+sagt ~Lagercrantz~) geht wohl auf eine Vorreinigung hinaus; ob hierbei
+der oft erheblich gerbsäurehaltige Saft der Mohnblätter, Mohnöl, oder
+ein anderes, durch Decknamen verstecktes Präparat in Frage kommt,
+bleibe dahingestellt. -- Die Anwendung des Harnes von Säuglingen,
+kleinen Kindern und Schwangeren, der Milch von Wöchnerinnen, namentlich
+„der Frau, die einen Knaben geboren hat“, u. dgl. schreiben schon
+altägyptische medizinische Papyri nicht selten vor, z. B. der „Papyrus
+Ebers“, der um 1500 v. Chr. abgefaßt ist.
+
+[123] 5.
+
+[124] 4, 151; 3.
+
+[125] 4, 5.
+
+[126] Die Übersetzung „Korkkoralle“ (151) ist mir nicht verständlich;
+~Dioskurides~ spricht in der angezogenen Stelle (lib. 5, cap. 126) vom
+Salzschaume, den das Meer an Felsen absetzt, und der die Natur und
+Kraft des Salzes hat.
+
+[127] Nicht mit „Alaun und Glanzerde“ (152); eine Erde wäre auch in
+Wasser nicht löslich.
+
+[128] 5, 154.
+
+[129] 5, 155.
+
+[130] 10, 17.
+
+[131] 6.
+
+[132] Das λεπροῦνται = „aussätzig machen“ (6, 160) ist nur bildlich
+zu nehmen, und von der Möglichkeit, durch abgestandene Hundemilch
+wirklichen Aussatz hervorzurufen (100), kann natürlich nicht die Rede
+sein.
+
+[133] 6.
+
+[134] 5.
+
+[135] Anscheinend nicht sowohl „unverdorbenen“ (162), als „unmündigen“;
+doch können vielleicht auch abergläubische Vorstellungen mit im Spiele
+sein, die wirklich die Unverdorbenheit betreffen (ähnlich wie in
+analogen Fällen die Jungfräulichkeit).
+
+[136] 7; wenig wahrscheinlich ist es dem Wesen des Vorganges nach, daß
+unter „Quecksilber“, so wie zuweilen in späterer Zeit nach ~Berthelot~,
+auch hier schon Quecksilberchlorid (Sublimat) zu verstehen sei (~Löw~,
+„Orientalistische Litteratur-Zeitung“ 1913, S. 405).
+
+[137] 8.
+
+[138] 9; der Saft der Wolfsmilch heißt bei ~Theophrast~ („Historia
+plantarum“ lib. 9, cap. 8, 2) auch „Mekonion“.
+
+[139] 19; die nicht recht klare Übersetzung (193) läßt hier mit Unrecht
+an einen Aberglauben denken.
+
+[140] 19.
+
+[141] ~Plinius~ (lib. 36, cap. 30) führt das allmähliche Rotwerden
+als eine Eigenschaft des von ihm Pyrit genannten, zum Mahlen von Korn
+dienenden „Mühlsteines“ an, vermutlich eines scharfkörnigen, lockeren
+und porösen, etwas eisenhaltigen Minerales. Vielleicht ist der hier
+gemeinte „Pyrit“ die achatähnliche, gebänderte, zuweilen knochenartig
+poröse Varietät des Feuersteins.
+
+[142] 7.
+
+[143] 8, 13.
+
+[144] 193.
+
+[145] 165 ff.
+
+[146] Ferner (irrtümlicherweise) auch Alabastron in Oberägypten, den
+Fundort des „Alabasters“ und des Marienglases, die beide nichts weiter
+als besondere Modifikationen des Gipses sind.
+
+[147] Siehe Ausführliches über Wesen und Geschichte des Tabaschirs
+(indisch und persisch twâk-schîrâ = Rindenmilch) und über seine
+Beziehungen zum Rohrzucker bei ~Lippmann~, „Geschichte des Zuckers“,
+Leipzig 1890, S. 76 ff.
+
+[148] 12; nicht den „regenbogenfarbigen“ (177).
+
+[149] 7, 16.
+
+[150] nicht „warmem Kalk“ (164).
+
+[151] 10, 13.
+
+[152] 13.
+
+[153] 180.
+
+[154] 16.
+
+[155] 13; man erinnere sich hierbei der Rolle des Kuhkotes, Hundekotes
+usf. in der Färberei und Gerberei.
+
+[156] 13, 16.
+
+[157] 12.
+
+[158] 177.
+
+[159] 13, 19.
+
+[160] nicht „Wickel“ (179).
+
+[161] 110.
+
+[162] 10; über diesen κόκκοςs. ~Dioskurides~ (lib. 5, cap. 170); er ist
+nicht identisch mit Kermes (ebenda, cap. 48).
+
+[163] 9, 14, 15, 19.
+
+[164] 14.
+
+[165] 16; nicht „bläulich“ (186).
+
+[166] 16, 18, 19.
+
+[167] 10.
+
+[168] 9.
+
+[169] 11, 174.
+
+[170] 20.
+
+[171] 8, 12.
+
+[172] 9; „rauchähnlich“ = unklar, trüb, also minderwertig, so wie wir
+von „Rauchquarz“, „Rauchtopas“ u. dgl. sprechen.
+
+[173] 7, 22.
+
+[174] 20.
+
+[175] 9, 169.
+
+[176] 12, 14, 19.
+
+[177] 14, 23, 182.
+
+[178] 22.
+
+[179] 20; μέλαν bedeutet oft nicht wörtlich „schwarz“, sondern nur
+dunkel, z. B. ἰνδικὸν μέλαν = Indigo, Dunkelblau.
+
+[180] ὑγράν nicht „flüssig“ (165), sondern gelöst, so wie ὕδωρ oft
+nicht „Wasser“ sondern Lösung oder Schmelze.
+
+[181] 8, 11; 20, 22.
+
+[182] nicht „Erweichen“ (177).
+
+[183] 12.
+
+[184] 19.
+
+[185] 11.
+
+[186] 22.
+
+[187] 20; ὑγρά bedeutet nicht „flüssiges Harz“ (165), sondern
+geschmolzenes, das man aber unmöglich „im Mund halten“ kann (196);
+vielleicht bezeichnet στόμα ein Gefäß (etwa wie unser „Kopf“ = Tasse),
+oder es sollte nicht von στόμα (Stoma) die Rede sein, sondern von
+(στάμνον (Stamnon = Gefäß)?
+
+[188] 9, 169.
+
+[189] 9.
+
+[190] 12, 14.
+
+[191] 11, 12, 22; „Lehm“ kann nicht wohl gemeint sein.
+
+[192] 11.
+
+[193] 12.
+
+[194] 22.
+
+[195] 8, 12, 14, 19, 23.
+
+[196] daß man „den Topf mit Talg überziehen soll“ (177), ist sichtlich
+eine irrtümliche Auffassung.
+
+[197] 19, 23.
+
+[198] 14.
+
+[199] 8.
+
+[200] nicht „Dampf“ (165).
+
+[201] 8, 17.
+
+[202] 14.
+
+[203] 20.
+
+[204] 11.
+
+[205] nicht „Terpentinbalsam“ (175).
+
+[206] nicht „als Dampf“ (176).
+
+[207] 9.
+
+[208] 17.
+
+[209] nicht „Carneols“ (163).
+
+[210] nicht „damit das Blut nicht gerinnt“ (163); Essig zu „Blut“
+gefügt, würde es ja gerade gerinnen machen.
+
+[211] Also druckfest gedichtet, nicht nur „verschlossen“ (163).
+
+[212] 163.
+
+[213] 7.
+
+[214] 14.
+
+[215] 164.
+
+[216] 7.
+
+[217] 28.
+
+[218] ~Stephanides~ hält Krimnos für ἄγχουσα Λαοδικηνή, Anchusa aus
+Laodike in Kleinasien, mit der sie eine Stelle der alchemistischen
+Schriften in ~Berthelots~ Ausgabe gleichzusetzen gestattet (M. G. M.
+13, 39).
+
+[219] 18.
+
+[220] 14, 20.
+
+[221] 18.
+
+[222] nicht „einer Trächtigen“ (184), die ja keine Milch hat.
+
+[223] 15.
+
+[224] 15, 18.
+
+[225] 18; nicht „so entsteht gefärbter Hyacinth“ (191).
+
+[226] 14, 15.
+
+[227] Nach mir vor Jahren erteilter Auskunft von Geh.-R. Prof. Dr. ~R.
+Pischel~.
+
+[228] 15, 18; nach ~Plinius~ (lib. 16, cap. 11) wird auch der scharfe
+Holzessig „Kedrion“ benannt.
+
+[229] 15.
+
+[230] 15.
+
+[231] 18.
+
+[232] 180.
+
+[233] 16, 17.
+
+[234] 17.
+
+[235] 15.
+
+[236] 16.
+
+[237] nicht „rauhe“ (220).
+
+[238] 24, 26, 39.
+
+[239] 24, 26, 39.
+
+[240] 24, 201.
+
+[241] 24.
+
+[242] 34.
+
+[243] 25, 28, 40.
+
+[244] 36, 39.
+
+[245] 31, 40.
+
+[246] 22; die Übersetzung (197) ist unklar.
+
+[247] Vielleicht aus dem nach ~Plinius~ (lib. 13, cap. 21) sehr
+berühmten Papyrus des Sebennytischen Gaues.
+
+[248] 38.
+
+[249] 31.
+
+[250] 26, 27, 36, 40; „phrygischer Stein“ s. ~Dioskurides~ lib. 5, cap.
+140; ~Plinius~ lib. 36, cap. 36.
+
+[251] 28, 37, 38; nicht „rauhem“ Misy (226).
+
+[252] 39.
+
+[253] 26, 206.
+
+[254] 27.
+
+[255] 24.
+
+[256] 24.
+
+[257] 37, 225.
+
+[258] 38.
+
+[259] Die Übersetzung (227) ist nicht verständlich.
+
+[260] 40.
+
+[261] Nicht „Verschießen“ (231).
+
+[262] 26; nicht „Eisenschlacke“.
+
+[263] 26, 205.
+
+[264] 205.
+
+[265] 35, 220.
+
+[266] 34.
+
+[267] 29, 34.
+
+[268] nicht „zerkauen“ (220).
+
+[269] 34.
+
+[270] nicht „zerkauen“ (220).
+
+[271] Der Zusatz „in der Hand“ (220) ist nicht wörtlich zu nehmen.
+
+[272] 34; Krapp heißt bei ~Dioskurides~ ῥίζα (Riza, Wurzel), und im
+Neugriechischen ῥιζάρι (Rizari) oder (vermöge einer nicht seltenen
+sprachlichen Umwandlung) ἀλίζαρι (Alízari), woher wieder der Ausdruck
+Alizarin stammt (214). -- Vielleicht ist aber das al auch der arabische
+Artikel?
+
+[273] 38, 227.
+
+[274] 38; κνῆκος ist nicht Safran, sondern Safflor, Carthamus (wie 25,
+202).
+
+[275] ὑγρά ist hier nicht „feucht“ (220), was ja auch dem Inhalte des
+Nachsatzes widerspräche.
+
+[276] Nicht „Salzigkeit“ (220).
+
+[277] 34; s. oben.
+
+[278] 22; 24, 25, 28.
+
+[279] 36, 226.
+
+[280] 38, 227.
+
+[281] 24, 25, 202.
+
+[282] 25, 37; Stoffnamen auf i sind häufig, z. B. ἄλφι, κίκκι, κόμμι,
+πέπερι, σίλι, σίναπι, στίμμι (203).
+
+[283] 24, 25.
+
+[284] 224; auch nach ~Theophrast~ sind „königliche Nüsse“ = Walnüsse
+(„Natur der Gewächse“, Üb. ~Sprengel~; Altona 1822, 2, 83, 124).
+
+[285] 37.
+
+[286] 198; ~Berthelot~ war die von ~Lagercrantz~ ermittelte Natur des
+Komari nicht bekannt; nach ~Löw~ (a. a. O.) bleibt übrigens dessen
+Erklärung des vieldeutigen Wortes noch durchaus fraglich.
+
+[287] 25, 204.
+
+[288] 23; als Kapnos bezeichnen ~Plinius~ (lib. 25, cap. 96) und
+~Dioskurides~ (lib. 4, cap. 108) verschiedene Arten Fumaria.
+
+[289] 22.
+
+[290] 38; nicht „Lösen in Wasser“, und nicht „mit Milch“ (228).
+
+[291] 28.
+
+[292] 37, 36, 39, 40.
+
+[293] 28, 208; vielleicht geschah das „Avivieren“ durch einen Extrakt
+(ἄνθος = Blüte) von Kermes oder Krimnos.
+
+[294] 26, 27.
+
+[295] Nicht „Schlacke“ (207).
+
+[296] Wohl kaum Kornkäfer (207)?; vielleicht ein Deckname.
+
+[297] Blut- oder Rot-Eisenstein, vielleicht Zinnober (208).
+
+[298] Keinesfalls +unsere+ Hyazinthe.
+
+[299] 26, 27, 36; 207, 208.
+
+[300] Nicht „Ballen“ (206).
+
+[301] 26.
+
+[302] 28.
+
+[303] 34.
+
+[304] 40.
+
+[305] Nicht „in Wasser eines Schmiedes“ (217).
+
+[306] 33, 217.
+
+[307] 32, 33, 35, 216.
+
+[308] 40.
+
+[309] 32; Deckname?
+
+[310] 25.
+
+[311] Battistleinen 202?
+
+[312] 25.
+
+[313] 35.
+
+[314] Nicht „Rötel“ (223), der auch in Essig unlöslich ist.
+
+[315] 35.
+
+[316] 36; Deckname?
+
+[317] 31.
+
+[318] 34, 219.
+
+[319] 24.
+
+[320] Deckname?
+
+[321] 40.
+
+[322] 31.
+
+[323] 38, 228.
+
+[324] 35, 36.
+
+[325] 34.
+
+[326] χρυσῖτις des ~Dioskurides~ (218).
+
+[327] 33, 36, 37.
+
+[328] 29, 30, 212.
+
+[329] 35.
+
+[330] 35; nicht „mit gesäuerter Seife“ (218).
+
+[331] 35.
+
+[332] 24.
+
+[333] 107, 143.
+
+[334] 12, 25.
+
+[335] 36.
+
+[336] 28.
+
+[337] 143.
+
+[338] 26, 27.
+
+[339] 133 ff., 143.
+
+[340] 142 ff.; s. die Anweisung „ἀπόκρυφον πρᾶγμα“ (halte den
+Kunstgriff geheim) gelegentlich der Purpur-Kaltfärberei (28).
+
+[341] 105, 110; s. über ihn weiter unten.
+
+[342] 32, 37.
+
+[343] 106; s. über ihn weiter unten.
+
+[344] 115.
+
+[345] ~Diels~, a. a. O., 906; seiner zwischen neupythagoräischer
+Philosophie und Medizin geteilten Interessen, und der Ausweisung wegen
+Zauberei-Verdachtes durch Kaiser ~Augustus~ gedenkt auch ~Wellmann~
+(PW. 1, 2084).
+
+[346] 3.
+
+[347] 62, 64, 65 ff.
+
+[348] 232.
+
+[349] 42, 54.
+
+[350] 232.
+
+[351] 54.
+
+[352] a. a. O., 902.
+
+[353] A. Rel. 13, 633.
+
+[354] ~Löw~, a. a. O.
+
+[355] „Bibliotheca botanica“ (Zürich 1771) 1, 182.
+
+[356] Vgl. Coll. II, 186 ff., 194.
+
+[357] Vgl. Coll. II, 180-182.
+
+[358] Beitr. 134, 341 ff.
+
+[359] Beitr. 88. -- Völlig übereinstimmend sagt ~Zeller~ in der
+„Philosophie der Griechen“ (Leipzig 1889), 2 (1), 816: „Wenn uns die
+Lehre eines alten Philosophen zu Fragen Anlaß gibt, auf die wir bei
+ihm keine Antwort finden, so ist doch immer das Erste, was untersucht
+werden muß, ob er selbst diese Fragen sich schon vorgelegt hat?“
+
+[360] Beitr. 103 ff., 133, 136, 341, 432, 470, 493, 507.
+
+[361] Berlin, 1783, 42 ff.
+
+[362] Beitr. 108 ff.; Or. 145 ff.
+
+[363] ~Salmasius~, „Liber de pallio“ (Paris 1622), 141 ff.
+
+[364] ~Plinius~, lib. 30, cap. 2.
+
+[365] „De architectura“ lib. 9, cap. 2 u. 3.
+
+[366] lib. 24, cap. 102; lib. 30, cap. 2.
+
+[367] Die Stellen, an denen sich allein ~Plinius~ auf ~Demokritos~
+beruft, nehmen im Index der ~Sillig~schen Ausgabe eine ganze Spalte ein
+(Gotha 1857; 7, 290).
+
+[368] lib. 30, cap. 2.
+
+[369] „De re rustica“ lib. 7, cap. 6; lib. 11, cap. 3.
+
+[370] „Attische Nächte“ lib. 10, cap. 12.
+
+[371] Or. 99, 159; ~Bouché-Leclerq~, „l’Astrologie grecque“ (Paris
+1899), 519; s. weiter unten.
+
+[372] „Satyricon“ cap. 88.
+
+[373] „Briefe“, Nr. 90; nach ~Poseidonios~.
+
+[374] ~Diels~ „Fragmente der Vorsokratiker“ (Berlin 1912), 2, 130 ff.
+
+[375] „Vitae philosophorum“ lib. 9, cap. 7.
+
+[376] Or. 77, 155.
+
+[377] Ein Exemplar dieses äußerst seltenen Werkes erhielt ich aus
+der Göttinger Universitäts-Bibliothek; daß diese es besitzt, erwähnt
+~Kopp~. Ein teilweiser Nachdruck erschien 1717 in Nürnberg.
+
+[378] „Beitr.“ 137-143.
+
+[379] Daß ~Berthelot~ dieses erst aufgefunden habe (Or. 150), ist ein
+Irrtum, denn schon ~Salmasius~ kannte und veröffentlichte es, wie
+~Berthelot~ an anderer Stelle selbst anführt (Or. 357).
+
+[380] Coll. II, 43.
+
+[381] Coll. III, 4 ff.
+
+[382] Beitr. 493.
+
+[383] Text: Coll. II, 41 ff.
+
+[384] Beitr. 108 ff.; Coll. II, 43.
+
+[385] Coll. II, 47.
+
+[386] ebd. II, 53.
+
+[387] ebd. II, 242.
+
+[388] ebd. II, 70 ff.; Intr. 70.
+
+[389] Coll. II, 45.
+
+[390] ebd. II, 43, 44.
+
+[391] ebd. II, 52.
+
+[392] Or. 229; Coll. III, 167.
+
+[393] Coll. II, 11; III, 11.
+
+[394] ebd. II, 49.
+
+[395] ebd. II, 8.
+
+[396] Arsen ist, wie Asbest, Amethyst, Smaragd, .... ein ursprünglich
+orientalisches Wort; bei der Entnahme wurden solche Ausdrücke meist
+volksetymologisch umgedeutet, und zwar sehr oft ganz falsch (~Schmidt~,
+„Kulturhistor. Beiträge z. Kunde des griech. u. röm. Altertums“;
+Leipzig 1906; 1, 10; 2, 73). Die orientalische Herkunft des Wortes
+Amethyst bestreitet jedoch ~Diels~ („Zeitschrift f. vergleichende
+Sprachforschung“ 1916; 47, 203).
+
+[397] Coll. II, 50.
+
+[398] ebd. II, 51.
+
+[399] ~Beckmann~, „Beiträge z. Geschichte d. Erfindungen“ (Leipzig
+1792; 3, 214); ~Lobeck~, „Aglaophamos“ (Königsberg 1829, 1312).
+
+[400] Coll. I, 264; Or. 242.
+
+[401] Coll. II, 41 ff., 54.
+
+[402] Coll. II, 55 u. öfter.
+
+[403] ebd. I, 264; Or. 242.
+
+[404] ebd. II, 239, 241; III, 45.
+
+[405] ebd. II, 264; III, 253.
+
+[406] ebd. II, 52, 55.
+
+[407] ebd. II, 47 ff.
+
+[408] ebd. II, 51 u. sehr oft.
+
+[409] ebd. II, 47; der Satz „corpora non agunt, nisi fluida“ (oder
+soluta) geht auf ~Aristoteles~ zurück.
+
+[410] ebd. II, 47 ff.
+
+[411] ebd. II, 43, 44.
+
+[412] ebd. II, 45.
+
+[413] ebd. III, 49.
+
+[414] ebd. II, 54.
+
+[415] ebd. II, 9, 11, 12.
+
+[416] ebd. II, 51, 50, 48.
+
+[417] ebd. II, 51; 17.
+
+[418] Diese Ausdrücke gebrauchen schon ~Platon~ und ~Aristoteles~.
+
+[419] Coll. II, 46; 5, 6, 7, 15.
+
+[420] ebd. II, 277.
+
+[421] ebd. II, 150.
+
+[422] ebd. II, 49.
+
+[423] ebd. II, 50, 55.
+
+[424] ebd. II, 55.
+
+[425] ebd. II, 55.
+
+[426] ebd. II, 53 u. sehr oft.
+
+[427] ebd. II, 48, 52.
+
+[428] Coll. II, 425, 453.
+
+[429] ebd. II, 426 ff.
+
+[430] ebd. II, 168; III, 167.
+
+[431] ebd. II, 91, 94, 99.
+
+[432] ebd. II, 154, 178.
+
+[433] ebd. II, 154, 159.
+
+[434] ebd. II, 397, 410.
+
+[435] ebd. II, 153.
+
+[436] ebd. II, 261.
+
+[437] ebd. II, 254.
+
+[438] Coll. II, 148, 149.
+
+[439] ebd. II, 157.
+
+[440] ebd. II, 254.
+
+[441] ebd. II, 399.
+
+[442] ebd. II, 150, 151.
+
+[443] ebd. II, 199.
+
+[444] ebd. II, 192 ff.
+
+[445] ebd. II, 123.
+
+[446] ebd. II, 150, 151, 123.
+
+[447] ebd. II, 150, 151.
+
+[448] ebd. II, 148, 149, 150, 151.
+
+[449] ebd. II, 150.
+
+[450] ebd. II, 258, 259, 260.
+
+[451] Coll. II, 254.
+
+[452] ebd. II, 260.
+
+[453] ebd. II, 259.
+
+[454] ebd. II, 277.
+
+[455] ebd. II, 146, 147, 165.
+
+[456] ebd. II, 99.
+
+[457] ebd. II, 123.
+
+[458] ebd. II, 146, 147, 165.
+
+[459] ebd. II, 165 ff.
+
+[460] ebd. II, 275.
+
+[461] Breslau 1884; 2, 516.
+
+[462] Or. 27, 107.
+
+[463] Mâ. I, Vorr. 7.
+
+[464] Mâ. I, Vorr. 17; I, 181.
+
+[465] Diese Schrift ist aber in Wahrheit dem ~Avicenna~ untergeschoben!
+
+[466] Mâ. I, Vorr. 44.
+
+[467] ebd. Vorr. 22.
+
+[468] ebd. Vorr. 45.
+
+[469] Mâ. I, 38.
+
+[470] ebd. I, 19 ff.
+
+[471] ebd. I, 83.
+
+[472] ebd. I, 69, 74.
+
+[473] Daher der „servus fugitivus“ (flüchtiger Knecht) der späteren
+Alchemisten.
+
+[474] Wegen seiner Giftigkeit?
+
+[475] Mâ. I, 83, 84.
+
+[476] ebd. I, 85; ~Pibêchios~ lebte aber erst im 4. Jahrhundert.
+
+[477] Mâ. I, 31, 77, 28.
+
+[478] ebd. I, 28.
+
+[479] ebd. I, 60, 62.
+
+[480] S. die Vorschrift Coll. II, 37.
+
+[481] Mâ. I, 85, 86.
+
+[482] Vgl. Coll. II, 37.
+
+[483] Mâ. I, 47, 48, 63, 68.
+
+[484] ebd. I, 73.
+
+[485] ebd. I, 62.
+
+[486] ebd. I, 87 ff.
+
+[487] ebd. I, 19, 77 u. sehr oft.
+
+[488] ebd. I, 53, 63.
+
+[489] ebd. I, 60.
+
+[490] ebd. I, 65.
+
+[491] ebd. I, 41; diese Beinamen gebraucht u. a. schon ~Plinius~.
+
+[492] ebd. I, 75, 123.
+
+[493] ebd. I, 89.
+
+[494] Mâ. I, 47.
+
+[495] Intr. 32.
+
+[496] Mâ. I, 39, 52, 61.
+
+[497] ebd. I, 28, 70.
+
+[498] ebd. I, 66.
+
+[499] ebd. I, 43, 60.
+
+[500] ebd. I, 63.
+
+[501] ebd. I, 76, 80; 46.
+
+[502] ebd. I, 39.
+
+[503] ebd. I, 72.
+
+[504] Mâ. I, 49, 61; vgl. Coll. III, 280, 401.
+
+[505] Mâ. I, 81.
+
+[506] ebd. I, 29.
+
+[507] ebd. I, 41; vgl. Coll. II, 38; daselbst Verwechslung des
+rötlichen asiatischen Braunsteines mit rotem Zinnober und mit Hämatit,
+der das „indische Eisen“ gibt.
+
+[508] Mâ. I, 204 ff., 216.
+
+[509] ebd. I, 55.
+
+[510] ebd. I, 42.
+
+[511] ebd. I, 270, 267.
+
+[512] Mâ. I, 283.
+
+[513] ebd. I, 274, 83, 288.
+
+[514] ebd. I, 270, 273.
+
+[515] ebd. I, 269.
+
+[516] ebd. I, 290.
+
+[517] ebd. I, 281.
+
+[518] ebd. I, 287, 281.
+
+[519] ebd. I, 275, 276; dieses Verfahren empfiehlt schon zu Beginn
+unserer Zeitrechnung ~Vitruv~.
+
+[520] ebd. I, 275 ff.
+
+[521] ebd. I, 275.
+
+[522] ebd. I, 278.
+
+[523] ebd. I, 85, 278.
+
+[524] ebd. I, 138, 204.
+
+[525] ebd. I, 65.
+
+[526] ebd. I, 77, 62.
+
+[527] ebd. I, 77.
+
+[528] ebd. I, 80.
+
+[529] ebd. I, 53, 63.
+
+[530] ebd. I, 44.
+
+[531] ebd. I, 68.
+
+[532] Mâ. I, 88, 77.
+
+[533] ebd. I, 205, 208.
+
+[534] ebd. I, 313 ff.
+
+[535] ebd. I, 319.
+
+[536] ebd. I, 314.
+
+[537] ebd. I, 320.
+
+[538] ebd. I, 315.
+
+[539] Intr. 86.
+
+[540] Mâ. I, 320.
+
+[541] Mâ. I, 275; Vorr. 5.
+
+[542] ebd. 316 ff.
+
+[543] Beitr. 506; Or. 155.
+
+[544] Arch. 296; Intr. 24, 66.
+
+[545] ~Tacitus~, „Annalen“ lib. 16, cap. 14; ~Aelian~,
+„Tiergeschichten“ lib. 16, cap. 42.
+
+[546] Beitr. 506; Or. 167.
+
+[547] Beitr. 402; ~Reitzenstein~, „Poimandres“ (Leipzig 1904) 183, 187.
+
+[548] Vgl. „Gespräche des ~Markos~“, Mâ. III, 124 ff.
+
+[549] Mâ. III, 28 ff.
+
+[550] Or. 56, 171.
+
+[551] Mâ. III, 89.
+
+[552] Coll. II, 146, 170.
+
+[553] ebd. II, 92.
+
+[554] ebd. II, 93, 94.
+
+[555] ebd. II, 192, 197.
+
+[556] ebd. II, 96.
+
+[557] ebd. II, 148, 149; Mâ. I, 242.
+
+[558] ebd. II, 172; III, 172.
+
+[559] Coll. II, 157.
+
+[560] ebd. II, 99, 103.
+
+[561] Mâ. I, 281.
+
+[562] Coll. II, 170.
+
+[563] ebd. II, 199.
+
+[564] ebd. II, 103, 171.
+
+[565] Mâ. III, 92 ff., 109; III, 97, 91.
+
+[566] Coll. II, 99, 103 (nach ~Olympiodoros~).
+
+[567] Coll. II, 149.
+
+[568] ebd. II, 169, 273.
+
+[569] ebd. II, 93, 94; 273.
+
+[570] ebd. II, 404; III, 389.
+
+[571] Mâ. II, 260.
+
+[572] Coll. II, 146.
+
+[573] ebd. II, 224 ff.
+
+[574] ebd. II, 226, 237.
+
+[575] Coll. II, 201.
+
+[576] ebd. II, 224.
+
+[577] Coll. II, 224, 236; Intr. 142 ff.
+
+[578] ebd. I, 139, 161. βίκος (βῖκος) ist ein aus dem Semitischen
+entlehntes Wort, das bei ~Herodot~, ~Xenophon~, und seit dem 4.
+Jahrhundert auch bei Dichtern vorkommt (~Robert~, PW. 3, 470; ~Reil~,
+„Beiträge zur Kenntnis des Gewerbes im hellenistischen Ägypten“,
+Leipzig 1913, 43); ἄμβιξ (ἄμβυξ) ist bei ~Dioskurides~ ein Deckel oder
+ein als solcher dienendes Gefäß, bei ~Athenaeus~ (um 225 n. Chr.) eine
+Flasche oder ein Kolben, bei den späteren Chemikern bald dieser, bald
+jener Teil ihrer Apparate, namentlich der zur Destillation benützten
+(~Kopp~, „Beitr.“ 231 ff.).
+
+[579] Coll. II, 224, 225, 226; III, 218.
+
+[580] ebd. II, 224, 234; III, 218.
+
+[581] ebd. II, 225, 226, 237; neuere Abbildungen in den Werken von
+~Hoefer~ (1866), ~Kopp~ (1869) und ~Berthelot~ (1885 ff.).
+
+[582] ebd. II, 224, 234.
+
+[583] Intr. 142 ff., 148.
+
+[584] lib. 35, cap. 31.
+
+[585] Coll. I, 144; Intr. 142 ff.
+
+[586] Intr. 147.
+
+[587] Intr. 142 ff.; Coll. I, 145, 170, 171.
+
+[588] Vgl. ~Lippmann~, „Zur Geschichte des Wasserbades“, „Abh.“ 2, 185.
+
+[589] Intr. 271.
+
+[590] Beitr. 411; Coll. II, 315, 316; III, 302; ~Riess~, PW. 1, 1338.
+
+[591] Or. 131; Mâ. III, 28 ff.
+
+[592] ~Hoffmann~, bei ~Ladenburg~ II, 528.
+
+[593] Or. 173.
+
+[594] Beitr. 411; Or. 173.
+
+[595] Beitr. 415.
+
+[596] Coll. II, 316.
+
+[597] ebd. I, 257; II, 316 ff.; Intr. 169.
+
+[598] Coll. II, 316 ff.
+
+[599] ebd. II, 319.
+
+[600] Intr. 128, 131 ff., 155.
+
+[601] Beitr. 417; Or. 173.
+
+[602] Coll. II, 292 ff.
+
+[603] Coll. II, 289 ff.; III, 243, 279; Mâ. II, 355; ~Riess~, PW. 1,
+1351.
+
+[604] Beitr. 418.
+
+[605] Coll. II, 296.
+
+[606] ebd. II, 291.
+
+[607] ebd. II, 298, 299, 294.
+
+[608] ebd. II, 296, 298.
+
+[609] ebd. II, 292, 293.
+
+[610] ebd. II, 299; ~Berthelot~, der die äthiopische Erde für
+ägyptische erklärt (ebd. III, 286), hat das hier Wesentliche nicht
+richtig verstanden (s. unten).
+
+[611] ebd. II, 292, 293.
+
+[612] ebd. II, 296; Vorr. 30.
+
+[613] ebd. II, 296.
+
+[614] ebd. II, 297, 296, 298.
+
+[615] ebd. II, 293.
+
+[616] Beitr. 417, 449.
+
+[617] Coll. II, 293, 294 ff., 299.
+
+[618] ebd. II, 292, 293.
+
+[619] Mâ. I, 26; ~Stephanides~, „A. Nat.“ 3, 183.
+
+[620] So im „Fihrist“, Mâ. III, 27 ff.; Näheres s. weiter unten.
+
+[621] ~Ed. Meyer~, „Geschichte des Altertums“ (Stuttgart 1909), I (2),
+185, 204, 226.
+
+[622] ~Brugsch~, „Religion und Mythologie der alten Ägypter“ (Leipzig
+1891), 111, 168; 101.
+
+[623] ~Brugsch~, ebd. 508.
+
+[624] ~Brugsch~, „Rel. u. Myth.“, 85; „Ägyptologie“ (Leipzig 1897),
+413, 414.
+
+[625] ~Otto~, „Priester und Tempel im hellenistischen Ägypten“ (Leipzig
+1905), 2, 120.
+
+[626] ~Ed. Meyer~, a. a. O., 158.
+
+[627] ~Brugsch~, „Rel. u. Myth.“ 112, 146, 169, 298, 505.
+
+[628] ~Ed. Meyer~, a. a. O. 85, 93, 98.
+
+[629] ~Brugsch~, „Rel. u. Myth.“, 446 ff.
+
+[630] ~A. Wiedemann~, „Altägyptische Sagen und Märchen“ (Leipzig 1906),
+11, 15; 120.
+
+[631] ~Brugsch~, a. a. O., 446 ff., 450.
+
+[632] ~Erman~, „Die ägyptische Religion“ (Berlin 1909), 252.
+
+[633] Beitr. 368; Or. 39 ff.
+
+[634] ~Otto~, a. a. O. 2, 218 ff.
+
+[635] Beitr. 94, 371 ff.
+
+[636] Beitr. 367; ~Hoefer~ I, 252 ff.; Coll. II, 230; nach einer bei
+~Eusebius~ (264 bis 338) erhaltenen Notiz des ~Sanchuniathon~ (?) war
+~Hermes~ bereits „Sekretär des Gottes ~Kronos~“ (~Cory~, „Ancient
+Fragments“, ed. ~Hodges~, London 1876, 11)!
+
+[637] Beitr. 368; Coll. II, 424; Mâ. I, 327.
+
+[638] Mâ. I, 239.
+
+[639] Intr. 16.
+
+[640] Mâ. I, 328.
+
+[641] Beitr. 385.
+
+[642] ebd. 375 ff.
+
+[643] ebd. 377.
+
+[644] Or. 135.
+
+[645] Beitr. 282.
+
+[646] ~Schmieder~, „Geschichte der Alchemie“ (Halle 1832), 30 ff.
+
+[647] ebd. 31; nach ~Celsus~ (lib. 5, cap. 18) heißt das Pflaster
+„smaragdinum“, „weil es so schön grün ist“, und auch der
+spätgriechische Arzt ~Paulos Aigineta~ (7. Jahrhundert n. Chr.)
+versteht unter „Kitrinon“ einfach ein zitronengelbes Heilmittel (lib.
+8, cap. 18; Üb. ~Berendes~, Leiden 1914, 810).
+
+[648] Coll. II, 99, 218; Mâ. I, 327.
+
+[649] Coll. II, 281.
+
+[650] Coll. II, 101.
+
+[651] ebd. II, 188; III, 190.
+
+[652] ebd. III, 389.
+
+[653] ebd. II, 99.
+
+[654] Intr. 291; Mâ. III, 80; Or. 134.
+
+[655] Mâ. III, 99, 111, 114.
+
+[656] Mâ. III, 87.
+
+[657] Coll. II, 85, 89, 188; III, 190.
+
+[658] ebd. II, 61, 62.
+
+[659] ebd. II, 408.
+
+[660] Mâ. I, 328.
+
+[661] ebd. III, 124 ff.
+
+[662] Coll. II, 420.
+
+[663] Dies führt noch eine der echten Schriften ~Albert des Grossen~,
+gegen 1200, als Zitat aus der sog. „Alchemie“ des ~Hermes~ an (Beitr.
+383).
+
+[664] Mâ. I, 328.
+
+[665] Coll. II, 101.
+
+[666] ebd. II, 229 ff.
+
+[667] Mâ. III, 90.
+
+[668] ebd. I, 239.
+
+[669] ebd. I, 232, 213.
+
+[670] Coll. II, 80.
+
+[671] ~Cory~, a. a. O., 111.
+
+[672] ~Hoffmann~, bei ~Ladenburg~ 2, 529; Or. 136; Intr. 10.
+
+[673] ~Rohde~, „Psyche“ (Tübingen 1903), 254 ff., 242.
+
+[674] ~Rohde~, a. a. O., 244.
+
+[675] ~Otto~ 2, 320, 326.
+
+[676] Intr. 16.
+
+[677] Coll. II, 80.
+
+[678] Mâ. I, 212.
+
+[679] ~Diodor~, lib. 1, cap. 96; s. auch ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 11.
+
+[680] Coll. II, 268 ff.; III, 243, 257.
+
+[681] ebd. II, 269.
+
+[682] ebd. II, 269, 206.
+
+[683] ebd. II, 268, 269, 271.
+
+[684] ebd. II, 269, 271.
+
+[685] Coll. II, 80; III, 27.
+
+[686] ebd. II, 18 ff.
+
+[687] ebd. II, 93, 94.
+
+[688] ebd. II, 21; III, 22.
+
+[689] ebd. II, 18, 151.
+
+[690] ebd. II, 150.
+
+[691] ebd. II, 19.
+
+[692] Beitr. 388, 506 ff.; Coll. II, 367; Or. 136.
+
+[693] ed. ~Friedlieb~ (Leipzig 1852), 14.
+
+[694] S. das „νόει με“ im Vers 141, = „nun rate“ (buchstäblich:
+„erkenne mich“), worin aber, dem Geiste der Zeit entsprechend,
+vielleicht auch eine Anspielung auf den Namen ~Noah~ steckt.
+
+[695] Vgl. ~Zosimos~, Coll. II, 17; Mâ. I, 265 ff., 242.
+
+[696] Beitr. 511.
+
+[697] ebd. 514 ff.
+
+[698] Beitr. 388; Coll. II, 28.
+
+[699] Beitr. 391.
+
+[700] Coll. III, 31.
+
+[701] ~Erman~, „Ägypt. Rel.“ 172.
+
+[702] ~Hoffmann~, 516; bei ~Lucius~, „Die Anfänge des Heiligenkults“
+(Tübingen 1904, 264), heißt der Ort Menuthis; nach ~Asmus~ (A. Med.
+7, 38) und ~Roeder~ (PW. 9, 2120) war dies ein Dorf nächst Kanopos,
+bei Abukir, woselbst ~Isis~ besonders auch in ihrer Eigenschaft als
+Heilgöttin verehrt wurde.
+
+[703] Coll. II, 29; Beitr. 94.
+
+[704] Prophétes und Archiereús waren die hellenistischen Titel des
+zweiten und ersten Beamten der Tempel (~Otto~, a. a. O., 1, 38 ff., 80
+ff.).
+
+[705] Beitr. 391, 520 ff.
+
+[706] Beitr. 524, 526; Coll. II, 28.
+
+[707] Coll. II, 30 ff.; Beitr. 388 ff.
+
+[708] Coll. II, 28; III, 31.
+
+[709] Beitr. 389.
+
+[710] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 266.
+
+[711] ~Plinius~, lib. 36, cap. 25.
+
+[712] +So+ im „Fihrist“; ~Hoffmann~ 521; Or. 78, 131, 167; Mâ. III, 28
+ff.
+
+[713] Beitr. 77, 361; Coll. II, 183; II, 169, 172, 182; II, 84; Intr.
+294.
+
+[714] Den eingeklammerten Satz gibt, nach einem Pariser Manuskripte,
+~Salmasius~ an („Exercitationes Plinianae“, Paris 1629 und Utrecht
+1689; 1098).
+
+[715] ~Hoffmann~ 529, 521.
+
+[716] Or. 167.
+
+[717] ~Erman~, „Ägypt. Rel.“, 11, 34.
+
+[718] ebd. 24.
+
+[719] ~Herodot~, lib. 7, cap. 61.
+
+[720] Nach ~Diogenes Laërtius~ und ~Suidas~ soll sogar „Ostanes“
+= „Magier“ gewesen sein (Beitr. 407), was erklären würde, daß die
+Litteratur mehrere Ostanes aus verschiedenen Zeitaltern kennt.
+
+[721] ~Hoffmann~, 524.
+
+[722] ~Plinius~, lib. 30, cap. 2; ohne Anspielung auf Alchemie!
+
+[723] Beitr. 407; Or. 52, 163 ff.; Mâ. III, 28.
+
+[724] Beitr. 124, 350, 361; Or. 163 ff.
+
+[725] Beitr. 129, 407; Or. 164; Coll. II, 58, 61.
+
+[726] lib. 5, cap. 16; ~Hoffmann~, 523.
+
+[727] Beitr. 130.
+
+[728] ~Hoffmann~ 528; Coll. II, 128.
+
+[729] Coll. II, 261 ff.; III, 250.
+
+[730] ebd. II, 292, 293, 262.
+
+[731] ebd. II, 397.
+
+[732] ebd. II, 262; Or. 166.
+
+[733] Mâ. I, 327, 318 ff.
+
+[734] ebd. III, 130.
+
+[735] Intr. 216; Mâ. III, 116 ff.
+
+[736] Beitr. 433; Or. 168, 191, 159.
+
+[737] Coll. II 416, 417.
+
+[738] Intr. 68.
+
+[739] Mâ. I, 239.
+
+[740] ebd. I, 259.
+
+[741] Coll. II, 287.
+
+[742] ebd. II, 286, 288, 289; III, 277.
+
+[743] ebd. II, 285; III, 275.
+
+[744] Coll. II, 301; III, 288: „Der Schöpfer verleiht Erfolg und langes
+Leben.“
+
+[745] Mâ. III, 27.
+
+[746] lib. 30, cap. 2.
+
+[747] ~Apuleius~, „Apologie“, cap. 90; ~Blau~, „Das altjüdische
+Zauberwesen“ (Budapest 1898), 31.
+
+[748] Beitr. 396 ff.
+
+[749] Coll. II, 304.
+
+[750] ebd. II, 315; III, 293; II, 305, 313.
+
+[751] ebd. II, 304, 307.
+
+[752] ebd. II, 307.
+
+[753] ebd. II, 301, 309.
+
+[754] ebd. II, 305.
+
+[755] ebd. II, 301, 311.
+
+[756] ebd. II, 38, 39; über Kalaïs oder Kallaïs s. weiter unten.
+
+[757] ebd. II, 303.
+
+[758] ebd. II, 307, 311.
+
+[759] ebd. II, 304.
+
+[760] Coll. II, 302, 303.
+
+[761] ebd. II, 301, 313.
+
+[762] ebd. II, 301.
+
+[763] ebd. II, 182, 183.
+
+[764] ~Riess~, PW. 1, 1388.
+
+[765] Coll. II, 263 ff.; III, 243.
+
+[766] ebd. II, 264.
+
+[767] ebd. II, 263; III, 252.
+
+[768] ebd. II, 266.
+
+[769] ebd. II, 265; III, 254.
+
+[770] ebd. II, 264, 262.
+
+[771] Or. 36, 130.
+
+[772] ~Diels~ (Zitat verloren gegangen).
+
+[773] Coll. II, 266; III, 254, 255.
+
+[774] ebd. II, 424.
+
+[775] ebd. III, 406.
+
+[776] „Altägypt. Sagen und Märchen“ (Leipzig 1906), 113.
+
+[777] Beitr. 392, 350. -- ~Stephanides~ liest statt τυθία θυία =
+Mörser, und denkt an einen Mörser im Tempel-Laboratorium, dessen Leiter
+~Johannes~ war! (A. Nat. 3, 180, 185).
+
+[778] Beitr., 3. Stück, 60; Mâ. II, 301.
+
+[779] Beitr. 394.
+
+[780] „Dogmengeschichte“ (Tübingen 1905), 332.
+
+[781] ed. ~Gautier~ (Paris 1894), 94.
+
+[782] ebd. 157, 187, 222.
+
+[783] ~Hennecke~, „Neutestamentliche Apokryphen“ (Leipzig 1904), 340,
+424.
+
+[784] „Legenda aurea“, ed. ~Graesse~ (Breslau 1890), 90, 57 ff.
+
+[785] ~Perdrizet~, A. Rel. 14, 55; 8, 305 ff.
+
+[786] Üb. ~Schlechta~ (Wien 1852), 175.
+
+[787] Arch. 222 ff.
+
+[788] ebd. 228.
+
+[789] ebd. 225.
+
+[790] ebd. 229.
+
+[791] ebd. 231; Wiener Akad. Denkschr. 42 (2), 53.
+
+[792] Coll. III, 265.
+
+[793] Arch. 226.
+
+[794] ebd. 226.
+
+[795] ebd. 225; bei ~Plinius~ (lib. 37, cap 33 u. 56) ist Kallais ein
+blaßgrüner, dem Smaragd ähnlicher Edelstein des fernsten Indiens;
+~Martial~ dagegen (lib. 4, 39; lib. 14, 95) spricht von Gold aus
+Kallais, und versteht hierunter die hispanische Provinz Galizien oder
+Spanien überhaupt.
+
+[796] Arch. 231.
+
+[797] Intr. 312.
+
+[798] Arch. 227.
+
+[799] ebd. 223.
+
+[800] Or. 84; Intr. 9 ff., 17 ff.
+
+[801] Coll. I, 7, 19.
+
+[802] Intr. 86.
+
+[803] Coll I, 13.
+
+[804] ebd. I, 12.
+
+[805] Or. 86.
+
+[806] ebd. 90, 91.
+
+[807] Coll. I, 12.
+
+[808] Beitr. 360, 40; Intr. 110, 175.
+
+[809] ~Cory~, „Ancient Fragments“, ed. ~Hodges~ (London 1876), 97; Or.
+187.
+
+[810] ~Harnack~, „Mission und Ausbreitung des Christentums in den
+ersten drei Jahrhunderten“ (Leipzig 1902), 269, 411.
+
+[811] ~Jülicher~, PW. 6, 1377; ~Jacoby~, PW. 6, 1570; ~Ed. Meyer~,
+„Alt.“ 1, 12, 166. Vgl. ~Krüger~, „Geschichte der altchristlichen
+Litteratur“ (Freiburg 1895), 154.
+
+[812] Mâ. II, 374.
+
+[813] Beitr. 40; ~Berthelot~ hielt es seiner Gänze nach für echt (Mâ.
+III, 95).
+
+[814] ~Hoffmann~ 521; die betreffende Notiz soll nach ~Georgios
+Synkellos~ dem ~Eusebius Pamphilos~ entlehnt sein, in dessen
+armenischer Übersetzung sie aber fehlt; vielleicht stammt sie aus
+den Schriften des ~Panodoros~, eines gegen 400 lebenden griechischen
+Mönches.
+
+[815] Beitr. 360.
+
+[816] Coll. III, 169.
+
+[817] Intr. 68.
+
+[818] Intr. 282; Coll. II, 75.
+
+[819] ~Meyer~, „Geschichte der Botanik“ (Königsberg 1854), 2, 220; 3,
+345; ~Afrikanos~ wird in ihnen auch als Tierarzt angeführt (~Gossen~,
+PW. 8, 1714).
+
+[820] „Geoponika“ lib. 7, cap. 14 nach ~Harnack~ (~Knaack~, A. Rel. 3,
+94); s. daselbst über Funde von Bleirollen mit analogen Inschriften in
+Weinbergen auf Rhodus, und über ähnliche neuere Gebräuche in Bayern.
+
+[821] ~Ed. Meyer~, a. a. O.
+
+[822] Beitr. 162 ff.
+
+[823] ~Hoffmann~ 523.
+
+[824] Intr. 200 ff.
+
+[825] „Die Mission und Ausbreitung des Christentums in den ersten drei
+Jahrhunderten“ (Leipzig 1902), 457.
+
+[826] Beitr. 187; Or. 177; Intr. 201.
+
+[827] Coll. II, 107 ff.
+
+[828] Beitr. 196.
+
+[829] Or. 182.
+
+[830] Beitr. 167, 212; s. „Tutia zum Weißen des Kupfers“ (Coll. II,
+227, 137; Intr. 152); ὄξος aus χάλκανθος (Coll. II, 113; III, 121); usf.
+
+[831] Beitr. 163, 183.
+
+[832] „L’Astrologie grecque“ (Paris 1899), 52.
+
+[833] Coll. II, 251.
+
+[834] ebd. II, 241, 242; Intr. 200.
+
+[835] Coll. II, 243; III, 234.
+
+[836] ebd. II, 178.
+
+[837] Coll. II, 210.
+
+[838] ebd. II, 209.
+
+[839] ebd. II, 209.
+
+[840] ebd. II, 124; 145, 199; 188; 127; 114.
+
+[841] Beitr. 94; Coll. II, 25, 214.
+
+[842] Coll. II, 244, 245; 398.
+
+[843] ebd. II, 190; 211,, 212, 233.
+
+[844] ebd. II, 229.
+
+[845] ebd. II, 107, 110, 156.
+
+[846] ebd. II, 108, 227, 229 ff., 232; III, 225.
+
+[847] ebd. II, 108, 115 ff.
+
+[848] ebd. II, 251.
+
+[849] ebd. II, 206, 230.
+
+[850] ebd. II, 206.
+
+[851] ebd. II, 146, 157.
+
+[852] ebd. II, 128, 143, 229 ff.
+
+[853] ebd. II, 128, 143.
+
+[854] ebd. II, 169, 172, 182, 183.
+
+[855] ebd. II,“ 182, 183; ~Stephanos~ (137) und ~Pibêchios~ (184) sind
+später eingeschoben.
+
+[856] Coll. II, 138 ff., 214; s. die „Maza“ des ~Moses~ (182, 183);
+βίβλος χυμευτική ist byzantinischer Zusatz aus dem 7. oder 8.
+Jahrhunderte (II, 220; III, 360).
+
+[857] ebd. II, 213.
+
+[858] ebd. II, 230. Über die Tempel-Bibliotheken s. ~Otto~ „Priester
+und Tempel im hellenistischen Ägypten“ (Leipzig 1905) 1, 338; 2, 21 u.
+119 ff.
+
+[859] Coll. II, 213, 214; der Ausdruck „Auge der Welt“ ist ägyptischer
+Herkunft.
+
+[860] ebd. II, 146, 213.
+
+[861] ebd. II, 168.
+
+[862] ebd. II, 214; III, 207.
+
+[863] ebd. II, 188 ff.
+
+[864] ebd. II, 192, 197.
+
+[865] ebd. II, 188 ff.
+
+[866] ebd. II, 202, 197.
+
+[867] ebd. II, 192.
+
+[868] ebd. II, 216.
+
+[869] ebd. II, 192 ff.; 169.
+
+[870] Coll. II, 192, 193; 202, 223.
+
+[871] ebd. II, 107, 112; 129, 130.
+
+[872] ebd. II, 129, 130.
+
+[873] ebd. II, 155.
+
+[874] ebd. II, 246.
+
+[875] ebd. II, 243, 207, 215.
+
+[876] ebd. II, 157.
+
+[877] ebd. II, 199.
+
+[878] ebd. II, 204.
+
+[879] ebd. II, 126, 127.
+
+[880] ebd. II, 150; 129, 130.
+
+[881] ebd. II, 114, 127; 203, 205.
+
+[882] ebd. II, 114, 127.
+
+[883] Coll. II, 145, 175.
+
+[884] ebd. II, 214; 160, 167; Or. 186.
+
+[885] ebd. II, 160, 167; 216; 175, 247; ἤλεκτρον ἐστὶ τὸ τέλειον ξήριον
+(II, 7).
+
+[886] ebd. II, 160, 167; III, 160.
+
+[887] ebd. II, 114.
+
+[888] ebd. II, 146, 147, 165, 218.
+
+[889] ebd. II, 217, 216, 245.
+
+[890] ebd. II, 173.
+
+[891] ebd. II, 153.
+
+[892] ebd. II, 203.
+
+[893] ebd. II, 128, 143; 142, 156; 41.
+
+[894] ebd. II, 216.
+
+[895] ebd. II, 108, 109; Or. 60, 156, 180.
+
+[896] Coll. II, 109 ff.
+
+[897] ebd. II, 116, 112; 207; Or. 215.
+
+[898] Coll. II, 117; ~Berthelots~ Deutung der „roten Augen“ auf die
+Verwandlung von Bleiweiß in Minium ist sichtlich ganz irrig (III, 126).
+
+[899] ebd. II, 116, 112; 207.
+
+[900] ebd. II, 204.
+
+[901] ebd. II, 21, 13; III, 29; Or. 58, 61 ff., 167.
+
+[902] Or. 58, 61 ff., 167.
+
+[903] Intr. 127; Coll. I, 127. Noch ~Fuchs~ nennt in seiner
+„Ikonographie der Planeten“ (München 1909, 21) das Abbilden der Sonne
+als „König“ ein „rätselhaftes“.
+
+[904] Coll. II, 108.
+
+[905] ebd. II, 108, 109.
+
+[906] ebd. II, 114.
+
+[907] ebd. II, 107, 227; 160.
+
+[908] ebd. II, 114.
+
+[909] ebd. II, 109, 126.
+
+[910] ebd. II, 114, 221.
+
+[911] ebd. II, 250; 138, 139, 145, 192 ff.
+
+[912] ebd. II, 146.
+
+[913] ebd. II, 114.
+
+[914] ebd. II, 151, 195 ff.
+
+[915] ebd. II, 114.
+
+[916] ebd. II, 142 ff., 150, 151.
+
+[917] Coll. II, 145, 148, 149; 133 ff.; 150 ff. Zuweilen bedeutet
+πνεῦμα μελάντερον auch einen +anderen+ „Schwefel“, nämlich das als
+schwarzen Anflug sublimierende metallische Arsen.
+
+[918] ebd. II, 157.
+
+[919] ebd. II, 147, 172, 173; 122, 123.
+
+[920] ebd. II, 124 ff.
+
+[921] ebd. II, 123.
+
+[922] ebd. II, 142 ff., 252, 206; III, 146.
+
+[923] ebd. II, 194, 196; 216.
+
+[924] ebd. II, 192 ff., 199; 145.
+
+[925] ebd. II, 248.
+
+[926] ebd. II, 150, 151; 142 ff.
+
+[927] ebd. II, 179; III, 162.
+
+[928] ebd. II, 114.
+
+[929] ebd. II, 248; III, 239.
+
+[930] ebd. II, 172.
+
+[931] ebd. II, 6.
+
+[932] ebd. II, 223.
+
+[933] ebd. II, 188, 189.
+
+[934] Coll. II, 221.
+
+[935] ebd. II, 138, 139, 114; Intr. 239, 281.
+
+[936] ebd. II, 175, 157, 145.
+
+[937] ebd. II, 184.
+
+[938] ebd. II, 155, 157, 168.
+
+[939] ebd. II, 141, 142; I, 69.
+
+[940] ebd. II, 145, 184, 247.
+
+[941] ebd. II, 184.
+
+[942] ebd. II, 145, 157, 247.
+
+[943] ebd. II, 145, 247.
+
+[944] ebd. II, 144.
+
+[945] ebd. II, 138 ff.
+
+[946] Coll. II, 201, 223.
+
+[947] ebd. II, 210.
+
+[948] ebd. II, 237; Abbildungen schon bei ~Borrichius~ (1674), ~Hoefer~
+(1866), ~Kopp~ (1869).
+
+[949] Coll. II, 141, 9; Or. 32.
+
+[950] Coll. II, 141.
+
+[951] ebd. II, 114; III, 123.
+
+[952] ebd. II, 250.
+
+[953] ebd. II, 142.
+
+[954] ebd. II, 143, 146, 147, 165, 199.
+
+[955] ebd. II, 146, 147, 165, 167; III, 165, 166.
+
+[956] ebd. II, 224.
+
+[957] ebd. II, 238; 143, 246.
+
+[958] ebd. II, 141.
+
+[959] ebd. II, 141, 175; Intr. 274, 275. Den Schwamm zum Kühlen erwähnt
+schon ~Dioskurides~.
+
+[960] Coll. II, 225, 237.
+
+[961] Coll. II, 142, 252.
+
+[962] ebd. II, 206, 269.
+
+[963] ebd. II, 109, 136, 199.
+
+[964] ebd. II, 142; 226, 258; 143.
+
+[965] ebd. II, 203, 223.
+
+[966] ebd. II, 251.
+
+[967] ebd. II, 141, 143; III, 143.
+
+[968] ebd. II, 12.
+
+[969] ebd. II, 147.
+
+[970] ebd. II, 223.
+
+[971] ebd. II, 248; III, 239.
+
+[972] ebd. II, 194, 215; III, 208.
+
+[973] Coll. II, 166.
+
+[974] ebd. II, 186 ff., 194, 227.
+
+[975] ebd. II, 147.
+
+[976] ebd. II, 234; 175, 225. Es handelt sich also nicht um
+Quecksilberoxyd, wie ~Berthelot~ annahm (III, 175); gelb und rot werden
+übrigens häufig nicht scharf auseinandergehalten.
+
+[977] ebd. II, 425.
+
+[978] ebd. II, 97.
+
+[979] ebd. II, 78.
+
+[980] ebd. II, 96, 98.
+
+[981] ebd. II, 100.
+
+[982] ebd. II, 92.
+
+[983] ebd. II, 258.
+
+[984] ebd. II, 96.
+
+[985] ebd. II, 272 ff.; III, 243, 261.
+
+[986] ebd. II, 284.
+
+[987] ebd. II, 272, 274.
+
+[988] ebd. II, 178, 175.
+
+[989] Coll. II, 279 ff.; III, 269.
+
+[990] ebd. II, 273.
+
+[991] ebd. II, 275; III, 265.
+
+[992] ebd. II, 283.
+
+[993] ebd. II, 279, 274.
+
+[994] ebd. II, 277, 276. Über die merkwürdigen Farben-Wandlungen des
+Zinnobers s. ~Eibner~, „Chemiker-Zeitung“ 1917, 385.
+
+[995] Coll. II, 6; vgl. unsere „Schwefelmilch“.
+
+[996] ebd. II, 276; III, 265.
+
+[997] ebd. II, 6, 9.
+
+[998] ebd. II, 285.
+
+[999] Mâ. I, 210 ff.
+
+[1000] Mâ. I, 223, 224.
+
+[1001] ebd. I, 228.
+
+[1002] ebd. I, 214, 239 ff.; Orangenrinde und Wars (ein gelber
+Farbstoff aus Südarabien) sind spätere Zusätze (ebd. I, 253; 242, 252).
+
+[1003] ebd. I, 229.
+
+[1004] ebd. I, 220, 239 ff.
+
+[1005] ebd. I, 228.
+
+[1006] ebd. I, 224 ff., 228.
+
+[1007] ebd. I, 260.
+
+[1008] ebd. I, 213, 232.
+
+[1009] ebd. I, 212.
+
+[1010] ebd. I, 226.
+
+[1011] ebd. I, 214, 238.
+
+[1012] ebd. I, 239.
+
+[1013] ebd. I, 250.
+
+[1014] ebd. I, 260.
+
+[1015] Mâ. I, 250, 259.
+
+[1016] ebd. I, 247; die Stelle ist zum Teil verdorben und dunkel.
+
+[1017] ebd. I, 214; 297 ff.
+
+[1018] ebd. I, 221, 259. Über dem ~Platon~ zugeschriebene
+alchemistische Werke s. ~Carra de Vaux~, „Encyklopädie des Islam“
+(Leiden 1913 ff.) 1, 184.
+
+[1019] Mâ. I, 264.
+
+[1020] ebd. I, 254.
+
+[1021] ebd. I, 237.
+
+[1022] ebd. I, 245, 246.
+
+[1023] ebd. I, 237.
+
+[1024] ebd. I, 233 ff.
+
+[1025] ebd. I, 217, 218 ff.
+
+[1026] ebd. I, 222.
+
+[1027] Mâ. I, 210 ff., 217 ff.; vgl. das Asem aus Zinn, Blei und Silber
+(Coll. II, 36).
+
+[1028] Der Orient glaubte ihn seit jeher im Besitz höchster Zauberkraft
+und weitgehendsten magischen Wissens.
+
+[1029] Mâ. I, 265 ff.; hier handelt es sich sichtlich um spätere
+Zusätze, zum Teil aus gnostischen Quellen.
+
+[1030] ebd. I, 210 ff. u. sehr oft.
+
+[1031] ebd. I, 227.
+
+[1032] ebd. I, 240, 288.
+
+[1033] ebd. I, 217.
+
+[1034] ebd. I, 228.
+
+[1035] ebd. I, 244. Das Anlocken und Fangen von Dämonen und Ungeheuern
+durch reine Jungfrauen ist ein alter, weit verbreiteter Aberglauben.
+
+[1036] Mâ. I, 257.
+
+[1037] Mâ. I, 254.
+
+[1038] ebd. I, 256, 257.
+
+[1039] ebd. I, 255.
+
+[1040] ebd. I, 246, 247, 248.
+
+[1041] ebd. I, 245, 246 ff.
+
+[1042] ebd. I, 229.
+
+[1043] ebd. I, 249 ff.
+
+[1044] ebd. I, 242, 243.
+
+[1045] ebd. I, 297 ff.
+
+[1046] Arch. 243 ff.
+
+[1047] Mâ. I, 297, 331.
+
+[1048] ebd. I, 299, 330.
+
+[1049] ebd. I, 302 ff.
+
+[1050] ebd. I, 300 ff.
+
+[1051] ebd. I, 301.
+
+[1052] ebd. I, 303.
+
+[1053] G. II, 154.
+
+[1054] Intr. 200 ff.
+
+[1055] Beitr. 424.
+
+[1056] Coll. II, 253 ff.; III, 243.
+
+[1057] Coll. II, 255.
+
+[1058] ebd. II, 256.
+
+[1059] Coll. II, 256 ff., 253, 261.
+
+[1060] ebd. II, 255, 256; III, 245.
+
+[1061] ebd. II, 254.
+
+[1062] ebd. II, 257, 256.
+
+[1063] ebd. II, 258.
+
+[1064] ebd. II, 257, 260.
+
+[1065] ebd. II, 257, 258.
+
+[1066] ebd. II, 259.
+
+[1067] Beitr. 158, 361; Or. 168; Coll. I, 9. Einen großen Magier
+~Pibêchios~ kennt auch der zuerst 1888 von ~Wessely~ herausgegebene
+Pariser Zauberpapyrus (~Dieterich~, „Abraxas“, Leipzig 1891, 138;
+~Preisendanz~, A. Rel. 17, 347); vermutlich ist er identisch mit dem
+„~Apollobex~“ des Leidener Papyrus, „einem der Götter, an den die
+ägyptische Schwindel-Litteratur seit jeher anknüpft“ (~Riess~, PW.
+1, 2847, 1338). In der Zauber-Litteratur wird dem ~Pibêchios~ u. a.
+„ein famoses (δόκιμον) Rezept zum Austreiben der Teufel“ zugeschrieben
+(~Wessely~, „Ephesia Grammata“, Wien 1886; 6).
+
+[1068] Coll. II, 186.
+
+[1069] ebd. II, 184.
+
+[1070] Or. 272; Coll. II. 62 ff.
+
+[1071] ~Hoffmann~ 526.
+
+[1072] Mâ. I, 85, 245.
+
+[1073] Mâ. I, 309 ff.
+
+[1074] Daß es im 4. Jahrhundert keinen König von Ägypten mehr gab,
+bedarf wohl kaum der Erwähnung.
+
+[1075] Beitr. 419; ~Boll~ versetzt ihn erst in die Mitte des 5.
+Jahrhunderts (PW. 8, 19).
+
+[1076] „Conspectus scriptorum chemicorum illustrium“ (Kopenhagen 1696,
+9 ff).
+
+[1077] Beitr. 144 ff.; Or. 65, 188, 273.
+
+[1078] ~Kopp~, „Beitr.“ 150, 157; ~Schäfer~, „Die Alchemie“ (Flensburg
+1887), 18; ~Riess~, PW. 1, 1338; Coll. II, 60 ff.; III, 379.
+
+[1079] Beitr. 153.
+
+[1080] Coll. II, 58, 61.
+
+[1081] ebd. II, 60.
+
+[1082] ebd. II, 59.
+
+[1083] ebd. II, 59, 67.
+
+[1084] ebd. II, 58.
+
+[1085] ebd. II, 59.
+
+[1086] ebd. II, 59, 64, 61, 62.
+
+[1087] Die Betrachtung solcher Eigenschaften als „Substanzen“ (+Hýlen+)
+entstammt der stoïschen Schule.
+
+[1088] Coll. II, 62 ff., 64, 66; III, 70; Or. 273.
+
+[1089] Coll. II, 68.
+
+[1090] Intr. 286.
+
+[1091] Coll. I, 164; II, 59.
+
+[1092] ebd. I, 164; Intr. 164 ff.
+
+[1093] Beitr. 428; Or. 191.
+
+[1094] Coll. II, 75 ff.
+
+[1095] Or. 192, 332.
+
+[1096] ebd. 191.
+
+[1097] Coll. II, 78, 79, 83.
+
+[1098] ebd. II, 89, 91.
+
+[1099] ebd. II, 70, 79.
+
+[1100] ebd. II, 100.
+
+[1101] ebd. II, 72.
+
+[1102] ebd. II, 88, 91.
+
+[1103] ebd. II, 79; III, 87.
+
+[1104] ebd. II, 72, 79, 87.
+
+[1105] Über ~Ophiuchos~ in der Astrologie s. ~Boll~, „Sphaera“ (Leipzig
+1903).
+
+[1106] Coll. II, 74, 86, 95.
+
+[1107] ebd. II, 106, 94, 73.
+
+[1108] ebd. II, 97, 94.
+
+[1109] ebd. II, 69, 71.
+
+[1110] ebd. III, 77.
+
+[1111] ebd. II, 69, 71, 99.
+
+[1112] ebd. II, 102; III, 95.
+
+[1113] ebd. II, 85, 74; ~Berthelot~ glaubt irrtümlich, daß ἄνω καὶ κάτω
+„avant et après“ bedeute (III, 81).
+
+[1114] Coll. II, 102, 103; III, 95. Im Gegensatze zu ἀρσενικόν gilt
+σανδαράχη hier als weiblich!
+
+[1115] ebd. II, 83, 431; III, 95.
+
+[1116] ebd. II, 96.
+
+[1117] Coll. II, 80, 84; III, 87.
+
+[1118] ebd. II, 95, 96, 101.
+
+[1119] ebd. II, 91, 94.
+
+[1120] ebd. II, 88, 91, 93.
+
+[1121] ebd. II, 93, 94; 92.
+
+[1122] ebd. II, 91; III, 103.
+
+[1123] ebd. II, 98; III, 106.
+
+[1124] ebd. II, 92.
+
+[1125] ebd. II, 98; III, 107.
+
+[1126] ebd. II, 98.
+
+[1127] Coll. II, 95; daß noch in später Zeit ~Osiris~ als
+„befeuchtendes Prinzip“ und der Nil als „Ausfluß des ~Osiris~“ oder
+kurzweg als „~Osiris~“ galt, bestätigt ~Plutarchs~ Abhandlung „Über
+~Isis~ und ~Osiris~“.
+
+[1128] ebd. II, 88; Beitr. 362; Coll. II, 12; vgl. Coll. I, 122 und Or.
+32.
+
+[1129] Intr. 93.
+
+[1130] ebd. 114, Zeile 14 des Facsimiles.
+
+[1131] Intr. 114, Zeile 11 des Facsimiles.
+
+[1132] z. B. Intr. 141.
+
+[1133] Coll. II, 92, 100.
+
+[1134] ebd. II, 95, 93.
+
+[1135] Coll. II, 73, 72; 92, 96.
+
+[1136] ebd. II, 92.
+
+[1137] ebd. II, 73, 96.
+
+[1138] ebd. II, 95; die Stelle spielt auf ~Herodot~’s „goldgrabende
+Ameisen“ des nördlichen Asiens (Altai?) an (s. weiter unten).
+
+[1139] Coll. II, 104, 106.
+
+[1140] ebd. II, 71; III, 77.
+
+[1141] ebd. II, 71, 76.
+
+[1142] ebd. II, 94.
+
+[1143] ebd. II, 80, 81.
+
+[1144] ebd. II, 75.
+
+[1145] Coll. II, 90; III, 96.
+
+[1146] ebd. II, 76.
+
+[1147] ebd. II, 75; I, 67.
+
+[1148] ebd. II, 84, 89, 78; I, 68.
+
+[1149] ebd. II, 106.
+
+[1150] ebd. II, 91, 94.
+
+[1151] ebd. II, 76.
+
+[1152] Or. 220.
+
+[1153] Coll. II, 75.
+
+[1154] ebd. II, 76.
+
+[1155] ebd. II, 395 ff.; III, 377 ff.; Intr. 295.
+
+[1156] Beitr. 466.
+
+[1157] Coll. II, 401, 409, 414.
+
+[1158] Coll. II, 401, 399.
+
+[1159] ebd. II, 416, 417.
+
+[1160] ebd. II, 418, 419.
+
+[1161] ebd. II, 416, 400; III, 393.
+
+[1162] ebd. II, 406, 412.
+
+[1163] ebd. II, 418.
+
+[1164] ebd. II, 411, 414.
+
+[1165] „De Stephano Alexandrino“ (Bonn 1880).
+
+[1166] Intr. 304; Or. 199; ~Usener~ 5 ff.
+
+[1167] Berlin 1851; 2, 199 ff.
+
+[1168] In ihr gedenkt er u. a. eines weiblichen ~Agathodaimon~, τῆς
+Ἀφροδίτης αγαθοδαιμονούσης (~Usener~, a. a. O., 21).
+
+[1169] S. hierüber weiter unten.
+
+[1170] ~Usener~ 9, 13.
+
+[1171] Beitr. 363.
+
+[1172] Beitr. 437; Or. 199.
+
+[1173] ~Wünsch~, A. Rel. 11, 386; ~Fahz~, ebd. 15, 410.
+
+[1174] a. a. O. 9.
+
+[1175] Or. 274.
+
+[1176] Intr. 289.
+
+[1177] ~Pizzimenti~ 59, 62, 35.
+
+[1178] ebd. 290, 59; ~Aristoteles~ sagt nur, daß das Gehirn durch seine
+große Kälte die zu ihm aufsteigenden Dünste abkühle und verflüssige.
+
+[1179] Intr. 291; Coll. III, 136.
+
+[1180] ~Pizzimenti~ 32, 56.
+
+[1181] ebd. 24, 25.
+
+[1182] ebd. 55, 31.
+
+[1183] ebd. 38, 42, 28.
+
+[1184] ebd. 31.
+
+[1185] ebd. 55; 38, 39; 52, 44 ff.
+
+[1186] ebd. 65.
+
+[1187] ebd. 33, 38, 41.
+
+[1188] ebd. 38, 39, 63 ff.; 33, 34.
+
+[1189] Beitr. 363.
+
+[1190] Beitr. 364; Intr. 214.
+
+[1191] Or. 204; Coll. II, 421 ff.
+
+[1192] Beitr. 459.
+
+[1193] Coll. II, 424, 425.
+
+[1194] ebd. II, 434 ff.
+
+[1195] ebd. II, 426, 423.
+
+[1196] ebd. II, 423, 439. Der Philosoph ~Xenokrates~, der 339 v. Chr.
+die Leitung der älteren Akademie als zweiter Nachfolger ~Platons~
+übernahm, schrieb über Alchemie ebensowenig wie ~Platon~ selbst.
+Jedenfalls ist der Schriftsteller gleichen Namens gemeint, der nach
+~Plinius~ zu Beginn der Kaiserzeit lebte und sich u. a. auch mit Magie
+beschäftigte.
+
+[1197] Coll. II, 434, 424.
+
+[1198] Coll. II, 421.
+
+[1199] ebd. II, 422.
+
+[1200] ebd. II, 421.
+
+[1201] Beitr. 476.
+
+[1202] Beitr. 475.
+
+[1203] Coll. II, 442 ff.; III, 416.
+
+[1204] ebd. II, 442.
+
+[1205] ebd. II, 445.
+
+[1206] ebd. II, 446.
+
+[1207] ebd. II, 445; III, 418.
+
+[1208] ebd. II, 447, 448, 449.
+
+[1209] Beitr. 476.
+
+[1210] Coll. II, 448.
+
+[1211] ebd. II, 447.
+
+[1212] ebd. II, 442, 443.
+
+[1213] ebd. II, 445.
+
+[1214] ebd. II, 446, 444.
+
+[1215] Beitr. 444, 448, 456; Coll. II, 450 ff.; III, 422.
+
+[1216] Berlin 1841; 2, 328, 336, 343.
+
+[1217] ebd. 2, 334.
+
+[1218] Kopenhagen 1696.
+
+[1219] Coll. II, 450, 451.
+
+[1220] Das des ~Archelaos~ ist ein Pseudepigraph, bei dem an den alten
+Philosophen dieses Namens zu denken ist (~Diels~, „Vorsokratiker“,
+Berlin 1912; 2, 413). -- Identität des ~Hierotheos~ mit dem
+gleichnamigen athenischen „Philosophen und Astronomen“ am Hofe
+~Constantins des Grossen~ (~Richter~, „Quellen der byzantinischen
+Kunstgeschichte“, Wien 1897, 43) ist nicht anzunehmen.
+
+[1221] Beitr. 487 ff. Talk: Soll im Persischen ursprünglich so viel
+bedeuten wie aurifolium, Goldflitter.
+
+[1222] Einen „~Salmanas~ den Perser“ kennt jedoch die arabische
+Tradition als „einen der ersten Anhänger des Propheten“.
+
+[1223] ~Hyginus~, „Fabulae“ ed. ~Schmidt~ (Jena 1872) 14, 61, 139;
+~Diodor~, lib. 4, cap. 68, und Fragment Nr. 10 aus lib. 6, bei
+~Eusebius~, „Praeparatio Evangelica“, II; ~Apollodoros~, lib. 1, cap.
+7, 3.
+
+[1224] Beitr. 478 ff.
+
+[1225] Beitr. 485.
+
+[1226] Beitr. 289.
+
+[1227] Coll. III, 423.
+
+[1228] ebd. II, 452.
+
+[1229] ebd. II, 459, 458.
+
+[1230] ebd. II, 454, 459.
+
+[1231] ebd. II, 452.
+
+[1232] Beitr. 210, 290.
+
+[1233] Coll. II, 453, 454, 456.
+
+[1234] ebd. II, 321 ff.
+
+[1235] ebd. II, 377 ff.
+
+[1236] ebd. III, 322; ~Riess~, PW. 1, 1338.
+
+[1237] Coll. III, 330, 362.
+
+[1238] Coll. II, 378.
+
+[1239] ebd. II, 378; III, 324, 334.
+
+[1240] ebd. III, 308.
+
+[1241] ebd. II, 389, 390; III, 372.
+
+[1242] ebd. II, 384 ff., 386.
+
+[1243] ebd. II, 374, 375.
+
+[1244] ebd. II, 355.
+
+[1245] ebd. II, 337; III, 322.
+
+[1246] ebd. II, 346; III, 330.
+
+[1247] ebd. II, 382; III, 366.
+
+[1248] Coll. II, 390.
+
+[1249] ~Tschirch~, „Handbuch der Pharmakognosie“ (Leipzig 1912); 2, 536.
+
+[1250] Coll. II, 375, 376.
+
+[1251] ebd. II, 220; III, 359, 360.
+
+[1252] ebd. II, 389, 390.
+
+[1253] ebd. II, 383.
+
+[1254] ebd. II, 365, 366.
+
+[1255] ebd. II, 323, 342 ff.
+
+[1256] ebd. II, 347; III, 332.
+
+[1257] ebd. II, 347.
+
+[1258] ebd. II, 392; III, 375.
+
+[1259] Coll. II, 349, 383, 347.
+
+[1260] ebd. II, 350 ff.; III, 335.
+
+[1261] ebd. II, 354.
+
+[1262] ebd. II, 355.
+
+[1263] ebd. II, 354.
+
+[1264] ebd. II, 351, 334, 358.
+
+[1265] ebd. II, 360, 362.
+
+[1266] ebd. II, 353.
+
+[1267] ebd. II, 351.
+
+[1268] ebd. II, 352, 353; III, 337, 338.
+
+[1269] ebd. II, 340, 355 ff.
+
+[1270] ebd. II, 364 ff.; s. weiter oben.
+
+[1271] ebd. II, 369; III, 353.
+
+[1272] ebd. II, 380.
+
+[1273] ebd. II, 372, 386; die Auslaugung erfolgt also nach dem sog.
+Gegenstrom-Prinzip.
+
+[1274] ebd. II, 332.
+
+[1275] ebd. II, 372; III, 356.
+
+[1276] ebd. II, 386.
+
+[1277] ~Lippmann~, „Beiträge zur Geschichte des Alkohols“
+(Chemiker-Zeitung 1913; 1313 ff.).
+
+[1278] Coll. II, 326, 332, 333.
+
+[1279] Coll. II, 332.
+
+[1280] ebd. II, 375.
+
+[1281] ebd. II, 342.
+
+[1282] ebd. II, 333, 339.
+
+[1283] ebd. II, 340.
+
+[1284] ebd. II, 360, 377.
+
+[1285] ebd. II, 340, 333.
+
+[1286] ebd. II, 341.
+
+[1287] ebd. II, 380, 332.
+
+[1288] ebd. II, 350.
+
+[1289] ebd. II, 360.
+
+[1290] ebd. II, 363, 365, 366.
+
+[1291] Das Wort Métaxa soll im Sinne von Faden oder Strähnen zuerst bei
+~Lucilius~ (180-103 v. Chr.) vorkommen; die Bedeutung „Seide“ nahm es
+während der Kaiserzeit an, wohl im Laufe des 2. oder 3. Jahrhunderts
+(s. ~Mommsen-Blümner~, „Der Maximaltarif des ~Diokletian~“, Berlin
+1893, 162).
+
+[1292] Coll. II, 378.
+
+[1293] ebd. II, 323, 325, 329 ff.
+
+[1294] ~Kopp~, G. II, 237.
+
+[1295] ~Bouché-Leclercq~, a. a. O., 466.
+
+[1296] Coll. II, 334.
+
+[1297] ebd. II, 326, 334.
+
+[1298] ebd. II, 330.
+
+[1299] Coll. II, 334; hier zuerst so nachweisbar III, 319.
+
+[1300] ebd. II, 333.
+
+[1301] Intr. 280; Näheres s. weiter unten.
+
+[1302] Coll. II, 326.
+
+[1303] ebd. II, 331.
+
+[1304] ebd. II, 328, 366.
+
+[1305] ebd. II, 377 ff.
+
+[1306] ebd. II, 377 ff.
+
+[1307] ebd. II, 333, 377 ff.
+
+[1308] ebd. II, 325, 331, 335; III, 310.
+
+[1309] ebd. II, 336.
+
+[1310] ebd. II, 329.
+
+[1311] ebd. II, 332.
+
+[1312] ebd. II, 330, 336.
+
+[1313] ebd. II, 351.
+
+[1314] ebd. II, 326, 328.
+
+[1315] ebd. II, 334; III, 219.
+
+[1316] ebd. II, 377 ff.
+
+[1317] ebd. II, 333.
+
+[1318] ebd. II, 342, 327.
+
+[1319] ebd. II, 329.
+
+[1320] ebd. II, 363.
+
+[1321] ebd. II, 377 ff.
+
+[1322] ebd. II, 377 ff.
+
+[1323] ebd. II, 329, 330; III, 315.
+
+[1324] ebd. II, 346; III, 331.
+
+[1325] ebd. II, 322, 328.
+
+[1326] ebd. II, 392, 388; III, 375, 366.
+
+[1327] ebd. II, 335 ff.; III, 310.
+
+[1328] ebd. II, 335, 336, 346.
+
+[1329] ebd. II, 377 ff.
+
+[1330] ebd. II, 326, 332.
+
+[1331] ebd. II, 323, 324, 335, 367; III, 309.
+
+[1332] ebd. II, 376.
+
+[1333] ebd. II, 377 ff.
+
+[1334] ebd. II, 377 ff.
+
+[1335] ebd. II, 333, 340.
+
+[1336] Die Zahlen der mit * Bezeichneten sind unsicher oder strittig.
+
+[1337] Stuttgart 1856, S. 135.
+
+[1338] Leipzig 1857; 2, 502.
+
+[1339] Vgl. ~Diodor~, lib. 1, cap. 96; ~Herodot~, lib. 2, cap. 49, 81,
+123.
+
+[1340] ~Zeller~, „Die Philosophie der Griechen“ [Leipzig; 1: 1892; 2
+(1) 1889; 2 (2) 1879; 3 (1) 1909; 3 (2) 1903]; 1, 20 ff.; 2 (1), 413,
+1047.
+
+[1341] Überliefert bei ~Dion Chrysostomos~ (um 80 n. Chr.), „Beweis,
+daß Troja nicht erobert wurde“, cap. 37 ff.
+
+[1342] ~Zeller~ 1, 46.
+
+[1343] ebd.
+
+[1344] ~Burnet~, „Anfänge der griechischen Philosophie“, Üb. ~Schenkl~
+(Leipzig 1913), 13 ff., 17 ff.; ~Gilbert~, „Die meteorologischen
+Theorien des griechischen Altertums“ (Leipzig 1907), 692 ff.;
+~Gilbert~, „Spekulation und Volksglaube in der jonischen Philosophie“
+(A. Rel. 13, 306).
+
+[1345] ~Burnet~ 9 ff., 45, 200.
+
+[1346] ~Gilbert~ 38 ff., 47; A. Rel. 13, 306.
+
+[1347] ~Diels~, „Elementum“ (Leipzig 1899) 17, 21.
+
+[1348] ~Gilbert~ 23.
+
+[1349] Vgl. ~Gilbert~, Register 732.
+
+[1350] Vgl. ~Gilbert~, Register 713.
+
+[1351] ~Gilbert~ 254 ff.
+
+[1352] ebd. 15 ff., 28, 51, 52, 85, 97.
+
+[1353] ebd. 63; 43 ff., 54.
+
+[1354] ~Gilbert~ 58 ff.
+
+[1355] ebd. 55.
+
+[1356] ~Gilbert~, A. Rel. 13, 306.
+
+[1357] Über deren geschichtliche Stellung s. ~Ed. Meyer~, „Geschichte
+des Altertums“ [Stuttgart, 1 (1): 1907; 1 (2): 1909; 2: 1893; 3: 1901;
+4: 1901; 5: 1902] Bd. 2-5: Register in Bd. 2 u. 5.
+
+[1358] ~Diels~, „Die Fragmente der Vorsokratiker“ (Berlin 1912);
+~Nestle~, „Die Vorsokratiker“ (Jena 1908).
+
+[1359] ~Windelband-Bonhöffer~, „Geschichte der antiken Philosophie“
+(München 1912), 27; ~Burnet~ 38 ff.; ~Gilbert~ 94.
+
+[1360] „Revue d’Assyriologie“ (Paris 1914), 5, 30.
+
+[1361] ~Windelband~ 29.
+
+[1362] ~Gilbert~ 620; ~Zeller~ 1, 223, 245; 226.
+
+[1363] ~Burnet~ 43 ff.
+
+[1364] ~Windelband~ 25.
+
+[1365] ~Gilbert~ 94; ~Burnet~ 61 ff.
+
+[1366] ~Diels~, „Vors.“ 1, 26; ~Windelband~ 32; ~Deussen~, „Allgemeine
+Geschichte der Philosophie“ [Leipzig, 1 (1): 1894; 1 (2): 1899; 1 (3):
+1908; 2 (1): 1911; 2 (2): 1913] 2 (1), 49.
+
+[1367] „Die vorsokratischen Philosophen“ (Bonn 1910), 35.
+
+[1368] ~Windelband~ 43.
+
+[1369] ~Gilbert~ 94; ~Burnet~ 118, 130 ff., 145; ~Heinze~, „Lehre vom
+Logos“ (Oldenburg 1872), 3.
+
+[1370] ~Gilbert~, A. Rel. 13, 320; s. unten bei „Orphik“.
+
+[1371] ~Diels~, „Vors.“ 91; ~Diels~, „~Herakleitos~ von Ephesos“
+(Berlin 1901).
+
+[1372] ~Gilbert~ 138, 149.
+
+[1373] ~Zeller~ 1, 674, 681; ~Gilbert~ 59 ff., 455; ~Diels~, „Vors.“
+89; ~Windelband~ 41; ~Burnet~ 122, 133 ff., 149.
+
+[1374] ~Deussen~ 2 (1), 100; ~Gilbert~ a. a. O.; ~Zeller~ a. a. O.;
+~Diels~, „Vors.“ 87.
+
+[1375] ~Diels~, „Elem.“ 15.
+
+[1376] ~Diels~, „Vors.“ 79.
+
+[1377] ~Windelband~ 39, nach ~Rohde~, „Psyche“ (Tübingen 1903).
+
+[1378] ~Deussen~ 2 (1), 103.
+
+[1379] ~Deussen~ 2 (1), 100, 103.
+
+[1380] „~Herakleitos~ von Ephesos“, Vorr. 10.
+
+[1381] ~Goebel~ 38 ff.
+
+[1382] ~Burnet~ 113 ff., 116; 118, 122.
+
+[1383] ~Heinze~ a. a. O., 9, 56.
+
+[1384] ~Windelband~ 40.
+
+[1385] ~Gomperz~, „Griechische Denker“ [Leipzig; 1: 1896; 2: 1902; 3:
+1909] 1, 64.
+
+[1386] ~Zeller~ 1, 669, 724; ~Pfleiderer~, „Die Philosophie des
+~Heraklit~ von Ephesos“ (Berlin 1886).
+
+[1387] ~Zeller~ 1, 458.
+
+[1388] ~Windelband~ 24; ~Rohde~ a. a. O. 2, 159, 417.
+
+[1389] ~Windelband~ 21.
+
+[1390] ~Zeller~ 1, 330.
+
+[1391] ~Windelband~ 49, 73.
+
+[1392] ~Burnet~ 97, 149.
+
+[1393] ~Zeller~ 1, 427 ff., 574; ~Burnet~ 17 ff., 177.
+
+[1394] ~Burnet~ 277.
+
+[1395] ~Zeller~ 1, 325; ~Burnet~ 80.
+
+[1396] ~Schroeder~, „Pythagoras und die Indier“ (Leipzig 1884);
+~Garbe~, „Samkhya-Philosophie“ (Leipzig 1894) 90 ff., 98 ff.
+
+[1397] ~Fimmen~, A. Rel. 17, 515 ff.; ~Herodot~, lib. 2, cap. 81, 123.
+
+[1398] ~Rohde~, „Psyche“ 2, 103, 414.
+
+[1399] Die von ~Fimmen~ (a. a. O.) wiederum vertretene Annahme, daß
+umgekehrt die Orphiker aus ~Pythagoras~ geschöpft hätten, lehnte schon
+~Rohde~ ab („Psyche“ 2, 109).
+
+[1400] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 730 ff., 755; 3, 428 ff., 668; ~Anrich~,
+„Das antike Mysterienwesen im seinem Einfluß auf das Christentum“
+(Göttingen 1896) 13, 16 ff., 22.
+
+[1401] ~Burnet~ 67 ff.; ~Kern~, PW. 5, 1043; ~Cohn~, PW. 6, 1119; ~Ed.
+Meyer~, „Alt.“ 3, 430, 668.
+
+[1402] ~Rohde~ a. a. O.; ~Burnet~ 67 ff.; ~Lobeck~, „Aglaophamos“
+(Königsberg 1829); das hohe Alter der Orphik verwarf schon ~Herodot~
+(lib. 2, cap. 53), der übrigens Orphiker und Pythagoräer gleichsetzt
+(ebd., cap. 81).
+
+[1403] S. die platonische Überlieferung des Gleichnisses vom Leib (σῶμα
+= Soma) als Grabmal (σῆμα = Sema) der Seele; ~Diels~, „Vors.“ 1, 315.
+
+[1404] ~Waser~, Ro. 3, 3206; daher die steigende Bedeutung der
+~Nemesis~ (~Rossbach~, Ro. 3, 179) und der ~Ananke~ (~Wagner~, Ro. 3, 70).
+
+[1405] ~Eisele~, Ro. 4, 259 ff.
+
+[1406] ~Gruppe~, Ro. 3, 2263 ff.; ~Deubner~, Ro. 3, 2091; ~Anrich~,
+a. a. O. 22.
+
+[1407] ~Zeller~ 1, 79, 88 ff.; 92, 96 ff.; ~Gruppe~, Ro. 3, 1441,
+2250, 2270; ~Waser~, PW. 6, 486 ff. Daß die Goldtäfelchen des 3.
+vorchristlichen Jahrhunderts aus Thurioi (Süditalien) nichts über
+~Phanes~ enthalten, bewies 1902 ~Diels~ (~Gruppe~, Ro. 3, 2254).
+
+[1408] ~Kern~ und ~Cohn~, a. a. O.; ~Zeller~ 1, 96.
+
+[1409] ~Zeller~ 1, 81.
+
+[1410] ~Waser~, PW. 3, 2482; ~Zeller~ 1, 81.
+
+[1411] ~Mayer~, Ro. 2, 1459 ff.
+
+[1412] ~Waser~, a. a. O.
+
+[1413] A. Rel. 14, 539.
+
+[1414] Nach ~Deussen~, 2 (2), 136, ~Angra Mainyus~ = „der schlagende
+Geist“, Herr über Dunkel, Lüge und Tod.
+
+[1415] ~Diels~, „Vors.“ 2, 198.
+
+[1416] ~Deussen~ 2 (1), 27; ~Burnet~ 7; ~Eitrem~, PW. 7, 471; ~Gruppe~,
+a. a. O.; ~Gilbert~, A. Rel. 13, 306; ~Eisler~, ebd. 14, 539; ~Ed.
+Meyer~, „Alt.“ 2, 760, 816; 3, 442.
+
+[1417] ~Wernicke~, PW. 1, 1093.
+
+[1418] ~Clemen~, A. Rel. 16, 118; ~Deussen~ 2 (2), 136.
+
+[1419] ~Gilbert~, a. a. O.
+
+[1420] ~Knaack~, PW. 1, 1094.
+
+[1421] ~Eisler~, A. Rel. 14, 539; ~Eitrem~, PW. 7, 471; betreff
+~Platon~: ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 4, 354 ff.; ~Anrich~ 20.
+
+[1422] ~Kern~, PW. 3, 150; ~Wellmann~, PW. 5, 2511; ~Gruppe~, Ro. 3,
+1127 ff., 1145; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 3, 660 ff; 4, 234.
+
+[1423] ~Waser~, PW. 5, 2471; ~Roscher~, Ro. 2, 3186; ~Gruppe~, Ro. 3,
+1126 ff.
+
+[1424] ~Dieterich~, PW. 6, 1279; ~Wagner~, Ro. 3, 71; ~Ed. Meyer~,
+„Alt.“ 4, 103, 118.
+
+[1425] ~Waser~, PW. 3, 2113; 6, 487.
+
+[1426] ~Deussen~ 2 (1), 56; ~Windelband~ 74.
+
+[1427] ~Gilbert~ 76.
+
+[1428] ~Gilbert~ 77 ff.
+
+[1429] ~Zeller~ 1, 491; ~Windelband~ 83; ~Burnet~ 180 ff.; ~Gomperz~ 1,
+120; ~Nestle~, a. a. O. 107. Über die weitere Ausbildung dieser Theorie
+von den Hippokratikern an bis ~Galenos~ s. „~Hippokrates~“, Üb. ~Fuchs~
+(München 1895) 1, 18, 28 ff., 189, 193, 229, 332.
+
+[1430] A. Rel. 13, 317, 320.
+
+[1431] ~Gilbert~ 81, 82.
+
+[1432] ~Burnet~ 252 ff., 255, 271.
+
+[1433] ~Burnet~ 260.
+
+[1434] ~Diels~, „Vors.“ 1, 314; ~Zeller~ 1, 407; ~Burnet~ 269 ff.;
+~Deussen~ 2 (1), 61.
+
+[1435] ~Gilbert~ 83; πέμπτον bei ~Diels~, „Vors.“ 1, 314.
+
+[1436] ~Gilbert~ 256.
+
+[1437] ~Zeller~ 1, 443; ~Deussen~ 2 (1), 61.
+
+[1438] ~Diels~, „Vors.“ 1, 316.
+
+[1439] ~Zeller~ 1, 427 ff.; ~Deussen~ 2 (1), 63.
+
+[1440] ~Zeller~ 1, 436.
+
+[1441] ~Zeller~ 1, 427 ff.; 490.
+
+[1442] ~Windelband~ 34.
+
+[1443] ~Deussen~ 2 (1), 74; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 761, 820; 3, 441.
+
+[1444] ~Zeller~ 1, 535.
+
+[1445] ~Gilbert~ 88 ff.
+
+[1446] ~Deussen~ 2 (1), 74.
+
+[1447] ~Windelband~ 35.
+
+[1448] ~Gilbert~ 94 ff.; 96.
+
+[1449] ~Burnet~ 105, 107 ff.; ~Deussen~ 2 (1), 74.
+
+[1450] ~Windelband~ 50.
+
+[1451] ~Gilbert~ 101.
+
+[1452] ~Diels~, „~Parmenides~“ (Berlin 1897), 100.
+
+[1453] ~Burnet~ 155 ff.; 165.
+
+[1454] ~Gilbert~ 102, 119.
+
+[1455] ~Deussen~ 2 (1), 82.
+
+[1456] ~Zeller~ 1, 570; ~Deussen~ 2 (1), 87.
+
+[1457] ~Deussen~, a. a. O.; ~Diels~, „Vors.“ 1, 162.
+
+[1458] ~Zeller~, a. a. O.; ~Diels~, „Vors.“ 1, 162; ~Diels~,
+„~Parmenides~“ 42, 44, 114. Auffälligerweise erteilt ~Parmenides~
+hierbei den Weibern die „wärmere Natur“: ~Zeller~ 1, 797.
+
+[1459] ~Windelband~ 52.
+
+[1460] ~Gilbert~ 104.
+
+[1461] ~Zeller~ 1, 758 ff.; ~Burnet~ 210 ff.
+
+[1462] ~Zeller~ 1, 836; ~Gilbert~ 110.
+
+[1463] ~Zeller~ 1, 823.
+
+[1464] ~Zeller~ 1, 758 ff.; ~Burnet~ a. a. O.; ~Windelband~ 56 ff.;
+~Diels~, „Vors.“ 1, 226.
+
+[1465] ~Diels~, „Vors.“ 1, 205, 206.
+
+[1466] ~Wagner~, Ro. 3, 287.
+
+[1467] ~Zeller~ 1, 758 ff.; ~Windelband~ 56 ff.; ~Diels~, „Vors.“ 1,
+205, 206; ~Burnet~ 192, 210.
+
+[1468] ~Deussen~ 2 (1), 112.
+
+[1469] ~Gilbert~ 105 ff., 120.
+
+[1470] ~Burnet~ 211.
+
+[1471] ~Gilbert~ 119.
+
+[1472] ~Burnet~ 211; ~Gilbert~ 107.
+
+[1473] ~Gilbert~ 406.
+
+[1474] ~Burnet~ 208 ff.
+
+[1475] ~Zeller~ 1, 765, 825.
+
+[1476] ~Diels~, „Vors.“ 1, 233.
+
+[1477] ~Gilbert~ 106, 112, 121; ~Zeller~ 1, 1021.
+
+[1478] ~Zeller~ a. a. O.; ~Gomperz~ 1, 187, 447; ~Goebel~ 256.
+
+[1479] ~Zeller~ 1, 803.
+
+[1480] ~Diels~, „Vors.“ 1, 257; ~Zeller~ 1, 775, 798; ~Gilbert~ 113,
+339 ff.; ~Gomperz~ 1, 188.
+
+[1481] ~Goebel~ 96 ff., 207.
+
+[1482] ~Burnet~ 227; ~Deussen~ 2 (1), 121; ~Zeller~ 1, 800.
+
+[1483] ~Gilbert~ 122, 443 ff.
+
+[1484] ~Zeller~ 1, 771, 832; ~Gilbert~ 115 ff., 121; ~Deussen~ 2 (1),
+112.
+
+[1485] ~Burnet~ 212.
+
+[1486] ~Gilbert~ a. a. O.; ~Deussen~ 1 (1), 113, 120.
+
+[1487] ~Zeller~ 1, 767, 800; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 4, 235.
+
+[1488] ~Diels~, „Vors.“ 1, 255.
+
+[1489] ~Windelband~ 68; ~Burnet~ 230 ff.
+
+[1490] ~Diels~, „Vors.“ 1, 407.
+
+[1491] ~Zeller~ 1, 978 ff.; ~Gomperz~ 1, 168 ff., 171, 260; ihr Namen
+„Homoiomeríen“ (aus gleichartigen Teilchen bestehend) findet sich erst
+bei ~Aristoteles~ (~Wellmann~, PW. 1, 2076; ~Burnet~ 243).
+
+[1492] ~Zeller~ 1, 981, 1021.
+
+[1493] ~Zeller~ 1, 980, 1022; ~Burnet~ 230 ff.
+
+[1494] ~Windelband~ 62 ff.; ~Zeller~ 1, 979.
+
+[1495] ~Baeumker~, „Das Problem der Materie in der griechischen
+Philosophie“ (Münster 1890) 74; ~Burnet~ 243 ff.
+
+[1496] ~Baeumker~ 74; ~Windelband~ 68; ~Burnet~ 242; ~Goebel~ 238.
+
+[1497] ~Baeumker~ 74, 317.
+
+[1498] ~Gilbert~ 126; ὕλη s. Register 728.
+
+[1499] ~Gilbert~ 130 ff., 136.
+
+[1500] ebd. 129, 134.
+
+[1501] ~Zeller~ 1, 978 ff.; ~Burnet~ 246; ~Deussen~ 2 (1), 130.
+
+[1502] ~Zeller~ 2 (1), 16; ~Burnet~ 247.
+
+[1503] ~Deussen~ 2 (1), 50 ff., 147; ~Burnet~ 324.
+
+[1504] ~Diels~, „Vors.“ 1, 423, 425; ~Goebel~ 249 ff.
+
+[1505] ~Zeller~ 1, 271.
+
+[1506] ~Zeller~ 1, 839 ff.; ~Windelband~ 121; ~Goebel~ 257 ff.
+
+[1507] ~Burnet~ 300 ff.; ~Deussen~ 2 (1), 136 ff.; ~Windelband~ 71 ff.,
+124.
+
+[1508] ~Deussen~ 2 (1), 140; ~Burnet~ 300 ff.
+
+[1509] ~Deussen~ 2 (1), 141 ff.; ~Burnet~ 311.
+
+[1510] ~Deussen~ 2 (1), 136 ff., 141 ff.
+
+[1511] ~Diels~, „Vors.“ 2, 13, 25, 60.
+
+[1512] ~Windelband~ 125 ff.
+
+[1513] ~Zeller~ 1, 901; ~Diels~, „Vors.“ 2, 72; ~Goebel~ 315, 317.
+
+[1514] ~Gomperz~ 1, 292.
+
+[1515] ~Zeller~ 1, 843, 845.
+
+[1516] Zu diesem ganzen Absatze vgl. meine ausführliche Abhandlung
+„Chemisches und Physikalisches bei ~Platon~“ („Abh. u. Vortr.“ 2, 28),
+die alle Einzelheiten enthält.
+
+[1517] ~Zeller~ 2 (1), 532, 565; ~Gomperz~ 2, 329 ff., 482 ff., 568;
+~Windelband~ 182.
+
+[1518] ~Zeller~ 2 (1), 722 ff.; ~Deussen~ 2 (1), 273, 348.
+
+[1519] ~Deussen~ 2 (1), 267, 276 ff.; 269; betreff weiterer Auslegungen
+s. ~Baeumker~ 163, 152, 132.
+
+[1520] ~Zeller~ 2 (1), 726, 733.
+
+[1521] ~Zeller~ 2 (1), 722 ff.; ~Windelband~ 167.
+
+[1522] ~Zeller~ 2 (1), 736, 803 ff.; ~Baeumker~ 167 ff., 174, 177 ff.;
+~Deussen~ 2 (1), 276, 279.
+
+[1523] ~Windelband~ 171, 196 ff.; 111.
+
+[1524] ~Zeller~ 2 (1), 743.
+
+[1525] ~Deussen~ 2 (1), 274 ff.
+
+[1526] ~Gomperz~ 2, 484 ff., 606; ~Gilbert~ 159 ff.
+
+[1527] ~Zeller~ 2 (1), 800 ff.
+
+[1528] ebd. 951; 1008; 1024, 1043.
+
+[1529] ~Zeller~ 725, 734.
+
+[1530] ebd. 800 ff.
+
+[1531] ~Zeller~ 2 (1), 805, 807; ~Gilbert~ 158, 170 ff.
+
+[1532] ~Deussen~ 2 (1), 356 ff.
+
+[1533] ~Zeller~ 2 (1), 807 ff.; ~Gilbert~ 172, 361 ff.
+
+[1534] Was ~Platon~ unter diesem Namen versteht, ist ungewiß.
+
+[1535] ~Gilbert~ 366.
+
+[1536] ~Gomperz~ 2, 327.
+
+[1537] ~Zeller~ 2 (1), 867.
+
+[1538] Ob die Namen Phainon, Phaëthon usf. tatsächlich die älteren
+sind, wie man zumeist anzunehmen pflegt, steht dahin (~Burnet~ 177 ff.).
+
+[1539] ~Zeller~ 1, 136, 139; 2 (1), 812 ff., 931, 1040 ff.; ~Deussen~ 2
+(1), 303.
+
+[1540] ~Gilbert~ 157.
+
+[1541] ~Diels~, „Elem.“ 58, 68.
+
+[1542] ebd. 15 ff.
+
+[1543] ~Diels~, „Elem.“ 17, 21, 22; an Neuschöpfung dachten ~Zeller~ 2
+(1), 796, 947 und ~Baeumker~ 69.
+
+[1544] ~Goebel~ 10.
+
+[1545] ~Windelband~ 172, 225; ~Baeumker~ 163.
+
+[1546] ~Gilbert~ 259.
+
+[1547] Im Dialoge „Theaitet“; ~Zeller~ 2 (1), 705; die lateinische
+Übersetzung „Qualität“ rührt von ~Cicero~ her.
+
+[1548] Zu diesem ganzen Absatze vgl. meine ausführliche Abhandlung
+„Chemisches und Alchemisches aus ~Aristoteles~“ („Abh. u. Vortr.“
+2, 64); bemerkt sei, daß nach ~Diels~ („~Hermes~“ 40, 310; 1905)
+der Inhalt der sog. „Bücher der Probleme“ des ~Aristoteles~ zu
+einem bedeutenden Teile den kleineren Schriften seines Schülers
+und Nachfolgers ~Theophrast~ (372-287) entnommen ist, sowie daß
+nach ~Hammer-Jensen~ („~Hermes~“ 50, 113; 1915) das vierte Buch der
+„Meteorologie“ nicht von ~Aristoteles~, sondern von ~Straton~ herrühren
+dürfte, der 286-268 lehrte.
+
+[1549] ~Zeller~ 2 (2), 348; 442; 306; ~Windelband~ 225; ~Baeumker~ 210
+ff.
+
+[1550] ~Zeller~ 2 (2), 305; ~Windelband~ 225.
+
+[1551] ~Windelband~ 225 ff.; 227.
+
+[1552] So zuerst bei ~Aristoteles~ (~Deussen~ 2 (1), 273).
+
+[1553] ~Baeumker~ 210, 221 ff.
+
+[1554] ~Zeller~ 1, 678; 2 (2), 315 ff.; ~Windelband~ 228; ~Baeumker~
+223, 239.
+
+[1555] ~Zeller~ 1, 678; ~Baeumker~ 241, 262.
+
+[1556] ~Zeller~ 2 (2), 315 ff.; ~Windelband~ 225 ff.; ~Baeumker~ 241,
+262.
+
+[1557] ~Baeumker~ 282.
+
+[1558] ~Baeumker~ 282, 263; ~Windelband~ 225 ff.
+
+[1559] ~Baeumker~ 250; 259; 249; 286.
+
+[1560] ebd. 259, 260.
+
+[1561] ~Zeller~ 2 (2), 389, 420 ff.; ~Windelband~ 232.
+
+[1562] ~Zeller~ 2 (2), 443.
+
+[1563] ebd. 2 (2), 420 ff.; ~Baeumker~ 241 ff.
+
+[1564] ~Diels~, „Elem.“ 23, 24.
+
+[1565] ~Gilbert~ 183, 189, 205; an einer Stelle heißt es auch „die vier
+Elemente sind die vier Hylen“.
+
+[1566] ~Gilbert~ 185; στοιχεῖον s. Register 740.
+
+[1567] ~Gilbert~ 186 ff.
+
+[1568] ~Zeller~ 2 (2), 409, 445; ~Baeumker~ 237.
+
+[1569] ~Gilbert~ 179, 188, 290, 386, 462.
+
+[1570] ~Zeller~ 2 (2), 446.
+
+[1571] ebd. 2 (2), 416 ff.; ~Baeumker~ 260; ~Gilbert~ 259 ff., 388.
+
+[1572] ~Gilbert~ 190; ~Deussen~ 2 (1), 353.
+
+[1573] ~Gilbert~ 265.
+
+[1574] ~Zeller~ 2 (2), 437 ff.; ~Deussen~ 2 (1), 356; ~Diels~, „Elem.“
+24. An einer Stelle wird aber Äther = Feuer gesetzt.
+
+[1575] ~Zeller~ 2 (2), 468 ff.
+
+[1576] ebd. 2 (2), 361, 456, 553, 793, 795; Planeten s. 378.
+
+[1577] ~Windelband~ 203; so auch bei ~Xenokrates~, ~Platons~ zweitem
+Nachfolger.
+
+[1578] ~Zeller~ 2 (2), 483, 485, 517; bei ~Theophrast~ ist πνεῦμα =
+Feuer (ebd. 3 (2), 36).
+
+[1579] ebd. 2 (2), 919; s. die Überlieferung bei ~Straton~ (lehrte
+286-268).
+
+[1580] ebd. 2 (2), 551.
+
+[1581] ebd. 2 (2), 483, 485, 517; ~Windelband~ 236.
+
+[1582] ~Zeller~ 2 (2), 488. Zur Theorie des Pneumas bei ~Aristoteles~
+s. ~Jaeger~, M. G. M. 12, 326.
+
+[1583] ~Gilbert~ 198.
+
+[1584] Hieraus erklärt sich die bei ~Hipponax~ und ~Kallimachos~ (3.
+Jahrhundert v. Chr.) übliche Bezeichnung des Essigs als „toter Wein“,
+νεκρός, Ἀλίβας (~Immisch~ A. Rel. 14, 449).
+
+[1585] ~Deussen~ 2 (1), 385.
+
+[1586] ~Baeumker~ 295 ff.
+
+[1587] ~Deussen~ 2 (1), 388.
+
+[1588] ~Windelband~ 255.
+
+[1589] ~Diels~, „Das physikalische System des ~Straton~“ (Berlin 1893).
+
+[1590] ~Windelband~ 257.
+
+[1591] ~Diels~ a. a. O. 11, 17.
+
+[1592] ~Zeller~ 3 (1), 22; ~Deussen~ 2 (1), 390 ff.
+
+[1593] ~Zeller~ 3 (1), 28; ~Windelband~ 250, 259 ff.
+
+[1594] ~v. Arnim~, „Stoicorum veterum fragmenta“ (Leipzig 1903 ff.);
+eine kurze Übersicht der Lehren bietet ~Barth~, „Die Stoa“ (Stuttgart
+1903).
+
+[1595] ~Gilbert~ 227 ff.; ~Deussen~ 2 (1), 415; ~Diels~, „Elem.“ 41 ff.
+
+[1596] ~Zeller~ 3 (1), 16 ff., 57.
+
+[1597] ~Zeller~ 3 (1), 364 ff.; ~Gilbert~ 266 ff.; ~Heinze~, „Lehre vom
+Logos“ (Oldenburg 1872), 169.
+
+[1598] ~Meyer-Bjerrum~, „Annalen der Naturphilosophie“ (Leipzig 1904),
+3, 413.
+
+[1599] ~Gilbert~ 305 ff., 323, 629; ~Prantl~, „Keime der Alchemie bei
+den Alten“ (Stuttgart 1856), 135; vgl. ~Jaeger~, M. G. M. 12, 326;
+~Jaeger~, „Das Pneuma im Lykeion“ („Hermes“ 1912; 48, 29); ~Jaeger~,
+„~Nemesios~ von ~Emesa~“ (Berlin 1913).
+
+[1600] ~Zeller~ 3 (1), 354 ff.; ~Deussen~ 2 (1), 401 ff.
+
+[1601] ~Zeller~ 3 (1), 173.
+
+[1602] ~Zeller~ 3 (1), 330 ff.
+
+[1603] ~Arnim~ 2, 319; ~Zeller~ 1, 100; 3 (2), 342.
+
+[1604] ~Deussen~ 2 (1), 28.
+
+[1605] ~Zeller~ 3 (1), 334 ff.
+
+[1606] ebd. 337.
+
+[1607] ebd. 712.
+
+[1608] ~Arnim~ 2, 331, 332.
+
+[1609] ~Zeller~ 3 (2), 342.
+
+[1610] ~Gilbert~ 251.
+
+[1611] ~Arnim~ 2, 111.
+
+[1612] ~Zeller~ 3 (1), 133 ff., 152 ff.; ~Baeumker~ 330 ff.;
+~Windelband~ 273.
+
+[1613] ~Zeller~ 1, 142.
+
+[1614] ~Heinze~ 79 ff., 92; ~Windelband~ 327.
+
+[1615] ~Zeller~ 1, 363.
+
+[1616] ~Arnim~ 1, 24, 25; 2, 115; ~Zeller~ 3 (1), 96 ff.; ~Baeumker~
+330 ff.
+
+[1617] ~Arnim~ 2, 116.
+
+[1618] ~Zeller~ 3 (1), 133 ff.
+
+[1619] ~Arnim~ 2, 116.
+
+[1620] ~Arnim~ 2, 114, 116.
+
+[1621] ~Gilbert~ 227 ff.
+
+[1622] ebd. 245.
+
+[1623] ebd. 243 ff.
+
+[1624] ebd. 244.
+
+[1625] ebd. 433, 236; ~Zeller~ 3 (1), 181 ff.
+
+[1626] ~Arnim~ 2, 136.
+
+[1627] ebd. 2, 111.
+
+[1628] ~Zeller~ 3 (1), 325.
+
+[1629] ~Diels~, „Elem.“ 28.
+
+[1630] ~Arnim~ 2, 111.
+
+[1631] ebd. 1, 24, 27, 110; 2, 145; ~Zeller~ 3 (1), 133 ff., 152 ff.;
+~Windelband~ 273 ff.; ~Gilbert~ 245 ff., 251; ~Baeumker~ 330 ff.
+
+[1632] ~Arnim~ 1, 25; 2, 128; 3, 20.
+
+[1633] ~Baeumker~ 327, 363; ~Windelband~ 273; ~Gilbert~ 271; ~Deussen~
+2 (1), 414.
+
+[1634] ~Zeller~ 3 (1), 133 ff.; ~Gilbert~ 268.
+
+[1635] ~Arnim~ 2, 151, 153.
+
+[1636] ebd. 2, 153; ~Zeller~ 3 (1), 129 ff.; ~Gilbert~ 232 ff.
+
+[1637] ~Baeumker~ 330 ff.; ~Gilbert~ 232 ff., 245, 268.
+
+[1638] ~Zeller~ 3 (1), 436.
+
+[1639] ebd. 3 (1), 96 ff.; ~Gilbert~ 266 ff., 271.
+
+[1640] ~Heinze~ 118 ff.
+
+[1641] ~Heinze~ 118 ff.; ~Baeumker~ 330 ff.
+
+[1642] ~Heinze~ 79 ff., 92.
+
+[1643] ~Zeller~ 3 (1), 156; ~Heinze~ 99.
+
+[1644] ~Arnim~ 2, 136; dem ~Heraklit~ selbst scheint diese Anschauung
+noch fremd, s. ~Deussen~ 2 (1), 416.
+
+[1645] ~Arnim~ 1, 34; ~Zeller~ 1, 142 u. 3 (1), 145; ~Windelband~ 273
+ff.
+
+[1646] ~Zeller~ 3 (1), 141, 145, 148, 192, 194; ~Deussen~ 2 (1), 415.
+
+[1647] ~Windelband~ 273.
+
+[1648] ~Arnim~ 2, 307.
+
+[1649] ~Gilbert~ 251.
+
+[1650] ~Arnim~ 2, 145; ~Gilbert~ 268, 283, 633 ff.
+
+[1651] ~Baeumker~ 342 ff., 356 ff.
+
+[1652] ebd. 350.
+
+[1653] ~Zeller~ 3 (1), 133 ff.; ~Gilbert~ 251, 252, 292; ~Baeumker~ 3,
+367 ff.; ~Heinze~ 97 ff., 100.
+
+[1654] ~Zeller~ 3 (1), 134.
+
+[1655] ~Arnim~ 2, 111; ~Heinze~ 93; ~Deussen~ 2 (1), 415 ff.
+
+[1656] ~Arnim~ 2, 310; ~Heinze~ 100.
+
+[1657] ~Baeumker~ 346 ff., 356 ff.
+
+[1658] ~Heinze~ 93.
+
+[1659] ~Gilbert~ 239 ff., 243 ff.
+
+[1660] ~Zeller~ 3 (1), 68; ~Heinze~ 143.
+
+[1661] ~Zeller~ 3 (1), 119 ff., 127, 199; ~Heinze~, „Zur
+Erkenntnislehre der Stoa“ (Leipzig 1880), 10.
+
+[1662] ~Arnim~ 2, 228, 258; ~Gilbert~ 237, 243.
+
+[1663] ~Zeller~ 1, 436.
+
+[1664] ~Arnim~ 1, 38; 2, 217.
+
+[1665] ebd. 2, 217; ~Gilbert~ 268.
+
+[1666] ~Arnim~ 2, 145; ~Zeller~ 3 (1), 119 ff., 127, 199.
+
+[1667] ~Arnim~ 2, 211; ~Heinze~ 110.
+
+[1668] ~Zeller~ 3 (1), 368; ~Heinze~ 13.
+
+[1669] ~Gilbert~ 239 ff., 243 ff., 397.
+
+[1670] ~Arnim~ 1, 34; ~Windelband~ 273 ff.; ~Gilbert~ 239 ff., 243 ff.;
+~Deussen~ 2 (1), 415 ff.
+
+[1671] ~Prantl~, a. a. O.
+
+[1672] ~Zeller~ 3 (1), 162 ff., 206, 336; ~Capelle~, „Die Schrift von
+der Welt“ (Jena, 1907), 34 ff.
+
+[1673] ~Zeller~ 3 (1), 100; ~Baeumker~ 346 ff., 356 ff.
+
+[1674] ~Heinze~ 107 ff., 110 ff., 117, 123 ff. -- Den Zusammenhang der
+Theorie von den Lógoi spermatikoí mit den Lehren des ~Heraklit~ und des
+~Aristoteles~, sowie ihre so außerordentlich bedeutsame Fortwirkung
+bis in das Zeitalter der Kirchenväter erörtert ausführlich ~K. Meyers~
+„Geschichte der Lehre von den Keimkräften, von der Stoa bis zum
+Ausgange der Patristik“ (Bonn 1914).
+
+[1675] ~Zeller~ 3 (1), 196, 199, 209; ~Gilbert~ 251, 392.
+
+[1676] ~Gundel~, PW. 7, 2622 ff.
+
+[1677] ~Bouché-Leclercq~ 68.
+
+[1678] ~Wagner~, Ro. 3, 70.
+
+[1679] ~Riess~, PW. 2, 1812 ff.; ~Weidlich~, PW. Spl. 1, 3; ~Boll~,
+„Die Erforschung der antiken Astrologie“ (Neue Jahrbücher), Leipzig
+1908; 103.
+
+[1680] ~Zeller~ 3 (1), 16 ff.
+
+[1681] ~Bouché-Leclercq~ 19, 571 ff.
+
+[1682] ~Hultsch~, PW. 2, 1856 ff.; ~Bouché-Leclercq~ 545. Vgl.
+~Gronau~, „~Poseidonios~ und die jüdisch-christliche Genesis-Exegese“
+(Leipzig 1912).
+
+[1683] ~Gundel~, PW. 7, 2622 ff.
+
+[1684] ~Zeller~ 3 (1), 22; 3 (2), 83 ff., 113 ff., 123; ~Windelband~
+304 ff.
+
+[1685] ~Zeller~ 3 (1), 24 ff., 564, 834; 3 (2), 83 ff., 107, 164 ff.;
+154.
+
+[1686] ebd. 3 (1), 16 ff.; 3 (2), 104 ff.
+
+[1687] ~Zeller~ 3 (2), 95 ff.; ~Windelband~ 306 ff.; ~Gomperz~ 1, 88.
+
+[1688] ~Zeller~ 3 (2), 169, 364; 83 ff.
+
+[1689] ebd. 3 (2), 83 ff., 95 ff.
+
+[1690] ~Zeller~ 3 (2), 127, 368; 290.
+
+[1691] ~Pietschmann~, PW. 2, 355; vgl. ~Valerius Maximus~, lib. 8, cap.
+2.
+
+[1692] ~Zeller~ 3 (2), 128, 164.
+
+[1693] ebd. 3 (2), 115, 504.
+
+[1694] ~Zeller~ 3 (2), 136, 139 ff.
+
+[1695] ebd. 104 ff.
+
+[1696] ebd. 149 ff., 171, 188, 197.
+
+[1697] ebd. 142, 151, 189; 188, 189; ~Baeumker~ 389 ff.; ~Heinze~ 173
+ff.
+
+[1698] ~Zeller~ 3 (2), 154 ff., 193 ff.
+
+[1699] ebd. 215.
+
+[1700] ~Zeller~ 104 ff.
+
+[1701] ebd. 171, 197.
+
+[1702] ebd. 133.
+
+[1703] ebd. 235; ~Windelband~ 306 ff.
+
+[1704] ~Capelle~, „Die Schrift von der Welt“ (Jena 1907).
+
+[1705] ebd. 54.
+
+[1706] ~Windelband~ 299.
+
+[1707] ~Zeller~ 3 (1), 653 ff.; ~Capelle~ 53, 56.
+
+[1708] ~Capelle~ 38 ff.
+
+[1709] ~Zeller~ 3 (1), 664.
+
+[1710] ~Heinze~ 173 ff.
+
+[1711] ~Zeller~ 3 (1), 660.
+
+[1712] ~Prantl~, a. a. O.
+
+[1713] ~Zeller~ 3 (1), 662; ~Gilbert~ 537.
+
+[1714] ~Zeller~ 3 (1), 67.
+
+[1715] ebd. 88.
+
+[1716] ebd. 265.
+
+[1717] ebd. 264, 269.
+
+[1718] ~Deussen~ 2 (1), 462.
+
+[1719] ~Zeller~ 3 (2), 279; vgl. ~Gercke~, PW. 2, 918.
+
+[1720] ~Zeller~ 3 (2), 281.
+
+[1721] ebd. 234 ff.; ~Deussen~ 2 (1), 465, 481.
+
+[1722] ~Zeller~ 3 (2), 291 ff.; ~Kautzsch~, „Apokryphen und
+Pseudepigraphen des alten Testaments“ (Tübingen 1900); 1, 479.
+
+[1723] ~Deussen~ 2 (1), 466.
+
+[1724] ~Zeller~ 3 (2), 290; ~Kautzsch~ a. a. O. 2, 192; ~Buchholz~, Ro.
+4, 808.
+
+[1725] ~Zeller~ 3 (2), 298 ff., 344, 356 ff.
+
+[1726] ~Deussen~ 2 (1), 464.
+
+[1727] ~Zeller~ 3 (2), 95 ff.
+
+[1728] ebd. 333, 368.
+
+[1729] ebd. 385 ff.; ~Hölscher~, PW. 9, 1960 ff.
+
+[1730] ~Harnack~, „Dogmen-Geschichte“ (Tübingen 1905), 25.
+
+[1731] ~Zeller~ 3 (2), 385 ff.; ~Cohn~, „Die Werke des ~Philon~ von
+Alexandria“ (Breslau 1909); 1, 14.
+
+[1732] ~Harnack~ a. a. O. 26.
+
+[1733] ~Zeller~ 3 (2), 436; ~Baeumker~ 384 ff.
+
+[1734] ~Zeller~ 3 (2), 441; ~Heinze~ 226.
+
+[1735] ~Baeumker~ 384 ff., 401; ~Heinze~ 242.
+
+[1736] ~Cohn~ a. a. O. 1, 36 ff.; ~Windelband~ 308 ff., 315.
+
+[1737] ~Zeller~ 3 (2), 407 ff.; ~Heinze~ 215 ff., 224, 282; ~Deussen~ 2
+(1), 475.
+
+[1738] ~Deussen~ 2 (1), 474.
+
+[1739] ~Zeller~ 3 (2), 391; ~Harnack~ a. a. O. 22.
+
+[1740] ~Heinze~ 215.
+
+[1741] ~Zeller~ 3 (2), 418 ff., 433; ~Deussen~ 2 (1), 476 ff.; ~Cohn~
+a. a. O. 1, 15 ff.; 2, 4.
+
+[1742] ~Cohn~ a. a. O. ebd.
+
+[1743] ~Zeller~ 3 (2), 407 ff.; ~Harnack~ a. a. O. 26; ~Heinze~ 220
+ff., 226, 256.
+
+[1744] ~Heinze~ 278 ff.; 243, 252, 258 ff.
+
+[1745] ~Zeller~ 3 (2), 9.
+
+[1746] ~Deussen~ 2 (1), 488.
+
+[1747] ebd. 468 ff., 675; ~Harnack~, „Mission und Ausbreitung des
+Christentums in den ersten drei Jahrhunderten“ (Leipzig 1902), 227.
+
+[1748] ~Deussen~ 2 (1), 485.
+
+[1749] ~Harnack~ a. a. O.
+
+[1750] ~Zeller~ 3 (2), 485 ff., 490.
+
+[1751] ebd. 485 ff.; ~Heinze~ 298.
+
+[1752] ~Zeller~ 3 (2), 497.
+
+[1753] ~Burckhardt~, „Das Zeitalter Constantin des Großen“ (Leipzig
+1898), 230 ff.
+
+[1754] ~Zeller~ 3 (2), 500 ff.; ~Deussen~ 2 (1), 482 ff.
+
+[1755] ~Zeller~ 3 (2), 506.
+
+[1756] ebd. 520 ff.; ~Hartmann~, „Geschichte der Metaphysik“ (Leipzig
+1899); 1, 106. ~Hasse~, „Von ~Plotin~ zu ~Goethe~“ (Jena 1912).
+
+[1757] Üb. ~Müller~ (Berlin 1878).
+
+[1758] ~Deussen~ 2 (1), 481; ~Dieterici~, „Die sog. Theologie des
+~Aristoteles~“; üb. (Leipzig 1883). Ihr griechisches Original dürfte
+gegen 300 n. Chr. verfaßt sein (ebd. 183); sie ist frei von der Stern-,
+Zauber- und Dämonen-Lehre der späteren Neuplatoniker, sowie von der
+Zahlenmystik und Theurgie der Neupythagoräer; über Sterne s. ebd. 46,
+65 ff., 213 ff. -- Bei den Arabern spielte sie schon seit dem 10.
+Jahrhundert eine wichtige Rolle (~De Boer~, „Geschichte der Philosophie
+im Islam“, Stuttgart 1901, 150 ff.).
+
+[1759] ~Zeller~ 3 (2), 520 ff.; ~Baeumker~ 375 ff.
+
+[1760] ~Zeller~ 3 (2), 599; ~Deussen~ 2 (1), 499.
+
+[1761] ~Heinze~ 300.
+
+[1762] ebd. 303 ff.
+
+[1763] ~Zeller~ 3 (2), 680; ~Heinze~ 321.
+
+[1764] ~Heinze~ 318 ff.
+
+[1765] ebd. 300; ~Zeller~ 3 (2), 609, 620; ~Windelband~ 329 ff.;
+~Baeumker~ 402 ff., 413.
+
+[1766] ~Zeller~ 3 (2), 609; ~Heinze~ 321.
+
+[1767] ~Deussen~ 2 (1), 488 ff.
+
+[1768] ebd. 497; ~Zeller~ 3 (2), 612, 684.
+
+[1769] ~Zeller~ 3 (2), 621 ff., 677; „Enneaden“, üb. ~Müller~ 1, 85 ff.
+
+[1770] ~Zeller~ 3 (2), 683 ff.
+
+[1771] ~Zeller~ 3 (2), 686, 733 ff.; ~Prantl~ a. a. O.
+
+[1772] ~Zeller~ 3 (2), 655; „Enneaden“, üb. ~Müller~ 2, 248.
+
+[1773] ~Zeller~ 3 (2), 735; ~Deussen~ 2 (1), 506 ff.
+
+[1774] ~Zeller~ 3 (2), 735 ff.; ~Deussen~ 2 (1), 506.
+
+[1775] ~Zeller~ 3 (2), 740, 765, 777 ff., 805; ~Deussen~ 2 (1), 507 ff.
+
+[1776] ~Zeller~ 3 (2), 805 ff., 820, 840 ff.; ~Deussen~ 2 (1), 510.
+
+[1777] ~Zeller~ 3 (2), 847; ~Deussen~ 2 (1), 511.
+
+[1778] ~Zeller~ 3 (2), 896, 901, 910.
+
+[1779] ~Zeller~ 3 (1), 625 ff.; 3 (2), 913.
+
+[1780] ebd. 3 (2), 915 ff.
+
+[1781] Leipzig 1913.
+
+[1782] „Sternkunde und Sterndienst in Babel“ (Münster 1907 ff.); „Im
+Bannkreise Babels“ (Münster 1910).
+
+[1783] „Die Religion Babylons und Assyriens“ (Gießen 1909 ff.).
+
+[1784] „Astronomische Himmelsschau und Astrallehre bei den Babyloniern“
+(Heidelberg 1911); A. Rel. 15, 217 ff.
+
+[1785] „Geschichte des Altertums“ (Stuttgart 1909), 1 (2).
+
+[1786] „Sphaera“ (Leipzig 1903); „Die Erforschung der antiken
+Astrologie“ (Leipzig 1908; Neue Jahrbücher 1, 103); „Die Lebensalter“
+(Leipzig 1913).
+
+[1787] Nicht schon gegen 3800, wie eine späte Tradition angibt
+(~Hommel~, „Geschichte des alten Morgenlandes“, Leipzig 1912, 48).
+
+[1788] ~Kugler~, „Bannkreis“, Vorr. 1 ff.; 117.
+
+[1789] ~Prinz~, „Altorientalische Symbolik“ (Berlin 1915), 84.
+
+[1790] ~Kugler~, „Bannkreis“, 92.
+
+[1791] ~Kugler~, ebd., Vorr. 1 ff.; 117.
+
+[1792] ~Deussen~ 2 (2), 36, 46; ~Cumont~, „Les religions orientales
+dans le paganisme romain“ (Paris 1909), 366; ~Jeremias~ 80.
+
+[1793] ~Boll~, „Erf.“ 1, 113.
+
+[1794] ~Jeremias~, Ro. 4, 1434 ff., nach ~Weidner~; ~Hommel~ 44, 71,
+mit der Einschränkung, daß angebliche Abbildungen erst um 1200 oder 900
+vorkommen (103, 128).
+
+[1795] ~Kugler~ 61; den Schatten erwähnt u. a. ~Plinius~, lib. 2, cap.
+8.
+
+[1796] ~Kugler~ 57, 118. Daß Sonne, Mond und Venus schon damals auch
+„Regenten des Tierkreises“ gewesen seien (~Jeremias~ 257), folgt
+hieraus nicht. -- ~Samas~ wird eigentlich ~Šamaš~ = ~Schamasch~
+geschrieben, und das Nämliche gilt für ~Sin~ und ~Istar~; nur aus
+typographischen Gründen wurde dieser Laut hier durch einfaches S oder s
+wiedergegeben.
+
+[1797] ~Jeremias~ 105.
+
+[1798] ~Kugler~ 152.
+
+[1799] ~Prinz~ a. a. O.
+
+[1800] ~Kugler~ 157; Fig. 7; Fig. 4a, 5, 6; ~Prinz~ a. a. O. 74 ff.,
+117.
+
+[1801] ~Kugler~ 151; Fig. 4a, 5, 6; ~Scheftelowitz~, A. Rel. 15, 462,
+473.
+
+[1802] ~Kugler~ 61, 152, 155; Fig. 4a, 5, 6; Fig. 3, 7; Fig. 2.
+
+[1803] ~Kugler~ 132.
+
+[1804] ~Kugler~ 133; eine nachträgliche Verschmelzung der Istar
+(Astarte) mit der Gottheit des seit altersher verehrten Venussternes,
+an die ~Baudissin~ denkt (A. Rel. 16, 420), ist daher wenig
+wahrscheinlich.
+
+[1805] ~Jeremias~ 78 ff., u. Ro. 4, 1434 ff.
+
+[1806] ~Jeremias~ 231; 26, 229.
+
+[1807] ebd. 299; 30.
+
+[1808] ebd. 94; 78, 253; ~Bouché-Leclercq~, „L’astrologie grecque“
+(Paris 1899), 41, 45.
+
+[1809] ~Rehm~, PW. 8, 1250 ff.; vgl. ~Lenormant~, „Die Anfänge der
+Kultur“ (Jena 1875) 134 und „Die Magie u. Wahrsagekunst der Chaldäer“
+(Jena 1878) 117 ff.; ~Schrader~, „Höllenfahrt der Istar“ (Gießen 1874),
+146 und Ro. 1, 649.
+
+[1810] ~Kugler~, Vorr. 6 ff.; 88; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 525 ff.;
+~Boll~, M. G. M. 16, 54.
+
+[1811] ~Jeremias~ 163, 168; 80 ff.
+
+[1812] ebd. 100, 101, 148.
+
+[1813] ebd. 28.
+
+[1814] ~Schwartz~, PW. 3, 314; ~Jeremias~ 26.
+
+[1815] ~Jeremias~ 134, 78.
+
+[1816] ebd. 180, 250, 343; 137.
+
+[1817] ~Chwolsohn~, „Die Ssabier und der Ssabismus“ (Petersburg 1856);
+2, 605 ff., 450 ff.; ~Jeremias~ 268.
+
+[1818] ~Jeremias~ 19, 103.
+
+[1819] ~Lenormant~, „Mag.“ 152, 415.
+
+[1820] ~Bezold~ 57.
+
+[1821] ~Kugler~ 105; ~Bezold~ 23; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 424 ff.,
+525 ff.
+
+[1822] ~Ed. Meyer~ a. a. O.; ~Kugler~ 110.
+
+[1823] ~Bezold~ 23.
+
+[1824] ~Hommel~ 128.
+
+[1825] ~Ed. Meyer~ a. a. O.; ~Bezold~ 22.
+
+[1826] ~Ed. Meyer~ a. a. O.; ~Kugler~ 110 ff.; ~Boll~, M. G. M. 16, 54.
+
+[1827] ~Ed. Meyer~ a. a. O. und betreff Venus 531; ~Kugler~ 66, 72.
+
+[1828] ~Kugler~ 53, 90, 94.
+
+[1829] ~Kugler~ 124.
+
+[1830] ~Kugler~ 103, 112; ~Bezold~ 40, 55, und A. Rel. 15, 217 ff.
+Nach ~Boll~ („Sphaera“ 563) setzt noch ein arabischer Bearbeiter des
+Pseudo-Hippokrates Saturn = Sonne.
+
+[1831] ~Lenormant~, „Anf.“ 125, „Mag.“ 19, 139, 300; uralt, wie
+~Jeremias~ annimmt (83 und Ro. 4, 1434 ff.), sind sie nicht.
+
+[1832] ~Boll~, „Sphaera“ 313, 376; 316.
+
+[1833] ebd. 281; ~Bouché-Leclercq~ 93 ff.
+
+[1834] ~Jeremias~ 79, 278 ff.; 84, 95; bei Ro. a. a. O.
+
+[1835] ~Jeremias~ 83, 88, 90, 278 ff.; bei Ro. a. a. O.
+
+[1836] ~Kugler~ 125; ~Bezold~ 46.
+
+[1837] ~Jeremias~ 17, 83, 225, 276 ff.; ~Lenormant~, „Anf.“ 134.
+
+[1838] ~Bezold~ 5, 7.
+
+[1839] ebd. 21.
+
+[1840] ~Ed. Meyer~ a. a. O.
+
+[1841] ~Bezold~ 44.
+
+[1842] ~Kugler~ 102, 105, 116; ~Bezold~ 46 ff.; auch die Farben der
+Fixsterne wurden beachtet (~Kugler~ 103).
+
+[1843] ~Nöldeke~, A. Rel. 7, 344; ~Boll~, PW. 7, 2547 ff.;
+~Bouché-Leclercq~ 41, 45; ~Roscher~, „Enneadische Studien“ (Leipzig
+1907) 148.
+
+[1844] ~Boll~, „Lebensalter“ (Leipzig 1913), 25; M. G. M. 16, 54.
+
+[1845] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 369, 425, 523; ~Roscher~ a. a. O.;
+~Bousset~, „Hauptprobleme der Gnosis“ (Göttingen 1907), 22, 54.
+
+[1846] ~Herodot~, lib. 2, cap. 109.
+
+[1847] ~Diodor~, lib. 2, cap. 29 ff.
+
+[1848] ~Strabon~, lib. 16, cap 1 (6).
+
+[1849] ~Vitruv~, lib. 9, cap. 2 (1) u. 6 (2).
+
+[1850] ~Plinius~, lib. 6, cap. 123.
+
+[1851] ~Ed. Meyer~ a. a. O.; ~Bousset~ a. a. O.
+
+[1852] ~Boll~, PW. 7, 2547 ff.; ~Bousset~ a. a. O.
+
+[1853] ~Boll~, „Erf.“ 115 ff.
+
+[1854] ~Roscher~, „Enn. Stud.“ 148.
+
+[1855] ~Kugler~ 152; Fig. 2.
+
+[1856] Vgl. ~Wundt~, „Volker-Psychologie“ (Leipzig 1909); 2 (3), 540 ff.
+
+[1857] Über 7, 9. 13 im mexikanischen Kalender s. ~Kugler~ 9, 147 und
+~Roscher~, „Die enneadischen und hebdomadischen Fristen und Wochen der
+älteren Griechen“ (Leipzig 1903), 79.
+
+[1858] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 822, 524.
+
+[1859] ~Hehn~, „Siebenzahl und Sabbat bei den Babyloniern und im alten
+Testament“ (Leipzig 1907); ~Roscher~, „Enn. Stud.“, 148; ~Boll~,
+„Lebensalter“ 24.
+
+[1860] ~Gellius~, lib. 3, cap. 10.
+
+[1861] ~Roscher~, „Enn. u. Hebd.“ 14 u. Ro. 4, 14 u. 69.
+
+[1862] ~Hehn~ a. a. O.
+
+[1863] ~Roscher~, „Enn. Stud.“ 148; ~Ed. Meyer~, Alt. 1 (2), 369, 425
+523; ~Boll~, PW. 7, 2547 ff.
+
+[1864] ~Delitzsch~ (Leipzig 1876).
+
+[1865] ~Schrader~ (Gießen 1874); vgl. ~Deussen~ 2 (2), 67.
+
+[1866] ~Delitzsch~ 125, 143.
+
+[1867] ~Schrader~ 111, 119.
+
+[1868] ~Schrader~ 11, 17; ~Lenormant~, „Anf.“ 58, 70; „Mag.“ 177.
+
+[1869] ~Jeremias~ 66.
+
+[1870] ebd. 149.
+
+[1871] ~Lenormant~, „Mag.“ 442; ~Bezold~ 54.
+
+[1872] ~Boll~, „Erf.“ 1, 103; oft werden aber nur 5 genannt.
+
+[1873] ~Boll~, „Lebensalter“ 21, 25, 30.
+
+[1874] Die 7 übereinander liegenden Himmel sind nicht gleichzusetzen
+den 7 Abteilungen oder Zonen des Himmels.
+
+[1875] ~Jeremias~ 42, 227.
+
+[1876] ebd. 327.
+
+[1877] ~Jeremias~ 86 ff.
+
+[1878] ebd. 132, 175, 176.
+
+[1879] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 421, 444 ff. Nach ~Prinz~ setzten
+die Sumerer ihre Götter ursprünglich in Bergen wohnend voraus; der
+Tempelberg wurde dann allmählich zum mythologischen Götterberg, der aus
+der Unterwelt zur Erde emporsteigt und bis in den Himmel hineinragt
+(„Symbolik“ 84 ff.).
+
+[1880] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 489, 495.
+
+[1881] ebd. 479, 509; ~Jeremias~ 45; so schon ~Lenormant~, „Mag.“ 403
+ff.
+
+[1882] ~Baumstark~, PW. 2, 2675 ff.
+
+[1883] ~Jeremias~ 132.
+
+[1884] ~Herodot~, lib. 1, cap. 98.
+
+[1885] I, II, V: ~Jeremias~ 45 u. Ro. 3, 54; III: ~Bouché-Leclercq~
+41; IV: ~Rawlinson~, bei ~Chwolsohn~ 2, 840; V: ~Faulmann~,
+„Kulturgeschichte“ (Wien 1881), 385; VI: ~Jeremias~ 51;
+~Weissbach~, PW. 5, 2156; ~Boll~, PW. 7, 2562; für die 5. Mauer ist
+„sandarachfarben“ angegeben, was gelb oder rot bedeuten kann.
+
+[1886] „National-Literatur d. Völker d. Orients“, ed. ~Wollheim~ (Berl.
+1873), 2, 447 ff.
+
+[1887] Nach ~Baumstark~ (PW. 2, 2675 ff.) nicht „Sphären“, sondern
+Abteilungen.
+
+[1888] ~Schwartz~, PW. 3, 314.
+
+[1889] ~Semper~, „Der Stil in den technischen und tektonischen Künsten“
+(München 1860; 2. Aufl. 1878); 1, 332 u. 2, 123. ~Guareschi~, „Storia
+della chimica“ (Turin 1905); Heft 5, 21 u. 88.
+
+[1890] Coll. I, 73 ff.
+
+[1891] Nicht Kupfer, wie ~Oppert~ glaubte (Coll. I, 219), sondern
+Bronze mit 10,04% Zinn (Coll. I, 220).
+
+[1892] Coll. I, 222.
+
+[1893] ~Jeremias~ 87.
+
+[1894] ~Hommel~ 165, 168; ~Bouché-Leclercq~ 41, 73.
+
+[1895] ~Jeremias~ 84 ff.
+
+[1896] ebd. 238.
+
+[1897] ~Bouché-Leclercq~ 41.
+
+[1898] ~Boll~, PW. 7, 2547 ff.; ~Roscher~, Ro. 3, 2519 ff.;
+~Dieterich~, „Eine Mithras-Liturgie“ (Leipzig 1903), 186.
+
+[1899] ~Jeremias~ 244; lasurblau sind aber oft auch Bart und Szepter
+des Königs (ebd. 172, 177).
+
+[1900] ~Jeremias~ 163, 164.
+
+[1901] ~Bouché-Leclercq~ 477, 482.
+
+[1902] ~Boll~, PW. 7, 2547 ff.
+
+[1903] So auch ~Nöldeke~, bei ~Boll~, „Sphaera“ 341; ~Bezold~ 51.
+
+[1904] ~Nilsson~, A. Rel. 14, 437, 440.
+
+[1905] Tag der Vollendung, der Sühne, der Ruhe, ... Vgl. ~Beer~, PW.
+1a, 1551 ff.
+
+[1906] ~Boll~, „Lebensalter“ 25, 26, 31; auch nicht in der Literatur
+der Zaubersprüche u. dgl., die mindestens bis zum Jahre 2000
+zurückreicht (~Ed. Meyer~ a. a. O. 319).
+
+[1907] ~Cassius Dio~, lib. 37, cap. 17 ff.
+
+[1908] Dieser beruft sich auf eine apokryphe griechische Schrift mit
+„persischen“ Autornamen, wie ~Zoroaster~, ~Hydaspes~ usf.
+
+[1909] Entgegen ~Hommel~ 43.
+
+[1910] So auch ~Chwolsohn~ 2, 173; ~Jeremias~ 164. Dies bestätigt auch
+der arabische Schriftsteller ~Alchwarizmi~ (um 980): ~E. Wiedemann~,
+„Beiträge zur Geschichte der Naturwissenschaften“ (Erlangen 1902 ff.),
+47, 235.
+
+[1911] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 821.
+
+[1912] ~Meyer~, A. Rel. 17, 248.
+
+[1913] „Die Gathas des Avesta“, üb. ~Bartholomae~ (Stuttgart 1905).
+
+[1914] ~König~, A. Rel. 17, 38.
+
+[1915] ~Hommel~ 155, 171.
+
+[1916] ~Hommel~ 165, 168.
+
+[1917] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 3, 500.
+
+[1918] „Römische Geschichte“ (Berlin 1886), 5, 347.
+
+[1919] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 3, 123.
+
+[1920] ~Ed. Meyer~, ebd. 3, 124 ff., 532 ff.; ~Deussen~ 2 (2), 137.
+
+[1921] ~Ed. Meyer~, ebd. 3, 122 ff.
+
+[1922] ~Ed. Meyer~ a. a. O.; ~Deussen~ a. a. O.; ~Gray~, A. Rel. 7, 359
+ff.
+
+[1923] ~Bousset~, A. Rel. 4, 254 ff.; „Hauptprobleme der Gnosis“
+(Göttingen 1907), 225, 335, 376 ff. Schon unter den späteren
+Achämeniden, z. B. ~Darius~, zeigt sich der persische Kalender völlig
+abhängig von der Sternkunde Babylons (~Lehmann~, A. Rel. 17, 234).
+
+[1924] ~Lenormant~, „Mag.“ 217 ff., 403.
+
+[1925] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 3, 94.
+
+[1926] ebd. 3, 91.
+
+[1927] ~Bousset~ a. a. O.
+
+[1928] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 3, 541.
+
+[1929] ~Scheftelowitz~ hält „Magu“ für ein altassyrisches Lehnwort und
+zieht dementsprechende Folgerungen (A. Rel. 17, 241).
+
+[1930] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 3, 124, 126.
+
+[1931] ~Lehmann~, A. Rel. 5, 216; ~Justi~, ebd. 6, 252; ~Dieterich~,
+„Eine Mithras-Liturgie“ (Leipzig 1903), 189, 191.
+
+[1932] ~Bousset~ a. a. O.
+
+[1933] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 3, 172 ff.; ~Cumont~, „Les religions
+orientales dans le paganisme romain“ (Paris 1909), 140, 283.
+
+[1934] ~Cumont~, „Rel.“ 49, 270 ff., 287.
+
+[1935] ~Deussen~ 2 (2), 136 ff.; ~Cumont~, „Rel.“ 280.
+
+[1936] ~Bousset~ a. a. O.; ~Cumont~, „Rel.“ 366.
+
+[1937] ~Bousset~ a. a. O.; ~Cumont~, „Rel.“ 187, 197, 263, 369, 391,
+416.
+
+[1938] ~Bousset~, „Gnosis“ 41 ff.; ~Anz~, „Ursprung der Gnosis“
+(Leipzig 1897), 83; ~Lenormant~, „Mag.“ 18, 25 ff., 131.
+
+[1939] ~Cumont~, „Mysterien des Mithra“, üb. ~Gehrich~ (Leipzig 1903),
+9 ff., 89 ff.
+
+[1940] ~Jeremias~ 109, 192, 247.
+
+[1941] ~Cumont~, „Rel.“ 140, 283.
+
+[1942] ~Sudhaus~, A. Rel. 9, 197 ff.; ~Kroll~, ebd. 8, Beiheft, 42.
+
+[1943] ~Jeremias~ 240; ~Lenormant~, „Mag.“ 72; von der späteren
+Bezeichnung der beschwörenden Sprüche als „carmen“ kommt nach
+~Lenormant~ das französische „charme“; s. ~Maigne d’Arnis~, „Lexicon
+mediae Latinitatis“ (Paris 1890) unter „carminare“.
+
+[1944] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 3, 127.
+
+[1945] ~Boll~, „Sphaera“ 10.
+
+[1946] ~Herodot~, lib. 1, cap. 131.
+
+[1947] ~Cumont~ Ro. 2, 3044; ~Jeremias~ 202; ~Bousset~, „Gnosis“ 223
+ff.; ~Diels~, „Elem.“ 44 ff.: στοιχεῖον wird zuletzt zu einem Ausdruck
+der Dämonologie (ebd. 57).
+
+[1948] Üb. ~Sachau~ (London 1879), 186 ff., 315 ff.
+
+[1949] ~Dieterich~ a. a. O. 55.
+
+[1950] ~Bousset~, A. Rel. 4, 247 u. „Gnosis“ 355, 376 ff.; ~Dieterich~
+a. a. O. 205, 207.
+
+[1951] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 3, 132 ff., 172 ff.
+
+[1952] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 17.
+
+[1953] ebd. 1, 102.
+
+[1954] ~Erman~, „Die ägyptische Religion“ (Berlin 1909), 97.
+
+[1955] ~A. Wiedemann~, A. Rel. 13, 351; ~R. M. Meyer~, ebd. 11, 327.
+
+[1956] ~Erman~ 10 ff.; 78; 14.
+
+[1957] ~Erman~ 13, 24.
+
+[1958] ~Erman~ 10 ff.
+
+[1959] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 74; ~Erman~ 8, 224.
+
+[1960] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 105; ~Erman~ 17.
+
+[1961] ~A. Wiedemann~, M. G. M. 16, 372.
+
+[1962] ~Erman~ 34, 172 ff., 174.
+
+[1963] ~Ed. Meyer~ 1 (2), 85; ~Roeder~, Ro. 4, 1191, 1201.
+
+[1964] ~Roeder~ a. a. O.; ~Erman~ 33, 176.
+
+[1965] ~Erman~ 266.
+
+[1966] ~Brugsch~, „Religion und Mythologie der alten Ägypter“ (Leipzig
+1891), 168 ff. -- Vgl. zu allen diesen Punkten die eingehenden
+Ausführungen in ~Prinz~’s „Symbolik“ (mit zahlreichen Abbildungen).
+Sehr alt sind auch die Verbindungen von Sonne und Mond als Augen des
+~Horus-Rê~ mit den beiden Schlangen, die das Haupt des Königs umwinden,
+sowie mit der weißen und roten Krone der ~Nechbet~ und ~Buto~, der
+Göttinnen Ober- und Unter-Ägyptens („Symbolik“ 41, 42).
+
+[1967] ebd. 91, 101, 111, 168; ~Roeder~, A. Rel. 15, 86.
+
+[1968] ~Nilsson~, A. Rel. 11, 530, 544.
+
+[1969] ~Nilsson~, A. Rel. 11, 545, 546.
+
+[1970] ~Cumont~, PW. 4, 2441; der Dea Syria nahe steht die griechische
+~Aphrodite~, der die Taube heilig ist.
+
+[1971] ~Eisler~, A. Rel. 15, 3, 12.
+
+[1972] ~Eisler~, ebd. 14, 539.
+
+[1973] ~Nilsson~, A. Rel. 11, 540, 543; ~Schmidt~, „Die Gnosis“ (Jena
+1907) 1, 326; ~Brugsch~ a. a. O. 106.
+
+[1974] ~Reitzenstein~, A. Rel. 8, 171; „Hellenistische
+Wundererzählungen“ (Leipzig 1906), 106, 125.
+
+[1975] ~A. Wiedemann~, A. Rel. 7, 481; 13, 361; ~Roeder~, ebd. 15, 68
+ff.; ~Erman~ 114 ff.
+
+[1976] ~A. Wiedemann~, A. Rel. 7, 473.
+
+[1977] ~Ed. Meyer~ „Alt.“ 1 (2), 70, 97; ~Erman~ 21 ff.
+
+[1978] ~Erman~ 24, 38 ff.
+
+[1979] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 394; ~Erman~ 217.
+
+[1980] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 70, 97; ~Erman~ 21 ff.
+
+[1981] ~A. Wiedemann~, A. Rel. 17, 220.
+
+[1982] ~Erman~ 40, 110 ff., 131; ~Reitzenstein~, „Poimandres“ (Leipzig
+1904), 368 ff.
+
+[1983] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 81, 115 ff.; ~Erman~ 41, 58.
+
+[1984] ~Maspero~, „Geschichte der Kunst Ägyptens“ (Stuttgart 1913), 170.
+
+[1985] ~Reitzenstein~, „Hellenistische Mysterien-Religionen“ (Leipzig
+1910), 85; ~Erman~ 21, 38.
+
+[1986] ~Reitzenstein~ a. a. O. 52, 206.
+
+[1987] ~Bissing~, A. Rel. 8, Beiheft 24 ff.; ~Roeder~, A. Rel. 15, 79.
+
+[1988] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 431, 491; ~Jeremias~ 323, 338;
+~Zimmern~, A. Rel. 2, 165.
+
+[1989] ~Schrader~ a. a. O. 19; ~Deussen~ 2 (2), 165. In der
+altbabylonischen Religion sind Wasser und Kraut des Lebens ursprünglich
++allen+ großen Göttern eigen und fallen erst später (etwa gegen 2000)
+dem ~Ea~ von Eridu zu, der aus einem ursprünglich südbabylonischen
+Flußgotte zum besonderen Gotte der Tiefe und ihrer Gewässer wird
+(~Prinz~, „Symbolik“ 105, 115, 133, 134, 137 ff., 141; 139). Beide
+können aber auch von anderen Göttern und von Helden errungen werden,
+wie denn z. B. der königliche Heros ~Gilgamesch~ schon zu Zeiten König
+~Sargons~ als ihr Besitzer gilt (ebd. 102 ff., 105 ff., 114; ~Ed.
+Meyer~, „Reich und Kultur der Chetiter“, Berlin 1914; 148.)
+
+[1990] ~Rohde~, „Psyche“ (Leipzig 1903); 2, 390.
+
+[1991] ~Hertz~, „Gesammelte Abhandlungen“ (Stuttgart 1905), 51; vgl.
+~Friedlaender~, A. Rel. 13, 161, 197.
+
+[1992] ~Erman~ 146.
+
+[1993] ~Meyer~ 1 (2), 209, 225; ~Erman~ 21 ff.
+
+[1994] ~Erman~ 153.
+
+[1995] ~A. Wiedemann~, A. Rel. 13, 364 ff.
+
+[1996] ~Erman~ 110 ff.; ~Reitzenstein~, A. Rel. 8, 171; ~A. Wiedemann~,
+A. Rel. 7, 473.
+
+[1997] ~Roeder~, A. Rel. 15, 84.
+
+[1998] ~Reitzenstein~ a. a. O.; „Hellenistische Wundererzählungen“
+(Leipzig 1906) 106, 125.
+
+[1999] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 81, 115 ff.
+
+[2000] ~Roeder~, A. Rel. 15, 79, 93; 16, 82 ff.; ~Erman~ 21, 38, 210,
+234.
+
+[2001] ~Roeder~ a. a. O.; ~Erman~ a. a. O.
+
+[2002] ~Erman~ 64, 270. Schon aus dem 19. Jahrhundert v. Chr. ist
+der Bericht eines Augenzeugen der dramatischen Vorführung des Mythus
+erhalten (~Roeder~, PW. 9, 2128).
+
+[2003] ~Ovid~, „Metamorphosen“ lib. 9, Vers 693.
+
+[2004] ~Juvenal~, „Satiren“ lib. 3, Nr. 8, Vers 29.
+
+[2005] ~Roeder~, PW. 9, 2129 (εὐρήκαμεν, συγχαίρομεν); ~Burckhardt~,
+„Das Zeitalter ~Constantin~ des Großen“ (Leipzig 1898), 208.
+
+[2006] ~Erman~ 28.
+
+[2007] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 85, 93, 98.
+
+[2008] ~Brugsch~, „Ägyptologie“ (Leipzig 1897), 97, 322, 336.
+
+[2009] ~Kugler~ 55.
+
+[2010] ~Boll~, „Sphaera“ 217.
+
+[2011] ~Erman~ 14, 182, 250; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 152.
+
+[2012] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 76 ff., 90, 152; ~Erman~ 167 ff.
+
+[2013] ~Erman~ 179; ~A. Wiedemann~, „Altägyptische Sagen und Märchen“
+(Leipzig 1906), 11, 120, 130. Vgl. das im katholischen Süddeutschland
+noch jetzt übliche „Verschlucken der hl. ~Maria~“ (~Andree~, „Votive
+und Weihgaben“, Braunschweig 1904, 21).
+
+[2014] ~Erman~ 181; ~Dieterich~, „Abraxas“ (Leipzig 1891), 41;
+~Reinhard~, A. Med. 9, 323.
+
+[2015] ~Boll~, „Sphaera“ 372 ff.; ~Dieterich~, „Abraxas“ 43 ff.;
+~Dieterich~, „Mithras“ 186; ~Cumont~, „Rel.“ 365; ~Otto~, „Priester und
+Tempel im hellenistischen Ägypten“ (Leipzig 1905), 2, 225.
+
+[2016] ~Cumont~, „Rel.“ 254 ff.
+
+[2017] ~Reitzenstein~, „Poimandres“ 53.
+
+[2018] ebd. 75.
+
+[2019] ~Boll~, „Sphaera“ 372 ff.
+
+[2020] ~Riess~, PW. 2, 1812 ff.
+
+[2021] ~Boll~, „Erforschung der antiken Astrologie“ 106.
+
+[2022] ~Riess~, PW. 2, 1812 ff.
+
+[2023] ~Boll~ a. a. O.; ~Cumont~, „Rel.“ 242.
+
+[2024] ~Bouché-Leclercq~ 519, 564; 51, 292; 230.
+
+[2025] ~Otto~ a. a. O. 2, 217, 225.
+
+[2026] ~Boll~ a. a. O.; ~Boll~, „Sphaera“ 213, 374, 391; ~Kroll~, PW.
+9, 803.
+
+[2027] ~Bouché-Leclercq~ 534.
+
+[2028] ~Israelson~, „Die Materia medica des Galenos“ (Dorpat 1894), 159.
+
+[2029] ~Reitzenstein~, „Poimandres“ 231.
+
+[2030] ~Otto~ 1, 171; 2, 187.
+
+[2031] ~Otto~ 1, 226.
+
+[2032] ~Spiegelberg~, M. G. M. 1, 178.
+
+[2033] ~Boll~, PW. 7, 2547 ff.
+
+[2034] ~Boll~, PW. 7, 2547 ff.; ~Boll~, „Lebensalter“ 25;
+~Bouché-Leclercq~ 477 ff.
+
+[2035] ~Kugler~; ~Boll~, „Lebensalter“ 115 ff. u. PW. 7, 2547 ff.
+
+[2036] ~Jeremias~ 167 ff.; ~Boll~, „Lebensalter“ 25, 26, 31 u. PW. 7,
+2547 ff.
+
+[2037] „Lehrbuch der Chronologie“ (Berlin 1831), 49, 340.
+
+[2038] ~Roscher~ u. ~Boll~, Ro. 3, 2537 ff.; ~Roscher~, „Enneaden und
+Hebdomaden“ 30 ff.; ~Boll~, PW. 7, 2547 ff.
+
+[2039] ~Deussen~ 2 (1), 469.
+
+[2040] lib. 37, cap. 18; ~Lobeck~, „Aglaophamos“ (Königsberg 1829), 941
+ff.
+
+[2041] ~Boll~, PW. 7, 2547 ff.
+
+[2042] ~Roscher~ u. ~Boll~, Ro. 3, 2537 ff.; ~Boll~, PW. 7, 2547.
+~Justinus~ spricht in der um 150 verfaßten „Apologie“ vom „Tag, den man
+den Sonntag nennt“ (üb. ~Veil~, Stuttgart 1894; 43, 96), doch war der
+Ausdruck schon zur Zeit des jüngeren ~Plinius~ bekannt („Epistolae“,
+lib. 10, Nr. 96), ja vielleicht schon in apostolischer (~Veil~ 108);
+„Tag des Helios“ ἡ τοῦ Ἥλιου für Sonntag, ἡ Κρονική (Kronostag) für
+Samstag, ἡ πρὸς τῆς Κρονικῆς = ἡ Ἀφροδίτης für Freitag sind im 2.
+Jahrhundert gebräuchlich; als „8. Wochentag“ findet sich ἡ κυριακὴ
+ἡμέρα (= dies dominicus, Tag des Herrn) wohl schon in apostolischer
+Periode (~Veil~ 112), s. auch des ~Justinus~ „Gespräch mit ~Tryphon~“
+(üb. ~Brunn~, Zürich 1844; 49).
+
+[2043] „Dies Saturni“: schon bei ~Tibull~.
+
+[2044] ~Friedlaender~, „Darstellungen aus der Sittengeschichte Roms“
+(Leipzig 1910); 1, 442.
+
+[2045] ~Bouché-Leclercq~ 318, 483 ff.
+
+[2046] ~Boll~, PW. 7, 2547 ff.
+
+[2047] Wortwitze ähnlicher Art, z. B. Σάμος -- ἄμμος (Samos --
+Sand), Δῆλος -- ἄδηλος (Delos -- unsichtbar), Ῥώμη -- ῥύμη (Rom --
+Gasse) finden sich in dem um 140 v. Chr. verfaßten 3. Buche der
+„Sibyllinischen Orakel“ (~Kautzsch~, „Apokryphen und Pseudepigraphen
+des alten Testamentes“, Tübingen 1900; 2, 192). Vgl. auch die schon bei
+den Stoïkern bekannten Wortepiele Chronos -- Kronos, Ἥρα -- ἄηρ (Hera
+-- Luft) u. dgl. (~Cumont~, „Rel.“ 410; ~Clemens Romanus~, „Homiliae“,
+ed. ~Dressel~, Göttingen 1857, 133).
+
+[2048] ~Lobeck~ 574, 575; ~Bouché-Leclercq~ a. a. O. Über die
+Eselsverehrung s. u. a. ~Tacitus~, ferner den „Octavius“ des ~Minucius
+Felix~ (ed. ~Dombart~, Erlangen 1875; 16) und das „Apologeticum“ (cap.
+16) des ~Tertullianus~ (165-216?).
+
+[2049] ~Boll~, „Erforschung“ 107 ff.
+
+[2050] ~Usener~, „Götternamen“ (Bonn 1896), 177.
+
+[2051] ~Riess~, PW. 2, 1812 ff.; ~Ed. Meyer~, „Der Papyrusfund von
+Elephantine“ (Leipzig 1912), 127.
+
+[2052] ~Martini~, PW. 5, 549, 561.
+
+[2053] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 606 ff.; ~Nilsson~, A. Rel. 14, 423.
+
+[2054] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 535; ~Hultsch~, PW. 2, 1074 ff.
+
+[2055] lib. 2, cap. 109.
+
+[2056] ~Hultsch~, PW. 7, 1501.
+
+[2057] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 4, 203.
+
+[2058] ~Ed. Meyer~, „Papyrusfund“, a. a. O.; ~Nilsson~, A. Rel. 14, 423.
+
+[2059] ~Chwolsohn~, „Ssabier und Ssabismus“ (Petersburg 1856), 1, 755;
+1, 751; 2, 111, 238, 298, 336, 703.
+
+[2060] ~Gruppe~, Ro. 3, 1146, 2263 ff.
+
+[2061] ~Riess~, PW. 2, 1812 ff.; vgl. ~Manilius~ „Astronomica“, ed.
+~Breiter~ (Leipzig 1908); 2, Vorr. 5 ff.
+
+[2062] ~Riess~ a. a. O.; ~Meyer~ a. a. O.
+
+[2063] ~Berger~, „Geschichte der wissenschaftlichen Erdkunde der
+Griechen“ (Leipzig 1903), 34.
+
+[2064] ebd. 5, 175 ff., 180, 197, 205.
+
+[2065] ebd. 176.
+
+[2066] ~Boll~, PW. 7, 2547.
+
+[2067] ~Burnet~ 309, 316 ff.
+
+[2068] ~Boll~ a. a. O.
+
+[2069] ~Boll~, „Erforschung“ 118 ff.
+
+[2070] ~Boll~, PW. 7, 2547.
+
+[2071] ~Hultsch~, PW. 2, 1856 ff.
+
+[2072] ~Boll~ a. a. O.; ~Hultsch~ a. a. O.
+
+[2073] ~Roscher~, „Enn. u. Hebdom.“ 71, 78; ~Roscher~ u. ~Boll~, Ro. 3,
+2519 ff.
+
+[2074] ~Usener~, „Götternamen“ 288.
+
+[2075] ~Nilsson~, A. Rel. 14, 423; 15, 318; ~Wide~, A. Rel. 12, 227;
+~Roscher~, A. Rel. 14, 572.
+
+[2076] ~Nilsson~, A. Rel. 15, 318.
+
+[2077] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 97 ff.
+
+[2078] ~Boll~, PW. 7, 2547 ff.; ~Nilsson~, A. Rel. 14, 447.
+
+[2079] ~Nilsson~, ebd. 443, 447; nach ~Usener~ (218, 220) deutet
+„Iatros Apollon“ auf eine (allerdings nie vollständig gewordene)
+Verschmelzung zweier ursprünglich selbständiger Gottheiten hin.
+
+[2080] ~Hippokrates~, üb. ~Fuchs~ (München 1895), 79, 90, 164 ff., 259,
+299, 436; vgl. ~Gomperz~ 1, 234, 236.
+
+[2081] ~Riess~, PW. 2, 1812 ff.; ~Bouché-Leclercq~ 5, 20; ~Cumont~,
+„Rel.“ 386, 389.
+
+[2082] ~Bousset~, A. Rel. 4, 250, 257; 255, 261.
+
+[2083] ~Riess~ a. a. O.; ~Roscher~ u. ~Boll~, Ro. 3, 2519 ff.;
+~Dieterich~, „Abraxas“ 40 ff.
+
+[2084] ~Höfer~, Ro. 3, 3349; ~Pfeiffer~, „Sternglauben“ (Leipzig 1916)
+109.
+
+[2085] ~Roscher~ u. ~Boll~, a. a. O.; ~Boll~, „Erforschung“ 118 ff. In
+der Ilias (Ges. 22, V. 318) heißt Hesperos nur κάλλιστος = der Schönste.
+
+[2086] ~Roscher~ u. ~Boll~, Ro. 3, 2519 ff.; ~Ed. Meyer~, „Papyrusfund“
+127.
+
+[2087] ~Bouché-Leclercq~ 21.
+
+[2088] „Metaphysik“, lib. 12, cap. 8.
+
+[2089] ~Tümpel~, PW. 1, 2772; ~Rehm~, ebd. 8, 1250 ff.; ~Weizsäcker~,
+Ro. 3, 2444 ff.
+
+[2090] ~Lippmann~, „Abhandl. u. Vorträge“ 2, 44 ff.
+
+[2091] ebd. 2, 56 ff.
+
+[2092] ebd. 2, 139.
+
+[2093] „Das Zeitalter ~Constantin~ des Großen“ (Leipzig 1898), 124.
+
+[2094] ~Mommsen~, „Römische Geschichte“ (Berlin 1886); 5, 455, 588.
+
+[2095] ~Friedlaender~ 2, 151.
+
+[2096] ~Mommsen~ 5, 617.
+
+[2097] ~Gregorovius~, „Kaiser Hadrian“ (Stuttgart 1884), 161.
+
+[2098] ~Harnack~, „Mission“ (Leipzig 1902), 385, 448; ~Mommsen~ 5, 576.
+
+[2099] ~Gregorovius~ a. a. O.; ~Friedlaender~ 2, 151.
+
+[2100] ~Mommsen~ 6, 571; ~Burckhardt~, „Constantin“ 133 ff.
+
+[2101] ~Burckhardt~ 158 ff.
+
+[2102] ~Usener~, „Götternamen“ 340.
+
+[2103] ~Usener~ 341; ~Burckhardt~, „Constantin“ 180 ff.; ~Erman~ 252;
+~Unger~, „Quellen der byzantinischen Kunstgeschichte“ (Wien 1878), 19
+ff.
+
+[2104] ~Petersen~, A. Rel. 13, 65 ff.; auch ~Rufinus~ (lib. 2, cap.
+23), ~Theodoret~ (lib. 5, cap. 28) und andere Kirchenschriftsteller
+gedenken dieser Statue aus „verschiedenen Hölzern“ und „allen Metallen“
+(~Unger~ a. a. O.; ~Chwolsohn~ 2, 685).
+
+[2105] ~Ausfeld~, „Der griechische Alexander-Roman“, ed. ~Kroll~
+(Leipzig 1907), 126.
+
+[2106] ~Jeremias~ 16.
+
+[2107] ~Lehmann-Haupt~, Ro. 4, 338 ff.; ~Weitz~, ebd. 378, mit
+Abbildungen; ~Sethe~, M. G. M. 15, 119; ~Abt~, A. Rel. 18, 267; ~Fahz~,
+ebd. 15, 418. Betreff der Unsicherheit aller Deutungen vgl. ~Wünsch~,
+A. Rel. 14, 579 und ~Otto~, A. Rel. 14, 580. Auch nach ~Prinz~ ist die
+~Lehmann~’sche ganz unannehmbar, und ~Serapis~ sicher ägyptisch (=
+~Osiris-Apis~).
+
+[2108] ~Reitzenstein~, „Zwei religionsgeschichtliche Fragen“ (Straßburg
+1901); ~Dieterich~, „Mithras“ 80, 204.
+
+[2109] ~Burckhardt~, „Constantin“, 178.
+
+[2110] ~Harnack~, „Mission“ 459.
+
+[2111] ~Burckhardt~ a. a. O.
+
+[2112] ~Mommsen~ 5, 580, 586 ff., 590.
+
+[2113] ~Mommsen~ a. a. O.; ~Friedlaender~ 3, 295; ~Blümner~,
+„Terminologie und Technologie“ (Leipzig 1884), 3, 81; ~Cumont~, „Rel.“
+405.
+
+[2114] ~Cumont~, „Alexandre d’Abonoteichos“ (Brüssel 1887).
+
+[2115] ~Cumont~, ebd. 5, 25; ~Gregovorius~, „Hadrian“ 368, 399.
+
+[2116] ~Bouché-Leclercq~ 569, 611.
+
+[2117] ~Haeser~, „Lehrbuch der Geschichte der Medizin“ (Jena 1875); 1,
+431.
+
+[2118] ~Meyer~, „Geschichte der Botanik“ (Königsberg 1854 ff.); 1, 225
+ff., 269.
+
+[2119] ~Bouché-Leclercq~ 566, 598 ff.; ~Boll~, „Erforschung“ 105.
+
+[2120] ~Cantor~, „Vorlesungen über Geschichte der Mathematik“ (Leipzig
+1907); 1, 443.
+
+[2121] ~Meyer~, „Botanik“ a. a. O.
+
+[2122] ~Bouché-Leclercq~ 589, 609.
+
+[2123] ~Mommsen~ 5, 489.
+
+[2124] ~Pietschmann~, PW. 1, 990; ~Mommsen~ 5, 494; ~Gregorovius~
+a. a. O. 165.
+
+[2125] ~Scheftelowitz~, A. Rel. 14, 41 ff.; vgl. ~Philo~, üb. ~Cohn~
+(Breslau 1909 ff.) 1, 227.
+
+[2126] ~Dieterich~, „Mithras“ 205; ~Reitzenstein~, „Poimandres“ 156 ff.
+
+[2127] ~Philo~, üb. ~Cohn~ 2, 16, 373; 1, 382.
+
+[2128] ~Soltau~, „Das Fortleben des Heidentumes in der altchristlichen
+Kirche“ (Berlin 1906), 23, 85 ff.; 118, 141; ~Reitzenstein~,
+„Poimandres“ 42, 114.
+
+[2129] ~Reitzenstein~, ebd. 75, 143, 163, 173, 181 ff., 279 ff., 288.
+
+[2130] ebd. 290, 143.
+
+[2131] ~Soltau~ a. a. O., Vorr. 11; 40, 85 ff., 87, 140, 160;
+~Bousset~, A. Rel. 4, 268; ~Reitzenstein~ a. a. O.
+
+[2132] ~Deussen~ 2 (2), 303.
+
+[2133] ~Reitzenstein~, „Wundererzählungen“ 126; „Mysterien-Religionen“
+107.
+
+[2134] ~Plinius~, lib. 30, cap. 11; vgl. ~Ganschinietz~, PW. 9, 693.
+
+[2135] ~Harnack~, „Mission“ 93 ff.; 440, 489.
+
+[2136] ~Roscher~ u. ~Boll~, Ro. 3, 2519 ff.
+
+[2137] ~Bousset~, A. Rel. 4, 268.
+
+[2138] ~Zeller~ 1, 393. Dieses dem ~Philo~ wohlbekannte Gleichnis schob
+man dem ~Philolaos~ unter! (~Nestle~, „Die Vorsokratiker“, Jena 1908;
+161, 239.)
+
+[2139] ~Dieterich~, „Mithras“ 55, 58 ff., 79 ff., 156, 202 ff., 206.
+
+[2140] ~Reitzenstein~, „Zwei religionsgeschichtliche Fragen“;
+~Dieterich~, a. a. O. 80, 204.
+
+[2141] ~Reitzenstein~, „Poimandres“ 259; ~Cumont~, „Rel.“ 254 ff., 264.
+
+[2142] ~Cumont~, ebd. 260 ff.
+
+[2143] ~E. Kroll~, „Die Lehre des Hermes Trismegistos“ (Münster 1914),
+23 ff., 44, 49.
+
+[2144] ~Roscher~, A. Rel. 1, 56; ~Usener~ 347; ~Wernicke~, Ro. 3, 1382,
+1468; ~Deubner~, Ro. 3, 2091.
+
+[2145] ~E. Kroll~ 177, 186, 193.
+
+[2146] ebd. 67 ff., 303.
+
+[2147] ebd. 178 ff.
+
+[2148] ebd. 244, 282; ~Dieterich~, „Mithras“ 58.
+
+[2149] ~E. Kroll~ 259, 278.
+
+[2150] ebd. 124 ff., 182 ff.
+
+[2151] ~E. Kroll~ 22.
+
+[2152] ebd. 7, 183.
+
+[2153] ~Gilbert~ 568 u. Register 735; vgl. ~Rohde~, „Psyche“.
+
+[2154] ~Gilbert~ 620; ~Goebel~ 250 ff.
+
+[2155] ~Gilbert~ 366.
+
+[2156] ~Rohde~, „Psyche“ 2, 258.
+
+[2157] ~Hippokrates~, üb. ~Fuchs~ 1, 442, 443.
+
+[2158] ~Windelband~ 84.
+
+[2159] ~Gilbert~ 348.
+
+[2160] ebd. 305 ff., 323, 629.
+
+[2161] ~Wellmann~, PW. 6, 338 ff., 344; ~Gilbert~ 389.
+
+[2162] ~Diels~, „Das physikalische System des ~Straton~“ (Berlin 1893),
+11, 17.
+
+[2163] ~Reitzenstein~, „Mysterien-Religionen“ 139, 140; ~E. Kroll~ 286
+ff.
+
+[2164] ~E. Kroll~ 286 ff., 301.
+
+[2165] ~E. Kroll~ 266, 285, 301.
+
+[2166] ~Reitzenstein~, „Mysterien-Religionen“ 139; ~E. Kroll~ 75, 124,
+135; ~Höfer~, Ro. 3, 2584.
+
+[2167] ~E. Kroll~ 124 ff., 182; 32, 125, 141; ~Eitrem~, PW. 8, 790 ff.
+
+[2168] ~Reitzenstein~, „Myst.-Rel.“ 44, 59.
+
+[2169] ebd. 140.
+
+[2170] ebd. 138.
+
+[2171] ebd. 180.
+
+[2172] ~Höfer~ a. a. O.; ~Dieterich~, „Mithras“ 116 ff.; ~E. Kroll~ 76;
+~Jacoby~, A. Rel. 13, 550.
+
+[2173] ~Reitzenstein~ a. a. O. 153 ff.; ~Dieterich~, „Abraxas“ 172. In
+der koptischen „Pistis Sophia“ = „Glaube und Weisheit“, verfaßt um 250
+n. Chr., heißt die hl. ~Maria~ oft einfach πνευματική (ed. ~Schmidt~,
+Leipzig 1905; 191, 195, 196, 201, 203), und der hl. Geist sowie der
+Geist ~Jesu~ ist „πνεῦμα“ (ebd. 242, 305, 311; 44 ff. und oft).
+
+[2174] ~Reitzenstein~, „Myst.-Rel.“ 43, 113, 119.
+
+[2175] ebd. 42, 45, 139; 153, 154; 124.
+
+[2176] ebd. 123, 139.
+
+[2177] ebd. 129, 133; ~Dieterich~, „Mithras“ 59, 78, 91 ff., 179.
+
+[2178] ~Bousset~, A. Rel. 4, 136 ff., 229 ff.; 18, 148.
+
+[2179] ~E. Kroll~ 273 ff., 344 ff., 364.
+
+[2180] ~Dieterich~, „Mithras“ 196 ff.
+
+[2181] ~Reitzenstein~, A. Rel. 8, 181 ff.; vgl. ~Dieterich~, „Mithras“
+194 ff., 203.
+
+[2182] ~Kautzsch~, „Apokryphen“ 2, 122; ~Asmus~, „Das Leben des
+Philosophen ~Isidorus~“ (Leipzig 1911), 142, 172.
+
+[2183] ~Kautzsch~ a. a. O. 2, 352.
+
+[2184] ~Boll~, „Lebensalter“ 37. Nach ~Dieterich~ („Mithras“ 186 ff.)
+wäre Persien, entgegen ~Bousset~ (A. Rel. 4, 237), nicht die Heimat
+der „Himmelsreise“; ~Reitzenstein~ hält hingegen deren iranischen
+Ursprung für zweifellos („Die Göttin ~Psyche~ in der hellenistischen
+und frühchristlichen Litteratur“, Heidelberg 1917).
+
+[2185] ~Gilbert~ 229, 236, 685.
+
+[2186] ~Dieterich~, „Abraxas“ 44 ff., 72, 74, 82 ff., 129.
+
+[2187] ~Zeller~ 3 (2), 714 ff.
+
+[2188] ~Bousset~, A. Rel. 4, 166.
+
+[2189] ~Bousset~, A. Rel. 4, 157, 160.
+
+[2190] ebd. 161.
+
+[2191] ~Dieterich~, „Mithras“ 191.
+
+[2192] „Das slavische Henochbuch“, ed. ~Bonwetsch~ (Berlin 1896), 10 ff.
+
+[2193] ebd. 27, 28.
+
+[2194] ebd. 29.
+
+[2195] ~Bousset~ a. a. O.; ~Kautzsch~ a. a. O.
+
+[2196] ~Harnack~, „Ein jüdisch-christliches Psalmbuch aus dem 1.
+Jahrhundert“ (Leipzig 1910), 67, 73.
+
+[2197] ~Bousset~, A. Rel. 4, 413, 151.
+
+[2198] ebd. 249.
+
+[2199] ~E. Kroll~ 184.
+
+[2200] ebd. 179, 185. Nach ~Reitzenstein~ (a. a. O.) liegen auch hier
+spezifisch iranische Einflüsse zugrunde.
+
+[2201] ~Brugsch~, „Rel. u. Myth.“ 101; ~Keller~, „Die antike Tierwelt“
+(Leipzig 1909 ff.), 2, 315; 2, 33, 411.
+
+[2202] „Quaestiones naturales“ lib. 3, cap. 14.
+
+[2203] ed. ~Parthey~ (Berlin 1857), 264.
+
+[2204] ~Lepsius~, „Über die Götter der vier Elemente bei den Ägyptern“
+(Berlin 1856), 183, 197, 199, 209, 218 ff.
+
+[2205] ~Dieterich~, A. Rel. 8, 481; ~Prott~, ebd. 9, 92.
+
+[2206] ~Tümpel~, PW. 1, 2772; ~Jessen~, PW. 8, 714; ~Herrmann~, Ro. 1,
+2314.
+
+[2207] ~Tümpel~, Ro. 2, 3025; ~Deubner~, Ro. 3, 2092.
+
+[2208] ~Gomperz~ 1, 68, 75 ff., 100, 430.
+
+[2209] ~Schwally~, A. Rel. 9, 173; vgl. ~Boehmer~, ebd. 10, 316 u.
+~Gressmann~, ebd. 10, 364.
+
+[2210] ~Rapp~, Ro. 2, 1648 ff.; ~Kroll~, PW. 8, 817; ~E. Kroll~ 51 ff.
+
+[2211] ~Dieterich~, „Abraxas“ 79; ~E. Kroll~ 179, 185.
+
+[2212] ~Reitzenstein~, A. Rel. 7, 397 ff.
+
+[2213] ~Bousset~, „Gnosis“ 60, 75 ff.
+
+[2214] ~Schultz~, „Dokumente der Gnosis“ (Jena 1910), Vorr. 48, 51, 55;
+39, 47, 49, 59 ff., 61, 63, 149, 189.
+
+[2215] ~Bousset~ a. a. O. 20, 167; 175; 182 ff.; 198; 204; ~Schultz~
+a. a. O. 60, 65, 70; 237.
+
+[2216] ~E. Kroll~ 137, 235 ff.
+
+[2217] ~Wessely~, „Ephesia Grammata“ (Wien 1886), 12; ~Dieterich~,
+„Abraxas“ 31, 79; ~Fahz~, A. Rel. 7, 397 u. 15, 409.
+
+[2218] ~Herodot~ lib. 1, cap. 193; ~Ausfeld~, „Alexander-Roman“ 94,
+185. ~Aristoteles~ stellt merkwürdigerweise die Tatsache in Abrede.
+
+[2219] ~Krause~, „Pyrgoteles“ (Leipzig 1856), 15, 45, 57, 69, 83;
+~Nies~, PW. 1, 704, 2416; ~Rossbach~, PW. 7, 1108; ~Seidel~, M. G. M.
+6, 259; ~Blümner~ 3, 257, 263.
+
+[2220] Üb. ~Fuchs~ 3, 464.
+
+[2221] ~Dieterich~, „Abraxas“ 60 ff.; ~Reitzenstein~, „Poimandres“ 70
+ff.; ~Diels~, „Elementum“.
+
+[2222] ~Dieterich~, „Abraxas“ 157, 171; ~Reitzenstein~, „Poimandres“
+259, 270 ff.
+
+[2223] ~Boll~, „Erforschung“ 107 ff.
+
+[2224] Eine bestimmte Definition von „chaldäisch“ läßt sich nicht
+geben; sehr oft bezeichnet es nur die spätbabylonische Epoche im
+Gegensatze zur altbabylonischen.
+
+[2225] ~Boll~ a. a. O.; ~Bouché-Leclercq~ 345, 583.
+
+[2226] ~Boll~ a. a. O.
+
+[2227] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 525 ff.
+
+[2228] ~Breiter~, in ~Manilius~ „Astronomica“ (Leipzig 1908); 2, Vorr.
+5 ff.
+
+[2229] ~Riess~, PW. 2, 1812 ff.
+
+[2230] ~Wünsch~, PW. 9, 171 ff.; ~Gruppe~, Ro. 3, 1103 ff., 2250 ff.:
+~Deubner~, Ro. 3, 2091.
+
+[2231] ~Boll~, „Sphaera“ 543 ff.; 170.
+
+[2232] Üb. ~Cohn~ 1, 59 ff., 346, 393.
+
+[2233] ebd. 1, 321; 1, 71. Vgl. ~Fahz~, A. Rel. 15, 420.
+
+[2234] ebd. 1, 382 ff.
+
+[2235] ebd. 1, 79; 2, 85.
+
+[2236] ~Riess~, PW. 2, 1812 ff.; ~Bouché-Leclercq~ 565.
+
+[2237] Brüssel 1898 ff.
+
+[2238] ~Boll~, „Erforschung“ 104.
+
+[2239] ~Bouché-Leclercq~ 89.
+
+[2240] ~Boll~, „Lebensalter“ 33, 40 ff.
+
+[2241] ~Boll~, „Sphaera“ 272; ~Bouché-Leclercq~ 102.
+
+[2242] ~Bouché-Leclercq~ 103, 182.
+
+[2243] ~Boll~, „Sphaera“ 76; ~Bouché-Leclercq~ 313 ff.
+
+[2244] ~Boll~, „Erforschung“ 107 ff.; ~Bouché-Leclercq~ 599 ff. S. die
+alte Streitfrage, „ob die Gestirne Wetterveränderungen bewirken oder
+nur anzeigen?“ (~Pfeiffer~, „Studien zum antiken Sternglauben“, Leipzig
+1915.)
+
+[2245] ~Bouché-Leclercq~ 508 ff.
+
+[2246] ebd. 604.
+
+[2247] ~Burckhardt~, „Constantin“ 230 ff.
+
+[2248] ~Bouché-Leclercq~ 599 ff.
+
+[2249] ~Dieterich~, „Mithras“ 208.
+
+[2250] ~Valerius Maximus~, lib. 1, cap. 3 (verfaßt um 40 n. Chr.);
+~Riess~, PW. 2, 1812 ff.; ~Breiter~ (~Manilius~-Ausgabe) 2, Vorr. 5
+ff.; ~Bouché-Leclercq~ 546.
+
+[2251] Ausführliche Angaben: ~Bouché-Leclercq~ 543 ff.; ~Harder~,
+„Astrognostische Bemerkungen zu den römischen Dichtern“ (Berlin 1893),
+mit mehreren hundert Belegstellen.
+
+[2252] ~Friedlaender~ 1, 367 ff.
+
+[2253] ~Boll~, „Sphaera“ 237, 238; 228.
+
+[2254] ~Breiter~ a. a. O.
+
+[2255] ~Suetons~ Biographie, cap. 94.
+
+[2256] „Astronomica“, ed. ~Breiter~ (Leipzig 1908) 2, Vorr. 5 ff.; alle
+widersprechenden Stellen sind interpoliert.
+
+[2257] ebd. 1, 120; 2, 145.
+
+[2258] ebd. 1, 2; vgl. 2, 3.
+
+[2259] ebd. 1, 9, 46, 64, 66, 99, 106, 117, 123; vgl. 2, 9, 58, 78, 82,
+120, 126, 142, 146.
+
+[2260] ebd. 1, 74; 2, 88.
+
+[2261] ebd. 1, 22, 27; 2, 24, 33.
+
+[2262] ebd. 1, 57, 35; 2, 67 ff., 46.
+
+[2263] ebd. 1, 29, 6; 2, 37, 6.
+
+[2264] ebd. 1, 59; 2, 77.
+
+[2265] ebd. 1, 37, 47, 56; 2, 49, 58, 67.
+
+[2266] ebd. 2, 49.
+
+[2267] ~Tacitus~, „Historien“, lib. 1, cap. 22.
+
+[2268] ~Friedlaender~ 1, 637 ff.; 1, 133; 4, 176; ~Cumont~, „Rel.“ 236,
+292; ~Riess~, PW. 2, 1812 ff.; ~Roscher~ u. ~Boll~, Ro. 3, 2519 ff.
+
+[2269] ~Tacitus~, „Annalen“, lib. 16, cap. 14.
+
+[2270] ~Aulus Gellius~, lib. 3, cap. 10; lib. 14, cap. 1.
+
+[2271] ~Artemidoros~, lib. 2, cap. 36.
+
+[2272] ~Salmasius~, „De annis climactericis et antiqua astrologia
+diatribae“ (Leiden 1648), 795; das Buch zählt an 900 Seiten ohne einen
+einzigen Absatz!
+
+[2273] ~Domaszewski~, A. Rel. 14, 313.
+
+[2274] ~Burckhardt~, „Constantin“ 224 ff.
+
+[2275] ~Eisler~, A. Rel. 11, 151.
+
+[2276] ~Domaszewski~, A. Rel. 11, 223; ~Cumont~, „Rel.“ 244, 394.
+
+[2277] ~Gregorovius~, „Hadrian“ 162; ~Cassius Dio~, lib. 75, cap. 13.
+
+[2278] ~Wissowa~, Ro. 3, 1887; ~Friedlaender~ 4, 169.
+
+[2279] ~Petronius~, cap. 30, 35, 39; ~Friedlaender~ 2, 46.
+
+[2280] ~Burckhardt~ a. a. O. 224 ff.; ~Lucius~, „Die Anfänge des
+Heiligenkultes“ (Tübingen 1904), 108 ff.
+
+[2281] ~Lucius~ a. a. O. 109.
+
+[2282] ~Gregorovius~, „Hadrian“ 92.
+
+[2283] ~Friedlaender~ 1, 514 ff.; 1, 361, 365 ff.; ~Cumont~, „Rel.“ 389.
+
+[2284] ~Riess~, PW. 2, 1812 ff.; ~Bouché-Leclercq~ 566. -- Siehe weiter
+unten.
+
+[2285] ~Riess~ a. a. O.; ~Lucius~ a. a. O. 109, 113.
+
+[2286] „Mathesis“, ed. ~Kroll~, ~Skutsch~, ~Ziegler~ (Leipzig 1907 ff.).
+
+[2287] „Mathesis“ 1, 91, 265, 271; 2, 293, 284.
+
+[2288] ebd. 1, 91.
+
+[2289] ebd. 1, 196, 238; 2, 203, 287, 361.
+
+[2290] ~Boll~, PW. 6, 2365; ~Cumont~, PW. Suppl. 1, 87.
+
+[2291] „Mathesis“ 1, 264, 271; 2, 284, 360.
+
+[2292] ebd. 1, 85 ff.; ~Boll~, „Sphaera“ 396 ff.; ~Friedlaender~ 1, 514
+ff.
+
+[2293] ~Boll~, a a. O. 397, 401.
+
+[2294] ~Burckhardt~, „Constantin“ 446; ~Richter~, „Quellen der
+byzantinischen Kunstgeschichte“ (Wien 1897), 256.
+
+[2295] ~Richter~, ebd. 12, 118; 40, 68.
+
+[2296] ebd. 13.
+
+[2297] ~Lucius~ a. a. O. 120 ff., 394 ff.
+
+[2298] ~Harnack~, „Mission“ 221.
+
+[2299] ~Bouché-Leclercq~ 611.
+
+[2300] ~Seeck~, PW. 3, 2477.
+
+[2301] „Origines“, ed. ~Lindemann~ (Leipzig 1832), lib. 3, cap. 26 u.
+24; lib. 8, cap. 9; lib. 3, cap. 69.
+
+[2302] ebd. lib. 1, cap. 20 ff.
+
+[2303] ebd. lib. 5, cap. 30 u. 32; die griechischen und lateinischen
+Namen stehen lib. 3, cap. 69.
+
+[2304] ebd. lib. 4, cap. 13.
+
+[2305] „De natura rerum“, ed. ~Becker~ (Berlin 1857), 45.
+
+[2306] Vgl. ebd. 9 ff., 28 ff., 39, 44 ff., 51 ff.
+
+[2307] ebd. 45.
+
+[2308] ~Bousset~, A. Rel. 4, 237; ~Riess~, PW. 2, 1812 ff.
+
+[2309] ~Cumont~, „Mithras“ 89 ff.; ~Reitzenstein~, „Poimandres“ 259,
+270 ff.
+
+[2310] ~Reitzenstein~, ebd. 16.
+
+[2311] ~Philo~, üb. ~Cohn~ 1, 327.
+
+[2312] ~Boll~, „Sphaera“ 131, 233.
+
+[2313] ~Boll~, „Sphaera“ 76; ~Bouché-Leclercq~ 313 ff.
+
+[2314] ~Burckhardt~, „Constantin“ 230 ff.
+
+[2315] ~Roscher~ u. ~Boll~, Ro. 3, 2519 ff.; die Listen (ebd. 2533
+ff.) stammen aus sehr verschiedenen Zeiten und gehen inhaltlich weit
+auseinander. ~Ziegler~, A. Rel. 13, 260.
+
+[2316] ~Mau~, PW. 9, 649; ~Kroll~, PW. 9, 650.
+
+[2317] „De Mysteriis liber“, ed. ~Parthey~ (Berlin 1857), 137, 164;
+195; 217, 55.
+
+[2318] ~Reitzenstein~, „Poimandres“ 259, 270 ff.
+
+[2319] ~Boll~, „Sphaera“ 513; ~Bouché-Leclercq~ 41, 313 ff.
+
+[2320] ~Zielinski~, A. Rel. 8, 322, 337; ~Bouché-Leclercq~ 317 ff.
+
+[2321] Coll. I, 80.
+
+[2322] ~A. Wiedemann~, „Altägyptische Sagen und Märchen“ (Leipzig
+1906), setzt sie um 1350 v. Chr. (125, 128).
+
+[2323] ~A. Wiedemann~ a. a. O.; ~Reitzenstein~; A. Rel. 8, 181 ff.
+
+[2324] ~Brugsch~, „Ägyptologie“ (Leipzig 1897), 83.
+
+[2325] ~Brugsch~, „Religion u. Mythologie ...“ (Leipzig 1891), 508;
+276, 277.
+
+[2326] Coll. I, 96.
+
+[2327] ~Bousset~, A. Rel. 4, 241.
+
+[2328] ~Jeremias~ 86 ff.
+
+[2329] ~Daniel~ 5, 4; s. ~Deussen~ 2 (2), 171.
+
+[2330] ~Baruch~ 6 (3), 10; s. ~Kautzsch~, „Apokryphen“ 2, 403.
+
+[2331] ~Unger~, „Quellen der byzantinischen Kunstgeschichte“ (Wien
+1878), 26.
+
+[2332] ~Chwolsohn~ 2, 659, 470.
+
+[2333] ~Friedlaender~ 4, 169.
+
+[2334] ~Philostratos~, lib. 3, cap. 41.
+
+[2335] ~Bousset~, A. Rel. 4, 237 ff.; ~Roscher~ u. ~Boll~, Ro. 3, 2519
+ff.
+
+[2336] ~Beckmann~, „Beiträge zur Geschichte der Erfindungen“ (Leipzig
+1786 ff.); 3, 356.
+
+[2337] ~Aldimeschqi~, üb. ~Mehren~ (Kopenhagen 1874), 227, 317.
+
+[2338] ~Lenormant~, „Magie“ 217 ff., 403.
+
+[2339] Üb. ~Rosenzweig~ (Wien 1824), 187, 454.
+
+[2340] Üb. ~Greve~ (Leipzig 1908) 3, 379; über die Farben der 7 in den
+7 Sphären kreisenden Planeten, über Seide in den 7 Farben u. dgl. s.
+ebd. 5, 297 u. 7, 86; 5, 219; 10, 304.
+
+[2341] ~Berthelot~, „Arch.“ 253 (nach ~Carra De Vaux~).
+
+[2342] ~Bouché-Leclercq~ 313 ff.
+
+[2343] ~Salmasius~, „De annis clim.“ 619 ff.; mit griechischen und
+lateinischen Worten bezeichnet er die 7 Planeten als μέλανα (nigrum),
+λαμπρόν (candidum), κιρῥόν (rubrum), διαυγῆ (lucidum), πόικιλον
+(varium), ὠχρόν (luteum), ἀερώθη (aerinum).
+
+[2344] ~Berthelot~, Mâ. 2, 312.
+
+[2345] Üb. ~Dieterich~ (Berlin 1858 ff.) 5, 115. -- Mit dieser
+Aufstellung stimmt auch die des arabischen Enzyklopädisten ~Alqazwînî~
+(gest. 1223) überein (~Ruska~, „Das Steinbuch aus der Kosmographie des
+~Alqazwînî~“; Heidelberg 1896, 5).
+
+[2346] ~Ruska~, „Steinbuch des ~Aristoteles~“ (Heidelberg 1912), 50;
+„Die Mineralien in der arabischen Litteratur“, „Isis“ 1913, 347.
+
+[2347] ~Jeremias~ 84 ff.
+
+[2348] ebd.
+
+[2349] ~Salmasius~ a. a. O.
+
+[2350] ~Reitzenstein~, „Poimandres“ 72. Die (phrygischen) Naassener
+heißen so nach dem Engel ~Nahas~ (~Schultz~, „Dokumente der Gnosis“,
+Jena 1910; 35).
+
+[2351] Vgl. ~Lobeck~ 841, 911 (nach ~Pseudo-Apulejus~)
+
+[2352] Κρόνος -- ὄνος; s. auch ~Salmasius~ 754.
+
+[2353] Naturgeschichtlicher Name: aquila chrysaëtos, Goldadler.
+
+[2354] ~Kelsos~, „Das wahre Wort“, ed. ~Keim~ (Zürich 1873), 86 ff.
+
+[2355] lib. 2, cap. 16, 20.
+
+[2356] „Traumbuch“, lib. 2, cap. 36.
+
+[2357] „Mathesis“ 1, 152.
+
+[2358] ebd. 1, 6, 16, 35, 90.
+
+[2359] ~Berthelot~, „Coll.“ I, 78; „Or.“ 49.
+
+[2360] Üb. ~Dieterici~ (Berlin 1861 ff.), 5, 114 ff.; 8, 196 ff.
+
+[2361] ~Ruska~ a. a. O.; s o noch in dem berühmten „Lapidario“ des
+Königs ~Alfonso~.
+
+[2362] „Causa causarum“, üb. ~Kayser~ (Leipzig 1893), 271 ff.
+
+[2363] ebd. 260, 285; 266 ff.
+
+[2364] ~Chwolsohn~ 2, 443, 439 ff.; 2, 455, 485.
+
+[2365] Ganz unhaltbar ist die Voraussetzung ~Volhards~, es handle sich
+um eine Art Rangordnung nach Adel und Verwendbarkeit („Zur Geschichte
+der Metalle“, Leipzig 1897; 18).
+
+[2366] In der mir bekannten Litteratur entsinne ich mich keines
+Hinweises auf sie.
+
+[2367] ~Pausanias~, lib. 8, cap. 18.
+
+[2368] ~Roscher~ u. ~Boll~, Ro. 3, 2534; die Ersetzung des Elektrons
+durch Quecksilber, die manche Handschriften aufweisen sollen, rührt aus
+einer erst weit späteren Zeit her (s. unten).
+
+[2369] ~Richter~, „Quellen d. byzant. Kunstgesch.“ (Wien 1897), 40 ff.,
+53, 62.
+
+[2370] ~Reitzenstein~, „Poimandres“ 364.
+
+[2371] ~Keim~, „Das wahre Wort“ (Zürich 1873); vgl. ~Lobeck~ 934;
+~Cumont~, „Mithras“ 105; ~Neumann~, PW. 3, 1885.
+
+[2372] ~Roscher~ u. ~Boll~, Ro. 3, 2534.
+
+[2373] ~Lobeck~ 936 ff.; ~Jeremias~ 86 ff.; ~Berthelot~, Coll. I, 77.
+Vgl. überhaupt ~Berthelot~, Coll. I, 73 ff.; II, 24; III, 26; Or. 48.
+
+[2374] ~Lobeck~ 936 ff.; ~Berthelot~, Coll. I, 81.
+
+[2375] ~Berthelot~, Coll. I, 83 ff.; Intr. 294.
+
+[2376] ~Ruska~ a. a. O. 341.
+
+[2377] Üb. ~Kayser~ 248 ff.
+
+[2378] ~Chwolsohn~ 839, 842 ff.; ~Aldimeschqi~ a. a. O. 53 ff., 71;
+die Lücke bei Merkur füllen einige Spätere durch Quecksilber oder
+die chinesische Legierung Châr Sînî aus (~E. Wiedemann~, „Beiträge“,
+Erlangen 1902 ff.; 2, 342; 24, 81).
+
+[2379] ~Jeremias~ 86 ff.
+
+[2380] ~Borrichius~, „De ortu et progressu chemiae“ (Kopenhagen 1668),
+29, 368.
+
+[2381] ~Lobeck~ 934; ~Bouché-Leclercq~ 316 ff.; ~Bousset~, A. Rel. 4,
+237.
+
+[2382] ~Salmasius~ a. a. O. 769; ~Lobeck~ 936 ff.; ~Bousset~ a. a. O.
+
+[2383] ~Roscher~ u. ~Boll~, Ro. 3, 2519 ff.
+
+[2384] ~Berthelot~, Coll. I, 79. ~Abu Maʿschar~ (verderbt ~Albumasar~)
+starb über hundertjährig 886 n. Chr. (~Boll~, „Sphaera“ 413, 482); eine
+lateinische Übersetzung seiner Werke gab ~Johannes Hispalensis~ um 1150
+heraus (ebd. 448, 484). Er ist übrigens in vieler Hinsicht ein bloßer
+Plagiator (~Suter~, „Enz. des Islam“ 1, 106).
+
+[2385] S. weiter unten.
+
+[2386] ~Gray~, A. Rel. 7, 359 ff.
+
+[2387] ~Bousset~ a. a. O. 206 ff.; der Leib des ~Gayomard~ wird als
+Makrokosmos angesehen.
+
+[2388] ~Brandt~, „Die mandäische Religion“ (Utrecht 1889), 60.
+
+[2389] Üb. ~Kayser~ 348, 351.
+
+[2390] ~Berthelot~, Coll. I, 85.
+
+[2391] ~Chwolsohn~ 1, 176; 2, 659 ff.
+
+[2392] ~Lobeck~ 934; ~Bouché-Leclercq~ 316 ff.
+
+[2393] ~Berthelot~, Coll. I, 77.
+
+[2394] ~Lobeck~ 896.
+
+[2395] lib. 5, cap. 87.
+
+[2396] ~Mayer~, Ro. 2, 1473 ff.; ~Salmasius~ a. a. O., Vorr. 64.
+Bereits ~Ninib~, dem babylonischen Sterngotte des Planeten ~Saturn~,
+dem „bleichen langsamen Alten“, wurden zwei himmlische „Domizile“
+eingeräumt, das erste im Sternbilde des männlichen „Wassermannes“
+mit besonderer Beziehung zur Sonne, das zweite in dem der weiblichen
+„Fischziege“ (später = „Steinbock“) mit besonderer Beziehung zum Monde,
+beide aber „naß und kalt“ (~Bouché-Leclercq~ 93 ff., 145, 187; 96;
+~Boll~, „Sphaera“ 362). Bei ~Ptolemaios~ ist hingegen ~Saturn~ „kalt
+und trocken“, weil weit entfernt von Sonne und Erde (~Bouché-Leclercq~
+145). -- Das abenteuerliche Mischwesen der Fischziege gehört
+ursprünglich dem ~Ea~ zu, der aus einem südbabylonischen Flußgotte
+allmählich zum Herrn der Tiefe und des Wassers der Tiefe wurde
+(~Prinz~, „Symbolik“ 139).
+
+[2397] ~Bouché-Leclercq~ 284; s o in der Astrologie des ~Stephanos~ (7.
+Jahrhundert) im Gegensatze zu ~Jupiter~ als ἀγαθοδαίμων. -- Auf einen
+gütigen, wohlwollenden und leutseligen ~Jupiter~ geht das noch heute
+gebräuchliche Adjektiv jovialisch oder jovial zurück.
+
+[2398] ~Dieterich~, „Abraxas“ 76; 82, 129, 77. Aus ~Wessely~, „Wiener
+Akad. Denkschr.“ 36, 186.
+
+[2399] ebd. 77, 78; ~Bouché-Leclercq~ 316; ~Wünsch~, A. Rel. 12, 37
+ff., 45. Man kennt über 400 solcher Fluchtafeln aus den verschiedensten
+Gegenden.
+
+[2400] ~Wünsch~ a. a. O. 12, 21, 26.
+
+[2401] Vgl. ~Salmasius~ 128 ff.
+
+[2402] ~Bouché-Leclercq~ 96.
+
+[2403] lib. 1, cap. 17.
+
+[2404] ~Friedlaender~ 4, 370.
+
+[2405] ~Jeremias~ 86 ff.
+
+[2406] ~Boll~, „Erforschung“ 1, 103; ~Roscher~ u. ~Boll~, Ro. 3, 2519
+ff.
+
+[2407] ~Bousset~, A. Rel. 4, 244; ~Kautzsch~, „Apokryphen“ 2, 232.
+
+[2408] ~Justi~, A. Rel. 6, 251; ~Deussen~ 2 (2), 143.
+
+[2409] ~Bousset~, A. Rel. 4, 244.
+
+[2410] ~Lobeck~ 791; ~Jeremias~ 203.
+
+[2411] ~Jeremias~ 112, 258; vgl. hebräisch Schiboleth = Ähre.
+
+[2412] ~Roscher~ u. ~Boll~ a. a. O.; ~Boll~, „Lebensalter“ 21, 25, 30.
+
+[2413] ~Salmasius~ 448 ff., 588; ~Lobeck~ 925 ff., 932 ff., 927.
+
+[2414] ~Boll~, „Lebensalter“ a. a. O.
+
+[2415] ~Roscher~ u. ~Boll~, Ro. 3, 2534 (nach ~Vettius Valens~).
+
+[2416] ~Kautzsch~, „Apokryphen“ 2, 217, 224, 230, 232.
+
+[2417] ebd. 2, 217.
+
+[2418] ebd. 2, 37.
+
+[2419] ebd. 2, 401; ~Appel~, A. Rel. 15, 254.
+
+[2420] ~Gunkel~, A. Rel. 1, 294.
+
+[2421] ~Kautzsch~ a. a. O. 2, 278 ff.
+
+[2422] ebd. 2, 286.
+
+[2423] ebd. 2, 249, 251.
+
+[2424] ebd. 2, 265.
+
+[2425] ebd. 2, 260.
+
+[2426] ebd. 2, 274.
+
+[2427] ~Bousset~, A. Rel. 4, 244.
+
+[2428] ~Kautzsch~ a. a. O. 1, 479.
+
+[2429] ~Kautzsch~ a. a. O. 1, 490, 498.
+
+[2430] ebd. 1, 495.
+
+[2431] ebd. 507.
+
+[2432] ~Hennecke~, „Neutestamentliche Apokryphen“ (Leipzig 1904), 336,
+327, 334; 322.
+
+[2433] ebd. 241, 222.
+
+[2434] ~Harnack~, „Ein jüdisch-christliches Psalmbuch aus dem 1.
+Jahrhundert“ (Leipzig 1910), 75, 103, 109.
+
+[2435] ebd. 53.
+
+[2436] ebd. 58.
+
+[2437] ebd. 33, 15 ff., 66.
+
+[2438] ebd. 40, 53, 63.
+
+[2439] ebd. 67, 73; 66, 62.
+
+[2440] ed. ~Keim~ 64.
+
+[2441] ebd. 84 ff., 86 ff.
+
+[2442] ~Kautzsch~ 2, 460, 466; 2, 520, 525.
+
+[2443] ebd. 2, 121; s. ~Hennecke~ a. a. O. 295.
+
+[2444] ~Kautzsch~ 2, 403, 407, 448.
+
+[2445] ebd. 2, 449 ff.
+
+[2446] ~Langen~, „Der Clemens-Roman“ (Gotha 1890), 68, 201.
+
+[2447] ~Soltau~, „Fortleben“ 243 ff.
+
+[2448] ~Krüger~, „Geschichte der altchristlichen Litteratur“ (Freiburg
+1895), 235.
+
+[2449] ~Harnack~, „Dogmengeschichte“ (Tübingen 1905), 53.
+
+[2450] ~Heintze~, „Der Clemensroman und seine griechischen Quellen“
+(Leipzig 1914), 13.
+
+[2451] PW. 4, 16 ff.
+
+[2452] A. Rel. 18, 153.
+
+[2453] ebd. 162, 160.
+
+[2454] ed. ~Dressel~ 361.
+
+[2455] ebd. 401.
+
+[2456] ebd. 95, 158.
+
+[2457] ebd. 157 ff.; 95, 158.
+
+[2458] ebd. 6, 7.
+
+[2459] ~Schultz~, „Dokumente der Gnosis“ (Jena 1910), Vorr. 11, 38, 50.
+
+[2460] Vgl. ebd. 136 ff.; „Homiliae“, ed. ~Dressel~ 58, 60; über die
+Nennung eines ~Faustus~ s. ebd. 260.
+
+[2461] ed. ~Dressel~ 65.
+
+[2462] ebd. 61, 62.
+
+[2463] Offenbar die warme menschliche Atemluft, in der die Seele
+„sitzt“.
+
+[2464] Daß durch Druck Luft in Wasser und Wasser in feste Körper
+übergehe, galt dem gesamten Altertume als feststehende Tatsache.
+
+[2465] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 97 ff., 108.
+
+[2466] ~Roscher~, Ro. 1, 2361 ff.
+
+[2467] Über Hermes psychopompos vgl. ~Höfer~, Ro. 3, 3256.
+
+[2468] Die Pflanze Ἡρμοῦ πόα, Herba mercurialis (Bingelkraut), trägt
+diesen Namen wegen ihres angeblichen Einflusses auf den Zeugungstrieb;
+s. ~Steuding~, Ro. 2, 2822.
+
+[2469] Auch im indischen „Rigvêda“ verleiht der Hirtengott ~Rudra~
+Reichtum, ist Handelsmann, Pflanzenkundiger, Arzt usf. (~Siecke~, A.
+Rel. 1, 255).
+
+[2470] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 97 ff.
+
+[2471] ~Steuding~, Ro. 2, 2806.
+
+[2472] ~Horaz~, „Oden“, lib. 1, Nr. 10.
+
+[2473] ~Roscher~, Ro. 1, 2427. Schon auf einer Vase des Fürsten
+~Gudea~ um 2340 v. Chr. führt der babylonische Heilgott ~Ningischzida~
+Stab und Schlange (~Pensuti~, M. G. M. 13, 380); von ihm gingen sie
+vermutlich an ~Asklepios~ über, der den Geweihten die streng geheim zu
+haltenden Lehren über die Heilkräfte mitteilt (~Boll~, M. G. M. 14,
+353). -- Nach ~Prinz~ ist jedoch diese Vermutung irrtümlich, da nicht
+der babylonische Heilgott in Frage kommt, sondern das ihm (aber auch
+anderen Göttern) zugewiesene Fabeltier Schlangengreif (PW. 7, 1906 ff.).
+
+[2474] ~Eitrem~, PW. 8, 790 ff.
+
+[2475] ~Zielinski~, A. Rel. 9, 37.
+
+[2476] ~Eitrem~ a. a. O.; ~Soltau~, „Fortleben“ 151.
+
+[2477] ~Eitrem~ a. a. O.
+
+[2478] ~Steuding~, Ro. 2, 2822.
+
+[2479] ~Drexler~, Ro. 2, 1761; ~Reitzenstein~, „Poim.“ 117 ff.
+
+[2480] ~Pietschmann~, „Hermes Trismegistos“ (Leipzig 1875), 29 ff.; 3,
+8.
+
+[2481] ebd. 12, 13, 15, 16, 20, 21, 25.
+
+[2482] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 5; ~Otto~ 1, 15.
+
+[2483] ~Dieterich~, „Abraxas“ 20, 62; 71; 70, 160, 195; ~Eitrem~
+a. a. O. -- Der Name ~Iao~’s, „des starken Gottes der Ordnung“, soll
++nicht+ semitisch sein (~Reitzenstein~, „Psyche“ 41, 59; 42).
+
+[2484] λόγος in ägyptischem Sinne = κόσμος (Kosmos) = σπέρμα θεοῦ
+(Samen oder Schöpfung Gottes), ~Reitzenstein~ a. a. O. 42 ff., 61.
+
+[2485] ~Ammianus Marcellinus~, lib. 16, cap. 5; ~Apuleius~, „Apologie“,
+cap. 64; ~Valerius Maximus~ (um 120 n. Chr.), lib. 2, cap. 9;
+~Burckhardt~, „Constantin“ 245.
+
+[2486] ~Dieterich~ a. a. O. 64.
+
+[2487] Vgl. ~Lobeck~ 737.
+
+[2488] ~Brugsch~, „Rel. u. Myth.“ 446, 49, 124; ~Kopp~, „Beitr.“ 367.
+
+[2489] ~Kroll~, PW. 8, 792 ff.; ~Berthelot~, Coll. II, 156, 157, 175.
+
+[2490] ~Brugsch~ u. ~Kopp~ a. a. O.
+
+[2491] ~Pietschmann~ a. a. O. 35 ff.
+
+[2492] ~Reitzenstein~, „Wundererzählungen“ 127; ~Kroll~, PW. 8, 792 ff.
+
+[2493] ~Martial~, „Epigramme“, lib. 5, Nr. 24.
+
+[2494] Nach ~Reitzenstein~ hatte Hermes Trismegistos in Rom eine
+Gemeinde, und galt, wie ~Usener~ zeigte, u. a. dem Kaiser ~Marc Aurel~
+als vorbildlicher Lehrer aller Frömmigkeit und Religion („Psyche“ 50).
+
+[2495] ~Wessely~, „A. Nat.“ 1, 469.
+
+[2496] ~Wessely~, ebd.; ~Dieterich~, „Abraxas“ 135, 31.
+
+[2497] ed. ~Dressel~ 341.
+
+[2498] ed. ~Schmidt~ 318.
+
+[2499] ebd. 14, 24 ff.; ~Bousset~ 60.
+
+[2500] ed. ~Schmidt~ 339, 344, 354.
+
+[2501] ~Berthelot~, Coll. II, 230; Mâ. I, 327.
+
+[2502] ~Berthelot~, Coll. II, 132; über Alter, Verbreitung und
+Wichtigkeit solcher Triaden für Religion und Kult s. ~Soltau~,
+„Fortleben“ 97, 109.
+
+[2503] ~Lactantius~, „Vom Zorne Gottes“, cap. 11; „Epitome“, cap. 24;
+~Kopp~, „Beitr.“ 346, 367.
+
+[2504] „Origines“, ed. ~Lindemann~, lib. 5, cap. 11; lib. 8, cap. 11:
+„Er gab zuerst den Ägyptern Gesetze!“
+
+[2505] ~Berthelot~, Coll. II, 424.
+
+[2506] ~Kopp~ a. a. O.; ~E. Kroll~ 72 ff.
+
+[2507] ~Plinius~, lib. 30, cap. 1.
+
+[2508] ~Reitzenstein~, „Wundererzählungen“ 127; „Poim.“ 175, betreff
+der Ssabier (über diese s. weiter unten).
+
+[2509] ~Pietschmann~ 34 ff.
+
+[2510] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 305.
+
+[2511] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 117 ff.
+
+[2512] ~Kroll~, PW. 8, 792 ff.
+
+[2513] ed. ~Parthey~ 261, 265, 289, zum Teil „unter seinem Namen
+gehend“.
+
+[2514] ebd.; ~Chwolsohn~ 1, 768; ~Kroll~ a. a. O.
+
+[2515] ~Kroll~ a. a. O.
+
+[2516] ~Zeller~ 3 (2), 242 ff.; vgl. ~Windelband~ 310.
+
+[2517] +So+ auch nach ~Kroll~ a. a. O.
+
+[2518] Vgl. ~Mommsen~ 5, 570 ff.
+
+[2519] ~Zeller~ 3 (2), 253, 245, 263.
+
+[2520] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 2, 159.
+
+[2521] ebd. 196, 211; A. Rel. 15, 267.
+
+[2522] „Priester und Tempel ...“ (Leipzig 1905).
+
+[2523] ~Zielinski~, A. Rel. 8, 322; 9, 25.
+
+[2524] ~Kroll~, PW. 8, 792 ff.
+
+[2525] „Lehre des Hermes Trismegistos“ (Münster 1914).
+
+[2526] ~Otto~ 2, 210, 223, 234; 1, 209 ff.; ~Brugsch~, „Rel. u. Myth.“
+706.
+
+[2527] ~Kroll~ a. a. O.
+
+[2528] ~Otto~ 2, 218 ff.
+
+[2529] ~Kroll~ a. a. O.; ~E. Kroll~ 386 ff.
+
+[2530] ~Zielinski~ a. a. O.; ~E. Kroll~ a. a. O. Die Widersprüche
+zwischen dem hohen, vorgeblich mythischen Alter der Schriften und
+ihrer platonisierenden Ausdrucksweise wurden schon frühzeitig bemerkt
+(~Eisler~, A. Rel. 15, 634).
+
+[2531] ~Kroll~ a. a. O.
+
+[2532] ~Baeumker~ 397 ff.; 392 ff., 401, 419; betreff des letzten
+Punktes vgl. ~Reitzenstein~, „Poim.“ 54.
+
+[2533] ~Dieterich~, „Abraxas“ 132 ff.; ~E. Kroll~ a. a. O.
+
+[2534] ~Dieterich~ a. a. O.
+
+[2535] ~Dieterich~, „Abraxas“ 162.
+
+[2536] ~Kroll~ a. a. O.; ~E. Kroll~ a. a. O.
+
+[2537] ed. ~Fleischer~ (Leipzig 1870); ed. ~Bardenhewer~ (Bonn 1873).
+~Carra de Vaux~ hält griechischen Ursprung für nicht ausgeschlossen
+(„Enz. d. Islam“ 1, 245). Nach ~Reitzenstein~ sind zahlreiche
+iranische und manichäische Züge unverkennbar, die aber jedenfalls auf
+hellenistische Vorlagen zurückgehen („Psyche“ 51 ff., 55 ff., 63, 66).
+
+[2538] ~E. Kroll~ 390 ff.
+
+[2539] ~Zielinski~, A. Rel. 8, 340 u. 9, 27. Auch im „Hirten des
+~Hermas~“ soll ~Hermas~ ein hermetisches Pseudonym sein (ebd. 8, 323).
+
+[2540] ebd. 8, 356.
+
+[2541] ebd. 8, 331.
+
+[2542] ~Kroll~, PW. 8, 792 ff.
+
+[2543] ~Zielinski~, A. Rel. 8, 368 u. 9, 27; ~Kroll~ a. a. O.
+
+[2544] ~Kroll~ a. a. O.
+
+[2545] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 8, 248; „Psyche“ 50.
+
+[2546] ~Cumont~, „Rel.“ 341, 185. Nach ~Reitzenstein~ empfingen diese
+„Orakel“ ihre griechische metrische Gestalt etwa um 200 n. Chr.
+(„Psyche“ 18).
+
+[2547] Betreff der noch wenig erforschten hermetischen und gnostischen
+Schriften der Araber s. A. Rel. 15, 567.
+
+[2548] ~Kroll~ a. a. O.
+
+[2549] ~Bucher~, „Geschichte der technischen Künste“ (Stuttgart
+1875/93); 1, 134.
+
+[2550] ~Reitzenstein~, „Zwei religionsgeschichtliche Fragen“ (Straßburg
+1901); ~Zielinski~, A. Rel. 9, 30, 55; 32.
+
+[2551] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 46.
+
+[2552] ~Reitzenstein~, „Mysterien-Religionen“ 65.
+
+[2553] ~Kroll~ a. a. O.
+
+[2554] ~E. Kroll~ 53.
+
+[2555] ebd. 4, 136.
+
+[2556] ~E. Kroll~ 55 ff., 79.
+
+[2557] ebd. 137, 235 ff.
+
+[2558] ~Zielinski~, A. Rel. 8, 368; ~Eisler~ will ihre Urform auf 500
+v. Chr. zurückführen (A. Rel. 15, 634); ~Bousset~, A. Rel. 18, 165.
+
+[2559] ~Zielinski~, ebd. 8, 358.
+
+[2560] ~Kroll~, PW. 8, 792 ff.; ~Bousset~ a. a. O. 166.
+
+[2561] ~Zielinski~, A. Rel. 8, 363.
+
+[2562] ~Kroll~, PW. 8, 792 ff.
+
+[2563] ~Meyer~, „Geschichte der Botanik“ (Königsberg 1854 ff.);
+2, 340 ff. Vgl. des spanischen Arabers ~Ibn Alauʿwam~, „Buch der
+Landwirtschaft“ (12. Jahrhundert), üb. ~Clément-Mullet~ (Paris 1864);
+1, Vorr. 23, 87.
+
+[2564] ~Zielinski~, A. Rel. 9, 27, 29.
+
+[2565] ~Dieterich~, A. Rel. 9, 41, 50 ff.; 47.
+
+[2566] ~Meyer~, „Gesch. d. Bot.“ 2, 277, 348, 351, 356.
+
+[2567] ~Bouché-Leclercq~ 507, 517 ff., 524, 533, 536; ~Boll~, „Sphaera“
+369; ~Sudhoff~, „A. Nat.“ 1, 469.
+
+[2568] Abgedruckt bei ~Ideler~, „Physici et medici graeci“ (Berlin
+1841); 1, 387.
+
+[2569] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 291.
+
+[2570] ed. ~Puschmann~ (Wien 1878), 1, 557.
+
+[2571] ~Usener~, „Götternamen“ (Bonn 1896), 217, 344; 270.
+
+[2572] ~Wernicke~, PW. 1, 746; ~Wentzel~, PW. 1, 763; ~Mau~, PW. 4,
+611; ~Roscher~, Ro. 1, 98; ~Höfer~, Ro. 2, 1410; ~Rohde~, „Psyche“
+1, 254, 242, 244; ~Usener~ a. a. O. 249. Über den Schlangenkult s.
+~Visser~, „De Graecorum diis non referentibus speciem humanam“ (Leiden
+1900), 135 ff.
+
+[2573] ~Keller~, „Die antike Tierwelt“ (Leipzig 1909); 2, 298, 278;
+~Weniger~, A. Rel. 18, 95.
+
+[2574] ~Lenormant~, „Magie“ 469.
+
+[2575] ~A. Wiedemann~, A. Rel. 9, 485.
+
+[2576] ~Schmidt~, A. Rel. 13, 624.
+
+[2577] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 18, 30, 133; ~Kroll~, PW. 8, 801;
+~Drexel~, Ro. 9, 244.
+
+[2578] ~Sethe~, PW. 3, 2349.
+
+[2579] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 140 ff.
+
+[2580] ~Zielinski~, A. Rel. 8, 353; E. ~Kroll~, 284, 319.
+
+[2581] ~Wernicke~, Ro. 3, 1382, 1468.
+
+[2582] ~Cumont~, PW. 7, 434; ~Otto~, PW. 7, 1162.
+
+[2583] ~Firmicus~ 1, 60, 64 u. 2, 368; 1, 65 u. 2, 263, 266;
+~Bouché-Leclercq~ 284. Vgl. ~Salmasius~, „De annis climactericis“ 192.
+
+[2584] ~Manilius~ 1, 61; 2, 74.
+
+[2585] ~Sethe~, PW. 3, 2349; Abbildungen bei ~Drexler~, Ro. 2, 1259.
+
+[2586] ~Cumont~, „Alexandre d’Abonoteichos“ (Brüssel 1887), 3, 34 ff.
+
+[2587] ebd. 27.
+
+[2588] ~Bousset~, PW. 7, 1503 ff.; ~E. Kroll~ 227 ff.
+
+[2589] ~Harnack~, „Mission“ 93 ff.; Anrich, „Mysterienwesen“ (Göttingen
+1894) 35 ff., 60 ff.; ~Soltau~, „Fortleben“ (Berlin 1906), 11; E.
+~Kroll~ 359.
+
+[2590] ~Makrobios~, „Saturnalien“, lib. 3, cap. 14, 2.
+
+[2591] ~Anrich~ 35 ff., 60 ff.
+
+[2592] ~Zeller~ 3 (2), 782.
+
+[2593] ~Dieterich~, „Abraxas“ 126 ff.
+
+[2594] ~Anrich~ 42 ff.; über ~Linos~ und ~Musaios~ als Angehörige,
+Lehrer oder Schüler des ~Orpheus~ s. ebd. 76.
+
+[2595] ~Dieterich~, „Abraxas“ 31; 148; 66, 132; ~Wellmann~, M. G. M.
+11, 186.
+
+[2596] ~Harnack~, „Dogmen-Gesch.“ 55 ff.; ~Anrich~ 37.
+
+[2597] ~Anrich~ 42 ff., 71 ff., 76 ff., 166.
+
+[2598] ~Anrich~ 58, 66 ff.; ~Bousset~, PW. 7, 1503 ff.
+
+[2599] ~Anrich~ 66 ff., 71 ff.
+
+[2600] ebd. 137.
+
+[2601] ~Bousset~ a. a. O.; ~Soltau~, „Fortleben“ 11.
+
+[2602] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 318; vgl. „Mysterien-Religionen“
+(Leipzig 1910).
+
+[2603] ~Harnack~, „Dogmen-Gesch.“ 27; ~Cumont~, „Rel.“ 95, 281;
+~Schultz~, „Dokumente der Gnosis“ (Jena 1910), Vorr. 10; ~Dieterich~,
+„Abraxas“ 143.
+
+[2604] ~Dieterich~, „Abraxas“ 165; 137, 155.
+
+[2605] ~Wessely~, „Les plus anciens monuments du christianisme“ 183
+ff.; ~Dieterich~ a. a. O. 138.
+
+[2606] ~Dieterich~ ebd. 2.
+
+[2607] ebd. 149 ff.; ~Soltau~, „Fortleben“ 146 ff.
+
+[2608] ~Dieterich~, „Mithras“ 205 ff.; ~Soltau~ a. a. O.
+
+[2609] ~Dieterich~, „Abraxas“ 2, 151.
+
+[2610] ~Anrich~ 75 ff., 81; über den phrygischen Schlangenkult des
+~Sabazios~ s. ebd. 76 ff.
+
+[2611] ~Harnack~, „Dogmen-Gesch.“ 55 ff.; ~Soltau~ 146 ff.; 148, 153.
+
+[2612] ~Boll~, „Lebensdauer“ 25; vgl. „Sphaera“; ~Bouché-Leclercq~ 607
+ff.
+
+[2613] ~Asmus~ in „~Damaskios~’ Leben des hl. ~Isidorus~“ (Leipzig
+1911); orphisches 16, 75, 102, 148; chaldäisches 37, 75, 174;
+ägyptisches 25, 60, 61, 75; ~Finnen~, A. Rel. 17, 515 ff.
+
+[2614] ~Anrich~ 81 ff.
+
+[2615] ~Soltau~ 146 ff., 151.
+
+[2616] ~Bousset~, „Gnosis“ 118 u. PW. 7, 1503 ff.; ~Windelband~ 316
+ff.; ~Soltau~ a. a. O.
+
+[2617] ~Anrich~ 76 ff.
+
+[2618] ~Dieterich~, „Abraxas“ 151; ~Soltau~ a. a. O.
+
+[2619] ~Bousset~, „Gnosis“ 313; ~Anrich~ 67; E. ~Kroll~ 373, 382 ff.
+
+[2620] ~Anrich~ 67; ~Reitzenstein~, „Poim.“ 158; ~E. Kroll~ 350 ff.,
+361.
+
+[2621] ~E. Kroll~ 350 ff., 356, 366.
+
+[2622] ~E. Kroll~ 214, 228, 367 ff.
+
+[2623] ~Dieterich~, A. Rel. 7, 279.
+
+[2624] ~Bousset~, PW. 7, 1503 ff.; ~E. Kroll~ 302 ff., 367 ff.
+
+[2625] ~Bousset~, „Gnosis“ 313, 321, 365; ~E. Kroll~ 302 ff., 367 ff.
+
+[2626] ~E. Kroll~ 367 ff., 363 ff., 365.
+
+[2627] ~E. Kroll~ 373, 563 ff.; vgl. ~Anrich~ 76 ff.
+
+[2628] ~Bousset~, „Gnosis“ a. a. O. u. PW. 7, 1503 ff.
+
+[2629] ~Anrich~ 76 ff.; ~Bousset~, „Gnosis“ 70, 315 ff.; ~Dieterich~,
+„Mithras“ 121 ff., 126, 129; vgl. den apokryphen Bericht über die
+„Taten des Thomas“, des indischen Apostels (~Schultz~ a. a. O. 217 ff.).
+
+[2630] ~Anrich~ 76 ff., 89, 95 ff.; ~Bousset~, „Gnosis“ 116, 130; 121.
+
+[2631] ~Anrich~ 89, 95 ff.; ~Otto~ 2, 258; ~Harnack~, „Mission“ 93 ff.;
+„Dogmen-Gesch.“ 55.
+
+[2632] ~Anrich~ 96; ~Harnack~, „Mission“ 104.
+
+[2633] ~Usener~, „Götternamen“ 336; ~Harnack~ a. a. O.
+
+[2634] ~Anz~, „Ursprung der Gnosis“ (Leipzig 1897), 50.
+
+[2635] ~Zeller~ 3 (2), 774; 777 ff.; 749, 794, 863; 705; 780.
+
+[2636] ~Iamblichos~, ed. ~Parthey~ 178, 157, 238, 256 ff.;
+~Reitzenstein~, „Mysterien-Religionen“ 36; ~Anrich~ 96. -- Ein
+Verzeichnis solcher Namen s. bei ~Wessely~, „Ephesia Grammata“ (Wien
+1886) 11, und eine Liste von 546 zugehörigen Worten ebd. 13 ff.
+
+[2637] „Pistis Sophia“, ed. ~Schmidt~ 234, 235.
+
+[2638] ~Dieterich~, „Mithras“ 39, 40.
+
+[2639] ~Burckhardt~, „Constantin“ 230 ff., 419.
+
+[2640] ~Wessely~, „Wiener Akad. Denkschr.“ 36, 184; ~Wünsch~, M. G. M.
+11, 386.
+
+[2641] ~Dieterich~, „Mithras“ 40 ff., 209; ~Asmus~ a. a. O. 174 u. A.
+Med. 7, 31.
+
+[2642] ~Anz~, „Ursprung der Gnosis“ (Leipzig 1897).
+
+[2643] ~Anz~ 59, 64 ff.
+
+[2644] ~Harnack~, „Dogmen-Gesch.“ 55 ff.; ~Bousset~, „Gnosis“ 115 u.
+PW. 7, 1503 ff.
+
+[2645] ~Gothein~, A. Rel. 9, 416.
+
+[2646] ~Bousset~, „Gnosis“ 115.
+
+[2647] ~Schultz~ a. a. O. 97, 100.
+
+[2648] ~Zielinski~, A. Rel. 8, 331 ff., 365.
+
+[2649] ~Bousset~, „Gnosis“ 351 ff. u. PW. 7, 1503 ff.; ~Schultz~ 103;
+~Fahz~, A. Rel. 15, 418.
+
+[2650] ~Bousset~, „Gnosis“ 9 ff., 26, 58 ff., 71 ff., 322, 335.
+
+[2651] ~Anz~ 56 ff.; ~Gothein~ a. a. O.
+
+[2652] Üb. ~Cohn~ 1, 63, 67 ff.
+
+[2653] ~Zeller~ 3 (2), 705.
+
+[2654] ~Bouché-Leclercq~ 114.
+
+[2655] ~Bousset~, „Gnosis“ 102, 166, 366 ff. u. A. Rel. 18, 134 ff.;
+„Pistis Sophia“, ed. ~Schmidt~ 182 ff., 218 ff.
+
+[2656] ~Bousset~ a. a. O. 296, 301; „Pistis Sophia“ 189.
+
+[2657] ~Bousset~, „Gnosis“ 124 ff., 133 ff.
+
+[2658] ebd. 152 ff.
+
+[2659] ebd. 101.
+
+[2660] ~Dieterich~, „Abraxas“ 52, 83; ~E. Kroll~ 100 ff., 107.
+
+[2661] ~E. Kroll~ 305; 60, 63.
+
+[2662] ebd. 214, 228; 79 ff.; 206, 151.
+
+[2663] ~Zielinski~, A. Rel. 8, 331 ff., 365; vgl. ~Boll~, ebd. 13, 632.
+
+[2664] ~Bousset~, PW. 7, 1503 ff.; „Gnosis“ 86, 71; ~E. Kroll~ 206 ff.
+
+[2665] ~Anz~ 91 ff.; ~Bousset~, „Gnosis“ 68 ff.
+
+[2666] ~Bousset~, ebd. 57, 322; 61, 72; PW. 7, 1503 ff.
+
+[2667] ~Dieterich~, „Abraxas“ 106 ff.; ~Bousset~, „Gnosis“ 68 ff.
+
+[2668] ~Bousset~, „Gnosis“ 57, 322; PW. 7, 1503 ff.; ~E. Kroll~ 269,
+297 ff.; ~Gothein~, A. Rel. 9, 416.
+
+[2669] Einen Weg der Seelen ἄνω καὶ κάτω kennt schon ~Heraklit~
+(~Zeller~ 1, 710).
+
+[2670] ~Anz~ 27, 32 ff., 55 ff.; 11, 13 ff.; ~Dieterich~, „Abraxas“ 106
+ff.
+
+[2671] ~Bousset~, PW. 7, 1503 ff.; dieser Zug hat sich in der so
+schwierig zu deutenden Höllenfahrt ~Christi~ erhalten.
+
+[2672] ~Anz~ 36 ff., 46 ff., 55 ff., 85, 109, 111; ~Bousset~, „Gnosis“
+361 ff.; A. Rel. 4, 151.
+
+[2673] ~Hennecke~, „Neutestamentliche Apokryphen“ (Leipzig 1904) 43, 23.
+
+[2674] „Legenda aurea“, ed. ~Graesse~ (Breslau 1890), 321; Vermittler
+der Tradition ist der „maximus philosophus ~Rabbi Moyse~“, d. i.
+jedenfalls ~Moses Maimonides~ (1135-1204).
+
+[2675] ~Schultz~ 197 ff., 201.
+
+[2676] ~A. Wiedemann~, A. Rel. 8, 553.
+
+[2677] ~Horn~, „Geschichte der persischen Litteratur“ (Leipzig 1901),
+139.
+
+[2678] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 260 ff., 269.
+
+[2679] Üb. ~Cohn~ 1, 71.
+
+[2680] Üb. ~Bähr~ (Stuttgart 1828); 3, 1207.
+
+[2681] ~Dieterich~, „Abraxas“ 22, 24, 47; ~Anz~ 8; ~Reitzenstein~,
+„Poim.“ 263; ~Fahz~, A. Rel. 15, 420; ~Schultz~ 194 ff. -- Vgl.
+~Plinius~, lib. 2, cap. 16 u. 20.
+
+[2682] „Ensalmar“ = impsalmare s. auch bei ~Maigne d’Arnis~, „Lexicon
+mediae Latinitatis“ (Paris 1890, 801); ~Dieterich~, „Mithras“ 32 ff.,
+65; 28; ~Reitzenstein~, „Poim.“ 264. In der „Pistis Sophia“ wird so
+auch ~Jesus~ angerufen!
+
+[2683] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 263, 266; ~Dieterich~, „Abraxas“ 195.
+
+[2684] ~Dieterich~, „Abraxas“ 185, 199; ~Preisendanz~, A. Rel. 15, 553.
+Vgl. ~Haeberlin~, „Carmina figurata graeca“ (Hannover 1887).
+
+[2685] ~Plutarch~ a. a. O. 3, 2194.
+
+[2686] Über Zahlen-Aberglauben s. ~Salmasius~, „De annis climactericis“
+629 ff.
+
+[2687] ~Dieterich~, „Abraxas“ 46; ~Reitzenstein~, „Poim.“ 272;
+~Deussen~ 2 (2), 309; ~Schultz~ 153 ff.
+
+[2688] ~Irenaeus~, üb. ~Klebba~ (München 1912), 1, 74.
+
+[2689] ~Puschmann~, „Geschichte der Medizin“ (Jena 1902 ff.), 1, 506,
+509, 622.
+
+[2690] ~Pagel~, „Grundriß eines Systems der medizinischen
+Kulturgeschichte“ (Berlin 1905), 29; ~Magnus~, „6 Jahrtausende im
+Dienste des Aeskulap“ (Breslau 1905), 165 ff.; ~Hovorka-Kronfeld~,
+„Vergleichende Volksmedizin“ (Stuttgart 1907), 325 ff.
+
+[2691] ~Dieterich~, „Abraxas“ 190; ~Schultz~ 45, 49, 167 ff., 172, 173.
+
+[2692] Abbildungen, die auch die Zahl 365 erkennen lassen, gibt
+schon ~Salmasius~ a. a. O. 566 ff.; vgl. ~Bucher~, „Geschichte der
+technischen Künste“ (Stuttgart 1875 ff.), 1, 321 ff. und Tafel I, Nr.
+19 u. 20. -- Zur Litteratur der Abraxas-Gemmen s. ~Wessely~, „Ephesia
+Grammata“ (Wien 1886), 11.
+
+[2693] ~Schultz~ 161; ~Keller~, „Die antike Tierwelt“ 2, 138.
+
+[2694] ~Jeremias~, Ro. 3, 579, 583, 592.
+
+[2695] ~Keller~ a. a. O. 2, 122.
+
+[2696] ~Lepsius~, „Über die Götter der vier Elemente bei den alten
+Ägyptern“ (Berlin 1856), 201, 204 ff.
+
+[2697] ~Dieterich~, „Abraxas“ 126 ff.; ~Gomperz~ 1, 68, 75 ff., 100,
+430.
+
+[2698] ~Schultz~, Vorr. 70; 113, 85, 115; ~Schmidt~, „Die Gnosis“ (Jena
+1907), 1, 326.
+
+[2699] ~Dieterich~, „Abraxas“ 166, 203; ~Reitzenstein~, „Poim.“ 364;
+~E. Kroll~ 49, 23 ff., 44. -- ~Roscher~, A. Rel. 1, 56; ~Wernicke~, Ro.
+3, 1382, 1468.
+
+[2700] ~Schultz~ 149.
+
+[2701] ~Schultz~ 149 ff.
+
+[2702] ebd., Vorr. 11, 81; 9, 22, 110.
+
+[2703] ebd. 127; 94, 200.
+
+[2704] ebd. 108 ff.; 142, 44.
+
+[2705] ebd. 133, 109.
+
+[2706] ebd. 111, 114; Vorr. 71; 111, 96.
+
+[2707] ebd. 145.
+
+[2708] ebd. 133 ff.
+
+[2709] ebd. 129; ~Jacoby~, A. Rel. 8, 552.
+
+[2710] ~Harnack~, „Mission“ 19.
+
+[2711] ~Windelband~ 316 ff.; ~Soltau~, „Fortleben“ 10, 208;
+~Burckhardt~, „Constantin“ 46; ~Gregorovius~, „Hadrian“ 165, 438.
+
+[2712] ~Bousset~, PW. 7, 1503 ff.
+
+[2713] ~Deussen~ 2 (2), 308.
+
+[2714] ~Bezold~, A. Rel. 15, 206; ~König~, ebd. 17, 39. Für eine
+indogermanische Sprache erklärt die hethitische ~Hrozny~: „Die Sprache
+der Hethiter“ (Leipzig 1916).
+
+[2715] ~Cumont~, „Die Mysterien des Mithras“, üb. ~Gehrich~ (Leipzig
+1903), 2, 6 ff.; ~Cumont~, Ro. 2, 3036 ff.
+
+[2716] ~Cumont~, „Mithras“ 5.
+
+[2717] ebd. 9 ff., 89 ff.; Ro. 2, 3036 ff.
+
+[2718] ~Bousset~, A. Rel. 4, 168.
+
+[2719] ~Cumont~, „Mithras“ 24 ff.; 16, 72; ~Dieterich~, „Mithras“ 68,
+155.
+
+[2720] ~Fahz~, A. Rel. 15, 418; ~Clemens Romanus~, ed. ~Dressel~ 162.
+
+[2721] ~Cumont~, „Mithras“ 139.
+
+[2722] ebd. 21, 113.
+
+[2723] ~Harnack~, „Mission“ 535; ~Anrich~ 42 ff.; ~Cumont~, Ro. 2, 3026
+ff.
+
+[2724] ~Cumont~, „Mithras“ 27 ff.; ~Dieterich~, „Mithras“ 43 ff.
+
+[2725] ~Richter~, Ro. 4, 1143 ff.
+
+[2726] ~Cumont~ a. a. O. 65 ff.
+
+[2727] ebd. 75 ff., 90, 140 ff.; ~Cumont~, „Rel.“ 236, 392.
+
+[2728] ~Dieterich~, „Eine Mithras-Liturgie“ (Leipzig 1903).
+
+[2729] ebd. 43 ff.
+
+[2730] ebd. 45; ~Preisendanz~, A. Rel. 16, 549.
+
+[2731] ~Dieterich~, „Mithras“ 52, 135.
+
+[2732] ~Bousset~, A. Rel. 2, 167; 4, 160.
+
+[2733] ~Soltau~, „Fortleben“ 146.
+
+[2734] ~Dieterich~, „Mithras“ 173 ff.
+
+[2735] ebd. 216.
+
+[2736] ebd. 166 ff.
+
+[2737] ebd. 10.
+
+[2738] ~Bousset~, A. Rel. 2, 167; vgl. ~Cumont~, „Rel.“ 379.
+
+[2739] ed. ~Keim~ (Zürich 1873).
+
+[2740] a. a. O. 84 ff.
+
+[2741] So schon in der Ilias (Ges. 21, V, 438 und anderwärts).
+
+[2742] ~Dieterich~, „Mithras“ 89, 186.
+
+[2743] ~Anz~ 79, 84.
+
+[2744] ~Lenormant~, „Magie“ 403 ff.
+
+[2745] ~Dieterich~, „Mithras“ 89.
+
+[2746] Die 7 Buchstaben des Namens zeigen auch an, daß der Gott die
+Macht der 7 Planeten in sich vereinigt (~Reitzenstein~, „Poim.“ 273).
+~Bucher~, „Gesch. d. techn. Künste“ 1, 323.
+
+[2747] ~Bousset~, „Gnosis“ 25, 55; PW. 7, 1534 ff.
+
+[2748] ~Bousset~, A. Rel. 4, 263.
+
+[2749] ~Cumont~, „Mithras“ 75 ff., 105.
+
+[2750] ~Dieterich~, „Mithras“ 10, 12, 70 ff., 89; „Abraxas“ 106 ff.
+Vgl. die Septizonien bei ~Cumont~, „Rel.“ 244, 394.
+
+[2751] ~Cumont~, Ro. 2, 3036 ff. und „Mithras“ 108, 114, 124; ~Anrich~
+42 ff.
+
+[2752] ~Dieterich~, „Mithras“ 40 ff., 69.
+
+[2753] ~Cumont~, „Mithras“ 114, 124.
+
+[2754] ebd. 123.
+
+[2755] ebd. 95 ff., 102 ff., 145; ~Bousset~, „Gnosis“ 123, 135; ~E.
+Kroll~ 184.
+
+[2756] ~Cumont~, „Mithras“ 81 ff.
+
+[2757] ebd. 84; ~Gray~, A. Rel. 7, 359 ff.
+
+[2758] ~Lukas~ 11, 52.
+
+[2759] ~Reitzenstein~, A. Rel. 8, 181 ff.; ~Köhler~, ebd. 8, 227.
+
+[2760] Nicht zu verwechseln mit den Sabäern aus der arabischen
+Landschaft Saba.
+
+[2761] ~Chwolsohn~ 1, 300 ff.; ~Mez~, „Geschichte der Stadt Harrân bis
+zum Einfall der Araber“ (Stuttgart 1892).
+
+[2762] ~Chwolsohn~ 1, 342; ~Mez~ 23, 27.
+
+[2763] ~Mez~ 9.
+
+[2764] ~Chwolsohn~ 1, 395 ff., 403; 2, 183 ff.; ~Jeremias~, Ro. 4, 889.
+
+[2765] ~Chwolsohn~ 1, 456; ~Weir~, „Enz. des Islam“ 2, 286.
+
+[2766] ~Chwolsohn~ 1, 13, 129 ff.; 2, 15 ff.; ~Nöldeke~, A. Rel. 10,
+151; ~Dozy~, „Berichte des 6. internationalen Orientalisten-Kongresses“
+(Leiden 1885), 283: auf Grund eines Ghâjat genannten arabischen Werkes,
+das ein bisher Unbekannter um 1060 schrieb.
+
+[2767] ~Dozy~ a. a. O.; ~Bousset~, „Gnosis“ 158.
+
+[2768] ~Chwolsohn~ 1, 14 ff., 19, 159 ff., 166 ff.; ~Bousset~, „Gnosis“
+23 ff. u. A. Rel. 4, 241; ~Baudissin~, A. Rel. 16, 417 ff.
+
+[2769] ~Chwolsohn~ 1, 14 ff., 542 ff.; 2, 650.
+
+[2770] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 166 ff.; ~Bousset~ a. a. O.
+
+[2771] ~Dozy~ 283 ff.; ~Bousset~ a. a. O.
+
+[2772] ~Bousset~ a. a. O.
+
+[2773] ~Dozy~ 298, 292; 360, 348; ~Bousset~ 23 ff.
+
+[2774] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 166 ff.
+
+[2775] ~Baudissin~, A. Rel. 16, 417 ff.
+
+[2776] So überliefert in der 1321 verfaßten „Geographie“ des
+~Abulfeda~, üb. ~Reinaud-Guyard~ (Paris 1848-1883), 3, 53.
+
+[2777] ~Kautzsch~, „Apokryphen“ 2, 62.
+
+[2778] ~Albiruni~, „Chronology of ancient nations“, üb. ~Sachau~
+(London 1879), 186 ff., 315; ~Carra de Vaux~, „Enz. des Islam“ 1, 802:
+„~Budasp~“ oder „~Butast~“, von ~Bodhisatva~, dem Beinamen des ~Buddha~?
+
+[2779] ~Clemens Romanus~, ed. ~Dressel~ 170.
+
+[2780] ~Aldimeschqi~ (gest. 1327), „Kosmologie“, üb. ~Mehren~
+(Kopenhagen 1874) 259; ~Chwolsohn~ 1, 666 ff.
+
+[2781] ~Chwolsohn~ 1, 545.
+
+[2782] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 166 ff.
+
+[2783] ~Chwolsohn~ 2, 605 ff.; 2, 450 ff.
+
+[2784] ebd. 2, 206, 219.
+
+[2785] ~Chwolsohn~ 1, 485, 679 ff., 750 ff., 761 ff.; 740 ff.
+
+[2786] ebd. 1, 679 ff., 734 ff.
+
+[2787] ebd. 1, 726.
+
+[2788] ebd. 2, 652.
+
+[2789] ebd. 2, 367, 381, 439, 446, 609, 913.
+
+[2790] ebd. 1, 718, 738 ff.; 2, 430 ff., 709, 714.
+
+[2791] ebd. 2, 422.
+
+[2792] ebd. 2, 38, 273, 183 ff.; 2, 252.
+
+[2793] ebd. 1, 210.
+
+[2794] ebd. 1, 739; 2, 433, 439 ff., nach ~Schahrastani~ (gest. 1153)
+und ~Maimonides~ (gest. 1204). Richtige Kenntnis in dieser Hinsicht hat
+schon ~Salmasius~, „De annis ...“, Vorr. 37.
+
+[2795] ~Dozy~ 283 ff., 298.
+
+[2796] ebd. 359; ~Chwolsohn~ 1, 738 ff.
+
+[2797] ~Dozy~ 283 ff., 359; ~Chwolsohn~ 2, 247.
+
+[2798] ~Chwolsohn~ 1, 203, 541; 2, 173.
+
+[2799] ebd. 1, 737 ff.; 2, 611; ~Dozy~ 359, 341 ff., 349 ff.
+
+[2800] ~Chwolsohn~ 1, 737 ff.; ~Dozy~ 349 ff.
+
+[2801] ~Chwolsohn~ 2, 376.
+
+[2802] ebd. 2, 24, 507 ff.
+
+[2803] ebd. 2, 673.
+
+[2804] ~Dozy~ 350, 352, 359.
+
+[2805] ebd. 342, 347.
+
+[2806] Üb. ~Mehren~ (Kopenhagen 1874), 41 ff., 71; ~Chwolsohn~ 1, 544;
+2, 671 ff.
+
+[2807] ~Chwolsohn~ 2, 22, 156 ff. Ihre Originalnamen lauten: Zuchal,
+Almuschtari, Almirrika, Alschams, Alzuhra, ʿUtarid, Alqamar, und sind
+die allgemein bekannten.
+
+[2808] Die Priesterinnen der ~Dea Syria~ (= ~Aphrodite~) tragen aber
+nach ~Lukian~, cap. 41, weiße Kleider (~Chwolsohn~ 2, 683).
+
+[2809] Andere Verteilungen: ebd. 2, 611.
+
+[2810] ~Chwolsohn~ 2, 839, 842.
+
+[2811] ~Aldimeschqi~ 53 ff., 71; 60.
+
+[2812] ~Chwolsohn~ 2, 659 ff., 663 ff.
+
+[2813] ~Aldimeschqi~ 63; 50 ff., 71; 47 ff., 414.
+
+[2814] ebd. 46, 48 ff., 372; ~Chwolsohn~ 1, 254; 2, 925 (z. B. nach
+~Abuʿlfaradsch~).
+
+[2815] ~Aldimeschqi~ 47.
+
+[2816] ~Chwolsohn~ 2, 378.
+
+[2817] ebd. 1, 628, 641, 781.
+
+[2818] ebd. 1, 17, 631 ff.
+
+[2819] ~Aldimeschki~ 48; ~Reitzenstein~, „Poim.“ 166 ff., 365.
+
+[2820] Erste Verfolgung und Errichtung der Schule in Edessa 431;
+zweite Verfolgung und Niederlassung in Mesopotamien und Persien 489;
+christliche Schulen gab es in Syrien mindestens seit 350.
+
+[2821] ~Pietschmann~ 46 ff.
+
+[2822] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 166 ff., 365; ~Kroll~, PW. 8, 792; ~De
+Boer~, „Geschichte der Philosophie im Islam“ (Stuttgart 1901), 19.
+
+[2823] ~Chwolsohn~ 1, 17, 361 ff.
+
+[2824] ~Aldimeschki~ 23.
+
+[2825] ~Aldimeschki~ 35; ~Reitemeyer~, „Beschreibung Ägyptens im
+Mittelalter“ (Leipzig 1903), 82, 83, 95, 123 (nach ~Makrizi~).
+
+[2826] ~Aldimeschki~ 371. Da es der Eitelkeit der Ägypter und Perser
+widerstrebte, die Möglichkeit einer fremden Eroberung anzuerkennen,
+suchten sie seit altersher ~Alexander den Grossen~ zum Abkömmling ihrer
+heimischen Dynastien zu stempeln.
+
+[2827] ~E. Wiedemann~, „Beiträge“ 9, 194.
+
+[2828] ~Chwolsohn~ 2, 488; 1, 214; 2, 621, 624 (nach ~Massudi~); 2,
+421, 425, 433, 439, 445 (nach ~Schahristani~); ~Aldimeschki~ 32.
+
+[2829] „Schriften der treuen Brüder“, üb. ~Dieterici~ (Berlin 1858
+ff.); 7, 67, 133.
+
+[2830] ~Aldimeschki~ 32, 35 (nach ~Makrizi~).
+
+[2831] ~Reitemeyer~ a. a. O. (nach ~Almasʿudi~).
+
+[2832] ~Aldimeschki~ 33, 46; ~Chwolsohn~ 1, 17.
+
+[2833] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 126, 129; ~Chwolsohn~ 2, 604 (nach
+~Almasʿudi~ und ~Schahrastani~); 1, 254 u. 2, 295 (nach ~Almasʿudi~ und
+~Abuʿlfaradsch~).
+
+[2834] ~Pietschmann~ 46 ff.; ~Reitzenstein~ a. a. O.; ~E. Wiedemann~
+a. a. O. 3, 223 ff. (nach ~Alkindi Altudschibi~).
+
+[2835] ~Chwolsohn~ 1, 780 ff.; ~Reitzenstein~ a. a. O.
+
+[2836] ~Chwolsohn~ 1, 243 ff., 492 ff., 636 ff., 781 (nach
+~Almasʿudi~); 1, 243, 521, 644 u. 2, 529 ff. (nach ~El-Khifti~).
+
+[2837] ~Pietschmann~ a. a. O. 57.
+
+[2838] ~Pietschmann~ 57, 41 ff.; ~Reitzenstein~, „Poim.“ 166 ff., 365
+(nach ~Alqifti~).
+
+[2839] ~Chwolsohn~ 1, 782; 2, 380 ff. (nach ~Aldimeschki~).
+
+[2840] ~Aldimeschki~ 93.
+
+[2841] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 166 ff., 171, 175.
+
+[2842] ~Aldimeschki~ 33, 46; ~Chwolsohn~ 1, 199, 636, 780; 2, 409, 604
+(nach ~Almasʿudi~ und ~Ibn Khordadhbeh~); ~Graefe~, „Enz. d. Islam“ 2,
+279.
+
+[2843] ~Chwolsohn~ 1, 251, 643; 2, 409 (nach ~Ibn Saʿid~).
+
+[2844] ~Anz~ 70 ff.
+
+[2845] ~Brandt~, „Die mandäische Religion“ (Utrecht 1889), 59, 183,
+194, 187; ~Bousset~, A. Rel. 4, 229.
+
+[2846] ~Bousset~, „Gnosis“ 60, 75 ff.; 39, 45, 52, 115.
+
+[2847] ~Brandt~ 52, 60.
+
+[2848] ebd. 128.
+
+[2849] ebd. 65, 67, 183.
+
+[2850] ebd. 52, 61, 126, 128; 183; ~Anz~ 74.
+
+[2851] ~Bousset~, A. Rel. 4, 244.
+
+[2852] ~Brandt~ 116, 189.
+
+[2853] ~Anz~ 70 ff.
+
+[2854] ~Anz~ a. a. O.; ~Bousset~, „Gnosis“ 191; ~Gothein~, A. Rel. 10,
+416.
+
+[2855] ~Reitzenstein~, „Die Göttin ~Psyche~ in der hellenistischen und
+frühchristlichen Litteratur“ (Heidelberg 1917), 36.
+
+[2856] ebd. 9, 43.
+
+[2857] ebd. 36.
+
+[2858] ebd. 40.
+
+[2859] ebd. 35 ff.
+
+[2860] ebd. 36.
+
+[2861] ebd. 62.
+
+[2862] ebd. 65 ff.
+
+[2863] ebd. 67 ff., 89, 92; „Poimandres“ 59.
+
+[2864] „Psyche“ 45 ff., 47 ff., 63.
+
+[2865] ebd. 65, 67.
+
+[2866] ebd. 64.
+
+[2867] ~Deussen~ 2 (2), 134 ff., 175 ff.
+
+[2868] ebd. 2 (2), 312; ~Reitzenstein~, „Psyche“ 39; über ~Mithras~ bei
+den Manichäern ebd. 4, 7.
+
+[2869] ebd. 42, 44.
+
+[2870] ebd. 51.
+
+[2871] ebd. 56 ff.; „Poimandres“ 181.
+
+[2872] „Psyche“ 51 ff., 55 ff., 63, 66.
+
+[2873] ~Rathgen~, „Chemisches Zentralblatt“ 1913, 1239; ~Maspero~,
+„Geschichte der Kunst in Ägypten“ (Stuttgart 1913), 2.
+
+[2874] ebd. 64, 92; ~Blümner~, PW. 7, 1382 ff.
+
+[2875] ebd. 199.
+
+[2876] ~Reil~, „Beiträge zur Kenntnis des Gewerbes im hellenistischen
+Ägypten“ (Leipzig 1913), 47 ff.
+
+[2877] „Arch.“ 17.
+
+[2878] ~Hommel~, „Geschichte des alten Morgenlandes“ (Leipzig 1912), 82.
+
+[2879] ~Brugsch~, „Rel.“ 155.
+
+[2880] Über Türkis und Malachit aus dem Wadi-Maghâra (Höhlental) des
+Sinai s. ~Gsell~, „Eisen, Kupfer und Bronze bei den alten Ägyptern“
+(Karlsruhe 1910), 5 ff., 50 ff.; grüne Schminke aus gepulvertem
+Malachit ist aus der Zeit um 3000 erhalten (vgl. ebd. 42, 43, 47),
+solche aus gepulvertem Lapis Lazuli wird ebenfalls erwähnt (ebd. 38,
+42).
+
+[2881] ~Erman~, „Rel.“ 36.
+
+[2882] ~Erman~ und ~Krebs~, „Aus den Papyri der Kgl. Museen“ (Berlin
+1899), 40.
+
+[2883] ~A. Wiedemann~, „Altägyptische Sagen und Märchen“ (Leipzig
+1906), 19, 28.
+
+[2884] ~Lichtenberg~, „Die ägäische Kultur“ (Leipzig 1911), 148 ff.;
+über Kupferlasur in Ägypten s. ~Plinius~, lib. 37, cap. 9.
+
+[2885] ~Blümner~ 4, 505; 500 ff. -- Über die wieder aufgefundenen
+Verfahren zur Darstellung hell- und dunkelblauer Glasmassen aus
+Alkali- und Erdalkali-Silikaten nebst Kupferoxyd oder Kupfercarbonat
+s. ~Laurie~ und ~Mac Linstock~ („Chemisches Zentralblatt“ 1914, 706),
+~Fouquet~ („Comptes rendus“ 108, 325), ~Hecht~ („Zeitschrift für
+angewandte Chemie“ 1915, 492), ~Bock~ (ebd. 1916, 228) und ~Granger~
+(„Bulletin de la Société chimique“ IV, 15, 115).
+
+[2886] ~Rossbach~, PW. 7, 1065; ~Blümner~, PW. 7, 1385; ~Lichtenberg~
+a. a. O. 261.
+
+[2887] Odyssee: Gesang 7, Vers 87.
+
+[2888] ~Semper~, „Der Styl“ 2, 188; ~Kisa~, M. G. M. 8, 34.
+
+[2889] ~Blümner~, PW. 7, 1382 ff.
+
+[2890] ~Weissbach~, „Das Gold im alten Ägypten“ (Dresden 1901), 30, 35.
+
+[2891] ebd. 14, 18; ~Blümner~ 4, 13 ff. Eine Landkarte des schon zu
+Beginn des alten Reiches in vollem Betriebe befindlichen nubischen
+Goldgruben-Bezirkes, auf Papyrus, aus der Zeit um 1370, besitzt die
+Turiner Bibliothek (~Feldhaus~, „Technik der Vorzeit“, Leipzig 1914,
+551); ~Gsell~ a. a. O. 18.
+
+[2892] ~Dunn~, M. G. M. 11, 485. Eine englische Gesellschaft setzte sie
+neu in Betrieb („Enzyklopädie des Islams“, Leiden 1913 ff.; 1, 327).
+
+[2893] ~Brugsch~, „Aeg.“ 475; ~Weissbach~ 18.
+
+[2894] ~Blümner~ 4, 112.
+
+[2895] lib. 3, cap. 12 ff.
+
+[2896] ~Brugsch~, „Aeg.“ 241.
+
+[2897] ~Diodor~, lib. 3, cap. 11.
+
+[2898] ~Weissbach~ 20, 24.
+
+[2899] ebd. 26, 28.
+
+[2900] ebd. 26.
+
+[2901] ~Berthelot~, „Arch.“ 25, 35.
+
+[2902] ebd. 19 ff., 33.
+
+[2903] ~Brugsch~, „Aeg.“ 399, 400; ~Weissbach~ a. a. O.
+
+[2904] ~Brugsch~, „Aeg.“ 400.
+
+[2905] ebd. 273.
+
+[2906] ~Erman~ und ~Krebs~ a. a. O. 96.
+
+[2907] ~Brugsch~, „Aeg.“ 402.
+
+[2908] ~Weissbach~ 25, 26; ~Berthelot~, „Arch.“ 19 ff., 33.
+
+[2909] ~Weissbach~ 26; ~Blümner~ 4, 126 ff., 140 (mit Abbildung); Alaun
+und Misy sind spätere, erst von ~Plinius~ erwähnte Zusätze (ebd. 4,
+133).
+
+[2910] Vgl. die Berichte ~Alidrisis~ (11. Jahrhundert) bei ~Ruska~,
+„Enz. d. Islam“ 1, 995.
+
+[2911] ~Kopp~, „Beitr.“ 483.
+
+[2912] ~Berthelot~, „Mâ.“ III, 101.
+
+[2913] ~Retemeyer~, „Beschreibung Ägyptens im Mittelalter“ (Leipzig
+1903), 151.
+
+[2914] M. G. M. 2, 439.
+
+[2915] ~Qalqaschandi~, üb. ~Wüstenfeld~ (Göttingen 1879), 31 ff.
+
+[2916] ~Rohde~, „Der griechische Roman“ (Leipzig 1900), 471, 496.
+
+[2917] „Tiergeschichten“, lib. 3, cap. 4.
+
+[2918] Beziehungen zwischen ~Salomon~ und den Ameisen kennt auch der
+Koran, Sure 27, V. 18 (üb. ~Rückert~, Frankfurt 1888, 262).
+
+[2919] ~Bethe~, PW. 2, 877; ~Schroeder~, A. Rel. 8, 75 ff.
+
+[2920] Über den babylonischen Löwen- und Schlangen- und den ägyptischen
+Vogel-Greif s. ~Prinz~, PW. 7, 1907 ff.
+
+[2921] lib. 7, cap. 102, 116; lib. 4, cap. 13. Vgl. ~Herrmann~, PW. 9,
+2236, 2245.
+
+[2922] ~Ziegler~, PW. 7, 1918 ff.
+
+[2923] ~Blümner~, PW. 7, 1555 ff.; vgl. ~Voss~, „Mythologische Briefe“
+(Stuttgart 1827), 1, 121, 292 ff., 303; 2, 154, 170 ff., 183 ff.;
+~Furtwängler~, PW. 1, 1768; ~Marx~, PW. 1, 1821.
+
+[2924] ~Humboldt~, „Zentralasien“ (Berlin 1844), 1, 150, 242 ff.; 2,
+199; 1, 251.
+
+[2925] ~Tomaschek~ und ~Wernicke~, PW. 2, 826; 3, 2203; ~Wecker~, PW.
+9, 1301; ~Meyer~, PW. 3, 96, 108; ~Keller~, „Die antike Tierwelt“
+(Leipzig 1909), 1, 185.
+
+[2926] ~Tomaschek~, PW. 4, 2153; ~Ausfeld~, „Der griechische
+Alexander-Roman“ (Leipzig 1907), 184.
+
+[2927] ~Oldenberg~, „Religion des Veda“ (Berlin 1894), 69.
+
+[2928] Orientalischen Ursprunges sind auch einige andere
+hierhergehörige Fabel- und Mischwesen, z. B. die von Gold, oder gar
+nur vom Geruche des Goldes lebenden, zu denen u. a. das Tier Ecidemon
+gehört, das in ~Wolfram von Eschenbachs~ „Parzival“ den Helmschmuck des
+~Feirefis~ bildet (vgl. ~Hertz~, „Gesammelte Abhandlungen“, Stuttgart
+1905; 156, 388); ferner der „Meersperber“ der Naassener und Perser, der
+als Vogel in die Luft, als Schlange in das Meer reicht, „in der Mitte
+aber dem Schwersten zustrebt, d. i. dem Gold“, das sein Stachel anzieht
+wie die Naphtha das Feuer, der Magnet das Eisen, und der Bernstein die
+Spreu (~Schultz~, „Dok. der Gnosis“ 33, 35, 41, 99, 105 ff.).
+
+[2929] ~Weissbach~ 32; ~Maspero~ 65.
+
+[2930] ~Maspero~ 78 ff.
+
+[2931] ebd. 204; ~Weissbach~ 32.
+
+[2932] ~Weissbach~ a. a. O. Blattgold von 0,001 mm Dicke als
+Holzüberzug ist aus der Zeit um 2600 erhalten, ebenso eine Abbildung
+seiner Herstellung (~Feldhaus~, „Technik der Vorzeit“, Leipzig 1914;
+707).
+
+[2933] ~Brugsch~, „Aeg.“ 336; „Rel“ 85, 508.
+
+[2934] ~Brugsch~, „Aeg.“ 413 ff.; „Rel.“ 85.
+
+[2935] ~Otto~ 2, 120.
+
+[2936] ~Otto~, ebd.
+
+[2937] ~Erman~, „Rel.“ 56.
+
+[2938] ebd. 182, 250.
+
+[2939] ebd. 56.
+
+[2940] ebd. 234; im Tempel von Denderah liegt die Schatzkammer
+gegenüber der „Küche für die Salben und Wohlgerüche“ (ebd. 233).
+
+[2941] ~Otto~ 1, 329.
+
+[2942] ~Otto~ 1, 259.
+
+[2943] ~Brugsch~, „Aeg.“ 214; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 151.
+
+[2944] ~Brugsch~, „Aeg.“ 265, 266, 268.
+
+[2945] ebd. 414, 416; ~Otto~ 1, 313, 326; 2, 20.
+
+[2946] ~Maspero~ 230.
+
+[2947] ~Erman~ 36; ein Ausspruch um 1600 lautet: „~Rê~ zuliebe
+erschafft die Wüste Gold, Silber und Blaustein“ (ebd. 73).
+
+[2948] ~Weissbach~ 30.
+
+[2949] ~Erman~ und ~Krebs~ a. a. O. 40; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 190.
+
+[2950] ~Brugsch~, „Aeg.“ 220, 436, 417.
+
+[2951] ~Otto~ 1, 390.
+
+[2952] ~Otto~ 1, 291 ff.; 2, 114 ff.
+
+[2953] ebd. 1, 287.
+
+[2954] ebd. 1, 390.
+
+[2955] ebd. 1, 333; 2, 133.
+
+[2956] ~Otto~ 1, 38 ff., 80 ff.
+
+[2957] ebd. 1, 135; 2, 318.
+
+[2958] ~Reil~ a. a. O. 180 ff.
+
+[2959] „Kyropädie“, lib. 8, cap. 3.
+
+[2960] ~Ganschinietz~, A. Rel. 17, 345.
+
+[2961] ~Diodor~, lib. 10, cap. 12.
+
+[2962] Nr. 97.
+
+[2963] Nr. 97, 102.
+
+[2964] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 154.
+
+[2965] Nr. 104.
+
+[2966] ~Reil~, a a. O. 24.
+
+[2967] ebd. 76.
+
+[2968] ebd. 195, 194.
+
+[2969] ~Reil~ 80 ff.
+
+[2970] ebd. 76, 179.
+
+[2971] ~Tittel~, PW. 9, 77.
+
+[2972] ~Freise~, „Geschichte der Bergbau- und Hüttentechnik“ (Berlin
+1908), 167.
+
+[2973] ~Philo~, üb. ~Cohn~ 2, 91.
+
+[2974] ~Reil~ 162.
+
+[2975] ebd. 164 ff.
+
+[2976] ~Reil~ 144 ff.; „Der Maximaltarif des ~Diokletian~ von 301“, ed.
+~Mommsen-Blümner~ (Berlin 1893), 71.
+
+[2977] ~Reil~ 144 ff.
+
+[2978] ~Philo~, üb. ~Cohn~ 2, 34.
+
+[2979] ~Reil~ 95, 98.
+
+[2980] Öl, s. ~Reil~ 4, 16, 22; Bier, ebd. 8, 15; Leinenweberei, ebd.
+107.
+
+[2981] lib. 4, cap. 150; vgl. ~Blümner~ 1, 225 ff.
+
+[2982] ~Reil~ 107.
+
+[2983] ~Bosanquet~, M. G. M. 3, 125; den Namen πορφύρα will ~Dedekind~
+von der indogermanischen Wurzel bhur = flimmern ableiten (ebd. 7, 76).
+
+[2984] Tarif des ~Diokletian~ 39, 164, 165.
+
+[2985] ~Reil~ 99 ff.
+
+[2986] Tarif des ~Diokletian~ 166.
+
+[2987] ~Blümner~ 1, 246, 253; ~Stadler~, PW. 7, 196.
+
+[2988] ~Stadler~, a a. O.; ~Blümner~ 1, 253.
+
+[2989] ~Blümner~ 1, 123.
+
+[2990] ~Olck~, PW. 7, 805.
+
+[2991] ~Blümner~ 1, 252; ~Berthelot~, „~Mâ.~“ I, 161, 331; 8, 12;
+„Coll.“ I, 261.
+
+[2992] ~Brugsch~, „Aeg.“ 42, 383, 481.
+
+[2993] ~Kobert~, M. G. M. 1, 277.
+
+[2994] ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 93.
+
+[2995] ~Blümner~ 1, 228, 229, 232; 2, 230; 4, 426, 439, 454, 466.
+
+[2996] ebd. 4, 430, 458 ff.
+
+[2997] ebd. 4, 450.
+
+[2998] „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“, ed. ~Diergart~ (Leipzig 1909), 172.
+
+[2999] ~Blümner~ 4, 465 ff., 497 ff.
+
+[3000] ebd. 4, 427, 467.
+
+[3001] ~Blümner~ 1, 239; 231.
+
+[3002] ebd. 1, 53, 324.
+
+[3003] ebd. 4, 449.
+
+[3004] ebd. 4, 500: flos nitri.
+
+[3005] ebd. 4, 517: flos niger.
+
+[3006] ~Krause~, „Pyrgoteles“ (Halle 1856), 10, 29 ff.
+
+[3007] lib. 2, cap. 69; Glas ist ihm λίθος χυτή = verflüssigter Stein.
+
+[3008] ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 74.
+
+[3009] ~Blümner~ 4, 383 ff.; 402, 403, 407.
+
+[3010] „Über die Steine“, Nr. 45.
+
+[3011] Nach ~Diodors~ Bericht; s. ~Rossbach~, PW. 7, 1104.
+
+[3012] ~Rossbach~, PW. 7, 1080.
+
+[3013] ~Blümner~ 3, 302 ff., 307, 332; 4, 391 ff., 410; ~Rossbach~, PW.
+7, 1112. Vgl. die Rezepte des „Stockholmer Papyrus“.
+
+[3014] ~Krause~, „Pyrgoteles“ 64, 104; ~Blümner~ 3, 248; ~Berthelot~,
+„Mâ.“ II, 367 ff. Vgl. ~Ruska~, „Enz. d. Islams“ 2, 118.
+
+[3015] ed. ~Puschmann~ 1, 570.
+
+[3016] ~Berthelot~, „Arch.“ 225.
+
+[3017] ed. ~Schmidt~ 136: Metall, Glas und der Stein ... λάινον.
+
+[3018] ~Reil~ 30.
+
+[3019] ebd. 41 ff.
+
+[3020] ~Wessely~, „Wiener Akad. Denkschr.“ 36, 154 (178); ~Dieterich~,
+„Abraxas“ 205; „Mithras“ 17.
+
+[3021] ~Reil~ 43.
+
+[3022] Bei ~Martial~ (lib. 4, 39; lib. 14, 95) bedeutet Calläcia oder
+Galläcia die heutige spanische Provinz Galizien oder auch Spanien
+überhaupt.
+
+[3023] ~Pollack~, PW. 6, 1954; ~Pick~, PW. 4, 1157.
+
+[3024] lib. 12, cap. 3; lib. 35, cap. 1.
+
+[3025] ~Semper~, „Der Styl“ 1, 447.
+
+[3026] lib. 33, cap. 9.
+
+[3027] ~Semper~ a. a. O. 1, 397; echtes Email weist schon ein Armband
+der Königin ~Aah-Hotep~ um 1500 auf (~Feldhaus~, „Technik der Vorzeit“,
+265).
+
+[3028] ~Reil~ 50 ff.
+
+[3029] ~Reil~, ebd.
+
+[3030] ~Reil~ 12, 51.
+
+[3031] ~Reil~ 56; ~Erman-Krebs~ 169.
+
+[3032] ~Reil~ 12.
+
+[3033] ~Reil~ 23.
+
+[3034] ~Reil~ 60, 67; Nachricht aus dem 2. Jahrhundert.
+
+[3035] „Tarif des ~Diokletian~“ 22, 111; 48, 178; τεχνείταις, τοῖς εἰς
+τὸ μέταλλον ἐργαζομένοις.
+
+[3036] ~Harnack~, „Miss.“ 12.
+
+[3037] „Tarif des ~Diokletian~“ 48, 177; ~Blümner~ 4, 126 ff., 131.
+Nach ~Willers~ bedeutet obrussus „über und über gerötet (russus)“, also
+dem Feuer an Farbe ähnlich, demnach echt („Die römischen Bronzeeimer
+von Hemmoor“, Hannover 1901, 227, 236; Tafel 13).
+
+[3038] ~Reil~ 50 ff.; ~Blümner~ 4, 268, 308 ff.
+
+[3039] ~Blümner~ 4, 133, 308 ff.
+
+[3040] ~Blümner~ 4, 318.
+
+[3041] ~Plinius~, lib. 4, cap. 31.
+
+[3042] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 113.
+
+[3043] So noch überliefert bei ~Isidorus Hispalensis~, lib. 16, cap.
+20; ~Blümner~ 4, 167.
+
+[3044] ~Blümner~ 4, 308 ff.
+
+[3045] ~Artemidoros~, „Traumbuch“ lib. 1, cap. 51.
+
+[3046] ~Reil~ 53 ff., 56.
+
+[3047] ~Schmieder~, „Geschichte der Alchemie“ (Halle 1832), 65.
+
+[3048] „Historisch-Kritische Untersuchung der Alchemie“ (Weimar 1777),
+Vorr. 12, 15; 187 ff., 193 ff.
+
+[3049] ebd. 74 ff., 156.
+
+[3050] „Histoire de la matière“ (Paris 1878), 82.
+
+[3051] „Histoire de la chimie“ (Paris 1866), 1, 36 ff.
+
+[3052] „Gesch.“ 1, 44; 2, 152, 155, 165; „Entw.“ 5; „Beitr.“ 86, 89.
+
+[3053] Nach ~Diodor~ (lib. 1, cap. 15) schon seit der von ~Isis~ und
+~Osiris~!
+
+[3054] ~Berthelot~, „Or.“ 245; „Coll.“ I, 5, 9, 54, ...
+
+[3055] ~Riess~, PW. 1, 1338.
+
+[3056] ~Kopp~, „Beitr.“ 90; ~Riess~ a. a. O.
+
+[3057] ~Kopp~, „Gesch.“ 2, 154 ff.; „Beitr.“ 4.
+
+[3058] ~Kopp~, a. a. O.; ~Berthelot~, „Coll.“ 1, 5, 9, 54, ...
+
+[3059] ~Kopp~, „Beitr.“ 106, 432; Nr. 3, 52; „Entw.“ 10 ff.; „Alch.“ 1,
+2.
+
+[3060] ~Schmieder~ 5, 81; ~Riess~, PW. 1, 1338; ~Berthelot~, „Intr.“ 56
+ff., 62 ff. In der Einschätzung gerade dieser Beobachtungen über Asem
+geht jedoch ~Berthelot~ entschieden zu weit.
+
+[3061] ~Hoefer~ 1, 220, 237.
+
+[3062] ~Kopp~, „Gesch. 4, 186 ff.
+
+[3063] ~Hoefer~ 1, 268; ~Kopp~, „Alch.“ 2, 211.
+
+[3064] So z. B. 1669 bei ~Becher~ (~Kopp~, „Gesch.“ 2, 82).
+
+[3065] ~Kopp~, „Gesch.“ 2, 155, 216; ~Figuier~, „L’alchimie et les
+alchimistes“ (Paris 1854), 67 ff.
+
+[3066] ~Kopp~, „Beitr.“ 25, 425.
+
+[3067] ~Figuier~, a. a. O. 4, 6; ~Hoefer~ 1, 227, 240.
+
+[3068] S. hierüber die ausführlichen Angaben in ~Ottos~ oft angezogenem
+Werke.
+
+[3069] ~Kopp~, „Beitr.“ 26, 425; „Entw.“ 13; „Alch.“ 2, 28; ~Hoefer~ 1,
+227; ~Chevreul~ 82; ~Riess~, PW. 1, 1338.
+
+[3070] ~Schmieder~ a. a. O. 5, 81.
+
+[3071] ~Berthelot~, „Coll.“ I, 64, 73.
+
+[3072] ebd. 61, 64.
+
+[3073] ~Diels~, „Deutsche Litteratur-Zeitung“ 1913, 905.
+
+[3074] ~Schäfer~, „Die Alchemie“ (Flensburg 1887), 15.
+
+[3075] ed. ~Leemans~ (Amsterdam 1835).
+
+[3076] ~Roeder~, PW. 8, 2315.
+
+[3077] ~Sprengel~, in ~Ersch~ und ~Grubers~ „Allgemeiner Enzyklopädie
+der Wissenschaften und Künste“ (Leipzig 1819 ff.), 2, 414 ff.
+
+[3078] ~Kopp~, „Beitr.“ 92, 355.
+
+[3079] ~Hoffmann~ 2, 523.
+
+[3080] ebd. 523 ff.
+
+[3081] ~Hoffmann~ 524.
+
+[3082] Vgl. das noch jetzt übliche Kunstwort „Kapelle“.
+
+[3083] ebd. 524 ff.
+
+[3084] ~Berthelot~, „Mâ.“ III, 40.
+
+[3085] Üb. ~Wüstenfeld~ (Göttingen 1879), 120.
+
+[3086] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 55, 138.
+
+[3087] ebd. 2, 55.
+
+[3088] ~Nestle~, A. Rel. 11, 416.
+
+[3089] lib. 33, cap. 15; s. ~Kopp~, „Beitr.“ 28.
+
+[3090] ~Firmicus~ 1, 65.
+
+[3091] Eine erstaunlich gute deutsche Übersetzung und Erklärung gab
+schon 1770 ~Baumgärtner~ in Nürnberg heraus.
+
+[3092] Solche Schilderungen der Schwierigkeiten und Gefahren gehören zu
+den üblichen Mitteln, die fremden Wettbewerber abzuschrecken.
+
+[3093] ~Theophrast~ a. a. O. Nr. 70, 102, 103; ~Blümner~ 4, 490.
+
+[3094] lib. 33, cap. 22.
+
+[3095] „Or.“ 69.
+
+[3096] „Auripigment ist ein gewisses Zeichen, daß ein Goldgang
+vorhanden“ heißt es noch im 18. Jahrhundert in ~Hübners~ „Natur-,
+Kunst- und Handels-Lexikon“ (Leipzig 1746, 1463).
+
+[3097] ~Kopp~, „Gesch.“ 1, 41; „Beitr.“ 28; ~Riess~, PW. 1, 1338.
+
+[3098] lib. 3, cap. 110.
+
+[3099] „Or.“ 68, 273.
+
+[3100] ~Kopp~, „Gesch.“ 1, 41 und 3, 98; ~Hoefer~ 1, 142; ~Schmidt~,
+„Realistische Chrestomathie“ (Leipzig 1900), 2, 157; ~Berthelot~ hat
+später seine Ansicht selbst als unhaltbar erkannt.
+
+[3101] „Or.“ 70.
+
+[3102] ~Manilius~, ed. ~Breiter~ (Leipzig 1908), 1, 97.
+
+[3103] „Beitr.“ 47.
+
+[3104] PW. 1, 1338.
+
+[3105] ~Manilius~ 1, 97; 2, 118.
+
+[3106] ebd. 1, 141; 2, 169 ff.
+
+[3107] Corp. jur. civ., Digest. lib. 48, tit. 10, 1, 8 (~Schäfer~, „Die
+Alchemie“, Flensburg 1887; 13 ff.).
+
+[3108] ~Skutsch~, A. Rel. 13, 293.
+
+[3109] ed. ~Kroll~, ~Skutsch~ und ~Ziegler~ (Leipzig 1907 ff.), 1, 72.
+
+[3110] ~Kopp~, „Beitr.“ 42 ff.
+
+[3111] „Mathesis“ 1, 110.
+
+[3112] ebd. 1, 228, 249, 261; 2, 178, 279.
+
+[3113] ebd. 2, 123, 324.
+
+[3114] ebd. 1, 181.
+
+[3115] ebd. 1, 262; 2, 279.
+
+[3116] ebd. 1, 143.
+
+[3117] ebd. 1, 184.
+
+[3118] ebd. 1, 158.
+
+[3119] „Mathesis“ 1, 43. ~Manilius~ hingegen nennt zwar den Wassermann
+und Steinbock (d. i. ursprünglich die babylonische „Fischziege“; daher
+weiblich), nicht aber (seinem System gemäß) den ~Saturn~.
+
+[3120] ebd. 1, 6, 99, 101.
+
+[3121] ebd. 1, 169 ff.
+
+[3122] ebd. 1, 102 ff.
+
+[3123] ebd. 1, 228.
+
+[3124] ebd. 1, 227; 2, 260.
+
+[3125] ebd. 1, 231.
+
+[3126] ebd. 1, 215, 220, 230.
+
+[3127] ~Schmieder~ 63.
+
+[3128] ~Kopp~, „Beitr.“ 33.
+
+[3129] ~Riess~, PW. 1, 1338; vgl. ~Kopp~, „Beitr.“ 364.
+
+[3130] ~Berthelot~, „Mâ.“ I, Vorr. 5.
+
+[3131] ~Freudenthal~, PW. 1, 1021; ~Riess~ a. a. O.
+
+[3132] ~Kopp~, „Gesch.“ 2, 154, 235; „Beitr.“ 34 ff.; „Alch.“ 211;
+~Berthelot~, „Or.“ 75.
+
+[3133] lib. 3, cap. 15.
+
+[3134] „Mathesis“, Vorr. 21, 28 ff., 32 ff., 54 ff.; ~Lippmann~,
+„Chemiker-Zeitung“ 1914, 685.
+
+[3135] „Mundus subterraneus“ (Amsterdam 1665), 2, 235; s. ~Kopp~,
+„Beitr.“ 43 ff., 53.
+
+[3136] Amsterdam 1695; 2. Aufl., 20.
+
+[3137] ~Wellmann~, PW. 1, 1541; ~Wilcken~, ebd. 1, 1542; ~Wachsmuth~,
+ebd.; ~Rohden~, ebd. 2, 2252; ~Stoll~, Ro. 1, 237; ~Usener~,
+„Götternamen“ (Bonn 1896), 55. Vgl. ~Berthelot~, „Coll.“ I, 209 ff.,
+270.
+
+[3138] PW. 1, 1338.
+
+[3139] ~Kopp~, „Beitr.“ 83; ~Latz~, „Die Alchemie“ (Bonn 1869), 388;
+~Hoffmann~ 522.
+
+[3140] ed. ~Milman~ (Philadelphia 1868), 1, 418.
+
+[3141] „Beitr.“ 84 ff.; 57.
+
+[3142] ~Wiegleb~ a. a. O. 156.
+
+[3143] ~Schmieder~ 44.
+
+[3144] „Or.“ 26.
+
+[3145] „Beitr.“ 12, 57, 88. Vom Quecksilber sagt ~Dioskurides~, wo er
+von dessen Destillation (Sublimation) spricht: σκευάζεται = es wird
+dargestellt oder gewonnen.
+
+[3146] „Beitr.“ 83.
+
+[3147] ~Kopp~, „Beitr.“ 12, 88; ~Berthelot~, „Or.“ 73; ~Jessen~, PW. 2,
+786; ~Escher~, PW. 2, 2140.
+
+[3148] ~Berthelot~, „Or.“ 73.
+
+[3149] ~Harnack~, „Miss.“ 175 ff.
+
+[3150] „Beitr.“ 87.
+
+[3151] ~Burckhardt~, „Constantin“ 139.
+
+[3152] ebd. 222.
+
+[3153] ~Blümner~, PW. 3, 897.
+
+[3154] ~Seeck~, PW. 6, 2829 ff.
+
+[3155] ~Mommsen~ 5, 617.
+
+[3156] ~Baumgarten~, „Hellenistische und römische Kultur“ (Leipzig
+1913), 39, 411; ~Blümner~ a. a. O.; ~Hultsch~, PW. 5, 1843.
+
+[3157] ~Hofmann~, „Beiträge zur Geschichte der antiken Legierungen“
+(Wien 1884; Numismat. Zeitschrift); ~Blümner~ 4, 191.
+
+[3158] „Tarif des ~Diokletian~“ 53, 59. ~Wilamowitz-Möllendorff~ und
+~Niesen~, „Staat und Gesellschaft der Griechen und Römer“ (Leipzig
+1910), 253 ff.; ~Kubitschek~, PW. 3, 1151; ~Regling~, PW. 7, 982;
+~Wessely~, „Ein Altersindicium im Philogelos“ (Wiener Akad. Denkschr.
+1904).
+
+[3159] „Tarif des ~Diokletian~“ a. a. O.; ~Baumgarten~ a. a. O. 39,
+275, 411; ~Hultsch~, PW. 5, 210 ff.; ~Seeck~, PW. 6, 2829 ff.; ~Bibra~,
+„Über alte Eisen- und Silber-Funde“, (Nürnberg 1873), 37 ff.; ~Blümner~
+4, 191; ~Forrer~, „Real-Lexikon“ (Berlin 1907; 516, 738). Über die
+gefälschten, aus versilbertem Blei und vergoldetem Erz bestehenden
+Münzen des Kaisers ~Caracalla~ (211-217) s. ~Cassius Dio~, lib. 67,
+cap. 14.
+
+[3160] ~Hultsch~ a. a. O.; ~Kubitschek~, PW. 3, 1151; ~Regling~, PW. 7,
+982.
+
+[3161] ~Domaszewski~, „Geschichte der römischen Kaiserzeit“ (Leipzig
+1909), 2, 305.
+
+[3162] ~Groag~, PW. 5, 1373.
+
+[3163] ~Gummerus~, PW. 9, 1531.
+
+[3164] ~Seeck~, PW. 6, 2829 ff.; ~Groag~, PW. 5, 1396; ~Luschin v.
+Ebengreuth~, „Allgemeine Münzkunde und Geldgeschichte des Mittelalters
+und der neueren Zeit“ (München 1904), 80. Das „Weißsieden“, das in
+neuerer Zeit mit Schwefelsäure erfolgt, geschah damals mit Weinstein
+und Salz (ebd. 67).
+
+[3165] ~Mommsen~ 5, 571.
+
+[3166] ~Seeck~ a. a. O.
+
+[3167] ~Mommsen~ 5, 617.
+
+[3168] ~Kubitschek~, PW. 1, 1388; ~Reil~ 59.
+
+[3169] ~Groag~ a. a. O.; eine Werkstätte aus der Zeit von 193-235 wurde
+neuerdings in Trier aufgedeckt (~Feldhaus~, „Technik der Vorzeit“ 727).
+Vgl. ~Forrer~ (a. a. O.), ~Luschin v. Ebengreuth~ (a. a. O. 127) und
+~Blümner~ (4, 288).
+
+[3170] ~Kubitschek~ a. a. O.; ~Groag~ a. a. O.
+
+[3171] ~Berthelot~, „Arch.“ 223.
+
+[3172] ~Schäfer~ a. a. O. 15.
+
+[3173] ~Seeck~, PW. 4, 1062. Ein dauernder Erfolg war hierbei nicht zu
+verzeichnen, s. den Befehl ~Valentinians~ I. (367), die eingehenden
+Steuerbeträge an Ort und Stelle umzuschmelzen und nur das erzielte
+Feinmetall abzuliefern (~Luschin~ 82), sowie die von ~Theodosius~
+(379-395) erlassenen Verbote des Prägens durch Private (ebd. 79) und
+der Münzfälschung durch Gießen, der „fusio falsa“ (~Blümner~ 4, 288).
+
+[3174] ~Hitzig~, PW. 4, 1701.
+
+[3175] ~Kopp~, „Beitr.“ 9 ff., 56.
+
+[3176] ~Kopp~ a. a. O.; ~Hoffmann~ 518.
+
+[3177] ~Kopp~ a. a. O.
+
+[3178] Mâ. I, 239.
+
+[3179] ~Diels~, „Antike Technik“ (Leipzig 1914), 108 ff.
+
+[3180] ~Diels~ a. a. O.
+
+[3181] ~Kopp~, „Beitr.“ 57; ~Diels~ a. a. O.
+
+[3182] ~Hoffmann~ 518; vgl. ~Kopp~, „Beitr.“ 65 ff., 77, 361.
+
+[3183] ed. ~Dressel~ 198 ff.; ~Kopp~ a. a. O.
+
+[3184] ~Hoffmann~ 517.
+
+[3185] +So+ nach Traditionen der Kabbala überliefert bei ~Del Rio~,
+„Disquisitionum magicarum libri sex“, verfaßt 1602 (Venedig 1652; 48),
+und bei ~Morhof~, „Polyhistor“ (Lübeck 1716), 1, 46.
+
+[3186] ~Kopp~, „Gesch.“ 2, 4 ff.
+
+[3187] ~Hoffmann~ 520, 521; s. noch weiter unten.
+
+[3188] ~Drexler~, Ro. 2, 2979.
+
+[3189] ~Hoffmann~ a. a. O.
+
+[3190] ~Pott~, „Zeitschr. Deutsche Morgenländ. Gesellschaft“ 1876; 33,
+7.
+
+[3191] ~Hoffmann~ 530.
+
+[3192] ~Pott~ a. a. O.
+
+[3193] „Beitr.“ 72.
+
+[3194] ~Pott~ a. a. O.
+
+[3195] ~Hoffmann~ 530.
+
+[3196] ~Kopp~, „Beitr.“ 65.
+
+[3197] ~Pott~ a. a. O.
+
+[3198] „Z. D. Morgenl. Ges.“ 1876; 33, 534.
+
+[3199] ~Stephanides~, „Psammurgika und Chymeia“ (Mytilene 1909;
+neugriechisch); im Auszuge A. Nat. 3, 180; M. G. M. 9, 137; ebd. 15,
+87, 119.
+
+[3200] ~Diels~, „Antike Technik“ 108 ff.; „Zeitschrift für
+vergleichende Sprachforschung“ 1916; 47, 199.
+
+[3201] Den Persern galt noch in später Zeit Alchemist = Babylonier
+(~Boll~ „Sphaera“ 9, 10; nach dem persischen Wörterbuche
+Burhân-i-qâtiʿ).
+
+[3202] ~Gildemeister~ a. a. O. 534.
+
+[3203] ed. ~Ruska~ (Heidelberg 1912), 172. Die Stelle ist überdies nach
+~Ruska~ +nur+ in einer späten hebräischen Übersetzung vorhanden.
+
+[3204] ~Pott~ a. a. O.
+
+[3205] ~Hoffmann~ 530.
+
+[3206] „Beitr.“ 65 ff.
+
+[3207] ~Pott~ a. a. O.
+
+[3208] ~Diels~ a. a. O.
+
+[3209] „Z. D. Morgenl. Ges.“ 33, 534.
+
+[3210] ebd. 33, 536. Vgl. ~Ruska~, „Enz. d. Islams“ 2, 24.
+
+[3211] ~Riess~, PW. 1, 1338.
+
+[3212] Z. B. bei ~Kosmas~ (7. Jahrhundert), dessen Schrift vielleicht
+erst in byzantinischer Fassung vorliegt.
+
+[3213] ~Hoffmann~ 530.
+
+[3214] ~Seidel~, „Sitzungs-Berichte“ (Erlangen 1915), 65, 67.
+
+[3215] ed. ~Ruska~ 130.
+
+[3216] ~Hoffmann~ 530.
+
+[3217] S. z. B. ~Berthelot~, „Mâ.“ II, 179 ff.
+
+[3218] „Poimandres“ 166 ff., 365.
+
+[3219] Die in ~Alnadims~ „Fihrist“ angeführten, sehr frühen
+Übersetzungen des ~Sergius von Rischʿaina~ (~Berthelot~, „Mâ.“ II,
+Vorr. 4) sind Pseudepigraphen (~Hoffmann~ 517).
+
+[3220] ~Berthelot~, „Mâ.“ I, 133; s. auch 121 ff.
+
+[3221] ~Hoffmann~ 530.
+
+[3222] Aus diesem Grunde führt das in seinen Farben so wandelbare
+übermangansaure Kalium noch jetzt in der Chemie den Namen „Chamäleon“.
+-- Nach ~Ruska~ heißt das Chamäleon syrisch Kamaleôn oder Kamalewân,
+auch Kemelîntos (vom griechischen Genitiv χαμαιλεόντος), die Chemie
+aber (neben Kîmija) Kamele’a, Kemela’a, oder Kemâle’a: die Form
+Kemele’a, die allein bei ~Bar Bahlul~ vorzukommen scheint, ist
+vielleicht nur ein Kunstprodukt, allenfalls entstanden durch Umstellung
+des arabischen alkîmiâ zu kimalia?
+
+[3223] ~Gildemeister~ a. a. O.; ~E. Wiedemann~, „Beiträge“ (Erlangen
+1902 ff.), 2, 350.
+
+[3224] Üb. ~Dieterici~ (Berlin 1858 ff.), 2, 22; 5, 130.
+
+[3225] ~E. Wiedemann~, „Journal f. prakt. Chemie“ 1907; 76, 73 ff.; M.
+G. M. 8, 485.
+
+[3226] Zitiert bei ~Nabarawi~ (12. Jahrhundert) nach ~E. Wiedemann~,
+„Beitr.“ 40, 192, der irrtümlich an „Chemie des Kochens“ dachte.
+
+[3227] ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 9, 194; „J. f. pr. Chemie“ 76, 123.
+
+[3228] ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 2, 345 ff.
+
+[3229] Üb. ~Greve~ (Leipzig 1908), 7, 86.
+
+[3230] ~E. Wiedemann~, in ~Feldhaus-Klinckowstroems~
+„Geschichtsblättern“ (3, 195).
+
+[3231] ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 5, 436.
+
+[3232] ebd. 24, 76; diese Ansicht erhielt sich bis in das 17.
+Jahrhundert, s. ~Kopp~, „Beitr.“ 70.
+
+[3233] ~E. Wiedemann~, „Journal für praktische Chemie“ 76, 113.
+
+[3234] ~Volhards~ Ansicht („Zur Geschichte der Metalle“, Leipzig 1897;
+13), +diese+ Bedeutung sei die ursprüngliche „wegen Unbekanntschaft
+mit der Chemie“, ist sichtlich völlig irrtümlich; überdies lautet
+eine andere Stelle: „Kein Einz’ger Toter ward zum Leben wach, Er
+sah, daß die Chemie hierzu zu schwach“, -- was offenbar auf die
+als „Wiederbelebung“ bezeichnete chemische Operation anspielt (üb.
+~Hammer~, in ~Wollheims~ „National-Litteratur der orientalischen
+Völker“, Berlin 1873; 2, 498).
+
+[3235] ~Schäfer~, „M. G. M.“ 4, 296 (seine Meinung wird von anderen
+Fachgenossen nicht geteilt); ~Diels~ a. a. O.
+
+[3236] ~Kopp~, „Beitr.“ 66; ~Hoffmann~ 527.
+
+[3237] ~Brugsch~, „Aeg.“ 22, 406, 200.
+
+[3238] ~Brugsch~ a. a. O. 291.
+
+[3239] ebd. 404.
+
+[3240] ebd. 404.
+
+[3241] ~Brugsch~, „Rel.“ 707.
+
+[3242] ~Sethe~, PW. 3, 2101.
+
+[3243] ~Sethe~, PW. 3, 2233.
+
+[3244] ~Pietschmann~, PW. 1, 985, 986; ~Sethe~, PW. 3, 2404.
+
+[3245] lib. 1, cap. 21; ed. ~Leemans~ (Amsterdam 1835), 31, 229.
+
+[3246] ~Pott~ a. a. O. 33, 17 ff.
+
+[3247] ~Usener~, „Götternamen“ 371 ff.
+
+[3248] „Beitr.“ 65 ff.
+
+[3249] ~Hoffmann~ 525.
+
+[3250] ~Hoffmann~ 529.
+
+[3251] ebd. 517.
+
+[3252] Vgl. den durch στέρησις (Stéresis) bedingten Zustand der Materie
+bei ~Plotinos~.
+
+[3253] ~Hoffmann~ 526.
+
+[3254] ~Kopp~, „Beitr.“ 68; +so+ bei ~Stephanos Byzantinos~, einem
+Lexikographen um 500.
+
+[3255] ~Hoffmann~ 527.
+
+[3256] ~Hoffmann~ 517.
+
+[3257] ~Aristoteles~, „Tierkunde“, lib. 2, cap. 11.
+
+[3258] ~Plinius~, lib. 22, cap. 21; ~Dioskurides~, lib. 3, cap. 9.
+
+[3259] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 150.
+
+[3260] ~Hoffmann~ 526.
+
+[3261] ~Hoffmann~, ebd.
+
+[3262] ~Hoffmann~ 517, 527; ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 23.
+
+[3263] ~Dozy~, „Bericht über den 6. intern. Orientalisten-Kongreß“
+(Leiden 1885), 295.
+
+[3264] ~Hoffmann~ 527.
+
+[3265] ebd. 524.
+
+[3266] ~Hoffmann~ 529.
+
+[3267] ~Hoffmann~ 527.
+
+[3268] ~Plutarch~, „Isis und Osiris“, cap. 22.
+
+[3269] ~Hoffmann~ 528.
+
+[3270] Nachdem die ursprüngliche Bedeutung längst völlig vergessen war,
+wurde das ὕδωρ θεῖον abermals zum „göttlichen Wasser“, nunmehr aber im
+Sinne eines wunderwirkenden, magischen.
+
+[3271] ~Hoffmann~ 529; ~Bouché-Leclercq~ 231.
+
+[3272] Nicht mit letzterem selbst, wie ~Hoffmann~ annimmt (529).
+
+[3273] ~Hoffmann~ 529.
+
+[3274] ~Plutarch~ a. a. O., cap. 39.
+
+[3275] ~Hoffmann~ 527. Über die „Milch der schwarzen Kuh“ als Opfergabe
+s. ~Wessely~, „Wiener Akad. Denkschr.“ 1882, 163; ~Dieterich~,
+„Abraxas“ 157, 172, 181, sowie ~Oldenberg~, „Religion des Veda“ (Berlin
+1894; 354) als (abergläubischen?) Zusatz zu Arzneimitteln erwähnt sie
+schon der gegen 1500 v. Chr. niedergeschriebene „Papyrus ~Ebers~“
+(~Lippmann~, „Abh.“ 2, 1).
+
+[3276] ~Rehm~, PW. 6, 714.
+
+[3277] ~Berger~, „Geschichte der wissenschaftlichen Erdkunde der
+Griechen“ (Leipzig 1903), 130, 282, 322, 555; ~Gilbert~ 570 ff.;
+~Rehm~ a. a. O.; ~Roscher~, „Tessarakontaden“ (Leipzig 1909), 60, 165;
+~Günther~, M. G. M. 15, 212.
+
+[3278] ~Kugler~, „Im Bannkreis Babels“ (München 1910), 85; ~Bezold~, A.
+Rel. 15, 236; ~Lenormant~, „Anf.“ 2, 21.
+
+[3279] ~Philo~, üb. ~Cohn~ 1, 317 ff.
+
+[3280] ~Roscher~ a. a. O. 80.
+
+[3281] ebd. 22, 97, 174.
+
+[3282] ebd. 72, 128, 135.
+
+[3283] ~Plinius~, lib. 36, cap. 43; ~Blümner~ 3, 68.
+
+[3284] ~Krause~, „Pyrgoteles“ (Halle 1856), 18; ~Rossbach~, PW. 7, 1103.
+
+[3285] ~Kugler~ a. a. O. 134.
+
+[3286] ~Prellwitz~, PW. 7, 1098; ~Keller~, „Die antike Tierwelt“
+(Leipzig 1909), 2, 553.
+
+[3287] PW. 1, 1338.
+
+[3288] „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“, ed. ~Diergart~ (Leipzig 1909), 176.
+
+[3289] Erwähnt sei noch, daß im Spätlateinischen aegyptium = schwarz
+bedeutet (~Maigne d’Arnis~, „Lexicon mediae Latinitatis“, Paris 1890;
+100).
+
+[3290] ~Hoffmann~ 524, 525.
+
+[3291] ~Hofmann~ 516.
+
+[3292] ~Hoffmann~ 524 ff.
+
+[3293] ~Hoffmann~ 519, 520; ~Esra~ findet sich in einem syrischen
+Manuskript der Cambridger Bibliothek genannt.
+
+[3294] ~Plinius~, lib. 30, cap. 2: über ~Moses~, ~J(oh)annes~ oder
+~Jamnes~, ~Lotapes~.
+
+[3295] ~Friedlaender~ 1, 366.
+
+[3296] ~Kopp~, „Beitr.“ 355; ~Berthelot~, „Or.“ 56, 170.
+
+[3297] ~Berthelot~, „Coll.“ II, 138 ff., 214; „Mâ.“ I, 265 ff.
+
+[3298] ~Berthelot~, „Coll.“ III, 95.
+
+[3299] Überliefert in ~Alnadims~ „Fihrist“, s. ~Berthelot~, „Mâ.“ II,
+27 ff.
+
+[3300] ~Steinschneider~, „Lapidarien, ein kulturgeschichtlicher
+Versuch“ (Berlin 1896), 44.
+
+[3301] ~Hoffmann~ 524.
+
+[3302] Vgl. ~Berthelot~, „Coll.“ II, 182, 183.
+
+[3303] ~Berthelot~, „Coll.“ II, 214; III, 207.
+
+[3304] ebd. II, 35 ff.; s. dort auch über μυστήριον, καταβαφὴ χρυσοῦ,
+ταριχεία ὄξος τῶν φιλοσόφων, und Glasöfen.
+
+[3305] ~Berthelot~, „Mâ.“ I, 265 ff.
+
+[3306] ~Berthelot~, „Coll.“ II, 389 ff., 372.
+
+[3307] ~Dieterich~, „Abraxas“ 165; 137, 155.
+
+[3308] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 76, 143, 163, 173, 181 ff., 279 ff.,
+288; betreff ~Moses~ und ~Mirjams~ 183, 187; ~Dieterich~ a. a. O. 197,
+203; 161.
+
+[3309] ~Dieterich~ a. a. O. 189, 193; 187.
+
+[3310] ebd. 191.
+
+[3311] ~Harnack~, „Miss.“ 440, 489.
+
+[3312] ~De Pauw~, „Égyptiens et Chinois“ (Berlin 1773), 313 ff.
+
+[3313] ~Hoffmann~ 217.
+
+[3314] Genesis 6, 1, 2, 4.
+
+[3315] ~Ed. Meyer~, „Papyrusfund“ 42.
+
+[3316] ~Delitzsch~, „Das Buch Hiob“ (Leipzig 1912), 8, 143.
+
+[3317] ~Bousset~, „Gnosis“ 53; A. Rel. 18, 160.
+
+[3318] ~Kautzsch~, „Apokryphen“ 2, 233 ff.; ~Bousset~ a. a. O.
+
+[3319] +So+ noch bei ~Lactantius~ (gest. 330) in der „Epitome“, cap. 27.
+
+[3320] ~Hennecke~, „Apokryphen“ 493, 479; ~Schultz~, „Dok. der Gnosis“
+226.
+
+[3321] ~Bouché-Leclercq~ 575 ff. Auch bei den Arabern bringen zwei
+gefallene Engel, ~Habut~ und ~Marut~, deren schon der Koran Erwähnung
+tut (Sure 2, V. 96; üb. ~Rückert~, Frankfurt 1888, 29), den Menschen
+die Magie bei („1001 Nacht“, üb. ~Greve~, Leipzig 1908; 3, 366);
+~Wensinck~, „Enz. d. Islams“ 2, 289. Die Kosmographie ~Alqazwinis~ (13.
+Jahrhundert), der dabei aus ~Aldschahiz~ und ~Almasʿudi~ (9. und 10.
+Jahrh.) zu schöpfen scheint, erwähnt die Weiber als „Fangnetze“ der
+bösen Marits, rebellischer Geister, die König ~Salomon~ u. a. zwang, in
+den Bergwerken zu graben, Eisen und Erz herzustellen, Glas zu erzeugen,
+Edelsteine und Perlen aus dem Meere herbeizuschaffen usf. (~Ansbacher~,
+Dissert.; Kirchhain 1905, 9 ff., 20 ff.).
+
+[3322] ~Kautzsch~ a. a. O. 2, 47, 48; 37.
+
+[3323] ebd. 2, 233 ff.; ~Bousset~, „Gnosis“ 52, 47 ff.; „Slavisches
+Henochbuch“ (ed. ~Bonwetsch~), 19.
+
+[3324] ~Bouché-Leclercq~ 578 ff.
+
+[3325] ~Justinus~, „Apologie“, üb. ~Veil~ (Stuttgart 1894), 3, 46;
+~Athenagoras~, „Supplicium“, cap. 24.
+
+[3326] ~Kopp~, „Beitr.“ 8.
+
+[3327] ~Irenaeus~, üb. ~Klebba~ (München 1912), 2 (2), 13; üb. von
+~Weber~.
+
+[3328] ~Kopp~, „Beitr.“ 8 ff.
+
+[3329] ~Kautzsch~ a. a. O. 2, 238 ff.; ~Kopp~, „Beitr.“ 6; ~Hoffmann~
+217; ~Bouché-Leclercq~ 610.
+
+[3330] ~Kautzsch~ a. a. O. 2, 238 ff., 275.
+
+[3331] ebd. 2, 240, 275.
+
+[3332] ed. ~Dressel~ 189 ff., 97; ~Kopp~, „Beitr.“ 7.
+
+[3333] Das „Buch des ~Chemes~“ (s. oben).
+
+[3334] ~Zosimos~ (syr.): ~Berthelot~, „Mâ.“ I, 239; ~Hoffmann~ 518.
+
+[3335] „Über das Gebet“, cap. 22.
+
+[3336] Schon in der Sage von ~Hiob~, die im 6. Jahrhundert v. Chr.
+bereits im Volksmunde war, ihre dichterische Einkleidung aber
+erst später erhielt, heißt eine der Töchter ~Hiobs~ „Schminkhorn“
+(~Delitzsch~ a. a. O. 12, 14).
+
+[3337] Üb. ~Veil~ 140.
+
+[3338] ~Kopp~, „Beitr.“ 8, 9.
+
+[3339] ~Augustinus~ erwähnt beim Fall der Engel durch die Weiber nur
+Hermetik und Astrologie („De civitate Dei“, ed. ~Dombart~, Leipzig
+1863) 1, 256 ff., 313 ff.; 2, 92.
+
+[3340] ~Kopp~, „Beitr.“ 56.
+
+[3341] ~Riess~, PW. 1, 1338.
+
+[3342] „Deutsche Vierteljahrsschrift“ (Stuttgart 1856), 135; vgl.
+~Riess~, PW. 1, 1338.
+
+[3343] Vgl. ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 139 ff.
+
+[3344] Zu diesem ganzen Absatze vgl. ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 28 ff., 64
+ff.
+
+[3345] Noch bei ~Plautus~ ist materiarius = Holzhändler (~Gummerus~,
+PW. 9, 1447). -- Die zuerst von italienischen Schiffern entdeckte
+westafrikanische „Isola de legname“, „Holzinsel“, wurde in
+portugiesischer Sprache „Madeira“ genannt.
+
+[3346] ~Kopp~, „Über die Verschiedenheit der Materie vom Standpunkte
+des Empirismus“ (Gießen 1860), 11.
+
+[3347] Wie noch in unserem Weingeist, Holzgeist, Salmiakgeist u. dgl.
+
+[3348] Vgl. ~Kopp~, „Alch.“ 2, 296.
+
+[3349] ~Kopp~, „Beitr.“ 56.
+
+[3350] ~Riess~, PW. 1, 1338; ~Bouché-Leclercq~ 507.
+
+[3351] ~Berthelot~, „Mâ.“ I, 265 ff., 156 ff.
+
+[3352] ~Zosimos~, bei ~Berthelot~, „Coll.“ II, 123; ~Riess~ a. a. O.
+
+[3353] ~Berthelot~, „Coll.“ II, 86, 95; „Intr.“ 21, 290; „Mâ.“ III, 77,
+99 (bei ~Stephanos~ und ~Olympiodoros~).
+
+[3354] ~Boll~, A. Rel. 12, 150.
+
+[3355] ~Blümner~ 2, 353.
+
+[3356] ~Kopp~, G. 2, 237; vgl. ~Eastlake~ 133; ~Merrifield~ 1, 99; 2,
+429, 451.
+
+[3357] Vgl. die Herstellung des Homunculus aus dem Pneuma des Menschen
+bei ~Clemens Romanus~.
+
+[3358] ~Riess~, PW. 1, 1338.
+
+[3359] ~Chevreul~ 84, 330; μᾶζα bezeichnet in der Regel das gewöhnliche
+Hausbrot (~Blümner~ 1, 58); vgl. ~Berthelot~, „Coll.“ I, 209 ff., 270.
+
+[3360] ~Diodor~, lib. 1, cap. 25.
+
+[3361] ~Plinius~, lib. 26, cap. 12.
+
+[3362] ~Kopp~, „G.“ 2, 178; ~Figuier~ a. a. O. 16.
+
+[3363] Sie bezeichnet in Babylon und später in Ägypten u. a. auch den
+(scheinbaren) Jahreslauf der Sonne am Himmel.
+
+[3364] ~Oberhummer~, PW. 4, 964; in späterer Zeit wurden sie auch in
+allegorischem Sinne benützt, z. B. ἀνθοῦσα oder Flora = „die Blühende“
+für Konstantinopel.
+
+[3365] ~Tschirch~, „Handbuch der Pharmakognosie“ (Leipzig 1910), 304.
+
+[3366] ~Eitrem~, PW. 8, 759, 743; ~Schmidt~, PW. 3, 2106.
+
+[3367] S. „Blut des ~Mars~“, „Samen des ~Ammon~“, „Schaum des
+~Typhon~“, „Finger des ~Hermes~“, „Haar der ~Aphrodite~“, „Bart des
+~Zeus~“ und viele andere bei ~Lobeck~ 885 ff.); so auch Galle = Süßes,
+Essig = Honig, ... (ebd. 877). -- Die Abteilung V des „Leidener
+Papyrus“ führt 37 derartiger Decknamen auf, z. B. „Blut der Schlange“
+= Hämatit, „Haare des Hundsaffen“ = Dillsamen, „Knochen des Ibis“ =
+Rhamnus, „Samen des ~Herakles~“ = Eruka, usf.; sie sind vergleichbar
+jenen der mittelalterlichen Mönchsmedizin, z. B. „Auge des Herrn“ =
+Vergißmeinnicht, „Rose der hl. ~Maria~“ = Pfingstrose, „Kraut des
+hl. ~Petrus~“ = Primel, „Kraut der hl. ~Katharina~“ = Lein, usf.
+(~Berendes~, „Das Apothekenwesen“, Stuttgart 1907; 3, 75).
+
+[3368] Später auch = „Rote Tinktur“ (~Schmieder~ 62).
+
+[3369] ~Roeder~, PW. 4, 777 (nach ~Manetho~); ~Lobeck~ a. a. O.
+
+[3370] Wegen der Wichtigkeit dieses Vorganges ist daher bei
+~Pseudo-Moses~ μᾶζα auch = Chemie, ja chemisches Lehrbuch.
+
+[3371] ἀλλοιοθῆναι noch im „Stockholmer Papyrus“ (26).
+
+[3372] „Bestreiche (χρῖσον) ein Sperberei halb mit Gold, halb mit
+Zinnober, trage es und sprich den [geheimen göttlichen] Namen!“
+(~Dieterich~, „Abr.“ 187).
+
+[3373] S. im „Stockholmer Papyrus“.
+
+[3374] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 23 ff.; s. den aristotelischen Vergleich
+des Essigs mit „totem“ Wein.
+
+[3375] Für „göttlich“ und „heilig“ galt der Schwefel seit altersher,
+nach ~Plutarch~ (48-125) „weil sein Geruch dem des Blitzes gleicht“
+(üb. ~Bähr~, Stuttgart 1828 ff.; 3, 2009).
+
+[3376] Bei ~Hippokrates~ (um 430 v. Chr.) ist Chrysokolla = Malachit
+(üb. ~Fuchs~ 3, 311, 447), d. i. ein Kupfercarbonat, dessen man sich
+tatsächlich zum Löten des Goldes bediente; aus der römischen Kaiserzeit
+wird berichtet, daß ~Nero~ den Zirkus statt mit Sand mit Chrysokolla
+bestreuen ließ, um sich als Anhänger der Partei der „Grünen“ zu
+bezeichnen, und daß auch wilde Tiere mit Chrysokolla, Zinnober, Purpur
+und Scharlach gefärbt in den Zirkusspielen auftraten (~Friedlaender~ 2,
+343, 405). Späterhin ging der Namen Chrysokolla auf die verschiedensten
+zum Löten dienlichen Salze über (~Kopp~, „G.“ 3, 336; 4, 167), daher
+bereitet z. B. ~Paulos Aigineta~ (7. Jahrhundert) Chrysokolla =
+Goldloth aus dem Harn kleiner Knaben, -- offenbar aus den in ihm
+enthaltenen Phosphaten (lib. 7, cap. 3; üb. ~Berendes~, Leiden 1914,
+698, 735).
+
+[3377] ~Nies~, PW. 2, 1272.
+
+[3378] ~Krause~, „Pyrgoteles“ (Halle 1856), 80, 107; ~Blümner~, PW. 7,
+2216; ~Plinius~, lib. 36, cap. 146 ff.; ~Isidorus Hispalensis~, lib.
+16, cap. 4, 17; ~Marbod~ (1035-1123), „Liber lapidum“, ed. ~Beckmann~
+(Göttingen 1799), 77.
+
+[3379] ~Kopp~, „Beitr.“ 499; ~Berthelot~, „Mâ.“ I, 20.
+
+[3380] ~Firmicus~, lib. 4, cap. 14; ~Salmasius~, „De annis ...“ 56,
+98; ~Hoffmann~ 523; ~Bouché-Leclercq~ 528. Die „Gefahr“ liegt darin,
+daß 63 = 7 × 9 ist, also das Produkt dieser beiden, schon an sich sehr
+verdächtigen Zahlen.
+
+[3381] ~Hoffmann~ 525.
+
+[3382] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 5, 340 ff.; ~Wellmann~, PW. 5, 135;
+~Diels~, „Vorsokratiker“ (Berlin 1912), 2, 122 ff.; ~Nestle~, „Die
+Vorsokratiker“ (Jena 1908), 63.
+
+[3383] ~Diels~, „Vors.“ 2, 10 ff.; ~Pietschmann~, PW. 2, 355.
+
+[3384] ~Plinius~, lib. 30, cap. 9; ~Wellmann~, PW. 4, 2180.
+
+[3385] ~Wellmann~, PW. 5, 135; ~Diels~, „Vors.“ 2, 19 ff.
+
+[3386] ~Diels~, „Vors.“ 2, 54.
+
+[3387] Einen anderen weit jüngeren Autor des gleichen Namens scheint
+~Galenos~ zu erwähnen (~Diels~, „Vors.“ 2, 160).
+
+[3388] ~Wellmann~, PW. 3, 676, 2105; 5, 135; Suppl. 1, 255; M. G. M.
+15, 52.
+
+[3389] ~Diels~, „M. G. M.“ 2, 226; „Antike Technik“ 108 ff.; „Vors.“
+2, 125. Das nach ~Stephanides~ (A. Nat. 3, 185) der „Physik“ des
+~Aristoteles~ entlehnte Wort χειρόκμητα steht im Gegensatze zu φυσικά,
+wie „Hand- und Kunstgriffe“ zum „natürlichen Verlaufe der Dinge“.
+
+[3390] Im 4.-6. Jahrhundert? (~Diels~, M. G. M. 2, 226).
+
+[3391] ~Diels~, „Antike Technik“ 108 ff.
+
+[3392] ~Weidlich~, PW. Suppl. 1, 3.
+
+[3393] ~Diels~, M. G. M. 2, 226; ~Wellmann~ a. a. O.
+
+[3394] ~Meyer~, „Gesch. Bot.“ 1, 277; 1, 269, 275. Vgl. ~Haller~,
+„Bibliotheca Botanica“ (Zürich 1771), 1, 14, 132.
+
+[3395] ~Celsus~, ed. ~Daremberg~ (Leipzig 1859), lib. 2, cap. 38.
+-- Was er bietet, ist eine Zusammenfassung (wenn nicht Übersetzung)
+hellenistischer Vorlagen.
+
+[3396] ~Caelius Aurelianus~, ed. ~Amman~ (Amsterdam 1709), 224, 227,
+232, 493.
+
+[3397] ~Heeg~, M. G. M. 14, 276; ~Sudhoff~, ebd. 14, 315;
+~Pagel-Sudhoff~, „Einführung in die Geschichte der Medizin“ (Berlin
+1915), 133, nach ~Wellmann~; auch „orphische“ Schriften gleicher Art
+lassen sich noch im 4. Jahrhundert n. Chr. nachweisen.
+
+[3398] ~Sudhoff~, „A. Med.“ 9, 79 ff., 84, 111.
+
+[3399] ~Wellmann~ a. a. O.
+
+[3400] lib. 7, cap. 5; lib. 11, cap. 3.
+
+[3401] lib. 10, cap. 12.
+
+[3402] ~Diels~, „Vors.“ 2, 125 ff.
+
+[3403] ~Diels~, „Vors.“ 125, 129; ~Wellmann~, M. G. M. 7, 206; ~Meyer~,
+„Gesch. Bot.“ 2, 55.
+
+[3404] ~Diels~, „Antike Technik“ 108 ff.
+
+[3405] ~Diels~, „Vors.“ 2, 130 ff. Dafür, daß hierbei, wie ~Diels~
+(„Ant. Techn.“ 108 ff.), ~Berthelot~ folgend, annimmt, die Darstellung
+des Elektrons (Asems) eine ausschlaggebende Rolle gespielt habe, lassen
+sich keine bestimmten Beweise erbringen; auch bleibt als Ziel überall
+die Gewinnung kostbarer Metalle, Steine und Farbstoffe bestehen und
+nicht die eines bestimmten „Gusses“ (χύμα, Chýma), von dem dann die
+Chemie ihren Namen empfangen hätte.
+
+[3406] ~Riess~, PW. 1, 1338.
+
+[3407] ~Berthelot~, „Arch.“ 223; ~Diels~, „Vors.“ a. a. O.
+
+[3408] ~Diels~, „Vors.“ 2, 20, 53; ~Wellmann~, PW. 5, 135; 3, 676,
+2105; Suppl. 1, 255.
+
+[3409] „Stockholmer Papyrus“, ed. ~Lagercrantz~ 90, 96 ff., 120;
+~Lippmann~, „Chemische Papyri des 3. Jahrhunderts“ (Chemiker-Zeitung
+1913), 933.
+
+[3410] „Stockholmer Papyrus“ 110 ff.
+
+[3411] ~Riess~, PW. 1, 1338.
+
+[3412] „Stockh. Pap.“ 112.
+
+[3413] ~Riess~ a. a. O.
+
+[3414] „Stockh. Pap.“ 108 ff., 110.
+
+[3415] ~Riess~ a. a. O.
+
+[3416] ~Diels~, „Deutsche Litteratur-Zeitung“ (1913); 35, 906.
+
+[3417] Vgl. ~Diels~, „Ant. Techn.“ 108 ff.
+
+[3418] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 3, 34.
+
+[3419] ebd. 3, 60, 151.
+
+[3420] ebd. 3, 34.
+
+[3421] ~Ed. Meyer~, „Papyrusfund“ 73, 83; 407.
+
+[3422] ~Alexander~ von ~Tralles~ ed. ~Puschmann~ 1, 566.
+
+[3423] ~Boehm~ PW. 9, 80.
+
+[3424] ~Riess~ PW. 1, 1338.
+
+[3425] ~Riess~ a. a. O.
+
+[3426] ~Plinius~, lib. 30, cap. 8.
+
+[3427] ~Apuleius~, „Apologie“, cap. 27 u. 90; ~Lobeck~ 235; ~Diels~,
+„Vors.“ 2, 129, 188; ~Bousset~, A. Rel. 18, 168.
+
+[3428] ~Zeller~ 3 (2), 155.
+
+[3429] „Octavius“, cap. 26; üb. ~Dombart~ (Erlangen 1875), 14.
+
+[3430] „De anima“, cap. 57.
+
+[3431] ~Bousset~ a. a. O.
+
+[3432] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 108; ~Diels~, „Vors.“ 2, 129.
+
+[3433] ~Wellmann~, PW. 4, 2056; 6, 849; ~Rossbach~, PW. 7, 1098, 1113.
+
+[3434] ~Lobeck~ 887 ff.; vgl. 234 ff., 376.
+
+[3435] ~Alexander~ von ~Tralles~, ed. ~Puschmann~ 1, 566; 2, 474; vgl.
+1, 564.
+
+[3436] ~Firmicus~, lib. 5, cap. 16; ~Hoffmann~ 523.
+
+[3437] ~Berthelot~, „Mâ.“ III, 119 ff.; ~Cumont~, „Rel.“ 389.
+
+[3438] In ~Berthelots~ „Coll.“
+
+[3439] Deckname.
+
+[3440] PW. 1, 1338.
+
+[3441] „Poim.“ 143, 365; „Wundererzählungen“ 105.
+
+[3442] lib. 1, cap. 25.
+
+[3443] Nach ~Hoffmann~ Ormanuthi, d. i. Eumenuthi bei Kanopos (516).
+
+[3444] ~Reitzenstein~ a. a. O., sowie 140 ff.
+
+[3445] ~Riess~ a. a. O.
+
+[3446] „Poim.“ 143.
+
+[3447] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 145, 146; ~Hoffmann~ 525.
+
+[3448] A. Rel. 8, 356 ff.
+
+[3449] ~Pietschmann~, PW. 1, 2649; ~Riess~, PW. 1, 1388.
+
+[3450] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 143; ~Zielinski~ a. a. O.
+
+[3451] ~Reitzenstein~ a. a. O.; ~Zielinski~ a. a. O.; ~Hoffmann~ 525.
+
+[3452] ~Hoffmann~ a. a. O.
+
+[3453] ~Zielinski~ a. a. O.; ~Kroll~, PW. 8, 802.
+
+[3454] ~Zielinski~, A. Rel. 8, 356 ff., 367; ~Schultz~, „Dok. d.
+Gnosis“ 200.
+
+[3455] ~Zielinski~, A. Rel. 8, 356 ff.
+
+[3456] ~Riess~, PW. 1, 1338.
+
+[3457] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 8; an einer Stelle beruft er sich auch
+auf ~Poimandres~ (~Riess~ a. a. O.).
+
+[3458] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 266 ff.; 366.
+
+[3459] ~Sethe~, M. G. M. 1, 356.
+
+[3460] ~Pietschmann~, PW. 2, 1681, 1697; Schriften des ~Asklepios~
+(~Aeskulap~) und ~Anubis~ über die ihnen von ~Hermes~ anvertrauten
+Geheimnisse kennen schon das 1. Jahrhundert v. Chr. und die beginnende
+Kaiserzeit (~Hoffmann~ 522).
+
+[3461] ~Roeder~, PW. 9, 1213 ff.
+
+[3462] ~Hoffmann~ 522.
+
+[3463] ~Bousset~, PW. 7, 1534 ff.; ~Riess~, PW. 1, 1338. ~Riess~ ist
+der Ansicht, daß ~Zosimos~ selbst noch Heide war, daß aber seine
+Schriften bereits frühzeitig, vor dem 7. Jahrhundert, eine christliche
+Überarbeitung erfahren hatten.
+
+[3464] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 368 ff.
+
+[3465] ebd. 364, 215.
+
+[3466] ~Reitzenstein~, „Wundererzählungen“ 10; „Mysterien-Religionen“
+141.
+
+[3467] ~Reitzenstein~, „Myst. Rel.“ 145.
+
+[3468] ebd. 145.
+
+[3469] ebd. 142.
+
+[3470] ~Kroll~, PW. 8, 801.
+
+[3471] Vgl. ~Berthelot~, „Mâ.“ I, 1 ff., 221 ff.
+
+[3472] ~Bousset~, „Gnosis“ 191.
+
+[3473] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 9, 11, 68.
+
+[3474] ebd. 364; auch nach christlicher Lehre aus dem 2. Jahrhundert
+wird der Seele Reinheit, geheime Weisheit und geheime Kraft durch das
+Pneuma zuteil, das Pneuma aber durch die Taufe (ebd. 219).
+
+[3475] Sulzbach 1814. Übersetzung bei ~Olck~, PW. 3, 459; vgl. ~Reil~
+164 ff.
+
+[3476] „Festschrift für ~F. C. Andreas~“ (Leipzig 1916), 33.
+
+[3477] Über die 7 Hallen, die neben-, nicht übereinander geordnet die
+Fläche des Himmels einnehmen (nach altägyptischer Anschauung), s.
+„Poimandres“ 67.
+
+[3478] Betreff der Wechselwirkung babylonischer, iranischer und
+ägyptischer Religions-Vorstellungen bereits in der Frühzeit des
+Hellenismus vgl. ~Reitzenstein~ „Die Göttin ~Psyche~ in der
+hellenistischen und frühchristlichen Litteratur“ (Heidelberg 1917) 17.
+
+[3479] ~Sprengel~, „De artis chemicae primordiis“ (Halle 1823), 9.
+
+[3480] PW. 1, 1338.
+
+[3481] PW. 8, 799.
+
+[3482] „Antike Technik“ 108 ff.
+
+[3483] Vgl. den 1. Abschnitt dieses Buches, unter Beachtung der älteren
+griechischen und späteren syrischen Quellen.
+
+[3484] +So+ noch überliefert bei dem Araber ~Alhabib~ (s. unten).
+
+[3485] ~Demokritos~, ~Zosimos~; ~Petasios~.
+
+[3486] ~Demokritos~, ~Olympiodoros~.
+
+[3487] ~Maria~, ~Agathodaimon~.
+
+[3488] ~Zosimos~.
+
+[3489] ~Pelagios~.
+
+[3490] ~Iamblichos~.
+
+[3491] ~Olympiodoros~.
+
+[3492] ~Komarios~.
+
+[3493] ~Stephanos~.
+
+[3494] ~Zosimos~.
+
+[3495] ~Maria~, ~Hermes~, ~Zosimos~, ~Olympiodoros~.
+
+[3496] ~Stephanos~.
+
+[3497] ~Demokritos~, ~Maria~, ~Hermes~, ~Komarios~.
+
+[3498] ~Demokritos~.
+
+[3499] ~Zosimos~.
+
+[3500] ~Demokritos~.
+
+[3501] ~Stephanos~.
+
+[3502] ~Zosimos~.
+
+[3503] So schon dem ~Zosimos~ wohlbekannt (~Alhabib~).
+
+[3504] ~Zosimos~, ~Olympiodoros~.
+
+[3505] ~Zosimos~, ~Komarios~, ~Pelagios~.
+
+[3506] ~Demokritos~, ~Maria~, ~Zosimos~, ~Pelagios~.
+
+[3507] ~Agathodaimon~.
+
+[3508] ~Zosimos~, ~Synesios~.
+
+[3509] ~Demokritos~, ~Pelagios~.
+
+[3510] ~Maria~, ~Synesios~.
+
+[3511] ~Maria~, ~Zosimos~, ~Pelagios~.
+
+[3512] ~Demokritos~, ~Olympiodoros~.
+
+[3513] ~Maria~, ~Komarios~, ~Petasios~, ~Zosimos~.
+
+[3514] u.
+
+[3515] ~Olympiodoros~.
+
+[3516] ~Zosimos~.
+
+[3517] ~Maria~, ~Zosimos~, ~Stephanos~, Techn. Abh.
+
+[3518] ~Komarios~, ~Stephanos~.
+
+[3519] ~Johannes~.
+
+[3520] ~Demokritos~, ~Kleopatra~, ~Zosimos~, ~Stephanos~; Techn. Abh.
+(40 Tage für Silber, 41 für Gold).
+
+[3521] ~Komarios~, ~Hermes~, ~Ostanes~, ~Maria~, ~Zosimos~, Techn. Abh.
+
+[3522] ~Johannes~, ~Zosimos~, ~Phil. Anonym.~, Techn. Abh.
+
+[3523] ebd.
+
+[3524] ~Maria~, ~Kleopatra~, ~Olympiodoros~.
+
+[3525] ~Hermes~, ~Zosimos~, ~Stephanos~.
+
+[3526] ~Maria~, ~Hermes~, ~Kosmas~, ~Olympiodoros~, ~Phil. Anonym~.
+
+[3527] ~Agathodaimon~, ~Johannes~, ~Zosimos~.
+
+[3528] ~Demokritos~, ~Agathodaimon~, ~Ostanes~, ~Zosimos~.
+
+[3529] ~Olympiodoros~.
+
+[3530] ~Maria~, ~Hermes~, ~Zosimos~, ~Phil. Anonym~.
+
+[3531] ~Maria~.
+
+[3532] ~Hermes~, ~Agathodaimon~, ~Zosimos~, ~Olympiodoros~.
+
+[3533] ~Kleopatra~, ~Chimes~, ~Zosimos~, ~Kosmas~, ~Olympiodoros~,
+~Stephanos~.
+
+[3534] ~Hermes~, ~Zosimos~.
+
+[3535] ~Moses~, ~Johannes~, ~Zosimos~, ~Synesios~, ~Stephanos~.
+
+[3536] ~Kleopatra~, ~Komarios~, ~Zosimos~.
+
+[3537] ~Kleopatra~, ~Komarios~.
+
+[3538] +So+ erhalten bei ~Krates~ (s. unten).
+
+[3539] ~Demokritos~, ~Hermes~, ~Zosimos~.
+
+[3540] ~Olympiodoros~, ~Stephanos~.
+
+[3541] ~Demokritos~, ~Olympiodoros~.
+
+[3542] ~Demokritos~, ~Pelagios~.
+
+[3543] ~Zosimos~.
+
+[3544] ~Demokritos~, ~Zosimos~.
+
+[3545] ~Maria~, ~Zosimos~.
+
+[3546] ~Hermes~, ~Zosimos~, ~Stephanos~.
+
+[3547] ~Komarios~, ~Olympiodoros~.
+
+[3548] ~Komarios~, ~Hermes~, ~Ostanes~, ~Moses~.
+
+[3549] ~Zosimos~.
+
+[3550] ~Demokritos~, ~Ostanes~, ~Zosimos~.
+
+[3551] ~Zosimos~.
+
+[3552] ~Zosimos~.
+
+[3553] ~Olympiodoros~.
+
+[3554] ~Zosimos~, ~Olympiodoros~.
+
+[3555] ~Zosimos~.
+
+[3556] ~Demokritos~ (syr.), ~Hermes~, ~Pibechios~, ~Synesios~.
+
+[3557] ~Demokritos~.
+
+[3558] ~Olympiodoros~.
+
+[3559] ~Zosimos~.
+
+[3560] ~Maria~, ~Zosimos~, ~Pelagios~.
+
+[3561] ~Zosimos~, ~Olympiodoros~.
+
+[3562] Techn. Abh.
+
+[3563] ~Demokritos~, ~Agathodaimon~.
+
+[3564] ~Demokritos~, ~Maria~, ~Komarios~.
+
+[3565] ~Kleopatra~.
+
+[3566] ~Demokritos~, ~Maria~, ~Zosimos~.
+
+[3567] ~Zosimos~.
+
+[3568] ~Phil. Christ~.
+
+[3569] ~Zosimos~, ~Olympiodoros~.
+
+[3570] ~Komarios~, ~Zosimos~, ~Pelagios~.
+
+[3571] ~Hermes~.
+
+[3572] ~Komarios~, ~Hermes~, ~Ostanes~, ~Zosimos~.
+
+[3573] ~Hermes~, ~Chimes~.
+
+[3574] ~Pelagios~, ~Phil. Anonym~.
+
+[3575] ~Johannes~, ~Zosimos~. Über die „Wunder des Ätzkalkes“ s.
+~Lippmann~, „Abh.“ 1, 77.
+
+[3576] ~Zosimos~.
+
+[3577] ~Zosimos~.
+
+[3578] ~Demokritos~.
+
+[3579] ~Zosimos~, ~Olympiodoros~.
+
+[3580] ~Brugsch~, „Äg.“ 321, 326; ~Steindorff~, „Die Blüte des
+Pharaonenreiches“ (Leipzig 1900), 97; ~Lepsius~, „Über die Götter ...“
+233.
+
+[3581] ~Pietschmann~, PW. 1, 2807.
+
+[3582] ~Brugsch~ a. a. O. 318, 330.
+
+[3583] ~Brugsch~, ebd. u. 326, 329.
+
+[3584] ~Brugsch~, „Rel.“ 73.
+
+[3585] Nach ~Prinz~ ist diese Erklärung nicht ausgeschlossen, aber
+keineswegs sicher bewiesen („Symbolik“ 20, 12), und das Bild besitzt
+nur untergeordnete Bedeutung, hauptsächlich für die Schrift. Die
+Form der geflügelten Scheibe kommt schon im alten Reiche vor (ebd.
+11, 42 ff.), tritt aber selbst im mittleren noch ziemlich vereinzelt
+auf (ebd. 43). Für den Mond ist das wichtigste Bild der in der
+Sichel ruhende Vollmond, während die einfache Sichel fast nur in der
+Schrift gebräuchlich ist (ebd. 13) und als Zeichen der ~Isis~ erst in
+ptolemäisch-römischer Zeit auftaucht (ebd. 51).
+
+[3586] ~Jeremias~, „Handbuch“ 31.
+
+[3587] ~Dieterich~, „Abraxas“ 189, 190, 193, 199, 204; über ☉ = Löwe
+(gelb und zur Sonne gehörig) und das Symbol der sich in den Schwanz
+beißenden Schlange = κόσμος = Sonne s. ebd. 52.
+
+[3588] Nach ~Prinz~ sind alle diese babylonischen Zeichen durchaus
+einheimischer und selbständiger Herkunft (a. a. O. 74 ff., 117).
+
+[3589] ~Hüsing~, A. Rel. 4, 350.
+
+[3590] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 639; 630, 632.
+
+[3591] ebd. 3, 123.
+
+[3592] ebd. 3, 40; ~Dieterich~, „Mithras“ 46, s. Titelbild; Abbildung
+des Zeichens auch ~Boll~, „Sphaera“ 308.
+
+[3593] ~Dieterich~, „Abraxas“ 199; vgl. den weiter oben erwähnten
+„Flügel des ~Hermes~“.
+
+[3594] ebd. 171, 179, 189, 196, 200, 204, 205.
+
+[3595] ebd. 5, 64, 174, 176, 180, 186-190, 193, 200, 204.
+
+[3596] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 147.
+
+[3597] ~Brugsch~, „Äg.“ 392; ~Berthelot~, „Or.“ 83.
+
+[3598] So noch bei ~Zosimos~ und ~Kosmas~.
+
+[3599] „Or.“ 83.
+
+[3600] ~Lippmann~, „Chemische Papyri des 3. Jahrhunderts“ (Chem.-Ztg.
+1913), 933.
+
+[3601] ~Berthelot~, „Or.“ 332 ff.
+
+[3602] ~Szanto~, PW. 1, 1614; ~Boll~, „Erf.“ 121, 126.
+
+[3603] ~Dieterich~, „Abraxas“ 204.
+
+[3604] ~Kopp~, „Beitr.“ 499; ~Szanto~, PW. 1, 1615.
+
+[3605] ~Dieterich~, „Abraxas“ a. a. O.; „Mithras“ 8.
+
+[3606] „Beitr.“ 504.
+
+[3607] „Kosmos“ (Stuttgart 1860), 3, 424.
+
+[3608] ed. ~Skutsch~, ~Kroll~, ~Ziegler~ 1, 42, 19.
+
+[3609] ebd. 2, 43.
+
+[3610] ~Berthelot~, „Coll.“ II, 82, 84 ff., 97; „Intr.“ 294; „Or.“ 231.
+
+[3611] ~Usener~, „De Stephano Alexandrino“ (Bonn 1880), 33, 37, 39.
+
+[3612] ~Berthelot~, „Coll.“ II, 25 ff.
+
+[3613] ~Berthelot~, „Intr.“ 92 ff., 123, 101 ff.
+
+[3614] ~Berthelot~, „Coll.“ I, 25, 47.
+
+[3615] ~Sethe~ und ~Spiegelberg~, M. G. M. 1, 328.
+
+[3616] ed. ~Schmidt~ 297.
+
+[3617] „Beiträge zur Geschichte der Erfindungen“ (Leipzig 1786 ff.), 3,
+356.
+
+[3618] „Exercitationes Plinianae“ (Utrecht 1689), 2, 872 ff.; vgl.
+~Boerhaave~, „Elementa Chemiae“ (Leiden 1732), 1, 12.
+
+[3619] üb. ~Dieterici~ 6, 131.
+
+[3620] Über den Zusammenhang von Mondstationen (Tierkreisbildern) und
+Alphabet vgl. ~Lichtenberg~, M. G. M. 13, 248.
+
+[3621] Üb. ~Kayser~ (Stuttgart 1893), 248 ff., 348; 70, 273 ff.
+
+[3622] ~Berthelot~, „Mâ.“ I, 1 ff.; 221.
+
+[3623] κασσίτερον = Kassíteron; κρότινον = Krótinon (syrisch).
+
+[3624] Die beiden Bilder für Mond und Sonne (Silber und Gold)
+nebeneinander gesetzt.
+
+[3625] Syrisches Wort?
+
+[3626] ~Hoffmann~ 525.
+
+[3627] ~Berthelot~, „Mâ.“ I, Vorr. 15.
+
+[3628] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 150.
+
+[3629] ~Berthelot~, „Mâ.“ I, 221, 229. -- Über den ursprünglich
+astrologischen Gebrauch von ἀναβιβάζων, οἰκοδεσπότης und ähnlichen
+Kunstworten s. ~Salmasius~, „De annis climactericis“ (Leiden 1648),
+185; 99, 264, 277, 339 ff.
+
+[3630] ~Berthelot~, „Mâ.“ I, 7, 9.
+
+[3631] ebd. I, 2.
+
+[3632] ~Chwolsohn~ 2, 839, 842.
+
+[3633] ~Salmasius~ a. a. O.
+
+[3634] ebd.; ~Kobert~, „Arznei-Verordnungs-Lehre“ (Stuttgart 1913), 4.
+
+[3635] ~Hultsch~, PW. 2, 1077 ff.
+
+[3636] [Symbol] schon bei ~Archimedes~, s. „Archimedes Werke“, ed.
+~Heath-Kliem~ (Berlin 1914), 61; vgl. ~Kubitschek~, PW. 2, 1500, 1512.
+
+[3637] Nach ~Cantors~ „Vorlesungen über Geschichte der Mathematik“
+(Leipzig 1907; 1, 711) kann hierbei an keinen Zusammenhang mit
+der indischen Null gedacht werden, die man zwar in Indien um 500
+seit längerem benützte (ebd. 1, 71), in Alexandria aber erst viel
+später kennen lernte als die übrigen (schon im 2. Jahrhundert dahin
+verbreiteten) indischen Ziffern, die ebenfalls aus den Buchstaben
+des Alphabetes oder der Worte für die Zahlen entstanden waren. Über
+die Entwicklung ihrer Gestalten s. die Tafel zu ~Cantors~ Bd. 1,
+sowie ~Tropfke~, „Geschichte der Elementar-Mathematik“ (Leipzig 1902;
+1, 17). -- Nach ~Jacob~ ist die Bekanntschaft der alexandrinischen
+Gelehrten mit den indischen Ziffern (auch noch ohne Null) im 2. oder
+3. Jahrhundert noch durchaus zweifelhaft; bei den Arabern ist die
+Kenntnis der Null (sifr = leer, daher „Ziffer“) schon im 8. Jahrhundert
+sicher bezeugt (also damals wohl nicht mehr ganz neu) und der Gebrauch
+indischer Ziffern in einem zu Wien befindlichen arabischen Papyrus von
+873 zuerst nachweisbar; die Frage, ob und wie die Zahlzeichen aus den
+Anfangsbuchstaben indischer oder arabischer Worte entstanden, bedarf
+noch weiterer Aufklärung („Östliche Kulturelemente im Abendlande“,
+Berlin 1912, 10 ff.). -- ~Suter~ gibt an, daß die indischen Ziffern
++mit+ der Null um 770 nach Bagdad gelangten, vielleicht aber schon
+vorher über Syrien nach Nordafrika und Spanien; als einer der Ersten
+bedient sich ihrer ~Alkhwarizmi~ (780-840?), allgemein kamen sie aber
+erst im 11. Jahrhundert in Benützung („Enz. d. Islams“ 2, 335). -- In
+Indien selbst waren sie im 6. Jahrhundert bereits wohlbekannt (~Rây~,
+„History of Hindu Chemistry“ (Calcutta 1909) 2, 117 ff.).
+
+[3638] ~Schmidt~, „Realistische Chrestomathie aus der Litteratur des
+klassischen Altertums“ (Leipzig 1900), 1, 127.
+
+[3639] ~Kubitschek~ a. a. O.; ~Wessely~, „Chrysographie“, in „Wiener
+Studien“ (1890), 12, 265; ~Paulus Aegineta~ (Arzt des 7. Jahrhunderts),
+üb. ~Berendes~ (Leiden 1914), 840 ff., lib. 7, cap. 26. Über die
+Wiedergabe von Maßen usw. durch die Anfangsbuchstaben ihrer Namen und
+aus diesen hervorgegangene Zeichen (z. B. bei ~Celsus~ und ~Galenos~)
+s. auch ~Berendes~, „Die Pharmazie bei den alten Kulturvölkern“ (Halle
+1891), 35, 77.
+
+[3640] ~Schmidt~, „Kulturgesch. Beiträge zur Kenntnis des griechischen
+und römischen Altertums“ (Leipzig 1914), 15.
+
+[3641] ~Berthelot~, „Or.“ 113; „Coll.“ II, 24 ff.; „Mâ.“ I, 1 ff.
+
+[3642] ~Berthelot~, „Coll.“ II, 103.
+
+[3643] ~De Boer~, „Geschichte der Philosophie im Islam“ (Stuttgart
+1901) 21; ~Dieterici~, „Schriften der lauteren Brüder“ (Berlin
+1858 ff.) 6, 241 ff.; ~Leclerc~, „Histoire de la médecine arabe“
+(Paris 1876) 1, 122 ff.; ~Brockelmann~, „Geschichte der christlichen
+Litteraturen des Orients“ (Leipzig 1907) 42 ff.
+
+[3644] ~Leclerc~, a. a. O.; ~De Boer~, a. a. O.; ~Meyerhof~, M. G. M.
+15, 145.
+
+[3645] ~Albiruni~, „Chronology of ancient nations“, üb. ~Sachau~
+(London 1879) 227, 337.
+
+[3646] ~Albiruni~, a. a. O. 338, 344, 345, 348.
+
+[3647] ~Hommel~, PW. 2, 1307; die Sonne (Schams) war bei ihnen weiblich
+und dem Monde untergeordnet.
+
+[3648] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 166 ff., 365.
+
+[3649] ~Nallino~, M. G. M. 11, 478; „Enzykl. d. Islam“ 1, 514.
+
+[3650] „Geschichte der Alchemie“ (Halle 1832), 85, 86.
+
+[3651] Der Historiker ~Ibn Khaldun~ (1332-1406) verwechselt ihn mit
+einer anderen Persönlichkeit (~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 1, 48).
+
+[3652] ~Kremer~, „Kulturgeschichte des Orients unter den Khalifen“
+(Wien 1875) 2, 409; ~Kopp~, „Beitr.“ III, 11; ~Leclerc~, a. a. O. 1, 61
+ff.; ~Berthelot~, „Mâ.“ III 2, 9 ff.; ~E. Wiedemann~, M. G. M. 11, 343.
+
+[3653] In Wirklichkeit finden sich bei den Kopten nur erst aus dem
+Arabischen entlehnte Gedanken und Kunstausdrücke (~Lemm~, M. G. M. 3,
+86).
+
+[3654] ~Wüstenfeld~, „Die Statthalter von Ägypten zur Zeit der
+Khalifen“ (Göttingen 1875) 1, 35.
+
+[3655] ~Leclerc~ 1, 68; die angeblichen lateinischen Übersetzungen von
+Werken des ~Khalid~, das sog. „Liber trium verborum“, u. dgl., sind
+mittelalterliche Pseudepigraphen.
+
+[3656] ~Kremer~, a. a. O. 2, 450.
+
+[3657] Baurak = Alkali, später = Borax.
+
+[3658] „Beitr.“ 2, 345 ff.
+
+[3659] ~Leclerc~ 1, 42, 63. -- Der Text des „Fihrist“ gibt den Namen
+„~Mrjans~“ an (~Ruska~).
+
+[3660] ~Leclerc~ 1, 64. -- Von einigen wird er mit dem Gelehrten
+~Robert~ von ~Chartres~ identifiziert, vielleicht ist er aber auch
+der nämliche wie ~Robert~ von ~Chester~, der auch sonstige arabische
+Werke übersetzte, u. a. 1145 ein mathematisches (~Ruska~, „Zur älteren
+arabischen Algebra und Rechenkunst“, Heidelberg 1917; 24, 81).
+
+[3661] ~Leclerc~ 2, 381.
+
+[3662] ~Wüstenfeld~, „Die Übersetzungen arabischer Werke in das
+Lateinische“ (Göttingen 1877), 47.
+
+[3663] ~Wüstenfeld~, a. a. O.
+
+[3664] lib. 26, cap. 8.
+
+[3665] ~Leclerc~ 2, 425.
+
+[3666] S. den prächtigen Pariser Druck von 1564, 10; 5, 8, 31. ~Madoya~
+ist offenbar aus ~Muawija~ verderbt, und „König“ steht euphemistisch
+für Prätendent.
+
+[3667] Laut S. 22 ist z. B. ~Herlzel~ = ~Heraklius~, was wohl niemand
+erraten könnte; dieser Kaiser gilt auch als alchemistische Autorität
+(15 ff.).
+
+[3668] ebd. 19.
+
+[3669] ebd. 29, 31, 33.
+
+[3670] ebd. 20, 21, 26, 33, 34.
+
+[3671] ebd. 21, 33.
+
+[3672] ebd. 24.
+
+[3673] ebd. 1, 2, 30 ff.
+
+[3674] ebd. 19.
+
+[3675] Auffällig ist „Alchymia“ im Sinne von „Xerion“.
+
+[3676] In ~Ladenburgs~ „Handwörterbuch“ 2, 530.
+
+[3677] ~Berthelot~, „Mâ.“ III, 45 ff.
+
+[3678] ebd. I, 278. Vgl. oben, S. 339, bei „~Pibêchios~“.
+
+[3679] Mâ. III, 74.
+
+[3680] ebd. III, 50, 64.
+
+[3681] Mâ. III, 45 ff.
+
+[3682] ebd. III, 73 ff.
+
+[3683] ebd. III, 45 ff.; mit Abbildungen.
+
+[3684] ebd. III, 46, 74.
+
+[3685] ebd. III, 63.
+
+[3686] ebd. III, 59, 62.
+
+[3687] ebd. III, 58 ff.
+
+[3688] ebd. III, 52, 61, 69.
+
+[3689] ebd. III, 69, 71.
+
+[3690] ebd. III, 50, 68 ff., 169.
+
+[3691] ebd. III, 71.
+
+[3692] ebd. III, 69.
+
+[3693] ebd. III, 49, 54, 70.
+
+[3694] Mâ. III, 56, 67.
+
+[3695] ebd. III, 54, 69; 55, 68.
+
+[3696] ebd. III, 54, 55, 67.
+
+[3697] ebd. III, 76 ff.
+
+[3698] ebd. III, 84, 103.
+
+[3699] ebd. III, 79, 99.
+
+[3700] ebd. III, 96.
+
+[3701] ebd. III, 114.
+
+[3702] ebd. III, 11, 16, 29, 30. -- Das R (statt Z) im Namen des
+~Zosimos~ erklärt sich aus dem Fehlen eines sog. diakritischen Punktes
+im arabischen Original; im übrigen liegen nur Entstellungen seitens der
+lateinischen Abschreiber vor (~Ruska~).
+
+[3703] ebd. III, 80.
+
+[3704] ebd. III, 84, 113.
+
+[3705] ebd. III, 101.
+
+[3706] ebd. III, 110, 115.
+
+[3707] ebd. III, 89, 99, 103, 110.
+
+[3708] ebd. III, 77, 99.
+
+[3709] ebd. III, 78, 79.
+
+[3710] ebd. III, 76.
+
+[3711] ebd. III, 78.
+
+[3712] Mâ. III, 92 ff.; 109.
+
+[3713] ebd. III, 91, 97.
+
+[3714] ebd. III, 79, 85.
+
+[3715] ebd. III, 79, 92 ff., 109.
+
+[3716] ebd. III, 85.
+
+[3717] ebd. III, 81; 99, 111, 114.
+
+[3718] ebd. III, 112.
+
+[3719] ebd. III, 87.
+
+[3720] ebd. III, 90.
+
+[3721] ebd. III, 80.
+
+[3722] ebd. III, 116 ff.; s. oben S. 66.
+
+[3723] ebd. III, 13.
+
+[3724] ebd. III, 117 ff.
+
+[3725] ebd. III, 117.
+
+[3726] ebd. III, 116 ff.
+
+[3727] Mâ. III, 119 ff.
+
+[3728] Vgl. den Brief des ~Pibêchios~ an ~Osron~.
+
+[3729] ebd. III, 124 ff.
+
+[3730] Vgl. seine Erwähnung bei ~Krates~.
+
+[3731] ~Kopp~, „Beitr.“ III, 16 ff.; Mâ. III, 2, 9 ff.
+
+[3732] Vgl. das Verzeichnis Mâ. III, 31 ff.
+
+[3733] ~Berthelots~ zweckmäßiger Vorschlag, die beiden Schriftsteller
+durch die Namen ~Dschabir~ und ~Geber~ zu unterscheiden, ist auch im
+nachstehenden befolgt worden.
+
+[3734] Mâ. III, 126 ff.
+
+[3735] ebd. III, 16 ff.
+
+[3736] ebd. III, 21.
+
+[3737] ebd. III, 126, 127.
+
+[3738] ebd. III, 131.
+
+[3739] ebd. III, 126.
+
+[3740] ebd. III, 18.
+
+[3741] ebd. III, 128, 132.
+
+[3742] ebd. III, 129.
+
+[3743] ebd. III, 130.
+
+[3744] ebd. III, 133 ff.
+
+[3745] Mâ. III, 135, 137.
+
+[3746] ebd. III, 139 ff.
+
+[3747] ebd. III, 147, 149.
+
+[3748] ebd. III, 160.
+
+[3749] ebd. III, 156 ff.
+
+[3750] ebd. III, 162.
+
+[3751] ebd. III, 153, 155; die Stelle ist zum Teil unverständlich,
+auch bleibt unklar, was unter Barud (= Hagel, Körner, Krystalle, ...)
+gemeint ist.
+
+[3752] Mâ. III, 145.
+
+[3753] ebd. III, 163 ff.
+
+[3754] ebd. III, 163.
+
+[3755] ebd. III, 172; 167, 169.
+
+[3756] ebd. III, 169.
+
+[3757] ebd. III, 168, 170 ff.
+
+[3758] ebd. III, 179 ff.; 168.
+
+[3759] Mâ. III, 177.
+
+[3760] ebd. III, 174, 176.
+
+[3761] ebd. III, 175, 176; die mitgeteilte Beobachtung entspricht den
+Tatsachen.
+
+[3762] ebd. III, 176.
+
+[3763] ebd. III, 177, 183.
+
+[3764] ebd. III, 178.
+
+[3765] ebd. III, 208.
+
+[3766] ebd. III, 177 ff.
+
+[3767] ebd. III, 179.
+
+[3768] Mâ. III, 166, 177; 171.
+
+[3769] ebd. III, 181.
+
+[3770] ebd. III, 186 ff.
+
+[3771] ebd. III, 188.
+
+[3772] ebd. III, 179 ff., 183, 186 ff., 189.
+
+[3773] ebd. III, 191 ff.
+
+[3774] ebd. III, 21.
+
+[3775] ebd. III, 191 ff.
+
+[3776] ebd. III, 205, 225.
+
+[3777] ebd. III, 207 ff.
+
+[3778] ebd. III, 208.
+
+[3779] ebd. III, 213.
+
+[3780] ebd. III, 221.
+
+[3781] ebd. III, 32 ff.
+
+[3782] Mâ. II, 320 ff.; 336.
+
+[3783] Arch. 308 ff.
+
+[3784] ebd. 308 ff.; Mâ. II, 320 ff.; III, 8.
+
+[3785] Arch. 350, 356.
+
+[3786] ebd. 352, 360.
+
+[3787] ebd. 359.
+
+[3788] ebd. 357.
+
+[3789] ebd. 342 ff.; 346.
+
+[3790] ebd. 346.
+
+[3791] ebd. 316; 345 ff.
+
+[3792] ebd. 345, 355.
+
+[3793] ebd. 356, 351, 348.
+
+[3794] ebd. 345, 346.
+
+[3795] ebd. 357; 329 ff., 333.
+
+[3796] ebd. 352.
+
+[3797] ebd. 329 ff.; 332 ff.
+
+[3798] ebd. 315; 311, 362.
+
+[3799] ebd. 315 ff., 324.
+
+[3800] ebd. 311, 313, 327, 332, 341.
+
+[3801] ebd. 353.
+
+[3802] Arch. 341; 328.
+
+[3803] ebd. 326 ff.
+
+[3804] ebd. 354.
+
+[3805] ebd. 327, 346.
+
+[3806] ebd. 334, 351.
+
+[3807] ebd. 351, 354.
+
+[3808] ebd. 330, 352.
+
+[3809] ebd. 330, 352.
+
+[3810] ebd. 358 ff.
+
+[3811] Mâ. III, 331.
+
+[3812] Arch. 356.
+
+[3813] ebd. 358.
+
+[3814] ebd. 329, 351; 326 ff., 338.
+
+[3815] ebd. 327.
+
+[3816] ebd. 312, 325; 312, 317.
+
+[3817] ebd. 329, 332.
+
+[3818] ebd. 330.
+
+[3819] ebd. 318, 324, 351.
+
+[3820] ebd. 351.
+
+[3821] ~Goldziher~, M. G. M. 10, 24.
+
+[3822] ~Dieterici~, „Schriften der lauteren Brüder“ (Berlin 1858
+ff.) 4, Vorr. 1. Die Übersetzung umfaßt acht Teile: a) Philosophie,
+Makrokosmos (1876), b) Mikrokosmos (1879); c) Propädeutik (1865); d)
+Logik und Psychologie (1868); e) Naturwissenschaft und Naturphilosophie
+(1876; 1. Aufl. 1861); f) Der Streit zwischen Mensch und Tier (1858);
+g) Anthropologie (1871); h) Lehre von der Weltseele (1873). Sie gibt
+nach ~Dieterici~ alles Wichtige treu und genau wieder (4, Vorr. 9; 7,
+Vorr. 8); betreff des Naturwissenschaftlichen wurde stets sachkundiger
+Beirat benützt (5, Vorr. 16). -- Daß jedoch ~Dieterici~ nur eine
+Auswahl, keine vollständige Übersetzung bietet und zudem in vielem
+ungenau und unzuverlässig ist, erwähnt ~Ruska~ („Zur älteren arabischen
+Algebra ...“, 78).
+
+[3823] ~Dieterici~ 4, Vorr. 1; 8, Vorr. 5; ~Leclerc~, „Histoire de
+la médecine arabe“ (Paris 1876) 1, 393; ~De Boer~, „Geschichte der
+Philosophie im Islam“ (Stuttgart 1901) 76 ff.; ~Deussen~ 2 (2), 3, 405
+ff.; ~E. Wiedemann~, „Zur Chemie der Araber“ (Zeitschr. d. Deutschen
+Morgenländ. Ges. 1878, 579); ders. „Über die Naturwissenschaften bei
+den Arabern“ (Hamburg 1890), 21 ff. -- Unter den abergläubischen
+Vorstellungen spielen namentlich die hermetischen eine beachtenswerte
+Rolle (~Reitzenstein~, „Poimandres“ 181; „Psyche“ 56 ff.).
+
+[3824] ~Dieterici~ 3, Vorr. 4 ff. u. 1; ~De Boer~, a. a. O.
+
+[3825] ~Dieterici~ 3, 184; 4, 1; 6, 263; 7, 41. Alle weiteren Zitate
+dieses Absatzes, bei denen nichts Besonderes angegeben ist, beziehen
+sich auf die Übersetzung ~Dietericis~.
+
+[3826] 6, 217.
+
+[3827] Vorr. 5, 8 ff.; 6, 221 ff.
+
+[3828] 6, 221 ff.
+
+[3829] ~Dieterici~, „Philosophische Abhandlungen des ~Alfarabi~“
+(Leiden 1892) Vorr. 38.
+
+[3830] 7, Vorr. 8; 180 ff., 202 ff.
+
+[3831] 6, 241 ff.
+
+[3832] 7, Vorr. 4 ff.
+
+[3833] 3, Vorr. 4 u. 1; 5, Vorr. 8 ff.; 6, 221 ff., 237 ff., 246;
+8, Vorr. 10 ff. Hinsichtlich der aristotelischen Theorien vgl. zu
+diesem ganzen Abschnitte: ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 64. -- Bezüglich der
+hermetischen Einflüsse s. ~Reitzenstein~, „Poimandres“ 56, „Psyche“ 181.
+
+[3834] 8, Vorr. 7, 9; 8, 131.
+
+[3835] 8, 4 ff.
+
+[3836] 1, 185 ff.; 4, 99; 8, 18 ff.
+
+[3837] 2, 175 ff.
+
+[3838] 8, 25.
+
+[3839] 5, 143 ff.; 6, 129.
+
+[3840] 7, 164 ff., 189.
+
+[3841] 7, 67, 133.
+
+[3842] 5, 202.
+
+[3843] 7, 111, 113.
+
+[3844] 1, 176 ff.; 5, 3 ff., 165; 8, 12.
+
+[3845] 3, 4; 5, 55 ff.
+
+[3846] 1, 190 ff.; 7, 3.
+
+[3847] 3, 4, 47.
+
+[3848] 3, 4; 4, 106.
+
+[3849] 3, 120, 126; 8, 2.
+
+[3850] 5, 85.
+
+[3851] 1, 227.
+
+[3852] 1, 133; 2, 200; 5, 55 ff.
+
+[3853] 7, 193.
+
+[3854] 5, 4 ff.
+
+[3855] 5, 48, 58; 7, 163 ff.
+
+[3856] 1, 203; 6, 296; 7, 23; 8, 128, 183.
+
+[3857] 8, 195; vgl. 8, 3, wo das Oktaeder für Wasser und das Ikosaeder
+für die Luft steht.
+
+[3858] 3, 9, 34, 43 ff.; über die große Rolle der Zahlen- und
+Buchstaben-Spielereien vgl. ~De Boer~, a. a. O.
+
+[3859] S. Anmerkung 2.
+
+[3860] 5, 13.
+
+[3861] 5, 116 ff.
+
+[3862] 8, 74.
+
+[3863] 5, 75.
+
+[3864] 2, 96; 3, 104; 7, 31, 33, 166, 171, 188 ff.; 7, 172, 194.
+
+[3865] 3, 144; 7, 200.
+
+[3866] 5, 81.
+
+[3867] 5, 80.
+
+[3868] 5, 79, 10.
+
+[3869] 5, 106, 107; 8, 121.
+
+[3870] 8, 121.
+
+[3871] 7, 175.
+
+[3872] 5, 81; 7, 14.
+
+[3873] 7, 193; 8, 29.
+
+[3874] 2, 9, 25.
+
+[3875] 1, 190 ff.; 3, 73 ff.; 5, 4 ff., 141, 168 ff.; 7, 50, 129; 8, 66.
+
+[3876] 7, 129.
+
+[3877] 3, 4; 6, 248.
+
+[3878] 3, 4; 4, 106.
+
+[3879] 3, 73 ff.
+
+[3880] 3, 189; 5, 155; 6, 92.
+
+[3881] 5, 103 ff.
+
+[3882] ebd.; ~De Boer~ 82.
+
+[3883] 3, 73 ff.
+
+[3884] 2, 198; 4, 13.
+
+[3885] 6, 178 ff.
+
+[3886] 5, 153 ff.; 7, 148; 8, 112 ff.
+
+[3887] 1, 185 ff.; 2, 81 ff.; 3, 73 ff.; 5, 61 ff., 100 ff., 122, 136,
+143 ff.; 8, 66.
+
+[3888] 2, 167; 6, 95.
+
+[3889] 2, 26, 71 ff., 78, 90 ff.; 7, 61 ff. Farben: 5, 114 ff.
+
+[3890] 3, 8, 69. Daher gibt es auch 7 Zauberquadrate (~Cantor~,
+„Vorlesungen über Geschichte der Mathematik“, Leipzig 1907; 1, 741),
+die noch ~Agrippa von Nettesheim~ den 7 Planeten zuteilt („De occulta
+philosophia“, Frankfurt 1533; 2, 437).
+
+[3891] 8, 155.
+
+[3892] 3, 54.
+
+[3893] 6, 270.
+
+[3894] 3, 54; 6, 131.
+
+[3895] 3, 79; 8, 113.
+
+[3896] 2, 169; 4, 197.
+
+[3897] 5, 155 ff.; 7, 61 ff.
+
+[3898] 8, 186.
+
+[3899] 7, 61, 75, 79.
+
+[3900] 4, 110.
+
+[3901] 6, 203, 290, 297.
+
+[3902] 2, 169; 4, 97 ff., 110.
+
+[3903] 7, 47 ff.
+
+[3904] 7, 61 ff.
+
+[3905] 5, 79 ff.
+
+[3906] ebd.; dieses Vorurteil ist noch heutzutage weitverbreitet.
+
+[3907] 7, 48.
+
+[3908] 5, 115.
+
+[3909] 5, 114 ff.; 8, 190 ff.
+
+[3910] 5, 112, 131.
+
+[3911] 5, 146 ff.
+
+[3912] 5, 136, 143 ff.
+
+[3913] 5, 93.
+
+[3914] 8, 61 ff.
+
+[3915] 7, 179; 8, 66.
+
+[3916] 3, 166.
+
+[3917] 3, 167.
+
+[3918] 2, 10; 5, 116, 124 ff.
+
+[3919] 5, 99 ff.
+
+[3920] 4, 14; 5, 69, 77; 7, 169, 193.
+
+[3921] 1, 127; 2, 13 ff.; 5, 106, 107, 114.
+
+[3922] 5, 111 ff., 129.
+
+[3923] 2, 21; 5, 112, 129, 155 ff.
+
+[3924] 2, 21; 5, 129.
+
+[3925] 2, 4 ff.
+
+[3926] 1, 214; 5, 4 ff., 97, 130, 168 ff.; 8, 19 ff., 121.
+
+[3927] 8, 182.
+
+[3928] 1, 127; weißes Blei = Zinn.
+
+[3929] 2, 13 ff., 22, 197, 200; 3, 164; 4, 14; 5, 97, 114, 121. Über
+die zum Teil recht alten Vorstellungen betreff der Reihenfolge der
+Metalle vgl. ~Steinschneider~, „Rangstreit-Litteratur“ (Wien 1908);
+Disputationen zwischen Gold und Quecksilber, oder Eisen und Silber sind
+noch im sog. „Buche der 70“ und bei ~Vincentius Bellovacensis~ (13.
+Jahrhundert) erhalten; s. ~Kopp~, „Alch.“ 2, 330 und ~Berthelot~, „Mâ.“
+I, 70, 326.
+
+[3930] 15, 111.
+
+[3931] 2, 9; 5, 111.
+
+[3932] 1, 127; 4, 14; 5, 107; 7, 169, 193.
+
+[3933] 5, 116; 130, 5, 111, 116.
+
+[3934] 5, 120, 130; über Kali und Natron in der ältesten neupersischen
+Pharmakopoe des ~Ali Mansur Muwaffaq~ (verf. um 975) s. ~Lippmann~,
+„Abh.“ 1, 81.
+
+[3935] 5, 130.
+
+[3936] 1, 127; 2, 22; 5, 130.
+
+[3937] 5, 120; noch ~Muqaddasi~, der 985 schrieb, setzt Glas als in der
+Regel grün voraus (~E. Wiedemann~, „A. Nat.“ 1, 211).
+
+[3938] 2, 11 ff.; 5, 112.
+
+[3939] 5, 4, 112, 126; 7, 193; 8, 75, 190.
+
+[3940] 5, 112, 130 ff.
+
+[3941] 1, 127, 214; 2, 15; 5, 114 ff., 130 ff.; 6, 175; 8, 7, 166.
+
+[3942] 5, 107, 116.
+
+[3943] 1, 201; 5, 87.
+
+[3944] 2, 18; 5, 115.
+
+[3945] 5, 129.
+
+[3946] 5, 124, 131; 2, 20. Es handelt sich also um eine sog.
+Zementation.
+
+[3947] 5, 115.
+
+[3948] 2, 20; 5, 11, 127.
+
+[3949] 5, 127.
+
+[3950] 5, 11.
+
+[3951] 4, 94; 5, 5. Der persische Dirhem hatte etwa 70 Pf. Silberwert
+und entsprach 7-8,5 Mk. heutigen Geldwertes. -- Betreff des „syrischen
+Glases“ ist zu bemerken, daß zâdsch (Vitriol oder ihm Ähnliches) und
+zudschâdsch (Glas) zuweilen verwechselt werden, vgl. vitriolum und
+vitrum (~Ruska~).
+
+[3952] 2, 20 ff.; 5, 127, 131.
+
+[3953] 5, 128; 2, 21.
+
+[3954] 5, 111, 129; 8, 149.
+
+[3955] 2, 21.
+
+[3956] 2, 123; 5, 135.
+
+[3957] 7, 179.
+
+[3958] 5, 129; 2, 21.
+
+[3959] 2, 22; 5, 134. Das „Zerbrechen“ enthält eine Anspielung auf
+das An- oder Einschmelzen der Edelsteine in Bleiplatten, zwecks der
+Bearbeitung.
+
+[3960] 2, 15.
+
+[3961] 6, 165.
+
+[3962] 8, 61 ff.
+
+[3963] 2, 22; 5, 130.
+
+[3964] 8, 190 ff.
+
+[3965] 2, 21; 5, 127, 128.
+
+[3966] 5, 118 ff., 134.
+
+[3967] 5, 112 ff., 120.
+
+[3968] 2, 100; 7, 36.
+
+[3969] 4, 25; 7, 54.
+
+[3970] 6, 137.
+
+[3971] 6, 102.
+
+[3972] 1, 202; 5, 88.
+
+[3973] 5, 131; 7, 169.
+
+[3974] 5, 132; 7, 75; 8, 192.
+
+[3975] 5, 178.
+
+[3976] 5, 122; 6, 125; 7, 118.
+
+[3977] 6, 147, 128.
+
+[3978] 5, 179.
+
+[3979] 6, 142; 7, 114 ff. Gemeint ist wohl Marzipan.
+
+[3980] 7, 220; 6, 142; 7, 14.
+
+[3981] 6, 83.
+
+[3982] 1, 128; 2, 7, 41, 201; 4, 14; 5, 179, 206; 6, 13, 93, 140; 7,
+168, 169; 8, 7.
+
+[3983] 3, Vorr. 4; 3, 1.
+
+[3984] ~Deussen~, a. a. O.
+
+[3985] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 101.
+
+[3986] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 107, 135.
+
+[3987] Die Werke des sog. ~Geber~ kommen hierfür nicht in Betracht, da
+sie Pseudepigraphen des ausgehenden 13. Jahrhunderts sind (s. unten).
+
+[3988] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 148 ff.
+
+[3989] ~Ruska~, „Das Steinbuch des Aristoteles“ (Heidelberg 1912). --
+Einige Zusätze s. bei ~Seybold~, „Zeitschr. d. Deutschen Morgenländ.
+Ges.“, Bd. 68, 606.
+
+[3990] ~Ruska~ 43, 45, 92. Alle weiteren Zitate dieses Absatzes, bei
+denen nichts Besonderes angegeben ist, beziehen sich auf ~Ruskas~
+Ausgabe.
+
+[3991] 66.
+
+[3992] 91.
+
+[3993] 82.
+
+[3994] 69, 79.
+
+[3995] ~Ausfeld~, „Der griechische Alexander-Roman“ (ed. ~Kroll~,
+Leipzig 1907); ~Hertz~, „Gesammelte Abhandlungen“ (Stuttgart 1905);
+~Rohde~, „Der griechische Roman“ (Leipzig 1900).
+
+[3996] Daher läßt ihn z. B. der persische Dichter ~Nizami~ (gest.
+1198) in seinem „Alexanderliede“ mit ~Thales~, ~Sokrates~, ~Platon~,
+~Aristoteles~, ~Porphyrios~, ~Apollonios von Tyana~ und ~Hermes
+Trismegistos~ disputieren! (~Horn~, „Geschichte der persischen
+Litteratur“, Leipzig 1901; 186).
+
+[3997] 22.
+
+[3998] 161.
+
+[3999] 146.
+
+[4000] 46, 47.
+
+[4001] Die im „Fihrist“ verzeichneten aristotelischen Schriften „De
+metalli fodinis“ und „De siderum arcanis“ bezeichnete ~A. Müller~ schon
+1873 als „alchemistischen Schwindel“ (a. a. O. 55).
+
+[4002] 2 ff.
+
+[4003] Vgl. ~Lenz~, „Mineralogie der alten Griechen und Römer“ (Gotha
+1861); 16.
+
+[4004] 161.
+
+[4005] 83, 158, 159, 162; 163; 82.
+
+[4006] 78, 129, 160, 171.
+
+[4007] 84.
+
+[4008] 129.
+
+[4009] 160.
+
+[4010] 175.
+
+[4011] 22, 142, 175.
+
+[4012] 173, 207
+
+[4013] 174.
+
+[4014] 126.
+
+[4015] 142, 172.
+
+[4016] 140.
+
+[4017] 173.
+
+[4018] 173, 181.
+
+[4019] 158, 159.
+
+[4020] Nach ~Humboldt~ bezeichnen chinesische Autoren des 7.
+Jahrhunderts n. Chr. den von innerasiatischen Vulkanen stammenden
+Salmiak als „tatarisches Salz“ = „nao-scha“ („Zentralasien“, Berlin
+1844; 1, 382 ff., 389 ff.), woraus dann Nûschádir entstanden
+sein dürfte; die große, „Pen-tsao“ genannte Enzyklopädie des
+~Li-schi-tschin~ (16. Jahrhundert) gibt an, die beste Sorte gleiche
+dem ya-siao, d. h. „wie Zähne aussehend“, worunter krystallisierter
+Salpeter zu verstehen ist.
+
+[4021] 43; 76, 191.
+
+[4022] 149, 173.
+
+[4023] 15, 149.
+
+[4024] 19.
+
+[4025] 129, 149.
+
+[4026] 178 ff.; 58, 61; 91.
+
+[4027] 178.
+
+[4028] 142, 178.
+
+[4029] 138.
+
+[4030] 157.
+
+[4031] 178.
+
+[4032] 138, 178, 182.
+
+[4033] 145, 147.
+
+[4034] 156, 179.
+
+[4035] 137.
+
+[4036] 156, 179.
+
+[4037] 154; über den Kompaß s. 38 ff.
+
+[4038] 16, 78, 129, 155 ff. Vom Steine Amphidanes, der die Natur eines
+Goldmagneten habe, berichtet bereits ~Plinius~ (~Krause~, „Pyrgoteles“,
+Halle 1856, 81).
+
+[4039] 82.
+
+[4040] 180; 44.
+
+[4041] 149, 180, 181, 138.
+
+[4042] 54, 129, 175.
+
+[4043] 180, 129, 149.
+
+[4044] 138, 182.
+
+[4045] 138.
+
+[4046] 137, 181.
+
+[4047] 180, 137, 130; 8.
+
+[4048] 84; ob hierbei an ein Quecksilberoxyd zu denken ist, bleibe
+dahingestellt.
+
+[4049] 182, 137.
+
+[4050] 137. Diese Verwechslungen beruhen oft auch bloß auf solchen
+der betreffenden Worte, lassen sich aber nur an deren ursprünglichen
+(orientalischen) Schreibungen verständlich machen (~Ruska~).
+
+[4051] 63, 68 ff., 82, 127 ff.
+
+[4052] 89.
+
+[4053] 76, 68.
+
+[4054] 68, 130.
+
+[4055] 83; „Satansstein“ vielleicht wegen der Gewinnung mit Hilfe böser
+Geister?
+
+[4056] 23.
+
+[4057] 84; 85, 157; 85.
+
+[4058] 174.
+
+[4059] 174.
+
+[4060] 84, 85.
+
+[4061] 59, 162; 69; 82.
+
+[4062] 63, 161.
+
+[4063] 179, 157.
+
+[4064] 60.
+
+[4065] 130.
+
+[4066] 172.
+
+[4067] 158.
+
+[4068] 31; 43, 44.
+
+[4069] 151.
+
+[4070] Nach ~Diels~ („Zeitschrift für vergleichende Sprachforschung“
+1916, 203) könnte heutzutage die Etymologie Dschemest-Amethyst „nur
+Heiterkeit erregen“, da Amethyst fraglos ein echt griechisches Wort
+ist; Smaragd, (σ)μάραγδος, stammt nach ~Diels~ aus dem Indischen
+und im Indischen vielleicht aus einer semitischen Sprache, während
+es ~Schrader~ („Sprachvergleichung und Urgeschichte“, Jena 1907,
+78) unmittelbar mit Markata in Verbindung bringt; tatsächlich ist
+nach ~Hommel~ („Gesch. des alten Morgenlandes“ 74) die Bezeichnung
+„Su-Marchaschi“ = Stein von Marchasch oder Margad“ in Babylonien
+und Assyrien schon um 1450 v. Chr. nachweisbar. -- Mit Marchaschi
+hängt vermutlich auch der Name „Markasit“ zusammen. -- ~Schmidt~
+ist der Ansicht, daß Namen wie Amethyst, Smaragd, Arsen, u. dgl.,
+durch Vermischung oder Vertauschung orientalischer Fremdworte mit
+ähnlich klingenden griechischen Vokabeln entstanden, also durch
+Umformung oder Umdeutung vermöge sog. Volks- oder Pseudo-Etymologien
+(„Kulturhistorische Beiträge“, Leipzig 1912; 2, 73; „Realistische
+Stoffe im humanistischen Unterricht“, Leipzig 1913; 5, 29, 147, 148;
+108).
+
+[4071] 44; 138, 182; 138. Eine Liste der arabischen, hebräischen und
+lateinischen Synonyma: 53, 74 ff.
+
+[4072] S. den vorhergehenden Absatz.
+
+[4073] ~Diels~ versetzt sie zum Teil schon in das 5. bis 6. Jahrhundert
+(„Antike Technik“, Berlin 1914; 109).
+
+[4074] Mâ. II, Vorr. 4.
+
+[4075] ~Hoffmann~ 517.
+
+[4076] Mâ. II, 1 ff.
+
+[4077] ebd. I, 1, 44.
+
+[4078] ebd. I, 2.
+
+[4079] ebd. I, Vorr. 15.
+
+[4080] ebd. I, 97.
+
+[4081] ebd. I, 98, 105.
+
+[4082] ebd. I, 96 ff.; 136.
+
+[4083] ebd. I, 95.
+
+[4084] ebd. I, 93, 94.
+
+[4085] ebd. I, 9, 129.
+
+[4086] ebd. I, 93, 99.
+
+[4087] ebd. I, 92.
+
+[4088] ebd. I, 10.
+
+[4089] Mâ. I, 101, 93; 127, 163, 129.
+
+[4090] ebd. I, 94.
+
+[4091] ebd. I, 92.
+
+[4092] ebd. I, 127, 128; 13.
+
+[4093] ebd. I, 128; als Gewährsmann wird ~Hunaïn~ angeführt, d. i. der
+berühmte arabische Gelehrte ~Hunaïn ibn Ishaq~, der 873 starb.
+
+[4094] ebd. I, 137.
+
+[4095] ebd. I, 10.
+
+[4096] ebd. I, 134.
+
+[4097] ebd. I, 134, 135.
+
+[4098] ebd. I, 103.
+
+[4099] ebd. I, 12, 160, 184.
+
+[4100] ebd. I, 95.
+
+[4101] ebd. I, 103, 104.
+
+[4102] ebd. I, 94.
+
+[4103] Mâ. I, 101 ff.; 103.
+
+[4104] ebd. I, 107 ff.
+
+[4105] ebd. I, 104.
+
+[4106] ebd. I, 93.
+
+[4107] ebd. I, 137.
+
+[4108] ebd. I, 141 ff.
+
+[4109] ebd. I, 156 ff.
+
+[4110] Mâ. I, 171 ff.; 175. Dies empfehlen noch spätmittelalterliche
+Rezepte, vgl. ~Merrifield~ 2, 461.
+
+[4111] ebd. I, 161 ff.
+
+[4112] ebd. I, 186.
+
+[4113] ebd. I, 192.
+
+[4114] ebd. I, 165 ff., 176 ff., 192 ff.
+
+[4115] ebd. I, 170.
+
+[4116] ebd. I. 171.
+
+[4117] ebd. I, 182 ff.
+
+[4118] ebd. I, 155.
+
+[4119] ebd. I, 156 ff.
+
+[4120] Mâ. I, 159.
+
+[4121] ebd. I, 159.
+
+[4122] ebd. I, 59.
+
+[4123] ebd. I, 160.
+
+[4124] ebd. I, 160.
+
+[4125] Arch. 262.
+
+[4126] Mâ. I, 243.
+
+[4127] ebd. I, 160, 163, 154.
+
+[4128] ebd. I, 169.
+
+[4129] ebd. I, 143.
+
+[4130] ebd. II, 59.
+
+[4131] ebd. I, 146; Tabarzad, persisch = „axtgehauen“, bedeutet hier
+den reinsten raffinierten Zucker in Brotform.
+
+[4132] ebd. I, 160 ff.; 146 ff.
+
+[4133] Mâ. I, 159.
+
+[4134] ebd. I, 162, 164.
+
+[4135] ebd. I, 193.
+
+[4136] ebd. I, 155.
+
+[4137] ebd. I, 142.
+
+[4138] ebd. I, 143, 186.
+
+[4139] ebd. I, 186.
+
+[4140] ebd. I, 187.
+
+[4141] ebd. I, 188.
+
+[4142] ebd. I, 154, 179.
+
+[4143] ebd. I, 171, 172.
+
+[4144] ebd. I, 194 ff.
+
+[4145] ebd. I, 155.
+
+[4146] Mâ. I, 154.
+
+[4147] ebd. I, 146; der Text dieser ganzen Stelle ist unklar.
+
+[4148] ebd. I, 164.
+
+[4149] ebd. I, 198.
+
+[4150] ebd. I, 198.
+
+[4151] ebd. I, 184, 190.
+
+[4152] ebd. I, 200.
+
+[4153] ebd. I, 150, 169.
+
+[4154] ebd. I, 142, 168, 169, 187.
+
+[4155] ebd. I, 193.
+
+[4156] ebd. I, 58, 149.
+
+[4157] ebd. I, 151 ff., 165 ff.
+
+[4158] ebd. I, 143, 151, 187.
+
+[4159] ebd. I, 168, 180.
+
+[4160] ebd. I, 170, 174.
+
+[4161] üb. ~Kayser~ (Straßburg 1893), 219.
+
+[4162] ebd. 108, 304; 3, 10, 115, 218, 233 ff.
+
+[4163] ebd. 336, 347.
+
+[4164] ebd. 249, 289.
+
+[4165] ebd. 348.
+
+[4166] ebd. 306, 309.
+
+[4167] ebd. 348. Die Bestandteile und Geschlechter sind hier
+verwechselt: Schwefel enthält Luft und Feuer und ist männlich.
+
+[4168] ebd. 311, 348.
+
+[4169] ebd. 271 ff.
+
+[4170] ebd. 349 ff.
+
+[4171] ebd. 38, 75, 193, 311, 331, 346.
+
+[4172] ebd. 346 ff., 349, 351.
+
+[4173] Beide bezeichnet das nämliche Wort; matal = Grube und Gegrabenes
+(Erz und auch anderes).
+
+[4174] ebd. 308.
+
+[4175] ebd. 305.
+
+[4176] ebd. 95, 340; diesen Aberglauben vermeldet bereits ~Plinius~.
+
+[4177] ebd. 326. Das syrische „Buch der Naturgegenstände“, verfaßt
+gegen 400 und dem ~Aristoteles~ untergeschoben, erzählt, daß sich bei
+Ptolemais ein tiefer runder Platz befinde, der den hineingeworfenen
+Seesand sofort in Glas verwandle (üb. ~Ahrens~, Kiel 1892; 68).
+
+[4178] ebd. 115.
+
+[4179] ebd. 308.
+
+[4180] Verfasser der „Mafâtîh al ʿUlûm“ = „Schlüssel der
+Wissenschaften“.
+
+[4181] Verfasser des um 987 abgeschlossenen „Kitâb al Fihrist“ = „Buch
+des Verzeichnisses“.
+
+[4182] Verfasser der „Taʿrîch al Hukamâ“ = „Geschichte der Gelehrten“.
+
+[4183] Auch ~Alsachawi~ oder ~Alansariî~.
+
+[4184] Heidelberg 1912, Vorr. 5.
+
+[4185] ~Chwolsohn~ 2, Vorr. 19; ~A. Müller~, „Die griechischen
+Philosophen in der arabischen Überlieferung“ (Halle 1873) 3; ~Leclerc~
+1, 196 ff.; 2, 496.
+
+[4186] „Geschichte der arabischen Litteratur“ (Leipzig 1901) 111.
+
+[4187] ~Berthelot~, Mâ. III, 26 ff.
+
+[4188] ebd. III, 40. Nach ~Ruska~ spricht der arabische Text nur von
+„Häusern der Weisheit“.
+
+[4189] Mâ. III. 27 ff.
+
+[4190] ebd. III, 28 ff.
+
+[4191] Erlangen 1902 ff.
+
+[4192] ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 2, 350. Alle weiteren Anführungen in
+diesem Abschnitte, bei denen kein Namen genannt ist, beziehen sich
+auf ~E. Wiedemann~ und, wenn sich auch kein weiterer Titel angegeben
+findet, auf dessen „Beiträge“. -- Über einen unmittelbaren Nachfolger
+~Abu Jusufs~, den ägyptischen Mystiker ~Dauʾn Nun~ oder ~Dhuʾl Nun~
+(gest. 860) ist Näheres nicht bekannt, da seine Schriften teils
+verloren, teils noch nicht durchforscht und überhaupt fragwürdig sind;
+die Angaben ~Berthelots~ (Mâ. III, 36) und ~Carra De Vauxs~ („Enz.
+d. Islams“ 1, 1005) erweisen sich als unvollständig und unzureichend
+(persönliche Mitteilung ~Brockelmanns~; vgl. dessen „Gesch. d. arab.
+Litteratur“ 1901, 134).
+
+[4193] 10, 356.
+
+[4194] ibrîz scheint das griechische ὄβρυζον (óbryzon) zu sein.
+
+[4195] „Journal für praktische Chemie“ II, Bd. 76, 73 ff. (1907); M. G.
+M. 7, 175.
+
+[4196] „J. pr. Ch.“, a. a. O.; 2, 348; ~Leclerc~ 1, 163 ff.
+
+[4197] 25, 116 ff.
+
+[4198] 25, 129.
+
+[4199] 25, 130, 125.
+
+[4200] 25, 116 ff., 123 ff.; 30, 227.
+
+[4201] 25, 130.
+
+[4202] Über diesen Namen bei ~Marco Polo~ s. ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 266.
+
+[4203] 25, 119, 120.
+
+[4204] ~De Boer~ 97.
+
+[4205] ~Ruska~, „Enzykl. d. Islam“ 2, 24.
+
+[4206] 30, 241.
+
+[4207] 24, 84; 30, 245 ff.
+
+[4208] 10, 355 ff. Der persischen Stahlspiegel gedenken auch ~Alfarabi~
+(11, 90; s. unten) und ~Marco Polo~ (a. a. O. 2, 265).
+
+[4209] 9, 194; „J. pr. Chr.“ II, Bd. 76, 123.
+
+[4210] 3, 227.
+
+[4211] Mâ. II, 306; 299.
+
+[4212] ~Leclerc~ 2, 496.
+
+[4213] A. Nat. 3, 79.
+
+[4214] ~De Boer~ 73 ff. Dem ~Platon~ (~Iflatun~) und ~Aristoteles~
+schrieb man schon frühzeitig Abhandlungen alchemistischen und
+chemischen Inhaltes zu, ferner solche über das spezifische Gewicht
+der Metalle und Legierungen, über die Erkennung und Ermittlung eines
+Bleigehaltes im Silber, usf. (8, 173). Nicht selten betrachtete man
+auch beide Philosophen als eine Art Zugehörige der muslimischen Welt
+und behauptete daher u. a., ~Platon~ sei in Alexandria, in Haleb
+(Aleppo) oder in Ikonium begraben (~Aldimeschqi~, üb. ~Mehren~, 318),
+~Aristoteles~ aber in Palermo: 12, 209; vgl. ~Ibn Hauqals~ (10.
+Jahrhundert) „Beschreibung von Palermo“, üb. ~Amari~ (Paris 1845) 22,
+32.
+
+[4215] 2, 347 ff.
+
+[4216] ebd.; ~Leclerc~ 1, 352; 2, 425, 496; ~Ibn Alʿauwam~, „Buch der
+Landwirtschaft“ (um 1150), üb. ~Clément-Mullet~ (Paris 1864) 1, Vorr.
+46. -- Über die „alchimiam facientes“ spricht ~Alrazi~ in den „Opera
+exquisitoria“ (Basel 1544, 166).
+
+[4217] 24, 81.
+
+[4218] Nachweisbar bereits im „Papyrus ~Ebers~“ (um 1500 v. Chr.); vgl.
+~Erman~ und ~Koeber~, „Aus den Papyri des Kgl. Museums“ (Berlin 1899)
+66.
+
+[4219] „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ (Leipzig 1909) 234. -- 24, 81, 102
+ff., 108.
+
+[4220] ~Kopp~, „Beitr.“ 3, 54; ~Wüstenfeld~, „Die Übersetzungen
+arabischer Werke in das Lateinische“ (Göttingen 1877) 74; ~Leclerc~
+2, 424. „Lumen luminum“ stimmt nach ~Berthelot~ vielfach mit des
+~Pseudo-Aristoteles~ „De perfecto magisterio“ überein; den 7 Planeten
+gehören darin die 6 Metalle und das Glas (= Edelsteine) zu, sowie die
+7 Geister, nämlich Quecksilber, Schwefel, Arsen, Salmiak, Magnesia,
+Tutia, Markasit (Mâ. II, 314 ff.).
+
+[4221] Mâ. II, 306.
+
+[4222] Mâ. II, 308.
+
+[4223] „Siyuki“, ed. ~Beal~ (London 1906); 2, 272.
+
+[4224] Mâ. II, 309.
+
+[4225] 24, 85.
+
+[4226] ~Steinschneider~, „~Alfarabi~“ (Petersburg 1869); ~Dieterici~,
+„Philosophische Abhandlungen des ~Alfarabi~“ (Leiden 1892);
+~Brockelmann~, a. a. O. 137.
+
+[4227] ~Dieterici~, a. a. O. 101, 182 ff.
+
+[4228] ~De Boer~ 107; ~Leclerc~ 2, 505, 77.
+
+[4229] „J. pr. Ch.“ II, Bd. 76, 115 ff.
+
+[4230] ~Dieterici~, a. a. O., Vorr. 36, 41; 79, 179. Diese Lehren sind
+solche des ~Plotinos~.
+
+[4231] ~Dieterici~, a. a. O., Vorr. 38; 98 ff., 162.
+
+[4232] 2, 345 ff.
+
+[4233] 2, 340 ff., 347.
+
+[4234] 30, 240.
+
+[4235] ~Abulfeda~, „Geographie“ (verf. 1321; üb. ~Reinaud-Guyard~,
+Paris 1848-83) 1, 370 ff.; dies bestätigen auch gleichzeitige
+chinesische Berichte.
+
+[4236] ~Abulfeda~ 1, 415, 418.
+
+[4237] ~Aldimeschqi~, „Kosmologie“ (üb. ~Mehren~, Kopenhagen 1874) 208.
+
+[4238] ~Abulfeda~ 1, 419.
+
+[4239] ebd. 3, 131 ff.
+
+[4240] 30, 253; betreff Damindân vgl. ~Jaqut~ (24, 97) und ~Abulfeda~
+3, 214.
+
+[4241] ~Abulfeda~ 3, 101, 201, 315.
+
+[4242] 30, 253; ~Abulfeda~ 3, 215.
+
+[4243] 30, 209, 251; 8, 165.
+
+[4244] 30, 252.
+
+[4245] 10, 339 ff.
+
+[4246] 24, 86.
+
+[4247] 30, 253 ff.
+
+[4248] 30, 252 ff.
+
+[4249] 3, 223 ff.
+
+[4250] 3, 234, 227; vgl. 3, 239 ff.; 5, 453 ff.; 17, 35.
+
+[4251] 24, 76, 103; M. G. M. 12, 163.
+
+[4252] 24, 103; „J. pr. Ch.“ II, Bd. 76, 113 ff.
+
+[4253] 24, 79.
+
+[4254] 24, 77 ff.
+
+[4255] 24, 94, 120; vgl. „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 234.
+
+[4256] 24, 80.
+
+[4257] 24, 80, 81, 86 ff.; „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 234.
+
+[4258] 24, 80.
+
+[4259] 24, 81 ff., 92, 97.
+
+[4260] 24, 97; so noch jetzt in Spanien.
+
+[4261] 24, 92 ff., 94.
+
+[4262] 24, 93.
+
+[4263] 24, 93, 99.
+
+[4264] 24, 93, 99.
+
+[4265] 24, 94.
+
+[4266] 24, 94 ff., 100, 101.
+
+[4267] 5, 437; ~De Boer~ 119 ff., 224.
+
+[4268] „J. pr. Ch.“ II, Bd. 76, 78 ff.; daß er gegen Ende seines Lebens
+andere Ansichten geäußert habe, ist noch nicht genügend bewiesen (ebd.
+II, Bd. 85, 391; M. G. M. 11, 355).
+
+[4269] G. III, 238; IV, 90, 280; Beitr. III, 55 ff.; A. I, 15, 203. In
+gleichem Sinne äußert sich ~E. Wiedemann~, s. ~Poggendorffs~ Annalen
+III, Bd. 14, 368 [1881] und „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ (Leipzig 1909)
+234.
+
+[4270] Mâ. II, 293 ff.
+
+[4271] ebd. II, 303; 294, 305.
+
+[4272] ebd. II, 238, 241.
+
+[4273] ebd. II, 293 ff., 342.
+
+[4274] ebd. II, 295, 305.
+
+[4275] ebd. II, 298, 299.
+
+[4276] ~Kopp~, „Beitr.“ III, 11 ff.
+
+[4277] Mâ. II, 297.
+
+[4278] ebd. II, 304.
+
+[4279] ~Kopp~, „Beitr.“ III, 60.
+
+[4280] ~Clusius~, „Exotica“ (Antwerpen 1605); Absatz „Monardes“, 49.
+
+[4281] ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 97; s. besonders seine erstaunlich genauen
+Bestimmungen der spezifischen Gewichte von Metallen, Edelsteinen,
+Flüssigkeiten usf. (ebd. 2, 180); ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 31, 33.
+
+[4282] „J. pr. Ch.“ II, Bd. 76, 71.
+
+[4283] „Chronology of ancient nations“, üb. ~Sachau~ (London 1879), 186
+ff., 215.
+
+[4284] ebd. 207. -- Ein Engel dieses Namens, dem die angegebenen
+Bedeutungen zukommen, ist im persischen Wörterbuche von ~Vullers~ nicht
+zu finden (~Ruska~).
+
+[4285] ebd. 172; vgl. ~Chwolsohn~ 2, 156.
+
+[4286] ebd. 315 ff.; vgl. auch die „Feste der Planeten“. Nach
+~Alqazwini~ (üb. ~Ethé~ 160; s. unten) war z. B. der „Tag des Goldes“
+der 4. Juni.
+
+[4287] ebd. 91, 201, 187.
+
+[4288] ebd. 66, 206; 55.
+
+[4289] 27, 13, 21. -- Dies ist eine alte persische Vorstellung
+(~Ruska~).
+
+[4290] 27, 13, 14.
+
+[4291] „India“ (verf. 1031), üb. ~Sachau~ (London 1888) 1, 187.
+
+[4292] 27, 6, 21, 29; 28, 122.
+
+[4293] „J. pr. Ch.“ II, Bd. 76, 72; ~Gildemeister~, „Zeitschr d.
+Deutschen Morgenländ. Ges.“ 33, 534.
+
+[4294] 24, 83, 84.
+
+[4295] 24, 79, 104; die Beschreibung stimmt mit denen von ~Alrazi~ und
+~Alkhwarizmi~ überein.
+
+[4296] 24, 82, 83.
+
+[4297] 24, 82.
+
+[4298] 15, 118; 23, 322.
+
+[4299] üb. ~Clément-Mullet~ (Paris 1864) 2, 338; 3, 117, 134, 135, 167.
+
+[4300] ebd. 3, 167.
+
+[4301] ebd. 3, 110, 122, 166.
+
+[4302] ebd. 3, 120.
+
+[4303] ebd. 3, 210.
+
+[4304] ebd. 1, 539; 2, 402. In moqasdar steckt qazdîr = Zinn.
+
+[4305] ebd. 2, 362; 61, 304.
+
+[4306] 30, 231; 32, 41 ff.; Indigo: 32, 42.
+
+[4307] 30, 233, 238; 32, 36 ff.
+
+[4308] 32, 47; „flüchtiger Sklave“ = „servus fugitivus“ der
+mittelalterlichen Alchemisten.
+
+[4309] 32, 46.
+
+[4310] 32, 47.
+
+[4311] 30, 233: Erzeugung glänzender Krystallflächen unter Benützung
+der oktaedrischen Spaltbarkeit (~E. Wiedemann~); vgl. oben bei ~Alrazi~.
+
+[4312] 32, 49.
+
+[4313] 40, 175.
+
+[4314] 40, 176, 184, 186; 40, 182.
+
+[4315] 40, 199; 183 ff.
+
+[4316] 40, 179, 195.
+
+[4317] ~E. Wiedemann~ und ~Hauser~, „Über die Uhren im Bereiche der
+islamischen Kultur“ (Halle 1915) 196, 107, 109, 187.
+
+[4318] ebd. 62, 170.
+
+[4319] ebd. 74, 133.
+
+[4320] ebd. 18, 31.
+
+[4321] M. G.M. 7, 175; „J. pr. Ch.“ II, Bd. 76, 80 ff.; ~Leclerc~ 2,
+182 ff., 187.
+
+[4322] „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 234.
+
+[4323] M. G. M. 7, 175 und 8, 15; „J. pr. Ch.“ II, Bd. 76, 82 ff., 114;
+„Beiträge zur Kunde des Orients“ (Wien 1908) 5, 77, 93.
+
+[4324] 23, 316, 321.
+
+[4325] „Beitr. z. Kunde des Orients“, a. a. O.
+
+[4326] 23, 320.
+
+[4327] M. G. M. 9, 386.
+
+[4328] 26, 218, 219.
+
+[4329] 23, 318.
+
+[4330] 23, 321; vgl. „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 234.
+
+[4331] 23, 321.
+
+[4332] 23, 313 ff.
+
+[4333] 23, 218; 229 (oft erwähnt in den Erzählungen „1001 Nacht“).
+
+[4334] 23, 312.
+
+[4335] 24, 86.
+
+[4336] 24, 105 ff.
+
+[4337] „J. pr. Ch.“ II, Bd. 76, 111; ~Seybold~, „Enzykl. d. Islam“ 1,
+329.
+
+[4338] 4, 390 ff.
+
+[4339] 10, 339, 331.
+
+[4340] ~Becker~, „Enzykl. d. Islam“ 1, 853; ~Wüstenfeld~, „Die
+Statthalter von Ägypten zur Zeit der Khalifen“ (Göttingen 1875) 37.
+
+[4341] ebd. 5, 408, 421; 6, 55; 10, 390.
+
+[4342] üb. ~Sontheimer~ (Stuttgart 1840) 1, 474.
+
+[4343] ebd. 2, 149.
+
+[4344] ebd. 2, 466.
+
+[4345] ebd. 1, 496; 2, 455. „Rasas, id est stagnum“ (Zinn) heißt es in
+den etwas späteren „Areolae“ des ~Johannes de St.-Amando~ (ed. ~Pagel~,
+Berlin 1893), 12.
+
+[4346] ebd. 2, 507.
+
+[4347] ebd. 1, 155.
+
+[4348] ebd. 1, 249, 348.
+
+[4349] ebd. 30, 209 ff.
+
+[4350] Vgl. 8, 165. ~De Sacy~ vermutete, der Name Taliqûn gehe auf ein
+„[Ka]tholikon“ der spätgriechischen oder byzantinischen Metallarbeiter
+zurück, d. i. eine „allgemeine“, aus allen Metallen zusammengesetzte
+Legierung?
+
+[4351] Leipzig 1868.
+
+[4352] ~Ruska~, M. G. M. 13, 183; „Der Islam“ (Stuttgart 1913) 4, 14.
+
+[4353] ~Ethé~ 182 ff., 384 ff.
+
+[4354] ebd. 417 ff.
+
+[4355] ebd. 8, 54; 50; 43.
+
+[4356] ~Ethé~ 427, 530. Tutanega ist nicht dasselbe wie Tutia (Galmei
+u. dgl.), sondern eine Legierung aus Kupfer, Eisen und Zinn; vgl.
+~Lippmann~, „Abh.“ 2, 265.
+
+[4357] ~Ethé~ 337, 365, 414.
+
+[4358] ebd. 385, 417 ff.
+
+[4359] ebd. 54, 417 ff.
+
+[4360] ebd. 385, 417 ff.
+
+[4361] ebd. 425.
+
+[4362] ebd. 54.
+
+[4363] ebd. 187, 426.
+
+[4364] ebd. 336.
+
+[4365] ebd. 324, 350.
+
+[4366] ebd. 315.
+
+[4367] ebd. 313.
+
+[4368] ebd. 234.
+
+[4369] ebd. 5, 244, 352.
+
+[4370] ebd. 230; 220, 223.
+
+[4371] ebd. 417 ff.
+
+[4372] ebd. 520; 410.
+
+[4373] ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 2, 340 ff., 347. Es bleibt sehr
+beachtenswert, daß also gegen 1300 noch keinerlei Kenntnis der
+Mineralsäuren bei den Arabern nachweisbar ist.
+
+[4374] „Das Steinbuch aus der Kosmographie des ~Alqazwini~“, üb.
+~Ruska~ (Heidelberg 1896).
+
+[4375] ebd. 41; 6.
+
+[4376] ebd. 26, 42.
+
+[4377] ebd. 26; beim „Kochen im Kolben“ geht Quecksilber bekanntlich
+nicht in Zinnober über, sondern in rotes Quecksilberoxyd.
+
+[4378] ebd. 42.
+
+[4379] ebd. 22.
+
+[4380] ebd. 26.
+
+[4381] ebd. 28.
+
+[4382] ebd. 7, 8.
+
+[4383] ebd. 8.
+
+[4384] ebd. 7, 34, 35.
+
+[4385] ebd. 5, 10, 11.
+
+[4386] ebd. 27.
+
+[4387] ebd. 23, 31.
+
+[4388] ebd. 40.
+
+[4389] ebd. 43.
+
+[4390] ebd. 11, 28.
+
+[4391] ebd. 24.
+
+[4392] ebd. 38.
+
+[4393] ebd. 5.
+
+[4394] ebd. 33.
+
+[4395] ebd. 15.
+
+[4396] ebd. 25, 8.
+
+[4397] ebd. 8.
+
+[4398] ebd. 37.
+
+[4399] ebd. 28, 34, 32.
+
+[4400] ebd. 32, 30, 33, 34.
+
+[4401] ebd. 34.
+
+[4402] ebd. 17.
+
+[4403] ebd. 40, 36.
+
+[4404] ebd. 21, 12, 28.
+
+[4405] ~Aldimeschqi~, „Kosmologie“ (üb. ~Mehren~, Kopenhagen 1874) 61
+ff.
+
+[4406] ebd. 53 ff.; 71; ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 2, 342; 24, 81.
+
+[4407] „Kosmologie“ 55 ff., 64 ff.
+
+[4408] „Kosmol.“ 53 ff., 71; ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 2, 342.
+
+[4409] „Kosmol.“ 61 ff.
+
+[4410] ebd. 153; 184, 251.
+
+[4411] ebd. 96.
+
+[4412] „Kosmol.“ 91, 95; 231.
+
+[4413] ebd. 345.
+
+[4414] ebd. 61 ff., 85.
+
+[4415] ebd. 64 ff.; ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 2, 55 ff.
+
+[4416] ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 2, 58.
+
+[4417] ebd. 2, 58.
+
+[4418] „Kosmol.“ 62 ff., 64 ff., 86.
+
+[4419] „Kosmol.“ 52; 13, 28; ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 2, 340.
+
+[4420] „Kosmol.“ 223; 193. Von den südrussischen Gruben spricht auch
+~Marco Polo~ (~Lippmann~, „Abh.“ 2, 264).
+
+[4421] „Kosmol.“ 186.
+
+[4422] ebd. 328; 225.
+
+[4423] ebd. 60; ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 2, 340; s. oben bei
+~Abuʾlfadl~.
+
+[4424] „Kosmol.“ 24, 81, 85, 89.
+
+[4425] ebd. 85, 99, 326.
+
+[4426] ebd. 60, 391.
+
+[4427] ebd. 31, 39.
+
+[4428] ebd. 85, 196, 351.
+
+[4429] ebd. 85; 75, 60.
+
+[4430] ebd. 99; 59, 60.
+
+[4431] ebd. 347, 352.
+
+[4432] ebd. 53; Zink wird hier zum ersten Male genannt oder doch
+deutlicher beschrieben.
+
+[4433] ebd. 54.
+
+[4434] ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 5, 403 ff., nach ~Karabacek~ 1886;
+Spiauter ist erhalten im englischen spelter.
+
+[4435] „Kosmol.“ 92, 100.
+
+[4436] ebd. 94.
+
+[4437] ebd. 95.
+
+[4438] ebd. 93, 169, 308.
+
+[4439] ebd. 409. Diese Erwähnung des Pulvers ist eine der ältesten,
+wenn nicht die älteste, im Morgenlande; noch wird es daselbst offenbar
+nur zu Feuerwerks- und nicht zu Kriegszwecken gebraucht.
+
+[4440] ebd. 95, 113.
+
+[4441] ebd. 58, 264 ff.; 164; vgl. ~E. Wiedemann~,
+„~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 246, mit Abbildungen.
+
+[4442] Auch die vom feinen Öle „ausgeschwitzte“ Seife wird als ʿaraqî
+oder raqî bezeichnet („Kosmol.“ 271).
+
+[4443] ebd. 82.
+
+[4444] 5, 436; „J. pr. Ch.“ II, Bd. 76, 105 ff.
+
+[4445] 30, 226.
+
+[4446] „J. pr. Ch.“ II, Bd. 76, 105 ff., 110 ff.
+
+[4447] 7, 161 ff.
+
+[4448] 30, 226.
+
+[4449] „J. pr. Ch.“ II, Bd. 76, 105 ff., 110 ff.
+
+[4450] 30, 213.
+
+[4451] 10, 343; 30, 219. Dschauhar bezeichnet zuweilen noch andere
+Edelsteine und zuweilen auch Metalle („J. pr. Ch.“ II, Bd. 76, 119).
+
+[4452] 30, 218 ff. Die Giftigkeit, die entweder der großen Kälte oder
+der ungeheuren Härte des Diamanten zugeschrieben wurde, war noch im 16.
+Jahrhundert außerordentlich gefürchtet, vgl. z. B. die Selbstbiographie
+des ~Benvenuto Cellini~ (lib. 2, cap. 13).
+
+[4453] ~De Boer~ 178.
+
+[4454] 1, 46, 49; 24, 100; „J. pr. Ch.“ II, Bd. 76, 70 ff.
+
+[4455] ebd. 118; 1, 48, 53.
+
+[4456] 1, 48 ff., 54, 55.
+
+[4457] 1, 305.
+
+[4458] 1, 51 ff.
+
+[4459] 1, 50 ff.
+
+[4460] ~Noer~, „Kaiser ~Akbar~“ (Leiden 1880) 2, 502.
+
+[4461] 24, 89 ff.
+
+[4462] S. oben bei ~Abuʾlfadl~ und bei ~Aldimeschqi~.
+
+[4463] üb. ~Greve~ (Leipzig 1908; 12 Bde.).
+
+[4464] Vgl. ~Dyroffs~ Angaben über ihre Entstehung und Geschichte (ebd.
+12, 231 ff.; 283); s. auch ~Oestrup~, „Enzykl. d. Islam“ 1, 265.
+
+[4465] ~Greve~ 12, 279, 298.
+
+[4466] ~Greve~ 12, 269 ff., 271 ff.
+
+[4467] ebd. 12, 262, 296.
+
+[4468] ebd. 12, 287.
+
+[4469] ebd. 12, 258, 267 ff.
+
+[4470] ebd. 12, 288; 243.
+
+[4471] ebd. 12, 289, 295.
+
+[4472] Z. B. 6, 181 Datum des 12. Jahrhunderts; 2, 249 Anführung des
+~Ibn Albaitar~ (gest. 1258); 5, 17 Erwähnung des Fernrohres.
+
+[4473] ebd. 3, 366.
+
+[4474] ebd. 4, 270.
+
+[4475] ebd. 1, 189; 2, 339; 3, 416; 4, 241, 249; 6, 276; 7, 86, 266; 9,
+238; 10, 122, 404.
+
+[4476] ebd. 2, 208; 7, 262.
+
+[4477] ebd. 4, 130.
+
+[4478] ebd. 1, 394.
+
+[4479] ebd. 1, 393; 4, 15.
+
+[4480] ebd. 5, 297; 7, 86.
+
+[4481] ebd. 5, 219; 10, 304.
+
+[4482] ~Greve~ 3, 379.
+
+[4483] ebd. 6, 263, 282. Die Elemente, zunächst in dem von ~Euklid~ her
+geläufigen mathematischen Sinne, werden als Istuqisât (i-stuki-sât =
+στοιχεῖα) bezeichnet; die sog. vier Elemente, zu denen sich zuweilen
+noch der Äther (atîr, aitîr) als fünftes gesellt, heißen „die vier
+istuqisât“, auch al anâsîr (~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 5, 395, 445, 454;
+9, 183; 14, 3, 8).
+
+[4484] ~Greve~ 7, 86.
+
+[4485] ebd. 1, 394; 7, 89. „Ein Barbier, gelehrt in Astrologie und
+Alchemie!“
+
+[4486] ebd. 5, 90.
+
+[4487] ebd. 4, 192; 5, 90; 9, 315 ff.
+
+[4488] ebd. 6, 388.
+
+[4489] ebd. 9, 315 ff.
+
+[4490] ebd. 11, 917.
+
+[4491] ebd. 6, 116.
+
+[4492] S. über diese Tatsache ~Wüstenfeld~, „Die Statthalter von
+Ägypten zur Zeit der Khalifen“ (Göttingen 1875) 2, 43; die Sagen von
+der Auffindung riesiger Schätze sind spätere Ausschmückung.
+
+[4493] ~Greve~ 1, 197, 60; 4, 264.
+
+[4494] ebd. 7, 97; 8, 427.
+
+[4495] ebd. 4, 352.
+
+[4496] ebd. 9, 288.
+
+[4497] ebd. 4, 236; 10, 49.
+
+[4498] ebd. 1, 183; 8, 194.
+
+[4499] ~Greve~ 1, 183; 4, 261; 7, 244, 249.
+
+[4500] ebd. 7, 244, 249; 4, 261.
+
+[4501] ebd. 5, 263, 346.
+
+[4502] ebd. 8, 286; 10, 77.
+
+[4503] ebd. 3, 25; 2, 62.
+
+[4504] ebd. 7, 82; 5, 155, 168; 7, 244.
+
+[4505] ebd. 12, 99; 8, 348.
+
+[4506] ebd. 5, 242, 249, 256; 2, 249; 7, 181.
+
+[4507] ebd. 1, 55; 7, 206; 11, 169; 7, 231, 257.
+
+[4508] ebd. 5, 189, 191, 194; 7, 215, 231.
+
+[4509] ebd. 5, 11.
+
+[4510] ebd. 4, 27.
+
+[4511] ebd. 4, 216.
+
+[4512] ebd. 5, 90.
+
+[4513] ebd. 8, 348.
+
+[4514] ebd. 6, 117.
+
+[4515] ebd. 1, 183, 55.
+
+[4516] ebd. 7, 179.
+
+[4517] ebd. 7, 154.
+
+[4518] ebd. 7, 143.
+
+[4519] ebd. 5, 324.
+
+[4520] ebd. 1, 330, 339; 2, 49.
+
+[4521] ebd. 5, 157; 7, 231.
+
+[4522] ebd. 1, 182; 9, 211.
+
+[4523] ebd. 5, 158.
+
+[4524] ebd. 2, 249; 8, 203, 324.
+
+[4525] ebd. 2, 249; 5, 75; 8, 45, 98.
+
+[4526] ebd. 3, 379; 7, 214, 218; 9, 404; 12, 99.
+
+[4527] ebd. 8, 324; 2, 201, 249; 8, 303; 9, 349.
+
+[4528] ebd. 1, 258.
+
+[4529] ebd. 8, 323.
+
+[4530] ebd. 7, 249.
+
+[4531] ebd. 5, 13; 10, 168.
+
+[4532] ebd. 1, 299; 3, 13; 8, 208.
+
+[4533] ebd. 5, 176; 7, 398, 410.
+
+[4534] ebd. 8, 340; 9, 315 ff.
+
+[4535] ebd. 11, 150. -- Das Wort +Arsen+ ist syrischen oder vielleicht
+armenischen Ursprunges, denn Ἄρτζες, Ἄρτζε (Artzes, Artze),
+Arzan-al-Rum, ist der Name Arzans und seiner Tochterstadt Erzerum
+(~Baumgartner~, PW. 2, 1498; ~Hartmann~, „Enzykl. des Islam“ 2, 32; ~E.
+Wiedemann~, „Beitr.“ 27, 28, nach ~Alschirazi~); auch heißt noch eine
+andere armenische Stadt Arzan (~Abulfeda~, „Geogr.“ 3, 109, 140, 147),
+und ein Nebenfluß des Tigris Arzen (ebd. 2, 70).
+
+[4536] Vgl. ~Berthelot~, „Arch.“ 177 ff., 181 ff.
+
+[4537] ~Stoll~, „Das Geschlechtsleben in der Völkerpsychologie“
+(Leipzig 1908), 405.
+
+[4538] ~Firdusi~, „Schâh-Nâmeh“, üb. ~Rückert~ (Berlin 1890) 1, 180; 2,
+181.
+
+[4539] ~Firdusi~, „Schâh-Nâmeh“ 3, 151.
+
+[4540] Auch seine Vorgänger, die Dichter ~Rudakî~ (um 925) und
+~Chosrowani~ (um 945) verwerfen die astrologischen Lehren, z. B. die
+über „Saturn, den Unglücksstern“ (~Horn~, „Geschichte der persischen
+Litteratur“, Leipzig 1901; 76, 78).
+
+[4541] ebd. 3, 164.
+
+[4542] ebd. 1, 404.
+
+[4543] üb. ~Schack~ (Stuttgart 1878) 18; üb. ~Bodenstedt~ (Berlin
+1881) 189. Diese und die folgenden Zitate sind, zwecks Verkürzung und
+größerer Klarheit, häufig entsprechend abgeändert.
+
+[4544] Alchemie: hier das Präparat, das Elixir.
+
+[4545] üb. ~Schlechta~ (Wien 1852) 175; üb. ~Rückert~ (Leipzig 1882)
+198.
+
+[4546] üb. ~Schlechta~ 87.
+
+[4547] „Divan“ üb. ~Rückert~ (Leipzig 1892) 25.
+
+[4548] „Duftkörner“, üb. ~Hammer-Purgstall~, ed. ~Bodenstedt~
+(Stuttgart 1860) 85.
+
+[4549] „Mesnewi“, üb. ~Rosen~ (Leipzig 1849), 67.
+
+[4550] „Mesnewi“, üb. ~Tholuck~ (Berlin 1825) 85, 97.
+
+[4551] „Duftkörner“, a. a. O. 123.
+
+[4552] ebd. 42, 47.
+
+[4553] üb. ~Schlechta~ (Wien 1852) 31, 166.
+
+[4554] „Divan des ~Hafis~“, üb. ~Hammer~ (Stuttgart 1812) 2, 91.
+
+[4555] ebd. 1, 10.
+
+[4556] ebd. 2, 28.
+
+[4557] ebd. 2, 375.
+
+[4558] ebd. 2, 503.
+
+[4559] üb. ~Rosenzweig~ (Wien 1824) 354, 369.
+
+[4560] ebd. 318; „Persische Lieder“, üb. ~Wickerhauser~ (Leipzig 1855)
+1.
+
+[4561] üb. ~Rosenzweig~ 187, 453.
+
+[4562] ebd. 227, 467.
+
+[4563] „Mekka“ (Leiden 1889) 2, 215; ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 2, 351.
+
+[4564] Über den Glauben an Alchemie, Astrologie, Magie usf. vgl.
+~Kremer~ 2, 459 ff., 448 ff., 526 ff.
+
+[4565] ~De Pauw~, „Égyptiens et Chinois“ (Berlin 1773) 313 ff.
+
+[4566] „Africae descriptio“ (Leiden 1632) 146, 352; ~Schmieder~ 109;
+~Kopp~, „Beitr.“ 3, 18.
+
+[4567] ~Moehsen~, „Beiträge zur Geschichte der Wissenschaften usw.“
+(Berlin 1783) 31.
+
+[4568] A. Rel. 15, 561 ff.
+
+[4569] Daß indische Prioritätsansprüche „nicht selten auf willkürlicher
+Umdeutung, zuweilen sogar auf Fälschung beruhen,“ gilt nicht nur
+betreff der Medizin, auf die dieser Ausspruch ~Jollys~ in erster Linie
+gemünzt ist (M. G. M. 6, 164).
+
+[4570] ~Thibaut~, „Astronomie, Astrologie und Mathematik“ im „Grundriß
+der Indo-Arischen Philologie und Altertumskunde“ (Straßburg 1899) 6;
+~Deussen~, „Gesch. d. Philos.“ (Leipzig 1894) 1 (1), 108, 111.
+
+[4571] ~Oldenberg~, „Religion des Veda“ (Berlin 1894) 116 ff., 187, 462.
+
+[4572] ebd. 187, 193 ff.; ~Kugler~ 119 ff.
+
+[4573] ~Oldenberg~, a. a. O. 90, 108.
+
+[4574] ~Deussen~ 1 (1), 219, 210.
+
+[4575] ~Praphulla Chandra Rây~, „History of Hindu Chemistry“ (Bd. 1:
+London 1902; Bd. 2: Calcutta 1909) 1, Vorr. 6, 36. -- Der Verfasser ist
+geborener Indier.
+
+[4576] ~Deussen~, „Gesch. d. Philos.“ (Leipzig 1899) 1 (2), 1;
+~Oldenberg~, „Litteratur des alten Indiens“ (Stuttgart 1903) 63;
+~Oldenberg~, „Die Lehre der Upanischaden und die Anfänge des
+Buddhismus“ (Göttingen 1915) 3, 157.
+
+[4577] ~Thibaut~, a. a. O. 52, 65 ff., 67.
+
+[4578] ebd. 32, 39.
+
+[4579] ~Deussen~ 1 (2), 97; ~Boll~, „Sphära“ 343.
+
+[4580] ~Deussen~ 1 (2), 211, 227, 257.
+
+[4581] ~Deussen~ 1 (2), 104 ff.
+
+[4582] ebd. 169; vgl. 1 (1), 123, 130, 195, 196, 200.
+
+[4583] ebd. 1 (2), 197.
+
+[4584] ebd. 169.
+
+[4585] ebd. 171 ff., 218 ff., 257 ff., 353.
+
+[4586] ebd. 171; ~Garbe~, „Die Sâmkhya-Philosophie“ (Leipzig 1894), 87,
+116; ~Baeumker~ 69; ~Wecker~, PW. 9, 1316.
+
+[4587] Vgl. ~Bousset~, A. Rel. 4, 241.
+
+[4588] ~Oldenberg~, „Upanischaden“ 57, 58, 62, 64, 109, 223.
+
+[4589] ~Deussen~ 1 (2), 175; ~Deussen~, „Die Geheimlehre des Veda,
+ausgewählte Texte der Upanischads“ (Leipzig 1911) 34, 125; ~Oldenberg~,
+„Upanischaden“ 67, 312.
+
+[4590] ~Deussen~, „Geheimlehre“, a. a. O.
+
+[4591] ~Oldenberg~, „Upanischaden“ 62, 93.
+
+[4592] ebd. 226, 232.
+
+[4593] ~Oldenberg~, „Upanischaden“ 68.
+
+[4594] ~Deussen~, „Gesch. d. Phil.“ (Leipzig 1908) 1 (3), 1.
+
+[4595] ebd. 41, 47, 52 ff.
+
+[4596] ebd. 65 ff., 72 ff.
+
+[4597] ebd. 194, 201.
+
+[4598] ~Rây~ 1, 2 ff., 9.
+
+[4599] ~Deussen~ 1 (3), 408 ff.
+
+[4600] ~Oldenberg~, „Upanischaden“ 1, 206, 351.
+
+[4601] ~Rây~, a. a. O.; über âkâça ebd. 2, 88 ff., 125, nach
+~Brajendra Nâth Sêal~, geborenem Inder, Verfasser der „Mechanischen,
+Physikalischen und Chemischen Theorien der alten Hindu“ und der
+„Wissenschaftlichen Methoden der Hindu“ (ebd. 2, 59, 225).
+
+[4602] ~Deussen~ 1 (3), 408 ff.
+
+[4603] ~Garbe~, a. a. O. 12, 204 ff., 222 ff., 233 ff., 285 ff.
+
+[4604] ebd. 238. Über angebliche Einflüsse der Sâmkhya-Philosophie,
+deren höchste Blüte erst in das 2. und 3. nachchristliche Jahrhundert
+fällt, auf ~Pythagoras~, ~Heraklit~, ~Philo~, ~Plotin~, ~Porphyrios~,
+die Neuplatoniker und die Gnostiker s. ~Garbe~ 90 ff., 96 ff.;
+indischer Herkunft soll die gnostische Lehre „Geist ist Licht“ sein,
+auch soll der Logos mit der indischen Vorstellung von der „Vâc“
+(Stimme, Rede, Wort) zusammenhängen (?) Vgl. ~Wecker~, PW. 9, 1325.
+
+[4605] M. G. M. 4, 71.
+
+[4606] ~Pischel~, „Leben und Lehre des Buddha“ (Leipzig 1906) 69;
+~Deussen~ 1 (3), 226.
+
+[4607] ~Oldenberg~, „Buddha“ (Berlin 1890) 203.
+
+[4608] ~Deussen~ 1 (3), 248.
+
+[4609] ebd. 231 ff., 372 ff.
+
+[4610] ebd. 440, 446, 494, 553, 597, 626 ff., 647 ff.
+
+[4611] ~Garbe~, a. a. O. 238.
+
+[4612] ~Deussen~ 1 (3), 218, 248.
+
+[4613] ebd. 1 (3), 345 ff.; ~Rây~ 1, 2 ff., 9.
+
+[4614] ~Anambhatta~, „Kompendium der Dialektik (Nyâya) und Atomistik
+(Vaisêshika)“, üb. ~Hultsch~ (Berlin 1907).
+
+[4615] ~Deussen~ 1 (3), 350; ~Anambhatta~ 13.
+
+[4616] ~Deussen~ 1 (3), 352; ~Anambhatta~ 10 ff., 14 ff.
+
+[4617] ~Anambhatta~ 14 ff.
+
+[4618] ~Sêal~, bei ~Rây~ 2, 90, 168 ff.
+
+[4619] Kurze Übersicht: ~Pagel-Sudhoff~, „Einführung in die Geschichte
+der Medizin“ (Berlin 1915) 16; Ausführlichere Darstellung: ~Bloch~
+in ~Puschmanns~ Handbuch (Jena 1902) 1, 118 ff.; ~Jolly~, „Indische
+Medizin“ (Straßburg 1901).
+
+[4620] ~Pagel-Sudhoff~ 17, nach ~Hoernle~; ~Rây~ 1, 28.
+
+[4621] ~Rây~, a. a. O.
+
+[4622] ~Jolly~, A. Nat. 6, 195.
+
+[4623] ~Jolly~, a. a. O.
+
+[4624] ~Rây~, a. a. O.
+
+[4625] ~Bloch~, a. a. O. 1, 130.
+
+[4626] ~Pagel-Sudhoff~ 16; über die Unsicherheit der gesamten
+Chronologie vgl. ~Rây~ 2, Vorr. 54.
+
+[4627] ~Hoernle~, M. G. M. 6, 446 und „A. Med.“ 1, 27; ~Rây~ 2, 130 ff.
+
+[4628] ~Hoernle~, M. G. M. 9, 516; ~Rây~ 2, 130 ff.
+
+[4629] ~Bloch~, a. a. O. 1, 122; ~Rây~ 1, 30.
+
+[4630] Bei ~Susruta~ z. B. 700 von 798 (~Tschirch~, „Handbuch der
+Pharmakognosie“, Leipzig 1910; 2, 504).
+
+[4631] ~Rây~ 1, 17 ff., 24; vgl. 2, 42.
+
+[4632] ebd. 1, 25, 135.
+
+[4633] ebd. 1, 24, 26.
+
+[4634] ebd. 1, 44.
+
+[4635] ebd. 1, 13 ff., 16.
+
+[4636] ebd. 1, 30.
+
+[4637] ebd. 1, Vorr. 47; 2, 287.
+
+[4638] ebd. 2, 134.
+
+[4639] ebd. 1, 44.
+
+[4640] ebd. 1, Vorr. 55; 2, Vorr. 26.
+
+[4641] ebd. 2, 132.
+
+[4642] „India“, üb. ~Sachau~ (London 1888) 1, 187; vgl. ~Rây~ 1, Vorr.
+33.
+
+[4643] ~Albirunis~ Ableitung dieses Namens, einer vermeintlichen
+Bezeichnung für Gold, ist irrtümlich.
+
+[4644] Vgl. ~Berthelot~, „Arch.“ 184, 193, 197, 202.
+
+[4645] ~Rây~ 1, Vorr. 53 ff.
+
+[4646] ebd. 1, 34; 2, 134 ff.
+
+[4647] ebd. 2, Vorr. 2, 21 ff.
+
+[4648] ebd. 2, Vorr. 15.
+
+[4649] ebd. 2, Vorr. 18, 20.
+
+[4650] ebd. 2, 5.
+
+[4651] ebd. 2, 4 ff.
+
+[4652] ebd. 2, 8.
+
+[4653] ebd. 2, 2 ff.; das „Gold“ aus Kupfer und Galmei ist wohl Messing!
+
+[4654] ebd. 2, 4. Aus Tuttha, einem indischen Namen des Galmeis,
+von welchem Mineral nach arabischen Berichten in Indien ganze Berge
+vorkommen, versucht ~Rây~ das persische Tutia und das tamulische
+Tatanagam, Tutenaga, abzuleiten (1, Vorr. 75; 1, 87), obwohl, wie
+schon ~Yule~ hervorhob, Tutenaga, eine aus Kupfer, Eisen und Zink
+bestehende Legierung, nichts mit Tutia zu tun hat, und obgleich es viel
+wahrscheinlicher ist, daß umgekehrt das persische Wort Dûd = Rauch
+[des sublimierenden Zinkoxydes] in das Indische überging (~Lippmann~,
+„Abh.“ 2, 265); denn wie bereits ~Roth~ nachwies, ist Tuttha kein
+Sanskritwort und läßt sich auch aus keinem solchen ableiten, weshalb
+Übernahme aus einer fremden Sprache zu vermuten bleibt (~Hofmann~,
+„Berg- und Hüttenmännische Zeitung“ 41, 46). Daß diese aber eine der
+indischen Urbevölkerung zugehörige gewesen sei, wie ~G. Oppert~ annimmt
+(„~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 127 ff.), ist mehr wie unwahrscheinlich;
+er beruft sich darauf, daß Tuttham oder Tuttha ursprünglich auch der
+Kupfervitriol hieß (vgl. ~Rây~ 1, 93; ~Garbe~ 59, s. unten), den man
+wegen seiner Bläue „Pfau“, wegen seiner Grüne (!) „Grünstein“ nannte
+und als Augenschminke (?) benützte, und daß ferner in „Tutta-Nagam“
+Tutta Zink bedeute, während Naga = Schlange sei, wie denn „Naga-Jihwa“
+das rote Arsen und eine rote Pflanze bezeichne, ganz so wie
+„Sindura“ den Zinnober (oder die Mennige) und das Drachenblut. Diese
+Zusammenhänge bleiben unklar.
+
+[4655] Vgl. ~Rây~ 2, Vorr. 41.
+
+[4656] ebd. 2, Vorr. 2, 21 ff.
+
+[4657] ~Rây~ führt diese Erklärung ~Sêals~ selbst an (2, 132), scheint
+sie aber nicht weiter berücksichtigt zu haben; ~Nagarjuna~ spielt
+nach ihm in der indischen Chemie etwa die nämliche Rolle wie ~Hermes
+Trismegistos~ in der hellenistischen (~Berthelot~, „Arch.“ 195; 179;
+184, 198).
+
+[4658] ~Rây~ 1, Vorr. 46.
+
+[4659] ebd. 2, Vorr. 52 ff.; 2, 57.
+
+[4660] ebd. 2, 9 ff.
+
+[4661] ~Oppert~, „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 127.
+
+[4662] ~Rây~ 1, Vorr. 41 ff.; über die „Rasârnava“ vgl. ~Jolly~, M. G.
+M. 15, 432.
+
+[4663] ebd. 1, 72.
+
+[4664] ebd. 1, 36, 40; 137 ff.
+
+[4665] ebd., a. a. O.
+
+[4666] ebd. 1, 40.
+
+[4667] ebd. 1, 39; Galmei heißt auch Kharpara (ebd. 2, Vorr. 74).
+
+[4668] ebd. 1, 39.
+
+[4669] ebd. 1, Vorr. 46. ~Amarasinha~ (um 1000) kennt diese Bezeichnung
+noch nicht; vgl. mit ihr „Samen des ~Hermes~“.
+
+[4670] ebd. 2, Vorr. 27 ff., 43.
+
+[4671] ebd. 2, Vorr. 45 ff.; ~Berthelot~, „Arch.“ 185 ff., 200; über
+das Yoga-System vgl. ~Deussen~ 1 (3), 507.
+
+[4672] ~Rây~ 2, Vorr. 35, 42.
+
+[4673] ebd. 2, Vorr. 38.
+
+[4674] ebd. 2, Vorr. 39, 44.
+
+[4675] ebd. 1, 45, 48; 2, Vorr. 53.
+
+[4676] ebd. 2, 135, 223.
+
+[4677] ebd. 1, Vorr. 45, 48 ff.
+
+[4678] ~Deussen~ 1 (3), 3 ff., 336 ff.
+
+[4679] ebd., a. a. O.
+
+[4680] ~Rây~ 1, 42 ff.; 2, Vorr. 54.
+
+[4681] ebd. 2, 14 ff.
+
+[4682] ebd. 2, Vorr. 56 ff.
+
+[4683] ebd. 2, 16 ff.
+
+[4684] ebd. 2, Vorr. 58 ff.
+
+[4685] Münzfälscher befiehlt schon das alte Gesetzbuch des ~Manu~ in
+Stücke zu hauen (ebd. 2, 2).
+
+[4686] ebd. 2, 24.
+
+[4687] ebd. 2, 22 ff., 26.
+
+[4688] ebd. 2, 19 ff.
+
+[4689] ebd. 2, Vorr. 59; 135, 323.
+
+[4690] ebd. 1, 58 ff.
+
+[4691] ebd. 1, 66; 2, 54.
+
+[4692] ebd. 1, 48 ff., 86; 2, Vorr. 74.
+
+[4693] ebd. 1, 64 ff.; 2, 25.
+
+[4694] ebd. 1, 55 ff.
+
+[4695] ebd. 1, 56.
+
+[4696] ebd. 1, 52.
+
+[4697] Zitiert von ~Bloch~, bei ~Puschmann~ 1, 145.
+
+[4698] Sollten diese Länder nicht erst nach Darada = Zinnober und
+Parada = Quecksilber benannt sein?
+
+[4699] ~Rây~ 1, 42 ff., 64 ff.; 2, 54.
+
+[4700] ebd. 1, 46 ff., 72 ff.; 1, 52.
+
+[4701] ebd. 1, 42 ff., 64 ff.
+
+[4702] Mineralsäuren werden in Indien erst im 16. und 17. Jahrhundert
+bekannt (ebd. 1, 71, 102; 2, Vorr. 77 ff.).
+
+[4703] ebd. 1, 46 ff., 50 ff.
+
+[4704] ebd. 1, 50 ff.; 2, 135, 223.
+
+[4705] ebd. 2, 135, 223.
+
+[4706] üb. ~Garbe~ (Leipzig 1882), unter dem Titel „Die indischen
+Mineralien“.
+
+[4707] ~Rây~ 2, 30.
+
+[4708] ~Garbe~ 33, 68.
+
+[4709] ebd. 35.
+
+[4710] ebd. 35, 43.
+
+[4711] ebd. 38, 56.
+
+[4712] ebd. 36, 40.
+
+[4713] ebd. 37, 43.
+
+[4714] ebd. 42 ff.
+
+[4715] ebd. 58, 14; Surma: 58.
+
+[4716] ebd. 60; daß es den Indern erst nach 1200 bekannt wurde, und
+daß pârada aus dem Persischen stammt, und „flüchtig“ bedeutet, ist ein
+Irrtum ~Garbes~.
+
+[4717] ~Garbe~ 60, 62, 92; 41.
+
+[4718] ebd. 46.
+
+[4719] ebd. 49.
+
+[4720] ebd. 44, 48.
+
+[4721] ebd. 52.
+
+[4722] ebd. 63; falls, wie Quecksilber den Samen, so der schwarze Talk
+hier das Menstrualblut bedeutet, hätten beide ihre sonstigen Rollen
+vertauscht.
+
+[4723] ebd. 44, 47.
+
+[4724] ebd. 51, 59.
+
+[4725] ebd. 64, 47.
+
+[4726] ebd. 87 ff.
+
+[4727] ebd. 90, 91.
+
+[4728] ebd. 87.
+
+[4729] ebd. 70.
+
+[4730] ebd. 73.
+
+[4731] ebd. 76.
+
+[4732] ebd. 80.
+
+[4733] ebd. 75.
+
+[4734] ebd. 79.
+
+[4735] ebd. 83.
+
+[4736] ebd. 84, 85.
+
+[4737] „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 127.
+
+[4738] ~Rây~ 2, Vorr. 49, 83 ff.
+
+[4739] ebd. 2, Vorr. 92.
+
+[4740] ebd. 2, Vorr. 49, 83 ff.
+
+[4741] ebd. 2, Vorr. 70.
+
+[4742] ebd. 2, Vorr. 89.
+
+[4743] ebd. 2, 5 ff.; vgl. 28. Nach ~Albiruni~ und anderen schrieb
+~Nagarjuna~ erst im 10. Jahrhundert (s. oben).
+
+[4744] ebd. 2, Vorr. 38.
+
+[4745] ~Rây~ 2, Vorr. 67; Opium: ebd. 2, Vorr. 61 ff.
+
+[4746] ebd. 2, Vorr. 49.
+
+[4747] „Records of buddhistic kingdoms“, ed. ~Legge~ (Oxford 1886).
+
+[4748] „Buddhistic records of the western world“, ed. ~Beal~ (London
+1906).
+
+[4749] „Records of buddhistic religion“, ed. ~Takakasu~ (Oxford 1896).
+
+[4750] ~Fa-hien~, a. a. O. 18, 102; 36. Bergkrystall = Sphâtika erwähnt
+auch ~Hiuen-Thsang~, a. a. O. 2, 278.
+
+[4751] a. a. O. 1, 80; 51, 89.
+
+[4752] ebd. 1, 19; 2, 296.
+
+[4753] a. a. O. 126 ff.
+
+[4754] ebd. 128.
+
+[4755] ebd. 128.
+
+[4756] ebd. 223.
+
+[4757] ebd. 136.
+
+[4758] ebd. 128, 223.
+
+[4759] ebd. 131.
+
+[4760] ebd. 126, 130 ff.; 205.
+
+[4761] ebd. 134 ff.
+
+[4762] ~Jolly~, M. G. M. 2, 97.
+
+[4763] ~I-Tsing~ 140.
+
+[4764] ebd. 3.
+
+[4765] ~Laufer~, bei ~Puschmann~ 1, 122, 152.
+
+[4766] üb. ~Grünwedel~ (Leipzig 1916) 144, 162.
+
+[4767] ebd. 166; demgemäß ergrünen auch dürre Bäume neu, wenn sie mit
+einigen Tropfen bespritzt werden (ebd.).
+
+[4768] ebd. 221.
+
+[4769] ebd. 162.
+
+[4770] ebd. 186.
+
+[4771] ebd. 166, 201.
+
+[4772] ebd. 194.
+
+[4773] ebd. 141, 222.
+
+[4774] ebd. 139, 166, 179, 201, 206, 213; ein ~Nagarjuna~ ist „Meister
+im Tantra“, ebd. 166.
+
+[4775] ~Bloch~, bei ~Puschmann~ 1, 145.
+
+[4776] Über die ungeheure Giftigkeit des Quecksilbers und seiner
+meisten Verbindungen s. ~Kobert~, „Lehrbuch der Intoxikationen“
+(Stuttgart 1906) 2, 324.
+
+[4777] ~Jolly~, A. Nat. 6, 195.
+
+[4778] Als Beispiel, wie wenig folgerichtig ~Rây~ zuweilen verfährt,
+sei noch angeführt, daß er zwar zugesteht, die Inder hätten
+Mineralsäuren erst im 16. oder 17. Jahrhundert kennen gelernt (1, 70,
+102; 2, Vorr. 77 ff.), trotzdem aber schon im 13. den ~Yasodhara~
+aus Alaun dessen „Essenz“, die Schwefelsäure, darstellen läßt, und
+den ~Rasakalpa~ aus Kupfer und Schwefelsäure den grünen (!) Vitriol
+„Tuttha“ (2, 17, 25); ja bereits ~Patanjali~ (im 2. oder 4. Jahrhundert
+v. Chr.) soll Gemische benützt haben, die „in potentia“ Mineralsäuren
+und Königswasser enthielten (2, 29, 131, 137 ff.).
+
+[4779] Vgl. ~Lippmann~, „Geschichte des Zuckers“ (Leipzig 1890) 93;
+~Bloch~, bei ~Puschmann~ 1, 127; ~Jolly~, A. Nat. 6, 195.
+
+[4780] S. auch ~Berthelot~, „Arch.“ 183 ff.
+
+[4781] ebd. 191.
+
+[4782] ~Lippmann~, a. a. O. 116.
+
+[4783] ~Jolly~, a. a. O.
+
+[4784] Vgl. hierüber ~Van Leersum~ („~Kahlbaum~-Gedenkschrift“) 120.
+
+[4785] Zuweilen anscheinend „schwarzer Talk“ benannt, so im Berichte
+des ~Narahari~ (um 1250).
+
+[4786] ~Berthelot~, „Arch.“, a. a. O.
+
+[4787] Seine 18 „Werke“ erinnern genau an die griechischen πράξεις.
+
+[4788] Vgl. ~Albiruni~, a. a. O.
+
+[4789] ~Deussen~ 1 (3), 248 ff.
+
+[4790] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 267.
+
+[4791] ~Lippmann~ a. a. O.; ~Rây~ 1, Vorr. 48.
+
+[4792] ~Pigafetta~, „~Magellans~ Reise um die Welt“ (Gotha 1801) 155,
+157.
+
+[4793] ~Jolly~, A. Nat. 6, 195.
+
+[4794] ~Rây~ 1, 64 ff.
+
+[4795] ebd. 1, 36 ff., 65, 67 ff., mit Abbildungen 1, 36 ff., 151 ff.;
+~Ehrenfeld~, M. G. M. 7, 151. Die alten Vorrichtungen zur Darstellung
+der Quecksilber-Präparate heißen Yantra (~Bloch~, bei ~Puschmann~
+1, 145) und stehen zum Teil noch bis auf unsere Tage herab fast
+unverändert in Gebrauch (~Berthelot~, „Arch.“ 189 ff.).
+
+[4796] ~Hofmann~, „Berg- und Hüttenmännische Zeitung“ 41, 46.
+
+[4797] Für den arabischen Ursprung der indischen Alchemie spricht
+sich auch ~Ruska~ aus („Der Islam“ 1914; 5, 271). Er erinnert daran,
+daß Indien Quecksilber und Zinnober nicht oder kaum besitzt, daß
+der Schwefelkies nach ~Garbe~ mâkshîka (= Honig) heißt, welche
+falsche Etymologie sichtlich an das arabische markasita anknüpft,
+daß demgemäß hema- und târa-mâkshîka (= Gold- und Silber-Markasit)
+nichts anderes als Entlehnungen dieser bei den arabischen Autoren
+so vielgebrauchten Bezeichnungen sind, usf. -- Indische Aneignungen
+arabischer Errungenschaften liegen zudem auch auf dem Gebiete anderer
+Wissenschaften vor, z. B. auf dem der Astronomie.
+
+[4798] ~Grube~, „Geschichte der chinesischen Litteratur“ (Leipzig 1909)
+2.
+
+[4799] ebd. 16.
+
+[4800] ebd. 29, 200.
+
+[4801] ebd. 30, 184.
+
+[4802] ebd. 114.
+
+[4803] ebd. 39, 74.
+
+[4804] ebd. 186 ff.
+
+[4805] ~Grube~, „Litt.“ 111.
+
+[4806] ebd. 344.
+
+[4807] ~Grube~, „Religion und Kultus der Chinesen“ (Leipzig 1910), 107.
+
+[4808] ~Grube~, „Litt.“ 141 ff.
+
+[4809] King = Buch.
+
+[4810] ~Grube~, „Litt.“ 13, 46, 51; 30, 47.
+
+[4811] ebd. 149.
+
+[4812] ebd. 141 ff., 149.
+
+[4813] ~Kugler~ 119 ff.
+
+[4814] ~Bezold~, A. Rel. 15, 217 ff.
+
+[4815] ~Franke~, A. Rel. 18, 405, 407.
+
+[4816] ~Grube~, „Litt.“ 188.
+
+[4817] ebd. 188.
+
+[4818] ebd. 188, 79.
+
+[4819] ebd. 37.
+
+[4820] ebd. 34.
+
+[4821] ebd, 34; „Rel.“ 49 ff.
+
+[4822] ~Grube~, „Rel.“ 31.
+
+[4823] ebd. 31.
+
+[4824] ~Grube~, „Litt.“ 66; „Rel.“ 35.
+
+[4825] ~Grube~, „Rel.“ 32 ff.
+
+[4826] Nach ~Boll~ ist der Tierkreis in China sogar erst gegen Anfang
+unserer Zeitrechnung nachweisbar („Die Erforschung der antiken
+Astrologie“, Leipzig 1908, 117).
+
+[4827] ~Grube~, „Rel.“ 32 ff.
+
+[4828] ~Grube~, „Litt.“ 45.
+
+[4829] ebd. 42; ~Hoang-hi~ gilt als Verfasser des (natürlich
+gefälschten) „Nei-king“, des ältesten „Buches der Medizin“
+(~Pagel-Sudhoff~, „Einführung in die Geschichte der Medizin“, Berlin
+1915; 11).
+
+[4830] ~Grube~, „Litt.“ 34, 331, 333 ff.; 150; ~Franke~, A. Rel. 13,
+113; 18, 405.
+
+[4831] ~Grube~, „Litt.“, a. a. O.; „Rel.“ 183.
+
+[4832] ~Grube~, „Rel.“ 130, 167, 175; ~Scheube~ in ~Puschmanns~
+„Handbuch“ 1, 23.
+
+[4833] ~Grube~, „Litt.“ 145.
+
+[4834] ebd. 166 ff.
+
+[4835] ebd. 333 ff.; ~Deussen~ 1 (3), 707 ff.
+
+[4836] Vgl. auch ~Berthelot~, „Arch.“ 211.
+
+[4837] ~Grube~, „Rel.“ 179 ff.
+
+[4838] Saturn -- Erde, Merkur -- Wasser, Mars -- Feuer, Jupiter --
+Holz, Venus -- Metall (~Pfizmaier~, „Die chinesische Lehre von den
+Kreisläufen und Luftarten“, Wien 1866; 43); ~Grube~, „Litt.“ 32 ff.
+
+[4839] ~Grube~, „Rel.“ 170, 179.
+
+[4840] z. B. ebd. 33.
+
+[4841] ebd. 179.
+
+[4842] ~Humboldt~, „Vues des Cordillères“ (Paris 1816) 1, 111.
+
+[4843] ~Gubernatis~, „Mythologie des plantes“ (Paris 1878) 1, 219 ff.
+
+[4844] ebd. 1, 219 ff., 255 ff.
+
+[4845] ~Grube~, „Litt.“ 228, 445.
+
+[4846] ebd. 169; „Rel.“ 92. Ling-chi-tsao, ein Pilz, an den sich noch
+gegenwärtig ein derartiger Volksaberglauben knüpft, ist eine Varietät
+des Agaricus campestris (ebd.).
+
+[4847] ~Grube~, „Litt.“ 93.
+
+[4848] ~Grube~, „Rel“ 105 ff.; 90.
+
+[4849] ebd. 90.
+
+[4850] ebd. 113, 142 ff., 197.
+
+[4851] ~Franke~, A. Rel. 18, 450, 463.
+
+[4852] ~Grube~, „Litt.“ 168 ff., 171; ~Deussen~ 1 (3), 704.
+
+[4853] ebd., a. a. O.
+
+[4854] ~Grube~, „Litt.“ 168 ff.; „Rel.“ 91.
+
+[4855] ~Grube~, „Rel.“ 91, 100.
+
+[4856] ~Franke~, A. Rel. 18, 450 ff., 463.
+
+[4857] Vgl. ~I-Tsing~, „Records of buddhistic Religion“, ed.
+~Takakasu~ (Oxford 1896), Vorr. 28; in nestorianischen Übersetzungen
+buddhistischer Bücher wird (im Jahre 785) auch der Messias erwähnt
+(ebd. 169, 224).
+
+[4858] Siehe ~Lippmann~, „Geschichte des Zuckers“ (Leipzig 1890) 161.
+
+[4859] Ihre Kenntnis verdanke ich mündlichen Mitteilungen, zum Teil
+noch aus ~Richthofens~ vorletztem Lebensjahre stammend.
+
+[4860] ~Tschirch~, „Handbuch der Pharmakognosie“ (Leipzig 1910) 2, 514
+ff.
+
+[4861] ebd. 2, 515 ff.
+
+[4862] ~Fujikawa~, „Kurze Geschichte der Medizin in Japan“ (Tokio 1911)
+5.
+
+[4863] ~Joret~, „Les plantes dans l’antiquité“ (Paris 1904) 2, 640.
+
+[4864] ~I-Tsing~, a. a. O. 136.
+
+[4865] ~Hübotter~, „Beiträge zur Kenntnis der chinesischen sowie der
+tibetanisch-mongolischen Pharmakologien“ (Berlin und Wien 1913) 26 ff.
+
+[4866] ~Tschirch~, a. a. O.
+
+[4867] ~Grube~, „Litt.“ 441.
+
+[4868] ~Grube~, „Rel.“ 169.
+
+[4869] ebd. 117.
+
+[4870] ~Tschirch~, a. a. O. 517; daß Edelsteine, sowie Gold und
+Silber, heilen, stärken und auch Reichtum verschaffen, ist noch jetzt
+chinesischer Volksglaube (~Hübotter~, a. a. O. 49, 52).
+
+[4871] ~Pfizmaier~, „Zur Geschichte der alten Metalle“ (Wien 1860?;
+Akad. Ber., Bd. 50) 56, 64.
+
+[4872] ~Hanbury~, „Science papers“ (London 1876): „Notes on chinese
+materia medica“ 211 ff.
+
+[4873] ~Hübotter~, a. a. O.
+
+[4874] ~Hanbury~ 216.
+
+[4875] ebd. 221.
+
+[4876] ~Grube~, „Litt.“ 101; über die vielerlei vorgeblichen
+Umwandlungen des Ki vgl. ~Berthelot~, „Arch.“ 205, 210, 214, nach ~De
+Mély~.
+
+[4877] ~Hanbury~ 222; ~Berthelot~, a. a. O. 212, 213.
+
+[4878] ~Hanbury~ 220, mit merkwürdiger Abbildung; ~Hübotter~ 56.
+
+[4879] ~Hanbury~ 218, 276.
+
+[4880] ebd. 221; ~Grube~, „Litt.“ 440; ~Hübotter~ 61.
+
+[4881] ~Berthelot~, a. a. O. 212, 214; vgl. die Sage bei ~Zosimos~ (Mâ.
+II, 244).
+
+[4882] ~Hanbury~ 224; ~Hübotter~ 58.
+
+[4883] ~Hanbury~ 225; ~Hübotter~ 58, 63; ~Grube~, „Rel.“ 113.
+
+[4884] ~Hanbury~ 226; ~Hiortdahl~, „Chinesische Alchemie“
+(„~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 215 ff.). Vgl. auch die Aufsätze ~Holgens~
+(„Chemisch Weekblad“ 1917, 400 und 469).
+
+[4885] ~Hanbury~ 227.
+
+[4886] Vgl. ~Hiortdahl~ 220, 221.
+
+[4887] ~Grube~, „Litt.“ 289.
+
+[4888] ~Hiortdahl~ 219.
+
+[4889] ~Grube~, „Litt.“ 170; ~Hiortdahl~ 218.
+
+[4890] ~Grube~, „Litt.“ 170; „Rel.“ 93.
+
+[4891] ~Grube~, „Litt.“ 171; ~Hiortdahl~ 221.
+
+[4892] ~Grube~, „Litt.“ 170; „Rel.“ 94; M. G. M. 10, 70.
+
+[4893] ~Hanbury~ 226; ~Antenorid~, „Chemiker-Zeitung“ 1902, 267.
+
+[4894] ~Grube~, „Litt.“ 170; ~Hiortdahl~ 222 ff.
+
+[4895] ~Berthelot~, „Arch.“ 212.
+
+[4896] ebd. 212, 214; ~Ehrenfeld~, M. G. M. 7, 157.
+
+[4897] ~Berthelot~, „Arch.“ 216, 215.
+
+[4898] ~Grube~, „Litt.“ 170; „Rel.“ 90.
+
+[4899] ~Hiortdahl~ 222 ff.
+
+[4900] ~Hiortdahl~ 222 ff., 225.
+
+[4901] ~Hanbury~, a. a. O.; ~Rây~ 1, 137 ff., vgl. 1, 36 ff.;
+~Hübotter~ 58 ff.
+
+[4902] ~Grube~, „Litt.“ 170; ~Ehrenfeld~, M. G. M. 7, 157; ~Hiortdahl~
+225; ~Berthelot~, „Arch.“ 203 ff.; ~De Pauw~, a. a. O. Noch 1564 soll
+ein ähnlicher Todesfall vorgekommen sein.
+
+[4903] ~Hiortdahl~ 225.
+
+[4904] ~Ehrenfeld~, a. a. O.
+
+[4905] ~Grube~, „Litt.“ 446 ff.; „Rel.“ 91.
+
+[4906] ~Pfizmaier~, a. a. O. 13, 17, 23, 24, 25; 43.
+
+[4907] ebd. 17, 21.
+
+[4908] ebd. 13, 16.
+
+[4909] ~Guareschi~, „Storia della chimica“ (Turin 1904) 4, 33;
+~Hiortdahl~ 224.
+
+[4910] ~Guareschi~, ebd. 5, 23.
+
+[4911] Vgl. ~Pfizmaier~, „Kreisläufe und Luftarten“ (Wien 1866) 5 ff.
+
+[4912] ~Scheube~, bei ~Puschmann~ 1, 23.
+
+[4913] ~Grube~, „Rel.“ 179 ff.
+
+[4914] ~Guareschi~, a. a. O.
+
+[4915] ~St. Julien~ et ~Champion~, „Industries anciennes et modernes de
+l’empire chinois“ (Paris 1870) 204 ff.; ~Hirth~, „Ancient porcelain“
+(Shanghai 1887).
+
+[4916] ~Fujikawa~, a. a. O. 16 ff., 32, 43 ff.
+
+[4917] „Égyptiens et Chinois“ (Berlin 1773) 356 ff.
+
+[4918] Or. 173, 182; Mâ. II, 229. Vgl. seine richtige Erkenntnis der
+kontinuierlichen Zusammenhänge in der Entwicklung von Astrologie,
+Magie, Alchemie, Medizin usf. (Or. 14 ff., 144, 216; 35, 43, 45; Intr.
+7; Or. 66; Coll. I, 7, 19; 87).
+
+[4919] ~Eastlake~, „Materials for the history of oil-painting“ (London
+1847); von diesem ausgezeichneten Buche erschien noch 1907 eine
+deutsche Übersetzung von ~Hesse~ (Wien 1907).
+
+[4920] Mrs. ~Merrifield~, „Original treatises on the art of painting“
+(London 1849); ~Eastlake~ wird daselbst oft zitiert.
+
+[4921] „Quellenschriften für Kunstgeschichte und Kunsttechnik des
+Mittelalters“ (Wien 1870 ff.); zwei Serien mit 31 Bänden.
+
+[4922] ~Schack~, „Poesie und Kunst der Araber in Spanien und Sizilien“
+(Stuttgart 1877) 2, 93 ff.; ~Sylvester~ II. (~Gerbert~) z. B., der
+durch sein Studium der Nekromantie und Zauberei zu Sevilla das Papsttum
+errungen, und große Wunder verrichtet haben soll, hielt sich in
+Wahrheit 967 nur in dem damals schon wieder christlichen Barcelona auf
+(~Schack~ 2, 90, 92).
+
+[4923] ~Kremer~ 2, 479 ff.
+
+[4924] Vgl. ~Dozy~, „Geschichte der Mauren in Spanien“ (Leipzig 1874)
+2, 69; ~Schack~, a. a. O. 1, 54.
+
+[4925] Vgl. ~Dozy~, a. a. O.; ~Schack~, a. a. O.; ~Brockelmann~,
+„Geschichte der arabischen Litteratur“ (Leipzig 1901) 122, 184.
+
+[4926] ~Dozy~, a. a. O. 2, 12, 386; 153; ~Schack~ 2, 96.
+
+[4927] ~Ticknor~, „Geschichte der schönen Litteratur in Spanien“
+(Leipzig 1852) 2, 359.
+
+[4928] Über seine fast unübersehbare Tätigkeit s. ~Sudhoff~, „A. Med.“
+8, 73.
+
+[4929] ~Moehsen~, „Beiträge usf.“ (Berlin 1783) 36.
+
+[4930] ~Griffini~, M. G. M. 10, 25.
+
+[4931] ~Haskins~ und ~Lockwood~, M. G. M. 10, 25.
+
+[4932] ~Luschin v. Ebengreuth~, „Allgemeine Münzkunde und
+Geldgeschichte des Mittelalters und der neueren Zeit“ (München 1906) 53.
+
+[4933] ~Sudhoff~, M. G. M. 13, 181. -- Der berühmte, 1253 als Bischof
+von Lincoln verstorbene Gelehrte ~Robert Greathead~ veranlaßte des
+Griechischen mächtige Süditaliener, die aristotelischen Schriften
+zu übersetzen (~Deussen~ 2 (2), 426); im nämlichen Zeitalter macht
+sich auch in medizinischer Hinsicht eine von Süditalien ausgehende
+Rückwirkung auf Byzanz bemerklich (~Held~, „~Nikolaos Salernitanus~ und
+~Nikolaos Myrepsos~“; Leipzig 1915).
+
+[4934] ~Gummerus~, PW. 9, 1458, 1508 ff.; es gibt da aurifices,
+inauratores, argentarii, barbaricarii, caelatores, gemmarii,
+margaritarii und officinatores (Werkführer; 1516).
+
+[4935] ~Maspero~, „Geschichte der Kunst in Ägypten“ (Stuttgart 1913)
+294.
+
+[4936] ~Eastlake~ 2, 4, 8, 13, 93, 111 usf.; ~Merrifield~ 1, Vorr.
+20, 38 ff., 59, 90, 93; 1, 171, 179. Übersetzungen griechischer
+Vorschriften: ebd. 2, 482, 648.
+
+[4937] ~Merrifield~ 1, Vorr. 59.
+
+[4938] ~Schlosser~, „Schriftquellen zur Geschichte der karolingischen
+Kunst“ (Wien 1894), 412.
+
+[4939] ~Wessely~, „Wiener Studien“ 1890; 12, 260, 267 ff., 270 ff.
+
+[4940] In dem unverständlichen „petrum“ steckt offenbar das griechische
+πέταλον (Blättchen).
+
+[4941] ~Eastlake~ 10, 12, 15, 67, 155; vgl. die arabischen Vorschriften
+41; ~Merrifield~ 1, Vorr. 98; 1, 19; Gallenfarben ebd. 1, 26, 114.
+Derlei Rezepte finden sich noch bei ~Cennini~ (geb. 1372) im „Buch von
+der Kunst“ (üb. ~Ilg~, Wien 1888; 62 ff., 167), und erhielten sich
+viele Jahrhunderte lang; so z. B. kennt ~Fioravanti~ (1565) einen
+Firnis für „Goldleder“ aus Sandarach, Aloeharz, Leinöl und Terpentinöl,
+und ~Koch~ in Nürnberg (gest. 1567) wußte „Zinn dauernd wie Gold zu
+färben, ... ließ aber diese Kunst mit sich absterben“ (~Bucher~,
+„Geschichte der technischen Künste“, Stuttgart 1875-93; 3, 201, 97).
+Über Glasspiegel mit Blei-, Zinn-, oder Gold-Folie und Firnisüberzug s.
+ebd. 3, 272.
+
+[4942] ~Merrifield~ 2, 413, 451.
+
+[4943] ebd. 1, Vorr. 136, 172.
+
+[4944] ebd. 2, 461; s. 1, 57.
+
+[4945] ebd. 2, 513.
+
+[4946] ~Merrifield~ 1, 73, 79.
+
+[4947] ebd. 1, 99; 2, 429, 451. Noch 1575 bei ~Rossello~ empfohlen
+(~Eastlake~ 133).
+
+[4948] ed. ~Ilg~ (Wien 1874) 9; 59, 71.
+
+[4949] Dieser Erwähnung gedenkt schon ~Wiegleb~ in seiner
+„Kritisch-historischen Untersuchung der Alchemie“ (Weimar 1777) 207.
+
+[4950] Bd. II, 364; Dissertation Nr. 24 (Mailand 1738).
+
+[4951] „Storia della chimica“ (Turin 1904-5) 4, 4; 5, 29.
+
+[4952] Mâ. II, 7 ff.; 25, 26.
+
+[4953] Vgl. ~Guareschi~ 5, 29.
+
+[4954] Leipzig 1786 ff.; 3, 193.
+
+[4955] Vgl. ~Guareschi~ 4, 6.
+
+[4956] a. a. O. 11, 12, 16, 67, 127.
+
+[4957] a. a. O. 1, Vorr. 50, 60, 76, und oft.
+
+[4958] a. a. O. 1, 99.
+
+[4959] Vgl. auch ~Guareschi~ 4, 4; 5, 29.
+
+[4960] Mâ. II, 13, 12; 20.
+
+[4961] ebd. II, 16, 21.
+
+[4962] ebd. II, 20.
+
+[4963] ebd. II, 20.
+
+[4964] ebd. II, 17.
+
+[4965] ebd. II, 20, 16.
+
+[4966] ebd. II, 21, 358.
+
+[4967] ebd. II, 13, 14.
+
+[4968] ebd. II, 14.
+
+[4969] ebd. II, 13, 14; 14, 20; 14; 14, 17.
+
+[4970] Mâ. II, 20; 13, 14, 17; 14.
+
+[4971] ebd. II, 20. Die Orthographie „Kathmia“ ist nach ~Wessely~
+(a. a. O. 12, 270 ff.) charakteristisch für die Herkunft aus
+Alexandria; auf Ägypten deuten auch der „ägyptische und alexandrinische
+Alaun“, die „ägyptischen Erden“ und der Gebrauch des „Porphyrsteines“,
+der an sich durch jeden anderen, gleich harten, zu ersetzen wäre.
+
+[4972] Mâ. II, 14, 17.
+
+[4973] ebd. II, 14, 20.
+
+[4974] ebd. II, 14.
+
+[4975] ebd. II, 13, 14.
+
+[4976] ebd. II, 12, 14.
+
+[4977] ebd. II, 10.
+
+[4978] ebd. II, 13.
+
+[4979] ebd. II, 14, 19.
+
+[4980] ebd. II, 14, 19, 21; „Lulax“ bedeutet „Indigo“, und dürfte auf
+das dem indischen Nila entsprechende persische Lilag (woher auch unser
+„Lila“) zurückzuführen sein (Mitteilung des † Geh. Rates Prof. Dr. ~R.
+Pischel~).
+
+[4981] Mâ. II, 13, 14, 18. „Amor aquae“ soll Chelidonium, oder ein
+Präparat aus dem Safte dieser Pflanze sein (?).
+
+[4982] „Venetum“ erwähnt schon ~Isidorus~ in den „Etymologiae“ (lib.
+19, cap. 17).
+
+[4983] Mâ. II. 13, 18; 64; 84.
+
+[4984] Arch. 174.
+
+[4985] ebd. 176 ff.
+
+[4986] Mâ. II, 26; abgedruckt im 26. Bande der „Archaeologia“ (London
+1847).
+
+[4987] Arch. 172 ff.
+
+[4988] ebd. 174 ff., 176.
+
+[4989] Mâ. II, 7; 27, 28; Arch. 176 ff.
+
+[4990] ~Diels~, „Abh. d. Akad. d. Wissensch.“ (Berlin 1913) 7, 8.
+
+[4991] Mâ. II, 37.
+
+[4992] ebd. II, 37, 39, 42, 44.
+
+[4993] ebd. II, 57.
+
+[4994] ebd. II, 55.
+
+[4995] Vgl. die Erwähnungen der „Mappae clavicula“ bei ~Eastlake~
+(Vorr. 8; 10, 16, 17, 43, 72, 93, 127, 136, ...), ~Merrifield~ (1,
+Vorr. 56, 60, 76, und oft), ~Semper~ („Der Styl“ 1860, 2. Aufl. 1878;
+2, 458) und ~Guareschi~ (5, 30).
+
+[4996] Mâ. II, 31 ff., 57.
+
+[4997] ebd. II, 34, 41, pass.
+
+[4998] ebd. II, 55.
+
+[4999] ebd. II, 42.
+
+[5000] Mâ. II, 36, 52; 56.
+
+[5001] ebd. II, 34, pass.
+
+[5002] ebd. II, 46.
+
+[5003] ebd. II, 51 ff.
+
+[5004] ebd. II, 356 ff.
+
+[5005] ebd. II, 59.
+
+[5006] ebd. II, 58 ff.
+
+[5007] ebd. II, 55.
+
+[5008] Arch. 225.
+
+[5009] Mâ. II, 53; daselbst ältere Litteratur über dieses Glas. Vgl.
+~Lippmann~, „Abh.“ 1, 74.
+
+[5010] Mâ. II, 62; vgl. ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 125 ff.
+
+[5011] Mâ. II, 58, 167 ff., 171, 175. Vgl. die Angaben bei ~Synesios~
+(4. Jahrhundert) und im „Carmen de ponderibus“ (5. Jahrhundert?).
+~Berthelots~ Vermutung, daß sich vom Aräometer des ~Synesios~ im
+Mittelalter keine Spur erhalten habe, ist irrig; s. ~Lippmann~, „Abh.“
+2, 171 ff.
+
+[5012] Mâ. II, 61, 94.
+
+[5013] ~Lippmann~, „Beiträge zur Geschichte des Alkohols“
+(Chemiker-Zeitung 1913, 1313 ff; 1917, 865 ff.).
+
+[5014] Ausführliches über den chemischen und technologischen Inhalt:
+~Lippmann~, „Chemiker-Zeitung“ 1916, 3 ff.
+
+[5015] In der dem ~Aristoteles~ untergeschobenen, etwa aus derselben
+Zeit herrührenden Schrift „De perfecto magisterio“ wird bei einem
+Rezepte, das die Herstellung von Goldblättchen betrifft, als Quelle
+angegeben „ex libro de arte Romanorum“, „aus dem Buche von den Künsten
+der Römer“ (~Zetzner~, „Theatrum Chemicum“, Straßburg 1613 ff.; 2.
+Aufl. ebd. 1659; 3, 97).
+
+[5016] ~Merrifield~ 1, 169; vgl. ~Guareschi~, a. a. O. 5, 34.
+
+[5017] Wien 1873.
+
+[5018] Vgl. ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 109.
+
+[5019] Vgl. ebd. 1, 74.
+
+[5020] Solche waren schon im Altertum bekannt, und finden sich in
+manchen Sammlungen, z. B. in der auf der Saalburg bei Homburg; s. auch
+~Dafert~ und ~Miklausz~, „Monatshefte für Chemie“ (Wien 1910; 781).
+
+[5021] „De incertitudine et vanitate scientiarum“ (Antwerpen 1530),
+cap. 96.
+
+[5022] „Polyhistor“ (Lübeck 1688), lib. 1, cap. 7.
+
+[5023] „Geschichte der technischen Künste“ (Stuttgart 1875-93) 1, 7,
+20, 99; 2, 211.
+
+[5024] „Storia della chimica“ (Turin 1905) 5, 29.
+
+[5025] Wien 1874; die beigefügte Übersetzung ist, wie beim „Heraklius“,
+wegen mangelhafter technischer Sachkenntnis sehr unzuverlässig.
+
+[5026] ~Ilg~ 10; alle folgenden Zitate beziehen sich auf diese Ausgabe.
+
+[5027] 51.
+
+[5028] 187.
+
+[5029] 117.
+
+[5030] 81.
+
+[5031] 81.
+
+[5032] 75, 77.
+
+[5033] 75; der Porphyrstein deutet auf ägyptischen Ursprung der
+betreffenden Vorschrift.
+
+[5034] 45.
+
+[5035] 255; 293; 89.
+
+[5036] 69, 347.
+
+[5037] 47.
+
+[5038] 189.
+
+[5039] 15, 19; 29 ff. Vgl. ~Merrifield~, a. a. O. 1, 31, 33. -- Nach
+~Ruska~ ist diese Vermutung unrichtig.
+
+[5040] Ausführliches über den chemischen und technologischen Inhalt:
+~Lippmann~, „Chemiker-Zeitung“ 1917, 1 ff.
+
+[5041] ~Ilg~ 219 ff.
+
+[5042] 233, 287.
+
+[5043] 65, 73.
+
+[5044] 229.
+
+[5045] 217, 293.
+
+[5046] 225.
+
+[5047] 277.
+
+[5048] 55, 69, 73.
+
+[5049] 51, 81; 59, 71; 77, 81.
+
+[5050] 225.
+
+[5051] 177; das Wort für einstreuen ist „projicere“.
+
+[5052] 207 ff., 261, 65.
+
+[5053] 187.
+
+[5054] 265.
+
+[5055] 81.
+
+[5056] 89.
+
+[5057] 273.
+
+[5058] 271.
+
+[5059] 265, 65.
+
+[5060] 65, 261; 275; 283, 293.
+
+[5061] 335; 295; 339.
+
+[5062] 283, 293.
+
+[5063] 341 ff.
+
+[5064] 345.
+
+[5065] 175; 341 ff.
+
+[5066] 13; 73, 91.
+
+[5067] 205, 87.
+
+[5068] 13, 15.
+
+[5069] 13, 73.
+
+[5070] 61, 83.
+
+[5071] 349.
+
+[5072] 13.
+
+[5073] 81.
+
+[5074] 37; 59, 71.
+
+[5075] 29 ff., 33.
+
+[5076] 61; 13, 15.
+
+[5077] 29 ff., 83.
+
+[5078] 93.
+
+[5079] 13; 19, 33; 43.
+
+[5080] 15, 19, 29 ff., 33.
+
+[5081] 85.
+
+[5082] 305, 339; 79, 47.
+
+[5083] 45, 351; 45; 45, 63, 279; 45.
+
+[5084] 33, 61, und öfter.
+
+[5085] 39, 311, 313 ff.
+
+[5086] 231.
+
+[5087] 245, 289; 245.
+
+[5088] 75, 79; 61.
+
+[5089] 41, 69; 347.
+
+[5090] 47, 59, und öfter.
+
+[5091] 75, 77.
+
+[5092] 79, 211; 75, 77.
+
+[5093] 79.
+
+[5094] 81.
+
+[5095] 85.
+
+[5096] 193 und öfter.
+
+[5097] 189.
+
+[5098] 98 ff., 103, 105; 127 ff.
+
+[5099] 109, 113; 121 ff., 125; 131 ff., 137 ff.
+
+[5100] 113; Email: 237, 239.
+
+[5101] 117.
+
+[5102] 111, 113; 143.
+
+[5103] 115, 117.
+
+[5104] 351 ff., 355.
+
+[5105] ebd.
+
+[5106] 119.
+
+[5107] „Beiträge zur Geschichte der Erfindungen“ (Leipzig 1805); 5, 570.
+
+[5108] „Beitr.“ 3, 95.
+
+[5109] „Histoire de la Chimie“ (Paris 1842; 1. Aufl.); I, 491. -- Eine
+neuere Übersetzung, die ~Poisson~ in der „Revue scientifique“ (1891,
+457) abdrucken ließ, erwähnt ~Guareschi~ (a. a. O. 4, 29).
+
+[5110] „Beitr.“ (1874); 3, 95.
+
+[5111] Mâ. II, 89 ff.
+
+[5112] ebd. II, 121.
+
+[5113] „Beitr.“ 3, 95 ff., unter Hinweis auf ~Schölls~ „Geschichte der
+griechischen Litteratur“ (Berlin 1839) 3, 447 ff.
+
+[5114] Mâ. II, 292.
+
+[5115] ebd. II, 90.
+
+[5116] Beitr. 3, 96.
+
+[5117] Mâ. II, 94, 97, 100 ff., 128 ff.
+
+[5118] ebd. II, 89 ff., 249.
+
+[5119] ebd. III, 124 ff.; Arch. 261 ff.
+
+[5120] Beitr. 3, 95.
+
+[5121] ~Ruska~, a. a. O. 44.
+
+[5122] Mâ. II, 97, 93.
+
+[5123] Beitr. 3, 96; Mâ. II, 94.
+
+[5124] Mâ. II, 128 ff., 115, 217.
+
+[5125] ebd. II, 105 ff.
+
+[5126] ebd. II, 93.
+
+[5127] Vgl. ~Köchly~ und ~Rüstow~, „Griechische Kriegsschriftsteller“
+(Leipzig 1853 ff.); ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 125 ff.
+
+[5128] ~Livius~, lib. 39, cap. 13.
+
+[5129] Mâ. II, 95.
+
+[5130] ebd. II, 396; ~Merrifield~, a. a. O. I, 73 ff.
+
+[5131] Mâ. II, 108.
+
+[5132] Mâ. II, 98, 116, 117.
+
+[5133] Vgl. ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 125 ff.
+
+[5134] Mâ. II, 117.
+
+[5135] ebd. II, 133.
+
+[5136] Daß auch das „sal indum“ des ~Alrazi~, entgegen ~Berthelot~,
+nicht Salpeter war, sondern Steinsalz, ist schon oben erwähnt worden.
+
+[5137] Mâ. II, 108 ff.
+
+[5138] Mâ. II, 119.
+
+[5139] ebd. II, 121.
+
+[5140] ebd. 124 ff.
+
+[5141] ebd. II, 126.
+
+[5142] ebd. II, 398.
+
+[5143] ebd. II, 127.
+
+[5144] ebd. II, 122, 134.
+
+[5145] ebd. II, 117, 118. Vgl. ~Lippmann~, „Beiträge zur Geschichte des
+Alkohols“, a. a. O. 1913, 1313 ff.
+
+[5146] Mâ. II, 140.
+
+[5147] ebd. II, 126.
+
+[5148] ebd. II, 123.
+
+[5149] ebd. II, 107, 124.
+
+[5150] ebd. II, 118.
+
+[5151] ebd. II, 111, 114.
+
+[5152] ebd. II, 65 ff.; 73.
+
+[5153] ebd. II, 86.
+
+[5154] ebd. II, 87.
+
+[5155] ebd. II, 112.
+
+[5156] ebd. II, 83. Vgl. allato = Messing bei ~Maigne d’Arnis~
+(a. a. O. 130).
+
+[5157] Mâ. II, 74 ff.
+
+[5158] ebd. II, 77.
+
+[5159] ebd. II. 74.
+
+[5160] Beitr. 3, 61.
+
+[5161] Mâ. II, 229 ff.
+
+[5162] ebd. II, 233 ff.
+
+[5163] ebd. II, 231, 236, 237.
+
+[5164] ebd. II, 240; 232 ff.; 287.
+
+[5165] Mâ. II, 232 ff., 242 ff., 248.
+
+[5166] ebd. II, 249 ff., 251.
+
+[5167] Das Wort συναγωγή (Synagogé, Versammlung) geben schon die
+alten lateinischen Übersetzungen des um 140 n. Chr. verfaßten „Hirten
+des Hermas“ außer durch ecclesia, coetus, concilium, congregatio,
+auch durch turba wieder und wenden es auf jüdische, christliche und
+gnostische Versammlungen an („Hermae Pastor“, ed. ~Gebhardt-Harnack~,
+Leipzig 1877; 116); συναγωγή im Sinne von Sammlung ist auch ein Titel
+zahlreicher Bücher, es heißen z. B. so die Materialien-Sammlungen des
+~Hippias von Elis~ (~Diels~, „Vors.“ 2, 286; ~Nestle~, „Vors.“ 82), des
+~Aristoteles~ (~Gercke~, PW. 2, 1036), des Arztes ~Menon~ (~Diels~,
+„Straton“ 2; ~Zeller~ 2 (2), 897; 99, 77), des ~Iamblichos~ (~Zeller~
+3 (2), 739; ~Deussen~ 2 (1), 507), die „Metamorphosen“ des ~Antoninus
+Liberalis~ (~Wentzel~, PW. 1, 2572), die Landwirtschaftsschriften
+des sog. ~Vindonionios Anatolios~ (~Wellmann~, P. 1, 2073), die
+Rezeptsammlungen des ~Oreibasios~ aus dem 4. Jahrhundert (~Berendes~,
+„Das Apothekenwesen“, Stuttgart 1907; 57), usf.
+
+[5168] In wichtigen Schriften ~Ciceros~ entwickeln die bedeutsamsten
+philosophischen Schulen ihre Ansichten durch je einen ihrer Vertreter
+(~Zeller~ 3 (1), 673).
+
+[5169] Mâ. II, 253 ff.
+
+[5170] ebd. II, 262.
+
+[5171] ebd. II, 259 ff., 266.
+
+[5172] Mâ. II, 81 ff., 179 ff.
+
+[5173] ebd. II, 180; 214.
+
+[5174] ebd. II, 180, 181.
+
+[5175] ebd. II, 180.
+
+[5176] ebd. II, 180, 201.
+
+[5177] ebd. II, 81 ff.
+
+[5178] ebd. II, 181.
+
+[5179] ebd. II, 217.
+
+[5180] ebd. II, 203.
+
+[5181] ebd. II, 217.
+
+[5182] ebd. II, 199, 200, 208 ff., 217; pass.
+
+[5183] ebd. II, 187, 189, 200, 217; pass.
+
+[5184] ebd. II, 217.
+
+[5185] ebd. II, 200, pass.
+
+[5186] ebd. II, 227, pass.
+
+[5187] ebd. II, 209.
+
+[5188] ebd. II, 207, pass.
+
+[5189] ebd. II, 189.
+
+[5190] ebd. II, 193, 199.
+
+[5191] ebd. II, 217.
+
+[5192] ebd. II, 197, 209.
+
+[5193] ebd. II, 207, pass.
+
+[5194] ebd. II, 199, 207; 217.
+
+[5195] Mâ. II, 203.
+
+[5196] ebd. II, 197, pass.; 223.
+
+[5197] ebd. II, 217.
+
+[5198] ebd. II, 199, 226.
+
+[5199] ebd. II, 200.
+
+[5200] ebd. II, 182 ff.
+
+[5201] ebd. II, 204, 205.
+
+[5202] ebd. II, 225, 221; 199.
+
+[5203] ebd. II, 211.
+
+[5204] „Vom Sulphure“ (Halle 1718) 48 ff.
+
+[5205] Siehe ~E. Meyer~, „Geschichte der Botanik“ 3, 98.
+
+[5206] „Beiträge zur Geschichte der Erfindungen“ (Leipzig 1786 ff.) 5,
+573, 578.
+
+[5207] ~Ersch-Grubers~ „Enzyklopädie“; 2, 415.
+
+[5208] „Beiträge zur ... chemischen Theorie der Naturlehre“, üb.
+~Wolff~ (Berlin 1820) 9.
+
+[5209] „Geschichte der arabischen Ärzte und Naturforscher“ (Göttingen
+1840) 12.
+
+[5210] Königsberg 1856; 3, 98.
+
+[5211] „Die Alchemie“ (Bonn 1869) 436 ff.; der Titel „König“ des
+~Geber~ ist ebenso fingiert wie der des gleichfalls gefälschten
+~Basilius Valentinus~: ~Basilius~ = βασιλεύς (ebd. 276, 521).
+
+[5212] „~Virchows~ Archiv“ 1871; 364.
+
+[5213] Beitr. 3, 22.
+
+[5214] ebd. 3, 12 ff.
+
+[5215] ebd. 3, 14, 19, 21.
+
+[5216] ebd. 3, 14, 15.
+
+[5217] ebd. 3, 25.
+
+[5218] ebd. 3, 25, 26.
+
+[5219] ebd. 3, 33.
+
+[5220] ebd. 3, 54; wie es sich hiernach mit den Vermutungen verhält,
+die ~Stapelton~ (M. G. M. 6, 420; „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 236, 243)
+auf Handschriften und Abbildungen gründet, die dem ~Alkati~ und einem
+~Chuwarazmi~ zugeschrieben werden (1034), bedarf noch der Aufklärung.
+Vgl. ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 24, 75; „Journal f. prakt. Chemie“ (1907)
+76, 108 ff.
+
+[5221] Beitr. 3, 29.
+
+[5222] ebd. 3, 28, 32; „Alch.“ 1, 12, 359. -- Zu dem nämlichen
+Ergebnisse gelangte in selbständiger Weise 1878 auch ~E. Wiedemann~
+(„Annalen der Physik“, 2. Serie; 4, 320; vgl. ~E. Wiedemann~,
+„Beiträge“ 2, 323; 24, 75). In dem Aufsatze „Zur Chemie der Araber“
+betont ~E. Wiedemann~ ausdrücklich, daß die in den Leidener Codices
+enthaltenen Werke ~Dschabirs~ nicht den klaren und wissenschaftlichen
+Geist der lateinischen Schriften des ~Geber~ zeigen, sich vielmehr im
+mystischen Gedankengange der griechischen Alchemisten bewegen, wonach
+an der Unechtheit jener angeblichen lateinischen Übersetzungen kein
+Zweifel bleibe („Zeitschr. d. Deutschen Morgenländischen Gesellschaft“
+1878, 575).
+
+[5223] Beitr. 3, 32, 33.
+
+[5224] ebd. 3, 38 ff.
+
+[5225] Vgl. ~Stillmann~ (M. G. M. 16, 227) und ~Sudhoff~ (ebd.).
+
+[5226] Beitr. 3, 44-48; vgl. Gesch. 4, 175.
+
+[5227] Beitr. 3, 51.
+
+[5228] Mâ. II, 276 ff., 279; vgl. die irrtümliche Erklärung Or. 207.
+
+[5229] Mâ. II, 346; 340 ff.
+
+[5230] So schon ~Schmieder~, „Gesch. d. Alchemie“ (Halle 1832) 97;
+~Kopp~, „Beitr.“ 3, 63; ~E. Wiedemann~, „Zeitschr. d. Deutschen
+Morgenländ. Gesellschaft“ 1878, 580.
+
+[5231] Mâ. II, 311 ff.; 273.
+
+[5232] ebd. II, 315. Diese Bücher scheinen aber hebräischen Ursprunges
+(~Ruska~).
+
+[5233] Mâ. II, 314 ff.
+
+[5234] „Gesch. d. Alchemie“ 95.
+
+[5235] „~Virchows~ Archiv“ 1866, 572.
+
+[5236] Die Worte „apud nos Gallos“ im Pariser Manuskript sind
+eingeschoben; vgl. Mâ. II, 72.
+
+[5237] Beitr. 3, 55, 20, 70.
+
+[5238] Mâ. II, 317.
+
+[5239] ebd. II, 269 ff.
+
+[5240] Beitr. 3, 64 ff.
+
+[5241] ebd. 3, 67, 81.
+
+[5242] Siehe ~Poisson~, „Cinq traités d’alchimie“ (Paris 1890) 91.
+
+[5243] Beitr. 3, 76; Mâ. II, 290.
+
+[5244] Mâ. II, 71; Coll. I, 207; Intr. 208.
+
+[5245] Beitr. 3, 64 ff.
+
+[5246] ebd. 3, 83, 84, 69.
+
+[5247] ebd. 3, 69 ff., 73 ff.; 82.
+
+[5248] ebd. 3, 79.
+
+[5249] ebd. 3, 80, 81.
+
+[5250] ebd. 3, 81.
+
+[5251] Mâ. II, 14.
+
+[5252] Vgl. „~Mesuae~ Opera“, ed. ~Costa~ (Venedig 1570) 216.
+
+[5253] Beitr. 3, 83.
+
+[5254] ebd. 3, 81.
+
+[5255] Beitr. 3, 78, 74.
+
+[5256] ebd. 3, 84.
+
+[5257] ebd. 3, 63; das aus ~Pseudo-Razi~ „De salibus“ Zitierte steht
+aber nicht im Pariser Manuskript Nr. 6514, vgl. Mâ. II, 287.
+
+[5258] Mâ. II, 280 ff.
+
+[5259] ebd. II, 283.
+
+[5260] Mâ. II, 287.
+
+[5261] Beitr. 3, 54, 63.
+
+[5262] Beitr. 3, 64; Mâ. II, 281 ff.
+
+[5263] Mâ. II, 288, 283.
+
+[5264] ebd. II, 283; Arch. 165.
+
+[5265] ~Frohschammer~, „Die Philosophie des ~Thomas von Aquino~“
+(Leipzig 1889) 279, 287, 290.
+
+[5266] Vgl. die ihm zugeschriebenen „Thesaurus alchimiae“ und
+„De lapide philosophico“ (Paris 1895; Nr. 6 der „Bibliothèque
+rosicrucienne“).
+
+[5267] „Summa Theologiae“, üb. ~Schneider~ (Regensburg 1885 ff.; 7,
+474). Über dieses so hochberühmte Werk wird jeder Unparteiische, der es
+zum ersten Male zur Hand nimmt, außerordentlich enttäuscht sein: der
+Verfasser +sucht+ die Wahrheit nicht, sondern er +besitzt+ sie schon,
+d. h. als wahr gilt ihm ohne weiteres +das+, was die Kirche und ihre
+Vertreter festgesetzt haben. Demgemäß werden mit völliger Einseitigkeit
+und Willkür von vornherein die Gegenstände der „Diskussion“
+abgegrenzt, die Titel der Abschnitte gewählt, die Leit- und Lehrsätze
+aufgestellt, und schließlich die Beweise geführt. Als Beleg vermag
+hierbei jeder beliebige, aus dem Zusammenhange gerissene Satz irgend
+einer kirchlichen oder weltlichen „Autorität“ zu dienen, wenn nur
+der Wortlaut entweder ohnehin annähernd zutrifft, oder sich doch
+halbwegs ausreichend auf allegorischem Wege umdeuten läßt; ~Platon~ und
+~Aristoteles~, ~Makrobios~ und ~Vegetius~, ~Alfarabi~ und ~Averroes~,
+~Augustinus~ und ~Rabbi Moses~ (~Maimonides~) können so als durchaus
+gleichberechtigte und gleichwertige Zeugen auftreten. Die nur dem
+Scheine nach geführte „philosophische“ Untersuchung ergibt selbstredend
+mit unfehlbarer Sicherheit stets jenes Ergebnis, das für den Verfasser
+ohnehin schon von Anfang an feststeht, und daraufhin gilt es dann als
+wissenschaftlich bewiesen und wird der weiteren Forschung zugrunde
+gelegt. Kaum auf ein anderes Werk paßt besser das geistreiche Epigramm
+des tiefsinnigen ~Fechner~:
+
+ „Ein philosophischer Begriff gebratner Gans entspricht;
+ Daß sie von selber Äpfel fräß’, gesehen hab ich’s nicht.
+ Doch Jeder freut des Inhalts sich, wenn man sie bringt zum Schmaus:
+ Das, was man hineingetan, nimmt wieder man heraus.“
+
+(„Gedichte“, Leipzig 1841; 166).
+
+[5268] Beitr. 3, 98 ff.
+
+[5269] Beitr. 3, 85, 91, 94.
+
+[5270] „~Roger Bacon~“, ed. ~Little~ (Oxford 1914) 24.
+
+[5271] ebd. 395 ff., 411 ff. (mit Verzeichnis).
+
+[5272] ebd. 285.
+
+[5273] Die gedruckten enthält zum größeren Teile „~R. Bacon~, De
+arte Chymiae scripta“ (Frankfurt 1603); vgl. ~Brown~, „A history of
+chemistry“ (London 1913) 95.
+
+[5274] ~R. Bacon~, „Opus majus“, ed. ~Bridges~ (London 1900) 1, Vorr.
+46, 48, 74 ff.; 2, 214.
+
+[5275] Beitr. III, 64, 99 ff.
+
+[5276] Mâ. II, 351 ff., wo aber ~Berthelot~ den Namen ~Hauréaus~ nicht
+nennt.
+
+[5277] Beitr. 3, 101. 108.
+
+[5278] ebd. 3, 106.
+
+[5279] ebd. 3, 99 ff.
+
+[5280] ~Langlois~, „La connaissance de la nature et du monde au
+moyen-âge“ (Paris 1911) 185.
+
+[5281] Vgl. hierzu ~Engel~, „Geschichte des Illuminaten-Ordens“ (Berlin
+1906).
+
+[5282] „Journal des savants“ (Paris 1851 ff.).
+
+[5283] Heidelberg 1886.
+
+[5284] Dieses Buch war bekanntlich von großem Einflusse auf den jungen
+~Goethe~.
+
+[5285] ~Moses~ 4, 31, 22; ~Ezechiel~ 22, 18. Vgl. ~Wiegleb~, a. a. O.
+227.
+
+[5286] Zitiert in den „Werken“ ~Chaucers~ (14. Jahrhundert), üb.
+~Düring~ (Straßburg 1886) 3, 463; die angeblich aus alchemistischem
+Golde geprägten englischen „Rosenobles“ trugen diesen „geheimnisvollen“
+Satz als Umschrift. -- Nach der „Summa Theologiae“ des ~Thomas von
+Aquino~ (1224-1274) ist die Sterndeutung unerlaubt (üb. ~Schneider~ 7,
+595), obwohl die Astrologen oft Wahres über die Schicksale zu verkünden
+wissen, was daher kommt, daß die Sterne die +sinnlichen+ Handlungen des
+Menschen beeinflussen, aber ganz allein +diese+ (ebd. 3, 561; 5, 139;
+7, 596). In der gewöhnlichen Körperwelt sind die Sterne Ursachen und
+nicht Zeichen der Vorgänge (ebd. 3, 648; 7, 595), sie wirken selbst
+(ebd. 1, 344; 3, 649; 7, 605), und zwar teils durch ihre Lichtstrahlen
+(ebd. 3, 236; 5, 101; 11, 703), teils durch ihre Engel (ebd. 3, 138),
+und veranlassen z. B. die Entstehung von Pflanzen (ebd. 3, 253, 483),
+sowie die Erzeugung niedrigerer Tiere (ebd. 3, 26, 477, 483).
+
+[5287] ~Ticknor~, „Geschichte der schönen Litteratur in Spanien“, ed.
+~Julius~ (Leipzig 1852) 1, 40; 3, 7. Vgl. ~Lemcke~, „Handbuch der
+spanischen Litteratur“ (Leipzig 1855) 1, 29.
+
+[5288] ~Ticknor~ 1, 35, 40; 3, 7.
+
+[5289] ~Ticknor~ 1, 53 ff., 60; vgl. ~Lemcke~ 1, 55.
+
+[5290] „El Conde Lucanor“, ed. ~Keller~ (Stuttgart 1839) 57.
+
+[5291] ~Aldschaubari~ verlegt sie in seiner um 1220 verfaßten
+„Enthüllung der Geheimnisse“ an den Hof des Sultans ~Nuraldîn~ von
+Damaskus (1146-1174), des Vorgängers des berühmten ~Saladin~ (~E.
+Wiedemann~, „Beiträge zur Kenntnis des Orients“, Wien 1508; 5, 85).
+
+[5292] ~Ticknor~ 1, 286.
+
+[5293] ed. ~Haller~ (Regensburg 1883).
+
+[5294] ~Schack~, „Geschichte der dramatischen Litteratur und Kunst in
+Spanien“ (Frankfurt 1854) 1, 169.
+
+[5295] ~Schaeffer~, „Geschichte des spanischen Nationaldramas“ (Leipzig
+1890) 1, 25.
+
+[5296] ebd. 1, 51.
+
+[5297] ebd. 1, 52.
+
+[5298] ~Schack~ 2, 159.
+
+[5299] Z. B. in „Al pasar del arroyo“ und in „El nuevo mundo“ (~Ochoa~,
+„Tesoro del teatro español“, Paris 1838; 2, 195, 586).
+
+[5300] ~Ochoa~, „Tesoro de los poemas españoles“ (Paris 1840) 270.
+
+[5301] ~Schaeffer~ 1, 111, 122.
+
+[5302] ebd. 1, 275.
+
+[5303] ebd. 1, 311, 314.
+
+[5304] ebd. 1, 383 ff.
+
+[5305] ebd. 2, 18, 35; ~Schack~ 3, 122.
+
+[5306] ~Schack~ 3, 246, 288; ~Schaeffer~ 2, 51.
+
+[5307] ~Schack~ 3, 442, 447, und Anhang 104; ~Ticknor~ 2, 40.
+
+[5308] ~Schaeffer~ 1, 28.
+
+[5309] „Geistliche Festspiele“, üb. ~Lorinser~ (Regensburg 1882 ff.) 6,
+232; 9, 215; 13, 119; 15, 8.
+
+[5310] ebd. 6, 336.
+
+[5311] ebd. 4, 366; vgl. ~Ticknor~ 2, 15 und ~Schack~ 3, 195, 264, 266.
+
+[5312] ~Lorinser~ 9, 275.
+
+[5313] ebd. 9, 222, und öfters.
+
+[5314] ebd. 11, 7.
+
+[5315] ebd., a. a. O.
+
+[5316] ~Schaeffer~ 2, 295, 309.
+
+[5317] ~Ochoa~, „Tesoro de novelistas españoles“ (Paris 1847) 2, 61.
+
+[5318] Mitteilung des † Geh. Rates Prof. Dr. ~H. Suchier~ in Halle a. S.
+
+[5319] ~Langlois~, a. a. O. 118, 131.
+
+[5320] Also des „etesischen“ Monates!
+
+[5321] ~Langlois~ 219; vgl. „Das Buch ~Sidrach~“, ed. ~Jellinghaus~
+(Tübingen 1904; 105 ff.).
+
+[5322] ebd. 317.
+
+[5323] ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 103.
+
+[5324] ed. ~Francisque-Michel~ (Paris 1864) 2, 173; üb. ~Lippmann~,
+„Abh.“ 1, 104.
+
+[5325] Der Text nennt sie „fogière“ = Farnkraut (bei ~Matthiolus~,
+„Compendium de plantis omnibus“, Venedig 1571. 907 und 911: „fengière“
+und „fuchière“), meint aber vermutlich gewisse, äußerlich ähnliche
+Seetange und Algen.
+
+[5326] „Sophisten“ im Gegensatze zum „Philosophen“!
+
+[5327] ~Palissy~, „Oeuvres“, ed. ~Fillon-Audiat~ (Niort 1888) 2, 70.
+
+[5328] ebd. 2, 111.
+
+[5329] ebd. 2, 68 ff.
+
+[5330] S. den Schwindel mit dem Rührstock, in dem Silber oder Gold
+verborgen ist: ebd. 2, 77.
+
+[5331] ~Palissy~, „Oeuvres“ 2, 104 ff.; 1, 65 ff.
+
+[5332] ebd. 1, 65 ff.; 2, 90 ff.
+
+[5333] „~Gargantua~ und ~Pantagruel~“, ed. ~Regis~ (Leipzig 1832) 1,
+169.
+
+[5334] ebd. 1, 30, 586, 924 ff.; 3, 1287. ~Goethe~, der sich in jungen
+Jahren viel mit ~Rabelais~ beschäftigte, entnahm wohl hierher den im
+„Mährchen“ vorkommenden Zaubertempel mit dergleichen Statuen.
+
+[5335] ed. ~Jacob~ (Paris 1858) 43, 45, 314 ff.
+
+[5336] „Die Kultur der Renaissance in Italien“ (Leipzig 1896) 2, 292.
+
+[5337] „Hölle“, 29. Gesang, Vers 118 ff.; V. 137, V. 65.
+
+[5338] ~Lippmann~, „~Petrarca~ über die Alchemie“, A. Nat. 6, 236.
+
+[5339] ~Wiegleb~ 227; ~Schmieder~ 159 ff.
+
+[5340] ~Peters~ sieht in dieser Bulle einen wichtigen Anlaß dafür,
+daß die Alchemisten, in der Sorge um ihre persönliche Sicherheit,
+seither einen besonders frömmelnden Ton anzuschlagen und ihre Lehren
+ganz durchsetzt von Gleichnissen und Bildern des christlichen Glaubens
+vorzutragen begannen („Chemiker-Zeitung“ 1917, 729).
+
+[5341] ~Kopp~, „Verfall der Alchemie“ (Gießen 1845) 3.
+
+[5342] ~Burckhardt~, a. a. O.
+
+[5343] „Vellus aureum et chrysopoeia“ (= Das goldene Vließ und die
+Goldmacherei); Basel 1518.
+
+[5344] Vgl. ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 346; ~Herzfeld~, „~Lionardo da
+Vinci~, der Denker, Forscher und Poet“ (Jena 1906) 109, 110, und
+betreff der Iatrochemie ebd. 138.
+
+[5345] ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 361.
+
+[5346] „De la pirotechnia“ (Venedig 1540), 123.
+
+[5347] ~Guareschi~, „Storia della Chimica“ (Turin 1904) 4, 19 ff.
+
+[5348] „Piazza universale“ (Venedig 1592) 138, 571.
+
+[5349] ebd. 863.
+
+[5350] ~Kopp~, „Verfall ...“ 3.
+
+[5351] ed. ~Macauley~ (Oxford 1900).
+
+[5352] Vers 16022 ff.; üb. ~Düring~ (Straßburg 1886) 3, 200 ff., 389,
+464.
+
+[5353] ~Gothein~, A. Rel. 10, 479; über Erwähnung der 7 Altersstufen in
+den „Moralitäten“ vgl. ~Boll~, „Lebensalter“ 41.
+
+[5354] ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 427 ff., 445.
+
+[5355] ~Lilly~, ed. ~Fairholt~ (London 1892) 1, 233 ff., 246.
+
+[5356] ebd. 2, 157; ~Gothein~, a. a. O. 482.
+
+[5357] üb. ~Baudissin~, „~Ben Jonson~ und seine Schule“ (Leipzig 1836)
+1, 5. Im 2. Akte dieses Stückes wird ~Joh. Isaac Hollandus~ als der
+Verstorbene und ~Isaac Hollandus~ als der noch Lebende bezeichnet,
+wodurch das bisher immer noch strittige Zeitalter dieser Alchemisten
+endgültig festgestellt ist (~Lippmann~, „Chemiker-Zeitung“ 1916, 605).
+
+[5358] ~Gothein~, a. a. O. 479 ff.
+
+[5359] üb. ~Waltz~, „Argenis“ (Heidelberg 1902) 150, 321; „Euphormio“
+(München 1891) 209.
+
+[5360] ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 374, 409.
+
+[5361] London 1652.
+
+[5362] London 1893; vgl. ~Brown~, „A history of chemistry“ (London
+1913) 120 ff.
+
+[5363] ~Dickinson~, „Physica vetus et nova“ (London 1702); zitiert bei
+~Leibniz~, „Deutsche Schriften“, ed. ~Guhrauer~ (Berlin 1838) 2, 336.
+
+[5364] „Geschichte des Wachstums der Erfindungen in der Chemie“ (Berlin
+1790) 1, 217.
+
+[5365] ~Kopp~, „Alch.“ 1, 240.
+
+[5366] „Predigten“, ed. ~Pfeiffer-Strobl~ (Wien 1862 ff.) 1, 50 ff.,
+392 ff., 506; 2, 233 ff.
+
+[5367] ebd. 2, 15.
+
+[5368] ebd. 2, 33.
+
+[5369] ebd. 2, 150 ff.
+
+[5370] „Wunderbuch“, Neudruck ~Scheibles~ (Stuttgart 1846?) 232, 238
+ff., 243.
+
+[5371] ebd. 69 ff., 95 ff.; 71.
+
+[5372] „Wunderbuch“ 355; 290; 356; 379 ff.
+
+[5373] ebd. 180 ff., 240.
+
+[5374] „The hermetical and alchemistical writings of ~Paracelsus~“
+(London 1894).
+
+[5375] Arkan: arabisch = die Pfeiler. Doch kann auch das lateinische
+arcanum das Stammwort sein.
+
+[5376] Schon in einigen um 1450 verfaßten „Pestschriften“ treten solche
+auf, und zwar sichtlich noch als ziemlich neu (~Sudhoff~, A. Med. 8,
+199, 202). Die heftige Bekämpfung dieser Mittel, der Alchemie, der
+Lehren vom Schwefel, Quecksilber und Salz u. dgl. mehr durch ~Erastus~
+in Basel (gest. 1583) scheint weniger sachlichen Gründen entsprungen zu
+sein als der erbitterten persönlichen Feindschaft gegen ~Paracelsus~
+(~Kopp~, „Verfall“ 4). -- Hauptsächlich auf Grund schwerer persönlicher
+Enttäuschungen verwirft auch ~Agrippa von Nettesheim~ (1486-1535) die
+Alchemie in seiner Altersschrift „De vanitate scientiarum“ (Antwerpen
+1530; cap. 90).
+
+[5377] ed. ~Simrock~ (Berlin 1872) Nr. 65, Nr. 102.
+
+[5378] „Nürnberger Ratserlässe“, ed. ~Hampe~ (Wien 1904) 11, 73, 76; s.
+die Erneuerungen 1593 (ebd. 12, 219), 1597 (ebd. 12, 263), 1601 (ebd.
+12, 305 ff.). Vgl. ~Vogel~, „Chemiker-Zeitung“ 1911, 1015; ~Sudhoff~,
+A. Med. 8, 106.
+
+[5379] ~Kopp~, „Verfall“ 4.
+
+[5380] „Tischreden“, ed. ~Kroker~ (Leipzig 1903) 164.
+
+[5381] ebd., ed. ~Schmidt~ (Leipzig 1899) 310; an Gleichnissen
+verwandter Art erfreut sich ~Luther~ auch sonst: Äpfel und Birnen sind
+die männlichen und weiblichen unter den Bäumen (ebd. 253), der Magnet
+liebt das Eisen wie der Bräutigam die Braut (~Kroker~ 209) usf. -- Nach
+~Peters~ ist zu beachten, daß ~Luther~ die rechtschaffene Scheidekunst
+aber auch die betrügerische Goldmacherei mit dem nämlichen Worte
+„Alchymie“ bezeichnet; die erstere hält er hoch, die letztere verwirft
+er ebenso wie die Astrologie. Die betreffenden Stellen, besonders auch
+eine über die Auferstehung aus der kleinen Schrift „Der jüngste Tag“,
+führt ~Peters~ des näheren an („Chemiker-Zeitung“ 1917, 729).
+
+[5382] ~Wiegleb~, „Geschichte des Wachstums ...“ (Berlin 1790) 1, 7,
+161.
+
+[5383] Vgl. ~Kopp~, „Gesch.“ 2, 158; 1, 199.
+
+[5384] ~Kopp~, „Über den Zustand der Naturwissenschaften im
+Mittelalter“ (Heidelberg 1869) 20.
+
+[5385] „Chimia in artis formam redacta“ (Jena 1661); Genf 1671, 26.
+
+[5386] „Mundus subterraneus“ (Amsterdam 1665) 2, 232 ff.; ~Kopp~,
+„Verfall“ 5.
+
+[5387] „Des Augsburger Patriziers ~Ph. Hainhofer~ Reisen nach Innsbruck
+und Dresden,“ ed. ~Doering~ (Wien 1901) 177.
+
+[5388] „Physica subterranea“ von 1669, ed. ~Stahl~ (Leipzig 1703) 696
+ff.
+
+[5389] ~Kopp~, „Über die Verschiedenheit der Metalle ...“ (Gießen 1860)
+6.
+
+[5390] „Polyhistor“ (Lübeck 1715) 2, 418; Quecksilber ist nach ihm kein
+Metall (ebd. 2, 417).
+
+[5391] ~Justi~, „Chymische Schriften“ (Berlin 1761) 2, 435; ~Bauer~,
+„Chemie und Alchemie in Österreich“ (Wien 1883) 52; ~Kopp~, „Verfall“ 9.
+
+[5392] ~Hansen~, „Metamorphose der Pflanzen“ (Gießen 1907) 307.
+
+[5393] a. a. O. 1, 18 ff. und oft.
+
+[5394] „Histor.-krit. Untersuchung ...“ (Weimar 1777).
+
+[5395] ~Lichtenberg~, „Briefwechsel“, ed. ~Leitzmann~ (Leipzig 1902) 2,
+52.
+
+[5396] ~Meyer~, „Aberglauben“ 46; ~Kopp~, „Verfall“ 10.
+
+[5397] ~Kopp~, ebd. 12; ~Schultze~, „Das letzte Aufflackern der
+Alchemie in Deutschland“ (Leipzig 1897).
+
+[5398] ~Gehler~, „Physikalisches Wörterbuch“ (Leipzig 1787 ff.) 5, 705;
+~Pagel-Sudhoff~, „Einführung ...“ 349.
+
+[5399] ~Sierke~, „Schwärmer und Schwindler“ (Leipzig 1874) 70.
+
+[5400] Abgedruckt in ~Schellings~ „Werken“, ed. ~Drews~ (Leipzig 1907)
+3, 98, 151.
+
+[5401] Jena 1800; 50, 53, 66, 102.
+
+[5402] Tübingen 1802; 1 (3), 92; 1 (2), 91, 119.
+
+[5403] Landshut 1805, 362 ff., 391 ff.
+
+[5404] Vgl. 4. Auflage (Zürich 1843) 128 ff.: über Metalle und Planeten.
+
+[5405] ~Volhard~, „~Justus von Liebig~“ (Leipzig 1909) 1, 22: ~Liebigs~
+eigene Worte.
+
+[5406] ebd. 1, 193.
+
+[5407] „Geschichte der Alchemie“ (Halle 1832).
+
+[5408] ~Jollivet-Castelot~, „La science alchimique“ (Paris 1904) 347.
+
+[5409] M. G. M. 4, 64.
+
+[5410] a. a. O. 24. Abbildung: Vorr. 20.
+
+[5411] M. G. M. 3, 211.
+
+[5412] Berlin 1891.
+
+[5413] Vgl. ~Boll~ und ~Bezold~, „Sternglauben“ (Leipzig 1918) 52,
+sowie „Naturwissenschaftliche Wochenschrift“ (Jena 1918) 32, 158.
+
+[5414] Vgl. ~Jollivet-Castelot~, a. a. O. 279.
+
+[5415] ~Fuchs~, „Die Ikonographie der 7 Planeten in der Kunst Italiens
+bis zum Ausgange des Mittelalters (München 1909) 4, 11, 17; ~Saxl~,
+„Beiträge zu einer Geschichte der Planeten-Darstellung im Orient und im
+Okzident“ („Der Islam“, Stuttgart 1912) 3, 151, mit 35 Abbildungen: 165
+ff.; ~Boll~, „Sphaera“ 24 ff., 440 ff.; ~Boll~, „Lebensalter“ (Leipzig
+1913) 40 ff., mit Abbildungen. -- Vgl. die astrologischen Münzen des
+Kaisers ~Antoninus Pius~ (138-161), ~Saxl~ a. a. O. 163 und Tafel 3,
+das Septizonium des ~Septimius Severus~ (193-211) usf.
+
+[5416] Die weitverbreitete Meinung, ein ausdrückliches und allgemein
+anerkanntes Gesetz des Korans verbiete jede Darstellung lebender Wesen,
+ist durchaus irrtümlich (~Schack~, „Poesie und Kunst ...“ 2, 163 ff.,
+231 ff., 363 ff.); für die ältere islamische Malerei vermutet ~Schack~
+persischen Ursprung (ebd. 2, 368).
+
+[5417] Vgl. ~Firdusis~ oben erwähnten „Weltenbecher“ mit
+Planeten-Bildern.
+
+[5418] ~Saxl~ 152 ff., 163 ff.
+
+[5419] ebd. 161 ff. Vgl. die oben angeführten Berichte des „Ghâjat“;
+über die Rolle der Planeten als Tagesgötter bei den Ssabiern schrieben
+ausführlich ~Thabit ben Qurra~ und sein Sohn (~Chwolsohn~ 2, Vorr. 3,
+4).
+
+[5420] ~Saxl~ 163, 169, 170.
+
+[5421] Arabischer Beiname des Jupiter.
+
+[5422] ~Saxl~ 171 ff.
+
+[5423] ebd. 166, 171; diese Typen bleiben dann bis in die Neuzeit
+hinein lebendig und finden sich noch in den Stichen und Drucken des
+15. und 16. Jahrhunderts, so z. B. ~Mars~ als Ritter und ~Venus~ als
+Courtisane auf einem merkwürdigen Blatte von 1504 (~Hess~, „Himmels-
+und Natur-Erscheinungen in Einblatt-Drucken“, Leipzig 1911; 37 ff.).
+
+[5424] „Hölle“ 20, 115.
+
+[5425] ~Fuchs~, a. a. O. 86.
+
+[5426] „Göttliche Komödie“; Paradies 8, 37 (Berlin 1888; 416).
+
+[5427] „~Dantes~ prosaische Schriften“ (Leipzig 1845) 1, 40.
+
+[5428] cap. 14 ff.
+
+[5429] ~Fuchs~, a. a. O. 7, 33.
+
+[5430] „Quellen zur Kunstgeschichte des abendländischen Mittelalters“
+(Wien 1896) 226.
+
+[5431] ~Bucher~ 1, 231.
+
+[5432] ~Boll~, „Sphaera“ 16, 413 ff.; ~Fuchs~ 41, 86.
+
+[5433] ~Fuchs~ 18.
+
+[5434] ebd. 29.
+
+[5435] ebd. 32.
+
+[5436] ebd. 34.
+
+[5437] ebd. 37.
+
+[5438] ebd. 42.
+
+[5439] ebd. 47.
+
+[5440] ebd. 54.
+
+[5441] ebd. 66; abgebildet in ~Bombes~ „Perugino“ (Stuttgart 1914) 97
+ff.
+
+[5442] ~Fuchs~ 68.
+
+[5443] ebd. 18, 21, 33; auch 45, 57, 65.
+
+[5444] ebd. 35, 36.
+
+[5445] ebd. 45.
+
+[5446] ebd. 46.
+
+[5447] ebd. 53, 58, 90; vgl. ~Apollon~ mit der Geige auf ~Raffaels~
+„Parnaß“.
+
+[5448] ~Bombe~, a. a. O., Vorr. 22.
+
+[5449] ~Fuchs~ 68.
+
+[5450] ebd. 13, 47, 49, 61.
+
+[5451] ebd. 13, 61, 64 ff.
+
+[5452] ebd. 12, 13, 61.
+
+[5453] ebd. 48, 9.
+
+[5454] ~Schrader~, „~Kahlbaum~-Gedenkbuch“ 100.
+
+[5455] ~Gehler~, „Physikalisches Wörterbuch“ (Leipzig 1787 ff.) 3, 194.
+
+[5456] ~Schrader~, a. a. O.
+
+[5457] ~Schrader~, a. a. O.; ~Schrader~, „Real-Lexikon der
+indogermanischen Altertumskunde“ (Stuttgart 1901) 68, 540;
+„Sprachvergleichung und Urgeschichte“ (Jena 1907) 2, 10, 124. Weiterhin
+angeführt als „R. L.“ und „Urg.“ -- ~Schmidt~, „Realistische Stoffe im
+humanistischen Unterricht“ (Leipzig 1913) 41, 155 ff.
+
+[5458] ~Kuhnert~, PW. 6, 2010; ~Lenormant~, „Anf.“ 2, 104, 301.
+
+[5459] ~Schrader~, „R. L.“, a. a. O.; ~Blümner~ 3, 68; 4, 103.
+
+[5460] „Wespen“, Vers 657 ff.; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 4, 29.
+
+[5461] ~Schrader~, a. a. O.
+
+[5462] lib. 6, cap. 2.
+
+[5463] lib. 5, cap. 7.
+
+[5464] lib. 7, cap. 7.
+
+[5465] lib. 37, cap. 55; lib. 38, cap. 114.
+
+[5466] lib. 5, cap. 19.
+
+[5467] ~Rohde~, „Griechischer Roman“ 485.
+
+[5468] ~Puchstein~, PW. 4, 1757.
+
+[5469] Vgl. ~Gummerus~, PW. 9, 1532, 1467; 1518. Schon die persischen
+Könige scheinen ein Monopol auf Purpur besessen zu haben (~Ed. Meyer~,
+„Alt.“ 3, 61).
+
+[5470] ~Kornemann~, PW. 4, 464; ~Seeck~, PW. 4, 673.
+
+[5471] ~Seeck~, PW. 4, 659, 673.
+
+[5472] ~Seeck~, a. a. O.
+
+[5473] Vgl. zu diesem ganzen Abschnitte das bei aller Kürze sehr
+reichhaltige und viele Litteratur-Nachweise bringende Werk von
+~Hoernes~, „Kultur der Urzeit“ (Leipzig 1912/17).
+
+[5474] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 53.
+
+[5475] ~Stoll~, „Das Geschlechtsleben in der Völkerpsychologie“
+(Leipzig 1908) 378 ff., 382 ff., 413; ~Semper~, „Der Styl ...“ 2, 462,
+464 ff., 521.
+
+[5476] ~Semper~, a. a. O.
+
+[5477] ~Forrer~, „Urgeschichte des Europäers“ (Stuttgart 1908) 290 ff.
+Weiterhin angeführt als ~Forrer~, „Urg.“
+
+[5478] ~Semper~, a. a. O.
+
+[5479] ~Lippert~, „Kulturgeschichte der Menschheit“ (Stuttgart 1887) 2,
+229.
+
+[5480] ~Humboldt~, „Neuspanien“ (Tübingen 1813) 4, 5.
+
+[5481] ~Humboldt~, „Vues des Cordillères“ (Paris 1816) 2, 160; „Kosmos“
+(Stuttgart 1850) 3, 467 ff.; ~Schellhas~, „A. Rel.“ 3, 292. Dagegen
+kannte man, früheren Behauptungen entgegen, weder einen Kult der 7
+Planeten, noch eine 7tägige Woche („Vues des Cordillères“ 2, 227).
+
+[5482] ~Humboldt~, ebd. 2, 136; 1, 111.
+
+[5483] ~Bucher~, „Geschichte der technischen Künste“ (Stuttgart 1875
+ff.) 2, 406.
+
+[5484] ~Humboldt~, a. a. O.; ~Stoll~, a. a. O. 385. Als Metall der
+Venus (und auch des Siebengestirnes) galt aber ebenfalls Silber und
+nicht etwa Kupfer.
+
+[5485] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 58.
+
+[5486] ~Weissbach~, „Das Gold im alten Ägypten“ (Dresden 1901) 32.
+
+[5487] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 149, 150.
+
+[5488] ~Brugsch~, „Äg.“ 241, 399 ff.
+
+[5489] ~Schrader~, „Urg.“ 2, 29 ff.
+
+[5490] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 256 ff.
+
+[5491] Über den Goldreichtum Sofalas und Dendemas im 9. Jahrhundert
+n. Chr. berichtet noch ~Abulfeda~, und erzählt, daß die dortigen
+Eingeborenen Bronze als Schmuck dem Gold vorziehen („Géogr.“ 1, 307; 2,
+222, 225).
+
+[5492] ~Hommel~, „Geschichte des alten Morgenlandes“ (Leipzig 1912) 79.
+
+[5493] ~Brugsch~, „Äg.“ 273.
+
+[5494] ~Hultsch~, „Gewichte ...“ 6, 7.
+
+[5495] ebd. 6, 59.
+
+[5496] ebd. 5.
+
+[5497] ebd. 186.
+
+[5498] ~Lenormant~, „Mag.“ 262 ff., 307, 334, 351.
+
+[5499] ~Ed. Meyer~, „Sumerer und Semiten in Babylonien“ (Berlin 1906),
+114.
+
+[5500] ~Lenormant~, „Mag.“ 333, 354, 374; „Anf.“ 78 ff.; ~Jeremias~,
+„Handbuch“ 295.
+
+[5501] ~Lenormant~, „Mag.“ 184, 185.
+
+[5502] ders., „Anf.“ 78 ff.
+
+[5503] ~Jeremias~ 237.
+
+[5504] ~Jeremias~ 15, 28; ders., Ro. 3, 579, 589.
+
+[5505] ~Jeremias~ 282; 69.
+
+[5506] ~Delitzsch~, „Das Buch ~Hiob~“ (Leipzig 1902) 99, 114.
+
+[5507] ~Siecke~, A. Rel. 1, 125.
+
+[5508] ~Lenormant~, „Mag.“ 164, 510.
+
+[5509] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 476.
+
+[5510] ~Delitzsch~, „Babel und Bibel“ (Stuttgart 1905) 3, 55; 1, 52; 3,
+34.
+
+[5511] ~Blümner~, PW. 7, 1555 ff.
+
+[5512] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 517, 548.
+
+[5513] ebd. 1, 606.
+
+[5514] ~Baumstark~, PW. 2, 2714 ff.
+
+[5515] ~Schrader~, „Urg.“ 29 ff.
+
+[5516] ~Hultsch~, „Gewichte“ 6, 7.
+
+[5517] ~Hultsch~, ebd. 15 ff., 103 ff., 136 ff.; ~Baumstark~, a. a. O.
+
+[5518] ~Schrader~, „Urg.“ 29 ff.; ~Weissbach~, M. G. M. 5, 502.
+
+[5519] ~Lichtenberg~, „Die ägäische Kultur“ (Leipzig 1911); ~Feldhaus~,
+„Technik der Vorzeit“ (Leipzig 1914) 734.
+
+[5520] ebd. 695 ff.
+
+[5521] ~Regling~, PW. 7, 970.
+
+[5522] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 664 ff.; ~Regling~, a. a. O.; ~Blümner~,
+PW. 7, 1555 ff.; ~Schuchardt~, „~Schliemanns~ Ausgrabungen“ (Leipzig
+1891).
+
+[5523] ~Hoops~, „Real-Lexikon der germanischen Altertumskunde“
+(Stuttgart 1911) 1, 315 ff.; ~Feldhaus~, „Technik“ 639; ders., „Zur
+Geschichte der Lötverfahren“ (Chemiker-Zeitung 1910, 1133).
+
+[5524] ~Forrer~, „Real-Lexikon des ... Altertums“ (Berlin 1907) 79,
+850; „Urgeschichte des Europäers“ (Stuttgart 1908) 290 ff. Weiterhin
+angeführt als ~Forrer~, „R. L.“ und „Urg.“
+
+[5525] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 130.
+
+[5526] ebd. 2, 133, 200; 189, 317.
+
+[5527] ~Forrer~, „R. L.“ 528.
+
+[5528] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 156 ff.
+
+[5529] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 175 ff.; ~Blümner~, a. a. O.
+
+[5530] lib. 7, cap. 56.
+
+[5531] Fabulae, ed. ~Schmidt~ (Jena 1872) 149.
+
+[5532] „Variae Epistolae“ lib. 4, cap. 34.
+
+[5533] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 627.
+
+[5534] ~Schrader~, „Urg.“ 29 ff.
+
+[5535] ebd. 117 ff.; „R. L.“ 298; vgl. das babylonische Hurazu und
+mitannische Hiaruha.
+
+[5536] ~Hommel~, „Gesch. d. Morgenlandes“ 79 ff.
+
+[5537] ~Ed. Meyer~; s. das oben über die mykenische Kultur Gesagte.
+~Schrader~, a. a. O.
+
+[5538] ~Herodot~, lib. 3, cap. 57; ~Lenormant~, „Anf.“ 2, 104, 301; 226
+ff., 278, 245, 248, 265; ~Blümner~ 4, 17 ff.
+
+[5539] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 291 ff., 635.
+
+[5540] ~Theophrastos~, „De lapidibus“.
+
+[5541] Noch für die hellenistische Zeit bezeugt ihn ~Dieterich~
+(„Abraxas“ 200, 203).
+
+[5542] ~Blümner~, a. a. O.
+
+[5543] lib. 7, cap. 8.
+
+[5544] ~Blümner~ 4, 133.
+
+[5545] ~Freise~, „Geschichte der Bergbau- und Hütten-Technik“ (Berlin
+1900) 104; vgl. ~Hippokrates~, üb. ~Fuchs~ 3, 311.
+
+[5546] üb. ~Fuchs~, 3, 311, 347; vgl. ~Celsus~, üb. ~Friboes~
+(Braunschweig 1906) 599.
+
+[5547] ~Theophrastos~, a. a. O.
+
+[5548] ~Schrader~, „R. L.“ 298.
+
+[5549] ~Blümner~, PW. 7, 1555 ff.
+
+[5550] ~Blümner~, ebd.; ~Friedlaender~ 1, 203; ~Kornemann~, PW. 6,
+1890, 1902.
+
+[5551] ~Blümner~, a. a. O.; ~Schrader~, „Urg.“ 73; ~Luschin von
+Ebengreuth~, „Allgemeine Münzkunde und Geldgeschichte des Mittelalters
+und der neueren Zeit“ (München 1904) 60.
+
+[5552] ~Regling~, PW. 7, 970 ff.
+
+[5553] ~Schulten~, PW. 8, 2004 ff.
+
+[5554] lib. 6, cap. 23.
+
+[5555] ~Weiss~, PW. 7, 646; ~Niese~, ebd. 638.
+
+[5556] ~Forrer~, „R. L.“ 798.
+
+[5557] ~Schrader~, „Urg.“ 117 ff.; „R. L.“ 298.
+
+[5558] ~Schrader~, „R. L.“ 298; ~Wilser~, „Deutsche Vorzeit“ (Steglitz
+1917) 20.
+
+[5559] ~Hackmann~, bei ~Hoops~ 2, 52.
+
+[5560] „Kalewala“, üb. ~Schiefner~ (Helsingfors 1852) 4, 284.
+
+[5561] üb. ~Reinthal~ und ~Kreutzwald~ (Dorpat 1857).
+
+[5562] üb. ~Kreutzwald-Neus~ (Petersburg 1854) 77; üb.
+~Kreutzwald-Löwe~ (Halle 1869) 230, 236.
+
+[5563] ~Schrader~, „Urg.“ 1, 202, 167; 2, 29 ff.
+
+[5564] Fragmente der „Indika“, cap. 3 und 13; vgl. ~Aelian~,
+„Tiergeschichten“ lib. 4, cap. 27. -- Ein metallurgisches Werk über
+die Abscheidung und Verarbeitung des Goldes stammt aber nicht,
+wie man angegeben findet, aus dem 5. +vor+-, sondern aus dem 5.
++nach+christlichen Jahrhundert (~Jolly~, M. G. M. 15, 410).
+
+[5565] ~Herodot~, lib. 3, cap. 96; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 3, 86 ff.
+
+[5566] ~Bousset~, „Gnosis“ 216 ff., 206 ff.
+
+[5567] ~Schrader~, „Urg.“ 29 ff.
+
+[5568] ebd. 32.
+
+[5569] ~Schrader~, „R. L.“ 298.
+
+[5570] ~Schrader~, ebd.
+
+[5571] ders., „Urg.“ 29 ff.
+
+[5572] ~Stoll~, a. a. O. 391.
+
+[5573] ~Schrader~, „Urg.“ 38; ~Blümner~ 4, 16. Das Verfahren war noch
+zur Zeit ~Strabons~ im Gebrauch.
+
+[5574] ~Kremer~, „Kulturgesch. d. Orients ...“ 1, 25; ~Tkaç~, PW. Ia,
+1419 ff.
+
+[5575] ~Kremer~ 1, 27.
+
+[5576] ~Kremer~ 1, 57; 1 Dinar besaß 10-12, später 15 fr. Goldwert
+(ebd. 1, 213, 233).
+
+[5577] ~Kremer~ 1, 429, 444.
+
+[5578] ebd. 2, 476.
+
+[5579] ebd. 1, 444.
+
+[5580] ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 30, 255.
+
+[5581] ~Kremer~ 1, 353; Allaki ist offenbar das oben erwähnte, uralte
+Wadi Ollaki.
+
+[5582] ebd. 1, 355.
+
+[5583] ebd. 1, 329, 375; 2, 283.
+
+[5584] ebd. 1, 308; 2, 283.
+
+[5585] ebd. 1, 303.
+
+[5586] +So+ z. B. noch bei ~Qazwini~ (~E. Wiedemann~ 44, 123).
+
+[5587] ~Kautzsch~, „Apokryphen“ 2, 372, 378.
+
+[5588] ~Brugsch~, „Äg.“ 400; ~Weissbach~, a. a. O. 30, 35; ~Schrader~,
+„Urg.“ 44 ff.; „R. L.“ 764; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 150.
+
+[5589] ~Regling~, PW. 7, 970 ff.
+
+[5590] ~Schrader~, „Urg.“ 44 ff.
+
+[5591] ~Schrader~, „R. L.“ 764; ~Weissbach~, M. G. M. 5, 502.
+
+[5592] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 420, 466; 416.
+
+[5593] ~Delitzsch~, „Babel und Bibel“ 3, 5; ~Ed. Meyer~, „Sumerer“
+(104). Nach ~Meyer~ gehört dieser Priesterfürst der „archäischen
+Periode“ +vor+ der Herrschaft der semitischen Eroberer ~Sargon~ und
+~Naramsin~ (um 2800) an; +nach+ diesen folgen die „Könige von Sumer und
+Akkad“ bis etwa 2600 oder 2400, sodann die weiteren bis ~Hammurabi~
+(etwa 2200 oder wohl 2000); ebd. 74 ff., 10, 37. -- Nach ~Weidner~
+regierte ~Hammurabi~ 1955-1912 (M. G. M. 17, 44).
+
+[5594] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 457.
+
+[5595] ebd. 1, 548.
+
+[5596] ~Delitzsch~, a. a. O. 3, 55; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 517.
+
+[5597] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 606.
+
+[5598] ~Feldhaus-Klinckowström~, „Geschichtsblätter“ 1, 66.
+
+[5599] ~Regling~, a. a. O.
+
+[5600] ~Jeremias~, „Handbuch“ 238.
+
+[5601] ~Blümner~ 4, 28 ff.
+
+[5602] ~Schrader~, „Urg.“ 17 ff.; „R. L.“ 764. Über die reichen
+Silbergruben Armeniens berichtet noch ~Marco Polo~ (~Zippe~,
+„Geschichte der Metalle“, Wien 1857, 159; ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 264).
+
+[5603] ~Blümner~, a. a. O.
+
+[5604] ~Forrer~, „Urg.“ 288 ff.; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 713.
+
+[5605] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 695 ff.
+
+[5606] ders., 1, 644 ff.; ~Forrer~, „R. L.“ 737, 850; „Urg.“ 288 ff.
+
+[5607] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 156 ff.; ~Forrer~, „R. L.“ 528.
+
+[5608] ~Zippe~, a. a. O. 149.
+
+[5609] ~Blümner~, 4, 28 ff., 142 ff.
+
+[5610] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 142 ff.; ~Lippert~, „Kulturgeschichte der
+Menschheit“ (Leipzig 1886).
+
+[5611] ~Kornemann~, PW. 6, 1890, 1902.
+
+[5612] ~Weiss~, PW. 7, 649; vom Versilbern, argentum incoquere, spricht
+~Plinius~, lib. 34, cap. 152.
+
+[5613] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 743 ff.; ~Forrer~, a. a. O.
+
+[5614] lib. 5, cap. 35.
+
+[5615] ~Blümner~ 4, 151.
+
+[5616] ~Schulten~, PW. 8, 2004 ff.
+
+[5617] ~Forrer~, „Urg.“ 288 ff.; „R. L.“ 737; ~Feldhaus~, „Technik“
+1034.
+
+[5618] +So+ schon in der Ilias, Ges. 2, V. 587.
+
+[5619] ~Schrader~, „Urg.“ 117 ff., 44 ff.; „R. L.“ 764, 744. --
+~Wilser~, a. a. O. 21.
+
+[5620] ~Pfizmaier~, a. a. O. 16, 19, 20.
+
+[5621] „Indika“, cap. 11.
+
+[5622] ~Forrer~, „R. L.“ 14, 506, 924.
+
+[5623] ~Herodot~, lib. 5, cap. 49.
+
+[5624] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 3, 86 ff.
+
+[5625] ~Kremer~ 1, 303.
+
+[5626] ebd. 1, 308; 2, 283.
+
+[5627] ebd. 1, 329, 375; 2, 283.
+
+[5628] ebd. 1, 321, 324, 357.
+
+[5629] ~Lepsius~, „Die Metalle ...“ (Berlin 1872) 43 ff., 122, 129;
+~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 256 ff.; ~Blümner~ 4, 30.
+
+[5630] ~Lieblein~, „Handel und Schiffahrt auf dem Roten Meere“
+(Christiania 1886) 20, 64.
+
+[5631] ~A. Wiedemann~, „Altäg. Sagen ...“ 56.
+
+[5632] ebd. 5, 8.
+
+[5633] ~Lieblein~ 38, 41; ~Hommel~ 79; ~Brugsch~, „Äg.“ 399.
+
+[5634] ~Lieblein~ 29, 31; ~Brugsch~, „Rel.“ 278.
+
+[5635] ~Brugsch~, „Äg.“ 407, 400; ~Forrer~, „R. L.“ 200; ~Erman~ und
+~Krebs~, „Papyri“ 96.
+
+[5636] ~Lenormant~, „Mag.“ 545.
+
+[5637] ~Schrader~, „R. L.“ 541.
+
+[5638] ~Regling~, PW. 7, 970 ff.
+
+[5639] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 664 ff.
+
+[5640] ~Blümner~ 4, 161 und PW. 5, 2315; ~Rhousopoulos~
+(~Kahlbaum~-Gedenkschrift) 172.
+
+[5641] ~Beckmann~, „Beitr. z. Gesch. d. Erfind.“ (Leipzig 1799) 4, 337;
+~Scheins~, „De electro veterum metallico“ (Berlin 1871); ~Lepsius~,
+a. a. O.; ~Bucher~ 1, 6 ff.; ~Blümner~, PW. 5, 2315; ~Forrer~, „R. L.“
+200.
+
+[5642] ~Lepsius~, a. a. O. ~Schweigger~ erklärte in seiner
+phantastischen Schrift „Über das Elektron der Alten“ (Greifswald 1848)
+das Elektron für Platin!
+
+[5643] Vgl. ~Blümner~, PW. 3, 295 ff. Was ist z. B. das „sogenannte
+Elektron“, das zusammen mit Krystall einen im „Briefe des ~Aristeas~“
+(um 96 v. Chr.) erwähnten Prunktisch ziert? (~Kautzsch~, „Apokryphen“
+2, 11, 3).
+
+[5644] Odyssee, Ges. 4, V. 73.
+
+[5645] ~Eiresione~, V. 10 (in Wirklichkeit nachhomerisch).
+
+[5646] Odyssee, Ges. 15, V. 460; Ges. 18, V. 296.
+
+[5647] ~Plinius~, lib. 33, cap. 84; ~Friedlaender~ 2, 179.
+
+[5648] Vers 141.
+
+[5649] lib. 1, cap. 50.
+
+[5650] „~Antigone~“, V. 1038.
+
+[5651] ~Usener~, „Götternamen“ (Bonn 1896) 17; ~Bethe~, ~Blümner~,
+~Bürchner~, ~Escher~, ~Patsch~, ~Tümpel~, PW. 5, 2309 ff.; ~Jessen~,
+PW. 8, 72; ~Wolff~, Ro. 3, 2673.
+
+[5652] ~Orth~, PW. 8, 2519 ff.; ~Schrader~, „R. L.“ 72, 322.
+
+[5653] ~Keller~, „Die antike Tierwelt“ (Leipzig 1909 ff.) 2, 143;
+vgl. sanskrit çikhim = der Gekrönte = der Pfau (ebd. 2, 152). -- Nach
+~Ruska~ ist diese Etymologie völlig unmöglich.
+
+[5654] ~Wessely~, „Über den Bernstein“ (Wien 1913) 31.
+
+[5655] ~Wessely~, a. a. O.
+
+[5656] ~Schrader~, a. a. O.
+
+[5657] ~Rossignol~, „Les métaux dans l’antiquité“ (Paris 1863) 334 ff.;
+~Blümner~ 4, 139, 161 und PW. 5, 2315.
+
+[5658] ~Luschin~, a. a. O. 146 ff.
+
+[5659] ~Humboldt~, „Zentralasien“ (Berlin 1844) 1, 311; 2, 55. Elektron
+aus dem Ural.
+
+[5660] ~Erdmann~, „Alaska“ (Berlin 1909) 81. Elektron aus Klondyke.
+
+[5661] ~Brugsch~, „Rel.“ 278.
+
+[5662] ~Rhousopoulos~, a. a. O.
+
+[5663] PW. 5, 2315.
+
+[5664] „Beiträge zur Geschichte der antiken Legierungen“ (Wien 1884);
+Numismatische Zeitschrift.
+
+[5665] „Gewichte“ 10 ff., 167 ff.
+
+[5666] ~Regling~, PW. 7, 983; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 552; 3, 80.
+
+[5667] ~Regling~, a. a. O.
+
+[5668] ~Hultsch~, PW. 5, 434; ~Blümner~ 4, 162.
+
+[5669] ~Hultsch~, „Gewichte“ 94, 98.
+
+[5670] ~Luschin~ 146 ff.
+
+[5671] ~Regling~, PW. 7, 970 ff.; ~Forrer~, „R. L.“ 200, 509.
+
+[5672] „Aeneis“, lib. 8, Vers 402, 624.
+
+[5673] lib. 33, cap. 80 ff.
+
+[5674] lib. 1, V. 229.
+
+[5675] lib. 12, V. 163 ff.
+
+[5676] lib. 5, cap. 13.
+
+[5677] ~Richter~, „Quellen der byzantinischen Kunstgeschichte“ (Wien
+1897) 42, 83, 328; ~Bucher~ 1, 6 ff.; ~Blümner~ 4, 408.
+
+[5678] ~Grünwald~, A. Nat. 1, 126.
+
+[5679] ~Meyer~, „Gesch. der Botanik“ 3, 374.
+
+[5680] „De rebus oceanicis“ (Köln 1574) 50, 51.
+
+[5681] „Kritische Untersuchungen ...“ 1, 342; „Essai politique sur
+l’île de Cuba“ (Paris 1826) 1, 155.
+
+[5682] ~Labat~, „Reisen nach Westindien“, üb. ~Schad~ (Nürnberg 1783)
+3, 106.
+
+[5683] „Wunderbuch“ (Passau 1506) 180, 240.
+
+[5684] ed. ~Huser~ (Straßburg 1603) 1, 903, 1058; 2, 568.
+
+[5685] ~Moehsen~, „Beiträge ...“ (Berlin 1783) 138, 226; s. Abbildung 2.
+
+[5686] „Erquickstunden“ (Nürnberg 1636) 3, 346.
+
+[5687] ~Luschin~ 152.
+
+[5688] „Über den Bernstein“ (Wien 1913).
+
+[5689] ~Schnittgen~, bei ~Hoops~ 3, 399.
+
+[5690] ~Wessely~ 21 ff.; ~Schnittgen~, a. a. O.; ~Schrader~, „Urg.“ 29
+ff.
+
+[5691] ~Wessely~ 21 ff.; ~Stoll~ 419, 444.
+
+[5692] ~Stoll~, a. a. O.; ~Speck~, „Handelsgeschichte des Altertums“
+(Leipzig 1900 ff.) 1, 94 ff., 103 ff., 463.
+
+[5693] ~Wessely~ 20; ~Feldhaus-Klinckowström~, „Geschichtsblätter“ 1,
+66.
+
+[5694] ~Feldhaus~, „Technik“ 77.
+
+[5695] ~Wessely~ 21.
+
+[5696] ~Wessely~ 18 ff.; ~Genthe~, „Über den etruskischen Tauschhandel
+nach dem Norden“ (Heilbronn 1873) 101 ff., 105. Über die Funde
+erheblicher Mengen Bernstein in den Gräbern der Po-Ebene, bei Villanova
+usf., s. ~Schrader~, „R. L.“ 71, 72, 328; über die aus der jüngeren
+sog. Hallstädter Zeit (vor und gegen Mitte des 1. Jahrtausends v. Chr.)
+ebd. und ~Feldhaus~, „Technik“ 77.
+
+[5697] Odyssee, Ges. 15, V. 416; Ges. 18, V. 296.
+
+[5698] ~Krause~, „Pyrgoteles“ (Halle 1856) 14; ~Wessely~ 18 ff.
+
+[5699] ~Escher~, PW. 6, 446; ~Rossignol~, a. a. O.
+
+[5700] ~Lukian~ (ed. ~Dindorf~, Paris 1884) 600, 355.
+
+[5701] ~Ruellius~, „De natura stirpium“ (Basel 1543) 45, 96, 114, 116,
+237.
+
+[5702] ~Ktesias~, „Indika“, cap. 19; ~Kiessling~, PW. 4, 46.
+
+[5703] „Tiergeschichten“, lib. 4, cap. 16; ~Blümner~ 1, 252.
+
+[5704] ed. ~Dübner~ (Paris 1851) 25.
+
+[5705] Tatsächlich wird in Indien und Südchina Bernstein nach ~Laufer~
+nicht vor dem 1. Jahrhundert n. Chr. bekannt (M. G. M. 5, 446); vgl.
+aber ~Plinius~, lib. 37, cap. 11 ff.
+
+[5706] lib. 3, cap. 152; lib. 4, cap. 27, 30; lib. 37, cap. 11 ff.
+
+[5707] lib. 6, cap. 666.
+
+[5708] lib. 2, cap. 103.
+
+[5709] Bernstein, Börnstein, Bürnstein = brennbarer Stein, wie engl.
+brimstone für Schwefel.
+
+[5710] ~Wessely~ 16; ~Schrader~, „R. L.“ 297.
+
+[5711] ~Schrader~, a. a. O.; ~Wessely~, a. a. O. Weiße und bunte
+Perlen, besonders aber blaue (ägyptische?), kommen schon in Mykene oft
+vor; nach der den blauen Waid hervorbringenden Pflanze, vitrum, heißt
+solcher Glasschmuck im Lateinischen ebenfalls vitrum, it. vetro, franz.
+verre (~Schrader~, a. a. O.).
+
+[5712] ~Schnittgen~, bei ~Hoops~ 3, 399.
+
+[5713] lib. 37, cap. 11 ff.
+
+[5714] ~Wessely~ 12, 27; ~Schrader~, „Linguistisch-Historische
+Forschungen zur Handelsgeschichte und Warenkunde“ (Jena 1886) 72, 84.
+
+[5715] „Comptes rendus de l’Académie“ 162, 441.
+
+[5716] ~Humboldt~, „Zentralasien“ 1, 315.
+
+[5717] ders., „Neuspanien“ 4, 140.
+
+[5718] ~Lenormant~, „Anf.“ 156 ff.
+
+[5719] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 53.
+
+[5720] M. G. M. 4, 105. -- Über die Bereitung roter und gelber Farben
+zwecks Körperbemalung, sowie über Knollen solcher Farben, Mörser,
+Spatel, u. dgl., als Grabbeigaben, vgl. ~Hoernes~, „Urzeit“ 1, 74.
+
+[5721] ~Lippert~ 2, 229; ~Schrader~, „Urg.“ 8; ~Stoll~ 406.
+
+[5722] ~Hümmerich~, „~Vasco de Gama~“ (München 1898) 27, 156.
+
+[5723] ~Stoll~ 123.
+
+[5724] ebd. 235.
+
+[5725] ebd. 316.
+
+[5726] ebd. 130.
+
+[5727] Ihrer entbehrte auch ~E. Mach~ in seiner geistvollen letzten
+Schrift „Kultur und Mechanik“ (Stuttgart 1915) 70 ff.
+
+[5728] ~Gsell~ 55 ff., 59.
+
+[5729] ebd. 54 ff., 67 ff.
+
+[5730] Vgl. ~Blümner~ 4, 51.
+
+[5731] Bei ~Hesiod~, ~Lukrez~, ~Varro~ usf.; s. ~Blümner~ 4, 41; PW. 5,
+2142 ff.
+
+[5732] ~Blümner~ 4, 43.
+
+[5733] ~Hoernes~, bei ~Hoops~ 3, 115.
+
+[5734] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 58; ~Gsell~ 1.
+
+[5735] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 65, 129.
+
+[5736] ~Gsell~ 16, 50.
+
+[5737] ebd. 1, 5, 6, 10, 68.
+
+[5738] ~Berthelot~, „Arch.“ 65 ff., 73; ~Ed. Meyer~, a. a. O.
+
+[5739] ~Gsell~ 2, 40, 68, 69; eigentliche Arsen-Mineralien sind nach
+~Berthelot~ nicht nachweisbar („Arch.“ 72). -- Merkwürdigerweise zeigen
+auch die in einigen Gegenden Frankreichs (Charente) aufgefundenen
+Kupferbeile, aber nur während eines gewissen Zeitabschnittes (wohl
+während der Aufarbeitung bestimmter Lagerstätten), bis 3% Arsengehalt
+und daher große Härte (~Forrer~, „R. L.“ 46); die aus mexikanischen
+Gruben zutage geförderten „Hartkupfer-Werkzeuge“, die „die Schneiden
+der heutigen Messer zu beschädigen vermögen“, enthalten indes kein
+Arsen, sondern verdanken ihre Härte einem erheblichen Gehalt an Nickel
+und Kobalt, die jedenfalls aus den benützten Kupfererzen herrühren
+(„Chemiker-Zeitung“ 1912, Ref. 453).
+
+[5740] ~Gsell~ 6, 68.
+
+[5741] ~Berthelot~, „Arch.“ 65 ff., 73.
+
+[5742] ebd. 72.
+
+[5743] Über die Kupfergruben Ägyptens und ihren Betrieb bis in die
+ptolemäische Zeit hinein s. ~Reil~ 59 ff. Welcher Herkunft die nach
+~Agatharchides~ in den ältesten nubischen Goldgruben allein benützten
+Kupferwerkzeuge waren, ist unbekannt (s. ~Blümner~ 4, 41).
+
+[5744] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 62, 150.
+
+[5745] ~Borchardt~, M. G. M. 8, 300.
+
+[5746] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 229.
+
+[5747] ~Berthelot~, Mâ. II, 359 ff.
+
+[5748] ~Rathgen~, „~Kahlbaum~-Gedenkbuch“ 212.
+
+[5749] ~Berthelot~, „Arch.“ 8, 24, 54, 55.
+
+[5750] ebd. 51; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 229.
+
+[5751] ~Berthelot~, „Arch.“ a. a. O.
+
+[5752] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 229.
+
+[5753] ~Erman~ und ~Krebs~, „Papyri“ 43; ~A. Wiedemann~ 27.
+
+[5754] ~Gsell~ 51; 5, 68; ~Brugsch~, „Äg.“ 400.
+
+[5755] ~Brugsch~, ebd. 402.
+
+[5756] ebd. 400.
+
+[5757] ~Regling~, PW. 7, 970 ff.
+
+[5758] ~Lichtenberg~, „Die ägäische Kultur“ (Leipzig 1911) 148 ff.
+
+[5759] ~Brugsch~, „Äg.“ 334, 268, 253.
+
+[5760] ~Schrader~, „Urg.“ 58 ff.; ob mit diesem Namen, wie ~Lenormant~
+annimmt, („Mag.“ 241 ff.), das finnische rauta und slavische ruda
+zusammenhängt, ist noch fraglich.
+
+[5761] ~Lenormant~, „Anf.“ 122; „Mag.“ 189.
+
+[5762] ~Ed. Meyer~, „Sumerer und Semiten in Babylonien“ (Berlin 1906)
+82, 87; „Alt.“ 1, 445; ~Berthelot~, „Arch.“ 75 ff., 81.
+
+[5763] ~Berthelot~, „Mâ.“ II, 391 ff.; „Coll.“ I, 235.
+
+[5764] ders., „Arch.“ 75 ff., 81.
+
+[5765] ~Jeremias~, „Handbuch“ 59; ~Berthelot~, „Mâ.“ II, 391.
+
+[5766] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 416, 744.
+
+[5767] ~Berthelot~, „Arch.“ 80.
+
+[5768] ~Berthelot~, „Arch.“ 78.
+
+[5769] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 492, 499.
+
+[5770] ebd. 1, 512.
+
+[5771] ebd. 1, 517; ~Oefele~, „M. G. M.“ 2, 90, 214.
+
+[5772] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 606.
+
+[5773] ebd. 1, 688 ff.; 671, 673; 734, 707, 744. ~Hoernes~, „Urzeit“ 2,
+49.
+
+[5774] ebd. 2, 219 ff.; ~Blümner~ 4, 60. Vgl. ~Plinius~, lib. 7, cap.
+195.
+
+[5775] ~Rossignol~ 77, 106.
+
+[5776] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 671, 673; 2, 219 ff.
+
+[5777] ~Forrer~, „Urg.“ 361 ff.
+
+[5778] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 671, 673.
+
+[5779] Vgl. ~Blümner~ 4, 60.
+
+[5780] ~Forrer~, „Urg.“ 361 ff.
+
+[5781] ~Regling~, PW. 7, 970 ff.
+
+[5782] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 568, 665; ~Forrer~, „R. L.“ 850.
+
+[5783] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 120 ff.
+
+[5784] ebd. 1, 744.
+
+[5785] ebd. 1, 668 ff.
+
+[5786] ebd. 2, 156 ff.; 167, 173.
+
+[5787] ~Rhousopoulos~, „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 172.
+
+[5788] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 167.
+
+[5789] ~Rossignol~ 88 ff.; ~Blümner~ 4, 62 ff.
+
+[5790] Ges. 1, Vers 184.
+
+[5791] ~Strabon~, lib. 14, cap. 684; s. ~Blümner~ 4, 60.
+
+[5792] ~Blümner~, a. a. O.; ~Schrader~, „Urg.“ 58 ff.
+
+[5793] ~Freise~ 118.
+
+[5794] ~Schrader~, a. a. O.; s. die Analogie mit dem lateinischen
+„faber“ (~Blümner~ 2, 240, 317).
+
+[5795] ~Schrader~, a. a. O.
+
+[5796] ~Blümner~ 4, 64.
+
+[5797] ders., ebd.; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 480 ff. -- Vgl. ~Hoernes~,
+„Urzeit“ 2, 76.
+
+[5798] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 506 ff.
+
+[5799] ~Regling~, PW. 7, 970; ~Schrader~, „R. L.“ 284, 696; ~Ed.
+Meyer~, „Alt.“ 2, 506 ff., 550.
+
+[5800] ~Schulten~, PW. 8, 2004 ff.; ~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 85, 89.
+
+[5801] ~Schrader~, „R. L.“ 729; ~Feldhaus~, „Technik“ 589.
+
+[5802] ~Hoops~ 1, 269, 248 ff.; ~Forrer~, „R. L.“ 432, 486, 542; „Urg.“
+361 ff.
+
+[5803] ~Forrer~, „R. L.“ 707, 798.
+
+[5804] ~Schrader~, „Die Indogermanen“ (Leipzig 1911) 60.
+
+[5805] ~Forrer~, „Urg.“ 361 ff.; ~Hoernes~, „Urzeit“ 1, 116, 118.
+
+[5806] ~Regling~, PW. 7, 973.
+
+[5807] ebd. 983.
+
+[5808] ebd. 7, 970 ff.
+
+[5809] ~Forrer~, „R. L.“ 541; 79, 188, 434.
+
+[5810] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 733.
+
+[5811] ~Forrer~, „R. L.“ 15, 64 ff., 724; 431; „Urg.“ 361 ff.
+
+[5812] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 743 ff.; ~Forrer~, „R. L.“ 432, 486;
+„Urg.“ 361 ff.; ~Hoops~ 1, 269; 248 ff.
+
+[5813] ~Forrer~, „R. L.“ 654, 707.
+
+[5814] ~Much~, M. G. M. 2, 59.
+
+[5815] ~Hoernes~, bei ~Hoops~ 3, 115.
+
+[5816] ~Hoernes~, ebd.
+
+[5817] ~Blümner~ 4. 66.
+
+[5818] „Bellum gallicum“, lib. 5, cap. 12.
+
+[5819] ~Schliz~, bei ~Hoops~ 3, 452.
+
+[5820] ~Forrer~, „R. L.“ 46.
+
+[5821] ~Schrader~, „Urg.“ 117 ff.; „R. L.“ 727; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1,
+764 ff., 768.
+
+[5822] ~Schrader~, „Urg.“, a. a. O.; „R. L.“ 540.
+
+[5823] ~Schrader~, „Urg.“ 58 ff., 117 ff.
+
+[5824] ebd. 58 ff.
+
+[5825] „Kalewala“, üb. ~Schiefner~ 18, 23, 70, 232, 290.
+
+[5826] „Esthnische Märchen“ 325.
+
+[5827] Vgl. ~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 119 ff.; über Kupferbergbau bei den
+Tschuden, sowie in Japan im 7. Jahrhundert v. Chr., s. ebd. 2, 112 ff.,
+115.
+
+[5828] ~Pfizmaier~, a. a. O. 26 ff., 32, 33.
+
+[5829] ~Rây~ 1, 77 mit Abbildung auf Tafel 6; ~Freise~ 125 ff.
+
+[5830] ~Neumann~, „Zeitschrift f. angewandte Chemie“ 1907, 2020.
+
+[5831] ~Hiuen-Thsang~ 2, 278.
+
+[5832] ~Berthelot~, „Arch.“ 93, 95.
+
+[5833] üb. ~Rückert~ (Berlin 1890) 1, 9.
+
+[5834] ~Bartholomae~, „Die Gathas des Avesta, ~Zarathustras~
+Verspredigten“ (Stuttgart 1905) 28, 108, 124, 128.
+
+[5835] ~Gray~, A. Rel. 7; 359 ff.
+
+[5836] ~Kremer~ 1, 303.
+
+[5837] ebd. 2, 184.
+
+[5838] ~Kremer~, 1, 308 und 2, 283; ~Blümner~ 4, 59.
+
+[5839] ~Kremer~ 1, 355.
+
+[5840] ebd. 1, 329, 330, 375; 2, 283. Über Naphtha-Feuerwerker und
+Naphtha-Truppen s. ebd. 1, 237 und ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 43, 117;
+das sog. griechische Feuer benützten die Araber erst im 12. Jahrhundert
+(~Kremer~ 1, 249).
+
+[5841] ~Schrader~, „Urg.“ 58 ff.
+
+[5842] ebd. 1, 205, 206; 2, 58 ff., 117 ff., 532; ~Kout~,
+„Chemiker-Zeitung“ 33, 297. -- Zur Zeit des ~Abu Mansur~ aus Herat,
+der um 975 seine Pharmakologie schrieb, das älteste in neupersischer
+Sprache vorliegende Werk (s. ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 81), bedeutet ıôy
+noch Kupfer und nicht, wie gegenwärtig, Zink (~Diergart~, M. G. M. 2,
+149 ff.; 3, 30; ~Hirschberg~, ebd. 3, 449); im 12. Jahrhundert findet
+sich bereits ein anderes, auch jetzt noch gebräuchliches Wort, miss
+(~Diergart~, ebd. 2, 151).
+
+[5843] M. G. M. 6, 163.
+
+[5844] M. G. M. 6, 488; ~Wilser~, „Urzeit“ 22.
+
+[5845] ~Hoops~ 2, 438: der schwedische Bergbau z. B. beginnt erst gegen
+1300; s. auch weiter oben.
+
+[5846] ~Blümner~ 4, 60.
+
+[5847] ~Friedlaender~ 2, 308.
+
+[5848] „Ilias“, Ges. 9, Vers 365.
+
+[5849] ~Blümner~ 4, 57.
+
+[5850] ~Rossignol~, a. a. O. 269 ff.; dort auch die übrige Litteratur.
+
+[5851] ~Blümner~ 2, 231; 4, 57.
+
+[5852] ed. ~Amman~ (Amsterdam 1709) 484.
+
+[5853] „Aeneis“, Ges. 3, Vers 680.
+
+[5854] ~Olck~, PW. 4, 1909. Wenn z. B. im 16. Jahrhundert
+~Caesalpinus~, der sich einer sehr gewählten Sprache befleißigt, vom
+„aes cuprinum“ redet („De re metallica“, Nürnberg 1662; 79), so folgt
+daraus auch nicht, „cuprum“ sei damals noch unbekannt gewesen.
+
+[5855] ~Hülsen~, PW. 4, 1761.
+
+[5856] lib. 3, cap. 13.
+
+[5857] ~Olck~, PW. 4, 1929; ~Höfer~, Ro. 2, 1713; ~Nork~,
+„Festkalender“ (Stuttgart 1847), 246.
+
+[5858] ~Bibra~, „Die Bronze- und Kupfer-Legierungen der alten und
+ältesten Völker“ (Erlangen 1869) 161; ~Gsell~ 73 ff.
+
+[5859] ~Hoernes~, bei ~Hoops~ 3, 115.
+
+[5860] „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 90 ff.
+
+[5861] ~Smith~, M. G. M. 11, 177.
+
+[5862] ~Kahlbaum~ und ~Hoffmann~, a. a. O.
+
+[5863] ~Bibra~, a. a. O.; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 53; ~Gsell~, a. a. O.
+
+[5864] ~Hoops~ 1, 329 ff. Ganz außer Betracht mögen hierbei die
+gewerblichen und künstlerischen Bronze- und Messing-Erzeugnisse
+Westafrikas bleiben, da die Meinungen über deren Ursprungszeit immer
+noch weit auseinander gehen; auf ein verhältnismäßig höheres Alter
+metallurgischer Kenntnisse und Künste deuten möglicherweise die Sagen
+von der westafrikanischen „Bronze- und Messing-Stadt“ hin, die die
+Erzählungen „1001 Nacht“ überliefern, die fraglichen Kunstwerke selbst
+stammen aber, wovon der bloße Anblick der Darstellungen überzeugen
+müßte, erst aus dem 16. Jahrhundert.
+
+[5865] „Neuspanien“ 4, 8 ff.
+
+[5866] ~Cortez~, „Drei eigenhändige Briefe an Kaiser ~Karl~ V.“, ed.
+~Schultze~ (Hamburg 1907) 617; ~Prescott~, „Eroberung von Mexiko“
+(Leipzig 1845) 1, 117, 492.
+
+[5867] ~Humboldt~, a. a. O.; „Vues des Cordillères“ 2, 158; 1, 314;
+~Prescott~, a. a. O. 1, 112, 489; 2, 457. Vgl. ~Hoernes~, „Urzeit“ 2,
+123.
+
+[5868] ~Humboldt~, „Vues“, a. a. O. und 2, 146; ~Prescott~, „Eroberung
+von Peru“ (Leipzig 1848) 1, 117. Peruanische Bronze mit 11,5% Zinn
+erwähnt ~Hoernes~, a. a. O. 126; ebd. Bronze aus Bogota (124).
+
+[5869] ~Aichel~, „A. Med.“ 6, 190.
+
+[5870] ~Gsell~ 33 ff.
+
+[5871] ~Lieblein~, M. G. M. 11, 178; ~Blümner~, PW. 3, 892 ff.;
+~Berthelot~, „Arch.“ 15.
+
+[5872] ~Berthelot~, a. a. O., 54 ff.
+
+[5873] ~Mötefindt~ in ~Feldhaus-Klinckowströms~ „Geschichtsblättern“ 1,
+150.
+
+[5874] ~Erman-Krebs~, „Papyri“ 43.
+
+[5875] ~Gsell~ 34; ~Feldhaus~, „Technik“ 144.
+
+[5876] ~Brugsch~, „Äg.“ 401; ~Gsell~ 52, 47, 51.
+
+[5877] ~Berthelot~, „Arch.“ 15; ~Gsell~ 33 ff.; ~Forrer~, „R. L.“ 115.
+
+[5878] ~Berthelot~, „Arch.“ 15.
+
+[5879] ebd. 54 ff.
+
+[5880] ebd. 62; ~Gsell~ 34; ~Forrer~, „R. L.“ 115, 116, 923; ~Hoernes~,
+„Urzeit“ 2, 17 ff.
+
+[5881] ~Berthelot~, „Arch.“ 62; ~Rathgen~, „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“
+212; ~Forrer~, „R. L.“ 197.
+
+[5882] ~Berthelot~, „Arch.“ 62; ~Busch~, „Zeitschrift f. angewandte
+Chemie“ 1914, 512; ~Gsell~ 77, 78; vgl. die sumerischen Bleibronzen um
+3000 (s. oben).
+
+[5883] ~Gsell~, a. a. O.
+
+[5884] ~Schrader~, „Urg.“ 66.
+
+[5885] ~Blümner~ 4, 337.
+
+[5886] ~Gsell~ 77, 78.
+
+[5887] ~Zenghelis~, M. G. M. 7, 267.
+
+[5888] ~Gsell~, a. a. O.
+
+[5889] ~Meyer-Steineg~, „Chirurgische Instrumente des Altertums“ (Jena
+1912); ~Sudhoff~, bei ~Hoops~ 3, 439.
+
+[5890] ~Feldhaus~, „Technik“ 515.
+
+[5891] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 416; „Sumerer“ 56 ff., 75.
+
+[5892] ~Delitzsch~, M. G. M. 5, 11.
+
+[5893] ~Ed. Meyer~, „Sumerer“ 77, 79.
+
+[5894] ~Feldhaus~, „Technik“ 1032.
+
+[5895] ~Ed. Meyer~, „Sumerer“ 85, 115; „Alt.“ 1, 418. Vgl. aber die
+Kupferspitze des Königs ~Lugal~ von Kisch um 2900 (s. oben).
+
+[5896] ~Ed. Meyer~, „Sumerer“ 92.
+
+[5897] ~Ed. Meyer~, „Sumerer“ 10, 75.
+
+[5898] ~Baumstark~, PW. 2, 2744.
+
+[5899] ~Ed. Meyer~, „Sumerer“ 53, 106, 111; 56 ff., 113.
+
+[5900] ebd. 47 ff.
+
+[5901] ~Schwenzner~, M. G. M. 15, 51.
+
+[5902] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 606. Dort war sie jedoch, ebenso wie das
+Kupfer, schon seit etwa 2500 gebräuchlich (~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 25,
+30).
+
+[5903] ~Berthelot~, „Arch.“ 93 ff.; ~Feldhaus~, „Technik“ 144; ~Busch~,
+„Zeitschrift f. angewandte Chemie“ 1914, 512.
+
+[5904] ~Berthelot~, „Arch.“ 88 ff.
+
+[5905] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 424.
+
+[5906] ~Lenormant~, „Mag.“ 192, 194.
+
+[5907] ~Schrader~, „R. L.“ 199; „Urg.“ 1, 118; 2, 63.
+
+[5908] ~Berthelot~, „Arch.“ 253, ohne Angabe des Gewährsmannes.
+
+[5909] ebd. 80.
+
+[5910] ~Weisbach~, M. G. M. 5, 502 ff.
+
+[5911] So z. B. ~Ibel~, „Die Wage im Altertum und Mittelalter“
+(Erlangen 1908) 144.
+
+[5912] ~Karo~, A. Rel. 12, 361 ff.
+
+[5913] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 695 ff., 707.
+
+[5914] ~Forrer~, „R. L.“ 413.
+
+[5915] ~Ed. Meyer~, a. a. O.; ~Forrer~, „R. L.“ 163. Nach ~Hoernes~ ist
+Bronze in Cypern seit mindestens 3000 bekannt und bleibt lange Zeit
+hindurch auffällig zinnarm („Urzeit“ 2, 30).
+
+[5916] ~Karo~, a. a. O.
+
+[5917] ~Ed. Meyer~, a. a. O.; ~Hoernes~, a. a. O.
+
+[5918] ders., „Alt.“ 2, 120 ff.; ~Schrader~, „R. L.“ 731.
+
+[5919] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 664 ff.
+
+[5920] ~Hoops~ 1, 315 ff.
+
+[5921] ~Forrer~, „R. L.“ 850.
+
+[5922] ~Blümner~, PW. 6, 607.
+
+[5923] ~Lippert~, a. a. O. 230 ff.
+
+[5924] ~Rhousopoulos~, „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 173.
+
+[5925] ~Lippert~, a. a. O.
+
+[5926] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 130, 156 ff.
+
+[5927] ~Gsell~, 35, 78; ~Feldhaus~, „Technik“ 144. -- Nach arabischen
+Quellen war die berühmteste der „Säulen des ~Herkules~“ ein Riese aus
+Messing mit ungeheurer Keule, der erst im Jahre 1145 völlig zerstört
+wurde (~Seybold~, „Enzykl. d. Islam“ 1, 845).
+
+[5928] ~Fiechter~, PW. 1a, 965; ~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 76.
+
+[5929] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 219 ff.
+
+[5930] ~Nilsson~, A. Rel. 14, 425.
+
+[5931] ~Karo~, a. a. O.
+
+[5932] ~Blümner~, PW. 6, 607.
+
+[5933] ~Büchsenschütz~, „Die Hauptstätten des Gewerbefleißes im
+klassischen Altertum“ (Leipzig 1869) 43; vgl. ~Blümner~, „Die
+gewerbliche Tätigkeit der Völker des klassischen Altertums“ (Leipzig
+1869); ~Lobeck~ 1156.
+
+[5934] ~Rossignol~ 32, 95.
+
+[5935] ~Blümner~ 4, 54 und PW. 3, 892 ff.; ~Schrader~, „Urg.“ 58 ff.
+
+[5936] ~Karo~, a. a. O.
+
+[5937] ~Lobeck~ 895 ff.; ~Riess~, PW. 1, 51; ~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 62.
+
+[5938] ~Burnet~ 201; ~Rossignol~ 229.
+
+[5939] Vgl. noch ~Blümner~ 4, 179 ff.; ~Freise~ 123.
+
+[5940] ~Blümner~, PW. 3, 892 ff.
+
+[5941] üb. ~Bähr~ (Stuttgart 1828 ff.) 2, 1343, 1521; 3, 2243; 4, 3132.
+
+[5942] Ein einziger Depotfund umfaßte nach ~Montelius~ 1418 kg roher
+und verarbeiteter Bronze (~Willers~, „Die römischen Bronze-Eimer von
+Hammoor“, Hannover 1901, 102). -- Im allgemeinen treten jedoch in
+Italien größere Mengen Bronze nicht vor etwa 2300 auf und sind lange
+Zeit hindurch zinnarm (~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 76, 78).
+
+[5943] ~Hülsen~, PW. 6, 2171; ~Ed. Meyer~. Alt.“ 2, 506 ff.
+
+[5944] ~Ed. Meyer~, ebd.
+
+[5945] Vgl. ~Lenormant~, „Anf.“ 1, 109; ~Rupe~, M. G. M. 5, 86. Die
+Bronzewaren der etruskischen Blütezeit sind durchweg gegossen; Gefäße
+hingegen, die nach ~Montelius~ schon seit etwa dem 11. Jahrhundert
+n. Chr. nach dem Norden gelangten und aus gebogenen und gehämmerten,
+mit gestanzten und gepunzten Verzierungen versehenen, durch Nietreihen
+verbundenen Blechen bestehen, stammen aus den nördlichsten Landschaften
+Italiens, namentlich den jenseits des Po gelegenen (~Willers~, a. a. O.
+90 ff.).
+
+[5946] ~Skutsch~, PW. 6, 744, 766, 785.
+
+[5947] ~Latte~, PW. 9, 1123.
+
+[5948] ~Valerius Maximus~, lib. 4, cap. 7.
+
+[5949] ~Blümner~ und ~Bibra~, PW. 3, 987; ~Hülsen~, PW. 3, 902, 1558;
+~Gummerus~, PW. 9, 1463, 1467, 1490; ~Büchsenschütz~, a. a. O. 45;
+~Willers~, „Neue Untersuchungen über die römische Bronzeindustrie in
+Capua“ (Hannover 1907); ~Beltz~, bei ~Hoops~ 3, 517. Analysen antiker
+Bronzen s. bei ~Bibra~ und bei ~Blümner~ 4, 185 ff.
+
+[5950] ~Hoops~ 2, 375 ff.
+
+[5951] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 744; ~Forrer~, „R. L.“ 116, 255, 434 und
+„Urg.“ 314 ff., 341 ff.; ~Wessely~, a. a. O. 21; ~Hoops~ 1, 124, 143;
+2, 368; 1, 329 ff.; ~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 94 ff.
+
+[5952] ~Montelius~, s. ~Schlemm~, „Wörterbuch der Vorgeschichte“
+(Berlin 1908) 69; ~Forrer~, „R. L.“ 117.
+
+[5953] ~Schrader~, „R. L.“ 902, 992.
+
+[5954] ~Caesar~, „Gallischer Krieg“, lib. 5, cap. 12; vgl. ~Lenormant~
+„Anf.“ 1, 108.
+
+[5955] M. G. M. 4, 112; „Vorzeit“ 24.
+
+[5956] ~Hoops~ 1, 314, 329 ff.; ~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 93 ff.
+
+[5957] ~Schrader~, „R. L.“ 71, 72, 328 und „Urg.“ 117 ff.; ~Wessely~,
+a. a. O.; ~Hoops~ 2, 375 ff.; ~Forrer~, „R. L.“ 798.
+
+[5958] ~Forrer~, „R. L.“ 654, 707.
+
+[5959] ~Schrader~, „R. L.“ 902, 992.
+
+[5960] ~Forrer~, „R. L.“ 654, 707; „Urg.“ 314 ff., 341 ff.
+
+[5961] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 745 ff., 751.
+
+[5962] ~Lenormant~, „Anf.“ 1, 104 ff.; ~Schrader~, „R. L.“ 902, 992.
+
+[5963] ~Ed. Meyer~, a. a. O.; ~Schrader~, a. a. O.; ~Blümner~, PW. 3,
+892 ff.; ~Neumann~, „Zeitschrift für angewandte Chemie“ 1907, 2022.
+
+[5964] ~Bibra~ 158; es macht sich erst wieder in den jüngsten Funden
+spätrömischer Herkunft bemerklich.
+
+[5965] ~Lippert~ 230 ff.; ~Forrer~, „R. L.“ 310; ~Schrader~, „R. L.“
+284; ~Hoops~ 1, 315 ff.; 2, 367.
+
+[5966] ~Forrer~, „R. L.“ 64, 116, 183, 431, 434, 923; „Urg.“ 314 ff.,
+341 ff.; ~Blümner~, PW. 3, 892 ff.
+
+[5967] ~Forrer~, „R. L.“ 310, 555; ~Schrader~, „R. L.“ 284, 930.
+
+[5968] ~Hoops~ 1, 630.
+
+[5969] ebd. 1, 315 ff.
+
+[5970] ~Forrer~, „Urg.“ 410; ~Hoops~ 2, 367; ~Feldhaus~, „Technik“ 144,
+1316.
+
+[5971] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 734 ff.
+
+[5972] ~Forrer~, „R. L.“ 46.
+
+[5973] ~Forrer~, „Urg.“ 410; „R. L.“ 108, 94.
+
+[5974] ~Genthe~, „Über den etruskischen Tauschhandel nach dem Norden“
+(Heilbronn 1873).
+
+[5975] ~Partsch~, PW. 1, 1604. -- ~Hoernes~ betrachtet Italien als „die
+Basis“ für die Verbreitung der Bronze in Westeuropa („Urzeit“ 2, 90
+ff.); mindestens ebenso alt wie dort ist aber ihre Kenntnis in Spanien,
+woselbst die reichen Erzschätze eine frühzeitige Einbürgerung der
+orientalischen Kultureinflüsse begünstigten (ebd. 85 ff.).
+
+[5976] ~Faulmann~, „Kulturgeschichte“ (Wien 1881) 255, 258.
+
+[5977] ebd. 279; Kaiser ~Yü~ soll das Reich zuerst in 9 Provinzen
+geteilt und diese durch 9 bronzene Dreifüße versinnbildlicht haben.
+
+[5978] ebd. 264.
+
+[5979] ~Richthofen~, „China“ (Berlin 1877) 1, 319, 373.
+
+[5980] ~Lenormant~, „Anf.“ 1, 62 ff.; ~Feldhaus~, „Technik“ 144.
+
+[5981] ~Richthofen~, a. a. O.; ~Freise~ 128 ff.
+
+[5982] ~Faulmann~ 275, 278.
+
+[5983] ~Bibra~, a. a. O. 182, 113; ~Göbel~, „Einfluß der Chemie auf die
+Ermittlung der Völker der Vorzeit“ (Erlangen 1842) 17. In beiden Werken
+s. zahlreiche Analysen.
+
+[5984] ~Bibra~, a. a. O.; ~Neumann~, „Zeitschrift für angewandte
+Chemie“ 1907, 2022; ~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 111 ff.
+
+[5985] ~Bibra~, a. a. O.
+
+[5986] ~Schrader~, „Urg.“ 58 ff.; ~Hoernes~, a. a. O. 120.
+
+[5987] ~Schrader~, „R. L.“ 488, 763, 892; vgl. ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1,
+764 ff., 768.
+
+[5988] ~Schrader~, „Urg.“ 58 ff.
+
+[5989] ~Hiuen-Thsang~ 1, 51.
+
+[5990] ~Woermann~, „Geschichte der Kunst“ (Leipzig 1915), Bd. 2.
+
+[5991] ~Schrader~, „R. L.“ 199; „Urg.“ 58 ff., 71.
+
+[5992] ~Berthelot~, Mâ. II, 357; Coll. II, 375.
+
+[5993] „Beiträge zur Geschichte der Ölmalerei“, üb. ~Hesse~ (Wien 1907)
+54.
+
+[5994] Vgl. „Liber sacerdotum“ bei ~Berthelot~, Mâ. II, 209;
+~Merrifield~ 2, 831 (aus dem sog. Brüsseler Manuskript von 1635?).
+
+[5995] ed. ~Depping~ (Paris 1837) 96.
+
+[5996] ~Ilg~, „Beiträge zur Geschichte der Kunst und Kunsttechnik aus
+mittelhochdeutschen Dichtungen“ (Wien 1892) 63, 80, 139.
+
+[5997] a. a. O. 271.
+
+[5998] „Urg.“ 58 ff., 73.
+
+[5999] ~Muratori~, a. a. O.; ~Schrader~, „Urg.“ 73; ~Bucher~ 3, 108 ff.
+
+[6000] Ein Erlaß ~Karls des Grossen~ verbietet, den Grenzvölkern Waffen
+aller Art zu verkaufen, u. a. auch „brunias“ (~Willers~, „Unt.“ 27).
+
+[6001] ~Schrader~, „Urg.“ 103, 813; ~Ebert~, bei ~Hoops~ 3, 394.
+
+[6002] „Urg.“ 73.
+
+[6003] ~Schrader~, ebd.
+
+[6004] ~Bucher~ 3, 46 ff.; ~Freise~ 128 ff.
+
+[6005] Gegenwärtig ist im Persischen Birindsch = Messing.
+
+[6006] ~Kobert~, „Historische Studien“ (Halle 1893) 3, 167, 334, 353,
+387; ~Horn~, bei ~Hoops~, „Waldbäume und Kulturpflanzen“ (Straßburg
+1895) 449.
+
+[6007] Coll. II, 375, 376; statt Kupfer steht dort Kupferrost.
+
+[6008] Coll. II, 220.
+
+[6009] Coll. III, 359, 360.
+
+[6010] Mâ. II, 21, 358; das schmelzende Glas diente dazu, die
+Oberfläche von der Luft abzuschließen und sie gegen Oxydation zu
+schützen.
+
+[6011] Mâ. II, 356 ff.
+
+[6012] Mâ. II, 357. Vielleicht liegt eine Verwechslung mit dem nicht
+seltenen Büchertitel „Palladium“ vor, s. noch das „Palladium chimicum“
+des ~Faber~ in ~Morhofs~ „Polyhistor“ (Lübeck 1714) 99.
+
+[6013] Coll. II, 16.
+
+[6014] Intr. 275 ff.
+
+[6015] lib. 33, cap. 9; lib. 34, cap. 17.
+
+[6016] Mâ. II, 356 ff.
+
+[6017] ~Lindemann~, „Corpus grammaticorum veterum“ (Leipzig 1831) 1,
+27, 347. Nach ~Kiepert~ liegt vielleicht ein Zusammenhang mit „Brente“
+vor, das z. B. im Albanesischen „das Innere“ bedeutet (~Hülsen~, PW.
+Suppl. 1, 258); dagegen kommt ein solcher mit ~Brentos~, Sohn des
+~Herakles~, nicht in Frage (~Schultz~, Ro. 1, 818).
+
+[6018] „Lexikon“, ed. ~Schmidt~ (Jena 1867) 320.
+
+[6019] lib. 15, cap. 1; s. ~Hülsen~, PW. 3, 902; ~Philipp~, PW. 9, 729.
+
+[6020] lib. 2, cap. 20.
+
+[6021] Wien 1899, 156.
+
+[6022] „Brunzi mortario“ um 1450, bei ~Merrifield~ 2, 449, 513. „Des
+Augsburger Patriziers ~Ph. Hainhofer~ Beziehungen zu Herzog ~Philipp~
+II. von Pommern-Stettin“ 1610-1619, ed. ~Doering~ (Wien 1894) 44, 78,
+96, 118, 182; dessen „Reisen nach Innsbruck und Dresden“ 1628/29 (Wien
+1901) 137, 295.
+
+[6023] ~Schrader~, „Urg.“ 73.
+
+[6024] ders., „R. L.“ 199.
+
+[6025] ~Rossignol~, a. a. O.; ~Schrader~, „Urg.“ 73.
+
+[6026] ~Bibra~, a. a. O.
+
+[6027] ~Plutarch~, „~Alexander~“, cap. 2; in gleicher Gestalt
+erscheinend tötet ~Zeus~ die ~Semele~.
+
+[6028] ~Hoefer~, PW. 3, 890; ~Reisch~, ebd.; ~Roscher~, Ro. 2, 1677;
+~Rossignol~ 52, 110. ~Bronte~ und ~Sterope~, Donner und Blitz, heißen
+die beiden Rosse des ~Helios~, der in seiner Eigenschaft als Wettergott
+das Gegenstück zum babylonischen ~Ramman~ bildet, dem „Herrn der
+Gewitter“ (~Pfeiffer~, „Sternglaube“, 12). -- Mit ~Brontes~ steht
+vielleicht auch der Name ~Brontinos~ in Zusammenhang, den u. a. ein
+alter pythagoräischer Philosoph führt, s. ~Zeller~ 1, 52; 3 (2),
+116 und ~Diels~, „Vorsokratiker“ 1, 35; bei ~Burnet~ (179) heißt er
+~Brotinos~ (Druckfehler?).
+
+[6029] ~Plinius~, lib. 37, cap. 55, 65; ~Isidorus~, lib. 16, cap. 15;
+s. ~Wörner~, Ro. 3, 3448.
+
+[6030] „Museum metallicum“ (Bologna 1648) 613 ff.; ebd. 208 ist
+„bronzium“ ein feuerfarbiges, wesentlich aus Zinnober bestehendes
+Pigment.
+
+[6031] ~Jessen~, PW. 3, 889 ff.; ~Cumont~, ebd. 3, 891 und Suppl. 1,
+258; ~Stoll~ und ~Steuding~, Ro. 1, 830; ~Aust~, Ro. 2, 752; ~Thulin~,
+PW. 10, 1131; vgl. den ~Jupiter tanarus~ einer britannischen Inschrift
+von 154 n. Chr. (~Reusch~, Ro. 4, 74).
+
+[6032] S. die Nachweise unter Anm. 3.
+
+[6033] Dies erwähnt schon ~Schedel~, „Waren-Lexikon“ (Offenbach 1790)
+130
+
+[6034] Coll. II, 16; fulgur ist im Lateinischen = Blitz, aber auch =
+Donnerschlag.
+
+[6035] ~Beckmann~, „Beiträge“ 4, 135 ff.; ~Woermann~, a. a. O.;
+~Feldhaus~, „Technik“ 471.
+
+[6036] ~Feldhaus~, ebd. 463; M. G. M. 9, 147; 10, 176.
+
+[6037] ~Feldhaus~, ebd. 464; ~Hoops~ 2, 262; ein Glöckchen zum Wecken
+des Gesindes erwähnt ~Lukian~ (~Beckmann~ 4, 123).
+
+[6038] ~Bucher~ 3, 109; in Japan sind sie etwa um 650 n. Chr.
+nachgewiesen (ebd. 110).
+
+[6039] ~Bossi~, „Le campane“ (Macerata 1897).
+
+[6040] ebd. 17; 11, 15 ff., 18.
+
+[6041] ebd. 236 ff.
+
+[6042] ebd. 18, 19; auf diese Weise entstanden also die freistehenden
+italienischen Glockentürme.
+
+[6043] ebd. 29; ~Feldhaus~, „Technik“ 1203.
+
+[6044] ~Feldhaus~, ebd. 269, 1123; s. die Erwähnung in ~Dantes~
+„Paradies“, Ges. 10, Vers 139. -- Gestalten, die die Stunden mit dem
+Hammer auf die Glocke schlugen, wie man sie z. B. noch gegenwärtig
+auf den Procuratien in Venedig, sowie in manchen niederländischen
+Städten sieht, waren im Mittelalter weit verbreitet und sehr beliebt;
+sie hießen Glocken-Hans, Glocken-Fritz, Glocken-Jakob, und noch
+~Shakespeare~ erwähnt in ~Richard~ II. (Akt 5, Szene 5) einen „Jack
+o’the clock“ (s. ~Rabelais~, üb. ~Regis~, Leipzig 1839, 2, 21; vgl.
+auch das bekannte Spiel „Glocke und Hammer“). -- Ihre ältesten
+Vorbilder sind vermutlich im Orient zu suchen (s. ~E. Wiedemann~, „Über
+die Uhren ...“, Halle 1915, 14 ff.).
+
+[6045] üb. ~Loth~ (Leipzig 1882) 63.
+
+[6046] üb. ~Greve~ 10, 332.
+
+[6047] ~Bucher~ 3, 68.
+
+[6048] ~Hoops~ 2, 262; ~Feldhaus~, „Technik“ 465; ~Vogeler~ in
+„Geschichts-Blättern“ 1, 85.
+
+[6049] ~Hoops~ 2, 262; ~Feldhaus~, „Technik“ 465; ~Bucher~ 3, 68;
+~Bossi~ 29.
+
+[6050] ~Schrader~, „R. L.“ 1018.
+
+[6051] ~Bossi~ 44.
+
+[6052] ~Feldhaus~, a. a. O.
+
+[6053] ~Bossi~ 41.
+
+[6054] ebd. 37.
+
+[6055] ebd. 39, 131; vgl. ~Hase~, „Kirchengeschichte“ (Leipzig 1909)
+154.
+
+[6056] ~Bossi~ 49; ~Migne~, „Dictionnaire des sciences occultes“ (Paris
+1848) 1, 384. Der Gebrauch ist spätestens 789 nachgewiesen (~Bossi~ 51).
+
+[6057] ~Bossi~ 53; das Wort „Glocke“ soll keltischen Ursprunges sein
+(~Kluge~, „Etymologisches Wörterbuch“, Straßburg 1910, 176); s. aber
+ebd. die Erklärung von „Glucke“.
+
+[6058] ~Hoops~ 2, 262.
+
+[6059] ~Bossi~ 39, 41.
+
+[6060] ~Bossi~ 43; ~Molmenti~, „La vie privée à Venise“, ed. ~Ongania~
+(Venedig 1895) 1, 92.
+
+[6061] ~Richter~, „Quellen der byzantinischen Kunstgeschichte“ (Wien
+1897) 62. Demgemäß erzählt ~Albert~ von ~Aachen~, daß in Jerusalem
+„soni et signa“ erst durch die Kreuzfahrer eingeführt wurden (~Prutz~,
+„Kulturgeschichte der Kreuzzüge“; Berlin 1883, 504). Über die Glocken
+in Jerusalem und Accon vgl. ~Röhricht~, „Geschichte des Königreiches
+Jerusalem“ (Innsbruck 1898; 464, 447). Siehe auch A. Nat. 8, 165 ff.
+
+[6062] ~Feldhaus~, „Technik“ 465.
+
+[6063] ~Willers~, „Bronze-Eimer“ 207; 101, 137.
+
+[6064] ~Hülsen~, PW. 3, 1555; ~Willers~, a. a. O. 135.
+
+[6065] ~Willers~, ebd. 101, 136; „Untersuchungen“ 28 ff., 59 ff., 192.
+
+[6066] ders., „Bronze-Eimer“ 203 ff.
+
+[6067] ders., „Unters.“ 73.
+
+[6068] „Satiren“ 1, 6, 116.
+
+[6069] lib. 34, cap. 95.
+
+[6070] ~Willers~, „Unters.“ 79, 84.
+
+[6071] ~Harnack~, „Ausbreitung und Mission ...“ 502.
+
+[6072] ~Hülsen~, a. a. O. 1437.
+
+[6073] Auch ~Willers~ kam schon 1901 zu diesem Schlusse („Bronze-Eimer“
+205).
+
+[6074] ebd. 56, 205.
+
+[6075] ~Hülsen~, a. a. O.
+
+[6076] ~Bossi~ 40; ~Willers~, „Bronze-Eimer“ 203 ff.; ~Schrader~, „R.
+L.“ 1018.
+
+[6077] ~Hülsen~, PW. 3, 1437.
+
+[6078] S. den „Donnerstein“ des ~Plinius~ und ~Isidorus~.
+
+[6079] ~Schmidt~, „Kulturhistorische Beiträge“ (Leipzig 1914) 170.
+
+[6080] ~Schrader~, „Urg.“ 73.
+
+[6081] „Opuscula chymica rariora“, ed. ~Roth-Scholz~ (Nürnberg 1719)
+113, 133.
+
+[6082] ~Vitalis de Furno~ (Mainz 1531) 146.
+
+[6083] ~Feldhaus~, „Technik“ 153.
+
+[6084] ~Hoops~ 2, 262; ~Vogeler~, in „Geschichts-Blätter“ 1, 85.
+
+[6085] ~Schlosser~, „Schriftquellen zur Geschichte der karolingischen
+Kunst“ (Wien 1892); „Quellenbuch zur Kunstgeschichte der
+abendländischen Malerei“ (Wien 1896).
+
+[6086] ed. ~Ilg~ (Wien 1874) 318.
+
+[6087] ~Feldhaus~, „Technik“ 465; Gesch.-Blätter 3, 100.
+
+[6088] Venedig 1540, 75.
+
+[6089] ~Bossi~ 275, 285. Aus Opposition gegen solche Vorurteile gaben
+die französischen Protestanten das „Signum“ zum Gottesdienst durch
+einen Flintenschuß! (~Rabelais~, a. a. O. 2, 85).
+
+[6090] ~Lobeck~ 895 ff.; ~Riess~, PW. 1, 51; ~Seligmann~, „Der böse
+Blick“ (Berlin 1910) 2, 273, 180; ~Zahn~, „Geschichts-Blätter“ 3, 337.
+Schon die Zauberin in der 2. Idylle des ~Theokritos~ (um 260 v. Chr.)
+vernimmt, nach offenbar uralter Vorstellung, die Stimme der angerufenen
+Göttin im „tönenden ehernen Becken“ (Vers 36). ~Wessely~, „Wiener Akad.
+Denkschr.“ 36, Z. 89. 3257.
+
+[6091] ~Migne~, a. a. O. 1, 384; ~Rabelais~, a. a. O. 2, 85.
+
+[6092] ~Rabelais~ 2, 270.
+
+[6093] ~Gsell~, a. a. O. 71; ~Luschin von Ebengreuth~, a. a. O. 34.
+
+[6094] Troja: ~K. B. Hofmann~, „Zur Geschichte des Zinks bei den Alten“
+(Leipzig 1882); „Berg- und Hüttenmännische Zeitung“ 1882.
+
+[6095] ~Gsell~ 8, 51 ff.
+
+[6096] s. ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 112.
+
+[6097] ~Becher~, „Physica subterranea“ (Leipzig 1703) 558. ~Stoll~,
+a. a. O. 814; nach ~Las Casas~ sonderten so die Caraïben das Gold vom
+„Guanin“ und später auch vom Messing, das sie sehr hoch schätzten.
+
+[6098] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 264. ~Ruska~ glaubt, Tutia sei sowohl im
+Persischen wie im Sanskrit ein Fremdwort („Steinbuch des ~Aristoteles~“
+175).
+
+[6099] ~Hiuen-Thsang~ 2, 174.
+
+[6100] ebd. 1, 177, 197, 198; 2, 45, 46.
+
+[6101] ~Woermann~, a. a. O.
+
+[6102] ~Somadeva~, „Märchen“, üb. ~Brockhaus~ (Leipzig 1843) 2, 131.
+
+[6103] a. a. O. 2, 272.
+
+[6104] ~Berthelot~, „Arch.“ 218 ff.
+
+[6105] ~Heyd~, „Geschichte des Levante-Handels im Mittelalter“
+(Stuttgart 1879) 1, 458; 2, 87, 655, 441.
+
+[6106] üb. ~Fuchs~ 3, 603.
+
+[6107] ebd. 3, 288, 294.
+
+[6108] ebd. 1, 305.
+
+[6109] „Schild des ~Herakles~“, Vers 122.
+
+[6110] Nr. 6, Vers 9.
+
+[6111] ~Rossignol~ handelt es in seinem Buche auf 120 Seiten ab
+(211-331)! Auch er betrachtet es jedoch als ein bloß mythisches (ebd.
+224).
+
+[6112] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 112.
+
+[6113] ebd. 2, 113.
+
+[6114] ~Blümner~ 4, 199; ~Schrader~, „R. L.“ 539.
+
+[6115] ~Rossignol~ 234 ff.
+
+[6116] ~Olck~, PW. 6, 655; ~Franz~, bei ~Freise~ 140; ~Schrader~,
+„Ling.-Histor. Forschungen“ 26.
+
+[6117] ~Blümner~ 4, 96, 193 ff., 197.
+
+[6118] ebd. 4, 159, 171 ff.
+
+[6119] ~Rossignol~ 242 ff.
+
+[6120] „Onomastikon“, lib. 3, cap. 87; ~Rossignol~ 244.
+
+[6121] „De meteoris“, cap. 1.
+
+[6122] ~Blümner~, PW. 7, 687; ~Hofmann~, „Berg- und Hüttenmännische
+Zeitung“ 1882.
+
+[6123] „Aeneis“, lib. 12, Vers 87.
+
+[6124] ~Blümner~ 4, 184, 199.
+
+[6125] ~Rossignol~ 230, 292 ff., 302. ~Schweigger~ erklärte es in
+seiner Schrift „Über das Elektron der Alten“ (Greifswald 1848) für
+Platin! -- Libanos ist bekanntlich = weiß, s. das schneebedeckte
+Gebirge Libanon.
+
+[6126] lib. 34, cap. 2.
+
+[6127] ed. ~Lindemann~ (Leipzig 1832) 8, 36; 310.
+
+[6128] „Lexikon“ 1140.
+
+[6129] lib. 16, cap. 20.
+
+[6130] ~Reil~ 62.
+
+[6131] „Periplus“, ed. ~Fabricius~ (Leipzig 1883) 43, 47; vgl. auch die
+μελίεφθα genannten dünnen Platten (ebd. 121, 188).
+
+[6132] lib. 34, cap. 2.
+
+[6133] ~Willers~, „Unters.“ 30, 37 ff., 104; ~Beltz~, bei ~Hoops~ 3,
+517.
+
+[6134] ~Willers~ a. a. O., 35, 37 ff.; das Kupfer kam damals aus den
+Mansfelder Gruben über Goslar an den Rhein.
+
+[6135] ~Schrader~, „R. L.“ 539; „Urg.“ 73; ~Kopp~, „Gesch.“ 4, 113.
+
+[6136] ~Schrader~, a. a. O.; ~Hoops~, a. a. O. Meze = Kupfer s.
+~Sattler~, „Handels-Rechnungen des Deutschen Ordens“ (Leipzig 1887) 321.
+
+[6137] ~Lexer~, „Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch“ (Leipzig
+1885) 161; vgl. ~Heinrich von Neuenstadt~, „Apollonius“, ed. ~Strobl~
+(Wien 1875) 333; ~Hoops~, a. a. O.; ~Peltzer~, „Geschichte der
+Messing-Industrie am Niederrhein ...“ (Aachen 1909) 67 ff.
+
+[6138] „Sarepta“ (Nürnberg 1587) 66, 68, 88, 101, 136, 178; Erwähnung
+einer messingenen Füllfeder ebd. 95.
+
+[6139] ~Peltzer~, a. a. O.
+
+[6140] „Geschichts-Blätter“ 1, 257.
+
+[6141] ~Peltzer~ 63.
+
+[6142] ~Peltzer~ 141, 154; ~Schrader~, „R. L.“ 178.
+
+[6143] ~Peltzer~ 67 ff.
+
+[6144] ~Rossignol~ 270.
+
+[6145] ~Berthelot~, „Intr.“ 55, 275.
+
+[6146] „Livre des métiers“ 55, 184.
+
+[6147] ~Willers~, „Unters.“ 35 ff.
+
+[6148] ~Schrader~, „R. L.“ 539.
+
+[6149] „Kalewipoeg“ 339.
+
+[6150] ~Brugsch~, „Äg.“ 401; ~Forrer~, „R. L.“ 94.
+
+[6151] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 6.
+
+[6152] ~Reil~ 71.
+
+[6153] ~Jeremias~, „Handbuch“ 238, 59.
+
+[6154] ~Berthelot~, „Arch.“ 80.
+
+[6155] Vgl. ~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 24.
+
+[6156] ~Ed. Meyer~ „Sumerer“ 47.
+
+[6157] ~Schrader~, „R. L.“ 97; „Urg.“ 91 ff.
+
+[6158] „Geschichts-Blätter“ 1, 66.
+
+[6159] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 670; ~Forrer~, „R. L.“ 94; ~Feldhaus~,
+„Technik“ 104. -- Betreff der Cycladen s. ~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 43.
+
+[6160] ~Schrader~, „R. L.“ 97; ~Forrer~, „R. L.“ 94; ~Feldhaus~,
+„Technik“ 104.
+
+[6161] ~Hyginus~, „Fabulae“; ~Cassiodorius~, „Variae lectiones“ 3, 31.
+
+[6162] ~Jacoby~, PW. 7, 2710; ~Schulten~, PW. 8, 2004 ff.
+
+[6163] ~Plinius~, lib. 4, cap. 21.
+
+[6164] ~K. B. Hofmann~, „Das Blei bei den Völkern des Altertums“
+(Berlin 1885); ~Blümner~ 4, 142 ff., 169; 155.
+
+[6165] ~Rhousopoulos~, „~Kahlbaum~-Gedenkbuch“ 172.
+
+[6166] üb. ~Fuchs~ 3, 293.
+
+[6167] ~Rhousopoulos~, a. a. O.
+
+[6168] ~Blümner~ 4, 191, 288.
+
+[6169] Fragment „Über die Gerüche“.
+
+[6170] ~Israelson~, „Die Materia medica des ~Galenos~“ (Dorpat 1894)
+167.
+
+[6171] ~Wünsch~, A. Rel. 12, 37 ff., 45; ~Ziebarth~, PW. 6, 2771;
+~Skutsch~, PW. 6, 786; ~Dieterich~, „Abraxas“ 77, 78.
+
+[6172] ~Dziatzko~, PW. 3, 565; ~Kuhnert~, PW. 4, 2376; ~Drexler~, Ro.
+3, 500; ~Roscher~, Ro. 4, 776.
+
+[6173] „Annalen“, lib. 2, cap. 69.
+
+[6174] ~Roeder~, Ro. 4, 774 ff.
+
+[6175] ~Kremer~ 1, 62.
+
+[6176] ebd. 1, 329, 375; 2, 283.
+
+[6177] ebd. 1, 303.
+
+[6178] ebd. 1, 334; 2, 223.
+
+[6179] ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 88.
+
+[6180] ~Semper~, „Der Styl“ 2, 145.
+
+[6181] ~Hoops~ 1, 293.
+
+[6182] ~Forrer~, „R. L.“ 79, 94, 283; „Urg.“ 362 ff.; ~Schrader~, „R.
+L.“ 1013.
+
+[6183] ~Hultsch~, „Die Gewichte des Altertums“ (Leipzig 1898) 49, 50.
+
+[6184] ~Forrer~, „Urg.“ 362 ff.
+
+[6185] ~Forrer~, „R. L.“ 94, 108.
+
+[6186] ~Henrich~ und ~Roters~, „Zeitschrift für angewandte Chemie“
+1907, 1321; vgl. ~Neumann~, ebd. 2032.
+
+[6187] ~Schrader~, „R. L.“ 199; ~Feldhaus~, „Technik“ 104.
+
+[6188] ~Schrader~, „Urg.“ 95; „R. L.“ 97; ~Hoops~ 1, 293; ~Wilser~,
+„Vorzeit“ 24.
+
+[6189] ~Hoops~ 1, 293 gegen ~Schrader~, „Urg.“ 91 ff.
+
+[6190] s. unter 6188.
+
+[6191] ~Schrader~, „Urg.“ 91 ff.
+
+[6192] s. unter 6188.
+
+[6193] ~Erdmann~, „Alaska“ (Berlin 1909) 77, 190.
+
+[6194] ~Humboldt~, „Neuspanien“ (Tübingen 1813) 4, 5, 141.
+
+[6195] ~Baumstark~, PW. 2, 2714, 2715.
+
+[6196] ~Lenormant~, „Anf.“ 85 ff.; ~Faulmann~, 99.
+
+[6197] ~Bapst~, „L’étain“ (Paris 1884) 5 ff.
+
+[6198] ~Tomaschek~, PW. 5, 1666; ~Kiessling~, PW. 6, 806; ~Bapst~ 5
+ff., 8, 26; ~Gsell~ 36 ff.; ~Lenormant~, „Anf.“ 85 ff.; die Anführung
+von Zinn und verzinnten Gefäßen (ebd. 1, 86) im „Vendidad des
+~Zoroaster~“ (!) ist natürlich nicht beweisend.
+
+[6199] ~Montelius~, M. G. M. 2, 151.
+
+[6200] ~Strabon~ 15, 2, 10.
+
+[6201] ~Polack~ und ~Tomaschek~, M. G. M. 2, 152. Die von ~Bapst~
+angeführte Stelle des ~Hiuen-Thsang~ (1, 19) bezieht sich hingegen
++nicht+ auf den Hilmend, sondern auf den Tarim im westlichen
+chinesischen Turkestan, und dieses Auftreten von Zinnerz kommt daher
+hier ebensowenig in Betracht, wie das am Ural, am Altai und in der
+Nähe des Baikalsees (s. ~Sadowski~, „Die Handelsstraßen der Griechen
+und Römer an die Gestade des baltischen Meeres“, Jena 1877, Vorr. 5;
+~Berthelot~, Mâ. I, 364, 368).
+
+[6202] ~Semper~, „Der Styl“ 2, 149.
+
+[6203] ~Hommel~ 132.
+
+[6204] ~Amos~ 4, 7, 8; ~Amos~ lebte um 760, seine Weissagungen
+sind jedoch im 3. Jahrhundert v. Chr. umredigiert, und da an der
+betreffenden Stelle vom Lote der Bauleute die Rede ist, hat man unter
+ânak an ihr vermutlich noch Blei zu verstehen (~Kautzsch~, „Altes
+Testament“, Tübingen 1910); 2, 37.
+
+[6205] ~Moses~ 4, 31, 21; ~Ezechiel~ 27, 5, 12.
+
+[6206] ~Beckmann~, „Beiträge“ 4, 329; ~Bapst~ 5, 14.
+
+[6207] ~Schrader~, „Ling.“ 71; „R. L.“ 990, 995.
+
+[6208] ~Lenormant~, „Anf.“ 1, 98 ff.; ~Schrader~, „Urg.“ 91 ff.
+
+[6209] ~Bapst~ 2; was der Autor daselbst über einen älteren Namen
+Khaspu = Silberchen (?) und dessen Zusammenhang mit dem ägyptischen
+Chesbet (!) sagt, entbehrt jeder Begründung.
+
+[6210] ~Hümmerich~, „~Vasco de Gama~“ (München 1898) 23, 156, 157; vgl.
+~Feldhaus~, „Technik“ 1368.
+
+[6211] ~Schrader~, „R. L.“ 201.
+
+[6212] „Beiträge“ 4, 326.
+
+[6213] ~Schulten~, PW. 8, 2032.
+
+[6214] ~Lenormant~, „Anf.“ 1, 97; ~Bapst~ 9 ff.; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1,
+151, 745; 2, 156 ff.; warum gerade Iran nicht mit in Betracht kommen
+sollte (ebd. 1, 744), ist nicht recht ersichtlich.
+
+[6215] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 9.
+
+[6216] ~Gsell~ 34.
+
+[6217] Ob Zinn auch zu anderen Zwecken verwendet wurde, ist ungewiß;
+von „Platten mit Inschriften und Figuren aus Mumiensärgen“ spricht
+~Semper~ (2, 462), jedoch ohne jede Zeitangabe für deren Alter.
+
+[6218] ~Brugsch~, „Äg.“ 271 ff.; ~Lippmann~, a. a. O.
+
+[6219] ~Brugsch~, „Äg.“ 398, 401.
+
+[6220] ~Schrader~, „R. L.“ 990.
+
+[6221] ~Reil~ 64 ff., 190; 71.
+
+[6222] ~Reil~ 71.
+
+[6223] ~Blümner~ 4, 133.
+
+[6224] ~Dieterich~, „Abraxas“ 138, 159.
+
+[6225] ~Ideler~, „Physici et medici graeci minores“ (Berlin 1841) 1, 45.
+
+[6226] ~Friedlaender~ 2, 83; ~Speck~, „Handelsgeschichte des Altertums“
+(Leipzig 1900 ff.) 4, 783, 889; ~Hoops~ 2, 414; ~Reil~ 71.
+
+[6227] ~Ideler~, a. a. O. 2, 206.
+
+[6228] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 219 ff.
+
+[6229] ebd. 2, 156 ff.; ~Blümner~ 4, 187 ff.
+
+[6230] „~Kahlbaum~-Gedenkbuch“ 118.
+
+[6231] Vgl. ~Blümner~ 4, 84 ff., 81 ff.
+
+[6232] ~Hyginus~, „Fabulae“, a. a. O.
+
+[6233] ~Schmidt~, „Kulturhistorische Beiträge ...“ (Leipzig 1906) 1, 10.
+
+[6234] ~Lenormant~, „Anf.“ 1, 98 ff.
+
+[6235] ~Schrader~, „R. L.“ 990; „Urg.“ 91 ff.
+
+[6236] Mitteilung von † Geh.-Rat Prof. ~H. Suchier~.
+
+[6237] ~Mülder~, PW. 9, 1042.
+
+[6238] „Ilias“ 11, Vers 25, 34; 18, V. 474, 565, 574, 613; 20, V. 171;
+21, V. 592; 23, V. 503, 561.
+
+[6239] ~Blümner~ 4, 53, 83.
+
+[6240] Vers 208; s. auch „Theogonie“, Vers 852.
+
+[6241] üb. ~Fuchs~ 2, 428, 439, 450, 451; 3, 309, 362, 443, 633; an
+einer Stelle ist auch von „Zinn oder Blei“ die Rede (3, 633).
+
+[6242] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 759.
+
+[6243] Über verschiedene bis in die Neuzeit fortdauernde Irrtümer
+und allerlei absonderliche Hypothesen vgl. ~Humboldt~, „Kritische
+Untersuchungen ...“ (Berlin 1852) 1, 128 ff.
+
+[6244] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 142 ff.; ~Speck~ 1, 94 ff., 103 ff., 463.
+
+[6245] ~Schulten~, PW. 8, 2032.
+
+[6246] ~Hübner~, PW. 3, 859 ff.
+
+[6247] ~Speck~ 3, 157.
+
+[6248] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 690 ff.
+
+[6249] ~Voss~, „Mythologische Briefe“ (Stuttgart 1827) 2, 174:
+κασσίτερον ποταμόρρυτον.
+
+[6250] ~Hübner~, PW. 2, 2763; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 690 ff.
+
+[6251] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 142 ff.; ~Götz~, „Die Verkehrswege des
+Welthandels“ (Stuttgart 1888) 109 ff., 348, 352; 267, 269, 290; ~Bapst~
+12 ff.; ~Speck~ 1, 483, 505.
+
+[6252] ~Berger~, „Geschichte der wissenschaftlichen Erdkunde der
+Griechen“ (Leipzig 1903) 559; ~Hübner~, PW. 3, 1355.
+
+[6253] lib. 5, cap. 38.
+
+[6254] lib. 4, cap. 122; lib. 34, cap. 95 und 116.
+
+[6255] ~Hübner~, PW. 3, 859 ff.; ~Berger~, PW. 6, 1304 ff.; ~Schulten~,
+PW. 8, 1987, 2008.
+
+[6256] ~Schulten~, a. a. O.; ~Siret~, M. G. M. 8, 106.
+
+[6257] ~Berger~ 235, 356.
+
+[6258] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 3, 674, 679.
+
+[6259] ~Ed. Meyer~, a. a. O.; ~Kiessling~, PW. 1a, 879.
+
+[6260] ~Bapst~ 3, 15 ff.; ~Sadowski~, Vorr. 20.
+
+[6261] lib. 34, cap. 17.
+
+[6262] ~Bapst~ (49 ff., 51 ff.), dessen Unwissenheit zuweilen fast
+unglaublich ist, -- ~Dioskurides~ ist z. B. bei ihm ein Herausgeber der
+Werke des ~Hippokrates~ (54) --, läßt sie diese Kunst „schon in Asien,
+von den Zigeunern“ lernen!
+
+[6263] ~Hübner~, PW. 3, 859 ff.; ~Berger~, PW. 6, 1304 ff.; ~Schulten~,
+PW. 8, 1987.
+
+[6264] lib. 7, cap. 56.
+
+[6265] ~Schleiden~, „Das Salz“ (Leipzig 1875) 29, 41, 46.
+
+[6266] lib. 4, cap. 22.
+
+[6267] ~Abulfeda~ 2, 307.
+
+[6268] ~Plinius~, lib. 4, cap. 20; ~Strabon~ 15, 2, 10; vgl. ~Gsell~ 36
+ff.
+
+[6269] ~Berger~, „Erdkunde“ 102, 232, 336; ~Haug~, PW. 1a, 764;
+~Genthe~, „Über den etruskischen Tauschhandel nach dem Norden“
+(Heilbronn 1873) 67 ff., 92 ff., 105.
+
+[6270] ~Haverfield~, PW. 9, 857.
+
+[6271] lib. 5, cap. 22.
+
+[6272] lib. 5, cap. 104.
+
+[6273] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 690 ff.
+
+[6274] ~Berger~ 102, 232, 332; ~Speck~ 2, 470 ff.; 4, 377; ~Bapsts~
+Annahme, dies sei erst nach der Zerstörung Karthagos geschehen (12 ff.,
+14, 18 ff.), ist ganz unverständlich.
+
+[6275] ~Hergt~, „Die Nordlandfahrt des ~Pytheas~“ (Halle 1893); ~Götz~,
+„Verkehrswege“ 4, 316.
+
+[6276] ~Hübner~, PW. 3, 859 ff.; ~Berger~, PW. 6, 1304 ff.; „Erdkunde“
+336, 361.
+
+[6277] lib. 3, cap. 115; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 759; ~Berger~, a. a. O.
+53 ff., 357; ~Hübner~, PW. 7, 439 ff.
+
+[6278] ~Berger~, 353 ff.
+
+[6279] ebd. 512.
+
+[6280] ~Berger~ 559.
+
+[6281] lib. 5, cap. 38.
+
+[6282] lib. 3, cap. 147; ~Hübner~, PW. 7, 439 ff.; ~Berger~ 361.
+
+[6283] ~Berger~ 544, 630.
+
+[6284] ~Caesar~, lib. 5, cap. 12; ~Berger~ 235, 356.
+
+[6285] ~Friedlaender~ 3, 335. Über die großen Mengen Zinn, die auch die
+Phönizier im 6. Jahrhundert nach dem Osten brachten, z. B. nach Tyrus,
+vgl. die Schilderung bei ~Ezechiel~.
+
+[6286] Alle derartigen Berechnungen sind außerordentlich unsicher.
+
+[6287] cap. 51 und 81, woselbst „τὸν κασσίτερον τὸν κελτικόν“. Vgl. die
+bewunderungswürdige Ausgabe von ~Beckmann~ (Göttingen 1786) 100 ff.,
+160 ff.
+
+[6288] cap. 37.
+
+[6289] ~Blümner~ 4, 179, 376.
+
+[6290] ~Speck~ 3, 214; ~Gsell~ 34. Schon ältere etrurische Bronzen
+enthalten 6% Zinn (~Speck~ 3, 257).
+
+[6291] ~Speck~ 3, 290; 4, 386.
+
+[6292] ~Isidorus~ 18, 14, 1; ~Skutsch~, PW. 6, 776; ~Schrader~, „R. L.“
+365.
+
+[6293] Candidus im Sinne von „fein“ findet sich auch auf Silberbarren
+aufgestempelt (~Willers~, „Bronze-Eimer“ 233).
+
+[6294] lib. 34, cap. 95.
+
+[6295] ~Forrer~, „R. L.“ 115.
+
+[6296] ~Beckmann~ 4, 370; ~Rossignol~ 291.
+
+[6297] ~Beckmann~ 3, 512; ~Bucher~ 3, 273; ~Forrer~, „R. L.“ 753;
+~Dafert~, „Monatshefte für Chemie“ (Wien 1910) 781.
+
+[6298] lib. 34, cap. 48.
+
+[6299] „Indika“, cap. 18.
+
+[6300] ~Ideler~, „Physici et Medici graeci minores“ (Berlin 1841) 1,
+196; cap. 17.
+
+[6301] ~Diodor~, lib. 5, cap. 46; fr. 6, 1.
+
+[6302] ~Jacoby~, PW. 6, 960; ~Blümner~ 3, 45.
+
+[6303] ~Golenischeff~ und ~Glaser~, PW. 2, 1391, 1403.
+
+[6304] ~Rohde~, „Der griechische Roman“ (Leipzig 1900) 240; ~Ausfeld~,
+„Der griechische Alexander-Roman“ (Leipzig 1907) 94.
+
+[6305] ~Tkač~, PW. 1a, 1465.
+
+[6306] „Periplus“, ed. ~Fabricius~ (Leipzig 1883) 91, 97.
+
+[6307] ebd. 65, 75; 45, 65.
+
+[6308] ~Speck~ 1, 195, 200; ~Bapst~ 15.
+
+[6309] ~Bapst~ 9 ff.
+
+[6310] „Die Phönizier“ (Berlin 1856) 3 (1), 63.
+
+[6311] „Anf.“ 1, 98 ff.
+
+[6312] ~Schrader~, „R. L.“ 990; ~Wecker~, PW. 9, 1316.
+
+[6313] ~Schrader~, „R. L.“ 990; „Urg.“ 91 ff.
+
+[6314] ~Reinaud~, „Relation des voyages ...“ (Paris 1845) 1, Vor. 62;
+1, 94; 2, 48.
+
+[6315] ~Heyd~, „Geschichte des Levante-Handels im Mittelalter“
+(Stuttgart 1879) 1, 37; 2, 655; ~Schrader~, „R. L.“ 990; ~Reinaud~,
+a. a. O.
+
+[6316] ~Andreas Bellunensis~, „Interpretatio arabum nominum“,
+beigedruckt seiner Übersetzung von ~Avicennas~ „Canon“ (Venedig 1544)
+4, 14, 18, 22.
+
+[6317] ~Haller~, „Onomasticon“ (Frankfurt 1756) 10, 19.
+
+[6318] ~Lenormant~, „Anf.“ 1, 98 ff.
+
+[6319] s. ~Marco Polo~, ed. ~Pauthier~ (Paris 1865) 703.
+
+[6320] ~Beckmann~ 4, 739; vgl. ~Pigafettas~ „Reisen“ (Gotha 1801) 123.
+
+[6321] ~Richthofen~, „China“ 1, 319, 373.
+
+[6322] ~Bapst~ 22.
+
+[6323] ~Faulmann~ 279.
+
+[6324] ~Lenormant~, „Anf.“ 1, 62 ff.; ~Speck~ 1, 205.
+
+[6325] ~Gruber~, „Litt.“ 197; Nan = Süden, wie in Nanking = Stadt des
+Südens.
+
+[6326] ~Pfizmaier~ 24, 26; so hält auch noch der treffliche ~Garcia da
+Orta~, 1533 bis 1563 Leibarzt des portugiesischen Vizekönigs in Goa,
+Zinkoxyd für die Asche eines Gewächses (~Lippmann~, „Geschichte des
+Zuckers“ 78).
+
+[6327] ~Feldhaus~, „Technik“ 1368.
+
+[6328] ~Vogel~, „Zeitschrift für angewandte Chemie“ 1909, 44;
+Bronzefibeln, die nur auf der Schauseite verzinnt sind, kennt man
+ebenfalls.
+
+[6329] ~Forrer~, „R. L.“ 930; Abbildungen bei ~Schlemm~, a. a. O. 668.
+-- Schild: bei ~Genthe~ 48.
+
+[6330] ~Genthe~ 134; ~Schrader~, „R. L.“ 990; „Urg.“ 91 ff.; ~Bapst~ 23
+ff., 28 ff.; ~Forrer~, „Urg.“ 316; „R. L.“ 632.
+
+[6331] ~Bapst~, a. a. O.
+
+[6332] ~Forrer~, a. a. O. 79, 94, 283; eine dieser Kugeln wiegt 735 g
+(ebd. 932).
+
+[6333] ~Beckmann~ 4, 364.
+
+[6334] ~Forrer~, „Urg.“ 316.
+
+[6335] ~Blümner~, PW. 5, 2142 ff.
+
+[6336] ~Schrader~, „R. L.“ 990; „Urg.“ 91 ff.; „Ling.“ 130 ff.
+
+[6337] ~Lippmann~, „Chemiker-Zeitung“ 1916, 1; 1917, 1.
+
+[6338] ed. ~Depping~ 76, 253. -- Lächerliche Gründe für die Anwendung
+von Zinn (und Blei) bei der Herstellung der Spiegel führt ~Thomas von
+Aquino~ an (üb. ~Schneider~ 11, 770).
+
+[6339] ed. ~Pagel~ (Berlin 1893) 12.
+
+[6340] ~Beckmann~ 4, 370.
+
+[6341] „Ritter-, Hof- und Pilger-Reisen“ 1465-1467 (Stuttgart 1844) 46.
+
+[6342] ~Heyd~ 1, 595; 2, 44, 133, 415. Einzelheiten s. bei ~Schaube~,
+„Handelsgeschichte der romanischen Völker ...“ (München 1906) 811.
+
+[6343] ~Merrifield~ 2, 895.
+
+[6344] ~Reitemeyer~, „Beschreibung Ägyptens im Mittelalter“ (Leipzig
+1903) 229.
+
+[6345] „Chronik“, üb. ~Wattenbach-Landauer~ (Leipzig 1890) 135.
+
+[6346] ~Beckmann~ 4, 372 ff.
+
+[6347] Rune 15, Vers 348.
+
+[6348] „Kalewala“ 23, 56, 97, 98, 116, 120, 157, 177, 213, 232, 289,
+290.
+
+[6349] „Kanteletar“, üb. ~Paul~ (Helsingfors 1882) 300.
+
+[6350] „Kalewipoeg“ 171.
+
+[6351] „Lieder“ 56.
+
+[6352] „Märchen“ 325.
+
+[6353] ~Schrader~, „R. L.“ 990.
+
+[6354] lib. 13, cap. 56; vgl. ~Blümner~ 4, 96.
+
+[6355] Übersetzung des ~Strabon~ (Stuttgart 1859) 6, 45.
+
+[6356] ~Rossignol~ 244 ff.; ~Freise~ 137; vgl. ~Diergart~, M. G. M. 1,
+308.
+
+[6357] ~Hofmann~, „Zur Geschichte des Zinks bei den Alten“ (Berg- und
+Hüttenmännische Zeitung 1882; 41, 46); ~Blümner~ 4, 96.
+
+[6358] Auch daß metallisches Zink am Tmolos vorkommen solle, erscheint
+völlig ausgeschlossen.
+
+[6359] ~Gsell~ 72.
+
+[6360] ~Zippe~ 218 ff.
+
+[6361] ~Schäfer~, „Die Alchemie“ (Flensburg 1887) 13.
+
+[6362] M. G. M. 2, 36, 148, 174; 3, 76, 156; 6, 71; „Zeitschrift für
+angewandte Chemie“ 1901, 1207; 1902, 761; 1903, 87.
+
+[6363] ebd. 1902, 511, 1217.
+
+[6364] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 112.
+
+[6365] ~Lippmann~, ebd. 2, 9; ~Reinhard~, „A. Med.“ 10, 150.
+
+[6366] ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 55.
+
+[6367] ebd. 1, 24; lib. 34, cap. 100.
+
+[6368] ebd. 1, 53; lib. 5, cap. 84.
+
+[6369] ~Blümner~ 4, 171 ff.
+
+[6370] üb. ~Fuchs~ 2, 186; 3, 59, 291, 297, 488, 495.
+
+[6371] üb. ~Fuchs~ 3, 57, 292, 297 („blaue Chalkitis“), 295, 305; 60,
+291, 313, 495. Vgl. ~Celsus~, üb. ~Friboes~ 598; ~Blümner~ 4, 94 ff.
+
+[6372] ~Beckmann~ 3, 381 ff.; ~Blümner~ 4, 171; ~Lippmann~, „Abh.“ 1,
+53.
+
+[6373] +So+ noch bei ~Festus~, ed. ~Lindemann~ 367.
+
+[6374] ~Lenormant~, „Anf.“ 2, 226 ff.
+
+[6375] ~Crusius~, Ro. 2, 878 ff.; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 150 ff.;
+auf einer altattischen Amphora, die ihn mit seiner Gattin ~Harmonia~
+abbildet, heißt er auch ~Kassmos~ (~Sittig~, PW. 7, 2383).
+
+[6376] ~Ed. Meyer~. „Alt.“ 2, 70, 180, 317; 150 ff., 189, 317.
+
+[6377] ~Crusius~ und ~Ed. Meyer~, a. a. O.
+
+[6378] ~Bloch~, Ro. 2, 2530; über Καδμῖλος und Κάμιλλος s. ~Diels~,
+„Vors.“ 2, 212.
+
+[6379] ~Pettazzoni~, A. Rel. 14, 577.
+
+[6380] ~Freise~ 135 ff.
+
+[6381] ~Freise~, a. a. O.
+
+[6382] ~Willers~, „Untersuchungen ...“ 35.
+
+[6383] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 264.
+
+[6384] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 241.
+
+[6385] ebd. 1, 88; ~Diergart~, a. a. O.
+
+[6386] ~Hirschberg-Lippert~, „Die arabischen Augenärzte“ (Leipzig 1904)
+2, 155, 194.
+
+[6387] ebd. 1, 61, 99, 138 (leichte), 163; 2, 134.
+
+[6388] ebd. 1, 79, 187.
+
+[6389] ebd. 1, 142, 170, 171 (beste), 172, 180, 276 u. oft; 2, 72, 78
+(grüne).
+
+[6390] ebd. 1, 175, 194, 202, 209, 273, 277-279, 300 u. oft; 2, 102
+(grüne), 249 (indische).
+
+[6391] ebd. 1, 288; 2, 103, 148 (grüne).
+
+[6392] ebd. 1, 189; 2, 78, 91, 101, 109, 142, 247 (Ispahan), 249.
+
+[6393] „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 127 ff.
+
+[6394] ~Rây~ 1, 85 ff.; Abbildung auf Tafel 3.
+
+[6395] ~Puschmann~, „Handbuch der Geschichte der Medizin“ (Jena 1902)
+1, 141 ff.
+
+[6396] ~Hiuen-Thsang~ 2, 172.
+
+[6397] ebd., Anmerkung.
+
+[6398] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 165.
+
+[6399] ~W. Hommel~, M. G. M. 13, 56; „Zeitschrift für angewandte
+Chemie“ 1912, 97; „Chemiker-Zeitung“ 1913, 918.
+
+[6400] ~W. Hommel~, a. a. O.; ~Rây~, a. a. O.
+
+[6401] ~Hofmann~, a. a. O.
+
+[6402] ~W. Hommel~, a. a. O. Galmei ist in China vielfach verbreitet;
+nach ~Marco Polo~ tritt er vielleicht auch an den Abhängen des Altai
+auf (~Lippmann~, „Abh.“ 2, 265).
+
+[6403] ~Beckmann~ 3, 410; ~Bibra~ 180; ~W. Hommel~, a. a. O.;
+~Staunton~, „An embassy to China“ (London 1797) 2, 540. Angesichts der
+ungeheuren Beharrlichkeit der chinesischen Verfahren sind auch solche
+späte Berichte keineswegs zu unterschätzen.
+
+[6404] ~W. Hommel~, a. a. O.
+
+[6405] ~Bibra~ 181.
+
+[6406] ~Bibra~ 181; ~Marco Polo~, ed. ~Yule~ (London 1903) 2, 265.
+
+[6407] Amsterdam 1596; lib. 2, cap. 17.
+
+[6408] ~Beckmann~, „Litteratur der älteren Reisebeschreibungen“
+(Göttingen 1809) 2, 124; Münzen aus Zinn gab es aber in Indien
+ebenfalls (~Luschin~ 35), und dies dürfte den erwähnten Irrtum noch
+gefördert haben.
+
+[6409] ~Beckmann~, „Beitr.“ 3, 409.
+
+[6410] ~Bucher~ 3, 43 ff.; ~Lenormant~, „Anf.“ 1, 99.
+
+[6411] „Metallurgische Etymologien“ („Mitteilungen des Österr. Museums“
+1886) bei ~Bucher~, a. a. O.
+
+[6412] ~W. Hommel~, a. a. O.
+
+[6413] ~Bucher~ 3, 46; ~Seligmann~, „Der böse Blick“ 2, 6.
+
+[6414] ~Kopp~, „Gesch.“ 4, 116.
+
+[6415] ~Beckmann~ 3, 398.
+
+[6416] „Werke“, ed. ~Huser~ (Straßburg 1603) 1, 251.
+
+[6417] ebd. 1, 647, 885, 890, 895, 903.
+
+[6418] Vgl. ~W. Hommel~, a. a. O.
+
+[6419] ed. ~Huser~ 1, 902.
+
+[6420] ebd. 1, 919.
+
+[6421] ebd. 2, 57.
+
+[6422] ebd. 1, 209, 228, 558, 905, 1058.
+
+[6423] ebd. 2, 137.
+
+[6424] ebd. 2, 134.
+
+[6425] ebd. 2, 56.
+
+[6426] ebd. 1, 906.
+
+[6427] ~Beckmann~ 3, 402. In der Basler Ausgabe von 1629 steht an
+der fraglichen Stelle (329) das von ~Beckmann~ zitierte deutsche
+Wort nicht, wohl aber auf S. 13 des (unpaginierten) Index I. der
+Kunstausdrücke, wo Conterfey ganz richtig jene weiße Schmelze
+bezeichnet, die in Goslar die Wandungen der Öfen zeitweilig
+ausschwitzten (s. unten).
+
+[6428] ~Agricola~, „Opera“ (Basel 1558) 368.
+
+[6429] ebd. 432.
+
+[6430] Vgl. ~Albinus~ „Meißnische Bergchronika“ (Dresden 1590) 138.
+
+[6431] „Bergpostilla oder Sarepta“ (Nürnberg 1587) 26.
+
+[6432] Dresden 1590, 138.
+
+[6433] Zürich 1565, 28.
+
+[6434] Frankfurt 1584, 94.
+
+[6435] „Alchymia“ (Frankfurt 1597) 95, 153; „Commentationes“ (ebd.) 43,
+293.
+
+[6436] Frankfurt 1615; 2, 181.
+
+[6437] ebd. 1, 214; 318; 2, 181.
+
+[6438] ebd. 1, 91, 114, 318.
+
+[6439] ebd. 1, 297, 309; dabei hatte er aber bemerkt (2, 192, 281),
+daß Calaëm beim Verbrennen „flos calaëmi“ gebe, also Zinkblumen oder
+Pompholyx!
+
+[6440] „Bericht vom Bergwerk“ (Goslar 1617) 83; die Stelle führt auch
+~Henckel~ an („Kieshistorie“, Leipzig 1754; 521); vgl. ~Beckmann~ 3,
+404; ~W. Hommel~, a. a. O.
+
+[6441] „Essais“, ed. ~Petit~ (Paris 1907) 72; ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 300.
+
+[6442] ~Kopp~, G. 4, 119.
+
+[6443] „Metallurgia“ (Frankfurt 1661) 5.
+
+[6444] „Werke“ (London 1772) 3, 713.
+
+[6445] ebd. 1, 780; 3, 721.
+
+[6446] ebd. 2, 568.
+
+[6447] ebd. 2, 120; 3, 713; 4, 336, 627.
+
+[6448] ebd. 4, 627.
+
+[6449] ~W. Hommel~, a. a. O.
+
+[6450] ~Flückiger~, „Dokumente zur Geschichte der Pharmazie“
+(Halle 1876) 68, 79; so auch schon bei ~Schröder~ („Thesaurus
+pharmacologiae“, Ulm 1662, 458), ja schon bei ~Libavius~ („Alchymia“
+253; „Commentationes“ 293), der Marchasita pallida als „gelfum“
+bezeichnet, d. h. wohl als gelb, wie auch ~Mathesius~ von einer
+„gelffen Steingallen“ spricht („Bergpostilla“ 26).
+
+[6451] Frankfurt 1714; 1, 89.
+
+[6452] „Pyritologia“ (Leipzig 1725); ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 289. Eine
+das Zink betreffende Schrift von ~Respours~, „Rares expériences sur
+l’esprit minéral (Paris 1701), soll ~Henckel~ ebenfalls übersetzt und
+erläutert haben.
+
+[6453] „Kieshistorie“ (Leipzig 1754; 2. Auflage der Pyritologia) 571,
+721.
+
+[6454] ebd. 496. 520.
+
+[6455] ebd. 517.
+
+[6456] ebd. 85.
+
+[6457] Leipzig 1755; 9.
+
+[6458] ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 289. ~Marggraf~ zeigte auch die Identität
+des Zinksulfates mit dem Goslarer „weißen Vitriol“, dem sog.
+„Galitzenstein“ (der seinen Namen ursprünglich von der spanischen
+Provinz Galicia empfing). -- Dem Ausdruck „weißer Vitriol“ gegenüber
+ist Vorsicht zu empfehlen: er bezeichnet zumeist nichts weiter als
+gewöhnlichen, weiß gebrannten Vitriol (κεκαυμένος der Alten) und ist
+z. B. bei den oben erwähnten arabischen Augenärzten das nämliche wie
+qulqutâr, qalqant, qalqadîr (~Hirschberg-Lippert~, a. a. O. 1, 89, 150,
+314).
+
+[6459] ~Freise~ 135.
+
+[6460] „Divan des ~Baki~“, ed. ~Hammer~ (Wien 1825) 74.
+
+[6461] ~Kluge~, „Etymologisches Wörterbuch“ (Straßburg 1910) 507;
+~Schrader~, „R. L.“ 539.
+
+[6462] „Reisen nach Innsbruck und Dresden 1628-29“ (Wien 1901) 132, 198.
+
+[6463] ~Rey~, „Essais“, ed. ~Petit~ (Paris 1907) 105.
+
+[6464] ebd. 118; 188 ff.
+
+[6465] ebd. 96; 172.
+
+[6466] ~Seligmann~, „Böser Blick“ 2, 18.
+
+[6467] ~Schultens~, PW. 8, 2004 ff.
+
+[6468] ~Haupt~, „M. G. M.“ 1, 386.
+
+[6469] ~Freise~ 143; ~Schultens~, a. a. O.
+
+[6470] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 109.
+
+[6471] PW. 4, 2002.
+
+[6472] „Indika“, cap. 3.
+
+[6473] „De lapidibus“.
+
+[6474] Über Zinnober als Schminke, Anstrich- und Maler-Farbe vgl.
+~Blümner~ 4, 495.
+
+[6475] lib. 7, cap. 8.
+
+[6476] ~Blümner~ 4, 133.
+
+[6477] lib. 33, cap, 64; ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 19.
+
+[6478] lib. 33, cap. 99, 123; ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 22.
+
+[6479] ebd. 1, 50 ff., 73.
+
+[6480] ebd. 2, 59, 149.
+
+[6481] ebd. 2, 109.
+
+[6482] ~Ganschinietz~, PW. 9, 55.
+
+[6483] ed. ~Ganschinietz~ (Leipzig 1913) 45.
+
+[6484] Dieser Glaube erhielt sich bis in die Neuzeit hinein, s. die
+Vergiftung des Königs ~Hamlet~.
+
+[6485] ~Israelson~, „Die Materia medica des ~Galenos~“ (Dorpat 1894),
+170.
+
+[6486] üb. ~Berendes~ (Leiden 1914) 727; lib. 7, cap. 3.
+
+[6487] ~Abulfeda~ 3, 101; ~Aldimeschqi~ 311; ~Kremer~ 1, 303, 329, 375;
+2, 283.
+
+[6488] ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 89.
+
+[6489] ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 43, 106.
+
+[6490] „Opera exquisitoria“ (Basel 1544) 153, 166, 203 ff. -- Vgl.
+~Hirschberg-Lippert~ 2, 57, 58: die auch bei ~Alrazi~ angeführte
+Quecksilbersalbe gegen Augenläuse.
+
+[6491] „Canon“, üb. ~Andreas Bellunensis~ (Venedig 1544) 104, 487,
+503, 524, 526, 528, 530, 560; vgl. ~Sontheimer~, „Zusammengesetzte
+Heilmittel der Araber“ (Freiburg 1845) 225.
+
+[6492] „Practica“, üb. ~Gerhard von Cremona~ (Venedig 1530) 155; verf.
+gegen 1200?
+
+[6493] üb. ~Hammer~ (Wien 1824) 252.
+
+[6494] ~Jolowicz~, „Der poetische Orient“ (Leipzig 1853) 438.
+
+[6495] „~Mutanabbi~ und ~Seifuddaula~“, ed. ~Dieterici~ (Leipzig 1847)
+168.
+
+[6496] üb. ~Bodenstedt~ (Breslau 1881) 176.
+
+[6497] s. hierüber ~Aldimeschqi~ 61, und die anderen weiter oben
+angegebenen Quellen.
+
+[6498] Wörtlich wiederholt noch im türkischen „Divan“ des ~Baki~
+(1529-1599), üb. ~Hammer~ (Wien 1825) 33.
+
+[6499] üb. ~Greve~ 7, 249; 8, 323; 5, 13; 10, 168.
+
+[6500] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 181.
+
+[6501] Diesen Kunstgriff erwähnt auch der Talmud (~Berendes~, „Die
+Pharmazie bei den Kulturvölkern“, Halle 1891; 1, 117).
+
+[6502] üb. ~Jaubert~ 1, 41, 67; ~Humboldt~, „Kritische Untersuchungen
+...“ 3, 64; ~Ruska~, „Enzykl. d. Islam“ 1, 995 (auf das Wadi Ollaki
+bezüglich).
+
+[6503] Andere spanische Fundstätten nennt ~Aldimeschqi~ 344, 345, 349.
+
+[6504] ~Schaube~, a. a. O. 206, 210, 247, 332, 501.
+
+[6505] ~Pfizmaier~ 20.
+
+[6506] ebd. 21, 69.
+
+[6507] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 286.
+
+[6508] „Handbuch der Pharmakognosie“ (Leipzig 1910) 2, 505, 507.
+
+[6509] „Opera“ (Mainz 1531) 55, 225.
+
+[6510] ~Sudhoff~, M. G. M. 14, 54.
+
+[6511] „Circa instans“, beigedruckt an ~Serapion~ (Venedig 1530) 187.
+
+[6512] ~Sudhoff~, „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 255.
+
+[6513] So z. B. ~Arnaldus von Villanova~ im „Rosarium“, beigedruckt an
+~Ulstads~ „Coelum philosophorum“ (Lyon 1572) 439, 516.
+
+[6514] „Musaeum metallicum“ (Bologna 1648) 196.
+
+[6515] „Works“ 1, 631 ff.
+
+[6516] Vgl. ~Merrifield~ 1, 56; 2, 461.
+
+[6517] ebd. 2, 477.
+
+[6518] ed. ~Reber~ (Gießen 1896) 373.
+
+[6519] „Examen omnium simplicium“ (Lyon 1556) 719.
+
+[6520] ~Beckmann~ 1, 46; vgl. 1, 44; 4, 101, 578. -- Über Anwendung von
+Quecksilber in Peru, zur Zeit der Incas, s. ~Beckmann~, „Tech.-Ökon.
+Bibliothek“ (Göttingen 1782) 12, 51.
+
+[6521] ~Blümner~, PW. 5, 2142 ff.
+
+[6522] ~Haedicke~, M. G. M. 12, 271.
+
+[6523] ~Humboldt~, „Neuspanien“ 4, 8 ff.; „Vues des Cordillères“ 1, 314.
+
+[6524] ~Blümner~ 4, 67 ff.
+
+[6525] ebd.; ~Zippe~ 115, 125 ff.
+
+[6526] ~Lippert~ 224, 226.
+
+[6527] ~Zippelius~, M. G.M. 1, 268.
+
+[6528] ~Lenormant~, „Anf.“ 1, 56 ff.
+
+[6529] Vgl. die ausführliche Debatte zwischen ~Beck~, ~Belck~,
+~Blankenhorn~, ~Kiessling~, ~Oppert~, ~Pinner~, ~Wedding~, ~Weeren~ (M.
+G. M. 6, 632), die im übrigen nach ~Feldhaus~ („Technik“ 232) nicht
+viel Entscheidendes zutage förderte.
+
+[6530] ~Schrader~, „R. L.“ 177, 293, 725; ~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 11.
+
+[6531] +So+ berichtet noch ~Hesiod~.
+
+[6532] ~Lippert~ 2, 215 ff.; ~Zippelius~, M. G. M. 1, 168; ~Seligmann~
+1, 89; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (1), 68, 76; 1 (2), 364; ~Brockelmann~,
+„Geschichte der christlichen Litteraturen des Orients“ (Leipzig 1907),
+236.
+
+[6533] ~Lenormant~, „Anf.“ 1, 68 ff., 81, 83.
+
+[6534] ebd. 56 ff.
+
+[6535] ebd. 88.
+
+[6536] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 109.
+
+[6537] ~Lenormant~, „Anf.“ 1, 56 ff.
+
+[6538] rennen = rinnen, fließen.
+
+[6539] ~Lippert~ 224, 226; ~Freise~ 94 ff., 111 ff., mit Abbildung;
+~Blümner~ 4, 49, 69, 207 ff., 211, 216; ~Feldhaus~, „Technik“ 232, 367
+ff.; ~Gsell~ 8, 16 ff., 19 ff., 81 ff.; ~Schrader~, „Urg.“ 76 ff.
+
+[6540] ~Freise~ 110 ff.; ~Blümner~ 4, 227.
+
+[6541] ~Freise~ 121.
+
+[6542] ~Stoll~ 125, 465.
+
+[6543] ~Stoll~ 439 ff., 395, 717.
+
+[6544] ebd. 449.
+
+[6545] ebd. 448.
+
+[6546] ~Faulmann~ 114; ~Stoll~ 395 ff.; ~Gsell~ 83.
+
+[6547] ~Gsell~ 9, 84; M. G. M. 6, 362.
+
+[6548] ~Gsell~ 10.
+
+[6549] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 150.
+
+[6550] ~Gsell~ 11.
+
+[6551] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 202, 203.
+
+[6552] ~Flinders-Petrie~, M. G. M. 3, 109; ~Gsell~ 12 ff., 92.
+
+[6553] ~Flinders-Petrie~, M. G. M. 3, 45; 6, 362; ~Maspero~, in
+~Feldhaus~, „Technik“.
+
+[6554] ~Flinders-Petrie~, M. G. M. 6, 362.
+
+[6555] ~Feldhaus~, „Technik“ 232; zu berichtigen ist hiernach ~Gsell~
+15.
+
+[6556] ~Flinders-Petrie~, M. G. M. 6, 362.
+
+[6557] ~Schrader~, „Urg.“ 76 ff.; ~Gsell~ 16 ff., 19 ff., 81 ff.;
+~Hoernes~, „Urzeit“ 3, 108 ff.
+
+[6558] ~Foy~, „Chemiker-Zeitung“ 1908, 973; ~Schrader~ und ~Gsell~,
+a. a. O.
+
+[6559] ~Lepsius~, „Metalle“ 108; ~Schrader~, „R. L.“ 173; „Urg.“ 76 ff.
+
+[6560] ~Gsell~ 38, 39.
+
+[6561] a. a. O. 102 ff.; über die Deutung von men auf Bronze s. ~Gsell~
+50 ff.
+
+[6562] ~Lepsius~ 109.
+
+[6563] ~Gsell~ 49.
+
+[6564] ~Lepsius~ 111, mit Abbildung auf Tafel 2. ~Gsell~ 38, 40; über
+die Deutung von tehset auf Messing: ebd. 52.
+
+[6565] ~Gsell~ 23; vgl. 81 ff., 87.
+
+[6566] ebd. 21 ff., 48, 84, 92.
+
+[6567] ~Lepsius~ 112.
+
+[6568] ~Gsell~ 95.
+
+[6569] ~Lepsius~ 112.
+
+[6570] ebd. 105.
+
+[6571] ~Schrader~, „R. L.“ 173; „Urg.“ 76 ff.; ~Hoernes~, „Urzeit“ 2,
+18 ff.
+
+[6572] ~Roeder~, Ro. 4, 777.
+
+[6573] ~Lenormant~, „Anf.“ 1, 184.
+
+[6574] ~Brugsch~, „Äg.“ 398; ~Plutarch~, „Isis und Osiris“, cap. 62.
+
+[6575] ~Lenormant~, a. a. O.; ~Gsell~ 24 ff.
+
+[6576] ~Brugsch~, „Äg.“ 401; ~Gsell~ 27, 45; ~Flinders-Petrie~, M. G.
+M. 3, 45.
+
+[6577] ~Lepsius~ 108.
+
+[6578] „Urg.“ 82.
+
+[6579] ~Gsell~ 27.
+
+[6580] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 8.
+
+[6581] ~Lepsius~ 103; ~Gsell~ 20.
+
+[6582] ~Flinders-Petrie~, a. a. O.; ~Hoernes~, „Urzeit“ 3, 106 ff.
+
+[6583] ~Ed. Meyer~, „Chetiter“ 76.
+
+[6584] ~Montelius~, „Gesch.-Blätter“ 1, 246; ~Gsell~ 47.
+
+[6585] ~Feldhaus~, „Technik“ 232.
+
+[6586] ~Reil~ 59 ff.
+
+[6587] ~Heyd~ 1, 433, 437; 2, 27, 43, 441.
+
+[6588] „R. L.“ 173.
+
+[6589] ~Schrader~, „Urg.“ 77.
+
+[6590] ebd. 76 ff.; „R. L.“ 173.
+
+[6591] ~Lemm~, M. G. M. 7, 485; s. den Namen des Chemikers ~Berzelius~?
+
+[6592] ~Jeremias~, „Handbuch“ 64, 197.
+
+[6593] ~Schwenzner~, M. G. M. 15, 51.
+
+[6594] ~Hommel~ 135; vgl. ~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 24; 3, 114.
+
+[6595] ~Hommel~ 153.
+
+[6596] ~Blümner~ 4, 67 ff.; ~Forrer~, „R. L.“ 197, 402; ~Delitzsch~,
+„Bibel und Babel“ (Leipzig 1905) 1, 47.
+
+[6597] ~Lepsius~ 107.
+
+[6598] ~Faulmann~ 465.
+
+[6599] ~Schrader~, „Urg.“ 76 ff.
+
+[6600] ~Stoll~ 395 ff.
+
+[6601] ~Faulmann~ 470.
+
+[6602] üb. ~Rückert~ 1, 17.
+
+[6603] ebd. 1, 47.
+
+[6604] ebd. 1, 49.
+
+[6605] ebd. 1, 105, 129; 2, 497 und sehr oft.
+
+[6606] ebd. 2, 459.
+
+[6607] ebd. 3, 295, 323.
+
+[6608] Persischer Stahl bei ~Plinius~, lib. 34, cap. 14; ~Freise~ 120.
+
+[6609] ~Deussen~ 2 (2), 142, 171, 172.
+
+[6610] ~Schrader~, „Urg.“ 76 ff.; tannur: ebd. 16.
+
+[6611] ~Schrader~, „R. L.“ 795.
+
+[6612] ders., „Urg.“ 76 ff.
+
+[6613] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 265, 267.
+
+[6614] ~Schrader~, „Urg.“ 76 ff.
+
+[6615] ~Zippelius~, M. G. M. 1, 168.
+
+[6616] ~Forrer~, „R. L.“ 416; ~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 116.
+
+[6617] ~Hoops~ 1, 270; 2, 379 ff.
+
+[6618] ~Hanemann~, M. G. M. 13, 590.
+
+[6619] ~Schrader~, „Urg.“ 76 ff.
+
+[6620] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 622, 747.
+
+[6621] ~Ed. Meyer~, a. a. O.; „Chetiter“ 76; ~Ruge~, PW. 3, 2100.
+
+[6622] ~Ruge~, a. a. O.
+
+[6623] ~Jeremias~ 15, 12; ~Lepsius~ 106.
+
+[6624] ~Cumont~, „Rel.“ 218, 283; 167.
+
+[6625] ~Ed. Meyer~, „Chetiter“ 120; 122, 163; ~Thulin~, PW. 10, 1139.
+
+[6626] ~Ed. Meyer~, „Chetiter“ 67, 90. Sein Attribut ist das sog.
+kretische Doppelbeil.
+
+[6627] ~Ed. Meyer~, „Chetiter“ 90.
+
+[6628] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 219 ff.
+
+[6629] ~Feldhaus~, „Technik“ 232.
+
+[6630] ~Sudhoff~, bei ~Hoops~ 3, 439; ~Freise~ 117.
+
+[6631] ~Schrader~, „R. L.“ 1016.
+
+[6632] ~Blümner~, PW. 5, 2148; ~Forrer~, „R. L.“ 525, 528; ~Schrader~,
+„R. L.“ 173.
+
+[6633] ~Gsell~ 30; ~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 33, 59; 3, 11.
+
+[6634] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 379.
+
+[6635] ~Gercke~, M. G. M. 3, 341; ~Gsell~ 30 ff.
+
+[6636] ~Hoops~ 1, 270; 2, 379 ff.; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 379; 1, 657;
+~Montelius~, „Geschichts-Blätter“ 1, 246.
+
+[6637] ~Hesiod~, „Werke und Tage“, Vers 151; vgl. auch die Angaben bei
+~Platon~ (~Lippmann~, „Abh.“ 2, 39) und bei ~Lucrez~ (Ges. 5, V. 1270
+ff.).
+
+[6638] ~Herodot~, lib. 1, cap. 68.
+
+[6639] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 280, 550; 363.
+
+[6640] ~Ilias~, Ges. 23, V. 825.
+
+[6641] ebd., Ges. 7, V. 473.
+
+[6642] Odyssee, Ges. 1, V. 184; Temese (auf Cypern) vom phönizischen
+temes = zerfließen, schmelzen, also Schmelzhütte (~Schrader~, „R. L.“
+69), wie Tänaron von tannur = Schmelzofen (ders., „Urg.“ 76 ff.), und
+Seriphos von serifa = Schmelze (ebd. 16).
+
+[6643] Odyssee, Ges. 9, V. 391.
+
+[6644] ~Blümner~ 4, 343; ~Schrader~, „R. L.“ 173, 283; „Urg.“ 64.
+
+[6645] ~Forrer~, „R. L.“ 197.
+
+[6646] „Schild“, V. 137, vgl. ~Blümner~ 4, 212; die Übersetzung von
+Adamas mit Diamant ist durchaus irrtümlich. ~Hoernes~, „Urzeit“ 3, 18
+ff.
+
+[6647] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 445.
+
+[6648] Die Stelle bei ~Herodot~, lib. 1, cap. 28, gilt für eingeschoben.
+
+[6649] „~Prometheus~“, V. 133, 715.
+
+[6650] „Trachinierinnen“, V. 1260.
+
+[6651] „~Herakles~“, V. 162.
+
+[6652]“Anabasis“, lib. 5, 5, 1; ~Schrader~, „R. L.“ 69, „Urg.“ 76 ff.
+
+[6653] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 67.
+
+[6654] ~Rossignol~, 50 ff. 89 ff.
+
+[6655] ebd. 69 ff.
+
+[6656] ebd. 104 ff.
+
+[6657] ebd. 76, 32; 16 ff., 156.
+
+[6658] ~Schrader~, „Urg.“ 21 ff.; ~Lagarde~ hält die Telchinen für
+ein vorderasiatisches Zwergvolk und bringt ihren Namen mit dem
+altnordischen thfelch und dverg = Zwerg in Verbindung (~Klinkenberg~,
+M. G. M. 15, 339); vgl. ~Friedlaender~, Ro. 4, 236.
+
+[6659] ~Rzach~, PW. 8, 1223.
+
+[6660] ~Gudeman~, ebd. 115.
+
+[6661] Über den Zusammenhang zwischen κόβαλοι und Kobolden s.
+~Beckmann~ 3, 202, 314, und ~Lobeck~ 1312. Nach ~Hoops~ (2, 456) ist
+der Anklang ein zufälliger, und Kobold, der schon im 13. Jahrhundert
+weitverbreitete Name der Hausgeister, ist so viel wie „Hauswalt“,
+angelsächsisch Kofgodos, von Kof = Haus (erhalten in Schweinekoben).
+
+[6662] ~Kern~, PW. 4, 2018 ff.; ~Tümpel~, ebd. 4, 2058; ~Immisch~, Ro.
+2, 1587 ff.; vgl. ~Schrader~, „R. L.“ 173, 728, 1016.
+
+[6663] ~Schrader~, „R. L.“ 728; „Urg.“ 76 ff.
+
+[6664] ~Preisendanz~, A. Rel. 16, 548.
+
+[6665] ~Hesychios~, „Lexikon“, ed. ~Schmidt~ (Jena 1867) 662;
+~Wessely~, „Ephesia Grammata“ (Wien 1886); ~Seligmann~ 2, 299.
+
+[6666] Vgl. Apostelgeschichte, cap. 19.
+
+[6667] s. ~Lukian~, „De dea syria“.
+
+[6668] ~Kern~, PW. 4, 2734.
+
+[6669] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 647.
+
+[6670] lib. 1, cap. 68.
+
+[6671] ~Platon~ im „Sophistes“ (~Blümner~ 4, 350).
+
+[6672] ~Regling~, PW. 7, 970 ff.; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 550;
+~Schrader~, „R. L.“ 731.
+
+[6673] ~Robert~, PW. 7, 1421; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 599; ~Feldhaus~,
+„Technik“ 638.
+
+[6674] ~Olshausen~, „Gesch.-Blätter“ 3, 112; ~Johannsen~, A. Nat.
+8, 66; ~Blümner~ 4, 355 ff. und PW. 5, 2142 ff. Des ~Pausanias~
+Angabe über ~Theodoros von Samos~ (6. Jahrhundert) ist nach ~Blümner~
+unhaltbar, und die Stelle in ~Platons~ „Sophistes“ (~Lippmann~, „Abh.“
+2, 39) muß auf Schweißeisen bezogen werden.
+
+[6675] ~Blümner~ 4, 357 ff.; ~Johannsen~, „Zeitschrift f. angew.
+Chemie“ 1918, 149.
+
+[6676] ~Freise~ 110 ff.
+
+[6677] ~Gsell~ 95 ff.
+
+[6678] ~Blümner~ 4, 357; sie steht in einem Scholion, das ~Homers~
+σόλος αυτοχόωνος betrifft.
+
+[6679] ~Hanemann~, „Chemiker-Zeitung“ 1914, Repert. 441.
+
+[6680] ~Blümner~ 4, 344.
+
+[6681] S. z. B. den trefflichen ~Palissy~ (1510-1590), „Oeuvres“, ed.
+~Fillon~ (Niort 1888) 2, 254.
+
+[6682] ~Beckmann~ 5, 78.
+
+[6683] „Briefwechsel zwischen ~Goethe~ und ~Döbereiner~“, ed. ~Schiff~
+(Weimar 1914) 19.
+
+[6684] ~Blümner~ 4, 347.
+
+[6685] „Harteisen [= Stahl] zu machen, lehrte Gott den ~Adam~“ ist
+eine orientalische Tradition, erhalten u. a. in dem um 1243 im Kreise
+Kaiser ~Friedrichs~ II. verfaßten „Buch ~Sidrach~“ (ed. ~Jellinghaus~,
+Tübingen 1904, 96).
+
+[6686] ~Blümner~ 4, 345; PW. 5, 2142 ff.
+
+[6687] ~Blümner~ 4, 346; vgl. die Überlieferung bei ~Plinius~, lib. 34,
+cap. 14 und ~Justinus~ 44, 4.
+
+[6688] ~Blümner~, a. a. O.; nach ~Plinius~, lib. 28, cap. 148, diente
+Bocksblut, neben samischer Erde, auch zum Schleifen des Stahles.
+
+[6689] ~Pauli~, Ro. 4, 787.
+
+[6690] ~Lenormant~, „Anf.“ 1, 56.
+
+[6691] „Urg.“ 82.
+
+[6692] ebd. 76 ff., 117 ff.; „R. L.“ 173.
+
+[6693] ~Pauli~, a. a. O.
+
+[6694] üb. ~Fuchs~ 2, 508.
+
+[6695] ~Blümner~ 3, 278.
+
+[6696] ~Krause~, „Pyrgoteles“ 124 ff.
+
+[6697] ~Montelius~, „Gesch.-Bl.“ 1, 246; ~Hoops~ 1, 270; 2, 379 ff.
+
+[6698] ~Rupe~, M. G. M. 5, 86.
+
+[6699] ~Skutsch~, PW. 6, 742; ~Hoernes~, „Urzeit“ 3, 11, 27, 34 ff.,
+38. -- Ob die Etrusker über das Meer nach Italien kamen, ist noch eine
+offene Frage.
+
+[6700] ~Hübner~, PW. 6, 2171; ~Schrader~, „R. L.“ 173; Fund von zwei
+kleinen Stücken Eisen in Villanova: ~Forrer~, „R. L.“ 870.
+
+[6701] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 701.
+
+[6702] ~Blümner~, PW. 5, 2142 ff.; ~Schrader~, „R. L.“ 731; ~Hoernes~,
+„Urzeit“ 3, 34 ff.
+
+[6703] ~Gummerus~, PW. 9, 1441.
+
+[6704] ~Plinius~, lib. 34, cap. 139; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 810.
+
+[6705] ~Wissowa~, PW. 2, 1472; ~Friedlaender~ 4, 208; ~Kroll~, A. Rel.
+8, Beiblatt 29; ~Schrader~, „Urg.“ 76 ff.
+
+[6706] ~Riess~, PW. 1, 45, 60.
+
+[6707] ebd. 1, 50, 61 ff.
+
+[6708] ~Riess~, a. a. O.
+
+[6709] ~Stoll~ 393, 433, 434.
+
+[6710] ~Beckmann~ 5, 80, 85; ~Schrader~, „Urg.“ 76 ff.
+
+[6711] ~Gsell~ 30. Vgl. ~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 115; 3, 117.
+
+[6712] ~Lenormant~, „Anf.“ 62 ff.
+
+[6713] ~Pfizmaier~ 41.
+
+[6714] ebd. 37.
+
+[6715] ebd. 38 ff.
+
+[6716] ~Liä-Dsi~, üb. ~Wilhelm~ (Jena 1911) 152.
+
+[6717] ~Woermann~, „Geschichte der Kunst“ (Leipzig 1915); Bd. 2;
+~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 116; 3, 117.
+
+[6718] ~Pfizmaier~ 37, 38, 41; ~Freise~ 110 ff., 121.
+
+[6719] ~Woermann~, a. a. O.
+
+[6720] ~Grube~, „Rel.“ 194.
+
+[6721] ~Vogel~, „Chemiker-Zeitung“ 1908, Refer. 393.
+
+[6722] ~Pfizmaier~ 39, 40; ~Bibra~ 182.
+
+[6723] lib. 34, cap. 41.
+
+[6724] ~Lenormant~ hielt die Serer für jenes tibetanische, mit
+Eisenschwertern bewaffnete Volk, das die Chinesen schon bei ihrer
+Einwanderung nach China besiegt haben wollen („Anf.“ 1, 87).
+
+[6725] ~I-Tsing~, Vorr. 30.
+
+[6726] ~Stoll~ 268.
+
+[6727] ~E. Wiedemann~ 44, 122.
+
+[6728] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 265. -- Durch Chinesen soll auch im
+2. Jahrhundert n. Chr. die Kunst der Eisengewinnung nach Ferghana
+verpflanzt worden sein (~Barthold~, „Enzykl. d. Islam“ 2, 64).
+
+[6729] ~Montelius~, „Gesch.-Bl.“ 1, 246.
+
+[6730] ~Schrader~, „Urg.“ 76 ff.
+
+[6731] ders., „R. L.“ 173.
+
+[6732] Rigveda 9, 112, nach ~Deussen~ 1, 98.
+
+[6733] „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 127 ff. Vgl. ~Hoernes~, „Urzeit“ 2,
+119; 3, 115.
+
+[6734] ~Rây~ 1, 84; ~Schultze~, A. Nat. 2, 350; ~Feldhaus~, „Technik“
+245.
+
+[6735] ~Graves~, „Chemiker-Zeitung“ 1912, 594.
+
+[6736] ~Hadfield~, ebd.
+
+[6737] ~Turner~, ebd.; ~Schultze~. a. a. O.; ~Rây~, a. a. O.
+
+[6738] ~Oldenberg~, „Die Lehre der Upanischaden“ (Göttingen 1915), 240.
+
+[6739] ~Gubernatis~, „Mythologie des plantes“ (Paris 1882) 2, 27, 58.
+
+[6740] ~Ktesias~, „Indika“, cap. 4.
+
+[6741] ~Plinius~, lib. 34, cap. 14; ~Freise~ 120.
+
+[6742] „Periplus“, ed. ~Fabricius~ 43, 47.
+
+[6743] ~Abulfeda~ 1, 307; 2, 222, 225.
+
+[6744] ~Kremer~ 1, 79; 2, 284. „Indisches Eisen“ ist dort häufig =
+Stahl.
+
+[6745] ~Zippe~ 129.
+
+[6746] ~Zippe~, a. a. O.; ~Benzinger~, PW. 4, 2047.
+
+[6747] ~Woermann~, a. a. O.
+
+[6748] ~Guertler~, „Chemiker-Zeitung“ 1915, Refer. 71.
+
+[6749] ~Vogel~, „Zeitschrift für angewandte Chemie“ 1916, 509.
+
+[6750] ~Gsell~ 88 ff.; ~Feldhaus~, „Technik“ 179; ~Belaïew~,
+„Chemiker-Zeitung“ 1911, Refer. 512.
+
+[6751] ~E. Wiedemann~, „Gesch.-Bl.“ 3, 193 ff.
+
+[6752] ~Kremer~ 1, 79; 2, 283 ff.; ~Wüstenfeld~, „Das Heerwesen der
+Muslime“ (Göttingen 1880), Text 27.
+
+[6753] ~Kremer~ 2, 284.
+
+[6754] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (1), 68, 70; 1 (2), 364; ~E. Wiedemann~,
+„Uhren“ 190, 12.
+
+[6755] ~Stoll~ 401.
+
+[6756] ~Kremer~ 1, 303.
+
+[6757] ebd. 1, 308; 2, 383.
+
+[6758] ebd. 1, 329, 375; 2, 283.
+
+[6759] ebd. 1, 355.
+
+[6760] ebd. 283, 281.
+
+[6761] s. im „Rosengarten“ des ~Sa’di~ (um 1250) die Geschichte vom
+Kaufmanne, der indischen Stahl nach Aleppo schafft (üb. ~Nesselmann~,
+Berlin 1864; 150).
+
+[6762] ~Heyd~ 1, 183; 2, 497.
+
+[6763] ed. ~Beneke~ (Berlin 1819) 177, 460; ~Ilg~, „Beiträge zur
+Geschichte der Kunst und Kunst-Technik aus mittelhochdeutscher
+Dichtung“ (Wien 1892) 131.
+
+[6764] ~Montelius~, „Gesch.-Bl.“ 1, 246; ~Hoernes~, „Urzeit“ 3, 11.
+
+[6765] ~Schrader~, „R. L.“ 748, 1016; ~Forrer~, „R. L.“ 197, 255, 555.
+La-Tène: berühmte Fundstätte am Neuenburger See.
+
+[6766] ~Forrer~, „R. L.“ 198.
+
+[6767] ders., „Urg.“ 404 ff., 462.
+
+[6768] ~Gsell~ 95 ff.
+
+[6769] ~Schrader~, „R. L.“ 173, 795; ~Hoernes~, „Urzeit“ 3, 44, 51 ff.
+
+[6770] ~Forrer~, „R. L.“ 444, 805.
+
+[6771] Über diese Neuentwicklung vgl. u. a. ~Johannsen~, A. Nat. 3,
+365; „Chemiker-Zeitung“ 1910, Refer. 553 („Eisen-Werkbuch“ von 1454);
+A. Nat. 7, 165 (~Brunners~ „Anleitung“ von 1547).
+
+[6772] ~Rupe~ und ~Müller~, „Chemisches Zentralblatt“ 1916b, 950.
+
+[6773] ~Pokorny~, M. G. M. 15, 314.
+
+[6774] ~Hoops~ 3, 126; ~Feldhaus~, „Technik“ 232, 250; ~Hoernes~,
+„Urzeit“ 3, 71 ff.
+
+[6775] ~Caesar~, lib. 5, cap. 12; ~Schrader~, „R. L.“ 173, 749, 787;
+70, 285.
+
+[6776] ~Schulten~, PW. 8, 2004 ff.; ~Freise~ 116.
+
+[6777] ~Blümner~ 4, 349.
+
+[6778] ~Diodor~, lib. 5, cap. 33; ~Beckmann~ 5, 88; ~Hübner~, PW. 3,
+1890.
+
+[6779] ~Herodot~, lib. 4, cap. 62; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 822.
+
+[6780] ~Hoops~ 1, 270; 2, 379 ff.; ~Schrader~, „Urg.“ 76 ff.
+
+[6781] ~Tacitus~, „Germania“, cap. 6: „ne ferrum quidem superest“;
+~Hoops~ 3, 297.
+
+[6782] ~Schrader~, „R. L.“ 177, 725, 293; ~Forrer~, „Urg.“ 478 ff.; „R.
+L.“ 79, 130; ~Hoops~ 1, 544; 2, 369; 3, 22, 34.
+
+[6783] ~Schrader~, „R. L.“ 177, 725, 293; daher die übertragenen
+Ausdrücke wie „seines Glückes Schmied“, „Ränkeschmied“, „des Reiches
+Schmied“ usf.
+
+[6784] ~Simrock~, „Amelungenlied“ (Stuttgart 1863) 1, 59.
+
+[6785] ~Andree~, „Votive und Weihgaben ...“ (Braunschweig 1904) 91; 58,
+61, 62, 152 ff., 179, 180.
+
+[6786] ~Schrader~, „R. L.“ 173; „Urg.“ 76 ff.; ~Wilser~, „Vorzeit“, 25.
+
+[6787] ~Pokorny~, M. G. M. 14, 195; 15, 314. -- Über das erste
+Auftreten des Namens Stahl gehen die Ansichten noch auseinander; vom
+„ferrum quod stahal dicitur“ (dem Eisen, das man Stahl nennt) spricht
+u. a. der „Codex Hertensis“ des 9.-12. Jahrhunderts (~Sudhoff~, A. Med.
+10, 290).
+
+[6788] ~Forrer~, „R. L.“ 197, 255, 555. -- Das altnordische hamarr =
+Hammer bedeutet ursprünglich Stein oder Fels (~Fuhse~, bei ~Hoops~, 4,
+136).
+
+[6789] ~Schrader~, „R. L.“ 748, 1016; ~Schlemm~ 132.
+
+[6790] Auch bei den Bulgaren tritt Eisen zuerst in Form von
+Schmucksachen auf: ~Tomaschek~, PW. 3, 1044.
+
+[6791] ~Hoops~ 2, 424.
+
+[6792] ~Schrader~, „R. L.“ 173; „Urg.“ 76 ff.
+
+[6793] ebd. 21, 76 ff.
+
+[6794] ~Hoops~ 2, 52.
+
+[6795] üb. ~Schiefner~ 40 ff.; vgl. ~Castrén~, „Kleine Schriften“
+(Petersburg 1862) 288, und ~Kahlbaum~, „Mythologie und
+Naturwissenschaft“ (Leipzig 1898).
+
+[6796] „Kalewala“ 145, 269.
+
+[6797] „Lieder“ 77, 124; vgl. den beharrlichen Glauben an die
+Giftigkeit der durch das neuerfundene Schießpulver verursachten Wunden.
+
+[6798] „Märchen“ 325.
+
+[6799] ~Vogel~, „Chemiker-Zeitung“ 1909, 507; ~Feldhaus~,
+„Gesch.-Blätter“ 4, 124.
+
+[6800] ~Berthelot~, Coll. I, 223.
+
+[6801] ~Forrer~, „R. L.“ 32; „Urg.“ 410.
+
+[6802] ~Helm~, „Chemiker-Zeitung“ 1901, Refer. 250.
+
+[6803] ~Forrer~, „Urg.“ 410, 108.
+
+[6804] ~Nies~, PW. 1, 2346.
+
+[6805] ~W. Hommel~, „Zeitschrift f. angew. Chemie“ 1912, 97;
+„Chemiker-Zeitung“ 1912, 918.
+
+[6806] ~Bucher~ 2, 406.
+
+[6807] ~Stoll~ 321.
+
+[6808] ebd. 376.
+
+[6809] ~Oldenberg~, „Lehre der Upanischaden“ (Göttingen 1915) 143.
+
+[6810] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 416.
+
+[6811] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 7; über die uralte Benützung von
+Braunstein bei den Beduinen-Weibern s. ~Gsell~ 43, 44.
+
+[6812] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 47.
+
+[6813] ebd. 1, 57, 59.
+
+[6814] ebd. 1, 107.
+
+[6815] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 137; ~Erman~, „Rel.“ 131.
+
+[6816] ~Brugsch~, „Äg.“ 152; ~Erman~, „Rel.“ 58, 175.
+
+[6817] ~Brugsch~, „Äg.“ 399, 405; ~Lieblein~, „Handel und Schiffahrt
+auf dem Roten Meere“ (Christiania 1886) 20, 64; 70.
+
+[6818] ~Gsell~, a. a. O.
+
+[6819] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 10.
+
+[6820] ~A. Wiedemann~, „Altäg. Sagen“ 31.
+
+[6821] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 260.
+
+[6822] ~Brugsch~, „Äg.“ 405.
+
+[6823] ~Gsell~, a. a. O.
+
+[6824] Der Übergang des m in b, wie in Stimmi oder Stibi, steht nicht
+vereinzelt da, so z. B. wird der Göttername ~Chnum~ später zu ~Chnub~.
+Schon hieraus erhellt, daß das gräzisierte στίβι (Stíbi) nichts mit
+στιβάς, στιβεύς oder στίβος zu tun hat, welches Wort, das sich von
+στίβος (Stíbos) = Fußtritt ableitet, einen Walker bedeutet, der das
+Treten und Auswaschen der Kleider und Kleiderstoffe besorgt (~Blümner~
+1, 174; ~Reil~ 104, 124; ~Sudhoff~, „Ärztliches aus griechischen
+Papyrus-Urkunden“, Leipzig 1909, 68).
+
+[6825] ~Hommel~ 79; ~Lieblein~ 29, 31.
+
+[6826] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 10; vom männlichen und weiblichen Stibium
+spricht noch ~Plinius~.
+
+[6827] ~Brugsch~, „Äg.“ 273.
+
+[6828] ~Stoll~ 226; ~Seligmann~ 2, 244.
+
+[6829] ~Rinne~, bei ~Kobert~, „Historische Studien“ (Halle 1896) 5, 85.
+
+[6830] „Periplus“, ed. ~Fabricius~ 90, 96.
+
+[6831] Könige II, 9, 30; ~Jeremias~ 4, 30; nach ~Pinner~,
+„~Kahlbaum~-Gedenkbuch“ 199.
+
+[6832] ~Ezechiel~ 23, 40; nach ~Pinner~ ebd.
+
+[6833] ~Hommel~ 153.
+
+[6834] üb. ~Fuchs~ 2, 536, 541; ~Grot~, in ~Koberts~ „Histor. Studien“
+(Halle 1891) 1, 93.
+
+[6835] ~Nies~, PW. 1, 2436.
+
+[6836] Hierüber berichtet schon ~Bergman~, wo er von 1748 aufgefundenen
+Stückchen regulinischen Antimons spricht, sowie von dem 1784 durch
+~Mongez~ entdeckten Kunstgriffe, die geschmolzene Masse im Tiegel
+zum Teil erstarren zu lassen, die Kruste zu durchstoßen und den noch
+flüssigen Rest von den gebildeten Krystallen abzugießen („Opuscules
+chymiques et physiques“, ed. ~Morveau~, Dijon 1785; 2, 27, 454, 18).
+
+[6837] ~Celsus~, üb. ~Friboes~, Register 808; 321.
+
+[6838] „Compositiones“, ed. ~Helmreich~ (Leipzig 1887) 14, 16, 17.
+
+[6839] ~Plinius~, lib. 33, cap. 34; ~Dioskurides~, lib. 5, cap. 99;
+~Lippmann~, „Abh.“ 1, 26, 57.
+
+[6840] „Gynäkologie“, üb. ~Lüneburg-Huber~ (München 1894) 88.
+
+[6841] Vgl. ~Israelson~, „Materia medica des ~Galenos~“ (Dorpat 1894)
+169.
+
+[6842] ~Sudhoff~, „Papyrus-Urkunden“ 74.
+
+[6843] ed. ~Puschmann~ (Wien 1878) 2, 19, 33, 35, 37, 39, 51, 63.
+
+[6844] üb. ~Berendes~ (Leiden 1914) 212, 216, 782-784, 788, 839; auch
+wo ~Berendes~ „Antimon“ übersetzt, steht im Original Stimmi.
+
+[6845] Nach ~Hesychios~ („Lexikon“, 1393) spricht er von στίβη, Stíbi.
+
+[6846] ~Nies~, PW. 1, 2436.
+
+[6847] Puch = στίβι; sie schminkte = ἐστιμμίσατο (~Pinner~, a. a. O.).
+
+[6848] ed. ~Fabricius~ 90, 96.
+
+[6849] ~Krause~, „Plotina“ (Leipzig 1858) 218.
+
+[6850] ~Pollux~, lib. 5, cap. 101; ~Lenz~, „Botanik der alten Griechen
+und Römer“ (Gotha 1859) 224; ~Becker~, „Charikles“, ed. ~Göll~ (Berlin
+1877) 1, 263.
+
+[6851] ~Becker~, „Gallus“, ed. ~Göll~ (Berlin 1882) 3, 166.
+
+[6852] ~Lenz~, a. a. O. 535.
+
+[6853] ~Böttiger~, „Sabina“, ed. ~Fischer~ (Gladbach 1878) 16; Quelle
+nicht angegeben.
+
+[6854] Vgl. die Angaben im „Buche ~Henoch~“ (~Kautzsch~, „Apokryphen“
+2, 240), und analoge, schon weiter oben angeführte.
+
+[6855] „De cultu feminarum“, lib. 2, cap. 5.
+
+[6856] „Wider die Heiden“, lib. 2, cap. 41.
+
+[6857] ~Becker~, „Gallus“, a. a. O.
+
+[6858] Unter Berufung auf ~Cyprianus~ (gest. 258) und ~Augustinus~
+(gest. 430) erklärt noch ~Thomas von Aquino~ die Benützung solcher
+Schminken für unerlaubt, unzulässig, ja unter Umständen für eine
+Todsünde (üb. ~Schneider~ 7, 977, 978). -- Vgl. über stimmi und fuligo
+~Juvenal~, ed. ~Friedlaender~ (Leipzig 1895) 1, 176.
+
+[6859] ~Berthelot~, „Coll.“ I, 50; „Arch.“ 304.
+
+[6860] Arch. 225; vgl. ~Reil~ 146, 149.
+
+[6861] Coll. II, 151.
+
+[6862] Coll. II, 18, 25; Or. 362.
+
+[6863] Coll. I, 109, 115.
+
+[6864] Coll. II, 397, 410.
+
+[6865] Coll. I, 43-45, 68 und oft; II, 94, 99, 151, 159, 178, 359, 360,
+397, 410, 450.
+
+[6866] Coll. II, 18, 25; Or. 362.
+
+[6867] Coll. II, 8, 11, 13, 154, 178, und „Lexikon“.
+
+[6868] Coll. II, 307.
+
+[6869] Mâ. I, 19, 53, 63, 77, 267.
+
+[6870] Mâ., a. a. O.; I, 214.
+
+[6871] Mâ. I, 93; s. στιμμώδης = dem Stimmi ähnlich (Coll. II, 28).
+
+[6872] Vgl. die νεφέλη ἰταλικὴ πρὸ ὀφθαλμῶν, die „italische Wolke für
+die Augen“ (Coll. II, 289).
+
+[6873] Mâ. I, 159; 193; 162, 164.
+
+[6874] Mâ. I, 95.
+
+[6875] ~Albiruni~, „Chronology of ancient nations“, üb. ~Sachau~
+(London 1879) 317.
+
+[6876] ~Chwolsohn~ 2, 36, 368.
+
+[6877] ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 87.
+
+[6878] Vgl. ~Niebuhr~, „Reisebeschreibung“ (Kopenhagen 1774) 1, 292,
+304: „Köchhel (= Kohol) aus Bleierz“.
+
+[6879] ~Reitemeyer~, a. a. O. 220.
+
+[6880] üb. ~Dieterici~ 1, 127; 5, 130.
+
+[6881] ebd. 2, 15; 5, 114.
+
+[6882] ebd. 8, 66.
+
+[6883] ebd. 8, 7.
+
+[6884] „Opera exquisitoria“ (Basel 1544) 78; 104, 139, 166; 267; 120,
+154, 165, 173, 359 und oft.
+
+[6885] „Liber servitoris“, in ~Mesue~, „Opera“ (Venedig 1570) 277.
+
+[6886] „Canon“, üb. ~Andreas Bellunensis~ (Venedig 1544) 101.
+
+[6887] ebd., Erklärung der Namen 21.
+
+[6888] ebd. 564.
+
+[6889] ebd. 224, 227-229, 231, 233, 363, 563-565; ~Sontheimer~, „Die
+zusammengesetzten Heilmittel der Araber“ (Freiburg 1845) 160, 216-218,
+227-231. Das Atemed des ~Avicenna~ zitiert noch ~Thurneisser~ in der
+„Magna Alchymia“ (Berlin 1583) 81.
+
+[6890] üb. ~Gerhard von Cremona~ (Venedig 1530) 83 ff., 154, 156;
+~Tschirch~ 2, 605.
+
+[6891] ebd. 154.
+
+[6892] ~Pagel-Sudhoff~, a. a. O. 147. Nach ~Hirschberg-Lippert~ ist
+Kahhâl (= στιμμίζων, Schminker) häufig ohne weiteres = Augenarzt
+(a. a. O., 1, Vorr. 23). Die von ihnen übersetzten Augenärzte
+gebrauchen Spießglanz (Itmid, Atmud) sehr häufig, und zwar als
+gewöhnlichen (a. a. O. 1, 46, 62, 89 ff., 103, 171; 2, 36, 68, 101,
+109, 138, 142, 179, 185, 259), als gewaschenen (ebd. 1, 163 u. oft) und
+als solchen aus Ispahan (ebd. 1, 172, 190, 194, 210, 236, 273, 277 ff.,
+298; 2, 78, 102).
+
+[6893] üb. ~Seidel~ (Leipzig 1908) 58, 60.
+
+[6894] üb. ~Sontheimer~ (Stuttgart 1840) 1, 15; 2, 351.
+
+[6895] ~E. Wiedemann~ 43, 115.
+
+[6896] üb. ~Clement-Mullet~ (Paris 1864) 3, 120, 122, 166.
+
+[6897] üb. ~Ruska~ 129, 175.
+
+[6898] Mâ. I, 266, 137.
+
+[6899] Mâ. I, 161 ff.
+
+[6900] Alle diese Namen finden sich auch bei ~Dschabir~ im „Liber de
+septuaginta“ (Arch. 12, 330, 352), sowie im sog. „Liber sacerdotum“
+(Mâ. II, 199, 200, 208 ff., 217).
+
+[6901] Mâ. I, 155.
+
+[6902] „Geheimer Hauptschlüssel zum Stein der Weisen“, üb.
+~Roth-Scholz~ (Nürnberg 1650) 109.
+
+[6903] „Turba philosophorum“ (Basel 1572) 1, 12, 44, 51; 24, 105.
+
+[6904] üb. ~Wüstenfeld~ 224, 225.
+
+[6905] üb. ~Ethé~ 140, 228, 278, 324, 350.
+
+[6906] üb. ~Mehren~ 99, 347, 352.
+
+[6907] ebd. 59, 60.
+
+[6908] ~Abulfeda~ 3, 170.
+
+[6909] Die vom Gebirge Atlas rühmt noch um 1500 ~Leo Africanus~
+(a. a. O. 770).
+
+[6910] ~Kremer~ 1, 334 und 2, 223; 1, 46; 2, 212, 253. Gegenwärtig
+soll sich in Ispahan nur Schwefelblei vorfinden, und einige Autoren
+bezweifeln deshalb, daß der berühmte Ispahaner Kohol Antimonglanz
+gewesen sei, glauben vielmehr, letzterer sei hauptsächlich aus Spanien
+und dem Maghreb eingeführt worden (s. ~Seidel~, „Mechithar“ 186).
+
+[6911] ~Kremer~ 1, 444.
+
+[6912] üb. ~Greve~ 5, 156; 7, 398, 410.
+
+[6913] ebd. 1, 79, 85, 350, 360; 3, 147, 364; 7, 381; 9, 62; 10, 88,
+332.
+
+[6914] üb. ~Greve~ 1, 299; 3, 13; 8, 208.
+
+[6915] ebd. 1, 202; 2, 52; 4, 116; 9, 84, 336; 10, 12, 168.
+
+[6916] ebd. 4, 289; 6, 4.
+
+[6917] ebd. 4, 210; 8, 348.
+
+[6918] üb. ~Rückert~ 2, 348, 178, 119.
+
+[6919] üb. ~Hammer~ (Wien 1824) 97, 249.
+
+[6920] „~Jussuf~ und ~Suleicha~“, üb. ~Schlechta~ (Wien 1889) 129.
+
+[6921] ~Jolowicz~, a. a. O. 2, 337.
+
+[6922] „Divan“, üb. ~Hammer~ (Stuttgart 1812) 1, 57.
+
+[6923] „~Jussuf~ und ~Suleicha~“, üb. ~Rosenzweig~ (Wien 1824) 191,
+360, 410, 416, 439; „Persische Lieder“, üb. ~Wickenhauser~ (Leipzig
+1855) 58.
+
+[6924] „Türkischer Divan“, üb. ~Hammer~ (Wien 1825) 54, 122, 124.
+
+[6925] „Opera conquisita“ (Basel 1536).
+
+[6926] Angedruckt an ~Serapion~ (Venedig 1530) 187.
+
+[6927] ebd. 175, 180, 181.
+
+[6928] ~De Renzi~, „Collectio Salernitana“ (Neapel 1859) 5, 240, 246,
+247, 250.
+
+[6929] Beigedruckt an ~Mesue~ (Venedig 1570) 202, 203, 208, 210, 218.
+
+[6930] ~Sudhoff~, A. Med. 9, 236.
+
+[6931] ~De Renzi~, a. a. O. 284, 287, 308, 322.
+
+[6932] ~Tschirch~ 2, 627.
+
+[6933] lib. 8, cap. 49; s. ~Berthelot~, „Intr.“ 279 ff.
+
+[6934] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 241.
+
+[6935] „Areolae“, ed. ~Pagel~ (Berlin 1893) 10, 25, 81, 34.
+
+[6936] ~Sudhoff~, „~Kahlbaum~-Gedenkbuch“ 257.
+
+[6937] ebd. 258.
+
+[6938] „Opus pandectarum“ (Venedig 1512) 10; nach ~Ruska~ ist „aitruad“
+deutlich „alitmad“.
+
+[6939] ebd. 193. Daß daselbst (185) Stibes oder Stibeos auch die
+Pflanze Scabiosa bedeuten, hängt vielleicht mit der Anwendung beider
+Mittel gegen Scabies zusammen und stützt sich anscheinend auf keine
+antike Überlieferung.
+
+[6940] z. B. ~Lull~, „Testamentum“ (Köln 1566) 154.
+
+[6941] „Pirotechnia“ (Venedig 1540) 27.
+
+[6942] „I tre libri dell’ arte“ (1548), bei ~Guareschi~, „Storia della
+Chimica“ (Turin 1907), Nr. 6, 344, 346.
+
+[6943] „De secretis“ (Basel 1563) 225, 313.
+
+[6944] „De Metallicis“ (Nürnberg 1602) 187.
+
+[6945] „Musaeum metallicum“ (Bologna 1648) 9, 181, 186 ff.
+
+[6946] „Opera“, ed. ~Huser~ (Straßburg 1603) 1, 891.
+
+[6947] ebd. 1, 175, 810, 829, 850, 862, 885, 887, 890.
+
+[6948] ~Haeser~, „Geschichte der Medizin“ 2, 118; sie dauerten bis 1666
+fort.
+
+[6949] s. ~Scarron~, „Virgile travesti“, ed. ~Fournel~ (Paris 1858),
+Vorr. 19.
+
+[6950] Frankfurt 1584, 75, 86.
+
+[6951] Herborn 1594, 25, 159.
+
+[6952] „Bergpostilla oder Sarepta“ (Nürnberg 1587) 97.
+
+[6953] „De re metallica“ (Frankfurt 1557) 65.
+
+[6954] „De rebus metallicis“ (Zürich 1565) 22.
+
+[6955] „Opera“ (Basel 1674) 926.
+
+[6956] „Ennarationes in Dioscoridem“ (Lyon 1558) 763.
+
+[6957] Als solche wurde Sublimat, trotz seiner furchtbaren Giftigkeit,
+sehr allgemein von den vornehmen Damen benützt.
+
+[6958] „Tesoro del teatro espanol“, ed. ~Ochoa~ (Paris 1838) 1, 225.
+
+[6959] ~Kopp~, „Gesch.“ 4, 100.
+
+[6960] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 214; „Beiträge zur Geschichte des
+Alkohols“ („Chemiker-Zeitung“ 1913, 1313 ff.).
+
+[6961] S. seine Bemerkung über ~Thölde~ in den „Arcana Alchymiae“
+(Frankfurt 1615) 3, 30, 72.
+
+[6962] ~Becher~, „Physica subterranea“ (Leipzig 1669) 659.
+
+[6963] ~Stahl~, „Bedenken vom Sulphure“ (Halle 1718) 48 ff.
+
+[6964] „Polyhistor“ (Lübeck 1714) 1, 84.
+
+[6965] ~Peters~, „~Leibniz~ als Chemiker“, A. Nat. 7, 279.
+
+[6966] ~Ersch~ und ~Gruber~, „Allgemeine Enzyklopädie der
+Wissenschaften und Künste“ (Leipzig 1818) 2, 414 ff.
+
+[6967] In einem erst gegen 1700 verfaßten Anhangs zum „Wunderbuche“
+des ~Trithemius~ (Passau 1506) wird ~Basilius Valentinus~ als dessen
+Übersetzer aus dem Lateinischen bezeichnet (Neudruck ~Scheibles~,
+Stuttgart 1846?, 317). ~Latz~ vermutet, der Vornamen ~Basilius~ sei
+im Hinblick auf den alten alchemistischen Titel βασιλεύς (Basiléus =
+König) gewählt („Die Alchemie“, Bonn 1869; 521, 276).
+
+[6968] Nürnberg 1676 (die Vorrede ist von 1604 datiert).
+
+[6969] a. a. O. 209.
+
+[6970] Hamburg 1677 und 1700.
+
+[6971] „Alchymia“ (Frankfurt 1597) 167, 110.
+
+[6972] Vgl. „Commentationes metallicae“ (Frankfurt 1597) 41, 270, sowie
+„Arcana Alchymiae“ a. a. O.
+
+[6973] Gera 1613.
+
+[6974] Frankfurt 1625.
+
+[6975] ed. ~Stahl~ (Leipzig 1703) 815.
+
+[6976] Hamburg 1722, 432 ff.
+
+[6977] „Elementa Chemiae“ (London 1732) 1, 20; 2, 199, 200.
+
+[6978] s. ~Zetzner~, „Theatrum chimicum“ (Straßburg 1613 und 1659) 6,
+569 ff.
+
+[6979] ~Kopp~, „Gesch.“ 2, 41, 222; 4, 102; ~Moehsen~, „Beiträge ...“
+(Berlin 1783) 51.
+
+[6980] ~Zetzner~, a. a. O. 2, 354; Kuhul: 5, 74.
+
+[6981] ~Beckmann~ 5, 240.
+
+[6982] „De metallicis rebus“ (Zürich 1565) 22.
+
+[6983] „Glossarium mediae et infimae latinitatis“, ed. ~Henschel~
+(Paris 1840).
+
+[6984] ~Migne~, „Dictionnaire des sciences occultes“ (Paris 1848) 1,
+179; „Encyclopédiana“ (Paris 1843) 132; ~Kopp~, „Gesch.“ 4, 102.
+
+[6985] ~Zetzner~, a. a. O. 6, 575, 599.
+
+[6986] ~Rulandus~, „Lexicon Alchemiae“ (Frankfurt 1612) 44, wo auch
+Wismut für eine Abart des Antimons gilt.
+
+[6987] ~Berthelot~, „Intr.“ 279 ff.
+
+[6988] „Journal für prakt. Chemie“ 1900, Bd. 61, 510.
+
+[6989] „Steinbuch“ 175.
+
+[6990] Wismut ist aber fraglos deutschen Ursprunges, tritt in der
+Bergmannssprache ursprünglich in der Gestalt Wismât auf und bedeutet
+nichts weiter als „wis mât“ = „weiße Masse“, hier also „weißes Metall“,
+nämlich das häufig gediegen vorkommende, silberglänzende, metallische
+Wismut; „Bismutum“ gehört erst der wissenschaftlichen Kunstsprache an,
+die den deutschen Anlaut W, der dem Lateinischen fehlt, wie in vielen
+ähnlichen Fällen, in B übergehen ließ.
+
+[6991] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 241.
+
+[6992] „Opus Pandectarum“ 10.
+
+[6993] Nach ~Ebers~, bei ~Richter~, A. Med. 3, 163.
+
+[6994] ~Lippmann~, „Chemiker-Zeitung“ 1909, 1233; „Abh.“ 2, 242.
+
+[6995] ~Kircher~ zählt im „Mundus subterraneus“ (Amsterdam 1665; 2,
+82) etwa 80 Mineralien auf, die ihre Namen nach „Ähnlichkeiten“ haben,
+darunter viele nach solchen mit Pflanzen.
+
+[6996] ~Theophrastos~, „Naturgeschichte der Gewächse“, üb. ~Sprengel~
+(Altona 1822) 2, 273 ff., 285; ~Tschirch~ 2, 541; ~Wagler~, PW. 1, 2364.
+
+[6997] üb. ~Sprengel~ 1, 262, 274; ~Wagler~, a. a. O.
+
+[6998] ~Sprengel~, a. a. O.; ~Wagler~, a. a. O.; ~Lenz~, „Botanik ...“
+471, 473.
+
+[6999] ~Sprengel~, a. a. O.; ~Schmidt~, PW. 3, 2065.
+
+[7000] „Alexipharmaka“, Vers 529.
+
+[7001] ~Schmidt~, a. a. O.; ~Olck~, PW. 7, 802 ff.
+
+[7002] „Pistis Sophia“ 310.
+
+[7003] ~Langkavel~, „Botanik der späteren Griechen“ (Berlin 1866) 31.
+
+[7004] ebd. passim.
+
+[7005] ~Schmidt~, „Kulturhistorische Beiträge ...“ (Leipzig 1914) 170.
+
+[7006] ~Langkavel~ 64.
+
+[7007] ebd. 73.
+
+[7008] ~A. v. Haller~, „Onomastikon“ (Frankfurt 1755) 140. Vom größten
+Teile dieser Namen machten die sog. „Pflanzenväter“ neuen Gebrauch,
+daher finden sich Antimnion und Antimion, Anthemon, Leukanthemon,
+Chrysanthemon, Euanthemon, Kynanthemon usf., bei ~Brunfels~
+(„Onomastikon“, Straßburg 1543), ~Ruellius~ („De natura stirpium“,
+Basel 1543; Index), ~Dodonaeus~ („Histoire des plantes“, Antwerpen
+1557; 119, 136 ff.), ~Tabernaemontanus~ („Neuw Kreuterbuch“, Frankfurt
+1588, 72 ff.; Index) und vielen anderen.
+
+[7009] ~Rossbach~, PW. 1, 2369; ~Schirmer~, Ro. 1, 368.
+
+[7010] ~Hesychios~, „Lexikon“, ed. ~Schmidt~ (Jena 1867) 161.
+
+[7011] ~Friedlaender~ 3, 336.
+
+[7012] ~Blümner~ 2, 378.
+
+[7013] ~Pietschmann~, PW. 1, 1857.
+
+[7014] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 256.
+
+[7015] Noch bei den Arabern, die diese Anschauungen aufnehmen, werden
+die Krystalle, z. B. die des Kandiszuckers, mit Nabât = Pflanze
+bezeichnet (~Lippmann~, a. a. O.; „Geschichte des Zuckers“, Leipzig
+1890, 101). Ebenso dürfte der Name „Kraut“ (kruyd) für das neuentdeckte
+Schießpulver zunächst dem krystallisierten Salpeter zugekommen sein.
+
+[7016] Vgl. unsere Eisen-, Kobalt-, Zink- und Arsen-Blüte, die
+Schwefel-, Zink-, Benzoe-Blumen, den Blei- und Kupferbaum, u. dgl. mehr.
+
+[7017] Bei ~Plinius~, lib. 37, cap. 55, und ~Pollux~ (~Krause~,
+„Pyrgoteles“, Halle 1856, 10); ~Rossbach~, PW. 7, 1101.
+
+[7018] ~Hippokrates~, üb. ~Fuchs~ 3, 291.
+
+[7019] ~Israelson~, „Materia medica des ~Galenos~“ 172.
+
+[7020] ~Nies~, PW. 2, 2136.
+
+[7021] Bei ~Galenos~: s. ~Hippokrates~, a. a. O. 3, 295, und
+~Israelson~, a. a. O. 166.
+
+[7022] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 257.
+
+[7023] a. a. O. 79, 91, 93, 95, 98; 20.
+
+[7024] Vgl. ~Sudhoff~, „Papyrus-Urkunden“ 23.
+
+[7025] Coll. II, 4 ff.
+
+[7026] Coll. II, 54 und „Lexikon“.
+
+[7027] ebd. 5.
+
+[7028] ebd. 45; daher auch die „Blumen des Kupfers und Bleies“ der
+„Compositiones ad tingenda ...“ (Mâ. II, 14).
+
+[7029] Coll. II, 4, 16.
+
+[7030] ebd., 4 ff.
+
+[7031] Mâ. I, 4, 134.
+
+[7032] Coll. II, 271.
+
+[7033] Coll. II, 115.
+
+[7034] Coll. II, 99; Intr. 287.
+
+[7035] Mâ. I, 137; I, 62, 127, 163.
+
+[7036] Coll. II, 305.
+
+[7037] Coll. II, 16, 262; Mâ. I, 254.
+
+[7038] Coll. II, 15, 21.
+
+[7039] Mâ. I, 254.
+
+[7040] Coll. II, 6.
+
+[7041] Coll. II, 262.
+
+[7042] „Opus pandectarium“ (Venedig 1512) 10.
+
+[7043] Intr. 279 ff.; Coll. II, 334 und III, 319.
+
+[7044] Mâ. II, 10; eine syrische Erwähnung des Antimons zum Glasfärben
+s. weiter oben (Mâ. I, 95).
+
+[7045] Coll. II, 6, 262; ~Langkavel~, a. a. O. 64. Der Übergang von ε
+in ι fällt jedoch nach ~Ruska~ nicht unter den Begriff des eigentlichen
+Itacismus (η, ευ, οι, υ = ι).
+
+[7046] „Opera exquisitoria“ (Basel 1544) 78.
+
+[7047] a. a. O. 83-85, 156.
+
+[7048] a. a. O. 180, 181.
+
+[7049] „Opera“ (Lyon 1520) 180, 268.
+
+[7050] ~Sudhoff~, A. Med. 6, 324.
+
+[7051] ~Flückiger~, „Dokumente zur Geschichte der Pharmazie“ (Halle
+1876) 20.
+
+[7052] Rom 1587, 6.
+
+[7053] Hamburg 1605, 370; 1. Aufl. 1594.
+
+[7054] Frankfurt 1603, 109.
+
+[7055] Nach ~Talleyrand~ „+schafft+ man Tatsachen, indem man sie
+unaufhörlich +erzählt+“.
+
+[7056] Coll. I, Vorr. 14, 18.
+
+[7057] Arch. 194, 206.
+
+[7058] Persönliche Mitteilung des berühmten Chemikers ~Moissan~.
+
+[7059] „~Berthelots~ Collationen aus den Pariser Handschriften“ fand
+~Reitzenstein~ „im allgemeinen ziemlich genau“ („Poimandres“ 9).
+
+[7060] Persönliche Mitteilung ~Moissans~.
+
+[7061] „Alch.“ 2, 180.
+
+[7062] Coll. I, Vorr. 15 ff.; Intr. 179, 295 ff.
+
+[7063] z. B. Coll. II, 115, 284, 374.
+
+[7064] „Poimandres“ 9.
+
+[7065] Coll. III, 382.
+
+[7066] Coll. II, 207; 388.
+
+[7067] ~Sudhoff~, M. G. M. 9, 401.
+
+[7068] ~Riess~, „~Kahlbaum~-Gedenkbuch“ 226.
+
+[7069] „Deutsche Litteratur-Zeitung“ 1913, 901.
+
+[7070] „Altphilologische Beiträge“ (Leipzig 1909) 3, 75.
+
+[7071] Coll. I, Vorr. 14; Mâ. III, 6; ein bezeichnendes Beispiel s. bei
+~Pelagios~, Coll. III, 243 ff. Vgl. ~Riess~, a. a. O.
+
+[7072] Beitr. 134, 341 ff.
+
+[7073] z. B. Coll. II, 118 ff., 219 ff., 402, 408, 427 ff.
+
+[7074] Besonders deutlich spricht er dies Arch. 226, 230 aus.
+
+[7075] ~Riess~, a. a. O. -- Nach ~Ruska~ leiden die Übersetzungen
+der arabischen und syrischen Texte an zahllosen Ungenauigkeiten und
+durch vorgefaßte Meinungen bedingten, irrtümlichen Auslegungen; da sie
+zudem die Seitenzahlen der Originale nicht angeben, so ist es äußerst
+mühselig und zeitraubend, Einzelheiten aufzufinden und zu vergleichen.
+
+[7076] „Stockholmer Papyrus“ 105, 165, 178; 164.
+
+[7077] ebd. 141, 160.
+
+[7078] ebd. 119; 109.
+
+[7079] ebd. 99.
+
+[7080] ebd. 105, 110, 116, 117, 140.
+
+[7081] ~Riess~, a. a. O.
+
+[7082] Or. 248 ff., 264; Coll. I, 247, 259; betreff μάζα 257, 304;
+Intr. 247, 259 ff.; Mâ. II, 275, 12, 284 ff.; Arch. 216.
+
+[7083] Or. 264; vgl. 272 und 281 über die materielle Natur der
+Eigenschaften.
+
+[7084] ~Lippmann~, „Chemiker-Zeitung“ 37, 1015 (1913).
+
+[7085] ders., ebd. 37, 1421 (1913).
+
+[7086] ~Renan~, „Souvenirs d’enfance et de jeunesse“ (Paris 1883) 291;
+~Renan-Berthelot~, „Correspondance“ (Paris 1898).
+
+[7087] ~Ladenburgs~ „Handwörterbuch“ 2, 521, 561.
+
+[7088] „Beiträge ...“ 24, 73.
+
+[7089] Or. 3.
+
+[7090] Or. 104 ff.; vgl. Vorr. 10.
+
+[7091] ~Kopp~, „Beitr.“ 243-343.
+
+[7092] ~Berthelot~ nimmt diese Entdeckung für sich in Anspruch: Intr.
+174.
+
+[7093] Beitr. 61, 175, 181, 189, 257, 324, 493 usf.
+
+[7094] Coll. I, Vorr. 9, 173.
+
+[7095] Intr. 173 ff.
+
+[7096] Coll. I, 127, 129.
+
+[7097] „La révolution chimique, ~Lavoisier~“ (Paris 1902) 7, 115, 121,
+124. Auch dieses Buch ist durchaus einseitig und panegyrisch.
+
+[7098] M. G. M. 9, 504.
+
+[7099] Persönliche Mitteilung.
+
+[7100] „Alch.“ 2, 182.
+
+[7101] Paris 1866.
+
+[7102] Or. 3, vgl. Vorr. 10; Coll. I, 129.
+
+[7103] Or. 106.
+
+[7104] ~Hoefer~ 1, 524 ff.
+
+[7105] ebd. 1, 254 ff.
+
+[7106] ebd. 1, 297 ff.
+
+[7107] Or. 68.
+
+[7108] Coll. I, 27.
+
+[7109] Mâ. II, 99.
+
+[7110] Mâ. II, 92.
+
+[7111] Mâ. II, 4.
+
+[7112] Göttingen 1797.
+
+[7113] s. ~Kopp~, „Moniteur scientifique“ (1845) 4, 131.
+
+[7114] Vgl. ~Chevreul~, ebd. 322.
+
+[7115] ~Kopp~, „Beitr.“ 3, 45; „Alch.“ 2, 183.
+
+[7116] Paris 1903.
+
+[7117] Or. 104 ff.
+
+[7118] Coll. I, 103; II, 208; Coll. I, Vorr. 10.
+
+[7119] s. Coll. I, 103.
+
+[7120] Leipzig 1829.
+
+[7121] Leipzig 1851 ff.; diese statt der ~Hardouin~schen (Paris 1684),
+Mâ. II, 54.
+
+[7122] Vgl. Or. 104 ff.
+
+[7123] Gründlich berücksichtigt bei ~Kopp~, „Beitr.“ 120 ff., und
+passim.
+
+[7124] Arch. 108.
+
+[7125] Or. 105, 136; Mâ. II, 257.
+
+[7126] Coll. I, 78.
+
+[7127] Coll. I, 194; Intr. 194. Angeführt bei ~Kopp~, „Beitr.“ 11, 71,
+73, 75, 90 u. oft.
+
+[7128] Mâ. II, 351 ff. berichten seine entscheidende Kritik der
+gefälschten ~Lull~schen Schriften ohne Nennung seines Namens.
+
+[7129] Intr. 193. Angeführt bei ~Kopp~, „Beitr.“ 101, 126, 151 u. oft.
+
+[7130] Mâ. II, 234.
+
+[7131] Mâ. II, 232, 242, 246.
+
+[7132] Coll. I, 79.
+
+[7133] Mâ. II, 5, 22, 26, 60.
+
+[7134] Intr. 174.
+
+[7135] Or. 47, 101, 357.
+
+[7136] Or. 70, 77, 164.
+
+[7137] Coll. I, 194; Intr. 194. Angeführt bei ~Kopp~, „Beitr.“ 415.
+
+[7138] Mâ. II, 67, 171.
+
+[7139] Mâ. II, 232, 242, 246; öfter bei ~Kopp~, a. a. O.
+
+[7140] Or. 62, 205, 473.
+
+[7141] „Hypothèse ingénieuse“: Coll. I, 281; Intr. 181.
+
+[7142] Coll. I, 192, 203, 212.
+
+[7143] ebd. 212.
+
+[7144] Arch. 232.
+
+[7145] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 3.
+
+[7146] Or. 27, 205.
+
+[7147] „Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft“ 30,
+534 (1876).
+
+[7148] Or. 27, 107; gemeint ist ~Hoffmanns~ Artikel in ~Ladenburgs~
+„Handwörterbuch“ 2, 516.
+
+[7149] Intr., Vorr. 5; ähnlich 5, 200, 276 und öfter.
+
+[7150] ebd.
+
+[7151] Mâ. II, 99.
+
+[7152] Or., Vorr. 8, 14.
+
+[7153] wie [1]; Mâ. II, 25, 275.
+
+[7154] Intr., Vorr. 5; ähnlich 5, 200, 276 und öfter.
+
+[7155] Or., Vorr. 11; Mâ. II, 25.
+
+[7156] Intr. 173; wie [11].
+
+[7157] wie [11].
+
+[7158] Mâ. III, 25.
+
+[7159] Coll. I, 234; Mâ. II, 3.
+
+[7160] Mâ. III, 6.
+
+[7161] Mâ. II, Vorr. 3.
+
+[7162] Mâ. III, 26.
+
+[7163] Or. 206 ff., 266, 273, 280, 282; Coll. I, 45.
+
+[7164] Mâ. I, 17, 35; II, Vorr. 4, 231, 232, 149, 98; III, 17.
+
+[7165] Mâ. II, 341 ff.; daselbst über den Inhalt der Schriften.
+
+[7166] ebd. 345, 346; z. B. „Metalle, mit Schwefel kalziniert, werden
+schwerer“.
+
+[7167] Mâ. II, 237, 287.
+
+[7168] Mâ. II, 239.
+
+[7169] Arch. 4, 308.
+
+[7170] Mâ. II, 336 ff., 340 ff., 346.
+
+[7171] Mâ. III, 17.
+
+[7172] Mâ. II, Vorr. 7.
+
+[7173] Arch. 109, 183.
+
+[7174] Or. 79, 210.
+
+[7175] ebd. 100.
+
+[7176] Mâ. II, Vorr. 3; 1, 2, 13, 24, 25, 29, 66 und öft.
+
+[7177] z. B. 2, 482, 648.
+
+[7178] üb. ~Hesse~ 2-6, 8, 13, 93, 111 und oft.
+
+[7179] Die Ansichten ~Steinschneiders~, der schon 1871 ~Geber~ „eine
+fast mythische Person“ nennt, gibt auch ~Guareschi~ wieder („Storia
+della chimica“, Turin 1905; Heft 5, 39).
+
+[7180] Mâ. III, 31 ff.
+
+[7181] „Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft“ 32,
+575.
+
+[7182] ebd. 580; ~Berthelot~ hält diese für echt und versetzt dabei
+~Alrazi~ und ~Avicenna~ irrtümlich in das 12. Jahrhundert (Mâ. III, 4,
+14).
+
+[7183] z. B. „La révolution chimique. ~Lavoisier~“ (Paris 1902) 153.
+
+[7184] ~Hjelt~, „Geschichte der organischen Chemie“ (Braunschweig 1916)
+38.
+
+[7185] Paris 1886.
+
+[7186] ebd. 41.
+
+[7187] ebd. 68.
+
+[7188] Paris 1897.
+
+[7189] ebd. 17.
+
+[7190] ebd. 118, 214.
+
+[7191] Paris 1860/61.
+
+[7192] „Aus ~J. Liebigs~ und ~Fr. Wöhlers~ Briefwechsel“, ed. ~Hofmann~
+(Berlin 1888) 2, 145; Brief vom 13. Oktober 1863.
+
+[7193] s. hierüber den Nekrolog ~Graebes~ („Berichte der Deutschen
+Chemischen Gesellschaft“ 41, 4805), der übrigens, bei solchem Anlasse,
+derlei Schwächen des großen Mannes nur milde andeutet. Vgl. ~E. v.
+Meyer~ (M. G. M. 9, 514) über die Polemik mit ~Thomsen~ betreff der
+Thermochemie, als deren Schöpfer sich ~Berthelot~ ebenfalls ausgab.
+
+[7194] ~Cohen~, „~J. H. van’t Hoff~“ (Leipzig 1912) 119, 125, 137;
+Brief vom 26. Juni 1877.
+
+[7195] „~Vasari~-Studien“, ed. ~Schlosser~ (Wien 1908).
+
+[7196] a. a. O., Vorr. 33.
+
+[7197] ebd. 398.
+
+[7198] Heidelberg 1912.
+
+[7199] a. a. O. 34, 35.
+
+[7200] ebd. 47 f.
+
+[7201] ~Zeller~ 1, 1019; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 4, 236; ~Bouché-Leclercq~
+577.
+
+[7202] ~Zeller~ 2 (1), 911; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 5, 321.
+
+[7203] Vgl. z. B. betreff ~Zeus~: ~Zeller~ 3 (1), 332 ff.; ~Philon~,
+üb. ~Cohn~ 1, 9.
+
+[7204] ~Diels~, „~Herakleitos~ von Ephesos“ (Berlin 1901) 25;
+~Reinhardt~, PW. 8, 508.
+
+[7205] ~Holtzmann~, A. Rel. 3, 343.
+
+[7206] ~Bouché-Leclercq~ 577.
+
+[7207] ~Boll~, „Sphaera“ 543 ff.
+
+[7208] ~Cohn~, PW. 1, 2905.
+
+[7209] ~Burckhardt~, „~Constantin~“ 1, 322.
+
+[7210] ~Chwolsohn~ 1, 795; ~Knaack~, PW. 1, 1399.
+
+[7211] ~Burckhardt~, a. a. O. 250; ~Meyer~, „Der Aberglaube des
+Mittelalters“ (Basel 1884) 147; ~Steinschneider~, „Der Aberglaube“
+(Hamburg 1900) 21 ff. Eine Anzahl Beispiele s. bei ~Rabelais~, ed.
+~Regis~ 1, 380.
+
+[7212] ~Zeller~ 3 (2), 680.
+
+[7213] ~Burckhardt~, a. a. O. 219, 223, 244; „Griechische
+Kulturgeschichte“ (Berlin 1898) 2, 28, 79; ~Bouché-Leclercq~ 601.
+
+[7214] üb. ~Klebba~ (München 1912) 1, 31.
+
+[7215] ~Lucius~, „Die Anfänge des Heiligenkults“ (Tübingen 1904) 207,
+211.
+
+[7216] ~Chwolsohn~ 1, 795; ~Brockelmann~, „Geschichte der christlichen
+Litteraturen des Orients“ (Leipzig 1907) 52.
+
+[7217] ~Mommsen~ 5, 460.
+
+[7218] ~Rohde~, „Der griechische Roman“ (Leipzig 1900) 478.
+
+[7219] ~Wünsch~, A. Rel. 12, 19. Auch der Name der „Kesten“ ist
+dem ~Homer~ entlehnt, bei dem er den reizverleihenden Gürtel der
+~Aphrodite~ bezeichnet.
+
+[7220] ~Olivet~, „Les vers dorés de Pythagore“ (Paris 1892) 291, 55.
+
+[7221] ~Dieterich~, „Mithras“ 20 ff.; ~Wessely~, „Wiener Studien“ 8,
+116 ff.
+
+[7222] ~Anrich~, „Mysterienwesen“ 81; ~Schultz~, „Dokumente der Gnosis“
+136 ff.
+
+[7223] s. oben.
+
+[7224] Odyssee, Ges. 10, Vers 302.
+
+[7225] ~Sudhoff~, A. Med. 10, 83, 84; vgl. ~Homer~ als Arzt bei ~Sextus
+Placitus~ (~Sudhoff~, ebd. 10, 272).
+
+[7226] „Theatrum Chemicum“, ed. ~Zetzner~ (Straßburg 1613 und 1659) 5,
+101; ~Berthelot~, Mâ. II, 248.
+
+[7227] „Die Göttin ~Psyche~ in der hellenistischen und frühchristlichen
+Litteratur“ (Heidelberg 1917) 73.
+
+[7228] ebd. 82.
+
+[7229] ebd. 85.
+
+[7230] ebd. 70 ff., 83.
+
+[7231] ebd. 82 ff.
+
+[7232] ebd. 67 ff.
+
+[7233] ebd. 79, 82, 87.
+
+[7234] ebd. 78.
+
+[7235] ebd. 67 ff., 87. Von diesem Punkte aus vollzieht sich, unter
+griechischer Umdeutung der orientalischen Gottheit, die Entstehung des
+Märchens von ~Amor~ und ~Psyche~ (ebd. 104 ff., 108; ~Reitzenstein~,
+„Das Märchen von ~Amor~ und ~Psyche~“, Leipzig 1912; 21, 79 ff.).
+
+[7236] „~Psyche~“ 67 ff., 92 ff.
+
+[7237] ebd. 74.
+
+[7238] ebd. 74 ff.
+
+[7239] ebd. 79; vgl. ~Reitzenstein~, „Festschrift für ~F. C. Andreas~“
+(Leipzig 1916) 33.
+
+[7240] „~Psyche~“ 7.
+
+[7241] ebd. 81 ff.; „Poimandres“ 178.
+
+*** END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK 77700 ***