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| author | www-data <www-data@mail.pglaf.org> | 2026-01-14 12:01:40 -0800 |
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diff --git a/77700-0.txt b/77700-0.txt new file mode 100644 index 0000000..8fd6c3b --- /dev/null +++ b/77700-0.txt @@ -0,0 +1,63219 @@ +*** START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK 77700 *** + + #################################################################### + + Anmerkungen zur Transkription + + Der vorliegende Text wurde anhand der Buchausgabe von 1919 so weit + wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Offensichtliche Fehler + wurden stillschweigend korrigiert. Ungewöhnliche und heute nicht mehr + verwendete Schreibweisen bleiben gegenüber dem Original unverändert. + + Unterschiedliche Schreibweisen bei Orts- und Personennamen wurden + nicht korrigiert, sofern diese jeweils mehrfach im Text vorkommen; + dies gilt insbesondere für das Setzen von Akzenten. + + Es wurde versucht, einige der alchemistischen Symbole durch + entsprechende Sonderzeichen direkt darzustellen. Wo dies nicht + möglich war, verbleibt der Hinweis [Symbol]. + + Die Verweise auf S. XVI zu den Ergänzungen und Nachträgen am Ende des + Buches finden sich im laufenden Text. Zudem wurde die Liste der + Druckfehler bereits in den Text eingearbeitet. + + Besondere Schriftvarianten werden im vorliegenden Text mit Hilfe der + folgenden Symbole gekennzeichnet: + + kursiv: _Unterstriche_ + fett: =Gleichheitszeichen= + gesperrt: +Pluszeichen+ + Kapitälchen: ~Tilden~ + + #################################################################### + + + + + ENTSTEHUNG UND AUSBREITUNG + + DER + + ALCHEMIE + + MIT EINEM ANHANGE: + + ZUR ÄLTEREN GESCHICHTE DER METALLE + + EIN BEITRAG ZUR KULTURGESCHICHTE + + VON + + PROF. ~Dr.~ =EDMUND O. ~VON~ LIPPMANN= + + DR.-ING. E. H. DER KGL. TECHN. HOCHSCHULE ZU DRESDEN + DIREKTOR DER „ZUCKERRAFFINERIE HALLE“ IN HALLE A. S. + + [Illustration] + + BERLIN + + VERLAG VON JULIUS SPRINGER + + 1919 + + + + + Alle Rechte, insbesondere das der Übersetzung in fremde Sprachen, + vorbehalten. + + Copyright 1918 by Julius Springer in Berlin. + + + + + GEWIDMET + + MEINER LIEBEN FRAU, + + DEREN VERSTÄNDNISVOLLE TEILNAHME UND UNERMÜDLICHE + FÜRSORGE DIE VOLLENDUNG DIESES WERKES IN SCHWERER + ZEIT ALLEIN ERMÖGLICHTE, + + SOWIE DEM ANDENKEN IHRES BRUDERS, + MEINES FRÜHVERLORENEN SCHWAGERS + + Dr. AUGUST MÜLLER, + + PROFESSORS DER ORIENTALISCHEN SPRACHEN AN DER + UNIVERSITÄT HALLE-WITTENBERG, + + DES ERSTEN FÖRDERERS MEINER GESCHICHTLICHEN + ARBEITEN. + + + + +Vorrede. + + +Die Geschichte der Alchemie ist nach ~Kopp~ „die Geschichte eines +Irrtums“[1]. Die Seltsamkeit seiner Natur, die Größe seines +Beharrungsvermögens und die Bedeutsamkeit seiner Folgen stempeln +ihn in gleicher Weise zu einem der merkwürdigsten im Gesamtgebiete +der Kulturentwicklung. Daß die Kunst des Gold- und Silbermachens +ungefähr seit Beginn unserer Zeitrechnung den Anspruch erheben und +auch festhalten konnte, eine tatsächliche zu sein, obwohl sie im +Verlaufe von fast zwanzig Jahrhunderten niemals auch nur das geringste +nachweisbare Ergebnis, geschweige denn einen dauernden Erfolg zu +verzeichnen hatte, möchte zunächst unbegreiflich, ja unfaßbar +erscheinen! Einige Aufklärung gewähren indessen Beispiele, die +verwandten Gebieten zu entnehmen sind, z. B. jenem der Astrologie, über +die es im 2. Teile des „Faust“ heißt[2]: + + „Empfangt mit Ehrfurcht sterngegönnte Stunden: + Durch magisch Wort sei die Vernunft gebunden; + Dagegen weit heran bewege frei + Sich herrliche verwegne Phantasei. + Mit Augen schaut nun was Ihr kühn begehrt, + Unmöglich ist’s, drum eben glaubenswert.“ + +Von solchem Glauben gilt, was ~Uhland~ in den „Schriften zur +Geschichte der Dichtung und Sage“ ausspricht[3]: „Aller Zauberglaube +beruht auf dem Gefühle der Abhängigkeit von Kräften, deren Wirken +ein Unbegriffenes ist und eben darum auch für ein Grenzenloses +angesehen werden kann; ... da wird denn ... eine Formel gesucht, +welche, die Sinne treffend, unmittelbar das Geheimnis in sich +schließt.“ Hinsichtlich derartiger Gefühle und Formeln wieder sagt +~Bouché-Leclercq~ ebenso geistvoll wie treffend[4]: „Lehren, die sich +auf den +Glauben+ berufen, müssen ihren Ursprung verbergen und in eine +möglichst entlegene Vorzeit zurückversetzen, um der Kritik zu entgehen. +Sie +suchen+ die Wunder, und zwar die ‚alten‘, als spezifische +Kennzeichen göttlicher Werke oder Wahrheiten, und wünschen nicht, daß +ihnen Einsicht das Vergnügen des Glaubens verderbe. Den +Glauben+ der +Menschen erfüllt aber +das+, was sie hoffen, daher geht er aus jeder +Widerlegung durch die Erfahrung immer wieder siegreich hervor; auch ist +die Fähigkeit zu glauben unbegrenzt, und was man voraussetzt sieht man +auch, oder sah es doch in früherer Zeit, als die Menschen noch bessere +Augen hatten.“ -- Die so geschaute „geheime“ Wahrheit stellen nun die +bevorzugten Geister, die mit ihr begnadet sein wollen, dem harrenden +Chorus der Urteilslosen dar, und zwar unter dem „geziemenden“ Schleier +jener nebelhaften und mystischen Andeutungen, die ihren Eindruck auf +die große Masse niemals verfehlen. Schon ~Lucretius~ versichert[5]: + + „Alles bewundern die Toren und lieben es über die Maßen, + Was man verblümt ihnen sagt, mit recht verschrobenen Worten,“ + +und über die maßgebende Rolle der Zeit hierbei äußert sich ein +orientalischer Geistesverwandter[6]: + + „Was töricht schien von Anbeginn, + Woran kein Weiser sich beteiligt, -- + Rollt ein Jahrtausend drüber hin, + Erscheint’s ehrwürdig und geheiligt. + Und bringt es den Verstand auch ins Gedränge, + Wirkt es doch mächtig auf die Menge.“ + +Wird aber das Dunkel der Autoren allmählich doch gar zu sehr als +solches empfunden, dann betritt, es zu lichten, die Schar der +Kommentatoren den Schauplatz; über ihr Treiben ergeht sich schon ein +altindischer Kenner in bewegter, leider nur allzu berechtigter Klage[7]: + + „Wenn der Sinn höchst unverständlich, + Sagen sie, er sei ganz klar; + Wenn er leicht zu fassen war, + Schwätzen breit sie und unendlich. + Durch den Schwall der Wortgeflechte, + Wo er gar nicht angebracht, + Wird der Hörer irr gemacht, + Wird verdunkelt ihm das Rechte, + Bis er schließlich, ganz verloren + Abseits steht, wo keines Bleibens, + Fern vom Wege! Also treibens + Schon seit je Kommentatoren.“ + + —————————— + +Allen den aus dem Vorstehenden ersichtlichen Schwierigkeiten wird +vereint begegnen, wer sich mit der Geschichte der Alchemie beschäftigt. +Mich selbst hat hierzu das Bestreben veranlaßt, nach Aufklärung der +eingangs angedeuteten, kulturgeschichtlich wie psychologisch gleich +fesselnden Probleme zu suchen: wie und wo ist der Glauben an das Gold- +und Silbermachen entstanden, und durch welche Umstände begünstigt +konnte er sich ausbreiten und dauernd erhalten? Als ich mir vorsetzte, +diese Fragen einer ausreichenden Beantwortung entgegen zu führen, hielt +ich eine solche, wie das auch dem schon Erfahreneren immer wieder +begegnet, für weitaus einfacher als sie sich im Laufe fortschreitender +Untersuchung erwies; schon bevor mein Irrtum endgültig zutage trat, war +jedoch so viele Mühe und Zeit aufgewandt, daß ich sie hinterher nicht +verloren geben konnte und mochte, nun vielmehr erst recht trachtete, +ganze Arbeit zu leisten. Während mehr als zwei Jahrzehnten betrieb ich +daher, soweit berufliche und ältere wissenschaftliche Verpflichtungen +von vielerlei Art es zuließen, die erforderlichen Studien auf allen den +zugehörigen, sehr mannigfaltigen Gebieten, denen der Chemiker meist so +gut wie völlig fernsteht und in die er sich daher erst einzuarbeiten +hat. Zu einem endgültigen Abschlusse, insoweit ein solcher überhaupt +erreichbar ist, war ich noch nicht gelangt, als der Weltkrieg ausbrach. +Für den Leiter eines großen industriellen Unternehmens galt es, der +voraussichtlich äußersten Inanspruchnahme seiner Kräfte dauernd +gewachsen zu bleiben; dies aber, so fühlte ich, war nur möglich, +wenn der Anstrengung des Berufes ein Gegengewicht geschaffen wurde, +und zwar in Gestalt einer gänzlich fernliegenden, hierdurch aber +ablenkend wirkenden Tätigkeit. So begann ich denn mit der Abfassung +und Niederschrift des vorliegenden Werkes, und war so glücklich, es +nicht nur vor etwa Jahresfrist im wesentlichen zu vollenden, sondern +auch einem Verleger zu begegnen, der sich sogleich bereit erklärte, +trotz der allbekannten, fast unglaublichen Schwierigkeiten, den Druck +umgehend zu beginnen und nach Möglichkeit zu fördern. Hierfür habe ich +der Firma ~Julius Springer~ ganz besonderen Dank auszusprechen. + +Die Eigenart des behandelten Gegenstandes und seine Verzweigung nach +den verschiedensten Richtungen erweckte das dringende Verlangen, +der Drucklegung nicht ohne jene Mitarbeit und Berichtigung seitens +nachprüfender Fachmänner näher zu treten, die nach einem schönen +Ausspruche ~Reitzensteins~[8] „den einzigen Lohn bildet, den ehrliche +Arbeit sich wünscht“. In dieser Richtung fand ich, wie bei Herausgabe +meiner früheren Werke so auch diesmal, das erfreuendste Entgegenkommen: +Gelehrte allerersten Ranges auf altphilologischem, orientalischem, +paläographischem und religionsgeschichtlichem Gebiete, die Herren +Geheimräte und Professoren ~G. Jacob~ in Kiel, ~R. Reitzenstein~ in +Göttingen, ~J. Ruska~ in Heidelberg und ~C. Wessely~ in Wien erklärten +sich bereit, die Korrekturen mitzulesen und hierdurch ein Opfer an +Arbeitslast und Zeitverlust auf sich zu nehmen, das angesichts der +gegebenen Umstände gar nicht hoch genug veranschlagt werden kann. Die +Herren Geheimräte Prof. Dr. ~R. Reitzenstein~ und ~G. Jacob~ sahen +sich allerdings veranlaßt, bald nach Vollendung des 1. Abschnittes +zurückzutreten; die übrigen beiden Herren hielten jedoch bis zum +Schlusse mit durch, und Herr Geheimrat Prof. Dr. ~G. Jacob~ hatte +noch die Güte, seine Herren Kollegen Prof. Dr. ~W. Jaeger~ und ~H. +Prinz~ für die Durchsicht einiger besonderer Kapitel zu gewinnen. +Ihnen allen möchte ich auch an dieser Stelle nochmals und aus ganzem +Herzen wahren und aufrichtigen Dank darbringen, und ich bin überzeugt, +daß die Leser, von gleichem Gefühle beseelt, voll in ihn einstimmen +werden. Die mir mitgeteilten kleineren Berichtigungen konnten mit +vereinzelten Ausnahmen noch im Texte verwertet werden; größere Zusätze +hingegen mußten, da Abänderungen des einmal fertigen Satzes tunlichst +zu vermeiden waren, unter Bezeichnung mit dem Namen ihres Urhebers +in die Nachträge wandern. Diese haben hierdurch einen mehr wie +gewöhnlichen Umfang angenommen, da aber ihr Inhalt in den Registern +noch mit berücksichtigt ist, dürfte der Übelstand nicht allzu fühlbar +hervortreten. Daß für die Art, in der die empfangenen Ratschläge +verwertet wurden, ich allein verantwortlich bin, bedarf wohl keiner +ausdrücklichen Hervorhebung; nochmalige Rückfragen zur Behebung +einzelner Zweifel oder Unklarheiten machten die Zeitumstände meist +unmöglich. + +Für mancherlei wichtige Auskünfte, die mir mündlich oder schriftlich im +Laufe langer Jahre zuteil wurden, bin ich ferner großen Dank schuldig: +den Herren Geheimräten und Professoren ~C. Brockelmann~, ~H. Diels~, +~A. Grünwedel~, ~E. Kautzsch~ (†), ~R. Kobert~, ~F. X. Kugler~, ~H. +Moissan~ (†), ~Th. Nöldeke~, ~R. Pischel~ (†), ~F. v. Richthofen~ (†), +~H. Suchier~ (†), ~A. Tschirch~, ~E. Wiedemann~ und ~G. Wissowa~. + +Was die benützten Quellen anbelangt, so suchte ich zunächst der +Anweisung zu folgen, die ~Burckhardt~ in seiner „Griechischen +Kultur-Geschichte“ gibt[9]: „Es steht in den alten Autoren noch so +vieles Merkwürdige, das Wenige beachten; ... zum Ganzdurchlesen der +Autoren muß uns die Einsicht bestimmen, daß das, was für +uns+ wichtig +ist, nur +wir+ finden.“ Demgemäß strebte ich also, die Quellenschriften +tunlichst aus eigener Anschauung kennen zu lernen; hierbei stieß +ich aber auf schwerwiegende Hindernisse, denn ich besitze zwar eine +gründliche gymnasiale, aber keine eigentlich philologische Vorbildung, +und bin zudem keines Wortes einer orientalischen Sprache mächtig, +blieb also betreff der so zahlreichen und wichtigen Werke arabischer, +syrischer und persischer Herkunft lediglich auf Übersetzungen +angewiesen. Auf diesem Gebiete war daher die Unterstützung durch +orientalistische Fachgelehrte von ausschlaggebender Bedeutung, und +ich muß namentlich den selbstlosen, wahrhaft unermüdlichen Eifer +hervorheben, mit dem Herr Prof. Dr. ~J. Ruska~ nicht nur für sachliche +Berichtigung und Verbesserung sorgte, sondern auch für Durchführung +einer einheitlichen Schreibung der Namen und Bezeichnungen, die +den gegenwärtig anerkannten Grundsätzen entspricht[10]. Für einige +Ungleichheiten, die trotzdessen (hauptsächlich im ersten Drittel des +Buches) stehen blieben und +mir+ zur Last fallen, habe ich angesichts +des durch die Zeitumstände und zuweilen auch noch durch Postsperren +verzögerten Eingangs der versandten Korrekturen um Nachsicht zu bitten. + +Hinsichtlich der griechischen Alchemisten bedingte den größten +Mißstand die Tatsache, daß die von ~Berthelot~ veranstaltete Ausgabe +an erheblichen Mängeln und Unzuverlässigkeiten sowohl des Textes wie +der Übersetzung leidet, nichtsdestoweniger aber benützt werden +muß+, +weil sie die einzige vorhandene ist. Die unumgängliche allgemeine +Auseinandersetzung mit ~Berthelot~ als Historiker habe ich in die +Nachträge verwiesen, teils um mich zuvörderst mit kurzen Andeutungen +begnügen zu können, teils weil am Schlusse des Werkes auch der Leser +selbst ein gewisses eigenes Urteil gewonnen haben wird. Die wirklichen +Verdienste jenes großen Mannes verkleinern zu wollen, lag mir dabei +fern; wo ich aber, im Dienste der Wissenschaft nach Wahrheit und +Gerechtigkeit strebend, ihm zu nahe getreten sein sollte, bin ich, +soferne mir dies nachgewiesen wird, zum Widerrufe gerne bereit. + +Daß ich nicht den Anspruch erheben könne und wolle, den Anforderungen +der Vertreter philologischer oder anderer +Sonder+gebiete zu genügen, +war mir von vornherein klar; als ich dieserhalb meinen verewigten +hochverehrten Freund Prof. Dr. ~E. Kautzsch~ um Rat fragte, lautete +seine Antwort: „Leisten Sie, was +Sie+ können, nachher kommen die +Fachgelehrten und bauen weiter, aber +ohne+ die Vorarbeit kommen sie ++nicht+.“ Demgemäß verfuhr ich, und mein Buch wendet sich also in +erster Linie an Chemiker, Naturforscher und Allgemein-Gebildete. Diese +sind jedoch heutzutage fast durchwegs des Lateinischen kaum mehr, des +Griechischen gar nicht mächtig; daher habe ich alles Fremdsprachige +in Übersetzung wiedergegeben, den griechischen Fachworten aber, da +der geschichtliche Zweck ihre Beibehaltung unbedingt erforderte, +in der Regel eine Umschrift in lateinischen Buchstaben beigefügt +und die richtige Aussprache durch Angabe der Akzente gesichert. Wer +solche Ausdrücke als für seine Zwecke entbehrlich erachtet, mag ganz +über sie hinweglesen. Das oft arg verderbte Griechisch der Papyri +chemischen Inhaltes, mit seinen zahlreichen Entstellungen von Worten, +Vertauschungen von Vokalen, Auslassungen von Akzenten u. dgl., haben +die Herren Mitleser der Korrekturen nach Ermessen abgeändert und +verbessert. + +Seinem Titel entsprechend behandelt mein Werk nicht die +gesamte+ +Geschichte der Alchemie, sondern die ihrer +Entstehung+ und ++Ausbreitung+. Gerade diese Frühzeit lag nämlich, trotz aller +bisherigen rühmlichen Arbeiten, immer noch in tiefem Dunkel und war der +Aufklärung besonders bedürftig; für die spätere Periode hingegen, die +etwa im 11. Jahrhundert mit dem Aufkommen der Alchemie in Südeuropa +einsetzt und erst an der Schwelle der neuesten Zeit abschließt, liegen +bereits treffliche und reichhaltige Darstellungen verschiedener +Richtung vor, die insbesondere auch auf die Rolle der „Schwärmer und +Schwindler“, sowie auf die oft höchst abenteuerlichen persönlichen +Schicksale der „Meister und Adepten“ in gründlicher Weise eingehen. +Vom wissenschaftlichen Standpunkte aus bieten übrigens jene langen +Jahrhunderte nicht das geringste Neue; es taucht auch nicht +ein+ +Gedanke auf, der den engen Umkreis urväterischer Tradition überschritte. + +In der Darstellung befleißigte ich mich möglichster Knappheit und +Verständlichkeit. Eigene erklärende Zusätze sind in eckige Klammern +[] gesetzt, um sie von den in runden () stehenden, den Originalen +angehörigen, deutlich zu unterscheiden. Fremdworte trachtete ich zwar +zu vermeiden, schloß sie aber nicht grundsätzlich aus; sie blieben +stehen, wo sie ohne weiteres das gewünschte Verständnis sichern, +während Umschreibungen erst selbst einer Erklärung bedürfen, ferner wo +sie größere Kürze gewährleisten, endlich auch wo sie Abwechslung im +Ausdruck zulassen. + +Über die benützten Quellen habe ich +sehr+ reichliche Angaben +beigefügt, die eine weitgehende Nachprüfung gestatten, und hierdurch +zur Aufklärung von Irrtümern oder Mißverständnissen führen sollen, +die mir trotz aller Bemühungen zweifellos unterlaufen sein werden. +Titel, Verlagsorte und Erscheinungsjahre der Werke wurden stets genau +angeführt; einfach beigesetzte Zahlen sind die der betreffenden +Seiten, besteht aber ein Werk aus +mehreren+, oder aus einer Reihe von +Bänden, so geben die +ersten+ Zahlen die Bände, die +zweiten+ (und +die folgenden) die Seiten an, also z. B. ~Zeller~, „Die Philosophie +der Griechen“ 1, 509 = Bd. 1, S. 509, ~Wiedemann~, „Beiträge zur +Geschichte der Naturwissenschaften“ 21, 118, 123 = Heft 21, S. 118 u. +123. Nur für ~Berthelots~ „Collection des Alchimistes grecs“ und „La +Chimie au moyen âge“ blieben in den ersten Bogen durch ein Versehen +römische Zahlen als Band-Angaben stehen und wurden daraufhin dann +auch weiter beibehalten. Daß ich ~Plinius~ zwar in der Regel nach +Kapiteln, einige Male aber nach Abschnitten zitierte, bemerkte ich +leider erst im Laufe der Korrektur, und konnte die betreffenden Stellen +nicht mehr abändern. Meine ausführlichen Aufsätze über Chemisches bei +~Plinius~, ~Dioskurides~, ~Platon~ und ~Aristoteles~ hätten eigentlich +im vorliegenden Werke ihre Stelle finden müssen; da sie aber in meinen +„Abhandlungen und Vorträgen zur Geschichte der Naturwissenschaften“ +bereits abgedruckt vorliegen, wiederholte ich nur das ganz +Unentbehrliche und begnügte mich im übrigen mit kurzen Hinweisen. + +Vielfach steht die Geschichte der Alchemie in innigem Verbande mit +jener der Mineralogie und der chemischen Technologie, namentlich der +Metallurgie; diesen Zusammenhängen wurde daher allerorten besondere +Aufmerksamkeit gewidmet. Um jedoch weitgehende Zersplitterung zu +vermeiden, schien es zweckmäßig, die Hauptmenge der Nachrichten über +die ältere Geschichte der Metalle in einem besonderen Anhange (dem 6. +Abschnitte des Buches) zu vereinigen; eingehendere Berücksichtigung +fanden hierbei die kulturhistorischen und etymologischen +Gesichtspunkte, schon weil die einschlägigen Quellen dem Chemiker meist +schwer zugänglich oder ganz unbekannt sind. Der Natur der Sache nach +beschränken sich jedoch diese Darlegungen auf die sog. planetarischen +und die als Abarten von solchen angesehenen Metalle, sowie auf ihre +Legierungen. + +Inhalts-Verzeichnisse sind vier vorhanden: 1. das der griechischen +Worte, einschließlich gewisser dogmatischer Redensarten, 2. das der +angeführten Schriftsteller und Werke, 3. das der geographischen, Eigen- +und Völker-Namen, 4. das sachliche. Ihre Abgrenzung war oft schwierig, +und es bleibt zu beachten, daß das nämliche Wort in verschiedenen +Registern vorkommen kann, z. B. ~Hermes~ als Autor in 2., als Gott in +3., als Planet in 4., ebenso z. B. λόγος in 1. und Logos in 4. Auf +der Suche nach Ausdrücken, die aus +zwei+ Worten bestehen, wird man +unter Umständen bei +beiden+ nachzuschlagen haben, also z. B. betreff +ἱερά τέχνη bei ἱερός und bei τέχνη. Die Seitenzahlen, die sich auf die +betreffenden Hauptstellen sowie auf die erstmaligen genauen Anführungen +der Büchertitel beziehen, sind durch fetten Druck hervorgehoben. + +Für das mühevolle Ausziehen der Inhalts-Verzeichnisse, sowie für +vielerlei andere Schreib- und Hilfsarbeiten gelegentlich der +Fertigstellung der Druckvorlagen und der Erledigung der Korrekturen +habe ich neben mehreren Mitgliedern meiner Familie auch Fräulein +~Elfriede Braeuer~, Chemikerin der „Zuckerraffinerie Halle“, herzlichen +Dank zu sagen. + +Auf die Genauigkeit der Register ist größte Sorgfalt verwendet worden, +dennoch zweifle ich nicht daran, daß manche Fehler stehen geblieben +sind; den Lesern, die solche hier oder auch an anderen Stellen des +Werkes bemerken, wäre ich für freundliche Mitteilung sehr verbunden, +damit ich sie an geeignetem Orte zu berichtigen vermöge. Überhaupt +dürfte niemand rein sachlicher über das Erreichte denken, als ich +selbst; ich halte mich an ~Goethes~ Ausspruch in der Vorrede zum ersten +Bande seiner wesentlich der Kunstgeschichte gewidmeten Zeitschrift „Die +Propyläen“ (1798), woselbst es heißt: „... unsere Absicht war, ... +wenn wir gleich nicht voraussetzen, die nötige Arbeit selbst vollenden +zu können, dennoch teils im ganzen eine Übersicht zu geben, teils im +einzelnen die Ausführung einzuleiten“. + + +Halle+ a. S., den 8. Oktober 1918. + + =Der Verfasser.= + + + + +Inhalt. + + + Seite + + =Erster Abschnitt: Die Überreste der alchemistischen Litteratur= 1 + + 1. +Zur Vorgeschichte der Alchemie: Der Leidener und Stockholmer + Papyrus+ 1 + + I. Leidener Papyrus 4 + + II. Stockholmer Papyrus 10 + + 2. +~Demokritos~ (~Pseudo-Demokritos~)+ 27 + + 3. +~Pammenes, Maria, Kleopatra, Komarios~+ 46 + + a) ~Pammenes, Maria~ 46 + + b) ~Kleopatra, Komarios~ 50 + + 4. +Pseudepigraphen der ersten Jahrhunderte: ~Hermes, + Agathodaimon, Isis, Chimes, Ostanes, Petesis, Jamblichos, + Moses, Johannes~+ 53 + + a) ~Hermes~ 55 + + b) ~Agathodaimon~ 60 + + c) ~Isis~ 63 + + d) ~Chimes~ 65 + + e) ~Ostanes~ 66 + + f) ~Petesis~ 67 + + g) ~Jamblichos~ 68 + + h) ~Moses~ (~Pseudo-Moses~) 68 + + i) ~Johannes~ 70 + + 5. +Papyrus ~Kenyon~; ~Afrikanos, Zosimos~+ 73 + + a) Papyrus ~Kenyon~ 73 + + b) ~Afrikanos~ 74 + + c) ~Zosimos~ 75 + + 6. +~Pelagios, Pibêchios, Heliodoros, Synesios~+ 93 + + a) ~Pelagios~ 93 + + b) ~Pibêchios~ 94 + + c) ~Heliodoros~ 95 + + d) ~Synesios~ 96 + + 7. +~Olympiodoros~+ 98 + + 8. +~Philosophus Christianus, Stephanos; Herakleios, + Justinianus; Philosophus Anonymus; Pappos, Kosmas; + Theophrastos, Hierotheos, Archelaos; Salmanas, + Psellos, Nikephoros~+ 102 + + a) ~Philosophus Christianus~ 102 + + b) ~Stephanos von Alexandria~ 103 + + c) ~Herakleios (Heraklios)~ und ~Justinianus~ 105 + + d) ~Philosophus Anonymus (Anepigraphos)~ 106 + + e) ~Pappos~ 107 + + f) ~Kosmas~ 107 + + g) ~Theophrastos Christianos, Hierotheos, Archelaos~ 108 + + h) ~Salmanas~ 108 + + i) ~Psellos~ 109 + + k) ~Nikephoros~ 110 + + 9. +Technische Abhandlungen und Vorschriften+ 110 + + + =Zweiter Abschnitt: Die Quellen der alchemistischen Lehren= 118 + + I. +Die griechische Philosophie+ 118 + + 1. ~Die Vorsokratiker~ 118 + + a) Die jonischen Philosophen: ~Thales, Anaximenes, + Anaximander, Heraklit~ 120 + + b) ~Pythagoras~; die Pythagoräer (~Alkmaion, Philolaos~); die + Orphik 123 + + c) Die Eleaten: ~Xenophanes, Parmenides, Zenon; Melissos~ 128 + + d) ~Empedokles, Anaxagoras; Leukippos, Demokritos~ 130 + + 2. ~Platon~ und ~Aristoteles~ 134 + + a) ~Platon~ 134 + + b) ~Aristoteles~ 139 + + 3. Die Stoïker 144 + + 4. Die Neupythagoräer und die jüdisch-hellenistische Philosophie: + die Neuplatoniker und die Schule von Athen 152 + + a) Die Neupythagoräer 152 + + b) Die jüdisch-hellenistische Philosophie 155 + + c) Die Neuplatoniker. Die Schule von Athen 157 + + II. +Einflüsse des Orients und des älteren Griechenlands+ 161 + + 1. Einflüsse seitens Babyloniens und Persiens 161 + + a) Babylon und das Zweistromland 162 + + b) Persien 172 + + 2. Einflüsse seitens des älteren Ägyptens 176 + + 3. Einflüsse seitens des älteren Griechenlands 185 + + III. +Das Zeitalter des Hellenismus und Synkretismus+ 189 + + a) Alexandria (der Schauplatz) 189 + + b) Die stoïsche Lehre 195 + + c) Die Astrologie 202 + + d) Apokryphen und Pseudepigraphen 221 + + e) ~Hermes~ und die Hermetik 224 + + f) Die Gnostik 235 + + g) Der Mithrasdienst 247 + + h) Die Ssâbier und Mandäer 251 + + + =Dritter Abschnitt: Chemie und Alchemie= 261 + + 1. Die Technik in Ägypten 261 + + 2. Die Entstehung der Alchemie 275 + + 3. Erste Erwähnungen der Chemie und ihres Namens 282 + + 4. Herkunft des Namens Chemie 293 + + 5. Herkunft alchemistischer Begriffe, Vorstellungen, Dogmen und + Namen 314 + + 6. Bemerkungen über einige Alchemisten und ihre Schriften 327 + + a) ~Pseudo-Demokritos~ 327 + + b) ~Ostanes~ 333 + + c) Schreiben der ~Isis~ an ~Horos~ 335 + + d) ~Zosimos~ 337 + + e) ~Pibêchios~ 339 + + f) Kunstausdrücke und Anschauungen der griechischen + Alchemisten 340 + + 7. Alchemistische Zeichen und Symbole 347 + + + =Vierter Abschnitt: Die Alchemie im Orient= 355 + + 1. Erste arabische Übersetzungen und Schriften 355 + + a) Buch des ~Krates~ 359 + + b) Buch des ~Alhabib~ 361 + + c) Buch des ~Ostanes~ 362 + + d) Gespräche des ~Markos~ 363 + + e) ~Dschabir Ibn Hajjan~ 363 + + 2. Die „Schriften der Treuen Brüder“ 369 + + 3. Das „Steinbuch des ~Aristoteles~“ 382 + + 4. Syrische Schriften 388 + + a) Ältere Schriften 389 + + b) Jüngere Schriften 391 + + c) Buch der Erkenntnis der Wahrheit 394 + + 5. Spätere Araber 396 + + 6. Die Alchemie in Indien und Tibet 429 + + 7. Chemie und Alchemie in China 449 + + + =Fünfter Abschnitt: Die Alchemie im Occident= 462 + + 1. Die Alchemie des europäischen Mittelalters bis 1300 462 + + 2. Die Alchemie nach 1300 495 + + + =Sechster Abschnitt (Anhang): Zur älteren Geschichte der Metalle= 517 + + 1. Gold 519 + + 2. Silber 527 + + 3. Elektron 530 + + 4. Kupfer 537 + + 5. Bronze 549 + + 6. Messing 570 + + 7. Blei 574 + + 8. Zinn 577 + + 9. Zink 591 + + 10. Quecksilber 600 + + 11. Eisen 607 + + 12. Antimon 629 + + + =Nachträge=: 1. ~Berthelot~ als Historiker 647 + + 2. Zusätze und Berichtigungen 659 + + + I. Verzeichnis der griechischen Worte und Redensarten 683 + + II. Verzeichnis der angeführten Schriftsteller und Werke 691 + + III. Verzeichnis der geographischen, Eigen- und Völker-Namen 708 + + IV. Sachverzeichnis 718 + + + + +Verzeichnis der Abkürzungen für die Titel einiger besonders oft +angeführten Werke. + + + Alch.: ~Kopp~, „Die Alchemie in älterer und neuerer Zeit“ (Heidelberg + 1886). + + A. Med.: „Archiv für Geschichte der Medizin“ (Leipzig 1908 ff.). + + A. Nat.: „Archiv für die Geschichte der Naturwissenschaften und der + Technik“ (Leipzig 1909 ff.). + + Arch.: ~Berthelot~, „Archéologie et histoire des sciences“ (Paris + 1906). + + A. Rel.: „Archiv für Religionswissenschaft“ (Freiburg 1898 ff.; + Leipzig 1904 ff.). + + Beitr.: ~Kopp~, „Beiträge zur Geschichte der Chemie“ (Braunschweig + 1869 ff.). + + Blümner: ~Blümner~, „Technologie und Terminologie der Gewerbe und + Künste bei Griechen und Römern“ (Leipzig. 1: 1912; 2: 1879; 3: 1884; + 4: 1887). + + Coll.: ~Berthelot~, „Collection des anciens alchimistes grecs“ (Paris + 1888). + + Deussen: ~Deussen~, „Allgemeine Geschichte der Philosophie“ (Leipzig. + 1 (1): 1894; 1 (2): 1899; 1 (2): 1908; 2 (1): 1911; 2 (2): 1912; 2 + (3): 1917). + + Ed. Meyer „Alt.“: ~Eduard Meyer~, „Geschichte des Altertums“ + (Stuttgart. 1 (1): 1907; 1 (2): 1909; 2: 1893; 3: 1901; 4: 1901; 5: + 1902). + + Entw.: ~Kopp~, „Die Entwicklung der Chemie in der neueren Zeit“ + (München 1873). + + Forrer „R. L.“: ~Forrer~, „Real-Lexikon der prähistorischen, + klassischen und frühchristlichen Altertümer“ (Berlin 1907). + + Forrer „Urg.“: ~Forrer~, „Urgeschichte des Europäers“ (Stuttgart + 1908). + + Gesch.: ~Kopp~, „Geschichte der Chemie“ (Braunschweig 1843 ff.). + + Gesch.-Blätter: „Geschichtsblätter für Technik, Industrie und + Gewerbe“ (Berlin 1914 ff.). + + Hoefer: ~Hoefer~, „Historie de la chimie“ (Paris 1866). + + Hoops: ~Hoops~, „Real-Lexikon der germanischen Altertumskunde“ + (Straßburg 1911 ff.). + + Intr.: ~Berthelot~, „Introduction à l’étude de la chimie des anciens + et du moyen-âge“ (Paris 1889). + + Mâ.: ~Berthelot~, „La chimie au moyen âge“ (Paris 1893)[11]. + + M. G. M.: „Mitteilungen zur Geschichte der Medizin und der + Naturwissenschaften“ (Hamburg und Leipzig 1902 ff.). + + Or.: ~Berthelot~, „Les origines de l’alchimie“ (Paris 1885). + + PW.: ~Pauly-Wissowa~, „Realenzyklopädie des klassischen Altertums“ + (Stuttgart 1894 ff.; die zweite Serie ist mit 1a ff. bezeichnet). + + Ro.: ~Roscher~, „Lexikon der griechischen und römischen Mythologie“ + (Leipzig 1884 ff.). + + Schrader „R. L.“: ~Schrader~, „Real-Lexikon der indogermanischen + Altertumskunde“ (Stuttgart 1901). + + Schrader „Urg.“: ~Schrader~, „Sprachvergleichung und Urgeschichte“ + (Jena 1907). + + Zeller: ~Zeller~, „Die Philosophie der Griechen“ (Leipzig. 1: 1892; 2 + (1): 1889; 2 (2): 1879; 3 (1): 1909; 3 (2): 1903). + + (Zur Ermittlung aller übrigen Titel kann das Verzeichnis der + benützten Schriftsteller und Werke dienen; die Seitenzahl des ersten + Vorkommens ist in der Regel fett gedruckt.) + + + + +Hinweise auf Ergänzungen und Nachträge. Druckfehler. + + ++Vor+ Benutzung des Buches wolle man an den betreffenden Stellen +anmerken, daß +Ergänzungen+ und +Nachträge+ vorhanden sind: + + Zu S. 2, 5, 8, 9, 20, 21 auf S. 659 + 24, 26, 32, 35 „ „ 660 + 46 „ „ 661 + 47, 48, 50, 58, 60 „ „ 663 + 63, 64, 68, 71 „ „ 664 + 71, 73, 74, 78, 81, 86, 88 „ „ 665 + 101, 109, 112, 116, 123, 125 „ „ 666 + 126, 129, 136, 156, 163, 166, 167 „ „ 667 + 169, 175, 176, 180 „ „ 668 + 183, 184, 186, 193, 200, 202 „ „ 669 + 204, 210, 212, 226, 231, 232 „ „ 670 + 233, 236, 240, 245 „ „ 672 + 248, 265, 298, 311, 315, 320 „ „ 673 + 328, 331, 347, 351, 353 „ „ 674 + 353, 357, 364, 369, 372 „ „ 675 + 374, 375 „ „ 676 + 379, 380, 385, 388, 394, + 395, 407, 409 „ „ 677 + 412, 413, 420, 424 „ „ 678 + 429, 465, 490, 494, 496, + 504 „ „ 679 + 510, 511, 514, 527, 534, + 541, 552, 555, 559 „ „ 680 + 564, 570, 576, 590, 594, + 603, 607 „ „ 681 + 610, 625, 630, 635 „ „ 682 + +Es bezieht sich ferner auch + + auf S. 127 die Ergänzung auf S. 666 + 129 „ „ „ „ 667 + 186 „ „ „ „ 666 + 195 „ „ „ „ 664 + 200 „ „ „ „ 668 + 203 „ „ „ „ 672 + 244 „ „ „ „ 672 + 255 „ „ „ „ 672 + 384 „ „ „ „ 665 + 409 „ „ „ „ 677 + 415 „ „ „ „ 665 + 423 „ „ „ „ 677 + 425 „ „ „ „ 676 + 436 „ „ „ „ 665 + +Folgende +Druckfehler+ wolle man +vor+ Gebrauch des Buches berichtigen: + + S. 2 Zeile 10 v. u. Bezeichnung, statt Benutzung + 2 6 „ erwähnten, „ benutzten + 40 21 „ Sand-, „ Sand + 43 8 „ Elixir, „ Elixier + 73 9 v. o. Saʿdi, „ Sadi + 90 16 „ Elixir, „ Elixier + 105 22 „ Name, „ Namen + 115 9 v. u. Leclercq, „ Leclerq + 151 2 „ Anmerkungen Poseidonios, „ Posidonios + 158 6 „ „ 300 n. Chr., „ 300 v. Chr. + 161 13 v. o. 1120, „ 120 + 161 17 „ 668, „ 688 + 176 10 „ verwischten, „ vermischten + 224 7 „ , „ . + 225 17 v. u. ferner, „ sowie + 233 18 v. o. . „ ; + 246 5 v. u. trachten, „ streben + 247 12 „ . „ ; + 256 13 „ Altudschibi, „ Altugibi + 258 11 v. o. . „ ; + 264 2 v. u., Anmerkungen Alidrisi, „ Edrisi + 270 10 „ den, „ dem + 333 8 „ Vorbilde, „ Vorblide + 355 2 „ Anmerkungen Litteraturen, „ Litteratur + 356 19 v. o. Omajjaden, „ Ommajaden + 357 15 „ omajjadisch, „ ommajadisch + 359 11 v. u. „ „ „ + 363 4 „ ausgegeben, „ angegeben + 367 7 „ Elixir, „ Elixier + 483 11 v. o. omajjadisch, „ ommajadisch + 525 14 v. u. mythischen, „ mythologischen + 618 11 „ Name, „ Namen + 658 5 „ Anmerkungen Thomsen, „ Thomson. + + + + +Erster Abschnitt. + +Die Überreste der alchemistischen Litteratur. + + + + +1. Zur Vorgeschichte der Alchemie: Der Leidener und Stockholmer Papyrus. + + +Beim Absuchen eines nächst Theben in Ägypten aufgedeckten Gräberfeldes +wurden um 1828 eine größere Anzahl griechischer Papyrus-Urkunden +gefunden, deren ganz ausgezeichnete Erhaltung vermutlich ihrer +Aufbewahrung in dicht verschlossenen Mumiensärgen, vielleicht aber auch +in Steingefäßen oder Töpfen, zu danken war. Sie gelangten in Besitz des +damaligen schwedisch-norwegischen Vizekonsuls in Alexandrien, ~Johann +d’Anastasy~, der die Mehrzahl der Papyri an die holländische Regierung +verkaufte und sie in deren Auftrag 1829 der Bibliothek zu Leiden +übersandte, einige Stücke aber der „Kgl. Schwedischen Akademie der +Altertümer“ in Stockholm zum Geschenk machte, bei der sie im Jahre 1832 +eintrafen. + +Schon 1830 wurde durch ~Reuvens~ bekannt, daß ein als Nr. X +bezeichneter Teil der Leidener Papyri die älteste bisher an das +Licht gelangte Sammlung „chemischer Rezepte“ enthalte, doch ließ +die ausführliche Veröffentlichung durch ~Leemans~ bis 1885 auf sich +warten; aus den bis dahin allein vorliegenden Bruchstücken in der +~Reuvens~schen Ankündigung erschloß bereits 1869 ~Kopp~[12], daß +die „Rezepte“ zumeist kurze, anscheinend rein technische, oft nur +auszugsweise Vorschriften über Metallbehandlung, Färberei u. dgl. +enthielten, deren bedeutsame Ähnlichkeit und Verwandtschaft mit +jüngeren, aber zweifellos bereits alchemistischen, unverkennbar sei. +~Berthelot~, der den vollständigen, von ~Leemans~ herausgegebenen Text +abdruckte und übersetzte[13], fand diese Ansichten ~Kopps~ (dessen +Namen er aber nicht erwähnt) durchaus bestätigt und betonte namentlich +auch, daß die „Rezepte“ die den ägyptischen Metall-Arbeitern und +-Fälschern geläufigen praktischen Verfahren und technischen Kniffe +noch in jener ursprünglichen Gestalt vorführen, die erst späterhin, +unter dem Einflusse magischer und mystischer Ideen, in alchemistischem +Sinne umgedeutet und umgeformt wurde. Von solchen erweist sich der +Text des Papyrus X noch als völlig frei[14], und dies ist um so +bemerkenswerter, als +andere+ Teile des Gesamt-Papyrus[15] bereits den +Einfluß derartiger Anschauungen erkennen lassen, die zum Teil jenen +gewisser religiöser Sekten des 2. und 3. Jahrhunderts nahestehen, wie +der gnostischen Markosier und Karpokratianer. + +Während der „Leidener Papyrus“, wie er der Kürze wegen genannt sei, auf +diese Weise, freilich erst ein gutes halbes Jahrhundert nach seiner +Auffindung, zur öffentlichen Kenntnis gelangte, blieb der „Stockholmer +Papyrus“, dessen Vorhandensein völlig in Vergessenheit geraten war, +noch fast weitere 25 Jahre unbeachtet stehen; erst 1906 führte ein +Zufall zu seiner zweiten Entdeckung, und 1913 endlich erfolgte die +Herausgabe des griechischen Textes nebst Übersetzung und Kommentar +durch ~Lagercrantz~ in Upsala[16]. + +Anscheinend sind +beide+ Papyri Teile eines einzigen Grabfundes[17], +jedenfalls aber dürfen sie als „Zwillingsbrüder“ angesehen werden, da +sie äußerlich wie innerlich vollständig, und oft bis in die kleinsten +Einzelheiten, übereinstimmen[18]. Sie zeigen die nämliche, sehr +schöne und deutliche Schrift, die nach ~Reuvens~ und ~Leemans~ dem +3. Jahrhunderte n. Chr. entstammt[19], sie liegen nicht in Gestalt +von Rollen (τόμος, tómos) vor, sondern als tadellos erhaltene und +laut Nummerierung vollständige Codices, -- welche Form für Papyrus +vielleicht im 1. Jahrhundert aufzutreten beginnt, sicher aber erst vom +3. an nachweisbar ist[20] --, und besitzen endlich auch ein Format, das +als charakteristisch für die nämliche Zeit gilt[21]. + +Ihr Inhalt spiegelt die Erfahrungen zahlreicher Generationen wieder, +und zwar auf Grund mannigfach verzweigter, in fast allem Wesentlichen +jedenfalls unübersehbar weit hinter die Anfänge unserer Zeitrechnung +zurückreichender Überlieferungen; der Redaktor hat aus verschiedenen +Vorlagen geschöpft, und Fehler, Versehen und Wiederholungen, die teils +ihm, teils aber auch dem Abschreiber unterlaufen sind, bezeugen die +Art der bei der Zusammenstellung (meist recht geschickt) ausgeübten +Tätigkeit[22]. Auch die nachträglich[23] beigefügten Überschriften und +die oft wiederkehrende Bezeichnung „ἄλλο“ (anders) weisen auf einen +Ordner hin, der die mannigfaltigen Angaben der Quellen zu vereinigen +sucht[24]; +einer+ solchen entstammen z. B. sämtliche das Silber nebst +Zubehör betreffenden Vorschriften, die zwar beide Papyri, jedoch nicht +in der gleichen Reihenfolge, enthalten[25]. Die erwähnten Vorlagen +waren wohl Rollen[26], die dem praktischen Gebrauche dienten; die +beiden Papyrus-Codices sind dagegen offenbar Luxusabschriften, deren +Ausstattung ihrem Zwecke, nämlich der Benutzung als Totenbeigaben, +entsprach. + +Die Rezepte, die oft nur wenige Zeilen, oft aber auch längere +Absätze umfassen, sind teils ausführliche, teils nur abgekürzte; die +ersteren enthalten entweder eine Beschreibung (γραφή, Graphé) oder +eine befehlende Anweisung (τάξις, Táxis), die letzteren hingegen +beschränken sich auf Angabe der zu benutzenden Stoffe, während die Art +der Anwendung dem Ausübenden entweder schon bekannt sein muß, oder ihm +nur mündlich mitgeteilt wird[27], -- denn die ehemalige Annahme, derlei +Überlieferungen seien auf Säulen und Stelen der Tempel aufgezeichnet +worden, ist unbestätigt geblieben und unhaltbar. Die Niederschriften +tragen daher in mancher Hinsicht, wie ~Berthelot~ sagt, den Charakter +eines „Aide-Mémoire“, also eines Notizenheftes, das nur einzelne, dem +Schreiber besonders wichtig erscheinende Punkte der Verfahren genauer +angibt, andere aber, als minder belangreiche oder ohnehin geläufige, +teils nur streift, teils völlig übergeht. Die ägyptischen Goldschmiede +und Kunsthandwerker, deren geschmackvoll entworfene und herrlich +ausgeführte Arbeiten noch heute die Bewunderung aller Museumsbesucher +erregen, hatten offenbar derlei „Praktiken“ im Laufe langer +Jahrhunderte allmählich zu hoher Vollendung ausgebildet und in Form +ganz bestimmter Vorschriften festgelegt, die sie, wie das zu ihren und +auch zu späteren Zeiten allgemeiner Brauch war, als Zunftgeheimnisse +hüteten. Wie frühzeitig man mit Machenschaften nahe verwandter Art auch +schon außerhalb Ägyptens vertraut war, beweisen einige bezeichnende +Stellen der antiken Litteratur; so z. B. sagt bereits ~Aristoteles~, +daß so Manches wie Silber oder Gold aussehe, was nur aus Zinn oder +Lithargyrina (wohl einer silberfarbigen Legierung) bestehe, oder bloß +mittels „Gallenfarbe“ (χολοβαφίνη, Cholobaphíne) gelb gefärbt sei, und +daß, wer es wirklich für Silber oder Gold halte, dem Manne gleiche, dem +ein Trugschluß als Wahrheit erscheint[28]. In der Tat lassen sich, wie +u. a. schon ~Salmasius~ (~Saumaise~, 1588-1653), der ausgezeichnete +Kenner der antiken Literatur und der handschriftlichen Schätze der +Pariser Bibliothek, richtig bemerkte, die Handgriffe fast aller älteren +und neueren „Gold- oder Silber-Macher“ im wesentlichen auf dreierlei +Arten von „Künsten“ zurückführen, nämlich 1. auf Veränderung der +oberflächlichen Färbung unedler Metalle durch passende Chemikalien, +oder Überziehen +solcher+ Metalle mit dünnen Schichten +edler+, zwecks +Vortäuschung massiven Goldes und Silbers durch schwache Vergoldung +oder Versilberung, 2. auf Ersatz dieser letzteren durch Firnisse und +Anstriche von entsprechendem Metallglanze, 3. auf Herstellung von +Legierungen gold- oder silberähnlichen Aussehens; alle diese Arten +finden sich auch im Leidener und Stockholmer Papyrus vertreten. + +Was den näheren Inhalt der Rezepte betrifft, so beschäftigen sich +die des Leidener Papyrus (etwas über hundert an der Zahl) ganz +vorwiegend mit der Behandlung der Edelmetalle, vor allem aber +mit deren Nachahmung und Verfälschung; von den 152 Rezepten des +Stockholmer Papyrus beziehen sich hingegen auf Metalle nur 9, während +73 über Edelsteine und Perlen[29] berichten, und 70 über Färberei, +namentlich Purpurfärberei[30]. Die beiden Papyri ergänzen sich daher in +außerordentlich willkommener Weise. + + +I. Leidener Papyrus. + +Legierungen verschiedenster Art, deren Herstellung durch ποίησις +(Poíesis, Zubereitung) oder κρᾶσις (Krásis, Vermischung) geschieht, +und die demgemäß κρᾶμμα (Krámma, Gemischtes) oder σκεύασμα (Skeúasma, +Zurechtgemachtes) heißen[31], erteilt der Leidener Papyrus sehr +allgemein auch den Namen ἄσημον (Asemon). +Asem+ ist, wie zuerst +~Lepsius~ in seiner grundlegenden Abhandlung „Die Metalle in den +ägyptischen Inschriften“ nachwies[32], bei den alten Ägyptern als +„Asemu“ der einheimische Name eines den Griechen (z. B. schon ~Homer~) +als +Elektron+ bekannten Metalles, richtiger metallischen Gemisches, +nämlich einer Silber-Gold-Legierung; sie findet sich als solche in der +Natur vor, wurde aber lange Zeiten hindurch auch künstlich dargestellt, +erstens weil sie weniger weich und daher leichter zu bearbeiten ist +als reines Gold, und zweitens weil ihr Silbergehalt dem Golde einen +eigentümlich schönen, weißlichen Glanz verleiht, der außerordentlich +geschätzt und beliebt war[33]. ~Berthelot~ glaubt, das ägyptische +Wort Asem sei schon frühzeitig mit dem zufällig gleichklingenden +griechischen ἄσημον (Asemon) identifiziert worden, das, auf Edelmetalle +angewandt, sie als „Unbezeichnete“ (der Angabe ihres Feingehaltes +Ermangelnde?) einer minderwertigen Klasse zugewiesen haben soll; +hieraus erkläre es sich, daß die neugriechische Bedeutung von ἄσημον, +d. i. Silber, zuweilen schon in älteren Schriften auftauche, und +so auch, besonders im Sinne silberähnlicher Legierungen, in der +vorliegenden[34]. Da aber in dieser „Asem“ außer den silbergleichen +auch eine große Anzahl ganz anderer und völlig verschiedener Gemische +benennt und sich demnach als sehr vieldeutiger Ausdruck erweist, muß +die Richtigkeit der ~Berthelot~schen Vermutung schon aus diesem Grunde +dahingestellt bleiben. + +Von den etwa hundert Rezepten des Leidener Papyrus behandelt nicht +weniger als etwa der vierte Teil allein die Darstellung von Asem, die +ποίησις oder κρᾶσις ἀσήμου[35], die also offenbar praktisch besonders +wichtig und daher (nach ~Berthelots~ Meinung) auch für die spätere +Anknüpfung theoretischer Vorstellungen sehr bedeutsam war. Mischungen, +die zur Bereitung des Asems dienen, enthalten [neben allerlei +sonstigen als Reduktions- oder Fluß-Mittel wirksamen Zusätzen] u. a. +folgende Hauptbestandteile: 1. Zinn und Quecksilber[36]; 2. Zinn und +galatisches Kupfer (γαλατικός), d. i. Kupfer aus der Landschaft Galatia +in Kleinasien, und nicht (wie ~Berthelot~ glaubt) gallisches[37]; 3. +Zinn, Kupfer, und Silber; als Flußmittel benützt man nach Bedarf +κουφόλιθος [Kuphólithos = leichter oder lockerer Stein, an dieser +Stelle ein nicht näher angebbares Mineral, sonst oft Talk, Selenit, +Gips[38], oder dgl.], und erhält so ein Produkt, „das besser ist als +das natürliche“[39]; 4. Zinn, Blei, λιθάργυρος [Lithárgyros, hier +nicht, wie sonst oft, Bleiglätte, sondern ein Erz oder Präparat von +Silberglanz], und καθμεία [Kadmía, unreines Zinkoxyd[40] oder ein +zinkhaltiges Gestein, -- denn metallisches Zink blieb dem Altertum +und Mittelalter unbekannt][41]; 5. Orichálcum [ὠρείχαλκον, eine +kupferhaltige Masse, vielleicht Messing] und σανδαράκη λευκοθιζούση, +weißgemachtes Sandarach [d. i. das als Mineral Realgar vorkommende +rote Schwefelarsen, durch Rösten zum Teil übergeführt in weiße +Arsenigsäure, die Kupfer unter Entstehung einer silberglänzenden +Kupfer-Arsen-Legierung weiß färbt][42]; sie werden vorsichtig mit Salz +und Alaun zusammengeschmolzen[43]. + +Die so erhaltenen, weißlichen, gelblichen, oder rötlichen Amalgame und +Legierungen müssen für viele Zwecke noch zu hochwertig gewesen sein; +man suchte daher ihre Masse durch reichliche weitere Beimischung der +billigeren Bestandteile zu vermehren und bezeichnete derlei Kunstgriffe +mit den harmlos klingenden Namen δίπλωσις (+Díplosis+, +Verdopplung+) +und τρίπλωσις (+Tríplosis+, +Verdreifachung+). Als solche +„anreichernde“ Zusätze zum fertigen Asem werden u. a. empfohlen: 1. +Viel Kupfer, entweder gewöhnliches cyprisches[44], oder vorgereinigtes +(προκεκαθαρμένον, z. B. mit Essig, Alaun, und Salz affiniertes), das +eine besonders schöne Goldfarbe ergibt[45]; 2. Kupfer und Zinn, die +man nebst Pech (πίσση) und Asphalt (ἄσφαλτος) verschmilzt[46]; fügt +man dann, je nach Befund, noch einiges weitere Asem hinzu, so erhält +man πρῶτον ἄσημον, „Prima-Asem“, dessen Beschaffenheit selbst den +τεχνῖτης (Techniker, Werkmeister) täuscht[47]; 3. Cyprisches Kupfer, +Zinn, und Quecksilber; man kann auch noch μαγνησία oder μαγνήσις +beifügen[48], d. i. Magnesia, -- unter welchem vieldeutigen Worte hier +eine Legierung von hellweißer Farbe zu verstehen sein dürfte --, und +nachher mit Kupholith glänzend putzen[49]; 4. Vorgereinigtes cyprisches +Kupfer, goldgelbe Bleiglätte, und Bleiweiß; beim vorsichtigen +Schmelzen ergibt dieses Gemisch, dessen Rezept von ~Phimenes~ aus Saïs +herrührt, „ächt ägyptisches“ Asem[50]. Hat man seinen Vorrat an Asem +zum Teil aufgearbeitet, so kann man ihn stets wieder ergänzen, indem +man dem Überreste neue Mengen der Bestandteile beifügt, oder auch +nur immer mehr des billigsten hinzurührt, nämlich des Kupfers[51]; +ein solches Gemenge heißt μάζα (Máza) ἀνέκλειπτος, „unerschöpfliche +Masse“. -- Es sei schon an dieser Stelle hervorgehoben, daß, entgegen +~Berthelot~[52] und ~Riess~[53], der Wortlaut dieser Vorschrift +keinerlei mystischen Sinn oder Nebensinn erkennen läßt, vielmehr rein +technischen Inhaltes ist: die Masse wird eben durch entsprechende +Zusätze immer aufs neue ergänzt, selbstverständlich auf Kosten ihrer +Beschaffenheit, und zwar so oft und so lange, als sie sich noch +halbwegs verwertbar erweist. Erst eine +viel spätere+ Zeit verknüpfte +das für „Masse“ gebrauchte Wort +Máza+ (μάζα, μᾶζα), das u. a. den +Brotteig bezeichnet, auch den in Gärung versetzten, sich durch +Aufschwellen anscheinend immerfort vermehrenden, mit einer schon bei +~Aristoteles~ zu findenden Andeutung[54], und setzte hiernach die +Einwirkung einer kleinen Menge Hefe auf eine große Masse von Teig in +Parallele mit jener einer kleinen Menge eigentlichen Asems auf eine +große Masse von Beimengungen; das Asem glich dann einem +Ferment+, +und mit dieser Anschauungsweise schien es in Einklang, daß die +(meist spärlichen und unklaren) quantitativen Angaben der erwähnten +Vorschriften die in Frage kommenden Zusätze fertigen Asems nur recht +gering bemessen, oft nur auf ein Achtel der Gesamtmenge[55]. + +Schon weiter oben wurde darauf hingewiesen, daß „Asem“ auch ganz +andere Gemische bezeichnen kann als die den Edelmetallen ähnlichen; +ein solches gewann man z. B. durch vorsichtiges Erhitzen von Asem, +Blei, und reinem Schwefel (θεῖον ἄπυρον, natürlichem, noch nicht +umgeschmolzenem Schwefel), und es bildete nach dem Erkalten und +Zerkleinern eine „nicht rostende“ Masse, schwarz wie ὀψειανόν +(Obsidian), die zu eingelegten Arbeiten nach Art des Niello diente +[nigellum = das Schwarze], und jedenfalls aus den Sulfiden der +verschiedenen Metalle bestand[56]; der Färbung nach glich ihr die +ἀσήμου γράφη, Asem-Schreib- oder Zeichen-Masse, die u. a. χάλκανθος +[Chálkanthos, unreinen kupfer- und eisenhaltigen Vitriol], Schwefel und +Essig enthielt[57]. + +Auch über einige einzelne Metalle, ihre Prüfung, Verarbeitung und +Verwertung macht der Leidener Papyrus wichtige Angaben: + ++Zinn+ wird untersucht, indem man es schmilzt und auf χάρτη (Kárte aus +Papyrus, ein Stück Papyrus) ausgießt; zeigt sich diese verkohlt oder +angebrannt, so war das Zinn mit Blei verfälscht[58]. + ++Kupfer+ wird glänzend geputzt mittels einer Poliermasse (σμῆξις), +die aus dem ausgekochten Safte von Rüben (σευτλία) besteht[59]. Seine +„+Weißung+“ (λεύκωσις, Leúkosis), die es „+gleich Silber macht+“, +erfolgt entweder durch vorsichtiges Verschmelzen mit etwas Sandarach +[rotem Schwefelarsen, Realgar], das eine hellglänzende, als Zusatz zu +feinem Asem sehr brauchbare Masse ergibt[60], oder mit Hilfe eines +Amalgams, das man aus Zinn und Quecksilber bereitet, allenfalls +unter Zugabe von Bleiweiß (ψημιθεῖον, ψημίθιον) und χρυσόκολλα +(Chrysokolla)[61]. Chrysokolla, wörtlich „Goldloth“, bezeichnete +ursprünglich wirklich ein zum Löten des Goldes dienliches Präparat, +z. B. Kupferkarbonat, -- das in Form des Malachits sowie verwandter +Minerale in der Natur vorkommt und beim Erhitzen mit etwas Kohle in +Kohlensäure und (die Lötung bewirkendes) Kupfer zerfällt --, später +aber auch eine große Anzahl oft kaum bestimmt zu kennzeichnender +Gesteine oder Gemische, im Leidener Papyrus u. a. auch ein solches +aus ⅐ Gold, ²⁄₇ Asem, und ⁴⁄₇ cyprischen Kupfers[62]. Zur „+Gilbung+“ +des Kupfers, die es „+gleich Gold macht+“, so daß es „wie Gold +aussieht“ (χρυσοφανής), „die Phantasie (τὴν φαντασίαν) und den +Anschein des Goldes erregt“, und auch „den Probierstein einigermaßen +aushält“, bedient man sich verschiedener Überzüge oder Firnisse[63]. +Man bestreicht z. B. kupferne Ringe mit Gummi, bestreut sie mit +feinem Pulver aus Gold- und Blei-Staub, glüht sie gelinde, wobei das +Blei verschwindet [durch Oxydation], das Gold aber zurückbleibt, +und wiederholt dies einige Male[64]. Auf kaltem Wege erzielt man +ein ähnliches Ergebnis mittels feiner Pulver aus der Legierung +Chrysokolla (s. oben)[65], aus blättrigem goldfarbigen Arsen ἀρσενικὸν +χρυσίζον σχιστόν, d. i. das als Mineral Auripigment vorkommende gelbe +Schwefelarsen)[66], aus Misy [hier wohl goldglänzender Schwefelkies] +oder Chelidonion [ein, an Farbe dem gelben Safte der Pflanze +Chelidonion oder Elydrion, d. i. Schöllkraut, gleichendes Präparat] +usf.[67]; unter Umständen setzte man auch gelbe Ziegengalle zu, ferner +Quecksilber, χαλκῖτις (Chalkítis, unreinen Vitriol) und Alaun, und +gebraucht zum Verdünnen den Harn kleiner Kinder, als Klebemittel aber +arabischen Gummi, Traganthgummi, oder die eingedickten Auszüge gewisser +Pflanzen-Marke und -Samen, z. B. derer von Arum und Kümmel[68]. + ++Silber+ prüft man durch Besichtigung der Schmelze, die rein weiß und +ziemlich weich sein muß; Zusatz von Blei verrät sich durch schwärzliche +Färbung, Zusatz von Kupfer durch gelbliche, sowie durch zu große Härte; +eine genauere Probe läßt sich durch Erhitzen mit Blei im κάμινος +(Kamin, Kapelle) vornehmen [d. i. eine unvollkommene Kuppelation][69]. +-- Zwecks +Diplosis+ (Verdopplung) schmilzt man 4 Teile Silber mit +3 Teilen Zinn zusammen, wobei die Legierung (κρᾶσις) „zu Silber +wird“[70]; um ihren Glanz zu entfalten, putzt man mit Rübensaft, oder +mit etwas feuchter στυπτηρία (Styptería, Alaun)[71]. -- Zur Herstellung +von +Silberschrift+ ἀργυρογραφία, Argyrographie) dient ein Gemisch aus +dem silberglänzenden Lithargyros (s. oben), Taubenkot [?, jedenfalls +ein Deckname] und Essig[72]. + +Um +Gold+ zu erproben, schmilzt man es, wobei es rein gelb und von +richtiger Härte erscheinen muß; ein Gehalt an Silber bewirkt weißliche +Farbe, einer an Blei schwärzliche und zu große Weichheit, einer an +Kupfer oder Zink rötliche und zu große Härte[73]. Die +Darstellung+ +(ποίησις Poíesis) von Gold geschieht durch Zusammenschmelzen von +Asem und cyprischem Kupfer mit Gold[74]. Zur +Diplosis+ vermischt +oder verschmilzt man das Gold, je nach dem Zwecke der nachherigen +Verwendung, mit verschiedenen Zusätzen[75], die es schwerer und oft +auch härter machen, und seine Vermehrung (πλεονασμός, Pleonasmós, +Multiplicatio) bewirken[76]; zu diesen gehören: Kadmia aus Galatien +oder Thracien (s. oben); Misy [d. i. meist, ebenso wie das verwandte +Sory, ein Gemenge von Schwefelkies oder Pyrit mit den Produkten seiner +allmählichen Oxydation, u. a. Kupfersulfat, basischen Eisensulfaten, +u. dgl.][77]; Sinopis [ursprünglich Rötel aus Sinope, oft aber auch +anderes „Rotes“, z. B. Roteisenstein, Zinnober, Minium d. i. Mennige], +usf. Diplosis erfolgt auch beim Behandeln einer Mischung aus Gold, +Silber, Asem, Quecksilber, gelbem Arsen [Auripigment], Kyanos [blaues +Mineral, vielleicht Kupferlasur], Chalkitis, sowie Salz mit θείον ὔδωρ +(theíon Hýdor)[78]. Letzteres Präparat, das +hier+ einfach „schwefliges +Wasser“, d. h. eine aus Schwefel oder mittels Schwefel dargestellte +Lösung oder Schmelze bedeutet, und dessen Namen man erst in +viel +späterer+ Zeit, gemäß dem Doppelsinne von θεῖον (theion = Schwefel, und +auch = göttlich), als Anspielung auf ein „göttliches Wasser“ ansah, +wurde, ganz so wie das schon dem ~Plinius~ bekannte Schwefelalkali +[sog. Schwefelleber], durch Erhitzen von Schwefel mit Kalk dargestellt, +wobei eine feste, gelbliche bis dunkelrote Schmelze, oder, in Gegenwart +von Harn, starkem Essig, u. dgl., eine blutrote Lösung entstand; da +deren wesentlicher Bestandteil, ein Gemenge von Kalzium-Polysulfiden, ++gelöst+ viele Metalle ausfällt und verschiedentlich färbt, +trocken+ +sie aber sämtlich stark angreift, bis zu gewissem Grade selbst das +Gold[79], so war dieses so äußerst kräftige „+schweflige Wasser+“ ein +höchst wichtiges, auf das Vielfältigste angewandtes Reagens, über +dessen Wirksamkeit im Einzelfalle die Beschreibungen allerdings nur +selten genügende Klarheit verbreiten. -- Zur +Vergoldung+ (χρύσωσις, +Chrýsosis) bestreicht man, falls sie „Probe-haltend“ sein soll[80], +das Metall, z. B. Silber oder Kupfer, mit einer wachsdicken Lösung +von Gold in Quecksilber, erhitzt gelinde, bis das Amalgam befestigt +(fixiert) ist, πάγηται, wiederholt dies vier- bis fünfmal, und poliert +schließlich sorgfältig mit einem feinen Leinen, wozu u. a. ein Mittel +(φάρμακον, Phármakon) aus Misy, Alaun, Salz, und Essig sehr dienlich +ist[81]. Für weniger haltbare Vergoldungen genügt wiederholtes +Auftragen dünnerer bis wachsdicker Firnisse, die feine Pulver von +Zinnober, Sandarach, kimolischem Rötel, Misy, Chelidonium, u. dgl., +sowie nach Bedarf Essig, Alaun, Kinderharn, usf. enthalten[82]. +Zahlreiche Rezepte über +Goldschrift+ (χρυσογραφία, Chrysographie) +lassen ersehen, daß diese in sehr allgemeinem und mannigfaltigem +Gebrauche stand. Soll sie „echt“ sein, so schwemmt man Gold-Flitter +und -Blättchen (πέταλα) oder Goldamalgam mit Gummilösung auf[83]; +weniger echt sind dicke Massen, bestehend aus dem feinen Pulver einer +Gold-Blei-Legierung, Nitron [unreiner natürlicher Soda], Alaun, und +stärkstem Essig, ὄξος δριμύ[84], aus goldfarbiger Bleiglätte und +Alaun[85], aus Chrysokolla und Essig[86], oder gar nur aus gelbem +Schwefel, Alaun und Gummi[87]; noch unbeständiger erweisen sich +Gemenge von gelbem κνήκου [nach einigen Safran, nach anderen eine Art +Carthamus, Safflor], gelber Galle der Kälber oder Schildkröten, weißem +Gummi und Eiweiß[88]. Mischungen sehr verwickelter Art, mit denen +sich aber gleich gut auf Papyrus (ἐπὶ χάρτου, Karte), auf Pergament +(ἐπὶ διφθέρας, Diphthéra = Haut) und auf Marmor schreiben läßt, +enthalten goldfarbiges Asem (χρυσίζον), Glaspulver (gelbes?), Safran, +Chelidonium, Schildkrötengalle, Harz (ῥητίνη), Gummi und Eiweiß[89]; +nach dem Antrocknen glättet und poliert man sie mittels eines passenden +Tierzahnes (ὀδοντίζειν)[90]. + +Sehr bemerkenswert ist es, daß der Leidener Papyrus Vorschriften, die +denen betreff der +Edelmetalle+ ganz analog sind, auch hinsichtlich +der kostbaren und seit altersher hochgeschätzten Luxus-+Farbstoffe+ +enthält, z. B. über „Machen“ (ποίησις, Poíesis) des Purpurs, -- unter +welchem Namen aber +weit zahlreichere+ und +verschiedenere+ Farbentöne +zusammengefaßt werden als +heutzutage+ --, über Nachahmung der +purpurroten Farbbrühe oder Tinktur (πορφύρου βαφή, Baphé)[91] und über +Vortäuschen der Purpurfarbe aus Schnecken (χρῶμα κογχυλίων, Farbstoff +der Conchylien) mittels eines „Purpurs“; erhalten wird dieser bald +aus ἄγχουσα [Anchusa, d. i. sog. Alkanna aus der Wurzel der Anchusa +tinctoria, verschieden von der echten orientalischen Alkanna oder +Hennah aus den Blättern und Wurzeln der Lawsonia inermis], bald aus +φῦκος [Phykos, Fucus, z. B. Orseille u. dgl., aus Algen und Flechten], +bald aus anderen nicht näher bestimmbaren Pflanzenstoffen (πεδερώτινον, +λεοντική)[92], und in gröberer Weise selbst aus eisenhaltigen +Substanzen und Essig [d. i. aus roten Eisenacetaten][93]. Ferner gibt +es, sowie bei Gold und Silber, auch bei Purpur eine ἄνεσις (Anesis = +Verdünnung, Verlängerung), zu der passende rote Pflanzensäfte dienen, +u. a. neben den oben angeführten auch Saft gewisser Obstfrüchte oder +roter Rüben[94]. -- Die Rezepte zur +Anwendung+ der Farbstoffe sind +zumeist leider so unvollständig und entstellt, daß sie nur wenigen +Anhalt zur Beurteilung der Färberei (βαφή) geben, die bekanntlich in +Ägypten seit jeher auf sehr hoher Stufe stand. Als Bestandteile der +(zumeist roten) Farbbrühen[95], -- oft αἷμα (Haíma, Blut) genannt --, +und der φάρμακα στυπτικά (styptische Pharmaka, Beizen)[96] werden +u. a. angeführt: Galläpfel, gerbstoffhaltige Samen und Rinden (z. B. +Granatrinde)[97], Harn von Schafen und Kamelen[98], Seifenwurzel[99], +ἄσβεστος (Asbestos = Kalk)[100], Weinstein[101], Alaun[102], μελαντηρία +(Melantería, ein unreiner dunkelfarbiger Vitriol)[103], und Chálkanthos +(Vitriol), dieser auch κεκαυμένος, d. i. gebrannt, calciniert[104]. +Neben Salz aus Kappadocien in Kleinasien und aus der Oase Ammon[105], +sowie Nitron, Nitron von Berenike (in Ägypten) und Aphronitron +(Schaumnitron)[106], sind dies die Chemikalien, die der Leidener +Papyrus mit am häufigsten nennt; ihr Zusatz wird gewöhnlich mit dem +(auch bei Arzneibereitungen üblichen) Worte anbefohlen, ἐπίβαλε, oder +ἐπίβαλλε, d. h. „wirf sie hinein“, „projiziere sie“[107]. + +Außer den bisher besprochenen rund hundert Absätzen enthält der +Leidener Papyrus noch zehn weitere, die der gegen 75 n. Chr. verfaßten +Heilmittellehre des ~Dioskurides~ entnommen sind[108], was nach +~Kopp~[109] schon um 1830 ~Reuvens~ in Leiden feststellte. Sie +betreffen die Substanzen Alaun, Auripigment, Chrysokolla, Kadmia, Misy, +Nitron, Quecksilber, Realgar, Sinopis und Zinnober, und zeigen, daß +der benützte ~Dioskurides~-Text frei von manchen, anscheinend erst +später erfolgten Einschiebungen war; im Artikel über Quecksilber, +das durch Kondensation seiner αἰθάλη (Aithále = Dunst, Rauch, Ruß) +am ἄμβιξ (Ambix), dem Deckel des sehr unvollkommenen Destillations- +oder richtiger Sublimations-Apparates, gewonnen wurde, fehlt z. B. +der sinnwidrige Zusatz, daß dieser Körper, außer in Gefäßen aus Glas, +auch in solchen aus Blei, Zinn, oder Silber aufbewahrt werden könne, +und ebenso die (fälschlich oft in alchemistischem Sinne gedeutete) +Bemerkung, er werde ἐν μετάλλοις (in den Bergwerken, +nicht+ in den +Metallen!) gefunden[110]. + +In einem der Rezepte[111], das die Herstellung von Asem behandelt, +sind die Namen für Gold und Silber nicht ausgeschrieben, sondern durch +die Zeichen [Symbol] und ☾ der Sonne und des Mondes ersetzt, was nach +~Berthelot~ das älteste bisher bekannte Beispiel solcher Art ist[112]. +-- Für +andere+, in der nämlichen Vorschrift genannte Metalle, z. B. +Quecksilber, sind +keine+ Symbole gebraucht; auch bleibt es natürlich +dahingestellt, ob sich deren schon die älteren Vorlagen des Leidener +Papyrus bedienten, oder ob sie erst der letzte, im 3. Jahrhundert +tätige Abschreiber, einer zu seiner Zeit bereits herrschenden +Gewohnheit gemäß, gelegentlich einfügte. + + +II. Stockholmer Papyrus. + +Nach ~Diels~[113] ist die Ausgabe dieser „Inkunabel der Chemie“ +durch ~Lagercrantz~ als eine ganz ausgezeichnete anzuerkennen; +indessen bemerkt dieser selbst[114], seine Bearbeitung sei „eine rein +philologische, .... da technische Kenntnisse ihm fehlten“. Dies ist +nun freilich keineswegs wörtlich zu nehmen, vielmehr hat ~Lagercrantz~ +mit größtem Eifer sehr mannigfaltige, dem Philologen sonst recht +fernliegende Hilfsmittel herangezogen und daher bei den Übersetzungen +und Erklärungen zumeist das Richtige getroffen; da er aber wohl keine +Gelegenheit hatte, sich mit einem in der alchemistischen Litteratur +etwas belesenen Chemiker zu beraten, so sind doch mancherlei Irrtümer +und Mißverständnisse untergelaufen[115]. Namentlich scheint es, wenn +man aus dem Fehlen jeglicher Andeutung schließen darf, ~Lagercrantz~ +entgangen zu sein, daß die Namen der vorgeschriebenen Präparate und +verlangten Zusätze in vielen Fällen nicht buchstäblich zu nehmen sind, +sondern sog. Decknamen vorstellen oder doch vorstellen können: in +dieser Hinsicht ist daran zu erinnern, daß bis in sehr späte Zeiten +hinein die größte und oft einzige Einnahme der Ärzte und Kurpfuscher +darin bestand, daß sie die vorgeschriebenen Arzneien selbst bereiteten +und verkauften, und daß sie daher alle Ursache hatten, die benutzten +Zutaten vor ihren Abnehmern und Konkurrenten verborgen zu halten. So +entstanden schon frühzeitig zahlreiche Schein- und Decknamen (bereits +aus den Anfängen der ptolemäischen Zeit sind genaue Listen erhalten), +und solcher bedienten sich auch die Chemiker, die anfänglich mit +den Ärzten und Priesterärzten identisch, späterhin deren Nachfolger +waren. Geben daher die Vorschriften der Rezepte ihrem Wortlaute +nach keinerlei chemischen Sinn, und liegt ihnen auch kein bloßer +Aberglaube zugrunde, so wird man in der Regel an einen Decknamen zu +denken haben, dessen Enträtselung allerdings oft gar nicht, oft nur +durch Zufall gelingt: gäbe z. B. nicht der Papyrus selbst an, daß +man mit ἄνθραξ (Anthrax) auch den Indigo aus Waid (Isatis tinctoria) +benenne[116], und mit „Knoblauch“ die (dessen Zwiebeln oder sog. +„Zehen“ gleichenden) Bällchen menschlicher Faeces[117], und wüßte man +nicht aus medizinischen Quellen, daß z. B. „Blut der Taube“ in der +Regel Mennige (Minium), zuweilen auch Zinnober bedeutet, so könnte man +dies wohl schwerlich ohne weiteres erraten. Benennungen dieser Art sind +in Parallele zu stellen mit den zahlreichen, in nicht geringem Umfange +bis auf den heutigen Tag erhaltenen, und zum Teil volkstümlichen der +Botanik, Mineralogie und Pharmazie; wie sehr in die Irre geriete ein +später Nachkomme, der z. B., derlei Vorlagen nach, für vorgeschrieben +erachtete „Rauch der Erde“, „Tau des Mehles“, „Milch des Wolfes“, +„Schaum des Meeres“, „Auge der Katze“, „Blut des Drachens“, „Manna der +Metalle“ usw., während tatsächlich Erdrauch (Fumaria officinalis), +Mehltau, Wolfsmilch (Tithymallos), Meerschaum (das Magnesiumsilicat), +Katzenauge (der Edelstein), Drachenblut (das Harz), Calomel („süßes“ +Quecksilberchlorür) gemeint sind. + +Im folgenden[118] sollen zunächst die Angaben des Stockholmer Papyrus +über die Metalle erörtert werden, sodann die über Edelsteine und Perlen +(die schon ~Theophrast~, der Schüler und Nachfolger des ~Aristoteles~, +in seiner Abhandlung über die Mineralien zu den Edelsteinen zählt), und +schließlich die über Farbstoffe und Färberei; angesichts der völligen +Neuheit +dieses+ Papyrus ist hierbei eine etwas größere Ausführlichkeit +gerechtfertigt. + +a) +Metalle.+ Die wenigen auf Metalle bezüglichen Vorschriften, die +(gleich allen anderen) zumeist, jedoch nicht immer, auch die +Mengen+ +der Bestandteile und Zusätze angeben, betreffen fast allein das ++Silber+, für das aber die Bezeichnung „Asem“ in +diesem+ Papyrus ++nicht+ vorkommt[119]. + +Zur „Herstellung“ von Silber (ἀργύρου ποίησις) reinigt man in Bleche +oder Platten geformtes cyprisches Kupfer durch mehrtägiges Beizen mit +Essig der Färber (ὄξει βαφικῷ) und Alaun (στυπτηρία)[120] sowie durch +Putzen mit Erde von Chios, Salz aus Kappadocien, und schieferigem Alaun +(σχιστή), und gießt es dann unter Beigabe einer gewissen Menge echten +probehaltigen (δόκιμον) Silbers, das die Legierung „unvergänglich“ +(ἀνεξάλειπτον) macht[121]. Statt dessen kann man auch ἅνθραξ (Anthrax) +der Kupferschmiede [d. i. hier offenbar Glanzkupfer] erst in Essig und +sodann in Alaunlösung beizen, hiervon 1 Teil mit 1 Teil Silber und +8 Teilen Quecksilber „in eins (εἰς ἑν) machen“ [d. h. legieren] und +die Schmelze (βῶλος, wörtlich Klumpen) in einem kupfernen Gefäß mit +Harn einer Schwangeren und Eisenfeile behandeln; diese Vereinigung +gleicher Gewichtsmengen (Kupfer und Silber) ergibt eine, das natürliche +wahre Silber vortäuschende ἀμαύρωσις (Amaúrosis) = Scheinbildung, +Blende[122]. Endlich kann man auch von jenem reinen Zinn ausgehen, +das die westlichen Iberer [Keltiberer?], die es gewinnen, und auch +die Römer „Bulla“ benennen[123], und das man zunächst noch 4-5mal +umschmilzt, und zwar unter Zugabe von „Öl“ und Asphalt, [die beim +Schmelzen obenauf schwimmen und die Oxydation verhindern sollen]; aus +6 Teilen des sauber gereinigten Metalles nebst 1 Teil blanken (λευκοῦ) +Kupfers aus Galatien [in Kleinasien], oder aus 6 Teilen dieses Zinns +nebst 7 Teilen galatischen Kupfers und 4 Teilen Silbers erhält man ein +zur Verarbeitung trefflich geeignetes ἀργύρωμα = „Arbeitssilber“, ein +ἄργυρος ὁ πρῶτος = „Prima Silber“, das selbst die τεχνῖται [Technítai, +Techniker, Werkmeister] täuscht[124]. + +Zur Diplosis (πλασιασμός = Vermehrung) des Silbers bedient man sich +verschiedener Verfahren[125]. Das eine besteht im Vermischen mit +sechsmal umgeschmolzenem cyprischem Kupfer, das man mit ἁλοσάχνη += Salzschaum[126] blank putzt und einwirft (ἐπίβαλε). Bei einem +anderen verschmilzt man das Silber mit Kupfer, dessen πέταλα (Pétala, +Blätter, Platten) mit ἅλμη (Salzwasser) behandelt wurden, sowie mit in +süßem Wasser gelöster στυπτηρίᾳ στιλβάδι, „glänzendem Alaun“ [d. h. +reinem, schön krystallisiertem[127]]. Ein drittes schreibt vor, die +weiße Schmelze aus 1 Teil galatischem Kupfer, ½ (?) Teil Silber und +½ (?) Teil Zinn wiederholt mit einer Lösung von glänzendem Alaun in +Quellwasser zu behandeln, die Masse (μᾶζα, Máza) mehrmals abwechselnd +zu erhitzen und wieder abzukühlen, und sie schließlich, wenn sie ganz +reines Silber geworden ist, mit Kupholith [leichter, lockerer Stein; +hier ein feines Putzpulver] zu polieren. + +Die Triplosis erfolgt auf ganz ähnliche Weise, wobei jedoch auf 1 +Teil Silber 1 Teil Kupfer und 1 Teil Zinn kommen[128]; nimmt man von +dem durch Diplosis oder Triplosis erhaltenen „Silber“ einen gewissen +Teil weg und setzt statt dessen einen gleichen Teil anderen Silbers zu +[nämlich schon selbst durch Diplosis oder Triplosis gewonnenen!], so +entsteht die μᾶζα ἀνέκλειπτος, die „unerschöpfliche Masse“; sie läßt +sich gut umschmelzen und schön polieren[129]. + +b) +Perlen und Edelsteine.+ Um echten (ἀληθινόν) +Perlen+ den verloren +gegangenen Glanz wieder zu verschaffen, bedienen sich die Indier +gewisser Verfahren der „Weißung und Glättung“ (μαργαρίτου λεύκωσις, +σμῆξις)[130]. Sie verfüttern z. B. die Perlen abends an ein Huhn, +schlachten dieses am nächsten Morgen, oder durchstöbern seinen Kot, +und finden dabei die Perlen durch den Aufenthalt im Kropfe, im Magen +und im Darm völlig gereinigt und in ursprünglichem Glanze wieder vor. +Ein anderer Weg besteht darin, Kalk, der das beim Brennen im Ofen +allmählich aufgenommene Feuer noch in sich enthält [d. h. frisch +gebrannten Kalk], in der Milch einer weißen Hündin zu löschen, die +Perlen ringsum mit der hierbei entstehenden, dicken Masse zu überziehen +und erst nach einem Tage wieder von dieser zu befreien. In einem +ähnlichen Rezepte[131] ist von bloßem längeren Liegen in der Milch +der Hündin die Rede, ohne daß der Kalkzusatz nochmals erwähnt wird; +doch deutet auf ihn der Nachsatz hin, daß die gebrauchte Masse infolge +ihrer großen „Kraft“ auf der menschlichen Haut Flecke hervorruft, +d. h. sie verbrennt[132]. Statt mit der scharfen Paste aus Kalk +kann man Perlen und Perlmutter (πινάρια) auch mit einer milderen +behandeln, die aus νίτρωμα [Nítroma, Lösung von Aphronitron d. i. +Schaumnitron in Wasser = Sodalauge], Kuhmilch, Mastixöl (σχίνου χυλοῦ) +und kimolischer Tonerde besteht und sich u. a. auch gut zum Entfernen +der Schrift von Papyrus eignet[133]. Zuweilen genügt auch eine Paste, +die man durch Einkochen einer Lösung von Honig in Zisternenwasser +mit Feigenbaumwurzeln erhält, und die bei wiederholtem Bestreichen, +Trocknen und Abputzen die bräunliche oder rauchähnliche Färbung der +Oberflächen vollkommen beseitigt[134]. Endlich kann man die Perlen +auch mit dem Harn eines kleinen[135] (ἀφθόρου) Knaben nebst Alaun +beizen und dann mit der frischen Milch einer Hündin und mit Quecksilber +[Deckname für ein silberglänzendes Präparat, vielleicht Fischschuppen +oder dgl.?] erwärmen, jedoch auf gelindem Feuer, unter Benutzung von +„fremden“ Kohlen [ξενικοῖς = auswärtigen, importierten, vermutlich den +öfters erwähnten aus dem Holze des Ölbaums, der in dem regenlosen und +holzarmen Ägypten nicht vorkommt][136]. + +Das „Machen“ (ποίησις, Poíesis) von Perlen erfolgt, indem man fein +geriebenen Glimmer (λίθον σπεκλάριον, Marienglas) mit tyrrhenischem +Wachs und „Quecksilber“ (s. oben) zu einem Teig verschmilzt, diesen mit +einer Lösung von Tragantgummi und Eiweiß in Kuhmilch durchknetet, aus +der Masse Kügelchen formt, sie durchbohrt solange sie noch feucht sind, +hierauf allmählich trocknet und schließlich schön poliert (ὀδοντίζειν); +sie sind dann „besser als die echten“ (ὑπὲρ τὸν φυσικόν)[137]. Ebenso +kann man auch „Krystalle“ [d. h. aus dem oben genannten Mineral +entsprechend geformte Stückchen] mit dem Harn eines kleinen Knaben +und mit rundlichem (στρογγύλη) Alaun beizen, und dann entweder in +ein Gemenge von Frauenmilch und „Quecksilber“ tauchen, oder mit dem +bläulichen Safte der Pflanzen ἀναγαλλἰς (Anagallís, Gauchheil), +ἀείζωος (Aeízoos, Sempervivum, Hauswurz) und τιθύμαλλος (Tithýmallos, +Wolfsmilch) nebst „Quecksilber“ auf gelindem Feuer erwärmen[138] und so +die βαφή (Baphé, Färbung) bewirken. + +Zum „Machen“ von +Edelsteinen+ durch βαφή (Färbung), die in einem +geschützt liegenden, keinen störenden Winden ausgesetzten Häuschen +vorzunehmen ist[139], waren offenbar nur Mineralien geeignet, +deren blätterige poröse Struktur, oder deren leichte Spaltbarkeit +sie befähigt, beizende und färbende Lösungen aufzusaugen und +festzuhalten [etwa so wie die Achate und ähnlichen Silicate, die +man noch gegenwärtig künstlich zu färben pflegt]. Als solche nennt +der Papyrus[140]: den πυρίτης (Pyrit), welchem vieldeutigen Namen +nichts Näheres zu entnehmen ist, da die kurze Bemerkung „er werde +leicht allmählich rot“, keinen bestimmten Schluß gestattet[141]; +den κρύσταλλος („Krystall“), auch λίθος διοπτηρίτης (durchsichtiger +Stein)[142], d. i. der schon bei Anfertigung der Perlen erwähnte +Glimmer, oder Marienglas; den ταβάσιος, auch ταβάσις oder ταβάσι +(Tabasis, Tabasi) geheißen, der aus (oder über) Ägypten (nach +Alexandria) gebracht wird[143]. Diesen Stein hält ~Lagercrantz~ für +Topas[144], dessen Kostbarkeit und große Härte die Verwendbarkeit +zum „Färben“ jedoch ausschließt; er berichtet[145], daß man im +Altertum als seine Fundorte u. a. eine indische Insel und einige +arabische Küstenorte angesehen habe[146], und hält den Namen für einen +ausländischen; hiernach kann wohl kein Zweifel darüber walten, daß es +sich um „Tabaschir“ handelt, die merkwürdigen, aus reiner Kieselsäure +bestehenden Konkretionen, die sich in den Zwischenhalmknoten +des indischen Bambu abscheiden und in Indien seit altersher die +weitgehendste Verwendung zu medizinischen, abergläubischen u. dgl. +Zwecken fanden[147]. Dieses (schon um 300 v. Chr. dem ~Theophrast~ +bekannte) Material ist infolge seiner hohen Porosität und Aufsaugekraft +zum „Färben“ ungewöhnlich geeignet; auch seiner charakteristischen +Eigenschaft, des lebhaften Irisierens, gedenkt der Papyrus sichtlich +an einer Stelle, indem er κρύσταλλον τὴν ἰρίζουσαν erwähnt, „den +irisierenden Krystall“[148]. + +Unter den vorbereitenden Maßregeln der Edelstein-Macher spielen die +nachfolgenden eine Hauptrolle: 1. Die κάθαρσις (Kátharsis, Reinigung) +und λεύκωσις (Leúkosis, Blankmachung)[149], durch Einhängen der +in einem Körbchen aus Weidenruten befindlichen „Krystalle“ oder +„Steinchen“ in heißes Wasser und in eine Lösung von Ätzkalk[150] in +Essig, oder durch Kochen mit Reiswasser. 2. Die ἀραἰωσις (Araíosis, +Auflockerung)[151], oft auch als λίωσις[152] oder στῦψις[153] +bezeichnet, durch Einlegen in eine weiche Feige und langsames +Rösten (samt dieser) über Kohle, wodurch dem Zerspringen [infolge +zu plötzlichen Erhitzens] vorgebeugt wird; oder auch durch längeres +Behandeln mit (geschmolzenem?) Wachs, einer Masse (μᾶζα) von σκόρδον, +d. i. Knoblauch, „von dem es in der dritten Rolle (τόμῳ) heißt: der +sogenannte Knoblauch ist menschlicher Kot“[154], und dreitägiges +Kochen in dessen „Saft“ nebst Öl[155]. 3. Die μάλαξις (Málaxis, +Erweichung)[156] durch Eintauchen oder Kochen in Bocksblut, τράγειον +αἶμα, das ebenso auch auf Glas (ὕελον) einwirkt [nach einem schon im +Altertume weitverbreiteten Aberglauben]. 4. Die τήρησις (Téresis, +Bewahrung, Zurechtmachung)[157], durch Beschmieren der Steinchen mit +einem Kleister aus Kupholith (Talk?) und Gänseeiweiß, Einwickeln in +Leinen (εἰς ὀθόνιον θῆσας) und dreitägiges Setzen εἰς δρόσον καὶ ἥλιον; +dies heißt offenbar nicht wörtlich „in Tau und Sonne“[158], sondern +stellt einen Kunstausdruck vor, der etwa auf abwechselnde Einwirkung +feuchter und trockener Wärme hinauslaufen mag. + +Nunmehr folgt, sofern sie nicht schon mit der ἀρέωσις (auch ἀραίωσις) +(Auflockerung) verbunden wurde, die eigentliche Beizung (στῦψις), +entweder eine καθολική (katholische = allgemeine), oder eine besondere. +Zur ersteren, auch als πρόστυψις (Vorbeizung) bezeichneten[159], dient +der Saft des σφαιρία, d. h. Blütenbüschel[160] habenden (also in Blüte +stehenden) Krautes ἡλιοτρόπιον [Heliotrop, Croton tinctorius][161], und +anscheinend auch der mit Essig eingekochte Saft des Seidelbastsamens, +κνίδιος κόκκος[162], während die letztere hauptsächlich mit Salzwasser, +Nitron [Rohsoda], Alaun, Ätzkalk und Schwefel erfolgt[163]. Meistens +löst oder suspendiert man diese in kaltem und heißem Wasser, kaltem +und heißem Essig, usw., legt die Steinchen (stets nur einige wenige) +drei- bis viermal je einige Tage ein, bis sie sich vollgesaugt haben, +trocknet sie vorsichtig an dem Abzuge des Kamins, um das Zerspringen zu +verhüten[164], und wiederholt dies so oft, bis der Krystall ἀεροειδής +geworden ist, d. h. luftähnlich, durchscheinend[165]. Zuweilen ist es +auch vorteilhaft, die Steinchen mit Alaun und Essig aufzukochen und +über Nacht stehen zu lassen, oder sie zwischen zwei aufeinandergelegten +und mit Lehm verschmierten Tonschalen vorsichtig ein wenig zu rösten +und dann erst den Essig nebst dem Alaun aufzugießen[166]; endlich läßt +man die Steinchen auch 30 Tage in faulem Harn nebst Alaun liegen, +legt sie in weiche Feigen oder Datteln ein, röstet sie vorsichtig +samt diesen und wirft sie schließlich noch warm mit der Zange in die +kleisterdicke Farbbrühe, βάμμα[167]. + +Was die einzelnen Edelsteine anbelangt, so steht in erster Reihe der ++Smaragd+, dessen ποίησις (Machung) und βαφή (Färbung) etwa zwanzig +Vorschriften gewidmet sind. Zur Herstellung dieses χλωρὸς λίθος (grünen +Steines)[168] hat man eine „Veränderung“ vorzunehmen (ἀλλοιοῦν)[169], +indem man einige kleine „Stückchen“ oder „Steinchen“, bestehend aus +„Pyrit“[170], dem irisierenden Tabasi[171], oder dem „rauchähnlichen“ +Glimmer[172], entsprechend vorbehandelt und dann grün färbt. Als +φάρμακον (Pharmakon, Mittel)[173] hierzu dient hauptsächlich: Grünspan +(ἰὸς χαλκοῦ = Rost des Kupfers) [der aus cyprischem Kupferblech und +Essig genau nach den bei ~Dioskurides~ und schon bei ~Theophrast~ +gegebenen Vorschriften dargestellt wird][174]; Chrysokolla, d. i. +das natürliche Kupfergrün oder Berggrün, vielleicht u. a. eine Art +Malachit[175]; ferner aber auch die grüne Mischung, die beim Vermengen +eines gelben und eines blauen Farbstoffes entsteht, z. B. der gelben +Galle von Schildkröten, Stieren oder Kälbern[176] mit ἀρμένιον[177], +d. i. „armenischem“ Bergblau (Kupferlasur), oder des gelben Saftes von +Schöllkraut (ἐλύδριον, Chelidonium) mit ἰνδικόν, d. i. Indigo[178], +oder „skythischem μέλαν“, d. i. vermutlich Waid[179]. + +Die Vorbehandlung geschieht durch Einlegen der Steinchen in +eine wäßrige oder essighaltige Lösung von Alaun[180], meistens +„rundem“ [d. h. krystallisiertem, kleinstückigem][181]; oder durch +Einweichen[182] in einem „Kleister“ aus feingeriebenem schieferigem +(σχίστη) Alaun, scharfem Essig, und σκόρδα („Knoblauch“)[183]; oder +endlich durch mehrtägiges Liegenlassen in Sodalösung, „geriebenem +Knoblauch“, und schließliches „Kochen“ [sehr oft nur = „Erwärmen“] mit +dessen Saft nebst Öl[184]; sie wird fortgesetzt, bis die Steinchen +ἀεροειδεῖς] sind[185], d. h. luftähnlich, durchscheinend. + +Die einfachsten weiteren Verfahren sind nun: „Einsalben“ (= +Bestreichen, χρίειν) mit fein gepulvertem Grünspan, Berggrün, oder +Indigo mit Schöllkrautsaft, nebst geschmolzenem Harz (ῥητίνη)[186]; +Erwärmen (oder „Kochen“) mit gepulvertem Grünspan, oder skythischem +„Schwarz“ (Waid?) mit Schöllkrautsaft, nebst geschmolzenem Harz[187]; +Erwärmen mit feingeriebener macedonischer Chrysokolla (Berggrün), Essig +und den Blättern von ἁλικάκαβον [sog. Judenkirsche, eine Solanacee], +„so lange, bis die grüne Farbe erreicht ist“[188]; Erwärmen mit +Grünspan und Essig, Öl oder Kalbsgalle[189]; Erwärmen mit echtem +Grünspan, Chrysokolla, κεκαυμένον [= „gebranntem“, nämlich Kupfer; +also Kupferoxyd] und Stier- oder Schildkrötengalle, durch einstündiges +Einhängen in pontischen Honig[190]. + +Bei anderen, schon verwickelteren Verfahren überzieht man die Steinchen +zunächst mit Wachs oder feiner Tonerde[191]; dann bestreut man sie +mit Grünspan, erwärmt (oder „kocht“) in Öl, und wiederholt dies +erforderlichenfalles mehrmals[192]; oder man hängt sie an Pferdehaaren +in eine Mischung von feingeriebenem Grünspan, Chrysokolla, Kalbsgalle, +Olivenöl, zuweilen auch Ricinusöl (κῖκι), erwärmt sechs Stunden, und +läßt über Nacht stehen, „wodurch sie zu Smaragd werden“[193]; oder +man hängt sie, nach dem Erwärmen mit Öl, in Honig ein, behandelt mit +Chrysokolla, „überzieht“ sie nochmals, „damit nichts verloren gehen +(wörtlich: sich verflüchtigen) kann“, bestreicht (χρῖσον) abermals mit den +φάρμακα (Phármaka, Mitteln), und fährt so fort, „bis sie zu Smaragd +geworden sind“[194]. + +Noch umständlicher und schwieriger zu handhaben sind die Methoden, die +die Erwärmung unter einem gewissen Drucke voraussetzen[195]. Zu diesem +Zwecke hängt man die Steinchen in ein „fremdes“ [ξενικήν, importiertes, +jedenfalls besonders haltbares] Tongefäß oder in ein kupfernes Töpfchen +ein, fügt Chrysokolla, armenisches Blau nebst Stier- oder Kalbsgalle, +Harn eines kleinen Knaben, und starken Essig hinzu, setzt den Deckel +auf, und verschmiert ihn ringsum völlig dicht mit Kitt oder Lehm +(περιπηλόω)[196]; nun feuert man mit Olivenholz vorsichtig an, erwärmt +(kocht) 2-6 Stunden lang bei mäßiger, durch Gebrauch eines Blasebalges +zu regelnder Hitze, bis sich der Deckel χλωρόν (grünlich) zeigt[197], +und läßt bei Eintritt dieser Erscheinung (σημεῖον) sogleich +abkühlen[198], und zwar recht langsam, damit die Steinchen nicht +zerspringen[199]. Diese zeigen einen grünen ἀτμίς (Anflug, Belag)[200], +und wenn man sie in Olivenöl einlegt oder damit erwärmt, erhalten sie +genau das Aussehen der natürlichen[201]; in Ricinusöl (κίκι, Kíki) +dagegen sollen sie eine dunklere, weniger schöne Färbung annehmen[202]. + +Endlich kann man die Steinchen auch noch in einem „Kleister“ von +schönem Grünspan, gebranntem Kupfer, Alaunlösung und starkem Essig +sieben Tage lang „brennen“[203]. + +Die Kochung (ἕψησις) und Färbung (βαφή) des +Karchedoniers+ +(καρχηδονίου), d. i. des +Rubins+, erfolgt am besten[204], indem +man auf einer Kerotakís [d. i. einem flachen Tongerät, gleichend +der Palette der antiken Maler zum Anmischen der Farben, und zum +Verschmelzen der Farben mit Wachs] die Steinchen nebst ῥητίνη +τερεβινθίνη, d. i. Terpentinharz[205], und feingepulverter Anchusa, +d. i. sog. Alkanna, erhitzt, bis das βάμμα (die Farbbrühe, die +Schmelze) aufwallt (ἀναβῆ)[206], [also vom Stein aufgesaugt werden +kann]. In ähnlicher Weise läßt man auch Steinchen, die „mit den +Abfällen der Goldgießer“ erhitzt wurden, „so daß sie die Wärme in +sich enthalten“, in einer Lösung von Schwefel in Cedernöl liegen, bis +sie sich mit dieser vollgesaugt haben[207], oder man tränkt sie mit +einer Schmelze aus echtem Balsam, dem Harz „Drachenblut“, dem Harz aus +Palästina oder aus Tomi [am schwarzen Meer], dem πίσση genannten Pech, +und dem αἶμα (Blut = blutroten Saft) der pontischen Alkanna[208]. + +Die „Färbung“ des +Sarders+ (σαρδίου), d. i. des +Granats+[209], +erfolgt, indem man Krystalle von Glimmer (διοπτερίτην λίθον) an +Roßhaaren in ein φάρμακον (Mittel) einhängt, bestehend aus Alkanna +in Öl gelöst, sinopischer Erde [einem Rötel, aber auch Zinnober, +Roteisenstein, u. dgl.], „Blut einer Taube“ [d. i. Mennige] und soviel +Essig, daß die rote Farbbrühe genügend flüssig bleibt[210]; das Gefäß +wird ringsum gut verschmiert (περιφιμώσας)[211], und so zehn Tage +lang ὑπὸ δρόσον gesetzt, was nicht wörtlich „unter den Tau“, bedeuten +kann[212], sondern etwa (wie oben) „in ein Dampfbad“ oder dgl.[213]. + ++Amethyst+ erhält man[214], indem man die Steinchen mehrmals mit +heißer Alaunlösung behandelt, und dann mit κρημνός (Kremnós) nebst +Essig kocht, +Sapphir+ (σάππιρος, vermutlich Lasur)[215], wenn man +sie zunächst mit Schildkrötengalle vorfärbt, und dann in die nämliche +Brühe (ζωμόν) bringt[216]. -- Kremnos oder Krimnos[217] scheint +eine, dem antiken Purpur ähnlich, also rötlich, blaurot, bis stark +blaustichig färbende Substanz gewesen zu sein, über die Näheres +bisher nicht bekannt ist; die Bezeichnung könnte, das Äußere der Ware +betreffend, mit κρίμνον (Krímnon, Krume, grobes Mehl) zusammenhängen, +möglicherweise aber auch mit Κρημνοί (Kremnoi, Krimnoi), dem Namen +einer größeren Handelsstadt an der Küste des asowischen Meeres +(vielleicht noch in „Krim“ fortlebend?), die als Bezugsquelle +anzunehmen wäre[218]. + +Dem Machen (ποίησις) und Färben (βαφή) von +Beryll+ kommt es zugute, +daß ihm der „Krystall“ schon von Natur aus gleichartig und nahe +verwandt ist[219]; man hängt diesen an Eselshaaren drei Tage in +Harn, oder auch an anderen Haaren in den Harn einer Eselin, und +bringt das gedichtete Gefäß auf gelindes Feuer[220]; sodann läßt +man den aufgelockerten (ἀραἰωσας) Krystall sorgfältig abkühlen[221] +und behandelt ihn entweder mit Galle einer Schildkröte, Milch einer +Wöchnerin[222], Kupfer und starkem Essig[223], oder mit einer +Schmelze aus Harz (ῥητίνη) und μἐλαν ἰνδικόν, φάρμακον ἰνδικόν, +d. i. Indigo[224]. Ist der Stein noch zu heiß, so wird hierbei die +Hyacinthenfarbe zerstört (ἀποβαίνει = geht weg)[225]; bei guter +Ausführung aber wird der Beryll vorzüglich (ἄριστον), so daß selbst +die τεχνῖται (Technítai, Werkmeister) nichts an ihm bemerken[226]. +[Unter Beryll scheint man hiernach nicht nur, wie jetzt, den bekannten +grünlichen Stein verstanden zu haben, sondern auch einen bläulichen +oder „hyacinth“-farbenen; der Name „Beryll“ spricht nicht hiergegen, +denn er bezeichnet ursprünglich nur das nordindische Land oder +Volk, aus dessen Gebiet die, vielleicht recht verschieden gefärbten +Edelsteine kamen][227]. + ++Chrysolith+ erhält man durch Eintauchen der Krystalle in Gemenge +aus geschmolzenem Pech (πίσση) und Cedernöl (κεδρία) oder +Schöllkrautsaft[228], +Jaspis+ durch Behandeln der mit Alaun und Essig +gebeizten Steinchen mit Grünspan und Kalbsgalle[229], +Lychnis+ durch +Tränken mit φῦκος (Orseille), ἄγχουσα (sog. Alkanna), und Essig[230], +und +Chrysopras+ durch Schmelzen mit Harz und der grünlichen (χλωρόν) +Mischung von Schöllkrautsaft und Indigo[231]. +Heliotrop+[232] +(Keraunios, Sonnenstein) endlich bereitet man, indem man die „trüben“ +Kryställchen durch allmähliches Erwärmen mit Alaunlösung „auflockert“, +sie noch warm mit der Zange in κεδρία (Cedernöl; Holzessig?) +wirft[233], und nun entweder gemäß dem beim Rubin zuletzt angeführten +Rezepte behandelt (jedoch +ohne+ Zugabe von πίσση)[234], oder mit +heißem geschmolzenem Pech und Alkanna, oder mit feingeriebenem Kermes +(κόκκος) nebst Essig, oder mit armenischem Blau nebst Kalbsgalle, +oder mit Maulbeersaft (Deckname?)[235], oder mit Schwefel, Kalbsgalle +und Essig[236]; der Heliotrop wird hierbei δόκιμος (probehaltig) und +πρωτ(ἐ)ῖον (Prima). + +c) +Farbstoffe und Färberei+. Die zum Färben bestimmte rohe[237] ++Wolle+ (von anderen Rohstoffen ist kaum die Rede) muß zunächst +vorgereinigt werden, was durch Waschen, Aufkochen, Spülen, Abkühlen, +Nachwaschen und Trocknen geschieht[238]; als Zusätze dienen hierbei +fein gepulverte Seifenwurzel (στρούθιον, Strúthion)[239], die +„Skorpiuros“ benannte Art des Seifenkrautes[240], das Kraut Asphodill +nebst Sodalösung[241], kimolische Tonerde nebst Essig[242], filtriertes +Kalkwasser (ἀσβέστου ὔδωρ)[243], bereitet durch Löschen gebrannten +Kalkes in Cisternenwasser und Abziehen der nach völligem Absitzen +krystallklaren Lauge[244], sowie feine Tonerde nebst Aschenlauge[245]; +diese wird gewonnen[246], indem man den durchlochten Boden eines +Topfes mit Ätzkalkstücken belegt, die durch Auslaugen von Asche +[nämlich Holzasche] mit Wasser erhaltene Lösung [von Alkalicarbonat] +durchfließen läßt, und die [nunmehr kaustisch gewordene] Lauge über ein +σεβέννιον (Sebénnion) klar filtriert, d. i. über ein „Blätterbüschel“, +[oder ein an Stelle dieser sehr unvollkommenen Vorrichtung getretenes +Ersatzmittel aus irgend einem passenden Material][247]. + +Hierauf folgt die +Beizung+ (στῦψις, Stýpsis), deren Hauptarten +jeder beliebigen Färbung vorausgehen können, „mit Ausnahme der +purpurnen“[248]. Die wichtigsten Materialien, die man zumeist als +kochende Lösungen anwendet, sind: Alaun und Harn[249], auch nebst +gebranntem „phrygischem Stein“ [d. i. ein poröses, vermutlich +alaunhaltiges Mineral, von dessen „Brennen“ ~Dioskurides~ und ~Plinius~ +berichten], und Misy [d. i. ein Zersetzungs- und Oxydationsprodukt +des in Cypern vorkommenden eisenhaltigen Schwefelkieses][250]; Alaun +und scharfer Essig, auch nebst rohem Misy[251], wobei man zunächst +kocht, bis einige zugesetzte Gerstenkörner erweicht sind, und hinterher +auch noch Harn beigeben kann[252]; Alaun und Abkochung von βαλαύστιον +(Balaústion), d. i. Granatblüte[253]; Saft unreifer Trauben[254]; +Trestern (γείγαρτον) mit siedendem Essig[255]; Chálkanthon[256], d. i. +unreiner Kupfervitriol. Zu den Beizen für Purpur nimmt man geriebenes +Misy, Eisenrost, und ἄνθος βαλαυστείας, d. i. Granatblüte[257], oder +Alaun, Essig, Misy und echten Schwefel[258]; [letzterer ist anscheinend +bestimmt, eine Aufhellung zu bewirken[259], ähnlich wie an anderer +Stelle[260] ein Kochen mit Schwefel und Kuhmilch ἄνεσις herbeiführen +soll, d. i. „Entfärbung“][261]. Als Beizen für die besonderen Nüancen +des „sardinischen“ und des „sizilischen“ Purpurs werden vorgeschrieben: +eine stark eingekochte Lösung von Eisenrost nebst Essig oder saurem +Granatäpfelsaft[262], und eine Lösung von Alaun, κηκῖδες (Galläpfeln), +und χαλκοῦ ἄνθος (Kupfervitriol), mit der man aber nur 2-3mal +aufwallen lassen darf, weil sonst die Färbung nachher zu hochrot +(ἐρυθρά) ausfällt[263]. [Der Ausdruck χαλκοῦ ἄνθος kann hier +nicht+ +auf Kupferoxydul gehen [264], sondern nur, wie auch an einer anderen +Stelle[265], auf Kupfervitriol, der dort ausdrücklich als „schön +dunkelblau“ bezeichnet wird; der „schön lauchgrüne“ ist natürlich nicht +Kupfer- sondern Eisenvitriol.] + +Die +Farbstoffe und Farbmaterialien+ unterwirft man vor Gebrauch +einer +Prüfung+ (δοκιμασεία φαρμάκων βαφικῶν)[266]. Der +Waid+, der +aus dem im Schatten gesammelten Kraut durch Zerquetschen, Zerstoßen, +und Trocknen an der Luft unter häufigem Umwenden dargestellt wird, +und ισάτις (Isátis) oder auch ἄνθραξ (Anthrax) heißt, soll schwer und +schön dunkelblau sein[267]. Syrischer +Kermes+ (Scharlach) darf keine +weißen oder schwarzen Flecken aufweisen, sondern muß locker und schön +rot aussehen, und sich beim Verreiben[268] mit Soda (und Wasser) gut +auflösen[269]. Auch φῦκος (Phýkos, +Orseille+) darf nicht weiß- oder +schwarzfleckig und locker sein, sondern soll dasselbe Rot wie Purpur +aus Purpurschnecken (ὄστρεον) zeigen, und sich fest anfühlen; man +prüft sie durch Zerreiben[270], und behält nur die gut Befundene[271]. +In gleicher Weise prüft man den +Krapp+ (ῥίζα = Wurzel) und wählt +nur den schönfarbigsten[272]. Das ἐλύδριον (Elydrion, Chelidonium, ++Schöllkraut+) ist eine Wurzel, deren Saft schon in der Kälte schön +goldgelb färbt, doch ersetzt man es, des hohen Preises wegen, oft +durch die Wurzel der Granate, ῥοιά, die ganz ähnlich wirkt[273]. Eine +gelbe Farbe enthält auch die γάλβινα (+Galbina+), d. i. ein Absud aus +den getrockneten Blüten des κνῆκος (Safflors) oder des τιθύμαλλος +(Wolfsmilch)[274]. Der +Alaun+ (στυπτηρία, Styptería) muß schön weiß +und gut löslich sein (ὑγρά)[275]; enthält er ἅλμη (Mutterlauge)[276], +so ist er unbrauchbar. Vom +Vitriol+ (χαλκοῦ ἄνθος) wählt man nur +den schöngefärbten, schön dunkelblauen oder lauchgrünen[277] [die +Verschiedenheit von Kupfer- und Eisenvitriol, die z. B. in Cypern +vielfach gemeinsam vorkommen, wird also nicht erkannt, oder doch nicht +berücksichtigt]. + +Zur +Auflösung+ (λύσις, ἄνεσις)[278] von Orseille (φῦκος) bedient man +sich einer wäßrigen Abkochung von Bohnenschrot (ὕδωρ ἐρεγμοῦ)[279], zu +jener von +Alkanna+ (ἄγχουσα) der Abkochungen von Linsen (φακός), von +Wurzeln des Bilsenkrautes (ὑοσκύαμος), des Kappernstrauches (κάππαρις), +des Maulbeerbaumes (συκάμεινος), und der Bertramwurz (πύρεθρον)[280], +von Safflor (κνῆκος), und von Schachtelhalm (τῆλις)[281]; man kann aber +die entrindete und zerkleinerte Alkanna auch mit frischem Gerstenmalz +(βύνη, βύνι) feinreiben, einen Tag mit Essig stehen lassen, und dann +erwärmen, bis der Essig die Farbe löst[282]; oder sie mit Kamelharn, +mit Sodalösung, mit Öl und mit Nüssen (κάρυα) aufkochen, bis die +Flüssigkeit [in der die Alkalien, das Öl und das Nußöl lösend wirken] +blutrot aussieht[283]; oder endlich sie mit dem Inneren „königlicher, +persischer Nüsse“ (βασιλεικῶν καρύων), also großer Walnüsse[284] +feinstoßen und mit schiefrigem Alaun zu einer festen Masse (μάζα, +Máza) formen, die man dann mit Wasser anreibt, so daß man die Güte der +Farbe mit dem Finger zu prüfen vermag[285]. Ähnliche Mittel verwendet +man auch, um κόμαρι (+Kómari+) in Lösung zu bringen, [d. i. der rote +Farbstoff aus Wurzel und Kraut von Comarum palustre][286]; entweder +kocht man mit φέκλη (Phékle, Weinstein, lat. faecula) auf[287], oder +mit τραγακάνθη (Traganthgummi), Balsamöl und dem teuren καπνέλαιον +(Öl des Kapnos)[288], oder mit Aschenlauge (κονία στακτή)[289], oder +mit Harn eines kleinen Knaben, Schweinemist und der durch Löschen +gebrannten Marmors in Wasser dargestellten Kalkmilch[290]. + +Die +Herstellung+ (σκευή, Skeué) „echten“ +Purpurs+ durch ψυχροβαφή +(Kaltfärbung, Färben in der Kälte)[291] gelingt, indem man die mit +filtriertem Kalkwasser oder mit Eisenrost in Essig [d. i. Eisenacetat] +gebeizte Wolle mit Krimnos oder mit Orseille nebst Chalkanthon +behandelt[292]; am besten verfährt man aber so, daß man den „Schaum +der Isatis der Färber“ [d. i. indischen oder Waid-Indigo] nebst +„ausländischer“ [importierter] Alkanna im Mörser feinreibt, der Lösung +durch Zusatz von κόκκος (Kókkos, Kermes), oder falls dieser fehlt, von +Krimnos, „wie sie die Färber besitzen“, ἄνθος (Anthos, Glanz) verleiht, +und die aufgebeizte Wolle hineinbringt: sie erlangt herrliche, +unbeschreiblich schöne, der echt purpurnen gleichende Farbe, daher muß +man diesen Kunstgriff +geheimhalten+ (ἀπόκρυφον πρᾶγμα)[293]. + +Auf +heißem+ Wege erhält man echten, prachtvollen Purpur, „so schön +wie den [importierten] barbarischen“ (λίαν καλὴ βαρβαρική)[294], +durch Kochen mit verschiedenen Farbstoffen und passenden Zusätzen. +Orseille verwendet man zusammen mit Amaranth-Blüten oder Maulbeersaft, +setzt nach Bedarf auch Eisenrost[295], δάφναι (Lorbeerfrüchte), und +κανθαρίδες (Canthariden)[296], sowie Chálkanthon und Hämatit[297] +hinzu, und gibt Glanz (ἐπανθίζει) mit Galläpfeln und ὑάκινθος +(Hyacinthe)[298], oder mit Kalkwasser[299]; auch kann man mit Orseille +und einigen Brocken[300] (Krystallen?, σφαῖρα) Alaun behandeln und, +falls die Farbe dunkler gewünscht wird, die Behandlung verlängern, +oder eine Kleinigkeit Chálkanthon und Soda beifügen[301]. Alkanna +bringt man, in ein Körbchen gefüllt, mit Harn, rohem cyprischem Misy +und natürlicher Soda (νίτρον ἄπυρον, Nitron) in einen [wegen der +Gefahr des Überlaufens] recht großen Topf, kocht auf, entfernt den +Schaum, preßt die (φάρμακα (Mittel) gut ab, stellt mit einem Strähn +Wolle eine Vorprobe an und siedet dann die übrige fertig, bis sie den +richtigen Glanz (ἀνθισμόν) hat[302]. Krapp (ῥίζα = Wurzel) löst man +als gut getrocknetes, zerkleinertes und gesiebtes Pulver in kochendem +Regenwasser, setzt Bohnenschrot und weiße Tonerde zu, wirft die mit +Waid[303] bläulich angefärbte, mit Aschenwasser und Tonerde gereinigte, +nachgespülte und gebeizte Wolle in die heiße Farbflotte, rührt bestens +um, gibt „Glanz“ mit Alaun, spült rein, und trocknet im Schatten, fern +von Rauch[304]. Rhamnusbeeren (σφαιρεῖα τοῦ ῥάμνου = Fruchtbüschel) +und ähnliche Teile von Pflanzen (διὰ βοτανῶν) geben einen schönen +(πρώτη = Prima) Purpur, wenn man sie in Abkochungen des ὑοσκύαμος +(Bilsenkrautes) und θέρμος (der Feigbohne) löst, die angefärbte Wolle +nachher in ὕδορ χαλκέως, d. i. in eisenhaltiges Wasser, bringt[305], +sorgfältig nachspült und in der Sonne trocknet[306]. + +Zur Herstellung bestimmter Nüancen von Purpur bedient man sich +besonders ausgearbeiteter Verfahren: Hochroten Purpur (βαφὴ ὀξεῖα) +erhält man mittels größerer Mengen Orseille oder Krimnos nebst +entsprechenden Beigaben von geriebenem Nitron, Chálkanthon, guter +sinopischer Erde und Essig[307]. „Tyrischen Purpur“, prima und +probehaltig, ergibt Orseille nebst gebranntem phrygischem Stein, oder +Alkanna nebst Harn, gebranntem Kalk, und ἀρσενικόν [Arsenikón = gelbes +Schwefelarsen, Auripigment][308]. „Phönizischen Purpur“ (φοινικοῦν) +liefert Orseille, in Regenwasser gelöst, nebst „Ziegenblut“[309], oder +Alkanna nebst Chalkanthon[310]; durch Zufügen [der Abkochungen] von +Scammonia, Elaterium, Helleborus, und wilder Gurke gewinnt man eine +hellere Schattierung (λεύκωσις) dieses Purpurs, der auch zum Färben +von ὀθόνια (Leinwand) und von βυσσίνη) (Baumwolle?)[311] brauchbar +ist[312]. Einen „unvergänglichen“ Purpur (ἀνεξάλειπτον) liefert die im +oder am Meere wachsende [nicht näher bekannte] „Flechte“ κόσθος[313] +(Kósthos, Kysthos), einen „niemals verschießenden“ (μὴ ἀνιοῦσαν) diese +nämliche Flechte nebst Orseille und Essig, oder der rote Farbstoff +παιδέρως (Paidéros)[314] in Essig gelöst[315], oder auch Alkanna nebst +Orseille, Krapp und „Kalbsblut“[316]. + ++Rosenfarbe+ (ῥοδοβαφή) erzeugt man mittels einer Lösung getrockneten +fein gepulverten Krapps (ῥίζα) in siedendem Regenwasser nebst +weißem Essig und Bohnenschrot; man bringt die mit Aschenwasser und +Tonerde vorgereinigte, mit Seifenwurzel abgekochte Wolle in die +Farbflotte, rührt gut um, gibt ἄνθος (Glanz) mit Alaun, spült nach +und trocknet schließlich im Schatten und fern vom Rauch[317]. +Zur Erzielung von +Scharlach- oder Kermes-Farbe+ (κοκκίνων βαφή) +behandelt man die zunächst durch Waid bläulich angefärbte Wolle mit +Kermes und Orseille[318], oder mit Krimnos und Alaun[319], oder, +falls „galatischer Scharlach“ gewünscht wird, mit Alkanna, Orseille, +„Schweineblut“[320], Chálkanthon und gebranntem ἀρσενικόν [= +Arsenigsäure][321]. Eigentliche +Orseillefarbe+ (φύκου βαφή) erhält +die mit heißem Harn nebst Alaun gereinigte und gut nachgespülte Wolle +durch Sieden mit einer Lösung von Orseille in Trinkwasser (ποτίμον), +der man auch noch Chálkanthon beifügt[322]; besondere Dauerhaftigkeit +und Festigung (κάτοχος) gewinnt Orseille- und auch Alkanna-Farbe +durch Anwendung von Schafharn, von Saft der Zwiebel (βόλβος), und von +Abkochungen aus Bilsenkraut, Blättern des Citronenbaumes (κίτρια), +Gerste, oder τῆς κοτυληδόνος (vielleicht Malz?)[323]. + +Schön +rotgelb+, „wie die (rohe) Wolle aus Canuria“ [in Apulien], +färbt man durch Kochen mit Akantha (einer Distelart?) und Krimnos im +Bleikessel (μολυβδοῦν χαλκίον)[324], schön +goldgelb+ (χρυσανθής) durch +Einbringen in einen kalten Auszug aus den Blüten des Safflors (ἄνθος +κνήκου) und aus Ochsenzunge (βούφθαλμον)[325]; +nicht+ dauerhaft ist +die +dunkelgelbe+ (φαιός) bis hellgelbe, rahmgelbe oder milchweiße +Kaltfärbung mit goldglänzender Bleiglätte[326] nebst Kalk und etwas +Alkanna[327]. + +Um +blau+ (γλαυκός) oder dunkelblau (ἀνθράκινος) zu färben, zerkocht +man ἄνθραξ (Waid, Indigo) mit Harn in einer großen Kufe vorsichtig +und unter stetem Rühren, stellt die allmählich abgekühlte Masse drei +Tage lang in die Sonne und arbeitet sie dabei regelmäßig gut um; einen +gehörigen Anteil läßt man weitere drei Tage mit Seifenwurzel brodeln, +färbt dann die Wolle an, setzt hierauf noch Orseille zu, färbt fertig +und wiederholt dies früh und abends, also täglich zweimal, so lange bis +die Farbbrühe erschöpft ist[328]. + +Einige +andere+ beliebte Farben erhält man noch wie folgt: +„Phönizisches Hellrot“ mit Heliotrop [d. i. Croton tinctorius], Alkanna +und Essig[329]; „Kirschrot“ (κεράσιον) mit Krimnos, dessen Ton man +mit σμῆγμα [Seife oder dgl.] aufhöht (ὠξεισμένον)[330]; „κέδρινον“ +[Kédrinon, wohl ein helles Gelbrot] mit Heliotrop und Essig[331]. + +Eine „+Brühe+“ (βάμμα) „+für drei Farben+“ besteht aus Krimnos und +Alaun der Färber (βαφική)[332]; für sich färbt sie schön scharlachrot, +auf Zusatz von mit Wasser angeriebenem Schwefel aber lauchgrün +(πράσινα), und auf Zusatz in Wasser gelöster reiner Soda quittengelb +(μήλινα). + + —————————— + +Wie sich aus allem im vorstehenden Dargelegten ergibt, streben die +Rezepte des Leidener und Stockholmer Papyrus ganz offen die Nachahmung +und Verfälschung der Edelmetalle, der Edelsteine und Perlen, sowie der +Luxusfarbstoffe an[333]; sie benennen die erhaltenen Kunstprodukte ohne +weiteres mit dem Namen der echten, -- so z. B. heißt es einfach „du +findest Smaragd“ oder „du erhältst Purpur“[334] --, und sie stellen +ohne jedes Geheimtun und mit sichtlicher Befriedigung fest, zu wie +erfreulichen Zielen ihre Vorschriften führen: die Erzeugnisse sind gut, +schön, sehr schön, vortrefflich, herrlich, bewunderungswürdig[335], +unbeschreiblich[336], wie echt, wie natürlich, schöner als +natürlich[337], echt ägyptisch, schön wie die importierten (λίαν καλὴ +βαρβαρική)[338], prima (πρώτη), probehaltig, usf., so daß sie selbst +die τεχνῖται (Technítai, Werkmeister) täuschen, und diese nichts von +der Nachahmung bemerken[339]. + +Schon diese wiederholte Versicherung läßt ersehen, daß ursprüngliche +Ausüber der geschilderten „Künste“ nicht die getäuschten und nichts +bemerkenden Arbeitsleute selbst waren, sondern ihnen übergeordnete +Persönlichkeiten höheren Ranges, die zwar naturgemäß aus der Erfahrung +der Techniker schöpften, aber weitergehende und auch eigentliche +Geheim-Kenntnisse besaßen, die sie sogar ihren unmittelbaren +Fachgenossen nicht ohne Rückhalt überlieferten[340]. Des Näheren wird +auf diese Verhältnisse weiter unten zurückzukommen sein. + +Zu den sehr spärlichen +Autoren+, die sich im Leidener und Stockholmer +Papyrus als Verfasser benützter Quellenschriften angeführt finden, +gehören neben dem im nachfolgenden noch ausführlich zu besprechenden +sog. ~Demokritos~ (~Pseudo-Demokritos~), der späteren Zeiten als +„erster Alchemist“ und „Vater der Alchemie“ gilt, noch ~Phimenas~, +~Anaxilaos~ und ~Aphrikianos~. Den Ägypter ~Phimenas~ aus Saïs, +der nur im Leidener Papyrus vorkommt, hat ~Berthelot~ mit einem +anderweitig als „Magier“ bekannten ~Pammenes~ identifiziert, -- ob +mit Recht, bleibt aber durchaus fraglich[341]; der Römer ~Africianus~ +(Ἀφρικιανός)[342], ist zweifellos als der Verfasser des, nur in sehr +entstellter und interpolierter Gestalt auf uns gekommenen Sammelwerkes +„Kesten“ anzusehen, d. i. als jener ~Julius Sextus Africanus~, der +nachweislich zu Beginn des 3. Jahrhunderts lebte und literarisch +tätig war[343]; der Grieche ~Anaxilaos~ endlich, dessen Zeitalter +~Lagercrantz~ für unbestimmbar ansah[344], ist, wie ~Diels~ erinnert, +sicherlich der nämliche aus dem berüchtigten Zauberlande Thessalien +stammende „Pythagoräer“, von dessen magischen Kunststücken und dessen +Ausweisung aus Italien im Jahre 28 v. Chr. ~Plinius~ berichtet[345]; +dem Stockholmer Papyrus zufolge[346] empfahl er u. a. ein von +~Demokritos~ herrührendes Rezept, und ~Diels~ vermutet, daß ein +größerer Teil auch der übrigen Vorschriften durch ihn aus der [noch +unveränderten, also noch nicht in alchemistischem Sinne entstellten] +Urschrift des ~Pseudo-Demokritos~ vermittelt ist; auf diesen scheint in +einzelnen Punkten vielleicht auch die Sprache des Stockholmer Papyrus +zurückzugehen, die sich im ganzen aber als eine äußerst gewöhnliche +erweist. + +Einige wenige +Siglen+ (z. B. für „Drachme“ und für „einhalb“) +und Wortabkürzungen (z. B. πορφ’ für πόρφυρα = Purpur, und υ/στ +für στυπτηρία = Alaun) sind dem Stockholmer und Leidener Papyrus +gemeinsam[347]; +allein+ im letzteren kommen die oben angeführten +Zeichen der Sonne und des Mondes für Gold und Silber vor; in +beiden+, +die zwar erst im 3. Jahrhundert niedergeschrieben, im ganzen aber, +trotz so mancher Abänderungen, Einschiebungen und Zusätze, doch +wesentlich orthodoxe und annähernd getreue Wiedergaben +weitaus+ +älterer Überlieferungen sind, fehlen (wie bereits erwähnt) noch +gänzlich jene magischen und mystischen Ideen, unter deren Einfluß erst +der Übergang derartiger Lehren in eigentlich alchemistische stattfand. +Sehr bezeichnend für dieses Eindringen der Mystik, das schon in den +ersten nachchristlichen Jahrhunderten zu beginnen, seinen Höhepunkt +aber etwa zwischen 300 und 400 zu erreichen scheint, wäre eine mit +dem Stockholmer Papyrus vereinigte Beigabe, sofern sie wirklich zu +ihm gehört und zusammen mit ihm aufgefunden wurde, was sich indessen +bestenfalls als wahrscheinlich, keineswegs als bewiesen, hinstellen +läßt[348]. Sie besteht aus einem Papyrusblatte, das in Zügen, die +jenen des Hauptstückes zwar ähnlich, aber doch von ihnen verschieden +sind, die Inschrift trägt: „Sonne, Berbeloch, Chthotho, Miach, Sandum, +Echnin, Zaguel: bewahre mich, während ich die Mischungen vornehme +(συνιστάμενον). Übliche Formeln (κοίνα). Dann salbe Dich, und Du wirst +mit eigenen Augen die Ergebnisse sehen“[349]. Der Anrufung der Sonne +folgen also eine Anzahl (als Beinamen aufzufassender?) magischer +Worte, wie sie in gleicher Art sehr oft in den sog. Zauberpapyri +der nämlichen Epoche vorkommen; sodann soll der Ausführende, wie +ebenfalls häufig in diesen Zauberpapyri, die κοίνα aufsagen, d. s. die +vorgeschriebenen geheimen Formeln (die als ihm geläufig vorausgesetzt +werden), und schließlich eine Salbe gebrauchen, deren mystische Wirkung +zum gewünschten Ziele führt. Nimmt man die Zusammengehörigkeit des +Hauptpapyrus und des Beiblattes an, so drängt sich die verlockende +Vermutung auf[350], daß die „vorzunehmenden Mischungen“ die in ersterem +beschriebenen seien, daß also der ursprünglich mit völliger Offenheit +Nachahmende und Fälschende +hier+ bereits bewußte Täuschung ausübe, +d. h. an der Hand eines mystischen Rituales als Magiker und zaubernder +Alchemist auftrete. Hierzu wiederum würde vortrefflich die schon von +~Berthelot~ aufgestellte, von ~Lagercrantz~[351] und von ~Diels~[352] +gebilligte Hypothese passen, der Besitzer der Leidener und Stockholmer +Papyri sei ein der Magie und Alchemie ergebener höherer Priester +gewesen; für deren Richtigkeit spricht es noch, daß in Ägypten seit +altersher jedermann das, womit er sich im Leben beschäftigte, auch +in das Grab mitgegeben erhielt, und daß ein hoher Priester leicht in +der Lage war, sich derartige Prunkabschriften als Totenbeigaben zu +beschaffen. + +Nach ~Wünsch~[353] ist indessen die von ~Lagercrantz~ gegebene +besondere Auslegung der Worte „ἔχε με συνιστάμενον“ unzulässig: +sie können nicht heißen „bewahre mich, während ich die Mischungen +vornehme“, sondern sind eine in den Zauberpapyri des Zeitalters +häufige rituelle Anrufung und bedeuten „nimm mich an, der ich zu dir +trete“. -- Die magischen Worte hält ~Löw~ für semitischen Ursprunges, +wonach das letzte, „Zaguel“, vielleicht als der in sehr ähnlicher Form +überlieferte Namen eines jüdischen Engels anzusehen wäre[354]. -- Da +ihrer aber sieben sind, stehen sie möglicherweise auch in Zusammenhang +mit den sieben Planeten, und in „Berbeloch“ könnte etwa die, durch +die religiöse Sekte der Barbelo-Gnostiker bekannte „Barbelos“ (= +παρθένος, Jungfrau), als Göttin des Mondes verborgen sein; für die +restlichen Worte müßten sich, falls die Voraussetzung zutreffen sollte, +Beziehungen zu den übrigen fünf Planeten nachweisen lassen. + + + + +2. Demokritos (Pseudo-Demokritos). + +(Angeblich im 1. Jahrhundert n. Chr.) + + +Während die Rezepte des Leidener und Stockholmer Papyrus zwar oft +Deutlichkeit und Zusammenhang vermissen lassen, nirgends aber, selbst +wo sie sichtlich auf Täuschung und Fälschung hinausgehen, völliger +Offenheit und Aufrichtigkeit ermangeln, finden wir die eigentlichen +„alchemistischen Traktate“ durchaus erfüllt von mystischem und +magischem Beiwerke, von zauberischem und abergläubischem Wesen, von +geheimtuenden und allegorischen Anspielungen, -- und daher, trotz ihrer +Ausführlichkeit und Breite, dunkel oder unverständlich. + +Auf welche Weise, und durch was für Einflüsse vermittelt, dieser +veränderte Geist platzgegriffen haben mag, kann an dieser Stelle +noch nicht erörtert werden. Hervorzuheben ist jedoch, daß wir bisher +noch kein chemisches Werk kennen, das vermittelnden Charakter trüge +und allmähliche Übergänge zu ersehen, mindestens zu erschließen, +gestattete, daß vielmehr die bezeichnete Eigenart auch schon bei +jenen Schriften hervortritt, die die ältesten sind, oder sich doch +als solche geben. Freilich muß zugestanden werden, daß wir auch sie, +soweit es sich nicht überhaupt um Untergeschobenes oder Apokryphes +handelt, sicherlich nur in stark veränderter, durch so manche spätere +Hand zweckbewußt umgearbeiteter Gestalt kennen; auf diesem Umstande +wird es auch mit beruhen, daß die Reihe der griechisch schreibenden +alchemistischen Autoren, obwohl sie rund ein halbes Jahrtausend +umfaßt (ungefähr vom 2. Jahrhundert unserer Zeitrechnung bis zur +Eroberung Ägyptens durch die Araber, 640-643 n. Chr.), kaum nach +irgendwelcher Richtung hin Fortschritt oder Entwicklung verrät, so +daß von diesen Schriftstellern gilt, was ~Albrecht von Haller~[355] +über die arabischen Botaniker sagt: „sie sind die brüderlichsten +Brüder, und hast du einen von ihnen gelesen, so hast du sie alle +gelesen“; das einzige, aber ziemlich untrügliche Unterscheidungszeichen +älterer und jüngerer Abhandlungen bleibt die bei letzteren immer +weiter zunehmende Verworrenheit und Kritiklosigkeit, sowie das stets +merklichere Zurücktreten eigentlicher chemischer Kenntnisse und +praktischer Erfahrungen hinter leeren alchemistischen Einbildungen und +theoretischen Abstraktionen. + +Welche Autoren in Wahrheit die frühesten sind, welche Lehren +tatsächlich von ihnen herrühren, und welche Auslegungen dieser +Lehren wirklich zutreffen, -- alle diese Fragen lassen sich zur Zeit +nicht mit Sicherheit beantworten. Wir wissen nur spärliches über +Lebenszeiten und Lebensumstände der Verfasser (deren Namen sich +überdies in einigen Fällen auch noch wiederholt haben sollen), es +läßt sich meist kaum entscheiden, ob und inwieweit ihre Zitate aus +den „Alten“ echte oder nur vorgebliche sind, und des weiteren bietet +der Wortlaut dieser Berufungen, nicht minder aber auch jener der +eigenen Ausführungen, dem Verständnisse noch viele ganz besondere +Schwierigkeiten: die Beschreibungen der vorzunehmenden Operationen sind +häufig unvollständig, unklar, oft auch „absichtlich geheimnisvoll“ +und lassen meist jede Andeutung quantitativer Verhältnisse (Mengen, +Zeiten, Konzentrationen, Temperaturen) vermissen; als Bezeichnungen der +Substanzen dienen in fast beliebiger Weise vieldeutige Worte, und man +hat daher, etwa unter Chalkitis, Chrysokolla, Kadmia, Kommi, Magnesia, +Sinopis, Stypteria, je nach den Umständen das Allerverschiedenste +vorauszusetzen: nicht nur ganz anderes als der +heutige+ Sprachgebrauch +erwarten läßt (bei „Gummi“, bei „Magnesia“, usf.), sondern auch +nach +damaliger+ Kenntnis weit Auseinanderliegendes, so z. B. wenn +Sinopis[356] bald Rötel aus Sinope bedeutet, bald sinopisches Minium +(Mennige), bald aber Zinnober, Realgar, Oker, Eisenrost, oder Hämatit +(Roteisenstein). Endlich werden viele der benützten Stoffe überhaupt +nur unter dem Schleier von Geheimnamen, sog. Decknamen, eingeführt, +betreff derer begreiflicherweise die größte Willkür besteht[357], so +daß man schon bei den verständlicher klingenden niemals vorher wissen +kann, +welches+ Mineral, +welches+ Präparat, +welche+ Droge irgendein +Autor unter Ei, Eigelb, Galle, Honig, Gummi, Safran, Rettigöl, +Ricinusöl, Lorbeerholz u. dgl. gerade versteht und verstanden haben +will. Daß z. B. an irgendeiner Stelle „magnetische Blumenblätter“ +den Braunstein (Pyrolusit, Mangansuperoxyd) bedeuten sollen, wird +allenfalls noch Derjenige erschließen können, der weiß, 1. daß „Blätter +der Krone“ zuweilen auch als Namen der „Magnesia“ vorkommen, 2. daß +„Magnesia“ (neben vielen anderen in den Gebieten Magnesias auftretenden +Mineralien) auch den Braunstein bezeichnet, und 3. daß dieser +„magnetisch“ auch noch deshalb heißt, weil durch seinen Zusatz das +infolge Eisengehaltes dunkle Rohglas entfärbt wird, was schon ~Plinius~ +mit den Worten erklärt, er ziehe den Abschaum des Glases (liquorem +vitri) ebenso an sich, wie der Magnet das Eisen; darauf aber, daß an +irgendeinem anderen Orte mit „Lorbeerblättern“ der „weiße Schwefel“ +(= Arsenigsäure) gemeint sein soll, würde überhaupt niemand verfallen +können, erschlösse ihm nicht zufälligerweise eine Parallelstelle diesen +Sinn, für den uns der richtige Anhaltspunkt völlig fehlt. + +Durchaus zutreffend, und ~Berthelot~ gegenüber fast prophetisch, hat +also ~Kopp~ hervorgehoben, daß den alchemistischen Werken, -- wie +künftige bessere und vollständigere Ausgaben gewiß +noch+ klarer +ersichtlich machen würden, -- verhältnismäßig wenig Bestimmtes über +das chemische Wissen ihrer Verfasser zu entnehmen ist, und daß die +Auffassung des zu Entnehmenden oft zweifelhaft bleibt und in der +Luft schwebt, „worüber sich der Fernstehende durch zuversichtliche +Behauptungen nicht täuschen lassen darf“[358], um so mehr, als man für +eine frühe Zeit und die ihr angehörigen Schriften keine sichere Antwort +auf Fragen abzuleiten vermag, die, nach der Erkenntnisstufe jener Zeit, +in ihr gar nicht bewußt gestellt wurden[359]. Die Vorschriften zur +künstlichen Darstellung von Gold und Silber, so führt ~Kopp~ weiter +aus, sind nicht nur insoweit gegenstandslos, als sie dieses unmögliche +Ziel für erreichbar oder wirklich erreicht ausgeben, sondern sie lassen +auch meist im Dunkeln, wie man es erreicht zu haben +glaubte+, da +die Nomenklaturen unverständlich und rätselhaft, die Kunstausdrücke +vieldeutig und unsicher, die Einzelnamen fragwürdig und figürlich +sind, vielleicht auch ihren Sinn wiederholt gewechselt haben; selbst +Vergleiche der Werke untereinander fördern in dieser Hinsicht nicht +nach Erwarten, denn die Geschichte aller Irrlehren zeigt, daß diese +nicht oder kaum entwicklungsfähig sind, so daß die jüngeren Verfasser +die älteren stets nur aufs neue wiederholen und kommentieren[360]. „Man +findet bei diesen Autoren“, so sagt sehr richtig schon 1783 ~Moehsen~ +in einem noch heute höchst lesenswerten Abschnitte seiner „Beiträge +zur Geschichte der Wissenschaften in der Mark Brandenburg“[361], +„weitläufige Exegesen, nach Art der kirchenväterlichen über die Bibel, +.... der Schüler gibt weiter, was ihn sein Meister lehrte, und der eine +Blinde zeigt immer dem anderen den Weg.“ + +Nur mit großer Vorsicht wird man also unter solchen Umständen zum +Versuche schreiten dürfen, Lehren und Leistungen der griechischen +Alchemisten nach Möglichkeit klarzulegen. + + —————————— + +Die „alten“ Überlieferungen stimmen so gut wie ausnahmslos darin +überein, daß die frühesten der uns vorliegenden alchemistischen +Schriften jene des ~Demokritos~ seien[362]; zugleich stellen sie +dessen Identität mit dem +Philosophen+ ~Demokritos~ aus Abdera als +eine derartig unzweifelhafte und selbstverständliche hin, daß sie für +nicht wenige Gelehrte noch inmitten der Neuzeit ein unerschütterlicher +Glaubensartikel blieb, obwohl schon ~Salmasius~ (~Saumaise~) 1622 im +Kommentar zu des ~Tertullianus~ „Liber de pallio“ erklärte[363], „daß +diese Werke zwar unter dem Namen des ~Demokritos~ gehen, aber der +letzten Zeit der griechischen Literatur angehören“! + +Ganz abgesehen von den unvereinbaren chronologischen Verhältnissen, -- +der +Philosoph+ ~Demokritos~ starb um 350 v. Chr., und der Charakter +jener Schriften ist ausgesprochen späthellenistisch, -- muß es zunächst +unbegreiflich erscheinen, wie gerade der +echte+ ~Demokritos~ in den +Ruf eines Magiers, Astrologen und Alchemisten geraten konnte, er, +der anerkanntermaßen einer der scharfsinnigsten und nüchternsten +Köpfe des Altertums war, als Hauptbegründer der atomistischen Schule +neue und selbständige Pfade einschlug, und von ~Aristoteles~ „als +ein Mann, der über fast alles nachgedacht hat“, mit hoher Achtung +erwähnt und als unbedingt erste Autorität bezüglich der Naturkunde +angesehen wird. Den nächsten Anlaß zu dieser Umwertung, sicherlich +einer der auffälligsten, die die Geschichte der Wissenschaften kennt, +gaben wohl seine ungewöhnlich zahlreichen Reisen, deren Umkreis +spätere Berichte immer weiter ausdehnten, zuletzt bis in das Innere +Ägyptens und Babyloniens, dieser alten Heimstätten des Zauberwesens +und der Magie[364]; gefördert wurde sie durch das Vorhandensein eines, +angeblich auf vielerlei eigene Versuche und Erfahrungen gegründeten, +χειρόκμητα (Cheirókmeta = Handgriffe, Kunstgriffe) betitelten Werkes, +dessen ursprüngliche (echte?) Fassung leider, wie die aller Schriften +des wahren ~Demokritos~, verloren ist, über dessen Inhalt aber +allmählich immer abenteuerlichere Vorstellungen in Umlauf kamen und +auch Glauben fanden. Jedenfalls stand das Bild des ~Demokritos~ als +Astrologen und Magiers ersten Ranges gegen Anfang unserer Zeitrechnung +bereits längst fest, und aus den „Cheirókmeta“, auf die ~Vitruv~[365] +und ~Plinius~[366] hinweisen oder anspielen, sowie aus anderen seiner +Werke wird eine Fülle derartig abergläubisch-unsinniger (+nirgends+ +aber alchemistischer!) Aussprüche und abgeschmackter Behauptungen +angeführt[367], daß schon einigen der Autoren, aus denen ~Plinius~ +schöpfte, der Gedanke an Unterschiebungen aufstieg[368]; ~Plinius~ +glaubt zwar nicht an solche, aber sein Zeitgenosse ~Columella~ (gest. +gegen 65 n. Chr.)[369], sowie der spätere ~Aulus Gellius~ (gest. um +180 n. Chr.)[370] sprechen von ihnen nicht nur als von etwas bereits +völlig Bekanntem, sondern nennen auch den (oder einen) Hauptfälscher, +~Bolos~ aus ~Mendes~ in Ägypten, der nicht lange nach Beginn der +Ptolemäerzeit gelebt und „zur Schule des ~Demokritos~“ gehört haben +soll[371]. Das Vorhandensein einer solchen Schule, die doch unbedingt +einer längeren Entwicklungszeit bedurfte, wäre von großem Interesse, +erscheint aber fragwürdig; wenn wir jedoch bei ~Petronius~ (gest. 66 +n. Chr.) lesen[372], „~Demokritos~, ein zweiter Herakles (nämlich der +Wissenschaften) ..., füllte ein Leben mit Versuchen aus, um die Kräfte +der Steine und Pflanzen völlig ins Reine zu bringen“, und wenn ~Seneca~ +(um 60 n. Chr.) anführt[373], „~Demokritos~ verstand auch Elfenbein +zu erweichen und mineralische Schmelzen in Smaragd zu verwandeln, +wie das noch jetzt mit den dazu passenden geschieht“, -- so erhalten +wir eine ziemlich ausreichende Vorstellung dessen, +was+ sie etwa +dem ~Pseudo-Demokritos~ zuschrieb; wir ersehen ferner, daß für die +technisch Ungebildeten jener Zeit ein den ägyptischen Glasmachern seit +altersher so geläufiger Kunstgriff wie das Grünfärben von Glasschmelze +durch kleine Mengen geeigneter Metallverbindungen noch den Charakter +einer, der geheimen „Kraft“ des Zusatzes zuzuschreibenden „Umwandlung“ +trug. +Hier+ ist also die Stelle, an die die Phantasien der weiteren +apokryphen Litteratur anknüpften[374]. Aus dieser schöpfend berichten +z. B. im 3. Jahrhundert ~Diogenes Laërtius~[375], und im 4. ~Synesios~ +(s. unten) und ~Panodoros~ (dessen ägyptische Chronik im Auszuge bei +~Georgios Synkellos~, einem Autor des 8. Jahrhunderts, vorliegt), +~Demokritos~ habe schon von einigen Magiern, die als Begleiter des +~Xerxes~ während des griechischen Feldzuges zu Abdera im Hause seines +Vaters Wohnung bezogen, Unterricht in den Geheimwissenschaften erhalten +(also etwa 20 bis 25 Jahre vor seiner Geburt?); später sei er zu +Memphis in Ägypten durch den persischen Priester ~Ostanes~, den ersten +und berühmtesten Lehrer der Astrologie und Alchemie (s. unten), in +diese Künste eingeweiht worden; daraufhin habe er dann die Vorschriften +zur Anfertigung des Goldes und Silbers (χρυσο-, ἀργυροποιία, Chryso- +und Argyropoiía) verfaßt und die „Bücher der Färbekunst“ (βίβλους +βαφικάς) geschrieben, deren vier Abschnitte das „Färben“ (βαφή, Baphé, +Tinktur) des Goldes, des Silbers, der Edelsteine und der Purpurgewänder +behandelten[376]. Die Folgerichtigkeit der Anschauungen tritt hierbei +klar zutage, denn genau so, wie die Gewinnung von grünem „Smaragd“ +aus farblosem Glas, oder von purpurnem Gewebe aus farblosem Stoffe, +sprach man auch jene des Goldes und Silbers in erster Linie als einen +Vorgang der Farbengebung an: war es erst mehr oder weniger geglückt, +ungefärbten oder anders gefärbten Metallen die Farbe von Gold und +Silber zu verleihen, dann hatte man eben auch sie mit mehr oder weniger +Erfolg „umgewandelt“, also Gold und Silber „gemacht“. + + —————————— + +Die Lehren des ~Pseudo-Demokritos~ wurden der Neuzeit zuerst +einigermaßen bekannt, als 1573 ~Pizzimenti~ in Padua das Buch +„Demokritos Abderita, De arte magna“ veröffentlichte, dessen erster +Abschnitt „De rebus naturalibus et mysticis“ (Über das Natürliche +und Übernatürliche) eine Anzahl aus nicht näher angegebenen Quellen +entnommener Fragmente in lateinischer (sehr unzureichender) Übersetzung +bringt[377]; nach ~Berthelot~, der diese als seither unbekannt +geblieben ansieht, obwohl u. a. ~Kopps~ „Beiträge“ einen ausführlichen +Abdruck enthalten[378], stimmt ihr Inhalt völlig überein mit dem +des Werkes „Physica et Mystica“ (das in verschiedenen Handschriften +überliefert ist), nur umfaßt letzteres noch zwei weitere Absätze: der +erste berichtet über eine zauberische Anrufung des „persischen“ Magiers +~Ostanes~ und die Auffindung der von seinem Geiste angekündigten +Geheimschriften, während der zweite ein Rezept zum Färben mit Purpur +wiedergibt[379]. -- Hauptquellen zur Kenntnis des ~Pseudo-Demokritos~ +sind die griechischen Texte seiner angeblich eigenen Werke, die am +ausführlichsten die berühmte, wahrscheinlich aus dem 10. Jahrhundert +stammende alchemistische Sammelhandschrift der St. Markus-Bibliothek zu +Venedig enthält, ferner die Zitate aus seinen Schriften bei späteren +griechischen Alchemisten (u. a. bei ~Zosimos~ im 3. und ~Synesios~ +im 4. Jahrhundert) und endlich einige in syrischer Sprache erhaltene +Übersetzungen und Auszüge. + + —————————— + +Um zunächst einen Begriff vom Inhalte und von der Abfassungsweise +der demokritischen Schriften zu geben, sei der erste Absatz aus der +Einleitung in die „Goldmacherkunst“ (χρυσοποιία) vorausgeschickt, der +wörtlich wie folgt lautet[380]: „Nimm Quecksilber, fixiere es mit +dem Körper der Magnesia, oder des italischen Stimmi, oder mit nicht +erhitztem [d. h. natürlichem] Schwefel, oder mit Aphroselinon, oder mit +gebranntem Kalk, oder mit Alaun aus Milo, oder mit Arsenikon, oder mit +etwas, was du sonst als passend kennst; wirf [projiziere] die weiße +Erde auf Kupfer, so erhältst du glänzendes Kupfer; wirfst du gelbes +Silber darauf, so erhältst du Gold, wirfst du aber Gold darauf, so +erhältst du Goldkoralle in Substanz. Die nämliche Wirkung bringt das +gelbe Arsenikon hervor, ferner das richtig behandelte Sandarach, oder +der völlig herausgekehrte [d. h. umgewandelte] Zinnober; glänzendes +Kupfer erhältst du allein mittels Quecksilbers. Die Natur besiegt die +Natur.“ + +Wer hiernach über das Verfahren Gold zu machen und über die dabei zu +benützenden Hilfsstoffe nicht genügend klar geworden ist, dürfte seine +Zuflucht vor allem zum sogenannten „Lexikon der χρυσοποιία“ nehmen, +einem schon in den ältesten Handschriften angefügten, erläuternden +Verzeichnisse der Stoffnamen, sowie der Bedeutungen, die diesen neben +ihrem nächstliegenden Sinne noch zukommen können; nach Durcharbeitung +der zahlreichen, jeder bestimmten Anordnung entbehrenden Paragraphen +dieses Wörterbuches[381] wird er sich im Besitze nachstehender +Erklärungen der im Absatze I vorkommenden Fachausdrücke finden, -- +wobei vorausgesetzt sei, daß die Grundsubstanz „Quecksilber“ auch +wirklich Quecksilber sein soll, was möglich, aber keineswegs gewiß ist: + + Magnesia: weißes Blei; Kadmia; weibliches Stimmi; stärkster Essig; + „Blätter der Krone“. + + Stimmi: natürliches [d. i. Spießglas, Schwefelantimon]; „Muschel“, + dargestellt aus Kupfer, Blei, Zinn und Eisen; Goldkoralle. + + Nicht erhitzter Schwefel: Safran aus der Lösung; Dampf und + Sublimiertes aus Quecksilber. + + Aphroselinon: Silberschaum; Argyrolith; Kupholith; Komaris von allen + Arten Schwefel und Arsen; Talk; Selenit; Weinstein; Alaun; festes + Quecksilber. + + Gebrannter Kalk: Kalk der Eier; Marmor aus Theben; Titanos; Alaun; + Alaun von Melos; Stein des Dionysos; Knochen der Sepia; Muscheln. + + Alaun: weißer Schwefel [d. i. Arsenigsäure]; glänzendes Kupfer; + gereinigtes Blei; phrygischer Stein; nicht erhitzter Schwefel. + + Arsenikon: weißer Schwefel; Komaris; attischer Oker; Erde aus Samos. + + Kupfer: Schale der Eier. + + Glänzendes Kupfer: Alaun. + + Gelbes Silber: Asem. + + Goldkoralle: feinstes rotes Gold. + + Gelbes Arsen: gelber Sand [d. i. Auripigment, gelbes Schwefelarsen]. + + Sandarach: roter Sand [d. i. Realgar, rotes Schwefelarsen]; + scythisches Wasser; Quecksilber aus Zinnober. + + Zinnober: sublimierter Dampf, im Topfe gekocht; Sandarach; Mennige; + Rotheisenstein [d. i. Hämatit]. + +Das angeführte Beispiel, das eine noch keineswegs zu den schlimmsten +zählende Stelle betrifft, im übrigen aber für Geist und Form ++aller+ alchemistischen Werke, von den frühesten an bis zu denen +des ausgehenden Mittelalters, recht charakteristisch ist, läßt +ersehen, welche ungewöhnlichen Schwierigkeiten der Text jedem +Versuche zureichender Deutung entgegensetzt, und in wie geringem +Grade diese durch das „Lexikon“ behoben werden; schon ~Kopp~ sagt +von diesem[382], es sei ein bloß verwirrendes, für das Verständnis +wertloses, selbst erst eines Kommentars bedürftiges Verzeichnis +nicht der erwarteten Erklärungen, sondern der nach alchemistischer +Redeweise gebräuchlichen Synonyma. Demgemäß verheißt ein Vorgehen, +abzielend auf weitere Anführung umfangreicher Stellen aus derartigen +Schriften und jedesmalige Auslegung ihrer Einzelheiten, wenig +Erfolg; zweckentsprechender erscheint der Versuch, den Inhalt nur im +allgemeinen wiederzugeben, jedoch unter tunlichster Berücksichtigung +der Ausführung und Erklärung chemischer Operationen, der gebrauchten +Kunstausdrücke und der benützten Apparate. + + —————————— + +Das Hauptwerk des ~Pseudo-Demokritos~ „Physica et Mystica“[383] weist +gleich in seiner Einkleidung arge Widersprüche auf. ~Demokritos~ +beschwört den Geist des einstigen Lehrers, des +persischen+ Magiers +und dabei +ägyptischen+ Priesters ~Ostanes~, und erhält von ihm die +Auskunft, seine Geheimschriften befänden sich im „Tempel“; dieser wird +fruchtlos durchsucht, und erst später öffnet sich beim Gottesdienste +plötzlich eine Säule, die Bücher kommen zum Vorschein, enthalten jedoch +nichts als den Spruch „ἡ φύσις τῆ φύσει τέρπεται, ἡ φύσις τὴν φύσιν +νικᾷ, ἡ φύσις τὴν φύσιν κρατεῖ“, d. h. „Die Natur freut sich über +die Natur, die Natur siegt über die Natur, die Natur herrscht über +die Natur“[384]; die Schüler sind äußerst verwundert über die Kürze +und Kärglichkeit dieses Vermächtnisses, -- aber weiteres ist nicht +vorhanden. Trotz dessen gibt sich das ganze Werk des ~Demokritos~ +als das wiedergefundene des ~Ostanes~, freilich ohne dies ganz offen +auszusprechen; die übliche Auslegung besagt allerdings, jener knappe +Satz schließe eben alles Sonstige bereits in sich, und von der +übermenschlichen Weisheit des ~Ostanes~ zeuge gerade seine Fähigkeit, +die ungeheure Mannigfaltigkeit der Erfahrungen in diesen wenigen Worten +zusammenzufassen. Merkwürdig bleibt hierbei noch, daß ~Ostanes~, +den doch ~Demokritos~ hier als frühesten und ersten der Alchemisten +sprechen läßt, selbst wieder Berufung an die „Älteren“ einlegt und +empfiehlt, mit der Begründung, die „Neueren“ glaubten nicht genügend an +die „Schrift“, τῇ γραφῇ[385], d. h. an die noch gar nicht vorhandene +schriftliche Überlieferung seiner Lehren! + +Was nun ~Demokritos~ in „Physica et Mystica“, einerseits unter +Verweisung auf Bücher der persischen Magier[386], andererseits +unter rätselhafter Andeutung gewisser Geheimnisse der ägyptischen +Tempel[387], über das „Machen“ von Gold und Silber verrät, geht +durchaus auf jene drei Methoden hinaus, von denen (wie bereits +weiter oben angeführt) schon ~Salmasius~ spricht, und in völlig +übereinstimmender Weise auch ~Berthelot~[388]. Für +Silber+, zuweilen +auch Asem genannt, kommt in Frage: 1. Die „Weißung“ der Oberfläche +von Kupfer durch quecksilber- oder arsenliefernde Chemikalien, wie +gelbes und rotes Schwefelarsen (Auripigment und Realgar), Zinnamalgam, +Zinnober u. dgl. 2. Auftragen silberglänzender Firnisse auf Kupfer, +Eisen, oder Blei. 3. Bereitung silberähnlicher Legierungen aus Kupfer, +mittels Zinn, Blei, Orichalkum und anderer Zutaten, wobei hinterher +nach Bedarf auch nochmalige Weißung erfolgen kann. Für +Gold+ ist +in Betracht zu ziehen: 1. „Gilbung“ der Oberflächen von Kupfer und +Silber durch die Röstprodukte von Pyriten und Spießglanz (d. i. +Schwefelantimon), sowie durch Schwefel, arsen- oder schwefelliefernde +Präparate, u. a. „göttliches Wasser“ [d. i. Calciumpolysulfid?]. 2. +Auftragen goldglänzender Firnisse[389], bestehend u. a. aus Kadmia, +Safran, Chelidonium, Carthamus, Eigelb, Kalbsgalle, nebst den Ölen +von Terebinthen [d. i. die Frucht von Pistacia Terebinthus], Ricinus, +Rettig usf. 3. Bereitung goldähnlicher Legierungen aus Kupfer, +Silber und Blei, z. B. aus natürlichem Schwefelsilber mit Bleiglätte +und Spießglas, oder aus Kupfer nebst Blei, Zinn und „Klaudianos“ +[Kupfer, Blei, Zinn oder Messing enthaltende Legierung?], auch +unter Mitverwendung von Quecksilber, Zinnober, Elektron, und unter +schließlicher abermaliger Gilbung. Nützliche Zusätze zur Darstellung +von Silber und Gold sind endlich kleine Mengen Silber, Gold, oder +Elektron[390], am besten als feine Pulver, die offenbar gleich „Samen“ +die beabsichtigte Umwandlung anregen, oder sie nach Art von „Hefe“ +fördern und beschleunigen sollen. + +Als wichtigster Ausgangsstoff für die Herstellung der Edelmetalle +wird das Blei bezeichnet, „dessen Natur sich so leicht in vielerlei +anderes umwandeln läßt, μετατρέπεται[391], [nämlich in die +wohlbekannten Präparate weißes Bleiweiß, schwarzes Schwefelblei, +gelbe Bleiglätte, rote Mennige]; da nach den Theorien des ~Platon~ +und ~Aristoteles~ alle Metalle mehr oder weniger Wasser enthalten, +das ihre Schmelzbarkeit bedingt und im Augenblicke der Verflüssigung +sichtlich hervortritt, und da ferner dieser Wassergehalt bei den +edlen Metallen am kleinsten, bei den unedlen am größten sein soll, so +hat aber jedenfalls auch der niedrige Schmelzpunkt des Bleies dazu +angeleitet, dieses gemeinste der Metalle als dasjenige anzusehen, +das als eine Art Urstoff [materia prima] den übrigen zugrunde liegt, +zunächst denen der „Tetrasomie“ (Vierkörperschaft) der Unedlen, d. i. +Blei, Kupfer, Eisen und Zinn[392]. Doch ist unter „Blei“ nicht stets +das gewöhnliche Blei zu verstehen, -- nämlich das „schwarze“ (plumbum +nigrum), neben dem das Zinn das „weiße“ (plumbum candidum) heißt, -- +sondern zuweilen auch das +metallische Antimon+, dessen, als einer Art +Blei, u. a. schon ~Plinius~ und ~Dioskurides~ gedenken[393]; dieses +wird aus dem sehr leicht reduzierbaren στίμμι [Stimmi, Spießglas, +Schwefelantimon] gewonnen und „μόλυβδον τὸ ἡμών“ = „+unser+ Blei“ +genannt[394], ähnlich wie an anderer Stelle eine scharfe Flüssigkeit +„τὸ ἡμέτερον ὄξος“ = „+unser+ Essig“[395]. Wie mehrere Bleie, so +gibt es auch mehrere Quecksilber, nämlich neben „einem aus Zinnober“ +auch „eines aus Arsen“[396]; unter diesem ist das durch Röstung +und Reduktion der natürlich vorkommenden Arsensulfide leicht zu +gewinnende, durch Silberglanz, Sublimierbarkeit usf. dem Quecksilber +analog erscheinende +metallische Arsen+ zu verstehen, das „aus Kupfer +und aus Asem Silber erzeugt“[397] [indem sich eine silberglänzende +Kupfer-Arsen-Verbindung bildet]. Die Arsensulfide und der „Rauch“, den +sie beim Rösten entweichen lassen, heißen auch κοβαθία (Kobathía)[398], +-- ein Wort, mit dem, ebenso wie mit dem verwandten κόβαλος (Kóbalos), +nach ~Beckmann~ (1799) und ~Lobeck~ (1829) unser heutiges Kobold und +Kobalt zusammenhängen soll[399]. + +Um nun das „Blei“ genannte Rohmaterial in Silber oder Gold +überzuführen, hat man ihm jene richtige βαφή = Färbung zu erteilen, +„die das Ziel der großen Kunst bildet“[400]; die Aufgabe hierbei ist +im wesentlichen keine andere als die, farblose Gewebe aus Rohwolle und +Rohleinen in herrlich blaue und rote Prachtstoffe umzuwandeln[401]. So +wie man das ägyptische Chamäleon veranlassen kann, die verschiedensten +Farben anzunehmen, wobei aber seine eigentliche Natur keine Veränderung +erleidet, ganz ebenso hat man Farbenveränderungen des Ausgangsmaterials +anzustreben, das solcher sehr wohl fähig ist, in ihrem Verlaufe +ebenfalls seine ursprüngliche Natur bewahrt und deshalb [im Sinne eines +Urstoffes, einer Materia prima] auch selbst „Chamäleon“ heißt[402]. +Diese Veränderungen vollziehen sich jedoch nicht plötzlich, sondern +in verschiedenen Stufen[403], als deren vier wichtigste die Mélansis +(Schwärzung), Leúkosis (Weißung), Xánthosis (Gilbung) und Íosis +(Rötung) gelten; die erste erfüllt eine +unabänderliche Vorbedingung+, +indem sie die verschiedenen Rohstoffe in eine gleichmäßige schwarze +Urmasse überführt, die das Substrat jeder weiteren Veränderung +darstellt, die zweite bewirkt die Entstehung weißen Silbers, die dritte +die gewöhnlichen gelben, und die vierte die reinsten roten Goldes. + +Die Leukosis und Xanthosis, das Weißen und Gilben, sind, wie +~Zosimos~, ~Synesios~ und andere spätere Erklärer bestätigen, die +wichtigsten jener „Handfertigkeiten“, die ~Demokritos~ in dem, von +ihnen χειροκμήματα genannten „Buche über die vier edlen Künste“ als +ἄργυρο- und χρυσο-ποιία (Machen des Goldes und Silbers) lehrte[404] +und angeblich auch in „geheimen Schriftzeichen“ (= Hieroglyphen) auf +die Säulen der Tempel setzen ließ[405]. Das Weißen und Gilben muß +der τεχνιτῆς[406] (Techniker, Kunstbeflissener) auf das Gründlichste +studieren[407], erstens, indem er durch immer wiederholte Versuche +die Eigenschaften und Wirkungen aller der festen und flüssigen Stoffe +erforscht, durch deren Einwerfen (ἐπιβάλλειν, projizieren)[408] man +das Weiße und Gelbe gewinnt, zweitens aber auch, indem er die hierfür +günstigsten Umstände ermittelt; dabei wird sich z. B. herausstellen, +daß Erfolg, namentlich guter Erfolg, nur eintritt, wenn sich alle +Substanzen in flüssigem (gelöstem oder geschmolzenem) Zustande +befinden, ἀναλυόμενα πάντα[409]. Die wichtigsten der erwähnten Stoffe +sind Quecksilber[410], ferner aber auch Zinnober[411], Schwefel, +Arsen, gelbes Arsen [Auripigment], rotes Arsen [Realgar, Sandarach], +Spießglas [Schwefelantimon], Pyrit [Schwefelkies u. dgl.], und zwar +besonders dessen silber- und goldglänzende Arten, z. B. λίθος χρυσίτης +(Goldkies)[412], sodann Sory und Misy[413] [Zersetzungsprodukte des +Pyrits; Schwefel, Kupfer, Eisen und andere Metalle enthaltend], endlich +noch Kadmia[414] (καθμεία), die auch den Namen Magnesia (μαγνησία), +weißes Blei, weißer Pyrit, Silberkies, u. dgl. führt[415]. + +Die Wirkung, die von ihnen ausgeht, beruht auf συγγένεια (Syngéneia), +d. i. Affinität, Verwandtschaft, wie eine solche in allbekannter +Weise sämtliche Metalle zum Schwefel, oder das Eisen zum Magnetstein +zeigen[416]; diese führt (so lehrte schon ~Platon~) zu einer gänzlichen +Verschmelzung und Vereinigung, zu einer wahren „Vermählung“, daher +sich denn z. B. Kupfer und Kadmia [hier ein zinkhaltiges Mineral] +durchdringen ἕως συγγαμήσωσιν (bis sie sich vermählt haben) und dabei +Nikäanisches Orichalkum [hier offenbar Messing] erzeugen, ganz ebenso +wie aus Kupfer und Zinn durch eine Vermählung gleicher Art „Erz“ [= +Bronce] hervorgeht[417]. Wie in diesen Fällen die Einflüsse geringer +Beigaben Zinn oder Kadmia, so sind auch die der oben angeführten +weißenden oder gilbenden Zusätze beim „großen Werke“ zu beurteilen; sie +veranlassen eine Umwandlung (μεταβολή, Metabolé), eine Artverwandlung +(ἀλλοίωσις, Alloíosis)[418], ersichtlich an der Farbenveränderung, ja +mit dieser geradezu identisch: „μεταβολὴ καὶ ἀλλοίωσις ἐστὶ βαφή“, „die +Umwandlung und Artverwandlung besteht in der Umfärbung“[419]. Daß die +Umwandlungen eintreten, ist nicht weiter erklärbar: „O ihr allmächtigen +Naturkräfte (φύσεις παμμεγέθεις), die ihr Metabolé bewirkt!“ ruft +~Demokritos~ aus[420], und weist hierdurch auf den dogmatischen +Lehrspruch des ~Ostanes~ zurück; Grundlage des letzteren wiederum soll +in Wahrheit ein auch von ~Zosimos~[421] angeführter Satz sein „αἱ +ποιότητες δι’ ἀλλήλων παρέρχονται“ (die Qualitäten verdrängen sich +gegenseitig), den ~Berthelot~ als aus der „Physik“ des ~Aristoteles~ +entlehnt bezeichnet; doch steht er weder an der angegebenen Stelle +(Buch IV, cap. 6), noch ist er mit Hilfe des ~Bonitz~schen Registers zu +des ~Aristoteles~ Werken auffindbar. + +Was die Ausführung der chemischen Operationen anbelangt, so ist +bemerkenswert, daß ~Pseudo-Demokritos~, wie das Altertum überhaupt, +von Säuren nur den Essig und einige saure Pflanzensäfte kennt; Essig +wendet er in verschiedenen Stärken an, u. a. auch als „schärfsten“ +(unverdünnten), ὄξος δριμύτατος[422]; Citronensaft ist ihm „der Essig +aus Citronen“ (ἐν ὄξει κιτρίνῳ, ἐν χολῷ κίτρῳ)[423]. Das Behandeln +mit Chemikalien heißt ταριχεύειν (taricheúein)[424], welches Wort +das Einpökeln der Fische, aber auch das Einbalsamieren der Mumien +bezeichnet (das tatsächlich häufig nur ein Einsalzen mit Nitron war). +Gelindes Erwärmen, oft 15-31 Tage dauernd, erfolgt durch Einsetzen in +Mist, z. B. Pferdemist, ἐν ἱππείᾳ κόπρῳ[425], stärkeres Erhitzen durch +freies Feuer, wobei sich die leichteren Dünste des Wassers und anderer +Substanzen, aber auch jene dichteren Dämpfe, die alsbald in Form von +Sublimaten wieder fest werden, zunächst als „Wolke“ erheben. Von der +ἄρσις ὕδατος καὶ νεφέλης, dem „Aufsteigen des Wassers und der Wolke“, +sowie von der νεφέλη im Sinne eines Sublimates, ist daher häufig die +Rede[426]. Neben offenen Gefäßen (anscheinend meist tönernen) werden +auch einseitig und allseitig verschlossene erwähnt; diese letzteren +heißen ἀγγεῖον περίφιμον πάντοθεν, „ringsum geschlossene Gefäße“, und +machen keinen Anspruch auf Neuheit mehr, da man sich ihrer ὡς ἔθος (wie +gebräuchlich) bedienen soll[427]. + + —————————— + +Was die Zitate aus ~Pseudo-Demokritos~ bei den +späteren Alchemisten+ +betrifft, wie bei ~Zosimos~ und ~Pelagios~ im 3., bei ~Synesios~ +und ~Olympiodor~ im 4. bis 5., und bei dem sog. ~Philosophus +Anonymus~ und ~Christianus~ im 6., 7., oder 8. Jahrhundert, so ist es +selbstverständlich, daß sie desto weniger Anhalt bieten, je ferner +diese Schriftsteller ihrer wirklichen oder angeblichen Quelle stehen; +schon was sie inhaltlich besagen, wird allmählich stets wertloser, +zudem gestaltet sich aber auch die Form der Überlieferung immer +fragwürdiger, indem philosophische und mystische Theorien in den +Vordergrund treten, u. a. besonders die Entgegensetzung von Körper +(σῶμα, Soma) und Geist (πνεῦμα, Pneuma), von festen somatischen +Grundlagen und flüchtigen pneumatischen Eigenschaften, usf. + +~Demokritos von Abdera~, so erzählt der ~Philosophus Anonymus~, war +an Kenntnissen allen seinen Vorgängern weit überlegen und ist der +Verfasser der vier Bücher der Wissenschaft (ἐπιστήμη) vom Silber, +vom Gold, von den Edelsteinen und vom Purpur, nach einigen auch noch +eines fünften von den Perlen[428]. Das „große Werk“ beruht nach ihm +auf Durchdringung und Vereinigung gewisser körperlicher Substanzen und +geistiger Qualitäten, wobei unter Aufhebung und Zerstörung der alten +Wesen ein neues erzeugt wird, dessen Beschaffenheit davon abhängt, +welcher in die Mischung eingehende Bestandteil der stärkere ist, denn +„die Natur freut sich über die Natur, usw.“. Voraussetzung bei dem +des Werkes Beflissenen ist daher genaue Kenntnis der körperlichen und +geistigen Naturen, ihrer Arten und Abarten, Verwandtschaften, Zu- +und Abneigungen, Sympathien und Antipathien; denn durch Sympathie +z. B. zieht ὁ μαγνήτης λίθος (der magnesische Stein = Magnet) das +Eisen an, durch Antipathie verhindert ihn aber hieran die Gegenwart +von Knoblauch, durch Sympathie mischen sich Wasser und Wein, durch +Antipathie aber sondern sich Wasser und Öl, u. dgl. mehr[429]. + +Nach dem Berichte des ~Zosimos~ hat ~Demokritos~ gezeigt, daß das +„Werk“ vom Blei ausgeht, oder von den οὐσίαι (Usíai), den Substanzen, +das sind die vier auch „Körper“ (σῶμα, Sóma) genannten, festen, +feuerbeständigen Glieder der „Tetrasomie“ (Vierkörperschaft), +nämlich Blei, Kupfer, Eisen und Zinn, denen allen „nach Ansicht der +Ägypter“ das Blei zugrunde liegt[430]. Das „Blei“ des ~Demokritos~ +kann aber, wie aus ~Olympiodoros~ zu ersehen[431], neben dem +gewöhnlichen stets auch „unser Blei“ sein, μόλυβδος ἡμέτερος, [d. i. +metallisches Antimon], denn er schreibt öfter vor[432] „mache Blei aus +Bleiglätte, aus Schwefelblei, oder aus Stimmi“, von welchem Stimmi +[Schwefelantimon] er das ägyptische aus Koptos, das kleinasiatische +aus Chalcedon, und das italische erwähnt[433]; desgleichen spricht +der ~Philosophus Christianus~ von dieser μελανία στίμμεως, der +„Schwärze aus Stimmi“[434], [dem durch Reduktion des Spießglases so +leicht gewinnbaren, dem Schwarzblei äußerst ähnlichen Roh-Antimon]. +Als für das „Werk“ besonders geeignet erweist sich unter den Körpern +der Tetrasomie das Kupfer, denn es vermählt sich leicht und gern mit +anderen Stoffen, erfreut sich an ihnen und beherrscht sie[435]; es +gleicht, wie auch ~Pelagios~ versichert[436], einem Baume, indem es +sich „bei guter Pflege in feuchter, warmer Luft und bei genügendem +Begießen mit reichlichen Wässern“ alsbald unter „Gären“ entwickelt, +d. h. aufschwillt und wächst, Blüten entfaltet und zuletzt Früchte +trägt. Die Früchte sind, wie ~Zosimos~ noch deutlicher ausspricht[437], +Silber und Gold; aber auch was unter den Dünsten und Wässern +[Lösungen oder Schmelzen] zu verstehen sei, geht aus anderen Stellen +klar hervor. In erster Linie kommt der Schwefel in Betracht, „den +man gar nicht erst zu rösten braucht, da er in der Hitze schon von +selbst schmilzt und verdampft und durch seine Einwirkung alles +färbt“[438]; schon ganz wenig Schwefel „verbrennt“ dabei eine große +Menge der anderen Stoffe, und zerstört die meisten Mineralien und +Metalle[439]; besondere συγγένεια (Affinität) soll er aber zu bereits +schwefelhaltigen, ihm also schon wesensverwandten Substanzen zeigen, +die er „noch schwefliger“ macht, so daß der ~Philosophus Christianus~ +neben dem ὕδωρ θεῖον, -- dem schwefligen (oder göttlichen) Wasser, +das Kupfer in Silber und Gold verwandelt[440] --, auch noch ein ὕδωρ +θειότατον (schwefligstes, göttlichstes) rühmt[441]. Dem +gelben+ +Schwefel analog wirkt der +weiße+, [d. i. die beim Rösten der +„unreinen“ Arsensulfide entweichende flüchtige Arsenigsäure], sowie der ++schwarze+ (μελάντερον), [d. i. in der Regel das sich als schwarzer +Anflug absetzende metallische Arsen, zuweilen aber anscheinend auch +eines der +aus+ dem „Schwarzen“ (nämlich dem Spießglas) entstehenden +sublimierbaren Antimon-Oxyde oder -Sulfoxyde][442]. Weiterhin ist einer +der wichtigsten Stoffe das Quecksilber, sowohl das aus „Sand“ [d. i. +metallisches Arsen], wie das aus Zinnober[443]; aus dem „gelben Sand“ +[Auripigment][444] entsteht es durch Röstung [und Reduktion], aus dem +Zinnober (Schwefel-Quecksilber)[445] durch Erhitzen mit νιτρέλαιον +(Nitrélaion), dem „Öl aus Nitron“; es ist dies vermutlich ätzendes +Natron, erhalten (wie schon dem ~Plinius~ zu entnehmen) aus der mittels +gebranntem Kalk „verstärkten“, d. h. kaustisch gemachten Lösung des +Nitrons, der in Ägypten massenhaft vorkommenden natürlichen Rohsoda. + +Als wirksame Bestandteile aller dieser Mittel bezeichnete, nach +~Zosimos~, angeblich schon ~Demokritos~ den durch die Macht des Feuers +aus ihnen ausgetriebenen Dunst oder Rauch, die αἰθάλη (Aithále), wie +sie z. B. aus Zinnober oder Schwefelarsen sichtlich entweicht[446]. +Er erklärt sie für wesensgleich, ja für identisch, mit der „inneren +Natur“, der Psyche oder Seele der ursprünglichen Substanzen, mit deren +Hauch oder Geist, deren +Pneuma+ (πνεῦμα)[447]; dieses flüchtige +Prinzip erweist sich aber zugleich als das +färbende+, das πνεῦμα +βαπτικόν[448], als der immaterielle Träger und Vermittler der +„färbenden Eigenschaften“; denn allein Qualitäten sind der Übertragung +und, wenn diese erfolgt ist, neuer Entfaltung ihrer Kräfte fähig: +„ποιότητες ἐνέργουσιν, die Qualitäten schaffen“[449]. Auch nach +~Pelagios~ findet beim demokritischen „Mysterium der Goldfärbung“ +(χρυσοβαφή, Chrysobaphé) eine „Schöpfung“, δημουργία (Demurgía) statt; +sie besteht darin, daß der Einfluß des lösend und vergeistigend +wirkenden Pneumas auch die erdigen und rohen Eigenschaften des Körpers +(σῶμα, Sóma) in feinere und edlere verwandelt, wobei, der Um+wandl+ung +entsprechend, auch Um+färb+ung eintritt[450]; dienen z. B. als +Streupulver, ξήριον (Xérion), das man auf oder in die zu verwandelnden +Massen wirft, (projiziert)[451], weißer und gelber Schwefel, so +ergeben sie vermöge der Natur, die ihnen und ihrem Pneuma innewohnt, +aus der flüssigen, als „Magnesia“ bezeichneten Legierung (κρᾶσις, +Krásis) weißes Silber, dagegen aus der festen, als „Zinnober“ bekannten +Substanz (οὐσία, Usía) gelbes Gold[452]. Wie aber Kupfer oder Eisen, +wenn man sie schön vergolden will, vorher gebeizt werden müssen, so +gesellt man auch dem Xerion, also dem göttlichen Wasser, dem Schwefel, +Arsen, oder „Chrysolith“ [hier = golderzeugender Stein] noch allerlei +beizende, styptische, und adstringierende Hilfsstoffe zu, die teils +die „Farben“ in gewünschter Weise abstufen, teils bewirken, daß sie +genügend „scharf“ werden, um „auch in die Tiefe einzudringen“[453]. + +Was die Behandlungsart des „Bleies“, des von ~Demokritos~ zuweilen auch +als Asem[454] bezeichneten Kupfers, sowie der sonstigen Metalle mit +den verschiedenen Reagenzien betrifft, so werden sie, laut ~Zosimos’~ +Bericht, oft nur in Dünger eingesetzt, namentlich in Pferdekot, dessen +Wärme sich als trefflich förderndes Mittel (φάρμακον, Phármakon) +bewährt[455]; nach ~Olympiodoros~ umwickelte ~Demokritos~ sie fest mit +Leinen, brachte durch „Einsalzen“ (ταριχεία, Taricheía) die Zusätze, +Beizen, oder schwefelhaltigen Stoffe (z. B. Stimmi) zur Wirkung und +kochte dann im „Meerwasser“, worunter vermutlich das Wasser des auch +als πόντος (Póntos, Meer) bezeichneten Wasserbades zu verstehen +ist[456]; zur Erreichung höherer Wärmegrade dient das Erhitzen ἐν +ἄγγεσιν διπλοῖς, „in zwiefacher Hülle“[457] d. h. in einem Gefäße, +das in ein zweites eingesetzt ist, z. B. in ein Sand- oder Aschenbad, +θερμοσπόδιον (Thermospódion)[458]. Bei allen derlei Operationen +erleidet man namhafte Verluste, so daß ~Demokritos~, wie ~Zosimos~ +wissen will, nie mehr wie zwei Drittel bis drei Viertel des in Arbeit +genommenen Materiales in umgewandeltem Zustande erhielt[459]. Wenn +~Zosimos~ weiter anmerkt, dieses fertig transmutierte Kupfer (τέλειον +χαλκόν), „das keiner weiteren Färbung mehr bedarf“, finde sich nach +~Demokritos~ in den „Tempeln“ (ἐν ἱεροῖς)[460], so hat man hierbei +nicht sowohl an die Kultstätten der ägyptischen Götter zu denken, als +an die chemischen Apparate, denn diese pflegten die der „großen Kunst“ +Beflissenen nicht selten mit Heiligtümern zu vergleichen und daraufhin +auch „Tempel“ zu benennen. + + —————————— + +Die in +syrischer Sprache+ übermittelten Lehren des ~Demokritos~ +sind hauptsächlich in einigen zu London und Cambridge befindlichen +Manuskripten erhalten, auf die zuerst 1884 der berühmte Orientalist +~G. Hoffmann~ in Kiel an mehreren Stellen des von ihm verfaßten +geschichtlichen Artikels „Chemie“ in ~Ladenburgs~ „Handwörterbuch der +Chemie“ hinwies[461]; ~Berthelot~, der besagten Artikel kannte[462], +gedenkt dieser Tatsache nicht, sagt jedoch auch nirgends, auf welche +Weise er sonst Kenntnis von jenen Manuskripten erhielt. Er ließ +die beiden ausführlichsten durch ~Duval~ und ~Houdas~ im Original +herausgeben und ins Französische übersetzen[463], worauf er selbst +dann die Übersetzung umarbeitete und „sinngemäß“ zu gestalten suchte. + +Das Londoner Manuskript A zerfällt nach ~Duval~ in zwei Teile: der +erste stellt eine vermutlich im 7. bis 9. Jahrhundert verfaßte +Kompilation dar, denn er schließt sich noch völlig an die Werke +der griechischen Alchemisten an und enthält auch viele griechische +Fachausdrücke[464]; der zweite dürfte in seiner gegenwärtigen +Gestalt erst im 11. Jahrhundert niedergeschrieben sein und soll +eine der Vorlagen von ~Avicennas~ (~Ibn Sina’s~) Schrift „De anima“ +wiedergeben[465], aber ein in ihn eingefügter arabischer Abschnitt +rührt wohl aus dem 9. oder 10. Jahrhundert her, da viele Wendungen +für die arabisch schreibenden Syrer, und gewisse persische Fremdworte +für die Einflüsse christlich-nestorianischer Autoren der genannten +Zeit charakteristisch sind[466]. -- Das Cambridger Manuskript B, das +~Berthelot~ nur zum Teil veröffentlicht hat[467], stammt aus dem 10. +bis 11. Jahrhundert, ist eine Übersetzung aus dem Griechischen und +enthält zum Teil sehr Altes und im griechischen Urtext Verlorenes aus +~Demokritos~ und aus anderen Autoren[468]. -- Sowohl in A wie in B ist +die Fassung zahlreicher Stellen sichtlich nur durch Überarbeitungen und +Einschiebungen zu erklären, die in späterer Zeit stattfanden, und zwar +wiederholt; nicht selten haben sie leider den Sinn des ursprünglichen +Textes stark verdunkelt, zuweilen aber auch derartig entstellt, „daß es +unnütz wäre, irgendwelches Verständnis zu erhoffen“[469]. + +Der Wortlaut des Buches „Vom Gold- und Silber-Machen“ (χρυσοκαὶ +ἀργυροποιία) stimmt im +Manuskript+ A, abgesehen von einigen +Auslassungen und Veränderungen, leidlich gut mit jenem der griechischen +Handschriften überein[470], enthält aber doch viele bemerkenswerte +Einzelheiten, die in diesen, so wie sie jetzt vorliegen, fehlen. + +Zahlreich sind die „Wunder des Quecksilbers“[471], das bald aus +Zinnober gewonnen wird, bald aus „gelbem Sand“ [d. i. als metallisches +Arsen aus Auripigment], weshalb es auch „Tier mit zwei Gesichtern“ +heißt[472]. Die Griechen bezeichnen es auch als Schwefel, Arsen, +Sandarach, Chrysokolla, die Syrier als Zijuka (syr. = Quecksilber), +ferner führt es noch unzählige andere Namen, z. B. flüssiges Silber, +Silberwasser, Wolke, Dampf, Flüchtiges[473], Milch, Galle, Honig, +Harz, Hefe, Schaum des Wassers, Schaum des Taues, Schaum der Pflanzen +und Tiere, Schaum des wütenden Hundes[474], u. dgl. mehr. Diese Fülle +von Ausdrücken erklärt sich daraus, daß das Quecksilber eine Substanz +von ungeheurer Wichtigkeit ist, denn es geht in alle Stoffe ein, +besonders auch in die Metalle, und bewirkt Gestaltung und Färbung[475], +daher denn auch der „Philosoph“ ~Pibêchios~ mit Recht lehrte, „alle +Stoffe sind Quecksilber, alle Stoffe enthalten Quecksilber“[476]. Das +„Flüchtige“ (d. i. Quecksilber) kann auf verschiedene Weise verfestigt +(fixiert) und gebunden werden, vor allem durch Schwefel, wobei Zinnober +entsteht[477]; man verwendet entweder den natürlichen Schwefel, θεῖον +ἄπυρον[478], oder den aus schwefelhaltigen Stoffen heraussublimierten, +der auch „Schwefel der Philosophen“ und „Öl (Dotter) der Eier“ genannt +wird[479], und erhitzt ihn mit dem Quecksilber in einem gläsernen +Gefäß (βίκος, Bíkos) acht bis neun Stunden lang im Dauerbrandofen +(πῦρ ἀυτόματον = automatischer Ofen)[480]. Reibt man den Zinnober +anhaltend mit metallischem Kupfer oder Blei, so geht der Schwefel, der +große Verwandtschaft zu den Metallen hat, an diese [d. h. es entsteht +Schwefelkupfer oder Schwefelblei], und das Quecksilber kommt wieder +zum Vorschein[481]; das nämliche geschieht, wenn man den Zinnober mit +Nitron schmilzt, wobei sein Schwefel zu etwas anderem „Festen“ [nämlich +Schwefelnatrium] wird[482]. Weitere „Fixationen des Flüchtigen“ +erfolgen beim Erhitzen von Quecksilber mit Kochsalz, Alaun und Vitriol +[wobei vielleicht das Sulfat, jedenfalls aber das Chlorid entstand]; +das „durch Sublimation Fixierte“ [d. i. Quecksilberchlorid, Sublimat] +wird dabei in schönen, festen, weißen Krystallen erhalten[483]. + +Schwefel gewinnt man auch beim Rösten des „Arsens“, [d. i. des gelben +und roten Arsensulfids], wobei er als „Seele“ in Gestalt eines +flüchtigen Sublimates nach oben steigt, während auf dem Boden als +„Körper“ eine feste Masse zurückbleibt [d. i. Arsenigsäure][484]; +sie löst sich in Wasser, ist bei stärkerem Erhitzen auch selbst +sublimierbar, zeigt dann schneeweiße, Blumenkelchen gleichende +Gestalten und heißt deshalb neben „Kalk der Eier“ auch κάλυξ (Kályx = +Kelch); erhitzt man sie mit „Öl der Eier“ (d. i. Schwefel), so bildet +sich eine äußerst „scharfe“ Schmelze, „Tochter der Perser“ geheißen +[wohl ein Arsen-Persulfid][485]. Aus Schwefel bereitet man auch das +ὕδωρ θεῖον (Hýdor theíon, göttliches Wasser), das die mannigfaltigste +Anwendung findet und daher geradezu zahllose Namen hat[486]. Viel +Schwefel enthält noch das Stimmi [Antimonsulfid] und der Pyrit +[Schwefelkies]. Von ersterem unterscheidet man orientalisches und +okzidentalisches oder italisches[487], und wenn es „bestens zerrieben +wurde, wie zu Kohol“ [d. h. zum feinsten, im Orient auch als Schminke +dienenden Pulver][488], so macht man von ihm so vielerlei Gebrauch, daß +es als „Stimmi der Philosophen“ bekannt geworden ist[489]. Vom Pyrit +oder Markasit[490] gibt es sehr verschiedene Arten, z. B. die männliche +und weibliche[491], sowie die kupferhaltige Chalkitis; wird diese „alt“ +[d. h. verwittert sie], so entsteht u. a. Chalkitarin (χαλκιτάριν, +syr. Khalkitarin, Colcotar), d. i. ein roher [meist Kupfer und Eisen +enthaltender] Vitriol[492]; reiner ist der cyprische [Kupfer-] Vitriol, +der schön und glänzend wie Glas aussieht[493] [vitrum = Glas; den +Vergleich macht schon ~Plinius~, und das Wort vitriolum, angeblich +zuerst belegbar aus den etwa im 8. Jahrhundert in Italien verfaßten +„Compositiones ad tingenda musiva ...“, war jedenfalls schon seit +langem gebräuchlich]. + +Blei wird durch vorsichtiges Schmelzen klar, spiegelnd und von schönem +Anblicke[494] [s. das γένεται ἱλαρός im Leidener Papyrus[495] und unser +„Silberblick“], bei weiterem Erhitzen geht es aber in „gebranntes Blei“ +[Gemisch von Bleioxyden] über, das man auch „Kalk des Bleies“ oder +„Kalk der Philosophen“ nennt[496]. Ihm ähnlich ist das Zinn, doch gibt +dieses beim Biegen einen „Schrei“ von sich, der aber durch Projizieren +von Quecksilber, Arsen, oder Schwefel sogleich verschwindet[497]. Blei +und Zinn schmelzen leicht, andere Metalle aber schwer; bei diesen hilft +man sich durch Aufgießen von „einem Pfund Naphtha“ [Erdöl; pers. Naft, +ebenso arabisch], von dem aber die weiße Sorte zu nehmen ist, nicht die +gemeine schwarze[498]. + +Gelindes Erwärmen der Substanzen bewirkt man, indem man die Gefäße +in feuchten Dünger einsetzt, oder im Wasserbade[499] und auf dem +„Dreifuß der Philosophen“[500] durch Verbrennen trockenen Düngers +erhitzt[501]; höhere Wärmegrade erreicht man im freien Feuer, wobei man +die Gefäße mit Tonkitt, dem „Kitt der Philosophen“ [lutum sapientiae +der Späteren] gründlich zu verschließen hat[502], die höchsten aber +im „Ofen der Glasmacher“[503]. In solchen Öfen brennt man Glas- und +Tonwaren nach Art der vortrefflichen Amphoren aus Antiochia und der +Krüge aus Askalon[504], sowie die schönen bunten Tongefäße, die +zuvor eine „Glasur“ erhalten, nämlich einen Anstrich aus einer Masse +von farbigem Glaspulver nebst Traganthgummi, und dann sorgfältig +getrocknet werden[505]; die bunten Gläser, besonders auch schön grünes +Krystallglas, macht man aus bleihaltigen Schmelzen[506], andere +schöne Färbungen aber bringt man mit der „Magnesia der Glasmacher“ +(ὑελουργική) hervor, d. i. mit Braunstein [Mangansuperoxyd][507]. +Ähnlich wie die erwähnten Glasuren bereitet man Massen zur Vergoldung +von Gefäßen und Vasen, von Marmor und Stein, von Metallen und +anderen Materialien, sowie zur Herstellung vergoldeter Inschriften +und Goldschriften, indem man Goldstaub mit Leim, Fischleim, oder +arabischem Gummi anreibt und das dicke Gemisch auf die gewünschten +Stellen aufträgt; dauerhafter ist aber die [Feuer-] Vergoldung mit +Goldamalgam[508]. + +Was das „große Werk“ anbelangt, so wird die zur Bereitung des +golderzeugenden Projektionspulvers (ξήριον, Xérion, daher arab. +al-Iksir = Elixir) nötige Frist auf 40 Tage angegeben[509]; die +Arbeiten sollen nur zu einer ganz bestimmten, für sie günstigen +Jahreszeit unternommen werden[510]. + +Im +Manuskript+ B liegt der Text des Buches vom „Gold- und +Silber-Machen“ in erheblich abgeänderter und interpolierter Gestalt +vor, doch weist diese ebenfalls vielerlei Beachtenswertes auf. + +Grundlage des „großen Werkes“ ist auch hier das Blei, besonders „unser +Blei“ [Antimon] aus Stimmi[511], sowie das Blei aus der blei-[in +Wahrheit zink-]haltigen Kadmia Kleinasiens und Thraziens[512]. So +wie man Wolle in einer Lösung von Alaun und Teig (μάζα, Máza) des +Fukus-Extraktes zu Purpur, und so wie man Glasflüsse zu Edelsteinen +und Perlen „färbt“, so hat man auch beim „Blei“ zu verfahren, und das +Quecksilber mit Schwefel, Arsen, italischem Stimmi, Magnesia u. dgl. +zu fixieren und zu tingieren[513]. Die richtig bereitete Masse, die +als Streupulver die Verwandlung der unedlen Metalle in Silber und +Gold bewirkt, ist ein Stein, aber auch kein Stein, sie hat nur einen +Namen, aber auch zahllose geheime und offenbare, sie ist überall und +nirgends, billig und teuer, schwer zu finden und doch so gemein, daß +man sie auf den Düngerhaufen wirft, usf.[514]; sie ist „das Werk der +großen Philosophen“, „die Wundertat der Kunst“, und heilt, entsprechend +angewandt, auch alle Krankheiten[515]. + +Die Vermehrung der Edelmetalle geschieht durch „Diplosis“, zu der man +Kupfer, Zinn, Blei, Antimon und cyprisches Quecksilber benützt[516]; +ferner auch Klaudianon und sonstige Legierungen[517], sowie noch +andere Zusätze, z. B. Kalaïs [hier eine kupferhaltige Substanz?] +oder das schön weiße Alabastron [vielleicht ein Antimonoxyd?][518]. +Vergoldung nimmt man mittels Goldamalgam vor, denn das Quecksilber löst +Gold leicht auf und dient daher auch zum Ausziehen der Goldreste aus +der Asche alter goldgestickter Kleidungsstücke[519]; mittels Galle, +glänzender Firnisse u. dgl. bewirkt man ebenfalls Vergoldung, und auf +derlei Weise lassen sich, neben den echten Gold- und Silberschriften, +auch unechte, weniger dauerhafte, herstellen[520]. -- Will man sich +einer Geheimschrift bedienen, so schreibt man mit Galläpfelauszug auf +χάρτη (Karte, Papyrus) und läßt trocknen; erst beim Befeuchten des +anscheinend leeren Blattes mit einem Auszug aus Misy treten die Züge +lesbar hervor[521], [indem sich das im Misy vorhandene Eisen mit der +Gerbsäure der Galläpfel verbindet]. + + —————————— + +Wie aus dem Angeführten ersichtlich ist, enthalten die vorgeblichen +Werke des ~Demokritos~, -- denn daß unter seinem Namen auch seine +Schüler schrieben, wird ausdrücklich zugestanden[522] --, in dieser +syrischen Einkleidung zahlreiches erst nachträglich seitens der +Übersetzer und Bearbeiter Eingefügte, und erweisen sich daher als +Pseudepigraphen zweiten Grades. Sie berufen sich auf Autoren, die wie +~Zosimos~, ~Pibêchios~ und ~Krates~ einer späteren Zeit angehören[523]; +sie benützen aus Syrien, Persien und Arabien stammende, und oft +in den Sprachen dieser Länder benannte Präparate, z. B. Wars (ein +hellgelber Farbstoff)[524], Markasit (= Pyrit)[525], „persisches Arsen“ +und „persische Tochter“[526], Schwefel aus Irak[527], Schakk (arab. += Arsen)[528], Kohol (arab. = feines Pulver)[529], „Chelidonium, +arabisch Kurkuma geheißen“[530]; sie vergleichen die Krystalle des +Sublimates (Quecksilberchlorides) mit denen des Kandiszuckers[531], +der vor der arabischen Eroberung Ägyptens unbekannt ist; sie rühmen +„indische“ Stoffe, wie Tinte (Tusche?) und Stahl[532]; sie gebrauchen +für das Metall Zinn das erst in jüngerer Zeit (s. unten) aufkommende +Synonym „Zeus“[533]; sie bringen vielerlei, wenn auch meist wenig +übersichtliche Gewichtsangaben bei, usf. Endlich treten auch in +auffälligem Maße theoretische und abergläubische Vorstellungen in den +Vordergrund; zu den ersteren zählt u. a. die Idee vom Vorhandensein des +Quecksilbers in allen Stoffen und besonders in den Metallen, zu den +letzteren die von der Herstellung des goldverwandelnden Wunderpulvers +und des „Steines“, aus dem er bereitet wird, sowie von dessen +mysteriösen Eigenschaften. Entstammt nun auch vieles dem Gesichtskreise +dieser syrischen Übersetzungen Zugehörige und im Zusammenhange erst +weiter unten zu Erörternde, einer bedeutend jüngeren Epoche als der +angeblichen des ~Demokritos~, so reichen doch die Wurzeln solcher +Anschauungsweisen nicht selten bis in beträchtlich frühere Zeiten +zurück; trotz aller Unsicherheiten im einzelnen schien es daher +gerechtfertigt, auch die syrischen Überlieferungen an dieser Stelle +im Anschlusse an die sogenannten „echten“ Lehren des ~Demokritos~ +zu behandeln, und so die Fäden eines wenn auch noch so lockeren +Zusammenhanges nicht völlig zu zerreißen. + +Anhangsweise sei noch einiger Fragmente gedacht, die sich in den +syrischen Manuskripten, allerdings nur in sehr entstellter, auch +gewisse gnostische Einflüsse verratender Fassung, erhalten haben[534]. +Nach diesen schrieb ~Demokritos~ sechs Bücher über Blei, Zinn, Eisen, +Kupfer, Quecksilber und „Silberblei“ (Asem?), über die „Götter der +Metalle“, über Edelsteine, bunte Glasflüsse und Purpurfärberei[535]; +sodann eine Abhandlung über die Bereitung des wunderbaren „Steines, +der kein Stein ist“ und der „die Samen“ der beiden Edelmetalle in +sich führt, weshalb er sie auch wieder hervorzubringen vermag[536]; +ferner ein Buch über die Kunst des Gold- und Silber-Machens[537]; +endlich auch ein Werk, enthaltend die aus dieser „philosophischen“ +Kunst hervorgehende medizinische[538], -- wobei wohl an die Einflüsse +des Xerions auf Leben und Gesundheit zu denken ist, sowie an die sog. +„Sphaera des ~Demokritos~“, eine iatro-(medico-)chemische Tafel, die +u. a. den Verlauf von Krankheiten voraussehen läßt und sich bereits in +einem dem Leidener Papyrus angehörenden Stücke vorfindet[539]. + +Alle solchen Lehren sollen strengstens als Geheimnisse gehütet +und nur den als würdig Befundenen anvertraut werden, unter +besonderen Cerimonien und magischen, die Geheimhaltung betreffenden +Beschwörungen[540]. Mit derlei Künsten muß aber der des großen Werkes +Beflissene auch in anderer Hinsicht Bescheid wissen, denn wenn z. B. +vorgeschrieben wird, sich mit Harn gewisse Buchstaben und Zeichen auf +den Arm zu malen und sie durch Aufstreuung von Kohlenpulver sichtbar +zu machen, so erfahren wir aus dem syrischen Bibelkommentar des hl. +~Ephraim~ (4. Jahrhundert), daß es solcher, durch die hl. Schrift +verbotener Zaubereien, als Schutzmaßregeln gegen die mitwirkenden, +den Erfolg manchmal fördernden, sehr oft aber gefährdenden Geister und +Dämonen bedurfte[541]. + +Kulturgeschichtlich interessant ist es, daß die syrischen Schriften als +Gegensatz des tiefsinnigen, wahrheitsliebenden und klaren ~Demokritos~ +keinen anderen hinstellen als ~Homer~, der ein elender Betrüger war, +die große und heilige Kunst verdunkelte und fälschte, ihre Lehren weder +zu verstehen noch darzustellen verstand und daher die Götter sowie den +~Achilleus~ nur als „falsche Symbole“ hinzustellen wußte[542]. + + + + +3. Pammenes, Maria, Kleopatra, Komarios. + +(angeblich im 1. Jahrhundert n. Chr.) + + +a) Pammenes, Maria. + +Als Schüler, die zu Memphis den Unterricht des ~Ostanes~ gleichzeitig +mit ~Demokritos~ genossen, ja nach manchen Quellen diesen sogar +ihrerseits schon mit belehren konnten, werden ~Pammenes~ und ~Maria~ +genannt[543]. + +~Pammenes~, angeblich identisch mit dem ~Phimenes~ aus Saïs, dessen +Rezept zu „echt ägyptischem Asem“ der Leidener Papyrus erwähnt[544], +vielleicht aber auch mit dem ~Pammenes~, dessen, als ägyptischen +Magiers, zu Beginn des 2. Jahrhunderts ~Tacitus~ und ~Aelian~ +gedenken[545], soll sich in seinen Schriften zu deutlich über die ihm +anvertrauten Geheimnisse ausgedrückt und deshalb den Tadel des Meisters +erfahren haben[546]; von diesen „deutlichen“ Schriften ist aber leider +nichts erhalten geblieben. + +~Maria~, anfangs einfach ~Maria die Jüdin~ geheißen, später (so +schon bei ~Zosimos~ im 3. Jahrhundert) identifiziert mit ~Maria~ +oder ~Mirjam~ der Schwester des ~Moses~, und von der Legende mit +den nämlichen übernatürlichen Kräften ausgestattet wie dieser[547], +schließlich sogar zur „Prinzessin von Saba“ erhoben[548], wird seitens +aller jüngeren Autoren als eine der frühesten und bedeutsamsten +Alchemistinnen gepriesen und als solche auch im arabischen +Verzeichnisse des „Fihrist“ (vollendet um 987 n. Chr.) aufgeführt[549]. +Daß sie Jüdin war, ist zweifellos, es wird dies auch von ihr selbst +durch einen gelegentlichen Ausspruch bestätigt, lautend[550]: „Berühre +den Stein der Philosophen nicht mit Deinen Händen, denn Du gehörst +nicht zu unserem Volke, Du bist nicht vom Stamme des ~Abraham~.“ In +den an ~Pammenes~ getadelten Fehler ist ~Maria~ nicht verfallen, sie +versicherte vielmehr laut Überlieferung des ~Al-Habib~ (s. unten): +„Kein einziger Philosoph hat die Wahrheit in klarer Form gelehrt“[551], +und soviel wir sehen können, handelte sie auch diesem Grundsatze gemäß; +doch ist zu berücksichtigen, daß wir ihre Werke fast nur aus den späten +und dürftigen Auszügen kennen, die hauptsächlich bei ~Zosimos~ erhalten +sind, zum kleinen Teile auch bei ~Olympiodoros~ und Anderen. + +Das Material, dessen sich der „Philosoph“ bedient, ist „unser Kupfer“ +und „unser Blei“. Unter „unserem Kupfer“ sind die vier Körper Kupfer, +Eisen, Blei und Zinn zu verstehen[552], unter „unserem Blei“ bald das +„schwarze Blei, μόλυβδος μέλας“[553], bald μόλυβδος ἡμετέρος [d. i. +Antimon], dessen Schmelze man auch „schwarze Brühe“, „schwarzen Saft“ +nennt[554]; nur mittels „unseren Bleies“ läßt sich die Mischung +anfertigen, die entweder Magnesia heißt, oder Molybdóchalkos (wörtlich: +Bleikupfer), oder auch μᾶζα (Máza = Teig, Brot)[555]; sie enthält die +vier Metalle der Tetrasomie [also Kupfer, Eisen, Blei, Zinn], ist eine +„Viereinigkeit“ (τὰ δὲ τέσσαρα ἑν = Viere in Einem) und heißt daher +auch „Ei der Philosophen“, „philosophisches Ei“[556], [weil auch das Ei +die Einheit von vier Bestandteilen darstellt: Eischale, Eihaut, Eiweiß, +Eigelb]. + +Unter den Stoffen, mit denen unser Blei und Kupfer behandelt und +„verbrannt“ werden muß, sind die wichtigsten: der Schwefel, der in der +Hitze von selbst verdampft und dabei alles färbt, welche Eigenschaften, +nämlich Flüchtigkeit und Färbevermögen, er aber mit „allen Schwefeln“ +teilt[557]; das Quecksilber, sowie die στυπτηρία στρογγύλη = rundlicher +Alaun, [das sind Bröckchen der aus den Arsensulfiden gewonnenen +Arsenigsäure][558]; das göttliche Wasser, -- „Wasser“ kann stets Lösung +oder Schmelze bedeuten --, hergestellt aus der αἰθάλη (Aithále = Ruß, +Rauch) von schwefel- oder arsenhaltigen Substanzen, auch unter Zusatz +von Chálkanthos (Vitriol), „Galläpfeln“, oder „Kiki“ [äg. = Ricinus; +beides offenbar Decknamen], das Silber schwärzend [durch seinen +Schwefelgehalt], das Kupfer und Blei weißend oder gilbend, je nach +seiner Bereitung[559]; das schwefelhaltige Stimmi [Antimonsulfid][560]; +Alabastron [vermutlich ein weißes Antimonoxyd][561]. + +Wie für den Menschen die Nahrung dann passend und förderlich ist, wenn +sie aus Festem und Flüssigem so gemischt wird, daß er sie gut bei sich +behalten und verdauen kann, so ist dies auch beim „Kupfer“ der Fall: +richtig ernährt „gedeiht“ es, und auch seine Wangen „röten“ sich in +der rechten Weise[562]. Dies vollzieht sich in den vier Phasen der +Schwärzung, Weißung, Gilbung und Rötung, die anzusehen sind als die +„ἔργα τοῦ λίθου“, die „Wirksamkeiten des Steines“[563], [d. h. des vom +Philosophen bereiteten Präparates, dessen Pulver er einstreut, wodurch +er die Umwandlung bewirkt]. Das Wesen der Letzteren besteht in einer +Vermählung, in der „Vereinigung des Weiblichen und Männlichen“, -- das +Wort ἄρῥην oder ἄρσην (Arsen) hat hierbei den Doppelsinn „Männliches“ +und „Arsen“ --, denn „die Natur freut sich an der Natur“ usw.[564]; +nach dem Berichte des schon erwähnten ~Al-Habib~ lehrte ~Maria~, +daß durch Verbindung des Weiblichen und Männlichen, des dunklen +Menstrualblutes und des weißen Spermas, ein wahrer Fötus entstehe, der +neun Monate zu seiner Reifung erfordere und als „Keim, Ei, Menschlein, +Neugeborenes, usf., zehntausend und mehr Namen trage“[565]. + +Für das große Werk eignet sich nur eine bestimmte Jahreszeit, der +Pharmuthi [ägyptischer Monat, etwa März-April], und die Stoffe müssen +fest in Leinen eingewickelt, dann der ταριχεία (Taricheía, Einsalzung) +unterworfen und schließlich im „Wasser des Pontos“ gekocht werden[566]; +sie gehen zu einem Viertel oder auch zu einem Drittel im Laufe der +Umwandlung verloren[567], doch kann man das schließlich Erhaltene durch +die „Diplosis der ~Maria~“ ergänzen und vermehren[568]. Zu dieser +eignet sich neben Quecksilber namentlich die „unser Blei“ genannte +Legierung der vier Metalle[569]; auf deren Bereitung beziehen sich +wohl die vom ~Philosophus Christianus~[570] u. a. auch der ~Maria~ +zugeschriebenen mystischen Sätze „Zwei sind Eins, Drei und Vier +sind Eins, Eins wird Zwei, Zwei wird Drei“, die sich in ähnlicher +Form bis ins späte Mittelalter erhielten, denn noch in der „Turba +Philosophorum“, einer etwa aus dem 12. Jahrhunderte stammenden Schrift, +heißt es: „Aus Zwei mache Drei, aus Vier mache Eins, aus Zwei mache +Eins,“ usf.[571]. + +Neben den älteren Behandlungsarten, z. B. Einsetzen in Dünger und +Pferdekot, in das Thermospodion (Aschenbad), usw.[572], benützte +~Maria~ auch verschiedene neuere, deren Erfindung ihr sogar seitens +späterer Autoren zugeschrieben wird. Nach ~Zosimos~, der über diesen +Punkt Ausführlicheres berichtet[573], konstruierte sie zahlreiche Öfen, +Koch- und namentlich auch Destillier-Apparate aus Metall, Ton und +Glas, und lehrte sie mittels Fett, Wachs, Kleister, fetter Tonerde und +dem „Tonerdekitt der Philosophen“ zu dichten und zu verbinden[574]. +Glasgefäße bezeichnete sie als besonders nützlich, weil sie „Sehen ohne +Berühren“ und gefahrloses Umgehen mit schädlichen Stoffen gestatten, +z. B. mit Quecksilber, „dem furchtbaren Gift und verderblichsten aller +Metalle“[575], aber auch mit den „schwefligen“ [oft = arsenikalischen] +Substanzen, die zur Bereitung des göttlichen Wassers dienen[576]. + +Als Bestandteile der +Destillierapparate+, deren +älteste+ +Beschreibungen und Abbildungen in den Schriften der ~Maria~ vorliegen, +werden angegeben: 1. Das +Füllgefäß+, das sehr stark und fest sein +muß, falls es aus Glas besteht und größeren Inhalt hat[577]; es heißt +βίκος (Bíkos = Gefäß, Schale, Krug), welcher Name auch βῆκος, βύκος +und βικίον geschrieben wird und an den ἄμβιξ (Ambix) des ~Dioskurides~ +erinnert, den helmförmigen Aufsatz [ursprünglich wohl nur Deckel], +an dem sich bei der von diesem Autor beschriebenen Gewinnung des +Quecksilbers durch eine höchst unvollkommene Destillation (eigentlich +nur Sublimation) die αἰθάλη (Aithále) ansetzen, und +von+ dem sie nach +dem Abkühlen abgekratzt werden soll[578]. 2. Das +Abzugsrohr+, σωλήν +(Solén, Röhre), das aus Ton, Glas oder Kupfer bestehen kann[579]. 3. +Der +Rezipient+, τὸ ἄγγος (das Gefäß), zuweilen auch φιάλη (Phiále, +Kopf, Schale), oder ebenfalls nur βίκος genannt, in der Regel eine +Art Flasche mit verengertem Halse; sie wird im Bedarfsfalle mittels +eines Schwammes abgekühlt, der in einem größeren Behälter stets frisch +mit Wasser getränkt werden kann[580]. - Zuweilen bringt man an dem +Füllgefäße statt +eines+ Abzugsrohres auch deren +zweie+ oder +dreie+ +an, die in ebenso viele Rezipienten münden, und es entsteht so der +„δίβικος (Dibikos, Zweikörper) und τρίβικος (Tribikos, Dreikörper) +der ~Maria~“[581]; kommt die „Fixation“ schwierig zu behandelnder +Stoffe in Frage, z. B. die von Schwefel, Quecksilber und anderen +„Sublimaten“, so empfiehlt sich auch ein röhrenförmiges Auffanggefäß +von Schlangengestalt, δρακοντῶδες[582], [+an+ (nicht +in+) dessen +Windungen die Kondensate sich absetzen]. -- Wie diese Schilderungen +ersehen lassen, ist der Fortschritt seit der Zeit des ~Dioskurides~ +(der um 75 n. Chr. schrieb) insoferne ein ganz beträchtlicher, als +an Stelle +eines+ Stückes, bestehend aus dem Füllgefäße und dem fest +mit ihm verbundenen und verkitteten Aufsatze, ein aus +drei+ Teilen +(Füllgefäß, Abzugsrohr, Rezipient) zusammengesetzter Apparat getreten +ist, und das Kondensat nicht mehr an dem aufgestülpten helmartigen +Deckel (ἄμβιξ, φιάλη, auch κυμβάνη oder βάθος = Höhlung) hängen bleiben +soll [was stets nur zum kleinen Teile möglich ist], sondern seitlich +aus ihm abfließen kann[583]. Noch unverändert zeigt sich aber die +Kühlung; soweit sie nicht schon von selbst in ausreichender Weise +eintritt, wird ihr noch immer nur mit dem Schwamme nachgeholfen, den +schon ~Dioskurides~ bei der Darstellung von Ruß aus Harzen oder fetten +Ölen empfiehlt; infolgedessen ist die Destillation niedrigsiedender +Substanzen unmöglich, die hochsiedender aber, die leicht erstarren +und die Rohre verstopfen, erweist sich als schwierig und umständlich, +sofern sie nicht nach Art einer bloßen +Sublimation+ ausgeführt wird. + +Zur Behandlung der Metalle mit Schwefel-, Quecksilber- und +Arsen-Verbindungen in kleinerem Maßstabe bedient sich ~Maria~ +der κηροτακίς (Kerotakís), welches Wort ursprünglich die Palette +bezeichnete, auf der z. B. nach dem Berichte des ~Plinius~ [584] die +alten griechischen Maler ihre vier Grundfarben, weiß, schwarz, gelb, +und rot, mit Wachs (κηρός, Kerós) mischten und gelinde erwärmten. In +ganz gleicher Weise wie bei dieser Operation, der ἐγκήρωσις (Enkérosis += Wachsbehandlung, ceratio)[585], wurden auf einer +Kerotakis+ der Form +▭ oder ▻ auch die Metalle mit den entsprechenden Reagenzien (φάρμακα += Phármaka, Medizinen) zusammengemengt und angewärmt, digeriert, +geschmolzen, oder sublimiert[586]. Handelte es sich um flüchtige oder +giftige Stoffe, so kam statt der flachen Kerotakis ein ἄγγος ὀστράκινον +zur Anwendung, ein irdenes, oben bald offenes, bald geschlossenes ++Rohr+ von erforderlichen Dimensionen, das man entweder unmittelbar +durch die Flammen (φῶτα) des Kamines (καμίνιον) erhitzen konnte, oder +mittelbar im Aschen- und Sandbade. Weil hierbei die in Dampfform +aufgestiegenen Substanzen alsbald in Gestalt von Flüssigkeiten oder +Schmelzen wieder herabtropften, ihren Weg also nach rückwärts nahmen, +nannte man Apparat und Verfahren auch +Krebs+ (καρκίνος, Karkínos); +länglich-runde Gefäße hießen auch „Eier der Philosophen“[587], und +derlei Gerätschaften bildeten wichtige Vorstufen der Sublimations- +und Destillations-Apparate späterer Zeiten, u. a. der sog. Aludeln +(al-utal, im Arabischen ein röhrenförmiges Gefäß). + +Unter den von ~Maria~ erfundenen oder benützten Vorrichtungen führen +ihre Schriften gerade +eine+ nicht auf, die viele Forscher als ganz +sicher von ihr herrührend ansahen, weil sie u. a. auch die Bezeichnung +„Balneum Mariae“ (bain Marie, Marienbad) trägt; hierbei hat jedoch eine +zwar naheliegende, aber unzutreffende Etymologie irregeleitet, denn +das Wasserbad war bereits viele Jahrhunderte vor ~Maria~ wohlbekannt +(so schon ~Hippokrates~ und ~Theophrastos~), und verdankt seinen Namen +anscheinend der Verkettung einer Reihe ganz fernliegender Umstände, +die mit der Tätigkeit der Chemikerin ~Maria~ erst nachträglich in +angeblichen Zusammenhang gebracht wurden[588]. + +Als eine von ~Maria~ erfundene, oder von ihr dem ~Demokritos~ und +~Ostanes~ abgelernte Kunst, wird noch die angeführt, Edelsteine im +Finstern leuchtend zu machen. Nach ~Berthelot~ beruhte sie vermutlich +auf der Erregung zeitweiliger Phosphorescenz, denn den „Farben und +Firnissen“ sollen „im richtigen Verhältnisse“ Mischungen gewisser +organischer Substanzen zugesetzt werden, die, wie Galle von Fischen und +Schildkröten, Saft von Medusen, Öle von Pflanzen, Harze, usf., sämtlich +zu den an der Luft leicht oxydierbaren gehören[589]; vielleicht ist +jedoch nur an das oft sehr intensive Nachleuchten zu denken, das manche +Edelsteine, aber auch andere Mineralien und Schmelzen, stundenlang +zeigen, nachdem sie längere Zeit im Sonnenlichte lagen, oder stark +erwärmt wurden. + + +b) Kleopatra, Komarios. + +Während von anderen Berufsgenossinnen der ~Maria~, z. B. der +~Theosebeia~ und ~Paphnuthia~, kaum mehr als die Namen überliefert +sind, besitzen wir von ~Kleopatra~ noch Bruchstücke einiger, +„Χρυσοποιία“ (Goldmacherei), „Heilige und göttliche Kunst der +Philosophen“, „Über Maße und Gewichte“, betitelter Werke, die ihr +aber zum Teil allerdings nur zugeschrieben werden, zudem auch in der +vorliegenden Form, den magischen und den spät-gnostischen Anspielungen +gemäß, unmöglich schon in jener Zeit abgefaßt sein können, zu der +~Kleopatra~ gelebt haben soll[590]. Sie wird nämlich als etwa +gleichaltrig mit ~Maria~ bezeichnet, sehr oft (z. B. auch im arabischen +Verzeichnis des „Fihrist“, um 987) zusammen mit dieser genannt[591] +und von ~Stephanos~ (s. unten) noch als Teilnehmerin eines Gespräches +mit ~Ostanes~ angeführt[592]; ihr Lehrer soll ~Komarios~ gewesen sein. +~Renan~ vermutet[593], daß sie mit ~Maria Kleophas~ identifiziert +wurde, die in den gnostischen Evangelien neben der hl. ~Maria~ die +hervorragendste Rolle spielt und seitens der Valentinianer (einer +gnostischen Sekte) als „perfekt in der Gnosis“ bezeichnet wird, daher +auch in der Magie und der dieser zugerechneten Chemie; in noch späterer +Zeit erst scheint man sie mit einer ptolemäischen Königin ~Kleopatra~ +zusammengeworfen zu haben, u. a. mit der letzten unglücklichen Trägerin +dieses Namens[594]. + +Die sog. Abhandlung über „Maße und Gewichte“ besteht nach ~Kopp~[595] +aus Fragmenten einer Schrift über allerlei kosmetische Mittel und +enthält auch Angaben über die vorgeschriebenen Maße und Gewichte sowie +deren Einteilungen und Verschiedenheiten, hingegen nichts eigentlich +Chemisches. + +Den Überresten der anderen Werke ist zu entnehmen, daß die Herstellung +des golderzeugenden Pulvers große Schwierigkeiten bietet, sowohl +an und für sich, als auch wegen der Hindernisse, die der „Neid der +Dämonen“ (δαίμονες) und die Mißgunst der bösen Geister bereitet[596]. +Die Behandlungen im Dünger und Pferdekot (ἐν βολβίτοις), unter +denen aber oft nur Erhaltung in gleichmäßiger Wärme zu verstehen +ist, dauern 7, 21, und 40 Tage[597]; das durch Macerieren, Erwärmen, +Sublimieren usf. zuerst gewonnene Präparat vergleicht ~Kleopatra~ +einem im Grabe liegenden Toten, und befiehlt „Hebe auf den Toten (ἴσχε +τὸν νεκρόν) aus dem ersten Grabe (πρῶτος τάφος), und begrabe (θάψον) +ihn nochmals“; nun wird das Macerieren, Erwärmen, Sublimieren usf. in +gleicher Weise siebenmal wiederholt, bis endlich das wahre Ergebnis +der „philosophischen Kunst“ fertig aus dem letzten Grabe „gehoben“ +werden kann[598]. Projiziert man es auf 1000 Teile unedlen Metalles, +ja nach anderen selbst auf eine Million Teile, εἰς χιλίας χιλίαδας, so +verwandelt es diese in Gold[599]. + +Die Digestions- und Destillations-Apparate der ~Kleopatra~ gleichen, +soweit die von ~Zosimos~ erhaltenen Zeichnungen ersehen lassen, +völlig jenen der ~Maria~; die beigefügten Abbildungen der sich in den +Schwanz beißenden Zauberschlange ~Urobóros~, die, wie den endlosen +Kreislauf des Weltganzen, so auch jenen der chemischen Stoffe bei der +Destillation symbolisieren soll, sowie die mystischen Inschriften „ἕν +τὸ πᾶν“ (Hen to pan: Eins in Allem; Alles in Einem) u. dgl. gehören +wohl erst einer erheblich späteren Zeit an[600]. + + —————————— + +Dem „Philosophen und Oberpriester“ ~Komarios~, dem oben erwähnten +Lehrer der ~Kleopatra~[601], der sich selbst wieder auf ~Ostanes~ zu +berufen liebt[602], wird eine an ~Kleopatra~ gerichtete Abhandlung +„Über die heilige Kunst und den Stein der Philosophen“ zugeschrieben, +die jedoch nur in später, vielfach veränderter, durch mystische +und gnostische Interpolationen entstellter, von Anspielungen auf +Bibelsprüche, Wiederbelebung, Auferstehung, Fegefeuer usf. erfüllter +Fassung vorliegt[603], auch nach Meinung einiger Autoren nur den +Bericht eines Dritten über die dem ~Komarios~ und der ~Kleopatra~ +gemeinsamen Lehren wiedergibt[604]; sie soll daher an dieser Stelle, im +Anschlusse an die Schriften der ~Kleopatra~, besprochen werden. + +Das göttliche (θεῖον) Werk[605] besteht in vier Operationen, der +Schwärzung, Weißung, Gilbung und Rötung, begleitet und unterbrochen von +zahlreichen Verreibungen, Waschungen, Macerationen und Schmelzungen, +die man zum Teil in „Krügen aus Askalon“ vornimmt[606]. Eine Hauptrolle +spielen die +Sublimationen+ und +Destillationen+, bei denen u. a. das +„Flüchtige (ὁ φεύγων), Giftige, sich auch mit Schwefel Verbindende“, +[d. i. das +Quecksilber+], sowie das durch Schmelzen und Rösten der +„weiblichen“ σανδαράχη (Sandaráche) mit ägyptischem Nitron und anderen +Substanzen entstehende „Männliche“ (ἀρσενικόν, Arsenikón), [d. i. ++Arsen+ oder Arsenigsäure], nach aufwärts schwebt[607]; in diesen +Stoffen, sowie in den Dämpfen der göttlichen Wässer (θεῖα ὕδατα), +nehmen die Geister oder Pneumata körperliche Gestalt an[608]; sie +steigen als θεῖα μυστήρια [schweflige oder göttliche Mysterien], als +οὐράνια σώματα (himmlische, himmelanstrebende Stoffe) nach oben (ἄνω, +áno) und fallen von da aus wieder nach unten (κάτω, káto), „in die +finstere Tiefe der Unterwelt, des Hades“ [d. h. auf den Boden der +Gefäße][609]. Dort begegnen sie den aus dunklen Rohmetallen bestehenden +oder entstandenen Massen der „γῇ ἡμῶν τῇ αἰθιοπίδι“, „unserer Erde, +der äthiopischen“ [d. h. negergleichen, schwarzen][610], „den Toten“ +(νεκροῖς), denen sie das „φάρμακον (Phármakon, Heilmittel) des Lebens“ +zubringen und sie auferwecken[611]: „die Toten werden wiederbelebt“ +(θνητὰ ἐμψυχοῦνται)[612], die Materien, aus denen das Pharmakon +die „stinkenden und finsteren [d. h. die Färbung hindernden] Teile +austreibt“[613], gelangen vom Tode zum Leben, von der Krankheit zur +Gesundheit und ergeben durch ἀλλοίωσις (Alloíosis, Artverwandlung) und +μεταβολή (Metabolé, Umwandlung) die rechten [d. h. edlen] Metalle[614]. +Dies ist die „Erfüllung des Werkes“, die „Vollendung der Kunst“, +τῆς τέχνης πλήρωμα (Pléroma): Männliches und Weibliches haben sich +vereinigt und sind Eins geworden, denn „die Natur freut sich an der +Natur, usw.“, und es ist ein Embryo entstanden; so wie aber durch die +körperliche Wärme der Mutter die „Frucht ihres Leibes“ wächst und +sich entwickelt, nachher zu richtiger Zeit geboren und schließlich +mit der Milch des Mutterleibes ernährt wird, ganz so bringt auch der +Philosoph die „Frucht seines Werkes“ durch die Wärme gelinden Feuers +zur Reife und nährt sie mit den göttlichen Wässern[615], d. h. mit den +Lösungen oder Schmelzen der Umwandlung bewirkenden Präparate, des +λίθος τῆς φιλοσοφίας (Steines der Philosophie, der Weisheit), oder +λίθος τῶν φιλοσόφων (Steines der Philosophen, der Weisen)[616]. Aus den +befruchtenden Samen (σπέρμα, Sperma) des Männlichen entwickeln sich +Blüten (ἄνθη), Blumen und Pflanzen, und so wie solche aus ihren Keimen, +so schießen aus der schwarzen äthiopischen Erde θεῖα σώματα „göttliche +Substanzen“ empor, „köstliche Gesteine und Pflanzen“, aufsprießend aus +ihrem „Grabe“ in der Unterwelt[617]; denn die Vollbringung des Werkes +gleicht durchaus der Entfaltung von Blumen und Pflanzen[618]. + +Schließlich sei noch angeführt, daß der Namen des ~Komarios~ vielleicht +erst nachträglich in ganz willkürlicher Weise erfunden, nämlich von +Komaris (κώμαρις, κώμαρος) abgeleitet wurde, der sehr vieldeutigen +Bezeichnung eines angeblich besonders wichtigen und wirksamen +Präparates, unter dem Gips, Marienglas (Selenit), Talk, Arsen, rotes +Schwefelarsen (Sandarach) und noch zahlreiches andere verstanden werden +kann, so daß es im gegebenen Falle meist kaum zu erraten ist, welche +dieser Substanzen eigentlich in Frage kommen soll[619]. + + + + +4. Pseudepigraphen der ersten Jahrhunderte: Hermes, Agathodaimon, Isis, +Chimes, Ostanes, Petesis, Jamblichos, Moses, Johannes. + + +Die Schriften der bisher angeführten älteren, nicht genau datierbaren +Alchemisten konnten den Anspruch erheben, entweder deren wirkliche +(wenngleich vielfach entstellte und interpolierte) Werke zu +sein+, +oder doch mindestens in den Hauptpunkten auf diese +zurückzugehen+, +und so eine, zwar in den Einzelnheiten unzuverlässige und verworrene, +im ganzen aber immerhin zutreffende und richtige Tradition zu +wahren. Desgleichen besitzen wir, etwa von 300 n. Chr. an, die +Abhandlungen einer Reihe von Autoren (mit ~Zosimos~ beginnend), +über deren wesentliche Echtheit kein Zweifel besteht. Betreff der +Zwischenzeit dagegen ist uns nur eine Anzahl teils apokrypher, +teils pseudepigraphischer Schriften erhalten, die sämtlich, gleich +so vielen anderen, den verschiedensten Wissenszweigen jener Epoche +zugehörigen, den Charakter des spätorientalischen und spezifisch +alexandrinischen Synkretismus tragen, d. h. die absonderlichsten +Vermischungen griechischer, ägyptischer, jüdischer, frühchristlicher, +orientalischer, gnostischer, christlich-gnostischer und anderer Ideen +und Anschauungen zeigen. In vielen überwiegen vollständig die magischen +und abergläubischen Vorstellungen; zudem herrscht das Bestreben vor, +Entstehung und Herkunft der Alchemie mythisch zu verschleiern und in +die Tiefe von Zeiten zurückzuverlegen, zu denen noch Götter und Heroen, +Engel und Dämonen, auf Erden wandelten. Da sie außerdem zum Teil nur in +vielfach umgearbeiteter und abgeänderter Gestalt, zum Teil sogar nur +in Form von Auszügen und Zitaten auf die Nachwelt gekommen sind, läßt +der Inhalt, so Bemerkenswertes er zuweilen auch bieten mag, bestimmte +Schlüsse, namentlich nach chronologischer Seite, nur ausnahmsweise zu. + + +a) Hermes. + +~Hermes~, erst durch eine sehr späte Tradition ganz fälschlich als +Babylonier angesprochen[620], gilt den hellenistischen Schriftstellern +fraglos als Ägypter und wird mit mehreren wichtigen altägyptischen +Göttern identifiziert, u. a. mit ~Ptah~, ~Chnum~ und ~Thot~; die +einschlägigen Erklärungen mögen, so weit sie zum Verständnisse +unentbehrlich erscheinen, gleich an dieser Stelle gegeben werden. + +Die Bedeutung des ~Ptah~ beruhte im alten ägyptischen Reiche (beginnend +um 3000 v. Chr.) darauf, daß er der Gott der Reichshauptstadt +Memphis war und als solcher Besitzer der ihr benachbarten mächtigen +Steinbrüche, aus denen die Arbeiter seines Tempels unter Anleitung +der Priester die zur Errichtung der Pyramiden und anderer großer +Bauwerke bestimmten Steine brechen und zurechthauen; daher ist er „Gott +der Künstler“, „Bildner und Gestalter“, und der Hohepriester seines +Tempels führt den Titel „Großer Vorsteher der Steinkünstler“[621]. +Den Theologen gilt er alsbald nicht nur als „Bildner und Gestalter“ +der Werksteine, sondern des ganzen Weltbaues; seine Macht läßt aus +dem Chaos das Weltenei hervorgehen, mit dessen Bildung die Schöpfung +beginnt[622], seine Kunst formt die ersten Statuen der Götter und +versieht sie mit Schmuck aus Blaustein (Lapis lazuli), Grünstein +(Malachit) und Gold, und er ist der Gießer des goldenen Sonnenkäfers, +des die Sonne über den Himmel vor sich herwälzenden Skarabäus[623]. +Daraufhin heißt sein Haupttempel in Memphis auch die „Goldschmelze“ +oder „Goldschmiede“, er selbst „Herr der Goldschmelze“, „Herr der +Künste“, „Herr der Künstler“; diese letzteren aber sind seine Priester, +von denen Einer auch als „Meister der Kunst“, und der Hohepriester +als „Oberster der Künstler“ angeführt wird[624]. Als „von Dem, der +wissend ist um die Geheimnisse der Goldschmiede“ spricht von diesem +auch noch die hellenistische Zeit[625], die den ~Ptah~ dem ~Hephaistos~ +gleichsetzt, ihn zu einem zaubermächtigen Wundertäter, Magier und Arzt +macht, und als einen solchen auch den zum „Sohne des ~Ptah~“ erhobenen +~Imhotep~ ansieht, der in Wahrheit im alten Reiche Oberleiter des +Pyramidenbaues unter dem Könige ~Zoser~ war[626]. + +Den widderköpfigen ~Chnum~ von Elephantine, den „Herrn des +Kataraktenlandes“ und Gott der Zeugung und Fruchtbarkeit, in späterer +Aussprache ~Chnub~ oder ~Chnubis~, betrachtete man ursprünglich u. a. +ebenfalls als Schmied, als Erfinder der Töpferscheibe (auf der er +das Weltenei rund dreht), als Künstler und als Baumeister, später +aber als Weltenbaumeister, Demiurgen, und Herrn des künstlerischen +Geistes sowie des Geistes überhaupt, daher auch des Lufthauches und +Pneumas[627]. + +~Thot~, der Ibisköpfige, der Gott der Stadt Chnumu, gilt dem alten +ägyptischen Reiche in seiner Eigenschaft als Mondgott für den Urheber +von Zeitrechnung, Maß, Ordnung und Recht, für den Erfinder der +Sprache, des Zeichnens, des Malens und der Schrift, für den Schöpfer +aller Wissenschaft und Kultur, sowie für den Heilkundigen, der die +Wunden der Götter durch seinen Speichel zu schließen versteht[628]. +Einer späteren Zeit ist er der „Herr der Sprache und der Schrift, +der Schreiber und der Tinte“, der Stifter von Ordnung und Recht am +Himmel und auf Erden, der Erfinder der Amulette und Zaubersprüche, die +einerseits Heil und Gesundheit bringen, andererseits die Einflüsse der +bösen Geister abwehren[629]; daher rühmt ein um 1700 v. Chr. verfaßtes +ägyptisches Märchen dem Helden nach „er kennt die Zahl der Bücherkisten +der Weisheit und der Zaubersprüche im Heiligtums des ~Thot~, .... der +steinernen Kisten im Tempel zu Heliopolis“, und ein anderes preist, um +1350 v. Chr., „das Buch der Zaubersprüche, von ~Thot~, dem Gotte der +Weisheit, selbst geschrieben“[630]. In noch jüngerer Zeit wird dann +~Thot~ zum Astronomen, Astrologen, Magier, Bereiter von wunderwirkenden +Heilmitteln, usf.; seine Lehren stehen anfangs nur auf steinernen +Tafeln, Säulen und Wänden der Heiligtümer, „an geheimen und verborgenen +Stellen“, -- so noch zum Teil im spätptolemäischen Tempel zu Edfu, wo +er auch „Kenner aller Geheimnisse der Tempelküche“ genannt wird, d. h. +der Rezepte zur Herstellung der Räuchermittel, Heilsalben u. dgl. --, +weiterhin aber auch auf Leder oder Papyrus, und bilden so die „heiligen +Bücher“ oder „heiligen Schriften“[631]. Die hellenistische Aera +identifizierte ~Thot~ völlig mit ~Hermes~, wozu u. a. auch besonders +beitrug, daß ersterer beim großen Totengericht die Herzen wägt und +hiernach die Geschicke der Seelen bestimmt, ~Hermes~ aber ebenfalls die +Seelen zur Unterwelt geleitet, und einen Schlüssel führt[632]; auf ihn +übertrug sie daher auch die Autorschaft der gesamten priesterlichen, +dem ~Thot~ zugeschriebenen, nach ägyptischem Herkommen durchaus +anonymen Literatur, und so ist es zu erklären, daß die Zahl der von +~Hermes~ verfaßten Werke seitens ~Manethos~ (um 280 v. Chr.) auf +36525, seitens ~Iamblichos~ (im 3. Jahrhundert n. Chr.) auf 20000 +beziffert wird, und daß ein bloßer Auszug, von dem anscheinend der um +220 n. Chr. gestorbene ~Clemens Alexandrinus~ berichtet, 42 Bände oder +Bücher umfaßte[633]. Es steht dahin, ob mit diesen 42 „hermetischen +Büchern“ jene etwas gemein haben, die als „hermetische Schriften“ +oder „Weisheit des ~Hermes~“ auf uns gekommen sind, sich mit ihrem ++nicht+ alchemistischen, sondern zumeist mystisch-schwärmerischen und +-religiösen, oder naturwissenschaftlich-abergläubischen Inhalte als +Offenbarungen des ~Hermes-Thot~ geben und nur mit größter Vorsicht +zu Rückschlüssen irgendwelcher Art herangezogen werden dürfen[634]; +fast erscheint es unglaublich, daß sie bis tief in das 17. Jahrhundert +hinein für echt und geradezu uralt-ägyptisch gehalten und erst durch +den berühmten Streit ~Conrings~ (in Helmstaedt) gegen ~Borrichius~ +(in Kopenhagen), 1648 mit dem Buche über die hermetische Medizin +einsetzend, als in später Zeit untergeschoben erwiesen wurden[635]. + +Jedenfalls sieht die hellenistische Zeit schließlich in ~Hermes~ +die Personifikation des Wissens, der Wissenschaft, des in allen +Künsten, namentlich aber in allen Geheimkünsten, erfahrenen und +schöpferischen Geistes, den Hüter und Bewahrer aller alten Erbweisheit +(daher sie ihn auch mit ~Adam~, ~Henoch~, ~Abraham~, ~Moses~, ~Josef~ +usf. gleichsetzt)[636], den Verfasser und Schreiber unübertroffen +tiefsinniger und an Zahl endloser Werke, den „aller himmlischen Zeichen +und Einflüsse“ kundigen Astrologen, Arzt, und Magier, sowie den Mann, +„in dem sich Anfang und Ende der göttlichen Kunst vereint“, den Meister +„der heiligen und hermetischen Kunst“, den ersten Alchemisten[637]. + + —————————— + +Nach den, durch die syrischen Manuskripte bewahrten Berichten des +~Zosimos~ schrieb ~Hermes~ als erster die zum Teil durch Dämonen +übermittelten Traditionen der Alchemie nieder, und zwar in einem +umfangreichen Werke, das aber auch viele andere, χειρόκμητα +(Handfertigkeiten, Handgriffe) genannte „Künste“ behandelte[638]. Es +zählte 24 Bücher, bezeichnet nach den Buchstaben des griechischen +Alphabetes und benannt mit besonderen Namen, z. B. Imos, Imuth, +Gesicht, Schlüssel (κλείς)[639], Siegel (Gesiegeltes), Encheirídion +(Handbuch), Epoche usf., und in diesen wurden sämtliche „Künste“ durch +„Tausende von Worten“ genau erklärt, so auch die Umwandlung von + + {Blei {Kupfer + {Zinn in {Silber, + {Eisen {Gold + +aber auch von Blei in Zinn, Kupfer in Eisen, usf., kurz von allem der +Reihe nach, von oben nach unten und von unten nach oben; erst spätere +Erklärer, „die ohnehin auch allein die Verwandlung des Silbers in Gold +erwähnten“, „verdarben und verdunkelten diese Bücher und machten aus +ihnen Mysterien“. -- ~Hermes~ selbst schrieb sein Werk auf „Tafeln“, +die aber verloren gingen oder verborgen blieben, so daß erst der +ägyptische König ~Nechepso~ sie wieder auffand; die Götter, deren +Beistand er in endlosen Gebeten anrief, begnadeten ihn schließlich mit +ihrem Verständnisse[640], -- doch ist weder überliefert, wodurch der +(schon in früher ptolemäischer Zeit mythische) König veranlaßt wurde, +ein solches überhaupt anzustreben, noch welche Früchte es ihm trug, +nachdem er es errungen hatte. + +Vermutlich auf +diese+ „Tafeln“ hin, deren Andenken lebendig geblieben +zu sein scheint, hat eine spätere Zeit dem ~Hermes~ auch die Abfassung +zweier sehr berühmt gewordener +anderer+ zugeschrieben, der „Tafel von +Memphis“ und der „Tabula smaragdina“. Die „memphitische Tafel“[641] +soll sich u. a. an einem Felsen bei Memphis vorgefunden und in +griechischer, sowie nach ~Kirchers~ Bericht von 1636 angeblich auch +in koptischer Sprache, nachstehende Inschrift getragen haben: „Himmel +oben, Himmel unten; Sterne oben, Sterne unten; Alles (πᾶν) ist oben, +Alles ist unten; Nimm es hin, es bringe Dir Glück.“ Weiteres über +sie ist nicht bekannt geworden, und die Behauptung, der angeführte +Spruch sei altägyptischen Ursprunges, hat sich nicht bestätigt, was +auch nach seinem auf Astrologie und Chemie (Sublimation, Destillation) +anspielenden Inhalte nicht anders zu erwarten war. -- Die, der Sage +nach durch ~Alexander den Grossen~ im Grabe des ~Hermes~ aufgefundene +„Tabula smaragdina“[642] war unter diesem Namen, sowie unter dem +Nebentitel „De operatione solis“ (Vom Machen der Sonne, d. h. des +Goldes), im Abendlande schon gegen 1200 wohlbekannt und hochgeschätzt; +der allein und nicht überall ganz gleichlautend übermittelte ++lateinische+ Text[643] lautet in wörtlicher Übersetzung: „Es ist wahr, +nicht gelogen, sicher und völlig gewiß. Was unten ist, gleicht dem was +oben ist, und was oben ist, dem was unten ist, zwecks Durchschauung +der Wunder des einen Dinges. So wie alle Dinge wurden aus Einem, durch +Nachforschung darüber [oder: durch Einen, seiner Überlegung gemäß], +so sind auch alle Dinge geboren aus diesem einen Dinge, vermöge der +Anpassung (adaptatione). Sein Vater ist die Sonne, seine Mutter der +Mond. Der Wind trug es in seinem Bauche. Seine Nährerin ist die +Erde. Es ist der Vater aller Vollendung (telesmi) im Weltalle. Seine +Kraft (virtus) steht auf ihrer Höhe, wenn es zu Erde gewandelt ist. +Du scheide das Erdige vom Feurigen, die dunstartigen Teile von den +dichten, gelinde, mit großer Kunst. Es [das Ding] steigt empor von der +Erde zum Himmel, steigt wieder nieder zur Erde, und nimmt in sich auf +die Kräfte der Oberen und der Unteren. So gewinnst Du das Rühmlichste +(gloriam) der ganzen Welt. So wird alles Dunkel von Dir weichen. Dies +ist die hohe Kraft in äußerster Stärke, da sie alle dunstartigen Teile +besiegt und alle dichten durchdringt. So wurde die Welt geschaffen. So +entstehen die wunderbaren Anpassungen (adaptationes), deren Art diese +ist. Deshalb werde ich ~Hermes Trismegistos~ genannt, weil ich innehabe +die drei Teile der Philosophie des Weltalles. Vollendet ist, was ich +verkünde über die Herstellung der Sonne.“ + +Bei aller Absonderlichkeit enthält dieser Text nichts, was +unverträglich wäre mit dem Geiste der Systeme einer Zeit, die +unbedenklich auch die buntesten Elemente zu vereinigen pflegte, -- +und zwar weder was die Form, noch was den Inhalt anbelangt; letzterer +betrifft sichtlich die Gewinnung des Goldes mittels des „zu Erde +gewordenen“ großen Wunderdinges, d. i. des Steines der Philosophen, der +das „Dunkle“ weichen macht (d. h. die richtige Färbung bewirkt), die +Samen von Silber und Gold (Mond und Sonne, Weiblichem und Männlichem) +in sich trägt und durch richtige „Anpassung“ die höchste „Vollendung“ +herbeiführt, +selbst+ aber wieder durch allerlei Sublimationen und +Destillationen (ἄνω καὶ κάτω) und unter Mitwirkung des „Windes“ +(Geistes, Pneumas) „geschaffen wird“ und als Inbegriff aller Elemente +und Kräfte ein Analogon des Weltalls darstellt, ein ἓν καὶ πᾶν (Hen kai +pan: Eines in Allem, Alles in Einem). In ganz ähnlichem Sinne, und in +einem Wortlaute, der jenem der sog. hermetischen Tafeln sehr nahekommt, +heißt es auch in einem alten bei ~Zosimos~[644] übermittelten Spruche: +„Nach oben das Himmlische, nach unten das Irdische! Durch das Männliche +und das Weibliche wird das Werk vollendet!“ + +Ein griechisches Original der „Tabula smaragdina“ ist nicht bekannt, +und da die syrischen und arabischen Chemiker ihrer überhaupt keine +Erwähnung tun[645], so bestehen berechtigte Zweifel an ihrem +vorgeblichen Alter; +so+ alt wie der gesamte zugehörige Litteraturkreis +könnte sie aber dem soeben Ausgeführten zufolge immerhin sein, und +die Anführung des ~Hermes Trismegistos~, sowie die Herübernahme des +im Lateinischen ganz ungebräuchlichen Wortes telesmus (τελεσμός) +lassen eine Übersetzung aus dem Griechischen mindestens als möglich +erscheinen[646]. -- Älteren Forschern hat namentlich die Frage viel +Kopfzerbrechen bereitet, ob es tatsächlich Smaragde gebe, deren Größe +die Anfertigung einer Tafel von ausreichenden Abmessungen gestatte; +indessen erledigt sich diese Schwierigkeit dadurch, daß mit dem +mehrdeutigen Worte Smaragd keineswegs gerade unser Edelstein Smaragd +gemeint zu sein braucht, und daß auch z. B. in den ärztlichen Schriften +des ~Celsus~ (zu Beginn der Kaiserzeit) „emplastrum smaragdinum“ nicht +etwa ein Pflaster aus Smaragden bedeutet, sondern einfach ein grünes +Pflaster[647], -- wonach es also freisteht, die Tabula smaragdina als +Tafel aus grünem Glas, einem beliebigen grünen Gestein, oder einem +sonstigen grünen Material aufzufassen! + + —————————— + +Kaum besser, als über diese mythischen, auf Tafeln eingegrabenen +Schriften des ~Hermes~, sind wir über die dem Papyrus oder Pergament +anvertrauten unterrichtet; wir kennen sie nur aus Anführungen und +Zitaten, die sich u. a. bei ~Zosimos~, ~Synesios~, ~Olympiodoros~ und +bei den noch späteren ersten syrischen und arabischen Chemikern finden +(so bei dem schon mehrfach genannten ~Al-Habib~) und allenfalls ersehen +lassen, welche Lehren man dem Manne zuschreiben zu sollen glaubte, den +es galt, als Begründer (oder als einen der Begründer) der „hermetischen +Kunst“ glaubhaft hinzustellen. + +Das heilige oder große Werk muß begonnen werden in den ersten zehn +Tagen des Monates Pharmuthi (März-April; das syrische Manuskript +sagt im Nisân = April) und dauert sechs Monate[648]; sein Ziel ist, +„wie schon die Alten angaben“, die Umwandlung des „Kupfers“ in +ἰόχαλκος (Ióchalkos, rotes Kupfer = Gold)[649]. Die Grundsubstanzen +(οὐσίαι, Usíai) des Silbers und Goldes sind schon enthalten im „Ei +der Philosophen“ [der Mischung von Kupfer, Blei, Eisen, Zinn][650], +in jener „Magnesia“ genannten Legierung[651], auf die sich auch die +Sprüche „Zwei wird Eins, Drei und Vier wird Eins, usf.“ beziehen[652]. +Die Operationen, die zur Umwandlung dieser Stoffe führen, beginnen mit +dem Einwickeln und Einbinden in Leinen, der Tarichie (Einsalzung), +sowie dem Kochen in „Meerwasser“[653]; im weiteren Verlaufe müssen +die Stoffe, -- und dies ist eine der wichtigsten und daher sehr oft +zitierten Vorschriften des ~Hermes~ --, ganz und völlig „verbrannt“ +werden, „und wenn sie gänzlich zu Asche geworden sind, so ist dies das +Anzeichen eines guten Gelingens“, „denn wer den Stoffen nicht ihren +körperlichen Zustand nimmt und die unkörperlich Gewordenen wieder in +Körper verwandelt, der kann das Ziel nicht erreichen“[654]. Die völlige +Austreibung der flüchtigen Bestandteile aus den einen Substanzen und +ihre Wiedervereinigung mit den anderen, -- denn hierum handelt es +sich offenbar --, ist indessen nicht so leicht zu bewerkstelligen, +denn nicht selten erhält man „unverbrennlichen Schwefel“, d. i. nach +~Hermes~ jene Asche, zu der der Schwefel die Stoffe so verbrannte, daß +sie noch einen Teil der „Geister“ in sich zurückhielten[655]. + +Was unter „Schwefel“ verstanden werden soll, erscheint freilich +keineswegs eindeutig bestimmt, denn ~Al-Habib~ bezeugt z. B. +ausdrücklich, daß ~Hermes~ mit „Schwefel“ auch das Quecksilber aus +dem Zinnober bezeichnet habe[656]. ~Hermes~ unterscheidet dieses +Quecksilber von dem, das „als weiße αἰθάλη (Aithále) der roten Kobathia +die Magnesia weißt“[657] [d. h. vom Arsen], sagt jedoch, „Quecksilber +ist zwar zweierlei, aber doch nur Eines“[658]; „es ist Eines, besteht +jedoch aus zwei Monaden“ heißt es auch vom ὔδωρ ἐν ἀβύσσω, dem +„Wasser des Abyssos“ (Abgrundes), das aus den untersten Teilen der +Gefäße geschöpft wurde und sehr wohl neben allerlei abgetropften +Kondensaten auch das ohnehin oft nur mit dem Namen „Wasser“ bezeichnete +Quecksilber enthalten haben kann[659]. Nach dem Berichte der syrischen +Manuskripte[660] lehrte ~Hermes~, Quecksilber sei die Grundsubstanz +[Materia prima] aller Metalle und verwandle sich unter den passenden +Umständen nicht schwieriger in eines von diesen, als „Wasser“ zu Ölsaft +in einem Ölbaum, zu Harzsaft in einer Terebinthe, oder zu Honigsaft in +einer Dattelpalme[661]. -- Wie weiter oben wiederholt erwähnt wurde, +sollen die „Ägypter“ für die Ursubstanz der Metalle das Blei gehalten +haben, vermutlich angesichts seiner großen Schmelzbarkeit und seines +leichten Überganges in andere (vielfach auch mit den Abkömmlingen +sonstiger Metalle verwechselte) Stoffe, wie Bleiweiß, Bleiglätte, +Mennige, Schwefelblei usf.; da nun aber das Quecksilber, wie man nach +und nach erkannte, überhaupt stets flüssig bleibt und gleichfalls mit +Leichtigkeit das weiße Sublimat, den bald gelblichen, bald rötlichen, +bald schwarzen Zinnober ergibt usf., so liegt die Annahme nahe, es +sei auf solche Analogien hin allmählich dem Blei gleichgesetzt worden +und habe schließlich an dessen Stelle die Rolle einer Materia prima +übernommen, -- wofür aber auch noch ganz andere, erst später zu +erörternde Gründe ausschlaggebend waren. + +Mittels Quecksilbers stellte ~Hermes~, nach einem beim ~Philosophus +Christianus~ erhaltenen Berichte, auch das +Xérion+ (ξήριον) her, +„das seit Äonen Gesuchte“[662], und verwandelte mit ihm ebensowohl +die gemeinen Metalle in Gold, „das allein frei von aller Krankheit +ist“[663], wie die körperlich Siechen in Gesunde[664]: ist doch nach +ihm der Mensch ein Mikrokosmos, und diese kleine Welt enthält alle +Elemente (einschließlich der Winde) ebenso in sich, wie die große, und +unterliegt daher genau den nämlichen Einflüssen wie letztere[665]. -- +Hiernach wird man schwerlich der Behauptung einiger Autoren beistimmen +können, ~Hermes~ sei ein Feind der von ~Zoroaster~(?) gepriesenen +magischen Lehren und Vorstellungen gewesen; nach ~Zosimos~ war vielmehr +der Sachverhalt gerade der umgekehrte[666]. + +Wie in der „hermetischen Kunst“, so lebt der Name des ~Hermes~ bis auf +den heutigen Tag auch noch im „hermetischen Verschlusse“ fort. Nach +~Al-Habib~[667] spricht schon ~Zosimos~ vom „hermetischen Verschlusse +der Gefäße“ als von etwas Wohlbekanntem und keiner Erklärung +Bedürftigen, es scheint also fraglos, daß dieser völlig dichte, bei +Glasgefäßen durch Zuschmelzen bewerkstelligte Verschluß, oder doch +eine bestimmte Art seiner Herstellung und Verwendung, vorwiegend +auf ~Hermes~ zurückgeführt und als seine Erfindung angesehen wurde. +Daß einige seiner Bücher „Siegel“ oder „Gesiegeltes“ überschrieben +waren[668], kommt jedoch in dieser Hinsicht nicht mit in Frage, +vielmehr besagt dieser Titel nur soviel wie „Geheimnisse“; beruft sich +doch ~Zosimos~ u. a. auch auf Vorschriften aus Büchern gleichen Namens, +die der ägyptische Gott ~Ptah~ selbst verfaßt haben soll[669]. + + +b) Agathodaimon. + +Von ~Agathodaimon~ (= guter Geist) berichten die späteren Alchemisten, +z. B. ~Olympiodoros~[670], er sei ein alter ägyptischer Philosoph und +noch älterer Herrscher und Gott gewesen; als Philosoph wird er oft +zusammen mit ~Hermes~ genannt oder diesem auch gleichgesetzt, als +dritter König aus der göttlichen Urdynastie Ägyptens bei ~Manetho~ +aufgeführt[671], als Gott aber mit ~Thot~ oder mit ~Chnum~ (Chnub, +Chnubis, Chnuphis) identifiziert, mit letzterem namentlich in seiner +Richtung als ärztlicher Gott: sein Emblem ist die sich häutende, und +dadurch angeblich die Krankheit abstreifende, neue Gesundheit und neues +Leben gewinnende Schlange. Die Schlange, die sich selbst in den Schwanz +beißt oder den eigenen Schwanz verschlingt und in dieser Form das alte +hieroglyphische Zeichen für „Welt“ darstellt, ist in hellenistischer +Zeit als οὐροβόρος (Urobóros) oder ὀφιοῦχος (Ophiúchos) auch das +Wahrzeichen des ~Agathodaimon~, „des guten Dämons von Ägypten“ und +„Hausschutzgottes“[672]; dies geht offenbar auf die nach ~Rohde~[673] +echt griechische Anschauung zurück, daß das Haus als seine Hüterin die +zum „guten Geiste“ gewordene Seele des Hausvaters zu verehren habe, +die, gleich allen chthonischen Wesen, in Gestalt einer Schlange, der +auch als Agathodaimon bezeichneten „häuslichen Schlange“, zu erscheinen +pflegt. Der Schlange dieses Namens brachte man in Alexandria jährlich +besonders feierliche Opfer dar[674], jedenfalls weil Alexandria in +~Agathodaimon~ seinen eigentlichen Stadtgott verehrte, -- wie denn +auch noch im 3. Jahrhundert ein Oberpriester ~Agathodaimon~ daselbst +nachweisbar ist[675]; der, dem Gotte ~Agathodaimon~ zugeordnete Stern +ist nach hermetischen Schriften die Sonne[676]. Wenn also, allem diesem +und dem klaren Wortlaute seines Namens entgegen, ~Agathodaimon~ in ganz +später Zeit nicht selten für einen neidischen und gefährlichen „Dämon“, +seine Schlange aber für einen bösen und verderblichen „Drachen“ +angesehen wird, so beruht dies sichtlich auf Mißverständnissen und +Entstellungen, die zum Teil vermutlich dem Eindringen orientalischer +Überlieferungen zuzuschreiben sind. + +Daß ~Agathodaimon~ ein chemisches Werk (βίβλος χημευτική) verfaßt +habe, berichtet ~Olympiodoros~[677], und den syrischen Manuskripten +nach erwähnt es schon ~Zosimos~ als ein an den ~Osiris~ gerichtetes, +oder ihm gewidmetes Buch[678]. Mit den Worten „~Agathodaimon~ begrüßt +den ~Osiris~“ beginnt auch die von ~Agathodaimon~ angeblich gemeinsam +mit ~Hermes~ verfaßte „Erklärung eines Orakels des ~Orpheus~“, zu +der zu bemerken ist, daß nach hellenistischen, u. a. bei ~Diodor~ +erhaltenen Berichten, die mythischen Dichter ~Orpheus~ und ~Musaios~ +nach Ägypten gekommen seien und dort die uralte Weisheit der Priester +erlernt, diesen aber auch ihre eigene mitgeteilt haben sollen[679]. Die +„Erklärung“, die nur in Form einer dunklen, vielfach entstellten, an +zahlreichen späteren Einschiebseln reichen Kompilation vorliegt[680], +behauptet auf Grund der „freilich sehr verwirrten und unklaren +Schriften der Alten“, daß dem ~Orpheus~ göttliche Stimmen durch ein +Orakel mitteilten, welcher Augenblick der günstigste für das große Werk +sei, wie man die Projektion auszuführen habe, und wie sich dabei durch +mystische Gebete und magische Beschwörungen die bösen Geister bannen +und die ihrem Neide entspringenden Hindernisse überwinden ließen[681]; +daraufhin habe ~Orpheus~ auf Kupfer oder auf die „Knochen des Kupfers“, +die aus Kupfer, Eisen, Zinn und Blei bestanden und deren unter dem +Namen „persische Knochen“ auch ~Zosimos~ gedenkt[682], Arsen und Kadmia +(καθμία, καθμίς) zur Einwirkung gebracht[683], die Bestandteile 41 +Tage lang maceriert, wobei sich ἐξανθήματα (Exantheme, Efflorescenzen) +bildeten[684], und sie so schließlich geweißt und gegilbt. + +Nach ~Agathodaimons~ Lehre hat man die Schlange Urobóros, bei der +„das Ende der Anfang, und der Anfang das Ende ist“, als Symbol +des großen Werkes zu betrachten, da bei diesem ebenfalls die +anfängliche Grundsubstanz oder Materia prima schließlich in die +einzelnen Metalle übergeht, in diesen vorhanden ist, und auch +wieder aus ihnen zurückgewonnen werden kann. Wie die Schlange, so +ist auch das große Werk ein Symbol der Welt; als solches reiht sich +Beiden das „philosophische Ei“ an[685], das oft als synonym mit +dem großen Werke gilt, oder als „Stein, der kein Stein ist“ das +Verwandlungsmittel andeutet, eigentlich aber mit seinen vier „die +unzähligsten Namen führenden Teilen“ [Schale, Eihaut, Eiweiß, Eigelb] +das Ausgangsmaterial, die vier Metalle der Tetrasomie, bezeichnet[686]. +Dieses „unser Blei“ (μόλυβδος ἡμέτερος), diese schwarze Brühe oder +Schmelze (μέλανα ζωμόν), hat man zu benützen[687], zehn Tage im Dünger +(ἐκ τῆς κόπρου) zu erwärmen und 21 Tage zu beizen[688], sodann mit +koptischem Stimmi (στίμη κοπτική)[689], mit vom Schwefel befreitem +Arsen „dieser Seele des Färbenden“[690], und mit anderen Chemikalien +zu behandeln und so zunächst in „unser Silber“ (ἄργυρον τὸν ἡμῶν) +überzuführen[691]. + +Wie als Erklärer des orphischen Orakels, wird ~Agathodaimon~ zusammen +mit ~Hermes~ auch als Verfasser eines merkwürdigen +Rätsels+ +genannt, das spätere Autoren als „Rätsel vom philosophischen Steine“ +anführen[692] und das in wörtlicher Übersetzung aus dem Griechischen +wie folgt lautet: + + „Buchstaben zähle ich neun; viersilbig bin ich. Nun rate! + Merk’: von den ersten drei Silben hat zwei der Buchstaben jede, + Aber die vierte hat drei. Fünf Buchstaben sind Konsonanten. + Bilde die Summe der Zahlen: Du findest zweimal Achthundert, + Dreimal Dreißig dazu, nebst Sieben. Hast Du mein Wesen + Nunmehr erkannt, so hast Du auch teil an göttlicher Weisheit.“ + +Die älteste bisher bekannte Quelle dieses sog. Rätsels sind die +„Sibyllinischen Weissagungen“, eine im Tone der Propheten und +Orakelkünder gehaltene Sammlung sehr verschiedener, von vielerlei +jüdischen und christlichen Verfassern herrührenden Erzählungen und +Sentenzen, die wahrscheinlich zwischen 100 vor und 300 nach Chr. +niedergeschrieben wurde und ihre endgültige Form wohl erst gegen 300 +erhalten hat. Im ersten Buche dieser „Weissagungen“[693], das von einem +Christen um 200 n. Chr. verfaßt sein dürfte, befiehlt Gott dem ~Noah~, +den sündigen Völkern noch einmal Buße zu predigen, und offenbart +sich ihm als Herrscher der Welt, wobei er die oben angeführten Worte +ausspricht. Daß sie also ursprünglich keinen alchemistischen Sinn haben +konnten, ergibt sich aus diesem Sachverhalte ohne weiteres; viel eher +scheinen sie auf einen der Geheimnamen Gottes hinzudeuten[694], deren +Kenntnis (nach altägyptischer Anschauung) dem Kundigen ungeheure Macht +verleiht, wie denn z. B. der weise König ~Salomon~ „die neun Buchstaben +des geheimen Namens des Herrn“ beherrscht und im „Mysterium der neun +Buchstaben“ den „Schlüssel alles Sichtbaren“ besessen haben soll[695]; +welcher der zahlreichen Namen dieser Art gemeint sein mag, steht +indessen nicht fest. Zu einem von alchemistischem Tiefsinne erfüllten +„Rätsel“ machten die aus dem Zusammenhange gerissenen Verse erst +spätere Schriftsteller, aus denen ~Olympiodoros~ im 5. und ~Stephanos~ +im 7. Jahrhundert schöpften[696]; sie schrieben sie, um ihnen die +gehörige Autorität zu sichern, einem der hochberühmten „Alten“ zu, +also dem ~Agathodaimon~, dem ~Hermes~, oder auch beiden zusammen. +Eine Lösung des Rätsels aus hellenistischem Zeitalter ist nicht +überliefert; vom 16. Jahrhundert ab gaben verschiedene Gelehrte als +solche an: Lithargyros, Kinnabari, Kassiteros, Ampelitis, namentlich +aber Arsenikon[697]. Die Namen der ersteren, ihrer Natur nach sehr +zweifelhaften Substanzen erfüllen jedoch die im Rätsel gestellten +Bedingungen nur annähernd, und der sachlich noch ansprechendste, +Arsenikon, ergibt seinem Zahlenwerte nach nicht die verlangte Summe +1697; allerdings führen einige Handschriften statt dieser Ziffer auch +andere, bei einigem guten Willen ziemlich genügende Zahlen an, und +manche lassen die letzten drei Verse ganz weg und beschränken sich auf +die ersten, die derlei erschwerende Sonderbestimmungen nicht enthalten. + + +c) Isis. + +Unter dem Namen eines „Schreibens der ~Isis~ an ~Horos~ über die +heilige Kunst“ (περὶ ἱερᾶς τέχνης) geben die alchemistischen Sammlungen +in ziemlich abweichenden Fassungen den Text eines Briefes wieder, den +~Isis~, die sie als Göttin, Königin von Ägypten, oder Prophetin (= +Priesterin) bezeichnen, an ihren Sohn ~Horos~ gerichtet habe[698]; +selbst der gutgläubige ~Borrichius~ (um 1650) wagte, seine Echtheit +zu bezweifeln, ~Chevreul~ (1845) erklärte ihn sogar für eine bloße +Satire[699], in Wirklichkeit reiht er sich aber den sonstigen +Apokryphen und Pseudepigraphen des Zeitalters als völlig gleichartig +an und läßt nichts von jenem besonderen „alchemistischen Geheimsinne“ +merken, dessen noch ~Berthelot~ Erwähnung tut[700]. Die Art der +Einkleidung ist mit unleugbarem Geschicke gewählt und durchgeführt, +denn die Mitteilung der Lehren und Geheimnisse von Mund zu Mund, durch +den Gott an den Priester, den Vater an den Sohn, usf., entspricht einer +altägyptischen Tradition; auch derartige Gespräche gerade zwischen +~Isis~ und ~Horos~ waren schon in sehr entlegener Zeit bekannt, z. B. +eines, in dem die Göttin meldet, „daß es ihr erlaubt sei, dem eigenen +Kinde mitzuteilen den Namen des Gottes ~Rê~“, nämlich jenen „geheimen +und wahren Namen“, dessen Kenntnis furchtbare Macht verleiht (den man +aber natürlich schließlich doch nicht erfährt!)[701]. + +Was den Inhalt des „Schreibens“ betrifft, so erzählt ~Isis~ dem +~Horos~, der sich auf die Suche des ~Seth~ (Typhon), des Mörders seines +Vaters ~Osiris~, begeben hatte, sie sei inzwischen nach Ormanuthi +gegangen, -- d. h., wie ~Hoffmann~ angibt, nach ihrem berühmten +Tempel zu Eumenuthi bei Kanopos[702] --, „woselbst die heilige Kunst +Ägyptens, ἡ ἱερὰ τέχνη τῆς Αιγύπτου, betrieben wird“[703]; dort +näherte sich ihr ein „Prophet“ (προφήτης = Priester) und „Engel des +unteren Firmamentes“[704] und suchte ihre höchste Gunst, als deren +Preis sie Mitteilung des Transmutations-Geheimnisses verlangte; der +Prophet erklärte, er selbst sei nicht berechtigt, dieses zu verraten, +sandte ihr aber den „Obersten der Propheten“ (ἀρχιερεύς, Archiereús = +Oberpriester) und „Engel des höchsten Firmamentes“ ~Amnael~, mit dem +sie des Handels einig wurde: als Lohn für ihre Hingebung lehrte er sie +die Herstellung des Goldes und Silbers, nachdem er ihr vorher den Eid +abgenommen hatte „daß sie darüber niemandem Mitteilung machen werde, +als allein ihrem leiblichen Sohne“. Der in religionsgeschichtlicher +Hinsicht nach Form und Inhalt bemerkenswerte Eid[705], dessen +Verwandtschaft mit anderen, bei ~Stephanos~ (als „Eid des ~Pappos~“) +und beim ~Philosophus Christianus~ überlieferten Schwüren[706], +unverkennbar ist, lautet: „Ich lasse Dich schwören bei Himmel und +Erde, bei Licht und Dunkel; bei Feuer, Wasser, Luft und Erde; bei der +Höhe des Himmels, der Tiefe der Erde und dem Abgrunde der Unterwelt; +bei ~Thot~ und ~Anubis~; beim Gebell des dreiköpfigen ~Kerberos~, des +Hüters der Unterwelt; bei der Fähre des ~Charon~ und bei ~Charon~ dem +Fährmann; bei den drei Göttinnen der Notwendigkeit, den Geißeln und dem +Schwert: daß ich Niemandem das Geheimnis mitteilen werde als allein +meinem Kinde und teuren Sohne, damit er Du sei, und Du er“ [d. h. damit +er zum Gott werde durch Empfang Deines göttlichen Wissens]. + +Was daraufhin ~Amnael~ der ~Isis~ eröffnet oder vielmehr nur +andeutet[707], bewegt sich wesentlich im Geleise der demokritischen +Lehren vom Fixieren des Quecksilbers durch Magnesia, Pyrit, Arsen, die +Dämpfe der Kobathia, Schwefel u. dgl., vom Weißen und Gilben durch +Erteilen der richtigen Färbung mittels des Verwandlungs-Präparates +oder „Pharmakons“, von der Diplosis usf.; nachdrücklich findet sich +betont, daß jedes Ding von seinesgleichen erzeugt wird, der Mensch vom +Menschen, der Löwe vom Löwen, das Getreide vom Samen des Getreides, und +so auch das Gold vom Samen des Goldes: „die Natur freut sich über die +Natur, usw.“ + +Mehrfach wird in dieser Abhandlung ~Isis~, die den Hellenisten +für identisch mit ~Selene~ gilt, auch mit dem Symbol des Mondes ☾ +bezeichnet, das ihren Namen selbst geradezu vertritt[708]: „~Horos~, +Sohn der ☾“, „Vereinigung mit ☾“, „Schreiben der ☾“; diese von +~Berthelot~ besonders hervorgehobene Tatsache geht indessen bereits aus +einer Anführung ~Kopps~ hervor[709]. + + +d) Chimes. + +Daß ~Chimes~ oder ~Chemes~ der erste Chemiker gewesen sei, und die +Chemie von oder nach ihm ihren Namen erhalten habe, ist die Behauptung +einer erst sehr späten Zeit, die einen „Heros Eponymos“ (Namengeber) +für die chemische Wissenschaft suchte und ausdachte; sachlich steht sie +etwa auf gleicher Höhe wie die Angaben, die Hellenen hießen so nach +~Hellen~, „dem ersten Griechen“, den Mörissee (äg. mer uer = großer +See)[710] habe ein „König ~Möris~“ graben lassen, und der Magnet sei +nach dem Hirten ~Magnes~ benannt, der dieses Gestein entdeckte, als +er beim Weiden der Schafe mit seinen eisenbeschlagenen Schuhen an ihm +hängen blieb[711]. + +Erwähnt wird ~Chimes~, ~Chymes~ oder ~Chemes~ (später auch ~Chem~, +~Khem~, ~Cham~, ~Kimas~)[712] zuerst bei Zosimos im 3., bei +~Olympiodoros~ im 5., und bei ~Stephanos~ im 7. Jahrhundert, und zwar +behaupten ~Zosimos~ und übereinstimmend mit ihm die übrigen Autoren, +daß er als Urheber des Satzes „ἕν τὸ πᾶν“ (Hen to pan = Eines ist +Alles, Alles ist Eines) anzusehen sei, den er durch die sich in den +Schwanz beißende Schlange symbolisch darstellte[713]. ~Stephanos~ +berichtet hierüber, wo er die Umwandlung der unedlen Metalle durch +Schwärzung, Weißung, Gilbung und Rötung erörtert, mit den Worten[714]: +„Eine ist diese Schlange, tragend die beiden Zeichen und führend das +Gift, denn Eines ist das All, durch das das All ist, und enthielte +das All nicht das All, so wäre das All nichts [so wäre das All nicht +entstanden; also mußt Du dieses All hineinwerfen, damit Du das All +gemacht habest]. Dies spricht der allherrschende ~Chimes~; und es +spricht die priesterliche Stimme: Gefunden ist der ~Pan~, der seit +Gründung Ägyptens gesucht wird.“ -- Nach ~Hoffmann~ spielen die beiden +„Zeichen“, die die Schlange trägt, auf die weiße und rote Königskrone +an, die uralten, in den Landesfarben prangenden Symbole der Herrschaft +in Ober- und Unter-Ägypten, die aber hier zugleich weißes Silber und +rotes Gold bedeuten sollen; das „Gift“ der Schlange aber geht auf die +zur Metall-Verwandlung dienenden Arsen- und Quecksilber-Präparate[715]; +der „~Pan~“, der seit Ägyptens Urzeit gesucht wird, ist das Xerion (das +„hineingeworfen“, projiziert werden muß), der philosophische Stein, +die Panacee zur Heilung der Krankheiten von Metallen und Menschen, +und erinnert durch seinen Anklang gleichzeitig an den Namen des +griechischen Gottes ~Pan~ und an das Wort pan (πᾶν) des „ἕν καὶ πᾶν“. + +Was die auch als giftiger und feuerspeiender Dämon angeführte Schlange +des ~Chimes~ anbelangt, so ist zu bemerken, daß ~Chimes~ auch mit +dem Gotte ~Ammon-Rê~ identifiziert wurde[716], und daß schon im +alten Ägypten die Statuen und Abbildungen des Gottes ~Rê~, der die +Sonne bedeutet und sich zeitweise fast monotheistischer Verehrung +erfreute, eine flammenhauchende und so die Feinde vernichtende +Schlange namens Apóphis zeigen, gewickelt um die sein Haupt zierende +Sonnenscheibe[717]; dieselbe Schlange, „Auge der Sonne“ oder +„Herrscherin des Alls“ genannt, führte aber auch der Gott ~Seth~, +und da dieser in späterer Zeit zu einem bösen und tückischen Dämon +wurde[718], ist es leicht erklärlich, daß auch der Charakter seiner +Schlange in entsprechenden Verruf kam. + +Von den angeblichen Schriften des „großen“, „hochberühmten“, +„tausendfach gefeierten“ ~Chimes~ hat sich nichts erhalten, und außer +dem oben Angeführten ist über ihren Inhalt nichts Weiteres bekannt. + + +e) Ostanes. + +~Ostanes~, den ~Herodot~ als Schwager des ~Xerxes~ und als dessen +Begleiter auf dem griechischen Feldzuge nennt[719], kam während +der Folgezeit aus unbekannten Gründen schon früh in den Ruf eines +hervorragenden persischen Magiers[720], gilt zur Zeit der letzten +Ptolemäer als identisch mit ~Hermes-Thot~ [721] und wird bereits +von ~Plinius~ als großer Zauberer, als erster Verfasser magischer +Abhandlungen und als Lehrer des ~Demokritos~ angeführt[722]; in +gleichem Sinne findet er sich auch bei den hellenistischen Alchemisten +erwähnt, ferner bei den Kirchenschriftstellern von ~Origenes~ bis auf +~Augustinus~, in vielen Papyrus-Urkunden und im „Fihrist“[723]. + +Nach ~Synesios~ (um 400) schrieb ~Ostanes~ ein chemisches Werk in +vier Büchern, das aber nicht „die Methoden Ägyptens“ darlegte, +sondern die Persiens, deren sich nach ~Zosimos~ auch ~Zoroaster~ und +~Sophar~ bedienten, welcher letztere aber bei verschiedenen Autoren +bald einfach „~Sophar~ der Perser“ heißt, bald „~Sophar~, König von +Persien“, bald wieder „~Sophar~, König von Ägypten“[724]. ~Pibêchios~, +der im 4. Jahrhundert lebte, meldet, daß jenes Werk den Titel „Krone“ +geführt habe, und ~Synesios~ versichert, daß in ihm zuerst ~Ostanes~ +die berühmte Lehre ausgesprochen habe „Die Natur freut sich über die +Natur, die Natur siegt über die Natur, die Natur herrscht über die +Natur“[725]. Wie indessen aus den um 350 n. Chr. verfaßten „Büchern +der Astronomie“ (richtiger Astrologie) des ~Julius Firmicus Maternus~ +hervorgeht[726], ist das Prinzip „una natura ab alia vincitur“ +(eine Natur wird von der anderen besiegt) bereits in den (aus dem +2. vorchristlichen Jahrhundert herrührenden) sog. „Astrologúmena“ +(= Sternverkündigungen) zu finden, als deren Verfasser schon zur +Kaiserzeit (bei ~Plinius, Juvenal~ und vielen anderen) zwei völlig +mythische Gestalten ausgegeben werden, ein ägyptischer König ~Nechepso~ +und ein ägyptischer Astronom und Priester ~Petosiris~ (äg. = „Geschenk +des Osiris“, Osiridor); der Satz lautet daselbst[727] „una natura ab +altera vincitur, unusque deus ab altero“ (eine Natur wird von der +anderen besiegt, ein Gott vom anderen), steht in rein astrologischem, +die Sternbilder, ihre Natur, ihre Einflüsse und ihre sog. Dekane +betreffenden Zusammenhange, und trägt also ursprünglich keinerlei +alchemistischen Charakter. + +Über des ~Ostanes~ „Gespräche mit ~Kleopatra~“ ist nichts, über einen +„Adler“ betitelten Traktat nur soviel bekannt, daß er das große Werk +beschrieb und dessen Dauer auf ein Jahr angab[728]. Dem nur in sehr +entstellter und dunkler Form überlieferten „Schreiben des ~Ostanes~ an +~Petesis~“ (äg. = „Geschenk der Isis“, Isidor), ist zu entnehmen, daß +~Ostanes~ das „göttliche Wasser“ durch siebenmalige Destillation in +einem gläsernen Ambix darstellte[729]; erst steigt es nach oben (ἄνω, +áno) auf, dann aber sinkt es nach unten (κάτω, káto) in die finsteren +Tiefen des Hades, wo es, als „Pharmakon des Lebens“, die Toten (τὰ +νεκρά) erweckt und auferstehen macht[730]; mit göttlicher Hilfe und +entgegen dem Neide der Dämonen, die man durch magische Beschwörungen +(δαιμονοκλησίαι) austreibt[731], färben einige Tropfen dieses +göttlichen Wassers Kupfer zu Gold, sie heilen alle Krankheiten, auch +„die große Krankheit der Armut“, und erwecken selbst die Toten[732]. + +Wie die syrischen Manuskripte berichten, ordnete ~Ostanes~, als er +sein Ende herannahen fühlte, alle seine Schriften auf das Genaueste +und verbot, irgendetwas an ihnen zu ändern, sie anderen als Reinen und +Würdigen mitzuteilen, oder ihre Geheimnisse deutlicher zu enthüllen; +diese hatte er so sorgfältig verborgen „wie die Pupille seines Auges“, +er empfahl daher auch seinen Schülern, die Götter vor Beginn des großen +Werkes um ein reines Herz und um „Einsicht in die Pupille der Augen“ +anzuflehen[733]. -- Auf die Bedeutung dieses Ausdruckes, den noch +die späteren Araber als „Geheimnamen der Alten für das Verfahren der +Transmutation“ kannten[734], wird weiter unten zurückzukommen sein. + +Das sog. „Buch des ~Ostanes~“, das u. a. im arabischen Manuskripte Nr. +972 der Pariser Bibliothek vorliegt, erweist sich als Unterschiebung +aus jüngerer arabischer Zeit, da es neben mystischen Deklamationen und +Visionen auch Auszüge enthält, die dem als „Continens“ bekannten Werke +des Arztes ~Al-Razi~ (10. Jahrhundert) entnommen sein sollen[735]. + + +f) Petesis. + +~Petesis~ (äg. = Geschenk der Isis, Isidor) oder ~Petasios~, der von +den einen als Mitschüler, von den anderen als Schüler des ~Ostanes~ +ausgegeben, in einer dem Leidener Papyrus zugehörigen Schrift als +Priester und Magier angeführt, und bei ~Olympiodoros~ „König von +Armenien“ betitelt wird[736], war nach Angabe des ~Philosophus +Christianus~ der erste, der mit Offenheit, wenn auch nicht mit +völliger, gewisse Geheimnisse des großen Werkes besprach: u. a. +den Doppelsinn des Wortes [ἀρσενικόν] (Männliches und Arsen), +sowie einige Gewichtsverhältnisse und Darstellungsweisen[737], +z. B. die des göttlichen Wassers, das er „Galle der Schlange“ +genannt haben soll[738]. Den syrischen Manuskripten zufolge war +einer seiner wichtigsten Aussprüche: „Durch Nachdenken wird das +Werk vollendet“[739]. Neben der rechten Einsicht bezeichnete er +als unumgängliche Bedingungen guten Gelingens: Reinheit, Tugend, +Frömmigkeit, Freiheit von Neid und Habsucht, sowie Anstreben des +Erfolges aus bloßer Liebe zur Sache; wo diese Voraussetzungen +erfüllt sind, ist das große Werk nur „die Arbeit eines Kindes“, ein +Kinderspiel[740]. + + +g) Iamblichos. + +Die größtenteils sehr unklare, vielfach interpolierte, durch ihre +zahlreichen Angaben über Gewichtsverhältnisse bemerkenswerte Abhandlung +des (im übrigen vollständig unbekannten) ~Iamblichos~ bespricht +zunächst die ποίησις χρυσοῦ (Bereitung des Goldes) durch eine +verwickelte Diplosis, deren Anfangsstadium, als das des χρυσὸς μέλας +(des schwarzen Goldes), offenbar der „Schwärzung“ entspricht[741]; +weiterhin soll die „Magnesia“ genannte Metall-Legierung (σῶμα +μαγνησίας) in Pferdemist erwärmt, mit verschiedenen Chemikalien +behandelt und schließlich durch das Xerion (ξήριον) in Gold verwandelt +werden. Zur Darstellung des Xerions selbst sind eine große Menge der +mannigfaltigsten Materialien notwendig, u. a. die νεφέλη ἰταλικὴ πρὸ +ὀφθαλμῶν, „die italische Wolke für das Auge“[742], d. i. ein durch +Sublimation bereitetes Antimonpräparat aus italischem „Stimmi“, dem +seit jeher als vortreffliches Augen-Heilmittel und -Schminkmittel +gebrauchten Schwefelantimon oder Grauspießglanz. + +Gold wird außerdem noch mittels der Galle des Huhnes, Fuchses, +Kamels und Ichneumons dargestellt, -- offenbar in Gestalt der gelben +glänzenden Gallen-Firnisse[743]. + + +h) Moses (Pseudo-Moses). + +Die Abhandlung des ~Moses~, die durchwegs starke Spuren jüdischer +Einflüsse und jüdisch-monotheistischer Anschauungen verrät[744], wird +einem in vielen Quellen, u. a. auch im „Fihrist“[745], sehr gepriesenen +Alchemisten ~Moses~ zugeschrieben, anscheinend dem nämlichen, den als +großen Zauberer und (gemeinsam mit den sonst nicht weiter bekannten +~Jamnes~ und ~Lotapes~) als Schöpfer einer „neuen Sekte der Magie“ +bereits ~Plinius~ anführt[746]; da man, wie u. a. auch die „Apologie“ +des ~Apuleius~ (um 180 n. Chr.) und viele Zauberpapyri bezeugen[747], +dem Gesetzgeber ~Moses~ nicht nur im allgemeinen übernatürliche +Fähigkeiten aller Art nachrühmte, sondern im Hinblick auf die +Verbrennung und angebliche Auflösung des goldenen Kalbes auch speziell +alchemistische[748], so führte man auf ihn auch die Schrift seines +Namensbruders zurück und sicherte ihr dadurch ein höheres Ansehen. + +Als Ausgangsmaterial benützt auch ~Pseudo-Moses~ cyprisches +Kupfer[749], sowie „Maza“, d. i. das „schwarze Blei“ oder die +„Magnesia“ der ~Maria~; infolge einer Verwechslung der „weiblichen +Magnesia“ mit dem „männlichen Magnes“ [hier = Braunstein, Pyrolusit] +behauptet er, die „göttliche“ Maza trage den Charakter eines ὄξος (Oxos += Essig, Schärfe), indem sie alles reinige und erweiche, selbst das +Glas, dem sie eine glänzend weiße Farbe verleihe[750]. Die „Färbung“ +des Kupfers erfolgt durch Zinn, weiße Magnesia (eine Legierung)[751], +weiße dalmatische Kadmia (καθμία λευκή), italisches Stimmi, Quecksilber +und Quecksilber aus Sandarach oder „Bleiweiß“ [d. i. Arsen aus rotem +Schwefelarsen oder weißer Arsenigsäure], die das Kupfer umwandeln +und umfärben, indem sie die gewünschte „Natur“ oder Qualität, die +im Inneren schon vorhanden ist, an die Oberfläche heraustreiben +(φέρει ἔξω τὴν φύσιν)[752]. Zur Darstellung des wirkenden Mittels, +des +Xerions+, dessen Projektion auf Zinn z. B. Silber ergibt, das +sich als probehaltig (δόκιμος, dókimos) erweist[753], verwendet man +u. a. den goldfarbigen Pyrit (χρυσίζων, sog. Goldkies) aus Ägypten +oder Libyen[754], Sandyx [hier = Zinnober], ὑδράργυρον παγέντα, d. i. +fixiertes Quecksilber, ὑδράργυρον ἀνελθόντα, d. i. sublimiertes +[+nicht+ destilliertes!] Quecksilber, und ὑδράργυρον ἀποθανόντα, +d. i. „abgestorbenes“ Quecksilber, entweder an einen anderen Stoff +gebundenes, oder „in die Tiefen der Unterwelt“, d. h. auf den Boden der +Gefäße abgetropftes[755]. + +Ein als „Diplosis des ~Moses~“ berühmtes Verfahren bestand in der +Behandlung des χαλκοῦ καλαινοῦ, des kalaïnischen Kupfers [aus Kalaïs am +Sinai oder in Persien?], sowie einer Legierung von Blei und Kupfer, mit +Schwefel, Arsen, Rettigöl (ῥαφανίνω ἐλαίῳ; Deckname!) und etwas Gold; +das Ergebnis soll ebensogut gewesen sein wie das bei der Diplosis des +(im übrigen unbekannten) ~Eugenios~, der das Kupfer durch Zusatz von +allerlei Substanzen und von ein wenig [als „Samen“ wirkenden] Silber +oder Gold in das schönste Silber und Gold zu verwandeln wußte[756]. + +„Rettigöl“ und „Ricinusöl“ schreibt ~Moses~ auch zum Behandeln des +„Eiweißes“ und „Eigelbes“ vor[757], wobei es sich offenbar nur um +Decknamen handelt; an die Verbrennung wirklichen Ricinusöles und +wohl auch Leinöles (λινέλαιον, Linélaion) ist dagegen zu denken, wo +er die Darstellung des „schwarzen, gebrannten Schwefels“ beschreibt, +vermutlich ausgeschmolzenen Schwefels, der wegen seines Gehaltes an +Kohle und seiner dunklen Färbung auch als μέλαν (Mélan, Schwärze, Ruß) +bezeichnet wird[758]. + +Die Präparate, zu deren Bereitung sich oft süßes Wasser, im Gegensatz +zu Meerwasser, vorgeschrieben findet[759], werden längere Zeit in Mist +eingesetzt, oder durch das Feuer getrockneten Kuh- und Pferdemistes +erwärmt[760]; fraglich bleibt, ob σαπώνιον (Sapónion) wirklich auf +Benützung der (damals schon wohlbekannten) Seife hinweist[761], und +was unter dem bei der Herstellung des Xerions benützten Bock- und +Schweineblute (αἶμα τράγου ἢ χοίρου) zu verstehen ist[762]. + +Bemerkt sei noch, daß ~Moses~ den Ausdruck μᾶζα (Maza) an einer +Stelle seiner Schrift[763] im Sinne von Chemie, oder eines die Chemie +betreffenden Buches, eines chemischen Lehrbuches, gebraucht; da +indessen seine ganze Abhandlung in der uns vorliegenden Gestalt die +Spuren später (oft um Jahrhunderte späterer) Um- und Überarbeitung +trägt[764], lassen sich hieraus bestimmte Folgerungen, etwa in +zeitlicher Hinsicht, nicht ziehen. + + +i) Johannes. + +Als Verfasser einer nur in stark entstellter Form überlieferten +Schrift „Von der heiligen (göttlichen) Kunst“ (θεία τέχνη), die sich +im wesentlichen auf ~Demokritos~, ~Hermes~, ~Agathodaimon~, ~Ostanes~ +und andere „Perser“ beruft, wird ~Johannes~, Ober- oder Erzpriester von +Ebeigia (Evagia, Ebagia, Euagia), genannt[765]. + +Der Verlauf des großen Werkes, wie ihn ~Demokritos~ auf die Säulen der +Tempel niederschreiben ließ[766], ist nach ~Johannes~ abhängig von +der Gunst der Jahreszeit, von Wind und Wetter und von den Gestirnen; +da er nämlich durchaus dem einer Schwangerschaft gleicht, -- nur daß +die Dauer statt neun Monate bloß neun Stunden beträgt --, so können +die Wirkungen und Effluvien der Planeten, z. B. die des Mondes, +die σεληνιακὴ ῥεῦσις[767], auch hier vorzeitige Entbindungen und +Fehlgeburten bewirken, die den Embryo vernichten[768]. Der Kundige +wird also das große Werk nur unternehmen, wenn die Umstände Erfolg +versprechen; dann aber wird auch er das Nämliche vollbringen, was die +Goldarbeiter (χρυσοχόοι, Goldgießer) vermögen, die „das Metall seiner +ganzen Tiefe nach zu Gold färben“, und zwar mittels Oker, Salz, Natron, +Thenakar [offenbar Tinkal, arabisch Tinkâr, d. i. Alkali, später auch +Borax] und χαλκάνθη [Chalkánthe = unreiner Vitriol oder Alaun], die +durch ihre Natur die Beimengungen des Goldes so an sich ziehen, wie der +Magnet das Eisen, oder die Magnesia der Glasmacher [d. i. Braunstein] +die Unreinigkeiten des Glases; er wird es aber vollbringen, indem +er +seine+ Mittel benützt, den „hieratischen (heiligen) schwarzen +Stein“, ἱερατικὸν λίθον μέλανα[769]. Sobald er diesen auf die Masse +projiziert, beginnt das ihm innewohnende Pneuma zu wirken: die im +Inneren der Rohmetalle verborgene Natur wird nach außen gekehrt, und +es entsteht die rechte Färbung, sowie das reine, gelbe, dem Feuer +widerstehende Gold, χρυσάνθιμον geheißen [Chrysánthimon = Blüte des +Goldes; auch Namen des goldfarbigen Pyrits, des Goldkieses][770]. +Man versteht aber den heiligen Stein zu bereiten: in den Gauen der +Thebais, in Herakleopolis, Lykopolis, Apollinopolis, in Aphrodite und +Elephantine[771]. -- Diese Aufzählung des ~Johannes~ folgt entschieden +einer echten Tradition, denn sämtliche, wenn auch in griechischer +Umschreibung genannte Orte, sind ausschließlich ägyptische; daß +sie jedoch, wie ~Berthelot~ mutmaßt, ursprünglich die Stellen der +Goldbergwerke bezeichnet hätten, von denen ~Agatharchides~ und ihm +folgend ~Diodor~ und andere antike Autoren berichten, ist weder nach ++ihrer+ geographischen Lage möglich, noch nach der für jene +Bergwerke+ +angegebenen; sie alle sind vielmehr Orte von Tempel- und Kult-Stätten, +namentlich von ursprünglich Gold-Verarbeitenden[772]. + +Den „stärksten weißen Essig“, τὸ λευκὸν ὄξος δριμύτατον, dessen +~Johannes~ als eines durch seine Schärfe die Metalle auflösenden +Mittels gedenkt, soll man nach ~Berthelot~ vielleicht für eine +unreine mineralische Säure ansprechen, die etwa durch Erhitzen des +Eisen- und Kupfer-Vitriols, sei es für sich, sei es zusammen mit +Kochsalz, erhalten worden wäre[773]; da aber derlei Ausdrucksweisen +keineswegs wörtlich zu nehmen sind, -- schreibt doch ~Pseudo-Moses~ der +Metall-Legierung „Magnesia“ die Natur eines ὄξος (Essigs) zu --, und +keine beglaubigte Tatsache eine so frühe Kenntnis der Mineralsäuren +bezeugt, so ist ~Berthelots~ Annahme ganz unwahrscheinlich. + +Der ~Philosophus Anonymus~ bezeichnet ~Johannes~ als einen Schüler des +~Hermes~ und als ἀρχιερεύς (Archiereús), d. i. Erz- oder Oberpriester +der Tempel ἐν Εὐαγίᾳ τυθίας[774]; ~Berthelot~ übersetzt dies „zu +Euagia in Tuthia“ und läßt es dahingestellt, ob hier an die mystische +Andeutung eines Namens zu denken sei, eines Ortes, oder etwa der nach +diesem Orte benannten „Tutia“ der späteren Alchemisten[775] [d. i. +des zur Messing-Darstellung dienenden, mehr oder weniger reinen +Zinkoxydes]. Ein ägyptischer Eigenname ~Thutia~ kommt zwar vor, -- +u. a. trägt ihn, nach ~A. Wiedemann~, ein Feldherr, der um 1500 +v. Chr. die Stadt Joppe oder Jaffa eroberte[776] --, doch kann dieser +hier ebensowenig in Frage stehen wie die Bezeichnung „Tutia“ für +Zinkoxyd, die erst zu arabischer Zeit auftritt und deren Quelle das +persische Wort Dûd = Rauch ist, (gemäß der ältesten Gewinnungsweise +dieses Präparates). Aber auch um einen (sonst unbekannten) Ort Thutia +handelt es sich wohl schwerlich, da andere Handschriften, statt der von +~Berthelot~ bevorzugten Lesart ἐν Εὐαγίᾳ τυθίας, die Worte ἐν Εὐαγίᾳ +τῇ θείᾳ bieten, d. h. im heiligen Euagia, im Tempel zu Euagia (Evagia, +Ebagia), der offenbar als Sitz des Oberpriesters ~Johannes~ bezeichnet +werden soll[777]. Seitens späterer Autoren wurde, wie auch aus einer +bei ~Pseudo-Avicenna~ (um 1200?) erhaltenen Tradition zu ersehen ist, +dieser ~Johannes von Evagia~ mit ~Johannes Evangelista~ identifiziert, +und letzterer als „Oberpriester von Alexandria“ angesehen[778]; +hieraus wieder erklärt es sich, daß der Apostel ~Johannes~ auch im +Okzident schon sehr frühzeitig in den Ruf eines Magiers und Alchemisten +kam, -- an dessen Berechtigung selbst der treffliche ~J. J. Becher~ +in seiner „Physica subterranea“ von 1669 noch nicht den geringsten +Zweifel hegte[779]! Bereits der 1177 verstorbene Augustinermönch ~Adam +de St.-Victor~ (d. i. aus der Abtei St.-Victoris bei Paris), nach +~Harnack~[780] der bedeutendste Kirchenlehrer und größte Dogmatiker des +Abendlandes in der Zeit zwischen dem hl. ~Augustinus~ und ~Thomas von +Aquino~, rühmt in seiner „Hymne auf den hl. ~Johannes~“ den Apostel +als Herrn über die Kräfte der Gifte und Krankheiten, als Gebieter über +Leben und Tod, sowie als Meister der Dämonen, und fügt dann hinzu: + + „Cum gemmarum partes fractas + Solidasset, has distractas + Tribuit pauperibus; + Inexhaustum fert thesaurum, + Qui ex virgis fecit aurum, + Gemmas ex lapidibus“, + +welche Verse in sinngetreuer Übersetzung lauten: + + „Splitter wußt’ er neu zu einen + Zu den schönsten Edelsteinen, + Die er Armen überließ; + Endlos reich wird +Der+ sich zeigen, + Der sich Gold schuf aus Gezweigen, + Edelsteine aus dem Kies.“ + +Anscheinend zweifelte ~Kopp~ die Echtheit dieser Verse an, jedoch mit +Unrecht, denn die „Poetischen Werke des ~Adam de St.-Victor~“, die er +im Original einzusehen keine Gelegenheit hatte, enthalten tatsächlich +die angeführte Strophe[781]; auch gebraucht dieser Dichter an mehreren +Stellen Gleichnisse, die auf einige technologische Kenntnisse schließen +lassen[782], z. B. eines vom Töpferofen, eines von der „colla +pigmentaria“ (der Vorratskammer für Farben, Gewürze, u. dgl.) und eines +von der Herstellung der Grundmauern: + + „Ätzkalk binden und Zemente + Dieses Tempels Fundamente, + Halten fest die Steine.“ + +Die Tradition von den Wunderkünsten des ~Johannes~ ist übrigens eine +sehr alte, denn schon die um 150-180 n. Chr. verfaßten apokryphen +„Johannes-Akten“ melden, daß ~Johannes~ zwei große Edelsteine aus +kleinen Stückchen zusammensetzte, um den Erlös den Armen zu spenden, +und daß er für zwei Ephesier, die es reute, ihren gesamten Reichtum an +Bedürftige verteilt zu haben, aus Rutenbündeln Gold und aus Kieseln +vom Meeresstrande Edelsteine herstellte[783]; ebenso erzählt die von +~Jacobus a Voragine~, Bischof von Genua (1230-1292), herrührende +„Goldene Legende“, daß ~Johannes~ „virgas et lapides“ (Ruten und +Kiesel), vom Seeufer geholt, in „aurum et gemmas“ verwandelte, und daß +die Goldschmiede (aurifices) und Juweliere (gemmarii) versicherten, +reineres Gold und wertvollere Steine niemals gesehen zu haben[784]; +endlich verstand ~Johannes~ es auch, zerbrochene Glasgefäße aus ihren +Scherben neu erstehen zu lassen, und die fromme Litteratur berichtet +dann Züge dieser Art auch von verschiedenen anderen Heiligen[785]. +Im Orient blieb das Andenken an verwandte Überlieferungen ebenfalls +lebendig, denn noch der große persische Dichter ~Saʿdi~ (1184-1286) +sagt im „Fruchtgarten“[786]: + + „Vor alters, wie es heißt im Land, + Geschah’s, daß Stein in frommer Hand + Zu Silber sich verkehrte.“ + + + + +5. Papyrus Kenyon, Afrikanos, Zosimos. + +(3. Jahrhundert.) + + +a) Papyrus Kenyon. + +In dem 1893 zu London veröffentlichten „~Papyrus Kenyon~“[787], der +laut Urteil der Sachkenner im 3. Jahrhundert n. Chr. niedergeschrieben +ist, finden sich eine Anzahl Rezepte magischen und mystischen Inhaltes +vor[788], die beredtes Zeugnis für die weite Verbreitung ablegen, deren +sich Ideen dieser Art zur erwähnten Zeit erfreuten. -- Bei magischen +Handlungen z. B. sind Tafeln und Blättchen dienlich, bestehend aus +den sechs Metallen[789], -- für die nach ~Berthelot~[790] auch den +„Königen“ des ~Zosimos~ (s. unten) verwandte Abbildungen vorkommen +sollen (?) --, und erinnernd an die λεπίς ἡλιακή (die sonnigen = +goldigen Flitter) der 1893 von ~Wessely~ bekanntgemachten, ungefähr +dem nämlichen Zeitalter entstammenden Zauberpapyri[791]; als siebentes +Metall wird Quecksilber nicht direkt genannt, doch verbirgt es sich +wohl unter dem Decknamen „Lorbeerblätter“, den auch das sog. „Orakel +des Apollon“[792] als Bezeichnung für Zinnober oder dessen „Dunst“ +anzuführen scheint, während in den eben genannten Zauberpapyri der +Zinnober ἀιθάλη δάφνης, Dunst des Lorbeers, heißt[793]. Von Mennige +ist die Rede als vom „Blut der Tauben und Krähen“[794]; erwähnt wird +ferner Stimmi [Schwefelantimon] aus Koptos, Schwefelarsen, ammonisches +Steinsalz, „Smaragd“ und „Kallais“ [beide als grüne, zur Herstellung +von Vasen dienende Gesteine, hier vermutlich Malachit und ein anderes, +möglicherweise ebenfalls kupferhaltiges Mineral][795] und vielleicht +auch Alaun[796], da das Zeichen eines achteckigen Sternes ❋ bei +~Kleopatra~ diesen (στυπτηρία) bedeutet[797]. + +Unter den mystischen Autoren führt der Papyrus Kenyon auch ~Homer~ +an[798], und zwar neben ~Orpheus~, ~Pythagoras~, ~Moses~ und +~Demokritos~; dem letzteren wird ein bewährtes Rezept zum Fälschen von +Münzmetall beigelegt[799]. + +Schon weiter oben wurde darauf hingewiesen, daß auch einzelne nicht zum +Hauptstücke X gehörige Bestandteile des „~Leidener Papyrus~“ verwandte +Angaben enthalten: sie sprechen von einem magischen Ringe mit der +sich in den Schweif beißenden Schlange und dem Zauberwort ~Abraxas~ +(dessen griechische Buchstaben, ihrem Zahlenwerte nach, die Summe 365 +ergeben), von den mystischen Zahlen 10, 4 und 7[800], von der Rolle +des siebenmaligen Lachens[801], von der „Sphäre des ~Demokritos~“ +[einer iatrochemischen Tabelle zur Voraussagung des Verlaufes von +Krankheiten][802], aber auch vom Reinigen des Goldes durch eine Art +Zementation[803], von einer Tinte aus Eisensalzen und Galläpfeln[804], +von ammonischem Salz, Aphroselinon, Magnesia und Magnetstein[805], +von ποίησις (Poíesis) und μᾶζα (Máza)[806], von allerlei Decknamen +mineralischer und pflanzlicher Stoffe[807], usf. + + +b) Afrikanos. + +~Afrikanos~, der sich als den hochberühmten „alten“ Meistern zugehörig, +an verschiedenen Stellen der einschlägigen Verzeichnisse aufgeführt +findet[808], ist aller Wahrscheinlichkeit nach identisch mit ~Sextus +Julius Africanus~, der bald nach Beginn des 3. Jahrhunderts Bischof +von Emmaus war[809], von dort aus wiederholte Missionsreisen u. a. +nach Edessa, Alexandria und Rom unternahm[810] und 232 als Bischof +von Nikopolis starb; außer einer mit dem Jahre 220/221 abschließenden +„Chronographie“[811] verfaßte er hauptsächlich noch ein dem Kaiser +~Severus Alexander~ (222-234) gewidmetes, gelehrtes und weitläufiges +Sammelwerk „Kestoi“, dessen Titel auf den bei ~Homer~ erwähnten +reizverleihenden Gürtel der ~Aphrodite~ anspielt. Wir kennen dieses +Buch nur in völlig entstellter Form, durchsetzt von zahlreichen, zum +Teil um mehr als ein halbes Jahrtausend jüngeren Einschiebseln, zu +denen u. a. auch einige Angaben gehören dürften, gewisse schwefel-, +erdöl-, und ätzkalkhaltige Zündsätze betreffend, die sich in Berührung +mit Wasser von selbst entflammen, durch Essig aber gelöscht werden +können[812]; seinem alten Bestande nach enthält das Werk, wie ~Kopp~ +versichert, nichts von alchemistischem, ja kaum irgendetwas von +chemischem Interesse[813]. ~Afrikanos~ schrieb aber, neben zahlreichen +sonstigen Abhandlungen, deren Gegenstände u. a. Medizin, Physik +und Ackerbau waren, auch eine, die von späteren Autoren unter dem +Titel δυνάμεις χυμευτικῶν, „Kräfte chemischer Präparate“, angeführt +wird[814], und auf diese, deren Text verloren gegangen ist, beziehen +sich offenbar die Zitate einiger Schriftsteller[815]; sie betreffen das +Färben der Metalle durch allerlei βοτάναι [Botánai = pflanzliche und +mineralische Zusätze][816], das Weißen des Kupfers mittels Auripigment +und kappadozischem Salz[817], sowie die Sublimation der Arsenigsäure in +einem geschlossenen Glasgefäße eigener Konstruktion[818] und sind also, +ebenso wie die wenigen flüchtigen Angaben im „Stockholmer Papyrus“, +viel zu spärlich, um ein Urteil über den angeblich so hohen Ruf des +Autors zu ermöglichen. + +Daß dieser durchaus vom abergläubischen Geiste seiner Zeit erfüllt +war, beweisen einige Zitate in den als „Geopónika“ bekannten, +spätgriechischen landwirtschaftlichen Schriften, deren uns vorliegende +Redaktion etwa aus dem 9. Jahrhundert herrührt[819]; so z. B. bewahrt +man Wein vor dem Umschlagen, indem man auf die Fässer den 9. Vers des +34. Psalms schreibt: „Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr +ist“[820]. + +Einer alten Überlieferung gemäß soll ~Afrikanos~ das „heilige Buch des +~Cheops~“ besessen und diesem seine Weisheit entlehnt haben[821]. + + +c) Zosimos. + +~Zosimos~[822], der als Kind der oberägyptischen Stadt Panopolis in +der Thebais, sowie als Christ, nach ~Hoffmann~[823] als gnostischer +Christ, bezeichnet wird, soll sich seit früher Jugend zu Alexandria +aufgehalten und dort gelehrt und geschrieben haben; seine Lebenszeit +kann nicht, wie man ehemals annahm, in das 5. Jahrhundert fallen, da er +von den Tempeln zu Memphis und Alexandria, u. a. von dem 390 zerstörten +Serapeion, als von noch bestehenden spricht, sie ist vielmehr, allen +Anzeichen nach, um 300 anzusetzen, also in das 3. und vielleicht in +einen Teil des 4. Jahrhunderts[824]. Über seine Lebensumstände ist +Näheres nicht bekannt, ebensowenig über seine von einigen angezweifelte +christliche Herkunft; ~Harnack~ nennt zwar Panopolis nicht unter den +ägyptischen Städten, die gegen 300 bereits christliche Gemeinden +besaßen, erwähnt jedoch, daß auch in Oberägypten das Christentum um 300 +schon „mächtig“ war[825]. Nach ~Suidas~ (um 1000) verfaßte ~Zosimos~ +ein der Chemikerin ~Theosebeia~ (seiner „mystischen“ Schwester) +gewidmetes Werk „Cheirókmeta“, das in mindestens 28 Büchern eine +enzyklopädische Darstellung der gesamten Chemie gab, unter Benützung +seiner eigenen Erfahrungen, sowie der Arbeiten seiner sämtlichen +Vorgänger[826]; die Schriften, die wir noch unter dem Namen des +~Zosimos~ besitzen[827], sind vermutlich bloße Bruchstücke dieses +Hauptwerkes, und ebensolche waren auch wohl die von einigen Autoren +erwähnten Abhandlungen „Buch des ~Imuth~“ (äg. = Helfer, Heilbringer; +u. a. Beinamen des ~Imhotep-Asklepios~)[828], „Buch der Tetraden“ +[829] usf. Ihre jetzige Gestalt empfingen die „Schriften“ sichtlich +erst auf Grund mehrfacher, zum Teil sogar erst nach Jahrhunderten +erfolgter Umarbeitungen durch Schüler und Erklärer; sie enthalten +daher, neben dem Hauptgrundstock echter Überlieferungen, zahlreiche +Einschiebsel und vielerlei Zusätze, -- auch abgesehen von jenen +Interpolationen, die schon ~Salmasius~ (1629) und ~Reinesius~ (1640) +sofort als solche einer ganz späten Zeit erkannten, da sie in ihnen +u. a. arabischen Namen und Ausdrücken begegneten, wie Tutia, Elilag, +Nateph u. dgl.[830]. Das Werk des ~Zosimos~ stand wegen seines Umfanges +und seiner Reichhaltigkeit, nicht weniger aber wegen seiner mystischen +Anspielungen und ekstatischen Visionen, fortdauernd in größtem Ansehen +und verschaffte seinem Verfasser die Beinamen ὁ ἀρχαῖος, παλαιός (= +der Alte), θεῖος, ἔνθεος (= der Göttliche), στέφανος τῶν φιλοσόφων (= +Krone der Philosophen), u. dgl. mehr[831]; doch darf man aus diesen +keine zu bestimmten Folgerungen ziehen, namentlich nicht in zeitlicher +Hinsicht, denn, wie ~Bouché-Leclerq~ hervorhebt, heißt z. B. im 2. +nachchristlichen Jahrhundert der große Astronom ~Ptolemaios~ schon +bei seinen unmittelbaren Nachfolgern und Kommentatoren ὁ παλαιός (der +Alte)[832], und als von den „Alten“ spricht auch wieder ~Zosimos~ +selbst von seinen nächsten Vorgängern[833]. + + —————————— + +Das heilige Werk, so berichtet ~Zosimos~, ist eine Errungenschaft +Ägyptens, woselbst man seit den ältesten Zeiten wie in allen Künsten +so auch in der Behandlung, Schmelzung und Färbung der Metalle große +Kenntnisse besaß; die über diese handelnden „wahren Lehren“ standen +in der symbolischen (= hieroglyphischen) Schrift der Priester auf den +Säulen der Tempel und wurden unter Androhung furchtbarer Strafen auf +das Strengste geheimgehalten, so daß erst ~Demokritos~ einiges über sie +andeutete, und auch das nur in Rätseln[834]; da die Priester betreff +des Erwerbes und der Darbringung von Opfergaben auf ihre „magische +Wirksamkeit“ angewiesen sind, erregt bei ihnen jeder große Eifersucht +und erbitterte Gegnerschaft, der in ihre Geheimnisse einzudringen +versucht[835]. Zu diesen gehören u. a.: „die Kenntnis des Abwägens +der Stoffe“ [d. h. der Gewichtsmengen][836]; „die Kenntnis der +Verbindungen der Stoffe nach gewissen Verhältnissen“, und zwar (gemäß +der orphischen Lehre) entweder nach den nämlichen, die man an der Lyra +des ~Hermes~ betreff der Harmonien [Saitenlängen und Töne] ermittelt +hat, oder doch nach analogen[837]; vor allem aber die „Kenntnis der +Verwandlung oder Alloíosis“[838]. Da diese Kunst allein den ägyptischen +Priestern vorbehalten ist, heißt sie auch τέχνη θεία, τέχνη δογματική +(göttliche, dogmatische Kunst)[839]; weitere Namen sind ἱερὰ τέχνη +(heilige Kunst) und μέγα ἔργον (großes Werk), ferner „unsere Kunst“, +„großes Mysterium“, oder „Mysterium des ~Mithras~“[840], d. i. der +Sonne, des Goldes. Vollbracht wird das θεῖον ἔργον, das göttliche +Werk, durch die Künste der ποιηταί (der Macher) mittels des λίθος +μεταλλικός (des metallerzeugenden Steines) in Ägypten, in Cypern und in +Thrazien, hauptsächlich aber zu Alexandria und Memphis, woselbst man +in den Tempeln des ~Hephaistos-Ptah~ durch Weißen mit Kadmia Silber +und durch Gilben mit Zinnober Gold gewinnt[841]. -- Wer sich dem +großen Werke widmen will, hat einer Anzahl schwieriger Vorbedingungen +zu genügen, die ihn der unentbehrlichen „Gnade Gottes“ würdig machen: +vor allem muß er durchaus rein sein, erfüllt von Frömmigkeit und +guter Gesinnung, frei von Eigennutz und Habgier, geneigt zu Opfern +und Gebeten, und fähig der tiefsten seelischen Versenkung[842]; +sodann muß er rastlosen Fleiß besitzen, sich strenge an die Wahrheit +halten und die Kunst allein ihrer Göttlichkeit wegen betreiben, denn +von vornherein fruchtlos sind alle Versuche der Ungelehrten und +Betrüger, die nicht nach Erkenntnis streben, sondern nach Gold und +nach Heilung der unheilbaren Krankheit „Armut“[843], die mit mehr +Aussicht auf anderen Wegen zu erreichen ist, z. B. durch eine reiche +Frau mit großer Mitgift[844]; endlich muß er kundig sein der „richtigen +Zeiten und glücklichen Momente“, der betreff dieser entscheidenden +Einflüsse der Planeten[845], sowie der Gebete, der Beschwörungen, der +Zauberstoffe [βοτάναι = Botánai, ursprünglich nur Zauberkräuter], +der magischen Formeln und Handlungen usf., die erforderlich sind, um +göttliche Mithilfe zu erlangen und die Hindernisse, Verwirrungen und +Störungen abzuwehren, die seitens neidischer, dem bösen persischen +Geist ~Antimimos~ gleichender Dämonen drohen[846]. Nur wer allen diesen +Voraussetzungen entspricht, ist ein Würdiger; ihm läßt die Gottheit +durch Träume und Visionen im magischen Schlafe die Wahrheit zuteil +werden, entströmend dem Munde ihres Hierurgen (Priesters), der da +steht auf den sieben Stufen eines Altares von der Gestalt einer φιάλη +[Phiále, d. i. eine Kuppel, aber auch ein rundes, chemischen Zwecken +dienendes Glasgefäß][847]); ihm wird das große Werk nur +das+ sein, als +was es schon die Alten bezeichneten, „ein Kinderspiel und Weiberwerk“, +παιδίου παίγνιον καὶ γυναικὸς ἔργον[848]. + +Zu den Altmeistern der großen Kunst zählten u. a. ~Platon~[849]), +~Aristoteles~[850], ~Maria~[851], ~Hermes~[852], ~Ostanes~[853], +~Chimes~[854] und ~Moses~[855]; in den Werken dieser „vielen Alten“ +und in den Schriften der Juden finden sich die rechten Lehren +niedergelegt[856], und zwar gibt es „tausend Bücher, behandelnd das +Weißen, das Gilben, und die Diplosis unseres Kupfers“[857], vorhanden +in den Bibliotheken der Ptolemäer und in denen fast sämtlicher Tempel, +vor allem aber des Serapeions zu Alexandria[858]. Das Wesen der Kunst, +der χημεία (Chemeía, Chemie), ist analog dem der Schöpfung, der +κοσμοποιία (Kosmopoiía), und betrifft die Reinigung und Befreiung der +an die Körper (στοιχεῖα, Stoicheía) gebundenen göttlichen Seele, des +an das Fleisch gefesselten göttlichen Pneumas (θεῖον πνεῦμα); denn +empor zur Vollendung der +himmlischen+ Sonne, Königin des Himmels, +rechtes Auge der Welt, oder ἄνθος (Anthos = Blüte) des Feuers geheißen, +wird durch das Pneuma auch das Kupfer erhoben, indem es, genügend +„gereinigt“, Anthos (d. h. Goldfarbe, Goldglanz) erhält und sich +wandelt zur +irdischen+ Sonne, zur Königin der Erde[859]. + +Das Kupfer, von dem das große Werk seinen Ausgang nimmt, muß „unser +Kupfer“ sein, enthaltend, wie schon ~Maria~ lehrte, die Tetrasomie +des Kupfers, Bleies, Zinns und Eisens[860], welche vier Stoffe, +laut der durch ~Demokritos~ überlieferten Erkenntnis der „Ägypter“, +sämtlich allein aus dem Blei hervorgehen[861]: denn dieses ist höchst +verwandlungsfähig und kann, wie zu vielem anderem, so auch zunächst +zu Kupfer und weiterhin zu „Weißem und Rotem“, „Kadmia und Zinnober“, +Silber und Gold werden[862]. Wie bereits ~Maria~ wußte, gelangt +„unsere Kunst“ auch allein durch Verschmelzen des gemeinen schwarzen +Bleies mit Kupfer und anderen Metallen zur Darstellung der Legierung +Molybdóchalkos (des Bleikupfers, τῆς συνθέτου = des synthetischen, +zusammengesetzten)[863], „unseres schwarzen Bleies“, sowie der +Magnesia, auf die sich die Worte beziehen „aus Zwei wird Eins, aus +Drei wird Eins, aus Zwei wird Drei“[864]. Im Gegensatz zur einfachen +cyprischen Magnesia [einem natürlichen Mineral oder Metall][865] heißt ++unsere+ Magnesia +so+ von μιγνύειν (mignýein = mischen), ähnlich wie +man das Gemenge von Zinn und Quecksilber auch als μῖγμα bezeichnet[866] +[Migma, auch Magma = Gemisch; arabisch al Magmaʿ = Amalgam]. Den Namen +μᾶζα (Máza = Teig, Brot) für Magnesia brachte ~Maria~ auf[867], und +nach ihm wieder führen die „Wässer“ [die Schmelzen], die das Kupfer +so vermehren und verändern, daß es ἄνθη φέρει (Blüten trägt = Gold +wird), die sog. χαλκύδρια (Kupferwässerchen), auch den Titel ὕδατα +μαζυγίου, „Wässer des Mazachens“[868]. Endlich heißt die Magnesia oder +„unser Blei“ auch πᾶν (pan = Alles), denn zutreffend sprach ~Chimes~ +von ihr als vom „ἓν τὸ πᾶν“ (Eines in Allem; Alles in Einem), da sie +nur Eines ist, aber Alles werden kann und Alles in sich enthält[869]; +sind doch in Magnesia und Molybdochalkos das Silber und Gold schon +„der Möglichkeit nach“ (δυνάμει, potentia) vorhanden, so daß man, um +sie auch „in Wirklichkeit“ (ἐνεργείᾳ, actu) zu erhalten, nur ihre im +Inneren verborgenen Naturen (Qualitäten) herauszukehren braucht, -- was +eben vermöge der Projektion geschieht[870]. + +Die Umwandlung, μεταβολή (Metabolé), oder ἀλλοίωσις (Alloíosis) +der σώματα [Somata = Körper, Metalle], also der Magnesia, des +Molybdochalkos, sowie ihrer Bestandteile, des Kupfers, Bleies, Zinns, +Eisens und Asems [hier = Silbers], zu Gold erfolgt im allgemeinen +durch Einfluß der πνεύματα (Pneumata, Geister), die eine Bindung +(σύνδεσμος) und Fixierung (πῆξις) erleiden[871]; Vorbedingung hierfür +ist jedoch die Erregung einer gewissen „Neigung“ zur Umwandlung, +hervorgerufen durch „Annäherung“ der Substanzen, und sie wird erfüllt +durch Überführung in das „Schwarze“ [d. i. in den Zustand der noch +„ungeordneten“, aber zum Übergange in jede „Ordnung“ fähigen Urmaterie, +Materia prima][872], in „unser schwarzes Blei“[873], gleichend der +μελαίνα σποδός [schwarzer Asche, Schlacke oder Kohle] und tiefschwarz +wie Raben und Krähen[874]. So wie das Gewebe im bunten Farbbade durch +Farbstoffe und Beizen, ganz ebenso erhält das Schwarze (μέλαν) in +diesem schwarzen Farbbade, in der βαφὴ μέλαινα, der schwarzen Brühe +oder Schmelze, durch Zusätze und Beigaben die rechte Färbung, es +wird durch „weißen Schwefel“ in Silber, durch „gelben Schwefel“ in +Gold übergeführt[875]. Deshalb ist, wie schon ~Maria~ lehrte, die +Schwärzung, bei der sie angeblich zuweilen auch Chálkanthos [unreinen +eisenhaltigen Vitriol] und Galläpfel benützte [also eine Art Tinte +erzeugte][876], die erste jener vier Hauptoperationen, die sie +Schwärzung, Weißung, Gilbung und Rötung nannte und als ἔργα τοῦ λίθου +bezeichnete[877], als Wirkungen jenes Steines, den man auch κιννάβαρι +τῶν φιλοσόφων (Zinnober der Philosophen) heißt[878]. + +Wirksam bei der Umwandlung, z. B. wenn sich Kupfer „gelb“ färbt [= +Gold wird], sind jedenfalls gewisse Qualitäten. Einige nehmen an, daß +diese körperlicher Natur sind, selbst zu Gold werden und dann auch Gold +erzeugen (ποιότης γίνεται χρυσός, καί ποτε ποιεῖ τὸν χρυσόν), worin +eben „das große Mysterium“ bestehe[879]; andere hingegen halten zwar +ebenfalls dafür, „daß die Qualitäten wirken“ (ποιότητες ἐνέργουσιν), +bestreiten jedoch, daß sie körperlicher Natur seien und daß, wenn sie +von solcher wären, ein Körper in einen anderen eindringen könnte[880]. +Stets bleibt also ein „Träger der richtigen Qualitäten“ notwendig, der, +in vorgeschriebener Weise dargestellt, gereinigt und „ausgesüßt“, die +drei erforderlichen Haupteigenschaften „des Färbens, Eindringens und +Fixierens“ besitzt und übermittelt, also erst +oberflächlich+ und dann ++innerlich+ zu Gold +färbt+, und auch +dauernd+ zu Gold +macht+[881]; +dieser ist „unser Gold“, „das große Mysterium“, das +Xérion+ +(ξήριον)[882]. + +Das Xerion wirkt nach Art einer Hefe [eines Enzyms], ζύμης χάριν: wie +das Einstreuen von ganz wenig Hefe eine große Menge Teig in Gärung +versetzt und umwandelt, so wird auch „schon durch eine Kleinigkeit +Xerion [Streupulver]“ die ganze Masse „fermentiert“ und zu Gold +gestaltet[883]. Namentlich ergibt aber, wie in den ägyptischen Tempeln +des ~Ptah~ seit altersher bekannt ist, „Weißes“ die Kadmia, d. i. +Silber, und „Gelbes“ oder „Rotes“ den Zinnober, d. i. Gold, weil eben +jedes Ding seinesgleichen zeugt, so daß, wer den Samen des Getreides +säet, Getreide, und wer den des Silbers und Goldes säet, Silber und +Gold ernten wird[884]. Daher ist es unter allen Umständen vorteilhaft, +dem Xerion Blättchen oder Flitter von Silber, Gold oder auch Elektron +(Gold-Silber-Legierung) zuzusetzen, denn diese bewähren sich schon +ihrerseits als χρυσόσπερμα (Chrysósperma = Goldsamen) und χρυσοζυμία +(Chrysozymía, Goldhefe), erregen als solche die entsprechende +Silber- und Gold-Gärung und bringen immer neues Silber und Gold +hervor[885]. Wie in der Heilkunde, so ist auch hier das Streupulver +ein Phármakon[886], eine Medizin, „der die richtige Kraft innewohnt“ +(φάρμακον τὴν δύναμιν ἔχον)[887]; begünstigt durch die Wärme des +Düngers oder der Thermospodien zieht sie sich, äußerlich aufgebracht, +in das Innere, wo die Vereinigung erfolgt[888]. + +Diese Vereinigung ist aufzufassen als eine wahre Vermählung der Naturen +(ein συγγαμεῖν der φύσεις), bei der nur Männliches (ἀρρενικῶς), +Weibliches (θηλυκῶς), oder allenfalls Zwitterhaftes (οὐδετέρως = +Keines von Beiden) in Frage kommen kann, entsprechend der Lehre der +Alten, daß das Werk (τὸ ἔργον) vollendet wird durch das Männliche +und Weibliche[889]. An sich ist das Kupfer, ebenso wie das Blei, die +Magnesia usf., tot und unbelebt (οὐδὲ ζῶντα)[890]; aber begierig +vermählt sich seine Natur mit einer anderen, erfreut sich an ihr und +beherrscht sie[891], und hierbei keimt neues Leben und es entsteht +ein Embryo, dessen Entwicklungszeit, falls keine Fehlgeburt eintritt, +neun Monate dauert[892], durch erhöhte Wärme aber nach einigen Autoren +auf sechs Monate, nach anderen auf 110, auf 41, auf 21, ja auf 14 +Tage verkürzt werden kann[893]. Wie sich in der Matrix aus dem kalten +Blute der Katamenien und dem heißen, von Pneuma erfüllten Samen ein +Lebewesen (ζῶον) bildet, das anfangs unmerklich ist, allmählich Größe, +Gestalt und Farbe erhält, zuletzt in reifem Zustande geboren wird und +dann allen sichtbar vor Augen steht, ganz so gestaltet sich auch der +Vorgang beim heiligen Werke, nur daß, dessen Wesen entsprechend, sein +Endprodukt dem Feuer widersteht[894]. + +Demgemäß sieht ~Zosimos~ in seiner großen Vision, als göttliche +Gnade dem in magischem Schlafe Befangenen das Geheimnis der +Transmutation eröffnet, aus dem als Phiále gestalteten Altare ein ++Menschlein+ aufsteigen, ἀνθρωπάριον [= homunculus][895]; es ist +zunächst das +Kupfer-Menschlein+, ἀνθρωπάριον χαλκοῦ, eine Platte +Kupfer, Blei oder Molybdochalkos in Händen haltend, und bekleidet +mit kupferfarbigem, rotem, königlichem Gewande[896]; durch weitere +Behandlung „im Bade der μέλαινα βαφή“, der schwarzen Brühe oder +Schmelze, sowie durch Verbrennung von „Blut und Knochen des Drachens“, +wird dieser Kupfer-Mensch oder χαλκάνθρωπος (Chalkánthropos) erst zum +ἀργυράνθρωπος; (Argyránthropos) oder ἀσημάνθρωπος (Asemánthropos), +zum +Silber-Menschen+[897], der ganz weiß, die glänzende Gestalt des +Gottes ~Agathodaimon~ annehmend, im Feuer erscheint, sodann aber, +indem das Silber-Menschlein durch die Glut „rote Augen“ bekommt[898], +zum χρυσάνθρωπος (Chrysánthropos), zum +Gold-Menschen+[899]. Dieser +χαλκάνθρωπος χρυσός (goldgewordener Kupfer-Mensch), auch κινναβάρις +τῶν φιλοσόφων [Zinnober der Philosophen, d. i. Gold] geheißen, ist das +Ziel und Ende des Werkes[900]. „Blut und Knochen des Drachens“, d. i. +der Schlange ~Uroboros~, die als Schlange des ~Agathodaimon~ auch +Bewacherin der Tempel und Priester [= Öfen und Chemiker] ist, erhält +man „durch Schlachten und durch Verarbeiten des Fleisches und der +Gebeine“; der Drache besitzt drei Ohren und vier Füße, [deutend auf die +drei αἰθάλαι (Aithálai, Dünste) des Schwefels, Arsens und Quecksilbers, +sowie auf die vier Metalle der Tetrasomie, das Blei, Kupfer, Zinn +und Eisen, durch deren Schmelzung und Verbrennung „Blut und Knochen“ +gewonnen werden]. Manche glauben, daß die Schlange, weil sie auch die +Aithále des Quecksilbers liefert, +deshalb+ von einigen selbst als +„Zinnober der Philosophen“ bezeichnet werde; in der Tat aber führt sie +diesen Namen, weil sie das Symbol des Endproduktes beim großen Werk, +dieses Werkes selbst und der ganzen Natur darstellt, denn gleich dieser +hat auch sie weder Anfang noch Ende, -- weshalb sie sich auch in den +eigenen Schwanz beißt --, sie ist „ἕν τὸ πᾶν“, Eines in Allem und immer +nur +Eines+, ganz so, wie auch die Urmaterie, bei allen Wandlungen des +großen Werkes, im Grunde immer nur die nämliche bleibt[901]. -- Die +in mehreren Manuskripten erhaltenen, mit Erklärungen und Inschriften +versehenen Abbilder der Schlange ~Uroboros~ entsprechen tatsächlich +diesen Schilderungen, bei denen wohl Einflüsse der schlangenverehrenden +Gnostiker, Ophiten usf., sowie Erinnerungen an den „feuerbewohnenden“ +Salamander mitspielten[902]; auf das „königliche“ (weil rote) Gewand +des Kupfer-Menschleins dürfte sich auch die bisher unerklärte Tatsache +zurückführen lassen, daß die in der Phiále unter Menschengestalt +erscheinenden Metalle mit Vorliebe gerade als +Könige+ dargestellt +wurden, wofür u. a. noch das Pariser Manuskript 7147 sowie ~Mangets~ +„Bibliotheca Chemica“ von 1702 schöne Beispiele bieten, wenngleich hier +wiederum die, zum Teil in prächtigen Farben ausgemalten Figuren der +Könige mit jenen der Planeten-Götter zusammengeworfen sein mögen (s. +unten)[903]. + +Im Verlaufe der Vision ertönt eine „Stimme von oben“[904], +verkündigend: „Pneuma werde ich ἐξ ἀνάγκης (durch Zwang), durch die +Gewalt des Beschwörers, des Hierurgen, des οἰκοδεσπότης [Gebieters des +Tempels = Ofens], des φύλαξ πνευμάτων (des Bewachers der Pneumata), der +mich umgewandelt hat, μετασωματούμενος“[905]; tatsächlich wirkt auch +das Xerion durch die Macht der Pneumata, die fähig sind, Veränderungen +jeder Art herbeizuführen[906]. Sie sind enthalten in den Säften +zahlreicher Pflanzen, z. B. des Chelidoniums (Schöllkrautes), des +Safrans, usf., die Färbung (βάμμα) und Diplosis in ganz gleicher Weise +bewirken, in der die Säfte mancher Zauberkräuter (βοτάναι, Botánai), +z. B. die der Mandragora (des Alrauns), gewisse magische Eigenschaften +entfalten[907]; in viel reichlicherer Menge aber entspringen sie +den Gesteinen, vor allem wieder unter dem Einflusse des mächtigen +Feuer-Pneumas, das sich z. B., wie allbekannt, beim Brennen des +Kalksteines so mit diesem vereinigt, daß er, als gebrannter Kalk, eine +völlig neue und einzig dastehende Beschaffenheit annimmt[908]. So ist +auch alles +das+ ein Pneuma, was beim Erhitzen der durch Reinigung +und Tarichíe (Einsalzung) vorbereiteten Stoffe „nach oben (ἄνω, áno) +aufsteigt“[909], z. B. das beim Rösten des Sandarachs Entweichende +[d. i. Arsenigsäure], sowie der aus „unserem Kalk“ [= Arsenigsäure] +durch Sublimation [unter Zusatz eines Reduktionsmittels] gewinnbare +λίθος oder „Stein“ [= metallisches Arsen][910]. Sobald man nun +Schwefel, Arsen, Quecksilber, oder ähnliche „sublimierte Geister“ auf +die „Körper“ (σώματα, Metalle) projiziert (ἐπιβάλλει)[911], vereinigen +sich die flüchtigen, also ihrem Wesen nach unkörperlichen Pneumata mit +der inneren Natur oder ψυχή (Psyche, Seele) der Metalle zu einem σῶμα +πνευματικόν (durchgeistigten Körper)[912], sie bemächtigen sich der +Materie (ὑλή, Hýle) und beherrschen sie[913], werden dabei aber selbst +körperlich und fest, und bewirken bei dieser Fixierung „als färbende +Prinzipien“ die Entstehung von Silber und Gold[914]; erforderlich +ist hierzu, daß sie die, dem angestrebten Zwecke entsprechenden +Kräfte auch wirklich enthalten, es wird also nur der „Stein“, dem das +φάρμακον τὸ τὴν δύναμιν ἔχον (die richtig wirkende Medizin) innewohnt, +das „mithrische Mysterium“ verrichten, d. h. Mithras = Sonne = Gold +geben[915]. + +Unter den „Geistern“ sind die wichtigsten jene, die beim Sublimieren +des Schwefels und Arsens als αἰθάλη (Aithále = Dunst, Rauch) und beim +Sublimieren von Quecksilber und Arsen als φεῦγον (Pheúgon = Fliehendes, +Flüchtiges) entweichen[916]. + +Der „lebendige“ +Schwefel+ verdampft schon für sich mit Leichtigkeit +und wirkt beim Projizieren durch sein kräftiges πνεῦμα βαπτικόν +(färbendes Pneuma) auf alle Metalle ein, wobei er sie, z. B. +das Kupfer, anfangs durch das πνεῦμα μελάντερον (schwarzes oder +schwärzendes Pneuma) tief schwarz färbt [durch Bildung von +Schwefelkupfer u. dgl.], während sich sonstige, hellere, gelbliche und +rötliche Färbungen erst späterhin einstellen[917]; daß schon ein wenig +Schwefel eine große Menge anderer Stoffe „verbrennt“ und viele Metalle +und Steine zerstört, ist daher eine richtige Lehre der Alten[918]. + +Das +Quecksilber+ erhält man durch „Entschwefeln“ (ἐκθείειν) des +Zinnobers, sei es durch Einwirkung heißen (geschmolzenen?) Natrons +(νιτρέλαιον, Nitrélaion = Öl aus Nitron), sei es durch Erhitzen +mit Kupfer, Blei oder Zinn nebst Essig; arbeitet man nach den +Regeln der Kunst, τεχνικῶς (technisch richtig), so erhebt sich, wie +schon ~Demokritos~ angab, aus dem „Stein“, nämlich dem Stein des +Quecksilbers, dem Zinnober, ein Pneuma in Gestalt einer aufsteigenden +Wolke (νεφέλη διαβαίνει), und die Fixation dieser Wolke, dieses +Pneumas, auf „unserem Kupfer“ oder auf dem „Körper der Magnesia“ ergibt +Silber[919]; daher erklärt sich der Ausdruck „Behandle das Kupfer! +Bekämpfe das Quecksilber (μάχου ὑδράργυρον)! Mache es unkörperlich +durch Verflüchtigung mit Hilfe der τέχνη (Technik, Kunst)!“[920] +Einige nennen Quecksilber etwas Körperliches, Schweres, Flüssiges, +Andere aber etwas Geistiges, Leichtes, Pneumatisches[921]; beide sagen +etwas Richtiges, denn einerseits ist Quecksilber ein „Körper“ (σῶμα, +Soma), ein silbernes Wasser (ἀργύριον ὕδωρ), ein flüssiges Silber +(ὑδράργυρον), andererseits aber ein φεῦγον πνεῦμα (flüchtiges Pneuma), +ein φεῦγον ἀεὶ (ein stets Flüchtiges), ein φυγαγοδαίμων (ein flüchtiger +Dämon oder Gehilfe, „servus fugitivus“)[922]; es ist also „ein Metall +und kein Metall“, zählend zu den σώματα ἀσώματα (unkörperlichen +Körpern), demnach ein Zwitter (οὐδετέρως = Keiner von Beiden), ein +Hermaphrodit (ἀρσενοθήλυ = Mannweib)[923]. + +Das „+zweite Quecksilber+“ [d. i. metallisches Arsen] entsteht +nicht aus Zinnober, sondern aus „gelbem Sand“, auch κόμμι (Gummi) +genannt[924], oder aus „rotem Sand“ oder Sandarach[925]. Reinigt und +befreit man diese durch vorsichtiges Erwärmen und Rösten vom Schwefel, +so entlassen sie unter dem weiteren Einflusse des Feuers zunächst ihr +Pneuma, ihr färbendes, von ~Demokritos~ auch als „Seele des Färbenden“ +bezeichnetes Prinzip [d. i. Arsenigsäure], das man auch „Weißes“ +nennt, „weißes Flüchtiges“, „weißen Rauch“[926], „Welke des Arsens“ +(νεφέλη τοῦ ἀρσενίκου)[927], „unseren Kalk“[928], „unser Bleiweiß“ +(ψιμύθιον)[929], „knolligen Alaun“ (στυπτηρία στρογγύλη)[930], +„scythisches Wasser“[931], usf.; auch aus den Krusten der roten +Kobathia entweicht beim Verbrennen im Ambix ein Rauch, der nichts +anderes ist als jene „Wolke“[932]. Weiß, wie diese selbst ist, „weißt“ +sie auch alles andere, sowohl die „einfache Magnesia aus Cypern“ [ein +natürliches Mineral oder Metall] als auch die Masse „unserer Magnesia“, +der „durch unsere Kunst zusammengesetzten Legierung“ (τῆς συνθέτου += der synthetischen), des Molybdochalkos[933]. Durch Erhitzen mit +verschiedenen anderen [nämlich reduzierenden] Stoffen gewinnt man dann +weiterhin aus diesem „Kalk“ [der Arsenigsäure] das zweite Quecksilber +[metallisches Arsen][934], den „Vogel“, der flüchtig aufsteigt +(ἐξατμιζόμενος), sich am Deckel des Gefäßes wieder niederläßt und +den +Stein+ (λίθος) bildet, dessen Projektion das Kupfer in Silber +verwandelt[935]. + +Aus Schwefel, Arsen, Quecksilber, oder aus Stoffen, die diese ergeben, +bereitet man auch das +göttliche Wasser+, ὕδωρ θεῖον (Hydor theion); +ursprünglich verstand man hierunter das ὕδωρ θείου, das „Wasser +des Schwefels“ [oft auch Schmelze des Schwefels, der Arsenigsäure +usf., denn „alles was schmilzt, hat die Natur des Wassers“]; +späterhin „Jegliches was sich nach oben (ἄνω) erhebt“, also das +Pneuma der schwefel-, arsen- und quecksilberführenden Substanzen, +gemäß dem Grundsatze „nach oben (ἄνω) das Himmlische, nach unten +(κάτω) das Irdische[936]; zuletzt endlich ein Gemenge, das allem +nur möglichen „Flüssigen“ (= Geschmolzenen) entspringen kann[937]. +Die benützten Substanzen sind an sich nicht feuerbeständig, aber im +Laufe des „Werkes“ (ἔργον) werden sie es teilweise [d. h. soweit sie +nichtflüchtige Reste zurücklassen], während sich zugleich ihre Dünste, +die αἰθάλαι, dem „schwarzen Blei“ zugesellen[938]. Von den zahlreichen +Arten des göttlichen Wassers zeigen drei der wichtigsten, das gelbgrüne +„Rettigwasser“, das grünschwarze „Ricinuswasser“, und das „Regenwasser +der Alten“ ganz hervorragende Kraft, aber auch so entsetzlichen Geruch +[wohl nach Schwefelwasserstoff oder schwefliger Säure?], daß man die +Gefäße nicht öffnen darf ohne sich die Nase fest zuzuhalten[939]; im +übrigen trägt das göttliche Wasser noch „tausend Namen“[940], unter +deren etwa vierzig häufigsten besonders zu erwähnen sind: „Milch der +Frau, die einen Knaben geboren hat“ und „Milch der schwarzen Kuh“ +d. i. des Zinnobers [der tatsächlich anfangs schwarz gewonnen wird +und erst beim Sublimieren rot wird][941]. Das göttliche Wasser ist +δίχρωμος (díchromos, zweifarbig), nämlich je nach seiner Zubereitung +weiß oder gelb und erzeugt demgemäß auch seinesgleichen, also weißes +oder gelbes Edelmetall[942], wobei es nach Art der Hefe (ζύμης χάριν) +einwirkt[943]; es vermag „Alles an Allem“ (πᾶν ἐν πᾶσι), vereinigt in ++einem+ Wesen +zwei+ Naturen (δύω φύσεις, μία οὐσία) und liefert dem +„Wissenden“ (νόων), der diese richtig zu gebrauchen vorsteht, Silber +und Gold[944]. + + —————————— + +Die benützten Apparate (ὄργανα = Organa)[945] und +Öfen+ (καμίνοι = +Kamine) beschrieb ~Zosimos~ mehrfach, u. a. auch in einer eigenen +Abhandlung περὶ ὀργάνων καὶ καμίνων, deren Hauptwert in der Erhaltung +vieles Älteren liegt, das zum Teil auf ~Demokritos~, ~Maria~, +~Kleopatra~ usf. zurückgehen soll (und insoweit bereits oben besprochen +wurde). Die nötigen Gefäße fertigt man entweder aus Ton an oder aus +Glas, das den Vorteil bietet durchsichtig zu sein und die gefahrlose +Behandlung schädlicher und giftiger Stoffe zu ermöglichen, z. B. +der Dämpfe des Quecksilbers oder des Rauches der Kobathia[946], die +man im Ambix verbrennt. Zu den besten Glasgefäßen zählen die aus +Askalon in Syrien[947], und es gibt ihrer sehr mannigfaltige; aus +ihnen setzt man auch jene guten Destillier-Vorrichtungen zusammen, +die Leute von Geist erfanden, gelehrte Menschen, die des ~Archimedes~ +„Pneumatika“, die Werke des ~Heron~, sowie die Abhandlungen anderer, +der Mechanik kundiger Schriftsteller auf das Gründlichste studiert +hatten. Solche Apparate[948] bestehen, wie bereits ~Maria~ angab, +aus verschiedenen Teilen: dem Füllgefäß oder Ambix (ἄμβιξ, ἄμπυξ), +auch κνούφιον genannt [Knúphion: wohl wegen der Gestalt des Aufsatzes +oder Helmes, der dem Kopfschmucke des Gottes ~Chnub~ oder ~Chnum~ +glich[949], und zuweilen als Di- oder Tribikos ausgebildet; der +Abzugröhre (σωλήν); dem Sammelgefäß (βίκος, βῆκος, βύκος, ἄγγος); +dem schlangenförmigen (δρακοντῶδες) Kühlrohr, [+an+, nicht +in+ dem +die Sublimate und Kondensate sich kühlen und absetzen], usf. Man +verbindet und dichtet sie mittels Fett, Wachs, Tonerde, Gips, Ölkitt +und anderen Kitten[950], schützt ihre Wände und den „Hades“ [den +Boden][951] durch einen Lehmbeschlag (ἐπιδέρμις = Epidérmis) von der +Stärke eines halben Fingers[952], und verschließt sie mit Tonstöpseln, +die ringsum genau eingepaßt sind (ἰσόμετρον, isometrisch)[953]. So +vorgerichtete Gefäße vertragen nicht nur die „natürliche“ Wärme des +Pferde-, Kuh-, Esels-Mistes und Vogelkotes[954], sondern auch die +„künstliche“ der Thermospodien (Aschenbäder)[955] und der Kamine, +deren ~Zosimos~ einige, allerdings in verfallenem Zustande, schon +in einem uralten Heiligtum zu Memphis gesehen haben will[956]; man +heizt sie mit Schilf, „Prismen“ [= Scheitholz] oder Holzkohlen +(ἄνθραξ, Anthrax)[957] und kann so bei genügender Vorsicht jede Wärme +erzeugen., selbst bloße Handwärme[958]. Sobald die erforderliche +Hitze erreicht ist, beginnt das Aufsteigen (ἀναγωγή) der Dämpfe und +Sublimate, und diese setzen sich in Tropfen an den Deckel des Gefäßes +(λέβης) an; sublimiert man z. B. Quecksilber aus dem Goldamalgam, das +beim Ausziehen des Goldes aus der Asche alter goldgewirkter Stoffe +oder aus dem Pulver goldhaltigen Sandes gewonnen wurde, so muß man +daher Wasser bereithalten, um den Deckel mittels eines Schwammes +stets ausreichend befeuchten zu können[959]; bei anderen Substanzen +erfolgt die ἄρσις ὑδάτων (Arsis, Erhebung der Wässer), die stets +ganz +verschieden+ von der +bloßen Herstellung+ dieser Wässer ist, schon +bei geringerer Wärme, doch sagt man auch hierbei von dem aus ihnen +Sublimierenden und Abtropfenden (ἀποσταζόμενον De-stillierenden), es +sei „ihr Quecksilber“[960]. Die Rückstände (σκωρίαι) sind die Toten +(νεκροί): sie bleiben liegen und erwarten die ἀναστάσις (Anastásis, +Auferstehung), deren sie fähig bleiben, falls sie durch das Pneuma +nochmals neu beseelt werden (σώματα νεκρὰ ἐμψυχοῦνται)[961]; +möglich+ +ist eine solche „Wiederbelebung“ +stets+, selbst bei den „Knochen der +Perser“, die auch „Knochen des Kupfers“ heißen und aus verbranntem +Kupfer, Blei, Zinn und Eisen bestehen[962]. + +In vielen Fällen unterwirft man die umzuwandelnden Rohmetalle, +in leinene Binden gewickelt, zunächst der „großen Einsalzung“ +oder Tarichíe (ταριχεία μεγάλη), bei der sie anfangs mit gewissen +Zutaten im Pferdemiste oder Vogelkote 20 Tage und länger digeriert +werden[963]; in anderen wieder kocht man die Bestandteile wie bei der +Seifenbereitung (σαπωναρικὴ τέχνη) mit Asche und Spodos („Gebranntem“), +bis sie fest werden gleich Seifenmasse (σαπωναρικὴ στάκτη) oder Seife +(σαπώνιον)[964]; die entstandene Verbindung wird dann „ausgesüßt“ (τὸ +σύνθημα γλυκαίνεται), und zwar durch Auswaschen mit „süßem Wasser“ +(γλυκοῖς ὕδασι)[965], oder „filtriertem Wasser“ (ὕδωρ ἀποσταζόμενον = +Abgetropftes)[966]. + +Als Gewichtseinheit führt ~Zosimos~ öfters κεράτιον (Kerátion) an[967], +-- wohl die Quelle des „Karats“; auf ihn soll auch schon die Idee eines +allgemeinen Lösungsmittels zurückgehen, des παντόρρευστος[968], des +„Alles-Lösenden“ [des Alkahests der späteren Alchemisten]. + + —————————— + +Unter den +Chemikalien+ bespricht ~Zosimos~ etwas ausführlicher das +Bleiweiß. Es entsteht[969] bei längerer Behandlung des Bleies „mit +den Dämpfen“, -- nämlich denen des Essigs, der auch als „schärfster“, +λίαν δριμύτατος, vorkommt[970] --, und ergibt beim Erhitzen erst +Bleiglätte und sodann Mennige (σηρικόν, Serikón); diese beiden Stoffe +sind fähig, sich wieder mit Essig zu vereinigen, und wenn sie sich mit +ihm verbunden haben (κοινωνίαν ποιούμενος), zeigen sie die wunderbare +Fähigkeit anfangs salzartig und süßlich zu werden, später aber wieder +in schönes Bleiweiß überzugehen [infolge allmählicher Umwandlung des +süßlich schmeckenden Acetates, sog. Bleizuckers, durch die Kohlensäure, +z. B. die der Luft, deren Rolle das Altertum nicht erkannte]. Auf +gleich merkwürdige Weise wie Mennige verwandelt sich Sandarach [rotes +Schwefelarsen], -- dieses aber beim Rösten --, in eine derartige schön +weiße Masse [d. i. Arsenigsäure], die deshalb ebenfalls „Bleiweiß“ +genannt wird[971]. + +Sehr wichtig für das große Werk ist der Pyrit, von vielen auch +„Etesischer Stein“ genannt, „der herrlichste und von der Gottheit +geliebteste sämtlicher Steine“ und „aus Allem zusammengesetzt“[972]. +[Diese Vorliebe für den Pyrit, der tatsächlich oft die verschiedensten +unedlen und edlen Metalle enthält, ist wohl hauptsächlich auf das +Vorkommen der schön silber- und goldglänzenden Varietäten, Silberkies +und Goldkies, zurückzuführen, die nicht selten schon selbst für Silber +und Gold angesehen wurden.] + +Von den farbigen Mineralien sind die prächtigsten der „Armenische +Blaustein“[973] [Kupferlasur] und der Zinnober, unter dessen Namen aber +„alles Gelbe und Rote“ zusammengefaßt wird, u. a. Minium (Mennige) +vom Pontos und aus Sinope, Realgar, Oker, Rötel (μίλτος), Hämatit +(Roteisenstein), geglühtes Misy und Chálkanthos [d. i. rotes Eisenoxyd] +usf.[974]. Aus dem eigentlichen Zinnober erhält man durch Entschwefeln +(ἐκθείειν), z. B. durch Erhitzen mit Natron (νιτρέλαιον) das +Quecksilber[975]; umgekehrt wird Quecksilber durch Schwefel erst „gelb +gemacht“ und „in den Zustand einer gelben Gerinnung versetzt“ [976] und +geht dann in Zinnober über. + + —————————— + +Einige bemerkenswerte +Zitate+ aus ~Zosimos~, die zum Teil verlorenen +Werken zu entstammen scheinen, finden sich bei ~Pelagios~, +~Olympiodoros~, dem ~Philosophus Anonymus~ und einem ungenannten +~Kommentator~. Nach der Lehre „~Zosimos~ des Vielwissenden“ [977] sind +theoretisches Verständnis und praktische Übung gleich notwendig, um +die τέχνη (Technik, Kunst) zu bemeistern[978], namentlich da deren +wichtigste Grundlage und überhaupt das vornehmste aller Mittel, das +so schwer zu beherrschende Feuer ist[979], -- daher denn die Chemiker +auch „Feuer-Philosophen“ [mittels des Feuers Forschende, Philosophi +per ignem] heißen. Was die „Umwandlung“ betrifft, „so läuft alles +auf das Blei hinaus“, denn dieses ist „unsere Magnesia“ und das „Ei +der Philosophen“, das zwar aus vier Komponenten besteht, diese aber +doch als Einheit enthält[980]; Schwärzung und Weißung erfolgen, -- +so deutete ~Zosimos~ mystisch an (εἶπεν μυστικῶς) --, im δώματι +ἱερατικῷ [im Tempel = Ofen][981], und das Schwarze und Weiße gleichen +der κόρη des Auges (Kóre = Pupille) und der ἴρις des Himmels (Iris = +Regenbogen)[982]; als Xerion wirksam ist das Pneuma[983], und „die neue +Färbung zu Gold verleihend“ kommt es der Medizin gleich, die krankes +bleiches Blut in gesundes rotes überführt[984]. + +Wie der ~Kommentator~ berichtet, dessen Abhandlung nur in sehr +verdorbenem und verstümmeltem Zustande auf uns gekommen ist[985], +stellte ~Zosimos~ als eine Hauptlehre den Satz auf: „+Erfahrung+ ist +die große Meisterin, denn auf Grund bewiesener Ergebnisse lehrt +sie+ +den Verständigen das Vorteilhafteste“[986]. Als sehr wichtig für +das große Werk erklärte er unter Berufung auf ~Hermes Trismegistos~ +den Einfluß der Planeten, „wie denn die Sonne dem Gold vergleichbar +ist“, und für die wirksamste planetarische Sphäre hielt er die des +~Hermes~ (Merkur), schon weil der Schattenkegel der Erde gerade bis +zu ihr reiche[987]. Die Dauer des Werkes, das mit Erwärmen im Dünger +beginnt, gab er zu 40 Tagen an[988]; der Behandlung unterwirft man +dabei den „ἄσβεστος der Alten“ (Asbest = Kalk), der aber nicht das +Nämliche ist wie ἄσβεστος λευκή [weißer Asbest = gebrannter Kalk], +vielmehr aus gebrannten Metallen [verkalkten Metallen, Metallkalken] +besteht[989]. Wie die Meister des „Tieremalens“ ζωογράφοι = Maler +überhaupt] ihre Farbstoffe auf der Palette, so mischen die Meister +des großen Werkes die ihrigen auf der Kerotakís zusammen[990], sie +vermengen sie mit allerlei Zutaten, z. B. χρυσοκόμιον (wörtlich +Gold-Leim = Chrysokolla)[991], sie reinigen und waschen sie mit Wasser, +mit gewöhnlichem und mit solchem, das, wie bei der Seifenherstellung +(σαπωναρικὴ ἐργασία), durch Asche filtriert ist[992] usf. Beim Erhitzen +geben manche Körper, z. B. die verschiedenen Schwefel, ihre „innere +Natur oder ψυχή (Psyche, Seele)“ ab, die das Feuer als Dunst aus ihnen +austreibt: kommen diese flüchtigen und färbenden Dämpfe mit gewissen +anderen Stoffen zusammen, z. B. mit Quecksilber, so halten sie sich +gegenseitig fest und binden sich, sie schlagen sich nieder, sie sterben +ab und erleiden νέκρωσις (Nékrosis = Tötung) und die entstandenen +Substanzen heißen in diesem Zustande „Grabmal des ~Osiris~“[993]. So +bildet sich, wie ~Zosimos~ im „Buch der Schlüssel“ beschrieb, durch +Vereinigung heißen Quecksilbers und Schwefels der Zinnober, zunächst +als eine schwarze [erst beim Sublimieren rot werdende] Masse, auf die +sich der mystische Spruch vom „schwarzen Geist“ bezieht[994], aber +auch die Benennung des Quecksilbers und nach Anderen des Schwefels +als „Milch der schwarzen Kuh“, γάλα βοὸς μέλαινας[995]; erhitzt man +umgekehrt Zinnober, auch solchen künstlich (τεχνική) dargestellten, +nebst gewissen Zutaten in einem rings geschlossenen Gefäß oder Rohr +[d. i. die spätere Aludel; arabisch al udal genannt], so „sublimiert“ +aus ihm das Quecksilber, steigt als „weißes Wasser“, „Silber-Wasser“, +„göttliches Wasser“ empor, in Gestalt eines furchtbar giftigen, in +der Hitze gar nicht festzuhaltenden „ätherischen Pneumas“ (πνεῦμα +αἰθερῶδες), verliert dann beim Abkühlen seinen „flüchtigen Schwung“ +und setzt sich an den Deckel an, so daß man an diesem nach dem +Löschen des Feuers die Tropfen vorfindet und sie sammeln kann[996]. +„Fest gewordenes Quecksilber“ [d. i. entweder dieses kondensierte +oder ein Amalgam] bezeichnen einige auch als „Gips“ und den Zinnober +(κινναβάρις, Kinnabáris) als κασσίτερος [Kassíteros = Zinn; vielleicht +weil er festes Quecksilber = „Zinn“ ergibt?][997]. -- Wer alles dieses +weiß und versteht, wird das Rechte finden, und „wer das Rechte gefunden +hat, heilt die unheilbare Krankheit der Armut“[998]. + + —————————— + +Die +syrischen Manuskripte+ enthalten Vieles und Ausführliches aus den +verschiedenen, zum Teil im Original verloren gegangenen Werken des +~Zosimos~, zumeist jedoch allerdings stark durchsetzt mit späteren +Einschiebseln und Zutaten[999]. + +Alle „Künste“, so berichtet ~Zosimos~, waren ursprünglich tiefstes, +durch furchtbare Eide gehütetes Geheimnis der ägyptischen Priester, +und wie diese sie aus Neid, Habsucht und Aberglauben vor jedermann +zu verbergen streben, das habe er am eigenen Leibe erfahren +müssen[1000]. Aus den besagten Gründen wurden daher ehemals die +wichtigsten Geheimnisse überhaupt nicht aufgeschrieben, sondern den +Vertrauenswürdigen seitens der Priester nur mündlich mitgeteilt[1001]; +zu ihnen zählte das schon vom Philosophen ~Demokritos~ gepriesene +„Färben“ der unedlen Metalle mittels Schwefel, Quecksilber, Arsen, +Kohol [Schwefelantimon] und Magnesia[1002], -- das ganz so erfolgt +wie das Färben von Geweben mittels des „Indigos aus Flechten“[1003] +--, ferner das „Färben“ mittels passend zubereiteter Firnisse[1004], +sodann die Herstellung des „weißen und gelben Kupfers“ [d. i. des +Silbers und Goldes oder der Bronce und des Messings][1005], und +endlich die Bereitung der Pigmente für die Kultbilder: die Maler +verwenden diese in den künstlichsten Mischungen, -- sogar Silber und +Gold setzen sie hinzu, um den Fleischton der Weiber zu treffen --, +so daß ihre Bildnisse wie lebendig aussehen, und tatsächlich hielt +das Volk die Bilder und Statuen der Götter für lebend und wagte +kaum sie anzublicken, und nur wenige hatten den Mut zu denken oder +gar insgeheim zu sagen, sie seien von Menschenhand gebildet und +zurechtgemacht[1006]. In späterer Zeit schrieben die Priester zwar ihre +Lehren nieder, fuhren aber fort sie im Verborgenen zu halten, schon +weil sie behaupteten, daß dies sehr zweckmäßig sei, um die neidischen +Dämonen zu täuschen[1007]. Seither besitzen sie ausführliche Bücher +der Kimija oder Kumia, verfaßt nach den Vorschriften des ~Hephaistion~ +(d. i. ~Hephaistos~ = ~Ptah~)[1008], ~Agathodaimon~[1009] usf., durch +~Hermes~ und andere ägyptische Autoren; deren Abschriften lassen sie +in den Tempeln vorlesen, befehlen sie genau zu befolgen, tadeln jene, +die eigene Rezepte erfunden haben wollen und fordern strengste Wahrung +des Geheimnisses[1010]. Indem sich ~Zosimos~ an seine Schwester (?) +~Theosebeia~ wendet, -- der er seine Schriften zueignete, und die er in +ihnen sehr oft unmittelbar anredet, zuweilen auch als „Königin“[1011] +--, fährt er fort: Du aber, der es bekannt ist, daß nach ~Petesis~ +das große Werk durch Nachdenken vollendet wird, hältst Deine Schüler +abseits, Du unterweisest sie öffentlich, ungebunden durch gegenseitige +Eide; jedoch das „Buch“, so sagst Du, [das angeblich von ~Hermes~ +verfaßte „Buch der Kimija“] kann nur geheim erworben werden; aber im +Gegenteil, es sollte ein jeder, ohne alle Geheimnisse, auch ein Buch +der Kimija (Kumia) besitzen[1012], denn „nur aus den rechten Büchern, +nämlich aus jenen alten und aus den von +mir+ verfaßten, schöpft +und gewinnt man die Wahrheit“[1013]. Diese richtig aufzufassen und +durch sie zum Gelingen des Werkes geführt zu werden, ist freilich +eine besondere Gnade, die von oben kommt und nur dem Würdigen zuteil +wird[1014]; würdig aber erweist sich, wer ein edles Herz und lautere +Sitten hat, ferner Geduld und Aufmerksamkeit, geistigen Fleiß des +Studierens und Nachdenkens, körperlichen Fleiß des Arbeitens und +Versuchens, sowie reine Liebe zur Sache. Wer diese Vorbedingungen +erfüllt, für den ist, -- so lehrte schon ~Petesis~, und ihm nachfolgend +~Platon~, -- das große Werk nichts weiter als „die Arbeit eines +Kindes“[1015]. Viele Unberufene, die die Ausführung der heiligen Kunst +sahen, mußten mit Verwunderung deren Geringfügigkeit zugestehen; sie +verbrauchten dann alles Quecksilber Phrygiens und Spaniens, starben +aber ohne das Rechte gefunden oder auch nur begriffen zu haben, +verblendet durch das Antlitz der beiden Menschensöhne [vermutlich des +Silbers und Goldes][1016]. + +Die „Imuth“ genannte und „der Priesterin und Königin ~Theosebeia~“ +gewidmete Hauptschrift des Zosimos enthielt nach den syrischen +Manuskripten „die genaue Schilderung des großen Werkes gemäß allen +Büchern über Chemie“[1017], geschöpft aus den Abhandlungen aller +Vorgänger, u. a. aus denen des ~Platon~ und ~Aristoteles~; ~Platon~ +gab schon ein Rezept zur Darstellung des Silbers an, und zwar befahl +er, ein Gemisch von Pyrit, Oker, Sory und Vitriol (χαλκητάριν) drei +Tage im selbstziehenden Ofen zu schmelzen und sodann das Elixir +zuzusetzen[1018]; Großes hat auch ~Aristoteles~ vollbracht, dieser +glänzendste irdische Geist, aber weil ihm der rechte Glauben fehlte, +blieb es ihm versagt, seitens der richtigen Engel Belehrung zu erhalten +und deshalb gelang es ihm auch nicht, sich der himmlischen Sphären +würdig zu machen und sich in sie zu erheben[1019]. + ++Gold+ ist nach ~Zosimos~ das Edelste der Metalle, das alle anderen +an Schwere, Glanz und Unzerstörbarkeit übertrifft, aber auch an der +Fähigkeit weitgehendster Verteilung zu zartestem Staub, χρυσοάνθινον +(Goldblütchen)[1020], und zu dünnsten Blättchen, die man u. a. mit +arabischem Gummi oder Fischleim auf Elfenbein und auf das Pergament der +Bücher aufklebt[1021]; zum Vergolden der Götterbilder und Königsstatuen +in den Tempeln benützt man eine Lösung von Gold in Quecksilber, +„Sonnenwasser“, „verdichtete Sonnenstrahlen“, „gelöster Schwefel“ +genannt, doch ist dies ein großes Geheimnis und der Erfolg gilt für +übernatürlich[1022]. Nicht selten ersetzt man übrigens Gold durch den +billigeren Oker, durch Zinnober, Minium u. dgl.[1023]. + ++Silber+ verarbeitet man zu vielen Geräten, besonders auch zu +Spiegeln; im Rohgusse sehen sie noch rauh und häßlich aus, nach dem +Polieren aber, zu dem Öl und Bimsstein, Wolle, Leinen und zuletzt +mit Lorbeerholz-Kohle gefüllte Leinensäckchen dienen, werden sie gar +herrlich und glänzen gleich Perlen[1024]. Zur Diplosis des Silbers +benützt man Blei, Quecksilber, Kupfer und das „Orichalkon“ genannte +Kupfer[1025]; die ägyptischen Priester bewirkten sie durch Weißen des +Kupfers mittels Arsen oder durch Behandeln und Überziehen des Metalls +mit passenden Firnissen[1026]. Das „ägyptische Silber“, auch +Asem+ +genannt, stellt man nach verschiedenen Rezepten dar, indem man Kupfer +mit Arsen, Pyrit, Bleiweiß und ähnlichen Materialien zusammenschmilzt, +womöglich unter Zufügung von ein wenig echtem Silber[1027]. + +Das +Elektron+, das eine Legierung von Silber und Gold ist, erfand +~Alexander der Grosse~, und ließ daraus Amulette anfertigen, die +man als Schutz gegen den Blitz bei sich trägt oder auch in das +Erdreich eingräbt, ferner auch einen zauberischen, beim Beschauer +Selbsterkenntnis erweckenden und ihn vor allen Übeln schützenden +Spiegel, den nachher die Priester des „Tempels der sieben Pforten“ +aufbewahrten. Aber nach dem echten „Buch der sieben Himmel“, das +spätere Kommentatoren abänderten und entstellten, bereitete schon der +König ~Salomon~[1028], den die Ägypter fälschlich auch als Verfasser +des genannten Buches ausgeben, das wahre Elektron, fertigte daraus +sieben, den sieben Planeten entsprechende Flaschen an, sperrte die +Dämonen in sie und beschrieb sie hierauf von außen mit Zauberformeln; +diese Talismane wirken gegen Dämonen ebenso kräftig wie Gebete oder +wie die neun Buchstaben König ~Salomons~ [die den wahren Namen Gottes +wiedergeben]. Auch zum heiligen Werke gehören neun Bestandteile, +über die alles Nähere in den jüdischen Schriften zu lesen steht; +desgleichen ist die Kenntnis von den Einflüssen der Gestirne auf die +Anfertigung des philosophischen Steines in den „heiligen und göttlichen +Vorschriften“ enthalten[1029]. + ++Kupfer+ findet sich in Cypern[1030], in Ägypten[1031], in Nicäa[1032] +und in Spanien[1033]. Aus ihm bereiten „geschickte Leute“ das „gelbe +oder persische, völlig dem natürlichen Gold gleichende“, sowie das +„helle und lichte“ Kupfer [d. i. Messing und Bronce], und der erste +Erfinder dieser „Farben“ soll der Erzgießer ~Pabapnidos~ gewesen +sein, der Sohn des ~Sitos~, der Fälscher und Betrüger. „Wie herrlich, +großartig und bewunderungswürdig sind doch die Entdeckungen solcher +Künste[1034]!“ + ++Zinn+ wird im fernen Westen gewonnen, woselbst eine Quelle aus der +Erde aufsteigt und zuweilen über ihren Rand hinausstürzen will; wenn +dies geschieht, stellen die Einwohner „ihm“ (ihrem Dämon, einem +furchtbar giftigen Drachen?) ein schönes nacktes Mädchen hin, die, +sobald er auf sie zueilt, um sich ihrer zu bemächtigen, hinweglaufen +muß; sowie er ihr gefolgt ist, stürzen eine Anzahl mit Hacken +bewaffneter junger Leute aus ihren Verstecken und töten ihn; im Sterben +nimmt er die Form eines Gußstückes an, indem er sich fixiert und hart +wird, und darauf zerschlagen die Leute seinen Leichnam und benützen die +Stücke, die eben das Zinn sind[1035]. + ++Eisen+ ist schwer zu bearbeiten, und manche Kunstgriffe gelingen +überhaupt nicht „ohne göttliche Hilfe“ [d. h. vermutlich: ohne Hersagen +von Zaubersprüchen][1036]. + ++Blei+ ist seiner Natur nach weich, läßt sich aber durch Zusatz von +Kupfer, Sandarach und „Krapp“ (Deckname!) derart härten, daß es dem +Metalle der Denare gleicht[1037]. Anderen Behandlungen [deren Zweck +nicht angegeben ist] unterwirft man es durch Schmelzen mit Minium aus +Amida, cyprischem und ägyptischem Oker, cyprischem Vitriol, ägyptischem +Alaun und phrygischem Stein [Pyrit?] im „Ofen der Glasmacher“ gemäß der +Vorschrift des ~Hephaistion~ (= ~Hephaistos~, ~Ptah~)[1038]; auch hat +man Mittel [Firnisse?], um Gefäße aus Blei oder Zinn so aussehen zu +machen, als beständen sie aus Erz (Bronce)[1039]. + ++Quecksilber+ findet sich als Hydrargyros, „silbernes Wasser“, in +Phrygien und Spanien und ist flüssig, von großer Kälte und bei +innerlicher oder äußerlicher Einwirkung ein furchtbares Gift[1040]; +aus Zinnober wird es frei gemacht, indem man es nebst Blei oder Zinn +in einem Mörser verreibt, am besten in einem aus Eisen oder Basalt +[βάστνις; auf ägyptischen Ursprung deutend][1041]; das aus Zinnober +oder Sandarach Sublimierende (ἀναβιβάζων = nach oben Steigende) ist +gleichfalls Quecksilber [bzw. Arsen][1042]. Wie alles Reine in allen +Künsten gefälscht wird, z. B. Weine, Öle und Drogen durch habgierige +Kaufleute, ja die Philosophie durch unerfahrene Schwätzer, so geschieht +es auch mit dem Quecksilber, denn die Fälscher sind überall zahllos +und verstehen das Gefälschte dem Echten genau gleich zu machen; das +Quecksilber fälschen sie, unter Benützung chemischer Schriften, durch +Diplosis [Auflösung von Blei, Zinn, ...?] u. dgl., und während sie als ++Einkäufer+ die ihnen bekannten vielen Proben der Reinheit anwenden, +schwören sie als +Verkäufer+ auf ihren Kopf, sie hätten von derlei +Proben noch nie etwas gehört[1043]. -- ~Zosimos~ beschrieb Gewinnung +und Benützung des Quecksilbers besonders genau, und zwar in einem Werk, +das er „Buch der Schlüssel“ nannte; denn so wie im „Mysterium der +neun Buchstaben König ~Salomons~“ der Schlüssel alles Sichtbaren und +der ganzen Welt steckt, so enthalten auch die verschiedenen Arten des +Quecksilbers [das wahre und das metallische Arsen] den Schlüssel der +großen Kunst, da alles Flüchtige zu den Schwefeln gehört, die Schwefel +aber, wie schon ~Maria~ richtig lehrte, das eigentlich Färbende +sind[1044]. + + —————————— + +Ein in den syrischen Manuskripten enthaltener und aus diesen von +~Berthelot~ ausgewählter „Pharmazeutischer Traktat“, den ~Zosimos~ +gleichfalls der Priesterin und Königin ~Theosebeia~ gewidmet haben +soll[1045], betrifft hauptsächlich die medizinische Anwendung der +„nützlichen Stoffe“ und erweist sich für jeden Kenner des ~Dioskurides~ +und ~Galenos~ als bloße Kompilation aus deren Schriften, -- was +~Berthelot~ später auch selbst zugestand[1046]. Dem ~Galenos~ folgend +beschreibt der Verfasser die wiederholten Reisen nach Cypern, Syrien, +den griechischen Inseln, Thrazien, Mazedonien und Italien, auf denen +er vielerlei Berg- und Hüttenwerke besuchte; der Leiter (ἐπίτροπος) +der cyprischen Unternehmungen erklärte ihm die Bildung des „Diphryges“ +genannten Rückstandes in den Kupfer- und Kadmia-Öfen, sowie die +Entstehung des Spodós (σποδός, σπόδιον) und des Pómpholyx [d. i. des +unreinen schwarzen und des reinen weißen Zinkoxydes][1047], auch +zeigte er ihm in den Gruben die übereinander liegenden Schichten der +Substanzen Sory, Chalketárin, und Misy oder schwarzen Vitriol, die +alle sehr nahe verwandt sind und allmählich ineinander übergehen, +was sowohl in den Gruben geschah, als auch beim Aufbewahren der +mitgenommenen Vorräte[1048]. Von sonstigen Heilstoffen gedenkt er noch +der kimolischen und samischen Erde[1049], der lemnischen Siegelerde [= +terra sigillata], die eine Priesterin unter Geboten aus dem roten Ton +formte und stempelte, -- jedoch ohne Beigabe des ehemals gebräuchlichen +Ziegen- oder Bocksblutes[1050] --, des Asphaltes und Bitumens aus +Palästina[1051], sowie des „gelben Sandes“ [Auripigments] vom Berge +Bagavana nächst der Stadt Agrata in Armenien, armenisch Zarnika oder +Zarnia geheißen[1052]. + + + + +6. Pelagios, Pibêchios, Heliodoros, Synesios. + +(4. Jahrhundert.) + + +a) Pelagios. + +Die Lebenszeit des „Philosophen“ ~Pelagios~ ist nicht genau bekannt, +kann aber keinesfalls, wie ~Kopp~[1053] ursprünglich glaubte, schon ++vor+ jene des ~Zosimos~, und auch nicht, wie nachher ~Berthelot~[1054] +behauptete, bereits in das 1. oder 2. Jahrhundert fallen, denn ~Kopp~ +selbst hat später ermittelt[1055], daß ~Pelagios~ sich auf ~Zosimos~ +beruft, während +ihn+ hinwiederum zuerst ~Olympiodoros~ zitiert, der +um 425 schrieb; ~Pelagios~ dürfte also in die zweite Hälfte des 4. +Jahrhunderts zu versetzen sein. Sein Werk führt den Titel „Über die +göttliche und heilige Kunst“ (θεῖα καὶ ἱερὰ τέχνη), wurde zuerst 1573 +von ~Pizzimenti~ als Teil III („De arte magna“) seiner weiter oben +angeführten Schrift ins Lateinische übersetzt (sehr mangelhaft!) und +liegt nur in sehr schlechter Erhaltung vor, erfüllt von zahlreichen und +dunklen Interpolationen[1056]. + +Auszugehen ist beim großen Werke vom χαλκός (Chalkós)[1057], +worunter man entweder Kupfer versteht oder Pyrit, der ebenfalls +von sehr verbrennlicher Natur ist; doch nennt man χαλκὸν πυρίτην, +Chalkopyrit, auch das mit Schwefel vorbehandelte Blei[1058]. Die +nächsten Aufgaben sind, das Kupfer von seinen erdigen Bestandteilen, +seiner materiellen Grobheit (παχύτης) zu befreien und es pneumatisch +(πνευματικός) zu machen, weiterhin aber die richtige Veränderung +seiner Färbung und damit die seiner Qualität (ποιότης, Poiótes) zu +bewirken; das geschieht vermöge der von den Alten erfundenen βαφικὴ +τέχνη (Färbekunst) und χρυσοβαφή (Färbung zu Gold), die bewirkt, daß +sich das Kupfer, ähnlich wie ein wohlgepflegter, mit reichlichem +Wasser begossener Baum in feuchter warmer Luft, freudig entwickelt, +„gärt“ und zuletzt jene Blüten und Früchte trägt, die schon +~Demokritos~ zu rühmen wußte[1059]. Von den sechs Operationen, deren +sich die Färbekunst bedient, ist die erste die Schwärzung, bei der +es gilt, eine vollkommen schwarze (πάνυ μέλαν), dem γραφικὸν μέλαν +(Schreiberschwärze = Ruß) gleichende Masse herzustellen[1060]; diese +wird dann, unter Digestion im Dünger, der Aufhellung (Verdünnung), +Weißung, Gilbung, Rötung (Iosis), und Bleichung (Exiosis) unterworfen, +u. a. mit Hilfe des göttlichen Wassers, das bei der Projektion auf +Kupfer, je nach den Umständen, bald weißes Silber, bald rotes oder +gelbes Gold erzeugt[1061], sowie des „weißen Essigs“ und des „Essigs +aus Geranium“ (Decknamen?)[1062]. Nach Art einer wahren Schöpfung +(δημουργία, Demurgía) erfolgt auch die von ~Demokritos~ gepriesene +Umwandlung der σώματα (Sómata, Körper = Metalle) in πνεύματα (Pneumata) +durch das Xérion, das, wie ~Zosimos~ lehrte, selbst pneumatischer +Natur ist[1063]; es stellt ein äußerst feines Pulver dar und führt das +Kupfer in prächtiges Gold über, „rot wie Blut“, auch κινναβάρις τῶν +φιλοσόφων (Zinnober der Philosophen) geheißen[1064]; man verstärkt es +durch Beifügung von etwas natürlichem Gold, das eine Gärung bewirkt +wie Hefe im Bäckerteig, und mehr Gold so ergibt, wie aus Getreidesamen +mehr Getreide wird[1065]. Außerdem kann man auch noch göttliches +Wasser zusetzen, das die „Farben“ nach Art einer Beize abtönt, und sie +zugleich „scharf“ und gehörig in die Tiefe eindringend macht; dies +wußte schon ~Demokritos~[1066]. + + +b) Pibêchios. + +~Pibêchios~[1067] [äg. = der Sperber des ~Horus~; s. den ~Apollo +Bechis~, = „~Horus~ den Sperber“, bei ~Plinius~, lib. 30, cap. 2, in +des ~Apuleius~ „Magia“, cap. 90, und im Teil V des Leidener Papyrus] +soll im 4. Jahrhundert zu Alexandria gelebt und ein „Buch von den +Steinen“ geschrieben haben, aus dem eine Stelle zitiert wird, der +gemäß er sich beim Zerkochen und Verbrennen gewisser Materialien des +Bocksblutes (αἷμα τράγου) bedient habe[1068]. Seine Arbeiten betrafen +die Darstellung und Anwendung des göttlichen Wassers[1069], vor allem +aber die des Quecksilbers, das nach ihm die größte Affinität zu +allen Stoffen besitzt[1070], so daß sämtliche Substanzen Quecksilber +enthalten und aus ihm bestehen[1071]. Nach Angabe der syrischen +Manuskripte schrie ~Pibêchios~ auf allen Märkten aus: „Sämtliche Körper +sind Quecksilber, sämtliche Körper enthalten Quecksilber! Wenn Du es +ausziehst und fixierst, so erhältst Du das Gesuchte! Dies ist das +enthüllte Geheimnis![1072]“ + +Die syrischen Manuskripte berichten auch über einen Brief[1073], in dem +~Pibêchios~ dem Philosophen und Magier ~Osron~ in Persien mitteilt, +er habe in Ägypten, in einem Verstecke, die göttlichen Schriften des +großen ~Ostanes~ gefunden, vereinigt in einem „Krone“ betitelten Buche, +das ihm aber, weil in persischer Sprache abgefaßt, unverständlich sei, +weshalb er um eine Übersetzung bitte. Aus ~Osrons~ Antwort und einer +weiteren Erwiderung des ~Pibêchios~ ist zu ersehen, daß die „Krone“ in +365 Abteilungen „die ganze Kunst“ enthielt, nämlich die Astrologie und +Astronomie, die Philologie und Philosophie [hier wohl = Kunde von den +„rechten Worten“, d. i. von den Beschwörungsformeln], die Vorschriften +betreff der Opfer und Mysterien, die Magie, sowie die Herstellung von +Edelmetallen, Edelsteinen und Purpur oder anderen kostbaren Farbstoffen +[d. i. die Chemie]. Nunmehr studierten und kommentierten die +zusammenberufenen Kunstbeflissenen Ägyptens diese Schrift, entzifferten +mit ihrer Hilfe auch die heiligen Säulen des ~Hermes~, und teilten ihre +Befunde dem Könige[1074] mit; teils durch ihn selbst, teils durch die +Priester und Philosophen, wurde darauf die göttliche und unerzählbare +Kunst auf sieben Säulen niedergeschrieben. Diese befahl der König in +einem Geheimbaue aufzustellen, der auch mit symbolischen Bildern [= +Hieroglyphen] und einem sich selbst in den Schwanz beißenden Drachen +geschmückt wurde; er verschloß ihn durch sieben Türen und gab Auftrag, +sie nur Edlen und Eingeweihten zu öffnen, die göttlichen Mysterien +jedoch allein dem Kreise der Nachfolger des großen Meisters kund zu +tun; die Priester versiegelten sodann den geheimen Bau und reisten ein +jeder wieder nach Hause. Die sieben Türen aber bestanden nach Einigen +aus Blei, Elektron, Eisen, Gold für die Sonne, Kupfer für ~Kronos~, +Zinn für ~Hermes~, und Silber für den Mond, nach anderen hingegen aus +Blei für ~Kronos~, Elektron für ~Zeus~, Eisen für ~Ares~, Gold für +~Helios~, Kupfer für ~Aphrodite~, Zinn für ~Hermes~ und Silber für +~Selene~. [Auf diese Beziehungen wird weiter unten noch zurückzukommen +sein.] + + +c) Heliodoros. + +~Heliodoros~, der nicht näher bekannte, christliche Verfasser eines +dem Kaiser ~Theodosios~ gewidmeten Gedichtes „Über die mystische Kunst +der Philosophen“, soll im 4. Jahrhundert gelebt haben, was zutreffen +kann, falls es sich um ~Theodosios I.~ (379-395) handelt[1075]; das +in verschiedenen Fassungen vorliegende und auch öfter ins Lateinische +übersetzte Gedicht zählt etwa 270 jambische (sog. politische = +volkstümliche) Verse und ist ebenso schlecht und nachlässig betreff +der Form, wie leer und dunkel hinsichtlich des Inhaltes, der übrigens +nirgends über die allergewöhnlichsten alchemistischen Redensarten +hinausgeht. ~Borrichius~, der es in einem äußerst seltenen, 1696 aus +seinem Nachlasse herausgegebenen Werke bespricht[1076], sagt nicht mit +Unrecht, wer daraus klug werden wolle, möge sich einen ~Oedipus~ zur +Stelle schaffen. + + +d) Synesios. + +Den älteren alchemistischen Werken erstanden, infolge ihrer +Schwerverständlichkeit und Unklarheit, alsbald Kommentatoren, deren +oft entstellende und zuweilen sogar fälschende Tätigkeit zwar schon +~Zosimos~ tadelt, die aber immerhin noch wirkliche Sachkenntnis +besaßen, und vermöge dieser hoch über ihren späteren byzantinischen +Nachfolgern stehen, bei denen tote Buchgelehrsamkeit die Stelle +der völlig fehlenden lebendigen Anschauung vertreten soll. Der +wichtigste jener Kommentatoren ist ~Synesios~, den man bis vor nicht +allzulanger Zeit meist für identisch mit ~Synesios von Ptolemaïs~ +hielt. Letzterer, der Sprößling eines vornehmen Geschlechtes der +Provinz Kyrene und Schüler der berühmten alexandrinischen Philosophin +~Hypatia~ (an die er das bekannte Schreiben betreff der Herstellung +eines Aräometers richtete), bekleidete seit 410, trotz seines nur +sehr oberflächlichen Bekenntnisses zum Christentum, das Amt eines +Bischofes zu Ptolemaïs in der Kyrenaïka, woselbst er schon 415, erst +im 46. Lebensjahre stehend, einer schweren Krankheit erlag; er war ein +hochgebildeter Mann und verfaßte zahlreiche, zum Teil noch erhaltene +Schriften und Briefe über astronomische, philosophische und religiöse +Gegenstände, sowie eine Anzahl Hymnen gnostischer Richtung, in denen +er, dem Zeitgeiste entsprechend, hellenistische, orientalische, +ägyptische, jüdische und christliche Ideen zu vereinigen suchte[1077]. + +Die unter dem Namen des ~Synesios~ überlieferte (unvollendete) +Abhandlung chemischen Inhaltes findet sich in den Codices der eben +erwähnten Werke nicht vor, und da der Bischof ~Synesios~ erst 379 +geboren wurde, der in Form eines Dialoges eingekleidete, „mit Hilfe +Gottes“ (θεοῦ συνεργείᾳ) unternommene „Kommentar zu ~Demokritos~“ +aber vor 390 vollendet sein muß, -- da er dem ~Dioskoros~ zugeeignet +ist, „dem Oberpriester des Serapis-Tempels zu Alexandria“, +welches Heiligtum um 390 zerstört wurde --, so kann er unmöglich +vom Bischofe ~Synesios~ herrühren, sondern ist jedenfalls einem +seiner gleichnamigen Zeitgenossen zuzuschreiben[1078]. Seine erste +Veröffentlichung (in schlechter lateinischer Übersetzung) erfolgte 1573 +durch ~Pizzimenti~, in dessen Werk er den zweiten Abschnitt bildet; +die ziemlich zahlreichen griechischen Handschriften weisen Spuren +später Umarbeitungen und verschiedene Lücken auf, stimmen in vielen +Einzelnheiten nicht überein, und enthalten sprachlich und sachlich so +viel allegorisch Dunkles und Unverständliches, daß die wiederholten +Mahnungen des ~Synesios~, ~Dioskoros~ möge doch genauer aufmerken +und seinen Verstand etwas mehr anstrengen, durchaus gerechtfertigt +erscheinen[1079]. + +~Synesios~ erwähnt, daß sich ~Demokritos~ jener persischen Methoden +bediente, die er von ~Ostanes~ erlernte, dem Verkündiger der großen +Wahrheit „Die Natur freut sich an der Natur, usf.“[1080]. Die Natur der +Stoffe ist in ihrem Inneren verborgen (ἡ φύσις ἔνδον κέκρυπται), und +es ist erforderlich sie herauszukehren (φέρειν ἔξω)[1081], was durch +das Werk (πρᾶγμα, Prágma) geschieht, indem man erst eine Verflüssigung, +dann aber wieder eine Festigung und Fixierung der Substanzen +herbeiführt[1082]. Zur ersteren bedient man sich u. a. der Lösungen und +Schmelzen (ὕδατα) von Nitron (νίτρον), Weinstein (φέκλη]) und anderen +Pflanzenaschen (σποδοκράμβη; wörtlich: verbrannter Kohl)[1083], -- +also der Alkalien --, während die Festigung durch ἐξηδάτωσις erfolgt, +d. h. durch Entwässerung und Austreibung der flüssigen Teile[1084]. +Die Fixation endlich erfordert die Beigabe gewisser Zusätze, die +bald „Metalloíosis“, d. i. Transmutation, bald „Metalleúosis“, d. i. +Metallisierung [zu Edelmetall] bewirken[1085]; sie bestehen aus +Schwefel, Auripigment [ἀρσενικὸν ξανθόν = gelbem Arsen], göttlichem +Wasser, oder jenen beiden Quecksilbern, die nach ~Hermes~ „Zweierlei +sind und doch nur Eines“, dem Weißenden aus Arsen und dem Gilbenden aus +Zinnober[1086]. Mit Recht behauptete ~Pibêchios~, daß das Quecksilber +die größte Affinität zu allen Körpern habe: denn tatsächlich zieht +es alles an sich, nimmt die Psychen und Pneumata, aber auch die +Hylen beliebiger Stoffe ganz ebenso in sich auf, wie Wachs beliebige +Farben, digeriert und kocht sie zurecht, fixiert sich samt ihnen +auf den Metallen der Tetrasomie, denen es die „Substanzen“ der +Trockenheit und der richtigen [z. B. gelben] Farbe zuführt[1087], und +geht mit ihnen unter Veränderung seiner eigenen Natur eine unlösbare +Verbindung ein; es vermag die „Form und Gestalt“ aller Substanzen +anzunehmen und bildet demgemäß ihre nur dem Anscheine nach fortwährend +wechselnde, in Wirklichkeit aber stets gleichbleibende und beharrende, +einheitliche Grundlage[1088], [d. i. die Materia prima, der „Mercurius +philosophorum“ der späteren Alchemisten]. + +Die Umwandlung der Metalle, die Diplosis, durch die man auch unedle +Metalle in die nächstverwandten edleren überführt[1089], die +Gewinnung der flüchtigen Geister und „Blüten“ aus pflanzlichen und +in analoger Weise aus mineralischen Stoffen[1090], usw., erfordern +eine Anzahl besonderer Vorrichtungen, z. B. die verschiedenen Arten +der Kerotakis, der Thermospodien (Aschenbäder), in denen man die +Erwärmung und Calcinierung, sowie die Wiederbelebung des Calcinierten +durch den Einfluß der Wärme (ἀναζωπύρησις) vornimmt[1091], sowie der +Destillations-Apparate[1092]. Bei den guten Apparaten dieser Art trägt +[laut beigefügter Abbildung] ein Dreifuß das Gefäß (λέβης), in dem +mittels Asche der Kolben (βοτάριον, λωπάς) vorsichtig erhitzt wird, +die Dünste aber steigen aus ihm durch ein dicht eingepaßtes Rohr in +den metallenen oder gläsernen Helm (φιάλη, χαλκεῖον), der die Gestalt +eines Kopfes oder auch einer weiblichen Brust (μαστάριον) besitzt; das +Rohr tritt von unten genau in der Mitte des ziemlich flachen Bodens +(über den es ein wenig hochgeführt wird) in diesen Aufsatz ein, die +Dünste verdichten sich rasch an der großen gewölbten Oberfläche, das +Verflüssigte sammelt sich auf dem Boden und fließt durch ein seitliches +Ansatzrohr in das Sammelgefäß (δοχεῖον) ab. -- Unverkennbar ist +dieser Beschreibung nach der Fortschritt von der rohen Destillation +oder vielmehr Sublimation zu Zeiten des ~Plinius~ und ~Dioskurides~ +bis zum Gebrauche eines mit Tubulus und seitlichem Abfluß versehenen +Kondensationshelmes bei ~Synesios~. + + + + +7. Olympiodoros. + +(5. Jahrhundert.) + + +~Olympiodoros~[1093], der als Gesandter des Kaisers ~Honorius~ 412 +den Hof des ~Attila~ besuchte und um 425 eine Geschichte seiner +Zeit niederschrieb, gilt auch als Verfasser der Abhandlung „Der +alexandrinische Philosoph ~Olympiodoros~ über ~Zosimos~, ~Hermes~ +und die Philosophen“[1094]. Nach dem Sammelwerke des byzantinischen +Patriarchen ~Photios~ (gegen 875) war er hervorragend als ποιητής +(Poietés = Macher, operator), wobei übrigens daran zu erinnern ist, daß +ποίησις (Poíesis) nicht nur das große Werk (μέγα ἔργον) bezeichnet, +sondern in Papyrus-Urkunden auch die Magie überhaupt[1095]; indes +verrät sein umfangreiches aber inhaltsarmes, wirres und schwülstiges +Buch, mindestens in der uns vorliegenden vielfach umgearbeiteten +Gestalt, keine selbständigen praktischen Kenntnisse, vielmehr ergeht +sich die Darstellung, die tiefgehende Spuren gnostischer Einflüsse +zeigt[1096], wesentlich in Betrachtungen allgemeiner Art, sowie in +Berichten über die Tätigkeit früherer Vorgänger, -- die, soweit +sie schon weiter oben herangezogen wurden, hier einer nochmaligen +Besprechung nicht bedürfen. + +Zu jenen Vorgängern, den „Alten“, zählen u. a. ~Platon~ und +~Aristoteles~, ~Hermes~ und ~Zosimos~, sowie noch manche andere unter +den Naturforschern oder Physikern (τινὲς φυσικῶν φιλοσόφων) und +„unseren Philosophen“ (ἡμετέροι φιλόσοφοι)[1097]; ihre zahlreichen +Bücher, die sich in der Bibliothek der Ptolemäer befinden[1098], +sind aber in Allegorien abgefaßt[1099], sie sprachen μυστικῶς +(mystisch)[1100], und ihre Worte haben daher einen doppelten +Sinn, einen scheinbaren offenliegenden und einen eigentlichen +verhüllten[1101], den nur die Eingeweihten zu verstehen vermögen. +In den Schriften der wahren ägyptischen Altmeister oder „Propheten“ +[= Priester gewisser Klassen][1102] werden sogar zumeist allein +die Theorien (δόξαι, Lehren, Meinungen) behandelt, die praktischen +Anweisungen (ἔργα, Werke, Ausführungen) jedoch verschwiegen[1103]; nach +den Angaben dieser Meister ist der Erfolg abhängig von der genauen +Einhaltung ganz bestimmter Handlungen und Worte, die sie entsprechend +den Regeln der Magie ritualisierten (ἱεράτευσαν)[1104]; denn +ausschließlich mit Hilfe dieser Magie [d. h. des magischen Rituals] +erlangt man die Mitwirkung der Natur, die mehr vermag als die bloße +Bemühung des Menschen, und ausschließlich durch sie überwindet man auch +den Einfluß der Dämonen, z. B. des ~Ophiuchos~[1105], deren Neid und +Bosheit die größten Schwierigkeiten entfließen [1106]. + +Das Geheimwissen von der Herstellung des Silbers und Goldes aus unedlem +Metall, besonders aus Kupfer, heißt ἔργον τοῦ χαλκοῦ = Bearbeitung +des Kupfers, ἐργασία = Ergasia oder Werk, μεγάλη θεραπεία = große +Therapie, τέχνη τῆς χυμείας = Téchne oder Kunst der Chemie[1107]. Die +Ausübung dieser Techne erfordert Verständnis und Übung, weil allein +Erfahrung die große Meisterin ist[1108], ferner aber auch Kenntnis der +richtigen Augenblicke und günstigen Epochen[1109]. Die eigentliche +Zeit für das „Werk“ ist der Monat Pharmuthi, der Monat der Philosophen +[mensis philosophicus][1110]; in ihm [im März-April] unterwirft man +die fest in Leinenbinden eingewickelten Rohmetalle erst der Tarichéia +(= Einsalzung, Räucherung, Schwelung, Maceration) mittels allerlei +schwefelhaltiger Zutaten und sodann der Kochung im „Meerwasser“, wobei +sie sich aufblähen und „wachsen“ wie Pflanzen (βοτάναι)[1111]. Ziel +der Techne, „um das allein es sich handelt“, ist die Vereinigung des +Männlichen und Weiblichen[1112]. Schon unter den Elementen sind Feuer +und Luft männlichen Charakters (ἄρρην, Arren) und aufwärtssteigend +(ἀνωφερής), Wasser und Erde aber weiblichen und niedersinkend +(κατωφερής), während das Quecksilber, seiner Natur als Zwitter gemäß, +bald ἄνω, bald κάτω strebt, bald nach oben, bald nach unten[1113]; beim +„Werke“ aber hat man das Männliche und Weibliche in seiner lautersten +und wirksamsten Gestalt zu vereinigen, das Rote, ~Adam~, das männliche +Sperma (σπέρμα ἄρρενος = Samen des Mannes oder des ἀρσενικόν, des +Arsens), von den Späteren auch Feuer, Schwefel, Seele geheißen[1114], +mit dem Weißen, der reinen unberührten Jungfernerde[1115] (παρθένος +γῆ; Deckname „Urin der Jungfern“), von den Späteren auch ~Eva~, +Materia prima, Quecksilber, Geist genannt: indem das Männliche, der +χρυσόλιθος (Chrysólithos = golderzeugender Stein) sich dem Weiblichen, +dem göttlichen Wasser, dem Safte (χυλός) oder der Brühe Ägyptens und +Cyperns [= der Kupferschmelze] zugesellt, bewirkt es Zeugung (τίκτει), +und es entsteht Gold[1116]. + +Die Möglichkeit dieser Umwandlung und mit ihr die der ganzen Techne +beruht in letzter Linie darauf, daß allem Bestehenden ein gemeinsames +Prinzip [die Materia prima] zugrunde liegt, das universeller ist +als die einzelnen Elemente (στοιχεῖα, Stoicheía), das daher unter +geeigneten Umständen in alle Stoffe übergehen, aber sich auch aus +ihnen zurückbilden kann, und das die beharrende Unterlage von Anfang +und Ende des großen Werkes bildet; sein Symbol bezeichneten daher +~Agathodaimon~ und ~Chimes~ mit Recht als identisch mit dem der ganzen, +gleichfalls in endlosem Kreislaufe begriffenen Welt, d. i. mit dem +Drachen ~Uroboros~, oder mit dem philosophischen Ei, dem ἔν τὸ πᾶν +(Eines in Allem; Alles in Einem)[1117]. Die nämlichen Philosophen, +sowie auch ~Hermes~, ~Maria~ und ~Zosimos~, lehrten auch richtig, +daß das πᾶν (= Alles) gegeben sei in unserem Blei, dieser Grundsubstanz +des Silbers und Goldes, diesem philosophischen Ei, das die vier +Elemente zur Einheit verbunden enthält, τὰ δε τέσσαρα ἕν[1118]; dieses +„unser Blei“ (μόλυβδος ἡμέτερος) oder „schwarzes Blei“ (μόλυβδος +μέλας), das bereits ~Demokritos~ aus Bleiglätte oder aus Stimmi +darzustellen empfahl[1119], wünschten die ägyptischen Propheten zu +gestalten, zu realisieren und zu besitzen[1120]. Das natürliche +gemeine Blei (μόλυβδος κοινός) +ist+ schon schwarz, unser Blei aber ++wird+ erst schwarz im Laufe des Werkes und ergibt dabei den ζωμὸς +μέλας, jene schwarze Brühe (Schmelze), die ebenso unentbehrlich ist +zur anfänglichen Mélansis (Schwärzung) wie zur späteren Diplosis: so +erweist es sich als den Schlüssel der Theorie und Praxis, als den +eigentlichen Inhalt der tausend Geheimnisse und tausend Bücher, als das +„seit Äonen Gesuchte“[1121]; es ist die Substanz, „die alles annimmt“, +die in alles übergeht[1122], die das Wesen aller Metalle bildet [d. h. +ihre Materia prima, als die anfangs Blei, später Quecksilber galt], +die das Weiße, Gelbe, Rote und Schwarze in sich hat [d. i. Bleiweiß, +Bleiglätte, Mennige und Schwefelblei][1123], die die Eigenschaften +des Fest- und Flüssigseins besitzt, und deren wertlose und verachtete +Schlacken, auch „Asche der ~Maria~“ geheißen[1124], jenen gleichen, +die beim Schmelzen des Goldes entstehen [wohl bei der Kuppelation mit +Bleiglätte][1125]. So bildet es tatsächlich das Fundament der Téchne +(τέχνη), und wahr bleibt was die Alten und was ~Zosimos~ von ihm +verkündigen: „alles läuft auf das Blei hinaus, das Blei ist unsere +Magnesia“[1126]. + +Man nennt das Blei auch „Grab des ~Osiris~“, d. i. eine Mumie, fest +in ihre Binden gewickelt, die nur das Antlitz sichtbar lassen; auch +betrachtet man ~Osiris~ [jedenfalls weil seine Neubelebung zur Zeit +der Nilschwelle geschah] als Prinzip der ὑγρὰ οὐσία, des Flüssigseins +(Schmelzens)[1127]; doch versteht man zuweilen unter „unserem Blei“ +auch den Schwefel, und in diesem Sinne heißt es „Ὄσιρίς ἐστιν +μόλυβδος καὶ θεῖον“, „~Osiris~ ist das Blei und der Schwefel“[1128]. +-- [Das „tertium comparationis“ bei dieser bisher allen Erklärern +völlig rätselhaft gebliebenen Gleichsetzung ist offenbar die leichte +Schmelzbarkeit: in der Tat nennt der Text des Pariser Manuskriptes +2327, dessen Abschrift nach ~Berthelot~ 1478 vollendet wurde[1129], +sowohl Blei wie Schwefel αὐτόρρυτος = „von selbst fließend“[1130] und +gibt für beide das nämliche Zeichen [Symbol] an[1131], zugehörend dem +Typus der „Artabe“, eines vielgebrauchten und oft abgebildeten[1132] +ägyptischen Hohl- und Flüssigkeits-Maßes, und das Ausgießen eines +solchen Gefäßes versinnlichend.] + +Das Schwarze, das eine wahre Farbe ist und daher auch mehrere Abarten +hat, und das Weiße, das eigentlich keine wirkliche Farbe vorstellt, +gleichen der Pupille (κόρη, Kóre) des menschlichen Auges, oder auch dem +Regenbogen (ἶρις, Iris) des Himmels, denn nach ~Hermes~ ist der Mensch +ein Mikrokosmos und besitzt alles das ebenfalls, was dem Makrokosmos +zukommt[1133]. In der „feurigen Sphäre“ nun [d. h. beim Erhitzen +oder Schmelzen] zeigt sich das „Schwarze“, „die schwarze Flüssigkeit +unseres Bleies“, als fähig Fixation zu bewirken: durch seine Schwere +zieht es eine „Seele“ zu sich herab, und hierin besteht das große +Mysterium[1134]. Die ihrer +ursprünglichen+ Seele (ψυχή) verlustig +gegangenen Metalle werden nämlich einer +neuen+ teilhaftig durch das +Pneuma, das ihnen zugleich als πνεῦμα βαπτικόν (färbendes Pneuma) neue +Farben und Eigenschaften zuführt[1135] und so ihre Natur in die des +Silbers und „roten Blutes“ (= Goldes) umwandelt[1136], nicht anders, +als wie die „große Medizin“ (μεγάλη θεραπεία) aus dem kranken und +bleichen Blute das gesunde und rote hervorgehen läßt[1137]. + +Die Kunst (τέχνη, Techne), vermöge deren man aus unserem Blei Gold in +ähnlicher Art gewinnt, wie es in Äthiopien Ameisen aus den Bergwerken +fördern und an das Tageslicht schleppen[1138], schufen die „Alten“, +indem sie ursprünglich Erden, Mineralien und Rohmetalle mit den an +Pneuma reichen Säften der βοτάναι (Botánai) zusammenbrachten, also +mit jenen der Kräuter, Früchte, frischen oder getrockneten Hölzer +usf.[1139]; später benützten sie auch andere pneumatische Stoffe, z. B. +den λιθάργυρος (Lithárgyros = silbererzeugenden Stein), dessen Namen +das rätselhafte Wort mit den vier Silben und neun Buchstaben [s. das +Rätsel des ~Agathodaimon~] in sich schließt[1140]. Die Übertragung +des Pneumas geschieht durch Projizieren (ἐπιβάλλειν = Einwerfen) des +Streupulvers oder Xerions: das (weiße) Arsenikon z. B. weißt hierbei +das Kupfer und ergibt, namentlich bei Zusatz von etwas fertigem +Silber, sehr schönes „Asem“ [hier = Silber][1141], während das (gelbe) +Arsenikon Gold hervorbringt und dabei selbst zu Gold wird[1142]. + +Von Chemikalien erwähnt ~Olympiodoros~ in erster Linie den Schwefel +(θεῖον, Theíon), der ein „Prinzip der Dinge“ und von so unendlicher +Macht ist, daß niemand seine Wirkungen aufzuzählen vermag[1143]; +θεῖα (Theía, Schwefel) heißen aber auch alle die mit ihm verwandten +Substanzen[1144] und alle die, aus denen man ebenfalls das göttliche +Wasser herstellt, τὴν ἐμὴν δρόσον (meinen Tau), τὸ ἀέριον ὕδωρ (das +luftartige, ätherische Wasser)[1145]. Die Wichtigste unter diesen ist +das Arsenikon [= Arsenigsäure], auch στυπτηρία λευκή = weißer Alaun +geheißen[1146], eine weiße, im Feuer sehr flüchtige Masse[1147], die +man durch Rösten von Auripigment und Kobathia [Realgar] und durch +Sublimieren des hierbei entstehenden Rauches (αἰθάλη) gewinnt, und +deren Vermögen, die Magnesia zu weißen, sie zu dem hervorragendsten +Mittel und zu der wichtigsten Grundlage der ganzen Techne macht[1148]. +-- Als ψάμμοι (Psámmoi, eigentlich Sande, Mineralien) faßt +~Olympiodoros~ „nach dem Gebrauche der Alten“ die sieben Metalle +zusammen (τὰ ἑπτὰ μέταλλα)[1149]; das „Blei“ aus Bleiglätte und aus +Stimmi [d. i. Antimonsulfid] sieht auch er als identisch an[1150]; +Aphronitron (Schaumnitron) erwähnt er als Flußmittel[1151], und es +ist bekannt, daß z. B. das „künstliche Blau“ (κύανος σκευαστός) +des ~Theophrast~ und das „alexandrinische Blau“ des ~Vitruv~ durch +Zusammenschmelzen von Sand, Nitron und kupferhaltigen Zutaten gewonnen +wurden[1152]. + +Über die benützten Apparate spricht sich ~Olympiodoros~ nur flüchtig +aus; u. a. erwähnt er das von ~Afrikanos~ erdachte gläserne Gefäß zur +Sublimation von Arsenigsäure[1153], sowie einen Ofen (καμίνιον, Kamin) +zur Herstellung von „Smaragd“ [= grünem Glas] unter Beimischung von +„Kupfer-Arsen“[1154]. + + + + +8. Philosophus Christianus, Stephanos; Herakleios, Justinianus; +Philosophus Anonymus; Pappos, Kosmas; Theophrastos, Hierotheos, +Archelaos; Salmanas, Psellos, Nikephoros. + +(6. Jahrhundert und später.) + + +a) Philosophus Christianus. + +Der umfangreiche, aus vielen oft kaum zusammenhängenden Absätzen +bestehende „Kommentar“ des nicht näher bekannten ~Philosophus +Christianus~, nach ~Berthelot~[1155] im 6. Jahrhundert abgefaßt, nach +~Kopp~[1156] vielleicht erst im 7., oder einem noch späteren, geht +zum großen Teile auf gute alte Quellen oder aus diesen kompilierte +Schriften des 5. und 6. Jahrhunderts zurück; so wie er gegenwärtig +vorliegt, weist er aber eine Unzahl späterer und ganz später (in +einzelnen Fällen erst dem 13., ja 14. Jahrhundert entstammender) +Erklärungen und Zusätze, Abänderungen und Einschiebsel auf, deren +zweifelhafter Sinn und unklarer Inhalt sein Verständnis in hohem Grade +erschwert, oder auch ganz unmöglich macht. + +Der Verfasser, der diese Dunkelheit wohl selbst bemerkte, entschuldigt +sie damit, daß schon die Schriften der Alten sehr schwierig zu deuten +und infolge der Symbolik von Namen und Vorschriften rätselhaft +seien[1157]; auch hätten die „ägyptischen Philosophen“ manche der +Anweisungen entweder selbst nicht recht gekannt, oder sie aus Neid +und Eifersucht geheimgehalten, oder endlich sie wenigstens hinter +doppelsinnigen Bezeichnungen versteckt, wie „göttliches Wasser“ und +„Arsenikon“[1158], über die erst ~Petesis~ (~Petasios~) mit einer +gewissen, freilich nicht völligen Offenheit sprach und zugleich die +Mengenverhältnisse bei ihrer Bereitung und Anwendung erörterte[1159]. + +Auf die wichtigeren Zitate des ~Philosophus Christianus~ aus den +„Alten“, den früheren Chemikern, ist schon weiter oben bei deren +Besprechung jedesmal hingewiesen worden; aus Eigenem gibt er so gut wie +nichts, weshalb es an dieser Stelle genügen mag, seine Äußerungen über +die Transmutation als Beispiel anzuführen. + +Beim Werke, das sowohl vielerlei Apparate erfordert, u. a. solche +aus Glas von Askalon, als auch vielerlei Zutaten, u. a. κόμμι und +κολοφωνία [Gummi und Kolophonium, das nach der Stadt Kolophon in +Kleinasien benannte Harz; Decknamen][1160], erhält man zunächst +einen schwarzen und unbelebten Niederschlag, μελάνθιον (Melánthion = +schwarze Blüte, Efflorescenz), der ohne Seele und Geist tot daliegt +(νεκρός), und dem man neues Leben (βίος) zuführen muß, damit er zur +ἀργυρο- oder χρυσοζύμη (zur Silber- oder Gold-Hefe)[1161] werde; wie +die Färber mit [ἄγχουσα (Anchusa) und φῦκος (Fucus)[1162], wie die +Indigofärber (ἰνδικοβάφοι) mit ihrem „Lack“ (λαχά), den sie zu einer +klaren und entfärbten Flüssigkeit aufzulösen wissen[1163], so färben +die Philosophen mit Xerion, dessen Name abgeleitet ist vom Namen der +analogen trockenen Pulver der Ärzte (ξήρια ιατρικά), und das, als +eigentlich wirksame Medizin beim großen Werke, zugleich auch die große +Krankheit der Armut zu heilen vermag[1164]. + + +b) Stephanos von Alexandria. + +~Stephanos von Alexandria~ war, wie ~Usener~ 1880 nachwies[1165], zur +Zeit des byzantinischen Kaisers ~Herakleios~ (~Heraklius~), der 610 +bis 641 regierte, einer der „ökumenischen“, d. h. der im kaiserlichen +Palaste tätigen Meister, und zwar „las“ er, obwohl anscheinend +Mathematiker von Beruf, über Philosophie, -- ein Kommentar zu +~Aristoteles~ ist noch erhalten --, Arithmetik, Geometrie, Astronomie +und Musik, angeblich auch über Astrologie, Chemie usf.[1166]. +Seine in mehreren Handschriften überlieferten chemischen Vorträge +veröffentlichte zuerst ~Pizzimenti~ in lateinischer (unzuverlässiger) +Paraphrase als Nr. 4 seines wiederholt genannten Werkes von 1573; das +griechische Original druckte ~Ideler~ 1841 in den „Physici et medici +graeci minores“ ab[1167], anscheinend ohne genügende Sichtung der +Handschriften und auch ohne Beigabe der in Aussicht gestellten Lesarten +und Erklärungen. + +~Usener~ ist der Ansicht, daß ~Stephanos~ die Vorlesungen über +Astrologie und Chemie nicht wirklich gehalten haben könne; betreff +der Astrologie[1168] widerstreiten der üblichen Angabe einige +seiner eigenen Äußerungen, und die Chemie, deren Ausübung Kaiser +~Diokletian~ in Ägypten untersagt und durch Verbrennung der Schriften +chemischen Inhaltes unmöglich gemacht hatte[1169], die daher seitdem +als „verbotene Kunst“ galt, durfte er im kaiserlichen Palaste zu +Konstantinopel nicht wohl lehren. Auch der Inhalt dieser Vorlesungen +scheint ~Usener~ dagegen zu sprechen, daß ein Mathematiker von Fach sie +geschrieben habe, und er neigt daher dazu, sie (und auch einige andere +Fragmente) als Pseudepigraphen aus späterer Zeit (etwa um 775) zu +betrachten[1170]. So beachtenswert diese Ansicht auch ist, so scheint +sie doch noch weiterer Vertiefung zu bedürfen, da das Vorhandensein von +Widersprüchen bei Kompilatoren von der Art des ~Stephanos~ keineswegs +vereinzelt dasteht, das Eingreifen des ~Diokletian~ aber wohl kein +gerade der Chemie so feindliches gewesen ist (s. weiter unten), und +überdies seither auch mehrere Jahrhunderte vergangen waren; zudem +soll gerade der Kaiser ~Heraklius~ von besonderer Vorliebe für alle +Geheimwissenschaften erfüllt gewesen sein[1171]. + +Das Buch des ~Stephanos~, das sich bei den späteren Alchemisten +ganz besonderer Wertschätzung erfreute und auch im arabischen +„Fihrist“ gepriesen wird, vermag indessen solchen hohen Ruf in +keiner Weise zu rechtfertigen[1172]. Seine neun, stets „σὺν θεῷ“ +(„mit Gott“) überschriebenen Abschnitte oder πράξεις (Práxeis = +Vorlesungen, Traktate, Handlungen), -- dieses Wort bezeichnet in +den magischen Schriften und Papyrus-Urkunden namentlich auch die ++Zauber+-Handlungen[1173] --, mag man aufschlagen wo man will, man +wird allerorten das Nämliche vorfinden: unklare und weitschweifige +Paraphrasen der „Alten“, die den Mangel jeglicher eigener Sachkenntnis +und praktischen Erfahrung bezeugen; kritikloses Aufzählen und Rühmen +der Autoritäten, ihrer Axiome und ihrer Präparate; schwülstige und +scholastische Darlegungen unverstandener oder halbverstandener +Theorien; wirre mathematische und astrologische Anspielungen, -- dies +alles im Gewande hohler, unbestimmter, oft jedes faßbaren Inhaltes +entbehrender Redensarten und dabei untermischt mit mystischen, +enthusiastischen und religiösen Anrufungen, Ausrufungen und +Deklamationen. Das ganze Werk, -- ~Usener~[1174] bezeichnet es als +Homilie voll geheuchelten, Heidnisches, Mystisches und Christliches +vermengenden „sacri furoris“ --, bietet ein trauriges Beispiel des +letzten und völligen Verfalles einer Wissenschaft unter den Händen der +vielschreibenden byzantinischen Buchgelehrten und Kommentatoren; es +ist geradezu eine Satire auf das hübsche von ~Stephanos~ irgend einem +Vorgänger entlehnte Zitat[1175]: „Die Wissenschaft vermag alles; sie +sieht das Unsichtbare und vollbringt das Unmögliche.“ + +Genauer auf den Inhalt des Buches einzugehen, -- von dem ~Berthelot~ +übrigens keinen Abdruck, sondern nur einen Auszug gegeben hat[1176] +--, lohnt dem Vorstehenden zufolge nicht, es wird vielmehr genügen, auf +einige Hauptpunkte kurz hinzuweisen. + +Die alten Chemiker, zu denen u. a. auch ~Platon~ und ~Aristoteles~ +zählen, stellten treffliche Grundsätze auf, wie „ἄνω καὶ κάτω“ (nach +oben und nach unten) und „Eines ist Alles, Alles ist Eines“[1177], +erdachten vorzügliche Vergleiche, wie den des großen Werkes mit +der Schlange ~Uroboros~ und den des menschlichen Kopfes mit einem +Destillierhelm[1178], und fanden die Bedingungen auf, unter denen das +große Werk gerät und Gold liefert, das besser und schöner ist als +das natürliche[1179]. Als Ausgangsmaterial benützten sie entweder +Kupfer, das wie ein Mensch Körper, Seele und Geist hat[1180], oder +eine Legierung von vier Körpern (= Metallen), die Magnesia[1181]. Zur +Einleitung der Umwandlung, die auf einem Herauskehren des Inneren +beruht, verbrennt man die Rohstoffe erst zu Asche und betrachtet das +gute Gelingen +dieser+ Arbeit als günstiges Vorzeichen für das der ++gesamten+[1182]; es folgt die Schwärzung, „diese großartige und +bewunderungswürdige Sepsis [hier = Digestion, Maceration] der ~Isis~“, +sodann die Weißung, die sich langsam vollzieht wie das Bleichen von +Geweben, und schließlich die Gilbung[1183]. Diese Operationen erfordern +die Anwendung von Medizinen und Tinkturen[1184], u. a. des Schwefels, +des göttlichen Wassers, des Quecksilbers, das flüssig und heiß wie +Blut ist, sowie des anderen Quecksilbers, das man aus dem „Männlichen“ +(Arsenikon) gewinnt, und dessen Name die Lösung vom Rätsel der neun +Buchstaben verbirgt[1185]. Wichtiger und mächtiger als diese alle +ist aber der zauberkräftige Stein [βοτάνη, Botáne, ursprünglich nur +Zauber+kraut+], den unser Land Äthiopien hervorbringt[1186], der +„Stein der Weisen“, „Stein der Philosophen“, der auch etesischer Stein +heißt, der geheim und allbekannt, gemein und kostbar ist, und vermöge +astrologischer Einflüsse der zwölf Zeichen des Tierkreises aus den +Naturen und Farben der sieben Planeten hervorgeht[1187]. Er vollzieht +aber das große Werk, indem er das Männliche mit dem Weiblichen +vereinigt, also das Aktive mit dem Passiven, das Heiße mit dem Kalten, +das Rote mit dem Weißen, ~Hermes~ mit der ~Aphrodite~: „kämpfe +Kupfer! kämpfe Quecksilber!“ In Freuden gesellen sich Männliches und +Weibliches, denn die Natur erfreut sich an der Natur, es erfolgt +Zeugung, und das Gezeugte reift binnen 40 Tagen zu Gold[1188]. + + +c) Herakleios (Heraklios) und Justinianus. + +Mehrere anscheinend verschollene Abhandlungen alchemistischen Inhaltes +werden dem „König ~Herakleios~“ zugeschrieben[1189], den einige +Autoren für einen nicht weiter bekannten Chemiker halten, andere aber +für den byzantinischen Kaiser dieses Namens (610-641), der große +Vorliebe für die Geheimwissenschaften gezeigt und den ~Stephanos~ als +Vortragsmeister berufen haben soll; nach dem weiter oben Ausgeführten +dürfte ihm durch diesen allerdings kaum wesentliche Förderung zuteil +geworden sein. + +Nicht viel mehr ist über die Werke des ~Justinianus~ bekannt[1190], +die ebenfalls zwar noch in den Inhaltsverzeichnissen gewisser +Handschriften (z. B. des Codex Marcianus) aufgeführt werden, in deren +jetzt vorliegenden Texten aber nicht mehr mitenthalten sind; einige +im „Codex Vossianus“ zu Leiden aufgefundene Bruchstücke handeln von +den Bestandteilen des philosophischen Eies, und zwar ungefähr in der +aus den „Praxeis“ des ~Stephanos~ bekannten und auf dessen Zeitalter +hinweisenden Art. + + +d) Philosophus Anonymus (Anepigraphos). + +Dieser byzantinische Sammler ist, da er den ~Stephanos~ zitiert, für +jünger anzusehen als der ~Philosophus Christianus~, der ~Stephanos~ +nicht oder nur an später Einschiebung verdächtigen Stellen nennt, +und wird von ~Berthelot~ in das 7. Jahrhundert versetzt[1191], von +~Kopp~ in das 8.[1192]. Betreff seiner Abhandlung gilt das nämliche +wie hinsichtlich derer des ~Philosophus Christianus~, einige Hinweise +werden daher auch hier genügen. + +Die genauen und sicheren Vorschriften zur Ausführung des großen +Werkes gaben die ökumenischen Philosophen und Kommentatoren des +~Platon~ und ~Aristoteles~, von ~Hermes~ angefangen bis auf den +großen ~Olympiodoros~ und ~Stephanos~[1193], am gründlichsten aber +~Demokritos~; die Lehren seiner vier Bücher sind vergleichbar den vier +Haupt- oder authentischen Tonarten der Musiker, während die Mißerfolge +und Fehlschläge (νεκρώσεις = Tötungen, Absterben) den Dissonanzen +und plagalen Schlüssen parallel gehen[1194]. Wesentliche Grundlage +des großen Werkes ist das Blei, das „etesische Metall“ von an sich +kalter Natur, das aber in der Wärme leicht flüssig wird, sich mit +anderen Körpern vereinigt und so die Schmelze ergibt, die, nach den +Worten μῖξις und μίγνυμι (Mischung, mischen), auch „Magnesia“ genannt +wird[1195]; weil die Wärme diese Mischung (σύνθημα) „ausbrütet“, heißt +sie „Ei der Philosophen“, auch besitzt sie die vier Teile, die nach dem +Philosophen ~Xenokrates~ das Ei aufweisen muß, nämlich Schale, Eihaut, +Eiweiß und Eigelb[1196]; das Produkt des großen Werkes bezeichnet man +demgemäß als ὕλη ὀρνιθογονία = das Vogel-Entsprossene, und das im +Laufe der Arbeit aufsteigende Sublimat als ὄρνις = Vogel, denn als die +„Eier“ dieses „Vögelchens“ sind eben die seine Entwicklung (γέννησις +τοῦ ὀρνιθίου) ermöglichenden Bestandteile anzusehen[1197]. Man reinigt +diese erst durch Taricheia und dann durch Waschen, wobei darauf zu +achten ist, daß schließlich so wie beim Waschen des Leinenzeugs, +der Schaum (τὰ σκάμματα) völlig klar abläuft[1198]; die nötigen +Sublimationen geschehen im δίπλωμα (Díploma = Wasser- oder Aschen-Bad), +in passenden Gefäßen, oder auch in geraden, teils einfachen teils +mehrfachen [in- oder übereinander gestellten] Rohren[1199]; die +schließliche Umwandlung erfolgt durch Projektion (ἐπιβάλλειν)[1200]. + + +e) Pappos. + +Ein Aufsatz dieses „Philosophen“, der sich außer auf ~Moses~ und +andere Alte auch auf ~Stephanos~ beruft und deshalb in das 7. +oder 8. Jahrhundert versetzt wird[1201], bietet inhaltlich nichts +Bemerkenswertes; eingeleitet wird er von einer Schwurformel, die +Verwandtschaft mit der von ~Isis~ an ihren Sohn ~Horos~ berichteten +zeigt und auf die schon bei Besprechung dieser letzteren hingewiesen +wurde. + + +f) Kosmas. + +Diesen Schriftsteller halten nach ~Kopps~ Bericht Einige für vermutlich +noch dem 7. Jahrhundert angehörig[1202], aller Wahrscheinlichkeit +nach aber mit Unrecht; zum mindesten zeigen seine Werke, so wie sie +jetzt vorliegen[1203], die wohlbekannte Beschaffenheit der späteren +byzantinischen Kompendien, d. h. sie stellen, ohne viel sachliches +Verständnis, allerlei Auszüge aus ~Zosimos~ und anderen Förderern der +Chemie (χυμία)[1204] zusammen, knüpfen daran leere und hinfällige +Betrachtungen, die das stete Sinken des wissenschaftlichen Geistes +deutlich ersehen lassen, und geben sich nicht einmal äußerlich mehr den +Anschein, nach Form und Inhalt irgend einem deutlichen und bestimmten +Ziele zuzustreben. Auf späte Einschiebungen deutet auch das Vorkommen +verschiedener Bezeichnungen hin, die entweder wie σαλόνιτρον[1205] +(Salónitron = Salpeter) und τζαπάρικον[1206] (Tzapárikon = Salmiak, +ursprünglich = Soda, Nitron) Chemikalien betreffen, die den Byzantinern +vor dem 13. Jahrhundert kaum näher bekannt waren, oder die [was +sehr charakteristisch ist!] aus lateinischen Worten umgebildet +sind, wie ῥασούχθη aus „aeramen ustum“ (dem „gebrannten Kupfer“ des +~Dioskurides~)[1207], oder das eben genannte σαλόνιτρον aus „sal +nitrum“. + +Grundlage der Metallverwandlung, die nur angestrengte Arbeit, nicht +irgendwelchen Aufwand erfordert, ist auch nach ~Kosmas~ die Magnesia, +so genannt nach dem Mischen und Legieren der Bestandteile, denn +sie ist ein bleihaltiges Gemenge (σύγκρασις), eine Vereinigung der +Substanzen (synousiôsis), die reine und einzig verehrungswürdige +„Weiße“ (μόνη σεβασμία λευκότης), das weibliche Prinzip, der etesische +Stein (λίθος αἰτήσιος), der Molybdochalkos des ~Demokritos~ und +~Olympiodoros~[1208]; auf sie beziehen sich die Worte „wenn nicht +1 zu 3 würde und 3 zu 1, so wäre das All (τὸ πᾶν) ein Nichts +(οὐδέν)“[1209]. Man unterwirft die Magnesia erst „zwecks Einwirkung des +Flüssigen“ der Taricheia[1210] und setzt sie sodann dem zu Fixierenden +aus[1211], und zwar im „Ei der Philosophen“, -- das hier als ein +chemischer +Apparat+ auftritt --, bis sich nach 120tägiger Behandlung +im Pferdedünger die Seele (ψυχή, Psyche) zu entwickeln beginnt[1212]. +Als Xerion dient Quecksilber [hier = Arsen], das man zwischen zwei +flachen mit Ton und Eiweiß verkitteten Schüsseln sorgfältig sublimiert +hat[1213]; so erhält man aus dem Kupfer das Silber, „diese σεληναία +ὕλη“ (dem Mond zugehörige Substanz), und weiterhin aus diesem das +Gold[1214]. + + +g) Theophrastos Christianos, Hierotheos, Archelaos. + +Die in jambischen (sog. politischen = volkstümlichen) Versen +abgefaßten, die heilige Kunst, ἱερὰ τέχνη, betreffenden Gedichte +dieser Autoren, die ~Kopp~ frühestens in das 8., ~Berthelot~ in das 9. +Jahrhundert versetzt[1215] und die sich in ~Idelers~ „Physici et medici +graeci minores“ abgedruckt finden[1216], sind gänzlich verworren, +inhaltsleer und voll von mystischen, dem ~Stephanos~ entlehnten oder +nachgebildeten Deklamationen und Anrufungen, die z. B. an einer +Stelle des ~Theophrastos~ gleich zwanzig aufeinanderfolgende Zeilen +ausfüllen, deren jede mit einem O! beginnt[1217]. Über den Drachen +dieses Autors, -- den man 20 Tage im Mist halten soll, bis er seinen +Schwanz verschlingt, worauf man ihn schlachtet, seine Galle herausnimmt +und mit ihr weißt und gilbt --, hat sich schon ~Borrichius~ in dem +weiter oben erwähnten „Conspectus“ lustig gemacht[1218]. Das sonst +Vorgetragene beschränkt sich auf die gewöhnlichen Redensarten von +reinem Herzen, von der Gnade Gottes, von den Gebeten und Wohltaten +„zur Abwendung des Neides“, vom Männlichen und Weiblichen, vom Weißen +und Gilben des italischen Kupfers und Stimmis[1219], usf., und es ist +daher ebenso erstaunlich wie bezeichnend, daß gerade diese flachen und +abgeschmackten Gedichte seitens der Nachwelt andauernd hoch in Ehren +gehalten und als besonders wertvoll angesehen wurden[1220]. + + +h) Salmanas. + +Nach einer nicht ganz einwandfreien Vermutung, die sich auf gewisse +Angaben des byzantinischen Gelehrten ~Psellos~ (1020-1105) stützt, +soll ~Salmanas~ im 9. oder 10. Jahrhundert gelebt und gewirkt haben; +aus seiner vorgeblichen Schrift, die u. a. zuerst (?) das aus dem +Persischen entlehnte Wort τάλκ oder τάλακ (Talk) zu enthalten scheint, +läßt sich nicht klar ersehen, ob wirklich eine Abhandlung des +~Salmanas~ in Frage kommt oder nur ein Bericht über ihm zugeschriebene +Verfahren[1221]. Diese sollen sich u. a. auf die Herstellung runder +großer Perlen, anscheinend aus mehreren kleineren, beziehen, also auf +einen Gegenstand, den (ebenso wie die Nachbildung von Edelsteinen) die +griechischen Alchemisten nicht selten zu behandeln pflegten; zwar wird +~Salmanas~, -- man weiß nicht von wann an --, als „Araber“ bezeichnet, +da aber die arabischen Quellen und Zusammenstellungen nirgends einen +Alchemisten ~Salmanas~ erwähnen[1222], und die fragliche Schrift auch +allein in griechischer Fassung bekannt ist, so spielt der Beinamen des +„Arabers“ hier vermutlich nur eine ähnliche dekorative Rolle, wie in so +manchen anderen Fällen der des „Persers“ oder „Inders“. Überdies ist +dem Griechischen der Namen ~Salmoneus~ keineswegs fremd, es führt ihn +u. a. schon ein Sohn des ~Aeolus~ und Bruder des ~Sisyphos~[1223]. + + +i) Psellos. + +~Psellos~ (Michael Constantinos), der 1018-1078 in Konstantinopel +lebte, daselbst Lehrer der Theologie und Philosophie, vermutlich auch +beamteter Priester war, und vielerlei schriftstellerische Arbeiten +verfaßte, richtete u. a., auf eine Anfrage des Patriarchen ~Xiphilinos~ +hin, an diesen einen Brief über die Goldmacherei (Chrysopoiía), in +dem er sich als wohlvertraut mit der überlieferten Literatur zeigt, +nirgends aber, wie man irrtümlicherweise behauptet hat, auf eigene +alchemistische Tätigkeit anspielt[1224]. Dafür, daß die späteren +Byzantiner solche ausübten, fehlen überhaupt noch entsprechende +Nachweise, und die sehr dürftigen Notizen einiger Lexikographen (auf +die weiter unten noch zurückzukommen sein wird) zeugen eher gegen, als +für diese Behauptung. Der Brief des ~Psellos~, der für die Verbreitung +alchemistischer Ideen im westlichen Europa zur Zeit der beginnenden +Renaissance von Bedeutung war, führt die Herstellung des Goldes teils +auf die Behandlung, des „ψάμμος χρυσίτης (goldfarbigen Sandes) der +Ufer“ zurück, teils auf die Anwendung der von den Alten, namentlich +von ~Demokritos~, beschriebenen Verfahren, an deren Vortrefflichkeit +und Untrüglichkeit ~Psellos~ offenbar fest glaubt, deren Schilderung +aber durch seine Darlegungen nicht an Deutlichkeit gewinnt; eine +lateinische, ziemlich willkürliche und nicht ganz vollständige +Übersetzung des Briefes veröffentlichte zuerst 1573 ~Pizzimenti~ als 5. +Teil seines wiederholt erwähnten Werkes. + +Eine Anzahl inhaltsarmer alchemistischer Verse, die früher Einige +dem berühmten ~Johannes Damaskenos~ (700-754), Andere dem ~Psellos~ +zuschrieben, gehört keinem dieser Autoren an, ist vielmehr vermutlich +von ~Philippos Solitarios~ verfaßt, einem byzantinischen Mönche, der um +das Jahr 1100 lebte[1225]. + + +k) Nikephoros. + +~Nikephoros~ identifizieren die Handschriften zumeist mit ~Nikephoros +Blemmydes~, der im 13. Jahrhundert zu Konstantinopel eine geistliche +Würde bekleidete (?)[1226]; da es aber nach ~Berthelot~ für jene +Gleichsetzung an ausreichenden Gründen fehlen soll[1227], +kann+ er +auch viel früher gelebt haben, und der Inhalt seiner nur unvollständig +erhaltenen Schriften[1228] spricht nicht gegen eine solche Annahme. +Sie erwähnen u. a. das Abwägen und das Zerkleinern der Substanzen, zu +dem man μάρμαρον πορφύρεον gebraucht (wörtlich: marmornen Porphyr, +d. i. Porphyrstein, -- auf ägyptischen Ursprung deutend)[1229], ferner +die Magnesia, die auch „gebranntes Kupfer“ oder „Gelbes der Eier“ +heißt[1230], endlich den „Stein der Weisen“ (λίθον τῶν σοφῶν), der +aus den vier Elementen „Heiß, Kalt, Trocken, Feucht“ besteht[1231]; +dieser „Stein, der kein Stein ist“, stellt das wahre Xerion vor, das +ξήριον ὀξυπορφύρεον [das intensiv rote = goldfarbige], von dem schon +die kleinste Menge, auf Silber projiziert, dieses in prächtiges Gold +verwandelt[1232]. -- An mehreren Stellen wird die Destillation der +vorgeschriebenen Substanzen verlangt und dabei angegeben, daß sich das +Kondensat in einem Glasgefäße ansammeln soll wie bei der Destillation +des Rosenwassers das ῥοδόσταγμα, d. i. das Rosenöl[1233]; die Gewinnung +dieses Öles durch Destillation scheint in Persien spätestens bereits +während des 9. Jahrhunderts in größerem Maßstabe üblich gewesen zu +sein, und die Vorschriften des ~Nikephoros~ bieten daher unter allen +Umständen hohes Interesse, namentlich auch für die Geschichte der +Destillation und ihrer Ausführung. + + + + +9. Technische Abhandlungen und Vorschriften. + +(8. Jahrhundert und später?) + + +Unter dem Titel „Technische Abhandlungen und Vorschriften“ hat +~Berthelot~ eine Zusammenstellung zahlreicher einzelner „industrieller +Methoden“[1234] und „Atelier-Rezepte“[1235] veröffentlicht, die er +den verschiedensten Stellen der von ihm herausgegebenen griechischen +und byzantinischen Schriften entnahm und dadurch völlig ihrem +ursprünglichen Zusammenhange entfremdete, -- dessen Wiederherstellung +einen unverhältnismäßig großen und kaum gerechtfertigten Arbeitsaufwand +erfordern würde. Die betreffenden Angaben erweisen sich nämlich fast +stets als äußerst dunkel und schwerverständlich; ferner entstammen sie +meist weit auseinander liegenden und nicht stets sicher feststellbaren +Zeiten (etwa vom beginnenden 8. Jahrhundert an bis zum 13. oder gar +14.)[1236]; sodann erweisen sie sich, auch wo sichtlich Altes zugrunde +liegt, durch byzantinische Einschiebungen und Zusätze entstellt[1237]; +endlich sind sie zu einem großen Teile in jenem barbarischen Griechisch +der späten und ganz späten Perioden abgefaßt, dessen hervorstechendes +Kennzeichen die Benützung lateinischer und romanischer, persischer und +arabischer Worte in gräzisierter Form ist. + +Was +Gold+ und +Silber+ anbelangt, so wird deren Bearbeitung und +Verarbeitung, die viele Handarbeit und viel Brennstoff in Anspruch +nimmt[1238], ferner die Gewinnung dünner Blättchen, die Goldschlägerei, +die Herstellung von Goldschrift und Goldbuchstaben[1239] u. dgl. in +einer Art beschrieben, die den (allerdings auch +vor+ ~Berthelot~ von +niemandem bezweifelten) Zusammenhang der betreffenden antiken und +frühmittelalterlichen Verfahren deutlich hervortreten läßt[1240]. +Neben dieser „Verarbeitung“ ist aber nicht selten auch von der +„Anfertigung“ der Edelmetalle die Rede: Silber macht man z. B. nach +einer aus dem Tempel des ~Helios~ [= ~Ptah~] stammenden Vorschrift +des Königs ~Salomon~, die eine Anwendung östlichen (ἀνατολικόν) +und westlichen (δυτικόν) Quecksilbers und eine Arbeitszeit von 40 +Tagen voraussetzt[1241], Gold aber nach dem Verfahren des „Kaisers“ +~Justinianus~ unter Benützung einer Kerotakis und binnen 41 +Tagen[1242]. Die Schwärzung vollzieht sich mittels eines Xerions, zu +dessen Bereitung aus „Asche“ ~Isis~ und ~Zosimos~ Anleitung gaben, und +über das ~Zosimos~ auch sagte: „es schwärzt, ohne selbst schwarz zu +sein, aber nicht dauerhaft“[1243]; das Xerion (ξήριον) ist der trockene +(ξηρόν, xerón) Teil des fixierenden Steines (λίθος σφίγγων)[1244], +der die schließliche Umwandlung in Gold bewirkt, die durch Gegenwart +etwas fertigen Goldes sehr gefördert wird. Daher bringt man auch ein +wenig Gold an dem Ende des zur Mischung dienenden Rührstockes an[1245], +-- ein Verfahren, das naheliegenden und frühzeitig erkannten, aber +bis in die Neuzeit hinein immer wieder mit Erfolg benützten Kniffen +alchemistischer Betrüger Tür und Tor geöffnet hat. + +Gold „macht“ man auch durch „Färben“ des +Kupfers+ nach persischer +Vorschrift mittels θουθία[1246]. -- Die Überlieferung einer persischen +Vorschrift ist in +diesem+ Falle sicherlich begründet, denn θουθία += Tutía wird abgeleitet vom persischen Dûd = Rauch, und bezeichnet +das beim Rösten zinkhaltiger Materialien durch eine Art Sublimation +gewonnene Zinkoxyd, dessen Einwirkung auf Kupfer das +Messing+ ergibt; +dafür, daß man diese goldglänzende und goldähnliche Legierung, die +anfänglich wohl durch unmittelbares Verschmelzen von Kupfer oder +kupferhaltigen Erzen mit zinkhaltigen dargestellt wurde, in Persien +schon seit +sehr+ langer Zeit kannte, sprechen u. a. einige Angaben bei +~Aristoteles~. + ++Oreichalkon+ (wörtlich = Bergerz), dessen ursprüngliche Beschaffenheit +dahinsteht, gilt den Verfassern der in Rede stehenden Schriften +ebenfalls bereits für +Messing+, denn zu Oreichalkon, gelb wie Gold, +wird das Kupfer außer durch „Safran, Eigelb, Honig, Galle, κορκυμά +(Kurkuma), .... und anderes Gelbes“ auch durch τουτία (Tutía), +durch τάρταρος (Tártaros), der auch als spanische grüne (?) Tutia +gekennzeichnet wird[1247], und durch κόπρος [Kópros, wörtlich Kot, +hier Abfall, nämlich eines Erzes oder Metalles][1248]. -- Wie Kurkuma +(der prächtig gelbe Farbstoff der Kurkuma-Wurzel) und Tutia, so weist +auch Tartaros auf arabische Vermittlung hin, denn „Tartarum“, -- in +dieser Form tritt das Wort im 11. Jahrhundert zuerst auf --, ist +eine durch Volksetymologie entstandene Umbildung des arabischen (vom +persischen Durd abgeleiteten) Dúrdijj, nach ~Tschirch~ „Durdijjun“, +das, ebenso wie κόπρος, einen Abfall, einen Bodensatz bezeichnet, +z. B. den Weinstein, faex vini, τρὺξ οἴνου, so daß die Gleichsetzung +von „Bodensatz“ und „Unterwelt“ leicht begreiflich und naheliegend +erscheint[1249]. + +Die altbekannte Legierung „aus einem Pfund cyprischen Kupferrostes +und zwei Unzen Zinn“, d. i. +Bronze+, wird bei Schilderung der aus +ihr herzustellenden Gußsachen unter dem Namen βροντήσιον (Brontésion) +erwähnt[1250], der nach ~Berthelot~ hier, in einer etwa dem 11. +Jahrhundert angehörigen Schrift, zum ersten Male in dieser Gestalt +auftritt, soferne nicht schon dem wohl einer byzantinischen Quelle +des 7. bis 10. Jahrhunderts entstammenden Zusatze „ἀπὸ βροτισίων“ +(Brotisíon) zu einer Abhandlung des ~Zosimos~[1251] die nämliche +Bedeutung „aus Bronze“ unterzulegen ist (Näheres s. weiter unten). + ++Quecksilber+, das sich, wie bereits angeführt, als orientalisches +und okzidentalisches unterschieden findet[1252], liefert bei der +Vereinigung mit Schwefel Zinnober[1253], sowie bei einer besonderen +(ganz unklar beschriebenen) Behandlung die „Sublimat“ genannte +Substanz, die furchtbar giftig ist und sich allmählich schwärzt, +wodurch sie dann unbrauchbar wird[1254]. + ++Eisen+ härtet man durch Abschrecken in Wasser oder Öl und versteht +es auch zu „färben“, u. a. zu „indischem“ [sog. damasciertem?] +Stahl[1255]; die Namen hierbei angewandter Zusätze werden mit den +arabischen (?), wohl aus +einem+ persischen Ausdrucke entstellten +Worten Elilag, Belilag und Amblag wiedergegeben, deren letzterer +u. a. den Gerbstoff der Myrobalanen bezeichnen soll, vielleicht aber +auch nur als Deckname dient[1256]. -- Auf einer der nicht seltenen +Verwechslungen von Braunstein und Magneteisenstein dürfte die Angabe +beruhen, daß „nach einer in Indien gemachten Entdeckung, die von +den Indern zu den Persern und von diesen zu uns kam“, die weibliche +Magnesia der Glasmacher (ὑελουργική) den Schwertern hervorragende und +wunderbare Eigenschaften verleihe; bei dieser Bearbeitung sollen 4 +Pfund Eisen 100 Pfund Kohlen (κάρβωνα, Kárbona) erfordern[1257]. -- +Eisen zu vergolden ist man ebenfalls imstande und bedient sich hierzu +eines (nicht weiter bezeichneten) τάρταρος (Tartaros)[1258]. + ++Glas+ stellt man in allen Farben dar, z. B. πράσινον (prásinon, grün), +κίτρινον (kítrinon, gelb), κυάνεον (kyáneon, blau), ἄσπρον (áspron, +weiß), usf.; zur Entfärbung (Reinigung) benützen die Glasmacher die +μαγνησία τὼν ὑελίνων, μαγνησία ὑελουργική (Magnesia der Glasmacher, +d. i. Braunstein, Mangansuperoxyd)[1259]. + ++Edelsteine+ „färbt“ man nach den Rezepten des „im Heiligtume des +Tempels gefundenen Buches“, -- eine Angabe, die auf alte Überlieferung +deutet oder deuten soll[1260]. Wie die Färbung der Metalle durch das +Xerion unbedingt eine Vorbehandlung erfordert[1261] und wie das Färben +der Gewebe, z. B. der purpurnen, mit +einer+ einzigen Lösung (die +tränkt, färbt und fixiert) nur dann möglich ist, wenn vorher eine +beizende Flüssigkeit entsprechend eingewirkt hat[1262], so verhält es +sich auch bei den mineralischen Substanzen. Schon ~Demokritos~, ~Maria~ +und ~Zosimos~ wußten, daß die Färbung bald nur durch +mehrere+ Zusätze +zu den Lösungen (Schmelzen) geschieht, bald auch nur durch +eine+ +Zugabe, je nach dem verlangten Erfolge: entweder braucht nämlich die +Färbung bloß oberflächlich zu sein, dann kann sie zuweilen unmittelbar, +zuweilen mittelbar d. h. unter Zuhilfenahme einer „Beize“, bewirkt +werden; oder sie soll die ganze Masse durch und durch betreffen, dann +muß erstens die Oberfläche erweicht, zweitens die färbende Substanz +aufgebracht, und drittens die Farbe fixiert werden[1263]. Grundlage +aller Färbungen, weil alle Farbstoffe in sich aufnehmend, ist +das+, +was die Griechen κομάρις (Komáris) oder ἀφροσέληνον (Aphrosélenon) +nennen, die Perser und Ägypter aber τάλακ, ταλάκ (Talk)[1264]; dies ist +eigentlich Selenit, Marienglas, die klare und durchsichtige Varietät +des Gipses, soll aber hier jedenfalls eine ebenso beschaffene und +rein weiße Glasmasse bezeichnen, die Färbungen jeden Tones leicht +und gut annimmt oder aufnimmt. Als Farbstoffe, die entweder der +Glasmasse zugesetzt oder [durchscheinenden Lacken ähnlich] nur auf die +fertigen Gläser aufgebracht werden, finden sich genannt: Kupferrost +(ein Kupferoxyd), λαξούριον (Kupferlasur?), ἰσάτις (Isátis), ἄγχουσα +(Anchusa), Drachenblut [rotes indisches Harz], indisches Schwarz (= +ἰνδικόν?)[1265], ferner, nach ~Ostanes~, ~Agathodaimon~, ~Maria~ und +~Moses~ die Gallen des Ichneumons und Geiers, die man zunächst 40 Tage +mit Kupferrost maceriert[1266], sowie Gallen, Schuppen und Knochen +der im Meere lebenden Fische, Wale und Schildkröten[1267]. Da diese +Seetiere des Nachts leuchten, so erhält man mittels ihrer Bestandteile +auch jene kostbaren Edelsteine, denen die nämliche Eigenschaft des +Leuchtens [Phosphorescierens?] im Dunkeln zukommt, z. B. den λυχνίτης +(Lychnítes) und den λαμπηδών (Lampedón)[1268]. + +Wie alle alten Philosophen lehrten, sind die ὕδατα (die göttlichen +Wässer) und πνεύματα (Pneumata) erfüllt von Kräften voll großartiger +Wirksamkeit, mittels derer man nicht nur Edelmetalle gewinnen kann, +sondern auch +Edelsteine+ und +Perlen+[1269]. Treffliche Vorschriften +zur Darstellung von Perlen, namentlich zum Vereinigen mehrerer kleiner +zu ganz großen, gab ~Salmanas~ der Araber[1270]; soll der Erfolg +ein guter sein, so müssen die nötigen Präparate gewissen [schon dem +~Plinius~ und den Verfassern der sog. „Geopónika“ bekannten] ganz +besonderen Reinigungen unterworfen werden, man verfüttert sie z. B. in +feinverteiltem Zustande an Vögel und gewinnt sie, durch die Verdauung +geläutert, aus deren Exkrementen wieder[1271]. + ++Seife+ stellt man durch Kochen von Fetten mit Lauge dar[1272]; die +Lauge wird bereitet, indem man Asche in einer Reihe von vier Kübeln +mit Wasser so auslaugt, daß die im Ersten gewonnene Lösung auf die +frische Asche im Zweiten gegossen wird, usw., wodurch die Flüssigkeit +den Letzten in stark angereichertem Zustande verläßt; manche verwenden +mit Vorteil statt gewöhnlichen Wassers Kalkwasser, andere benützen +auch noch Zusätze verschiedenster Art, mineralische, z. B. ἄσβεστον +θειώδη, pflanzliche, ja sogar „Bocksblut“[1273]. -- Den ἄσβεστον θειώδη +(ásbeston theióde) faßt ~Berthelot~ als Schwefelcalcium auf, doch wäre +dessen Gebrauch und Wirkung schwer zu verstehen; vermutlich bedeutet +das Beiwort θειώδη nicht „schweflig“ sondern „göttlich“, und es handelt +sich um gebrannten Kalk, dessen Eigenschaften man sehr allgemein als +höchst wunderbare und magische ansah; zu ihnen zählt u. a. seine +äußerst merkwürdige Fähigkeit, „dem mit Kalk und anderen Zusätzen +behandelten Leinen“ Unverbrennlichkeit zu verleihen[1274]. + +Sehr unklar und verworren sind einige Mitteilungen über das Brauen von ++Bier+ aus Gerste; das hierbei vorgeschriebene ὕδωρ γλυκύ ist indes +nicht „eau sucrée“, wie ~Berthelot~ glaubt, sondern einfach „süßes +Wasser“ im Gegensatze zu Meerwasser oder dgl.[1275]. + +Einige Stellen, die neben dem „gewöhnlichen schärfsten Essig“, ὄξος +δριμύτατον κοινόν[1276], auch der +Mineralsäuren+ Erwähnung tun, +gehören jedenfalls zu den Einschiebungen aus spätester Zeit, da +diese Säuren nicht, wie man früher annahm, arabische Entdeckungen +des 8. oder 9. Jahrhunderts sind, vielmehr nachweislich zuerst im +Abendlande und zwar im Laufe des 13. Jahrhunderts bekannt wurden, +also auch nur von dort aus, und nicht vor etwa 1300, nach dem Osten +gelangt sein können[1277]: demgemäß[1278] wird durch Destillation von +σαλονίτριον (sal nitrum, Salpeter) mit Alaun oder Vitriol (χάλκανθος), +von σαλονίτριον mit βιτριόλον ῥωμάνον [vitriolum romanum, römischer +Vitriol, in Wirklichkeit römischer Alaun], sowie von σαλονίτριον mit +diesen Stoffen und mit Salmiak jenes göttliche Wasser (θεῖον ὕδωρ) +bereitet, das als Kondensat den Helm [τὸ καπούτζιν = die Kapuze, ital. +capuccio] verläßt, um sich im Ambix anzusammeln, und ὕδωρ ἰσχυρόν [= +aqua fortis, scharfes Wasser, d. i. Salpetersäure bzw. Königswasser] +genannt wird (λέγεται); man benützt es zum Ausziehen und Abscheiden +des Goldes aus seinen Legierungen [daher „Scheidewasser“], und wenn +man es mit Silber oder Quecksilber in einem Kolben (ἐν βικίῳ) auf dem +Aschenbade (ἐν θερμοσποδίᾳ) erhitzt und dann eindampft, so erhält +man λευκὸν κρύσταλλον, „weiße Krystalle“[1279], [nämlich Silber- +oder Quecksilber-Nitrat]. Auch aus dem Schwefel, der beim Erhitzen +zunächst weich wird und in diesem Zustande zum Abdrücken von Münzen +u. dgl. dient[1280], macht man ὄξος θεῖον, den Essig [= die Säure] des +Schwefels[1281], [d. i. Schwefelsäure]. + +Das oft 5 bis 6 Stunden dauernde Erhitzen der mit verschiedenen +Stoffen gefüllten und nach Bedarf mit dem Helm (καπούτζις) verbundenen +Gefäße (ἄμβιξ, Ambix) geschieht entweder durch Einsetzen in kochendes +Wasser (ὑγρά κάμινος, wörtlich = Wasser-Kamin)[1282], oder im +Sand- und Aschenbade (ἐν θερμοσποδίᾳ)[1283], oder endlich, je nach +dem erforderlichen Hitzegrade, im Dauerbrandofen (αὐτοματάριον +Automatárion)[1284], im Backofen (ἐν φούρνῳ ἀρτοποιοῦ = im Ofen +des Bäckers; ἐν φουρνελλίῳ, im Bäckerofen)[1285], und im Ofen der +Glasmacher[1286]. Bei der Herstellung der Mineralsäuren ist ein +besonders haltbarer Kitt erforderlich, den man aus reinem gebranntem +Kalk (ἄνθος ἀσβέστης = Blüte des Kalkes), Käsestoff [d. i. Casein], +Haut- oder Knochen-Leim, dicker Hefe oder Eiweiß zurechtmischt[1287]. +-- Zum Sammeln und Aufbewahren von Präparaten gebraucht man βυσσία +ὑάλινα, Büchsen aus Glas[1288]; Lösungen klärt man durch Filtrieren +über Werg[1289]; gleichmäßig feine Pulver gewinnt man durch Sieben +mittels πανίῳ μεταξωτῷ[1290], Stoff aus Métaxa = Seidenzeug[1291]. +Als Gewichtsmaß, z. B. beim Abwägen von Silber, wird γράμμα (Gramma, +Gramm) erwähnt[1292], als Zeitmaß die Länge des Vaterunsers, ἕως ὥραν +πάτερ ἡμών[1293]; ~Berthelot~ faßte diese Worte in der Bedeutung auf +„bis zur Stunde des Vaterunser-Betens“, doch ergeben sie erstens +in dieser keinen rechten sachlichen Sinn, und zweitens ist es eine +ganz allgemeine Erscheinung, daß die alten, bei kultischen und +Zauber-Handlungen als Zeitbestimmung dienenden Sprüche (z. B. die +λόγοι der Zauberpapyri) später als unerlaubte ketzerische angesehen +und daher durch erlaubte orthodoxe ersetzt werden[1294], oder daß, wie +~Bouché-Leclercq~ es ausdrückt, Religionen, die sich in der Richtung +von Bildung und Moral umgestalten, an Stelle magischer Formeln fromme +Gebete treten lassen[1295]. + +Aus der Reihe der ungewöhnlichen oder aus fremden Sprachen übernommenen +und umgebildeten Worte seien die nachstehenden als besonders +bemerkenswert hervorgehoben: + + ἀέρα = aes (Gen. aeris) = Bronze[1296]. + + ἀλκίμη, ἄλκιμον = Schmelze, Geschmolzenes[1297]. + + ἄνθος ασβέστης = Blüte des Kalkes, Ätzkalk[1298]. + + αντεμόνιον = Antimon[1299], angeblich erschmolzen aus Schwefel und + μαρκαζήτα[1300] = Markasit; Markasit und Magnesia bezeichnen nicht + selten das Schwefelantimon oder Stimmi[1301]. + + ἀρτζέντο = argentum = Silber[1302]. + + ἀσήμη = Silber[1303], (als „non signatum“, ungestempeltes?). + + βαμβάκη = Bombyx = Baumwolle[1304]. + + βερδεράμη = ver d’arain [vom spätlateinischen aeramen] = + Grünspan[1305]. + + βερονίκη = vernix = Firnis[1306]; hat nichts gemein mit dem + Eigennamen Beronika, Veronika, denn dieser ist identisch mit + Pheronike oder Nikophora = die Siegbringende]. + + βιτρίολον ῥωμάνον = vitriolum romanum = römischer Vitriol; in + Wirklichkeit römischer Alaun[1307]. + + βοράχη, βόραχον = Alkali, später = Borax[1308]. + + γλυκόριζον = Süßholz[1309]. + + διάργυρος = Quecksilber[1310]. + + καπούτζις = Kapuze (ital. capuccio) = Helm, Deckel[1311]. + + κόρκομα, κούρκουμα = Kurkuma (gelber Farbstoff)[1312]. + + λαζούριον = Lasur (Kupferlasur? pers. laǰwerd, laǧwerd)[1313]. + + λεμόνη = Lemone, Citrone[1314]. + + λουμπάρδις = Metall der „Lombarden“ = Bronze[1315]; [„Lombarden“ + heißen schon gewisse größere Wurfgeschütze aus älterer Zeit]. + + μανδίλιον = ein Stück Tuch[1316], [= Mantille]. + + μαρκαζήτα = Markasit[1317]. + + μάρμαρον ῥωμάνον = römischer Marmor; ἐπὶ μάρμαρον πορφυροῦν = auf + Marmor feinreiben[1318] [franz. porphyriser]. + + μβουράζω = Borax[1319], s. oben. + + μέταξα = Seide[1320]. + + μόλυβδος ἔγχαλκος = kupferhaltiges Blei[1321]), [Legierung]. + + μόλυβδος δελματήσιος = Blei aus Dalmatien (?); ähnlich σαβυήσιος aus + Illyrien (?) und σαρδιανός aus Sardinien[1322]. + + μονοβασία, ein griechischer Wein = Malvasier[1323]. + + νατήφ der Araber, eine rote Farbe, auch „Rot der Palmen“, [wie φοίνιξ + = Palme, Rot, rotes Schwefelantimon usf.][1324]. + + νεράντζη, νεράντζιον (persisch) = Orange[1325]. + + σάλγεμα = sal gemmae = Steinsalz[1326]. + + σαλονίτριον = sal nitrum = Salpeter[1327], [ital. salonitro]. + + σαπώνιον, σαπουνίον, σαπόνη, σάπωνον = Alkali, später Seife[1328]; + daher σαπονίζειν = reinigen, abseifen. + + σηπίας ὄστεον = Sepia-Knochen[1329]. + + σουλίμα = sublimatum = Sublimat[1330]. + + τάρταρος = Tartarus[1331], (ein Abfall, Bodensatz). + + τζαπαρικόν = Alkali, später Salmiak[1332], [verwandt mit σάπωνον?] + + τουτία, θουθία = Tutia[1333] [Zinkoxyd u. dgl.]. + + φλουρία βενέτικα = florinus veneticus = venetianischer Gulden = + Dukaten[1334]. + + φοῦρνος, φουρνέλλιος = furnus, Bäckerofen[1335] (franz. fournil). + + + + +Zweiter Abschnitt. + +Die Quellen der alchemistischen Lehren. + + + + +I. Die griechische Philosophie. + + ++Chronologische Übersicht der wichtigsten besprochenen +Philosophen+[1336]. + + ~Thales~ (lehrte) um 600 + + ~Anaximander~ 611-545 + + ~Anaximenes~ 585-525 + + ~Pythagoras~ 570-490 + + ~Xenophanes~ 570-470 + + ~Alkmaion~ (lehrte) um 500 + + ~Leukippos~ (lehrte) um 500 + + ~*Anaxagoras~ 500-428 + + ~Heraklit~ (lehrte) um 490 + + ~*Empedokles~ 490-430 + + ~Zenon von Elea~ 490-430 + + ~Parmenides~ (lehrte) um 480 + + ~*Demokritos~ 460-360 + + ~Melissos~ (lehrte) um 440 + + ~Platon~ 427-347 + + ~Philolaos~ (lehrte) um 400 + + ~Diogenes von Apollonia~ + (lehrte) um 400 + + ~Aristoteles~ 384-322 + + ~Theophrastos~ 372-287 + + ~*Zenon von Kition~ 342-270 + + ~Xenokrates~ (lehrte) um 339 + + ~*Kleanthes~ 331-251 + + ~Straton~ (lehrte seit) 286 + + ~Chrysippos~ 280-205 + + ~Panaitios~ 180-110 + + ~Aristobulos~ (schrieb) um 150 + + ~Poseidonios~ 135-51 + + ~*Philon~ 30 v.-50 n. Chr. + + ~Seneca~ (gest.) 65 + + ~*Epiktetos~ (gest.) 115 + + ~Marc Aurel~ 121-180 + + ~Numenios~ (schrieb) um 150 + + ~Ammonios Sakkas~ (lehrte) um 200 + + ~*Plotinos~ 204-270 + + ~*Porphyrios~ 272-304 + + ~*Iamblichos~ (gest.) 330 + + ~Proklos~ 410-485 + + ~Nestorios~ (lehrte) um 500 + + ~Simplikios~ (lehrte) um 500 + + ~Olympiodoros der Jüngere~ + (lehrte) um 600 + + + + +1. Die Vorsokratiker. + +Die Gelehrten, die sich mit den griechischen alchemistischen Schriften +nach deren Wiederauftauchen seit Ende des 15. Jahrhunderts zuerst +beschäftigten, machten bereits die Bemerkung, daß ihr Inhalt in +vieler Hinsicht durch gewisse Lehren beeinflußt sei, die sichtlich +der griechischen Philosophie entstammten; da man aber über diese +selbst und ihre Chronologie noch völlig im unklaren war, und erst die +Arbeit einiger Jahrhunderte dahin führte, auf solchem Gebiete auch nur +die Haupt-Richtlinien in annähernd zutreffender Weise zu ermitteln, +so darf es nicht wundernehmen, daß noch lange Zeit hindurch auch +sonst bedächtige und ernste Schriftsteller an Hand völlig haltloser +Voraussetzungen die abenteuerlichsten und verkehrtesten Schlüsse +zogen; diese blieben dann in der wissenschaftlichen Welt zum Teil +bis gegen Mitte des 19. Jahrhunderts hin in einer Geltung, der die +Ausführungen einzelner aufgeklärter Köpfe nur geringen Eintrag taten. +Richtige und in allem Wesentlichen sachgemäße Einsicht erschloß zuerst +1856 eine Abhandlung „Keime der Alchemie bei den Alten“ von ~Prantl~, +dem hervorragenden, um die Geschichte der Geisteswissenschaften +und um Herausgabe und Verständnis der aristotelischen Werke gleich +hochverdienten Forscher; da sie aber nur in der von vielen als „höheres +Unterhaltungsblatt“ angesehenen „Deutschen Vierteljahrsschrift“ +erschien[1337], und zwar ohne Namen des Verfassers, der ihrer +auch später bloß an einer ziemlich versteckten Stelle seiner +~Aristoteles~-Ausgabe Erwähnung tat[1338], blieb sie leider völlig +unbeachtet und den Historikern der Chemie, z. B. ~Kopp~, unbekannt. + +Hat nun auch ~Prantl~ alles Hauptsächliche im rechten Lichte +gesehen, so ist doch einerseits seit 1856 ein ungeheurer Zuwachs +an Kenntnissen zu verzeichnen, andererseits aber bleibt auch eine +eingehendere Darstellung wünschenswert, als sie seine für eine +Zeitschrift bestimmte Skizze zu bieten vermochte. Im nachstehenden +soll daher der Versuch unternommen werden, Auftauchen und Entwicklung +derjenigen philosophischen Grundbegriffe und Lehren zu schildern, +die maßgebende Wichtigkeit für die Entstehung +alchemistischer+ +Anschauungen erlangten. Diese Fassung der Aufgabe macht ersichtlich, +daß es sich nur um die zweckentsprechend eingeschränkte +Auswahl+ +aus der unermeßlichen Fülle eines Stoffes handeln kann, den in +seiner Gesamtheit und allen seinen Verzweigungen nach selbst der +Fachmann auf philosophie-geschichtlichem Gebiete längst nicht mehr +gleich vollständig zu übersehen und zu beherrschen vermag; über die +Anschauungen vieler Forscher, ja ganzer Schulen, die an sich, also +ihren Gesamtleistungen und ihrer historischen Rolle nach, von hoher +Bedeutung sind, wird daher bald nur Weniges zu berichten, bald ganz +hinwegzugehen sein, soferne sie nicht auch auf jenem Sondergebiete +bestimmbare Spuren hinterliessen. + + —————————— + +Schon zur Blütezeit Griechenlands, insbesondere aber während der +hellenistischen Ära, gaben sich die ägyptischen Priester mit großer +Kühnheit als Stammväter wie der griechischen Religion, Poesie +und Gesetzgebung, so auch der griechischen Philosophie aus und +versicherten, Namen und Lehren der bei ihnen in die Schule gegangenen +„Weisen“ in ihren uralten „heiligen Schriften“ und auf den Stelen (ἐν +στήλαις) ihrer Tempel verzeichnet zu besitzen; bei den griechischen +Zeitgenossen fanden sie mit +dieser+ Behauptung ebenso Glauben[1339], +wie etwa mit +der+, auf solchen Säulen lese man die Erzählung von +jenen mythischen, in fernster Urzeit ausgefochtenen Kämpfen zwischen +den Bewohnern Attikas und der Atlantis, über die ~Platon~ im Dialoge +„Kritias“ berichtet[1340], oder auch die vom wahren Hergange des +trojanischen Krieges[1341]. Einfluß und Stellung der Priester Ägyptens, +woselbst, wie im ganzen Orient, Kult und Hierarchie in engster, dem +griechischen Geiste völlig fernliegender Weise verflochten waren[1342], +ließen es den fremden Zuhörern offenbar als berechtigt erscheinen, +diesen Männern unermeßliche Gelehrsamkeit und geheime Weisheit +zuzutrauen, deren Bedeutung man desto höher einschätzen durfte, je +weniger man in der Lage war, sie eingehender kennen zu lernen. Richtig +sprach indessen bereits ~Platon~ im Dialoge „Vom Staate“ (Republik) +aus, die Griechen beseele der Sinn für die reine Wissenschaft, die +Ägypter und Orientalen aber das Verlangen nach Erwerb[1343]; auch +bestätigen die Ergebnisse der neueren Forschung, daß tatsächlich weder +Ägypter noch Phönizier, Babylonier, Perser usf. jemals die Wahrheit +nur um ihrer selbst willen suchten, d. h. ohne jede Rücksicht auf +ihren Nutzen oder auf ihren Zusammenhang mit bestimmten Zwecken, +z. B. mit religiösen. Der westliche Orient besaß also Geheimnisse +rein wissenschaftlichen und vor allem rein philosophischen Charakters +selbst nicht, war daher auch nicht in der Lage, sie den Griechen +mitzuteilen; wohl aber entwickelte sich die griechische Philosophie +nicht unabhängig von den an ihrem Entstehungsorte, der kleinasiatischen +Küste, so mächtigen orientalischen Einflüssen, z. B. von jenen der +ägyptischen „Geometrie“, d. i. der rein praktischen Zielen dienenden +Landvermessungs-Kunst, der babylonischen Sternkunde, die, wesentlich +astrologischen Inhaltes, u. a. die regelmäßige Wiederkehr der +himmlischen Erscheinungen in Cyclen (Kreisläufen) und die Parallelität +der himmlischen und irdischen Ereignisse (des Makro- und Mikro-Kosmos) +lehrte, sowie endlich gewisser religiöser Vorstellungen babylonischer +und iranischer Herkunft. An genauerer Kenntnis dieser aller fehlte es +aber ursprünglich noch durchaus[1344]. + + +a) Die jonischen Philosophen: Thales, Anaximander, Anaximenes; Heraklit. + +Die jonischen Philosophen, deren Tätigkeit um etwa 600 v. Chr. +einsetzt, waren es, die zuerst den Gedanken erfaßten, Kern der bis +dahin allein betrachteten Welt des Wandelbaren und Flüchtigen sei ein +nur in Erscheinung und Gestalt Wechselndes, seinem eigentlichen Wesen +nach aber Beharrendes und Dauerndes, ein einheitliches Prinzip, das +sie als „göttliches“, als „Gottheit“ (jedoch nicht im religiösen Sinne +des Wortes) bezeichneten und φύσις (Physis) = Urstoff nannten[1345]. +Aus dieser Ursubstanz, der Einen (ἐξ ἑνός) und Einheitlichen, in +späteren Zeiten auch ἀρχή (Arché = Urprinzip; +nicht+ = Uranfang in ++zeitlicher+ Hinsicht) oder οὐσία (Usía = Urmaterie) Geheißenen, die +allem Bestehenden zugrunde liegt (ὑποκείμενον), gehen zunächst die vier +Elemente hervor, die ebenso dauernd sind oder doch sein können wie der +Kosmos selbst, und weiterhin die Einzelstoffe, die sich fortwährend aus +den vier Elementen bilden, aber auch wieder in sie zerfallen[1346]; der ++Name+ „Element“ (στοιχεῖον, Stoicheíon) taucht allerdings, wie hier +ein für allemal bemerkt sei, erst bei ~Platon~ auf (und zwar als nicht +mehr ganz neuer)[1347], vorausgesetzt finden sich aber die Elemente, +alter Volksauffassung gemäß, bereits bei ~Homer~[1348]. + +Bei der Bildung oder Auflösung der Elemente handelt es sich also +nicht um ein Entstehen oder Vergehen, vielmehr erleidet der Urstoff +eine bloße μεταβολή (Metabolé = Umänderung)[1349], und zwar nur eine +qualitative αλλοίωσις (Alloíosis = Artverwandlung)[1350], hervorgerufen +durch mehr oder minder weitgehende Verdünnung oder Verdichtung unter +dem Einflusse von Wärme oder Kälte[1351], deren Fähigkeit zu derlei +umformenden und umgestaltenden Wirkungen dogmatisch feststeht[1352]. +Demgemäß sind die Elemente potentiell (= der Möglichkeit nach) jedes in +jedem enthalten und können wechselseitig ineinander übergehen[1353], +nach Regeln, die sich aus ihrem festen Sitze und „natürlichem Orte“ im +Weltall ergeben, -- die Erde zu unterst, über ihr das Wasser, hierauf +die Luft, zu oberst das Feuer --, und denen zufolge jedes sich am +leichtesten in die ihm benachbarten zu verwandeln vermag[1354], z. B. +Luft in Feuer durch Verdünnung, dagegen in Wasser und sodann in Erde +durch Verdichtung[1355]. In diesem Sinne läßt sich der ganze Kosmos als +Ergebnis einer, wenn auch nur allmählichen und stufenweisen, so doch +einheitlichen Entwicklung des „einzigen“ und „göttlichen“ Ursubstrates +betrachten[1356]. + +Was den Anteil der einzelnen Philosophen[1357] an der Gestaltung +dieser Lehren betrifft, so ist er in vielen Punkten kaum mit wirklich +ausreichender Sicherheit zu ermitteln, teils weil die nur in +Bruchstücken vorliegenden Überlieferungen durch zahlreiche spätere +Einschiebsel und Fälschungen entstellt sind[1358], teils weil die +Deutungen, auch die der ersten Fachmänner, oft weit auseinandergehen. + +Von ~Thales~ von Milet, dessen Blütezeit gegen oder um 600 v. Chr. +fallen dürfte, wird berichtet, er habe als erster eines der Elemente +selbst, und zwar das Wasser, für den Urstoff (φύσις, Physis) erklärt, +die übrigen aber als aus dem Wasser hervorgegangen angesehen[1359]; +daß hierbei die Kenntnis, sei es des babylonischen Mythus vom +„Urwasser“, sei es einer analogen Tradition mit im Spiele gewesen sei, +ist vorerst unbewiesen, erscheint jedoch nicht unmöglich, falls, nach +~Kugler~[1360], ~Thales~ auch astronomische Zahlen-Angaben, Symbole +und Spekulationen unzweifelhaft babylonischer Herkunft übernahm. Daß +sein wenig jüngerer Landsmann ~Anaximander~ (611-545)[1361] die Stelle +des Wassers der Luft zugewiesen habe, trifft nicht zu, denn das πνεῦμα +(Pneuma = Luft, Lufthauch, Wind) spielt zwar bei ihm eine wichtige +Rolle und bewirkt u. a. die Bewegung der „göttlichen“ Sterne[1362], +doch als wesensgleich mit der Physis sieht er es ebensowenig an, wie +eines der anderen Elemente[1363]. Erst dem ~Anaximenes~ von Milet +(585-525)[1364] gilt als Urstoff die Luft, das πνεῦμα = Atem, Hauch, +Wind[1365]; zu unserem Körper verhält sich der kleine Anteil der Luft, +der ihn als „Seele“ genannter Lebensodem zusammenhält und regiert, +genau so, wie die gesamte Menge der Luft zum ganzen Weltall, die sie +als „Pneuma“ geheißener Windhauch durchdringt und beherrscht[1366]; +anschaulicher Gegenstand der Vergleichung ist hierbei nach ~Goebel~ der +Wechsel von Verdichtung und Verdünnung, Erwärmung und Abkühlung, der +auch den Vorgang des Atmens begleitet[1367]. + +~Heraklit~ von Ephesos endlich, der seine tiefsinnigen und für die +gesamte Folgezeit außerordentlich bedeutsamen Schriften um 490 v. Chr. +verfaßte[1368], betrachtete als φύσις das Feuer[1369], vielleicht im +Anschlusse an iranische religiöse Vorstellungen[1370]; es ist ihm +der göttliche Urstoff (ὁ θεός = die Gottheit), der sich zu Allem zu +wandeln vermag (ἀλλοιοῦται)[1371], zu Luft, die eine Form des Wassers +ist[1372], zu Wasser, aber auch zu Erde, wobei er in unaufhörlichem +Kreislaufe seine Natur verändert, dementsprechend aber auch seinen Ort: +absteigend auf dem ὁδὸς κάτω (Hodós káto = Weg nach unten) über Luft +und Wasser herab zur Erde, und wieder aufsteigend auf dem ὁδὸς ἄνω +(Hodós áno = Weg nach oben) über Wasser und Luft empor zum Feuer[1373]. +Diese Wandlungen erfolgen stets gleichzeitig und im Verbande, so daß +die Einheitlichkeit gewahrt bleibt: was sich unter den äußerlich +verschiedensten Formen zeigt, ist im Grunde stets ein- und dasselbe, +Eines ist Alles und Alles ist Eines (ἕν πάντα εἶναι; ἕν τὸ πᾶν, Hen to +pan)[1374], und selbst die scheinbar größten „Gegensätze“, wie Wärme +und Kälte, Trockenheit und Feuchte[1375], läßt die Natur sich suchen +und gleicht sie durch Vereinigung wieder aus, so wie sie das Männliche +mit dem Weiblichen (ἄρρεν καὶ θῆλυ, Arren kai Thély) zusammenführt und +verbindet[1376]. Das Feuer ist aber nicht nur die materielle Grundlage +des Universums, sondern als Welt-Feuer auch der Träger der Werde-Kraft +und -Tätigkeit[1377], die den Kosmos erwärmende, bewegende und +belebende Weltseele[1378], das Prinzip der ewigen Entwicklung, in deren +Verlauf alles entsteht und wieder vergeht, und die Weltvernunft oder +λόγος (Logos)[1379]. „Den Proteus Logos in irgendeiner anderen Sprache +zu fassen, ist ganz vergebliche Mühe“, sagt mit Recht ~Diels~[1380], +und ~Goebel~, der eine ganze Reihe von Erklärungen für Logos anführt, +stimmt ihm bei[1381]; nach ~Burnet~ bedeutet der (zuerst bei ~Heraklit~ +vorkommende) Ausdruck ursprünglich entweder nur die „Rede“, das „Wort“ +des ~Heraklit~ selbst, oder auch „Maß“ und „Messung“[1382], und erst +weiterhin erhält er den Sinn von Vernunft-Maß, Vernunft-Gesetz[1383], +weltbeherrschender Vernunft[1384], Gesetzmäßigkeit alles Geschehens, +Einheitlichkeit und Harmonie des Weltganzen[1385] usf., der aber +bei ~Heraklit~ selbst noch nirgendwo derart hervortritt wie in den +Schriften späterer Schulen[1386]. + + +b) Pythagoras: die Pythagoräer (Alkmaion, Philolaos); die Orphik. + +~Pythagoras~ von Samos (etwa 570-490), der sich zuerst φιλόσοφος +(Philosoph; nicht = Weiser, sondern = Freund, Sucher der Weisheit) +genannt haben soll[1387], scheint in erster Linie durch die Macht +seiner Persönlichkeit und seiner Lebens-Auffassung und -Führung gewirkt +zu haben[1388], doch wissen schon ~Platon~ und ~Aristoteles~ nur +äußerst Dürftiges von ihm und seinen Lehren[1389], gar nichts aber von +jener „geheimen Weisheit“, die ihm (mehrere Jahrhunderte später) die +Schule der „Neupythagoräer“ zuschrieb[1390]. +Nicht+ auf ~Pythagoras~ +zurückzuführen sind u. a.: die sog. Zahlenmystik, die erst nach 470 +nachweisbar wird[1391]; die „Harmonie der Sphären“, da zu seiner +Zeit „Sphären“ noch unbekannt waren, und ἁρμονία (Harmonía) damals +nicht Harmonie bedeutete, sondern das Gleichgewicht entgegengesetzter +Spannungen[1392]; die Entdeckung der Identität von Morgen- und +Abendstern, Eosphoros und Hesperos, da diese zu den Voraussetzungen +der Siebenzahl der Planeten gehört und den Griechen wohl zusammen +mit dieser aus dem Oriente zukam[1393]; die Parallele zwischen den +sieben Planeten und den sieben Saiten der Lyra (Heptachord), die, +wie noch viele andere „pythagoräische“ Theorien, in Wirklichkeit +erst der pythagoräischen Schule des 5. Jahrhunderts zugehört[1394]. +Nur +eine+ Lehre brachten schon die dem ~Pythagoras~ unmittelbar +folgenden Geschlechter mit seinem Namen in Verbindung, die von der +Unsterblichkeit und Seelenwanderung[1395], παλιγγενεσία (Palingenesía); +ihre oder ihrer wesentlichen Grundlagen Quelle suchten einige neuere +Forscher in Indien[1396], andere (wie vormals schon ~Herodot~) in +Ägypten[1397], während sie tatsächlich wohl aus alten volkstümlichen +Vorstellungen fließt[1398], die in der „Orphik“ spätestens im Laufe des +6. Jahrhunderts zu neuer und erhöhter Bedeutung gelangt waren[1399]. + +Die „Orphik“[1400], das Erzeugnis eines von Grund aus religiösen und +nach neuer religiöser Entwicklung strebenden Zeitalters, entstand +zweifellos im 7. Jahrhundert in Thrazien und wurzelt in dem dort +heimischen ~Dionysos~-Kultus, erreichte aber ihre eigentliche Blüte +erst in Attika zur Zeit der ~Peisistratiden~ (von 560 an) und wurde +im 6. Jahrhundert aus Kleinasien, wo sie gleichfalls weitverbreitet +war, durch griechische, den vordringenden Persern weichende +Auswanderer, mit großem Erfolge auch nach Kreta, Sizilien und +Süditalien verpflanzt[1401]. Die Orphiker bildeten Kultvereinigungen +zur Pflege gewisser Geheimlehren, Gemeinschaften, in die man durch +„Einweihung“ aufgenommen wurde; sie glaubten an eine geoffenbarte +Theologie, niedergelegt in den angeblich „uralten“ (vorhomerischen und +-hesiodischen) Dichtungen des Thrakiers ~Orpheus~, des gottbegnadeten +Sehers und Stifters ihrer Mysterien[1402], seines Schülers ~Musaios~ +und seines Landsmannes ~Eumolpos~, des Begründers der (tatsächlich +ältesten) Geheimdienste zu Eleusis. Wesentlich waren diesen, einer +ganzen Epoche zuzuschreibenden Pseudepigraphen, -- und zwar nicht +als Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchung, sondern als rein +dogmatische Voraussetzungen, -- die Lehren von einer Reinigung, +Entsühnung und Erlösung[1403], von einer Befreiung der unsterblichen +Seele aus dem Kreislaufe der Wiedergeburt und Seelenwanderung, sowie +von einer Vergeltung durch Lohn oder Strafe im Jenseits[1404]. Schon +frühzeitig erfuhr die Orphik, infolge ihres Bestrebens, die den alten ++eigenen+ Göttern verloren gegangene Autorität bei +fremden+ zu +suchen, weitgehende Einflüsse seitens kleinasiatischer Kulte, z. B. +der Schlangenverehrung des phrygischen ~Sabazios~ (die dem Dienste des +thrakischen ~Dionysos~ ganz fremd war)[1405], sowie orientalischer, +vor allem babylonischer und iranischer Mythen[1406]; letzteren +scheinen sich namentlich gewisse, in dunkler und vieldeutiger Sprache +dargelegte Vorschriften angepaßt zu haben, betreffend die Erlangung +kultischer Würdigkeit durch Reinigung, Fasten und Bußen, sodann die +Verehrung und Beschwörung höherer Wesen durch Gebete, Lieder, Sprüche +und Formeln, ferner den Empfang von Offenbarungen durch abergläubische +Verkündigungen, Vorzeichen und Wunder usf., hauptsächlich aber auch +die Ideen über Kosmogonie und Theogonie (Entstehung von Welt und +Göttern). Soweit die lückenhafte und sehr schwankende Überlieferung +zu urteilen gestattet, gehört zu deren alten Zügen u. a. die Annahme, +daß aus einem, meist als Nacht, Dunkel, Chaos, .... bezeichneten +Urzustande zuerst ~Chronos~, hierauf ~Aither~ (Äther = Himmel?) und +Unterwelt, sodann (durch ~Chronos~?) das „silberglänzende“ Weltei +hervorgeht, und aus diesem schließlich der goldgeflügelte Lichtgott +~Phanes~ (Eros) der „Erstgeborene“; er wird androgyn (mannweiblich; +δισώματος = zweikörperlich) gedacht, angeblich weil er, als Symbol +der noch einheitlichen Welt, den Samen (σπέρμα, Sperma) aller Götter, +Einzelwesen und Einzeldinge in sich enthält, die später aus ihm zur +Entwicklung gelangen oder emanieren[1407]. Mit ~Phanes~ wird ~Dionysos~ +identifiziert, weiterhin auch dessen Vater ~Zeus~ selbst[1408], und zu +seinen Gunsten wird auch Χρόνος (~Chronos~ = Zeit), den man anscheinend +schon frühzeitig mit Κρόνος (~Kronos~, dem Gotte der heißen Jahres- +und Erntezeit, wie ~Saturn~)[1409] zusammenwarf[1410], in eine jüngere +Epoche herabgesetzt[1411], während er als uranfängliches Weltprinzip +die +absolute+ Zeit darstellte, im Gegensatze zu Αἴων (~Aeon~), der +die +relative+ Zeit (die Zeitalter) vertritt und noch bei ~Euripides~ +Χρόνου παῖς = Sohn des ~Chronos~ heißt[1412]. Wie nun ~Eisler~ +erinnert[1413], kennt der iranische Mythus einen obersten Himmelsgott +~Zervan~, der als Zwitter das Weltenei erzeugte, aus dem die Götter +~Mithras~ und ~Angra-Mainya~[1414] hervorgehen, und der Wasser, +Wind und Feuer schuf; die Parallelen sind nach dieser und anderen +Richtungen hin überraschend, namentlich scheint dem iranischen ~Zervan~ +der griechische ~Chronos~ nachgebildet zu sein, der gleichfalls aus +seinem Samen Wasser (als das πρῶτον = das Erste, Ursprüngliche), +Wind (Luft) und Feuer geschaffen haben soll. Vermittler solcher den +orientalischen Ursprung noch verratender Überlieferungen, die uns +freilich nur in dürftigen Resten aus später Zeit vorliegen[1415], +ist hauptsächlich ~Pherekydes~ aus Syros, den einige als Lehrer des +~Pythagoras~ ansprechen, während er nach anderen erst um 450 geblüht +haben soll[1416]; eine Hauptrolle spielen, wie bei ihm, so auch bei +seinen angeblichen Zeitgenossen ~Epimenides~ und ~Akusilaos~, das +Chaos, Chronos, das Weltenei, ~Zeus~ und ~Eros~, Erde und Unterwelt, +Himmel und Äther. Die orphische Gleichsetzung von Äther mit Weltseele +gehört allerdings, wie der letztere Begriff selbst, erst einer weitaus +späteren Periode an[1417]; für eine schon in alter Zeit erfolgte +Entlehnung und für iranische Herkunft des etymologisch schwierigen +Wortes αἰθήρ (Aithér, Äther) spricht aber die bisher anscheinend +nicht genügend gewürdigte Tatsache, daß „Feuer“ im Persischen „Atar“ +heißt, und ~Atar~ als Sohn des ~Ahura-Mazdah~, des „weisen Herrn“ +des Lichtreiches gilt[1418]; die Identifizierung des höchsten +Himmelsgottes mit Feuer und Äther, so z. B. auch bei ~Pherekydes~ Ζάς +(~Zeus~) = Αἰθήρ[1419], erscheint hiernach in neuem Lichte, und wenn +eine der Helios-Töchter, die, der Sage nach, zum Baume verwandelt +Tränen feuerfarbigen Bernsteines vergießt, ~Aitherie~ heißt[1420], +so durchschimmert diesen Namen vielleicht noch ein Rest der alten +Bedeutung. + +Sehr möglich ist eine Beeinflussung schon der jonischen Philosophie +oder doch einzelner ihrer Vertreter (s. oben bei ~Heraklit~) seitens +der Orphik und ihrer aus dem Orient aufgenommenen Bestandteile, +und fraglos fest steht eine solche vieler späterer Philosophen und +Dichter[1421], z. B. des ~Empedokles~ (490-430?)[1422], ~Pindar~ +(gest. um 445)[1423] und ~Euripides~ (gest. 407)[1424], der z. B. des +~Aristophanes~ glänzende Verspottung der orphischen Kosmogonie in den +„Vögeln“ (Vers 693 ff.) entgegentritt[1425]. + +Unmittelbar an ~Pythagoras~, der um 490 zu Metapont bei Kroton im +östlichen Unteritalien starb, knüpft die Schule der alten Pythagoräer +an; ihre Beurteilung ist sehr schwierig, erstens weil die Überreste +der wichtigsten (bis gegen 400 herabreichenden) Werke spärlich, reich +an Unklarheiten, von unverbürgter Echtheit und von unbestimmter +Abfassungszeit sind, zweitens weil Zweifel betreff der tatsächlichen +Zugehörigkeit mehrerer Forscher bestehen, und drittens weil +ihre+ +Anhänger und die +anderer+ zu gleichzeitiger Entwicklung gelangter +philosophischer Systeme sich gegenseitig in mannigfacher Weise +beeinflußten. + +Zu den wichtigsten Grundsätzen der Pythagoräer gehört die Lehre, +daß das wahre innere Wesen der Welt, das den Kosmos ordnende und +beherrschende Gesetz, in der alles messenden und bestimmenden +Zahl+ +zu erblicken sei, daß zahlenmäßig angebbare Verhältnisse auch die +Entstehung der regelmäßigen räumlichen Gebilde bedingen, und daß die +räumliche, mathematisch bestimmbare +Form+ das für die Natur der +Einzeldinge eigentlich Entscheidende ist[1426]. Gehen Anschauungen, +wie sie uns in den (echten?) Fragmenten des ~Philolaos~ (gegen 400) +begegnen, wenn auch nicht (früheren Annahmen nach) auf ~Pythagoras~ +selbst, so doch auf seine nächsten Schüler zurück, so hätten schon +diese sich vorgestellt, daß es +Dreiecke+ sind (als rein geometrische +Figuren, oder als äußerst dünne Blättchen betrachtet?), die als +solche, oder zu regelmäßigen Vierecken (Quadraten) und Fünfecken +(Pentagonen) aneinandergelegt, die Formen aufbauen[1427]; erfüllt +werden letztere von den vier Elementen, die in jedem Dreieck sämtlich, +wenn auch nach verschiedenen Anteilen gemischt, vorhanden zu denken +sind, weshalb man die Winkel, die den eigentlichen Ausschlag für die +Gestalt der Dreiecke geben, als ihnen geweiht ansieht. Das Wasser +wird hierbei dem ~Kronos~ zugeeignet, die Luft dem ~Dionysos~, das +Feuer dem ~Ares~, die Erde dem ~Hades~, denn diese vier Götter +beherrschen die feuchte und kalte Materie (ὑγρὰν καὶ ψυχρὰν οὐσίαν), +die feuchte und warme (ὑγρὰν και θερμήν), die feurige (ἔμπυρον +φύσιν), und die erdartige (χθονίαν)[1428]. Die „Gegensätze“ warm +und kalt, feucht und trocken, sind schon um 500 bei ~Alkmaion~ von +Kroton bezeugt, der u. a. die für die Geschichte der Medizin sehr +bedeutsam gewordene Lehre aufstellte, die Gesundheit sei abhängig vom +Gleichgewichtszustande dieser Gegensätze, sowie von der richtigen +Mischung der Elemente, die Krankheit jedoch beruhe auf Störungen dieser +Verhältnisse[1429]; aber auch die Gleichsetzung der Grundstoffe mit +bestimmten Göttern des Volksglaubens war nach ~Gilbert~[1430] schon +zu Beginn des 6. Jahrhunderts nichts Unbekanntes und Ungewöhnliches +mehr, und ist vermutlich auf theologische, dem Orient entstammende +Anschauungen zurückzuführen, soferne eine Auslegung zutrifft, der +gemäß schon ~Pherekydes~ von fünf Weltenräumen berichtete, bergend +die fünf Weltenmächte, nämlich Erde, Wasser, Luft (πνεῦμα, Pneuma), +Feuer und Äther (αἰθήρ = Ζάς, Zeus). Daß nun von den „regelmäßigen“ +Körpern, deren bekanntlich fünf und +nur+ fünf möglich sind, bereits +~Pythagoras~ das Tetraeder für die Gestalt des Feuers erklärt +habe, das Oktaeder für die der Luft, das Ikosaeder für die des +Wassers und das Hexaeder (den Würfel) für die der Erde, ist völlig +unerweislich[1431]; aber auch betreff des ~Philolaos~, der gegen +400 eine Anzahl philosophischer und medizinischer, für die spätere +Entwicklung des Pythagoräismus wichtiger Schriften verfaßte[1432], +bestehen in dieser Hinsicht Schwierigkeiten, weil die Fünfzahl der +regelmäßigen Polyeder, von denen er gesprochen haben soll, erst als +Entdeckung der platonischen Akademie überliefert ist, wie schon der +Name „platonische Körper“ bestätigt[1433]; immerhin darf man aber +Vorahnungen dieser Gedanken für ihn in Anspruch nehmen, da er das +Dodekaeder als Form des Äthers und des von diesem umschlossenen +Weltenraumes bezeichnete, als den alles übrige umfangenden und in sich +fassenden „Schiffsrumpf“ oder „Schiffsbauch“ der Sphäre, wobei der +Aufbau der Welt mit dem eines Schiffes verglichen wird, dessen Material +Zimmerholz = ὕλη (Hyle) ist[1434]; nicht unerwähnt bleibe indes die +Vermutung, daß es umgekehrt die Existenz eines fünften regelmäßigen +Körpers gewesen sei, die den ~Philolaos~ zur Anerkennung des Äthers als +eines fünften Stoffes bewog[1435]. Übergänge der Elemente ineinander +hielten die Pythagoräer gleichfalls für möglich, konnten sie jedoch +begreiflicherweise nicht, wie die jonischen Philosophen, durch eine +„Alloíosis“ (qualitative Artverwandlung) erklären, sondern nur +durch eine „Genesis“ (γένεσις = quantitative Veränderung), beruhend +auf Anlagerung oder Abtrennung, Vermischung oder Entmischung von +Stoffteilchen[1436]; bemerkenswerterweise nahmen sie, wie es z. B. dem +~Philolaos~ zugeschrieben wird, auch einen Zusammenhang zwischen der +(später ποιότης, Poiótes = Qualität genannten) Beschaffenheit der Dinge +und ihrer Färbung (χρῶσις, Chrósis) an, die sie überdies, in nicht +mehr verständlicher Weise, auch mit ihrer Zahlenmystik in Verbindung +brachten[1437]. + +In den Mittelpunkt der Welt, der bei ~Philolaos~ (in nicht recht klarer +Weise) als Ausgangsort ihrer einheitlichen Entwicklung ἄνω und κάτω +(Ano-Káto, nach Oben und Unten) bezeichnet wird[1438], setzten die +Pythagoräer, als ihr „erstes“ Urgebilde (τὸ ἕν) und als „Herd“ des +Kosmos, ein „Zentral-Feuer“; um dieses bewegen sich, der Reihe nach, +die Erde nebst einer „Gegenerde“, Mond, Sonne, die später Merkur, +Venus, Mars, Jupiter, Saturn genannten Planeten (Merkur und Venus +also fälschlich +jenseits+ der Sonnenbahn!), und der als „Olymp“ +bezeichnete Fixstern-Himmel[1439], jenseits dessen äußerer Feuerhülle, +des „Feuer-Kreises“, die unbegrenzte Luft (Pneuma) liegt, aus der die +Welt ihren Atem saugt[1440]. Der Umlauf der Erde um das Zentralfeuer +vollzieht sich in einem Tage, der der übrigen Gestirne entsprechend +langsamer, der des „Olymps“ erst in 10000 Jahren; die Bewegungen +der sieben Planeten, die ihre „Göttlichkeit“ beweisen, bringen Töne +hervor; die sich, vergleichbar denen der sieben Saiten der Leier, zur +„Sphären-Harmonie“ vereinigen[1441]. + + +c) Die Eleaten: Xenophanes, Parmenides, Zenon; Melissos. + +Über die physikalischen Anschauungen des ~Xenophanes~ von Kolophon, +der, als ältester Vertreter der Schule Eleas (einer phokäischen +Pflanzstadt), 570-470 gelebt haben soll[1442], besitzen wir nur +spärliche und von Unstimmigkeiten nicht freie Überlieferungen[1443], +betreff deren Deutung die Ansichten der Forscher auseinandergehen. Nach +~Zeller~ betrachtete ~Xenophanes~ τὸ γὰρ ἕν τοὺτο καὶ πᾶν, „dieses +Eines und Alles“ (Hen kai pan), als identisch mit dem Göttlichen, +und nannte es τὸν θέον, „den Gott“[1444]; nach ~Gilbert~ lehrte er, +daß es nur eine einheitliche Welt gebe, die τὸ ἕν, τὸ πᾶν, τὸ ὄν +sei, „das Eine, das Alle, das Seiende“[1445]; nach ~Deussen~ sind +die Worte ἕν τὸ ὄν καὶ πᾶν richtig zu übersetzen „das Seiende ist +Eines und auch Alles“[1446]; nach ~Windelband~ endlich soll dieser +Ausspruch besagen, daß der Welt nur ein einziger, unentstandener und +unvergänglicher Urstoff zugrunde liege, der unwandelbar und keiner +Alloíosis (Artverwandlung) fähig sei, alle Einzeldinge aber in sich +enthalte[1447]. Zweifellos gründet sich jede dieser Auslegungen, auch +die zuletzt angeführte, auf einzelne, den Lehren des ~Xenophanes~ zu +entnehmende Stellen; aber diesen stehen auch andere, und nicht leicht +mit ihnen zu vereinbarende gegenüber, z. B. die Behauptung, daß der +Urstoff „Erde“ sei und sich durch Verwandlung ἄνω und κάτω (nach +Oben und Unten) in die drei übrigen Elemente umsetze und aus ihnen +wiederherstelle[1448], oder daß alles Vorhandene aus Erde und Wasser +entstanden sei und sich zu Erde und Wasser wieder auflöse[1449]. + +~Parmenides~ von Elea, der tiefsinnige Denker und „erste Metaphysiker“, +der um 480-470 schrieb[1450], räumt Erde und Feuer eine wesentliche +und bevorzugte Stellung ein, während Wasser und Luft ihm nur als +Verwandlungs- oder Ausscheidungs-Produkte der Erde gelten[1451], +als eine Art „Zwischen-Zustände, die er wohl, gleich ~Heraklit~, +nicht scharf trennte“[1452]. Auch er nahm Umwandlungen ἄνω und κάτω +an[1453], betrachtete jedoch die auch bei diesen mitwirkende Kälte als +bloße Negation der Wärme[1454], soferne die betreffende Stelle nicht +etwa besagen soll, daß er +beide+ nur als relativ, als Formen der +Erscheinung, ansah[1455]. Die Verbindung der Stoffe bewirkt bei ihm +eine den Weltlauf regierende Göttin (δαίμων = Dämon), wohl ~Ananke~ += die Notwendigkeit[1456], die zuerst den ~Eros~ bildete[1457], +und (durch ihn?) die Gegensätze (ἐναντία) zur Vereinigung treibt, +die als eine geschlechtliche symbolisiert wird: ἄρρεν (Arren) oder +ἄρσεν (Arsen) καὶ θῆλυ μιγνύειν = „das Männliche und Weibliche +vermischen“[1458]. + +Eine qualitative Artverwandlung, Alloíosis, hielt auch ~Zenon~ von Elea +(490-430) für möglich, der Autor der berühmten eleatischen „Aporien“ +(~Achilleus~ und die Schildkröte; der fliegende Pfeil; usf.)[1459]; bei +~Melissos~ von Samos (um 440) unterliegt ihr die „Grundmaterie der vier +Elemente“, ein bei allen Veränderungen der eine und der einheitliche +bleibende Urstoff, der daher auch „ἕν τὸ πᾶν“ (Hen to pan) heißt[1460]. + + +d) Empedokles, Anaxagoras; Leukippos, Demokritos. + +~Empedokles~ von Akragas = Agrigent (490 bis 444 oder 430)[1461] +ist der eigentliche Vater des Begriffes (+nicht+ des Wortes) +„Elemente“[1462] sowie der „Systematik der vier Elemente“, die, +entgegen älteren Ansichten, nicht aus Ägypten stammen, woselbst vier +Elemente oder vier Paare von Elementar-Göttern erst während der +Ptolemäer-Zeit nachweisbar werden[1463]. Die Einzeldinge gehen bei +ihm nicht mehr durch innere Umwandlung einer einheitlichen φύσις +(Physis) hervor, sondern durch äußere Vermischung (μῖξις = Míxis) +oder Entmischung (διάλλαξις = Diállaxis) der kleinsten Teilchen von +vier als ῥιζώματα = Wurzeln (Rhizome) bezeichneten (und erst später +„Elemente“ genannten) Grundstoffen, die, dem Volksglauben gemäß, +mit gewissen Gottheiten identifiziert werden[1464]. Welche diese +sind, steht nicht in allen Fällen gleich fest[1465]. Zwar herrscht +kein Zweifel darüber, daß das Wasser der ~Nestis~ zugehört, die für +eine sizilische Wassergöttin gilt[1466]; aber im „leuchtenden“ oder +„schimmernden“ ~Zeus~ sehen z. B. ~Windelband~ Feuer, ~Diels~ Feuer +oder Äther, ~Burnet~ Luft; im ~Aidoneus Zeller~ Erde, ~Windelband~ +Luft, ~Diels~ Erde oder Luft, ~Burnet~ Feuer; in der „lebenspendenden“ +~Hera~ endlich ~Zeller~ Luft, ~Windelband~ und ~Burnet~ Erde, +~Diels~ Luft oder Erde[1467], -- welches Dilemma zugunsten der Luft +zu entscheiden wäre, wenn man mit ~Deussen~ annehmen darf, daß es +der Atem ist, durch den ~Hera~ das Leben verleiht[1468]. Keinem +der vier Elemente kommt ein Vorrang zu, vielmehr besitzen sie alle +die nämliche Bedeutung (ἰσότης, Isótes, Gleichwertigkeit)[1469], +und zwischen ihnen, den vier Wurzeln aller Dinge, und den (später +„Qualitäten“ geheißenen) vier „Gegensätzen“, das sind Kälte, Wärme, +Feuchte und Trockenheit, ist wenn nicht Identität[1470] so doch engste +Zusammengehörigkeit anzunehmen[1471], indem Wärme und Trockenheit +dem Feuer und der Luft anhängen (inhärieren), Kälte und Feuchte aber +dem Wasser und der Erde. Die Elemente selbst sind auf keinerlei +gemeinsames Substrat zurückführbar, bestehen vielmehr jedes aus sehr +kleinen, durchaus gleichartigen, als solche nicht weiter qualitativ +veränderlichen, charakteristischen Teilchen[1472], also Wasser „der +Schweiß der Erde“[1473] aus Wasser-Teilchen, Luft (nicht sowohl ἀήρ +als αἰθήρ; weder „leerer Raum“, noch zu Wasser zu verflüssigender +„leichter Dunst“)[1474] aus Luft-Teilchen, usf. Diese Teilchen der +vier Elemente sind keiner inneren Verschmelzung fähig, sondern +nur einer äußeren, rein mechanischen Vereinigung oder Trennung im +Raume[1475]; alle Einzeldinge entstehen demnach allein infolge +derartiger Vermischungen[1476], sie sind also ein bloßes μεῖγμα +(Meígma, Amalgam) der Elemente, die in ihnen als solche erhalten +bleiben und sich aus ihnen auch wieder abscheiden lassen; je nach +den obwaltenden Umständen, der τύχη (Týche, dem Zufall), können +die sich vermischenden Mengen der Elemente die wechselndsten und +mannigfaltigsten sein[1477], und die +qualitativen+ Verschiedenheiten +der unendlich vielen Einzeldinge erklären sich aus den +quantitativen+ +dieser Mischungsverhältnisse, -- genau ebenso wie die Abstufungen +der unendlich vielen Einzelfarben aus den Mengenanteilen der vier +Grundfarbstoffe, die der Maler auf seiner Palette zusammenreibt[1478]. + +Diesem durchaus originalen, für die ganze Folgezeit höchst +bedeutungsvollen Prinzip gemäß, spielt die „richtige Mischung der +Elemente“ das „Gleichgewicht der Elemente“, bei ~Empedokles~ eine in +jeder Hinsicht sehr wichtige Rolle[1479]; u. a. sollen genau gegebene +Mengen der Elemente in Blut, Fleisch und Knochen vorhanden sein, in +letzteren z. B. 2 Teile Wasser + 4 Teile Feuer + 8 Teile Erde[1480], +-- weshalb gerade +diese+, bleibt dahingestellt[1481] --, so daß +die „richtigen Mischungen“ Gesundheit und körperliche Eigenschaften +bestimmen, aber auch geistige Fähigkeiten und Tätigkeiten bedingen und +ermöglichen[1482]; in medizinischer Richtung, von ~Hippokrates~ und +den Hippokratikern an bis auf ~Galenos~ und alle seine Nachfolger, +hat dieser Gedanke, wie bereits oben angedeutet, tiefgehenden Einfluß +geübt[1483]. + +Da die vier Elemente nicht, wie die Urstoffe der jonischen Philosophen, +aktiv und von Eigenleben erfüllt sind, sondern passiv und tot, so +können sie nur durch äußere, ihnen fremde Kräfte in Bewegung gesetzt, +gemischt oder entmischt werden; als solche nahm ~Empedokles~ φιλία +und νεῖκος an, = Liebe und Haß, die er hin und wieder bis zu gewissem +Grade im höheren geistigen Begriffe der ἀνάγκη (Anánke = Notwendigkeit) +zusammenfaßt[1484], zuweilen aber auch als selbst körperlicher oder +doch körperähnlicher Natur ansieht[1485]; ob φιλία und νεῖκος auch im +Sinne von Anziehung und Abstoßung, als rein innerer Eigenschaften, +verstanden werden dürfen, bleibt zweifelhaft, da ~Empedokles~ auch +in dieser Hinsicht nicht frei von Widersprüchen ist[1486]. An +verschiedenen Stellen lehrt er, daß Gleiches und Gleiches sich anziehe, +wie Eisen und Magnet, sich körperlich vermische, aber auch geistig +erkenne[1487]; Ergebnis der Vermischung von Gleichartigem kann aber ein +Produkt von gänzlich abweichenden Eigenschaften sein, so z. B. geht aus +den weichen Metallen Kupfer und Zinn das harte „Erz“ in ähnlicher Weise +hervor, wie aus dem weichen Samen des Pferdes und Esels der harte (und +daher unfruchtbare) des Maultieres[1488]. + +~Anaxagoras~ von Klazomenai (nach den einen etwa 500, nach anderen +etwa 460 bis 428)[1489] erkennt gleichfalls weder einen einheitlichen +Urstoff an, noch dessen Fähigkeit zur Artverwandlung, sondern nur +eine σύμμιξις, Sýmmixis = Vermischung und eine διάκρισις, Diákrisis += Abscheidung von kleinsten Teilchen[1490]; die Teilchen sind aber +nicht, wie bei ~Empedokles~, die einiger weniger Elemente, sondern +die unzählig vieler Arten von qualitativ verschiedenen, an sich +unveränderlichen Urstoffen, als deren σπέρμα (Sperma) = „Samen“ sie +gelten[1491]. Das Ursprüngliche stellen also die individuell gearteten +Urstoffe dar, z. B. Gold, und erst aus diesen gehen durch Vermischung +nach allen nur möglichen Verhältnissen die vier Elemente und sämtliche +Einzeldinge hervor[1492], deren jedes zwar ein μῖγμα (Amalgam) aus +jenen +allen+ und in solchem Sinne eine πανσπερμία (Panspermía, +Samen-Gesamtheit) ist[1493], stets aber +einen+ Stoff vorherrschend +enthält, und diesem seine charakteristische Natur verdankt. Durch +Hinzutreten oder Abtrennen von „Samen“ kann begreiflicherweise ein +Wechsel in der Vorherrschaft, und dadurch eine αλλοίωσις (Alloíosis) += qualitative Veränderung erfolgen[1494], und da jedes Ding „Samen“ ++aller+ übrigen enthält, wenn auch von manchen noch so wenig, so bleibt +die Möglichkeit eines Überganges von Jeglichem in Jegliches stets +gewahrt[1495]. Daß hierbei ein Neues von oft ganz abweichenden, ja +entgegengesetzten Eigenschaften auftritt, beruht also nur scheinbar auf +einer „Entstehung“, während in Wahrheit die Samen des Neuen schon im +Alten vorhanden waren, z. B. die des dunklen Wassers im weißen Schnee; +in diesem Sinne kann man das Paradoxon aussprechen „Schnee ist [auch] +schwarz“[1496]: der Samen des schwarzen (dunklen) Wassers ist eben +in ihm schon gegenwärtig, wenn auch zunächst noch verborgen, und man +muß nur den Weg finden, ihn (etwa durch Vermehren seiner, oder durch +Vermindern fremder Anteile) sichtbar hervortreten zu lassen[1497]. +Auch die ὕλη (Hýle, wörtlich Bauholz) des Weltalls[1498], d. h. der +Rohstoff, der dem ganzen Kosmos zugrunde liegt, ist ursprünglich ein +„Amalgam“, aus dem sich auf dem angedeuteten Wege, z. B. unter dem +Einfluß von Wärme und Kälte, oder von Verdünnung und Verdichtung, Feuer +und Luft ausscheiden, während Wasser und Erde zurückbleiben[1499]; +weiterhin entwickeln sich aus ihm alle die Einzeldinge, Gestalten und +Organismen, deren Samen in ihrer Gesamtheit das μῖγμα bildeten[1500]. + +Wie die Elemente des ~Empedokles~, so sind aber auch die Samen des +~Anaxagoras~ völlig toter Stoff; in Bewegung geraten, um sich zu +mischen oder zu entmischen, können sie daher nur unter dem Einfluß +einer äußeren Kraft. Als solche stellt ihnen ~Anaxagoras~ den νοῦς +entgegen (Nûs = Geist, Intellekt), dessen Unkörperlichkeit er aber +ebensowenig ganz klar hervortreten läßt, wie ~Empedokles~ die von Liebe +und Haß[1501]. Für die Immaterialität soll ein Zitat bei ~Euripides~ +sprechen: „Aus Äther stammt der Geist, in ihn kehrt er zurück“, doch +bleibt zweifelhaft, ob der Satz von ~Anaxagoras~ herrührt und was +dieser durch ihn ausdrücken wollte, denn Äther ist ihm meist mit +Feuer identisch[1502]. -- Sein jüngerer Zeitgenosse, ~Diogenes~ von +Apollonia[1503] (um 400) setzte νοῦς = ἀήρ des ~Anaximenes~, sah also +Geist = Luft an, Luft jedoch als den Urstoff, der durch Erwärmung = +Verdünnung oder durch Abkühlung = Verdichtung alle Dinge hervorbringt +und sie als „Erstes und Feinstes“ auch durchdringt und bewegt, ferner +aber auch als Atemluft ψυχή (Psyche = Seele, Leben) und νόησις (Nóesis += Intelligenz, Geisteskraft) verleiht[1504]; die Anziehungskraft des +Magneten, dem schon ~Thales~ eine „Seele“ zuschrieb, „weil er das Eisen +bewegt“, erklärt ~Diogenes~ daraus, daß auch die Metalle eine feine +dunstartige Luft ein- und wieder ausatmen[1505]. + +Nach ~Demokritos~ von Abdera (460-360?)[1506], dessen Lehren meist mit +den nur sehr ungenügend überlieferten seines etwa 30-40 Jahre älteren +Vorgängers ~Leukippos~[1507] übereinstimmen, zum Teil sogar diesem +entlehnt sein sollen, bestehen alle Einzeldinge aus den nämlichen +kleinsten, nicht mathematisch, aber physikalisch unteilbaren Teilchen, +die ἄτομα = Atome (Unteilbare) heißen und in denen das zu finden +ist, was frühere Philosophen in der φύσις (Physis = Ursubstanz), +den ἰδέαι (Ideen, wörtlich Bildchen, Formen), den Gestalten oder +Figuren (der Pythagoräer), usf., suchten[1508]. Die Atome sind +ungeworden, unzerstörbar und unveränderlich, zwar alle von gleicher +„qualitätsloser“ Beschaffenheit, d. h. ohne Farbe, Geruch, Geschmack, +Wärme, Kälte, usf., dabei aber raumerfüllend, undurchdringlich, von +unendlich verschiedener Gestalt, Größe und Schwere [demnach doch nicht +ganz ohne innere Eigenschaften!][1509]. Daß es also Einzeldinge, +belebte Wesen, Menschen, ja Götter (Dämonen), von ganz verschiedenen +Qualitäten („Gegensätzen“) gibt, und daß sie entstehen und vergehen, +ist nicht aus der inneren Natur der Atome erklärbar, sondern nur aus +deren äußerer wechselnder Lage und Anordnung, Verbindung und Trennung; +hervorgerufen wird diese durch Druck oder Stoß, d. h. durch Bewegung +(κίνησις, Kínesis), die jedoch den Atomen nicht so gänzlich fremd +gegenübersteht wie „Liebe und Haß“ den Elementen oder wie „Nûs“ den +Samen, ihnen aber auch nicht derartig innewohnt wie das Eigenleben den +Urstoffen der jonischen Philosophen, vielmehr nur mit ihnen verbunden, +allerdings aber seit jeher verbunden ist[1510]. Ursprünglich vorhanden +(ἀρχαί) sind also nur der leere Raum und die bewegten Atome, +sie+ sind +φύσει gegeben, d. h. +objektiv+ in der Natur; die (später ποιότητες +genannten) Qualitäten dagegen, z. B. süß oder bitter, sind nicht +wahre Eigenschaften der Dinge, sondern nur νόμῳ, d. h. +subjektiven+ +Ursprunges[1511], Zustände subjektiver Wahrnehmung[1512]. + +Ob ~Demokritos~ wirklich zuerst den Ausdruck Atom (ἄτομος, ἄτομον), +ferner die Schlagworte von Sympathie und Antipathie der Dinge, sowie +vom Menschen als Mikrokosmos geprägt hat[1513], ist zweifelhaft; +durch die Ausbildung der Atomistik, durch seine mannigfachen +naturwissenschaftlichen Kenntnisse und Versuche und durch seinen +Grundsatz „Erfahrung ist die letzte Quelle unseres Wissens“[1514], hat +er aber jedenfalls tiefgehenden und dauernden Einfluß geübt. + +Was die angeblichen magischen und alchemistischen Schriften des +~Demokritos~ anbelangt, so sind sie, wie schon in einem früheren +Abschnitte angeführt wurde, sämtlich Fälschungen einer späten +Zeit[1515]; auf ihre Entstehung wird weiter unten nochmals +zurückzukommen sein. + + + + +2. Platon und Aristoteles. + + +a) Platon.[1516] + +~Platon~ (427-347), der die leitenden Gedanken seiner bedeutendsten +Vorgänger übernimmt, sie zusammenfaßt und zwecks Aufrichtung des +eigenen originalen, von einer Fülle unvergänglichen Tiefsinnes +zeugenden Lehrgebäudes verwertet, beschäftigte sich mit +naturgeschichtlichen Fragen erst verhältnismäßig spät, als die +Hauptpunkte seines (hier nicht zu erörternden) philosophischen Systems +längst endgültig feststanden; hieraus erklärt sich seine Unterschätzung +des Wertes der Anschauung sowie der Bedeutung der Materie, seine +mythologische, ja mystische Deutung mancher Naturlehren, -- wobei sich +die orphischen und pythagoräischen Einflüsse, die er erfahren hatte, +in sehr merklichem Grade geltend machen[1517] --, und eine gewisse von +derartigen Darstellungen kaum trennbare Unklarheit und Dunkelheit, die +dann späteren Geschlechtern als ein wesentliches Kennzeichen „geheimer +Weisheit“ erschien, weshalb man sie nachzubilden oder womöglich noch zu +überbieten trachtete. + +Grundlage alles Bestehenden ist nach ~Platon~ ein Erstes, +Ursprüngliches, Unbegrenztes, das unsichtbar und sinnlich nicht +wahrnehmbar, ungeformt und ungestaltet, dabei aber allbildsam und +allempfänglich ist, daher auch „Mutter“ oder „Schoß“ alles Wesens +heißt. Über die Deutung dieser Lehre gehen die Ansichten seit jeher +auseinander: die Einen erklären das Unbegrenzte für den leeren Raum, +die Anderen für eine eigentliche, in steter aber ungeordneter Bewegung +befindliche Urmaterie oder ὕλη (Hýle), -- welches Wort übrigens bei +~Platon~ nur im alten Sinne von „Holz, Bauholz, Material“ vorkommt, +während es sich im neuen von „Materie“ (daher πρώτη ὕλη = ursprüngliche +oder Ur-Materie) erst bei ~Aristoteles~ gebraucht findet[1518]. Ein +Schwanken zwischen beiden angeführten Auffassungen macht sich aber +schon bei ~Platon~ selbst bemerklich, besonders auch in jenen Werken, +die er erst in höherem Alter verfaßte[1519]. + +[Illustration] + +Das qualitätslose (ἄποιον) und ungeformte (ἄμορφον, amorphe) +Unbegrenzte wird zum eigentlichen bestimmten Körper (σῶμα = Soma), +und geht aus dem Zustande des „Nichtseienden“ (μὴ ὄν)[1520] in den +der körperlichen Realität über, indem es zunächst die Formen der vier +Elemente annimmt[1521]; dies geschieht vermöge einer Begrenzung seitens +geometrischer Gestalten, -- deren einschlägige Rolle die ungeheure +Bedeutung der Mathematik klar hervortreten läßt --, und zwar kommen +dabei im wesentlichen die zwei Arten rechtwinkliger Dreiecke in +Betracht, die durch Zerfällung des Quadrates und des gleichseitigen +Dreieckes entstehen. Sieht man nun als das „Ursprüngliche“ den leeren +Raum an, so erschafft den Körper offenbar schon die bloße mathematische +Abgrenzung durch die Dreiecksflächen[1522], also eine rein +stereometrische Konstruktion[1523], und die ausgedehnte Substanz wird +hiernach identisch mit der bloßen Ausdehnung[1524], -- eine Folgerung, +die sich keineswegs allen Werken ~Platons~ gegenüber widerspruchslos +aufrecht erhalten läßt[1525]; anderenfalls schneiden die Dreiecke die +Elementar-Krystalle aus dem von der Hyle erfüllten Raume[1526]. + +Vermutlich pythagoräischen Vorstellungen folgend, schreibt ~Platon~ +von diesen „Elementar-Krystallen“, also den fünf „platonischen +Körpern“, das Tetraeder dem Feuer als Form zu, das Oktaeder der +Luft, das Ikosaeder dem Wasser und das Hexaeder der Erde, so daß die +Gestalten der genannten vier Gebilde die Natur der vier Elemente +(σώματα) hervorbringen und bedingen; das Dodekaeder wird, weil es +sich einigermaßen der Kugelform des Weltganzen annähert, mit diesem +verglichen, und nicht etwa als die Form des Äthers betrachtet[1527], +der ursprünglich nur für eine Art Luft von ganz besonderer Reinheit +gilt, hierin der gewöhnlichen Luft um ebensoviel überlegen, wie diese +wieder dem Wasser. Als ein fünftes Element, so daß von πέντε σχήματα +καὶ σώματα die Rede ist, tritt der Äther, wenn überhaupt in echten +Schriften ~Platons~, erst in solchen seiner Spätzeit auf, sowie +in denen seiner Nachfolger ~Speusippos~ und ~Xenokrates~, welchen +letzteren (der seit 339 lehrte) einige als Verfasser des „Epinomis“ +genannten 13. Buches der „Gesetze“ ~Platons~ ansehen[1528], während +andere dieses seinem Schüler ~Philippos~ von ~Opus~ zuschreiben. + +Da die Elemente bloße Modifikationen der nämlichen, noch form- +und qualitätslosen Urmaterie darstellen, so sind sie fähig, teils +unmittelbar, teils mittelbar (nämlich auf dem Wege über diese +Ursubstanz) ineinander überzugehen[1529]; die Erde nimmt dabei eine +Sonderstellung ein, weil allein ihre Grenzdreiecke die durch Zerfällung +des Quadrates entstandenen und daher spezifisch gestaltete sind[1530], +während die dem Wasser, der Luft und dem Feuer zugehörigen sämtlich +dem gleichseitigen Dreiecke entstammen, weshalb bei diesen Elementen +auch ein unmittelbarer gegenseitiger Übergang stattfinden kann, z. B. +1 Oktaeder der Luft ⮂ 2 Tetraeder des Feuers, 1 Ikosaeder des Wassers +⮂ 2½ Oktaeder der Luft oder auch 2 Oktaeder der Luft + 1 Tetraeder des +Feuers, usf. So vermag der eine Stoff völlig die Natur des anderen +anzunehmen, alles ist wandelbar, jegliches kann zu jeglichem werden, +und diese unter wechselnder Verdichtung und Verdünnung stattfindenden +Vorgänge erfolgen in endlosem und unaufhörlichem Kreislaufe ἄνω (áno) +und κάτω (káto); jedes Element strebt dabei seinem „natürlichem Orte“ +zu, denn Gleiches und Gleiches ziehen sich an; wird es aber aufgelöst, +z. B. Wasser zu Luft und Feuer, so gilt das nämliche auch von den +Produkten dieser Umsetzung[1531]. Der Äther hingegen, der weder Kälte +oder Wärme noch sonstige „Gegensätze“ enthält, vielmehr durchaus +„einfach“ ist, vermag sich in keines der vier Elemente umzugestalten; +abweichend von diesen besitzt er auch von Natur aus die vollkommenste +aller Bewegungen, die Kreisbewegung[1532]. + +Aus den vier Elementen entstehen alle Einzeldinge, deren unendliche +Mannigfaltigkeit sich zum Teil aus den Verschiedenheiten ihrer +Mischungsverhältnisse erklärt, zum Teil aus der wechselnden Größe der +Grenzdreiecke, zum Teil endlich aus jener mehr oder minder weitgehenden +Verschmelzung der entgegengesetzten Qualitäten (ποιότητες) Wärme und +Kälte, Feuchte und Trockenheit, die als eine wahre Vereinigung oder +Vermählung anzusehen ist. + +Das Wasser z. B. geht beim Erwärmen unter Verdünnung und durch die +Zwischenstufen des Dampfes und Dunstes in Luft über, beim Abkühlen +hingegen verdichtet es sich und erstarrt oberhalb der Erde zu Schnee +und Hagel, auf der Erde zu Reif und Eis, in oder unter der Erde aber zu +Gesteinen und Mineralien; je nach der Reinigung und Läuterung, und je +nach den Einflüssen von Wärme und Kälte, Zeitdauer und Druck, bilden +sich hierbei Salze, Laugensalze, glasartige Krystalle, Tone, feste +felsige Massen, Erze und schließlich Metalle, deren Ursprung sich noch +in ihrer Schmelzbarkeit verrät, denn alles, was flüssig werden kann, +ist von der Natur des Wassers[1533]. Die dichteste, gleichförmigste und +feinste aller Substanzen ist das Gold, das als edelstes der Metalle +in deren Rangordnung die oberste Stelle einnimmt, ebenso wie in der +Hesiodschen der Zeitalter und Geschlechter; wie jedoch den vornehmsten +Geschlechtern Glieder entspringen können, die in die mittleren oder +tiefsten Stände herabsinken, während sich umgekehrt aus diesen einzelne +Sprößlinge in die obersten Schichten zu erheben vermögen, so erzeugt +zuweilen auch das Gold die geringeren Glieder der Rangordnung, nämlich +Silber, Kupfer und Eisen, oder geht selbst aus einem von diesen +hervor. -- Ihm zunächst stehen das „jetzt nur mehr dem Namen nach +bekannte Oreichalkon“[1534], und sodann das Silber; weit weniger edel +sind Kupfer und Eisen, die daher leicht der Zerstörung anheimfallen und +dabei, unter Verlust auswitternder erdiger Teile, Grünspan und Rost +ergeben. + +Wie die Mineralien und Erze, so gehen aus den vier Elementen auch die +Leiber der Pflanzen und Tiere hervor, doch enthalten sie z. B. die Erde +nur in besonders reinem und feinem, das Feuer nur in sehr gemäßigtem +und abgeschwächtem Zustande; dem im menschlichen Körper vorhandenen +Feuer-Elemente strömt durch Einatmen der belebende Lufthauch zu, das +πνεῦμα (Pneuma)[1535], das ~Platon~ als Erster auch als das seelische +Prinzip auffaßt[1536]. Das richtige Gleichgewicht der Elemente ist +Vorbedingung der Gesundheit; ihre ungleichmäßige Verteilung, die auch +eine solche der πνεύματα, d. h. der luftartigen Bestandteile, sowie der +Gallenstoffe, Schleime usf., mit sich bringt, erzeugt Krankheiten des +Körpers, oft aber auch, von diesen ausgehend, solche des Geistes[1537]. + +Aus den vier Elementen besteht endlich, gleich allem Irdischen, auch +alles Himmlische, und demnach das gesamte Weltall; seine Achse, +die Weltachse, ein Spindelstab mit Spitzen aus Stahl [Adamas, was ++nicht+ Diamant bedeutet!], ruht im Schoße der über allen Höhen +thronenden ~Ananke~ (der Notwendigkeit), und steht unter dem Schutze +ihrer Töchter, der Parzen. An der Weltachse sind, über der im +Mittelpunkte des Alls ruhenden Erde, und rings um diese herum, die +acht konzentrischen Sphären befestigt, und zwar entsprechen ihre +Entfernungen den Längen jener Abschnitte einer schwingenden Saite, +die, der Entdeckung des ~Pythagoras~ gemäß, harmonische Töne ergeben. +Die äußerste, achte, die des Fixsternhimmels, ist buntfarbig, da an +ihr zahlreiche, in verschiedenem Lichte funkelnde Sterne befestigt +sind; die siebente, gelbliche, trägt den Phainon (= Lichtbringer; +später ~Kronos~, Saturn); die sechste, glänzend-weiße, den Phaëthon +(= Leuchtender; später ~Zeus~, Jupiter); die fünfte, rötliche, +den Pyrôeis (= Feuerfarbiger; später ~Ares~, Mars); die vierte, +gelbliche, den Eosphoros oder Phosphoros (= Morgenstern; später +~Aphrodite~, Venus); die dritte, weißliche, den Stilbon (= Glänzender; +später ~Hermes~, Merkur); die zweite, glänzende, den ~Helios~ (Sol, +Sonne), und die erste, vom ~Helios~ bestrahlte, die ~Selene~ (Luna, +Mond)[1538]; jeder dieser Sphären ist eine Sirene zugeteilt, die einen +lauten Klang ertönen läßt, und diese alle vereinigen sich zu einem +harmonischen Gesamtklange, der Harmonie der Sphären oder Sphärenmusik. +Nach Analogie der „Wagen“ des ~Helios~ und der ~Selene~ werden, in +~Platons~ letzter Periode, die Planeten und die Sterne überhaupt als +„Fahrzeuge“ vorgestellt und zwar als solche der Seelen; die „Epinomis“ +erklärt die Seelen der Sterne für eigentliche Stern-Götter, die, weil +ihr Dienst aus Syrien oder Ägypten stammt, nicht einmal sämtlich +griechische Eigennamen haben, und stellt demgemäß drei Klassen von +Göttern auf: die olympischen, die Sterngötter und die Dämonen, die +hinwiederum teils ätherische sind, teils solche der Luft und des +Wassers. Die Lehre vom lenkenden Einflusse der ~Ananke~ und ihrer +Töchter, der Parzen, auf die Himmelswelt, in Verbindung mit jener von +der Parallelität des Geschehens im Makro- und Mikro-Kosmos, führt zur +Annahme, daß die Schicksale der Welt, vom großen Ganzen bis zu den +kleinsten Einzelheiten herab, innig mit den Stellungen und Bewegungen +der Gestirne zusammenhängen, ganz besonders mit jenen der Planeten. +In diesen Theorien, namentlich denen von den Gestirngeistern als +lebendigen seligen Wesen, von den Sternen als „sichtbaren Göttern“, +von den himmlischen Vorzeichen und Einwirkungen, sowie von den +verschiedenen Klassen des Geisterreiches, treten die Einflüsse +orientalischer, besonders babylonischer und iranischer Vorstellungen +unzweideutig zutage[1539]. + +Da sich nicht verkennen läßt, daß ~Platon~ die Lehre von den vier +Elementen schon in recht dogmatischem Gewande vorträgt[1540], so erhebt +sich die Frage, aus welchen Quellen er die betreffenden Anschauungen +schöpfte; doch ist diese, nach allem in früheren Abschnitten Erwähnten, +zwar unschwer zu entscheiden, soweit die allgemeinen Grundzüge, nicht +aber soweit die besonderen Einzelheiten in Betracht kommen. Das +Wort+ +für Elemente, στοιχεῖα (Stoicheía), bezeichnete ursprünglich, wie +~Diels~ nachwies, das Alphabet, in dem die Buchstaben eine geordnete +Reihe (στοῖχος, Stoíchos) bilden[1541]; στοιχεῖον im Sinne von Element +kommt weder bei ~Heraklit~ vor, noch bei ~Empedokles~, noch bei +~Anaxagoras~[1542], vielmehr ist es +zuerst+ bei ~Platon~ nachweisbar, +der es aber nicht als Neugebildetes und Eigenes, nicht mit Vorliebe +und auch nicht konsequent gebraucht, sondern unter diesem Ausdrucke +zunächst Anfänge oder Rudimente begreift, sodann die geometrischen +Grundgestalten der Elemente, und schließlich die arithmetischen +Prinzipien der (pythagoräischen) Weltordnung[1543]; von wem er ihn +entlehnte, bleibt vorerst dahingestellt, denn daß ~Leukippos~ hierin +sein Vorgänger gewesen sein möchte[1544], scheint eine bloße Vermutung. + +Daß ~Platon~ ὕλη (Hýle) noch nicht im aristotelischen Sinne = Materie +setzt, ist bereits erwähnt worden; das eigentliche dauernde Wesen der +Dinge, ihre wahrhafte Substanz, bezeichnet er als οὐσία (Usía) und +stellt diese οὐσία, als Beharrendes, auch in Gegensatz zum Werdenden +und Wandelbaren, zur γένεσις (Genesis)[1545]. Übergänge der Stoffe +gelten ihm stets als durch ἀλλοίωσις (Alloíosis, Artverwandlung) +erfolgt[1546], und für die sich hierbei verändernden oder +ausgleichenden „Gegensätze“ gebraucht er als Erster das Wort ποιότητες, +d. i. Qualitäten[1547]. + + +b) Aristoteles.[1548] + +Durch Sammeln und kritisches Besprechen fremder, sowie durch Aufstellen +und planvolles Ausgestalten eigener Lehren übte ~Aristoteles~ +(384-322), wie auf zahlreichen anderen Gebieten so auch auf dem der +Physik, tiefgreifenden und fast zwei Jahrtausende vorhaltenden Einfluß +aus; dies gilt auch betreff der Theorien über die Materie, trotzdem +die Vorzüge seiner Systematik gerade in dieser Richtung nicht so +durchschlagend hervortreten wie gewöhnlich, so daß in sachlicher +Hinsicht mancherlei Unklarheiten und Widersprüche bestehen bleiben, +der sprachliche Ausdruck aber nicht selten der Folgerichtigkeit und +Bestimmtheit ermangelt[1549]. Daß dem so ist, erklärt sich wohl zur +Genüge aus den Schicksalen der Niederschrift und Überlieferung jener +Fassung der aristotelischen Werke, die allein uns heute zur Verfügung +steht; an dieser Stelle können jedoch die angedeuteten Umstände nicht +des Näheren erörtert werden. + +Merkwürdig schwankend gebraucht ~Aristoteles~ schon den Grundbegriff +οὐσία (Usía), in dem bald der Sinn von Materie oder Substrat zu +überwiegen scheint, bald der von Substanz oder Stoff, bald der von +Wesen oder Gattung[1550]; in der Regel bedeutet jedoch οὐσία das +Ursprüngliche der Dinge, ihre Anlage, ihr „Seiendes“, das zwar an +sich den Charakter des Beharrlichen und Bleibenden besitzen, dabei +aber fähig sein soll, sich unter dem Einflusse der Genesis (γένεσις, +der Entwicklung, des Werdens) in mehr oder minder weitgehendem Grade +zu „verwirklichen“, d. h. aus dem Zustande des „Möglichen“ (δύναμις, +Dynamis) in den des „Wirklichen“ (ἐνέργεια, Energie; ἐντελέχεια, +Entelechie) überzugehen[1551]. Die „Grundlage“ der Dinge (ὑποκείμενον), +ihre ὕλη (Hyle) oder Materie[1552], ihre „erste“ oder Ur-Substanz +(πρώτη ὕλη = materia prima), ist nämlich zwar das einheitliche und +bleibende Substrat aller Veränderungen[1553], besitzt aber kein +„aktuelles“ = tatsächliches Sein, sondern nur ein „potentielles“ = +mögliches; daher kann sie auch niemals +als solche+ auftreten[1554], +bildet vielmehr nur die „begriffliche (abstrakte) Voraussetzung“ für +die Möglichkeit der Körperwelt[1555]. Damit es nun zur „aktuellen“ +Entstehung von Einzelkörpern komme, muß die als noch gestalt- und +qualitätslos zu denkende Hyle eine bestimmte +Form+ (εἶδος, μορφή) +annehmen[1556], die für sie ein Höheres, dem Logos (Begriffe) des +Einzelkörpers Gleichwertiges ist[1557], und nach der sie deshalb, +als nach etwas in ihr schon Angelegtem, strebt und verlangt, wie +das Weibliche nach dem Männlichen[1558]. Alle Wirklichkeit erhält +also die Materie erst durch die Form: diese ist das Entscheidende und +Bestimmende, sie macht den Einzelkörper zu dem was er ist, und sie +bedingt namentlich, daß er fortzeugend seinesgleichen hervorbringt, +also z. B. Feuer wieder das Feuer, der Ölbaum den Ölbaum, der Weizen +den Weizen, der Mensch den Menschen[1559]. + +Entgegen den im vorstehenden entwickelten Anschauungen sieht aber +~Aristoteles~ an anderen Stellen seines Lehrgebäudes die πρώτη ὕλη +oder Urmaterie als einen körperlichen Stoff an[1560]; dieser ist +fähig der μεταβολή (Metabolé), -- was ursprünglich Bewegung und +Ortsveränderung bezeichnet, später aber auch Veränderung der Größe +und Veränderung der Eigenschaften, welche letztere Unterart ἀλλοίωσις +(Alloíosis, Artverwandlung) heißt --, ferner der σύνθεσις (Synthesis) +oder äußeren Vermischung, und endlich der μῖξις (Míxis) oder inneren +Verbindung[1561]; aus ihm sollen zunächst die vier Elemente hervorgehen +und weiterhin aus diesen durch μῖξις die Einzelkörper; diese stellen +keine bloßen mechanischen Mischungen dar, sondern durchaus einheitliche +und neue Stoffe, und enthalten die Elemente, die in ihnen stets +alle +vier+, wenn auch in den wechselndsten Mengen, vorhanden sind[1562], +nicht mehr unverändert, sondern nur noch potentiell, d. h. unter +Umständen wieder aus ihnen abscheidbar[1563]. + +Hiernach sind die Elemente spezifische, nicht weiter in andersartige +Bestandteile zerlegbare Grundstoffe, die aus der Hyle hervorgehen +und sich scharf von den ἀρχαί (Archai), als den außerhalb der Dinge +stehenden bloßen Prinzipien, unterscheiden[1564]; andere Teile der +aristotelischen Schriften erblicken hingegen schon in der Hyle selbst +nichts Einheitliches, vielmehr eine Gesamtheit der vier Elemente, die +vereint als Träger der Hyle gelten und deren vier Einzel-Erscheinungen +ein (abstraktes) „gemeinsames Substrat“ (κοινὸν ὑποκείμενον) zugrunde +liegt[1565]; ferner werden die vier Elemente oder στοιχεῖα (Stoicheía) +auch bald als ἀρχαί, bald als σώματα (Sóma = Körper) bezeichnet[1566] +und als Verbindungen gewisser „Gegensätze“ angesprochen[1567]. Die +vier ersten und ursprünglichen Qualitäten, das sind Wärme und Kälte, +denen +aktive+, sowie Trockenheit und Feuchte, denen +passive+ Natur +zukommt, lassen nämlich sechserlei Arten der Paarung zu; zwei von +diesen scheiden aus, da sich offenbar weder Wärme und Kälte noch +Trockenheit und Feuchte miteinander zu verbinden vermögen; demnach +verbleiben noch vier Paarungen, und von diesen ist zu setzen: Kälte ++ Trockenheit = Erde, Feuchte + Kälte = Wasser, Wärme + Feuchte = +Luft, Trockenheit + Wärme = Feuer, wobei die zweite der angeführten +Qualitäten stets die vorherrschende ist, und durch weitestgehende +Steigerung aus Wasser und Feuer die „Extreme“ Eis und Flamme ergeben +kann. Alle vier Elemente sind gegenseitiger Umwandlung ineinander +fähig[1568], und zwar rasch und leicht in den Richtungen Feuer ⭢ Luft +⭢ Wasser ⭢ Erde oder umgekehrt, weil hierbei stets +eine+ gemeinsame +Qualität als Anknüpfungspunkt bestehen bleibt, langsam und schwierig +aber in der Richtung Feuer ⮂ Wasser oder Erde ⮂ Luft, die einen Wechsel ++beider+ Qualitäten erfordert; alle diese Umwandlungen vollziehen +sich ἄνω καὶ κάτω[1569], in einem unaufhörlichen Kreisprozesse oder +Zyklus (ἐν κύκλω)[1570], und in solcher Weise, daß im ganzen das +Gleichgewicht zwischen Erde, Wasser, Luft und Feuer stets erhalten +bleibt. Hinsichtlich des eigentlichen Wesens dieser μεταβολή (Metabolé, +Umänderung) der Elemente machen sich die oben erwähnten Unklarheiten +gleichfalls geltend: als Umwandlung des gemeinsamen Substrates, der +πρώτη ὕλη (materia prima), hängt die Metabolé enge zusammen mit +den Veränderungen der Qualitäten (ποιότητες) und ist demnach eine +Alloiosis[1571], aber gelegentlich der zyklischen Übergänge der +Elemente wird sie auch als γένεσις καὶ φθορά (Entstehen und Vergehen) +erklärt[1572], endlich ist es jedoch auch nicht ausgeschlossen, daß +diese und andere Arten der Stoffverwandlung vielfach ineinander +übergreifen[1573]. + +Der +Äther+ ist +kein+ Element, sondern eine göttliche und himmlische +Substanz, durchaus und völlig verschieden von allen irdischen Stoffen, +deren Gesetze daher für ihn keine Gültigkeit haben; er ist immateriell, +einfach, unentstanden und unvergänglich, frei von den in den Elementen +enthaltenen „Gegensätzen“, daher auch qualitativ unveränderlich und +in endloser einheitlicher Kreisbewegung begriffen[1574]. Dieser ewig +unwandelbare, gleichmäßige, durchaus „vollkommene“ Umschwung des +Äthers, des Himmels und der Gestirne, ist das +erhaltende+ Moment +im Weltall, während die Schiefe der Ekliptik das +Verändernde+ +hinzubringt; aus dem Zusammenwirken beider erklären sich die sämtlichen +grad- und krummlinigen Bahnen der irdischen Stoffe und die an sie +geknüpften Veränderungen der Materie, die also in letzter Hinsicht +auf die Bewegungen der „göttlichen“ Himmelskörper zurückgehen[1575]. +Besonders wechselnd und verwickelt sind sie bei den Planeten, die sich +dadurch scharf von den unwandelbar an ihrem Orte beharrenden Gestirnen +der Fixsternsphäre unterscheiden; daß aber ihre Stellungen und Wege +Vorbedeutungen in sich schließen und in Beziehung zu den irdischen +Einzeldingen oder zu den Schicksalen der Menschen stehen sollen, gehört +in das Gebiet der Sagen und mythologischen Fabeln. Sämtliche Sphären +werden von lenkenden Sterngöttern durch den Raum geführt[1576]; diese +gelten [wie schon ihr späterer Übergang in „Schutzengel“ zeigt] in +der Regel als „gute Geister“ und gehören dem Kreise der „Untergötter“ +an, die als Stufenreich bald wohlgesinnter, bald bösartiger Dämonen +zwischen der Weltseele und den körperlichen Dingen schweben[1577]. + +Dem Äther nahestehend und edler als die vier Elemente ist das ++Pneuma+, ein ätherischer Hauch von warmer Natur und von der feurigen +Beschaffenheit der Himmelsgestirne, daher auch wie sie wärmespendend +und lebenerweckend[1578]; es ist der Träger der tierischen Wärme, die +am auffälligsten in der δύναμις πνευματική (pneumatischen Kraft) des +Samens hervortritt[1579], aber auch als Lebenswärme das Blut erfüllt +und u. a. die Nahrung „zurechtkocht“, wobei die Dünste und Dämpfe +zum Kopfe aufsteigen und dort durch die Kälte des Gehirnes wieder +abgekühlt werden[1580]; es ist ferner der Sitz der Seele[1581], deren +Übertragung, zugleich mit jener des Lebens, durch den Samen erfolgt +und zur Entstehung eines neuen, als Mikrokosmos anzusehenden Wesens +führt[1582]. + +Durch Umwandlung der Elemente, besonders der Erde und des Wassers, +unter dem Einflusse von Wärme und Kälte, sowie durch Verdichtung +dampfartiger Dünste, namentlich unter Druck, entstehen im Inneren des +Erdkörpers der von vielen für höchst heilig (θεῖον, theíon) erachtete +Schwefel (θεῖον, Theíon) nebst den ihm verwandten Mineralien, ferner +die Salze, die Tone, die Erze und die Metalle, und zwar durch ein sehr +allmähliches Wachsen und Reifen, also auf ganz anderem Wege als sie +die menschliche Kunst unter Umständen herzustellen oder abzusondern +versteht. + +Alle Metalle enthalten Wasser, jedoch nur in potentiellem Zustande, +während es aktuell erst beim Schmelzen hervortritt und erkennen läßt, +daß alles Schmelzbare von der Natur des Wassers ist; ferner enthalten +sie Erde, mit einziger Ausnahme des Goldes. Dieses allein ist völlig +rein und wird daher auch durch die größte Glut weder verändert noch +verbrannt; eine Flamme, die stets nur als „brennender Rauch“ anzusehen +ist[1583], gibt es selbst im schärfsten Feuer nicht; seine gelbe +oder rote Farbe beweist jedoch, daß es in enger Beziehung zum Feuer +steht, mittels dessen es zu gewinnen und auszuschmelzen zuerst der +Phönizier ~Kadmos~ lehrte. In merklicher Menge enthält das Silber +erdige Teile, in noch merklicherer das Kupfer, Eisen, Zinn und Blei, +die deshalb sämtlich verbrennbar sind und dem Feuer nicht widerstehen; +im Quecksilber ist hauptsächlich Erde und Wasser vorhanden, welches +letztere seinen flüssigen Zustand bewirkt, außerdem aber auch viel +Luft, die seine Verdichtung durch die Kälte verhindert. + +Gold und das „feuerfarbige“ [Metall], sowie ebenso Silber und Zinn +gehören gleicher Gattung und Art an, stimmen in der Farbe und den +meisten Eigenschaften völlig überein und zeigen sich in anderen nur +wenig verschieden; sie sind also miteinander nahe verwandt und daher +auch gegenseitigen Überganges fähig. Durch Verschmelzen von Kupfer mit +einer im Lande der Mossynöken, am Südostufer des Schwarzen Meeres, +vorkommenden Erdart [offenbar einem zinkhaltigen Mineral], bereitete +ein Erfinder, der sein Verfahren hierbei geheim hielt, eine „Mischung“ +(κρᾶμα = Kráma, κρᾶσις = Krásis, d. i. eine Legierung), vermutlich die +nämliche, aus der die berühmten „indischen“ Trinkschalen des Königs +~Darius~ verfertigt waren [d. i. Messing]: sie ist ebenso glänzend, +leuchtend und unverrostbar wie Gold und von diesem durch die Farbe +nicht zu unterscheiden, angeblich aber durch den Geruch. Übrigens +sehen gar mancherlei Dinge wie Gold oder Silber aus, die nur mit +χολοβαφίνη (Gallenfarbe) gelb gefärbt sind, oder aus Lithargyrina +[einer silberähnlichen Legierung?] bestehen; wer sie wirklich für Gold +oder Silber hält, gleicht dem Manne, dem ein Trugschluß als Wahrheit +erscheint. + +Das Verschmelzen von Kupfer mit dem aus den keltischen Ländern +kommenden Zinn und das Zurechtmischen (χαλκοῦ κρᾶσις Krásis) und Gießen +des „Erzes“ [der Bronze] soll ein Lyder namens ~Skythos~ erfunden +haben. Das Wesen dieses Vorganges besteht darin, daß die ausgeprägte +und beständige Natur des Kupfers der ungefestigten und für Einwirkungen +sehr empfänglichen des Zinns völlig Herr wird, so daß das Zinn, als +wäre es zu einem bloßen stofflosen Zustand (zu einer Qualität) des +Kupfers geworden, im Erze verschwindet, dem es dabei eine (goldige) +Färbung erteilt; tatsächlich ist das Zinn, nachdem seine Vermischung +mit dem Kupfer stattgefunden hat, als solches nicht mehr wahrnehmbar, +aber aus den weichen Metallen ist dabei ein hartes, festes, von hohem +Glanze und von gänzlich anderer Farbe entstanden, das Kupfer hat also +zugleich mit der neuen Färbung auch eine völlig neue Natur angenommen. +Eine derartige Veränderung, die unter „Auflösung der eigenen Form“, +unter „Aufgeben der eigenen Hyle“ verläuft, steht indes keineswegs +vereinzelt da: ein Tropfen Wein z. B. +vermischt+ sich nicht mit +10000 Kannen Wasser, sondern +geht+ unter gänzlichem Verluste seiner +Form in Wasser +über+, ein Körnchen Süßes bleibt in einer sehr großen +Menge Flüssigkeit nicht als Gemengteil +erhalten+, sondern wird völlig +zu ihr „+aufgelöst+“. Beispiele für die Umwandlung der Natur eines +Stoffes unter Farbenwechsel sind das Reifen der herben und sauren +Früchte zu wohlschmeckenden und süßen, die Entstehung von Brot und +Backwaren aus μάζα (Máza = Brotteig), also aus Mehl und Wasser, -- +wobei infolge der massenhaft entweichenden „Luft“ stets ein erheblicher +Gewichtsverlust eintritt --, ja auch die Veränderungen des Wesens der +Menschen zugleich mit deren „angeborener Farbe“, die ursprünglich für +jeden Einzelnen durch das Verhältnis bedingt ist, „wie sich in ihm die +Elemente mischten.“ Nicht möglich ist es indessen, solche und ähnliche +Veränderungen auf gleiche Weise wieder rückgängig zu machen: Wein geht +z. B. leicht in Essig über, soll aber aus Essig wieder Wein entstehen, +so kann das nur auf dem nämlichen Wege geschehen, auf dem aus einem +Toten aufs neue ein Lebendiger wird, d. h. durch die gänzliche +Auflösung seiner Bestandteile in die Ursubstanz (πρώτη ὕλη; próte hýle, +materia prima) und durch deren völlige Neugestaltung[1584]. + +Unter den der Schule des ~Aristoteles~ Zugehörigen, den Peripatetikern, +steht sein unmittelbarer Nachfolger ~Theophrastos~ (372-287) ihm nach +fast allen Richtungen sehr nahe und teilt auch seine Ansichten betreff +der Materie[1585]; als ὕλη (Hýle) betrachtet er jedoch fast stets einen +bestimmten Stoff und nicht, wie wiederum die späteren Schulhäupter, +die noch gestaltlose Ursubstanz „vor Aufnahme der Form“[1586]. Seine +hervorragendsten philosophischen Werke sind leider verloren gegangen, +so daß sich ihr Inhalt nur auf Grund später und oft arg entstellter +Überlieferungen wenigstens zum Teile erschließen läßt; auch von +der Schrift über die Mineralien, auf die an geeigneter Stelle noch +zurückzukommen sein wird, besitzen wir nur größere Bruchstücke. + +~Theophrasts~ Schüler ~Straton~, der 287-269 lehrte, soll sich +vornehmlich mit Naturkunde beschäftigt haben, weshalb er auch ὁ φυσικός +(der Physikus) genannt wurde[1587]; in seinen Lehrmeinungen wich er +vielfach von ~Aristoteles~ ab und hielt u. a. auch die scharfe Trennung +von Stoff und Form für unzulässig und unmöglich[1588]. Von seinen +zahlreichen Schriften sind nur geringe Fragmente erhalten, aus denen +~Diels~ sein System nach Möglichkeit rekonstruierte[1589]. Wichtig ist +namentlich ~Stratons~ Lehre vom Pneuma[1590], die sehr bedeutenden +Einfluß auf die Medizin gewann; bei seinem Zeitgenossen ~Erasistratos~, +dem berühmten Arzte, tritt das Pneuma auch als mechanischer Träger der +Seelentätigkeit auf[1591]. + + + + +3. Die Stoïker. + + +Von den drei neuen, seit dem Zerfalle des mazedonischen Weltreiches +ziemlich gleichzeitig zur Entwicklung gelangenden nacharistotelischen +Systemen, dem des ~Epikur~ (dessen Physik eine atomistische ist), dem +skeptischen und dem stoïschen, ist an dieser Stelle nur das letztere +zu betrachten; denn von ihm allein gingen hier zu berücksichtigende +Nachwirkungen aus, und zwar um so bedeutsamere und wichtigere, +als es sich vom 2. Jahrhundert an in steigendem Maße der gesamten +Schuldisziplin bemächtigte und hierdurch der höheren Allgemeinbildung +des ausgehenden Altertums tiefgreifende Spuren einprägte. + +Im Laufe des 4. Jahrhunderts machte sich, zugleich mit der rasch +fortschreitenden Zerrüttung der politischen und religiösen Verhältnisse +Griechenlands, auch eine fühlbare Ermattung des philosophischen Geistes +bemerklich; ihre Anzeichen sind das Überwiegen rein praktischer +Bestrebungen und der auf sie hinzielenden ethischen Grundsätze, das +Verlangen nach Leichtfaßlichkeit und Volkstümlichkeit der Lehren, die +Berücksichtigung persönlicher Stimmungen, Neigungen, Vorurteile usf. +und Hand in Hand hiermit ein anfangs unmerklich einsetzender, alsbald +aber mächtig anwachsender Einfluß des Orients[1592]. Es kann daher +nicht unbeachtet bleiben, daß die hervorragendsten der älteren Stoïker +fast sämtlich der östlichen Mischbevölkerung angehörten[1593]: ~Zenon~ +(342-270 oder 336-264) stammte aus Kition in Cypern, ~Kleanthes~ +(331-251 oder 233?) aus Assos in der Troas, ~Chrysippos~ (280-205) aus +Soloi in Cilicien; aus Rhodus gebürtig war ~Panaitios~ (180-110), aus +Apamea in Syrien ~Poseidonios~ (135-51), welche Träger der mittleren +Stoa das System dem römischen Weltreiche übereigneten, in dem es durch +~Seneca~ (gest. + 65), ~Epiktet~ (gest. + 115?) und Kaiser ~Marc Aurel~ +(121-180) seine letzte Nachblüte zeitigte. + +Von den Werken der älteren Stoïker, also den eigentlich grundlegenden, +sind nur Bruchstücke erhalten, die in neuerer Zeit ~v. Arnim~ +zusammenfaßte[1594]; infolge ihrer Überlieferung durch späte, häufig +sogar sehr späte Kompilatoren lassen sich die einzelnen Lehren nur +selten mit völliger Sicherheit bestimmten Urhebern zuschreiben, sie +zeigen vielfache Widersprüche, ihre Terminologie ist weder einheitlich +noch folgerichtig, auch wird der Sinn der Schulsprache oft nur auf +Grund medizinischer Schriften verständlich, die von Ärzten stoïscher +oder stoïsch-peripatetischer Richtung, den sog. „Pneumatikern“, +herrühren[1595]. Dies alles gilt insbesondere betreff der +Naturforschung, denn da die Stoïker der Ansicht waren, die Fähigkeiten +des Menschen seien unzureichend zur Feststellung der Wahrheit auf +diesem Gebiete, so vermochten sie sich auf ihm auch fast nirgends +zu eigenen Leistungen aufzuschwingen[1596]. Ihre Meinungen blieben +vielmehr abhängig von denen des ~Platon~, vor allem aber von denen +des ~Heraklit~, des ~Aristoteles~ und der aristotelischen Schule der +Peripatetiker[1597]; großen Einfluß entfalteten hauptsächlich einige +durch Letztere weiter ausgebildete Lehren, nämlich erstens die von der +„Antiperístasis“, -- d. i. der Intensitäts-Veränderung der Qualitäten +unter dem Einflusse ihrer Gegensätze, die unter Umständen zur völligen +gegenseitigen Ab- oder Ausstoßung unter Platzwechsel führen kann[1598] +--, und zweitens die vom „Pneuma“ [später: spiritus], das als +„treibende Kraft“ oder „Spannkraft“ eine große und allgemein-wichtige +Rolle im gesamten Weltenlaufe zugewiesen erhält und zwecks Deutung der +Naturvorgänge in steigendem Maße zum Ersatze der von ~Aristoteles~ +gegebenen dynamischen Erklärungen herangezogen wird[1599]. + +Die Einflüsse des orientalischen Geistes machen sich u. a. in der +Vorliebe für die +Mantik+ geltend, über die bereits einige der älteren +Stoïker, aber auch noch ~Poseidonios~, ausführlich schrieben: den +Gestirnen, namentlich den Planeten, wird als den „sichtbaren Göttern“ +besondere Verehrung gezollt; Vorbedeutungen, Wundererscheinungen +und abergläubischen Wahrzeichen wird hoher Wert beigemessen; +für denjenigen aber, der sich solchen Rates erholen will, sind +sittliches Wohlverhalten, Reinheit des Herzens, selbstlose Gesinnung, +Frömmigkeit, Keuschheit und auch entsprechende Ernährung wesentliche +Vorbedingungen des Erfolges[1600]. Zu den Wahrzeichen zählen auch die ++Sympathien+ und +Antipathien+, die ursprünglich mehr als naturgemäßes +Zusammentreffen verschiedener Vorgänge in verschiedenen Teilen +des Weltalls angesehen werden, weiterhin aber auch als Ergebnisse +einer Art höherer psychischer Fernwirkung, die dann in diesem Sinne +(ebenso wie die übrigen orientalischen Anschauungen) den Lehren der +späteren Neu-Pythagoräer und -Platoniker vorbauen[1601]. Als sehr +charakteristisch für die Stoïker erweist sich endlich ihr Streben nach ++allegorischer+ Aus- und Umdeutung religiöser Glaubenssätze und Mythen, +volkstümlicher Vorstellungen (Dämonen, Geister ...), dichterischer +Schöpfungen (der Epen ~Homers~, ~Hesiods~ ...) usf., wobei sie mit +großer Willkür verfahren und als „Beweise“ mit Vorliebe etymologische +Spitzfindigkeiten, ja Kindereien beibringen[1602], nach Art der +Gleichsetzung von ~Kronos~ mit ~Chronos~[1603], die sich allerdings +vielleicht schon bis ins 6. Jahrhundert zurückverfolgen läßt[1604]. So +ermitteln sie auch Beziehungen der Götter zu den vier Elementen[1605], +Zusammenhänge zwischen den Namen, Gestalten und Attributen der +Götter[1606], -- u. a. auch betreff deren ägyptisch-hieroglyphischer, +angeblich auf Sonne, Mond und Sterne bezüglicher Symbole[1607] --, +zwischen Gottheiten und den Gestirnen, namentlich den Planeten, die +in einer für das Weltall sehr nützlichen Anzahl vorhanden sind und +sehr wunderbare Wirkungen ausüben[1608], usf. Nach Überlieferungen bei +~Plutarch~ (48-125 n. Chr). und ~Dion Chrysostomos~ (um 80 n. Chr.) +erklärte man die homerische Episode vom Beilager des ~Ares~ und der +~Aphrodite~ als Konjunktion der gleichnamigen Planeten[1609], die +Hochzeit des ~Zeus~ mit der ~Hera~[1610] als Verbindung der Elemente +u. dgl. mehr. + + —————————— + +Nach der naturwissenschaftlichen Lehre der Stoïker, die, wie erwähnt, +keineswegs als eine klare und widerspruchsfreie zu bezeichnen ist, +gibt es zwei gestaltlose, ungewordene und unvergängliche Urprinzipien +oder αρχάι (Archái)[1611], die am kürzesten Stoff und Kraft, Leib und +Seele, oder Körper und Geist zu benennen wären[1612]; ihre Unterschiede +werden bald in schärfster Weise hervorgehoben, bald wieder mehr oder +minder verwischt, indem man den Stoff als unmittelbar belebt, den Geist +aber als einen stofflichen Hauch ansieht[1613], -- so daß hiernach +alles gleichzeitig körperliches +und+ geistiges Wesen besitzen, demnach +eigentlich +einheitlich+ sein, also nur je nach dem Standpunkte der +Betrachtung vorwiegend körperlich oder geistig erscheinen müßte[1614]. + +Ursprünglich vorhanden war die +Urmaterie+, der allgemeine Grundstoff +(ὑποκείμενον, Hypokeímenon), die eine und einheitliche Substanz oder ++Usía+ (οὐσία) alles Bestehenden, die auch, -- und zwar +zuerst+ +von den Stoïkern[1615] --, mit der +Hyle+ identifiziert und πρώτη +ὕλη (materia prima) genannt wird[1616], zuweilen auch πρωτίστη +ὕλη = „allererste Materie“[1617]; sie ist der reine, form- und +eigenschaftslose Stoff, ἄποιος ὕλη, ἄποιος οὐσία[1618], σῶμα ἄποιον +καὶ ἄμορφον[1619], gänzlich +passiv+, aber allempfänglich, fähig +jeglicher μεταβολή (Metabolé, Umänderung) und αλλοίωσις (Alloíosis, +Artverwandlung)[1620], zu Allem wandelbar und gestaltbar. Diese +Gestaltung begann zunächst[1621], indem die +aktive+ göttliche ἄρχη +(Gottheit, Zeus, Kraft, Geist, ....) die vier ebenfalls aktiven und +göttlichen +Qualitäten+, d. s. Wärme und Kälte sowie Trockenheit +und Feuchte, auf die Hyle einwirken und sich (unter Verdünnung und +Ausdehnung, Verdichtung und Zusammenziehung usf.) mit ihr verbinden +ließ[1622]; hierdurch entstanden die vier Elemente, d. s. Feuer und +Luft sowie Erde und Wasser, die jedes nur +eine+ ποιότης (Poiótes, +Qualität) haben[1623], -- wie denn z. B. ὕλη + göttliches Wärmeprinzip += Feuer als Element ergibt[1624] --, und die nach ~Heraklits~ Regel +ἄνω (áno) und κάτω (káto) ineinander überzugehen vermögen und auch +tatsächlich ununterbrochen übergehen[1625]. + +Die vier +Elemente+ oder στοιχεῖα[1626] sind, im Gegensatze zu den +ἀρχάι, geworden und geformt, also auch vergänglich und zerstörbar[1627] +und erweisen sich als die ersten besonderen Gestaltungen des göttlichen +Wesens, sowie als die allgemeinsten Substrate für die Wirksamkeit +der göttlichen Kraft[1628]. Da das Feuer heiß und leicht ist, die +Luft kalt und leicht, die Erde trocken und schwer, das Wasser feucht +und schwer, so treten [wie auch schon bei ~Aristoteles~ und den +Peripatetikern][1629] Feuer nebst Luft, sowie Erde nebst Wasser sich +in zwei natürlichen Gruppen gegenüber, die als „obere und untere“, +„feinere und gröbere“, „bindende und gebundene“, „aktive und passive“, +„tätige und leidende“ Elemente, „ποιοῦν καὶ πάσχον“[1630], ihrerseits +wieder im Verhältnisse wie Kraft zu Stoff, Geist zu Körper, Seele zu +Leib stehen[1631]. + ++Wirklich+ und +wirksam+ können nach stoïscher Lehre allein +Körper+ +sein, daher muß auch den ποιότητες, den Qualitäten oder Eigenschaften, ++körperliche+ Natur zukommen[1632], etwa die einer „feinsten zarten +Substanz“, einer „leichten materiellen Strömung“[1633], eines von +τόνος (Tónos = tenor; Spannung, Spannkraft) erfüllten Hauches +oder Pneumas[1634]. Im Gegensatze zur üblichen Lehre von der +Undurchdringlichkeit ist hiernach eine „κρᾶσις δι’ ὅλων“ möglich, d. h. +eine „völlige Durchdringung“ der Körper und ihrer Qualitäten[1635]: +sie ist weder eine παράθεσις (Paráthesis = mechanische Vermengung) +wie die verschiedener Arten Getreide, noch eine gewöhnliche κρᾶσις +oder μῖξις (Krásis, Míxis = Vermischung) wie die von festem Eisen +mit Feuer oder von flüssigem Wasser mit Wein, noch endlich eine +σύγχυσις (Sýnchysis = Verschmelzung) wie die der Salben und Arzneien, +bei der die Qualitäten der Bestandteile verschwinden und ganz neue +entstehen[1636], vielmehr bewahren bei ihr sämtliche Komponenten ihre +Individualität, vereinigen sich aber zu einem neuen Stoff[1637]. +In letzter Linie gehen daher aus der Usía, der Ursubstanz als +allgemeinen Grundlage der Körperlichkeit[1638], infolge Einwirkung der +Qualitäten die Einzeldinge hervor, teils unmittelbar, teils (durch die +Zwischenstufe der Elemente) mittelbar, und zwar jedes in Gestalt einer +stofflichen, aus Usia und einer veränderlichen Menge verschiedener +ποιότητες (Qualitäten) bestehenden Mischung (κρᾶσις); eine solche kann +ihrer Natur nach steten Veränderungen unterliegen[1639], indem sie +entweder durch Vermehrung oder Verminderung ihrer +Usia+ der Metabolé +(Umänderung) fähig ist, oder durch Wechsel ihrer +Qualitäten+ der +Alloíosis (Artverwandlung). Diese Einzeldinge, also bestimmte Stoffe +wie Holz, Gold, Eisen, Erz, -- für dessen Entstehung aus Kupfer +und Zinn die aristotelische Erklärung das ständige Schulbeispiel +bleibt[1640] --, werden aber von manchen Stoïkern auch als „Hyle“ +bezeichnet oder zusammengefaßt[1641], so daß es dann u. a. auch wieder +heißt „die vier Elemente machen die Hyle aus“[1642]. + +Entsprechend der Lehre ~Heraklits~ gehen die Elemente aus einem +„Urfeuer“ hervor[1643] und lösen sich beim Weltuntergange durch +ἐκπύρωσις (Ekpýrosis, Feuer-Werdung) wieder in dieses auf[1644]. +Verschieden von dem gewöhnlichen verzehrenden Feuer, dem πῦρ ἄτεχνον, +ist aber das πῦρ νοερόν oder τεχνικόν, das vernünftig-intellektuelle, +künstlerisch-bildende, leben- und wachstumverleihende[1645], das sich +auch οὐσία θεοῦ = göttliche Usia, Gottheit, Zeus, Substanz des Himmels +und der Gestirne, himmlischer Lufthauch, Pneuma [Spiritus], göttlicher +Geist, formende Kraft, Äther, Weltfeuer, Weltseele, Weltvernunft +(κοινὸς λόγος), Logos usf. benannt findet[1646]. Obwohl nun dieser +Weltkraft alle Merkmale des heraklitischen Logos zugeschrieben +werden[1647], so trifft doch auch für sie zu, daß sie als Gottheit +„wirkt“, demnach körperlicher Natur sein, dem physischen Stoffe +also nach Art eines zarten geistigen Hauches innewohnen muß[1648]; +diesen „göttlichen feurigen Hauch“, den schaffenden und wirkenden (τὸ +δραστήριον), betrachteten schon die älteren Stoïker als eine Verbindung +der leichten und aktiven (ποιητικά) Elemente Feuer und Luft und als +identisch mit dem +Pneuma+[1649]. Ursprünglich galt das Pneuma nur +als etwas Materielles und Körperliches, als eine Strömung jener feinen +Luft, die sich beim Gewitter entzündet[1650] und durch ihre Spannung +(τόνος = tónos) die Erdkugel in Schwebe und den ganzen Kosmos in +Vereinigung erhält[1651]; allmählich aber würde es (in Fortbildung +aristotelischer Anschauungen)[1652] zu einer die gesamte Materie +durchdringenden und hierdurch gleichfalls mit τόνος erfüllenden, +„geistigen“ und „göttlichen“ Naturmacht, die als „natura naturans“ +gestaltet und formt, bildet und bewegt, ja Leben und Empfindung, Seele +und Denkvermögen erweckt[1653]. + +Die Kraft, die den τόνος des Pneumas bedingt, wird insbesondere +auch als +Logos+ bezeichnet[1654], der seinem Wesen nach aktiv, +zwecksetzend und zielstrebig ist und sich zum Kosmos verhält wie die +Seele zum Leib, oder wie die bewegende Ursache (causa) zur bewegten +Masse (materia)[1655]. Häufig findet sich der Logos aber auch +unmittelbar dem Pneuma gleichgesetzt[1656] und samt diesem wieder +dem himmlischen Äther[1657]; als ein „göttliches Feuer“, dem πῦρ +τεχνικόν entstammend, durchdringt dann sein „warmer Hauch“, πνεῦμα +ἔνθερμον, das Weltall, bewirkt in ihm Einheitlichkeit und Harmonie, +Ordnung und Notwendigkeit[1658], bedingt die Entwicklung der Materie +nach gewissen Regeln und Normen und erweist sich so als Träger der +Gesetzlichkeit und Vernunft[1659]. Da nun die Götter dem menschlichen +Geschlechte den Logos, der als Vernunft und Gedanke in der Brust ruht, +als Wort und Sprache aber aus ihr hervortritt, durch den ~Hermes~ +gesandt haben sollen, so wird dieser Götterbote unter den Namen Logos +oder Lógios (λόγιος) auch +selbst+ mit dem Logos identifiziert, und +zwar in jener Doppelgestalt des geistigen, die Seelen leitenden und +geleitenden „~Hermes~ psychopómpos“ und des weltlichen, die irdischen +Angelegenheiten ordnenden und regelnden „~Hermes~ chthónios“, die +sich allerdings schon im Volksglauben und bei den älteren Philosophen +vorgedeutet findet, ihre eigentliche Ausbildung aber erst bei ~Philo~ +von Alexandria (etwa 30 v. bis 50 n. Chr.) und den Kirchenvätern +erfährt[1660]. + +Wie der Gottheit, so muß auch der +Seele+ (ψυχή, Psyche), da sie +„wirkt“, den Leib affiziert und von ihm affiziert wird, körperliche +Natur zukommen[1661]: sie ist ein warmer göttlicher Hauch, ein +Pneuma[1662], -- diese Gleichsetzung kennen in vollem Umfange zuerst +die Stoïker[1663] --, ein πνεῦμα ἔνθερμον[1664], als „Usia der Seele“ +mit dem Leibe verbunden[1665] und ihn durch ihren τόνος (tónos) +erfüllend und beeinflussend[1666]. Die Seele wird aber auch als σπέρμα +(Spérma) = +Samen+ bezeichnet[1667], denn der Lehre des ~Aristoteles~ +gemäß liegt ihr Keim in dem vom Samen umschlossenen warmen Lufthauch +(aura seminalis), und dieses Pneuma des Samens ist selbst wieder als +ein losgerissenes Stück der väterlichen Seele zu betrachten; weil +diese aber auf gleichem Wege entstanden ist, so enthält sie auch +gewisse Reste von den Seelen der Vorfahren, und zwar oft in Form bloßer +„Anlagen“, die erst unter passenden Umständen in späteren Generationen +wieder zur Entwicklung gelangen[1668]. + +Zum Körper verhält sich die Seele wie zum Weltganzen der Logos: +auch er geht als „Samen“ (σπέρμα, Sperma) in die Materie ein, +befruchtet und belebt, bildet und gestaltet sie durch die Macht seines +himmlisch-ätherischen Pneumas (δύναμις πνευματική) und bringt aus ihr +alle Einzeldinge zur Entwicklung[1669]. Sein Vermögen hierzu erklärt +sich daraus, daß er unbeschadet seiner Einheitlichkeit dennoch die +„λόγοι σπερματικοί“ (+Lógoi spermatikoí+), die „rationellen Keimkräfte +und Keimformen“, „keimhaften Vernunft-Anlagen“, „vernünftigen +Samen-Elemente“, die „Samen“ sämtlicher Einzeldinge, bereits in +sich enthält[1670]. In diesen λόγοι σπερματικοί schufen die Stoïker +„einen ihnen eigentümlichen, doktrinären Begriff, ausgerüstet mit +mystisch-dämonischer Gewalt“[1671]; sie sehen in ihm die „allgemeine +Vernunft“ als jene formende Naturmacht (natura naturans) am Werke, +die zwar als Inbegriff schöpferischer Kraft in ihrer Einheit das +Weltganze hervorbringt, zugleich aber auch als „keimbildende Vernunft“ +in ihren besonderen Ausflüssen die Einzeldinge[1672]. Als Prinzipien +der Entwicklung, -- geistig als λόγοι, materiell als σπερματικοί --, +stehen die Lógoi spermatikoí in engster Beziehung zu den ποιότητες, +den Qualitäten[1673]; denn indem sie die Materie völlig durchdringen, +verleihen sie ihr Eigenschaften, individualisieren sie dadurch, +wirken formbildend und fortbildend und befähigen sie ferner unter +Umständen, neue Individuen in den alten Formen hervorzubringen[1674]. +Die Identifizierung des einheitlichen Logos mit dem Pneuma läßt die +als Einzelkräfte in den Dingen waltenden Lógoi spermatikoí ebenfalls +als Pneumata ansehen; wie alles übrige, so erfüllen sie auch den +menschlichen Körper mit ihrem bald leichteren wärmeren und trockneren, +bald dichteren kälteren und feuchteren Hauche, und da sich ihre +Veränderungen als Ursachen körperlicher und geistiger Krankheiten +auffassen ließen, so ist es leicht erklärlich, daß sich als eigentlich +stoïsche Ärzteschule gerade die eingangs erwähnte der „Pneumatiker“ +entwickelte[1675]. + +Daß die Stoïker die Sterne und insbesondere die Planeten als „sichtbare +Götter“ betrachteten und ihnen die mannigfachsten Einwirkungen +zuschrieben, fand bereits im Vorstehenden kurze Erwähnung; auf ++einen+ Umstand muß aber, seiner dauernden Nachwirkung halber, noch +ausdrücklich hingewiesen werden, nämlich auf den außerordentlichen +Vorschub, den sie dem +Fatalismus+ leisteten, einer Denkrichtung, die +allerdings durch die Zeitumstände und namentlich durch die gewaltsamen +politischen Ereignisse schon seit dem Auftreten ~Alexanders des +Grossen~ und der Diadochen in fortdauernd steigendem Maße begünstigt +wurde[1676]. Die Stoïker, meist dem Osten entstammend und „Virtuosen +der allegorischen Auslegung“[1677], brachten die älteren griechischen +Überlieferungen von der unerbittlichen Notwendigkeit der ἀνάγκη +(Anánke) und dem unentrinnbaren Zwange des Verhängnisses, der ἑιμαρμένη +(Heimarméne), -- die den jüngeren Orphikern als Tochter des Demiurgen +und der Ananke galt[1678] --, in Verbindung mit verschiedenen, ihnen +wohlbekannten Ideen zumeist spätbabylonischer (chaldäischer) Herkunft, +vor allem mit jenen, die die Astrologie, die Parallelität des Mikro- +und Makro-Kosmos und die Lehre von der Sympathie betrafen. Finden +sich auch einige Anklänge an diese letztere schon bei ~Theophrast~, +so beginnt doch ihre planmäßige Durcharbeitung und litterarische +Darstellung erst bei den Stoïkern, denen schließlich die ganze Welt +als ein einheitlicher Organismus (σῶμα = Sóma) erscheint, in dem +daher notwendigerweise sämtliche Teile durch ein natürliches Band +verknüpft sein müssen, durch das Band der σύνθεσις τῶν ὅλων, der +allseitigen Zusammengehörigkeit[1679]. Als einen Sonderfall dieser +allgemeinen, auf der Einheitlichkeit des Weltganzen beruhenden +Sympathie betrachteten nun die Stoïker den Einfluß der Planetengötter, +der in jenem des Wandels und der Stellung ihrer Gestirne, der +Planeten, sichtlich hervortritt: die zugehörigen orientalischen +Anschauungen (über diese s. weiter unten) übernahmen sie ziemlich +unverändert, ersetzten die „chaldäischen“ Namen der Planetengötter +durch hellenistische oder griechische, und die nämlichen Gelehrten, +die sich sonst als ausschließliche Vertreter reiner, den „unnützen“ +Naturwissenschaften verschlossener Weisheit und strenger Sittlichkeit +zu geben liebten[1680], führten auf derartigem Wege die +Astrologie+ +und die Theorie von der Parallelität des Makro- und Mikro-Kosmos +in die „praktische Philosophie“ ein[1681]. In dem so entstandenen +Systeme, dessen Entwicklung zwar schon zur Zeit des ~Diogenes von +Babylon~ und des ~Panaitios~ ziemlich weit fortgeschritten war, den +Höhepunkt bedeutsamer und weittragender Ausgestaltung aber erst +unter ~Poseidonios~ (135-51 v. Chr.) erreichte[1682], gewährleistet +einerseits der gestirnte Himmel, zu dem der Sterbliche mit stets +neuer Bewunderung emporblickt, durch die ewige Unveränderlichkeit +und vollendete Ordnung seiner Fixstern-Sphäre auch eine solche der +gesamten großen und kleinen Welt; andererseits aber irren an ihm +nach fortwährend wechselnden Richtungen und in völlig willkürlichen +Bahnen die Planeten hin und her, zu unsteter Bewegung und Drehung +genötigt durch ihre lenkenden „Sterngötter“, jene furchtbaren und +tyrannischen „Dämonen“, die sich schon allein durch diese Störungen der +sonstigen Regelmäßigkeit und Harmonie als Feinde der guten Gottheiten +erweisen und wie am Himmel so auch auf Erden alles Schlechte und +Böse, alles Ungemach und Unglück hervorrufen. Dieses „Wirken der +Planeten“, diese „Schicksalsmacht der Sterne“ identifizierten die +Stoïker mit der Heimarméne, dem allgewaltigen Verhängnisse, gegen das +jeder Widerstand fruchtlos bleibt, und dem daher Niemand zu entrinnen +vermag, weder durch Nachdenken noch durch Handeln; zwar erstreben alle +Menschen Erlösung von diesem furchtbaren und niederdrückenden Zwange, +aber zuteil wird sie nur den Wenigsten, Einigen durch magische und +zauberkräftige Geheimlehren oder durch Begnadigung seitens der mit +ihren „richtigen“ Namen angerufenen Götter, Anderen durch mystische +und religiöse Weihen, noch Anderen durch die wahre (= stoïsche) +Philosophie[1683]. + + + + +4. Die Neupythagoräer und die jüdisch-hellenistische Philosophie; die +Neuplatoniker und die Schule von Athen. + + +a) Die Neupythagoräer. + +Zu Alexandria, dem nicht nur für Handel und Verkehr, sondern auch für +Wissenschaft und Geistesleben bedeutsamsten Berührungspunkte abend- +und morgenländischer Kultur, begannen schon seit dem 2. Jahrhundert, +ausgesprochener aber gegen 100 v. Chr., als neue Stämme der +Philosophie der +neupythagoräische+ und der +jüdisch-hellenistische+ +hervorzutreten; da beide gleichartigen Wurzeln entsprossen und unter +gleichartigen Einflüssen erwuchsen, bietet auch ihre Entwicklung nach +Inhalt wie Verlauf zahlreiche Analogien[1684]. + +Auftreten und Erfolg der Neupythagoräer zählen zu den Zeichen eines +sinkenden, an Enttäuschungen politischer, wirtschaftlicher und +geistiger Art reichen Zeitalters: Glückseligkeit und Erkenntnis, +die das +Wissen+ nicht gewährt hat und anscheinend auch gar nicht +zu gewähren vermag, sollen nunmehr im +Glauben+ gesucht werden, sei +es in den religiösen Überlieferungen „uralter“ griechischer oder +orientalischer Kulte und Mysterien, sei es in göttlichen Offenbarungen, +die dem Würdigen durch Mittelwesen (Demiurgen, Dämonen, Geister, ...) +zuteil werden; würdig ihres Wohlgefallens und ihrer Mithilfe ist aber +allein der Fromme, Selbstlose, innerer und äußerer Reinheit Beflissene, +daher hat der Philosoph fortan nur mehr als „Diener der Gottheit“ +auf Erfolg zu rechnen, und das Priestertum erhebt sich für ihn zu +ungeahnter Wichtigkeit[1685]. + +Vorwiegend beeinflußt haben das neupythagoräische System einerseits +die Ansichten der Stoïker[1686], andererseits die seit Beginn +des 3. Jahrhunderts zu neuer Bedeutung gelangten wirklichen und +vermeintlichen Überlieferungen aus orphischer Quelle, welche letzteren +„zum synkretistischen Brei die Zutat der Mystik beisteuerten, als eine +für den überreizten Gaumen der Epoche unentbehrliche Würze“[1687]. +Gedanken indischer Herkunft sind (früheren Vermutungen entgegen) +nicht nachweisbar, der ägyptischen Religion und deren angeblicher +geheimer Priesterweisheit entstammende kaum, reichlich dagegen sog. +„persische“ (richtiger: spätbabylonische) meist abergläubischen und +astrologischen Inhaltes[1688]; vermittelt sind diese hauptsächlich +durch die Verbindungen mit Juden und jüdischen Sekten, besonders den +Essenern oder Essäern (s. unten)[1689]. Um Beschaffung ansehnlicher, +ganze Lehrgebäude stützender „Autoritäten“ war man in Alexandria +niemals verlegen, da dort „schon im 2. Jahrhundert v. Chr. das Gewerbe +literarischer Unterschiebung und Fälschung durch Griechen und Juden +geradezu fabrikmäßig betrieben wurde“[1690]. Im vorliegenden Falle +griff man auf ~Pythagoras~ zurück, von dessen Leben und Lehre so +weniges Genaue bekannt ist, daß es keine Schwierigkeit bot, beide +zweckentsprechend auszugestalten; so z. B. ließ man den „erhabenen +Weisen und Propheten“ die Geheimwissenschaft von den ägyptischen +Hierophanten, die Astrologie von den persischen Magiern, die Mantik +von den arabischen Priestern erlernen[1691] und seine Errungenschaften +in strengstens geheim zu haltenden Schriften allegorischen Inhaltes +zusammenfassen[1692], wobei, wie in allen dergleichen Fällen, die +Schule dasjenige, was ihr selbst für Wahrheit galt, ihrem Stifter in +den Mund legte[1693]. + +Ganz außerordentliche Wichtigkeit maßen die Neupythagoräer der +Zahlenspekulation bei, sowie den „von unendlicher Kraft und Bedeutung +erfüllten“ Zahlen selbst: die Einheit z. B. bedeutet einerseits +wirkende Kraft, Gottheit, Vernunft, Logos, Logos spermatikós, Form der +Formen, Maß, Harmonie, Gut, Glück, andererseits aber auch Materie, +Chaos, Finsternis, Styx, Tartarus, im ganzen also das „Gerad-Ungerade +und Männlich-Weibliche“; die Zweiheit stellt einerseits Gleichheit, +Fortstreben, Entwicklung dar, andererseits Teilung, Mehrheit, Wechsel, +Gegensatz, Stoff; die Dreiheit ist die erste wahre Zahl, da sie Anfang, +Mitte und Ende besitzt; in der Vierheit ist die „Vollkommenheit +der Dekas“ (der platonischen Zehnzahl) verborgen, da 1 + 2 + 3 + 4 +als Summe 10 ergibt, usf.[1694]. Die Zahlen lassen sich als Punkte +darstellen, aus diesen gehen zunächst Linien hervor, sodann Flächen, +Gestalten (Figuren) und schließlich die in diesen auftretenden +Elemente, denen sämtlich das Vermögen zukommt, ineinander überzugehen +(μεταβάλλειν)[1695]; es sind ihrer vier oder unter Hinzurechnung des +Äthers, des πέμπτον σῶμα, fünf[1696], und zwar stehen Wasser nebst +Erde zu Luft nebst Feuer im Verhältnisse von Stoff zu Form, Passivem +zu Aktivem, πάσχον zu ποιοῦν. Nicht selten findet sich aber auch den +Elementen die Natur einer Hyle bestimmter Art zugeschrieben, im +Gegensatze zur πρώτη ὕλη (materia prima), die als οὐσία (Usía), als +noch form- und eigenschaftsloses, jedoch allbildsames Substrat das +weibliche Prinzip des Kosmos vorstellt, das durch das Männliche, den +Logos spermatikós, befruchtet wird[1697]. + +Aus Luft und Feuer, die dem Pneuma des Samens entstammen, bestehen +auch die Seelen; nach dem Verlassen des Leibes schweben sie, gleich +den Dämonen und den jüdischen Engeln, in der Atmosphäre[1698], und +der Seelenbeherrscher ~Hermes~, den ~Plutarch~ zugleich mit dem +griechischen Logos und dem ägyptischen ~Thoth~ identifiziert[1699], +führt die würdigsten unter ihnen empor zum höchsten Gott, der mit +einem jüdisch-hellenistischen Ausdrucke als ὕψιστος (Hýpsistos) = +der Oberste, Höchstthronende bezeichnet wird[1700]. Die erhabenste +Offenbarung der Gottheit ist die Sonne[1701]; ferner stehen in ihrem +Dienst als „sichtbare Götter“ die Sterne[1702] und als unsichtbare die +Untergötter, Dämonen und Geister, der Demiurg, der Logos usf.; sie sind +die Mittler zwischen Gott, dem reinen Geist (Pneuma), und der gemeinen +und unreinen Materie, mit der sich unmittelbar zu befassen des ὕψιστος +nicht würdig wäre[1703]. + + —————————— + +Unter den zahlreichen, durch den neu erwachenden Pythagoräismus +beeinflußten Werken ist wegen ihrer tiefgehenden und bis an die +Schwelle der Neuzeit anhaltenden Wirksamkeit die Schrift „+Von der +Welt+“ (περὶ κόσμου) hervorzuheben[1704]. Sie ist vermutlich im 1. +Jahrhundert n. Chr. geschrieben[1705], jedoch dem ~Aristoteles~ +untergeschoben, und zwar mit so gutem Erfolge, daß dessen „Opera omnia“ +sie samt der vorgeblichen Widmung an ~Alexander den Grossen~ noch in +ihren jüngsten Ausgaben enthalten; der Inhalt der Abhandlung, die +sich durch Kürze, vortrefflichen Stil und eindringliche Darstellung +auszeichnet und in sehr geschickter Weise peripatetischen Theismus mit +stoïschem Pantheismus verbindet[1706], gibt ohne weiteres zu erkennen, +daß sie unmöglich aus der Zeit des ~Aristoteles~ herstammen kann, daß +ihr Verfasser vielmehr ein Eklektiker ist, der seine Anschauungen +aus platonischen, peripatetischen und stoïschen Quellen schöpft, -- +namentlich aus ~Poseidonios~[1707] --, sie mit denen der Neupythagoräer +zu vereinigen sucht[1708] und an Stelle der Metaphysik vielfach bereits +die Theologie treten läßt, wodurch er den Übergang von der reinen +Philosophie der älteren zur religiösen Spekulation der späteren Zeit +vorbereitet, ja mitvollzieht[1709]. + +Die Elemente bilden auch hier die beiden bedeutsamen Gruppen der +aktiven (Feuer und Luft) und passiven (Wasser und Erde)[1710]; der +Äther bleibt bald im (peripatetischen) Gegensatze zu ihnen[1711], +bald tritt er „in der gröblich materialisierten Gestalt eines +eigentlichen fünften Elementes auf“ (πέμπτη οὐσία = quinta essentia, +Quintessenz)[1712], und zuweilen wird er dem göttlichen Pneuma +gleichgesetzt, dem Stoffe des Himmels und der Gestirne[1713]. Die +Hauptrolle unter diesen spielen die Planeten, d. s. Kronos, Zeus, Ares +oder Herakles, Hermes oder Apollon, Aphrodite oder Hera, Helios und +Selene[1714]; ihre Bewegungen bedingen die Harmonie der Sphären[1715], +in der ein Symbol der im gesamten Weltall obherrschenden zu erblicken +ist. + + +b) Die jüdisch-hellenistische Philosophie. + +Schon zur Zeit der ersten Ptolemäer, des ~Ptolemaeus Lagi~ (331-283), +~Philadelphos~ (283-246) und ~Euergetes~ (246-221), bildeten in +Ägypten, besonders aber in Alexandria, einen der zahlreichsten und +intelligentesten Bestandteile der Bevölkerung die Juden[1716]; sie +allein von allen orientalischen Nationen unternahmen den Versuch, +die griechische Philosophie, unter entsprechender Umgestaltung, mit +ihren eigenen religiösen Überlieferungen in Einklang zu bringen[1717] +und schufen so eine höchst merkwürdige Mischlehre aus platonischen, +stoïschen und alttestamentarischen Elementen[1718]. Die Anfänge +dieser Bestrebungen dürften in das 2. Jahrhundert fallen, soferne, +wie es berechtigt scheint, die Fragmente des ~Aristobulos~ (gegen +150 v. Chr.?) als echt anzusehen sind[1719]. In ihnen machen sich +bereits die Versuche geltend, Griechisches und Jüdisches vermöge +allegorischer Deutungen biblischer Lehren sowie gefälschter Zitate aus +~Orpheus~ und ~Linos~, aber auch aus ~Homer~ und ~Hesiod~ kunstgemäß +zu vereinigen, die ältesten griechischen Dichter und Philosophen aber +ihre Weisheit den Schriften des ~Moses~ entlehnen zu lassen[1720]; es +geschieht dies schon völlig im nämlichen Sinn, in dem sich noch um 150 +n. Chr. ~Numenios~ dahin ausspricht, ~Platon~ habe aus ~Pythagoras~ +geschöpft und dieser aus den heiligen Schriften der Inder, Perser, +Ägypter und Juden, so daß in letzter Linie ~Platon~ nichts anderes sei +als ein Μωύσης ἀττικίζων, ein griechisch sprechender ~Moses~[1721]. +-- Gedanken, die denen des ~Aristobulos~ verwandt sind, finden sich +auch niedergelegt in der „Weisheit ~Salomons~“ (verfaßt zwischen +100 und 50 v. Chr.), in der u. a. Gott die Welt ἐξ ἀμόρφου ὕλης +schafft (aus der gestaltlosen Urmaterie)[1722], ferner im sog. „4. +Buche der Makkabäer“ (verfaßt um 100 v. Chr.)[1723] und vor allem +im dritten (ältesten) Abschnitte der „Sibyllinen“, d. s. 14 Bücher +jüdisch-christlicher Orakel, die ursprünglich zwischen 150 und +100 v. Chr. niedergeschrieben, später vielfach erweitert, von den +Kirchenvätern aber für durchaus echt und uralt angesehen wurden[1724]. + +Der Vermengung jüdischer und griechischer Vorstellungen entsprangen, +wohl nicht ohne Einwirkung iranischer, auch die den neupythagoräischen +Lehren verwandten gewisser jüdischer Sekten[1725], u. a. jene +der ägyptischen „Therapeuten“, die in der Nähe Alexandrias ein +beschauliches und asketisches Dasein führten[1726], sowie der +palästinensischen Essäer (Essener), die gleichfalls besonderen +religiösen Lebens- und Kult-Formen huldigten[1727], den „wahren“ +und geheimzuhaltenden Namen der Engel große und übernatürliche +Wirkungen zuschrieben und die „verborgenen“ Heilkräfte der Pflanzen +und Mineralien nutzbar zu machen verstanden; sie sollen magische oder +Zauber-Bücher besessen haben „nach Art derer des Königs ~Salomon~“ und +gaben dieser Litteratur das rechte Ansehen, indem sie sie Verfassern +aus fernster Vorzeit unterschoben[1728]. + +Die hervorragendste Persönlichkeit des jüdisch-hellenistischen +Zeitalters ist ~Philo~ von ~Alexandria~, auch ~Philo Judaeus~ +genannt, der etwa von 30 v. Chr. bis 50 n. Chr. lebte und in seinen +umfangreichen Werken das gesamte Gut der Schule niederlegte, wie +es schon seit Generationen überliefert wurde, und zwar teils +mündlich, teils in Form schriftlicher Lehrvorträge, die die Zuhörer +abschrieben oder auszogen[1729]; die innige Verknüpfung des Judentums +mit der hellenistischen Religionsphilosophie, wie sie sich in ihm +verkörpert, bedeutet nach ~Harnack~ den größten aller religions- und +kulturgeschichtlichen Fortschritte, wenngleich sie selbst es noch +nicht zu kräftigen religiösen Bildungen brachte, ihre Schöpfungen +vielmehr erst im Christentum zur vollen Entfaltung gelangten[1730]. +~Philos~ griechische Quellen, die er übrigens keineswegs stets aus +erster Hand benützt zu haben scheint, sind hauptsächlich ~Platon~ und +die Stoïker, weiterhin auch die Peripatetiker und Skeptiker, sowie +die Neupythagoräer[1731]; ihre Verbindung mit alttestamentarischen +Anschauungen vollzieht er, wie ~Harnack~ sagt[1732], „als Meister in +der Kunst der Allegorik und biblischen Alchemie“, die ihn zum Vater des +„feinen Dualismus“ macht. + +Aus der Materie, die für ~Philo~ in der Regel nicht Hyle ist, sondern +die stoïsche Usia[1733], gehen zunächst die vier Elemente hervor, die +sich in den beiden Gruppen der „Groben“, d. i. Wasser und Erde, und +der „Feinen“, d. i. Luft und Feuer, gegenüberstehen, und denen sich +der Äther bald als fünftes Element, bald als ἱερὸν πῦρ (himmlisches +Feuer) der Stoïker anschließt[1734]; aus den vier Elementen bauen +sich die Einzeldinge auf und erhalten ihre Qualitäten durch die +Spannung (τόνος, Tónos) des sie durchströmenden Pneumas[1735], das ein +materieller Lufthauch ist, zugleich aber, als allgemeinstes Prinzip +des Seins, des Lebens und der Kraft, auch der Odem Gottes[1736]. Nun +kann sich aber Gott, weil die Materie gemein, unrein und daher Grund +aller Mängel und Übel ist, nicht selbst mit ihr befassen und durch sie +beflecken[1737]; seine Einwirkung, -- denn er verhält sich zu ihr wie +das ποιοῦν (das Tätige) zum πάσχον (dem Leidenden)[1738] --, muß sich +daher durch schöpfende, bildende und lenkende Mittelwesen vollziehen, +als da sind die Weltseele, der Demiurg und die Ideen ~Platons~, die +Kräfte und wirkenden Ursachen (δυνάμεις) der Stoïker, die Dämonen des +Orients, die Engel der Juden, vor allem aber der Logos, der auch als +~Hermes~ allegorisiert wird[1739]. Den Begriff Logos führt ~Philo~ ohne +weitere Erklärung ein, fand ihn also wohl bei den alexandrinischen +Philosophen schon als gebräuchlich vor[1740]. Der Logos ist ihm die +wirksame göttliche Vernunft, die göttliche „oberste Idee“, die Kraft +Gottes; Gott ist sein Vater, die göttliche Weisheit (Sophia) seine +Mutter, er ist Gottes erstgeborener Sohn (πρωτόγονος ὑιός), die zweite +Gottheit (δεύτερος θεός), das Bindeglied zwischen Gott und Welt[1741]; +Gott schuf die Welt durch ihn als seinen Stellvertreter, er gilt für +den göttlichen Vermittler und Dolmetscher (ἑρμηνεύς, Hermenéus), für +das Werkzeug (ὄργανον, Organon) Gottes, daher auch für den Ober- oder +Hohenpriester[1742]; als „Kraft der Kräfte“ stellt er den Bildner +und Erhalter der Welt dar, als „weltwirksame Kraft“ die Einheit und +Zusammenfassung der die Einzeldinge gestaltenden Logoi = Ideen und +Logoi spermatikoí = Sonderkräfte[1743]; er ist Träger aller Macht der +Engel, Dämonen und sonstigen Zwischenwesen und identisch mit dem Äther +der Peripatetiker, dem Pneuma der Stoïker und daher auch mit der Seele +und mit dem göttlichen Geiste der Weisheit[1744]. + + +c) Die Neuplatoniker. Die Schule von Athen. + +Eine Schule der Platoniker scheint in Alexandria schon um 100 v. Chr. +bestanden zu haben[1745]; aus ihr entwickelte sich sehr allmählich +und erst gegen Ende des 2. Jahrhunderts n. Chr. in bedeutsamer +Selbständigkeit hervortretend, jene der +Neuplatoniker+, die +selbst+ +zwar allezeit den Anspruch erhoben, getreue Jünger ~Platons~ zu +sein[1746], +in der Tat+ aber Eklektiker waren und den Versuch +machten, „durch Verbindung wissenschaftlicher und religiöser Motive +den griechischen Polytheismus zu einer vergeistigten Naturreligion zu +verklären und zu einem pantheistischen Systeme zu entwickeln“[1747]. +Für die Richtigkeit der ehemals ziemlich allgemeinen Voraussetzung +einer Abhängigkeit neuplatonischer von indischen Gedanken haben sich, +wenngleich mancherlei merkwürdige Übereinstimmungen statthaben, +doch keinerlei Beweise beibringen lassen[1748]; orientalische +Einflüsse sind zweifellos vorhanden[1749], jedoch nicht gerade (wie +früher vermutet) solche seitens der Gnostiker, welche religiösen +Sekten vielmehr umgekehrt fast alle ihre philosophischen Lehren der +griechischen und jüdisch-hellenistischen Philosophie entnahmen[1750]; +von entscheidendem Gewichte ist dagegen die enge Verbindung mit dem +Eklektizismus ~Philos~[1751], nach dessen Weise die metaphysischen +Grundsätze im wesentlichen dem ~Platon~ entlehnt werden, die +methodischen dem ~Aristoteles~, die zwecks Verbindung beider Lehren +erforderlichen, oft tiefgehenden Abänderungen den Peripatetikern und +Stoïkern, die mystischen Allegorien den Neupythagoräern, usf.[1752]. +Das so entstandene System soll vermeintlich ein rein platonisches sein, +zugleich aber auch auf pythagoräischer Grundlage fußen; die kühne +Behauptung von der Identität der Lehren ~Platons~ und ~Pythagoras’~ +ließ sich um so leichter verfechten, als die für Letztere fehlende +Überlieferung jede beliebige Unterstellung ermöglichte; zudem aber +bot sie auch den Vorteil, statt auf die Autorität ~Platons~, „der +doch allzu genau historisch bekannt war“, auf die des fast mythischen +~Pythagoras~, also auf eine weitaus imponierendere, zurückgreifen zu +können[1753]. + +Von ~Ammonios Sakkas~, der um 200 n. Chr. zu Alexandria auftrat und +nur als Lehrer, nicht als Schriftsteller wirkte, ist mit Sicherheit +allein bekannt, daß er als neues, allen Uneingeweihten strenge zu +verschweigendes „Schulgeheimnis“ die Übereinstimmung der platonischen +und aristotelischen Lehren „in ihrer wahren Reinheit“ verkündigte und +hierdurch den endlosen Streitigkeiten der Platoniker und Peripatetiker +ein Ziel setzte[1754]; Materie und Pneuma, Körper und Seele, so +behauptete er, können durch κρᾶσις (Krásis), gleich Wasser und Wein, +völlig Eines werden, ohne in ihren Grundwesen eine Veränderung zu +erleiden (κατ’ οὐσίαν ἀλλοιοῦσθαι)[1755]. + +Eigentliches Haupt der Neuplatoniker ist sein Schüler ~Plotinos~ +(204-270?), auf dessen überragende Bedeutung für die gesamte Geschichte +der Metaphysik und Religion an dieser Stelle nur hingewiesen werden +kann[1756]; sein Hauptwerk ist in der unter dem Titel „Enneáden“ +bekannten Fassung erhalten, sechs Gruppen von je neun Abhandlungen +bildend[1757], und ein Auszug aus einigen von diesen liegt in der +pseudepigraphischen „Theologie des ~Aristoteles~“ vor, die im +Mittelalter für echt galt und außerordentlichen Einfluß ausübte, +nach allen Einzelheiten aber erst in neuerer Zeit, auf Grund einer +arabischen Übersetzung, bekannt wurde[1758]. + +Grundlage (ὑποκείμενον) aller Körper ist nach ~Plotinos~ eine +gemeinsame, ungestaltete, unwandelbare, keiner Metabolé oder +Alloíosis fähige, aber jede Form willig aufnehmende Urmaterie[1759]; +sie besitzt, im Sinne des platonischen μὴ ὄν (des Nichtseienden), +nur +eine+ Eigenschaft, die στέρησις (Stéresis), d. i. die reine +Negation, daher ist sie das Unbegrenzte, Unbestimmte, in Schatten +und Finsternis Liegende, in ethischer Hinsicht aber (wegen ihrer +Wirkung auf die Seele) das Gemeine, Unreine, Böse, das πρῶτον κακόν = +Wurzel alles Übels[1760]. Die Materie als Hyle stellt das niedrige, +weibliche, empfangende Prinzip vor, dem durch das höhere, männliche, +gestaltende, erst die Form verliehen werden muß[1761]. Dies geschieht +durch den göttlichen Logos, den Vermittler, Demiurgen und zweiten +Gott (δεύτερος θεός)[1762], den die „Alten“, weil er als Sendbote des +höchsten Intellektes anzusehen ist, allegorisch-mystisch (μυστικῶς) +auch ~Hermes~ benannten[1763]. Er faßt die sämtlichen Qualitäten als +Inbegriff zusammen[1764], durch sie, die zugleich platonische Ideen, +pythagoräische Zahlen, Lógoi spermatikoí, Samen (σπέρματα) und Seelen +sind, geht er in die Materie ein, verbindet sich mit ihr vermöge der +κρᾶσις τῶν ὄλων und bringt so die Einzeldinge aus ihr hervor[1765]; +das Wesentliche hierbei sind die in den „Samen“ wirkenden Logoi, die +gestaltenden, erzeugenden, zwecksetzenden Begriffe, die Träger der für +die Einzeldinge charakteristischen und zu ihrer Entstehung notwendigen +Formen[1766]. Indem so, durch eine Art Emanation oder Ausstrahlung, aus +dem einheitlichen und obersten Weltprinzip (τὸ ἕν = to Hen; das „Eine“) +zuerst der Logos als einheitliche Weltvernunft und Weltseele, sodann +die Logoi spermatikoí als individuelle Samen und Seelen, schließlich +aber die materiellen Einzel-Dinge und -Wesen hervorgehen[1767], ergibt +sich, im Sinne des „platonischen Ringes“, der „platonischen Kette“, +eine Welt, die zwar in zahlreichen Abstufungen reich gegliedert ist, +deren Glieder jedoch vermöge der Einheitlichkeit des höchsten Prinzips +auch selbst alle in einheitlicher Verbindung und in gesetzmäßigem +Zusammenhange stehen. + +Hieraus erklärt es sich, daß die Einzeldinge nicht nur infolge +äußerer +physischer+ Vorgänge aufeinander wirken, sondern auch +infolge innerer +sympathetischer+[1768], und auf letzteren beruht +u. a. die den Gestirnen als „göttlichen Wesen und sichtbaren Göttern“ +zukommende Macht, die also bei den Neuplatonikern +ursprünglich+ der +„gegenseitigen Sympathie aller Dinge“ als eine rein naturgemäße und +ganz allgemeine, nicht eigentlich astrologische, entfließt[1769]. Erst +im Laufe +weiterer+ durch den Geist der Zeit bedingter Entwicklung wird +dann die nämliche Quelle auch zu der aller geheimen und mystischen +Wirkungen, -- denen u. a. die der Gebete beigezählt werden[1770], +-- und hat die Möglichkeit der Magie zu beweisen, sowie die der +Zauberei und Astrologie, der Vorbedeutungen und abergläubischen +Ideen, des Verkehres mit Dämonen und Geistern, der ekstatischen und +eschatologischen Träumereien, z. B. von der Auferstehung und ewigen +Seligkeit usf.[1771]. Will die Seele derartigen Lohnes teilhaftig +werden und dadurch ihre ursprüngliche himmlische Vollkommenheit +wiedererlangen, so hat sie sich von der gemeinen und bösen Materie +des Leibes loszulösen und im Leben durch tugendhaften Wandel einer +κάθαρσις (Kátharsis = Läuterung) zuzustreben, indem sie nach Kräften +die unreinen Elemente von sich weist und ausstößt, die reinen aber +anzieht und in sich aufnimmt: schon ein wenig Zinn macht bei der +Darstellung des Erzes das Kupfer besser und schöner, wobei es selbst +völlig verschwindet[1772]. + +Bei ~Porphyrios~ aus Tyros (232-304?), dem Schüler des ~Plotinos~ und +Herausgeber seiner „Enneaden“, der den ägyptischen Aberglauben und die +orientalische Mystik bekämpft und Großes in allegorischen Umdeutungen +(u. a. auch des ~Homer~) leistet, überwiegt die Philosophie immerhin +noch die Theologie[1773]. In den Schriften seines Schülers ~Iamblichos~ +aus Chalkis in Syrien (gest. 330?) sowie dessen syrischer Freunde und +Nachfolger wird hingegen der Schwerpunkt bereits zielbewußt nach der +Seite der Theologie verlegt[1774]; die Vermengung sog. orphischer, +pythagoräischer (= neupythagoräischer), ägyptischer und chaldäischer (= +spätbabylonischer) Lehren und ihre Verbindung mit Theurgie und Mantik, +Magie und Dämonologie, -- wie z. B. in der „Synagogé (= Sammlung) der +pythagoräischen Meinungen“ --, fand indessen den größten Beifall der +Zeitgenossen, die nicht anstanden, dem Verfasser den Beinamen θεῖος = +der Göttliche zu erteilen[1775]. + +Von großem Einflusse erwies sich ~Iamblichos~ auf die letzten +Mitglieder der „+Schule von Athen+“, deren eigene Philosophie +ein bereits völlig scholastisch anmutendes Gemisch platonischer, +aristotelischer, stoïscher, neupythagoräischer und -platonischer +philosophischer, mit orphischen und chaldäischen theologischen +Überlieferungen darstellt[1776]. Zu nennen sind ~Proklos~ (410-485), +dieses „Bindeglied antiker und mittelalterlicher Wissenschaft“, bei +dem neben den höchsten Begriffen des ~Platon~ und ~Aristoteles~ +auch chaldäische Gebete und ägyptische Zauberräder ihre Rolle +spielen[1777], der „göttliche“ ~Nestorios~ nebst seinen Jüngern[1778], +sowie ~Simplikios~ (um und nach 500); in seiner Polemik gegen +~Philoponos~ verteidigt er nochmals die neuplatonischen Lehren von +der Materie, u. a. den Unterschied zwischen πρώτη ὕλη (Urstoff) und +σῶμα (Soma; Einzelkörper), die Natur des Äthers als fünftes Element, +den Gegensatz zwischen Feuer nebst Luft und Wasser nebst Erde (aktiv +-- passiv, ποιοῦν -- πάσχον, Kraft -- Stoff, Seele -- Leib, ....), +die Durchdringlichkeit materieller Körper für immaterielle, die +Göttlichkeit der beseelten Gestirne usf.[1779]. + +Mit der Schließung der „Schule von Athen“, d. i. der platonischen +Akademie, durch den beschränkt-glaubenseifrigen und fanatischen +Kaiser ~Justinian~ im Jahre 529, nach fast tausendjährigem Bestande, +erlosch in Griechenland, wie die Philosophie überhaupt, so auch ihr +letzter Ausläufer, die neuplatonische; in Alexandria hingegen, wo +z. B. noch gegen 600 der jüngere ~Olympiodoros~ Kommentare zu ~Platon~ +und ~Aristoteles~ verfaßte, erhielt sie sich anscheinend um etwa ein +Jahrhundert länger, bis zur Zeit der Eroberung Ägyptens durch die +Araber[1780]. + + + + +II. Einflüsse des Orients und des älteren Griechenlands. + + + + +1. Einflüsse seitens Babyloniens und Persiens. + + ++Übersicht einiger Hauptdaten.+ + + Zwischen 2600 u. 2500, wohl gegen 2500: König ~Sargon~ von Akkad. + + „ 2400 u. 2300, wohl um 2340: Fürst ~Gudea~ von Lagas. + + „ 2000 u. 1900, wohl seit 1958: König ~Hammurabi~. + + Gegen 2000: Die ersten assyrischen Priesterfürsten (Patesi). + + „ 2000: Babylon Reichshauptstadt. + + 1120: Großmacht-Stellung Assyriens unter ~Tiglatpileser~ I. + + Gegen 850: Auftreten der Khaldi (Chaldäer). + + 745-727: ~Tiglatpileser~ IV., Weltherrschaft Assyriens. + + 721-705: König ~Sargon~ II. + + 668-626: König ~Assurbanipal~ (~Sardanapal~). + + 678: Begründung des persischen Reiches (Parsua). + + 607: Iranische Meder erobern Assyrien; Zerstörung Ninives, Gründung + Ekbatanas. + + 604: Neubabylonisches Reich unter ~Nebukadnezar~ II. + + 539: ~Kyros~ erobert Babylon. + + 330: Sturz des persischen Reiches durch ~Alexander den Grossen~. + +In den vorstehenden Abschnitten wurde schon wiederholt der Rolle +gewisser Vorstellungen religiösen, abergläubischen, astralen und +astrologischen Inhaltes gedacht, die der Kultur des Orients entstammen, +vor allem jener der großen westasiatischen Reiche, deren mannigfaltige +Einflüsse auf sämtliche Länder des östlichen Mittelmeerbeckens sich +schon seit sehr früher Zeit als außerordentlich bedeutsame erwiesen. + +Die Aufgabe, der Herkunft und Wirksamkeit Bestimmter unter ihnen des +näheren nachzuspüren, begegnet jedoch ganz besonderen Schwierigkeiten, +vor allem der, daß gerade betreff des wichtigsten Gebietes, +Babyloniens und des Zweistromlandes, die Ansichten der Historiker weit +auseinandergehen; die Einen, die sog. „Panbabylonier“, führen die +Gesamtheit aller einschlägigen und daher auch die der hier besonders +in Betracht kommenden Gedanken auf Babylon zurück, und zwar auf das +älteste Reich des 3., ja 4. Jahrtausends, die Anderen lassen in der +Sache, noch mehr aber in der Zeit, sehr weitgehende Beschränkungen +eintreten. Es ist selbstverständlich unmöglich, an dieser Stelle ihre +Gründe und Gegengründe zu erörtern, vielmehr muß die Bemerkung genügen, +daß das System der „Panbabylonier“, wie es etwa noch neuerdings +~Jeremias~ in seinem „Handbuch der altorientalischen Geisteskultur“ +zusammenfaßte[1781], durch die Forschungen und Darstellungen von +~Kugler~[1782], ~Jastrow~[1783], ~Bezold~[1784], ~Ed. Meyer~[1785] +~Boll~[1786] und Anderen in seinen Hauptpunkten widerlegt ist und in +vielen Einzelheiten selbst von manchen seiner Verteidiger nicht mehr +unbedingt aufrecht erhalten wird. Es sollen daher in dem folgenden +Überblicke die Ergebnisse der genannten Gelehrten zugrunde gelegt, die +ihrer Gegner jedoch, wo dies angezeigt erscheint, in der Regel unter +Hinweis auf das „Handbuch“ von ~Jeremias~ angeführt werden. + + +a) Babylon und das Zweistromland. + +Im Laufe des 3. Jahrtausends, etwa unter König ~Sargon~ I. von Akkad +(Agade), der in der Zeit zwischen 2600 und 2500 (näher wohl an 2500) +regiert haben dürfte[1787], scheint die Verschmelzung der beiden bis +dahin im Zweistromlande bestehenden Kulturkreise erfolgt zu sein, des +nordbabylonischen der semitischen Akkader und des südbabylonischen der +nichtsemitischen Sumerer[1788], die vermutlich als die eigentlichen +Stammväter der gesamten altbabylonischen Kultur und Religion anzusehen +sind[1789]. Die Herkunft dieses Volkes ist bisher nicht sicher +festgestellt. Die doppelsprachigen Inschriften, die noch im Zeitalter +des Begründers der babylonischen Vormacht, des Königs ~Hammurabi~ (um +2200 nach ~Kugler~[1790], um 1950 nach ~Meyer~) sehr häufig vorkommen, +beweisen, daß sich die Sprache der Sumerer, die auch die Erfinder +der Keilschrift sind, noch jahrhundertelang neben der babylonischen +erhielt, und zwar nicht nur zu Zwecken des Kultus, für den ein schon im +3. Jahrtausend mächtiges, organisiertes Priestertum zu sorgen hatte; +erst weiterhin erringt die semitische babylonische Sprache gänzlich +die Oberhand und ist im 15. Jahrhundert auch in Kleinasien, Cypern und +Ägypten die dem höfischen und diplomatischen Verkehre geläufige und im +Umgange Vornehmer vielfach gebräuchliche[1791]. + +Die Verehrung von +Sonne+, +Mond+ und +Sternen+ ist eine bei +so zahlreichen Völkern der ganzen Erde und besonders auch des +Orientes schon seit altersher derart weitverbreitete[1792], daß +die Voraussetzung gerechtfertigt erscheint, es seien ihr auch +weder Akkader noch Sumerer fremd geblieben; davon aber, daß diese +mindestens zu Beginn des 3. Jahrtausends, wenn nicht gar schon um +die Mitte des 4., genaue Kenntnis vom Tierkreise besessen hätten, -- +der allerdings fraglos babylonischen Ursprungs ist[1793] --, daß man +damals bereits eine „Siebengottheit“ der Planeten angebetet habe und +daß spätestens im 3. Jahrtausend eine wissenschaftliche Sternkunde in +voller Blüte gestanden sei[1794], kann nach ~Kugler~ und den anderen +oben angeführten Forschern ernstlich gar nicht mehr die Rede sein. +Die älteste und wichtigste Trias von Gestirngöttern und Gestirnen, +über die wir Kenntnis besitzen, ist die von Sonne, Mond und Venus, +und zwar rührt diese Vereinigung daher, daß die Venus im Orient als +größter, hellster und lichtstärkster Planet erscheint, allein von +allen Wandelsternen häufig auch bei Tage gesehen werden kann und als +einziger unter ihnen einen deutlichen Schatten wirft[1795]; auf den +„Kudduru“ genannten Grenzsteinen, deren ältestbekannte aus dem 14. +Jahrhundert herrühren, sowie auf Felsenreliefs und Stelen der gleichen +Zeit findet sich die Zusammenstellung der Gottheiten ~Samas~ = Herr der +Sonne, ~Sin~ = Herr des Mondes und ~Istar~ = Herrin der Venus schon als +eine völlig gebräuchliche vor[1796], verdeutlicht durch Embleme, die +einzeln möglicherweise schon im 16. Jahrhundert und auch noch früher +nachgewiesen werden können[1797]. + +Sinnbild der Sonne ist auf diesen Darstellungen nicht, wie man +früher annahm, die geflügelte Scheibe (obwohl sie nicht erst im +9. Jahrhundert unter ägyptischem Einflusse in Aufnahme kam[1798], +vielmehr durch die Chetiter schon im 2. Jahrtausend in Vorderasien +bekannt wurde)[1799], sondern stets nur ein Kreis, bald ein leerer, +◯, darstellend das leuchtende Auge oder Antlitz des ~Samas~, bald ein +mit vier oder acht Speichen versehener, [Symbol] und [Symbol][1800]. +Als Sinnbild des Mondes dient entweder ein liegender Halbmond, +[Symbol], oder der Vollmond mit einem die Scheibe etwa zur Hälfte +umziehenden leuchtenden Streifen, [Symbol], wie er sich öfter zur +Zeit des Neulichtes zeigt[1801]. Venus hat als Emblem meistens +einen achtstrahligen Stern, ✴, oft aber auch eine Scheibe, die +diesen (oder einen sechzehnstrahligen) eingezeichnet erhält[1802]; +sie trägt den Beinamen „sarpanitu“ (bab. = die weißglänzende, +silberstrahlende)[1803], doch wird ursprünglich der aufgehende +Morgenstern als männlich (zikkarat) vom untergehenden Abendsterne als +weiblich (zinnisat) unterschieden[1804]. ~Jeremias~ ist allerdings +der Meinung, den Sumerern, die das Zeichen ✴ schon um 2800 gebraucht +hätten, sei auch bereits damals die astronomische Identität des Morgen- +und Abend-Sternes (~Istar~ und ~Belit~) bekannt gewesen, so daß die +ehemalige Zweigeschlechtlichkeit und spätere Mannweiblichkeit nur als +mythologische Erfindung anzusehen sei[1805]; indessen faßt der alte +Orient das Zwitterwesen sehr allgemein als Inbegriff der Vollkommenheit +auf und schreibt es daher ursprünglich +allen+ Göttern der Urzeit +zu (wenngleich im Kult oft das eine Geschlecht vorwiegt)[1806], +desgleichen nachmals den Dämonen und Sternbild-Figuren[1807] und so +jedenfalls auch schon der ~Istar~[1808]. Bei den Assyriern, die gegen +1100 bereits zu höchster politischer Bedeutung gelangten, galt der +Morgenstern ebenfalls anfänglich noch als männlich und als verschieden +vom weiblichen Abendstern, und daraufhin dann, in jüngerer Zeit, +die vereinheitlichte Venus (deren heimischer Name ~Dilbat~ war) als +androgyn[1809]. Der Zeitpunkt dieser Vereinheitlichung steht zwar genau +weder für Venus fest, noch für Merkur, der gleichfalls als Morgenstern +auf- und als Abendstern untergeht, dürfte aber nicht vor das 8. +Jahrhundert zu verlegen sein, in dessen Verlauf erst die Entwicklung +einer eigentlichen und systematischen Astronomie begann[1810]. + +Kenntnis und Verehrung der +Planeten-Siebenheit+ setzt ~Jeremias~ +schon für die entlegensten Zeiten voraus, jedenfalls für die des +Fürsten ~Gudea~ (um 2340) und der Erbauung des Tempels zu Borsippa, +der Nachbar- und Schwester-Stadt Babylons[1811]; auch hält er das +Pentagramm und Heptagramm für Zeichen der 5 Wandelsterne und 7 +Planeten[1812] und gedenkt der uralten Überlieferung, nach der Gott +~Bel~ selbst die Sonne, den Mond und die 5 Planeten geschaffen +habe[1813]. Indessen ist daran zu erinnern, daß letztere Tradition +erst einem geschichtlichen Werke entstammt, das der babylonische +Priester ~Berossos~ dem Könige ~Antiochus~ I. ~Soter~ (281-263 v. Chr.) +widmete[1814]; ferner daß in den babylonischen Sternlisten der +Inschriften zu Boghazkiöi in Kleinasien (um 1400 v. Chr.) nur Venus +(als Schwurgöttin) nachgewiesen ist[1815]; sodann daß unmittelbare +Belege für die Zusammenstellung von Sonne, Mond und den 5 Planeten +erst aus spätassyrischer und solche für die planetarischen Vorzeichen +und Einzel-Einflüsse allein aus arsakidischer Zeit vorliegen (seit +dem 3. Jahrhundert v. Chr.)[1816]; endlich daß jüngere Berichte „dem +ersten Könige Babels, dem die göttliche Verehrung der 7 Planeten +und 12 Tierkreiszeichen vorgeschlagen wurde, dies als eine Freveltat +erscheinen lassen“[1817]. Was den siebenstufigen Tempelturm von +Borsippa betrifft, dessen Namen „Turm der 7 Befehls-Überbringer“ +die 7 Planeten schon für das alte Babylon als ἑρμηνεῖς (Hermeneís) += „Verkündiger“ (der Gottheit) bezeugen soll, -- allerdings nur +indirekt[1818] --, so wird auf diesen noch weiter unten zurückzukommen +sein. + +In Wirklichkeit waren Planeten-Götter und Planeten-Siebenheit, wie +schon ~Lenormant~ richtig sah[1819], im ältesten und alten Babylon +völlig unbekannt, und alle gegenteiligen Folgerungen, die man +namentlich aus keilschriftlichen Texten zog, die in der Bibliothek +des Königs ~Assurbanipal~ (= ~Sardanapal~, 668-626) aufgefunden +wurden, sind gänzlich hinfällig; denn diese vielfach abgeänderten und +interpolierten Niederschriften beweisen weder etwas für den Inhalt +ihrer +ursprünglichen+ Vorlagen, noch gestatten sie, seine Wandlungen +während etwa 2000 Jahren zu verfolgen und deren einzelne Stufen +bestimmten Zeiten zuzuweisen[1820]. Ebensowenig wie im Verlaufe des 3. +Jahrtausends, zur Zeit ~Sargons~ und ~Gudeas~, finden auch gegen dessen +Ende, zur Zeit ~Hammurabis~, die Planeten in ihrer Gesamtheit, ihre +Bewegungen oder gar deren Bedeutungen irgendwelche Erwähnung; vielmehr +ist nur die Rede bald von der Sonne, bald vom Monde, bald von der Venus +(die auch mit ~Istar-Nanai~ als Göttin des Liebeslebens in Beziehung +gebracht wird) und vereinzelt von einem Stern als Zeichen für ein +göttliches Wesen, von einem „reinen“ oder einem „guten“ Stern[1821]. +In Verfolg der sehr langsamen Entwicklung, die sich zwischen 2000 und +etwa 850 vollzieht, erscheinen dann in den Inschriften zunächst die +vereinten Sinnbilder von Sonne, Mond und Venus, und weiterhin einzelne +Planeten im Zusammenhange mit bestimmten Gottheiten[1822], doch ist +das Wissen über die Planeten-Bewegungen auch gegen Schluß dieser +Periode noch ein äußerst dürftiges[1823]. Erst unter dem Einflusse +neuer semitischer Stämme, der ~Khaldi~ oder ~Chaldäer~, die gegen 850 +im Süden des Zweistromlandes auftreten[1824], beginnt die allmähliche +Entfaltung einer eigentlichen methodischen Astrologie, der Mutter +der späteren Astronomie; zu deren +früheren+ Errungenschaften zählen +u. a. die Schaffung der Ekliptik, des Tierkeises mit seinen Gestalten, +vieler anderer Sternbilder, z. B. des Siebengestirnes der Plejaden, +sowie die etwa seit König ~Nabonassar~ (747-734) nachweisbaren +Beobachtungen der Planetenbahnen[1825]; zu ihren +späteren+ u. a. die +volle Ausbildung der Lehre von den Verbindungen der 5 Planeten mit +bestimmten Göttern als ihren „Führern“, sowie von der Einsetzung der 5 +Planeten zu „Lenkern der Schicksale“[1826]. Zugeteilt wird hierbei der +Jupiter dem ~Marduk~, der als Stadtgott Babels an die Stelle ~Ellils~ +(des alten sumerischen Sturmgottes) tritt, der Saturn dem ~Ninib~, +der Merkur dem ~Nebo~ (Nabo), der Mars dem ~Nergal~ und die Venus +der (androgynen) ~Istar~[1827]; alle anderen vorgeblichen Deutungen +über Zugehörigkeit und Vertauschung von Namen sind unrichtig[1828] +und zum Teil darauf zurückzuführen, daß man (besonders in späterer +Zeit) gewisse „Stellvertretungen“ für möglich erachtete, u. a. die +des ~Jupiter~ durch ~Merkur~ (aber nicht umgekehrt)[1829], oder +die der Sonne durch ~Saturn~, der z. B. des Nachts statt ihrer am +Himmel scheinen sollte[1830]. ~Jupiter~ wurde seines hellen Glanzes +halber für „günstig“ angesehen und führte u. a. die Namen „großes +Glück“, „königlicher Stern“, „Stern des Königs“[1831]. ~Saturn~ +galt, vermutlich weil er der „oberste“ Planet ist, auch für den +kräftigsten, einflußreichsten, eigentlich „kündenden“[1832], dabei +aber wegen seines schwachen Lichtes und langsamen Umlaufes für bleich +und unfreundlich, störrisch und unwillig[1833], für Unglück- und +Tod-bedeutend, für verstockten und dunklen Charakters, daher auch für +einen „Schwarzen“[1834]. ~Mars~ betrachtete man auf sein rötliches, +„in allerlei Farben funkelndes“ Licht hin für „ungünstig“, böse und +feindlich, Unheil- und Krieg-bringend[1835]. ~Merkur~ endlich, der am +Morgenhimmel den bevorstehenden Sonnenaufgang anzeigt, verheißt Glück, +er bestimmt, wenn er zu Jahresanfang erscheinend den Jupiter vertritt, +in dessen Namen und Vollmacht die Ereignisse des neuen Jahres, die er +mit dem Schreibstift in die Schicksalstafeln eingräbt[1836], und ist +daher Prophet, Lenker und Geleiter der Seelen, Verkünder der Zeiten, +Gott der Wissenschaften und besonders der Sternkunde, Schreiber des +Weltalls, Herr der Schrift und des Wortes, daraufhin auch Patron der +Kaufleute, des Handels- und Erwerbs-Standes, der Diebe usf.[1837]. + +Den Inschriften nach reichen die ältesten zu astrologischen Zwecken +angestellten Beobachtungen von Planetenbahnen, die besonders den +Jupiter betreffen, nicht weiter zurück als in das 8. Jahrhundert und +sind außerordentlich oberflächlich und unwissenschaftlich[1838], +aber auch die aus der Zeit ~Assurbanipals~ (~Sardanapals~, 668-626) +herrührenden zeugen noch von überraschender Unkenntnis und +Unklarheit[1839]. Zureichende Genauigkeit wird erst gegen Ende des +7. und im 6. Jahrhundert erreicht, zum Teil sogar erst in persischer +Zeit, also nach der Eroberung Babylons durch ~Kyros~, 539[1840]; +soweit die gerade für diese Periode spärlichen keilschriftlichen +Quellen ein Urteil gestatten[1841], scheint man sich eingehender +erst seit etwa 700 mit Farbe und Glanz, Zu- und Abnahme des Lichtes +der Planeten usf. befaßt, die Lehre von den Vorzeichen ausgebildet, +sowie die Konjunktionen der Wandelsterne beobachtet und astrologisch +gedeutet zu haben[1842]. Die Fortschritte der eigentlichen Astronomie +und die durch sie bedingte Entdeckung von der Identität des Morgen- +und Abend-Sternes bei Venus und Merkur, -- die bei letzterem ganz +erheblichen technischen Schwierigkeiten begegnen mußte --, ermöglichten +erst die endgültige Feststellung der Fünfzahl der Wandelsterne, sowie +deren Zusammenfassung mit Sonne und Mond zur Siebenheit der Planeten. +Diese bloß auf die Art des Umlaufes gegründete Vereinigung erscheint, +der Natur der Sache nach, nichts weniger als selbstverständlich und +naheliegend[1843]; genau läßt sich allerdings derzeit noch nicht +festlegen, wann sie erfolgte[1844], keinesfalls kann dies jedoch vor +dem 7. Jahrhundert geschehen sein. In dessen Verlaufe benützte die +Theologie, ganz im Einklange mit ihrem damals bereits angenommenen +Charakter, die magische und geheimnisvolle Siebenzahl, um eine solche +„Einheit der 7 Planeten“ zustande zu bringen, diese den höchsten +Gottheiten des altbabylonischen Pantheons zuzueignen und so das völlige +Übergewicht der Astrologie und des Fatalismus zu sichern[1845]. ++Allein von dieser spätesten Gestalt+ der chaldäischen Astrologie +wissen und berichten die antiken Schriftsteller, z. B. ~Herodot~[1846] +(485-425), ~Diodor~[1847] (um 45 v. Chr.), ~Strabon~[1848] (63-20), +~Vitruv~[1849] (um 25 v. Chr.), ~Plinius~[1850] (23-79) u. A., wobei +es erwähnenswert ist, daß noch ~Berossos~ (um 280 v. Chr.) und wohl +ihm folgend auch ~Diodor~ nur von 5 Wandelsternen sprechen und +nicht von 7[1851]. Aus altbabylonischer Zeit liegen einheitliche +Darstellungen der 7 Planetengottheiten überhaupt nicht vor[1852], und +die in den Keilinschriften erwähnten 7 Götter sind niemals die der 7 +Planeten[1853], bedeuten vielmehr in älterer Zeit die „Siebengottheit“, +d. i. „die Gesamtheit der großen Götter“[1854], und in jüngerer die +Plejaden, wie sie z. B. in der Gestalt [Symbol] auf der Stele des +Königs ~Assarhaddon~ (681-668) abgebildet erscheinen[1855]. + +Auf die Bedeutung der im vorstehenden so oft erwähnten +Siebenzahl+, +über die eine umfangreiche Litteratur besteht[1856], kann an dieser +Stelle nur kurz eingegangen werden. Zahlen wie 3, 5, 7, 9, 13 und +andere, spielen bei so vielen Völkern, auch bei solchen ganz entlegener +Kulturkreise, wie z. B. des alten Mexikos, eine derart wichtige +Rolle[1857], daß dieser wohl eine allgemeine Ursache zugrunde liegt, +nämlich die gänzlich mangelnde (oder wie bei 9 nur sehr beschränkte) +Teilbarkeit und die hieraus erfließende Schwierigkeit bei der +rechnerischen Verwendung[1858]. Im alten Babylon ist indessen unter +diesen Zahlen fraglos 7 die obherrschende, die an Einfluß und Bedeutung +alle übrigen weit hinter sich läßt und als „vollendete Zahl“, „Zahl +der Vollendung“ ἀριθμός τελειός gilt[1859]. Vermutlich ist dies, wie +den „Attischen Nächten“ des ~Gellius~ (113-165 n. Chr.) zufolge schon +~Aristarchos~ von ~Samos~ (um 260 v. Chr.) behauptete[1860], und wie +in neuerer Zeit, anscheinend selbständig, wieder ~Kant~ hervorhob, +aus der Art der Teilungen des Mondmonates zu erklären, als deren +natürlichste sich ergeben: für den siderischen und Licht-Monat von +27-28 Tagen die Fristen 4 × 7 und 3 × 9, für den synodischen Monat +von 29-30 Tagen aber die von 3 × 10[1861], -- wobei nach ~Aristarch~ +noch als besonders maßgebend zu berücksichtigen ist, daß die Summe +1 + 2 + 3 + 4 + 5 + 6 + 7 gerade 28 beträgt. Der Kult der Zahl 7 reicht +daher in Babylon sehr weit zurück und war längst völlig entwickelt, +bevor im 7. Jahrhundert die Verehrung der Planeten aufkam[1862], und +die mystische, bereits als „heilig“ angesehene Siebenzahl sowohl auf +diese angewandt wurde als auch (in recht willkürlicher Weise) auf die +Sterngruppen der Plejaden und Hyaden, des Orion, des großen und kleinen +Bären usf.[1863]. So z. B. begegnen wir schon im alten babylonischen +„Weltschöpfungs-Epos“[1864] sowie im Gedicht über die „Höllenfahrt der +~Istar~“[1865]) den 7 Winden und den 7 Geistern der Stürme[1866], den 7 +bösen Dämonen[1867], den 7 durch 7 Tore verschlossenen Abteilungen der +Unterwelt, die den 7 Zonen der Oberwelt und des Himmels nachgebildet +sein dürften[1868], den 7 Gewändern der ~Istar~[1869] usf.; späteren, +zum Teil sogar weit späteren Zeiten gehören dagegen, -- im Widerspruche +zu ~Jeremias~[1870] --, u. a. an: die 7 Namen gewisser Sterne, z. B. +des Mars[1871], die 7 Zeitalter[1872], die 7 Lebensstufen[1873], die 7 +Tage in ihrer Verbindung zur fortrollenden Woche, die Siebenzahl der +den 7 Planeten zugehörigen Farben und Metalle, Töne und Saiten, Stufen +und Mauern, Himmel und Sphären usf. + +Die 7 Himmel sollen nach ~Jeremias~ allerdings schon für die sumerische +Periode bezeugt sein[1874], und zwar durch die sog. Zikkurat, d. s. ++Tempeltürme+ von 7 Stockwerken, auf deren oberstem sich noch ein +Aufbau erhob, der den eigentlichen achten Himmel vorstellte, den Sitz +„der in höherem Sinne einheitlich gedachten Gottheit“[1875]. Als +solche Türme, deren Besteigung zu den kultischen Mitteln gezählt haben +soll[1876] und deren 7 Absätze den 7 Planeten geweiht waren und in +deren Farben strahlten[1877], erwähnt ~Jeremias~ u. a. den Turm des +Fürsten ~Gudea~ (um 2340) in Lagas, den des Gottes ~Nabu~ in Borsippa, +den des Gottes ~Marduk~ in Babel, „dessen Spitze aufreicht bis zum +Himmel“, sowie den zu Khorsabad[1878]. Diesen Angaben gegenüber +erheben sich indessen berechtigte Bedenken: Nach ~Ed. Meyer~ waren die +Zikkurat (= Berghäuser) ursprünglich künstliche Berge aus Ziegeln, +aufgeworfen in Gestalt eines Bergkegels oder „Tempelberges“ mit zur +Spitze führender, den Bau schräg umwindender Rampe und bestimmt, den +sumerischen Sturmgott ~Ellil~ auch im Flachlande an sein Heiligtum zu +fesseln[1879]. Etwa seit der Regierung ~Gudeas~ wurden sie auch für +andere Götter errichtet[1880], aber erst in sehr viel späterer Zeit +gab man ihnen die Form sog. Terrassen-Türme, die aber keineswegs stets +7 Stockwerke besassen, sondern oft nur 3, 5 oder auch 4[1881]; als +z. B. ~Nebukadnezar~ II. um 600 den Turm zu Borsippa (nach anderen +auch den zu Babel) erneuerte, erhöhte er ihn erst von 3 Stockwerken +auf 7 und ersetzte die silberne Täfelung der Wahrsage-Halle durch eine +goldene[1882]. + +Was die Beziehungen zu den +Farben+ der Planeten anbelangt, die +~Jeremias~ ebenfalls schon als für die Zeit ~Gudeas~ feststehend +voraussetzt[1883], so liegen Angaben vor für die Türme von Babel, von +Borsippa, von Birs-Nimrud (der aber mit dem Vorgehenden identisch +ist!) und von Khorsabad, sowie für die von ~Herodot~[1884] erwähnten 7 +Ringmauern der den Sternen geweihten Stadt Ekbatana[1885]: + + 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. + I. Babel: tonfarbig gelbgrün -- -- -- -- bunt + II. Borsippa: schwarz -- rot blau -- blau + III. Borsippa: schwarz hellrot purpur golden weiß blau silbern + IV. Birs schwarz {orange? rot golden weiß blau {weiß? + -Nimrud: {grün? {grün? + V. Khorsabad: weiß schwarz rot {weiß? -- -- -- + {blau? + VI. Ekbatana: weiß schwarz purpur blau {gelb silbern golden + {rot + +Wie man sieht, gehen diese Bezeichnungen weit auseinander, ganz +abgesehen davon, daß sie mehrfach sprachlich unsicher sind und daß +die Aufstellungen meist ohne weiteres das Vorhandensein von gerade 7 +Stockwerken oder Stufen voraussetzen; überdies gründen sie sich zum +Teil auf späte Überlieferungen, zum Teil auf Berichte über neuere +Ausgrabungen, aus denen allen, soweit die Angaben (nach ~Prinz~) nicht +überhaupt ganz unzutreffend, ja geradezu aus der Luft gegriffen sind, +keinesfalls Schlüsse auf die Zustände zur Zeit der ersten Herstellung +gezogen werden können. Den Turm von Borsippa z. B. ließ, wie erwähnt, +~Nebukadnezar~ II. erst um 600 erneuern und eine Inschrift anbringen, +die nach ~Oppert~ laute[1886]: „Ich habe ... das Wunderwerk zu +Borsippa, den Tempel der 7 Sphären[1887] des Himmels und der Erde, +wiederhergestellt und neu erbaut, ... in der Mitte Borsippas baute +ich den Turm, das ewige Haus, dessen Glanz erhöht ist durch Gold, +Silber und andere Metalle und durch glasierte Ziegel; ... +ich+ bin +der Wiedererbauer des Turmes, ... des Stufenturmes, des Tempels, der +bekleidet ist mit getriebenem Gold, Kupfer, Blei und Steinen“; eine +abermalige Erneuerung erfolgte dann unter König ~Antiochus I. Soter~ +(283-263), dem nämlichen, dem ~Berossos~ sein Werk über die Geschichte +Babels widmete[1888]. Ziegel des Turmes von Birs-Nimrud mit bunter +Glasur (in deren Herstellung die Babylonier seit altersher große +Meister waren) untersuchten ~Layard~ und ~Percy~ und ermittelten als +Farbstoff der weißen opakes Zinnoxyd, der roten Kupferoxydul, der +blauen ein Kupferoxyd (versetzt mit einem bleihaltigen Flußmittel) und +der gelben ein zinnhaltiges Bleiantimoniat, ähnlich dem sog. Neapelgelb +(mit Natriumsilikat als Flußmittel)[1889]. Zu Khorsabad wurde 1854 +unter dem Eckstein des von König ~Sargon~ II. 706 errichteten Baues +eine Steinkiste mit 7 Barren gefunden, von denen drei verloren gingen, +während die vier erhaltenen nach ~Berthelot~[1890] aus Gold, Silber, +Bronze und weißem Magnesit (Magnesium-Carbonat) bestehen und längere +Inschriften tragen, denen zufolge die Materialien aller sieben waren: +Hurasu = Gold, Kaspi = Silber, Uruki = Erz (Bronze)[1891], Anaki = +Blei, Kasazatiri = Zinn, Abar = Magnesit (determinierender Zusatz: +sipri zakur = Marmor?)[1892] und Gissipgal = Alabaster (nach ~Jeremias~ +aber = Lapis Lazuli, Lasurstein)[1893]. Was endlich die 607 erbaute +Stadt Ekbatana und das gleichzeitig zerstörte, angeblich ebenso +ummauerte Ninive betrifft[1894], so müßte die innerste goldfarbige +Mauer der Sonne, die benachbarte silberfarbige dem Mond entsprechen, +während die planetarische Zugehörigkeit der übrigen Farben fraglich +bleibt; nach ~Jeremias~[1895] ist für diese anzunehmen, von außen +nach innen: weiß = Venus, schwarz = Saturn, purpur = Mars, blau = +Merkur, gelb = Jupiter, silbern = Mond, golden = Sonne, doch finden +sich zuweilen für die nämlichen Planeten die Angaben blau (oder +bunt), schwarz, rot, grüngelb, weiß, grün, golden (oder grün)[1896] +und auch noch verschiedene andere. Die Ordnung bei Borsippa (III) +hält ~Bouché-Leclercq~ „für die umgekehrte wie am Himmel“[1897]; die +bei Birs-Nimrud (IV) endlich soll der „wahren“ Planetenreihe Saturn, +Jupiter, Mars, Sonne, Venus, Merkur, Mond folgen. Sichtlich stimmen +die Zuweisungen, die sich überdies nur auf Bauwerke sehr später +Zeiten gründen, so wie sie vorliegen, durchaus nicht untereinander +überein, während es hinwiederum ganz unstatthaft bleibt, je nach +Bedarf „Irrtümer“ vorauszusetzen und willkürliche Umstellungen +vorzunehmen[1898], -- betreff derer es schon zur größten Vorsicht +mahnen muß, daß z. B. ~Nebukadnezar~ den silbernen Schmuck einer Halle +ohne weiteres durch goldenen ersetzt, oder daß ~Sin~, der Gott des +silbernen Mondes, mit einem lasurblauen Bart ausgestattet wird[1899]; +ohne Zwang lassen sich auch jene Farbenskalen weder der einen oder +anderen älteren und unrichtigen Reihe der Planeten angliedern, noch der +spät entdeckten richtigen, noch auch der in der Folge der Wochentage +überlieferten. + +Die siebentägige „+Planeten-Woche+“ und die Darstellung ihres +Zusammenhanges mit den Planeten durch ein (sehr künstliches) +Heptagramm hält ~Jeremias~ für außerordentlich alt, wenngleich er +zugibt, daß sie sich für die babylonische Zeit nicht unmittelbar +nachweisen lasse[1900]; wie indessen ~Boll~, -- auch gegenüber +~Bouché-Leclercq~[1901] --, zeigte, fehlen für Babylon sämtliche +einschlägige Grundlagen[1902]. Allerdings kommen schon unter dem +Fürsten ~Gudea~ die durch Viertelung des Lichtmonates entstehenden +siebentägigen Fristen vor[1903], die sich u. a. vortrefflich zur +Ausgleichung des Sonnenjahres mit dem Mondmonat eignen[1904], +ferner in späterer Zeit auch der 7., 14., 21. und 28. Monatstag +als „Siebener-Tage“, betreff derer es jedoch immer noch strittig +ist, ob und seit wann sie „Schabattu“ hießen, und was dieser Name +bedeutete[1905]. Erstens waren jedoch solche Fristen bloß Unterteile +je eines Monates und wurden nicht, wie die wahre „fortrollende“ oder +„laufende“ Woche, ohne Rücksicht auf das Monatsende „durchgezählt“, +und zweitens gibt es dafür, daß man ihre sieben Tage in irgendeine +Verbindung mit den Planeten gebracht habe, auch nicht einen einzigen +litterarischen oder bildnerischen Anhaltspunkt[1906]. Nach den +Berichten des Historikers ~Cassius Dio~ (150-235)[1907], des Astrologen +~Vettius Valens~ (im 2. Jahrhundert n. Chr.), der gleichzeitigen +Papyri, sowie des ~Laurentius Lydus~ (um 560 n. Chr.)[1908] soll die ++willkürliche+, der Folge der Wochentage zugrunde liegende Reihe der +Planeten, d. i. Saturn, Sonne, Mond, Mars, Merkur, Jupiter, Venus, aus +der +wahren+ des ἑπτάζωνος (Heptázonos, Septizonium), d. i. Saturn, +Jupiter, Mars, Sonne, Venus, Merkur, Mond, dadurch abgeleitet worden +sein, daß man, vom Saturn aus beginnend, immer um je vier Stellen +weiter schritt, oder, wie eine nachträgliche pythagoräisierende +Erklärung besagt, den musikalischen Quartenabstand διὰ τεσσάρων auf +die Gestirne übertrug; aber jene +willkürliche+ Reihe läßt sich weder +als in Babylon entstanden aufweisen noch als frühzeitig von dort aus +weiter verbreitet, und die +wahre+ vollends, die auf Kenntnis der +Erdentfernungen und Umlaufszeiten fußt, setzt erhebliche Fortschritte +der beobachtenden Astronomie voraus und wurde in Babylon erst gegen +Anfang unserer Zeitrechnung bekannt[1909]. Die zutreffende Erklärung +erwähnen überdies auch schon ~Cassius Dio~ und ~Vettius Valens~: zählt +man die 24 Stunden des Tages gemäß der wahren Reihe der Planeten immer +wieder von 1-7 durch und macht dabei den Anfang mit Saturn, so trifft +auf die +erste+ Stunde jedes Wochentages der richtige zugehörige +Gott, der zunächst nur +sie+ beherrscht, weiterhin aber den +ganzen +Tag+[1910]. Die Ausbildung dieser wirklichen Planetenwoche und ihre +Durchführung als „fortrollende“ sind indessen erst Schöpfungen der +hellenistischen Periode; wie auf eine Anzahl anderer Errungenschaften +des nämlichen Zeitalters, wird daher auch auf sie weiter unten nochmals +zurückzukommen sein. + + +b) Persien. + +Die Kultur der Iranier, die sich, ebenso wie die der Inder, seit dem +Ende des dritten Jahrtausends selbständig, namentlich ganz unabhängig +und unbeeinflußt von der babylonischen, ausgestaltet hatte[1911], +erfuhr tiefgehende Einwirkungen durch das spätestens gegen 1000 +v. Chr. erfolgende Auftreten des ~Zarathustra~ (~Zoroaster~)[1912], +das wesentlich auf Seßhaftmachung der vielfach noch nomadischen und +räuberischen östlichen Stämme, Verbesserung ihrer Lebensbedingungen +durch Förderung von Ackerbau und Viehzucht, sowie Läuterung ihres +Glaubens abzielte[1913]; in letzterer Richtung war aber bei den +breiteren Volksschichten ein Erfolg nur sehr langsam und unvollständig +erreichbar[1914], so daß erst die nächsten Jahrhunderte, die 678 +zur Begründung eines eigentlichen persischen Reiches, Parsua, +führten[1915], die Entwicklung zu einem gewissen Abschlusse brachten. +Fast völlig im Dunkel liegen noch die frühesten Beziehungen zwischen +den Persern und den gleichfalls iranischen Medern, die nach lange +andauernden, zum Teil gemeinsam mit anderen Völkerschaften geführten +Kämpfen 607 das assyrische Reich stürzten, Ninive zerstörten und +Ekbatana begründeten[1916], um die Mitte des 6. Jahrhunderts aber +selbst wieder unter persische Botmäßigkeit gerieten, -- ohne daß dieser +Ersatz +eines+ herrschenden iranischen Stammes durch einen +anderen+ +nach außen hin besonderen Eindruck hervorgerufen hätte[1917]. + +Die reine iranische Religion, nach ~Mommsen~ ausgezeichnet „durch fast +monotheistische Verehrung des ‚Höchsten der Götter‘, Bildlosigkeit und +Geistigkeit sowie strengste Sittlichkeit und Wahrhaftigkeit“[1918], +kannte weder Götterbilder noch Gotteshäuser[1919]. Die oberste Stellung +in ihr nahm ~Ahura-Mazda~ ein, auch ~Mazda-Ahura~ = „der weise Herr“; +die Sonne gilt als sein Auge, Atar (das Feuer) ist sein Sohn, er +offenbart sich in Sonne und Mond sowie in Erde, Wasser, Feuer und +Wind (nicht Luft)[1920], und man betet zu ihm auf Bergeshöhen unter +Entzünden der lauteren Opferflamme[1921]; mit den sechs „Amesa Spenta“ += „Unsterblichen Heiligen“ (einer Art Erzengel) vereint er sich zur +„Siebenheit“, die aber nicht im entferntesten Zusammenhange mit jener +der chaldäischen Planetengottheiten steht[1922]. + +Von diesen erhielten die Perser nicht früher Kenntnis, als sie in +nähere Berührung mit den Babyloniern kamen, und eine Vermischung +iranischer und chaldäischer Vorstellungen eintrat, deren Anfänge zwar +sicher weit hinter der Regierung ~Alexanders des Grossen~ zurückliegen, +die aber ihren Höhepunkt erst zur Zeit der Diadochen erreichte[1923]. +Zunächst beharrte die große Volksmenge, wie schon ~Lenormant~ richtig +ausführte[1924], auch nach dem Sturze des babylonischen Reiches durch +~Kyros~ im gewohnten Aberglauben, teils weil die Perser völlige +religiöse Toleranz übten[1925], teils weil sie eine nur äußerst dünne +Oberschicht bildeten, die zur Blütezeit der Achämeniden-Dynastie +nur etwa ein Prozent der Gesamtbevölkerung betrug (500000 von 50 +Millionen)[1926], in früherer Zeit, bei geringerem Umfange des Reiches, +also vielleicht einige Prozente. Während der Herrschaft der Diadochen +erhielt dann die persische Religion wenigstens in den Mittelpunkten der +Kultur ein erhebliches Übergewicht, aber nicht, ohne auch selbst wieder +durch die spätbabylonische weitgehend beeinflußt zu werden[1927], +namentlich betreff Astrologie und Magie, die ihrem eigenen Wesen völlig +fremd gewesen waren; den „Magiern“, Mitgliedern der für das alte Medien +charakteristischen einheimischen Priesterschaft[1928], über deren +Namen und Herkunft nichts ganz sicheres bekannt ist[1929], lag nämlich +ursprünglich, nach den übereinstimmenden Berichten der besten und +ältesten Quellen, gerade alles +das+ völlig fern, was man als Zauberei, +Geheimkunst, Geisterbannen usf., kurz als „Magie“ zu bezeichnen gewohnt +ist[1930]. Die dürftigen echten Überreste des rein erhaltenen Glaubens +in den heiligen Büchern des „Avesta“, das in seiner heutigen Gestalt +erst im 3. nachchristlichen Jahrhundert unter Bewahrung frühpersischen, +medischen oder baktrischen Sprachgutes aufgezeichnet wurde, verraten +keine Spur derartiger Kenntnisse, die vielmehr, wo sie sich im „Avesta“ +geltend machen, allemal eines der Kennzeichen später, zum Teil sogar +sehr später (bis ins 7. nachchristliche Jahrhundert herabreichender) +Einschiebungen darstellen[1931]. + +Erst als sich die persische Priesterschaft im Laufe des 4. Jahrhunderts +immer nachhaltiger seitens der babylonischen beeinflussen ließ, +übernahm sie von ihr Astronomie und Astrologie, Sterndienst und +Magie[1932]. Für die babylonischen Priester dieser Epoche, die sich +ausdrücklich „Chaldäer“ nannten, steht als Grundgedanke ihrer Lehre +fest, daß sich die Götter in den Gestirnen verkörpern, vor allem in den +7 Planeten, den „Lenkern der Schicksale“, die durch ihre Bewegungen +die Gesamtheit der irdischen Vorgänge und Ereignisse beherrschen und +in untrüglicher Weise herbeiführen; alles auf Erden hat daher seine +bestimmte und berechenbare Zeit und tritt unabwendbar ein, sobald diese +gekommen ist. Die Berechnung anzustellen, die betreffenden Vorzeichen +rechtzeitig zu erkennen und richtig zu deuten, die Götter durch Gebet, +Sühnung, Opfer, Beschwörung usf. womöglich noch zu beschwichtigen oder +umzustimmen u. dgl. mehr, ist Sache der Priester; denn diese allein +kennen das erforderliche Ritual und die den Göttern wohlgefälligen +Einzelheiten des Kults und der Liturgie, der Worte und Gebärden, der +Anrufungen und Intonationen, auch besitzen sie allein Kunde vom „wahren +Wesen“ und den „wahren Namen“ der Gottheiten und verstehen es auch, +die ungeheuren und geheimnisvollen „Kräfte“, die solches Wissen (nach +uralten und bei zahlreichen Völkern weitverbreiteten Vorstellungen) +verleiht, mit zauberischer Macht anzuwenden, d. h. die Götter zu ++zwingen+, falls sie sich nicht +erbitten+ lassen[1933]. Wie die Magie, +hierin die Zwillingsschwester der Astrologie, erkannt hat, gibt es eben +dunkle Beziehungen zwischen Dingen, Worten oder Namen, und Personen, +auch göttlichen; wer diese Beziehungen durchschaut, besitzt auch +Einblick in die ihnen entsprechenden Zerimonien, bestimmte Zerimonien +haben aber auch bestimmte Folgen[1934]. + +Solche, auf zum Teil uralt babylonischen Aberglauben zurückgehende, +für Stellung und Macht des chaldäischen Priestertums äußerst +charakteristische Anschauungen konnten sich indes nicht ohne erhebliche +Abänderungen mit den iranischen verschmelzen; großes Beharrungsvermögen +erwies namentlich deren dualistische Grundlage, der gemäß dem guten +Prinzip, ~Ahura-Mazda~ (= ~Ormuzd~), dem Geiste des Lichtes und der +Wahrheit, in ~Angra-Mainyu~ (= ~Ahriman~), dem Geiste des Dunkels und +der Lüge, ein Böses gegenübersteht, desgleichen der Schar der guten +und wohlwollenden Genien eine der bösen und neidischen Dämonen usf., +derart, daß sich der ganze Vorgang der Weltentwicklung im Kampfe dieser +beiden Prinzipien erschöpft[1935]. So eignete sich die persische +Religion u. a. zwar den Planetenkult an und ersetzte die Dreizahl der +iranischen Himmel, über denen sich das Paradies befindet, durch die +Siebenzahl der Sphären[1936]; ebenso übernahm sie den Gedanken von der +Herabkunft und dem Wiederaufstiege der Seelen durch die Sphären der 7 +Planeten, wobei ihnen deren „Herrscher“ (Wächter, Hüter; Archonten) die +geschlossenen Tore auftun und „Kleider“ (= Anlagen, Leidenschaften, +...) mitgeben oder wieder abnehmen[1937]; die +Gottheiten+ der Planeten +aber setzte sie zu +Dämonen+ herab, und wenn nicht alle sieben, weil +der Charakter von Sonne und Mond doch allzu gesichert feststand, +so mindestens die fünf der eigentlichen Wandelsterne, die entweder +sämtlich, oder in ihrer Mehrzahl zu „Widersachern der guten Götter“, +„Verstörern des Himmels“ und „bösen Geistern“ werden, als arglistige +Neider die Himmelsreise der Seelen zu hindern suchen und sei es durch +Anbetung und Opferbringen, sei es durch Drohung und Beschwörung, +zu beschwichtigen oder zu gewinnen sind[1938]. Auch der iranische +~Mithras~, ursprünglich Genius des Himmelslichtes, wird nunmehr mit +dem babylonischen Sonnengott ~Samas~ identifiziert und erhält so die +Oberherrschaft über die Gestirngötter der Planeten, denen man, ebenso +wie den Tierkreisbildern, je nach ihrer Beschaffenheit, Helligkeit, +Färbung usf., zahlreiche bald nutzbringende, bald verderbliche +„Kräfte“, sowie mannigfache „Beziehungen“ zuschreibt, u. a. zu Tieren, +Pflanzen, Mineralien, Edelsteinen und Metallen[1939], -- wofür indessen +unmittelbare Nachweise erst aus der Anfangszeit der Arsakiden-Dynastie +vorliegen, die vom 3. vor- bis zum 3. nachchristlichen Jahrhundert +regierte[1940]. Die Notwendigkeit, auch für den Kult der bösen Geister +zu sorgen, und durch genehme Verehrung entweder ihr Wohlwollen +zu erkaufen oder sie durch Zauberhandlungen unschädlich, wenn +nicht gar dienstbar zu machen[1941], mußte jedenfalls Bedeutung +und Wichtigkeit der Priesterschaft neuerdings steigern und ihren +liturgischen Handlungen und Worten sowie ihrer Kenntnis der „wahren +Geheimnamen“, -- die deshalb nur in „leisem Gebete“ ausgesprochen +und in charakteristischer Weise „gemurmelt“ werden durften[1942] --, +erhöhtes Ansehen verschaffen[1943]. Götterbilder in menschlicher +Gestalt aufzustellen und sie in geschlossenen Räumen anzubeten sollen +die Perser, nach ~Berossos~, erst seit der Regierung ~Artaxerxes~ II. +(405-359) begonnen haben, also seit Beginn des 4. Jahrhunderts[1944], +und die im arabischen „Fihrist“ (gegen 1000 n. Chr.) überlieferte +Erzählung, schon der völlig mythische persische König ~Aldahhak~ habe +den 7 Planeten Tempel erbaut[1945], ist daher in das Reich der Fabel zu +verweisen; allgemein gebräuchlich scheint jene Sitte aber erst in der +Zeit der Diadochen geworden zu sein, in der auch die Verehrung der vier +Elemente Feuer (âtar), Wasser, Erde und Wind, über die schon ~Herodot~ +erzählt[1946], zum Dienste von Elementen-Gottheiten als „Herren +der Elemente“ (στοιχεῖα) ausartet, denen man Kultstätten weiht und +Bildsäulen setzt[1947]; dies sind offenbar die „Idole der Planeten“ und +„Idole der Elemente“, deren, zusammen mit den „Festen ihrer Verehrung“, +den „Festen der Vermählung der Elemente“ usf., noch im 10. Jahrhundert +n. Chr. der hochgelehrte arabische Schriftsteller ~Albiruni~ in seiner +„Chronologie der alten Nationen“ Erwähnung tut[1948], aber auch schon +im 2. Jahrhundert n. Chr. der Apologet ~Aristides~, der Tempel wie +Kultbilder den „Chaldäern“ zuschreibt[1949]. Für die griechischen +Berichterstatter verwischten sich eben schon seit den Tagen ~Alexanders +des Grossen~ die Grenzen zwischen Babyloniern, Assyriern, Chaldäern +und Persern in einer Weise, die zwecks Beurteilung aller späteren +Überlieferungen von größter Wichtigkeit bleibt; vor allem aber +flossen die Begriffe der babylonischen „Chaldäer“ und der iranischen +„Magier“ so völlig ineinander, daß schließlich z. B. ~Zarathustra~ +für die nämliche Person gehalten werden konnte wie ~Nimrod~, der +sagenhafte Held der babylonischen Urzeit[1950]. War aber auch die +Verschmelzung babylonischen und iranischen Wesens in Wirklichkeit +nicht so vollständig, wie sie den griechischen Beobachtern aus +leicht begreiflichen Gründen erscheinen mußte, so zeitigte sie doch +außerordentlich wichtige Folgen; denn wie die babylonische Kultur +seit fernen Zeiten unmittelbar oder durch assyrische Vermittlung auf +die ganz Vorderasiens eingewirkt hatte, so beeinflußte sie nun jene +Persiens und durch sie wieder die der weitesten und entlegensten +Kreise der alten Welt, wobei, ebenso wie in Persien, nicht selten an +die Stelle der babylonischen Göttergestalten abgeänderte einheimische +treten, oder statt ihrer auch fremde, geheimnisvolle und magische +Mächte[1951]. + + + + +2. Einflüsse seitens des älteren Ägyptens. + + ++Übersicht einiger Hauptdaten+[1952]. + + v. Chr. + Zeitalter der Horus-Verehrer um 4250 + Zeitalter der Thiniten 3315-2895 + Altes Reich 2895-2540 + Zeitalter des Überganges 2540-2160 + Mittleres Reich 2160-1785 + Zeitalter der Zersetzung; Hyksos-Könige 1785-1580 + Neues Reich 1580-1100 + Herrschaft der Söldner, Äthiopier, Assyrier 1100-663 + Zeitalter der Restauration 663-525 + Herrschaft der Perser 525-332 + Ptolemäische Könige 331-30 + Ägypten römische Provinz 30 + + Einführung des verbesserten 365tägigen Kalenders: am 15. Juni 4241 + v. Chr.[1953]. + + —————————— + +Da die ägyptische Religion schon zu Beginn des neuen etwa von 1580-1100 +währenden Reiches in vielen Richtungen bis zur Unkenntlichkeit +entstellt und in anderen nur mehr der Form nach annähernd erhalten +war[1954], so bietet es große Schwierigkeiten, ihre Entwicklung +bis in die Zeit des mittleren oder gar des alten Reiches (etwa +von 2160-1785 und 2895 bis 2540) zurückzuverfolgen. So weit dies +indessen möglich ist, zeigt sich, daß keine Gottheit in höherem +Ansehen stand als der Sonnengott ~Rê~, neben dem allenfalls noch der +Mondgott ~Thot~ in Betracht kommt, während andere Sterngötter, -- +denn nicht die +Gestirne+ verehrt man, sondern die +Wesen+, die sich +in ihnen offenbaren[1955] --, keinerlei Rolle in Sachen des Glaubens +spielen[1956]. + +Anfänglich scheinen +Sonne+ und +Mond+ als Augen einer Gottheit +gegolten zu haben, des „großen ~Horus~“, des „~Horus~ der beiden +Augen“[1957], den man sich als Falken mit leuchtenden Augen vorstellte; +demgemäß heißt auch ~Rê~ später „der große Gott“, „der Herr des +Himmels“, wird falkenköpfig abgebildet und trägt auf dem Haupte die +Sonnenscheibe, umwunden von der flammenspeienden Schlange ~Apophis~, +der „Vernichterin der Feinde“; an weiteren Beinamen, -- betreff derer +zu beachten ist, daß die ägyptische Religion gewohnheitsgemäß auch +an gänzlich widerspruchsvollen Angaben keinen Anstoß nimmt und sie +als gleichwertig nebeneinander gelten läßt --, besitzt der „große +Lichtgott“ u. a. „Stier seiner Mutter“ sowie „~Chepre~ der Käfer“, +und zwar hängen diese mit den sehr mannigfaltigen Vorstellungen über +seinen Ursprung zusammen[1958]. Nach der einen von diesen wird ~Horus~ +jeden Morgen neu geboren und zeugt dann sich selbst (d. h. die am +folgenden Tage aufgehende Sonne) im Leibe der Himmelsgöttin, die bald +(nach ägyptischer Sitte) als seine Schwester und Gemahlin, bald wieder +als seine Mutter gedacht wird[1959], und zu deren besonderen Formen +auch ~Isis~ zählt, -- weshalb in der späteren Sage deren Sohn, der +aber +ganz verschieden+ vom großen Lichtgotte ~Horus-Rê~ ist, wiederum +~Horus~ heißt[1960]. Nach einer anderen ist der große ~Horus~ sein +eigener Erzeuger und schuf sich selbst, sowie seine Namen; dieser +Zusatz weist darauf hin, wie innig zusammenhängend auch den Ägyptern +Sache oder Person und Namen erschien[1961]: sogar die Götter müssen +sich demjenigen fügen, der sie durch Verrat ihres „wahren Namens“ in +jedermanns Macht zu geben droht, und selbst in äußerster Gefahr teilt +~Rê~ den seinen nur der ~Isis~ mit, „allein für sie und ihren Sohn +~Horus~“[1962]. Wieder eine andere läßt, wie den Skarabäus-Käfer +sein Ei, d. i. die Mistkugel, in der er (nach ägyptischer Annahme) +ungeschlechtlich seine Nachkommen zeugt, so ~Horus~ das seinige, d. i. +die Sonne, vor sich herwälzen[1963] und dann aus diesem „von ihm +selbst geschaffenen Ei“ auskriechen[1964], als „Keim eines schönen und +edlen Eies“[1965], als „Sonnenkind, aus dem Ei entspringend“[1966]; +man erzählt aber auch, daß dieses Ei als „Weltenei“ bei Beginn der +Schöpfung aus dem finsteren, die männlichen und weiblichen Keime in +sich bergenden Urwasser ~Nun~ hervorging, und daß es Gott ~Ptah~ von +Memphis oder Gott ~Chnum~ von Esne, „der Weltbaumeister“, auf der +Töpferscheibe rund drehte[1967]. -- Sagen dieser Art über Entstehung +von Welt und Mensch sind übrigens auf der ganzen Erde sehr verbreitet, +weshalb auch Eier, wirkliche, nachgemachte oder gemalte, eine wichtige +Rolle im Totenkult spielen, nicht nur im ägyptischen, in dem sie oft +verbunden mit der Schlange als „Seelentier“ auftreten[1968]: das Ei +ist eben von geheimer Lebenskraft erfüllt, wird deshalb auch von den +Anhängern mancher Geheimlehren nicht genossen und sichert (ebenso wie +das Blut) dem Toten das Leben[1969]. Auf einen babylonischen Mythus +geht die Erzählung zurück, daß Fische an das Ufer des Euphrat ein Ei +von wunderbarer Größe herausschoben, aus dem eine Taube die „große +syrische Göttin“ (Dea Syria) ausbrütete[1970]; bei den Iraniern +zerreißt der „eiförmige Felsen“ des „Welteneies“ in zwei Hälften, deren +obere die Himmelswelt mit ~Ormudz~ und deren untere die Unterwelt mit +~Ahriman~ ergibt, während aus der Mitte ~Mithras~ entspringt, und +dies ist das berühmte „mithräische Mysterium des Steines, der kein +Stein ist“ (μιθριακὸν μυστήριον τοῦ λίθου, ὃς οὐ λίθος)[1971]; durch +persische Vermittlung soll es schon frühzeitig den kleinasiatischen und +europäischen Griechen zugekommen sein[1972] und seither nicht minder +in den alten Mysterien-Diensten des ~Pythagoras~ und ~Orpheus~ (Ei des +~Phanes~!) seine Rolle gespielt haben, wie noch in den späten Lehren +gewisser gnostischer Sekten, z. B. der Sethianer[1973]. + +Die Ansicht, daß ~Horus~ identisch sei mit ~Osiris~, ist unzutreffend +und entspringt jedenfalls der Tatsache, daß ~Horus~, aus nicht recht +durchsichtigen Gründen, zuweilen für ~Osiris~ eintritt, so z. B. schon +frühzeitig im sog. „Totenbuche“[1974], das man vornehmen Bestatteten +als eine Art Wegweiser im und ins Jenseits mit in das Grab zu geben +pflegte. Dieses als Grundlage für die Unsterblichkeits-Lehre sehr +wichtige Buch ist schon zu Anfang des neuen Reiches (um 1600) eine +weitläufige Sammlung von Texten und Textsätzen mannigfaltiger Herkunft +und verschiedensten, zum Teil bis etwa 3300 zurückgehenden Alters, das +weiterhin noch ständig und in ganz willkürlicher Weise aus vieldeutigen +und unzuverlässigen Quellen ergänzt und vermehrt wird, so daß es +größtenteils nur ein wirres und unklares Gemisch darstellt, das zudem +noch ungenau und fehlerhaft überliefert ist[1975]. + +Was nun die außerordentlich bedeutsame Gestalt des ~Osiris~ betrifft, +so war er ursprünglich (gleich dem Getreidegott ~Nepera~)[1976] ein +Erd- und Vegetations-Gott, der in der Tiefe des Bodens haust und aus +ihr Saaten, Kräuter und Bäume hervorwachsen heißt; die sommerliche +Glut, die sein göttlicher Bruder ~Seth~ sendet, macht diese verwelken +und auch ihn dahinsterben, jedoch nicht völlig, vielmehr erweckt ihn +der Zauber des „neuen Wassers“ aus seinem Grabe zu neuem Leben, so +daß er wieder aufersteht und von früherer Zeugungskraft erfüllt die +Felder abermals ergrünen läßt[1977]. Den bösartigen ~Seth~, der im +übrigen wenig bekannt ist und angeblich den Esel zum „heiligen Tiere“ +haben soll, bringt die Sage nach verschiedener Weise mit ~Osiris~ +in Verbindung[1978]. Nach der einen Überlieferung tötete er ihn +heimtückisch und warf den Sarg mit seiner Leiche in den Nil, so daß er +bis ins Meer und weiter bis Byblos schwimmt, wo ihn ~Isis~ auffindet +und nach Ägypten zurückbringt; hierdurch erklärt sich die Verbindung +mit den Kulten der „großen Göttin“ von Byblos und des einem Eber zum +Opfer gefallenen ~Adonis~ (semitisch = der große Gott)[1979]. Einer +anderen zufolge zerstückelte ~Seth~ den Körper des ~Osiris~ und trennte +ihm den Kopf ab, weshalb auch das sog. „Rückgrat des ~Osiris~“, +eigentlich wohl nur ein Baumstamm mit mehreren Querbalken, als sein +Fetisch gegolten haben soll[1980]; da nun ursprünglich, wie bei vielen +Völkern, so auch bei den Ägyptern der älteren Zeit die sog. „sekundäre +Bestattung“ des wie angegeben behandelten und durch Abschaben vom +Fleische befreiten Leichnams gebräuchlich war, -- Beispiele hierfür +kommen selbst noch zur Zeit der persischen Eroberung vor[1981] --, +so ist die Sage wohl erst nachträglich dieser Sitte entsprechend +umgestaltet worden; und wie der Spruch „die Glieder mögen sich wieder +vereinigen, der Kopf füge sich wieder an die Knochen“ mit „Erneuerung +des Lebens“ (παλιγγενεσία, Palingenesía) gleichbedeutend war[1982], +so hielt man es auch betreff des ~Osiris~: sein Sohn ~Horus~ sucht +mit Hilfe des Gottes ~Thot~ oder des ~Anubis~ die Knochen zusammen, +balsamiert die Überreste ein, umwickelt die Leiche mit weißen und +farbigen Binden, wie das (schon im alten Reiche) bei den Mumien, aber +auch bei den Götterbildern geschieht, und macht sie durch Zauber +lebendig[1983]. Später wirkt hierbei auch ~Isis~ mit, und das „neue +Wasser“, das ~Horus~ und ~Thot~ schon auf sehr alten Wandzeichnungen +über den toten ~Osiris~ ausgießen[1984], das „Wasser, das das Leben +wiederholt“ (erneut), den der Dürre ~Seths~ Erlegenen „wieder aufleben“ +läßt und ursprünglich nichts anderes war als das Überschwemmungswasser +des Nils[1985], geht dann allmählich in ein „Wasser des Lebens“ +über im Sinne eines von der ~Isis~ erfundenen „Zaubermittels der +Unsterblichkeit“ (φάρμακον τῆς ἀθανασίας)[1986], das auch mit dem +„Blute der ~Isis~“ und dem symbolischen „Knoten (Gürtelknoten) der +~Isis~“ in Verbindung gebracht wird[1987]. -- Solches „Wasser des +Lebens“ kennt übrigens auch die alte babylonische Litteratur[1988] +u. a. schon in „~Istars~ Höllenfahrt“[1989], ferner erwähnen es +griechische Grabschriften spätestens des 4. Jahrhunderts[1990], und +selbst ~Alexander den Grossen~ soll einer seiner Züge bis zur „Quelle +des Lebenswassers“ geführt haben[1991]. + +Wenngleich nun der erstandene ~Osiris~, wie schon seine Darstellung +als bekrönte Mumie zeigt[1992], als +Toter+ angesehen wurde, so galt +er doch als eine tote +Gottheit+, die in Mumiengestalt auf Erden +weiterherrscht, und in dieser Eigenschaft verdrängte er schon gegen +Ende des alten Reiches den mächtigen Gott ~Anubis~, der bis dahin +zu Abydos als eigentlicher „Totengott“ und „Schützer der Toten“ +Gegenstand einer der wichtigsten Kulte gewesen war[1993]; hieran +anschließend entstand wohl die Tradition, daß der vornehmste Teil der +~Osiris~-Leiche, das Haupt des Toten (caput mortuum), gerade an der +altheiligen Stelle zu Abydos begraben gelegen habe[1994], und daß das +„Totenbuch“, das seit jeher vornehmlich als „dem Herrn von Abydos“ +geweiht galt, mit ~Osiris~ und demgemäß mit der Auferstehungs- und +Unsterblichkeits-Lehre in Verbindung zu bringen sei[1995]. Bereits +im alten Reiche wird ~Osiris~ zum „Vorbild aller Toten“, zum „Ersten +aller Toten“: er verbürgt die Unsterblichkeit, indem er wie ein +Mensch stirbt, bestattet wird, nachher aber mit allen körperlichen +und geistigen Eigenschaften zu neuem Leben aufersteht[1996]. Wie nun +überhaupt der Mensch nur, indem er sich mit den Göttern identifiziert, +Anteil an ihrer Macht zu gewinnen vermag[1997], so hat er sich auch +„mit ~Osiris~ zu vereinigen“, „zu ~Osiris~ zu werden“, damit er gleich +ihm die Totenwelt durchwandere, so den Tod überwinde und unsterblich +erstehe[1998]. In solchem Sinne wird nicht nur ein verstorbener König +angeredet als „dieser ~Osiris~“[1999], sondern jeder Tote heißt einfach +„der ~Osiris~ N. N.“, ~Anubis~ balsamiert ihn ein und bestattet ihn +wie einstens den ~Osiris~, und wenn sein Grab gefunden ist, wird +zur rechten Zeit das „neue Wasser“ auch ihn wieder neu aufleben +lassen[2000]. Bei den sog. „Mysterien des ~Osiris~“ wurde dies, +anknüpfend an das Wiedererblühen der Natur nach totenähnlicher Ruhe, +durch Vorzeigen und Herumtragen keimender Pflanzen angedeutet[2001]; +noch bis in die späteste Zeit des Altertums erhielt sich zu Abydos +eine große, dreitägige, im Laufe des November stattfindende Feier, +die dem Tode des ~Osiris~, dem Suchen und Finden seiner Leiche, sowie +der Auferstehung galt[2002]; auf sie spielen u. a. ~Ovids~ Worte vom +„nie genug gesuchten ~Osiris~“ an[2003], ~Juvenals~ (47-127) Erwähnung +des endlosen Jubelgeschreies unter dem Volke „wenn ~Osiris~ gefunden +ist“[2004], sowie die Berichte des ~Seneca~ (gest. 65), ~Firmicus~ (um +315) und ~Lactantius~ (gest. 330)[2005]. + +Hinsichtlich des +Mondes+, des „Stieres unter den Sternen“, ist zu +bemerken, daß sein Gott „~Thot~, der Ibis“ war, vielleicht so benannt, +weil die Sichel des Halbmondes einige Ähnlichkeit mit dem krummen +Schnabel dieses Vogels zeigt[2006]; bereits weiter oben wurde erwähnt, +daß der Mondgott auch als Urheber von Zeitmessung, Maß und Ordnung, als +Erfinder von Sprache, Schrift, Zeichen- und Mal-Kunst, als Schöpfer +aller Wissenschaft und Kultur, aber auch als Arzt galt, dessen Speichel +die Wunden der Götter heilt[2007]. + +Die fünf +Planeten+ waren schon im alten Reiche wohlbekannt, und +Erwähnungen des Saturn als „Stieres des Himmels“ und des Morgen- und +Abend-Sternes (die man für verschieden hielt) sind nicht selten; im +neuen Reiche wird um 1400 Jupiter „König ~Osiris~“ benannt, Saturn +„~Horus~ der Stier“, Venus „Schiff des ~Phoenix-Osiris~“, Merkur +„Stern des ~Seth~“ und Mars „der leuchtende ~Horus~“, während seine +Bezeichnung als „der rote ~Horus~“ erst sehr viel später aufzutreten +scheint; in Verbindung mit Sonne und Mond finden sich dabei die +Wandelsterne niemals gebracht[2008]. An irgendwelcher genauerer +Kenntnis ihrer Bewegungen mangelt es vollständig, ja eine solche wird +nicht einmal (wie so manche andere) seitens der Spätzeit als „uralte +Überlieferung“ in Anspruch genommen[2009], und da man überdies die +Planeten nicht als himmlische Körper, sondern als „Lampen“ anzusehen +pflegte[2010], blieben Astronomie, Astrologie und Sterndienst dem +alten Ägypten fremd[2011]. Entgegen früheren Annahmen besteht auch +kein Zusammenhang zwischen Planeten-Verehrung und Zauberei, der +schon zur Zeit der Thiniten-Dynastie, also im 4. Jahrtausend, eine +wichtige Rolle zukam, besonders was das Wissen um die Verkörperung der +Götter (vor allem in den heiligen Tieren) und um ihre „wahren Namen“ +betrifft[2012]. Astrologische Anspielungen fehlen ferner vollständig +in den Erzählungen über die „Zauberbücher“: diese umfangreichen Werke +gelten zum Teil schon dem alten Reiche als in grauer Urzeit von den +Göttern, u. a. von ~Thot~, verfaßt und selbst niedergeschrieben, +später durch Weise und Gelehrte weiter überliefert, schließlich von +den Priestern in Gräbern, Grabgefäßen oder Mumien aufgefunden und +in den Bibliotheken der Könige oder der Tempel niedergelegt; sie +füllen in diesen die „Bücherkisten der Weisheit“, und man eignet sich +die Kraft ihrer Zauberformeln an, indem man solche auf ein Stück +Papyrus schreibt, das man, mit Bier befeuchtet oder ausgezogen, +hinunterschluckt[2013]. + +Verhältnismäßig spät und nur gelegentlich tritt im neuen Reiche, also +nach 1600, die +Siebenzahl+ auf, z. B. in Gestalt von 7 Fäden, Ringen +oder Knoten bei Zaubereien und medizinischen Beschwörungen[2014], +niemals aber im Zusammenhang mit den 7 Planeten. Auch im ganzen +folgenden Jahrtausende würde man vergeblich nach Spuren der Astrologie +suchen, und es scheint, daß diese Kunst, wenngleich sie in Ägypten +nach der Zeit der persischen Eroberung (525) schon einigen Boden zu +fassen begann, doch zur eigentlichen Entwicklung erst seit Beginn +der ptolemäischen Herrschaft (332) gelangte, als ein Mischprodukt +orientalischen und griechischen Geistes[2015]. +Zunächst+ handelte +es sich allerdings nur um bloße Übertragung neubabylonischer +(chaldäischer) Gedanken, die unter persischer, zum Teil wohl auch +jüdischer Vermittlung als „persische“ Eingang fanden, angeblich +herrührend (später auch „übersetzt“) aus uralten persischen Schriften +des ~Zoroaster~, ~Ostanes~, ~Hystaspes~ usf.[2016]; genügende Beweise +ihres wirklichen Ursprunges liefern indessen schon die Auffassung +der Planetengötter als „böser Geister“[2017], sowie die Verbindung +der Planeten mit Engeln und Dämonen, deren die meisten sogar mehrere +haben, der „oberste und mächtigste“ Saturn aber nur je einen, ~Ktetoel~ +und ~Beelzebub~[2018]. +Späterhin+ wurde die Astrologie aber auch in +recht selbständiger Weise weiterentwickelt und erfuhr eine vielfach +eigenartige Lokalisierung[2019], auch unter Heranziehung sowohl +griechischer wie einheimischer Vorstellungen, z. B. der „Dekane“ +genannten Götter der zehntägigen ägyptischen Woche[2020]. + +Vom ältesten astrologischen Gesamtwerke der ptolemäischen Zeit, dem +spätere Überlieferung den Titel „Hermetische Untersuchungen“ beilegten, +wissen wir bisher nur, daß es gegen 200 v. Chr. verfaßt wurde und +seither als „astrologische Bibel“ die gemeinsame, unerschöpflich +fließende Quelle immer erneuter, fast zahlloser Kommentare, Auszüge +und Darstellungen bildete[2021]. Unter diesen ist das weitaus +wichtigste und einflußreichste das als Ganzes gleichfalls verlorene, in +einzelnen Teilen jedoch u. a. bei ~Vettius Valens~ (im 2. Jahrhundert +n. Chr.) erhaltene Buch der ἀστρολογούμενα (Astrologúmena)[2022] aus +der Zeit gegen 150 v. Chr.[2023], aufgefunden „in den Archiven der +alten Priester“ und auf Mitteilungen der Götter ~Thot~ und ~Imhotep~ +(~Imuthes~) hin verfaßt vom Oberpriester ~Petosiris~, „dem weisen +Alten“, und vom „göttlichen Pharao ~Nechepso~“, den man später auch +zum „Könige von Assyrien“, ja zum „Kaiser von Ägypten“ vorrücken +ließ[2024]; beide Persönlichkeiten hat man um so mehr für rein +sagenhafte anzusehen, als ägyptische Priester, die astrologische +Werke verfaßt haben, bisher überhaupt nicht nachgewiesen werden +konnten[2025]. Die „Astrologúmena“ machen indessen nicht nur +eingehende Angaben über rein Astrologisches, namentlich über die +Einflüsse der Planeten auf alle Einzelheiten der Lebensumstände, +Berufe und Schicksale, sondern beschäftigen sich auch ausführlich mit +astrologischer Medizin, sog. Iatromathematik[2026]: so fest glaubte +man z. B. an ein Band der Sympathie, das die kranken Körperteile, die +erforderlichen Heilmittel und die Gestirne vereinige[2027], daß noch +der große ~Galenos~ (gegen 200 n. Chr.) nachdrücklich versichert, +„~Nechepsos~ Jaspis“ bewähre sich auch +ohne+ die vorgeschriebene +Eingravierung von Sternen oder Zauberzeichen[2028]! + +Unter den verschiedenen astrologischen Theorien stellen die einen +mehr die 7 Planeten, die anderen die 12 Zeichen des Tierkreises, +noch andere alle beide in den Vordergrund und verbinden sie auch mit +den vergöttlichten Elementen als leitende und geleitete στοιχεῖα +(Stoicheía), z. B. indem sie die „Leiter“ den Planeten solche +Bewegungen erteilen lassen, daß aus diesen die erforderlichen +Einwirkungen auf die Elemente entspringen[2029]. Die 12 Zeichen als +„Herrscher der Schicksale“ anzusehen, lag angeblich den ägyptischen +Priestern näher, die 7 Planeten als solche anzuerkennen aber den +„persischen“ Magiern, deren einzelne schon im 2. Jahrhundert v. Chr. +in Ägypten ansässig gewesen sein sollen[2030], während sie als +Mitglieder eigentlicher Priesterschaften dort erst sehr viel später +auftreten[2031]; hierüber Genaueres anzugeben ist indessen um so +schwieriger, als die einschlägigen Nachweise spärlich sind, und +z. B. das ältestbekannte Ostrakon (Tonscherbe), das die 5 Planeten +und 12 Tierkreisbilder in ägyptischer Sprache aufzählt, erst dem +Beginn unserer Zeitrechnung entstammt[2032]. Unzutreffend ist auf +alle Fälle die Annahme, schon zur Zeit der persischen Eroberung im +6. Jahrhundert hätten die Magier den Ägyptern Kunde von der wahren +Anordnung der Planeten (Saturn, Jupiter, Mars, Sonne, Venus, Merkur, +Mond) zugebracht, denn von ihr wußten sie damals selbst noch nichts, in +Ägypten aber kennen zuerst ~Petosiris-Nechepso~ dieses sichtlich noch +sehr neue System; hauptsächlich weil ihm der Vorzug innewohnte, daß es +der Sonne als „König“ ihren Platz gerade in der Mitte der Planetenreihe +einräumte, fand es den allgemeinen Beifall der Astrologen und wurde +alsbald von ihnen als herrschendes angenommen[2033]. + +Auf ~Petosiris-Nechepso~ ist allem Anscheine nach auch die Einführung +der durchlaufenden siebentägigen +Planeten-Woche+ zurückzuführen, +deren große Künstlichkeit vermuten läßt, daß ein Einzelner sie +ausklügelte[2034]. Die ägyptischen astrologischen Kalender aus der +Zeit um 200 v. Chr. verraten noch keine Spur von ihr, und schon +die Tatsache, daß sie die Kenntnis der +richtigen, griechischer+ +Forschung zu verdankenden Reihe der Planeten voraussetzt, weist +auf ihren wahren Herkunftsort hin[2035] und erledigt die Vermutung +über ihre Erfindung durch Babylonier oder Juden, denen allerdings, +ebenso wie den Griechen, bloße siebentägige Fristen (wie bereits +weiter oben erwähnt) seit altersher bekannt und geläufig waren[2036]. +Daß die Planetenwoche, wie u. a. ~Ideler~ schon 1831 bestimmt +aussprach[2037], in Ägypten aufkam und sich von dort aus, besonders +im Laufe des 1. vorchristlichen Jahrhunderts, weiter verbreitete, -- +gegen Anfang unserer Zeitrechnung auch nach dem Westen --, unterliegt +keinem Zweifel[2038]; nach ~Philo~ von Alexandria (etwa 30 vor +bis 30 nach Chr.) steht sie bereits allerorten in Gebrauch[2039], +nach ~Cassius Dio~ (150-235) wurde sie aus Ägypten her erst in der +neueren Zeit bekannt, ist aber schon allgemein angenommen[2040], +und tatsächlich bezeugen dies Gemälde und Inschriften zu Pompeji, +sowie Anspielungen bei ~Tibull~, ~Horaz~, ~Petronius~, ~Plutarch~ +(48-125), ~Philostrat~ und vielen Späteren[2041]. Ursprünglich begann +die Woche mit dem Tage des „höchststehenden“ Planeten ~Saturn~, und +erst im Laufe des 2. Jahrhunderts führte die steigende Bedeutung der +orientalischen Sonnen-Verehrung und namentlich die Begünstigung des +~Mithras~-Kultes durch die römischen Kaiser zur Vorherrschaft der +Sonne und des Sonntags, die aber endgültige Anerkennung erst im 4. +Jahrhundert fand, und zwar bei den Christen nicht ohne andauernde, +aber vergebliche Bekämpfung seitens der Kirche[2042]. Auf die +Herabsetzung des Saturntages[2043] zum letzten Wochentage verweist +eine (verloren gegangene) Schrift des ~Plutarch~: „Warum die nach +den Planeten benannten Tage in der umgekehrten Reihenfolge gezählt +werden“[2044]; begünstigt wurde die Verbreitung einer mit dem „dies +Saturni“ schließenden Woche durch ihre Übereinstimmung mit den bei den +Juden üblichen siebentägigen Fristen[2045], deren Ursprung aus Babylon +übrigens durchaus fraglich ist[2046]. Die Feier des Sabbats am Tage des +~Saturn~ (~Kronos~) und der Wortwitz Κρόνος (Krónos) -- ὄνος (Onos = +Esel)[2047] scheint in Alexandria und später auch in Rom zur Behauptung +Anlaß gegeben zu haben, die Juden verehrten als Gott einen Eselskopf, +-- auf welchen Aberglauben u. a. wieder die sog. „Spottkruzifixe“ der +römischen Katakomben zurückgehen[2048]. + + + + +3. Einflüsse seitens des älteren Griechenlands. + + +Entgegen früheren Annahmen, die bei einzelnen Gelehrten allerdings +noch bis in die neuere Zeit hinein in Geltung blieben, darf man es +als zweifellos festgestellt erachten, daß zwar der Volksglauben der +Griechen, ebenso wie der so vieler anderer Völker, die Sterne seit +jeher als etwas Göttliches verehrte[2049], daß aber das griechische +Altertum „von einem förmlichen Gestirndienste völlig entfernt +war“[2050]. + +Soweit eine Übersicht möglich ist, zeigen sich Kenntnisse eines solchen +erst im Verlaufe jener Zeit, während der auch andere orientalische +Einflüsse, zunächst bei den jonischen Griechen Kleinasiens, in +deutlicher Weise hervortreten[2051], -- worüber der Historiker +~Dikaiarchos~ (um 310 v. Chr.) auffällig richtige Vorstellungen +verrät[2052]. Schon seit dem 8. Jahrhundert, ganz allgemein aber +seit dem 7., gelangen die Vorbilder orientalischer Kunst zu hoher +Bedeutung, z. B. im Typus jener korinthischen Vasen, deren Gemälde +teppichartige Vorlagen, sowie Greifen, stilisierte Löwen oder Panther +u. dgl. wiedergeben[2053]; im 7. Jahrhundert wird das babylonische +Gewichtssystem übernommen[2054], etwa seit dem 6. auch Sonnenuhr und +Gnomon, die ~Herodot~ (485-425) als babylonisch bezeugt[2055], sowie +der zwölfstündige Tag und die Himmelskugel mit den Abbildungen der +Sterne[2056], während den Tierkreis und die eigentliche babylonische +Astronomie erst ~Oenopides~ von ~Chios~ gegen 400 näher bekannt gemacht +haben soll[2057]. Die ersten dunklen Nachrichten über Sternkunde und +Sterndeutung, Mantik und Leberschau u. dgl. scheinen (wie bereits +weiter oben erwähnt) die Lehren der orphischen Mystiker des 6. +Jahrhunderts, aber auch die der ersten griechischen Philosophen nicht +unerheblich beeinflußt zu haben[2058], so daß sich „orientalische +Ideen“, wie schon ~Chwolsohn~ richtig erkannte, bei ~Pherekydes~, bei +den Mitgliedern der jonischen und pythagoräischen Schule, bei ~Platon~ +und noch bei manchen der übrigen Weltweisen unverkennbar geltend +machen[2059]. Zum Teil werden sie indessen sowohl bei ~Pherekydes~ +als auch bei ~Anaximander~ (611-545), ~Empedokles~ (490-430) und +den Anderen weitgehend umgedeutet und abgeändert[2060], zum Teil +erfahren sie auch, als mit dem gesunden griechischen Geiste gar zu +unvereinbar, zunächst völlige Ablehnung, namentlich soweit jene +entschieden abergläubischen Vorstellungen, der Einfluß der Planeten +auf die Schicksale, die astralen Vorzeichen u. dgl. mehr, in Betracht +kommen[2061], betreff derer sich Anspielungen erst bei ~Euripides~ und +einige nähere Angaben bei ~Theophrastos~ (372-287) finden[2062]. + +Erklärt sich das frühe Auftreten kosmologischer Spekulationen im +Gesichtskreise der jonischen Philosophen durch Berührung mit dem +Orient[2063], so dürfte das Nämliche betreff der Kenntnisse über die +Planeten der Fall sein[2064], die aber lange Zeit hindurch höchst +dürftige und nur ganz allgemeine bleiben[2065]; noch ~Anaximander~ +setzt die Sonne zu oberst an den Himmel und läßt dann den Mond, +hierauf die Fixsterne und zuletzt die Planeten folgen[2066]. +~Leukippos~ (um 500) sowie ~Demokritos~ (460-360?) kennen weder die +Zahl der Planeten, noch unterscheiden sie bestimmt zwischen ihnen +und den Fixsternen[2067], auch hebt ~Demokritos~ Sonne, Mond und +Venus gemeinsam aus der Zahl der übrigen Gestirne heraus, -- hierin +vermutlich einer babylonischen Quelle folgend --, und nicht viel +besser steht es um das Wissen der übrigen Vorsokratiker[2068]. Bei +den Pythagoräern und ~Philolaos~ (um 400) entstammen viele Kenntnisse +und Ideen gleichfalls dem Orient, u. a. auch die Benennung von +Winkeln, geometrischen Gestalten und Zahlen nach Göttern, z. B. die +des Zwölfecks und der Zwölfzahl nach ~Zeus~, dessen Gestirn (der +Jupiter) eine Umlaufszeit von 12 Jahren besitzt[2069]. Die Reihenfolge +der Planeten ist bei ~Philolaos~, von dem sie dann auch ~Platon~ +übernimmt, die un+richtige+ „Mond, Sonne, Venus, Merkur, Mars, +Jupiter, Saturn“[2070], die also nicht erst von ~Herakleides~ (gest. +330) herrühren kann[2071], jedoch allerdings griechischen Ursprunges +zu sein scheint. Die großen Fortschritte der beobachtenden und +rechnenden griechischen Astronomie während der Folgezeit (namentlich +auf alexandrinischem Boden) dürften dann um 200 zur Entdeckung der ++richtigen+ Reihe „Mond, Merkur, Venus, Sonne, Mars, Jupiter, Saturn“ +geführt haben, die vielleicht schon bei dem Stoïker ~Diogenes~ +von ~Babylon~ (um 160) erwähnt wird, sicher aber den griechisch +schreibenden ~Petosiris~ und ~Nechepso~ genannten ägyptischen +Verfassern der „Astrologúmena“ (um 150), sowie etwas später dem großen +griechischen Astronomen ~Hipparchos~ (in Alexandria) bekannt war[2072]. + +Daß sich hingegen aus dem babylonischen Sterndienste weder die „heilige +Siebenzahl“ der Griechen, noch die fälschlich als +alt+pythagoräisch +betrachtete Verbindung der 7 Planeten und der Sphärenharmonie mit den +7 Saiten der Leier herleiten lasse, ist als zweifellos feststehend +anzusehen[2073]. Schon sehr frühzeitig besaßen die Griechen neben +dem Sonnenjahr einen von diesem unabhängigen Mondmonat, -- μήν, μείς +(lat. mensis), der Monat, ist ursprünglich der Mond selbst in seiner +Eigenschaft als Zeitmesser[2074] --, dem Mondmonate aber entsprangen +auch bei ihnen die naturgemäßen Fristen 3 × 9 und 4 × 7[2075]. +Ausschlaggebend für das Übergewicht der letzteren war jedoch das nach +~Diels~ schon vorhomerische Eindringen des so außerordentlich wichtigen +~Apollon~-Kultes in die griechische Religion[2076]. Der Kult des +Ἀπέλλων (Apéllon, von ἀπέλλα, die Hürde), des Hürdengottes, der Vieh +und Herden beschützt[2077], stammte nämlich in seiner ältesten Form +aus Kleinasien[2078] und brachte von dort schon gewisse Vorschriften +mit sich, u. a. betreff der am 7. Tage des Monats zu feiernden Feste +und darzubringenden Opfer, die zwar ursprünglich nur für den Dienst +des ~Apollon~ galten, alsbald aber auch auf die übrigen Hauptgötter +übertragen wurden; diese Umstände bedingten die hohe Bedeutung der +Siebenzahl und der (nach pythagoräischer Art) sich an sie knüpfenden +Zahlenspekulationen, namentlich in der Mythologie, dem Kult und der +Kathartik des ~Apollon~, jedoch, da dieser zugleich Ἰατρὸς Ἀπόλλων +„der große Heilgott“ ist, auch in der Medizin[2079]: in den aus dem +5. und 4. Jahrhundert stammenden Schriften des ~Hippokrates~ und der +Hippokratiker spielen daher Siebenzahl, siebentägige Fristen usf., +bereits eine durch lange Überlieferungen gefestigte völlig dogmatische +Rolle[2080]. + +Was die mit den Göttern zusammenhängenden +Namen+ der Planeten +anbelangt, so finden sich diese zuerst in den spätesten von +~Platon~ (427-347) verfaßten oder ihm zugeschriebenen Werken (z. B. +Timäus, Kritias, Epinomis), in denen auch die ersten deutlichen +Anklänge an astrologische und magische Gedanken, Parallelität des +Makro- und Mikro-Kosmos, Dämonen- und Geister-Lehre usf. zutage +treten[2081], sowie solche an den Aufstieg der Seelen in die +Himmelsregion, welche Lehren aber vielleicht auch Umbildungen +orphisch-pythagoräischer Vorstellungen sein mögen[2082]. Früher +pflegte man vorauszusetzen[2083], daß die Namen ursprünglich gelautet +hätten: Eosphóros (auch schon Phosphóros?) und Hesperos für ~Venus~ +als Morgen- und Abend-Stern, die für verschieden galten, Phaëthon +(Leuchtender) für ~Jupiter~, Phainon (Lichtbringer) für ~Saturn~, +Stilbon (Glänzender) für ~Merkur~, Pyróeis (Feuerfarbiger) für ~Mars~ +(adjektivisch gebraucht schon in einer der sog. homerischen Hymnen, +die in Wirklichkeit etwa aus dem 4. Jahrhundert stammt)[2084], und +daß sie sämtlich orphisch-pythagoräischer Herkunft gewesen seien. +Indessen ist es keineswegs sicher, oder auch nur sehr wahrscheinlich, +daß man diese Benennungen tatsächlich als ältere von echt griechischer +Herkunft anzusehen habe[2085]; jedenfalls werden aber seit etwa 400 +die neuen, nach ~Platons~ Zeugnis aus Syrien und Ägypten übernommenen +gebräuchlich, die die großen chaldäischen Gottheiten der Planeten +mit entsprechenden griechischen identifizieren, und zwar in anfangs +noch etwas schwankender Weise[2086]. Der orientalischen Sitte getreu +heißen die Gestirne zunächst nach ihren Herren, also die ~Venus~ ὁ +Ἀφροδίτης ἀστής oder ὁ τῆς Ἀφροδίτης (der Stern der ~Aphrodite~; +der der ~Aphrodite~), der ~Merkur~ ὁ τοῦ Ἑρμοῦ ἀστής oder ὁ τοῦ +Ἑρμοῦ (der Stern des ~Hermes~; der des ~Hermes~) usf., und in dieser +Art führt ~Platon~ sie zum Teil an, -- denn im „Timaeus“ nennt er +Jupiter und Saturn noch nicht mit Namen[2087] --, ~Aristoteles~ aber +sämtlich[2088]; die vereinfachten kurzen Bezeichnungen ~Aphrodite~, +~Hermes~ usf. kommen dagegen erst in erheblich späterer Zeit in +Aufnahme[2089]. + +Als +Farben+ der Sterne und ihrer Sphären gibt ~Platon~ im 10. Buche +des Dialoges „Vom Staate“ an[2090]: glänzend für ~Helios~ und ~Selene~, +weißlich für ~Stilbon~ (Merkur), gelblich für ~Phosphoros~ (Venus), +rötlich für ~Pyroeis~ (Mars), strahlendweiß für ~Phaethon~ (Jupiter), +gelblich für ~Phainon~ (Saturn), „buntfarbig“ für die im verschiedenen +Lichte ihrer Sterne funkelnde Fixsternsphäre; er läßt ferner im +„Kritias“ (cap. 9) die Mauern und Zinnen der Burg und des Tempels auf +der sagenhaften Insel Atlantis in Absätzen aus schwarzen, weißen, roten +und bunt vermengten Steinen, sowie schimmernd von Kupfer, Zinn, dem +goldähnlichen Oreichalkos, Silber und Gold emporsteigen[2091]. Da nun +dieser Schilderung unverkennbar die Vorbilder der babylonischen und +persischen Stufentürme mit ihrem Schmuck aus glasierten Ziegeln und +metallenen Belagplatten zugrunde liegen, so darf es für wahrscheinlich +gelten, daß die angeführten Stellen nicht nur für die Verbindung der +Sterne mit gewissen Farben Zeugnis ablegen, sondern auch für die +mit bestimmten, entsprechend gefärbten Metallen, -- ohne daß sich +aber auch hier, angesichts der Flüchtigkeit der Anspielungen und des +Mangels an näheren Angaben, sichere Schlüsse betreff der Einzelheiten, +wie Reihenfolge, Zugehörigkeit usf. ziehen ließen. Bei ~Aristoteles~ +finden sich derlei Andeutungen nicht, wie er denn auch die sonstigen +Überlieferungen von sichtlich orientalischer Herkunft, z. B. die +sternlenkenden und die Sphärenmusik hervorbringenden Sirenen, die +auf Wagen fahrenden „Seelen der Sterne“ (= Sterngötter), den Einfluß +der Planeten auf das Schicksal, die Parallelität der großen und +kleinen Welt, die Wasser-, Luft- und Äther-Dämonen, das „große (sog. +platonische) Jahr“ von wenigstens 10000 gewöhnlichen Jahren (nach +dessen Ablauf alle Sterne an ihre ursprünglichen Plätze zurückkehren +und der Weltenlauf von vorne beginnt) u. dgl. mehr, entweder mit +Stillschweigen übergeht, oder ausdrücklich als Mythen und Fabeln +verwirft[2092]. + + + + +III. Das Zeitalter des Hellenismus und Synkretismus. + + +a) Alexandria (der Schauplatz). + +Die mit dem Tode ~Alexanders des Grossen~ einsetzende und auf ihrem +Hauptschauplatze, +Alexandria+, erst zur Zeit der arabischen Eroberung +völlig erlöschende Periode des Hellenismus und Synkretismus darf +weltgeschichtliche Bedeutung für sich in Anspruch nehmen, sowie +hervorragende Wichtigkeit für die geistige Entfaltung der Menschheit, +die Neugestaltung der Wissenschaften und die Entwicklung des Glaubens, +aber auch des Aberglaubens. ~Burckhardt~ bezeichnet den Hellenismus +als „das kosmopolitisch mitteilbar gewordene Griechentum“[2093] +und gibt hiermit in gewohnter Kürze und Schärfe für den einen, +den griechischen Bestandteil, der in die „Synkretismus“ genannte +Vermengung und Verschmelzung eingeht, die erschöpfende Definition; +einer gleichwertigen unfähig ist hingegen der +andere+, dem Orient +(Vorderasien und Ägypten) entsprungene, denn er ist weder von +einheitlicher Beschaffenheit, noch von einheitlicher Wirkung, und +dieser Umstand bedingt die außerordentliche Schwierigkeit, die +verwickelte Gesamtbewegung entsprechend darzustellen, -- auch nur für +den begrenzten hier in Frage kommenden Zweck. Überdies vollzieht +sich die Durchdringung orientalischen und griechischen Geistes weder +allerorten gleichzeitig noch zur selben Zeit überall im nämlichen Maße, +und da sie dort, wo sie am vollständigsten statthatte, nämlich in +Syrien und vor allem in Alexandria, uns überwiegend in +der+ Gestalt +entgegentritt, daß -- allmählich -- „in der Mischung das Gute und Edle +zugrunde geht“[2094], so ist es nicht leicht, sie vorurteilslos zu +betrachten und zu würdigen. + +Die neue Residenz, Alexandria, hatte dank ihrer vorzüglichen +geographischen Lage gleich von der Begründung an ungewöhnlich raschen +und ununterbrochenen Aufschwung genommen, und war schon unter der +vortrefflichen Regierung der ersten Ptolemäer zur wesentlichen +Vermittlerin des Orienthandels emporgewachsen, der ihr ungeheure +und bis dahin unerhörte Gewinne brachte und sie alsbald zu einer +Hauptstätte verfeinerter Lebensweise und ausschweifenden Luxus, aber +auch geistiger Regsamkeit und wissenschaftlicher Tätigkeit machte. Den +vorübergehenden Wirren zur Zeit des Erlöschens der Dynastie folgte +nach der Einverleibung unter Kaiser ~Augustus~ eine abermalige Periode +höchster und glänzendster Blüte: Alexandria war neben Rom zur ersten +Großstadt sowie zur wichtigsten Handelsstadt des römischen Weltreiches +geworden, zum Mittelpunkte des ausgedehntesten und einheitlichsten +Freihandelsgebietes, das die Geschichte kennt, zum „Markte der +ganzen Erde“[2095] und besaß, wenn auch nicht dem Rechte, so doch +der Tat nach ein Monopol für den Orienthandel, dessen Umsatz sich +nach ~Plinius~ schon unter den ersten Kaisern jährlich auf etwa 22 +Millionen Mark Goldwertes (entsprechend mindestens dem 5- bis 6fachen +heutigen Geldwertes) belief und bis nach Mitte des 2. Jahrhunderts in +fast stetiger Weise zunahm[2096]. Der Rhetor ~Dion Chrysostomos~, der +als Begleiter Kaiser ~Vespasians~ (69-79) in Ägypten weilte, nennt +in seiner 32. Rede Alexandria die sehenswürdigste aller menschlichen +Sehenswürdigkeiten, die Herrscherin aller Meere, den Sitz des +vollendetsten Kunstgewerbes der Welt, die Schatzkammer griechischen +Wissens und ägyptischer Geheimnisse[2097], und in einem Briefe des +Kaisers ~Hadrian~ (117-138), dessen Echtheit allerdings angezweifelt +oder auch gänzlich bestritten wird[2098], heißt es, die Stadt sei voll +von Fabriken für Glas, Papier, kostbare Stoffe und Leinenwaren, Öle und +Wohlgerüche, wimmle von Astrologen, Zeichendeutern und Quacksalbern, +werde erfüllt von Kaufleuten, Händlern und Schiffsherren und kenne +nur einen einzigen Gott, den Einheimische wie Fremde in gleicher +Weise verehren, das Geld[2099]. Erst im Laufe des 3. Jahrhunderts +wurde der Wohlstand durch die langwierigen, meist unglücklichen +Kriege im Osten, die andauernde Handelsstockungen bedingten, schwer +beeinträchtigt, finanzielle Schwierigkeiten des Reiches wie der +Provinz riefen wirtschaftlichen Notstand und politische Uneinigkeit +hervor, und schließlich kam es zu Aufständen, deren gefährlichsten +Kaiser ~Diocletian~ 297 in Person niederwarf, mit ebensogroßer +Entschlossenheit wie Grausamkeit; die Hauptstadt der „Kornkammer +Italiens“ geriet damals in so traurige Lage, daß ihr der Kaiser noch +fünf Jahre später von dem für Rom bestimmten Getreidevorrat ablassen +mußte, und hat sich seit dieser Katastrophe niemals wieder völlig +erholt[2100]. + +Allbekannt ist es, daß die guten ptolemäischen Herrscher Alexandria +zwar zum Mittelpunkte griechischer Bildung und Wissenschaft erhoben, +die daheim keine würdige Freistatt mehr fanden, daß aber der +griechische Geist die ihm anfänglich zugedachte ausschließliche +Führerrolle nicht dauernd zu behaupten vermochte; gezwungen, sich +auch hier den ihm fernstehenden Zielen eines fremden Staatswesens und +den Bedürfnissen seiner minderwertigen Bevölkerung anzupassen, mußte +er notgedrungen vieles von seiner Eigenart und Reinheit preisgeben, +dabei Zersetzung bald erleiden, bald bewirken und von seiner Höhe +schon merklich herabsinken, um die übergroße Gegenlast nur ein weniges +emporzuheben. + +Ganz besonders galt dies auf religiösem Gebiete, denn der Vermischung +von Griechen mit Ägyptern, Juden, Syrern und anderen orientalischen +Völkern entsprang auch eine ebensolche der Gottheiten und Kultformen, +eine wahre „Götter-Verschmelzung und -Verwechslung“[2101], +für die Dauer zwar „von Wichtigkeit als Durchgangsstufe der +Religionsgeschichte, nämlich als Vorschule des Glaubens an +einen+ +Gott“, zunächst aber „den widerlichen Eindruck charakterloser +Verleugnung des väterlichen Erbteiles hervorrufend“[2102]. Kein Kult +ist bezeichnender für die Entwicklung dieses Synkretismus und keiner +erlangte für sie umfassendere Bedeutung als der neu aufkommende +des ~Serapis~, der Natur und Macht aller wichtigen Götter, u. a. +des ~Zeus~, ~Pluton~, ~Dionysos~ und ~Osiris~, ebenso in sich +vereinigte, wie ~Isis~ die aller Göttinnen, und dessen Haupttempel, +das alexandrinische Serapeion, weit über ein halbes Jahrtausend lang +als Wunder an Pracht und Herrlichkeit galt und Wunder des Heils und +der Heilung verrichtete[2103]. ~Clemens Alexandrinus~ (gest. 216) +erzählt, dem ~Athenodoros~ von ~Tarsos~ folgend, König ~Sesostris~ (den +er für identisch mit dem um tausend Jahre jüngeren ~Ptolemäus Soter~, +323-285, hält!) habe aus einer Mischung aller sieben Metalle und vier +edlen Gesteine Ägyptens den griechischen Bildhauer ~Bryaxis~ (der +in Wahrheit gegen 350 blühte) eine Statue seines Ahnherren ~Osiris~ +anzufertigen geheißen, sie mit einem Reste der Salbe (φάρμακον, +Phármakon) von der Einbalsamierung des „~Osiris~“ und des „~Apis~“ +bestrichen und die so entstandene Bestattungs- und Grabes-Gemeinschaft +durch den Namen ~Osirapis~ = ~Serapis~ zum Ausdrucke gebracht[2104]; +nach anderen Berichten ließ er das Götterbild aus Sinope am schwarzen +Meere herbeiholen, nach noch anderen nur auf eine σινώπιον ὄρος +(= Sen-Hapi, Apis-Hügel) genannten Erhöhung aufstellen[2105]. In +Wirklichkeit scheint aber ~Serapis~ babylonischer Herkunft zu sein, +denn Ea, der Vater ~Marduks~, der aus der Urflut auftauchende Gott der +Urweisheit[2106], hieß auch ~Sarapsî~ = „König des Ozeans“ und wurde +in der von den Assyriern begründeten Kolonie Sinope tatsächlich schon +in Verbindung mit ~Zeus~ und ~Pluton~, den Göttern des Himmels und +des Hades, verehrt; von dort aus führte, politischen Zwecken folgend, +~Ptolemaeus~ I. seinen Kult „als einen den Griechen und Ägyptern +gemeinsamen“ in Ägypten ein, wo infolge Gleichsetzung mit ~Osor-Hapi~, +d. i. „~Osiris~ der Apis“ (die Gottheit des letztverstorbenen Apis), +die Namen ~Oserapis~ und ~Serapis~ entstanden, weiterhin ~Osiris~ außer +mit ~Ea~ (Eaû, Jaû) auch mit der Gottheit Ἰαώ (~Jao~) der Zauberpapyri +sowie dem jüdischen ~Jehovah~ identifiziert und ebenso wie Isis als +menschenköpfige Schlange dargestellt wurde[2107]. + +Daß in Ägypten die Verehrung eines neuen Gottes wie des ~Serapis~ +so leicht Boden fassen, auf Kosten der einheimischen Kulte rasch +zu höchstem Ansehen aufsteigen und zu prunkvoller äußerer wie +künstlerischer innerlicher Verklärung gelangen konnte, läßt erkennen, +daß bereits unter den ersten Ptolemäern Macht und Ansehen der alten +Religion und ihrer Priesterschaft gebrochen waren, und auch begreifen, +daß die hellenistischen Einflüsse den weiteren Verfall mächtig +beschleunigten und daß dieser in der Zeit der mit dem römischen +Eingreifen beginnenden Wirren, von etwa 150 bis 50 v. Chr., zu einem +fast vollständigen wurde[2108]. Bereits ~Strabon~, der um 35 v. Chr. +Ägypten bereiste, fand an den berühmtesten Stätten, wie z. B. in +Heliopolis, als „Priester“ nur mehr Fremdenführer, Opferer und Kustoden +vor, letzte herabgekommene Verteter eines einst so gefeierten und +wichtigen Standes, bar nicht nur der berühmten „geheimen Weisheit“, +sondern jeder höheren Bildung[2109]; in der Folgezeit gestalteten sich +diese Verhältnisse immer trauriger, und schon seit dem 2. Jahrhundert +war die ägyptische Religion so gänzlich zersetzt, daß z. B. in den +altchristlichen und gnostischen Schriften, die sich beide von der +syrischen und chaldäischen weitgehend beeinflußt zeigen, von ihr +kaum mehr die Rede ist[2110]. Es kann daher nicht wundernehmen, daß +die Reste der Priesterschaft, -- wie so oft in sinkenden Zeitaltern +--, teils um ihre Stellung, teils um ihren Broterwerb zu wahren, von +Pflegern des Glaubens zu solchen des in Ägypten ohnehin seit altersher +mächtigen Aberglaubens wurden, und zwar mit derartigem Erfolge, „daß +das Land alsbald von dieser Seite aus den Einfluß wiedereroberte, +den es von seiten des Wissens eingebüßt hatte“[2111]. „Die Religion +wird zum Ausgangs- und Mittel-Punkte für allen erdenklichen frommen +Zauber und heiligen Schwindel, .... fromme Einfalt und spekulierender +Betrug drapieren sich dieserhalb im Mantel der Wissenschaft“[2112], +und den Ehrentitel eines φιλόσοφος (Philosophen) führen bereits +im 2. Jahrhundert nicht nur Gelehrte, Lehrer, Theoretiker, Ärzte +und Künstler, sowie höhere technische oder Ober-Beamte (z. B. die +Steinbruch- oder Zimmer-Meister), sondern auch schon Ringkämpfer, +Adepten der Geheimwissenschaften und Zauberpriester[2113]! Das Gebaren +der letzteren hat ~Lukian~ (um 180 n. Chr.) in seiner glänzenden +Satire „~Alexandros~ oder der falsche Prophet“, einem Zeitbilde +ersten Ranges, in geradezu unübertrefflicher Weise geschildert[2114]. +Zu mächtiger Förderung gereichte der ganzen Richtung die abnehmende +allgemeine Bildung und die zunehmende Rolle der orientalischen +Einflüsse an den Höfen der von Orientalen umgebenen oder selbst dem +Osten entstammenden Kaiser des 3. Jahrhunderts, so daß die für alle +orientalischen Religionen und Kulte charakteristische große Bedeutung +der Priesterschaft und mit ihr zusammen die Macht der Mantik, Magie, +Zeichen- und Traumdeuterei, Dämonologie und Astrologie immer weiter +anwuchs[2115]. Ihren Höhepunkt erreichte sie im 3. und 4. Jahrhundert +in Verbindung mit der Mystik der Neuplatoniker; war indes das so +entstandene System in vielen Teilen trostlos verworren und aberwitzig +und in anderen geradezu unsinnig und vernunftwidrig[2116], so ermangelt +es dennoch nicht der geschichtlichen Bedeutung: „denn, so dunkel die +Abwege waren, auf die die Geister für Jahrhunderte hinaus verlockt +wurden, ... dieser Mutter der mittelalterlichen Magie, Astrologie und +Alchemie ... entsprangen die Keime der neuzeitlichen Naturkunde, der +Physik, Astronomie und Chemie“[2117]. + +Ein hervorstechender Zug auch der Litteratur dieses ganzen Zeitalters +ist das Haschen nach dem Außerordentlichen, Wunderbaren, Zauberhaften, +das die Macht des Menschen über Natur und Mitmenschen zu steigern +versprach. Wie vordem die niederen ungebildeten Schichten der +Gesellschaft, so fanden nunmehr auch die höheren gebildeten Geschmack +an derlei Absonderlichkeiten, und Werke einschlägigen Inhaltes wurden +allgemein verlangt und daher auch geliefert; weil aber seit jeher +der Prophet bei den Seinigen am wenigsten gilt, trachtete man den +widersinnigen Erzeugnissen des Aberglaubens dadurch erhöhtes Ansehen +zu sichern und vermehrten Eingang zu schaffen, daß man ihnen die Namen +altehrwürdiger Verfasser vorsetzte, am liebsten solcher, die ohnehin +schon im Rufe „geheimer Weisheit“ standen[2118]. So wurde Alexandria +ein Hauptsitz und Fabrikationsort apokrypher und pseudepigrapher +Schriften und „Übersetzungen“, herrührend von Göttern, Göttersöhnen, +Patriarchen, Königen, Sibyllen, Propheten, Priestern und Philosophen, +u. a. von ~Abraham~, ~Apollonius~ von ~Tyana~, ~Aristoteles~, +~Asklepios~, ~Daniel~, ~Demokritos~, ~Deukalion~, ~Esdra~, ~Eudoxos~, +~Henoch~, ~Heraklit~, ~Hermes~, ~Imhotep~, ~Moses~, ~Nechepso~, +~Orpheus~, ~Ostanes~, ~Petosiris~, ~Platon~, ~Pythagoras~, ~Salomon~, +~Thot~, ~Zoroaster~ usf.[2119]. Je länger die Entwicklung dieser Art +Litteratur andauerte, desto mehr trat an die Stelle bloßer Plünderung +älterer, nur mehr aus dritter oder vierter Hand bekannter, halb oder +ganz unverstandener Schriftsteller „unter unrechtmäßiger Aneignung +und Verschweigung“[2120], die völlig willkürliche Unterschiebung und +Fälschung, deren Erzeugnisse „sich selbst an Frechheit und Absurdität +zu überbieten suchten“[2121], gerade dieser aber ihren Erfolg zu danken +hatten. + +Träger des apokryphen Schrifttumes waren von Anfang an neben den +Griechen vorzugsweise die +Juden+[2122]; schon zur Zeit der ersten +Ptolemäer konnte Alexandria fast ebensosehr als Stadt der Griechen +wie der Juden gelten[2123], und zu Beginn der Kaiserzeit, als ihre +Zahl in Ägypten auf wenigstens eine Million gestiegen war, erfüllten +sie zwei der fünf Bezirke der Residenz, zu deren fleißigsten und +fähigsten Bewohnern sie gehörten, und zählten längst, wie bereits +weiter oben bei Besprechung ~Aristobuls~ und ~Philos~ angeführt, zu den +Mitbegründern einer eigenartigen und für die Folgezeit sehr bedeutsamen +Philosophie[2124]. Mit den abergläubischen Vorstellungen der Chaldäer, +namentlich den astrologischen, scheinen die Juden erst im 7. und 6. +Jahrhundert, hauptsächlich aber während der Zeit des babylonischen +Exils (586-537), nähere Bekanntschaft gemacht zu haben; im +ptolemäischen Ägypten räumten auch sie ihnen erheblichen Einfluß ein, +so daß schon jüdisch-hellenistische Schriften des 1. vorchristlichen +Jahrhunderts ~Abraham~ zu einem großen Astrologen machen und ~Moses~ +mit der babylonischen und assyrischen Wissenschaft auch die chaldäische +von den Himmelskörpern erlernen lassen[2125], -- im ganzen bleibt +aber dieser Zweig der jüdischen Litteratur sehr selbständig, wie dies +u. a. in den betreffenden Teilen der „Sibyllinen“ hervortritt, in +der „Weisheit ~Salomons~“, in den Sprüchen des ~Jesus Sirach~ und in +den Apokalypsen des ~Baruch~ und ~Henoch~, welcher letztere bereits +im 2. vorchristlichen Jahrhundert als Besitzer und Lehrer geheimer +Weisheit und als eine Art Gegenbild des hellenistischen ~Hermes~ +gilt[2126]. ~Philo~, als strenger Monotheist, bezeichnet allerdings die +Vergötterung der Planeten, die Identifikation der Sonne mit ~Apollon~, +des Mondes mit ~Artemis~, des Morgensternes mit ~Aphrodite~, des +Stilbon mit ~Merkur~ usf. noch als einen „Irrglauben“ der sternkundigen +und sternverehrenden Chaldäer[2127], aber dieser Standpunkt blieb +offenbar nicht der der großen Menge, deren abergläubische Entwicklung +durch viele seiner Lehren geradezu gefördert wurde, z. B. durch die von +den „Kräften“ (δυνάμεις, Dynámeis), Mittelwesen und Zwischenmächten +(Logos, Idee, Weisheit, Herrlichkeit, Geist, Odem, Wort Gottes, +...), von den Dämonen und Engeln, die dem nachexilischen Judentume +aus iranischen Religions-Vorstellungen übermittelt worden waren, +usf.[2128]. Die Anschauungen, die der beständigen Wechselwirkung +griechischer und jüdischer Spekulation entsprangen, und in denen die +erhebliche Einwirkung jüdischer Einflüsse nach vielen Richtungen +deutlich hervortritt[2129], erwiesen sich als sehr bedeutsam für die +Umgestaltung ägyptischer und hellenistischer religiöser Mythen[2130] +und machen sich auch bei ~Paulus~, in den nachpaulinischen Schriften, +im Evangelium ~Johannis~ und im „Hirten des ~Hermas~“ unverkennbar +geltend[2131]; dieses letztere Werk, das vielleicht durch ~Hermas~, +einen Bruder des römischen Bischofs ~Pius~, um 150 n. Chr. verfaßt +wurde und sich in der alten Kirche größter Beliebtheit und geradezu +kanonischen Ansehens erfreute[2132], führt seinen Namen daher, daß dem +~Hermas~ ein Engel in jener Gestalt eines Hirten erscheint, die durch +den „guten und schönen Hirten“ ~Anubis~ der ägyptisch-demotischen und +durch die Gottheit als „guten Hirten“ der phrygischen Tradition längst +außerordentliche Volkstümlichkeit genoß[2133]. Aber nicht erst im 2. +Jahrhundert, sondern schon zu Beginn der Kaiserzeit waren unter den +Juden Zauberei und Magie stark verbreitet; ~Plinius~ (um 75 n. Chr.) +erwähnt sogar besondere jüdische Richtungen der Magie, die er von +Männern namens ~Moses~, ~Jamnes~ und ~Lotapes~ ausgehen läßt[2134], und +weiterhin gelten Juden in diesen Künsten sowie in der Astrologie und +dem Exorcismus sogar als ganz besonders bewandert, sowohl in Ägypten +als auch in Cypern und Thracien, woselbst sie in großer Zahl wohnhaft +waren und in Thessalonike eine Provinzial-Synode besaßen[2135]. In +Zusammenhang hiermit steht auch die allgemeine und bis ins späte +Mittelalter vorhaltende Verbreitung spätjüdischer Lehren, u. a. der von +den 7 Himmeln mit ihren 7 Engelklassen[2136], der jüdischen Namen für +die 7 Planeten und die 7 Sphären-Dämonen[2137], ja selbst die gewisser +fast scholastischer Spitzfindigkeiten, z. B. der Bezeichnung der Zahl +7 durch „~Athene~“, „da diese Zahl, die als Führerin und Herrscherin +über allen steht, nur sich selbst gleicht, aber von jeglicher anderen +verschieden ist, gerade so wie ~Athene~ weder erzeugt wurde, noch +selbst zeugt“[2138]. + + +b) Die stoïsche Lehre. + +Von hoher Bedeutung für die Ausgestaltung des Synkretismus in Ägypten +war, wie bereits weiter oben erwähnt, die Lehre der +jüngeren Stoa+, +insbesondere in Form jener Vereinigung pythagoräischer, platonischer +und stoïscher Gedanken, als deren letzter Gipfelpunkt das System des +~Poseidonios~ anzusehen ist[2139]; ~Reitzenstein~ bezeichnet sogar die +schließliche völlige Zersetzung und Hellenisierung der ägyptischen +Religion geradezu als „das Werk der Stoa“[2140], wobei natürlich nicht +an einen rasch und einheitlich stattfindenden Vorgang zu denken ist, +sondern an einen in den verschiedensten Abstufungen verlaufenden und +nur sehr allmählich zu Ende gehenden. + +Mit besonderer Vorliebe entwickelten die Stoïker die babylonische +Idee von der +Parallelität+ des Makro- und Mikrokosmos, und zwar auf +Grundlage der Theorie von der Einwirkung der großen auf die kleine +Welt gemäß der „gegenseitigen allgemeinen Sympathie sämtlicher Teile +und Dinge“[2141], wobei sie Himmel = oberste Ursache = ewige Zeit = +unentrinnbares Schicksal (Heimarméne) = höchstes Wesen = Gottheit +setzten[2142] und die Einheitlichkeit des Weltganzen als durch das +Prinzip „ἓν καὶ πᾶν“ (Hen kai pan: Alles ist Eines, Eines ist Alles) +verbürgt ansahen[2143]. An dieses anknüpfend machten sie, teils auf +orphischen Ideen, teils auf der falschen Etymologie πᾶν = Πάν fußend, +aus dem Gotte ~Pan~, ganz entgegen seinem ursprünglichen Wesen, einen +Allgott und weiterhin, durch Identifizierung mit dem pantheistisch +gefaßten ägyptischen ~Chnum~, einen ebenfalls pantheistischen +„Universal-Regenten“, der Gegenstand eines feierlichen Kultus war, in +symbolischem Abbilde inmitten des Tierkreises thronte und nicht selten +die orphische Allgöttin „Physis“ als würdiges Gegenstück zugesellt +erhielt[2144]. + +Die +Materie+ betrachteten die jüngeren Stoïker in Fortbildung der +platonischen Anschauung als an sich durchaus unwandelbar, trotz jenes +scheinbar unaufhörlichen Wechsels der Formen, den sie von der „Zeit“ += ~Aion~ = ~Chronos~ abhängig sein ließen[2145], wobei ~Chronos~ +dem ~Kronos~ und dieser wieder, unter dem Einflusse des iranischen +~Zervan~, der „ewigen Zeit“ gleichgesetzt wurde[2146]. Die vier +Elemente sind, wie ~Aristoteles~ und die Peripatetiker lehrten, teils +aktiv (ποιητικά, poïetisch), teils passiv (παθητικά, pathetisch), sie +gehen mehr oder minder leicht ineinander über, sie vereinigen als [ὕλη +(Hýle) alle Qualitäten in sich[2147] und bedingen durch ihre Mischung +(κρᾶσις, Krásis), besonders durch ihre +richtige+ Mischung (εὐκρασία, +Eukrasía), die rechte Beschaffenheit aller Dinge, zumal auch die +Gesundheit von Körper und Seele[2148]; beim Menschen kommen hierbei +nach der Ansicht Einiger allein σῶμα (Soma) = Körper und νοῦς (Nûs) = +Geist in Betracht, nach der Anderer aber neben σῶμα noch ψυχή (Psyche) +als die niedere physiologische Lebenskraft und νοῦς oder λόγος (Logos) +als die höhere spezifisch-menschliche Vernunft[2149]. Ein fünftes +Element ist der Äther, den aber viele auch als „Pneuma“ ansehen[2150], +denn bei der Entstehung der Elemente aus dem Urwesen soll ein Rest +„Ur-Pneuma“ (= „reinstes Feuer“ der Iranier und des ~Heraklit~) +verblieben sein[2151], das als Äther jenseits der Grenzen der Welt +schwebt und sie als Gottheit regiert[2152]. + +Das +Pneuma+ spielt bei den jüngeren Stoïkern eine außerordentlich +wichtige Rolle, und seine allmähliche Entwicklung aus einem von +Anfang an rein physischen und sinnlichen Faktor zu einem durchaus +geistigen, ja göttlichen, wurde durch sie zum endgültigen Abschlusse +gebracht[2153]. Bei den jonischen Philosophen und den älteren +Atomistikern ist Pneuma, wie weiter oben erwähnt, nichts anderes +als bewegte Luft und Windhauch[2154], bei ~Platon~ der einströmende +Atemzug[2155], bei ~Xenophanes~ (als Erstem!) Odem = Seele, ψυχή[2156], +bei ~Hippokrates~ und den Hippokratikern ursprünglich Luft, Wind +und „Nahrung des Feuers“[2157], später der luftartige Inhalt der +Adern und Vermittler des Lebens[2158], bei ~Diokles~ von ~Karystos~ +auch die natürliche Wärme des Körpers[2159]; für ~Aristoteles~ und +die Peripatetiker stellt es u. a. die treibende Kraft des Windes +und Spannkraft des Sturmes dar und entzündet sich bei Gewittern zum +Blitz[2160]; ~Erasistratos~ (um 258 v. Chr.) und seine ärztliche +Schule lassen, vermutlich dem ~Straton~ folgend, mit der Atemluft das +belebende Pneuma dem Herzen und das beseelende dem Hirn zuströmen +(πνεῦμα ζωτικόν, ψυχικόν) und aus dem Pneuma, der luftgeist-artigen +δύναμις des männlichen Samens, als Kraft, sowie aus der Hyle, dem +weiblichen Blute, als Stoff, den Fötus entstehen[2161], wobei also +das Pneuma den „mechanischen Träger der Seelenfunktion“ abgibt[2162]. +Der Stoa endlich ist Pneuma eine Art Seelensubstanz, eine Vorstufe +der Psyche, so daß die Geburt als μεταβολή εἰς ψυχήν (Metabolé, +Umänderung zur Psyche) und der Tod als Umkehrung dieses Vorganges +erscheint[2163]: bei Ersterer geht das Pneuma zum Teil in das Blut +über und bewirkt so Leben und Bewegung, bei Letzterem kehrt die ψυχή +in die höhere Region reinen Pneumas und Äthers zurück, während der +Schlaf, als ein Mittelzustand beider, der Ergänzung des zur Zeit des +Wachens verbrauchten Pneumas dient[2164]. Die Seele ist wesensgleich +dem göttlichen Hauche, dem πῦρ νοερόν, dem feurig belebenden Äther, +den sie nur weitaus an Feinheit übertrifft[2165], und wie sie als +unsichtbare Lebenskraft dem +Einzelnen+ Dasein und Belebung, Empfindung +und Beweglichkeit, Denkkraft und Vernunft verleiht, so geschieht +dies dem +Kosmos+ gegenüber durch das +Pneuma+ als Weltseele und +Einheit der unsichtbaren göttlichen Obmacht: es ist der ganzen Welt +immanent, hält sie durch seine Spannung zusammen, erfüllt sie vermöge +seiner Schöpferkraft als ihre aktive Grundlage und als allgemeines +Lebensprinzip (= spiritus) und steigt so zum Range einer göttlichen +Persönlichkeit, ja eines eigentlichen Gottes auf[2166]. + +Aus der Mannigfaltigkeit dieser Anschauungen über das Pneuma erklärt +sich auch die der Auffassungen bei den verschiedenen seitens der Stoa +beeinflußten philosophischen und religiösen Schulen und u. a. auch bei +~Paulus~: Manche sehen im Pneuma eine Einheit von Materie und Geist, +Manchen dagegen tritt es auseinander in ὕλη (Hýle) = πάσχον = materia +als Inbegriff der Elemente, und in οὐσία (Usía) = ποιοῦν = spiritus +als Inbegriff der Lógoi spermatikoí, und diese werden dann von der +Gottheit oder von ~Hermes~ als Sendboten und Träger ausgesät, um die +Hyle und den gesamten Kosmos durch ihre Keimkräfte zur Entwicklung zu +bringen[2167]. Einigen ist Pneuma allgemeine Gottheits-Bezeichnung, +Innerstes der Gottheit, Kraft des Herzens, immaterieller geistiger Teil +(= ψυχή)[2168], Anderen wunderbares Wissen und Vermögen[2169], noch +Anderen Gebetsmurmeln und zauberkräftiges Wort[2170], -- insoferne +nach den Lehren der ägyptisch-hellenistischen Mystik allein das +δοξάζειν, d. i. das „rechte“ Sprechen der Formeln und Anrufungen, zum +„Verklärten“ macht[2171]. Die in den Einzeldingen wirkenden Kräfte sind +πνεύματα (Pneúmata) und diese wieder bald reine Geisteshauche, bald +geistige Gewalten, gute Engel und böse Dämonen, die gleich angenehmen +und widerlichen Gerüchen in der Luft wehen und schweben[2172]. Der +niedrigsten Klasse der Ungläubigen und Fleischesmenschen (σαρκικοί) +übergeordnet ist die der Proselyten und Seelenmenschen (ψυχικοί), +und ihr wieder jene der Geweihten (τέλειοι) und Geistesmenschen +(πνευματικοί)[2173]; der „Psychikos“, dessen Seele (ψυχή) noch +irdischen Stoffes ist, kann der γνῶσις (Gnosis), d. i. der himmlischen +Erkenntnis, und des Lichtes der γνῶσις θεοῦ (Gnosis, Erkenntnis der +Gottheit) nicht teilhaftig werden[2174], dem „Pneumatikos“ aber, dem +von der Last der ψυχή Befreiten und übersinnlichen Geistes Vollen, +erschließt sie sich auf dem Wege der Erleuchtung[2175]: einer +orientalisch-religiösen Grundvorstellung gemäß gewährt sie ihm Kunde +des „wahren Namens“ der Gottheit und dadurch ungeheure Macht[2176], +sie ermöglicht es ihm, sich der Gottheit anzugleichen, aus ihren +Strahlen Pneuma einzuziehen und dadurch „ihr Teil“ (also selbst Pneuma) +zu werden und läßt ihn so zum göttlichen Lichte höherer Sphären +aufschweben und sich der „Himmelfahrt“ würdig erweisen[2177]. + +Die Idee von der +Himmelfahrt+ oder +Himmelsreise+ der Seele[2178], die +völlig ausgebildet und in Verbindung mit jener von der Seelenwanderung +gebracht bei ~Poseidonios~ (135-51 v. Chr.) vorliegt[2179], geht +auf Grundlagen verschiedener Herkunft zurück: den Griechen war sie +mindestens seit ~Parmenides~ (um 480 v. Chr.) bekannt, der sie wohl +der orphisch-pythagoräischen Mystik, indirekt also vielleicht deren +orientalischen Quellen entlehnte[2180]; bei den Ägyptern vermittelt +schon im 14. Jahrhundert v. Chr. ein Spruch des „vom Gotte ~Thot~ +selbst geschriebenen Zauberbuches“ die Kunst, „von der Unterwelt zur +Erde und von dieser zum Gotte ~Rê~ in den Himmel zu gelangen“[2181]; +nach chaldäischer Lehre endlich ist der oberste oder Fixstern-Himmel +die Heimat der Seele, von dort aus steigt sie bei der Geburt des +Menschen durch die Milchstraße und die Sphären der 7 Planeten herab +und nach seinem Tode kehrt sie auf dem nämlichen Wege und wenn nötig +nach Läuterung in der Milchstraße wieder ebendahin zurück[2182], +-- in welchem Sinne es noch in dem um 90 n. Chr. verfaßten sog. +„4. Buche Esra“ heißt: „Die Verklärten werden glänzen wie Sterne +des Himmels“, d. h. sie werden in den Fixsternhimmel gelangen und +dort als Unsterbliche weilen[2183]. Da die Perser, als sie sich die +Vorstellungen der Chaldäer teilweise anzueignen begannen, deren +Planetengötter zu Dämonen herabsetzten, ließen sie die Seele beim +Heruntersteigen durch die Sphären „die unseligen Geschenke der +7 Planeten“ (d. s. die 7 Todsünden des Mittelalters) in Empfang +nehmen[2184] und sich „aus ihrer Substanz, nach Art von Gewändern, +mit den luftartigen pneumatischen Leibeshüllen beschweren“, von denen +sie sich dann umgekehrt beim Wiederaufstiege, den die bösartigen +Dämonen zu verhindern suchen, zunächst wieder zu befreien haben. +In dieser Gestalt kennen den Weg der Seele ἄνω καὶ κάτω (áno kai +káto) die späteren Stoïker[2185], die von diesen beeinflußten +Neu-Pythagoräer und -Platoniker, Orphiker und Gnostiker[2186], +~Porphyrios~ (232-304?)[2187], die Verehrer des ~Mithras~[2188], die +Verfasser der jüngeren Teile des Avesta und der Pehlewi-Tradition aus +sassanidischer Zeit (3. Jahrhundert n. Chr.), sowie die der Schrift +von der „Himmelfahrt des frommen ~Arda-Viraf~“ (4. Jahrhundert?) durch +die ursprünglich 3 (persischen), später 7 (chaldäischen) Himmel[2189], +-- wichtig als ein frühes Beispiel der „ekstatischen Vision in einer +Art Rauschnarkose“, wie sie bei den Schiiten Persiens noch gegenwärtig +im Schwange ist[2190]. Die jüdische Litteratur nimmt den Gedanken +der Himmelsreise anscheinend erst in hellenistisch beeinflußten +Texten auf[2191]. Das Buch „~Henoch~“ z. B., das in griechischer, +äthiopischer und ausführlicher in slavischer (aus dem Griechischen +übersetzter) Fassung vorliegt, kennt die Auffahrt ~Henochs~ durch +die 7 Himmel[2192], es erwähnt die 7 Sphären mit den 7 Planeten +Kronos, Aphrodite, Ares, Sonne, Zeus, Hermes, Mond[2193] und läßt +~Adam~ aus 7 Bestandteilen zusammengesetzt und mit 7 Eigenschaften +oder Naturen ausgestattet sein[2194]. Ähnliche Anspielungen enthalten +u. a.[2195]: die „Testamente der 12 Patriarchen“, die (stark christlich +überarbeitete) „Ascensio ~Jesaiae~“, die griechisch und slavisch +bekannte „Apokalypse des ~Baruch~“, die „Himmelfahrt des ~Moses~“, die +sog. „Oden ~Salomons~“[2196], die paulinischen Schriften (die aber nur +von 3 Himmeln wissen) und christlichen Apokalypsen, die Apokryphen +„Leben ~Josef~ des Zimmermannes“ und „Die sieben Aeonen der Finsternis“ +usf.[2197]; von mehreren Himmeln spricht ~Origenes~ (185-254), von 7 +Himmeln ~Clemens Alexandrinus~ (gest. 216), und auf christliche oder +jüdische Überlieferung scheint auch der spätislamische Bericht von +~Muhammeds~ Himmelfahrt zurückzugehen[2198]. + +Die +Vergöttlichung+ der Elemente, wie sie bereits im Orient und +frühzeitig bei den Orphikern gebräuchlich war, fand bei den Stoïkern +allgemeine Aufnahme[2199], desgleichen die mit ihr in naher Verbindung +stehende Anschauung, daß, wie jede Gottheit, so auch jedes Moment +ursprünglich +mannweiblicher+ Natur sei[2200]. Den Ägyptern war schon +von altersher die Annahme geläufig, das finstere Urwasser ~Nun~ +habe männliche und weibliche Keime in sich getragen, aus denen ein +Ei hervorging, das Einige als „Weltenei“ durch ~Chnum~ der Göttin +~Neith~ übergeben ließen um es auszutragen, während Andere es mit +dem Skarabäus oder dem Geier in Verbindung brachten, die man als +zweigeschlechtlich (zuweilen auch als ungeschlechtlich) ansah[2201]; ++nicht+ altägyptisch ist hingegen die von ~Seneca~[2202] und +~Iamblichos~ (gest. 330)[2203] erwähnte Lehre, daß jedes der vier +Momente einen männlichen und weiblichen Teil enthalte, die man als die +acht Elementen-Götter verehre, vielmehr ist diese erst ein Erzeugnis +ptolemäischer Zeit und geht wohl auf griechische Überlieferung +zurück[2204]. Der Glaube an androgyne Gottheiten war nämlich bereits +der älteren griechischen Welt keineswegs fremd[2205], doch nahm er erst +gegen 400 v. Chr. und besonders in Athen lebhaften Aufschwung, teils +unter dem Einflusse kleinasiatischer und cyprischer Kulte (z. B. des +der „bärtigen ~Aphrodite~“, ~Aphrodite~ barbata, geweihten), teils +zufolge der Bestrebungen großer Künstler, männliche und weibliche +Körperschönheit in der nämlichen Statue harmonisch zu vereinigen, +das ἀρῥενόθηλυ in Gestalt von Hermaphroditen darzustellen[2206]; da +er zuerst bei Pythagoräern und Orphikern nachweisbar wird, -- es sei +nur an das Ei des ~Phanes~ und dessen Zweigeschlechtigkeit erinnert, +-- und zum Teil mit unzüchtigen Kultgebräuchen zusammenzuhängen +scheint[2207], so ist es sehr wohl möglich, daß es ihnen aus dem +Oriente zukam[2208], und tatsächlich ist es eine echt orientalische, +in der babylonischen, iranischen und vielleicht auch jüdischen +Litteratur nachweisbare Vorstellung[2209], daß das, was zu allem +werden, was alles aus sich schaffen und was alles Leben in der Natur +hervorbringen kann, die Zeugungskraft beider Geschlechter in sich +vereinigen muß[2210]. Die Stoïker, die diese Vorstellung aufgriffen, +erweiterten und pantheistisch umdeuteten, nahmen daher eine androgyne +höchste Gottheit an[2211], deren männliche und weibliche Teile +späterhin auch als ζωὴ καὶ φῶς (Leben und Licht), ψυχὴ καὶ νοῦς +(Seele und Geist), Leben (ζωή = Milch oder Trank der Unsterblichkeit, +φάρμακον τῆς ἀθανασἰας) und Tod (νοῦς = guter Hirt = Totengott +~Anubis~) allegorisiert werden[2212]. Soweit hellenistische Einflüsse +reichen, haben sich auch ähnliche Gedanken erhalten, z. B. in den +mannweiblichen Urgottheiten der Gnostiker und Manichäer[2213], den +Gestalten zahlreicher gnostischer Erzählungen und Legenden[2214], +den (mit den Urgottheiten oft wesensgleichen oder verwandten) +Urmenschen phrygischer, iranischer und jüdischer Mythen[2215], den +7 zweigeschlechtlichen Menschen bei ~Poimandres~[2216], den Dämonen +der meist im 2. Jahrhundert verfaßten, jedoch zum Teil erst im 3. +oder 4. niedergeschriebenen Zauberpapyri[2217] usf. Fraglich bleibt +es, ob aus den nämlichen Gesichtspunkten, wie manche wollen, auch die +Annahme männlicher und weiblicher Edelsteine, Mineralien und selbst +Drogen zu erklären sei, denn da das Vorhandensein männlicher und +weiblicher Palmbäume und anderer Gewächse im Orient seit altersher +und in Griechenland mindestens seit ~Herodot~ und ~Ktesias~ bekannt +war[2218], kann es sich hierbei auch um unmittelbare Analogien +anderer Art handeln; jedenfalls sprechen als von etwas Wohlbekanntem +schon ~Theophrastos~ und seine späteren Nachfolger, aus deren Werken +~Plinius~ die betreffenden Kapitel der „Naturgeschichte“ kompilierte, +von männlichem und weiblichem Carneol (σάρδων), Lasurstein (κύανος), +„Luchsstein“ (λυγκούριον), „Adlerstein“ (ἀετίτης), Stimmi (στίμμι += Antimonglanz) usf., wobei die größeren, härteren, dunkleren und +glänzenderen Exemplare für die männlichen gelten[2219]; ebenso ist +bereits bei ~Hippokrates~ u. a, von männlichen Weihrauchtropfen die +Rede[2220], unter denen offenbar gleichfalls die größeren und längeren +zu verstehen sind, wie man denn auch bei Sträuchern und Kräutern die +höher und kräftiger aufschießenden Varietäten, ja Individuen, kurzweg +als „männliche“ zu bezeichnen pflegte. + +Schon weiter oben wurde darauf hingewiesen, daß zu den sonstigen +Lehren, die die Stoïker zwar nicht aufbrachten, aber zu tonangebenden +ausgestalteten, +erstens+ die von der Umwertung der irdischen +Elemente zu Elementen und Grundpfeilern des Himmels zählt, -- die +fortan gleichfalls στοιχεῖα (Stoicheía) heißen und namentlich in +Gestalt der 7 Planeten als „Herren“ der Tage, Jahre und Zeitperioden, +sowie als κοσμοκράτορες (= Weltregenten) das gesamte allgemeine und +besondere Geschehen beherrschen und lenken[2221] --, und +zweitens+ +die vom Zusammenhange zwischen Planeten und Erzeugnissen der Erde, +z. B. Tieren, Pflanzen, Mineralien, Metallen, aber auch Gewürzen, +Wohlgerüchen usf.[2222]; da indessen derlei Theorien in engster +Verbindung mit den eigentlich astrologischen stehen, so sollen sie im +nachfolgenden Absatze gemeinsam mit diesen besprochen werden. + + +c) Die Astrologie. + +Die Astrologie der synkretistischen Zeit ist der Versuch, auf +anscheinend untrügliche und zweifellos feststehende (in Wahrheit +freilich unverstandene oder mißdeutete) Naturgesetze hin ein +einheitliches Weltbild zu gestalten und dabei die Vorgänge im ganzen +Kosmos als abhängig von denen am Sternenhimmel zu erweisen[2223]. +Grundlagen dieses Versuches waren der alte griechische Volksglauben +an die Göttlichkeit der Gestirne, der ältere babylonische Stern- und +der jüngere chaldäische[2224] Planetendienst, sowie die griechische +Philosophie und Wissenschaft, besonders die der Stoa mit ihren Lehren +von der Heimarméne, der allgemeinen Sympathie im Weltall und der +Einwirkung des Makro- auf den Mikrokosmos, die nicht selten lebhaft +an die Vergleiche moderner Soziologen zwischen Gesellschaft, Staat +oder Menschheit und einem großen Organismus, sowie an die Theorien +vom Einflusse des sog. Milieu erinnern[2225]. Die Astrologie als +Resultierende dieser Komponenten ist entschieden ein Erzeugnis des +Hellenismus[2226], unter dessen Einfluß die Griechen Stern-Dienst +und -Verehrung allmählich und „nur nach langem Sträuben“ annahmen, +zunächst und vorzugsweise in Ägypten[2227]. Unter den Schriften ihrer +hervorragenden Astronomen zeigen z. B. noch jene von ~Platons~ Schüler +~Eudoxos~ und die in derlei Hinsicht an Gelegenheiten zur Anknüpfung +so überreichen „Sternerscheinungen und Wetterzeichen“ des ~Aratos~ (um +250 v. Chr.) keinerlei Spuren astrologischer Vorstellungen, vielmehr +treten solche erst bei ~Hipparchos~ von Alexandria zutage, also um +150 v. Chr.[2228]; zu dieser Zeit waren aber in Ägypten neben dem +u. a. auch dem Fälscher ~Bolos~ von ~Mende~ zugeschriebenen Buche +über die „Sternzeichen“ (περὶ σημείων)[2229] schon die weiter oben +erwähnten „Hermetischen Untersuchungen“ erschienen, sowie das Hauptwerk +des ~Petosiris~ und ~Nechepso~, das für Ansehen und Auffassung der +Astrologie während der folgenden Jahrhunderte nach jeder Richtung hin +ausschlaggebend blieb. + +Von großer Bedeutung für die Ausbreitung dieser „Wissenschaft“ erwies +sich ihre Aufnahme und Förderung durch die jüngeren Stoïker, sowie +die Neu-Pythagoräer und -Platoniker, welche letzteren Schulen als +eine ihrer Hauptquellen die Schriften des „uralten Dichters und +Sehers“ ~Orpheus~ ausgaben, den die Abbildungen nicht selten beim +Spielen der Leier in nächtlicher Stunde zum Sternenhimmel aufblickend +darstellen. Die sog. „Orphischen Hymnen“, die als Reste der ihm +zugeschriebenen mystisch-philosophischen Lehrgedichte vorliegen, +stammen indessen ihrer ursprünglichen Gestalt nach erst aus den beiden +letzten vorchristlichen Jahrhunderten und unterlagen zudem später oft +wiederholten und tiefgreifenden Abänderungen, teils durch Einschiebung +stoïsch-pantheistischer Gedanken und popular-philosophischer Wendungen, +teils durch Umformung zu Zwecken der Magie und Dämonologie, -- in +welcher Form sie dann in die Zauberpapyri des 3. und 4. Jahrhunderts +übergingen[2230]. Sie sind also selbstverständlich nicht beweisend +für ein Zurückreichen astrologischer Gedanken bis in das mythische +Zeitalter und können die Tatsache nicht erschüttern, daß sich der +griechische Geist mit den chaldäischen Lehren, namentlich von den 7 +Himmeln und den 7 beherrschenden Planetengöttern, erst seit Beginn +der hellenistischen Periode zu befreunden begann. Bezeichnend für +die verhältnismäßig rasch fortschreitende Durchdringung chaldäischen +und griechischen Geistes ist es, daß bereits im 1. vorchristlichen +Jahrhundert ~Asklepiades~ von ~Myrleia~ den ~Homer~ astrologisch +kommentierte, und daß Siegelsteine (sog. Zylinder) der griechischen +Spätzeit die 5 Planetengötter nebst Sonne und Mond eingeschnitten +zeigen[2231]. Nach ~Philo~ von Alexandria, der um Beginn unserer +Zeitrechnung schrieb, gelten die 7 Planeten als Herrscher von +unbeschränkter Gewalt, deren Ruhm und Macht gar nicht genügend +gepriesen werden kann[2232], die man in ihren Sinnbildern, z. B. 7 +Lichtern, einem siebenarmigen Leuchter, den 7 griechischen Vokalen +αεηιυοω usf. zu verehren pflegt[2233], und die im engsten Zusammenhange +mit den „göttlichen“ vier Elementen stehen, aus denen sich die gesamte +Welt (einschließlich des Menschen) aufbaut[2234], und in die sie auch +wieder zerfällt, „da kein Wesen zu nichts wird, sondern sich zu dem +auflöst, woraus es entstand“[2235]. + +Die endgültige wissenschaftliche Darstellung der Astrologie auf Grund +der pythagoräischen, peripatetischen und stoïschen Lehren liegt in +dem gegen 160 n. Chr. verfaßten „Tetrabiblos“ des ~Ptolemaios~ vor, +welcher Forscher, ebenso wie sein größerer Fachgenosse ~Kepler~, +neben der Astronomie auch die Astrologie zu betreiben geneigt oder +genötigt war. Dieses Werk faßt in eingehender, oft fast haarspalterisch +eindringlicher Weise die Ansichten sämtlicher Vorgänger zusammen, und +zwar so vollständig und in seiner Art so vollendet, daß es fortan +das dauernd maßgebende und überhaupt das letzte selbständige der +ganzen Gattung blieb, zu dem alle späteren sich nur als Auslegungen +und Kommentare verhalten[2236]. Der Umfang dieser erklärenden und +ergänzenden Litteratur ist erstaunlich, da zur Zeit allein an +griechischen Handschriften mindestens 170 bekannt, wenn auch in dem +großen Sammelwerke „Catalogus codicum astrologorum graecorum“[2237] nur +zum geringsten Teile und auszugsweise veröffentlicht sind[2238]. Die +Planeten spielen bei ~Ptolemaios~ eine ganz hervorragende Rolle, doch +ist zu bemerken, daß er, abgesehen von dem für apokryph zu erachtenden +Schlußkapitel, stets nur von fünfen spricht[2239], neben denen Sonne +und Mond stehen; die Gestalt, in der die Sonnengottheit auftritt, ist, +wenngleich sie noch nicht mit dem betreffenden +Worte+ bezeichnet +wird, schon völlig die des „+Königs+ Helios“ und beeinflußt als solche +die gesamte spätere Literatur und die malerische und plastische +Darstellung, auch noch die mittelalterliche[2240]. Als trocken und +daher männlich sieht ~Ptolemaios~ ~Ares~, ~Zeus~ und ~Kronos~ an, als +feucht und daher weiblich ~Selene~, ~Aphrodite~ und auch ~Hermes~, der +sonst meist für mannweiblich gilt[2241]; die männlichen sind tages- +und lichtfroh und freuen sich (χαίρουσιν), zusammen mit der Sonne +auf- oder unterzugehen[2242]. ~Kronos~ bezeichnet er als aschgrau, +~Zeus~ als weiß, ~Ares~ als rot, ~Aphrodite~ als gelb oder blond und +~Hermes~ als bunt oder wechselnd, doch stimmen die Handschriften und +die Überlieferungen bei den Scholiasten nicht genügend überein, und die +näheren Angaben letzterer lauten völlig verwirrt[2243]. + +Von den Abänderungen der ptolemaeischen Theorien ist nur eine +einzige als bedeutsam zu bezeichnen; unter der üblichen Berufung auf +~Pythagoras~ und ~Platon~ und in Anlehnung an gewisse Vorstellungen +des platonischen „Timaeus“ lehrten nämlich die Neuplatoniker, daß +die Sterne, insbesondere die Planeten, die Geschehnisse im Weltall +zwar nicht selbst +bewirken+, sie jedoch +anzeigen+[2244]: mit +Recht beobachteten daher die „Weisen“ des platonischen Staates, die +in den Augen der Neuplatoniker Astrologen waren, die Stellungen +und Bewegungen der Gestirne, denn diese gestatteten ihnen wichtige +Rückschlüsse z. B. betreff der „richtigen“ Zeiten für Ehe, Konzeption, +Entwicklung des Fötus usf.[2245]; die Entscheidung über das, was in +der Welt zu geschehen hat, geht freilich von der Gottheit aus, aber +vermittelt, angezeigt und ausgeführt werden ihre Befehle durch die +demiurgischen Wesen, vor allem durch die Dämonen, „die an Zahl den +Mikroben gleichen, allerorten gegenwärtig sind und überall ihre Hand +im Spiele haben“[2246], -- weshalb auch die Dämonologie, die Kunst des +Rufens, Erkennens, Unterscheidens, Verehrens und Bannens der Geister +eine der umfangreichsten und wichtigsten Seiten des neuplatonischen +Systemes bildet[2247]. Indem dieses jedoch das +Wirken+ der Gottheit +vorbehielt, die von Dämonen gelenkten Planeten aber für bloße ++Anzeiger+ des göttlichen Willens erklärte, machte es die Astrologie +vereinbar mit sämtlichen Religionen, auch den streng monotheistischen, +und hierin besteht die Wichtigkeit der besprochenen Umdeutung[2248]; +allgemein angenommen oder folgerichtig durchgeführt wurde sie übrigens +keineswegs, und als im Kampfe des von griechischen, ägyptischen, +chaldäischen und jüdischen Einflüssen durchtränkten Neuplatonismus +mit Mithrasdienst, Manichäismus und Christentum das letztere Sieger +und „Universalerbe“ geblieben war[2249], erhielt der ptolemaeische +Gedanke sogar allmählich wieder die Oberhand, trotzdem er in unlösbarem +Widerspruche mit christlichen Grundwahrheiten stand. + +Wie im Osten, so faßte die Sterndeuterei, gefördert durch die jüngere +Stoa und ganz besonders durch ~Poseidonios~, auch im Westen Boden, +so daß in Italien schon 139 v. Chr. von einer ersten Austreibung +der „Chaldäer“ als gemeingefährlicher Lügner und Betrüger berichtet +wird[2250]. Diese blieb aber nicht nur ohne jeden dauernden +Erfolg, sondern der „chaldäische Geist“ erwies sich als geradezu +unüberwindlich, erfaßte mit staunenswerter Raschheit immer weitere +Kreise und hatte schon zur Zeit ~Ciceros~ die gesamte prosaische und +poetische Litteratur derart durchdrungen, daß er sich bei allen, +auch bei den sonst freiesten und aufgeklärtesten Schriftstellern der +klassischen Periode, geschweige denn bei ihren späteren Nachfolgern, +als etwas völlig selbstverständliches, einer Begründung gar nicht erst +bedürftiges geltend macht[2251]. Nicht wenig scheint hierzu die immer +engere Berührung mit Ägypten beigetragen zu haben, woselbst zu Beginn +unserer Zeitrechnung die Astrologen Alexandrias eine Gewerbesteuer +(„Narrensteuer“ genannt) zahlten[2252], und der berühmte Zodiakus +(Tierkreis) von Denderah ~Jupiter~ und ~Mars~ sperberköpfig abgebildet +zeigt, ~Saturn~ stierköpfig, ~Merkur~ menschenköpfig, ~Venus~ aber +doppelköpfig, -- wohl eine Nachwirkung ihrer beiden Formen als Morgen- +und Abendstern, ~Istar~ und ~Belit~[2253]. + +Unter der Regierung des ~Augustus~ war die Astrologie nicht nur zur +Mode und zum Bedürfnisse der feinen Gesellschaft geworden, sondern +fand geradezu Aufnahme von Staats wegen[2254]: rühmte doch ~Augustus~ +selbst sich gewisser Wunderzeichen, die bewiesen, daß das Fatum (= die +Heimarméne) ihn zur Herrschaft berufen habe[2255]. Vermutlich höfischen +Anregungen folgend verfaßte ~Manilius~ damals sein Lehrgedicht +„Astronomica“, dessen Gesänge, soweit sie vollendet wurden, in schönen +Versen und edler Sprache eine Übersicht der gesamten Astrologie +bieten, jedoch unter planmäßigem Ausschluß aller rein ägyptischen +Gottheiten und rein chaldäischen Lehren, daher auch der meisten die +Planeten betreffenden[2256]. Die Schicksale, Lebensberufe usf. des +Menschen, der ein Mikrokosmos ist[2257], gehen nach ~Manilius~ nicht, +wie Chaldäer und Ägypter behaupten, von den Planeten aus (die er +meist, aber nicht immer, „astra“ oder „stellae“ nennt), sondern, wie +der Kyllenier, d. i. ~Hermes~, verkündigte[2258], von den Fixsternen +(meist, aber nicht immer, „sidera“ geheißen), und zwar von jenen des +Tierkreises, wenngleich die Planeten nicht ganz ohne Belang sind, da +sie und die Fixsterne sich gegenseitig beeinflussen können[2259]. +Von den 7 Planeten, die mit den 7 Mündungen des Nils zu vergleichen +sind[2260], werden Sonne und Mond stets zusammen genannt und den fünf +übrigen in der Anordnung des ~Poseidonios~ aufgezählten Wandelsternen +gegenübergestellt[2261], als deren Anführer der Mond gilt, der +zugleich auch (durch Ebbe und Flut) die Tiefe des Meeresgrundes +beherrscht[2262]. ~Merkur~ ist nur als Morgen- und Abendstern sichtbar, +ebenso ~Venus~, für die an Stelle der alten Namen ἐωσφόρος (Eosphóros) +und ἕσπερος (Hésperos) auch der neue φωσφόρος (Phosphóros = Lucifer += Lichtträger) tritt[2263]; ~Saturn~ wird als schätze-sammelnder und +-hütender Alter bezeichnet[2264]. Das Geschlecht der Planeten ist +verschieden, ebenso wie das der Sterne im Tierkreise[2265], unter denen +merkwürdigerweise der Stier (taurus) als weiblich auftritt, weil ~Jo~ +in ein Rind verwandelt wurde[2266]. + +Im weiteren Verlaufe der Kaiserzeit nahm die Astrologie, die zwar, +wie ~Tacitus~ hervorhebt[2267], offiziell stets verboten, zugleich +aber unter der Hand geduldet, ja gefördert wurde, an Einfluß und +Macht immer weiter zu, vor allem am kaiserlichen Hofe selbst[2268]; +ihre Vertreter waren meist Asiaten, Griechen und Ägypter, wie z. B. +der berüchtigte „in allen chaldäischen Künsten erfahrene“ ~Pammenes~, +von dessen Ausweisung 66 n. Chr. unter der Regierung ~Neros~ +~Tacitus~ berichtet[2269]. Einen Begriff davon, wie gänzlich schon +im 1. und 2. Jahrhundert alles staatliche und private Wesen von +Aberglauben jeglicher Art durchdrungen war, erhält man am besten aus +der „Naturgeschichte“ des ~Plinius~ (um 75 n. Chr.), in der ganze +Bücher mit Hunderten von Kapiteln über nichts anderes handeln, ferner +aus den „Attischen Nächten“ des ~Aulus Gellius~ (113-165) mit ihren +langatmigen Darlegungen über die 7 Planeten, die Siebenzahl usf.[2270], +sowie aus dem „Buche der Traumdeutungen“ des ~Artemidoros~ (135-200), +dem Vorbilde einer endlosen Litteratur, deren letztes Glied das auch +heute noch weitverbreitete und immer neu aufgelegte „Große ägyptische +Traumbuch“ ist. Die Vorbedeutungen und Wirkungen der Sterne, so +heißt es bei ~Artemidoros~, braucht man nur zu erläutern, nicht zu +beweisen, „denn für jeden Gebildeten stehen sie ohnehin fest“[2271], +-- nämlich getreu dem Grundsatze, den noch 1648 ~Salmasius~ in seinem +ebenso gelehrten wie monströs-formlosen Werke über die Astrologie +anführt[2272], „aut astra dii sunt, aut nulla est astrologia“, +„entweder sind die Sterne Götter, oder es gibt keine Astrologie“! + +Weitere Fortschritte machte die abergläubische Bewegung unter +den orientalischen oder von Orientalen umgebenen Kaisern des 3. +Jahrhunderts, besonders unter den ~Severen~, „deren politische Tat +die völlige Orientalisierung der Religion auch im Westen des Reiches +war“[2273]. ~Septimius Severus~ (193-211) z. B. besoldete Astrologen +von Staats wegen[2274], stellte zuerst zu Rom Altäre der Planetengötter +auf, wie sie später u. a. im Circus maximus erwähnt werden[2275], und +erbaute ein „Septizonium mit den sieben Planeten- oder Tages-Göttern“, +vermutlich ein Planetenhaus, das die Konstellation des vom Fatum für +den Thron bestimmten Kaisers versinnlichte[2276]; ~Severus Alexander~ +(222-235) befahl, die in Ägypten gesammelten Bücher der geheimen +Weisheit in das Grab ~Alexanders des Grossen~ zu legen und in diesem +zu verschließen[2277], und reihte unter seine Penaten ~Orpheus~, +~Abraham~, ~Christus~ und ~Apollonius~ von ~Tyana~ ein[2278]. Die +Neigung der Astrologen zu Lug und Trug war zwar niemals ein Geheimnis +geblieben, -- nennt doch in diesem Sinne schon bei ~Petronius~ (zur +Zeit des ~Nero~) der reiche Prasser ~Trimalchio~ einen Weinfälscher +„im Zeichen des Wassermannes geboren“, welcher Spott ihn freilich +nicht hindert, die Wände seines Hauses mit den 7 Planeten- und 12 +Tierkreis-Bildern bemalen zu lassen[2279] --, aber man sah über +diese Schattenseite hinweg und ließ der „Wissenschaft der Sterne“ +immer freiere Bahn[2280]. Stets neue Anhänger gewann ihr einerseits +der Verfall der alten heimischen Kulte, das Aufhören der Orakel, +das Verbot der Vögel- und Eingeweide-Schau[2281], andererseits die +allgemeine Überzeugung, daß die wahre Quelle neuer religiöser und +philosophischer Ideen allein im Oriente fließe[2282], dem nun Frömmler +und „Geweihte“ zuströmten, um „am Nil, am Euphrat oder angeblich gar +am Ganges in die Schule zu gehen“ und sich in der Magie, Theurgie, +Dämonologie, Iatromathematik, in der Lehre von der medizinischen +Sympathie und den heilbringenden Wundermitteln u. dgl. mehr zu +unterrichten oder doch zu vervollkommnen[2283]. Der zum Teil geradezu +gemein- und staatsgefährliche Charakter, den die Gesamtheit dieser +„Künste“ allmählich anzunehmen schien, erklärt das von ~Diokletian~ +nach der Niederwerfung des ägyptischen Aufstandes im Jahre 296 +erlassene allgemeine Verbot[2284]; durchgeführt konnte dieses aber +nicht werden, vielmehr erreichte die Astrologie im 4. Jahrhundert +ihre größte Macht und Verbreitung, wie sie uns vor allem aus dem +zusammenfassenden Werke des ~Firmicus Maternus~ (verfaßt 335-337) und +den Schriften ~Hephaistions~ (um 340) und seiner Nachfolger sichtlich +entgegentritt[2285]. Als seine Hauptquellen in der „Mathesis“[2286] +bezeichnet ~Firmicus Nechepso~, den göttlichen König, und ~Petosiris~, +den Oberpriester und weisen Alten[2287], ferner ~Anubis~, ~Aeskulap~ +und ~Merkur~[2288], endlich ~Abraham~, ~Achilles~, ~Kritodemos~, +~Orpheus~, die Pythagoräer und Platoniker[2289], während er sich über +andere Vielbenützte ausschweigt, z. B. über ~Anubion~, ~Manetho~, +~Manilius~, ~Ptolemaios~, ~Vettius Valens~[2290]. Die Astrologie ist +ihm eine göttliche Wissenschaft (divina scientia)[2291] und fordert +daher von ihren Vertretern strengste Geheimhaltung, kultische Reinheit +der Person und des Lebenswandels, sowie völlige Freiheit von Habsucht, +Geldgier und gemeinem Streben[2292]. Die Hauptrolle spielen bei +~Firmicus~ die Planeten, die, je nach ihren Stellungen, Bewegungen und +Beziehungen untereinander und zu den Fixsternen, ganz wie schon in den +„Astrologúmena“, die menschlichen Lebensschicksale, Neigungen, Berufe, +Kenntnisse usf. bis in die kleinsten Einzelheiten bestimmen[2293]. + +~Constantin der Grosse~ (323-337), zu dessen Zeit ~Firmicus~ schrieb, +blieb astrologischem und anderem Aberglauben zeitlebens ergeben; +seine Thermen versah er mit 7 Nischen und 12 Portiken zur Aufnahme +der Planeten- und Tierkreis-Bilder[2294], seine Kirchen erhielten 7 +Stufen, 7 Tore und 7 Bänke für die Priester[2295], und die der Sophia +schmückte er „mit hellenischen Statuen der 12 Zeichen des Tierkreises, +des Mondes, der ~Aphrodite~ und der übrigen Planeten“[2296], ohne sich +hierin durch seine christlichen Neigungen und Gesinnungen beeinflussen +zu lassen, deren Aufrichtigkeit allerdings überhaupt dahinsteht. +Die Kirche bekämpfte anfangs, wie die Planetenwoche (s. weiter +oben), so auch alle sonstigen mit der Astrologie zusammenhängenden +Anschauungen und Einrichtungen, und zwar unter Hinweis auf ihre Engel, +Märtyrer und Asketen, an deren Wundertaten auch die hervorragendsten +Kirchenschriftsteller nicht minder fest glaubten, als etwa die +schärfsten Denker der neuplatonischen Schule an die des ~Pythagoras~ +oder anderer ihrer „göttlichen Männer“[2297]. ~Tertullianus~ (um 190) +verbietet in seiner Abhandlung „De idolatria“ den Christen, das Gewerbe +eines Astrologen oder Magiers auszuüben[2298]. Daher finden sich auch +die drei Magier, die dem Sterne bei ~Christi~ Geburt nachziehen, in den +ursprünglichen Berichten als Chaldäer, Perser oder Araber bezeichnet, +„die die Kunst (τέχνη, Téchne) verstehen“; sie heißen noch beim hl. +~Hieronymus~ (331-420) „docti a daemonibus“ (von Dämonen belehrt), +während sie erst im 6. Jahrhundert „Könige“ werden (wobei Stall, +Krippe, Ochs usf. hinzutreten, um die Richtigkeit alter Prophezeiungen +zu erweisen) und schließlich gar „heilige Könige“, deren Namen indes +erst ~Beda Venerabilis~ (672-703) kennt[2299]. Vom 4. Jahrhundert an +scheint das Verhalten der Kirche, wenigstens im Westen, zeitweilig +ein weniger abweisendes gewesen zu sein, wofür indessen der berühmte +„Chronograph von 354“ +nicht+ als Beleg angeführt werden kann, weil +dieser römische Kalender, der neben den Abbildungen und astrologischen +Charakteristiken der 7 Planetengötter u. a. die älteste Papst-Liste +enthält, auch im übrigen keinerlei christliche Einflüsse verrät[2300]. +Späterhin wurde aber der alte Standpunkt wieder strenge festgehalten, +zum mindesten grundsätzlich; die um 630 verfaßten „Origines“ des hl. +~Isidorus~ (= Isidorus Hispalensis, Erzbischof von Sevilla), ein +Sammelwerk, das trotz der völligen Kritiklosigkeit des Autors und +seiner Vorliebe für die albernsten Etymologien kulturgeschichtlich +außerordentlich wertvoll ist, sprechen von der Astrologie als einem +„von den Chaldäern stammenden, vom Teufel begünstigten, von ~Christus~ +verworfenen Aberglauben“[2301], erwähnen daher kein Wort über +Vorzeichen und Beziehungen, die sich an die 7 Planeten knüpfen, -- +auch nicht in dem verlockenden Kapitel „De natis“[2302] --, und führen +nur an, daß sich von ihren Namen die der Wochentage ableiten[2303] +und daß sich mit ihren Qualitäten auch die der menschlichen Körper +verändern[2304]. In seiner kleineren Schrift „De natura rerum“ +behauptet ~Isidorus~, die Planeten hießen „errantia“ (Irrsterne), „weil +sie uns in die Irre leiten“[2305], im übrigen schweigt er aber auch +hier über alles abergläubische[2306] und nur vom ~Saturn~ sagt er an +einer Stelle, er sei, wie ~Virgil~ bestätige, „von kalter Natur“[2307] +und daher auch auf Erden Kälte erzeugend. + +Die hier und wiederholt auch schon im Vorhergehenden berührte Idee der ++Abhängigkeit irdischer Erzeugnisse+ von den +Gestirnen+, sowie ihrer ++Zusammengehörigkeit+ mit bestimmten Fixsternen und Planeten, zählt zu +den eigentümlichsten und wichtigsten auf astrologischem Gebiete und +rechtfertigt daher eine nähere Erörterung. + +Wie die ganze Lehre von den 7 Himmeln mit den 7 weltbeherrschenden +Planeten-Gottheiten, so ist auch deren Ausgestaltung betreff der +Einflüsse von Bewegung, Stellung, Auf- und Untergang, Farbe, Glanz +und „Natur“ der einzelnen Gestirne eine spätbabylonische, also +chaldäische[2308]. Den u. a. bei dem Astrologen ~Vettius Valens~ (2. +Jahrhundert n. Chr.) ziemlich ausführlich erhaltenen Überlieferungen +gemäß, geht sie von der Grundvorstellung aus, daß jeder Stern seine +„Natur“ und „Kraft“ nach außen „emaniere“ und daher alles das, was +seine Strahlen treffen, auch seinem eigenen Wesen entsprechend +beeinflusse und gestalte[2309]. In Ägypten verschmolz diese Vorstellung +mit der dort heimischen, daß gute Gaben, Segnungen u. dgl., Ausflüsse +(ἀπόρῥοιαι) aus dem Leibe der Götter seien, wonach es einleuchtend +erschien, daß solche auch den Sterngöttern zukämen, sowie den Sternen, +deren Herren diese sind[2310]; gefördert wurde sie ferner durch die +Theorie von der allgemeinen Sympathie, die derartige Beeinflussungen +erklärlich machte, ja selbst erwarten ließ. So ruft denn schon bei +~Philo~ jedes Sternbild des Tierkreises die ihm eigene Färbung auch +in Luft, Wasser und Erde, bei allen Vorgängen in diesen Elementen, +sowie bei allen Arten Gewächsen und Lebewesen hervor[2311]; auf dem +Zodiakus (Tierkreis) von Denderah, der aus dem Anfange der Kaiserzeit +stammt, sind den Namen der Planeten die von Mineralien und Metallen +beigefügt[2312]; ~Ptolemaios~ stellt die Planeten nach ihrer Farbe +mit den Metallen zusammen[2313]; die Neuplatoniker opfern ihnen die +„zugehörigen“ Steine, Kräuter und Tiere[2314] und verbinden sie, auf +oft lächerliche Spitzfindigkeiten hin, mit seelischen Eigenschaften, +körperlichen Teilen, gesunden und kranken Säften (χυμοί), Tieren, +Pflanzen, Mineralien, Edelsteinen, Metallen, Farbstoffen, Gerüchen, +Gewürzen, Tönen, Vokalen usf.[2315]; der „göttliche“ ~Iamblichos~ +(gest. 330?) bezeichnet in dem, wenn nicht von ihm, so doch von seiner +Schule herrührenden „Buche der Mysterien“ die Planeten als „sichtbare +Götter“ (θεοὶ φανεροί, ὁρατοί)[2316] und läßt sie auf das Weltall, das +„nur ein großes Tier (= Lebewesen) ist“ (ἕν ζῶον ἐστί τὸ πᾶν), vermöge +der Sympathie, nach ihren Qualitäten, Farben und Strahlen Wirkungen +ausüben[2317]. Ähnlich urteilen auch die gleichzeitigen Papyri, z. B. +der Papyrus ~Mimaut~ (3. Jahrhundert)[2318], ferner die bei ~Proklos~ +angeführten Autoren[2319], sowie die späteren Gnostiker und Hermetiker, +deren Ansichten schließlich in den sog. „Kyraniden“ eine letzte +Ausgestaltung in der Richtung unsinnigsten Aberglaubens erfahren[2320]. + +Die Ansicht ~Berthelots~, die älteste Anspielung (oder doch eine der +ältesten) auf die Zusammengehörigkeit der 7 Planeten mit den Metallen +u. dgl. enthalte die zur ptolemaeischen Frühzeit abgefaßte ägyptische +Erzählung von dem in 7 Kisten eingeschlossenen Zauberbuche des Gottes +~Thot~[2321], ist gänzlich irrtümlich; erstens stammt nämlich diese +Erzählung aus dem 14. +vor+christlichen Jahrhundert[2322] und zweitens +spricht sie anscheinend nur von sechs Kisten, die aus Eisen, Bronze, +Palm- (oder Zimt-) Holz, Ebenholz und Elfenbein (schwarz-weiß), Silber, +und Gold bestehen[2323]; auch eine Liste der Malerfarben Schwarz +(kême), Dunkelblau, Rot, Hellblau, Grün, Gelb, Weiß hat nichts mit +den 7 Planeten zu tun, gibt vielmehr, abgesehen vom Schwarz, diese +Farben in der nämlichen Reihenfolge wieder, die für Aufzählung der +kostbaren Mineralien und Steine (Lasur, Rubin, Türkis?, Smaragd, Topas, +Bergkristall) die althergebrachte war[2324]. Daß Inschriften aus dem +alten oder mittleren Reiche den Gott ~Ptah~ „Gießer des goldenen +Sonnenkäfers“ nennen und die „Sonne mit den goldgelben Strahlen“, +die „Sonne, die da goldene Strahlen hat“ preisen[2325], bezeugt +nichts weiter, als daß auch die Ägypter, wie die verschiedensten +Völker zum Teil ganz fernliegender Kulturkreise, schon frühzeitig +den naheliegenden Vergleich zwischen Sonne und Gold, Mond und Silber +zogen. Unbegründet ist endlich auch die Vermutung ~Berthelots~[2326], +Listen von bloß fünf Metallen und Planeten (ohne Sonne und Mond), wie +sie u. a. das Pariser Manuskript 2327 bietet, deuteten auf spezifisch +ägyptischen Ursprung hin, -- denn eine Sonderstellung von Sonne und +Mond ist nicht nur u. a. zur Zeit der Verschmelzung chaldäischer und +persischer Religions-Vorstellungen nachweisbar, sondern auch bei +späteren hellenistischen Autoren, z. B. bei ~Ptolemaios~. + +Über Entstehung und Ausbildung der Lehre von der Verbindung zwischen ++Planeten+, +Farben+ und +Metallen+ bei den Chaldäern selbst[2327] +liegen bisher nur äußerst dürftige unmittelbare Nachrichten vor, so daß +wir hauptsächlich auf spätere Überlieferungen angewiesen sind, die zum +Teil aus weder zuverlässigen, noch lauteren Quellen stammen, in vielen +Einzelheiten stark auseinander gehen und Rückschlüsse nur mit aller +Vorsicht zu ziehen gestatten. + +Fraglos ist es, daß die Babylonier, vor allem die Chaldäer und die +von ihnen beeinflußten jüngeren Perser, Götzenbilder aus Holz, Stein +und Metall besaßen, u. a. aus Gold, Silber, Kupfer, Bronze (Erz) +und Eisen; daß diese schon bei den alten Babyloniern solche der +Planetengötter waren[2328], ist natürlich ausgeschlossen, und die +oft angeführten Berichte des späten und stark iranisch beeinflußten +Buches ~Daniel~ (verfaßt von 170 v. Chr. an)[2329] und des noch weit +späteren Buches ~Baruch~ (verfaßt zwischen 100 und 250 n. Chr.)[2330] +lassen Folgerungen hinsichtlich der fernen Vergangenheit nicht zu. +Eine annähernde Vorstellung betreff der neueren Periode mag die von +dem byzantinischen Chronisten ~Kedrenos~ (um 1050) wiedergegebene +Erzählung gewähren, der gemäß Kaiser ~Heraklius~ (603-641) im Tempel +der armenischen Stadt Gazakos, die er während des persischen Feldzuges +eroberte, prächtige, vom Könige ~Chosroës~ von Persien (532-579) +gestiftete Götzenbilder vorfand, „in der Kuppel wie im Himmel sitzend, +umgeben von Sonne, Mond und Sternen, denen ~Chosroës~ als Göttern +diente“[2331]. Ob durch Schriftsteller des 11. und 12. Jahrhunderts +bewahrte Überlieferungen zutreffen, nach denen die chaldäischen +Priester Fingerringe aus den verschiedenen Metallen trugen[2332], +bleibe dahingestellt, denn vielleicht handelt es sich hierbei nur +um Erneuerung einer Nachricht, die das gegen 215 von ~Philostratos~ +verfaßte Leben des vielberufenen ~Apollonius~ von ~Tyana~ enthält; +dieser Wundermann, „neben ~Moses~ und ~Hermes Trismegistos~ der einzige +wahrhaft göttliche“[2333], soll nämlich gelegentlich seiner in Indien +betriebenen Studien der „über die menschliche Natur hinausgehenden +Kunst Astrologie“ vom Brahmanen ~Jarchas~ 7 Ringe erhalten haben, +die die Namen der 7 Planeten trugen (und aus deren Metallen +bestanden?), und die er an den entsprechenden Wochentagen abwechselnd +ansteckte[2334]. + +Über die +Farben+, die die Chaldäer den einzelnen Planeten zuschrieben +und daraufhin in Gestalt von Platten aus den „zugehörigen“ Metallen +oder aus entsprechend glasierten Steinen auch bei ihren Tempelbauten +in Anwendung gebracht zu haben scheinen, herrscht (wie schon weiter +oben angeführt) keine ausreichende Gewißheit, und die verschiedenen +vorliegenden Angaben lassen sich ohne willkürliche Abänderungen +nicht in Übereinstimmung bringen[2335]. Im Abendlande dürfte, -- da +so naheliegende Zusammenstellungen wie z. B. die von Gold und Sonne +bei ~Pindar~ (5. Jahrhundert v. Chr.) nicht wohl in Betracht kommen +können --, die erste einschlägige Anspielung, wie schon gegen 1800 +der hochgelehrte ~Beckmann~ erkannte[2336], in ~Platons~ Dialoge +„Kritias“ zu finden sein, woselbst (sichtlich nach persischen +Vorbildern, die dem Verfasser vor Augen schwebten) über die Hauptstadt +der Insel Atlantis berichtet wird, ihre äußere Mauer sei mit Kupfer +belegt, ihre innere mit Zinn und die Schloßmauer mit Gold. Im Orient +bleiben ähnliche Vorstellungen anscheinend viel länger lebendig, +doch liegen sie meist nur in späten Überlieferungen vor, aus denen +sich bestimmte Schlüsse nicht ableiten lassen. So z. B. erwähnt der +arabische Kosmographe ~Aldimeschqi~ (1256-1327), der meist aus sehr +alten und guten Quellen schöpfte, die Stadt Jerusalem und ebenso die +Peterskirche zu Rom seien von 7 Mauern aus Feuer (= feuerfarbigem +Metall oder Stein?), Gold, Marmor, ...gestein, Silber, Eisen und Kupfer +umgeben gewesen[2337]; der 7 „jenen Ekbatanas gleichenden“ Mauern der +Stadt Ganzakh tut der armenische Historiker ~Moses~ von ~Chorene~ (5. +Jahrhundert) Erwähnung, derer des Palastes des sassanidischen Königs +~Vahraran~ V. (= ~Bahram Gur~) der persische Dichter ~Nizami~ (gest. +1198)[2338]; ferner schildert sein Landsmann ~Dschami~ (1414-1492) in +„~Jussuf~ und ~Suleikha~“ den Bau eines Schlosses, das, gleich jenen +der Könige ~Chosrau~ (= ~Chosroës~), ~Kei Kawus~ und ~Bahram Gur~, aus +„7 voneinander umgebenen“ Palästen bestand, für die 7 Tage der Woche +bestimmt, in 7 Farben prangend und unter dem Einflusse der 7 Planeten +stehend, -- wobei jedoch nur vom siebenten bemerkt wird, daß er in +Gold erstrahlte[2339]. Auch in den Erzählungen „Tausendundeine Nacht“, +die zum Teil bis in das 8. Jahrhundert zurückgehen, ist die Rede von 7 +solchen Palästen aus Kristall, Marmor, chinesischem Stahl, Edelstein, +Porzellan, Silber und Gold[2340], und von der Kuppel des Pharus zu +Alexandria melden die „Arabischen Wundergeschichten“, vermutlich einer +hellenistischen Tradition folgend, daß sie an jedem der 7 Wochentage +in einer anderen, jedenfalls dem betreffenden Planeten entsprechenden +Farbe erglänzte[2341]. + +Welches diese Farben waren, bleibt zweifelhaft, denn schon die +Angaben bei ~Ptolemaios~ und seinen Kommentatoren schwanken, und in +noch höherem Grade gilt dies von jenen der späteren Schriftsteller +und Enzyklopädisten, die oft auch nur die zugehörigen, nicht immer +bestimmt zu deutenden Mineralien betreffen. In der nachstehenden +Tabelle gibt Reihe 1 die (nicht immer sicher zu benennenden) Farben +nach ~Ptolemaios~ (um 150) an[2342], 2 nach ~Vettius Valens~ (2. +Jahrhundert) und einigen Zeitgenossen[2343], 3 nach ~Firmicus~ (um +335), 4 nach ~Pseudo-Kallisthenes~ (4. bis 5. Jahrhundert)[2344], 5 +nach der arabischen Enzyklopädie der „Treuen (richtiger: lauteren) +Brüder“ (10. Jahrhundert)[2345], 6 nach einer in ~Ruskas~ Ausgabe +des „Steinbuches des ~Aristoteles~“ erwähnten Quelle[2346], 7 nach +dem persischen Dichter ~Nizami~ (12. Jahrhundert)[2347], 8 nach der +arabischen Enzyklopädie des ~Aldimeschqi~ (1256-1337)[2348]: + + Saturn Jupiter Mars Sonne Venus Merkur Mond + φαίνων φαέθων πυρόεις ἥλιος φωσφόρος στίλβων σελήνη + ---------------------------------------------------------------------- + 1. aschgrau weiß rot golden gelb verschieden silbern + (blond) (bunt) + + 2. schwarz weiß rot (gold)- bunt gelb grünlich + glänzend + + 3. schwarz -- rot golden -- -- weiß + + 4. Ophit Aerit Hämatit Berg- Sapphir Smaragd Diamant + (schwarz) (grün) (rot) kristall (blau) (grün) + + 5. schwarz grün rot golden blau bunt silbern + + 6. Sabh Berg- Hämatit Berg- -- Magnet- Onyx + (schwarz?) kristall kristall? stein + + 7. schwarz sandarach rot golden weiß azur grün + (gelbrot) + + 8. schwarz sandarach rot golden blau braun? grün + +Wiederum abweichende Farben führt, nach ~Salmasius~[2349], ~Porphyrius~ +(3. Jahrhundert) an und vergleicht sie mit denen der bunten Gewänder +(vermutlich der 7 bunten Gewänder der ~Isis~ bei den Naassenern)[2350], +während +einige+ Autoren auf Beziehungen zu gewissen „irdischen +Sternen“, d. i. Blumen, verweisen (die aber nicht stets die +heute+ +so benannten sind)[2351], z. B. des ~Saturn~ zur Hyazinthe (dunkel), +des ~Jupiter~ zur Lilie (weiß), des ~Mars~ zur Viole (rot), der Sonne +zur Rose (rot; gelb), der ~Venus~ zur Anagallis (gelbrot; rot; blau), +des ~Merkur~ zum Krapp (gelbrot), des Mondes zur Narzisse (grünlich), ++andere+ Schriftsteller aber auf solche zu gewissen Tieren, z. B. des +~Saturn~ zum Esel (aschgrau)[2352], des ~Jupiter~ zum Adler (weiß, +gelblich)[2353], des ~Mars~ zum Wolf (rot), der Sonne zum Löwen (gelb), +der ~Venus~ zur Taube (weiß), des ~Merkur~ zur Schlange (bunt), +des Mondes zum Rind (weiß); hierbei mögen indes noch andere, rein +mythologische Zusammenhänge obwalten, wenngleich auch bei ~Kelsos~ (um +150) die 7 bösen „archontischen“ Engel in Gestalt von Esel, Adler, +Hund, Löwe, Bär, Drache (= Schlange) und Stier erscheinen[2354]. + +Grundlage aller dieser Zusammenstellungen ist eine, jedenfalls +schon den Chaldäern geläufige Anschauung, auf die bereits ~Philo~, +~Plinius~[2355] und ~Artemidoros~ (135-200)[2356] hindeuten, und die +~Firmicus~, aus hellenistischen Astrologen schöpfend, mit den Worten +wiedergibt[2357], Sonne, Mond und Sterne seien Maler, die die ihnen +eigenen Farben auch auf jene Dinge und Wesen übertragen, die sie +beeinflussen, so daß z. B. ~Saturn~ die dunkelfarbigen und schwarzen +Menschen hervorbringe, ~Mars~ die rötlichen, der Mond die hellfarbigen +und weißen usf., -- indem die vier Elemente, aus denen Mikro- und +Makrokosmos in gleicher Weise bestehen, entsprechende Veränderungen +oder Mischungen erfahren[2358]. In völlig gleichem Sinne äußern +sich die späteren Überlieferungen: nach des ~Proklos~ Kommentar zu +~Platons~ „Timaeus“ (5. Jahrhundert) lassen die Strahlen der Sonne +in der Erde das Gold entstehen, die des Mondes das Silber, die des +~Mars~ das Eisen, die des ~Saturn~ das Blei[2359]; gemäß der arabischen +Enzyklopädie der „Lauteren Brüder“ (10. Jahrhundert) erzeugt jeder +Planet, seiner Farbe entsprechend und je nach den näheren Verhältnissen +seiner Stellung und Bewegung, gewisse gleichfarbige Pflanzen, +Mineralien, Metalle usf.[2360]; die Quellen, die dem „Steinbuche +des ~Aristoteles~“ zugrunde liegen, teilen „laut ~Aristoteles~ und +~Ptolemaios~“ jedem Planeten „+seinen+ Stein, in +sein+ Metall gefaßt“, +zu, bei der richtigen Konstellation mit den richtigen Inschriften +und Bildern graviert[2361]; eine unter dem Namen „Causa causarum“ +bekannte syrische Enzyklopädie des 11. oder 12. Jahrhunderts meldet, +daß sich „den Alten gemäß“ die Natur der Planeten in ihren Strahlen +zeige, denen ganz bestimmte Einflüsse zukämen, mit Ausnahme derer +des ~Merkur~, weil dieser bereits selbst „gemischter“ (= androgyner) +Art sei und sich daher den wechselnden Wirkungen der benachbarten +Wandelsterne anpasse[2362]. Sie berichtet ferner[2363], -- und zwar in +Übereinstimmung mit anderen Kompilatoren desselben Zeitalters, z. B. +~Maimonides~ (1135 bis 1204) und ~Schahrastani~ (gest. 1153)[2364] --, +daß man aus bestimmten, den Planeten entsprechenden Materialien von der +richtigen Farbe, z. B. aus Gold, Silber oder Erz (Bronze), auch deren +Idole, ferner Bilder und Statuen der Sterngötter, sowie noch andere +„Teufelswerke“ anfertige, deren Verehrung und Anbetung schwere Sünde +und auch insoferne ganz fruchtlos sei, als die Planeten überhaupt nicht +„bewirken“, sondern nur „ankündigen“. + +Betreff der 7 +Metalle selbst+, sowie ihrer +Zugehörigkeit zu den +einzelnen Planeten+ bleiben mannigfache Zweifel bestehen[2365]. Eine +der ältesten Aufzählungen scheint die bei ~Pausanias~ zu sein[2366], +der gegen 200 n. Chr. eine „Beschreibung von Hellas“ verfaßte, die +fast nur aus den Schriften weitaus (oft bis um mehrere Jahrhunderte) +früherer Vorgänger zusammengestellt ist, jedoch den Anschein erregen +soll, als lägen ihr eigene Reisen und Wahrnehmungen zugrunde; bei der +Schilderung der Quelle des Styx in Arkadien und ihres unglaublich +kalten und scharfen Wassers erwähnt nun ~Pausanias~, daß dieses +u. a. auch alle Metalle auflöse, und nennt als solche Blei, Kupfer, +Elektron, Zinn, Eisen, Silber und Gold[2367]. Für das Alter dieses +Verzeichnisses spricht namentlich die Erwähnung des Elektrons, das kein +einfaches Metall, sondern eine Silber-Gold-Legierung ist und als solche +seit langen Jahrhunderten bekannt war, so daß die Einfügung unter die +übrigen auf eine Zeit zurückweist, in der sein natürliches Vorkommen +noch unvergessen, vielleicht aber auch seine Verwendung (etwa zu +kultischen Zwecken?) noch nicht abgekommen war. Der Astrologe ~Vettius +Valens~ (2. Jahrhundert) reiht den Planeten ebenfalls Blei, Kupfer, +Elektron, Zinn, Eisen, Silber und Gold zu[2368]. Aus diesen nämlichen +7 Metallen (nebst Edelsteinen und Perlen) ließ ~Constantin der Grosse~ +den herrlichen Prunktisch in der Sophienkirche anfertigen[2369], aus +ihnen bestehen nach einer in der syrischen Übersetzung des ~Zosimos~ +erhaltenen Tradition die Tore im „Tempel der 7 Planeten“, die als +Tore der 7 Himmel aufzufassen sind[2370], und ebenso führen sie ein +alexandrinischer Scholiast zu ~Pindar~, ferner ~Olympiodoros~, sowie +auch die Quellen des Buches „Causa causarum“ auf (s. unten). + +Was die Zuordnung zu den +einzelnen+ Planeten anbelangt, so gibt +Reihe 1 der nachstehenden Tafel sie nach ~Kelsos~ (um 150 n. Chr.) +an, dessen christenfeindliche Schrift „Das wahre Wort“ nur durch die +ausführliche Widerlegung des ~Origenes~ bekannt, aus dieser aber +ziemlich vollständig wieder herstellbar ist[2371]; Reihe 2 nach dem +Astrologen ~Vettius Valens~ (2. Jahrhundert)[2372]; Reihe 3 nach +einem bei ~Eustathios~ zitierten alexandrinischen Scholiasten zu +~Pindars~ „Isthmischen Siegesgesängen“ (V, 2)[2373]; Reihe 4 nach +~Olympiodoros~, der dabei des ~Proklos~ Kommentar zur „Meteorologie“ +(Buch III) des ~Aristoteles~ folgt[2374]; Reihe 5 nach ~Stephanos~ +von ~Alexandria~ (7. Jahrhundert)[2375]; Reihe 6 nach dem „Steinbuche +des ~Aristoteles~“[2376]; Reihe 7 nach dem syrischen Buche „Causa +causarum“[2377]; Reihe 8 nach einer arabischen Aufstellung gegen 900, +die Sekte der Ssabier betreffend (s. über diese weiter unten)[2378]; +Reihe 9 nach einer späteren, vermutlich arabischen Überlieferung[2379]: + + Saturn Jupiter Mars Sonne Venus Merkur Mond + φαίνων φαέθων πυρόεις ἥλιος φωσφόρος στίλβων σελήνη + ----------------------------------------------------------------------- + + 1. Blei Bronze Mischmetall Gold Zinn Eisen Silber + (Kupfer?) (κρᾶμα) + + 2. Blei inn Eisen Gold Kupfer Elektron Silber + [Queck- + silber] + + 3. Blei Elektron Eisen Gold Kupfer Zinn Silber + + 4. Blei Elektron Eisen Gold Kupfer Zinn Silber + + 5. Blei Zinn Eisen Gold Kupfer Queck- Silber + silber + + 6. Blei Messing Eisen Gold -- Elektron Silber + (Bronze?) + + 7. Blei Zinn Eisen Gold Kupfer Elektron Silber + [Queck- + silber] + + 8. Blei Zinn Eisen Gold Kupfer -- Silber + + 9. Blei Zinn Eisen Gold Kupfer Queck- Silber + silber + +Will man davon absehen, allerlei zwar sehr mögliche, aber nicht +mit Bestimmtheit nachweisbare „Irrtümer“ und „Verwechslungen“ +vorauszusetzen und durch deren Verbesserung die erwünschte +Übereinstimmung herzustellen, so muß man zugestehen, wie dies schon +im 17. Jahrhundert ~Borrichius~ tat[2380], daß wohl von Anfang an +„keine Einigkeit bei der Verteilung herrschte“. Als „Führer“ dienten +jedenfalls die uralten Vergleiche Sonne = Gold, Mond = Silber[2381], +denen dann an Allgemeinheit ~Kronos~ = Blei und ~Ares~ = Eisen am +nächsten kommen. Die übrigen Zuweisungen schwanken schon bei den +angeführten und noch mehr bei einzelnen anderen Angaben[2382] ganz +erheblich: für ~Aphrodite~ stehen Zinn und Kupfer (Bronze?) in Frage, +für ~Zeus~ neben Kupfer (Bronze?) Zinn, Elektron und Messing (?) +auch noch Silber, Erz, Gold und „Mischmetall“, für ~Hermes~ neben +Eisen, Elektron, Zinn und Quecksilber auch Kupfer, für ~Ares~ neben +Mischmetall auch Kupfer, für den Mond neben Silber auch Krystall oder +Glas, -- das ursprünglich (als Rohglas) stets grün war und daher +auch mit der grünen Farbe vereinbar ist, die dem Monde zuweilen +zugeschrieben wurde (s. oben). Im einzelnen stimmen indessen auch +die Farben der Planeten mit denen ihrer Metalle oder Mineralien +keineswegs streng überein: kann man allenfalls noch Mond = Stimmi +(Schwefelantimon, Grauspießglanzerz) angesichts des schön weißen +Glanzes dieses Erzes zulässig finden, so sind doch Gleichsetzungen wie +Sonne = Sapphir, ~Jupiter~ = Beryll, ~Saturn~ = Klaudianos (eine in der +Regel als goldähnlich beschriebene Legierung)[2383] nicht ohne weiteres +begreiflich und ebensowenig die von dem arabischen Astrologen ~Abu +Maʿschar~ (9. Jahrhundert) überlieferte ~Merkur~ = Smaragd[2384]. + +Das „Mischmetall“ (κρᾶμα), das ~Kelsos~ dem ~Ares~ zuschreibt, ist +nicht, wie das verschiedentlich geschah, als Elektron zu deuten, +vielmehr handelt es sich bei ihm wirklich um eine der aus Gemengen +aller sieben oder doch möglichst vieler Metalle zusammengeschmolzenen +Legierungen, wie sie besonders bei den Persern dauernd in Gebrauch und +Ansehen blieben (s. unten); der Bericht des ~Kelsos~ knüpft aber an den +Mithrasdienst an[2385], schöpft also aus persischen Überlieferungen, +und sein ~Ares~ ist vermutlich nur der Stellvertreter des persischen +Kriegsgottes (?) ~Schahréwar~, der im jüngeren Avesta „Herr der 7 +Metalle“ heißt[2386], der nämlichen, die nach einer spätpersischen +Legende aus den Gliedern des sterbenden Urmenschen ~Gayomard~ +entstehen[2387] und bei der iranisch beeinflußten Sekte der Mandäer (im +Tigrisdelta) die 7 Schichten oder (flachen) „Ambosse“ des Erdkörpers +bilden[2388]. + +Das Eisen wurde nach ~Kelsos~ dem ~Hermes~ zugeeignet, weil beide +ausdauernd, beharrend und jeder Mühsal gewachsen sind, das Elektron +aber nach dem Buche „Causa causarum“, weil es sich, ganz wie der +(androgyne) ~Hermes~ den anderen Sternen, so den anderen Metallen +anpaßt, sich mit ihnen verbindet und dabei seine und ihre Natur +verändert[2389]. ~Abu Maʿschar~ (9. Jahrhundert) will wissen, +daß erst die Perser dem ~Hermes~ das Zinn beigaben, das Elektron +(διάργυρον) aber dem ~Zeus~[2390]; indessen sind derlei Angaben wenig +zuverlässig, wie denn z. B. der syrische Lexikograph ~Bar Bahlul~ +(um 950), der meist sehr gute Quellen benützte, bestimmt behauptet, +die Verbindung des ~Zeus~ mit dem Zinn stamme schon aus der Zeit des +„alten babylonischen Heidentumes“[2391]! In Wirklichkeit dürfte aber +die Übertragung des Zinns von ~Hermes~ auf ~Zeus~ mit der Zuteilung des +Quecksilbers an ~Hermes~ zusammenhängen, betreff derer hier vorerst +nur erwähnt sei, daß sie in weit neuerer Zeit erfolgte[2392], -- +nämlich etwa im 4. Jahrhundert, nach Entdeckung der Destillation des +Quecksilbers. + +In der Regel ist indessen Eisen das Metall des ~Ares~, und die +Anspielungen hierauf sind zahlreich und alt; schon ~Didymos~, der zu +Beginn unserer Zeitrechnung die Ilias kommentierte, nennt ~Ares~ den +Stern des Eisens[2393]. Nach neupythagoräischen Anschauungen[2394] +steht das dunkle, krieg- und verderbenkündende Eisen auch dem Reiche +der Unterwelt nahe, während Gold, Silber und Erz der Höhe, Mitte und +Tiefe des Weltalls beizuordnen sind, das Kupfer aber Beziehungen zum +„göttlichen Pneuma“ haben soll (weshalb es manche auch dem ~Hermes~ +zuteilen). Bei ~Artemidoros~[2395] bedeutet ein Traum vom ~Mars~, daß +dem Träumenden eine chirurgische Operation mittels eiserner Instrumente +bevorstehe. + +Das Blei gilt als Metall des Planeten ~Kronos~ (~Saturn~), und weil +dieser nach dem Gotte ~Kronos~ genannt ist, schreibt man auch ihm +eine bleiche, kalte, greisenhafte, langsame, mißgünstige, geizige, +schädliche und namentlich auch feuchte Natur zu, denn wie schon +den Orphikern und daher dem ~Platon~ (im Dialoge „Kratylos“), so +ist vor allem den Stoïkern ~Kronos~ der „Herr der ῥεύματα“, d. h. +des Nassen und Feuchten[2396]. Wie aber ~Kronos-Chronos~ schon als +ταρταροῦχος = Herr der Unterwelt und des Totenreiches, sowie als +κακοδαίμων (Kakodaemon)[2397] Unglück und Verderben bringt, so tut +dies auch sein Planet, und eben deshalb auch das „saturnische Metall“, +das Blei[2398]. Daher fertigt man aus diesem die sog. „Fluchtafeln“ +an, die man, beschrieben mit dem Namen des zu Schädigenden, mit dem +Übel, das man ihm zufügen will, sowie mit den Namen und Zeichen der +Planetengötter oder Dämonen, die den Fluch vollstrecken sollen, in der +Erde vergräbt, -- worauf dann die Folge nicht ausbleiben kann[2399], +da das dunkle Blei die bösen Geister ebenso heranzieht, wie z. B. das +leuchtende Silber oder die glänzende Bronze sie vertreiben[2400]; auf +Grund ähnlicher Anschauungen wird auch Saturn mit Nemesis in Verbindung +gebracht, während dem ~Jupiter~ Níke (Sieg) zukommt, dem ~Mars~ +Tólma (Mut), der Sonne Daímon, der ~Venus Eros~, dem ~Merkur~ Anánke +(Notwendigkeit) und dem Monde Týche (Zufall)[2401]. Endlich dient das +Blei auch mit zur Bestrafung der sündigen Seelen im Tartaros, wobei +sich die Vorstellung von seiner so besonders „kalten“ Natur in höchst +bezeichnender Weise geltend macht; während nämlich sonst dem ~Saturn~ +als Emblem z. B. eine bleierne Vase zugeschrieben wird, aus der sich +ein Strom kalten Wassers ergießt[2402], -- so noch zu Anfang des 5. +Jahrhunderts in ~Marcianus Capellas~ Schrift „Hochzeit des ~Merkur~ +mit der Philologie“[2403], die ~Diels~ treffend einen „philologischen +Karneval“ nennt --, meldet ~Plutarch~ (2. Jahrhundert)[2404], daß sich +im Hades drei Seen von +geschmolzenem+ Gold, Eisen und Blei befänden, +der letztere von solcher +eisiger Kälte+, daß er die hineingetauchten +Frevler gleich Hagelkörnern erstarren macht! + +In altem, wenn auch nicht (nach ~Jeremias~)[2405] bis in die +babylonische Frühzeit zurückreichendem Zusammenhange mit den +Metallen der Planeten scheint deren Verbindung mit den +Weltaltern+ +zu stehen. Die Lehre von 7 aufeinander folgenden, von ~Saturn~ +anfangend durch je einen der Planeten beherrschten und durch deren +Metalle charakterisierten Zeitaltern[2406] dürfte einer Verquickung +chaldäischer und iranischer Ideen entsprungen sein. Nach einer +persischen, noch in einem der apokryphen „~Henoch~“-Bücher (s. +unten) erhaltenen Überlieferung werden die aus sechs verschiedenen +Metallen bestehenden „Berge der Erde“ zuletzt vor der Macht und +Herrlichkeit des „Auserwählten“ dahinschmelzen, d. h. die sechs +ersten Weltreiche dem siebenten eines Messias Platz machen[2407], +und bei dem durch einen feurigen Kometen herbeigeführten Weltenende +sollen die „Metalle der Erde“ in der Glut zerfließen und durch ihre +Ströme die Sünder verzehren, „den Frommen aber nicht anders, denn +laue Milch erscheinen“[2408]. Derlei Gedanken sind seit den letzten +Jahrhunderten des Altertums weit verbreitet: die Mandäer zählen 7 +planetarische Weltperioden; die „Sibyllinischen Schriften“ sprechen +von den nach den Metallen benannten Weltreichen, die von 7 Sonnen in +den entsprechenden Farben erleuchtet werden; 7 „Regenten“ kennt die +„Apokalypse ~Johannis~“; in einer spätpersischen Apokryphe des 5. oder +6. Jahrhunderts dient als Symbol der Weltentwicklung ein Baum mit +7 Zweigen aus Gold, Silber, Kupfer, Erz (nach Anderen Eisen), Blei +(nach Anderen Stahl), Zinn und Mischmetall[2409]; endlich erwähnt +auch der ~Virgil~-Kommentar des ~Servius~ (5. Jahrhundert) sechs nach +ihren Metallen bezeichnete Zeitalter, die er die Cumäische Sibylle +verkünden läßt[2410]. Ist „Sibylle“ wirklich vom babylonischen Worte +Sibiltu (Subultu) abzuleiten, das ursprünglich „Ähre“ geheißen haben +soll und späterhin auch das Sternbild der „Jungfrau“ bedeutete, +welche hochwichtige babylonische Göttin mit einer Ähre in der Hand +abgebildet wurde[2411], so hätte dieser Name eine deutliche Spur der +orientalischen Herkunft des ganzen Anschauungskreises bewahrt. + +Da der Mikrokosmos keinen anderen Gesetzen als der Makrokosmos +unterliegen kann, ergaben sich in Parallele mit den 7 Zeitaltern die +von den Planeten beherrschten 7 menschlichen Lebensstufen[2412]. +Reichen auch die Hauptlehren über den Einfluß der Planeten auf „alles +Menschliche“, auf Alter und Lebensjahre, auf Leib und Seele, ja auf +alle einzelnen Körperteile und Glieder, bis auf ~Petosiris~ und +~Nechepso~ zurück[2413], so sind doch einzelne Ausgestaltungen erst +späthellenistisch, so z. B. die auf Triebe und Vermögen, die auf +Empfindungen und Geschmäcke[2414], vor allem aber die auf die sog. +Stufenjahre bezüglichen[2415]; das Wichtigste unter diesen war das 63. +Lebensjahr, das für ganz besonders bedeutsam und bedenklich galt, da +die schon an sich sehr „ominösen“ Zahlen 7 und 9 offenbar ein in noch +weit höherem Grade verdächtiges Produkt liefern mußten. + + +d) Apokryphen und Pseudepigraphen. + +Von der in den vorstehenden Abschnitten erörterten Geistesrichtung +erfüllt erweisen sich auch zahlreiche der Apokryphen und +Pseudepigraphen des alten und neuen Testamentes, sowie einige ihnen +dem Herkommen nach nicht beigezählte, jedoch inhaltlich nahestehende +Schriften; nur auf einige der wichtigsten soll an dieser Stelle +hingewiesen werden. + +Das „Buch ~Henoch~“, das zum Teil in griechischer und altslavischer +Sprache, am vollständigsten und ausführlichsten jedoch in äthiopischer +vorliegt[2416] und zuerst wohl während der Zeit zwischen 167-64 v. Chr. +verfaßt, in das Äthiopische aber erst im 5. Jahrhundert n. Chr. +übersetzt wurde, beschäftigt sich mit dem „Propheten“ ~Henoch~, +einem der (nach ursprünglich +nicht+-israelitischer Tradition) +vorsündflutlichen Patriarchen, der als Erfinder von Sternkunde und +Geheimwissenschaft, Schrift und Rechenkunst gilt, ferner als Kenner +und Beherrscher aller Verborgenheiten der irdischen und himmlischen +Welt, sowie als Weiser und Verkünder aus grauer Urzeit[2417]. In diesen +Eigenschaften feiern ihn auch das aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. +stammende „Buch der Jubiläen“[2418], sowie das zuerst gegen 50 v. Chr. +niedergeschriebene, dann aber um 90 n. Chr. stark umgearbeitete sog. +„4. Buch ~Esra~“[2419]. Der Titel „Schreiber des Wissens des Höchsten“, +den er in letzterem führt, erinnert an den in den Visionen ~Ezechiels~ +vorkommenden „Schreiberengel in der Mitte der sechs übrigen“, der kein +anderer ist, als der babylonische ~Nabu~, der als Gott des Wissens +und der Schreibkunst „das Schreibrohr hält“ und tatsächlich in der +Aufzählung der Götter „~Samas~, ~Sin~, ~Nergal~, ~Nabu~, ~Marduk~, +~Istar~, ~Ninib~“ die Mittelstellung einnimmt[2420]. Da indessen das +Buch ~Ezechiel~ zwar aus dem 6. vorchristlichen Jahrhundert herrührt, +jedoch zahlreiche, zum Teil bis in späte Zeiten herabreichende +Abänderungen und Einschiebungen aufweist, so können Vergleiche +überhaupt nur unter allem Vorbehalt gezogen werden, besonders aber +solche, die auch die äthiopische Übersetzung des ~Henoch~ betreffen +sollen, da diese erst gegen 500 angefertigt und nur in Handschriften +des ausgehenden 15. Jahrhunderts erhalten ist. + +Eingehende Kenntnis der chaldäischen und persischen Anschauungen über +Sternkunde verrät jedenfalls der ganze „astronomische Abschnitt“ des +äthiopischen ~Henoch~[2421], die Erwähnung der 7 Planeten und ihrer +„Führer“[2422], die Vergleichung der 7 Planeten mit großen brennenden +Bergen (in babylonischem Sinne = bösen Geistern)[2423] sowie die +Vision von den „im Himmel verborgenen“ Bergen aus sechs Metallen, +„die schmelzen und vor dem Gerechten gleich Wachs sein werden“. Als +Namen der Metalle führt eine Stelle an: Eisen, Kupfer, Silber, Gold, +weiches Metall, Blei[2424], eine zweite: Eisen, Kupfer, Silber, Gold, +Zinn, Blei[2425], und eine dritte: Gold, Silber, Zinn, Eisen, weiches +Metall[2426]; die letztere zeigt, daß unter dem „weichen Metall“ +nicht Zinn verstanden sein kann, da sie beide nebeneinander aufzählt, +doch gibt auch die Übersetzung „Tropfmetall“[2427] keinen genügenden +Aufschluß, um so mehr, als die Deutung auf das schon an sich flüssige +Quecksilber keine Wahrscheinlichkeit bietet. Angesichts der über +allen Einzelheiten schwebenden chronologischen Unsicherheit kann man +die ganze Stelle nicht, wie das wohl geschehen ist, als die älteste +auffassen, die Weltalter und Planeten-Metalle in Zusammenhang bringt. + +Nach der zwischen 100 und 50 v. Chr. verfaßten „Weisheit +~Salomonis~“[2428] besaß König ~Salomon~ Einsicht in „das System der +Welt und die Kraft der Elemente“, von denen Feuer und Wasser, Luft +und Wind, neben Himmel und Sternen Vielen als Götter gelten[2429]. +Das System der Welt aber schuf Gott aus dem gestaltlosen (Ur-)Stoffe, +alles ordnend nach Maß, Zahl und Gewicht[2430], denn durch die +verschiedenartige Vereinigung der Elemente (στοιχεῖα, Stoicheía) +brachte er das Mannigfaltigste ganz ebenso hervor, wie die Musen +aus den wenigen Klängen des Saitenspieles die Gesamtheit der +wechselvollsten Melodien zusammenfügen[2431]. -- Im nämlichen Sinne +berichten auch die christlichen Abschnitte der „Sibyllinen“ (um +150 n. Chr.), daß bei der Schöpfung alle Elemente, dem Befehle +Gottes folgend, ebenso sich sammelten und vereinigten, wie sie am +Ende der Tage sich wieder verlieren und die Welt öde zurücklassen +werden[2432]; im „Hirten des ~Hermas~“ heißt es desgleichen, die Welt +sei zusammengefügt aus den vier Elementen und stehe auf ihnen fest, wie +eine Bank auf ihren vier Beinen[2433]. + +In den sog. „Oden ~Salomons~“, die aus jüdisch-mystischen Kreisen +etwa zwischen 50 und 67 n. Chr. hervorgingen und um 100 n. Chr. eine +Umarbeitung in christlichem Sinne (aber noch ohne gnostische Einflüsse) +erfuhren[2434], wird die Welt geschildert als bestehend aus oberen und +unteren Orten, Höhen und Niederungen, in deren Mitte sich die Dinge +befinden[2435]; im tiefsten Grunde liegt das finstere Chaos, in dieses +sinken die schwerlastenden Materien (Hýlai) wie Blei hinab[2436], +sammeln sich dort an, werden zwecks Erneuerung aufgelöst und durch +das „Wasser des Herrn“ wiederbelebt und schweben dann geläutert zum +Licht, d. h. nach oben, so daß auch τὰ κάτω (die unteren Dinge) τὰ +ἄνω (zu oberen) werden und schließlich „alles oben ist“, d. h. bei +Gott oder im Herrn[2437]. So wird also die ganze Welt zur Vernichtung +geführt, um sie aufzulösen, zu erneuern und das Tote aufzuwecken durch +das „lebendige, unsterbliche Wasser des Herrn“[2438]; auch die Seelen +steigen hierbei aus der Finsternis der Hölle und dem Rachen des Todes +empor zu Licht und Leben, aus dem Rauche des Abgrundes „durch den Tau +des Herrn“ zur Wolke des Friedens[2439]. + +Das schon weiter oben erwähnte Werk des ~Kelsos~, „Das wahre Wort“ +(um 150), bezeichnet als den ehrwürdigsten und machtvollsten Teil des +Himmels Sonne, Mond, Wandel- und Fixsterne, deren göttliche Natur sie +zu himmlischen Boten, zu sichtlichen Herolden der oberen Dinge geeignet +erweist[2440]; die 7 Planeten schweben in den 7 Himmeln, geleitet und +beherrscht von guten und bösen Engeln, welche letzteren die Gestalten +von Löwe, Stier, Drache, Adler, Bär, Hund und Esel besitzen[2441]. +-- In ähnlicher Weise sprechen von den 7 Himmeln die Erzählungen +„Testamente der 12 Patriarchen“ und „Leben ~Adams~ und ~Evas~“ (1. bis +2. Jahrhundert)[2442], das „Martyrium ~Jesaias~“ (2. Jahrhundert)[2443] +und die „Apokalypse des ~Baruch~“ (griechisch und syrisch, 2. +Jahrhundert)[2444], in der auch von den Himmeln und ihren Toren aus +Eisen, Erz usf. die Rede ist[2445]. + +Die Grundschriften, jedenfalls aber die jetzt vorliegenden +Redaktionen der angeblich von ~Clemens Romanus~ herrührenden +(Pseudo-)Clementinen und Homilien sind nicht schon gegen 150 verfaßt, +wie noch ~Langen~[2446] und ~Soltau~[2447] voraussetzten, sondern nach +~Krüger~[2448], ~Harnack~[2449], ~Heintze~[2450], ~Jülicher~[2451] und +~Bousset~[2452] erst um 250-260, ja was die Homilien betrifft, nach +~Harnack~ vielleicht sogar noch erheblich später. Den vielfach von +iranischen Anschauungen beeinflußten Lehren des ~Clemens Romanus~[2453] +zufolge ist Gott der Schöpfer der vier οὐσίαι (Usíai) heiß, kalt, +trocken, feucht[2454], er hat die πρώτη ὕλη (Urmaterie) vierfältig +und nach Gegensätzen gestaltet, durch ihn wird Luft zu Wasser, Wasser +zu Erde, Erde zu Feuer (beim Aneinanderschlagen der Steine)[2455], +und durch ihn gehen aus den vier Elementen vermöge der μῖξις (Míxis) +die verschiedenen Arten der κράσεις (Kráseis, Gemische) hervor[2456], +unendlich an der Zahl und doch alle zusammenstimmend, da der gesamte +Kosmos „nur als +ein+ großes Tier (Lebewesen) zu betrachten ist“. +Ursprünglich glich eben, der Lehre des ~Orpheus~ gemäß, das Chaos +einem Ei, das alle Elemente in noch einheitlicher ungeformter Mischung +einschloß, aber fähig zur Gestaltung der ganzen Welt, -- geradeso, wie +das Ei des Pfauen schon die Anlage zu jeglicher Buntheit des fertigen +Vogelgefieders in sich enthält. Unter dem Einflusse des göttlichen +Pneumas (πνεῦμα θεῖον) entwickelte sich in jenem Chaos-Ei ein +Mannweibliches (ἀρῥενόθηλυ), ~Phanes~ genannt, und stieg in ihm nach +oben, während die restliche unverbrauchte Materie in die Tiefe sank und +„~Pluton~“ geheißen wird, weil dieser der König der Toten ist[2457]. +Sie kann wiederbelebt werden durch das „Wasser des Lebens“, doch darf +dieses Mysterium nicht entweiht werden, und das Buch, das darüber +berichtet, ist auf das strengste geheim zu halten und nur dem eigenen +Sohne zu überliefern[2458]. + +Zu den merkwürdigsten der höchst abenteuerlichen Begebenheiten, +deren Zeuge ~Clemens Romanus~ in Syrien gemeinsam mit dem von ihm +aufgesuchten hl. ~Petrus~ gewesen sein will, zählt das Zusammentreffen +mit ~Simon Magus~, über dessen dem Christentume feindseliges Auftreten +schon die „Apostelgeschichte“ berichtet, der aber erst in etwas +späterer Zeit (namentlich bei den Gnostikern) zu einer geradezu +führenden Stellung als „Erz-Ketzer und -Zauberer“ und „Vorbild aller +Verworfenen und Abtrünnigen“ gelangte[2459]. Mit Hilfe der Magie, die +es ihm u. a. ermöglichte, die „Buhlerin“ ~Helena~ in ein weibliches +Abbild zu bannen und mit sich zu führen[2460], sich in eine Schlange, +eine Ziege, ein Wesen mit zwei Gesichtern und in Gold zu verwandeln +(μεταβάλλειν)[2461], unendlichen Reichtum zu gewähren usf., vermochte +er auch ein künstliches Menschlein (= homunculus) darzustellen[2462]: +zu diesem Zwecke ließ er eine Vorrichtung, einem Schröpfkopfe +gleichend, menschliches Pneuma anziehen[2463], führte das Pneuma in +Wasser und das Wasser in Blut über, ließ dieses erst gerinnen und dann +zu festem Fleische werden[2464], und erhielt so einen Menschen, den er +auf dem umgekehrten Wege auch wieder in Luft aufzulösen vermochte. + + +e) Hermes und die Hermetik. + +Der Name ~Hermes~ leitet sich nach ~Ed. Meyer~ ursprünglich von ἕρμα +(Hérma) ab, dem an Weg und Weide errichteten Stein-Kegel oder -Haufen, +der dem Beschützer der Herden und Straßen gilt, später zur Steintafel, +und zuletzt, durch Andeutung von Kopf und Geschlechtsteilen, zur +Halbstatue, zur Herme wird. Als Hirt ist ~Hermes~ ein Heilkundiger, ein +verschlagener und auf Gewinn bedachter Betrüger, ein hurtiger Läufer, +gewandt auch im Finsteren und daraufhin ein Herr des Schlafes und der +Träume, der auch mit der dunklen Unterwelt in Verbindung steht[2465]. +~Hermes~ ist aber ferner, und vielleicht im Zusammenhange mit dem +Amte des Herdenschutzes, ein Wind-, Luft- und Wetter-Gott[2466], +und aus diesen seinen Eigenschaften erklären sich unschwer die +des Boten und Dieners der Götter, des Diebes und Entführers, des +Pfeifers und Sängers, des Leiters der Seelen (auch durch Schlaf und +Traum)[2467], des Herrn über Glück und Zufall, sowie über Befruchtung +und Zeugung[2468], des Behüters der Wege und Wanderer, des Förderers +der Kaufleute und Händler usf. Die meisten dieser Wirksamkeiten kennt +schon ~Homer~, was für ihr hohes Alter spricht[2469], während erst +eine schon jüngere Zeit den göttlichen Herold in geziemender Weise zum +Meister der Rede, Klugheit und Erfindungsgabe stempelt, zum ~Hermes +Logios~ (λόγιος). Sein eigentümlicher Stab, das Kerýkeion (κηρύκειον), +war nach den einen ursprünglich ein Fetisch[2470], worauf noch der +Gebrauch als Wünschelrute hindeuten könnte[2471], nach anderen hingegen +wandelte sich der Hirten- und Herolds-Stab, die „virga aurea“, mit der +noch ~Horaz~[2472] den Gott die Seelen leiten läßt, nur allmählich zum +schlangenumwundenen Abzeichen[2473]. + +Im Verlaufe der synkretistischen Periode wurde ~Hermes~ zum +Krystallisationspunkte vielfältiger, u. a. auch durch orientalische +und ägyptische Ideen beeinflußter Götter-Vorstellungen[2474]: schon +den jüngeren Stoïkern gilt er als Träger des λόγος σπερματικός (Lógos +spermatikós), den Neupythagoräern und Orphikern ist er προφήτης +λόγου (Prophet des Logos), Verkünder der Lehre oder des „Wortes“, -- +vielleicht infolge Umwandlung der in Arkadien mythischen Genealogie +~Zeus-Hermes-Pan~ zu ~Zeus-Hermes-Logos~, „weil der Gedanken der Vater +des Wortes ist“[2475] --, den Neuplatonikern der „Vernunftgeist“ Logos, +der als Vereinigung des λόγος (Logos) und νοῦς (Nûs) von Anbeginn +her Materie und Sinnenwelt bildete und sich untertan machte[2476], +und weiterhin wird er in pantheistischem Sinne zum Weltherrscher und +Allgeist (κοσμοκράτωρ, παντοκράτωρ), zum Gebieter aller Pneumata, daher +auch der Seelen und Geister, sowie zum Nekromanten = Totenbeschwörer, +Zauberer, Magier, sowie zum Herrn aller diesen Geheimwissenschaften +Ergebenen[2477]. Die Fülle dieser Wirksamkeiten macht es erklärlich, +daß einige der Synkretistiker verschiedene ~Hermes~ annahmen und den +Gott schließlich in nicht weniger als 5 Personen gleichen Namens und +schwankender Genealogie zerlegten[2478], während Andere wiederum +die Einheitlichkeit dadurch zu wahren suchten, daß sie ~Hermes~ +mit orientalischen oder ägyptischen Göttern verwandten Charakters +identifizierten. + +Die wichtigste und älteste dieser Gleichsetzungen, deren Anfänge schon +in die frühhellenistische Periode zurückreichen[2479], ist die mit dem +(~Platon~ bereits wohlbekannten) ägyptischen ~Thot~ oder ~Tehuti~, +welcher Namen eine Dualform ist, anspielend auf den „Doppel-Ibis“, +in dessen Gestalt man ~Thot~ in den Flecken des Mondes zu erkennen +glaubte[2480]. Den Ägyptern gilt ~Thot~ als Gott der Sternkunde, +Zähler und Berechner alles himmlischen und irdischen, Herr über Maß, +Gewicht und Ordnung, Verkörperer von Geist und Intellekt, Erfinder der +Musik, Rede und Schrift, Schreiber der Götter, Verfasser sämtlicher +ägyptischen Schriftwerke und daher Gott der Bibliotheken, Kenner alles +wißbaren, insbesondere auch der Geheimwissenschaften, Meister der +magischen und mystischen Besprechungen, Beschwörungen und Formeln +nebst ihrer medizinischen Anwendung, Beherrscher der Seelen und Geister +und Wiedererwecker der Verstorbenen[2481]. In späterer hellenistischer +Zeit und unter Anlehnung an die echt ägyptische Vorstellung einer +Schöpfung mittels Emanation durch das bloße Wort, der gemäß der +„Urgott“ die jüngeren Götter „spricht“[2482], entstand dann die Lehre, +daß der Urgott die Welt durch siebenmaliges Lachen hervorbrachte, und +daß beim dritten Lachen der νοῦς (Nûs) zum Vorschein kam, „genannt +~Hermes~“, identisch mit ~Thot~, ~Rê~ dem Sonnengott, ~Mithras~ dem +Sonnengott, ~Agathodaimon~, ~Iao~ usf.[2483], der Herr des Logos +und der Welt[2484], der Beherrscher und Verteiler der Pneumata, der +Führer der Seelen und Lenker der Geister, der das All erfüllende +Weltgeist, das Bewegungs-Prinzip des gesamten Kosmos (mundi velocior +servus)[2485], der „Dreimal-Größte“, ~Hermes Trismegistos~[2486]. + +Die vielerörterte Benennung „~Trismegistos~“[2487] geht in letzter +Linie auf einen alten und stehenden Beinamen des Gottes ~Thot~ zurück, +der ursprünglich einfach „der Große“ lautete, in jüngerer Zeit +aber auch „der Große, der Große“, ägyptisch āa-āa (so noch in dem +erst zur Kaiserzeit vollendeten Tempel zu Denderah), was gemäß der +üblichen Phraseologie so viel besagt, als „der Wachsende“[2488]; in +wörtlicher Anlehnung werden daher auch für ~Hermes~ die Bezeichnungen +„ὁ μέγας“ sowie „μέγας καὶ μέγας“ überliefert, so z. B. in einer +Inschrift zu Rosette und noch bei Zosimos[2489]. Der Name τρὶς μέγας +oder τρὶς μέγιστος, Trismegistos, findet sich entgegen früheren +Annahmen[2490] auch auf ägyptischen Denkmälern und rührt daher, daß +man die ägyptischen Worte „der Große, der Große“ noch durch ein sog. +determinierendes Zeichen „Wr“ verstärkte, das gleichfalls „groß“ +bedeutet, so daß „Trismegistos“ mit „der dreimal Große oder Größte“ +zu übersetzen und rein superlativ zu verstehen ist[2491]. Sehr +allgemein wird angegeben, „Hermes ille Trismegistus, ... magister +omnium physicorum“ (= Herr der ganzen Natur) sei zuerst im 15. Kapitel +der Streitschrift des Kirchenvaters ~Tertullianus~ (verfaßt um 210) +gegen die gnostischen Valentinianer nachweisbar; indessen beendigt +schon ~Martial~[2492] sein Spottgedicht auf einen „allvollendeten“ +Gladiator namens ~Hermes~ mit den satirischen Worten[2493]: „Hermes, +omnia solus et ter maximus“, „Hermes, der Du allein Alles (zugleich +das Eine und das All) bist und der dreimal Größte“, und sollten +diese Verse allgemein verstanden werden, so mußte das Attribut +„Trismegistos“ den gebildeten Kreisen Roms schon gegen Ende des 1. +nachchristlichen Jahrhunderts durchaus geläufig sein[2494], denen +Alexandrias also noch weit früher. Tatsächlich heißt denn auch +~Hermes Trismegistos~ schon in einem um 260 abgefaßten Ehrendekret +für einen hohen Beamten, das im Papyrus von Hermopolis (in Ägypten) +erhalten ist, „der Gott +unserer Väter+“, was auf eine Verehrung seit +Generationen zurückweist[2495]; analoge gleichzeitige Schriftstücke, +sowie die Zauberpapyri, die meist aus dem 2. Jahrhundert herrühren +und uns in Niederschriften aus dem 3. oder 4. vorliegen, sprechen von +~Hermes Trismegistos~ oder ~Trismegistos~ als etwas wohlbekanntem, +ohne weitere Erklärung[2496]. Beinamen ähnlicher Art kommen übrigens +in der synkretistischen Litteratur nicht selten vor: bei ~Clemens +Romanus~ ist τρισεπάπειρος (ter protendens) „ein die göttliche Natur +dreimal ins Endlose Verbreitender“[2497], in der „Pistis Sophia“ (um +250) sind τριπνεύματοι „die dreimal von Pneuma Erfüllten“[2498], und +ebenda, sowie in anderen Schriften τριδύναμοι oder τριδυνάμεις die +Bewohner des obersten Himmels als die „dreimal Gewaltigen“[2499]; +in übertriebener Weise nennt diese der Verfasser der „Pistis“ auch +παντοδυνάμεις, sozusagen „x-mal Gewaltige“[2500], ähnlich wie +~Zosimos~, für den ~Platon~ schon der τρίσμεγας (trísmegas) ist, +folgerichtig den ~Hermes~ als μυριόμεγας (myriómegas, tausendmal-groß) +bezeichnen zu müssen glaubt[2501]. ~Zosimos~ behauptet, den Beinamen +Trismegistos habe ~Hermes~ empfangen, weil er dem Weltall die Zustände +der Kälte, der Wärme und des Flüssigseins, „diese unteilbare Triade“, +als Einheit zugrunde legte[2502]; nach ~Lactantius~ (gest. 330), +für den ~Hermes Trismegistos~ der würdige Nachkomme des ~Uranos~, +~Saturn~ und ~Merkur~, älter als ~Pythagoras~ und die sieben Weisen +und der Meister aller Tugenden und Künste ist, erhielt er ihn +wegen seiner Vielseitigkeit; nach ~Stephanos~ von ~Alexandria~ (7. +Jahrhundert) „wegen seiner dreifachen Ausübung der Kunst“[2503]; +nach ~Isidorus Hispalensis~ (7. Jahrhundert) wegen seiner Kenntnisse +in den zahlreichsten Wissenschaften[2504]. Nachdem ~Philosophus +Anonymus~ (7. Jahrhundert?), weil er bei dem „großen Werke“ drei Arten +Grundsubstanzen (οὐσίαι, usíai) wirken ließ[2505]; endlich nach dem +byzantinischen Lexikographen ~Suidas~ (um 1000), weil bereits er in der +Trinität +eine+ Gottheit sah[2506], nämlich die zur Dreifaltigkeit des +Pneumas verbundenen drei höchsten Gewalten. Da ~Plinius~[2507] angibt, +die Magie umfasse drei Teile, nämlich Religion, Medizin und Astronomie, +und halte diese mit dreifachem Bande als Dreiheit der Magie zusammen, +so hat man auch vermutet, ~Hermes~, als größter Meister in allen drei +Teilen, habe mit Recht den Beinamen des „dreifach Größten“ in Anspruch +nehmen dürfen, -- und zu dieser Auslegung würde sowohl das stimmen, +was er am Schlusse der ihm zugeschriebenen „Tabula Smaragdina“ +selbst+ +sagt, als auch das, was ~Stephanos~ über seine dreifache Ausübung der +Kunst bemerkt. Da indes, wie angeführt, τρὶς μέγας oder τρὶς μέγιστος +unbedingt superlativ zu verstehen ist, so werden derlei Auffassungen +hinfällig und ebenso auch verwandte, z. B. die des „Dreigestaltigen, +der im Himmel, auf Erden und im Hades der nämliche bleibt“, und des +„die drei Würden des Königs, Propheten und Philosophen (oder Arztes) in +sich Verbindenden“[2508]. + +Die ursprüngliche Identifikation des ~Hermes~ mit ~Thot~ war bereits +vergessen zur Zeit der Abfassung der sog. „Hermetischen Schriften“, +in denen ~Hermes~ für den Vater des ~Thot~ gilt, zuweilen aber auch +(als ein „zweiter Hermes“?) für den des ~Agathodaimon~[2509], mit dem +zusammen er dann wieder, schon vom 1. Jahrhundert n. Chr. ab, als +Lehrer des ~Pythagoras~ und ~Platon~ auftritt[2510]. Da das ältere +Ägypten jeden „weisen Priester“ als Inkarnation des ~Thot~ ansah und +nach seinem Hinscheiden als „~Thot~“ verehrte, die ganze stets anonym +verbleibende Priester-Litteratur aber als alleiniges Erzeugnis, des +~Thot~ betrachtete[2511], so kann es nicht wundernehmen, daß dem +~Hermes Trismegistos~ „als alleinigen Erben und Besitzer der gesamten +uralten Weisheit Ägyptens“[2512] nach ~Iamblichos~ 20000 Werke +zugeschrieben wurden[2513], ja auf einen angeblichen Bericht ~Manethos~ +(um 280 v. Chr.) hin sogar 36525, -- wobei zu bemerken ist, daß diese +Zahl (25 × 1461) 25 jener Sothis- (Hundsstern-) Perioden umfaßt, +nach deren Ablauf jedesmal eine völlige Erneuerung der Welt erfolgen +soll[2514]. In welchem Verhältnisse diese Werke zu einem bei ~Clemens +Alexandrinus~ (gest. 216) erwähnten angeblichen „Auszuge in 42 Büchern“ +stehen, (26 engeren philosophischen, 4 astrologischen, 6 medizinischen, +6 sonstigen Inhaltes?), ist nicht bekannt, jedenfalls knüpft aber an +sie die „Fabrikation“[2515] der eigentlichen hermetischen Schriften an, +von denen mehr als zwanzig bis auf unsere Tage gelangten. + +Nach ~Zeller~ waren „Hermetische Schriften“, meist älteren, aus +verschiedenen pythagoräischen und platonischen Quellen stammenden +Werken nachgebildet, bereits um 100 n. Chr. vorhanden[2516], ihre +jetzt noch vorliegende Gestalt empfingen sie jedoch erst gegen 300 +in Ägypten[2517], und zwar zur Zeit unglücklicher, ja verzweifelter +Zustände des Landes[2518]; daß Einkleidung und Erklärung auf +Verteidigung der ägyptischen Religion abzielen und die „für Minoritäten +charakteristische strenge Geheimhaltung“ gefordert wird, spricht +nach ~Zeller~ für ägyptische Priester als Verfasser[2519]. Auch +~Reitzenstein~ nimmt an, daß solche im 1. Jahrhundert in vorwiegend +theologischem, noch von griechisch-wissenschaftlichen Elementen +getragenem Sinne tätig waren, im 2. Jahrhundert aber den orphischen, +magischen und mystischen Einflüssen die Oberhand ließen[2520], während +christliche fehlen, und neuplatonische nicht für die Entstehung, wohl +aber für das Fortleben bis in das 6. Jahrhundert hinein von Bedeutung +waren[2521]. ~Otto~[2522], ~Zielinski~[2523], ~Kroll~[2524] und ~E. +Kroll~[2525] vertreten hingegen die Ansicht, daß ägyptische Priester +als Verfasser nicht bewiesen sind, wie denn überhaupt der „weise +ägyptische Priester“ ein bloßer litterarischer Typus und zu keiner Zeit +bezeugt ist, am wenigsten aber zur hellenistischen, während derer das +Priestertum auch nicht +eine+ wissenschaftliche Leistung von Bedeutung +hervorgebracht hat[2526]. Die hermetische Litteratur ist zwar, zum Teil +seit ~Philo~, zum Teil seit ~Numenios~ (um 150 n. Chr.), in Ägypten +entstanden, zeigt aber wenige für dieses Land charakteristische Züge. +Ägyptisch ist noch am ehesten ihre +Form+, z. B. wenn ~Hermes~ den +~Asklepios~ (der = ~Thot~ oder ~Tat~ „einer blutlosen Verdoppelung des +Thot“ und = ~Imuthes~ oder ~Imhotep~ sein soll) über die vorgeblichen +Offenbarungen des ~Agathodaimon~ belehrt, also die Geheimwissenschaft +in mündlicher Überlieferung „vom Vater zum Sohne“ weitergibt[2527]; da +aber griechische profane Kreise eine große theologisch-philosophische +Litteratur hervorbrachten, die den Zweck verfolgte, ägyptische und +griechische Religion auf dem Boden der Philosophie einander zu nähern, +so könnte auch jene +Form+ von Nicht-Ägyptern nachgeahmt sein[2528], +um so mehr, als weder die Schilderung der Götter, noch die Art des +Vortrages dem eigentlichen ägyptischen Herkommen ausreichend und +mehr als ganz äußerlich entspricht[2529]. Der +Inhalt+ der Schriften +hingegen, ihr eigentlicher Ideenkreis, ist (von einzelnem abgesehen) +weder ägyptisch, noch ägyptisch beeinflußt, schließt sich vielmehr +seinem ganzen Wesen nach der großen Gedankenwelt des Hellenismus +an, der auch das aus der Fremde Entlehnte unter Anknüpfung an +altgriechisches Gut in geeigneter Weise eingegliedert wird[2530]. +Soweit dieses Fremde dem Orient entstammt, ist sein wichtigster +Vermittler ~Poseidonios~; die bei ihm zusammenfließenden Elemente +peripatetischer, platonischer, stoïscher, orphisch-pythagoräischer +und syrischer Herkunft bleiben allerdings nur selten rein bewahrt +(wie z. B. der berühmte Gedanke einer dauernden Verbindung des +Menschen mit der Gottheit durch Betrachtung der Schönheit der Welt +und des gestirnten Himmels), erleiden vielmehr zumeist Verzerrungen +in magischem, mystischem und allegorischem Sinne[2531]: zu solchen +gehören u. a. die Ausführungen über die Rolle der Zahlen, „die +noch über den (platonischen) Ideen stehen“, über die Urmonas, „die +alles weitere samenhaft in sich enthält“, über die „Eins, als die +Oberste“, über gewisse an das Hexen-Einmaleins erinnernde Zahlenrätsel +u. dgl. mehr[2532]. Ein weiterer Vermittler, besonders für jüdische +Vorstellungen, ist ~Philo~, ferner machen sich zahlreiche Anklänge an +die von den Neupythagoräern wiederbelebte Orphik bemerklich, und einige +auch an die Neuplatoniker, aber nicht mehr an ~Plotinos~[2533], was für +einen Abschluß der betreffenden Schriften um 200 spricht[2534]; die +Forderung der „Geheimhaltung“ wäre dann nicht, nach ~Zeller~, äußeren +Umständen zuzuschreiben, sondern erwiese sich als der orphischen +(und auch ägyptischen) Mystik entlehnt[2535]. Spuren frühgnostischer +Gedanken sind nur spärlich nachweisbar, solche christlich-gnostischer +und rein christlicher ursprünglich gar nicht, doch mögen später einige +leise Umformungen stattgefunden haben, vielleicht gelegentlich der +vielfachen Benützungen der hermetischen Schriften durch christliche +Autoren[2536]; die rein ethischen Betrachtungen, die gewisse, angeblich +bloß in arabischer Übersetzung erhaltene Abhandlungen gänzlich +erfüllen, z. B. die „An die menschliche Seele“[2537], erklären sich +daraus, daß deren Verfasser in Wirklichkeit erst im 11. bis 13. +Jahrhundert schrieben und die hermetische Art nur mit mehr oder weniger +Geschick nachahmten[2538]. + +Was die eigentliche, wesentlich theologische +Lehre+ der +Hermetiker betrifft, so geht sie verschiedentlich zunächst von +peripatetischen Vorstellungen aus, z. B. vom νοῦς (Nûs) = ~Hermes~ +dem Hirtengotte[2539], formt diese in platonischem Sinne um, so daß +sie z. B. das „Böse“ (das, einem Stoffe gleich, von selbst entsteht, +wie der Grünspan am Kupfer und der Schmutz am Körper)[2540] als +durch die Hyle und samt dieser als durch das Planetensystem bedingt +ansieht[2541], und sucht endlich den platonischen Dualismus mit +dem stoïschen Pantheismus zu vereinigen[2542]: ~Hermes~ ist als +Demiurgos der die Welt schaffende und als Nûs der sie durchdringende +Allgeist[2543], er wird identifiziert mit dem Logos, der sich ihm +ursprünglich nur offenbarte, und tritt schließlich an dessen Stelle als +Mittler zwischen Gott und Welt, als der Erlöser, der die Menschheit +befreit vom Zwange der Heimarméne, der Herrschaft der Planeten +(στοιχεῖα, Stoicheía), die mit Ausnahme der Sonne sämtlich verderbliche +und bösartige Dämonen sind. Die erlösten Auserwählten sind τέλειοι, +(Vollendete), sie trinken ἀμβρόσιον ὕδως (ambrosisches Wasser = +Unsterblichkeitstrank der Ägypter und Orphiker), und ihre Seelen sind +würdig der παλιγγενεσία (Palingenesía, Wiedergeburt der Orphiker) und +der Himmelsreise[2544]. + +Nach ~Reitzenstein~ wurden diese Lehren in ihren verschiedenen +Entwicklungs-Zuständen unter entsprechenden Kulthandlungen innerhalb +eigener Gemeinden gepflegt, zu deren Mitgliedern u. a. auch ~Zosimos~ +gehörte, und die sich etwa vom 1. vor- bis zum 3. nachchristlichen +Jahrhundert erhielten[2545]; nach ~Cumont~ und ~Kroll~ ist hingegen ein +Kult nicht bewiesen und in den „Schriften“ nicht vorausgesetzt, die +Hermetik muß vielmehr als eine rein litterarische Bewegung angesehen +werden, die die griechische Philosophie in ähnlicher (sehr wechselnder) +Weise ebenso mit ägyptischen und orientalischen Traditionen zu +vereinigen suchte, wie jene, die in den „Chaldäischen Orakeln“ des 2. +oder 3. Jahrhunderts ihren Ausdruck fand, mit chaldäischen[2546]. Erst +die gnostisch beeinflußten Gemeinden der Ssabier (s. unten) kennen +einen Kult des ~Hermes~, berufen sich auf Offenbarungen durch ihn und +~Agathodaimon~ und schätzen sich im Besitze der „heiligen Bücher“ +beider; von ihnen gingen die einschlägigen Anschauungen auf die Araber +über[2547], und durch Übersetzungen arabischer Werke ins Lateinische +gelangten sie frühzeitig auch zur Kenntnis des Westens: schon bei +~Albertus Magnus~ (12. Jahrhundert) ist ~Hermes Trismegistos~ einer der +großen „Weisen der Vorzeit“[2548], und in diesem Sinne übergibt er in +dem 1488 durch ~Giovanni~ ausgeführten Fußboden-Mosaik im Hauptschiffe +des Domes zu Siena dem Heiden- und Christentume ein Buch mit der +Inschrift „Suscipe, o, litteras et leges Aegyptii“ (Empfange hier +Weisheit und Gesetzgebung des Ägypters)[2549]. + +Bruchstücke der ältesten hermetischen Lehren enthält die sog. +„Straßburger Kosmogonie“[2550], der gemäß ~Hermes~ den Himmel als +Halbkugel formt; an ihm bildet er die 7 Zonen (Sphären) mit den die +Schicksale bestimmenden Planetengeistern, den 7 ἄρχοντες (Archontes, +Gebietern) oder κοσμοκράτορες (Kosmokrátores, Weltherrschern)[2551], +die auch mit den 7 Gewändern der Isis im Kult der phrygischen +Naassener (vom 1. Jahrhundert vor bis zum 2. nach Chr.) verglichen +werden[2552]. Einer schon etwas späteren Zeit scheint der „Poimandres“ +anzugehören, der aus 18 sehr verschiedenen und nicht streng +zusammengehörigen Abhandlungen besteht. Der Name ~Poimandres~, der +sich schon bei ~Zosimos~ findet und wohl auf neuplatonische Quellen +zurückgeht, bedeutet wörtlich einen „Hirten“ und spielt demnach auf +das wichtige Bild an, dessen sich schon ägyptisch-demotische Schriften +und ausführlicher ~Philo~ bedienen[2553]. Die Eigenschaft, in der +~Poimandres~ auftritt, ist indessen die einer höchsten Gottheit[2554], +eines zweiten demiurgischen Gottes[2555], eines Sohnes Gottes, der +entstanden ist aus dem Nûs und dem ewigen Licht, als Inbegriff aller +δυνάμεις (Kräfte) Gottes, als Logos. Indessen ist unter diesem Logos +nicht der rein geistige des ~Heraklit~ und der Stoa zu verstehen, +sondern der des ~Philo~, d. h. die vernünftig wirkende Kraft, die +Einheit aller einzelnen Vernunftkräfte oder das vollbringende +Schöpferwort Gottes, verkörpert durch den Demiurgen, den Mittler +zwischen Gott und Menschheit, den Sohn Gottes[2556]; mit der Materie +zeugt dieser 7 zweigeschlechtliche Menschen, die erst in der nächsten +Weltperiode in je zwei Hälften getrennt werden, und ein Zusatz besagt, +daß dies geschah, weil er bei der Herabfahrt durch die 7 Sphären die +Naturen der 7 Planeten in sich aufgenommen hatte[2557]. + +Zumeist jüngere, in einigem aber auch ältere Gedanken als der +„Poimandres“ dürfte die, aus verschiedenen, bisher nicht genügend +trennbaren Quellen entflossene Abhandlung „Κόρη κόσμου“ bieten[2558], +deren Titel nicht mit „Pupille der Welt“, sondern mit „Jungfrau der +Welt“ zu übersetzen ist[2559]; u. a. treten in ihr die vier Elemente, +die auch mit den Planeten als στοιχεῖα zusammenfließen, in Person auf, +um allerlei Anklagen zu erheben[2560], und ~Hermes~ bildet „mit den +Händen“ wie die „Körper“ aus Erde und Wasser, so auch die „Seelen“ +aus göttlichem Pneuma und dem πῦρ νοερόν (hier etwa = dem himmlischen +Funken), und diese stellen daher ein bloßes κρᾶμα (Kráma) dar, eine +Mischung, die durch den Tod wieder διάλυσις (Diálysis, Trennung) +erleidet[2561]. + +Weitere Bestandteile der „Hermetischen Schriften“ bilden der bei +~Apuleius~ (gegen 200) erhaltene „~Asklepios~“, dessen Schlußgebet sich +auch im „Papyrus ~Mimaut~“ des ausgehenden 3. Jahrhunderts findet, +ferner der „κλείς“ (Schlüssel), voll dunklen astrologischen Inhaltes, +und in seinem Titel, der nicht selten auch den Zauberbüchern vorgesetzt +wird, wohl auf den mystischen „Schlüssel des ~Hermes~“ anspielend, +sowie endlich das Buch „Die 7 Pflanzen der 7 Planeten“[2562]. Letzteres +erklärt die betreffenden Pflanzen für „hervorgebracht durch das +eigentümliche Pneuma der 7 Planeten“ und nennt als die der Sonne +Heliotrop, als die des Mondes Aglaophotis (= Paeonia, Pfingstrose?), +als die des ~Kronos~ Aeïzoos (= Sempervivum, Hauswurz), als die des +~Zeus~ Eupatorium (= Odermennig?), als die des ~Ares~ Peucedanum (= +Hirschwurz?), als die der ~Aphrodite~ Panacea (= Adiantum, Frauenhaar), +als die des ~Hermes~ Phlomos (= Verbascum, Königskerze)[2563]. + +Auf die schon weiter oben besprochenen chemischen Pseudepigraphen +des ~Hermes~ braucht an dieser Stelle nicht nochmals eingegangen zu +werden. Nach ~Zielinski~[2564] verehrte man in Böotien ~Hermes~ als +~Kadmilos~, ~Kadmos~ oder ~Kasmos~ und deutete diesen Namen auf den +Kosmos um, den der ~Kadmos~-Gattin ~Harmonia~ aber auf die Harmonie +der Sphären, die die Schicksale bestimmen; ihr goldenes Halsband, +ein Geschenk des ~Hermes~, wurde, gleich dem goldenen Vließ und dem +goldenen Lamm des ~Atreus~ (die ebenfalls Gaben des ~Hermes~ waren) +als „Fluchgold“ betrachtet, und an diesen Zug soll die sog. „niedere +Hermetik“ angeknüpft und ihre weitere Ausbildung hauptsächlich in +Ägypten erfahren haben. ~Dieterich~ erklärt indessen eine solche +Trennung der Hermetik in höhere und niedere für unberechtigt und +unmöglich, auch hält er es für aussichtslos, nur der letzteren den +durch ~Reitzensteins~ Untersuchungen festgestellten „ägyptischen +Bestandteil der synkretistischen Mischung“ zugestehen oder diesen gar +völlig ausscheiden zu wollen[2565]; der nämlichen Ansicht ist auch +~Kroll~. + +Was endlich die sog. „Kyraniden des ~Hermes~“ anbelangt, die nach +~Zielinski~ über Kyrene (zusammenhängend mit κύρη = κόρη?) nach +Ägypten gelangt wären, so ist diese sehr späte und völlig formlose +Schrift, deren Original angeblich im Orient auf eisernen Säulen +in syrischer Sprache eingegraben gefunden wurde, ein „Denkmal +des krassesten Aberglaubens“, insbesondere was den botanischen, +mineralogischen und pharmakologischen Inhalt betrifft[2566]. Sie bildet +eine Hauptquelle der bis an die Schwelle der Neuzeit fortwirkenden +„astrologischen Medizin“ und „medizinischen Mantik“, mit ihrer +Zuordnung der körperlichen Teile und Krankheiten an die Planeten[2567] +und mit ihrer „magischen Pharmakopöe“, als deren Musterbeispiel die +„Iatromathematika“ dienen können, die ~Hermes Trismegistos~ dem +„Könige ~Kyranos~ von Persien“ offenbarte[2568]. Sie wimmeln von den +abenteuerlichsten Rezepten, die in den späteren hermetischen Texten +auch kurzweg στῆλαι (Säulen)[2569] heißen, -- woraus sich wohl das +„Eingegrabensein auf Säulen“ erklärt --, und halten den göttlichen +Ursprung selbst für Heilmittel profansten Zweckes aufrecht: so +überliefert denn auch z. B. ~Alexander~ von ~Tralles~[2570] (um 550) +„Ἑερμοῦ κλίμαξ“ (Klimax des ~Hermes~) als Bezeichnung eines ganz +besonders wirksamen Abführmittels! + + —————————— + +Der Name des mit ~Hermes~ so enge verbundenen ~Agathodaimon~ +ist, als ἀγαθὸς δαίμων (= der gute Gott), ursprünglich der einer +arkadischen und böotischen Gottheit ländlichen Natursegens, die in +den uralten Tempeln zu Megalopolis und Epidauros verehrt wurde; +erst später wandelte sich, wie ἀγαθὸς ἄγγελος zu ~Agathangelos~, so +ἀγαθὸς δαίμων zu ~Agathodaimon~[2571]. Dieser galt als Schutzgeist +für Gemeinwesen und Einzelne, als ein glückbringender und das Heim +behütender Hausgeist, der nach dem Ende der Mahlzeit eine Spende +ungemischten Weines erhielt; doch besaß er als Hervorbringer der +Feld- und Baumfrüchte auch chthonische Bedeutung. In Hinsicht auf sie +wurde er als Schlange dargestellt, denn diese ist die Verkörperung +der Götter der Erdtiefe, der in ihr hausenden Heroen, aber auch der +einfachen Toten und daher namentlich der Ahnen[2572]. ~Agathodaimon~ +nannten die alten Griechen insbesondere die (als „heilige Schlange“ +angesehene und als „Hausschlange“ verehrte) Natter, während in der +Neuzeit die Bezeichnung auf die Eidechse übergegangen ist, „die an +und in der Erde lebt und daher mantische Natur besitzt“[2573]. In +der synkretistischen Zeit verband sich die griechische Anschauung +mit der orientalischen, der gemäß die Schlange, die sich stets in +der Nähe der Allmutter Erde bewegt, eine Trägerin der Weisheit, ein +Symbol des Wissens und ein prophetisches Tier ist[2574], sowie mit der +ägyptischen, nach der Verstorbene, vor allem aber Götter, tiergestaltig +in Schlangen weiterleben[2575]; so wurde ~Agathodaimon~ mit dem +chthonischen Gotte ~Anubis~ (= chthonischer ~Hermes~, ~Hermanubis~) +identifiziert[2576], vor allem aber mit dem zuweilen Schlangengestalt +annehmenden Gotte ~Thot~ der Stadt Chnumum (Hermopolis magna)[2577]. +Dieser, auch ~Chnum~, ~Chnubis~, ~Chnuphis~, ~Knuphis~, ~Kamephis~ +und ~Kameph~ genannte Gott[2578] herrschte anfänglich in Syene als +„Herr der schwarzen Töpfererde“ zugleich mit ~Isis~, der „Herrin der +schwarzen Fruchterde“, mit der er „sich vereint hat“ (chnum, äg. += vereinigen, gesellen), und die ihm daher später als Besitzerin +dieses Gebietes nachfolgt[2579]. Schon weiter oben wurde der Rolle +gedacht, die er in der hellenistischen Periode spielte, die ~Chnum~ = +~Thot~ = ~Ptah~ = ~Zeus~ = ~Aion~ = ~Agathodaimon~ setzte und diese +synkretistische Gestalt als Demiurgen, Allerweltskünstler, Herr +des Pneumas, Lebenshauches und Geistes, als Schutzgott Ägyptens, +Stadtgott Alexandrias usw. verehrte. Hier sei daher nur erwähnt, daß +~Agathodaimon~ auch = Nûs und Logos, sowie als Verfasser von als +λόγια (Lógia) eingeschätzten Lehren galt[2580], daß man ihn als ~Pan~ +in stoïschem Sinne, d. h. als Allgott, betrachtete[2581] und auch +als den syrischen Glücksgott ~Gad~ = „männliche ἀγαθὴ τύχη“ = bonus +eventus = guten Genius feierte, worauf anspielend schon ~Nero~ sich als +„~Agathodaimon~ des Erdkreises“ bezeichnete[2582]. Auch die Astrologen +stellen ~Agathodaimon~ = ~Jupiter~ = bonus eventus in Gegensatz zu +~Kakodaimon~ = ~Saturn~ = malus eventus[2583] und benennen ersteren +zuweilen als „venerandus felix“, den zu verehrenden Glücksbringer[2584]. + +Dargestellt wurde ~Agathodaimon~ meist in Gestalt des ~Chnum~, als +Schlange, die sich in den Schwanz beißt oder sich in einen Ring +zusammengeschlungen hat, als Schlange mit Sperberkopf, oder als auf +dem Schweif aufrecht stehende Schlange mit breitem Menschen- oder +Löwen-Antlitz und teilweise langem, gesträubtem Haar[2585]; in solcher +Form gebildete oder mit dergleichen Zeichnungen versehene Amulette, +die namentlich die gnostische Sekte der Ophiten (Schlangen-Anbeter) +mit Vorliebe gebrauchte und schon im 1. Jahrhundert n. Chr. nach +Kleinasien brachte, sind in großer Zahl auf unsere Zeit gekommen. +Wie der ausgezeichneten Satire des ~Lukian~ (um 180) über den +berüchtigten Schwindelpriester ~Alexandros~ von ~Abonoteichos~ zu +entnehmen ist[2586], bediente sich schon dieser abgefeimte Betrüger +einer derartigen kunstvoll vorgerichteten Schlangenfigur, die beim +Ziehen an einer verborgenen Schnur den „reichlich Zahlenden“ die ihnen +erwünschten Orakelsprüche „auf autophonem Wege“ erteilte[2587]. + + +f) Die Gnostik. + +Die letzten vorchristlichen Jahrhunderte brachten infolge der +sinkenden politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse Mißgeschicke +und Bedrängnisse aller Art über die Bevölkerung des Ostens, die ihr +Unglück, im Sinne des astrologischen Fatalismus, von dem sie durchaus +erfüllt war, dem Einflusse der Planeten zuschrieb, der Heimarméne; +ein Verlangen nach Befreiung von dieser furchtbaren und erdrückenden +Gewaltherrschaft, eine Sehnsucht nach Erlösung, erfüllte daher schon +damals mehr und mehr alle Gemüter[2588]. Diese Gefühle verstärkten +sich noch, als im Verlaufe der Kaiserzeit, namentlich seit dem 2. +Jahrhundert, die Grundlagen des überlieferten Glaubens endgültig +zusammenbrachen, die alten Religionen keinen Halt mehr gewährten, +und Aberglauben jeglicher Form aus den unteren unwissenden Schichten +auch in die oberen gebildeten emporstieg. Die neuerwachten religiösen +und metaphysischen Bedürfnisse suchten nunmehr Befriedigung in der +Mystik „uralter“ Geheimkulte und philosophischer Spekulationen, die +die Reste eigener Denktätigkeit zunächst befriedigten, bald aber zu +gänzlichem Schwinden brachten[2589]. Getreu dem bei ~Makrobios~[2590] +(5. Jahrhundert) überlieferten Grundsatze „Vetustas adoranda est“ += „Ehrfurcht vor der Vergangenheit!“ flüchtete die Phantasie aus +der trüben Gegenwart in die glanzvoll ausgemalte „alte Zeit“, zu +~Pythagoras~, „der in alle verborgenen Kulte und Mysterien eingeweiht +war“[2591], zur angeblich unverändert überlieferten und daher +„höheren“ Weisheit ägyptischer, chaldäischer oder gar indischer +Priester, „dieser getreuen Bewahrer heiliger Geheimnisse“[2592], +zum Ritual unverstandener alter oder fremder Kultbräuche, dem man +verborgenen symbolischen Sinn unterlegte, und vor allem zu der durch +die Neupythagoräer wiederbelebten Orphik. ~Orpheus~ galt auch hier +wieder als ältester und wichtigster Verkünder erhabener Offenbarungen, +deren Inhalt sich in höherem Fluge weit über alles sonstige menschliche +Wissen hinaus erhebt[2593], und als Verfasser jener „tiefsinnigen +und göttlichen“ Prophezeiungen, Sprüche und Hymnen, mit deren +Sammlung und Erhaltung sich eigene Zirkel und Kultgemeinden auf +das angelegentlichste beschäftigten[2594]. Soweit ihre Reste ein +Urteil gestatten, erweisen sie sich als Ergebnis der Vereinigung und +Umbildung der im hellenistischen Ägypten aus sehr verschiedenen Quellen +zusammengeflossenen orphischen Lehren, verraten anfangs (um 100-150) +noch keinerlei christliche Einwirkung, zeigen später neuplatonische +(nicht aber plotinische) Spuren, gelangen gegen 300 zur abschließenden +Gestaltung, erfahren aber auch in den folgenden Jahrhunderten noch +mancherlei Abänderungen und Einschiebungen[2595]. + +Der Einfluß der geschilderten Verhältnisse förderte notwendigerweise +die Verbreitung aller Arten Magie, Mantik und Orakelwesen, die Kulte +enthusiastischer und mysterienhafter Richtung, sowie die Geheimdienste +mit ihren Formeln, Riten und Weihen[2596]; unter Verschmelzung +älterer griechischer, orphischer, orientalischer, spätägyptischer +und neuplatonischer Elemente eigneten sich die theurgischen +Praktiken (die sich zu einem großen Teile in den gleichzeitigen +Zauberpapyri erhalten haben) Charakter, Terminologie und Ritual der +Mysterien-Dienste an, strebten aber gleichzeitig nach „Verfeinerung +und theoretischer Begründung“ durch Anlehnen an Anschauungen, die +unter dem Titel „philosophischer“ die sog. gebildeten Kreise des +Zeitalters erfüllten[2597]. Eine wichtige Rolle spielten hierbei +namentlich die Zeremonien des Schwures bei der Einweihung, des Eides +der Geheimhaltung, sowie der „Reinigung“, denn nur die „Weihen“ +reinigen die Seelen und stellen sie in ihrem ursprünglichen Glanze +wieder her, und nur die so Geweihten vermögen jenes Gut höherer +Wahrheit zu erfassen, das ihnen Befreiung und Erlösung in Aussicht +stellt[2598]. Als selbstverständlich ergibt sich die Pflicht, ein +solches vor der großen Menge zu bergen und es mittels einer dunklen +Symbolik, die das eigentlich Wichtige verdeckt, vor „Profanation“ zu +bewahren[2599]. „Alle Theologen der Hellenen und Barbaren (so sagt +hierüber ~Clemens Alexandrinus~, gest. 216) haben das Wesen der Dinge +verhüllt und die Wahrheit nur in Rätseln und Gleichnissen, Allegorien +und Metaphern überliefert; Geheimnisse vertraut man nur der Rede an, +nicht der Schrift, die schon fast Entweihung ist; jedenfalls ist aber +der profane Leser in die Irre zu führen, so daß er gar nicht merkt, was +die Hauptsache ist und was unwichtiges Beiwerk[2600].“ + +Die unter dem Namen der „+gnostischen+“ bekannte Form der ganzen +Bewegung ist keineswegs, wie vielfach angenommen wird, eine spezifisch +christliche und dem Altertum fremde, vielmehr war sie in ihren +Anfängen vermutlich schon im 1. Jahrhundert v. Chr., wenn nicht +früher, in Syrien vorhanden und gelangte von dort aus auch nach +Ägypten[2601]; bereits die paulinischen Briefe kennen sie als eine Art +heidnisch-mystischer Religiosität, der gemäß ein unmittelbarer Verkehr +mit der Gottheit das Wissen um ihre sonst verborgenen Geheimnisse +gewährt[2602]. Auch ein vielgestaltiger jüdischer Gnostizismus, dessen +Geheimlehren selbst wieder hauptsächlich von orientalischen, weniger +von griechischen Überlieferungen und Spekulationen abhängig waren, +übte um die nämliche Zeit mannigfaltige, wenngleich im einzelnen +bisher schwer faßbare Einflüsse aus[2603]. Spätere griechisch-jüdische +Kultgemeinden Ägyptens besaßen noch einschlägige, der jüdischen +Tradition entstammende „heilige Bücher“, zu denen u. a. die „ἱεραὶ +βίβλοι“ gehörten, deren der Leidener Papyrus gedenkt, ferner das sog. +„8. Buch Mosis“ (in der vorliegenden Gestalt um 150 verfaßt) u. dgl. +mehr[2604]; Beschwörungen bei „~Jesu~, dem Gotte der Juden“, sind +ebenfalls Wahrzeichen aus der Periode derartiger synkretistischer +Durchdringungen[2605]. + +Der Geburtsort der eigentlichen +Gnostik+ ist indessen das +spätptolemäische Alexandria, „wo sich ihr Gebäude erhob über dem Boden +uralten ägyptischen Glaubens, aus dem Schutte zahlreicher anderer +Religionen“[2606], und Stätte ihrer Entstehung waren die hellenistisch +umgestalteten, von Zauber erfüllten Mysterienkulte orphischer und +enthusiastischer Richtung[2607]; Griechischer Einfluß blieb stets +überwiegend[2608], und griechischer Geist suchte in Kultgemeinden, +deren religiöser Dienst dem orphischen, dionysischen, ägyptischen, +jüdischen, phrygischen, persischen und chaldäischen nachgebildet war +und sich heiliger Bücher, Lieder und Hymnen bediente, die uns zum +Teil zwischen den „Rezepten“ der Zauberpapyri als „Gebete“ erhalten +geblieben sind[2609], die Bausteine so mannigfaltiger Herkunft nach +einheitlichem Plane zusammenzufügen[2610]. So betrachtet, erweist +sich die Gnosis als Erscheinungsform der großen synkretistischen +Bewegung, zu der den Anstoß gab die zunehmende nähere Berührung des +Orients und Okzidents, der fortschreitende Austausch der nationalen +Religionen, deren Beeinflussung durch die griechische Philosophie, und +schließlich die Aufnahme gewisser, jedoch schon völlig phantastisch +veränderter Gedanken des nachapostolischen Christentums[2611]. Die +nämliche weitgehende Durchdringung hellenistischen, chaldäischen und +ägyptischen Wesens, von dem die Kultbilder zu Denderah und Edfu und +auf babylonischem Gebiete ~Teukros~ Zeugnis ablegen[2612], zeigt sich +in den Glaubensvorstellungen der Gnostiker und tritt ganz besonders +auch in der Bedeutung zutage, die gerade orphische, chaldäische +und ägyptische Geheimlehren für sie besitzen[2613]. Die gnostische +Litteratur ist daher erfüllt von Berufungen auf derartige Mysterien +und Weihen, deren Kult-Mythen und -Gebräuche sie unter entsprechender +Allegorisierung als bildliche Darstellungen aller der Wahrheiten +ausgibt, die sie zu erweisen bemüht ist[2614]; ihre Autoritäten +sind hierbei bald griechische Philosophen (in neupythagoräischer +oder -platonischer Auffassung), Dichter (auch ~Homer~) und Weise, +bald die „eigenen Berichte“ von Gottheiten wie ~Thot~, ~Hermes~, +~Isis~, ~Asklepios~, ~Agathodaimon~ und Anderen über die Schöpfung +und Entwicklung der Welt, bald die Erzählungen jener durch solche +Offenbarungen kosmologischen, astrologischen und dämonologischen +Inhaltes begnadeten „Propheten“, denen die Götter, wenn sie sie durch +Beschwörung und Bedrohung erst einmal herniedergezogen und zum Sprechen +gebracht haben, „nichts zu verbergen vermögen“[2615]. Merkwürdig und +bedeutsam erweist sich hierbei die Verquickung des iranischen Dualismus +der guten und bösen Götter mit dem spätgriechischen Gegensatze zwischen +der guten Welt des geistig-göttlichen Pneumas und der schlechten +des körperlich-gemeinen Stoffes (der Hýle), da nichts geeigneter +war, die Sehnsucht nach Befreiung und Erlösung zu fördern, als die +Lehre von der unendlichen Überlegenheit der geistig-idealen über die +sinnlich-materielle Welt[2616]. Der großen Menge allerdings blieb diese +Seite der Gnosis unfaßlich; für sie war Gnostik gleichbedeutend mit +Magie, -- etwa jener der Zauberpapyri[2617] --, d. h. sie verhieß ihren +Anhängern alle Güter der Welt, hauptsächlich Reichtum, Gesundheit und +Unsterblichkeit, und gewährte ihren Verkündigern geheime Weisheit = +νοῦς (Nûs), höhere Vernunft = λόγος (Logos), sowie wahre Erkenntnis = +γνῶσις (Gnosis)[2618]. + +Aber auch in den Kreisen dieser Verkündiger, also der eigentlichen +Träger der Bewegung, wandte sich die gesuchte „Erkenntnis“ weit +minder rein geistigen Zielen zu, als durchaus praktischen, nämlich +der Ausforschung des Heilsweges, sowie der geheimnisvollen Mittel, +die den Zwang der Heimarméne zu brechen vermöchten[2619]. Die Gnosis, +γνῶσις σωτηρίας, γνῶσις θεοῦ (Erkenntnis des Heilsweges, Erkenntnis +Gottes) wird daher nicht durch Denkarbeit und wissenschaftliches +Bemühen erworben, sondern durch ekstatisches Schauen der höchsten Dinge +und visionären Verkehr mit der Gottheit, sie ist nicht ein Ergebnis +der Vernunft, sondern entspringt dem inneren Fühlen, der andächtigen +Stimmung, der gläubigen Schwärmerei, kurz einem Seelenzustande, dessen +Vollendung τέλος, Télos) zu erreichen nur dem durch „Gnade von oben“ +Auserlesenen vergönnt bleibt[2620]. Alle diese Züge sind orientalischer +Herkunft, finden sich aber nicht nur bei neupythagoräischen Orphikern +und Neuplatonikern, sondern schon bei ~Poseidonios~, verknüpft mit +solchen, die teils auf die alten griechischen Geheimkulte zurückgehen, +teils der griechischen Philosophie und besonders dem platonischen +Enthusiasmus entstammen[2621]; zu diesen gehört u. a. die für die +Verbindung mit der Astrologie höchst wichtige Idee, daß die Erlangung +der Gnosis gefördert wird durch Betrachtung und Kenntnis des gestirnten +Himmels, da „die Ordnung am Himmel“ das Dasein der ordnenden Gottheit +verbürgt, und die geordnete Bewegung der Sterne nach ~Aristoteles~ das +Prinzip alles Werdens und Vergehens ist[2622]. Allerorten schöpfen eben +die Gedanken, die in hellenistischer Zeit anscheinend plötzliche und +unbegreifliche ausgedehnte Eroberungen machen, die hierzu erforderliche +Kraft aus der griechischen Welt, in der sie sich jahrhundertelang +allmählich und organisch entwickelt hatten[2623]. + +Würdig der Gnosis macht aber außer dieser Beschäftigung mit den +himmlischen Dingen auch solche mit den Lehren und Schriften bereits +„Begnadeter“, also mit den „uralten und mystischen Offenbarungen der +Propheten“, die zum Himmel entrückt wurden und zur Erde wiederkehrten +als Verkündiger des Geschauten, des himmlischen Lichtes und Lebens, der +göttlichen Kraft und Gnade[2624]. Ihre Worte geben die Sicherheit, daß +die Gottheit auf die Anrufung des Gläubigen hört und bereit ist, „sich +mit ihm zu vereinen“, und daß +nach dem Tode+ seine Seele auferstehen, +durch die Ogdoas (= Achtheit der 7 Planeten- und der Fixsternsphären) +zum Himmel auffahren und sich dem θεὸς ὕψιστος, dem Höchst-Thronenden, +zugesellen wird[2625]. Aber ein gleiches kann auch +dem noch Lebenden+ +beschieden sein, sofern er in den schwärmerischen Zustand der Ekstase +gerät, während derer (nach einer durch ~Poseidonios~ vermittelten +Ansicht der Chaldäer, der sich auch Mithrasverehrer und Neuplatoniker +anschlossen) die Seele den Körper verläßt, um zum Himmel emporzusteigen +und „ein Teil der Gottheit“ zu werden[2626]. Derartige Ekstase bewirken +bei dem ihrer Gewürdigten nicht nur innere Stimmungen und Regungen, +sondern auch äußere Mittel, u. a. der Genuß von ἀμβρόσιον ὕδωρ +(ambrosischem Wasser = Unsterblichkeits-Trank), sowie gewisse rituale +Veranstaltungen[2627]. Zu dem für die Gläubigen Bedeutsamsten, was +die Gnosis lehrt, gehört die „richtige“ Ausführung solcher religiöser +und theurgischer Operationen, der geheimen heiligen Handlungen oder +Sakramente, an die sich u. a. auch die Bekanntgabe gewisser heiliger +Symbole, Formeln, Zeichen, Namen und Zauberworte schließt, deren die +Seele hauptsächlich bedarf, um den Widerstand zu überwinden, den die +Bosheit der 7 Planeten-Dämonen ihrer Himmelsreise entgegensetzt[2628]. +Wirksame Hilfe gewährt dem Gnostiker hierbei, aber auch bei allen +sonstigen Anlässen, eine möglichst nahe Verbindung mit seinem „Engel“, +und da die Seelen als „pneumatische Bräute“ dieser Engel gelten, +die sie mit sich in den himmlischen oberen Weltenraum (πλήρωμα, +Pléroma) heben, so erklärt sich hieraus das bei manchen Sekten, z. B. +den Valentinianern, übliche „Sakrament des Ehegemaches“ (νύμφωμα, +θάλαμος), die Zeremonie des „πνευματικὸς γάμος“, der „geistigen +Hochzeit“, die an den Neophyten und Neophytinnen in der „himmlischen +Brautkammer“ als „Sinnbild der innigsten Vereinigung“, und oft wohl +nicht nur ganz symbolisch, vollzogen wurde[2629]. Der so Geweihte ist +τέλειος (Téleios), d. h. ein „Vollendeter“, er ist „umgeschaffen“ +durch μεταβολή (Metabolé), erfüllt von deren „totenerweckender Kraft“ +(δύναμις τῆς μεταβολῆς) und würdig des Pléromas; auch weiß er das +heilige Licht zu trennen von der verworfenen Finsternis (tenebrae, +chaos, abyssos) und die „unnatürlich“ zur Welt zusammengemengten +Bestandteile zu entmischen, wobei er verfährt wie ein Künstler κράσεως +καὶ μίξεως (der Krasis und Mixis), der die Teile des Eisens mittels +des Magneten von denen anderer Metalle sondert, oder Schmelzen und +Legierungen wieder in ihre einzelnen Bestandteile zerlegt[2630]. + +Infolge der ungeheuren Wichtigkeit, die dem „dicere et facere +mysterium“, d. h. dem Reden und Tun beim Geheimdienste, zugemessen +wurde, steigerte sich in gleichem Maße auch die des ausführenden +Priesters, und so kann es nicht wundernehmen, daß Ägypten allmählich +zur „Hochschule“ der Betrüger, Schwindler und betrogenen Betrüger +heranreifte: für die große Menge war der Priester der „Zauberer +κατ’ ἐξοχήν“, der ihren Aberglauben in ausreichender Weise zu +befriedigen, vor allem jedoch seinen gehörigen persönlichen Einfluß +auf die Götter zu bewähren hatte[2631]. Aber auch die Gebildeteren +sahen in ihm den Auserwählten, der es verstand, die Gottheiten auf +die richtige Weise und mit den richtigen Worten anzurufen, unter +Gebrauch der „rechten“ Beschwörungen, Zeichen, Sprüche, Intonationen, +Formeln, Buchstaben, Zahlen und vor allem Namen. Die Namen sind +wesentliche Bestandteile ihrer Träger, deren Macht jener erlangt, +der sie weiß[2632], aber nur die „wahren“ Namen oder Beinamen sind +„treffend und verpflichtend“[2633]. Daher betonen schon ~Origenes~ +und die „Chaldäischen Orakel“ im 2. Jahrhundert[2634], sowie das dem +~Iamblichos~ (gest. 330) oder seiner Schule angehörende Mysterien-Buch, +-- das die Dämonen-Lehre und die Kraft der Zaubermittel „mit wahrhaft +scholastischer Gründlichkeit“ abhandelt[2635] --, man habe Namen und +magische Worte in der ägyptischen oder chaldäischen +Ursprache+ zu +kennen und +allein in dieser+ zu benützen, „da solche fremde Ausdrücke +durch jede Übersetzung die Emphase und Kürze des Originals verlieren, +das den Göttern auch das gewohntere und angenehmere ist“[2636]. Von +dieser Kürze merkt man allerdings nichts, wenn z. B. die „Pistis +Sophia“ berichtet, „die 5 großen Archonten, die die ganze Welt als +solche kennt, hießen ~Zeus~, ~Aphrodite~, ~Kronos~, ~Hermes~ und +~Ares~, ihre eigentlichen und unvergänglichen (ἄφθαρτοι) Namen +lauteten aber ~Chrubal~, ~Chosi~, ~Orimuth~, ~Tarpetanuph~ und +~Munichunaphor~“[2637]. Vermutlich ist anzunehmen, daß die Wirkung +dieser, der Gemeinde geläufigen, aber unverständlichen Worte eine +ähnliche war, wie noch heutzutage die des Amen, Sela, Hosianna und +Halleluja[2638], oder die des Gottesdienstes in ausgestorbenen +Sprachen, z. B. Lateinisch oder Sanskrit; auch trug man überhaupt +große Scheu, an dem, was einmal für althergebracht galt, irgendwelche +Veränderungen vorzunehmen, da schon der geringste Fehler in Wort +oder Tat nicht nur die ganze Wirkung des Rituals zu nichte machen, +sondern auch statt der gerufenen guten Geister böse (oft sogar noch +in verkappter Gestalt) herbeiführen und so schreckliche Gefahren +verursachen konnte[2639]. Die typische (auch in den Zauberpapyri +erhaltene) Anordnung des priesterlichen Geheimdienstes umfaßt daher +neben der πρᾶξις (Praxis) = Zauberhandlung und dem λόγος (Logos) = +Zauberspruch stets als dritten Punkt noch die φυλακτήρια (Phylaktéria) += Schutzmittel gegen die Geister[2640], und es ist sehr wahrscheinlich, +daß zu diesen auch das Locken, Beschwichtigen und Scheuchen durch +tierische Laute, sowie das Schnalzen, Brüllen, Zischen, Pfeifen und +Zwitschern seitens der Mysten zählten[2641]. + +Ein großer Teil der Gedanken, die in der Gnosis zu völliger Ausbildung +gelangten, wurzelt, wie zuerst ~Anz~ überzeugend nachwies[2642], in der +spätbabylonischen Verfallszeit, namentlich in der Periode, während +derer sich chaldäische und persische Anschauungen zu durchdringen +begannen[2643]. Demgemäß ist die Welt eine Mischung aus Licht und +Finsternis, aus edlem göttlichem Geiste und gemeiner „böser“ Materie, +das Machwerk eines untergeordneten, wenn nicht schlechten, so doch +schwachen Demiurgen, und wenn nicht geschaffen, so doch mitbeherrscht +von den Planeten-Geistern[2644]. Anfänglich scheint (wie noch im +„Hirten des ~Hermas~“) jedem Planeten je ein guter und ein böser +Geist, „eine Tugend und eine Sünde“, zugeteilt gewesen zu sein[2645], +allmählich jedoch erhielten die nach persischer Auffassung zu Dämonen +herabgesetzten „niederen Genien“ die Oberhand, die Sterngeister wurden +aus guten erst zu „halbbösen“, dann zu bösen Gestalten[2646] und +schließlich zu „Göttern des Verderbens“, deren Schuld die mangelhafte +Weltordnung ist[2647]. An ihrer Spitze steht ~Jaldabaoth~, ursprünglich +die babylonische Gottheit des bösen und vom Vermögen „hinterlistiger +Täuschung“ (ἐνέδριον ψεῦδος) erfüllten Planeten ~Saturn~[2648], der +daher auch dem ~Kronos~, ~Chronos~, ~Jao~ usf., besonders häufig aber +dem Judengotte ~Jehovah~ gleichgesetzt wird[2649]. Die Planetengötter +sind Archonten = Herrscher[2650], sie knechten die Welt, berauben die +Menschen der Freiheit und befehden sie auf das bitterste[2651]; wie +sie, -- schon nach ~Philo~[2652] und ~Porphyrios~ (232-304?)[2653] --, +die Bewegungen und Geschwindigkeiten der Planeten störend beeinflussen +und diese (nach persischer Auffassung) zur Rückläufigkeit zwingen, +indem sie die guten, dem ~Ormuzd~ dienenden Lenker überfallen und +einkerkern[2654], so verhalten sie sich auch gegen die Sterblichen. +Ihre Schlechtigkeit und Bosheit verkörpert sich im ἀντίμιμον +πνεῦμα[2655], dem „Geist des Zuwiderhandelns“, dem „Geist, der stets +verneint“, dem Ἀντίθεος (Widersacher), dessen Macht furchtbar ist und +selbst durch die Sakramente des „heiligen Wassers“ oder „heiligen Öles“ +nur schwierig mit Erfolg bekämpft werden kann; er bringt alles Gute und +Edle zu Fall, zieht das Gemeine und Verderbliche an sich und zwingt die +Menschen zur Sünde oder verbindet sich doch, gemeinem (ὑλικόν, zur Hýle +gehörigen) Kupfer gleichend, in ihrer Seele so mit der dem geläuterten +Silber ähnelnden Kraft des himmlischen Lichtes, wie dies das Kupfer +mit dem Silber in der Metallmischung der Scheidemünzen tut[2656]. +Die Hýle, besonders als gestalts- und qualitätslose ὕλη ἄποιος, als +neuplatonische „böse“ Materie, gilt den Gnostikern überhaupt als Symbol +der Schlechtigkeit[2657], des niedrigen weiblichen Prinzips (ἡ θήλεια, +Théleia) im Gegensatze zum höheren männlichen ὁ ἄρσην, Arsen)[2658], +sowie der das Weltganze umfassenden „Finsternis“ und ihres Sinnbildes, +der Schlange oder des Drachens, den Schweif im Munde, oder zum Knoten +verschlungen[2659]. + +Wie die Sonne, die schon die Chaldäer eine schlangenförmige Bahn +verfolgen und durch ihren Lauf auch den der Gestirne lenken +lassen[2660], so sind auch die Planeten, die vom Demiurgos, dem +„Herrn der zwei oberen Elemente“ (Luft und Feuer) geschaffenen +Wandelsterne[2661], Träger und Erscheinungsformen göttlicher Gewalten, +-- daher noch die Namen ὁ τοῦ Κρόνου (der des ~Kronos~) u. dgl. --, +und beherrschen so entweder unmittelbar, oder durch Geister, die ihre +und der Heimarméne „Diener“ sind, die Welt, die irdischen Dinge, die +Menschen und ihre Seelen[2662]. Die Annahme von 7 Sphären und die +Herabsetzung der Planetengötter zu bösartigen Dämonen führte hiernach +zur Lehre von jener Siebenzahl der an die Planeten gebundenen Übel, die +seither in den „7 Todsünden“ fortlebte[2663], sowie zur Vorstellung, +daß die Dämonen, als Feinde und Hasser der Menschen, sie durch ihre +„zugehörigen“ Übel zu verderben, oder doch zu schädigen trachten. + +Nun thronen, spätpersischer Voraussetzung folgend, im obersten über +den 7 Sphären gewölbten Himmel ein höchster, in synkretistischer +Redeweise als „unbekannter Vater“ bezeichneter Gott, der θεὸς ὕψιστος, +sowie eine analoge Göttin, für welche beide auch, in nicht ganz +folgerichtiger Weise, die „Besseren der Sieben“, nämlich Sonne und +Mond, als Symbole gelten[2664]. Die Göttin, offenbar Nachfolgerin der +chaldäischen Himmelskönigin ~Istar~[2665], wird bald ~Sophia~ genannt, +bald ~Barbelo~, d. i. ein verstümmeltes παρθένος (Parthénos, Jungfrau), +bald μήτηρ (Mutter), oder ἡ ἄνο μήτηρ (Mutter in der Höhe), und nähert +sich dem Typus der uralten vorderasiatischen „Magna Mater“, d. h. sie +ist bald Jungfrau (πνεῦμα παρθενικόν), bald Mutter, bald ausschweifende +Liebesgöttin und Buhlerin im Sinne der „~Helena~“ des ~Simon +Magus~[2666]. So wie der Mond (im Griechischen weiblich σελήνη Selene += Helene) ist auch sie Herrin der Gestirne und der 7 Planeten, umgeben +von männlichen und weiblichen Sterngottheiten niedrigeren Ranges, von +Engeln, Lichtjungfrauen, Schicksalsfrauen und Geistern jener 7 Sphären, +die den 7 übereinander liegenden Gewändern der ~Istar~ gleichen[2667], +-- kurz von ursprünglich durchaus guten Genien, die erst allmählich, +unter persischem Einflusse, zunächst zweifelhaften Charakter annehmen, +schließlich aber das Wesen verworfener und hinterlistiger Dämonen. Der +obere Himmel, die Wohnstätte des höchsten Gottes und der ~Sophia~, ist +aber auch die eigentliche Heimat der Seelen, die von ihm herab in die +Welt der Materie nur gelangen können, indem sie die trennenden Gewölbe +der 7 Sphären durchwandern; hierbei lauern ihnen die Archonten auf und +geben ihnen beim Abstiege ein jeder seine „niedrigen Eigenschaften“ +mit auf den Weg, so daß sie von diesen sündigen Anlagen wie von 7 +Kleidern oder Hüllen umgeben und so schon von vornherein dem Unglücke +geweiht, auf Erden anlangen[2668]. Noch schlimmer aber ergeht es den +Seelen, wenn sie nach der Trennung von den Leibern den Rückweg in das +himmlische Heim einzuschlagen versuchen[2669]: die heimtückischen +Archonten, als „Türhüter der Sphären“, stellen sich ihnen in den Weg, +wehren ihnen den Einlaß, hindern sie durch Drohung und durch Gewalt die +Pforten der 7 Himmel zu durchschreiten und stoßen sie erbarmungslos in +die Finsternis des Abgrundes zurück[2670]. Hier bewährt sich nun an +den sonst Verlorenen die Macht der Gnosis: denn +sie+ verriet ihren +Anhängern die wahren Namen der Archonten, +sie+ gab ihnen Kunde von den +richtigen Losungsworten und +sie+ erschloß ihnen die rechte Art der +Aussprache; an solchem überirdischen Wissen bricht sich der Trotz der +„Hüter“, sie sehen sich gezwungen, ihren Widerstand aufzugeben und den +Seelen die Himmel zu erschließen. Was sonst +nur+ der erlösende Mittler +zwischen Gott und Welt vermag, der kraft seiner zauberischen Macht +durch die Reiche der Dämonen herabfährt, sie niederkämpft und wieder +gen Himmel aufsteigt[2671], das leistet die Gnosis für ihre Gläubigen +und erfüllt hierdurch ihre wesentlichste, wenn auch nicht alleinige +Verheißung[2672]. Ein gnostisches Evangelium (verfaßt um 150 n. Chr.) +schildert ausführlich die Wanderung der Seele durch die 7 Sphären in +den obersten Himmel[2673], und eine späte, in der „Legenda aurea“ +des ~Jacobus a Voragine~ (Bischofs von Genua, 1230-1298) erhaltene +Tradition preist die oft kaum einen Augenblick währende Himmelfahrt +der Gläubigen als ganz besonderes Wunder, weil im Gewöhnlichen zur +Durchwanderung jeder Sphäre und jedes Himmels 5 Jahrhunderte, zur +Erreichung der Himmelswölbung also 7500 Jahre erforderlich sein sollen, +-- „ob das aber wirklich so zutrifft, das weiß Gott allein“, fügt der +Verfasser vorsichtigerweise hinzu[2674]. + +Da die στοιχεῖα (Stoicheía) als +Gestirne+ und +Elemente+ Bestandteile +der +Welt+, als +Buchstaben+ aber auch solche der +Worte+ sind, ergeben +sich geheimnisvolle Beziehungen zwischen den Namen oder Bezeichnungen +der Dinge, den Buchstaben, aus denen diese Namen bestehen, und den +Zahlenwerten, die diesen Buchstaben entsprechen[2675]; da derlei +Betrachtungen in den älteren magischen und koptischen Texten vom ++griechischen+ Alphabet ausgehen, „dessen Zeichen kraftvoller sind“, +so gelangten sie nach Ägypten wohl über griechische Gebiete[2676], +denen selbst sie wieder aus dem Oriente zukamen, der alten Heimstätte +der Buchstaben-Mystik[2677]. Indem deren Lehren sich mit jenen +von den 7 Planeten vereinigten[2678], entstand die bereits den +Neupythagoräern, dem ~Philo~[2679] und dem ~Plutarch~ (48-125)[2680] +völlig geläufige Vorstellung, daß die Töne, die schon ~Platon~ die +sternlenkenden „Sirenen“ hervorbringen läßt, keine anderen seien, als +die 7 griechischen Vokale α, ε, η, ι, υ, ο, ω, die sich als „Mysterien +der 7 φωναί (Klänge)“ zum Heptachord der Sphärenharmonie vereinen +und in Beziehung stehen zu den 7 Saiten, Farben, Tagen, Himmeln, +Sphären und Stufen der Erlösung[2681]. Umgekehrt rief man daher die +Planetengötter durch Intonieren und Psalmodieren der 7 Vokale in allen +möglichen Variationen an, -- s. das spanische insalmar = impsalmare = +zaubern[2682] --, legte den aus 7 Buchstaben gebildeten, „die Sphären +und ihre 7 Vokale“ umfassenden Götternamen besondere Macht bei[2683] +und verfertigte auch spielerische Bilder solcher Zusammenstellungen, +z. B. in Gestalt eines Eies, Herzens, Täubchens, Quadrates, oder des +als Amulett u. dgl. ganz besonders wirksamen „Flügels des ~Hermes~“ +(Ἑερμοῦ πτέρυξ)[2684]: + + ω ω + ο ο + ω υ υ ω + ο ι ι ο + ω υ η η υ ω + ο ι ε ε ι ο + ω υ η α η υ ω + ο ι ε ε ι ο + ω υ η η υ ω + ο ι ι ο + ω υ υ ω + ο ο + ω ω + +Weil aber im Griechischen die Zahlen mit Hilfe der Buchstaben +ausgedrückt und geschrieben werden: + + { 1 2 3 4 5 6 7 8 9 + { α β γ δ ε ϛ (Stigma) ζ η θ + + { 10 20 30 40 50 60 70 80 90 + { ι κ λ μ ν ξ ο π ϙ (Koppa) + + {100 200 300 400 500 600 700 800 900 + { ρ σ τ υ φ χ ψ ω ϡ (Sampi), + +ergaben sich Betrachtungen über die „Ziffernsummen der Worte“ fast von +selbst[2685], und solche, die gewisse wichtige Zahlenwerte darstellten, +mußten erhöhte Bedeutung gewinnen[2686]. + +Unter diesen nimmt die erste Stelle der Name ~Abraxas~ ein, der 7 +Buchstaben zählt und die Zahlensumme 3α + β + ρ + ξ + σ = 3 + 2 + 100 ++ 60 + 200 = 365 ergibt; dies ist der Geheimname des obersten, die +Macht der 7 Planeten in sich vereinenden Beherrschers der 7 Sphären +und der 365 das Pleroma erfüllenden Engel, Teilgötter, göttlichen +Kräfte oder göttlichen Erscheinungsformen, die nach gnostischer Lehre +durch Emanation aus ihnen hervorgingen[2687]. Schon dem Kirchenvater +~Irenaeus~, der um 202 als Bischof von Lyon starb, ist dieser Name +und seine Bedeutung = 365 wohlbekannt[2688], und an ~Abraxas~ scheint +sich auch das berühmte Zauberwort „Abracadabra“ zu knüpfen, das +aus der bereits im 1. Jahrhundert sehr entwickelten medizinischen +Magie stammt und zuerst bei ~Sammonicus~ (gest. 211) nachgewiesen +ist[2689], seinen hohen Ruf aber in den Kreisen der Abergläubischen +bis auf den heutigen Tag unverändert bewahrt hat[2690]. Der „Urgott“ +~Abraxas~ gilt u. a. als wesensgleich mit dem Logos, mit ~Hermes~ +und mit ~Thot~, besitzt die „pneumatischen Kräfte des ~Thot~“, vor +allem die der Wiederbelebung Abgeschiedener (σῶμα νεκροῦ), und ist +„Beherrscher des heiligen Pneumas“, aus dem die vier Stoffe der +Weltordnung hervorgehen, d. s. die zu je zweien entgegengesetzten +Elemente, von denen Wasser und Erde mehr körperlicher, Luft und Feuer +aber mehr körperloser Natur sind[2691]; er wird ferner identifiziert +mit ~Anubis~, ~Serapis~, ~Mithras~, ~Jao~, ~Zebaoth~, ~Pan~ usf., +und findet sich, mit diesen Namen bezeichnet und den Sinnbildern +von Schlange, Löwe, Sphinx, Affe, Käfer, Hahn u. dgl. zugesellt, +auf den gnostischen Gemmen und Amuletten, deren eine sehr große +Zahl auf unsere Zeit gekommen ist[2692]. Aus der Beziehung zum +Sonnengott ~Mithras~ und zum Hahn als „Sonnenvogel“ erklärt es sich +auch, daß man in ~Abraxas~ den hahnenköpfigen Leger des +Welteneies+ +erblickte[2693]. Schon weiter oben wurde einiger hierher gehöriger +Legenden gedacht, der babylonischen vom Urei, aus dem ~Ea~ = ~Oannes~, +der Bringer des Lebenswassers, hervorging[2694], der vorderasiatischen +vom Ei der syrischen ~Aphrodite~, das aus dem Himmel in den Euphrat +fiel[2695], der ägyptischen vom Ei = Chaos[2696] und der (aus diesen +entsprungenen?) orphischen vom Ei des ~Phanes~, das infolge des +Umschwunges des Chaos = Chronos = Aither entstand[2697]. Sie alle +flossen zusammen in der gnostischen Anschauung vom Weltenei „in den +Wassern“ oder „im Schoße des Alls“, aus dem sich Himmel und Erde, ja +der ganze Kosmos gestaltet[2698], und das man daher, -- der Gewohnheit +der Zeit folgend, und nicht etwa auf eigene Kenntnis des ~Heraklit~ +oder ~Xenophanes~ hin --, auch als ἓν καὶ πᾶν (Hen kai pan) und +(nach der falschen Etymologie πᾶν = Πάν) als Symbol des Gottes ~Pan~ +ansah[2699]. Besonders beliebt war der Vergleich des von ~Abraxas~ +gelegten Welteneies mit dem Ei des Pfauen, das ebenfalls nur „Eines“ +ist, trotz dessen aber die Anlage zu „allen 365 Farben“ und damit „zu +den mannigfaltigsten, vielgestaltigen und buntesten Bildungen“ schon in +sich enthält[2700]. + +Wie das Weltall, so besitzt auch das Ei ein Oben, eine Mitte und +ein Unten und ferner mehrere den Sphären entsprechende Hüllen und +Schichten, deren innerste von dem in Schlangenform eindringenden +„Geist“ (oft auch von einem bösen) befruchtet wird[2701]. In allem +diesem zeigen beide die auffälligste Analogie mit dem +Mutterschoße+, +der geradezu ein Abbild des Kosmos, seiner Ordnung und seiner +Entstehung darstellt[2702] und als „Gefilde der Entstehung“ zu +bezeichnen ist, in dem die pythagoräische heilige Vierzahl herrscht, +nämlich die der vier Elemente[2703]. Das Weltall ist in der Tiefe +erfüllt vom Dunkel „schrecklichen Wassers“, in der Höhe von Licht, +in der Mitte aber von Pneuma; Licht und Pneuma trachten, das Dunkel +nach oben zu drängen, es emporzuheben „wie auf Fittigen des Adlers“, +damit das Schlechte zum Guten hinstrebe, gleich der indischen Naphtha +zum Feuer[2704]. Ganz ebenso enthält die Matrix in der Tiefe dunkles +Wasser, in der Höhe das lichte Feuer des Lebens (den lebenden +Embryo), dazwischen aber Pneuma, das die einen als Spiegelbild +des Lichtes im Wasser auffassen (entsprechend dem der Außenwelt im +dunklen Wasser des Auges)[2705], die anderen als den leisen Wind, der +dem befruchtenden Schlängelchen gleich säuselt und dabei im Wasser +„Wellen“ erregt, die Anstoß zu Bewegung und Entwicklung geben[2706]. +So ordnen sich die Elemente und es entsteht, falls keine „Fehlgeburt“ +störend eingreift[2707], im „Wasser“ und aus dem Wasser der Matrix das +Kind[2708]; seine „Begierde“ zu entstehen nimmt aber ihren Ausgang vom +Feuer, das im Blute des Mannes und Weibes zu Samen und Milch wird, -- +durch μεταβολή (Metabolé) der ποιότης (Poiótes, Qualität), +nicht+ +der οὐσία (Usía, Substanz) --, und sich so anfangs zur Materie und +weiterhin zur Nahrung des neuen Wesens umgestaltet[2709]. + + —————————— + +Auf die spätere, eigentlich christliche Gnosis, braucht an dieser +Stelle nicht mehr eingegangen zu werden; die „phantastische Mischung“ +aus paulinischen Ideen, platonisierender Religions-Philosophie, +Mysterien-Praxis und orientalischer Kultweisheit ist in ihr fast +unentwirrbar[2710], und das Bestreben, πίστις (Pístis, Glauben) in +γνῶσις (Gnósis, Erkenntnis) zu verwandeln, führt zu bedenklichen +Versuchen „spekulierender Phantasten“, die Dogmen des Christentums +vorgefaßten Meinungen gemäß umzudeuten und seine Lehre zum Rahmen +neuplatonischer, chaldäischer und anderer orientalischer Lehren zu +modeln[2711]. Durch das Zugeständnis, daß der auch von der Gnosis +verkündete Erlöser kein anderer sei als ~Christus~, sowie durch +die Bemühungen, die gnostische Offenbarung durch apokryphe und +pseudepigraphe Akten, Dokumente und Evangelien zu legitimieren, +konnte das erhoffte Ergebnis nicht erzielt werden, da die Machwerke +der Theosophen und Mystagogen allzusehr gegenüber den Schriften +abfielen, in denen sich die christliche Idee mit der Weltmacht +griechisch-philosophischer Gedanken edelster Art vereinigte[2712]. +So verblieb denn auf diesem Gebiete nach ~Deussen~ nur eine einzige +dauernde Nachwirkung, die der unwiderleglichen Behauptung der +Gnostiker, daß es in einer Welt, die das Werk eines allgültigen, +allweisen und allmächtigen Gottes wäre, einer Erlösung nicht +bedürfte[2713]. + + +g) Der Mithrasdienst. + +Wie die durch ~Winckler~ zu Boghazkiöi in Kleinasien aufgefundenen +hethitischen Inschriften aus der ersten Hälfte des 2. vorchristlichen +Jahrtausendes ersehen lassen, gehörte ~Mithra~, neben ~Varuna~ und +~Indra~, schon in dieser Zeit der ältesten datierbaren Zeugnisse +iranischer Sprache und Religion zu den wichtigsten Göttern uralter, +noch vorzoroastrischer Herkunft[2714]. Ursprünglich galt ~Mithras~ +anscheinend als Herr der himmlischen Tageshelle und so, als ein +bloßer Lichtgott, an sich keineswegs für ebenbürtig dem Weltherrscher +~Ahuramazda~ (~Ormuzd~ = ~Zeus~) und dem Gotte der unendlichen Zeit +~Zervan~ (= ~Chronos~ = ~Kronos~ = ~Aion~), vielmehr beruhte seine +hervorragende Bedeutung darauf, daß der Lichtgott auch Luftgott war und +als solcher der „Mittler“ zwischen Himmel und Unterwelt, ~Ormuzd~ und +~Ahriman~[2715]. Im System ~Zoroasters~ ist er ein guter Genius, ein +„Erlöser“, da er u. a. die Gerechten gegen die Dämonen schützt und sie +in das Paradies geleitet[2716]. Die Periode der chaldäisch-persischen +Verquickung identifiziert ihn mit ~Samas~, dem Sonnengotte und +Beherrscher der 7 Planeten, und erhebt ihn hierdurch zwar nicht +zur obersten Gottheit, aber zu einer der hauptsächlichsten und den +obersten verbündeten[2717]; seine Verehrung, bis dahin immer noch eine +heterodoxe Abzweigung der iranischen Religion, nimmt aber erst beim +Übergange in den Okzident den Charakter eines Mysterien-Kultes an[2718]. + +In die eigentliche griechische Welt hatte ~Mithras~ niemals Eingang +gefunden; erst die späthellenistische betrachtete ihn zunächst als +Vater des ~Helios~ und dann, „da Vater und Sohn Eines sind“, als +~Mithras-Helios~ oder als ~Helios~ (Sonne) selbst, als den allmächtigen +unüberwindlichen Sonnengott (Ἥλιος ἀνίκητος; Sol invictus)[2719], +identisch mit ~Apollon~, aber auch mit ~Hermes~, ~Jahweh~, ~Jao~ und +anderen Gottheiten der synkretistischen Zeit[2720]. Seinen Dienst +verband sie teils mit den älteren griechischen Lehren von den Sternen +als gottbeseelten Wesen, teils mit den jüngeren neupythagoräischen +vom heiligen Lichte als Sinnbilde der unsichtbaren Gottheit[2721] und +knüpfte ihn an wiedererweckte uralte Riten, wie Abhaltung in Höhlen, +Benützung tierischer Masken und Laute, gefährliche Prüfungen und +geheime Weihen, u. dgl. mehr[2722]. Diesen ausgesprochenen Charakter +eines fremdländischen Geheimkultes behielt der Mithrasdienst unentwegt +mit nachdrücklicher Schärfe bei; da sich ihm aber infolgedessen das +ganze Gebiet des gebildeten Hellenismus verschloß, blieben seine +Anhänger allezeit eine „kulturlose Sekte“, die sich nur aus den +untersten Volksschichten ergänzte[2723]. Einen außerordentlichen +Aufschwung nahm er in Ägypten und im Orient zur Zeit der großen +römischen Annexionen in Kleinasien, also gegen Ende des 1. Jahrhunderts +n. Chr., und zwar hauptsächlich unter den römischen Soldaten +und niedrigen Beamten[2724], die ihn seither mit erstaunlicher +Geschwindigkeit durch fast das ganze römische Weltreich ausbreiteten. +Das meiste hierzu trug die Huld der Kaiser im 3. Jahrhundert bei, +die wie ~Septimius Severus~ (193-211), ~Heliogabalus~ (218-222), +~Severus Alexander~ (222-235) und schließlich ~Aurelianus~ (270-275) +den „Sol invictus“ in die römische Staatsreligion aufnahmen[2725] und +die völlige Umwandlung des von ~Augustus~ nach römischem Begriffe +geschaffenen „Principates“ in die absolute Monarchie „von Gottes +Gnaden“ nach orientalischem Geiste vollzogen[2726]: für sie war die +Sonne der Regent der das Schicksal bestimmenden Sterne, daher das +königliche Gestirn, das die Auserwählten zu Herrschern erhebt, sie +an seiner eigenen Gottheit teilhaben und als deren Emanation ihre +Stellvertretung auf Erden übernehmen läßt, endlich ihnen auch das Recht +verleiht, sich die „Strahlenkrone“ auf das Haupt zu setzen, wie sie im +Orient bereits der ptolemäische und seleukidische König getragen hatte, +und in Rom zuerst ~Nero~[2727]. + +Die älteste Form des Mithrasdienstes, über die wir bisher Kunde +besitzen, scheint aus einer „Mithras-Liturgie“ ersichtlich zu sein, +die ~Dieterich~ als Bestandteil des „Pariser Zauberpapyrus“ (ed. +~Wessely~) nachwies[2728]. Niedergeschrieben ist dieser gegen 300, die +vorgetragenen Lehren dürften aber bereits seit 200 zur Anfertigung +von Zauberbüchern herangezogen, mindestens seit 150 im Kulte benützt, +also ungefähr um 100 abgefaßt worden sein[2729]; dementsprechend +verraten sie keinen Einfluß des ~Plotinos~ oder ~Porphyrios~, zeigen +den Charakter der frühen Gnostik, die eine engere Verbindung mit dem +Christentum noch nicht eingegangen war, und räumen letzterem keine +bedeutsame Stellung ein, wenngleich sie ~Christus~ zweimal, als „Gott +der Juden“ und zusammen mit ~Abraham~, ~Israel~ und ~Jakob~ erwähnen, +-- wie dieses auch andere Zauberpapyri des nämlichen Zeitalters tun, +die von „~Jesus Ammon~“, „~Jesus Osiris Ammon~“ und anscheinend auch +von „~Jesus Anubis~“ sprechen[2730]. + +Das Heil, das der Dienst des ~Mithras~ den „Söhnen“ oder „Kindern“ des +Gottes (d. h. seinen Anhängern)[2731] verheißt, ist im wesentlichen, +wie bei den Gnostikern, die Auferstehung, der Aufstieg der Seele nach +dem Tode, aber auch die Himmelfahrt und Vereinigung mit der höchsten +Gottheit noch während des Lebens, im Zustande der Ekstase[2732], durch +die man „wie es alltäglich geschieht, den Grenzen dieser Welt entrückt +und ein Teil des Gottes im Himmel wird“[2733]. Der Geheimdienst +symbolisiert die Schicksale der Gläubigen, indem er einen Gott sterben +und in das Totenreich niederfahren läßt, worauf er beklagt, gesucht +und gefunden wird, kraft höherer Macht aufersteht und wieder gen +Himmel fährt[2734]; aus den Ähnlichkeiten dieser Formen mit denen +anderer analoger Kulte erklären sich gewisse gemeinsame Züge, wie +z. B. die Entlehnung des Ausrufes εὑρήκαμεν („er ist gefunden“) aus +den ~Osiris~-Mysterien in ihrer späten Gestalt[2735]. Auch die an dem +einzelnen Mysten vorgenommenen Zerimonien betreffen Tod und Begräbnis, +äußere und innere Reinigung, Wiedergeburt und Auferstehung[2736] und +machen seine Seele würdig, später den Weg in den obersten Himmel zu +finden, oder schon jetzt den Anblick des ~Mithras~ zu ertragen, der dem +in völliger Ekstase Befindlichen als „König“ in scharlachrotem Mantel +erscheint[2737]. + +Während der Pariser Zauberpapyrus die ekstatische Himmelfahrt in einer +Weise beschreibt, die der älteren persischen Auffassung, die nur drei +Himmel kennt, noch nähersteht[2738], lassen jüngere Berichte, die uns +hauptsächlich in des ~Kelsos~ Schrift „Das wahre Wort“ (verfaßt um 150) +erhalten sind[2739], sie in 7 Stufen vor sich gehen und verknüpfen sie +auf das engste mit der Lehre von den 7 Planeten. „Daß es einen Weg der +Seelen zur Erde und von der Erde hinweg gibt, -- so sagt ~Kelsos~[2740] +--, bezeugen ~Platon~ und die Mysterien des ~Mithras~ bei den +Persern.... Ihr Sinnbild ist wie folgt beschaffen: eine Leiter (κλῖμαξ, +Klímax) mit 7 hohen Toren, darüber aber ein achtes; die Tore sind aus +Blei, Zinn, Erz, Eisen, Mischmetall, Silber und Gold, zugeschrieben +dem ~Kronos~ (weil das Blei die Langsamkeit dieses Sternes anzeigt), +der ~Aphrodite~ (weil man mit ihr die Helle und Weiße des Zinns +vergleicht), dem ~Zeus~ (weil das Erz stark ist und der Palast des +~Zeus~ χαλκοβατής heißt, d. i. mit erzener Schwelle versehen)[2741], +dem ~Hermes~ (weil sich das Eisen, gleich ihm, betriebsam, arbeitsselig +und alle Mühen ertragend zeigt), dem ~Ares~ (weil das Mischmetall +wechselnd und mannigfaltig ist wie er), der ~Selene~ und dem ~Helios~ +(weil Silber und Gold ihre Färbungen nachahmen).“ Dieser κλῖμαξ +ἑπτάπυλος (7toriger Klimax), dessen Toren ursprünglich wohl nur die ++Farben+ der 7 Planeten und ihrer Sphären und erst späterhin die +diesen Farben entsprechenden +Metalle+ zugeschrieben wurden[2742], ist +offenbar eine Nachbildung des babylonischen Stufenturmes[2743], der +schon der Vision des Patriarchen ~Jakob~ von der Himmelsleiter zugrunde +liegt[2744], und gilt als Sinnbild der stufenweisen Erhebung der Seele +zum „Höchstthronenden“[2745], dem großen ~Mithras~, dem Allgotte, +dessen Name in der Schreibweise Μείθρας auch den Zahlenwert 40 + 5 ++ 10 + 9 + 100 + 1 + 200 = 365 besitzt[2746]. An den 7 Toren stoßen +die aufsteigenden Seelen der „Guten“ auf die „göttlich-dämonischen“ +Gestalten der 7 „Hüter“[2747], geben sich ihnen durch den rechten +Vortrag der erlernten Formeln und Worte als „Geweihte“ zu erkennen, +legen die beim Abstiege in Empfang genommenen schlechten Hüllen +wieder ab, durchschreiten die Tore (wie das auch die zuerst um +180 verfaßten „Oracula chaldaica“ schildern)[2748] und schweben +schließlich als „sublimierte Monaden“ zum Empyreum empor[2749]. Dieser +Wichtigkeit der Sphären gemäß erscheinen den Gläubigen schon während +des Geheimdienstes, neben den 7 himmlischen Schicksals-Göttern und +-Jungfrauen und den 7 Bewahrern der Weltachse, -- diese sind wohl nach +persischer Anschauung die Sterne des großen und kleinen Bären --, die +„7 unsterblichen Gottheiten der Welt“, d. s. die 7 Planetengötter, für +die in den Mithräen 7 Nischen und 7 Tore bereitstanden[2750]. Ihnen +entsprechen die 7 Grade der Eingeweihten, die in späterer Zeit zufolge +der allgemeinen Verbreitung der Mithrasverehrung im römischen Heere +zugleich als eine Art militärischer Rangordnung der „~Mithras~-Armee“ +gedacht waren[2751], ursprünglich aber besondere, zum Teil dem +Tierreiche entnommene Geheimnamen führten, aus denen sich auch das +Brüllen, Heulen, Pfeifen und Schnalzen der Mysten erklärt[2752]. Für +die Anrufung der Planetengötter, die am erfolgreichsten an den ihnen +zugehörigen Wochentagen geschah[2753], bestand ein ausführliches +und verwickeltes Ritual, das auch hier wieder den Priestern eine +hervorragende Bedeutung als „Mittler“ zwischen Mensch und Gottheit +sicherte[2754]. Die Rolle des ~Mithras~ selbst war dabei zwar nicht +ganz einheitlich, indem er bald als Weltherrscher und Allgott gefeiert +wurde, bald nur als dessen „erste Emanation“, als Logos, himmlisches +Pneuma, Inbegriff der (bei den Persern seit altersher göttlich +verehrten) Elemente und Demiurgos, der in höherem Auftrage die Welt +schuf und gestaltete, sie regiert und über sie wacht[2755], -- aber +derlei Widersprüche beschwichtigte die Überlegung, daß im Grunde doch +„Alles nur Eines“ und der Oberherr mit seiner Emanation identisch sei. + +Als Gottheiten, die teils nur als Begleiter des ~Mithras~ aufgefaßt, +teils aber auch (mehr oder minder weitgehend) ihm gleichgesetzt wurden, +sind zu erwähnen[2756]: ~Schahrewar~, der persische Kriegsgott(?) und +„Beherrscher aller Metalle[2757], -- aus welcher Eigenschaft sich +vermutlich die Zuteilung des „Mischmetalles“ an ~Ares~ erklärt --, +und der Gott der unendlichen Zeit, ~Zervan~ = ~Chronos~ = ~Kronos~ = +~Saturn~. Er ist ein löwenköpfiges Ungeheuer in Menschengestalt, von +Schlangen umwunden und mit den Abzeichen der Planeten geschmückt, gilt +als Vater sämtlicher Götter, die er erzeugt und deren Kräfte er in +sich vereint enthält, und ist Herr und Führer der vier Elemente, aus +denen die ganze Welt besteht, und daher auch Schaffer und Zerstörer +alles Vorhandenen. Als ~Kronos-Mithras~ wird er auch abgebildet mit dem +schon der Antike wohlbekannten Attribute des Himmelsschlüssels, mittels +dessen er den Geweihten die Tore der 7 Himmelsstufen erschließt, und +dessen Besitz ihm auch gewisse Pseudepigraphen zuschreiben, als deren +Verfasser ~Ostanes~ und der „Prophet und Himmelswanderer“ ~Krates~ +[= ~Chrat~, Beinamen des ägyptischen ~Horus~] genannt werden; κλείς = +Schlüssel, im Sinne von „Wunderschlüssel“, ist daher, wie schon weiter +oben erwähnt, auch ein beliebter Titel magischer und astrologischer +Zauberbücher, ja die koptischen Gnostiker verstehen nicht selten unter +κλείς ~Christus~, der übrigens schon im Evangelium des ~Lukas~[2758] +κλείς γνώσεως = „Schlüssel der Erkenntnis“ genannt wird[2759]. + + +h) Die Ssâbier und Mandäer. + +Unter dem Namen der +Ssâbier+[2760] bergen sich die Harrânier, d. s. +die Bewohner der Stadt Harrân (= Karrhae), die sich im nördlichen +Mesopotamien unweit Edessa erhob, nach alter (irrtümlicher) +Überlieferung etwa an der Stelle des babylonischen und als Heimat +~Abrahams~ auch biblischen Ur[2761]. Harrân bildete seit frühester Zeit +einen wichtigen Mittelpunkt ost-westlichen Verkehrs und Handels, -- +schon der Prophet ~Ezechiel~ (6. Jahrhundert v. Chr.) zählt es unter +den „Krämern von Tyrus“ auf[2762] --, war dem Monde geweiht und seiner +Gestalt gemäß (halbmondförmig) erbaut[2763] und in babylonischer, +assyrischer, syrischer, römischer, christlicher und arabischer Zeit +hochberühmt als Sitz uralter Heiligtümer und vor allem als Kultstätte +des Mondes, der daselbst als ~Sin~, ~Selene~, und androgyner ~Deus +Lunus~ verehrt wurde[2764]. + +Als Ssâbier bezeichneten sich die Harrânier nicht schon zur Zeit der +arabischen Eroberung (639)[2765], vielmehr legten sie sich diesen +Namen erst um 830 unter dem Khalifen ~Almaʿmun~ bei, der ihnen als +„ungläubigen Heiden“ völlige Ausrottung ankündigte. Den von solcher +Gefahr Bedrohten erteilte ein schlauer muslimischer Rechtsgelehrter +gegen schwere Bezahlung den Rat, sie sollten sich als jene Ssâbier +ausgeben, über die niemand mehr irgend Genaueres wisse, denen jedoch +der Koran an drei Stellen Duldung zugesagt habe; dies geschah +seinerzeit jedenfalls, weil man ihre Sekte, die der mesopotamischen +Elkesaïten (die zwar verwandt, aber nicht identisch sind mit den +Mendaïten, Mandäern oder „Johannes-Christen“, deren dürftige +Reste sich bis auf den heutigen Tag erhielten), trotz des starken +Einschlages heidnischer Elemente für eine christliche ansah[2766]. +Der Name Ssâbier ist syrischen Ursprunges und bedeutet die sich (zu +kultischen Zwecken) „Waschenden“, vielleicht auch „Taufenden“[2767]. +Tatsächlich sind auch die Ssâbier Reste echt syrischer Heiden und +in vieler Hinsicht Bewahrer der alten heidnischen Religion und +des alten, durch chaldäische und persische Einflüsse abgeänderten +Sterndienstes, wie er etwa bei der spätbabylonischen Landbevölkerung +üblich gewesen sein mag[2768]. Verhältnismäßig früh wurden sie mit +hellenistischer Litteratur und Philosophie vertraut, nahmen sodann +hermetische, gnostische und neuplatonische Lehren auf[2769], und +während ihr Schrifttum und ihre Übersetzungen auch weiterhin syrisch +blieben, fühlten sie sich einerseits als Zugehörige des ererbten +Glaubens mit seinen noch die babylonischen Namen tragenden Göttern, +Tempeln und Kultgebräuchen, andererseits als Träger hellenistischer, +namentlich hermetischer und gnostischer Überlieferungen, sowie als +Pfleger des hermetischen und gnostischen Gemeinde-Wesens[2770]. +In dieser Mischform, die für die Überlieferung zahlreicher alter +Traditionen von +größter Bedeutung+ ist, da sie unter dem leichten +monotheistischen Firnis neuplatonischer und hermetischer Ideen das rein +Heidnische zumeist fast unverändert bewahrte[2771], war das Ssâbiertum +spätestens schon im 3. Jahrhundert vorhanden[2772] und machte Harrân +zu einem Hauptorte der Fälschung philosophischer, religiöser und +mystisch-magischer Schriften, als deren Verfasser u. a. galten: die +Propheten und Weisen ~Pythagoras~, ~Platon~, ~Aristoteles~, ~Hermes~ +„der Fürst der Leute von Harrân“ und sein großer Schüler (oder Lehrer) +~Agathodaimon~, ~Hermes Trismegistos~, „der König, Philosoph, Prophet +und Patron der untergeschobenen Bücher“[2773], der große Zauberer +~Ostanes~[2774], usf. Die Eroberung durch die Araber, die in Harrân +die erste Bekanntschaft mit dieser ganzen Art der Litteratur gemacht +haben dürften, änderte nichts an den bestehenden Verhältnissen, um so +mehr als die Ssâbier sich als sehr anpassungsfähig erwiesen und eine +ganze Anzahl arabisch schreibender Gelehrter hervorbrachten, u. a. +den berühmten ~Thabit ben Qorrah~ (826-901), sowie den Astronomen +~Albattani~. Gegen Ende des 10. Jahrhunderts berichten über die Ssâbier +und ihren Glauben recht zutreffend ~Alnadim~ im „Fihrist“[2775], der +Geograph ~Ibn Hauqal~, sowie der hochgelehrte ~Albiruni~. Nach ~Ibn +Hauqal~ ist Harrân die Stadt der Ssâbier, bewohnt von 14 Hütern ihrer +Tempel, dessen größter erbaut ist von ~Abraham~[2776], der schon +nach dem „Buche der Jubiläen“ (2. Jahrhundert v. Chr.) daselbst „die +Zeichen der Sonne, des Mondes und der Planeten beobachtete“[2777]. +~Albiruni~ meldet, daß die Ssâbier in Harrân, die verschieden von den ++wahren+ Ssâbiern im Irâk sind, gleich den alten persischen Königen vor +~Zoroaster~ Sonne, Mond, Planeten und Elemente verehren, deren Idolen +und Kultbildern in den Tempeln gewisse Feste feiern, über die er nicht +ausreichend unterrichtet sei, und zahlreiche Propheten und Philosophen +besäßen, u. a. ~Agathodaimon~ und ~Hermes~, der auch dem ~Henoch~, +~Idris~ und ~Buddha~ gleichgesetzt werde[2778]. Der „große Tempel“ zu +Harrân, d. i. der Mond-Tempel, „in dem ~Selene~ begraben liegt“[2779], +war gegen 1050 noch wohlerhalten; entweder in dieser Zeit, gelegentlich +eines Krieges mit den Ägyptern, oder im 13. Jahrhundert anläßlich des +Mongolen-Einbruches, wurde er gänzlich zerstört und zugleich mit ihm +verschwinden auch die Ssâbier spurlos aus der Geschichte[2780]. + +Im Mittelpunkte der ssâbischen Lehren, über die allein der Araber +~Almusabbihi~ ein Buch von 6000 Seiten geschrieben haben soll[2781], +steht der Sterndienst[2782], der aber erst einem älteren und +nichtsemitischen Kultus eingegliedert worden zu sein scheint. Betreff +des letzteren haben sich nur spärliche und späte Andeutungen erhalten, +z. B. bei dem ganz unzuverlässigen ~Ibn Alwahschijah~ (um 900) und bei +~Maimonides~ (1135-1204)[2783], denen zufolge der „Prophet“ ~Tammuz~, +der zuerst zur Verehrung der 7 Planeten und 12 Tierkreiszeichen +aufforderte, deshalb auf Befehl des Königs von Babylon getötet worden +sei[2784]. In der frühesten überlieferten Form der Lehren geben sich +diese als wesentlich dem Neuplatonismus entsprungen zu erkennen, wenn +auch einem vielfach umgestalteten und erweiterten, so daß Theorien +über Pantheismus, Weltseele, Väter und Mütter, tätige und leidende +oder männliche und weibliche Prinzipien, Zusammenhalten aller +Naturerscheinungen durch geistige Kräfte und Wesen, sympathetische +Verbindungen und Einflüsse u. dgl. stark vorwiegen, ferner den Formeln, +Zerimonien, Zauberkünsten, theurgischen oder magischen Praktiken, die +Einwirkung oder Zwang auf die geistigen Wesen ermöglichen, besondere +Bedeutung zugemessen wird[2785]. Die Erhabenheit der Gottheit über die +Materie und alles auch nur teilweise Materielle, sowie die Schwäche des +Menschen erfordert Vermittler rein geistiger Natur, die in ähnlicher +Weise Emanationen der Gottheit sind, wie die Lichtstrahlen solche +der Leuchte[2786]; zu ihnen zählen u. a., ganz im Sinne ~Philos~, +der den λόγος (Lógos) und die δυνάμεις (Dynámeis) schon „Werkzeuge +und Diener Gottes“ nannte[2787], die „oberste Ursache“ (= πρῶτον +αἴτιον des ~Iamblichos~), die „oberste Vernunft“ (= πρῶτος νοῦς des +~Iamblichos~)[2788], die Notwendigkeit, die Weltordnung, die Seele +und verschiedene andere[2789]. Die wichtigsten unter diesen geistigen +Wesen und Vermittlern sind aber die Leiter der 7 Planeten, die als „7 +Glieder Gottes“ die Welt gestalten, lenken und beeinflussen[2790], +als „Väter“ die Elemente hervorbringen, die dann wieder die „Mütter“ +aller Einzeldinge sind[2791], und für Aller Augen in den 7 Planeten +hervortreten. Den Planeten-Geistern, die teils männlich und weiblich +(oder wie ~Sin~, der Mond, androgyn), teils gut und böse, teils glück- +und unglückbringend[2792] sind, sowie den „intellektuellen Substanzen“, +weihten die Harrânier ihre Tempel, deren älteste und prächtigste +~Abraham~ erbaute[2793]; sie bergen als Repräsentanten der unsichtbaren +Geister und der nicht stets sichtbaren Planeten deren Idole und Götzen, +die daher entsprechend den jenen zugehörigen Formen, Gestalten, +Farben, Stoffen und Zahlen anzufertigen sind, da allein unter dieser +Voraussetzung die „Kräfte ihrer Sterne“ sich auch wirklich über sie +ergießen[2794]. + +Wollen nun Menschen von den Gottheiten etwas erbitten, so muß dies +durch die Priester geschehen, denn diese allein besitzen die zu einer +wirksamen Anrufung erforderlichen Kenntnisse der astrologischen und +magischen Eigenschaften der Gestirne, sowie die der chaldäischen, +persischen, altgriechischen, romaeischen (= neugriechischen), +arabischen und indischen Namen oder Worte, die man stets +sämtlich+ +auszusprechen hat, damit die jeweilig „angenehmsten“ keinesfalls +übergangen werden[2795]. Die Priester wenden sich an +die+ Götzen und +durch sie an +die+ Sterngeister, unter deren Einfluß das Erwünschte +steht[2796], allenfalls aber auch an solche, die jenen gut befreundet +sind, -- man kann z. B. ~Aphrodite~ um das angehen, was man von ~Ares~ +verlangt, und sie bei ihm, dessen Gunst wegen seiner großen Macht und +Schädlichkeit ohnehin ganz besonders zu suchen ist, Fürbitte einlegen +lassen[2797]. Am aussichtsvollsten ist es, wenn man +den+ Planeten +anrufen kann, unter dem man geboren ist; aber auch hierbei bleibt es +für den Bittsteller wie für den Priester Vorbedingung, daß sie der +Gottheit innerlich und äußerlich gereinigt nahen, mit lauterer Seele, +ohne niedrige und selbstsüchtige Gedanken, ferner zur richtigen und +angenehmen Zeit, z. B. jedem Sterne womöglich an seinem Tage, zu seiner +Stunde (der ersten des Tages)[2798], während seiner Kulmination, bei +guter Stellung und Nachbarschaft[2799], und endlich unter den richtigen +Zerimonien, Gebeten, Anrufungen, Beschwörungen und Gebärden, sowie +unter den richtigen, zugehörigen und „angenehmen“ Opfern, bei denen +nicht nur die Art und Farbe der Kleider, Räucherwerke, Tiere, Pflanzen, +Metalle usf. in Frage kommt, sondern auch die passende Zahl[2800]. Je +nachdem man 7 Sphären annimmt oder 9 (z. B. einschließlich derer der +Erde und Luft)[2801], hat man daher den Planeten Opfer von 7 oder 9 +Lämmern, Schafen, Böcken u. dgl. darzubringen[2802] und sich dabei zu +überzeugen, daß die Altäre der Idole die erforderliche Zahl Stufen +besitzen, drei für den Mond, vier für ~Merkur~, fünf für ~Venus~, +sechs für die Sonne, sieben für ~Mars~, acht für ~Jupiter~ und neun +für ~Saturn~[2803]. Betreff der drei wichtigen oberen Planeten, +~Saturn~, ~Jupiter~, ~Mars~, gelten nach dem „Ghâjat“ die Vorschriften: +Kleidung schwarz, weiß, und gelb-rot; Ring aus Eisen, Bergkrystall(?), +Kupfer; Räucherpfanne aus Eisen, --, Kupfer; Opfertier schwarzer Bock, +weißes Schaf, --[2804]. Indessen gehen die Meinungen nach manchen +Richtungen auseinander, so z. B. schreiben einige dem ~Mars~ nicht +das Kupfer zu, sondern das Eisen, nebst den Leuten, die es bearbeiten +und gebrauchen, dem ~Jupiter~ aber das Edelmetall und die Leute, die +es aus den Gesteinen abscheiden[2805]. Die Berichte wiederum, die +~Aldimeschqi~ (1256-1327) in seiner „Kosmologie“ anführt[2806], und +die sichtlich aus sehr guten alten Quellen geschöpft sind, geben für +die 7 Planeten[2807] Saturn, Jupiter, Mars, Sonne, Venus, Merkur und +Mond an: Farben der Tempel schwarz, grün, rot, gelb, blau, bunt, weiß; +Farben der Kleider schwarz, grün, blutrot, gelb, weiß(?)[2808], bunt, +weiß; Metalle der Idole Blei, Zinn, Eisen, Gold, Kupfer, Mischmetall +nebst einem Porzellangefäß voll Quecksilber, Silber; Tag der +Verehrung Samstag, Donnerstag, Dienstag, Sonntag, Freitag, Mittwoch, +Montag[2809]. Das Quecksilber und ebenso das Gefäß aus Porzellan, einem +Material, das im westlichen Asien erst während des 8. Jahrhunderts +näher bekannt wurde, sind indessen hier offenbar Einschiebsel einer +erst späteren Zeit. In der Liste, die, ssâbischen Ansichten folgend, +~Ibn Alwahschijah~ (um 900) betreff der Planeten, ihrer üblichen und +auch auf den „Planeten-Siegeln“ enthaltenen Zeichen und ihrer Metalle +überliefert, fehlt das Quecksilber[2810], und ~Aldimeschqi~ selbst +sagt gelegentlich, daß Andere als siebentes Metall das „Châr Ssînî“ +betrachten, d. i., wie schon der Name anzeigt, eine aus China stammende +Legierung, vielleicht eine Art sehr heller Bronze[2811]. Möglicherweise +ersetzte sie zunächst das anfänglich dem Jupiter zugeteilte +Elektron (Gold-Silber-Legierung), denn die Behauptung des syrischen +Lexikographen ~Bar Bahlul~ (um 950)[2812], die Verbindung zwischen +Jupiter und Zinn stamme schon aus sehr alter, wenn auch nicht ältester +Zeit babylonischen Heidentumes, ist nachweislich ganz unrichtig. Die +zwischen Metallen, Edelsteinen usf. und Planeten erklären aber die +Ssâbier daraus, daß die Sterne durch ihre Stellungen, Bewegungen und +Kräfte, vor allem aber durch ihre Farben und Lichtstrahlen, alles +Bestehende in entsprechender Weise beeinflussen, daher denn die Sonne, +das leuchtende gelbe Gestirn, das Gold hervorbringt, ~Saturn~, „dieser +in Weisheit und Geheimwissenschaft erfahrene indische (= schwarze) +Alte“ das Blei, usw.[2813]. + +Über die +Stifter+ der ssâbischen Religion besitzen wir Berichte +einer großen Anzahl hervorragender arabischer Gelehrter, Historiker +und Geographen, u. a. solche des ~Alkindi~ (starb nach 870), +~Ibn Khordadhbeh~ (gest. 912), ~Almasʿudi~ (gest. 958), ~Alkindi +Altudschibi~ (gest. um 970), der Verfasser der „Schriften der treuen +Brüder“ (10. Jahrhundert), des ~Schahristani~ (gest. 1153), ~Alqifti~ +(gest. 1248), ~Ibn Saʿid~ (gest. 1274), ~Abuʿlfaradsch~ (gest. 1286), +~Aldimeschki~ (gest. 1327), ~Makrizi~ (gest. 1441), die auch bei diesen +letzteren Autoren häufig auf sehr frühe und zuverlässige Quellen +zurückgehen. Vielfach herrscht die Überzeugung vor, die ssâbische +Religion sei die älteste aller, und bei den Chaldäern, Persern, +Arabern, Indern, Chinesen, Türken, Griechen, Römern und sämtlichen +„fremden und heidnischen“ Völkern entweder die ursprüngliche oder die +seitens der Chaldäer bei ihnen eingeführte[2814], -- doch fehlt es +gegenüber derartigen Einbildungen auch nicht an Zweifeln, wie denn +z. B. ~Aldimeschqi~ ohne weiteres zugesteht[2815], „daß viele Angaben +und Erzählungen der Ssâbier auf lügnerischen Erfindungen dieses +heidnischen Volkes beruhen“. + +Als Begründer der ssâbischen Religion werden neben ~Orpheus~, ~Solon~, +~Homer~, dem Astronomen ~Aratos~[2816], den Verfassern einiger +hermetischer Schriften[2817] und ~Abraham~[2818] hauptsächlich +angeführt ~Hermes~ = ~Henoch~, sowie ~Agathodaimon~ = ~Seth~, die +sich auch mit ~Orpheus~ I. und II. identifiziert finden[2819]. +Vermittelt wurden diese Gleichsetzungen wohl durch die Syrer, bei +denen Synkretismus und neuplatonische Mystik, namentlich seit der +Einwanderung der von den „rechtgläubigen“ byzantinischen Kaisern +ausgetriebenen Nestorianer[2820] überraschend schnell Boden +faßten[2821]; doch ist es nicht ganz ausgeschlossen, daß sie ganz +oder teilweise auch erst aus der Zeit nach der arabischen Eroberung +herrühren, die nicht nur späthellenistische Pseudepigraphen aller Art +mit kritikloser Gläubigkeit aufnahm, sondern sie alsbald auch mit Eifer +und Geschick nachzuahmen verstand[2822]. + +Von ~Hermes~ heißt es, daß er gleichzeitig Prophet, Philosoph (oder +Astronom) und König war[2823], und zwar nach den einen König von +Persien[2824], nach den anderen aber von Oberägypten, wo er als +~Hermes~ I. alle überhaupt bekannten Werke verfaßte, die von Magie, +Astronomie, Astrologie, Medizin, Zauberei u. dgl. handeln[2825]; +auch seine Sprößlinge, die ebenfalls ~Hermes~ hießen, waren Könige, +und zu ihnen zählt u. a. ~Alexander der Grosse~, dessen rechter +Name „~Hermes~, Sohn des ~Philippos~“ lautete[2826]. ~Hermes~ +wurde gleichgesetzt mit ~ʿUtarid~ (babylon. = ~Merkur~), mit dem +hochberühmten arabischen Propheten ~Idris~, d. i. ursprünglich +dem Apostel ~Andreas~[2827], und samt diesem dem Urpatriarchen +~Henoch~[2828]. Vermöge seiner geheimen Kräfte, -- denn er war +„dreifach an Weisheit“ --, stieg er empor bis zur Sphäre des ~Saturn~ +(= zur äußersten), verweilte in ihr 30 Jahre (= Umlaufszeit des +~Saturn~), nahm von da aus Einblick in alle Zustände des Weltalls +und kehrte dann zur Erde zurück, wohlbewandert in der Kenntnis des +Planeten-Umlaufes und aller Himmels-Erscheinungen[2829]. Auf solches +Wissen gestützt erschloß er aus der Stellung der Gestirne das Nahen +der Sündflut und errichtete deshalb zur Sicherung seiner Schätze und +Manuskripte die Pyramiden, deren jede, „wie alle ägyptischen Tempel“, +7 den 7 Planeten geweihte Kammern enthält, auf deren Wänden magische, +astronomische, astrologische, medizinische, chemische und andere +Inschriften stehen[2830]; der Khalif ~Harun Alraschid~ ließ, als er +nach Ägypten kam, eine von ihnen „mit Feuer und Essig“ öffnen, aber +ohne Ergebnis und vor allem ohne die Schätze zu finden[2831]. + +Der „ägyptische“ ~Agathodaimon~, der kein anderer ist als ~Seth~, der +Sohn ~Adams~[2832], soll nach einigen ein „griechisch-ägyptischer +Prophet“, tausend Jahre älter als ~Hermes~ und dessen Lehrer gewesen +sein[2833], nach anderen aber sein Jünger und Schüler[2834]; um diese +Widersprüche zu vereinigen, nahm man auch an, daß es +mehrere+ ~Hermes~ +gegeben habe[2835], u. a. einen ägyptischen, „der die ägyptische +Religion begründete“[2836], und einen babylonischen, „einen der 7 +Diener des Tempels, nämlich jenes des ~ʿUtarid~“ (= ~Merkur~)[2837]. +Dieser letztere ging aber nach manchen ebenfalls nach Ägypten, lehrte +die Priester zu Memphis die Astrologie und Geheimwissenschaft, über +die er zahllose religiöse, philosophische und alchemistische Werke +verfaßt hatte, und zeichnete gemeinsam mit ~Agathodaimon~ seine +Lehren auch auf den Tempel-Stelen auf, aus deren Inschriften später +(was schon ~Iamblichos~ als wohlbekannt berichtet) ~Pythagoras~ und +~Platon~ ihre Weisheit schöpften[2838]. Nicht sicher ist, welcher der +verschiedenen ~Hermes~ der Lehrer des ~Agathodaimon~ war; viele nehmen +an, es sei ~Hermes Trismegistos~ gewesen[2839], der sein ganzes Leben +philosophischem Nachdenken und wissenschaftlichen Versuchen widmete, -- +u. a. erfand er dabei die Glasur der Tongefäße mittels Salmiak[2840] +--, und nach seinem Tode als Lichtsäule gen Himmel fuhr[2841]. Nach +allgemeiner Annahme sind er und ~Agathodaimon~ in den beiden großen +Pyramiden begraben[2842], während die drittgrößte den ~Ssabi Ben +Hermes~ bergen soll, -- eine offenbar erst nachträglich als „Heros +epónymos“ (Namengeber) der Ssâbier erdachte Persönlichkeit[2843]. + + —————————— + +Nur ganz kurz sei an dieser Stelle der oben erwähnten +Mandäer+ +gedacht, aramäischer Stämme, die im mesopotamischen Delta (im +Irak) wohnten[2844] und anscheinend mancherlei Gemeinsames mit den +Manichäern besaßen, über die erst in neuester Zeit die Funde zu +Turfan im chinesischen Turkestan helleres, doch bei weitem noch nicht +ausreichendes Licht verbreiteten. + +Die Religion der Mandäer ist eine Mischbildung, die, soweit ihre erst +im 3. bis 6. Jahrhundert abgefaßten „heiligen Schriften“ ein Urteil +gestatten, aus ursprünglich rein heidnischen und verhältnismäßig +einfachen Grundlagen unter dem Einflusse babylonischer, chaldäischer, +persischer und gnostischer Anschauungen entstand[2845]. Die Welt +ist ihr eine Mischung von Gutem und Bösem, Licht und Finsternis, +hervorgebracht durch eine androgyne Urgottheit, und zwar nicht +miterzeugt, aber mitbeherrscht von den halbbösen und bösen 7 +Planeten-Dämonen[2846]. Bei der Weltschöpfung entstand ein Festland +mit 7 Ringmauern, durch die das feindselige böse Wesen Ur von der +Oberwelt so abgeschlossen ist, daß auf seinem Leibe die Erde ruht, in +Gestalt 7 flacher Schichten aus (7) Metallen, „Ambosse“ genannt[2847]. +Ferner bildeten sich aus der Urmasse, der „Mutter der Welt“[2848], +unter Einwirkung des „Wassers des Lebens“[2849] die 7 Planeten, die +als „7 Leuchten der Welt“ auf Wagen fahren und ~Samos~ (Sonne), +~Libat~ (~Dilbat~, ~Venus~), ~Sin~ (Mond), ~Kiwan~ (~Saturn~), ~Bel~ +(~Jupiter~), ~Niragh~ (~Mars~) und ~Enbu~ (~Nebu~, ~Merkur~) heißen, +aber auch vielerlei andere, zum Teil babylonische Namen führen[2850]. +Die 7 Planeten regieren die 7 Weltperioden oder Weltreiche[2851], +sie lenken durch ihre Bewegungen alle Vorgänge auf Erden[2852] und +bestimmen namentlich, getreu den Aufzeichnungen des „weisen Schreibers +~Nebu~ im Buche der Schicksale“, die Erlebnisse der Menschen[2853]. Den +zur Erde hinabsteigenden Seelen erteilen sie ihre Laster und stürzen +sie dadurch in endloses Unglück; aus diesem befreit die Würdigen (= +Gläubigen) die gute erlösende Gottheit und führt sie nach dem Ende des +Lebens zu ihrem Sitze in den obersten Himmel zurück[2854]. + +Nach ~Reitzenstein~ ist es bemerkenswert, daß, wie manche mandäische +Namen (z. B. ~Abatur~ für ~Hermes~)[2855], so auch vielerlei Lehren +und Anschauungen der Mandäer sichtlich iranischen Ursprung oder doch +iranische Gestaltung aufweisen[2856]; zu diesen zählen die vom Aufstieg +der Seele[2857], vom großen Drachen (der babylonischen Tiamat)[2858], +sowie vom Feuer und Wasser, den beiden enge mit der dualistischen +Theorie zusammenhängenden Grundstoffen[2859]. Ursprünglich ist das +Feuer der gute und männliche, das Wasser der schlechte und weibliche; +bei den Mandäern wird diese Einteilung aber in ihr Gegenteil verkehrt +und bleibt so auch bei einigen christlich-gnostischen Sekten bis +in das 2. Jahrhundert hinein bestehen[2860], während andere, unter +Einmischung der griechischen Lehre von den vier Elementen, Feuer und +Luft als ψυχικὰ στοιχεῖα (seelische Elemente) ansehen, Wasser und Erde +aber als σοματικὰ στοιχεῖα (körperliche Elemente)[2861]. Die nämlichen +iranischen Einflüsse machen sich zugleich mit jenen der griechischen +Philosophie[2862] auch schon frühzeitig in der hermetischen Litteratur +bemerkbar[2863], und ebenso zusammen mit jenen der phrygischen +Götterlehre in den gnostischen Offenbarungs-Schriften[2864]: +es entstammen ihnen u. a. der zweigeschlechtliche Urmensch, die +Göttin ~Psyche~, die in die Materie herabsinkt und wieder in den +Himmel heimkehrt[2865], sowie verschiedene kosmogonische Züge, die +vermutlich auf dem Wege über die in großem Ansehen stehende Tradition, +insbesondere die volkstümlich-hellenistische, Eingang fanden[2866]. +Den iranischen Mythen, deren religiöse Nachwirkung überhaupt +außerordentlich hoch einzuschätzen ist[2867], entnahm vieles höchst +Bedeutsame auch ~Mani~ (216-276), der Begründer des Manichäismus, +der die christliche und die persische Religion miteinander zu +verschmelzen suchte[2868]; auch er schöpfte indessen nicht unmittelbar +aus orientalischen Quellen, sondern aus älteren griechischen, in +frühhellenistischer Zeit entstandenen Vorlagen, von denen sich +Überreste in den Zauberpapyri erhalten haben[2869]. Aus allen den +genannten Litteraturkreisen hinwiederum gingen iranische Lehren zu den +Ssâbiern über[2870], ferner zu den früharabischen „Treuen Brüdern“ (s. +unten)[2871], sowie auch zu den eigentlichen arabischen Hermetikern, +die indes bisher nur sehr unzureichend erforscht sind[2872]. + + + + +Dritter Abschnitt. + +Chemie und Alchemie. + + + + +1. Die Technik in Ägypten. + + +Schon die ersten neuzeitlichen Autoren, die sich nach Wiederauffindung +der alchemistischen Schriften näher mit deren Inhalte beschäftigten, +erkannten in zutreffender Weise als Grund der Erscheinung, daß gerade +Ägypten zur Stätte alchemistischer Entwicklung geworden sei, die +Tatsache, daß sich in diesem Lande seit altersher die Gewinnung und +Verarbeitung der Edelmetalle, sowie die Herstellung von Glasflüssen, +gefärbten Stoffen, Heilmitteln, Räucherwerken usf. eifriger und +erfolgreicher Pflege erfreuten. + +Betreff der letztgenannten Gegenstände reichen begreiflicherweise +weder Funde noch schriftliche oder bildliche Überlieferungen bis in +die früheste Epoche zurück. Was hingegen +Glas+ anbelangt, so wissen +wir, daß schon zur Zeit der ~Horus~-Verehrer (um 3500 v. Chr.) Perlen +aus Kalk-Natron-Glas, und zu jener der Thiniten-Dynastie (3315-2895) +hellblaue Glasstücke als Schmuck dienten[2873], daß man um Beginn +des 3. Jahrtausends allerlei farbige Glasflüsse, bunt glasierte +Ziegel und polychrome Kacheln anfertigte[2874], und daß schon vor +2000 jene prächtige blaue Glasur der Tonwaren bekannt war[2875], +deren Bereitung nach Ansicht einiger Forscher zur Erzeugung der +eigentlichen Glasgeräte führte, die man ursprünglich nur dunkel (meist +grün) und undurchsichtig, im 15. Jahrhundert aber auch schon weiß und +durchsichtig herzustellen verstand[2876]. Eine Vase aus der Zeit der +4. Dynastie (etwa um 2800) fand ~Berthelot~ noch aus einer bloßen +Fritte von Quarzsand, Kochsalz und Bleiglätte bestehend[2877]; um 2000 +war aber bereits richtiges Glas vorhanden. Einen unter der Regierung +~Amenemhets~ (um 1830) angefertigten und seinen Namen zeigenden +Glaswürfel, aus einem Bündel verschiedenfarbiger Glasstäbe bestehend, +bewahrt das Berliner ägyptologische Museum, und ebenda sind auch schöne +und große Glasperlen zu sehen, die die Gemahlin ~Thutmosis~ III. +(um 1475) schmückten. Dem nämlichen Herrscher sandte auch der König +von Assur „echten“ Blaustein oder Chesbet (Lasurstein)[2878], der +neben Grünstein oder Mafek (Malachit), -- die diesen hervorbringende +Sinaihalbinsel heißt ebenfalls Mafek[2879], -- der älteste in +Ägypten übliche Schmuckstein war[2880]. Aber schon um 2500 ist in +einer Inschrift[2881], um 2000 im Papyrus ~Westcar~[2882], und in +derselben Zeit und um 1700 in ägyptischen Märchen[2883] von solchem +„echten“ Blaustein die Rede, offenbar im Gegensatze zum „unechten“: +dieser ist, neben dem aus ägyptischem und cyprischem Bergblau oder +Kupferlasur bestehenden[2884], der „in Ziegel gegossene“, κύανος χυτός +(gegossener Blaustein), von dem noch ~Theophrast~ berichtet, „die +Kunst seiner Herstellung sei zur Zeit gewisser ägyptischer Könige +erfunden worden“[2885]. Teile solchen blauen Glasflusses sind neben +anderen farbigen Glasstücken aus Gräbern der mykenischen Periode und +ferner als Einlagen eines Alabasterfrieses aus den Trümmern von Tiryns +(um oder vor 1500) zutage gekommen[2886]; auch der blaue Wandschmuck +(κύανος), mit dem ~Homer~ den Palast des ~Alkinoos~ ausstattet[2887], +war sicherlich nichts anderes als derartiger „unechter“ Blaustein. + +Die Kunst, eigentliche Glaswaren zu gießen, sowie die, Glas zu +blasen, die man bis vor kurzem, infolge unrichtiger Deutung einiger +Wandzeichnungen, bis in das zweite Jahrtausend zurückverlegte, +haben jedoch keinen Anspruch auf ein so hohes Alter; sie stammen +zwar ebenfalls aus Ägypten, kamen jedoch erst gegen Beginn unserer +Zeitrechnung in Gebrauch[2888]. Auch buntes durchscheinendes Glas +herzustellen, verstand man wohl kaum vor dem 7. Jahrhundert[2889]. + +Hinsichtlich der +Edelmetalle+ ist zu erwähnen, daß das älteste +Ägypten und auch seine unmittelbaren Nachbarstriche arm an reinem +Silber waren, das daher bis gegen Beginn des neuen Reiches (um 1500) +äußerst kostbar und meist höher geschätzt als Gold blieb[2890], +während dieses, und zwar sowohl durch bergmännische, wie durch +Wascharbeit gewonnenes „Berggold“ und „Wassergold“, schon sehr +frühzeitig in verhältnismäßig großer Menge zur Verfügung stand und +den Gegenstand eines ausschließlich königlichen Monopoles bildete. +Muttergestein des nordostafrikanischen Goldes sind die Quarzgänge der +krystallinischen Schiefer, die im eigentlichen (oberen) Ägypten, etwa +von Koptos (Kuft) bis Assuan, zwischen Nil und Rotem Meer auftreten, +in weit umfangreicherem Maße aber etwas südlicher, in der schon +zum Goldlande Nubien (nub = Gold) gehörigen Landschaft Kusch, und +zwar hauptsächlich im Wadi ʿOllâki, einem Tale, das sich gegen das +Rote Meer zu erstreckt, außerdem aber auch in anderen Gegenden der +äthiopischen (= nubischen und abessinischen) Ländereien[2891]. Das +Gold dieser Lagerstätten, die zum Teil vor kurzem wieder aufgedeckt +wurden[2892], findet sich unter dem Namen Wasser- oder Flußgold, +Berggold, Gold von Kusch, Gold von Edfu, Ombo, Kuft (d. s. Orte, an +denen die Wüstenstraßen den Nil erreichen), nubisches Gold usf., schon +in Inschriften des 3. Jahrtausends als etwas längst Wohlbekanntes +erwähnt[2893]. Das „Flußgold“, dessen glänzende schwere Flitter und +Körner wie in den verschiedensten Ländern der Erde so auch in Ägypten +naturgemäß die Aufmerksamkeit der Bewohner zuerst auf sich zogen, +gewann man aus dem Sande (ἄμμος: ψάμμος χρυσίτης = goldführender Sand) +durch Waschen, Schlämmen und Auffangen der feinsten Teilchen in Fellen +oder Tüchern[2894], und das älteste hieroglyphische Zeichen für Gold +stellt ein derartiges, zwecks Abpressen des Wassers zusammengewundenes +Seihetuch dar. Über die bergmännischen Verfahren besitzen wir erst aus +dem 2. Jahrhundert v. Chr. einen Bericht des ~Agatharchides~, und auch +diesen nur in den bei ~Diodor~ (um 40 v. Chr.)[2895] und bei ~Photios~ +(10. Jahrhundert n. Chr.) erhaltenen Auszügen mit ihren in lebhaften +Farben gehaltenen Schilderungen der entsetzlichen Leiden und Qualen der +(meist auf Lebenszeit) zur Bergwerksarbeit Befohlenen und Verurteilten. +Schon in der ältesten Zeit, zu der man sich, den gemachten Funden +nach, noch allein steinerner oder kupferner Werkzeuge bediente, ließen +indessen die „königlichen Beamten und Fronvögte der Goldbergwerke in +der Wüste“, von denen die Inschriften sprechen[2896], die Arbeiten in +wesentlich derselben Weise betreiben wie ihre späten, im Dienste der +Ptolemäer stehenden Nachfolger[2897]: man legte Stollen in der Richtung +der Quarzgänge an, machte das Gestein durch Feuer mürbe, brachte die +groben Stücke heraus ans Tageslicht und zerstampfte sie in steinernen, +dem Felsmassiv abgewonnenen Gruben („Mörsern“) mit steinernen oder +metallenen Stößeln bis zur Erbsengröße; diese kleineren Brocken zerrieb +man in Handmühlen, rührte das feine Mehl mit Wasser an und sonderte +aus dem so gewonnenen Schlick das Gold durch sorgfältiges Schlämmen +ab. Schließlich schmolz man es zusammen, -- wozu man die Öfen schon +zur Zeit des alten Reiches (2895-2540) mit Rohren anblies, zu der des +neuen (1580-1100) aber mit Blasbälgen, auch mit doppeltwirkenden[2898] +--, goß es in Ziegel, Platten, Stangen oder Ringe und wog es in dieser +Form (während für Waschgold das Füllen in Beutel von gewissem Inhalte +gebräuchlich blieb)[2899]. Das auf solchem Wege hergestellte Metall +erreichte selten einen Gehalt von mehr als etwa 92% Gold[2900], war +zuweilen von etwas Platin begleitet[2901] und enthielt stets erhebliche +Mengen Silber, von dem schon einige Prozente genügen, um jenen +weißlichen Schimmer des „Elektrons“ hervorzubringen, der so zahlreichen +Funden aus älterer Zeit eigen ist[2902]. Die Inschriften erwähnen vom +3. bis in das 1. Jahrtausend herab gewöhnliches, feines und gutes Gold, +Gold „von zweimal“ und „von dreimal“ (wiederholt umgearbeitetes?), +Gold von der Wage, Silber-Gold, Weißgold, sowie Ismu oder Asemu (= +Elektron)[2903]. Die seitens mancher Forscher angenommene Identität +von Weißgold und Elektron bleibt fraglich, da manche Inschriften beide +nebeneinander nennen[2904], so wie auch der „Papyrus ~Harris~“ (13. +Jahrhundert) von „⅔-Gold, feinem Gold und Weißgold“ spricht[2905], und +ein Brief aus dem Ende des 12. Jahrhunderts von „Gold, feinem Gold und +Silbergold“[2906]. Endlich ist, außer von „⅔-Gold“, auch von „Kupfer +mit der Farbe von ⅓-Gold“ die Rede[2907]. Die erwähnte wiederholte +Umarbeitung geschah vermutlich durch Umschmelzen des Goldes, für sich +oder mit irgendwelchen Zusätzen; eine durchgreifende Reinigung durch +eine Art Kuppelation, die Gold von 99,7-99,8% lieferte, wird aber erst +nach Beginn der persischen Eroberung (6. Jahrhundert) nachweisbar und +dürfte aus Lydien stammen, wo sie zur Zeit der in diesem Lande zuerst +ausgeübten Münzprägung, im 7. Jahrhundert, erfunden worden zu sein +scheint[2908]. Nach ~Agatharchides~ brachten die Schmelzer (ἑψηταί) +zu diesem Zwecke gewisse abgewogene Mengen Gold, Kochsalz, Blei, Zinn +(κασσίτερος, Kassíteros) und Gersten-Kleie oder -Spreu in Tontiegel, +legten die Deckel auf, verstrichen sie sorgfältig mit Lehm und +setzten die Gefäße hierauf fünf Tage lang dem Feuer der (nicht näher +beschriebenen) Schmelzöfen aus, worauf dann das Gold fast mit seinem +ursprünglichen Gewichte, aber nun völlig rein, zurückblieb [offenbar +indem das Silber in Chlorsilber übergeführt und samt der Schlacke von +den porösen Tiegelwänden aufgesaugt wurde][2909]. + +Diese Gewinnung des Goldes in den Wäschen und Bergwerken, die in +wechselnder Ausdehnung und mit wechselndem Erfolge die ptolemäische, +römische, byzantinische und arabische Herrschaft überdauerte[2910] +und angeblich erst nach der türkischen Eroberung Ägyptens völlig zum +Stillstande kam, verschaffte dem Lande den Ruf außerordentlichen +und im Laufe der Zeiten durch das Gerücht immer übertriebener +geschilderten Reichtums. Die Ufer des Nils sollten bedeckt sein vom +ψάμμος χρυσίτης, dem goldführenden Sande, dessen edles Erz man nur +vom gemeinen Sande der unedlen, bei ~Olympiodoros~ (6. Jahrhundert) +selbst ψάμμοι geheißenen Metalle zu trennen brauchte, und noch der +byzantinische Gelehrte und Schriftsteller ~Psellos~ (1018-1078) +kündet das Lob dieses hochberühmten „Chrysites der Ufer“, der „arena +litoralis“ (des Ufersandes)[2911]. Nach dem Araber ~Alhabib~ (8. +Jahrhundert?) gewannen die alten Ägypter unendliche Schätze aus +„Sand“[2912], ~Jaʿqubi~ (9. Jahrhundert) preist den unermeßlichen +Goldertrag Oberägyptens[2913], und ein Brief des 9. Jahrhunderts aus +dem „Papyrus ~Rainer~“ meldet den Abgang einer Goldsendung aus Nubien, +„wo das Gold im Sande wächst wie in Arabien die gelben Rüben“[2914]. +Bei ~Qalqaschandi~ (gest. 1418), der eine „Geschichte der Geographie +und Verwaltung von Ägypten“ seit dem 10. Jahrhundert schrieb, heißt es +auf Grund älterer Quellen[2915]: „Ein Berg bei Fustât (= Kairo) führt +den Namen Al-Muqattam, nach einigen deshalb, weil auf ihm ein Priester +~Muqattam~ wohnte, der sich mit Alchemie beschäftigte, ... aber der +Autor der „Duftenden Gärten“ sagt: wenn man seine Erde sorgfältig +behandelt, so wird reines Gold aus ihr gewonnen.“ + +~Heliodoros~ erwähnt in seinen um 250 n. Chr. verfaßten romanhaften +„Äthiopischen Geschichten“, daß in Abessynien die Ameisen Gold graben +und zutage bringen[2916]; sein Zeitgenosse ~Aelian~[2917] sowie +~Olympiodoros~ stimmt ihm hierin bei, und auch gewisse der vielleicht +gleich alten Quellen des apokryphen „Steinbuches des ~Aristoteles~“ +gedenken der goldfördernden Ameisen und bezeichnen den weisen König +~Salomon~ als ihren Herrn[2918]. Vorstellungen dieser Art entstammen +Sagenkreisen, die sich schon im alten Griechenland weiter Verbreitung +erfreuten. Bereits um 550 v. Chr. vollendete ~Aristeas~ sein von +orphischen Vorstellungen beeinflußtes Gedicht „Arimaspeia“[2919], dem +zufolge die Völkerschaften der einäugigen Arimaspen das Gold unter +schrecklichen Gefahren den es behütenden wilden Greifen rauben[2920], +die er in den äußersten Norden, ~Aischylos~ aber in den äußersten Osten +versetzt; neben diesen Greifen kennt „goldgrabende Ameisen Indiens, +... kleiner als Hunde, aber größer als Füchse“ schon ~Herodot~[2921]. +~Ktesias~ scheint dann die eingeschnürten, sehnig-mageren Leiber +der geflügelten Greifen mit denen der Ameisen zusammengeworfen zu +haben[2922], und schließlich gestalteten jüngere Berichte diese +Überlieferungen noch weiter aus[2923]. Was ihren tatsächlichen +Untergrund betrifft, so hält ~Humboldt~ die Arimaspen für Bewohner +der Abhänge des goldreichen Altai, die „Ameisen“ erklärt er aber, auf +Beobachtungen des Reisenden ~Vigne~ hin, für die Murmeltiere Tibets, +die dort auch heute noch den goldhaltigen Sand der Gebirge aufzuwühlen +pflegen[2924]; dieser Deutung der Herkunft des Ameisengoldes aus Tibet, +-- dessen Landschaft Dardistan schon zur Zeit des Königs ~Darius~ jenes +Gold lieferte, das (laut ~Herodots~ Erwähnung) die nordwestlichen Inder +dem Herrscher als Tribut darbrachten --, stimmten auch viele andere +Gelehrte zu[2925], doch ist zu erwähnen, daß einheimische indische +Quellen die Sage ebenfalls anführen und hierbei wirklich von Ameisen +(pripîlika) sprechen[2926]. Da solche aber bei den Indern häufig +als Dämonen angesehen und verehrt wurden[2927], während man wieder +im mittleren und nördlichen Asien den das Gold (und andere Metalle) +Fördernden und Bearbeitenden nicht selten dämonische Eigenschaften +zuschrieb, so ist die eigentümliche Vorstellung vielleicht durch +Verbindung dieser beiden Anschauungen zustande gekommen[2928]. + +Die Verarbeitung der Edelmetalle zu Kunstgegenständen und Schmuck, +das Abwägen, das Schmelzen in Tiegeln, die Herstellung von Hals- und +Armbändern usf. waren in Ägypten schon im 4. Jahrtausend wohlbekannt +und hatten, wie Abbildungen und einzelne Funde zeigen, bereits damals +eine erstaunliche Stufe technischer und künstlerischer Vollkommenheit +erreicht[2929]. In Vollguß verfertigte man jedoch in dieser und auch +noch in der nächstfolgenden Zeit nur kleinere Gegenstände, -- so z. B. +sind noch an der berühmten Statue des Königs ~Pepi~ I. (um 2500) +Brust, Arme, Beine usf. aus einzelnen Platten hergestellt, die man +nachträglich durch Nieten verband[2930] --, und erst gegen 2000 begann +man ihn auch auf größere Stücke auszudehnen[2931]. Getriebene, gepreßte +und eingelegte Arbeiten waren noch selten, während man sich auf Hohlguß +und auf Vergoldung mit Platten und Plättchen um 2000 schon gut, auf +Goldschlägerei und Vergoldung mit feinstem Blattgolde aber bereits um +2500 vortrefflich verstand[2932]. + +Wie weit Kunstfertigkeiten solcher Art zurückreichen, zeigt die +Überlieferung, daß der Gott ~Ptah~ selbst die ersten Statuen der Götter +angefertigt und sie mit Gold, Blaustein und Grünstein geschmückt +habe[2933]; er ist daher, wie schon weiter oben angeführt, der +„Herr der Goldschmelze und Goldschmiede“, der „Gießer des goldenen +Sonnenkäfers, des Käfers aus reinstem Golde“, der „Herr der Künste und +der Künstler“, sein Haupttempel in Memphis ist die „Goldschmiede“, +der Oberpriester „der Oberste der Künstler“, ein anderer Priester +der „Meister der Kunst“ usf.[2934]. Offenbar standen also schon seit +alten Zeiten mindestens gewisse Kunstgewerbe in enger Verbindung mit +den Tempeln und dienten in deren Werkstätten der Anfertigung und +Ausschmückung der Götterbilder und gottesdienstlichen Geräte[2935]. +Die Oberpriester in Memphis nennen sich „wissend um die Geheimnisse +der Goldschmiede“[2936], und andere Priester rühmen, „daß sie Kenntnis +besitzen vom Geheimen in den Goldhäusern“[2937]; dies bezieht sich +nicht, wie man früher zuweilen annahm, auf Alchemie[2938], sondern +auf die Götterbilder[2939] und auf die schmalen in den Mauern +ausgesparten Geheimgänge, durch die man die Statuen und Geräte aus den +Schatzkammern in die Tempel und wieder zurück brachte[2940], ferner +auf die in den „Goldhäusern“ aufgestapelten Tempelschätze an Gold, +„ganz vollwertigem“ und „gestempeltem“ Gold, Silber, Kupfer und anderen +Metallen[2941], die die Könige den Göttern in oft sehr bedeutenden +Mengen als Weihgeschenke darzubringen pflegten[2942]. Die königlichen +Schatzkammern hießen „weißes Haus“ oder „weißes und rotes Haus“, +-- welche Beinamen u. a. einerseits auf Silber und Gold hindeuten, +andererseits auf die Nationalfarben der alten süd- und nordägyptischen +Reiche[2943] --, und aus ihnen brachten die „Vorsteher“, die eines der +wichtigsten Hofämter bekleideten, die Metalle in das „weiße Haus der +Tempel“, das ebenfalls besondere Abteilungen für Gold, Kupfer, feine +Stoffe usf. besaß[2944]. Im Tempel zu Denderah findet sich ein Raum +ausdrücklich als „Goldschmiede“ bezeichnet, Inschriften aus späterer +Zeit berichten, daß daselbst zwölf „Künstler“ vier Monate des Jahres +damit beschäftigt waren, den Schmuck für die Götter aus Gold, Silber, +Elektron und Kupfer herzustellen, und eine ähnliche Tätigkeit wird +von den „Goldschmieden des Gottes ~Ammon~“ vermeldet[2945]. Die Sage +behauptet, daß schon bei der ersten Eroberung Ägyptens in ferner Urzeit +Schmiede dem Gotte ~Horus~ zum Siege verhalfen, weshalb er sie zum +Danke als erste Priester einsetzte[2946], und im Zusammenhange hiermit +soll die Befähigung und Neigung dieser heiligen Männer gestanden haben, +aus Metallen und sonstigen wertvollen Stoffen kostbare Arbeiten selbst +anzufertigen oder durch andere anfertigen zu lassen. An den Vergleich +mit solchen ist zu denken, wenn es z. B. um 2500 vom Gotte ~Rê~ heißt, +„als er alt wurde, waren seine Glieder Gold, seine Knochen Silber +(oder Elektron), seine Haare echter Blaustein“[2947], wenn ferner eine +Inschrift berichtet: „Gold ist der Leib der Götter und ~Rê~ hat gesagt, +als er anfing zu sprechen: meine Haut ist reines Elektron“[2948], oder +endlich wenn der „Papyrus ~Westcar~“ (um 2000) von einem königlichen +Kinde erzählt, „das geboren wird mit Gliedern aus Gold und mit dem +Kopftuche aus echtem Blaustein“, d. h. mit den Einlagen aus Gold und +mit den Schmuckstücken des Hauptes, wie sie den Statuen der Götter oder +ihrer irdischen Stellvertreter, der Könige, zukamen[2949]. + +Während des mittleren und neuen Reiches nahmen derartige +„Priestergewerbe“ an Bedeutung und Wichtigkeit zu und umfaßten +u. a. Weber, Färber, Schmelzer, Gold-, Silber- und Kupferschmiede, +welche letzteren den niedrigsten Rang einnahmen, und später auch +Eisenschmiede[2950]. Ihre größte Ausdehnung erreichten sie jedoch +erst in ptolemäischer und hellenistischer Zeit, zu der zahlreiche +heilige Stätten, besonders die größten, wie z. B. das Serapeion[2951], +eine unter priesterlicher Leitung stehende, mannigfach verzweigte +Tempel-Industrie besaßen und mit Hilfe von Meistern, Vorarbeitern, +Handwerkern und Händlern die verschiedensten Gewerbe und +industriellen Anlagen zur Deckung des eigenen und des Kunden-Bedarfes +betrieben[2952], wenngleich es keineswegs in +allen+ Fällen feststeht, +daß die Geschäftsführung auf Rechnung der Tempelkasse erfolgte[2953]. +Unter den Weihegaben dieser Epoche wird zwar Silber und Gold, besonders +auch „Erdgold“, immer noch genannt[2954], zumeist aber scheinen sie +bereits aus vergoldetem oder versilbertem Kupfer, oder auch nur aus +Kupfer (Bronze?) bestanden zu haben[2955]; soweit Überlieferungen und +Fundstücke schließen lassen, mußten sich auch die Götter in stets +zunehmendem Maße statt mit „echten“ Schmucksachen, Prunkkleidern +und Kultgeräten mit den nachgebildeten begnügen, die die „heiligen“ +Werkstätten der Gotteshäuser unter geschickter Wahrnehmung des alten +Anscheines herzustellen verstanden. + +Was die eigentliche Tempel-Industrie anbelangt, die jedoch, wie +angeführt, mit der profanen in mancherlei, derzeit noch nicht +genügend aufzuklärendem Zusammenhange stand, so ist es bezeichnend, +daß der „Archiereús“ und „Prophétes“, die ursprünglich die Würde +eines ersten und zweiten Beamten der Tempel und der Priesterschaft +bekleideten[2956], späterhin aber nur mehr Träger dieser leeren Titel +waren[2957], schließlich zu einer Art von Arbeiter-Vorständen, ja +Vorarbeitern von Beamten-Charakter herabsanken, -- gleich dem ἀρχιατρός +(Archiatrós, Archiater, Oberarzt) oder ἀρχιτέκτων (Architékton, +Architekt, Oberbauleiter) des ptolemäischen Zeitalters[2958] --, und +als solche eine rein technische Tätigkeit ausübten. Techniker, τεχνῖται +(Technítai), waren den Griechen in älterer Zeit die einer Kunst (τέχνη, +Téchne) oder kunstvollen Gebahrung Beflissenen, und in solchem Sinne +heißen noch bei ~Xenophon~ (um 400)[2959] die persischen Magier „οἱ +περῖ τοὺς θεοὺς τεχνῖται“, d. h. „in der Kunst des Gottesdienstes +Bewanderte“[2960]. Bei ~Platon~, im Dialoge vom „Staatsmanne“, ist der +τεχνῖτης (Technítes) schon, ebenso wie später bei ~Diodor~[2961], ein +technischer Sachverständiger; in den Fragmenten von ~Theophrasts~ Buch +„Über die Steine“ steht der ägyptische künstliche Lasurstein (τεχνητόν += der technische, der von Technikern bereitete) dem natürlichen echten +gegenüber[2962], überhaupt das durch Kunst hergestellte Erzeugnis +(τεχνικόν; κατ’ ἐργασίαν) dem der Natur (αὐτόφυες; αὐτόματον)[2963]. +Gelegentlich der Abscheidung des Quecksilbers aus „natürlichem“ +Zinnober, durch Verreiben mit Essig in einem Kupfermörser mit einem +kupfernen Stämpfel, findet sich ebenda der (aristotelische)[2964] Satz +angezogen: „ἡ τέχνη μιμεῖται τὴν φύσιν“, „die Kunst ahmt die Natur +nach“, und die Erwartung ausgesprochen, „daß sie vielleicht noch zur +Entdeckung von mehr dergleichen Dingen führen möchte“[2965]. + +Unter den Ptolemäern wird der τεχνῖτης (Technítes) oder τεχνείτης, +als Handwerker, scharf vom ἐργάτης, dem ungelernten Tagelöhner, +unterschieden[2966], und schon um 250 v. Chr. bestehen Techniten- +oder Handwerker-Gilden (z. B. die περὶ τὸν Διόνυσον, die +~Dionysos~-Gilde)[2967]; sie erhalten sich bis in die römische, ja +byzantinische Periode hinein und gehen allmählich in Zünfte über, +daher dann die Zunftgenossen συντεχνῖται (Syntechniten) heißen, und +die Zunftvorstände πρῶτοι τεχνίτων (Erste der Techniten)[2968]. +In hellenistischer Zeit gibt es kaum ein Feld, auf dem sich nicht +Techniten als Arbeiter oder Vorarbeiter bewähren: sie sind z. B. +Zimmerer, verfertigen und reparieren als μηχανάριοι und μηχανικοί +(Mechaniker) die Schöpfwerke und die meist hölzernen und oft +überdachten Wasser-Hebemaschinen nebst deren Ersatzteilen und den +zugehörigen Werkzeugen, bauen die Wasserräder (μηχάνη = Maschine, +μηχανικὰ ὄργανα = mechanische Organe) und setzen sie auch wieder +in Stand, während die bloße Überwachung der ὀργανίστης (Organist) +besorgt[2969]; sie sind Kunsttischler (σκευοπόιοι)[2970], Orgelbauer +und Orgelspieler[2971], Steinmetzen und Leiter von Steinbrüchen +(wie die spätrömischen „philosophi“)[2972]; sie bereiten das Salz +zu, das nach ~Philo~ „den Körper erhält und daher den zweiten Rang +nächst der Seele hat“[2973], und betreiben als „Taricheuten“ die +ταριχεία (Taricheía), d. i. das Einsalzen, Einpökeln, aber auch +Einbalsamieren (das zum Teil wirklich nur mit Salz erfolgte)[2974]; +sie brauen Bier[2975], pressen Öle von verschiedener Art und +Beschaffenheit, vom gewöhnlichsten bis zum feinsten „flos olei“ +(Blüte des Öles) genannten[2976], und mischen Salben, Heilmittel und +Arome zurecht[2977]; sie bewähren sich als Weber, namentlich als +βυσσουργοί = Weber des Byssus, d. i. ursprünglich des Leinens, das +seit jeher, weil es von keinem sterblichen Tiere stammte, den Ägyptern +für besonders „rein“ galt[2978], die Kleidung der Priester bildete +und daher auch in oft ausgedehnten „Tempel-Webereien“ verarbeitet +wurde[2979]. Abgesehen von diesen und anderen Gewerben, die zum Teil +schon in ptolemäischer und dann wieder in späterer römischer Zeit +königliche oder Staats-Monopole bildeten[2980], beschäftigten sie sich +endlich eingehend mit Färberei, Metallarbeit und allem, was mit dieser +zusammenhängt. + +Was die +Färberei+ (βαφή, Baphé) anbelangt, so bestätigen zahlreiche +Belege und Funde den sehr hohen Stand, den sie vor und um Beginn +unserer Zeitrechnung schon erreicht hatte, und über den u. a. +~Plinius~[2981] ausführlich berichtet. Besonders ausgebildet war die +Färberei mit dem echten (unter den römischen Kaisern gleichfalls +monopolisierten) Purpur (πορφύρα, Porphýra)[2982], die jedoch, +entgegen früheren Annahmen, weder als ägyptische noch als phönizische +Erfindung anzusehen ist, vielmehr in Kreta bereits um 1600 v. Chr., +also in vorphönizischer Epoche, wohlbekannt war[2983]. Vermutlich +begann schon in früher, wenn vorerst auch nicht genau angebbarer +Zeit der Ersatz des so kostbaren, echten, tierischen Purpurs durch +billigere pflanzliche Farbstoffe und wurde allmählich bis zu jener +Stufe der Vollendung ausgebildet, die uns in den Berichten so +vieler Schriftsteller der späteren Antike entgegentritt. Unter den +Arten des „Pseudo-Purpurs“ (ψευδοπορφύρα), die u. a. der vom Kaiser +~Diokletian~ im Jahre 301 erlassene Maximaltarif dem echten (ἀληθινής) +ausdrücklich gegenüberstellt[2984], waren die wichtigsten der Krapp +(πορφύρα ῥιζίας = Purpur der Wurzeln)[2985], der Scharlach aus den +besonders in Galatien (Kleinasien) gedeihenden Eichen-Schildläusen oder +Kokken (κοκκηρᾶς; Galaticus ruber)[2986], die Anchusa (Ochsenzunge, +Anchusa tinctoria)[2987], der Phykos oder Fucus (Orseille- und +Lackmus-Flechte)[2988], der Safflor (κνῆκος, Knékos)[2989], die in +Ägypten schon um 1300 v. Chr. gut bekannte echte Hennah (Alkanna, +aus Lawsonia inermis; da sie u. a. über Cypern kam, auch κύπρος +geheißen)[2990], und der Sandyx, dessen Name bald eine prächtig +rotfärbende Pflanze bezeichnete, bald aber auch verschiedenes anderes +„Rote“, z. B. Mennige, Zinnober, Eisenoxyd u. dgl.[2991]. Durch +Vermittlung der bereits im 16. Jahrhundert v. Chr. weit ausgedehnten +Verbindungen mit Vorderasien, deren Umfang u. a. die damalige Aufnahme +des babylonischen sexagesimalen Rechnungssystems beweist[2992], +gelangten aber zweifellos schon seit altersher auch andere als diese ++roten+ Farben nach Ägypten; fraglich ist, seit wann zu ihnen der +indische Indigo gehörte, da dieser bisher im Westen mit Sicherheit +nicht vor 700 v. Chr., und zwar in phrygischen Gräbern, nachgewiesen +ist[2993], Pflanzen aber, die Indigo ergeben (wenn auch in kleinerer +Menge und von geringerer Güte) auch in Ägypten heimisch sind, ja als +Namen des Indigos ursprünglich „n-tinkon“, also ein ägyptischer, +angegeben wird, der anscheinend erst in klassischer Zeit, infolge +einer irrtümlichen Deutung, mit Indien in Verbindung gebracht worden +sei[2994]. + +Die allgemeine Bezeichnung der Farbstoffe war φάρμακον (Phármakon = +medicamen, medicamentum, Medizin), worunter man aber auch Färbemittel +anderer Bestimmung verstand, z. B. Anstrichfarben, Schminken und +Malerfarben[2995], die auf der Palette (deren früher angezweifelter +Gebrauch durch bildliche Darstellung gesichert ist)[2996] teils für +sich, teils mit erweichtem oder geschmolzenem Wachs angerieben und +zurechtgemischt wurden[2997]. Die Überlieferung, daß man ursprünglich +nur ganz wenige Farben gekannt habe, trifft für Ägypten schon +hinsichtlich des alten Reiches nicht zu, aber auch für Griechenland, +woselbst als die vier klassischen Farben weiß (Erde von Melos), schwarz +(Atrament, meist = Rußkohle), gelb (Oker aus Attika) und rot (Rötel +aus Sinope) aufgeführt werden, hat sie ~Rhousopoulos~ durch seine +Untersuchungen[2998] von Fundstücken widerlegt: diesen gemäß benützte +man schon vor 2500 (also noch zur Steinzeit) allerlei rote und braune +Eisen- und Mangan-Oxyde, um 2000 (vormykenisch) weißes Calcium-Phosphat +und Calcium-Magnesium-Silikat (das man auch zu Perlen formte), sowie +blaues Kupfer-Silikat, um 1600 (mykenisch) die nämlichen Silikate +in verschiedenen Tönen, um 600 (vorpersisch) außerdem noch Gips, +schwarzes Mangan-Oxyd, Zinnober, Bergblau, Kupferlasur und grünes +Kupferoxydhydrat, und in der Folgezeit auch Bleiweiß. In späterer und +besonders in hellenistischer Zeit, lernte man eine außerordentlich +große Zahl mineralischer und pflanzlicher Farbstoffe verschiedenster +Beschaffenheit und Verwendungsmöglichkeit kennen, u. a. die reinsten +und sorgfältig aufbereiteten Arten Zinnober, armenisches (Kupfer-) +Blau, Kupfer-Grün, Drachenblut, Indigo, Purpurissum u. dgl., die, wie +~Plinius~ erzählt, wegen ihrer Kostspieligkeit seitens der Auftraggeber +beigestellt werden mußten[2999] und ἄνθη (Anthe, Blüten, Blumen der +Farben; colores floridi) hießen[3000]; doch bezeichnete ἄνθος (Anthos, +flos) nicht nur die Blüte (= das Beste) des Purpurs, Safflors u. dgl., +sowie den Schimmer und Glanz der gefärbten Stoffe[3001], sondern +auch das Feinste des Mehles[3002], des Öles und Wachses[3003], der +(natürlichen) Soda[3004], der (als Farbe dienenden) Rußkohle[3005] +usf., ja sogar die als Blüten des Mineralreiches angesehenen Krystalle +und Edelsteine, wie denn z. B. bei ~Plinius~ und bei ~Pollux~ (2. +Jahrhundert n. Chr.) der Diamant als ἄνθος κρυσοῦ, auri nodus (= Blüte, +Knospe des Goldes) gilt[3006]. + +„Gefärbt“ wurden jedoch nicht nur Fasern und Stoffe aller Art, sondern +auch +Glas+- und +Ton+waren, sowie +Email+. + +Die Bearbeitung des +Glases+, ὕαλος (Hýalos, was bei ~Herodot~[3007] +noch Bergkrystall bedeutet), vitrum (das Wort ist zufällig erst bei +~Cicero~ nachweisbar), hatte unter den Ptolemäern ganz außerordentliche +Fortschritte gemacht, und Glaswaren, die ~Aristophanes~ noch als +orientalische Seltenheit anführt, bildeten längst den Gegenstand +eines Welthandels; große Öfen, die κάμινοι ὑαλουργικαί (Kamine der +Hyalurgen) lieferten sie, ganz besonders zu Alexandria, in höchster +Vollkommenheit, gegossen, geblasen, gepreßt und (wie schon die Sage +vom „unzerbrechlichen“ Glase zeigt)[3008] von den mannigfaltigsten +Eigenschaften[3009]. Die Darstellung gefärbter Gläser war in Ägypten, +wie bereits weiter oben erwähnt, außerordentlich alt, und auch die +„falschen Smaragde“ (ψευδής) des ~Theophrast~[3010], sowie die „in +irdischem Feuer gefärbten Chrysolithe“ des ~Agatharchides~[3011] (2. +Jahrhundert v. Chr.) dürften nichts anderes als bunte ägyptische +Glasflüsse gewesen sein. Ihren Höhepunkt erreichte aber die Herstellung +falscher Edelsteine und Halbedelsteine gegen und seit Anfang unserer +Zeitrechnung[3012]; nach ~Plinius~ betrieben eigene Werkstätten +(officinae) diese „lohnendste aller Betrügereien“ und lieferten, nach +den zum Teil „gewissen Vorschriften ägyptischer Könige entnommenen +Anweisungen“ des ~Demokritos~, ~Xenophanes~, ~Zoroaster~ und anderer +„Magier“, -- auf die näher einzugehen ~Plinius~ ausdrücklich ablehnt +--, Steine aller nur denkbaren Farben, die bald durch Beizen in +Essig, bald durch Kochen in Honig, bald auch noch durch „Brennen“ +hervorgebracht wurden[3013]. Besonderer Beliebtheit scheint sich u. a. +der kallaïnische Farbenton, das ist der des Kallaïs, erfreut zu haben; +Kallaïs oder Kallaïna ist bei ~Plinius~ und seinen Nachschreibern +ein grüner, dem Smaragd ähnlicher, angeblich dem indischen Kaukasus +entstammender Edelstein, vielleicht die grünliche, oft sogar lebhaft +grüne Abart des Türkises[3014], die auch ~Alexander~ von ~Tralles~ +(6. Jahrhundert n. Chr.) καλλάινος (Kalláïnos) benennt[3015]. Einen +grünen Stein καλλάινος, aus dem man Gefäße und Vasen macht (ganz wie +aus „Smaragd“ = grünem Glas, -- so noch bei ~Olympiodoros~), erwähnen +der „Papyrus ~Kenyon~“ des 3. Jahrhunderts n. Chr.[3016], die „Pistis +Sophia[3017] und manche andere Quellen dieses Zeitalters[3018]; +den Namen κέραμος καλλάινος führen ferner ägyptische, schön grün +glasierte Tonwaren, denen man im 2. und 3. Jahrhundert häufig +begegnet[3019], und auch die καλάινα ἀγγεῖα, βυσσία καλλάινα καὶ +ὑέλινα der Zauberpapyri[3020] sind Gefäße und Büchschen aus grünem +(wohl undurchsichtigem) Glase, deren sich die Magier bei ihren +Vorführungen zu bedienen pflegten. Schließlich wurde Kallaïs zu einer +bloßen Farbenbezeichnung[3021], so daß, wenn z. B. ~Pseudo-Moses~ (2. +Jahrhundert) des χαλκοῦ καλαινοῦ gedenkt, dies vermutlich nur mit +Grünspan bedecktes oder grün angelaufenes Kupfer bedeutet und nicht +Kupfer aus Kallaïs, das einige am Sinai suchen, andere in Persien, noch +andere in Spanien[3022]. -- Irrtümlich ist die Angabe, das Kallaïs-Grün +sei das nämliche wie das sog. Prasinum; dieses wird vielmehr neben dem +Venetum genannten Blau, nicht vor der Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. +erwähnt, während die als „Grünen und Blauen“ bekannten Zirkus-Parteien +sich mit jenen Namen erst auf den sog. Kontorniaten bezeichnet finden, +d. s. eine Art größerer Bronze-Medaillen, deren Herstellung frühestens +unter ~Constantin dem Grossen~ beginnt[3023]. + +Die Kunst, +Tonwaren+ (u. a. Ziegel) zu „färben“, d. h. sie mit bunten +Glasuren zu versehen, reicht mit ihren Anfängen fast bis in die des +ägyptischen Staates zurück, zur Vollendung gedieh sie aber, wohl unter +Einfluß orientalischer Vorbilder, erst in hellenistischer Zeit, wobei +es jedoch unsicher und bestritten bleibt, ob sie sich auch in bewußter +Weise bereits bleihaltiger Glasuren zu bedienen wußte. Fragwürdig +ist ferner die Natur des bunten Stucks, den ~Plinius~[3024] im Sinne +zu haben scheint, wenn er vom „Färben der Steine“ (lapides tingere) +und vom „Malen der Steine und Mauern“ (lapidem, parietem pingere) +spricht[3025]; wo er indessen erwähnt[3026], daß man in Ägypten +das Silber färbt (tingit) und malt (pingit), z. B. um den ~Anubis~ +abzubilden, meint er Silber, das mit teils durchsichtigem, teils opakem ++Email+ überfangen ist, in dessen Herstellung und Anwendung die Ägypter +zu seiner Zeit tatsächlich höchste Meisterschaft erreicht hatten[3027]. + +Was schließlich die +Metall+-Arbeiten der Techniten anbelangt, so +zeigt sich auf diesem ganzen Gebiete schon frühzeitig eine erstaunlich +weitgehende Spezialisierung[3028]. Gold- und Silber-Schmiede +waren schon vor der macedonischen Eroberung äußerst zahlreich und +bewohnten z. B. in Memphis ganze Straßen, aus denen vielerlei +Fundstücke, Gußformen aus Gips und Stein, Gipsmodelle usf. zutage +getreten sind[3029]; in ptolemäischer Zeit gewann das Gewerbe noch +an Ausdehnung, und in hellenistischer, namentlich in römischer, fand +man Leute, die die „Goldgießerei“ (χρυσοχοικὴ ἐργασία) ausübten, +sogar in kleineren Dörfern[3030], woselbst sie eine Gewerbesteuer +bezahlten[3031], und im 2. Jahrhundert eine Art (oft durch Verpachtung +bezeugtes) Monopol besaßen[3032]. Die Verarbeitung von Gold und +Silber durch die Tempelindustrie dauerte, wie unter altägyptischer +und ptolemäischer, so auch unter römischer Herrschaft fort[3033], +beeinträchtigte aber in keiner Weise die eigentlich berufliche; +noch der Maximaltarif ~Diokletians~ von 301 gedenkt neben den εἰς +κύπρον (in Kupfer oder Bronze) arbeitenden Techniten, -- die u. a. +kunstgewerbliche Gegenstände, z. B. schöne bronzene Weinkännchen, +herstellten[3034] --, auch derer, „die in kunstvoller Weise Goldsachen +aller Art anfertigen“[3035]. Ihr eigentliches Material war Feingold, +χρυσίον ὄβρυζον, d. h. durch entsprechendes Umschmelzen (ἕψειν; +coquere, conflare) bis zur völligen Reinheit geläutertes; „obrussa“ +bezeichnete ursprünglich das Läuterungsverfahren selbst, ging dann als +ὄβρυζα (Obryza) ins Griechische über und wurde, als dieser Tatbestand +schon vergessen war, und Gebrauch sowie Verständnis der griechischen +Sprache in Rom seit dem 2. Jahrhundert rasch und gegen Ende des 3. +schon so gut wie völlig aufgehört hatten[3036], schließlich als ein +griechisches Fremdwort ins Lateinische zurückgenommen[3037]. Die +Herstellung von Schmuck, Kunstgegenständen u. dgl. (hauptsächlich aus +Gold, in erheblich geringerem Maße aus Silber) erfolgte durch Gießen, +Hämmern, Pressen, Treiben, Prägen usw., durch Einlegen, Niellieren +und Emaillieren, ferner unter Mitbenützung dünner Platten, Bleche +und Drähte[3038], und schuf wahre Wunderwerke an Kunstfertigkeit und +Geschmack. Echte Vergoldung bewirkte man im Feuer, u. a. auch mittels +des zu Beginn der Kaiserzeit längst wohlbekannten Quecksilber-Amalgams, +oder durch Blattgold und Goldschaum, zu deren Befestigung Eiweiß +oder auch andere Bindemittel dienten[3039]; weißliche, gelbliche +und rötliche Farbentöne wußte man durch das von ~Plutarch~ erwähnte +„Färben des Goldes“ (βαφὴ χρυσοῦ) hervorzubringen, d. h. durch +entsprechende Zusätze während der Ver- oder Bearbeitung[3040]; bei +unechten Waren endlich täuschte man den Goldglanz entweder durch +geeignete Legierungen unedler Metalle vor, oder durch firnisartige, aus +feinstgepulvertem Zinnober, Rötel und Oker bereitete Anstriche[3041], +oder endlich durch die schon bei ~Aristoteles~ als allbekannt erwähnten +Gallenfarben (χολοβάφινα)[3042]: so z. B. bestanden die Theaterkronen +(coronaria) der Schauspieler aus einer Art dünnen Rauschgoldes +(laminae; angefertigt aus „aes“), das mit Ochsengalle überfangen +war[3043]. Es liegt auf der Hand, daß das Vertrautsein mit derlei +Kunstgriffen schon frühzeitig die Kundigen in Versuchung führen, +sowie ihre Neigung zu jenen Unredlichkeiten fördern mußte, über die +schon ~Plinius~ klagt[3044], und deretwegen nach ~Artemidoros~ Träume +von Goldgießern auf Hinterlist und Tücke hindeuten, „wegen der mit +den getriebenen Arbeiten und den kunstvollen Halsketten verbundenen +Betrügereien“[3045]; solche wurden übrigens noch ganz besonders +durch die althergebrachte Gewohnheit begünstigt, daß Gold- und +Silber-Schmiede in der Regel nur auf Bestellung arbeiteten, wobei ihnen +der Auftraggeber die erforderlichen Materialien zu liefern hatte[3046]. + + +2. Die Entstehung der Alchemie. + +Aus den im vorigen Abschnitte dargelegten Tatsachen, nämlich der +Entwicklung einer nach vielen Richtungen hin weit vorgeschrittenen +Technik, der Kenntnis systematisch ausgebildeter Verfahren zum Ersatze +kostbarer Metalle, Edelsteine und Farbstoffe durch minderwertige +Nachahmungen, sowie der Ausübung der mit echtem und falschem Material +arbeitenden „Künste“ in den Tempel-Werkstätten, folgerten bereits die +Schriftsteller des 16. und 17. Jahrhunderts, -- so unbestimmt sie +auch nur über alle Einzelheiten unterrichtet sein konnten --, daß der +Ursprung der Alchemie im Bereiche der ägyptischen Gotteshäuser zu +suchen sei; diese Ansicht hat sich zwar als verschiedener Abänderungen +bedürftig, im wesentlichen aber als richtig erwiesen. + +Ohne auf die Äußerungen der älteren Autoren einzugehen, unter denen +auf das rühmlichste ~Salmasius~ (~Saumaise~) hervorragt, der die +Manuskripte der Pariser Bibliothek von 1610 bis 1615 eingehend +durchforschte[3047], sei hier nur an die Darlegungen von ~Wiegleb~, +~Moehsen~, ~Sprengel~, ~Schmieder~, ~Chevreul~, ~Hoefer~, ~Kopp~, +~Figuier~, ~Hoffmann~, ~Berthelot~ und ~Riess~ erinnert, die, mit +dem Jahre 1777 einsetzend und bis zur Gegenwart herabreichend, +übereinstimmend zum Schlusse führen, daß ab Ausgangspunkt der +Alchemie die Metallurgie und des näheren die chemische Technik der +Edelmetalle und ihrer Surrogate anzusehen sei. Bereits ~Wiegleb~ +erklärt durchaus zutreffend[3048], die Gewinnung des Goldes sei bei +den alten Ägyptern, als alleiniges Vorrecht der Könige, nach gewissen +geheim zu haltenden Verfahren erfolgt, habe aber stets nur als eine +κατασκευή (Kataskeué, Aufbereitung) gegolten, niemals als eine γένεσις +(Génesis, Neuentstehung) oder μεταβολή (Metabolé, Umwandlung), +und ebensowenig sei dies anfänglich betreff der durch „Färben“ +von Kupfer herstellbaren Legierungen der Fall gewesen[3049]. Auch +~Chevreul~[3050], ~Hoefer~[3051] und ~Kopp~[3052] sind der Ansicht, +daß alle späteren Entwicklungen in letzter Linie auf die in Ägypten +seit uralter Zeit[3053] ausgeübten mannigfachen metallurgischen, +präparativen und pharmazeutischen Verfahren zurückgehen, also auf +die chemisch-technische Praxis der Künste, Gewerbe, Kunstgewerbe +und Handwerke; ebenso läßt sie ~Berthelot~ in richtiger, wenngleich +nicht (wie er in Anspruch nimmt) origineller Weise, „den ägyptischen +Industrien entfließen, deren Gegenstand die Herstellung von Metallen +und Legierungen, Glaswaren, künstlichen Edelsteinen und gefärbten +Stoffen war“[3054], und desgleichen erblickt ~Riess~ ihre Quelle in +den seit altersher gebräuchlichen und durch die Erfahrungen vieler +Generationen vervollkommneten Methoden der Metall-Gewinnung und +-Verarbeitung, der Erzeugung von Glasflüssen, Edelsteinen und Perlen, +sowie der Färberei mit Purpur und anderen Farbstoffen[3055]. + +Vermutlich waren derlei Verfahren ursprünglich Hoheitsrechte und +Geheimkünste bevorzugter Stände, und zwar die einen, mehr die +Großbetriebe (wie die der Gold-Bergwerke und -Wäschen) betreffenden, +etwa solche des Hofes und der in der Hofsprache als „Freunde des +Königs“ bezeichneten hohen Beamten, die anderen, mehr der Feinkunst +zugehörigen, solche der Priesterschaft; diese ihre Eigenart erklärt +ohne weiteres die Vorschrift, sie nur den Eingeweihten mitzuteilen +und nichts über sie niederzuschreiben[3056]. Während aber die Könige +kraft ihrer Herrschergewalt ein Monopol wie das der Goldgewinnung +festzuhalten und sich und ihren Nachfolgern erblich zu bewahren +vermochten, gelang es den Priestern offenbar nicht, den gesamten +Bereich geheimer Kenntnisse einem weiteren Kreise dauernd zu +verbergen, vielmehr trat im Laufe der Entwicklung, wie in zahlreichen +gleichartigen Fällen so auch hier, allmählich eine profane „Kunst“ an +die Seite der sakralen, ohne diese jedoch auf ihrem Sondergebiete zu +beeinträchtigen oder sogleich in jede Einzelheit ihrer Überlieferungen +einzudringen. Auf das tatsächliche und schon sehr frühe Vorhandensein +dieser Profankunst und auf ihre stetig und erfolgreich fortschreitende +Entfaltung wurde an vielen Stellen des vorhergehenden Abschnittes +hingewiesen; neben ihr blieb aber, wie gleichfalls angeführt, die +Tempelkunst nicht nur ebenfalls lebendig und fuhr fort, Götterbilder, +heilige Geräte, Festgewänder u. dgl. anzufertigen und auszuschmücken, +sondern auch sie erweiterte nach und nach den Umkreis ihres Gebietes, +neue Verfahren aufnehmend und sie auf neue Zweige kunstvoller Tätigkeit +ausdehnend. + +Es liegt nun kein Grund vor, zu bezweifeln, daß die Erfahrungen, +die uns z. B. im Leidener und Stockholmer Papyrus in Gestalt eines +umfangreichen und nach vielen Richtungen weitentwickelten Systems +völlig offener Nachahmung und Fälschung von Edelmetallen, Edelsteinen +und Farbstoffen entgegentreten, zuerst +da+ gesammelt wurden, wo +Veranlassungen gegeben und Mittel vorhanden waren, größere Arbeiten +in kostbaren Materialien auszuführen, also in den Werkstätten der +Tempel, und daß ferner die „Geheimnisse der Goldhäuser“ nicht nur +das erste ursprüngliche Wissen um die Herstellung der Götterbilder +aus Gold, Silber, „echten“ Steinen u. dgl. umfaßten, sondern auch +das allmählich erworbene um den Ersatz dieser echten Rohstoffe durch +passend nachgeahmte. Dafür, daß dies bereits in sehr früher Zeit der +Fall war, spricht nicht nur das hohe Alter zahlreicher Angaben, die +Echtes und Unechtes nachdrücklich auseinander halten, sondern auch +schon Umfang und Mannigfaltigkeit der Vorschriften jener Papyri und +der weit hinter ihnen zurückliegenden Grundtexte, die sie (wie schon +oben erwähnt) zum großen Teile und mit einer Art orthodoxer Genauigkeit +wiederzugeben scheinen; die Gesamtheit derartiger Rezepte kann nur als +Ergebnis langsam fortschreitender, ungezählte Jahrhunderte umspannender +Entwicklung aufgefaßt werden. + +Auch darüber kann kein Zweifel walten, daß die einschlägigen Vorgänge +oft unrichtig beobachtet und noch öfter unrichtig ausgelegt wurden. +Gewann man z. B. aus Materialien, deren Gehalt an Edelmetallen nicht +unmittelbar erkennbar war, Gold oder Silber, so konnte die Kunst der +Abscheidung gar leicht als eine solche der Hervorbringung gelten[3057]. +Trat an einem Metall auf Zusatz eines anderen oder irgend eines +Präparates eine erhebliche Veränderung der Farbe und der Eigenschaften +zutage, so war ein neues Metall entstanden[3058]. Lieferte das rote +Kupfer mit arsen- oder quecksilberhaltigen Zusätzen eine silberfarbige +Masse und mit zinn- oder zinkhaltigen eine goldfarbige, so hatte man +Silber und Gold „gemacht“, und erwies es sich nicht für +alle+ Zwecke +als brauchbar, so war doch das gemeine Metall mindestens +so+ weit +veredelt, daß man hoffen durfte, durch Wiederholung oder Abänderung ++völlig+ zum Ziel zu gelangen: denn jede derartige Überführung galt, +ebenso wie die von Kupfer in Bronze durch verhältnismäßig sehr wenig +Zinn, für eine bloße „Färbung“ (βαφή, Baphé) des Grundstoffes, und war +diese noch nicht +ganz+ die richtige, so blieb sie doch vielleicht ++weiter+ vervollkommnungsfähig, soferne man andere Mittel oder andere +Mengenverhältnisse zur Anwendung brachte[3059]. Erhielt man endlich +schon frühzeitig aus Gold und Silber das Asem (Elektron), -- aus dem +man später überdies das reine Gold wieder abzuscheiden lernte --, und +auch aus unedlen Metallen dem Asem gleichende Legierungen, so lag die +Vermutung nahe, daß Gold und Silber selbst ebenfalls aus verschiedenen +Bestandteilen zurechtgemischt und durch geeignete Anreicherung +der Schmelzen in beliebig zu vermehrender Menge gewonnen werden +könnten[3060]. Als weitere und besonders wichtige Tatsachen auf dem +nämlichen Gebiete heben ~Hoefer~[3061] und ~Kopp~[3062] mit Recht die +anscheinend sehr alten Wahrnehmungen hervor, daß durch Einwirkung von +Schwefel auf manche arsenhaltige Substanzen das gelbe Auripigment und +rote Realgar entsteht, aus Schwefel und Quecksilber aber der anfänglich +schwarze, durch Erhitzen jedoch rot werdende und deshalb in der +Folgezeit „Hermaphrodit“ benannte Zinnober[3063], -- Stoffe, die genug +Metallartiges an sich zu haben schienen, um noch im 17. Jahrhundert +als „Metallica“ abgehandelt zu werden[3064]. Alle diese Beobachtungen +mußten die Anschauungen bestärken, daß es sich bei der angestrebten +Herstellung gold- und silberglänzender Legierungen und schließlich +auch der Edelmetalle selbst um nichts anderes handle als um eine +„Färbung“, gleich der von Leinen oder Wolle, und um die Ermittlung des +richtigen Färbemittels, der rechten „Tinktur“[3065]; daraus, -- so sagt +~Kopp~ --, daß diese freilich mißverständliche Idee der reinen Praxis +und einem empirisch wohlbegründeten Wissen entsprungen war, erklärt +sich die Zähigkeit, mit der die Gleichsetzung von Metall-Herstellung +oder -Umwandlung und Färbekunst (βαφικὴ τέχνη) seit ihrem ersten +Auftauchen so viele Jahrhunderte lang unentwegt festgehalten +wurde[3066]. „Färbungen“ waren und blieben auch, wie schon ~Salmasius~ +und neuerdings wieder ~Berthelot~ hervorhob, die drei seit jeher +benützten Hauptverfahren der Metall-Arbeiter und -Fälscher, nämlich das +Überziehen der Oberflächen mit dünnen Schichten echten oder unechten +Goldes und Silbers, der Ersatz dieser metallischen Schichten durch +metallglänzende Anstriche oder Firnisse, und endlich die Herstellung +der gesamten Gegenstände aus gold- und silberfarbigen Legierungen. +Hatte man auf irgendeinem dieser Wege die gesuchte Färbung zustande +gebracht, so war auch das gesetzte Ziel erreicht, man erfreute sich in +aller Aufrichtigkeit der gelungenen Nachahmung oder Fälschung, erteilte +den Kunstprodukten kurzweg die Namen der echten, -- „du erhältst +Purpur“, „du findest Smaragd“, heißt es im Stockholmer Papyrus --, und +stellte mit Befriedigung fest, wie sie selbst die τεχνῖται (Techniten) +derart täuschten, daß sie nichts von der Unterschiebung bemerkten. Wie +schon weiter oben hervorgehoben wurde, läßt diese im Texte des Leidener +und Stockholmer Papyrus öfter wiederkehrende Versicherung ohne weiteres +ersehen, daß die geschilderten Kunstgriffe nicht von den Techniten +selbst herrührten, sondern von Persönlichkeiten höheren Ranges, die +sich im Besitze umfangreicherer, zum Teil auch sorgfältig geheim +gehaltener Kenntnisse befanden. + +Nun geht, ganz abgesehen von anderen, später zu besprechenden +Gründen, schon aus der allgemeinen und stehenden Bezeichnung der +Alchemie als „ἱερὰ, θεία, δογματικὴ τέχνη = heilige, göttliche, +dogmatische Kunst“ zweifellos hervor, daß sie nicht von der ++profanen+ Technik ihren Ausgang nahm, sondern von der +sakralen+, +also von der der Tempelwerkstätten; alles spricht daher dafür, daß +jene „höheren Persönlichkeiten“ dem Stande der Priester angehörten, +die, wie ~Figuier~ schon vor über einem halben Jahrhunderte richtig +urteilte[3067], „zwar nicht die höhere verborgene Weisheit besaßen, +die ihnen die Folgezeit zuschrieb, dagegen vielerlei empirische und +praktische Kenntnisse“. Tatsächlich gelten auch der gesamten antiken +Tradition, der hierin die Ermittlungen der Ägyptologie zur Stütze +gereichen, die ägyptischen Priester als älteste Vertreter der Kunst, +Edelmetalle, Edelsteine und Purpur nachzuahmen und zu fälschen, einer +Kunst, deren Ursprung sich in den „Geheimnissen“ der zur Herstellung +der Götterbilder, sowie der gottesdienstlichen Geräte und Gewänder +bestimmten „Goldhäuser“ verliert; auch die vielerlei, zum Teil +freilich sagenhaften Berichte über die Aufbewahrung und Auffindung +von „Rezeptbüchern“ in Tempeln bestätigen, daß sich in diesen auch +die Werkstätten zur Ausübung der betreffenden Vorschriften befanden +und machen es ferner erklärlich, daß die Legende das erste Auftreten +des späterhin als „Vater der Alchemie“ gerühmten sog. ~Demokritos~ +(~Pseudo-Demokritos~) in den Tempel zu Memphis verlegt (s. weiter +unten). + +So lange die ägyptische Landesreligion und mit ihr die Priesterschaft +auch nur einigermaßen ihre herkömmliche Stellung behauptete, -- und +dies blieb ihr, trotzdem die Zeichen längst begonnener Auflösung +immer deutlicher hervortraten, bis in die ptolemäische Zeit hinein +möglich --, scheinen die geschilderten Verhältnisse keine wesentliche +Veränderung erfahren zu haben. Eine solche trat erst ein, als im +weiteren Verlaufe der hellenistischen Bewegung der Verfall des ererbten +Glaubens mit zunehmender Schnelligkeit fortschritt, im 1. Jahrhundert +v. Chr. schon mit überraschender, im 1. und 2. Jahrhundert n. Chr. mit +erschreckender, und als das Eindringen der oft falsch verstandenen +Lehren spätgriechischer Philosophie, hermetischer und gnostischer +Vorstellungen, sowie orientalischer Kulte zur völligen Zersetzung der +alten Religion und ihrer Organisation führte. Der in den vorhergehenden +Abschnitten geschilderten Zeitströmung, die sich auf allen Gebieten +des öffentlichen und privaten Lebens durch Überhandnahme der Magie und +Mantik, Zauberei und Mystik, Astrologie und Dämonologie geltend machte, +konnten sich auch die Priester nicht mit dauerndem Erfolge widersetzen, +und wenn es ihnen glückte, ihr Dasein noch verhältnismäßig lange mit +einem gewissen äußeren Ansehen zu umgeben und in auskömmlicher Weise +wirtschaftlich gesichert zu fristen[3068], so ist dies nur dem Umstande +zuzuschreiben, daß sie, teils in richtiger Einsicht, teils unter der +Macht des Zwanges, dem Drängen der großen Menge nachgaben und ihr +boten, was sie verlangte: freilich wurde der Priester so aus einem +Hüter des Glaubens zum Pfleger des Aberglaubens, er hatte in erster +Linie das, was man ihm zuschrieb und bezahlte, nämlich die Fähigkeit +persönlichen Einwirkens auf das Walten der guten und bösen Gottheiten, +auch ausreichend nachzuweisen, und da ihm hierzu jedes Mittel das +rechte sein mußte, sank er vom geschäftsmäßigen Beschwörer und +Geisterbanner zum arglistigen Zauberer und Gaukler und von diesem zum +bewußt täuschenden Schwindler und Betrüger herab. Wie die Geschichte +für so viele ähnliche Fälle bestätigt, gibt es auf diesem Wege keine +Umkehr: jeder Niedergang des Standes fördert den weiteren seiner +Zugehörigen, und jede Entwürdigung des Einzelnen beschleunigt die +völlige Verderbnis der Gesamtheit. + +Was nun auf sämtlichen Gebieten priesterlicher Tätigkeit statthatte, +das vollzog sich auch auf dem der Tempelgewerbe, und wenn man bis +dahin bei aller Geheimtuerei doch in ganz aufrichtiger Weise auf +Nachahmung und Fälschung ausgegangen war, so gab man +nunmehr+ vor, +vermöge magischer Mittel und unter Mithilfe der Geister nicht etwa +gleichwertigen +Ersatz+ für Gold, Silber und andere Kostbarkeiten +herstellen zu können, sondern +diese selbst+. Wie es aber, -- schon +weiter oben wurde darauf hingewiesen --, der synkretistischen Richtung +überhaupt eigen war, sich nicht mit der einfachen Verschmelzung +überlieferter mystischer, theurgischer und anderer Praktiken +zu begnügen, sondern gleichzeitig auch „deren Verfeinerung und +theoretische Begründung anzustreben, und zwar durch Anlehnung an +Anschauungen, die unter dem Titel ‚philosophischer‘ die sogenannten +gebildeten Kreise des Zeitalters erfüllten“, so durfte es auch im +vorliegenden Falle nicht bei der bloßen Behauptung sein Bewenden +finden, vielmehr sollte diese durch eine zureichende Theorie gestützt +werden. Eine derartige Forderung zu stellen, lag selbstverständlich +ganz außerhalb des Gesichtskreises gewöhnlicher Techniten, wohl aber +konnten sie Priester erheben, die, unter hellenistischen Einflüssen +großgezogen, über den Weg zu ihrer Erfüllung von vornherein im klaren +waren: Beweise für die Möglichkeit und Lösbarkeit der Aufgabe hatte +die griechische Philosophie zu erbringen, und zwar in erster Linie auf +Grund jener von ~Platon~ und ~Aristoteles~ aufgestellten Lehren vom +Wesen und von den Umwandlungen der Materie, von der Entstehung der +Bronze aus Kupfer und Zinn usf., die dem Zeitalter (obwohl zumeist nur +in vielfach abgeändertem und entstellendem Gewande) durchaus vertraut +waren und noch über die Schriften seiner spätesten Autoren einen +wenngleich schwachen, so doch unverkennbaren Abglanz der ursprünglichen +Gedanken, Betrachtungen und Ausdrucksweisen verbreiten[3069]. In +zweiter Linie wurden aber auch brauchbare, passend ausgewählte +Anschauungen der nacharistotelischen Schulen zur Stütze herangezogen. + +Nicht in der Körperschaft praktisch tätiger Techniten nahmen +also die alchemistischen Ideen ihren Ursprung, etwa indem (nach +~Schmieder~)[3070] die Arbeiter zunächst sich selbst und dann +andere täuschten, oder (nach ~Berthelot~) anfänglich wirklich +glaubten Gold und Silber erzeugen zu können und hieran erst später +durch höher Gebildete irre gemacht und zu deren Zwecken ausgenützt +wurden[3071], -- findet doch ~Berthelot~ schließlich selbst einen +solchen Vorgang auffällig und überraschend[3072] --, vielmehr ist die +Quelle jener Gedanken in der Gilde der spätägyptischen, richtiger +ägyptisch-hellenistischen Priester zu suchen. Bei ihnen allein +vereinigten sich die verschiedenen, sämtlich gleich wichtigen und +unentbehrlichen Elemente: Vertrautheit mit den Arbeitsmethoden, +Gelegenheit zu ihrer Ausübung, Kenntnis des griechischen, ägyptischen +und orientalischen Mysterienwesens sowie der hellenistischen +Philosophie, und endlich reichlicher Anlaß zur Verwertung der +einschlägigen Vorführungen im eigenen wie im Standes-Interesse. +Schauplatz derartiger, wie aller anderen mit Zauberei, +Dämonen-Beschwörung usf. verbundenen Wundertaten dürften die Tempel +geblieben sein, so lange sie bestanden und die Priester über sie zu +verfügen hatten; als sie ihnen aber seit dem 3. Jahrhundert allmählich, +und gegen Ende des 4. gänzlich entrissen, zum Teil aufgelassen, zum +Teil in Kirchen umgewandelt, zum Teil auch gewaltsam zerstört wurden, +da flüchteten die ausgetriebenen, von ihren christlichen Nachfolgern +wie von den Staatsbehörden mit gleich großem Hasse verfolgten +Kenner überlieferter Weisheit in „fest zusammenhaltende esoterische +Zirkel“[3073], in denen sie unter dem dichten Schleier des Geheimnisses +ihre Künste weiterpflegten und noch weit über zwei Jahrhunderte +hinaus bis zur Zeit der arabischen Eroberung lebendig erhielten. +Zweifellos sind diese Zirkel die nämlichen, in denen z. B. dem Berichte +des ~Rufinus~ (345-410) gemäß gewisse Priester, die zur Zeit der +Schließung der alexandrinischen Tempel durch Kaiser ~Theodosius~ (um +390) nach Kanopos geflohen waren, „dort alsbald, unter dem Vorwande +des Studiums ihrer heiligen Schriften, wiederum Aberglauben, Zauberei +und Magie lehrten“[3074]; es sind ferner die nämlichen, deren +Teilhaber, wie ~Horapollons~ um 400 vollendetes Werk „Hieroglyphika“ +beweist[3075], noch anderthalb Jahrhunderte nach Anbringung der +spätesten hieroglyphischen Inschriften an den Tempelwänden (um 250 +n. Chr.) Listen mit einer Anzahl richtiger hieroglyphischer Zeichen +in Händen hatten, „allmählich aussterbende Kreise letzter Diener der +alten Landesgötter, abergläubischer Zauberer und Quacksalber, die, +an entlegenen Orten ein verborgenes Dasein fristend, die Reste ihrer +religiösen Kenntnisse in diese Bilder hineingeheimnisten“[3076]. + +Aus den geschilderten Verhältnissen, die so manchen Einzelheiten nach +vorerst nicht streng zu beweisen, sondern nur zu erschließen sind, +folgerte ~Sprengel~ schon 1820, soweit er sie damals zu überblicken +vermochte, „die Alchemie sei als ein Zweig der Theurgie zu betrachten, +aus ihr hervorgegangen unter gnostischen und neupythagoräischen +Einflüssen verschiedener Art“[3077]. Der Zusammenhang, den er hiermit +scharfen Blickes erkannte, steht den Alchemisten selbst in der +Tat fest und wird von ihnen jederzeit in streng dogmatischer Form +ausgesprochen: sie nennen sich Priester und Mysten ihrer Kunst, diese +Kunst ist eine geheime, heilige, göttliche und wird identifiziert +mit der Weisheit der alten ägyptischen Priester, als deren legitime +Nachfolger und Erben sich die hellenistischen Hierophanten ausgeben. +Nach ~Zosimos~, der spätestens um 300 n. Chr. schrieb, hatten die +Ägypter vor den Griechen zwei Arten der τέχνη (Techne) voraus, die +Kunst der φυσικῶν ψάμμων, d. i. die Aufbereitung der natürlichen +Sande, die die Könige durch ihre „Techniten“ als Regal ausführen +ließen[3078], und die Kunst der καιρικῶν ψάμμων, d. i. die Behandlung +der „in Binden gewickelten“ = zugerichteten Mineralien (der Präparate), +erfolgend durch gewisse Handgriffe (χειροκμήματα), die ein Geheimnis +der in den Tempelwerkstätten tätigen Priester bildeten[3079]. Gleich +den Mysten und Theurgen mußte sich auch der Alchemist an Leib und +Seele reinigen und heiligen, er sollte nicht niedrigen persönlichen +Zielen nachstreben, sondern nur höheren allgemeinen, er durfte seine +Arbeit nicht zwecks Gewinnung von Gold unternehmen, sondern allein +zwecks Lösung des großen Problemes der Verwandlung[3080]. Gleich den +Mysten und Astrologen hatte er ferner einen „Eid der Geheimhaltung“ +abzulegen, dessen Fassung sich, gemäß der Überlieferung im sogenannten +„Briefe der ~Isis~ an ~Horos~“, in vielen Punkten auffällig an echt +altägyptische Vorlagen anlehnt: der Schwur erfolgt bei ~Hermes~ (= +~Thot~) und ~Anubis~, den Göttern der Leichenbestattung, beim Geheule +des dreiköpfigen Höllenhundes und der typhonischen Schlange ~Apep~ +(~Apophis~), „die da bedroht die Totenbahre des ~Serapis~“ (der an die +Stelle des ~Osiris~ getreten ist), sowie bei den drei großen Nöten, +dem Feuer, dem Gift oder dem Strang, der Geißel oder dem Schwert, und +er schließt mit dem Gelöbnis, die geoffenbarten Geheimnisse einzig +und allein dem eigenen Sohne zu überliefern, -- in welchem Sinne +die „Kunst“ auch τεκνοπαράδοτος genannt wird, d. h. „an den Sohn +weiter zu gebende“[3081]. Endlich ist, dem ganzen Vorstellungskreise +entsprechend, auch die alchemistische Terminologie eine durchaus +doppelsinnige: wie die Chemiker Priester, so sind ihre Arbeitsräume und +ihre Apparate Tempel[3082], und die Parallelisierung ihrer Operationen +mit gottesdienstlichen Handlungen geht so weit, daß den Beschreibungen, +wie ~Reitzenstein~ erkannte, nicht selten hohe religionsgeschichtliche +Bedeutung innewohnt; die Anspielungen betreffen meist Kulte ägyptischer +Gottheiten, vor allem des ~Osiris~, nicht selten aber auch solche +orientalischer, besonders des ~Mithras~, woraus sich die Bezeichnungen +„mithrisches Geheimnis“ für die Kunst und „mithrische oder persische +Knochen“ für gewisse Präparate erklären[3083]. + + + + +3. Erste Erwähnungen der Chemie und ihres Namens. + + +Sobald die gegen Ende des 10. Jahrhunderts wieder aufgefundenen +Schriften der griechischen Alchemisten zunächst das Interesse der +Philologen und weiterhin das der Naturkundigen erregt hatten, begann +man über Alter und Herkunft der in ihnen vorgetragenen Lehren +Vermutungen aufzustellen; da es aber an zureichenden Unterlagen +für solche angesichts der dürftigen geschichtlichen Einsichten des +Zeitalters noch völlig fehlte, so kann es nicht wundernehmen, daß die +absonderlichsten Voraussetzungen auftauchten, einmal ausgesprochen auch +Boden faßten und nicht selten bis gegen Anfang des 19. Jahrhunderts, ja +noch über diesen hinaus, festgehalten wurden. + +Auf die Hypothesen, die den Ursprung der Alchemie in Phönizien, +Babylonien, Persien, Indien oder China suchten, braucht an dieser +Stelle um so weniger eingegangen zu werden, als die richtige +Erkenntnis, daß Ägypten ihr Mutterland sei, niemals ganz zu verdunkeln +war, -- wozu jedenfalls die arabische Überlieferung das meiste beitrug. +Wie aber schon im 10. Jahrhundert ~Alnedim~ im „Fihrist“ meldet, „die +Pyramiden seien chemische Laboratorien gewesen und die hieroglyphischen +Inschriften alchemistische Texte“[3084], so erzählt noch im 15. +~Qalqaschandi~ (gest. 1418), „während der Regierung ~Nimrods~ im +Lande Babel zu Irak habe in Ägypten der [völlig mythische] koptische +König ~Kalkan~ die Alchemie, die bis dahin nur in geheimen Zeichen +aufgeschrieben war, zuerst allgemein bekannt gemacht“[3085]. Derlei +ein halbes Jahrtausend überdauernde Traditionen erklären es genügend, +daß man auf sie hin das Aufkommen dieser Kunst in eine weitaus zu +frühe Zeit verlegte und infolgedessen auch nicht daran zweifelte, daß +ihre Spuren schon in den ältesten bekannten Schriftwerken nachzuweisen +seien, u. a. in den biblischen Büchern sowie in den Epen ~Homers~. + +In Wirklichkeit verrät aber, von ~Homer~ ganz zu geschweigen, kein +klassischer Schriftsteller griechischer oder lateinischer Zunge die +geringste Kenntnis der Alchemie, und alle Behauptungen dieser Art, +alte wie neue, beruhen ausschließlich auf vorgefaßten Meinungen, +irrtümlichen Deutungen oder willkürlichen Unterschiebungen, und +dies gilt insbesondere auch, unbeschadet aller entgegengesetzten +Versicherungen, betreff des ~Platon~, ~Aristoteles~ und +~Theophrastos~[3086]. Wenn z. B. ~Platon~ im Dialoge „Euthydemos“ +sagt: „Und wüßten wir selbst alle Felsen in Gold zu verwandeln, so +hätte dies doch keinen Wert“, so wird kein Einsichtiger diese Worte +in alchemistischem Sinne auslegen wollen[3087], und wenn er, und +ihm nachsprechend mancher Spätere, der γῆ παρθενική, γῆ παρθενία, +παρθένος γῆ Erwähnung tut, so versteht er hierunter nicht die sog. +„Jungfernerde“ der Alchemisten, sondern einfach noch unberührte, +jungfräuliche Erde[3088], die z. B. ~Plinius~ mit einem Fachausdrucke +als „unverritztes Gestein“ bezeichnet[3089], ~Firmicus~ aber als +die „terra virginis“, die Gott zur Schöpfung ~Adams~ benützt haben +soll[3090]. Aus den Werken des ~Aristoteles~, soweit sie echt sind, +lassen sich selbst Andeutungen derartig verschwommener Art nicht +zutage fördern. Was endlich ~Theophrastos~ betrifft, so entwickelt +er in den Bruchstücken des Buches „Über die Steine“[3091] die zu +seiner Zeit herrschende Lehre, die Metalle bestünden (wie ihre +Schmelzbarkeit beweise) im wesentlichen aus Wasser, die Erden und +Gesteine aber aus einer reinen und einheitlichen Materie (ὕλη, +Hýle), und beschreibt als ein sehr bemerkenswertes Gestein u. a. den +Zinnober, der κιννάβαρι (Kinnábari) oder auch ἄνθραξ (Anthrax) heißt: +die „natürliche“ Art findet sich in Spanien und in Kolchis, wo die +Einwohner sie von unzugänglichen Felsklüften (κρημνῶν]) mit Pfeilen +herabschießen müssen[3092]; die „künstliche“ erhält, wer mit den +vielerlei nötigen Handgriffen genügend Bescheid weiß, durch Schlämmen +eines gewissen Sandes (ἄμμος), der an Farbe und Glanz dem κόκκος +(Kókkos, Kermes, Scharlach) gleicht, weshalb ihn auch ~Kallias~, ein +Athener des 5. Jahrhunderts, anfangs für goldhaltig hielt und Gold +aus ihm ausschmelzen wollte[3093]. Wie man sieht, kommt auch hier +kein alchemistisches Verfahren in Frage, sondern nichts weiter, als +einer jener so naheliegenden Versuche, die, unzählige Male unter den +verschiedensten Verhältnissen fruchtlos angestellt, Veranlassung zur +Entstehung des Sprichwortes gaben: „Es ist nicht alles Gold, was +glänzt.“ + +Nicht anders verhält es sich mit dem vielberufenen „Experiment des +Kaisers ~Caligula~“ (37-41 n. Chr.): wie ~Plinius~ berichtet[3094], +befahl dieser geldgierige Herrscher, eine große Menge der sehr +kostbaren Malerfarbe „Auripigment“ auszuschmelzen (excoquere), wobei er +zwar Gold von ganz vortrefflicher Beschaffenheit darstellte (fecit), +aber, „obwohl vierzehn Pfunde zur Umsetzung kamen (permutarentur)“, in +so geringer Menge, daß der Schaden äußerst empfindlich war. Von einem +„ersten Versuche der Transmutation“, von dem ~Berthelot~ spricht[3095], +kann also gar nicht die Rede sein; offenbar waren es die goldige Farbe +und der goldähnliche Glanz des gelben Schwefelarsens, die die Hoffnung +(spes), daß es auch wirklich Gold enthalte, beim Kaiser oder seinen +Ratgebern erregt hatte, und bei letzteren mag ihr die Erfahrung zur +Stütze gereicht haben, daß das Mineral tatsächlich zuweilen schwach +goldhaltig befunden wird[3096]. ~Caligula~ dachte indessen das Gold +einfach ausschmelzen (wörtlich: auskochen) zu lassen, und den Worten +„fecit“ und „permutarentur“ darf nicht willkürlich der Sinn unterlegt +werden, er hätte es aus dem Auripigment „machen“, oder dieses in Gold +„transmutieren“ wollen[3097]. Könnte an dieser Auffassung noch ein +Zweifel bestehen, so würde er durch die Überlegung beseitigt, daß +das umfangreiche, von magischen, astrologischen u. dgl. Anspielungen +wimmelnde Werk des ~Plinius~ auch an keiner anderen Stelle irgendwie +der Alchemie Erwähnung tut, und daß das Nämliche von der weltberühmten +und meist aus den nämlichen Quellen schöpfenden, ebenfalls gegen 75 +n. Chr. vollendeten „Arzneikunde“ seines Zeitgenossen ~Dioskurides~ +gilt; wenn dieser erwähnt[3098], daß man das Quecksilber „ἐν +μετάλλοις“ finde, so heißt dies nicht, wie einige Forscher, u. a. +anfangs auch ~Berthelot~[3099], annahmen, „in den Metallen“, sondern +„in den Bergwerken“, und jede alchemistische Bedeutung ist hierbei +ausgeschlossen[3100]. + +Noch unter der Regierung des ~Augustus~ scheint ~Manilius~ seine +schon wiederholt erwähnten „Astronomica“ gedichtet zu haben, in deren +4. Buche der Vers 248 heißt: „materiamque manu certa duplicaris et +arte“, worin ältere Philologen, z. B. ~Scaliger~, eine alchemistische +Andeutung erblicken und deshalb den Hexameter für untergeschoben +erklären wollten, während er nach ~Berthelot~ zwar alchemistische +Kenntnis bezeugt, trotzdem aber als echt angesehen werden muß[3101]. +An der Echtheit zweifeln auch neuere Herausgeber nicht[3102], +das „duplicare“ ist aber, wie schon ~Kopp~ hervorhob[3103] und +~Riess~ bestätigt[3104], nicht als ein Fachausdruck der Alchemie +(etwa = Diplosis, Verdoppelung) aufzufassen, sondern als einer der +Goldschmiedekunst (= biegen, falten, treiben), so daß man nicht zu +übersetzen hat „mit sicherer Hand wirst du die Materie vermöge der +Kunst verdoppeln“, sondern mit „sicherer Hand wirst du das Material +kunstgemäß treiben“. Dies bestätigt auch der ganze Zusammenhang +der Stelle, denn sie besagt, daß das Sternbild des Steinbockes +(capricornus) Feuer-Arbeiter aller Art hervorbringe und ihnen die Gabe +der Metallbehandlung verleihe, z. B. den Goldschmieden, Goldschlägern, +Gold-, Silber-, Erz- und Eisen-Schmelzern[3105], ganz so, wie auch +das Sternbild des Wassermannes (aquarius) Goldschmiede, Gold- und +Silber-Gräber, Gold- und Silber-Händler und dergleichen Leute entstehen +lasse[3106]. + +In der zwischen 100 und 150 n. Chr. zu Alexandria verfaßten Astrologie, +dem „Tetrabiblos“ des ~Ptolemaios~, werden zwar gewisse Sternbilder +mit Bergwerken, Häuserbauten und Handelsgeschäften in Verbindung +gebracht, ferner auch die Planeten Venus und Mars mit Färbern, Kräuter- +und Salben-Verkäufern, Pharmazeuten, Ärzten, Gold-, Silber-, Zinn- +und Blei-Gießern oder -Bearbeitern, aber alchemistische Hinweise +fehlen gänzlich. Manche Forscher haben dies in Anbetracht der Zeit- +und Orts-Verhältnisse auffällig gefunden, doch kann man im Ziehen von +Schlüssen „ex silentio“ (aus dem Stillschweigen) niemals vorsichtig +genug sein, um so mehr als die Lebensumstände des ~Ptolemaios~ so gut +wie völlig unbekannt sind, und es durchaus fraglich bleibt, ob der +gelehrte Astronom überhaupt jemals Anlaß hatte und nahm, sich um das +mehr oder weniger verborgene Treiben gewisser dunkler Ehrenmänner und +ihres abergläubischen Anhanges des Näheren zu bekümmern. Nicht zu +vergessen ist auch, daß der eigentliche Aufschwung der in örtlichen +Verbänden heimischen Alchemie, und damit ihr Bekanntwerden in weiteren +Kreisen innig mit dem Aufkommen theoretischer Begründungen der in den +Tempelwerkstätten üblichen Arbeitsweisen zusammenhängt, daß aber die +maßgebenden Einflüsse der spätgriechischen Philosophie, der Hermetik +und Gnostik, des orientalischen Zauberwesens usf. erst um die Mitte des +2. Jahrhunderts ihrem Höhepunkte zuzustreben begannen; es ist daher +begreiflich, daß der Gegenstand damals zumeist noch ganz außerhalb des +Gesichtskreises sowohl der Autoren, als auch des Leserkreises lag, für +den sie schrieben, und deshalb nicht nur bei den Sammlern von Anekdoten +und Wundergeschichten wie ~Aulus Gellius~ (113-165), ~Aelian~ (um 200) +und Anderen unerwähnt bleibt, sondern z. B. auch bei ~Artemidoros~ +(135-200?), dem Verfasser des großen „Traumbuches“, -- die im übrigen +sämtlich magischer, planetarischer und anderer abergläubischer +Einflüsse an zahllosen Stellen Erwähnung tun. Dieser im wesentlichen +örtliche Charakter der Alchemie macht auch die Tatsache erklärlich, +-- die ihm ihrerseits wieder zur Bestätigung gereicht --, daß die vom +Kaiser ~Justinian~ veranlaßten sehr umfangreichen Sammlungen römischer +Gesetze und Verordnungen kein Wort über Alchemie enthalten, obwohl +Anlässe, ihrer zu gedenken, nicht fehlen würden; in dieser Hinsicht +sei nur an das Cornelische Gesetz über Münzfälschung (Lex Cornelia de +falsis) erinnert, das schon im Jahre 81 v. Chr. verbietet, gemeine +Metalle zu „färben“ (tingere), durch Legierungen solcher Metalle edle +vorzutäuschen (fingere), und unedle unter Anwendung gewisser Zusätze zu +gießen (flare), kurz, durch Färbungen und Mischungen den Anschein des +Silbers oder Goldes hervorzubringen[3107]. + +Die Autoren des 3. und des beginnenden 4. Jahrhunderts, -- immer +von den eigentlichen Fachschriftstellern abgesehen --, schweigen +ebenfalls noch über Alchemie, und dies gilt namentlich auch von +~Firmicus Maternus~, dem man bis vor kurzem sogar die erste Nennung +ihres Namens zuschrieb (s. unten). Weder sein großes astrologisches +Werk „Mathesis“ (von 336 oder 337), noch die kleinere Schrift über die +„Irrlehre der heidnischen Religionen“ (von 342 oder 346)[3108] bieten +irgend Hierhergehöriges, und der Ausdruck „duplicatio“, dessen sich +die „Mathesis“ bedient, bedeutet auch in ihr keineswegs „Diplosis“, +sondern, wie ein Blick in den Text zeigt, eine einfache „Verdoppelung“, +und zwar eine solche von Zahlen und Tagen[3109]. Ganz unzutreffend +ist auch die Behauptung, ~Firmicus~ habe bei der Erörterung der +babylonischen und „ägyptischen“ Lehren über die Bedeutung von +Stellungen, Bahnen, Nachbarschaften und Konjunkturen der Planeten, +-- dem Vorbilde des mittelalterlichen Nativitäts-Stellens[3110] --, +deren alchemistische Beziehungen und Einflüsse genau geschildert. Nach +seiner ausführlichen und sehr merkwürdigen Darstellung der „Lehren +der Alten“ verhalten sich die Planeten vielmehr (je nach den äußeren +Umständen) wie folgt: ~Jupiter~ bringt u. a. Gold- und Silber-Schmiede +sowie Goldsticker hervor[3111]; ~Mars~ Rothaarige, Leute die mit +Feuer und Eisen zu tun haben[3112], Leute die Wunden durch Feuer und +Eisen erteilen und empfangen[3113] und die sich mit Farbstoffen, +Edelsteinen und Perlen befassen[3114]; ~Venus~ Goldschmiede, Vergolder, +Silber- und Gold-Arbeiter[3115], Färber, Erfinder von Farbstoffen und +Wohlgerüchen[3116]; ~Merkur~ Verschacherer von Edelsteinen, Perlen +und Aromen, Färber, Entdecker von Erzlagern[3117], Goldschmiede, +Goldgräber und Meister gewisser verborgener Künste (= Meister der +Künste, verborgene Schätze aufzufinden)[3118]; ~Saturn~, der ernste +und tiefsinnige Alte, der sein Domizil im männlichen Wassermann oder +weiblichen Steinbock hat[3119], Geizige, Gold- und Silber-Hütende, +Erbschaften Empfangende[3120], Kenner geheimer und verbotener Künste +(d. h. des Aufsuchens in der Erde und namentlich in den Gräbern +versteckter Kostbarkeiten)[3121], Magier, Philosophen, Astrologen, +Wahrsager usf., sowie in derlei Künsten bewanderte Priester[3122]; +der ~Mond~ Erzschmelzer, Färber[3123], Fälscher insbesondere +Münzfälscher[3124], Probierer und Färber von Edelsteinen, „die diesen +mit allerlei Farbstoffen andere Färbungen erteilen (adpingunt; +wörtlich: anmalen)“[3125], endlich Kenner jener Künste (artes), die +Farbstoffe, Arome, Edelsteine und Perlen betreffen[3126]. Nirgends ist +also die Rede vom künstlichen „Machen“ des Silbers und Goldes, vom +Zusammenhange zwischen Planeten und Metallen usf., vielmehr nur vom +Nachahmen und Fälschen der Edelmetalle und sonstigen Kostbarkeiten, +sowie von den Schlichen und Betrügereien der Künstler, Vermittler und +Händler; offenbar ist ~Firmicus~, der von Beruf Rechtsgelehrter und +nur ein Liebhaber der Astrologie gewesen sein soll, in den von ihm +benützten Vorlagen der „Alten“ keinen anderen Angaben begegnet. + +Erst von der zweiten Hälfte des vierten Jahrhunderts an finden +sich Zeugnisse, die für das Bekanntsein mit der Metall-Verwandlung +sprechen; die Schriften des Rhetors ~Euphrades~ (um 360) gehören zwar, +entgegen ~Schmieders~ sehr bestimmter Versicherung[3127], +nicht+ zu +diesen[3128], hingegen bestreitet sein Zeitgenosse ~Themistios~ die +Möglichkeit solcher Vorgänge[3129], während der hl. ~Ephraim~, der +berühmte syrische Bibel-Kommentator des 4. Jahrhunderts, in einer +Hymne sagt, „daß die Schätze der Menschheit in gleicher Weise durch +Tugendhafte wie durch Goldmacher vermehrt werden“[3130]. Gegen 500 +ist endlich der in Syrien und Palästina tätige christliche Rhetor und +Philosoph ~Aineias~ von ~Gaza~ anzuführen, der sich eifrig bemühte, +die Lehren des Christentums, der älteren griechischen Philosophie +und des Neuplatonismus miteinander zu verschmelzen[3131]; in seinem +Dialoge „Theophrastos“, der die Wiederbelebung der Toten und die +Unsterblichkeit der Seele behandelt, setzt er die Auferstehung der +Abgeschiedenen mit verklärtem Leibe in Parallele mit der Veredlung +gemeiner Metalle zu Gold und betrachtet es als bekannt, daß man +kraft eines besonderen Wissens Erz in Gold verwandeln könne, und +daß die mit der „Kunst der Metalle“ Vertrauten aus Silber oder Zinn +„unter Vernichten der Form und Färben“ vortreffliches Gold zu machen +verstehen, ähnlich wie man aus Sand und Natron das ganz andersartige +Glas darzustellen vermöge[3132]. + + —————————— + +Bei keinem der im vorstehenden erwähnten Schriftsteller findet sich +eine besondere +Bezeichnung+ für die „Kunst der Metalle“; zwar haben +bis vor kurzem sämtliche Geschichtsschreiber der Chemie angenommen, +daß der +Name+ dieser Wissenschaft zuerst, jedoch schon als ein +bekannter und daher keiner Erklärung mehr bedürftiger, bei ~Firmicus~ +vorkomme, in dessen „Mathesis“[3133] es heiße: „Ist das Haus (in +dem der Mond steht) das des ~Merkur~, so verleiht er (der Mond) +Astronomie, ist es das der ~Venus~, Gesang und Fröhlichkeit, ist es +das des ~Mars~, Gebrauch der Waffen und Werkzeuge, ist es das des +~Jupiter~, Priesterweisheit und Rechtskunde, ist es das des ~Saturn~, +die Wissenschaft der Alchemie (scientiam alchimiae)“, -- die letzten +Herausgeber dieses Autors, ~Kroll~, ~Skutsch~ und ~Ziegler~ erbrachten +jedoch den Nachweis, daß hier eine Fälschung vorliege[3134], auf die +übrigens, soweit die Vatikanischen Handschriften in Frage kommen, +schon 1665 der gelehrte, in Rom tätige Polyhistor ~Athanasius Kircher~ +hinwies[3135]. Der Schuldtragende ist der Magister der freien Künste +~Joh. Angelus~, der in seinem 1488 zu Augsburg erschienenen „Opus +Astrolabii“ zuerst einige Bücher der „Mathesis“ abdruckte, bei dieser +Gelegenheit eine größere Lücke im 3. Buche, die sämtliche Handschriften +mit Ausnahme einer einzigen aufweisen, völlig willkürlich ausfüllte, +und hierbei auch die (jedenfalls von guter Sachkenntnis zeugende) +Stelle über die seitens der Planeten verliehenen Begabungen einfügte. +Jene +einzige+ Handschrift, die sie +ebenfalls+ bietet, und zwar +mit dem Wortlaute „scientiam alkamie“ (= alkamiae), ist die der +Staatsbibliothek zu Neapel (um 1500), die neben zahlreichen anderen +Einschiebungen auch die dem „Opus Astrolabii“ entnommene aufweist; +wegen ihrer Schönheit und anscheinenden Vollständigkeit hielt man +sie auch für besonders zuverlässig, daher legten sie sowohl der +gewissenhafte (unbekannte) Herausgeber der venetianischen „Editio +princeps“ von 1497, als auch der ganz unzuverlässige Veranstalter +der Aldinischen Ausgabe (Venedig 1499) ihren Drucken zugrunde, und +so ging die Fälschung für Jahrhunderte in die Litteratur über. Daß +die genannten Erstdrucke nicht „scientiam chemiae“ oder „chimiae“ +haben, sondern „alchimiae“, letzteres Wort also in der bei einem +Schriftsteller des 4. Jahrhunderts undenkbaren, mittelalterlichen, mit +dem arabischen Artikel al vereinigten Form bieten, fiel allerdings +schon ~Kirchers~ Zeitgenossen, dem berühmten und vielseitigen +niederländischen Gelehrten ~Voss~ (~Vossius~) auf, und er bemerkte +daher in seinem „Etymologicon linguae latinae“[3136]: „alchimiae druckt +auch ~Aldus~, aber die Handschriften haben chimiae“, -- ohne jedoch +genauer anzugeben, +welche+ Handschriften diese Lesart zeigen sollen. +-- Die angebliche Wissenschaft Alchimia oder Alkimia des ~Firmicus~ +unternahmen einige ältere Philologen auch mit den Eigennamen ~Alkimos~ +oder ~Alchimos~ in Verbindung zu bringen, um ihr einen Erfinder unter +deren im Altertum zahlreichen Trägern zu suchen, deren bekanntester +wohl der homerische ~Alkimos~ ist, der zusammen mit ~Automedon~ die +Rosse des ~Achilleus~ anschirrt[3137]; durch Aufdeckung der Fälschung +werden natürlich auch diese gelehrten Vermutungen hinfällig! + +Gleich verschiedenen früheren Forschern ist auch ~Riess~ geneigt[3138], +als ältestes Zeugnis für das Vorkommen des Wortes „Chemie“ jenes in +einem Berichte über die Niederwerfung des alexandrinischen Aufstandes +durch Kaiser ~Diokletian~ im Jahre 296 anzuerkennen. Der byzantinische +Lexikograph ~Suidas~ erzählt hierüber in seinem Sammelwerke: „Chemie +(χημεία, Chemeía) ist die κατασκευή (Kataskeué, Verfertigung, +Darstellung) des Silbers und Goldes. ~Diokletian~ ließ diese Bücher +aufsuchen und verbrennen; weil sich die Ägypter empört hatten, verfuhr +er gegen sie hart und grausam; so ließ er auch die von ihren Vorfahren +(τοῖς παλαιοῖς; wörtlich: den Alten) über die Chemie (περὶ τῆς χημείας) +des Goldes und Silbers verfaßten Bücher aufsuchen und verbrennen, damit +die Ägypter aus dieser Kunst (έκ τῆς τέχνης) keine Reichtümer mehr +schöpfen und sich nicht mehr auf diese hin gegen die Römer empören +könnten[3139].“ + +Bereits ~Gibbon~, der 1776 sein großes Werk „Decline and Fall of the +Roman Empire“ vollendete, hob hervor[3140], und neuere Historiker, +bis zu gewissem Grade auch ~Kopp~[3141], stimmen ihm hierin zu, daß +~Suidas~ erst im 10. Jahrhundert schrieb und eine Bestätigung durch +Quellen aus diokletianischer Zeit fehlt, sowie daß die Begründung der +vom Kaiser befohlenen Maßregel wenig glaubhaft erscheine, weshalb +wohl die ganze Erzählung in das Reich der Fabel zu verweisen sei. +~Wiegleb~[3142], ~Schmieder~[3143] und auch wieder ~Berthelot~[3144] +nehmen an, es habe sich um Bücher metallurgischen Inhalts, etwa über +die ägyptischen Geheimverfahren zur Gewinnung und Aufbereitung des +Goldes und Silbers gehandelt (welches letztere aber in Ägypten niemals +bergmännisch gewonnen wurde!), und ~Kopp~ hält es ebenfalls nicht für +ausgeschlossen, daß κατασκευή als bergmännischer oder metallurgischer +Ausdruck anzusehen sei[3145], -- soferne man der so späten Darstellung +des ~Suidas~ überhaupt Vertrauen schenken wolle. In dieser Hinsicht +ist jedoch zu bemerken, -- und ~Kopp~ erörtert dies ausführlich[3146] +--, daß auch ~Johannes~ von ~Antiochia~, um 700, in seiner „Chronik“, +die zum Teil auf jener des ~Panodoros~ (um 400) fußen soll und von +der uns ~Constantin Porphyrogennetes~ (10. Jahrhundert) einen Auszug +erhalten hat, der Verbrennung der ägyptischen Bücher περὶ χημείας +ἀργύρου καὶ χρυσοῦ (über die Chemie des Silbers und Goldes) Erwähnung +tut; dieser Autor verwirft ferner die Deutung des goldenen Vließes +auf ein Fell, in dessen Zotten die Kolcher nach ~Strabon~ das feine +Flußgold auffingen, hält es vielmehr (wie nachher auch ~Suidas~ und +Andere) für eine Tierhaut, ein Pergament, mit der Anweisung „Gold +zu machen mittels der Chemie“ (διὰ χημείας), für ein verderbliches, +mit Fluch behaftetes Geschenk des ~Hermes~, gleich dem goldenen +Lamme des ~Atreus~ und ~Thyestes~ und dem goldenen Halsbande der +~Hermione~[3147]. Endlich gedenken des diokletianischen Befehles aber +auch die Akten des hl. ~Prokop~, die zwar in der heute vorliegenden +Gestalt dem 10. Jahrhundert entstammen, aller Wahrscheinlichkeit nach +aber bereits gegen 400 abgefaßt sind[3148]. Mangeln also auch ganz +bestimmte Beweise, so sprechen doch äußere Gründe nicht +gegen+ die +geschichtliche Wahrheit des Ereignisses, innere aber entschieden +für+ +sie. Daß dabei an Bücher über geheime bergmännische oder metallurgische +Verfahren zu denken sei, ist allerdings nicht anzunehmen, denn über +solche durfte überhaupt nicht geschrieben werden, und es fehlt jeder +Anhalt dafür, daß gegen dieses Verbot jemals gesündigt worden sei und +daß es Schriften solchen Inhaltes überhaupt gegeben habe. Dagegen +bestand um 300 tatsächlich bereits eine von den „Alten“ überkommene, +ausgedehnte alchemistische Litteratur, -- verfaßte doch um diese +Zeit ~Zosimos~ sein umfangreiches Werk, wie er ausdrücklich angibt, +unter Benützung aller seiner zahlreichen Vorgänger --, und daß deren +Gegenstand, also eben die „Chemie“, damals noch keinen Namen gehabt +hätte, ist nicht nur an sich äußerst unwahrscheinlich, sondern wird +dadurch widerlegt, daß die obengenannten Autoren und auch ~Zosimos~ +selbst (dieser allerdings an einer bestrittenen Stelle, s. weiter +unten) χημεία als bereits wohlbekannten Fachausdruck gebrauchen. Gerade +die Schriften des ~Zosimos~ bestätigen indessen, falls dies überhaupt +noch eines Beweises bedürfte, in welchem innigen Zusammenhange die +Chemie mit Mystik und Aberglauben, Magie und Astrologie stand[3149], +und schon ~Kopp~[3150] sowie ~Burckhardt~[3151] vermuteten daher, daß +~Diokletian~, der grausame Verfolger und Ausrotter aller ketzerischen +Irrlehren, der z. B. in der ganzen Provinz Afrika die Verbreiter des +Manichäismus aufgreifen und samt ihren Schriften verbrennen ließ[3152], +auch die +chemischen+ Bücher den magischen und abergläubischen +zugezählt und sie daraufhin gleichfalls der Vernichtung preisgegeben +habe. + +Indessen ist in dieser Hinsicht noch ein Umstand in Betracht zu +ziehen, dessen Bedeutung bisher anscheinend niemand genügend gewürdigt +hat, nämlich die Beziehung ~Diokletians~ zum römischen Münzwesen. +Nachdem dieses während der Bürgerkriege, gegen Ende der Republik, +nicht selten im argen gelegen hatte (s. z. B. die oben erwähnte „Lex +Cornelia de falsis“ von 81 v. Chr.), ließ die beginnende Kaiserzeit +ihm große Sorgfalt angedeihen, und ihre sämtlichen Goldstücke zeichnen +sich daher durch genaues Gewicht und hohe gleichmäßige Reinheit +aus[3153]; aber schon ~Nero~ (54-68) begann u. a. den silbernen +Denaren einen Zusatz von Kupfer zu geben[3154], und die Versuchung, +diesen zu erhöhen und bei anderen Münzen in ähnlicher Weise zu +verfahren, machte sich allmählich desto verführerischer geltend, +je weiter die politische und finanzielle Kraft des Reiches und die +Zuverlässigkeit seiner Verwaltung sank, und in je stärkerem Maße, als +Folge einer zuletzt fast wahnwitzigen Verschwendung, das Abströmen +des Gold- und Silber-Geldes nach dem Osten fortdauerte, hauptsächlich +nach den arabischen und indischen Stapelplätzen der orientalischen +Luxuswaren[3155]. Bereits zur Zeit ~Trajans~ (98-117) und ~Marc Aurels~ +(161-180) enthielten die Silbermünzen bedenkliche Mengen an Kupfer, +die Bronzemünzen an Zinn, Zink (10-15%, in Gestalt von Messing?) und +Blei, die Messingmünzen an Zinn und Blei[3156], und dieser Zustand +verschlechterte sich im Laufe des 2. Jahrhunderts immer weiter, wenn +auch nicht in regelmäßiger Weise[3157]. Im 3. Jahrhundert endlich +führte der Verfall der politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse +zunächst zu einer schweren Bedrängnis der Staatsfinanzen, und +schließlich „zum völligen Zusammenbruche“, „zu einer Art Bankerott“, +äußerlich hervortretend in einer raschen, bis dahin unerhörten +Verschlechterung der Legierungen und im fast gänzlichen Verschwinden +des guten Silbergeldes[3158]. Der ehemalige Silberdenar von etwa 99% +Silbergehalt und 50 Pfg. Geldwert enthielt schon unter ~Severus~ +(222-235) nur mehr etwa 50% und unter ~Aurelian~ (270-275) gar nur +mehr 4% Silber, so daß die Kaufkraft dieses sog. „Weißkupfers“, das +schon nach ganz kurzem Umlaufe seinen flüchtigen Silberglanz verlor +und nicht mehr vom Kupfer zu unterscheiden war, unter ~Severus~ auf +30, und unter ~Aurelian~ auf 1¼ Pfg. herabsank, also auf die des +Kupfers[3159]. Aber auch das Kupfergeld war infolge Bleizusatzes meist +entwertet, und die ohnehin schon immer seltener werdenden Goldstücke +wiesen derartige Mindergehalte (bis zu 50%) und so erhebliche und +unregelmäßige Untergewichte auf, daß selbst die öffentlichen Kassen +sie nicht mehr in Zahlung nahmen, vielmehr wie in ältester Zeit das +Silber und Gold +zugewogen+ verlangten[3160]. Eine wichtige Rolle bei +diesen Vorgängen, den Kennzeichen „wachsender allgemeiner Verarmung +und Verrohung“[3161], spielten zweifellos die Betrügereien und +Unterschleife der „monetarii“, des Münzstätten-Personals, das z. B. in +Rom den Versuch ~Aurelians~ zu einer mindestens teilweisen Reform durch +Erregung eines gefährlichen Aufstandes beantwortete, dessen blutige +Unterdrückung (274?) dem Kaiser nur mit großer Mühe gelang[3162]. +Erst ~Diokletian~ (284-305) erkannte in vollem Umfange die ungeheure +politische und wirtschaftliche Gefahr der Münzverschlechterung, und +zweifellos sollte sein Maximaltarif, der sichtlich allein den Vorteil +des Verbrauchers im Auge hat, in erster Linie das weitere Sinken des +Wertes der Silber-Scheidemünze verhindern und dadurch dem Soldaten +und Beamten wieder die Gewißheit sichern, für seinen Gehalt das zum +Leben Nötige an Ware und Handwerkerarbeit beschaffen und eine Familie +erhalten zu können[3163]. Zwecks schleunigster Herbeiführung geordneter +Zustände zog der Herrscher die schlechten Goldstücke aus dem Verkehr, +ließ Silber und Gold nach bestimmten und festen Gewichtseinheiten +ausprägen, schritt in schärfster Weise gegen die von ~Aurelian~ +fruchtlos bekämpfte Falschmünzerei ein und untersagte schließlich jede +Ausmünzung von Weißkupfer-Denaren[3164]. Diese Maßregeln, die der +Kaiser als höchst dringliche und unaufschiebbare mit allem Nachdruck +betrieb, verursachten in Alexandria, dessen Wohlstand ohnehin durch +die endlosen Kriege im Osten und durch andauernde Handelsstörungen +auf das schwerste gelitten hatte[3165], außerordentliche Erregung, +die nicht wenig zum Ausbruchs des gefährlichen Aufruhres von 296 +beitrug[3166]. Seit jeher nahm nämlich der weitaus größte Teil des nach +dem Orient abfließenden guten Silber- und Gold-Geldes seinen Weg über +Alexandria[3167], das eine solche Gelegenheit nicht ungenützt ließ, +ferner war die Stadt Sitz eines der größten Münzämter des römisches +Reiches, das von Anfang an kein Gold und in späterer Zeit auch kein +Kupfer mehr ausprägte, wohl aber große Massen silberner Scheidemünze, +namentlich 4-Drachmen-Stücke (στατήρ = Statér; Schekel), deren +Silbergehalt allmählich von 25 bis auf 4, ja bis auf 1,8% gesunken +war[3168]. Das Verbot, diese weiter in Umlauf zu setzen, und das +Einschreiten gegen die im ganzen römischen Reiche, vor allem aber in +Ägypten weitverbreitete private Falschmünzerei[3169] bedeutete also +für die Alexandriner einen gefährlichen Angriff auf Erwerbsquellen, +die sie unter ihre lohnendsten zählten, und dieser Umstand erklärt +zu einem guten Teile die Leidenschaft, mit der sich ein seit langem +unzufriedener und verhetzter Pöbel dem großen Aufstande von 296 +hingab; er macht aber auch die furchtbare Härte begreiflich, mit der +der Kaiser, gestört in der Ausführung eines seiner wichtigsten Pläne, +gerade in diesem Falle verfuhr, und wenn er die noch von ~Aurelian~ +geduldete ägyptische Münzstätte sofort völlig aufhob[3170] und +gleich den ketzerischen Büchern der Manichäer auch die chemischen +der Alexandriner aufsuchen und verbrennen ließ, so läßt sich ohne +weiteres vermuten, was er von der chemischen „Kunst“ und den durch sie +zu gewinnenden „Reichtümern“ hielt: in den von den „Alten“ verfaßten +Büchern erblickte er Anleitungen zur Falschmünzerei, und daß diese +tatsächlich, wie stets und allerorten so auch in Alexandria, mit +alchemistischen Bestrebungen enge verbunden war, beweist der „Papyrus +~Kenyon~“ des 3. Jahrhunderts[3171], der dem ~Demokritos~ ein bewährtes +Rezept zur Münzfälschung zuschreibt). Auch die oben angeführte Stelle +des ~Rufinus~ (245-310)[3172] über die heimliche Tätigkeit der nach +Kanopos geflüchteten alexandrinischen Zauberpriester erweckt ähnlichen +Verdacht, um so mehr, als schon unter ~Constantin dem Grossen~ +wiederum Weißkupfer-Geld (auch untergewichtiges) in Umlauf kam, +das seine Söhne für wertlos erklären, einziehen und durch besseres +ersetzen mußten[3173]; und doch war schon seit dem 3. Jahrhundert +die Verbrennung, die als schwerste Todesstrafe „ohne Unterschied des +Standes“ Hochverrat, Gotteslästerung, Blutschande, widernatürliche +Unzucht und Zauberei traf, auch auf Münzfälschung ausgedehnt +worden[3174]! + +Allem Dargelegten zufolge liegt also kein Grund vor, zu bezweifeln, daß +die von ~Suidas~ übermittelte, vielumstrittene Erzählung ihrem Kerne +nach richtig ist, und daß ~Diokletian~ in der χημεία (Chemie) das sah, +als was sie demgemäß auch ~Suidas~ noch definiert, eine seiner Meinung +nach den verwerflichsten Zwecken dienende Kunst der „Verfertigung +von Silber und Gold“. Aber diese Definition ist keine erschöpfende; +sie zeigt zwar, in welchem Lichte dem von einer ganz bestimmten +Anschauungsweise Erfüllten die Chemie +erschien+, was diese aber +war+, +und wie ihr Name, der in den Worten „Bücher über die Chemie des Goldes +und Silbers“ als ein schon ganz geläufiger vorausgesetzt wird, zu +erklären sei, darüber besagt sie nichts. Die tunliche Aufhellung dieser +Frage erfordert daher weitere Untersuchungen. + + + + +4. Herkunft des Namens Chemie. + + +Als eines der wichtigsten Zeugnisse für die frühe Verbreitung der +Chemie und ihres Namens ist die Tatsache zu betrachten, daß man +spätestens im 3. Jahrhundert bereits das Bedürfnis empfand, einen +„Heros epónymos“ (namengebenden Urheber) für sie zu suchen, und daß +sich ein solcher schon bei ~Zosimos~, also um 300 n. Chr., unter dem +sichtlich wohlbekannten Namen ~Chemes~, ~Chimes~, ~Chymes~ angeführt +und seither als hochgefeierter Schriftsteller, „Prophet“ und „erster +Chemiker“ gepriesen findet; wie in allen dergleichen Fällen wird auch +im vorliegenden der wahre Sachverhalt umgekehrt, d. h. der künstlich +ausgedachte Namen des Erfinders als das Ursprüngliche hingestellt, die +in Wirklichkeit allein vorhandene Kunst oder Wissenschaft aber als die +abgeleitete. + +~Zosimos~ spricht in dem seiner „Schwester“ ~Theosebeia~ gewidmeten +Buche „Imuth“ über eine (weiter unten noch näher zu erörternde) +hellenistische Sage, deren Gegenstand die Überlieferung gewisser +Geheimkünste durch gefallene Engel ist[3175], und berichtet, daß sie +erfolgte „durch das Buch χημεῦ (Chemeú), -- richtig χημοῦ (Chemú), +also durch das Buch des ~Chemes~--, „woher die Kunst χημεία (Chemeía) +heißt“[3176]. So lange diese Stelle nur aus einem Werke des Byzantiners +~Georgios Synkellos~ bekannt war, der im 9. Jahrhundert lebte, konnte +die Möglichkeit einer späteren Einschiebung nicht für ausgeschlossen +gelten[3177]. Sie findet sich aber auch schon in dem von ~Berthelot~ +veröffentlichten „syrischen Traktat“ [3178], der ursprünglich wohl im +5. oder 6. Jahrhundert niedergeschrieben ist[3179], und lautet dort +nach ~Diels~ in berichtigter Übersetzung, -- denn die bei ~Berthelot~ +gegebene ist mangelhaft --, „sie lasen die Schriften des ~Khumu~, und +daher wird die Khumia genannt“; hiernach sei anzunehmen, daß diese +beiden Worte in der griechischen Vorlage χυμοῦ (~Chymu~) und χυμεῖα +(Chymeia) lauteten[3180]. In den Handschriften des ~Zosimos~ kommt +auch, wie erwähnt, die Form ~Chymes~ neben ~Chemes~ und ~Chimes~ vor, +dagegen, soweit bekannt, nur Chemeia; nach ~Olympiodoros~ war es Χήμης +(~Chemes~), der (angeblich) dem ~Parmenides~ den Spruch ἕν καὶ πᾶν +(Hen kai pan) entlehnte und ihn durch die sich in den Schwanz beißende +ägyptische Schlange darstellte. Der byzantinische Chronist ~Kedrenos~ +endlich, ein unzuverlässiger und unkritischer Kompilator des 11. +Jahrhunderts, entnahm einer unbekannten Quelle etliche Worte über „die +Künste des Χείμης“ (~Cheimes~) und die „Betrügereien eines ἀνήρ τις +χιμευτής (chimeutés)“, las also nach ~Diels~ den Titel des „Urbuches“ +vermutlich Χήμα (Chéma)[3181]. + +~Zosimos~, und wohl schon der angebliche ~Hermes~, auf dessen „Physika“ +er sich beruft, bezeichnet als Urheber der Chemia als der Kunst, unedle +Metalle in edle zu verwandeln, die Priester Ägyptens und versetzt, +wie auch ein Zitat bei ~Stephanos~ von ~Alexandria~ bestätigt, die +erste Entstehung in die Urzeit dieses Landes, dessen nordägyptischen +Namen „Chemi“ er mit ~Noahs~ Sohn ~Cham~ in Verbindung bringt, weil +dieser der Vater des ~Mestrem~ (= Mizraïm = Ägypten = Chêmî) ist; +daraufhin identifiziert er ~Cham~ mit ~Chemes~ und erklärt die +Chemie als die Kunst dieses ~Chemes~, des ersten Chemikers[3182]. -- +Legenden-Bildungen solcher Art reichen weit zurück: Schon ~Clemens +Romanus~ (spätestens im 3. Jahrhundert) sagt, daß von ~Cham~, dem +Sohne ~Noahs~, ~Mestrem~ oder ~Mesraïm~ (Dual, = die beiden Ägypten) +abstamme, von dem die Babylonier, Perser und Ägypter herkommen, sowie +der Magier ~Nebrod~ (~Nimrod~), den er für die nämliche Person hält wie +~Zoroaster~[3183]. Nach ~Johannes Cassianos~, der im 4. Jahrhundert +schrieb, hatte ~Cham~, „der die Magie vererbte“, sie zur Zeit der +Sündflut ohne Wissen ~Noahs~ aufbewahrt und gerettet, indem er sie auf +Platten aus verschiedenen Metallen eingraben ließ, und tatsächlich war +noch um 200 n. Chr. in Ägypten ein Buch mystischen Inhaltes unter dem +Titel „Prophezeiungen des ~Cham~“ im Umlaufe[3184]. Endlich wird auch +erzählt, ~Noah~ habe die von ~Adam~ überkommenen Bücher der Magie, +sowie die magischen Schriften des ~Henoch~, in einem Winkel seiner +Arche verborgen, ~Cham~ habe sie aber entdeckt, gestohlen und später +seinem Sohne ~Misr~ geschenkt, der sie dann nach Misraïm = Ägypten +brachte[3185]. + +Derlei Phantasien gegenüber konnte schon ~Kopp~ mit Recht alle +Ableitungen der Chemie von ~Chemes~ und ~Cham~ als „Träumereien“ +bezeichnen[3186], und ~Hoffmann~ hinzufügen: „Nicht von ~Chimes~ rührt +die Benennung der Chemie her, vielmehr ist diese seine Mutter und +~Cham~ sein Vater“[3187]. Auch ist zu beachten, daß, entgegen früheren +Ansichten, ~Chemes~ oder ~Chimes~ kein ägyptischer oder hellenisierter +ägyptischer Eigenname war, denn die Hieroglyphe des Gottes von Koptos, +„der Stadt der Bergleute“, dem ~Ramses~ III. (um 1200 v. Chr.) auf +einer Stele der Goldbergwerke von Kuban in Nubien als „Herrn des +Gebirges und Schutzgott der Bergleute“ huldigt, ist nicht ~Chem~ zu +lesen[3188], sondern ~Min~[3189]. + +„Chemie“ ist aber, wie bereits der große Sprachforscher und Etymologe +~Pott~ in seiner einschlägigen Abhandlung hervorhob, auch kein +griechisches Sprachgut, vielmehr „ein aus dem Griechischen schlechthin +unerklärbares Fremdwort“[3190], und ~Hoffmann~ stimmt ihm hierin +bei[3191]. Der im späteren Griechischen so häufige Wechsel von η, ει, +υ und ι, der Übergang von η, ει und υ in ι (sog. Itacismus), sowie +die wachsende Vorliebe für diese „itacistische Gleichmacherei“[3192] +erzeugten oder begünstigten nach ~Kopp~[3193] und ~Pott~[3194] das +Vorkommen der Formen χημία, χημεία, χειμεία, χυμεία, χημαία, χημᾶ, +χείμη, χίμη; doch glaubt ~Pott~, „mit größter Zuversicht“ χημεία +(Chemeía) als die Ursprüngliche hinstellen zu dürfen, und auch +~Hoffmann~ versichert, daß die weitaus meisten der zahlreichen von +ihm durchforschten griechischen, syrischen und früharabischen Codices +vorwiegend, und manche griechische +nie+ anders schrieben als χημεία +oder χιμεία (Chimeía), während sich die Lesart χυμεία (Chymeía) erst in +späterer Zeit geltend machte[3195]. + +Versuche, im Gegensatze zu ~Potts~ Urteil „Chemie“ dennoch aus dem +Griechischen abzuleiten, waren schon in früherer Zeit unternommen +worden, wobei man zumeist auf die mit Schmelzung, Fluß, Guß u. dgl. +in Verbindung stehenden Worte χέω, χύω, χῦμα, χεῦμα zurückgriff, doch +hatten sowohl ~Kopp~[3196] wie ~Pott~[3197] und ~Gildemeister~[3198] +sie abgewiesen, und letzterer bemerkt ausdrücklich: „Nicht zu denken +ist an Gießen oder Schmelzen, was jetzt auch ganz aufgegeben ist.“ +Neuerdings erstand indes dieser Erklärungsweise in ~Stephanides~ +wiederum ein Fürsprecher: seiner Meinung nach hat man auszugehen von +„Chymes“ und „Chymeia“, „welcher Name der heiligen Kunst von χύμα +(Chýma) = Metallguß herkommt“. Laut ~Agatharchides~’ Bericht (um +150 v. Chr.) verbleibt nämlich beim Behandeln des echten Goldsandes +ψάμμος mit gewissen Zuschlägen schließlich „χρυσίου τὸ χύμα“ = „der +Guß (Chýma) des Goldes“, dessen Gewinnung nach ~Stephanides~ ein +altes Geheimnis der ägyptischen Priester war; diese hätten schon beim +Einbruche der Perser (525 v. Chr.) die Eroberer hierüber getäuscht, +indem sie aus Blei, aber auch aus Kupfer, Eisen und anderen gemeinen +Metallen oder οὐσίαι (die nicht durch die λίθοι, die unreinen Metalle +und Erze ersetzbar sind), im Zustande von χυτά (Chytá = Schmelzen), +vermöge eines vermittelnden Zusatzes, des „Steines der Weisen“, ein ++goldähnliches+ χύμα (Chýma) gewannen, so daß jene glaubten, die +gemeinen Metalle seien wirklich in Gold verwandelt worden. Demgemäß +sei Chyma das Stammwort von Chymeia, und diese ursprünglich die Kunst, +Gold und goldähnliche Legierungen herzustellen, wobei das Blei als +„Urmaterie“ erschien und wegen seiner Schwärze auch mit dem schwarzen +Boden Ägyptens und dem Nilschlamme verglichen wurde als der Quelle, aus +der alles Vorhandene entsteht; weiterhin sei aber der Name von dieser +altägyptischen Methode auch auf die neue, persische, durch ~Ostanes~ +vermittelte, übertragen worden, die darin bestand, die gemeinen Metalle +auf einer metallenen Platte, der κηροτακίς (Kerotakís), mit einem +φάρμακον (Phármakon, Mittel) zu erhitzen, durch das die Goldfarbe +hervorgebracht wird[3199]. + +Obwohl sich, vorwiegend wohl vom philologischen Standpunkte aus, kein +Geringerer als ~Diels~ ebenfalls dieser Ansicht anschloß und von +χύμα (Chýma), -- dessen vereinzeltes Vorkommen er noch in einer der +„Hippokratischen Schriften“ (3. Jahrhundert), in der „Septuaginta“ +und an einigen anderen Stellen nachwies --, zunächst χυμεύειν und +davon dann χυμεία, χύμευσις, χυμευτής, χυμευτικός, sowie Χύμης +(~Chymes~) ableiten will[3200], muß man jedoch feststellen, daß sie +der inneren Berechtigung durchaus ermangelt. Nirgendwo findet sich +bezeugt, oder auch nur erwähnt, daß die Goldgewinnung in der Wüste +von Priestern betrieben worden oder deren Geheimnis gewesen sei, +und demgemäß den Namen einer „heiligen, göttlichen Kunst“ (ἱερὰ, +θεία τέχνη) getragen habe; nirgends, daß die ägyptischen Priester +schon die persischen Eroberer, die ihnen überdies an metallurgischen +Kenntnissen weit überlegen waren, hinters Licht zu führen versuchten; +nirgends, daß sie in so früher Zeit Transmutationen angestellt, das +Blei als Urmetall betrachtet und einen „Stein der Weisen“ gekannt +hätten; nirgends endlich, daß die Perser Alchemie getrieben, und daß +die Benützung der Kerotakis eine persische, erst durch ~Ostanes~ (den +berüchtigten pseudepigraphischen Schriftsteller, Zauberpriester, +Propheten usf.) nach Ägypten gebrachte Methode gewesen sei[3201]. +Es ist ferner das Wort Chymeia „bei den Griechen nie anders als von +der +Metall-Verwandlung+ gebraucht worden“[3202], und zwar mit dem +bestimmten Nebensinne einer +betrügerischen+, der ihm auch bei den +Syrern, Arabern und allen Späteren unentwegt anhängen bleibt. Wenn +also, wie ~Diels~ erwähnt, einige Punkte der hellenistischen Erzählung +von der Überlieferung der Geheimkünste durch gefallene Engel, und +selbst die Definition des ~Suidas~, mit der Ableitung der Chemie von +χύμα nicht unvereinbar sind, wenn ferner in einer der Fassungen des +sog. „Steinbuches des ~Aristoteles~“ Kimija auch für die „Künste der +Metallgießer“ gebraucht wird[3203], usf., so ist dies nicht beweisend, +weil auch bei diesen Anlässen schon stillschweigend vorausgesetzt +oder offen erwähnt wird, daß es sich um nachahmende und betrügerische +Fälschung handle: niemals wird aber der „Chemiker“ als Erzgießer +angesehen und bezeichnet, oder dieser, etwa der χαλκοχύτης (Gießer des +Kupfers, des Erzes)[3204], als „Chemiker“. Endlich hebt auch ~Hoffmann~ +noch hervor, daß bei einer Ableitung des Wortes „Chemie“ von der +sehr seltenen Bezeichnung χύμα oder χεῦμα für in Barren gegossenes +Metall, wonach also χυμεία etwa die „Beschäftigung mit metallischen +Rohprodukten zwecks Goldbereitung“ wäre, eher der Namen χυματεία +(Chymateía) zu erwarten bliebe, analog der μεταλλεία (Metalleía = +Beschäftigung mit Metallen) des ~Suidas~[3205]. + +Außer der Herkunft des Ausdruckes Chemie von χέω oder χύμα wurde +seitens älterer Gelehrter auch der von χυμός (Chymós = Flüssigkeit, +Saft) in Betracht gezogen, im Sinne einer zur Verwandlung der Metalle +dienlichen Lösung; ~Kopp~[3206], ~Pott~[3207] und ~Diels~[3208] lehnten +sie ab, während ~Gildemeister~[3209] die Ansicht vertrat, χυμεία als +„transmutierende Substanz“ sei zwar bei den Griechen nicht, oder +doch nicht sicher nachweisbar, die Araber aber hätten sie von ihnen +als solche übernommen: bei ihnen sei die „Kîmijâ“ ursprünglich ein +χυμός (Chymós), ein +flüssiges+ Präparat, im Gegensatze zum ξήριον +(Xérion), dem +festen+ Streupulver, das, -- wie ~Fleischer~ schon 1836 +zeigte[3210] --, in Verbindung mit dem arabischen Artikel al, als +„Aliksîr“ dem „Elixîr“ den Namen gab; erst später bezeichne dann Iksîr +vorwiegend die transmutierende Substanz in beliebiger Form, Kîmijâ aber +nicht mehr das Präparat oder auch seine Verfertigung (ποίησις), sondern +die Wissenschaft als solche. ~Riess~ stimmt diesen Darlegungen zu[3211] +und vermutet, daß die Beinamen der chemischen Kunst, θεία und ἱερά (die +göttliche, die heilige), Übersetzungen ägyptischer Worte seien (wofür +jedoch nicht der geringste Anhaltspunkt vorliegt). ~Hoffmann~ indessen +erklärt die Annahme ~Gildemeisters~ für sachlich und sprachlich ganz +unmöglich: χημεία oder χιμεία, -- so ist die richtige, alte, dem +Namen Χήμης entsprechende Schreibweise, während χυμεία erst später +vorkommt[3212] --, tritt bei sämtlichen griechischen Autoren und deren +frühesten syrischen Übersetzern +niemals+ als der Name eines Präparates +auf, sondern allein als der einer Kunst und Wissenschaft, und überdies +haben in den chemischen Schriften χυμοί (Chymoí = Säfte) die übliche +Bedeutung der Säfte (humores) des menschlichen Körpers[3213], -- wie +denn auch z. B. bei ~Alchwarizmi~ (um 980) „Kimus“ = Chymus ist[3214] +und im „Steinbuche des ~Aristoteles~“ „Kîmûsât“ = Mischungen der Säfte, +Temperamente[3215]. Erst die Araber und jene späteren Syrer, die zum +Teil schon wieder aus arabischen Quellen schöpften, gebrauchen Kîmijâ +auch in dem von ~Gildemeister~ erwähnten Sinne[3216], aus dem dann +in mittelalterlichen Schriften „Kimia“ und „Alkimia“ nicht nur als +Bezeichnung von chemischen Präparaten, sondern selbst von Apparaten +und Gefäßen hervorgeht[3217]. Diese sämtlichen Bedeutungen sind +sekundär, und schon deshalb erscheint es ausgeschlossen, daß ihnen der +Name für das Primäre entlehnt worden sei, nämlich für die Kunst der +Umwandlung unedler und die Darstellung edler Metalle. + +Bereits ~Pott~ wies 1876 darauf hin, daß das lange î des arabischen +Kîmijâ auf itacistische Aussprache von χημεία oder χυμεία deute, so +daß das Wort wohl nicht unmittelbar als griechisches, sondern als +„auf fremdem Boden gewachsenes“ in das Arabische übergegangen sei; +seine Vermutung wurde durch spätere Forschungen bestätigt, und es +ist unumgänglich, deren Ergebnisse teilweise schon an dieser Stelle +vorauszunehmen. + +Die Araber lernten nach ~Reitzenstein~ die hermetische und +alchemistische Litteratur zweifellos zuerst gelegentlich der Eroberung +von Harrân kennen, und ihre ersten eigenen Nachbildungen entstanden +vermutlich in harranischen, also wesentlich syrischen Kreisen[3218]. +Die Syrer selbst trieben, der üblichen Annahme nach, mindestens +seit dem 6. Jahrhundert Chemie, wahrscheinlich aber, wie u. a. das +oben angeführte Zitat aus den Hymnen des hl. ~Ephraim~ ersehen +läßt, bereits seit dem 4., und besaßen eine ganze Reihe unmittelbar +aus dem Griechischen angefertigte Übersetzungen alchemistischer +Schriften, von denen nach ~Hoffmann~ noch zahlreiche (u. a. in London +und Cambridge) erhalten sind, -- leider, bis auf die wenigen von +~Berthelot~ benützten, in undurchforschtem Zustande[3219]. Aus ihnen, +aber auch schon aus inzwischen entstandenen arabischen Werken, schöpfte +u. a. ~Bar Bahlul~, der um 950 ein wichtiges syrisches Wörterbuch +verfaßte[3220]. Die Kimia bezeichnet er in diesem als die Wissenschaft +von den sieben Metallen und der Verwandlung ihrer Natur, von den +Arbeiten, die die unedlen und edlen Metalle sowie „Glas“ (= künstliche +Edelsteine?) betreffen, von der Herstellung des „philosophischen +Steines“ (Steines der Weisen), sowie von der künstlichen Darstellung +des Goldes und Silbers; einige glauben, „Kimia“ komme von „Kima“, +einer Bezeichnung der acht Sterne der Plejaden, und bedeute daher +eine „Arbeit mit acht Mischungen“, andere aber nennen sie „Kameleía“ +oder „Khemaléa“, d. i. χαμαιλέων, Chamäleon. Hierüber heißt es: „Die +‚Körper‘ (= οὐσίαι, gemeine Metalle) in ihrer Zusammensetzung (ἐν +συνθέσει) nennt man Chamäleon“[3221], und dieser Satz, den ~Hoffmann~ +nicht ganz richtig aufgefaßt hat, spielt darauf an, daß vermöge der +Kunst die (erst schwarze) metallische Schmelze ihre Farbe zu wechseln, +also zu Silber und Gold zu werden vermag, ohne doch ihr eigentliches +Wesen zu verändern, ganz so, wie das Chamäleon je nach den Umständen +alle Farben annehmen kann, dabei aber doch stets eines und dasselbe +bleibt[3222]. Vermutlich liegt übrigens der Benennung nicht nur +der Vergleich mit dieser Eidechsenart zugrunde, sondern auch eine +Anspielung auf ~Demokritos~, dem man eine „Chamäleon“ betitelte +Abhandlung zuschreibt, die aber zoologischen Inhaltes war und nicht +alchemistischen. + +Unter den älteren arabischen Autoren, die übrigens vielfach nur +arabisch schreibende Syrer oder Perser waren, erwähnt ~Abu Jussuf~ +(gest. 789) die Chemie schon als etwas Wohlbekanntes, indem er als +sprichwörtliche Redensarten anführt: „Wer die Kîmijâ sucht, ist +nicht sicher vor Verarmung“, und „Nicht zu erlangen ist Jugend durch +Schminke, Gesundheit durch Arznei, Vermögen durch Kîmijâ“[3223]. +Die Schriften der „Treuen Brüder“, die zwar erst im 10. Jahrhundert +abgefaßt sind, sich aber auf das engste weit älteren, den griechischen +Originalen noch ganz nahestehenden anschließen, berichten, daß viele +Salze in der Kîmijâ und von den Chemikern gebraucht werden[3224]; +bei ~Aldschahiz~ (gest. 869) und in einer alten, im Wörterbuche des +~Jaqut~ (1178-1229) angeführten Quelle heißt der Chemiker Alkimavi +oder Alkimijâ’î[3225]; der hervorragende Philosoph und Enzyklopädist +~Alkindi~ (gest. nach 870) richtete an den Khalifen ~Almuʿtadid~ +(813-842) einen Brief über die „Kîmijâ altabîch“ = „Nachahmung (oder +Fälschung) der Speisen“, schildernd die Kunst der Vortäuschung von +Eiern, Leber, Hirn, Fleisch u. dgl., ohne solche in Wirklichkeit mit +zu verwenden[3226]; nach ~Ibn Alfaqih~ (gest. 902) verlieh Allah +den Bewohnern Rûms (des oströmischen Reiches) u. a. das Wissen von +der Ausübung der Chemie, dortige „Philosophen“, die ein persischer +König gelegentlich schlecht behandelte, verbrannten aber, nachdem, +sie noch das für ihr eigenes ferneres Leben nötige Gold gemacht +hatten, ihre sämtlichen Bücher, so daß diese Kunst seither verloren +ging[3227]. Der berühmte Reisende und Schriftsteller ~Almasʿudi~ +(gest. 956) sagt: „Alkîmijâ ist das Werk der Darstellung von Gold, +Silber, Edelsteinen, Perlen und Elixir“[3228]; in den Erzählungen +„1001 Nacht“, deren arabische Quellen zum Teil bis ins 8. Jahrhundert +zurückgehen, ist „Chemie und natürliche Magie die Kunst, Silber und +Gold darzustellen“[3229]; nach ~Althaʿalibi~ (961-1038) erfand diese +Kunst ~Karun~ [d. i. der ~Korah~ der Bibel][3230], und noch bei +~Alakfani~ (auch ~Alansari~ oder ~Alsachawi~, gest. 1348) findet sich +die alte Definition angeführt „al Kîmijâ ist die Kunst, aus unedlen +Metallen Gold und Silber zu machen“[3231]. Über die Herkunft des ++Namens+ „Chemie“ blieben aber ebenso wie die Syrer auch die Araber +im unklaren: schon ~Alchwarizmi~ (um 980) glaubt, Alkîmijâ sei ein +arabisches Wort, komme von jakmî, dem Imperfektum des Zeitwortes kamâ, +bedeute „er verheimlichte, verhüllte, verschwieg“, und weise auf +eine Geheimwissenschaft hin[3232], ~Alakfani~ gar überliefert eine +Etymologie, die Kîmijâ in Zusammenhang mit dem hebräischen „Kîm-Jah“ +bringen will, angeblich = „wohltätiger als Gott“![3233] + +Aus allem Vorstehenden darf mit Sicherheit geschlossen werden, daß +„Chemie“ keinesfalls, wie man wegen der späten Erwähnungen bei +~Synkellos~ (9. Jahrhundert) oder ~Suidas~ (um 1000) noch bis in die +neueste Zeit hinein für möglich hielt, erst ein von den Byzantinern +gebrauchtes, ursprünglich vielleicht orientalisches Wort ist; χημεία +war vielmehr zweifellos schon bei den hellenistischen Alchemisten +gebräuchlich, ging, ~Potts~ Vermutung gemäß, aus ihren Schriften in +die der Syrer und zuerst wohl aus diesen in die der Araber über und +bedeutete die „Goldmacherei“, und zwar eine betrügerische. In letzterer +Hinsicht läßt sich als Parallele noch anführen, daß bei den Persern, +die ihre alchemistischen Kenntnisse gleichfalls den Syrern verdankten, +schon im 10. Jahrhundert ~Firdusi~ (= der Paradiesische), der Dichter +des gewaltigen „Königsbuches“ (Schah-Nameh), an einer Stelle dieses +Werkes sagt: „Sein Herz war voll Kîmijâ“, und damit meint „voll +Falschheit“[3234]. + +Stand aber der Ausdruck χημεία schon bei den hellenistischen +Alchemisten in Gebrauch und ist er nach ~Pott~ (und auch ~Hoffmann~) +„ein aus dem Griechischen schlechthin unerklärliches Fremdwort“, so +drängt sich auf die unabweisbare Frage nach seiner Herkunft schon von +vornherein als die wahrscheinliche Antwort +die+ auf: er stammt aus +dem Ägyptischen. Lehnt man diese Ableitung aus philologischen Gründen, +oder unter dem Hinweise, „daß ein Urwort Chemie in den Schriften +der griechischen Chemiker fehlt“, als eine „vergebliche“ unbedingt +ab[3235], so versperrt man den einzigen gangbaren Weg, der überhaupt +die Möglichkeit einer Lösung in Aussicht stellt und verzichtet auf +Verwertung der zwar wenigen, aber sehr wichtigen, weil unmittelbare +Anknüpfung gestattenden Zeugnisse. + +Unter diesen ist das beachtenswerteste das des ~Plutarch~, der im +33. Kapitel seiner Abhandlung über „Isis und Osiris“ sagt: „Die +weisen Priester Ägyptens nennen das meist schwarzerdige Ägypten +χημία (+Chemía+), so wie das Schwarze [die Pupille] im Auge[3236].“ +Tatsächlich lautet der hieroglyphische Name Ägyptens „Kême“ = +das Schwarzerdige, das Schwarzland[3237], und das nämliche Wort +charakterisiert auch den ägyptischen Einwohner = Mann des Schwarzlandes +(rem n kême)[3238], den „schwarzen Stein“ (ôner kem = dunklen +Granit)[3239], das „schwarze Kupfer“ (homt kem = Schwarzkupfer)[3240], +den „schwarzen Weihrauch“, der beim Gottesdienste nicht gebraucht +werden darf, weil er „aus der Pupille des [bösen Gottes] ~Seth~“ +stammen soll[3241] usf.; nichts zu tun hat es aber mit ~Cham~, dem +angeblichen Stammvater der afrikanischen Völker und daher auch der +Ägypter[3242]. Im Koptischen heißt Ägypten ebenfalls Kême oder Kêmi, +und im unterägyptischen, den Griechen wohlbekannten Dialekte χημι +(Chemi), kennzeichnend das „Schwarzland des Fruchtbodens“ im Gegensatze +zu „Dosret“, dem „Rotlande der Wüste“[3243]. Eine alte Inschrift nennt +Ägypten „das Auge des ~Osiris~, dessen Pupille ist der große [den +fruchtbaren schwarzen Schlamm herbeiführende] Strom, dessen Augenrund +sind die Berghänge des Ostens und Westens, und dessen Inhalt [= +Inneres] sind die Heiligtümer Ober- und Unter-Ägyptens“ [die ἄνω – καὶ +κάτω – χώρα][3244], und noch um 400 n. Chr. überliefert ~Horapollon~ +richtig in seinen „Hieroglyphika“: „Ägypten liegt inmitten des +Erdkreises (οἰκουμένη), wie die Pupille (κόρη, Kóre) im Auge[3245].“ + +~Pott~ war der Ansicht, daß von χημία = Ägypten, etwa unter Mitwirkung +wirklicher oder scheinbarer Analogien, ein Zeitwort χημεύειν oder +χιμεύειν (= sich nach ägyptischer Art beschäftigen) abgeleitet worden +sei, und von χιμεύειν, -- ähnlich wie von μαγεύειν (= sich magisch +beschäftigen) μαγευία und μαγεία (Magie) --, χημευία und χημεία, +χιμεία, χυμεία, Chemie); wie φυσικός, μαγικός, μεταλλικός den der +Physik, Magie, Metallbearbeitung Beflissenen, so würde hiernach χημικός +(oder χυμικός) den sich mit Chemie Abgebenden bedeuten, und vielleicht +auch χημεία die χημεία τέχνη, die „ägyptische Kunst“[3246]. + +Obwohl sich zugunsten dieser Hypothese anführen ließe, daß Abstrakta +auf -εία und -ία nicht selten ursprünglich weibliche Adjektiv-Formen +waren[3247], und daß „ägyptische Kunst“ oder „Kunst Ägyptens“ im Sinne +von „Chemie“ tatsächlich vorkommt (s. unten), so ist letzteres doch nur +in einigen wenigen, auf einen ganz bestimmten Sonderzweck abzielenden +Sätzen der Fall, während ein Zeitwort χιμεύω, sowie χημεία als +Eigenschaftswort überhaupt nicht nachgewiesen werden kann. Läßt sich +daher diese Seite der ~Pott~schen Vermutung nicht aufrechterhalten, +so erfordert doch die andere, die übrigens auch schon von ~Kopp~ +betont wurde[3248], desto größere Beachtung: Chemie ist der Name +eines „Verfahrens zur Bearbeitung eines Gegenstandes“ (~Kopp~), einer +„Beschäftigung“ (~Pott~). + +So kommt denn auch ~Hoffmann~[3249] im Verlaufe seiner Untersuchung, +die ~Reitzenstein~ mit Recht eine glänzende nennt, zum Schlusse, χημεία +(Chemeía, Chemie) bedeute, ebenso wie μαγεία (Mageía, Zauberei), +μεταλλεία (Metalleía, Metallurgie), ταριχεία (Taricheía, Pökelei) +u. dgl., eine +Tätigkeit+, eine +Beschäftigung+, und zwar entweder +„die eines N. N.“, oder „die mit einem X. X.“; das erstere, etwa +„Beschäftigung der Ägypter“, ist ausgeschlossen, schon weil der Name +ursprünglich von ägyptisch Sprechenden selbst herrühren muß und gerade +deshalb von den hellenistischen Schriftstellern nur selten gebraucht, +vielmehr wörtlich mit μέλαν (= chêmî = das Schwarze) übersetzt +wurde[3250]; es verbleibt also das zweite, die „Beschäftigung mit +dem Schwarzen“ (chêmî), und dieses kann kein anderes sein als das +„+schwarze Präparat+“, das das Alpha und Omega der Verwandlungskunst +bildete und zugleich deren innige Verquickung mit dem Mythus von +~Osiris~, dem „Schwarzen“, erklärt. + +Aus den Schriften der griechischen Alchemisten geht hervor, daß sie +als das Wesentliche der Metallverwandlung die „Färbung“ (βαφή, Baphé) +ansahen, durch die in letzter Linie die erwünschte „Weißung“ und +„Gilbung“ bewirkt wird; vorausgehen +muß+ ihr aber, als grundlegende +und unumgängliche Operation, die μέλανσις (Mélansis) oder μελάνωσις +(Melánosis) = „Schwärzung“, auch „große Beizung“, „große Einsalzung“ +(Tarichie, μεγάλη ταριχεία), „große Wäsche“, „große Fäulnis“ (Sépsis, +σῆψις), „große Fäule der ~Isis~“ usf. benannt[3251], deren Zweck es +ist, mittels einer „schwarzen Brühe“ aus allerlei Salzen, Essig, +Säften „heiliger“ Pflanzen und sonstigen Beimischungen, die unedlen +Metalle zunächst in den Zustand der Urmaterie oder „Materia prima“ +zurückzuführen, die zwar in sämtliche mögliche Substanzen wandelbar, +selbst aber formlos, eigenschaftslos, von chaotischem Dunkel, in +Schatten und Finsternis liegend ist[3252]. Als Ergebnis der richtig +ausgeführten Tarichie erhält man ein schwarzes Produkt, „schwarz wie +die Tinte der Schreiber“ (d. i. wie Ruß, der zu Tinte aufgeschlämmt +wird), unzählige Namen führend, bestehend aus dem gemeinsamen Urstoff +aller Metalle, also auch der edlen, in die es nunmehr durch weitere +Behandlung umgewandelt werden kann[3253]. Dies ist die Tinte des +~Hermes-Thot~, des „Schreibers des Himmels“ und „Herrn der vollkommenen +Schwärze“, nach dem Ägypten auch Hermochémios = Schwarzland des +~Hermes~ heißt[3254], die Tinte, mit der ~Kamephis~ (= ~Chnubis~, +~Chnum~), der Urvater der Götter, die ~Isis~ beehrte[3255], die +Schwärze, von der die hermetische Schrift „κόρη (Kóre) κόσμου“, sowie +(nach ~Olympiodoros~) auch ~Zosimos~ sagen: „sie ist die Pupille +(κόρη, Kóre) des Auges“, d. h. χημία (Chemía), das Schwarze, „sie ist +die himmlische Iris“, d. h. sie birgt wie der Regenbogen die bunten +Farben aller Metalle in sich, die man nur mehr aus ihr zu entwickeln +braucht[3256]; endlich ist sie auch das „Chamäleon“, das als Tier +[Chamaeleon vulgaris] seine ursprünglich schwarze Farbe in alle +möglichen bunten übergehen läßt[3257], und als Pflanze [Chamaeleon +niger = Carthamus corymbosus, Schirmsafflor?] seine eigentlich +schwarzen Blätter, je nach dem Standorte, in gelbe, blaue, grüne usf., +verwandeln soll[3258]. + +Weil unter den Metallen das „schwarze“, nämlich das gemeine +Schwarzblei, dieser „Schwärze“ am nächsten steht, ging nach ~Zosimos~ +die ursprüngliche Meinung der „Ägypter“ (= hellenistischen Chemiker) +dahin, es sei der Grundstoff aller οὐσίαι („Körper“ = Metalle); später +ließ man aber statt des Bleies auch „unser Blei“ (meist = metallisches +Antimon), Schwarzkupfer, Kupferblei oder irgendeine andere dunkle +Legierung als „Urmaterie“ gelten, und schließlich wurde als solche +das Quecksilber (äg. thrim) angesehen. Dies geschah vermutlich seit +der etwa im 4. Jahrhundert erfolgten Entdeckung der Destillation +des Quecksilbers, dessen „Pneuma“ man dem ~Hermes Logios~ oder +Psychopompos, dem sich durch das Weltall erstreckenden Naturgeiste, +zuordnete, während gleichzeitig das bisherige Metall des ~Hermes~, +das Zinn, auf den ~Zeus~ übertragen, und dessen Metall, das Elektron +(die Gold-Silber-Legierung), aus der Reihe der Planeten-Metalle für +immer gestrichen wurde[3259]. Wie der Geist des ~Hermes~ dem Kosmos im +allgemeinen, so lag nun der seines Metalles, der Quecksilber-Geist, +den Metallen im besonderen zugrunde, als ihre gemeinsame Seele, aber +auch als der ihre Verwandlung bewirkende Stoff, wobei, wie ~Hoffmann~ +sehr treffend sagt, „weniger an das Haben gedacht wurde, als an das +Soll“[3260]. In diesem Sinne riefen schon ~Pibêchios~ und mit ihm +andere Chemiker des 4. Jahrhunderts aus: „Alles ist Quecksilber!“, +„Alle Körper enthalten Quecksilber!“, und betrachteten dieses, seinem +silberweißen Metallglanze zum Trotze, -- vielleicht gestützt auf die +Theorie von den verborgenen, entgegengesetzten Eigenschaften, -- als +die mit der Urmaterie identische Schwärze; daher galt fortan, bis in +das späte Mittelalter hinein, das Dogma „Mercurius philosophorum est +nigredo perfecta“, „Das Quecksilber der Philosophen (= Chemiker) ist +die vollkommene Schwärze“ (die Schwärze in ihrer Vollkommenheit)[3261]. + +Wie ~Olympiodoros~ nach einer „Orakel des ~Apollon~“ genannten Schrift +übermittelt, hieß das der ταριχεια (Einsalzung, Einpökelung) in der +„schwarzen Brühe“ unterworfene schwarze Blei oder Kupfer-Blei auch +„Grab des ~Osiris~“: man verglich nämlich die in Leinen (πέταλον) +eingelegten und mit leinenen Binden (καιρίαις, κειρίαις) umwundenen, +eingebeizten schwarzen Rohmetalle mit der gleichfalls in Leinen +gehüllten, mit Leinenbinden umwickelten, einbalsamierten Leiche des +„schwarzen“ ~Osiris~, von der allein noch das Haupt des Toten (caput +mortuum) zu sehen ist[3262], -- daher denn der Ausdruck „Präparation +des Kopfes“ schon den alten Alchemisten völlig geläufig war[3263]. +Demgemäß nennt auch ~Zosimos~ die chemisch behandelten Mineralien +„καιρικὰς ψάμμους“ = „eingebündelte Sande“, und Leute, die mit +Erfolg chemisch tätig sind, „καιρικὰς εὐτυχοῦντας“ = „die mit dem +Eingebündelten Glück haben“; es sind eben die vorgerichteten Präparate +Mumien, die Chemiker Priester, die den toten Leib einbalsamieren, +~Hermes-Thot~ und ~Anubis~ aber, die Götter der Toten-Konservierung, +zugleich auch Meister der chemischen Wissenschaft[3264]. Dieser +gelten wie die natürlichen Metalle so auch die künstlichen chemischen +Präparate für Verkörperungen und Erscheinungsweisen der Götter, daher +die „vollkommene Schwärze“ für eine solche des „schwarzen ~Osiris~“, +und diese Art der Anschauung ist es, die ~Demokritos~ und andere +alchemistische Schriftsteller im Sinne haben, wenn sie von μυστικὴ +χημεία (mystische Chemie, Mysterien der Chemie) sprechen[3265]. Weil +aber nach neuplatonischer Theorie auch die Priester Verkörperungen +ihrer Götter darstellen, so erscheinen unter Umständen auch sie als +Personifikationen der Metalle und der metallverwandelnden Mittel +und tragen zuweilen auch entsprechend ausgedachte Namen: ~Komarios~ +(in den Schriften der ~Kleopatra~) leitet sich von dem vieldeutigen +Mineral und Präparat Komaris ab, ~Neilos~ vom Nil, „der Flut der +schwarzen Brühe“, ~Amnael~ (im Briefe der ~Isis~ an ~Horos~) ist der +Geist des „weißenden“ Quecksilbers, und betreff des „Propheten“ (= +Priesters) ~Chemes~ überliefert ~Stephanos~ von ~Alexandria~ den die +Arbeit der Transmutation begleitenden Ausruf: „Kämpfe Kupfer, kämpfe +Quecksilber!“, aber auch „Kämpfe Kupfer, hilf Chemoi!“ (richtig: +χήμι oder χημῆ), wobei also ~Chemes~ unmittelbar mit dem Quecksilber +identifiziert wird[3266]. + +Aus der hellenistischen Gleichsetzung des ~Osiris~ mit ~Pan~ erklärt +sich der bei ~Stephanos~ von ~Alexandria~ auf die Transmutation +bezogene Spruch: „Gefunden ist der große Pan, der seit Begründung +Ägyptens gesucht wird“, denn in Wirklichkeit ist dies der +Freudenruf der Priester und des Volkes am Festtage der Auffindung +des ~Osiris~[3267]. Aus der Gleichsetzung des ~Osiris~ mit der +„vollkommenen Schwärze“ ergibt sich ferner die Deutung der schon +weiter oben angeführten ~Osiris~-Statue, über die u. a. ~Athenodoros~, +~Rufinus~, sowie eine Inschrift des Tempels zu Tentyra berichten: nach +ersteren enthält sie sämtliche Metalle und Edelsteine, zusammengeknetet +zu einer tief dunkelblauen oder schwärzlichen Masse, nach letzterer +verfertigt man die Statue des „unterirdischen ~Osiris~“ aus einer +Mischung von 24 Mineralien, nebst allerlei Pflanzensäften; dies ist +der nach ~Plutarch~[3268] vom Feuer des ~Typhon~ getötete „schwarze +~Osiris~“, alle buntfarbigen Gesteine und Erze in sich bergend, das +mineralische „ἕν καὶ πᾶν“ (Alles in Einem). Von ~Osiris~ aus wurde +diese Vorstellung auf ~Serapis~ übertragen und von diesem wieder durch +die Ssabier auf ~Hermes~, dessen Statue daher bei ihnen (wie schon oben +erwähnt wurde) aus sämtlichen Metallen nebst einem mit Quecksilber +gefüllten Porzellangefäße bestehen soll[3269]. + +Das zur „Wiederbelebung der Schwärze“, d. h. zu ihrer Umwandlung in +Gold oder Silber dienende ὕδωρ θεῖον (Hýdor theíon) ist ursprünglich +jenes ὕδωρ θεῖον καὶ ἄθικτον, jenes „heilige, gesegnete, unberührbare“ +mystische „Wasser des Lebens“, das ~Osiris~ den Seelen der +Abgeschiedenen als Trank der Läuterung und Erhaltung darreicht, mit +dem ~Isis~ die Leiche des ~Osiris~ oder auch des ~Horos~ wiederbelebt, +das Weihwasser, das, dem „Briefe der ~Isis~ an ~Horos~“ gemäß, der +Hohepriester ~Amnael~ auf dem Haupte trägt, und das gegen Ende +der ~Isis~-Mysterien der diensttuende „Prophet“ vor der Gemeinde +emporhebt, -- womit wieder die schon bei ~Demokritos~ auftretende +allegorische Bezeichnung der Sublimation und Destillation als „Erhebung +des Wassers“, „Erhebung der Wolke“, zusammenhängt. Späterhin wird, +anknüpfend an den Doppelsinn von θεῖον (göttlich, aber auch schweflig), +das ὕδωρ θεῖον zum „schwefligen Wasser“ oder „Wasser des Schwefels“, +sei es weil zu seiner Darstellung Schwefel diente, sei es weil die +gelbe Farbe der Lösung, der Schmelze, oder des Schwefels selbst, eine +Beziehung zu der des Goldes ergab, so wie die weiße des Quecksilbers +zu jener des Silbers[3270]. Zuletzt stellt das vieldeutige ὕδωρ +θεῖον einen Sammelnamen für alle verwandelnden Präparate dar, umfaßt +(sozusagen als seine gemeinsamen Derivate) die zu Gold wie zu Silber +transmutierenden, und wird deshalb mit dargestellt durch das Symbol des +„weißenden, wandelbaren, beweglichen, giftigen Quecksilber-Geistes“: +dieses ist die Schlange, die ihren eigenen Schweif verschlingt, die +Schlange ~Agathodaimons~, des Schutzpatrons ganz Ägyptens, weshalb sie +als Hauptschmuck die beiden Kronen Ober- und Unter-Ägyptens trägt, die +weiße und rote, die gleichzeitig auf Silber und Gold anspielen. Sie +ist aber ferner auch das hieroglyphische Zeichen für das Weltganze, +das „Alles in Einem“ umfaßt, sodann wieder der schreckliche „Drachen +~Uroboros~“ (οὐροβόρος δράκων) und der verderbliche Dämon ~Ophiuchos~ +(δαίμων Ὀφιοῦχος des ~Zosimos~), und endlich, wegen der Ähnlichkeit +ihrer Form mit jener der eigentümlich gestalteten Kopf-Bildung und +-Bedeckung des Gottes ~Chnum~, auch noch der Gott ~Chnubis~, ~Knuph~, +~Kneph~; der nämlichen Ähnlichkeit wegen heißt der Deckel eines +Sublimations- oder Destillations-Gefäßes ἄμπυξ κνούφιον, „knuphischer +Deckel“, „Deckel des ~Knuph~“, „Tempel des ~Knuph~“[3271]. + +Indem man schließlich die „schwarze Brühe“ mit dem dunkeln +Menstrualblute des Mutterschosses verglich[3272], das als das +eine+ +(mütterliche) Substrat des Fötus galt, -- das +zweite+ (väterliche) +war das belebende Pneuma des Samens --, ließ man aus ihr beim großen +Werke, „das durchaus den Charakter einer Schwangerschaft trägt“, den +neugezeugten Körper auch als Menschlein, Homunculus, ἀνθρωπάριον, +hervorgehen, das sich zum Kupfer-, Silber-, Asem- und Gold-Menschen +auswächst, -- wobei möglicherweise der Mythus von ~Horos~, als dem +Sonnen- (= Gold-) Kinde, mit herangezogen wurde[3273]. + +Nach den Schriften des ~Hermes~ erfolgt die „große Taricheia“ am besten +zu einer ganz bestimmten Jahreszeit, und zwar sind die angegebenen +Monate gerade die, während derer die Dürre des ~Typhon~ den niedrigsten +Stand des Nils bedingt, der getötete ~Osiris~ in der Unterwelt ruht, +sein goldenes Rind mit einem schwarzen Mantel bekleidet[3274], und die +„Milch der schwarzen Kuh“ geopfert wird, die, falls kein sog. Deckname +vorliegt, auch einen Bestandteil der „schwarzen Brühe“ bildete[3275]; +davon, daß gerade diese Zeit auch der als „Etesien“ bekannten kühlen +Nordwinde ermangelt, soll nach ~Hoffmann~ das schwarze Präparat die +Beinamen „etesische Schwärze“, „etesische Wolke“, „etesischer Stein“ +empfangen haben. Diese Erklärung ist indessen wenig wahrscheinlich, +schon weil während des weitaus größten Teiles des Jahres die Etesien +überhaupt ruhen; diese vom schwarzen Meere herkommenden nördlichen +Winde, eine Art „sommerlicher Nordostpassate des Ägaeis“[3276], +treffen nur ein einziges Mal jährlich, gegen Anfang des Sommers und +der Nilschwelle, in Ägypten ein, verbreiten dort angenehme Kühle und +dem Gedeihen der Pflanzenwelt förderliche Feuchtigkeit und halten mit +hoher, wenn auch nicht unbedingter Beständigkeit 40 Tage an[3277]. +Die Zahl 40 ist aber eine der ältesten „großen“ Zahlen, die schon bei +den Babyloniern einem der Hauptgötter, dem ~Ea~, heilig war[3278] +und auch während der hellenistischen Zeit nie an ihrer Wichtigkeit +einbüßte[3279], die in erster Linie daher rührt, daß der Fötus im +Mutterleibe nach 40 Tagen menschliche Gestalt erhalten[3280] und +binnen 7 Abschnitten zu 40 Tagen = 280 Tagen = 10 (Mond-) Monaten +seine Entwicklung vollenden soll[3281], weshalb denn 40 Tage für die +allgemeine Frist der Reife und Vollendung gelten, umgekehrt aber auch +für die der Auflösung und Verwesung[3282]. Wenn also der „etesische +Stein“, -- der übrigens bei ~Plinius~ ein wirklicher, dem schwarzen +Basalt verwandter, zu Mörsern für Salben und Arzneien vortrefflich +geeigneter Stein ist[3283] --, als gleichbedeutend mit der vollkommenen +Schwärze angesehen wurde, so geschah das wohl deshalb, weil Eintritt +der Etesien, Beginn der Nilschwelle, Neuentfaltung der Vegetation und +Auferstehung des toten ~Osiris~ auf das Engste zusammenhingen, und weil +das befruchtende Pneuma der Etesien auch die Entwicklung des Fötus beim +„großen Werke“ fördern sollte, dessen Dauer in der Regel ebenfalls auf +40 Tage angegeben wird. Mitgespielt mag aber dabei noch die u. a. von +~Theophrast~ erwähnte Sage haben, daß in Baktrien zur Zeit der Etesien, +wenn die Winde den Wüstensand auseinander wehen, Edelsteine und Perlen +bloßgelegt werden, die man von Berittenen einsammeln lasse[3284]; +Perlen betrachtet ~Theophrast~ bekanntlich als eine Art der Edelsteine, +und ihre Namen μαργαρίτης (Margarítes), μαργαρίς (Margarís), μάργαρον +(Márgaron) leiten die einen vom babylonischen Margalitu = „Kind des +Meeres“ ab[3285], die anderen aber vom altindischen Mangara (manǵara, +manǵari) = „Blütenköpfchen“[3286]. + +Allem Dargelegten zufolge rechtfertigt die ~Hoffmann~sche Erklärung +in jeder Hinsicht die Bezeichnung einer „glänzenden“, die ihr +~Reitzenstein~ gab; vereinzelt erhobene Einwendungen, wie die +von ~Riess~[3287] (die Schwärzung, μελάνωσις, sei bloß eine +der erforderlichen Operationen; die Fabeleien des ~Zosimos~ bei +~Synkellos~ wären christlich beeinflußt usf.), sowie die schon durch +~Rhousopoulos~[3288] zurückgewiesenen einiger anderer Forscher, sind +nicht als ausschlaggebend anzuerkennen, und die Deutung, „Chemeia“ sei +die Beschäftigung mit dem „Chêmî“, dem schwarzen Präparat, übertrifft +jedenfalls alle bisher bekannt gewordenen an Wahrscheinlichkeit, +an Anschaulichkeit, sowie an Fülle der durch sie erschlossenen +Beziehungen[3289]. + + —————————— + +Mit diesem Namen ihrer +Kunst+ brachten nach ~Hoffmann~ die Chemiker +erst nachträglich den anklingenden des +Landes+, niederägyptisch Chêmi, +zusammen, um hiernach Chemie auch als eine uralte und eigentlich +„ägyptische“ Kunst hinstellen zu können. In diesem Sinne redet z. B. +~Demokritos~ im „Schreiben an ~Leukippos~“ von „dieser ägyptischen +Kunst“ und der „Brief der ~Isis~ an ~Horos~“ von der „heiligen Kunst +Ägyptens“; ein chemisches Lehrbuch des ~Theophilos~ (2. Jahrhundert?) +heißt nach ~Olympiodoros~ „Gold-Bergwerke der Landesbeschreibung“, +sagt aber nicht offen, +wie+ man Gold macht, sondern umschreibt dies +durch die Angabe +wo+ man es im „Lande“ (Chêmî = Ägypten) findet: „die +‚alten‘ Ägypter betrieben unzählige ‚Goldgruben‘, stellten sie als +Heiligtümer dar, bestimmten ihre Lage nach den vier Himmelsgegenden, +zuteilend dem Osten und Westen die weißen und gelben Wesen (οὐσία, +Usía), denn an der östlichen und westlichen Pforte der Tempel findet +man den weißen und gelben Sand (ψάμμος); gräbt man drei Ellen tief, +so stößt man zuerst auf das Schwarze, bei weiterem Graben aber +zeigen sich hellere Schichten und Bänder, schließlich weiße und +zuletzt gelbe (= goldene), und dies ist das Geheimnis der libyschen +Goldgruben“[3290]. Die nämliche Allegorie der Schwärzung, Weißung und +Gilbung, die hier ganz offenbar zutage tritt, äußert sich auch in der +Angabe, Gold finde sich beim (~Isis~-) Tempel in Terenuthis, von dem +~Isis~ an ~Horos~ schreibt, daß man dort „geheimnisvoll ausübe die +heilige Kunst Ägyptens“, wobei Αἰγύπτου für Chêmi steht, also die Kunst +„τῆς Αἰγύπτου“ für die „τῆς χημίας“, d. i. die der Chemie. Demgemäß +betrachtet auch das sog. „Chemische Wörterbuch“, das sich den ältesten +Sammlungen der alchemistischen Schriften beigefügt findet, Terenuthis +als ein +Präparat+ und nennt es auch Chrysokolla (eigentlich: Goldlot) +oder ὠίτης λίθος, wörtlich den Stein (das Feste) der Eier, d. i. der +als gelbe Kugel erhärtete Eidotter, aus dem ~Ptah~, der Vater des +~Imuthes~ (~Imhotep~) entsprang, der aber nach Gestalt und Farbe auch +ein Symbol der Sonne sowie des Goldes und deshalb wieder ein wichtiger +Bestandteil zahlreicher alchemistischer Rezepte ist[3291]. + +In dem nämlichen angedeuteten Sinne bewegen sich endlich die Versuche, +den Namen der „ägyptischen Kunst“ mit ~Cham~, dem Vater des ~Mestrem~, +in Zusammenhang zu bringen, und zwar durch Identifizierung ~Chams~ +mit dem „ersten Chemiker“ ~Chemes~[3292]. Diese Versuche, über die +=Zosimos= berichtet, und mit denen auch die oben angeführte, an ~Cham~ +anklingende Bezeichnung „Chamäleon“ für Chemie mit in Verbindung stehen +mag, sind beachtenswert und auffällig: die Chemie war anfänglich +die heilige und göttliche Kunst (ἱερὰ, θεία τέχνη), das große Werk +(μέγα ἔργον), das große Mysterium (μυστήριον), die Kunst des Färbens +(βαφικὴ τέχνη) und des Goldmachens (χρυσοποιία), die Kunst der Weisen +oder „Philosophen“ d. h. der Sachverständigen und Techniker (τέχνη +τῶν φιλοσόφων, τῆς φιλοσοφίας), deren „Stein der Weisen“ (λίθος τῶν +φιλοσόφων, τῆς φιλοσοφίας) als „κιννάβαρι τῶν φιλοσόφων“ (Zinnober der +Philosophen = Gold) schon den alten Quellen des ~Zosimos~ wohlbekannt +ist. Woher rührt nun das Bestreben, sie nachträglich mit dem biblischen +~Cham~ in Verbindung zu setzen, sowie mit dem angeblichen ~Chemes~ oder +~Chimes~, dessen Eigenname in Ägypten sonst weder in einheimischer noch +in hellenisierter Form bekannt und gebräuchlich ist? + +Zur Beantwortung dieser Frage ist in Betracht zu ziehen, daß ~Zosimos~ +einen erheblichen Teil seiner Weisheit nicht nur aus ägyptischen +und persischen, sondern vor allem aus +jüdisch+-hellenistischen +Pseudepigraphen schöpfte, und daß in Ägypten, wie schon wiederholt +angeführt, neben den Griechen gerade die Juden pseudepigraphische +Schriften aller Richtungen in rein geschäftsmäßiger Weise +„fabrizierten“. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist daher die Ableitung +der Chemie von ~Cham~, dessen Gleichsetzung mit ~Chemes~, sowie die +ganze Erfindung der Gestalt dieses ~Chemes~ (~Chimes~, ~Chimas~; +~Kimas~ der Araber) als Chemikers, Propheten, Schriftstellers usf., +spezifisch +jüdisch+-hellenistischer Herkunft: weil die ägyptischen +Priester ihre Geheimwissenschaft durch Mitteilung zwischen Gottheit +und Priester, Lehrer und Schüler, Vater und Sohn überliefern ließen, +so wird dies betreff der Chemie genau nachgeahmt und ihre Kenntnis von +~Adam~ her u. a. über ~Seth~, ~Henoch~, ~Noah~, ~Cham~ (= ~Chemes~), +~Abraham~, ~Josef~, ~Moses~, ~Aaron~, ~Salomon~, ~Esra~ usf. bis auf +die Alchemistin ~Maria~, die sich ausdrücklich als Jüdin bezeichnet, +und weiter bis auf die Gegenwart herabgeleitet[3293]. + +Diese Annahme setzt offenbar sehr tiefgehende jüdische Einflüsse +voraus, solche sind aber auch tatsächlich nachweisbar und lassen +erkennen, daß die Juden Ägyptens und besonders Alexandrias, wie auf +zahlreichen verwandten Gebieten, z. B. dem der Magie[3294] und der +Dämonologie[3295], so auch auf dem der Chemie und ihrer Litteratur +mit regem Eifer tätig waren. So z. B. berichten ~Zosimos~ und +~Olympiodoros~, daß die Ägypter außer ihren Landsleuten allein den +Juden gestattet hätten, die Chemie zu erlernen, zu lehren und zu +beschreiben, so daß sie nur diesen noch bekannt war und nur durch +sie Anderen bekannt gemacht werden konnte[3296]; es bedarf keines +Wortes darüber, daß eine derartige Behauptung gänzlich aus der Luft +gegriffen und nur hinterher ausgesonnen ist, um, unter Berufung auf +das Ansehen der „Alten“, die Bedenken eines im übrigen ungebildeten +und urteilslosen Leserkreises mit gehörigem Erfolge zu beschwichtigen. +Nach ~Zosimos~ findet man die „rechten Lehren“ über das große Werk, +sowie alles Nähere über die zu ihm erforderlichen neun Bestandteile +in den „jüdischen Schriften“ und den „Büchern der Juden“[3297]. Nach +~Olympiodoros~ schuf schon Gott als rote Erde (später = Schwefel, +Feuer, Seele) den ~Adam~, als weiße Erde (später = Quecksilber, +Urmaterie, Geist) aber die ~Eva~, -- aus deren Vereinigung Zinnober = +Gold hervorgeht[3298] --, und offenbarte einigen Würdigen, wie ~Adam~, +~Moses~ und ~Aaron~ das große Werk[3299]; im Gegensatze hierzu läßt +~Hermes~ es zuerst von Dämonen verkündigt und dann durch ~Adam~, +~Henoch~, ~Abraham~, ~Josef~ und ~Moses~ weiter übermittelt werden, +also durch Autoritäten, die man, wie in so manchen ähnlichen Fällen, +als Gebilde reiner Willkür anzusehen hat[3300]. Da schon gegen Ende +der Ptolemäerzeit ~Hermes~ oder ~Hermes-Thot~ auch mit dem angeblichen +Perser ~Ostanes~ identifiziert wurde, so bildeten diejenigen Juden, +„die sich mit ~Ostanes~ persisch gebärdeten“, die Beziehungen zwischen +dem großen Werke und den Mysterien des „ägyptischen“ ~Osiris~ nicht +nur auf Grund ihrer eigenen religiösen Traditionen nach, sondern auch +gemäß jenen der ~Mithras~-Verehrung[3301], -- woraus sich mancherlei +absonderliche Vermengungen der Kultformen erklären: ~Maria~ z. B. gibt +sich als strenge Jüdin und sagt: „Berühre nicht den philosophischen +Stein mit deinen Händen, denn du gehörst nicht zu unserem Volke, +du bist nicht vom Stamme des Abraham“, will aber zugleich auch +unmittelbare Schülerin des persischen Oberpriesters ~Ostanes~ sein, +der zeitweilig auch wieder den Charakter des jüdischen Hohenpriesters +annimmt, wie ihn auch ~Amnael~ trägt, obwohl er im „Briefe der ~Isis~ +an ~Horos~“ als Oberpriester eines ägyptischen Isis-Tempels bezeichnet +wird. Starke Spuren jüdischen Geistes und jüdisch-monotheistischer +Anschauung machen sich bei ~Pseudo-Moses~ geltend[3302], desgleichen +bei ~Zosimos~, wo er vom großen Werke und seiner Ausübung in den +Tempeln des ~Hephaistos-Ptah~ redet[3303], ebenso in der Abhandlung +„Synagoge (= Versammlung) der Philosophen“[3304], und ferner in +den Berichten über ~Salomon~, der das Elektron erfand[3305] und +nach ~Zosimos~ in daraus geformten Flaschen die sieben bösen +Planeten-Dämonen bannte und einsiegelte, der treffliche Rezepte zur +Anfertigung des Silbers binnen 40 Tagen und zum Machen des Goldes +ausarbeitete[3306], zudem noch die Ameisen für sich Gold graben ließ, +Zauberbücher „gleich denen der Essäer“ verfaßte oder doch besaß und +seine Kenntnisse der Geheimwissenschaften in mystischen Schriften voll +unergründlichen Tiefsinnes niederlegte. Jüdische Einflüsse treten (wie +leicht begreiflich) auch hervor: in der sog. „Weisheit ~Salomonis~“; +in den vorgeblichen „Oden ~Salomons~“; in Teilen der „Sibyllinischen +Orakel“; in den spärlichen Resten der „heiligen Bücher“ (ἱεραὶ +βίβλοι) jüdisch-gnostischer und hellenisierter jüdisch-ägyptischer +Kultgemeinden, des sog. „8. Buches ~Mosis~“ u. dgl.[3307]; ferner in +Schriften verwandten, namentlich auch hermetischen Charakters, die sich +gelegentlich auf ~Abraham~, ~Isaak~ und ~Jakob~, oder auf ~Moses~, +~Mirjam~, ~Henoch~, ~Baruch~, ~Salomon~ und ~Esra~ berufen[3308], vom +Herrn der Cherubim und der Heiligtümer Jerusalems sprechen[3309] und +Eisen oder Stahl als „βαλλαθά (Ballathá) der Juden“ erwähnen[3310]. +Endlich bleibt auch anzuführen, daß nach ~Zosimos~ Alchemie außer in +Ägypten noch in Cypern und Thrazien erfolgreich betrieben wird, also +gerade in jenen Ländern, die gleichfalls eine besonders zahlreiche +jüdische Bevölkerung besaßen[3311]. Auf derlei Umstände hin, die ihm +allerdings nur recht unvollkommen bekannt waren, gelangte schon vor +etwa 150 Jahren der gelehrte ~De Pauw~ zu dem für die damalige Zeit +sehr überraschenden (und nur teilweise richtigen) Schlusse, Schöpfer +der Alchemie seien die Juden gewesen, die sie einerseits ägyptischen +und persischen Priestern zugeschrieben hätten, andererseits jüdischen +Weibern[3312]. + +Unter diesen Weibern sind jedoch nicht etwa die Chemikerinnen +~Maria~ und ~Kleopatra~ zu verstehen, vielmehr spielen jene für die +Anschauungen über die Herkunft der Chemie sehr bezeichnenden Worte auf +eine merkwürdige und schon weiter oben mehrfach gestreifte Sage an: +die der Übermittlung der Chemie an die Menschen durch Dämonen[3313]. +Die jüdisch-hellenistischen Kreise, die schon bald nach Beginn der +ptolemäischen Zeit alttestamentliche, ägyptische, orientalische und +griechische Traditionen synkretistisch zu vereinigen trachteten, +führten nämlich den Ursprung der für sie mit Priestertum und Magie +zusammenhängenden „heidnischen Wissenschaften“, zu denen sie neben +Astronomie und Astrologie u. a. auch Metallkunde und Kosmetik zählten, +auf jenen Umgang der Göttersöhne mit den Menschentöchtern zurück, +den die Bibel noch vor Eintritt der Sündflut stattfinden läßt[3314], +-- unter Bewahrung eines dürftigen Restes jener alten Mythen, die +im übrigen bei ihrer Redaktion durch den sog. Jahvisten (etwa im +9. Jahrhundert v. Chr.) fast gänzlich ausgetilgt wurden[3315]. Den +„Göttersöhnen“ oder Dämonen (δαίμονες) kommt selbst göttliche oder +engelhafte Natur zu, und sie dürfen nicht etwa als von Göttern Gezeugte +gedacht werden, wie es die ungenaue ~Luther~sche Übersetzung „Kinder +Gottes“ nahelegt[3316]; Dämonen aber heißen sie, weil sie +gefallene+ +Engel sind, „gestürzte Sterngeister“, ἀντίθεοι (= Widersacher der +Gottheit)[3317]. Die Erzählungen von dem Falle der Engel durch ihre +Verbindung mit den Menschentöchtern und von den Sünden und Übeln, die +die verführten Engel in die Welt brachten, sind Stücke babylonischen +Aberglaubens, zum Teil ausgestaltet unter dem Einflusse iranischer +und griechischer Kultlehren und schließlich in oberflächlicher +Weise jüdisch-monotheistisch übertüncht[3318]. Die Engel erscheinen +entweder auf der Erde, erliegen, vom „Bösen“ in Versuchung geführt, +den Verlockungen der buhlerischen Weiber und werden hierdurch ihrer +himmlischen Heimat verlustig[3319], oder, -- so berichten z. B. die +im 2. Jahrhundert n. Chr. verfaßten apokryphen „Taten des Apostels +~Thomas~“ --, der „große Drache“, die „große Schlange“, der Böse, der +Teufel (= ~Ahriman~) reizt sie zur Empörung, bewirkt hierdurch ihren +Sturz, „wirft sie aus der Höhe auf die Erde herab“, fesselt sie an +sich durch die Begierde nach den Weibern und beraubt sie so ihrer +Göttlichkeit[3320]. Daß nach einer mißglückten Empörung verstoßene und +gefallene Heroen, Himmelsgeister oder Engel die Menschen geheime Künste +oder Wissenschaften lehren, ist ein weitverbreiteter, bei Griechen, +Ägyptern und Orientalen in verschiedenster Gestaltung nachweisbarer +Gedanke[3321], der in der jüdisch-hellenistischen Litteratur schon +im sog. „Buche der Jubiläen“ aus dem 2. Jahrhundert v. Chr.[3322], +sowie in den etwa gleichalterigen ursprünglichen Fassungen des „Buches +~Henoch~“ auftritt[3323]; größere Verbreitung und Volkstümlichkeit +erlangte er aber erst in späterer Zeit durch die alexandrinischen +Juden[3324], nach deren Behauptung bereits ~Adam~ derlei Kenntnisse +besaß, sie durch seinen Sohn ~Seth~ (nach dem sich die gnostischen +Sethianer benannten) auf ~Henoch~ und weiterhin über ~Noah~ und ~Cham~ +auf ~Mestrem~, oder über ~Abraham~ auf ~Josef~ vererbte, und die durch +~Mestrem~ oder ~Josef~ mit nach Ägypten gebracht und dort insgeheim +weitergepflegt wurden. + +~Justinus~, der gegen 150 n. Chr. seine „Apologie“, und der Apologet +~Athenagoras~, der um 175 die Abhandlung „Supplicium“ verfaßte, +erwähnen den Herabstieg der Engel und ihre Vereinigung mit den +Erdentöchtern als etwas Wohlbekanntes, jedoch ohne nähere Angaben zu +machen[3325], und auch ~Clemens Alexandrinus~ (gest. 216) sagt nur, +die Engel hätten die Hingabe der Weiber durch Mitteilung gewisser +Geheimnisse belohnt, die er aber nicht nennt[3326]. Bei ~Irenaeus~ +(um 180) heißt es im „Erweis der apostolischen Verkündigung“, die in +armenischer Sprache erhalten ist[3327]: „Als Gabe brachten die Engel +den Weibern die Anleitung zum Bösen mit; sie lehrten sie die Kraft +der Wurzeln und Kräuter, das Färben und Schminken, die Erfindung +wertvoller [Kleider-] Stoffe, die Mittel zur Beförderung der Anmut, +zur Erweckung von Haß und Liebe, zur Sicherung der Lebensdauer, zu +Geisterbünden, Gaukelei (= Magie) und Götzendienst.“ Etwas später +bezeichnet ~Tertullianus~ (160-240?) in der Schrift „De cultu +feminarum“ als die von den Engeln gelehrten Geheimnisse[3328]: die +Behandlung der Metalle (opera metallorum), die Kräfte der Pflanzen +(ingenia herbarum), die Macht der Beschwörungen (vires incantantionum), +die Ausdeutung der Gestirne (stellarum interpretationem = Astrologie), +die Anfertigung von Armbändern aus Gold und von Halsketten aus +Edelsteinen, das Färben der Wolle (tincturae vellerum) mit Farbstoffen +aus Tang (medicamenta ex fuco), die Bereitung des schwarzen Pulvers +zum Anschminken verbreiterter Augenbrauen (calliblepharum tincturae), +sowie die Bearbeitung (opera) des Goldes und der Edelsteine. Nach dem +„Buche ~Henoch~“[3329] (in den späteren, anscheinend aber auch schon +in den ursprünglichen vorchristlichen Fassungen?) unterrichteten der +Engel ~Azazael~, und seine Genossen die Weiber über magisch wirksame +Substanzen (φαρμακεῖαι) und Formeln, heilkräftige Pflanzen (ῥιζοτομίαι += Schneiden der Wurzeln), Metalle und deren Verarbeitung zu Waffen und +Schmuck, Verschönerung durch Augenschminke und andere Schminken, über +Edelsteine, Farbstoffe [die auch als Heilmittel und Amulette dienen], +Herbeiführen und Lösen von Zaubern, Schauen und Deuten der Sterne sowie +der [astrologischen] Zeichen für Sonne, Mond und Erde, Schreiben mit +Tinte auf Papier; dies sind aber die Geheimnisse, die bald als die +„der himmlischen Urzeit“ oder „der himmlischen Weisheit“ bezeichnet +werden[3330], bald wieder als jene „Werke des Teufels“, zu denen, wie +nach späteren Anschauungen so schon damals, alles auf Physik, Chemie +und Technik gehörige gezählt wurde, einschließlich des Schreibens +und besonders des Bücherschreibens[3331]. Auch bei ~Clemens Romanus~ +(2. oder 3. Jahrhundert)[3332] lassen sich die Engel von den Weibern +betören, bis sie deren Lüste wegen Erschöpfung ihrer Kräfte nicht mehr +befriedigen können, machen ihnen dann, um sie dennoch bei guter Laune +zu erhalten, λίθον τίμιον (köstliches Gestein = Edelsteine), Perlen, +Purpur, herrliches Gold (χρυσὸς ἔνδοξος) und alle Arten prächtiger +Dinge (πᾶσαν πολυτίμιον ὕλην), zeigen ihnen in den „Eingeweiden der +Erde“ Edelsteine von magischen Eigenschaften und ἐκ μετάλλων ἄνθη +(die Blüten der Metalle = das Beste, Reinste), darunter Gold, Silber, +Kupfer und Eisen, lehren sie die zugehörigen Künste (τέχνας), Magie, +Astrologie, die Kräfte der Pflanzen, das Buntfärben der Kleider, +die Herstellung alles sonst zur Ergötzung und Zierde der Weiber +Dienlichen, und ferner, was den Menschen zu erfinden unmöglich gewesen +wäre, das Schmelzen (Gießen) des Goldes, des Silbers und der verwandten +Metalle (χρυσοῦ καὶ ἀργύρου καὶ τῶν ὁμοίων χύσιν); seither kennen die +Menschen die Namen der Engel, verstehen das Austreiben der Dämonen +und [daher auch] das Heilen der Krankheiten durch φάρμακα (Phármaka), +die Beschwörung der giftigen Schlangen, die Benützung der Sympathien +und Antipathien u. dgl. mehr. ~Zosimos~ endlich (gegen 300) erzählt +im Buche „Imuth“, angeblich den „Physika“ des ~Hermes~ (aber auch dem +alten Testamente) folgend, daß gewisse Engel des Himmels verlustig +gingen, weil sie die irdischen Weiber Böses und der Seele Verderbliches +lehrten, nämlich „alle Werke der Natur“, und daß diese Dämonen über +sämtliche, Künste solcher Art das „Buch Chemu“ (Khumu) verfaßten[3333], +von dem der Name der Chemeía (Khumia) herkommt, ein Buch, das in 24 +Abschnitten, „deren Titel die Priester erklären“, neben vielen anderen +Künsten, die man χειρόκμητα (Handgriffe) nennt, auch die Umwandlung +unedler Metalle in edle und ineinander beschreibt, und zwar ausführlich +„in Tausenden von Worten“, deren Klarheit erst die Kommentatoren +verdorben haben[3334]. + +Wie diese Übersicht erkennen läßt, ist in +keiner+ der älteren Quellen +von Alchemie die Rede, die bösen Lehren der Engel betreffen vielmehr +neben Magie, Astrologie, Geisterbeschwörung, Heil- und Zaubermitteln +fast ausschließlich Dinge, die der Befriedigung weiblicher Eitelkeit +und Prunkliebe dienen, weshalb denn auch ~Tertullianus~ verlangt, +die Weiber sollten sich fortan verschleiern, um nicht neue Engel +zu Fall zu bringen[3335], und der hl. ~Cyprian~ vermutet, daß +ihre Putzsucht schon selbst eine Erfindung gewisser Dämonen sei. +Hauptsächlich handelt es sich um die im Orient uralten und wichtigen +Schminken und Kosmetika[3336], um Farbstoffe und bunte Kleider, +Edelsteine und Perlen, goldene und silberne Geschmeide u. dgl.; erst +~Tertullianus~ (um oder nach 200) spricht von der Behandlung der +Metalle und der Bearbeitung des Goldes und der Edelsteine, sichtlich +zwecks Herstellung von Schmucksachen, -- im „Buche ~Henoch~“ ist dies +auch ausdrücklich gesagt --, erst ~Clemens Romanus~ auch von anderen +Metallen, deren „Blüten“ das Innere der Erde birgt, sowie von den +zugehörigen metallurgischen Verfahren, u. a. vom Schmelzen und Gießen +des Goldes, des Silbers und der „übrigen“. Nirgends liegt hier der +geringste Anhalt zu alchemistischen Deutungen vor, insbesondere auch +nicht, wie oft behauptet wurde, bei ~Henoch~, aus dem doch ~Justinus~ +und ~Athenagoras~[3337], ~Tertullianus~[3338] und noch der hl. +~Augustinus~ (354-430) ihre einschlägigen Berichte schöpften, +ohne+ +dabei irgendeine derartige Anspielung einfließen zu lassen[3339]. Den +aufgezählten „Künsten“, die sich übrigens bei den genannten Vorgängern +in bemerkenswerter Zusammengehörigkeit darstellen[3340], reiht erst +~Zosimos~, der letzte, späteste und selbst völlig von alchemistischen +Anschauungen durchdrungene Autor, auch die der Metall-Verwandlung und +des Machens von Gold und Silber an, vielleicht indem er den λίθος +τίμιος, dessen ~Clemens Romanus~ gedenkt, als „kostbaren Stein“ +im Sinne von „Stein der Weisen“ hinzustellen und einer derartigen +Auffassung Vorschub zu leisten suchte. Anscheinend liegt seiner ganzen +Erzählung eine alexandrinische Lokalsage jüdisch-hellenistischer +Herkunft zugrunde[3341], so daß auch an dieser Stelle die Wichtigkeit +gerade derartiger Einflüsse abermals und in unverkennbarer Weise +hervorträte. + + + + +5. Herkunft alchemistischer Begriffe, Vorstellungen, Dogmen und Namen. + + +Für die Entwicklung der alchemistischen Theorien auf Grund der +griechischen Philosophie waren, wie ~Prantl~ schon 1856 in +seinem mehrerwähnten Aufsatze „Keime der Alchemie bei den Alten“ +darlegte[3342], drei Quellen von größter Bedeutung; sie fließen aus +den Schriften des ~Platon~, des ~Aristoteles~ sowie der stoïschen +Philosophen und werden unter Aufnahme von allerlei Ägyptischem +und Orientalischem durch die Alexandriner zu einem großen Ganzen +vereinigt; nur von einem +großen+ Ganzen kann man sprechen, nicht +von einem +einheitlichen+, um so mehr, als neupythagoräische und +neuplatonische Anschauungen in stets wachsendem Umfange die Oberhand +gewinnen, verändernd und umgestaltend wirken. Maßgebend bleiben daher: +was ~Platon~ angeht die mystischen und schwärmerischen Lehren, was +~Aristoteles~ betrifft die spekulativen und deduktiven, und was die +späteren Philosophen anbelangt jene eklektischen und synkretistischen, +denen sich der alexandrinische Geist auf allen Gebieten mit +ausnehmendem Behagen anpaßte, und die seinem Charakter ganz besonders +angemessen erschienen[3343]. + +In dem der griechischen Philosophie gewidmeten Abschnitte der +vorliegenden Schrift sind die für die Vorgeschichte der Alchemie +bedeutsamen Forscher genannt und ihre Systeme insoweit erörtert worden, +daß es genügen dürfte, kurz auf sie zurück zu weisen, wenn nunmehr der +Versuch gemacht werden soll, die Entwicklung einiger der wichtigsten +einschlägigen Begriffe zusammenfassend in möglichster Kürze zu +schildern[3344]. + +Der φύσις (Phýsis) genannte +Urstoff+ der jonischen Philosophen geht +in die vier Elemente und weiterhin in die Einzelstoffe durch μεταβολή +(Metabolé = Umänderung) über, deren qualitative Abart die ἀλλοἰωσις +(Alloíosis = Artverwandlung) ist; die vier Elemente verwandeln sich +wechselseitig entweder unmittelbar ineinander, wie bei den Eleaten +und ~Melissos~, oder auf dem Umwege über den form- und gestaltlosen +Urstoff, wie bei ~Platon~. Bei ~Aristoteles~ entstehen aus der +Ursubstanz (πρώτη ὕλη = erste Substanz) die vier Elemente und aus +diesen die Einzeldinge, jedoch so, daß sie stets +alle vier+ Elemente +enthalten, wenn auch in den verschiedensten Verhältnissen; dabei sind +zwar die Elemente wechselseitigen Überganges fähig, nicht aber die +Einzeldinge, es kann also z. B. Essig wieder zu Wein nur so werden, +wie ein Toter wieder zu einem Lebendigen, d. h. er muß zunächst in die +gemeinsame πρώτη ὕλη oder Ursubstanz zurückverwandelt und aus dieser +dann neu individualisiert werden. Die ὕλη (Hýle) ist bei ~Philolaos~ +und ~Anaxagoras~ = Holz, Bauholz, Materia[3345], bei ~Platon~ im +nämlichen Sinne das allgemeine Baumaterial, Mutter und Schoß aller +Wesen, bei ~Aristoteles~ als πρώτη ὕλη die bald rein potentiell, bald +auch körperlich aufgefaßte Urmaterie, bei ~Theophrastos~ aber ein +bestimmter Stoff. ~Platon~ nennt einen solchen σῶμα (Sóma, Körper), +bezeichnet aber mit diesem Worte gelegentlich auch die vier Elemente, +während ihm οὐσία (Usía) die beharrende wahre Substanz der Dinge ist, +ihr dauerndes Wesen; ~Aristoteles~ gebraucht σῶμα in gleicher Weise und +sieht in der οὐσία (jedoch nicht stets folgerichtig) das Wesentliche +und Seiende der Dinge. Die Stoïker nehmen οὐσία (die Urmaterie), +sowie ὑποκείμενον (= das zugrunde liegende, den Grundstoff) für +gleichbedeutend mit Hyle an und setzen der πρώτη ὕλη zuweilen noch eine +πρωτίστη (allererste) zur Seite; die Einzeldinge bestehen für sie aus +Usia + (körperlicher!) Qualität und verändern sich, indem die erstere +Metabolé, oder die letztere Alloíosis erleidet. Bei den Neupythagoräern +ist πρώτη ὕλη = οὐσία, bei ~Simplikios~ ist sie = Urstoff im Gegensatze +zu σῶμα, dem Einzelkörper, und bei ~Plotinos~ = Urmaterie im Zustande +der Eigenschaftslosigkeit (στέρησις), die dunkle, chaotische, im +Schatten und Finstern liegende, die Ursache allen Übels (πρῶτον κακόν). + +Durch Alloíosis kann bei ~Heraklit~ das Feuer zu allem Sonstigen +werden, bei den jonischen Philosophen und bei ~Zenon~ von ~Elea~ jedes +der Elemente zu einem der drei übrigen; bei ~Anaxagoras~ veranlaßt +sie die Wandelbarkeit durch Vermehrung oder Verminderung der Samen, +bei ~Platon~ bewirkt sie alle Übergänge, und bei ~Aristoteles~, der +auch hierin nicht ganz folgerichtig verfährt, ist die Materie fähig +der Umänderung, der Metabolé, insbesondere aber der qualitativen, also +der Alloíosis, der Artverwandlung. Die Stoïker lassen beide Begriffe +vielfach ineinander übergehen; bei den Neupythagoräern geschehen die +Veränderungen der Elemente vorzugsweise durch μεταβάλλειν (durch +Metabolé), bei den Neuplatonikern durch ἀλλοιοῦσθαι (durch Alloíosis). + +Eine Reihenfolge, durch die Bestimmung +ἄνω-κάτω+ (nach oben, nach +unten), gibt zuerst ~Heraklit~ an; des nämlichen Ausdruckes bedienen +sich ~Philolaos~, ~Xenophanes~ und ~Parmenides~; bei ~Platon~ geschehen +die Umwandlungen ἄνω-κάτω in endlosem Kreislaufe, bei ~Aristoteles~ +derart, daß die Menge der einzelnen Elemente im ganzen stets die +nämliche bleibt; die Stoïker versuchen zum Sprachgebrauche ~Heraklits~ +zurückzukehren. + +Die Gegensätze +aktiv-passiv+ finden sich schon bei ~Empedokles~ +angedeutet, indem Wärme und Trockenheit der Luft und dem Feuer +anhaften sollen, Kälte und Feuchtigkeit aber dem Wasser und der Erde. +~Aristoteles~ bezeichnet Wärme und Kälte als aktiv, Trockenheit und +Feuchte als passiv; den Peripatetikern, den Stoïkern, dem Verfasser +der „Schrift von der Welt“ und den Neupythagoräern sind Feuer und Luft +aktiv, Wasser und Erde passiv, und dem ~Philo~ fallen die aktiven +Elemente mit den feinen zusammen, die passiven mit den groben. +Bestimmte Eigenschaften der Einzelstoffe können übrigens durch +abweichende, ja ganz entgegengesetzte, äußerlich verdeckt werden, +sie sind dann „verborgen“, lassen sich aber unter Umständen durch +„Herauskehren“ zur Geltung bringen, und dieser bereits bei ~Anaxagoras~ +auftauchende Gedanke wird, insbesondere durch die Peripatetiker und +Stoïker, zu der umfassenden Lehre von der „Antiperístasis“ ausgebildet. + +Vielfach schließt sich dem Gegensatze aktiv-passiv auch der ++männlich-weiblich+ (ἄρῥην καὶ θήλυ) an, der wieder in inniger +Beziehung zum ἀρῥηνόθηλυ, dem Mannweiblichen (Zwitterwesen) steht, wie +es bereits im ~Phanes~ der Orphiker (entlehnt dem persischen ~Zervan~?) +zutage tritt; vom Männlichen und Weiblichen redet schon ~Heraklit~, +die Vereinigung der Gegensätze (ἐναντία) gleicht nach ~Parmenides~ der +geschlechtlichen Vermischung des Mannes und Weibes (μιγῆναι), ~Platon~ +spricht von einer wahren Vereinigung und Vermählung der Qualitäten, +bei ~Aristoteles~ ist das Verhältnis der Form zur Materie das des +Männlichen zum Weiblichen, bei den Neupythagoräern und bei ~Plotinos~ +wird die weibliche Materie (οὐσία, ὕλη) vom männlichen Logos, oder den +von Logos erfüllten Samen, den λόγοι σπερματικοί (Lógoi spermatikoí), +befruchtet. + +Frühzeitig gesellt sich den vier materiellen Elementen der +Äther+. +Die Orphiker verstehen unter αἰθήρ anscheinend zumeist den Himmel (im +Sinne des persischen atar = Feuer des Himmels), ~Pherekydes~ benennt +ihn Zeus und läßt ihn einen der fünf Weltenräume erfüllen, auch +~Philolaos~ gedenkt seiner, dem ~Empedokles~ gilt er zumeist als Luft +und dem ~Anaxagoras~ als Feuer. Bei ~Platon~ ist der Äther eine Luft +von besonderer Reinheit und völliger Eigenart, daher unfähig in eines +der vier Elemente überzugehen, desgleichen nennt ihn ~Aristoteles~ +eine göttliche und himmlische Substanz, die den gemeinen und irdischen +Stoffen gänzlich fernesteht und sich daher auch in keinen von ihnen zu +verwandeln vermag; vergröbert zu einem eigentlichen fünften Element +(πέμπτον σῶμα, πέμπτη οὐσία) findet sich der Äther erst bei den +Neupythagoräern, in der „Schrift von der Welt“, bei ~Philo~, bei den +Neuplatonikern, bei ~Simplikios~ und anderen, die ihn auch häufig, +hierin der Stoa folgend, dem Pneuma und dem Logos gleichsetzen. + +Das +Pneuma+ betrachten ~Anaximander~ und ~Anaximenes~ als Luft, +Lufthauch, Wind und Atem, ~Pherekydes~ als Luft, ~Philolaos~ als +die unbegrenzte und das Weltall umgebende Luftmasse, ~Platon~ (ja +vielleicht schon ~Xenophanes~) als belebende Atemluft und seelisches +Prinzip, ~Hippokrates~ sowie ~Diokles~ von ~Karystos~ als Vermittler +des Lebens und der natürlichen Körperwärme, ~Aristoteles~ und +ihm folgend auch ~Theophrastos~ und ~Strabon~ als den Träger der +Seelensubstanz, der dem Äther nahesteht und daher an edler Natur +den vier Elementen überlegen ist. Den Stoïkern und nach ihnen den +Neupythagoräern, dem Verfasser der „Schrift von der Welt“ und dem +~Philo~ ist Pneuma ein leichter materieller Hauch, dessen treibende +Kraft und Spannkraft (τόνος, Tónos) das Wesen der Qualitäten bedingt, +eine Vereinigung der oberen Elemente Feuer und Luft, eine göttliche +und himmlische Substanz, identisch mit der Weltseele, der Seele, +der Lebenskraft, dem Äther, dem Logos, dessen Lógoi spermatikói +zugleich Pneumata sind, als solche die wirkenden Kräfte aller Samen +vorstellen und daher auch, wie bereits ~Erasistratos~ (um 258 v. Chr.) +lehrte, durch Befruchtung der Hyle des weiblichen Menstrualblutes die +Entstehung des Fötus veranlassen. + +Den +Logos+ erklärt ~Heraklit~ für die Weltvernunft, aber erst die +Stoa, die ihn als materiellen pneumatischen Hauch ansieht, beginnt ihm +auch eine gewisse Schöpferkraft zuzuschreiben, läßt ihn durch seinen +τόνος (Tonus) die Qualitäten erzeugen und setzt ihn, je nachdem die +geistige oder materielle Betrachtungsweise vorwiegt, bald mit dem +~Hermes psychopompos~, bald mit dem ~Hermes chthonios~ in Zusammenhang. +Während nach den Orphikern der noch einheitliche ~Phanes~ die Samen +aller Dinge in sich enthält, ~Anaxagoras~ von den Samen der unzähligen +Urstoffe spricht und ~Aristoteles~ schon eine pneumatische Kraft +(πνευματικὴ δύναμις) des Samens anerkennt, lassen die Stoïker den +Logos, der den Inbegriff aller einzelnen Lógoi spermatikói darstellt, +als Sperma in die Materie eingehen, sie mit Qualitäten erfüllen und +ihr durch seinen Hauch (die aristotelische „aura seminalis“) Leben +und Seele verleihen. Bei den Neupythagoräern erzeugen die Lógoi +spermatikói durch Befruchtung der Usia die Einzeldinge, so daß sich +der Logos selbst als Mittler zwischen dem reinen göttlichen Pneuma und +der unreinen gemeinen Materie erweist; ~Philo~ allegorisiert ihn als +~Hermes~ und betrachtet ihn in systematischer Weise als vernünftig +wirkende, einheitliche, mit dem Äther und Pneuma identische Kraft; die +Neuplatoniker endlich, sowie ~Plotinos~, erklären den Logos für die +oberste Einheit der Lógoi spermatikói, für den Demiurgen, Mittler, +Seelenbeherrscher, Allgeist, ~Hermes~. Als höchstes einheitliches +Weltprinzip besitzt er einerseits enge Beziehungen zum Wesen des +orphischen (ursprünglich iranischen) Welteneies, des Urquells alles +Vorhandenen, andererseits zur unwandelbaren Ordnung der Gestirne, die +in gleicher Weise dem ~Anaximander~ und ~Philolaos~, dem ~Platon~ und +~Aristoteles~, den Stoïkern und Neupythagoräern, dem ~Plotinos~ und +~Simplikios~ „göttliche Wesen“ und „sichtbare Götter“ sind, und stellt +schließlich auch das „Alles in Einem, Eines in Allem“ dar, das ἓν καὶ +πᾶν des ~Heraklit~, ~Xenophanes~ und ~Melissos~, das die Neuplatoniker +und ~Plotinos~ mit den nämlichen Worten als Sinnbild der „eigentlichen +obersten Weltordnung“ bezeichnen. + +Daß zwischen der +inneren Beschaffenheit+ der Dinge und ihrer +äußeren +Färbung+ (χρῶσις, Chrósis) nahe Zusammenhänge walten, lehrte bereits +~Philolaos~; bei der Entstehung des harten Erzes (der Bronze) aus +weichem Kupfer und Zinn, die ~Empedokles~ mit der des „harten“ (= +unfruchtbaren) Maultiersamens aus dem „weichen“ Pferde- und Eselsamen +in Parallele setzt, verschwindet daher nach ~Aristoteles~ das Zinn +spurlos und wird unter Auflösung seiner Form zu einer Qualität des +Kupfers, dem es (neben der Härte usf.) vor allem „Farbe“ verleiht, +nämlich die des Goldes, -- und diese aristotelische Darlegung +erlangt hohe geschichtliche Wichtigkeit, da die Stoïker, sowie ihre +Nachfolger, und auch noch ~Plotinos~ sie als Schulbeispiel benützen. +Ganz so, wie nach ~Aristoteles~ beim Reifen der Früchte und auch +beim Backen des Brotes aus dem Teig (μάζα, Máza) die Veränderung der +Qualitäten unter entsprechendem Farbenwechsel erfolgt, kann dies auch +bei dem von ihm gelehrten allmählichen Wachsen und Reifen der Metalle +angenommen werden; behauptet er doch, daß „feuerfarbige“ (Legierung) +und Gold, Zinn und Silber, sowie andere nach Farbe und daher auch nach +sonstigen Eigenschaften ähnliche Metalle leicht gegenseitig ineinander +überzugehen vermögen. + +Sichtlich schließen sich diese Anschauungen des ~Aristoteles~ jenen +des ~Platon~ an, betreff derer nur erinnert sei: an die Theorie von +der Urmaterie als dem gemeinsamen Substrate der vier Elemente, an die +Möglichkeit allgemeiner gegenseitiger Wandelbarkeit, an den ewigen +Kreislauf der Elemente, der Verwandtes zusammen zu führen und nach Art +einer eigentlichen „Vereinigung“ oder „Vermählung“ zu neuen Stoffen +zu gestalten sucht, an die Verwandlung und Umbildung der Stoffe durch +„Trennen und Vereinigen“, an das allmähliche Hervorgehen von Gold +und Silber aus unedlen Metallen (und umgekehrt) in der Natur, an die +obherrschende Stellung und symbolische Bedeutung des Goldes usf. + +Diese Lehren des ~Platon~ und die analogen des ~Aristoteles~ über das +Zusammentreten und die Verwandlung der vier Elemente und ebenso die +auf die vier „Säfte“ (Blut, Schleim, gelbe Galle, schwarze Galle) +bezüglichen der Hippokratiker führen, wie schon ~Prantl~ hervorhob, +zum Schlusse, daß Grundlage jeder qualitativen Veränderung, chemischer +wie medizinischer Art, ein +Zufügen+ oder +Wegnehmen+ sei. Nach +~Aristoteles~ gehen die Elemente aus der Urmaterie hervor, empfangen +ihr spezifisches Wesen durch die in zwei Gegensatz-Paaren auftretenden +vier Qualitäten, und bilden selbst wieder das Substrat der Einzeldinge, +die sich aus ihnen unter dem Einflusse der höheren begrifflichen Form +gestalten. Hiernach zeigt sich die qualitative Wandlung in letzter +Linie abhängig von einem Zufügen oder Wegnehmen von +Qualitäten+, und +da ihre erste Ursache (wie die +aller+ Vorgänge, auch derer des Lebens +und der seelischen) im weltbeherrschenden Kreislaufe des Himmels und +der Gestirne liegt und vom göttlichen Äther ausgeht, ist auch sie +keine materielle; je nach dem Überwiegen der aktiven oder passiven +Kräfte (heiß und trocken; kalt und feucht) in den Elementen, sowie der +aktiven oder passiven Elemente (Luft und Feuer; Erde und Wasser) in den +Einzeldingen, gestaltet oder verändert sich also deren Beschaffenheit. + +Wie an fast allen von ~Aristoteles~ aus- oder vorgebildeten Lehren +(z. B. jener von der Antiperístasis) nahmen auch an den vorstehenden +schon die Peripatetiker gewisse Abänderungen vor, indem sie in stets +wachsendem Umfange an die Stelle der dynamischen Erklärungen solche +durch das Pneuma (spiritus) treten ließen, die namentlich unter dem +Einflusse der als „Pneumatiker“ bekannten Ärzte und ihrer Schule in +immer allgemeinere Aufnahme kamen. Weit tiefer greifende Umgestaltungen +gingen jedoch von der Stoa aus: da ihr die Qualitäten +körperlicher+ +Natur waren, die Körper aber vollständiger Durchdringung und demnach +die Qualitäten einfacher Summierung fähig erschienen, so konnte das +Zubringen der zur Erzielung einer Umwandlung erforderlichen neuen ++Qualität+ durch Beifügung eines neuen +Stoffes+ bewirkt werden, +der mit dem alten völlig verschmilzt. Nun trägt aber nach stoïscher +Anschauung alles Bestehende gleichzeitig materiellen und logischen +Charakter: der +stofflichen+ Seite, d. i. der +Materie+ oder +Hyle+, +gleichwertig erweist sich die +logische+, d. i. der +Logos+, der in +allem Sein als vernünftiger Gedanke waltet, sich in der „Form“ der +Dinge äußert (die zugleich ihr Zweck und Begriff ist), ihrem Wesen als +„immanente Zweckmäßigkeit“ zugrunde liegt und identifiziert wird mit +dem warmen, lebenzeugenden und -erhaltenden, alles durchdringenden +und mit Spannung (τόνος, Tónos) erfüllenden Pneuma, sowie mit dem +zum fünften Elemente herabgesetzten und gröblich materialisierten +Äther. Feuer und Luft, die als leichte und feine Elemente von hoher +Spannkraft das warme und aktive Prinzip (das Pneuma) darstellen, +durchdringen hierbei Wasser und Erde, die als schwere und dichte +Elemente von geringem Tonus dem kalten und passiven Prinzip (der +Hyle) entsprechen, und erfüllen, gliedern und formen so alle +Einzeldinge. Zwischen dem passiven und qualitätslosen Stoffe und dem +mit der „treibenden Kraft“ des Zweckbegriffes gestaltenden Logos ist +jedoch eine Vermittlung nötig; zugeteilt wurde sie in Anknüpfung an +die Rolle, die der +Samen+ (Sperma) bei ~Aristoteles~ spielt, den +„Lógoi spermatikói“: diese gelten als die allgemeinsten, jeglichem +Seienden zugrunde liegenden, vernunftgemäßen Keime der Entfaltung, +als bildendes, individualisierendes, der Materie die (platonischen) +Ideen einpflanzendes Prinzip, als eigentliches Wesen der Naturkräfte, +das alle Dinge im Innersten zusammenhält, als ihre Quintessenz, +ihr Lebensgeist, ihre Seele. In dem bei den Stoïkern üblichen +Schulbeispiele für das Hervorgehen eines bestimmten neuen Stoffes, +eines Individuums selbständiger Art, vermöge der Einwirkung des Logos +auf die Materie, nämlich der Umwandlung des Kupfers in Bronze durch +das Zinn nach ~Aristoteles~, ist es also das Zinn, dessen Lógoi +spermatikói jene neue Qualität hinzubringen, durch deren Aufnahme das +Kupfer in Bronze übergeht: Kupfer (d. i. Urmaterie + n Qualitäten) + +1 neue Qualität = Urmaterie + (n + 1) Qualitäten = Bronze. Diese im +Grunde aristotelische Anschauung birgt u. a. die Quelle der bis tief +in die Neuzeit hinein festgehaltenen Theorie[3346], daß jede besondere +Eigenschaft eines Körpers auch einen besonderen Bestandteil als ihren +Träger voraussetze. + +Die +Neupythagoräer+ nahmen ebenfalls die beiden Prinzipien der +passiven Hyle und des aktiven Logos an und ließen die Logoi, als +Qualitäten der Dinge, zusammenfallen mit den Formen des ~Aristoteles~, +den Ideen des ~Platon~ und den Zahlen des ~Pythagoras~; bei ~Philo~ ist +der Logos zugleich auch Äther und πνεῦμα θεῖον (göttliches Pneuma), +und der gestaltenden Kraft der Logoi fällt die Weltenbildung zu, wobei +sie zunächst die Materie in grobe und feine, weiterhin aber erstere in +Wasser und Erde, letztere in Luft und Feuer zu teilen haben, welche +Paare aber auch wieder als Repräsentanten des eigentlichen kalten und +passiven Stoffes, sowie des heißen und aktiven Pneumas gelten. Für +die +Neuplatoniker+ endlich bestanden die Körper aus der Hyle als +Materia prima und dem Logos als Inbegriff der Qualitäten, die als Lógoi +spermatikói individualisierend wirken und als „zeugende Formen“ oder +„Samen“ von „mystisch-dämonischer Kraft“ allem Vorhandenen das Sein +verleihen; der intellektuelle Logos, d. i. Vernunft und Sprache, die +einst die Götter den Menschen durch ihren geflügelten Boten ~Hermes~ +(~Merkur~) vom Himmel herabsandten, weiterhin aber auch der allgemeine, +sämtliche Dinge des Weltgebäudes hervorbringende und durchdringende, +wird im Anschlusse an die Stoïker mit ~Hermes~ (~Merkur~) identifiziert. + +Da man bei der Darstellung der Arzneien das Zumischen eines weiteren +Bestandteiles als επιβάλλειν (+projizieren+) zu bezeichnen pflegte, so +ist es sehr wahrscheinlich, daß dieser Ausdruck auch auf das Einwerfen +oder Einstreuen der chemischen Zusätze Anwendung fand, z. B. des Zinnes +zum Kupfer, und daß daher tatsächlich dem Worte für Streupulver, +d. i. ξήριον (Xérion), der spätere arabische Name aliksîr, d. i. +Elixir, entsprang; erst weiterhin wurde dieser vorzugsweise auf ein +ganz bestimmtes Streupulver angewandt, und zwar auf jenes, dem die +Eigenschaft zukommen sollte, unedle Metalle in edle zu verwandeln, +also auf das Pulver jenes Präparates, dem man den mystischen Namen +„philosophischer Stein“, „Stein der Philosophen“ oder „Stein der +Weisen“ erteilte. Ist nämlich, wie schon ~Platon~ lehrte, alles +wandelbar, kann in stetigem Kreislaufe der Elemente und im endlosen +Strömen „von unten nach oben und von oben nach unten“ Jegliches in +ein Anderes übergehen, läßt die +Natur+ das Gold aus Silber, Kupfer +oder Eisen und diese wieder als Produkte eines stufenweisen Abbaues +aus jenen „verwandten“, aber edleren Metallen entstehen, -- warum +sollte dann nicht auch der +Mensch+ vermögen, Kupfer oder Silber in +Gold überzuführen, sei es auf allmählichem Wege unter Nachahmung des +langsamen Wachsens und Reifens, sei es auf raschem und praktisch allein +in Betracht kommenden unter anfänglicher Rückführung in den Zustand +der gemeinsamen Urmaterie (der Materia prima) und darauf folgender +Umgestaltung? Auch hier zeigt sich wieder die hohe Bedeutung und +entscheidende Rolle der „+Schwärzung+“, denn die form- und gestaltlose, +chaotische, in Schatten und Finsternis liegende Urmaterie ist die +unentbehrliche Durchgangsstufe und notwendige Vorbedingung der weiteren +Verwandlung. Diese erfolgt durch βαφή (Färbung, Tinktion), wobei der +innere Vorgang durch den Wechsel der Farben auch äußerlich sichtbar +wird; demgemäß sind Tinktion und Tinktur von ganz außerordentlicher +Wichtigkeit, da umgekehrt aus dem Eintritt der gewünschten äußeren +Färbung auch wieder auf den der inneren Umwandlung zurückgeschlossen +werden kann. Die neuen +Qualitäten+, die zwecks Stattfindens der +Transmutation einzuführen sind, haften an dem zuzusetzenden +Präparat+, +dem philosophischen Stein, der wie ein Samen und daher schon in +äußerst geringer Menge wirkt und in seiner Vollendung, den „uralten“ +Mysterien der Orphiker gemäß, gleich deren „ovum philosophicum“ +(philosophisches Ei, Weltenei) die Keime aller Dinge in sich enthält; +man gewinnt ihn aber in solcher Vollkommenheit durch Vermählung +des weiblichen reinsten noch unberührten Stoffes (Materia prima, +himmlische Hyle, Jungfernerde, Jungfernmilch, ...) mit dem aktivsten +Prinzip des männlichen Logos, weshalb er auch selbst als Keim, Embryo, +Homunculus, Hermaphrodit betrachtet wird. Die Gleichstellung seiner +Lógoi spermatikói mit den Qualitäten, Samen und Seelen führt dann +dazu, von den „Seelen“ und den „Samen“ des Goldes, Silbers, Schwefels, +Quecksilbers zu sprechen, unter denen die Quintessenzen oder „Geister“ +dieser Dinge zu verstehen sind[3347], das „philosophische“ Gold und +Silber, „unser“ Gold und Silber, im Gegensatze zu den gewöhnlichen, +natürlich vorkommenden. Die Identifikation des Logos mit dem Äther, +dem Pneuma, dem Luftgeist (spiritus), der Lebenskraft usf. gab +weiterhin dazu Anlaß, den philosophischen Stein aus Äther, Luft, +Sternschnuppen-Substanz u. dgl. bereiten zu wollen, aber auch, in +Ansehung der Parallelität des Makro- und Mikrokosmos, aus den Produkten +der Lebenskraft in der „kleinen Welt“, besonders aus den „heißen“ +Exkreten[3348]; des ferneren erklärt sie, und zwar auf Grund der +nämlichen Anschauung, sowie der Symbolisierung des Goldes als reinsten, +edelsten und himmlischen Elementes, daß dem philosophischen Stein +auch psychische und religiöse Wirkung zugeschrieben wurde, sowie die +Eigenschaft eines Allheilmittels gegenüber Krankheit, Alter und Tod, +die ja nach ~Platon~ sämtlich allein auf unrichtiger Verteilung oder +Umsetzung der Elemente beruhen. + +Die seit den Zeiten der jüngeren Stoïker unentwegt zunehmende +Hinneigung der philosophischen Schulen zum morgenländischen ++Aberglauben+ in seinen verschiedenen Formen, namentlich zur +Astrologie und Dämonologie, zu ekstatischen und eschatologischen +Träumereien von Wiederbelebung und Auferstehung usf. macht auch den +wachsenden Einfluß derartiger Anschauungen auf die entstehende und in +Entwicklung befindliche Alchemie begreiflich, um so mehr, als sich +z. B. die aristotelische Lehre über die Abhängigkeit aller materiellen +Veränderungen vom Kreislaufe der Gestirne, oder die stoïsche über +die Beziehungen des Logos zur „Ordnung am Sternenhimmel“ leicht in +entsprechender Weise umdeuten ließen. Dieses Eindringen ägyptischen +und orientalischen Gutes und sein Verschmelzen mit dem Inhalte +der griechisch-philosophischen Überlieferung blieb den klareren +Köpfen keineswegs verborgen und wird im allgemeinen von zahlreichen +Schriftstellern zutreffend anerkannt und erörtert; zur richtigen +Einsicht im einzelnen gelangten sie jedoch allerdings nicht, schon +weil für die Griechen, wie bereits weiter oben erwähnt, babylonische, +chaldäische, assyrische und persische Traditionen bereits in früher +Zeit ununterscheidbar zusammenflossen, in späterer aber meist gleich +von vornherein als identisch angesehen und behandelt wurden. + +Den Griechen galten zwar die Sterne seit altersher als göttliche +Wesen, aber erst verhältnismäßig spät empfingen sie aus dem Orient +(nicht aus Ägypten) die Lehren von den babylonischen Sterngöttern +und persischen Sterndämonen, von den männlichen, weiblichen und +mannweiblichen Planeten-Gottheiten, -- ~Venus~ und ~Merkur~, die man +ursprünglich als Morgen- und als Abend-Sterne beobachtete --, von +der Beziehung zwischen den Planeten und den Göttern, deren Namen sie +tragen, von der Emanation, durch die sie nach chaldäischer Anschauung +ihre Naturen, Kräfte und Farben auf Tiere, Pflanzen, Mineralien, +Metalle usf. übermitteln, und von dem Einflusse, den sie auf alle +irdischen Vorgänge bis ins Kleinste hinein ausüben. Nur allmählich +erfolgte ihre Annahme, und völliges Gemeingut der entsprechenden Kreise +waren sie erst seit der Zeit der jüngeren Stoïker und Neupythagoräer. +In Ägypten, -- woselbst diese vorzugsweise wirkten, wo seit Beginn +der synkretistischen Periode „persische“ Magier eine immer lebhaftere +Tätigkeit entfalteten, wo hellenisierte Juden und Ägypter unter +Benützung der gesamten anonymen Priesterlitteratur eine Flut apokrypher +und pseudepigraphischer Schriften ans Licht förderten und sie dem bald +mit ~Henoch~, bald mit ~Thot~ identifizierten ~Hermes~ unterschoben +--, vollzog sich dann die Verquickung jener orientalischen Lehren mit +geeigneten ägyptischen, freilich oft schon selbst arg entstellten; zu +diesen zählte u. a. die vom Ei aus dem Urwasser ~Nun~, das die Keime +des Weiblichen und Männlichen in sich birgt, von der Sonne als dem Ei +des Skarabäus, von der Bestattung der mit Binden umwickelten Leiche des +~Osiris~, seiner durch das Wasser des Lebens bewirkten Wiederbelebung +und Auferstehung usf. Als bezeichnendes Ergebnis der vollzogenen +Verquickung anzusehen ist u. a. die Legende von der Statue des ~Osiris~ +aus den sieben Metallen und vier edlen Gesteinen Ägyptens, in der auch +wieder die Identifizierung dieses Gottes mit ~Pan~ zutage tritt, den +schon die jüngere Stoa dem ~Chnum~ gleichgesetzt hatte. + +Die nahe Verbindung, in der die Alchemie von Anfang an mit der +Magie, Dämonologie und Astrologie steht[3349], gibt Aufschluß über +verschiedene auffällige Zusammenhänge. Da z. B. die Stellungen der +Gestirne die richtigen Zeiten für Ehe, Konzeption und Entwicklung +des Fötus anzeigen, sind sie auch äußerst wichtig zur Erkenntnis des +„rechten“ Augenblickes für die „Vermählung“ der Bestandteile beim +„großen Werke“; daher hat der Alchemist den Verlauf der Sternbewegungen +und die Konstellationen der Sterne genauestens zu beobachten[3350] +und eifrig jene Betrachtung des gestirnten Himmels zu pflegen, die +nach den Stoïkern, Gnostikern, Neuplatonikern und Ssabiern in so hohem +Grade die Erlangung der rechten Erkenntnis (γνῶσις, Gnosis) fördert, +zugleich aber auch die ihrer drei Hauptgaben: Reichtum, Gesundheit und +Unsterblichkeit. „Heilige und göttliche Vorschriften“ sind es, wie +~Zosimos~ bezeugt[3351], die die Beziehungen der sieben Planeten zum +großen Werke, zum philosophischen Steine sowie zu den sieben Metallen +regeln, und nur dem Sternkundigen erschließen sie sich völlig, da +doch „wie jedermann weiß“ die Astrologen es waren, die das Kupfer der +~Aphrodite~ zuschrieben und das aus Kupfer, Zinn, Silber oder anderen +Metallen bestehende Elektron dem ~Zeus~[3352]; demgemäß müssen, wie +es am ausführlichsten die Ssabier überliefern, die Planetengötter in +Gestalt von Idolen aus den ihnen eigentümlichen Metallen und durch +Opfergaben der ihnen zugehörigen Tiere und Pflanzen verehrt werden, +denn wie die Sonne das Gold hervorbringt, so erfreut sie sich auch +wieder vorzugsweise am Golde usf. Als Diener der Planeten und ihrer +Gottheiten unterliegt daher, gleich dem Astrologen nach ~Firmicus~, +auch der Alchemist dem Gebote kultischer Reinheit, äußerer wie +innerer; er muß sich der Einweihung unterziehen, den Eid der Mysten +schwören, unbedingte Verschwiegenheit geloben und darf über die ihm +offenbarten Geheimlehren und ihre „Verfeinerung und theoretische +Begründung durch Anlehnung an die Philosophie“ entweder überhaupt nicht +schreiben, oder (laut der von ~Clemens Alexandrinus~ mitgeteilten +Anweisung) bloß +so+, daß er das Wesentliche in Form von Rätseln, +Gleichnissen, Allegorien und Metaphern im Dunkeln läßt und den Leser +völlig in die Irre führt. Nur der kultisch Reine kann zum „Vollendeten“ +(τέλειος, Téleios) werden, und wie dieser selbst „umgeschaffen“ ist +durch Metabolé, durchdrungen von der Fähigkeit geistiger „Krasis und +Mixis“, erfüllt von „totenerweckender Kraft“ (δύναμις τῆς μεταβολῆς der +Gnostiker), so vermag er auch wieder zu wirken: er wird „umschaffen“, +sich als Künstler der Krasis und Mixis an Metallen und Legierungen +bewähren und die in den Abýssos (Abgrund), in die Unterwelt, in die +große Finsternis eingegangenen „Toten“ wiederbeleben, oder, wie es +in den sog. „~Oden Salomons~“ heißt, die gleich Blei in das Chaos +hinabgesunkenen Hylai auflösen, erneuern und erwecken, durch das +heilige Wasser, den „Tau des Herrn“, sie dem Dasein zurückgeben und aus +der Schwärze der Hölle geläutert emporführen, „bis alles oben (ἄνω) +ist“. Als kultisch Reiner wird er es so vermögen, der widerwärtigen +und schlechten Materie Herr zu werden, die körperlich-gemeine Hyle mit +Hilfe der geistig-göttlichen Pneumata, denen er gebietet, zu erheben +und zu veredlen, sowie den sich in den Schwanz beißenden Drachen zu +besiegen, der das Symbol der Finsternis ist; seine Anrufungen und +Beschwörungen werden die guten, wohlwollenden und dem großen Werke +günstigen Geister heranziehen und fesseln, -- z. B. den goldglänzenden +„König ~Helios~“ (= Sonnengottheit des ~Ptolemaios~) oder den bald +(wie bei ~Zosimos~) silberstrahlenden, bald im scharlachroten +Herrschermantel erscheinenden „König ~Mithras~“ --, die bösen, +neidischen und störenden aber bannen und fernhalten, z. B. den Drachen +~Uroboros~, den Schlangendämon ~Ophiuchos~[3353], den hinderlichen und +hämischen ~Karkinos~ (κάρκινος, καρκινάς, καβούρι) = Krebs[3354], sowie +den stets verneinenden Verderber ~Antimimos~ (αντίμιμον πνεῦμα der +„Pistis Sophia“). Solche Gebete fördern daher das Gelingen des großen +Werkes -- nicht anders als etwa, nach dem Berichte des ~Theophrastos~, +die der Köhler das Entstehen vielen und guten Pechs[3355] --, und +zugleich bilden sie den Maßstab für die Dauer der vorzunehmenden +Operationen, ganz ebenso wie bis tief in die Neuzeit hinein z. B. die +Länge des Vaterunsers oder Ave-Marias[3356]. + +Die Wichtigkeit der Pneumata für Veredlung und Läuterung der gemeinen +Metalle erklärt die entscheidende +Rolle des ~Hermes~+, der als „Herr +der Pneumata“ und „Gebieter der Lógoi spermatikói“ notwendigerweise +auch Meister der „hermetischen“ Kunst sein muß, und desgleichen die des +mit ihm identifizierten ~Thot~, ~Pan~ und ~Mithras~, deren jeder als +Allgott und Inbegriff sämtlicher Elemente und Einzeldinge angesehen +wird. Das Weltenei, sei es das in Gestalt eines Felsens gebildete der +Iranier, das im Wasser der ~Nun~ schwimmende der Ägypter, oder das +im Schoße des Alls geborgene der Gnostiker, trägt Himmel und Erde in +sich, es ist ἓν καὶ πᾶν (Eines in Allem; Alles in Einem) und vermag +daher +alles+ hervorzubringen, wie das einheitliche und einfarbige +Pfauenei der Gnostiker und des ~Clemens Romanus~ das tausendfältig +bunte Gefieder des fertigen Vogels. Das nämliche gilt betreff des +großen Werkes: wie das Ei und wie der Mutterschoß dem Weltganzen +vergleichbar ein „Gefilde der Entstehung“ sind, wie sich in der Matrix +die Vierzahl der im schwarzen Menstrualblute enthaltenen Elemente unter +dem Einflusse des aus dem Samen stammenden Pneumas zum Embryo ordnet, +wie dank der „rechten“ Wärme die Reifung erfolgt, und schließlich, +falls keine „Fehlgeburt“ störend eingreift, das neu entstandene +Wesen als Menschlein das Licht erblickt, genau ebenso wird die zur +„schwarzen Brühe“ gelöste Tetrasomie der Rohmetalle durch das an den +philosophischen Stein gebundene Pneuma umgelagert, das Gebilde durch +„mäßiges“ Feuer zurechtgeformt und zuletzt, soferne kein Mißgriff das +Ergebnis vernichtet, das neu Gezeugte als Silber oder Gold zutage +gefördert, -- zwar ein Kunstprodukt, aber doch das völlige Analogon des +ἀνθρωπάριον (homunculus)[3357]. + +Die nach ~Prantl~ einer Verquickung aristotelischer und stoïscher +Meinungen entsprungene Lehre, „daß man die Körper erst ‚körperlos‘ +machen und sie dann durch das Pneuma in neuer Form erstehen lassen +müsse“, ist daher eines der ältesten, schon der ~Maria~ wohlbekannten +alchemistischen +Dogmen+[3358]. Zu diesen zählen ferner: die bereits +dem ~Aristoteles~ geläufigen Prinzipien, „daß Gleiches Gleiches +erzeugt, z. B. der Mensch neue Menschen, der Weizen neuen Weizen“, daß +der Samen „nach Art einer Hefe wirkt“, und daß „ein kleiner Zusatz Hefe +eine große Menge Brotteig (μάζα, Máza) in Gärung versetzt“, -- aus +denen gefolgert wird, daß auch Gold neues Gold hervorbringt, daß die +Entstehung des letzteren durch Beigabe von etwas fertigem Golde als +„Samen“ gefördert wird, und daß schon eine Spur des philosophischen +Steines genügt, um die Umwandlung bedeutender Massen der „Maza“ +genannten Rohmetall-Mischung einzuleiten[3359]; die Annahme, daß eine +Substanz, die die unrichtig verteilten Elemente in die „richtige“ +Ordnung bringt und das Unreine vom Reinen trennt, auch Gesundheit und +langes Leben, ja Unsterblichkeit verleihe, gleich der „Athanasía“ der +~Isis~[3360] oder der bei ~Plinius~ erwähnten „Panacéa“[3361] --, +wie denn der philosophische Stein schon bei ~Synesios~ selbst die +„große Krankheit der Armut“ heilt und nach einer bis in das späte +Mittelalter hinein gewahrten Überlieferung „die sechs Aussätzigen“ +gesund macht[3362]; der Satz: „Die Natur freut sich der Natur, besiegt +die Natur, beherrscht die Natur“, den ~Firmicus~ einem medizinischen +Werke des ~Nechepso~, und der unbekannte Verfasser der Scholien zu +~Lucanus~ der Schrift eines „antiquus poeta“ (nach ~Usener~ eines +ποιητής = Alchemisten) entstammen läßt, der aber sicherlich der +stoïschen Theorie von der Sympathie und Antipathie der Naturdinge +zugehört und vermutlich durch ~Pseudo-Demokritos~ vermittelt ist; die +wesentlich stoïsche und neuplatonische Gleichsetzung des Vorganges +beim großen Werke mit der Entwicklung des Embryos im Mutterschosse +oder im Ei, dem „Ei der Philosophen“; die der hermetischen Anschauung +von der All-Einheit entsprungene Bezeichnung der goldergebenden +Verwandlungsmasse als „ἓν καὶ πᾶν“, wobei das Sinnbild, die sich in den +Schwanz beißende Schlange, babylonischer Herkunft ist[3363], der von +~Zosimos~ angeführte Zusatz „Gefunden ist der große ~Pan~!“ aber auf +einen ägyptischen Geheimritus anspielt, usf. + +Aus der Verbindung der Alchemie mit den übrigen priesterlichen +Geheimwissenschaften, zu denen, wenigstens bis zu gewissem Grade, +Heilkunde und Heilmittellehre mit zählten, dürfte sich auch der +bei den Alchemisten ganz allgemeine Gebrauch sog. +Geheim+- oder ++Decknamen+ erklären, die innerhalb der Medizin im letzten Grunde auf +den Wunsch der Ärzte zurückgehen, ihren Mitbewerbern, aber auch den +Kranken selbst, Natur und Zusammensetzung der von ihnen nicht nur +verordneten, sondern meist auch zubereiteten und verkauften Arzneien +zu verheimlichen. Derlei „hieratische“ Namen (ὀνόματα ἱερατικά)[3364] +enthält anscheinend schon der medizinische „Papyrus ~Ebers~“, der gegen +1500 v. Chr. auf Grund mannigfacher, noch weit älterer Quellenschriften +verfaßt ist; daß sie seither stets in Anwendung standen und +blieben, beweist u. a. ein zuletzt im 2. Jahrhundert v. Chr. +niedergeschriebener, 1885 von ~Leemans~ herausgegebener Papyrus, der +eine ganze Sammlung solcher überlieferter Ausdrücke aufführt und +erklärt, z. B. „Herz des Geiers“ = Absinthium, „Träne der ~Isis~“ = +Verbena, „Auge des ~Typhon~“ = Scilla, „Blut des ~Ptah~ (~Hephaistos~)“ += Artemisia[3365], denen sich noch „~Herz~ des ~Hermes~“ = Moly +(Allium nigrum?), „Blut der ~Athene~“ = roter Günsel, „Blut des +~Herakles~“ = Crocus[3366], sowie manche ähnliche, bei ~Plinius~, +~Dioskurides~ und anderen Autoren vorkommende anreihen ließen[3367]. +In den alchemistischen Schriften, besonders in den jüngeren, tauchen +ihrer, wie schon weiter oben angeführt wurde, sehr mannnigfaltige auf, +darunter viele nur schwierig oder gar nicht zu deutende; erinnert sei +z. B. an „Milch der schwarzen Kuh“ = schwarzen (rohen) Zinnober; +„Lorbeerblätter“ = roten (sublimierten) Zinnober; „Blut der Tauben“ +und „Blut der Krähen“ = Mennige oder roten Zinnober; „gelben Schwefel“ +und „Sonnenwasser“ = Goldlösung in Quecksilber; „Blut des ~Saturn~“ = +Mennige[3368]; „Knochen des ~Typhon~“ = Eisen[3369]; „Blut und Knochen +des Drachens“, „Knochen der Perser“, „Knochen des Kupfers“ = verbrannte +Metalle; „vier Füße des Drachens“ = Tetrasomie (Kupfer, Eisen, Blei, +Zinn); „drei Ohren der Schlange“ = drei αἰθάλαι (Raucharten: des +Schwefels, Arsens, Quecksilbers) usf. + +Ähnlich wie viele +Namen+ erfuhren im Zeitalter des Überganges der +Chemie in die Alchemie auch zahlreiche, ursprünglich rein technische ++Bezeichnungen+, +Vorschriften+ und +Anweisungen+ gewisse Veränderungen +und Umdeutungen in mystischem und abergläubischem Sinne, die als +außerordentlich charakteristisch für den ganzen Vorgang dieser +Umlagerung anzusehen sind. So wurde z. B. das „große Werk“ aus einer +magischen Zeremonie zur alchemistischen Zauberhandlung; die Spaltung +des als eiförmiger Felsen gedachten iranischen Welteneies in Himmel +und Erde zum „mithrischen Mysterium des Steines, der kein Stein +ist“; der mit dem rechten Geschick (τεχνικῶς) arbeitende Technit +zum Meister der „hieratischen Geheimkunst“; das ursprünglich zwecks +Aufbesserung der Mischungen zugefügte echte Silber und Gold zum +„Samen“, der neues Silber und Gold hervorbringen, oder zur „Hefe“, +die den Teig (Maza) in eine Art Silber- oder Gold-Gärung versetzen +soll[3370]; die einstige bloße „Veränderung“[3371] zur eigentlichen +„Verwandlung“ (z. B. der unedlen Metalle in edle); die Herstellung +einer Gold vortäuschenden, „Blende“ (ἀμαυρά, ἀμαύρωσις) genannten +Legierung zu der eines zauberischen, auch unsichtbar machenden +Präparates[3372]; die Leinenstücke, in die eingebunden man z. B. +die zu färbenden „Steinchen“ in die vorgeschriebenen Flüssigkeiten +bringt[3373], gehen in die Leinenbinden über, in die man den „Toten“, +den „~Osiris~“, den „Leichnam des ~Osiris~“ (d. i. das unedle Metall) +gleich einer Mumie so einwickelt, daß nur das Haupt des Toten (das +„caput mortuum“) sichtbar bleibt, und in die gehüllt man ihn der +„Wiederbelebung“ (als Edelmetall) entgegenführt[3374]; aus dem +einfachen „Einwerfen“ (ἐπιβάλλειν) der Zutaten wird das magische +„Projizieren“; aus dem einzuwerfenden Mittel (φάρμακον = medicina) +oder „Streupulver“ (ξήριον, Xérion) der mystische Erreger der +Transmutation, das „Xerion“ (aliksir der Araber = Elixir); aus dem +„schwefligen Wasser“ (θεῖον ὕδωρ) das gleichnamige göttliche[3375]; +aus dem Gold lösenden Mineral Chrysokolla das ebenso benannte Gold +hervorbringende Wundermittel[3376]; aus dem ἀρῥένικον oder ἀρσενικόν, +d. i. „Arsen“[3377], das gleichlautende „männliche“ (scil. Prinzip); +aus dem silber- oder goldglänzenden Stein „Androdámas“, den die +Magier Zorn und Wut der Menschen besänftigen ließen[3378], der +giftige (aus stark arsenhaltigem Pyrit bestehende) „Androklástes“ = +„Menschenvernichter“[3379], „der bei den Ägyptern zugleich das so +höchst gefährliche 63. Lebensjahr bezeichnet“[3380], usf. In ganz +analoger Weise betrachtet man die der Metallverwandlung dienenden +Gefäße, Sublimations- und Destillations-Apparate als „Tempel der +Metall-Götter“[3381]; die „Toten“ (= die vier unedlen Metalle) sinken +„wie Blei“ in ihre Tiefe, den „Hades“, den „Abýssos“, den „Abgrund +des Chaos“; sie werden dort wiederbelebt durch das „göttliche Wasser“ += „Wasser des Lebens“; sie gelangen, von seinem Pneuma erfüllt und +neubeseelt, zur „Auferstehung“; es vollendet sich die „Erhebung +der Wolke“, κάτω-ἄνω, zum Oberteile des Kolbens, zur „Höhe des +Firmamentes“, zum „Deckel des ~Knuph~“; die Elemente ordnen sich im +„Gefilde der Entstehung“ zu einem neuen Wesen, und dem „Priester“, der +die „Toten“ gewickelt, der Tarichéia unterworfen und der „hermetischen“ +Kunst gemäß zur „rechten“ Zeit mit den „heiligen Wässern“ behandelt +hat, wird endlich die Genugtuung, sie dem „Grabe“ in der „verklärten“ +und verjüngten Gestalt „Neugeborener“, als „Vollendete“ (τέλειοι), +entsteigen zu sehen und so mit Hilfe der „Gnade von oben“ das große +Werk der Verwandlung glücklich vollendet zu haben, -- natürlich allein +des wissenschaftlichen Interesses wegen und ferne jeder eigennützigen +Absicht. + + + + +6. Bemerkungen über einige Alchemisten und ihre Schriften. + + +a) Pseudo-Demokritos. + +Schon weiter oben wurde darauf hingewiesen, daß das Hervorgehen der +Gestalt des ~Pseudo-Demokritos~ als Magiers, Astrologen, Wunderarztes, +Alchemisten usf. aus jener des ebenso scharfsinnigen wie naturkundigen +Philosophen ~Demokritos~ (gest. um 360 v. Chr.) zu den merkwürdigsten +Erscheinungen der gesamten Geschichte der Wissenschaften zählt. Den +ersten Ausgangspunkt dieser auffälligen Entwicklung scheint das +Wanderleben des echten ~Demokritos~ gebildet zu haben. Langjährige +Reisen, deren Umkreis die Folgezeit immer weiter ausdehnte, führten +ihn angeblich bis zu den entferntesten Völkern Asiens und Afrikas, den +Indern und Äthiopen, ließen ihn die vielseitigsten Erfahrungen schöpfen +und derartige Kenntnisse in den reinen Wissenschaften (Zoologie, +Botanik, Mineralogie, ...), aber auch in den angewandten (Sternkunde, +Meteorologie, Technik, ...) gewinnen, daß er zwar den einen als +„typischer Vertreter der Vielwisserei“ erschien, dafür aber den anderen +als Mann von fast übernatürlichen Fähigkeiten[3382]. Diese sollte er +dann entweder im Umgange mit ägyptischen und chaldäischen, persischen +und arabischen Zauberern und Magiern erworben haben[3383], oder dank +absonderlicher Funde, wie denn z. B. ~Plinius~ erzählt, er habe aus dem +Grabe des ~Dardanos~, „des Stammvaters der Trojaner, des Begründers +der samothrakischen Mysterien und der Magie“, dessen verborgene +Geheimschriften zutage gefördert[3384]. + +Von den (etwa 80) Werken, als deren Verfasser ~Demokritos~ gilt[3385], +und deren Titel meist fragwürdigen Alters sind[3386], besitzen wir +nur noch spärliche Bruchstücke, deren ausgezeichnete Zusammenstellung +durch ~Diels~ ersehen läßt, daß ~Demokritos~ in der Tat der klare, +bestimmte und einflußreiche Denker war, als den ihn schon ~Aristoteles~ +preist, und der er auch gewesen sein +muß+, sollte sein bloßer Name +hinreichen, um untergeschobenen Nachahmungen entsprechende Beachtung +zu sichern. Wann man solche vielfach wohl an Echtes anknüpfende +Pseudepigraphen abzufassen begann, steht nicht sicher fest, doch +dürfte es zuerst bald nach 300 v. Chr. der Fall gewesen sein, denn +schon um 250 (oder etwas später) tritt der wichtigste und bereits +völlig systematische Fälscher auf, ~Bolos~ von ~Mende~ (oder Mendes) +in Ägypten[3387]. Unter dem Namen des ~Demokritos~ gab er verschiedene +Werke magischen, astrologischen, medizinischen und landwirtschaftlichen +Inhaltes heraus, erfüllt von zauberischen, mystischen und mantischen +Ideen aller Art, vom Glauben an gute und böse Geister, die sich durch +Zeichen, Weissagungen und Träume kundgeben, usf.[3388], ferner eine +Art Enzyklopädie, in der er die Ergebnisse griechischer Wissenschaft +und ägyptischer Technik mit den angeblich uralten Überlieferungen +persischer Magier (~Zoroaster~, ~Ostanes~, ...) zu vereinigen +suchte, und deren Titel „χειρόκμητα καὶ φυσικὰ δυναμερά“ (etwa = +„Wirkungen künstlicher und natürlicher Kräfte“) gelautet zu haben +scheint[3389]. Aus ihr gingen vermutlich zunächst die vier βίβλοι +βαφικαί (= Färbebücher) hervor, handelnd über das „Färben“ (= Machen, +Nachahmen, Fälschen) des Goldes und Silbers, der Edelsteine (Perlen) +und des Purpurs (περὶ χρυσοῦ, ἀργύρου, λίθων, πορφύρας), weiterhin +aber die unter dem Namen „Physica et Mystica“ (etwa = „Natürliches und +Übernatürliches“) bekannten Schriften, von denen allen wir nur geringe, +vielfach abgeänderte, durch späte Umarbeitungen[3390] entstellte +Reste und Auszüge besitzen; soweit diese, -- noch dazu in der sehr +mangelhaften Redaktion ~Berthelots~ --, einen Rückschluß gestatten, +umfaßte der ursprüngliche Inhalt eine große Anzahl sehr verschiedener +Rezepte, teils wirklich ausführbarer, teils ganz unmöglicher, und +zwar waren letztere zumeist an mystische, magische, religiöse, +philosophische und theologische Vorschriften oder Formeln gebunden +und gemäß der (von den „Astrologúmena“ des ~Petosiris-Nechepso~ +her bekannten) Gewohnheit der alexandrinischen Synkretistiker +aus griechischen, ägyptischen und orientalischen Bestandteilen +zusammengefügt[3391]. + +Weitere Pseudepigraphen des ~Bolos~ von ~Mende~ waren die Bücher +„Über Sympathien und Antipathien“, anscheinend die ersten und daher +wirkungsvollsten ihrer Art[3392], deren Überbleibsel wir jedoch nur aus +Umarbeitungen ganz später, wohl erst byzantinischer Zeit kennen[3393], +ferner die Abhandlungen über die astrologischen Vorzeichen (περὶ +σημείων), über die Wunderdinge (περὶ θαυμασίων], über den Landbau +(περὶ γεωργίας), sowie über die zauberischen und abergläubischen +Eigenschaften der Pflanzen, in denen neben ~Pseudo-Demokritos~ auch +~Pseudo-Orpheus~ und ~Pseudo-Pythagoras~ als maßgebende Autoritäten +auftreten[3394]. Endlich reihen sich diesen auch noch Schriften +medizinischen Inhaltes an, denn schon dem ~Celsus~, dessen „De +medicina libri octo“ um 30 n. Chr. vollendet sind, gilt ~Demokritos~ +als einer der ältesten und hervorragendsten Ärzte, ja als Lehrer des +~Hippokrates~[3395], und in gleichem Sinne zitiert ihn noch ~Caelius +Aurelianus~ (5. Jahrhundert) in „De morbis acutis et chronicis“[3396]). +Ferner entstanden vermutlich im 4. und 5. Jahrhundert zu Alexandria +jene griechischen Sammelwerke, auf die die „Ephemeriden des +~Demokritos~“, die „Prognostika des ~Demokritos~“, die „Tafeln des +~Demokritos~“ (zur Vorausbestimmung des Krankheits-Verlaufes) u. dgl. +zurückgehen, die dann etwa von 700 an in Unteritalien ins Lateinische +übersetzt wurden, und an die sich, bis in das 9. Jahrhundert herab, die +den Namen des ~Demokritos~ führenden Zusammenstellungen anreihen, in +denen sich wissenschaftlich richtige und rationelle Vorschriften nicht +selten mit magisch-medizinischen und abergläubisch-sympathetischen +absonderlichster Natur in völlig kritikloser Weise untermischt +zeigen[3397]. Ihre angebliche Auffindung in Grüften, vergrabenen +Gefäßen usf. ist ein charakteristischer Zug aus der hellenistischen +Offenbarungs-Litteratur, die (wie weiter oben schon öfter erwähnt) +wichtige oder für wichtig erachtete Mitteilungen und Entdeckungen an +Könige, Heroen und Weise der Vorzeit oder an Götter, Dämonen, Geister +usf. anzuknüpfen liebt[3398]. + +Schon durch den alexandrinischen Dichter und Schriftsteller +~Kallimachos~ (310-240) wurde ~Bolos~ als Betrüger entlarvt[3399], aber +ohne dauernden Erfolg, denn während z. B. ~Columella~[3400] (gest. +gegen 66 n. Chr.) und später auch ~Aulus Gellius~[3401] (gest. um 180 +n. Chr.) ihn als Fälscher kennen und bezeichnen, äußert ~Plinius~ +(gest. 79 n. Chr.), der den sog. ~Demokritos~ unzählige Male zitiert, +nie den geringsten Verdacht[3402] und trug daher angesichts seines +ungeheuren und nachhaltigen Einflusses nicht wenig dazu bei, das +Ansehen des vermeintlichen „großen Philosophen“ in dauernden Ehren zu +erhalten; er selbst schöpfte übrigens seine einschlägigen Kenntnisse, +wie in zahlreichen anderen Fällen so auch hier, nur aus zweiter +Hand, nämlich aus den Schriften seines Zeitgenossen, des ägyptischen +Arztes ~Xenokrates~ von ~Aphrodisias~, die die Hauptquelle der von +Aberglauben aller Art erfüllten Abschnitte 28-30 der „Naturgeschichte“ +darstellen[3403]. Ein etwas älterer Vermittler ähnlicher Art ist der +zur Zeit des Kaisers ~Augustus~ lebende ~Anaxilaos~, dessen ~Plinius~, +sowie die Vorlagen des „Stockholmer Papyrus“ Erwähnung tun. Nach +~Diels~[3404] hat man als wahrscheinlich anzunehmen, daß vielerlei +Angaben des Leidener und Stockholmer Papyrus den Kompilationen des +~Anaxilaos~ und seinesgleichen entlehnt sind, und daß uns durch sie +Teile der sog. „Cheirókmeta“ in ihrer mehr oder weniger ursprünglichen +Gestalt erhalten geblieben sind, d. h. in derjenigen, die (im +Anschlusse an die alten Rezepte der Tempelwerkstätten usf.) noch ganz +offen auf Täuschung durch geschickte Nachahmung von edlen Metallen und +Steinen hinauslief. In Übereinstimmung hiermit steht, wie schon weiter +oben (den Annahmen ~Berthelots~ und ~Riess~’ gegenüber) hervorgehoben +wurde, der klare Inhalt und die unverhohlene Sprache dieser Papyri: +die künstliche Gewinnung von Gold, Silber, Edelsteinen und Farbstoffen +heißt einfach σκευή (Skeué, Herstellung), Weißen und Gilben erfolgen +durch Firnissen, Überfangen, Legieren, Putzen und Polieren, Di- und +Triplosis durch geeignete Beimischungen, die μᾶζα ἀνέκλειπτος ist eine +durch Zusatz unedler Metalle immer weiter verschlechterte Masse, das +ὀθόνιον ein Stück Leinwand zum Einwickeln, das ὕδωρ θεῖον eine aus +Schwefel bereitete Lösung oder Schmelze, ἀλλοιοθῆναι bedeutet eine +äußerliche Veränderung (z. B. durch Umfärben), ἐπιβάλλειν ein Zugeben +oder Einwerfen, usf. + +Erst in der Periode neu einsetzender und alsbald mächtig +fortschreitender Entfaltung des Zauberwesens und der Magie, also wohl +frühestens im letzten Drittel des 1. nachchristlichen Jahrhunderts, +beginnt, anknüpfend an die „Cheirókmeta“, an die bei ~Seneca~ (aus +~Poseidonios~) überlieferten Rezepte zum Erweichen des Elfenbeins, +Verwandeln der Glasflüsse in Smaragd u. dgl., die eigentlich ++alchemistische Umgestaltung+ der Schriften des ~Demokritos~[3405]. So +zahlreich und mannigfach nämlich die Zitate der älteren Autoren sind +(vor allem die des ~Plinius~), +niemals+ findet sich unter ihnen ein +von Alchemie handelndes, oder auch nur von ferne auf sie anspielendes, +auch da nicht, wo die Gelegenheit sich von selbst böte: so z. B. +erwähnen die Quellen der Abteilung V des Leidener Papyrus ~Demokritos~ +(neben ~Ostanes~) als Seher, Magier und Verfasser eines Rezeptes zur +ἴωσις (Iosis, Rötung) des Goldes[3406], und die des etwa gleichzeitigen +„Papyrus ~Kenyon~“ überliefern eine Vorschrift „zum Fälschen von +Münzen nach ~Demokritos~“[3407], setzen diesen also etwa in Parallele +mit ~Pabapnidos~, „dem Gauner und Betrüger“, dem offenbar zu gleichem +Zwecke (der syrische) ~Zosimos~ die Erfindung des Messings und der +Bronze zuschreibt, -- mit keinem Worte aber ist von ~Demokritos~ als +Alchemisten oder Goldmacher die Rede. Den späteren Bestrebungen, +ihn als solchen zu kennzeichnen, scheint ein bisher nicht genügend +beachteter Umstand großen Vorschub geleistet zu haben; unter den dem +echten ~Demokritos~ zugeschriebenen Werken, deren Titel überliefert +sind, befinden sich nämlich auch solche περὶ λίθου, περὶ τῆς ποιήσεως +und περὶ χαμαιλέοντος[3408], die ursprünglich zweifellos den +schlechtweg als „Stein“ (λίθος, Líthos) bezeichneten Magnetstein, die +Dichtkunst (Poíesis) und das Tier Chamäleon betrafen, in einer bereits +von alchemistischen Ideen erfüllten Zeit aber mit Leichtigkeit so +hingestellt werden konnten, als wäre der „Stein“, von dem sie gehandelt +hätten, der „Stein der Weisen“ gewesen, die „Poiesis“ das „Machen“ von +Gold und Silber, und das „Chamäleon“ die „Chemie“, für die (wie schon +weiter oben angeführt) dieser anspielende und anklingende Name wohl +schon ziemlich frühzeitig in Aufnahme kam. + +Einer ähnlichen Umformung wie die Darstellung der vermeintlichen +Hauptgedanken des ~Demokritos~ unterlag auch die Schilderung seiner +vorgeblichen Lebensschicksale. Die älteste Überlieferung meldete, +er sei, als er nach Ägypten kam, von den Priestern des Tempels zu +Memphis in ihre Geheimnisse eingeweiht worden und habe das von ihnen +Erlernte in jenen vier Büchern (τόμοι = Rollen) von den „Färbekünsten“ +niedergelegt, als deren Verfasser ihn ~Synesios~ (um 400) und ~Georgios +Synkellos~ (um 800) rühmen[3409]; in der Folgezeit wurde sie zunächst +dahin abgeändert[3410], daß die Einweihung nicht mehr durch die +Priesterschaft als solche erfolgte, sondern allein durch den berühmten +persischen Magier (aber ägyptischen Oberpriester!) ~Ostanes~ als den +ausschließlichen Kenner und Lehrer der Geheimwissenschaften; zuletzt +endlich erfuhr sie eine gänzliche Umgestaltung in dem Sinne, daß es +nunmehr ~Demokritos~ war, der die Geheimlehren aus dem Orient nach +Ägypten brachte und die Priester mit ihnen bekannt machte, -- ganz +so, wie nach der bei den Ssabiern erhaltenen Tradition ~Hermes~ I. +aus Babylon nach Ägypten auswandert und die Priester zu Memphis in +Astrologie und Geheimwissenschaften unterrichtet. Demgemäß zerfallen +auch die erst in später Zeit[3411] redigierten und unter dem Titel +„Physica et Mystica“ zusammengefaßten Reste des pseudo-demokritischen +Hauptwerkes in drei größere, so gut wie unzusammenhängende Gruppen: +Die erste enthält Bruchstücke von kaum veränderten, rein technischen +Rezepten über die Purpurfärbung (βαφή), die in jeder Hinsicht den +im Leidener und Stockholmer Papyrus erhaltenen gleichen. Die zweite +berichtet über gewisse Beschwörungen, die zur wunderbaren Auffindung +verborgener magischer Bücher und Sprüche in der hohlen Säule eines +Tempels führen, -- wobei aber der Schauplatz nirgends wirklich in +Persien oder Babylonien liegt[3412], sondern der Verfasser „nur so +tut“; sie verraten bereits, ähnlich wie die Anrufungen der Geister +bei ~Zosimos~ und der Gebrauch der (auch auf gnostischen Amuletten +vorkommenden) dämonischen Formeln des Krebses, Sternes usf. bei +~Kleopatra~, entschieden neuplatonische Einflüsse[3413]. Die dritte +endlich lehrt das „Machen“ des Goldes und Silbers und zeigt den +alten, ursprünglich rein technischen Text, durch mystische und +alchemistische Zutaten und Einschiebsel in völlig willkürlicher Weise +so verändert und erweitert, wie er schon um 400 dem Kommentator +~Synesios~ vorgelegen haben mag[3414]. Erst in dieser letzten Gestalt +nämlich, die u. a. in wirrer Weise bald auf angebliche Übersetzungen +aus uralten persischen Originalen zurückgreift, bald die Erfindung +der Alchemie den ägyptischen Königen zuschreibt, bald wieder die +Verfahren der ägyptischen Priester zugunsten derer der persischen +Magier ablehnt[3415], schienen die „Vier Bücher“ der Auslegung +und Erklärung bedürftig und galten für dunkel und rätselhaft: ihr +vordem allgemeinverständlicher Sinn war eben auf Grund magischer und +alchemistischer Ideen entstellt worden, und zwar oft bis zur völligen +Unkenntlichkeit. + +Der Vermutung ~Diels~’, daß mancherlei Angaben des ursprünglichen +~Demokritos~-Buches, vermittelt durch ~Anaxilaos~ und ähnliche +Schriftsteller, in den Leidener und Stockholmer Papyrus übergegangen +seien, steht es nicht entgegen, daß der erstere sicherlich, +der letztere möglicherweise, zusammen mit magischen Rollen, +Zauberbesprechungen u. dgl. an das Tageslicht gelangte; denn, wie schon +weiter oben erwähnt, handelt es sich bei den chemischen Abteilungen +der Gräberfunde offenbar um orthodoxe und annähernd getreue +Abschriften +weitaus+ älterer Vorlagen, während die abergläubischen +und mystischen Texte jener Zeit angehören, zu der die Besitzer der +Schriften bestattet wurden, also etwa dem Ausgange des 3. Jahrhunderts. +Weshalb man damals auf derlei möglichst zuverlässige Wiedergaben +noch Wert legte, ist nicht ohne weiteres ersichtlich, daß es aber +geschah, mag wie in so manchen ähnlichen Fällen gleichfalls auf +Aberglauben beruht haben: waren doch aller Wahrscheinlichkeit nach +Generationen der nämlichen hellenisierten Priester die Verfasser +der „ehrwürdigen“ alten Originale, die Eigentümer der Kopien, sowie +die Urheber der verballhornten Neuausgaben. Nach der Schließung der +alexandrinischen Tempel, also etwa seit 400 n. Chr., wahrten dann sie +und ihre Nachkommen noch jahrhundertelang in „fest zusammenhaltenden +esoterischen Zirkeln“[3416] und „magischen Konventikeln“ die Mysterien +der Alchemie und hatten allen Grund, sie sorgfältigst geheim zu halten: +einerseits nämlich blieben für die Vertreter der „großen Kunst“, -- +insoweit sie nicht selbst betrogene Betrüger waren --, Nachahmungen, +Täuschungen und Übervorteilungen jederzeit das letzte Ziel, und +andererseits hatten sie, die dem Staate als Fälscher (namentlich +als Münzfälscher), der Kirche als mit Dämonen im Bunde stehende +Geisterbeschwörer, und beiden als Anhänger verbotenen heidnischen +Aberglaubens verdächtig waren, scharfe Verfolgung bald seitens der +einen, bald seitens der anderen dieser Mächte zu gewärtigen, nicht +selten auch seitens beider zusammen[3417]. + + +b) Ostanes. + +Über die vornehme Herkunft und Stellung des als Begleiter des +~Xerxes~ genannten geschichtlichen ~Ostanes~ walten keine +Zweifel[3418], er besaß vermutlich seine Hausmacht in Kappadozien[3419] +und bekleidete das Amt eines Satrapen[3420]; schon frühzeitig war +der Name ~Ostanes~ auch im westlichen Asien gebräuchlich, +u. a. führte ihn 407 v. Chr. der Vorsteher des Rates der Gemeinde zu +Jerusalem, und zwar neben seinem eigentlichen jüdischen[3421], -- +vielleicht um sich als eine Art Klienten irgend eines angesehenen +Persers zu bezeichnen. Die Frage, auf welchem Wege, und ob unter +Anschluß an den historischen Träger des Namens, ~Ostanes~ +dazu kam, zur „geradezu typischen Figur des Aberglaubens“[3422], zum +Vorbilde der Zauberer, Geisterbanner, Wunderärzte, Alchemisten usf., +sowie zu einem Hauptträger der griechischen Fälschungs-Litteratur +zu werden[3423], läßt sich vorerst nicht sicher beantworten; als +wahrscheinlich darf es aber gelten, daß hierbei, wie bei so manchen +„persisch-hellenistischen“ Traditionen, jüdische Einflüsse die +maßgebenden waren[3424], und daß die angebliche Einweihung der +persischen Magier durch die ägyptischen Priester, -- denn diese bildete +auch hier die erste Stufe der Legende --, in keinem anderen Lichte zu +sehen ist, wie die der „neben den Ägyptern allein zugelassenen Juden“, +oder jene des ~Demokritos~, also in dem eines nachträglichen +Versuches, die eigene Kunst im Abglanze höherer Autorität und +Legitimität erstrahlen zu lassen. + +Die Verbindung zwischen ~Ostanes~ und ~Demokritos~ scheint bereits +im 1. vorchristlichen Jahrhundert hergestellt worden zu sein[3425] +und war daher z. B. dem ~Plinius~ schon ganz geläufig[3426]; im 2. +und 3. Jahrhundert n. Chr. nennt ~Apuleius~ (um 180) den ~Ostanes~ +neben ~Orpheus~, ~Pythagoras~ und ~Epimenides~, sowie neben ~Moses~, +~J(oh)annes~, ~Zoroaster~, ~Appolobex~, ~Dardanos~, ~Damigeron~ und +anderen[3427]. Ferner erwähnen ihn: der Neupythagoräer ~Nikomachos~ +neben ~Zoroaster~ und den „Babyloniern“[3428]; ~Minucius Felix~ (um +200) im „Octavius“, woselbst er ihn „den Ersten der Magier in Wort +und Werk“ nennt[3429]; ~Tertullianus~ (gest. 220) neben ~Dardanos~ +und ~Damigeron~[3430]; ~Hippolytos~ (gest. 235) neben ~Zoroaster~, +~Petosiris~ und ~Hermes Trismegistos~[3431]; endlich der Pariser +Zauberpapyrus (sowie auch sonstige Papyri) neben ~Appolobex~, +~Dardanos~ und ~Damigeron~[3432]. Dieser letztere, für den ~Ostanes~ +„der Meister aller Magier“ ist (magorum omnium magister), soll eine +unübertreffliche Abhandlung über die „Kräfte der Steine“ verfaßt haben, +die um 400 ~Pseudo-Orpheus~ auf Befehl des ~Hermes~ „zur Abwehr des +Leides von den Sterblichen“ in Verse brachte, aus der im 5. Jahrhundert +der „arabische König“ ~Evax~ einen lateinischen (!) Auszug anfertigte, +und die noch ~Psellos~ im 11., ~Marbod~ im 12. und ~Matthäus +Silvaticus~ im 13. Jahrhundert ihren Werken mit zugrunde legten[3433]. +Aber auch ~Ostanes~ selbst war, ähnlich wie ~Pseudo-Orpheus~, +äußerst bewandert in den wunderbaren und geheimen Eigenschaften +der Steine, der Tiere und namentlich der Pflanzen[3434], bewährte +sich daher gleich diesem als Wunderarzt, verfertigte heilbringende +Amulette mit den Zeichen der Tierkreisbilder und Planeten[3435] und +fand wohl hauptsächlich bei solcher medizinischen Tätigkeit den ihm +zugeschriebenen, nach ~Firmicus~ aber schon bei ~Petosiris-Nechepso~ +vorkommenden Satz bewährt: „Die Natur freut sich über die Natur, die +Natur siegt über die Natur, die Natur herrscht über die Natur“[3436]. + +Späteren Zeiten galt ~Ostanes~ auch als Besitzer einer „in den sieben +Sphären aufgefundenen Zaubertafel mit der Summe aller Weisheit“, deren +Inhalt er in dem philosophischen und astrologischen, hauptsächlich +aber dämonologischen „Buche des ~Ostanes~“ niederlegte[3437], -- +zu dem, nach dem sog. „Steinbuche des ~Aristoteles~“, dieser Weise +einen Kommentar schrieb --, ferner als Verfasser und Herausgeber +alchemistischer Werke, und endlich auch als Erfinder gewisser +technischer Verfahren; in den „Technischen Abhandlungen und +Vorschriften“[3438] wird z. B. das Färben des Glases mit „Galle“[3439] +in ähnlicher Weise auf ihn zurückgeführt, wie etwa bei den Ssabiern das +Glasieren der Tongefäße mit Salmiak auf ~Hermes Trismegistos~. + + +c) Schreiben der Isis an Horos. + +Das sog. Schreiben der ~Isis~ an ~Horos~ zeugt nach ~Riess~[3440] und +~Reitzenstein~[3441], sowohl dem Grundgedanken wie der Einkleidung +nach, von einem besonders engen Ineinandergreifen alchemistischer und +theologischer Litteratur, alter ägyptischer Mythen und umgestaltender +jüdischer Einflüsse. + +Ursprünglich ging, wie aus einer dem ~Hekataios~ entlehnten Stelle des +~Diodor~[3442] folgt, ~Isis~ nach dem Tempel von Hormanuthi[3443], +um dort das φάρμακον τῆς ἀθανασίας zu holen, das Wasser der +Unsterblichkeit, das Lebenswasser, dessen sie zur Auferweckung des +toten ~Osiris~ bedurfte, des Herrn Ägyptens und der Fruchterde, des +„Schwarzen“, der schwarz ist wie der Boden seines Landes und wie die +Pupille des Auges (χημία, Chemía)[3444]. In der synkretistischen Zeit +erfolgte die Umdeutung des schwarzen Toten auf das unedle Metall, der +Wiederbelebung auf die Transmutation, des aufzugießenden Wassers auf +das „göttliche Wasser“ (ὕδωρ θεῖον) usf., und ~Isis~ galt vermutlich +zunächst als die Zaubergöttin, die zuerst diese Kunst der Alchemie +lehrte und den Einzuweihenden den großen, altertümlich-ägyptischen +Eid der Geheimhaltung abnahm[3445]; nach ~Reitzenstein~[3446] ist +vielleicht statt Hormanuthi „Hormahudhi“ zu lesen, was den „Herrn von +Edfu“ bedeutet, den man als Sohn des ~Chnum~ (~Chnubis~) mit diesem +identifizierte, so daß eine Anspielung auf den Tempel von Edfu vorläge, +der tatsächlich eine der frühesten Pflegestätten der Chemie war. Erst +der jüngsten (im „Schreiben der ~Isis~“ vertretenen) Auffassung gemäß +begibt sich ~Isis~ nach Hormanuthi, um +selbst+ die „ἱερά τέχνη τῆς +Αἰγύπτου“ zu erlernen, die „heilige Kunst Ägyptens“, -- wobei „Ägypten“ +für „Chemie“ steht, also die „Kunst Ägyptens“ für „Kunst der Chemie“ +--, die dort μυστικῶς κατασκευάζεται, „mystisch (= insgeheim) ausgeübt +wird“[3447]. Unter dem „Engel“ des ersten unteren Firmamentes, der ihr +zu Anfang entgegentritt, jedoch keine Vollmacht hat sie zu belehren, +ist nach ~Zielinski~[3448] die Mondgottheit zu verstehen, unter dem +Engel des zweiten oberen Firmamentes aber, der ihr zum Lohn für ihre +Hingebung das große Geheimnis verrät, ~Hermes~, in dessen Sphäre +allerdings die „hermetische Kunst“ ihren „natürlichen Ort“ hat; da nun +die Gleichsetzung des ~Hermes~ mit ~Thot~, ~Chnum~ (~Chnubis~, ~Kmeph~, +~Kamephis~) und ~Agathodaimon~[3449], der bei den jüdischen Verfassern +apokrypher und pseudepigraphischer Schriften oft ~Agathoel~ heißt, +durch diese nämlichen Autoren auch auf die aus der jüdischen Kabbala +bekannten Engel ~Amaniel~ und ~Eminiel~ ausgedehnt wurde[3450], so +erscheint es begreiflich, daß im „Schreiben der ~Isis~“ der „Engel der +oberen Sphäre“ den Namen ~Amnael~ führt, und einerseits als „oberster +Priester“ des Tempels, d. h. als jüdischer Hoherpriester erscheint, +andererseits aber als Verkörperung des ~Hermes~, ~Agathodaimon~ und +~Chnum~[3451], und schließlich, -- weil die chemischen Apparate +zur Metallverwandlung allegorisch als „Tempel der Metall-Götter“ +bezeichnet werden --, auch noch als der ἴος χρυσός, der „goldene (= +golderzeugende) Geist“, der durch „Vereinigung“ mit der ~Isis~, die +dabei das unedle Metall symbolisiert, dieses in Gold überführt[3452]. + +Auch in einem Zauberpapyrus verleiht ~Agathodaimon~ oder ~Kmeph~ der +~Isis~ als Gegengeschenk für ihre höchste Gunst das τέλειον μέλαν, das +„vollendete (vollkommene) Schwarze“, d. h. er lehrt sie die Kunst, +die heimisch ist in der Sphäre des ~Hermes~, „in der er herrscht“. +Desgleichen sagt ~Isis~ in der weiter oben wiederholt erwähnten +hermetischen Schrift „Κόρη κόσμου“ gelegentlich einer Erzählung ihrer +gemeinsam mit ~Osiris~ betriebenen Entzifferung uralter Schriften des +~Hermes~: „Diese Offenbarung gab mir ~Kamephis~ zugleich mit der über +das τέλειον μέλαν“ (= das vollendete Schwarze = die Chemie)[3453]. +-- Wie ersichtlich bilden alle diese Umstände wichtige Stützen +der Auffassung ~Hoffmanns~, daß χημεία (Chemeía) nichts anderes +bedeute, als die „Beschäftigung mit dem Schwarzen“; sie lassen ferner +vermuten, daß der Titel „κόρη κόσμου“ nicht, wie frühere Forscher +wollten, ausschließlich mit „Pupille der Welt“, aber auch nicht, +nach ~Zielinski~, allein mit „Jungfrau der Welt“ zu übersetzen sei, +daß vielmehr von vornherein ein Doppelsinn beabsichtigt war, der es +ermöglicht, die Überschrift nach Belieben bald in der einen, bald in +der anderen Weise auszulegen. Gerade in der von ~Zielinski~ zugunsten +seiner Meinung angeführten Stelle aus ~Zosimos~, daß die Κόρη den +„Geist“ in sich aufnehmen und so die übrigen Metalle gebären solle, +tritt dieser Doppelsinn deutlich zutage, indem ebensowohl die „Pupille“ +(χημία, das Schwarze), wie die „Jungfrau“ als „Muttersubstanz“ der aus +ihr hervorgehenden Derivate angesehen werden kann, -- wobei an die +Parallelisierung des großen Werkes mit der Schwangerschaft zu erinnern +ist, an die des Mutterschoßes mit dem „Gefilde der Entstehung“, +sowie an die des Hervorgehens des Fötus (aus der τετρακτύς genannten +Vierheit der Elemente) mit jenem des Goldes (aus der als Tetrasomie +bekannten Vierkörperschaft der unedlen Metalle)[3454]. Als „Geister“, +die „aufzunehmen“ sind, galten ursprünglich wohl die altbekannten +„weißenden“ und „gilbenden“; in der Folgezeit jedoch stand an erster +Stelle der Allgeist des ~Hermes~ (~Merkur~), das Quecksilber, und +tatsächlich ist in der uns vorliegenden, spät redigierten Form des +„Schreibens der ~Isis~“ die „Fesselung des Quecksilbers“ das erste +Geheimnis, in das ~Horos~ seitens seiner Mutter eingeweiht wird[3455]. + + +d) Zosimos. + +Als Entstehungszeit der Schriften des ~Zosimos~ läßt sich mit +ziemlicher Sicherheit die um 300 angeben, denn ~Synesios~ (vor 390) +benützt sie, ohne jedoch den Namen des Verfassers zu nennen, und dieser +selbst zitiert den ~Porphyrios~ (232-301?) und spielt an einer Stelle +auf ~Manichaios~ (gest. 277) an (+nicht+ auf ~Zoroaster~!)[3456]. Er +war Mitglied der ~Poimandres~-Gemeinde[3457], ebenso wie ~Theosebeia~, +die er nur in bildlichem Sinne „Schwester“ nennt; sein ihr gewidmetes +Hauptwerk bestand aus 28 Büchern, angeblich zu je vieren den sieben +Sphären zugeteilt und geordnet κατὰ στοιχεῖον (nach dem Alphabet), +wobei sich den 24 griechischen noch 4 koptische Buchstaben anreihten, +und jedes Buch wie einem Buchstaben so auch einer Gottheit entsprach, +z. B. das öfters erwähnte 9. dem i (Jota) und dem ~Imuthes~[3458]. +Dieser ~Imuthes~, ägyptisch ~Imhotep~, war ursprünglich (wie schon +oben erwähnt) ein Baukünstler und Pyramiden-Erbauer zur Zeit des +Königs ~Zoser~ um 3000 v. Chr.[3459], wurde später auch als Urheber +sonstiger Künste und vor allem der Heilkunst angesehen, weiterhin als +„Sohn des ~Ptah~“ (~Hephaistos~) vergöttlicht und dem „~Asklepios~, +Sohn des ~Hephaistos~“ gleichgesetzt, sowie mit dem Symbol dieses +chthonischen Geistes, der Schlange, in Form des Schlangenstabes +ausgestattet, der zuerst auf einer Münze der Stadt Magnesia aus dem 3. +Jahrhundert v. Chr. nachgewiesen ist[3460]. Schließlich galt er auch +als großer Meister aller Geheimkünste, Wunderarzt, Zauberer, Astrolog +und Alchemist[3461], und als solchen kennt ihn auch ~Zosimos~, dessen +syrische Übersetzung das fragliche Buch ausdrücklich „Buch ~Imuthes~, +über alles was mit der Hand gearbeitet wird“ zubenennt[3462]. Dieser +an die „Cheirókmeta“ des ~Demokritos~ mahnende Titel bestätigt die +Richtigkeit der Vermutung, daß ~Zosimos~ ursprünglich für sein Werk +das des ~Demokritos~ als Vorlage benützte, es aber durch Auszüge +aus sonstigen Schriften, Zusätze theoretischer und praktischer Art, +polemische Bemerkungen (gegen ~Paphnutia~, ~Neilos~ und andere) usf. +erweiterte, sowie den 24 älteren Büchern („τὰ κατ’ ἐνέργειαν“ = „Über +die Kräfte“ genannt) noch vier neue, eigenartig mystische hinzufügte, +deren Inhalt in inniger Beziehung zur Litteratur der Zauberpapyri, +der Gnostiker, Neupythagoräer, Hermetiker, ~Mithras~-Diener und +Schlangen-Verehrer (Ophiten) steht[3463]. + +Der merkwürdigste Abschnitt in den Schriften des ~Zosimos~, die große +dämonisch-ekstatische Vision, in der die Zerstückelung des Leibes, +das Abschaben des Fleisches und das Lostrennen des Kopfes an die +sog. „sekundäre Bestattung“ der ägyptischen Urzeit mahnt[3464], +ist sichtlich die alchemistische Umgestaltung einer theologischen +Vorlage, zeigt Magie und Theologie in engster Berührung und stellt den +vollkommenen Alchemisten auch als wahren Propheten und vollendeten +Inhaber der Gnosis hin[3465]. Offenbar liegt ihr, ganz so wie einer +ähnlichen Stelle bei ~Komarios~, die übliche ägyptisch-hellenistische +Hades-Vision zugrunde[3466], der Überarbeiter hat aber die Vorgänge +umgedeutet und in die Bilder der Mysteriensprache chemische +Reaktionen hineingeheimnisst, immer von der Auffassung ausgehend, +daß die Chemie ein Bestandteil der Magie und die Magie ein solcher +der Priesterwissenschaften sei[3467]: daher ist der „Führer“ ein +μέγας ἱερεύς (Großpriester), ein ἱερεὺς τῶν ἀδύτων (Priester im +Allerheiligsten), ein φύλαξ πνευμάτων (Hüter der Pneumata) und +selbst ein Pneuma[3468]; Wiedergeburt und Auferstehung betrifft die +toten Leiber der Metalle und erfolgt „durch den Mutterschoß des +Feuers“[3469]; der Leib (σῶμα) der Metalle empfängt ψυχή (Seele += niedriges vegetabilisches Leben) und πνεῦμα (Pneuma = höheres +geistiges Leben), oder auch πνεῦμα θεῖον (göttliches Pneuma) allein, +-- denn zum pneumatisch Vollendeten macht erst das gänzliche Aufgehen +im Pneuma unter Verlust der immer noch gemeineren Psyche[3470]; die +leiblichen Reste der Metalle bleiben im Abýssos (Abgrund) zurück, +während sich die reinen, der Verwandlung in alle Gestalten fähigen +Geister (Pneumata) von ihnen lösen, emporschweben und so, neugeboren +dem Mutterschosse entsteigend, als ἀνθρωπάρια (homunculi, Menschlein) +erscheinen, -- wobei es nicht als ein Widerspruch +mehr+ empfunden +wird, daß der μολυβδάνθρωπος, das Blei-Menschlein, auch wieder die +Gestalt eines uralten Mannes zeigt[3471], vielleicht um anzudeuten, +daß das Blei als Urahne und Stammvater +aller+ Metalle anzusehen sei. +Einen außerordentlich merkwürdigen symbolischen Zug bringt noch der +Schluß der Vision: dem Ekstatischen erscheint nämlich das „heilige +Pneuma“ auch in Gestalt des „Sohnes Gottes“, der in die Materie sinkt, +wieder aus ihr aufsteigt und sich in alle Gestalten verwandelt, um die +Seelen zu retten und emporzuheben, hierin durchaus erinnernd an den +Gottmenschen ~Anthropos~ der Hermetiker, den Urmenschen der Manichäer, +den ~Thot~ und ~Adam~ der Gnostiker und Synkretistiker usf.[3472]. + +Der Altar mit den ursprünglich 15 Stufen (κλίμακες), den ~Zosimos~ vor +sich sieht, geht, als Symbol der Himmelsleiter, wie auf orientalische +so auch auf altägyptische Vorstellungen zurück, jung ist aber seine +(unter Verminderung der Stufenzahl auf 7 vollzogene) Verbindung mit +den sieben Sphären, die selbst wieder an die der jüngeren ägyptischen +Zeit wohlbekannten „sieben Hallen“ angegliedert wurden, deren u. a. +schon das „Totenbuch“ gedenkt[3473]. Im „Tempel der 7 Sphären oder 7 +Tore“ (d. i. der sieben Himmel), der mit sieben Inschriften in sieben +Sprachen geschmückt ist, befindet sich nach dem späten (syrischen) +~Zosimos~ ein Zauberspiegel aus Elektron, „Auge Gottes“ genannt und von +πνεῦμα θεῖον (göttlichem Pneuma) so sehr erfüllt, daß die Seele, in ihn +schauend, selbst Pneuma empfängt und höchste Reinheit erlangt[3474]; +dieser Tempel ist wohl der nämliche, in dem ~Ostanes~ die berühmte +Zaubertafel, „enthaltend die Summe aller Weisheit“, aufgefunden haben +soll (s. oben). + +Dem großen Mystiker und Pneumatiker ~Zosimos~ hat die Folgezeit +auch noch ein äußerst prosaisches Werk zugeschrieben, nämlich eine +Anweisung zum Bierbrauen, dessen spärliche Überreste 1814 ~Gruner~ +herausgab[3475]; in einem von ~Wessely~ verglichenen Manuskripte aus +dem 14. Jahrhundert ist indessen ~Zosimos~ gar nicht als Verfasser +genannt. + + +e) Pibêchios. + +Zwischen der Schrift des ~Pibêchios~ und einem Buche des ~Ostanes~, +das nur in arabischer Übersetzung und Überarbeitung erhalten ist (s. +unten), besteht nach ~Reitzenstein~[3476] fraglos enger Zusammenhang; +auch entspricht bei beiden Autoren der „Tempel der sieben Tore“, der +sieben Hallen enthält, in die man nacheinander gelangt, durchaus der +hellenistisch-ägyptischen Vorstellung vom Himmel, aber auch von der +Unterwelt (die nach +alt+ägyptischer Anschauung nur +einen+ Raum +umfaßt, in den sieben Tore führen). Von ~Pibêchios~ und ~Ostanes~ +leiten aber weitere Fäden auch zu einem Werke hinüber, das wir nur mehr +in arabischer Umformung (etwa des 9. Jahrhunderts?) kennen, dem sog. +„Buche des ~Krates~“ (s. unten); dieser ~Krates~, der „der göttliche“ +benannt wird und so auch im Leidener Papyrus V heißt, ist kein anderer +als „der göttliche ~Chrat~“, d. i. ~Horos~, das göttliche Kind der +~Isis~ (chrat äg. = Kind, s. ~Harpokrates~, die Zauberer ~Pachrates~, +~Pankrates~ usf.). ~Horos-Chrat~ ist auch ein Offenbarungsgott und +Verfasser heiliger Bücher, und das „Buch des ~Krates~“ schöpft aus +einer solchen, griechisch abgefaßten Offenbarungsschrift; sie ist +älter als das 2. Jahrhundert v. Chr. und handelt u. a. von der Vision +der sieben Himmel[3477], vom Kampfe mit dem großen Drachen, sowie von +der Erlangung des geheimen Wissens, das man in höchster Vollendung +nur im Totenreiche erwirbt. Diese Vorlage des „Buches des ~Krates~“ +hinwiederum berührt sich in vieler Hinsicht mit einer Erzählung aus +der ebenfalls um das 2. Jahrhundert v. Chr. redigierten Sammlung +ägyptischer Zaubernovellen: ihr Gegenstand ist anscheinend nur die +Aufsuchung des von Gott ~Thot~ selbst geschriebenen Zauberbuches, das +auf einer entlegenen Insel in sechs, ursprünglich wohl sieben Kisten +aus sieben verschiedenen Stoffen aufbewahrt wird; in der Tat spiegelt +sie aber einen uralten Mythus wieder, nämlich den von der Erlangung +höchster Weisheit in den sieben Hallen des Himmels. Demgemäß erwirbt +man noch in später Zeit die Gnosis, das kraftspendende Wissen, durch +Lesen der Inschrift auf einer Stele aus wundervoll glänzendem Metalle +in der innersten der sieben Himmelshallen; an diese Vorstellung wieder +erinnert der aus Elektron verfertigte Zauberspiegel ~Alexanders des +Grossen~, von dem (der syrische) ~Zosimos~ berichtet, „der Spiegel, +der da steht über dem Tempel der sieben Tore, die den sieben Himmeln +entsprechen“, sowie auch eine in abgeänderter Form bei den Mandäern +erhaltene Spiegelsage. Der letztere Umstand deutet auf einen +ursprünglich babylonischen Mythus, unter dessen Einfluß die ältere +ägyptische ~Horos~-Überlieferung schon in früh- oder vorhellenistischer +Zeit umgebildet wurde; diese Tatsache erscheint für Anfang und Art des +orientalischen Synkretismus von hoher Wichtigkeit.[3478] + + +f) Kunstausdrücke und Anschauungen der griechischen Alchemisten. + +Hinsichtlich aller Betrachtungen über die griechischen alchemistischen +Schriften ist vorweg daran zu erinnern, daß diese uns, wie schon +vor fast hundert Jahren ~Sprengel~ betonte[3479] und wie neuerdings +~Riess~[3480], ~Kroll~[3481] und ~Diels~[3482] hervorhoben, fast +durchwegs nur in später und vielfach überarbeiteter Form vorliegen, +so daß nach ~Diels~ nur einige Wenige noch Inhalt und Form aufweisen +dürften, die den ursprünglichen, wohl gegen Ende des 1. und im +Laufe des 2. Jahrhunderts n. Chr. vollendeten Werken zukamen. Nicht +nur die unter magischen und mystischen Einflüssen entstandenen +Pseudepigraphen und Apokryphen, sondern auch Abhandlungen wie die des +~Zosimos~ und seiner Nachfolger unterlagen zweifellos wiederholten +und oft zu bestimmten Zwecken (z. B. Verchristlichung) vorgenommenen +Umgestaltungen und Verdunkelungen, die desto eingreifender ausfielen, +je ferner die jüngeren Verfasser als bloße Theoretiker und +Kommentatoren der chemischen Praxis standen und je weniger Sachkenntnis +sie daher besaßen. Erst gegen Ende des 7. Jahrhunderts, also nachdem +die Alchemie bereits zu den Syrern, ja selbst zu den Arabern gedrungen +war, dürfte in Konstantinopel jene Sammlung chemischer Schriften +entstanden sein, von der wiederum auch die besten noch vorhandenen +Manuskripte, wie die in Venedig und Paris, nur mehr unvollständige und +erheblich verstümmelte Überreste vorstellen; aber auch diese harren +zur Zeit noch einer neuen, wirklich zuverlässigen und wissenschaftlich +einwandsfreien Ausgabe, denn darüber, daß die von ~Berthelot~ +und seinen Mitarbeitern besorgte den billigerweise zu stellenden +Anforderungen durchaus nicht entspricht, sind heutzutage wohl alle +Sachkenner der nämlichen Meinung. + +Sämtliche alchemistischen Autoren[3483] stimmen darin überein, daß +die Alchemie in engster Verbindung mit Mystik, Magie, Geisterbannen +und Mantik stehe, und daß, wie für letztere schon nach den Stoïkern +und Neupythagoräern, so auch für sie die wichtigste Vorbedingung des +Erfolges kultische Reinheit „des Herzens wie des Körpers“ sei (zu +bewähren u. a. durch Keuschheit und entsprechende Ernährung), ferner +sittliches Wohlverhalten, Tugend, Frömmigkeit, selbstlose Gesinnung, +Freisein von Neid, Eigennutz und Habsucht, endlich Anstreben des +großen wissenschaftlichen Zieles der Metallverwandlung und +nicht+ +bloßer Gewinnung von Gold, die ja ohnehin nur zu allgemeinem +Reichtum und dadurch zur völligen Verderbnis der gesamten Menschheit +führen könnte[3484]. Einzig der von solchen Gesinnungen Erfüllte +ist „würdig“, und nur dem Würdigen wird „Gnade von oben“ zuteil, +befähigt ihn zu tiefstem seelischem Versenken, zu Wahrträumen und +Visionen, eröffnet ihm das Verständnis für die „großen Geheimnisse +der ägyptischen Priester“, die diese aus Eifersucht und Aberglauben +entweder ganz verbergen, oder nur mündlich oder in rätselhafter „die +Dämonen täuschender“ Form mitteilen, und macht ihm die „heilige Kunst“ +leicht wie die Arbeit eines Kindes, so leicht wie Kinderspiel oder +Weiberwerk[3485]. + +Erste und unumgängliche Voraussetzung für das Gelingen des „großen +Werkes“ ist die Zurückführung der unedlen Metalle in die form- +und eigenschaftslose, dunkle, chaotische, das Substrat jeder +weiteren Verwandlung bildende Urmaterie: sie ist das „Fundament“, +unsere Schwärze, unser Kupfer, unser schwarzes Kupfer, unser Blei, +unser schwarzes Blei, die Schwärze (μελανία, Melanía) des Stimmi +(Schwefelantimons), unsere Magnesia (hier = Braunstein)[3486], +die schwarze Brühe, der schwarze Saft, die schwarze Schmelze des +Stimmi[3487], die schwarze Asche, Schlacke und Kohle, die Schwärze der +Krähen und Raben, die schwarze Färbeflotte[3488], die Farbe, Schwärze +und Rußkohle der Schreiber, die vollendete Schwärze (πάνυ μέλαν, die +Blüte der Schwärze (μελάνθιον)[3489], das [noch] schwarze Gold (χρυσὸς +μέλας)[3490], der „Inhalt der Theorie und Praxis“, der „Inbegriff der +10000 Geheimnisse und Bücher“, das „seit Aeonen Gesuchte“[3491]; sie +ist unsere Erde, die schwarze und negergleiche, unsere äthiopische +Erde, die Erde unseres Landes Äthiopien, die da aus den Gräbern +der Unterwelt Pflanzen, Blüten und göttliche Früchte emporschießen +läßt[3492], die da hervorbringt den „Stein der Weisen“, den „Stein +der Philosophen“, den „etesischen Stein“, der alle sieben Farben der +sieben Planeten in sich birgt[3493]. Um zu der „Rechten“ unter diesen +zu gelangen, bedient man sich, wie beim Färben der Kleiderstoffe, der +Zusätze und Beizen[3494]: in Leinenbinden eingewickelt unterwirft man +die Rohstoffe der großen „Tarichéia“ (Einbalsamierung, Einsalzung, +Einpökelung)[3495], der „großen Sepsis der ~Isis~“[3496], wobei +sie unter dem Einflusse der Salze, der Schwefel, der heiligen +Wässer usf., Metabolé (Umänderung) und Alloíosis (Artverwandlung) +erfahren[3497], kenntlich und ersichtlich durch den entsprechenden +Wechsel der Farben[3498]; diesem unterliegt die Urmaterie, unbeschadet +der Erhaltung ihrer ursprünglichen und einheitlichen Natur, nicht +anders als das Chamäleon[3499], und „Chamäleon“ nennt man deshalb +auch „unser Blei“[3500], wenn es in Gold verwandelt wird, „besser und +schöner als das natürliche“[3501]. Das Wissen um die Alloíosis war +ehemals den „ägyptischen Priestern“ vorbehalten[3502], es war das +ihnen von ~Hermes~ offenbarte und hieß daher „hermetische Kunst“, ganz +ebenso wie der von ihm erfundene luftdichte Verschluß „hermetischer +Verschluß“[3503]. Im Hinblicke auf dieses Wissen sagte der große +~Ostanes~: „man erflehe von den Göttern Einsicht in die ‚Pupille des +Auges‘ (= Chemi, das Schwarze)“, und „man verberge das Geheimnis der +Kunst der Pupille des Auges“; auch verglich man „das Schwarze und das +Weiße“ (für die es verschiedene Deutungen gab) mit der Pupille (Κόρη, +Kóre) des Auges und mit der „~Iris~ des Himmels“, die alle Farben in +sich enthält[3504]. + +Insoferne das große Werk die Vereinigung der aufeinander wirkenden +Substanzen zu einer neuen erfordert, verrät es völlige Analogie mit +einer Neuschöpfung im Kosmos[3505] oder einer Neuentwicklung im +Pflanzen- und Tierreiche. Wie nach ~Aristoteles~ Feuer wiederum Feuer +hervorbringt, der Ölbaum den Ölbaum, der Weizen den Weizen, der Mensch +den Menschen, so erzeugen auch Gold, Silber und Elektron wieder Gold, +Silber und Elektron, wenn man ihre „Samen“, z. B. kleine Mengen der +feinsten Pulver, in der richtigen Weise aussät, mit den rechten Wässern +begießt und sorgfältig pflegt[3506]; der Untergrund des „Kupfers“ +schwillt auf und „gärt“, es sprießen Pflanzen (βοτάναι, Botánai), +die so wie Kräuter und Bäume wachsen, es zeigen sich ἐξανθήματα +(Exantheme, Effloreszenzen)[3507], es entfalten sich Blüten[3508] und +schließlich reifen „Früchte“[3509], deren „Wangen sich röten“[3510]. +Aber auch einer Schwangerschaft gleicht das große Werk[3511]; die +Vermählung (συγγένεια) der Naturen, deren schon ~Platon~ gedenkt, +bildet seine Grundlage[3512], und nur durch Vereinigung des Männlichen +(ἄρσην, Arsen) und Weiblichen kann man es vollbringen[3513] und so das +„Ziel der Kunst“ erreichen[3514]. Wenn sich die männlichen, aktiven, +aufwärts (ἄνω) strebenden Elemente, Feuer und Luft, mit den weiblichen, +passiven, abwärts (κάτω) strebenden, Wasser und Erde, vereinigen[3515], +wenn z. B. der (geschmolzene schwarze) Schwefel mit dem (weißen) +Quecksilber den Zinnober zeugt (τίκτει), so entsteht das neue Wesen +(ἀνθρωπάριον, Menschlein) in der Phiole nicht anders, wie der Embryo +in der Matrix[3516]: aus dem schwarzen Menstrualblute und dem weißen +Sperma, dem „Schwarzen und Weißen“, dem „Schwefel und Quecksilber“, dem +„Kupfer und Quecksilber“, der „~Aphrodite~“ und dem „~Hermes~“, geht +der Fötus hervor, das Neugeborene, das Menschlein, das ζῶον (Lebende), +der Keim, das Ei, das Gebilde mit den 10000 und mehr Namen[3517], es +reift „bei richtiger Pflege und Ernährung unter passender Wärme und +durch die geeigneten Wässer“ zur „Vollendung“ heran[3518], erreicht +diese innerhalb einer Zeit, die nach den einen 9 Stunden beträgt[3519], +nach anderen 7, 14, 21, 40, 41 oder 110 Tage[3520], nach noch anderen +4, 6, 9 oder 12 Monate[3521], und tritt dann zur Welt, soferne kein +vorzeitiges Absterben (νέκρωσις = Nékrosis), keine verfrühte Entbindung +und keine Fehlgeburt erfolgt ist[3522]. Derlei Mißgeschicke können +namentlich die Einflüsse und Ausströmungen der Planeten bewirken, z. B. +die des Mondes (σεληνιακὴ ῥεῦσις)[3523], aber auch Neid und Mißgunst +der Dämonen[3524], sowie Fehler bei der Ausübung der „Kunst“; daher ist +es von der größten Wichtigkeit, jene Einflüsse der Planeten (besonders +des ~Hermes~) und der Tierkreiszeichen zu kennen[3525], die günstige +Jahreszeit des „philosophischen Monates“, der „belebenden Nilschwelle“, +der „Etesien“ abzuwarten[3526], die geeigneten Augenblicke zu +benützen[3527] und endlich die Regeln der Sympathie und Antipathie, +die Formeln, Handlungen, Gebete, Beschwörungen usf. auf das genaueste +zu beherrschen[3528], denn mittels der Kräfte des Rituals und des +magischen Wissens „zwingt man zum Dienste die Natur, die mehr vermag +als die Menschen“[3529]. + +Weil unser Kupfer, unser Blei, unsere Magnesia durch die Wärme +„ausgebrütet“ wird, nennt man sie auch „Ei der Philosophen“, +„philosophisches Ei“, „vogelentsprossene Masse“ (ὕλη ὀρνιθογονία)[3530]. +Wie aber das Ei zwar ein einheitliches Ganzes darstellt, trotzdem +jedoch Schale, Haut, Weißes und Gelbes in sich enthält „als +Viereinigkeit, die doch nur Eines ist“ (τὰ δὲ τέσσαρα ἕν)[3531], so +umfaßt auch das philosophische Ei, unbeschadet seiner Einheit, die +Tetrasomie des Kupfers, Bleies, Zinns und Eisens[3532] und stellt in +seiner Fähigkeit „zu allem zu werden und sich zu allem zu entwickeln“ +das ἕν τὸ πᾶν (Alles in Einem, Eines in Allem) dar, den seit Aeonen +gesuchten und endlich gefundenen „großen ~Pan~“, dessen Symbol, sie +sich in den Schwanz beißende Schlange, daher auch ihm zukommt[3533]. +Das philosophische Ei +ist+ schon Gold und Silber, es birgt das Gold +und Silber schon in sich, freilich nur der δύναμις (Möglichkeit) +nach und noch „in seinem Inneren verborgen“ (ἔνδον κέκρυπται)[3534], +aber ebendeshalb ist weiter nichts mehr nötig, als „die Natur +herauszukehren“ (φέρειν ἔξω τὴν φύσιν), damit man das Erstrebte auch in +Wirklichkeit (ἐνεργείᾳ) besitze[3535]. + +Wie schon die Zusammenfassung von Kupfer, Blei, Zinn und Eisen unter +dem Namen der „Tetrasomie“ (Vierkörperschaft) erweist, sind diese +gemeinen Metalle bloße „Körper“ (σώματα, στοιχεῖα), und zwar tote +Körper (νεκροί), im Grabe liegend, ja selber dem „Grabe des ~Osiris~“ +vergleichbar[3536], und es gilt, sie zu erwecken, zur Auferstehung +(ἀνάστασις) zu bringen und wiederzubeleben (ἐμψυχοῦνται)[3537]. Das +Mittel hierzu ist das Pneuma, das göttliche Pneuma (πνεῦμα θεῖον), +das sich des Körpers (des „Fleisches“, der „Hyle“) bemächtigt, sich +mit ihm verbindet und auf ihm „fixiert“, -- ohne aber hierbei, als +bloßer Geist, eine Gewichtsveränderung zu bewirken[3538] --, ihn +beherrscht, befreit, reinigt, durch Metabolé und Alloíosis „auf höhere +Stufe hebt“ und „veredelt“, kurz zu einem „pneumatischen“ macht (σῶμα +πνευματικόν)[3539]. Diese Erfüllung des Toten mit neuer Seele (ψυχή, +Psyche) und neuem Geist (πνεῦμα, Pneuma) ist „das große Wunder“, +„die große Vollendung“, „das große Mysterium“[3540] und vollzieht +sich nach den einen schon in 9 Stunden, nach den anderen erst binnen +Jahresfrist, innerhalb der „feurigen Sphäre“, unter dem Einflusse der +αἰθάλη (des Rauches, Dampfes), des πνεῦμα βαπτικόν (färbenden Pneumas), +das das Innere der Naturen verwandelt und diesen Vorgang zugleich auch +äußerlich durch die „Umfärbung“ zutage treten läßt[3541]. So wird das +schwarze Blei, das „Grab des ~Osiris~“, oder auch das gemeine schwarze +Kupfer, in „pneumatisches Kupfer“, in „vollendetes Kupfer“ übergeführt +(χαλκὸς πνευματικός, χαλκὸς τέλειος = Gold)[3542], das „einen neuen +Leib angenommen hat“ (μετασωματούμενος) unter dem Zwange (ἐξ ἀνάγκης) +des „Gebieters der Pneumata“ und „Herrn des Tempels“ (φύλαξ πνευμάτων; +οἰκοδεσπότης)[3543]; als Gebieter und Herr wird hierbei, allegorisch +umschreibend, der Chemiker bezeichnet, der Tempel aber ist der +chemische Apparat, das „heilige Gebäude (δῶμα ἱερατικόν des Ofens“, die +Phiale (φιάλη), d. i. die Kuppel, jedoch auch das Glasgefäß[3544] das +Knúphion (knouphion), d. i. der dem Kopfputze des ~Knuph~ (~Chnubis~) +ähnliche Aufsatz des Destillationskolbens (βίκος, βῆκος, βύκος, βίκιον, +Ambix, Dibikos, Tribikos)[3545] usf. + +Beim Arbeiten mit solchen Gefäßen, namentlich aber bei der Sublimation +und Destillation, vollzieht sich die Trennung der Substanzen, ἄνω und +κάτω, gemäß dem Spruche „Nach oben das Himmlische, nach unten das +Irdische[3546]: das Schwere, Passive, Weibliche, zu Wasser und Erde +Gehörige bleibt von vornherein in der Tiefe der Unterwelt[3547], oder +sinkt wieder herab in den finsteren Abgrund, den Abyssos, den dunklen +Hades[3548], das Leichte, Aktive, Männliche, zu Luft und Feuer Gehörige +steigt hingegen als zarte Wolke empor (ἄρσις νεφέλης), schwebt nach +oben (ἀναβιβάζων) und erhebt sich als ätherisches Pneuma (πνεῦμα +αἰθερώδες) zur höheren Sphäre[3549]. Von ausgesprochen pneumatischer +Natur sind vorzüglich die verschiedenen Schwefel, das gelbe und rote +Arsen [Auripigment und Realgar], das weiße Arsen [Arsenigsäure], die +beiden Quecksilber [Quecksilber und metallisches Arsen], sowie die aus +allen diesen bereiteten θεῖα ὕδατα (göttlichen Wässer)[3550]; daher +nehmen sie alle ihren Weg ἄνω [d. h. sie sublimieren und destillieren] +und sind erfüllt von körperbelebender Kraft und Färbevermögen[3551]. +Eine eigentümliche Rolle unter ihnen spielt jedoch das Quecksilber: +bald ist es ein leichter Dunst, ein flüchtiger Hauch (πνεῦμα φεῦγον) +männlicher Art, bald ein schwerer Körper (σῶμα), ein silbernes Wasser +(ἀργύριον ὕδωρ) weiblichen Charakters[3552], das sich als weißes +jungfräuliches Mineral (παρθένος γῆ) mit dem roten σπέρμα ἄρῥηνος +vereinigt [dem „männlichen Sperma“, oder auch dem „Sperma des Arsens“, +d. h. dem aus dem roten Realgar gewonnenen Schwefel] und hiernach den +Zinnober (= Gold) gebiert (τίκτει)[3553]; demgemäß wird es mit Recht +als ein Zwitter angesehen, als ein σῶμα ἀσώματον (unkörperlicher +Körper), als etwas was „ein Metall und kein Metall“ ist[3554]. +Manche nennen auch alles das, was beim Sublimieren oder Destillieren +irgendwelcher Materien nach oben steigt, „ihr Quecksilber“[3555] und +erblicken daraufhin im Quecksilber eine Grundsubstanz sämtlicher +Stoffe, hauptsächlich aber der Metalle[3556]; nach der „Lehre der +alten Ägypter“ ist hingegen die allgemeine Ursubstanz (Materia prima) +das Blei, das sich leicht in weißes Bleiweiß, schwarzes Schwefelblei, +gelbe Bleiglätte, rote Mennige und noch vieles andere verwandeln +läßt (μετατρέπεται)[3557], ein Zubehör des ~Osiris~, des Herrn ὑγρᾶς +οὐσίας (des Flüssigen, Schmelzbaren) darstellt, daher auch als +„etesisches Metall“ durch die „Nilschwelle“ neubelebt wird usf.[3558]. +Unter der Nilschwelle und ihrer belebenden Flut sind die heiligen +Wässer (göttlichen Wässer, θεῖα ὕδατα) zu verstehen, die „alles an +allem vermögen“ (πᾶν ἐν πᾶσι), die „Wässer des Mazachens“ (ὕδατα +μαζυγίου)[3559], die auf die „Maza unserer Magnesia“ einwirken wie die +Hefe (ζύμη) auf die Masse des Brotteiges[3560], sie zum Aufschwellen +und Zunehmen bringen und sie in eine Art Silber- und Gold-Gärung +versetzen (χρυσοζυμία), namentlich wenn man als Samen (χρυσόσπερμα) +noch einige Silber- oder Gold-Flitter beifügt[3561], die man z. B. +zweckmäßigerweise am Ende des Rührstockes befestigt[3562]. + +Träger dieses Samens kann aber auch ein besonderes Präparat sein, +„der Stein der kein Stein ist“[3563], der „philosophische Stein“, der +„Stein der Weisen“, der „Stein der Philosophen“ (λίθος τῆς φιλοσοφίας, +τῶν φιλοσόφων)[3564]; als Ergebnis der „heiligen und göttlichen +Kunst der Philosophen“[3565] heißt er nach diesen ebenso, wie der +„Kalk der Philosophen“ [= Bleioxyd], der „Kitt der Philosophen“, +der „Dreifuß der Philosophen“ usf.[3566], wenngleich unter λίθος +schlechthin nicht selten das metallische [das Kupfer weißende] Arsen +verstanden wird[3567]. Auch mit dem Namen des trockenen Streupulvers +der Ärzte, ξήριον (Xérion), wird dieser Stein bezeichnet[3568], und +wie das medizinische Xerion krankes und bleiches Blut in gesundes und +rotes verwandelt, so „rötet“ auch das philosophische „die Wangen der +Kranken“[3569] und ergibt κινναβάρι τῶν φιλοσόφων (philosophischen +Zinnober = Gold), das „Ende des Werkes“ und „Pléroma der Kunst“[3570]; +da aber Gold selbst „allein frei ist von aller Krankheit“[3571], so +verleiht auch das Gold-erzeugende Xerion zugleich Gesundheit und langes +Leben, ist die Panacee für alle heilbaren und unheilbaren Krankheiten, +-- auch für die große und unheilbare Krankheit der Armut[3572] --, und +bewährt sich so als der seit Äonen gesuchte und endlich gefundene große +~Pan~[3573]. + +Daß schon Spuren des Xerions beim Einstreuen (ἐπιβάλλειν, projizieren) +eine so mächtige, jener der Hefe vergleichbare Wirkung entfalten, +erklärt sich aus der ungeheuren Kraft seiner pneumatischen Natur[3574], +durch die der „hieratische schwarze Stein“ (ἱερατικὴ λίθος μέλαινα) +alle zauberischen Kräuter (βοτάναι) und Mineralien, ja selbst den +Ätzkalk (gebrannten Kalk) völlig in Schatten stellt[3575]. Allerdings +muß aber das Xerion, um wahrhaft „unser Gold“ zu sein, d. h. wirklich +~Mithras~ (= Sonne, Gold) zu ergeben und das „große mithrische +Mysterium“ mit durchschlagendem Erfolge ins Werk zu setzen, auch die +„+richtige+ Kraft“ (δύναμις, Dýnamis) und die „+rechte+, Wandlung +schaffende Qualität“ in sich führen, die einige für eine rein geistige +halten, andere aber zugleich für eine körperliche[3576]; wie auf der +Kerotakis (Palette) des Malers auch ein nur geringer Zusatz richtiger +Farbe der ganzen Mischung den gewünschten Ton verleiht, so bewirkt +dies auf jener des Chemikers schon eine kleine Beigabe solchen echten +Xerions[3577], das sich dadurch als ein Wunder der Kunst bewährt, +„das da führt unendliche geoffenbarte und geheime Namen, das zugleich +überall ist und nirgends, unauffindbar und allbekannt, billig und +unerschwinglich, verborgenes Geheimnis und greifbares Präparat“[3578]. + +Das Xerion richtig herzustellen und anzuwenden, so daß es aus der +Phiale das ανθρωπάριον (Menschlein) im „weißen“ glänzenden und im +„roten“ königlichen Gewande aufsteigen macht, lernt man in den heiligen +Kultstätten Ägyptens, doch auch Cyperns und Thraziens, sowie in den +Bibliotheken der Ptolemäer und der heiligen Tempel, besonders des +Serapeions; in diesen verkündigen die Bücher „zu Zehntausenden“ die +große Weisheit, -- verständlich freilich nur dem Eingeweihten, für +alle übrigen aber dunkel, doppelsinnig, allegorisch und mystisch +(μυστικῶς)[3579]. + + + + +7. Alchemistische Zeichen und Symbole. + + +Die Frage nach Herkunft und Alter der von den mittelalterlichen +Alchemisten und ihren Nachfolgern vielbenützten Zeichen für die sieben +Metalle, nämlich ☉ für Gold, ☾ für Silber, ♄ für Blei, ♃ für Zinn, ♂ +für Eisen, ♀ für Kupfer, ☿ für Quecksilber, ist eine außerordentlich +schwierige und auch heute noch bei weitem nicht ausreichend geklärte. + +Als sicher darf es gelten, daß derlei Symbole ursprünglich nicht die +Metalle bezeichneten, sondern die Planeten, und daß das höchste Alter +unter ihnen den Figuren ◯ und ☾ zukommt, mittels derer zahlreiche +Völker der ganzen Erde die Gestalt von Sonne und Mond in einfacher +Weise nachahmend abbilden. + +Bei den Ägyptern wurden, wie im alten Reiche (vor 2300) so noch in +ptolemäischer Zeit, Sonne und Mond durch die Zeichen ☉ und [Symbol] +oder (seltener) ☉ und [Symbol] dargestellt[3580], später auch durch +☉ und ☾[3581] oder [Symbol] und [Symbol][3582], wobei die Sonne, +namentlich in der schon frühzeitig sehr beliebten Form der geflügelten +Scheibe, sich auch als „grünes Auge“, „grünfarbige Sonne“, „Käfer aus +reinstem Golde“ (d. h. grünlich glänzend wie dessen Flügeldecken) +zubenannt findet[3583], und nicht selten das Symbol der Sonne für 1 +steht, das des Mondes für 2 und die Abbildung beider nebeneinander für +3[3584]. Das Bild ☉ versinnlicht die Sonne nach uralter ägyptischer +Anschauung im Zustande der Mutterschaft, den Keim der von ihr neu zu +gebärenden Sonne des nächsten Tages schon in sich tragend[3585]. + +In Babylonien ist ein ganz ähnliches Zeichen ☉ ebenfalls sehr alt, +bedeutet aber, z. B. schon in den frühen sumerischen Urkunden, die Erde +mit dem sie umströmenden Ozean[3586] und demgemäß in späterer Zeit +den Kosmos und das Weltganze[3587]. Die Sonne, eines der drei großen +Gestirne ◯ [Symbol] ✴ (Sonne, Mond, Venus), stellten die Babylonier +mit Vorliebe auch als strahlenden Stern [Symbol] [Symbol] dar, bald +mit 4, bald mit 8 Strahlen oder Büscheln[3588], und die Iranier, die +ursprünglich weder Tempel noch Bilder kannten, ahmten ihnen dies +anfangs nach[3589], entlehnten aber dann von den Chetitern die bei +diesen (wie überhaupt in Vorderasien) schon seit dem 14. Jahrhundert +aufgenommene ägyptische geflügelte Sonnenscheibe[3590] und wandelten +sie schließlich in das Zeichen [Symbol] um, darstellend das Haupt des +Sonnenkönigs ~Mithras~, geschmückt mit der τιάρα (Tiára) oder κίταρις +(Kítaris)[3591], einer Art kegelförmiger Mütze, die allein der König +mit gesteifter Spitze tragen durfte, während alle anderen sie oben +eindrücken mußten.[3592] + +Im synkretistischen Zeitalter erfolgte, wohl zusammen mit der +Einführung anderer zugehöriger orientalischer Bräuche und Gewohnheiten, +auch die des Zeichens [Symbol] in Ägypten; die Siglen ☉, ☾ und ✴ werden +in einigen Papyri oft (wenn auch nicht regelmäßig) angewandt und gehen +aus ihnen in die beliebten „carmina figurata“ über, Gedichte, deren +untereinander gesetzte Zeilen verschiedener Länge im ganzen eine +bestimmte Gestalt nachbilden[3593]; an einer Stelle des „Leidener +Papyrus“ ist ebenfalls ☉ = Sonne, meistens aber bedeutet ☉ Himmel +oder Weltganzes, während (neben ☽ oder ☾ für Mond)[3594] in der Regel +[Symbol] für Sonne auftritt[3595], u. a. auch im „Papyrus ~Mimaut~“ +des 3. Jahrhunderts[3596]. Wie für den Mond, so steht ☾ auch für seine +Herrin, die ~Isis~, z. B. im „Briefe der ~Isis~ an den ~Horos~“, und +in einer Abteilung des „Leidener Papyrus“ heißt „Augenbraue des ☾“ +soviel wie „Augenbraue der ~Isis~“, welcher Name eine heilsame Pflanze +bezeichnete[3597]. In ganz gleicher Weise gingen offenbar die Zeichen +☉ und ☾ auch auf jene Metalle über, die aus naheliegenden Gründen seit +jeher mit Sonne und Mond verglichen und ihnen als ἡλιακή und σηληναία +ὕλη (Sonnen- und Mond-Substanz), verdichtete Sonnen- und Mond-Strahlen +usf. zugeordnet wurden[3598], auf das Gold und Silber. Ist der +„Leidener Papyrus“ wirklich schon im 3. Jahrhundert abgefaßt, so +bietet er nach ~Berthelot~[3599] in seinem chemischen Abschnitte (X.) +das älteste Beispiel dieser Art, da daselbst in einer die Darstellung +von Asem betreffenden Vorschrift die Zeichen [Symbol] und ☾ für Gold +und Silber gesetzt sind; es bleibt natürlich dahingestellt, ob sich +ihrer schon die älteren Vorlagen dieses Papyrus bedienten, oder ob sie +erst der letzte Abschreiber, einer zu seiner Zeit bereits bestehenden +Gewohnheit gemäß, gelegentlich einfügte. Zugunsten letzterer Vermutung +spricht es u. a., daß das Zeichen [Symbol], entgegen ~Berthelots~ +Annahme, kein altes ägyptisches ist, sondern ein neueres persisches, +also erst im Verlaufe der synkretistischen Periode nach Ägypten +gelangtes[3600]. + +In einem von ~Parthey~ herausgegebenen Berliner Papyrus, der dem +Beginne des 4. Jahrhunderts anzugehören scheint und fast ausschließlich +Astrologie, Traumdeuterei und Zauberei behandelt, -- μέγα ἔργον, das +große Werk, heißt in ihm nicht das Goldmachen, sondern die Magie --, +stehen ebenfalls für Sonne und Mond die Zeichen ☉ und ☾[3601]. Man +darf diese jedoch keineswegs, wie das ehemals geschah, ohne weiteres +überall, wo man sie vorfindet, in derartigem Sinne auslegen; so z. B. +enthalten früher unverstandene Inschriften, abgefaßt in den alten +Alphabeten der Inseln Kreta und Thera (im 9. oder 8. Jahrhundert +v. Chr.), durchaus nichts Alchemistisches, vielmehr gebrauchen sie ☉ +für den Buchstaben w[3602]; in hellenistischer Zeit wiederum wird ☉ oft +gleichbedeutend mit Θ oder [Symbol], dem großen griechischen Theta, +und ist dann Θεός (Theós, Gottheit) zu lesen[3603], doch schreibt man +statt des großen Θ aus Bequemlichkeit auch wieder das kleine θ, und +ohne Kenntnis dieser Umstände würde niemand enträtseln können, auf +welchem Wege der Buchstabe θ dazu kam, bald Gottheit, bald Kosmos, bald +Sonne, bald Gold zu bezeichnen[3604]. Ähnliche Umbildungen erfuhr auch +das Zeichen [Symbol], das in den Gestalten [Symbol] [Symbol] und (aus +diesen vereinfacht) [Symbol] [Symbol] [Symbol] vorkommt, statt durch +ein solches großes Delta, Δ, auch durch ein kleines, δ, wiedergegeben +wird und daraufhin dann auch zur Abkürzung verschiedener, zum Teil ganz +fernliegender, aber zufällig mit δ beginnender Worte dient[3605]. + +Was die Zeichen für die übrigen Metalle und die sonstigen chemischen +Substanzen anbelangt, so erklärte sie ~Kopp~[3606] für Erzeugnisse +einer späten Zeit, vielleicht erst der jener Kompilatoren, die im +8. oder 9. Jahrhundert zu Byzanz die alchemistischen Schriften zu +Sammlungen vereinigten, deren uns in Gestalt des „Codex Marcianus“ +wenigstens +eine+ zum größten Teile erhalten blieb; ~Letronne~, dessen +Ansicht sich auch ~Humboldt~ anschloß[3607], hat ihre Entstehung +sogar in das 10. Jahrhundert herabgesetzt und angenommen, erst die +damaligen Abschreiber gnostischer und alchemistischer Manuskripte +hätten sie den ursprünglichen Texten bei- oder eingefügt. Im Gegensatze +hierzu schrieben ihnen aber andere Forscher ein hohes Alter zu und +beriefen sich auf ihren Gebrauch bei ~Firmicus~, ~Stephanos~ und im +Codex Marcianus. Bei ~Firmicus~ kommen nun zwar [Symbol] und ☾[3608], +sowie ☉, ♄, ♀, ☿[3609] vor, und zwar auch in älteren Handschriften, +doch rechtfertigen diese, wie schon weiter oben erörtert, weitgehende +Bedenken und lassen namentlich keinerlei Schlüsse auf die Gestalt ihrer +einstigen Vorlagen zu. Das Nämliche gilt betreff der (nach ~Usener~ +zweifelhaften) chemischen Schriften des ~Stephanos~, der dem ~Zeus~ +schon das Zinn beiordnet und dem ~Hermes~ das Quecksilber, als dessen +Symbol anfänglich ☽ (also ein Gegenstück zum ☾ des Silbers) und erst +späterhin ☿ aufzutreten scheint[3610]; zudem weisen die nach ~Usener~ +fraglos echten „Astronomica“ des ~Stephanos~ Planetenzeichen, und zwar +die allgemein üblichen, erst im Codex von Urbino auf, der dem 15. +Jahrhundert entstammt[3611]. Die Listen endlich, die der Marcianus für +die Planeten, ihre Metalle und ihre sonstigen Derivate (τὰ ἐξ αὐτῶν) +wiedergibt[3612], gehören nach Inhalt und Form ganz verschiedenen +Zeitaltern an, vermengen ältere (übrigens nicht einheitliche) Angaben +und Zeichen mit zum Teil jüngeren, zum Teil ganz späten Zusätzen, +verraten Einflüsse arabischer Herkunft (u. a. medizinische, z. B. durch +Nennung des Zuckers, σάκαρ, σάκχαρ), berufen sich auf den berühmten +arabischen Astronomen ~Abu Maʿschar~ (gest. 886) usf.[3613], schließen +also eine Benützung zu chronologischen Folgerungen gänzlich aus. + +Im „Leidener Papyrus“ (X) fehlen Zeichen für andere Metalle als Gold +und Silber ebenfalls[3614], vielleicht weil die weitaus älteren +Vorlagen, die er zum größten Teile getreulich wiedergibt, auch +keine solchen enthielten; die Frage, ob sie nicht dennoch um 300 +schon bekannt waren, ist jedoch trotzdem keineswegs von der Hand zu +weisen, sobald man sich erinnert, daß die Symbole ursprünglich nicht +den Metallen zugehörten, sondern den Planeten und ihren Göttern. +Entgegen früheren Ansichten steht es nämlich fest, daß sie für +diese in Ägypten schon zum Beginn unserer Zeitrechnung gebräuchlich +waren, denn ein gegen 1900 aufgefundener demotischer Papyrus enthält +horoskopische Tafeln für die 28 Regierungsjahre des Kaisers ~Augustus~ +mit den Zeichen [Symbol] für Kronos, [Symbol] für Zeus, [Symbol] +für Ares, [Symbol] für Aphrodite, [Symbol] für Hermes, „die nur +demotische Abänderungen der seit viel älterer Zeit benützten zu sein +scheinen“[3615]. Vermutlich gingen sie also aus der Astronomie und +Astrologie, als diese durch die späteren Hermetiker und Gnostiker, +Neu-Pythagoräer und -Platoniker usf. in immer nähere Verbindung mit +den übrigen Formen der Magik und Mystik gebracht wurden, in deren +Litteratur über, wie sich denn z. B. in der „Pistis Sophia“ (um 250 +n. Chr.) für den „großen Vater, unnahbaren Gott, siebenten Schatz (= +Schatz des siebenten Himmels), ...“ ebenfalls das Symbol [Symbol] +[Symbol] vorfindet, also das des ~Zeus~[3616]. Die schon seit dem 16. +Jahrhundert viel erörterte Frage über das Alter derartiger Zeichen, +-- die einschlägigen Ansichten des ~Salmasius~ (1619), ~Kircher~ +(1653), ~Huët~ (1679), ~Ducange~ (1688), ~Boerhaave~ (1732), ~Goguet~ +(1756) und Anderer hat mit gewohnter Gelehrsamkeit und Vollständigkeit +schon 1792 ~Beckmann~ zusammengestellt[3617] --, ist daher aller +Wahrscheinlichkeit nach dahin zu beantworten, daß solche zu Beginn der +Kaiserzeit schon vorhanden waren, von der Alchemie aber spätestens +während der Periode ihres großen Aufschwunges im 2. und 3. Jahrhundert +aufgenommen wurden. + +Was ihre Entstehung anbelangt, so verdient die von ~Salmasius~ (1629) +herrührende Anschauung auch heute noch den Vorzug vor allen seither +geäußerten. Nach eingehender Prüfung der Handschriften der Pariser +und auch anderer Bibliotheken gelangte er nämlich zur Überzeugung, +daß der Ursprung der üblichen Formen ♄ (~Kronos~), ♃ (~Zeus~), ♂ +(~Ares~), ♀ (~Aphrodite~), ☿ (~Hermes~), -- die nicht wie ☉ und ☾ +oder wie Löwe, Widder, Stier des Tierkreises einfache Abbildungen +sind --, in bloßen, dem Gebrauche der Zeit durchaus entsprechenden +Abkürzungen der Planeten- oder Götter-Namen zu suchen sei, die dann +später allerdings, zum Teil nach vorgefaßten Ideen, mehr oder minder +willkürlich Abänderungen erlitten[3618]: wie die verschiedenen Codices +zeigen, wurde für ~Kronos~ aus Κρ (auch [Symbol], [Symbol], [Symbol]), +[Symbol], [Symbol], [Symbol], [Symbol], [Symbol]; für ~Zeus~ aus +[Symbol], [Symbol], [Symbol], [Symbol]; für ~Ares~, aus dessen altem +Beinamen Θούριος (~Thurios~), [Symbol], [Symbol], [Symbol], [Symbol], +[Symbol], [Symbol], [Symbol]; für ~Aphrodite~, aus deren Beinamen +Φωσφόρος (~Phosphoros~), [Symbol], [Symbol], [Symbol], [Symbol] oder +[Symbol]; für ~Hermes~, aus dessen Beinamen Στίλβων (~Stilbon~), +[Symbol] oder [Symbol] ([Symbol] und [Symbol] sind alte Formen für σ +oder ϛ), [Symbol], [Symbol], [Symbol], [Symbol]. Wesentlich gestützt, +ja geradezu bewiesen wird diese Behauptung des ~Salmasius~ durch eine +Bemerkung in den (arabischen) „Schriften der treuen Brüder“[3619], die +zwar erst im 10. Jahrhundert abgefaßt sind, jedoch auf weit ältere und +den griechischen Originalen sehr nahestehende zurückgehen; es heißt +daselbst ausdrücklich, daß man die Planeten u. a. in ähnlicher Weise +mit ihren Anfangsbuchstaben bezeichne, wie die 28 sog. Mondstationen +(d. s. die täglichen Orte des Mondes im 28tägigen Mondmonate) mit den +28 Buchstaben des (arabischen) Alphabetes[3620]. Auch die Symbole, +denen man in den syrischen Manuskripten begegnet, sowohl in den von +~Berthelot~ veröffentlichten I. und II., die nach ihm im 7.-9., nach +~Diels~ schon im 6. Jahrhundert verfaßt sind, als auch in anderen, +z. B. in jenen des Buches „Causa causarum“[3621], stammen sichtlich +von den obigen griechischen ab, haben aber in der Zeit bis zum 11. +Jahrhundert (aus dem die jetzt vorliegenden Niederschriften herrühren) +mancherlei erst noch näher zu erforschende Veränderungen erfahren. In +I. und II.[3622] sowie in der „Causa causarum“ finden sich folgende +vor, deren einige auch ägyptisch-demotische oder syrische Worte +andeuten mögen: + + ---------+-----------+-----------+-----------+-----------------------+ + | Sonne = | Mond = | Kronos = | Zeus = | + | Gold | Silber | Blei | Zinn, | + | | | | Elektron | + ---------+-----------+-----------+-----------+-----------------------+ + Syr. | [Symbol] | [Symbol] | [Symbol] | fehlt [Symbol] | + Man. I: | | | | [Symbol][3624] | + | | | | | + Syr. | [Symbol] | [Symbol] | [Symbol] | [Symbol] fehlt | + Man. II:| | | | | + | | | | | + Causa | | | | | + causarum:| [Symbol] | [Symbol] | [Symbol] | [Symbol] [Symbol] | + | [Symbol] | [Symbol] | [Symbol] | | + + ---------+--------------+---------------+---------------------------- + | Ares = | Aphrodite = | Hermes = + | Eisen | Kupfer | Zinn[3623], + | | | Quecksilber + ---------+--------------+---------------+---------------------------- + Syr. | [Symbol] | [Symbol] | [Symbol] [Symbol] + Man. I: | | | + | | | + Syr. | [Symbol] | [Symbol] | [Symbol][3625] fehlt + Man. II:| | | [Symbol] [Symbol] + | | | + Causa | | | + causarum:| [Symbol] | [Symbol] | [Symbol] Quecksilber + | [Symbol] | [Symbol] | [Symbol] und Elektron + +Auch aus ihnen ist wiederum ersichtlich, daß die Metalle den Planeten +nicht von Anfang an sämtlich in unabänderlicher Weise zugeteilt +waren, und namentlich, daß ursprünglich dem Zeus das Elektron +(Gold-Silber-Legierung) angehörte und dem Hermes das Zinn, während +später Zeus das Zinn erhielt, Hermes aber das Quecksilber. Als Zeit, +um welche dieser Wechsel stattfand, -- auf die besondere Wichtigkeit +ihrer Ermittlung wies bereits ~Hoffmann~ hin[3626] --, ist wohl nicht +erst etwa das 6. Jahrhundert anzusehen[3627], sondern schon das 4., +während dessen allem Anscheine nach die Destillation des Quecksilbers +entdeckt wurde, auf die hin man diesen bis dahin der kalten und +trägen Hýle zugeordneten Stoff, als einen der Verwandlung in heißes, +Spannung besitzendes Pneuma fähigen, nunmehr dem Kreise des Pneumas +einreihte und als flüchtigen und alles durchdringenden „Geist“ mit dem +Träger des Pneumas, dem ~Hermes~ oder ~Merkur~, identifizierte[3628]. +Demgemäß wird im syrischen Manuskript I. das Quecksilber schon mit +dem der Astronomie entlehnten Ausdrucke ἀναβιβάζων (das Aufsteigende) +bezeichnet[3629]. Die in diesen syrischen Handschriften wiedergegebenen +Zeichen, die nicht vollständig und zuweilen auch undeutlich sind[3630], +stimmen im ganzen, wenn auch nicht in allen Einzelnheiten, mit jenen +überein, die der (etwa im 10. Jahrhundert niedergeschriebene) Codex +Marcianus seinen älteren Quellen entlehnte[3631], was gleichfalls für +ihren griechischen Ursprung spricht; die „üblichen“ Symbole, d. h. +diese nämlichen, benützte auch gegen Ende des 9. Jahrhunderts der +(in seinen eigenen Werken meist gänzlich unzuverlässige) arabisch +schreibende Syrer ~Ibn Wahschijah~[3632]. + +Zeichen und Abkürzungen ähnlicher Art waren mindestens seit dem +2. Jahrhunderte auch in anderen Wissenschaften gebräuchlich, so +z. B. setzten die Astrologen [Symbol] oder [Symbol] für κέντρον +(Zentrum), [Symbol] für χρόνος (Chronos, Zeit), [Symbol] für ὡρόσκοπος +(Horoskop), [Symbol] für Διάμετρος (Diameter), [Symbol] und [Symbol] +für ἀνα- und κατα-βιβάζων (aufsteigend und niedersinkend), [Symbol] +für σφαῖρα (Sphäre) usf.[3633]. Die Ärzte bedienten sich der Bilder +[Symbol], [Symbol] und ähnlicher und deuteten durch ein ihren Rezepten +vorgesetztes [Symbol] an „mit Hilfe des ~Zeus~“, woraus in römischer +Zeit „J. J.“ (Juvante Jove, mit Hilfe ~Jupiters~) entstand und in +christlicher „J. J.“ (Juvante Jesu) oder „J. D.“ (Juvante Deo)[3634]. +Bei den Mathematikern findet sich u. a.[3635]: ½ = ἥμισυ = [Symbol], +[Symbol], [Symbol], [Symbol], [Symbol][3636]; ⅓ = τρίτον = [Symbol] +und [Symbol]; ¼ = τέταρτον = Δ; μοῖραι (Teile, u. a. Einheiten der +Kreisperipherie) = Ṁ, woraus wohl das Zeichen ° für Kreisgrad entstand; +οὐδεμία μοῖρα, οὐδέν (kein Teil, nichts) = 0[3637]; auch einige bei +~Diophantes~ (4. Jahrhundert?) gebrauchte Zeichen (z. B. für die +Subtraktion) gehören vermutlich hierher[3638]. Die Metrologen endlich, +sowie die ihnen folgenden Ärzte, schrieben z. B. Lítra = λίτρα = λν, +[Symbol], [Symbol], ⭡, ⇂; Unze = οὐγκία = [Symbol]; Xéstes = ξέστης = +[Symbol], [Symbol]; Oxýbaphos = ὀξύβαφος = [Symbol], [Symbol]; u. dgl. +mehr[3639]. Ohne die zuweilen nur auf Zufällen beruhende Kenntnis +der Übergangsglieder würde man die Herkunft solcher Abkürzungen oft +ebensowenig erraten können, wie etwa die unseres Zeichens % für +Prozente, wüßte man nicht, daß es aus dem italienischen „per cento“, +abgekürzt [Symbol], hervorgegangen sei[3640]. + +Über Alter, Entstehung und Deutung der zahlreichen Symbole für +allerlei Abkömmlinge der Metalle (τὰ ἐξ αὐτῶν) und sonstige chemische +Verbindungen, die sich in einzelnen, anscheinend jüngeren Listen des +Marcianus und den syrischen Manuskripten vorfinden[3641], ist bisher +nichts Näheres bekannt. Manche von ihnen sind bloße Abbildungen, z. B. +die sternförmige Figur ✴ für krystallisierte Alaune oder Vitriole, die +u. a. auch schon in den Schriften der ~Kleopatra~ sowie im „Papyrus +~Kenyon~“ (3. Jahrhundert) vorkommt, andere mögen auf Abkürzung +griechischer, syrischer oder ägyptischer Worte zurückgehen, noch andere +irgendwelche besondere, vorerst in der Regel nicht zu enträtselnde +Beziehungen wiedergeben. Die scheinbar sehr auffällige Tatsache z. B., +daß der Schwefel mit dem Zeichen des Bleies, also des ~Kronos~, +geschrieben wurde, dürfte zweifellos aus der leichten Schmelzbarkeit +dieser Stoffe zu erklären sein, auf die hin sie beide dem ~Kronos~, +als „Herrn alles Flüssigen“, zugeordnet wurden; daß man den +Schwefel-Verbindungen des Arsens und Antimons das Symbol des Schwefels +erteilte, ist aber sichtlich nicht, wie ~Berthelot~ annahm[3642], auf +die Erkenntnis ihrer Sulfid-Natur und die Berücksichtigung dieser +Erkenntnis zurückzuführen, sondern einfach auf die Beobachtung, daß sie +sich in zahlreichen Fällen, z. B. beim Erhitzen und Verbrennen für sich +oder mit anderen Stoffen, ganz ähnlich wie Schwefel +verhalten+, also +Schwefel, oder wenigstens Arten des Schwefels, auch +sind+. + + + + +Vierter Abschnitt. + +Die Alchemie im Orient. + + + + +1. Erste arabische Übersetzungen und Schriften. + + +Einleitung. + +Fast unmittelbar nach dem Tode ~Muhammeds~ (570-632) begannen die +Araber ihre Siegeszüge, nahmen auf die gewaltige Schlacht bei +Kadesia hin, in der 636 das persische Reich zusammenbrach, alsbald +dessen fruchtbarste Gegenden (Mesopotamien, Chuzistan) in Besitz, +erstürmten Damaskus und Jerusalem und eroberten bereits 640 die +oströmische Provinz Syrien; sie begegneten in diesen Ländern einer +so hochentwickelten, von ihrer eigenen so verschiedenen und sie in +jeder Hinsicht so himmelweit überragenden Kultur, daß die Art, in der +sie diese vom ersten Augenblicke an richtig zu würdigen verstanden +und sofort zu ihrem eigenen Besten nutzbar zu machen begannen, den +denkwürdigsten und erstaunlichsten Tatsachen der Weltgeschichte +zugezählt werden darf. + +In Mesopotamien, namentlich aber in Syrien, hatte die griechische +Litteratur schon frühzeitig festen Boden gefaßt, und griechische +Werke philosophischen und medizinischen Inhaltes wurden vielleicht +bereits seit dem 4. Jahrhundert, in weiterem Umfange aber seit den +Austreibungen der Nestorianer aus dem byzantinischen Reiche (431 +und 489), unmittelbar in das Syrische übersetzt. Ganz besonders tat +sich hierbei der Mönch ~Sergius~ von ~Resain~ oder Rîschʿaïnâ hervor +(gest. 536), der in Alexandria studiert haben soll und zahlreiche +theologische, philosophische, medizinische, physikalische und mystische +Schriften ins Syrische übertrug[3643]; die Behauptung, er habe auch +astrologische und alchemistische Abhandlungen übersetzt, ist unerwiesen +und gründet sich wohl nur auf das Vorhandensein von mancherlei +Pseudepigraphen, die sein berühmter Name noch in späterer Zeit zu +decken hatte, -- denn eine lebhafte Übersetzungs-Tätigkeit ins Syrische +hielt bis in das 8., ja bis in das 10. Jahrhundert hinein an und wurde +erst von da ab durch die aus dem Griechischen und Syrischen in das +Arabische abgelöst[3644]. + +Daß es hingegen mindestens schon seit dem 5. oder 6. Jahrhundert von ++anderen+ Autoren angefertigte syrische Übertragungen astrologischer, +hermetischer und alchemistischer Bücher gegeben habe, ist durchaus +wahrscheinlich, und schon weiter oben wurde auf diesen Punkt +verschiedentlich hingewiesen. Durch syrische Vermittlung erhielten +daher wohl auch die Araber die erste Kunde von einer Litteratur, die +ihnen bis dahin in jeder Hinsicht völlig fremd gewesen war, -- entgegen +einer weitverbreiteten Annahme auch in astrologischer; hatten doch, +wie ~Albiruni~ (um 1000) erzählt[3645], die Araber daheim vom Himmel +und den Himmels-Erscheinungen nicht mehr Kenntnisse als die Bauern +allerorten, d. h. sie beobachteten Aufgänge, Stellungen, Aussehen, +Lichtfarben usf. der Gestirne[3646], und verehrten zwar, wie alle +Westsemiten, Mond und Sterne[3647], schrieben jedoch den Planeten +keinerlei besondere oder bestimmende Wirkungen zu. + +Eine eigene, d. h. +selbständige+ arabische Litteratur hermetischen +und alchemistischen Inhaltes scheint, soweit die noch sehr dürftigen +Kenntnisse in dieser Beziehung ein Urteil gestatten, als Fortsetzung +der hellenistischen und syrischen zuerst in harranischen (ssabischen) +Kreisen entstanden zu sein[3648], und zwar erst zur Zeit der +Herrschaft der Abbassiden. Dagegen besaß man schon um das Ende der +Omajjaden-Dynastie (661-750) arabische +Übersetzungen+ astronomischer +und astrologischer Werke, u. a. der dem ~Hermes~ und ~Zoroaster~ +zugeschriebenen aus dem Syrischen, sowie der des „babylonischen“ +~Tinkalos~ (d. i. des griechischen ~Teukros~) aus dem Mittelpersischen +(Pehlewi)[3649]; Übertragungen alchemistischer Schriften aus dem +Griechischen tauchen sogar, soferne man den vorliegenden Berichten +Glauben schenken darf, bereits etwa 50 Jahre nach der Inbesitznahme +Alexandrias (641) auf. + +Es ist bekannt, daß die Araber, wie zahlreiche ihrer anderen +anfänglichen Eroberungen, so auch die Ägyptens (von 641 an) auf das +Schonendste vollzogen, unter derart weitgehender Berücksichtigung +der bestehenden Verhältnisse, -- immer abgesehen von der politischen +Obmacht --, daß die große Masse einer seit jeher gänzlich passiven und +das Aussaugungs-System +jeder+ Regierung widerstandslos hinnehmenden +Einwohnerschaft kaum zum Bewußtsein gekommen sein mag, abermals den +Herrn gewechselt zu haben. Daher fiel es den Arabern leicht, alsbald +nähere Beziehungen mit den Einheimischen anzuknüpfen, vor allem auch +mit den hellenistisch gebildeten Elementen der städtischen Bevölkerung, +und da sie, wie bereits erwähnt, ebenso fähig waren, die Vorteile +überlegener Kultur zu erkennen, wie bestrebt und begabt, sie sich zu +eigen zu machen, bahnten sich schon nach kurzem die Anfänge jener +Übermittler-Rolle an, die ihnen so ungeheure Wichtigkeit für die ganze +geistige Entwicklung Europas verleihen sollte. + +Begreiflicherweise und auch der nationalen Veranlagung gemäß +erstreckten sich die erwähnten Aneignungen zunächst auf das praktisch +Wichtige und Wertvolle, also auf alles Das, was mit Kriegstüchtigkeit +und Gesundheitspflege, mit Ertragsfähigkeit und Bereicherung des +Landes, mit Handel und Verkehr, oder mit Produktion und Technik +zusammenhing. Nicht vom +wissenschaftlichen+ Standpunkte aus, der ihnen +noch gänzlich ferne lag, sondern der (wenn auch nur vermeintlichen) ++praktischen+ Bedeutung wegen wurden daher die Araber schon sehr +frühzeitig auch auf das Treiben der Gold- und Silber-Macher aufmerksam, +und daß dies geschehen konnte und geschah, beweist zugleich, daß +alchemistische Bestrebungen bis in das 7. Jahrhundert hinein lebendig +geblieben waren und sich auch damals noch, besonders wohl in +Alexandria, fortdauernder und eifriger Pflege seitens gewisser Kreise +erfreuten; daß die Araber griechische Kunstworte und Termini nur von +griechisch sprechenden Lehrmeistern und Laboranten übernommen haben +können, ist eine naheliegende und u. a. schon von ~Schmieder~ mit +Klarheit ausgesprochene Schlußfolgerung[3650]. + +Eingehendes Interesse für Alchemie soll zuerst der omajjadische Prinz +~Khalid ibn Jazid ibn Muʿawijah~ (635-704) bekundet haben[3651], der +bei seinen fruchtlosen Bemühungen, das Khalifat zu erlangen, schwere +Enttäuschungen erlitt und seither in Alexandria zum Zeitvertreib und +aus Liebhaberei medizinische, astrologische und alchemistische Studien +betrieb; nach den in ~Alnadims~ „Fihrist“ (abgeschlossen 987) und bei +~Aldschahiz~ (9. Jahrhundert) erhaltenen Nachrichten[3652] war +er+ +es, auf dessen Befehl die ältesten Übersetzungen arabischer Werke aus +dem Griechischen und Koptischen [?] angefertigt wurden[3653], und auch +er selbst, der im Rufe größter Gelehrsamkeit stand[3654], schrieb +alchemistische Werke, u. a. ein Lehrgedicht „Paradies der Weisheit“ in +2315 Versen oder Strophen[3655]. Von diesen blieb durch ~Almasʿudi~ +(gest. 956) eine einzige erhalten, „die die Goldbereitung in dunkler +Form schildert“[3656] und in freier Übersetzung lautet: + + „Nimm Talk, dazu ammonisch Salz, und was Du findest auf der Straße, + Dann etwas, was dem Baurak gleicht[3657], und mische es im rechten + Maße. + Was höchste Macht der Welt verleiht, das wird dem Mann gewährt, + Der alles dies genau vollbringt, und fromm den Allah ehrt.“ + +In Prosa und wohl genauer gibt sie ~E. Wiedemann~ wie folgt +wieder[3658]: „Nimm Talk (Glimmer, Gips), Uschschak (= Ammoniak-Harz?), +ferner was man an den Wegen findet, sowie eine Substanz, die dem +Baurak gleicht, und wäge es ab ohne einen Fehler zu machen; dann, wenn +Du Gott, Deinen Herrn, liebst, wirst Du zum Gebieter der Schöpfung +gemacht werden.“ + +Als Lehrer des ~Khalid ibn Jazid~ nennt der „Fihrist“ den ~Morienes~ +(~Morienus~, ~Marinos~, ~Marianos~), einen alexandrinischen Gelehrten, +Arzt und Schriftsteller aus der Zeit der arabischen Eroberung, +der selbst wieder seine Weisheit von dem etwas älteren berühmten +Alchemisten ~Adfar~ (später auch ~Ibn Adfar~, ~Ibn Adschar~ geheißen?) +überkommen haben soll[3659]. Unter dem Titel „Buch des ~Morienus~“ +ist eine alchemistische Abhandlung auf uns gelangt, jedoch nur in +lateinischer Übersetzung, an deren Echtheit Zweifel erhoben wurden. +Ihr Verfertiger, der sie laut Vorrede und Schlußbemerkung am 21. +Februar 1182 glücklich vollendete, nennt sich ~Robertus Castrensis~, +und ~Jourdain~ hält ihn für den anderweitig bekannten ~Robert de +Retines~[3660]. Daß dieser, wie ~Leclerc~ will[3661], schon 1143 +in Pampelona als Archidiakonus gestorben sei, trifft zwar nach +~Wüstenfeld~ nicht zu, trotzdem könne er aber nicht identisch mit dem +fraglichen Übersetzer sein, der sich in der erwähnten Vorrede noch +1182 als Jüngling bezeichne[3662]; was er sich daselbst in seinem +sehr schlechten Latein zuspricht (dessen Mängel er ausdrücklich +entschuldigt), ist indessen nur „ingenium juvene“ (= juvenile), +d. i. „jugendlicher Eifer“, so daß diese Stelle kein unbedingtes +Hindernis böte, -- da aber der Name öfter vorkommt[3663], und +überdies „Castrensis“ ein gebräuchlicher Hoftitel ist, der u. a. +schon bei ~Ammianus Marcellinus~ (um 380) auftaucht[3664] und auch +noch dem berühmten arabischen Arzte ~Alrazi~ (9. Jahrhundert) +beigelegt wird[3665], bleibt die Unsicherheit bestehen. In der +Vorrede seines Buches sagt ~Morienus~, er sei Römer von Geburt, habe +seit dem vierten Jahre nach dem Tode des Kaisers ~Herkules~ (d. i. +~Heraklius~, 603-641) als Eremit nächst Jerusalem gelebt und widme +das Werk dem „Könige ~Khalid~ von Ägypten, Sohne ~Gezids~, Sohne +~Madoyas~“[3666]. Was seinen Inhalt anbelangt, so wird es an Leere, +Unklarheit und albernem Gefasel von keinem späteren übertroffen, +enthält aber nichts, was mit den Lehren der letzten griechischen +Alchemisten unvereinbar wäre, und führt auch, soweit die oft gänzlich +entstellten (wenn nicht willkürlich erfundenen?) Namen der Autoritäten +überhaupt eine Deutung zulassen[3667], keine anderen als griechische +an; zahlreich begegnen mit dem arabischen Artikel al verschmolzene +Ausdrücke, wie Alnatron, Almizadir (= Salmiak), Albaurach (= Borax), +Alzebric (= Schwefel)[3668], Almagra (= Amalgam, Legierung, u. a. +auch Messing)[3669], ferner Azoc (u. a. = Quecksilber)[3670], Zarnak +(= Arsen)[3671], Arkan (= Pfeiler, Grundlage)[3672], Elixir (als das +verwandelnde Mittel auch „Alchymia“ genannt)[3673] usf., und wiederholt +wird auch auf die ursprünglichen arabischen Worte verwiesen, z. B. +„Borreca, quod arabice tincar“[3674], „Borax, d. i. das arabische +Tinkar“. Allem Angeführten nach ist es nicht ausgeschlossen, daß das +„Buch des ~Morienus~“ im wesentlichen auf eine alte arabische, den +griechischen Vorlagen noch ganz nahestehende Schrift zurückgeht, +von der es aber in der vorliegenden Gestalt nur als eine schon vom +christlichen Standpunkt aus umgearbeitete Übersetzung anzusehen +wäre; da aber ein arabisches Original nicht bekannt ist, und die +so zahlreichen zuweilen mit überraschendem Geschicke angefertigten +Fälschungen aller Art zur größten Vorsicht mahnen, kann vorerst nur von +Möglichkeit die Rede sein, keinesfalls von Gewißheit[3675]. + + +a) Buch des Krates. + +Seit ~Hoffmann~ 1884 darauf hinwies[3676], daß ohne Durchforschung der +früh-syrischen und -arabischen Übersetzungen aus dem Griechischen, wie +sie u. a. in den Bibliotheken von London und Cambridge in großer Zahl +vorhanden sind, die ältere Geschichte der Chemie unmöglich aufgeklärt +werden könne, ist in dieser Hinsicht nur verhältnismäßig Spärliches +geschehen; einige wenige auf Veranlassung ~Berthelots~ herausgegebene +und übersetzte Bruchstücke, die den von ~Hoffmann~ erkannten besonderen +Wert jener Quellenschriften durchaus bestätigen, ermöglichen vorerst +allein den (freilich noch äußerst beschränkten) Einblick in die +Schöpfungen einer Litteratur, die vorher in völlig undurchdringlichem +Dunkel lag. + +Als einer ihrer ältesten Bestandteile, mindestens aber als eines ihrer +frühesten Dokumente, ist das „Buch des ~Krates~“ anzusehen[3677], +offenbar, wie schon der Titel verrät, die Übersetzung eines +griechischen Werkes, das uns im Original nicht mehr erhalten ist, +sich jedoch bei ~Pseudo-Demokritos~ (in den syrischen Manuskripten) +zitiert findet[3678]; die einen nennen den oben erwähnten omajjadischen +Prinzen ~Khalid ibn Jazid~ als Herausgeber, die anderen berichten, er +sei nur Besteller der Übersetzung gewesen, die zu jenen zählte, durch +die er zuerst es unternahm, die griechische Alchemie im arabischen +Schrifttume einzubürgern. Diesen Überlieferungen entspricht das „Buch +des ~Krates~“ in jeder Hinsicht, denn es schließt sich inhaltlich +durchaus an die Werke der griechischen Alchemisten an, enthält neben +wenigen, dem Orient entstammenden Namen (wie Markasit)[3679], viele +unveränderte griechische, z. B. Androdamas, Elektron, Magnesia, +Molybdochalkos[3680], und gibt auch noch alchemistische Zeichen, +sowie Zeichnungen von Figuren und Apparaten wieder, die bei den +späteren Arabern fehlen, -- angeblich aus Gründen der Orthodoxie. Auf +alte Überlieferung aus ägyptischen und gnostischen Quellen deutet +die Behauptung, das Buch sei nur infolge Verrates seitens einer von +ihrem Verführer verlassenen Priestermagd des alexandrinischen [damals +schon seit Jahrhunderten zerstörten!] ~Serapis~-Tempels bekannt +geworden[3681], ferner die Erwähnung der Schlange ~Uroburos~[3682], +die Schilderung abenteuerlicher Visionen der sieben Planeten mit ihren +sieben Himmeln[3683], die Berufung auf ~Hermes Trismegistos~[3684], die +Ausstattung der ~Aphrodite~ mit einer Vase, der ein Strom Quecksilber +entfließt[3685], u. dgl. mehr. + +Als Grundlage sämtlicher Metalle wird das „schwarze Blei“ bezeichnet, +das auf sie alle seine eigene Fähigkeit überträgt, in der Wärme zu +schmelzen, beim Erkalten aber wieder fest und starr zu werden[3686]; +sein Übergang in eines der anderen Metalle und die hiermit verbundene +Farbenveränderung werden durch entsprechende Zutaten hervorgerufen, +ganz ebenso wie solche das Entstehen der gelben Bleiglätte, der roten +Mennige und des leuchtenden Bleiweißes ermöglichen[3687]. Dem Blei +gleichwertig ist das Kupfer, das sich auch ganz analog verhält; daher +pflegt man beim großen Werke von ihm auszugehen und ihm die richtige +Färbung zu verleihen[3688], wozu man zweckmäßigerweise etwas fertiges +Gold mit einsät[3689]. Bei der Wahl der Zutaten ist zu bedenken, daß +Verbindungen zwei Bestandteile erfordern, die passend auszusuchen +sind, d. h. so, daß sie sich gegenseitig anziehen und nötig haben, +sich bei der Begegnung aneinander freuen, sich vereinigen und paaren +wie Mann und Weib, und wie durch Vereinigung von Samen und Katamenien +in der Matrix ein Kind zeugen, -- denn das ist Inhalt und Vollziehung +des großen Werkes, dem Grundsatze gemäß „Die Natur freut sich an der +Natur“[3690]. Die Vorgänge beim Entstehen einer solchen Verbindung, bei +der sich das Passende vereinigt, das Nicht-Passende aber abgeschieden +wird, gleichen jenen, die sich im menschlichen Körper abspielen, der +die schädlichen und unbrauchbaren Stoffe, die z. B. das Fieber in ihm +erzeugt, eben durch dessen Hitze auch wieder ausstößt, -- ähnlich wie +das verbrennende Holz die Asche absondert --, und so seine Lebenskraft +bewahrt[3691]; auch gleichen sie jenen beim Brennen des an sich kalten +und trockenen Kalksteines, der, einmal im Feuer „zurechtgekocht“, ein +inneres Leben empfängt und fortan den Geist des Feuers zeigt[3692]. +Die richtige Verbindung erhält man freilich nur dann, wenn man die +Bestandteile +so+ mischt, wie die Maler ihre schwarzen, weißen, gelben +und roten Farben, oder wie die Ärzte ihre heißen, kalten, trockenen und +feuchten Arzneimittel, nämlich entsprechend den bestimmten Gewichten, +nach denen sich die wägbaren Stoffe verbinden, und die man deshalb +genau kennen muß; in diesen rechten Gewichten liegt das Geheimnis, ++sie+ sind es, die den Kenner zum „Herrn des Werkes“ machen, und +deshalb haben die alten Meister sie entweder gänzlich verschwiegen, +oder nur flüchtig angedeutet[3693]. Das eigentlich Wirksame bei der +Verbindung sind jedoch keineswegs die körperlichen Stoffe selbst, +da diese sich weder zu durchdringen noch ineinander auszubreiten +vermögen, vielmehr ihre luft- und feuerartigen Geister, und daraus, +daß +diese+ das Wesentliche vorstellen, erklärt es sich auch, daß +die „Färbung“ nicht mit Erhöhung des Gewichtes verbunden ist[3694]; +ferner erhellt eben daher die Möglichkeit, den „Schwefel“ benannten +Teilen der „verbrannten, getöteten“ Körper ihre, auch „Quecksilber“ +geheißenen Geister, neu zuzuführen[3695] und so ihre „Wiederbelebung“ +zu bewirken[3696]. + + +b) Buch des Alhabib. + +Auch das „Buch des ~Alhabib~“[3697] ist entweder durch Übersetzung +oder durch leichte Umarbeitung hellenistischer Vorbilder zustande +gekommen: noch gibt es ausschließlich deren Gedankengänge wieder, +fußt auf deren Dogmen und beruft sich auf deren Autoritäten, von +~Pythagoras~[3698], ~Platon~[3699] und ~Aristoteles~[3700] an bis auf +~Hermes~ und ~Chimes~[3701], ~Maria~ und ~Zosimos~, der auch ~Rosinos~, +~Rosinus~, ~Rimes~, ~Rusem~ usf. benannt wird[3702]. Immerhin finden +sich arabische Termini schon häufiger vor als im „Buch des ~Krates~“, +neben Markasit[3703] z. B. auch Kermes [= Würmchen, d. i. der später +„Carmoisin“ geheißene rote Farbstoff aus den Schildläusen gewisser +Eichenarten], Aludel [= al ʿutal], Borax[3704] usf. + +Das große Werk, so berichtet ~Alhabib~, ist eine Erfindung der Ägypter, +die schon in uralten Zeiten unendliche Mengen Goldes aus „Sand“ +gewannen[3705]. Man führt es aus, indem man „das Schwarze“ einer +Umwandlung unterwirft, wobei man ein wenig Gold aussät, um mehr Gold zu +ernten, und das Produkt der Umwandlung in vollendetem Zustande und im +richtigen Augenblicke fixiert[3706]; wie man aber hierbei im einzelnen +verfahren soll, darüber hat kein einziger Philosoph die Wahrheit +in klarer Form gesagt, vielmehr verheimlichten alle großen Meister +gerade das Wichtigste, die Gewichts- und Zeitangaben[3707], nicht etwa +aus Mißgunst, sondern weil sie fürchteten, den Neid der Dämonen zu +erwecken, und sich scheuten, durch Ermöglichung unbegrenzten Reichtumes +eine allgemeine Verderbnis der Menschheit zu verschulden[3708]. + +Sicher ist, daß es darauf ankommt, das heiße und trockene Männliche +(ἀρῥενικόν, Arsen) mit dem kalten und feuchten Weiblichen zu vermählen, +und zwar nach den Gewichten und Mengen, die den Eigenschaften und +Temperaturen der Bestandteile entsprechen[3709]. Das Männliche ist +aktiv, beharrend, Kraft, Wärme und die mit letzterer verbundene +Bewegung spendend, das Weibliche hingegen passiv, veränderlich und +das Gespendete empfangend[3710]; so gleichen sie dem Schwefel und dem +Quecksilber, aber zu viel Schwefel würde verbrennend, und zu viel +Quecksilber abkühlend wirken[3711], daher gilt es, die richtigen +Verhältnisse einzuhalten. Wo solche herrschen, da freut sich das +Blut der Katamenien, das Sperma aufzunehmen, denn da dieses sich +aus den feinsten Bestandteilen des Blutes bildet und ursprünglich +selbst Blut war, so ziehen sich die beiden verwandten Substanzen beim +Zusammentreffen an, und vermischen sich[3712]; es entsteht ein Gebilde, +das zehntausend Namen trägt, ein Keim, ein Ei, ein Neugeborenes, ein +Fötus[3713]; und wie der wahre Fötus nach 40 Tagen Form besitzt, nach +weiteren 80 Tagen Beweglichkeit erlangt und nach weiteren 150 Tagen +[im ganzen also nach 270 Tagen = 9 Monaten] zur Welt kommt[3714], so +verlangt auch der des großen Werkes, das der Zeugung ganz analog ist +und wie diese Wärme und Zeit erfordert[3715], zu seiner Entwicklung 40, +80 und 150 Tage (= 270) nach den einen, dagegen 100, 180 und 365 Tage +nach den anderen[3716]. + +Bei Anwendung von zu viel „Schwefel“ werden, wie erwähnt, die +Substanzen „verbrannt“ und hinterlassen eine Asche, die auch +„unverbrennlicher Schwefel“ heißt, während ihre Geister zum weitaus +größten Teile entweichen und nur zu einem kleinen Betrage mit der Asche +vereinigt zurückbleiben[3717]; gelingt es, letztere mit „Quecksilber“ +zu verbinden, so kann man ihr die Geister wieder zuführen[3718], und in +diesem Sinne bezeichnet vielleicht ~Hermes~ auch das Quecksilber aus +dem Zinnober als „Schwefel“[3719]. + +Will man das Entweichen der Geister verhindern, so benützt man +die Gefäße mit „hermetischem Verschluß“, die schon ~Zosimos~ +erwähnt[3720]. Die Dünste und Dämpfe schlagen sich an den kälteren +Stellen nieder und werden dort fest [durch Sublimation], oder flüssig +[durch Kondensation]; ganz analoge Vorgänge vollziehen sich nach den +griechischen Autoren auch im Kopfe der Menschen[3721] [der, z. B. +nach ~Aristoteles~ durch die Kälte des Gehirnes die bei der Verdauung +entstehenden Dünste teilweise verflüssigt, worauf die brauchbaren +und gesunden Bestandteile dem Blute zuströmen, die unbrauchbaren und +ungesunden aber als Schleim abfließen, der in Rachen und Nase Flüsse +und Katarrhe erzeugt]. + + +c) Buch des Ostanes. + +Unter dem Namen dieses „Meisters“ ist eine angeblich uralte Schrift +überliefert[3722], die zwar auf echten hellenistischen Grundlagen +beruht, jedoch viele spätere Einschiebsel enthält[3723], denn der +Verfasser, der u. a. den ~Aristoteles~ selbst gesprochen und ausgefragt +haben will[3724], redet z. B. an einer Stelle von „Ägypten und +Andalusien“[3725], was frühestens auf die Zeit um die zweite Hälfte +oder gegen das Ende des 8. Jahrhunderts hinweist. + +Vom Stein der Weisen, für den sich 84 verschiedene Namen angeführt +finden, wird berichtet, daß seine Kräfte und Tugenden über jede +Lobpreisung erhaben sind, jedoch, ebenso wie die Vorschriften zu +seiner Herstellung, strengstens geheim gehalten werden müssen[3726]. +In einer phantastischen Vision erzählt der Verfasser seinen „Traum +von den sieben Pforten“ und teilt deren Inschriften mit, die sich +leider nur noch bei dreien als lesbar erwiesen[3727]: nach der ersten, +ägyptischen, besteht das Geheimnis des großen Werkes in der Paarung +der Elemente; nach der zweiten, persischen, lassen sich die Ägypter +aus Persien Gehilfen kommen und von den dortigen Magiern gewisse +Präparate zusenden, die es in Ägypten nicht gibt[3728]; nach der +dritten, indischen, ist der Harn der weißen Elefanten ein Heilmittel +von unübertrefflicher Wirksamkeit. + + +d) Gespräche des Markos. + +Das Buch von den Gesprächen des ~Markos~ oder ~Markusch~[3729], der +auch als „König von Ägypten“ bezeichnet wird und nach ~Berthelot~ der +in späteren Zeiten „~Marcus Graecus~“ benannte Autor sein soll (?), ist +eine völlig wirre, vielfach von jüngeren Interpolationen durchsetzte +Zusammenstellung unverstandener oder halbverstandener Lehren und +Aussprüche, angeblich herrührend von ~Hermes~, (Pseudo-) ~Demokritos~, +~Maria~ „der Prinzessin von Saba“, dem Syrier ~Marianos~[3730], +~Galenos~, ~Dschabir~ (s. unten), und anderen Meistern der Philosophie. + + +e) Dschâbir Ibn Hajjân. + +Zu den wichtigsten der alten arabischen Schriftsteller über Alchemie +wird ~Dschabir~ gezählt, den die Tradition in die Zeit um das Ende +des 8. oder den Anfang des 9. Jahrhunderts versetzt und als Schüler +des ~Dschaʿfar Alsadiq~ (699-765?) bezeichnet, eines sehr berühmten, +angeblich mit dem in verschiedenen Texten genannten ~Adfar~ von +~Alexandria~ identischen Alchemisten, dessen Schriften verloren +gegangen sind[3731]. Indessen ist diese Tradition schon in früher Zeit +eine merkwürdig schwankende, denn bereits ~Alnadims~ hochwichtiges, 987 +abgeschlossenes Sammelwerk „Fihrist“ erklärt, es gelte für fragwürdig, +ob dieser ~Dschabir~ überhaupt gelebt habe, ob der Name ~Dschabir~ ++einer+ bestimmten Persönlichkeit zukomme, und ob man berechtigt +sei, letzterer die Abfassung einer so ungeheuren Anzahl von Werken +zuzuschreiben, -- deren schon damals einige Hunderte vorlagen, neben +denen einige weitere Hunderte nur dem Titel nach bekannt waren[3732]. +Alles über das Leben und die Lebensumstände des ~Dschabir~ Berichtete +ist daher als durchaus unsicher anzusehen, auch hat es zweifellos +mehrere Gelehrte dieses Namens gegeben, deren Schriften vielleicht +erst in späterer Zeit zunächst mit denen des Ältesten unter ihnen +sowie mit denen seiner Schule vereinigt, weiterhin aber sämtlich als +die seinigen betrachtet, oder doch ausgegeben wurden. Daß man diesen +Werken keinesfalls +jene+ zuzählen dürfe, die im Okzident seit etwa +1300 für solche des Arabers ~Dschabir~ oder ~Geber~ galten, daß dieser +vermeintliche ~Geber~ unmöglich mit dem eingangs genannten ~Dschabir~ +identisch sein könne, daß die angeblichen Schriften des ~Geber~, die +ausschließlich in barbarisch-lateinischen „Übersetzungen“ vorliegen, in +Wahrheit keine Übersetzungen aus dem Arabischen, vielmehr im Abendlande +entstandene Kompilationen seien, und daß die in ihnen niedergelegten +Erfahrungen nicht dem wissenschaftlichen Standpunkte um 800, sondern +dem um 1300 entsprächen, -- alle diese Erkenntnisse reiften endgültig +erst im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts und reinigten die +Geschichte der Chemie von einem Wuste folgenschwerer Irrtümer und +unlösbarer Widersprüche. Auf Einzelheiten kann an dieser Stelle noch +nicht eingegangen werden, doch sei hervorgehoben, daß sich ~Berthelot~ +in völligem Unrechte befindet, wenn er, seiner Gewohnheit gemäß, die +Herbeiführung dieses Umschwunges für sich ganz allein in Anspruch zu +nehmen sucht; ein wirkliches Verdienst erwarb er sich jedoch dadurch, +daß er die Herausgabe und Übersetzung einer Anzahl wichtiger arabischer +Werke des „echten“ ~Dschabir~ veranlaßte[3733], die bis dahin allein +den Orientalisten von Fach zugänglich, allen anderen Forschern aber +nur aus deren Berichten bekannt waren. Auch diese Schriften[3734], +die dem chemischen Inhalte nach noch engen Anschluß an die ihrer +hellenistischen Vorbilder zeigen, sonst jedoch durch Verwalten +mystischer Auslegungen, metaphysischer Betrachtungen und dialektischer +Spitzfindigkeiten starke byzantinische Einflüsse verraten[3735], liegen +uns übrigens zweifellos nur in vielfach überarbeiteter Gestalt vor, die +zahlreiche spätere Zusätze sowie Bemerkungen und Glossen der Schüler +mit einschließt[3736]. + +a) „_Buch des Königs._“ Dieses Buch, „das fünfte aus der Reihe +der fünfhundert“[3737], rühmt sich „alles ganz klar und ohne jede +Allegorie“ darzulegen[3738], und zwar in Gestalt jener raschen und +leichten Verfahren, die Könige und Fürsten lieben, weil sie zur +Ausführung langsamer und schwieriger weder die Geduld noch die +Kenntnisse besitzen; desto dringender ist aber auch die Pflicht, diese +Verfahren völlig geheim zu halten[3739], denn wer Gold so wohlfeil und +gemein machte wie Glas, der stürzte die ganze Welt in entsetzliches +Verderben[3740]. Statt viele (bis 70) Jahre Ausführungszeit, wie +die alten Methoden, erfordern diese neuen nur 14 Tage, nur 9 Tage, +ja nur den einen Augenblick, der zum Vermischen der Präparate mit +dem reinsten und kräftigsten, die Färbung bewirkenden „Ferment“ +unumgänglich ist[3741]; auch lehren sie die Darstellung dieses +„Fermentes der Fermente“, des „Elixires der Elixire“, das „Imâm“ (= +Führer) heißt[3742], und das die Alten entweder gar nicht kannten, oder +nur durch gewisse Geheimnamen andeuteten, zu denen z. B. „Pupille des +Auges“ zählt[3743]. -- Näheres über Gewinnung und Anwendung des „Imâms“ +erfährt man natürlicherweise aus dem „Buche der Könige“ schließlich +ebensowenig wie aus irgend einem anderen. + +b) „_Buch der Milde._“ Auch dieses Buch[3744] ist „besonders klar +und deutlich gehalten“: der Leser wird versichert, daß das Wesen des +großen Werkes einfach auf der Fixierung des Quecksilbers beruhe, die +Herstellung des hierzu erforderlichen Elixires „Imâm“ aber auf der +geeigneten Kombination der vier Elemente; +ein+ Teil Imâm färbt dann +mit Leichtigkeit +eine Million+ Teile gemeiner Metalle zu Silber und +Gold[3745]. + +c) „_Buch der Gleichgewichte._“ Das Buch[3746] lehrt, daß das große +Werk die richtige Mischung der vier Elemente voraussetze, denn ++jeder+ Körper enthält zwar Erde, Wasser, Feuer und Luft und demgemäß +Trockenheit, Feuchtigkeit, Geist und Seele[3747], aber die +Mengen+ +sind bei den verschiedenen Steinen, Pflanzen und Tieren ebenfalls ganz +verschiedene; +welche+ aber zu wählen sind, erkennt der Weise teils +aus den Sternen gemäß den astrologischen Regeln des ~Ptolemaios~ [der +tatsächlich auch ein grundlegendes astrologisches Werk „Tetrabiblos“ +schrieb], teils aus den innigst mit dem Wesen verbundenen Namen der +Stoffe, -- wie z. B. dem kurzen Namen des Essigs (arab. hall) seine +besonders kalte Natur entspricht[3748] --, teils aus vielen anderen +Anzeichen [betreff derer eine Unzahl abergläubischer Vorstellungen +beigebracht wird][3749]. Wie alle anderen Körper, so besteht auch der +Stein der Weisen aus den vier Elementen, und diese können jeglicher +geeigneten Substanz entnommen werden, sei sie eine tierische, +pflanzliche oder mineralische[3750]; zu den brauchbarsten letzteren +Ursprungs gehört nach ~Pythagoras~ und ~Sokrates~ der Markasit, sowie +der wegen seiner Heilsamkeit gegen Epilepsie geschätzte „Barud“[3751]. +Ist die Vereinigung der vier Elemente in den rechten Verhältnissen +gelungen, so muß der fertige „Stein“ purpur- und kermesfarbig sein, +zugleich perlenartig glänzend, von blendendem Schein, weich wie Wachs, +aber völlig beständig im Feuer[3752]. + +d) „_Buch des Mitleides._“ Zweck des Buches[3753] ist die eingehende +und zutreffende Belehrung der Silber- und Gold-Macher, von denen nicht +selten die einen Betrüger sind, die anderen aber Betrogene; jene soll +es vom falschen Wege abhalten, diesen aber den richtigen weisen[3754]. + +Vor allem hat man sich klar zu machen, daß das „Ei der Philosophen“ +[hier = Silber und Gold] durch Eindringen des „Geistes“ in den +„Körper“ entsteht; der „Geist“ ist das aus seinem ursprünglich kalten +und flüssigen Zustande in den heißen und flüchtigen übergegangene +Quecksilber, er ist das „Leben“[3755], das jedoch nicht in alle +beliebigen toten Körper eingeht, z. B. nicht in Glas, Eierschalen, +Talk, Salz, Markasit, Kohol [Schwefelantimon], Tutia[3756], sondern +nur in geeignete, die richtig vorbereitet, gereinigt und angepaßt +sind, z. B. in Blei, Kupfer, Eisen und die sonst als zum großen Werke +brauchbar bekannten[3757]; schon vorhandenes Gold erleichtert ihm seine +umwandelnde Wirkung, daher soll man von vornherein etwas Gold einsäen, +das dann neues Gold hervorbringt, gleich dem Vater, der ein Kind +zeugt[3758]. + +Wie unter günstigen Umständen die kleinste Zutat Hefe eine ungeheure +Menge Teig in Gärung setzt[3759], so kann bei richtigem Verfahren auch +ganz wenig Geist, sofern ihm überhaupt die rechte Kraft innewohnt, +sich der größten Masse der Körper bemächtigen, mögen diese auch von +den Elementen, die alle vier stets in jeder Substanz vorhanden sein +müssen, die verschiedensten Anteile enthalten[3760]. Die Art und Kraft +des vorhandenen Geistes, ja auch dieses Vorhandensein selbst, läßt +sich allerdings meist nicht durch Nachdenken erschließen, sondern nur +durch die Erfahrung feststellen: so z. B. zieht der Magnet das Eisen +an, und zwar selbst durch einen Schwefelkuchen hindurch, vermöge eines +Geistes, dessen Kraft sich aber zuweilen allmählich ändert, denn in +einem Falle wurde z. B. im Laufe einer längeren Aufbewahrungszeit ein +Rückgang der anfänglichen Tragfähigkeit um 20% beobachtet[3761]. Ebenso +kann nur die Erfahrung lehren, welche Mengen Geist sich dauernd mit den +Körpern verbinden, in die sie eindringen und die sie umwandeln; die +kleinste Menge Geist enthalten Silber, Gold, Edelsteine und Perlen, +die sich deshalb als sehr fest und beständig erweisen; die größte +Menge aber Schwefel, Arsen und Quecksilber, die daher flüchtig und +veränderlich sind[3762]. In Markasit, gelbem und rotem Arsen u. dgl. +zeigen sich die Geister ursprünglich an andere Stoffe gebunden, doch +entweichen sie beim Erhitzen und bei sonstigen Anlässen in Gestalt +rauchartiger, brennbarer, lebendiger Dämpfe; andere mehr erdige +Stoffe, z. B. Kalkstein, verhalten sich nicht so, vermutlich weil es +ihnen an Geist fehlt[3763]. Betreff aller dieser Punkte ist aber die +Beurteilung oft großen Irrtümern ausgesetzt, die sich ebenso auch auf +die Beschaffenheit von Erden und Erzen erstrecken, sowie auf die Natur +der in letzteren, und zwar stets in schon völlig fertigem Zustande +verborgenen Metalle: das Aussehen der Oberfläche und des Äußeren +täuscht eben über das Innere[3764]. Diese Umstände erklären zahlreiche +der falschen Anschauungen, die hinsichtlich der Brauchbarkeit der +Substanzen zum großen Werke herrschen; zahlreiche andere aber rühren +daher, daß man Umschreibungen [= Geheim- oder Deck-Namen] wörtlich +nahm: weil z. B. Quecksilber auch „Tier“ heißt, -- denn es hat wie ein +Tier eine spezifische Seele[3765] --, oder weil Gold, Silber, Blei, +Kupfer, Eisen auch Blut, Harn, Speichel, Galle, Hirn usf. benannt +werden, glaubten manche, diese tierischen Stoffe seien wirklich zum +großen Werke dienlich. Weil sie aber den Metallen nicht mehr genügend +nahestehen, sind sie dies +unmittelbar+ nicht[3766]; +mittelbar+ +jedoch können sich alle tierischen und pflanzlichen Stoffe verwendsam +erweisen, da eine völlige Analogie des Mikro- und Makro-Kosmos besteht, +ja nach ~Platon~ das große Werk sogar als „die dritte Welt“ zu +bezeichnen ist, die jene beiden durchgehends verbindet[3767]. + +Können aber auch die Bestandteile aller drei Reiche zum großen Werke +taugen, so vermag doch nur der Weise, der sie, ihre Eigenschaften, +sowie deren Beeinflussungen durch die sieben Planeten genau kennt, die +Auswahl so zu treffen, daß sich die Qualitäten in richtigem Maße teils +ergänzen und steigern, teils aufheben und neutralisieren, und daß durch +die Vereinigung das +Elixir+ zustande kommt, das +fertig+ ein ebenso +einheitlicher Körper ist wie der gleichfalls aus unzähligen Materialien +zusammengesetzte Theriak[3768]. Nicht anders als die dem Kranken +eingegebene Medizin durch die mächtige Kraft +ihrer+ Natur jene des +Siechen beeinflußt, verändert auch das Elixir die Natur der gemeinen +Metalle, denen man es durch Projizieren oder Aufstreuen einverleibt, -- +woher es nach einigen eben den Namen „Elixir“ führt[3769] [= aliksir += τὸ ξήριον = das Streupulver]. Weil es selbst entstanden ist durch +Vereinigung der vier Elemente, des Körpers und des Geistes, -- daher +nie ohne Mitwirkung von Quecksilber[3770] --, des Männlichen und +des Weiblichen, also durch Zeugung und Entwicklung, Schwangerschaft +und Geburt, macht es in gleicher Weise auch die „Körper“ wieder +lebendig; es läßt die Toten auferstehen[3771], es überwindet die grobe +Beschaffenheit ihrer Leiber, es assimiliert sie, färbt sie weiß oder +rot, je nachdem es selbst weiß oder rot ist, und verwandelt sie in +Silber und Gold, die von beständiger Farbe sind und besser und reiner +als die natürlichen[3772]. + +e) „_Buch der Konzentration._“ Dieses Buch[3773], das auf ~Pythagoras~ +zurückgehen soll, entwickelt im wesentlichen, auf völlig unklare und +wirre Weise, die Theorie der „verborgenen Eigenschaften“[3774]; was +z. B. äußerlich Blei ist, das ist innerlich bereits Zinn, Silber oder +Gold, und man hat nichts weiter zu tun, als diese „herauszukehren“, +indem man, z. B. durch Beifügung entsprechender Mengen der fehlenden +Qualitäten, eine Umwandlung bewirkt[3775]. -- Die Angabe, daß man durch +Destillation des Kupfervitriols eine sehr saure und scharfe Flüssigkeit +erhalte, offenbar unreine Schwefelsäure, ist ein ganz später, mit dem +sonstigen Inhalte gar nicht zusammenhängender Zusatz[3776]. + +f) „_Buch des Quecksilbers._“ Trotz der Ankündigung besonderer Klarheit +und Deutlichkeit übertrifft das „Buch des Quecksilbers“[3777] an +Unverständlichkeit und mystischer Dunkelheit noch alle früheren. +Als Hauptmittel bei der Darstellung des „Steines“ bezeichnet es +das Quecksilber, das orientalische oder „Tier“[3778] und das +okzidentalische oder „Myrthe“ und „göttliches Wasser“, so geheißen, +weil es die Naturen umwandelt und die Toten wiederbelebt[3779]; ist die +Bereitung des Steines richtig gelungen, so gerinnt das fertige Elixir +wie die zurechtgekochte Öl- und Alkali-Mischung der Seifensieder, und +es entsteht eine weiße glänzende Masse, die „Milch der unbefleckten +Jungfrau“[3780]. + +g) „_Buch der Siebzig._“ Unter diesem Titel erwähnt die Liste des +„Fihrist“ ein Werk des ~Dschabir~[3781], das bisher im arabischen +Original nicht aufgefunden ist, von dem jedoch das Manuskript 7156 +der Pariser Nationalbibliothek eine in äußerst barbarischem Latein +verfaßte, „Liber de septuaginta“ betitelte Übersetzung zu enthalten +scheint (?)[3782]. Diese Übersetzung[3783], -- sie wäre die einzige +lateinische eines Werkes des „echten“ ~Dschabir~ --, ist übrigens sehr +unvollständig und mangelhaft, trotz großer Weitschweifigkeit unklar +und verworren, dabei voll von Lücken und Einschiebseln[3784], darunter +sehr späten aus christlicher Quelle, z. B. den die Exkommunikation und +das Schlagen des Kreuzes erwähnenden[3785]; sie enthält zahlreiche +arabische, zum Teil unerklärte oder unverstandene Benennungen und +Decknamen, und beruft sich vorzugsweise auf griechische Autoren, u. a. +auf die großen Alchemisten ~Platon~[3786] und ~Aristoteles~[3787]. + +Alle „Körper“ oder „Metalle“, deren es sieben gibt, nämlich Gold, +Silber, Kupfer, Eisen, Zinn, Blei und Glas (vitrum)[3788], -- denn +Quecksilber ist ein „Geist“ --, enthalten stets die vier Elemente, +davon zwei in offenem und zwei in verborgenem Zustande, welche +letzteren es „heraus zu kehren“ gilt[3789]. Dies vollzieht die +Natur allmählich und langsam[3790]; rascher, schon binnen 40 Tagen, +vollbringen es die „Medizinen“, indem sie die fehlerhaften „Säfte“ +austreiben, verbessern, oder durch die geeigneten ergänzen[3791]; noch +rascher, bereits innerhalb einer Stunde, wirkt das „Elixir“[3792], +von dem 1 Teil 100, ja 1000 Teile der gemeinen Metalle umwandelt, am +leichtesten Blei zunächst in Silber und dieses dann in Gold[3793]. +Welche Kraft den „rechten Medizinen“ innewohnt, ersieht man aus der +Entstehung der herrlich gefärbten Produkte Bleiglätte, Mennige und +Bleiweiß aus dem Blei, doch kommt es stets darauf an, das dem Zweck +Entsprechendste, also z. B. Auripigment, Al-Markasit, Talk, Alaun, +Salmiak, Kalk, Alkali, Aschen, Bauracia [Boraxe, meist = Alkalien], +Salze, Myrthenzweige und Galläpfel [also Gerbstoffe] usf., auch an +rechter Stelle zu gebrauchen[3794]. Die größten Kräfte besitzen, +einzeln oder zusammen angewandt, die „vier Geister“, d. s. Schwefel, +Arsen, Quecksilber und Salmiak[3795], vor allem aber das Quecksilber, +das eine „radix in omni re“ ist, ein Wurzel- oder Grund-Bestandteil +aller Substanzen[3796]; sämtliche Geister sind auch in pflanzlichen und +tierischen Stoffen vorhanden[3797] [deren Bezeichnungen aber oft nur +als Decknamen aufzufassen sind]. Was den „Stein der Weisen“ betrifft, +so gewinnt man ihn aus den nämlichen vier Elementen, die, nur in +anderen Mengenverhältnissen, auch alle übrigen Stoffe bilden[3798]; +daher kann man sie allen diesen entnehmen, den mineralischen, +pflanzlichen, tierischen und menschlichen, doch müssen sie sich +im Zustande höchster Reinheit befinden[3799] und dürfen nur „zur +günstigen Stunde“ vereinigt werden[3800], und zwar in den richtigen +Gewichtsverhältnissen, die das eigentlich wichtige und daher, des +Wohles der ganzen Menschheit halber, mit äußerster Strenge zu wahrende +Geheimnis darstellen[3801]. Wie die geringen anfänglichen Zusätze von +Silber und Gold, so wirkt auch das Elixir wesentlich als Ferment, +weshalb einige bei seiner Bereitung auch „Sperma“ benützen[3802] [= +Samen; Deckname?]. + +Aus der Reihe der Chemikalien, deren ~Dschabir~ sich bedient, sind +anzuführen: Almizadir [alnûschadîr = sal armoniacum = Salmiak][3803], +Duenec [zuģâģ = vitriolum][3804], Baurac [meist Alkali][3805], Seisarat +[zarnîch = auripigmentum citrinum, gelbes Schwefelarsen][3806], Tutia +femina und „marina“ [= weibliche und männliche Tutia][3807], und +Alcofol oder Alchofol [= Spießglanz, Schwefelantimon][3808], aus dem +man „plumbum merdaceum ex alcofol“ gewinnt[3809] [d. i. „Abfall-Blei“ = +metallisches Antimon]. + +Von chemischen Verfahren beschreibt ~Dschabir~ flüchtig: die +Darstellung und Reinigung verschiedener Metalle[3810]; die Gewinnung +pflanzlicher Öle, die als „allgemeines pflanzliches Element“ +gelten[3811], und ihre Aufbewahrung in der „olla stagnata“ (in +verzinnten Gefäßen)[3812]; die Sublimation des Sublimates aus +Quecksilber[3813], sowie die Sublimation und Krystallisation des +Salmiaks[3814]; das Reinigen und „Waschen“ mit Sapo (Seife) und Baurac +(Alkali)[3815]; die Destillation, „gleichend jener des Rosenöles“, und +zuweilen auch „mehrmals wiederholt“[3816]. Viele Reaktionen nimmt man +in der Alutel vor[3817], die auch als „Alutel pergamenum“, Alutel aus +Pergamon, bezeichnet wird[3818], und zu deren Erhitzung der als Athanor +(tannûr) bekannte Ofen dient[3819]. + +Neben der Kenntnis der „richtigen Verfahren“ ist auch die der richtigen +„Sprüche und Formeln“ von großer Wichtigkeit, daher es vom Ausübenden +heißt „et recitavit multa ...“[3820], „er sprach (oder murmelte) +Vielerlei“. + + +2. Die „Schriften der Treuen Brüder“. + +Zu den für die Geschichte der Chemie wichtigsten Werken, die uns aus +früharabischer Zeit erhalten blieben, gehört die große Enzyklopädie, +die unter dem Namen „Schriften der lauteren Brüder“, richtiger der +„treuen Brüder“ oder „treuen Genossen“ (Ikhwân alsafâ) bekannt ist; +ihr Titel entstammt der Vorrede zur „Erzählung der Ringeltaube“ in der +Märchensammlung „Kalîlah wa Dimnah“[3821], deren Grundstock etwa im 6. +Jahrhundert n. Chr. aus Indien nach Persien und von dort aus zu den +Syrern und Arabern gelangte. + +Die „treuen Brüder“ (Brüder der Reinheit, der Lauterkeit)[3822] +waren Mitglieder eines in Basra (Bassorah) gegen 950 begründeten +Geheimbundes, einer gelehrten Zwecken dienenden, aber von politischen +Nebenabsichten nicht ganz freien Vereinigung, die für die Versöhnung +der Wissenschaften mit dem „wahren“ Glauben kämpfte, sich mit den +Forderungen der Orthodoxie vermöge gewagter äußerer und innerer +Umdeutungen und Allegorisierungen abzufinden suchte, in ihren eigenen +Lehren aber einem weitgehenden Eklektizismus naturphilosophischer +und abergläubischer Ideen huldigte[3823]. Unter den „Eingeweihten“ +gab es vier Grade, und die Kenntnisse jener der obersten Klasse +legte man in einer „Enzyklopädie des gesamten Wissens“ nieder[3824], +bestehend in 51 Abhandlungen, die seitens verschiedener „Weiser“ +(von denen sich fünf mit Namen angeführt finden) zu gleicher Zeit im +einzelnen ausgearbeitet, und sodann zu einem Ganzen zusammengefaßt +wurden[3825]. Ihren Inhalt bilden „die Wissenschaften und Erfahrungen, +deren Besitz den Menschen über das Tier erhebt“[3826], eingeteilt, +geordnet und dargestellt nach ihren Stoffen[3827], jedoch nicht in +erschöpfender Art, sondern nur in übersichtlich andeutender, unter +mancherlei Hinweisen auf die benützten Quellen[3828]. Diese sind, +obwohl die Verfasser vieles ihren nächsten arabischen Vorgängern +entlehnten (namentlich dem hochgelehrten ~Alfarabi~[3829], gest. +950; s. unten) und auch der syrischen, hebräischen, persischen, +indischen, lateinischen und griechischen Sprache und Schrift mehr oder +weniger kundig scheinen (?)[3830], dennoch +so gut wie ausschließlich +griechische+, und zwar ganz vorwiegend solche der letzten Periode; +die Enzyklopädie ist daher von ganz besonderem Werte für die Kenntnis +dieser spätgriechischen Lehren und Vorstellungen, deren manche +uns anderweitig gar nicht, oder doch bei weitem nicht in gleicher +Vollständigkeit und Klarheit überliefert sind, und aus diesem Grunde +erscheint es auch gerechtfertigt, sie schon an dieser Stelle, außerhalb +der eigentlichen chronologischen Ordnung, zu besprechen. + +Daß die „Treuen Brüder“ unmittelbar aus griechischen Originalen +schöpften, ist wenig wahrscheinlich, sie hielten sich vielleicht +wohl so gut wie allein an die syrischen Übersetzungen, die die 431 +und 489 ausgewiesenen und nach Persien und anderen orientalischen +Ländern geflüchteten Nestorianer angefertigt hatten[3831], und die +betreff der Medizin ausgesprochen galenischen Charakter trugen[3832], +betreff der Philosophie und Naturwissenschaft aber aristotelischen, +neupythagoräischen und neuplatonischen[3833]; besondere +Berücksichtigung fand hierbei die entsprechend umgebildete Lehre des +~Plotinos~, daß die Welt eine in Stufen (angeblich in neun) erfolgte +Emanation ihres Schöpfers (hier des Allah) sei[3834], sowie die des +~Pseudo-Pythagoras~, daß die Natur alles in der Welt Vorhandenen durch +jene der Zahlen bedingt sei, vor allem der Zahlen 1 bis 9, über deren +maßgebende Bedeutung sich sämtliche Völker der ganzen Welt im klaren +befänden[3835]. + +Ursache der Entstehung, Erhaltung, Einheitlichkeit und Harmonie der +Welt ist die +Weltseele+, die selbst eine Einzig-Eine ist, einheitliche +geistige Beschaffenheit besitzt, aber zahlreiche Kräfte in sich +schließt, vermöge derer sie alles hervorbringt, alles bewirkt und +alles mit Eigenschaften erfüllt von den unermeßlichen Sphären an bis +zu den kleinsten Einzeldingen herab[3836]. Es geschieht dies durch +Emanationen, d. s. Ausstrahlungen und Ergüsse, die der Reihe nach +zuerst die Sphären ins Leben treten lassen (von der äußersten bis zur +innersten), sodann die Urmaterie, die Qualitäten, die Elemente und +zuletzt die Einzeldinge, die am jüngsten Tage alle in umgekehrter Folge +wieder vergehen werden[3837]; die äußerste Sphäre und die Urmaterie +sind, als der Weltseele zunächst benachbart, ihr auch noch am engsten +verwandt, daher gleichfalls von einfacher Natur und nur geistig +erfaßbar[3838]. Der äußersten oder Umgebungs-Sphäre reihen sich an: +die der Fixsterne, des ~Kronos~, des ~Zeus~, des ~Ares~, der (inmitten +der Planeten thronenden) Sonne, der ~Aphrodite~, des ~Hermes~, des +Mondes, und schließlich die Feuer nebst Luft, sowie die Wasser nebst +Erde umfassende, so daß man also im ganzen ihrer 11 zählt[3839]; die +Weltseele versetzt sie in Kreisbewegung und läßt sie hierbei durch die +Reibung jene wundersamen Töne hervorbringen, deren Harmonie zuerst +~Pythagoras~ vermöge der Reinheit seiner Seele vernahm, verkündete und +mit Hilfe der von ihm erfundenen Lyra auch auf Erden wiederklingen +ließ[3840]. Bis zur Sphäre des ~Kronos~ (des äußersten Planeten) +empor stieg der Prophet ~Idris~, auch „~Hermes~, der Dreifache in +der Weisheit“ genannt, verweilte dort 30 Jahre [die Umlaufszeit des +Saturn], nahm Einblick in alle Vorgänge der oberen Welt und kehrte +dann zur Erde zurück, um die Völker auf die bis dahin vernachlässigte +Sternkunde und die Kenntnis der Himmelserscheinungen hinzuweisen[3841]; +denn den Menschen erscheint auch das Wunderbarste nicht merkwürdig, +wenn sie es täglich vor Augen sehen[3842]. + +Die +Urmaterie+ ist, gleich der Weltseele und den von einigen Gelehrten +„Atome“ genannten, kleinsten, nicht mehr teilbaren Körperchen[3843], +etwas für die Sinne nicht Erfaßbares, Ungeordnetes, Ungeformtes, +jedoch alle Formen anzunehmen Fähiges[3844], und zwar ergibt sie +durch die „Formung“ zunächst die vier Qualitäten heiß, kalt, trocken +und feucht[3845], weiterhin aber aus je zweien von diesen die vier +Elemente, von denen Feuer und Luft aktiven Charakter tragen, Wasser und +Erde aber passiven[3846]. + +Der +Qualitäten+ sind vier, wie der Pole, Himmelsgegenden, Jahreszeiten +und Winde[3847], der Temperamente und Säfte des Körpers[3848], der +Hauptsaiten der Musikinstrumente[3849], sowie der Hauptfarben, die +z. B. auch am Regenbogen in der Reihenfolge rot, gelb, blau und grün +deutlich hervortreten[3850]. Durch Vereinigung je zweier Qualitäten +entstehen die vier +Elemente+ oder +Arkân+[3851], die „Allmütter“ +und „Mütter alles Seins“[3852], die sämtlich ineinander übergehen +können[3853], und deren „Reinheit“ sich in aufsteigender Linie von der +Erde über Wasser und Luft zum Feuer bewegt[3854]. Gänzlich verschieden, +und nicht etwa bloß dem Grade nach abweichend, steht ihnen das „fünfte +Wesen“, die „fünfte Natur“, gegenüber, d. i. die des Himmels und alles +Himmlischen, deren Vollendung und Unveränderlichkeit sich im ewigen und +stetigen Kreislaufe der Gestirne offenbart[3855]; dieses fünfte Wesen +ist identisch mit dem +Äther+ (athîr), der einem Feuer ohne Licht und +Wärme gleicht und sich von der Sphäre des Mondes an bis zur äußersten +Grenze des Weltalls ausbreitet[3856]. Als Formen der Elemente erwies +~Euklid~ [!] den Würfel für die Erde, das Ikosaeder für das Wasser, +das Oktaeder für die Luft und das Tetraeder für das Feuer, während +der fünfte regelmäßige Körper, das Dodekaeder, dem Allhimmel oder +Weltganzen zugehört[3857]; wie sich diese fünf körperlichen Gebilde aus +den Flächen aufbauen, kann nur ein der Mathematik Kundiger einsehen, +denn allein die Mathematik erschließt das Verständnis der Dinge, +sowie das der so wichtigen Zahlenkünste, Zahlen- und Zauber-Quadrate +usf.[3858]. + +Was die +einzelnen+ Elemente anbelangt, so soll von der +Erde+ noch +weiter unten die Rede sein. Das +Feuer+ ist dem Äther wenn nicht +wesensgleich so doch wesensverwandt[3859], und die Bewegung, die den +übrigen Elementen nur zeitweise zukommt, gehört bei ihm zu seiner +Natur, so daß es unaufhörlich zittert und unaufhaltsam nach oben +steigt[3860]; vermöge der ungeheuren Kraft, die ihm innewohnt, ist +es „der große Richter über alle Dinge“ und der mächtige Bewirker der +wichtigsten menschlichen Arbeiten, z. B. der das Eisen, Kupfer, Messing +und Glas, den Kalk und Ton, das Pech usf. betreffenden[3861]. + +Die +Luft+ fördert als Lebensgeist die Atmung und die Wärme des +Herzens[3862]; an manchen Orten, z. B. in Gruben und Bergwerken, wirkt +sie verlöschend auf das Feuer und erstickend auf die Menschen, so +daß diese dort nur verweilen können, wenn man ihnen durch Rohre und +gewisse Vorrichtungen frische und atembare Luft zuführt[3863]. Wie der +Glasbläser durch seinen Hauch die Rundungen der Flaschen, und wie +der Stein durch seinen Fall die Wellen des Wassers hervorbringt, so +entstehen durch Schlagen von Glocken, durch Schellen und Kesselpauken +usf. auch in der Luft Bewegungen, die sich fortpflanzen und als Töne +verschiedener Art vernommen werden, je nachdem das erklingende Material +aus Gold, Silber, Messing, Eisen, Legierungen von Zinn mit Kupfer +oder Eisen (nicht aber aus Blei!) bestand[3864]; mit Hilfe der Luft +wirken die Töne unmittelbar auf die Seele ein, daher vermochten die +griechischen Weisen „mit ihrem Instrumente, dem Organon [der Orgel]“ +selbst Feinde in die Flucht zu jagen[3865]. + +Daß das +Wasser+ in Gestalt von Dünsten emporschwebt und in der +von Tropfen wieder herabfällt, lehrt die Beobachtung der Vorgänge +in der Natur, in den Badehäusern, sowie bei der Ausübung gewisser +Künste[3866]. Die aus dem Erdboden aufsteigenden Dünste erzeugen den +Tau[3867], die wasserführenden Wolken der höheren Regionen Regen und +Schnee, die die Quellen und Flüsse speisen, wofür das bekannteste +Beispiel das Steigen des Nils ist, das infolge der Sommerregen +eintritt, die in den äquatorialen Gebieten niedergehen[3868]. Fließt +das Wasser zunächst durch die Erde, so nimmt es aus den Schichten +auf, was es in ihnen vorfindet, daher sind die zutage tretenden +Wässer bald süß, bald aber herb, salzig, oder sauer, je nachdem sie +Salze, Vitriole, Alaune, Schwefel, Naphtha, Quecksilber (?) und +noch manche andere Stoffe enthalten[3869]; Wässer, die durch derlei +Fremdstoffe verunreinigt sind, werden durch sie befähigt, Mineralien +und Metalle zu bilden[3870]. Sehr bemerkenswert erscheint es, daß +auch das reinste Wasser „die Dinge für das Auge krumm macht“ [d. h. +Brechungs-Erscheinungen bewirkt][3871]. -- Was die erwähnten Künste +anbelangt, so sind das die jener Sachverständigen, die das Gewerbe der +Destillation betreiben und auf den Märkten aus ihrem „Kürbis“ genannten +Gefäße die zarte Feuchtigkeit der Rosen und Veilchen, aber auch die +scharfe des Essigs, als Dunst aufsteigen und dann als klare Flüssigkeit +wieder herabtröpfeln lassen[3872]. + +Aus den beschriebenen vier Elementen entstehen die Mineralien, +Pflanzen, Tiere, Menschen und Engel[3873], und zwar vollziehen sich +die Übergänge allmählich und völlig kontinuierlich, indem aus den +Mineralien zunächst Pilze u. dgl. hervorgehen, sodann höhere Pflanzen +und so nach und nach alles Übrige[3874]; es gibt daher drei Reiche, +nämlich die der Mineralien, Pflanzen und Tiere[3875], zu welchen +letzteren als „erhabenstes Tier“ auch der Mensch gehört[3876], denn +nur insoferne können manche auch von vier Reichen sprechen, als sie +den Menschen dem Geiste nach der Klasse der Engel zuzählen[3877]. +Im Tierreiche bedingt die richtige Mischung der vier Elemente oder +Temperamente das rechte Verhältnis der vier Säfte und durch dieses +die Gesundheit, während unrichtige Mischungen oder Umwandlungen, +soferne ihnen nicht durch Eingabe entsprechend temperierter Arzneien +entgegengewirkt werden kann, zu Krankheit, Auflösung und Tod +führen[3878]. + +Bewirkt werden alle die erwähnten Übergänge und Umwandlungen durch +die +Planeten+, „und wer deren Einfluß leugnet, mit dem ist überhaupt +nicht zu streiten“[3879], denn daß von der Sonne Kräfte und Wirkungen +ausgehen, fühlt doch Jeder unmittelbar[3880], daß der Mond die +Tiefen des Meeres erwärmt und hierdurch die Flut veranlaßt, ist eine +alltägliche Erfahrung[3881], und daher liegt der Schluß nahe, daß sich +in gleicher Weise auch die übrigen Wandelsterne ihrer Natur gemäß +geltend machen[3882]. Sie +deuten+ keineswegs nur +an+, was geschieht +oder geschehen wird[3883], sondern +bringen+ es +hervor+[3884], aber +freilich stets nur gemäß dem Willen der Gottheit[3885], und erweisen +sich dadurch als „Gehilfen der Natur“ und als das vermittelnde Band +zwischen Makro- und Mikro-Kosmos[3886]. An den höchsten, in der +Erdferne gelegenen Punkten ihrer Bahn nehmen sie die Emanation der +Weltseele in Form von Licht und Kraft der Fixsterne auf, übertragen +sie, in die Erdnähe zurückgekehrt, auf die vier Elemente und ordnen +diese so zu Mineralien, Pflanzen und Tieren; das Ergebnis hierbei ist +im einzelnen abhängig u. a. von ihrer Größe, dem Abstande ihrer Sphären +von der Erde, ihrem Bahnwege durch die zwölf Tierkreis-Zeichen (deren +je drei einem Elemente zugehören), ihren Stellungen und Konjunktionen, +ihrer Farbe, ihrem Lichte und endlich von der Richtung und Schiefe +der einfallenden Lichtstrahlen[3887]. Da nun die Planeten die wahre +Ursache aller Bewegungen der Elemente auf Erden sind, so müssen die +so hervorgebrachten Dinge auch ihrem Wesen entsprechen, ganz so wie +das Erzeugte dem Erzeugenden gleicht, die Kopie dem Original, das +Spiegelbild dem Abgespiegelten[3888]. Je nach der Beschaffenheit und +Anteilnahme der Planeten werden also in allen drei Reichen Produkte +entstehen, die angemessene harmonische Mischungen, und die zugehörigen +inneren sowie äußeren Eigenschaften (z. B. Farben) aufweisen[3889]. + +Daß es gerade +sieben Planeten+ gibt, erklärt sich aus der besonderen +Vollkommenheit der Siebenzahl, da 7 = 3 + 4 = 2 + 5 = (3 + 3) + 1, +... also „die erste wirklich vollständige Zahl ist“[3890]; von diesen +sieben sind zwei strahlend (Sonne und Mond), zwei glückbringend +(~Zeus~ und ~Aphrodite~), zwei unglückbringend (~Ares~ und ~Kronos~), +und einer gemischter Art (~Hermes~)[3891], ferner sind drei männlich +(Sonne, ~Zeus~, ~Kronos~), drei weiblich (Mond, ~Aphrodite~, ~Ares~), +und einer ein Zwitter (~Hermes~)[3892]. Ihre persischen Namen lauten +~Kaiwan~ (~Kronos~), ~Birdschis~ (~Zeus~), ~Bahram~ (~Ares~), +~Nahid~ (~Aphrodite~), ~Tir~ (~Hermes~)[3893], und man bezeichnet +sie u. a. auch mit den Anfangsbuchstaben, die ihnen in ähnlicher +Weise zugehören wie die 28 Buchstaben des arabischen Alphabetes den +28 Mondstationen[3894]. Ihre Haupteigenschaften sind nach allgemeiner +Ansicht die folgenden[3895]: 1. Die +Sonne+ ist Führer, Herr und König, +macht Könige[3896] und beherrscht im Körper das Herz; 2. der +Mond+ +ist „Mutter der Sterne“ und Vezir, macht Weibische, regiert Entstehen +und Vergehen und beherrscht die Lunge, die abwechselnd Luft ein- und +ausatmet[3897]; 3. +Zeus+ ist Richter und Weiser, macht Gerechte und +Einflußreiche, regiert Ausgleiche und Verbindungen und beherrscht +die Leber, die das Blut absondert; 4. +Ares+ ist Feldherr, macht +Tapfere, regiert Bewegung und Streben und beherrscht die Galle, die +die Gelbgalle absondert (als einen Bestandteil des Chylus)[3898]; 5. ++Aphrodite+ ist „Schwester der Sterne“ und Dienerin, regiert Schönheit +und Ordnungsliebe, Lebendigkeit und Begehrlichkeit und beherrscht +den Magen, der die Speisesäfte absondert; 6. +Hermes+ ist „Kleiner +Bruder der Sterne“ und Schreiber, macht Einsichtige und Kluge, regiert +Fähigkeiten und Wissensdrang und beherrscht das Gehirn, das die +Denkkräfte absondert; 7. +Kronos+ ist der Alte und Schatzmeister, macht +Träge und Beständige, regiert Festigkeit und Stillstand, bewirkt daher +das dauernde Haften der Formen an der Materie[3899] und beherrscht die +Milz, die die Schwarzgalle absondert[3900]. ~Ares~, ~Aphrodite~ und +~Hermes~ machen noch insbesondere Handwerker und Künstler; die alten +„Ssâbier“ genannten Mandäer und Harrânier, die die Gestirne ganz ebenso +anbeteten wie die Juden und Christen gewisse Götzen und die Parsen das +Feuer[3901], führten daher ihre Kinder an den Festtagen jener drei +Planeten in deren Tempel und empfahlen sie der Huld der Gottheiten, die +den Planeten und den betreffenden Gewerben vorstehen[3902]. Wegen der +Parallelität des Makro- und Mikrokosmos[3903] entsprechen die sieben +Planeten nicht nur den genannten sieben Hauptteilen des Körpers[3904], +sondern bedingen auch Entstehung und Wachstum des Embryos während +der neun Monate der Schwangerschaft, und zwar in der Reihenfolge +~Kronos~, ~Zeus~, ~Ares~, Sonne, ~Aphrodite~, ~Hermes~, Mond, ~Kronos~, +~Zeus~[3905], weshalb, da auf den achten Monat wieder der schädliche +~Kronos~ trifft, die Achtmonat-Kinder nicht lebensfähig sind[3906]; +ferner stehen noch die eigentlichen fünf Wandelsterne in naher +Beziehung zu den fünf Hauptdenkkräften[3907]. + +Was die +Farben+ der Planeten betrifft, so entspricht der Sonne die +goldene, dem Mond die silberne, dem ~Kronos~ die schwarze, dem ~Zeus~ +die grüne, dem ~Ares~ die rote, der ~Aphrodite~ die blaue und dem +~Hermes~ die bunte[3908], und demgemäß regeln sie, je nach den näheren +Verhältnissen, auch die Farben der ihnen zugehörigen Tiere, Pflanzen +und Mineralien: so z. B. erzeugt die Sonne u. a. Zarnich (Auripigment), +Markasit (Schwefelkies u. dgl.) und einige Edelsteine, alle von gelber +Farbe; der Mond u. a. Silber, Zinn, Salz, Salmiak, Nitron, Kalk, Glas +(Krystall, Alaun, ...), Sublimat, alle von weißer Farbe; der ~Ares~ +Zinnober und rote Edelsteine; der ~Zeus~ Malachit; die ~Aphrodite~ +Lasurstein, Türkis, Glas (Kupfervitriol) und blaue Edelsteine +usf.[3909]. + +Von den +Mineralien+ gibt es 700 Arten[3910], deren 7 Klassen den 7 +Himmelssphären entsprechen[3911]; sie sind sämtlich Verbindungen der +vier Elemente und gehen aus ihnen hervor unter den Einflüssen der +einzelnen oder zusammenwirkenden Planeten, der Länder und Klimate, der +Meere usw.[3912]. Als besonders schöpferisch bewähren sich hierbei +~Hermes~ und ~Kronos~, indem sie feine Ausdünstungen aller Art gerinnen +machen und wie am Himmel zu durchsichtigen Kometen so in der Erde +zu durchsichtigen Mineralien gestalten[3913]: ~Hermes~ erzeugt, wie +dies allen Mineralogen, Alchemisten und Glasmachern geläufig ist, +schon allein durch seinen wechselnden Gang unzählige Gesteine[3914], +während ~Kronos~ durch seine Langsamkeit die schwersten und wenigst +veränderlichen Stoffe heranreift, zuvörderst Blei, aber auch Eisen, +Arsen und Antimon[3915]. Maßgebend für das, was in jedem Einzelfalle +entsteht, sind die „Verhältnisse“ der sich verbindenden Elemente, denn +welche Rolle Verhältnisse spielen, zeigt die allbekannte ungleicharmige +Wage[3916], sowie das [spezifische] Gewicht, da ein Körper in einer +Flüssigkeit, z. B. Wasser, schwebt, wenn er gerade sein Gewicht an +Wasser verdrängt, anderenfalls aber untersinkt oder schwimmt[3917]. + +Alle Mineralien enthalten Erde als Körper, Wasser als Geist und Luft +als Seele, gar gemacht, veredelt und gereift durch Feuer, den großen +Schiedsrichter[3918], doch entstehen sie +niemals unmittelbar+ aus +diesen Elementen. Die Erde, deren Höhen und Tiefen allmählichen +weitgehenden Veränderungen zu Gebirgen, Wüsten, Meeren und Flüssen +unterliegen[3919], enthält nämlich vielerlei Klüfte und Höhlen, +in denen die beiden Hauptarten der Dünste, die wässerigen und die +rauchartigen[3920], sich langsam, in wechselnden Mengen und bei +verschiedenen Wärmegraden verdichten und verdicken, welchen Vorgängen +als +primäre+ Produkte +Schwefel+ und +Quecksilber+ entspringen[3921]. +Der „feurige Schwefel“ bildet sich in feuchten und öligen Schichten, +enthält viele flüssige und ölige Teile, ist daher leicht schmelzbar +und entzündlich, wird vom Feuer verzehrt und verbrennt selbst alles +andere[3922]; das „zitternde Quecksilber“ geht hingegen aus feuchten +und wässerigen Schichten hervor, enthält viele flüssige und wässerige +Teile, ist daher flüssig und leicht beweglich und „zeigt in der Hitze +keine Geduld“, sondern entflieht ihr[3923]. Schwefel und Quecksilber +durchdringen sich aber wie Erde und Wasser in Lehm, Ton oder Ziegeln, +indem das Quecksilber den Schwefel weich und formbar macht, und auf +diese Weise bilden sich unzählige Formen und Gestalten, von denen der +Zinnober [Schwefel-Quecksilber] zwar die bekannteste ist, aber doch nur ++Eine+[3924]. + +So entstehen also im Schoße der Erde sämtliche Mineralien, auch die +Metalle und Edelsteine[3925], +ausnahmslos sekundär+ aus Schwefel +und Quecksilber[3926], unter Einschließung von mehr oder weniger Erde +und Staub[3927]; je nach den Mengenverhältnissen und der Reinheit, +der Kochung und dem Garsein, der Örtlichkeit und Temperatur und noch +manchen anderen Umständen bildet sich hierbei entweder das edle, +lautere, völlig reine Gold, oder nur Silber, Kupfer, Zinn, schwarzes +oder weißes Blei, Antimon usf.[3928]. Es reifen aber in einem Jahre +und weniger: die Arten der Salze, Alaune, Vitriole und Schwefel; in +einem Jahre und mehr: die Korallen und Perlen; in einer Reihe von +Jahren: die Metalle; in Jahrhunderten: die Edelsteine, vom Krystall +bis zum Diamanten[3929]. Mit Recht betrachtet man daher als „Anfänge +der Mineralien“ jene, die ursprünglich schon binnen kürzester Frist +in den hell- und dunkelfarbigen, salz- und natronhaltigen, feuchten +Erdschichten zusammenbacken und gerinnen[3930]; es sind dies z. B. +Salz, Gips und Kalk[3931], Alaune und Vitriole[3932], die grünen, +gelben und blauen „Gläser“ und Chalkitis-Arten, die man ebenfalls +als Alaune und Vitriole anzusehen hat[3933], der Nûschâdir oder +Naûschâdir [= Salmiak], das Kilja der Aschen [= Kali], das Nitron +[d. i. unreine natürliche Soda, und +nicht+ Salpeter[3934]], die +Salze des Harnes[3935] und noch andere ähnliche, die alle für +die Kîmijâ (Chemie) erforderlich sind[3936] und nebst Magnesia +[Mangan, Braunstein] auch als Flußmittel bei der Herstellung des +gewöhnlichen und des durchsichtigen hellen Glases dienen[3937]. +Was die restlichen Mineralien betrifft, so pflegt man sie in sechs +Klassen zu teilen[3938]: 1. Schmelzbar sind: Gold, Silber, Kupfer, +Eisen, Blei (schwarzes und weißes) und Glas. 2. Unschmelzbar sind +infolge ihres besonderen Gehaltes an Schwefel und Quecksilber: +Ton, Krystall („Glas“), Smaragd, Topas, Hyazinth, Carneol, der für +das Licht so besonders durchlässige Billaur [meist Bergkrystall] +und ähnliche Edelsteine[3939]. 3. Verdichtete Niederschläge, weder +brennbar noch schmelzbar, aber zerreiblich, sind u. a.: Gips, +Talk, Magnesia, Lasur, Malachit, Markasit und Pyrit [Schwefelkies +u. dgl.], Arsen [Arsen-Sulfide], Stibi [Antimonsulfid][3940], welches +letztere vielfache Anwendung findet und z. B. als Augensalbe zum +[abergläubischen, gegen den „bösen Blick“ schützenden] „Zeichnen“ der +Neugeborenen dient[3941]. 4. Verdichtete Niederschläge, aber brennbar +und schmelzbar, oder selbst flüssig, und infolge ihres Gehaltes an +Luft und Öl (oft auch an Schwefel und Arsen) leicht entzündlich sind +u. a.: Pech, Erdpech, Asphalt, Erdöl[3942] und weiße Naphtha[3943]. 5. +Dem Wasser nahestehend, daher nicht brennbar und das Feuer fliehend, +ist das Quecksilber. 6. Den Pflanzen und Tieren nahestehend und daher +wachsend sind Korallen und Perlen. + +Unter den Angehörigen der ersten Klasse, also der +Metalle+, ist +das vornehmste das +Gold+ (dhahab, ibrîz), dessen gelbe Farbe es, +ebenso wie Markasit, Hyazinth oder Krokos als Erzeugnis der Sonne +erweist[3944]; es entsteht in trockenen Steinwüsten und in festen +Gesteinen, enthält ausschließlich reinsten Schwefel und klarstes +Quecksilber im richtigsten Verhältnisse und ist gelb, schwer, +gewichtig, dehnsam zu Blättern, spinnbar zu Fäden, lötbar mittels +des giftigen kupferhaltigen Malachits, besonders nebst Tinkâr [= +Tinkal, Borax], löslich in Quecksilber, das es im Feuer unverändert +zurückläßt[3945], und legierbar mit Silber und Kupfer; von letzterem +kann es wieder getrennt werden, indem man es mit gewissen glänzenden +und eine Art Schwefel enthaltenden Markasiten heftig erhitzt, wobei +das Gold allein unangegriffen zurückbleibt, während alles übrige +verbrennt[3946]. -- Das +Silber+ (fiddah) gibt sich durch seine weiße +Farbe, ebenso wie Salz, Krystall oder Baumwolle als Erzeugnis des +Mondes zu erkennen[3947], entsteht in staubhaltigen Gebirgen und +Gesteinen und hat infolge zu frühzeitigen Abkühlens keine völlige Reife +[zu Gold] erlangt; es ist weiß und zart, „verbrennt“ in anhaltend +starkem Feuer, „verwest“ allmählich beim Liegen im Erdreich, wird von +Schwefel geschwärzt, von Quecksilber erweicht und gelöst, und legiert +sich mit Kupfer und Blei; von diesen läßt es sich mittels Nitrons +und gewisser Reinigungs-, Schmelz- und Flußmittel unschwer wieder +befreien[3948]; wer es gelb und trocken machen [in Gold verwandeln] +könnte, der hätte, was er braucht[3949]. -- +Kupfer+ (nuhâs) entsteht +in ähnlicher Weise wie Silber[3950], enthält aber noch mehr Schwefel +von geringerer Reinheit und ist daher grob, rot, schwärzt sich rasch +im Feuer und verbrennt darin völlig; schon Kupfer selbst macht +die Speisen giftig, noch giftiger aber erweisen sich der Grünspan +(zindschâr), der aus ihm durch Säure entsteht, sowie das kupferhaltige +Mineral Malachit (dahnadsch) und die Legierung Taliqûn [s. unten]; +Quecksilber erweicht und löst es, Blei und Zinn ergeben die Legierungen +Mafrig (= mufragh, Gußmetall?) und Isfid (= Weißmetall), und gewisse +geeignete Mittel, z. B. das sog. „syrische Glas“ [eine zinkhaltige +Substanz], erzeugen daraus beim Verschmelzen das weichere, gelbe oder +goldfarbige Messing (schabh), an dem so recht die hohe Bedeutung der +Form zutage tritt, denn aus einem Stücke von 5 Dirhem Wert fertigt +der Kundige Instrumente an, z. B. Astrolabe, für die der Käufer 100 +Dirhem zu bezahlen hat[3951]. Wer das Kupfer weiß und zart machen +[in Silber verwandeln] könnte, der hätte, was er braucht[3952]. -- ++Zinn+ (qalʿijj) ist zwar weiß wie Silber, jedoch weich, stinkend +und beim Biegen kreischend, da es zu viel Quecksilber und zu zähen +Schwefel enthält und deshalb nicht ganz gar werden konnte; es ist +ebenfalls leicht verbrennbar, jedoch nicht giftig, sondern im Gegenteil +medizinisch nützlich, besonders für die Augen; durch bestimmte Mittel, +wie Salz, Arsen, Markasit und Myrthenzweige, kann man es heilen und +dadurch in Silber verwandeln[3953]. -- +Eisen+ (hadîd) bildet sich +ganz ähnlich wie Silber und Kupfer, ist jedoch noch unreiner, weshalb +auch die Schmiede keine langen Drähte aus ihm anfertigen können[3954]; +von seinen zahlreichen Arten sind einige weich, andere aber, in +Wasser getaucht [zu Stahl abgelöscht] hart[3955]; eine besondere und +merkwürdige Begierde herrscht zwischen Eisen und Magnet[3956]. -- Das ++Blei+ (usrub) ist das ursprünglichste der in der Erde zur Gerinnung +gelangten Metalle[3957] und wegen des in ihm vorhandenen Überschusses +an ganz schlechtem Schwefel auch das gemeinste; Weichheit, Schwärze und +Gestank hindern es jedoch nicht daran, sehr nützlich zu sein, im Feuer +gelbe Bleiglätte und rote Mennige, sowie mit Säure leuchtendes Bleiweiß +zu ergeben[3958] und sogar den härtesten aller Steine, den Diamanten, +zu „zerbrechen“[3959]. + ++Alchemie+, d. i. die Herstellung edler Metalle aus unedlen, die von +manchen als Betrug bezeichnet wird, ist fraglos möglich, wie das schon +die Entstehung +aller+ Metalle durch allmähliches Reifen und Garwerden ++einer und derselben+ Urmaterie bezeugt[3960], und tatsächlich gibt +es, wie Astrologen, Zauberer, Zeichendeuter und Talismanschreiber, +so auch Alchemisten in großer Zahl[3961]; sie sind wohlbekannt mit +den Einflüssen des ~Hermes~[3962], kennen die Bedeutung der Salze und +anderer Stoffe für die Kîmijâ[3963], verfertigen ein gewisses Sublimat, +das „aliksîr“ heißt[3964], und verwandeln so das Kupfer oder Zinn in +Silber, das Silber in Gold usf.[3965]. Eine Natur nämlich freut sich +der anderen, gesellt sich ihr und überwindet sie, je nach der Stärke +von Liebe oder Haß: so haftet, um nur einige, jedermann geläufige +Beispiele anzuführen, das Eisen am Magneten, der Diamant am Golde, +Stroh oder Haar aber an gewissen Steinen, so wird Blei des Diamanten +und Schmirgel der Edelsteine Herr, so erweicht Quecksilber das Gold, +Silber, Kupfer und Eisen, so verbrennt Schwefel unedle und edle +Metalle, so besiegt Salmiak den „Schmutz“ der Metalle und Edelsteine +u. dgl. mehr[3966]. + +Während einige, wie angegeben, Perlen und Asphalt für Mineralien der +4. und 6. Klasse erklären, halten andere sie für eine Art geronnenen +Taues und reihen ihnen als Analoga u. a. folgende Stoffe oder deren +Bestandteile an: Lack, Opium und Manna[3967], Kampher[3968], Ambra, +Aloe und Moschus[3969], Koriander[3970], den in Indien zum Kauen +benützten Betel[3971], das Harz Sandarak, aus dem die Gaukler ihre +Feuerkugeln anfertigen[3972], den Bernstein und den „aus den Gruben +geförderten“ heilsamen Bezoarstein[3973] [der aber tatsächlich kein +Stein ist, sondern ein der Bezoarziege entstammendes Konkrement]. +Dieser Bezoar [persisch = Gift abwaschend, d. i. Gegengift] ist nicht +nur ein höchst vielseitiges medizinisches Mittel, sondern gewährt auch +Schutz vor Giften: bei einigen verhindert er, daß sie Koagulation +hervorrufen, wie sie der so „heiße“ Saft der Pflanze Melongena oder das +Lab in der Milch und der männliche Samen im weiblichen Menstrualblut +bewirkt (wodurch der Embryo entsteht); bei anderen wieder beugt er +dem Übergang in das Blut vor, ganz so wie z. B. gewisse Säuren die +Aufnahme mancher Farbstoffe durch das Wasser verhindern, oder die schon +aufgenommenen wieder ausfällen[3974]. Derlei Säuren sind jene aus den +unreifen Früchten der Citrone, Orange, Limone und Tamarinde, aus den +reifen der Eiche und Cypresse, aus den Galläpfeln und Myrobolanen +[d. s. Gerbsäuren[3975]), sowie der Essig; es ist merkwürdig, daß +die köstlichsten Dinge der Welt, die Seide, die Perlen und der +Honig, alle drei unter Milhilfe kleiner und unscheinbarer Tiere +entstehen[3976], daß ferner aus dem zarten Honig[3977], dem süßen +Safte der zweigeschlechtlichen Palme[3978] und dem honigähnlichen +Zucker, die für sich oder nebst Mandeln und Öl die lieblichsten Speisen +ergeben[3979], zunächst scharfe und berauschende Getränke hervorgehen, +-- „Feinde Gottes und der Vernunft“ geheißen, aber trotzdem auf allen +Märkten feilgeboten[3980] --, weiterhin aber verschiedene Arten des +kalten und sauren Essigs, und schließlich sogar die im Essig lebenden +Würmer[3981]; doch entstehen freilich Pflanzen und Tiere, auch höhere, +unter gar mancherlei Verhältnissen nicht wie sonst aus Samen, sondern +unmittelbar durch Zersetzung, Verwesung und Fäulnis[3982]. + + —————————— + +In Ansehung der großen, um das Jahr 1000 schon bis nach Spanien +reichenden Verbreitung der „Schriften der Treuen Brüder“ und ihres +Einflusses auf die geistige Entwicklung im Osten und Westen[3983], dem +selbst die Verbrennung durch die Orthodoxen zu Bagdad keinen Abbruch +zu tun vermochte[3984], hat man ihre Bedeutung für die Übermittlung +zahlreicher spätgriechischer Lehren sehr hoch einzuschätzen. Zu diesen +zählen neben den eigentlich alchemistischen von der Herstellung des +Goldes und Silbers, der „Heilung“ der unedlen Metalle usf., auch +gewisse, durch mehr oder minder weitgehende Abänderung aristotelischer +Anschauungen entwickelte, u. a.: die im Erdinneren, bald durch +Erhitzen und Schmelzen, bald durch Niederschlagen und Verdichten von +teils trockenen und rauchartigen, teils feuchten und dampfartigen +Dünsten, erfolgende Entstehung der Mineralien und Metalle, die +in ihren eigentümlichen „Mischungen“ stets +alle vier Elemente+ +enthalten, wenngleich in den verschiedensten Mengenverhältnissen, und +demgemäß auch die verschiedensten, entsprechend charakteristischen +Eigenschaften zeigen[3985]; das Garwerden und Reifen der Metalle und +Erze, ihr Wachsen und Nachwachsen (welches letztere ~Aristoteles~ in +Abrede stellte)[3986]; das Bestehen der Mineralien und insbesondere +der Metalle, aus +Schwefel+ und +Quecksilber+. Letztere, bis tief +in die Neuzeit hinein fortwirkende, so höchst eigentümliche und +absonderliche Theorie, die man seit jeher als „rein arabischen +Ursprunges“ ansprach, ohne aber jemals ihre Quelle nachweisen zu +können[3987], tritt in den „Schriften der Treuen Brüder“ schon in +völlig bestimmter, durchaus dogmatischer Gestalt auf; sie wird +ohne jeden Anspruch auf Neuheit als etwas so Selbstverständliches +und zweifellos Feststehendes vorgetragen, daß sie offenbar etwas +Altüberliefertes und des nämlichen Ursprunges wie alles übrige +sein muß, nämlich griechisch-alexandrinischen. Die Frage, auf was +hinwiederum sich ihre Autorität bei den späthellenistischen Chemikern, +den Stammvätern der syrischen und arabischen Tradition, gründete, -- +behauptete doch bereits ~Pibêchios~ (4. Jahrhundert), „alle Gegenstände +enthalten Quecksilber“ --, läßt sich unschwer beantworten, soferne man +des schon von ~Aristoteles~ hervorgehobenen Gegensatzes der aktiven und +passiven Qualitäten und Elemente gedenkt, sowie der von den jüngeren +und jüngsten philosophischen Schulen gelehrten, bei der Weltbildung +erfolgenden Scheidung der Materie; diese zerfällt nämlich zunächst in +grobe und feine Teile, und weiterhin in die Paare (Wasser + Erde) und +(Feuer + Luft), die aber schließlich auch wieder als Repräsentanten des +eigentlichen kalten und passiven Stoffes sowie des heißen und aktiven +Pneumas gelten, demnach als solche der Hýle und des mit dem πνεῦμα +θεῖον (göttlichen Pneuma) identischen Logos. Beruht nun, der Behauptung +jener Schulen gemäß, die Entstehung der Einzeldinge auf Durchdringung +von Hýle und Logos, und gelten diese als gleichwertig mit den groben +und feinen Teilen der Materie, also mit den Paaren (Wasser + Erde) +und (Feuer + Luft), so werden durch deren Vereinigung die Elemente, +die nach ~Aristoteles~ stets alle vier in jedem Körper vorhanden +sein müssen, wieder zusammengeführt. Die Kombination (Wasser + Erde) +ist aber, schon den Lehren des ~Aristoteles~ gemäß, im Quecksilber +verwirklicht, als dessen Hauptbestandteile die in jedem unedlen Metalle +vorhandene Erde, sowie das viele, seinen flüssigen Zustand bedingende +Wasser anzusehen sind; für die zweite Kombination (Luft + Feuer), +die dem πνεῦμα θεῖον (pneuma theíon) entspricht, ergibt sich aus dem +Doppelsinne des Wortes theíon (= göttlich, aber auch gleich Schwefel) +als passendster Träger der schon von altersher für „heilig“ angesehene +Schwefel, dessen Eigenschaften, nämlich „heiße“ und „feurige“ Natur, +sowie Flüchtigkeit, einer solchen Vorstellung durchaus angemessen +erschienen. Demgemäß vereinigen sich, wie auch die „Treuen Brüder“ +berichten, die Elemente zunächst zum Schwefel und Quecksilber, und erst +diese bilden dann, unter Verbindung nach den verschiedensten Mengen-, +Reinheits- und Reife-Verhältnissen, wie alle anderen Stoffe so auch die +Metalle; die Voraussetzung einer derartigen Entstehungsweise führte +auch zu dem für die Folgezeit bedeutsamen, mit den Ansichten ~Platons~ +übereinstimmenden Schlusse, daß sich Verbrennung und Rosten [also die +raschen und langsamen Vorgänge der Verbrennung und Oxydation] +unter +Ausscheidung+ eines Bestandteiles und daher +unter Gewichtsverlust+ +vollziehen[3988]. + +Die Entstehung der so merkwürdigen und vom rein chemischen Standpunkte +aus ganz unbegreiflichen, ja völlig widersinnigen Theorie vom Schwefel +und Quecksilber als den Grundlagen sämtlicher Stoffe und wesentlichen +Bestandteile der Metalle, -- einer Theorie, die trotz ihrer Absurdität +fast anderthalb Jahrtausende lang in unvermindertem Ansehen blieb und +vielen noch im 18. Jahrhundert durch die analytischen Untersuchungen +hervorragender Gelehrter keineswegs endgültig widerlegt erschien +--, wird daher nur verständlich, wenn man sich gegenwärtig hält, +daß sie, allem Dargelegten zufolge, überhaupt nicht an der Hand ++chemischer+ Voraussetzungen abgeleitet wurde und werden konnte, +sondern nur auf Grund +philosophischer+, und zwar allein der oben +erwähnten, ausschließlich für ganz bestimmte spätgriechische Schulen +charakteristischen. + +Dieser Umstand ist von besonderer Wichtigkeit für die Lösung gewisser, +im übrigen nur schwierig aufzuklärender geschichtlicher Fragen, die die +Ausbreitung der Alchemie betreffen; denn sobald, auch in anscheinend +ganz entlegenen Kulturkreisen, die dogmatische Lehre vom Schwefel +und Quecksilber als Ursubstanzen auftaucht, wird man mit größter +Wahrscheinlichkeit schließen dürfen, daß sie nicht zufälligerweise in +aller ihrer Eigenart zum zweiten Male entwickelt, sondern in bereits +fertig ausgebildeter Gestalt von außen her übermittelt worden sei. + + +3. Das „Steinbuch des Aristoteles“. + +Das noch von ~Berthelot~, vermutlich auf das Urteil älterer +Orientalisten hin, als wichtige Quelle früharabischer Alchemie +angesehene sog. „Steinbuch des ~Aristoteles~“ kann zwar als solche, +den neuesten eingehenden Untersuchungen ~Ruskas~[3989] zufolge, +nicht mehr in Betracht kommen, enthält aber immerhin sehr vieles +für die Geschichte der Chemie und Alchemie höchst Merkwürdige und +Beachtenswerte. Das Buch ist nach ~Ruska~ syrisch-persischer Herkunft +und ursprünglich noch vor dem Jahre 850 in arabischer Sprache von +einem mit der griechischen und persischen Litteratur wohlvertrauten +Syrer niedergeschrieben, vielleicht von dem 873 verstorbenen, +berühmten Universalgelehrten ~Honein~ (~Hunain~) ~ibn Ishaq~[3990]; +diese erste arabische Fassung, die mehrfach in die hebräische und aus +dieser wieder in die lateinische Sprache übersetzt wurde und nur die +Edelsteine nebst einigen anderen seltenen und auffälligen Steinen +behandelt zu haben scheint, ist als ältestes Dokument arabischer +Mineralogie anzusehen[3991]. Leider blieb sie aber in unveränderter +Gestalt weder im Original noch in Übersetzung erhalten, vielmehr sind +die uns vorliegenden Texte Ergebnisse vielfacher und oft wiederholter +Erweiterungen und Interpolationen, die von sachkundigen, teils +orientalischen, teils spanischen muslimischen Gelehrten herrühren: +diese fügten zunächst die Metalle nebst deren Zubehör ein[3992], +sodann eine stets wachsende Zahl medizinisch, chemisch und magisch +wirksamer oder wirksam geglaubter Steine[3993], und überarbeiteten +schließlich die ganze Schrift in alchemistischem Sinne, ohne aber diese +Absicht offen einzugestehen oder deutlich hervortreten zu lassen[3994]. + +Als ein „Steinbuch des ~Aristoteles~“ will das Werk offenbar für +die Übersetzung eines griechischen Originales gelten, und indem es +dem ~Aristoteles~ u. a. auch die Kenntnis aller nur möglichen in +Kleinasien, Syrien, Persien usf. vorkommenden Mineralien und ihrer +tatsächlichen oder vermeintlichen Eigenschaften zuschreibt, knüpft +es an eine Überlieferung der „Alexander-Sage“ an[3995]: diese, die +zuerst schon im zweiten vorchristlichen Jahrhundert nachweisbar +wird, läßt nämlich ~Alexander~ den Großen auf seinen sämtlichen +Feldzügen von ~Aristoteles~ begleitet sein, der mit übermenschlicher +Weisheit stets auf den ersten Blick alles Niegesehene erkennt, alles +Unerhörte enträtselt, List und Trug durchschaut und jede drohende +Gefahr abwendet, wodurch er sich in gleichem Maße als Lehrer wie als +Schutzgeist seines königlichen Schülers bewährt. ~Alexander~ selbst +lebt in der Sage nicht nur als größter Eroberer, Feldherr und Herrscher +fort, sondern wird allmählich auch zum Gelehrten, Philosophen[3996], +Arzt, Magiker und Chemiker ersten Ranges; die nötigen Kenntnisse +übermittelte ihm der allbewanderte ~Aristoteles~, der sie selbst +wieder teils dem weisen, aller Künste und Zauber kundigen König +~Salomon~ verdankte, teils dem Verfasser der tausend Bücher, dem +~Hermes~[3997]. Von ~Salomon~ stammte z. B. sein Wissen um jenen „roten +Schwefel“ (= Gold), den die Ameisen für diesen König aus den Felsen +des „Tales der Ameisen“ graben mußten[3998], -- jedenfalls als späte, +von hellenistischer Phantasie gezeugte Nachkommen der märchenhaften +goldgrabenden Ameisen des ~Herodot~; von ~Hermes~ hingegen erlernte +er die Kunde der Steine[3999], sowie die Astrologie, auch übersetzte +er das astrologische Werk des ~Hermes~ ins Griechische und verfaßte +zu dem des ~Ostamahis~ (= ~Ostanes~?) einen Kommentar, den, auf seine +Empfehlung hin, auch ~Alexander~ der Große zu studieren pflegte[4000]. + +Kaum bedarf es des Hinweises, daß die echten Schriften des +~Aristoteles~ keine Spur von astrologischen Anschauungen enthalten, und +daß ~Aristoteles~ zwar zoologische und (verloren gegangene) botanische +Bücher herausgab, aber keine eigentlich mineralogischen[4001]. Von +seinem Schüler und Nachfolger ~Theophrastos~ rührt zwar eine (nur +fragmentarisch erhaltene) Abhandlung „Über die Steine“ her, und +diese mag, als der Schule des ~Aristoteles~ entstammend, in späterer +Zeit von manchen auch als von ihm selbst verfaßt angesehen worden +sein; doch auch in ihr ist nirgends von den zauberhaften, magischen +und medizinischen Wirkungen der Mineralien die Rede, wie sie sich +z. B. schon bei ~Dioskurides~ geltend machen, bei ~Plinius~ bereits +vorherrschen und die Schriften der hellenistischen Spätzeit, z. B. +die dem ~Orpheus~ zugeschriebenen „Lithika“, die „Kyraniden“ u. dgl., +völlig erfüllen[4002]. Im wesentlichen beschränken sich die Kenntnisse +des ~Theophrastos~[4003] auf die Silber, Kupfer, Eisen und Blei +führenden Erze; auf Malachit und Lasur, Oker und Rötel, gelbes und +rotes Arsen; auf Bleiweiß, Grünspan und Zinnober, sowohl den natürlich +vorkommenden aus Spanien und Kolchis, als auch den „künstlichen“, +d. h. künstlich aufbereiteten, den ~Kallias~ aus dem „Sand“ der +ephesischen Silbergruben durch wiederholtes Pochen und Waschen als +rotes, prächtig glänzendes Pulver darstellte; ferner auf „Magnetis“, +ein silberglänzendes, vom Drechsler zu bearbeitendes Gestein (wohl +eine Art Glimmer oder Talk), sowie auf den für ein Mineral angesehenen +Bernstein, der Elektron oder Lynkurion genannt wird. [Die schon im +Altertums weitverbreitete Anschauung, „Lynkurion“ sei der zum Stein +verhärtete Harn (οὖρον, Uron) des Luchses (λύγξ, Lynx), erklärt sich +aus einer Mißdeutung des Namens der Lingurier oder Ligurer, in deren +Gebiet eine der uralten nord- und zentraleuropäischen Handelsstraßen, +auf der u. a. auch der Bernstein befördert wurde, die Küste des +Mittelmeeres erreichte.] + +Von den über siebzig im „Steinbuche des ~Aristoteles~“ besprochenen +Mineralien sind besonders die nachstehenden, als auch für die +alchemistische Litteratur wichtig, hervorzuheben: +Schwefel+, der als +gelber, roter und weißer auftritt[4004]. -- +Arsen+, Zarnik, Zirnich +[d. i. Schwefelarsen], findet sich als gelbes und rotes, gibt beim +„Verkalken“ eine weiße, tödlich giftige Masse [d. i. Arsenigsäure], +färbt das Kupfer weiß, eignet sich als Zugabe für Feuerwerkssätze +(opera ignea) und liefert mit Kalk, Nura, vereint ein treffliches +Enthaarungsmittel[4005]. -- +Magnesia+ ist [im Sinne von Braunstein] +unentbehrlich für die Glasmacher[4006], färbt auch den Billaur oder +Bellor, aus dem man Gefäße und Brenngläser macht [d. i. eigentlich +Bergkrystall, hier wohl ein Krystallglas][4007]; Magnesia benennen +viele aber auch den schwefelhaltigen Androdámas [= Pyrit][4008], +sowie den glänzenden, Gold und Silber führenden Markasit [= Pyrit, +Kupferkies usf.], von dem es sehr zahlreiche Arten gibt[4009]. -- ++Ithmid+, auch Itmad, Ezmit, Azmat, ist Stimmi [d. i. Schwefelantimon, +zuweilen auch Schwefelblei, also Antimon- oder Bleiglanz][4010]. -- ++Tutia+ [d. i. wesentlich Zinkoxyd] kommt in vielen, bald weißen, bald +gelben oder grünen Sorten an den Seeküsten von Hind und Sind [d. i. des +nordwestlichen Indiens und des südöstlichen Persiens] vor und ist auch +ein vorzügliches Augenheilmittel[4011]. + +Aus Kalkand (χάλκανθος, Chálkanthos) und Kalkatar oder Kalkadir +(χαλκῖτις, Chalkítis) entsteht der +Zâdsch+, Vitriol, eine glasartige +Masse von mancherlei Farben (vitrum multorum colorum)[4012]; zu seinem +Geschlechte zählen manche auch den für die Färberei so wichtigen ++Schabb+, Alaun, dessen beste Sorte aus Jemen kommt[4013]. Für alle +diese und viele andere Substanzen gibt es „Spezialisten“, das sind +Gelehrte, die nur eine einzige bestimmte Gattung und deren Anwendungen +behandeln, über diese aber, die nun einmal ihre „Spezialität“ ist, +niemals hinausgehen[4014]. -- Vom gewöhnlichen Salz kennt man ebenfalls +höchst verschiedene Arten, darunter die sehr schöne feste, schneeweiße +(lapis albus sicut nix); merkwürdigerweise sind viele Fundorte des +Salzes auch solche der leicht entzündlichen Naphtha (minerae ignis +graeci = Fundstätten des griechischen Feuers)[4015]. -- Dem Salze +gleichen die +Kali+ genannten Aschen bestimmter „baumhoch wachsender“ +Kräuter, die beim Verbrennen durch das Feuer versteinert und verhärtet +werden[4016], ferner das zum Waschen und Reinigen dienliche +Nitron+ +oder Natron, eine Abart des Borax[4017], sodann der eigentliche ++Borax+, der aus gewissen Salzseen stammt und sich sehr geeignet +zu Zwecken des Lötens und Schmelzens erweist[4018], endlich auch +in mancher Hinsicht der +Kalk+, Nura[4019]. Ein Salz ist auch der ++Nausadir+ [Nûschâdir, Salmiak; nach ~Lagarde~ armenisch?][4020], +„nasciador qui fit in balneis“, „liscianada quae fit in balneis“[4021], +d. h. „der Salmiak der in den Bädern entsteht“ [nämlich durch +Sublimation, aus dem zum Heizen gebräuchlichen getrockneten Miste, +besonders dem der Kamele]; er ist von heißer und trockener Natur, zieht +viele Stoffe an sich und fixiert daher die Farben und zeigt Weiße, +Farbe und Glanz des Diamanten[4022]. + +Dieser kostbarste aller Edelsteine findet sich allein in einer völlig +unzugänglichen Felsenschlucht Indiens; ihn aus dieser herauszuholen +glückte erst ~Alexander~ dem Großen, indem er, -- wie schon 392 der +gegen die Ketzer schreibende ~Epiphanios~ erzählt, und wie es 1190 +der persische Dichter ~Nizami~ in seinem „Alexander-Liede“ bestätigt +--, mächtige Stücke rohen Fleisches hinabwerfen und sie samt den +anhaftenden Edelsteinen durch große Vögel wieder emportragen ließ. +Der Diamant wird durch Feuer nicht angegriffen, löscht es vielmehr +aus[4023] [vermöge seiner „besonders kalten Natur“]; zum Gold hat er +Neigung und zieht es an wie ein Magnet[4024], hingegen ist ihm das +Blei feindlich, „zerbricht und pulvert ihn“[4025]. [Dieser noch im +Mittelalter sehr allgemein verbreitete Aberglaube rührt vermutlich +daher, daß man Edelsteine aller Art durch An- oder Einschmelzen in +Bleiplatten zu befestigen pflegte, um sie gehörig schleifen und +polieren zu können.] + +Unter den +Metallen+, -- deren Schilderung, wie oben erwähnt, +vermutlich erst in späterer Zeit (und wohl gemäß den Angaben +in der Enzyklopädie der „Treuen Brüder“) in das „Steinbuch“ +eingefügt wurde[4026] --, ist allein das +Gold+ völlig rein und +unveränderlich[4027], während schon das weiße und glänzende +Silber+ +durch Blei oder Quecksilber „verdorben“ und durch Schwefel geschwärzt +wird[4028]. Vom +Kupfer+, Nuhâs[4029], kennt man viele Arten und +verfertigt aus ihm Messing, Sifr[4030], aber auch sonst noch unter +Benützung von Borax, Vitriol und anderen Zutaten allerlei dem Golde +Gleichendes[4031]; kupferne und messingne Gefäße machen Speisen +und Getränke giftig, es ist nämlich in ihnen ein tödliches Gift +„verborgen“, das man mittels Essig „herauszuziehen“ vermag, d. i. +der Grünspan, Zindschar[4032], eine Art Malachit, der aus dem Kupfer +entsteht[4033]. +Zinn+, Rasas[4034], das oft mit Blei verwechselt +oder für Blei angesehen wird[4035], enthält oft etwas Gold oder +Silber und ist selbst eine Art unreines Silber, das man nur von +Weichheit, Gestank und „Geschrei“ befreien müßte, um es in wahres +Silber überzuführen[4036]. Mannigfaltiger Art ist das +Eisen+, +dessen merkwürdigstes Erz, das Magneteisen, im indischen Meere den +berühmten Magnetberg bildet[4037]; man kennt übrigens mehr als zwanzig +verschiedene Magnete, die sämtliche Metalle und auch noch vieles +andere anziehen[4038]. Im Feuer gibt das Eisen roten Eisenrost[4039] +und durch die Kraft gewisser Zusätze wird es zu Stahl, Fûlâd[4040]. +Das +Blei+, Usrub oder Rasâs[4041], wird aus Ithmid [= Bleiglanz; +oft aber auch = Antimonglanz] gewonnen[4042] und ist bei völliger +Reinheit frei von Trockenheit, kalt und weich, „zerbricht“ aber +trotzdem den Diamanten[4043]; in ihm verborgen ist das glänzende, zu +Salben nützliche Bleiweiß, Isfîdâdsch (= weißes Wasser), das Essig +schon in der Kälte „herauszieht“[4044], ferner noch die nur durch +Feuer herausziehbare Bleiglätte, Martak[4045], die bei weiterem +Erhitzen rot wird und Mennige, Usrundsch, liefert, aus der man mit +Öl ein Bleipflaster anfertigt[4046]. +Quecksilber+[4047] ist ein +„beschädigtes“ Silber und so schwer, daß alle schwersten Mineralien +auf ihm schwimmen, mit Ausnahme des Goldes; ~Alexander der Grosse~ kam +aber [was auch der Dichter ~Nizami~ erwähnt] auf seinen Zügen an ein +Meer, dessen Wasser ebenso schwer war wie Quecksilber. Selbst sehr +giftig gibt Quecksilber einen noch weit furchtbarer giftigen Dampf; in +„verkalktem“ Zustande macht es das Kupfer weiß[4048], beim Erhitzen mit +Schwefel in verschlossenen Töpfen färbt es sich hingegen rot und wird +dabei zu Zinnober, Zundschufr oder Schandschart, aus dem man es jedoch +durch „Brennen“ in gläsernen Gefäßen wieder „ausziehen“ kann[4049]. +Nicht selten wird Zinnober verwechselt mit Mennige und samt dieser +wieder mit Bleiglätte, sowie mit Rötel[4050]. + +Was die, gelegentlich später Umarbeitungen, in das „Steinbuch“ +eingeschobenen +alchemistischen+ Betrachtungen anbelangt[4051], +so besagen sie, daß die Philosophen in dieser Hinsicht allerlei +Andeutungen zu machen, sie aber vor der großen Menge sorgfältig +zu verbergen pflegen[4052]; der (neben anderen Steinen genannte) +„philosophische Stein“ verleiht, wie das die Goldmacher wissen +(sciunt qui faciunt aurum), die Kunst des großen Werkes (scientiam +magisterii)[4053] und findet sich im gemeinen Kot (in luto), und zwar +in zwei Abarten, die weiß und rot sind und die weiße und rote Farbe +(d. h. Silber und Gold) hervorbringen[4054]. Aus Silber (14 Teilen) +erhält man rotes Gold entweder durch Einwirkung von „Satansstein“ (1 +Teil), der unter Wasser gelb wie Auripigment aussieht, an sich aber +rot ist und beim Verkalken zu einem Zinnober wird[4055], oder durch +Behandlung mit „Farsalus“, d. i. Aphroselinon[4056] [= Talk, Glimmer; +hier wohl Deckname für ein alchemistisches Präparat]. Der Farsalus +ist überhaupt von wunderbarer Kraft: er fixiert das Quecksilber, +was außerdem auch die Steine „Karsijâd“, „Hâdi“ und „Wollmagnet“ +vermögen[4057], er verwandelt Blei und Eisen in Silber und Gold[4058] +und erzeugt aus Kupfer Silber sowie aus Silber Gold[4059]. Kupfer +wird „weiß“ [d. h. zu Silber] durch Quecksilber, durch den Stein +„Baumwollmagnet“[4060] und vor allem durch Zirnich [= Arsen], den +„weißen Vogel“ [avis alba = Arsenigsäure], in dem das „große Geheimnis“ +steckt, und der auch „Weiß der Ifrangis“ (Franken) heißt[4061]; Kupfer +und auch Silber wird „rot“ [d. h. zu Gold] durch den „indischen“ Stein +„Hâmi“, sowie durch Schwefel, der es rötet und rot färbt, weshalb +er wichtige Anwendung beim Machen des Goldes findet[4062]; auch +Borax, Vitriol und andere Zutaten ergeben aus Kupfer oder Messing +„Goldähnliches“, das viel billiger einsteht wie echtes Gold, jedoch +nicht feuerbeständig ist[4063]. -- Zu alchemistischen Zwecken dürfte +auch die persische Legierung „Haftdschausch“, d. h. „aus sieben +[nämlich Metallen] gekocht“, bestimmt gewesen sein[4064]; Mischungen, +auch im Sinne von Temperamenten, werden mit „Kîmûsât“ (abgeleitet vom +griechischen χυμοί, Chymoi = Säfte) bezeichnet[4065], die Künste der +Metallgießer aber auch mit „Kîmijâ“, Chemie[4066], zu deren Aufgaben +u. a. das „Auflösen“ (Zersetzen) der Substanzen mittels „Kürbis +und Alembik“ [d. h. durch Sublimation oder trockene Destillation] +gehört[4067]. + +Wie bereits eingangs bemerkt wurde, ist das „Steinbuch“ +syrisch-persischer Herkunft und liefert mit einen wichtigen Beleg zu +der Tatsache, daß die Araber ihre eingehenderen mineralogischen und +namentlich metallurgischen Kenntnisse zuerst den Persern entlehnten, +bei denen sie zur Zeit der arabischen Eroberung (die um 640 stattfand) +also längst vorhanden waren. Demgemäß sind nicht nur die Namen der +Edelsteine u. dgl., sondern auch die der metallischen und mancher +anderen Produkte zu einem großen Teile persischen Ursprunges. Im +ganzen richtig erkannte dies bereits vor fast einem Jahrhundert +~Hammer-Purgstall~, wenngleich im einzelnen viele seiner Vermutungen +durch die Fortschritte der Wissenschaft überholt, jene aber als ganz +unrichtig erwiesen sind, die den Übergang persischen Sprachgutes auch +in das Griechische betrafen. Von den Angaben, daß u. a. zurückgehe: +Amethyst auf Dschemest, Jaspis auf Jascheb, Hyazinth auf Jakut, +Smaragd (arab. Zabargad) auf Smerrud, Lasur (arab. Lazward) auf +Ladschiwerd, Margarita auf Merwarid, Bezoar auf Pâwzahr (armenisch +Fadzuhr) usf.[4068], ebenso wohl auch Türkis auf Turkesa[4069], sind +daher die ersteren sämtlich zu streichen[4070]. Wirklich dem Persischen +entlehnte arabische Worte sind hingegen z. B.: Fûlâd (Stahl), Zindschar +(Grünspan), Usrub und Rasâs (Blei, Zinn), Isfîdâdsch (weißes Wasser = +Bleiweiß), Martak (Bleiglätte; das mittelpersische Wort hat sich im +Arabischen erhalten), Usrundsch (Mennige), Sifr (Messing), Zundschufr +(Zinnober) usw.[4071]. + + +4. Syrische Schriften. + +Die vielfachen und in hellenistischer Zeit ganz besonders engen +Beziehungen zwischen Ägypten und Syrien machen es sehr wahrscheinlich, +daß in letzterem Lande auch die alchemistischen Lehren bereits +frühzeitig eine Stätte fanden, ja den nach Westen vordringenden +Arabern zuerst schon dort bekannt wurden[4072]. Mit Recht betonte +daher, wie dies bereits oben bei Besprechung des ~Pseudo-Demokritos~ +Erwähnung fand, der berühmte Orientalist ~G. Hoffmann~ schon 1884 +die Wichtigkeit der einschlägigen früh-syrischen und -arabischen +Handschriften (namentlich der in London und Cambridge vorhandenen) und +deren Unentbehrlichkeit zur Aufklärung der anfänglichen Geschichte +der Chemie und Alchemie. Ebenso wurde weiter oben auch erwähnt, daß +~Berthelot~, dem gegebenen Fingerzeige folgend, ~Duval~ und ~Houdas~ +zur Herausgabe und Übersetzung zweier der bedeutsamsten dieser +Manuskripte veranlaßte; sie erwiesen sich teils als vermutlich dem +7.-9. und 9.-10. Jahrhunderte angehörige Kompilationen[4073], teils +als dem 9.-10. und 10.-11. Jahrhunderte entstammende Übersetzungen +aus dem Griechischen, die vieles sehr Alte, aber auch so vieles von +weit späteren Autoren Zugefügte und Eingeschobene enthalten, daß ihr +eigentlicher Sinn oft arg verdunkelt, oft auch bis zur gänzlichen +Unerkennbarkeit entstellt erscheint. Da die Niederschriften der jetzt +vorliegenden Fassung frühestens dem 11. Jahrhundert angehören sollen, +Zeitgrenzen für die Interpolationen aber kaum genau festzulegen sind, +lassen sich bestimmte Schlüsse auf die ursprüngliche, von arabischen +Einflüssen noch unberührte Gestalt dieser Werke vorerst nur mit +großer Zurückhaltung ziehen, und zumeist bleiben die Ergebnisse zu +erhoffender weiterer Erforschung der zugehörigen alten Litteratur +abzuwarten; zur Vorsicht betreff dieser mahnt aber das Vorhandensein +vieler Pseudepigraphen, zu denen u. a. auch die von ~Berthelot~[4074] +aus dem „Fihrist“ angeführten, angeblich im 6. Jahrhundert verfaßten +Übersetzungen des ~Sergius von Resaina~ zählen, -- wie dies ~Hoffmann~ +schon 1884 hervorhob[4075]. + + +a) Ältere Schriften. + +Der in +syrischer+ Sprache abgefaßte +ältere+ Hauptteil der +Manuskripte[4076] verbreitet sich zunächst über die Eigenschaften, die +für jeden des großen Werkes Beflissenen unumgänglich sind, nämlich +Reinheit, Selbstlosigkeit, Freisein von Geiz oder Geldgier usf., in +dem aus den Schriften des ~Pseudo-Demokritos~ und ~Zosimos~ genügend +bekannten Sinne[4077]; sodann führt er die sieben Metalle an nebst +ihren (weiter oben schon im Zusammenhange besprochenen) planetarischen +Zeichen und Namen, als welche zumeist, aber nicht stets gleichbleibend, +die bei den späteren griechischen Autoren gebräuchlichen in +Betracht kommen[4078]. Daß auch die vier Elemente den Planeten +zugeordnet werden, scheint indessen auf kein griechisches Vorbild +zurückzugehen[4079]. + +Von den Metallen findet sich, neben Alchemistischem in üblicher +Darstellung, auch allerlei Technologisches berichtet. Gold prüft +man auf Feinheit und Gehalt durch eine Art Zementation mit Alaun, +Vitriol und Kochsalz[4080], und lötet es mittels „Tanger“ (Tinkâr = +Lot, Lötmittel), d. i. Tinkal oder Borax[4081]. Silber oder Asem, +das man u. a. aus Kupfer durch Einwirkung von Arsen gewinnt, am +besten unter Zusatz etwas schon fertigen Silbers, legiert sich mit +Gold zu Silbergold oder Elektron, das [irrtümlicherweise] auch +dem „Kahrubâ“ gleichgesetzt wird [persisch = Strohräuber, d. i. +Bernstein, griech. Elektron][4082]. Eisen erleidet durch Glühen und +Abkühlen große Veränderungen und liefert durch Ablöschen dünner +Blättchen in Weißwein ein medizinisch sehr wirksames Elixir[4083]. +Kupfer, andauernd mit Essig oder saurem Traubensaft behandelt[4084], +geht in Grünspan oder Irin über (d. i. das Jarim oder Jarin der +mittelalterlichen Alchemisten)[4085]. Aus Blei entsteht beim Erhitzen +mit Schwefel das schwarze Schwefelblei, dessen sich die Augenärzte +bedienen, beim „Verbrennen“ die gelbe Bleiglätte, und bei längerem +Liegen „auf Ruten, über sehr scharfem und nicht gefälschtem Essig, in +der Wärme des Düngers“ das leuchtende Bleiweiß[4086]; beim „Rösten“ +gibt letzteres Mennige oder Minium, auch Sandarach geheißen[4087], +weil es die rote Farbe des Harzes Sandarach besitzt [arab. sandarus +d. i. Harz oder Gummi][4088]. Dieser Name bezeichnet aber auch das +rote Schwefelarsen, aus dem sich, ebenso wie aus dem gelben „Safran“ +(= Auripigment), beim Erhitzen ein „Alaun“ verflüchtigt [d. i. +Arsenigsäure]; nach wiederholter Sublimation ist dieser, „die Blume +des Arsens“, eine feste und glänzend weiße Masse, im Gegensatze zum +gemeinen „männlichen“ Arsen, das rot oder gelb erscheint[4089]. Durch +Verreiben von Quecksilber mit Schwefel und Sublimieren des Gemisches +bildet sich der Zinnober[4090]; der als Rötel oder Sîrîkôn bezeichnete +Farbstoff ist +kein+ Zinnober, vielmehr bereiten ihn einige durch +Rösten von Chalkitis [wobei, je nach dem Vorwalten des Kupfers oder +Eisens im Vitriol, unter Umständen ein rotes Kupfer- oder Eisen-Oxyd +hinterbleiben kann], andere durch Rösten von Chalkitis nebst Bleiweiß +[letzteres hinterläßt Mennige], und noch andere durch Vermischen +von Mennige mit Eisenrot [Eisenoxyden][4091]. Zu vielerlei Zwecken +gebraucht man die Kadmia, die auch Kalimía (καλιμία) heißt [welches +Wort wohl zur Bezeichnung zinkhaltiger Mineralien als „Calamine“ Anlaß +gab][4092]; aus dem Rauche der Öfen, in denen man sie verarbeitet, +schlägt sich Tutia oder Pompholyx nieder[4093] [d. i. das weiße, an +den Ofengewölben haftende Zinkoxyd]. Der glänzende Pyrit oder Markasit +[d. i. Schwefelkies] liefert [beim Rösten] Schwefel, dessen reinste +Form die „Schwefel-Blumen“ sind[4094], ferner [beim Verwittern] +Chalkitis oder Vitriol, dessen syrische Benennung „Glas“ bedeutet[4095] +[vgl. die wohl wörtliche Übersetzung „vitriolum“]; diesem ähnlich ist +der Alaun, von dem es viele Sorten gibt, u. a. den vortrefflichen +„römischen“, und als dessen Bezeichnung ✶ üblich ist, d. i. ein +Stern[4096]. „Stern der Erde“, γῆς ἀστήρ, ist aber auch bald der +Selenit [= krystallisierter Gips] bald der Talk, dem noch unzählige +andere Namen zukommen[4097]. + +Eichen, Pappeln, Feigenbäume und zahlreiche sonstige Pflanzen +hinterlassen beim Verbrennen eine scharfe, salzige Asche; behandelt man +ihre wässerige Lösung mit Ätzkalk, so erhält man die noch schärfere +„Lauge“[4098], die sehr dienlich zur Gewinnung von Seife ist[4099]. +Unentbehrlich erweist sich jene Asche aber auch zur Darstellung des +Glases; diese erfolgt, indem man 1 Teil feinstes, durch ein Haarsieb +gesichtetes Pulver von Kieselsteinen mit 3 Teilen Asche gründlich +vermischt, das Gemenge in einem Tiegel auf starkem Feuer schmilzt +und mit einer zweizackigen Eisengabel so lange verrührt, bis es die +richtige Dicke „zum Herausziehen“ erlangt hat. Durch Zusätze kann man +ihm jede gewünschte Farbe erteilen, z. B. die weiße durch Bleiweiß, +die grüne durch „gebranntes Kupfer“, die blaue (?) durch spanisches +Antimon [Schwefelantimon], die schwarze durch eine goldglänzende Kadmia +[hier wohl das Sulfid eines Schwermetalles] usf.[4100]. Ein Gemenge +aus feinstem Glaspulver und Nitron ist das vortreffliche, ἱερόκολλα +(Hierókolla) genannte Lötmittel[4101]; die Gewinnung eines anderen +Bindemittels [wohl einer Art Leim oder Gelatine] erfolgt durch Auflösen +der Knochen junger Kälber oder Kamele in Essig, dem man noch Kampher +zuzusetzen pflegt[4102]. + +Die zur Herstellung der Präparate empfohlenen Vorschriften werden +als „Schlüssel“ (κλεῖσις = Verschließung) oder als „Macht“ (κράτος) +bezeichnet[4103]. Die Apparate, die zum Teil durch [sehr unzulängliche] +Abbildungen veranschaulicht sind[4104], gleichen zumeist genau den von +den griechischen Alchemisten, z. B. von ~Synesios~, benützten, so u. a. +der als ὄργανον (Organon) angeführte Sublimations-Ofen[4105] und die +beiden auf einander gestellten „Töpfe“ zum Sublimieren der Arsenigsäure +„aus dem unteren in den oberen“[4106]; auch die Gleichsetzung der „Erde +der Philosophen“ mit der Tiegelerde aus Assuan am oberen Nil[4107] +bezeugt die ägyptische Herkunft der beschriebenen Vorrichtungen. + + +b) Jüngere Schriften. + +Die mit syrischen Buchstaben geschriebene, aber in +arabischer+ +Fassung oder Übersetzung eingeschobene, +jüngere+ Abteilung der +Manuskripte[4108] bespricht ebenfalls die sieben Metalle und ihre +unzähligen Benennungen, deren sie für Gold 23 anführt, für Silber +17, für Kupfer 15, für Blei 20 (darunter mehrere auch für Schwefel +gültige), für Eisen 18, für Zinn 17, für Quecksilber 51[4109]. Die +unedlen Metalle in edle zu verwandeln vermag die Kunst des großen +Werkes, das zugleich auch die Darstellung der Edelsteine und Perlen +lehrt, sowie deren Verschönerung durch besondere Verfahren, z. B. +die der Perlen, indem man sie an Tauben verfüttert und durch deren +Verdauungskanal gehen läßt[4110]. Materialien, die den Zwecken des +großen Werkes dienen, sind Kadmia, Bleiglätte, Mennige, Bleiweiß, +Alkali, Glas[4111], orientalisches und okzidentalisches Quecksilber +(oft zu gleichen Teilen gemischt)[4112], zuweilen auch Grünspan +von Emesa, ägyptischer und persischer Vitriol, Malachit und +Lasurstein[4113], sowie noch andere zum gründlichen Färben oder +oberflächlichen Firnissen geeignete Stoffe[4114]. Die Umwandlung dauert +42 Tage[4115], und ihr Endprodukt, eine goldrote Masse, vermag die +Kranken zu heilen[4116] und wirkt auf die Rohmetalle als Elixir; zur +Gewinnung des Elixirs sind aber auch viele pflanzliche und tierische +Stoffe tauglich[4117], deren Veränderungen oft gar wunderbare Wirkungen +entfalten, wie denn durch die Fäulnis von Haaren Schlangen, von Rindern +Bienen, von Eiern Drachen entstehen[4118]. + +Alle Metalle schmelzen bei genügender Hitze und gehen dabei in den +Zustand des Quecksilbers über, das als ihr eigentliches Prinzip +anzusehen ist[4119]. Als erster und wesentlicher Bestandteil der +Metalle, sowie als Grundstoff auch aller übrigen Substanzen, ist das +Quecksilber ein „Körper“ von fester und beständiger Natur; da es jedoch +dem Feuer nicht widersteht und sich in der Wärme verflüchtigt, ist +es aber auch ein „Geist“; demnach kommt ihm das Wesen eines, diesen ++beiden+ Reichen angehörigen Zwitters zu, und demgemäß erklären sich +viele seiner zahllosen Namen, wie „das Kalte“, „die Wolke“, „der +flüssige Geist“, „der Schweiß der Körper“, „der flüchtige Diener“ +[„servus fugitivus“ der mittelalterlichen Alchemisten], „der Erwecker +der Toten“, „das Wasser des ~Kiwan~“ (aramäisch = ~Saturn~, auf dessen +Metall, das Blei, hinweisend) usf.[4120]. + +Der flüchtigen Geister zählt man sieben, neben dem Quecksilber nämlich +noch den gelben und roten Schwefel, den weißen Schwefel, das gelbe und +rote Arsen, sowie den Salmiak[4121]. -- Der gelbe Schwefel, arabisch +Kibrit[4122], ist der gewöhnliche, der die Kraft hat alles zu färben, +alles in Umwandlung zu versetzen und sich mit allem zu verbinden, +weshalb einige seiner 26 Namen lauten: „der göttliche Stein“ (vgl. +θεῖον), „der Färber“, „das Wachs“ [das alle Farben annimmt], „die +Hefe“, „der Bräutigam“ usf.[4123]; der rote Schwefel ist auch identisch +mit Sandarach [rotem Schwefelarsen], der weiße mit Arsenigsäure; +das gelbe und rote Arsen [dies sind Auripigment und Realgar] heißen +u. a., -- im ganzen werden 21 Namen aufgeführt --, „die beiden Vögel“, +„die beiden Brüder“, „die beiden Khalifen“, „das Gelbe und Rote der +Philosophen“[4124]. Den Salmiak, -- dessen Kenntnis die Araber schon +von den spätalexandrinischen Chemikern übernahmen, von dessen Vorkommen +in den vulkanischen Gegenden Vorderasiens und Chinas aber auch die +alten arabischen Geographen, sowie die von ~Carra de Vaux~[4125] +herausgegebenen arabischen „Wundergeschichten“ berichten --, zeichnet +seine große Flüchtigkeit aus, die eine völlige Reinigung durch +wiederholte Sublimation ermöglicht[4126]; auf diese deuten auch viele +seiner 13 Namen, z. B. „Vogel von Chorasan“, „Oberster oder Khalif von +Armenien“, „Kampher“, „Adler“[4127], sowie [offenbar bei Färbung durch +Eisenoxyd] „roter Adler“[4128]. Was als „Fixation“ des Salmiaks durch +Ätzkalk beschrieben wird[4129], entspricht sichtlich der Darstellung +von Chlorcalcium. + +Die sieben Geister sind hauptsächlich in sieben Steinen enthalten, +nämlich im Markasit, Antimon [Schwefelantimon], Magnesia [oft = Pyrit], +Hämatit [hier = Zinnober], Magnetstein [ein Metallsulfid?], Vitriol +(arab. Zâdsch)[4130] und „Salz“; von jedem dieser Steine kennt man +sieben Arten in sieben Farben, so daß es z. B. auch sieben Magnete +gibt, deren jeder ein anderes der sieben Metalle anzieht, ferner sieben +Vitriole, sieben Alaune, sieben Boraxe [arab. Tinkar, meist = Alkalien] +und sieben Salze, deren Gewinnung und Reinigung, oft bis zur Weiße +und Härte des persischen Tabarzad-Zuckers[4131], die „Philosophen“ +entdeckten und lehrten[4132]. Steine, die +keine+ Geister in sich +führen, gibt es ebenfalls sieben, nämlich Talk, Kohol (Blei- oder +Antimon-Glanz), Perlmutter, Krystall, Malachit, Lasurstein und Achat. +[Alle diese Angaben gehen in letzter Linie auf die weiter oben unter +dem Namen „Steinbuch des ~Aristoteles~“ angeführte pseudepigraphische +Schrift oder auf deren Quellen zurück, strotzen aber von Irrtümern und +Verwechslungen.] + +Aus dem weißen Schwefel [= Arsenigsäure], dem Sandarach [= Realgar] +und dem italischen Kohol [= Antimonsulfid] läßt sich ebenfalls ein +„Quecksilber“ erhalten[4133], unter dem offenbar metallisches Arsen +und Antimon zu verstehen ist, welches letztere auch als „Antimon“ aus +Stibi oder Stimmi (= Kohol) erwähnt zu werden scheint[4134], sowie +in einer Vorschrift, die (in der Übersetzung) lautet: „nimm gleiche +Teile Kohol und Antimon“[4135]. Aus Kupfer und „gebranntem Antimon“ [= +metallischem Antimon oder Antimon-Oyxden?] wird u. a. die goldfarbige +Legierung Schabh dargestellt, vermutlich eine Antimon-Bronze[4136]; +ähnlich wie die mit einer dicken Lösung arabischen Gummis angeriebenen +Goldflitter[4137] fand wohl auch sie Verwendung zur Herstellung von +„Goldschrift“. + +Behandelt man das eigentliche Quecksilber mit Kochsalz und Vitriol, +so erhält man zwei verschiedene Substanzen[4138] [die gegenwärtig als +Quecksilber-Chlorür und -Chlorid, Calomel und Sublimat, bezeichnet +werden]; die eine, die sich leicht verflüchtigt, kann man in schönen +weißen Krystallen gewinnen, indem man sie wiederholt sublimiert[4139], +doch muß man hierbei, weil Dampf und Sublimat furchtbar giftig sind, +Mund, Nasenlöcher und Augen durch Beschmieren mit Honig schützen[4140]; +ihre Lösung in Wasser gleicht der Milch und ist von solcher Kraft, +daß sie viele Metalle und Erze auflöst, weshalb sie auch „scharfes +Wasser“ oder „dreifach-scharfes Wasser“ heißt[4141]. -- Wie auch +diese Stelle bezeugt, braucht das „scharfe Wasser“ (aqua acuta, aqua +fortis der mittelalterlichen Alchemisten) keineswegs, wie man früher +irrtümlicherweise oft annahm, eine mineralische Säure zu sein, und +tatsächlich kennen auch die syrischen Manuskripte als Säuren nur +Essig[4142], Citronensaft[4143] u. dgl. + +Aus einer Mischung von feingepulverten Kieselsteinen (13 Teilen) und +Aschen-Alkali (10 Teilen) bereitet man das Glas; die „Philosophen“ +haben Glasöfen von wunderbarer Einrichtung ausgedacht, kleine, +große, mehrstöckige, mit besonderen Kammern zum Einsetzen, Erhitzen +und Abkühlen versehene, mit Zirkulation des Feuers eingerichtete, +usf. Aus der in den Tiegeln zu einem „Gummi“ geschmolzenen Masse +formt man Gefäße, Becher, Phiolen und noch vieles andere; was +während der Arbeit zerspringt, wird mit einem heißen Glasfaden +vereinigt und dann nochmals erhitzt. Man versteht auch alle nur +denkbaren Färbungen hervorzubringen, z. B. weiße durch weibliche +Magnesia [d. i. Braunstein, der entfärbend wirkt], schwarze durch +Eisenschlacke, blaue (?) durch gebranntes Antimon, rote durch dieses +nebst Eisenschlacke, gelbe durch Bleiglätte, sapphirblaue durch +gebranntes Blei und Zinn, -- wobei nur die reinsten Metalle von völlig +„schönem Blick“ [s. „Silberblick“] zu verwenden sind --, ferner auch +citronengelbe, grüne und pistazienartige[4144]. Auch ein schönes Email +bereitet man unter Benützung bleihaltiger Materialien[4145] [dies ist +eine der frühesten ausdrücklichen Erwähnungen von Bleiglasuren]. + +Zu den Einfügungen aus sehr später Zeit gehört die Erwähnung des +„Barud“ im Sinne von Salpeter[4146]; dieses „Salz von China“, das +in Syrien noch wenig bekannt ist[4147], wird als weiß, hart und +nach gekochten Eiern [also wohl nach Schwefelwasserstoff] riechend +bezeichnet, was insoferne zutreffen kann, als es mit dem [an +Kellerwänden, Düngestätten usf. auswitternden] „Salz der Mauern“ +identifiziert zu werden scheint[4148]. Aus Mischungen von Barud, +Schwefel und Kohle in verschiedenen Verhältnissen verfertigt man +Brandsätze für Feuerpfeile, Petarden und Feuerwerkskörper, wobei +man zuweilen auch noch Kampher hinzufügt[4149]. -- Es ist sehr +bemerkenswert, daß der Gebrauch dieses „Pulvers“ zum +Schießen+, sowie +die Verwendung von +Schießwaffen+, +nicht+ erwähnt wird, und daß +eine der angeführten Mischungen [die ganz an jene in dem angeblich +um 1275-1295 niedergeschriebenen sog. „Feuerwerksbuche“ des ~Hassan +Alrammah~ erinnern] den Namen „Fränkische Körner“, „Körner der Franken“ +führt[4150], was auf Herkunft aus dem Okzident hinweist. Ebendahin +deuten auch die alchemistischen „Verfahren der Franken“, bei denen +Quecksilber, Zinn, sowie europäisches und römisches „Harz“ benützt +werden[4151], ferner eine Stelle, die vielleicht einige Kenntnis der +Mineralsäuren verrät (?)[4152] und in diesem Falle erst um oder nach +1300 niedergeschrieben sein könnte. + +Von Apparaten finden sich genannt: Rohre, Aludeln (Athal, Udal, +Udel)[4153] und Schalen, u. a. solche aus Porzellan[4154] [was +wohl ein Übersetzungsfehler ist und schwerlich das im Oriente zwar +schon seit etwa dem 9. Jahrhundert bekannte, aber unerschwinglich +teure chinesische Porzellan bedeuten dürfte]; Tiegel aus Erde von +Assuan[4155]; zwei aufeinander gesetzte Tiegel, deren einer einen +durchlöcherten Boden hat (z. B. zum Sublimieren von Arsenigsäure, +Salmiak u. dgl.), „But ber But“ genannt [persisch = „Tiegel +auf Tiegel“, d. i. der „Botus barbatus“ der mittelalterlichen +Alchemisten][4156]; Gefäße zur Destillation von Wässern und +wohlriechenden Essenzen[4157]; Wasserbäder[4158], in der Übersetzung +einige Male mit „bain-Marie“ wiedergegeben[4159]; Haar- und +Seiden-Siebe[4160]. + + +c) Buch der Erkenntnis der Wahrheit. + +Nach diesem, auch als „Causa causarum“ (Ursache der Ursachen) +bekannten, in syrischer Sprache im 11. oder 12. Jahrhundert abgefaßten, +aber auf weit ältere Quellen zurückgehenden Buche bestand die Welt +ursprünglich aus einer form- und gestaltlosen Urmaterie „Hýle“[4161], +aus der nach Gottes Willen zunächst vermöge der vier Qualitäten die +vier Elemente hervorgingen, die ganz bestimmte Eigenschaften besitzen +und unveränderlich an Menge und Gewicht sind[4162], weiterhin aber alle +übrigen Dinge[4163], auch die Gestirne, die kein besonderes fünftes +Element enthalten[4164]. + +Die ersten, allerorten gegenwärtigen Substanzen, die sich aus den +Elementen bilden, sind Schwefel und Quecksilber[4165]. Aus dem Innern +der Erde steigen nämlich Dünste und Dämpfe gegen ihre Oberfläche +empor, auf der die Berge nicht anders sitzen wie die Schädel auf den +Rümpfen oder die Deckel auf den Töpfen, und in ihnen schlagen sich +die Dünste nieder und tropfen ab[4166], wobei sich Erde und Feuer zu +weiblichem Schwefel vereinigen, Wasser und Luft aber zum [männlichen] +Quecksilber[4167]; der Schwefel wird fest, das Quecksilber (Ziwag) +ist und bleibt jedoch ein Wasser, eine Art Tau, der zuweilen auch +als solcher aus den wässerigen Dünsten des Himmels herabfällt[4168]. +Unter den Einflüssen der planetarischen Strahlungen[4169] und +der „auskochenden“ Kraft der Sonne verbinden sich Schwefel und +Quecksilber[4170] und ergeben, je nach ihrer Reinheit und den +Mengenverhältnissen, je nach Ort, Klima, Luftmischung, Wärme, Zeitdauer +und je nach Gottes Zulassung +alle+ übrigen Substanzen, nämlich Gold, +Silber, Kupfer, Zinn, Eisen und Blei, ferner Edelsteine, Perlen, Purpur +und andere Farbstoffe[4171], sodann die verschiedenen Arten Schwefel, +Arsen, Markasit, Magnesia, Lasur, Mennige, Tutia, Salz, Nitron, Alaun, +Vitriol und endlich sämtliche übrigen Gesteine und Erden[4172]. + +Die Erze finden sich hauptsächlich in den Bergwerken[4173], und +aus ihnen gewinnt man die Metalle durch kunstvolle Trennungen, +denn Gold z. B. läßt sich von Kupfer ebenso scheiden wie süßes +Wasser vom Salze des Meeres[4174]; ihre Eigenschaften sind oft sehr +merkwürdige, u. a. erhält das Eisen erst durch Blitzschlag seine beste +Beschaffenheit[4175], auch wird es vom Magneten angezogen, soferne +nicht die Gegenwart übelriechender Stoffe, wie Zwiebel oder Knoblauch, +dessen Kraft behindert[4176]. + +Außer den Metallen bearbeitet man mittels Feuers auch das Glas, und +die Glasmacher vollbringen mit Hilfe ihrer sinnreich gebauten Öfen, +die in mehreren Abteilungen ein rasches Erhitzen und ein langsames, +stufenweises Abkühlen gestatten, die erstaunlichsten Künste[4177]. + +Im Feuer, das sonst alles tötet, lebt der Vogel Amianton, dessen +Gefieder den Asbest liefert[4178]; die das Leben erhaltende Luft +hinwiederum ist an manchen Orten tödlich, z. B. in tiefen Schachten und +in Zisternen[4179]. + + +5. Spätere Araber. + +Verzeichnis einiger wichtiger arabischer oder arabisch schreibender +Schriftsteller (meist in nachstehendem Abschnitt angeführt). + + ~Abu Jusuf~ gest. 795 + ~Abu Maʿschar~ 805-885 + ~Thabit Ibn Qurra~ 826-901 + ~Banu Musa~ 826-901 + ~Ibn Khordadhbeh~ 836-850 + ~Alrazi~ (= ~Razi~) 850-923? + ~Aldschahiz~ gest. 869 + ~Alkindi~ gest. nach 870 + ~Hunain Ibn Ishaq~ gest. 873 + ~Aljaʿqubi~ um 891 + ~Aldschauhari~ gest. 899 + ~Ibn Wahschijah~ um 900 + ~Ibn Alfaqih~ gest. 902 + ~Ibn Hauqal~ 902-968 + ~Alhamadani~ gest. 945 + ~Alfarabi~ gest. 950 + ~Alistakhri~ um 950 + ~Almasʿudi~ gest. 956 + ~Hamza~ um 961 + ~Ibn Alhaitham~ 965-1019 + ~Alkindi Altudschibi~ um 970 + ~Albiruni~ 973-1048 + ~Ibn Sina~ (= ~Avicenna~) 980-1037 + ~Alkhwarizmi~[4180] um 980 + ~Almuqaddasi~ um 985 + ~Alnadim~[4181] gest. 995? + ~Alghazzali~ 1059-1111 + ~Albaihaqi~ 1105-1169 + ~ʿOmar Alkhajjam~ gest. 1121 + ~Altughrai~ (= ~Artefius~?) gest. 1128 + ~Alkhazini~ um 1130 + ~Ibn Badscha~ (= ~Avempace~) gest. 1138 + ~Alidrisi~ um 1150 + ~Ibn Alʿauwam~ um 1150 + ~Schahrastani~ gest. 1153 + ~ʿAbd Allatif~ 1160-1231 + ~Ibn Alqifti~[4182] 1172-1227 + ~Abuʾlfadl~ um 1175 + ~Jaqut~ 1178-1229 + ~Ibn Tufail~ gest. 1185 + ~Ibn Dschubair~ um 1185 + ~Ibn Ruschd~ (= ~Averroes~) gest. 1192 + ~Ibn Albaitar~ 1197-1248 + ~Ibn Abi Usaibiʿa~ 1203-1270 + ~Ibn Khallikan~ 1211-1282 + ~Ibn Saʿid~ 1212-1274 + ~Aldschaubari~ um 1220 + ~Ibn Alathir~ gest. 1233 + ~Alqifti~ gest. 1248 + ~Alnabarawi~ um 1250 + ~Altifaschi~ gest. 1253 + ~Aldimeschqi~ 1256-1327? + ~Abulfeda~ oder: ~Abuʾlfida~ 1273-1331 + ~Alqazwini~ gest. 1283 + ~Alnuwairi~ 1288-1335? + ~Ibn Bassam~ um 1300? + ~Raschid Eddin~ gest. 1318 + ~Ibn Khaldun~ 1322-1406 + ~Ibn Batuta~ 1325-1377 + ~Ibn Fadl~ gest. 1348 + ~Alakfani~[4183] gest. 1348 + ~Ibn Alwardi~ gest. 1349 + ~Alibschihi~ gest. 1446 + ~Abuʾlfadil~? um 1575 + ~Daʾud Alantaqi~ gest. 1596 + ~Almaqqari~ gest. 1646 + ~Haddschi Khalifa~ gest. 1658. + +Wie aus den vorangehenden Abschnitten ersichtlich ist, erlangte die +arabische Litteratur über Alchemie bereits im Verlaufe des 8. und 9. +Jahrhunderts einen überraschend großen Umfang. Der nähere Einblick +in ihren Werdegang bleibt freilich derzeit noch verschlossen: „zu +einer wirklichen Geschichte der Naturwissenschaft und der Medizin im +islamischen Kulturkreise fehlt uns noch fast alles“, ist ein leider +durchaus zutreffender Ausspruch ~Ruskas~ in seiner ausgezeichneten +Ausgabe und Übersetzung des sog. „Steinbuches des ~Aristoteles~“[4184]. + +Unter diesen Umständen ist es von hoher Bedeutung, daß wir wenigstens +ein Verzeichnis jener Autoren und ihrer Schriften besitzen, die man im +9. und 10. Jahrhundert als die maßgebenden ansah. Erhalten ist es uns +in dem schon wiederholt erwähnten, hervorragend wichtigen Sammelwerke +„Fihrist“, d. i. „Kitâb al Fihrist“ (= Buch des Verzeichnisses), dessen +Verfasser der gelehrte ~Ibn Abi Jaʿqub Alnadim~ war. Älteren Autoren +nach starb er 850 oder um 850, sein Werk erfuhr aber nachträglich +Ergänzungen und Einschübe (wie schon aus der Tatsache hervorgeht, +daß es noch den als Arzt weltberühmten ~Alrazi~ anführt, als dessen +Lebenszeit bald 850-923 oder 932, bald 860-940 angegeben wird) und +gelangte, nach einer ihm selbst zu entnehmenden Bemerkung, erst im +Jahre 987 zum endgültigen Abschlusse[4185]; neuerdings gibt aber +~Brockelmann~, der die Schreibung ~Mohammed ibn Ishaq an Nadim~ +vorzieht, als Todesjahr erst 996 an, d. i. acht Jahre nach der 988 +erfolgten Vollendung des „Fihrist“[4186]. + +In seinem Kapitel über Alchemie berichtet der „Fihrist“[4187], daß zwar +einige die Erfindung dieser Kunst den Griechen, Persern, Indern oder +Chinesen zuschreiben, daß sie aber in Wirklichkeit von den Ägyptern +gemacht wurde, deren Pyramiden nichts anderes als große chemische +Laboratorien waren, und bei denen allein auch eine ausgedehnte +chemische Litteratur besteht[4188]. Begründet wurde diese nach +Versicherung aller Alchemisten, d. h. der Silber- und Gold-Macher, +durch ~Hermes~, einen Babylonier, der ursprünglich zu Babylon Hüter +eines der sieben Tempel der sieben Planeten war (wohl des dem ~Hermes~ +oder ~Merkur~ geweihten), nach der Völker-Zerstreuung sich aber zu Misr +(Ägypten) in Memphis ansiedelte, dort als König und Philosoph regierte, +die Metalle transmutierte und Talismane anfertigte; die +Kenntnis+ +dieser Geheimwissenschaften ist jedoch einige Jahrtausende älter als +die erste +Niederschrift+ durch ~Hermes~, denn nach ~Alrazi~ offenbarte +Gott das große Werk schon dem ~Moses~, dem ~Aaron~ und einigen anderen +Würdigen[4189]. -- An diese wirren, sichtlich einer späten Zeit +angehörigen Sagenbildungen schließt der „Fihrist“ ein Verzeichnis von +51 der berühmtesten „Philosophen“ an[4190], beginnend (ähnlich wie +das des ~Alhabib~) mit ~Hermes~ und ~Chymes~ (~Kimas~), ~Maria~ und +~Kleopatra~ usf., und herabreichend bis zum Zeitalter des ~Alrazi~; +zugleich nennt er die Titel ihrer wichtigsten Werke, soweit dies +nämlich möglich ist, denn die „tausend Bücher“, die ~Ostanes Alrumi~ +(der Romäer = Grieche), oder die unübersehbare Reihe der Schriften, die +~Zosimos~ der Alexandriner herausgab, lassen sich einzeln überhaupt +nicht aufzählen. + +Mit Inhalt und Entwicklung der chemischen Erfahrungen und Theorien +befaßt sich der „Fihrist“ seiner ganzen Anlage und Bestimmung gemäß +nicht des näheren, und die Schlüsse, die er in dieser Hinsicht zu +ziehen gestattet, bleiben demgemäß spärlich und unvollständig. +Eingehenderes Wissen von den chemischen und alchemischen Kenntnissen +der Autoren des 9. und 10. Jahrhunderts (oft nur arabisch schreibender +Perser und Syrer), sowie ihrer späteren, eigentlich arabischen +Nachfolger, bleibt daher nur vom gründlichen Studium der auf uns +gekommenen Originalschriften zu erwarten. Ganz hervorragende Förderung +hat dieses seit 1902 durch ~E. Wiedemanns~ „Beiträge zur Geschichte +der Naturwissenschaften“ erfahren[4191], deren zahlreiche (bisher +etwa 60) Abteilungen indes fast sämtliche Zweige der Forschung in +Betracht ziehen, und zwar ohne die Absicht lückenloser Aufzählung oder +bestimmter zeitlicher Anordnung. Im nachstehenden ist daher versucht +worden, aus der ungeheuren Fülle des so erschlossenen, zumeist ganz +neuen Materials, aber auch aus dem bereits bekannten älteren, das +die Chemie, Alchemie und chemische Technologie im weiteren Sinne +Betreffende auszusondern und unter Mitbenützung mancher anderer, +von arabischen Ärzten, Philosophen, Enzyklopädisten, Reisenden usf. +verfaßter Schriften eine chronologische Übersicht der wichtigsten +Forscher und ihrer Lehren zu geben. Daß hierbei Vollständigkeit nicht +angestrebt, noch weniger erreicht werden konnte, bedarf wohl kaum +besonderer Erwähnung. + +1. ~Abu Jusuf~ (gest. 798). Mißerfolg und Vergeblichkeit der +alchemistischen Bemühungen waren zu seiner Zeit schon längst +sprichwörtlich geworden, wie dies bereits weiter oben Andeutung +fand[4192]. + +2. ~Aldschahiz~ (gest. 869). Nach Mitteilung dieses gelehrten +Polyhistors übernahmen und erlernten die Araber von den Griechen +oder Romäern [Bewohnern des oströmischen Reiches, Rums] u. a. die +Gewinnung und Verwendung von Glas, Lasurstein [blauem Glas?], Mosaik, +Email (mînâ), Mennigen (sarandsch), Zinnober (zandschafr), Salmiak +(nûschâdir) und griechischem Feuer[4193]. Nun kann der Chemiker, +alkimâwî, zwar wirklich reinen Salmiak herstellen, schönstes Glas, +haltbarstes Email, Messing von bestimmter Färbung, das er mit Salmiak +und Polirstein goldglänzend macht, aber weder Silber noch Gold, und +wenn deren künstliche Erzeugung auch theoretisch nicht undenkbar sein +mag, so ist sie doch praktisch unmöglich. Es gibt kein Elixir und keine +Alchemie, niemals wird das Quecksilber zu Silber, obwohl es flüssigem +Silber gleicht, niemals das prächtigste damascenische Messing (schabh) +zu Gold, mag es auch wie lauteres (ibrîz) Gold glänzen[4194]; jedes +derartige Vorgeben beruht auf Unwahrheiten und Schwindel[4195]. + +3. ~Alkindi~ (gest. 873). Der hervorragende Philosoph ~Alkindi~ +erklärte in mehreren Schriften, u. a. in einer „Die Betrügereien +der Alchemisten“ betitelten, die Kunst des Goldmachens für eine +lügnerische, durchaus von Täuschungen und bösartigen Kniffen aller +Art erfüllte[4196]. -- Über die möglichen Umwandlungen der Metalle, +z. B. des Eisens (hadîd), spricht er in seinem Berichte „Über die +Eigenschaften der Schwerter“[4197]: Das aus den Erzen gewonnene +Eisen ist entweder das weibliche, nicht härtbare Nermahâni [persisch +nerm-âhen = weiches Eisen], oder das männliche, härtbare Sâburqâni +[aus Schaburan?]; mittels gewisser besonderer Zusätze soll es +Magneteisen ergeben[4198]; mittels zahlreicher anderer, freilich +aber erst nach unzähligen Reinigungen und Härtungen, den Stahl +(fûlâd), der silberweiß, zuweilen jedoch blau oder grün angelaufen +ist[4199], auch schönen Damast (fîrind) annimmt, so daß er „geädert +wie Malachit“ aussieht[4200] und sich u. a. zu Nadeln und zu Glocken +verarbeiten läßt[4201]. Der beste heißt alhindî, alhinduwânî (= der +indische)[4202], kommt aus oder über Qalah (auf Malakka?), Ceylon, +Jemen, Basrah und Damaskus, vor allem aber auch aus China[4203]. + +4. ~Abu Maʿschar~, verderbt ~Albumasar~ (gest. 885), der berühmte +Astronom, ein Schüler ~Alkindis~[4204], soll die Alchemie ebenso +absprechend beurteilt haben wie dieser; „berühmt dem Namen, unbekannt +dem Stoffe nach“, -- wie so oft später[4205] --, soll das Elixir schon +bei ihm heißen. + +5. ~Ibn Alfaqih~ (gest. 902). Die verschiedenen Länder und ihre Völker +stattete Allah mit verschiedenen Gaben aus: Ägypten bringt Gold, +Kupfer, Eisen, Magnetstein, Asbest, Smaragd und Amethyst hervor[4206]; +Arabien Gold, Silber, Sufr [hier ein zinkhaltiges Erz?], Weihrauch, +Traganth, Wars [= Hennah, echte Alkanna] und Indigo[4207]; in China +verfertigt man die schönsten metallenen und tönernen Waren [Porzellan]; +in Sidschistan die feinsten Geräte aus Bronze (schabh) und Messing +(sifr); in Fars (Persien) die besten eisernen und stählernen Kessel, +Schlösser, Schwerter, Panzer, ja Spiegel, „denn seinen Bewohnern machte +Allah das Eisen gefügig und dienstbar, so daß sie daraus bereiten, was +sie wollen“[4208]; und so verlieh er auch den Leuten von Rum [Romäern, +Griechen] das Wissen von der Ausübung der Chemie, vom Machen des +Goldes[4209], von der Anfertigung des philosophischen Eies, das dem +Kosmos gleicht, und in dem der Dotter die Erde vorstellt[4210]. + +6. ~Alrazi~, als dessen Lebenszeit, wie schon erwähnt, einige 850-923 +oder 932, andere 860-940 angeben, und dessen voller Namen ~Abu Bekr +Muhammad Alrazi~ sich zuweilen zu ~Bubekr~ oder ~Bubacar~ verkürzt +findet, -- die von ~Berthelot~ „vermutete“ Identität von ~Bubacar~ und +~Alrazi~[4211] war längst bekannt[4212] --, gilt mit Recht für eine der +größten Leuchten der arabischen Heilkunde; auf seinen medizinischen +Ruhm, und auf die Bedeutsamkeit seiner (im Urtexte immer noch wenig +erforschten) einschlägigen Werke kann jedoch hier nur hingewiesen +werden. Der Angabe, er habe ursprünglich Alchemie betrieben und diese +deshalb aufgegeben, weil ihn der Beherrscher aller Gläubigen wegen +Mißerfolges der anbefohlenen Transmutationen mit einer Tracht Prügel +bedachte, kommt vermutlich anekdotischer Charakter zu; etwas Wahres +liegt ihr aber wohl zugrunde, denn der Schriftsteller ~Albaihaqi~ +(1105-1169) erzählt in seinen „Biographien“[4213]: „~Alrazi~ war +ursprünglich ein Handwerker, befaßte sich aber später eifrig mit +Alchemie und wurde dabei durch die Dämpfe der zur Herstellung des +Elixirs dienenden Präparate augenleidend, weshalb er zu einem Arzte +ging, um sich heilen zu lassen. Dieser sagte zu ihm: ‚Ich heile Dich +nicht eher, als bis ich von Dir fünfhundert Dinare erhalten habe.‘ +~Alrazi~ gab sie ihm und sagte: ‚+Dies+ ist die wahre Alkimijâ und die +rechte Kunst Gold zu machen, und +nicht das+, was ich bisher getrieben +habe‘; darauf verließ er die Kunst des Elixirs und widmete sich der +Medizin.“ + +Jedenfalls stimmen die Berichte über ~Alrazi~ dahin überein, daß er +ein sehr eifriger Anhänger der Alchemie war, ihre Möglichkeit durch +das Vorhandensein einer gemeinsamen Urmaterie und durch den Einfluß +der Planeten auf die zugehörigen irdischen Stoffe, ihre Wirklichkeit +aber durch die Erfolge der großen Meister, des ~Pythagoras~, ~Platon~, +~Demokritos~ und ~Aristoteles~, für gesichert ansah[4214] und auch die +Meinung vertrat, ~Karun~ (d. i. der ~Korah~ der Bibel) habe die „Kunst“ +von seiner Frau erlernt, die eine Schwester ~Mosis~ war und gemeine +Metalle in Gold verwandelte[4215]. Von ~Alrazis~ alchemistischen +Schriften[4216] scheint bisher keine vollständig im arabischen +Original bekannt zu sein, und wir wissen daher nicht, wie er das +Elixir verfertigte, mit dem er zu Bagdad Gold machte. Er unterschied +„die nicht flüchtigen Körper und die flüchtigen Geister“, zu welchen +letzteren Schwefel, Quecksilber, Zarnîch [Schwefelarsen; Arsenigsäure] +und Nûschâdir (Salmiak) zählen, die u. a. im Marqaschîtâ (Markasit) +und Schâdanah, in der Magnîsijâ (Magnesia) und Tûtijâ (Tutia), in +Vitriolen und Salzen usf. enthalten sind[4217]. Man gewinnt sie aus +diesen durch Calcination, Sublimation und Destillation (Ikhrâdsch = +Herausgehen-Machen; Istiqtâr = Tröpfeln-Machen), und die wichtigsten +Apparate und Materialien, die man hierzu benützt, sind: Tannûr (Ofen), +Qara (Gurke = Destillier-Gefäß), der mit Schnabel versehene Anbiq +(Ambix = Destillier-Helm), Alatal (Aludel, Rohr), Qabîlah (Rezipient), +But-eber-But [Tiegel über Tiegel: zum Ausschmelzen und zur sog. +absteigenden Destillation][4218], Wasserbad, Qandîl [Lampe, Kerze; lat. +candela], Ton der Philosophen oder der Weisheit (tîn alhikma; bestehend +aus Ton, Mist, Haaren, Stroh der Alkalipflanze Uschnan), usf.[4219]. + +Für untergeschoben gelten die allein in lateinischer „Übersetzung“ +vorliegenden Werke, u. a. „Buch der Siebzig“, „Lumen luminum“ +(Licht der Lichter), „De aluminibus et salibus“ (Über Alaune und +Salze), „Liber secretorum“ (Buch der Geheimnisse)[4220]; indessen +vertritt ~Berthelot~ ohne Anführung besonderer Gründe die Ansicht, +das „Liber secretorum“ der Pariser Bibliothek gehe wirklich auf +~Alrazi~ zurück[4221]. Dieses Buch, in dem viele arabische Ausdrücke +und Namen vorkommen, bespricht u. a. die vier Geister, die sieben +Metalle [einschließlich „Katesim“, das ~Berthelot~ fälschlich für +„Asem“ erklärt; s. unten], die verschiedenen männlichen und weiblichen +Magnesien, Tutien und Markasite, sowie die Vitriole, Alaune, Boraxe, +Alkalien und Salze[4222]. ~Berthelots~ Deutung des „indischen Salzes“ +(sal indum) als Salpeter ist sichtlich irrtümlich und unmöglich, +vielmehr ist das „indische Salz“ der arabischen Autoren Steinsalz; +auch der chinesische Pilger ~Hiuen-Thsang~, der um 629 n. Chr. Indien +bereiste, um den Buddhismus an der Quelle kennen zu lernen, berichtet, +daß weißes, schwarzes und zinnoberrotes Steinsalz im Nordwesten des +Landes (Provinz Sindh) in großen Mengen vorkomme, von den Einwohnern +massenhaft gewonnen und als Heilmittel in alle Gegenden der Welt +verschickt werde[4223]. -- Völlig haltlos ist die Annahme, ~Alrazi~ +spreche im „Liber secretorum“ von mineralischen Säuren, z. B. von +Schwefelsäure und von deren die Metalle angreifender Wirkung[4224], +denn „aqua acida et venenosa“ nennt der lateinische Text auch +gewöhnliche alkalische oder ammoniakalische Flüssigkeiten, denen er als +„scharfen Wässern“ die angebliche Eigenschaft zuschreibt, +sämtliche+ +Metalle aufzulösen. + +Blei (usrub) und Zinn (qalʿijj) bezeichnet ~Alrazi~ als „die beiden +rasâs, das schwarze und das weiße“, und dem Blei schreibt er, der +allgemeinen Ansicht folgend, die Fähigkeit zu, „den Diamanten +zu zerbrechen“[4225] [ein Vorurteil, das, wie bereits erwähnt, +auf den noch heute üblichen Kunstgriff zurückgeht, Diamanten und +andere Edelsteine an (oder in) Blei oder Blei-Zinn-Legierungen +festzuschmelzen, um sie sicherer bearbeiten, schleifen oder spalten zu +können]. + +7. ~Alfarabi~ (gest. 950). Dieser hochgelehrte und einflußreiche +Denker[4226] bekämpfte zwar die „widersinnige Atomistik“ und +„abergläubische Astrologie“[4227], glaubte hingegen, gestützt auf die +ursprüngliche Einheit der Urmaterie, an die Möglichkeit des Goldmachens +und schrieb eine „Abhandlung über Alchemie“, die noch ~Ibn Badscha~ +(gest. 1138) ausführlich kommentierte[4228]. Die „Notwendigkeit +der Kunst der Künste, die da ist das Elixir“, ergibt sich aus den +Lehren der Philosophen; daher ist auch die Kunst selbst nur für +Philosophen faßbar und erreichbar, nicht aber für gewöhnliche Leser +von Schriften, die unverständlich sind und auch unklar und rätselhaft +sein +müssen+, weil sie das Heil der ganzen Menschheit gefährdeten, +machten sie ihr die Erlangung allgemeinen und unbegrenzten Reichtumes +möglich. Aber auch für Eingeweihte bleiben noch viele Schwierigkeiten +bestehen, nämlich die Behebung, ja schon die rechte Erkennung der +von ~Aristoteles~ hervorgehobenen „kleinen Akzidentien“, d. h. der +geringen Unterschiede, die u. a. noch zwischen Silber und Gold, Zinn +und Silber, Quecksilber und Silber bestehen; denn „Zinn z. B. ist +eine Art des Silbers, bis auf Weichheit, Knirschen und Geruch“, und +ebenso „Quecksilber eine Art des Silbers, die jedoch in den Gruben +eine gewisse Beschädigung erlitten hat“[4229]. Wirkungen wunderbarer +Art seitens der Planeten kommen hierbei nicht mit in Frage, denn +die von Bewegern geistiger Beschaffenheit gelenkten Wandelsterne +beeinflussen alles Irdische nur den natürlichen Ursachen gemäß[4230]; +aus der gemeinsamen Ursubstanz bringen vielmehr die vier Qualitäten, +diese Schöpferinnen der Formen und tatsächlichen Existenzen, +zunächst die vier Elemente hervor, und durch Vermischung von diesen +nach verschiedenen Verhältnissen kann man dann weiterhin zu allen +überhaupt denkbaren Stoffen gelangen, oder diese unter Herstellung des +„richtigen“ Verhältnisses ineinander überführen[4231]. + +8. ~Almasʿudi~ (gest. 956). Der berühmte Reisende und Schriftsteller +erwähnt, daß die Kîmijâ, d. i. das Werk der Darstellung von Gold, +Silber, Edelsteinen und Perlen, Iksîr (Elixir), die Kunst des +Festmachens (iqâma = Fixierens) von Quecksilber zu Silber, u. dgl. +mehr, eine äußerst verwickelte Wissenschaft ist, „voll feiner +Listen, Kniffe und Betrügereien“[4232]. Sie bedient sich zahlreicher +Hilfsmittel, und manche von diesen sind für die Gesundheit verderblich, +indem sie beim Erhitzen schädliche Dämpfe und Gerüche verbreiten, +wie z. B. die Vitriole[4233]; deren Beschaffenheit und Färbung, sowie +auch ihr Vorkommen in den Gruben, ist übrigens vom Lichte des Mondes, +von Luftzügen, Windrichtungen, Blitzschlägen u. dgl. Zufälligkeiten +abhängig, wie dies auch beim Schwefel und bei den Edelsteinen der +Fall ist[4234]. -- Nûschâdir (Salmiak) kommt nach ~Almasʿudi~ aus +den Bergen, die Chorasan von China trennen[4235], und Zinn (das Blei +alqalijj) aus Qalah, dem Mittelpunkte des Handels mit Zinn, Elfenbein, +Ebenholz, Sandelholz, Bresilholz, Aloe, Kampher und Gewürzen[4236]. +[Qalah halten die einen für einen Ort auf der Halbinsel oder „Insel“ +Malakka, andere für Sumatra oder Java[4237], noch andere für Galla += Point de Galle auf Ceylon[4238]; doch erwähnt ~Almasʿudi~ an +anderer Stelle ausdrücklich die Zinngruben auf der ostindischen Insel +Qalah[4239]]. + +9. ~Ibn Hauqal~ (902-968?). Nach diesem Reisenden und Geographen ist +Persien reich an Eisen, Quecksilber, Messing (sifr), das bei Sardan +gewonnen und in großer Menge ausgeführt wird, ferner an Naft (Naphtha, +Erdöl), dessen „heilige Feuer“ schwarzen Ruß und aus diesem „schwarze +Tinte“ zum Schreiben und Färben liefern, und endlich an Nûschâdir +(Salmiak), dessen Dämpfe aus einer bei Damindân gelegenen Höhle dringen +und in dem oberhalb dieser bei Boltan erbauten Hause aufgefangen +werden[4240]; Gold und Silber ist, außer in Ferghâna[4241], nicht oder +nur spärlich vorhanden, dagegen Zinn (anûk)[4242]. In Tûs gewinnt man +Kupfer, sowie einen rotbraunen Eisenstein, dem ägyptischen Hämatit +gleichend, der eine Art bald männlichen, bald weiblichen Eisens, +„Chum-âhen“ genannt, ergibt[4243]; in Armenien, am Wan-See, findet sich +gelbes und rotes Zarnich [Auripigment, Realgar], das „Salz des Burag“ +für die Bäcker und der „Burag der Goldschmiede“ [Borax], der von dort +aus mit ungeheurem Gewinne nach allen Teilen der Welt geht[4244]. + +In der Stadt Samarkand ist ein ganzes Straßenviertel nur von +Messingarbeitern bewohnt; das Wasser wird dahin durch bleierne, aber +auch durch eiserne Rohre verteilt, und die Kanäle sind mit Bleiplatten +umrandet oder abgedeckt[4245]. + +10. ~Alistakhri~ (um 970?), der Zeit- und Fachgenosse ~Ibn Hauqals~, +bestätigt das persische Vorkommen des Zinns[4246] und des Nûschâdirs, +„den die Ägypter aus dem Rauche ihrer Bäder haben“[4247] [aus dem +Rauche des zum Heizen gebräuchlichen getrockneten Kamelmistes], und +rühmt die Menge des Goldes, Silbers, Quecksilbers und Eisens in +Transoxanien. + +11. ~Almuqaddasi~, dessen wichtigste Reisen in die Zeit zwischen 965 +und 985 fallen sollen, preist gleichfalls die Fülle an Gold, Silber, +Quecksilber, „Rattengift“ (schakk = Arsen), Naphtha und Erdpech bei +Ferghâna in Transoxanien; er erwähnt, daß der dortige Salmiak nicht +von gleicher Güte ist wie der Siciliens, dessen Lager jetzt aber schon +erschöpft seien, und lobt die Edelmetalle und Vitriole Kuhistâns, sowie +den Kuhl [= Kohol, d. i. feinstes Pulver, hauptsächlich aus Antimon- +oder Bleiglanz, u. a. zum Schwärzen der Augenbrauen dienend], dessen +beste Sorte aus Ispahan kommt; Arabien führt nach ihm neben Eisen +[Stahl?] auch Zinn aus[4248]. + +12. ~Alkindi Altudschibi~ (um 970) erzählt in seiner „Beschreibung +Ägyptens“: ~Hermes~, der als Prophet, König und Weiser dreimal +Begnadigte, der ~Trismegistos~, goß daselbst das rasâs (Blei) als +glänzendes Gold aus; seine Schüler waren die Ssabier ~Agatimun~ +(= ~Agathodaimon~) und ~Fitagurus~ (= ~Pythagoras~)[4249]; auch +~Maria~ und ~Kleopatra~ machten Talismane, Elixire und alchemistische +Präparate, z. B. das philosophische Ei, das dem Globus, d. h. dem +Weltganzen, analog ist[4250]. + +13. ~Alkhwarizmi~ (verfaßte um 980 die „Mafâtîh al ʿUlûm“ = „Schlüssel +der Wissenschaften“). Kîmijâ, d. i. die geheim zu haltende und zu +verhüllende Kunst, ist möglich, und zwar dank dem „Steine“, der +die Grundlage des Elixirs bildet[4251]. Dieses aliksîr ist das +„Heilmittel“, das die geschmolzenen Metalle weiß und gelb macht und +aus ihnen Silber und Gold ergibt, oder doch etwas äußerst Ähnliches. +Man bereitet es aus dem „Stein“; diesen selbst aber gewinnt man +aus pflanzlichen, tierischen und menschlichen Produkten, z. B. aus +Knochen, Haaren, Eiern, Blut, Galle, Harn, Kot, hauptsächlich aber +aus mineralischen, z. B. aus Blei (rasâs al usrub), Zinn (rasâs al +qalaî), Quecksilber, Schwefel, gelbem, rotem und grünlichem Zarnich +[Schwefelarsen; Arsenigsäure] und Nûschâdir [Salmiak]; denn Schwefel +und Arsen sind Seele und Prinzip des Weißen und Roten, Quecksilber +aber der gemeinsame Geist beider[4252]. Die hierzu erforderlichen +Geräte, deren sich schon der große ~Zosimos~ und der ~Hermes~-ähnliche +~Demokritos~ bedienten[4253], sind die bereits von ~Alrazi~ +geschilderten; u. a. Alqara [= Kürbis, Gurke, Kolben], Alanbîq „in +Gestalt eines Schröpfkopfes, der zweite Apparat jener, die Rosenwasser +herstellen“ [= Ambix], Alattâl „das mit Ton gedichtete“ [= Aludel, +Rohr][4254], Dîk ber Dîk, auch Bût eber Bût [persisch = Tiegel über +Tiegel], worin nach dem „Herabsteigen-Machen“ oben Schlacke oder +„Rost“ (chabath) verbleibt[4255], während sich unten das „Bereitete“ +ansammelt, z. B. Dîk-Rûy = Bleikupfer-Legierung usf. + +Die Kîmijâ macht sich sowohl „Körper“ wie „Geister“ nutzbar. Die +„Körper“ sind die 7 Metalle Gold, Silber, Kupfer, Eisen, Blei (usrub), +Zinn (qalî) und Châr Sinî[4256]. Letzteres [in den lateinischen +Übersetzungen aus dem Arabischen oft „Katesim“ genannt und von +~Berthelot~ fälschlich für Asem (Elektron), von anderen Autoren für +Zink erklärt] ist „ein ausländisches Metall unbekannter Natur“, heißt +auch Alhadîd alsînî (= chinesisches Eisen; chinesischer Stahl) und +stellt eine weißglänzende bis gelbliche oder goldfarbige Legierung +dar, aus der man schöne Spiegel, Waffen und Glocken anfertigt[4257]. +In der Geheimsprache der Kîmijâ verbindet und bezeichnet man Gold mit +Sonne, Silber mit Mond, Kupfer mit ~Aphrodite~, Eisen mit ~Ares~, +Blei mit ~Kronos~, Zinn mit ~Zeus~ und Châr Sinî mit ~Hermes~, doch +herrscht, vom Gold und Silber abgesehen, über diese Zuteilungen +Meinungsverschiedenheit[4258]. „Geister“ sind Schwefel, Arsen, +Quecksilber und Salmiak[4259], und als wichtigste Stoffe, die solche +ergeben, hat man zu nennen: Mârkaschîtâ [Markasit; Schwefelkies +u. dgl.], dessen zahlreiche Arten rot wie Kupfer, weiß wie Silber, gelb +wie Gold sind und auch als Schmuck dienen[4260]; Magnîsijâ [Magnesia], +die bald bunt, bald rot, bald schwarz, bald eisenähnlich ist, und +als Magnâtis „den Stein bildet, der das Eisen anzieht“[4261]; Tûtijâ +[Tutia, persisch Dûd = Rauch, d. i. der beim Erhitzen zinkhaltiger +Mineralien entweichende Zinkoxyd-Rauch], weiße aus Indien, gelbe aus +Chuzistan, grüne aus Kerman[4262]; Talq [Glimmer und glimmerartig +glänzende andere Mineralien][4263]; Kuhl, „eine Substanz des Usrub“ +[Kohol = feines Pulver aus Blei- oder Antimonglanz][4264]; Schakk +[Arsen], „gelb aus den Gruben“ [= Auripigment], weiß „aus dem Rauch des +Silbers“ [= Hüttenrauch, d. i. Arsenigsäure], ein Rattengift[4265]. +Diesen Stoffen reihen sich noch einige ähnliche, aber künstlich +dargestellte an: Zundschufr [Zinnober] aus Schwefel und Quecksilber; +Zandschâr [Grünspan] aus Kupfer und Essig; Isfîdâdsch [pers. „weißes +Wasser“ = Bleiweiß] aus Blei und Essig; Murdâsang [Bleiglätte], durch +Erhitzen von Blei, bis es gelb ist; Usrundsch [Mennige], durch Erhitzen +von Blei, bis es rot ist; Zafrân [Eisenrost; Grünspan], aus Eisen und +Kupfer; Tûtijâ [Rauch], ein Rauch aus Erzen, Kupfer-Mineralien oder +Kuhl[4266]. + +14. ~Ibn Sina~, ~Avicenna~ (980-1037), der berühmteste der arabischen +Ärzte, der Verfasser hervorragender medizinischer und philosophischer +Schriften, war ein ausgesprochener Gegner der Astrologie und +Alchemie[4267] und erklärte ausdrücklich, Gold und Silber entstünden +unter dem Einflusse von Sonne und Mond aus den Dünsten der Erde mit +allen jenen besonderen Eigenschaften, die ihnen der Wille Allahs +verliehen habe, und die daher kein Mensch künstlich nachzuahmen +vermöge[4268]; trotzdem wurde er jedoch in späterer Zeit als Autor +alchemistischer Abhandlungen ausgegeben, denen der Abglanz seines +Namens zu völlig unverdientem Ansehen verhalf. Auf Inhalt und +Bedeutung, Vorzüge und Schwächen seiner echten, sehr umfangreichen, +philosophischen und medizinischen Kompilationen einzugehen, ist an +dieser Stelle nicht möglich; hervorgehoben sei jedoch, daß sie alle, +insbesondere aber der große „Canon der Medizin“, -- ein Riesenwerk, das +im Rufe absoluter Vollständigkeit und Unfehlbarkeit stand, die gesamte +Wissenschaft Europas bis tief in das 17. Jahrhundert beherrschte +und für den muslimischen Orient noch gegenwärtig maßgebend ist --, +sich ganz besonders durch strenge Systematik der Form, sorgfältige +Anordnung und genaue Bestimmtheit des Inhaltes auszeichnen und die +Größe und Dauer ihres Erfolges nicht zum wenigsten gerade +solchen+ +Eigenschaften verdankten. Keine Spur von diesen verrät aber die unter +dem irreführenden Namen „De anima“ oder „Tractatus de anima“ gehende +alchemistische Hauptschrift des ~Avicenna~: ohne rechten Plan, ohne +geregelte Durchführung, immer wieder aufs neue mit dem längst Abgetanen +beginnend, das aber doch nie zum endgültigen Schlusse gebracht +wird, und vom Hundertsten ins Tausendste springend zieht sich in +endloser ermüdender Breite ein Dialog zwischen ~Avicenna~ und seinem +„Sohne“ hin, in dem jedoch ~Avicenna~ fast allein das Wort führt, +während hin und wieder, -- man weiß nicht wieso und warum --, auch +~Albumasar~ (d. i. der berühmte Astronom und Astrolog ~Abu Maʿschar~) +dazwischenspricht. Auch der Inhalt, der sich kaum mit Gegenständen +der Erfahrung befaßt, hauptsächlich vielmehr mit allgemeinen Ideen +aristotelischen Charakters in der mißverstandenen und entstellten +Gestalt ganz später Tradition, ist zum größten Teile unklar, verworren +und unverständlich, oft sogar völlig unsinnig, so z. B. in folgendem, +die Fixierung des Quecksilbers betreffenden Satze, den man, aus +dem Zusammenhange gerissen, für eine Parodie halten könnte: „Nimm +Quecksilber, soviel nötig ist, bringe es in das Gefäß, von dem Du +weißt, lasse es kochen, so wie Dir bekannt ist, füge die Substanz +zu, von der Du gehört hast, und zwar in der Menge, von der die Rede +war: dies ist das Geheimnis von der Fixation des Quecksilbers.“ -- +Ein Werk derartiger Beschaffenheit kann ein mit den echten Schriften +des ~Avicenna~ Vertrauter unmöglich als von diesem Autor herrührend +anerkennen. So kam denn schon ~Kopp~ zum Schlusse[4269], das Buch +„De anima“, das erst seitens der Autoritäten des 13. Jahrhunderts +rühmend erwähnt werde und daraufhin sich bei deren Nachbetern ganz +übertriebener Wertschätzung erfreue, sei in nicht sehr viel früherer +Zeit auch abgefaßt und alsbald, um ihm erhöhte Wirksamkeit zu +sichern, kühnlich dem ~Avicenna~ untergeschoben worden. Nach Ansicht +des Orientalisten ~Weil~, die ~Kopp~ einholte, machen die vielen, +allerdings zumeist stark entstellten arabischen Namen und Bezeichnungen +eine teilweise Übersetzung aus dem Arabischen, oder doch die Benutzung +ursprünglich arabischer Quellen, sehr wahrscheinlich. + +~Berthelot~[4270], der auch hier die Ergebnisse ~Kopps~ völlig +unberücksichtigt läßt, gibt zwar ebenfalls zu, daß die Schrift „De +anima“ viele Interpolationen enthalte, und daß man ihre, gegen 1300 +schon wohlbekannte lateinische Übersetzung, die gemäß der vorkommenden +Namen und spanischen Worte im Laufe des 13. Jahrhunderts in Spanien +angefertigt zu sein scheint[4271], dem ~Avicenna~ nur zugeschrieben +habe[4272]; dagegen erklärt er, wenn auch nicht in ganz unzweideutiger +Weise, das angebliche arabische Original doch für ein echtes Werk +des ~Avicenna~[4273], wobei er sich u. a. darauf stützt, daß an +verschiedenen Stellen der Übersetzung arabische liturgische Formeln +und Gebräuche Erwähnung finden[4274], und auch gewisse Anklänge an +den ~Morienes~ (~Marianos~) und ~Dschabir~ (+nicht+ aber an den +sog. ~Geber~) auftauchen[4275]. Für überzeugend wird man indes +diese Ausführungen um so weniger halten können, als Anklänge an die +Kompilationen des ~Dschabir~ bestenfalls auf gemeinsame Quellen +hindeuten, während ~Morienes~ oder ~Marianos~, wie schon weiter oben +hervorgehoben wurde, selbst eine Persönlichkeit mindestens fragwürdiger +Natur bleibt[4276]. + +Gegenstände, über die sich ~Pseudo-Avicenna~ noch am verständlichsten +ausdrückt[4277], sind die vier Geister und ihre Eigenschaften, die +Zusammensetzung der Metalle aus mehr oder weniger Schwefel und +Quecksilber, -- das Vorhandensein des letzteren soll die Schmelzbarkeit +bedingen, das des ersteren die beim Erhitzen zu beobachtende Entstehung +von „azenzar“ (d. i. eigentlich Zinnober, jedoch auch jedes andere rote +Oxyd oder Sulfid) --, und die Gewinnung des „besten“ Goldes mittels des +Elixirs: zwar gibt es hierbei viele Fälscher und Betrüger, doch kennt +man auch die Wege, ihre Nachahmungen vom Echten zu unterscheiden[4278]. + +Für den Geist des späteren Mittelalters ist es sehr bezeichnend, daß +gerade diese so dürftige, inhaltsleere, betreff wirklicher Erfahrungen +und Tatsachen überaus armselige Zusammenstellung pseudepigraphischer +Natur für einen Ausbund wissenschaftlicher Weisheit und Zuverlässigkeit +galt, so daß man auf +sie+ hin, und nicht seiner +echten+ Werke halber, +den ~Avicenna~ als „Hochgelehrtesten aller arabischen Naturforscher“ +und als „dux et princeps philosophorum“ verehrte[4279]; der spanische +Arzt ~Monardes~, der im 16. Jahrhundert zu Sevilla wirkte, und +dessen Werke ~Clusius~ (~de l’Écluse~) ins Lateinische übersetzte, +scheint sogar, vermutlich irgendeiner älteren Tradition folgend, die +Bezeichnung „dux“ wörtlich genommen zu haben, denn er macht ~Avicenna~ +zum „König von Cordova“[4280]! + +15. ~Albiruni~ (973-1048), einer der größten Gelehrten und +vielseitigsten Forscher und wohl der bedeutendste experimentierende +Physiker, den die arabische Litteratur zu verzeichnen hat[4281], war +ein Gegner der Alchemie und Astrologie, über deren Verbreitung und +Pflege bei vielen Völkern er eingehende Mitteilungen machte. Die sieben +Metalle, zu denen das Quecksilber +nicht+ zählt, haben das passive, +feuchte, weibliche Quecksilber zur Mutter, und den aktiven, trockenen, +männlichen Schwefel zum Vater[4282]; nach der Anschauung der Perser, +besonders aber der Ssabier[4283], stehen sie, weil auf ihnen alle +Handarbeit und daher das Wohl der Welt und der Menschheit beruht, +unter dem Schutze des mächtigen Engels ~Schahrewar~, dessen Name +Liebe und Sperma bedeutet[4284]. Innige Zusammenhänge verbinden sie +mit den 7 Planeten, den Planetengöttern (deren Namen in den Sprachen +der Griechen, Araber, Perser, Syrer, Hebräer, Inder und Chowarezmier +aufgeführt werden)[4285], sowie mit deren Statuen und Idolen[4286]: so +z. B. bringt der Planet ~Ares~ Unglück, desgleichen ~Kronos~, den Gott +am siebenten Tage schuf, und dem zu Ehren ~Abraham~ seinen Sohn opfern +wollte[4287], während „~Hermes~ der Schreiber“ und ~Aphrodite~ „Sterne +der Sonne“ sind, und ~Zeus~ sich von günstiger Natur erweist[4288]. +Das an Schätzen aller Art reiche Persien liegt nach ~Hermes~ in der +Mitte der Erde, während die sechs anderen wichtigsten Staaten es im +Kreise umgeben, wie das eben nur bei sechs Kreisen möglich ist, die +einen siebenten umschließen[4289]; die Inder, die neun Teile der Erde +annehmen, zeichnen indessen eine andere Figur auf, in der aber ihr +Land gleichfalls als das der Mitte erscheint[4290]. In Indien ist die +Alchemie unbekannt, oder wird doch nicht beachtet[4291], vielleicht +weil das Land Überfluß an Kostbarkeiten aller Art hat; zu erwähnen ist, +daß man Zinn (rasâs alqalijj) aus Ceylon holt, aus Qalah (auf Malakka?) +und auch, wie ~Alschirazi~ anzudeuten scheint, aus Hinterindien[4292]. + +[Illustration] + +[Illustration] + +16. ~Altughraʾi~ (gest. 1128), Dichter und Alchemist, nach +~Gildemeister~ im Abendlande schon frühzeitig als ~Artephius~ bekannt +geworden[4293], erzählt, daß man Gold am oberen Nil, aber auch am +Oxus, in haarigen Ziegenfellen auffange, es so in Körnern bis zur +Größe von Fischschuppen erhalte und nachher noch mittels Quecksilbers +weiter „sammle“ [ausziehe; anreichere][4294]. Die Alchemisten stellen +mittels gewisser Apparate aus Glas und Ton[4295] die Edelmetalle auf +künstlichem und verborgenem Wege her; sie haben unzählige Geheimnamen, +unter diesen 13 für Nûschâdir, 14 für Blei, „das Metall des Kuhl“ [hier += Bleiglanz], 15 für Kupfer, 16 für Silber (z. B. „weißer ~Hermes~“, +aussätziges Gold), 18 für Eisen, 20 für Gold und 51 für das so +ungeheuer wichtige Quecksilber[4296], das zwar flüchtig und ein Geist +ist, zugleich aber auch „ein Anfang der Körper“ [eine Grundlage der +Metalle][4297]. + +17. ~Alkhazini~ (um 1130) war ein Gegner der Alchemie, was bei einem +so trefflichen Experimentator nicht wundernehmen kann; er machte +sehr genaue Bestimmungen einer großen Anzahl spezifischer Gewichte, +ermittelte die Zusammensetzung gegebener Mischmetalle aus ihren +Dichten und gab auf Grund solcher Feststellungen den Kupferschmieden +und Gelbgießern (saffâr) Vorschriften zur Darstellung von Legierungen +bestimmten Aussehens und gewünschter Eigenschaften[4298]. + +18. ~Ibn Alʿauwam~, der gegen 1150 in Sevilla das ausführliche „Buch +der Landwirtschaft“ verfaßte, erwähnt in diesem gelegentlich das +rote Arsen [Realgar], das man zum Vergiften von Vögeln und in der +Tierheilkunde gebraucht[4299], das gebrannte schwarze [metallische?] +Arsen[4300], den feinpulverigen Kohol [Schwefelantimon][4301], die +indische Tutia[4302], den persischen Pulâd oder Fulâd [Stahl][4303], +das Zinn (qalah) und die schön verzinnten (moqasdar) nordafrikanischen +Kessel[4304], sowie den aus Reis zu erhaltenden Essig, der von äußerst +kalter Natur, dabei aber so scharf ist, daß er selbst Gefäße und Steine +auflöst[4305]. + +19. ~Abuʿlfadl~ (schrieb gegen 1175). Als genauer Kenner der Farbstoffe +und Drogen, „deren es 3000 gibt“, ihrer Verfälschungen und deren +Aufdeckung durch genaue Prüfung (u. a. durch Ermittlung der Menge +des eigentlich wirksamen Bestandteiles, z. B. bei Indigo)[4306], +war er ein abgesagter Feind der Alchemisten, die das Volk mit +nachgeahmten Metallen, Edelsteinen und Perlen betrügen und gemeine +Metalle mittels gewisser Heilmittel zu weißen und zu röten verstehen, +z. B. zu Gold durch ‚Dawâ‘ (= Medizin)[4307]. Häufig bedienen sie +sich des Quecksilbers (zîbaq), dessen beste Sorte aus Toledo kommt, +das „leicht flüchtig ist wie ein flüchtiger Sklave“ und daher erst +im Laufe der Arbeit [wieder] sichtbar wird[4308]. Von den übrigen +Metallen kennt man meist vielerlei Arten: das Eisen (hadid) kann +männliches sein (aldhakar), weibliches weiches (narm âhan), Stahl +(fulâd), oder damasciertes; das Kupfer ist an sich rot, wird aber zu +prächtig gelbem Messing durch Zusatz von Tûtijâ, deren es namentlich in +Spanien vielerlei gelbliche, rötliche und bunte Sorten gibt, ferner zu +weißglänzendem, hartem, aber leicht brüchigem Isbâd-rûy oder Sefîd-rûy +durch Zugabe eines Fünftels Zinn[4309]; Zinn (qalî, qasdîr) ist das +weiße Blei[4310] im Gegensatze zum schwarzen. Letzteres zerbricht +trotz seiner Weichheit den Diamanten, der sich, auf einer Bleiplatte +befestigt, durch vorsichtiges Klopfen zwischen den Schneiden zweier +Hämmerchen zerteilen läßt[4311], und liefert das leuchtende Bleiweiß, +das aus ihm durch Essig herausgezogen wird. Wie man aber wieder diesen +gewinnt, das vermag man nur durch die Praxis zu erlernen und auf keine +Weise aus den Büchern[4312]. + +20. ~Alnabarawi~, der gegen 1200 lebte, bisher aber mir aus den +Auszügen des ~Ibn Bassam~ (13. oder 14. Jahrhundert) bekannt ist, besaß +gleichfalls ausgebreitete Kenntnisse über die „3000 Drogen“ und ihre +Verfälschungen[4313], berichtet u. a. näher über die verschiedenen +Arten des Itmid oder Kuhl, des Nûschâdirs und des Kamphers[4314], +und beschreibt die Sublimation (tasʿîd) und Destillation (taqtîr), +z. B. die Herstellung des aus der Gurke (alqarʾ) durch Destillieren +(saʿad) gewinnbaren Kampher-Wassers und des destillierten Pechs +(qatrân musʿad)[4315]. Er erwähnt auch das betrügerische Aufhellen +dunkler Zuckersyrupe und Melassen durch Klären mit Bleiessig (gewonnen +durch Lösen von Bleiweiß in Essig) und weist dessen Gegenwart dadurch +nach, daß er die verdächtige Probe über eine Abortgrube stellt, wobei +Schwärzung eintritt [indem der entweichende Schwefelwasserstoff +schwarzes Schwefelblei bildet][4316]. + +21. ~Aldschazari~ und ~Ridwan~, die gegen 1200 über den Bau kunstvoller +Uhrwerke berichten, erwähnen unter den Materialien rotes Kupfer, +Messing, -- beide auch verzinnt (murassas), oft „mit einer dicken +Schicht Zinn“ (anûk)[4317] --, Bronze (sifr, sufr)[4318], Isfidrûy oder +Isfâdrûy [= „Weißkupfer“, d. i. eine Art sehr heller Bronce][4319], +sowie Quecksilber[4320]. + +22. ~ʿAbd Allatif~ (1160-1231), der Verfasser der ausgezeichneten +Beschreibung Ägyptens und seiner Naturschätze, war ursprünglich ein +Freund der „großen Kunst“, erkannte sie aber bei näherer Beschäftigung +mit ihr und ihren Vertretern als „falsch, nichtig, schwindelhaft, +lügnerisch und trügerisch“[4321]. + +23. ~Aldschaubari~ (schrieb gegen 1220 die „Enthüllung der +Geheimnisse“)[4322]. Die „Genossen der Kîmijâ“, die Alchemisten, +sind Lügner, Gauner und Schwindler, die selbst ihre Fürsten schon +in frechster Weise hintergingen und täuschten; wer ihnen immer noch +glaubt, wird allein durch seine Erfahrungen belehrt werden, denn ihre +Kniffe zur Fälschung der edlen Metalle und Steine sind zahllos und die +Methoden ihrer Betrügereien belaufen sich auf dreihundert oder mehr. +So z. B. haben sie allein 47 Verfahren, um aus zerriebenem Perlmutter, +Glimmer, Quecksilber u. dgl. falsche Perlen zu bereiten, die sie in +Fische einlegen oder von Vögeln fressen lassen, um ihnen den rechten +Glanz zu erteilen[4323], und allein 48 Verfahren, um aus Eierschalen +und Indigo oder Waid falschen Lasurstein zu gewinnen[4324]. Sie +geben sich den Anschein, Silber und Gold aus einer gemeinen „Asche“ +darzustellen, die aber vorher aus diesen Metallen durch Behandlung +mit allerlei schwefel- und arsenhaltigen Stoffen erhalten wurde und +sie beim starken Erhitzen, besonders mit gewissen Zutaten, wieder +zurückliefert[4325]. „Reines Silber“ machen sie durch „Weißen“ von +20 Teilen Kupfer mit 1 Teil Auripigment (rasâcht), Realgar, Zarnich +[Arsenigsäure?], Quecksilber oder Sarkokolla; „reines Gold“ (ibrîz) +durch „Gilben“ oder „Rotfärben“ von Kupfer mit Auripigment, Zinnober, +Grünspan, grüner Tûtijâ u. dgl. unter dreimaligem Umschmelzen [zu +einer Art Bronze?][4326]; „echte Edelsteine“ endlich durch Herstellen +gewisser gefärbter Gläser und Schmelzen, angeblich gemäß den +Rezepten in ~Platons~ „Buch der Zauberkünste“[4327]. Was die von +ihnen benützten Hilfsstoffe betrifft, so findet man Kuhl in Ispahan +und die „Tûtijâ der Weisen“, die auch al qalamî [Galmei] heißt, in +vielen Ländern[4328]; Grünspan (zindschâr) und Bleiweiß (isfîdâdsch) +bereitet man durch Eingraben von rotem Kupfer oder schwarzem Blei +nebst natürlichem Nûschâdir und scharfem Essig (den man auch ohne +Destillation erhalten kann)[4329] in den feuchten Erdboden[4330]; +Zinnober (zindschafar) durch „Töten“ von Quecksilber mit Schwefel, +Arsen [Arsensulfiden] und Essig, wobei man das geschlossene und gut +mit Ton gedichtete Gefäß im Ofen bei richtigem Feuer lange genug zu +erhitzen hat[4331]; Bleiglätte (martak) durch Rösten von Blei und chubz +alfiddî [wörtlich Silber-Brod; Substanz unbekannter Natur] auf nicht +näher angegebene Weise. + +~Aldschaubari~ macht auch höchst merkwürdige Angaben über die +ungeheuerlichen Fälschungen der Gewürze, Wohlgerüche, Nahrungs- und +Gebrauchs-Mittel von den seltensten Drogen an bis zur Seifenlauge (râs +al sâbûn) herab[4332], er bespricht zahlreiche Heilstoffe (z. B. die +7 Gallen von 7 Tieren) und Gifte (z. B. Bang, d. i. Bilsenkraut, für +dessen schärfste Sorte, die blaue kretische, der Essig ein unfehlbares +Gegenmittel bleibt)[4333], und preist gewisse pflanzliche Öle, Fette +und Harze als unersetzlich für das Härten der Schwerter aus indischem +und damascener Stahl[4334]. + +24. ~Jaqut~ (1178-1229) berichtet in seinem, auf Grund der +zuverlässigsten alten Quellen verfaßten „Geographischen Wörterbuche“, +daß Zinn von bester, einzig in der Welt dastehender Güte aus Qalah (auf +Malakka) gebracht wird, aber auch, wie dies schon ~Alistakhri~ und +~Albiruni~ wußten, aus Ceylon und Fars (Persien) und außerdem noch aus +Spanien[4335]. Kupfer ergibt mit Zinn, aber auch mit anderen Metallen +und Erzen, schöne Legierungen, aus denen man in Indien herrliche +Arbeiten herstellt; solche kommen u. a. aus Kulam (Malabar), woselbst +man auch Porzellan erhalten kann, das aber weder so fein, noch so +weiß, noch so durchscheinend ist wie das echte chinesische[4336]. -- +Quecksilber findet sich in Chorasân, besseres (reineres und schwereres) +in Persien, das beste aber in Spanien, und zwar nach dem Berichte +~Alidrisis~ [des berühmten Geographen; um 1150] im Gebirge Burianus +oder Murianus [= Sierra Morena], sowie in Abâl nächst Cordova [Almaden; +almaʿden = das Bergwerk][4337]. + +Der Reichtum Spaniens an Zinnober und Quecksilber ermöglichte es +schon dessen Khalifen ~Abd Arrahman~ II. (912-961), seinen Lustgarten +(nächst Cordova?) durch einen mit Quecksilber gefüllten Teich +auszuschmücken[4338], und der Palasthof seines Zeitgenossen, des +Khalifen ~Muktadir~ in Bagdad, dürfte (917) einen ebensolchen enthalten +haben, der freilich „als gefüllt mit flüssigem Zinn (rasas qalî), +heller leuchtend als poliertes Silber“ beschrieben und durch einen +„mit geschmolzenem Golde gefüllten“ noch übertrumpft wird[4339]; aber +bereits 868 legte ~Ahmed Ibn Tulun~ in Kairo, und ebenda 892 der +Statthalter ~Chumarawaih~ „ein Bassin an, von 50 Ellen im Gevierte, +gefüllt mit Quecksilber, -- im Vollmond ein unvergleichlicher Anblick +--, dazu bestimmt, sich auf seiner Oberfläche auf Luftkissen zu +schaukeln und so in recht sanften Schlaf einzuwiegen“[4340]. + +Eine besonders bemerkenswerte Anwendung fand das Quecksilber zum Füllen +kunstvoller Uhren (s. oben bei ~Aldschazari~ und ~Ridwan~) [die in +Spanien noch zur Zeit König ~Alfons~ X. (1252-1284), des bekannten +Förderers der Astronomie, gebräuchlich waren[4341]]. + +25. ~Ibn Albaitar~ aus Malaga (gest. 1248), der Verfasser eines sehr +ausführlichen Wörterbuches der Heil- und Genußmittel, erwähnt zwar +vielerlei Mineralien, Salze, Metalle usf., aber seinem pharmazeutischen +Hauptzwecke gemäß fast stets nur vorübergehend. Er spricht z. B. +vom Gold[4342], Taliqûn, „einer Art Kupfer“[4343], Rasas, dem +schwarzen Blei, das den sonst nur durch Feuer zerstörbaren Diamant +„zerbricht“[4344], Kazdir, dem weißen Blei, aus dem man Gefäße +anfertigt[4345], der Bleiglätte, die in Essig gelöst süß wird[4346], +dem Sublimat aus Quecksilber[4347], usf.; ferner beschreibt er die +Vorgänge der Sublimation, der Destillation, des Ausschmelzens usf., +durch die vielerlei wichtige Substanzen gewonnen werden, während die +wertlosen Schlacken (chabath) zurückbleiben[4348]. + +26. ~Ibn Mansur~ (13. Jahrhundert) schrieb in persischer Sprache +ein Steinbuch, das in Gestalt der türkischen Bearbeitung durch +~Aldschaffari~ auf uns gekommen ist[4349]. Als die 7 einfachen Metalle +führt es auf: Gold, Silber, Kupfer, Zinn, Eisen, Blei, Châr Sinî [das, +wie oben erwähnt, in Wirklichkeit ein Mischmetall ist]. Von Legierungen +erwähnt es: Messing (schabah, türk. birindsch) aus Kupfer und dem +Rauche der Tutijâh; Bronze (sufr, türk. tudsch) aus Kupfer und Qalaî +(Zinn); Tal, „ein gelbes Erz“ [eine Art Messing?] aus Kupfer und Blei +[weißem, d. i. Zinn?]; Taliqûn, eine messing- oder bronzeähnliche +Legierung aus Kupfer, Tutijâh und noch mehreren anderen Metallen[4350]; +Derâ-rûy, eine Legierung aus Kupfer, Messing, Bronze und Tal; Sachtah, +eine Legierung aus Silber, Kupfer und Quecksilber; Heft-Dschosch +[Sieben-Geschmolzenes], eine Legierung aller sieben Metalle. + +27. ~Alqazwini~ (gest. 1283). Der von ~Wüstenfeld~ herausgegebene +arabische Text seiner umfassenden „Kosmographie“, von dem ~Ethé~ einen +großen Teil ins Deutsche übersetzte[4351], hat sich neuerdings leider +als eine späte, erst dem 18. Jahrhundert entstammende Überarbeitung +erwiesen[4352] und ist daher nur mit Vorsicht zu benützen. + +Aus der Urmaterie entstanden nach ~Alqazwini~ die vier Elemente +(arkân), die auch Mütter heißen und gegenseitigen Überganges +ineinander fähig sind[4353]; sie erfüllen, wie alles, so auch die +im Innern der Erde vorhandenen Dünste und Flüssigkeiten, aus denen +sich zunächst, unter Vereinigung von Wasser und Erde, das Quecksilber +abscheidet, zugleich aber unter Verkochung der Luft und der übrigen +Elemente durch Feuer zu einem Öle, der Schwefel[4354]. Aus diesen +beiden bilden sich weiterhin, je nach den Einflüssen und Farben der +Planeten, -- namentlich des „Schatzmeisters“ ~Kronos~ und des Mondes +--, alle übrigen Metalle und Mineralien und entfalten sich besonders +schön und rein mit zunehmendem Monde, wie dies sämtlichen Bergleuten +längst durch eingehende Erfahrungen bekannt ist[4355]. Auf solche +Weise entspringen also, je nach den Verhältnissen und Umständen, die +7 Metalle, d. s. Gold (dhahab), Silber (fidda), Kupfer (nuhâs), Zinn +(usrub), Eisen (hadîd), Blei (rasâs) und Châr Sînî, das man mittels +einer mineralischen rötlichbraunen Substanz gewinnt, die in China +gefunden und auch Tutia oder Tutanega genannt werden soll[4356]. Durch +langsames Abtropfen und sehr allmähliches Gerinnen in den Klüften der +Gebirge verdichten sich ferner die Salze, Vitriole und Alaune (z. B. +der schön weiße aus Jemen)[4357], Natron und Salmiak[4358], die öligen +Schwefel und Arsene[4359], Naphtha, Asphalt und Pech[4360], Markasit +und andere Erze[4361] und zuletzt noch die Edelsteine[4362], u. a. +der Diamant, der vielen auch für eine Versteinerung des himmlischen +Feuers gilt, trotz seiner ungeheuren Härte aber durch Blei „zerbrochen“ +wird[4363]. Berühmte Fundorte sind: für Edelsteine und Diamanten +Ceylon[4364]; für Schwefel, auch gelben und roten [Auripigment, +Realgar], Vitriole, Blei und Antimon [Blei- und Antimonglanz] die +Berge des Demawend sowie der in Spanien gelegene Gebl-al-kohl (Berg +des Bleiglanzes), woselbst das Wachsen mit zunehmendem Monde besonders +deutlich zu beobachten ist[4365]; für Zinn und Quecksilber „wie sonst +nirgends“ Spanien[4366]; für Gold, Silber, Messing, Eisen, Türkis, +Naphtha und Steinkohle Transoxanien[4367]; für Gold, Silber, Kupfer und +Eisen die Inseln des persischen Meeres[4368]; für Magnetstein, dessen +Kraft durch Knoblauch gebrochen, durch Essig aber wieder hergestellt +wird, der Magnetberg im indischen Meere[4369]. Auf den Inseln dieses +Ozeans ist Eisen sehr selten und kostbar, die Bewohner der Nikobaren +tragen es sogar als Schmuck, die Sumatras und anderer Inseln tauschen +es gegen Ambra ein[4370]; außer dem weichen weiblichen Eisen (narm +âhen) hat man auch das harte männliche [= Stahl][4371], aus dem +man die Schwerter macht, die wie Zinn glänzen, aber nicht aus Zinn +bestehen[4372]. + +Beim Erhitzen der Vitriole entweichen dicke Dämpfe, die äußerst +übelriechend und gesundheitsschädlich sind, wegen ihrer Schärfe zum +Ausräuchern dienen und bei Berührung mit Wasser oder wässerigen +Flüssigkeiten große Hitze erzeugen[4373]. + +Eine Anzahl weiterer zugehöriger Angaben ~Alqazwinis~ ist einem von +~Ruska~ übersetzten, den Mineralien gewidmeten Abschnitte seiner +„Kosmographie“ zu entnehmen[4374]: unter dem Einflusse von Kälte, +Wärme, Trockenheit und Feuchte entstehen zunächst Quecksilber und +Schwefel, weiterhin aber aus diesen die Mineralien, deren es 700 +gibt[4375]. Das Quecksilber ist eine etwas beschädigte Art des Silbers, +entwickelt beim Erhitzen einen furchtbar giftigen Dampf[4376], ergibt +beim Kochen in einem geschlossenen Kolben jenen roten Zinnober +(zundschufr), der sich auch in den Gruben bei der Einwirkung von +Schwefel auf Quecksilber ausscheidet[4377], und ist [als Salbe] sehr +geeignet zur Vernichtung von Läusen und anderem Ungeziefer[4378]. +Auch der Schwefel bildet leicht Dämpfe, verflüchtigt sich in Gestalt +solcher bei der Entstehung der Metalle und verdichtet sich dabei z. B. +zu Malachit, wenn er aus werdendem Kupfer, zu Smaragd aber, wenn +er aus werdendem Golde entweicht[4379]. -- Gold ist beständig und +unveränderlich, aus Kupfer dagegen (und auch aus Messing) wird durch +Essig Grünspan herausgezogen[4380], auch erhält man aus [geschmolzenem] +Kupfer durch Einwerfen eines gewissen Zusatzes, der es zu festem Steine +macht, die giftige Legierung Tâlîqûn, und ebenso durch Verschmelzen +mit den sechs anderen Metallen die Legierung Haftdschausch (= +7-Geschmolzenes)[4381]. Wie den Grünspan aus dem Kupfer, so zieht Essig +das Bleiweiß (isfîdâdsch = weißes Wasser) aus dem Blei heraus, das man +u. a. aus dem bleihaltigen Itmid [Bleiglanz?] darstellt[4382]; die +Dämpfe des Bleies sind giftig und das nämliche gilt vom Bleiweiß und +von der beim Rösten aus ihm entstehenden Mennige[4383]. Das Blei ist +der Feind des Diamanten, der sich in einer unzugänglichen Talschlucht +Indiens findet, wegen seiner ungeheuren Härte zum Bohren der Gesteine +dient, durch Bocksblut aber zersprengt wird[4384]. + +Produkte der Verdichtung sind ferner die Salze, Boraxe (tinkâr), Alaune +(schabb), Vitriole usf.[4385]. Die Alaune gebrauchen die Färber zum +Beizen und Fixieren der Farbstoffe, die Chemiker aber zum Reinigen und +Färben der Metalle[4386]. Die Vitriole werden bald durch Eisen gelb und +rot, bald durch Kupfer grün gefärbt; die Kalkand und Kalkadis genannten +sind äußerst scharf und hitzig, dienen zum Räuchern und ergeben +beim Erhitzen unter Entwicklung eines furchtbaren Dunstes Kalkatâr +[Colcotar][4387]. -- Den Salzen ähnlich, aber sublimierbar, ist der +Nauschâdar [Salmiak], der sich in vielen Gruben findet, sowie im feinen +hitzigen Dunst der Bäder[4388]. + +Weitere Ergebnisse mehr oder minder weit fortgeschrittener Verdichtung +sind u. a. noch: Die Naphtha (naft), deren schwarze Sorte durch +Destillation mit Helm und Alambik weiß wird[4389]; die Tûtijâ, die +nach einigen ein beim Reinigen des Kupfers [?] entweichender Rauch +ist, nach anderen nur in Silbergruben vorkommt, nach noch anderen aber +aus gewissen farbigen Mineralien Indiens [Vitriolen?] besteht[4390]; +die Magnesia [hier = Braunstein], die durch ihren Bleigehalt [!] +Kiesel und Alkali zu Glas zusammenschmilzt[4391]; der Magnet, der +den berühmten Magnetberg bildet und seine Kraft durch Gegenwart von +Zwiebeln oder Knoblauch verliert, durch Essig oder Bocksblut aber +wiedergewinnt[4392]; die nur sehr allmählich reifenden Edelsteine, wie +der Diamant, der Smaragd, der Jâkand [Jâqût = ὑάκινθος, Hyazinth][4393] +und viele andere. Nicht zu diesen gehörig ist der Kahrubâ [= +Strohräuber, d. i. Bernstein], der vielmehr das verhärtete Harz des +römischen Nußbaumes vorstellt[4394]. + +Viele Mineralien sind, wie schon ~Aristoteles~ [d. h. das +„Steinbuch des ~Aristoteles~“] lehrte, wichtig für die Kunst der +Metallverwandlung, niedergelegt in den Büchern des ~Hermes~, aus denen +u. a. auch ~Alexander der Grosse~ seine medizinischen und chemischen +Kenntnisse schöpfte[4395]. Das Arsen, sowohl das gelbe und rote, wie +das beim Calcinieren entstehende weiße, die sämtlich furchtbare Gifte +sind, Fliegen und Läuse töten, und zuweilen auch als Depilatorien +Verwendung finden, weißt das Kupfer[4396] und ebenso wirkt der +calcinierte arsenhaltige Ifrangis [Stein der Franken] beim Projizieren +auf 50 Teile Kupfer[4397]. Auch der schwefelhaltige Markasit dient in +der chemischen Kunst zur Überführung von Kupfer und Blei in Silber, +oder doch in ein silberähnliches Metall[4398]; aus Blei, Kupfer, Eisen +und Zinn ergeben ferner gutes Silber die Steine Talk, Baumwollmagnet, +Kidâmi und Karsijâd[4399], welche letzteren, ebenso wie der Furslus, +der Wollmagnet und der Bleimagnet, auch Quecksilber zu glänzendem, +festem, ausgezeichnetem Silber härten[4400]. Der Wetzstein erzeugt +aus Silber ein dem Gold sehr ähnliches Metall[4401], der Satansstein +färbt 14 Teile Silber zu rotem Gold[4402], der Stein Hâdî sowie die +Korallenasche fixieren Quecksilber zu Gold[4403], der Chrysolith [= +golderzeugender Stein] und der rote, indische Stein Hâmî gilben auch +Kupfer zu Gold, das durch Talk noch ganz besonders schön glänzend +wird[4404]. + +28. ~Aldimeschqi~ (1256 bis 1327 oder 1331), Verfasser der berühmten, +sehr ausführlichen „Kosmologie“[4405], aus der schon weiter oben das +die Ssabier Betreffende angeführt wurde. Allgemeiner Ansicht nach, +die schon zur Zeit des ~Ibn Wahschijah~ (um 900) die herrschende war, +erweisen sich die sieben Metalle, d. s. Gold, Silber, Kupfer, Eisen, +Zinn, Blei und Châr Sinî (nach anderen aber Quecksilber, nach noch +anderen Zink)[4406], sämtlich als nahe verwandt, da sie alle aus +verschiedenen Mengen Schwefel und Quecksilber von mehr oder minder +hoher Reinheit zusammengesetzt sind und sich untereinander wie +Blüten, Knospen und Früchte verhalten[4407]; nach Farbe, Natur und +Eigenschaften gleichen sie den sieben leuchtenden Planeten, denen +sie zugeordnet und durch deren Strahlen sie entstanden sind, und mit +Recht sagt daher der Mystiker ~Ibn Alʿarabi~ (gest. 1240): „Gold und +Silber sind die großen Namen, abhängig von den Planeten und ihren +Häusern“[4408]. + +Der Schwefel ist der „Vater der Metalle“, der „Samen der +Metalle“[4409], er verdichtet sich aus den öligen Teilen der irdischen +Wässer und Ausdünstungen, findet sich daher in manchen Quellen und in +der Nähe der Vulkane[4410] und ist gelb, auch rötlich oder weißlich, +leicht entzündlich und sehr brennbar[4411]; ihm äußerst ähnlich, +aber schwieriger entflammbar, sind das gelbe und rote Arsen und das +männliche oder weibliche Sandarach, das, mit Kalk vereinigt, den +Indern als wirksamstes Enthaarungsmittel dient[4412], sowie auch das +Arsen, „Dik ber Dik“ [aus einem Tiegel in den andern sublimiert; +Arsenigsäure], das Rattengift, das in Spanien auch als „Erde“ [Mineral] +vorkommen soll[4413]. -- Das Quecksilber, die „Mutter der Metalle“, +bildet sich durch allmähliche Verdichtung des himmlischen Wassers, +namentlich des auf Schwefel fallenden; es ist zwar äußerlich weiß, +innerlich aber rot, ergibt Legierungen mit den Metallen, besonders auch +mit dem Gold, dessen „Magnet“ es ist, weißt das Kupfer und löst sich +in der Hitze zu Dampf auf, der tödlich ist wie Kohlendunst[4414]. -- +Erst weiterhin vereinigen sich, wie angegeben, Schwefel und Quecksilber +miteinander; sie reifen dann, je nach den Umständen und der Länge der +Zeit, zu einem oder dem anderen der 7 Metalle heran. + +Die Alchemisten, die alle diese Lehren aufstellen, versichern nun, +die Natur nachahmen, das Reifen beschleunigen und so künstlich Gold +und Silber machen zu können; aber alles, was sie behaupten, ist +unmöglich und unwahr, und sie selbst sind Täuscher, Betrüger, Fälscher, +Münzfälscher, bestenfalls „Färber“, niemals aber „Macher“[4415]. Ihre +Theorien „alle Metalle verwandeln sich beim Erhitzen in Quecksilber; +die Blüte Quecksilber trägt die Frucht Gold; die übrigen Metalle +sind Zwischenstufen und enthalten mehr Schwefel,...“ sind verkehrt +und unsinnig, denn jedes Metall ist und bleibt ein besonderes Wesen, +allein abhängig von der Natur des zugehörigen Planeten, seines +Erzeugers[4416]. Ihre Vergleiche „Vitriol, Galläpfel und Wasser, obwohl +nicht schwarz, geben zusammen schwarze Tinte; Kieselsand, Alkali und +Magnesia [Braunstein], obwohl nicht durchsichtig, geben zusammen +durchsichtiges Glas; so geben unsere Präparate zusammen Silber oder +Gold,...“ führen irre und beweisen gar nichts[4417]. Alles, was sie +vermögen, kommt darauf hinaus, dem Blei durch verschiedene Zusätze +eine silberähnliche Farbe zu erteilen, den Zinnober, den sie „roten +Schwefel“ und „Salz der Sonne“ nennen, für Gold zu erklären und +auszugeben, u. dgl. ähnliches[4418]. + +In Wahrheit wird das +Gold+ aus den Mineralien, deren es 700 oder +mehr gibt, durch die Hitze der Sonne, seines Planeten, ausgekocht, +weshalb es auch fast nur in heißen Ländern verkommt; Quecksilber +haftet ihm an, die Ausdünstung des Bleies macht es zerbrechlich und +durch Salmiak wird es glänzend[4419]. -- +Silber+ findet sich in der +Nähe des persischen Golfes und nördlich vom asowischen Meere, wo es +noch mit den unvollkommensten Mitteln ausgeschmolzen wird[4420]. -- ++Kupfer+, von dessen griechischem Namen Kypros sich auch jener der +Insel Cypern herschreibt[4421], schätzen manche Negervölker höher als +Gold, wie das auf einigen indischen Inseln auch mit dem Eisen, in den +Ländern der Nilquellen (Gânah) mit dem Zinn, und in Abessynien mit +dem Messing der Fall ist[4422]. Das „weiße Kupfer“, Isfid-rûy, auch +Isfad-rûy, Isbâdârîh, Sefidrûy, von manchen auch Châr sinî genannt, +aus dem man prächtig klingende Glocken, Spiegel u. dgl. anfertigt, ist +eine Art sehr heller, weißglänzender, harter, leicht und trefflich +polierbarer Bronze, zeigt aber zuweilen auch gelbliche bis goldige +Färbung, oder ein Gemenge hellerer und dunklerer Teile; es kommt +aus China, wo es Pe-tong = „weißes Kupfer“ heißt, und besteht nach +chinesischen Werken aus einer Legierung von Kupfer, viel Zinn (ein +Fünftel und mehr) und etwas Arsen, das den aus ihm angefertigten +Waffen tödliche Eigenschaften erteilen soll[4423]. -- +Zinn+, qasdîr, +qalî, anûk, maqad, weißes rasâs (Blei) genannt, halten viele für +ein aussätziges oder pockennarbiges Silber, so wie sie das Blei für +ein unfertiges und ungares Gold erklären[4424]. -- +Eisen+ wird aus +vielerlei Erzen gewonnen, vor allem aus Hämatit [Roteisenstein], dem +Chumâhan oder Kamâhen, von dem es mächtige Lager zwischen Nil und rotem +Meer gibt[4425]; das beste, namentlich für Schwerter geeignetste, kommt +aus Indien und China[4426]. Aus ungeheuren Eisenplatten verfertigte +~Alexander der Grosse~ die Mauer um die wilden Völker zu Magog +im äußersten Norden der Erde, ferner erbaute der persische König +~Sapor~ [241-272] einen Aquädukt, ruhend auf riesigen, eisernen, mit +„Bleizement“ vergossenen Säulen[4427]. Zu den größten Merkwürdigkeiten +gehört es, daß ein Stein, der Magnetstein, das Eisen anzieht und oft +das Doppelte seines eigenen Gewichtes festhält[4428]; noch gesteigert +wird seine Kraft durch Berührung mit Bocksblut, das auch sonst sehr +wunderbare Eigenschaften zeigt, denn nach dem Bestreichen damit werden +die Diamanten im Feuer schmelzbar, und kupferne (bronzene?) Waffen +verursachen tödliche Wunden[4429] -- +Ithmid+, das schwarze Antimon +[bald Spießglanz, bald metallisches Antimon], soll aus dem Kupfer in +Gegenwart zu vielen Schwefels entstehen und „verbrennt“ die meisten +anderen Metalle, selbst das Eisen[4430]. Das beste findet sich in +Ispahan, am Ebro, sowie in Andalusien, wo es mit zunehmendem Monde +wächst; eine Quelle bei Cadix liefert einmal im Jahre während einer +Woche geschmolzenes Blei und schwarzes Quecksilber, das zu schwarzem +Antimon erstarrt[4431]. -- +Zink+, das einige, wie angegeben, zu den 7 +Metallen zählen[4432], kommt einzig aus China, und niemand vermag zu +sagen, wie es dort hergestellt wird; es ist ein weißes Metall, gleicht +dem Zinn, hat aber einen dumpfen Klang und zeigt sich veränderlich, +indem es allmählich seine Farbe und Härte verliert[4433] [sich +oxydiert, zerfällt, ...]; seine persische Bezeichnung ist Isfidrûy, +d. i. weißes Kupfer, auch Sapîd-rûy, Isbidâri, Sbiadâr [wovon sich der +alte Name „Spiauter“ für Zink ableitet][4434]. + +Zu den wichtigsten Mineralien zählen: Pyrit und Markasit [Schwefelkies +u. dgl.], deren 7 Arten die 7 Metalle enthalten sollen, die man +aus ihnen gewinnen kann, indem man den gleichzeitig vorhandenen +vielen Schwefel abscheidet[4435]; die Magnesien, vor allem die der +Glasmacher [= Braunstein][4436]; der Asbest[4437]; der Salmiak, dessen +natürliche Sorten aus China, Persien und Ferghâna kommen, während man +ihn in Ägypten künstlich zu bereiten versteht[4438]; die Naphtha, +die weithin ausgeführt und u. a. von den koptischen Christen [in +Ägypten] nebst Pulver und sonstigen geeigneten Substanzen zur Feier +des Weihnachtsabendes angezündet und verbrannt wird[4439]. Manche +Arten Naphtha sind von Natur aus wasserhell und so flüchtig, daß man +sie nicht in offenen Gefäßen aufbewahren kann, andere werden aus einer +Art Erdpech erst in trüber und dunkler, dann aber durch nochmalige +Umarbeitung in klarer und weißer Beschaffenheit gewonnen, und zwar +„indem man sie wie Rosenwasser destilliert“[4440]. Letztere Kunst +wird hauptsächlich in Damaskus betrieben, und man bedient sich dabei +besonderer, oft in mehrstöckig aufgebaute Öfen, besser aber in Wasser- +oder Dampf-Bäder eingesetzter Gefäße aus Blei, Eisen oder Glas[4441]; +das richtig Überdestillierte [Übergeschwitzte; Schweiß = araq][4442] +ist von bester Beschaffenheit, dauernd haltbar und schön klar, so wie +man auch wieder vom Bergkrystall sagt, daß er „durchsichtig ist wie +reines destilliertes Wasser“[4443]. + +29. ~Alakfani~ (auch ~Ansari~ und ~Alsachawi~ genannt; gest. 1348). +Alkîmijâ ist die Kunst, den Metallen, die sämtlich nahe verwandt +und nur in kleinen Akzidentien verschieden sind, gewisse noch +erforderliche, sie ein wenig verändernde Eigenschaften zu erteilen +und so zur Erzeugung von Silber und Gold zu gelangen[4444]; dies +geschieht mit Hilfe des „geehrten Steines“ Aliksîr, der ganz wie die +Krankheiten und Schäden der Menschen auch die der Metalle heilt, +z. B. Aussätzigkeit, Epilepsie, Apoplexie, Verbrennungen, ..., und +sie hierdurch in Silber oder Gold überführt, -- ohne dabei selbst die +geringste Veränderung zu erleiden. Alle Mitteilungen der Alten über +seine Herstellung, für die auch die Einflüsse der Planeten (vor allem +des ~Hermes~) von Belang sind[4445], lauten undeutlich, dunkel und +rätselhaft und +mußten+ dies auch, da [technische] Schwierigkeit und +[moralische] Gefahr der Sache die größte Vorsicht bedingen. Notwendige +Materialien sind Schwefel und Quecksilber, als Grundlagen der Metalle, +sublimierter Zarnich [Arsenigsäure], der das Kupfer ebenso weißt +wie die Tûtijâ [Galmei u. dgl.], ferner gewisse Salze und Aschen, +pflanzliche und tierische Substanzen, sowie endlich unedle Metalle, +deren Menge nach bestimmten Gewichtsverhältnissen der Wage zu bemessen +ist[4446]. Deshalb heißt die Kîmijâ auch „Wissenschaft der Wage“, weil +allein mittels dieser die zur Gewinnung des Elixirs und der Edelmetalle +erforderlichen Mischungen nach vorgeschriebenem Gewicht oder Volum so +kombiniert werden können, daß ihr Gewicht und Volum dem des „Gesuchten“ +gleich ist; wie viel aber auf die richtigen Verhältnisse ankommt, +zeigt die Erfahrung, daß verschiedene Stoffe in einer Flüssigkeit +bald schwimmen, bald untersinken, bald eben nur die Oberfläche +berühren[4447]. + +Das Elixir fixiert auch das Quecksilber und verwandelt Krystall, +dessen schönste Sorte der arabische Bergkrystall ist[4448], in +Edelsteine[4449]; die wertvollsten von diesen sind der fleischfarbige +oder rötliche Korund (jaqût)[4450], die Perle (dschauhar)[4451] und der +Diamant, der auch aus Jemen, Cypern und Macedonien kommt (?), Stahl- +oder Silberglanz zeigt und ganz außerordentlich giftig ist[4452]. + +30. ~Ibn Khaldun~ (geb. 1332 in Tunis, gest. 1406 in Kairo; der +bekannte Historiker)[4453]. Die Alchemisten geben vor, ein aus +mineralischen, pflanzlichen oder tierischen Stoffen dargestelltes, +bald festes, bald flüssiges Präparat „Aliksîr“ zu besitzen, von dem +schon ein Körnchen oder ein Tropfen genügen soll, um 1000 Teile +der passend vorbehandelten „Körper“ des Kupfers oder Silbers mit +„Geist“ zu erfüllen und sie hierdurch, kraft einer erfolgenden +Fäulung, „Vermählung“ oder „Verbindung“, in reines Silber oder +Gold zu verwandeln[4454]. In Wirklichkeit gibt es aber eine +Alchemie ebensowenig wie eine Astrologie oder Magie, und es ist +gerade so vergeblich, sich mit ihren rätselhaften, unsinnigen und +unverständlichen Schriften und Vorschriften zu beschäftigen, wie +Astrologie oder Magie zu studieren[4455]: weder sind die Metalle +tatsächlich „nahe verwandt“ und „leicht ineinander verwandelbar“, noch +läßt sich ihr angeblich 1000 Jahre währendes „Reifen“ in der Natur +beweisen, nachahmen oder beschleunigen, auch gibt es keinen „Stein +der Weisen oder Alkîmijâ“, und er erzeugt daher auch nicht „einer +Hefe gleich aus wenigem Golde vieles“[4456]. Niemals hat die Alchemie +einen Erfolg gezeitigt, niemals hat sie einen Armen reich gemacht, +-- „~Abuʾlhasan~ blieb stets arm und schmutzig“, sagt bereits der +„Fihrist“[4457] --, und wie schon der arme ~Alfarabi~ sie verteidigte, +während der reiche ~Avicenna~ sie verwarf, so betreiben sie auch +jetzt noch die Bedürftigen und nicht etwa die Wohlhabenden[4458]. Die +Alchemisten waren und sind Lügner und Betrüger: sie wissen Kupfer +mit Quecksilber oder Sublimat wie Silber zu weißen, schlechten +Metallgemischen Goldglanz zu verleihen, kupfernen Schmuck auf allerlei +Weise mit dünnen Schichten Gold oder Silber zu überziehen und ihn für +echten auszugeben, und alle diese oder ähnliche Unterschleife führen +sie so geschickt aus, daß nur der ganz Erfahrene ihren Schlichen +entgehen kann. Endlich betreiben sie auch noch Falschmünzerei, in der +sich namentlich die Studierenden des Rechtes und der Theologie im +Maghreb (Nordwest-Afrika) hervortun, weshalb man dort nicht wenige der +Ertappten mit abgehauenen Händen umhergehen sieht[4459]. + +31. ~Abuʾlfadil~, im letzten Drittel des 16. Jahrhunderts, zur Zeit des +nordindischen Königs ~Akbar~, der ein Anhänger der Alchemie war und +selbst Gold erhalten zu haben glaubte[4460], macht einige Mitteilungen +über Metall-Legierungen und zählt unter diesen auf[4461]: a) Sefîdrûy, +aus Kupfer und Zinn, eine sehr helle Bronze[4462]; b) Kaulpatr (?), aus +Sefîdrûy mit mehr Kupfer; c) Rûy, aus Kupfer und Blei [weißem = Zinn?]; +d) Birindsch, aus Kupfer und Tûtijâ [Galmei, ...], d. i. Messing von +verschiedener Färbung; e) Sîm-i-Suchtah, aus Silber, Bronze und Blei; +f) Hescht-Dhât = „(aus) acht Sachen“, also ein Mischmetall aus acht +Bestandteilen; g) Haft-Dschôsch = aus Sieben oder Sieben-Geschmolzenes, +bestehend aus den 7 Metallen Tilâ (Gold), Nukra (Silber), Mis (Kupfer), +Ahan (Eisen), Surb (Blei), Qalî (Zinn) und Rûh-i-Tûtijâ, wörtlich +„Geist des Galmeis, Galmeigeist“, d. i. metallischem Zink. Mit +Haft-Dschosch identisch soll auch Tâliqûn sein, das indessen andere für +ein aus China kommendes und mit einem Giftstoff [Arsen?] versetztes +„siebenmal gekochtes Kupfer“ halten, und noch andere für eine besondere +Legierung aus Kupfer oder Eisen. + +32. (+Anhang+): +Die Erzählungen+ „1001 +Nacht+“. Diese +Erzählungen[4463] gehören zu den merkwürdigsten und eigenartigsten +Dokumenten der gesamten muslimischen Kulturgeschichte und erfordern +daher an dieser Stelle Berücksichtigung, obwohl man sie keineswegs +als ein einheitliches Werk ansehen kann, und nicht sowohl von ihren +Verfassern als von ihren Sammlern zu sprechen hat[4464]. Die Rahmenform +des Ganzen, aber auch mancherlei des Stoffes, ist zweifellos indischen +Ursprunges[4465]; in Persien waren die Märchen wohl mindestens +schon seit dem 8. Jahrhundert im Umlaufe, und dort lernten sie auch +die Araber kennen, bei denen sie aber noch im 10. Jahrhundert der +„Fihrist“ als „persische“ bezeichnet, und ~Almasʿudi~ unter persischem +Titel als die „1000 Erzählungen“ oder „1000 Nächte“ erwähnt, die +jedoch damals schon mit neuen, nachträglich eingeführten Geschichten +durchsetzt waren[4466]. Ein alter Grundstock reicht also vermutlich +bis in die abbasidische Frühzeit zurück, und Bagdad lieferte auch +die Hauptmenge der späteren Zutaten[4467]; ihre maßgebende Gestalt +erhielten jedoch die Erzählungen „1001 Nacht“, -- +dieser+ Name kommt +nicht vor dem 12. oder 13. Jahrhundert auf[4468] --, erst im Kairo der +Mamluken-Dynastie, also während des 13. Jahrhunderts[4469], und das +älteste erhaltene Manuskript der so neu geschaffenen Gestalt ist etwa +um 1350 niedergeschrieben[4470]. Weitere Umarbeitungen brachte die +Folgezeit, und zwar bis in das 18. Jahrhundert hinein[4471]. + +Da aus dem Werke selbst nur ganz vereinzelte feste Daten zu ersehen +sind[4472], so kann naturgemäß von chronologischer Sicherheit zumeist +keine Rede sein, immerhin ist aber, abgesehen von gewissen, schon +ihrem Inhalte nach leicht kenntlichen, späten Einschiebungen, der +weitaus größte Teil der Angaben sehr wertvoll und für die während der +Blütezeit des arabischen Reiches herrschenden Verhältnisse höchst +charakteristisch. + +Von Magie, Astrologie und Alchemie ist in „1001 Nacht“ so oft +und unter so mannigfaltigen Umständen die Rede, daß sich hieraus +ohne weiteres die ungeheure Rolle ersehen läßt, die diese +Geheimwissenschaften in sämtlichen Kreisen der muslimischen Welt +spielten. Sie werden als allerorten heimisch vorausgesetzt, da die +Menschen, durch die gefallenen Engel ~Harut~ und ~Marut~ einmal in +ihren Besitz gelangt[4473], sie überallhin verbreiteten; doch soll +Afrika, insbesondere Nordwest-Afrika, die gefährlichsten +Magier+ +und mächtigsten Zauberer besitzen, „berüchtigt ob ihrer unheilvollen +Kenntnisse“[4474]. + +Die +Astrologie+ mit ihren Theorien von den 7 in den Sphären kreisenden +Planeten, deren Auf- und Absteigen, Konstellationen und Aspekten, +Häusern und Ordnungen usf., ist von höchster Wichtigkeit für alle +öffentlichen und privaten Angelegenheiten[4475], u. a. auch für die +Erziehung der Kinder[4476] und für die Ausbildung der Ärzte[4477]; nur +ganz ausnahmsweise wird über sie gespottet, z. B. wenn eine Konjunktion +von ~Ares~ und ~Hermes~ den günstigen Augenblick zum Haarschneiden +gewährleisten soll[4478], in der Regel aber begegnen ihre Lehren und +alle an diese geknüpften Folgerungen der ernstlichsten Erörterung, wir +hören daher von silbernen und goldenen astrologischen Instrumenten +mit 7 Scheiben und zugehörigen geomantischen Tafeln[4479], von den +7 Farben der 7 Planeten[4480], von Seide in 7 Farben, den einzelnen +Tagen entsprechend[4481], von 7 Schlössern, aus Krystall, Marmor, +chinesischem Stahl, Edelsteinen, Porzellan, Silber, Gold[4482], u. dgl. +mehr. + +Die +Alchemie+ geht aus von den vier Elementen und vier Säften, denn +aus Wärme, Kälte, Feuchte und Trockenheit schuf Allah zunächst Feuer, +Luft, Wasser und Erde, die heiß und trocken, heiß und feucht, kalt +und feucht, kalt und trocken sind[4483], und aus denen alle übrigen +Dinge bestehen. Die Kunst, Silber und Gold zu machen, ist die Chemie +oder „natürliche Magie“[4484]; sie steht in enger Verbindung mit +der Astrologie[4485] und ist niedergelegt in den Büchern, die da +handeln von den Eigenschaften der Mineralien, Steine und Kräuter, von +Zaubereien und Talismanen, Giften und Gegengiften, vom Schneiden und +Fassen der Edelsteine, usf.[4486]. Wer sie beherrscht, kann nach dem +rechten Rezepte für 10000 Dinare Gold herstellen, ja selbst auf einmal +1000 Drachmen [7½ Pfunde] Silber oder 10 Pfunde Kupfer ohne weiteres in +feines Gold verwandeln, wozu er nicht mehr als eine halbe oder ganze +Drachme des „gelben Kohols“ [= goldgelben Streupulvers] gebrauchen +wird, das auch Scheidepulver oder Elixir heißt[4487]. Man erzählt +hierüber, daß auf einer Zauberinsel goldgelbe, nachts leuchtende Blüten +wachsen, die bei Sonnenaufgang abfallen, vom Winde unter die Felsen +geweht werden und dort zu Elixir eintrocknen, das die Menschen sammeln +und zur Kunst des Goldmachens gebrauchen[4488]; diese ist jedoch des +Betruges und Schwindels wegen verboten, und die sie betreiben, werden +mit dem Tode bestraft[4489]. Manche erklären übrigens, es gebe in +Wahrheit nur ein einziges +wirkliches+ Elixir, nämlich +jenes+ flüssige +Gold der Weisen, das man in Bechern abmessen könne, den Wein[4490]. +Hingegen versichern andere[4491], die eigentlichen alchemistischen +Regeln, diese „Wunder der Kunst“, fänden sich samt den Annalen der +alten ägyptischen Priester auf Syenittafeln verzeichnet, die nebst +Götzenbildern und Figuren, Inschriften, Geräten, Waffen, Schätzen, +Vasen voll Edelsteinen, Gefäßen aus Krystall und aus „biegsamem“ +[unzerbrechlichem] Glase, Heiltränken usf., im Innern der Pyramiden +verborgen seien; der Khalif ~Almamun~ versuchte deshalb (um 810) die +größte Pyramide zu öffnen, jedoch ohne Erfolg[4492]. + +Aus +Kupfer+ bestehen rote, prächtig polierte Palasttüren, Türbeschläge +und Türringe[4493], große Schalen und Kochgeschirre[4494], +Lampen[4495], Waffen[4496], Zaubergeräte[4497] und Statuen[4498]; aus ++Messing+, „gelbem Kupfer“, „goldgleichem Kupfer“, „andalusischem +gelbem Kupfer im Werte des Goldes“[4499], Statuen und Löwen[4500], +Türen und Türringe[4501], Beschläge von Türen und Fußböden[4502], +Gitterfenster und Bänke[4503], Kessel, Schüsseln und Gefäße[4504], +Ketten, Ringe, Klappern und Schellen[4505], Stifte, um in Sand, und +Federn, um mit Tinte (auch mit azurblauer) zu schreiben[4506], die +gurken- und kürbisförmigen Flaschen, in die König ~Salomon~ die bösen +Geister verschloß und einsiegelte[4507], sowie die gewaltige sagenhafte +„Messing-Stadt“[4508]; aus +Bronze+ Dächer von Pagoden[4509], Gefäße +und Krüge[4510], Zauberruten (die man auch aus je einem Vierteil +Kupfer, Bronze, Eisen und Stahl zusammensetzt)[4511] und der aus +bronzeartigem Mischmetall gegossene Zauberspiegel König ~Salomons~, der +dem Hineinblickenden alles zeigt, was sich in den 7 Klimaten der Welt +begibt[4512]. + ++Blei+, dessen Scheiben so groß wie Brotlaibe sind[4513], dient zum +Vergießen der Fundamente mächtiger Gebäude, z. B. der Pyramiden[4514], +zur Anfertigung der todbringenden Pfeile, Fluchtafeln und Wundersiegel, +z. B. jener des Königs ~Salomon~[4515], und besitzt die Kraft, +Diamanten zu teilen und zu zerbrechen[4516]. -- Weißes Blei oder +Zinn+ +findet sich nach den Berichten des Seefahrers ~Sindbad~ [spätestens +gegen 800] in den „Blei“-Minen der ostindischen Insel Qalah[4517], +gleicht dem Silber, weshalb man auch das Pferdegeschirr verzinnt[4518], +Zinn und Messing dem Silber und Gold unterschiebt[4519] und anscheinend +übergoldetes Zinn oder Kupfer für echtes Gold ausgibt[4520]. + ++Eisen+ wird geschmiedet und gegossen, so daß riesige Stadtmauern +geschmolzenen Eisenmassen gleichen[4521]; ein wunderbarer Stein, der +Magnet, der im indischen Meere einen ganzen Berg bildet, zieht es an +und hält es fest[4522]. Das härteste Eisen, das mit dem Feuerstein +Funken gibt[4523], ist der Stahl, von dem Indien und China die +besten Sorten liefern, namentlich auch den glänzend blanken und den +„gewässerten“ [damascierten][4524]; man macht aus ihm Stäbe und Keulen +von 1 bis 2½ Zentnern Schwere[4525], Türen und Schlösser[4526], Dolche +und Schwerter[4527], Steigbügel[4528] usf. + ++Quecksilber+ (zîbak) ist äußerst beweglich, und der hurtige Läufer +~ʿAli Zibak~ trägt daher seinen Namen[4529]; es ist ein gutes +Augen-Heilmittel, wirkt [als Sublimat] konservierend[4530] und dient +[als Zinnober] zur Herstellung von Malerfarbe und Farbe für rote +Schrift[4531]. + ++Antimon+ oder +Kohol+ [ein feines Pulver aus Antimon- oder Bleiglanz] +wird an sehr zahlreichen Stellen zum Umrändern der Augen und als +Augenschminke empfohlen, um so mehr als es auch die Sehkraft stärkt +und vor dem „bösen Blicke“ schützt[4532], weshalb Vornehme es in einem +Silber-Büchschen (nebst dem zum Auftragen dienenden Silberstifte) stets +an einer Kette um den Hals zu tragen pflegen[4533]; auch bildlich ist +die Rede vom „Kohol des Blickes“; gelber und roter Kohol findet sich +ebenfalls erwähnt[4534]. + +Gelbes +Arsen+ [Auripigment] nebst Kalk dient als zuverlässig wirkendes +Enthaarungsmittel[4535]. + + —————————— + +Ein Rückblick auf die in den letzten Abschnitten besprochene +Litteratur läßt erkennen, daß weder Syrer noch Araber die eigentliche +Alchemie auch nur um einen einzigen neuen oder originellen Gedanken +bereicherten. Sämtliche angeführten Autoren (denen zweifellos noch +viele andere anzureihen wären), mögen sie nun Freunde oder Gegner +der Alchemie sein, -- und an diesen hat es schon von Anfang an nicht +gefehlt --, zehren ausschließlich von der Hinterlassenschaft ihrer +hellenistischen Vorfahren; sie halten fest, was diese überlieferten, +verbreitern und vergröbern die verstandenen Ideen, entstellen und +verzerren die unverstandenen, erheben sich aber nirgendwo im geringsten +über die hergebrachten Dogmen, die ihnen vielmehr, als geheiligt durch +die „großen Autoritäten“ der Vergangenheit, unverbrüchlich feststehen. +Entgegen früheren Anschauungen ist daher, wie in nicht wenigen anderen +Punkten so auch hier, die Rolle der Araber so gut wie ausschließlich +eine empfangende und vermittelnde, -- durch welche Einsicht jedoch der +Anerkennung ihrer ganz außerordentlichen Wichtigkeit keinerlei Abbruch +geschehen soll. + + +Anhang. + +Des Zusammenhanges wegen seien an dieser Stelle noch die Schicksale der +Alchemie in einigen dem islamischen Kulturkreise zugehörigen Ländern +berührt, jedoch nur in aller Kürze, da nirgendwo neue Gesichtspunkte +auftauchen oder Ansätze zu weiterer Entwicklung hervortreten. + +In +Persien+ besaßen und besitzen die eigentlichen Parsen keinerlei +Bücher, die der Magie und Zauberei oder deren Nebenzweigen gewidmet +wären, da ihre Religion diese durchaus verbietet, und schon ~Zoroaster~ +als erbitterter Feind alles derartigen Wesens bezeichnet wird[4536]; +zudem ist die Ausübung der Chemie noch besonders untersagt, weil sie +eine Verunreinigung des geheiligten Feuers bedingt[4537]. Wenn also +~Zosimos~, ~Synesios~ und andere griechische Autoren, und diesen +folgend wieder die Verfasser der syrischen Manuskripte, den ~Zoroaster~ +teils allein, teils zusammen mit ~Ostanes~, ~Sophar~, ~Osron~ usf. als +alchemistische Autoritäten zitieren und außerdem allerlei „persische“ +Schriften, Vorschriften und Präparate anführen, und wenn ~Alnadim~ +im Fihrist berichtet, daß einige den Ursprung der Alchemie nach +Persien verlegen, so walten hierbei entweder bewußte, gewissen Zwecken +dienliche Unterschiebungen ob; oder es werden (aus ähnlichen Gründen) +alchemistische Verfahren zusammengeworfen mit metallurgischen, deren +die Perser seit altersher manche ganz treffliche besaßen; oder endlich +es handelt sich um die so häufige, aber irrtümliche Bezeichnung der +Babylonier (Chaldäer) als „Perser“. Diese erklärt sich, wie bereits +weiter oben erwähnt, aus den politischen Verhältnissen, bezüglich derer +nochmals daran erinnert sei, daß die Perser im babylonischen Reiche, +wie nach der ersten Eroberung durch ~Cyrus~ so auch späterhin, stets +nur eine ganz dünne Oberschicht bildeten, und zwar die Herrschermacht +in Händen hatten, auf Sitten und Gebräuche, Glauben und Aberglauben +der großen Masse der Bevölkerung aber keinen maßgebenden Einfluß +ausübten und umgekehrt einen solchen auch nur in beschränktem Umfange +und sehr allmählich erfuhren. Anfänge alchemistischer Bestrebungen +traten daher in Persien wohl erst durch syrische und nestorianische +Vermittlung zutage, während alchemistische Schriften nicht vor der Zeit +tiefgreifender Umwälzung durch die arabische Eroberung abgefaßt wurden, +dann aber, soweit bekannt, ausschließlich seitens arabisch schreibender +Perser oder Syrer, also nicht in persischer Sprache, sondern in +arabischer. + +Dafür aber, daß einige Jahrhunderte genügten, um auch den persischen +Geist gänzlich mit alchemistischen und astrologischen Anschauungen zu +durchdringen, zeugt das gegen 1000 vollendete persische Nationalepos, +das „Königsbuch“ (Schâh-Nâmeh), dessen Verfasser, ~Firdusi~ (= der +Paradiesische), übrigens für seine Person dem Aberglauben freien +Geistes gegenübersteht. Schon weiter oben wurde angeführt, daß er die +Chemie und ihr Elixir erwähnt und daß ihm ein Herz „voll Kîmijâ“ ein +Herz „voll Falschheit“ ist; er kennt auch die vier Elemente und sagt +von ihnen[4538]: + + „Durch Mischung von Feuer, von Wasser, von Erd’ + Und von Luft, wird das Antlitz der Welt verklärt.“ + + „Wer die vier Grundstoffe verband, + Nahm mit Mannheit die Welt in die Hand.“ + +Von den Astrologen und ihren Auslegungen der Planeten-Tafeln und +-Kreise, sowie des mit den Bildern der sieben Planeten geschmückten +„Weltenbechers“, der Gegenwart und Zukunft anzeigt[4539], hat er jedoch +keine günstige Meinung[4540]; es heißt über sie: + + „Vor jedem Schâh ein Sterndeuter stand, + Voll Gedanken, Sterntafeln zur Hand; + Nach dem Geheimnis spähten sie, + Wem die Sphär’ ihre Gunst verlieh? + Die Sterne schauten zu den Scharen, + Und die Sterndeuter ratlos waren[4541],“ + +und über ihren Auftraggeber, den Schâh: + + „Nicht wußt’ er: es ist kein Verlaß auf die Kreise, + Der Sterne sind viel, doch Gott nur ist weise[4542].“ + +Bei den Dichtern der Folgezeit sind chemische, alchemistische +und astrologische Anspielungen etwas Alltägliches und geradezu +Unentbehrliches, daher offenbar auch dem Leserkreise durchaus +Geläufiges; so sagt schon ~ʿOmar Alkhajjam~ (um 1100, der berühmte +Mathematiker)[4543]: + + „Die Traube kann mit ihrem Saft + Der Weisen Zweifel widerlegen: + Sie ist’s, die reines Gold, -- Heil ihr und Segen! --, + Aus dieses Lebens schlechtem Kupfer schafft.“ + + „Der Traube Saft wird Deine Unruh’ bändigen, + Und den Streit der Weisen beendigen: + Trink +einen+ Krug dieser Alchemie[4544], + +Tausend+ Gebrechen heilet sie,“ + +und bei ~Saʿdi~ (1184-1286) finden sich in einem „Alchemie“ +überschriebenen Gedichte des „Bostan“ (Fruchtgartens) folgende Verse: + + „Du hast ja wohl gehört, daß vormals Staub und Sand + Zu Gold und Silber ward in eines Frommen Hand[4545].“ + + „Willst Du erreichen, hab’ zum Suchen Kraft + Wie der Adept, der rastlos hoffend schafft + Und Haufen Goldes wandelt um in Erde, + Daß ihm, aus Erde, Golds ein Körnlein werde[4546].“ + +Ferner: + + „Schwarzes Metall, mit Gold überfangen, + Zum Tiegel der Schmelze gebracht, + Wird anders daraus hervorgelangen, + Als die Leute gedacht[4547].“ + + „Bist Du ein heller Edelstein, so sei + Doch härter nicht als Diamanten: + So hart sie sind, sie fügen sich dem Blei, + Das weich ist und doch abschleift ihre Kanten[4548].“ + +Bei dem tiefsinnigen Mystiker ~Dschelaleddin Rumi~ (1204-1273) ist +„Kîmijâ“ das Elixir, das, wie unedle Metalle in edle, so Unwissenheit, +Unglauben und Empörung des Menschenherzens in Weisheit, Glauben und +Gehorsam umsetzt und dem Frommen durch Gottes Gnade zu Teil wird: + + „An Gottes Zauberkraft reicht die der Menschen nie, + Noch ihre Alchemie an seine Alchemie[4549].“ + + „Gottergebnen wird aus Staub lautres Gold gewährt, + Sündern aber sich zu Staub lautres Gold verkehrt. + Falsches Gold auch gibt oft Gott; soll echt sich’s weisen + In der Flamme Glut, so bleibt nur schwarzes Eisen[4550].“ + +Ein ungenannter Dichter der nämlichen Zeit schreibt: + + „Gott goß in Dich Vernunft als Leitung zu den Sternen, + Wie in das Feuer Licht und in den Moschus Duft; + Willst Du die Wissenschaft, den Glauben kennen lernen, + So hör’ die Stimme, die aus sieben Minen ruft: + Der Kopf sei heller Stahl, das Herz sei Gold gediegen, + Sitz’ fest wie schweres Blei, die Brust sei glänzend Erz, + Zur Lende soll sich Zinn, zum Fuß Quecksilber schmiegen, + Und silbern sei die Hand des Manns von Kopf und Herz[4551].“ + +Die Hofpoeten preisen den Schâh[4552], „der als Himmelsschreiber den +Merkur bestellt hat“, der Blei in Gold zu verwandeln und den Stein der +Weisen zu bereiten weiß, während ~Ibn Jamin~ (gest. 1344) diesen nicht +durch das Tun des Fürsten verwirklicht sieht, sondern durch das des +Ackerbauers[4553]: + + „Das, was Du sätest, blüht Dir auch empor: + Der Stein der Weisen ist kein Werk der Kunst, + Zur Erde wirf’ Dich, birgt ihn doch +ihr+ Flor.“ + + „Alchemie, das Werk der Nacht, leitet ins Verderben, + Weil es mehr verlieren macht, als es macht erwerben. + Willst Du wahre Alchemie, deren ganzen Segen + Reicht kein irdisches Genie würdig zu erwägen: + Bauer sei und schlichten Sinns pflüge Deine Erde, + Daß, was Fülle des Gewinns, offenbar Dir werde. + Welchem Grund, wie ihr, entspringt Überfluß, der wundert? + Wo, wie in der Erde, bringt +Eines+ siebenhundert?“ + +~Hafis~ (gest. 1389) verkündigt: + + „Sieh’, der Chemiker der Liebe wird des Körpers Staub behandeln, + Wird ihn, wär’ er noch so bleiern, doch in reines Gold + verwandeln[4554].“ + + „Freue Dich des Weines! Dieser Alchemist + Macht, daß gleich dem König reich der Bettler ist[4555].“ + + „Dem Dürft’gen gilt oft schon allein + Die Bitte für des Weisen Stein[4556].“ + + „Dein Glück wird jeder, der Dich kennt, gar höchlich preisen: + Du hast in Dir das Element des Steins der Weisen[4557],“ + +auch verspricht er den Berufenen die Schätze der Sphären: + + „Dient Saturn Dir doch, der Neger, + Und der Himmel ist Dein Sklave,“ + +wobei Saturn „Neger“ heißt, weil er auch ein schwarzer böser Dämon +~Zuhal~ ist und als solcher der Schutzherr aller Räuber, Betrüger, +Schatzgräber und ähnlicher zweifelhafter Gestalten[4558]. Unter +diesem Namen erwähnt ihn auch ~Dschami~ (1414-1492) gelegentlich der +Himmelfahrt ~Muhammeds~ durch die sieben Sphären in „~Jusuf~ und +~Suleikha~“[4559], wo er auch sagt[4560]: + + „Was frommt’s, daß +Der+ ein Alchemiste heißt, + Kann er vergolden nicht den +eignen+ Geist?“ + + „Mache, daß Dein Blick einmal mich Armen auch berühre, + Deines Blickes Elixir mich zum Reichtum führe.“ + +Daß ~Dschami~ der 7, in den Farben der 7 Planeten prangenden, für je +einen Tag der Woche bestimmten Paläste gedenkt[4561], ist schon weiter +oben angeführt worden; oft spricht er auch von den 4 Elementen, deren +Beinamen geradezu unzählige sind, z. B. die 4 Arten, Badeöfen, Drachen, +Fußdecken, Geier, Genossen, Gewölbe, Kinder, Lastträger, Lehrer, +Mütter, Nägel, Perlen, Pfeiler, Polster, Saiten, Säulen, Schnüre, +Steuermänner, Wurzeln[4562]. + +Im eigentlichen +Arabien+ blieb, wie die Angaben ~Snouck-Hurgronjes~ +aus dem Ende des vorigen Jahrhunderts zeigen[4563], die Alchemie +während des ganzen Mittelalters bis in die neueste Zeit hinein +lebendig, und zwar in ziemlich unveränderter Gestalt[4564]; das +nämliche gilt für +Ägypten+, wo ~Vansleb~ noch 1700 in Siut an 360 +Derwische antraf, bemüht, durch Magie die Metalle zu transmutieren, +besonders mittels Quecksilbers, das sie als „Substanz“ bei sich +zu führen pflegten, und überzeugt, daß in den Pyramiden ungeheure +Schätze verborgen seien[4565]. Auch in den Küstenländern Nord- und +Nordwest-Afrikas (Maghrebs), unter denen +Marokko+ seine Blüte zur +Zeit der Almohaden (etwa 1150-1200) erlangte, und in die schon die +Erzählungen „1001 Nacht“ die gefährlichsten Zauberer und mächtigsten +Magier versetzen, erfreute sich die Alchemie fast seit Beginn der +arabischen Eroberung unausgesetzter und eifriger Pflege. Der aus +Tunis gebürtige ~Ibn Khaldun~ (1332-1406) eiferte zwar, wie weiter +oben berichtet wurde, nach Kräften gegen die Schwindeleien und +Betrügereien der Alchemisten, die er namentlich auch der Münzfälschung +beschuldigte, aber seine Stimme verhallte ungehört, und noch anderthalb +Jahrhunderte später erzählt der sog. ~Leo Africanus~ (gest. 1526) in +seiner „Beschreibung Afrikas“[4566]: „In der Stadt Fez gibt es eine +Unmenge Alchemisten, die sich ganz ungeheuer um diese eitelste aller +Künste bemühen; es sind das völlig verdummte Menschen, die sich mit +Schwefel und anderen stinkenden Sachen zu tun machen; des Abends +pflegen sie regelmäßig in einer Moschee auf einer Anhöhe zusammen zu +kommen und über ihre unsinnigen Lehren zu disputieren.... Es gibt ihrer +zwei Arten, die einen suchen nämlich nach dem Elixir, das Kupfer und +Metalle tingieren soll, die anderen aber betreiben die ‚Vermehrung‘ +(multiplicatio) der Metalle vermöge geeigneter Vermischungen. +Gewöhnlich läuft alles auf Falschmünzerei hinaus, daher sieht man +in Fez die meisten dieser Leute mit [zur Strafe] abgehauener Hand +herumlaufen.“ + +Über das Treiben der Alchemisten in Fez und Tanger zu Beginn des +17. Jahrhunderts berichtet der englische Kapitän ~Parry~[4567], und +ausgestorben ist die Alchemie in Nord- und Nordwest-Afrika auch während +der seither vergangenen drei Jahrhunderte nicht; „noch heute, -- so +sagt ~Doutté~ mit Recht[4568] --, beherrscht der Zauberglaube der +ausgehenden Antike die gesamte islamische Welt“. + + +6. Die Alchemie in Indien und Tibet. + ++Noch+ weniger weit als die Erforschung der naturwissenschaftlichen +arabischen Litteratur ist die der indischen fortgeschritten, auch +bestehen auf diesem Gebiete ganz eigenartige Schwierigkeiten +allgemeiner und besonderer Natur, die bisher nur zum kleinsten Teile +behoben werden konnten. Die erste ist der dem indischen Geiste +eingeborene völlige Mangel an chronologischem Sinne, der u. a. auch +in dem fast gänzlichen Fehlen einheimischer Geschichtschreiber oder +Annalisten zutage tritt. Die zweite die eigentümliche Art der Abfassung +indischer Werke, die, um einen der Botanik entlehnten Ausdruck zu +gebrauchen, durch Intussuszeption wachsen, d. h. neue Materialien ohne +weiteres und immer wieder mit in ihren alten Bestand aufnehmen oder +einlagern, wodurch dann unübersichtliche und unentwirrbare Gebilde +entstehen, wahre Ineinander-Schachtelungen der mannigfaltigsten, oft um +ein halbes Jahrtausend und mehr an Alter verschiedenen Einzelheiten. +Die dritte endlich die Neigung, das Alter der vorhandenen Schriften +und ihres gesamten Inhaltes in eine möglichst entlegene Vergangenheit +hinaufzurücken, -- ein Bestreben, das bei den einheimischen Autoren +begreiflich und verzeihlich sein mag[4569], dem aber, selbst +noch neuestens, auch europäische Gelehrte (z. B. ~G. Oppert~) +stattgaben, namentlich auf dem ihnen häufig nicht genügend vertrauten +naturwissenschaftlichen Gebiete. Infolge dieser Umstände bleibt es +bei vielen Quellenschriften dahingestellt, ob sie überhaupt zur +angenommenen Zeit verfaßt wurden, ob sie, wenn dies zutrifft, seither +frei von weitgehenden Einschiebungen blieben, und ob, wenn auch dies +der Fall ist, die vorausgesetzte Bedeutung der Fachworte als richtige +und mit der ursprünglichen noch übereinstimmende angesehen werden +darf. Diese Fragen vermag die Wissenschaft derzeit in vielen Fällen +gar nicht, in anderen nur mit großer Zurückhaltung zu beantworten, und +demgemäß ist auch der Wert der im nachstehenden gegebenen Darlegungen +nach mehr als einer Richtung hin nur mit aller Vorsicht einzuschätzen. + +Die früher weitverbreitete Ansicht, die nach dem Süden einwandernden +Inder hätten schon zur Zeit der Entstehung ihrer heiligen Gesänge, der +Veden (etwa zwischen 1600 und 1000 v. Chr.), die Planeten verehrt und +ihre Siebenzahl mit der der Metalle in Verbindung gebracht, hat sich +längst als vollkommen irrtümlich erwiesen. In den +älteren+ Teilen der +Veden werden zwar Sonne und Mond oft zusammen genannt, auch gemeinsam +mit den Sternen als himmlische Feuer bezeichnet, besondere Erwähnungen +der Planeten und einer Gesamtheit von 5 Wandelsternen oder 7 Planeten +fehlen jedoch[4570]; von Siebenheiten, z. B. der großen Götter, der +Jungfrauen, der Töne, der Ströme, der Schritte usf. ist zwar zuweilen +die Rede[4571], doch haftet diesem Begriffe, der einem festen Rahmen +gleich benützt und ausgefüllt wird, sichtlich etwas Fremdes an, so +daß er wohl von außen übernommen wurde und vermutlich, ebenso wie +gewisse Spuren im vedischen Kalender, auf babylonische Einflüsse +hinweist[4572]. Was die Metalle anbelangt, so gilt allein das Gold, -- +wie aus naheliegenden Gründen bei so vielen Völkern der ganzen Erde +--, als Symbol der Sonne, ferner auch als wesensgleich mit dem Gotte +des Feuers ~Agni~ und als entstanden aus dessen Samen, der sich, in +die Wässer ergossen, zu dem Golde umwandelte, das die Flüsse mit sich +führen[4573]. Erst in +jüngeren+ Abteilungen der Veden, besonders im +Atharva-Veda, lassen sich manche Stellen, wenngleich keineswegs mit +Sicherheit, als Hinweise auf 5 oder 7 Planeten auffassen[4574], und +zu den unzähligen (zum Teil auf sehr alte Grundlagen zurückgehenden) +abergläubischen Bemerkungen, die daselbst vorgetragen werden, zählen +auch die, daß Gold ein kräftiges Amulett sei und das Leben verlängere, +Blei aber vor der Macht der Zauberei schütze[4575]. + +Im Laufe der Periode zwischen etwa 1000 und 500 v. Chr., jener der +„Upanischaden“ (= „Verehrungen“, d. s. im wesentlichen Erläuterungen +und Erklärungen der vedischen Texte)[4576], werden anfänglich die 5 +Planeten selbst des näheren bekannt, während betreff ihrer Bewegungen +noch große Unsicherheit herrscht; weiterhin machen sich, soweit die +noch höchst unzureichenden Untersuchungen ersehen lassen, astrologische +Vorstellungen über ihre Einflüsse geltend und zwar ganz in Form der +auch in Griechenland bekannten spätbabylonischen (chaldäischen)[4577]; +schließlich finden sich die Unregelmäßigkeiten der Bahnen gewissen +„Formen der Zeit“ genannten, geistigen Wesen zugeschrieben, die +die Planeten an Seilen aus Luft hinter sich herziehen[4578]. Als +Zahl der Planeten geben diese spätesten Texte 9 an, indem sie den 7 +bekannten (u. a. ~Çukra~ = ~Venus~, ’~Cani~ = ~Saturn~) noch ~Rahu~ +und ~Ketu~ beifügen, „Kopf und Schwanz des Drachen“, d. s. die (wohl +wegen ihrer Rolle bei den Verfinsterungen) materiell gedachten sog. +auf- und absteigenden Knoten der Mondbahn[4579]. Von Metallen werden +u. a. das rote (rohita) Kupfer und das schwarze (trishna) Eisen +genannt, auch zusammen mit dem weißen (çukla) Ton in Gleichnissen +aufgeführt[4580]; aber nur vom Golde heißt es, daß sich im Innern +der Sonne ein goldener Mann befinde[4581], und daß Gold den Keim +des Welteneies bilde, dem sich späterhin auch zwei Schalen aus Gold +und Silber zugeschrieben finden[4582]. Sonne und Mond bestehen im +übrigen aus Feuer, Wasser und Erde[4583], also aus dreien der fünf +Elemente, die man gegen Ende dieser Periode schon ganz allgemein +annimmt, und zwar in der Reihenfolge Äther, Wind (Luft), Feuer, +Wasser, Erde[4584]. Ein Zusammenhang zwischen der indischen, sehr +ausführlichen Elementenlehre[4585] und der griechischen erscheint, +entgegen ehemaligen Voraussetzungen, weder nachweisbar noch +wahrscheinlich, um so mehr als die griechische Theorie vermutlich +bedeutend weiter zurückreicht und auch eine andere Reihenfolge der +Elemente einhält, nämlich Äther, Feuer, Luft, Wasser, Erde[4586]; die +Frage, ob vielleicht beide Lehren von dritter Seite aus beeinflußt +wurden, etwa von persischer[4587], läßt sich derzeit nicht entscheiden. +Als ursprüngliches und grundlegendes Element wird der in den +Upanischaden oft erwähnte Äther (âkâça) angesehen[4588], zugleich aber +auch in vieler Hinsicht mit dem endlosen Raume identifiziert, der +„allgegenwärtig“ und „von der feinsten Substanz des Äthers erfüllt +ist“[4589]: „Aus dem Âkâça (Äther, Raum) entspringt der Wind, aus ihm +das Feuer, aus ihm das Wasser, aus ihm die Erde“[4590]. Dies ist die +„fünffache Wesensschar“[4591], die Schar der fünf „grobstofflichen +Elemente“ (Mahabhûta), so genannt, weil ihnen oft auch fünf +„feinstoffliche“ (Tanmâtra) als Grundsubstanzen von Schall, Gefühl, +Farbe, Geruch und Geschmack gegenübergestellt werden[4592] [also eine +Art Imponderabilien]; solche genaue Unterscheidungen sind keineswegs +gleichgültig, denn nicht minder wie die Gestalt ist auch der Name +jeglichen Dinges ein eigentliches und bedeutsames Stück seines Wesens, +dessen Realität sich schon in der erfolgreichen Verwendung zu Zwecken +der Zauberei sichtlich und ganz offenbar zu erkennen gibt[4593]. + +Die Theorien der jüngsten, nachvedischen Periode (etwa von 500 +v. Chr. bis 1500 n. Chr.)[4594] verbreiten sich ausführlich über die +gegenseitigen Umwandlungen der Elemente, vom Äther bis zur Erde bei +Bildung und Entstehung, von der Erde bis zum Äther bei Vernichtung und +Auflösung der Welt[4595], sowie über das Hervorgehen der Einzeldinge +und Lebewesen aus den Elementen[4596]. Aber auch andere, von den +vedischen unabhängige Schulen, die in ihren Anfängen zum Teil bis +in die vorhergehende Periode zurückreichen mögen und sich später +gleichzeitig und nebeneinander weiterentwickeln, halten an der Lehre +von den Elementen fest[4597]. Die „rationelle“ Sâmkhya-Philosophie +(Sâmkhya = Zahl), als deren angeblicher Begründer der völlig +mythische ~Kapila~ gilt[4598], und die nach ~Oldenberg~, entgegen +~Deussen~[4599], schon vorbuddhistischen Ursprunges ist[4600], setzt +seit jeher die 5 Elemente Äther (âkâça), Feuer, Luft, Wasser und Erde +voraus[4601]. Den zahlreichen Kommentaren gemäß, deren letzte erst +dem 16. Jahrhundert angehören[4602], nimmt sie eine Urmaterie an, +die zwar einheitlich und unteilbar ist, zugleich aber „so wie der +einheitliche Wald aus Bäumen“ aus drei Komponenten besteht und sich so +lange nicht verändert, als alle drei in ursprünglichem Gleichgewichte +verharren; sobald dieses aber „durch magnetartige, Erschütterung +bewirkende Triebe“ gestört wird, bilden sich in erster Linie die fünf +„groben“ Elemente und sodann, indem diese sich nach verschiedenen +Mengen und Arten mischen, die sämtlichen Einzelstoffe der Welt[4603], +ungefähr ebenso, wie aus dem gelben Farbstoffe der „gelben Wurzel“ +[Kurkuma] durch Einwirkung von Kalk ein neuer roter hervorgeht[4604]. +-- Bei den Buddhisten und schon bei ~Buddha~ selbst, der um 480 +v. Chr. starb, ist von den 4 Elementen die Rede[4605], zuweilen +auch von 5, wobei der Äther, oder von 6, wobei das Bewußtsein mit +eingeschlossen ist[4606], niemals aber, wie man wohl behauptet hat, +von 7, die angeblich in Zusammenhang mit den 7 Planeten und Metallen +stehen sollten; die Siebenzahl als solche ist jedoch ~Buddha~ nicht +unbekannt, wie z. B. die Gleichnisrede von den 7 Arten der Frauen +bezeugt[4607]. -- Auch in den Systemen der Jainas[4608], des ~Gotama~ +[4609] und vieler anderer[4610], spielen die Elemente eine wichtige +Rolle, und zur einfachen Theorie der Elemente gesellt sich die der +Atome und Atom-Aggregate, die der Sâmkhya-Philosophie noch fehlt[4611], +den jüngeren Buddhisten und Jainas bereits geläufig ist[4612], ihre +ausführliche Entwicklung aber erst im „Vaiçeshikam-System“ fand, dessen +Urheber der im übrigen gänzlich unbekannte ~Kanada~ sein soll[4613]. +Der eingehenden Darstellung zufolge, die ~Anambhatta~ zwar erst im +17. Jahrhundert, jedoch auf Grund der besten und ältesten Quellen +gab[4614], treten nach ~Kanada~ zwar nicht der alldurchdringende Äther, +der durchaus einheitlich, unendlich, ewig und sinnlich unwahrnehmbar +ist, wohl aber Luft, Feuer, Wasser, Erde (einzeln oder zueinander +gesellt), in Form veränderlicher und vergänglicher Aggregate auf, +-- so z. B. ist das Gold nach einigen reines, nach anderen mit Erde +vermischtes, festgewordenes Feuer[4615] --, in letzter Linie bestehen +sie aber aus ewigen und unvergänglichen Atomen (paramânu). Abweichend +von jenen der griechischen Philosophie sind diese sämtlich kugelförmig, +gleich groß, nämlich sechsmal kleiner als das kleinste wahrnehmbare +Sonnenstäubchen, mit bestimmten Qualitäten behaftet, sowie mit der +Fähigkeit ausgestattet, sich zu je zweien aneinander zu lagern und +hierdurch kleine Aggregate zu bilden, die sich dann weiter zu größeren +und ganz großen vereinigen können[4616]. Diese Lehre von den doppelten, +dreifachen, vierfachen Atomen usf. ist schon bei ~Kanada~ eine +keineswegs leicht verständliche[4617], wird aber in späterer Zeit und +durch die jüngeren Schulen auf äußerst verwickelte Voraussetzungen hin +noch weiter ausgebaut; sie schwankt dann oft in gänzlich unklarer Weise +zwischen eigentlich atomistischen und mehr korpuskularen Anschauungen +hin und her[4618]. + +Wie zahlreichen Völkern der alten und neuen Welt, so schwebte auch den +Indern als höchstes Gut ein langes Leben in Gesundheit und Wohlstand +vor, und demgemäß fehlte es auch bei ihnen niemals an Leuten, die +da versicherten, den rechten Weg zu diesem schönen Ziele weisen zu +können und, -- sei es vermöge Frömmigkeit oder Zauberei --, in Besitz +der zu seiner Erreichung erforderlichen Mittel gelangt zu sein. +Daß als solche eigentlich alchemistische und auch nach bekannten +alchemistischen Methoden dargestellte Elixire in Frage kämen, und daß +diese schon in den frühesten medizinischen Werken Indiens abgehandelt +würden, hat sich indessen als eine vollkommen unhaltbare Behauptung +erwiesen, deren Aufstellung nur infolge des Dunkels erklärlich scheint, +das noch bis vor kurzem über den Anfängen der indischen Medizin und den +Abfassungszeiten ihrer „klassischen“ Schriften lag, gegenwärtig aber, +wenn nicht gänzlich behoben, so doch in ausreichender Weise aufgehellt +ist[4619]. + +Als ältestes Dokument indischer Medizin, das uns in zweifellos +unverändertem Zustande vorliegt, hat man das sog. ~Bower~-Manuskript +anzusehen, das eine Sammlung um etwa 350-375 n. Chr. auf Birkenbast +geschriebener Texte enthält und in Chinesisch-Turkestan im Inneren +eines buddhistischen Denkmals (sog. Stupa) aufgefunden wurde[4620]; +es erwähnt u. a. als Heilmittel natürliche Soda und Pflanzenasche, +Kupfer- und Eisen-Vitriol, Blei- und Antimonglanz, Realgar, Kupferrost, +ferner Gold, Silber, Kupfer, Eisen[4621] und an einer Stelle auch das +in den alten Schriften sehr selten vorkommende Quecksilber[4622], +kennt dagegen kein Calcinieren der Metalle[4623], versteht auch unter +„Râsa“ (= Saft) nicht ein Elixir, sondern den Chylus des menschlichen +Körpers[4624], und führt zwar einen wunderwirkenden Trank an, der +„tausendjährige Lebensdauer“ verleiht[4625], bringt ihn aber mit +keinerlei alchemistischer Vorstellung in Verbindung. -- Was die „große +Dreiheit“ der Ärzte, ~Susruta~, ~Caraka~ (~Charaka~) und ~Vaghbata~ +betrifft, so dürfte ~Susruta~ der älteste (schon vorchristliche?), +und sein Werk eine Hauptvorlage für ~Caraka~ und ~Vaghbata~ gewesen +sein[4626]; die Form aber, in der wir es gegenwärtig besitzen, +ist das Ergebnis sehr zahlreicher, noch während des 7. bis 11. +Jahrhunderts oft erneuerter, tiefgreifender Umarbeitungen und läßt +bestimmte Schlüsse auf seine Urgestalt nur in recht beschränktem Maße +zu[4627]. ~Caraka~ scheint seine (nicht ganz vollendete) Schrift auf +Grund älterer Quellen im 2. Jahrhundert n. Chr. abgefaßt zu haben, +doch kennen wir sie nur in gänzlich abgeänderter, erst aus dem 8. +Jahrhundert herrührender Gestalt[4628]; ~Vaghbatas~ Kompendium endlich +mag zuerst frühestens im 6. oder 7. Jahrhundert abgeschlossen worden +sein[4629]. Die Heilmittel aller drei Autoren sind in ihrer großen +Mehrzahl vegetabilischer Herkunft[4630], doch bereitet ~Susruta~ +u. a. auch reine natürliche Soda und Pflanzenasche durch wiederholte +Auslaugung, macht die Lösung mit gebranntem Kalk ätzend und kocht +sie in eisernen Kesseln ein[4631]; ferner verwendet er „getötete“ +und geröstete Metalle[4632], führt aber als solche nur an einer +Stelle Zinn, Blei, Kupfer, Silber, Gold, Eisen (loha)[4633] und in +sehr unbestimmter Weise auch Quecksilber an[4634]. ~Caraka~ erwähnt +neben Gold auch Silber, Kupfer, Blei, Zinn und Eisen, nebst ihren +„Unreinigkeiten“ (Kalken?); ferner Kupfer- und Eisen-Rost, mit Schwefel +geröstetes Silber, Kupfer und Eisen; sodann natürlichen Kupfer- und +Eisen-Vitriol, Pyrit, Antimonglanz, Schwefel, Auripigment und Realgar, +Salz; endlich natürliche Soda, Pflanzenasche (auch durch Ausziehen mit +Wasser gereinigte), Kalk, Lasur und allerlei Edelsteine[4635]. Bei +~Vaghbata~ wird außerdem Quecksilber genannt, z. B. als Bestandteil +einer auch noch Blei, Schwefelblei und Kampher enthaltenden +Augensalbe[4636]. Weder bei diesen der „großen Dreiheit“ Zugehörigen, +noch bei ~Vaghbatas~ angeblichem Zeitgenossen ~Varamihira~, -- der +u. a. von Glockenmetall, Bronze, Eisen als Tonikum, sowie Quecksilber +als Aphrodisiakum spricht[4637] --, noch bei sonstigen Ärzten des 6. +(?) Jahrhunderts, die auf „festes“ (fixiertes?) Quecksilber anspielen +sollen[4638], werden jedoch die wunderbaren Wirkungen der Edel-Metalle +und -Steine, des Quecksilbers usf., mit alchemistischen Vorstellungen +in Verbindung gebracht. Da nun z. B. selbst bei ~Susruta~ „rasa“ noch += „Saft“ ist, und nicht = Quecksilber[4639], so bleibt es unberechtigt +und irreführend, den Namen der Wissenschaft von den Säften, „Rasâyana“, +mit „Alchemie“ zu übersetzen und daraufhin wieder die bei ~Susruta~, +~Caraka~ und anderen vorkommenden Wundertränke, die Gesundheit, +Heilung, langes Leben usw. bewirken sollen, ohne weiteres als Elixire, +Panaceen und Essenzen im bekannten alchemistischen Sinne zu bezeichnen. +Ein Lehrer dieser Rasâyana war u. a. schon in vorchristlicher +Zeit, nach den einen im 2., nach den anderen im 4. Jahrhundert, +~Patañjali~[4640], dessen Werk zwar noch erhalten ist, aber nur in +einer aus unbestimmbar später Periode stammenden Überarbeitung[4641]; +von ihr spricht auch ~Albiruni~, der, nach mehrjährigem Aufenthalte in +Nordindien gelegentlich der Eroberungszüge des Sultans ~Mahmud~ von +~Ghazna~, im Jahre 1031 sein so außerordentlich wichtiges Werk über +Indien verfaßte. Wie er in diesem berichtet[4642], beschäftigten sich +[wenigstens in den von ihm besuchten Gegenden] die Inder noch zu seiner +Zeit nicht, oder doch so wenig mit Alchemie, daß er Näheres hierüber +und namentlich betreff der etwa benützten mineralischen Substanzen +nicht in Erfahrung bringen konnte; dagegen besitzen sie eine sehr alte, +ganz besondere, ihnen eigentümliche Wissenschaft „Rasâyana“[4643], die +bestimmte Methoden zur Darstellung merkwürdiger, aus allerlei Drogen +und pflanzlichen Substanzen zusammengesetzter Arzneien und Tränke +lehrt, die dem sie Genießenden Gesundheit, Jugend und langes Leben +gewährleisten[4644]. + +~Albiruni~ zufolge lebte im 9. Jahrhundert der gelehrte ~Nagarjuna~, +der die Darstellung des [anfangs] schwarzen Schwefel-Quecksilbers +entdeckt haben soll[4645], die indessen andere auch dem ~Vrinda~ +(um 950) oder dem ~Chakrapani~ (um 1050) zuschreiben[4646]. ~Rây~ +versetzt jedoch den ~Nagarjuna~ in die Mitte des 2. Jahrhunderts +und preist ihn als großen Philosophen und als „wichtigste Gestalt +der indischen Alchemie“, sowie als Erfinder der Sublimation und +Destillation[4647]; sein hoher Ruhm mache es begreiflich, daß seine +Biographie schon bald nach 400 ins Chinesische übersetzt wurde, daß +der chinesische Pilger ~Hiuen-Thsang~ (629-645 in Indien) ihn als +„Sonne der Welt“ rühmt[4648], und daß auch einheimische Schriften des +7. (?) Jahrhunderts ihn als einen Zauberer, Magier, Astrologen und +Alchemisten kennen und von ihm zu erzählen wissen, daß er die große +Kunst „von einem alten Heiligen auf einer Insel des indischen Ozeans +erlernte“[4649]. Den Bruchstücken seines Werkes „Rasaratnâkara“ ist zu +entnehmen, daß der „Meister der Kunst“ seine alchemistischen Kenntnisse +in Traumvisionen[4650] empfing und zum Teil in Dialogform niederlegte, +daß er u. a. durch Destillation des Zinnobers (darada) dessen Wesen +oder Essenz, das Quecksilber, darzustellen, es mittels Salz und +Salmiak zu fixieren und mit den „acht Metallen“ zu amalgamieren +lehrte[4651], daß er durch 1 Teil seines „Projektions-Pulvers“ 10 +Millionen Teile gemeiner Metalle in Gold verwandelte[4652], Gold +ferner noch durch Rösten von Silber mit Schwefel oder Zinnober, sowie +von Kupfer mit Galmei (rasaka) gewann[4653], und aus diesem letzteren +auch metallisches Zink abzuscheiden wußte[4654]. Alle diese fast +ausnahmslos wohlbekannten und keinerlei indisches Gepräge tragenden +Züge und Kenntnisse sprechen entschieden gegen die Entstehung +des Werkes im 2. oder überhaupt in einem frühmittelalterlichen +Jahrhunderte[4655], und der offenbare Irrtum ~Râys~ rührt nach ~Sêal~ +daher, daß er ohne zureichende Gründe den obigen ~Nagarjuna~ mit dem +gleichnamigen (buddhistischen) Begründer der Mâdhyamika-Philosophie +identifiziert[4656], dem Bearbeiter des ~Susruta~ und Herausgeber von +Schriften über Metallgewinnung und Alchemie, der aber einer um sieben +oder mehr Jahrhunderte späteren Periode angehört, wie dies schon +seine Vertrautheit mit dem Quecksilber und den Quecksilber-Präparaten +beweist[4657]. + +Obwohl nämlich das Quecksilber den Indern schon frühzeitig bekannt +war, so wird es doch, wie bereits erwähnt, in den wirklich alten +Schriften nur sehr selten genannt, und wenn man von solchen +zweifelhafter Echtheit absieht, so finden sich genauere Angaben +über das Metall selbst, und vollends über seine Derivate, erst in +jenen, die dem Zeitalter der arabischen Eroberungszüge angehören, +also dem Ende des ersten Jahrtausends. Der Lexikograph ~Amarasinha~ +z. B. (um 1000) kennt das Quecksilber (pârada, chapala, suta) schon +unter dem Namen rasa = Saft, Flüssigkeit, aber auch Schweiß[4658]; +~Govinda~ (etwa im 11. Jahrhundert)[4659] weiß es durch Destillation +von beigemengtem Blei oder Zinn zu befreien und durch Schwefelarsen +oder andere Sulfide in einen Stoff „rot wie Lack der Cochenille“ +[also Zinnober] überzuführen[4660]; auch im Wörterbuche „Vaijayanti“ +(11. Jahrhundert?) ist von verschiedenen Quecksilber-Amalgamen die +Rede[4661]. In den Werken aus der etwa um 1100 einsetzenden „Zeit +der Tantras“ (= Traktate, Abhandlungen) beginnt das Quecksilber eine +maßgebende Rolle zu spielen: in der sehr wichtigen „Rasârnara“ (= +Quecksilber-See) z. B. heißt es pârada oder rasa (= Schweiß, weshalb +es den Körper, aus dem es kommt, auch wieder schützt)[4662]; es +wird durch siebenmalige Destillation von dem zwecks Verfälschung +zugesetzten Blei und Zinn befreit[4663], mit Alaun, Salz und grünem +Vitriol „getötet“ und in Sublimat oder Calomel übergeführt[4664], +und durch zahlreiche (18 und mehr) besondere Verfahren der Alchemie +(Vasasiddha) fixiert und in verschiedene Präparate verwandelt, z. B. +in Zinnober[4665]. Mit Schwefel werden jedoch, so wie Quecksilber, +auch die übrigen Metalle geröstet, d. s. Gold, Silber, Kupfer, Eisen, +Zinn, Blei[4666], sowie jene „aktive Grundmaterie“ oder „Essenz“, die +aus dem nämlichen Rasaka [Galmei], das mit Kupfer Gold [goldgelbes +Messing] gibt[4667], beim Erhitzen mit pflanzlichen [Kohle liefernden] +Zutaten, mit Pflanzenasche, oder mit Borax [Alkali] hervorgeht und wie +Zinn aussieht [metallisches Zink][4668]. Aber allein das Quecksilber +verleiht Gesundheit und Unsterblichkeit; es besteht aus allen fünf +Elementen, stellt eine Verkörperung des Gottes ~Siva~ dar, und ist 1188 +dem Lexikographen ~Mahesvara~ bereits unter dem Namen „Haravija“ (= +Samen des ~Hara~ = ~Siva~) bekannt[4669]. + +~Rây~ ist der Ansicht, schon um 400 n. Chr. habe die Verschmelzung +des alten ~Siva~-Kultes mit der nördlichen Form des Buddhismus +begonnen[4670] und Anlaß zur Entwicklung der buddhistischen +„Tantras“ gegeben, die sich unter Miteinfluß entstellter Lehren +anderer Systeme (besonders des Yoga-Systems) vielfach mit Zauberei, +Magie, Wunderwirkungen, Unsterblichkeitstränken und Alchemie +beschäftigen[4671]. Daß sie bereits im 5. und 6. Jahrhundert vorhanden +waren[4672], sollen tibetanische Übersetzungen aus dem 6.-8. +Jahrhundert bezeugen, die vom Quecksilber sprechen, „das den Körper +stärkt, alle Krankheiten austreibt, ... und die gemeinen Metalle in +Gold überführt“[4673] und die auch erwähnen, daß die betreffenden +Tantras eigenhändige Werke des ~Siva~ seien, dessen Samen, pârada += Quecksilber, sechsmal „getötet“ und mit Schwefel geröstet usf., +ein Präparat liefere, das Kupfer in Gold verwandelt[4674]. Aus den +Anschauungen dieser Tantras, so meint ~Rây~, seien dann im Laufe des +12. Jahrhunderts die des obengenannten „Rasârnara“ hervorgegangen[4675] +und im Laufe des 13. jene, die weiteren wichtigen Schriften zugrunde +liegen, z. B. dem „Rasaratna“ (um 1300)[4676], sowie dem sog. +„Quecksilber-System“[4677]. In der Darstellung des ~Madhara~ (um 1350) +über die sechzehn großen philosophischen Systeme der Inder nimmt +„Raseçvara“, das Quecksilber-System, die neunte Stelle ein[4678]; +gestützt auf die irrtümliche Etymologie pârada = pâra-da = „das +jenseitige Ufer verheißend“, verspricht es „Rettung aus dem Strom der +Seelenwanderung an das andere Ufer“, „Erlösung schon bei Lebzeiten“, +„Gewinnung und Erhaltung eines göttlichen Leibes“ u. dgl. mehr, und +empfiehlt zu diesem Zwecke das Einnehmen eines von den mächtigsten +Zauberern empfohlenen Wundertrankes, der aus Quecksilber besteht, +oder aus Quecksilber und „Talk“ (entstanden aus dem Gotte ~Hara~ = +~Siva~ und der Göttin ~Gauri~, seiner Gemahlin). Das Quecksilber ist +flüssig, kann aber sowohl luftförmig werden, als auch (durch „Töten“ +und „Ersterben“) fest [fixiert], wobei es dann in verschiedenen +Farben schillert und, obwohl selbst „tot“, dennoch belebend und +die Krankheiten austreibend wirkt. Voraussetzung hierfür ist aber +die genaueste und sorgfältigste Zubereitung durch achtzehnerlei +„Werke“, nämlich Schwitzen [Destillieren?], Zerreiben, Starrmachen, +Fixieren, Absetzenlassen, Einzwängen [?], Pressen, Glühen, Dämpfen, +Abmessen, Pulvern, Bedecken, Schmelzen (inneres und äußeres), Ätzen, +Fließenlassen (in Farben), Vermengen, Durchmischen, Einnehmen; nur +bei peinlicher Einhaltung aller dieser Vorschriften bewährt sich das +Quecksilber „als das Wesen, das Blut und Leib durchdringt“ und von dem +es heißt: + + „Es ist der Säfte Fürst, denn es verleiht + Dem Leib Nichtaltern und Unsterblichkeit.“[4679] + +Den Höhepunkt seiner Bedeutung als Mittel zur Lebensverlängerung und +zugleich zur Metallverwandlung erlangt das Quecksilber indes erst +während der um 1300 einsetzenden Oberherrschaft der Iatrochemie, deren +Wurzeln aber vermutlich bis in das 12. Jahrhundert zurückreichen[4680]. +Aus seinen Vorgängern schöpfend, z. B. aus ~Nandi~, „dem Erfinder der +Sublimation“, berichtet ~Somadeva~ (12. oder 13. Jahrhundert?) über +Quecksilber und Quecksilber-Präparate, sowie über Darstellung von Gold +durch Legieren verschiedener Metalle, darunter Zink, nach bestimmten +Gewichtsverhältnissen[4681]. ~Yasodhava~ (13. Jahrhundert?)[4682], „der +alle Versuche selbst ausgeführt hat“, entdeckte angeblich „das Metall +des Galmeis“ [Zink], „das sich glänzend wie geschmolzenes Blei aus dem +Tiegel ergießt“, die Darstellung des Wundermittels Calomel, „dieses +Kamphers aus Quecksilber“, und die Bereitung eines Projektionspulvers +aus Zinn, Pyrit, Salmiak, Realgar und etwas Blei oder Silber, das +100 Teile gemeine Metalle in Gold verwandelt[4683]. ~Rasakalpa~ (13. +Jahrhundert), „der alles selbst erprobt, und nichts aus anderen +entlehnt hat“[4684], nennt als „große Mittel“ Quecksilber, auch das +mit Salmiak und anderen Salzen „getötete“, das ~Siva~, „der König der +Quecksilber-Lehre“, selbst erfand, ferner Schwefel, Arsen und Zinnober, +den natürlichen oder den künstlich aus Quecksilber und Schwefel +gewonnenen. Sie alle dienen auch dazu, die gemeinen Metalle in Gold und +Silber zu verwandeln, oder diese doch zu „vermehren“, denn „Reichtum +gewinnt, wer Gold oder Silber, die vermehrt sind, z. B. durch 100 +Teile Kupfer, Blei oder Quecksilber-Amalgam, als [vollwertiges] Geld +ausgibt“[4685]; zu jenen gemeinen Metallen zählen Kupfer, Eisen, Zinn, +Blei, aber auch das Zink, das sechs verschiedene Namen führt, u. a. +„Bruder des Silbers“[4686], d. i. das Metall jenes vielverbreiteten +Galmeis[4687], der mit Kupfer pittala (Messing) liefert[4688]. +Verschiedene andere medizinische Schriften dieses Zeitalters[4689] +nennen neben den 6 einfachen Metallen[4690], neben dem „einer besseren +Art Blei gleichenden“ Metall aus Antimonglanz [Antimon][4691], dem +zinnähnlichen Metall Jasada aus Galmei [Zink][4692], den Legierungen +Pittala (aus Kupfer und Zink; Messing), Kâmsya oder Kâmsyaha (aus +8 Teilen Kupfer und 2 Teilen Zinn; Glockenmetall), Vartaloha (= +geschichtetes Metall, aus 5 Bestandteilen) usf.[4693], noch folgende +„große Mittel“: die Edelsteine, die, je nach Glanz, Farbenspiel und +Größe der Krystalle, als männliche, weibliche und Zwitter unterschieden +werden[4694], und deren vornehmster, der Diamant, mit Bocksblut +bestrichen zu Asche verbrennbar ist[4695]; den Schwefel, das gelbe und +rote Arsen [Auripigment, Realgar]; den Antimon- und Bleiglanz, dessen +Name „Surma“ einer Sprache der Urbevölkerung entstammen soll[4696]; +vor allem aber das Quecksilber, „dessen Kräfte den Arzt, der sie +recht versteht, zum Gotte machen“[4697]. Quecksilber ist der „Samen +des ~Siva~“, der beim Abtropfen auf die Länder Darada (Dardistan in +Kaschmir) und Parada (nicht näher bekannt) deren Boden mit Zinnober +(Hingula) erfüllte[4698], als dessen „Wesen“ es bei der Destillation +wieder hervorgeht[4699]. Es ist flüssig, läßt sich aber destillieren +und mittels Salmiak und anderer Salze auch fixieren[4700], verleiht +langes Leben, macht frei von Krankheit und Sünde und ist Wesen und +Träger der von ~Siva~ selbst gelehrten Alchemie, der Kunst, Gold und +Silber herzustellen[4701]. Zu den Präparaten, mit denen die Metalle +zwecks ihrer Umwandlung behandelt werden, zählen die Säuren, und zwar +ausschließlich die vegetabilischen[4702], die gold- und silberfarbigen +Pyrite, der Blei- und Antimonglanz, die natürlichen Kupfer- und +Eisen-Vitriole, der Schwefel, das Auripigment und Realgar, der beim +Brennen mit Dung bereiteter Ziegel entstehende Salmiak (Navasara; +vom persischen Nûschâdir)[4703] und die verschiedenen Salze und +Alaune[4704]. + +Reichhaltige, sichtlich auf einer Fülle altüberlieferter Beobachtungen +beruhende Verzeichnisse aller dieser Mineralien enthalten das um 1300 +entstandene „Rasaratna“[4705], vor allem aber das Buch „Raganighantu“ +des Arztes ~Narahari~ aus Kaschmir[4706], das nach ~Garbe~ um 1250 +verfaßt ist, während ~Rây~ es (ohne genauere Angabe) für ein Werk +„aus ziemlich später Zeit“ erklärt[4707], als welche freilich auch +1250 schon gelten kann. Unter den Metallen zählt ~Narahari~ die +folgenden auf: Gold, 42 Namen führend, gelblich, gelbrot oder rot, +fünferlei Legierungen mit Silber und ein Amalgam mit Quecksilber +bildend[4708]; Silber, das mondähnliche Metall oder Metall des Mondes, +mit 17 Namen[4709]; Kupfer, rot, das Metall der Sonne, giftig (mit +12 Namen)[4710], aus dem da entsteht das helltönende weiße und das +goldähnliche, kurkumafarbige, gelbe und rote Messing (mit zusammen +26 Namen), das Fäden, Blätter, sowie heilsame Asche und Schlacke +liefert (mit zusammen 20 Namen)[4711]; Zinn, in Bengalen, wohin es +aus Birma kommt, Vanga, im Sanskrit Jaçada geheißen, zu Fäden und +Blättern verarbeitbar, mit 10 Namen[4712]; Blei, bläulich, giftig, +mit 16 Namen[4713]; Eisen, mit 9 Namen, ergebend den Stahl „Kinaga“ += Chinesischen (mit 15 Namen), den damascierten Stahl (mit 8 Namen), +und das Magneteisen (mit 7 Namen)[4714]; Antimon, mit 7 Namen, das +Metall des für die Augen wohltätigen „Surma“ [des Antimon- und +Bleiglanzes][4715]; Quecksilber, pârada oder rasa, das Metall der +Metalle, mit 33 Namen, darunter Çivabîga (= Samen ~Sivas~), Amrita (= +Ambrosia), Khekara (= Sublimiertes), Himmlisches, Edelstes usf.[4716]. +Quecksilber ist für sich, sei es flüssig oder getötet, gemeinsam mit +anderen Substanzen, z. B. mit Magneteisen, vor allem aber zusammen +mit Schwefel als „schwarzes Präparat“, ein Mittel von wahrhaft +wundertätiger Fähigkeit, eine Vereinigung sämtlicher großer Kräfte, +daher Jugend, Gesundheit, langes Leben und alles Heil verleihend[4717]; +sein Erz ist der herrliche, aber sehr giftige Zinnober, der 15 +Namen trägt[4718]. -- Von sonstigen Mineralien nennt ~Narahari~ +u. a.: Schwefel, den weißen, gelben, roten und schwarzen, mit 15 +Namen[4719]; Realgar und Auripigment, die goldfarbigen, heilsamen, +mit 27 Namen[4720]; Schwefelkies, den gold- und silberfarbigen[4721]; +Talk, den gold- und silberfarbigen, auch weißen oder schwarzen, von +welchem letzteren es heißt: „Quecksilber und schwarzer Talk entstehen +in ~Hara~ (~Siva~) und seiner Gattin ~Gauri~, wenn die Liebe sie +vereinigt“[4722]; Mennige und gelben oder roten Oker, mit je 14 +Namen[4723]; Eisenvitriol, den grünen und gelben, sowie Kupfervitriol +(Tuttha), den blauen (nila), Erbrechen erregenden, mit zusammen 23 +Namen[4724]; Alaun, den die Farben festigenden, und Alaunschiefer (?), +mit 8 und 14 Namen[4725]. Ihnen schließen sich noch an: Bergkrystall, +Sonnen- und Mond-Stein [Adular-Arten][4726], Lasur und Türkis (blauer +und grünlicher)[4727], sowie die Edelsteine, „die dem, der sie trägt, +die Planeten günstig machen“[4728]. Es gehören nämlich zu: Rubin (15 +Namen) der Sonne[4729]; Perle (25 Namen) und der ähnliche Tabaschir aus +Bambusrohr [die aus Kieselsäure bestehende Ausscheidung der Halmknoten] +dem Monde[4730]; Smaragd (11 Namen) dem ~Merkur~[4731]; Diamant (14 +Namen; die fehlerhaften heißen weibliche) der ~Venus~[4732]; Koralle (8 +Namen) dem ~Mars~[4733]; Topas (8 Namen) dem ~Jupiter~[4734]; Sapphir +(8 Namen) dem ~Saturn~[4735]; Hyazinth (6 Namen) und Katzenauge (6 und +10 Namen) dem ~Rahu~ und ~Ketu~, d. i. dem auf- und absteigenden Knoten +der Mondbahn[4736]. + +Weitere, besonders die Metalle betreffende Angaben hat ~G. Oppert~ +aus einer Anzahl indischer Werke beigebracht[4737]; da er indes ihr +Alter, das er meist unerörtert läßt, in verschiedenen Fällen sichtlich +weitaus überschätzt, zudem ihren gesamten Inhalt stets als aus der +nämlichen Zeit herrührend behandelt und endlich chemisch-technische +Sachkunde merklich vermissen läßt, so sind sie nur mit aller Vorsicht +zu benützen. Einige jener Schriften sprechen von „7 in den Bergen +entstehenden Metallen“, Gold, Silber, Kupfer, Zinn (oder Zink?), +Quecksilber, Blei und Eisen, nebst den Gemischen Bronze (aus Kupfer +und Zinn) und Messing (yasoda aus Kupfer und kupya, d. i. Galmei; oder +pârada aus Kupfer und Quecksilber); andere von „8 Metallen göttlichen +Ursprunges“, Gold, Silber, Kupfer, Eisen, Zinn, Quecksilber, Blei, +wobei aber die letzteren zum Teil auch durch Messing, Bronze, Stahl, +Magneteisen oder Zink vertreten werden, und die Namen von Blei, Zinn +und Zink oft zusammenfallen (wie im Tamulischen bei „nâga“); noch +andere von 9 Metallen, Gold, Silber, Messing, Blei, Kupfer, Zinn (oder +Zink), Eisen (oder Stahl), Bronze und Magneteisen. Für ihre Namen +gibt schon das Wörterbuch „Vaijayanti“, das aus dem 11. Jahrhundert +herrühren soll, mannigfaltige Synonyma an: so z. B. ist Kupfer Tâmram +und Tâmba (woher Tombak); Zinn Vanga, Vangam, Nâgam, Kastirâm; Blei +Sîm [persisch: Silber], Trapu; Messing „das weiße, rote oder goldgelbe +Metall“, aus dem, in Legierung mit Gold, Silber, Eisen, Zinn und +Quecksilber (!) die Reliquienkästchen ~Buddhas~ und ähnliche kunstvolle +Arbeiten bestehen; Bronze „das künstliche Metall“ oder „Glockenmetall“, +das Glockenton besitzende; Pañcaloham, „Fünfmetall“, eine Legierung von +Gold, Silber, Kupfer, Blei und Zinn (oder Zink), u. dgl. mehr. + + —————————— + +Auf Grund seiner eigenen Untersuchungen und verschiedener der im +vorstehenden wiedergegebenen, freilich noch sehr unvollständigen +Mitteilungen gelangt ~Rây~ zum Schlusse, eine wahre Alchemie sei auf +indischem Boden durchaus selbständig und ohne jede fremde Vermittlung +erwachsen[4738], und diese Ansicht hält er fest, wenngleich er an ++einer+ Stelle aufrichtigerweise selbst zugesteht, daß in der so +schwierigen Frage das letzte Wort noch zu sprechen und die endgültige +Aufklärung abzuwarten bleibe[4739]. + +Völlige Eigenart zeigt nach ~Rây~ die indische Alchemie darin, daß sie +keinen Zusammenhang zwischen den Planeten und den 7 Metallen annimmt, +-- obwohl Kupfer und Silber nicht selten Sonnen- und Mond-Metall +benannt werden --, und auch überhaupt nur 6 Metalle kennt[4740]; erst +~Sangadhara~, der um 1363 schrieb, soll von 7, oder einschließlich +Bronze und Messing von 9 Metallen reden, die den 7 oder 9 Planeten +entsprechen[4741], und sein Kommentator ~Adhamalla~ verbindet dann +Kupfer und Sonne, Silber und Mond, Bronze und ~Mars~, Eisen und +~Saturn~, Gold und ~Jupiter~, Zinn und ~Venus~, Blei und ~Merkur~, +Kâmsya (Glockenmetall) und ~Rahu~, Vartaloha (Messing) und ~Ketu~, +während Quecksilber als „~Siva~“ oder „Samen des ~Siva~“ abseits stehen +bleibt[4742]. Indessen ist daran zu erinnern, daß schon ~Nagarjuna~ +8 Metalle aufzählt, die daher, nach ~Râys~ Datierung dieses Autors, +bereits im 2. Jahrhundert bekannt gewesen sein müssen[4743], und daß +~Narahari~ um 1250 Listen der Zugehörigkeit der Edelsteine zu den +Planeten anführt, die er, wie alle seine sonstigen Angaben, aus weitaus +älteren Quellen schöpfte. + +Während sich, ~Rây~ zufolge, die Alchemie im nördlichen Indien bis etwa +in das 6. oder 7. Jahrhundert hinein der eifrigsten Pflege erfreute, +die die tibetanischen Übersetzungen des 6. bis 8. Jahrhunderts in +ihren Berichten über Quecksilber-Panaceen und Metall-Verwandlungen +widerspiegeln[4744], soll sie seit der Zurückdrängung des Buddhismus, +die er erst in das 8. Jahrhundert versetzt, vernachlässigt und +schließlich ganz vergessen worden sein; erst um 1350 sei sie aus +Tibet, und zwar in ihrer alten, fast unverändert erhalten gebliebenen +Gestalt, wieder nach Indien zurückgewandert, und daher hätten dort, +zugleich mit dem damals neu (?) auftauchenden Opium, auch Quecksilber +und Quecksilber-Präparate abermals weitgehenden Einfluß zu erlangen +begonnen[4745]. -- Diese Behauptungen lassen sich nicht leicht mit den +an anderer Stelle überlieferten vereinbaren, denen gemäß Alchemie und +Tantra-Mystik [diese doch erst gegen 1100 beginnend!] vorzugsweise in +dem jedem fremden Einfluß entrückten Zentral-Indien zur Entwicklung +gekommen und von da aus wie nach Südindien so auch über Magadha +nach Tibet gelangt wären[4746]. Auch ermangeln sie insoferne des +Beweises, als die belangreiche Rolle, die eine mit dem Buddhismus +enge verknüpfte Alchemie +vor+ dessen Zurückdrängung in Nordindien +gespielt haben soll, durch die Tatsachen nicht bestätigt wird. Ganz +besondere Wichtigkeit besitzen in dieser Hinsicht die Berichte der +chinesischen Pilger ~Fa-hien~ (399-414)[4747], ~Hiuen-Thsang~ (verfaßt +629)[4748] und ~I-Tsing~ (671-695)[4749], die sich, um den Buddhismus +an seiner Quelle kennen zu lernen, viele Jahre, ja jahrzehntelang in +Nordindien aufhielten und über Glauben, Anschauungen und Sitten der +Einwohner sehr ausführliche Beschreibungen hinterließen. Keiner von +ihnen bringt auch nur mit einem Worte den Buddhismus mit der Alchemie +in Verbindung, oder tut überhaupt der Metallverwandlung Erwähnung; +~Fa-hien~ spricht keineswegs, älteren Angaben gemäß, von den 7 Metallen +und der Verehrung der 7 Planeten, sondern zählt die 7 kostbaren oder +heiligen Substanzen (Saptaratna) auf, die man zur Ausstattung der +Tempel und zur Anfertigung der ~Buddha~-Statuen gebraucht, nämlich +Gold, Silber, Lasurstein, Bergkrystall, Rubin, Diamant (oder Smaragd) +und Achat[4750]; ~Hiuen-Thsang~ gedenkt bei ähnlichem Anlasse nur des +roten und gelben Kupfers (Messings)[4751] und außerdem vorübergehend +des Zinns und des gelben Arsens (Auripigments)[4752]. Am ehesten wäre +nähere Nachricht gelegentlich der ziemlich ausführlichen Beschreibung +zu erwarten, die ~I-Tsing~ von der indischen Medizin gibt[4753], +und zwar zum Teil auf Grund „der acht Bücher des durch ganz Indien +verbreiteten Ayur-Veda“[4754], zum Teil buddhistischen Theorien +folgend. Was die im 8. Buche des Ayur-Veda behandelte „Verlängerung des +Lebens“ betrifft, so bestanden die vorgeschriebenen Tränke zur Zeit des +~I-Tsing~ fast ausschließlich aus Pflanzensäften[4755] und nicht, wie +erst spätere Autoren überliefern, aus metallischen Präparaten[4756]; +die eigentlich wirksamen Mittel zur Verlängerung des Lebens soll es +nach ihm freilich nur in China geben, wo man über 400 Arten heilsamer +Pflanzen und auch Steine besitze[4757], aber die von der indischen +Medizin als „râsayâna“ bezeichneten streben immerhin ähnliche Ziele +an[4758]. Nach buddhistischer Lehre, die bereits ~Buddha~ selbst +verkündet haben soll[4759], hängen Gesundheit, Wachstum usf. von den +vier „großen Elementen“ (Mâhabhûta) Feuer, Wasser, Luft und Erde ab, +sowie von einem gewissen Gleichgewicht, in dem sie innerhalb der Säfte +des Körpers stehen sollen, und dementsprechend hat man die zur Behebung +von Störungen oder zur Erreichung bestimmter Zwecke erforderlichen +Arzneien zu bemessen[4760]. Unter diesen erwähnt ~I-Tsing~ den +Tah-Shih = roten Stein, d. i. den Zinnober, und warnt vor ihm, da das +„Verschlucken“ gefährlich sei und schon so manchem das Leben gekostet +habe[4761]. Im übrigen ist bei ~I-Tsing~, wie schon die sichtlich +griechischen Einflüsse betreff der Elementen- und Humoral-Theorie +erwarten lassen, von Zinnober, Quecksilber, oder anderen metallischen +Präparaten nicht weiter die Rede[4762], auch findet sich zwar der +Schwefel besprochen[4763], aber nicht mit Quecksilber in Verbindung +gebracht, und Anspielungen auf Goldmachen und Alchemie fehlen völlig, +-- denn der bei vielen Völkern bekannte Vergleich der Weltentwicklung +aus dem Chaos mit der Entstehung des Vogels im Ei[4764] ist nicht als +solche anzusehen. + +Wie aus der oben angeführten Stelle des ~Albiruni~ hervorgeht, war +in den von ihm bereisten Gegenden des nördlichen Indiens auch noch +etwa 500 Jahre +nach+ der Zeit dieser chinesischen Buddha-Pilger von +Alchemie nichts, oder so gut wie nichts bekannt, was ~Rây~ allerdings +daraus erklären will, daß die große Kunst inzwischen in Indien +ausgestorben sei, und ihr Leben nur mehr in Tibet weiter zu fristen +vermochte. Daß es dort bereits im 6. bis 8. Jahrhundert Übersetzungen +eigentlich alchemistischer indischer Schriften gegeben habe, ist aber +bisher ebenso unbewiesen, wie das Vorhandensein der jedenfalls doch ++noch+ älteren indischen Originale selbst; auch die medizinischen +Schriften Tibets lassen einschlägige Spuren nicht erkennen, halten +vielmehr nach ~Laufer~ den aus Indien überlieferten Stand, der so +ziemlich dem von ~I-Tsing~ geschilderten entspricht, noch lange mit +großer Beharrlichkeit fest[4765]. Betreff der Zeit vor und gegen 1350, +zu der nach ~Rây~ die Alchemie wieder nach Indien zurückgebracht +worden sein soll, fehlt es leider noch an ausreichenden Forschungen +und besonders an Übersetzungen aus dem Tibetanischen, indessen hat +~Grünwedel~ neuerdings wenigstens +eines+ der ausführlichsten und +kulturgeschichtlich wichtigsten Werke dieser Periode, die „Geschichte +der 84 Zauberer“, ins Deutsche übertragen, und diesem lassen sich +eine ganze Anzahl beachtenswerter Anhaltspunkte entnehmen. Den öfters +erwähnten Trank des langen oder ewigen Lebens[4766], der auch „Amrita“ +zubenannt wird [d. i. die gleichfalls Unsterblichkeit gewährende +Ambrosia der Götter], bereitet u. a. ein Zauberer „mitten im dichten +Walde“, woselbst er die erforderlichen Zutaten sammelt, unter denen +hier also offenbar vegetabilische verstanden sind[4767]. An späterer +Stelle[4768] sucht jedoch der „begüterte Brahmane ~Vyali~“ die Amrita +aus Quecksilber und aus dem Pulver vieler, nach der Vorschrift eines +Rezeptbuches zusammengekaufter Drogen darzustellen, was ihm trotz +dreizehnjähriger Arbeit, die sein Vermögen aufzehrt und ihn zum +Bettler macht, nicht glückt, da ihm +ein+ Bestandteil fehlt, die +„rote Myrobalane“; erst nach langer Zeit wird diese zufälligerweise +durch einen Tropfen Blut ersetzt, der dem Finger einer badenden Hetäre +entquillt, und nun gelingt der Trank so vortrefflich, daß er nicht nur +der Hetäre und dem Brahmanen Unsterblichkeit verleiht, sondern sogar +dessen Pferde, das ihn gekostet hat. Da es aber von dem Brahmanen +schließlich heißt, „er sei besessen gewesen vom Sündenleben, das am +Gold hängt“, so handelt es sich in dieser Erzählung anscheinend um ein +wahres, sowohl Gesundheit und langes Leben spendendes, als auch die +Metalle verwandelndes Elixir; ein solches muß auch ein anderer Zauberer +besitzen, der sich entschließt, die Umwandlung eines Berges, der +bereits erst zu Eisen und dann zu Kupfer geworden ist, lieber nicht bis +zum Endzustande des Goldes fortzusetzen, weil er hiervon schreckliche +Folgen für das Wohl der Allgemeinheit befürchtet[4769]. Wieder in einer +anderen Erzählung ist sogar ausdrücklich vom „Steine der Weisen“ die +Rede[4770], und in noch anderen wird der Gewinnung der Goldtinktur +und der Amrita mit Hilfe von Urin und Kot gedacht[4771], sowie der +Tatsache, daß die nämlichen Mittel bald Gifte und bald Bestandteile der +Medizinen sein können, so daß nur der Kundige Entscheidung zu treffen +weiß[4772]. + +Nun ist aber die „Geschichte der 84 Zauberer“ kein tibetanisches +Originalwerk, sondern die Übersetzung einer indischen Schrift, +deren Verfasser und Alter zwar bisher nicht ermittelt ist[4773], +die jedoch sichtlich nur eine Zusammenfassung mannigfaltiger, viel +älterer Überlieferungen darstellt und die Tantra-Zeit als auf voller +Höhe stehend und auf eine lange Entwicklung zurückblickend, durchaus +voraussetzt[4774], also dem 12. oder 13. Jahrhundert angehören dürfte. +In dieser Periode war demnach, entgegen ~Rây~, in Indien, auch in +Nordindien, die Alchemie keineswegs gänzlich vergessen; was von ihr +berichtet wird, trägt aber nicht indische Züge, sondern ausgeprägt +griechische. + +Soweit daher zur Zeit ein Urteil über die Entwicklung der Alchemie in +Indien überhaupt möglich und zulässig ist, dürfte folgender Sachverhalt +der wahrscheinlichste sein: Eine „Râsâyana“ genannte „Lehre von den +Säften“ (râsa), zuweilen die Säfte des menschlichen Körpers betreffend, +hauptsächlich aber die der Pflanzen (einschließlich der Lösungen +vegetabilischer Mittel und Drogen), ist in Indien nicht minder alt +wie in vielen anderen Ländern, befaßt sich aber ursprünglich nur +mit der Erlangung von Gesundheit und langem Leben und hat nichts +mit Metallverwandlung und Alchemie zu tun; neben verschiedenen, +natürlich vorkommenden mineralischen Substanzen sind auch Zinnober +und Quecksilber in Indien frühzeitig bekannt und werden (zunächst +ohne Ahnung ihrer nahen Verwandtschaft) gleich den übrigen äußerlich, +vielleicht auch innerlich, als Heilmittel angewandt[4775]; wann, +woraufhin, und wie dies zuerst geschah, bleibt vorerst ungewiß. Das +~Bower~-Manuskript (4. Jahrhundert) erwähnt an einer Stelle zwar den +Wundertrank, der tausendjährige Lebensdauer verheißt, und an einer +anderen das Quecksilber, weiß aber von keiner Verbindung beider; unter +den chinesischen Buddha-Pilgern führt nur ~I-Tsing~ den Zinnober an +und warnt vor seinem Gebrauche[4776]; die Ärzte der „großen Dreiheit“ +sprechen von Quecksilber nicht oder nur vorübergehend, „râsa“ gilt +ihnen = Saft, und das nämliche ist noch einige Jahrhunderte später bei +den Gewährsmännern des ~Albiruni~ der Fall, die nur von pflanzlichen +Substanzen und Drogen als Bestandteilen des Unsterblichkeits-Trankes +berichten. Da auch die sonstigen, von ~Rây~ ohne ausreichende +Unterlagen in das 6.-8. Jahrhundert versetzten Texte[4777] sowie +ihre angeblich wenig jüngeren tibetanischen Übersetzungen nicht +in Betracht kommen können, so fehlt bisher jeder genügende Beweis +für die Behauptung, die Inder hätten sich bereits zu so früher +Zeit mit Alchemie beschäftigt und unter Anwendung von Quecksilber +oder Quecksilber-Präparaten eigentliche Metall-verwandelnde und +Leben-verlängernde Elixire bereitet[4778]. + +Die Annahme, die ersten Nachrichten über Alchemie seien schon gegen +Ende des 2. oder zu Anfang des 3. Jahrhunderts aus Ägypten nach +Indien gedrungen, erscheint zwar angesichts der damaligen regen +Handelsbeziehungen beider Länder nicht an sich unmöglich, aber allen +näheren Umständen nach wenig glaubhaft und jedenfalls durch keinerlei +Tatsache belegbar. Wahrscheinlicher klingt die Vermutung, anfängliche +Verkündiger seien die Nestorianer gewesen, die, im 5. Jahrhundert als +Ketzer aus dem oströmischen Reiche ausgetrieben, u. a. in Persien +festen Fuß gefaßt hatten und insbesondere die maßgebende Rolle an +der medizinischen Schule zu Gondisapûr im Tigris-Delta spielten; +diese Schule, eines der wichtigsten Bindeglieder für die Übermittlung +antiker Bildung und Wissenschaft an den Orient, stand aber um jene +Zeit seit langem in enger Verbindung mit Indien, wo überdies die +Nestorianer bereits so verbreitet waren, daß z. B. der Reisende ~Kosmas +Indikopleustes~ um 530 selbst in Malabar ganze Gemeinden antraf[4779]. +Immerhin liegen aber bestimmte Zeugnisse auch in dieser Richtung nicht +vor[4780], und es spricht daher vieles für die Voraussetzung, daß +maßgebend für die Verbreitung der Alchemie, wie in zahlreichen anderen +Ländern so auch hier, erst die Araber waren[4781], die mit Indien schon +seit dem 7.-8. Jahrhundert in sehr lebhaftem Verkehr zu Wasser und +seit dem 8.-9. auch zu Land standen, während ihre großen planmäßigen +Eroberungszüge erst gegen Ende des 10. begannen[4782]. + +Auf derartigen, etwa seit dem 8. Jahrhundert einsetzenden Vermittlungen +beruht nach ~Jolly~ das Aufkommen des „Tötens“ der Metalle und des +Röstens mit Schwefel (schon in jüngeren Fassungen der dem ~Susruta~ und +~Caraka~ zugeschriebenen Werke), der „Wiederbelebung“, des „Fixierens“ +von Quecksilber, und schließlich des Machens und „Vermehrens“ von Gold +und Silber[4783]. Wohl erst von dieser Zeit an begann das den Indern +schon längst bekannte Quecksilber die Rolle anzunehmen, die es in der +griechischen Alchemie spielt und die bei ~Amarasinha~ (um 1000) in der +Gleichsetzung von Quecksilber und „rasa“ schon deutlich hervortritt. +Nicht von „alten Heiligen auf Inseln des indischen Ozeans“, sondern von +arabischen Meistern dürften auch im 9. und 10. Jahrhundert ~Nagarjuna~, +~Vrinda~ und ihre Zeitgenossen die Künste gelernt haben, als deren +Erfinder nachher bald der eine, bald der andere von ihnen hingestellt +wurde, nämlich die Sublimation und Destillation, insbesondere des +Quecksilbers, die Abscheidung dieses Metalls aus Zinnober, die +Darstellung des schwarzen und roten Schwefelquecksilbers aus seinen +beiden Bestandteilen, das Töten und Fixieren von Quecksilber, +die Gewinnung von Sublimat und Calomel[4784], u. dgl. mehr. Der +nämlichen Abkunft ist auch die Bereitung des Elixirs, des „Pulvers +der Projektion“, das bei ~Nagarjuna~ schon 10 Millionen Teile unedler +Metalle in Gold verwandelt und zugleich Gesundheit, langes Leben, oder +gar Unsterblichkeit verleiht, ferner die Bezeichnung des Quecksilbers +als Zubehör, ja als Verkörperung eines Gottes und als dessen Samen, +und endlich die Betrachtung von Quecksilber und Schwefel[4785] +als ausschlaggebende Elemente und Bestandteile der Metalle[4786]. +Erreichte auch die Ausbildung dieser Theorien und die Anwendung solcher +Kenntnisse ihren Höhepunkt erst im „Quecksilber-Systeme“[4787], in +der Iatrochemie, sowie in der alchemistischen Praxis des 13. bis 14. +Jahrhunderts, -- wobei dann Gott ~Siva~ (dem ~Hermes~ gleich) als Vater +und Lehrer der großen Kunst, die Zeitgenossen (~Yasodhara~ und andere) +aber als Erfinder der Sublimation und Destillation, des Sublimats und +Calomels, des Projektionspulvers usf. gelten --, so waren sie doch +auch vorher schon, zwar nicht allgemein[4788], aber immerhin weit +verbreitet und keineswegs nur in einzelnen, engumgrenzten Bezirken +Indiens. Dies bestätigen, neben verschiedenen der weiter oben gegebenen +Anführungen, namentlich der auf die „Geschichten der 84 Zauberer“ +bezüglichen, auch noch die Berichte des ~Marco Polo~, die sich auf +Zustände in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts beziehen. Wie +~Polo~ erzählt, erreichen z. B. gewisse, der Sekte der Jainas[4789] +angehörige Priester zu Lar im mittleren Südindien das hohe Alter von +150 bis 200 Jahren, indem sie zweimal monatlich einen aus Schwefel +und Quecksilber bereiteten Trank genießen[4790]; auch ~Argon~, ein +König aus der damals in Persien regierenden mongolischen Dynastie, +befragte indische Asketen, worin ihre Kunst der Lebensverlängerung +bestehe, und als sie auf ihren Trank aus Schwefel und Quecksilber +verwiesen, nahm er diesen ebenfalls acht Monate lang, starb aber dann +trotzdem[4791], -- oder eher infolge des Trankes, den man vielleicht +wirklich mit aus Schwefel und Quecksilber zusammenbraute, statt aus den +unter diesen symbolischen Namen zu verstehenden Bestandteilen. Für die +Dauerhaftigkeit und Festigkeit, mit der sich solcherlei abergläubische +Vorstellungen unausrottbar erhalten, zeugt ~Pigafetta~, der Begleiter +des ~Magelhaës~ auf der ersten Reise um die Erde (1519-1522), der zu +melden weiß, daß die Mohammedaner auf gewissen Inseln des ostindischen +Meeres einen derartigen Trank genießen, der nicht nur die Krankheiten +heilen, sondern auch die Gesundheit dauernd erhalten soll, weshalb +Quecksilber und Zinnober daselbst sehr gesucht seien und hoch im Preise +stünden[4792]. + +Zugunsten des arabischen Ursprunges der indischen Alchemie sprechen +endlich noch die Tatsachen, daß das Kupfer bei den indischen +Alchemisten einen anderen Namen führt als in der Sanskrit-Litteratur, +was für das späte Aufkommen der betreffenden Lehren sehr bezeichnend +ist[4793], ferner daß die Vorschriften für das Leben und Verhalten +der Alchemisten völlig mit den arabischen (ursprünglich griechischen) +übereinstimmen[4794], und endlich daß nicht nur die chemischen +Operationen nebst ihren Namen und Bezeichnungen, sondern auch die +zur Ausführung vorgeschriebenen Geräte und Apparate durchaus den +wohlbekannten arabischen (griechischen) gleichen[4795]. Daß die Inder +sie trotzdem für sich selbst in Anspruch zu nehmen und einheimischen +Erfindern zuzuschreiben trachten, kann nicht überraschen, aber auch +nicht überzeugen, um so mehr als das nämliche Bestreben auch bei +anderen Gelegenheiten hervortritt, z. B. beim Versuche, der Kunst, +metallisches Zink darzustellen (die, soweit sich übersehen läßt, aus +China nach Indien gelangte)[4796], indischen Ursprung zu sichern, wobei +dann als Erfinder (wie oben angeführt) die verschiedensten Gelehrten +ausgegeben, und mit großer Willkür bald in das 11. oder 12., bald in +das 13. oder 14. Jahrhundert versetzt werden[4797]. + + +7. Chemie und Alchemie in China. + +Nicht anders wie Ägypten oder Babylonien, Persien oder Indien, so hatte +sich zeitweise, namentlich im 18. Jahrhundert, auch China einseitiger +Überschätzung und maßloser Bewunderung seitens gewisser europäischer +Gelehrter zu erfreuen, die daselbst die Heimat jeglicher Kultur und +Wissenschaft, sowie die Entstehungsstätte aller geheimen Weisheit +aufgefunden zu haben vermeinten; so sollten die Chinesen auch seit +jeher Großes in der Naturwissenschaft geleistet und u. a. schon vor +Jahrtausenden eingehende Kenntnis der Chemie und Alchemie besessen +und diese letztere in nahe Verbindung mit der Astronomie und der +Planeten-Verehrung gebracht haben, -- wie dies alles durch unzählige +Zeugnisse einer uralten Litteratur unwiderleglich bewiesen werde. +Sämtliche Voraussetzungen solcher Art haben indessen einer näheren +Prüfung nicht standzuhalten vermocht. + +Zunächst ist daran festzuhalten, daß die chronologisch beglaubigte +Geschichte Chinas erst mit dem Jahre 841 v. Chr. beginnt[4798], und +daß auch in den ältesten kanonischen Schriften, die ~Confucius~ +(~Kung-fu-tze~ = ~Kung~ der Meister, 551-478) abgefaßt haben +soll[4799], alle über diese Grenze hinausgehenden Angaben auf Mythe +und Phantasie beruhen. Von den echten alten Schriften fand ferner +ein sehr großer Teil im Jahre 213 v. Chr. seinen Untergang, als der +Kaiser ~Schi-hoang-ti~ zwecks wirksamer Bekämpfung der Neuerer alle +ihm erreichbaren Bücher verbrennen ließ, mit Ausnahme derer über +Ackerbau, Baumzucht, Wahrsagerei, Medizin und Pharmazie[4800]. Zur +Zeit der Han-Dynastie (205 v. Chr. bis 220 n. Chr.), die bald darauf +das Zerstörte nach Möglichkeit wieder herzustellen suchte und für die +Herbeischaffung alles der Vernichtung Entgangenen hohe Belohnungen +gewährte, entwickelte sich dann die Fälschung zu einem ebenso +ausgebreiteten wie einträglichen Gewerbe[4801], und obwohl man sie +durch vorbeugende Maßregeln einzuschränken suchte[4802], wurde doch die +Zahl teils bewußt untergeschobener, teils aus wahren und angeblichen +Bruchstücken wieder zusammengesetzter, teils durch nachträgliche +Ergänzungen und Zusätze nach Belieben erweiterter Werke alsbald fast +unübersehbar[4803]. Weil aber der von den Han-Kaisern hochgehaltene +Grundsatz der „Rückkehr zur ruhmreichen Vergangenheit“ auch für die +ganze fernere Gestaltung der Litteratur maßgebend blieb, entfaltete +sich seither die für den chinesischen Geist so bezeichnende und ihm +offenbar ganz besonders zusagende Tätigkeit der Sammler, Herausgeber, +Erklärer und Kommentatoren[4804]: in endloser, seit über anderthalb +Jahrtausenden niemals abreißender Reihe fügten sie ein Glied der Kette +an das andere und schufen ihre immer dickleibiger und vielbändiger +werdenden Zusammenstellungen und Enzyklopädien, stets erfüllt von Fleiß +und vom Bestreben, alles so vollständig wie tunlich zu bringen und es +als so alt wie möglich hinzustellen, dagegen meist gänzlich unbeirrt +von Wahrheitsliebe, Gewissenhaftigkeit und Kritik. Boten schon ältere +kanonische Texte, z. B. die sog. „Landesbeschreibung“, eine Fülle +unerhörter und märchenhafter Wunderdinge[4805], so glaubten spätere +Autoren ihrer Erfindungsgabe erst recht freien Lauf lassen zu dürfen; +man nahm ferner keinen Anstand, selbst wirklich bessere historische +Werke, u. a. das des ~Chu-Hi~ (1130-1200), immer wieder, und zwar +bis in das 18. Jahrhundert hinein, „neu herauszugeben“, hierbei im +Stillen bis zur Gegenwart herab- und bis in die mythische Urzeit +zurückzuführen[4806] und durch willkürliche Zutaten und Ergänzungen +zu bereichern, deren späten Ursprung oft nur ganz zufälligerweise +irgend ein vereinzelter Zug verrät[4807]. Infolgedessen kann es nicht +überraschen, daß gewisse „Fanatiker der Skepsis“[4808] schließlich die +Echtheit fast +aller+ chinesischen Litteraturwerke in Zweifel zogen, +sogar die des von ~Confucius~ redigierten kanonischen „Schi-king“ +und „Schu-king“[4809], deren Inhalt in der Regel als beruhend auf +wesentlich echten Überlieferungen des 12. bis 7. Jahrhunderts v. Chr. +anerkannt wird[4810], sowie die des „Tao-teh-king“ (= Buch vom Tao) +des großen Religionsstifters ~Lao-tze~ („des Meisters ~Lao~“, 604-425 +v. Chr.?)[4811], -- wobei ihnen in nicht wenigen Fällen allein entgegen +gehalten werden kann, daß es ganz unwahrscheinlich wäre, Fälschern +so viel geistige Eigenart und Tiefe, aber auch Gewandtheit und +Geschicklichkeit zuzutrauen[4812]. + +Was die chinesische Astronomie anbelangt, so hält es ~Kugler~ für +wahrscheinlich, daß der altchinesische Kalender von babylonischem +Einflusse zeugt[4813], und ~Bezold~ für gewiß, daß den einigermaßen +sicher datierbaren Werken, wie z. B. dem um 100 v. Chr. abgefaßten +„Schi-ki“, chaldäische Anschauungen zugrunde liegen[4814], während +wieder ~Saussure~ das hohe Alter und den einheimischen Ursprung +einer rein wissenschaftlichen, in innigem Verbande mit Religion und +Staatswesen stehenden Astronomie nachgewiesen zu haben glaubt[4815]. +In Ansehung der Tatsache, daß der chinesische Geist seit jeher und +auf sämtlichen Gebieten immer nur allein die praktisch brauchbaren +Erfolge als wertvolle anstrebte und als würdige anerkannte, müßte +die frühzeitige Ausbildung einer wirklich theoretischen Astronomie +wundernehmen; vermutlich kommen daher nicht sowohl astronomische +als astrologische Beobachtungen in Frage, zusammenhängend mit dem +weitverbreiteten und auch in China sehr alten Volksglauben, „daß +die Ereignisse auf Erden irgendwie beeinflußt würden von denen am +Himmel“, und das Geschick des Gesamtstaates und seiner Einzelprovinzen +„sich widerspiegle im gestirnten Firmament, dieser himmlischen +Projektion des irdischen Reiches“[4816]. Zwecks richtiger Deutung +der Himmelsbilder unterhielt der Staat eigene Beamte[4817], die +sich u. a. im 2. und im 7. Jahrhundert v. Chr. als „Astrologen“ und +„Großastrologen“ erwähnt finden[4818], sowie für 671 v. Chr. auch +im „Yih-king“[4819], dem kanonischen, wie man glaubt in ziemlich +ursprünglicher Gestalt vorliegenden „Buche der Wandlungen“[4820]. +In diesem, hauptsächlich von Wahrsagerei handelnden Werke sind die +Astrologen etwa gleichwertig den Wahrsagern, Losziehern, Geisterbannern +und Traumdeutern, von welchen letzteren auch das Buch „Schi-king“ +spricht, wo es die Träume mit den Stellungen der Gestirne am Himmel in +Verbindung bringt[4821], während +andere+ Arten des Aberglaubens in +ihm, wie auch im „Schu-king“, +keine+ Erwähnung finden[4822]. Daß die +großen Ritualwerke „Li-ki“ und „Chou-li“ der Chou-Dynastie (1122-255 +v. Chr.) sie +sämtlich+ kennen und als „uralte“ bezeichnen[4823], wäre +daher schon an sich auffällig, doch wissen wir zudem, daß z. B. das +Buch „Li-ki“ erst in den Jahrhunderten zwischen 200 v. und 200 n. Chr. +zusammengestellt wurde, und daher keinerlei Rückschlüsse auf eine +entfernte Vergangenheit gestattet[4824]. Daß erst in solchen jungen +und zweifelhaften Texten die Planeten besonders erwähnt, zusammen mit +Sonne und Mond als „7 Lenker“ und „7 Regenten“ bezeichnet und ebenso +wie die zwölf Tierkreisbilder mit gewissen Opfern bedacht werden[4825], +spricht für das späte Aufkommen auch dieser, sichtlich aus der Fremde +stammenden Vorstellungen[4826]; von einer Verbindung der 7 Wandelsterne +mit den 7 Metallen ist übrigens zunächst auch hierbei gar nicht die +Rede, vielmehr werden nur die 5 Planeten mit den sog. 5 „Elementen“ +der Chinesen in Beziehung gebracht, nämlich Saturn mit Erde, Mars mit +Feuer, Merkur mit Wasser, Jupiter mit Holz und Venus mit Metall[4827]. + +Die Lehre von diesen 5 Elementen wird allerdings als eine schon in +der Zeit der Einwanderung der „hundert Familien“ (= des Volkes) in +China[4828], mindestens aber in jener der mythischen Kaiser ~Ki~ (um +2200 v. Chr.) oder gar ~Hoang-hi~ (um 2700 v. Chr.) wohlbekannte +vorausgesetzt[4829], gehört jedoch in der Tat erst einer weit späteren +Periode an, die indessen vorerst noch nicht genau abgegrenzt werden +kann. Von wirklich hohem, vermutlich weit über das der kanonischen +Schriften hinausreichende Alter ist nur die Theorie von dem +„allgegenwärtigen Dualismus“ der beiden einander entgegengesetzten +kosmischen Urkräfte Yang und Yin, durch deren Zusammenwirken und +Kreislauf schon das Buch „Yih-king“ alle überhaupt vorhandenen +Einzeldinge körperlicher und geistiger Natur aus dem chaotischen +Anfangszustande der Welt hervorgehen und sich sodann weiter entwickeln +läßt[4830]. Unter diesen Kräften gilt seit jeher Yang als die lichte, +männliche, zeugende, herrschende, aktive, den geraden Linien und +ungeraden (vornehmeren) Zahlen entsprechende, Yin aber als die +dunkle, weibliche, empfangende, dienende, passive, den gebrochenen +Linien und geraden (gemeineren) Zahlen zugehörende[4831]; weiterhin +wurde dann Yang mit der roten Farbe, der Sonne, den guten Geistern, +und in der Pharmakologie mit dem Heißen, Trockenen, Heilsamen, in +Verbindung gebracht, Yin aber mit der schwarzen Farbe, dem Monde, den +bösen Geistern, und in der Pharmakologie mit dem Kalten, Feuchten, +Schädlichen[4832]. Nach der Lehre des ~Lao-tze~ sind Yang und Yin mit +in seinem „Tao“ (= „Weg“ und auch „Vernunft“) enthalten, weil dieses +Prinzip, als höchstes und umfassendstes, -- in mancher Hinsicht dem +griechischen Logos vergleichbares[4833] --, wie die ganze übrige Welt +so auch „jene beiden Wagenlenker der schaffenden Kräfte“ in sich +schließen muß[4834]. Hierbei bleibt jedoch ihr völliger Gegensatz +unverändert bestehen, und ihn nach monistischer Weise in eine höhere +Einheit aufzulösen versuchte erst ~Chou-tze~ (~Chou~ der Meister), +dessen Lebenszeit in die Jahre 1017-1073 fällt[4835]: bei ihm erzeugt +das ewige und einzige Urprinzip „Tai-kih“ durch seine Bewegung den +Yang, und durch seine Ruhe am Ziele der Bewegung den Yin, und diese +erst gesellen sich und bringen dadurch die 5 Elemente Wasser, Feuer, +Erde, Holz, Metall hervor, „jedes von seiner eigenen Beschaffenheit, +jedes von seiner eigenen Natur“, so daß man im Tai-kih bereits Yang +und Yin als enthalten anzusehen hat, und in diesen beiden wiederum +die 5 Elemente[4836]. In den folgenden Jahrhunderten und namentlich +unter dem Einflusse der rasch zu andauernder und kaum glaublicher +Bedeutung gelangenden sog. Wissenschaft „Feng-Schui“, einer Art vom +gröbsten (namentlich auch astrologischen) Aberglauben erfüllten +Geomantie[4837], erfolgte dann zum Teil eine Erweiterung, zum Teil +eine Neuschöpfung und systematische Ausgestaltung der Lehre von den +Beziehungen der 5 Elemente zu allem nur Möglichen und Unmöglichen, +u. a. zu den 5 Planeten[4838], zu den 5 Farben (grün, gelb, rot, weiß, +blau)[4839], zu den Tieren, Pflanzen, Mineralien und Metallen, sowie +zu deren Gottheiten[4840], zu den verschiedenen Teilen der Länder, der +Erdoberfläche, des Erdinneren usf.[4841]. + +Was die Frage nach dem Auftauchen einer eigentlichen Alchemie +betrifft, so hat man sich im Bereiche der chinesischen Kultur nicht +minder als in dem der indischen davor zu hüten, daß man zwischen +einheimischen Gedanken oder Vorstellungen und irgendwie ähnlichen, +aus der griechischen Alchemie her bekannten, statt einer gewissen +Analogie kurzweg Identität voraussetze und dieser durch unmittelbare +Anwendung der überlieferten hellenistischen Schlagworte auch schon eine +ausreichende Stütze gesichert zu haben glaube. Der Wunsch z. B., ein +langes Leben in Gesundheit und Wohlstand hinzubringen, ist ein so tief +in der menschlichen Natur begründeter, daß es nicht überraschen darf, +ihn bei den verschiedensten Völkern der alten und neuen Welt auftauchen +und sich allerorten der Meinung verbinden zu sehen, das erstrebte Ziel +sei entweder durch Frömmigkeit und Gebete oder durch Zauberkraft und +magische Kunst in mehr oder weniger vollkommener Weise erreichbar. +So zweifelten die alten Mexikaner nicht an der Wirksamkeit ihres +Unsterblichkeits-Trankes[4842]; bei innerafrikanischen Negerstämmen +begegnete ~Schweinfurth~ dem Glauben, man vermöge mittels gewisser +Pflanzensäfte Gold zu erzeugen oder die ewige Jugend zu gewinnen[4843]; +sowohl südamerikanische wie südasiatische Völker hielten sich für +überzeugt, daß bestimmte Pflanzen, besonders die vermeintlich der Sonne +oder dem Monde zugehörigen, nicht nur verborgene Schätze finden ließen, +sondern auch selbst Gold oder Silber hervorbrächten, während wieder +bestimmte andere (z. B. solche, die Erschöpfte stärken, Kranke heilen, +weiße Haare schwarz färben) auch Jugend, Gesundheit, Zeugungsfähigkeit, +langes Leben, ja Unsterblichkeit verliehen[4844]. Es kann daher +nicht wundernehmen, auch bei den alten Chinesen schon frühzeitig auf +verwandte Anschauungen zu stoßen, die sich hauptsächlich an ihre +„großen drei Glücksgüter“ (San-fuh) knüpften, d. s. langes Leben, +Kindersegen und Reichtum[4845]. + +Bereits im 4. vorchristlichen Jahrhundert ist eine an den Mythus von +der Atlantis anklingende Sage lebendig, von fabelhaften, inmitten des +fernen östlichen Ozeans liegenden, für die jetzigen Menschen nicht +mehr erreichbaren Inseln, deren Einwohner Paläste und Tore aus Gold +und Silber, sowie den Trank des langen Lebens und der Unsterblichkeit +besäßen, bereitet aus der Pflanze Ling-chi-tsao[4846]; noch im 3. +Jahrhundert v. Chr. rüstete deshalb der Kaiser ~Schi-hoang-ti~ eine +Flotte zur Aufsuchung dieser Inseln aus, die jedoch, obwohl sie unter +der Leitung eines besonders hervorragenden „Zauberers“ stand, ihre +Aufgabe nicht zu lösen vermochte[4847]. In China selbst soll den +Unsterblichkeits-Trank zuerst ~Chung-li-küan~ „erlangt“ haben, von dem +man nur weiß, daß er noch zur Zeit der Chou-Dynastie (also spätestens +255 v. Chr.) lebte, zu den „acht großen Siën“ gehörte, d. h. zu den +Genien und Obermeistern aller magischen und geheimen Wissenschaften, +und diesen auch die Kenntnis der neuen Errungenschaft übermittelte +„in der Verborgenheit der tiefsten Wildnis seiner heimatlichen +Berge“[4848]. Hiernach wird man annehmen dürfen, daß ~Chung-li-küans~ +Trank hauptsächlich aus Pflanzensäften bestand, und daß er selbst zu +jenen Einsiedlern gehörte, deren Erscheinung den während der letzten +vorchristlichen Jahrhunderte dem Aberglauben ganz besonders ergebenen +Chinesen etwas völlig Neues und höchst Erstaunliches war, und denen man +daher übernatürliche Kräfte aller Art zutraute, z. B. Fliegen durch +die Luft, willkürliches Trennen der Seele vom Körper, Verlängern des +Lebens, Überwinden des Todes, usf.[4849]. Es ist sehr wahrscheinlich, +daß das Auftauchen dieses dem eigentlichen chinesischen Geiste ganz +fern liegenden Einsiedlertumes und alles sich daran Knüpfenden mit dem +Eindringen des Buddhismus zusammenhängt[4850], dessen Verbreitung in +China, entgegen früheren Annahmen, schon im 3. Jahrhundert v. Chr. +begann und im 2. bereits eine ziemlich ausgedehnte war[4851]. + +Die sehr weitgehenden gegenseitigen Beeinflussungen und Anpassungen +der älteren chinesischen Religionen und des Buddhismus erstreckten +sich insbesondere auch auf die Lehre des ~Lao-tze~, dessen +philosophische Betrachtungen über das Tao der großen Menge ohnehin +seit jeher vielerlei Schwierigkeiten geboten hatten. Schon im Laufe +des 2. vorchristlichen Jahrhunderts zerfiel daher die Tao-Lehre in +zwei Richtungen, deren eine die Grundlagen des reinen und lauteren +Aufwärtsstrebens festhielt, während in der anderen das Tao vom Prinzipe +höchsten Gutes und vollkommenster Einsicht zu dem des Wundertuns +und Zauberns herabsank, das den Gläubigen vor allem Erfüllung ihrer +irdischen Wünsche in Aussicht stellte, u. a. derer nach langem Leben +und Reichtum[4852]. Die letztere Richtung daraufhin von vornherein als +„alchemistische“ zu bezeichnen[4853], liegt indessen keine Berechtigung +vor, denn auch in seiner Entstellung bleibt das Tao zunächst nichts +weiter als ein geistiges Symbol ungeheurer geheimer Macht: „dem, der +es erlangt hat, ist nichts unmöglich“, daher vermag er sogar den Tod +zu überwinden und sich durch seine Kunst Gold zu verschaffen[4854]. +Natürlicherweise wurden diese Fähigkeiten in besonders hohem Grade +schon dem ~Lao-tze~ selbst zugeschrieben: Einer der großen „Siën“ +unterrichtete ihn in allen zauberkräftigen und geheimen Wissenschaften, +und er selbst vervollkommnete sich in diesen dermaßen, daß er +unendliche Schätze an Gold zu gewinnen verstand, -- weshalb ihn die +chinesischen Alchemisten noch heutzutage als Schutzpatron verehren --, +und sein Leben bis 1040 n. Chr. zu verlängern wußte, in welchem Jahre +er auf einem mit blauen Ochsen bespannten Wagen nach dem Abendlande zu +entschwand, um in Indien als ein Buddha wiedergeboren zu werden[4855]. + +Diese Überlieferungen gehören indessen, wie schon die genannte +Jahreszahl zur Genüge zeigt, einem weitaus späteren Zeitalter an, in +dessen Verlaufe die Chinesen andauernde und tiefgehende, nach ihren +Einzelheiten noch durchaus ungenügend erforschte Beeinflussungen +von Westen her erfahren hatten: in Chinesisch-Turkestan vollzog +sich u. a. die Berührung mit manichäischen und nestorianischen +Lehren, deren Träger zum Teil auch ostiranische Sogdier waren[4856], +635 erreichten die Nestorianer von Indien aus auf dem Seewege +China[4857], und 714 erschienen die ersten arabischen Schiffe in dem +700 den fremden Völkern geöffneten Hafen von Kanton, worauf sich +der Handelsverkehr alsbald mit überraschender Schnelligkeit zu fast +unglaublicher Höhe emporschwang[4858]. Nach der Überzeugung, die sich +einer der größten Kenner Chinas und der chinesischen Litteratur, ~v. +Richthofen~, im Laufe jahrzehntelanger Forschungen bildete[4859], +gelangten die Chinesen erst seit dieser Periode, also etwa seit dem +8. Jahrhunderte, zur Kenntnis einer wirklichen Alchemie, nämlich +der von den Arabern übermittelten hellenistischen, gliederten deren +Gesamtbilde ein, was sie selbst an irgend passenden, oder unter +einiger Umänderung verwertbaren Zügen besaßen, und suchten sodann, +gemäß der unbeschränkten Eitelkeit, die eine Haupteigenschaft +ihres Nationalcharakters bildet, das Ganze als ihre eigene, +selbstverständlich uralte Erfindung hinzustellen. Wie auf anderen +Gebieten, so nahm man auch auf diesem keinen Anstand, die fehlenden +Beweise nachträglich zu beschaffen, und dem Sachkenner muß sich, nach +~Richthofen~, je gründlicher er sich mit dem Problem beschäftigt, desto +überzeugender die Ansicht aufdrängen, daß jenseits des 8. Jahrhunderts, +sobald Alchemie in Frage kommt, sowohl einzelne litterarische +Zeugnisse wie ganze Werke durchwegs entweder späterer betrügerischer +Einschiebungen oder gänzlicher Fälschung verdächtig sind. + +Zu den erwähnten verwertbaren Zügen einheimischer Herkunft gehören +in erster Linie die mit der Erlangung von Gold und langem Leben +zusammenhängenden. Das schon weiter oben angeführte hohe Alter der +Unsterblichkeits-Tränke wird auch seitens der chinesischen Medizin +bestätigt, deren früheste wirklich zuverlässige Werke, die allerdings, +entgegen der üblichen Tradition, nicht aus dem 2. oder gar 3. ++vor+christlichen Jahrtausende herrühren, sondern erst aus dem 3. +Jahrhundert n. Chr.[4860], bereits von jugend- und lebenserhaltenden +Pflanzensäften und Drogen berichten, wie sie die Weisen der fernen +Vergangenheit herzustellen verstanden[4861]. Die Ergebnisse dieser +inländischen Gelehrten scheinen sich aber nicht ausreichend bewährt +zu haben, denn schon gegen 100 v. Chr. soll der Chinese ~Yo-fu-ku~ +nach Japan gekommen sein, um +dort+ nach Unsterblichkeitsmitteln zu +suchen[4862], und eine andere Überlieferung besagt, daß zu gleichem +Zwecke laut ~I-Tsing~ (671-695 n. Chr.) einer seiner Landsleute nach +Indien gesandt wurde[4863], -- obwohl ~I-Tsing~ seiner persönlichen +Meinung dahin Ausdruck gibt, die wahrhaft wirksamen Mittel zur +Verlängerung des Lebens besitze man nur in China selbst, wo man über +mehr als 400 Arten heilsamer Pflanzen und auch Steine verfüge[4864]. +Daß die vegetabilischen Substanzen seit jeher die an Zahl weitaus +überwiegenden waren und dies auch blieben, beweist u. a. das große, +1548-1578 verfaßte, 1597 in 52 Bänden gedruckte Sammelwerk „Pen-tsao“ +des ~Li-schi-tschin~, das auf Grund von 800 der wichtigsten alten +Schriften (freilich aber auch vieler neuerer und ganz später) nicht +weniger als 1892 Medizinen und 11896 Rezepte wiedergibt[4865] und +als zu deren Herstellung erforderlich 347 Bestandteile aufführt, +unter denen sich nur 43 mineralische befinden[4866]. Auch alte +abergläubische Vorstellungen (die sich zum Teil bis zur Gegenwart +erhielten) kennen nur ein „Kraut der Unsterblichkeit“[4867]; die +spätere Tao-Lehre läßt den Hasen, den die Chinesen im Monde zu +erblicken glauben, in einem Mörser die Kräuter zur Gewinnung des +Unsterblichkeits-Trankes kleinstoßen[4868]; auch ~Chang-tao-ling~, der +um 70 n. Chr. erster „Meister des Himmels“, d. h. erstes eigentliches +Oberhaupt der Tao-Hierarchie wurde, soll seinen Trank des ewigen Lebens +in einer verborgenen Höhle des Gebirges zubereitet haben[4869], also +wohl aus Pflanzenstoffen. Wenn die Sage hinzufügt, die kostspieligen +Versuche hätten seine ganze Barschaft verschlungen, so bezieht sich +dieses vermutlich auf die seit jeher für ganz besonders wirksam +erachteten Zusätze an Perlen und edlen Steinen oder Metallen, betreff +derer ein Buch von 1108 schon ausführliche Auszüge aus Werken der +Vorzeit gibt[4870]; zu den aus diesen stammenden Mythen gehört u. a. +die seitens ~Pfizmaiers~ angeführte vom „Edelsteinfett“, das aus +gewissen unzugänglichen Bergen quillt, binnen 10000 Jahren allmählich +zerrinnt und dabei schließlich zur Pflanze der Unsterblichkeit wird, +die dem glücklichen Besitzer wenn nicht ewiges, so doch wenigstens +tausendjähriges Leben gewährleistet[4871]. + ++Für+ die Behauptung, die Bewohner des „Reiches der Mitte“ hätten +sich bereits in so weit zurückliegender Ferne eingehender Kenntnisse +mineralogischer und chemischer Natur erfreut, fehlen bisher glaubhafte +Beweise. +Gegen+ sie spricht es aber, daß die Chinesen, nach so genauen +Kennern ihrer älteren und neueren, gelehrten und volkstümlichen +pharmakologischen Litteratur wie ~Hanbury~[4872] und ~Hübotter~[4873], +zu keiner Zeit über die empirische Handhabung gewisser für die Praxis +(namentlich die metallurgische und keramische) brauchbarer Verfahren +hinauskamen; sie besaßen weder eigenartige chemische Methoden noch +Apparate einheimischer Herkunft, sie verwandten als mineralische +„Heilstoffe“ teils völlig unwirksame Substanzen, teils ganz unreine +und rohe, und sie gelangten niemals zu einem zureichenden Begriffe +von der Notwendigkeit und Art richtiger Dosierung[4874]. Aus der +Reihe der in älteren Schriften sowie im „Pen-tsao“ erwähnten und +unter Angabe der einheimischen Fundorte[4875] aufgezählten Mineralien +seien hier angeführt: die Edel- und Schmucksteine, an deren Spitze +der unermeßlich kostbare Yü (Jadeït, Nephrit) steht, hervorgehend +durch allmähliche Reifung und Gerinnung der edelsten Teile einer im +Erdboden enthaltenen Materie Ki[4876]; die Edelmetalle und Metalle, +d. s. Gold, Silber, Kupfer, Eisen, Blei (das aber zugleich auch Zinn +und Zink mit umfaßt) sowie ihre Erze, u. a. das an der Grenze gegen +Anam bei Kwang-si in großen Mengen vorkommende Zinkerz [basisches +Zinkcarbonat][4877]; die Yu und Pi geheißenen Verdichtungen aus den +gemeineren Teilen der Materie Ki, d. s. weibliches gelbes Auripigment +und männliches rotes Realgar, aus denen man auch ganze Becher +verfertigte, die die Heilkraft der Arzneien außerordentlich erhöhen +sollten[4878]; Naoscha [= Nûschâdir, Salmiak], eine Art Salz oder +Alaun vulkanischen Ursprunges, das man noch gegenwärtig im Innern +Chinas für besonders wirksam ansieht, daher teuer bezahlt und oft +mit anderen Salzen verfälscht[4879]; Schwefel, eines der mächtigsten +Gegengifte, Zauber- und Schutzmittel, der durch seine Dämpfe die bösen +Geister austreibt, sowie die von diesen verursachten Krankheiten +heilt, und alle, die am Tage des Drachen-Bootfestes ein wenig in Wein +eingerührt trinken, ein Jahr lang vor dem Übelwollen sämtlicher Arten +Dämonen schützt[4880]; das Quecksilber, von dem es im fernen Westen +ein unterirdisches Meer geben soll[4881], ein Stoff, dem man trotz +seiner eigenen Giftigkeit die Fähigkeit zuschreibt, die Wirkungen +anderer (namentlich metallischer) Gifte aufzuheben, und der auch +sonst für kräftig, heilsam und kalt (daher auch weiblicher Natur) +gilt[4882]; der Zinnober, den man wegen seiner roten Farbe, die +glückbringend und deshalb den bösen Geistern unerträglich ist, für +einen hervorragenden Talisman hielt, für ein die Krankheiten heilendes, +die Fieberhitze vertreibendes, die Wunden schließendes, zauberhaftes +Mittel, und außerdem für einen nahen Verwandten des gleichfalls +roten Goldes[4883]. Daß die enge Beziehung, die zwischen Zinnober +und Quecksilber waltet, keineswegs schon in „uralten“ Zeiten bekannt +war, beweist eine Bemerkung im Buche des ~Ko-hung~, das man für ein +unzweifelhaft echtes Erzeugnis des 4. Jahrhunderts n. Chr. ansehen +zu dürfen glaubt[4884]: es heißt daselbst, daß beim „Verbrennen“ von +Zinnober Quecksilber entstehe, was den meisten, die hiervon vernehmen, +völlig unbegreiflich und auch unglaublich erscheine, da doch weder ein +Stein wirklich verbrennen, noch dabei, während er selbst rot gefärbt +sei, weißes Quecksilber ergeben könne[4885]; dennoch, versichert +~Ko-hung~, ist dies so, und das gewonnene Quecksilber verleiht ewiges +Leben und erhebt die Menschen zum Range von „Siën“ (großen Geistern, +Genien), wie das jene richtig beurteilen werden, die die „Lehre“ +eingesehen haben [offenbar die Tao-Lehre in ihrer späteren Gestalt]. +Nach gewissen „Meistern“ des 4. und 5. Jahrhunderts, die ihre Studien +in den Gebirgen des Südens betrieben, angeblich weil sie daselbst mehr +Zinnober vorfinden, soll dieser, indem er beim Erhitzen Quecksilber +ergibt, selbst „Leben bekommen“, und daher auch wieder geeignet sein, +andere mit Leben und Unsterblichkeit zu erfüllen[4886]; solche und +ähnliche allegorische Auslegungen sind indessen vermutlich erst +späteren Ursprunges, während es sich anfangs nur um rein abergläubische +Vorstellungen, sowie um Zauberkünste zur Überführung ohnehin schon +goldfarbiger Mineralien, z. B. Zinnober, Realgar, oder Auripigment, +in wirkliches Gold gehandelt haben mag. Wird doch schon vom Kaiser +~Wu-ti~ (140-87 v. Chr.) berichtet, er habe den Tau des Himmels in +einer Schale gesammelt, die eine vor seinem Palaste errichtete Statue +in Händen hielt, und aus ihm durch Einrühren feingepulverten Yüs +(Jadeïts, Nephrits) einen Unsterblichkeits-Trank bereitet[4887]; auch +ein Prinz seines Hauses beschrieb sowohl die Entstehung des Goldes in +der Erde durch allmähliche (1500 Jahre dauernde) Umwandlung feinster, +dem Himmel entstammender Teilchen, als auch die Darstellung des +Unsterblichkeits-Trankes, und soll, nachdem er ihn gekostet, alsbald +gen Himmel emporgefahren sein, wohin ihm sein Hund nachfolgte, der +einige vergossene Tropfen aufgeleckt hatte[4888]. Dem nämlichen Kaiser +~Wu-ti~ riet ein Zauberer, er möge kraft bestimmter Opfer gewisse +mächtige Geister bannen, sie Zinnober in Gold verwandeln lassen und aus +derlei Goldgeschirr essen und trinken: dadurch werde er nicht nur das +Gold erlangen, sondern auch langes Leben, den Anblick der „Genien der +fernen Inseln“ und durch diese schließlich Unsterblichkeit[4889]. Die +großen Gaben, Reichtum und langes Leben, gehen hier aus dem „Kin-tan“ +(= Gold-Rot) genannten Zinnober hervor, und zwar ausschließlich durch +Zauberei; falls also die Quellen wirklich berichten, „unter der +Regierung des Kaisers ~Wu-ti~ habe man zuerst den ‚Stein der Weisen‘ +besessen“[4890], so müssen mindestens diese Worte auf Einschiebung aus +späterer Zeit beruhen, in der die eigentliche Alchemie schon bekannt +geworden und zu jener Vereinigung mit der entstellten Tao-Lehre gelangt +war, die Anlaß zur Entstehung einer ausgebreiteten, an Umfang reichen, +an Inhalt armen, okkultistischen Litteratur gab[4891]. + +In dieser treten dann, wie leicht begreiflich, die Analogien hervor, +die u. a. ~Grube~ auffielen und ihn zu dem Ausspruche veranlaßten, +die chinesische und die mittelalterliche Alchemie zeigten eine Reihe +merkwürdig verwandter Züge[4892], während andere Forscher sogar aus +ihnen folgern wollten, die Araber hätten die Idee vom „Stein der +Weisen“ und überhaupt die ganze Alchemie aus China geholt[4893]. +Tatsächlich begannen dort erst seit etwa dem 8. Jahrhundert einige aus +dem Westen übermittelte chemische Kenntnisse, sowie die alchemistischen +Ideen, Boden zu fassen. Der „Einsiedler in der Abgeschiedenheit des +Gebirges“ muß nun kultische Reinheit beobachten, den Lebenswandel eines +Geweihten führen, die rechte Jahreszeit und die richtige Stellung der +Gestirne wahrnehmen[4894], die Beziehungen zwischen den fünf Planeten +und dem Gold, Silber, Kupfer, Eisen und Blei (oder Zinn und Zink) +berücksichtigen[4895], mit dem Blei als „Mutter“ und dem Quecksilber +als „Seele“ der Metalle Bescheid wissen[4896], das allmähliche +Heranreifen des aus den Erddünsten zuerst niedergeschlagenen Bleies zu +den edleren Metallen und schließlich zu Gold nachahmen[4897], und mit +Fleiß und Geduld die äußerst schwierige und mühevolle Transmutation +betreiben, die eine mystische Ähnlichkeit mit der 9 Monate währenden +Entwicklung des Fötus zeigt, 9 Umwandlungen erfordert und 9 Monate +in Anspruch nimmt, -- ist doch 9 auch eine „heilige Zahl“ der +Tao-Lehre[4898]. Zahl und Beschaffenheit der zur Darstellung des +Elixirs erforderlichen Ausgangsstoffe werden verschieden angegeben, +in der Regel sind es Schwefel, Quecksilber, Zinnober, gelbes und +rotes Arsen, alkalische Salze, Alaun, Kalkstein, Seifenstein, Kaolin, +Talk (= Perlmutter?) und ein Mineral namens Kung-tsing[4899]; das +aus ihnen hervorgehende Präparat, Tan (= Rotes), Tan-sha (roter +Sand), Kin-tan (Goldrot), später auch Gold-Elixir, Metallsaft, +Metallösung, Trank der Siën usf. geheißen, verwandelt 200 Teile Blei +oder Quecksilber in Gold; es heilt alle Krankheiten, indem es die +Dämonen austreibt, den Körper reinigt und ihm seine und des lauteren +Goldes Beständigkeit und Unvergänglichkeit mitteilt; es macht alles +Zerbrochene und Verdorbene wieder ganz und heil und verleiht langes +Leben und Unsterblichkeit[4900]. Schwefel und Quecksilber beginnen seit +der angegebenen Zeit auch in China die maßgebende Rolle zu spielen, +desgleichen kommen Quecksilber-Verbindungen wie Sublimat und Calomel +in Gebrauch, -- zu deren Darstellung man aber fast bis zur Gegenwart +(gleichwie in Indien und in Japan) nur die unvollkommensten, den alten +arabischen nachgebildeten Apparate besaß und beibehielt[4901], -- und +die „heilbringenden“ Elixire werden gemeingefährlich, sei es, daß sie +allzu lange in Berührung mit giftigen Substanzen blieben, sei es, daß +man Zusätze von wirklichem Quecksilber, Schwefel u. dgl. an Stelle +der mit diesen allegorischen Namen gemeinten Beigaben treten ließ; +so z. B. starben allein in den Jahren 801 bis 860 nicht weniger als +vier Kaiser der Tang-Dynastie infolge fortgesetzten oder übermäßigen +Genusses der für sie „aus Schwefel und Quecksilber“ hergestellten +und auch noch mit Perlen und Edelsteinen „verstärkten“ Lebens- und +Unsterblichkeits-Tränke[4902]. Mag die Erlangung solcher ehemals das +Hauptbestreben der Zauberer, und ihr gegenüber die des Goldes „weniger +ein Ziel als ein Mittel“ gewesen sein[4903], -- seit der Berührung +mit den Arabern änderte sich dieses jedenfalls gänzlich[4904], und +während der Jahrhunderte des Mittelalters erscheinen Alchemie und +Alchemisten Chinas und Europas durchaus im nämlichen Lichte. Schon in +dem Sammelwerke „Wundergeschichten aus alter und neuer Zeit“, dessen +jetzt vorliegende Form etwa dem 15. Jahrhundert angehören soll, das +aber auf weit älteren Quellen fußt, schildert z. B. eine Novelle „mit +wahrhaft drastischem Humor den Gimpelfang durch die Alchemisten“, die +seit jeher sämtlich nichts anderes waren als Schwindler, Lügner, +Betrüger und geschickte Ausnützer von Leichtgläubigkeit und Dummheit +der großen Menge[4905]: da kennt der schlaue Gauner die „Geheimnisse +der 9 Umwandlungen“, er bereitet aus Schwefel nebst Quecksilber (= +Zinnober) ein Streupulver, von dem schon eine Fingerspitze voll das +richtig geläuterte Zinn oder Quecksilber sogleich in reines Silber +oder Gold verwandelt, er unterstützt diese Transmutation, indem er +etwas Silber oder Gold als „Muttermetall“ hinzusetzt, „je mehr, desto +besser“, und prellt so auf bekannte Weise und mit bekanntem Erfolge +seine Opfer. -- Auch die von ~Pfizmaier~ benützten, leider jedoch nicht +kritisch gesichteten, ihrem Alter nach aber meist weitaus überschätzten +Schriften erzählen von „den Leuten vom Weißen und Gelben“, von den +„Bereitern der Arzneien“ [= medicinae, phármaka], die Blei und Zinn +mittels solcher Arzneien oder „Blüten“ in Silber und Gold verwandeln, +-- was ihnen aber freilich nicht immer, oder doch nicht so gelingt, daß +die Erzeugnisse das Schmelzfeuer aushalten[4906] --, die ferner aus +„geläutertem“ oder nebst gewissen „Arzneien“ in einer Röhre verbranntem +Quecksilber bald einen das Leben über 100 Jahre hinaus fristenden +Trank, bald edle Metalle bereiten[4907] und endlich aus diesen „weiße +und gelbe Eßgeräte“ herstellen, durch deren tägliche Benützung der +Besitzer Unsterblichkeit erlangt[4908]. + +Von eigentlichen chemischen Kenntnissen in wissenschaftlichem Sinne, +wie sie das europäische Mittelalter allmählich ausbildete, kann aber +im chinesischen gar nicht die Rede sein, auch fehlten solche noch +zur Zeit der ersten Erschließung Chinas im 16. Jahrhundert daselbst +vollkommen. Nach ~Klaproth~, dessen Vermutungen von 1807 ~Guareschi~ +neuerdings wiedererwähnte[4909], kannten allerdings die Chinesen schon +im 8. Jahrhundert den Sauerstoff als „Yin der Luft“, als durch Feuer +austreibbare Substanz verschiedener Steine, z. B. des Salpeters, sowie +als Bestandteil des Wassers, „das sie demnach als zusammengesetzt +ansahen“; sie wußten auch, daß der Yin aus Luft, aus Wasser, oder aus +Alaun [?], das Kupfer in Grünspan [?] verwandle; ferner, daß der Yin +sich nur mit dem Golde nicht verbinde, weshalb dieses auch nie anders +als gediegen vorkomme, während er die anderen Metalle angreife und +dabei deren Oxyde ergebe, z. B. das seit uralter Zeit zum Färben des +Porzellans benützte, aber streng geheim gehaltene Antimonoxyd[4910], +usf. usf. Alle diese Voraussetzungen sind indessen hinfällig, oder +beruhen nur auf Auslegungen in vorgefaßtem Sinne: Yin und Yang, die +beide, wie schon weiter oben erwähnt, als kosmische Urstoffe gelten, +sind freilich überall und in allem vorhanden[4911], daher auch in +Luft und Wasser; sie bilden auch die 5 Elemente, und ihr richtiges +Verhältnis verleiht dem menschlichen Körper, dessen Säfte sie samt +Blut und Atemluft erfüllen, Gesundheit[4912] und der Erdoberfläche +sowie dem Erdinnern Fruchtbarkeit, gute Beschaffenheit usf.[4913]; +aber nicht der geringste Anhaltspunkt liegt +dafür+ vor, daß man sie +jemals als „Bestandteile“ in chemischem Sinne betrachtete, den Yin, +der doch das minderwertige und passive Prinzip ist, mit dem Sauerstoff +identifizierte, oder diesen seiner elementaren Natur und seiner +Verbindungsfähigkeit nach richtig erkannte. Die angeführten, ohnehin +sehr verworrenen chemischen Einzelheiten stammen sichtlich erst aus +später Zeit; auf eine solche weist auch die Bemerkung hin, daß in die +Zusammensetzung der Metalle, mit Ausnahme des reinen und vollkommenen +Goldes, also vom Silber abwärts, steigende Mengen Schwefel mit eingehen +sollen[4914], und ebenso die Angabe betreff des Porzellans, da dessen +Herstellung, früheren Annahmen entgegen, in China keineswegs uralt ist, +vielmehr erst gegen Ende des 6. Jahrhunderts n. Chr. einen gewissen, +aber immerhin noch bescheidenen Grad der Vollkommenheit erreichte[4915]. + +Die weiter oben geschilderten Vorstellungen, wie sie im 7. und 8. +Jahrhundert in China herrschten, gelangten im Laufe des 8. Jahrhunderts +auch nach +Japan+; das Doppelprinzip des Yin und Yang, sowie die +Theorie von den 5 Elementen, deren Zahl aber unter buddhistischem +Einflusse alsbald wieder auf 4 (Feuer, Wasser, Erde, Luft) beschränkt +wurde, blieben, namentlich in der für Japan fast allein in Betracht +kommenden medizinischen Richtung, bis in das 16. und 17. Jahrhundert +hinein völlig alleinherrschend[4916]. Beweise dafür, daß während +des Mittelalters, außer einigen unvollkommenen, trotzdem aber stets +unverändert beibehaltenen Verfahren und Apparaten, auch eigentlich +chemische Kenntnisse in Japan vorhanden gewesen, oder aus China +dahin gelangt seien, haben sich bisher nicht erbringen lassen, und +so bestätigt auch dieser Umstand wieder die Überzeugung, daß die +Chinesen solche selbst nicht besaßen; die völlige Haltlosigkeit aller +entgegengesetzten Behauptungen, sowie deren Ursprung aus den zu +gewissen Zwecken absichtlich entstellten Berichten der jesuitischen +Missionäre deckte übrigens schon 1773 ~De Pauw~ auf[4917], indem er +nachwies, daß noch zur genannten Zeit den Chinesen weder mineralische +Säuren bekannt waren, noch eigentliche Destillationsapparate, noch +irgendwelche neuere Vorrichtungen, Verfahren oder Präparate, noch +endlich auch nur die Begriffe Chemie und Chemiker. + + + + +Fünfter Abschnitt. + +Die Alchemie im Okzident. + + + + +1. Die Alchemie des europäischen Mittelalters bis 1300. + + +Die Wege, auf denen nach den Stürmen der Völkerwanderung die chemischen +und chemisch-technologischen Kenntnisse des späten Altertums aufs +neue zum Gemeingute des Abendlandes wurden, sind im einzelnen noch +bei weitem nicht genügend erforscht und aufgeklärt. Betreffs ihrer +Gesamtrichtung meint zwar ~Berthelot~, als erster die ganz neue und +höchst wichtige Tatsache entdeckt zu haben, daß neben und vor der +arabischen, hauptsächlich von Spanien her wirksamen Tradition, auch +eine unmittelbare, auf byzantinische Überlieferung zurückweisende +bestanden habe, -- doch schreibt er sich hierbei, wie auch in +anderen Fällen, Verdienste zu, die ihm in Wirklichkeit keineswegs +gebühren. Daß nämlich mit dem Ende des Altertums, also mit dem Falle +des weströmischen Reiches im Jahre 476, plötzlich die gänzliche und +endgültige Vernichtung alles Bestehenden eingetreten sei, und eine +spätere Zeit auf sämtlichen Gebieten wieder völlig von neuem zu +beginnen und die leer gewischten Tafeln allein aus eigenen Kräften +allmählich neu zu beschreiben gehabt hätte, war allerdings ehemals +eine weitverbreitete Vorstellung; sie ist jedoch längst der besseren +Einsicht gewichen, daß wie zwischen Mittelalter und Neuzeit so +auch zwischen Altertum und Mittelalter Verbindungen und Übergänge +nirgendwo gefehlt haben, und daß insbesondere das geistige Band auf +keinem Gebiete jemals vollkommen gerissen ist. Auf wenigen Feldern +hat sich diese Überzeugung so frühzeitig aufgedrängt und gefestigt +als auf dem des Kunstgewerbes und der Kunsttechnik, und es ist daher +sehr auffällig, daß ~Berthelot~, der sich ihr im übrigen nicht +verschließt[4918], gerade auf diesem seine Entdeckung gemacht zu +haben glaubt; um die Selbsttäuschung begreiflich zu finden, müßte +man annehmen, daß ihm nicht nur die älteren und neueren Forschungen +hervorragender französischer Philologen und Kunsthistoriker unbekannt +blieben, sondern auch die Spezialwerke von ~Eastlake~[4919] und +~Merrifield~[4920], die Abhandlungen und Kommentare der Herausgeber in +der großen als „Wiener Quellenschriften“ bezeichneten Sammlung[4921], +usf. Da aber einige seiner zuweilen nicht ganz an der Oberfläche +liegenden Anführungen ersehen lassen, daß ihm diese Veröffentlichungen +durchaus nicht entgangen waren, so muß es genügen, die Tatsache +festzustellen, daß bereits die genannten Autoren, sobald sie auf +den fraglichen Zusammenhang zu sprechen kommen, ihn als einen +im +allgemeinen+ ganz offenkundigen voraussetzen; sie betrachten ihn +als einen angesichts der politischen und kulturgeschichtlichen +Beziehungen zwischen dem oströmischen Reiche und Italien gar +keinem Zweifel unterliegenden und beziehen sich hierbei u. a. auf +die nämlichen frühesten Werke des Mittelalters, von denen auch +~Berthelots~ Darlegungen ihren Ausgang nehmen, d. s. hauptsächlich +die „Compositiones ad tingenda musiva“ und die „Mappae clavicula de +efficiendo auro“. Hingegen befanden sie sich, da ihnen der Wortlaut +der chemischen Texte griechischer und byzantinischer Herkunft gar +nicht oder nur sehr unvollkommen, der Inhalt demnach fast nur aus den +spärlichen Berichten zweiter oder dritter Hand bekannt war, nicht +in der Lage, auch +im einzelnen+ Ähnlichkeiten und Analogien zu +erkennen und nachzuweisen, und in dieser Hinsicht bleibt die Leistung +~Berthelots~, deren wahre Vorzüge nicht verkleinert werden sollen, +selbstverständlich die weitaus überlegene. + +Was die erwähnte Übermittlung chemischer und vor allem +chemisch-technologischer Traditionen durch die Araber betrifft, -- die +schon seit Beginn des 8. Jahrhunderts ihre Herrschaft und ihren Einfluß +über Sizilien, Süditalien, Spanien und Südfrankreich zu erstrecken +begonnen hatten --, so steht sie zwar als +Ganzes+ fest, und an ihrer +Tatsächlichkeit und hohen Bedeutung ist nicht zu zweifeln; ihre ++Einzelheiten+ hingegen liegen noch so gut wie gänzlich im Dunkeln, +und nur in Ausnahmefällen lassen sich die Fragen beantworten, welche +Vorbilder zunächst Nachahmung fanden, oder wo, wann und durch wen +dies zuerst geschah? Überlegt man, daß die einschlägigen Verfahren +nach Tunlichkeit geheim gehalten wurden, weshalb selbst die spätere +Litteratur nur selten einige dürftige Winke über sie gibt, daß +ferner deren ausschließliche eigene Verwertung größte Wichtigkeit +für Handel und Verkehr der Eroberer besaß, daß aber die Arabisierung +der besetzten Länder nur eine oberflächliche war und blieb (selbst +in weiten Teilen Spaniens), so ist wohl allein an eine unverhütbare +allmähliche Aneignung seitens Mitbeschäftigter und Lernbeflissener +zu denken, nicht aber an eine gewollte Lehrtätigkeit der Araber. +Ebenso sind auch gewisse, wie in älterer so noch in neuerer Zeit mit +lebhaften Farben ausgemalte Schilderungen abzuweisen, denen gemäß, +etwa vom 11. Jahrhundert an, junge Leute mitteleuropäischer Herkunft +die arabischen Universitäten Spaniens aufgesucht hätten, um dort neben +anderen Geheimwissenschaften auch Alchemie zu studieren und sie in +den Laboratorien der großen Meister praktisch zu betreiben[4922]. +In Wirklichkeit[4923] waren nämlich diese „Universitäten“ teils +eine Art Seminare und als solche unmittelbar den Moscheen +angegliedert[4924], teils eine Art Stifte oder Kollegien und als +solche in eigenen, „Medreseh“ genannten Schulgebäuden untergebracht. +Unterrichtsgegenstände bildeten in ersteren ausschließlich Theologie +und ihre Nebenzweige, namentlich Jurisprudenz, in letzteren aber +auch Philosophie, Philologie, sowie zuweilen Medizin, Astronomie und +Mathematik[4925], und zwar wurden, wie noch heutzutage etwa in den +entsprechenden Anstalten zu Konstantinopel oder Kairo, die Paragraphen +des von einer „anerkannten Autorität“ verfaßten Lehrbuches durch den +Vortragenden abgelesen und erklärt, die Lehrstoffe aber durch die +Zuhörer nachgeschrieben und memoriert; nur die „Vorlesung“ kam also +in Betracht, nicht eine selbständige und praktische Forscherarbeit +der Lehrer, geschweige denn der Schüler, am allerwenigsten aber eine +auf dem Gebiete der Naturwissenschaften, die als solche noch gar kein +Sonderdasein führten, in den Lehrplänen keine Stätte besaßen und +in den Augen der Strenggläubigen immer noch mit Magie und Zauberei +zusammenhingen, also für „verdächtig“ galten. Endlich waren aber auch +diese Schulen, angesichts der gerade in Spanien großen Intoleranz der +Geistlichkeit und ihrer regen Eifersucht gegen alles Fremde[4926], für +Ungläubige völlig unzugänglich, so daß schon allein dieser Umstand +der angeführten Hypothese jeden Boden entzieht. Infolgedessen wurde +sie dahin abgeändert, daß nicht die arabischen Hochschulen Ziel der +Alchemie-Studierenden gewesen seien, sondern die aus ihnen schon +seit der Rückeroberung Toledos (1085) hervorgegangenen spanischen. +Aber auch diese sog. Universitäten pflegten, gleich sämtlichen +mittelalterlichen, ausschließlich die Geisteswissenschaften (in +weiterem Sinne), -- in erster Linie natürlich die Theologie --, während +die Naturwissenschaften für sie überhaupt nicht vorhanden waren und +auch späterhin nicht die geringste Beachtung erfuhren; wer niemals +Anlaß hatte, sich mit den Erzeugnissen ihres rein scholastischen +Betriebes zu befassen, schöpft die richtigste Vorstellung von ihrer +starr konservativen und orthodoxen Gesinnung in früheren Jahrhunderten +aus einer Antwort, die noch 1771 die vornehmste Universität, +Salamanca, auf Vorschläge König ~Karls~ III. zu einer zeitgemäßen +Umgestaltung der Lehrweise erteilte: „~Newton~ lehrt nichts, was einen +guten Logiker oder Metaphysiker bilden könnte, und ~Gassendi~ oder +~Descartes~ stimmen nicht mit der Wahrheit der Offenbarung überein, +wie das ~Aristoteles~ tut[4927].“ Von einem Studium der Chemie an den +spanischen Universitäten und von alchemistischen Arbeiten in deren +Laboratorien, kann also ernstlich gar nicht gesprochen werden. Wie +sich indessen die großen Übersetzer arabischer Werke aller Art in das +Lateinische, z. B. ~Gerhard von Cremona~ (1114-1187)[4928] und andere, +gelegentlich ihres Aufenthaltes in Toledo und sonstigen spanischen +Städten nicht etwa der Mithilfe akademischer Kreise bedienten, sondern +jener gelehrter sach- und sprachkundiger Juden, so dürften sich auch +die auf Kenntnis der Geheimwissenschaften und der Alchemie Ausgehenden +unmittelbar an Personen gewendet haben, die im Rufe standen, selbst +mit diesen Dingen Bescheid zu wissen. Das werden aber, wie jederzeit +und allerorten, vorwiegend Schwindler, Betrüger und allenfalls +betrogene Betrüger gewesen sein, die teils einzeln im verborgenen +wirkten, teils jenen mystischen, magischen und nekromantischen +Geheimzirkeln angehörten, die z. B. nach ~Del Rio~ und ~Gesner~ noch +um 1600 in Toledo, Granada, Cordova, Sevilla und Salamanca ihr Wesen +trieben[4929], und es kann daher nicht wundernehmen, daß das im Dunkeln +Ausgeübte auch im Dunkeln verblieb, und schriftliche Aufzeichnungen +darüber nicht vorliegen. -- Im ganzen scheint man jedoch überhaupt +die Rolle des eigentlichen Spaniens als Ausgangspunkt der Verbreitung +und Vervollkommnung chemischer und alchemistischer Kenntnisse +und Verfahren bisher überschätzt zu haben, und die maßgebenden +arabischen Anregungen fielen vermutlich in der Provence, in Italien +und in Sizilien auf fruchtbareren Boden. Die einschlägige arabische +Litteratur dieser Länder ist leider noch sehr ungenügend erforscht, +doch steht es z. B. fest, daß schon ~Ibn Badschrun~, ein sizilischer +Autor (des 11. Jahrhunderts?), ein Buch „Sirr Alkîmijâ“ (= Geheimnis +der Chemie) verfaßte, und sizilischen Ursprunges scheint auch eine +ausführliche Anweisung zu sein, behandelnd die Herstellung von Tinten +in verschiedenen Farben, von Goldtinte mittelst Auripigment, von +Silbertinte mittelst Zinnamalgam, sowie die Vergoldung von Papier und +Pergament[4930]. + +In Sizilien wurden um 1150 alchemistische Schriften auch +ohne+ +den Umweg über das Arabische unmittelbar aus dem Griechischen +übersetzt[4931]. Daß dies möglich war, kann nicht überraschen, wenn +man bedenkt, daß große Teile Italiens, namentlich Süditaliens, seit +ihrer Wiedereroberung durch die oströmischen Kaiser jahrhundertelang in +engster Verbindung mit dem byzantinischen Reiche standen, so daß die +griechische Sprache bis tief in das Mittelalter hinein eine allgemein +verstandene, ja in vieler Hinsicht eine herrschende blieb: daher zeigen +zahlreiche süditalische Münzen des 8. bis 11. Jahrhunderts griechische +Aufschriften[4932], und noch Kaiser ~Friedrich~ II. erließ im 13. +Jahrhundert seine Gesetze zugleich in lateinischer und griechischer +Fassung[4933]. Diese Umstände sind namentlich sehr beachtenswert +betreffs der Überlieferung der chemisch-technologischen Kenntnisse und +der auf ihnen beruhenden kunstgewerblichen Verfahren. Schon während der +Kaiserzeit war die römische Kunst „nur eine von Nicht-Römern geleitete +Fortbildung hellenistischer Motive“, wie dies schon allein die +Tatsache zeigt, daß für die im Kunstgewerbe beschäftigten kaiserlichen +Freigelassenen und Sklaven in sämtlichen bekannten Inschriften, mit +einer einzigen Ausnahme, nur griechische und orientalische Namen +erscheinen[4934]; nach dem Sturze des weströmischen Reiches gingen +dann die Traditionen der Kunst, die am getreuesten und längsten die +Werkstätten der ägyptischen Edelschmiede bewahrt hatten, zunächst ganz +an die Byzantiner und später an die Araber über und wurden durch sie +erhalten und weiter verbreitet[4935]. + +Sowohl ~Eastlake~ als ~Merrifield~ heben in ihren oben genannten Werken +nachdrücklich und an vielen Stellen die Bedeutung der byzantinischen +Übermittlung hervor, die teils auf mündlichem, teils auf schriftlichem +Wege, bald an geistliche, bald an profane Künstler, und in vielen +Fällen auch außerhalb Italiens weit früher erfolgte, als man sehr +allgemein anzunehmen pflegt[4936]: sind doch z. B. „griechische“ +Glasmaler, die nicht nur die Malereien auszuführen, sondern auch die +erforderlichen Farben zu bereiten verstanden, schon 687 in Frankreich +nachweisbar[4937] und um die nämliche Zeit nach ~Beda Venerabilis~ +auch in England[4938]. Sehr bezeichnend für die „innige Kontinuität“ +der hellenistischen, byzantinischen und italienischen Vorschriften +erweisen sich nach ~Wessely~ auch die frühmittelalterlichen Rezepte +für „Chrysographie“ (Goldschrift), denn unter 17 von ihm angeführten +gehen 8 auf die bewährten alten Verwendungen echten Goldes zurück +(Grundieren; Auftragen von Goldstaub, Goldblättchen, Goldamalgam, +nebst Gummi u. dgl.; Polieren mit dem Tierzahn) und 9 auf die ebenso +bekannten der Ersatzmittel (Auripigment, Zinnober, Safran, Galle, +...)[4939]. Charakteristische, den hellenistischen und byzantinischen +Quellen entlehnte Züge sind ferner u. a. die folgenden: die Herstellung +von „Auripetrum“[4940] durch Vergolden von Zinnfolie mittelst +eines Firnisses aus Sandarach (oder anderen Harzen) und Leinöl +oder Nußöl (dieses nach ~Aëtios~, 6. Jahrhundert), sowie mittelst +Gallenfarben[4941]; das Feinreiben von Gold und anderen Materialien +auf ägyptischem Porphyrstein, so daß „porphyrisiert“ überhaupt so +viel wie „feingerieben“ bedeutet, -- eine Benennung, die sich im +französischen „porphyriser“ dauernd erhalten hat; die Verwendung von +Zusätzen, z. B. Bleiweiß, zur „Multiplicatio“ (Vervielfachung) des +Azurs, dessen violette Sorte den Namen „Manghanese“ führt[4942], sowie +des Zinnobers, der sich auch in Italien findet und dort Hämatit heißt +[d. i. in Wirklichkeit Roteisenstein][4943]; das „Ausbrüten“ von +Quecksilber in einem „Ei“ zu Gold von der richtigen „Goldfarbe“[4944]; +die Anfertigung künstlicher Perlen und ihre Reinigung durch Verfüttern +an Tauben oder Hühner[4945]; die Benützung von Ätzkalk zu Mischungen, +die sich in Berührung mit Wasser entzünden[4946]; das Aufsagen von +Gebeten (Paternoster, Miserere, Ave Maria) zwecks Zeitmessung[4947], +usf. Wie völlig bewußt sich die frühmittelalterlichen Autoren dieser +Zusammenhänge waren, beweist u. a. auch die „Schedula diversarum +artium“ des sog. ~Theophilus Presbyter~, die im 11. oder 12. +Jahrhundert auf Grund weit älterer Überlieferungen abgefaßt ist und +sich nicht nur wiederholt auf „griechische“ Rezepte zur Darstellung +von Gold (aus Zinn und Safran), Farben, Präparaten und Gläsern beruft, +sondern auch ausdrücklich versichert, „alles zu enthalten, was nur +die Griechen an verschiedenen Gattungen von Farben und Mischungen +besitzen“[4948]. Nach Deutschland, besonders auch nach Norddeutschland, +scheinen „griechische Meister“ nicht selten bereits im 10. Jahrhundert, +unter der Regierung Kaiser ~Ottos~ II., gekommen zu sein, dessen +Gemahlin ~Theophano~ bekanntlich eine byzantinische Prinzessin war; in +Verbindung hiermit steht vielleicht die Erwähnung eines byzantinischen +Alchemisten bei einem Kommentator der „Kirchengeschichte“ des ~Adam +von Bremen~ aus der Zeit ~Ottos~ III. (983 bis 1002), während +dessen Minderjährigkeit seine Mutter ~Theophano~ die Würde der +Reichsverweserin bekleidete[4949]. + + +a) „Compositiones ad tingenda musiva ...“. + +~Muratori~, der im Laufe des 18. Jahrhunderts eine große Reihe +wichtiger, die politische und Kultur-Geschichte Italiens betreffender +Abhandlungen und Sammelwerke herausgab, entdeckte diese, dem 8. +Jahrhundert angehörige Schrift „Über das Färben der Mosaïke ...“ in der +Bibliothek zu Lucca und veröffentlichte sie zum ersten Male in seinen +„Antiquitates Italicae medii aevi“[4950], jedoch nach ~Guareschi~[4951] +anscheinend nicht ganz vollständig. Sie besteht aus einer Sammlung +von Rezepten zu praktischen, meist kunsttechnischen Zwecken, die +verschiedenen Quellen entlehnt und ziemlich regellos aneinander gereiht +sind, und ist in einem barbarischen Latein abgefaßt, das deutlich +die mindestens teilweise Übersetzung aus dem Griechischen und den +byzantinischen Ursprung erkennen läßt; letzteren bezeugt sie auch durch +die Bewahrung gewisser griechischer und ägyptischer Überlieferungen, +die sich in späteren gleichartigen Werken z. B jenen des sog. +~Heraklius~ und ~Theophilus~ (aus dem 10. bis 12. Jahrhundert?), nicht +mehr erhalten haben. ~Kopp~, ~Hoefer~ und anderen Historikern der +Chemie, blieb ihr Vorhandensein unbekannt[4952], obwohl ~Lessing~ in +der Schrift „Vom Alter der Ölmalerei“ (1774)[4953], ~Beckmann~ in den +„Beiträgen zur Geschichte der Erfindungen“ (1792)[4954], ~Berthollet~ +in den „Elements de l’art de la teinture“ (1804)[4955], und in neuerer +Zeit ~Eastlake~ (1847)[4956], ~Merrifield~ (1849)[4957] und ~Bucher~ +(1875)[4958] ihrer gedachten. Der wesentliche Inhalt, soweit chemische +Fragen in Betracht kommen, ist nach ~Berthelot~ der folgende[4959]: + +Die Metalle, wie Gold, Silber, Kupfer, Orichalcum (= Messing), +Blei usf., werden aus verschiedenen Erzen gewonnen, Blei z. B. aus +männlichen und weiblichen, und miteinander durch Löten vereinigt[4960]. +Aus Gold macht man zarte Fäden, aus Gold und Silber feinen „Staub“, und +aus Gold, Silber und Zinn auch äußerst dünne Blätter[4961], die man mit +Leinöl oder ähnlichen Mitteln auf unedle Metalle, Glas, Stein, Holz +und Gewebe aufklebt, um diese zu vergolden oder zu versilbern[4962]. +Blattgold ersetzt man nach Bedarf durch Zinnfolie, die man mit einem +[bereits im Leidener Papyrus erwähnten] Firnis aus Safran, Chelidonium +und Auripigment überzieht[4963], doch versteht man Metalle, besonders +Kupfer, überhaupt so zu „färben“, daß sie wie Gold aussehen[4964]. Das +Blattgold löst man ferner in Quecksilber und gebraucht das Amalgam zur +Herstellung von Goldschrift, doch können auch hier Safran und andere +gelbe Farbstoffe [wie im Leidener Papyrus] zur Aushilfe dienen[4965]. + +Als „Compositio brandisii“ wird die Bereitung einer Legierung aus 2 +Teilen Kupfer (aeramen), 1 Teil Blei und 1 Teil Zinn, oder aus 2 Teilen +Kupfer, 1 Teil Blei, ½ Teil Zinn und ½ Teil „Vitrum“ [wörtlich Glas, +hier wohl ein krystallinisches Flußmittel] beschrieben[4966]; sie ist +also eine bleihaltige und daher minderwertige +Bronze+, und letzterer +Name soll nach ~Berthelot~ von dem dieser Legierung abgeleitet sein +(siehe weiter unten). + +Von Mineralien und Präparaten finden sich genannt: Schwefel und +Auripigment[4967]; Hämatit (Roteisenstein), Oker und Rötel[4968]; +das Kupfererz Chalkitis, gebranntes Kupfer, Kupferblau (?) und +Jarin [Grünspan] aus Kupfer und Essig[4969]; Bleiglätte, Bleiweiß +aus Blei und Essig, sowie Siricum [Mennige, zuweilen aber auch +Rötel][4970]; Kathmia, auch kupferhaltige[4971]; natürliches und +künstliches Quecksilber, sowie Zinnober, bereitet aus Quecksilber und +Schwefel[4972]; Lasurstein (?), Koralle und Gagat[4973]; Salz, Alaun +und Vitriol [ein unreines, eisenhaltiges Kupfersulfat aus zersetztem +Pyrit], durch Einkochen der wässerigen Lösung dargestellt und nach +~Berthelot~ hier zuerst unter dem Namen „vitriolum“ erwähnt[4974], +[der aber sicherlich sehr viel älter ist, da z. B. schon ~Plinius~ die +Ähnlichkeit der krystallisierten Substanz mit blauem Glase hervorhebt]; +Nitron und Aphronitron (Schaumnitron)[4975]. + +Durch Erhitzen von Nitron und Glassand in den Glasöfen schmilzt man das +Glas zurecht und verleiht ihm zugleich durch gewisse Zusätze beliebige +Farben: Zinn macht es weiß, Bleiglätte gelb, Zinnober, gebranntes +Kupfer und Kathmia hell- bis dunkelrot, usf., und aus solchem buntem +sowie aus vergoldetem und versilbertem Glase verfertigt man die +Glasmosaïken, die auch eine schöne Politur annehmen[4976]; prächtig +gelbe, purpurne und andere Färbungen lassen sich aber auch mittelst +geeigneter Firnisse bewirken, z. B. mittelst des „antimio di damia“ (?) +genannten[4977]. + +Zum „Färben“ [Bemalen; Anstreichen] von Pergament, Holz, Knochen, +Horn, Mauerwerk usf. bedient man sich zahlreicher Farbstoffe[4978], +teils der oben genannten mineralischen, die sich auch zu Beimischungen +eignen, teils tierischer, z. B. des Purpurs[4979], teils pflanzlicher. +Zu diesen zählen u. a. die der Rinden und Früchte von Nußbäumen, Ulmen +und Eichen [Galläpfel], der Blüten von Veilchen, Mohn, Lein, blauen +Lilien usf., der Wurzeln des Krapps, ferner Vermeil, Ficarin, Lazurin, +Lulazin oder Lulax, u. dgl. mehr[4980]. Als Lösemittel gebraucht man +Regenwasser, Seewasser, Essig oder gefaulten Harn, als Bindemittel +aber, je nach der Natur des Untergrundes, Öl, Leinöl, Harze, Mastix, +Gummi, Fett, Wachs, Bitumen, Fischleim, die „amor aquae“ (?) genannte +schaumige Masse usf.[4981]. + +Stoffen und Geweben erteilt man ebenfalls alle möglichen Farben, z. B. +purpur, zinnoberrot, dunkelgelb, hellgelb (melium), grün, blaugrün +(venetum)[4982] und „pandium“, zu dem Bleiweiß, Zinnober, Grünspan und +gewisse blaue, grüne und purpurne Farbstoffe verwendet werden[4983]. + + +b) „Mappae clavicula“. + +Als „Mappae clavicula de efficiendo auro ...“, „Schlüssel zur +Anweisung Gold zu machen“ (zunächst zu Zwecken der Malerei und des +Kunstgewerbes) führt nach ~Becker~[4984] das Bibliotheks-Verzeichnis +des Klosters Reichenau aus dem Jahre 821-822 eine (jetzt verlorene) +Schrift an, in der ~Berthelot~ die älteste, noch sämtliche Rezepte der +„Compositiones ad tingenda musiva ...“ mitenthaltende Vorlage der bis +auf uns gekommenen „Mappae clavicula“ vermutet[4985]. Von dieser ist +ein kürzerer Auszug in einer nach ~Giry~ spätestens dem 10. Jahrhundert +entstammenden (noch ungedruckten) Handschrift in Schlettstadt +vorhanden, sowie ein ausführlicherer, dem 12. Jahrhundert angehöriger, +das sog. „~Way~sche Manuskript“, in England[4986]; für den Verfasser +des letzteren erklärt ~Berthelot~ (oder sein nicht klar ersichtlicher +Gewährsmann) den ~Adelhard~ von ~Bath~, einen hochgebildeten englischen +Mönch, der um 1130 von weiten Reisen zurückkehrte, die ihn bis in den +Orient führten, und unter dessen Werken sich eine „Mappae clavicula“ +erwähnt findet[4987]. Hiernach würde es sich erklären, daß der +~Way~sche Text einige Worte altenglischen und arabischen Ursprunges +zu enthalten scheint[4988], und daß allein in ihm an die Stelle der +zum Teile weggefallenen Rezepte der „Compositiones“ verschiedene +Zusätze späterer Herkunft getreten sind, die teils arabischen Einfluß +verraten (wie die über Zucker, Stärke, Seife, ... handelnden), teils +auf die sog. „Schedula“ des ~Theophilus~ (12. Jahrhundert?) oder deren +Quellen zurückweisen[4989]. -- Die ursprüngliche „Mappae clavicula“ +ist als eine nach ~Berthelot~ in Italien, nach ~Diels~[4990] eher +im karolingischen Frankreich um 800 verfaßte Sammlung von Rezepten +anzusprechen, die entweder griechischen und byzantinischen Schriften +entnommen wurden, oder (was wahrscheinlicher ist) älteren lateinischen +Auszügen aus solchen; Spuren, die diese Entstehungsart verraten, sind +eine Anzahl griechischer Lehnworte[4991], gewisse Übereinstimmungen +mit Vorschriften des Leidener Papyrus und des ~Pseudo-Moses~[4992], +Reste heidnischen Götterglaubens[4993], Empfehlungen von „Gebeten“ +um gutes Gelingen der Operationen[4994] usf. -- Die hauptsächlichen +Angaben, die chemische Kenntnisse und Verfahren betreffen, sind die +nachstehenden[4995]: + +Silber und Gold bereitet man durch Herstellung entsprechend gefärbter +Legierungen aus edlen und unedlen Metallen, auch unter Benützung von +Auripigment, Sandarach und anderen Zutaten[4996]; gefördert werden +diese verschiedenen Methoden der „Diplosis“ oder „Duplicatio auri“ (= +Verdopplung des Goldes) durch Beifügen kleiner Mengen fertigen Silbers +oder Goldes[4997] und durch Bittgebete während des Schmelzens[4998]; +dieses setzt man fort „donec hilare fiat“, „bis die Masse hellen Blick +zeigt“ (s. unser „Silberblick“), -- „καὶ γένηται ἱλαρός“ heißt es im +Leidener Papyrus[4999]. Zum Versilbern und Vergolden bedient man sich +auch des „Magnesia“ genannten Quecksilber-Amalgams, das aber nicht +identisch mit der Magnesia der Glasmacher ist[5000], oder gewisser +silber- und goldfarbiger Firnisse[5001]; mittelst solcher Firnisse, +die Auripigment, Galle verschiedener Tiere, Drachenblutharz u. dgl. +Bestandteile enthalten, -- die Vorschriften kommen teils schon im +Leidener Papyrus und bei ~Pseudo-Moses~ vor, teils scheinen sie erst +aus dem ~Heraklius~ und ~Theophilus~ interpoliert zu sein --, bringt +man auch Gold- und Silberschrift auf Pergament, Stein oder Metall +da an, wo die Verwendung echter goldener oder silberner zu teuer +wäre[5002]. + +Die Rezepte zur Herstellung und Bereitung von Metallen (und auch von +Gläsern, s. unten) sind im Schlettstädter Manuskript nur dem Titel nach +erhalten[5003], dagegen findet sich nach ~Giry~ +allein+ in diesem, und ++nicht+ in der ~Way~schen Handschrift, eine Angabe über die „Compositio +brindisii“ aus 2 Teilen Kupfer und 1 Teil Blei, sowie (unter den +Zusätzen, die auf einigen der letzten Blätter eingetragen stehen) über +die „Compositio brondisono“ aus 2 Teilen Kupfer, 1 Teil Blei und 1 Teil +Zinn[5004]; ~Berthelot~ zieht auch diese Stellen als Stütze seiner +Vermutung über den Ursprung des Namens „Bronze“ heran (s. unten). + +Nur im ~Way~schen Manuskripte vorhanden sind die das Niello (nigellum) +betreffenden, allerlei arabische Worte aufweisenden Vorschriften[5005], +eine ganze Anzahl den „Compositiones ad tingenda musiva“ +entlehnte[5006], sowie einige auf Glas bezügliche: diese berichten vom +Callaïnum oder Calaino, das wohl als ein grünes Krystallglas anzusehen +ist[5007], -- da auch der „Papyrus ~Kenyon~“ (im 3. Jahrhundert) von +Smaragd und Kallaïs als „grünen Steinen“ spricht[5008] --, sowie von +dem schon bei den antiken Autoren oft erwähnten „unzerbrechlichen +Glase“[5009], dessen Bereitung auch „ein rätselhaftes und mystisches, +Drachenblut enthaltendes Rezept“ dienen soll, das sich weiterhin bis +auf den sog. ~Raymund Lull~ und andere spätere Alchemisten forterbte. +~Berthelot~ vermutet, es habe sich hierbei im Grunde doch um eine +wirkliche, schon zu Beginn der römischen Kaiserzeit gemachte Erfindung +gehandelt, ebenso wie bei dem gleichfalls angeführten Verfahren „ad +cristallum comprimendum in figuram“ (Krystallglas in Formen zu pressen). + +Auf griechische und byzantinische Quellen zurück geht die Schilderung +der Feuerpfeile und Brandsätze aus Harzen, Erdölen u. dgl. +(+nicht+ aber aus Salpeter)[5010], sowie die Beschreibung der +hydrostatischen Wage, die sich auch bei ~Heraklius~, sowie im Pariser +Sammel-Manuskripte 12292 (aus dem 10. Jahrhundert) findet[5011]. + +Allein im ~Way~schen Manuskripte ist endlich anhangsweise eine +anagrammatische Vorschrift zur Darstellung von Weingeist erhalten: sie +befiehlt, 1 Teil alten und sehr starken Wein nebst ⅓ Teil Salz in den +hierzu gebräuchlichen Gefäßen zum Sieden zu bringen, wodurch man ein +„Wasser“ erhält, das sich zur Flamme entzündet, ohne seine Unterlage +zu verbrennen [also einen noch stark wasserhaltigen Weingeist]; in dem +Anagramm sind die Buchstaben jedes Wortes durch die ihnen im Alphabete +nachfolgenden ersetzt, xkok, qbsuf, tbmkt bedeuten also vini, parte, +salis, usf. Wie in den Schriften anderer späterer Autoren des 13. +Jahrhunderts (s. unten), so soll nach ~Berthelot~ auch in der hier +besprochenen das angeführte Rezept einer arabischen Quelle entnommen +sein[5012]; diese Behauptung ist indessen ganz irrtümlich, der Alkohol +ist vielmehr eine Erfindung des Abendlandes, die vermutlich erst im 11. +Jahrhundert gemacht wurde, und wahrscheinlich in Italien[5013]. + + +c) Heraklius. + +Das Werk „Von den Farben und Künsten der Römer“[5014], überliefert +als das des ~Heraklius~, -- in welchem Namen aber einige nur eine +Anspielung auf den „herakleïschen Stein“ = Probierstein sehen wollen +--, gliedert sich in drei Abschnitte, deren erster und zweiter, +in Hexametern abgefaßte, vermutlich von einem zu Rom lebenden +(geistlichen?) Autor des 10. Jahrhunderts herrühren, während der +dritte, in Prosa geschriebene, erst zu Anfang des 12. oder 13. +Jahrhunderts in Frankreich entstanden und nachträglich hinzugefügt +sein dürfte[5015]. Auf Grund der verschiedenen Handschriften, die +schon ~Lessing~ 1774 in der Abhandlung vom „Alter der Ölmalerei“ +erwähnte, jedoch erst ~Giry~ 1877 kritisch verglich, stellte zuerst +~Merrifield~ einen korrekten Text her[5016], und 1873 ließ ~Ilg~ eine +neue verdienstliche Ausgabe mit (unzuverlässiger) Übersetzung und +eingehenden Erklärungen folgen[5017]. + +Die beiden älteren Abschnitte besprechen hauptsächlich die Vergoldung +mit echtem Flitter- und Blatt-Gold oder mit den Ersatzmitteln, wie +Auripigment und Gallenfarben, ferner die Herstellung goldener und +farbiger Miniaturen und Verzierungen auf Glas- und Tonwaren, das +Anbringen weißen, schwarzen, grünen und bunten Emails auf Tongefäßen, +die Bereitung des Grünspans und einiger anderer Präparate, das +Erweichen von Glas und Krystall (u. a. mit dem für besonders heiß +angesehenen Bocksblute, das auch zum Härten des Stahles empfohlen +wird), sowie die Gewinnung künstlicher Edelsteine durch Färben des +Glases. -- Die dritte, weit reichhaltigere Abteilung erörtert u. a.: +die Feststellung des Goldgehaltes von Gold- und Silber-Legierungen +unter Benützung der hydrostatischen Wage (sehr unklar!); das Löten von +Gold, Silber und Messing mittelst eines Lotes aus Messing und Zinn +nebst Borax; das Vergolden von Silber, Kupfer, Erz, Messing und Eisen +mittelst des Amalgams aus Gold und Quecksilber, welches letztere sich +in den Zinnober-Bergwerken vorfindet; das Vergolden der Zinnblätter +(Auripetrum); die Anfertigung von Goldschriften aus Gold oder aus +Oker, Karmin u. dgl.; das Verzieren des Silbers mit Niello (Nigellum), +einer schwarzen Masse aus Kupfer, Blei, Quecksilber und Schwefel; +das Schmelzen des Glases aus weißem Sand und Asche, z. B. der aus +Farnkraut[5018], ferner die Herstellung sog. biegsamer Gläser[5019], +Glasspiegel mit Metall-Folien[5020], farbiger Gläser (hell- und +dunkelroter, rosiger, grüner, gelber, ...), bunter Edelsteine, sowie +mittelst Kupfer, Messing oder Eisenrost gefärbter Bleigläser; das +Schneiden von Edelsteinen mittelst der Bleiplatte, das Schleifen und +das Polieren (auch mit Nußöl); das Versehen der Tonwaren mit farbigen +Glasuren, auch schon mit Bleiglasuren. An Materialien werden u. a. +genannt: Salz, Alaun, Chalkanthum, Lasur, Auripigment, Sandarach, +Bleiweiß, Mennige, Zinnober, Chrysokolla (hier eine Art Malachit), +Grünspan, Indigo [seines Metallglanzes halber für ein Metall angesehen] +und verschiedene Erden; Waid, Krapp (sandix, garancia), indisches +Drachenblut [rotes Harz], indisches Braxillium oder Brasilium +[Rotholz]; Vermeil [vermiculum, vom arabischen Kermes = Würmchen, d. i. +die Eichenschildlaus Coccus ilicis; daher auch Carmoisin, Karmin]; +Purpur aus dem Safte der Schnecke, Purpur aus dem Blute des Fisches +Ostrea; Vernix (= Firnis), Leinöl, Nußöl, Glassa (= Bernstein). + +Daß ein erheblicher Teil dieser Verfahren und Präparate bereits +arabischen Einfluß verrät, bedarf wohl kaum der Hervorhebung. + + +d) Theophilus. + +Die „Schedula diversarum artium“ (Verzeichnis verschiedener Künste) +genannte Schrift, die u. a. 1530 ~Cornelius Agrippa~[5021] und 1688 +~Morhof~[5022] erwähnten, über die 1774 ~Lessing~ in der Abhandlung +„Vom Alter der Ölmalerei“ ausführlich berichtete, deren in neuerer +Zeit ~Bucher~[5023] sowie ~Guareschi~[5024] gedachten, und die ~Ilg~ +in berichtigtem Wortlaute herausgab[5025], stammt in der vorliegenden +Form vermutlich aus der Zeit um 1100. Ihr Verfasser, dessen Namen und +Heimat sicher zu ermitteln noch nicht gelungen ist, schöpfte aus einer +großen Anzahl zum Teil weit älterer Vorgänger und beabsichtigte, alles +zu beschreiben, was Italien (besonders Tuscien = Toscana), Frankreich, +Deutschland und Arabien auf dem Gebiete der Künste und Kunstgewerbe +zu leisten vermögen, und so auch „alles, was nur Griechenland +an verschiedenen Gattungen von Farben und deren Mischungen +besitzt“[5026]. Die Benützung ursprünglich griechischer, richtiger +byzantinischer Quellen erhellt u. a. aus der Nennung von griechischem +Pergament[5027], griechischen Blättern (folia graeca) aus Niello[5028], +griechischem Glas (Mosaïk)[5029], griechischem Salz oder Nitron[5030], +Affronitron (Aphronitron)[5031], Ematis (= Hämatit)[5032], Marmor +porphyriticus (= Porphyrstein)[5033], Olivenöl-Pressen[5034] usf.; +auf spanische Herkunft deuten spanisches Gold, spanisches Messing, +spanisches Grün (Viride hispanicum = Grünspan)[5035], auf deutsche der +Leim vom Fische Huso (= Hausen)[5036] und vielleicht auch die Glassa +(Bernstein)[5037], auf orientalische der Barabas (= Borax)[5038] und +möglicherweise auch die Namen Posch oder Pox sowie Menesch für zwei +Farbstoffe[5039]. + +Im Vordergrunde stehen die kunstgewerblichen Arbeiten aus Metallen, +deren Gewinnung nur andeutend, deren Verarbeitung aber ausführlich +beschrieben wird[5040]. + +Von den Arten des +Goldes+ ist die schönste das arabische, deren +prächtiges Rot die Neueren (moderni) durch Verschmelzen von ⅘ +Blaßgold mit ⅕ Kupfer nachzuahmen suchen, -- doch hält die auf solche +betrügerische Weise hergestellte Mischung dem Feuer nicht stand[5041]; +zu manchen kunstgewerblichen Zwecken sind indessen Gemische von ⅔ +Gold mit ⅓ Rotkupfer sehr geeignet[5042]. Gold wird, teils für sich, +teils mit Quecksilber [d. h. nach der Abscheidung aus dem Amalgam], +zu „Staub“ gemahlen[5043], zu Blättchen gehämmert und in dünne +Fäden ausgezogen[5044] und läßt sich mittelst gebrannten Kupfers +[Kupferoxydes], Zinns und eingedickter Lauge aus Buchenasche (laxiva; +französisch lessive) auch gut löten[5045]. Um es von Silber zu trennen +schmilzt man das Gemisch so oft mit Schwefel, bis sich kein schwarzes +Schwefelsilber mehr bildet, -- aus welchem letzteren man das Silber +durch Schmelzen mit Kohle, Buchenholzasche und Blei zurückgewinnen +kann[5046]. Zur Trennung von Kupfer wickelt man das Schabsel in +Bleiblech, schmilzt erst mit Holzasche und gebrannten Knochen [Kohle, +Phosphaten], sodann mit Blei und setzt dies so lange fort, bis +alles Kupfer ausgeschieden ist[5047]. Zu Vergoldungen aller Art, +namentlich auch von Schriften und Büchern[5048], verwendet man feine +Goldblättchen (auripetula), die sich aber je nach Bedarf auch durch +Oker oder Auripigment, gefirnißte Zinnblättchen, Ochsengalle, Safran +und den safrangelben Farbstoff gewisser Rinden ersetzen lassen[5049]. +Bestreicht man dünne Blättchen reinsten Rotkupfers beiderseits mit +einer Mischung aus scharfem Essig, getrocknetem Blut eines Rothaarigen +und Asche des Basilisk genannten Tieres (das die Heiden aus den Eiern +alter Hähne großzuziehen verstehen), glüht sie im Feuer und löscht sie +in der nämlichen Mischung, so nehmen sie völlig Farbe und Gewicht des +Goldes an und taugen so gut wie dieses zu jeglicher Verwendung[5050]. +-- +Silber+ reinigt man durch wiederholtes Schmelzen mit Blei und +Abschöpfen des aufsteigenden Schaumes; sollte es hierbei kochen und +spratzen, so war es mit Zinn oder Messing versetzt, und man überstreut +es dann mit feingepulvertem Glase, setzt neues Blei zu und fährt mit +dem Schmelzen fort, bis sich kein Schaum mehr abscheidet[5051]. Aus +Silber gewinnt man ebenfalls „Staub“ und feine Fäden[5052], sowie +durch Verschmelzen mit Kupfer, Blei und Schwefel das schwarze Nigellum +[Niello][5053]. -- +Kupfer+ stellt man durch Brennen gewisser in +der Erde wachsender Steine mit Kohle dar, und das Reinste ist schön +rot[5054]. Beim Verbrennen gibt es „flos aeris“ [Kupferoxyd][5055]; +beim Eingraben dünner Platten nebst Essig, Harn oder auch Salz +in Mist das schön grüne Viride salsum und hispanicum [Grünspan +u. dgl.][5056]; beim Verschmelzen mit Calamina [Galmei] und Kohle das +prächtige Aurichalcum[5057] [Messing; irrtümlich auch mit aes = Bronze +bezeichnet][5058]; beim Verschmelzen mit Zinn endlich „das Metall, +aus dem man die Glocken gießt“[5059] [aes, d. i. Bronze, welcher +Name sich aber nicht genannt findet]. Auch aus Kupfer und Messing +verfertigt man Staub und Fäden, sowie dünne Blättchen (laminae), die +sich leicht schön vergolden und versilbern lassen[5060] (z. B. mit +flüssigem Zinn). -- +Zinn+ dient, entweder für sich, oder mit Blei und +zuweilen auch mit etwas Quecksilber versetzt, zum Gießen von Kännchen +und ähnlichen Geräten, zum Ziehen feiner Drähte, zur Herstellung von +Lötmetall[5061], sowie zur Bereitung dünner Blättchen zwecks Vergoldung +und Versilberung[5062]. -- +Eisen+ geht aus den in der Erde wachsenden +Eisensteinen durch Erhitzen, Schmelzen und Bearbeiten hervor und läßt +sich mit Kupfer (oder Kupfer und Zinn) nebst gebranntem Weinstein und +Salz löten[5063] und auch dauerhaft verzinnen[5064]; durch Glühen +und Härten, am besten im Harn eines mit [angeblich sehr hitzigem] +Farnkraut gefütterten Bockes oder eines rothaarigen kleinen Knaben, +wird es zu Stahl, der „Calibs“ heißt, „von dem Berge, wo er zumeist +gebraucht wird“[5065]. -- +Blei+ ist weich, leichtflüssig und schwarz, +ergibt aber die schön weiße Cerosa [Bleiweiß], die beim Erhitzen in +gelbe Bleiglätte übergeht und beim Brennen in rotes Minium[5066]. +-- +Quecksilber+ und namentlich sein erstickender Rauch (foetor) +sind furchtbare Gifte; erhitzt man es mit Schwefel in einem gut +verschlossenen, mit Ton lutiertem Gefäße (ampulla), bis man ein starkes +Geräusch hört, so entsteht Zinnober (cenobrium)[5067]. + +Von +Farbstoffen+ werden genannt: Sinopis [Rötel], gebrannter Oker, +Zinnober[5068], Minium[5069], Karmin [Carmoisin, Kermes][5070], +Rubrica [Krapp][5071]; Bleiglätte[5072], Auripigment[5073], Croceum +[Safran], safrangelbe Rinde[5074]; Indicum [Indigo], Lasur[5075]; +Grünspan und grünliches Prasinum[5076], sowie die Säfte von Sambucus +[Holunder], Schwertlilie, Lauch und Kohl[5077]; Ruß und der auch als +Tinte (incaustum) dienliche Saft der Spina [Schwarzdorn][5078]; +Gips, Bleiweiß und die aus Weiß und Schwarz gemischte Veneda[5079]; +die Mischfarben (?) Posch und Menesch, die bläulichen, rötlichen, +grünlichen und anderen Ton besitzen können[5080]; die Säfte der +Folium-Arten [Croton tinctorium], die sich als rot, purpurn und +sapphirblau beschrieben finden[5081]. -- Aus der Reihe der +Binde-+ und ++Verdickungs-Mittel+ sind anzuführen: Tannenharz, die Harze Drachenblut +und Glassa [Bernstein][5082]; Nuß-, Mohn-, Lein- und Oliven-Öl[5083]; +Eikläre und Eidotter[5084]; Käsestoff (gluten casei)[5085]; Kleister +aus Weizenmehl[5086]; Wachs und Pech[5087]; arabisches, Kirsch- +und Pflaumen-Gummi[5088]; Leim aus Knochen, Leder und Pergament, +sowie Fischleim aus der Blase (vesica) des Huso [Hausen][5089]; +Vernitio [Firnis][5090]. -- +Chemikalien+, die gelegentlich +sonst noch genannt werden, sind Schwefel[5091], Atrament [auch = +Colcothar, Cothus?][5092], Alaun[5093], Nitron und Aphronitron[5094], +Pflanzenasche[5095], roher und gebrannter Weinstein[5096] und Barabas +[Borax][5097]. + +Aus einer Mischung von 2 Teilen bester Buchenholzasche und 1 Teil +reinster Kiesel, die man in gut gebrannte Töpfe aus weißem Ton füllt, +stellt man das +Glas+ dar, und zwar durch andauerndes Schmelzen in +großen eingewölbten Werköfen, zu denen auch Kühlöfen und Öfen zum +Ausbreiten des mit der Pfeife erblasenen Tafelglases gehören[5098]; +man kann es klar und durchsichtig belassen, oder auch weiß, gelb, +rotgelb, purpurn, sapphirblau, grün usf., in hellen und dunklen Tönen +färben, und so zur Zusammensetzung der kostbaren bunten oder mit +Glasgemälden gezierten Fenster verwenden[5099]. Nicht durchsichtig, +sondern fest und dicht wie Marmor sind die bunten, schon bei den +Heiden zur Herstellung von „opus musivum“ [Mosaïk] gebrauchten, aber +auch für die des Elektrons [hier = Email] dienlichen Glaswürfel[5100], +die sich mit Gold- oder Silber-Blättchen auch schön zu „vitrum +graecum“ [griechischem Glase] vergolden oder versilbern lassen[5101]. +Durch Blasen und Schwingen des Glases formt man ferner Gefäße, +Flaschen, Schalen, Ringe und vieles andere, in den verschiedensten +Gestalten[5102], weiß, bunt, vergoldet, mittelst vorsichtigen +Einbrennens feinst gemahlenen Glases jeglicher Farbe bunt verziert, +mit weißen und bunten Fäden oder Stäbchen umwunden[5103], usf. Aus +bunten Glasflüssen bestehen ferner die gläsernen Edelsteine, die man +(ebenso wie die natürlichen und wie das „Krystall“ genannte, durch +vieljährigen scharfen Frost zu einer Art Eis verhärtete Wasser) erst +mit Feinsand oder mit Ismaris [Schmirgel], sodann auf der Bleiplatte +mit bestem Ziegelstaube und Speichel (saliva), zuletzt aber mittelst +feinster Hirschhaut poliert[5104], jedoch auch durch Einlegen in +frisches [überaus heißes] Bocksblut erweicht, und dann durch Sägen +(unter Benützung äußerst zarten und scharfen Sandes) nach Belieben +zerschneidet[5105]. + +In ähnlicher Weise wie Glaswaren verziert man auch +Tonwaren+, bemalt +sie mit bunten Glaspulvern oder anderen passenden Farben, belegt sie +mit Gold- oder Silber-Blättern usf. und setzt sie dann vorsichtig zum +Brennen in die Öfen[5106]. + + +e) Marcus Graecus. + +Unter den chemischen Schriften des frühen Mittelalters, die man +auf griechischen Ursprung zurückzuführen pflegt, gebührt dem sog. +„Feuerbuche“ des ~Marcus Graecus~ eine hervorragende Stelle, schon +weil es u. a. eine der ersten Vorschriften zur Darstellung des +Schwarzpulvers enthält, die sogar unbestritten als überhaupt erste +gelten müßte, wenn (wie man lange, ja vielfach bis in die neueste Zeit +hinein glaubte) das „Feuerbuch“, so wie es uns heute vorliegt, als ein +Erzeugnis des 8. oder 9. Jahrhunderts anzusehen wäre. + +Mit gewohntem Scharfsinne verfocht indessen bereits 1805 ~Beckmann~ +die Meinung, daß dieses Werk in der Form, in der wir es gegenwärtig +besitzen, nicht vor etwa 1250 niedergeschrieben sein könne[5107]; nach +~Kopp~[5108] weicht überdies die ältere Fassung, d. i. jene der 1438 +vollendeten Münchener Handschrift, in vielen Punkten sehr erheblich +von der jüngeren ab, die z. B. das Pariser Manuskript Nr. 7156 bietet. +Im 16. und 17. Jahrhundert kennen den ~Marcus Graecus~ u. a. ~Porta~, +~Biringucci~, ~Cardanus~ und ~Scaliger~, letzterer wohl auf Grund +seiner Studien in der Pariser Bibliothek. Den in Nr. 7156, sowie in +noch einem anderen Pariser Manuskript enthaltenen Text gab aber erst +1804 ~La Porte du Theil~ heraus, jedoch nur in ganz wenigen Exemplaren, +die nicht in den Handel gelangten, so daß ihn ~Hoefer~ 1842 in seiner +„Geschichte der Chemie“ zum ersten Male vollständig zu veröffentlichen +glaubte[5109]; ~Beckmann~, und später auch ~Kopp~[5110], war indessen +die Publikation ~La Porte du Theils~ bekannt. + +~Berthelot~ nennt bei Besprechung dieser Verhältnisse[5111] die Namen +~Beckmanns~ und ~Kopps~ nicht und übergeht es auch mit Stillschweigen, +daß letzterer die Verschiedenheiten der jüngeren Pariser und der +älteren[5112] Münchener Handschrift bereits erwähnt und betont[5113]. +Auf Grund der von ihm selbst vorgenommenen Prüfung und Vergleichung +beider Manuskripte bezeichnet er den ~Hoefer~schen Abdruck als +fehlerhaft und flüchtig[5114] und beschuldigt ~Hoefer~ auch, die +(vermutlich bei ~Dutens~ vorgefundene) falsche Behauptung wiederholt zu +haben, daß ~Marcus Graecus~ schon seitens des arabischen Arztes ~Mesue~ +zitiert werde[5115]; hierzu ist jedoch zu bemerken, daß die Schriften +mindestens des älteren der beiden unter diesem Namen berühmten Ärzte +(aus dem 9. und 11. Jahrhundert) von sehr zweifelhafter Echtheit +sind, daß ~Hoefer~ es dahingestellt sein läßt, ob ein dort angeblich +genannter ~Marcus~ gerade ~Marcus Graecus~ sei, und daß ~Kopp~ +diese Bemerkungen ~Hoefers~ in seinen „Beiträgen“ auch ausführlich +wiedergibt[5116]. + +~Berthelot~ selbst neigt zur Annahme, das „Feuerbuch“ sei ursprünglich +in griechischer Sprache abgefaßt, sodann in die arabische und +schließlich in die lateinische übersetzt worden, wobei es zahlreiche +Ergänzungen und Einschiebungen erfahren haben mag, die letzten im +Laufe des 13. Jahrhunderts[5117]; sein eigentlicher Verfasser könnte +vielleicht der nämliche Chemiker gewesen sein, der als ~Markos~, +~Markusch~, „König ~Marchus~“ und „~Markusch~, König von Ägypten“ +in einigen späten und unklaren orientalischen und lateinischen +Überlieferungen auftaucht[5118], dessen „Gespräche“ die syrischen +Manuskripte, und dessen „Künste“ die von ~Carra de Vaux~ übersetzten +arabischen „Wundergeschichten“ rühmen[5119]. Das Vorhandensein eines +Manuskriptes mit dem +griechischen+ Titel „περὶ τῶν πυρῶν“ in einer +englischen Bibliothek erwähnte schon 1733 ~Jebb~, der erste und sehr +willkürliche Herausgeber von ~R. Bacons~ „Opus majus“, doch zitiert er +aus ihm nur lateinische Sätze, deren genaue Übereinstimmung mit den in +anderen lateinischen Vorlagen enthaltenen den Schluß rechtfertigt, daß +auch der Text, den er benützte, ein +lateinischer+ war[5120]. Weiteres +über jenes Manuskript scheint auch nicht wieder verlautet zu sein, +wir besitzen ferner weder eine Handschrift aus früherer griechischer, +noch aus späterer byzantinischer Zeit, während wiederum von einer ++selbständigen+ litterarischen Produktion der jüngeren Byzantiner auf +naturwissenschaftlichem Gebiete allen neueren Forschungen zufolge +überhaupt nicht die Rede sein kann[5121]; endlich wurde bisher +auch keine arabische Übersetzung aufgefunden, und die gegenwärtig +bekannten lateinischen Texte stammen erst aus der Zeit gegen 1300, +der auch die meisten anderen im Pariser Codex Nr. 7156 enthaltenen +angehören[5122]. Die Hinweise auf arabische Quellen, deren Benützung +~Kopp~ sowie ~Berthelot~ annehmen[5123], müssen übrigens Zweifeln +begegnen, denn Worte wie Alkitran (= Pech), Zambac (ein flüchtiges Öl), +Kampher u. dgl.[5124], oder Anschauungen wie die von ~Aristoteles~ +als magischem Künstler und Erfinder[5125], können sehr wohl auch auf +spanische, provençalische oder italienische Vermittlung zurückgehen; +ganz irrtümlich ist endlich ~Berthelots~ Identifikation[5126] +des ~Hassan al Rammah~, angeblichen Verfassers eines arabischen +Feuerwerksbuches um 1300, mit ~Ibn Amram~, einem gelehrten arabischen +Botaniker und Arzte (?) gegen 900. + +Immerhin ist es nicht unmöglich, daß das „Feuerbuch“ tatsächlich +zuerst von einem Griechen ~Markos~ und in griechischer Sprache +geschrieben wurde; in diesem Falle dürfte es jedoch anfänglich +allein+ +von Brandsätzen, allenfalls auch vom sog. „griechischen Feuer“ des +~Kallinikos~ (7. Jahrhundert) u. dgl. gehandelt haben, worauf schon +der Titel „Liber ignium ad comburendos hostes“ hinweist, der vom +„Verbrennen der Feinde“ spricht, und nicht etwa vom „Erschießen“. Die +Anwendung von Zündmassen und Brandsätzen aus leicht entflammbaren +Bestandteilen war schon der Kriegskunde des frühen Altertums durchaus +geläufig[5127], später aber kannte man insbesondere auch solche, die +Ätzkalk, Schwefel, Erdöle usf. enthielten und sich beim Benetzen +(infolge der Wärmeentwicklung beim Ablöschen) entzündeten; zu diesen +zählen u. a. auch die von ~Livius~ (aus dem Jahre 186 v. Chr.) +erwähnten „Fackeln der Bacchantinnen“, die sich beim Eintauchen in +Wasser entflammten[5128], die Brandsätze, deren ein Einschiebsel des +7. (?) Jahrhunderts in den „Kesten“ des ~Sextus Julius Africanus~ +gedenkt[5129], sowie ähnliche Zündmassen, deren Rezepte sich bis +auf das Sammelbuch des ~Jehan le Begue~ von 1431 fortgeerbt zu +haben scheinen[5130]. Angeblich konnten ihre durch Wasser nicht zu +erstickenden Flammen allein durch den mit so besonders kalter Natur +begabten Essig gelöscht werden[5131]. + +Das „griechische Feuer“, das der byzantinische Architekt ~Kallinikos~ +(aus Heliopolis in Syrien) im Jahre 678 in Konstantinopel einführte, +bestand aus Mischungen von leichtflüchtigen Erdölen (oder aus Lösungen +von Harz, Asphalt, Teer u. dgl. in solchen Ölen) mit feingepulvertem +gebranntem Kalk, und entzündete sich beim Aufspritzen auf Wasser +infolge der heftigen Reaktionswärme des sich ablöschenden Ätzkalkes. +~Berthelots~ Behauptung, „die Basis des griechischen Feuers, das die +Araber den Byzantinern entlehnt und gegen 1300 nach dem Westen gebracht +hätten, sei Salpeter gewesen“, und das „sal coctum“ (gekochtes Salz) +in den einschlägigen, bei ~Marcus Graecus~ wiedergegebenen Rezepten +bedeute Salpeter[5132], ist völlig irrtümlich und unhaltbar[5133]. +Abgesehen davon, daß Salpeter, nach allem was man bisher weiß, im +Abendlande vor dem 13. Jahrhundert nicht bekannt war, und daß dem +Schwarzpulver analoge Mischungen, selbst wenn man sie schon 678 zu +bereiten verstanden hätte, auf Wasser gespritzt oder gegossen nicht +in Brand geraten wären, ist auch das „sal coctum“ nichts weiter als +ein feinkörniges, aus Sole gekochtes Salz, im Gegensatze zu dem im +nämlichen Abschnitte erwähnten grobkörnigen gewöhnlichen „sal commune +grossum“[5134]; im Münchener Manuskript +fehlt+ überdies die Vorschrift +seines Zusatzes[5135], der wohl allein deshalb erfolgte, weil man die +intensiv gelbe Kochsalzflamme auch für ganz besonders heiß hielt[5136]. + +Erst in späterer Zeit wurden in den Text des ~Marcus Graecus~ jene +Rezepte eingeschoben, die die Bereitung des Schwarzpulvers aus Kohle, +Schwefel und Salpeter, sowie dessen Benützung zur Herstellung von +Raketen (ignis volans = fliegendes Feuer) und anderen Feuerwerkskörpern +zum Gegenstande haben[5137], und die zudem der (ältere) Münchener Codex +größtenteils noch gar nicht enthält[5138]; wie neu der Salpeter zur +Zeit ihrer Abfassung noch war, geht aus der Tatsache hervor, daß der +Autor glaubt, zunächst erklären zu müssen, was Salpeter eigentlich ist: +„Sal petrosum est minera terrae ..., reperitur in scrophulis contra +lapides“, „Salpeter ist ein Mineral aus dem Erdboden, ... wird aber +auch als Ausschwitzung an den Mauern gefunden“. + +Als jüngere, aber allerdings nicht genau zu datierende Interpolationen +sind auch die Vorschriften des Münchener Codex über Destillation +anzusehen[5139]. Vom Terpentin (terebentinum) wird gesagt[5140], daß +man es bei gelindem Kohlenfeuer in Gestalt einer wasserhellen und +wasserklaren Flüssigkeit so wie Rosenwasser destillieren könne, wobei +jedoch große Vorsicht geboten sei, wegen des „etor et incendium“; +~Berthelot~ übersetzt dies mit „odeur et risque d’incendie“[5141], +gemeint ist aber „+Dunst+ und Feuersgefahr“, und im Sinne eines +„subtilen Dunstes“ findet sich das Wort auch anderweitig schon +frühzeitig gebraucht, z. B. in der (gelegentlich von ~Berthelot~ +selbst zitierten) um 1200 verfaßten lateinischen Übersetzung eines +alchemistischen Traktates des ~Pseudo-Platon~, woselbst es heißt: +„Ether est substantia lucis, vacua accidentibus“, „Äther ist die +Substanz des Lichtes und frei von jeder Beimischung“[5142]. Durch +Destillation wird ferner das [von den arabischen Ärzten seit jeher als +besonders heilkräftig gerühmte] „Oleum laterinum“ (Ziegelöl) bereitet, +das man durch Zersetzung von Lein-, Nuß- oder Hanföl an glühenden +Ziegelbrocken und durch Übertreiben der entstehenden aromatischen +Produkte gewinnt[5143]. Nur im Anhange des Codex beigeschrieben findet +sich endlich ein Rezept zur Darstellung des Weingeistes, das nahe +verwandt, aber nicht identisch mit dem des Pariser Manuskriptes Nr. +7156 ist[5144]. + +Dieses letztere schreibt vor[5145]: man löse „in una quarta“ [in einer +Quart, nicht in einem viertel Pfund, wie ~Berthelot~ meint] alten +dichten Rotweines 2 Skrupel feinstgepulverten Schwefels, 1 oder 2 +Skrupel (?, ~Berthelot~ meint Pfunde) aus gutem Weißwein gewonnenen +Weinsteines, und 2 Skrupel gewöhnlichen groben Salzes; man fülle das +Ganze in eine „cucurbitam bene plumbeatam“, bringe den Helm (alembicum) +an und destilliere das „brennbare Wasser“ ab (destillabis aquam +ardentem), das man in einem geschlossenen Glasgefäße aufzubewahren +hat; ebenso wie „aqua ardens“ destilliert man auch Terpentin [für das +zuweilen die nämliche Bezeichnung gebraucht wird]. -- Der Zusatz des +flüchtigen und leicht entzündlichen Schwefels hat vermutlich den Zweck, +die „Brennbarkeit“ des Destillates zu fördern, während die Beigaben +von Weinstein und Salz den Siedepunkt des Phlegmas erhöhen, also die +Abscheidung reichlicher und wasserarmer Alkoholdämpfe beim Erhitzen +erleichtern. Die „cucurbita bene plumbeata“, in der dieses erfolgt, +ist übrigens kaum, nach ~Berthelot~, ein Gefäß aus Blei (alembic de +plomb), das zum Abdestillieren von Alkohol so ungeeignet wie möglich +wäre, sondern eher „ein gut plombiertes“ (= gedichtetes), oder, wie es +an anderer Stelle heißt[5146], „juncturis bene lutatis“, „eines mit gut +lutierten (d. h. mit Ton, lutum, verschmierten) Dichtungen“; ebenso hat +man unter der „cucurbita bene vitreata“ nicht, mit ~Berthelot~[5147], +ein „gut mit Firnis, vernix, gestrichenes Gefäß“ zu verstehen, sondern +ein „gut glasiertes“ (vitrum = Glas, Glasur). Das „sal comatum“, das +~Berthelot~ unerklärt ließ[5148], ist offenbar das feine, fadenartige +„Haarsalz“ (griechisch „Trichitis“; lat. coma = Haar); „classa“ (une +matière résineuse?) aber[5149] bedeutet „glaessa“ oder „glaessum“, +welches germanische Wort für Bernstein schon zur römischen Kaiserzeit +wohlbekannt war; „semen psillii“ endlich[5150] ist nicht Samen der +Petersilie, sondern Psyllium, Flohsamen. + +Auf +Italien+ als das Land, in dem der lateinische Text (oder die +lateinische Übersetzung?) des sog. ~Marcus Graecus~ niedergeschrieben +wurde, deutet nach ~Berthelot~ die Erwähnung des „aes italicum“ +hin, sowie die der „terra de Michna, dico Messinae“, also des +„italischen Erzes“ und der „Erde von Michna, d. i. Messina“[5151]. +Diesen vereinzelten Anführungen mangelt es allerdings an zureichender +Beweiskraft, doch spricht eine andere Tatsache zugunsten der Vermutung: +das Pariser Manuskript Nr. 7156 und das analoge, gleichfalls zwischen +1275 und 1300 niedergeschriebene Nr. 6514, enthält nämlich neben dem +Text des ~Marcus Graecus~ noch eine ganze Anzahl von verschiedenen +Autoren herrührender Abhandlungen, die des sog. ~Arnaldus~ von +~Villanova~ und ~Raymund Lull~ noch mit keinem Worte gedenken[5152] +und zumeist auf griechische Tradition zurückgehen, daneben aber auch +einige arabische Fachausdrücke aufweisen. Zu diesen zählen nach +~Berthelot~ „Antimonium“[5153] und „Tutia, deren verschiedene Sorten +das Kupfer gelb machen“[5154], -- während das hier und bei ~Marcus +Graecus~[5155] zuerst nachweisbare „Lato“ (ad latonem deaurandum) ++kein+ arabisches Wort ist, vielmehr entsprechend ~Ducanges~ +Vermutung von „Elektron“ stammt, was auch die Worte des ~Vincentius +Bellovacensis~ (um 1250) über das Messing bestätigen: „hoc aurum ... +vocatur electrum“, „diese goldige Masse nennt man Elektrum“[5156]. In +jenen Abhandlungen nun ist häufig von den zahlreichen Alchemisten des +12. und 13. Jahrhunderts in Nord- und Süditalien die Rede, und zwar +nach Namen, Wohnort und Stand, wodurch, soweit letzterer (wie sehr +oft) der geistliche ist, der Nachweis aus den Annalen der Minoriten, +Predigermönche usf. ermöglicht wird, durch den die erwähnten Angaben +Bestätigung finden. Diese geistlichen Alchemisten besitzen Bücher +chemischen Inhaltes, sie arbeiten praktisch über Metalle und andere +nützlich verwertbare Präparate[5157], geraten aber leicht in den +Verdacht der Zauberei, Ketzerei und Häresie[5158], und bedienen sich +deshalb, um ihre Forschungen und Resultate zu verbergen, nicht selten +der Kryptogramme[5159]; einige von diesen sind bisher unentzifferbar +geblieben, bei anderen ist die Enträtselung gelungen, z. B. bei dem +für „alchimia“, dem für Schwarzpulver (überliefert bei ~R. Bacon~) und +dem für Weingeist (s. oben). + + +f) Zeitalter der lateinischen Übersetzer und Pseudepigraphen. + + +α) +Übersetzer.+ + +Während die bisher besprochenen frühmittelalterlichen Werke vorwiegend +Chemisches oder Chemisch-Technologisches enthalten und nur ziemlich +selten, an vereinzelten Stellen, Anspielungen auf alchemistische Lehren +Raum geben, bilden diese letzteren den eigentlichen Gegenstand jenes +Teiles der abendländischen Litteratur, der auf arabische Vermittlung +zurückgeht. Die Frage, wie sich die Verbreitung alchemistischer Lehren +durch die Araber, üblicher Annahme gemäß hauptsächlich von Spanien +her, vermutlich aber auch von Sizilien, Italien und der Provence aus, +im einzelnen vollzog, kann (wie schon weiter oben bemerkt) auch heute +noch, trotz der andauernden Erschließung arabischer, spanischer, +katalonischer, provençalischer und italienischer Quellen, nach keiner +Richtung hin genügend beantwortet werden. Über Personen und Werke +der Anfangszeit, die einige schon mit dem 9. oder 10. Jahrhundert +einsetzen lassen, liegt immer noch dichtes Dunkel, viele Schriften +aus der +ersten+, gegen Ende des 12. Jahrhunderts beginnenden Periode +der lateinischen Übersetzungen erregen schon mannigfaltige Bedenken, +bei den meisten der +zweiten+, die bis in das letzte Viertel des 13. +Jahrhunderts hineinreicht, bleibt es aber, wie ~Kopp~[5160] treffend +ausspricht, nur zweifelhaft, ob die Frechheit im Unterschieben oder die +Leichtgläubigkeit im Hinnehmen größer gewesen sei, so daß mindestens +als unsicher anzusehen ist, was sich nicht ohne weiteres als unwahr und +gefälscht zu erkennen gibt. + +Auch nach ~Berthelot~[5161] ist die Hauptzeit für die Abfassung der +lateinischen Übersetzungen das 12. und 13. Jahrhundert, und als ihre +Grenzwerke kann man einerseits das Buch des ~Morienus~ betrachten, +das nach ausdrücklicher Angabe des lateinischen Textes im Jahre +1182 vollendet ist, andererseits das sog. „Rosarium philosophicum“, +das anscheinend bald nach 1250 niedergeschrieben wurde[5162]. Die ++ältesten+ dieser Bücher sind nach ~Berthelot~ aus arabischen +Originalen übersetzt, -- vorsichtiger wird man, da diese bisher +unbekannt blieben, sagen müssen, daß sie sich für Übersetzungen aus +solchen geben --, und erweisen sich als formlose und ungeordnete +Kompilationen, die ganz vorwiegend den Theorien und Traditionen der +alexandrinischen Chemiker folgen, freilich unter zuweilen erheblicher, +oft völliger Entstellung des ursprünglichen Kernes[5163]. Die ++späteren+ dagegen[5164] haben hauptsächlich praktische Zwecke im +Auge, atmen in ihrer guten Disposition, wohlgeordneten Darstellung und +systematischen Vortragsweise den Geist der Scholastik und verraten +sich schon hierdurch als apokryph, -- ganz abgesehen davon, daß die +angeblichen arabischen Vorlagen durchwegs fehlen, daß die lateinischen +Handschriften erst gegen 1300 oder später auftauchen, und daß +~Vincentius Bellovacensis~ (der um 1250 schrieb), ~Albert der Grosse~ +(der 1280 starb) und andere wichtige Autoren des 13. Jahrhunderts sie +noch nicht kennen. + +Eine ausführliche Erörterung der genannten Übersetzungen ist an dieser +Stelle nicht beabsichtigt, um so mehr als sie selbständiger Gedanken +völlig ermangeln und sich ausschließlich auf die mehr oder minder +getreue Wiedergabe der in ihren Vorbildern enthaltenen beschränken; +größere Breite und Ausführlichkeit geht dabei keineswegs mit besserem +Verständnisse parallel. + +Zu den wichtigsten Vertretern der ersten +älteren+ Gruppe gehören das +bereits weiter oben besprochene Buch des (als vorgeblicher Lehrer des +omajjadischen Prinzen ~Khalid ibn Jazid~ bezeichneten) ~Morienes~ +oder ~Marianos~, dem der Überlieferung nach ein arabischer Text +des 8. Jahrhunderts zugrunde liegen soll[5165], ferner die seitens +der Späteren oft zitierten Schriften des ~Rosinos~, ~Rosinus~ oder +~Rubinus~, d. s. Auszüge aus den Werken des ~Zosimos~, die noch +vielerlei griechische Worte und Fachausdrücke enthalten[5166], und +endlich die sog. „Turba philosophorum“ (Versammlung der Philosophen). +Diese Abhandlung, deren Name „Turba“ bereits in religiösen Schriften +der ersten Jahrhunderte vorkommt[5167], während ihre Form schon bei +~Olympiodoros~, ja eigentlich schon bei ~Cicero~ ihr Vorbild hat[5168], +schildert die Beratungen einer Anzahl Alchemisten, die in wirrem +und völlig phantastischem Durcheinander, ohne eine Spur sachlichen +Verständnisses und ohne die geringste wirkliche Kenntnis der alten +Autoren deren vermeintliche Vorschriften und Theorien vortragen und +besprechen. Nach ~Berthelot~[5169] muß die benützte arabische Vorlage +einer sehr frühen Zeit entstammen, denn sie führt noch keine arabischen +Autoritäten an, sondern nur griechische (teils mit richtigen, teils +mit entstellten, teils mit erdichteten Namen), und zeigt sehr nahe +Beziehungen zu den Schriften der alexandrinischen Chemiker, besonders +denen des ~Pseudo-Demokritos~[5170]; aus diesen werden ganze Stellen +wiedergegeben, und zwar einige in zutreffender und sachgemäßer +Gestalt, andere in durch Mißverständnisse getrübter, und noch andere +(infolge falscher Auslegung und mystischer Einschiebungen) in völlig +sinnloser[5171]. -- Trotz ihrer wahrhaft trostlosen Inhaltsarmut +und Formlosigkeit erfreute sich übrigens gerade die „Turba“ eines +besonders großen Erfolges, sowie einer ganz ausnehmenden Beliebtheit +und Verbreitung; schon zu Beginn des 12. Jahrhunderts genießt +sie autoritatives Ansehen und ruft zahlreiche, meistens +noch+ +minderwertigere Nachahmungen ins Leben. + +Als bezeichnendes Produkt einer +etwas späteren+ Übergangszeit ist das +„Buch der Priester“ anzuführen („Liber sacerdotum“; nicht identisch mit +einem gleichnamigen, dem ~Alrazi~ zugeschriebenen), das ~Berthelot~ +aus dem Pariser Manuskript Nr. 6514 abgedruckt hat[5172], leider +in völlig unkritischer Art und ohne irgendwelche Korrektur, so daß +selbst die unsinnigsten Schreibfehler, wie z. B. sol (Sonne) statt sal +(Salz) u. dgl., unverbessert stehen geblieben sind[5173]. Das Werk ist +vermutlich im 10. oder 11. Jahrhundert abgefaßt, im 12. oder 13. aber +durch einen nicht näher bekannten ~Johannes~ aus dem Arabischen in das +Lateinische übersetzt und dabei umgearbeitet[5174]. Die Bemerkungen +dieses Autors betreffs seiner Erfahrungen in Ferrara[5175], sowie +seine Versicherung[5176], gewisse Vorschriften seien wiedergegeben +„juxta assertionem Romanorum“, „gemäß Angabe der Römer“, -- die +~Berthelot~ irrtümlich für alte Römer hält --, bieten abermals +beachtenswerte Hinweise auf Italien. Der vorliegende lateinische Text +vereinigt, wie schon sein Titel erkennen läßt, hellenistische und +arabische Traditionen[5177], enthält viele aus dem Arabischen, aber +auch verschiedene aus dem Griechischen und einige aus dem Spanischen +entlehnte Worte[5178] und weist auch eine Art arabisch-lateinischen +Lexikons der Namen vielgebrauchter Chemikalien auf[5179]. Eine Auswahl +wichtiger Termini, die jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit +erhebt, bietet nachstehende Liste: + + Alkali[5180]. + Alkitran (Pech)[5181]. + Alkool (ein feines Pulver, meist von Schwefelantimon)[5182]. + Almizadir (Alnûschâdir, Salmiak)[5183]. + Alumen scaiolae (Feder- und „kastilischer“ Alaun)[5184]. + Attincar (Borax)[5185]. + Azenzar, auch Azur (Zinnober)[5186]. + Brunire (= deaurare, vergolden)[5187]. + Calcitarin (Kupfervitriol u. dgl.)[5188]. + Cinis clavellata (gestampfte Asche, Pflanzenasche)[5189]. + Duenec (Vitriol)[5190]. + Ismet, Ismit (Schwefelantimon)[5191]. + Laton (Messing, franz. laiton)[5192]. + Magnesia (der Glasmacher, und andere)[5193]. + Marcacide, al-Marcacida (Markasit); auch „lapis canis“[5194]. + Oleum laterinum (Ziegelöl)[5195]. + Sapo, sapo gallicus (Seife, französische Seife)[5196]. + Tartarus = faex vini (Weinstein)[5197]. + Tutia (unreines Zinkoxyd u. dgl.)[5198]. + Vermilio (ein Rötel?; franz. vermeil)[5199]. + +Ausführlich gedacht wird des Gold- und Silber-Machens, der Verwandlung +und Färbung der Metalle, der Diplosis, sowie der zugehörigen +Präparate[5200], u. a. des Quecksilbers und des Schwefels, die beim +Erhitzen schließlich Zinnober, anfangs aber nur eine schwarze Masse +liefern[5201]. Der „Stein zum Goldmachen“ heißt bald „Alkimia“, +bald „Kimium“, wird auch als Schmelze oder Lösung angewandt („aqua +alkimiae“) und ergibt „aurum optimum“, „bestes Gold“[5202]; ob die +Worte „dimitte in alkemia“[5203] nur als ungenaue Ausdrucksweise +anzusehen sind, oder ob Alkemia hier auch einen chemischen +Apparat+ +bedeuten soll, bleibe dahingestellt. + + +β) +Fälscher+: ~Pseudo-Geber~, ~-Avicenna~, ~-Razi~, usf. + +Unter den Pseudepigraphen der +letzten+ Periode, also des ausgehenden +13. Jahrhunderts, nehmen die wichtigste Stelle die Schriften des +sog. ~Geber~ ein, die man, wie schon weiter oben angeführt, bis +in die neueste Zeit für Übersetzungen solcher des ~Dschabir~, und +demgemäß als aus dem 8. oder 9. Jahrhundert stammend ansah, -- +wodurch die Geschichte der Chemie in zahlreiche schwere und unlösbare +Widersprüche verwickelt wurde. Diese fielen allerdings schon manchen +Historikern des 17. und 18. Jahrhunderts auf, wie denn z. B. bereits +1718 ~Stahl~ in seinem Buch „Vom Sulphure“ berichtet, daß u. a. auch +die Lebensbeschreibung und die Werke ~Gebers~ für der Hauptsache +nach erdichtet und durchaus fragwürdig gelten[5204]; der Orientalist +~Reiske~ (1716-1774) nennt ~Geber~ den fabelhaften Autor angeblicher +alchemistischer Werke[5205]; ~Beckmann~ bezeichnet diese 1800 als +Fälschungen etwa des 12. Jahrhunderts[5206], ~Sprengel~ 1820 als +teils entstellt, teils unecht[5207], ~Davy~ 1820 als Kompilationen +von Alchemisten des 15. oder 16. Jahrhunderts[5208]; ~Wüstenfeld~ +unterscheidet 1840 zwischen den Werken des ~Dschabir~ und den nur +„unter seinem Namen in [lateinischer] Übersetzung gedruckten Büchern“ +des ~Geber~[5209]; 1856 sagt in seiner „Geschichte der Botanik“[5210] +~E. Meyer~, der selbst des Arabischen mächtig und mit den neueren +morgenländischen Forschungen vertraut war, „daß sich Geschichte und +Sage betreff des ~Geber~ vermischen, ... und dieser vielleicht gar nie +gelebt und geschrieben hat“; 1869 vertritt ~Latz~ die Meinung, „daß +den lateinischen Abhandlungen ~Gebers~ nie und nimmer ein arabisches +Original zugrunde lag, daß es sich vielmehr um abendländische +Schriften und einen fingierten Autor handelt“[5211]; 1871 endlich +erklärt ihn der Orientalist ~Steinschneider~ für „eine fast mythische +Person“[5212] und bemerkt, daß die ihm zugeschriebenen Kenntnisse in +den Werken des wahren ~Dschabir~ nicht zu finden seien. Diese letzteren +Hinweise waren es jedenfalls, die ~Kopp~ veranlaßten[5213], die von ihm +in der „Geschichte der Chemie“ (1843), und ebenso von ~Hoefer~ in der +„Histoire de la Chimie“ (1842 und 1866) festgehaltene Meinung von der +Echtheit der ~Geber~schen Schriften, in den „Beiträgen zur Geschichte +der Chemie“ einer Revision zu unterziehen[5214]: Die Mängel der älteren +Angaben über ~Geber~, sowie die Verwechslung mit Gleichnamigen, haben +bisher die Geschichtsforscher irregeführt[5215]; nach dem um 850 [in +Wirklichkeit 987] vollendeten arabischen Sammelwerke „Fihrist“ war aber +schon zu jener Zeit nichts Sicheres über ~Gebers~ Person, die Tatsachen +seines Lebens und die Echtheit der zahlreichen ihm zugeschriebenen +Werke bekannt[5216], und die im „Fihrist“ aufgezählten Büchertitel +sind nicht die der angeblichen ~Geber~schen Schriften[5217]; auch +die Verfasser der großen arabischen „Lexica der Biographien“, ~Ibn +Khallikan~ im 13. und ~Hadschi Khalifa~ im 16. Jahrhundert, führen +jene Werke nicht an und nennen auch nichts, was als deren arabisches +Original gelten könnte[5218]; wie der Orientalist ~Weil~ feststellte, +spricht auch kein Umstand dafür, daß die vorliegenden lateinischen +Texte des ~Geber~ aus dem Arabischen übersetzt seien[5219], und +kein wirklicher Araber des nämlichen oder eines späteren Zeitalters +besitzt die in ihnen niedergelegten, geschweige denn erweiterte +Kenntnisse[5220]. Erwäge man endlich, daß die ~Geber~schen Abhandlungen +durchaus die gute scholastische Form und Darstellungsart aufweisen, +daß erst die Schriftsteller um und nach 1300 sie zitieren, und daß +Handschriften aus früherer Zeit nicht, solche aus der genannten und +aus späterer aber in ziemlicher Anzahl vorliegen[5221], so komme man +zum Schlusse, daß zwischen dem Inhalte der arabischen Schriften des +~Dschabir~ und der lateinischen des ~Geber~ irgendwelche Zusammenhänge +nicht nachgewiesen und auch gar nicht glaublich seien[5222]. Nur „mit +einem nach dem Vorhergehenden leicht zu bemessenden Vorbehalte“ +meint ~Kopp~, in seiner gewohnten großen Zurückhaltung und Vorsicht, +die fraglichen Werke noch insolange „als solche ~Gebers~ bezeichnen, +und darauf, daß sie aus dem Arabischen übersetzt seien, Bezug nehmen +zu dürfen“, als für ihre „Unechtheit und Entstellung“ nicht auch +der +positive+ Beweis geliefert sei[5223]. -- Insoweit nun, allem +Dargelegten zufolge, ein solcher wirklich noch von nöten war, hat ihn +~Berthelot~ durch die sehr verdienstliche Herausgabe der (schon weiter +oben besprochenen) Schriften des echten ~Dschabir~ erbracht und dadurch +den letzten Ring in die Beweiskette des fast allzu gewissenhaften +~Kopp~ eingefügt; dafür aber, daß er seiner Vorgänger, und vor allem +~Kopps~, auch bei diesem Anlasse +mit keinem Worte+ Erwähnung tut, +alles Verdienst vielmehr mit größtem Nachdruck und bei jedem Anlasse +immer aufs neue +ganz allein sich selber+ zuschreibt, gibt es keine +Erklärung. + +Auf den Inhalt der sog. ~Geber~schen Schriften hier des näheren +einzugehen, ist nicht erforderlich, um so mehr als alle größeren +chemischen Geschichtswerke in dieser Hinsicht Ausführliches bieten. Es +sei jedoch daran erinnert, daß ~Geber~ u. a. zahlreiche verbesserte +Verfahren und Apparate zum Verdunsten, Kochen, Filtrieren, Schmelzen, +Sublimieren, Destillieren und Krystallisieren mit außerordentlicher +Klarheit und Genauigkeit schildert; daß er verschiedene Vitriole +und Alaune, das mineralische und vegetabilische Alkali, den Salmiak +und Salpeter usf. annähernd rein zu erhalten versteht; daß er durch +Erhitzen von Schwefel mit Alkalien sog. Schwefelleber, und durch Fällen +einer Lösung von Schwefel in Ätzlauge mittelst Essigsäure Schwefelmilch +zu bereiten, ferner Quecksilberoxyd, Sublimat, Zinnober, Silbernitrat, +Bleiacetat und andere Acetate, rein und zum Teil krystallisiert zu +gewinnen weiß; daß er die Darstellung unreiner Schwefelsäure durch +trockene Destillation des Alauns und die der Salpetersäure durch +Erhitzen eines Gemenges von Salpeter, Vitriol und Alaun beschreibt, und +endlich auch die Entstehung des Königswassers beim Lösen von Salmiak +in Salpetersäure, sowie die Löslichkeit des Schwefels und des Goldes +im Königswasser kennt[5224]. Die Fragen, woher der Verfasser der sog. +~Geber~schen Schriften sein Wissen geschöpft hat, und wo, wann zuerst, +und durch wen, die Verfahren und Methoden entdeckt und ausgebildet +wurden, die uns bei ihm, gegen Ende des 13. Jahrhunderts, in völliger +Vollendung, demnach als Ergebnisse einer längeren Entwicklungszeit +entgegentreten, lassen sich vorerst nicht beantworten, und gehören +zu den dunkelsten, weiterer Aufklärung bedürftigsten, in der ganzen +Geschichte der Chemie[5225]. Die Araber spielen auf diesem Gebiete +keinesfalls die ihnen früher zugeschriebene, allgemein bahnbrechende +Rolle, bleiben doch z. B. die so ungeheuer wichtigen, gegen 1300 +auftauchenden Mineralsäuren, bei ihnen und im ganzen Bereiche der +rein arabischen Chemie noch jahrhundertelang unbekannt und unbenützt. +Dagegen weisen auch hier viele Umstände auf Italien hin: von dort +scheint die nähere Kenntnis des Salpeters und die Bekanntschaft mit dem +Schwarzpulver auszugehen; von „römischem Harz“, „Körnern der Franken“, +„fränkischen Verfahren“ sprechen die jüngsten Einschiebsel der +syrischen Manuskripte; mit dem Worte σαλονίτρον (Salonítron), das dem +italienischen Salnítro nachgebildet ist, und +nicht+ (wie zu erwarten +wäre) mit ἁλονίτρον (Halonítron), bezeichnen die späten Byzantiner +den Salpeter; „römischen Vitriol“ (richtiger Alaun) empfehlen ihre +schon weiter oben erwähnten Rezepte zur Darstellung der Schwefelsäure +und der Salpetersäure, die „ὕδωρ ἰσχυρόν“ (aqua fortis, ital. aqua +forte) genannt wird (λέγεται), wenn sie den Helm, τὸ καπούτζιν (ital. +capuccio, Kaputze), des Destillations-Apparates verläßt; ähnliche, dem +Italienischen entlehnte Bezeichnungen für Chemikalien und chemische +Verfahren finden sich auch sonst noch in größerer Zahl (s. oben). + +Reich wie an wertvollen einzelnen Tatsachen erweisen sich die +~Geber~schen Schriften auch an wichtigen allgemeinen Betrachtungen; die +besondere Originalität, die man für diese in Anspruch zu nehmen pflegt, +kommt ihnen jedoch in Wahrheit nicht zu, und dies gilt vor allem, +entgegen den Annahmen sämtlicher bisheriger Historiker der Chemie, für +die Theorie vom Bestehen der Körper, und insbesondere der Metalle, +aus Schwefel und Quecksilber. Dieser Gedanke, der vom +chemischen+ +Standpunkte aus ganz unbegreiflich, ja völlig widersinnig erscheint, +ist in der Tat nicht +chemischen+ Anschauungen entsprossen, sondern +gewissen Grundsätzen spätgriechischer +Philosophen+: er beruht nämlich +auf den Lehren, daß alle Körper wechselnde Mischungen sämtlicher vier +Elemente enthalten müssen, daß unter diesen einerseits die „aktiven“, +d. s. Feuer und Luft, andererseits die „passiven“, d. s. Wasser und +Erde, zwei in vielen Hinsichten teils einander entgegengesetzte, teils +einander ergänzende Gruppen bilden, und daß als deren geeignetste und +geradezu typische Vertreter der brennbare und als Dunst verfliegende +(also viel Feuer und Luft enthaltende) Schwefel, sowie das flüssige +und metallische (also an Wasser und Erde reiche) Quecksilber anzusehen +sind. Bereits in der großen arabischen Enzyklopädie der sog. „~Lauteren +Brüder~“ (richtiger: „~Treuen Brüder~“), die im 10. Jahrhundert +abgefaßt ist, aber durchweg auf weit ältere Vorlagen zurückgeht, +tritt diese Lehre (wie schon weiter oben ausgeführt wurde) im steten +Verbande mit anderen rein griechischer Herkunft in völlig bestimmter, +rein dogmatischer Gestalt auf und wird ohne jeden Anspruch auf +Neuheit als etwas Selbstverständliches und zweifellos Feststehendes +vorgetragen. Die späteren Araber haben sie demnach, wie so unzähliges +andere, den Schriften älterer Vorfahren entnommen, allenfalls (ihren +Gewohnheiten entsprechend) erweitert und verbreitert, und in dieser +Gestalt ihren jüngeren Nachfolgern und Nachahmern zugebracht. Wenn +also, wieder aus +deren+ Werken schöpfend, z. B. der sog. ~Geber~ +sagt, der Schwefel (als dessen bloße Abart ihm auch das Arsen gilt) +sei das Prinzip der Verbrennbarkeit und Flüchtigkeit, das Quecksilber +bestehe aus Wasser und Erde, beide zusammen ergäben die Metalle, wobei +ein höherer Gehalt an Schwefel die minderwertige Beschaffenheit, ein +solcher an Quecksilber aber die größere Vollkommenheit bedinge, so +daß u. a. Blei auf Zufuhr weiteren Quecksilbers hin in Zinn übergehe, +usf.[5226]: so kommen hier nicht, wie ~Kopp~ meinte[5227], „Verwebungen +der aristotelischen Lehren von den vier Elementen mit +neuen+ +Betrachtungen über Schwefel und Quecksilber in Frage“. Ebenso ist auch +~Berthelot~ im Unrecht[5228], der in der Lehre vom Bestehen der Metalle +aus mehr oder weniger großen Mengen Schwefel und Quecksilber von +mehr oder minder hoher Reinheit eine „doctrine singulière“ erblickt, +hervorgegangen vielleicht durch „modification profonde“ der Ideen des +~Synesios~ und ~Stephanos~ über die Fixierung des Quecksilbers durch +den Schwefel (bei der Bildung des Zinnobers); da sich in den Schriften +des ~Dschabir~ nichts Zugehöriges findet, soll diese „modification“ +erst im 11. Jahrhundert stattgefunden haben, und zwar wohl durch +~Avicenna~, worauf sie dann im 12. Jahrhundert aus den arabischen +Originalen des ~Avicenna~ und des ~Pseudo-Aristoteles~ auch in Europa +bekannt und dort alsbald allgemein angenommen wurde[5229]. + +Wie indes schon weiter oben erwähnt, ist ~Avicennas~ „De anima“ +benannte „Alchemie“ +selbst+ eine ganz späte pseudepigraphische +Schrift, für die man ein arabisches Original weder kennt noch +vorauszusetzen hat, deren Verfasser aber vermutlich mit den älteren +arabischen Quellen vertraut war und vieles aus ihnen schöpfte[5230]. +Beweisen, wie den von ~Berthelot~ versuchten, kann sie daher als +zureichende Grundlage nicht dienen. + +Das nämliche gilt betreffs der Abhandlung „De perfecto magisterio“ +(„Vom vollkommenen Elixir“) des ~Pseudo-Aristoteles~ und der mit ihr +vielfach genau übereinstimmenden Schrift „Lumen luminum“ („Licht +der Lichter“) des ~Alrazi~, richtiger (wie ebenfalls bereits weiter +oben dargelegt) ~Pseudo-Razi~. Diese dürfte, da ihrer ~Vincentius +Bellovacensis~ noch nicht gedenkt, erst nach 1250 abgefaßt sein[5231] +und zeigt streng scholastische Eigenart, mindestens in ihrer +ursprünglichen, in den Pariser Manuskripten erhaltenen Fassung, denn +eine spätere (u. a. im „Theatrum Chemicum“ von 1616 abgedruckte) +enthält zahlreiche Interpolationen aus dem arabischen (?) „Buch des +Emanuel“ und „Buch der zwölf Wässer“[5232]; sie definiert die Chemie +als eine irdische Astrologie, erörtert daher in eingehender Weise die +Beziehungen der Metalle zu Planeten und Geistern, und bespricht die +Darstellung von Gold und Silber mit Hilfe des Elixirs, das der „Stein +der Philosophen“ und zugleich das „Wasser des ewigen Lebens“ (aqua +vitae) ist[5233]. -- Den gleichfalls pseudepigraphischen Charakter +der dem ~Vincentius Bellovacensis~ noch unbekannten Abhandlung des +~Pseudo-Razi~ „De salibus et aluminibus“ („Über Salze und Alaune“) +erkannten schon 1832 ~Schmieder~[5234] und 1866 ~Steinschneider~[5235], +welcher letztere bemerkt, daß der Verfasser sich selbst als in Spanien +wohnhaft bezeichnet, von einem Vitriol als „bei uns in Spanien +vorkommend“ spricht[5236] und neben ~Geber~ auch ~Gilgil~ zitiert, +d. i. ~Ibn Dschuldschul~, der um das Jahr 1000 in Spanien wirkte; +~Kopp~ gibt diese Angaben ausführlich wieder[5237], während ~Berthelot~ +auch hier seine Vorgänger vollständig übergeht[5238]. + + +g) Die „Autoritäten“ des 13. Jahrhunderts. + +Den im vorstehenden genannten apokryphen und pseudepigraphischen +Schriften, sowie ihren gleichartigen Nachahmungen und Erweiterungen, +verdanken den Hauptteil ihrer einschlägigen Kenntnisse diejenigen +Autoren des 13. und beginnenden 14. Jahrhunderts, aus deren Werken, +echten oder +abermals+ untergeschobenen, das ganze weitere Mittelalter +und die Neuzeit (bis fast zur Gegenwart) ihre alchemistische Weisheit +schöpften, das sind ~Albert der Grosse~, ~Thomas von Aquino~, +~Vincentius Bellovacensis~, ~Roger Bacon~, ~Arnoldus von Villanova~ +und ~Raymund Lull~[5239]. Daß schon bei ihnen, geschweige denn +bei ihren Nachfolgern, die alten hellenistischen Traditionen der +Alchemie sowie die griechischen Eigennamen und Fachausdrücke teils +ganz der Vergessenheit anheimfallen, teils nur mehr undeutlich und +entstellt unter der immer dichteren Schicht „arabischen“ Firnisses +hindurchschimmern, vermag angesichts der geschilderten Art der +Überlieferung nicht wunder zu nehmen. Auf die hohe allgemeine Bedeutung +dieser Schriftsteller und auf die hervorragende Wichtigkeit ihrer +eigentlichen, der Theologie, Philosophie, Medizin usf. zugehörigen +Hauptwerke einzugehen, ist an dieser Stelle ganz ausgeschlossen, und es +mögen daher einige wenige, nur die Geschichte der Chemie und Alchemie +betreffende Andeutungen genügen. + +~Albert von Bollstaedt~, geboren 1193 zu Lauingen an der Donau, +gestorben 1280 als emeritierter Bischof von Regensburg zu Köln, +wegen seiner umfassenden und allseitigen Gelehrsamkeit ~Albertus +Magnus~ zubenannt[5240], zählt zu den Häuptern der Scholastik und +schreibt, ihren Grundsätzen gemäß, nicht als selbständiger Forscher, +sondern als vielbelesener Gelehrter, dessen Richtschnur die von der +Kirche anerkannten „Autoritäten“ sind, und der als „zulässig“ nur +solche Ergebnisse anstrebt und (anscheinend absichtslos) auch stets +erreicht, die zu deren schon im voraus als unfehlbar feststehenden +„Meinungen“ stimmen, mögen letztere nun der Wahrheit entsprechen oder +nicht. + +Was die chemischen Anschauungen des ~Albertus Magnus~ betrifft, so +ist die schon im 14. Jahrhundert vielgelesene Schrift „De mirabilibus +mundi“ („Von den Wundern der Welt“), die u. a. vom Salpeter (sal +petrosum), dem Schwarzpulver und der Herstellung von Feuerwerkskörpern +(Raketen, Kanonenschlägen) berichtet, fraglos +unecht+[5241]; ++untergeschoben+ sind auch, wie man schon im 17. Jahrhundert einsah, +das Buch „Compositum de Compositis“[5242], sowie die „Alchemie“ +(Liber de Alchemia)[5243], die sich im Mittelalter gleichfalls großen +Ansehens erfreute und nach ~Berthelot~ zu den ganz vereinzelten +abendländischen Werken gehört, die noch in spätbyzantinischer Zeit +unter dem Namen des Ἀμπέρτος Θεοτονικός (= ~Albertus Teutonikos~, +~Albert des Deutschen~), in das Griechische übersetzt wurden[5244]. +Echt sind dagegen die Bücher „De mineralibus“, aus denen (und aus +einigen anderen Schriften) schon ~Kopp~ die wichtigsten einschlägigen +Stellen ausgezogen und dazu bemerkt hat, daß aus ihnen teils rein +aristotelische, teils arabische Lehren und Anschauungen sprechen[5245]: +Die Metalle sind, wie alle Substanzen, aus sämtlichen vier Elementen +zusammengesetzt, bestehen aber zunächst (der „materia proxima“ nach) +aus mehr oder weniger großen Mengen mehr oder minder reinen Schwefels +und Quecksilbers, von denen der flüchtige und verbrennliche (daher als +„fettig“ bezeichnete) Schwefel vorwiegend Luft und Feuer enthält, das +flüssige und metallische Quecksilber aber Wasser und Erde[5246]. Die +Verwandlung der Metalle durch Tinkturen und Elixire, wie sie ~Hermes~, +~Pythagoras~, ~Kallisthenes~, ~Platon~ und ~Aristoteles~ lehrten, ist +und scheint gemäß deren bisher unwiderlegter Autorität möglich, -- +von +eigenen+ Erfahrungen ist nirgends die Rede --, und zwar erfolgt +sie entweder auf dem Wege über die „Materia prima“, oder analog der +„Säuberung“ kranker Körper durch „Medizinen“, die die Wirksamkeit der +Natur unterstützen: indem die „affinitas“ und „cognatio“ (Affinität, +Verwandtschaft) das gleiche zum gleichen ziehen, und +ein+ Stoff stets +in den nächstverwandten übergeht, entsteht schließlich das Gold, -- +nicht anders, wie auf dem besten und geeignetsten Boden aus +jedem+ +Getreidesamen Weizen hervorsprießt[5247]. Das weiße und gelbe Metall +hingegen, die man aus Kupfer durch Arsen und durch Calamina (Galmei), +oder durch die „ex fumo“ (aus Rauch) gewonnene Tuchia (Tutia) gewinnt, +indem man sie mit Hilfe eines Flußmittels zusammenschmilzt und legiert +(ligatur per oleum vitri supernatans), sind +nicht+ Silber und Gold, +obwohl das die Fälscher und Betrüger in Paris und Köln behaupten, +sondern eine Art Erz (aes, aurichalcum)[5248]. + +Salmiak und Salpeter kennt ~Albertus Magnus~ noch nicht[5249], dagegen +erwähnt er verschiedene „Stiptica“, d. s. Alaune und Vitriole, +z. B. weißen und roten, gelben (alkofol = feingepulvert) und grünen +(alkanthus = chalkanthum), „der von einigen auch ‚Vitreolum‘ genannt +wird“[5250]; daß, wie man lange Zeit glaubte, diese (vermutlich schon +in der klassischen Zeit übliche) Bezeichnung hier zum ersten Male +nachweisbar sei, ist irrtümlich, denn sie taucht (wie weiter oben +angeführt) schon in den „Compositiones ad tingenda musiva“ auf[5251] +und wird auch in den Kommentaren der salernitanischen Autoren als eine +schon wohlbekannte gebraucht, z. B. in dem (um 1150 verfaßten) des +~Platearius~ zu dem weltberühmten „Antidotarium“ des ~Nikolaos~[5252]. + +Mineralische Säuren sind dem ~Albertus Magnus~ ebenfalls noch +unbekannt; Essig bildet sich nach ihm, den antiken Traditionen getreu, +aus dem Wein, indem dessen heiße und feurige Teilchen verfliegen, +während die kalten zurückbleiben, -- wodurch die so äußerst kalte +Natur des Essigs ihre vollkommene Aufklärung erfährt[5253]. -- Wird +alter starker Wein „nach Art des Rosenwassers sublimiert“, so geht +anfangs eine Flüssigkeit über, die „obenauf schwimmt, von ölartiger, +fettartiger [d. h. verbrennlicher) Natur und leicht entzündlich ist“, +„liquor supernatans, humor oleaginosus, unctuositas inflammabilis“, +[d. i. der +Alkohol+][5254]; mit einem besonderen +Namen+ bezeichnet +sie ~Albertus Magnus~ noch nicht, auch macht er keine näheren Angaben +über die Destillation des Weines, während er an anderen Stellen der +„Alutel“ zum „Sublimieren“, des Destillierhelmes (alembicus), sowie des +Wasserbades (vas aquae bullientis) wiederholt gedenkt, ferner auch vom +Quecksilber berichtet, daß man es in einem (nur unklar beschriebenen) +Gefäße mit langem Halse und einer langen Röhre zur Verdichtung der +Dämpfe fast ohne Veränderung und Gewichtsabnahme oft „sublimieren“ +könne[5255]. + +Wie die meisten dieser Beispiele zeigen, schöpft ~Albertus Magnus~ +mit Vorliebe aus ~Aristoteles~ und ~Pseudo-Avicenna~ und bietet +nur wenig Eigenes; den Ausspruch „die Flamme ist nichts als ein +entzündeter Rauch“ nannte zwar ~Kopp~ „einen für seine Zeit +anerkennenswerten“[5256], doch übersah er hierbei, daß diese Definition +schon bei ~Aristoteles~ und bei ~Galenos~ zu finden ist. + +So wenig wie ~Albertus Magnus~ ist auch ~Vincentius Bellovacensis~ +(~Vincenz von Beauvais~, gest. 1256 oder 1264), der gelehrte Vorleser +und Prinzenerzieher am Hofe König ~Ludwigs des Heiligen~, ein +selbständiger Forscher; das umfangreiche Wissen, das sein um 1250 +vollendetes „Speculum naturale“ (ein Teil seiner großen Enzyklopädie) +verrät, gründet sich vielmehr ausschließlich auf vielerlei, meist +ohne jede Kritik und ohne weitere Verarbeitung einfach aneinander +gereihte Auszüge aus den klassischen Autoren, aus ~Isidorus +Hispalensis~ (gest. 636), aus ~Pseudo-Razi~, ~Pseudo-Avicenna~[5257], +nach ~Berthelot~[5258] ferner aus ~Averroes~, aus der lateinischen +Übersetzung des verlorenen arabischen „Buches der 70“ (dessen Kern +das gleichnamige Werk ~Dschabirs~ sein soll)[5259], +nicht+ aber aus +~Dschabir~ selbst (dessen Name jedoch zweimal genannt wird)[5260], und +auch +nicht+ aus ~Geber~[5261]. Über die Entstehung der Metalle aus +Schwefel und Quecksilber, über die Metallverwandlung durch Tinkturen +oder Elixire, sowie über die Erfolge der Projektion spricht er sich +genau nach ~Pseudo-Avicenna~ und im nämlichen Sinne wie ~Albertus +Magnus~ aus, auch äußert er gleich diesem einige schüchterne Zweifel +und bemerkt, daß die Alchemisten nicht selten auf trügerische Weise +verfahren[5262]. Was er von den vier Geistern, vom Herauskehren der +verborgenen Eigenschaften u. dgl. berichtet, ist gleichfalls dem +~Pseudo-Avicenna~ entlehnt[5263], ebenso der größte Teil dessen, +was er über Metalle und Mineralien vorbringt; +keine+ Erwähnung +tut er des Alkohols und der mineralischen Säuren, die (wie schon +wiederholt angedeutet) erst um und nach 1300, und zuerst im Okzident +auftreten[5264]. + +Betreffs der übrigen weiter oben genannten „Autoritäten“ ist nur +weniges hinzuzufügen: ~Thomas von Aquino~ (1225 oder 1227-1274), die +Leuchte der Scholastik, dessen Ruhm sehr mit Unrecht den seines Lehrers +~Albertus Magnus~ überstrahlt, zweifelte zwar nicht an der Materia +prima, ihren Wandlungen unter dem Einflusse der von Geistern geführten +Gestirne, und ihrer Wichtigkeit für die Probleme der Herstellung des +Goldes, des Lebenswassers und des Steines der Weisen, sowie für jene +der Transmutation und der Alchemie[5265], hat aber fraglos selbst +niemals wirklich eine „Alchemie“ verfaßt[5266] und sagt ausdrücklich +mit aller Zurückhaltung: „machten die Alchemisten wahres Gold und +Silber, der Substanz und nicht bloß dem äußeren Scheine nach, dann +freilich wäre es auch nicht unerlaubt, es für wahres natürliches Gold +und Silber zu verkaufen“[5267]. Desgleichen sind die dem ~Roger Bacon~ +(1214-1292?) zugeeigneten alchemistischen Werke „Breve Breviarium“, +„Tractatus trium verborum“, „Speculum Alchemiae“ u. dgl. bloße +Pseudepigraphen. Schon ~Kopp~ hob richtig hervor, daß sie keine Spur +der strengen Anordnung in logischer und der rühmlichen Bestimmtheit in +sachlicher Richtung zeigen, durch die alle echten Werke ~R. Bacons~ +in so hohem Maße hervorragen, namentlich auch da, wo er über die +wahren Aufgaben der Chemie als Wissenschaft spricht[5268]: an Stelle +der in Ansehung seiner Grundsätze zu erwartenden klaren Darlegung von +Ergebnissen induktiver Forschungen und planvoller Versuche begegnet +man in jenen Schriften vielmehr einem oft fast unverständlichen +Durcheinander von aristotelischen Ideen, von wirren Theorien nach +~Hermes~, ~Ostanes~, ~Pseudo-Aristoteles~, ~Pseudo-Avicenna~ und +~Geber~, von mystischen Anpreisungen des „philosophischen Eies“ (als +Präparat), des Gold, Gesundheit und Unsterblichkeit verleihenden +Elixirs, usf.[5269]. + +In der 1914 erschienenen Festschrift zu ~R. Bacons~ 700jährigem +Geburtstage hebt der Herausgeber, ~Little~, auch nur hervor, daß, +gleich allen seinen Zeitgenossen, auch ~Bacon~ (schon unter dem +Einflusse der geozentrischen Weltanschauung) an Astrologie geglaubt +habe[5270] und ebenso an Alchemie, daß aber seine sog. alchemistischen +Werke ein wahres Chaos darstellen, in das zunächst einige Ordnung +gebracht werden müsse[5271]. Diese Aufgabe zu lösen ist aber ~Muir~, +der ihr eine besondere Abhandlung widmete[5272], nicht gelungen, und +als einziges Ergebnis bleibt daher vorerst das rein negative bestehen, +daß wohl keine der zahlreichen Schriften, wie sie gedruckt und +ungedruckt vorliegen[5273], als von ~Bacon~ selbst verfaßt anzusehen +sei. Wo dieser sonst, in seinen echten Werken, auf Alchemie zu sprechen +kommt, versteht er unter „Alchemia speculativa“ die Kunst „Metalle +zu verwandeln vermöge gewisser Umänderungen der in ihnen enthaltenen +Elemente“, und was er hierüber, sowie über die Gold und langes +Leben verleihenden Medizinen vorbringt, knüpft größtenteils an die +einschlägigen Lehren des ~Pseudo-Aristoteles~ an[5274]. + +Was endlich die sehr zahlreichen und umfangreichen alchemistischen +Abhandlungen des ~Arnaldus~ von ~Villanova~ (1235 oder 1248 bis 1312 +oder 1314?) und des ~Raymund Lull~ (1236-1315?) anbelangt, so sind +sie, wie schon ~Kopp~ anführte[5275], in bahnbrechender Weise aber +erst ~Hauréau~ bewies, sämtlich durch katalanische und provençalische +„Schüler“, oder durch Verfasser, die sich als solche ausgaben, +untergeschoben, zumeist erst während des 14. Jahrhunderts[5276]; +demgemäß zitieren sie, neben ~Albertus Magnus~[5277], sehr oft den +~Geber~[5278], und verraten, bei sonst nicht wesentlich erweitertem +empirischem Wissen, eine recht genaue Kenntnis des Alkohols und der +mineralischen Säuren[5279]. Im übrigen sprechen sie mit größter +Bestimmtheit über die Transmutation, den „Stein der Weisen“, der +unendliche Reichtümer, Gesundheit und langes Leben verleiht, und +zeigen sich auch sonst gänzlich durchdrungen von den abergläubischen +Vorstellungen aller Art, die jenes Zeitalter völlig erfüllten und +zu einem der dunkelsten des Mittelalters gestalteten; diese sind +jedenfalls zu einem großen Teile aus den „halb philosophischen, halb +astrologischen“ Werken geschöpft, die nach ~P. Paris~ seit dem 12. +Jahrhundert besonders zahlreich in Spanien verfaßt und von ihren +Autoren in rein willkürlicher Weise irgendwelchen gelehrten Arabern, +Syrern und Juden, oder beliebigen anderen, genügend berühmten und als +„Autoritäten“ angesehenen Männern zugeschrieben wurden[5280]. + + +2. Die Alchemie nach 1300. + +Die Ausbreitung der am Schlusse des vorigen Abschnittes erwähnten +astrologischen und alchemistischen Gedanken seit 1300 und damit die +ferneren Geschicke der Alchemie während des späteren Mittelalters und +der Neuzeit in eingehender Weise zu schildern, ist an dieser Stelle +nicht beabsichtigt, und zwar aus verschiedenen Gründen. + +Zunächst kann von einer Weiterentwicklung, deren Verfolgung +chemisches oder wissenschaftliches Interesse böte, nicht mehr die +Rede sein, vielmehr ist für diese ganze Periode in noch höherem +Maße als für die ihr vorausgehende festzustellen, daß die Autoren +so gut wie ausschließlich nur die nämlichen, längst bekannten, der +hellenistischen Zeit entstammenden Ideen und Theorien immer wieder +aufs neue vorbringen, ausdeuten, umdeuten, erklären und kommentieren; +begreiflicherweise wird hierbei das Verständnis allmählich immer +unzureichender und die Sachkenntnis immer geringer, dagegen die +Verwässerung des Inhaltes immer ausgiebiger und die Dunkelheit des +Ausdruckes immer größer. Auf wenigen Gebieten bewähren sich wie auf +diesem die ~Goethe~schen Worte vom „Kochen breiter Bettelsuppen“ +und vom „getretenen Quark, der breit wird, nicht stark“. Manche +Schriften machen sogar, wie schon ~Kopp~ treffend hervorhob, +geradezu parodistischen Eindruck und würden dazu auffordern, sie als +Träger eines ganz anderen, der scheinbar behandelten Sache völlig +fernliegenden Sinnes anzusehen, soferne ein solcher ihnen nur überhaupt +irgendwie zu entnehmen wäre. + +Sodann erfreuen sich sowohl die Geschichte der eigentlichen Alchemie +und ihrer immer bedeutsamer hervortretenden führenden Persönlichkeiten, +der Schwärmer und Schwindler, als auch die ihres kulturhistorischen +Zusammenhanges mit den verschiedenen Formen des Aberglaubens und +Sektenwesens, mit dem Treiben der Rosenkreuzer und Illuminaten +usf., für dieses Zeitalter (namentlich für die zweite Hälfte +seines Verlaufes) bereits eingehender, nach mancher Richtung sogar +erschöpfender Darstellung[5281]. Außer auf die schon oft genannten +Hauptschriften ~Chevreuls~[5282], ~Hoefers~ und ~Kopps~, vor allem +dessen „Alchemie in älterer und neuerer Zeit“[5283], ist der Belehrung +Suchende hauptsächlich auf nachstehende Werke zu verweisen, die teils +den Wortlaut der frühmittelalterlichen, echten und gefälschten Quellen +wiedergeben, teils die Art und Weise ersehen lassen, in der diese +zunächst die Schriftsteller der Folgezeit beeinflußten, und sodann bis +in die neuere, ja neueste Zeit hinein nach den mannigfaltigsten Seiten +hin weiter fortwirkten: + +~Perna~, „Artis, quam Chemiam vocant, antiquissimi auctores“ = „Älteste +Autoren der Chemie genannten Kunst“ (Basel 1572). + +~Zetzner~, „Theatrum chemicum“ = „Chemischer Schauplatz“ (Straßburg +1613-1622; 2. Aufl. 1659): die umfangreichste Sammlung, 6 enggedruckte +Bände, im ganzen etwa 5000 Seiten umfassend. + +~Manget~, „Bibliotheca chemica curiosa“ = „Bibliothek chemischer +Merkwürdigkeiten“ (Genf 1702). + +~Lenglet du Fresnoy~, „Histoire de la philosophie hermétique“ (Paris +1742). + + —————————— + +~Del Rio~, „Disquisitiones magicae“ = „Untersuchungen über Magie“ +(Venedig 1599 und 1652). + +~Borrichius~, „De ortu et progressu Chemiae“ = „Über Ursprung und +Entwicklung der Chemie“ (Kopenhagen 1668); „Hermetis, Aegyptiorum, et +Chemicorum sapientia“ = „Weisheit des Hermes, der Ägypter, und der +Chemiker“ (ebd. 1674); „Conspectus scriptorum chemicorum illustriorum“ += „Übersicht der Werke berühmter Chemiker“ (ebd. 1696). + +~Conring~, „De hermetica medicina“ = „Über die hermetische Medizin“ +(Helmstaedt 1648 und 1669). + + —————————— + +~Welling~, „Opus mago-cabbalisticum et theosophicum“ = „Über Magie, +Kabbala und Theosophie“ (Frankfurt 1760)[5284]. + +~Wiegleb~, „Historisch-kritische Untersuchung der Alchemie“ (Weimar +1777): ein kritisches Hauptwerk. + +~Schmieder~, „Geschichte der Alchemie“ (Halle 1832). + +~Migne~, „Dictionnaire des sciences occultes“ (Paris 1848): Enthält, +außer „Alchemie“ (2, 308), noch zahlreiche einschlägige Artikel des +gelehrten, aber fanatisch-ultramontanen Verfassers. + +~Graesse~, „Bibliotheca magica et pneumatica“ (Leipzig 1843). + +~Figuier~, „L’alchimie et les alchimistes“ (Paris 1854). + +~Schindler~, „Der Aberglaube des Mittelalters“ (Breslau 1858). + +~Meyer~, „Der Aberglaube des Mittelalters“ (Basel 1884), 41. + +~Jacob~, „Curiosités des sciences occultes“ (Paris 1885); besonders 1, +3-155. + +~Poisson~, „Théories et symboles des Alchimistes“ (Paris 1891). + +~Lehmann~, „Aberglaube und Zauberei“ (Stuttgart 1898), 140, 190. + +~Steinschneider~, „Der Aberglaube“ (Hamburg 1900). + +~Seligmann~, „Der böse Blick“ (Berlin 1910). + +~Jennings~, „Die Rosenkreuzer“ (Berlin 1912), 197: sehr reichhaltiges +Material, leider in ganz unkritischer und unübersichtlicher Fassung. + +~Silberer~, „Probleme der Mystik und ihrer Symbolik“ (Wien und Leipzig +1914): mißt, unter vorwiegender Berücksichtigung der ~Freud~schen +„Psychoanalyse“, in absonderlich-einseitiger, jedoch gerade hierdurch +auch wieder lehrreicher Weise, erotischen Problemen eine übertriebene +Bedeutung bei. + + —————————— + +Endlich stehen zwar, dank den angeführten und vielen anderen Schriften, +Richtung und Verlauf der +Gesamt+entwicklung im allgemeinen genügend +fest, was dagegen den +besonderen+ Anteil der einzelnen Zeiten und +Länder (namentlich betreffs der ersten Anfänge) anbelangt, so fehlt es +immer noch, und meist gerade bezüglich der entscheidenden Fragen, an +ausreichenden Vorarbeiten; diese zum Ziele zu führen, oder auch nur +mit Aussicht auf einen wesentlichen Fortschritt in die Wege zu leiten, +übersteigt aber bei weitem die Kräfte eines einzelnen. + +Die nachstehenden Zeilen erheben daher nicht den Anspruch, ein irgend +vollständiges Bild zu bieten, sie sollen vielmehr nur einiges hellere +Licht auf wenige Punkte geschichtlichen Interesses werfen, die bisher +entweder keine, oder doch keine entsprechende Beachtung fanden. +Vorausgeschickt sei die Bemerkung, daß die Kirche gegenüber Alchemie +und Astrologie keineswegs stets eine unbedingt ablehnende Haltung +einnahm. Der letzteren gegenüber fand sie häufig die Zusicherung für +ausreichend, daß die Sterne nicht bewirken, sondern nur anzeigen, +während sie sich bezüglich der ersteren (wenigstens zeitweilig) mit +dem Hinweise beschwichtigen ließ, daß schon die hl. Schrift „die +das Feuer vertragenden sechs Metalle, Gold, Silber, Kupfer, Eisen, +Blei, Zinn, ganz nach gehöriger Ordnung“ im 4. Buche ~Mosis~, sowie +Silber, Erz (Kupfer), Eisen, Blei, Zinn, „die man im Schmelzofen +schmilzt“, auch bei ~Ezechiel~ aufzähle[5285], im übrigen aber nichts +enthalte, was +gegen+ die Möglichkeit einer Metallverwandlung spräche; ++zugunsten+ einer solchen wurde übrigens, neben einigen noch weniger +deutlichen Stellen, der evangelische Satz angeführt: „~Jesus~ autem +transiens per medium illorum ibat“ („Jesus aber ging hinweg, ihre Mitte +durchquerend“), „denn ungesehen und geheimnisvoll wie ~Jesus~ durch die +Mitte der Pharisäer schritt, wird in der Mitte der Unwissenden auch das +Gold hervorgebracht“[5286]. + + —————————— + +In +Spanien+, dessen einheimische Litteratur sich erst nach +Zurückdrängung der Araber, etwa von 1150 an, kräftiger zu entwickeln +begann, scheint die Alchemie, vermutlich gerade infolge der engen +Berührungen mit arabischen Kreisen, ziemlich frühzeitig in ihrer +Nichtigkeit erkannt und als ausgesprochen heidnische und unchristliche +Wissenschaft angesehen worden zu sein, im Gegensatze zur Astrologie, +die unter den bekannten Einschränkungen meist als zulässige und +zuverlässige Kunst galt. Schon ~Alfons~ X. von Castilien, wegen +seiner umfassenden Bildung und seiner Bemühung um Förderung geistiger +Bestrebungen aller Art „der Weise“ (richtiger: der Gelehrte) genannt, +der 1252 zur Regierung gelangte, glaubte zwar an die Astrologie und +schützte deren Ausübung in den 1265 von ihm erlassenen Gesetzen, +verbot jedoch in diesen an zwei Stellen ausdrücklich die Alchemie +als etwas Unmögliches und Unausführbares[5287]; hiermit stimmt es +überein, daß eine 1272 verfaßte Abhandlung „Tesoro“ (= der Schatz), +die teils in Prosa, teils in achtzeiligen Stanzen (den ältesten der +spanischen Litteratur) den Stein der Weisen behandelt, -- jedoch der +noch unentzifferten Geheimschrift halber vielfach unverständlich ist +--, nicht von ~Alfons~ X. herrührt, wie man früher glaubte, sondern +von einem anderen, vorerst nicht sicher ermittelten Autor[5288]. Auch +ein Neffe dieses Königs, der Prinz ~Don Juan Manuel~ (1282-1347), von +dessen gerühmten Schriften allein die „Graf Lucanor“ betitelte erhalten +blieb, eine Sammlung von Anekdoten, Geschichten und Gleichnissen +zumeist morgenländischer Herkunft[5289], macht sich im 8. Kapitel +über die Alchemie lustig, über die Leute, die vorgeben sie auszuüben +(facer alqimia)[5290], sowie über die Fürsten, die an sie glauben und +dabei abgefeimten Betrügern zum Opfer werden; die sehr unterhaltende +Erzählung, die er als Beispiel vorbringt, entstammt ebenfalls einer +orientalischen Quelle[5291]. Der Dichter ~Villena~ (1384-1434), der +sich außer mit Geschichte, Philosophie und Astrologie auch noch mit +Alchemie befaßt haben soll, galt dieserhalb für einen Zauberer[5292], +und mit einem solchen zu verkehren und seine Werke zu besitzen oder +auch nur im Munde zu führen, war bedenklich, ja selbst gefahrbringend. +Mit derlei Anschauungen ist es vielleicht auch in Verbindung zu +bringen, daß z. B. in der umfassenden Sammlung „Altspanischer +Sprichwörter“[5293] keine auf Alchemie bezüglichen vorkommen, und daß +auch in der schönen Litteratur, die sich seit dem 15. Jahrhundert +so herrlich und überreich entfaltet, einschlägige Anspielungen ganz +auffällig selten zutage treten, während astrologische aller Art sehr +häufig sind. + +So z. B. eröffnet ~Gil Vincente~ (1470-1532?) eines seiner „Auto“ +genannten geistlichen Festspiele mit dem Auftreten des ~Merkur~ +als Planeten, der in eingehender Rede die Konstruktion des ganzen +Weltsystems vorträgt[5294]; bei ~Encina~ (1468-1534) hilft ~Merkur~ +sogar einen Toten auferwecken, was bei der Geistlichkeit großen +Anstoß erregte[5295]; bei dem etwas späteren ~Carajaval~ äußern +sich u. a. ~Heraklit~ und ~Demokritos~ über die Himmel und ihre +Sphären[5296]; bei ~Yanguas~ endlich führt die Himmelfahrt der hl. +~Maria~ diese durch alle sieben Sphären, deren Götter sie willkommen +heißen, bis auf ~Venus~, die sich aus Scham verborgen hält[5297]. +Von ~Lope de Vega~ (1560-1635) wird berichtet, daß er sich in seiner +Jugend den Geheimwissenschaften und „dem Labyrinth des ~Raymund +Lull~“ ergab[5298], doch der Alchemie gedenkt er nur selten und dann +in abweisendem Tone[5299], ganz so wie sein Zeitgenosse ~Bernardo~ +(1568-1627) in den „Epischen Fragmenten“[5300]. Schon diesen Dichtern +gilt alles, was in Beziehung zur Magie steht, an deren Wirklichkeit +keiner von ihnen im geringsten zweifelt, für „arabisch“, rein heidnisch +und durchaus verwerflich[5301]; in ganz dem nämlichen Sinne spricht +auch ~Poyo~, dessen Stücke um 1600 erschienen, von Horoskopie, +Zeichendeuterei und Zauberei[5302]; ~Amesuna~ (1578-1635?) läßt die +Planeten-Dämonen ihre Sphären und deren Zubehör an Gold, Silber, +Edelsteinen usf. regieren und „Nigromancia“ lehren[5303]; ~Alarcon~ +wieder (1580-1617) erwähnt in dem berühmten Schauspiele „Die Höhle +von Salamanca“ den allgemeinen Glauben an die Magie, an ihre Kräfte +(die richtig zu gebrauchen man „studiert“) und an die ungeheure Macht +der arabischen Zauberer, besonders der afrikanischen[5304]. Bei +~Calderon~ (1601-1681) versteht und lehrt im „Wundertätigen Magier“ +(Magico prodigioso) ein gefallener Engel, der die Gestalt eines Dämons +angenommen hat, Magie und Zauberei, die Künste der Magier des Orients +gelten auch hier als die hervorragendsten, und am Schlusse erscheint +der böse Geist auf seinem Zaubertiere, der Schlange, reitend[5305]. +Das Horoskopstellen spielt eine Hauptrolle in dem reizenden Lustspiele +„El Astrologo fingido“ (Der falsche Astrolog)[5306], das alsbald von +italienischen und französischen Autoren nachgebildet wurde, u. a. +auch von ~Corneille~, und auf dessen Arbeit hin noch in zweiter +Verdünnung von englischen (~Dryden~)[5307]. In den 18 Bänden der +„Fronleichnams-Festspiele“ (Autos) begegnet man sehr zahlreichen +allegorischen Figuren, -- von denen übrigens bei gleichem Anlasse schon +~Gil Vincente~ Gebrauch machte[5308] --, u. a. den 4 Elementen[5309], +den 4 Weltaltern[5310], den 7 Wochentagen, die eine Himmelskugel +mit den Tierkreisbildern und Planeten geleiten[5311], sowie dem +~Merkur~, der „alles Wissens Meister“, zugleich aber als Cherub mit +dem feurigen Schwerte auch Paradieses-Hüter ist[5312]; ferner findet +wiederholt die Astrologie Erwähnung, bald als etwas Erlaubtes[5313], +bald als etwas Teuflisches und Verwerfliches[5314]; nirgends ist +jedoch von Alchemie die Rede, auch nicht in dem Auto „Der verborgene +Schatz“[5315], das hierzu reichlichen Anlaß böte. -- Erst in der Zeit +des Verfalles der Litteratur, die etwa mit 1675 einsetzt, treten +Alchemie, Magie und Zauberei wieder mehr in den Vordergrund, und zwar +auf dem Theater vornehmlich mit Rücksicht auf Effekthaschereien und +Dekorationskünste[5316]; aufgeklärtere Geister standen indessen auch +damals dieser Vorliebe nur als Satyriker gegenüber, wie z. B. das +ausführliche Spottgedicht über die Alchemie in ~Solorzanas~ Novelle „La +garduna de Sevilla“ (um 1680) beweist[5317]. + +In +Frankreich+ waren Astrologie und Alchemie schon im 12. Jahrhundert +vielfach und im 13. sehr allgemein verbreitet, nicht nur in den +provençalischen Landesteilen, -- deren Litteratur zahlreiche +einschlägige Anspielungen enthält und auch allerlei Übersetzungen, +sowie einige anscheinend von einheimischen Verfassern herrührende, +jedoch ganz unselbständige Werke hervorbrachte[5318] --, sondern +auch im Norden, wie dies schon die oben angeführte Äußerung des +~Albertus Magnus~ (1193 bis 1280) über die Pariser Fälscher bezeugt. +~Langlois~ bringt hierfür in dem bereits erwähnten, trefflichen Buche +„La connaissance de la nature et du monde au moyen-âge“ eine Anzahl +Belege bei: ~Bartholomaeus Anglicus~ (der für einen Zögling der Schule +von Montpellier gilt) hält in seinem gegen 1240 verfaßten Werke „De +proprietatibus rerum“, einer der wichtigsten, vielgelesensten und +maßgebendsten Kompilationen des gesamten Mittelalters, die Existenz +der Alchemie für etwas ganz Selbstverständliches und zweifelt nicht +daran, daß z. B. die Wärme aus Erde und gewissen Zutaten ganz ebenso +das Silber und Gold hervorzubringen vermöge, wie aus Kieselsand und +Asche das Glas[5319]; der Bearbeiter des Buches „~Sidrach~“ (um 1250) +schildert die „Salbe der Philosophen“ als eine allgemeine Panacee, die +„die Aussätzigen heilt“, die Kranken gesund, die Männer unverwundbar, +die Frauen fruchtbar macht, und während der ersten acht Tage des +April[5320] durch die Philosophen und Astrologen der in Großindien +gelegenen Stadt Stramon hergestellt wird, und zwar aus 372 [= 365 + 7] +Kräutern und dem Blute des weißen indischen Drachen[5321]; nach dem +Verfasser der Erzählung „~Placidus~ und ~Timeo~“ (gegen 1300) stehen +die Metalle in engster Verbindung mit den die Geschicke lenkenden +Planeten, und diese sind nach gewissen Helden benannt, z. B. nach +~Jupiter~ und ~Merkur~, die die Griechen zu Göttern erhoben und als +Herren der Gestirne ansahen[5322], usf. + +Frühzeitig fanden alchemistische Ideen auch Eingang in die poetische +Litteratur, und dies läßt ersehen, wie sehr der allgemeine Zeitgeist +sich bereits mit ihnen befreundet hatte und wie vertraut sie, bis +zu gewissem Grade, auch jener großen Menge geworden waren, die den +Leser- und Hörerkreis volkstümlicher Dichtungen bildete[5323]. Eines +der lehrreichsten zugehörigen Beispiele enthält der altfranzösische, +fast 24000 Verse umfassende „Roman de la rose“, der um 1237 von +~Guillaume de Loris~ begonnen und um 1277 von ~Jean Clopinel~ (genannt +~de Meung~) vollendet wurde und fast fünf Jahrhunderte lang eines +der volkstümlichsten, verbreitetesten und einflußreichsten Bücher +der französischen Litteratur blieb, -- dank dem novellistischen +Interesse seiner Fabel, der beispiellos kühnen Satire auf weltliche +und geistliche Macht und dem Reize dunkler naturgeschichtlicher +Anspielungen. Zu den letzteren zählt auch eine alchemistische Stelle, +in der der Verfasser schildert, wie die Natur immer und überall +der Kunst überlegen bleibe, worauf er im Hinblicke auf letztere +fortfährt[5324]: + + „Und brächt’ Alchemie ihr auch bei, die Metalle + Mit farbigem Glanz zu tingieren alle, + Sie könnte, und sollt’s um ihr Leben sich handeln, + Doch Art nie wirklich in Art verwandeln, -- + Sie müßte denn erst einen Weg ersinnen, + Die ‚materia prima‘ zurückzugewinnen: + Daß sie ihr Lebtag dessen Spur + Nicht findet, dafür sorgt Natur. + Mag sie nun noch so mühsam streben, + Den Stoffen die Urform zurückzugeben, + Fruchtlos bleibt sie des Werks beflissen, + Denn ihr Fehler ist: nicht zu wissen, + Wie ihr das Elixir gelänge, + Dem die richtige ‚Form‘ entspränge, + Die, mit ‚Materie‘ im Verbande, + Die einzelnen Stoffe bringt zustande, -- + Dies Elixir, das erscheinen muß, + Bringt einer die Sache recht zum Schluß. + Dennoch aber, und mit Vergunst, + Ist Alchemie eine wahre Kunst; + Wunderbare Dinge fände, + Wer sie nur so recht verstände. + Würd’ +der+ sich an die Substanzen machen + Mit Hilfe der seltsamen Siebensachen, + Die zu sotanem Werke nötig: + +Der+ fänd’ sie zu jeglicher Wandlung erbötig. + Er ändert ihre Komplexion + Durch diese und jene Digestion, + Und wenn die Verwandlung gelungen ganz, + So hat er eine +neue+ Substanz, + Und die +alte+ ging auf in Dunst. + So wissen die Meister der Glasmacherkunst + Aus den Pflanzen vom Strand am Meer[5325] + Asche und Glas zu stellen her + Kraft einer Läuterung sanft und milde; + Und doch ist die Pflanze kein Glasgebilde, + Und auch das Glas kein Gewächs im Meer! + Dann, -- wenn der Blitz und der Donner schwer + In den Boden schlägt: da wird sich Dir zeigen, + Wie den Gesteinen Dämpfe entsteigen, + Die sonst niemals aus Felsen brechen. + Bist Du nun Kenner, dann magst Du sprechen + Und die Ursache machen kund, + Die solcher Wandlung liegt zu Grund, + Völlig die Stoffe umgestaltet, + Völlig neu an ihnen entfaltet + (Sei es durch Zwang, sei’s durch Natur) + Fremdes Wesen und fremde Figur. + + Wer gründlich erfaßt diese Wege alle, + Verwandelt leicht auch die Metalle. + Er weiß von Beimischung sie zu befreien + Und ihnen die rechte Form zu verleihen, + Er macht sie die Nachbarstufen durchschreiten, + Die eine zur andren hinüberleiten, + Bis +so+ das Werk er fertig bringt, + Wie der Natur es selbst gelingt: + Denn, wie in weisen Büchern zu lesen, + Laßt diese der Metalle Wesen + Aus Schwefel und Quecksilber sich gestalten + Durch mancherlei Kraft in der Erde Spalten. + Wer nun die Geister + Zu nützen wüßt’ als Meister, + Wer ihre Kraft könnt’ zwingen + Ins Innre der Stoffe zu dringen + Und, ohne wieder zu verfliegen, + Im reinen Stoffe festzuliegen, + (Denn +rein+ muß der Schwefel sein wie billig, + Zu weißer und roter Tingierung willig), -- + +Der+ wäre Fronherr der Metalle, + Und wandelte nach Wunsch sie alle. + + Der, dem die Alchemie ist hold, + Gewinnt gar leicht aus Quecksilber Gold, + Und verleiht ihm den Glanz und der Schwere Kraft + Durch Zutaten, die er sich billig verschafft. + Aus Gold auch macht er sich Edelsteine + Herrlich leuchtend in lautrem Scheine + Und aus gemeiner Metalle Substanz + Zeugt er Silber von hellem Glanz + Durch kräftig bleichende Medizinen, + Die die Form zu veredeln dienen. + Doch nichts von all dergleichen Dingen + Wird dem Sophisten[5326] je gelingen: + Der mühet sich, Zeit seines Lebens, + Natur zu meistern ganz vergebens.“ + +Wie eindrucksvoll diese in geschickter und leicht faßlicher Weise +vorgebrachten Lehren für die Dauer blieben, bezeugt die Tatsache, +daß noch ~Palissy~ (1510-1590?), der hervorragende Technologe und +Vorkämpfer der induktiven Methode, neben den Werken des ~Geber~ und +des ~Arnold~ von ~Villanova~ den „Roman de la Rose“ als wichtigste der +von den Vorfahren hinterlassenen Schriften bezeichnet[5327]. Er selbst +verwirft übrigens wie die Astrologie[5328] so auch die Alchemie[5329], +deren Theorien und Methoden durchaus unsinnig und betrügerisch +sind[5330]; freilich versichern so manche der zahlreichen Alchemisten +und Ärzte Frankreichs, an den künstlichen Edelmetallen, sowie an ihrem +die größten Wunderkuren verrichtenden „trinkbaren Golde“ viel Geld zu +verdienen; aber bis sein Wunsch in Erfüllung gehe, deren Verfahren +selbst ausüben zu lernen, ziehe er vor, stillzuschweigen und jenen die +Beweise für ihre Behauptungen zu überlassen[5331]. Diesen gemäß müßte +übrigens das Gold, um in Lösung gehen zu können, in Schwefel und das +giftige Quecksilber zerfallen, aus denen es, gleich sämtlichen anderen +Metallen, nach den Lehren aller „Philosophen“ bestehen und entstehen +soll, -- woran nur insofern etwas Richtiges sein mag, als diese Stoffe +vielleicht irgendwie bei der Abscheidung der Metalle und Erze im Innern +der Erde mitwirken, dann aber gleich unbrauchbaren Schlacken wieder +abgeschieden werden[5332]. + +Für ~Palissys~ großen Zeitgenossen ~Rabelais~ (1483-1555) sind +Astrologen und Alchemisten ein unerschöpflicher Gegenstand beißenden +Witzes, und in unnachahmlicher Weise trifft die Lauge seines Hohnes +bald ihre Voraussetzungen und Deutungen, bald die Erzeugnisse ihrer +„Künste“, -- zu denen auch die von Hühnern blank verdauten Perlen +gehören[5333] --, bald die „chaldäischen“ Wirkungen, ausgeübt von +den 7 planetarischen Metallen und Steinen, in Form von Ringen, von +Weinkrügen, von Statuen, die in einem verborgenen Zaubertempel +aufgestellt sind, usf.[5334]. -- Mit gleich scharfem Spotte äußert +sich ~Periers~ in den geistvollen Satiren seines „Cymbalum mundi“ (= +„Weltglocke“; 1537) und der „Nouvelles récréations“ (1558)[5335]: +die Alchemisten sind und bleiben Schwindler und Betrüger, groß im +Versprechen, klein im Halten, verheißen den Gläubigen die Geheimnisse +des Königs ~Salomon~ und der Prophetin ~Maria~, speisen sie aber mit +Redensarten ab, stellen ihnen den Stein der Weisen in Aussicht, +liefern jedoch statt dessen Sand, lassen die Getäuschten rechtzeitig +im Stiche, suchen neue Anhänger, finden sie auch, und werden hierin +fortfahren, so lange sie solche finden. + +Zu sehr weit zurückliegender Zeit faßte die Alchemie in +Italien+ +Boden, woselbst (wie oben erwähnt) nachweislich auch zahlreiche +Geistliche des 12. und 13., und vermutlich bereits solche des +11. Jahrhunderts, sie auf das Eifrigste betrieben; damit, daß +„Italien diese Krankheit so sehr früh durchmachte“, steht es nach +~Burckhardt~[5336] im Zusammenhange, daß es sie auch als erstes aller +Länder glücklich überstand, nämlich „dem Wesentlichen nach schon im +Verlaufe des 14. Jahrhunderts“, um dessen Mitte die große Kunst in den +Augen der Einsichtigen „bereits allen ihren Reiz eingebüßt hatte“ und +zum bloßen Werkzeuge der Übervorteilung und des Betruges herabgesunken +war. Demgemäß versetzt ~Dante~ schon in der um 1300 vollendeten +„Hölle“ den Alchemisten, der auf verbotenen Wegen (vielleicht auch +im Bunde mit bösen Geistern) als „Affe der Natur“ die echten Metalle +nachzuahmen suchte, in die tiefste, dem Höllenfeuer zunächst liegende +der zehn „Bolgen“[5337]; desgleichen spricht ~Petrarca~ (1304-1374) in +seiner 1366 verfaßten Abhandlung „De remediis utriusque fortunae“ mit +schärfstem Hohn und denkbar größter Verachtung und Erbitterung über das +Treiben der Alchemisten, und wählt als Motto des betreffenden Dialoges +das Distichon: + + „Alchemistischer Trug, der Vielen ein Gipfel der Kunst scheint, + Haß nur erweckt er dem Mann, der die Betörten verlockt[5338].“ + +Auch der Münzfälschung gelten die Goldmacher wenn nicht für überwiesen +so doch für verdächtig, und derlei Vorfälle scheinen Anlaß zu der +diesen öffentlichen Schaden ausdrücklich erwähnenden Bulle Papst +~Johannes~ XXII. (1316-1334) gegeben zu haben, die jede Ausübung +der Alchemie grundsätzlich verbot[5339]; eine Wirkung erzielte sie +natürlich nicht, es sei denn die, daß man den Papst selbst als geheimen +Alchemisten hinzustellen versuchte, der aber bei seinen Bemühungen vom +Glück nicht begünstigt gewesen sei[5340]. + +Zur Zeit der Renaissance, während derer die italienischen (aber auch +andere) „Meister“ in den nordischen Ländern und an deren Fürstenhöfen +die lohnendsten Erfolge einheimsten und zu niegesehenem Einflusse +gelangten, spielte die Alchemie in Italien selbst nur mehr eine +ganz untergeordnete Rolle, so daß z. B. der „Große Rat“ zu Venedig +die fernere Ausübung dieser Betrügerei schon 1488 ein für allemal +untersagte[5341], und am päpstlichen Hofe die wenigen, die ihr noch +anhingen, für „ingenia curiosa“, (= nicht recht gescheit) galten[5342]. +Als daher 1514 der „große“ ~Aurelio Augurelli~ (1441-1524) dem Papste +~Leo~ X. seine poetische Darstellung und Verherrlichung der Alchemie +überreichte[5343], in der er u. a. den kühnen, schon dem ~Raymund +Lull~ zugeschriebenen Satz erneuerte: „Das Meer würde ich in Gold +verwandeln, bestünde es aus Quecksilber“, ließ ihm jener aufgeklärte +Fürst als Gegengeschenk einen leeren Beutel verabfolgen und tröstete +den Betroffenen mit den Worten: „Wer selbst Gold zu machen versteht, +bedarf nur einer Börse, um es aufzubewahren.“ + +~Lionardo da Vinci~ (1452-1519), der mit erstaunlichen +naturwissenschaftlichen Kenntnissen und Erkenntnissen allgemeinen +Charakters auch weitgehende besondere Erfahrungen über chemische +Operationen mannigfaltiger Art verband[5344], war ein abgesagter +Feind „der lügnerischen und verderblichen Kunst der Alchemie und +ihrer fälschenden und betrügenden Anhänger“, bestritt, daß Schwefel +und Quecksilber Bestandteile der Metalle seien, und erklärte die +künstliche Darstellung des Goldes für ebenso unmöglich wie die +Quadratur des Kreises oder die Erfindung des Perpetuum mobile[5345]. +Ähnliche Ansichten äußert auch sein Zeitgenosse, der hervorragende +Technologe ~Biringucci~ (1480-1539?), -- der feststellt[5346], daß +noch kein Alchemist jemals die Wahrheit seiner Versicherungen auch +nur im geringsten Punkte nachgewiesen habe, daß er selbst an derlei +Möglichkeiten nicht glaube und nichts über sie wisse, und daß die +Metalle weder Schwefel noch Quecksilber enthielten[5347] --, sowie der +etwas spätere ~Garzoni~, der Verfasser des enzyklopädischen Werkes +„Piazza universale“ (1585); nach Wiedergabe der alchemistischen +Verheißungen ruft er dem Leser ein „Hüte Dich!“ zu[5348] und empfiehlt +dem nach Silber und Gold Begehrenden, sich lieber in irgend ein Münzamt +zu begeben, woselbst er die beste „Alchemie“ vorfinden werde, nämlich +die wahre Kunst des Goldmachens[5349]. + +In ~England~ war die Alchemie im 13. und 14. Jahrhundert nicht minder +verbreitet als in Frankreich; während der andauernden Kämpfe zwischen +diesen beiden Ländern, die die englischen Finanzen wiederholt in +die mißlichste Lage brachten, scheint sie in nahe Beziehungen zur +Münzfälschung getreten zu sein, die von englischer Seite zeitweise +geradezu von Staats wegen gefördert wurde, angeblich auch, um +den feindlichen Wohlstand durch das in Umlauf gesetzte Truggold +zu schädigen. Jene äußerst anrüchige Verbindung, die zu mehrmals +wiederholten strengen Verboten führte, u. a. durch ~Carl~ V. (1380) +für Frankreich und ~Heinrich~ VI. (1404) für England[5350], erklärt +wohl die Tatsache, daß die Alchemie in England verhältnismäßig +frühzeitig in so völligen Verruf kam, wie ihn das 4. Buch der +„Confessio amantis“ des Dichters ~Gower~ (vollendet 1390)[5351] und +in noch höherem Grade die „Canterbury-Tales“ seines Zeitgenossen +~Chaucer~ (verfaßt 1391?) ersehen lassen: die ganze ausführliche +„Erzählung des Canonicus“[5352] ist eine einzige schonungslose Satire +auf das unverschämte Auftreten, die frechen Vorspiegelungen und die +gemeinen Betrügereien der Alchemisten, dieser würdigen Klienten ihrer +Schutzpatrone, des ~Platon~, ~Hermes~ und ~Arnold~ von ~Villanova~. -- +Auf die Dauer hielt diese Erkenntnis überlegener Geister freilich auch +hier nicht vor, und im 15. und 16. Jahrhundert zeigt sich die gerade +in England besonders konservative Denkweise der großen Menge wieder +völlig durchsetzt von alchemistischen und astrologischen Vorstellungen +und Gedanken. Daß solche jedermann verständlich waren und selbst dem +gewöhnlichen Theaterbesucher durchaus vertraut klangen, beweisen +die sehr mannigfaltigen Anspielungen auf dramatischem Gebiete: so +z. B. erhalten in „Maria Magdalena“, einem der seit 1450 besonders +zahlreichen und beliebten „Moralitäten- und Mysterien-Spiele“, die +ausziehenden 7 „Fürsten der Hölle“ (= 7 Todsünden) als Geschenke der +Planeten deren 7 Metalle, von der Sonne das Gold, vom Monde das Silber, +vom Mars das Eisen, vom Merkur das Quecksilber, von der Venus das +Kupfer, vom Jupiter das Zinn, vom Saturn das Blei[5353]; die zwischen +1590 und 1612 auf der Bühne erschienenen Werke ~Shakespeares~ wimmeln +von alchemistischen und astrologischen Hinweisungen[5354]; sehr häufig +finden sich solche auch in den Stücken seiner Zeitgenossen, u. a. des +~Lilly~ (1554-1602), z. B. in der „Gallathea“[5355], sowie in „The +woman in the moon“, worin „Natur“ eine Hirtin ~Pandora~ erschafft und +mit allen möglichen Gaben ziert, „geraubt den Göttern der 7 Planeten“, +die dann zur Rache „aufgehen“ und ~Pandora~ auch aller ihrer bösen +Eigenschaften teilhaftig machen, bis sie zuletzt unter dem Einflusse +der Luna „lunatic“ (wahnsinnig) wird[5356]; ~Ben Jonsons~ Lustspiel +„Der Alchemist“ (1610) setzt sogar eine völlig ins einzelne gehende +Kenntnis des alchemistischen Schwindels, mindestens aber ein sehr +lebhaftes Interesse für ihn voraus[5357]. + +Auch in einem bald nach 1500 verfaßten erzählenden Gedichte des +~Hawes~, Hofpoëten König ~Heinrich~ VII., besiegt ein die „Seele“ +verkörpernder Ritter das „Ungeheuer der 7 Metalle“, dessen Glieder eine +Zauberin unter dem Einflusse der gerade regierenden Planeten schuf, +-- das Haupt aus Gold, den Nacken aus Silber, die Brust aus Eisen, +die Vorderfüße aus Messing [Mischmetall?], den Rücken aus Kupfer, die +Hinterfüße aus Zinn, den Schweif aus Blei[5358] --, und noch in den um +ein Jahrhundert jüngeren Erzählungen des ~Barclay~, „Euphormio“ (1603) +und „Argenis“ (1621), diesen (in lateinischer Sprache geschriebenen) +Moderomanen der Zeit, die ihren Weg sofort durch alle Länder Europas +nahmen, spielen Alchemie und Astrologie eine ausführliche, sichtlich +den Bedürfnissen des Leserkreises angepaßte Rolle[5359]. + +In wissenschaftlicher Hinsicht sei daran erinnert, daß ~Bacon~ von +~Verulam~ (1551-1626) zwar die eigentliche Alchemie verwirft, dagegen +auf Grund seiner eigenen Theorien vom Wesen der Materie die Umwandlung +der unedlen Metalle in edle, sowie die künstliche Darstellung des +Goldes für sehr wohl möglich erklärt; er gibt hierzu sogar eine +ausführliche Anweisung, die darauf hinausläuft, die einzelnen, seiner +Ansicht nach selbständig bestehenden „Formen“ des Goldes, also die +gelbe Farbe, den Glanz, die Dehnbarkeit und Hämmerbarkeit, das hohe +spezifische Gewicht usf., zu vereinigen, um so eine Art Synthese des +Goldes zu bewerkstelligen[5360]. -- Während der folgenden Jahrhunderte +traten in England noch eine ganze Reihe einflußreicher Alchemisten auf, +deren Schriften in ~Ashmoles~ „Theatrum chemicum Britannicum“[5361] und +zum Teil auch in den „Collectanea chemica“ abgedruckt sind[5362]. Kaum +glaublich erscheint es, daß noch 1702 ~Dickinson~ großes Aufsehen mit +der Behauptung erregen konnte, der Mensch enthalte infolge astraler +Einflüsse wahres Quecksilber im Blute und wahre Metalle in Fleisch, +Eingeweiden und Exkrementen, so daß man aus seinem Körper Gold, die +Universaltinktur, sowie den Stein der Weisen auszuziehen vermöge[5363]; +aber sogar noch 1779 kaufte das Parlament einer alten Jungfer namens +~Jane Stephens~ ihr Verfahren zur Herstellung des Steines der Weisen +für 5000 Pfund ab, „um es zum allgemeinen Nutzen öffentlich bekannt +zu machen“, -- „jedoch (so sagt ~Wiegleb~ sehr hübsch)[5364], wie +gewöhnlich, bekannt gemachte Geheimnisse verlieren ihren Wert!“ + +Für +Deutschland+ zählen die oben angeführten Berichte bei ~Adam~ +von ~Bremen~ (gest. 1076) über das Erscheinen eines byzantinischen +Alchemisten namens ~Paulus~ am Hofe des Erzbischofs ~Adalbert~ von +~Bremen~[5365], -- er behauptete, Kupfer in Gold verwandeln zu können +--, sowie des ~Albertus Magnus~ über die Tätigkeit der Kölner Fälscher +jedenfalls zu den ältesten Erwähnungen der Alchemie. Irrtümlich ist +die Behauptung, daß ihrer auch der sprachgewaltige Kanzelredner Bruder +~Berthold~ von ~Regensburg~ (gest. 1272) gedenke, denn in seinen +Predigten erwähnt er zwar oft die 7 Planeten und ihre vielerlei +Kräfte[5366], auch die vier Elemente[5367], das Wachsen von Gold und +Silber in der Erde[5368], die Legierungen von Zinn mit Gold und Kupfer, +deren erstere sich wieder zerlegen lasse, während die letztere „kein +Meister und nicht die ganze Welt voneinander bringen kann“[5369], +nirgends berührt er aber auch nur mit einem Worte die Goldmacherei. + +Außerordentlichen Aufschwung nahmen Alchemie und Astrologie seit +Beginn der Renaissance, die zwar den Hang zur Mystik und sog. +Geheimwissenschaft allerorten steigerte, nirgendwo aber in höherem +Maße als in Deutschland, dessen Zersplitterung und Kleinstaaterei +den „Adepten“ ein von der kaiserlichen bis zur bescheidensten +reichsunmittelbaren Hofhaltung herabreichendes, ebenso ausgebreitetes +wie lohnendes Feld der Tätigkeit eröffnete. Unter den Größen des 15. +Jahrhunderts sei an dieser Stelle nur „die Leuchte der Weisheit“, der +hochgelehrte Abt ~Trithemius~ von Sponheim bei Kreuznach (1462-1516) +erwähnt; er selbst scheint zwar nichts von Goldmacherei gehalten zu +haben, sein 1506 zu Passau schon gedruckt erschienenes „Wunderbuch“ +ist aber eine wahre Fundgrube abergläubischer Vorstellungen, u. a. +derer über die 7 Planeten, ihre Geister und Zeichen[5370]; über +die zugehörigen Pflanzen, Steine und Metalle, sowie deren innere +Verwandtschaft mit den Wandelsternen[5371]; über die unreifen und +reifen Metalle nebst ihren Zwittern und Hermaphroditen (auch einen aus +Eisen und metallischem Antimon)[5372]; über das ägyptisch-chaldäische +„Elektron magicum“, eine aus allen sieben Metallen zusammengeschmolzene +Legierung, deren unbeschreibliche Eigenschaften sie besonders geeignet +zur Anfertigung von Zaubervorrichtungen aller Art machen[5373], usf. + +Bei ~Trithemius~ erwarb, nach eigener Angabe, einen erheblichen Teil +ihrer alchemistischen Kenntnisse die größte Gestalt der deutschen +Renaissance, ~Theophrastus Paracelsus~ (~Hohenheim~; 1483-1541), auf +dessen überragende Bedeutung für die Geschichte der Medizin, der +Chemie und anderer Wissenschaften nebst ihren Seitenzweigen, aber auch +für die des Humanismus und der Mystik, hier nur hingewiesen, nicht +eingegangen werden kann. Der Umfang seiner überlieferten einschlägigen +Schriften, -- sie füllen in der Sonderausgabe von ~Waite~[5374] etwa +800 Seiten in Großquart --, die Schwierigkeit, sie angesichts des +fast völligen Mangels eigenhändiger Manuskripte in echte, entstellte +und untergeschobene zu sondern, die Unsicherheit betreffs ihrer +zeitlichen Entstehung, nicht zum mindesten auch die Dunkelheit und +Zweideutigkeit des Ausdruckes, machen es ungewöhnlich schwer, über +die wahren Ansichten des ~Paracelsus~ Klarheit zu gewinnen. An vielen +Stellen verwirft er die eigentlichen Lehren der Alchemisten, „dieser +Narren, die leeres Stroh dreschen“; an vielen billigt er sie, wenn auch +oft nur zum Teil und in abgeänderter Weise, wie er denn Schwefel und +Quecksilber als die beiden Grundbestandteile aller Substanzen annimmt, +ihnen aber „Salz“ als einen gleich wichtigen dritten hinzufügt; an +anderen deutet er sie symbolisch um, und an wieder anderen überträgt +er sie aus dem Gebiete der Chemie in das der Medizin und gelangt so zu +seinen iatrochemischen Elixiren, Essenzen, Quintessenzen („Tugenden +der Dinge“), Tinkturen, Arkanen[5375], Panaceen, Allheilmitteln +und Universalpräparaten[5376]. Die durch ~Paracelsus~ und die +Paracelsisten entfesselte Bewegung war mächtig und tiefgreifend; +nicht nur im deutschen Reiche, sondern in allen Kulturländern löste +sie geistige Kämpfe von weitgehender Bedeutung aus, und wie so oft +in derlei Fällen trugen die Mißverständnisse und Übertreibungen der +Schüler nicht zum wenigsten dazu bei, auch den schwachen Lehren des +Meisters unverdiente Beachtung zu verschaffen, hier also der Alchemie +zu neuem und gesteigertem Ansehen zu verhelfen. + +In der Zeit vor und gegen 1500 war dieses auf einen gewissen Tiefpunkt +gesunken, so daß z. B. ~Sebastian Brand~ im „Narrenschiff“ (1494) die +Alchemisten und Astrologen nicht nur als Narren hinstellt, sondern +als Gauner, Betrüger und gemeingefährliche Fälscher[5377]; als solche +sahen sie auch die Behörden an, und es erklären sich hieraus die +wiederholten und strengen Verbote der Alchemie, wie sie u. a. 1492 die +Reichsstadt Nürnberg erließ, allerdings ohne dauernden Erfolg[5378]. +Noch für den in den Naturwissenschaften nicht unbewanderten +~Melanchthon~ (1497-1560), der übrigens Schwefel und Quecksilber als +Universalelemente bestehen ließ, ist die Alchemie nichts weiter als ein +„sophistischer Schwindel“[5379], während ~Luther~ (1483-1546) zwar die +Astrologie mit fast gleichlautenden Worten verwirft[5380], die Alchemie +aber mit Rücksicht auf die Wiederbelebung der getöteten Metalle milder +beurteilt, „besonders um ihrer Allegorie und heimlichen Deutung willen, +die überaus schön ist, nämlich die Auferstehung der Toten am jüngsten +Tage“[5381]. Irrtümlich ist die Angabe, daß auch sein Zeitgenosse +~Agricola~ (1494-1555) zu Chemnitz ein Freund oder gar Förderer der +Alchemie gewesen sei; die Schriften, aus denen dies gefolgert wurde, +gehören nämlich nicht ihm an, sondern einem Namensvetter, während +er selbst sich in seinen ausgezeichneten und geradezu grundlegenden +mineralogischen und metallurgischen Werken durchaus zurückhaltend +äußert und allenfalls nur die Frage nach der bloßen Möglichkeit einer +Metall-Verwandlung als eine vorerst noch offene bestehen läßt. + +Etwa von 1550 an schwillt allerorten, zumeist aber in Deutschland, +die alchemistische Litteratur zur Hochflut auf, so daß um 1650 die +Zahl der zugehörigen Werke von ~Borelli~ auf annähernd 4000, und um +1720 von ~Rothscholz~ auf über 5000 beziffert wird[5382], -- und alles +dies, ohne daß auch nur ein einziger wirklich neuer Gedanke befruchtend +eingriffe! Der Alchemie huldigen nicht nur die Mystiker, wie etwa +~Khunrath~ (1560 bis 1605), Verfasser des „Amphitheaters der ewigen +Weisheit“ und des „Dreieinigen natürlichen Chaos der Chemiker“, oder +~Jakob Böhme~ (1575 bis 1624), der sich in der „Signatur der Dinge“, +der „Aurora“ usf., an der Macht der Planeten und ihres Zubehörs, +an den Kräften des „Marcurius“ und „Sallniter“, an den Wundern des +Schwefels, Quecksilbers, Salzes, u. dgl. mehr, gar nicht genug zu tun +weiß, sondern auch die bedeutendsten Naturforscher des Zeitalters, +u. a. ~Libavius~ (gest. 1616), ~Van Helmont~ (1577-1644), der den +Stein der Weisen selbst in der Hand gehabt und mit größtem Erfolge +gebraucht hat, ~De la Boe~ (1614-1672), ~Kunckel~ (1630-1702), ja zum +Teil sogar ~Boyle~ (1626-1691) und ~Boerhaave~ (1686-1738); und doch +hatte dieser selbst nachgewiesen, daß die Metalle weder Schwefel noch +Quecksilber enthielten, daß die Fixation des letzteren unmöglich sei, +und daß sich Blei nicht in Quecksilber überführen lasse[5383]. Auch +für diese Periode findet sich also bewährt, was ~Kopp~ betreffs des +Mittelalters ausspricht: „Daran, daß die Alchemie ihr Problem lösen +könne, glaubten fast alle, daran, daß sie es bereits gelöst habe, +und zwar mit großartigem Erfolge, die meisten, selbst hervorragende +geistige Größen[5384].“ + +Sehr vereinzelt stehen unbedingte Verurteilungen da, wie die durch +den berühmten Jenaer Mediziner und Anatomen ~Rolfink~ (1599-1673), +der die an Alchemie Glaubenden den Starblinden gleichstellt[5385], +oder durch den, trotz aller Absonderlichkeiten, von staunenswertem +Wissen erfüllten ~Athanasius Kircher~ S. J. (1665); dieser will zwar +nicht bestreiten, daß vordem, jedoch freilich nur mit Hilfe des +Teufels, künstliches Gold gemacht worden sei, im übrigen sind aber +für ihn einfach alle Astrologen Beutelschneider und alle Goldmacher +Münzfälscher[5386]. Der gesunde Sinn solcher Männer verdient +aufrichtige Bewunderung, wenn man liest: wie sich 1629 der Vorsteher +der kurfürstlichen Sammlung in Dresden bemühte, die 7 Hauptmetalle den +Kräften der 7 Planeten gemäß aufzustellen und „auszuteilen“[5387]; wie +1669 ~Becher~, in vielem unbedingt einer der offensten Köpfe seiner +Zeit, mit weitläufigen Darlegungen die Behauptung verteidigt, König +~Salomon~ habe, trotzdem er genötigt war Gold aus Ophir holen zu lassen +und seine Untertanen übermäßig zu besteuern, doch den Stein der Weisen +besessen[5388]; wie 1682 der gelehrte Jenaer Professor ~Wedel~, dessen +altes bleiernes Tintenfaß zufällig durch Quecksilber beschädigt worden +war, die abenteuerlichsten Hypothesen über die Ursache der plötzlichen +Umwandlung des einen Metalles in das andere erörterte[5389]; wie der +überaus belesene Polyhistor ~Morhof~ 1719 die Transmutation der Metalle +für eine zweifellose Tatsache erklärte[5390]; wie Kaiser ~Franz~ +I. 1746 gegen den vermeintlich im Besitze des Steines der Weisen +befindlichen Adepten ~Sehfeld~ „peinlich inquirieren“ ließ, und der +sonst so mißtrauische ~Friedrich der Grosse~ 1751 zur Durchführung +alchemistischer Versuche seitens einer Frau ~von Pfuel~ 10000 Taler +bewilligte[5391]; wie 1764 ~Koelreuter~ zugunsten seiner grundlegenden +Beobachtungen über Pflanzenbastarde anführt, daß sie trefflich mit +den Theorien der Alchemisten hinsichtlich der Umwandlung der Metalle +übereinstimmen[5392]; endlich, wie 1760 der keineswegs ganz ungläubige, +aber durchaus ehrliche ~Justi~[5393], vor allem aber 1777 der +ebenso sachverständige wie unbestechliche ~Wiegleb~[5394], zwar die +völlige Nichtigkeit der Alchemie mit den überzeugendsten Gründen für +jedermann nachwiesen, der für solche empfänglich ist, einen dauernden +Erfolg aber nicht zu verzeichnen hatten. Schon wenige Jahre später +vermochte ein Schwindler wie ~Price~, Mitglied der Londoner „Royal +Society“, -- der sich schließlich vergiftete, als diese Gesellschaft +auf ernstliche Untersuchung drang --, das Urteil auch der deutschen +Gelehrten derartig irrezuführen, daß 1782 selbst der aufgeklärte +und scharfsinnige ~Lichtenberg~ schwarz auf weiß versicherte, ihm +vorerst den Glauben nicht versagen zu können[5395]; ebenso wurden erst +1789 die Ankündigungen des redlichen Halleschen Theologieprofessors +~Semler~, denen gemäß in seinen vor den Fenstern stehenden Gläsern +Goldblätter etwa so wuchsen wie Hyacinthen, als Ausflüsse eines +Betruges aufgedeckt, dem der Leichtgläubige selbst zum Opfer gefallen +war[5396]. Aber auch diese Enthüllungen, die großes und berechtigtes +Aufsehen erregten, fielen rasch der Vergessenheit anheim, und von 1796 +an konnte ~Kortum~[5397] mit Hilfe des damals in Gotha erscheinenden +„Reichsanzeigers“ weite ungelehrte und gelehrte Kreise mit dem +Glauben an das Bestehen einer vielverzweigten „Deutschen Hermetischen +Gesellschaft“ erfüllen und sie über ein Jahrzehnt lang in einer Weise +an der Nase herumführen, die dem witzigen Verfasser der „Jobsiade“ +insgeheim manche vergnügte Stunde bereitet haben mag. + +Einen nochmaligen Aufschwung nahm die Alchemie im Zeitalter der +Romantik, das dem Mystizismus, dem Glauben an Wunderwirkungen, +Geister, Gespenster usf. ganz außerordentlich ergeben war, -- es +braucht in dieser Hinsicht nur an den polaren „männlichen und +weiblichen Feuerstoff“ des Jenenser Mediziners ~Voigt~[5398], oder an +den „tierischen Magnetismus“ erinnert zu werden, dessen Entdecker, +~Mesmer~ (1734-1815)[5399], sich schon 1766 durch die abenteuerliche +Dissertation „Über den Einfluß der Planeten auf den menschlichen +Körper“ hervorgetan hatte. Begünstigend, wenn nicht geradezu fördernd, +erwies sich dabei die Haltung der sog. Naturphilosophie. Läßt doch +selbst der Begabteste ihrer Vertreter, ~Schelling~ (1775-1854), in +der „Philosophie der Kunst“ (1802)[5400], in seiner „Zeitschrift für +spekulative Physik“[5401] und der „Neuen Zeitschrift für spekulative +Physik“[5402], in den „Ideen zu einer Philosophie der Natur“[5403] +usw., eine Fülle ebenso wortreicher wie nichtssagender, völlig hohler +Redensarten niedergehen, die auf eine noch unfertige Jugend nur +verwirrend wirken konnten: Da beweist die Naturphilosophie, daß den +verschiedenen Ordnungen der Metalle, dem Silber oder Gold, gleiche +Ordnungen am Himmel entsprechen; daß die Gestirne auf die Bildungen +der Erde Einflüsse von eigentlich magischer, mit der gewöhnlichen +natürlichen ganz unvergleichbarer Art ausüben; daß hierbei die Gesetze +der Zahl und des Abstandes der Planeten mitspielen, die zugleich +Einsicht in das innere System der Töne eröffnen, wobei sich die +Zentripetalkraft als Rhythmus, die Zentrifugalkraft aber als Harmonie +erkennen lassen; da ist die Rede von den geheimnisvollen Zusammenhängen +zwischen den vier edlen Metallen (hier Gold, Silber, Quecksilber, +Platin) und dem Reiche der Planeten; da wird die wahrhafte innere +Gleichheit und absolute Identität aller Materien und die Lehre von +den Metamorphosen dieser Urmaterie verkündigt usf. Es waren derlei +phantastische Träume, wie sie diese Werke, in noch erhöhtem Maße +aber das berüchtigte, seit 1810 in wiederholten Auflagen erschienene +~Oken~sche „Lehrbuch der Naturphilosophie“ erfüllten[5404], aus denen +~Liebig~, der 1821 in Erlangen ~Schellings~ Hörer gewesen war, „mit +Schrecken und Entsetzen“ erwachte[5405]; von ihnen umnebelt sah noch +1824 der Bonner Chemieprofessor ~Wurzer~ in den von ihm geprüften +Mineralwässern „organische Verbindungen von der Physik und Chemie +unerreichbaren Imponderabilien und geheimnisvollen Potenzen“[5406], +erklärte sich noch 1832 der verdiente Historiker der Alchemie, +~Schmieder~, als durchdrungen von der Erkenntnis, daß das Goldmachen +eine Tatsache sei, und daß es einzelne bevorzugte Besitzer des Steines +der Weisen allezeit gegeben habe und noch immer gebe[5407]. + +Der Glauben an die Möglichkeit der Alchemie ist übrigens bis auf +den heutigen Tag nicht völlig erloschen, ja die gegen Ende des 19. +Jahrhunderts, als ein unverkennbares Zeichen der Zeit, abermals +allerwärts und in überraschender Weise hervortretende Neigung zu +Okkultismus, Mystik, Astralkunde, Theosophie, Spiritismus usf., +führte ihm neue Nahrung zu. So entstand in Paris 1894 eine „Société +hermétique de France“[5408] und bald darauf eine „Société alchimique +de France“[5409], in deren Laboratorien ~Jollivet-Castelot~ und +seinen Freunden die Darstellung des Goldes gelang oder doch beinahe +gelang[5410]; seit 1890 erschien eine „Bibliothèque rosicrucienne“, +seit 1894 eine „Collection hermétique“ in zwei Serien, seit 1896 eine +Monatsschrift „Hyperchimie et Rosa alchemica“, seit 1904 eine „Revue +d’Astrologie“[5411], und alle diese Unternehmungen scheinen bis in +die jüngste Zeit fortgesetzt worden zu sein. Aber auch in Deutschland +begann, etwa mit der Herausgabe des (sehr oberflächlichen) „Handbuches +der Astrologie“ von ~E. Mayer~ (1891)[5412], die einer ganzen Anzahl +ähnlicher Schriften, und die gesamte geistesverwandte Litteratur +nahm alsbald derartig an Umfang zu, daß sich 1907 „die Notwendigkeit +ergab“, in Leipzig ein „Zentralblatt für Okkultismus“ und 1912 eine +„Astrologische Bibliothek“ zu begründen. Daß das „Wöchentliche +Verzeichnis des Börsenvereines der Deutschen Buchhändler“ eine +ständige Abteilung „Philosophie und Geheimwissenschaft“ führt, daß +ferner Anzeigen betreffs Astrologie, Nativitäts-Stellen, Wahrsagerei +u. dgl. alltäglich in vielen großen Zeitungen erscheinen, sich also +sichtlich gut bezahlt machen, beweist ebenfalls, daß es an einem +ausgebreiteten Leserkreise auch gegenwärtig keineswegs fehlt[5413]. Was +aber insbesondere die Hoffnungen der Goldmacher anbelangt, so werden +sie zur Zeit wesentlich mit Hinweis auf das Radium und die radioaktiven +Stoffe wachgehalten[5414], „von deren völlig wunderbaren und für +die Wissenschaft gänzlich unerklärlichen Eigenschaften sich +alles+ +erwarten läßt“ und denen man, je ungenügender sie noch bekannt sind, +desto kühner die außerordentlichsten Wirkungen zuschreiben darf, ohne +eine unmittelbare Widerlegung durch den Versuch befürchten zu müssen. + + —————————— + +Nicht des näheren eingegangen, sondern nur kurz hingewiesen werden kann +an dieser Stelle auf die Beziehungen der Alchemie zur +Kunst+, die +wesentlich durch jene zu den 7 Planeten bedingt sind. + +Zu Alexandria, woselbst, wie weiter oben dargelegt, der Kult +der Planeten, gefördert von den Gnostikern, Mithrasverehrern, +Neuplatonikern usf. erst zu voller Entwicklung und vielseitigster +Bedeutung gelangte, dürften auch die Urbilder, aus ihnen aber +wieder die bleibenden Typen jener plastischen und zeichnerischen +Darstellungen entstanden sein, die u. a. als Vorlagen der in den +ältesten astrologischen Codices des Mittelalters auftauchenden und aus +diesen dann auch von den meisten jüngeren Handschriften übernommenen +Miniaturen anzusehen sind. Sichtlich zeigen sie sich durchaus +beeinflußt von der Antike, namentlich auch von der spätrömischen +und byzantinischen Verehrung der Planeten als Tagesgottheiten, die +bereits im Laufe der Kaiserzeit große Verbreitung und allgemeine +Volkstümlichkeit erlangt hatte[5415]. + +Aber auch für den Osten wurden jene „hellenistischen Typen“ maßgebend, +allerdings in „orientalisierter Gestalt“; verraten doch die islamischen +Darstellungen der Planeten[5416], deren älteste auf einer Messingkanne +des 12. Jahrhunderts und in der Damascener ~Qazwini~-Handschrift von +1366 vorliegen, ein sichtlich schon längst[5417] feststehendes Gepräge +deutlich synkretistischer Art, dessen orientalischer Bestandteil in +letzter Linie auf die chaldäischen Planetengötter zurückgeht[5418] +und hauptsächlich wohl durch die Ssabier übermittelt wurde, mit deren +Angaben über die Gestalten der Planeten-Idole und über die zugehörigen +Symbole, Farben, Kleidungen usf. die islamischen Nachbildungen +durchaus übereinstimmen[5419]. Erst seit dem 12. Jahrhundert sollen +diese aber weitere Verbreitung in den muslimischen Kreisen und durch +sie auch in jenen der westlichen Mittelmeer-Völker gewonnen haben, +und zwar kamen den letzteren nicht nur, wie man früher annahm, bloße +Beschreibungen (aus litterarischen Quellen) zu, sondern auch die +charakteristischen Abbildungen, die sich u. a. noch in den farbigen +Miniaturen alchemistischer Handschriften (z. B. des ~Geber~, gegen +1300) unverkennbar erhalten haben[5420]. Die Frage, durch wen und wo +diese Weitergaben im einzelnen erfolgten, läßt sich vorerst nicht +ausreichend beantworten; +eine+ der Stellen, denen hierbei eine +wichtige Rolle zufiel, war aber zweifellos der am Hofe des kastilischen +Königs ~Alfons~ X. tätige Gelehrtenkreis, dem um 1240 die sog. +„Picatrix“ entsprang, ein Buch, das u. a. (natürlich nur indirekt) +aus ssabischen Quellen, z. B. aus dem „Ghâjat“ schöpfte und in seinen +Planeten-Beschreibungen bei ~Jupiter~, dem „großen Glücke“[5421], sowie +bei ~Mars~ ausdrücklich auch deren Metalle erwähnt, bei ~Mars~ den +Ring aus Kupfer und die Räucherpfanne aus Eisen[5422]. Die „Picatrix“ +gehört anscheinend mit zu den Vorlagen des von ~Michael Scotus~, dem +Hofastrologen Kaiser ~Friedrichs~ II., gegen 1250 vollendeten großen +astrologischen Traktates, in dem die alten chaldäischen Astralgötter, +wenn auch nicht nochmals neu- so doch umgebildet, nunmehr auch in +mittelalterlichem Gewande und Äußeren erscheinen[5423]. Den ~Scotus~ +versetzt ~Dante~ (um 1300) in die Bolge der falschen Wahrsager und +Zauberer[5424], da er selbst, ganz so wie ~Albertus Magnus~ (gest. +1280), der ausschließlich griechische, jüdische oder arabische Autoren +astrologischer Schriften nennt, vom christlichen Standpunkte aus die +gesamte Sterndeuterei völlig verwirft[5425]. Im übrigen schließt +er sich, gleich ~Thomas~ von ~Aquino~, der schon von ~Origenes~ +gebilligten Lehre an, daß die Planeten von Schutzengeln geistigen +Wesens (substantiae spirituales) gelenkt und geleitet werden und +spricht diese daher im „Paradies“, sowie in der zweiten Canzone des +„Gastmahles“ (Convito) mit den Worten an: „Voi, che intendendo il +terzo cielo movete“. ~Gildemeister~ übersetzt sie[5426]: „O Ihr, Die +Ihr den dritten Himmel lenkt, erkennend,“ ~Kannegiesser~[5427]: „Die +denkend Ihr bewegt der Himmel Dritten“. Indem ~Dante~ den 7 Planeten +die 7 Sphären sowie die 7 Reihen der Seligen, im „Gastmahl“[5428] aber +auch die 7 Wissenschaften des Tri- und Quadriviums zuordnet, bahnt er +einen ersten Schritt in der Richtung der künstlerischen Darstellungen +enzyklopädischer Art an, die allmählich, und besonders seit der Zeit +der Renaissance, das Übergewicht über die älteren, wesentlich vom +mittelalterlich-scholastischen, kirchengemäßen Geiste getragenen +erlangten[5429]. + +Betreffs einer der frühesten Wiedergaben der 7 Planeten (anscheinend +auf Wandteppichen), von der gegen 1107 das sehr merkwürdige Gedicht +des Abtes ~Baudri~ über „Das Schlafgemach der Gräfin ~Adele~ von +~Blois~“ berichtet, läßt sich leider Näheres nicht angeben, da der +von ~Schlosser~ veröffentlichte Auszug gerade an dieser Stelle große +Lücken aufweist[5430]; auch über die Miniaturen der im Britischen +Museum befindlichen, gegen 1320 vollendeten lateinischen Übersetzung +der „Astronomie“ des ~Albumasar~ (= ~Abu Maschʿar~, gest. 886) ist +Genaueres nicht bekannt[5431], was desto bedauerlicher erscheint, +als dieser Autor wieder Vieles aus der „Sphaera“ des ~Teukros~ von +~Babylon~ schöpfte, die ihm allerdings nur in persischer Übersetzung +zugänglich war[5432]. + +Von Werken der italienischen Frühkunst kommen in Betracht: +die Planeten-Fresken des ~Lorenzetti~ im Rathause zu Siena, +1338-1341[5433]; die dem ~Talenti~, einem Schüler ~Pisanos~, +zugeschriebenen Reliefs am Campanile zu Florenz, um 1350[5434]; der +Cyclus des ~Bonajuti~ in der spanischen Kapelle zu Florenz, gegen +1370[5435]; die Gruppe an einer Säule des Dogenpalastes zu Venedig, um +1350 oder 1400[5436]; die Fresken des ~Guariento~ (?) in der Kirche der +Eremitani zu Padua, um 1365 oder 1400[5437]; die Fresken des ~Miretto~ +(aus der Schule ~Giottos~) im Justizpalast zu Padua, um 1420[5438]; die +Gemälde des ~Duccio~ in der Malatesta-Kapelle zu Rimini, um 1455[5439]; +die des ~Cossa~ im Schlosse Schifanoja bei Ferrara, gegen 1470[5440]; +die des ~Perugino~ an der Decke des Audienzsaales im Gebäude der +Wechslerzunft (Cambio) zu Perugia, um 1499[5441]; die des ~Raffael~ +in der Kirche Sta. Maria del popolo zu Rom, um 1516[5442]. Bei den +älteren unter ihnen fehlen ins einzelne gehende Einflüsse der bekannten +Übermittlungen ganz, es sei denn, daß (wie schon bei ~Lorenzetti~) die +Sonne, statt ihrer aber oft auch der ~Jupiter~, in Gestalt eines Königs +mit der Krone erscheint, wie einstens ~Mithras~[5443]. Erst in der +Gruppe des Dogenpalastes (1350, 1400) führt ~Merkur~ die Bezeichnung +„Stilbons“ (= στίλβων, Stilbon, der Glänzende) und hält ~Mars~ ein +Banner mit der Inschrift „De ferro sum“ (Ich bin aus Eisen)[5444], und +bei ~Miretto~ (1420) trägt letzterer Gott einen roten Mantel[5445]; +dieser Künstler bildet auch zum ersten Male ~Merkur~ als Astrologen +ab[5446], während ihn ~Duccio~ (1455) als ~Hermes Psychopompos~ auffaßt +und mit Schlangenstab und Mandoline ausstattet, an deren Stelle +bei ~Cossa~ (1470) eine Geige tritt, beide als Ersatz der antiken +Leyer[5447]. ~Perugino~ greift schon ganz offenbar auf die antiken +Typen zurück, nach Art der in den gleichzeitigen Holzschnitten zum +„Astrolabium“ des ~Joh. Angelus~ (Venedig 1494) und in den Stichen +des ~Baldini~ zutage tretenden[5448], und bei ~Raffael~ vollends +tragen die Planeten die ausgesprochene Gestalt der alten Götter, +werden aber zugleich von Engeln geleitet[5449]. Nur sehr langsam, +dem allmählichen Fortschritte entsprechend, der zur Entfaltung der +Renaissance führt, ändert sich also auch die Auffassung und Nachbildung +der Planeten; erst das volle, für die Höhezeit der Renaissance so +bezeichnende Wiederhervortreten der mystischen, abergläubischen und +astrologischen Elemente[5450] bringt sie auch als Tagesgötter und +Vertreter der Siebenzahl-Theorie abermals zu Ehren[5451], lehrt aufs +neue ihren Zusammenhang mit Metallen, Steinen, Pflanzen, körperlichen +Teilen und geistigen Eigenschaften, Lebensaltern, Farben, Gerüchen, +Tönen, Buchstaben usf.[5452] und veranlaßt ihre schon oben erwähnten +enzyklopädischen Darstellungen in Verbindung mit den 7 Tugenden und +Lastern, Sakramenten und Todsünden, Wissenschaften und Künsten, mit +den Musen als Vorsteherinnen der Sphärenharmonie und Leiterinnen der +Himmel und Himmelskörper[5453], mit den Propheten und Heiligen, oder +mit den Jahreszeiten und Tierkreisbildern. Ein Versuch, die fernere +künstlerische Entwicklung der einschlägigen Gestalten, der Symbole +und Attribute, der für die Planeten genau zu berücksichtigenden +Farbengebung usf., im einzelnen zu erörtern, ist aber an dieser Stelle +ausgeschlossen. + +Die ziemlich zahlreichen alchemistischen Gemälde und Stiche aus +späteren Zeiten stellen teils die von auffälligen Apparaten und +seltsamem Urväter-Hausrat erfüllten Laboratorien dar, teils tragen sie, +gleich den bekannten ~Teniers~schen, den Charakter von satirischen oder +Genre-Bildern; Belehrung über die Geschichte der alten Alchemie bieten +sie daher nicht mehr. + + + + +Sechster Abschnitt. + +(Anhang.) + +Zur älteren Geschichte der Metalle. + + +Einleitung. + +Die +vorausgehenden+ Abschnitte boten bereits vielfachen Anlaß zur +Erörterung einzelner wichtiger Punkte aus der älteren Geschichte +der Metalle; angesichts des innigen Verbandes, in dem diese mit der +Entwicklung der Alchemie steht, soll sie aber der +vorliegende+ +nunmehr noch in zusammenhängendem Umrisse und in etwas erweiterter +Form darstellen. Das Hauptgewicht ist jedoch hierbei auf die +kulturgeschichtlichen und etymologischen Beziehungen gelegt, während +nicht etwa beabsichtigt wurde, aus der Geschichte wohlbekannte +Tatsachen zu wiederholen, oder nach berg- und hüttenmännischer, +chemischer und technologischer Seite hin auf den ungeheuren +Wissensschatz einzugehen, der sich in zahlreichen, ebenso ausführlichen +wie gründlichen Werken hervorragender Sonderforscher niedergelegt +findet. + +Was den Ausdruck „Metall“ anbelangt, so sei bemerkt, daß die sämtlichen +älteren Etymologien dieses Wortes jeglichen Wertes entbehren, die +neueren aber ebenfalls noch nicht feststehen oder allgemein anerkannt +sind[5454]. Schon vor fast anderthalb Jahrhunderten brachte ~Gehler~, +jedenfalls auf +noch+ ältere Quellen hin, „Metall“ in Verbindung +mit dem homerischen Zeitworte μεταλλᾶν (metallán) = aufsuchen, +nachforschen[5455]; tatsächlich entsprechen diesem auch im Griechischen +nach ~Schrader~ die Hauptworte μεταλλή (metallé) = Nachforschung und +μέταλλον (métallon) = „Ort der Nachforschung“ in ganz gleicher Weise +wie es innerhalb der lebenden Sprachen z. B. im Russischen der Fall +ist[5456]. In erster Linie bedeutete also Métallon nichts weiter als +eine beliebige Grube, in zweiter dann ein Bergwerk (im Armenischen +noch jetzt Métalk), in dritter ging der Name von dem +Orte+ auf den ++Gegenstand+ der Nachsuchung über, und erst in vierter und spätester +auf jene bestimmte +Art+ des Gegenstandes, die man unter Metall im +heutigen Sinne zu verstehen pflegt[5457]. Wie die Bezeichnungen +vieler edler Metalle und Steine, denen man seit jeher zauberisch +schützende, abwehrende, oder heilende Eigenschaften beilegte, z. B. +χρυσός (Gold), χαλκός (Kupfer), ferner vielleicht σάπφειρος (Sapphir), +ἀμέθυστος (Amethyst) und andere, so entstammte vermutlich auch +μέταλλον einer orientalischen Sprache[5458], anscheinend der eines +kleineren, keiner der führenden Hauptfamilien zugehörigen Volkes. +Im Sinne von Bergwerk begegnen wir μέταλλον erst bei ~Herodot~ +(489-425)[5459]; bei ~Aristophanes~ (geb. 444) sind μέταλλα auch +schon die Pachtgelder für Bergwerke[5460]; metallum im Sinne von +Metall scheint, wohl zufälligerweise, erst bei ~Lucretius~ (98-55) +bezeugt zu sein[5461]. ~Strabon~ (66 v. bis 24 n. Chr.)[5462] und auch +~Diodor~ (zur Zeit ~Caesars~)[5463] sprechen von Alaun und Alaungruben +als „Metalla“, und diese Bezeichnung der Grube oder des Gegrabenen +wendet ~Vitruv~ (zur Zeit des ~Augustus~) auch auf Melinum an (eine +weiße oder gelbliche Erdart)[5464], ~Plinius~ (um 75 n. Chr.) u. a. +auf Kreide und Diamant[5465], ~Solinus~ (um 250) in seinen dürftigen +Auszügen aus ~Plinius~ auf Salz (salinarum metalla)[5466], sein +Zeitgenosse ~Heliodor~ auf Smaragden[5467], usf. In späterer Zeit +heißen Metallarii, μεταλλεῖς, erst die mit dem Graben von Gängen und +Stollen beim Bergbau und auch bei Belagerungen Beschäftigten[5468], +und im 4. Jahrhundert sind „Metallarii“ die den Zünften der Bergwerks- +und Steinbruch-Arbeiter Angehörenden. Das Anlegen der Gruben und +die Verarbeitung der Metalle bildete damals, gleich dem Sammeln und +Verwerten des Purpurs, der Herstellung feiner Gewebe (besonders des +Leinens) und dem Betriebe vieler anderer Gewerbe, ein kaiserliches +Vorrecht oder Monopol[5469]; um dessen Ertrag zu sichern, war der +Stand der Metallarii ein zwangsweise erblicher[5470], unterlag +der Aufsicht besonderer Oberbeamten, -- ein „Comes metallorum per +Illyricum“, „Berghauptmann oder Berggraf für Illyrien“, ist für 366 +nachgewiesen[5471] --, und hatte eine feste Abgabe, „Canon metallicus“, +zu leisten, die derart eingetrieben wurde, daß der Kaiser z. B. +den privilegierten Goldsuchern oder Goldwäschern (aurileguli) eine +bestimmte Menge ihres Goldes in natura abforderte, während ihm für den +Rest das Vorkaufsrecht zu einem Vorzugspreise zustand[5472]. + + +1. Gold. + +Sowohl in der alten wie in der neuen Welt tritt das Gold in vielen +Fällen als zuerst bekanntes Metall auf[5473], wozu nicht minder +sein Vorkommen wie seine Eigenschaften Anlaß bieten[5474], denn auf +primärer und sekundärer Lagerstätte sowie als Flußgold findet es sich +gediegen und völlig oder annähernd rein, mußte also durch Schwere +und Glanz, Unzerstörbarkeit und Festigkeit, Geschmeidigkeit und +Dehnbarkeit schon frühzeitig die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich +lenken. Seine leuchtende Farbe erklärt die sehr allgemeine Beziehung +zur Sonne, und diese wieder den weitverbreiteten Glauben an seine +höheren, himmlischen, zauberhaften Kräfte. So behaupten z. B. einige +malayische Stämme noch heutzutage, Gold, aber auch Silber und Zinn, +bildeten die Wohnstätten göttlicher Geister (die sie auch wachsen +und nachwachsen machen), dürften daher nur unter gewissen heiligen +Zeremonien und namentlich unter sorgfältiger Vermeidung aller diesen +Geistern unangenehmen Geräusche aufgesucht und ausgegraben werden, +seien aber selbst wieder besonders geeignet zur Unterstützung der +religiösen und Kult-Handlungen[5475]. Die verhältnismäßige Weichheit +des reinen Goldes, die Leichtigkeit, mit der es sich bereits in +der Kälte hämmern, auch zu Blechen, ja selbst Drähten gestalten +läßt, sowie die Schwierigkeit, die unter gleichen Umständen das +Zusammenfügen kleiner Einzelstücke bietet, erschließt ohne weiteres +das Verständnis für die Formen der ältesten Fundstücke[5476]: Schmuck +aus mit dem Steinhammer bearbeiteten Goldplättchen weisen schon die +Gräber der neolithischen (jüngeren steinzeitlichen) Periode auf[5477], +später folgen mit Goldblech belegte oder beschlagene Holz-Geräte und +-Waffen, sodann durch „kaltes Hämmern“ gestaltete Platten, Ringe, +Treib- oder Hohl-Arbeiten, während geschmiedete, geschweißte und +gelötete Gegenstände erst Erzeugnisse weitaus späterer Zeitalter +darstellen[5478]. Daß sich aber während solcher die älteren Verfahren +noch lange weiter erhalten können, und zwar auch in benachbarten +Gegenden, dafür bietet die neue Welt ein lehrreiches und zur Vorsicht +bei allen ins einzelne gehenden Schlüssen mahnendes Beispiel: denn +während die Einwohner der Antillen und der nördlichen Teile Südamerikas +nur mit dem kalten Hämmern und Treiben des Goldes vertraut waren[5479], +hatten jene Mexikos und Perus die Bearbeitung von Gold und anderen +Metallen bereits zur höchsten technischen und künstlerischen Vollendung +entwickelt. Auf dem Markte der Stadt Mexiko sah schon ~Cortez~ nicht +nur Silber, Kupfer, Blei und Zinn, sondern auch Gold in Säckchen +und Körbchen, sowie in Gestalt von Barren verkaufen[5480]; Gold und +Silber standen dort in naher Beziehung zu Sonne und Mond, die man +neben der Venus göttlich verehrte, wie denn astrologische Ideen +weitverbreitet waren[5481] und auch der Glaube an vier Elemente und an +die Möglichkeit eines Unsterblichkeits-Trankes waltete[5482]. In Peru +war man ebenfalls durchaus vertraut mit dem Schmelzen, Gießen, Löten, +Treiben und Plattieren des Goldes, mit der Herstellung äußerst dünner +Vergoldungen, mit der Gewinnung feinster Drähte und Bleche, -- die +herrlichen großen Gold-Schmetterlinge sind nur 0,1 mm dick --, und mit +der Bereitung verschiedenfarbiger Goldlegierungen, u. a. solcher mit +Silber, Kupfer, Zinn, Antimon, oder mehrerer von diesen zusammen[5483]; +bekannt sind die Schilderungen des ~Garcilasso de la Vega~, nach denen +der große Sonnentempel der Inkas mit goldenen Platten ausgelegt und +eingedeckt war, ein goldenes Standbild des Sonnengottes und unzählige +goldene Schmucksachen, Gefäße und Weihgeschenke enthielt, während sich +das Gelaß seiner Gemahlin, des Mondes, nach gleicher Weise in Silber +ausgestattet fand[5484]. + +Über die Geschichte des Goldes in +Ägypten+ ist schon in den +vorausgehenden Abschnitten, an Hand der frühesten Aufzeichnungen bis zu +den Erzählungen des ~Agatharchides~ herab, Näheres berichtet worden, +so daß nur an weniges zu erinnern bleibt. Bereits in den Gräbern der +älteren Steinzeit finden sich vereinzelte goldene Schmucksachen[5485]. +Im 4. Jahrtausend stand die Verarbeitung des Goldes schon in hoher +Blüte[5486], und zur Zeit der Thiniten, um 3300, wurde eine „Steuer vom +Gold“ = „Steuer vom Vermögen“ erhoben und das Gold hauptsächlich aus +Nubien bezogen[5487]; sein ältester Name lautet daher Nub[5488], und +sein ältestes hieroglyphisches Zeichen ist der Sack zum Auswaschen, +nach dem es als „Nub en nun“ (Gold des Wassers, des Flusses) vom „Nub +en set“ (Gold des Felsens, des Gebirges) unterschieden wird[5489]. +Gegen 2000 erfolgte die Eroberung der Goldgruben Nubiens und des +Wüstenplateaus Wadi Allaki, mit der zugleich der Frondienst der +Negerstämme einsetzt[5490], und nicht viel später begann das Heranholen +des Goldes zur See aus den Punt-Ländern, als die man vermutlich +die Küsten des südlichen Arabiens und östlichen Afrikas anzusehen +hat[5491]; unter König ~Thutmosis~ III. (1501-1447) kam bereits vieles +Punt-Gold nach Ägypten[5492], und die Berichte aus seiner und aus der +Folgezeit (z. B. die im Papyrus ~Harris~ aus dem 13. Jahrhundert) +schildern eingehend die besonderen Eigenschaften und Farben der +verschiedenen Goldarten[5493]. Für das Wägen und Messen des Goldes +bestanden seit altersher bestimmte Vorschriften, wie man denn überhaupt +festen Gewichtsnormen in Ägypten schon um 2800 begegnet[5494]. In +jüngerer Zeit ist ein Hauptmaß das in 10 Kite geteilte Deben (etwa +130 g); eines der im Papyrus ~Ebers~ (um 1500) gebräuchlichen +Medizinal-Gewichte, das ⅔ Kite beträgt, ging später als Drachme von +Aegina in den griechischen Kulturkreis über[5495], während wiederum 36 +Kite das römische Pfund bildeten[5496]. Das Abmessen feinen Goldstaubes +erfolgte in kleinen, mit einem passenden Handgriffe versehenen +Bronzezylindern und war, wie einige Fundstücke ersehen lassen, um 1500 +ebenfalls schon längst üblich[5497]. + +Die +Sumerer+, die nichtsemitischen Ur-(?)Einwohner Sinears, des +südlichen Zweistromlandes, deren von ~Lenormant~[5498] behauptete +Verwandtschaft mit den turanischen Völkern, den Ugro-Finnen und +den Tschuden des nördlichen Asiens, durchaus fragwürdig ist[5499], +kannten zweifellos schon in ältester Zeit das Gold, das Silber, das +Kupfer und die Edelsteine, sowie deren Verwertung[5500]; sie besaßen +Schriftzeichen für die genannten Metalle, hielten deren Glanz für +etwas Heilbringendes und Überirdisches, verehrten metall-hütende +und -verarbeitende Götter, sahen in der die untere Hemisphäre +durchwandernden Sonne eine Gottheit der verborgenen metallischen +Schätze, die „aufzusteigen begehren“[5501] und sollen den ersten Anlaß +zu jenen Lehren des nachfolgenden babylonischen Zeitalters gegeben +haben, denen gemäß den Göttern die verschiedenen Metalle als Attribute +zugewiesen wurden[5502]. ~Inlil~, der Gott der ersten sumerischen +Hauptstadt Nippur, galt für den „Herrn des Goldes“, eine Würde, die +nachher auf ~Marduk~, den Stadtgott von Babel, überging[5503]; der alte +Gott ~Ea~ von Eridu, später zum Herrscher der Tiefe geworden und als +Bringer erhabenster Weisheit aus ihrer Urflut auftauchend, wird (auch +unter dem Namen ~Oannes~) ebenfalls als Gott des Goldes bezeichnet, +als Schutzherr der Goldschmiede, sowie der Schmiede und Metallarbeiter +überhaupt[5504]. Noch später versah dieses Amt der Feuergott ~Gibil~, +Meister der „heiligen oder himmlischen Schmiede“, die aber, entgegen +ehemaligen Meinungen, im Sinne von Fegefeuer für Altbabylon nirgendwo +bezeugt ist[5505]. Nach babylonischem Glauben entstammt das Gold dem +„finsteren Norden“[5506], -- woraus also das Unzutreffende der Ansicht +erhellt, es finde sich überall und allerorten mit den Lichtgottheiten +verbunden[5507] --, und zwar dem Lande Aralli, dem goldreichen, +unter einem silbernen Himmel liegenden Wohnsitze gewisser Götter und +Geister[5508]. -- Um 2500, unter dem Könige ~Sargon~ I., soll u. a. +der Landstrich von Melucha in Arabien viel Goldstaub nach Sinear +geliefert haben[5509]; gegen 2000, zur Zeit ~Hammurabis~, wird Gold, +z. B. in Barren und „Zungen“, zwar öfters erwähnt[5510] und man +kannte anscheinend schon den Voll- und Hohlguß, sowie die Herstellung +gehämmerter Platten[5511], doch war es immerhin noch ziemlich selten, +und wenn der König ~Sumulailu~ den Thron des ~Marduk~ mit Silber und +Gold ausschmückte, so wird dies ausdrücklich hervorgehoben[5512]. +Gegen 1600 muß indessen die Verbreitung schon eine recht erhebliche +gewesen sein, und ägyptische Inschriften erwähnen goldene babylonische +Gefäße, Kunstwerke und Statuen als Siegesbeute[5513]. Das um diese +Zeit seitens der Ägypter übernommene, babylonische sexagesimale Maß- +und Gewichts-System[5514], dem auch das „Mine“ genannte Gold-Gewicht +(die μνᾶ der Griechen) angehörte[5515], läßt sich bis auf etwa +2500 zurückverfolgen, und zwar bestanden die Gewichte anfangs aus +Steinen, z. B. Hämatit, später aus Blei und noch später auch aus +Bronze[5516]; schon gegen 2300 bestimmte man ein festes Wertverhältnis +der Gewichtseinheiten Gold und Silber (später auch Silber und +Kupfer), dessen wiederholt abgeänderter Betrag schließlich bei 11: 1 +verblieb und als solcher in jüngeren Zeiten zur Norm der lydischen, +persischen, phönizischen und karthagischen Münzprägung wurde[5517]. -- +Der babylonische Name des Goldes, der vermutlich kein einheimischer +war, lautete „hurasu“, und sein ältestes, den Ost- und West-Semiten +gemeinsames Wortzeichen bedeutete „das Glänzende“[5518]. + +Im Bereiche der +ägäischen+ Kultur beginnt an einer der ältesten +und wichtigsten Fundstätten, dem Palaste zu Knossos auf Kreta, +Metall erst gegen 3000 aufzutauchen, Gold zunächst in Gestalt +verhältnismäßig spärlicher Schmucksachen aus Golddraht, die u. a. +das Spiralmotiv zeigen[5519]; auf den Cycladen ist Gold um 2500 noch +recht selten[5520], ebenso in Cypern, wo zunächst φθοΐδες, d. s. +Klümpchen und flache Kuchen, und erst weiterhin dünne Stangen und +Barren zutage treten[5521]. -- In +Troja+, richtiger in dem mächtigen +Schutthügel von Hissarlik, dessen tiefstliegende Ansiedlung bis gegen +3000 oder 3300 zurückreichen dürfte, weisen die Schichten um 2600 neben +φθοΐδες, kleinen Stangen und Barren, bereits Schmuck aus Golddraht +und Goldperlen, sowie goldene Bleche und aus solchen getriebene +oder gepreßte Geräte auf[5522]; die der Zeit zwischen 2500 und 2000 +angehörigen, in denen ~Schliemann~ den sog. „Schatz des ~Priamos~“ +fand, zeigen außerdem auch reich gegliederten, zum Teil auch schon +gelöteten Goldschmuck, allerlei getriebene Gefäße aus Gold, Silber +und Kupfer, sowie größere Zungen und Barren[5523], letztere nach +ägyptischem Gewichte ausgewogen[5524]. -- Die gegen 2000 entstehende ++mykenische+ Kultur[5525] entwickelte sich durch Berührung der +vorgenannten Mittelmeer-Kulturen mit denen Ägyptens und des Orients, +wobei Hauptvermittler die Phönizier zur See waren, und die Chetiter +(über Kleinasien und Syrien) zu Lande[5526]; wie die Funde zu Mykene +und an vielen anderen Stätten beweisen, war dieses Zeitalter reich an +Gold[5527], besaß eine ausgebreitete Goldindustrie[5528] und wußte aus +Gold verschiedener Färbung, in Verbindung mit Alabaster, Elfenbein, +Malachit, Lasurstein, bunten Glasflüssen (namentlich künstlichem +Blaustein) u. dgl. mehr, eine Fülle schöner, reich ornamentierter +Schmucksachen und Gebrauchsgegenstände herzustellen, u. a. auch aus +getriebenen oder gepreßten Blechen geformter und gelöteter[5529]. + +An das erste Bekanntwerden der +Griechen+ mit dem Golde hat die Sage +noch eine Erinnerung bewahrt, indem sie es nach Überlieferungen, die +uns durch ~Plinius~[5530], ~Hyginus~ (2. Jahrhundert n. Chr.?)[5531], +und ~Cassiodorius~ (gest. um 580 n. Chr.)[5532] erhalten blieben, +bald durch ~Thoas~, bald durch ~Aeakus~ oder ~Sakus~, einen Sohn des +~Zeus~, in Panchaia oder auf einem daselbst gelegenen Berge Thasos +auffinden ließ. Den Namen des Goldes, χρυσός (Chrysós), übernahmen +die Griechen wohl von Semiten, und diese wiederum von einem Volke +des goldreichen Kleinasiens[5533], jedoch nicht, wie man ehedem +glaubte, von den Phrygern, da das Gold bei diesen γλουρός (Glurós) +hieß = gr. χλωρός (Chlorós, d. i. Grüngelbes)[5534]. Wahrscheinlich +leitet sich Chrysós vom semitischen, daher auch phönizischen Harût +oder Charûz ab[5535], denn Gold und Silber wurden in Griechenland +fraglos hauptsächlich durch die Phönizier verbreitet, wenn auch der +Zeitpunkt, zu dem dies geschah, noch strittig ist: nach einigen +Forschern befuhr nämlich jenes Handelsvolk erst seit etwa 1100 die +Küsten Nordafrikas, Siziliens, Sardiniens und Spaniens, und nicht vor +800, also erst +nach+ der mykenischen Periode, die Griechenlands und +der griechischen Inseln[5536]; nach anderen hingegen trug es schon zur +Entstehung der mykenischen Kultur mit bei und unterhielt gerade mit +den ihm benachbarten Küsten bereits damals einen lebhaften, und um +1600 schon einen vollständig entwickelten Verkehr[5537]. Jedenfalls +wurden die Gold- und Erzgruben auf den Inseln Thasos (auch Chryse +geheißen!), Thera, Melos, Kimolos, Seriphos, Siphnos und anderen, +ferner die in Thrazien (besonders am Pangaios) und Mazedonien usf., +zuerst von Phöniziern angelegt und in Gang gebracht[5538]. Als sich die +europäischen Griechen im 8. und 7. Jahrhundert der Führung der lange +Zeit unter lebendiger Nachwirkung der mykenischen Kultur stehenden +kleinasiatischen entwanden und neue orientalische Einflüsse von +Assyrien, Ägypten und Kyrene her erfuhren[5539], kannten sie daher +längst das Gold sehr wohl; häufiger wurde es dagegen bei ihnen erst +seit etwa 500, wenngleich die Sagen von den goldgrabenden Ameisen +und goldbewachenden Greifen, vom goldenen Vließ usf., auch für diese +Periode die Dürftigkeit des näheren Wissens noch weiter bezeugen. In +der Regel erhielt der Goldschmied (χρυσοχόος) vom Auftraggeber das +Gold geliefert, das er mit dem herakleïschen Steine (dem Steine aus +Herakleia in Lydien) probierte[5540], schmolz, zu Platten und Blättern +hämmerte und trieb, seltener auch (zu meist nur kleineren Gegenständen) +goß; die dünnen Blätter und Blättchen (πέταλα, λεπίδες) blieben +dauernd in vielfältigem Gebrauche[5541] und dienten namentlich auch +zum Vergolden, wobei an die Stelle des echten Goldes frühzeitig Oker, +Rötel, Sinopis und ähnliche Ersatzstoffe traten, die mit Hilfe eines +Klebemittels aufgetragen wurden[5542]. Die Vergoldung im Feuer mittelst +Quecksilber, sowie dessen Benutzung zum Lösen und Ausziehen des Goldes, +sind erst bei ~Vitruv~[5543] und ~Plinius~ bezeugt, allerdings bereits +als etwas längst Bekanntes[5544]. Dem Golde verschiedene weißliche, +gelbliche und rötliche Töne zu verleihen, dienten die βαφεῖς χρυσοῦ +(Färbungen des Goldes), die durch Legieren mit Silber, Elektron, +Kupfer, oder Gemengen von diesen erfolgten. Zum Löten benützte +man Chrysokolla (= Goldleim), unter dem wohl schwerlich, früheren +Voraussetzungen gemäß, Borax zu verstehen ist, -- wenngleich solcher +in einem sehr alten Gold-Schmelztiegel zu Delos nachgewiesen sein +soll[5545], wie denn borhaltige Mineralien in Vorderasien keineswegs +fehlen --, vielmehr ursprünglich wohl Malachit, der beim Erhitzen in +Kohlensäure und Kupfer zerfällt, welches letztere die Lötung bewirkt; +in den sog. Schriften des ~Hippokrates~ bedeutet Chrysokolla nichts +anderes als Malachit[5546], und als Malachit ist auch der „falsche +(ψευδής) Smaragd“ des ~Theophrastos~ aufzufassen, der sich in Gold- und +noch häufiger in Kupfer-Gruben vorfinden soll und ein vortreffliches +Goldlot abgibt[5547]. + +Bei den +Etruskern+ ist Gold, dessen Name „aurum“ = „das Gelbe“ +ein rein italischer sein soll[5548], erst in den Gräbern jüngeren +Ursprunges nachweisbar und auch in diesen sichtlich nur als Gegenstand +orientalischer Einfuhr, während Waren eigener Technik nicht vor etwa +700 auftauchen[5549]. In +Rom+ war Gold anfänglich sehr selten, +immerhin bilden aber Goldarbeiter (aurifices), wohl hauptsächlich +Vergolder und Goldschläger, die u. a. Platten (bractea) und Blätter +(lamina) hergestellt zu haben scheinen, schon eine der angeblich von +König ~Numa~ bestätigten Zünfte, und bekannt ist die Erzählung, daß der +Abzug der Gallier im Jahre 390 v. Chr. durch Bezahlung von 1000 Pfunden +Gold erkauft worden sei[5550]. Späterhin pflegte man das Gold durch +Umschmelzen (coquere = kochen, entsprechend dem gr. ἕψειν; conflare) +zu läutern und regelmäßig auf seinen Gehalt zu untersuchen; die +Feuerprobe heißt bei ~Cicero~ obrussa oder obryza, das Feingold daher +obryzum oder obryzatum (sc. aurum), und dieses Wort, das als οβρύζη +oder βρύζη wieder ins Griechische überging, findet sich im Sinne von +purum (rein) noch auf den Goldmünzen des Kaisers ~Konstantin~ sowie auf +den Goldbarren vor[5551], die amtlich auf ihren Feingehalt geprüft und +dann abgestempelt wurden[5552]. + +In +Spanien+ war das ziemlich reichlich vorkommende Gold bereits +frühzeitig Gegenstand der Gewinnung und Verwertung, und Schmucksachen +wurden schon in der jenseits 1000 v. Chr. liegenden Periode +hergestellt[5553]. In +Gallien+ betrieben die Kelten seit altersher +Gold-Gräberei und -Wäscherei, über deren unvollkommene Verfahren +sich einige Berichte bei ~Athenaeus~[5554] (3. Jahrhundert n. Chr.) +und bei ~Strabon~ erhielten, welchem letzteren einige keltische +Stämme für πολύχρυσοι (goldreich) gelten[5555]. -- In Mitteleuropa +dürfte das Gold ursprünglich zugleich mit dem Kupfer bekannt geworden +sein[5556], größere Mengen gelangten aber erst seit der Berührung +mit den Römern dahin; die sehr alten einheimischen Bezeichnungen der ++Germanen+, +Letten+ und +Slaven+, gulth, zelto und zoloto, bedeuten +das „Gelbe“[5557]. Von den Germanen übernahmen das Wort für Gold +(kulda) auch die +Finnen+[5558], die im 4. oder 5. Jahrhundert, +ausgestattet mit der Kultur der Eisenzeit, in ihre jetzigen Wohnsitze +einwanderten[5559]; Edelmetalle und Schmiede spielen eine große Rolle +in den alten Sagen ihrer „Kalewala“, nach denen u. a. die eine Hälfte +eines Eies zur Erde wird, die andere aber zum Himmel, an dem Sonne und +Mond, aus Gold und Silber bestehend, erglänzen[5560]. Sehr oft erwähnen +Gold und Silber auch die Erzählungen des „Kalewipoeg“[5561], sowie +die „Mythischen und magischen Lieder der Esthen“ und die „Esthnischen +Mährchen“, denen gemäß die Unterirdischen Gold und Silber graben und +schmelzen, was der Kundige am Geräusche, das aus dem Erdboden dringt, +zu erkennen und zu erhorchen vermag[5562]. + +Wie weit die Kenntnis des Goldes in +China+ und +Indien+ zurückreicht, +bleibt vorerst unbestimmbar; im Sanskrit heißt Gold hiranya = das +gelbe, glänzende (nämlich ayas, Metall)[5563]. Indien gilt, wo immer +es in der Geschichte auftaucht, stets als ein äußerst goldreiches +Land: ~Ktesias~, der seit 415 v. Chr. als Arzt am persischen Hofe +verweilte, erzählt, daß seine Flüsse, gleich jenen Lydiens und anderen +den Griechen wohlbekannten Kleinasiens, Goldkörner mit sich führen, +daß seine Gebirge vieles Gold enthalten, dessen man sich aber, der +Greifen halber, nur unter höchster Lebensgefahr zu bemächtigen vermag, +und daß daselbst eine Wunderquelle flüssigen Goldes (ὑγροῦ χρυσίου) +sprudelt, von dem man jährlich hundert Tongefäße voll ausschöpft, +es an der Luft erstarren läßt und schließlich durch Zerschlagen +der Gefäße rein gewinnt[5564]. Letztere Angabe erinnert an die des +~Herodot~, der zufolge die +Perser+ zur Zeit des ~Darius~ (521-485) +aus Indien Goldbarren als Tribut empfingen, das Gold umschmolzen und +die Kuchen, die die Form der Schmelztiegel besaßen, als solche im +Reichsschatze aufbewahrten[5565]. Über Natur und Herkunft des Goldes +waren die alten Perser wohlunterrichtet, und erst spätpersische Sagen +lassen es neben den anderen Metallen aus den Gliedern des sterbenden +Urmenschen ~Gayomard~ hervorgehen, der kosmologischen Charakter trägt, +und mit dessen Tode, ähnlich wie mit dem des Urstieres nach der +~Mithras~-Lehre, die Weltentwicklung beginnt[5566]. Der altpersische +Name des Goldes, zaranya, ist offenbar der nämliche wie der altindische +(hiranya)[5567]; im Pehlewi heißt Gold zar, daher zarik = goldig[5568]. +Die Bezeichnung der Ost-+Finnen+, zaranya, ist sichtlich dem Iranischen +entlehnt[5569]; die bei den Völkern des Urals und Altais übliche +„altun“, ist eine turko-tatarische[5570], die der +Armenier+, „oski“, +vermutlich eine kaukasische[5571]. Nicht sicher bekannt ist die der ++Tschuden+ im nordöstlichen Asien, deren uralte, aber schon zur Zeit +des ~Pallas~ (1770) völlig zerwühlte Gräber zahlreiche Beigaben an +Gold und anderen Metallen aufweisen[5572], sowie jene der Bewohner +von Kolchis am schwarzen Meere, die das feine Flittergold der Flüsse +seit altersher mit Hilfe haariger Häute aufgefangen und so Anlaß zur +Entstehung der Sage vom goldenen Vlies gegeben haben sollen[5573]. + +Schon zu entlegenster Zeit wurde als „gesegnet durch Fülle des Goldes“ ++Arabien+ gepriesen, dessen kostbarste Ausfuhrware, „arabisches +Gold“, nicht minder in Ägypten wie im Zweistromlande rühmlich bekannt +und eifrig begehrt war[5574]. Dieser nicht unbegründete Ruf des +Reichtumes an Gold überdauerte die Jahrtausende, und zu ihm gesellte +sich später jener der kunstfertigen Verarbeitung; arabische Goldgefäße +für Wein und Räucherwerk, sowie arabische Goldschmucksachen hatten +bereits bald nach Beginn unserer Zeitrechnung eine hohe Stufe der +Vollendung erreicht[5575], und es kann daher nicht wundernehmen, daß +schon ~Muhammed~ (571-632) jedermann, der Schmuck im Gewichte von +über 20 Dinar (etwa 30 g) besaß, eine besondere Steuer von ½ Dinar +auferlegte[5576]. Während der nächstfolgenden Jahrhunderte wurde +diese erhöht und zu einer Steuer auf „alles Schmiedbare“ erweitert, +u. a. auf Gold, Silber, Kupfer, Bronze, Messing (+beide+ zumeist +„sufr“ genannt)[5577], über deren Gewinnung und Verwendung es eine +ausführliche Litteratur gab, die aber fast gänzlich verloren gegangen +ist[5578]. Die Rechtsgelehrten stritten darüber, ob es dem Khalifen +zustehe, Abbaurechte, wie auf Gold, Silber, Kupfer oder Eisen, +„die +nicht+ offen liegen“, auch auf Erdöl, Erdpech, Salz, Kohol +[Antimonsulfid] u. dgl. zu erteilen, „die offen liegen“[5579], und +Fachleute wie ~Alschirazi~ (1003-1083) verfaßten bereits eingehende +Werke über die juristischen Verhältnisse des Bergbaues[5580]. Gold +bezogen die Khalifen aus fast allen Gegenden ihres Weltreiches, u. a. +aus Allaki in Ägypten „15 Tagereisen von Assuan“[5581], ferner aus +dem Maghreb (Westafrika)[5582], aus Transoxanien und Ferghana[5583], +aus Kerman[5584] usf., nicht aber aus dem eigentlichen Persien[5585]. +In der arabischen Dichtung und Litteratur sind, wie schon in früheren +Abschnitten hervorgehoben, Anspielungen auf das Gold, seine Gewinnung +und Verwertung häufig; Fragen allerdings, wie die oft erörterten, +„warum die Erde zwar vielen Ton hervorbringe, aus dem Geschirr, aber +nur wenig Sand, aus dem Gold wird“, „warum Ton häufiger sei als Blei, +dieses häufiger als Eisen, dieses häufiger als Kupfer, dieses häufiger +als Silber, dieses häufiger als Gold“, oder „warum das Gold, das sonst +nur im Sand entstehe, gerade auch in der Pfauenfeder zutage trete, also +schon im Pfauenei mitenthalten sei“[5586], können keinen Anspruch auf +Neuheit erheben, denn sie finden sich in völlig gleicher Weise schon +in Werken des hellenistischen Zeitalters behandelt, z. B. in dem um +90 n. Chr. verfaßten sog. „4. Buche ~Esra~“[5587], -- und auch dort +schwerlich zum ersten Male. + + +2. Silber. + +In +Ägypten+ war das Silber, hâd oder hât = das Weiße genannt, um 3000 +noch sehr selten und bis etwa 1500 wertvoller und geschätzter wie +Gold; dies erklärt sich aus dem Umstande, daß es im Nordosten Afrikas +nicht oder kaum vorkommt und daß seine Gewinnung und Reindarstellung +zumeist bereits einigermaßen fortgeschrittene berg- und hüttenmännische +Kenntnisse voraussetzt[5588]. In späterer Zeit, bis in das 6. +Jahrhundert hinein, tritt es häufig in der Form von Hacksilber auf, das +dem Empfänger zugewogen wird, aber auch in der von Kuchen, Stangen, +Barren und Zungen, ganz so wie das Gold, mit dem es die Verwendung +teilt[5589]. + +In +Sinear+, dem Zweistromlande, heißt Silber bei den Sumerern +ku-babber = das Weiße, Glänzende[5590], und bei den Babyloniern mit +einem semitischen Gemeinworte kaspu[5591]. Schon in der ältesten, +bis etwa 2900 zurückreichenden Schicht der Ruinen von Lagasch (nächst +der Mündung des einstigen Tigris-Hauptarmes), in Telloh, finden sich +silberne Schmuckstücke und Ringe[5592], und aus der nämlichen Zeit +dürfte die dem Gotte ~Enlil~ (= ~Bel~) von Nippur geweihte Silbervase +des Priesterfürsten ~Entemena~ stammen[5593]; um 2575 wird gelegentlich +der Zerstörung einer Stadt der Raub von Silber berichtet[5594]; gegen +2000, zur Zeit ~Hammurabis~, ist das bis dahin noch seltene Metall +schon häufiger als Gold, es dient zur Ausschmückung der Tempel und +Götterthrone[5595] und wird maßgebend für Bildung und Gestaltung +der Preise[5596]; im 16. Jahrhundert werden silberne Geräte als +Gegenstand der babylonischen Ausfuhr nach Syrien genannt[5597], aus +dem 13. rühren die Silbertafeln assyrischer Grabstätten her[5598] und +aus dem 10. und 9. die Hacksilber-Funde assyrischer Abkunft[5599]. +Wann die Verbindung des Silbers mit dem Monde und dem Mondgotte +~Sin~ beginnt, auf die hin wie der Mond so das Silber oft als „grün“ +bezeichnet wird, ist unsicher; ~Jeremias~ verlegt sie schon in die +älteste Zeit[5600]. Ungewiß bleibt auch, woher das Zweistromland +sein Silber bezog; ursprünglich lieferten es wohl das benachbarte +Baktrien und Karmanien[5601], später die alten vorderasiatischen +Haupterzeugungsstätten, nämlich Armenien sowie das gegen das schwarze +Meer abfallende armenische und kaukasische Gebirge[5602], und noch +später, etwa seit dem 16. Jahrhundert, brachten die Phönizier auf dem +Seewege bedeutende Mengen nach dem Osten[5603], wodurch das weiße +Metall in Ägypten und Babylonien bekannter, aber auch billiger wurde +und dem Golde gegenüber den bisherigen Wert der Seltenheit verlor. + +In der +Ägäis+ ist man schon frühzeitig im Besitze von Silber, auf +den Inseln Cypern und Syros, wie das dort gefundene Diadem aus +Silberblech zeigt, wohl schon vor 3000[5604], auf anderen, den Cycladen +zugehörigen, aber erst gegen 2500, und auch da nur vereinzelt[5605]. +-- Zu +Troja+ führt bereits die sog. 2. Schicht (3000-2000?) +Schmucksachen, Perlen, Geräte, Zungen und Barren aus Silber[5606]. +-- Das +mykenische+ Zeitalter war reich an Silber und besaß eine +ausgebildete Silberindustrie, namentlich Kunstindustrie[5607]. + +Die +Griechen+, und zwar die Athener, sollen, gemäß der Überlieferung +bei ~Hyginus~ und ~Cassiodorius~ (s. oben), das Silber durch den völlig +mythischen ~Erichthonios~ kennen gelernt haben, nachdem es nicht lange +vorher von ~Indus~, einem Könige der Skythen, zuerst aufgefunden worden +war; diese späte Sage ist selbstverständlich nicht ernst zu nehmen, +daher erübrigen sich Vermutungen wie die ~Zippes~[5608], denen zufolge +die fraglichen skythischen Stämme nordasiatische Tschuden gewesen, +oder doch mit diesen seit jeher an Silber reichen Völkerschaften in +Verbindung gestanden wären. Ganz unzutreffend sind auch die Angaben +über das ungeheuer hohe Alter der Bergwerke von Laurion in Attika, +deren Blütezeit vielmehr erst gegen Ende des 6. Jahrhunderts beginnt, +und über deren stets recht unvollkommene Betriebsweisen nur ganz +dürftige Nachrichten vorliegen[5609]. In Wirklichkeit wurden die +Griechen jedenfalls auch mit dem Silber zuerst durch Vermittlung der +Phönizier vertraut, die dieses Metall schon im 16. Jahrhundert aus +Sardinien und Spanien holten und in späterer Zeit die Gruben auf +Thasos und anderen griechischen Inseln, sowie die Thraziens in Gang +brachten[5610]. + +In +Etrurien+ und in +Rom+ erreicht Silber erst lange nach dem Golde +einige Bedeutung, auch ist das Wort argentarius (Silberarbeiter) +weitaus jünger wie aurifex, während ein analoges argentifex überhaupt +nicht gebräuchlich war[5611]. -- Die +Gallier+ sollen seit jeher +viel Silber besessen, und seine Verarbeitung, namentlich auch die +Versilberung, trefflich verstanden haben[5612]. -- Die älteste und +reichste Fundstätte auf europäischem Boden war jedoch +Spanien+[5613], +woselbst nach ~Diodor~[5614] die Phönizier schon in grauer Vorzeit +unglaubliche Massen von den unwissenden Bewohnern eintauschten, und wo +seither bis in das sinkende Altertum, ja zum Teil bis zur Schwelle der +Neuzeit, ununterbrochen die Gruben Erze förderten, und die wegen ihrer +Höhe gerühmten Schornsteine der Silberhütten rauchten[5615]. Im Süden +des Landes besaßen schon die Ansiedlungen zur Bronzezeit reichliches +Silber, vermutlich der Sierra Morena entstammend; etwa vom 16. bis +zum 6. Jahrhundert herab lassen sich in ihnen die Spuren östlicher +phönizischer, vormykenischer, mykenischer, griechischer und schließlich +karthagischer Kultureinflüsse verfolgen, allezeit standen aber den +mannigfachen Einfuhrwaren als Hauptwert der Ausfuhr die Metalle des +erzreichen Landes gegenüber und nicht zum wenigsten das Silber[5616]. + +In +Mitteleuropa+ tritt das Silber fast stets erst nach dem Golde, +Kupfer und Zinn auf, meist erst kurz vor dem Eisen, also gegen 1000 +v. Chr.[5617]. Viele seiner Namen sollen sich vom armenischen argat +oder arcat ableiten, unter Verschmelzung mit einem anklingenden +indogermanischen Worte argent (= weiß, glänzend), so u. a. das +indische (spätvedische) rajata, das iranische erezata, das keltische +argento, das italische argent, vielleicht auch das griechische ἄργυρος +(Argyros), während wieder aus dem pontischen ἀλύβη (Alybe)[5618] +oder σαλύβη (Salybe) das germanische silubr, sowie das lettische und +slavische sidabras und sirebro hervorgegangen zu sein scheinen[5619]. + +Über das Alter der Silbergewinnung an den Gebirgsstöcken des Altai, bei +den Tschuden, und in +China+ fehlt es an zuverlässigen Nachrichten; die +von ~Pfizmaier~ zusammengestellten Angaben über das „weiße, gelbe, rote +und schwarze Silber“ der Chinesen[5620] sind sichtlich erst sehr neuen +Ursprungs. -- +Indien+ soll nach ~Ktesias~[5621] in seinem Innern viele +und große Silbergruben bergen, die jedoch weniger tief seien als jene +Baktriens; diese Behauptungen sind indessen unzuverlässig, wie so viele +des ~Ktesias~. -- +Persien+ besaß in einigen Provinzen Silberbergwerke +und empfing viel Silber aus dem an Edelmetallen sehr reichen Lydien, -- +das schon vor 700 die ältesten gestempelten Zahlbarren, und bald nach +700 die ersten Münzen besaß[5622] --, sowie zur Zeit des ~Darius~ als +Tribut aus Kappadozien und Karmanien[5623]; gleich dem Gold wurde auch +das Silber umgeschmolzen und in Gestalt von Barren dem Reichsschatze +einverleibt[5624]. + +~Arabien~ ist an Silber arm, und größere Mengen des weißen Metalles +kamen bei den Arabern erst nach Errichtung des Khalifates in Umlauf; +einiges wenige lieferte damals das eigentliche Persien[5625], mehr +Kerman[5626], noch mehr Transoxanien und Ferghana[5627], die Hauptmasse +aber Chorâsân, das z. B. im 8. Jahrhundert einen jährlichen Tribut von +1000 Barren zu bezahlen hatte[5628]. + + +3. Elektron. + +Die in den früheren Abschnitten wiederholt erwähnte, in der Natur +vorkommende Gold-Silber-Legierung war in ~Ägypten~ bereits zu +Beginn des 3. Jahrtausends unter dem Namen Asem (Asemu, Ismu, +Usem) wohlbekannt und wurde damals aus Nubien und Äthiopien +eingeführt[5629]. Zur Zeit des Königs ~Sankhara~, um 2300, wird Asem +erwähnt[5630]; um 2000 ist in einem Märchen die Rede von einem Schurz +„mit Asem überzogen“[5631], um 1700 von einem Zauberbuch „mit Asem +beschlagen“[5632]; um 1500 läßt ~Thutmosis~ III. Asem, in Beutel +gefüllt und in Gestalt von Ringen, aus den Puntländern (Südarabien und +Somali-Gebiet?) herbeiholen[5633]; um 1445 setzt dies seine Schwester, +die Königin ~Hatschepsut~, weiter fort und befiehlt, zwei Obelisken +mit Spitzen aus bestem Asem zu versehen[5634]; im Papyrus ~Harris~ des +13. Jahrhunderts und in anderen gleichzeitigen oder späteren Urkunden, +Inschriften und Briefen wird des Asems, des Einkommens an Asem, des +„weißen arabischen“ Goldes im Gegensatze zum „gelben äthiopischen“, +auch des „Goldes, Feingoldes, Weißgoldes, Asems,..“ neben anderen +gedacht[5635], usf. Die Verwendung des Asems war die nämliche wie die +des Goldes, dem es zu mancherlei Zwecken vorgezogen wurde, teils seiner +schönen Farbe und des prächtigen weißlichen Glanzes, teils seiner +größeren Härte wegen, die die Bearbeitung erleichtert. + +In +Babylon+ scheint man das Weißgold ebenfalls schon seit altersher +gekannt zu haben, doch sind frühe Zeugnisse zweifelhafter Natur und +selten; ein jüngeres[5636], aus der Zeit ~Nebukadnezars~ II. (605-561), +berichtet über Unterschlagungen „reinen und gemischten Goldes“, welches +letztere vermutlich Asem war; ob als solches auch das „leuchtende +Hasmal“ anzusehen ist, von dem die Schriften des alten Testamentes ein +einziges Mal (bei ~Ezechiel~) sprechen, steht dahin[5637]. + +In der +Ägäis+ tritt im 3. Jahrtausend Weißgold ebenso wie Gold +zunächst in Klümpchen (φθοΐδες) auf, später auch in Stangen, Kuchen und +Barren[5638], desgleichen in +Troja+, in den Schichten um 2500[5639]; +die +mykenische+ Periode verwendet es häufig zu Schmucksachen und +Gebrauchsgegenständen[5640]. + +Die +Griechen+ lernten das Weißgold zuerst in Kleinasien kennen, +woselbst es reichlich vorkommt, u. a. im Flusse Paktolos bei Sardes +(in Lydien), am Tmolos und Sipylos usf.[5641]. Die Identität des +griechischen „Elektron“ mit dem ägyptischen Asem wies zuerst ~Lepsius~ +nach, zeigte den Unterschied zwischen ὁ ἤλεκτρος = Elektron, τὸ +ἤλεκτρον = Bernstein und ἡ ἤλεκτρος = Bernstein-Verzierung[5642], und +hob hervor, wie schwierig es sei, das Elektron mancher griechischen +Schriftstellen mit Bestimmtheit sei es auf das Metall, sei es auf +Bernstein zu deuten[5643]. Bei ~Homer~ und in den sog. homerischen +Hymnen ist z. B. das Elektron in den Palästen des ~Menelaos~[5644] und +der ~Eiresione~[5645] offenbar Weißgold, dagegen das der phönizischen +Halsbänder und Schmucksachen[5646] Bernstein; wenn ~Helena~ für den +Tempel der ~Athene~ zu Lindos einen Kelch aus Elektron nach dem +Maße ihres Busens stiftete[5647], so kann es sich nur um Weißgold +handeln, und von diesem sprechen auch ~Hesiod~ im Gedichte vom +„Schild des ~Herakles~“[5648], ~Herodot~, wo er das lydische Weißgold +(χρυσὸς λευκός) dem gelben, durch Ausschmelzen gereinigten (ἄπεφθος) +gegenüberstellt[5649], sowie ~Sophokles~, der in der „~Antigone~“ der +Bestechung durch Schätze „sardischen Elektrons und indischen Goldes“ +Erwähnung tut[5650]. + +Das Wort „Elektron“ hängt nach ~Usener~ zusammen mit Ἠλέκτωρ +(~Elektor~) = dem Strahl, dem Namen eines besonderen Gottes der Sonne, +der sich noch im „~Helios Elektor~“ der epischen Dichtung erhalten hat, +sowie in den Eigennamen ~Elektryon~ (Vater der ~Alkmene~), ~Elektryone~ +oder ~Alaktryona~ (rhodische Göttin), ~Elektra~ (vorgriechische +Lichtgöttin; Tochter des ~Atlas~; bei ~Homer~ noch nicht Tochter des +~Agamemnon~), usf.; Elektros heißt ein an glitzerndem Wasser reicher +Fluß in Kreta, die „elektrische Pforte“ zu Theben ist die „schimmernde“ +(wenn nicht etwa die „südliche“, der Sonne, dem ~Helios Elektor~ +zugewandte), und so dürfte auch „Elektros“ ursprünglich das Strahlende, +dem Sonnenscheine des ~Helios Elektor~ Gleichende bedeuten[5651]. +Fraglich bleibt, ob der nämlichen Gruppe von Ausdrücken auch ἀλέκτωρ +(Aléktor), ἀλεκτορίς, αλεκτρυών, zuzuzählen ist, der gelbglänzende, +den Sonnenaufgang verkündende Vogel der Iranier, der Hahn[5652]; +~Keller~ z. B. will dessen Bezeichnung mit dem persischen al Keter (= +der Gekrönte, cristatus) in Verbindung bringen[5653], ~Wessely~ aber +mit dem ~Alektor~, der bei ~Homer~ noch als Eigenname vorkommt, später +jedoch Kämpfer und Abwehrer bedeutet[5654]. Hiernach glaubt er auch +„Elektros“, den Bernstein, nach dessen Farbe erst hinterher das Metall +benannt sei, von den Wurzelsilben ἀλεκ = „abwehren“ und τρον = „Mittel +zur Tätigkeit“ ableiten zu sollen, so daß „Elektros“ = Abwehrmittel, +Amulett, aufzufassen wäre, und nichts mit ἠλέκτωρ zu tun hätte, das +„Mittel zum Glänzen“ ergäbe, statt „Glänzendes“[5655]. ~Schrader~ +hält hingegen eine solche Trennung, die nach allem Obigen auch sonst +vielerlei Schwierigkeiten begegnet, für ganz unzulässig[5656]. + +Daß das Elektron aus Gold und Silber besteht und ersteres von letzterem +durch „Wegkochen, Wegbrennen, Wegschmelzen“, d. h. auf metallurgischem +Wege, befreit werden kann, scheint man in Lydien wenn nicht überhaupt +herausgefunden, so doch frühzeitig erkannt und demgemäß die wegen +ihrer Farbe, Härte und Billigkeit schätzbare Legierung auch wieder +durch Zusammenschmelzen ihrer Bestandteile künstlich dargestellt +zu haben[5657]. Die in Lydien zuerst aufgekommenen Münzen wurden +anfangs, etwa gegen 700, aus natürlichem Elektron verfertigt, das +zu solchem Zwecke freilich sehr wenig geeignet war, weil sein Wert +mit der wechselnden Zusammensetzung stark schwankte[5658], -- +denn der Silbergehalt beträgt oft nur 6-16%[5659], wobei es einen +goldig hellen, oft aber 33-50% und noch mehr[5660], wobei es einen +weißlichen bis silberweißen Schimmer zeigt; in ägyptischem Elektron +sind nach ~Hultsch~ 27% Silber nachgewiesen[5661], in mykenischem +nach ~Rhousopoulos~ 12-24%[5662], in vorderasiatischem nach ~Blümner~ +20-48%[5663], nach ~K. B. Hofmann~[5664] sowie ~Hultsch~[5665] 40-50, +meist sogar 60%. Der Ersatz jener Elektron-Münzen durch solche aus +reinem Gold und Silber ist unstreitig ein Verdienst der Lyder, und +zwar wurden zunächst nur größere Stücke, erst weiterhin aber auch +Teil- und Scheide-Münzen in Verkehr gesetzt, wobei das Wertverhältnis +Silber: Elektron: Gold = 1 : 10 : 13⅓ betrug[5666]. Die Griechen +lernten das Münzwesen zuerst in ihren kleinasiatischen, unter lydischer +Oberhoheit stehenden Städten kennen[5667], und ihre ersten Geldstücke, +z. B. die von Aegina und von Athen (mit der Eule), bestanden in der +ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts ebenfalls aus Elektron, etwas später +aber auch schon aus Silber[5668]; jene von Aegina entsprechen der +uralten Gewichtsnorm des ägyptischen Königs ~Chufu~ von etwa 2800, +offenbar wegen des Handelsverkehrs mit Unterägypten[5669], und eines +der ältesten, aus Elektron bestehenden, zeigt noch den Namen des für +seinen Wert haftenden τραπεζίτης (wörtlich: Bankhalters) und trägt die +Umschrift „Φάνους ἐιμὶ σῆμα“, „Ich bin das Zeichen des ~Phanes~“[5670]. + +In +Etrurien+ kommt Elektron erst verhältnismäßig spät vor, in +Nordafrika (Karthago) noch später, etwa von 500 an; dort, sowie +in Gallien, stand es lange Zeit hauptsächlich zu Münzzwecken in +Verwendung[5671]. In +Rom+ lebt das Elektron, das fast allerorten +vermöge der Fortschritte der Metallurgie schon frühzeitig durch das +reine Gold und Silber stark zurückgedrängt wurde, vorwiegend nur in +der Litteratur fort: ~Vergil~ erwähnt es bei der Beschreibung des von +~Vulkan~ für ~Aeneas~ verfertigten Schildes[5672]; ~Plinius~ stellt +allerlei Angaben zusammen[5673]; ~Silius Italicus~ (25-100 n. Chr.) +sagt im Gedicht vom „Punischen Kriege“: + + „Spaniens Boden erglänzt vom Doppelmetall des Elektrons“[5674]; + +die „Sibyllinen“ rühmen die Freigebigkeit Kaiser ~Hadrians~ (117-138), +„der Gold und Elektron verschenkte“[5675]; ~Pausanias~ spricht von +dem „aus Gold und Silber gemischten Elektron“[5676]; Kaiser ~Julianus +Apostata~ erzählt in den um 362 verfaßten „Cäsaren“ gelegentlich einer +Götter-Versammlung: „Der Sitz des ~Saturn~ war schimmernd schwarzes +Ebenholz, der des ~Zeus~ war heller als Silber, jedoch blässer als +Gold, -- ob man aber den Stoff Elektron benennen soll, oder wie sonst, +wußte mir ~Hermes~ nicht ganz genau der Wissenschaft der Metallkunde +gemäß anzugeben.“ -- In jüngerer, byzantinischer Zeit wurde auch das +glänzende Email als „Elektron“ bezeichnet[5677], -- so z. B. übersandte +Kaiser ~Justinian~ (518-527) dem Papste ~Hormisdas~ (514-523) „gabatum +electrinam“, einen emaillierten Kelch[5678] --, und in noch späterer +heißt selbst ein glänzender Firnis „Elektron“, so z. B. bei ~Stephanos +Magnetes~ gegen 1100[5679]. + +Während des Mittelalters, und noch in der Neuzeit, versteht man unter +Elektron nicht selten Gemische aus beliebigen Metallen, nicht bloß +aus edlen, wenngleich diese vorwiegend in Betracht kommen. ~Petrus +Martyr~ erzählt, man habe bei Auffindung Cubas daselbst eine große +Menge Elektron erbeutet, dessen Herkunft nicht zu erfahren war[5680]; +es ist dies das nämliche Metall, das nach dem Berichte der ersten +Entdecker auch die Bewohner Haïtis und verschiedener kleiner Antillen +unter dem Namen „Guanin“ besaßen, und dessen Proben nach ~Humboldt~ +56% Gold, 19% Silber und 25% Kupfer, oder 63% Gold, 14% Silber und +19% Kupfer enthielten[5681]. Noch der Predigermönch ~Labat~ teilt +mit, daß gegen 1700 die Eingeborenen Westindiens das Wort „Caracoli“ +für ihren Halsschmuck gebrauchten, aber auch für das zu seiner +Verfertigung dienende, schöne und glänzende Metall, das angeblich +zusammengeschmolzen werde aus Gold, Silber und Kupfer, „die sie alle +drei sehr rein haben“, das aber vielleicht auch ein Naturprodukt sei +und jedenfalls von den Europäern nur sehr unvollkommen nachgeahmt +werden könne[5682]. Den Anlaß zur Darstellung solcher Gemische gab hier +wie allerorten die zu große Weichheit des reinen Goldes, die seine +Bearbeitung in hohem Grade erschwert. -- In dem vor 1500 verfaßten +„Wunderbuche“ des Abtes ~Trithemius~ überliefert dieser „Electrum +magicum“ als Namen einer aus allen sieben Metallen bestehenden, daher +äußerst zauberkräftigen Legierung, „die sich die Araber und Ägypter +von den Chaldäern aneigneten“[5683]; Ringe von geheimer Kraft, aus der +nämlichen Legierung bereitet „während einer Konstellation des Merkur +und Saturn“, rühmt ~Paracelsus~[5684], dergleichen Ringe und Taler der +etwas spätere ~Thurneisser~[5685], und einen unfehlbaren „magischen +Degen“ aus Elektron noch ~Schwenter~ 1636[5686]. -- Der Merkwürdigkeit +halber sei schließlich der Tatsache gedacht, daß nordamerikanische +Anhänger der Doppelwährung noch vor einigen Jahrzehnten die Prägung von +Dollars aus einer Elektron-Legierung empfahlen[5687]. + +Auf das, so oft mit dem metallischen „Elektros“ zusammen genannte, +oder mit ihm verwechselte „Elektron“, den +Bernstein+, des näheren +einzugehen, ist an dieser Stelle ausgeschlossen, und es muß genügen, +hier nur auf einige, für weiter unten zu erörternde Fragen wichtige +Hauptpunkte seiner Geschichte hinzudeuten, im übrigen aber auf die +einschlägige, zwar kurzgefaßte, aber sehr inhaltreiche Schrift +~Wesselys~ zu verweisen[5688]. + +Im nördlichen Mitteleuropa ist Bernstein bereits während der älteren +Steinzeit nachweisbar, zuweilen sogar in recht beträchtlichen Mengen, +die hauptsächlich das große Bernsteingebiet West-Dänemarks, zum Teil +aber auch das Ostpreußens lieferte[5689]; in der jüngeren Steinzeit, +und nach deren Ende, etwa von 2000 ab, wird er jedoch daselbst +selten, zugleich aber im südlichen Mittel- und in Süd-Europa, die ihn +vorher kaum kannten, unerwartet häufig; fraglos hängt dies mit dem +Eindringen von Gold, vor allem aber von Bronze, zusammen, für die er +das vornehmlichste, ja oft einzige Tauschmittel darstellte, so daß ihn +~Wessely~ mit vollem Recht „eine eminent europäische Kulturerscheinung +der prähistorischen Zeit“ nennt[5690]. Ein Austausch geschätzter Waren +von Volk zu Volk vollzog sich offenbar allerorten schon in +weit+ +früheren Perioden, als man zumeist anzunehmen pflegt, wovon für das +zentrale Europa das Vorhandensein von Muscheln des Mittelmeeres in +Funden aus der älteren Steinzeit Zeugnis ablegt, für das zentrale +Nordamerika aber jenes von Schnecken und Muscheln des atlantischen +Ozeans im Inhalte der sog. „Mounds“ am Mississippi[5691]. Auf solche +Weise gelangte auch der Bernstein spätestens gegen etwa 1600 an die +Küsten des westlichen Mittelmeeres, von wo ihn die Phönizier bald +darauf nach dem Osten brachten[5692], so daß das vereinzelte Vorkommen +von Bernsteinperlen in vorderasiatischen und assyrischen Grabstätten +aus der Zeit vor und seit 1500[5693] und das reichliche in den +mykenischen Kuppelgräbern gegen 1100[5694], sowie in den jedenfalls +noch erheblich jüngeren kaukasischen Gräbern nächst Koban[5695], nicht +wundernehmen kann. Ein Hauptweg, den der aus dem Norden kommende +Bernstein einschlug, führte über die Rheinlande und rheinaufwärts, +oder über Gallien und rhoneabwärts nach dem Po-Gebiete des östlichen +sowie nach den Küstenstrichen des westlichen Norditaliens[5696]. +An diese, ursprünglich vorwiegend von Ligurern bewohnten Gegenden +knüpfen sich bei den Griechen, -- jedoch noch nicht bei ~Homer~, der +Bernsteinschmuck in den Händen phönizischer Kaufleute erwähnt[5697] --, +die Sagen über die Schwestern des ~Phaethon~, die, an der Mündung des +Eridanos (Po) in Pappeln verwandelt, Bernstein-Tränen vergießen, sowie +die über das λυγκούριον (Lynkúrion), den zu Bernstein verhärtenden +Harn (οὔρον, Uron) des Luchses (λύγξ, Lynx), den dieses boshafte Tier +den Menschen nicht gönnt und deshalb in der Erde verscharrt. Letztere +Fabel erklärt sich aus einer mißverständlichen Volksetymologie, +indem λιγούριον δάκρυ, die „ligurische Träne“, oder das abgekürzte +„Ligurion“, zu „Lynkurion“ entstellt, und dieses als „Harn des +Luchses“ gedeutet wurde[5698]. Derlei, schon dem ~Theophrastos~ (um +320 v. Chr.) geläufige Märchen[5699] erhielten sich bis in das späte +Altertum lebendig, -- noch ~Lukian~ stellte sie in seiner Abhandlung +„De electro“ zusammen[5700] --, und gingen dann in gleicher Weise +in die Litteratur des Mittelalters, ja die der Neuzeit über, so daß +z. B. ~Ruellius~, der 1543 sein großes Pflanzenwerk herausgab, nicht +verabsäumt, sie anzuführen, wo er von den „drei Arten des Elektrons“ +spricht, „dem natürlichen, dem künstlichen und dem Bernstein“[5701]. + +Daß man sich über das Wesen des Bernsteins als verhärtetes Baumharz +seit altersher klar war, beweist u. a. die Behauptung des ~Ktesias~ +(um 415 v. Chr.), daß das an Schätzen jeglicher Art überreiche Indien +auch die Bäume hervorbringe, auf denen der Bernstein „wächst“[5702], +-- eine Behauptung, die, weitergegeben durch ~Aelian~[5703] und den +spätbyzantinischen ~Manuel Philes~[5704] (13. Jahrhundert, zur Zeit des +Kaisers ~Michael Palaeologus~), ihren Weg in die gesamte abendländische +Litteratur nahm[5705]. -- Was die Herkunft des Bernsteins betrifft, +so wußte man ebenfalls schon frühzeitig, daß ihn nicht die Küsten +Liguriens oder des westlichen Mittelmeeres erzeugen, aus deren Häfen +ihn die Phönizier zuerst heranholten, sondern gewisse, in äußerster +Ferne gelegene Inseln; bei den späteren +Griechen+ heißen sie +Elektriden, unter welchem Namen sie auch ~Plinius~[5706], und noch um +400 n. Chr. ~Martianus Capella~ kennen und als „Insulae Electrides, +in quibus electrum gignitur“ (die den Bernstein hervorbringen) +anführen[5707], bei den +Römern+ aber, z. B. bei ~Plinius~, „Insulae +glaesariae prope Brittaniam“, „Glas hervorbringende Inseln, gelegen +unweit Britanniens“[5708], d. s. die dem westdänischen Gebiete +vorgelagerten Inseln der Nordseeküste. Glaes, latinisiert glaesum oder +glaessum = Glas, Glast, Glanz, war offenbar der alte einheimische Name +des Bernsteins[5709], den erst in späterer Zeit „dessen Surrogat- und +Konkurrenz-Artikel an sich riß“, das gewöhnliche Glas[5710]; Glasperlen +sind in Mitteleuropa während der reinen Bronzezeit noch sehr selten, +und Funde wie in einem Pfahlbau von ungefähr 1500 zu Wollishofen +(Schweiz) stehen vereinzelt; gegen Ende dieser Periode, etwa seit +dem 12. und 11. Jahrhundert, erweisen sie sich aber, oft zusammen +mit Silber und Eisen, schon ziemlich verbreitet[5711], -- es sind +gegenwärtig etwa 25 nordeuropäische Funde orientalischer Glasperlen +bekannt[5712] --, und die Bezeichnung des Bernsteins, Glas, ging dann +allmählich auf die neue Ware über. Das Bernsteingebiet Ostpreußens +betraten die Römer, wie ~Plinius~[5713] berichtet, erst zur Zeit +~Neros~; der von ihm angeführte lateinische, richtiger latinisierte +Name „Sucinum“ oder „Succinum“ leitet sich von einem in jener Gegend +gebräuchlichen einheimischen ab, der sich noch im lettischen „Sakai“ +(eigentlich = Harz) erhalten hat[5714], und steht vielleicht auch mit +dem nach ~Plinius~ bei den Ägyptern und Skythen üblichen „Sacal“ und +„Sacrium“ im Zusammenhang. + +Zum Schlusse sei noch erwähnt, daß zur Lösung der für die Beurteilung +von Funden oft entscheidenden Frage nach der Herkunft des zugehörigen +Bernsteins die chemische Analyse wichtige Anhaltspunkte liefert: von +anderen charakteristischen Produkten abgesehen ergibt z. B. unter sonst +gleichen Umständen der Ostsee-Bernstein 65-80% Bernsteinsäure, der +zuweilen in Sizilien vorkommende nur 1-16%, der Nordsee-Bernstein aber +einen Betrag von mittlerer Höhe; diese, schon vor längerem entdeckten, +nachher aber wieder angezweifelten Tatsachen, haben in neuerer Zeit +durch die genauen vergleichenden Untersuchungen von ~Reuther~[5715] +ihre endgültige Bestätigung erfahren. + + +4. Kupfer. + +Da das Kupfer an verschiedenen Stellen beider Hemisphären in gediegenem +Zustande vorkommt, u. a. in kleineren abgerundeten Körnern im +Ural[5716], in größeren Stücken und Klumpen in Sibirien, am Altai, im +nordöstlichen Asien, sowie in Mexiko[5717], in sehr bedeutenden Massen +aber am Oberen See in Nordamerika, woselbst es abbauwürdig unmittelbar +zutage tritt[5718], da es ferner glänzend, dehnbar, biegsam, auch +in der Kälte hämmerbar und leicht zu bearbeiten ist, so zählt es +zu den am längsten bekannten und schon frühzeitig weitverbreiteten +Metallen[5719]. + +Die Indianer am Obersee z. B. sollen es „seit jeher“ verstanden haben, +aus dem gediegenen Kupfer, -- das sie, neben den zum Tätowieren +dienlichen Eisenoxyden, dem Boden auch vermöge oberflächlicher +Schurfarbeiten abgewannen[5720] --, durch kaltes Hämmern und Treiben +allerlei Schmucksachen und Werkzeuge anzufertigen[5721]; solche gaben +sie auch im Tauschhandel an benachbarte Stämme weiter, bei denen +Kupferschmuck eine ähnliche Rolle spielte wie bei den Bewohnern +des südlichen Ostafrikas zur Zeit ~Vasco de Gamas~[5722], bei den +Hottentotten des Kaplandes im 18. Jahrhundert[5723] und bei manchen +Völkern Neuguineas noch gegenwärtig[5724]. Immerhin betrachteten +aber die Indianer das Kupfer ursprünglich doch als Errungenschaft +einer verhältnismäßig jüngeren Zeit, es durfte daher nicht bei +religiösen und Kult-Handlungen angewandt werden, z. B. nicht beim +sog. „Seelentanze“[5725], während es hinwiederum später, als auch +andere Metalle bekannt wurden, selbst als „uralt“ galt und kultischen +Rang erhielt, so daß man z. B. bei der sakralen Zerimonie des „ersten +Haarabschneidens“ nur kupferne Messer für zulässig ansah[5726]. + +Die falsch gestellte und daher in dieser Form unlösbare Frage, ob +die Menschen früher Kupfer oder Eisen in Benützung genommen hätten, +ist oftmals, nicht selten aber ohne ausreichende Sachkenntnis +behandelt worden[5727]. An dieser Stelle sei vorerst nur bemerkt, daß +Kupfer, trotz seines hohen Schmelzpunktes von 1135°, aus oxydischen +und schwefelhaltigen Erzen +leichter+ abscheidbar ist als Eisen, +daß stark schwefelhaltige Erze unter gewissen Umständen sogar von +selbst metallisches Kupfer auszusondern vermögen[5728], daß sich die +metallurgische Gewinnung und die mechanische Verarbeitung des Kupfers +sicherer und müheloser vollzieht als die des Eisens[5729], endlich +daß eine erforderliche weitere Reinigung durch „Garmachen“[5730] +jedenfalls bei Rohkupfer weitaus einfacher verläuft als bei Roheisen. +Vielfach hat man früher aus diesen Tatsachen den Schluß gezogen, daß +sich überall und allerorten der Steinzeit zunächst eine Kupfer-, +sodann eine Bronze- und erst zuletzt eine Eisenzeit angereiht habe; +man glaubte, ihn einerseits durch die gemachten Funde bestätigt zu +sehen, andererseits durch die antiken Überlieferungen von einem +ehemaligen Kupfer- oder Bronze-, richtiger „Erz“-Zeitalter[5731], +ferner durch die große Rolle des Erzes in Aberglauben und Kult[5732], +durch den Übergang der Bezeichnung χαλκεύς (Chalkeús) vom Kupfer- +und Erz- auf den Eisen-Schmied, usf. Spätere Untersuchungen erwiesen +indessen, daß diese Folgerung viel zu weitgehend und in solcher +Allgemeinheit ebenso unzutreffend ist wie die zugunsten des Eisens +lautende entgegengesetzte. Eine in allen Ländern und bei allen Nationen +gleichartige, oder gar gleichzeitig einsetzende und fortschreitende +Entwicklung erscheint völlig ausgeschlossen, vielmehr hängt deren +Richtung und Verlauf von den verschiedensten Bedingungen ab, namentlich +von den örtlich gegebenen: bei gewissen Völkern, z. B. zahlreichen +afrikanischen, ist daher eine der Eisenzeit vorhergehende Kupferzeit +gar nicht nachweisbar; bei anderen, z. B. einigen westasiatischen, mag +das Kupfer, oft schon frühzeitig mit der Bronze vergesellschaftet, +zweifellos eine langandauernde Rolle gespielt haben; bei noch anderen, +z. B. manchen europäischen, bildet die Kupferzeit anscheinend nur eine +verhältnismäßig kurze Übergangsperiode zwischen Stein- und Eisenzeit, +unter ganz vorwiegender Anlehnung an erstere[5733]. + +In +Ägypten+ finden sich schon in den vorgeschichtlichen, tief in das +5. Jahrtausend zurückgehenden Hockergräbern der älteren Steinzeit +vereinzelte Geräte aus Kupfer[5734], das aller Wahrscheinlichkeit +nach dem Gebiete des Sinaï entstammte[5735]; dort standen schon +damals im Wadi Maghâra (Höhlental) erst einige wenige, alsbald aber +zahlreichere kleine Öfen in Tätigkeit, für deren Betrieb der hohe +Schmelzpunkt des Kupfers eine künstliche Luftzufuhr durch einfache +Blasebälge zur unabweisbaren Voraussetzung macht[5736]. Den Rohstoff +bildeten die dort reichlich vorhandenen, erdigen, leicht schmelz- +und reduzierbaren Kupfererze[5737], die hauptsächlich aus basischen +Karbonaten, Phosphaten und Hydrosilikaten bestehen und eingesprengte +Lager von Mafek (Grünstein, Malachit), Chesbet (Blaustein, Türkis; dort +ein schwach kupferhaltiges Tonerde-Phosphat), Hämatit (Roteisenstein) +und Pyrolusit (Braunstein, Mangansuperoxyd) führen[5738]; sie zeichnen +sich durch einen bedeutenden, oft einige Prozente erreichenden Gehalt +an Arsen aus, der das Kupfer, das in reinem Zustande weich und +strengflüssig ist, leichter schmelzend, härter und besonders geeignet +für Werkzeuge macht[5739]. Immerhin ist das Gestein im ganzen ziemlich +arm an Kupfer, daher mußte dessen Gewinnung, bei der das gesamte Eisen +in die Schlacke ging[5740], viele Arbeit und große Kosten verursachen, +die sich nur durch den außerordentlich hohen Wert des Metalles zur +Stein- und Holzzeit bezahlt machen konnten[5741]. Die ältesten, im Wadi +Maghâra gefundenen Bruchstücke von Werkzeugen bestehen aus recht reinem +Kupfer, namentlich aus dem härteren arsenhaltigen[5742], und sollen +hierdurch von jenen zu unterscheiden sein, die in späterer Zeit aus +dem Metall einiger im eigentlichen Ägypten (im Fayum?) gelegenen Gruben +dargestellt wurden[5743]. + +Bis gegen Ende des 4. Jahrtausends gewann das Kupfer nur +sehr+ +langsam Boden, so daß von einer merklichen Verdrängung der Steingeräte +frühestens zur Zeit der Thiniten die Rede sein kann, also etwa um +3000[5744]. Seither scheinen die Fortschritte aber raschere gewesen +zu sein; im Totentempel des Königs ~Sahure~ bei Abusir, der gegen +2500 errichtet ist, wurde z. B. eine 400 m lange Wasserleitung +aufgedeckt, deren Röhren, bei 4 cm Durchmesser und 1 mm Wandstärke, +aus getriebenem Kupfer angefertigt sind[5745]; eine Statue des der 6. +Dynastie zugehörigen Königs ~Pepi~ I., gleichfalls um 2500, besteht aus +getriebenen und vernieteten Kupferplatten[5746] und ein Szepter dieses +Herrschers aus reinem Kupfer[5747]. Das nämliche gilt von einigen +anderen aus der Zeit des alten Reiches herrührenden Fundstücken[5748], +meist Waffen, Kunstgegenständen und Werkzeugen[5749], welche letzteren +zum Teil bis 4% Arsen enthalten und sich daher durch bedeutende Härte +auszeichnen[5750]. Nicht zulässig ist jedoch der Schluß, daß umgekehrt +alles aus reinem Kupfer Hergestellte dieser ältesten Periode angehöre, +denn für viele Zwecke, besondere für kultische, dauerte die Benützung +des Kupfers noch bis in späte Zeiten hinein fort[5751]. Um 2300 +werden Lanzen mit Spitzen aus Kupfer, neben Pfeilen mit solchen aus +Feuerstein gemalt[5752]; gegen 2000 erwähnen die Verfasser gewisser +Gedichte „Türen aus Kupfer“, und die der „Altägyptischen Sagen“ die +Schätze des Sinaï an Kupfer[5753], das sich auch als unreines schwarzes +(chomt kemi) und als reines rotes, in Gestalt von faustgroßen Stücken, +Platten, Barren und Ziegeln (dobe) annähernd gleichen Gewichtes +verschiedentlich abgebildet findet[5754]. Was unter dem mehrfach +erwähnten Kupfer „von der Farbe des Ein-Drittel-Goldes“, oder „des +Goldes dritter Güte“ zu verstehen ist, bleibt vorerst ungewiß[5755]. +Vieles Kupfer gelangte unter der Regierung ~Thutmosis~ III. (1501-1447) +nach Ägypten, und zwar aus Cypern[5756]; was aber die Berichte dieses +ruhmredigen Herrschers als „Abgaben des Königs von Asiy“ (Cypern) +erwähnen und als „Barren, dargebracht von den Keftiu“ (Kretern) im +Bilde vorführen[5757], das erweisen die in Tell-el-Amarna entdeckten +Briefe aus der Zeit ~Amenophis~ IV. (1375-1358) als die zu eigentümlich +gestalteten, viereckig geschweiften Barren und Platten geformte +Handelsware aus Kupfer und Bronze, die um 1500 von den erwähnten +Inseln her nach allen Weltgegenden verschifft wurde und insbesondere +in Ägypten einen Gegenstand steter Nachfrage bildete[5758]. Trotz +dieser verstärkten Einfuhr blieb übrigens Kupfer sehr teuer; noch unter +~Rhamses~ II. (1348-1281) war es so kostbar, daß der König den Göttern +u. a. auch Geschenke an Kupfer darbrachte, daß es neben Gold und Silber +die Schatzkammern der Tempel füllte und gleich den Edelmetallen zur +Bezahlung in Arabien eingekaufter Luxuswaren diente[5759]. + +Für die sehr alte Bekanntschaft der +Sumerer+ mit dem Kupfer spricht +schon der Umstand, daß bei ihnen unter den Namen der Metalle +allein+ +der des Kupfers, urudu, mit keinem zusammengesetzten Ideogramm +geschrieben wird[5760]; von den Metallgöttern, die die Sumerer nach +~Lenormant~ verehrten, soll der Gott des Kupfers der wichtigste und +hervorragendste gewesen sein, und in Hymnen und Inschriften begegnet +man nicht selten Sätzen wie „Dein Ruhm strahle wie Kupfer in hellem +Glanze“, „Dein Übel zerrinne wie geschmolzenes Kupfer“ u. dgl. +mehr[5761]. In den ältesten Schichten der Ruinen von Telloh fanden +sich u. a. eine große Lanzenspitze des Königs ~Lugal~ von Kisch, der +gegen 2900 den König von Telloh bekriegte[5762], eine Votiv-Tafel +und -Statue[5763], sowie verschiedene Hacken und Geräte, sämtlich +aus reinem Kupfer[5764], und ebensolche Götterbilder und Gefäße +kamen aus den vermutlich gleichalterigen Gräbern in Ur zutage[5765]; +da aber in beiden Fällen die kupfernen Gegenstände auch schon von +bronzenen begleitet werden, so ist eine reine Kupferzeit für Sinear +bisher nicht nachgewiesen[5766]. Das Metall einer Statue des Königs +~Bur-Sin~ von Ur (um 2600?) enthält 82% Kupfer und 18% Blei, und auch +Kupfer mit 3% Eisen kommt vor[5767], doch lassen solche Zusätze keinen +bestimmten Schluß auf eine spätere Herkunft zu, denn eine Statue des +Königs ~Rin-Sin~ z. B. (um 2200?) besteht wieder aus ganz reinem +Kupfer[5768]. Zur Zeit ~Gudeas~, um 2300, lieferte Kimâs (am oberen +Euphrat?) vieles Kupfer[5769], und unter ~Hammurabi~ und ~Singarid~, +der einen Höchstpreis für dieses Metall festsetzte[5770], war es +billig und diente nur zur Herstellung von Geräten, Instrumenten (auch +medizinischen)[5771], sowie Werkzeugen, u. a. der sog. Doppelbeile, +deren Bestimmung aber auch in anderer Weise ausgelegt wird (s. +unten). Noch später, im 16. Jahrhundert, erscheinen Kupfer- und +Bronze-Gegenstände unter den Ausfuhrwaren Babyloniens nach Vorderasien, +z. B. nach Syrien[5772]. + +Die +Ägäis+ weist im Palaste von Knossos auf Kreta Metalle nicht in den +ältesten, bis gegen 4000 zurückreichenden Schichten auf, wohl aber +in den der Zeit um 3000 angehörigen, und zwar hauptsächlich Kupfer +(u. a. Schmucksachen aus Kupferdraht, die das Spiralmotiv zeigen), nach +einigen aber auch schon etwas Bronze, so daß eine reine Kupferperiode +nicht gesichert erscheint[5773]. Die Heimat jenes Kupfers ist aber +nicht das metallarme Kreta selbst, sondern offenbar Cypern, das an der +südwestlichen Küste zahlreiche und sehr ergiebige Fundorte besitzt, +während des gesamten Altertumes wegen seiner reichhaltigen Minen und +seiner vortrefflichen Erzeugnisse berühmt war und von der Sage zur +eigentlichen Heimstätte des Bergbaues und der Metallurgie gestempelt +wurde[5774]: sollen doch, wie noch ~Servius~ (5. Jahrhundert n. Chr.) +überliefert, die Korybanten zuerst in Cypern die reichen Erze des +Berges Koryum entdeckt und aus ihnen Kupfer auszuschmelzen gelehrt +haben[5775]. Sehr frühzeitig, schon um 3000, war in Cypern das Kupfer +vorherrschend und diente an Stelle des Steines zur Erzeugung von Waffen +und Geräten, ohne daß jedoch auch hier eine scharfe Trennung von +Kupfer- und Bronzezeit möglich wäre[5776]. Alsbald werden auch gewisse +charakteristische Formen nachweisbar, z. B. die der Doppelaxt und der +eigentümlich gestalteten, nach kyprischen Minen (von 608 g) oder deren +Vielfachen ausgewogenen Barren[5777], die bereits während der ersten +Hälfte des 3. Jahrtausends zur Ausfuhr gelangen; wer diese vermittelte, +von wann an die Phönizier an ihr teilhatten, ob diese wirklich gerade +Cypern erst +nach+ der mykenischen Zeit eifriger besuchten[5778] +und ob +sie+ es waren, die sodann das cyprische Kupfer zuerst nach +Ägypten brachten (s. oben), ist ungewiß[5779]. Bald nach etwa 1600, +sei es infolge politischer Verhältnisse und des Niederganges der +mykenischen Kultur, oder der Fortschritte der Nautik, scheint Kreta zur +wichtigsten Schiffsstation des ägäischen Meeres und zum Mittelpunkte +des gesamten Kupfermarktes aufgestiegen zu sein; dies erklärt die +ganz außerordentliche Verbreitung des Kupfers in Gestalt von Barren +kretischen Gewichtes (der Mine von 618 g und ihrer Vielfachen), sowie +von Doppeläxten[5780], betreff derer vielleicht auch ein Zusammenhang +mit der hohen sakralen Bedeutung der λάβρυς (Lábrys, Doppelaxt) in +Kreta anzunehmen ist[5781]. + +In +Troja+ tragen die untersten Schichten (um etwa 3300) noch völlig +steinzeitlichen Charakter, scheinen aber bereits vereinzelte kupferne +Erzeugnisse zu enthalten, z. B. sehr dünne Messer[5782]; die folgenden +führen Geräte aus Kupfer, auch gegossene, schon ziemlich häufig[5783], +gleichfalls aber bereits solche aus Bronze, so daß auch hier von einer +reinen Kupferzeit nicht wohl die Rede sein kann[5784]. Grabstätten vom +Charakter der sog. trojanischen Kultur aus der Zeit um 2000 finden sich +auch in einigen Gegenden des inneren Kleinasiens und sind dort nicht +minder reich an kupfernen Werkzeugen, Messern und Nadeln[5785]. + +Die +mykenische+ Zeit um 2000 besaß eine ausgebildete Kupferindustrie, +verstand das Kupfer nicht nur kalt zu hämmern und zu gießen, sondern +auch zu schmieden, zu treiben, zu löten, zu dünnen Blechen zu schlagen, +zu feinen Fäden zu ziehen, usf., und bildete einen ihr eigentümlichen +Dekorationsstil aus[5786]; Stücke, wie die große zu Mykene gefundene +Kanne, oder wie die Dolche, die aus einem Kupferkerne mit einer +Überfangschicht schwarzen Schwefelsilbers und eingelegten Figuren aus +Gold oder Elektron bestehen, sind als hervorragende Leistungen des +Kunstgewerbes anzusehen[5787]. Der χαλκεύς (Chalkeús), ursprünglich +einfach ein Bearbeiter des Kupfers, später auch Kupfer-Gießer, war +nunmehr zum eigentlichen Kupferschmiede geworden[5788]. + +Die +Griechen+ lernten vermutlich auch das Kupfer (Chalkós) durch die +Phönizier kennen, die es anfangs als Händler brachten, hauptsächlich +aus Cypern, später aber auch die ersten Bergwerke in Gang setzten, +u. a. die zu Chalkis auf Euböa[5789]; wenn in der Odyssee[5790] +~Mentes~ nach dem kupferreichen (πολύχαλκος) Temesos fährt, um +dort Kupfer einzutauschen, so hat man hierunter nicht Temesos in +Unteritalien zu verstehen (obwohl es auch dort Kupfergruben gab), +sondern Temesos auf Cypern[5791], wobei zu bemerken ist, daß sich +der Name +beider+ Städte vom phönizischen (semitischen) tamassos = +Schmelzhütte ableitet[5792]. Das Wort χαλκός weist übrigens nach +~Curtius~ nicht allein oder vorzugsweise auf Kupfer hin, sondern +eher auf Metall überhaupt, und könnte mit dem semitischen chalaqa = +bearbeiten in Verbindung stehen[5793]. Hierzu würde es stimmen, daß +(wie erwähnt) χαλκεύς anfangs nichts weiter ist als ein „Bearbeiter“ +des Kupfers, später aber, so schon bei ~Homer~, auch der irgend eines +anderen Metalles[5794]; als möglich wird aber auch ein Zusammenhang +zwischen χαλκός, dem Kupfer, und χάλκη, der Purpurschnecke, +hingestellt, und zwar mit Beziehung auf die gemeinsame Farbe, nach +der beide die „Roten“ hießen[5795]. Doch bezeichnet χαλκός fast von +Anbeginn an ebensowohl das rote Kupfer wie die goldfarbige Bronze +(Erz), so daß die meisten Litteraturstellen, selbst die berühmte +hesiodische, die vom „Zeitalter des Erzes“ berichtet, eine gewisse +Unklarheit darüber walten lassen, welches von beiden Metallen im +Einzelfalle gemeint sei. + +In Italien stehen die +Etrusker+ sehr frühzeitig im Besitze +reichlichen Kupfers, das sie zum Teil aus den ergiebigen, aber bald +erschöpften Gruben der Insel Elba erhielten, zum Teil auf dem Wege des +Seehandels[5796]. Kupfer-Bergwerke waren außerdem in der lokrischen +Ansiedlung Temesos (Temesa) vorhanden, sowie an verschiedenen anderen +Stellen der Halbinsel[5797]; spät (kaum vor 500 v. Chr.) und +verhältnismäßig spärlich findet sich Kupfer in den Grabstätten der +Po-Ebene[5798], was aber vielleicht nur auf besonderen Zufällen beruht. +Im mittleren Italien ist Kupfer, als vorgewogenes Brocken-Kupfer, „aes +rude“ oder „raudus“, schon seit dem 9. Jahrhundert ein wichtiger, +später aber bis zum 3. Jahrhundert herab, ein fast allgemeiner +Wertmesser; allmählich treten hierbei an die Stelle der ungeformten +Brocken Kupfer-Stücke oder -Barren, die schließlich auch gemustert +und wie die römisch-campanischen mit eingepreßten schönen Bildern von +Schweinen oder Stieren verziert werden (daher pecunia = Geld, von +pecus = Vieh, das ursprünglich in natura zur Bezahlung diente). Diese +Umstände machen die einflußreiche Rolle erklärlich, die Worte spielten +wie pendere (zahlen; eigentlich abwägen) und die von aes abgeleiteten +aestimare (bewerten, schätzen; eigentlich mit Erz aufwägen), aerarium +(Erz-Schatz), u. dgl. mehr[5799]. Wie χαλκός, so bedeutet übrigens +auch aes sowohl Kupfer wie Bronze, und es läßt sich nicht stets ohne +weiteres entscheiden, welches von diesen. -- Die Inseln des westlichen +Mittelmeeres sollen in ältester Zeit, früheren Vermutungen entgegen, +nicht viel Kupfer erzeugt haben, ganz außerordentliche Mengen besaß +hingegen +Spanien+, vor allem in den Minen der asturischen Gebirge bei +Oviedo, deren Halden bis in das zweite Jahrtausend zurückreichen[5800], +sowie in jenen der Sierra Morena; aus Tartessos, das die einen für +den Namen einer Stadt, die anderen für die Bezeichnung der ganzen +Südwestküste erklären, holten es die Phönizier schon seit Beginn +ihrer Fahrten nach dem Westen, und es war wohl die älteste und damals +wichtigste Ausfuhrware des Landes. + +Über das Auftauchen des Kupfers in +Mitteleuropa+ gehen die Meinungen +der Forscher noch stark auseinander. Schon in Grabresten, die noch +der reinen Steinzeit (um etwa 2500) angehören, finden sich vereinzelt +aus kupfernen Perlen oder Drähten hergestellte Schmucksachen, die +allem Anscheine nach dem Südosten Europas entstammen[5801]; bekannter +wird das Kupfer aber erst gegen 2000 und gewinnt, durch Einwanderer +oder Tauschhändler aus dem Südosten herangebracht, weitere, jedoch +nur langsame Verbreitung[5802], teils in Gestalt von Spangen, Ringen +u. dgl., teils in der von Barren und Beilen[5803]. Diese, namentlich +die Doppelbeile, die ihren ersten Ursprung von sumerisch-babylonischem +Boden her genommen haben sollen[5804], scheinen nach ~Forrer~ zuerst +aus Cypern, seit etwa 1300 aber aus Kreta gekommen zu sein und +zeigen dementsprechend anfangs die cyprischen, später die kretischen +charakteristischen Formen und Gewichte[5805]. ~Regling~ glaubt zwar, +daß ~Forrer~ seine Befunde nicht selten „phantastisch verwertet +habe“[5806], gibt aber doch zu, daß die vermutlich cyprischen +Doppelbeile der sog. Depot- oder Massenfunde, deren etwa 20 aus ganz +Mitteleuropa bekannt sind, zum Teil eingeschlagene Fabriks- oder +Gewichtsmarken tragen und daher „in einigen Fällen justiert worden +sind[5807]; er betrachtet übrigens diese „praktisch unbenützbaren +Formen“ nicht als Werkzeuge, sondern als „Metall in gebrauchsfähiger +Gestalt“, im Sinne von Wertgegenständen oder Geldvorräten, etwa wie die +späteren eisernen „Spieße“ der Spartaner, die ὄβελοι oder ὀβελίσκοι +(Obelisken)[5808]. Nach Nordeuropa verbreiten sich die nach kretischen +Minen abgewogenen, 0,5-3 kg schweren Barren und Doppeläxte nur sehr +langsam[5809], so daß dort die eigentliche Kupferzeit erst erheblich +später einsetzt als in Mitteleuropa, wo sich z. B. um 2000 in den +Pfahlbauten des Mondsees schöne Äxte aus reinem Kupfer bereits in +größerer Zahl vorfinden[5810]; erst im Verlaufe dieser Kupferzeit, +die in Mitteleuropa etwa von 2000 bis 1800 währt, lernt man daselbst +zunächst Kupfer, und zwar fertig zugebrachtes, selbst zu gießen und +nach dem Vorbilde der noch lange in Benützung bleibenden Steingeräte +zu formen[5811], schließlich aber vielleicht auch schon, aus seinen +Erzen an Ort und Stelle zu gewinnen. Ob indessen die Annahme zutrifft, +daß für Kupfer-Bergbau und -Verarbeitung in Ungarn, Deutschland, +den Alpengegenden usf., -- keinesfalls aber in Skandinavien --, ein +derart hohes Alter in Anspruch zu nehmen sei[5812], bleibt immerhin +zweifelhaft; erstens dauert nämlich die Einfuhr von Kupfer in Gestalt +von Ringen kretischen und phönizischen Gewichtes noch nach Beginn des +1. Jahrtausends (der sog. frühen Hallstädter Zeit) fort[5813], und +zweitens reichen die ältesten Kupferbergwerke der Alpen, z. B. die zu +Mitterberg und Kitzbüchel, keinesfalls so weit zurück, wie dies ~Much~ +und andere Forscher voraussetzten[5814], sie gehören vielmehr nach den +Untersuchungen von ~Hoernes~ erst der Bronzezeit an[5815]. + +Widersprechen nun obige Tatsachen einerseits der von einigen Gelehrten +verfochtenen Theorie, der gemäß das Kupfer in Mittel- und besonders +in Nordeuropa einen selbständigen Entstehungskreis besitze, so +sind sie andererseits auch schwer vereinbar mit den Anschauungen +von ~Montelius~, nach denen zwei Verbreitungswege des Kupfers nach +Mittel- und Nordeuropa in Frage kommen sollen, ein östlicher über die +Balkanländer und den Balkan, sowie ein westlicher über das Mittelmeer +und den Boden des heutigen Frankreichs[5816]. Gallien war während des +gesamten Altertums, ja selbst zu römischer Zeit, niemals besonders +reich an Kupfer[5817], wie ja auch von Britannien noch ~Caesar~ +behauptet, man mache daselbst nur von eingeführtem Kupfer (aere +importato) Gebrauch[5818]. Falls es nun richtig ist, daß gegen Ende +der Steinzeit gewisse rundköpfige Stämme aus den Hauptsitzen der sog. +Grenelle-Rasse im nördlichen Frankreich über den Rhein und quer durch +Deutschland weithin nach Osten und Norden drangen und daß diese damals +zuerst das Kupfer verbreiteten, in dessen Besitz sie sich bereits +befanden[5819], so fehlt bisher jedenfalls der Nachweis, daß und auf +welche Art sie ihre Kenntnisse aus dem Orient empfingen; woher sonst +sie ihnen zukamen, bleibt aber allerdings ebenfalls im Dunkeln, und so +liegt hier eines der zahlreichen noch ungelösten Rätsel vor, wie z. B. +das betreffs der oben erwähnten Kupferbeile der Charente, die eine +gewisse Zeit lang bis 3% Arsen enthalten, während sie sich nach deren +Ablauf gänzlich arsenfrei erweisen[5820]. + +Die +Indogermanen+ kennen vor ihrer Trennung und der Zeit der +beginnenden Abwanderung aus ihrer immer noch vielumstrittenen Urheimat, +also um 2500 und gegen Ende der jüngeren Steinzeit, nur +ein+ Metall, +das Kupfer, benützen aber auch dieses nur in sehr beschränktem +Umfange, und zwar in Form von Schmucksachen, Flachbeilen, Dolchen, +Pfriemen, vielleicht auch Sicheln; sie verstehen, es in Steinformen +zu gießen, nicht aber, es zu schmieden[5821]. Nach dem einen Namen +des Kupfers, „ayas“ (lat. aes), der zu den ältesten Bestandteilen des +indogermanischen Wortschatzes gehört, benennen sie später die ihnen +neu bekannt werdenden Metalle, z. B. Gold, als „das gelbe“, Silber +als „das weiße“, Eisen (Stahl) als „das blaue“, nämlich Metall[5822]; +ein zweiter Name ist raudhâ oder roudhos, der das Kupfer als das +„Rote“ bezeichnet, aber auch mit dem anklingenden sumerischen urudu +in Zusammenhang stehen soll, -- so wie pereku, das Beil, gr. πέλεκυς +(Pélekys), sanskr. paraçu, mit sumer. balag, assyr. pilakku --, +ohne daß sich aber angeben ließe, wo oder gar wann diese Beziehung +vermittelt wurde[5823]. -- Daß die westlichen +Finnen+ auch vom Kupfer +(rauta, ruda) erst durch indogermanische Nachbarn Kunde erlangt hätten, +trifft nicht zu; sie waren offenbar schon in ihrer alten Heimat, +als die das Ural-Gebiet angesehen wird, mit ihm wohlvertraut[5824] +und erklären es in ihren Volkssagen als das älteste Metall. In der +„Kalewala“ wird daher der Gott ~Ilmarinen~ gleich mit den kupfernen +Geräten des Schmiedes geboren, Kupferschmiede spielen eine große Rolle, +und das Kupfer (nicht aber die ganz unbekannte Bronze) findet unzählige +Verwendungen[5825]; das nämliche ist im „Kalewipoeg“ der Fall, und in +den „Esthnischen Märchen“ gelten u. a. auch kupferne Geräte als „bei +uns zu Lande verfertigt“[5826]. + +Seit wann in +China+ und +Indien+ Kupfer bekannt ist, und ob man +daselbst eine eigentliche, jener der Bronze vorausgehende Kupferzeit +anzunehmen hat, entzieht sich nach Maßgabe der vorliegenden Funde und +Berichte noch jeder Beurteilung[5827]; die zahlreichen von ~Pfizmaier~ +zusammengestellten chinesischen Angaben sind teils unklar, teils +verraten sie sichtlich schon arabische Einflüsse, wie die über das +männliche und weibliche Kupfer, über den „Geist des Kupfers“, über +die fünf farbigen Arten des Kupfers, über die „Blüte des Kupfers“ (= +Grünspan), die gemeinsam mit Zinnober, Kupferlasur, sowie männlichem +und weiblichem Arsen, die „fünf Steine“ bildet, usf.[5828]. In Indien +sprechen die Fundstücke für ein sehr hohes Alter des Kupfers, dessen +Gewinnung seit jeher in den äußerst unvollkommenen, jedoch mit einer +Art Blasebalg versehenen, kleinen Öfen erfolgt sein mag, die daselbst +noch gegenwärtig im Betriebe anzutreffen sind[5829]; bemerkenswert ist +es, daß noch zu Beginn unserer Zeitrechnung ~Strabon~ versichert, die +Indier kennten keine geschmiedeten Kupfergefäße, sondern nur gegossene, +die beim Hinfallen zerbrächen wie irdene[5830]. + ++Persien+ besaß reiche Kupfergruben, die während des ganzen Altertums +und Mittelalters in dauerndem Betriebe standen, dessen noch 629 +der chinesische Pilger ~Hiuen-Thsang~ gedenkt[5831]. Die bei den +Ausgrabungen in Susa zutage gekommenen ältesten Werkzeuge und Nägel +bestehen aus reinem Kupfer[5832], dessen erste Darstellung die +persische Sage in die fernste Urzeit zurückverlegt und dem völlig +mythischen Schah ~Hoscheng~ zuschreibt; in ~Firdusis~ „Schahnameh“ +heißt es von ihm[5833]: + + „Erz und Gestein er schied mit Verstand. + Zum Werkstoff glänzendes Erz er macht’, + Das er zog aus dem Felsenschacht: + Er kannt’ es und fing die Schmiedekunst an, + Durch die er Beil, Säg’ und Axt gewann.“ + +Auch in den uralten Vorstellungen vom Weltende, die nach den „Gathas“ +genannten Verspredigten im „Avesta“ von ~Zarathustra~ selbst, also +wohl aus dem 2. Jahrtausend, herrühren sollen, spielt das Kupfer +eine wichtige Rolle: neben dem roten Feuer erwähnen sie das rote, +lohende, geschmolzene Metall, dessen glühenden Strom die Auferstehenden +durchschreiten müssen, wobei ihn die Guten als ein laues Bad empfinden, +während er den Bösen die furchtbarsten Qualen bereitet[5834]. In +der jüngeren Fassung des „Avesta“ tritt dann unter den auch schon +den Gathas bekannten sechs iranischen Erzengeln die Gestalt des +~Schahrewar~ auf, des „Oberherrn der Metalle“, des „Herrn der 7 +Metalle“, der diese schmilzt, „das Eisen, das Blei und das gemeine +Metall“ (d. i. das Kupfer); im „Bundehesch“ ist er der „Herr der Waffen +und der Waffengewalt“, in den späteren Pehlewi-Texten aber der „Geber +des Reichtums“, nämlich der Metalle, die Geld und Gut darstellen, und +die er am jüngsten Tage durch ein herabfallendes Meteor (?) schmilzt, +wobei sie die Gerechten wie laue Milch umfangen[5835]. + +Bei den +Arabern+ scheint das Kupfer erst nach der Eroberung Persiens +weitere Verbreitung gefunden zu haben[5836]; sehr frühzeitig wird ein +persischer Klient als Kupferschmied erwähnt[5837], und zur Zeit des +Khalifats sind alsbald große Mengen Kupfer vorhanden, Erzeugnisse +Syriens, Kleinasiens, der südöstlichen Küstenländer des schwarzen +Meeres, Armeniens, Kermans (des alten Karmaniens)[5838], aber auch des +Maghrebs (Westafrikas)[5839] und nicht zum wenigsten Transoxaniens und +Ferghanas, die als ebenso reich an Kupfer gerühmt werden wie an Türkis, +Marienglas, Nûschâdir (Salmiak), Schwefel, Naphtha und zahlreichen +anderen Mineralien, Erzen und Metallen[5840]. + +Was die +Namen+ des Kupfers betrifft, so sind das sumerische urudu und +das indogermanische ayas bereits oben erwähnt worden; von letzterem +leiten sich das indische ayas ab, das altpersische ayah, das gotische +aiz, das lateinische aes, vielleicht auch das keltische umajo und das +irische umae[5841]. Mit der roten Farbe des Kupfers hängt die zweite +indogermanische Bezeichnung zusammen, raudhâ oder roudhos, und mit +dieser wieder die für Rot und Kupfer im Indischen (rudhira und lôha), +im Altpersischen (ruad und rôdh, wovon neupersisch rôy), ferner das +griechische ἐρυθρός, das lateinische ruber, das gotische raudo, das +altslavische rudru und das südslavische ruda, das lettische raudunes, +das altpreußische rauda, vielleicht auch das finnische rauta oder ruda, +sowie das baskische urreïda[5842]. + +Für das Wort „Kupfer“ sind einige weithergeholte Etymologien +vorgeschlagen worden, nach ~Ludwig~ z. B. käme es vom semitischen +K’pôr = Deckel, Scheibe, bedeutete also eigentlich Platten- oder +Scheibenkupfer[5843]; nach ~Wilser~ hätten die Römer ihr cuprum der +Sprache nordischer Völker entlehnt, etwa solcher Britanniens oder +Skandinaviens, woselbst die Kupfergewinnung eine ganz außerordentlich +alte sei[5844], -- welche letztere Behauptung übrigens nach ~Hoops~ +durchaus nicht zutrifft[5845]. Die größte Wahrscheinlichkeit spricht +vorerst immer noch für die nächstliegendste und natürlichste Erklärung, +der gemäß cuprum von Cypern abzuleiten ist[5846], seiner ältesten +und wichtigsten Gewinnungsstätte, deren hohe Bedeutung auch weiter +fortdauerte, als die Insel 57 v. Chr. in römischen Besitz übergegangen +war: machte doch noch Kaiser ~Augustus~ dem ~Herodes~, der ihm +300 Talente als Gabe dargebracht hatte, ein wahrhaft kaiserliches +Gegengeschenk, indem er ihn mit dem halben Ertrage der cyprischen +Erzgruben belehnte[5847]. Das Griechische besaß ursprünglich keinen mit +Cypern zusammenhängenden Namen für Kupfer, vielmehr hieß dieses einfach +χαλκός (Chalkós), so wie die Bronze, oder zuweilen zum genaueren +Unterschiede von dieser χαλκός ἐρυθρὸς = rotes Kupfer, so schon bei +~Homer~[5848], aber auch noch bei ~Poseidonios~ (um 100 v. Chr.)[5849]. +Das Lateinische kennt den nämlichen Ausdruck „aes rubrum“, neben +diesem tritt aber auch „aes cyprium“ auf, das sich z. B. bei ~Vitruv~ +findet, ferner „aes cypreum“ (oft bei ~Plinius~), „aes cyprinum“ +und „aes cupreum“; „cuprum“ allein (ohne aes), sowie „cuprinus“ (= +kupfern), kommen dagegen erst bei sehr späten Schriftstellern vor, +z. B. bei ~Spartianus~ (4. Jahrhundert), bei ~Palladius~, und einigen +anderen von ~Rossignol~[5850] und ~Blümner~[5851] aufgezählten +Autoren, denen noch der Arzt ~Caelius Aurelianus~ (5. Jahrhundert) +anzureihen wäre, der an einer Stelle „lepida cyprina“ (Kupfer-Schuppen) +vorschreibt[5852]. Die späte Nachweisbarkeit einer Vokabel in der +Litteratur erbringt freilich keine Entscheidung über ihr Alter, es +wird z. B. kaum jemand voraussetzen, daß das Wort vitrum = Glas, für +das bisher ~Cicero~ der früheste Gewährsmann sein soll, erst zu seiner +Zeit plötzlich aufgetaucht sei; so wird wohl auch, neben vielen anderen +als cyprische bekannten Erzeugnissen, das cyprische Erz, aes cyprium, +cypreum, oder cupreum, im Sinne von Kupfer, dem Volksmunde längst +vertraut gewesen, und in der Vulgärsprache abgekürzt „cuprum“ genannt +worden sein, worauf u. a. die Bezeichnung der εἰς κύπρον (in Kýpron, in +Kupfer) Arbeitenden im Maximaltarife des ~Diokletian~ von 301 hinweist +(s. oben S. 274). In ganz ähnlicher Weise ging z. B. der (+nicht+ von +Cypern abzuleitende) Name der Cypresse, der noch bei dem höfischen +~Vergil~ „cyparissus“ lautet[5853], nach Beginn der Kaiserzeit, und +anscheinend gerade unter Anlehnung an „cuprum“ ganz allgemein in +„cupressus“ über, war jedoch schon weit früher in dieser Gestalt +gebräuchlich, was sich hier rein zufällig aus einem Verse des ~Ennius~ +(239-169 v. Chr.) belegen läßt[5854]. -- Nichts zu tun hat „cuprum“ +mit dem von ~Varro~ als sabinisch überlieferten „ciprum“ = gut[5855] +und mit den etrurischen Städtenamen Cupra maritima und montana; diese +selbst führt man wieder auf eine Göttin ~Cupra~ zurück, in der man +bald die griechische ~Kypris~ erblicken wollte, bald die römische +~Juno~, weil nach ~Pausanias~[5856], der aber hierin schon völlig den +synkretistischen Anschauungen folgt, ~Hera~ auch ~Aphrodite~ genannt +worden sei[5857]. -- Unter den romanischen Sprachen besitzt nur die +französische das von cuprum abgeleitete cuivre; die übrigen nahmen das +vulgär-lateinische „aeramen“ (etwa = Kupferzeug) auf und bildeten, wie +z. B. das italienische „rame“ zeigt, ihre Ausdrücke aus diesem. + + +5. Bronze. + +Die Geschichte der Bronze, der Legierung von Kupfer und Zinn, ist +auf das Innigste mit jener dieses letzteren Metalls verknüpft, auf +die jedoch aus verschiedenen Gründen erst weiter unten des näheren +eingegangen und daher an dieser Stelle nur hingewiesen werden kann. + +Die Erfindung der Bronze, sei sie anläßlich zufälligen gemeinsamen +Verschmelzens von Kupfererzen und Zinnstein, oder von fertigem Kupfer +und Zinn gemacht worden[5858], setzt jedenfalls gewisse metallurgische +Erfahrungen voraus, namentlich solche im Darstellen und Gießen +des Kupfers, und zwar eines ziemlich reinen[5859], -- wenngleich +es unmöglich ist, ihr, mit ~Kahlbaum~ und ~Hoffmann~[5860], schon +die klare Absicht unterzulegen, den hohen Schmelzpunkt des Kupfers +(1135°) durch den niedrigen des Zinns (228°) auf den mittleren der +Bronze (900°) herabzudrücken. Sie einem einzigen bestimmten Volke +zuzuschreiben, etwa den Ägyptern[5861] oder den Phöniziern[5862], +erweist sich als unzulässig, vielmehr scheint sie an mehreren, wenn +auch nur wenigen Punkten selbständig gemacht und dann von diesen +aus allmählich weiter verbreitet worden zu sein[5863], wobei sich +zwar Vorderasien, Europa und Afrika als zusammengehörig ergeben, ein +völlig gemeinsamer Herd aber selbst für die +alte+ Welt so gut wie +undenkbar erscheint[5864]. Auch im vorliegenden Falle mahnt nämlich +die +neue+ zur Vorsicht in allen weitgehenden Schlüssen, denn „in +beiden Hemisphären findet sich die Kunst dieser Legierung“, wie bereits +~Humboldt~ hervorhob[5865]: so besaßen die Mexikaner, bei denen +~Cortez~ Zinn in großen Mengen gewinnen und an Geldes Statt benützen +sah[5866], auch bronzene Geräte und Werkzeuge, 94% Kupfer und 6% +Zinn enthaltend, und waren im Gusse größerer und großer Gegenstände +wohlerfahren[5867]; die Peruaner, bei denen sich auch Wagen und +Gewichte vorfanden, die in Mexiko fehlten, verstanden ebenfalls, +Bronze mit 6% Zinngehalt herzustellen und zu gießen, und wandten sie +zu den mannigfaltigsten Zwecken an, obwohl ihnen das Eisen nicht mehr +unbekannt war[5868]; endlich bedienten sich auch einige, jedoch nicht +alle Völkerschaften Chiles, vermutlich von Peru aus beeinflußt, neben +der kupfernen auch bronzener Schmucksachen, Werkzeuge, Geräte und +medizinischer Instrumente[5869]. + +Für die oben erwähnte Vermutung ~Smiths~, die Bronze sei in +Ägypten+ +erfunden worden, lassen sich zureichende Gründe nicht vorbringen, +dagegen kannte man sie daselbst in weit früherer Zeit, als ~Gsell~ +annahm[5870], nämlich schon unter der Regierung der Thiniten und +der ersten Königsdynastien[5871], also etwa seit 3000; um 2500 war +sie bereits verbreiteter[5872], und dem alten Reiche scheint auch +ein aus Kupfer gegossenes Gefäß anzugehören, das schon ein mittels +eines Bronze-Plättchens verlötetes Loch aufweist[5873]. In einem +Gedichte aus der Zeit um 2000 ist von „Riegeln aus Bronze an Türen +aus Kupfer“ die Rede[5874], und spätestens um 1500 verstand man den +Hohlguß auch größerer Stücke und Statuen[5875], der jedenfalls eine +lange andauernde Übung voraussetzt. Die Frage, ob die Bronze, als +deren Namen thisd, thesed, aber auch chesmen angegeben werden[5876], +sowie die Bronze-Technik, den Ägyptern aus einem bestimmten Lande des +Orients zugekommen sei, aus welchem, und namentlich aus oder über +Cypern, muß vorerst unentschieden bleiben, ebenso wie die nach der +Herkunft des zu ihrer Darstellung erforderlichen Zinns. Tatsache ist, +daß dieses anfangs nur in sehr kleiner Menge vorhanden war[5877]: +der Gehalt beträgt bei den ältesten Bronze-Funden (um 3000) nur +1-2%[5878], bei den etwas jüngeren (um 2500) schon 6%[5879], und steigt +dann rasch auf die normale Höhe von 10-12%, die im 2. Jahrtausend +bereits die gewöhnliche ist[5880]. Die Fundstücke umgekehrt, auf +Grund ihres Zinngehaltes, einem bestimmten Zeitalter zuzuteilen, ist +aber im Einzelfalle ganz unzulässig, da man zinnarme Bronzen auch in +späterer Zeit weiter erzeugte, ferner aber auch Bronze-Gegenstände, +wahrscheinlich aus religiösen Gründen, zu gewissen Zwecken, z. B. +als Grabbeigaben, nicht anwandte, diese vielmehr (noch um 1500) +ausschließlich aus reinem Kupfer anfertigte[5881]. In älteren, +gegossenen Bronze-Gegenständen findet sich nicht selten ein merklicher, +zwischen 6 und 12% schwankender Zusatz an Blei, offenbar weil dieses +die Verflüssigung und Handhabung der Legierung erleichtert[5882], +während jüngere, geschmiedete, zuweilen 1-2% Eisen enthalten, +das vermutlich aus den benützten Kupfererzen herstammt und ihnen +eine bedeutende, aber zur Bearbeitung der Hartgesteine doch nicht +ausreichende Härte verleiht[5883]. Mit was für Werkzeugen die Ägypter +Granit, Syenit, Diorit und Basalt meisterten, ist noch strittig; ein +Härten der Bronze nach Art des Stahles, durch Abschrecken in Wasser +oder Öl (διά τινος βαφῆς), von dem ~Proklos~ und einige Spätere +fabeln[5884], darf für ausgeschlossen gelten, die Bereitung einer +Art Phosphor-Bronze mittels phosphorhaltiger Beigaben ist unbewiesen +und unwahrscheinlich[5885], und ein Zusatz von 22-30% Zinn macht die +Bronze zwar stahlhart, aber auch äußerst spröde[5886]. Da indessen +ägyptische Prägestempel des 6. Jahrhunderts v. Chr. von gerade dieser +Zusammensetzung vorliegen[5887], die Sprödigkeit zum großen Teil +durch Ausglühen zu beheben ist[5888], ferner sehr harte Instrumente, +z. B. medizinische, durch anhaltendes starkes Hämmern hergestellt +werden können[5889], endlich aber auch bronzene Feilen aufgefunden +wurden[5890], so scheint die Existenz einer Hartbronze doch noch +keineswegs ausgeschlossen; weitere Untersuchungen müssen Aufklärung +darüber bringen, ob bei ihrer Gewinnung mechanische Behandlungsweisen +die Hauptrolle gespielt haben, chemische Beimischungen (unter denen +auch noch das Arsen zu berücksichtigen wäre), oder beide. + +Den +Sumerern+ war die Bronze schon gegen 3000 gut bekannt, da die +ältesten Schichten zu Telloh (um 2900) zahlreiche bronzene Ringe, +Äxte und Götterbilder aufweisen[5891], aus der nämlichen Zeit ein +prächtiger Stierkopf in Bronze herrührt[5892], und aus der nur wenig +jüngeren des Königs ~Urnina~ (um 2800) zahlreiche Bronzefiguren +vorliegen[5893], sowie Bronzestifte von Rollsiegeln[5894]. Um 2700 +tragen die Krieger auf der sog. Geier-Stele des ~Eannatum~, Sohnes +des ~Entemena~, mit Metallbuckeln beschlagene Schilde, Lederhelme mit +Metallrändern, sowie Lanzen mit zweischneidigen Metallspitzen, und +das Metall scheint Bronze zu sein[5895]; eine ganze Anzahl kleiner, +sehr gut gearbeiteter Bronzefiguren sind nur etwa 30 Jahre nach dieser +Stele angefertigt[5896]. Unter der Regierung ~Gudeas~, der zu den +„Königen von Sumer und Akkad“ gehört[5897], etwa um 2300, stand die +Verarbeitung von Gold, Kupfer, Zinn und Bronze auf einer hohen Stufe, +und letzteres Metall wird auch in Inschriften und Zaubersprüchen +erwähnt[5898]; auffälligerweise erteilen die Sumerer in dieser Periode +den Göttergestalten nicht mehr den Typus ihres eigenen Volkes, sondern +jenen der Semiten[5899], von denen sie anscheinend auch die Verbindung +der Götter mit den Gestirnen sowie mit dem Lebenswasser übernahmen, -- +wie denn auch auf dem Siegel ~Gudeas~ ein sitzender Gott Vasen hält, +aus denen das Wasser des Lebens hervorsprudelt[5900]. Im Zeitalter +~Hammurabis~, um 2000, war die Bronze längst allgemein bekannt[5901], +und im 16. Jahrhundert bilden bronzene Rüstungen und Waffen einen +Gegenstand der Ausfuhr nach Syrien[5902]. Wie bei den Bronzen Ägyptens, +so ist im allgemeinen auch bei denen Babyloniens und Assyriens der +Gehalt an Zinn anfangs sehr gering, oft nur 0,1-0,3%, steigt dann auf +3-5 und später auf 10-12, zuweilen auch auf 16-20%, und wird nicht +selten von einem solchen an Blei (3-7%), Antimon (4%), Eisen (2-4%,), +Arsen (0,6%) und etwas Nickel begleitet, die, mit Ausnahme des Bleies +und vielleicht des Antimons, wohl sämtlich aus dem benützten Rohkupfer +herrühren[5903]. Bestimmte Anhaltspunkte über das Alter einzelner +Gegenstände liefert aber der Zinngehalt auch hier nicht, so z. B. fand +~Berthelot~ in einigen Stücken aus dem 2. Jahrtausend 10-12% Zinn, +in jüngeren (Anfang des 1. Jahrtausends) 11%, in noch jüngeren (um +800) 8,5%, aber auch 14-20%, neben 3,5-7% Blei und 2-3% Eisen oder +Nickel[5904]. -- Was die Frage betrifft, ob das Land der Sumerer als +die (oder doch als eine) Ursprungsstätte der Bronze anzusehen sei, so +ist zu bemerken, daß +allein+ dieses Volk neben dem Worte für Kupfer, +urudu, noch ein besonderes für Bronze besitzt, zabar, das „feurigrot, +glänzend“ bedeutet; in einem zweisprachigen Hymnus an ~Gibil~, den Gott +des Opfer-, Herd- und Welt-Feuers, den Lehrmeister der Schmiede[5905], +heißt es: „Du bist es, der Gold und Silber läutert; Du bist es, der +Kupfer (urudu) und Zinn (anna) mischt“[5906], und in diesen Versen wird +unleugbar dem Gotte die Erfindung der Legierung zugeschrieben[5907]. +Sollte aber wirklich „anna“ ursprünglich nicht Zinn, sondern Blei +bedeutet haben[5908], so läge die Vermutung nahe, daß die Blei-Bronze, +-- es sei hier nur an die Statue des Königs ~Bur-Sin~ von Ur (um +2600) mit 18% Blei erinnert[5909] --, älter ist als die Zinn-Bronze, +und daß der anfängliche Zusatz ein solcher von Blei war, das erst +späterhin durch Zinn ersetzt wurde. -- In jüngerer babylonischer Zeit +führt die Bronze auch andere Namen, so z. B. weihte ~Nebukadnezar~ II. +(um 600) einer Göttin je zwei Hunde aus Gold, Silber und Bronze, für +welche Metalle die Bezeichnungen hurasu, kaspu, und eru oder namru +stehen, d. h. „glänzendes Kupfer“[5910]. Ob der ältere Name zabar in +dem noch bei den späteren Arabern gebräuchlichen zafar, zafr, safr, +fortlebt[5911], ist fraglich. + +In der +Ägäis+ soll nach ~Karo~ das Kreta der frühminoïschen Periode +(3. Jahrtausend) Bronze noch nicht, und das der spätminoïschen (2. +Jahrtausend) anfangs nur spärlich, reichlicher erst seit etwa 1600, +besonders aber seit 1500, besessen haben[5912]; nach ~Meyer~ ist aber +Bronze schon zu Beginn des 3. Jahrtausends bekannt[5913] und nach +~Forrer~ bald nach dessen Ende in Knossos nicht selten[5914]. Das +nämliche gilt nach den zuletzt genannten Autoren von Cypern, woselbst +jedoch die Bronze-Gegenstände noch lange Zeit hindurch die Formen der +kupfernen festhalten und sich neben diesen nur sehr allmählich Bahn +brechen[5915]. Auch die Cykladen sind, entgegen ~Karos~ Ansicht[5916], +um 2500 schon reich an Bronze-Geräten, -Gefäßen und -Waffen; nur die +Spitzen der dortigen Pfeile sind nicht aus Bronze gefertigt, sondern +aus dem Obsidian der vulkanischen Insel Melos[5917]. + +Zu +Troja+ findet sich Bronze, wenngleich vereinzelt, schon in sehr +tiefliegenden Schichten, und ist anfangs arm an Zinn[5918]; um 2500 ist +bereits viel Bronze und solche von 8-11% Zinngehalt vorhanden[5919], +um 2000 treten Schmucksachen (auch gelötete) und getriebene Gefäße +auf[5920] und um 1500, in der sog. homerischen Schicht, mannigfaltige +Geräte und Waffen[5921]. + +Das +mykenische+ Zeitalter (um 2000) war mit der Verarbeitung der +Bronze durchaus vertraut, namentlich auch mit der Herstellung größerer +Gegenstände in Hohlguß[5922]; der Gehalt an Zinn ist sehr wechselnd, +kaum 1% bei einem Kessel aus Mykene[5923], 5,5% bei einem Schwert +und 9,5% bei einem Szepter (?) ebendaher[5924], dagegen 10-13% bei +Fundstücken aus Tiryns[5925]. Nach einigen Forschern waltet hierbei der +Zufall, nach anderen sollen die zinnreichen Geräte durch die Phönizier +eingeführt sein[5926]; die Herstellung kleinerer Gußsachen dürften +diese schon sehr frühzeitig verstanden haben, und jedenfalls reichte +ihre Erfahrung aus, um ihnen im 11. Jahrhundert den Guß der gewaltigen +Bronzesäulen vor dem Tempel zu Gades (der sog. Säulen des ~Herkules~) +zu ermöglichen, und im 10. Jahrhundert den der Prunkstücke im Tempel +~Salomons~, wobei sie Tonformen benützten[5927]. Unter mykenischem +Einflusse standen auch die Inseln des östlichen Mittelmeeres sowie +Sizilien[5928]; betreffs ersterer ist dem weiter oben Gesagten noch +hinzuzufügen, daß in Cypern die einheimischen Erzeugnisse auch während +dieser Zeit noch die alten Formen beibehielten und daher durchaus +archaisch erscheinen[5929], während sich in Kreta starke babylonische +Einflüsse geltend machten, deren Spuren auch die Bronze-Barren von ¼, ½ +und 1 Talent babylonischen Gewichtes verraten[5930]. + +Unter den +Griechen+ lernten die Bronze zuerst jedenfalls jene +Kleinasiens kennen, woselbst man gegen Ende des 10. Jahrhunderts z. B. +in Ephesus schon Zahlbarren (ohne Prägung) in Gold, Silber, Elektron, +Bronze und Blei besaß[5931] und wo auch der Hohlguß um diese Zeit +längst in Anwendung stand, so daß dessen „Erfinder“, ~Theodoros~ +und ~Rhoikos~ von Samos (6. Jahrhundert), von denen ~Pausanias~ +und andere erzählen, in Wirklichkeit wohl nur die Verbreiter +waren[5932]. Das nämliche gilt betreffs der Bronze selbst, die nach +den „Wunder-Geschichten“ des ~Pseudo-Aristoteles~ ein Lyder ~Skythes~, +nach ~Theophrastos~ ein Phryger ~Delas~, und nach den „Fabulae“ des +~Hyginus~ der Phönizier ~Kadmos~ zu Theben zuerst bereitet haben +soll[5933]. Auch von der Erfindung durch die im Ida-Gebirge hausenden +Daktylen berichten ältere Sagen[5934], doch ist es unzutreffend, daß +dieser bereits ~Homer~ gedenke; bei ihm bedeutet χαλκός (Chalkós) +bald Kupfer, bald Bronze, die dem geschilderten Zeitalter wohlbekannt +ist und als φαεινός (glänzend), αἶθοψ (funkelnd), νῶροψ (blendend) +bezeichnet wird[5935]. Wann die +europäischen+ Griechen zuerst von ihr +Gebrauch machten, läßt sich nicht bestimmt angeben, doch fehlt sie +z. B. noch in den tiefsten, bis in das 2. Jahrtausend zurückreichenden +Schichten Olympias[5936]; auf frühzeitiges erstes Auftauchen deuten +die Sagen vom ehernen Zeitalter, sowie die Anschauungen, daß Bronze +als das ältere Metall sich auch besser und edler erweise als Eisen, +für kultische und daher auch für medizinische Anwendungen den Vorzug +verdiene, den Göttern wohlgefällig sei, ihre Stimme in seinem Klange +wiedertönen lasse, die bösen Geister und Gespenster vertreibe, Zauber +und Zauber-Wirkungen breche, u. dgl. mehr[5937]. Die Darstellung der +Bronze aus Kupfer und Zinn, sowie ihre Eigenschaften, waren zwar +spätestens im 5. Jahrhundert ganz allgemein bekannt, -- ~Empedokles~ +(gest. 444) erwähnt ihrer, und ~Aeschylos~ (gest. 456) sagt, „das +Erz ist ein Spiegel des Körpers wie der Wein einer der Seele“[5938] +--, aber über ihr Wesen als Legierung kam man nicht ins klare; noch +~Aristoteles~ war, wie schon weiter oben ausführlich erörtert, der +Ansicht, daß das Kupfer durch Zinn etwa ebenso zu Bronze „gefärbt“ +werde, wie durch Galle zu „Gold“, und daß das Zinn sich völlig auflöse +und im Kupfer verschwinde, wobei es dieses hart, rein, glänzend mache +und „färbe“[5939]. Die griechischen Erzgießer und Künstler verstanden +es, der Bronze durch allerlei Beimischungen die verschiedensten +Farbentöne zu erteilen (s. das aes hepatizon, graecanicum usf. bei +~Plinius~)[5940], und dies trug vielleicht dazu bei, die aristotelische +Lehrmeinung zu bestätigen und zu festigen, so daß sie als übliches +Schulbeispiel dauernd in jedermanns Munde blieb, wie denn z. B. +noch ~Plutarch~ (48-125) sie bei jeder Gelegenheit immer wieder +vorbringt[5941]. + +In +Etrurien+ weisen schon die älteren Nekropolen, sowie die wiederholt +erwähnten Grabstätten zu Villanova und Felsina (Bologna) viel Bronze +auf[5942], die ursprünglich gegossen, sehr frühzeitig aber auch schon +getrieben wurde, derart, daß die ältesten Tonwaren des Landes sich als +Nachahmungen solcher getriebener Bronzegefäße zu erkennen geben[5943]; +diese besitzen einen eigenartigen Stil, den die Phönizier mindestens +seit dem 15. Jahrhundert nicht mehr tiefer beeinflußten[5944], +und sind an ihm meist mit Sicherheit kenntlich, z. B. im Norden, +wohin sie bereits in alter Zeit ihren Weg nahmen[5945]. Die auch +für den vorliegenden Fall bedeutsame Frage nach orientalischen, +insbesondere babylonischen Beziehungen der Etrusker, für die unleugbare +religiöse Anhaltspunkte vorliegen sollen (Zauberwesen, Aberglauben, +Leberschau)[5946], ist, ebenso wie die nach ihrer orientalischen +Herkunft und nach der Stellung ihrer Sprache, vorläufig noch strittig +und nicht spruchreif. -- Bei den +Römern+, deren Glauben und +Aberglauben so vielfach an den etruskischen anknüpft, ist die kultische +Bedeutung der Bronze bemerkenswert, so z. B. dürfen sich die Flamines +genannten Priester gelegentlich gewisser Opfer nur tönerner Gefäße, +wollener Kleider mit Erzspangen und bronzener Geräte bedienen[5947]. +Noch um 300 v. Chr. stand die Bronze so hoch im Preise, daß unter den +Geschenken, die ~Fabricius~ den Samniten wieder zurücksandte, außer +fünf Sklaven und fünf Pfunden Silbers auch zehn Pfunde Erz aufgezählt +werden[5948]. Im Laufe des 2. Jahrhunderte wurde Campanien, und +ganz besonders die Stadt Capua, zum Hauptsitze einer ausgedehnten +Bronze-Industrie, namentlich auch Kunst-Industrie, die seither, zumeist +aber vom Beginne der Kaiserzeit an, ganz Italien sowie die Provinzen +mit ihren Erzeugnissen versorgte, u. a. mit Spiegeln, deren beste, die +Brundisium (Brindisi) lieferte, etwa 30% Zinn, zuweilen auch etwas Blei +(5-6%) enthielten[5949]; anderen Bronzewaren wurde jedoch, besonders in +späterer Zeit, viel mehr Blei beigemischt. + +In +Mitteleuropa+ ist, wie schon oben erwähnt, bereits während der +jüngeren Steinzeit ein Handel anzunehmen, der sich auf Feuersteine, +Steinwerkzeuge, Tongeräte und primitiven Schmuck, vor allem Bernstein, +erstreckte, gegen Ende der Periode aber auch Muscheln des Mittelmeeres, +Glasperlen, Kupfer in Barren und Doppeläxten, Gold, Zinn und Bronze +umfaßte[5950]. Die sog. Bronzezeit setzt in Mitteleuropa um 2000 +ein, erstreckt sich in mehreren Stufen bis zu dem nicht überall +gleichzeitig (etwa zwischen 1000 und 600) erfolgenden Eintritte der +Eisenzeit, dauert aber auch während deren älteren (sog. Hallstädter) +und jüngeren (sog. La Tène-)Abschnittes weiter fort, -- die Grenze +beider bildet ungefähr das Jahr 400 --, und endigt vollständig erst +um 100 v. Chr.[5951]; im nördlichen Europa beginnt sie erst gegen +1700 und währt bis etwa 50 v. Chr.[5952]. Da gerade jene Gegenden +Mitteleuropas, in denen sich die Bronzezeit am reichsten entfaltete, +damals weder Kupfer noch Zinn erzeugten[5953], das Zinnland Britannien +aber keine Bronze besaß[5954], so fanden die Behauptungen einiger +Gelehrten, z. B. ~Wilsers~[5955], von einer selbständigen Erfindung +der Bronze in Mittel- oder Nordeuropa bisher keinen Anklang in der +Wissenschaft; die allgemeine Meinung geht vielmehr dahin, daß der +Gebrauch der Bronze aus dem Südosten des Weltteils, woselbst sie +zuerst bekannt war, sich allmählich nach Mittel- und von da aus nach +Nordeuropa ausgebreitet habe[5956]. Träger dieser Verbreitung, die +um 2000 nachweisbar wird, aber erst einige Jahrhunderte später ihren +Höhepunkt erreicht, waren anfangs Tauschhändler, durch deren Tätigkeit +die besondere Wichtigkeit des Bernsteins, auf die schon weiter oben +aufmerksam gemacht wurde, sichtlich zutage tritt[5957], später wohl +auch wandernde eigentliche Erz-Händler und -Arbeiter, aus deren Händen +die in den ältesten Pfahlbauten vorgefundenen bronzenen Geräte und +Schmucksachen herrühren dürften[5958]. Diese wurden also zunächst in +fertiger Gestalt eingeführt, und zwar offenbar von wenigen gemeinsamen +Ausgangspunkten her[5959], wobei als erste Hand, anscheinend bis gegen +1500, kretische, nachher aber phönizische Vermittler ins Spiel kamen, +so daß sich hieraus das Auftreten von Ringen, Barren und Geräten +anfänglich kretischen, später aber (bis in die ältere Hallstädter Zeit +hinein) phönizischen Gewichtes genügend erklärt[5960]. Jedenfalls +„zehren die Funde aus der Bronzezeit überall vom Einflusse des +Ostens und der Ägäis“[5961], und für ihren einheitlichen Ursprung +zeugen die fast allerorten gleichmäßigen Formen, Verzierungen und +Mischungsverhältnisse[5962]. Die ältesten weisen einen geringen +Zinngehalt auf, doch steigt dieser alsbald auf den regelmäßigen von +10-12%[5963], während Blei gänzlich zu fehlen pflegt[5964]. Wann +das für die allgemeine Verbreitung ausschlaggebende Gießen an Ort +und Stelle begann, -- zunächst wohl durch die fremden Händler und +Wanderarbeiter, nachher auch durch Einheimische --, läßt sich genauer +nicht feststellen, um so mehr als fürs erste nur kleine Gegenstände in +Frage kamen, die teils aus eingeführten Barren, teils aus Bruchstücken +oder Resten angefertigt wurden[5965]; auf einen frühen Anfang solcher +Bemühungen deutet aber die Benützung von Gußformen aus einheimischen +Gesteinen, sowie die beharrliche Nachahmung der Gestalten von Stein- +und Kupfergeräten[5966], die namentlich im Norden bis in späte Zeiten +hinein andauert, obwohl man zu diesen auch dort schon verhältnismäßig +vollendete Gegenstände anzufertigen verstand, wie Wagen, Wagenräder mit +Speichen, u. dgl.[5967]. Im Laufe des 2. Jahrtausends schreitet die +Gußtechnik jedoch allenthalben erheblich fort[5968]; ihr schließt sich +die Treibarbeit an, die fraglos südlichen Vorbildern nacheifert[5969], +und zuletzt, wohl erst seit Beginn der Eisenzeit (etwa um 1000), folgt +das Schmieden, als jüngste der Künste[5970]. + +Über den Bahnen, auf denen die Kenntnis der Bronze nach Mitteleuropa +gelangte, schwebt noch Dunkel. Zwischen der Ägäis und der +ostkarpathischen Ebene walten zwar sehr alte, bis gegen 2500 +zurückreichende Zusammenhänge, sie brechen aber bald nach dieser +Zeit jäh ab[5971] und ob sie sich wirklich später erneuerten und zu +einer Benützung des Weges Donau-aufwärts Anlaß gaben, bleibt ungewiß. +Unter den westlichen Pfaden gilt als der wichtigste der längs der +Rhone aufwärts bis in das Quellgebiet des Rheins und weiterhin der +Donau, und dann wieder diese Flußläufe abwärts führende, doch läßt die +genauere Erforschung dieses Hauptzuges noch ebensoviel zu wünschen +übrig wie die seiner Verzweigungen, besonders der auf französischem +Boden vorauszusetzenden; sehr auffällig sind die Bronzen der Charente, +die zeitweise ebenfalls bis 3% Arsen (aus dem Kupfer herrührend) +enthalten[5972], sowie einige sog. Depotfunde, z. B. die von Bonneville +(um 1000?), die neben 7% Zinn bis 5% Blei und zuweilen auch Antimon +führen[5973]. Was endlich die jüngeren etrurischen Einflüsse anbelangt, +so soll sie ~Genthe~[5974] nach manchen Richtungen überschätzt haben, +ob aber in so hohem Grade wie ~Partsch~ und einige andere Forscher +behaupten[5975], bleibt fraglich. + +Ein durchaus selbständiges Entstehungs- und Verbreitungsgebiet der +Bronze ist, soweit sich dermalen übersehen läßt, das ostasiatische, +u. a. das indische, malayische und chinesische. In +China+ erfanden +nach „uralten Überlieferungen“ heilige Männer den Nutzen des Feuers +und verfertigten mit seiner Hilfe Gefäße aus Kupfer und Bronzen[5976], +deren Bestandteile, Kupfer und Zinn, schon unter der Regierung des +völlig mythischen Kaisers ~Yü~ (angeblich um 2200 v. Chr.) von gewissen +Völkern neben Gold und Silber als Tribut geliefert wurden[5977]; +nach anderen, ebenso alten Erzählungen sollen aber fremde Eroberer +vor unvordenklichen Jahren die Kunst der Bronze-Darstellung nach +China gebracht haben[5978]. Jedenfalls ist eine erste Blütezeit der +Bronzetechnik schon in die Periode 1800-1500 v. Chr. zu setzen und +eine zweite in die der Tschou-Dynastie, d. i. 1000-900 v. Chr.[5979]; +aus letzterer sind datierte Stücke von ganz außerordentlicher +Vollendung erhalten[5980], auch liegen Rezepte über sechs verschiedene +Mischungsverhältnisse vor, die den Zinnzusatz auf 20-100% des Kupfers +bemessen, niemals aber auf den im Mittelmeergebiete vorherrschenden von +10-12%[5981]. Die ältesten Bronzen, z. B. die im Lössboden gefundenen +Gefäße[5982], sollen ausschließlich aus Kupfer und Zinn bestehen[5983] +und sich dadurch jenen der Altai-Gegenden und der Tschudengräber +anschließen, die gleichfalls 20 und mehr Prozent Zinn zu enthalten +pflegen[5984]; spätere Legierungen, darunter bereits die der Glocken, +deren Gebrauch in China aber immerhin schon sehr alt ist, weisen +dagegen nicht selten auch bis 3% Arsen und Antimon auf[5985]. + +In +Indien+ besaß man Bronze schon in der älteren vedischen Zeit, +aus der zahlreiche Funde vorliegen sollen, die bemerkenswerterweise +sehr zinnarm sind[5986]; da die Indogermanen +vor+ ihrer Trennung +noch nichts von der Bronze wußten[5987], so müßten die Einwanderer +sie entweder bei der indischen Urbevölkerung schon vorgefunden, oder +unterwegs kennen gelernt haben. -- Den alten +Iraniern+ scheint die +Bronze unbekannt geblieben zu sein; einige Erwähnungen im „Avesta“ +sind fragwürdiger Natur, zudem läßt sich ihre Abfassungszeit nicht +ermitteln[5988]. In späteren Epochen waren dagegen die Perser wie +mit metallurgischen Verfahren aller Art, so auch mit der Gewinnung +und Verwendung der Bronze wohlvertraut; noch 629 n. Chr. berichtet +der chinesische Pilger ~Hiuen-Thsang~ von den Platten, aus denen die +riesigen Statuen des ~Buddha~ zusammengesetzt werden, und sagt, daß +zu ihrer Herstellung der „Stein“ Teou-Schih von goldgelber Farbe +diene, der angeblich in Persien gefunden werde[5989]. Zur Zeit des +Khalifats waren persische Bronzen, nach dem Haupthandelsplatze auch +Mossul-Bronzen genannt, ein wichtiger Gegenstand der Ausfuhr[5990]. + +Was die +Namen+ der Kupfer-Zinn-Legierung anbetrifft, so stehen ganz +abseits das irische créd-uma = „Zinn-Kupfer“ und das deutsche Erz +(althochdeutsch aruz, erezi; altnordisch arud, so auch in Ortsnamen; +mittelhochdeutsch erz), das ~Hehn~ von „aes arretium“ ableiten will, +da Arezzo lange Zeit hindurch einen der wichtigsten Erzeugungsorte +der über die Alpen gehenden Waren bildete[5991]. Alle anderen neueren +Sprachen bedienen sich aber der Bezeichnung „Bronze“, die bei den alten +Griechen und Römern unbekannt war, und über deren Herkunft schon eine +ganze Anzahl sehr verschiedener Vermutungen ausgesprochen worden sind. + +~Ducange~ im 17. Jahrhundert und ihm folgend ~Muratori~ im 18. und +~Diez~ im 19., nahmen als Stammwort das spätlateinische bruntus und +brunus an, das bald soviel wie braun besagen soll, bald so viel wie +glatt oder glänzend[5992]; diese Vieldeutigkeit entspringt nach +~Eastlake~ dem Umstande, daß das Wort ursprünglich die Farbe des +armenischen Bolus bezeichnete, den man im Kunstgewerbe als Untergrund +für das Auflegen von Gold zu benützen pflegte[5993]. Hiernach scheint +es erklärlich, daß z. B. schon in älteren Schriften des Mittelalters, +aus denen dann noch mehr als ein halbes Jahrtausend schöpfte, „brunire“ += deaurare (vergolden) und „or bruni“ = aurum politum (glänzendes, +poliertes Gold) ist[5994], daß ~Boileaus~ erstes Pariser Statutenbuch, +das „Livre des métiers“ von 1254, unter brunti oder bruni nichts +weiter als poli versteht[5995], und daß die mittelhochdeutschen +Dichter und Schriftsteller brunit auf Waffen, Schmucksachen, Gläser +usw. abwechselnd im Sinne von braun, von glatt, oder von glänzend +anwenden[5996]. Aus „aes brunum“ oder „brunum aes“ soll dann nach +~Rossignol~[5997], der als „verkürzte Sprechweise“ „brunses“ +annimmt, sowie nach ~Schrader~[5998], das mittellateinische bronzium +hervorgegangen sein, sowie das italienische bronzo, bronza (auch = +glühende Kohle), das französische bronce und braise, das deutsche +Bronze, wohl auch das angelsächsische braes, das englische brass, das +albanesische brunto, das russische bronza usf.; desgleichen aus dem +mittellateinischen brunitius das italienische brunizzo, bruniccio, +bronzino[5999]. Mit brunus bringt ~Rossignol~ auch das von ~Ducange~ +für 804 nachgewiesene „brunia“ in Verbindung, d. i. der erzene +Küraß[6000]; hiermit befindet er sich aber jedenfalls im Irrtum, denn +dieses Wort, gotisch brunjo, altnordisch brynja, angelsächsisch byrne, +altfranzösisch broigne und brunie, provençalisch bronha, althochdeutsch +brunja und bronja, mittelhochdeutsch bruyna, neuhochdeutsch Brünne, +leitet sich vom keltischen und irischen „bruisne“, d. i. Brust, ganz +ebenso ab, wie altfranzösisch harnais, französisch harnois, italienisch +arnese, spanisch arnes, altnordisch hardneskja, mittelhochdeutsch +harnasch, neuhochdeutsch harnisch, vom keltischen und irischen „iarn“ +oder „haiarn“, d. i. Eisen[6001]. -- Obwohl sich nun der Zusammenhang +vieler der angeführten Worte mit bruntus und brunus nicht bezweifeln +läßt, so erscheint es doch auffällig, daß nach ~Schrader~ diese selbst +wieder in letzter Linie vom germanischen bruno = braun herkommen +sollen[6002]; denn da die Spätlateiner die Bronze nicht von den +Germanen kennen lernten, sondern umgekehrt, und die braune Farbe auch +nicht wohl als die für Bronze charakteristische anzuerkennen ist, so +behält hierdurch die ganze Erklärungsweise etwas Gezwungenes. + +Das nämliche gilt von einer anderen, durch ~Pott~[6003] und später +durch ~Karabacek~[6004] aufgestellten, der gemäß die Stammworte der +Bronze das armenische plinj, das kaukasische pilindz und spilendzi, das +mittelpersische barnidz und beredsch, vor allem aber das neupersische +baradsch und birindsch sein sollen[6005]; als ihre eigentliche +Bedeutung wird „leuchtend, glänzend“ angegeben, und aus dieser dürfte +es sich erklären, daß die Perser mit Birindsch u. a. auch gewisse +Pflanzen und Pflanzenteile bezeichnen, z. B. die Reiskörner[6006]. +Die Frage aber, wann, wo, und unter welchen Umständen gerade dieses +persische Wort zur Benennung der Bronze auserkoren und für sie +maßgebend geworden wäre, läßt sich vorerst nicht in überzeugender Weise +beantworten. + +In den von ~Berthelot~ unter dem Namen „Technische Abhandlungen“ +zusammengestellten, meist spätgriechischen Vorschriften findet sich +auch eine zur Herstellung des für Gußsachen dienlichen βροντήσιον +(Brontésion) „aus einem Pfunde cyprischen Kupfers und zwei Unzen +Zinn“[6007]. ~Berthelot~ glaubt, sie stamme aus der Zeit gegen 1100 +und war zunächst der Meinung, daß hier zum ersten Male das wahre +Ursprungswort der Bronze, βροντήσιον, auftauche; von Gegenständen +ἀπὸ βροτισίων (Brotisíon) spricht aber schon eine Stelle bei +~Zosimos~[6008], und wenn sie auch angeblich erst ein byzantinisches +Einschiebsel aus dem 8.-10. Jahrhundert sein soll[6009], so bezeugt +sie doch ein bereits erheblich höheres Alter des Ausdruckes. Daß +dieser bereits vor 800 wohlbekannt war, ergibt sich aus zwei von +~Berthelot~ zuerst nachgewiesenen Rezepten: die im 8. Jahrhundert +verfaßten „Compositiones ad tingenda ...“, derer schon weiter oben +eingehend gedacht wurde, beschreiben als „compositio Brandisii“ und +„alia compositio Brandisii“ Legierungen aus 2 Teilen Kupfer, 1 Teil +Zinn, 1 Teil Blei, oder aus 2 Teilen Kupfer, ½ Teil Zinn, 1 Teil +Blei und ½ Teil Glas (vitrum)[6010]; die desgleichen oben erwähnte +„Mappae clavicula“ enthält ebenfalls die „Compositio Brindisii“, und +zwar nach ~Giry~ allein im älteren Schlettstädter Texte, während +der jüngere ~Way~sche die betreffende Vorschrift, jedoch mit 1 +Teil statt ½ Teil Zinn, als „compositio brondisono“ nur unter den +einzelnen Rezepten aufweist, die die letzten Blätter der Handschrift +ausfüllen[6011]. ~Berthelot~ wirft nun die Frage auf, +wonach+ +eigentlich die Kupfer-Zinn-Legierung βροντήσιον heiße? Die Benennung +nach der Farbe, also nach bruntus, scheint ihm wenig zutreffend; ihr +Befürworter, ~Ducange~, führt eine „Compositio Brundi“ an (2 Teile +Kupfer, 1 Teil Zinn, 1 Teil Blei), deren das nicht näher ermittelte +alte Werk eines Autors namens ~Palladius~ gedenke[6012]; ferner +kommt ein Mineral βροντήσινος (Brontésinos), vermutlich eine Art +Pyrit, auch im sog. „Lexikon“ vor[6013], das einen Bestandteil schon +der ältesten alchemistischen Handschriften bildet, aber allerdings +einen erst nachträglich beigefügten und nicht einheitlichen. Eine +Beziehung zu dem anklingenden βροντή (Bronté) = Donner ist auch nicht +anzunehmen, ebensowenig eine solche zu einem Erfindernamen. Die größte +Wahrscheinlichkeit spricht daher für die zu einem Ortsnamen, nämlich +zu Brundisium (= Brindisi), dem wichtigsten und hervorragendsten +Fabrikationsorte römischer Bronzewaren[6014]. Wie es nach ~Plinius~ ein +korinthisches, aeginetisches, delisches Erz gab, so vermutlich auch +ein brundusisches, „aes brundusinum“, das die Bronze im Gegensatze +zum „aes cyprium“, dem Kupfer, bezeichnet haben mag, und das wohl +schon ~Plinius~ im Sinne hatte, als er von der Vortrefflichkeit der +„brundisina specula“ sprach[6015], d. i. der brundusischen (also +bronzenen) Spiegel; in diesem Zusammenhange scheint es beachtenswert, +daß auch der ~Way~sche Text der „Mappae clavicula“ im Abschnitt 89, der +von Versilberung handelt, der „brundisini speculi, tusi et cribellati“ +Erwähnung tut, der „zerstoßenen und gesiebten [Masse] der brundisischen +Spiegel“[6016]. + +Nach ~Festus~ (4. Jahrhundert n. Chr.), der seine etymologischen +Darlegungen dem ~Verrius Flaccus~ (einem Autor der beginnenden +Kaiserzeit) entnahm, den selbst wir aber wieder nur aus kärglichen +Auszügen des ~Paulus Diaconus~ (um 800) kennen, hieß Brundisium +ursprünglich Βρεντήσιον (Brentésion), abgekürzt auch Βρέντη (Brénte), +Brenda, Breonda, Brendum, Brentium, und zwar nach den Worten βρέντη, +βρέντον, βρέντιον, die bei den Gründern der Stadt, -- es sollen Kreter +oder Messapier gewesen sein --, Hirsch und Hirschgeweih bedeuteten; der +Name des Handelshafens hätte also eine Anspielung auf seine vielfach +verzweigte Gestalt und Ausbreitung gebildet[6017]. Dies bestätigen auch +im 5. Jahrhundert ~Hesychios~[6018], im 7. ~Isidorus~[6019] und zu +Beginn des 9. ~Warnefried~, der in seiner „Geschichte der Longobarden“ +bemerkt, „nach der Gestalt des Hirschkopfes hießen die griechischen +Gründer den Ort Brondisium“[6020]. Von diesem Namen, der sich bis in +die Neuzeit hinein erhielt, -- sagt doch z. B. noch 1538 ~Hollanda~ +in den „Gesprächen über die Malerei“[6021], daß die Via Appia „bis +Brondusio“ führt --, wäre also der des brundisischen oder brondisischen +Erzes abzuleiten, dessen verschiedene Formen Brunzo, Brunzi, Bronze, +Bronza, Bronsa, Brense gleichfalls bis in das 15., ja bis in das 17. +Jahrhundert hinein nachweisbar bleiben[6022]. + +Die Hypothese ~Berthelots~ haben indessen schon ~K. B. Hofmann~[6023] +sowie ~Schrader~ abgelehnt[6024], und in der Tat sprechen vielerlei +Gründe gegen sie. Vor allem war Brundisium gar nicht „der wichtigste +und hervorragendste Fabrikationsort für Bronzewaren“, als welcher +vielmehr, wie oben erwähnt, Capua in Betracht kommt; der Behauptung, +die Bronze sei gerade nach den Spiegeln Brundisiums benannt, die zwar +schon ~Plinius~ rühmt, die aber doch immerhin nur eine beschränkte +Spezialität bildeten, wohnt daher nicht viel Wahrscheinlichkeit inne. +Wenig glaubhaft ist es ferner, daß sich von der Stadt Brundisium auch +das spätgriechische oder frühbyzantinische βροντήσιον der „Technischen +Abhandlungen“ und des Zusatzes bei ~Zosimos~ herleite, welches Wort in +den folgenden Jahrhunderten noch weiter entstellt wird, wie denn z. B. +nach ~Ducange~ von einem Gebäude zu Konstantinopel (?) die Rede ist, +das πόρτας προύτζινες (prútzines) = bronzene Türen hatte[6025]. Endlich +läßt sich auch das Mineral βροντήσινος nicht wohl mit Brundisium in +Verbindung bringen, und daß die brundisischen Spiegel der „Mappae +clavicula“ aus Bronze bestanden, ist gewiß sehr möglich, aber nicht +erweisbar. Was schließlich die Zusammensetzung der verschiedenen +„Compositiones“ anbelangt, so spricht der hohe Bleigehalt von 25% zwar +für spätrömischen Ursprung der Rezepte, er erscheint aber, sobald +die Herstellung der vortrefflichen brundisischen Spiegel in Betracht +kommt, als so ungeeignet wie möglich, da ein derartig starker Zusatz +an Blei die Härte und Politurfähigkeit der Legierung ganz erheblich +beeinträchtigt, dem angestrebten Hauptzwecke also völlig zuwiderliefe; +nach ~Bibra~[6026] enthält daher gutes antikes Spiegelmetall ebenso wie +das heutige etwa 70% Kupfer und 30% Zinn, und entweder gar kein Blei, +oder nur geringe Mengen, allenfalls 5-6%. + +Sämtliche Vorteile von ~Berthelots~ Annahme lassen sich indessen +wahren, wenn man zwar mit ihm Bronze von βροντήσιος (Brontésios) +ableitet, dieses Wort aber nicht mit dem verführerischen Brundisium +in Verbindung bringt, sondern mit dem von ihm nur im Vorübergehen +erwähnten und ohne weiteres abgelehnten βροντή (Bronté) = Donner. +In der griechischen Mythologie ist Bronte der personifizierte +Donner, der Donner- und Blitzschlag, -- schon ~Olympias~ empfing +~Alexander~ den Großen von dem unter Donnergerolle, βροντή, in der +Schlangengestalt des Blitzes niedergefahrenen Zeus[6027] --, und +~Brontes~ heißt ein Gewitter- und Vulkan-Dämon, der später zum +Cyklopen und Schmiedegehilfen des ~Hephaistos~ wird[6028]. Aus den +Donnerwolken herab (e tonitribus) fällt nach ~Plinius~ und ~Isidorus~ +der wunderbare Donnerstein Brontea oder Brontia, der das vom Blitz +gezündete Feuer zu löschen vermag[6029], dessen Zauberkräfte das +gesamte Mittelalter rühmt, ja dem noch 1648 ~Aldrovandi~ in seinem +trefflichen, von wissenschaftlichem Geiste erfüllten „Museum +metallicum“ eine ausführliche, mit vielen Abbildungen ausgestattete +Abhandlung widmet[6030]. ~Zeus Brontos~, ~Brontaios~ oder ~Brontesios~ +endlich ist „~Zeus~ der Donnerer“, der ~Jupiter tonans~, tonitrator +oder tonitrualis der Römer[6031]. An den Namen des Donnersteines +Brontia und des ~Zeus Brontesios~ läßt sich völlig ungezwungen jener +der Bronze anknüpfen, also des χαλκὸς βροντήσιος des donnernden, einen +mächtigen Donnerschall verbreitenden Erzes; dieser Voraussetzung +gereicht es zur Bestätigung, daß nach den spätantiken Autoren die +Donnermaschine der Theater βροντεῖον (Bronteíon) hieß und aus einem +λέβης χαλκοῦς, einem bronzenen Kessel, bestand, der mit großen Kieseln +gefüllt war[6032]. Auch bezeichnet das Italienische mit „Bronzino“ noch +jetzt gewisse Steine, z. B. venetianische Marmorarten, deren Platten, +vermöge ihrer eigenartigen Struktur, beim Anschlagen einen starken, +lange nachhallenden Klang von sich geben[6033]; in ähnlicher Weise +mag das der pyritähnliche Stein βροντήσινος getan haben, dessen Namen +~Berthelot~ mit „fulgurante“ übersetzt[6034], -- soferne für seine +Benennung nicht schon seine bronzeartige Farbe maßgebend war. + +Noch bleibt aber die Frage zu beantworten, an welche Form des Erzes +der Beiname des „donnernden“ mit besonderer Berechtigung zu knüpfen +war, und ob sich in der Zeit, zu der der Name Bronze gebräuchlicher +wurde, d. i. jedenfalls schon +vor+ dem 8. Jahrhundert, ein bestimmter +Anlaß zu einer derartigen Anknüpfung geboten hatte? In dieser Hinsicht +sei die Vermutung ausgesprochen, daß als solcher die Ausbildung oder +Vervollkommnung des +Glocken+-Gusses zu betrachten ist. + +Bronzene Glocken sollen in China schon um 1000 v. Chr. im Gebrauch +gestanden, ursprünglich, wie ~Beckmann~ bereits 1799 anmerkte, aus +den hölzernen sog. Lärmbrettern und Lärmtrommeln hervorgegangen und +deshalb auch, gleich diesen, durch äußeres Anschlagen zum Tönen +gebracht worden sein[6035]. Eine kleine bronzene Glocke mit Klöppel (9 +cm hoch), etwa von 860 v. Chr., kam bei den Ausgrabungen nächst Ninive +zum Vorschein[6036], und daß man ähnliche kleinere Glocken, sowie +Glöckchen, Schellen, Cymbeln u. dgl. mehr auch in Persien, Vorderasien, +Ägypten, Griechenland und Rom sehr wohl kannte, ist vielfach bezeugt, +und kann der Natur der Sache nach nicht wundernehmen[6037]; völlig +fehlt es dagegen an Berichten über große Glocken im Sinne der unsrigen, +sowie an Überresten von solchen. Ebenso alt wie die Glocken, ja +vermutlich noch älter, waren in China die gleichfalls durch Umwandlung +der hölzernen Lärmbretter entstandenen Gongs, runde, meist zum +Aufhängen, oft aber (durch Anbringen eines schrägen Randes) auch +zum Aufstellen eingerichtete Bronzeplatten, denen man mittels eines +Schlägels laute, weithin hörbare Töne entlockte[6038]; auch derlei +Vorrichtungen genossen im westlichen Asien weite Verbreitung und +können daselbst ebenso selbständig erfunden worden sein wie in China. +Nach der „Glockenkunde“ ~Bossis~[6039], des gelehrten Mitgliedes der +päpstlichen „Liturgischen Akademie“, steht es nun fest, daß sich die +ersten christlichen Gemeinden im Orient, ihnen nachfolgend aber auch +die des Okzidentes, zur Berufung ihrer Versammlungen, sowie zu anderen +liturgischen Zwecken anfänglich großer hölzerner Tafeln bedienten, die +entweder gegeneinander gestoßen oder mit schweren hölzernen Hämmern +bearbeitet wurden[6040]. Im Orient blieb diese Sitte sehr allgemein +lebendig und wurde in späteren Jahrhunderten, als nach Ausbreitung +des Islams den Christen das Glockenläuten verboten war, sogar wieder +alleinherrschend; aber auch das katholische Ritual bewahrte „als +Erinnerung an die alte, noch glockenlose Zeit“ den Gebrauch, daß +während der Passionszeit, wenn die Glocken zu schweigen haben, „statt +ihrer das Crotalum, d. i. eine starke Holzplatte, mittels schwerer +Holzkugeln geschlagen wird“[6041]. Vielfach trat jedoch, sowohl im +Osten wie im Westen, an Stelle der hölzernen Tafel eine bronzene oder +eiserne, die man in der Nachbarschaft der Versammlungsstätten an +hohen Bäumen, an passenden Gerüsten, oder an eigenen freistehenden +Türmchen befestigte und mit metallenen Hämmern anschlug[6042]; +derlei Vorrichtungen zum Geben gewisser, bürgerlichen und häuslichen +Bedürfnissen dienlicher Signale, daher „Signa“ genannt, besaß +übrigens schon das spätere Altertum[6043]. Im Okzident erhielten sie +sich bis gegen Ende des Mittelalters zu allerlei Zwecken, und zwar +namentlich zum „Schlagen“ der Stunden durch besondere Wächter und +durch die mit Zeitmessern und Uhren verbundenen „Schlagwerke“[6044]; +aber auch der Orient bediente sich ihrer, so z. B. spricht schon der +arabische Dichter ~Ibn Almuʿtazz~ (861-909) vom Schlage „der den +Morgen verkündet“ und „durch den die Christen ihren Ruf ergehen +lassen“[6045], die Erzählungen „1001 Nacht“ berichten vom Schlagen +der Metallplatte auf dem Dache einer christlichen Kirche[6046], und +die Schriften der „Treuen Brüder“ erörtern die Fortpflanzung solchen +Schalles durch die Luft. Wo und wann zuerst der Gedanke verwirklicht +wurde, mehrere metallene Bleche zu einem schallgebenden Gefäß (vas) +zusammen zu nieten, ist bisher nicht ermittelt, doch scheint dies +bereits in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung geschehen +zu sein[6047], da ein angeblich 613 angefertigtes, jedenfalls aber +außerordentlich altes Exemplar, bestehend aus drei mit Bronzenägeln +vernieteten Eisenplatten, in Köln erhalten geblieben ist[6048]. Den +weiteren Fortschritt, derartige „vasa“ in +einem+ Stück zu +gießen+, +knüpft die Überlieferung an den Bischof ~Paulinus~ von ~Nola~ in +Campanien, um 400, und findet es hiernach erklärlich, daß bald darauf +eigentliche große Glocken unter dem Namen „signum“ oder „campana“ und +kleine unter der Bezeichnung „nola“ bekannt zu werden beginnen[6049]. +Erwähnungen der Campana aus dem Anfange des 6. Jahrhundert[6050] +sind nicht ausreichend sicher bezeugt[6051], 580 aber kennt der +Geschichtsschreiber ~Gregor~ von ~Tours~ die Glocke schon am Seile +hängend[6052], 613 läutet man bei der Belagerung von Sens durch den +merowingischen König ~Chlotar~ I. die Glocke der Kirche, „um das +Volk zusammen zu rufen“[6053], und um etwa die nämliche Zeit wird +des Signums oder der Campana auch in Paris gedacht[6054]. ~Beda +Venerabilis~ (gest. 735) nennt den Schall der Glocken, „der die +Gemeinde versammelt“, einen wohlbekannten (notum campanae sonum)[6055]. +~Alkuin~ (gest. 804) sagt in „De divinis officiis“, „es sei nicht +neu, die Glocken zu weihen, zu ölen und zu benennen“[6056]; ~Karl +der Grosse~ verbietet diese Taufe der Campanae, „deutsch Clocae +genannt“[6057], und 874 stellt die Kirche das Läuten gegossener +Glocken als rituale Vorschrift auf[6058], obwohl noch Papst ~Leo~ IV. +(gest. 855) „eine Glocke mit einem bronzenen Hammer“ gestiftet hatte +(campana cum malleo aereo)[6059]. Bemerkenswert ist es, daß 864 der +Doge ~Orso Patritiaco~ dem Kaiser ~Michael~ zwölf große Glocken für +die Sophien-Kirche als Geschenk zusandte, denn da die Byzantiner mit +dem Erzgusse sehr vertraut waren und den Venetianern viele seiner +Feinheiten erst beibrachten[6060], so muß man annehmen, daß sie selbst +sich damals der Glocken nicht bedienten; dies scheinen sie auch später +nicht getan zu haben, denn noch gegen 1200 meldet ~Antonius~ von +~Nowgorod~ in seinem „Pilgerbuche“: „... in der Sophien-Kirche haben +sie [die Griechen] keine Glocken, sondern kleine Handklopfer aus Eisen +(?), ... die man gemäß der Vorschrift eines Engels gebraucht; ... die +Lateiner hingegen läuten mit Glocken“[6061]. + +Was nun die angebliche Erfindung des campanischen Bischofs ~Paulinus~ +von ~Nola~ anbelangt, so handelt es sich hierbei offenbar um eine +Sage, wie schon die Tatsache zeigt, daß bereits bei dem spätrömischen +Dichter ~Avienus~ (um 350) das Glöckchen am Hundehalsbande „nola“ +heißt[6062]; aber völlig dürfte sie des geschichtlichen Hintergrundes +nicht ermangeln. Wie schon oben erwähnt, hatte nämlich die römische +Bronze-Industrie ihren Hauptsitz in Campanien, insbesondere aber +in Capua. Diese Stadt, um 600 v. Chr. von den Etruskern ins Leben +gerufen und über 150 Jahre lang ein rein etrurisches Gemeinwesen, +scheint u. a. auch die Kunst des Bronzegusses von ihren Begründern +übernommen und in den folgenden Jahrhunderten sorgfältig und unter +ausschließlicher Verwendung der besten Rohstoffe gepflegt zu +haben[6063]; von maßgebender Einwirkung war hierbei jener in Süditalien +(„Groß-Griechenland“) stets mächtige griechische Einfluß, der Capua zu +einem Mittelpunkte der Kunstindustrie überhaupt und zur berüchtigten +Stätte des Luxus und Wohllebens machte, die noch ~Cicero~ ein zweites +Rom (Roma altera) benannte[6064]. Capuanische Bronzewaren fanden +bereits seit dem 5. Jahrhundert v. Chr., in größerem Umfange aber seit +der Begründung Aquilejas zu Beginn des 2., ihren Weg nach dem Norden +(teils über den Brenner, teils durch Pannonien) und bleiben unter +den dortigen Funden, trotz allen Wechsels der Verhältnisse, bis in +das 3. nachchristliche Jahrhundert hinein nachweisbar, namentlich in +Gestalt charakteristischer Bronze-Eimer[6065]. Aber auch im Inlande +waren sie hochberühmt[6066]; der alte ~Cato~ (gest. 149 v. Chr.) +rät, Bronzegefäße nur in Capua einzukaufen, zur Zeit des ~Augustus~ +bewirkten griechische Künstler daselbst einen neuen Aufschwung der +Industrie[6067], ~Horaz~ preist sein campanisches Bronzegeschirr +(campana supellex)[6068], ~Plinius~ lobt das campanische Erz als +das beste, reinste, von Blei freie[6069], und wenn auch im späteren +Verlaufe der Kaiserzeit ein Rückgang in künstlerischer Hinsicht +eintrat, so dauerte doch die Massenerzeugung stets weiter fort, wie +u. a. noch der ~Horaz~-Kommentator ~Porphyrio~ im 3. Jahrhundert +bezeugt[6070]. Um diese Zeit hatte aber das Christentum schon seit +langem in Capua Boden gefaßt, die Stadt besaß bereits eine größere +christliche Gemeinde[6071] und eine „Basilika der Apostel“[6072], +und es ist daher durchaus glaublich, daß sich die Umgestaltung der +Lärmtafel oder des oben erwähnten Schallgefäßes (vas) zur eigentlichen +Glocke hier vollzog[6073]; gehörten doch „glockenförmige“ Eimer +und Mischgefäße zu den althergebrachten Erzeugnissen der dortigen +Künstler, denen auch die zum Gusse der ersten Glocken erforderliche, +keineswegs gering zu veranschlagende Geschicklichkeit und Erfahrung +zuzutrauen ist[6074]. Ob nun, wie anzunehmen, die Glocken den Namen +„Campana“ nach dem des Landes Campanien und Capuas empfingen, -- denn +~Varro~ sagt ausdrücklich, daß das richtige Wort für alles aus Capua +stammende campanus ist und nicht capuanus[6075] --, oder etwa nach +dem campanischen Erze, dem aes campanum des ~Plinius~, oder nach der +Art ihrer Aufhängung, d. i. jener der längst gebräuchlichen „statera +campana“, der campanischen Schnellwage[6076] usf., muß vorerst dahin +gestellt bleiben; jedenfalls erhielten sie ihn aber erst gelegentlich +ihrer Weiterverbreitung, also schon außerhalb Campaniens oder Capuas. +In dieser Stadt selbst aber, in der, wie in ganz Süditalien, der +griechische Einfluß jederzeit ein herrschender und die griechische +Sprache eine allgemein gebräuchliche blieb[6077], dürften die Künstler, +die zum ersten Male die Glocken „dumpf zusammen hallen“ ließen, dem +Glockengute die Bezeichnung χαλκὸς βροντήσιος oder κρᾶμα βροντήσιον, +„donnerschallendes Kupfer oder Erz“, erteilt haben, sei es, daß sie +sie selbst erdachten, oder schon samt den unvollkommeneren Vorbildern +vom Osten her übernahmen; aus diesem Brontesios oder Brontesion gingen +dann, als seine Bedeutung und Herkunft in Vergessenheit gerieten +oder nicht mehr verstanden wurden, die entstellten Namen Brandisium, +Brindisium, Brondisono usf. hervor, und aus diesen wieder, oder mit +ihnen zugleich, die im Volksmunde vermutlich längst gebräuchlichen +Abkürzungen Brontea oder Brontia[6078], die unmittelbar zu „Bronzo, +Bronza, Bronze“ hinüberleiten. Diminutiva technischer Namen auf -ίον +sind nach ~Schmidt~ charakteristisch für die späte, vulgär-griechische +Arbeitersprache[6079], und dieser Umstand spricht daher gleichfalls +für die Ableitung des Wortes βροντήσιον von βροντή, dem Donner; +aus ihr erklärt sich auch ~Ducanges~ Angabe, daß Bronzina, neben +„vas bronzinum“ die älteste der einschlägigen, frühmittelalterlichen +Bezeichnungen, ein „tormentum bellicum“ bedeutet[6080], also eine +jener Kriegsmaschinen, die bei Angriffen und Belagerungen nach +zahlreichen Berichten „unter donnerartigem Getöse“ mächtige Steine und +Felsblöcke schleuderten. Des weiteren macht der dargelegte Zusammenhang +verständlich, daß nicht nur „Bronzo“ bis in das 17. Jahrhundert hinein +ohne weiteres als Synonym von „Glockenspeise“ gebraucht wird, -- so +noch von ~Becher~ (1635 bis 1675)[6081] --, sondern auch umgekehrt +„Glockenspeise“ jederlei Bronzeguß bezeichnet; so z. B. sagt ~Vitalis +de Furno~ (1247-1327), „unter Erz verstehe man das, woraus die Glocken +gegossen werden“ (aes vocamus, unde fiunt campanae)[6082], und +~Veranzio~ spricht um 1595 von der zum Bau einer Brücke erforderlichen +Glockenspeise[6083]. Doch sei hervorgehoben, daß in Deutschland, wo im +9. Jahrhundert Kirchenglocken schon allgemein gebräuchlich wurden und +Glockengießer u. a. in Aachen urkundlich nachgewiesen sind[6084], der +Name Bronze erst spät auftaucht; er fehlt z. B. in den zahlreichen von +~Schlosser~ gesammelten Dokumenten frühmittelalterlicher Kunst[6085], +sowie bei ~Theophilus Presbyter~, der um 1100, und angeblich in +Deutschland, in seiner „Schedula diversarum artium“ (Verzeichnis +verschiedener Künste oder Kunstgriffe) auch ausführliche Vorschriften +über Glockenguß bringt[6086], die er jedoch zum Teil unzureichend +wiedergegeben oder auch selbst nicht richtig aufgefaßt hat[6087]. +Eine genaue und zutreffende Beschreibung findet sich auffälligerweise +erst 1540 in der „Pirotecnia“ des ~Biringucci~[6088], der aber wieder +vielfach aus deutschen Quellen geschöpft zu haben scheint. + +Nach der Lehre der katholischen Kirche, wie sie im Abschnitte „De +benedictione Signi vel Campanae“ (Über das Weihen des Signum oder +der Campana) des „Pontificale romanum“ niedergelegt ist, besitzt die +Glocke, das „vasculum ad invitandos filios sanctae Ecclesiae“, das +„Gefäß, das die Kinder der heiligen Kirche zusammenruft“, die Kraft, +böse Geister und Gespenster aller Art zu verscheuchen, Unwetter und +Stürme hinweg zu treiben, Blitz- und Donnerschläge abzuwenden[6089]. +Diese Anschauungen sind ein Erbteil der Antike. Allgemein war in ihr +der Glaube, den die Glöckchen, Cymbeln, Erzbecken und Sistren der +Priester, Hierophanten, Schwärmer und Mysten bezeugen, daß der Klang +des angeschlagenen Erzes als der einer Götterstimme anzusehen sei, +daher reinige und sühne, Beschwörungen und Zauber breche, Dämonen +und böse Geister banne[6090]. Auf ihn gründete sich die Überzeugung +der Kirche und des gesamten Mittelalters, daß der Teufel und seine +höllischen Heerscharen den Schall geweihter Glocken fliehen müssen, +daß man sie daher durch Glockenläuten vertreiben könne und samt ihnen, +durch „Wetterläuten“, auch die durch ihre Bosheit erregten Wirbelwinde +und Stürme, Nebelschwaden und Gewitter[6091]. Ebendeshalb sollte es dem +Blitze völlig unmöglich sein, in eine Glocke zu schlagen, namentlich +in eine tönende[6092]; „fulgura frango“ ist daher der Wahlspruch, der +so recht eigentlich der Glocke geziemt, der sie als echte Erbin jenes +das Blitzesfeuer löschenden Donnersteines Brontia kennzeichnet und der +abermals, von wiederum anderer Seite her, die Abstammung der Bronze vom +donnerschallenden Erze Brontésion bestätigt. + + +6. Messing. + +Da es mit Gewißheit feststeht, daß metallisches Zink in Asien nicht vor +dem späteren Mittelalter, in Europa aber erst gegen 1600 bekannt wurde +(s. unten), so kann es keinem Zweifel unterliegen, daß die Messing +genannte Kupfer-Zink-Legierung ursprünglich allein durch gemeinsames +Verschmelzen von Kupfer oder Kupfererzen mit zinkhaltigen Mineralien, +namentlich Galmei (Zink-Carbonat, zuweilen auch -Silikat), gewonnen +wurde und daher keine gleichbleibende Zusammensetzung und Färbung +besaß, vielmehr, je nach der Höhe des Zinkgehaltes, einen rötlichen, +gelblichen, goldgelben bis weißen Farbenton zeigte[6093]. + +In welchem Lande oder welchen Ländern und zu welcher Zeit das Messing +zuerst dargestellt wurde, steht bisher nicht fest; in Babylonien, +in der Ägäis, in Troja und während der älteren mykenischen Periode +scheint es nicht, während der jüngeren nicht sicher nachgewiesen zu +sein[6094]; aber auch betreffs Ägyptens bleibt es fraglich, ob Messing +unter jenem Kupfer zu verstehen sei, das unter der Regierung ~Ramses~ +III. (1269-1244) „mit der Färbung des Goldes dritter Feinheitsgüte“ aus +Etek (im Sinaï?) kam, oder unter jener Kupfermischung „von der Farbe +des guten Wüstengoldes“, die nach Angabe des „Papyrus ~Harris~“ (13. +Jahrhundert) erst gegossen und dann gehämmert wurde[6095]. + +Frühzeitig sollen die Perser die Kunst der Messing-Gewinnung betrieben +haben, und aus Messing bestanden nach aller Wahrscheinlichkeit die +Trinkschalen des Königs ~Darius~, von denen die „Wundergeschichten“ +des ~Pseudo-Aristoteles~ berichten, daß sie glänzend, leuchtend, +unverrostbar wie Gold und von diesem nicht der Farbe, sondern nur dem +Geruch nach unterscheidbar gewesen sein[6096]; daß nämlich, abweichend +vom Golde, die unedlen Metalle tatsächlich einen gewissen, besonders +beim Reiben und Erwärmen hervortretenden Geruch zeigen, bestätigten +schon im 16. Jahrhundert ~Las Casas~, im 17. und 18. ~Becher~ sowie +~A. von Haller~ und noch neuerdings (1907) ~Gruhn~[6097]. Persien +ist sehr reich an dem zur Herstellung des Messings unentbehrlichen +Galmei; dessen Benennung „Tutia“, die schon im frühen Mittelalter +auftaucht, ist nichts anderes als das persische „Dûd“ = Rauch und +bezog sich ursprünglich auf die für die Galmeiöfen charakteristische +Wolke zartesten weißen Zinkoxydes, das zufolge augenblicklicher +Verbrennung des zunächst in feinsten Tröpfchen abgeschiedenen +metallischen Zinks entsteht und in dichten Massen an die Ofendecke +emporsteigt[6098]. Der chinesische ~Buddha~-Pilger ~Hiuen-Thsang~ +erzählt 629 n. Chr. von der Darstellung des Messings in Persien aus +Kupfer und Galmei, dem Steine Yu-Schih[6099], der daselbst in vielen +Gegenden vorkomme[6100]. Aus Persien soll diese Kunst nach Indien +gelangt sein, wo man angeblich erst im 6. Jahrhundert an Stelle der +älteren kupfernen oder bronzenen ~Buddha~-Statuen messingene zu setzen +begann[6101] und das Messing seither schon ebenso zu Schmucksachen +verarbeitete, wie dieses ~Somadeva~ noch ein halbes Jahrtausend später +erwähnt[6102]; nach ~Hiuen-Thsang~[6103] gab es auch in Indien viel +Galmei, besonders im Sind, -- doch läßt dieser Bericht Zweifeln Raum, +da die Übersetzung des betreffenden chinesischen Wortes mit „Galmei“ +nicht ganz sichersteht. Den Chinesen soll die Darstellung des Messings +nach einigen ebenfalls aus Persien zugekommen sein, und zwar nicht vor +dem 8. Jahrhundert[6104], während andere sie als eine einheimische +Errungenschaft hohen Alters betrachten. Jedenfalls gelangte im +Mittelalter Tutia nicht nur aus Kerman und Ispahan in Persien, sondern +auch aus Indien und China nach den östlichen Mittelmeer-Ländern, und es +bestand namentlich zu Damaskus eine ausgedehnte und technisch höchst +vollendete Fabrikation von Messingwaren, was aber nicht hinderte, daß +solche gleichzeitig auch aus Europa in den Orient kamen, besonders nach +Ägypten[6105]. + +In Griechenland erwähnen die dem ~Hippokrates~ zugeschriebenen +Werke gewisse medizinische Instrumente aus „weißem Kupfer“[6106], +im Gegensatze zum gewöhnlichen „roten“[6107], und versichern, „das +weichste und leichteste Kupfer sei das geeigneteste zur ausgiebigen +Mischung“[6108], als deren Ergebnis zweifellos Messing anzusehen +ist. Fraglich bleibt dagegen, ob man dieses auch als von Anfang her +identisch mit dem ὀρείχαλκος (Oreíchalkos, Orichálcum) zu betrachten +habe, einem u. a. bei ~Hesiod~[6109], in der sog. homerischen Hymne an +~Aphrodite~[6110], sowie im „Kritias“ des ~Platon~ erwähnten, diesem +aber schon nicht mehr näher bekannten, goldähnlichen Metalle von +angeblich ganz außerordentlichem Werte[6111]. Die „Wundergeschichten“ +des ~Pseudo-Aristoteles~ melden, daß man aus ihm zu Chalcedon auch +ganze Statuen anfertigte, und halten es offenbar für das nämliche wie +das „Erz der Mossinöken“ (am Südostufer des Schwarzen Meeres), die +eine „vom Erfinder geheim gehaltene Legierung“ (κρᾶμα, κρᾶσις) nicht +aus Kupfer und Zinn, sondern aus Kupfer und einer in ihrem Lande +vorkommenden „Erde“ darzustellen verstanden[6112]; das Röstprodukt +dieser Erde, die sog. „phrygische Asche“ [unreines Zinkoxyd], wird +zugleich als vortreffliches Augenheilmittel gerühmt[6113]. Vermutlich +beruhten die Berichte über das Vorkommen des Orichalcum in der Natur +auf bloßen Sagen, die dadurch entstanden, daß man die zuerst wohl in +Kleinasien auftauchende Legierung nicht als solche erkannte, sie +vielmehr als ein einheitliches Metall unbekannter Herkunft ansah[6114]. +Die Bezeichnung Oreíchalkos leiten einige vom „Erz des ~Oreios~“ +ab[6115], welcher Erfinder aber sichtlich nur ein Heros eponymos ist, +andere, gemäß der wörtlichen, aber ganz nichtssagenden Übersetzung der +Worte ὄρος (Oros) und χαλκός, von „Berg-Erz“, noch andere endlich von +ὀρεύς (Oreús), dem Berg- oder Maultier, das durch Vermischung von Pferd +und Esel ganz ebenso entstehe, wie das Orichalkum durch die von Kupfer +und Galmei[6116]. + +Bei den Römern wurde der Name Oreíchalkos durch eine Volksetymologie +zu Aurichalcum (= goldiges Kupfer, Goldkupfer) umgestaltet und +bezeichnete eine Legierung aus Kupfer und Kadmia (Galmei), Kupfer und +„cadmischer Erde“[6117], Kupfer und [zinkhaltigem] sog. „Ofenbruch“ der +Silberhütten[6118]. Im Anfange des hellenistischen Zeitalters schwankte +die Bedeutung allerdings zwischen Messing, Bronze und Kupfer[6119], +wovon die Aufzählungen der 6 (oder 7) Metalle bei ~Pollux~[6120] (2. +Jahrhundert n. Chr.), ja noch bei ~Albertus Magnus~[6121] (um 1260) +eine Spur bewahrt haben, indem sie an Stelle des Kupfers, oder neben +ihm, Orichalcum anführen; spätestens vom 2. Jahrhunderte v. Chr. an +war aber Aurichalcum ausschließlich = Messing[6122] und gilt daher +bei ~Plautus~, ~Cicero~, ~Horaz~ und anderen für billig und wertlos. +Was ~Vergil~ als „orichalcum album“ erwähnt[6123], ist vielleicht +als χαλκὸς λευκός, aes candidum (eine Kupfer-Silber-Legierung) +anzusehen[6124], vielleicht aber auch nur als ein sehr helles +Weißmessing, identisch mit dem vielgedeuteten χαλκολίβανος +(Chalkolíbanos) der „Apokalypse Johannis“[6125]. ~Plinius~ erwähnt +das Orichalcum nur ziemlich flüchtig[6126], ~Festus~ bespricht seinen +Namen, nennt es eine Mischung oder Legierung (κραματινά) und weiß, daß +„cadmische Erde in Kupfer geworfen wird, damit es entstehe“[6127]. +Ähnlich äußern sich ~Hesychios~[6128], für den Messing ein +bronzeähnlicher Stoff ist, sowie ~Isidorus~[6129], der seine goldgelbe +Farbe auf die Beimischung eines „medicamen“ zum Kupfer zurückführt; +ὀριχαλκεύς im Sinne von Messingschmied kommt um die nämliche Zeit (um +600) im byzantinischen Ägypten vor, jedoch nur ganz vereinzelt[6130]. + +Wie die als „Periplus“ bekannte, etwa um 40 n. Chr. verfaßte +Handelsbeschreibung der Gestade des Roten Meeres erwähnt, führten +die Küstengegenden Ostafrikas schon damals Orichalcum = Messing ein, +das als Schmuck sowie an Geldesstatt diente, zu welchem Zwecke man +es in passende Stücke zerschnitt[6131]. Etwas später, zur Zeit des +~Plinius~[6132], wurden die Galmeilager des niederrheinischen Gebietes +entdeckt, und alsbald entwickelte sich dort, hauptsächlich in der +Gegend von Juliacum (Jülich), eine ausgedehnte Messingindustrie, +deren Blütezeit um 150 anzusetzen ist und deren Erzeugnisse durch die +römischen Großkaufleute erst in alle Nordsee-, später aber auch in +die Ostsee-Länder verhandelt wurden[6133]; als gegen 300 die Barbaren +einbrachen, ging sie zwar unter, aber das Vorhandensein der Galmeilager +daselbst, in der Aachener und Stolberger Gegend, sowie im Maastale +scheint niemals völlig in Vergessenheit geraten zu sein und veranlaßte +jedenfalls die Wiederaufnahme dieses Gewerbszweiges vom 11. Jahrhundert +an[6134]. + +Was den Namen „Messing“ betrifft, so wollte man ihn u. a. von einem +slavischen *mosengju ableiten, dieses vom spätpersischen miss, miess, +moess (= Kupfer) und dieses wieder vom pontischen *moss oder mossu, +dem Erze der Mossynöken[6135]. Viel näher liegt aber als Stammwort +das mittellateinische massa = Klumpen, Klotz (als „Massel“ noch jetzt +für die Roheisen-Luppen gebräuchlich), das als mass, mess, meze, +messe nachgewiesen ist[6136], im mittelhochdeutschen mösch, möschnic, +missinc, messinc, messing lautet[6137], auch in der „Sarepta“ des +~Mathesius~ als „messinc, messnic, messen“ nachklingt[6138], in +niederländischen Dokumenten von 1517 und 1579 als myssink und massener +Ware[6139], und noch im Basler Zeughaus-Inventare von 1666 als Mössinc, +Möschnic, Mösschinen[6140]. Im Niederländischen, Flämischen und +Holländischen wird aber Messing oft auch mit „Kupfer“ bezeichnet (s. +das französische cuivre blanc), indem es für eine bloße Art gefärbten +Kupfers galt[6141]; auf Gleichsetzung mit Bronze wiederum deutet wohl +das angelsächsische braes und das englische brass[6142]. + +Der in älteren Aachener Urkunden vorzufindende Namen „Latven“ kommt +vom französischen laiton (span. laton; ital. lottone, oder, unter +Hinweglassung des vermeintlichen Artikels, ottone), und dieses nach +~Dietz~ von plata, latta, latte (engl. latten), der Bezeichnung für +das allezeit so beliebte dünngeschlagene Weißmessing-Blech[6143], +nach ~Rossignol~ von „aes luteum“ (= gelbes Erz)[6144], nach der +zweifellos richtigen Erklärung ~Ducanges~ aber von „Elektron“[6145]. +Das französische „archal“, von dem neben laton ~Boileau~ schon 1254 +spricht[6146], geht auf Orichalcum zurück; noch 1575 heißt in Stolberg +das Rohmessing Arko[6147]. -- Ganz abseits stehen das neugriechische +τούντζυ (Túntzy) und das rumänische Tuciu, die offenbar mit Tutia +zusammenhängen und nicht mit Tumbac oder Tombacco, d. i. das malayische +Wort tambâja = Kupfer[6148]. Daß das Westfinnische ein eigenes Wort für +Messing besessen habe, ist ein Irrtum; Messing war im alten Finnland +ebensowenig bekannt wie Bronze und taucht erst im „Kalewipoeg“ auf, der +aber auch sonst vieles sehr junge erwähnt, z. B. Branntwein und sogar +Tabak[6149]. + + +7. Blei. + +Da Bleierze in den verschiedensten Gegenden weit verbreitet sind +und sich, wie namentlich das wichtigste unter ihnen, der Bleiglanz +(d. i. Schwefelblei), glatt reduzieren lassen, da ferner der niedrige +Schmelzpunkt und die große Leichtflüssigkeit des Metalles einfache +Abscheidungs- und mannigfaltige Anwendungsweisen ermöglichen, so ist +das Blei in manchen Ländern schon seit früher Zeit wohlbekannt und +steht in dieser Hinsicht zuweilen dem Kupfer nur wenig nach. + +Seit wann die +Ägypter+ es zu benützen verstanden, läßt sich des +genaueren nicht angeben, im 2. Jahrtausend, besonders in dessen zweiter +Hälfte, kommen aber größere Barren und Ziegel aus Blei (teht, tacht) +schon sehr häufig vor und scheinen auch bereits aus Spanien eingeführt +worden zu sein[6150]; in den sog. Tribut-(richtiger Handels-)Listen +~Thutmosis~ III. (um 1500) ist wiederholt von bedeutenden Mengen +die Rede, da sich aber ~Ramses~ III. (um 1200) rühmt, den Göttern +neben anderen kostbaren Metallen auch 9000 Pfunde Blei zum Geschenke +dargebracht zu haben[6151], so muß sein Wert auch damals noch ein recht +erheblicher gewesen sein. Daß es späterhin massenhaft vorhanden war, +als billige und gemeine Ware vielerlei Verwendung fand, seiner leichten +Schmelzbarkeit halber dem ~Osiris~, dem „Herrn alles Flüssigen“, +beigesellt wurde und schließlich als Grundlage aller übrigen Metalle +galt, hat bereits in früheren Abschnitten Erwähnung gefunden; in +ptolemäischer Zeit sprechen die Urkunden öfters vom Bleiarbeiter +(μολυβδουργός) und vom Bleilöter (κολλητής), der Wasserleitungen anlegt +und ausbessert und die beschädigten Rohre (σωλῆνες) der Badeöfen wieder +herstellt[6152]. + +Auch bei den +Sumerern+ ist die Kenntnis des Bleies uralt, und einige +sehen es als das schon dem Gotte ~Ea~ von Eridu zugehörige Metall an, +während andere als solches allerdings das Kupfer betrachten[6153]. +Seiner Verwendung im Laufe des 3. Jahrtausends, sowie der Statue des +Königs ~Bur-sin~ von Ur (um 2600), die aus Bleibronze mit 18% Blei +(abâru) besteht[6154], ist schon weiter oben gedacht worden[6155]; aus +der Zeit um 2300 wird von einem prächtigen Bassin aus Stein und Blei +berichtet, das König ~Gudea~ für einen Tempel stiftete[6156]. Die +Assyrer nannten das Blei ebenfalls abâru[6157], besaßen große Mengen +davon und verwandten es u. a. zu nicht näher aufgeklärten kultischen +Zwecken, so daß sich z. B. in einigen Gräbern des 13. Jahrhunderts +schwere Bleitafeln, darunter solche bis zu 500 kg Gewicht, vorgefunden +haben[6158]. + +Auch in der +Ägäis+ ist Blei bereits während des 3. Jahrtausends +nachgewiesen, desgleichen in +Troja+, woselbst aus einer tiefen +Schicht (von etwa 2500) die noch sehr rohe Bleifigur einer Göttin +zutage gefördert wurde[6159]; ebenfalls wohlvertraut war das Blei der ++mykenischen+ Kultur, und bleierne Drähte, Ringe usf. zählten nach +Beginn des 2. Jahrtausends nicht mehr zu den Seltenheiten[6160]. + +Die +Griechen+ lernten das Blei anfänglich in Kleinasien kennen, +worauf noch die Sage hinweist, daß König ~Midas~ von Phrygien es +zuerst aufgefunden habe[6161]; reichlicher scheinen es später die +Phönizier eingeführt zu haben, und zwar nach ~Hekataios~, der um 500 +v. Chr. schrieb, aus Spanien, woselbst eine Stadt Molybdíne jenseits +Tartessos lag, eine Stadt Molybdana auf der Insel Plumbaria bei +Carthagena[6162], und wo ein Volk namens Plumbarii die lusitanische +Provinz Madubriga bewohnte[6163]. Zur Zeit des ~Hekataios~ war den +Griechen auch die Verarbeitung des heimischen Bleiglanzes (Molybdaína, +Galéna) und anderer Blei und Silber führender Erze schon seit längerem +geläufig, und sie stellten nach verschiedenen, wenngleich noch +recht unvollkommenen Verfahren Blei dar; sie bereiteten ferner sog. +Werkblei (auch Lithargyrina genannt?), Bleiglätte (u. a. die gold- und +silberglänzende Chrysitis und Argyritis)[6164], Mennige, Bleiweiß [das +auch als Schminke diente[6165] und über das ~Theophrast~ schon ungefähr +dasselbe mitteilt wie ~Dioskurides~], sowie Schwefelblei, dessen +Gewinnung durch Brennen von Blei mit viel Schwefel bereits die sog. +Schriften des ~Hippokrates~ schildern[6166]. Kleine Bleifiguren aus dem +6. Jahrhundert wurden zu Sparta gefunden, etwas jüngere zu Athen[6167], +und die ersten der neu aufgekommenen Münzen sind nicht selten ebenfalls +bleihaltig[6168]. Das Metall galt für besonders „kalt“ und daher +schon bei ~Theophrastos~[6169], aber auch noch bei ~Galenos~[6170], +für besonders geeignet zum dauernden Aufbewahren empfindlicher Salben +und Wohlgerüche. Im Zusammenhange mit seiner großen Kälte steht auch +vielleicht, -- neben der Zuteilung an ~Osiris~ und andere chthonische +Gottheiten --, die Verwendung zur Herstellung der schon weiter oben +erwähnten sog. „Fluchtafeln“, deren gegenwärtig etwa 400 griechischen, +etruskischen und hellenistischen Ursprunges bekannt sind[6171]. +Der Gebrauch derartiger Tafeln erhielt sich bis in die späte +Kaiserzeit[6172]; sie tragen, wie schon ~Tacitus~ angibt[6173], als +Inschriften „carmina et devotiones“ (Fluch- und Bannsprüche), weisen +aber zuweilen auch merkwürdige Zeichnungen auf, z. B. die Gestalt des +verderblichen ~Typhon-Seth~ und bei den gnostischen Sethianern auch +jene des ~Christus-Seth-Typhon~, mit dem von den sog. Spottkruzifixen +her bekannten Kopfe des Esels, als des dem ~Seth-Typhon~ heiligen +Tieres (das ursprünglich das Okapi gewesen sein soll)[6174]. + +Bei den +Arabern+ stand das Blei seit der Eroberung Persiens in ganz +allgemeinem Gebrauch; bleierne Marken, die an einer Schnur um den Hals +getragen wurden, dienten u. a. als Quittung für die Bezahlung der +Kopfsteuer seitens der Ungläubigen[6175]. Die größten Mengen lieferten +Transoxanien[6176] sowie das eigentliche Persien[6177]; Ray und +Demâwend erzeugten treffliche Bleiglätte[6178], und aus Ispahan kam das +schönste Bleiweiß, dessen Güte auch die Pharmakopöe des ~Abu Mansur~ +(um 975) rühmt[6179]. Endlich waren die Araber wenn nicht Erfinder +so doch Verbreiter der mit Bleiglasur versehenen Tonwaren, deren +Anfertigung sie in allen von ihnen eroberten Ländern auf das eifrigste +betrieben, u. a. in Ägypten, Sizilien, Spanien, Südfrankreich und den +Inseln des westlichen Mittelmeeres, von deren einer, dem heutigen +Majorka, sich der Name Majolika herschreibt[6180]. + +Im südlichen +Mitteleuropa+ wurde das Blei schon während des Verlaufes +der Bronzezeit bekannt, im nördlichen erst gegen deren Ende[6181]. +In einigen der Schweizer Pfahlbauten fanden sich plattgedrückte, +mit Ösen versehene Bleiklumpen und -kugeln, die anscheinend als +Gewichte dienten oder doch ursprünglich solche waren. Die ältesten +sind nach babylonischen, ägyptischen oder kretischen Minen (von 618 +g) ausgewogen, die jüngeren (um 1000 v. Chr.) nach phönizischen +(von 728 g), die jüngsten nach karthagischen (von 392 g)[6182]; +derartig geformte Bleigewichte waren in Phönizien und Karthago seit +altersher üblich[6183] und fanden zugleich mit anderen Maßen bereits +sehr frühzeitig Aufnahme in den westlichen Mittelmeer-Ländern, +wie denn z. B. die Leuge, d. i. die alte, namentlich in Gallien +gebräuchliche Wegmeile von 2200 m Länge, 50000 phönizische Ellen von +44 cm Länge beträgt[6184]. Bronzen der älteren Eisenzeit (900 bis 800 +v. Chr.) enthalten nicht selten 4-5% Blei[6185], doch sollen hierbei +ausschließlich solche südlichen Ursprunges in Betracht kommen, während +die in Mittel- oder Nordeuropa selbst bereiteten entweder kein oder +nur sehr wenig Blei führen (z. B. neben 97% Kupfer und 2,4% Zinn +bloß 0,4%), wirklich reich an Blei (bis zu 14, ja 24%) aber nur jene +aus den ersten Jahrhunderten der Kaiserzeit sind, z. B. die auf der +Saalburg gefundenen[6186]. Der jüngeren Eisenzeit (um 500) entstammen +Stäbchen, Drähte und Figuren aus ziemlich reinem Blei, die aber stets +nur vereinzelt und in verhältnismäßig geringen Mengen vorkommen[6187]. + +Stammwort für den +Namen+ des Bleies ist vielleicht das indogermanische +*mliwom = blau, von dem sich das indische mulwa, das gemein-germanische +*bliwa, das keltische *blawa, das germanische blîu, bly, blâa und +Blei, sowie das griechische μόλιβος, μόλυβος, βόλιμος und βόλιβος +ableiten, während das lateinische plumbum ursprünglich nur = Ziegel +oder Barren ist[6188]. Daß nicht die iberischen Städtenamen Molybdíne +und Molybdána vom griechischen μόλυβος und μολύβδαινα kommen sollen, +sondern umgekehrt, sowie daß Zusammenhänge mit dem baskischen berûn +oder mit einem anklingenden keltischen Worte bestehen, ist ganz +unwahrscheinlich[6189]; aus dem keltischen (und irischen) luaide ist +hingegen das westgermanische *lauda, das mittelhochdeutsche lot, das +niederdeutsche lood, das angelsächsische leod und das englische lead +hervorgegangen[6190]. Ganz abseits stehen das indische sîsa[6191], +sowie das litu-slavische olovo und alwas; das Westfinnische besitzt nur +entlehnte Bezeichnungen[6192]. + + +8. Zinn. + +Das Zinn kommt als Metall nur sehr selten und meist nur in feinen +Körnern und dünnen Blättchen vor, tritt aber hauptsächlich in Gestalt +des Kassiterits auf; dieser besteht aus Zinndioxyd (SnO₂) und bildet +zuweilen sehr schöne, durchsichtige oder auch gelbliche bis bräunliche +Krystalle von ganz auffälliger Schwere und von so lebhaftem Glanze, +daß er in manchen Gegenden noch jetzt zu den Edelsteinen gezählt und +gleich diesen gefaßt und als Schmuck getragen wird[6193]. Die genannten +Eigenschaften sind es vielleicht, die zuerst die Aufmerksamkeit auf das +Mineral lenkten, worauf dann der Zufall gelehrt haben mag, daß es ohne +besondere Schwierigkeit zu einem schön silberweißen, luftbeständigen +und leichtflüssigen Metalle reduzierbar ist. Diese Entdeckung, die +auch der +neuen+ Welt nicht fremd war[6194], dürfte in der +alten+ an +einigen der recht spärlichen Punkte, die sich durch Reichtum an Zinnerz +auszeichnen, selbständig gemacht worden sein; ihr Gegenstand, das Zinn, +galt anfangs wohl als eine Kostbarkeit wie Gold oder Silber, und es +ist nicht ausgeschlossen, daß Versuche, das Kupfer irgendwie mit Zinn +einzulegen oder zu verzieren, zur Entdeckung der Bronze führten, deren +Schönheit und Nützlichkeit wieder das Zinn zu einer vielbegehrten und +gesuchten Bedarfsware machen mußten. + +Mit großer Wahrscheinlichkeit, wenn auch nicht mit Gewißheit, läßt +sich behaupten, daß den Bewohnern +Sinears+, des +Zweistromlandes+, +die sich mit der Bronze, wie oben angeführt, schon gegen 3000 v. Chr. +wohlvertraut zeigten, das Zinn bereits in noch früherer Zeit bekannt +geworden war und daß es ihnen in dieser bereits ebenso wie im Laufe des +3. Jahrtausends[6195] aus nördlich oder nordöstlich gelegenen Gegenden +zukam. Daß das Metall außer von diesen auch noch von der kaukasischen +Landschaft Iberien geliefert wurde, deren Gruben jedoch sehr frühzeitig +erschöpft worden seien[6196], ist eine haltlose Vermutung, und +tatsächlich konnten bisher nirgendwo im Kaukasus Lagerstätten von +Zinnerz aufgefunden werden[6197]. Nachgewiesen sind solche dagegen in +den südöstlich des kaspischen und Aral-Sees verlaufenden Gebirgszügen +Chorasans und Transoxaniens, im Paropamisus, ferner in der Drangiana, +im östlichen Iran und im Tale des Etymandros (jetzt Hilmend), woselbst +sich bis tief in das Mittelalter hinein, -- so lange nämlich die +(später dem sagenhaften ~Rustem~ zugeschriebenen) Kanäle in Stand +erhalten wurden --, ein reich bewässertes und daher überaus fruchtbares +Kulturland erstreckte[6198]; ihr Vorhandensein ist bezeugt durch das +Vorkommen von Zinnschmuck in nordpersischen Gräbern aus der Zeit um +2000 bis gegen 1500[6199], durch die Erwähnungen bei ~Strabon~[6200], +~Ibn Hauqal~ (902-968), ~Alistakhri~ (um 970) und anderen arabischen +Schriftstellern, sowie durch Bestätigungen aus neuerer Zeit[6201]. + +Wie der geringe Zinnzusatz der ältesten Bronzen ersehen läßt, war +das Metall anfänglich sehr kostbar und selten; von wann an es etwas +häufiger wurde, läßt sich nicht mit Sicherheit angeben, um so mehr +als auch nicht genügend feststeht, welcher Periode die Wandflächen +babylonischer Gebäude entstammen, die völlig durch sehr schöne Ziegel +mit einer durchscheinenden zinnhaltigen Glasur überkleidet sind[6202]. +Daß es auch in verhältnismäßig später Zeit hochgeschätzt und gesucht +blieb, zeigt z. B. die Tatsache, daß noch 842 König ~Jehu~ von +Israel an ~Salmanassar~ III. neben Gold und Silber in Barren sowie +goldenen Gefäßen auch Zinn als Tribut abzuliefern hatte[6203]. Bei den +Babyloniern (und nach ihnen bei den Syrern und Arabern) hieß das Zinn +ânak, welches Wort ursprünglich nur Blei bezeichnet haben soll, als +dessen Abart das Zinn fast allerorten galt; ânak findet sich auch in +den biblischen Schriften, jedoch nur einmal, und zwar beim Propheten +~Amos~[6204], während sonst der Ausdruck bedîl benützt wird[6205], +dessen Bedeutung aber ebenfalls noch als unsicher und schwankend +anzusehen ist[6206]. Bei den Akkadern war der Name des Zinns anna +oder naga, bei den Assyrern anaku, außerdem gebrauchten aber diese +Völker noch einen anderen, der bei den ersteren ik-kasduru, bei den +letzteren kâzazatira lautet[6207] und u. a. auch das Material einer +der sieben schon weiter oben erwähnten Platten bezeichnet, die in +den Fundamenten des 706 v. Chr. errichteten Palastes von Khorsabad +aufgefunden wurden. Er ist weder sumerischen, noch akkadischen, noch +assyrischen, noch sonstigen semitischen Ursprunges, sondern vermutlich +„barbarischen“[6208], d. h. er gehört der Sprache irgend eines der +Völker an, aus deren Gebiet das Zinn zuerst nach dem Zweistromlande +gebracht wurde; nach ~Bapst~ ging aus ihm auch das spätbabylonische +kastira hervor[6209]. + +Daß die +Ägypter+ gegen 3000 ebenfalls schon Bronzen besaßen, und +zwar zunächst sehr zinnarme, ist bereits weiter oben erörtert worden; +ungewiß bleibt aber, ob sie diese fertig einführten oder selbst +bereiteten, seit wann sie, wenn letzterer Fall zutrifft, dieser Kunst +mächtig waren und woher sie das erforderliche Zinn bezogen. Lager +von Zinnstein sind zwar im Süden, Südwesten und Südosten Afrikas, in +Nigeria sowie am Kongo vorhanden, und es ist nicht ausgeschlossen, +daß die Eingeborenen schon vor vielen Jahrtausenden verstanden, was +noch ~Vasco de Gama~ von ihnen berichtet, nämlich das Ausschmelzen des +Zinns und seine Verwendung zu Schmuck oder Zierrat an Waffen[6210]; +der Gedanke einiger Forscher aber, Verbindungen zwischen jenen +Gegenden und dem Ägypten des alten Reiches (2895-2540) anzunehmen, +ist ein derart phantastischer, daß er einer ernstlichen Erörterung +nicht erst bedarf. Dafür, daß das nordwestliche Arabien in der Ägypten +benachbarten Landschaft Midian Zinn hervorgebracht habe[6211], fehlt, +wie ~Beckmann~ schon vor über hundert Jahren betonte[6212], jeglicher +Beweis; desgleichen wird die Behauptung, das Zinn Südarabiens sei seit +altersher über das Rote Meer an den oberen Nil und dann flußabwärts +nach Ägypten gelangt, durch die Tatsache widerlegt, daß Südarabien gar +kein Zinn besitzt und daß dieses nach ~Aldimeschqi~ (gest. 1327) gerade +bei den Bewohnern der oberen Nilgegenden bis ins späte Mittelalter +hinein noch wenig bekannt und daher hochgeschätzt war. Kaum glaubhaft +klingt auch die Vermutung, orientalische Seefahrer hätten Ägypten +schon gegen 3000 mit Zinn aus den westlichen Mittelmeerländern +versehen[6213], da deren Küsten zu so entlegener Zeit, nach allem was +man weiß, weder selbst solches besaßen, noch überseeischem Verkehre +erreichbar waren. Die größte Wahrscheinlichkeit spricht also dafür, +daß die Ägypter gleich der Bronze auch das Zinn zuerst aus dem Osten +erhielten, und zwar auf den nämlichen Wegen, die dem uralten, sich +durch ganz Vorderasien erstreckenden Handel seit jeher als Bahnen +dienten[6214]. Wie in Asien selbst, so blieb aber auch in Ägypten +das Zinn spärlich, kostbar und gesucht; +diese+ Umstände waren es, +die im Laufe des 2. Jahrtausends, als die Schiffahrt sich wesentlich +vervollkommnet hatte, kühne Seefahrer, wie die Phönizier, veranlaßten, +anfänglich den Spuren des Handels mit Zinn nachzugehen, dem sie +vermutlich zuerst im südwestlichen Spanien zufällig begegnet waren, +späterhin aber auch die Stätten seiner Herkunft ausfindig zu machen. +Es liegt auf der Hand, daß kein Kauffahrer daran denken konnte, von +den Grenzen der bewohnten Welt her mit unsagbaren Gefahren und Kosten +eine Ware heranzuholen, über deren Verwendbarkeit und Wert nicht schon +längst völlige Gewißheit bestand; entgegen der üblichen Tradition +lernte man also nicht vom Zinne Gebrauch zu machen, als die Phönizier +solches einführten, sondern diese schafften es herbei, weil sie +wußten, daß die heimische Nachfrage das Angebot weitaus übersteige und +daher ein ungewöhnlich hoher Handelsgewinn sicher sei[6215]. Mit der +fortschreitenden Entwicklung der Westschiffahrt bei den Phöniziern, +neben denen vielleicht eine Zeitlang auch sardinische und etrurische +Seefahrer in Betracht kamen[6216], nahm daher etwa von 1600 an die +Menge des verfügbaren Zinns im Osten und so auch in Ägypten merklich +zu, mit ihr aber auch jene der erzeugten Bronze[6217]; selten und +kostspielig blieb es jedoch noch viele weitere Jahrhunderte lang, so +daß noch der gegen 1200 verfaßte „Papyrus ~Harris~“ von ~Ramses~ III. +„den Göttern gemachte Geschenke“ verzeichnet, die 95 und später 2130 +Pfunde Zinn „aus den Tributen“ betrugen[6218]. Ein altägyptischer Name +des Zinns fehlt nicht völlig (wie man bis vor einiger Zeit annahm), er +lautet aber nicht tran, -- welches Wort erst im „Leidener Papyrus“, +also ganz spät, auftaucht[6219] --, sondern nach dem Ägyptologen +~W. M. Müller~ „dhti techt“ = „Blei, weißes“, stimmt also völlig +mit dem lateinischen, noch zu Beginn der Kaiserzeit allein üblichen +„plumbum album“ oder „plumbum candidum“ überein[6220]. Hinsichtlich +der Zinneinfuhr nach Ägypten in der Periode vom 12. bis etwa zum 4. +Jahrhundert ist Näheres nicht bekannt; andauernd groß und umfangreich +gestaltete sie sich unter den Ptolemäern und bildete die Grundlage +einer höchst vollkommenen Bronze-Industrie (namentlich Kunstindustrie), +deren Blüte auch während der römischen, ja bis zu gewissem Grade noch +während der byzantinischen Herrschaft fortdauerte und deren Bedeutung +u. a. durch umfangreiche Funde, durch zahlreiche Fachausdrücke, +sowie durch die Erhebung einer eigenen Gewerbesteuer, nach den +verschiedensten Richtungen hin bezeugt ist[6221]. Aber auch aus Zinn +selbst fertigten besondere Handwerker mannigfache Geräte an[6222], +ferner diente Zinn als Zusatz bei der von ~Agatharchides~ und ~Diodor~ +beschriebenen Reinigung des Goldes durch Umschmelzen[6223], und endlich +bereitete man aus ihm die so vielgebrauchte Zinnfolie, deren πέταλα +und λεπίδες auch in der Zauber-Litteratur ihre Rolle spielten[6224] +und nach ~Alexander von Aphrodisias~ (um 210 n. Chr.) u. a. schon +zum Belegen von Glasspiegeln dienten[6225]. Als Herkunftsort des +Zinns wird Britannien genannt, wohin noch im 6. Jahrhundert n. Chr. +alexandrinische Schiffe mit Getreide fuhren, die sich den Preis ihres +Frachtgutes zur einen Hälfte in Geld bezahlen ließen, zur anderen +in Zinn[6226]; für ~Stephanos~ von ~Alexandria~ (7. Jahrhundert) +ist dieses daher einfach „das britannische Metall“, „ἡ βρεττανικὴ +μέταλλος“[6227]. + +In der +Ägäis+ läßt sich, wie oben angegeben, Bronze um 3000 +nachweisen, in +Troja+ nach Beginn des 3. Jahrtausends, woraus aber +nicht folgt, daß man daselbst auch schon das Zinn als solches kannte; +für das Cypern des +mykenischen+ Zeitalters dürfte dies aber zutreffen, +da diese Insel damals bereits eine einheimische, wenngleich noch sehr +primitive Bronzefabrikation besaß[6228]. Im übrigen scheinen während +der mykenischen Periode zinnarme und zinnreiche Bronzen nebeneinander +herzugehen, und die Vermutung ist nicht unbegründet, daß letztere durch +die Phönizier eingeführt, erstere aber mittels orientalischen Zinns an +Ort und Stelle angefertigt worden seien[6229]; in menschlichen Knochen +von etwa 2000 aus Kreta und Kleinasien vermochte ~Kobert~ einen Gehalt +an Zinn nachzuweisen, dessen Quelle, wie er mit Recht bemerkt, nur die +benützten Bronzegefäße sein können[6230]. + +Zuerst in Kleinasien lernten wohl auch die +Griechen+ gleich den +meisten anderen Metallen das Zinn kennen, und zwar anfangs vermutlich +das orientalische[6231], wofür der Name κασσίτερος (Kassíteros) +spricht, der mit den oben angeführten akkadischen, assyrischen und +spätbabylonischen Bezeichnungen ik-kasduru, kâzazatira und kastira +in sichtlichem Zusammenhange steht. Nach Kleinasien verlegt die +griechische Sage die erste Auffindung des Zinns durch König ~Midas~ von +Phrygien[6232], und der Name κασσίτερος ist ein orientalischer[6233] +und keinesfalls ein keltischer, den etwa die Phönizier zugleich +mit dem keltischen Zinn übermittelt hätten[6234]: das Zinn heißt +nämlich irisch créd und im keltischen ystaen, sten, staen (woher +das spätlateinische stagnum und stannum rührt[6235], und der +verführerische, von vielen Forschern betonte Anklang an keltische +Eigennamen, wie ~Cassignatos~, ~Cassiovelaunus~, ~Viducassis~ usf. +ist ein rein zufälliger, da „cassis“ in diesen Worten „gelockt“ +bedeutet[6236]. + +Entgegen den von manchen Seiten erhobenen Bedenken kann es keinem +Zweifel unterliegen, daß das bei ~Homer~ zuerst in der griechischen +Litteratur auftauchende κασσίτερος Zinn bedeutet, und daß das +archaische, in der „Ilias“ geschilderte Zeitalter, -- auch wenn die +uns vorliegende letzte Redaktion des Gedichtes bis in das 8. oder +7. Jahrhundert herabreicht[6237] --, tatsächlich das Zinn bei der +Ausstattung und Verzierung von Waffen und Geräten +so+ anwandte, wie +dies ~Homer~ angibt[6238]; zuzugestehen ist dabei, daß z. B. „zinnerne“ +Beinschienen nicht die Widerstandskraft besitzen könnten, die er ihnen +zuschreibt, daß er also entweder die Eigenschaften des Metalles nicht +näher kannte[6239], oder sich, da er nicht als Technologe, sondern als +Dichter schrieb, eines nicht wörtlich zu nehmenden Ausdruckes bediente, +so wie wir etwa von einem mit Diamanten verzierten Diadem als einem +„diamantenen“ sprechen, ohne damit sagen zu wollen, daß es in seiner +Gänze aus Diamant bestehe. In ähnlicher Weise wie ~Homer~ erwähnt auch +~Hesiod~ das Zinn in dem angeblich gegen 700 verfaßten Gedichte vom +„Schilde des ~Herakles~“[6240]; eine schon sehr frühzeitige Benützung +zinnerner Gerätschaften und Instrumente in der Medizin beweisen die +zahlreichen Anführungen in den sog. Schriften des ~Hippokrates~[6241]. + +Daß das Zinn aus den entlegensten Gegenden Europas komme, scheint +zuerst der Geschichtschreiber ~Hekataios~ von ~Milet~ (um 500) als +etwas zu seiner Zeit längst Wohlbekanntes ausgesprochen zu haben, +und nennt als Heimat des Metalles die kassiteridischen Inseln oder +Kassiteriden[6242], an deren Namen und Lage sich eine ganze Litteratur +knüpft, die hier nur einigen Hauptpunkten nach besprochen werden +kann[6243]. + +Nach dem Osten gelangte, wie schon mehrfach angedeutet, das +westeuropäische Zinn zuerst durch die Phönizier, deren West-Verkehr +im 16. Jahrhundert schon völlig entwickelt war, wenngleich er sich +lange Zeit nur auf Vermittlung des Handels beschränkte; eigene größere +Niederlassungen entstanden erst allmählich wie in Cypern und Kreta so +auch in Unteritalien und Nordafrika, ferner auf den Mittelmeer-Inseln +und an den Südküsten Spaniens[6244]. Daselbst, in der südwestlichen +Landschaft Tartessos oder Tarschisch, war die Hauptniederlassung die um +1100 gegründete Stadt Gades (jetzt Cadix)[6245], irrtümlich auch selbst +als Tartessos bezeichnet; sie erfreute sich der besonders vorteilhaften +Lage nächst der Mündung des großen Stromes Baëtis (Guadalquivir) und +in einer Gegend, nach der schon frühzeitig und auf verschiedenen Wegen +die wertvollsten Erzeugnisse der Länder von weither gebracht wurden, +u. a. Edelmetalle, Kupfer und Zinn. Auf dem Umstande, daß die Griechen +von +daher+, anfänglich durch die Phönizier[6246], später durch die +Karthager[6247] und schließlich (etwa von 700 an) auch schon durch +eigene Schiffer[6248], das Zinn empfingen, beruht die ganz grundlose +Fabel, der Baëtis setze zugleich mit seinem Sande und neben Gold, +Silber und Kupfer auch gediegenes Zinn ab, -- wie ihn denn noch der +Dichter ~Skymnos von Chios~ als den Fluß rühmt, + + „Der stromgerolltes Zinn aus Keltika + Und Gold zugleich und Erz in Menge führt[6249]“; + +sie geht vielleicht auch auf die Bemühung zurück, zwischen Kassiteros +und dem Namen des Berges Kassios auf der Insel Erytheia im Baetis-Delta +einen etymologischen Zusammenhang herzustellen[6250]. + +Das Zinn, dem die Phönizier zu Tartessos, vermutlich in Form von +Schmuck u. dgl., zuerst begegneten, gelangte dahin zunächst wohl +durch Landhandel oder Küstenschiffahrt aus Lusitanien (Portugal), +Callaecien (Provinz Gallizia) und den der nordwestlichen iberischen +Küste vorgelagerten kleinen Inseln; sodann, als deren geringe +Hervorbringung der Nachfrage nicht mehr genügte, aus der westlichsten +Bretagne und den ihr benachbarten Inselchen; schließlich aber, als +der steigende Bedarf die Beschaffung immer bedeutenderer Mengen +erforderte, aus Britannien. (Spätestens vom letzteren Zeitpunkte ab +schlug jedoch der Zinnhandel auf gallischem Boden auch noch andere +Wege ein, auf die weiter unten zurückzukommen sein wird.) Der Herkunft +des kostbaren Metalles nachspürend dehnten demgemäß die Phönizier und +später auch die Karthager den Umfang ihrer Seefahrten immer weiter +aus, sie erkundeten die ozeanischen Küsten der iberischen Halbinsel, +erforschten allmählich jene Galliens und erreichten zuletzt auch die +Britanniens, des eigentlichen Vaterlandes und einzigen Massenerzeugers +des Zinns[6251]. Über dessen stets nur spärliche Gewinnung bei +den Artabrern im nördlichen Lusitanien sowie in Callaecien ist +nichts Näheres überliefert, weder bei ~Poseidonios~, der zuerst +den Namen Καλλεγία, Καλαικία (Callaecia, Gallaecia, Gallicia ...) +erwähnt[6252], noch bei ~Diodor~[6253], noch bei ~Plinius~[6254]; die +vorgelagerten Inseln, d. s. die 10 oder 11 kleinen Eilande an der +Küste von Pontevedra zwischen Cap Folceiro und Silleiro, mögen ehemals +ein wenig Zinn hervorgebracht haben (?), können aber, gemäß allen +vorliegenden Angaben, entgegen einigen Forschern, unmöglich als die +Kassiteriden angesehen werden[6255]. Das nämliche gilt von den mit +diesen iberischen Inseln zuweilen verwechselten oestrymnischen vor +der Bretagne[6256], die zwar erst ~Avienus~ im 4. Jahrhundert +nach+ +Chr. anführt[6257], jedoch auf Grund von Quellen, die dem 4. oder +5. Jahrhundert +vor+ Chr. entstammen, zu welcher Zeit karthagische +Handelsschiffe sie noch besuchten[6258]. Ungewiß ist auch hier, ob +ihre Bewohner selbst Zinn ausschmolzen, oder ob sie es von jenem Teile +der keltischen Ostrymnier (auch Osismier genannt) empfingen, der das +äußerste Ende der Bretagne, gegenüber den Inseln, bewohnte[6259]; dort, +am Cap Pennestain oder Penstain, in dessen Namen die Silbe „Stain“ +das lateinische stannum = Zinn bedeuten soll, in einigen benachbarten +Gegenden des westlichen und in einigen des mittleren Galliens, gab +es tatsächlich uralte Zinngruben, deren Ergiebigkeit allerdings nur +sehr mäßig war[6260], und den dortigen keltischen Völkerschaften wird +auch die Erfindung des Verzinnens von Gefäßen zugeschrieben, die noch +~Plinius~[6261] als eine von den Biturigern gemachte überliefert[6262]. +Die wirklichen Kassiteriden, der Endpunkt der phönizischen und +karthagischen Entdeckungsfahrten, waren die der Südwestspitze +Britanniens vorgelagerten heutigen Scilly-Inseln, Hauptsitz des +Zinn-Zwischenhandels der Eingeborenen mit dem Zinn (und Blei) aus +Cornwall, und daher auch (wie in so vielen ähnlichen Fällen) irrtümlich +selbst als „Heimat des Zinns“ angesehen[6263]. Wann es den Phöniziern +gelang, sie zu erreichen, bleibt vorerst ungewiß; die Tatsache aber +überliefert noch ~Plinius~[6264] mit den Worten: „Zinn brachte zuerst +aus der kassiteridischen Insel (ex cassiteride insula) ~Midacritus~“, +unter welchem Namen unschwer jener des phönizischen Schutzgottes +und Heros ~Melkart~ zu erkennen ist. Desgleichen weiß ~Strabon~ zu +melden, daß die Phönizier das Zinn ursprünglich im Tauschhandel gegen +festes Salz erwarben[6265], das also sichtlich noch etwas Neues und +Schätzbares für die Bewohner der Kassiteriden war. Daß letzterer +Name kein aus dem Keltischen stammender und von den Phöniziern nur +weiterverbreiteter ist, wurde bereits oben angeführt; wie die Bernstein +liefernden „elektridischen“ Inseln ihre Bezeichnung dem Elektron +(Bernstein) verdanken und nicht umgekehrt, so wurden offenbar auch die +Zinn liefernden „kassiteridischen“ nach dem Kassiteron (Zinn) benannt, +-- in beiden Fällen kannte man eben die Erzeugnisse seit undenklicher +Zeit, ehe es gelang, ihre Ursprungsstätte ausfindig zu machen; +ausdrücklich sagt überdies ~Plinius~[6266], „diese Inseln seien +Kassiteriden geheißen worden wegen ihres Reichtums an Blei“ (nämlich an +„weißem“). + +Unter den anderen Wegen, auf denen das britannische Zinn die +Mittelmeer-Küsten erreichte, sind namentlich zwei zu erwähnen. Der +erste führte zur See längs der gallischen Küste bis zum Ausflusse der +Garonne, stromaufwärts bis in die Gegend von Tolosa (Toulouse) und +von dort den Abhängen der Pyrenäen entlang an den Sinus gallicus; +es ist der nämliche, dessen noch der Araber ~Ibn Saʿid~ (1212-1274) +gedenkt, wo er erwähnt, daß man das britannische Zinn auf Saumtieren +aus Toulouse nach Narbonne bringe, um es dort nach Alexandria zu +verschiffen[6267], und auch der nämliche, der zu dem Glauben Anlaß gab, +die Pyrenäen selbst brächten das Zinn hervor[6268]. Der zweite benützte +die Niederungen und Wasserstraßen der Loire, der Seine oder des Rheins, +gelangte von deren Mittel- oder Oberläufen unter Überwindung der +geringen Höhenunterschiede an die Saône und Rhône und diesen folgend +an den gallischen Meerbusen, oder, einen Seitenweg über die Alpen +und das Gebiet der Tauriner einschlagend, an den ligurischen, sowie +an die Mündung des Po[6269]. Der britannische Zinnhandel nach den +Küsten des nördlichen Galliens und Belgiens hatte seinen Mittelpunkt +auf der Insel Iktis oder Viktis (jetzt Wight)[6270]; nach ihr wurde, +wie noch ~Diodor~[6271] (hierin dem ~Timaios~, gest. um 260, folgend) +und ~Plinius~[6272] zu berichten wissen, das Zinn 6 Tagereisen weit +gebracht, um dort verkauft und dann zunächst über die See und weiterhin +binnen 30 Tagen quer durch Gallien nach dem Sinus gallicus und der +Mündung der Rhône, oder noch durch Ligurien nach jener des Po zu gehen. +Aus diesen Gegenden und vor allem aus der um 600 durch die Phokäer +gegründeten Colonie Massalia (Massilia, Marseille)[6273], die das Zinn +aber auch von der pyrenäischen Seite her empfing, holten griechische +Schiffer schon frühzeitig, spätestens im 5. Jahrhundert, das kostbare +Metall[6274]. Von Massilia aus trat um 360 auch ~Pytheas~ die berühmte +Seefahrt nach den nordwestlichen und nördlichen Küsten Europas an, +die die einen als Forschungs-, die anderen eher als Handelsreise +betrachten, indem ihr Hauptzweck die Erreichung der Insel Viktis und +der Kassiteriden gewesen sei[6275]; jedenfalls betrat und beschrieb er +wohl als erster unter den Griechen das blei- und zinnreiche Britannien +und schilderte den Zinnbergbau in der Nähe des Vorgebirges Belerion an +der Westspitze von Cornwall[6276]. Die richtigen Kenntnisse über die +Lage der Kassiteriden, die sich bei ~Hekataios~ (um 500) in letzter +Linie auf phönizische oder karthagische Berichte, bei ~Pytheas~ +aber auf eigene Anschauung stützten, wurden jedoch alsbald wieder +verdunkelt. Schon ~Herodot~ (gest. 429) sagt, wo er die Herkunft des +Zinns aus den äußersten Gegenden Europas streift, „kassiteridische +Inseln kenne ich nicht“[6277]. Aus den Schriften des ~Pytheas~ wieder +schöpften u. a. der oberflächliche ~Timaios~ (gest. um 260)[6278] +und sodann ~Polybios~ (198-117), der Belerion für die Inseln an der +nordwestlichen Küste Spaniens hält[6279], sowie ~Poseidonios~ (135-51), +der neben dem Zinn Lusitaniens auch das Britanniens und den Seehandel +von da aus nach Gallien kennt, der Kassiteriden aber nur flüchtig +gedenkt und nichts Näheres über ihre Lage mitteilt[6280]. Nur hieraus +ist es erklärlich, daß der Irrtum des gelehrten und einflußreichen +~Polybios~ nicht nur von ~Diodor~[6281] und von ~Strabon~[6282] +festgehalten wurde, sondern sogar noch von ~Ptolemaios~ (um 150 +n. Chr.)[6283], obwohl schon ~Caesars~ Legat ~Crassus~ die Fahrt nach +den Kassiteriden, den Zinninseln, gemacht und hierdurch alle etwa noch +bestehenden Zweifel endgültig beseitigt hatte[6284]. + +Im Laufe des 5. Jahrhunderts v. Chr. war das Zinn in Griechenland +bereits wohlbekannt und nicht übermäßig teuer, so z. B. kosteten im +Jahre 421 zu Athen das Kilo Blei und Zinn etwa 1 und 7 Mark[6285], +welche Preise, um sie den heutigen Geldwerten vergleichbar zu +machen, allerdings um mindestens das 30- bis 40fache erhöht werden +müßten[6286]. ~Aristoteles~ spricht einige Male von Zinn, und die +unter seinem Namen gehenden „Wundergeschichten“ wissen, daß dieses +Metall den keltischen Ländern entstamme und behaupten, daß auf +jenen elektridischen Inseln, die an der Mündung des Po liegen, eine +Statue aus Zinn und eine andere aus Bronze stehe[6287]; sein Schüler +und Nachfolger ~Theophrastos~ erwähnt im Aufsatze „Über das Feuer“ +verzinntes Kupfergeschirr als etwas nicht mehr Ungewöhnliches[6288], +und während der Folgezeit waren zinnerne und verzinnte Gefäße schon +ganz allgemein gebräuchlich[6289]. + +In +Etrurien+ fanden sich ehemals unweit der Küste gegenüber Elba +und besonders bei Populonia einige verhältnismäßig reiche Lager von +Zinnerz, die Anlaß zur Verfertigung von Bronze an Ort und Stelle und +damit zur selbständigen Entwicklung der so wichtigen etruskischen +Bronzeindustrie gegeben haben mögen[6290]; ob sie jemals genügten, +um eine Zinnausfuhr durch etrurische Seefahrer zu gestatten, steht +dahin, und jedenfalls waren sie ziemlich frühzeitig so gut wie +erschöpft, so daß das Land seither seinen Zinnbedarf auf einem der +oben erörterten Wege zu decken hatte[6291]. Ganz irrtümlich ist die +Ansicht, Kassiteros leite sich vom etrurischen „cassis“ ab, denn dieses +nur zufälligerweise anklingende Wort bezeichnet den charakteristischen +etrurischen Eisenhelm, der überdies bei den Römern erst zur Zeit +der Republik in Gebrauch gekommen sein soll[6292]; zudem heißt das +Zinn im Lateinischen ursprünglich nicht Kassiteros, sondern „plumbum +album“ oder „plumbum candidum“, d. i. weißes oder feines Blei[6293], +so noch bei ~Plinius~, zu dessen Zeit die campanische Bronze vielfach +mittels spanischen „plumbum argentarium“ bereitet wurde[6294], unter +welchem mehrdeutigem Ausdrucke an dieser Stelle vielleicht auch +nichts anderes als Zinn zu verstehen ist[6295]. Erst im Laufe der +Kaiserzeit taucht das dem Keltischen entlehnte stannum, sowie das dem +Griechischen entnommene Kassiterum auf, und ~Festus~ führt z. B. beides +gleichzeitig an, neben Gold, Silber, Orichalkum, Eisen und Blei[6296]. +Äußerst mannigfach waren die Verwendungen des Zinns; hervorzuheben +ist unter ihnen die zur Herstellung der Glasspiegel, von denen eine +Anzahl mit Zinn-, aber auch mit Blei- oder Gold-Folie belegter und mit +Firnisüberzug versehener, in Ägypten, in der Rheinprovinz, im Taunus +und anderwärts aufgefunden wurde[6297]. + +Daß +Indien+ wie kein Kupfer so auch kein Zinn besitze, sagt schon +~Plinius~[6298]. Die Angabe, ~Ktesias~ erwähne es als Erzeugnis +dieses Landes, ist unzutreffend[6299] und stützt sich nur auf ein +unrichtiges Zitat in den „Wunderberichten“ des späten alexandrinischen +Grammatikers ~Apollonios Dyskolos~ (im 2. Jahrhundert n. Chr.), +demzufolge nach ~Ktesias~ ein in Indien vorkommendes Holz alle +Metalle anziehen soll, auch das Zinn[6300]. Bloße Fabel ist ferner, +was ~Euhemeros~ (um 280 v. Chr.) vom Zinnreichtume der „indischen“ +Insel Panchaia erzählt[6301], -- fehlte ja sonst mit dem kostbaren +Metalle ein unvergleichlicher Schatz auf dieser „glücklichen Insel“ +(νῆσος εὐδαίμων)[6302], die übrigens keine andere ist, als die schon +in ägyptischen Märchen des 2. Jahrtausends vorkommende Pa-anch oder +Pen-en-ka (= Weihrauch-Insel), d. i. Sokotora[6303]. Daß Vorderindien +zu Beginn unserer Zeitrechnung tatsächlich kein Zinn besaß[6304], +bestätigt auch der um 40 n. Chr. verfaßte „Periplus“[6305], das +berühmte kaufmännische Handbuch der Küstenschiffahrt im Roten und im +nördlichen Indischen Meere: nach dem indischen Haupthafen Barygaza +(südlich der Indus-Mündung) +ein+geführt wurden damals u. a. Stimmi +(Schwefelantimon), Arsenikum, Sandarach, Blei, Kupfer und Zinn[6306], +welche letzteren man von da aus zum Teil nach anderen Punkten der +persischen und arabischen Küste weiter verfrachtete[6307], und dieser +Import okzidentalischen Zinns dauerte bis in die späte Kaiserzeit +fort[6308]. Wie schon hieraus hervorgeht, sind die Behauptungen +~Bapsts~[6309], die Phönizier hätten das Zinn aus Malakka und Banka +geholt und mit ihm zugleich den indischen Namen „Kastira“ nach +Europa gebracht, leere Phantasien; das indische kastira ist vielmehr +umgekehrt, wie schon ~Movers~[6310] und ~Lenormant~[6311] mutmaßten, +aus Kassiteros entstanden, wofür ebenso die Benennung „yavanestha“ = +„abendländisches“ (Metall) zeugt[6312] wie der einheimische Name sisa +und trapu (= dunkles), der ursprünglich das Blei bezeichnete, als +dessen Abart das Zinn auch hier zunächst angesehen wurde[6313]. + +Wann das Zinn der malaiischen Inseln und der hinterindischen Halbinsel +zuerst nach dem Westen gelangte, ist bisher nicht bestimmt ermittelt, +doch fanden es die Araber, deren Schiffahrt im 8. und 9. Jahrhundert +ihre erstaunliche Entwicklung nahm, in Vorderindien noch nicht vor; +die schon weiter oben erwähnten Erzählungen ~Sindbads~ (um 800), +sowie die bei ~Abu Saʿid~ (9. Jahrhundert), bei ~Almasʿudi~ (gest. +956), bei ~Almuqaddasi~ (um 975), bei ~Jaqut~ (1178-1229) und bei +anderen Reisenden, Geographen und Enzyklopädisten erhaltenen Berichte +stimmen dahin überein, daß das Zinn zuerst in Qalah geholt wurde, +worunter aber nicht das jetzige Point de Galles auf Ceylon zu verstehen +ist[6314], sondern Qalah auf Malakka. Nach diesem Orte soll das Zinn +den volkstümlichen Namen „Blei al Qalai“, abgekürzt auch Alqalai +oder Qalai empfangen haben[6315], der als Alcalai, Algalai, plumbum +alcalai, plumbum akaleum, alsbald auch in die wissenschaftliche und +namentlich in die medizinische Litteratur überging[6316] und sich +in den entstellten Formen Alkalir, Alkardir, Alardir bis in das 18. +Jahrh. hinein erhielt[6317]. Doch wird auch vermutet, daß umgekehrt +der Ort nach dem Metall benannt wurde, das den Arabern bereits unter +der Bezeichnung Qalai oder Qalja bekannt gewesen sei, wie denn z. B. +Zinn im Georgischen gala, im Ossetischen kala, im Armenischen galjak, +im Türkischen kalai heiße usf.[6318]. Während Zinn aus dem malayischen +Archipelagus und aus Birma, wie u. a. der in einem früheren Abschnitte +angeführte indische Mineraloge ~Narahari~ berichtet, nach Bengalen erst +im 12. oder 13. Jahrhundert gelangt zu sein scheint, brachten es gemäß +den Angaben des berühmten Geographen ~Alidrisi~ (um 1150) und des ~Ibn +Alwardi~ (gest. 1232?) die arabischen Kaufleute und Händler schon im +10. und 11. Jahrhundert bis nach Aden[6319], und zwar nicht nur aus den +hinterindischen Inseln, deren Zinnreichtum noch den Entdeckern des 16. +Jahrhunderts sehr überraschend erschien[6320], sondern sogar aus China. + +In +China+ war das Zinn bereits seit undenklicher Zeit gut bekannt, +wie schon die beiden ersten, um 1800 und um 1000 v. Chr. einsetzenden +Blüteperioden der Bronzeindustrie beweisen[6321], sowie die spätestens +dem 12. Jahrhundert v. Chr. angehörigen Vorschriften über Verfertigung +von sechs verschiedenen Kupfer-Zinn-Mischungen zwecks Herstellung +von allerlei Gefäßen, Idolen usf.[6322]; es wird schon zur Zeit des +völlig mythischen Kaisers ~Yü~ neben Gold, Silber und Kupfer unter +den empfangenen Tributen aufgezählt[6323] und war zweifellos ein +uralter Gegenstand des inneren Handels, der hauptsächlich aus dem +Süden kam[6324], wie denn z. B. noch um 250 v. Chr. „die wertvollen +Schätze des Zinnes und Goldes geliefert werden aus dem Gebirge +Kiang-Nan“[6325]. Über das Wesen des Zinns war man sich jedoch auch in +späterer Zeit noch im unklaren: einige sahen es als ein edleres oder +geläutertes Blei an, andere glaubten, es sei die Asche besonderer, nur +in gewissen fernen Gegenden wachsender Pflanzen[6326]. + +In +Mitteleuropa+ beginnt das Zinn gegen Ende der Kupferzeit +aufzutauchen, also etwa um 2000, und zwar zunächst als Blattzinn, das +zur Verzierung von Tongefäßen[6327] und von Schmucksachen dient und +letztere nur auf der Schauseite bedeckt, weshalb ~Vogel~ vermutet, +daß derlei Versuche, kupferne Gegenstände mit Blattzinn, später +auch durch Eintauchen in das geschmolzene Metall, zu verzinnen, +erst zur Entdeckung der Bronzedarstellung führten[6328]. Ein wenig +häufiger wurde das Zinn im Laufe der Bronzezeit. Unter den immerhin +sehr spärlichen Fundstücken aus den Pfahlbauten, z. B. jenen des +Neuenburger und Züricher Sees, sind u. a. zu verzeichnen: Tongefäße und +Schilde mit Ein- und Auflagen aus Zinn[6329], zinnerne Dolchspitzen, +Spatel, Nadeln, Stäbchen, Stifte, Rädchen, Ringe, Perlen, Spiralen, +Spiralscheiben, sowie allerlei kleinere und größere „Klumpen“[6330]; +diese, zu denen auch eine 1800 g schwere, an einem Bronzering +befestigte „Scheibe“ gehört[6331], sind nach ~Forrer~ nichts weiter +als plattgedrückte Kugeln, die ursprünglich, gleich den bleiernen, +als Gewichte dienten[6332]. Erwähnenswert sind ferner zinnerne Fäden, +wie sie u. a. auch in Gräbern der Nordseeinsel Amrum aufgefunden +wurden und bei den Eskimos noch um 1800 in Benützung standen [6333]. +-- Die Frage, auf welche Weise das Zinn nach Mitteleuropa gelangte, +läßt sich nicht eindeutig und endgültig beantworten, doch spricht +alle Wahrscheinlichkeit dafür, daß es ursprünglich dahin nicht den +unmittelbaren Weg aus Britannien einschlug, sondern den Umweg über die +Mittelmeerküsten, denen (als den Stätten des Bedarfes) die uralten +westlichen Handelsstraßen zur See und zu Lande zustrebten[6334]; +in Übereinstimmung hiermit steht auch das Vorkommen von zinnernen +Fundstücken der oben beschriebenen Art in den Pfahldörfern des +einst ligurischen Po-Gebietes[6335]. Der germanische Name tin, zin, +angelsächsisch tan, mittelhochdeutsch zein, d. i. Stäbchen (noch in der +Münztechnik erhalten), leitet sich nicht aus dem Keltischen ab; auch +hat, entgegen früheren Angaben, das keltische Wort „mein“ nicht die +Bedeutung Zinn, sondern bezeichnet jedes rohe Metall und daher auch +dessen Fundstätte (rom. mina, germ. Mine)[6336]. + +Während des frühen Mittelalters wurde das Zinn zur Herstellung +wertvoller Gefäße und Geräte und zu Zwecken des Kunstgewerbes +verwendet, wie dies z. B. die einschlägigen Schriften des sog. +~Heraklius~ und ~Theophilus Presbyter~ aus dem 9. bis 11. Jahrhundert +zeigen[6337], sowie das „Livre des métiers“ des ~Boileau~ von +1252[6338]; wohl auf die Autorität griechischer und arabischer +Vorschriften hin blieb es auch in der Medizin gebräuchlich, so z. B. +spricht um 1260 ~Johannes de Sancto Amando~ in den „Areolae“ von +„rasas, id est stagnum“[6339]. Als marktbeherrschender Erzeuger kam +zunächst nur England in Betracht, dessen Zinn aber als +Roh+metall nach +Nordfrankreich, der Provence, Majorka, Genua und Venedig ausgeführt, +dort durch Umschmelzen gereinigt und nun als hochwertige Ware +weiterverkauft wurde. In Gallien gab es nach ~Venantius Fortunatus~ +bereits gegen 600 n. Chr. verzinnte Kupferdächer[6340], und in +England deckte man schon frühzeitig ganze Kirchen „mit Zinn statt +mit Blei“ völlig ebenso ein, wie das noch im 15. Jahrhundert der +Ritter ~Rozmital~ in seiner Reisebeschreibung mit großer Verwunderung +erwähnt[6341]. Venedig und Genua lieferten ihr Feinzinn bis in das 16. +Jahrhundert hinein nach Konstantinopel, Kleinasien, Cypern, Persien und +Ägypten[6342]; wie ~Pegolotti~ versichert, war um 1300 in der ganzen +Levante das venetianische Zinn als das beste bekannt[6343] und aus ihm +bestanden auch die prächtigen Gefäße, die man nach ~Leo Africanus~ +in Kairo bis zur Zeit der türkischen Eroberung (1517) mit feinstem +Geschmacke und in mannigfachster Auswahl anfertigte[6344]. + +Das Zinn der pyrenäischen Halbinsel erwähnt zwar noch ~Alqazwini~ +(gest. 1283), doch spielte es nicht einmal im Lande selbst eine +Rolle. Ein ernstlicher Wettbewerber erstand dem englischen Zinn erst +im deutschen, das nach der „Chronik“ des ~Matthaeus Parisiensis~ im +Jahre 1241 aufgefunden worden sein soll[6345], und zwar sogleich in +großer Menge und hoher Reinheit; diese Angabe dürfte aber schwerlich +zutreffend sein, da eine Zinngewinnung in Deutschland schon vor der +Zeit ~Alberts des Grossen~ (1193-1280) an verschiedenen Stellen im +Gange war[6346]. + +Sehr frühzeitig kannten das Zinn die westlichen +Finnen+, deren Land +es, wenn auch nur in geringer Menge, selbst hervorbringt; in den +Sagen der „Kalewala“ gilt es noch als selten und dient, wenngleich +einmal auch eine Stopfnadel aus Zinn erwähnt wird[6347], in der Regel +nur als Schmuck, so daß „die Zinn-Geschmückte“ als stehender Beiname +edler Frauen und Mädchen erscheint[6348]; im „Kanteletar“ dagegen ist +der Zinnschmuck schon „verächtlich, nur gut für Bettlerinnen“[6349], +Das „Kalewipoeg“[6350] und die „Mythischen und magischen Lieder der +Esthen“[6351] kennen Zinn noch als Verzierung, in den „Esthnischen +Märchen“ aber bestehen aus ihm bereits die dem täglichen Gebrauch +dienenden Hausgeräte[6352]. Der lettische Name des Zinns, alwas, leitet +sich von olovo ab, das im Altslavischen das Blei bedeutete[6353]. + + +9. Zink. + +Die Tatsache, daß der gesamte Umkreis der Antike noch niemals einen aus +Zink bestehenden Gegenstand an das Tageslicht gelangen ließ, sowie daß +jede Gewinnung des Zinks die Anwendung gewisser, dem Altertum selbst in +ihrer unvollkommensten Gestalt fremd gebliebener Destillations-Methoden +voraussetzt, führt zur Folgerung, daß +Griechen+ und +Römer+ keinerlei +Kenntnis vom metallischen Zink besaßen. Zwar erwähnt ~Strabon~ +gelegentlich[6354] ein zu Andeira in der Troas auftretendes Gestein, +das beim Brennen Eisen ergebe, beim Schmelzen mit einer gewissen +Erde „Pseudárgyros“ (nach ~Forbiger~[6355] „Scheinsilber“) abtropfen +lasse, -- das nämliche, das sich auch im Gebirge Tmolos vorfinde --, +mit Kupfer aber die Oreichalkos genannte Legierung (κρᾶμα) liefere; +dieses Pseudárgyros nun erklärten ältere und auch neuere Ausleger für +Tropfzink, entstanden aus einem der nicht gerade seltenen eisenhaltigen +Zinkerze[6356]. Wie indessen schon ~Hofmann~ und ~Blümner~ +hervorhoben[6357], ist die fragliche Stelle völlig unklar, was nicht +wundernehmen kann, da ~Strabon~ kein Fachmann war und über vieles +Technische (ebenso wie etwa ~Plinius~) nur auf Hörensagen hin und nach +Maßgabe seines Verständnisses berichtete; die Annahme, es sei bei ihm +vom Zink die Rede, ist daher durchaus abzuweisen[6358]. Dahingestellt +bleibt dabei, was man unter dem Pseudárgyros zu verstehen habe, ob nach +~Gsell~[6359] metallisches Arsen, nach ~Zippe~[6360] Arsenkupfer, nach +~Schäfer~[6361] eine sonstige Arsen-Legierung, nach einem anderen Autor +metallisches Nickel usf.; daß es aber +kein Zink+ gewesen sei, darf dem +ganzen Sachverhalte gemäß und nach den Auseinandersetzungen zwischen +~Diergart~[6362] und ~Neumann~[6363] für unzweifelhaft gelten. + +Wenn nun auch nicht das Zink selbst, so waren aber den Alten doch +gewisse zinkhaltige Mineralien bekannt, und sie verwendeten diese, oder +einige aus ihnen gewonnene Produkte, zu technischen und medizinischen +Zwecken, ohne freilich (wie in so zahlreichen anderen Fällen) die +Ursache der eintretenden Wirkungen im geringsten zu ahnen; als +Beispiel sei nur auf des ~Pseudo-Aristoteles~ „Wundergeschichten“ +verwiesen, die von der Darstellung des Messings aus Kupfer mittels +einer im Lande der Mossynöken vorkommenden „Erdart“ erzählen, sowie +von der bei Augenkrankheiten so heilsamen „phrygischen Asche“[6364], +vermutlich der nämlichen Substanz, deren zu gleichem Zwecke schon +der medizinische „Papyrus ~Ebers~“ gedenkt[6365] (niedergeschrieben +um 1500 v. Chr. auf Grund noch weit älterer Vorlagen). Unter jenen +Mineralien dürfte in erster Linie das heute „Galmei“ genannte in +Frage kommen, ein Zinkcarbonat, aus dem man u. a. durch Erhitzen +und Rösten mit gewissen (reduzierenden) Zusätzen den Pómpholyx +(weißes, staubfeines Zinkoxyd) und den Spodós (dunklen, zinkhaltigen +Rückstand, sog. Ofenbruch) abzuscheiden verstand[6366]; was indessen +~Plinius~[6367], ~Dioskurides~[6368], ~Galenos~[6369] und einige +andere Schriftsteller über diese Vorgänge mitteilen, ist zum großen +Teile verworren und läßt namentlich auch Vorkommen und Beschaffenheit +der benützten Rohstoffe mehr als billig im Dunklen. Wie es scheint, +führen bereits die dem ~Hippokrates~ zugeschriebenen Werke, in denen +der „Ofenbruch“ (zuweilen als cyprischer bezeichnet) schon eine +vielseitige Rolle spielt[6370], Galmei mit unter der Bezeichnung +„Chalkitis“ an; doch ist dies ein bloßer Sammelname, der auch Alaun, +eisen- oder kupferhaltigen Alaunstein, Eisenoxyde, Schwefeleisen, +Eisenvitriol, Kupfervitriol, eisenhaltigen Kupfervitriol u. dgl. mehr +umfassen kann[6371], und dessen große Vieldeutigkeit daher nur selten +bestimmte Schlüsse zuläßt. In jüngerer Zeit taucht der Name καδμία, +καδμεία (Kadmeía) auf[6372], der als abgeleitet gilt „von jenem des +Phöniziers ~Kadmos~“, der das Gestein und seine Verwendung entdeckt +und diese zuerst aus dem Orient nach Griechenland gebracht haben +soll[6373]. Die Deutung des Namens ~Kadmos~ als eines phönizischen oder +überhaupt semitischen im Sinne des „Östlichen“, des „Orientalischen“, +der gemäß sich auch jener des Metall-grabenden und -bearbeitenden +Kabiren ~Kadmos~ auf Samothrake erkläre[6374], wird jedoch neuerdings +völlig abgelehnt: ~Kadmos~ ist ursprünglich Heros eponymos der Burg +Kadmeia zu Theben und dort allein nachweisbar[6375], auch kennen die +ältesten Berichte keine phönizischen Ansiedlungen im ägäischen Meere; +erst seit dem 7. Jahrhundert läßt die Sage wie den ~Danaos~ aus Ägypten +so den ~Kadmos~ aus dem Orient kommen, bringt ihn mit dem Karischen +Bergnamen Kadmos (= Ostberg?) in Verbindung[6376], sieht in ihm später +(bei ~Hekataios~; zum Teil sogar erst in hellenistischer Periode) +einen phönizischen König oder Heros[6377] und identifiziert ihn +schließlich mit einer etwa dem ~Hermes~ analogen semitischen Gottheit +~Kadmillos~ oder ~Kamillos~[6378]. Sollte nun in ~Kadmilos~ oder +~Kadmos~ ein semitisches Wort für Gold verborgen sein[6379], und das +Gestein Kadmia seinen Namen von ~Kadmos~ führen, so könnte es nur das +„zu Gold machende“, d. h. dem Kupfer Goldfarbe verleihende, bedeuten; +diese weithergeholte Annahme ist aber allein Obigen zufolge durchaus +unwahrscheinlich, es liegt vielmehr erheblich näher, an den tatsächlich +Zinkerz führenden Bergvorsprung Kadmos des Tmolos zu denken[6380], +wonach also das Mineral einfach, wie in so manchen anderen Fällen, nach +einer frühzeitig gutbekannten Fundstätte benannt worden wäre. + +Aus dem griechischen Kadmeia entstand später bei den +Arabern+, wie +~Karabacek~ 1891 zeigte[6381], vermöge fortschreitender Entstellung der +anfangs richtigen Transkription zunächst Kalmeia, sodann Kalimija und +Kalimina; hieraus wieder ging bei der Rückübersetzung ins Lateinische +das mittelalterliche „lapis calaminaris“ hervor, schließlich aber +auf verschiedenen Umwegen das moderne Galmei mit seinen Nebenformen, +unter denen eine nächst Aachen noch jetzt gebräuchliche, Kalmis oder +Kelmis, dort bereits gegen 1500 nachweisbar ist[6382]. Ein ebenfalls +durch die Araber verbreiteter Ausdruck ist Tutia, entstammend (wie +schon in früheren Abschnitten erwähnt) dem persischen Dûd, d. i. Rauch, +nämlich der in Gestalt einer dichten weißen Wolke feinsten Zinkoxydes +aufsteigende Rauch der Galmeiöfen; noch ~Marco Polo~, dessen Reisen +in die Jahre 1275 bis 1291 fallen, schildert Anlage und Betrieb +solcher zu Cobinam zwischen Yezd und Kerman in +Persien+ errichteter +Öfen[6383] und gedenkt ihrer beiden, unter den Bezeichnungen Pómpholyx +und Spodós bereits den Griechen bekannten Produkte; die Namen dieser +wichtigen Arzneimittel gingen schon frühzeitig aus der medizinischen +Litteratur der Araber in die gesamte europäische über, die sie entweder +in den latinisierten Gestalten Tutia und Spodium kennt, oder in +entsprechenden einheimischen, als welche z. B. ~Aldebrandino di Sienas~ +altfranzösisches „Regime du corps“ von 1225 „Tuschie“ und „Podien“ +gebraucht[6384]. Irrtümlich ist die Angabe, die Perser hätten in sehr +alter Zeit auch schon die Darstellung metallischen Zinks verstanden; +soweit hierbei die Pharmakologie des ~Abu Mansur~ (um 975) in Betracht +kommt, handelt es sich, wie ~Lippmann~ vermutete und ~Diergart~ des +näheren bewies, um einen Übersetzungsfehler[6385]; bei ~Marco Polo~ +aber ist von der Gewinnung eines Metalles aus Galmei überhaupt mit +keinem Worte die Rede. + +Auch die Schriften der fast durchaus aus persischen Quellen schöpfenden +alten arabischen Augenärzte ~Ali Ibn Isa~ (gegen 1000), ~Al-mausili~ +(um 1000), sowie die ihrer späteren Nachfolger und Ausschreiber +~Alhalabi~ (um 1256) und ~Salah Addin~ (um 1296)[6386], erwähnen ++nur+ „gewöhnliche“ und „leichte“ Tutia [= nihilum album] aus den +persischen Orten Kirman[6387] und Haschar[6388], ferner „gewöhnliche“, +„beste“ und „grüne“ Tutia ohne Herkunftsbezeichnung[6389], sodann +Zinkblume („gewöhnliche“, „grüne“, „indische“)[6390], Zinkasche (auch +„grüne“)[6391], sowie Galmei aus Kirman und Ispahan[6392], mit keinem +Worte jedoch gedenken sie des metallischen Zinks. + +Nicht nach Persien, sondern nach +Indien+ will ~G. Oppert~ die +Erfindung der Zinkdarstellung verlegen, sie jedoch nicht erst den +eigentlichen Indern zuschreiben, sondern bereits den Ureinwohnern des +Landes[6393] in deren Sprache (+nicht+ im Sanskrit) bedeute Kalam, +oder eigentlich Kal-Ijam, den „Stein des Bleies oder Zinnes“, ganz +so wie Kar- und Vel-Ijam das „schwarze und weiße Blei“; desgleichen +heiße im Tamulischen Ven-Kalam das „Weißmetall“ (= Messing) und im +Malayischen Kalang das „Zinn“, usf. Kalang hätten die Araber in der +Form Kalai nach Indien zurückgebracht, und von Kalai und Kalam leiteten +sich einerseits die Ausdrücke Kalaïm und Calaëm ab, unter denen die +Portugiesen das ostindische Zink im 16. Jahrhundert in Europa bekannt +machten, andererseits aber auch die alten Worte Kalimija, Klimia, +Calaminaris und sogar Cadmia, bei welchem letzteren die häufige +Lautverschiebung l--d zugrunde liege, wie z. B. bei lacrima -- δάκρυ +(Träne). Kaum bedarf es nach allem Vorausgehenden des Beweises, +daß diese Darlegungen ~Opperts~ sprachlich zum Teil anfechtbar, +sachlich durchaus unhaltbar und nur aus seiner eigentümlichen, oft +zur Hintansetzung jeglicher Kritik führenden Sucht erklärlich sind, +das älteste Indien als Ursprungsstätte aller nur möglichen wichtigen +Erfindungen hinzustellen. Unterlagen für die Behauptung, die alten +Inder hätten das Zink durch eine Art absteigender Destillation mittels +gewisser unvollkommener, nach ~Rây~ noch gegenwärtig benützter Apparate +im kleinen dargestellt[6394], fehlen gänzlich, auch in medizinischer +Richtung[6395], und wenn es zutrifft, daß die Messingbereitung erst +im 6. Jahrhundert aus Persien nach Indien gedrungen sei, so ist es +auch unwahrscheinlich, daß die Inder sich vorher überhaupt schon +viel mit dem Galmei beschäftigten. ~Hiuen-Thsang~ (629 n. Chr.) sagt +zwar[6396], das nordwestliche Indien sei reich an Galmei, da aber +die Übersetzung des betreffenden chinesischen Wortes unsicher und +strittig ist[6397], Galmei überdies noch zur Zeit ~Marco Polos~ in +das westliche Vorderindien +ein+geführt wurde[6398], so kann jene +Angabe vorerst nicht als beweisend gelten. Wenig zuverlässig ist +auch alles das, was die in einem früheren Abschnitte besprochenen +indischen Werke chemischen oder mineralogischen Inhaltes über die +Entdecker und die Entdeckung des metallischen Zinkes vorbringen; denn +über die Abfassungszeit fast aller dieser Schriften besteht große +Ungewißheit, und über das Alter der zahlreichen Einschiebungen, die +sie nach indischer Gewohnheit bis in die neueste Zeit fortgesetzt +erfuhren, liegen wissenschaftliche Untersuchungen noch kaum vor. Die +Wahrscheinlichkeit spricht dafür, daß keines der Bücher, in denen +metallisches Zink erwähnt sein soll, älter ist als die Zeit der +Tantras (beginnend etwa 1100 n. Chr.); das Wort yaçada oder yasada +für Zink findet sich nach dem indischen Gelehrten ~Rây~ sogar erst +in einem Wörterbuche von 1374. Über die damalige Darstellungsweise +aus Galmei (rasaka) wird berichtet, daß man das Mineral zerkleinerte, +mit Hilfe organischer Zusätze [die als Reduktionsmittel dienten] zu +Kugeln formte, diese in bedeckten Tiegeln erhitzte und das gebildete +Zink vermöge einer Art absteigender Destillation abfließen ließ und +sammelte[6399]; sie war also eine äußerst unvollkommene und gewährte +bestenfalls eine ganz geringe Ausbeute. Es bleibt überdies zweifelhaft, +ob sie wirklich in Indien ausgearbeitet und später von dort, wie es +heißt, nach China verpflanzt wurde[6400]; verschiedene Tatsachen +sprechen vielmehr für den umgekehrten Vorgang[6401], unter ihnen als +wichtigste die, daß fraglos Zink im großen zuerst in +China+ gewonnen +wurde[6402]. + +Die ausführliche chinesische Enzyklopädie des ~Li-schi-tschin~ von +1552, „Pen-tsao“ genannt, soll allerdings noch nichts über Zink +enthalten, vielleicht weil seine Bereitung geheimgehalten wurde, und +auch was die späteren Enzyklopädien von 1637 und 1713 mitteilen, +ist (vermutlich aus dem nämlichen Grunde) äußerst unvollständig und +unklar; da sich aber, wie aus den Berichten der europäischen Entdecker +hervorgeht, im 16. Jahrhundert bereits größere Mengen Zink im Handel +befanden, so kann seine Darstellung damals schon längst nichts Neues +mehr gewesen sein. Soweit die dürftigen Angaben älterer und die +flüchtigen Erzählungen späterer Schriftsteller zu ersehen gestatten, +erhitzte man ein Gemenge von Galmei und Kohle in gut verschlossenen +tönernen Gefäßen oder Tiegeln auf nicht zu hohe Temperatur, ließ +die Zinkdämpfe durch ein Abzugsrohr aufsteigen und verdichtete sie +in kaltem Wasser[6403]. Das so im großen, aber freilich doch nur +in geringer Ausbeute erhaltene Metall galt als solches eigener Art +und kann daher weder mit dem weiter oben besprochenen Char Sînî +identifiziert werden[6404], noch mit der Kupfer-Zink-Nickel-Legierung +Packfong[6405], noch mit der Kupfer-Zink-Eisen-Legierung Tutanego +(Tutenage), dem sog. „chinesischen Kupfer“ der Malayen[6406]. Bei +letzteren, also in Hinterindien und im Archipelagus, scheinen die +Portugiesen und später die Holländer zuerst die Bekanntschaft des +Zinkes gemacht, es aber mit dem dort gleichfalls vorgefundenen Zinn +verwechselt, oder für eine bloße Abart des Zinns, für „indisches Zinn“, +gehalten zu haben, -- woraus sich auch die dem malayischen Namen des +Zinns, kalai, nachgebildete portugiesische Benennung Calaïm oder +Calaëm erklärt. Noch ~Van Linschoten~, der 1579, gelegentlich seiner +Fahrt an der Küste von Malakka, zu Para dem Zink begegnete, spricht +darüber in seiner Reisebeschreibung[6407] mit Worten, die erkennen +lassen, daß es ihm sichtlich ganz neu war; zur Zeit des Reisenden ~De +Laval~ (1601) prägten die Könige der indischen Inseln Münzen aus dem +„allerorten hochgeschätzten Metall Kalin, das so weiß wie Zinn, aber +viel härter und schöner ist“, und die Portugiesen hatten ihnen diesen +Brauch damals schon nachgeahmt[6408]; 1620 kaperten die Holländer ein +portugiesisches Schiff und verkauften das auf ihm vorgefundene indische +Zinn als „Speautre“[6409]. Dieser Name, der auch als Spiauter, Spelter, +Piautre, Pewter auftritt[6410], leitet sich nach ~Karabacek~ von einem +persischen Beinamen des Zinnes ab, der isbîdâr lautet und selbst wieder +auf das persische sefîd rûy (= das Weißglänzende) zurückgeht[6411]. +In Persien scheint metallisches Zink unter der Bezeichnung jest oder +dschest, die selbst wieder mit dem indischen jasada zusammenhängen +dürfte[6412], erst in später Zeit aufzutreten; es fand Anwendung zur +Herstellung der zahlreichen, bis dahin aus Kupfer und Galmei gewonnenen +Legierungen, unter denen hervorzuheben sind: Rotguß mit 80-97% Kupfer +nebst 20-30% Zink; Gelbguß mit 50-70% Kupfer nebst 50-30% Zink; +Weißmessing mit 20-55% Kupfer und 80-45% Zink; schmiedbares Messing +mit 60% Kupfer und 40% Zink; Beidri (aus der Stadt dieses Namens?) +mit 94% Zink nebst etwa 3% Kupfer, 3% Blei und etwas Zinn; Koftgari; +Haftdschausch aus je ⅐ Gold, Silber, Kupfer, Eisen, Zinn, Blei und +Zink, -- eine Legierung, deren Perlen in Persien noch jetzt als Amulett +um den Hals getragen werden[6413]. + +In +Europa+ scheint man an den alten Erzeugungsstätten des Messings +schon frühzeitig eine richtige, jedoch nirgends weiter verfolgte +Ansicht über die Natur des Galmeis gewonnen zu haben; spricht +doch bereits ~Albert der Grosse~ an einer allerdings nicht ganz +einwandfreien[6414] Stelle seiner mineralogischen Schrift vom Goslarer +„Gold-Markasit“ (marchasita aurea) im Sinne eines „zu Gold machenden“ +(das Kupfer zu Gold färbenden) und sagt, daß sein Metall im Feuer +verfliege und nur unnützen Rückstand hinterlasse[6415]. Die Frage, +wann und wo es dennoch glückte, des Metalles habhaft zu werden, und ob +das, wie ~Paracelsus~ (1493-1541) in seiner 1538 erschienenen „Chronik +des Landts Kärnthen“ behauptet, tatsächlich in diesem Herzogtum zuerst +gelang, läßt sich nicht mit Sicherheit beantworten, zumal die Angaben +des ~Paracelsus~, wie in so vielen Fällen, genügender Bestimmtheit +ermangeln. In der „Chronica“ ist er der (irrtümlichen) Ansicht, daß +allein in Kärnten „das Ertz Zincken, ... ein gar frembdes Metall“ +vorkomme[6416]; hiernach, sowie auf einige gleich unklare Äußerungen +hin[6417], hat man angenommen, ~Paracelsus~ habe mit „Zincken“ nur +das Galmei+erz+ benannt, -- der zackigen Formen wegen, nach denen +auch viele Bergspitzen in den Ostalpen Zinken heißen --, das +Metall+ +Zink sei ihm hingegen unbekannt geblieben[6418]. In Wirklichkeit aber +redet er zwar öfters von den „künstlichen Bollen oder Zincken der +falschen Korallen“[6419], von den „Zincken des Hirschhorns“[6420], von +den „Spitzen und Ecken, Schroffen und Zincken der Mineralien“[6421], +unterscheidet jedoch sehr wohl einerseits den „Galmey, der Messing +macht“[6422], und andererseits den „Zincken, ... der ein Metall +ist unbekannt in der Gemein, ... flüssig [= gießbar] aber nicht +hämmerbar“[6423], den „Zincken, ... der ein Metall ist, nicht bei den +Alten“[6424], den „Zinck, der ein Metall ist und auch keins, ... ein +Bastart vom Kupfer“[6425]. Ausdrücklich erklärt er ferner „im Zincken +wird gefunden primum ens stanni“[6426] (= das Wesen des Zinnes, mit +dem er das Zink gleichstellt), und wenn dieser Ausspruch dadurch +Verdunkelung erleidet, daß gelegentlich auch Kupfer, Blei oder Eisen +aus „Zincken“ hervorgehen, so setzt ihn doch die Bezeichnung des +Quecksilbers als des „primum ens“ des Zinnobers wieder ins rechte +Licht: ~Paracelsus~ gebraucht eben Zincken oder Zinck in der Regel von +Erzen und so auch vom Galmeierz, überträgt den Namen aber auch auf +das aus dem „einzigen“ kärnthner Erze gewinnbare Metall, und ihm, als +dem Schöpfer einer ebenso ausgedehnten wie willkürlichen Nomenklatur +auf zahlreichen Gebieten, ist ein solches Vorgehen ohne weiteres +zuzutrauen. Umgekehrt nimmt er „Metall“ keineswegs nur im strengen +heutigen Sinne, es ist ihm vielmehr (wie noch so manchen späteren) +häufig gleichbedeutend mit Gefördertem oder Mineral überhaupt. + +~Agricola~ wendet in seinem Hauptwerke „De re metallica“, das schon um +1530 vollendet gewesen sein soll, aber erst 1550 erschien, das Wort +Zink nicht an, scheint aber das Metall als „Conterfey“ zu kennen[6427], +d. h. als eine „Nachbildung“ sei es des Zinns und Silbers, sei es +(gemeinsam mit Kupfer, demnach als Messing) des Goldes; in den erst +nach seinem Tode erschienenen Schriften „De natura fossilium“[6428] +und „Bermannus“[6429] erwähnt er zwar „das, was die Kärnthner und +Tiroler Zink nennen“ (quod Norici et Rheti Zincum vocant) und „das, +was sie in Rauris Zink heißen“ (quod Zincum nominant), versteht +aber hierunter, der ganzen Beschreibung nach, kein Metall, sondern +offenbar eine Art Kies[6430]. ~Luthers~ Freund ~Mathesius~ sagt 1555 +in der 3. „Bergpredigt“[6431], zu Freiberg habe man „roten und weißen +Zink“, womit er ebenfalls nur gewisse Erze meinen kann, und auch in +des ~Albinus~ „Meißnischer Bergchronika von 1590 ist „Zincken“ nur +„eine Bergarth, die in Freyberg schön roth und weiß bricht“[6432]. +~Fabricius~ wieder erklärt 1565 in „De metallicis rebus“[6433] das +„Cincum“ für ein gut gießbares, aber nicht hämmerbares Metall und +mutmaßt dessen Identität mit Antimon, während sich ~Dorn~ 1583 im +„Dictionarium Paracelsi“[6434] ungefähr ebenso wie sein Meister äußert, +nur noch etwas unbestimmter. Nach des ~Libavius~ „Alchymia“ und den +„Commentationes metallicae“ von 1597 ist „Zinckum“ eine Art weißer +oder roter Markasit von der Natur des Kupfers[6435], und die nämliche +Definition geben auch noch 1615 seine „Arcana Alchymiae“[6436]. +Inzwischen hatte ~Libavius~ zwar sowohl das Goslarer Zink kennen +gelernt, -- er klagt in einem Briefe, daß er sich nicht noch mehr davon +verschaffen könne --, als auch das ostindische (ihm 1597 aus Holland +zugekommene) Calaëm, das er „indisches und malabarisches Blei“ oder +„malabarisches Zinn“ nennt[6437], aber er blieb im unklaren, ob das +Messing Galmei oder Zink enthalte, und ob Zink und Calaëm das nämliche +seien oder nicht[6438]; schließlich entscheidet er sich dafür, daß +Calaëm +nicht+ aus „Conterfey“ bestehe, sondern aus Quecksilber, Arsen +und Silber, in welches letztere es daher auch überzugehen vermöge[6439]. + +In deutlicher Weise erklärt 1617 ~Löhneyss~ das Zink oder Conterfeyt, +das zum Nachmachen des Goldes dient, für ein Metall (das er aber +irrtümlich dem Wismut gleichsetzt) und schildert, wie es sich an und +vor den Wandungen der Goslarer Schmelzöfen ansammle und dort von den +Knechten, falls ihnen jemand ein Trinkgeld verspreche, abgeklopft +werde[6440]. Der französische Arzt ~Jean Rey~ (1583-1646), der zuerst +die Gewichtszunahme der Metalle beim „Verkalken“ durch Aufnahme eines +Bestandteiles aus der Luft erklärte, spricht 1630 auch vom Verbrennen +des indischen Calaëm zu Zinkblumen[6441]; ~Glauber~ (1657)[6442] +und ~Becher~ (1661)[6443] halten Zink oder Spiauter für ein Metall, +„aber für ein unzeitiges, wie Quecksilber, Antimon, Zinnober und +Vitriol“; auch ~Boyle~ (1626-1691) gedenkt in seinen Schriften neben +dem neuen ostindischen Metall „Tutanag“[6444] wiederholt des Metalls +„zink“[6445], „pewter“[6446], „zink or spelter“[6447], unter welchem +letzteren Namen es bei den Händlern bekannt sei[6448]. In deutschen +Städten, z. B. in Nürnberg, wurde nach ~Jungius~ (1667) zu dieser +Zeit einheimisches Zink auch bereits in größeren Mengen verkauft +und zu verschiedenen Zwecken verwendet[6449]; ob zu diesen auch die +medizinischen zählten, ist fraglich, denn was einige Apotheker-Taxen +von 1687 und 1700 unter dem Namen „Marchasita pallida“ aufführen[6450], +kann nicht das +Metall+ „Zinck“ sein. Über die Darstellung des +letzteren findet sich noch nichts in dem ausführlichen Kapitel des +„Museum museorum“ ~Valentinis~ von 1714[6451], 1721 war sie jedoch +dem deutschen Bergmeister ~Henckel~[6452] und spätestens 1730 auch +englischen Hüttenleuten bekannt, es gelang aber, sie einige Jahrzehnte +lang weiterhin versteckt zu halten. Noch in seiner „Kieshistorie“ +von 1754 teilt ~Henckel~ zwar die Gewinnung aus Galmei und Kohle +mit[6453], spricht öfters von „zinkischem Wesen“[6454] und beschreibt +das Metall[6455], gibt jedoch vor, „vom Halbmetall Zink oder Spiauter +... könne die Entstehung noch nicht so gar eigentlich gelehret +werden“[6456] und ähnlich behauptet er auch 1755 in seiner „Terra +saturnizans“[6457]: „Der Zink, ... ein Körper von der allerseltensten +Mischung und Eigenschaft, wird auf den Harzer Schmelzhütten in denen +Spuren der Öfen gefunden, ... und man kann eigentlich nicht sagen, +woraus er kommt und besteht.“ So blieb es denn dem großen Chemiker +~Marggraf~ (1709-1782) vorbehalten, auf dem Wege selbständiger +Forschung das eigentliche Geheimnis der Darstellung ausfindig zu +machen, nämlich die Fernhaltung der Luft, die das reduzierte Zink +sogleich zu Zinkoxyd verbrennt, und da er weder zu den Dunkelmännern +zählte, noch anderen als rein wissenschaftlichen Zielen nachstrebte, +gab er seine Beobachtungen auch umgehend (zuerst 1743) öffentlich +bekannt[6458]; praktische Verwendungen bahnte er jedoch auch in diesem +Falle nicht an. + +Was den +Namen+ „Zink“ anbelangt, so hat man ihn mit dem neupersischen +seng in Verbindung zu bringen gesucht[6459]; obwohl sich als +Bestätigung anführen ließe, daß nach ~Hammer~ auch jener des +Musikinstrumentes Zinke (einer helltönenden Trompete) vom persischen +„Tscheng“ herstammen soll[6460], so dürfen doch beide Ableitungen +als unzutreffend gelten, die erstere besonders deshalb, weil seng im +Persischen nicht etwa gerade Zink bedeutet, sondern Stein, Erz oder +Mineral überhaupt, ferner auch, weil das Zink nachweislich nicht aus +oder über Persien nach Europa gelangte. Wenig wahrscheinlich ist auch +ein Zusammenhang von Zink mit dem althochdeutschen zinco oder zincho, +mittelhochdeutsch zinke, d. i. nach ~Kluge~ „der weiße Fleck im Auge“ +(von tinka = weiß?)[6461]. Am naheliegendsten und natürlichsten ist +es, an das von ~Kluge~ gleichfalls angeführte althochdeutsche zinko +zu denken, altnordisch tindr, angelsächsisch tind, mittelhochdeutsch +zint oder zinke, d. i. Zacke oder Zinke, also an das Wort, von dem +~Paracelsus~ tatsächlich ausgeht, das sich in gleichem Sinne auch bei +späteren Schriftstellern vorfindet, z. B. bei ~Hainhofer~, der von den +„Zincken der Aloe und der Korallen“ redet[6462], und dessen sich in +nämlicher Weise auch die heutige Sprache noch zu bedienen pflegt. Daß +sich in dem Briefwechsel ~Reys~ und des ihm befreundeten Apothekers +~Brun~ mit dem hochgelehrten ~Mersenne~, dem 1632 das „Calaëm“ noch +etwas ganz Unbekanntes war[6463], der „indische Regulus“ nicht nur +„Speautre, deutsch Spiauter“ benannt findet, sondern auch „Zinc“[6464], +und daß dieses deutsche Wort ebenso dem ~Boyle~ ganz geläufig ist, +erklärt sich jedenfalls aus der Bekanntschaft dieser Forscher mit den +einschlägigen (lateinisch abgefaßten) Schriften deutschen Ursprungs, +auf die sie sich nicht selten ausdrücklich beziehen, so ~Boyle~ auf +~Glauber~, und ~Rey~ auf ~Libavius~[6465]. + + +10. Quecksilber. + +Das Quecksilber, das in der Regel als Begleiter seines wichtigsten +Erzes, des Zinnobers (Schwefel-Quecksilbers) auftritt und in +verschiedenen Ländern der alten und neuen Welt vorkommt, wenn auch +nur selten in größerer Menge, dürfte durch seine auffälligen äußeren +Eigenschaften schon seit jeher die Aufmerksamkeit der Beobachter erregt +haben; weil aber die Möglichkeit regelmäßiger Verwendung fehlte, wie +sie z. B. der Zinnober zu allen Zeiten und in allen Weltteilen als +Farbstoff fand, -- zunächst zwecks Bemalung des menschlichen Körpers +--, so blieb ihm auf lange hinaus nur der Reiz einer Merkwürdigkeit +anhaften. + +Als ältester Fund von Quecksilber ist der durch ~Schliemann~ während +seiner ägyptischen Reisen zu Kurna gemachte anzusehen, woselbst aus +Gräbern, die dem 16. oder 15. Jahrhundert v. Chr. angehören, ein +kleines mit Quecksilber gefülltes Gefäß zutage gefördert wurde, +vermutlich ein Amulett, nach Art der Quecksilber enthaltenden Nüsse, +Kapseln und Federspulen, die im Orient noch gegenwärtig im Gebrauch +stehen[6466]; wahrscheinlich stammte es aus Kleinasien, vielleicht +aber auch aus Spanien, dessen nächst dem späteren Sisapo (dem heutigen +Almaden) gelegenen Gruben bereits zu +sehr+ früher Zeit ausgebeutet +wurden[6467] und u. a. auch den schon in den biblischen Schriften +(z. B. im „Hohen Liede“) erwähnten „Stein von Tarschisch“ lieferten, +d. i. den krystallisierten Zinnober, der wegen seines goldroten +Glanzes auch als Chrysolith (= Goldstein) bezeichnet wurde[6468]. -- +Unbewiesen ist, daß die Quecksilber-Gewinnung zu Avala, im jetzigen +Serbien, in eine gleich entlegene Vergangenheit zurückreiche; die dort +vorgefundenen Tonschalen und -töpfe, die zum Sammeln des Quecksilbers +gedient haben sollen, sind nicht als „urgeschichtliche“ anzuerkennen, +sondern bestenfalls als vorrömische[6469]. + +In +Griechenland+ ist nicht, wie meist angegeben wird, ~Theophrastos~ +der erste, der das Quecksilber erwähnt, sondern ~Aristoteles~ (gest. +322), nach dessen Bericht der halbmythische Allerweltskünstler +~Daidalos~ ἄργυρον χυτόν, d. i. „geschmolzenes Silber“ (= Quecksilber) +in die Höhlung eines hölzernen Abbildes der ~Aphrodite~ eingoß, um +es dadurch beweglich erscheinen zu lassen[6470]. Nach ~Natorp~ hätte +diese Erzählung erst der attische Komöde ~Philippos~ aufgebracht, und +zwar als „rationelle Erklärung“ der Behauptung, dem ~Daidalos~ sei es +zuerst gelungen, Statuen mit der Gabe und dem Anscheine wahrer Bewegung +zu schaffen, weshalb sie gar nicht als eine ernstliche aufzufassen +wäre[6471]; dies kann indessen dennoch sehr wohl der Fall sein, denn +schon eine Figur etwa nach Art der sog. „Stehaufmännchen“, oder dergl., +dürfte der damaligen Zeit als etwas höchst Wunderbares erschienen sein. +Daß das Quecksilber spätestens zu Anfang des 5. Jahrhunderts bereits +wohlbekannt war, zeigt übrigens eine bisher unbeachtet gebliebene +Stelle der um diese Zeit verfaßten „Indika“ des ~Ktesias~[6472]; er +fabelt in ihr von einer zu Indien fließenden Quelle „flüssigen Goldes“ +(ὑγροῦ χρυσίου), das offenbar als indisches Wunderprodukt das „flüssige +Silber“ (ἄργυρον ὑγρόν) noch übertrumpfen soll und demgemäß auch dessen +entsprechend umgebildeten Namen trägt. -- Über die nahe Beziehung, in +der Quecksilber zum Zinnober steht, sowie über die Möglichkeit, es +aus ihm zu gewinnen, war man sich um die Zeit des ~Theophrastos~ (um +300) schon seit langem im klaren; doch sind seine und seiner Nachfolger +einschlägige Angaben sämtlich undeutlich und verworren, da ihnen allen +der springende Punkt verborgen blieb, nämlich die Notwendigkeit eines +Zusatzes von Metall oder einem anderen Reagens (z. B. Kalk), das zum +Schwefel des Zinnobers eine größere Verwandtschaft besitzt als das +Quecksilber; ~Theophrastos~ selbst schreibt z. B. vor[6473], den +Zinnober, der sich reichlich bei Ephesus in Kleinasien, in Kolchis und +in Spanien vorfinde, unter Beigabe von Essig in einem kupfernen Gefäße +mit einem kupfernen Stämpfel zu verreiben, wobei sich Quecksilber +(ἄργυρος χυτός) abscheide [insoweit etwas Schwefel in Form von +Schwefelkupfer abgespalten wird][6474]. + +Wo die Bildung der Amalgame und die Löslichkeit der Edelmetalle +in Quecksilber entdeckt wurde, ist nicht bekannt, doch dürfte es +in Kleinasien oder in Ägypten geschehen sein, woselbst, wie schon +weiter oben erwähnt, das Vergolden mit Quecksilber-Amalgam sowie die +Herstellung der Goldschrift zu den Geheimnissen der Tempelwerkstätten +gehörte. Um Beginn unserer Zeitrechnung beschreibt ~Vitruv~[6475] die +Gewinnung von Quecksilber aus den Dämpfen des im natürlichen Zinnober +eingeschlossenen [oder beim Erhitzen mit einem Zusatze aus ihm frei +werdenden] Metalles durch Kondensation an den Deckengewölben der +Öfen und erwähnt bei diesem Anlasse auch das Ausziehen des Goldes +mittels Quecksilbers aus der Asche alter, unbrauchbar gewordener +Goldstickereien. ~Plinius~, dem besagter Kunstgriff ebenfalls geläufig +ist[6476] und der auch der kalten, sowie der Feuer-Vergoldung mit +Quecksilber gedenkt[6477], unterscheidet das natürliche „argentum +vivum“ (= lebendiges Silber) vom künstlichen „hydrargyrum“ (= +Silberwasser) und bespricht die Darstellung dieser „ewig flüssigen“ +Substanz (liquor aeternus) aus Zinnober nach der Vorschrift des +~Theophrastos~, sowie nach einem höchst unvollkommenen Destillations-, +richtiger Sublimations-Verfahren durch Erhitzen in einer überdeckten +eisernen Schale[6478] [wobei, falls nichts anderes beigefügt wurde, +das Eisen den Schwefel zu binden hätte]. Nach ~Dioskurides~[6479] +findet sich das Quecksilber (ὑδράργυρος, Hydrárgyros) in den Gruben +(ἐν μετάλλοις), ist sehr giftig, besonders in Gestalt seines +Dampfes, und wird aus dem Zinnober mit Hilfe eines [sehr primitiven] +Sublimations-Apparates gewonnen, der aber immerhin schon aus zwei +Teilen besteht, und an dessen oberem, dem ἄμβιξ (Ambix = Deckel), sich +das Quecksilber als ἀιθάλη (Aithále = Dunst) ansetzen soll. + +Über die wichtige Rolle des Quecksilbers bei den alexandrinischen +Alchemisten ist schon in früheren Abschnitten eingehend +berichtet worden, desgleichen über die hervorragende Bedeutung +der vermutlich im 4. Jahrhundert n. Chr. gemachten Entdeckung +der Quecksilber-Destillation[6480], sowie über die auf gewisse +aristotelische Anschauungen hin entwickelte Theorie des Bestehens +aller Substanzen, vornehmlich aber aller Metalle, aus Schwefel und +Quecksilber[6481]. Für die fortgesetzte Verwendung zu mancherlei, +denen des ~Daidalos~ ähnlichen Kunststücken zeugt die Erwähnung +solcher bei ~Heron~ von ~Alexandria~[6482] (dessen Lebenszeit bald +in das 1. oder 2. Jahrhundert +vor+, bald +nach+ Chr. verlegt wird) +und vielleicht bei ~Hippolytos~ in dem um 200-230 verfaßten Kapitel +„Gegen die Magier“[6483]; dort ist namentlich auch von der Vergiftung +durch Eingießen des Quecksilbers in die Ohren die Rede [die man als in +unmittelbarer Verbindung mit dem Sitze der Seele stehend wähnte][6484]. +Bei den griechischen Ärzten scheint, eben seiner Giftigkeit halber, +Quecksilber nicht oder kaum in Gebrauch gestanden zu sein; ~Galenos~ +(131-200?) führt es auffälligerweise nur als ein (offenbar aus Zinnober +gewonnenes) Präparat an, das sich als solches etwa dem Bleiweiß +oder dem Grünspan anschließt, schweigt völlig über sein natürliches +Vorkommen, fügt jedoch hinzu, daß ihm weder über die äußere noch die +innere Anwendung dieser giftigen Substanz irgendwelche eigene Erfahrung +zu Gebote stehe[6485]. Auch spätere Ärzte, wie ~Oreibasios~ (326-403) +und ~Caelius Aurelianus~ (um 400), ~Alexander~ von ~Tralles~ (um 550) +und andere benützen das giftige Quecksilber nicht, und erst bei ~Paulos +Aigineta~ (um 640) findet sich eine kurze unklare Bemerkung über „zu +Asche gebranntes Quecksilber“ als angebliches Heilmittel bei Koliken +und Darmverschlingungen[6486]. + +Stätten der äußeren und inneren Anwendung, die der Ausspruch des +~Galenos~ bezeugt, dürften +Ägypten+ und der +Orient+ gewesen sein, +woselbst man es frühzeitig verstand, das „bewegliche und lebendige +Quecksilber“ durch Verreiben mit Schwefel, Alkalien, Fetten, Ölen, +Speichel usf. in feine Verteilung zu bringen, unbeweglich zu machen, +also „abzutöten“, und die so dargestellten Mittel zur Bekämpfung der +beiden schlimmsten Landesplagen zu verwenden, der Hautkrankheiten und +des Ungeziefers. In Persien z. B., dessen Provinzen und Nachbarländer +reich an Quecksilber sind[6487], waren, wie die Art der Erwähnung +in der ersten persischen Pharmakologie des ~Abu Mansur~ (um 975) +zeigt[6488], Quecksilbersalben zur Bekämpfung von Ekzemen und +Parasiten, namentlich Läusen, jedenfalls schon seit Jahrhunderten +wohlbekannt, und dem arabischen Schriftsteller ~Ibn Qutaïba~ (834-898) +ist daher die Vertreibung der Läuse durch Quecksilbersalbe schon etwas +ganz Geläufiges[6489]. ~Alrazi~ (10. Jahrhundert) erzählt[6490], daß +er einem Affen Quecksilber eingegeben und es als solches unschädlich +befunden habe, außer beim Eingießen in die Ohren; dagegen seien +„getötetes“ Quecksilber (extinctum = ausgelöschtes), oder gar +„sublimiertes“ (Sublimat), desgleichen auch Zinnober, furchtbare +Gifte, die sich aber eben deshalb in Form von Salben vortrefflich zur +Vernichtung der Läuse und zur Heilung gewisser Hautkrankheiten eignen. +~Avicenna~ (~Ibn Sina~; 11. Jahrhundert) sagt im „Canon der Medicin“, +Quecksilber in Substanz, natürliches wie aus Zinnober dargestelltes, +-- die sich, entgegen der Ansicht des ~Galenos~, als identisch +erweisen, und mit Schwefel behandelt Zinnober zurückergeben, -- sei bei +einmaliger Anwendung nur gefährlich, wenn man es ins Ohr eingieße, bei +andauerndem Gebrauche aber giftig, und führe entsetzliche Folgezustände +herbei, ganz besonders in Form seines Dampfes; getötet (extinctum), +sublimiert, oder in Zinnober verwandelt, sei es dagegen innerlich unter +allen Umständen ein schreckliches Gift, solle aber auch äußerlich +nur mit großer Vorsicht gehandhabt werden, so ausgezeichnet es sich +auch bei der Heilung von Hautkrankheiten (scabies), Skrofeln, Wunden, +Fisteln, Geschwüren und Krebs, sowie bei der Vernichtung von Läusen und +anderem Ungeziefer bewähre[6491]. In gleicher Weise wie ~Alrazi~ und +~Avicenna~, und ohne wesentlich Neues hinzuzufügen, äußern sich auch +alle späteren arabischen Ärzte, z. B. der sog. jüngere ~Serapion~ (~Ibn +Sarafiun~)[6492]. + +Über die Quecksilber-Teiche, die die arabischen Herrscher des 9. und +10. Jahrhunderts zur Verzierung ihrer Schloßgärten in Cordova, Kairo +und Bagdad anlegen ließen, ist schon weiter oben berichtet worden. +Ein Stoff, der in so großen Mengen zur Verfügung stand, mußte auch +im übrigen allgemein bekannt sein, und dies bestätigen u. a. die +Erwähnungen in der schönen Litteratur. Bei dem Dichter ~Mutanabbi~ +(915-965) heißt es[6493]: + + „Unsere Augen rollen wir voll Angst und Verwirrung; + So wie das Quecksilber rollt, rollt Lid auf dem Lid“; + +bei ~Unsuri dem Perser~ (gest. 1038)[6494]: + + „Sein Schwert, geschwungen gen den Feind, + Quecksilber Dir im Feuer scheint“; + +bei ~Thaʿalibi~ (961-1038)[6495]: + + „Es glänzt der Stern des Jupiter + Quecksilber, dem Bewegten, gleich“; + +bei ~Omar Alkhajjam~ (um 1100)[6496]: + + „Füllt mir den Becher! Mein Herz steht in Flammen! + Wie Quecksilber nur hält das Leben zusammen!“, + +und ein Unbekannter, der die silberglänzenden Tropfen des Morgentaues +als Quecksilber vom Himmel herabfallen läßt[6497], preist die Gnade des +Khalifen mit den Worten: + + „Er träufelt vom Gewölb des Regenbogens + Quecksilber auf die Erde, die durchnäßte“[6498]. + +Die Erzählungen „1001 Nacht“ gedenken des Quecksilbers als eines +Heilmittels, nennen einen eiligen Hin- und Herläufer ~Ali Zaibak~ = +Ali den quecksilbernen, und sprechen von Zinnober als einer kostbaren +Farbe der Bilder- und Schriftenmaler[6499]. Vielfach beschäftigten +sich, wie ebenfalls schon erwähnt, die arabischen Physiker und Chemiker +mit dem Quecksilber: ~Albiruni~ (gest. 1048) und ~Alkhazini~, der +Verfasser der „Wage der Weisheit“ (1121), bestimmten das spezifische +Gewicht dieses „schwersten aller Körper“ zu 13,557 bis 13,560, welche +Werte genauer sind als die ~Galileis~ (13,357 und 13,760)[6500]; +einen hohlen Wagebalken, gefüllt mit etwas Quecksilber, das bei +unauffälligem Neigen auf die Seite der Last hinüberfloß, benützten +nach ~Aldschaubari~ (gegen 1220) die Betrüger beim Verkaufe von +Edelsteinen und Gewürzen[6501]; Gold den feingepochten Gesteinen +mittels Quecksilbers zu entziehen verstanden im 12. Jahrhundert nach +~Alidrisi~ bereits einige einheimische Völkerschaften des westlichen +Afrikas und nördlichen Abessyniens[6502], die dies jedenfalls von den +Arabern erlernt hatten, usf. Das meiste Quecksilber scheinen diese aus +den bei dem heutigen Almadén liegenden Gruben empfangen zu haben[6503], +und noch im Zeitalter der Kreuzzüge war Quecksilber ein wichtiger +Gegenstand der Ausfuhr, den die Schiffe aus den spanischen Häfen nach +Sizilien, Ägypten und dem Orient beförderten[6504]. + +In +China+ kannte man, wie schon in einem früheren Abschnitt erörtert, +seit altersher sowohl Quecksilber wie Zinnober; letzterer, dessen Farbe +die kaiserliche und daher auch die des kaiserlichen Siegels war, blieb +dauernd sehr kostbar und nicht selten dem Silber gleichwertig[6505]; +in den Gartenanlagen um die Kaisergräber wurden Hügel aus Zinnober +aufgeschüttet, zwischen denen sich Teiche, Bäche, Flüsse, ja Meere aus +Quecksilber befunden haben sollen, für deren stete Bewegung eigene +Antriebs-Vorrichtungen sorgten[6506]. Zur Zeit ~Marco Polos~ war das +Quecksilber in China besteuert[6507], vielleicht als Luxusgegenstand. + +Näheres über die Kenntnis von Quecksilber und Zinnober in +Indien+ ist +ebenfalls bereits weiter oben beigebracht worden; die Einverleibung +beider Substanzen in den allgemein üblichen Arzneischatz erfolgte +daselbst, auch nach ~Tschirch~, erst unter dem Einflusse arabischer +Vermittlung[6508]. + +Ausschlaggebend war diese auch für das +mittelalterliche Europa+. +Nach ~Vitalis de Furno~[6509] (1247-1327) hätte zuerst der in Salerno +tätige ~Constantinus Africanus~ (gest. 1087)[6510] nach orientalischem +Beispiele das Töten des Quecksilbers mittels Asche, Öl, Butter, Fett +oder Speichel gelehrt, sowie die Vernichtung der Läuse durch derlei +Quecksilbersalben oder auch, soweit Kleider in Betracht kamen, durch +Quecksilber-Dämpfe; von ihm übernahm dann die „Schule von Salerno“ +diese Kunstgriffe, die u. a. als bereits wohlbewährte ~Matthaeus +Platearius~ im „Circa instans“ darlegt, dem um 1150 verfaßten +Hauptwerke der Salernitaner[6511], durch die sie seither allgemeine und +weitgehende Verbreitung fanden. Eine solche wurde in gleicher Weise, +und vielleicht von mehr als einer Seite aus, auch dem Gebrauche der +Quecksilbersalben gegen Hautkrankheiten zuteil, so daß sich im 13. +Jahrhundert Quecksilber-Schmierkuren schon verschiedentlich und als +etwas sichtlich nicht mehr ganz Neues beschrieben finden, so z. B. in +der 1266 abgeschlossenen berühmten „Cyrurgia“ von ~Borgognoni~ Vater +und Sohn[6512]; auf Einzelheiten aus der Frühzeit derartiger, rein +medizinischer Anwendungen kann jedoch an dieser Stelle ebensowenig +eingegangen werden wie auf Schilderungen der späteren Neuerungen des +~Paracelsus~, durch dessen bahnbrechende Tätigkeit auch das Quecksilber +nebst seinen Verbindungen, wie überhaupt die metallischen Heilmittel, +zu völlig ungeahnter Bedeutung gelangten. + +Darauf, daß die spätgriechische, von den Arabern aufgenommene und +erweiterte Theorie vom Schwefel und Quecksilber als Grundbestandteilen +der Metalle in der gesamten europäischen Wissenschaft zur unbedingten +und widerspruchslosen Herrschaft gelangte, ist bereits weiter oben +hingewiesen worden; daß man sie auf die Autorität des ~Aristoteles~ und +~Platon~ zurückführen zu können glaubte[6513], gereichte ihr zur ganz +besonderen Stütze, und da einige schüchterne Zweifel, die sich zur Zeit +der Renaissance zu erheben begannen, gegen den überragenden Einfluß der +paracelsischen Lehren nicht aufzukommen vermochten, behielt sie bis +tief in das 17. Jahrhundert hinein die Oberhand und wurde selbst durch +so bestimmte Widerlegungen wie die seitens ~Aldrovandis~[6514] oder +~Boyles~[6515] keineswegs endgültig abgetan. Unentwegt fest hielten an +ihr allezeit die eigentlichen Alchemisten; nicht anders als ein halbes +Jahrtausend vorher versuchten sie auch noch gegen 1800 Quecksilber und +Schwefel im Ei zu Gold auszubrüten[6516], und zwar unter Mitwirkung des +Geistes ~Azoth~, dessen Namen ~Paracelsus~ aus dem arabischen Worte für +Quecksilber „Azoch“ bildete, dem nämlichen, von dem sich der spanische +Ausdruck „azogue“ für dieses Metall herschreibt[6517]. + +Welche zähe Lebenskraft auch dem Glauben an die mystischen Beziehungen +des Quecksilbers innewohnte, zeigt die Bemerkung eines sonst in vieler +Hinsicht so vorgeschrittenen Geistes wie ~Comenius~, der in seiner +„Physicae Synopsis“ von 1625 über die angebliche Verwandlung von +Eisenschlacke in Quecksilber bei zweijährigem Liegen berichtet, und sie +durch Hinzuströmen des „Weltgeistes“ erklärt[6518], des ~Hermes~ oder +~Mercurius~ der Alten. + +Die Annahme, daß es, wie ~Plinius~ behauptet, zwei verschiedene +Quecksilber gebe, natürliches und künstliches, wiederholen +gänzlich kritiklos noch die Gelehrten des 16. Jahrhunderts, z. B. +~Brasavola~[6519]; auch dieser Irrtum wurde, gleich unzähligen +ähnlichen, niemals geradezu als solcher einbekannt, sondern starb +langsam aus, wozu im vorliegenden Falle die allmählich zunehmende +bessere Bekanntschaft mit dem Quecksilber beitrug, gefördert +hauptsächlich durch seine Anwendung bei der Gewinnung der Edelmetalle. +Diese erfolgte jedoch nicht erst in der neuen Welt, wie häufig +behauptet wird, sondern war bereits der alten geläufig, u. a. auch +bei der Aufarbeitung des goldführenden Rheinsandes im Elsaß, wo sie +sich z. B. 1582 als etwas in Straßburg schon längst Bekanntes erwähnt +findet[6520]. + + +11. Eisen. + +Wie bereits weiter oben bemerkt wurde, können weder die Ansichten +betreffs einer ursprünglichen Kupfer- und Bronzezeit[6521] noch die +Vermutungen hinsichtlich eines überlegenen Alters des Eisens[6522] +irgendwelchen Anspruch auf ausschließliche Wahrheit und Allgültigkeit +erheben; ebensowenig läßt sich ein bestimmtes Land als erster +Ausgangspunkt, oder ein bestimmtes Volk als erster Erfinder der +Eisen-Gewinnung bezeichnen, -- auch völlig abgesehen von der neuen +Welt, in deren Kulturstaaten, Mexiko und Peru, zur Zeit der Entdeckung +zwar ganz vorwiegend Kupfer in Gebrauch stand, Eisen aber keineswegs +mehr durchaus unbekannt war[6523]. Es ist vielmehr sicher, daß die +Darstellung des Eisens in selbständiger Weise zu sehr verschiedenen +Zeiten entdeckt wurde und auch an sehr verschiedenen Punkten, an +solchen nämlich, die passende und leicht reduzierbare Erze besaßen; +zu ihnen sind mit größerer oder geringerer Wahrscheinlichkeit u. a. +zu zählen: China, Indien, Persien, Armenien, die kaukasischen und +die Pontus-Länder[6524], Phönizien, Palästina, Cypern[6525], die +Gebiete der Jakuten, der Tungusen[6526], das zentrale, nordwestliche +und südliche Afrika, Finnland[6527], Illyrien, Keltiberien usf. Zwar +trifft es zu, daß das +Meteoreisen+ bei vielen Völkern frühzeitig +bekannt war, seiner „himmlischen“ Herkunft wegen in großer Verehrung +stand und zuweilen auch, angesichts seiner hohen Reinheit, ohne +weiteres zu Bedarfszwecken benützt und verarbeitet wurde, wie das z. B. +nach dem Nordpolfahrer Ross noch 1818 bei den Eskimos durch „kaltes +Hämmern“ geschah[6528]; die immer noch verbreitete Ansicht aber, die +Entwicklung einer Eisenzeit habe von +ihm+ aus ihren Ursprung genommen, +ist völlig unhaltbar, und keine einzige geschichtliche oder technische +Überlieferung gereicht ihr zur Stütze. In dieser Hinsicht genügt es, +daran zu erinnern, daß das Erhitzen und Schmelzen festen gediegenen ++Eisens+ bei 1500-1600° oder darüber +sehr+ erhebliche Anforderungen +an den Kunstfertigen und an seine Werkvorrichtungen stellt, daß sich +hingegen aus vielen +Erzen+ das Eisen mittels Kohle ohne besondere +Schwierigkeit bei verhältnismäßig niedriger Temperatur (etwa 700°) in +erweichtem (+nicht+ in geschmolzenem) Zustande gewinnen und sodann mehr +oder minder schlackenfrei ausschmieden läßt[6529]; beide Vorgänge sind +freilich in ihrem Gelingen von vielerlei Umständen und Wechselfällen in +so weitgehender Weise abhängig, daß es nicht wundernehmen darf, wenn +die Untersuchung alter Fundstücke nach den modernen metallographischen +Verfahren zur Erkenntnis führt, es könne bei ihnen von irgend +regelmäßiger Zusammensetzung und von scharfen Grenzen zwischen Eisen +und Stahl nicht im entferntesten die Rede sein. + +Die besondere Natur des Eisens und die durch sie bedingte Eigenart +seiner Behandlung brachte es mit sich, daß erst mit dem Anfange +der Eisenzeit jene eigentliche Entwicklung der Schmiedekunst +einsetzte[6530], die in erster Linie den +Eisen+schmied zum „Schmiede“ +machte und seine Bedeutung und Stellung in bemerkenswerter Weise +beeinflußte. Der Schmied ist in seiner Tätigkeit an das Vorhandensein +bestimmter Rohstoffe gebunden, er haust im Waldgebirge, wo ihm das +Nötige an Erz, Holz oder Holzkohle zur Verfügung steht, er kann den +Ort, den andere noch mit nomadischer Unbeständigkeit wechseln, nicht +ohne weiteres verlassen, wird dadurch frühzeitig seßhaft, hierdurch +aber wieder für die Nachrückenden ein Fremdling, dessen Kunst überdies +einen unheimlichen, ja zauberischen Charakter trägt. Aus diesen +Umständen erklärt es sich, daß zahlreiche Völker der verschiedensten +Herkunft den Schmied als außerhalb des Stammes und der Gemeinschaft +stehend betrachten, auch ihm und den Seinigen die Einheirat versagen; +während sie ihn als unentbehrlich, sein Erzeugnis als wichtiges +Bedarfs- und Tauschmittel, sein Haus daher als öffentlichen und +neutralen Platz anerkennen[6531], begegnen sie zugleich seiner Person +mit Scheu und Mißtrauen, wenn nicht mit Abneigung und Haß, da sie +ihn einerseits verachten, andererseits fürchten, auf alle Fälle aber +gebrauchen[6532]. Nach einer von ~Lenormant~ eifrig verfochtenen +Behauptung ~d’Ecksteins~ (1854) wären turanische und finnische Völker, +die ihre ursprünglichen Sitze im Gebiete des Altai, des Paropamisos +und des Kaukasus hatten, die den Glanz der Metalle verehrten und +ihn mit ihren Mythen und Lehren von den „Göttern der Tiefe“ in +Zusammenhang brachten, auch die ersten eigentlichen Bergleute, +Metallarbeiter und Schmiede gewesen[6533]. Spätere Eroberer rotteten +sie aus, oder verdrängten sie in ferne Gegenden, und die Mitglieder +der restlichen, weithin zersprengten Stämme oder Familien, die letzten +Träger der alten, sorgfältig geheimgehaltenen Künste[6534], galten +nun als mächtige und gefährliche Zauberer, zugleich aber als häßliche +und mißgestaltete Stammfremde; so wurden sie allmählich zu jenen +„Karrikaturen der Stämme, die zuerst Metalle verarbeiteten“, denen +man bei allen möglichen Völkern unter den Namen von Gnomen, Zwergen, +Kobolden, Pygmäen, Daktylen, Kabiren, Kureten, Telchinen, Korybanten, +und unter den Gestalten des ~Ptah~, ~Hephaistos~, ~Vulcan~, ~Mimir~ +usf. begegnet[6535]. Läßt sich nun auch diese Hypothese weder in ihrer +Gesamtheit, noch allen Einzelheiten nach aufrecht erhalten, so muß man +doch zugeben, daß ihr ein gewisser berechtigter Kern innewohnt und daß +sie insoferne die Erscheinung, zu deren Deutung sie aufgestellt wurde, +in manchen Fällen wirklich zureichend erklären mag, während in anderen +zu bedenken bleibt, daß viele Völker Verkrüppelte oder Lahme, die aber +sonst genügende Kräfte besitzen, zur Ausübung von Handwerksarbeiten, +und so u. a. auch von Schmiedekünsten, anzuhalten pflegen[6536]. + +Sehr beachtenswert ist in den berührten Beziehungen das Verhalten +der afrikanischen Stämme, bei denen, wie bereits erwähnt, eine der +Eisenzeit vorausgehende Kupfer- und Bronzeperiode nicht nachzuweisen +ist[6537]. Sowohl zahlreiche Negervölker, als auch die Hottentotten, +stellen Eisen teils in primitivster Weise durch Erhitzen von Erzen +mit Holzkohle in Erdgruben dar, teils nach bereits verbesserter durch +Schmelzen in (freilich immer noch sehr unvollkommenen) Öfen mit oder +ohne Tonmantel, sowie in tönernen Tiegeln; nach ersterer lassen sich +durch sog. „Rennarbeit“[6538] viele Rasen- und Brauneisensteine, nach +letzterer aber auch Hämatit und Magnetit schon von 700° an mehr oder +weniger vollständig reduzieren, und zwar zu schwammartigen, fest +zusammenhängenden Massen, deren Klumpen mittels Steinen zu einer Art +Stabeisen ausgeschmiedet werden. Unentbehrlich ist hierbei in den +weitaus meisten Fällen die Anwendung eines (gewöhnlich aus Tierfellen +angefertigten) Gebläses, mittels dessen, je nach Erfordernis, 3 bis +6, aber auch bis 40 Stunden lang Luft eingeblasen werden kann[6539]; +das Ergebnis der Schmelzarbeit ist also eine halbfeste Eisenmasse, +nicht etwa flüssiges Gußeisen, und jenes der Schmiedearbeit im +wesentlichen weiches Eisen (Schmiedeeisen)[6540], wenngleich es an +Übergängen zu härteren Sorten und auch zu Stahl mancherorts nicht +fehlt[6541]. Auf diese Weise werden, oft äußerst geschickt, allerlei +Gegenstände und Waffen angefertigt, aber auch zum Schmuck dienende +Perlen[6542], Spiralen und Spangen[6543], schwere Halsringe[6544], +dicke und dünne Drähte[6545] u. dgl. m. Die in derlei Arbeiten geübten +Bewohner eisenreicher Gegenden durchstreifen nicht selten, bloß +mit den notwendigsten Geräten versehen, als „Wanderschmiede“ die +Nachbarstaaten; ihre Künste sind dort gesucht und finden reichliche +Entlohnung, sie selbst gelten aber für gefährliche Zauberer, für +Angehörige einer verachteten und verfemten Kaste, für ehrlose und +unreine Stammfremde, deren Erzeugnisse daher ebenfalls unrein sind und +erst nach ritueller Reinigung in Gebrauch genommen werden dürfen[6546]. +Den Nomadisierenden ereilt also hier, inmitten bereits dauernd +Ansässiger, das nämliche Schicksal, wie in anderem Falle den schon an +festem Wohnsitze Haftenden seitens wandernder oder bis vor kurzem auf +Wanderung begriffener Völkerschaften. + + —————————— + ++Ägypten+ besaß, wie schon weiter oben erwähnt, in den bereits um +4000 bearbeiteten Minen des Sinai-Gebietes treffliche, mangan- und +titanhaltige Eisenerze, die aber völlig unbenützt blieben[6547]; auch +das Niltal selbst, die östliche Wüste längs des Roten Meeres, sowie +Nubien, Äthiopien und der Sudan sind reich teils an gering-, teils an +hochwertigen Erzen (darunter Rot- und Magnet-Eisenstein); es ist daher +beachtenswert, daß im eigentlichen Ägypten bisher nur eine einzige, +nächst der Südgrenze gelegene Grube ziemlich leicht reduzierbaren +Roteisensteins und Eisenglanzes entdeckt ist, die schon in sehr ferner +Periode gründlich abgebaut worden zu sein scheint[6548]. Zur Zeit der +Thiniten (um 3000) fehlt Eisen noch[6549], zu jener des alten Reiches +(2896-2540) ist aber schon von Eisen „des Südens und des Nordens“ die +Rede[6550], auch entstammt ihm weiches Eisen in Gestalt verschiedener +Stücke, aber noch kein eisernes Werkzeug[6551]. Als älteste Spur +eines solchen gilt das 1837 von ~Hill~ aus dem Mauerwerk der um 2500 +errichteten großen Pyramide des ~Cheops~ bei Gizeh hervorgezogene +Bruchstück, das aus weichem Eisen besteht und neben gebundenem +Kohlenstoff eine Spur Nickel enthält, die aber keineswegs rechtfertigt, +es mit ~Feight~ für gekohltes Meteoreisen zu erklären[6552]; überdies +liegen ähnliche Funde jetzt auch aus anderen, nur wenig jüngeren +Pyramiden vor, z. B. aus der des Königs ~Unas~[6553], während aus +der gegen 2000 vollendeten von Dahschur sogar ein ganzer Haufen +zerbrochener Werkzeuge an das Tageslicht gelangte[6554], das um +1800 erbaute Grabmal eines Unbekannten aber auch bereits eine +eiserne Lanzenspitze lieferte, die älteste bisher bekannt gewordene +Eisenwaffe[6555]. Da auf den frühesten ägyptischen Abbildungen +häufig Tribute von Eisen-Erzen (?) und -Waffen zu sehen sind, die +seitens nubischer, äthiopischer oder sudanesischer Neger dargebracht +werden[6556], so vermuten einige Forscher in diesen die Lehrmeister, +durch die sich die Ägypter in die Kunst der Eisen-Darstellung hätten +einweihen lassen; andere sind indessen der umgekehrten Meinung und +glauben, daß die Negervölker ihre primitive Technik den Ägyptern +verdanken[6557], wofür besonders die Benützung des Blasebalges +spreche, den die Ägypter selbst wieder, und zwar vermutlich samt der +Eisen-Darstellung, gewissen orientalischen Völkerschaften entlehnt +haben sollen[6558]. Diese Hypothesen beruhen indessen sämtlich auf +sehr unzureichenden Grundlagen. Tatsache ist, daß schon das alte Reich +das Eisen mit dem Worte „men“ schreibt, durch Zusatz des (schon vorher +üblichen) Zeichens für Kupfer determiniert[6559] und dieses gewöhnliche +(Schmiede-)Eisen bräunlich oder schwärzlich malt[6560]; nach ~Lepsius~ +kommt men nur in den frühesten Inschriften vor[6561], während in +späterer, jedoch nicht genau angebbarer Zeit ein anderes Wort „tehset“ +oder „techset“ auftaucht, das nach ihm nicht Bronze bedeutet[6562], +sondern das „echte Eisen“, das „reine Eisen“[6563], d. i. den Stahl, +der blau gemalt wird, jedenfalls wegen der bekannten Anlauffarben, +die er bei etwa 300° zu zeigen beginnt[6564]. ~Gsell~ glaubt, daß +seine Darstellung durch Kohlung von Schmiedeeisen mit Tierdung +geschah[6565] und schon im alten Reiche bekannt gewesen sein müsse, +weil die nachweislich schon damals ausgeübte Bearbeitung von Granit und +anderen Hartgesteinen +allein+ mittels stählerner Werkzeuge möglich +sei[6566]. Diese Ansicht, die auch schon ~Lepsius~ erwog[6567], läßt +aber nach anderen Gelehrten noch Zweifeln Raum: zunächst ist, wie schon +oben erwähnt, die Benützung einer Hartbronze nicht ausgeschlossen, +die von Obsidian und Schmirgel[6568] aber in technischer Hinsicht +nicht genügend erforscht; sodann kommen auf den Abbildungen aus dem +alten Reiche blau gemalte, also stählerne Gegenstände nicht vor, +vielmehr sind Waffen und Arbeitsgeräte aller Art, auch Sägen, Meißel, +Rasiermesser usf. nur hellbraun oder rot wiedergegeben[6569]; endlich +sind auch keinerlei stählerne Fundstücke bekannt, und die Annahme, +diese seien durchgehends verrostet[6570], steht im Widerspruche mit +der Erfahrung, daß uralte stählerne und eiserne Überreste, wenn auch +in beschädigtem Zustande, im Boden sehr vieler anderer Länder bewahrt +blieben, deren wechselndes und feuchtes Klima einer dauernden Erhaltung +sehr viel ungünstiger ist, als das im ganzen so beständige und trockene +der meisten Gegenden Ägyptens. Aus allen diesen Ursachen ist es +unwahrscheinlich, daß schon das alte Reich mit dem Stahle vertraut +gewesen sei; auf Gemälden aus jüngerer, aber nicht genau datierbarer +Zeit wird er, blau gemalt, von semitischen Völkern als Tribut +dargebracht[6571], was auf eine Einfuhr aus Vorderasien schließen ließe +(s. unten). + +In gewissen Pyramiden-Inschriften und Papyrus-Urkunden wird das Eisen +in Beziehung zu dem bösen Gotte ~Seth~ (~Typhon~) gebracht, z. B. wenn +es heißt: „Ein Haken aus Eisen, aus dem Eisen (bj’), das aus dem ~Seth~ +gekommen ist“[6572]; da der rote Eisenrost auch den Decknamen „Blut +des ~Osiris~“ führt[6573], so erklärt sich vermutlich hieraus die von +~Plutarch~ auf die Autorität ~Manethons~ hin überlieferte Bezeichnung +des Eisens als „Knochen des ~Seth~“ und des Magneteisensteins als +„Knochen des ~Horus~“[6574], sowie die alte Vorstellung, daß das Eisen +unrein sei und deshalb bei religiösen Zeremonien, als Grabbeigabe +usf., nicht verwendet werden dürfe[6575]. Erst etwa im Verlaufe der +Hyksos-Zeit (1785-1580) soll die Anschauung durchdringen, daß das +Meteoreisen, „bj’-ni-pet“ (benipet, benipe; koptisch benîpe), als +„Eisen des Himmels“ aus dem eisern gedachten Himmel herabfalle[6576], +und soferne diese Etymologie richtig ist, -- was nach ~Lepsius~[6577] +und ~Schrader~[6578] ungewiß bleibt --, erschiene es begreiflich, daß +seither das Eisen überhaupt allmählich höher geachtet und schließlich +auch als für kultische Zwecke zulässig befunden wurde[6579]. Der +auf Grund von Vorlagen aus dieser und noch älterer Zeit um 1500 +niedergeschriebene medizinische „Papyrus ~Ebers~“ erwähnt Eisen nur +zweimal, als „Eisen aus der Stadt Qesi“ (in Oberägypten), und als +„art-pet“ = himmelsgemachtes Eisen, d. i. wohl Meteoreisen, dem viele +Völker seit jeher seines Ursprunges halber besondere Kräfte und +namentlich auch Heilwirkungen zuschrieben[6580]. + +Zu Anfang des 15. Jahrhunderts eroberte ~Thutmosis~ III. (1501-1447) +das eisenreiche Palästina und Syrien; eiserne Waffen und Geräte +erscheinen auf seinen Siegesberichten als Tribute der den Libanon +bewohnenden Retenu, sowie als Beutestücke (neben Gold, Silber, +Chesbet, Mafek, ...), und das Eisen wird seit dieser Zeit in +Ägypten häufiger[6581], ohne aber die Bronze schon weitgehend zu +verdrängen[6582]. ~Ramses~ II. (1348-1281) verlangt noch 1290 „reines +Eisen“ (= Stahl) vom Chetiterkönig ~Chattusil~, der ihm erwidert, +er habe augenblicklich keines vorrätig, werde es aber anfertigen +lassen, und übersende ihm einstweilen eine eiserne (stählerne) +Schwertklinge[6583]. Chetiter, die mit eisernen Waffen abgebildet +werden, lieferten Eisen und Stahl auch noch unter der Regierung +~Ramses~ III., um 1200, und erst seither kann man in Ägypten von +einer eigentlichen Eisenzeit sprechen[6584], in der angeblich auch +schon Gußeisen bekannt war, jedoch nicht oder kaum in Verwendung +stand[6585]. Sehr allmählich entwickelte sich dann eine eigentliche +Eisenindustrie, die aber ihren technischen Höhepunkt, unter +weitgehender Spezialisierung, erst in der ptolemäischen und römischen +Ära erreichte[6586]; sie verfiel während der späteren Kaiserzeit und +der byzantinischen Herrschaft, so daß seit dem frühen Mittelalter +Ägypten wieder fortdauernder Einfuhr bedurfte, die noch im Zeitalter +der Kreuzzüge, trotz der päpstlichen und venetianischen Verbote +jeglicher Waffenlieferung an Ungläubige, in fast unverminderter Weise +fortdauerte[6587]. + +Die +Sumerer+ sollen nach ~Schrader~[6588] das Eisen schon +vor+ der +Einwanderung der Semiten, also um 3000 oder noch früher, gekannt und +barza benannt haben[6589]; dies erscheint insoferne auffallend, als +barzillu (barzel, barza) gerade das ur- und gemeinsemitische Wort +für Eisen ist[6590], das als barzil auch in den biblischen Schriften +vorkommt und noch den Namen des ~Berzelaios~ beim Historiker ~Flavius +Josephus~ (1. Jahrh.) sowie der äthiopischen Heiligen ~Berzelia~ +zugrunde liegt, die also nichts anderes bedeuten als der oder die +Eiserne[6591]. Im babylonischen Gilgamesch-Epos, und zwar in einer +etwa aus dem Jahre 2000 herstammenden Fassung, findet sich bereits +der „Tod durch das Eisen“ erwähnt[6592], -- falls keine spätere +Einschiebung vorliegt; an eine solche zu glauben liegt aber insofern +nahe, als unter ~Hammurabi~, also so ziemlich im nämlichen Zeitalter, +Eisen noch für kaum bekannt gilt und nur 8mal niedriger als Silber, +oder 24 mal niedriger als Gold im Preise stand[6593]. Während der +Regierung der späteren und spätesten babylonischen und assyrischen +Könige ist Eisen noch fortdauernd kostspielig und begehrt, so z. B. +mußte der Philisterkönig ~Mari~ im Jahre 800 an ~Hadadmirari~ IV. +neben 20 Talenten Gold, 2300 Talenten Silber und 3000 Talenten Kupfer +auch 5000 Talente Eisen abliefern[6594], ebenso der König ~Hiskia~ im +Jahre 701 an ~Senacherib~ (~Sanherib~) neben 20 Talenten Gold und 800 +Talenten Silber auch Geräte aus Kupfer, Bronze, Zinn und Eisen[6595]; +es kann daher nicht überraschen, daß z. B. bei den Ausgrabungen im +Palaste zu Khorsabad, den ~Sargon~ II. 705 errichtete, ein Schatz +von nicht weniger als 1600 dz Eisen (meist in Gestalt roher Luppen) +zutage kam, der dort als Vorrat aufgehäuft und bei späterer Gelegenheit +gänzlich verschüttet worden war[6596]. Sowohl nach diesen, wie nach +den vorerwähnten ägyptischen Berichten zeichneten sich Palästina und +Syrien durch großen Reichtum an Eisen aus. Die Angaben der biblischen +Schriften lauten hierüber nicht übereinstimmend, was sich jedoch aus +der Verschiedenheit ihrer Quellen und aus den oft weit auseinander +liegenden Zeiten der Abfassung und Redaktion genügend erklärt. Wie +~Lepsius~ erinnert[6597], gehörten unter ~Josua~ eiserne Geräte noch +zum Schatze des Heiligtums, die Lanzenspitze des in Erz gerüsteten +~Goliath~ bestand aus Eisen, und zum Baue des Tempels ~Salomonis~ (um +1000) wurden nicht weniger als 100000 Talente Eisen aufgewandt; unter +der Regierung ~Samuels~ war dagegen kein Schmied im Lande vorhanden und +man ließ die Geräte bei den Philistern schärfen[6598]. Ferner finden +sich im alten Testamente eiserne Waffen und Geräte zwar öfters erwähnt, +aber den erzenen gegenüber doch nur im Verhältnisse 4 : 83[6599], und +bei Kulthandlungen darf von Eisen in der Regel kein Gebrauch gemacht +werden[6600]. Aus späterer Zeit sei nur der Nachricht gedacht, daß +~Nebukadnezar~ II. im Jahre 604 aus Damaskus an tausend Schmiede und +Zimmerleute ins Exil wegführte[6601]. + +Die +Perser+ verlegen die Erfindung des Eisens und Stahles in die +fernste Urzeit und schreiben sie schon dem völlig mythischen König +~Dschemschid~ zu. ~Firdusis~ „Königsbuch“ berichtet von ihm: + + „In Fürstenglanz er Eisen schmolz; + So Helm wie Panzer und Harnisch stolz, + So Waffenrock wie Roßgeschirr + Schuf er, und ward im Werk nicht irr“[6602]; + +des weiteren erzählt ~Firdusi~, daß gelegentlich der Einsetzung +des gleichfalls mythischen Schahs ~Feridun~ das Schurzfell seines +Parteigängers, des Schmiedes ~Kawe~, zum Reichspanier erhoben +wurde[6603] und daß es damals bereits einen „Bazar der Schmiede“ +gegeben habe[6604]. Letzteres ist natürlich ein dem Dichter zu +verzeihender Anachronismus, ebenso wie der (in die nämliche sagenhafte +Periode verlegte) Gebrauch von Schwertern, Schilden, Speeren und +Beilen aus indischem oder chinesischem Stahle[6605], von damascierten +Klingen[6606] und von mittels Blut gehärteten [gekohlten = verstählten] +Waffen[6607]. Es unterliegt aber keinem Zweifel, daß die Perser +tatsächlich schon zu +sehr+ früher Zeit jene hohe Vollendung in der +Darstellung und Verarbeitung von Eisen und Stahl erlangten, die ihnen +seitens aller antiken und mittelalterlichen Schriftstellen einstimmig +nachgerühmt wird[6608], wobei nur an die persischen Ringel- und +Kettenpanzer, an die sog. Sichelwagen, sowie an die Panzer-Reiter +und -Rosse erinnert sei. Hiernach ist die Erwähnung des Stahles im +(nachexilischen) „Buche ~Daniel~“, das starke iranische Einflüsse +verrät, sowie im „Avesta“ leicht erklärlich[6609]; in diesem nimmt das +Wort ayah, ursprünglich = Kupfer oder Bronze, allmählich die Bedeutung +des Eisens an, das im „tannur“ (= Ofen) zurechtgeschmolzen wird[6610]. +Stahl heißt im Pehlevi pulafat, im Neupersischen pulad, woher auch das +russische bulatu rührt[6611]. Ein anderes, später weitverbreitetes Wort +ist „andun“, das nach ~Schrader~ dem Ossetischen entstammen soll[6612], +während es ~Yule~ vom persischen Hindwaniy und Hundwan = Indischer +[Stahl] ableitet; dieses findet sich als Hindiah auch bei ~Avicenna~ +und ~Alidrisi~ (im 11. und 12. Jahrhundert), sowie als Andaine, +Andoine, Ondanique usf. auch bei frühmittelalterlichen europäischen +Schriftstellern, z. B. bei ~Marco Polo~, der über die persischen +Stahlwaren, u. a. die herrlichen großen Stahlspiegel, sowie über die +Eisengewinnung in Kerman und Cobinam eingehend berichtet[6613]. + +Andun ist eine auch sonst in vielen kaukasischen Sprachen gebräuchliche +Bezeichnung[6614], und es steht außer Frage, daß das Bergland des ++Kaukasus+ mit zu den Hauptausgangspunkten der Eisenerzeugung +zählt[6615], wenn man es auch nicht zur „ersten“ Stätte der Erfindung +stempeln kann, wie dieses ~Forrer~ mit dem Hinweise tut, daß Gräber +aus dem 13. oder 11. Jahrhundert bei Koban (nächst Tiflis) eiserne +Beigaben enthalten, und zwar noch sehr spärliche und rein ornamental +ausgeführte[6616]. Auf dem Gebiete Vorderasiens und insbesondere ++Kleinasiens+ dürfte die Darstellung des Eisens mindestens bis 1500 +v. Chr. zurückreichen[6617], und die metallographischen Untersuchungen +der ältesten Funde zeigen, daß gewisse Kenntnisse vom Härten und +wohl auch Anlassen des Stahles ebenfalls als schon uralte anzusehen +sind[6618]. Besondere Wichtigkeit erlangte die Eisengewinnung in den +erz- und holzreichen kleinasiatischen Landschaften am südöstlichen +Ufer des schwarzen Meeres, bei den Mossynöken und Tibarenern (den +Moschern und Tubal des alten Testamentes)[6619], vor allem aber bei +den +Chalybern+, einem versprengten Reste der noch bei ~Herodot~ +erwähnten Alarodier[6620]; sie können zwar nicht als eigentliche +„Erfinder der Kunst des Ausschmelzens von Erzen im Feuer, sowie +der Darstellung von Eisen und Stahl“ gelten, wohl aber als deren +eifrige und außerordentlich alte Pfleger[6621], von deren Namen +(Χάλυβες, Χαλύβοι) sich u. a. der griechische Name χάλυψ (Chályps) +für Stahl ableitet, den erst späte Scholiasten mit ~Chalyps~, einem +angeblichen Sohne des ~Ares~, in Verbindung bringen wollten[6622]. Als +chalybisches Erzeugnis lernten jedenfalls die Griechen, vermutlich +die kleinasiatischen, den Stahl zuerst kennen; das beim Propheten +~Jeremias~ erwähnte „nordische Eisen“ scheint gleichfalls Stahl der +Chalyber gewesen zu sein[6623]; endlich führte auch ein Trupp nach dem +Städtchen Doliche im nördlichen Syrien einwandernder Chalyber dort die +Verehrung des „~Baal von Doliche~, des Erfinders des Eisens“ ein[6624], +die noch zur Kaiserzeit durch syrische Söldner, Händler und Sklaven, +als die des „~Jupiter Dolichenus~“ weithin durch das römische Reich +verbreitet wurde, so daß z. B. Weihinschriften bekannt sind, die den +„Jupiter optimus maximus Dolichenus“ ausdrücklich „natus ubi ferrum +nascitur“ benennen („geboren, wo das Eisen herstammt“)[6625]. Dieser +Baal (= Gott) der Chalyber ist indes, wie ~Ed. Meyer~ erwies, kein +anderer, als der Feuer- und Gewittergott ~Teschub~ der Chetiter[6626], +und es erhebt sich hiernach die (derzeit nicht spruchreife) Frage, in +welchem Verhältnisse die Chalyber zu den Chetitern standen, und ob sie +vielleicht die Eisenerzeugung von ihnen entlehnten, oder umgekehrt? Daß +sich die Chetiter bereits zur Zeit ~Ramses~ II. (um 1300) altbewährten +Rufes in der Stahlerzeugung erfreuten und sich mit eisernen Waffen +und Geräten abgebildet finden, ist schon weiter oben erwähnt worden; +sie besaßen auch Sagen über ein den Daktylen (= Däumlingen) analoges, +schmiedendes Volk der Zwerge, Diener der „großen Göttin“, deren Kult +bereits im 2. Jahrtausend bei ihnen nachweisbar ist[6627]. + +In der +Ägäis+ erscheint das Eisen während der zweiten Hälfte des 2. +Jahrtausends, ist gegen 1100 schon recht verbreitet[6628] und in Cypern +vielleicht auch in Gestalt von Gußeisen nicht ganz unbekannt[6629]. Zu ++Troja+ wurden aus Schichten mittlerer Tiefe eiserne Rasierklingen, +sowie stählerne oder verstählte Dolche zutage gefördert[6630], und +ähnliche Funde sind auch aus der phrygischen Landschaft bekannt[6631]. +Im +mykenischen+ Zeitalter fehlt anfänglich, z. B. in Mykene und +Tiryns, Eisen noch ganz und tritt auch später nur in sehr spärlichen +Mengen auf[6632], denn einzelne Exemplare von Waffen, die sorgfältig +mit Streifen aus Gold, Kupfer oder Bronze eingelegt sind, sprechen +noch für seine Seltenheit und Kostbarkeit[6633]; erst gegen Ende der +Periode erfolgt hierin jener tiefgreifende Wandel, der das allgemeine +Übergewicht des Eisens in den nachfolgenden Jahrhunderten anbahnt[6634]. + +Zu den +Griechen+ verbreitete sich das Eisen seit etwa 1500 von +Kleinasien, Syrien und Phönizien her, jedoch nur äußerst langsam[6635], +so daß eine eigentliche Eisenzeit erst mit dem Erlöschen der +mykenischen Kultur einsetzt und zu durchgreifender Bedeutung nicht vor +1300, nach anderen Forschern sogar nicht vor 1000 gelangt[6636]. Die +Erinnerung an eine Epoche, zu der es, wie ~Hesiod~ sagt, „noch kein +dunkles Eisen gab“ (μέλας δ’ οὐκ ἔσκε σίδηρος)[6637], und man dieses +Material noch nicht „zum Unheil der Menschheit entdeckt hatte“[6638], +war im heroischen Zeitalter noch nicht erloschen; den homerischen +Gesängen sind jedoch, namentlich in den Teilen mittleren und jüngeren +Alters, Eisen und Stahl schon durchaus geläufig (wenngleich sie +ihnen noch eine gewisse Seltenheit und Kostbarkeit zusprechen), und +der χαλκεύς (Chalkeús), der ursprünglich nur Kupfer und Edelmetall +bearbeitete, ist bereits zum Eisenschmiede geworden[6639]. Einen +σόλον ἀυτοχόωνον, d. i. einen erweicht gewesenen Eisenklumpen, +eine Rohluppe, setzt ~Achilleus~ als Kampfpreis aus[6640]; Eisen +dient als Tauschmittel[6641], ~Mentes~ bringt Eisen nach Temese +und holt dagegen dort Kupfer[6642]; der Schmied härtet φαρμάσσων +(d. h. ein Phármakon, ein Kunstmittel, anwendend) das Beil in kaltem +Wasser[6643]; Waffen und Werkzeuge bestehen aus Eisen, richtiger wohl +aus Stahl, der als κύανος (Kýanos) = der Blaue, oder als ἰόεις = der +Veilchenfarbige bezeichnet wird[6644]; das graue Eisen (πολιός) und +der funkelnde Stahl (αἴθοψ) sind πολύκμητος = mühevoll zu gewinnen +und zu bearbeiten[6645]; endlich ist auch oft schon in übertragenem +Sinne von einem eisernen Herzen, Gemüte, Kampfe usf. die Rede. Einen +besonderen Namen für Stahl gebraucht ~Homer~ nicht, ein solcher, und +zwar Adamas = der Unbezwingliche, findet sich erst bei ~Hesiod~, +der von einer ἀδάμας κυνέη, einer stählernen (ihrer Härte wegen +unbezwinglichen) Sturmhaube spricht[6646]. -- Den Stahl der Chalyber +lernten die Griechen anfänglich wohl in Kleinasien kennen, näher aber +erst seit der Kolonisation der Pontos-Küsten, die ungefähr gegen +750 begann[6647]; in der Litteratur tauchen die „eisenbearbeitenden +Chalyber“ (Χάλυβες σιδηροτέκτοντες) und ihr Erzeugnis, der Stahl +(χάλυψ, Chálybs), zuerst[6648] bei ~Aischylos~ auf[6649], später auch +bei ~Sophokles~[6650] und ~Euripides~[6651], bei ~Xenophon~, nach +dem „fast alle Chalyber von der Herstellung des Eisens (σιδηρία) +leben“[6652], und auch bei anderen Schriftstellern. + +Wann die Griechen selbst mit der Eisengewinnung begannen, läßt sich +nicht genau angeben, doch dürfte es kaum vor 1000 geschehen sein[6653], +und zwar zunächst auf den erzreichen Inseln, wie Samothrake und +Euböa[6654], sowie in den erzreichen Landschaften, z. B. Sparta und +Böotien[6655], nicht aber in Kreta, Rhodus und anderen metallarmen +Gegenden[6656]; in diese verlegte erst eine spätere Zeit den Schauplatz +von Sagen, deren ursprüngliche Heimat das nordöstliche Kleinasien +und Kolchis, Syrien und Cypern, vor allem aber Phrygien war[6657], +und die gewisse übernatürliche Wesen betrafen, Zwerge oder Riesen, +bekannt als Daktylen, Kabiren, Kureten, Korybanten und Telchinen, die +in Wäldern und Höhlen das Schmiedehandwerk ausübten und als Meister +ihrer Kunst geschätzt, ebensosehr aber als arglistige und trugvolle +Bösewichte gefürchtet wurden[6658]. Ein Gedicht über die Kureten und +das Eisenschmieden soll bereits ~Hesiod~ verfaßt haben[6659]. Von +den Daktylen meldet der Dichter ~Hellanikos~ (gest. um 400)[6660] in +der „Phoronis“, sie hätten in Phrygien, im troischen Ida-Gebirge, als +ιδαῖοι γόητες (idäische Zauberer) und werktätige kunstgeübte Dämonen +die Bereitung des Eisens erfunden, und zwar im Dienste und Auftrage +der auch ~Adrasteia~ genannten „großen Göttin“, der „großen Mutter“, +der „Mutter der Berge“ (μήτηρ ορείη), die als Herrin der Klüfte auch +deren Erze durch ihre Gefolgleute, die κόβαλοι (Kobolde)[6661], +fördern und bearbeiten läßt. Über Zahl, Geschlecht und Name der +Daktylen gehen die Berichte jüngerer Quellen auseinander, was sich +aus dem unter hellenistischen und orphischen Einflüssen entstandenen +synkretistischen Wirrwarr und der Verbindung und Verwechselung mit +Kureten und Kabiren, Telchinen und Korybanten genügend erklärt; +nach ~Hellanikos~ jedoch hießen die drei phrygischen oder idäischen +Daktylen ~Kelmis~ (Amboß), ~Akmon~ (Hammerstein) und ~Damnameneus~ +(Bezwinger)[6662]. Bis in späte Zeiten hinein gelten diese „Erfinder +und Bearbeiter des bläulichen Eisens (= Stahles) im phrygischen Ida“ +als δημιουργοί (hier = Kunstkundige), φαρμακεῖς (hier = Wundertäter) +oder γόητες (Zauberer)[6663], und demgemäß spielt ~Damnameneus~ noch +in den Zauberpapyri eine Rolle[6664]; auch ~Plutarch~ erwähnt, daß +die (kauderwelschen) Worte „Damnameneus, askion, kataskion, lix, +tetrax, aïsion“ ein unfehlbares Schutz- und Heilmittel darstellten, +da sie „ephesische Charaktere“ seien, d. h. solche, die sich auch an +der Statue der ephesischen ~Diana~ angeschrieben fanden[6665]. Die +„große ~Diana~ von Ephesos“[6666] ist aber nur eine der Formen, unter +denen die schon wiederholt erwähnte „große Göttin“ seit dem zweiten +Jahrtausend in ganz Vorderasien verehrt wurde[6667], und mit ihrem Kult +gerieten die Daktylen offenbar auf die nämliche naheliegende Weise in +Verbindung, wie etwa mit jenem der ~Demeter~ als Herrin Samothrakes und +seiner Mysterien[6668]. Die Versetzung der Daktylen nach Kreta erklärt +sich vermutlich durch Identifikation des kretischen Berges Ida mit dem +phrygischen; auf welchem Wege aber aus den Daktylen, die in Phrygien +ursprünglich (wie schon ihr Name besagt) als Däumlinge angesehen +und verehrt wurden, die gewaltigen Riesen hervorgingen[6669], die +schließlich als cyklopische Schmiedegesellen des ~Hephaistos~ galten, +bedarf noch der näheren Erforschung. + +Über die Technik der griechischen Eisendarstellung liegen nur +mangelhafte Nachrichten vor; ursprünglich scheint es sich um sog. +Rennarbeit gehandelt zu haben, bei der man die Erze in kleinen Gruben +mit Kohle zum μύδρος (Mýdros; Massa) niederschmolz, worauf dieser +dann noch glühend und weich zu Schmiedeeisen ausgehämmert wurde, +ein Vorgang, der nach ~Herodot~ noch zur Zeit des ~Krösus~ (im 6. +Jahrhundert) dem Zuschauer sehr neu und wunderbar erschien[6670] +und keineswegs stets derartig glückte, daß das Eisen tadellos und +frei von Hohlstellen (διπλόη, Diplóe) ausfiel[6671]. Derartiges +Schmiedeeisen dürften die sog. spartanischen Spieße (ὀβελοί, ὀβελίσκοι; +Obelisken) gewesen sein, die, ebenso wie eiserne Ringe und Barren, in +Sparta und anderen peloponnesischen Staaten als „Eisengeld“ dienten, +richtiger als Metall in gebrauchsfähiger und daher stets verwertbarer +Gestalt[6672]. Erster Erfinder des Zusammenschweißens (κόλλησις, +Kóllesis) von Eisenstücken, -- nicht, wie meist angenommen wird, des +Verlötens --, war ~Herodot~ zufolge[6673] ~Glaukos~ von ~Chios~ (um +700), der aber wohl eher nur als Verbreiter des Verfahrens anzusehen +ist[6674]. Eigentliches Gußeisen, also dünnflüssig geschmolzenes, nicht +nur in zäher Form +aus+geschmolzenes Eisen, scheint in Griechenland, +wie überhaupt bei den Alten, nicht oder nur im kleinen gelegentlich +dargestellt worden zu sein, da man keine Hochöfen besaß, die die zur +Gewinnung bedeutender Massen erforderliche Temperatur zu erreichen +gestatteten[6675]. Die einschlägigen Litteraturstellen sind durchwegs +so unsicherer und fragwürdiger Natur[6676], daß selbst jene Fachmänner, +die sie zugunsten einer Kenntnis des Gußeisens auszulegen geneigt +sind, entweder zugestehen, von Vorschriften einer eigentlichen +Gießereitechnik könne nicht die Rede sein[6677], oder annehmen, diese +wären aus nicht näher bekannten Gründen wieder in Vergessenheit +geraten und verloren gegangen[6678], -- wobei insbesondere noch eine +Bemerkung des Alexandriners ~Aristarchos~ (220-145) zu beachten ist, +der gemäß „Eisen nicht (so wie Erz) gegossen wird“[6679]. Was aber +die Fundstücke und deren metallographische Untersuchung anbelangt, +so dürfen die Deutungen nur mit größter Vorsicht aufgenommen und +keinesfalls verallgemeinert werden, da man von den Erzeugnissen des +Altertums in keiner Hinsicht Gleichmäßigkeit und Einheitlichkeit zu +erwarten, vielmehr stets zu bedenken hat, daß es sich um Produkte rein +empirischer Verfahren handelt, deren Beschaffenheit je nach der Art +der Rohstoffe und der Geschicklichkeit des Künstlers innerhalb weiter +Grenzen schwanken kann, und die nicht selten sogar am nämlichen Stücke +Übergänge zwischen den verschiedenen Arten des Eisens aufweisen[6680]. +Die klare Erkenntnis, daß Gußeißen (mit 2,25-5% Kohlenstoffgehalt) +durch teilweise Entkohlung in Stahl (mit über 0,4-0,5% Kohlenstoff) +übergeht und umgekehrt, ist eben eine +sehr+ neue Errungenschaft; noch +was die besten Autoren des 16. bis 18. Jahrhunderts schreiben[6681], +läßt ersehen, wie gänzlich sie im Dunkeln tappen, ja noch 1805 sagt +der hervorragendste Technologe seiner Zeit, ~Beckmann~, mit gewohnter +Redlichkeit: „Was eigentlich das Eisen zu Stahl macht, wissen wir noch +nicht einmal, ... ob eine Verdichtung, ob ein Verlust oder Zusatz, +ob ein solcher von Kohlenstoff oder etwas anderem“[6682]. Ebenso +meint ~Döbereiner~ noch 1815, daß es eine Beimischung von Braunstein +sei, die das Eisen zum Stahle mache[6683]. Hiernach erscheint es +leicht begreiflich, daß zwar die Kunstgriffe, Eisen durch Erhitzen +und Abkühlen, Härten und Anlassen, in Stahl überzuführen, schon +frühzeitig entdeckt und ausgeübt wurden, daß man aber die Vorgänge +hierbei nur unzureichend zu beherrschen und gar nicht ihrem Wesen +nach zu beurteilen verstand. Dem Löschen in Wasser oder Öl, welches +letztere schon dem ~Hippokrates~ geläufig ist[6684], haftet daher in +seinen Wirkungen etwas Zauberisches an[6685], es ist ein Ummischen +und Umfärben (βαφή, Baphé), ein temperare und tingere[6686], dessen +Erfolg in weitgehendem Maße von der geheimnisvollen Beschaffenheit des +benützten Wassers abhängt[6687] und durch das Geheimmittel des für +äußerst „hitzig“ geltenden Bocksblutes in hohem Grade gefördert werden +kann[6688]. + +Den Namen des Eisens, der schon bei ~Homer~ σίδηρος (síderos), dorisch +und äolisch auch σίδαρος (sídaros) lautet[6689], brachte ~Pott~ mit +sidus (= Gestirn) in Verbindung, ausgehend von der Vorstellung über den +himmlischen Ursprung des Meteoreisens und die eiserne Beschaffenheit +des Himmelsgewölbes[6690]; nach ~Schrader~ fehlt aber hierzu jegliche +Berechtigung[6691], es ist vielmehr das kaukasische zido = Eisen +zugrunde zu legen, an das auch eine Reihe kaukasischer Ortsnamen +anklingt[6692]; ~Pauli~ endlich verweist auf ein ähnliches, in manchen +Eigen- und geographischen Namen Lykiens erhaltenes Wort, ferner auf das +verwandte etruskische sethala (Eisen), auf ~Sethlans~ (den etruskischen +~Vulkan~ = den Eisernen), sowie auf die Benennung Haithalia, Saithalia +(= Land des Eisens), die sowohl der dem ~Hephaistos~ heiligen Insel +Αἰθάλεια (Aitháleia, d. i. Lemnos) als auch dem eisenreichen Eilande +Elba zukommt[6693]. -- „Magnetis“ (ἡ μαγνησίη λίθος, der magnesische +Stein) ist nicht die Bezeichnung unseres heutigen Magneten oder +überhaupt eines bestimmten einheitlichen Minerals, sondern, wie schon +in früheren Abschnitten erwähnt, die sehr verschiedener Gesteine, die +im Gebiete der Städte namens Magnesia vorkommen, z. B. bei Magnesia am +Mäander, Magnesia am Sipylos, Magnesia in Mazedonien. Der eigentliche +Magneteisenstein war seit alters her bekannt und seiner wunderbaren +Eigenschaften halber auch als Heilmittel gebraucht, kann also sehr +wohl unter dem „magnetischen Stein“ der hippokratischen Schriften zu +verstehen sein[6694]; der μαγνῆτις λίθος des ~Theophrastos~ hingegen, +das silberglänzende Gestein, das man nach ihm u. a. auf der Drehbank +bearbeitete[6695], war vermutlich Hämatit, denn die oft prächtig +silberfarben schimmernden, feinkörnigen Varietäten dieses Erzes wurden +sowohl in Babylonien als in Ägypten schon seit jeher hochgeschätzt +und zur Herstellung von Siegelzylindern, Schmucksteinen u. dgl. +verwendet[6696]. + +In +Italien+ beginnt die eigentliche Eisenzeit um 1150 v. Chr.[6697], +doch war das Eisen, insbesondere das Elbas, schon einige Jahrhunderte +vorher bekannt[6698], vielleicht bereits bald seit dem Auftreten +der Etrusker, das einige Gelehrte vor der Mitte, andere gegen das +Ende des 2. Jahrtausends stattfinden lassen[6699]. In den ältesten +etrurischen Nekropolen von Felsina (Bologna) und Villanova spielt +das Eisen der Bronze gegenüber noch kaum eine Rolle[6700], nach dem +Jahre 1000 nahm aber seine Erzeugung erheblich zu und wurde bald +so bedeutend, daß aithalisches Eisen zur See bis nach Griechenland +ausgeführt wurde[6701]; in Oberitalien war jedoch Eisen um diese +Zeit noch sehr selten und in den Pfahldörfern der Po-Ebene, auch in +jenen, die an Kupfer und Bronze schon recht reich sind, fehlt es +gänzlich[6702]. In Rom gab es, wie die neueren Ausgrabungen erwiesen, +schon vor der Zeit der angeblichen Stadtgründung Eisenschmiede, deren +Erzeugnisse völlig die Formen der uralten bronzenen besaßen[6703]. +Zu Beginn der Republik (um 500) unternahm es der etrurische König +~Porsenna~, den besiegten Römern jede Verwendung des Eisens außer +zu Ackergeräten zu verbieten[6704]; sie bedienten sich also damals +offenbar noch überwiegend des Erzes, das sich aber auch späterhin lange +Zeit mannigfacher Bevorzugung erfreute, die namentlich in kultischen +und abergläubischen Gebräuchen zutage tritt: so z. B. durfte bei +vielen religiösen Zerimonien, u. a. beim Dienste der Arvalbrüder, +kein Eisen benützt werden[6705], ebensowenig beim Beginne des +Pflügens und Aussäens, bei den Feld- und Gartenarbeiten während des +Vollmondes[6706], beim Einernten heilkräftiger Pflanzen[6707], usf. +Grund derartiger Vorschriften war die Annahme, das Eisen vernichte +und zerstöre die Wirkung der Geister, denen es widerlich und verhaßt +sei[6708]; in späterer Zeit entsprang ihr die Lehre, man könne Eisen, +als den Feind böser Geister, auch benützen, um diese fernzuhalten, zu +vertreiben, sowie ihren Zauber zu brechen, und es ist wahrscheinlich, +daß den eisernen Ringen der Römer, besonders den eisernen Brautringen, +der Charakter eines schützenden Amuletts zukam[6709]. + +Die Etymologie des Wortes „ferrum“ ist noch strittig; „acies“ +bezeichnete, wie das griechische στόμωμα (Stómoma), ursprünglich die +Schärfe, den verstählten schneidenden Teil des Eisens, erst weiterhin +aber den Stahl selbst, der auch als „nucleus ferri“ = Knospe oder Blüte +des Eisens angesehen wird, also als dessen Bestes und Edelstes[6710]. + +In Ostasien ist +China+ ein ganz selbständiges Gebiet der +Eisendarstellung, die nach einigen Überlieferungen bis gegen 3000 +zurückreichen soll[6711]; nach anderen hingegen besaßen die Chinesen +zur Zeit der Einwanderung der „hundert Familien“, d. i. des Volkes, +nur steinerne Waffen und Geräte, -- weshalb auch „Beil“ noch jetzt +mit dem Zeichen des Steines geschrieben wird --, und nahmen das +Eisen erst viel später in Gebrauch, ganz allgemein sogar erst in +den letzten Jahrhunderten v. Chr.[6712]. Auch die von ~Pfizmaier~ +zusammengestellten Berichte melden, daß den Chinesen anfänglich das +Eisen fremd war[6713], daß sie es sodann kennen lernten und als Tribut +einhoben[6714], nachher aber auch selbst herstellten, und zwar mit so +großem Nutzen, daß „Eisenschmelzen“ für ein wichtiges und den Weg zum +Reichtum erschließendes Gewerbe galt, das zuletzt nur mit Genehmigung +der Obrigkeit und unter Überwachung durch eigene Beamte, die „Behörden +des Eisens“, betrieben werden durfte[6715]. Genaue Zeitangaben über +diese Entwicklung fehlen, doch wird z. B. erzählt, daß der Vater +des ~Confutse~ (~Confucius~), der zu Beginn des 6. Jahrhunderte +v. Chr. lebte, die Riesenkraft besaß, allein eine schwere eiserne +Gitter-Falltüre zu heben[6716], und daß um 500 v. Chr. chinesische +Lehrmeister die Kunst der Eisengewinnung nach Japan verpflanzten[6717]. +Schon frühzeitig sollen die Chinesen den Eisenguß, die Überführung +von Guß- in Schmiedeeisen und umgekehrt, sowie die Darstellung des +Stahles verstanden haben[6718], doch mangelt es auch hier an sicheren +zeitlichen Bestimmungen. Die 5 m hohe gußeiserne Riesenfigur des +thronenden ~Buddha~ zu Tschinanfu wurde angeblich im 6. Jahrhundert +n. Chr. vollendet[6719]; ferner stellte man schon damals große eiserne +Glocken her, -- deren Schall, wie der aller Eisengeräte, die bösen +Geister vertreiben sollte[6720] --, obzwar keine so riesigen, wie die +1403 auf Befehl Kaiser ~Yumlös~ gegossene von 625 dz Gewicht[6721]; +endlich verfertigte man aus Gußeisen auch kleinere Gegenstände, u. a. +die bekannten gelochten Scheidemünzen, die an Schnüren aufgereiht +werden[6722]. Ob dem Eisen und Stahl der Serer, die schon ~Plinius~ als +die besten von allen rühmt[6723], chinesischer Ursprung zuzuschreiben +sei, steht dahin, da die vielerörterten Fragen, wer die Serer waren, +wo ihre Wohnsitze lagen, und ob man sie als Erzeuger oder nur +als Vermittler anzusehen habe, noch immer nicht endgültig gelöst +sind[6724]. Der chinesische Buddha-Pilger ~I-Tsing~, der 671-695 +n. Chr. Indien bereiste, rühmt den hohen Tauschwert des Eisens auf den +Inseln des chinesischen Meeres[6725]; die malayischen Bewohner des +indischen Archipelagus schätzten es hoch, fürchteten aber sein „Gift“ +und zerstörten dieses vor der Benützung durch Zaubersprüche[6726]; +die Araber bezogen schon in vorislamischer Zeit chinesische +Eisen-(Stahl-)Waffen und berichteten später über den Eisenreichtum +Chinas, über die dort befindlichen Magnetberge[6727] und über die +Gewinnung großer Mengen trefflichen Eisens und Stahles, -- deren auch +noch ~Marco Polo~ an verschiedenen Stellen seiner Landesbeschreibung +gedenkt[6728]. + +Den +Indern+ war das Eisen bereits in der letzten Hälfte des 2. +Jahrtausends bekannt, eine eigentliche Eisenzeit setzt aber erst um +1000 v. Chr. ein[6729], also gegen Ende der vedischen Periode[6730]; es +steht hiermit keinesfalls im Widerspruch, daß die Veden, deren Wortlaut +mancherlei Veränderung erlitt und schriftlich erst in verhältnismäßig +sehr neuer Zeit festgelegt wurde, sowohl des „dunkelblauen ayas“ (des +Stahles) gedenken[6731], als des Eisens, von dem es im „Rigveda“ heißt: + + „Der Schmied, mit dürrem Reiserwerk, + Mit Flederwisch als Blasebalg, + Mit Amboßstein und Feuersglut, + Wünscht einen, der das Gold nicht spart“, + +d. h. der ihm Aufträge erteilt[6732]. Verschiedene Stellen in den +epischen Gedichten, z. B. im „Ramâyana“, sind wegen der zahlreichen +Einschiebungen, die diese immer und immer wieder erlitten, nicht so +beweisend für ein unabsehbares Alter der indischen Eisentechnik, wie +~Oppert~ dies annahm[6733]; auch stammt die berühmte schmiedeeiserne +Kutub-Säule zu Delhi nicht, seiner Voraussetzung gemäß, aus dem 9. ++vor+-, sondern aus dem 4. +nach+christlichen Jahrhundert[6734]. Da +sie indessen bei 60 cm Durchmesser und 7,5 m Höhe etwa 170 dz schwer +und außerdem in höchst merkwürdiger, bisher nicht näher aufgeklärter +Weise zusammengeschweißt ist, so setzt auch schon das angegebene Alter +eine lange und stetige Entwicklungszeit der Schmiedekunst voraus, +und für diese zeugen noch einige andere kleinere, aus einzelnen +Stücken verschweißte, teils hohle, teils mit Schlacke gefüllte +Säulen und Träger im Tempel zu Dhar (Mittelindien) und in der Pagode +zu Orissa (Bengalen)[6735]. Die Gewinnung des Eisens erfolgte in +Indien und auch in Ceylon, wo es schon im 1. Jahrhundert n. Chr. +häufig und vielgebraucht war[6736], durch Rennarbeit, vermutlich +in ganz den nämlichen, oft auffällig kleinen Öfen, deren sich die +Schmiede und die in Indien noch sehr verbreiteten Wanderschmiede, +bis auf den heutigen Tag bedienen[6737]; der erweichte Eisenklumpen +wurde dann ausgeschmiedet, worüber es bereits in den seit etwa 1000 +v. Chr. abgefaßten „Upanischaden“ in einem Gleichnisse heißt: „(und +dies geschieht) ... gerade so, wie ein Eisenklumpen, vom Feuer +überwältigt und von den Werkleuten gehämmert, mannigfaltige Gestalten +annimmt“[6738]. + +An das fertige Eisen knüpften sich zahlreiche abergläubische +Vorstellungen: Pflanzen, die in der Nähe von Eisen wuchsen, galten für +giftig; mit Wunder- oder Heilkräften begabte Pflanzen durften nicht mit +eisernen Geräten berührt oder geschnitten werden[6739]; zwei eiserne +Schwerter, die auf dem Grunde eines Brunnens lagen, wehrten Sturm und +Hagel ab, wenn man sie hervorholte und in die Erde pflanzte[6740], usf. + +Indisches Eisen und indischer Stahl (στόμωμα) waren nach ~Plinius~ +bereits zu Anfang der Kaiserzeit hochgeschätzt[6741] und wurden u. a. +auch nach Ostafrika ausgeführt[6742], dessen Eisen man vielleicht +schon damals, jedenfalls aber in späteren Jahrhunderten, nach Indien +verschiffte, weil es besseren Stahl ergeben sollte als das indische +selbst[6743]. Seit alters her gelangte ferner indischer Stahl nach +Arabien[6744], Persien und Syrien, später aber bezog man ihn dorthin +oft nur in Blöcken, um ihn erst entsprechend umzuarbeiten[6745]; +berühmt waren die Schwerterschmiede der von Kaiser ~Diokletian~ in +Damaskus angelegten Waffenfabriken, die ihre Kunst, allen Stürmen der +Zeiten trotzend, von Geschlecht zu Geschlecht vererbten, bis 1399 +~Tamerlan~ ihre letzten Nachkommen gewaltsam aufhob und ins Exil nach +Samarkand und Chorasan verschleppte[6746]. -- Der sog. „damascierte +Stahl“ war aber ursprünglich +kein+ damascener Erzeugnis, sondern +gelangte nur über diese Stadt in den Handel, oder wurde dort zu den +wegen ihrer Schönheit und Biegsamkeit hochgeschätzten damascener +Klingen und Schwertern umgeschmiedet, und zwar aus einem Rohmaterial, +dessen Heimat Indien und vor allem die Gegend des Pendschabs war[6747]. +Seine Herstellung geschieht dort noch heutzutage im kleinen, indem man +das aus sehr reinen Erzen gewonnene Schmiedeeisen in Stäbchen zerteilt, +diese in gewisser Weise mit Holz und Blättern bestimmter Pflanzen +zusammenschichtet und erhitzt, das entstehende Gemisch an Kohlenstoff +ärmeren und reicheren Eisens wiederholt umschmiedet und es schließlich +anätzt, wobei die Säure das kohlenstoffreichere Produkt schwächer +angreift und hierdurch die bekannte wellen- oder flammenförmige +Zeichnung erzeugt; als wesentlich ergibt sich hierfür, daß genügend +lange, aber nicht zu stark (keinesfalls bei oder oberhalb 700°) +geglüht und die fertige Mischung der Eisen-Kohlenstoff-Verbindungen +(feinkörnigen Cementits und Perlits) weder einer zu hohen Temperatur +ausgesetzt noch während der Abkühlung durchgearbeitet wird[6748]. +Unrichtig ist, daß dabei geringe, aus den benützten Erzen herrührende +Gehalte an seltenen Bestandteilen, z. B. an Wolfram, von Einfluß +sind, und fraglich, ob sich ein schon 1780 von ~Perret~ erwähntes +eigentümliches Härten (durch Abkühlen mit kalter, durch eine +schmale Spalte austretender Preßluft) als nützlich oder notwendig +erweist[6749]. Das Zusammenschweißen von fertigen Stäben Stahl und +Schmiedeeisen nebst etwas Holzkohle, Graphit oder Roheisen, -- oft +nach ganz bestimmten Mustern --, ergibt zwar in den Händen Geübter +recht schöne Ware, führt aber stets nur zu mehr oder minder gelungenen +Nachahmungen der eigentlichen echten; Schärfe und Gleichmäßigkeit der +Zeichnung, sowie Glanz und Schiller ins silber- oder goldfarbige hängen +dabei völlig von Beschaffenheit, Reinheit und Mischungsverhältnis +der Rohstoffe ab, sowie von Erfahrung und Geschicklichkeit des +Ausführenden[6750]. + +Die alten +Araber+ schrieben nach ~Ibn Rusteh~ (um 900) die Erfindung +der eisernen Pflüge, Waffen und Geräte meist dem König ~Salomon~ zu, +verlegten sie also in die mythische Vorzeit, während ~Thaʿalibi~ (um +1000) zu erzählen weiß, der um etwa 500 Jahre ältere ~Dhu Ihzan~ aus +dem Stamme der Himjariten sei zuerst auf den Gedanken gekommen, die +Speeresspitzen aus Rinderhorn durch solche aus Eisen zu ersetzen[6751]. +In Wirklichkeit bestand aber schon in vorislamischer Zeit eine alte +einheimische Eisenindustrie in Ostarabien, Bahraïn, Oman und Jemen, +wo Lanzen, Helme, Schwerter und auch Panzer angefertigt wurden, die +besten aus persischem, indischem und angeblich auch chinesischem +Eisen und Stahl, welche letzteren man auf dem Seewege erhielt[6752]. +Die Behauptung, die ersten Schwerter hätten aus Eisen des Himmels = +Meteoreisen bestanden, ist eine bloße Sage[6753], gegen die nicht +nur die Schwierigkeit spricht, dieses Material zu schmelzen und zu +bearbeiten, sondern auch die Tatsache, daß die Schmiede bei den +Arabern seit jeher und bis auf den heutigen Tag mißachtet sind, für +stammfremd gelten und außerhalb der Ehegemeinschaft stehen[6754]; es +ist dies um so auffälliger, als die 57. Sure des Korans lehrt, daß +das Eisen eine den Menschen von ~Allah~ verliehene Gabe sei, weshalb +es die Araber, abweichend von vielen anderen Völkern, auch niemals als +solches hinter Kupfer oder Bronze zurücksetzten[6755]. Nach Beginn +der Eroberungskriege und zur Zeit des Khalifats entfaltete sich die +Eisenindustrie in glänzender Weise, worüber schon weiter oben Näheres +berichtet wurde, und zwar besonders in Syrien und Persien[6756], in +Kerman[6757], in Transoxanien, das jährlich 1300 Barren als Tribut +bezahlte[6758], aber auch im Maghreb (Westafrika)[6759]. Persisches +Harteisen, fulâd (= Stahl), gehörte zu den wichtigsten Ausfuhrwaren +nach Indien und China[6760], obwohl die Araber bis zur Schwelle der +Neuzeit hin auch wieder indischen Stahl nach den ägyptischen, syrischen +und kleinasiatischen Häfen brachten[6761], zugleich aber europäische +Eisenwaren aller Art über Ägypten nach Indien verkauften[6762]. +Arabischer Vermittlung verdankt der indische Stahl auch seinen hohen +Ruf bei den mittelalterlichen Schriftstellern, die ihn nicht selten +als den vorzüglichsten und widerstandsfähigsten der Welt anpreisen; +in dieses Lob stimmen selbst die Dichter ein, wie z. B. ~Wirnt von +Gravenberch~ (um 1210) an einer Stelle seines „~Wigalois~“ sagt[6763]: + + „Dort in der innren India + Da hat von bester Art man Stahl, + Der glänzt wie rotes Gold zumal + Und ist so hart, daß er den Stein + Zerschneidet wie ein Stäbchen fein.“ + +In +Mitteleuropa+ beginnt die eigentliche Eisenzeit um 1000 v. Chr., +wenn auch vereinzelte Gegenstände schon einige Jahrhunderte vorher +bekannt gewesen sein mögen[6764], und umfaßt die ältere sog. +Hallstädter- und die jüngere sog. La Tène-Periode, deren Zeitgrenze +etwa das Jahr 400 v. Chr. bildet[6765]. Nach ~Forrer~ scheint man +anfangs versucht zu haben, kleinere Gegenstände nach Art der Bronze +und in ähnlichen Formen durch Guß herzustellen[6766], wobei sich +in der Regel bedeutende Schwierigkeiten und unzureichende Erfolge +ergeben mußten, die das neue Metall nur langsam und spärlich Boden +fassen ließen; daher weisen auch die späteren Pfahlbauten nur +wenige eiserne Schmucksachen auf, z. B. hin und wieder Bronzebeile +mit eingelegten Eisenklingen, u. dgl.[6767]. Zur Hallstädter Zeit +hatte, falls überhaupt noch kleinere Gußsachen vorkamen[6768], die +Schmiedekunst schon das völlige Übergewicht erlangt und hierdurch dem +Eisen ausgebreitete und steigende Anwendung gesichert; Schmuck ist +selten, Waffen, Werkzeuge und Geräte werden aber in verhältnismäßig +bedeutenden Mengen angefertigt und auch schon oberflächlich gehärtet +und verstählt[6769]. Noch größere Ausdehnung und Mannigfaltigkeit +erreicht die Erzeugung zur La-Tène-Zeit[6770], daß es aber damals +auch eine Gußtechnik gegeben habe, die aus unbekannten Gründen wieder +verloren gegangen und dann erst gegen Ende des Mittelalters aufs +neue entdeckt worden sei[6771], ist ganz unwahrscheinlich und wird +durch die gemachten Funde nicht bestätigt. Die metallographische +Prüfung der Erzeugnisse beider Perioden erweist die Auswahl guter, oft +sogar vorzüglicher Erze und weitgehende Erfahrung hinsichtlich der +Ausgleichung von Fehlern der Materialien durch die Bearbeitung, lehrt +aber zugleich, daß diese doch noch eine äußerst unvollkommene und +unregelmäßige war, so daß z. B. von ausreichender Trennung zwischen +Schmiedeeisen und Stahl gar nicht die Rede sein kann, und Gegenstände +besserer Beschaffenheit auch dann als Einfuhrware (meist etruskische) +gelten dürfen, wenn nicht schon andere Kennzeichen sie mit Sicherheit +als solche erweisen[6772]. + +Träger der Hallstädter Kultur scheinen +Illyrier+ gewesen zu +sein[6773], Träger der von La-Tène +Kelten+[6774]. Letztere waren schon +lange vor der römischen Zeit im Bergbau wohlerfahren und verstanden +bereits, Schwerter, Speere, Spieße u. dgl., ferner Handwerkszeug und +vielleicht auch eine Art zum Tauschhandel dienlicher Eisenbarren +in ganz der nämlichen Weise herzustellen, von der später ~Caesar~ +berichtet[6775]; auch wußten Kelten und Keltiberer frühzeitig +treffliche Stahlwaffen zu gewinnen[6776], deren außerordentliche Härte +und Biegsamkeit bereits der Kriegsschriftsteller ~Philon~ (gegen 200 +v. Chr.) als eine altbekannte rühmt[6777], und zwar sollen sie zu +diesem Zwecke das Eisen zunächst in die Erde eingegraben und so lange +in ihr belassen haben, bis die weniger widerstandsfähigen Anteile +verrostet waren, und nur das Brauchbarste als Kern (nucleus = acies) +übrigblieb[6778]. -- Die +Germanen+, denen ursprünglich, wie allen +Indogermanen, allein das Kupfer bekannt war, -- noch ~Herodot~ meldet +als etwas Besonderes, daß ein Skythenstamm seinen Kriegsgott unter der +Gestalt eines eisernen Schwertes (σιδήρεος ἀκινάκης) verehre[6779] +--, empfingen das Eisen, sowohl Sache wie Namen, etwa seit dem 4. +Jahrhundert v. Chr. von den Kelten[6780]; in das Licht der Geschichte +eintretend besitzen sie bereits Eisen und Stahl, wenngleich, wie noch +~Tacitus~ hervorhebt, nur in bescheidener Menge[6781], und bereiten +es durch Ausschmelzen der Erze in kleinen Erdlöchern mittels des +Gebläses, sowie durch Aushämmern der Rohluppen in jenen urwüchsigen +Waldschmieden, die sich in wenig veränderter Gestalt bis tief ins +Mittelalter hinein erhielten[6782]. Auch bei ihnen gelangte erst in +der Eisenzeit die Kunst des Schmiedens zur eigentlichen Entwicklung, +daher ist ihnen der Schmied, für den die Indogermanen noch keine +Bezeichnung haben, und der im Gotischen smitha, im Altnordischen smîdr, +im Althochdeutschen smid heißt, anfänglich nur ganz im allgemeinen ein +Künstler, ein zu irgendwelchen Handgriffen Geschickter, der sich z. B. +auf das Holzschnitzen, oder auf das Zurechtmachen und Wiederherstellen +von allerlei Hausgeräten versteht usf.[6783]. Erst weiterhin wird er +zum ausschließlichen Fachmanne, zum Eisen-Schmiede, dem angesichts +seiner besonderen Kunst ein gewisser Schein des Weisen, Wundertätigen +und Zauberers anhaftet; in dieser Eigenschaft vollbringt er +übernatürliche Taten, wie sie die Sage etwa von ~Wieland dem Schmied~ +berichtet[6784], überlistet und vertreibt er böse Geister und Dämonen +(später auch den Teufel), heilt dadurch als „Kurschmied“ kranke Tiere +und Menschen und verfertigt eiserne Opfer- und Weihe-Gaben aller Art, +wie sie bei der katholischen Bevölkerung des deutschen Südens noch +gegenwärtig eine wichtige Rolle spielen[6785]. Der deutsche +Name+, +Eisen, wird seitens einiger Forscher vom gemein-keltischen und in +vielen geographischen Bezeichnungen der Kelten nachklingenden isarno +abgeleitet, dessen erste Silbe is mit ayas, aes, aiz (ursprünglich = +Kupfer) zusammenhängen soll, und das zunächst in das germanische îsarn, +eisarn überging[6786]; nach anderen aber hat isarno nichts mit ayas +oder aes zu tun, sondern kommt vom keltischen isarâ = stark, kräftig, +das sich in zahlreichen Flußnamen erhalten hat (u. a. in Isarkos = +Eisack), und bedeutet also das starke, kräftige Metall (gegenüber dem +Kupfer und der Bronze). Da aber die angedeuteten Namen, auch Isarkos, +ursprünglich illyrisch sein sollen, so gilt hiernach die Voraussetzung +für gerechtfertigt, die Kelten hätten hinwiederum das Metall und seinen +Namen den Illyriern entlehnt, womit es übereinstimme, daß illyrische +Veneter als Träger der älteren Eisenkultur der Hallstädter Zeit +anzusehen seien[6787]. + +Im +Norden+ Europas, z. B. in Schweden, wird Eisen um 800 v. Chr. +bekannt[6788], die Eisenzeit aber beginnt nach ~Montelius~ und ~S. +Müller~ frühestens um das 5. Jahrhundert v. Chr.[6789]; es werden +eiserne Schmucksachen, Waffen und Werkzeuge dargestellt[6790], +im ganzen geht aber die nordische Entwicklung nur äußerst langsam +vor sich, so daß z. B. nach Norwegen bessere Stahlwaren noch im 9. +Jahrhundert n. Chr. aus Lüttich zur Einfuhr gelangen[6791]. + +Während die östlichen +Finnen+ das Eisen mit dem iranischen oder +kaukasischen Lehnworte andun benennen, heißt es bei den Westfinnen +rauta (ursprünglich = Kupfer)[6792], wonach ~Schrader~ vermutet, +die Finnen hätten es erst durch ihre germanischen Nachbarn kennen +gelernt und wären anläßlich seiner Benützung allmählich zu tüchtigen +Schmieden geworden[6793]. Nach ~Hackmann~ besaßen indessen die im +4. oder 5. Jahrhundert in ihre jetzigen Sitze einwandernden Finnen +bereits die Kultur des Eisenzeitalters[6794], und die alten Sagen +der „Kalewala“ gedenken in der Tat unzählige Male des Eisens, des +Stahles und der Schmiede, und schildern auch in ausführlicher Weise +die Vorstellungen, die man sich von der Entstehung des Eisens aus dem +Sumpferze machte[6795]. Im „Kalewipoeg“ ist sehr häufig von Eisen und +Stahl die Rede, u. a. von „Stahl, gehärtet mit 7 Wässern“[6796]; in den +„Mythischen und magischen Liedern der Esthen“ schmelzen und schmieden +die „Unterirdischen“ das Eisen, „dessen Wunden giftig sind“[6797], und +in den „Esthnischen Märchen“ sind eiserne Geräte „Gegenstände täglichen +Gebrauches, bei uns zu Lande verfertigt“[6798]. + +Völlig irrtümlich ist die Angabe, man habe im Norden schon zu +sehr früher Zeit die Kunst verstanden, Weißblech darzustellen, +also das Eisen zu verzinnen; diese Erfindung wurde vielmehr aller +Wahrscheinlichkeit nach während des 14. Jahrhunderts im Erz- und +Fichtelgebirge gemacht, auf das Sorgfältigste geheimgehalten und erst +um 1665 an einen aus England entsandten Auskundschafter verraten[6799]. + + +12. Antimon. + +Das wichtigste Erz des Antimons, das Schwefelantimon, Antimonsulfid +oder Grauspießglanzerz, auch Grauspießglanz oder Antimonglanz genannt, +bildet prächtige Drusen wohlausgestalteter, oft erstaunlich langer, +hellgrau bis silberweiß glänzender, leicht brüchiger und spröder +Nadeln, läßt sich schon bei gelinder Wärme aus- und umschmelzen und +ist außerordentlich leicht zu metallischem Antimon reduzierbar; es +kann daher nicht wundernehmen, daß letzteres schon zu sehr entlegener +Zeit an mehr als einem Orte bekannt war, wenn es auch oft nur für +Blei oder für eine Art Blei gehalten wurde. So z. B. erwies sich eine +in den Ruinen von Telloh (im Zweistromlande) aufgefundene Vase aus +dem Anfange des 3. Jahrtausends v. Chr. als aus reinem Antimonmetall +bestehend[6800]; aus dem Gräberfelde von Koban bei Tiflis, das der +Zeit gegen 1000 angehört, kamen kleine Geräte und Schmucksachen aus +gediegenem Antimon zutage[6801]; Gebrauchsgegenstände der ältesten +babylonischen Periode, zu der man noch kein oder nur wenig Zinn +besaß, enthalten nicht selten bis 3% Antimon, stellen also wahre +Antimon-Bronzen dar, die vielleicht der Zinnbronze vorausgingen[6802]; +in gewissen französischen Depotfunden aus der Bronzezeit sind neben +85% Kupfer und 8,25% Zinn etwa 6,75% Antimon und Blei vorhanden[6803], +in Fundstücken aus den Pfahlbauten des Neuenburger Sees 10 und selbst +15%[6804] usf. Auch in China stellte man bereits zu sehr früher, +wenngleich nicht näher angebbarer Zeit metallisches Antimon und +Antimon-Blei dar, also ein Hartblei, das dem in Japan noch jetzt zum +Gießen von Spiegeln üblichen glich und vielleicht mit dem weiter oben +erwähnten Char Sînî identisch war, oder doch unter diesem Sammelnamen +mit begriffen wurde[6805]; endlich verstanden auch die alten Japaner, +und nach ~Rivero~ die alten Peruaner, Antimonmetall abzuscheiden und es +mit Silber, Zinn und anderen Metallen zu legieren[6806]. + +Eine weit bedeutendere Rolle als das metallische Antimon spielte +jedoch das Schwefelantimon oder Grauspießglanzerz, und zwar in Gestalt +seines feinsten, glänzend-schwarzen Pulvers, das sich vortrefflich +zum Schminken, sowie zum Bemalen oder Verlängern der Augenbrauen +eignet. Gebräuche dieser Art, vermutlich Überreste der bei allen +Völkern des Erdballs weitverbreiteten Sitte der Körperbemalung, +lassen sich in den entlegensten Kulturkreisen nachweisen, z. B. in +Mexiko[6807], in Abessinien[6808], in Indien, wo schon dem ~Brahma~ +100 Himmelsjungfrauen „Augensalbe“ darbringen[6809], in Babylonien, +dessen älteste Grabstätten aus der Zeit um 3000 bereits Schminknäpfe +und -töpfe aus Alabaster enthalten[6810], vor allem aber in Arabien +und Ägypten. Im Klima dieser Länder erweisen sich nämlich metallische +Präparate wie Braunstein (Mangansuperoxyd), Bleiglanz (Schwefelblei), +Antimonglanz usf. auch als höchst wirksame Vorbeugungs- und Schutzmittel +gegenüber den endemischen Augenkrankheiten verschiedener Art[6811]. + +In +Ägypten+ z. B. schminkte man bereits während der vorgeschichtlichen +Steinzeit Lider und Brauen schwarz, umgab die Augen mit grünen Ringen +fein gepulverten Malachits (eines Kupfercarbonates) und setzte +unter sie einen grünen Strich[6812]; in den Gräbern dieser Periode +pflegt die Hand der Toten die zum Anreiben der Schminke bestimmten +Schiefertafeln zu halten, die oft schon reich geschmückt sind[6813]; +die Schönheit der Ausstattung nimmt unter der Herrschaft der ältesten +Könige, der Horus-Verehrer (um 4240), noch zu[6814], und erst zur +Zeit der Thiniten, um 3000, kommt die Benützung solcher Tafeln +allmählich ab, ist aber auch während des alten Reiches noch nicht +gänzlich verschwunden[6815]. Die der Schminken selbst dauert hingegen +fort: nach den Ritualbüchern des alten Reiches legt der Priester den +Götterbildern schwarze und grüne Schminke auf und bedient sich dieser +auch zum Malen gewisser Zeichen beim Hersagen von Zaubersprüchen und +Beschwörungen[6816]. Um 2500, sowie unter König ~Senkhera~ um 2300, +kommt die schwarze Augenschminke in Säckchen oder Beuteln aus oder +über Pitsew, d. i. Arabien, heißt Stem, Mestem oder Stimmi[6817], und +besteht, soweit die erhaltenen Reste ersehen lassen, aus Bleiglanz +(Schwefelblei)[6818]. Das nämliche gilt von dem „guten Stimmi“ aus +den auf uns gekommenen Toiletten-Kästchen des mittleren Reiches +(2160-1785)[6819], sowie von dem damals im Tempeldienst allgemein +gebräuchlichen, als dessen Ursprungsort die Puntländer angegeben +werden[6820], also Südarabien und Ostafrika; 1901 erhielt aber König +~Sesostris~ II. auch aus Syrien seitens eines Häuptlings ein Geschenk +an Schminke[6821], über deren Beschaffenheit und Herkunft jedoch +nichts Näheres bekannt ist. Erst seit Anfang des neuen Reiches beginnt +man unter Stimmi, welcher Name sich weiter erhält[6822], auch den +Grauspießglanz mitzuverstehen[6823]. Unter ~Thutmosis~ III. und der +Königin ~Hatschepsut~, um 1500, kam die Augenschminke Stimmi oder +Stibi[6824] in Beuteln und Krügen aus dem Punt[6825]; im „Papyrus +~Ebers~“ des nämlichen Zeitalters ist von „echtem“ und von „männlichem“ +Stimmi die Rede, -- wonach es also offenbar auch ein „unechtes“ +(vielleicht Schwefelblei, vielleicht aber auch bloß Kohle oder Ruß) +und ein „weibliches“ (minderwertiges) gab[6826]. Daß ~Ramses~ III. den +Göttern u. a. 50 Pfunde Stimmi zum Geschenke machte[6827], beweist die +fortdauernde Kostbarkeit dieser Ware auch im 13. Jahrhundert. Woher +die Ägypter zuerst den Grauspießglanz empfingen, steht nicht sicher +fest; die Annahme, daß er über Arabien aus Indien zu ihnen gelangte, +besitzt wenig Wahrscheinlichkeit, denn die schwarze Augenschminke der +Inder, die bei diesen (wie bei allen Orientalen) auch als sicheres +Mittel gegen den „bösen Blick“ galt[6828], bestand aus Schwefelblei +und hieß „Surma“, was auch der indische Name des Bleiglanzes +ist[6829], während „Stimmi“ noch zu Beginn unserer Zeitrechnung nach +den großen Hafenplätzen der vorderindischen Westküste +ein+geführt +wurde, anscheinend aus Ostafrika[6830]; vermutlich waren also dessen +Landschaften seine Heimat. + +Die in +Syrien+ und +Palästina+ übliche Augenschminke wird in den +Büchern des alten Testamentes entweder „Puch“ benannt[6831], was +sich in der „Septuaginta“, der zur ptolemäischen Zeit verfertigten +griechischen Bibel-Übersetzung, mit Stimmi wiedergegeben findet, oder +„Kahhâl“[6832]; dieses Wort bezeichnet als „Kuchli“ auch die Schminke, +die König ~Hiskia~ 701 als Tribut an König ~Senacharib~ (~Sanherib~) +abzuliefern hatte[6833] und besagt in den semitischen Sprachen, als +„Kohol“, schließlich oft nichts weiter wie ein sehr feines, im übrigen +aber ganz beliebiges Pulver. + +Aus Vorderasien oder Ägypten, wo das Stimmi außer als Zusatz +zu Augenheilmitteln und -kollyrien auch sonst als trocknende, +blutstillende, fäulniswidrige Substanz vielfach in der Medizin benützt +wurde, dürften die +griechischen+ Ärzte seine Anwendung entlehnt +haben. Für die älteste Erwähnung pflegt man die an einer Stelle der +hippokratischen Schriften anzusehen, woselbst bei Erläuterung eines +Rezeptes vom τετράγωνον (Tetrágonon = Viereckigem) die Rede ist, +und zwar ohne jede nähere Angabe[6834]; es bleibt indessen durchaus +zweifelhaft, was unter diesem Tetrágonon zu verstehen sei und ob +sich das Wort nicht etwa bloß auf die äußere (viereckige) Form der +verschriebenen Pastillen beziehe[6835], denn dem Grauspießglanz +kommt keineswegs charakteristische „viereckige“ Gestalt zu, und +von metallischem Antimon, dessen Krystalle zuweilen viereckige +Pyramiden bilden sollen[6836], kann im betreffenden Zusammenhange +nicht wohl die Rede sein. Daß man aber Stimmi tatsächlich bei der +Herstellung gewisser Pastillen benützte, zeigen die Auszüge aus +späteren griechischen (im Original nicht erhalten gebliebenen) Werken +bei den Autoren der beginnenden römischen Kaiserzeit: ~Celsus~ +(um 30 n. Chr.) verordnet sehr oft Stimmi, rohes, gewaschenes und +gebranntes, läßt Pastillen und Zäpfchen aus ihm anfertigen und rühmt +es als wohltätig für die Augen, austrocknend und erweichend[6837]; +~Scribonius Largus~ (um 50 n. Chr.) macht häufig von Stibium oder +Stibi Gebrauch, u. a. von ausgeschmolzenem (coctum)[6838]; ~Plinius~ +und ~Dioskurides~ (um 75) kennen Stimmi auch unter den Namen Stibi, +Larbasis (unerklärtes Fremdwort), Alabastron (nach dem Material +der Gefäße?), Chalkedónion (chalkedonisches), Platyophthalmón +(Augen-Erweiterndes), Kalliblépharon (Augen-Verschönerndes), +Gynaikéion (den Weibern Zukommendes), unterscheiden männliches und +weibliches, rühmen seine medizinischen Eigenschaften und wissen, +daß es beim Erhitzen mit Kohle ein Metall ergibt, das sie für Blei +halten (plumbum fit; μολυβδοῦται)[6839]; ~Soranus~ (um 100, zur +Zeit ~Trajans~) empfiehlt Stimmi zu gynäkologischen Zwecken[6840], +~Galenos~ (131-200?) zu ophthalmologischen, laryngologischen, sowie +als allgemeines Prophylaktikum[6841], und in ähnlicher Weise äußern +sich alle späteren Ärzte, bis herab zu ~Marcellus Empiricus~[6842] im +5., ~Alexander~ von ~Tralles~[6843] im 6. und ~Paulos Aigineta~[6844] +im 7. Jahrhundert. Die Verwendung als Kosmetikum, die in der +griechischen Litteratur anscheinend bei dem Komöden ~Antiphanes~ im +4. Jahrhundert v. Chr. zuerst auftaucht[6845], dauert aber während +dieser ganzen Zeit ebenfalls weiter fort[6846]. Mittels Stibi (στίβι) +und der von Stimmi und Stibi abgeleiteten Verba στιμμίζω (stimmízo) +oder στιβίζω (stibízo) übersetzt schon die „Septuaginta“ das Wort +Puch sowie die Ausdrücke für das Schminken mit Schönheitsmitteln +dieser Art, deren sich, wie oben erwähnt, die biblischen Schriften +bedienen[6847]; im „Períplus des Roten Meeres“ (um 40 n. Chr.) ist +von στίμη (Stíme) und στῆμι (Stémi) die Rede[6848]; ~Kriton~, der +Leibarzt der Kaiserin ~Plotina~, der Gemahlin ~Trajans~, verfaßte +ein Toiletten-Handbuch „χρισμᾶτων σκευασία“, dessen allein erhaltene +Kapitelüberschriften ersehen lassen, daß es die Bereitung zahlreicher +Salben, Pomaden und Schminken behandelte, u. a. die der στιμμίσματα +(Stimmísmata) für die Augenbrauen[6849]; über die nämlichen Gegenstände +berichten im 2. Jahrhundert auch ~Pollux~[6850] und ~Galenos~[6851], +deren ersterer vom στίμμις ομματογράφος spricht (dem „Stimmi zum +Augenmalen“), während letzterer die ὁσημέραι στιμμιζόμεναι γυναῖκες +erwähnt („die sich täglich schminkenden Weiber“), wobei στιμμίζειν +ganz ebenso „sich mit Stimmi malen“ bedeutet, wie nach ~Hesychios~ +ἀγχουσίζεσθαι „sich mit Anchusa malen“ (= rotfärben)[6852]. Auch als +Name der Sklavin, die ihrer Herrin das Kalliblépharon anschminkt, ist +„~Stimmi~“ überliefert[6853]. Den christlichen Autoren galten alle +Künste dieser Art für spezifisch heidnische, ja teuflische[6854], +weshalb ~Tertullianus~[6855] (gest. 220), ~Arnobius~[6856] (gest. 330), +~Hieronymus~[6857] (gest. 420) und andere sie unbedingt verwerfen und +sich namentlich auf das Schärfste gegen die „orbes stibio fuliginatos“ +aussprechen, „die mit Stimmi angerußten Augenbrauen“[6858]. + +Bei den +alexandrinischen Alchemisten+ gehört, wie in früheren +Abschnitten dargelegt, das Stimmi zu den wichtigsten, und seitens +aller Autoren von ~Pseudo-Demokritos~ bis ~Hierotheus~ am +häufigsten genannten Präparaten. Schon nach dem „Leidener Papyrus“ +soll ein Farbstoff fein gerieben werden wie Stimmi[6859], und im +„Papyrus ~Kenyon~“ wird Stimmi von Koptos (in Oberägypten) als +Augenheilmittel empfohlen[6860]. Stimmi (στίμμι, στίβι, στίμι[6861], +στίμη[6862], στήμη[6863]), und zwar koptisches, italisches, +occidentalisches und chalkedonisches, sowie die „Schwärze aus Stimmi“ +(μελανία στίμμεως)[6864], erwähnen ~Pseudo-Demokritos~ und seine +Nachfolger[6865]; sie betrachten Stimmi, -- offenbar wegen des +weißen Glanzes seiner Krystalle --, als dem Silber und samt diesem +dem Monde zugehörig[6866], benützen es zum „Machen“ von Gold und +Silber und gewinnen aus der weiblichen Abart Blei, nämlich „unser +Blei“ (μόλυβδος ἡμῶν)[6867], d. i. metallisches Antimon, dessen +Sublimierbarkeit sie kennen und es daher auch als ein Quecksilber +(ὑδράργυρος) ansehen[6868]. Die syrischen Auszüge aus ~Demokritos~ +und ~Zosimos~ gedenken ebenfalls des koptischen und italischen +(occidentalischen?) Stimmis[6869], das zum Machen oder Färben von +Gold und Silber „fein wie Kohol“ zerrieben werden muß[6870], das dem +Schwefelblei ähnlich sieht „wie es die Augenärzte durch Verbrennen von +Blei mit Schwefel darstellen“[6871], das als „Staubwolke“ (= feiner +Staub) ein treffliches Augenheilmittel abgibt[6872], und aus dem [bei +der Reduktion] etwas entsteht, was den beiden Quecksilbern [d. i. dem +Quecksilber und Arsen] aus Zinnober oder Sandarach gleicht[6873], +[nämlich das metallische, gleichfalls sublimierbare Antimon]. An einer +Stelle sprechen sie auch von spanischem Stimmi, das sich angeblich gut +zum Blaufärben (?) des Glases eignen soll[6874]. + +Die +Araber+, denen der Gebrauch des Kohol (eigentlich Kohl) ohnehin +schon wohlbekannt war, fanden ihn auch bei den Syrern vor, ferner +bei den Persern, die ein eigenes „Fest des Stibi“ besaßen, in deren +Ritual das Mittel aber auch an anderen Feiertagen seine bestimmte +Stelle einnahm[6875], sowie besonders bei den Ssabiern, die an gewissen +Festtagen ihre Augen mit Stimmi malten[6876]; sie begegneten ferner +in Persien der in der Pharmakologie des ~Abu Mansur~[6877] von 975 +bezeugten medizinischen, sowie in Syrien oder Ägypten der chemischen +Anwendung der Präparate und unternahmen es in ihrer üblichen Weise, die +in allen diesen Beziehungen herrschenden Anschauungen und Lehren zu +vereinigen und zu erweitern. + +Der Tradition zufolge bestrich schon ~Muhammed~ seine Augenlider mit +Kohol, nicht anders als dies die Beduinen seit jeher gewohnt waren +und bis in die neuere und neueste Zeit hinein gewohnt blieben[6878]; +der Stift, dessen er sich hierbei bediente, war in einer Moschee zu +Kairo als kostbare Reliquie zu sehen[6879]. Die Schriften der „Treuen +Brüder“ überliefern, Stimmi[6880] entstehe durch völlige Verbrennung +seiner Bestandteile, des Schwefels und Quecksilbers[6881], brauche +10759 Tage bis zu seiner gänzlichen „Reifung“[6882] und vermöge dann, +dieser seiner Natur gemäß, selbst nicht mehr weiter zu schmelzen oder +zu verbrennen[6883]. Nach ~Alrazi~ (850-923 oder 932?) ist Stibi +oder Kohol kalt, trocken, adstringierend und nützlich bei vielen +Krankheiten, vor allem bei denen der Augen[6884]; ähnlich äußert +sich in Spanien ~Abulkasis~ (912-1013?) und läßt beim „Brennen“ der +Substanz Blei entstehen[6885]. ~Avicenna~ (980-1037) erklärt im +„Kanon der Medizin“ ausführlich das Wesen des Stimmi[6886], das er +auch Itmid (Atmed oder Atemed) nennt und als „faex plumbi“ (Hefe = +Abfall des Bleies) ansieht[6887], rühmt die treffliche bei Ispahan +in Persien vorkommende Sorte[6888] und führt es (unverändert oder +gebrannt) als Bestandteil zahlreicher bewährter Rezepte an, besonders +solcher für die Augensalben und -kollyrien[6889]. Die spätarabischen +und -persischen Ärzte sowie ihre Jünger wiederholen in bekannter +Weise, und ohne Stimmi und metallisches Antimon stets genügend +auseinander zu halten, die Aussprüche dieser klassischen Autoritäten: +so z. B. der sog. jüngere ~Serapion~ (12. Jahrhundert?)[6890], der +auch den Ausdruck Itmid gebraucht[6891]; ferner die unter dem Namen +„Al Kahhâl“ (= die Schminker) bekannten Augen-Spezialisten des 11. +und 12. Jahrhunderts[6892]; sodann der Armenier ~Mechithar~, der im +„Trost bei Fiebern“ (1184) namentlich den Grauspießglanz von Ispahan +preist[6893]; ~Ibn Baitar~ aus Malaga (gest. 1248), der eine lange +Reihe von Zitaten über Stimmi und Kohol zusammenstellt[6894]; ein +Ungenannter, nach dem Glanz und Sehkraft der Augen durch nichts mehr +gefördert werden als durch „Kohol mit Fliegen verrieben“[6895]; endlich +~Ibn Alʿauwam~ (um 1150), der auch in der Veterinärkunde allerlei „fein +wie Kohol geriebene“ Augenheilmittel verschreibt[6896]. + +Die Quellen, aus denen das „Steinbuch des ~Aristoteles~“ schöpft, +verstehen unter dem bei den Krankheiten der Augen, aber auch bei +vielerlei anderen, so wohltätigen Itmid bald Antimon-, bald Bleiglanz, +und die Übersetzer bezeichnen es auch als Itmad, Atmid, Azmet, Ezmit +u. dgl.[6897]. Bei den Syrern soll „Tu“, das in der Regel Blei +(Bleiglanz?) bedeutet, auch = Kohol, Stibi oder Stimmi sein[6898]; es +gehört zu den sieben Steinen, die einen „Geist“ (etwas Flüchtiges) +enthalten, tritt in sieben Arten von sieben Farben auf[6899] und +liefert das „Blei des Kohols“ (Alkohls, Alkools, Alchools, Alcofols, +Alchofols)[6900], d. i. metallisches Antimon, das u. a. mit Kupfer die +goldfarbige Legierung Schabah (eine Antimonbronze) bildet[6901]. Für +~Altughrai~ (gest. 1128), den angeblich unter dem Namen ~Artefius~ im +Abendlande frühzeitig bekannten Alchemisten, ist Antimon „ein Stück +des Bleies und hat allermaßen dessen Natur“[6902], und im nämlichen +Sinne sprechen auch die in der „Turba philosophorum“ zitierten älteren +Meister vom Blei aus dem Stein Kuhul[6903]. Nach ~Qalqaschandi~ +war im Ägypten des 12. und 13. Jahrhunderts Augenschwärze eine der +wichtigsten Waren und wurde ebenso wie Augenschminke und -salbe +pfundweise verkauft[6904]. ~Alqazwini~ (gest. 1283) erzählt, daß das so +nützliche Antimonium am reichlichsten in Persien zu Ray (bei Teheran) +und in Spanien vorkomme, woselbst ein Berg es bei zunehmendem Monde +regelmäßig in großen Mengen ausschwitze[6905]; die Vortrefflichkeit +der verschiedenen (mindestens viererlei) Sorten Ithmid aus Ispahan +und Spanien bestätigt auch ~Aldimeschqi~ (1256 bis 1327)[6906], hält +seine Entstehung durch Verbrennen von Schwefel und überschüssigem +Quecksilber bei starker Hitze für erwiesen, gibt jedoch zu, daß es +selbst noch weiter vom Feuer verändert werde und u. a. das Eisen +„verbrenne“[6907]. Nach ~Abulfeda~ (1273-1331) übertrifft seit jeher +keine Sorte Kohol die von Ispahan[6908], obwohl auch Spanien und +Westafrika vortreffliche hervorbringen[6909]; tatsächlich wird schon +in den ersten Zeiten des Khalifats der Kohol von Ispahan, von Ray +(bei Teheran) und vom Demawend als vorzügliches Schmink-, Heil- und +Abwehrmittel gegen den „bösen Blick“ empfohlen[6910] und, weil „offen +zutage liegend“, als ein Gemeingut erklärt, auf das dem Herrscher +keinerlei besonderes Schurfrecht oder Regal zustehe[6911]. In den +Erzählungen „1001 Nacht“ findet sich der Kohol unzählige Male erwähnt: +man trägt ihn (nebst dem Silberstift zum Auflegen) in einer kleinen +Büchse an zierlicher Kette um den Hals[6912], er verschönert die Augen +und Augenbrauen[6913], er stärkt die Sehkraft der Neugeborenen[6914], +die Frauen haben Augen „von Natur gefaßt in Linien von Kohol“[6915], +sie sind siegreich „durch den magischen Kohol ihres Blickes“[6916], und +man möchte ihnen „den Kohol vom Augapfel stehlen“[6917]. -- Eine fast +zahllose Menge ähnlicher Bilder weist die schöne Litteratur der Araber +und Perser auf, in deren Liebesgedichten der Kohol einen nicht minder +unentbehrlichen Bestandteil darstellt, wie Moschus und Ambra, Rosen und +Nachtigallen. Schon in den alten Liedern der von ~Abu Tammam~ (805-846) +zusammengestellten „Hamâsa“ heißt es: + + „Zarte Adern schwellen ihrer Augen Stern, + Deren Schöne mißt schwarze Schminke gern.“ + + „Von Augensalbe redet +sie+ mit Hohn, + Sie braucht sie nicht und hörte nur davon“, + +und von einer Negerin: + + „Es ist, als ob das Auge sie färbte mit der Haut[6918].“ + +~Mutenabbi~ (915-965) sagt: + + „Der Scharfsinn schmückte sie, statt des Kohols, mit Klarheit.“ + + „Der eigenen Schwärze des Aug’s gleicht nicht der schwarze + Kohol“[6919], + +~Firdusi~ (940-1020): + + „Durch Augenschminke zu dämonischem Gefunkel + Verschärft sie ihrer Blicke Dunkel“[6920], + +der spanische Araber ~Alcharisi~ (um 1250): + + „Unsere Augen belegten sich wohl + Mit der Trennung Alkohol“[6921], + +und ~Hafis~ (gest. 1390?): + + „O Morgenwind, bring mir Kohol!“[6922]. + +~Dschami~ (1414-1492) singt: + + „Sie färbt der Braue Neumond, + Ziert mit Schminke ihre Augen.“ + + „Der Staub von deinen Schuhen dient + Als Schminke meinen Augen“[6923], + +ja noch ~Baki~ (1525-1591) ahmt, wie gewöhnlich, ältere Vorbilder in +den Versen nach: + + „Kohol brauch ich nicht fürs Auge, + Staub der Füße dünkt mir lieblich.“ + + „Des Fußstaubs Kohol auf mein Auge fällt.“ + + „Gebt Kohol mir aus der Sterne Schnuppen!“[6924]. + +In der +mittelalterlichen+ Litteratur taucht der Grauspießglanz +unter dem Namen „Antimonium“, dessen Ursprung noch weiter zu +erörtern sein wird, zuerst bei dem schon oben genannten, in Salerno +tätigen ~Constantinus Africanus~ (gest. 1087) auf, der ihn im Buche +„De gradibus“ als Augenheilmittel, als trocknende, blutstillende, +fäulniswidrige Substanz rühmt[6925]; ~Matthaeus Platearius~ im +„Circa instans“ (um 1150)[6926], sein Sohn ~Johannes Platearius~ (um +1180)[6927], der ~Magister Salernus~ (gest. bald nach 1167) in den +„Tabulae“[6928], ~Nikolaos~ im „Antidotarium“ (gegen 1200)[6929] +und andere Salernitaner schließen sich ihm an, und ersterer hält +diese Substanz, trotz ihrer Ähnlichkeit mit dem Zinn, für kein +eigentliches Metall. Vom Antimonium sprechen ferner: um 1200 der +unbekannte Verfasser gewisser pharmakologischer Verse[6930], Magister +~Bernardus der Provenzale~ im „Kommentar“ zu den „Tabulae“ des +~Magister Salernus~[6931], sowie ~Otho von Cremona~ in „De electione +medicamentorum“[6932]; um 1250 ~Vincentius Bellovacensis~ im „Speculum +naturale“[6933], 1256 ~Aldebrandino di Siena~[6934], um 1260 ~Johannes +de Sancto Amando~, der es für abgestorbenes oder totes Blei (plumbum +mortuum) erklärt[6935]; um 1266 ~Theodor Borgognoni~[6936], um +1270 ~Guilelmus de Saliceto~[6937], und noch etwas später ~Simon +Januensis~ (gest. 1303) und ~Matthaeus Sylvaticus~ (gest. 1342), +bei denen sich neben Antimonium und Antimonum auch die entstellten +Bezeichnungen Aitruad[6938], sowie Stibeos, Stibeus, Stilbos und +Stimeos vorfinden[6939]. Die genannten Schriften, sowie die unter +dem Namen des ~Villanova~ und ~Lull~ gehenden[6940], vermitteln +dann die Kenntnis des Antimoniums den Ärzten und Alchemisten der +folgenden Jahrhunderte, während derer aber auch die Darstellung +des metallischen Antimons zunehmende Ausdehnung gewinnt, und zwar +besonders in Deutschland, das solches um 1500 schon in größeren +Mengen zur Ausfuhr brachte, u. a. nach Italien. Dort erwähnen die +Werke des ~Biringucci~ (1540)[6941], ~Piccolpasso~ (1548)[6942] und +~Pedemontanus-Ruscelli~ (1563)[6943] den „Regulus Antimonii“, das +deutsche Antimon, das man am besten in Venedig erhält, zur Reinigung +des Goldes benutzt, auch u. a. der Glockenspeise zusetzt, weil es den +Ton der Glocken verschönern soll; jene des ~Aldrovandi~ (1522 bis +1601)[6944] sowie seines Zeitgenossen ~Caesalpinus~[6945] besprechen +auch die leichte Reduzierbarkeit des Stibiums zu einem Metall, das sie +bald als Blei, bald als Zinn ansehen. Schärfer als fast alle seine +Vorgänger unterscheidet zwischen „Antimonium crudum“, d. i. dem rohen +Grauspießglanz, und dem Antimonmetall der im Berg- und Hüttenwesen +so erfahrene ~Paracelsus~ (1493-1541), der die „unerschöpflichen +Tugenden“ des Antimoniums preist[6946], Antimon-Präparate (zugleich +mit denen aus verschiedenen anderen Metallen) kühnlich in die Therapie +einführte[6947] und durch diese Neuerungen erbitterte Streitigkeiten +heftigster Art und langandauernde Kämpfe entfesselte: erneuerte doch +die konservative medizinische Fakultät der Pariser Universität noch +über 60 Jahre nach des ~Paracelsus~ Tode durch Ausstoßung des ~Turquet +de Mayerne~ (1573-1655) und anderer hervorragender Ärzte, die antimon- +und quecksilberhaltige Mittel verordnet hatten, ihre oft wiederholten +Versuche, deren Gebrauch unbedingt zu verhindern[6948], und verfaßte +doch ~Carneau~ noch 1656 das Spottgedicht „La stimmimachie, ou le grand +combat des médecins modernes, touchant l’usage de l’antimoine“![6949]. +~Dorn~ spricht im „Dictionarium Paracelsi“ von dem aus Stibium oder +Antimonium gezogenen (tractum) „philosophischen Blei“[6950], nennt +im „Clavis totius philosophiae“ das Antimonium oder Stibium auch +Blei-Markasit (Marcasita plumbea) und verwendet das metallische Antimon +zum Reinigen des Goldes[6951]. Ähnlich äußern sich in technologischer +Hinsicht u. a. ~Mathesius~, der in seiner „Bergpostilla“ von 1555 zu +lange und stark erhitztes Spießglas in Blei übergehen läßt[6952], +~Encelius~ (1557)[6953], sowie ~Fabricius~ (1565)[6954], ferner in +medizinischer ~Matthiolus~ (1501-1577)[6955] und ~Amatus Lusitanus~ +(1554)[6956], der auch bemerkt, das meist Antimonium genannte Stibium +heiße bei den Spaniern noch jetzt +so+, wie ehemals bei den Arabern, +nämlich Alkohol. Der Name Alkohol war im Laufe des Mittelalters +tatsächlich vollständig in das Spanische übergegangen, und zwar auch +in die Volkssprache, wie dies z. B. die gegen 1500 angeblich von +~Rojas~ verfaßte Sittenkomödie „Celestina“ beweist, in deren 3. und +17. Akt (sie hat deren 21!) die Heldin, eine gemeine Kupplerin, die +Waren aufzählt, die es ihr ermöglichen, sich hausierend in vornehme +Familien einzuschleichen, darunter „soliman“ (Sublimat) und „alcohol“, +also Schminke für die Wangen[6957] und für die Augen[6958]. Auch nach +dem „Wörterbuch der Spanischen Akademie“ bedeutet „alcoholado“ soviel +wie „mit Kohol gefärbt“, und die spanische Bibelübersetzung gibt die +oben angeführte Stelle des ~Ezechiel~ „Du schminktest deine Augen +mit Stimmi“ durch die Worte wieder „alcoholaste tus ojos“[6959]. Die +Bezeichnung Alkohol für ein Feinstes, zu zartestem Pulver Verriebenes, +übertrug dann ~Paracelsus~, völlig willkürlich, im Sinne einer +Quintessenz auf den Weingeist als den wesentlichen und edelsten +Bestandteil des Weines, und diese Benennung gelangte schließlich, wenn +auch nur sehr langsam, zur allgemeinen und dauernden Einbürgerung[6960]. + +Besonderen Aufschwung erfuhr noch die Anwendung des Antimons durch +die Werke des sog. ~Basilius Valentinus~, die aber nicht, wie man +lange Zeit glaubte, von diesem angeblichen Benediktiner-Mönche schon +um 1450 zu Erfurt verfaßt wurden, sondern ihm erst zu Beginn des 17. +Jahrhunderts durch den „Herausgeber“ ~Thölde~ untergeschoben sind, -- +ein Sachverhalt, der schon 1615 dem ~Libavius~[6961], und später u. a. +~Becher~[6962], ~Stahl~[6963], ~Morhof~[6964], ~Leibniz~[6965] und noch +~Sprengel~[6966] nicht unbekannt gewesen zu sein scheint, nachher aber +allmählich in völlige Vergessenheit geriet[6967]. In jenen Werken, dem +„Triumphwagen Antimonii“[6968], in dem sich das Ithmid oder Athmid zu +„Asinat“ entstellt findet[6969], und den „Chymischen Schriften“[6970], +spielen übrigens das als Abart des Bleies betrachtete Antimon und seine +Abkömmlinge nicht nur in medizinischer Hinsicht eine große Rolle, +sondern auch in alchemistischer: galt doch jener „wunderbarliche +Stern“, den das Gefüge des krystallisierten metallischen Antimons +sehr oft deutlich zeigt, als „gestirnter König“, als „Stern der +Weisen“, als „philosophischer Signatstern“, der in besonders nahen +Beziehungen zu den übrigen Sternen und ihren Metallen stehen sollte +und daher den Goldmachern die berechtigtesten Aussichten eröffnete, +zugleich aber auch wieder den Ärzten eine zureichende Erklärung für die +Wunderwirkungen der Antimon-Präparate an die Hand gab. In solchem Sinne +sprechen vom „Sterne des Antimoniums“ (stella antimonii; antimonium +stellatum; regulus stellatus) bereits die von ~Libavius~ in der +„Alchymia“ von 1597 benützten Quellen[6971], -- wenngleich er selbst +das Antimon bald dem Blei gleichsetzt, bald seine Einheitlichkeit +bezweifelt und es aus Quecksilber, Arsen und Schwefel bestehen +läßt[6972] --, desgleichen später ~Suchten~ (1613) in der ebenfalls +von ~Thölde~ „herausgegebenen“ Schrift „Antimonii Mysteria“[6973], +~Poppe~ (1625) in der „Basilica Antimonii“[6974], ~Becher~ in der +„Physica subterranea“ von 1669[6975], ~Kunckel~ in dem um 1690 +verfaßten „Laboratorium chymicum“[6976], und noch viele Andere, ja in +gewisser Hinsicht selbst 1732 der so hervorragende, von alchemistischen +Anwandlungen aber keineswegs ganz freie ~Boerhaave~[6977]. Die bei +diesen und ähnlichen Schriftstellern, z. B. bei ~Chartier~ (um 1640) +ausgesprochene Behauptung[6978], „das Antimon sei die großartigste +Medizin der Welt, nicht nur für die Menschen, sondern auch für die +Metalle“, wurde auch benützt, um die Wirkung des Antimonzusatzes als +Reinigungsmittel bei der Goldschmelze zu erklären: es befreit das Gold +von allen unedlen Resten, es zieht diese als „Magnet der Weisen“ an +sich und in sich, es verschlingt sie, es frißt sie auf, es ist daher +der „Lupus metallorum“, der Wolf der Metalle, der reißende Wolf, der +gierige Wolf, der feurige Drachen, der feurige Satan, der Sohn des +Satans, der höchste Richter, das Bad des Königs usf.[6979]. + +In der Litteratur des Mittelalters und der beginnenden Neuzeit wird +übrigens unter Stimmi, Kohol oder Antimonium nicht selten sehr +Verschiedenes verstanden, „da es dessen gar mancherlei, den Alten +unbekannt gebliebene Arten gibt“[6980], und bei der Beurteilung der +einzelnen Stellen ist daher häufig einige Vorsicht am Platze; bedeutet +doch noch im 18. Jahrhundert „Stimmi anglicum“ nichts anderes als +Graphit, der damals zuerst in Gestalt eines feinen schwarzen Pulvers +aus England nach Deutschland eingeführt wurde, wo er zunächst als +Anstrichfarbe diente[6981]. + +Was den +Namen+ Antimonium anbelangt, so bezeichnet schon ~Fabricius~ +im 16. Jahrhundert[6982] und ~Ducange~ im 17.[6983] seine Herkunft als +eine unbekannte, und nur weil sie dies war, konnte um die nämliche +Zeit ein (offenbar französischer) Autor es wagen, „Antimoine“ von +„Anti-Moine“ abzuleiten, „weil ~Basilius Valentinus~, der diesen +Stoff mit bestem Erfolge bei der Mast der Schweine verwendet hatte, +ihn zu gleichem Zwecke auch seinen Mitmönchen verabfolgte, wobei sie +aber sämtlich ums Leben kamen“[6984]! Für einen neu eingeführten, und +zwar französischen Namen erklärt Antimonium 1640 ~Chartier~[6985] und +ist der Meinung, er sei aus ἄνθος ἄμμωνος (ánthos Ammonos) gebildet, +d. i. „Blume des ~Ammon~“, nämlich des ~Jupiter Ammon~, da man das +dem Zinn so ähnliche Antimon auch als ein dem ~Jupiter~ zugehöriges +Metall betrachtete[6986]. Neuzeitliche Gelehrte, wie ~Littré~ und +~Huet~[6987], legen als Wurzelwort entweder Stimmi zugrunde, oder +Ithmid (nebst seinen zahlreichen Nebenformen Atmid, Athmid, Athmud, +Othmud, Atemed, Atmed, Itmad, Ithmad, Ismit, Azmet, Ezmêt), lassen +also etwa Al Stimmi oder Al Ithmid sich durch allerlei Zwischenstufen +allmählich zu Antimon abschleifen und berufen sich darauf, daß +derartige Umwandlungen arabischer oder arabisierter Worte, auch +die anscheinend seltsamsten, tatsächlich vorkommen. Dieser Ansicht +schließen sich, obwohl die vermuteten Zwischenstufen bisher nicht +nachgewiesen sind, auch ~Diergart~[6988] sowie ~Ruska~[6989] an, +welcher letztere sowohl Antimon wie Wismut für verdorbene Formen von +Ithmid hält[6990]. + +In der mittelalterlichen Litteratur kommt, wie bereits ~Ducange~ +feststellte, „Antimonium“ zuerst bald nach 1050 bei ~Constantinus +Africanus~ vor und geht aus dessen Schriften in die seiner oben +erwähnten Nachfolger über, zuweilen unter geringer Abänderung, wie +denn z. B. ~Aldebrandino di Siena~ (1256) „Antimomum“ schreibt[6991], +~Simon Januensis~ sowie ~Matthaeus Sylvaticus~ (um 1300) aber +„Antimonum“[6992]. ~Constantinus Africanus~ erklärt nicht erst, was +Antimonium sei, sondern setzt das Wort als bereits bekannt voraus, +entlehnte es also den von ihm benützten Quellenschriften, die +keineswegs, wie man früher annahm, ausschließlich arabische waren, +sondern zum großen Teil auch spätgriechische und byzantinische, +die ihm vieles von ägyptischer und alexandrinischer Herkunft +vermittelten[6993]. Demgemäß darf man annehmen, daß Antimonium ++griechischen+ Ursprungs ist[6994], und zwar spricht alle +Wahrscheinlichkeit dafür, daß es nichts anderes vorstellt als +die latinisierte Form von ἀνθεμώνιον (Anthemónion) = die Blüte, +das Ausgeblühte; das „Tertium comparationis“ bildet dabei die +charakteristische Gestalt des in strahligen, der Blüte der Kompositen +vergleichbaren Drusen krystallisierenden Grauspießglanzes[6995]. + +Zur Bezeichnung von Pflanzen finden sich begreiflicherweise die +Ausdrücke ἄνθεμον (Anthemon) und ἄνθεμις (Anthemis) vielfältig +verwendet: bei ~Hippokrates~ soll εὐάνθεμον (Euánthemon) u. a. die +Kamille bezeichnen[6996], bei ~Theophrastos~ ἄνθεμον τὸ φυλλῶδες +die weiße Strahlblume[6997]; bei ~Dioskurides~ kommt neben ἄνθεμις, +der Kamille, auch λευκάνθεμον und μελάνθεμον vor (= die hell- und +dunkelblütige Wucherblume?)[6998]; ~Galenos~ benennt mit Euánthemon +wohl ebenfalls die Kamille[6999], während unter βοάνθεμον (Boánthemon += Kuhblume), χαλκάνθεμον (Chalkánthemon = erzfarbige Blume) und +χρυσάνθεμον (Chrysánthemon = Goldblume) sowohl er, als auch +~Nikander~ in seinem gegen 200 v. Chr. verfaßten pharmakologischen +Lehrgedichte[7000] mehrere verschiedene Pflanzen zu begreifen +scheinen[7001], u. a. auch die bei den Orphikern und Gnostikern +Chrysánthemon genannte Zauberpflanze, die z. B. in der „Pistis +Sophia“ ~Jesus~ in die Hände seiner Jünger legt[7002]. Bei den +späteren griechischen Botanikern heißt z. B. das Herbströschen (Adonis +autumnalis) ἀντεμώνη (Antemóne), ἀντεμωνιάμ (Antemoniám) oder ἀρτεμόνη +(Artemóne)[7003], wobei zu beachten bleibt, daß die Nachsilbe ιάμ +sichtlich nur ein entstelltes ιόν, Antimoniám also = Antimonión ist, +und daß die Namen vieler Dutzender von Gewächsen[7004] mit Hilfe dieses +nämlichen Diminutivs gebildet sind, das sich für die spätgriechische +Volkssprache und den sog. Vulgärdialekt als so charakteristisch +erweist[7005]. Ebenso heißt das Cyclamen Anthimon oder Antimon[7006], +eine Anthemis-Art (Anthemis pyrethrum?) αρτιμόνιον (Artimónion)[7007] +und eine andere αρτεμόνιον (Artemónion), woher sich wohl der +gleichlautende Name eines Augenheilmittels bei ~Galenos~ erklärt[7008]. + +Frühzeitig kommen auch übertragene Bedeutungen vor: die Arkaderin +Ἀνθεμόνη (~Anthemone~) nennt die Sage als Geliebte des ~Aineias~[7009]; +Ἀνθεμόεσσα (~Anthemoessa~) heißt bei ~Hesiod~ und Ἀνθεμόδη +(~Anthemode~) bei ~Euripides~ die Blumige, Blühende[7010]; dem ἄνθεμον +(Anthemon) gleichen die Verzierungen eines Schildes[7011] sowie +die Zweige der Korallen bei ~Pindar~ (522-442)[7012]; κριάνθεμον +(Kriánthemon) ist der als „Widderhorn“ bekannte Edelstein[7013]. +Während der hellenistischen Periode und insbesondere bei den +alexandrinischen Chemikern wird die Entwicklung der Krystalle +durchaus jener der Pflanzen gleichgesetzt[7014], Mineralien, Metalle +und Edelsteine wachsen und wachsen nach, es gibt Krystall-Keime +und -Samen, Krystalle schießen auf oder an, sind aufgewachsen oder +verwachsen, erscheinen blättrig und stenglig, baumartig (dendritisch) +und verzweigt, oder blühen aus (effloreszieren)[7015]; als Blüten des +Mineralreiches[7016], im Sinne des Besten und Herrlichsten, erscheinen +insbesondere die Edelsteine, deren Kostbarster, der Diamant, daher +als „Blüte oder Blütenknospe des Goldes“ (χρυσοῦ ἄνθος; auri nodus) +angesehen wird[7017]. + +Bezeichnungen wie „Blüte des Silbers oder Bleies“ (ἀργύρου ἄνθος) +für gewisse feine und glänzende Silber- oder Bleiglätten[7018], +„Blüte des Kupfers“ (χαλκοῦ ἄνθος) für das lebhaftrote +Kupferoxydul[7019], „Kupferblüte“ (χάλκανθος, χάλκανθις) für den +blauen Kupfervitriol[7020], „Auf- oder Ausgeblühtes aus Chalkitis“ +(ἐπ-, ἐξάνθισμα χαλκίτεως) für Misy[7021], ferner „Blüte des Salzes, +des Öles, des Mehles“ usf., finden sich sehr allgemein von den +hippokratischen Schriften an bis zu jenen des ~Dioskurides~ und +~Galenos~; aus diesen und ihren griechischen Quellen wieder entlehnten +die römischen Autoren, wie schon ~Cato~ (um 200 v. Chr.)[7022], +~Scribonius Largus~ (um 50 n. Chr.)[7023], ~Plinius~ und viele +andere ihr flos salis, olei[7024], picis, aeris, siliginis, lapidis +assii (Blüte des Salzes, Öles, Pechs, Kupfers, Mehls, assischen +Steins) u. dgl. mehr. Auch die griechischen Alchemisten sprechen von +ἄνθος[7025] (Blüte = Farbstoff aus Anchusa, Safran usf.), ἄνθος ἁλός +(Salzblüte)[7026], ἅλας ἀνθιόν (ausgeblühtem Salz)[7027], ἄνθος χαλκοῦ +(Blüte des Kupfers, Kupferoxydul)[7028], χάλκανθος oder καλάκανθος +(Kupferblüte, Kupfervitriol)[7029], ἄνθος (Blüte = Effloreszenz) aus +Pyrit und Chalkitarin[7030]; sie bezeichnen krystallisierte Stoffe, +z. B. Alaun, mit dem (zugleich an einen Stern erinnernden) Bilde der +Strahlblume [Symbol][7031] und nennen sie Ep- und Exantheme[7032]; +sie lassen das Kupfer bei der Transmutation „Blüten tragen“ (= zu +Gold werden, ἄνθη φέρειν)[7033], die schwefelhaltigen Substanzen bei +der Taricheia aufschießen, wachsen und blühen wie βοτάναι (Botánai += Kräuter)[7034]; sie bereiten durch wiederholte Sublimation die +gelben „Blumen des Schwefels“ und die schneeweißen „Blumen oder +Blumenkelche (κάλυξ) des Arsens“ (= Arsenigsäure)[7035]; sie +gewinnen als Endergebnis des großen Werkes die Blüte (ἄνθος) des +goldfarbigen Pyrits (χρυσίζων)[7036], d. i. Goldstaub oder Goldpulver, +ἄνθος χρυσοῦ[7037], χρυσάνθιον (Chrysánthion)[7038], χρυσάνθινον +(Chrysánthinon)[7039], χρυσάνθεμον (Chrysánthemon)[7040], oder +χρυσάνθιμον (Chrysánthimon)[7041]. + +Aus dem Dargelegten ergibt sich zur Genüge, daß das „Antimonium“ des +~Constantinus Africanus~ nichts weiter ist als ein latinisiertes +Anthemónion oder Anthimónion und unmittelbar aus dem Spätgriechischen +stammt; ~Simon Januensis~ und ~Matthaeus Sylvaticus~ erwähnen in +der Tat, -- was bisher unbemerkt geblieben zu sein scheint --, +eine griechische Form Antimonos[7042], deren Quelle sie zwar nicht +angeben, die aber, da sie um 1300 schrieben, im 13. Jahrhundert +jedenfalls noch gebräuchlich war. In einem gegen 1400 verfaßten +byzantinischen Goldschmieds-Traktate glaubte ~Berthelot~ das Wort +ἀντεμόνιον (Antemónion) zuerst vorgefunden zu haben, sprach aber +sogleich die Vermutung aus, daß es wohl schon weit älterer Herkunft +sei[7043]; diese ließe sich bis an die Schwelle der alexandrinischen +Zeit zurückverfolgen, falls sich ergäbe, daß das bisher fragwürdig +gebliebene „Antimio di damia“ der „Compositiones ad tingenda ...“ (8. +Jahrhundert), das ~Berthelot~ für einen Firnis (oder eine Farbe) der +Glasmaler hält[7044], mit Antimon zusammenhängt und etwa „Antimon aus +Damiette“ (Ausfuhrhafen in Ägypten) bedeutet. + +Für den durch die bekannte Erscheinung des spätgriechischen sog. +Itacismus hinreichend erklärten Übergang von e in i, also Anthemon +in Anthimon, sowie für jenen des th zu t, also Anthimon in Antimon, +sind schon oben Belegstellen angeführt worden[7045]; die auf den +griechischen Ursprung zurückgehende Schreibweise Anthimonium, mit +th, blieb übrigens noch lange Zeit lebendig, sie findet sich u. a. +in des ~Gerhard von Cremona~ (1114-1187) lateinischer Übersetzung +des ~Alrazi~[7046] und ~Serapion~[7047] (auf 3 Seiten 13mal), +bei ~Johannes Platearius~ (um 1175)[7048], bei ~Arnoldus de +Villanova~[7049], in der Pestschrift des Mailänder Arztes ~Crato~ +von 1378[7050], in der Eßlinger Apothekertaxe von etwa 1550[7051], +in ~Quattramis~ alchemistischem Werke „La vera dichiaratione“ von +1587[7052], in ~Khunraths~ „Medulla destillatoria“ (1594)[7053] und in +des ~Libavius~ „Alchemistische Practic“ (1603)[7054]. + +Die Voraussetzung, daß dem Dargelegten zufolge auch etwa das arabische +Athmid (Itmid) durch Entstellung von Anthemon entstanden sei, ist +nach ~Ruska~ nicht wahrscheinlich; Ithmid geht vielmehr auf Stimmi +zurück, und die zahlreichen Nebenformen, deren sich insbesondere die +lateinischen Übersetzer der arabischen Autoren bedienen, sind (wie +in so vielen ähnlichen Fällen) durchaus nur durch Verballhornungen +der richtigen Aussprache und durch Einschiebung beliebiger Vokale zu +erklären. + + + + +Nachträge. + + + + +1. Berthelot als Historiker. + + +Verschiedene Abschnitte des vorliegenden Werkes machten es +erforderlich, auf erhebliche Mängel der ~Berthelot~schen +geschichtlichen Arbeiten und Auffassungen hinzuweisen, was +vielleicht manchem Leser insofern überraschend gewesen sein mag, +als der Historiker ~Berthelot~, wiederholten und keineswegs erst +der allerjüngsten Zeit entstammenden Einwendungen zum Trotze, immer +noch den Ruf einzigartiger Sachkenntnis, seltenster Umsicht und +unfehlbarer Zuverlässigkeit genießt; indessen ist dieser hauptsächlich +dadurch zustande gekommen, daß der als Chemiker und Gelehrter, +Freigeist und Patriot, Politiker und Minister bereits hochberühmte +Verfasser, dessen rastlose Bemühungen und unermüdliche Tätigkeit auch +auf geschichtlichem Felde keineswegs unterschätzt werden sollen, +ihn im Laufe eines noch langen Lebens und mit allen Mitteln seiner +weitreichenden Einflüsse immer wieder aufs neue selbst für sich in +Anspruch nahm und durch ausgedehnte, von ihm abhängige Kreise in +gleichem Sinne verkünden ließ[7055], bis er schließlich hierin nicht +weniger bei seinen Volksgenossen Glauben fand als im Auslande. Auch +dort wurden seine Schriften in zumeist maßloser und einseitiger Weise +verherrlicht und verhimmelt, wobei indessen den Kritikern zwei Umstände +zur Entschuldigung gereichen: einerseits standen ihre Meinungen mehr +als billig unter dem Eindrucke, den der Umfang des Geleisteten, die +vortreffliche Darstellung, der schöne Stil sowie die selbstbewußte +Sicherheit des Verfassers auf sie ausübten; andererseits ermangelten +sie, entweder völlig oder doch in ausreichendem Grade, gründlicher +eigener, aus erster Hand geschöpfter Kenntnis der betreffenden Quellen +und vollends der gesamten für die Beurteilung der behandelten Fragen +in Betracht kommenden Litteratur. Die unter solchen Verhältnissen +gefällten Urteile standen aber zunächst einmal als maßgebende fest, +und es bedurfte längerer Zeit, bevor sich die Stimmen einzelner +wirklicher Sachkenner erhoben, und noch längerer, bevor sie seitens der +Allgemeinheit einiges Gehör finden konnten. + +~Berthelot~ selbst befand sich -- anfänglich wenigstens -- über die +Schwierigkeiten einer „Editio princeps“ der griechischen und gar der +orientalischen Texte alchemistischen Inhaltes nicht im unklaren[7056], +zumal er in dieser Hinsicht nicht die geringste Erfahrung besaß +und außerdem der griechischen Sprache nur in bescheidenem Umfange +mächtig war, vom Arabischen und Syrischen aber kein Wort verstand; +späterhin neigte er jedoch in zunehmendem Maße zur Überschätzung des +zuwege Gebrachten und ließ jede gesunde Selbstkritik vermissen. Die +Voraussetzung für das Zustandekommen guter Ausgaben waren ihm zwar +wohlbekannt und er gibt ihnen an einer Stelle in dem klaren Satze +Ausdruck, man solle sämtliche Handschriften sorgfältig prüfen und den +berichtigten Text vollständig, ohne Auslassung oder Einschiebung, +sowie ohne Zusätze des Herausgebers zum Abdrucke bringen[7057]. Diese +goldenen Regeln befolgte er jedoch nicht nur selbst in keiner Weise, +sondern ließ auch seine (amtlich ihm unterstellten) sprachkundigen +Mitarbeiter (~Ruelle~, ~Duval~, ~Houdas~) nicht frei gewähren, verfügte +vielmehr völlig willkürlich über die Ergebnisse ihrer Leistungen +und gab von deren Umfang und Tragweite ein so wenig zutreffendes +Bild, daß sich diese Gelehrten wissenschaftlich beeinträchtigt und +auch in kränkender Weise zurückgesetzt fühlen mußten[7058]: ihre +Namen waren zwar genannt, an mehr als einer Stelle und auch mit Lob; +aber die ganze, eigentümlich schillernde Art der Darstellung blieb +darauf angelegt, die gesamte geistige Arbeit und überhaupt alles +Verdienstliche allein von ~Berthelot~ ausstrahlen zu lassen, und sie +erreichte dieses Ziel mit solchem Erfolge, daß selbst Fachmänner +wie ~Sudhoff~ oder ~Reitzenstein~ längere Zeit an die alleinige +und persönliche Herausgeber- und Übersetzertätigkeit ~Berthelots~ +glaubten[7059]. Dieser große Mann besaß eben auch große Schwächen +und zu ihnen zählte vor allem eine übermäßige Eitelkeit[7060]; sein +Leitmotiv auf +allen+ Gebieten, die er bearbeitete, -- und es wird +hierauf noch weiter unten zurückzukommen sein --, war daher der Satz, +den der einstige Schüler im zweiten Teile des „Faust“ mit den Worten +ausspricht: „Die Welt, sie war nicht, eh’ +ich+ sie erschuf.“ + +Was die Codices der griechischen Alchemisten anbetrifft, so schenkte +~Berthelot~ allein den in Paris und Venedig befindlichen eingehende +Berücksichtigung, während er von den übrigen bloß einen Teil näher +überprüfen ließ, und auch diesen nicht immer durch Persönlichkeiten von +bewährter Sachkunde. Aber auch die so ermittelten Texte veröffentlichte +er nicht in genauer und wortgetreuer Fassung, vielmehr zog er es vor, +ihnen auf Grund gewisser vorgefaßter Anschauungen, also befangen +in dem, was ~Kopp~ sehr bezeichnend „Pseudopsie“ nennt[7061], eine +neue Einteilung in mehrere Gruppen zu geben und sie dieserhalb zu +zerstückeln (décomposer)[7062], in eine Anzahl von Absätzen aufzulösen, +die oft nur wenige Zeilen lang sind[7063], und mit zugehörigen +Auszügen aus verschiedenen Handschriften sehr verschiedenen Alters +zu durchflechten. Ein solches, von ~Reitzenstein~[7064] mit Recht +als „unbegreiflich“ bezeichnetes, von der Wissenschaft längst als +durchaus unzulässig verworfenes Verfahren der „Rekonstruktion alter +Autoren“ durch unkritisches Zusammenstellen von Resten ihrer Werke mit +Fragmenten späterer und spätester Ausschreiber, war, wie ~Berthelot~ +selbst einsah, „nicht ohne Willkür“ durchführbar[7065], und daß er +ihm trotzdessen huldigte, bleibt sehr bedauerlich: der Leser kann +nirgends übersehen, ob die Texte vollständig wiedergegeben sind, +oder Lücken enthalten und welche; da die zeitliche Reihenfolge der +Autoren nicht ausreichend feststeht, und Jüngere oft absichtlich +im Stile der Vorgänger schreiben, ist die Zuteilung der Auszüge +sachlich und chronologisch unsicher; spätere Einschiebsel, ja +ganze Stücke der Kommentare geraten in die eigentlichen Texte; von ++einer+ Handschrift wird oft plötzlich zu einer völlig +anderen+ +übergesprungen, die unter Umständen aus rein christlich-byzantinischer, +ja aus spätmittelalterlicher Zeit herrührt[7066]; nicht selten sind +auch minderwertige oder sogar schlechte Handschriften mitbenützt, +„so daß das Corpus ein wirklich geschichtliches Verständnis oft +geradezu ausschließt“[7067], Richtiges, Falsches und ganz aus der +Luft Gegriffenes in unentwirrbarem Durcheinander bietet[7068], und +nach dem Urteile eines Meisters wie ~Diels~ nicht nur als „ganz +unzureichend“ anzusehen ist, sondern „als gar nicht zustande gebracht +und der völligen Neubearbeitung durch einen tüchtigen Philologen +bedürftig“[7069]. Vom nämlichen Gefühle durchdrungen sprach auch +bereits ~Schmidt~ aus: „Noch fehlt gänzlich das wichtige Corpus +Chemicorum“[7070]. + +Nicht viel besser als mit der Gestaltung des Textes steht es +mit jener der Übersetzungen. Diese ließ ~Berthelot~ durch seine +Mitarbeiter anfertigen, gab sie aber nicht +so+ wieder, wie diese +sie niederschrieben, sondern „revidierte“ sie so lange, bis er einen +seinen vorgefaßten Gesichtspunkten entsprechenden „sens intelligible“ +herausgebracht hatte[7071], -- uneingedenk der eindringlichen Warnungen +~Kopps~[7072]. Über ihm Unverständliches oder zur vorgesehenen +Einteilung nicht Passendes ging er dabei nicht selten flüchtig +hinweg, ferner ließ er ganze Textstellen, als „des pures subtilités“ +vollständig aus[7073], obwohl ihm nicht unbekannt war, daß auch +Sätze nicht rein sachlichen Inhaltes, ja selbst einzelne magische +Anrufungen oder „barbarische Worte“ als Reste heidnischer oder +altchristlicher Kultformeln, sowie als Überbleibsel alter Anschauungen +und Gebräuche, von außerordentlichem wissenschaftlichem, religions- +oder kulturgeschichtlichem Werte sein können[7074]. Die Übertragungen +aus dem Griechischen und in noch höherem Grade (nach dem Urteile +von Fachmännern) die aus dem Syrischen und Arabischen erweisen sich +daher in der vorliegenden Gestalt vielfach als unvollständig und +unzuverlässig, derart, daß sie nach ~Riess~ „mit dem Original oft +fast nichts zu tun haben“[7075]. Auch ~Lagercrantz~ hebt an vielen +Stellen hervor, wie unrichtig und ungenügend begründet ~Berthelots~ +Übersetzungen zuweilen sind[7076], wie willkürlich und gewaltsam er +oft verfuhr[7077], wie er manches als anscheinend unwichtig wegläßt, +manches als anscheinend wichtig zusammenfügt[7078], die überlieferte +Anordnung durch Umstellung zerstört[7079], voreilige Angaben und +Folgerungen zugrunde legt, usf.[7080]. + +Die Erklärungen und Kommentare werden gleichfalls durch schwerwiegende +Fehler entstellt[7081]. Als einer ihrer größten Mängel tritt hervor, +daß ~Berthelot~ die Werke des ~Platon~ und ~Aristoteles~ nicht genügend +kannte und daher den Inhalt ihrer Lehren und deren ausschlaggebende +Einflüsse nur dem Ungefähr nach zu beurteilen[7082], nicht aber ihrer +wahren Tragweite gemäß darzustellen vermochte; überhaupt fehlte es +ihm an ausreichender Kenntnis der griechischen Philosophie und ihrer +Geschichte, wofür als einziger, an dieser Stelle aber ausreichender +Beweis die Behauptung angeführt sei, „es stehe fest, .... daß die +Lehren der Stoïker in Alexandria so gut wie unbekannt geblieben +seien“[7083]. Ein weiterer und tiefgreifender Mangel ist es, daß +~Berthelot~ nicht selten in der Art seiner Darstellung die objektive +Gerechtigkeit gegenüber den Leistungen seiner Vorgänger und den +Verdiensten anderer Forscher völlig vermissen läßt[7084], daß er ihre +Namen nicht oder nicht nach Gebühr oder erst dann nennt, wenn sich ihre +Ansichten als unrichtig herausgestellt haben sollten, und daß er die +Quellen, aus denen er schöpfte, bald gar nicht, bald unzureichend, bald +nur in ganz versteckter Weise angibt[7085]; und doch wäre ~Berthelot~ +hierin zu besonderer Genauigkeit verpflichtet gewesen, denn er war +auf Grund seiner in der Jugend gemeinsam mit ~Renan~ betriebenen +Studien[7086] der deutschen Sprache ausreichend mächtig und durch die +Fähigkeit, deutsche Bücher und Werke zu benützen, der großen Mehrzahl +seiner gleichaltrigen Landsleute an Kunde der fremden Litteraturen +himmelweit überlegen. + +Am auffälligsten und unerklärlichsten erweist sich, -- wie schon in +den vorhergehenden Abschnitten wiederholt auszuführen war --, sein +Verhalten gegen ~Kopp~, dessen geradezu vorbildliche Genauigkeit und +Gewissenhaftigkeit in der Verwertung einer riesigen Quellen- und +Litteraturkenntnis noch neuere Gelehrte, wie ~Hoffmann~[7087] und ~E. +Wiedemann~[7088], immer wieder bewährt fanden und rühmend hervorheben, +und dessen Werke, insbesondere die „Beiträge zur Geschichte der +Chemie“, wahre Denkmale grundlegender Erkenntnis, kritischer Sorgfalt, +sowie historischer Einsicht, Umsicht und Vorsicht sind, -- trotz +ihrer zuweilen unübersichtlichen Anordnung, ihrer schwerfälligen und +oft verworrenen Schreibweise und des Fehlens ausreichender Register. +Von gebührender Würdigung und Anerkennung ~Kopps~ und vom offenen +Eingeständnisse, daß sich auf dessen Leistungen die seiner sämtlichen +Nachfolger durchaus aufbauen, findet man bei ~Berthelot~ keine Spur. +Über die „Geschichte der Chemie“ sagt er nur, „man könne dieses +gelehrte Werk zurate ziehen (consulter)“[7089], und gelegentlich +der Aufzählung der Quellen[7090] bleiben ~Kopps~ Schriften ganz +unerwähnt, vor allem die „Beiträge“, obwohl ~Berthelot~ für seine +Zwecke gerade ihnen das Meiste entnahm: besprechen sie doch allein +die alchemistischen Handschriften und Litteraturnachweise auf nicht +weniger als 100 Seiten[7091], stellen bereits fest, daß der jetzige ++Inhalt+ des „Codex Marcianus“ sein altes Inhalts+verzeichnis+ nicht +mehr deckt[7092], erörtern von Fall zu Fall die Übereinstimmungen +oder Abweichungen seiner Angaben und jener der verschiedenen übrigen +Codices[7093], usf. Demgegenüber weiß ~Berthelot~ nur zu berichten, +daß die Beiträge eine ausführliche und interessante Zusammenstellung +über Manuskripte enthalten[7094], daß ~Kopp~ in ihnen derlei Notizen +vereinigt und einander nähergebracht habe (réuni et rapproché +ces notices)[7095], und daß sie mehrere lehrreiche Abbildungen +aufweisen[7096]; über alles Sonstige bewahrt er Stillschweigen, so +daß der Uneingeweihte glauben müßte, er habe die Beiträge gar nicht +näher gekannt, bewiesen nicht seine Zitate in einem ganz anderen Werke +(dem über ~Lavoisier~) das Gegenteil[7097], und bezeugte nicht die +weitgehende Ausnützung ihres gesamten Inhaltes, daß er mit diesem bis +in alle Einzelheiten genau vertraut war. Über ein so unbegreifliches +Verhalten läßt sich wohl kein anderes Urteil fällen als das seitens des +vortrefflichen Historikers der Chemie, ~E. v. Meyer~, ausgesprochene: +„~Berthelot~ hat ~Kopps~ grundlegende Forschungen rücksichtslos +ignoriert“[7098]. Dies war auch der Eindruck, den ~Kopp~ selbst empfing +und er versuchte deshalb schon nach dem Erscheinen der „Origines“, +seine Ansprüche in einer kurzen und rein sachlichen Darlegung zu +wahren, die er den „Annales de chimie et de physique“ einsandte; +~Berthelot~ wußte jedoch nicht nur diese zur Ablehnung der Aufnahme zu +bestimmen, sondern verhinderte durch seine Einflüsse auch den Abdruck +in irgend einer anderen maßgebenden französischen Zeitschrift, was +~Kopp~ „als der Wissenschaft unwürdig“ tief verstimmte[7099], ihn +aber nicht hinderte, in seiner „Alchemie“ der „Origines“ mit einigen +anerkennenden Worten zu gedenken[7100]. + +Noch erheblich schlechter als ~Kopp~ fahren bei ~Berthelot~ seine +Landsleute ~Hoefer~ und ~Chevreul~. Anfänglich kann man zwar ~Hoefers~ +gelehrte „Histoire de la Chimie“[7101] ebenfalls noch mit Nutzen +einsehen, und sie enthält einige interessante Figuren[7102]; der +Verfasser sprach in ihr von den griechischen Texten, und gab einige +Auszüge und Übersetzungen[7103], -- in Wirklichkeit nehmen die +griechischen Texte 12 Seiten ein[7104], die Inhaltsangaben der Pariser +Manuskripte 43[7105], und die Anweisungen zu ihrer Herausgabe, die +~Berthelot~ nur zum Teil befolgte, 4[7106]. Später heißt es, ~Hoefer~ +sei oberflächlich und unzuverlässig, seiner Meinung z. B., der Satz des +~Dioskurides~ „Quecksilber finde sich ἐν μετάλλοις“ sei alchemistischen +Inhaltes, habe sich ~Berthelot~ anfangs angeschlossen[7107] (ohne +~Hoefer~ zu nennen!), sie aber bei weiterem Nachdenken als falsch +erkannt[7108] (wobei dann ~Hoefers~ Name hervortritt); ~Hoefer~ +druckte den ~Marcus Graecus~ fehlerhaft, schlecht und als neu ab, +weil er, entgegen ~Berthelot~, die Veröffentlichung des ~Porte du +Theil~ [die aber nur ein Privatdruck war!] übersehen hatte[7109], -- +wobei jedoch unerwähnt bleibt, daß schon ~Kopp~ diese kannte und die +Verschiedenheiten der Manuskripte erörterte. Schließlich hat ~Hoefer~ +gar keine wirkliche Sachkenntnis, sondern schreibt den alten Autoren +des 16. und 17. Jahrhunderts nach[7110] und ist ein unerfahrener +Phantast, der überhaupt von Chemie fast nichts verstand[7111]. +Auch wenn man weiß, daß ~Hoefer~ die alte, sehr reichhaltige und +genaue „Geschichte der Chemie“ von ~Gmelin~[7112] höchst ausgiebig +benützte[7113] und den Schriften ~Chevreuls~ viele Einzelheiten +entnahm[7114], erscheint ein solches Urteil durchaus befangen und +äußerst ungerecht; freilich aber war ~Hoefer~, der Freund ~Alexander +von Humboldts~ und Übersetzer seiner Werke, ein durchaus selbständiger, +dem Cliquenwesen zeitlebens völlig fernstehender Mann, dem daher im +offiziellen Frankreich ungefähr die nämliche Behandlung zuteil wurde +wie vor ihm ~Gerhardt~ und nach ihm ~Tannéry~. -- Über ~Chevreul~, der +in Frankreich für die Geschichte der Chemie durch seine langjährigen +und eingehenden Arbeiten zweifellos das Bedeutendste vor ~Berthelot~ +leistete[7115], findet dieser überhaupt nichts zu sagen, geht selbst +in der biographischen Darstellung, die das Buch „Science et libre +pensée“[7116] enthält, auf diese Seite seiner Tätigkeit nicht ein und +erklärt sie also hiermit für der Erwähnung gar nicht wert. + +Was übrigens die „alten Autoren des 16. und 17. Jahrhunderts“ sowie +ihre Nachfolger betrifft, so sind deren Kenntnisse und Leistungen, wie +~Berthelot~ selbst am besten wußte, keineswegs gering anzuschlagen. In +dem Absatze der „Origines“ über die von Vorgängern herrührenden Studien +und Veröffentlichungen betreff der griechischen Alchemisten[7117], +sowie an einigen anderen Stellen seiner Werke, sagt er von ihnen +allerdings nur, sie hätten die Titel der griechischen Urschriften und +auch diese selbst gekannt, sie gelesen und zuweilen zitiert, sie +besprochen, einige Notizen und Fragmente aus ihnen veröffentlicht, +usf.; aus diesen Worten kann sich aber niemand einen annähernd +zutreffenden Begriff vom wirklichen Sachverhalte bilden, namentlich +wenn Gelehrte in Frage kommen wie die beiden ~Scaliger~ (1484-1558 und +1540-1609), ~Casaubonus~ (1559-1604) oder gar ~Salmasius~ (~Saumaise~, +1588-1653), dessen Darbietungen seines bewunderungswürdig vielseitigen +antiquarischen Wissens zwar durch die geradezu trostlose Form der +Darstellung sowie durch die Verquickung mit kleinlichen sachlichen +oder persönlichen Streitigkeiten ganz erheblich an Wert verlieren, +aber auch heute noch wahrhaft unversiegliche Quellen mannigfaltigster +Belehrung bilden. Solche hat auch ~Berthelot~ aus ihnen in reichem Maße +geschöpft und wenn er in bezug auf diese und andere Werke kurzweg sagt, +„er habe sie benützt“, „er habe aus ihnen Nutzen gezogen“ (on a tiré +parti)[7118], so erscheint dies nicht ausreichend und gestattet weder +zu ersehen, +was+ ~Berthelot~ ihnen entnahm, noch auch, ob er dies +in fehlerfreier Weise tat. Verhüllungen und unbestimmte Andeutungen +dieser Art liebt übrigens ~Berthelot~ außerordentlich, so daß er +zuweilen Schriften ohne Nennung ihrer Verfasser anführt, zuweilen +Autoren ohne Nennung ihrer Werke, während er auch wieder, -- nur für +den Kenner ersichtlich --, statt der in der Regel beigezogenen Ausgaben +gewisser Schriftsteller +andere+ benützt, diese aber gar nicht, oder +nur an einer einzigen Stelle zufällig erwähnt[7119], wie z. B. die +~Sprengel~sche des ~Dioskurides~[7120], oder die ~Sillig~sche des +~Plinius~[7121]. Nachstehend sei, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, +eine alphabetische Liste von Werken gegeben, die ~Berthelot~ fraglos +(zum Teil offenbar aus ~Kopps~ „Beiträgen“) gekannt und vielfach +gebraucht, jedoch nicht, nicht in entsprechender Weise, oder nur ganz +nebenbei namhaft gemacht hat[7122]: + + ~Ameilhon~: Aufsätze über alchemistische Zeichen und Kunstausdrücke, + über ~Demokritos~ und ~Synesios~, in den „Notices et Extraits des + manuscrits de la Bibliothèque Nationale“, Bd. 5-7 (Paris 1799, 1801, + 1804)[7123]. + + ~Beckmann~, „Beiträge zur Geschichte der Erfindungen“ (Leipzig 1786 + ff.)[7124]. + + ~Borrichius~, „De ortu et progressu Chemiae“ (Kopenhagen 1668); + „Hermetis et Aegyptiorum sapientia“ (Kopenhagen 1774). + + ~Cardanus~, „De subtilitate“ (Lyon 1554); „De rerum varietate“ + (Avignon 1558)[7125]. + + ~Chwolsohn~, „Ssabier und Ssabismus“ (Petersburg 1856)[7126]. + + ~Conring~, „De hermetica medicina“ (Helmstädt 1648 und 1669). + + ~Ducange~, „Glossarium mediae et infimae Graecitatis“ (Lyon 1688). + + ~Etienne~ (~Estienne~) s. ~Stephanus~. + + ~Fabricius~, „Bibliotheca graeca“ (Hamburg 1708 ff.); u. a. mit + Abdruck aus ~Pizzimenti~ (Padua 1573). + + ~Gmelin~, „Geschichte der Chemie“ (Göttingen 1797). + + ~Gruner~, „der um 1800 einige Fragmente in schwer zugänglichen + [deutschen] Dissertationen und Programmen veröffentlichte“[7127]. + + ~Hauréau~, „Histoire littéraire de la France“, Bd. 28[7128]. + + ~Ideler~, „Physici et Medici graeci minores“ (Berlin 1842). + + ~Jacobs~ und ~Ukert~, „Beiträge zur älteren Litteratur“ (Leipzig + 1835)[7129]. + + ~Jourdain~, „Geschichte der aristotelischen Schriften im + Mittelalter“[7130], üb. ~Stahr~ (Halle 1831). + + ~Kopp~, „Beiträge zur Geschichte der Chemie“ (Braunschweig 1869 ff.). + + ~Labbé~, „Nova Bibliotheca“ (Paris 1653). + + ~Leclerc~, „Histoire de la médecine arabe“ (Paris 1876)[7131]. + + ~Lenglet du Fresnoy~, „Histoire de la philosophie hermétique“ (La + Haye 1742). + + ~Lobeck~, „Aglaophamos“ (Königsberg 1829)[7132]. + + ~Merrifield~, „Original treatises on the arts of painting“ (London + 1849)[7133]. + + ~Montfaucon~, „Palaeographia graeca“ (Paris 1708); „Bibliotheca + Bibliothecarum“ (Paris 1739). + + ~Morhof~, „Polyhistor“ (Lübeck 1695 und 1714). + + ~Palladius~, „De febribus“, ed. ~Bernard~ (Leiden 1745)[7134]. + + ~Reinesius~, „Variae lectiones“ (Altenburg 1640); s. ~Fabricius~ Bd. + 12 (Hamburg 1724). + + ~Rossignol~, „Les métaux dans l’antiquité“ (Paris 1863). + + ~Rulandus~, „Lexicon alchemiae“ (Nürnberg 1571; Frankfurt 1612). + + ~Salmasius~, „Plinianae exercitationes“ (Paris 1629; Utrecht + 1689)[7135]. + + ~Scaliger~, J. C., „Exercitationes“ (Frankfurt 1607)[7136]. + + ~Schneider~, „Eclogae Physicae“ (Jena 1801)[7137]. + + ~Stephanus~, R. und H., „Thesaurus linguae latinae“ (Paris 1534), + „Thesaurus linguae graecae“ (Paris 1572). + + Wiener „Quellenschriften für Kunstgeschichte“ (Wien 1871 ff.)[7138]. + + ~Wüstenfeld~, „Geschichte der arabischen Ärzte und Naturforscher“ + (Göttingen 1840)[7139]. + +Daß in dieser Hinsicht ein eigentümliches Verhalten ~Berthelots~ +vorliegt, kann man aus der Tatsache schließen, daß er z. B. selbst +seinen ältesten und getreuesten Freund ~Renan~, dem er wohl alles +verdankte, was er unmittelbar über die orientalische Litteratur +wußte, nur ausnahmsweise anführt[7140]; ebenso bezeichnet er zwar +seinen Mitarbeiter ~Ruelle~ als Urheber einer für die Textgestaltung +des „Marcianus“ wichtigen Hypothese[7141], nennt ihn aber bei deren +späteren Besprechungen nicht wieder[7142], und sagt schließlich +„j’ai établi ...“[7143]. Auffällig ist endlich, daß ~Berthelot~ +einige Male Quellen anführt, die er, entgegen dem, was hiernach +jeder Leser annehmen muß, anscheinend gar nie zu Gesichte bekommen +oder doch in keiner Weise berücksichtigt hat: zu diesen zählt u. a. +~Lürings~ „Commentaire médicinal“[7144], in Wirklichkeit eine +Straßburger Dissertation von 1888, betitelt „Die über die medizinischen +Kenntnisse der alten Ägypter berichtenden Papyri“[7145], der Aufsatz +~Gildemeisters~[7146] über den Namen der Chemie[7147], und „der +Artikel über Chemie, den der gelehrte Professor ~Hoffmann~ in Kiel für +~Heumanns~ Lexikon schrieb“[7148]. + +Angesichts dieser Tatsachen wird es erklärlich, daß ~Berthelot~ unter +Beiseitesetzung alles von Vorgängern und Zeitgenossen Geleisteten +allein seinen eigenen Arbeiten Geltung zuerkannte und ihnen in stetig +zunehmendem Maße und in immer begeisterteren Tönen eine Verherrlichung +angedeihen ließ, die jede billige Grenze auch für denjenigen weitaus +überschreitet, der ihre wahre Bedeutung gerne und freudig anerkennt. +Betreff der griechischen Alchemisten heißt es z. B.: Der Ursprung, +die theoretischen Grundlagen, die Philosophie der alten Chemie und +Alchemie lagen bisher im Dunkel[7149], man befand sich in völliger +Unwissenheit über die von ihnen ausgegangenen Einflüsse[7150], auch +übte man an ihnen keine modern-exakte historische Kritik, sondern +zitierte wie ~Hoefer~ die Autoren des 16. und 17. Jahrhunderts[7151]; ++ich+ habe die verlorenen Lehren und die Geschichte der führenden +Ideen aufgefunden[7152]; ich zeigte die Abkunft der Alchemie von den +Praktiken der ägyptischen Metallurgen und Goldarbeiter, die erst +nachahmten und fälschten, dann aber selbst an das „Machen“ glaubten, +und zwar infolge philosophischer, magischer und astrologischer +Vorstellungen, die auf babylonische Quellen zurückgehen[7153]; ich +schlang auf diese Weise das historische Band, das Theorie und Praxis +der Alten mit jener der griechischen Alchemisten und ihrer Nachfolger +verknüpft[7154]; ich entdeckte so neue und unerforschte Regionen, +bewirkte eine wahre Auferstehung, und rekonstruierte durch meine +Studien eine ganze Wissenschaft[7155]; ich eröffnete neue Einsichten +hinsichtlich des Aufbaues, des Zusammenhanges und der Anordnung der +griechischen Texte und publizierte diese als „les preuves de ma +découverte“[7156]; ich löste hierdurch das alte Rätsel (la vieille +énigme) der Alchemie[7157]. + +Bezüglich der arabischen Alchemie sagt ~Berthelot~: Die wahre Alchemie +der Araber war bis auf den heutigen Tag unbekannt[7158]; +ich+ +entdeckte ihren Zusammenhang mit jener der Griechen und wies dessen +Spuren in den sog. arabischen Übersetzungen nach[7159]; ich habe die +herrschenden Ansichten über das chemische Wissen der Araber nicht +weniger als vollständig umgestürzt[7160]; ich habe die maßgebenden +Kenntnisse geschaffen und die bisher unedierten Quellen unter der +schätzbaren Beihilfe ~Duvals~ herausgegeben[7161]; ich habe diese +ungeheuere und schwierige Arbeit verrichtet, die noch niemals in +wirklich kritischer Weise versucht worden ist[7162]. An die Echtheit +der ~Geber~schen Schriften glaubte ich anfangs[7163] „wie fast alle +Welt“, später aber stiegen mir Zweifel auf und führten mich dahin, +sie als lateinische Apokryphen und Pseudonyme des 13. Jahrhunderts +anzusehen[7164]; ich zeigte, daß ~Gebers~ „Summa“ (verfaßt gegen 1300), +sowie das „Testamentum“ und die „Alchimia“ (verfaßt nach 1300?), weder +Theorien noch Autoren zitieren[7165], sich vielmehr auf bestimmt +und klar beschriebene praktische Versuche aufbauen[7166] und rein +scholastische Art und Mache verraten[7167]; ich legte klar, daß die +arabischen Originale des ~Geber~ nicht bekannt sind und daß lateinische +Übersetzungen dem ~Albertus Magnus~ und ~Vincentius Bellovacensis~ im +13. Jahrhundert nicht bekannt waren, was ein ganz unerwartetes Ergebnis +von hervorragendster Bedeutung (question capitale) vorstellt[7168] und +die gesamte bisherige Geschichte der Chemie als eine durch Unwissenheit +verfälschte dartut[7169]; ich entdeckte, daß schon die Persönlichkeit +des ~Geber~ fragwürdig ist, daß die Werke des ~Dschabir~ nicht die dem +~Geber~ zugeschriebenen Kenntnisse enthalten, sondern sich meist in +weitläufiger und sehr allgemeiner Weise über die alten griechischen +Theorien verbreiten[7170], und daß bereits ~Dschabir~ selbst „un peu +légendaire“ ist[7171]. + +Hinsichtlich der späteren Zeiten äußert sich ~Berthelot~: Die +Jahrhunderte vor dem 14. waren bisher „à peu près ignorés“[7172]; +ich+ +ermittelte den Zusammenhang ihrer Alchemie mit der antiken, sowie die +wichtige Rolle, die hierbei den Kunsthandwerken zufällt[7173]; ich +erwies die mindestens seit dem 3. Jahrhundert bestehende „filiation non +interrompue“[7174], wenn auch alle Gelehrten, die die alchemistischen +Handschriften kannten, schon seit 1600 eine mit dem 5. Jahrhundert +beginnende für zweifellos erachteten[7175]; ich durchschaute die +„filiation historique“ der antiken Theorien und Praktiken in den +Überlieferungen der Künste und Gewerbe, die bisher kein Mensch +beachtete oder ahnte (que personne n’avait soupçonnée) und entdeckte +diese durchaus grundlegende Tatsache (ce fait capital)[7176]. + +Überblickt man die angeführten, von ~Berthelot~ erhobenen Ansprüche, +so muß man, da eine so gänzliche Unkenntnis der gesamten einschlägigen +Litteratur nicht anzunehmen ist, die Selbsttäuschung geradezu +erstaunlich, ja in vielerlei Hinsicht völlig unbegreiflich finden. +Einschlägige, bereits an früheren Stellen des vorliegenden Werkes +hervorgehobene Einzelheiten sollen hier nicht wiederholt werden. +Nochmals hingewiesen sei nur, betreff der beiden „capitalen“ +Entdeckungen: einerseits auf die eingehenden Darlegungen über die +Erhaltung der antiken Traditionen in den ~Berthelot~ durchaus +geläufigen „Original treatises“ der ~Merrifield~ (1849)[7177], +in den (von dieser oft zitierten) ~Eastlake~schen „Beiträgen zur +Geschichte der Ölmalerei“[7178], und in den Wiener „Quellenschriften +für Kunstgeschichte“; andererseits aber auf die älteren Angaben über +die Frage der Echtheit von ~Gebers~ Schriften[7179], die ~Berthelot~ +sehr unzureichend mit den Worten abtut, er habe anfangs „wie fast +alle Welt“ an sie geglaubt. Die Zweifel an der Person und den Werken +des ~Dschabir~ äußert doch schon gegen 1000 der „Fihrist“[7180]; daß +arabische Originale ~Gebers~ nicht vorliegen und daß weder solche noch +lateinische Übersetzungen den Autoritäten des frühen Mittelalters +bekannt waren, wußten bereits die älteren Orientalisten und Historiker +der Chemie; ausdrücklich sagt auch ~E. Wiedemann~ schon 1878[7181], daß +die in den arabischen Codices der Leidener Bibliothek enthaltenen Werke +~Dschabirs~ sich ganz im mystischen Gedankengange der griechischen +Alchemisten bewegen und nicht den klaren wissenschaftlichen Geist der +lateinischen (~Geber~schen) Schriften zeigen, die ebenso unecht sind +wie die sog. Alchemie („De anima“) des ~Avicenna~[7182]. + +Den „Schöpfer“ aller dieser Erkenntnisse, und damit der Geschichte der +Chemie, kann sich daher ~Berthelot~ mit ebensowenig Recht nennen wie +etwa den Schöpfer der „chemischen Synthese“, als welchen er sich mit +etwas umschriebenen Worten in den „Origines“ bezeichnet, und mit ganz +unverblümten in späteren Werken[7183], -- obwohl die ersten Synthesen +organischer Stoffe, der Oxalsäure und des Harnstoffes, schon 1824 +und 1828 von ~Wöhler~ ausgeführt worden waren[7184], der durch sie +die uralte starre Scheidewand zwischen anorganischen und organischen +Substanzen umstürzte, der sog. „Lebenskraft“ den eigentlichen +Todesstoß versetzte, und so eine wissenschaftliche Tat allerersten +Ranges vollbrachte, eine wahrhaft „capitale“. In „Science et +Philosophie“[7185] ist aber von ~Wöhler~ im Abschnitte „Über organische +Synthese“ gar nicht die Rede[7186], und in dem „Über die allgemeinen +Methoden der Synthese“ nur ganz nebenbei als vom Urheber einer +„sehr einfachen“ und „isoliert gebliebenen“[7187]; in „La synthèse +chimique“[7188] wird ~Wöhler~ zunächst ebenfalls ganz übergangen[7189], +und erst gelegentlich ~Kolbes~ Synthese der Essigsäure von 1845 +flüchtig erwähnt, -- doch sollen diese Entdeckungen der tieferen +Bedeutung ermangeln[7190], nämlich jenen ~Berthelots~ gegenüber. +Aber schon wo diese zuerst im Zusammenhange dargestellt werden, in +der „Chimie organique fondée sur la synthèse“[7191], spricht sich +~Berthelot~ über seine Vorgänger in so eigentümlicher, den Sachverhalt +für jeden, der ihn nicht schon genau kennt, so völlig verschleiernder +Weise aus, daß ~Wöhler~, der bekanntlich eine sehr spitzige +Feder führte, hierüber an ~Liebig~ schrieb: „Das ~Berthelot~sche +Buch ist freilich an sich so jesuitisch abgefaßt, daß selbst für +oberflächliche Fachleute der Anschein entstehen kann, als hätte es +vor ihm noch gar keine wissenschaftliche organische Chemie gegeben, +als sei nichts von der künstlichen Bildung organischer Verbindungen +aus den Elementen bekannt gewesen[7192].“ An eine Berichtigung war +natürlich auch in diesen Fällen nicht zu denken; denn es gehörte zu +den Absonderlichkeiten ~Berthelots~, selbst ganz offenbare Irrtümer, +in die ihn weniger gründliche Arbeiten und hartnäckig festgehaltene +rückständige Ansichten wiederholt verstrickten, nicht, nicht in +offener Weise, und auch nicht ohne weiteres zuzugestehen, sie vielmehr +durch Ausflüchte und Hypothesen aller Art so lange als möglich zu +bemänteln[7193]. In diesem Sinne schreibt der berühmte Chemiker +~Wurtz~, der viele Jahre lang ~Berthelots~ Kollege, und oft in +wissenschaftliche Streitigkeiten mit ihm verwickelt gewesen war, an +~Van’t Hoff~, als dieser eine unrichtige Beschuldigung ~Berthelots~ +zurückwies, von ihm aber keinen Widerruf erlangen konnte: „Herrn +~Berthelot~ müssen Sie gänzlich einkreisen, sonst wird er sich in +der Richtung der Tangente drücken“ (à M. ~Berthelot~ il faut être +très-serré, sans cela il s’échappera par la tangente)[7194]. + + —————————— + +In den Studien des frühverstorbenen, scharfsinnigen Wiener +Kunsthistorikers ~Kallab~[7195] über die Biographien des ~Vasari~ +(1512-1574), in denen er auch gewisse Auffassungen ~Thodes~ +gegenüber jenen ~Justis~ auf das Entschiedenste verurteilt, +finden sich Sätze, die vollkommen +dem+ Ausdruck geben, was auch +als Zweck der vorstehenden Ausführungen zu betrachten ist. Sie +lauten: „Diese Darlegungen sind gewiß sehr hart und scharf; aber +sie nehmen augenscheinlich die +Sache+ aufs Korn; .... nirgends +ist wohl Patriarchentum weniger am Platze und schädlicher als in +der Wissenschaft[7196].“ „~Vasari~ zitiert Autoren, Urkunden und +Gewährsmänner, aber so, daß durch die Zitate das, was er aus ihnen +entnommen hat, verborgen wird; ... nicht immer ist er dabei völlig naiv +und bona fide verfahren; jedenfalls läßt er sich von dem Vorwurfe, aus +Eitelkeit seine Hauptquellen absichtlich verschwiegen zu haben, nicht +reinwaschen[7197].“ -- Ebenso paßt zumeist wörtlich auf ~Berthelots~ +Textausgaben und auf die Ergebnisse, die die Art seiner Zusammenarbeit +mit ~Ruelle~, ~Duval~ und ~Houdas~ zeitigen mußte, was ~Ruska~ +im „Steinbuche des ~Aristoteles~“[7198] über die mineralogischen +Schriften ~Clement-Mullets~ sowie über die Zusammenarbeit ~De Mélys~ +und ~Courels~ sagt: „Das Durcheinander der zitierten Handschriften +ist für eine zeitliche Orientierung überaus hinderlich; ... +die [des Herausgebers] Erwartung, daß den Beschreibungen stets +bestimmte Kenntnisse und Tatsachen zugrunde liegen, ist vielfach +zuversichtlicher, als wir es nach unseren Eindrücken von dem Charakter +dieser Litteratur gerechtfertigt finden können; ... ein unmethodischer +Eklektizismus bietet weder dem Philologen, noch dem Historiker, noch +dem Mineralogen, was er erwartet; ... Paragraphen sind übergangen, die +für den Philologen gleichgültig sind, auch wenn sie für den Technologen +nützlich sein mögen; ... statt einer objektiven, möglichst nach Quellen +und Zeiten disponierten, geschichtlichen Darstellung des wirklichen +Inhaltes ... haben wir leider nur eine subjektive und willkürliche +Auswahl aus dem Material der in Paris liegenden Handschriften[7199].“ +„Gelegentlich der ‚Collaboration d’un orientaliste et d’un médiéviste‘ +haben [die Verfasser] ihre Vorgänger, besonders die deutschen, +nicht gekannt oder nicht verstanden, ... und wollen die fraglichen +Entdeckungen selbst gemacht haben; ... man weiß nicht, was man zu den +Resultaten dieser Collaboration sagen soll[7200].“ + + + + +2. Zusätze und Berichtigungen. + + +Zu Seite 2: + ++ἄλλως+ kündigt in den chemischen Papyri ein neues Rezept ähnlichen +Inhaltes (als ἄλλο oft auch nur ein neues Kapitel) an, in den +Zauberpapyri aber eine Variante in textkritischem Sinne. Dies zeigte +schon ~Wessely~ in seiner Ausgabe der Londoner und Pariser Zauberpapyri +(„Denkschriften der Wiener Akademie“ 1888; mit reichen Indices), in +den „Wiener Studien“ (1886), usf.; von den dort aufgespeicherten neuen +Materialien machte ~Dieterich~ ausgiebigen Gebrauch (~Reitzenstein~; +~Wessely~). + + +Zu Seite 5: + ++Magnesia+ (im heutigen Sinne) als Abführmittel kennt bereits +~Hippokrates~ im 5. Jahrhundert v. Chr. (~Hoppe~, A. Nat. 8, 97). -- +Den Namen Magnesia führten bekanntlich mehrere Städte: Magnesia am +Mäander, am Sipylos, in Thessalien usf. + + +Zu Seite 9: + ++ἐπίβαλε+ = wirf ein, wirf hinein, ist schon bei ~Hippokrates~ (5. +Jahrhundert v. Chr.) ein gebräuchlicher Ausdruck, der oft angewandt +wird, wenn vom Zusammenmischen der Arzneien die Rede ist (z. B. üb. +~Fuchs~ 3, 506). + + +Zu Seite 14: + ++Marienglas+, eine Abart des Gipses, ist selbstverständlich nicht +identisch mit Glimmer, wie aus Zeile 8 von oben herausgelesen werden +könnte. + + +Zu Seite 20 und 21: + ++Vitriole.+ Vgl. den eingehenden Aufsatz ~K. B. Hofmanns~ „Über die +Kenntnis der klassischen Völker von den Vitriolen und der Stypteria“ +(„Journal für praktische Chemie“ II, Bd. 86, 305). + +Bemerkenswert ist es, daß im Spätlateinischen „Atramentum“ die +Bedeutung „Interpunktionszeichen“ annahm (~Maigne d’Arnis~, 234). + + +Zu Seite 24: + ++Leidener und Stockholmer Papyrus.+ Frau ~Hammer-Jensen~ versuchte +den Nachweis, daß diese Papyri in keiner Beziehung zur Alchemie +stünden, und daß bei vielen ihrer Vorschriften hauptsächlich gallische +und indische Herkunft vorauszusetzen sei („Berichte der Dänischen +Akademie“, Kopenhagen 1916, 279). Nach ~Diels~ liegt der Hauptmangel +ihrer Abhandlung darin, daß sie die beiden Papyri für sich herausgriff, +den allgemeinen Zusammenhang mit der gesamten zugehörigen Litteratur +aber nicht verfolgte, ja anscheinend gar nicht einsah („Deutsche +Litteratur-Zeitung“ 1917, 592). Eine ausführlichere Widerlegung, die +auf eine Reihe von Einzelheiten eingeht, veröffentlichte ~Lippmann~ +(„Chemiker-Zeitung“ 1917, 589). + +Vgl. auch ~Hammer-Jensens~ Artikel „Färbung“ (PW., Spl. 3, 461), der +die nämlichen Ansichten verficht wie ihre oben erwähnte Abhandlung und +in chemisch-technischer Hinsicht vieles zu wünschen übrig läßt. + + +Zu Seite 26: + ++Bücher aus Gräbern.+ Das Einlegen von Büchern in Gräber und ihre +Benützung als Toten-Beigaben war in Ägypten sehr häufig, daher +konnten sagenhafte Erzählungen mit Recht an diesen Gebrauch anknüpfen +(~Schubart~, „Das Buch bei Griechen und Römern“, Berlin 1907, 10; +~Boll~, „Offenb.“ 136 ff.). + + +Zu Seite 26: + ++Beiblatt des Stockholmer Papyrus.+ Vermutlich ist κοίνα (κοινοῦ?) +der Imperativ des seltenen κοινάω (κοινοῦσθαι) = „sich anvertrauen“, +z. B. θεῷ, dem Gotte. Hiernach umfaßt die Zauberhandlung zuerst ein +Gebet: „Sonne usf. nimm mich an, der ich vor dich trete“; sodann +heißt es „vertraue dich [dem Gotte] an“ (teile ihm dein Anliegen +mit); „hierauf salbe dich, und du wirst ihn mit eigenen Augen sehen +(καῖ ἀυτοπτήσεις)“, d. h. er wird erscheinen und dir Antwort geben +(~Reitzenstein~). + + +Zu Seite 32: + ++Lexikon der χρυσοποιία.+ Dieses sog. Lexikon ist eine Sammlung +kurzer, ursprünglich nicht alphabetisch geordneter Worterklärungen, +wie es deren auch z. B. zur Septuaginta und zu ~Homer~ gab; da die +Veröffentlichung ~Berthelots~ aber nicht seiner Anordnung und Abfolge +in den Handschriften folgt, so läßt sich vorerst nicht absehen, zu +welchem Corpus chemischer Schriften es gehört haben mag und ob es auch +die Deutung jener Ausdrücke anstrebt, die gerade in den Schriften des +~Pseudo-Demokritos~ vorkommen (~Reitzenstein~). + + +Zu Seite 35: + ++Kobalt.+ In altägyptischen Gläsern und Perlen wies zuerst ~Davy~ +Kobalt nach (~Berthelot~, „Coll.“ 2, 9; „Intr.“ 245); verschiedene +Forscher fanden es in Glasuren und Tonwaren (~Blümner~ 2, 97; 4, +413, 503), und letztere enthalten zuweilen bis 5,3% davon (~Klein~, +„Chemisches Zentralblatt“ 1913, 587). -- Über den Zusammenhang zwischen +Kobathia und Kobalt s. „Coll.“ 1, 245, sowie ~Rulandus~, „Lexicon +Alchemiae“ (Frankfurt 1612, 158), über Kobalt in „deutschen Sagen“ +~Maigne d’Arnis~ („Lexicon“ 527). Nach ~W. Hommel~ bezeichnete „Kobelt“ +ehedem Abfälle der verschiedensten Art („Chemiker-Zeitung“ 1912, 918). + + +Zu Seite 46: + ++~Homer.~+ Die Gegensätze, in denen ~Homers~ „altväterische“ Art und +Denkweise mit jener der „neueren“ Zeiten stand, waren schon im 5. +Jahrhundert v. Chr. so lebhafte geworden, daß bereits ~Anaxagoras~ +(500-428?), nach anderen aber erst sein Schüler ~Metrodoros~ mit der +allegorischen Auslegung begann und ~Homer~ als „Physikos“ hinzustellen +bemüht war, d. h. als Erforscher und Darsteller des Weltganzen[7201]. +Daß ~Platon~, Gründen allgemeiner Art folgend, die homerischen Gedichte +als Bildungsmittel der Jugend in seinem Idealstaate verwarf[7202], trug +vielleicht bei, derlei Bestrebungen zu fördern, und jedenfalls gewannen +sie in der Folgezeit fortdauernd an Boden, namentlich bei den ohnehin +der allegorischen Deutung so geneigten Stoïkern; dies gilt schon +für die älteren Mitglieder der Schule[7203], in weit höherem Grade +aber für die jüngeren. Zu Beginn der Kaiserzeit erklärte der Stoïker +~Heraklit~ (der im übrigen nicht näher bekannt ist und fälschlich mit +seinem großen alten Namensbruder identifiziert wurde)[7204], anders als +allegorisch aufgefaßt wäre ~Homer~ geradezu ein Frevler gewesen[7205], +daher habe man z. B. das Beilager der ~Aphrodite~ und des ~Ares~ als +Zusammentreffen dieser beiden Gestirne aufzufassen, die Kämpfe der +Götter als Konjunktionen der Planeten, u. dgl. mehr[7206], -- wie +denn auch schon im 1. Jahrhundert v. Chr. ~Asklepiades~ von ~Myrleia~ +einen ausführlichen Kommentar zu ~Homer~ in rein astrologischem Sinne +verfaßte[7207]. Des ~Heraklit~ Zeitgenosse, ~Apion~ von Alexandria, +sowie ~Krates~ von Mallos und deren Nachfolger erblickten in ~Homer~ +die denkbar tiefste Quelle verborgener Weisheit aller Art[7208], und +in seinen Epen eine Enzyklopädie, enthaltend die Summe aller Künste +und Wissenschaften[7209]; neu war damals, allem Anscheine nach, diese +Auffassungsweise nicht mehr, denn schon zur Zeit der späteren Ptolemäer +soll sie mit Anlaß gegeben haben, ~Homer~ zu vergöttern und ihm Altäre +und Tempel zu bauen[7210], seine Werke aber als „Losbücher“ und die +aufgeschlagenen Verse als „Omina“ anzusehen, ganz so wie dies später +betreff des ~Vergil~, und bis in die Neuzeit hinein bezüglich der Bibel +geschah[7211]. Ähnlichen Anschauungen und den bewährten Grundsätzen +allegorischer Auslegung huldigten auch ~Plotinos~ (204-270)[7212] +nebst seiner Schule sowie ~Porphyrios~ (272-304?), wofür als Beispiele +nur die Symbolik der Grotte auf Ithaka angeführt sei, ferner die der +~Circe~ als Urbildes magischer Kunst, und die des ~Achilleus~ als +Dämons, -- unter welcher Gestalt er seit dem 3. Jahrhundert steigende +kultische Verehrung genoß[7213]. + +Die Kirchenväter waren mit ~Homer~ meist wohlvertraut; ~Irenäus~ +z. B. (um 180) führt als Belegstellen willkürlich zusammengestoppelte +homerische Verse an[7214], und noch der hl. ~Basilius~ (um 350) +zitiert solche wiederholt zu den Wundern, die die hl. ~Thekla~ zu +Seleukia vollbrachte, wo sie als Nachfolgerin der ~Athene~ in deren +Tempel hauste, vor dem man den Gläubigen nach wie vor geweihte Seife +verkaufte, damit sie dem Heiligtume in ritueller Reinheit zu nahen +vermöchten[7215]. Wie also im christlichen Seleukia, so war die +Kenntnis ~Homers~ auch sonst in Vorderasien sehr verbreitet, und +teilweise Übersetzungen besaßen selbst die Armenier und Syrer[7216], +welchen letzteren aber ~Homer~ auch als „Vater der Lügenreisen“ und +deshalb als Babylonier galt[7217]. Für einen Ägypter hinwiederum, und +zwar für einen Thebaner und Sohn des Propheten ~Hermes~, hält den +~Homer~ ~Heliodorus~ (um 250)[7218]; nach einem etwa gleichalterigen +magischen Papyrus ist er wie „der Gewährsmann aller Dinge“ so auch +der Verfasser eines Zauberbuches, und der 18. Absatz der unter dem +Namen des ~Afrikanos~ überlieferten „Kesten“ enthält eine magische +Interpolation in eine sog. homerische Hymne, die ~Homer~ zum Erfinder +der Zauberkunst zu stempeln sucht[7219]. Verschiedene Überlieferungen +der ersten nachchristlichen Jahrhunderte lassen ~Homer~ seine +Weisheit bald aus den Archiven des ~Isis~-Tempels schöpfen, bald +sie von Geistern und Dämonen empfangen, woraufhin dann seine Werke +als teuflisch und deren Leser als verdammt bezeichnet wurden[7220]; +homerische Verse und Fragmente finden sich auch in Zauberbücher und +-sprüche eingeschoben[7221], und da ~Homer~ auch den ihn allegorisch +auslegenden Gnostikern[7222] als Autorität, den Ssabiern aber sogar als +Mitbegründer ihrer Religion galt[7223], können Äußerungen wie die der +(syrischen) Schriften des ~Pseudo-Demokritos~ oder des „Papyrus Kenyon“ +nicht überraschen. + +Erwähnt sei noch, daß auch mittelalterliche medizinische Abbildungen +nach antiken Vorlagen den „~Omerus~ auctor“ nebst ~Hermes~ mit +der Zauberwurzel Moly[7224], oder „~Omerus~“ mit der heil- und +zauberkräftigen Wurzel der Paeonia (Pfingstrose) zeigen[7225], sowie +daß mittelalterliche alchemistische Pseudepigraphen, z. B. die des +~Pseudo-Platon~, ~Homer~ neben ~Pythagoras~, ~Euklid~, ~Ptolemaios~ u. +A. als alchemistischen Autor anführen[7226]. + + +Zu Seite 47: + ++Männliches und Weibliches.+ Nach ägyptisch-hellenistischer Lehre, die +selbst aber wieder iranischen Ursprunges ist, entsteht die Welt durch +Vereinigung zweier Elemente, eines männlichen und eines weiblichen +(~Reitzenstein~). + + +Zu Seite 48: + ++Lutieren+ von Töpfen mit Lehm oder einem Gemenge von Lehm und Haaren +erwähnt schon ~Hippokrates~ (üb. ~Fuchs~ 3, 528; 2, 481); er gedenkt +auch des Lutierens von Rohren für Dämpfe (ebd. 3, 608). + + +Zu Seite 50: + ++Aludel.+ Nach ~Dozys~ Wörterbuch (Supplement) ist al uthâl im +Arabischen lediglich als chemischer Fachausdruck bekannt, während für +uthâl = Rohr kein Beleg vorliegt, und Rohr im Arabischen jedenfalls +nicht uthâl heißt (~Jacob~). -- Nicht ausgeschlossen scheint es, daß, +wie Alambik aus al und ἄμβιξ (Ambix), so Aluthâl aus al und αἰθάλη +(Aithále) zusammengesetzt ist; das Wort bezöge sich dann ursprünglich +nicht sowohl auf die (tönerne oder gläserne) Hülle, als auf deren +Inhalt, also auf den in ihr zu kondensierenden Dampf. Vermutlich ist +Vermittlung durch das Syrische anzunehmen (~Ruska~). -- Tatsächlich +bezeichnet ~Bar Bahlul~ in seinem im 10. Jahrhundert auf Grund weit +älterer Quellen verfaßten „Syrischen Lexikon“ (ed. ~Duval~, Paris 1901) +das Gerät Atâl als „zur Destillation [Sublimation] dienend“, und schon +in einem Papyrus, der aus dem 8. oder 9. Jahrhundert herrühren dürfte, +findet sich neben dem „Topf auf dem Topf“ auch das Atâl genannte Gefäß +erwähnt (~Seidel~, „Der Islam“ 1, 238, 263). -- Nach ~E. Wiedemanns~ +Angaben im „~Kahlbaum~-Gedenkbuch“ vertritt al uthâl die Stelle des +griechischen σωλήν = Röhre, Rohr, und auch die sog. Aludeln, wie sie +z. B. in Idria noch bis in die neueste Zeit hinein zur Kondensation von +Quecksilberdämpfen dienten, sind Rohre oder rohrähnliche Gebilde. + + +Zu Seite 58: + ++Tabula smaragdina+: die Tafel (στήλη) aus Edelstein ist in der +Offenbarungslitteratur häufig, ja fast für sie typisch (~Reitzenstein~). + + +Zu Seite 60: + ++~Agathodaimon.~+ Vgl. die ausführlichen, zahlreiches Neue bietenden +und vieles Ältere berichtigenden Aufsätze von ~Ganschinietz~ (PW., Spl. +3, 38) und von ~Andres~ (ebd. 3, 101). Nach ersterem sind getrennt zu +behandeln: 1. Die menschengestaltige griechische Gottheit, die eine +weder ursprüngliche noch eines eigentlichen Kultus gewürdigte war und +vermutlich in ähnlicher Weise Boden faßte wie die ~Agathe Tyche~. 2. +Die Schlangengottheit, d. i. der griechische Schutz- und Hausgott +in Schlangenform. 3. Der Gott der hellenistischen Zeit, entstanden +(wohl in Alexandria) durch Verbindung des vorigen mit dem in gleicher +Form dargestellten und verehrten ägyptischen ~Agathodaimon~, sowie +durch Identifikation mit dem schlangenförmig abgebildeten ~Chnum~ +oder ~Kneph~ und mit ~Hermes-Toth~; in dieser Gestalt tritt er, nicht +selten neben seinem Gegenbilde ~Kakodaimon~, in der okkultistischen +Litteratur auf, in der Hermetik, Astrologie, Alchemie, Gnostik, in den +Zauberbüchern usf. + +Der Eigenname ~Agathodaimon~ bleibt bis in das 4. Jahrhundert +nachweisbar; sein bekanntester Träger ist wohl der alexandrinische +Geograph des 2. nachchristlichen Jahrhunderts, ein Nachfolger des +~Ptolemaios~, der u. a. auch die fälschlich als „ptolemäische“ bekannte +Weltkarte entwarf (~Fischer~, ebd. 3, 59; M. G. M. 16, 178). + +Im Orient lebte ~Agathodaimon~ zusammen mit ~Hermes~ bis in die +spätesten Zeiten fort, wie u. a. das philosophische Handbuch des +Persers ~Schirazi~ (gest. 1640) zeigt (~Horten~, „Der Islam“, Beiheft +2; Straßburg 1913). Den alten Quellen gemäß, aus denen er schöpft, +sind ihm ~Agathodaimon~ und ~Hermes~ neben ~Empedokles~, ~Pythagoras~, +~Sokrates~ und ~Platon~ „die ältesten griechischen Philosophen“ +(a. a. O. 14, 16, 146, 254) und neben ~Platon~ und ~Pythagoras~ die +ältesten Astrologen (ebd. 16, 147, 229); ~Agathodaimon~ stammte wie +~Thales~ und ~Anaximenes~ aus Milet (ebd. 199), er war ein guter Geist +und Engel, der u. a. dem ~Hermes~ die Offenbarung vermittelte (ebd. +201), und verfaßte vielerlei Bücher und Schriften (ebd. 242, 254). + + +Zu Seite 63: + ++Schreiben der ~Isis~ an ~Horos~.+ Die Form des Briefes ist eine bei +den Herausgebern magischer Schriften sehr beliebte (~Wessely~; vgl. +dessen „Ephesia Grammata“, Wien 1886, 4). + + +Zu Seite 64: + ++Eid der ~Isis~+: Eide dieser Art sind in den Ritualen der +Mysterien-Religionen nicht selten und gelten auch in der +Buch-Offenbarung noch als bindend für den Leser. Der vorliegende +[dessen Überlieferungen nicht unerheblich auseinander gehen, s. +bei ~Kopp~, a. a. O.] gehörte ursprünglich wohl einem griechischen +Mysterienbrauche an, worauf das Schwören beim Acheron (nicht Charon!) +zurückweist, doch ist ihm durch Interpolationen eine mehr orientalische +Fassung zuerteilt (~Reitzenstein~). + + +Zu Seite 64: + ++Gleich- und Einswerdung.+ Formeln wie die zwischen ~Horos~ und dem +durch ~Amnael~ vorgestellten ~Chnum~ gebrauchte sind in der Mystik +des Zeitalters weitverbreitet (~Reitzenstein~, „Poimandres“ 142; +~Weinreich~, A. Rel. 19, 166). + + +Zu Seite 68: + ++Moses (Pseudo-Moses).+ In der mystischen Litteratur werden ihm +zahlreiche Werke zugeschrieben, u. a. ein Schlüssel-, Mond-, +Erzengel-Buch u. dgl. (~Wessely~, „Ephesia Grammata“, Wien 1886, 6). + + +Zu Seite 68, 195: + ++~Jamnes~ und ~Mambres~+ gelten in der mystischen Überlieferung als +die beiden Zauberer, die dem ~Moses~ am Hofe des Pharao entgegentreten +(~Reitzenstein~). + + +Zu Seite 71: + ++Euagia.+ Einen angeblichen Ort dieses Namens gibt es in Wirklichkeit +nicht, ~Johannes~ wird vielmehr bezeichnet als Oberpriester τῆς ἐν +εὐαγἰᾳ θυσίας, bei dem in frommem Sinne [dargebrachten] Opferfeste +(~Reitzenstein~). -- Möglicherweise war aber die ganze Abhandlung +auch betitelt als die des Oberpriesters ~Johannes~ „τοῦ τῆς εὐαγίας +[μνήμης]“ = „seligen Angedenkens“; derartige Beinamen sind nämlich in +der frühchristlichen Zeit außerordentlich häufig, und wir besitzen +auch ausreichende Belege dafür, daß das Weglassen des Wortes μνήμης in +dieser Verbindung zum Sprachgebrauche geworden war (~Wessely~; s. „Neue +philologische Rundschau“ 1889, Nr. 11, S. 174). + + +Zu Seite 71, 384, 415, 436: + ++Tutia.+ „Al Tûtijâ ist ein Rauch“ (arab. duchân, auch dukhân) sagt +~Alqazwini~ im „Steinbuch“ („Das Steinbuch aus der Kosmographie des +~Alqazwini~“, üb. ~Ruska~, Heidelberg 1896, 11). -- Nach ~Vullers~ +bezeichnet im Sanskrit Tuthia ursprünglich ein Collyrium aus der +Pflanze Amomum xanthorhiza, später aber auch Präparate, die anscheinend +aus Vitriolen gewonnen wurden; der Zusammenhang von Tutia mit dem +persischen Dûd = Rauch, Ruß (Lampenruß) muß daher für mindestens +fragwürdig gelten (~Jacob~). -- Nach vor Jahren erteilter Auskunft des +verstorbenen Prof. Dr. ~R. Pischel~ ist Tuthia im Sanskrit selbst ein +Fremdwort. + + +Zu Seite 73: + ++Zu ~Saʿdi~.+ Das angeführte Gedicht fährt fort: + + „Kein Märlein ist’s, daß Ihr es wißt: + Genügsam seid, und Silber ist + Mit Stein von gleichem Werte“, + +und zeigt jedenfalls keine Beziehung zu einer bestimmten Persönlichkeit +(~Jacob~). -- [Bei ~Schlechta~, a. a. O., lautet die Überschrift: +„Alchemie“.] + + +Zu Seite 74: + ++~Afrikanos~+ schöpfte vielfach aus den Schriften des (Pseudo-) +~Demokritos~, namentlich auch aus dem Buche über „Sympathien und +Antipathien“ (~W. Kroll~, PW. 10, 116). + + +Zu Seite 78: + ++Amalgam+ = μῖγμα, Magma, arab. „Almagma“? -- In der arabischen +Arithmetik wird als Magmuʿ, Almagmuʿ, das Vereinigte, die Summe, die +Summation bezeichnet (~Ruska~, „Zur älteren arabischen Algebra und +Rechenkunst“, Heidelberg 1917, 17). + + +Zu Seite 81: + ++Hen to pan (ἕν τὸ πᾶν)+ ist eine ursprünglich religiöse Formel = +„Eines und Alles“, „Eins ist das All“, und wird oft mit den Worten +fortgesetzt καῖ πᾶν ὁ θεός = „und Alles die Gottheit“; für dieses +mysteriöse All dient die Schlange Uroboros als Symbol (~Reitzenstein~). + + +Zu Seite 86: + ++Kerátion.+ Seitdem Kaiser ~Konstantin~ die reine Goldwährung +festgestellt hatte, ist Keration (κεράτιον) eine der +allergewöhnlichsten byzantinischen Münzen: ¹⁄₇₂ des Goldpfundes war das +νομισμάτιον (Nomismátion; Solidus), und dieses zerfiel in 24 aus Silber +gemünzte Teile namens κεράτιον (Kerátion). Goldwechsler und Agioteure +erklärten dann einzelne goldene Solidi für minderwertig und nahmen sie +nur mit einem Aufgelde von 1, 2, 3, ... Karaten an; hieraus erklärt +sich die Entstehung der Ausdrücke 18- oder 14karätiges Gold, die also +Gold bedeuten, das statt 24 Karate nur 18 oder 14 Karate Wert besitzt +(~Wessely~). + + +Zu Seite 88: + ++Milch der schwarzen Kuh+: sie ist im Zauberwesen ein häufig +angewandtes Mittel zur Vergottung und war ursprünglich wohl die „Milch +der Göttin“, die den Genießenden, also auch den Mysten, unsterblich +machen soll (~Reitzenstein~). + + +Zu Seite 101: + ++Artabe.+ Der Name dieses Maßes, „Artab“, ist nach ~Sethe~ ursprünglich +ein persischer, gewann aber allmählich weite Verbreitung und findet +sich im Assyrischen, Armenischen, Aramäischen, Griechischen und +Spätägyptischen. (Zitat in Verlust geraten.) + + +Zu Seite 109: + ++~Salmanas.~+ ~Selman~ ist ein gut arabischer Name, und ~Selman +al-Farisi~ (= ~Selman~ der Perser) ein wohlbekannter Genosse des +Propheten, der bei verschiedenen Sekten der Derwische eine sehr +wichtige Rolle spielt, und über den eine umfangreiche Litteratur +vorhanden ist; vgl. ~Müller~, „Der Islam im Morgen- und Abendlande“ +(Berlin 1885; 1, 135); ~Jacob~, „Türkische Bibliothek“ 9, 26 und +16, 26, 32 und oft; ~Huart~, „~Selman du Fars~“ (in „Mélanges +~Derenbourg~“, Paris 1909, 297 und „École pratique des hautes études“, +Paris 1913). -- Der griechische Name ~Salmoneus~ ist als lautlich +abweichend anzusehen (~Jacob~). + + +Zu Seite 112: + ++Tartarum.+ Durdijj ist im Persischen ein Bodensatz, z. B. in Milch, Öl +oder Wein (~Wessely~). -- Durd bezeichnet im Persischen die Hefe; eine +Form Durdijjun erscheint sprachlich fehlerhaft, und die Gleichsetzung +mit Tartarum trägt willkürliches, ja gewaltsames Gepräge, kann aber +immerhin vorgekommen sein (~Jacob~). -- Durdî = Hefe findet sich +erwähnt bei ~Hirschberg-Lippert~, „Die arabischen Augenärzte“ (Leipzig +1906) 2, 245. + + +Zu Seite 116: + ++Kurkuma.+ Bei den Arabern ist dies die Gelbwurzel (Curcuma longa) +und ihr gelber Farbstoff, bei den Syrern aber häufig der Safran +(~Meyerhof~, nach ~Löw~, „Der Islam“ 6, 263). + + +Zu Seite 123: + ++Logos+: vgl. ~Schmidt~, „Realistische Stoffe im humanistischen +Unterricht“ (Leipzig 1913, 58). + + +Zu Seite 125, 127, 186: + ++Orphiker und Pythagoräer.+ Die mystischen Lehren der Orphiker, +wie die Theorie vom Kreislauf, von der Parallelität des Mikro- +und Makrokosmos usf., weisen entschieden auf den Orient zurück, +desgleichen lassen verschiedene Züge bei den Pythagoräern erkennen, +daß sie auf die babylonische Astrologie aufmerksam geworden waren; +hieraus wieder erklären sich die entsprechenden Anspielungen in den +Werken ~Platons~, bei dem z. B. am Schlusse des „Staates“ als Träger +der Offenbarungs-Bilder auch geradezu der Pamphylier ~Er~, Sohn des +~Armenios~, genannt wird (~Boll~, „Aus der Offenbarung Johannis“, +Leipzig 1914, 2; ~Boll~ und ~Bezold~, „Sternglaube und Sterndeutung“, +Leipzig 1918, 23 ff., 97). -- Betreff der Vermutung, daß gewisse +Überlieferungen der Pythagoräer und Hippokratiker (etwa seit der Mitte +des 5. Jahrhunderts) auf die 7 Planeten und auf die Stellung der Sonne +unter ihnen anspielen, s. ~Pfeiffer~, „Sternglauben“ (35, 38, 110, 128). + + +Zu Seite 126: + ++Äther+ ist bei ~Porphyrios~ der Name des Feuers (~Thomas von Aquino~, +üb. ~Schneider~ 3, 229). + +Bei ~Homer~ bedeutet αἴθων (aíthon) als „der Feuergelbe“ den Löwen; +doch heißt so auch eines der vier Sonnenrosse des ~Helios~ (~Keller~, +„Die antike Tierwelt“, Leipzig 1909 ff.; 1, 25, 247). + + +Zu Seite 129: + ++~Parmenides.~+ Verschiedene wichtige Anschauungen dieses Philosophen +sind durch Vermittlung der Orphiker und der Mysterienkulte dem Orient +entlehnt, u. a. die von der Herabkunft der Seele aus dem Himmel, von +ihrem Wiederaufstiege nach dem Tode, von der Umwandlung der Seelen in +Sterne, vom Zusammenwirken des Männlichen und Weiblichen, usf.; wie +weit sie babylonischen oder iranischen Ursprunges sind, bleibt noch zu +untersuchen (~Pfeiffer~, „Sternglauben“ Leipzig 1916, 128 ff., 124 ff.; +~Boll~, „Offenb.“ 32). + + +Zu Seite 136: + ++ἄνω und κάτω.+ Diesen Gegensatz kennt auch bereits ~Hippokrates~ (5. +Jahrhundert v. Chr.) und spricht von ἄνω und κάτω als von „+einem+ +Wege, ... der in stetem Wechsel eingeschlagen wird“ (üb. ~Fuchs~ 1, +284, 291 und oft). + + +Zu Seite 156: + ++Askese.+ Über Wichtigkeit und Macht der Askese, namentlich der +kultischen Keuschheit, vgl. ~Boll~, „Offenb.“ 32. + + +Zu Seite 163: + ++Babylonische Astronomie.+ Nach ~Boll~ waren die Babylonier zwar +gute Beobachter und Rechner, aber keine Systematiker (M. G. M. 16, +173), und dies ist betreff der Entwicklung einer wissenschaftlichen +Astronomie sehr beachtenswert. -- Während z. B. die Erkenntnis der +Identität von Morgen- und Abendstern bei beobachtenden Astronomen +bis gegen 2000 v. Chr. zurückzureichen scheint, galt trotzdessen +~Venus~ allgemein als Morgenstern für männlich und als Abendstern +für weiblich, demnach als zweigeschlechtlich. Ihre Bezeichnung als +„einen Bart tragend“ (Venus barbata) ist aber auch den Beziehungen zu +sonstigen, in ihre Nachbarschaft tretenden Gestirnen zuzuschreiben; in +ähnlicher Weise nimmt sie bei Annäherung der anderen Planeten, z. B. +des Mars, Merkur, Jupiter, eine gelbe, rote, weiße (?) „Krone“ an, ganz +so wie in gleichem Falle der Mond eine goldene, silberne, bronzene, +kupferne, eiserne, glänzende, weiße, rote, usf. (~Boll~ und ~Bezold~, +„Sternglauben“ 7, 10 ff.; ~Boll~, „Offenb.“ 48). + + +Zu Seite 166: + ++Stellvertretung der Gestirne+, u. a. zwischen Sonne und Saturn, aber +auch zwischen Planeten und Fixsternen, erfolgte bei den Babyloniern +gemäß der Ähnlichkeit der +Farben+, für die hier Abstufungen vom Roten +zum Weißen festgelegt waren; die der nämlichen Farbenklasse zugehörigen +Gestirne wurden gleichgesetzt und konnten sich vertreten (~Boll~ und +~Bezold~, „Sternglauben“ 7, 17, 103). + + +Zu Seite 167: + ++Planetenzahl.+ Die Zahl der Planeten betrug bei den Babyloniern +ursprünglich 5 und erst später, von einem vorerst nicht genau +bestimmbaren Zeitpunkte an, 7; ~Petosiris~ redet noch bald von 5, bald +von 7, ~Vettius Valens~ (im 2. Jahrhundert n. Chr.) dagegen nur von 7 +(~Boll~, „M. G. M.“ 16, 54). Nach ~Josephus~ (1. Jahrhundert n. Chr.) +entsprach der siebenarmige Leuchter im Tempel zu Jerusalem den sieben +Planeten (~Thomas von Aquino~, üb. ~Schneider~, 6, 426). + +Neun Planeten, durch Mitzählung von Kopf und Schwanz des „Drachens“ +nach indischer Art kennt bei den Arabern schon im 10. Jahrhundert +~Alkhwarizmi~ (~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 47, 229). + + +Zu Seite 169: + ++Zikurrat.+ Nach ~Koldewey~ ist an den bisher allein genau geprüften +Unterteilen der Zikurrat, u. a. derer von Assur, Borsippa („welche +Stadt zu Babylon etwa im Nachbarverhältnis von Charlottenburg zu Berlin +steht“) und Khorsabad, weder eine Spur von stufenförmigem Aufbau +nachweisbar, noch gar eine solche von Etagen in verschiedenen Farben, +noch endlich die angenommene Art des Zuganges. Insbesondere betreff +Borsippas „ist alles Einbildung und die Ruine zeigt heutigen Tages +nichts davon“. Was ~Place~ hinsichtlich Khorsabads von „Verbrämung +mit emaillierten Ziegeln“ sowie von „äußerem, schneckenförmig +herumführendem Rampenaufgang“ angibt, stimmt entweder mit der +Wirklichkeit gar nicht überein, oder ist doch durchaus unsicher. Beim +Zikurrat in Assur ist ein Teil des Belages noch gut erhalten, aber +auch er besitzt weder Aufgänge, noch Etagen, noch Verbrämungen von +gebrannten Steinen („Die Tempel von Babylon und Borsippa“, Leipzig +1911; 58, 66; 65, 66; 63). -- Auf dieses wichtige Werk machte mich +Herr Prof. Dr. ~Prinz~ aufmerksam; wie es sich hiernach mir den sehr +bestimmten antiken Berichten (besonders bei ~Herodot~) und mit den +mittelalterlichen (bei den arabischen Autoren) verhält, bleibt vorerst +dahingestellt, und ebenso muß erst neu ermittelt werden, was die im +Laufe des 19. Jahrhunderts tätigen Reisenden eigentlich ausgegraben und +untersucht haben. + +Vgl. noch ~Koldeweys~ neuesten Aufsatz, der sich u. a. auf eine von +~Scheil~ herausgegebene babylonische Tontafel von 229 v. Chr. stützt +(„Mitteilungen der Deutschen Orientalischen Gesellschaft“, Maiheft +1918; Auszug mit Abbildung: „Leipz. Illustr. Zeitung“ 1918, 166). + + +Zu Seite 175: + ++Carmen+ = Beschwörung kommt schon bei ~Tibull~ sowie bei ~Juvenal~ vor +(ed. ~Friedlaender~, Leipzig 1895, 298). + + +Zu Seite 176, 200: + ++Elemente.+ Ein Rest der Elementen-Verehrung hat sich in den +österreichischen Alpenländern erhalten, z. B. in Tirol und Salzburg: +am Christabend findet das „Füttern der Elemente“ statt, indem man Mehl +und allerlei Speisen in Luft, Wasser und Feuer wirft sowie in die Erde +vergräbt (~Andree~, „Votive und Weihgaben ...“, 21). + + +Zu Seite 180: + ++Athanasia.+ Als ἀθανασίας φάρμακον, ἀντίδοτον τοῦ μὴ ἀποθανεῖν = +„Mittel der Unsterblichkeit, schützend vor dem Tode“ bezeichnet noch +der hl. ~Ignatius~ (um 100) das „Genießen des Fleisches Christi“ bei +der Eucharistie (~Goguel~, A. Rel. 15, 280). -- ~Galenos~ erwähnt +ἀθανασία als eine Arznei der alexandrinischen Ärzte (~Berendes~, „Das +Apothekenwesen“, Stuttgart 1907; 34). + + +Zu Seite 183: + ++Astrologúmena.+ Das Buch, in dem die Anrede mit τέκνον (Kind) der +üblichen Weitergabe des Geheimnisses vom Vater an den Sohn entspricht, +ist vor 150 v. Chr. geschrieben, und „nur +ein+ Autor spielt hinter +den +beiden+ Masken des Oberpriesters ~Nechepso~ und des Königs +~Petosiris~“, der vielleicht mit einem Herrscher aus dem 7. Jahrhundert +zu identifizieren ist. Einem hellenistischen Zuge gemäß gelten Könige, +oft zusammen mit Priestern, als bevorzugte Empfänger göttlicher +Offenbarungen (~Boll~, „Offenb.“ 6, 138 ff.; ~Boll~ und ~Bezold~, +„Sternglaube“ 29). Könige werden „als von höherem und stärkerem Wesen“ +angesehen, und haben daher auch das Geisterreich und das Naturleben in +ihrer Gewalt; hiermit wieder hängt es zusammen, daß die Metallgötter +(s. oben S. 81) und die Planetengötter als „Könige“ erscheinen, so die +Planetengötter als „Scepterträger“ schon auf dem Zodiakus (Tierkreis) +von Denderah (~Pfeiffer~, „Sternglauben“ 100; ~Boll~, „Sphaera“, Tafel +2-5). + + +Zu Seite 184: + ++Wochentage+ (die 7) waren in Rom zu Beginn der Kaiserzeit bereits +wohlbekannt; ~Tibull~ will am Sabbat, der wegen seines Zusammenhanges +mit ~Saturn~ für verdächtig und verrufen galt, nicht verreisen +(„Elegien“ lib. 1, Nr. 3, Vers 18), ~Horaz~ am Sabbat nichts +Geschäftliches unternehmen („Satiren“ lib. 1, Nr. 9, Vers 69). Aber +auch im ~Evangel. Matthaei~ (cap. 20) soll die Flucht nicht am Sabbat +stattfinden (~Boll~, „Offenb.“ 134). Durch römische Soldaten wurde +der Gebrauch der Wochentage auch schon frühzeitig nach Gallien und +dem Rheinlande gebracht (~Nilsson~, A. Rel. 19, 68, 118; ~Boll~ und +~Bezold~, „Sternglauben“ 84). + + +Zu Seite 186: + ++Orientalische Einflüsse.+ Die sog. hippokratische Schrift über die +„Siebenzahl“, die bald nach 450 v. Chr. verfaßt sein dürfte, zählt +die 4 Elemente in der Reihenfolge Erde, Feuer, Wasser, Luft, oder +Feuer, Wasser, Luft, Erde auf. Als bedeutsame, wenngleich nicht genau +entsprechende Parallele ist anzuführen, daß nach der iranischen +Eschatologie die auferstehende Seele zurückfordert: von der Erde das +Gehirn, vom Wasser das Blut, vom Feuer die Lebenskraft (das Leben), +dagegen die Haare von der Pflanze (~Boll~, „Offenb.“ 61). + + +Zu Seite 193: + ++Sophist+, σοφιστής, bedeutet in den Zauberpapyri nicht selten soviel +wie Zauberer (~Reitzenstein~, „Myst.-Rel.“, Leipzig 1910, 68, 90). + + +Zu Seite 200: + ++~Muhammeds~ Himmelfahrt+; s. über diese die eingehende Abhandlung von +~Schricke~ („Der Islam“ 6, 1). + + +Zu Seite 202: + ++Astrologie.+ Vom höheren geschichtlichen Standpunkte aus bezeichnet +sie ~Günther~ als eine Durchgangsepoche menschlichen Wissens und +Denkens, die überwunden werden muß, wenn Fortschritte erzielt werden +sollen (M. G. M. 16, 175). -- Dem Umstande, daß die Astrologie (was als +höchst wichtiger Vorzug erschien!) zugleich als Wissenschaft und als +Religion, oder, wie ~Cumont~ sagt, als „wissenschaftliche Theologie“ +galt, ist der ungeheure und andauernde Einfluß zuzuschreiben, den +sie auf Naturwissenschaft und Medizin ausübte; ihre Geschichte +läßt die der Völkerverbindungen mit einzig dastehender Klarheit +und Sicherheit hervortreten, und ihre Litteratur ist in wahrhaftem +Sinne Weltlitteratur (~Boll~, „Offenb.“ 114; ~Boll~ und ~Bezold~, +„Sternglauben“ 65, 71 ff., 91). + + +Zu Seite 204: + ++Bewirken oder Anzeigen?+ Zu ~Pfeiffers~ „Sternglauben“ zu ergänzen +sind die Seitenzahlen 2 ff., 47 ff., 61, 63, 65, 68 ff., 78 ff. + + +Zu Seite 210: + ++Planeten-Konstellationen.+ Diesen entsprechend ließen nach einer +Überlieferung bei ~Thomas von Aquino~ die „Ägypter“ verschiedene +Pflanzensamen vermengen und geschlechtliche Vereinigungen verschiedener +Tierarten stattfinden (üb. ~Schneider~ 6, 447). + + +Zu Seite 212: + ++Farben der Sterne.+ Angaben über diese für sehr wichtig angesehenen +Farben finden sich schon im „Tetrabiblos“ des ~Ptolemaios~, woselbst +sie sichtlich babylonischen Ursprungs sind, sowie bei seinen späteren +Nachfolgern, z. B. bei ~Hephaistion~ im 4. Jahrhundert (~Boll~, M. G. +M. 16, 173). + + +Zu Seite 226: + ++~Hermes Trismegistos~+ als angeblicher Geograph wird erwähnt in dem um +1490 verfaßten „Deutschen Ptolemäus“ (Neudruck ed. ~Fischer~, Straßburg +1910; Vorr., S. 31). + + +Zu Seite 231: + ++~Hermes Trismegistus~+ oder +~Mercurius~+ führt gegen Ende des 12. +Jahrhunderts ~Daniel~ von ~Morley~ an (~Sudhoff~, A. Nat. 8, 8, +14, 16); im 13. erwähnt ~Thomas~ von ~Aquino~ den „Poimandres“ des +~Trismegistus~ sowie den ~Hermes Trismegistus~ selbst (üb. ~Schneider~ +2, 75, 77; 7, 584). Sein Andenken geriet also auch hiernach sicherlich +niemals völlig in Vergessenheit; vgl. auch die öfteren Berufungen auf +~Hermes~ in des ~Albertus Magnus~ (echter) Schrift „De mineralibus“ +(Cöln 1569), die selbst wieder ausschließlich aus den Werken älterer +Vorgänger schöpft. + +Nach einer Bemerkung in der „Κόρη κόσμου“ verfaßte ~Hermes +Trismegistos~ seine Schriften schon +vor+ Erschaffung der +Welt! (~Boll~, „Offenb.“ 8). + +Zu seinen technischen Erfindungen (vgl. S. 258 dieses Werkes) gehört +nach arabischen Autoren auch die der Seife, und zwar machte er sie +kraft einer besonderen Offenbarung (~E. Wiedemann~, „Beiträge“ 54, 317). + + +Zu Seite 232: + ++Kore, Κόρη κόσμου.+ In frühptolemäischer Zeit erfolgte eine +Verschmelzung des ~Isis~-Dienstes mit den ~Demeter~-Mysterien zu +Eleusis, bei denen ~Kores~ Wege hinab in die Unterwelt und wieder +herauf zur Oberwelt (ἄνω καὶ κάτω, áno kai káto) eine bedeutsame Rolle +spielten (~Roeder~, PW. 9, 2128; ~Hiller~, PW. 1, 2322). + +Nach ~Reitzenstein~ sind die Ansichten ~Krolls~ und ~Zielinskis~ wie +betreff der Herleitung einer „höheren Hermetik“ aus Arkadien so auch +bezüglich der in entscheidenden Punkten irrig und unannehmbar[7227]. +Die Κόρη κόσμου die jedenfalls erst dem 3. Jahrhundert n. Chr. und der +Zeit +nach+ dem Auftreten ~Manis~ (des Begründers des Manichäismus) +angehört[7228], rührt von einem Verfasser her, der ein umfangreiches +Material nach vielen Richtungen hin trefflich beherrscht, es aber rein +synkretistisch und völlig kritiklos verarbeitet, um ein religiöses Buch +für Gebildete zu schreiben, aber nicht der +religiösen+, sondern der ++litterarischen+ Wirkung halber, -- was schon an sich als ein für die +ganze Epoche höchst charakteristisches Zeichen anzusehen ist[7229]. Dem +Werke liegen, abgesehen von der vielfachen Benützung des platonischen +„Timaios“ (besonders in stilistischer Hinsicht)[7230], drei +Hauptquellen zugrunde[7231]: 1. eine ursprünglich iranische Kosmogonie, +2. eine griechische philosophische Schrift, deren Begriffsbildungen +mit den religiösen Überlieferungen der ersteren verschmolzen +werden[7232], 3. die hellenistisch-ägyptische ~Osiris~-Tradition, der +die entscheidenden Erlösungslehren entnommen sind. + +Dem iranischen Schöpfungsmythus, der sich allmählich durch ganz +Vorderasien verbreitet zu haben scheint, jedoch unter Verdunkelung +oder völliger Abstreifung seines dualistischen Grundgedankens[7233], +entstammen verschiedene wichtige Züge. Die geordnete Welt wird in +mehreren Stufen erschaffen, und zwar durch Auflösung des Chaos, der +„schwarzen Einheit der Materie“, wobei der Himmel mit seinen Sternen, +die trockene Erde, sowie die Wasserfläche zum Vorschein kommen[7234]. +Ein Urgott, eine Urgöttin, oder eine Urseele (~Psyche~), aus der alle +Einzelseelen entspringen, irrt vom Schöpfer ab, sinkt herab in die +Materie, wird aber am Ende der Dinge aufs neue mit dem höchsten Gotte +vereint und steigt wieder empor zum Himmel[7235]. Die lebendigen +Menschen sind eine innige Verbindung von Hyle und Psyche[7236]; aus +Feuer und Luft, den beiden Elementen des Lichtreiches, bestehen +die Seelen, die nach dem Sündenfalle, d. h. nach dem Abirren vom +Schöpfer, bestraft werden, nämlich durch Bindung an die aus Wasser +und Erde gebildete Hyle der Leiber, die gemeine Materie[7237]. Über +die Schicksale der Menschen berät der höchste Gott mit ~Hermes~, der +als sein νοῦς (Nûs) und seine ψυχή (Psyche) erscheint, sowie mit den +übrigen Göttern, besonders mit jenen der Planeten, die überlegen, +was jeder von ihnen für die Menschen tun könnte; schließlich wird +jenen, die einen reinen und gerechten Lebenswandel führen, Erlösung +und Rückkehr in den Himmel versprochen[7238]. Schon nach dem ersten +Erscheinen der Urseele (Psyche) tritt aber auch der „Herrscher der +Finsternis“ in Gestalt eines furchtbaren Drachen hervor[7239]; +„Herrscher der Finsternis“ hießen jedoch auch die „Archonten“, d. s. +die Planetengeister, die „mit Sünde (= Materie) verbunden“ am Himmel +umherirren und die Schöpfung bedrohen[7240]. Anscheinend unter dem +Einflusse dieser bösen Geister sündigen die Menschen und häufen Frevel +auf Frevel, bis sich die Elemente klagend vor dem höchsten Gott +einfinden und von ihm eine neue Emanation (ἀπόρροια) erflehen; er +sendet ~Osiris~ und ~Isis~, die abermals Recht, Ordnung und Frömmigkeit +auf Erden verbreiten, dann aber kraft eines Zauberhymnus wieder gen +Himmel auffahren. Nach anderen Quellen vertreten jedoch ihre Stelle +~Dionysos~, „der Sohn des Gottes“ (nämlich des ~Zeus~), oder ~Mithras~, +der „Mittler“ zwischen höchstem Gott und Menschheit[7241]. + + +Zu Seite 233: + ++~Agathodaimon.~+ Nach ~Lanes~ „Manners and customs of the modern +Egyptians“ (London 1860) besaß noch um die Mitte des vergangenen +Jahrhunderts jedes Quartier der Stadt Kairo seinen Schutzgeist oder +~Agathodaimon~, der in Schlangengestalt verehrt wurde (~Rescher~, „Der +Islam“ 9, 27). + + +Zu Seite 236: + ++Gnostik.+ Schon ~Herder~ („Werke“ ed. ~Suphan~, Berlin 1893; 9, +276) spricht sich sehr bestimmt dahin aus, daß die Gnostik in die +vorchristliche Zeit zurückreicht, also in jene des Hellenismus. Dieses +meist für sehr jung gehaltenen Ausdruckes bedient er sich öfters (vgl. +10, 184) und entlehnte ihn vermutlich seinen Quellen; schrieb doch +z. B. bereits ~Heinsius~ ein Werk „De lingua hellenistica“ (Leiden +1643). + + +Zu Seite 240, 244 (s. auch Seite 203): + ++Buchstabenmystik+, Anrufung der 7 Vokale α, ε, η, ι, υ, ο, ω, u. dgl., +hängen enge mit der Anschauung zusammen, daß der Name der Götter ein +Teil ihres Wesens sei; aus ihr erklärt sich die Macht, die der Kenntnis +des „wahren Namens“ zugeschrieben wird, aber auch die Scheu, diesen +auszusprechen, wie sie z. B. bei den Juden zutage tritt (~Boll~, +„Offenb.“ 32). -- Vgl. die „hundert schönen Namen“ Allahs. + + +Zu Seite 240, 255: + ++Kraft der Worte.+ Daß bestimmte Worte eine ganz besondere Kraft +ausüben und daher bei allerlei kirchlichen Zerimonien hauptsächlich +oder ausschließlich in der vorgeschriebenen bestimmten Sprache zu +gebrauchen sind, deutet noch ~Thomas von Aquino~ unverkennbar an (üb. +~Schneider~ 11, 12). + + +Zu Seite 245: + ++Zahlzeichen, griechische.+ Die Benützung der Buchstaben als +Zahlzeichen ist nach ~Larfeld~ im 8. Jahrhundert v. Chr. aufgekommen, +und zwar zu Milet (~Ruska~, „Zur ältesten arabischen Algebra ...“, 41). + + +Zu Seite 245: + ++Zahlenwerte von Namen.+ Daß es nach spätgriechischen und +„syrisch-chaldäischen“ Überlieferungen von großer Wichtigkeit ist, den +Zahlenwert zu erkennen, der den Namen Erkrankter entspricht, meldet +u. a. der „Codex Hertensis“ des 9. bis 12. Jahrhunderts (~Sudhoff~, A. +Med. 10, 310). + + +Zu Seite 248: + ++~Mithras.~+ Die älteste litterarische Erwähnung des ~Mithras~ findet +sich in der „Thebaïs“ (Ges. 1, Vers 717), die ~Statius~ zwischen 81 und +92 n. Chr. verfaßte (~Poppelreuter~, „Der Islam“ 8, 295). + + +Zu Seite 265: + ++~Salomon.~+ Über die ungeheure Zaubermacht, die der Orient dem König +~Salomon~ zuschrieb, vgl. ~Rescher~, „Der Islam“ 9, 5 u. 49. + + +Zu Seite 298: + ++Chamäleon+ als Namen einer Muschel hat nichts mit dem ägyptischen +Chamäleon zu tun, sondern ist eine Entstellung des persischen und +arabischen Kalamûn, das selbst wieder vom griechischen ὑποκάλαμον +(Hypokálamon) herkommt, d. i. die Steckmuschel, aus deren Byssus das +„Meerwolle“ genannte, goldig schimmernde Gewebe gemacht wurde (~Hell~, +„Enzykl. des Islam“ 1, 100). + ++Chamäleon.+ Der syrische Lexikograph ~Bar Bahlul~ sagt von dem +seltenen Worte Kemelaʾaʾ: „das ist Kimia, Alkîmijâ“ (arabisch!); er +kennt auch das Tier Kemelintos oder Kemeliun, bringt jedoch die Namen +selbst nicht in Verbindung. Der Versuch einer solchen kann +nur+ +aus spätgriechischer Zeit herrühren, da aber für einen Griechen der +Zusammenhang zwischen χημεία und χαμαιλέον ernsthaft nicht wohl in +Frage zu kommen vermag, so handelt es sich wohl um eine Art Wortwitz +von der Gattung jener, der so zahlreiche bei ~Isidorus~ von ~Sevilla~ +auftauchende „Etymologien“ angehören (~Ruska~). + +Vom Chamäleon als „Kemmeltier“ sprechen noch mittelhochdeutsche +Quellen, z. B. ~Hugo~ von ~Trimberg~ gegen 1280 im „Renner“ (ed. +~Ehrismann~, Tübingen 1909; 3, 79); vorübergehend erwähnt er in diesem +Werke auch die Alchemisten, (ebd. 2, 299). + + +Zu Seite 311: + ++Harut und Marut.+ Diese Sage ist nach ~Littmann~ babylonischen +Ursprunges, die beiden Namen sind jedoch späterer, (in dieser +Überlieferung) iranischer Herkunft („~Harut~ und ~Marut~“ in +„Festschrift für ~F. C. Andreas~“, Leipzig 1916, 70). + + +Zu Seite 315: + ++Alloiosis+ der Nahrungsmittel nennt ~Galenos~ (2. Jahrhundert n. Chr.) +deren Umänderung im Laufe der Verdauung (~Meyer-Steineg~, „Studien zur +Physiologie des ~Galenos~“, A. Med. 6, 423). + + +Zu Seite 320: + ++Xerion.+ Das aus dem griechischen ξήριον entstandene Iksîr findet sich +im Persischen bereits bei ~Firdusi~, um 1000 n. Chr.; als al-iksîr +(Elixir) geht es dann zu den Arabern über (~Jacob~). -- In der +„Augenheilkunde“ des ~Ibn Masawaih~ (777-857) ist Iksîr oder Elixir +noch = trockenes Streupulver (~Prüfer~ und ~Meyerhof~, „Der Islam“ +6, 252), ebenso in den Schriften der arabischen Augenärzte um 1000 +(~Hirschberg-Lippert~ 1, 210). + + +Zu Seite 320: + ++Stein der Weisen.+ Nach uigurischer, wohl aus Kreisen der Manichäer +stammender Tradition (um 900) erhielten die sog. hl. 3 Könige vom +Christuskinde als Gegengabe für ihre Geschenke ein von der steinernen +Krippe abgebrochenes Stückchen, das sie, weil es von ungeheuerlicher +Schwere war und ihnen unbrauchbar erschien, in einen Brunnen warfen, +aus dem hierauf ein feuerblitzender Glanz bis zum Himmel aufstieg. +Da nun aus gewissen, bei ~Gregor~ von ~Tours~ (539-594), ~Almaʿsudi~ +(gest. 956) und ~Marco Polo~ (gegen 1300) erhaltenen Berichten die +Legende zu erschließen ist, der die Weisen führende Stern sei, einem +Meteore gleich, in einen Brunnen bei Bethlehem herabgefallen, so glaubt +~Hommel~, man habe in diesem abgebrochenen Stückchen Stein den Ursprung +des „Steins der Weisen“ zu erblicken, der bestimmt gewesen sei „den +glücklichen Findern eine Gold- und Segensquelle zu werden“ („Münchener +Neueste Nachrichten“ Nr. 8 vom 5. Januar 1918; den Hinweis auf diesen +Aufsatz verdanke ich Herrn Geh.-Rat Prof. Dr. ~G. Jacob~). -- Inwieweit +in dieser Sage der +Ursprung+ des „Steins der Weisen“ liegen soll, ist +jedoch zunächst nicht einzusehen, und die Frage, ob eine +Verbindung+ +bestehe, bedarf wohl erst noch weiterer Untersuchung. + + +Zu Seite 328: + ++~Bolos~ von ~Mende~+ war auch eine ergiebige Quelle für die Verfasser +der sog. „Steinbücher“ sowie des zwischen 300-400 n. Chr. in Syrien +entstandenen, „Physiologus“ genannten Tierbuches (~Wellmann~, M. +G. M. 16, 374). Seinen Schriften entstammen ferner jedenfalls +die Anschauungen über (Pseudo-) ~Demokritos~ als „Wettermacher“ +(~Pfeiffer~, „Sternglauben“ 93 ff.). + + +Zu Seite 331: + ++~Pseudo-Demokritos’~+ Schrift über den Magnet (περὶ τῆς λίθου) erwähnt +~Hoppe~ in seiner Abhandlung über Magnetismus und Elektrizität im +Altertume (A. Nat. 8, 95). + + +Zu Seite 347: + ++Zeichen für Sonne und Mond+, vielleicht auch für Sterne (Planeten?) +sollen sich schon auf Tontrommeln aus der Steinzeit vorfinden, die +Gräbern nächst Halle und Merseburg entstammen (~Hoops~ 3, 286). + + +Zu Seite 351: + ++Zeichen für Planeten und Metalle.+ In seiner Abhandlung „Bruchstücke +einer antiken Schrift über Wetterzeichen“ äußert sich ~Wessely~ zu +dieser Frage wie folgt: Die bekannten Zeichen für die 5 Planeten +entstanden aus den Abkürzungen ihrer griechischen Namen; kursives κρ +mit dem Abkürzungsstrich in entstellter Form wurde zum Zeichen für +Κρόνος, die Majuskelform Ζ mit dem Abkürzungsstrich zu dem für Ζεύς, +und ebenso kursives αρ und ερ mit dem Abkürzungsstrich, sowie Φ, das +seine alte Gestalt am besten bewahrte, zu dem für Ἄρης, Ἑρμής und +Φωσφόρος. Die beiden ersten Zeichen, sowie das letzte, erkannte richtig +schon ~Salmasius~ („Sitzungsberichte der Wiener Akademie“ 142, 1; S. +12, Anm. 2). + + +Zu Seite 353: + ++Null.+ Die Mayas, eine Gruppe mittelamerikanischer Völkerschaften, +hatten selbständig, und vielleicht schon früher als die Inder, ein +Zeichen für Null erdacht und mit seiner Hilfe den Stellenwert der +Zahlen ausgedrückt (~Cajori~, M. G. M. 16, 166). Über die ganze Frage +s. die eingehende Abhandlung ~Günthers~ (Ber. Münchener Akad. 1917, +111), in der er auch hervorhebt, daß die Inder ein Dezimal-, die Mayas +aber ein Vigesimal-System besaßen, wie dies zuerst ~Seler~ zeigte. + + +Zu Seite 353: + ++Indische Ziffern.+ Das indische Ziffer- und Rechen-System wird seit +etwa 800 bei den Arabern wissenschaftlich gelehrt, ist aber bereits 662 +einem syrischen Schriftsteller bekannt (~Ruska~, „Der Islam“ 5, 272 und +„Zur ältesten arabischen Algebra und Rechenkunst“, Heidelberg 1917; 47, +45); bisher ist der Gebrauch der Null bei einem Araber zuerst für 873 +nachgewiesen, der bei einem Inder für 732 (ebd. 36). -- Unvereinbar mit +diesen genau belegten Angaben erscheinen vorerst jene des indischen +Gelehrten ~Kaye~: er behauptet, daß das Positions-System in Indien noch +im 9. Jahrhundert verhältnismäßig neu und vielleicht überhaupt keine +indische Erfindung war, und daß alle Berichte, die eine ältere Zeit +(u. a. die um 600) betreffen, entweder unsicher oder sogar gefälscht +sind (M. G. M. 17, 13). + + +Zu Seite 357: + ++Kopten.+ Über medizinische und Färberei-Rezepte der Kopten s. +~Leipoldt~ in ~Brockelmanns~ „Geschichte der christlichen Litteraturen +des Orients“ (Leipzig 1907) 171, sowie ~Erman-Krebs~, „Aus den Papyri +des Kgl. Museums“ (Berlin 1899) 255. + + +Zu Seite 364: + ++~Dschabir.~+ Die Wahl der Namen ~Dschabir~ und ~Geber~ zwecks +Unterscheidung ihrer einschlägigen Werke rührt nicht von ~Berthelot~ +her, sondern von ~Wüstenfeld~ (vgl. S. 485 dieses Werkes), dessen +„Geschichte der arabischen Ärzte und Naturforscher“ (Göttingen 1840) +~Berthelot~ vielfach benützte. + + +Zu Seite 369: + ++Tutia+ wird von einigen arabischen Autoren als besonders kostbares +Erzeugnis Indiens (der indischen Grenzländer?) angepriesen (~E. +Wiedemann~, „Beitr.“ 54, 320). -- Dieser Wertschätzung entspricht die +Erwähnung von Tutia in höfischen Redensarten, die sich bis in die +Neuzeit hinein erhielten und noch bei den Türken in Gebrauch standen: +in einem Briefe aus dem 16. Jahrhundert an den letzten Pascha von +Ofen heißt es z. B.: „Tutija ist der Fußstaub Euer Exzellenz“, wobei +Tutija an Stelle des sonst auch vorkommenden „Kimija“ steht, des +lebenspendenden Pulvers aus dem Steine der Weisen (~Jacob~, „Der Islam“ +8, 249). + + +Zu Seite 372: + ++Zauberquadrate.+ In den Schriften der „Treuen Brüder“ finden sich +Zauberquadrate bis zu 9 Zellen beschrieben (~Carra de Vaux~, „Enzykl. +des Islam“ 2, 258); der Name kommt jedoch erst im 15. Jahrhundert bei +~Agrippa~ von ~Nettesheim~ vor (~Günther~, M. G. M. 15, 209). -- Über +die Theorie der Zauberquadrate s. ~Ferrols~ „Neues Rechnungsverfahren“ +(Bonn 1913) 165. + +Nach ~Ahrens~ gehen jedoch die Angaben des ~Agrippa~ (und auch die +des ~Cardanus~) auf arabische Quellen zurück; schon ~Dschabirs~ „Buch +der Wage“ soll der „magischen Quadrate“ (u. a. solcher von 9 Zellen) +gedenken und sie den Planeten zuteilen, ferner erwähnen sie einige +Schriftsteller des 9. und 10. Jahrhunderts, -- bei den „Treuen Brüdern“ +scheint die Stelle aber interpoliert zu sein --, und desgleichen auch +noch der byzantinische Autor ~Moschopulos~ („Der Islam“ 7, 186, +205, 210; M. G. M. 16, 307; vgl. ~Bolte~, M. G. M. 16, 307 und ~E. +Wiedemann~, „Der Islam“ 8, 94). + + +Zu Seite 374: + ++Planeten-Seelen.+ Noch ~Kepler~ schrieb 1604 den Planeten eigentliche +Seelen zu, durch die er ihre Bewegungen erklärte (~Gerland~, +„Geschichte der Physik“, München 1913, 403). + +Wie lange der Glaube an die Planetenseelen und ihre besonderen +Beschaffenheiten Allgemeingut blieb, zeigt u. a. die Tatsache, daß +noch 1676 der berühmte Komponist und Orgelspieler ~Buxtehude~, „Natur +und Eigenschaften der Planeten in sieben (verschollenen) Suiten +[Charakterstücken] artig abbildete“ (~Spitta~, „~J. S. Bach~“, Leipzig +1916; 1, 259). + + +Zu Seite 374: + ++~Hermes~ (~Mercur~).+ Während die übrigen Sterne im Arabischen +jeder sein bestimmtes Geschlecht haben, ist allein ~Mercur~ +zweigeschlechtlich, hat also hierin die alte Überlieferung seines +Zwitterwesens gewahrt (~Littmann~, „Festschrift für ~A. C. Andreas~“, +Leipzig 1916, 86). + + +Zu Seite 374: + ++Planeten-Namen.+ ~Alkhwarizmi~ gibt um 980 in den „Mafâtîh“ als +persische Namen an: Chwâr (Sonne), Mâh (Mond), Tîr (Merkur), Nâhîd +(Venus), Bahrâm (Mars), Hurmuz (Jupiter) und Kaiwân (Saturn) (~E. +Wiedemann~, „Beitr.“ 47, 216). -- Nach ~Ruska~ lauten die arabischen +und persischen Namen: Sonne, Schams, Aftâb; Mond, Qamar, Mâh; Jupiter, +Muschtarî, Birdschis; Mars, Mirrîch, Bahrâm; Merkur, ʿUtârid, Tîr; +Venus, Zuhrâ, Nâhîd; Saturn, Zuchal, Kaiwân. + + +Zu Seite 375, 425: + ++Planeten-Einflüsse.+ Nach ~Nöldeke~ erfand im 6. Jahrhundert ein +persischer Vezir als Gegenstück zu dem neuen Schach- das Nard-Spiel, +das das menschliche Leben in seiner Abhängigkeit von den Planeten +und Tierkreis-Sternbildern darstellte (~Ruska~, „Zur Geschichte der +Schachbrettaufgabe“, Leipzig 1916, 280). + +Über den besonderen Zusammenhang zwischen den Tierkreis-Sternbildern +und den Teilen des menschlichen Körpers s. ~Sudhoff~, „Studien zur +Geschichte der Medizin“, Leipzig 1914, 198 ff. -- Als unumstößlicher +Wahrheiten gedenkt der überlieferten Einflüsse der Planeten auf die +Körperteile noch das so weitverbreitete, um 1243 im Kreise Kaisers +~Friedrich~ II. verfaßte „Buch ~Sidrach~“ (ed. ~Jellinghaus~, Tübingen +1904, 164), in dem die Wandelsterne mit ihrer Macht, sowie die +Astrologie, überhaupt eine hervorragende Rolle spielen (ebd. 65, 121, +159, 199). + + +Zu Seite 375: + ++Planeten und Farben der Metalle.+ Nach einer bei ~Daniel~ von ~Morley~ +(gegen 1200) erhaltenen Überlieferung ist die Farbe der Sonne feurig, +jedoch ihres großen Glanzes wegen nicht genau erkennbar, die des Mondes +weiß wie Zinn, die des Merkur schwarz, die der Venus weißlich, die +des Mars goldig, die des Jupiter silbern, die des Saturn bleiähnlich +(~Sudhoff~, A. Nat. 8, 30). + + +Zu Seite 379: + ++Sandarach.+ Das einer nordafrikanischen Cupressinee entstammende Harz +wird unter diesem Namen zuerst in einem Papyrus von etwa 900 erwähnt +(~Seidel~, „Der Islam“ 1, 150); vgl. die Angaben bei ~Alqazwini~ (~E. +Wiedemann~, „Beitr.“ 54, 291, 307). + + +Zu Seite 380, 409: + ++Essig.+ Die so besonders „kalte Natur“ des Essigs erklärte ~Epikur~ +(jedenfalls auf Grund älterer griechischer Quellen) daraus, daß er aus +dem Weine, der kalte und heiße Atome enthält, unter Austreibung dieser +letzteren entstehe; nach ~Empedokles~ sollte sich hinwiederum der Wein +auch durch eine bloße σῆψις (Sépsis) des Wassers bilden (~Gilbert~ 213, +342). + + +Zu Seite 385: + ++Ton der Philosophen.+ Einer Vorschrift zu seiner Herstellung aus Ton, +Kohlenpulver, Kalk, Salz, Haaren und anderen Bestandteilen gedenkt +~Seidel~ („Der Islam“ 1, 263). + + +Zu Seite 388: + ++Syrische Schriften.+ Nach ~Ruska~ dürften diese Schriften auf +griechisch-persische Vorlagen zurückgehen, wonach es sich auch erklären +würde, daß einzelne Namen von Präparaten an mittelpersisches Sprachgut +anklingen. Genaueres hierüber wird sich wohl kaum ermitteln lassen, +da die gesamte syro-persische Litteratur, die von Gondisapur her +so tiefgehenden Einfluß ausübte, restlos zugrunde gegangen zu sein +scheint. (Vgl. ~Brockelmann~, „Geschichte der christlichen Litteraturen +des Orients“, Leipzig 1907, 44 ff., 50.) + + +Zu Seite 394: + ++Porzellan.+ Die Erfindung des Porzellans in China erfolgte etwa um 600 +n. Chr. (~Zimmermann~, „Chinesisches Porzellan“, Leipzig 1913; 1, 22 +ff.; „Orientalisches Archiv“ 1911, Bd. 2; ~Sarre~, „Der Islam“ 5, 183). + + +Zu Seite 395, 423: + ++Ziwaka (syr. = Quecksilber)+, im Persischen zîbak, von zîsten = leben, +also „das lebendige“ wie „argentum vivum“; zîbak ist auch sprachlich +verwandt mit vivum und quick, das den urindogermanischen Anlaut kw +zeigt (~Jacob~). -- Im heutigen Persischen heißt Quecksilber auch +sîmâb = „Silberwasser“ (übersetzt aus dem griechischen ὑδράργυρος?), +und falls dieses Wort wirklich alter Herkunft ist, könnten sich von +ihm alle westorientalischen Bezeichnungen ableiten, ohne daß sich +aber bestimmt entscheiden ließe, wo in dem Herüber und Hinüber die +frühesten Umformungen liegen. Im neupersischen Arzneibuche des ~Abu +Mansur Muwaffak~ (um 975) heißt es zîbak, im Mittelpersischen žiwâk, +im Syrischen zîwag (auch zijûg und zijûkâ), im Arabischen meist zîbak, +aber auch zîbâk, zâwûk, zuwâk usw. (~Ruska~). + + +Zu Seite 407: + ++~Albiruni~+ gedenkt u. a. der Anwendung des Diamanten zum Bohren von +Gesteinen, sowie der giftigen Natur seines Staubes (~E. Wiedemann~, +„Der Islam“ 2, 352). + + +Zu Seite 409: + ++~Dimischqi.~+ Ein nicht näher bekannter Schriftsteller dieses Namens +verfaßte im 11. Jahrhundert ein „Handbuch der Handelswissenschaften“, +in dem er auch der Kniffe und Schwindeleien der Alchemisten gedenkt, +die Verfahren zur Verfälschung, aber auch zur Prüfung der Edelmetalle +schildert (z. B. die Feuerprobe nach ~Qalqaschandi~), und dem Gläubigen +ein „Hüte Dich!“ vor den Alchemisten zuruft, „gegen die Allah Dich +beschütze“! (~Ritter~, „Der Islam“ 7, 50 ff., 166, 73; ~Weiss~, ebd. 7, +252). + + +Zu Seite 412: + ++~Alqazwini.~+ Völlig übereinstimmend mit den Lehren des ~Alqazwini~ +(gest. 1283) über die Entstehung der Metalle aus Schwefel und +Quecksilber, und sichtlich aus den nämlichen syrischen, arabischen und +griechischen Quellen geschöpft, sind die Ansichten des Syrers ~Severus +bar Schakku~ (gest. 1241) im „Buch der Dialoge“. Ihre Richtigkeit, +so versichert er, stehe auf Grund von Versuchen für alle jene fest, +die mit der Kunst „Chimalia“ der Philosophen vertraut sind (~Ruska~, +„Studien zu ~Severus bar Schakku~“; „Zeitschrift für Assyriologie“ 12, +157). + + +Zu Seite 413: + ++Magnetberge+: vgl. das „Steinbuch“ des ~Tifaschi~ (gest. 1253), üb. +~Biscia~ (~E. Wiedemann~, „Gesch.-Blätter“ 3, 281). + + +Zu Seite 420: + +1001 +Nacht+. Über die große Rolle der Astrologie, der Alchemie, +und des gesamten Aberglaubens in „1001 Nacht“ handelt eingehend der +wichtige Aufsatz ~Reschers~ („Der Islam“ 9, 1; Alchemie: 33, 76). + + +Zu Seite 420: + ++Tâliqûn+ führen die arabischen Augenärzte um 1000 als +„gelbes, dehnbares Kupfer“ an, neben einem anderen weißlichen +(~Hirschberg-Lippert~, a. a. O. 2, 186); letzteres ist wohl ein helles +Messing. -- Der Name rührt vielleicht vom Herstellungsorte her, da +~Aldschahiz~ (gest. 869) „talikanische Filze“ erwähnt (~Ritter~, „Der +Islam“ 7, 21). + + +Zu Seite 424: + ++Arsen.+ Das Grundwort lautet im Altpersischen zaranya, im +Neupersischen zar, zarnich, zarniq (= Gold, goldig), im Armenischen +zarik, im Syrischen zarnîkâ (~Schrader~, „R. L.“ 46, 151 ff.; „Ur.“ +2, 32). Bei ~Hippokrates~ kommt ἀρρενικόν (Arrenikón = Auripigment) +mit σανδαρακή (Sandaraké = Realgar) zusammen vor (üb. ~Fuchs~ 3, +293), letztere aber auch allein (ebd. 2, 416; 3, 480, 492, 494). +~Theophrastos~ bezeichnet beide als aschenartig, wie von Feuer +angebrannt, von trockener und rauchartiger Natur und sagt, daß sie +als Farbstoffe dienen, so wie μίλτος (Rötel) und ὦχρα (Oker), die +man in „Kaminen“ brennt, und zwar in mit Ton ringsum verschmierten +Gefäßen (περιπλάσαντες). Nach ~Festus~ gleicht Sandaraka, die eine +Art Farbstoff ist (coloris genus), dem σάνδυξ (Sándyx, d. i. ein +rötlichgelbes, der Mennige ähnliches Mineral), was nach ihm eigentlich +Krapp bedeuten soll (~Lindemann~, „Corpus grammat. veterum“, Leipzig +1832, 136, 854, 693); über die kleinasiatischen Sandyxgruben +berichtet ~Strabon~ (lib. 12, cap. 40), vgl. ~Celsus~, üb. ~Friboes~ +(Braunschweig 1906, 669). Dem ~Philostratos~ (um 215 n. Chr.) ist +Sandarake ein Erdreich, aus dem in Indien eine heiße Quelle entspringt +(„~Apollonius von Tyana~“, lib. 3, cap. 14), dem Lexikographen +~Hesychios~ (5. Jahrhundert) eine metallartige Masse, εἶδος μεταλλικόν +(„Lexikon“, ed. ~Schmidt~, Jena 1867; 1136). -- Das Wort „Realgar“ +scheint erst in nacharabischer Zeit aufzutauchen; vermutlich leitet es +sich von Risigallo (Risigiallo = Rauschgelb) ab, das selbst wieder aus +dem vieldeutigen Chrysokolla entstellt sein dürfte. + + +Zu Seite 429: + ++~Douttés~+ angeführtes Werk heißt: „Magie et religion de l’Afrique du +Nord“ (Algir 1909). -- Vgl. für Ostafrika: ~Becker~, „Der Islam“ 2, 33 +ff. + + +Zu Seite 465: + ++Alchemie.+ ~Daniel~ von ~Morley~, der vor 1187 in Toledo weilte, wo +sich eine Art Lehrstätte oder Hochschule befand, und daselbst Schüler +~Gerhards~ von ~Cremona~ war, verfaßte zwischen 1175 und 1200 ein +Werk „Liber de naturis inferiorum et superiorum“; er erwähnt darin, +die Wissenschaft habe acht Teile, handelnd über Recht (de iudiciis), +Medizin, Landbau (agricultura), Spiegel (de speculis; Brennspiegel?), +Sternbilder (de ymaginibus, über die schon König ~Ptolemäos~ aus +Philadelphia in Ägypten eine „Astronomie“ schrieb), Vorzeichen (de +praestigiis), Nigromantie und Alchemie (Alckimia); letztere befaßt sich +mit der Umwandlung der Metalle in andere Arten, „quae est scientia de +transformatione metallorum in alias species“ (~Sudhoff~, A. Nat. 8, 2, +40; 28; 34). + + +Zu Seite 490: + ++~Albert der Grosse.~+ Sein Geburtsjahr ist unsicher und fällt zwischen +1193 und 1207 (~Hertling~, „~Albertus Magnus~“, Münster 1914; 2, 20). +Nach einer aus den Jahren 1240-1256 herrührenden Äußerung besuchte +er erzreiche Gegenden, vermutlich die des Harzes, da er sich 1240 in +Hildesheim aufhielt, und unterrichtete sich über die Transmutationen +der Alchemisten, um so Natur und Eigenschaften der Metalle zu ergründen +(ebd. 5, 8). -- Als „~Alberto della Magna~“ = ~Albert der Deutsche~ +[entstellt aus ~Albertus Magnus~?] findet er sich frühzeitig in Italien +genannt, z. B. in den um 1375 verfaßten Novellen des ~Sacchetti~ (ed. +~Gigli~, Florenz 1860; 2, 241). + + +Zu Seite 494: + ++~Arnaldus~ von ~Villanova~.+ Sein Name findet sich später entstellt +zu ~Rinaldi Telanobebila~ (~Kopp~, „Beitr.“ 327; ~Berthelot~, +„Intr.“ 199). ~Saladin d’Asculo~ (um 1450) spricht von ~Rainald~ von +~Villanova~ (s. „~Mesuae~ Opera“, Venedig 1570, 293). + + +Zu Seite 496: + ++Kabbala.+ Einige nähere Angaben über sie s. bei ~Hesz~ (A. Nat. 7, +117). Vgl. ~Deussen~ 2 (2), 421. + + +Zu Seite 504: + ++Alchemie in Italien.+ Bei den Schriftstellern des 14. Jahrhunderts +ist archimia = Fälschung und archimiato = gefälscht schon allgemein +gebräuchlich, vgl. z. B. die um 1375 verfaßten Novellen des ~Sacchetti~ +(ed. ~Gigli~, Florenz 1860; 1, 60, 70, 367; 2, 296). + +~Folengo~ (1491-1544), der Verfasser des makaronischen Gedichtes +„Merlin Coccaius“ (1517), dessen anonyme französische Übersetzung von +1606 als wichtiges Vorbild des ~Rabelais~ anzusehen ist, kann sich +gleich letzterem nicht genug tun an Spöttereien über die Falschheit der +Alchemie und Astrologie, die unsinnigen Verbindungen zwischen Metallen, +Planeten und Sphären usf. (ed. ~P. L. Jacob~, Paris 1859; 107, 228 ff., +u. oft); u. a. erwähnt er auch den „Schwefel aus Quecksilber“ (ebd. +402) und die giftige Natur des gepulverten Diamanten (ebd. 88). + + +Zu Seite 510: + ++~Jakob Böhme~+ preist insbesondere auch im „Seraphinischen +Blumengärtlein“ mit begeisterten Worten die Macht der Tinktur, die +Tugenden des „edlen hochteuren Steines der Weisen“, die Kräfte der +Signaturen, usf. (Neudruck, Berlin 1918, 81, 145, 239 ff.; 89, 129; 171 +ff.). + + +Zu Seite 511: + ++Aufleben des Mystizismus.+ Schon ~Herder~, der diesem sonst völlig +fernstand, verfaßte „Gespräche des ~Hermes~ und ~Poemander~“, d. i. +~Poimandres~ („Werke“, ed. ~Suphan~, Berlin 1885; 23, 515, 532). + + +Zu Seite 514: + ++Planeten-Darstellung.+ Hierüber vgl. ~Haubers~ „Planetenkinder und +Sternbilder“ (Straßburg 1916); ~Littmann~, „Der Islam“ 8, 135. + +„Maistre Piccatrix“, zusammen u. a. mit ~Michael Scotus~, findet +sich als Verfasser der „großen Zaubertafel des Piccatrix“ erwähnt in +~Folengos~ „Merlin Coccaius“ (1517), ed. ~P. L. Jacob~ (Paris 1859) 321. + + +Zu Seite 527: + ++Bergwerke bei den Arabern.+ Näheres über die merkwürdigen und schon +im 8. Jahrhundert sehr verwickelten rechtlichen und steuerlichen +Verhältnisse, die bereits ~Abu Jusuf~ (gest. 798) ausführlich erörtert, +s. bei ~Schmidt~ („Der Islam“ 1, 327 ff., 350 ff.). + + +Zu Seite 534: + ++Elektron.+ Noch ~Thomas~ von ~Aquino~ sagt hierüber: „es bezeichnet +nichts anderes als unseren Herrn ~Jesus Christus~, den Mittler zwischen +Gott und Mensch; das Elektron verbindet die Vorzüge des Goldes mit +denen des Silbers, dieses gewinnt höheren Glanz, jenes vermindert den +seinigen; so ist auch in Gottes Sohn die Natur der Gottheit verbunden +mit der unserigen, diese gewinnt höheren Glanz, jene mäßigt für unser +Auge den ihrer Majestät“ (üb. ~Schneider~ 9, 11). + + +Zu Seite 541: + ++Kupfer.+ Für die andauernde kultische Bedeutung des Kupfers +bezeichnend ist es, daß der assyrische König ~Tiglat-Pilesar~ I. (um +1100) als Zeichen der völligen Zerstörung einer Stadt einen „Blitz aus +Kupfer“ anfertigen und in einem Tempel aufstellen ließ (~Petersen~, +„Der Islam“; Beiheft 3, 105). + + +Zu Seite 552: + ++Bronze.+ ~Hammurabi~ befiehlt u. a., Eidbrüchigen einen Block aus +Bronze in den Mund zu schlagen (~Petersen~, „Der Islam“; Beiheft 3, +190). + + +Zu Seite 555: + ++Bronze in Italien.+ Über die vorgeschichtliche Periode in Italien, +besonders die Bronze- und die Anfänge der Eisen-Zeit, über die +Bedeutung der Etrusker, die Einflüsse der Phönizier usf., vgl. den +lehrreichen und vom Herkömmlichen in vielem abweichenden Artikel +~Philipps~ (PW., Spl. 3, 1278). + + +Zu Seite 559: + ++Bronze der Tschuden.+ Bei den Tschuden und den ural-altaïschen Völkern +entstand die Bronzekultur anscheinend unter chinesischem Einflusse, +reicht zum Teil bis 300 v. Chr. herab, und macht dann den Anfängen der +Eisenzeit Platz, die zunächst die meisten Formen der ersteren beibehält +(~Hoernes~, bei ~Hoops~ 4, 193). + + +Zu Seite 564: + ++Bronze.+ Zur Ableitung von Bronte s. nach einem Hinweise von Herrn Dr. +~H. Schunck~ in Ludwigshafen das italienische brontolare = brummen, +surren; dessen Stammwort ist hinwiederum jedenfalls das spätlateinische +bruntulare (= susurrare, murmurare) (~Maigne d’Arnis~ 361). -- +Brontolare findet sich u. a. schon in den um 1375 verfaßten Novellen +des ~Sacchetti~ (ed. ~Gigli~, Florenz 1860; 2, 163). + +Nach ~Thomas~ von ~Aquino~ bedeuten die Glöckchen am Gewande des +Hohenpriesters den Donner (üb. ~Schneider~ 6, 440). + + +Zu Seite 570: + ++Messing+ bezeichnen die arabischen Augenärzte um 1000 als „gelbes Erz“ +oder „gelbes Kupfer“ (~Hirschberg-Lippert~, a. a. O. 2, 131, 174; 2, +152). + + +Zu Seite 576: + ++Blei.+ Über Blei als Fugenfüllung beim Aufbau mächtiger Säulen, +über Bleirohre von großem Durchmesser, sowie über Bleimarken bei den +Arabern des 8. und 9. Jahrhunderts s. ~Schwarz~ („Der Islam“ 6, 273), +~Herzfeld~ (ebd. 5, 200), und ~Becker~ (ebd. 2, 370 ff.). + + +Zu Seite 590: + ++Verbreitung des Zinns.+ Für diese ist es wichtig, daß fraglos schon +während der jüngeren Steinzeit in der gesamten Nord- und Ostsee +ein Seeschiffahrts-Verkehr auch auf weitere Entfernungen stattfand +(~Vogel~, bei ~Hoops~ 4, 156). + + +Zu Seite 594: + ++Galmei.+ Die „Augenheilkunde“ des ~Ibn Masawaih~ (777-857) erwähnt +häufig Galmei oder Cadmia (~Prüfer~ und ~Meyerhof~, „Der Islam“ 6, 249, +250, 252, 254, 256), auch solche aus Kirman (ebd. 251) und aus Indien +(ebd. 253), worunter aber (wie so häufig) nicht Vorderindien, sondern +nur das Gebiet der indischen Grenzländer zu verstehen sein dürfte. -- +Des Galmeis gedenkt ferner ein syrisches Lehrbuch der Augenheilkunde +etwa aus dem 7. Jahrhundert (~Meyerhof~, ebd. 6, 263), das nach +~Brockelmann~ im wesentlichen nur eine Übersetzung aus ~Galenos~ ist +(ebd. 7, 108). + + +Zu Seite 603: + ++Quecksilber.+ Über das von den Arabern aus Persien, Marokko, Kolchis +(?) usf. bezogene Quecksilber s. ~Seidel~ („Der Islam“ 1, 262); vgl. +~Ruska~ (ebd. 5, 272). + + +Zu Seite 603: + ++Salmiak.+ Betreff des natürlich vorkommenden und des künstlich +bereiteten Salmiaks s. ~Seidel~ („Der Islam“ 1, 263). + + +Zu Seite 607: + ++Eisen im Altai.+ Bis zum Sturze des asiatischen Reiches der Avaren (um +550 n. Chr.) hatten für diese, als ihre Herren, die Türken das Eisen im +Altai herzustellen und zu bearbeiten; ihr Name „Türken“ bedeutet die +„Eisenhelmigen“ (~Hess~, „Der Islam“ 9, 160). + + +Zu Seite 610: + ++Schmiede.+ In Innerafrika bilden die Schmiede auch jetzt noch in +manchen Gegenden eine besondere Kaste (~Becker~, „Der Islam“ 3, 261). + + +Zu Seite 625: + ++Eisen.+ Über Gebrauch und Verarbeitung des Eisens bei den Arabern +schon vor ~Muhammed~ und während der Eroberungszeit berichtet ~Becker~ +(„Der Islam“ 4, 311). + + +Zu Seite 630: + ++Antimon.+ Mesdem, „die echte Augenschminke“, erwähnt als ein +Augenheilmittel schon ein zu Ägypten um 1250 v. Chr. abgefaßter Brief +(~Spiegelberg~, M. G. M. 17, 167). + +Plättchensonden zum Schminken der Augenlider aus spätantiker Zeit sind +nach ~Sudhoff~ zahlreich erhalten (ebd. 17, 136). + + +Zu Seite 635: + ++Antimon+ oder +Ithmid+, auch solches aus Ispahan, verordnet öfters +~Ibn Masawaih~ (777-857) in seiner oben erwähnten „Augenheilkunde“ +(~Prüfer~ und ~Meyerhof~, „Der Islam“ 6, 247, 252, 253, 254). Das +gleichfalls erwähnte syrische, aus dem ~Galenos~ übersetzte Lehrbuch +des 7. Jahrhunderts gebraucht Kuhl oder Kuhlâ nur für Ithmid, dagegen +Kahal allgemein für Schminken (~Meyerhof~, ebd. 6, 262, 265). +Später und auch noch in neuerer Zeit kann Kuhl die verschiedensten +Augenheilmittel bezeichnen (~Reckendorf~, ebd. 6, 101). + + +Abgeschlossen am 1. September 1918. + + + + +I. + +Verzeichnis der griechischen Worte und Redensarten. + + + ἀβύσσος 59. + + ἀγαθάγγελος 233. + + ἀγαθὴ τύχη 234. + + ἀγαθοδαίμον 219, 233. + + ἀγγεῖον 273. + + ἀγγεῖον περίφιμον 37. + + ἄγγος 49, 25. + + -- διπλοῦν 40. + + -- οστράκινον 49. + + ἄγχουσα 9, 19, 21, 103, 113. + + ἀγχουσίζεσθαι 633. + + ἀείζωος 14 + + ἄεηιοωυ 203. + + ἀέρα 115. + + ἀερώδης 213. + + ἀετίτης 201. + + ἀεροειδής 16, 17. + + ἀήρ 130, 133. + + αθανασία 180, 201, 335, 668. + + Αἴγυπτος 64, 307, 335. + + Αἰθάλεια 620. + + αἰθάλη 10, 39, 47, 48, 59, 81, 82, 84, 102, 326, 344, 602, 663. + + αἰθάλη δάφνης 73. + + αἰθήρ 126, 127, 130, 316. + + αἰθίοψ γῆ 52. + + αἶθοψ 555, 617. + + αἶθων 667. + + ἇιμα 9, 18. + + ἇιμα τράγου 70, 94. + + ἇιμα χοίρου 70. + + αἰτήσιος 107. + + Αἶων 125. + + ἀκινάκης 627. + + ἀλεκτορίς 532. + + ἀλεκτρυών 532. + + ἀλέκτωρ 532. + + ἀληθινός 13, 270. + + Ἀλίβας 143. + + ἀλίζαρι 21. + + ἁλικάκαβον 17. + + ἀλκίμη 115. + + ἄλλο (ἄλλως) 2, 659. + + αλλοιοῦν 16, 158, 315, 330. + + αλλοίωσις 37, 52, 79, 121, 122, 132, 138, 140, 147, 314. + + ἅλμη 12, 21. + + ἁλονίτρον 488. + + ἁλοσάχνη 12. + + ἀλύβη 530. + + ἀμαυρά 326. + + ἀμαύρωσις 12, 326. + + ἄμβιξ 10, 48, 49, 85, 115, 602, 663. + + ἀμβρόσιον ὕδωρ 230, 239. + + ἀμέθυστος 518. + + ἄμμος 235, 266, 283. + + ἄμορφος 135, 147, 155. + + Ἀμπέρτος Θεοτονικός 491. + + ἄμπυξ 85, 305. + + ἀναβαίνω 18, 92, 344, 352. + + ἀναγαλλίς 14. + + ἀνάγκη 82, 131, 151, 344. + + ἀναγωγή 85. + + ἀναζωπύρησις 97. + + ἀναλυόμενα πάντα 36. + + ἀνάστασις 86, 344. + + ἀνατολικός 111. + + ἀνέλθων 69. + + ἀνεξάλειπτος 12, 23. + + ἄνεσις 9, 21. + + ἄνθεμις 641. + + Ἀνθεμόδη 644. + + Ἀνθεμόεσσα 644. + + ἄνθεμον 641, 644. + + Ἀνθεμόνη 644. + + ἀνθεμόνιον 645. + + ἄνθεμον τὸ φυλλῶδες 643. + + ἀνθεμώνη 643. + + ἀνθεμωνιάμ 643. + + ἀνθεμώνιον 645. + + ἄνθη μετάλλων 312. + + -- φέρειν 78, 645. + + ἀνθιὸν ἅλας 644. + + ἄνθος 22, 23, 53, 78, 271. + + -- ἁλός 644. + + -- Ἄμμωνος 642. + + -- ἀργύρου 644, 645. + + -- ἀσβέστης 115. + + -- βαλαυστείας 20. + + -- κνήκου 8, 24. + + -- χαλκοῦ 20, 21, 644, 645. + + -- χρυσοῦ 272, 645. + + ἀνθοῦσα 325. + + ἀνθράκινος 24. + + ἄνθραξ 11, 12, 21, 24, 85, 283. + + ἀνθρωπάριον 80, 81, 305, 324, 338, 342, 346. + + ἀντεμόνιον 116. + + ἀντιδότος 668. + + ἀντίθεος 242, 310. + + ἀντίμιμος 242, 323. + + ἄνω-κάτω 52, 57, 67, 82, 84, 99, 104, 129, 136, 141, 147, 199, 222, + 243, 301, 315, 323, 342, 344, 667. + + ἄνω μήτηρ 243. + + ἀνωφερής 99. + + ἀπέλλα 187. + + Ἀπέλλων 187. + + ἄπεφθος 532. + + ἀποβαίνω 19. + + ἀποθνήσκω 69, 668. + + ἄποιος 135, 147, 242. + + ἀπόκρυφον πρᾶγμα 22, 25. + + ἀπόρροιαι 210. + + ἀποσταζόμενον 85, 86. + + ἀραίωσις 15, 19. + + ἀργυράνθρωπος 81. + + ἀργύριον ὕδωρ 83, 345. + + ἀργυροζύμη 103. + + ἀργυρογραφία 7. + + ἀργυροποιία 31, 36, 41. + + ἄργυρος 289, 313, 329, 530. + + -- ἡμῶν 62. + + -- πρῶτος 12. + + -- ὑγρός 601. + + -- χυτός 601, 602. + + ἀργύρωμα 12. + + ἀρέωσις 15. + + Ἄρης 674. + + ἀριθμός τέλειος 168. + + ἄριστος 19. + + ἀρμένιον 16. + + ἁρμονία 123. + + ἀρρενικόν 327, 361, 678. + + ἄρρεν καὶ θῆλυ 123, 129, 316. + + ἀρρενόθηλυ 200, 223. + + ἄρρην 47, 80, 99, 345. + + ἀρσενικόν 7, 23, 24, 52, 67, 83, 99, 327. + + ἀρσενικὸν ξάνθον 97. + + ἀρσενόθηλυ 83. + + ἄρσην 47, 242, 342. + + ἀρτεμόνη 643. + + Ἄρτζες 424. + + ἀρτεμόνιον 643. + + ἀρτίμονιον 643. + + ἀρχαῖος 76. + + ἀρχή 121, 133, 140, 146, 147. + + ἀρχιατρός 269. + + ἀρχιερεύς 64, 71. + + ἀρχιτέκτων 269. + + ἄρχοντες 231. + + ἄσβεστος 9, 87. + + -- θειώδης 114. + + -- λευκή 87. + + ἀσβέστου ὕδωρ 20. + + ἀσημάνθρωπος 81. + + ἀσήμη 116. + + ἄσημον 4. + + ἄσημον πρῶτον 5. + + ἀσήμου γράφη 6. + + ἄσπρος 112. + + ἄσφαλτος 5. + + ἀτμίς 18. + + ἄτομος 133, 134. + + αὐτοματάριον 115. + + αὐτόματος 269. + + αὐτοπτήσεις 660. + + αὐτόρρυτος 100. + + αὐτόφυες 269. + + ἄφθαρτος 241. + + ἄφθορος 13. + + Ἀφροδίτη 185, 188. + + ἀφροσέληνον 113. + + ἄρσις νεφέλης 37, 344. + + ἀρτζέντο 116. + + ἄρσις ὕδατος 37, 85. + + + βάθος 49. + + βαλαύστιον 20. + + βαλλαθά 310. + + βαμβάκη 116. + + βάμμα 16, 18, 24, 82. + + βαρβαρικός 22, 25. + + βασιλεύς 486, 640. + + βάστνις 92. + + βαφή 9, 14, 16, 18, 19, 24, 31, 35, 37, 79, 81, 270, 276, 277, 302, + 320, 332, 524, 551. + + -- μὴ ἀνιοῦσα 23. + + βαφὴ ὀξεῖα 23. + + βαφικαὶ βίβλοι 31, 329. + + βαφική 24, 93, 278, 309. + + βερδεράμη 117. + + βερονίκη 116. + + βῆκος 48, 85, 344. + + βικίον 48, 114, 344. + + βίκος 42, 48, 49, 85, 344. + + βίος 103. + + βιτριόλον ῥωμάνον 114, 116. + + βοάνθεμον 643. + + βολβίτος 51. + + βόλβος 24. + + βόλιβος 577. + + βόλιμος 577. + + βοράχη 116. + + βοτάναι 33, 75, 77, 82, 99, 101, 342, 346, 645. + + βοτάριον 97. + + βούφθαλμον 24. + + βρετανική μέταλλος 581. + + Βρέντη 562. + + Βρεντήσιον 562. + + βρέντ(ι)ον 562. + + βροντεῖον 564. + + βροντή 562, 563, 568. + + βροντήσινος 561, 564. + + βροντήσιον 112, 561, 563, 564, 568. + + βροτίσιον 112. + + βρύζη 525. + + βύκος 48, 85, 344. + + βύνη 21. + + βυσσίνη 23. + + βύσσιον 273. + + βυσσίον ὑάλινον 115. + + βυσσουργός 270. + + βῶλος 12. + + + γάλα βοὸς μέλαινας 88. + + γαλατικός 4. + + γάλβινα 21. + + γείγαρτον 20. + + γένεσις 128, 138, 139, 141, 275. + + γεωργία 329. + + γῆ ἡμῶν αἶθιοψ 52. + + γῆ παρθενία, παρθενική 283, 345. + + γῆς ἀστήρ 390. + + γλαυκός 24. + + γλουρός 523. + + γλυκαίνω 86. + + γλυκόριζον 116. + + γνῶσις 198, 238, 247, 322. + + γοήτης 618. + + γράμμα 115. + + γραφή 3, 34, 94. + + γυναικὸς ἔργον 77. + + γύνη 633. + + + δαιμονοκλησία 67. + + δαίμων 51, 129, 305, 310. + + δάκρυ 549. + + δάφνη 22, 73. + + δεύτερος θεός 157, 159. + + Δῆλος -- ἄδηλος 185. + + δημουργία 39, 94. + + δημιουργός 618. + + διάκρισις 132. + + διάλλαξις 130. + + διάλυσις 232. + + διάργυρος 116, 218. + + διὰ τεσσάρων 171. + + διαυγής 213. + + δίβικος 49. + + Διόνυσος 269. + + διπλόη 619. + + δίπλωμα 107. + + δίπλωσις 5, 12. + + διδώματος 125. + + διφθέρα 9. + + δίχρωμος 84. + + δογματικὴ τεχνή 77, 278. + + δοκιμασεία 21. + + δόκιμος 12, 19, 69, 94. + + δόξα 98. + + δοξάζειν 198. + + δοχεῖον 98. + + δρακοντῶδες 49, 85. + + δράκων 305. + + δραστήριον 148. + + δρόσος ἐμή 101. + + δυναμερά 328. + + δύναμις 79, 80, 82, 139, 142, 150, 157, 194, 197, 231, 240, 254, 343, + 346. + + -- μεταβολῆς 240, 323. + + -- πνευματική 150, 317. + + δυτικός 111. + + δύω φύσεις, μία οὐσία 84. + + δῶμα ἱερατικόν 87, 344. + + + ἐγκήρωσις 49. + + εἶδος 139, 678. + + ἑιμαρμένη 151. + + εὶς ἕν 12. + + ἐκθείειν 83, 87. + + ἐκπύρωσις 148. + + ἔλαιον 69. + + ἐλύδριον 16, 21. + + ἔμπυρος 127. + + ἔμψυχος 53, 86, 344. + + ἕν 128, 129, 159. + + ἐνάντιον 129, 316. + + ἔνδον κέκρυπται 97, 343. + + ἐνέδριον ψεῦδος 241. + + ἐνέργεια 79, 139, 337, 344. + + ἔνθεος 76. + + ἕν ζῶόν τὸ πᾶν 210. + + ἕν καὶ πᾶν 65, 129, 196, 246, 294, 304, 317, 324, 325, 665. + + εντελέχεια 139. + + ἕν τὸ πᾶν 51, 78, 81, 100, 122, 129, 343. + + ἐξάνθημα 61, 342. + + ἐξάνθισμα 644. + + ἐξατμιζόμενος 84. + + ἐξ ἑνὸς 121. + + ἐξηδάτωσις 97. + + ἔξω φέρειν 69, 97, 344. + + ἐπανθίζειν 22. + + ἐπάνθισμα 644. + + ἐπιβάλλειν 9, 12, 36, 82, 101, 107, 320, 326, 331, 346, 659. + + ἐπιδέρμις 85. + + ἐπιστήμη 38. + + ἐπίτροπος 92. + + ἑπτὰ μέταλλα 102. + + ἐργάζομαι 274. + + ἔργα λίθου 47, 79. + + ἐργασία 88, 99, 269, 274. + + ἐργάτης 269. + + ἔργον 80, 84, 98. + + -- χαλκοῦ 99. + + ἑρμηνεύς 157. + + Ἑερμης 188, 674. + + Ἑερμοῦ κλίμαξ 233. + + -- πόα 224. + + -- πτέρυξ 244. + + ἐρυθρός 20, 548. + + ἕσπερος 206. + + Εὐαγία 71, 664. + + εὐάνθεμον 643. + + εὐκρασία 196. + + εὑρήκαμεν 181, 249. + + εὐτυχεῖν 303. + + ἕψειν 274, 524. + + ἕψησις 18. + + ἑψηταί 264. + + ἐωσφόρος 206. + + + ζύμη 80, 84, 345. + + ζωμός 18. + + -- μέλας 100. + + ζωογράφος 88. + + ζωή 201. + + ζῶον 80. + + + ἤλεκτρον 531. + + ἤλεκτρος ἡ 531. + + -- ὁ 531. + + Ἠλέκτωρ 532. + + ἡλιακός 73, 348. + + Ἥλιος 185, 214, 217. + + -- ἀνίκητος 248. + + ἡλιοτρόπιον 16. + + ἤμισυ 352. + + Ἥρα -- ἄνηρ 185. + + + θάλαμος 239. + + θάπτειν 51. + + θαυμάσιος 329. + + θεῖα μυστήρια 52. + + -- σώματα 53. + + -- τέχνη 70, 77, 93, 278, 296, 297, 308. + + θεῖον 8, 100, 101, 142. + + -- ἄπυρον 6, 42. + + -- ἔργον 52, 77. + + -- πνεῦμα 78. + + -- ὕδωρ 8, 42, 52, 84, 113, 114, 304, 305, 326, 330, 335, 345. + + θεῖος 76, 160, 304, 391. + + θειότατον ὕδωρ 39. + + θεοὶ φανεροί, ὁρατοί 210. + + θεός 122, 129, 239, 242, 349, 660. + + θεραπεία 99, 101. + + θέρμος 23. + + θερμοσπόδιον 40, 114, 115. + + θήλεια 242. + + θῆλυ 80, 123. + + θουθία 111, 117. + + Θούριος 351. + + θυία 71. + + θυσία 664. + + + Ἰατρός Ἀπόλλων 187. + + Ἰαώ 192. + + ἰδέα 133. + + ἱεραὶ βίβλοι 237, 310. + + ἱερὰ τέχνη 63, 64, 77, 93, 108, 278, 296, 297, 308, 335. + + ἱερατεύω 98. + + ἱερατικὸν δῶμα 87, 344. + + ἱερατικός 70, 325. + + ἱερεὺς ἀδύτων 338. + + -- μέγας 338. + + ἱερόκολλα 390. + + ἱερών 40. + + ἱλαρός 43, 470. + + ἰνδικοβάφος 103. + + ἰνδικόν 16, 113. + + ἰοείς 617. + + ἰὸς χαλκοῦ 16. + + ἴος χρυσός 326. + + ἰόχαλκος 58. + + ἴρις 87, 101. + + ἰσάτις 21, 113. + + ἰσόμετρος 85. + + ἰσότης 130. + + ἴσχε νεκρόν 51. + + ἰταλικός 68, 634. + + + καβούρι 323. + + καδμία 592. + + Καδμῖλος 593. + + κάθαρσις 15, 160. + + καθμεία 5, 36, 61. + + καθμία 69. + + καθμίς 61. + + καιρία 303. + + καιρικός 281, 303. + + κακοδαίμων 219. + + καλάκανθος 644. + + καλιμία 390. + + Καλλαικία 583. + + καλ(λ)αινός 69, 272, 273. + + Καλλεγία 583. + + κάλυξ 42, 645. + + κάμινος 7, 50, 84, 102. + + -- ὑγρά 115. + + -- ὑελουργική 272. + + Κάμμιλος 593. + + κανθαρίδες 22. + + καπνέλαιον 22. + + καπούτζις 114, 115, 116, 488. + + κάππαρις 21. + + κάρβων 112. + + καρκινάς 323. + + καρκίνος 50, 323. + + κάρυον 21, 22. + + καρχηδόνιος 18. + + κασσίτερος 88, 264, 351, 581, 586. + + καταβαίνω 352. + + καταβαφή 309. + + κατασκευάζω 335. + + κατασκευή 289. + + κατὰ στοιχεῖον 337. + + κατωφερής 99. + + κεδρία 19. + + κέδρίνον 24. + + κειρία 303. + + κεκαυμένος 600. + + κελτικός 586. + + κέντρον 352. + + κένωμα μήκωνος 12. + + κέραμος καλλάινος 273. + + κεράσιος 24. + + κεράτιον 86, 665. + + Κηκίς 20. + + Κηρός 49. + + Κηροτακίς 18, 49, 296. + + κηρύκειον 224. + + κῖκι 17, 18. + + κίνησις 133. + + κιννάβαρι 88, 283. + + κιννάβαρι φιλοσόφων 79, 81, 94, 308, 346. + + κιρρός 213. + + κίταρις 348. + + κίτρια 24, 37. + + κίτρινος 112. + + κλείς 56, 232, 251. + + -- γνώσεως 251. + + κλεῖσις 391. + + κλῖμαξ 338. + + -- ἑπτάπυλος 250. + + κνῆκος 21, 270. + + κνίδιος κόκκος 16. + + κνούφιον 85, 305, 344. + + κοβαθία 35. + + κόβαλος 35, 618. + + κοίνα 26, 660. + + κοινοῦσθαι 660. + + κοκκηρᾶς 270. + + κόκκος 16, 19, 22, 24, 283. + + κολοφονία 103. + + κόλλησις 619. + + κολλητής 574. + + κόμαρι 22, 53, 113. + + κόμμι 83, 103. + + κονία στακτή 22. + + κόπρος 62, 111, 112. + + κόπρος ἱππεῖα 37. + + κόρη 87, 101, 233, 301, 302, 342. + + κόρη κόσμου 232, 302, 326, 670, 671. + + κορκυμά 111, 116. + + κόσθος 23. + + κοσμοκράτωρ 202, 225, 231. + + κοσμοποιία 78. + + κόσμος 226, 326. + + κοτυληδών 24. + + κουφόλιθος 5. + + κρᾶμα 4, 143, 232, 571, 591. + + -- βροντήσιον 568. + + κραματινά 572. + + κρᾶσις 4, 40, 143, 148, 158, 196, 223, 240, 571. + + κρᾶσις δι’ ὅλων 147, 159. + + κράτος 391. + + κρημνοί 19, 283. + + κρημνός 18. + + κριάνθεμον 644. + + κρίμνον 18. + + κρονιακή 185. + + Κρόνος 125, 185, 242, 674. + + Κρόνος -- ὄνος 185, 214. + + κρότινον 351. + + κρύσταλλος 14. + + -- ἰρίζουσα 15. + + -- λευκός 115. + + κυάνεος 112. + + κύανος 201, 262, 617. + + -- σκευαστός 102. + + -- χοτός 262. + + κύκλος 141. + + κυμβάνη 49. + + κύπρος 270, 549. + + κύρη 233. + + κυριακή ἡμέρα 185. + + κώμαρις 51. + + + λάβρυς 542. + + λαμπηδών 113. + + λαμπρός 213. + + λαξούριον 113, 116. + + λαχά 103. + + λέβης 85, 97. + + -- χαλκοῦς 564. + + λεμόνη 116. + + λεοντική 9. + + λεπίς 524, 581. + + -- ἡλιακή 73. + + λέπρα 13. + + λευκάνθεμον 643. + + λευκότης σεβασμία 107. + + λεύκωσις 6, 13, 15. + + λιγούριον δάκρυ 536. + + λιθάργυρος 5, 101. + + λίθος 47, 82, 84, 295, 302, 329, 331, 345, 674. + + -- αἰτήσιος 107. + + -- διοπτηρίτης 14, 18. + + -- ἱερατικός 70, 346. + + -- μέλας 70, 346. + + -- μεταλλικός 77. + + -- ὅς οὺ λίθος 178. + + -- σοφῶν 110. + + -- σπεκλάριος 14. + + -- σφίγγων 111. + + -- τίμιος 312, 314. + + -- φιλοσοφίας (φιλοσόφων) 53, 308, 345. + + -- χλωρός 16. + + -- χυτή 272. + + λινέλαιον 69. + + λίτρα 353. + + λίωσις 15. + + λόγια 234. + + λόγιος 149, 224. + + λόγοι σπερματικοί 150, 225, 316. + + λόγος 115, 123, 196, 225, 226, 238, 254. + + -- κοινός 148. + + λουμπάρδις 116. + + λυγκούριον 536. + + λύγξ 384, 536. + + λυγκούριος 201. + + λύσις 21. + + λυχνίτης 113. + + λωπάς 97. + + + μαγεία 302. + + μαγεύειν 301. + + μαγευία 301. + + μαγία 301. + + μαγικός 301. + + μαγνησία 5, 68. + + -- ὑελουργική 112, 113. + + -- λίθος 621. + + μαγνήσις 5. + + μαγνήτης 38. + + μαγνήτις λίθος 621. + + μᾶζα 6, 13, 15, 22, 44, 47, 70, 74, 78, 143, 318, 324, 330, 650. + + -- ἀνέκλειπτος 5, 330. + + μάλαξις 15. + + μανδίλιον 116. + + μαργαρίτης 306. + + μάργαρον 306. + + μαργαρίς 306. + + μαργαρίτου λεύκωσις 13. + + μαρκαζήτα 116, 117. + + μάρμαρον πορφύρεον 110. + + -- ῥωμάνον 116. + + μάχομαν 83. + + μβουράζω 116. + + μέγα ἔργον 77, 98, 308, 349. + + μέγας 226. + + Μείθρας 250. + + μείς 187. + + μέλαινα βαφή 79, 81. + + -- σποδός 79. + + μέλαν 16, 69, 79, 341. + + -- γραφικόν 94. + + μελάνθεμον 643. + + μελάνθιον 103, 341. + + μελανία στίμμεως 38, 341, 634. + + μέλαν ἰνδικόν 16, 19. + + μέλαν πάνυ 94. + + μέλανσις 301. + + μέλαν τέλειον 336. + + μελάντερον 39, 82. + + μελαντηρία 9. + + μελάνωσις 302, 307. + + μέλας 213. + + -- ζωμός 62. + + -- χρυσός 68. + + μελιέφθα 573. + + μεταβάλλειν 153, 224, 315. + + μεταβολή 37, 52, 78, 121, 140, 141, 197, 240, 247, 275, 314. + + μεταλλᾶν 517. + + μεταλλεία 297, 301. + + μεταλλεῖς 518. + + μεταλλή 517. + + μεταλλικός 301, 678. + + μέταλλον 10, 274, 284, 517, 518, 602, 652. + + μέταξα 116. + + μεταξωτός 115. + + μετασωματούμενος 82, 344. + + μετατρέπω 34, 345. + + μήλινος 24. + + μήν 187. + + μὴ ὄν 135, 158. + + μήτηρ 243. + + -- ὀρείη 618. + + μηχανάριος 269. + + μηχάνη 269. + + μηχανικὰ ὄργανα 269. + + μηχανικός 269. + + μῖγμα 78, 130, 132, 665. + + μιγῆναι 316. + + μιγνύειν 78, 106, 129. + + μιθριακὸν μυστήριον 178. + + μίλτος 87, 678. + + μῖξις 106, 130, 140, 148, 223, 240. + + μνᾶ 522. + + μνήμη 664, 665. + + μοῖρα 353. + + μόλιβος 577. + + μολύβδαινα 577. + + μολυβδάνθρωπος 338. + + μόλυβδον τὸ ἡμῶν 35, 634. + + μολυβδοῦται 633. + + μολυβδουργός 574. + + μόλυβος 577. + + μόλυβδος δελματήσιος 116. + + -- ἔγχαλκος 116. + + -- ἡμέτερος 38, 47, 62, 100, 634. + + -- κοινός 100. + + -- μέλας 47, 100. + + μολυβδοῦν χαλκίον 24. + + μονοβασία 116. + + μορφή 139. + + μύδρας 619. + + μυριόμεγας 227. + + μυστήριον 308, 309. + + μυστικὴ χημεία 303. + + μυστικῶς 87, 98, 159, 335, 346. + + + ναράντζη 116. + + νατήφ 116. + + νεῖκος 131. + + νεκρός 51, 52, 67, 85, 86, 103, 143, 245, 344. + + νέκρωσις 88, 106, 343. + + νεφέλη 37, 68, 83, 344. + + -- πρὸ ὀφθαλμῶν 68, 634. + + νῆσος εὐδαίμων 587. + + νιτρέλαιον 39, 83, 87. + + νίτρον 97. + + -- ἄπυρον 23. + + νίτρωμα 13. + + νόει με 62. + + νόησις 133. + + νόμισμα 2, 665. + + νοῦς 132, 133, 196, 201, 225, 230, 238, 671. + + νόων 84. + + νύμφωμα 239. + + νῶροψ 555. + + + ξενικός 14, 17. + + ξέστης 353. + + ξήριον 39, 43, 60, 68, 79, 111, 297, 320, 326, 346, 367, 673. + + -- ἰατρικόν 103. + + -- ὀξυπορφύρεον 110. + + ξηρόν 111. + + + ὀβελίσκοι 545, 619. + + ὄβελοι 545, 619. + + ὄβρυζα 274, 399, 525. + + ὀδοντίζειν 9, 14. + + ὁδὸς ἄνω, κάτω 122. + + ὀθόνιον 15, 23, 330. + + οἰκοδεσπότης 82, 344. + + οἰκουμένη 301. + + ὀμματόγραφος 633. + + ὄν 129. + + ὄνομα ἱερατικόν 325. + + ὄνος 185, 214. + + ὄξος 69, 71, 76. + + -- βαφικόν 12. + + -- δριμύ 8. + + -- δριμύτατον 31, 71, 86, 114. + + -- θεῖον 115. + + -- ἡμέτερον 35. + + -- κίτρινον 37. + + -- λευκόν 71. + + -- φιλοσόφων 308, 309. + + ὀξύβαφος 353. + + ὀργανίστης 269. + + ὄργανον 84, 157, 269. + + ὀρεύς 572. + + ὀριχαλκεύς 572. + + ὄρος 572. + + ὀρνιθίου γέννησις 106. + + ὄρνις 106. + + ὀσήμερος 633. + + Ὄσιρις (= μόλυβδος = θεῖον) 100. + + ὄστρεον 21. + + οὐγκία 353. + + οὐδέν 108, 353. + + οὐδέτερος 80, 83. + + οὐρανία σώματα 52. + + οὐροβώρος 60, 305. + + οὖρον 384, 536. + + οὐσία 38, 40, 58, 84, 121, 132, 139, 147, 154, 158, 198, 223, 227, + 247, 295, 298, 307, 315, 316. + + οὐσία θεοῦ 148. + + -- ὑγρά 100, 345. + + -- ὑγρὰ θερμή 127. + + -- ὑγρὰ ψυχρά 127. + + ὀφιοῦχος 60, 305. + + ὀψειανόν 6. + + + πάγνυμαι 8, 69. + + παθητικός 196. + + παιδέρως 23. + + παιδίου παίγνιον 77. + + παλαιός 76, 289. + + παλιγγενεσία 124, 179, 230. + + Πάν 196, 246. + + πᾶν 57, 65, 78, 108, 129, 196. + + πᾶν ὲν πᾶσι 84, 345. + + πάνιον 115. + + πᾶν ὁ θεός 665. + + πανσπερμία 132. + + παντοκράτωρ 225. + + παντόρρευστος 86. + + πάνυ μέλαν 341. + + παράθεσις 148. + + παρθένος 27, 243. + + -- γῆ 99, 283, 345. + + πάσχον s. ποιοῦν. + + πάτερ ἡμῶν 115. + + παχύτης 93. + + πεδερώτινον 9. + + πέλεκυς 546. + + πέμπτη οὐσία 316. + + πέμπτον σῶμα 153, 154, 316. + + πέντε σχήματα καὶ σώματα 135. + + περιπλάσαντες 678. + + περὶ πυρῶν 478. + + περιφιμόω 18, 37. + + πέταλα 8, 12, 303, 466, 581. + + πῆξις 79. + + πιννάρια 13. + + πίσση 5, 18, 19. + + πιστις 247. + + πλασιασμός 12. + + πλήρωμα 52, 239. + + πνεῦμα 38, 39, 78, 79, 83, 94, 113, 122, 142, 197, 198, 223, 338, 344. + + -- αἰθερῶδες 88, 345. + + -- ἀντίμιμον 242, 323. + + -- βαπτικόν 39, 82, 101, 344. + + -- ἔνθερμον 149. + + -- θεῖον 223, 319, 338, 339, 344, 381. + + -- ζωτικόν 197. + + -- μελάντερον 82, 83. + + -- παρθενικόν 243. + + πνευματικός 93, 142, 150, 182, 317. + + -- γάμος 239. + + πνεῦμα φεῦγον 345. + + -- ψυχικόν 197. + + ποίησις 4, 7, 11, 14, 16, 19, 68, 74, 98, 297, 331. + + ποιητής 77, 98, 324. + + ποιητικός 148, 196. + + ποίκιλος 213. + + ποιότης 37, 39, 79, 93, 133, 136, 138, 141, 147, 148, 150, 247. + + ποιοῦν καὶ πάσχον 147, 153, 156, 160, 198. + + πολιός 617. + + πολύκμητος 617. + + πολυτίμιος 312. + + πολύχαλκος 543. + + πολύχρυσος 525. + + πόντος 40. + + πόρτας προύτζινες 563. + + πόρφυρα 26, 270, 329. + + -- ῥιζίας 270. + + ποτίμον 24. + + πρᾶγμα 97. + + πρᾶξις 104, 241, 447. + + πράσινος 24, 112. + + πρόστυψις 15. + + προφήτης 64. + + -- λόγου 225. + + πρώτη ὕλη 134, 139, 140, 141, 143, 147, 154, 160, 223, 314, 315. + + πρωτίστη ὕλη 147, 315. + + πρώτογονος ὑιός 157. + + πρῶτοι τεχνίτων 269. + + πρῶτον αίτιον 254. + + -- κακόν 159, 315. + + πρῶτος 19, 23, 25. + + -- νοῦς 254. + + πῦρ ἱερόν 156. + + -- ἄτεχνον 148. + + -- αὐτόματον 42. + + πύρεθρον 21. + + πυρίτης 14, 93. + + -- νοερόν 148, 197, 232. + + πυρόεις 214, 217. + + -- τεχνικόν 148, 149. + + + ῥάμνος 23. + + ῥασούχθη 107. + + ῥαφάνινον ἔλαιον 69. + + ῥεῦμα 219. + + ῥητίνη 9, 17, 19. + + -- τερεβινθίνη 18. + + ῥίζα 21, 23. + + ῥιζοτομία 312. + + ῥίζωμα 130. + + ῥοδοβαφή 23. + + ῥοδόσταγμα 110. + + ῥοιά 21. + + Ῥώμη -- ῥύμη 185. + + + σάκχαρ (σάχαρ) 350. + + σαλόνιτρον 107, 114, 116, 488. + + σαλύβη 530. + + Σάμος -- ἄμμος 185. + + σανδαράκη 5, 52, 678. + + -- λευκοθιζούση 5. + + σάνδυξ 678. + + σαπονίζειν 117. + + σάππιρος 18. + + σάπφειρος 518. + + σαπώνιον 70, 86, 117. + + σαπωναρικὴ τέχνη 86, 88. + + σάρδιος 18. + + σάρδων 201. + + σαρκικός 198. + + σεβέννιον 20. + + σεληνία ὕλη 108. + + σεληνιακὴ ῥεῦσις 70, 342. + + σελήνη 214, 217, 243. + + σεύτλιον 6. + + σῆμα 124. + + σῆμα Φάνους 533. + + σημεῖον 18, 203, 329. + + σηπίας ὄστεον 117. + + σῆψις 302. + + σίδαρος 620. + + σιδήρεος 627. + + σίδηρος 620. + + -- μέλας 616. + + σιδηροτέκτων 617. + + σινώπιον ὄρος 191. + + σκάμμα 107. + + σκευάζω 289. + + σκευασία 633. + + σκεύασμα 4. + + σκευή 22, 230. + + σκευοποίοι 269. + + σκόρδον 15, 17. + + σκωρίαι 85. + + σμῆγμα 24. + + σμῆξις 6, 13. + + σόλος αυτοχόωνος 616, 619. + + σουλιμά 117. + + σοφίστης 669. + + σπέρμα 125, 132, 149, 150, 159. + + -- ἄρρενος 99, 345. + + -- θεοῦ 226. + + σπόδιον 93. + + σποδοκράμβη 97. + + σποδός 79, 93. + + σταιήρ 292. + + -- Πτολεμαικός 2. + + στέρησις 158, 302, 315. + + στέφανος φιλοσόφων 76. + + στήλη 119, 233, 663. + + στήμη 634. + + στῆμι 633. + + στιβάς 631. + + στιβεύς 631. + + στίβι 631, 633, 634. + + στιβίζω 633. + + στίβος 631. + + στίλβων 214, 217, 351, 516. + + στίμη 633, 634. + + -- κοπτική 62. + + στίμι 634. + + στίμμι 35, 38, 201, 634. + + στιμμίζω 633. + + στίμμισμα 633. + + στίμμις 633. + + στιμμώδης 634. + + στοιχεῖον 78, 99, 121, 138, 140, 147, 176, 183, 202, 222, 230, 232, + 244, 259, 337, 344, 422. + + -- σωματικόν 259. + + -- ψυχικόν 259. + + στοίχος 138. + + στόμα 17. + + στόμωμα 622, 624. + + στρογγύλη 14, 47, 83. + + στρούθιον 20. + + στυπτηρία 7, 12, 21, 26, 47, 73, 83, 102. + + -- λευκή 102. + + στῦψις 15, 20. + + -- καθολική 15. + + συγγαμεῖν 36, 80. + + συγγένεια 36, 39, 342. + + σύγκρασις 107. + + συγχαίρομεν 181. + + σύγχυσις 148. + + συκάμεινος 21. + + σύμμιξις 132. + + συναγωγή 483. + + σύνδεσμος 79. + + συνεργεία θεοῦ 96. + + σύνθεσις 140, 151, 298. + + συνθέτος 78, 83. + + σὺν θεῷ 104. + + σύνθημα 86, 106. + + συνιστάμενος 26. + + συνουσίωσις 107. + + συντεχνίτης 269. + + σφαῖρα 23. + + σφαιρίον 16, 23. + + σχῆμα 135. + + σχίνου χυλός 13. + + σχιστή 12, 17. + + σωλήν 48, 85, 574, 663. + + σῶμα 38, 39, 68, 79, 82, 83, 86, 94, 124, 135, 140, 147, 160, 196, + 315, 338, 344, 345. + + -- ἀσώματον 83, 345. + + -- νεκροῦ 245. + + -- πνευματικόν 82, 344. + + + ταβάσιος (ταβάσις, ταβάσι) 14. + + τὰ ἐξ αὐτῶν 350, 353. + + τάλακ 113. + + τάξις 3. + + ταριχεία 40, 48, 269, 301, 302, 303, 309. + + -- μεγάλη 86. + + τάρταρος 111, 112. + + ταρταροῦχος 219. + + τάφος 51. + + τέκνον 669. + + τεκνοπαράδοτος 282. + + τέλειος 192, 230, 240, 323, 327, 336, 344. + + τελεσμός 58. + + τέλος 238. + + τέσσαρα ἕν 47, 100, 343. + + τέταρτον 353. + + τετράγωνον 632. + + τετρακτύς 336. + + τεχνείτης 269, 274. + + τέχνη 52, 63, 64, 70, 77, 83, 87, 93, 100, 101, 108, 209, 269, 278, + 281, 289, 296, 297, 301, 309, 312. + + -- Αἰγύπτου 64, 307, 335. + + -- μιμεῖται τῆν φύσιν 269. + + τέχνης πλήρωμα 52. + + τεχνητός 269. + + τέχνη χυμείας 99. + + τεχνικός 88, 269, 326. + + τεχνίτης 5, 12, 19, 25, 36, 269, 274. + + τῆλις 21. + + τήρησις 15. + + τζαπάρικον 107, 117. + + τιάρα 348. + + τιθύμαλλος 14, 21. + + τίκτειν 99, 342, 345. + + τόμος 2, 15, 331. + + τόνος 147, 149, 156, 317, 318. + + τούντζυ 574. + + τουτία 111, 117. + + τραγακάνθη 22. + + τρίπλωσις 5. + + τράγειον ἇιμα 15. + + τραπεζίτης 533. + + τρίβικος 49. + + τριδύναμος 227. + + τριπνεύματος 227. + + τρισεπάπειρος 227. + + τρὶς μέγας, μέγιστος 226, 227, 228. + + τρίτον 352. + + τρὺξ οἶνου 112. + + τυθία 71. + + τύχη 131. + + + ὑάκινθος 22, 415. + + ὕαλος 272. + + ὑγρός 21, 345. + + ὑδράργυρος 69, 83, 602, 634, 677. + + ὕδωρ ἄθικτον 304. + + -- ἀέριον 101. + + -- ἀργύριον 345. + + -- ἐν ἀβύσσῳ 59. + + -- ἐρεγμοῦ 21. + + -- γλυκύ 86, 114. + + -- ἰσχυρόν 114, 488. + + -- μαζυγίου 78, 345. + + -- χαλκέως 23. + + ὕελος 15. + + ὑελουργική 43. + + ὕλη 82, 128, 132, 134, 138, 139, 144, 147, 155, 196, 198, 283, 312, + 316. + + -- ἄποιος 242. + + -- ἡλιακή 348. + + -- ὀρνιθογονία 106, 343. + + -- σεληναία 108, 348. + + ὑλικός 242. + + ὑοσκύαμος 21. + + ὑπὲρ τὸν φυσικόν 14. + + ὑπὸ δρόσον 18. + + ὑποκάλαμον 673. + + ὑποκείμενον 121, 139, 140, 147, 158, 315. + + ὕψιστος 154, 239, 242. + + + φαέθων 214, 217. + + φαεινός 555. + + φαίνων 214, 217. + + φαιός 24. + + φακός 21. + + Φάνης 533. + + φαντασία 7. + + φάρμακα βαφικά 21. + + -- στυπτικά 9. + + φαρμακεῖα 312. + + φαρμακεύς 618. + + φάρμακον 8, 16, 17, 18, 23, 40, 49, 51, 80, 82, 180, 191, 201, 270, + 296, 313, 331. + + -- ἀθανασίας 180, 201, 335, 668. + + -- ἰνδικόν 19. + + φαρμάσσω 617. + + φέκλη 22, 97. + + φεύγων 52, 83. + + φθοΐδες 522, 531. + + φθορά 141. + + φιάλη 49, 77, 97, 344. + + φιλία 131. + + φιλόσοφοι ἡμέτεροι 98. + + -- φυσικοί 98. + + φιλόσοφος 123, 193. + + φλουρία βενέτικα 117. + + φοινικοῦν 23. + + φουρνέλλιος 115, 117. + + φοῦρνος 115, 117. + + φυγαδοδαίμων 83. + + φῦκος 19, 21, 24, 103. + + φυλακτήριον 241. + + φύλαξ πνευμάτων 82, 338, 344. + + φύσεις πανμεγέθεις 37. + + φυσικός 144, 281, 301, 329. + + φύσις 69, 80, 84, 97, 121, 130, 133, 314, 344. + + -- φύσει τέρπεται 33. + + -- χθονία 127. + + φωνή 244. + + φωσφόρος 206, 214, 217, 351, 674. + + φῶς 201. + + + χαίρω 204. + + χάλκανθις 644. + + χάλκανθος 6, 70, 76, 384, 644. + + -- κεκαυμένος 9. + + χαλκάνθρωπος 81. + + χαλκεῖον 97. + + χαλκετάριν 42, 90. + + χαλκεύς 538, 543, 616. + + χάλκη 543. + + χαλκῖτις 7, 384. + + χαλκοβατής 250. + + χαλκολίβανος 572. + + χαλκός 93, 518, 543, 544, 548, 555, 572. + + -- βροντήσιος 564, 568. + + -- ἐρυθρός 548. + + -- καλαινός 69, 273. + + -- κεκαυμένος 17. + + -- λευκός 12, 572. + + -- πνευματικός 344. + + -- πυρίτης 93. + + -- προκεκαθαρμένος 5. + + -- τέλειος 40, 344. + + χαλκοῦ κρᾶσις 143. + + χαλκοχυτής 297. + + χαλκύδριον 78. + + Χάλυβες 615, 617. + + Χαλύβοι 615. + + χάλυψ 615, 617. + + χαμαιλέων 298, 331, 673. + + χάρτη 6, 9, 44. + + χείμη 295. + + Χείμης 294. + + χειροκμήματα 281. + + χειρόκμητα 30, 36, 56, 313, 328. + + χεῦμα 295, 297. + + χέω 295, 297. + + χήμα 294, 295, 297. + + χημαία 295. + + χημεία 78, 289, 290, 293, 295, 296, 297, 298, 300, 301, 302, 336, 673. + + χημεύειν 301. + + Χήμης 294, 297. + + χήμι 301, 304. + + χημία 295, 300, 301, 307, 335, 336. + + χημικός 301. + + χιλιάς 51. + + χιμαία 295, 297. + + χιμεία 301. + + χιμεύειν 301. + + χιμευτής 294. + + χίμη 295. + + χλωρός 18, 19, 523. + + χολοβάφινα 3, 143, 274. + + χόλος κίτρινος 37. + + χρίειν 17, 326. + + χρῖσμα 633. + + Χρόνος 125, 352. + + χρυσάνθεμον 643, 645. + + χρυσανθής 24. + + χρυσάνθιμον 71, 645. + + χρυσάνθινον 645. + + χρυσάνθιον 645. + + χρυσάνθρωπος 81. + + χρυσίζον 9, 69. + + χρυσίζω 645. + + χρυσίον χύμα 295. + + χρυσίτης 263, 265. + + χρυσῖτις 24, 36. + + χρυσοάνθινον 90. + + χρυσοβαφή 39, 93. + + χρυσογραφία 8. + + χρυσοζύμη 103, 345. + + χρυσόκολλα 6. + + χρυσοκόμιον 88. + + χρυσόλιθος 99. + + χρυσοποιία 31, 32, 36, 41, 50, 308, 660. + + χρυσός 79, 289, 313, 329, 518, 523. + + -- ἔνδοξος 312. + + -- λευκός 532. + + -- μέλας 341. + + -- ὄβρυζος 274, 399. + + -- ὑγρός 526, 601. + + χρυσόσπερμα 80, 345. + + χρυσοφανής 7. + + χρυσοχοικός 273. + + χρυσόχοος 70, 524. + + χρυσώσις 8. + + χρῶμα κογχυλίων 9. + + χρῶσις 128, 317. + + χυλός 99. + + χῦμα 295, 296, 297, 331. + + χυματεία 297. + + χυμεία 99, 294, 296, 297. + + χυμεύειν 296. + + χυμευία 301. + + χυμευτής 296. + + χυμευτική βίβλος 61. + + χυμευτικός 296. + + χυμευτικῶν δύναμεις 75. + + Χύμης 296. + + χυμία 107. + + χυμικός 301. + + χυμός 297, 387. + + χύσις 313. + + χυτός 295. + + χύω 295. + + χώρα 301. + + + ψάμμος 102, 109, 263, 265, 281, 295, 303, 307. + + ψευδής 272, 524. + + ψευδοπόρφυρα 270. + + ψημιθεῖον 6. + + ψημίθιον 6. + + ψιμύθιον 83. + + ψυχή 82, 88, 101, 108, 133, 149, 197, 198, 201, 338, 344, 671. + + ψυχικός 198. + + ψυχροβαφή 22. + + + ὠίτης λίθος 307. + + ὠξεισμένος 24. + + ὠρείχαλκον 5. + + ὡρόσκοπος 352. + + ὡς ἔθος 37. + + ὠχρός 213. + + ὦχρα 678. + + + + +II. + +Verzeichnis der angeführten Schriftsteller und Werke. + + + ~Abd Allatif~ 410. + + ~Abraham~ 46, 193, 208. + + ~Abu Jusuf~ 299, 398, 680. + + ~Abuʾlfadl~ 409, 417, 420. + + ~Abuʾlfaradsch~ 256, 258. + + ~Abulfeda~ 253, =403=, 424, 520, 585, 603, 624, 636. + + ~Abulkasis~ 635. + + ~Abu Mansur Muwaffak~ 377, 548, 576, 594, 603, 635, 677. + + ~Abu Maʾschar~ 217, 218, 350, 399, 406, 515. + + ~Abu Saʾid~ 588. + + ~Abu Tammam~ 637. + + ~Achilleus~ 208. + + ~Adam von Bremen~ 467, 507. + + ~Adam de St.-Victor~ 72. + + ~Adelhard von Bath~ 470. + + ~Adfar von Alexandria~ 358, 363. + + ~Adhamalla~ 442. + + ~Adler~ 67. + + ~Aelian~ 46, 265, 285, 526, 536. + + ~Aeskulap~ 208, 337. + + ~Aetios~ 466. + + ~Africanus~ 25, =74=, 102, 479, 662, 665. + + ~Africianus~ 25. + + ~Agatharchides~ 71, 263, 264, 272, 295, 520, 540, 581. + + ~Agathodaimon~ =60=, 70, 81, 89, 100, 101, 113, 231, 253, 341, 342, + 343, 345, 404, 664. + + ~Agatimun~ 404. + + ~Agricola~ 509, 598. + + ~Agrippa von Nettesheim~ 374, 473, 509, 675. + + ~Ahrens~ 395, 675. + + ~Aichel~ 550. + + ~Aineias von Gaza~ 287. + + ~Aischylos~ 265, 555, 617. + + ~Akusilaos~ 126. + + ~Alakfani~ 299, 300, 418. + + ~Alansari~ 299, 396. + + ~Alarcon~ 499. + + ~Albaihaqi~ 400. + + ~Albattani~ 253. + + ~Albert der Grosse~ siehe ~Albertus Magnus~. + + ~Albertus der Deutsche~ 491. + + ~Albertus Magnus~ 60, 231, 483, =490=, 494, 500, 507, + 515, 572, 591, 597, 656, 670, 679. + + ~Albertus Teutonikus~ 491. + + ~Albert von Aachen~ 567. + + ~Albiruni~ 176, =253=, 356, 407, =408=, 411, 435, + 436, 442, 444, 446, 447, 605, 634, 677. + + ~Albumasar~ 217, 399, 406, 515. + + ~Alcharisi~ 637. + + ~Alchwarizmi~ 172, 297, 299, 668, 676. + + ~Aldebrandino di Siena~ 594, 638, 642. + + ~Aldimeschqi~ =213=, 214, 216, 253, 255-258, 400, 403, + =415=, 420, 579, 603, 604, 605, 636. + + ~Aldrovandi~ 564, 606, 639. + + ~Aldschaffari~ 412. + + ~Aldschahiz~ 299, 311, 357, 398, 672. + + ~Aldschaubari~ 410, 498, 605. + + ~Aldschazari~ 410, 412. + + ~Aldus~ 288. + + ~Alexander von Aphrodisias~ 581. + + ~Alexander von Tralles~ 233, 272, 333, 334, 603, 633. + + ~Alfarabi~ 370, 399, 402, 420, 493. + + ~Alfons~ X. 498. + + ~Alhabib~ 46, 47, 58-60, 265, 341, 342, =361=, 398. + + ~Alhalabi~ 594. + + ~Alidrisi~ 264, 411, 588, 605, 614. + + ~Ali ibn Isa~ 594. + + ~Alistakhri~ 403, 411, 578. + + ~Alkati~ 486. + + ~Alkhazini~ 408, 605. + + ~Alkhwarizmi~ 353, 404, 408. + + ~Alkindi~ 256, 299, 399. + + ~Alkindi Altudschibi~ 256, 258, 404. + + ~Alkmaion~ 127. + + ~Alkuin~ 566. + + ~Almasʾudi~ 256-258, 299, 311, 357, 402, 421, 588, 674. + + ~Almausili~ 594. + + ~Almuqaddasi~ 377, 403, 588. + + ~Almusabbihi~ 254. + + ~Alnabarawi~ 409. + + ~Alnadim~ 253, 292, 293, 309, 357, 363, 397, 425. + + ~Alqazwini~ 213, 311, 408, =412=, =414=, 591, 636, + 665, 677, 678. + + ~Alqifti~ 256. + + ~Alrazi~ 67, 358, 397, 398, =400=, 404, 408, 409, 479, + 484, 489, 603, 604, 635, 645, 657. + + ~Alsachawi~ 299, 396, 418. + + ~Alschirazi~ 408, 424, 527. + + ~Althaʿalibi~ 299. + + ~Altughraʿi~ 408, 636. + + ~Albinus~ 598. + + ~Amarasinha~ 437, 438, 447. + + ~Amari~ 400. + + ~Amatus Lusitanus~ 640. + + ~Ameilhou~ 653. + + ~Amesuna~ 499. + + ~Amman~ 329, 549. + + ~Ammianus Marcellinus~ 226, 358. + + ~Ammonios Sakkas~ 158. + + ~Amos~ 579. + + ~Anambhatta~ 433. + + ~Anastasy~ 1. + + ~Anaxagoras~ =131=, 138, 315, 316, 317, 661. + + ~Anaxilaos~ 25, 330, 332. + + ~Anaximander~ =122=, 186, 316, 317. + + ~Anaximenes~ =122=, 133, 316, 664. + + ~Andreas~ 339. + + ~Andreas Bellunensis~ 588, 604, 635. + + ~Andree~ 182, 628, 668. + + ~Andres~ 662. + + ~Angelus~ 288, 516. + + ~An Nadim~ 397. + + ~Anrich~ =124=, 125, 235-240, 248, 251, 662. + + ~Ansari~ 418. + + ~Ansbacher~ 311. + + ~Antenorid~ 458. + + ~Antiphanes~ 633. + + ~Antonius Liberalis~ 483. + + ~Antonius von Nowgorod~ 566. + + ~Anubion~ 208. + + ~Anubis~ 208, 337. + + ~Anz~ =175=, 240-244, 259. + + ~Apion~ 661. + + ~Aphrikianos~ 25. + + Apokalypse des ~Baruch~ 194, 200, 223. + + Apokalypse des ~Henoch~ 194. + + Apokalypse ~Johannis~ 220, 572. + + Apokalypsen 200. + + Apokryphen =221=. + + ~Apollodoros~ 109. + + ~Apollonios Dyskolos~ 587. + + ~Apollonius von Tyana~ 193, 383. + + Apostelgeschichte 223, 618. + + ~Appel~ 221. + + ~Apuleius~ 68, 94, 226, 232, 334. + + Arabische Wundergeschichten 213. + + ~Aratos~ 203, 257. + + ~Archelaos~ =108=. + + ~Archimedes~ 85, 352. + + ~Aristarchos von Samos~ 168, 619. + + ~Aristeas~ 265. + + ~Aristides~ 176. + + ~Aristobulos~ 155, 194. + + ~Aristophanes~ 126, 272, 518. + + ~Aristoteles~ 3, 4, 6, 11, 30, 35-37, 77, 90, 98, 105, 106, + 119, 123, 132, 135, =139=, 145, 147, 150, 154, 158, 160, + 161, 188, 189, 193, 196, 197, 201, 214-216, 239, 253, 274, 280, + 283, 302, 314-319, 324, 328, 329, 342, 361, 362, 368, 381, 383, + 395, 400, 402, 464, 472, 478, 483, 491-493, 555, 586, 601, 606, + 650. + + ~Arnaldus von Villanova~ 481, 490, =494=, 503, 506, 606, + 639, 646, 679. + + ~Arnobius~ 633. + + ~Arnim~ =145=-150. + + ~Artefius~ 408, 663. + + ~Artemidoros~ 207, 214, 218, 275, 285. + + ~Ascensio Jesaiae~ 200. + + ~Ashmole~ 507. + + ~Asklepiades von Myrleia~ 203, 661. + + ~Asklepios~ 193, 337. + + ~Asmus~ 64, 199, 237, 241. + + ~Astrologumena~ 66, 183, 187, 669. + + ~Athenagoras~ 311, 313. + + ~Atharva-Veda~ 430. + + ~Athenaeus~ 49, 525. + + ~Athenodoros von Tarsos~ 191, 304. + + ~Augurelli~ 505. + + ~Augustinus~, hl. 66, 72, 313, 493, 634. + + ~Augustus~ 25. + + ~Aulus Gellius~ 30, 168, 207, 285, 330. + + ~Ausfeld~ 192, 201, 266, 383, 587. + + ~Aust~ 564. + + ~Averroes~ 492, 493. + + ~Avesta~ 173, 199, 218, 547, 614. + + ~Avicenna~ 41, =405=, 420, 489, 588, 604, 614, 635, 657. + + ~Avienus~ 567, 584. + + ~Ayur-Veda~ 443. + + + ~Bacon, R.~ 478, 482, 490, =493=. + + ~Bacon von Verulam~ 507. + + ~Baeumker~ =132=, 135, 138, 139, 140, 141, 144, 146, 147, + 148, 149, 150, 154, 156, 157, 158, 159, 229, 431. + + ~Bähr~ 244, 326, 555. + + ~Baki~ 600, 605, 638. + + ~Bapst~ =578=-580, 583-585, 588, 589. + + ~Bar Bahlul~ 218, 256, 298, 663, 673. + + ~Barclay~ 506. + + ~Bardenhewer~ 230. + + ~Barth~ 145. + + ~Barthold~ 623. + + ~Bartholomae~ 172. + + ~Bartholomaeus Anglicus~ 500. + + ~Baruch~ 194, 212. + + ~Basilius~, hl. 662. + + ~Basilius Valentinus~ 486, 640, 642. + + ~Baudissin~ 164, 252, 253, 506. + + ~Baudri~ 515. + + ~Bauer~ 511. + + ~Baumgarten~ 291. + + ~Baumgartner~ 424. + + ~Baumgärtner~ 283. + + ~Baumstark~ 169, 170, 522, 552, 578. + + ~Beal~ 401, 443. + + ~Becher~ 72, 278, 510, 568, 570, 599, 640, 641. + + ~Beck~ 608. + + ~Becker~ 209, 412, 470, 633, 634, 679, 681, 682. + + ~Beckmann~ =35=, 212, 327, 360, 468, 477, 486, 531, 564, + 565, 579, 586-591, 593, 596-599, 607, 618, 620, 622, 627, 641, + 653. + + ~Beda Venerabilis~ 209, 466, 566. + + ~Beer~ 171. + + ~Belaïew~ 625. + + ~Belck~ 608. + + ~Beltz~ 556, 573. + + ~Beneke~ 626. + + ~Ben Jonson~ 506. + + ~Benvenuto Cellini~ 419. + + ~Benzinger~ 624. + + ~Berendes~ 58, 325, 327, 353, 483, 603, 605, 633. + + ~Berger~ =186=, 306, 583-586. + + ~Bergman~ 632. + + ~Bernardo~ 499. + + ~Bernardus der Provenzale~ 638. + + ~Berossos~ 164, 167, 170. + + ~Berthelot~ 1, 3, 4, 6, 9, 10, 14, 22, 25-28, 31-34, 37, + 40, 41, 49-52, 63, 64, 71-74, 81, 87, 92, 93, 99-104, 106, + 108, 110-115, 170, 211-218, 226, 227, 261, 264, 265, 270, + 272, 275-284, 287-289, 292, 294, 298, 308, 309, 313, 322-327, + 329-331, 334, 335, 338, 340, 348-354, 357, 359, 363, 364, 377, + 382, 388, 389, 397-401, 404, 406, 424, 435-438, 446-448, 452, + 457-463, 468-472, 477-484, 487, 489-492, 494, 539-542, 547, + 551, 553, 560-564, 571, 573, 574, 578, 630, 634, 638, 642, 645, + 647, 660, 662, 675, 679. + + ~Berthold von Regensburg~ 507. + + ~Berthollet~ 468. + + ~Bethe~ 265, 532. + + ~Bezold~ =162=, 163, 166, 171, 247, 306, 450, =513=, + 667, 669, 670. + + Bibel 45, 310, 632, 661. + + ~Bibra~ 291, 550, 556, 557, 559, 563, 596, 623. + + ~Biringucci~ 477, 505, 569, 639. + + ~Biscia~ 678. + + ~Bissing~ 180. + + ~Bjerrum~ 145. + + ~Blankenhorn~ 608. + + ~Blau~ 68. + + ~Bloch~ 434, 439, 445, 446, 448, 593. + + ~Blümner~ 115, =193=, 202, 261-266, 270-275, 283, + 290-293, 306, 323, 324, 327, 518, 521-533, 536, 538, 540-543, + 545, 548-552, 554-558, 572, 581, 582, 586, 587, 590-593, 602, + 607, 609, 613, 616-621, 627, 631, 644, 660. + + ~Boehm~ 333. + + ~Boehmer~ 201. + + ~Bodenstedt~ 426, 604. + + ~De la Boe~ 510. + + ~De Boer~ 158, 257, 355, 370, 372, 374, 399, 400, 402, 405, + 419. + + ~Boerhaave~ 350, 351, 510, 641. + + ~Böhme~ 510, 680. + + ~Boileau~ 560, 574, 590. + + ~Boll~ 95, 99, 151, =162=, 163, 166-169, 171, 175, + 181-188, 194, 195, 199, 202-206, 208, 210-212, 216-220, 225, + 233, 237, 242, 296, 323, 349, 431, 451, 506, =513=-515, + 660, 661, 666-672. + + ~Bolos~ aus Mendes 30, 328, 329, 330, 674. + + ~Bolte~ 676. + + ~Bombe~ 515, 516. + + ~Bonhöffer~ 122. + + ~Bonitz~ 37. + + ~Bonwetsch~ 200, 311. + + ~Borchardt~ 540. + + ~Borelli~ 510. + + ~Borgognoni~ 606, 638. + + ~Borrichius~ 56, 63, 85, 95, 108, 217, 496, 653. + + ~Bosanquet~ 270. + + ~Bossi~ 565, 566, 568, 569. + + ~Böttiger~ 633. + + ~Bouché-Leclercq~ =30=, 76, 115, 151, 164, 166, 167, + 169-171, 183-185, 188, 193, 194, 202, 204-213, 217-219, 233, + 234, 237, 242, 305, 311, 312, 322, 327, 661, 662. + + ~Bousset~ =167=, 173-176, 188, 195, 199-201, 210-212, + 217-221, 223, 232, 235, 236, 238-244, 247-253, 259, 310, 311, + 334, 337, 338, 431, 526. + + ~Bower~-Manuskript 434, 445. + + ~Boyle~ 510, 599, 600, 606. + + ~Brajendra Nâth Sêal~ 432. + + ~Brand~ 509. + + ~Brandt~ 218, 259. + + ~Brasavola~ 607. + + ~Breiter~ 186, 203, 205, 206, 284. + + ~Bridges~ 494. + + Brief des ~Aristeas~ 531. + + ~Brockelmann~ =355=, 397, 398, 402, 464, 608, 675, 677, + 681. + + ~Brockhaus~ 571. + + ~Brown~ 494, 507. + + ~Brugsch~ =55=, 178, 181, 200, 211, 226, 229, 262, 263, + 264, 267, 268, 271, 300, 301, 347, 348, 520, 527, 531, 533, + 540, 541, 551, 574, 580, 612, 631. + + ~Brun~ 600. + + ~Brunfels~ 643. + + ~Brunn~ 185. + + ~Brunner~ 627. + + ~Bubacar~ 400. + + ~Bubekr~ 400. + + Buch ~Chemu~ 313. + + -- ~Daniel~ 614. + + -- der Erkenntnis der Wahrheit =394=. + + -- -- Jubiläen 221, 253, 311. + + -- -- Kimija 89. + + -- -- Naturgegenstände 395. + + -- -- Priester 484. + + -- -- Schlüssel 92. + + -- -- Siebzig 492. + + -- -- sieben Himmel 91. + + -- -- Tetraden 76. + + -- -- zwölf Wässer 489. + + -- des ~Chemes~ 313. + + -- -- ~Cheops~ 75. + + -- -- ~Emanuel~ 489. + + -- -- ~Imuth~ 76. + + -- -- ~Ostanes~ 67. + + ~Bucher~ 231, 246, 250, 467, 468, 473, 515, 520, 531, 534, + 560, 561, 565, 566, 587, 596, 597, 630. + + Bücher der Färbekunst 31. + + Buch ~Henoch~ 199, 220, 221, 311, 312, 313. + + ~Buchholz~ 155. + + Buch ~Khumu~ 313. + + -- ~Mosis~ 8, 237, 310. + + ~Büchsenschütz~ 555, 556. + + Buch ~Sidrach~ 500, 620, 676. + + ~Buddha~ 433. + + ~Bundehesch~ 547. + + ~Bürchner~ 532. + + ~Burckhardt~ =158=, 181, 189, 191, 192, 204, 207, 208, + 210, 226, 241, 247, 290, 504, 661, 662. + + ~Burhân-i-qatiʿ~ 296. + + ~Burnet~ =120=-124, 127-133, 137, 186, 555, 563. + + ~Busch~ 551, 553. + + + ~Caelius Aurelianus~ 329, 549, 603. + + ~Caesalpinus~ 549, 639. + + ~Caesar~ 545, 557, 586, 627. + + ~Cajori~ 674. + + ~Calderon~ 499. + + ~Cantor~ =194=, 353, 374. + + ~Capelle~ 150, 154. + + ~Carajaval~ 498. + + ~Caraka~ 434, 435, 447. + + ~Cardanus~ 477, 653, 675. + + ~Carneau~ 639. + + ~Carra de Vaux~ 90, 213, 230, 253, 392, 398, 478, 675. + + ~Casaubonus~ 653. + + ~Cassiodorius~ 523, 529, 575. + + ~Cassius Dio~ 171, 172, 184, 207, 291. + + ~Castrén~ 629. + + Catalogus codicum astrologorum graecorum 204. + + ~Cato~ 567, 644. + + Causa causarum 215, 216, 218, 351, 394. + + ~Celestina~ 640. + + ~Celsus~ 58, 353, 524, 592, 632, 678. + + ~Cennini~ 466. + + ~Chakrapani~ 436. + + Chaldäische Orakel 231, 240. + + ~Cham~ 65. + + ~Champion~ 461. + + ~Charaka~ 434. + + ~Chartier~ 641, 642. + + ~Chaucer~ 497, 506. + + ~Cheirókmeta~ 30, 75. + + ~Chem~ 65. + + ~Chemes~ 65, 293, 294, 307, 308. + + ~Chevreul~ 63, 275, 280, 324, 495, 652. + + ~Chimas~ 308. + + ~Chimes~ 65, 77, 78, 100, 308, 343, 346, 361. + + ~Chosrowani~ 425. + + ~Chou-li~ 451. + + ~Chou-Tze~ 452. + + ~Chrat~ 251. + + Chronograph von 354 209. + + ~Chrysippos~ 145. + + ~Chu-Hi~ 450. + + ~Chuwarazmi~ 486. + + ~Chwolsohn~ =165=, 169, 172, 186, 191, 212, 215, 216, + 218, 228, 252-258, 352, 397, 408, 514, 635, 653, 662. + + ~Chymes~ 65, 398. + + ~Cicero~ 138, 205, 272, 483, 525, 549, 567, 572. + + ~Clemen~ 126. + + ~Clemens Alexandrinus~ 55, 191, 200, 228, 236, 311, 323. + + ~Clemens Romanus~ =185=, =223=, 227, 248, 253, 294, + 312, 313, 314, 324. + + ~Clément-Mullet~ 232, 400, 409, 636, 658. + + ~Clusius~ 407. + + Codex ~Hertensis~ 628, 672. + + -- ~Marcianus~ 106, 349, 352, 651, 654. + + -- ~Vossianus~ 106. + + ~Cohen~ 658. + + ~Cohn~ 124, 125, =156=, 157, 194, 203, 242, 244, 270, + 306, 661. + + Collectanea chemica 507. + + ~Columella~ 30, 330. + + ~Comenius~ 606. + + Compositiones ad tingenda musiva 463, =467=, 491, 561. + + ~Confucius~ 449, 450. + + ~Conring~ 56, 496, 653. + + ~Constantin Porphyrogennetes~ 289. + + ~Constantinus Africanus~ 606, 638, 642, 645. + + ~Corneille~ 499. + + ~Cortez~ 519, 550. + + ~Costa~ 491. + + ~Cory~ 56, 74. + + ~Crato~ 646. + + ~Crusius~ 593. + + ~Cumont~ =162=, =174=-176, 178, 182, 183, 185, + 188, 193, 196, 206, 207, 210, 216, 231, 234, 235, 237, + =248=-251, 334, 564, 615, 670. + + ~Curtius~ 543. + + ~Cyprian~, hl. 313, 634. + + + ~Dafert~ 473, 587. + + ~Damaskios~ 237. + + ~Damigeron~ 334. + + ~Daniel~ 193, 212. + + ~Daniel von Morley~ 670, 676, 679. + + ~Dante~ 504, 514, 515, 565. + + ~Dardanos~ 334. + + ~Daremberg~ 329. + + ~Dauʿn Nun~ 398. + + ~Davy~ 485, 660. + + ~Dedekind~ 270. + + ~d’Eckstein~ 608. + + ~De Laval~ 596. + + ~De l’Ecluse~ 407. + + ~Delitzsch~ 168, 310, 313, 521, 528, 552, 613. + + ~Del Rio~ 294, 465, 496. + + ~Demokritos~ 25, =27=, 29, 50, 66, 70, 74, 76, 78, 83, + 84, 94, 96, 97, 100, 106, 107, 109, 113, 186, 193, 272, 279, + 292, 299, 303, 304, 307, 328, 334, 337, 341-345, 363, 400, 404, + 498, 634, 653 (s. auch ~Pseudo-Demokritos~). + + ~Demokritos von Abdera~ 38, =133=. + + ~De Pauw~ 310, 428, 459, 461. + + ~Depping~ 560, 590. + + ~Derenbourg~ 666. + + ~De Renzi~ 638. + + ~De Sacy~ 412. + + ~Descartes~ 464. + + ~Deubner~ 125, 197, 201, 203. + + ~Deukalion~ 193. + + ~De Mély~ 456. + + ~Deussen~ =122=, 123, 125-131, 133, 135, 136, 138, 139, + 141-150, 155-162, 168, 173, 175, 180, 184, 195, 212, 220, 245, + 247, 370, 380, 430, =431=-433, 438, 447, 452, 454, 465, + 483, 614, 623, 679. + + ~Dhuʿl Nun~ 398. + + ~Dickinson~ 507. + + ~Didymos~ 218. + + ~Diels~ =10=, 12, 25, 26, =31=, =35=, 71, 108, + 121, =122-129=, 130-134, 138-141, 144, 145, 147, 176, 187, + =197=, 219, 281, 294, 296, 297, 300, 328-334, 340, 351, + 388, 470, 483, 563, 593, 649, 660, 661. + + ~Diergart~ 271, 307, 548, 591, 592, 594, 642. + + Die sieben Äonen der Finsternis 200. + + ~Dieterici~ 158, 213, 215, 257, 299, 351, =355=, + =369=, 370, 402, 604, 635. + + ~Dieterich~ 2, =94=, 126, =171=, 174, 176, 182, 188, + 192, 194, 196, 198, 199-202, 205, 219, 226, 227, 230, 233, + 235-251, 273, 305, 310, 326, 347-349, 351, 524, 576, 581, 659, + 662. + + ~Dietz~ 573. + + ~Diez~ 560. + + ~Dikaiarchos~ 185. + + ~Dimischqi~ 677. + + ~Dindorf~ 536. + + ~Diodor~ 61, 71, 109, 119, 167, 263, 269, 272, 276, 324, 335, + 518, 529, 581, 583, 585, 586, 587, 627. + + ~Diogenes~ =133=. + + ~Diogenes Laertius~ 31, 66. + + ~Diogenes von Babylon~ 151, 187. + + ~Diokles von Karystos~ 197, 316. + + ~Diokletian~ 270, 274, 549. + + ~Dion Chrysostomos~ 120, 146, 190. + + ~Diophantes~ 353. + + ~Dioskoros~ 96. + + ~Dioskurides~ 10, 12, 16, 20-24, 35, 48, 49, 85, 92, 98, 107, + 284, 289, 302, 325, 384, 575, 584, 592, 602, 632, 633, 643, + 644, 652. + + ~Döbereiner~ 620. + + ~Dodonaeus~ 643. + + ~Doering~ 510, 563. + + ~Domaszewski~ 207, 291. + + ~Dombart~ 185, 313, 334. + + ~Don Juan Manuel~ 498. + + ~Dorn~ 598, 639. + + ~Doutté~ 429, 679. + + ~Dozy~ 252, 253, 255, 303, 464, 663. + + ~Dressel~ 185, 223, 224, 227, 248, 253, 294, 312. + + ~Drews~ 512. + + ~Drexel~ 234. + + ~Drexler~ 225, 234, 295, 576. + + ~Dryden~ 499. + + ~Dschabir~ 363, 407, 485-487, 489, 492, 636, 656, 657, 675. + + ~Dschabir Ibn Hajjan~ =363=. + + ~Dschaʾfar Alsadiq~ 363. + + ~Dschami~ 213, 428, 638. + + ~Dschelaleddin Rumi~ 427. + + ~Dübner~ 536. + + ~Ducange~ 360, 481, 560, 561, 563, 568, 573, 642, 653. + + ~Dunn~ 263. + + ~Düring~ 497, 506. + + ~Dutens~ 477. + + ~Duval~ 40, 41, 388, 648, 655, 658, 663. + + ~Dyroff~ 420. + + ~Dziatzko~ 576. + + + ~Eastlake~ 323, =462=, 466-468, 470, 560, 657. + + ~Ebers~ 642. + + ~Ebert~ 560. + + ~Edrisi~ 264 (s. ~Alidrisi~). + + ~Ehrenfeld~ 448, 459. + + ~Ehrismann~ 673. + + ~Eibner~ 88. + + ~Eisele~ 125. + + ~Eisler~ 125, 126, 178, 207, 229, 232. + + ~Eitrem~ 126, 198, 225, 226, 325. + + ~Empedokles~ 126, =130=, 132, 138, 186, 316, 317, 555, + 664, 677. + + ~Encellus~ 640. + + ~Encina~ 498. + + ~Engel~ 495. + + ~Enneaden~ 158. + + ~Ennius~ 549. + + Enzyklopädie des Islam =90=. + + Ephemeriden des ~Demokritos~ 329. + + ~Ephraim~ 45, 287, 298. + + ~Epiktet~ 145. + + ~Epikur~ 144, 677. + + ~Epimenides~ 126, 334. + + ~Epinomis~ 135, 137. + + ~Epiphanios~ 385. + + ~Erasistratos~ 144, 197, 317. + + ~Erastus~ 509. + + ~Erdmann~ 533, 577. + + ~Erman~ =55=, 63, 66, 177-182, 191, 262, 264, 267, 268, + 274, 401, 531, 540, 631. + + ~Erman-Krebs~ =262=, 551, 675. + + ~Ersch~ 281, 640. + + ~Ersch-Gruber~ 485. + + ~Escher~ 289, 532, 536. + + ~Esdra~ 193. + + ~Esdra~, 4. Buch 199, 221, 527. + + ~Ethé~ 412, 413, 636. + + ~Etienne~ 653. + + ~Eudoxos~ 193, 203. + + ~Eugenios~ 69. + + ~Euhemeros~ 587. + + ~Euklid~ 372, 422, 662. + + ~Euphrades~ 287. + + ~Euripides~ 125, 126, 133, 186, 617, 644. + + ~Eusebius~ 56, 109. + + ~Eusebius Pamphilos~ 75. + + ~Eustathios~ 216. + + Evangelium, gnostisches 244. + + -- ~Johannis~ 195. + + -- ~Lukae~ 251. + + -- ~Matthaei~ 669. + + ~Evax~ 334. + + ~Ezechiel~ 221, 252, 497, 531, 579, 586, 632, 640. + + + ~Faber~ 561. + + ~Fabricius~ 573, 587, 598, 624, 632, 640, 642, 653, 654. + + ~Fa-Hien~ 443. + + ~Fahz~ 192, 201, 203, 248. + + ~Fairholt~ 506. + + ~Faulmann~ 169, 558, 559, 578, 589, 610, 613, 614. + + ~Fechner~ 493. + + ~Feight~ 610. + + ~Feldhaus~ =263=, 267, 273, 292, 299, 522, 529, 535, 536, + 544, 551-554, 558, 559, 564-569, 575, 577, 579, 589, 609-610, + 612, 616, 619, 623, 625, 627, 629. + + ~Feldhaus-Klinckowström~ 528. + + ~Ferrol~ 675. + + ~Festus~ 562, 572, 587, 593, 678. + + ~Fiechter~ 554. + + ~Figuier~ 275, 278, 324, 496. + + ~Fihrist~ 46, 50, 65, 66, 68, 104, 175, 420, 421, 486, 657. + + ~Fillon-Audiat~ 503, 620. + + ~Fimmen~ 124. + + ~Finnen~ 237. + + ~Fioravanti~ 466. + + ~Firdusi~ 300, 425, 514, 547, 614, 637, 673. + + ~Firmicus Maternus~ 66, 181, =208=, 213, 214, 234, 283, + 286-288, 322, 324, 327, 334, 349. + + ~Fischer~ 633, 670. + + ~Fitagurus~ 404. + + ~Flavius Josephus~ 613. + + ~Fleischer~ 230, 297. + + ~Flinders-Petrie~ 610, 612. + + ~Flückiger~ 599, 646. + + ~Folengo~ 679, 680. + + ~Forbiger~ 591. + + ~Forrer~ =291=, 292, =519=, =522=, 523, 525, + 528-531, 533, 539, 542, 544-546, 553-558, 574-576, 587, 589, + 590, 613, 615-617, 621, 626-630. + + ~Fouquet~ 262. + + ~Fournel~ 639. + + ~Foy~ 611. + + ~Francisque Michel~ 501. + + ~Franke~ 450, 451, 454. + + ~Franz~ 572. + + ~Freise~ =269=, 524, 543, 555, 559, 561, 572, 591, 593, + 600, 601, 609, 614, 616, 619, 622, 624, 627. + + ~Freud~ 496. + + ~Freudenthal~ 287. + + ~Friboes~ 524, 592, 632, 678. + + ~Friedlaender~ =185=, 190, 193, 205-208, 212, 219, 308, + 327, 524, 532, 548, 581, 586, 617, 621, 634, 644, 668. + + ~Friedlieb~ 62. + + ~Frohschammer~ 493. + + ~Fuchs~ 81, 127, 188, 197, 202, 327, 513, 515, 516, 524, 571, + 582, 592, 621, 632, 644, 663, 667, 668. + + ~Fuhse~ 628. + + ~Fujikawa~ 455, 461. + + ~Furtwängler~ 266. + + + ~Galenos~ 92, 127, 131, 183, 328, 353, 363, =492=, 575, + 592, 603, 604, 633, 643, 644, 668, 673, 681. + + ~Galilei~ 605. + + ~Ganschinietz~ 195, 269, 603, 663. + + ~Garbe~ 124, =431=-433, 436, =440=, 441, 448. + + ~Garcia da Orta~ 589. + + ~Garcilasso de la Vega~ 520. + + ~Garzoni~ 505. + + ~Gassendi~ 464. + + ~Gathas~ 547. + + ~Gautier~ 72. + + ~Geber~ 363, 364, 381, 492, 494, 503, 514, 656, 657, 675. + + ~Gebhardt~ 483. + + ~Gehler~ 511, 517. + + ~Gehrich~ 175, 248. + + ~Gellius~ 168. + + ~Genthe~ 535, 558, 585, 589. + + ~Geoponika~ 75, 114. + + ~Georgios Synkellos~ 31, 75, 293, 331. + + ~Gercke~ 155, 483, 616. + + ~Gerhard von Cremona~ 465, 604, 635, 645. + + ~Gerland~ 5, 676. + + ~Gesner~ 465. + + ~Ghajat~ 252, 255, 514. + + ~Gibbon~ 289. + + ~Gigli~ 679, 681. + + ~Gilbert~ =120=-122, 126-132, 135-142, 145-150, 155, 197, + 199, 306, 677. + + ~Gildemeister~ 295, 296, 297, 299, 408, 515, 655. + + Gilgamesch-Epos 613. + + ~Gilgil~ 489. + + ~Gil Vincente~ 498, 499. + + ~Giry~ 470-472, 561. + + ~Glaser~ 587. + + ~Glauber~ 599, 600. + + ~Gmelin~ 652, 654. + + ~Goebel~ 123, 131-134, 197. + + ~Goethe~ 158, 495, 496, 503, 620. + + ~Göbel~ 559. + + ~Goguel~ 668. + + ~Goguet~ 350. + + Goldene Legende 72. + + ~Goldziher~ 369. + + ~Golenischeff~ 587. + + ~Göll~ 633. + + ~Gomperz~ =123=, 127, 131, 132, 134, 135, 137, 153, 188, + 201, 246. + + ~Gossen~ 75. + + ~Gotama~ 433. + + ~Gothein~ 241, 242, 243, 259, 506. + + ~Götz~ 583, 585. + + ~Govinda~ 437. + + ~Gower~ 505. + + ~Graebe~ 658. + + ~Graefe~ 258. + + ~Graesse~ 73, 496. + + ~Granger~ 262. + + ~Graves~ 624. + + ~Gray~ 173, 218, 251, 547. + + ~Gregorovius~ =190=, 193, 194, 207, 208, 247. + + ~Gregor von Tours~ 566, 674. + + ~Gressmann~ 201. + + ~Greve~ 213, 311, 420-423, 566, 605, 637. + + ~Griffini~ 465. + + ~Groag~ 291, 292. + + ~Gronau~ 151. + + Großes ägyptisches Traumbuch 207. + + ~Grot~ 632. + + ~Grube~ =449=, =450=-461, 623. + + ~Gruber~ 589, 640. + + ~Grubers~ 281. + + ~Gruhn~ 570. + + ~Gruner~ 339, 654. + + ~Grünwald~ 534. + + ~Grünwedel~ 444. + + ~Gruppe~ 125, 126, 186, 203. + + ~Gsell~ =262=, 263, 538, 539, 550-552, 554, 570, 578, + 580, 585, 586, 592, 609-612, 616, 619, 625, 626, 630, 631. + + ~Guareschi~ 170, 460, 461, 467, 468, 470, 472, 473, 477, 505, + 639, 657. + + ~Gubernatis~ 453, 624. + + ~Gudeman~ 618. + + ~Guertler~ 625. + + ~Guhrauer~ 507. + + ~Guilelmus de Saliceto~ 638. + + ~Guillaume de Loris~ 500. + + ~Gummerus~ 291, 315, 466, 518, 556, 621. + + ~Gundel~ 151, 152. + + ~Gunkel~ 221. + + ~Günther~ 306, 674, 675. + + ~Guyard~ 253, 403. + + + ~Hackmann~ 525, 629. + + ~Hadfield~ 624. + + ~Hadrian~ 190. + + ~Hadschi Khalifa~ 486. + + ~Haeberlein~ 244. + + ~Haedicke~ 607. + + ~Haeser~ =193=, 639. + + ~Hafis~ 427, 637. + + ~Hainhofer~ 600. + + ~Haller~ 27, 329, 498, 570, 588, 643. + + ~Hamasa~ 637. + + ~Hammer-Jensen~ 139, 660. + + ~Hammer-Purgstall~ 300, 387, 426, 427, 600, 604, 605, 637, 638. + + ~Hampe~ 509. + + ~Hanbury~ 456, 457, 459. + + ~Hanemann~ 615, 619. + + ~Hansen~ 511. + + ~Harder~ 205. + + ~Hardouin~ 653. + + ~Harnack~ =72=, =74=, 75, 156, 157, 190, 192, 195, + =200=, 209, 222, 223, 235-237, 240, 241, 247, 248, 290, + 310, 483, 567. + + ~Hartmann~ 158, 424. + + ~Hase~ 566. + + ~Hassan Alrammah~ 394, 478. + + ~Hasse~ 158. + + ~Hauber~ 680. + + ~Haug~ 585. + + ~Haupt~ 192, 601. + + ~Hauréau~ 494, 654. + + ~Hauser~ 410. + + ~Haverfield~ 585. + + ~Hawes~ 506. + + ~Hawkins~ 465. + + ~Heath~ 352. + + ~Hecht~ 262. + + ~Heeg~ 330. + + ~Hehn~ 168, 559. + + ~Heinrich von Neuenstadt~ 573. + + ~Heinsius~ 672. + + ~Heintze~ 223. + + ~Heinze~ =122=, 145, 146, 148, 149, 150, 154, 156-159. + + ~Hekataios von Milet~ 335, 575, 582, 585, 593. + + ~Held~ 466. + + ~Heliodor~ 518. + + ~Heliodoros~ =95=, 265, 662. + + ~Hellanikos~ 618. + + ~Hell~ 673. + + ~Helm~ 630. + + ~Helmreich~ 632. + + ~Henckel~ 599. + + ~Hennecke~ =72=, 222, 223, 244, 311. + + ~Henoch~ 193, 194, 220, 294, 322. + + ~Henrich~ 577. + + ~Henschel~ 642. + + ~Hephaistion~ 89, 92, 208, 670. + + ~Hephaistos-Ptah~ 77, 89, 92. + + ~Herakleides~ 187. + + ~Herakleios~ =105=. + + ~Heraklit~ =122=, 126, 129, 138, 145, 147, 148, 193, 197, + 231, 243, 246, 315, 317, 432, 498. + + ~Heraklit~ der Stoïker 661. + + ~Heraklius~ 468, 471, =472=, 590. + + ~Herder~ 672, 680. + + ~Hergt~ 585. + + ~Hermas~ s. Hirt des ~Hermas~. + + ~Hermes~ =54=, 62, 63, 70, 71, 76, 77, 87, 95, 97, 98, + 100, 101, 106, 193, 232, 253, 294, 305, 309, 313, 322, 337, + 341-346, 356, 361-363, 383, 397, 398, 404, 415, 491, 494, 506, + 664. + + ~Hermes~ I. 257. + + ~Hermes Logios~ 149. + + ~Hermes-Thot~ 66. + + ~Hermes Trismegistos~ 57, 58, 87, 231, 253, 334, 335, 360, + 383, 404, 437, 670. + + Hermetische Schriften 55, 228. + + -- Untersuchungen 183, 203. + + ~Herodot~ 4, 48, 66, 101, 119, 124, 167, 169, 176, 186, 201, + 265, 266, 272, 383, 518, 523, 526, 530, 532, 586, 615-619, 627, + 668. + + ~Heron von Alexandria~ 85, 603. + + ~Herrmann~ 201, 265. + + ~Hertling~ 679. + + ~Hertz~ 180, 266, 383. + + ~Herzfeld~ 505, 681. + + ~Hesiod~ 136, 146, 155, 532, 538, 571, 582, 608, 616, 617, 644. + + ~Hess~ 514, 681. + + ~Hesse~ 462, 560. + + ~Hesychios~ 562, 572, 618, 633, 644, 678. + + ~Hesz~ 679. + + ~Heumann~ 655. + + ~Heyd~ 571, 588, 590, 613, 626. + + ~Hieronymus~, hl. 209, 633. + + ~Hierotheos~ =108=, 634. + + ~Hiller~ 670. + + Himmelfahrt ~Arda Virafs~ 199. + + Himmelfahrt ~Mosis~ 200. + + ~Hiortdahl~ 457-460. + + ~Hipparchos~ 187, 203. + + ~Hippias von Elis~ 483. + + ~Hippokrates~ 50, =127=, 131, 187, 188, 197, 202, 296, + 316, 327, 329, 524, 571, 575, 582, 584, 592, 620, 632, 643, + 644, 659, 663, 667, 678. + + ~Hippolytos~ 334, 603. + + ~Hipponax~ 143. + + ~Hirschberg~ 548. + + ~Hirschberg-Lippert~ 594, 600, 603, 635, 673, 678, 681. + + Hirt des ~Hermas~ 195, 222, 230, 241, 483. + + ~Hirth~ 461. + + ~Hitzig~ 293. + + ~Hiuen-Thsang~ 401, 436, 443, 547, 559, 570, 571, 578, 595. + + ~Hjelt~ 657. + + ~Hoang-Hi~ 451. + + ~Hodges~ 56, 74. + + ~Hoefer~ 49, 56, 85, 188, 198, 224, 233, 275, 277, 278, 280, + 284, 468, 477, 478, 486, 495, 563, 652, 655. + + ~Hoernes~ =518=, 538, 539, 542-546, 550-559, 574, 575, + 608, 611-617, 621-623, 626, 627, 681. + + ~Hoernle~ 434. + + ~Höfer~ 549. + + ~Hoffmann~ =40=, 51, 64-67, 75, 94, 275, 281, 282, 289, + 291-298, 300-313, 327, 334-337, 352, 359, 388, 389, 550, 650, + 655. + + ~Hofmann~ 291, 436, 448, 572, 591, 595, 658. + + -- K. B. 533, 563, 570, 575, 659. + + ~Hohenheim~ 508. + + Hohes Lied 601. + + ~Hollanda~ 562. + + ~Holzmann~ 661. + + Höllenfahrt der ~Istar~ 168, 180. + + ~Hölscher~ 156. + + ~Homer~ 4, 46, 74, 121, 146, 155, 203, 224, 238, 257, 262, + 283, 288, 531, 532, 536, 543, 548, 555, 582, 616, 617, 619, + 620, 660, 661, 667. + + Homerische Hymnen 188. + + ~Hommel~ =163=, 165, 170, 172, 262, 356, 388, 520, 523, + 531, 578, 613, 631, 632, 661, 674. + + -- W. 595, 596, 597, 599, 630. + + ~Honein Ibn Ishaq~ 382. + + ~Hoops~ =522=, 525, 535, 537, 539, 544, 545, 546, 548, + 550, 552, 554, 556-558, 560, 561, 565, 566, 569, 573, 576, 577, + 581, 615, 616, 618, 621, 627, 628, 629, 681. + + ~Hoppe~ 659, 674. + + ~Horapollon~ 281, 301. + + ~Horaz~ 184, 225, 567, 572, 669. + + ~Horn~ 244, 383, 425, 561. + + ~Horten~ 664. + + ~Houdas~ 40, 388, 648, 658. + + ~Hovorka~ 245. + + ~Hrozny~ 247. + + ~Huart~ 666. + + ~Hübner~ 284, 583-586, 621, 627. + + ~Hübotter~ 455-459. + + ~Huët~ 350, 642. + + ~Hülsen~ 549, 555, 556, 562, 567, 568. + + ~Hultsch~ 151, 186, 187, 291, 352, 433, 520, 522, 533, 576. + + ~Humboldt~ 266, 349, 385, 453, 519, 520, 533, 534, 537, 550, + 577, 582, 605, 607, 651, 652. + + ~Hümmerich~ 538, 579. + + ~Hunaïn Ibn Ishaq~ 390. + + ~Huser~ 534, 597, 639. + + ~Hüsing~ 347. + + ~Hydaspes~ 171. + + ~Hyginus~ 109, 523, 529, 554, 575, 581. + + ~Hystaspes~ 182. + + + ~Iamblichos~ 55, =68=, 160, 200, =210=, 228, 240, + 254, 258, 341, 483. + + Iatromathematika 233. + + ~Ibel~ 553. + + ~Ibn Adfar~ 358. + + ~Ibn Adschar~ 358. + + ~Ibn AlʾArabi~ 416. + + ~Ibn AlʾAuwam~ =232=, 400, 409, 636. + + ~Ibn Albaitar~ 412, 421, 636. + + ~Ibn Alfaqih~ 299, 399. + + ~Ibn Almuʿtazz~ 565. + + ~Ibn Alwahschijah~ 254, 256. + + ~Ibn Alwardi~ 588. + + ~Ibn Amram~ 478. + + ~Ibn Badscha~ 402. + + ~Ibn Badschrun~ 465. + + ~Ibn Baitar~ 412, 421, 636. + + ~Ibn Bassam~ 409. + + ~Ibn Dschuldschul~ 489. + + ~Ibn Hauqal~ 253, 400, 403, 578. + + ~Ibn Jamin~ 427. + + ~Ibn Khaldun~ 357, 419, 429. + + ~Ibn Khallikan~ 486. + + ~Ibn Khordadhbeh~ 256, 258. + + ~Ibn Mansur~ 412. + + ~Ibn Masawaih~ 681, 682. + + ~Ibn Qutaïba~ 603. + + ~Ibn Rusteh~ 625. + + ~Ibn Saʾid~ 256, 258, 585. + + ~Ibn Sarafiun~ 604. + + ~Ibn Sina~ s. ~Avicenna~. + + ~Ibn Wahschijah~ 352, 415. + + ~Ideler~ 103, 108, 184, =233=, 581, 587, 654. + + ~Iflatun~ 400. + + ~Ignatius~, hl. 668. + + ~Ilg~ 472, 473, 560, 569, 626. + + ~Imhotep~ 54, 194. + + ~Immisch~ 143, 618. + + ~Imuth~ 90, 313. + + ~Irenäus~ 245, 312, 662. + + ~Isidorus~ =209=, 227, 274, 327, 468, 492, 562, 564, 568, + 572, 587, 673. + + ~Isis~ =63=, 107, 111, =335=, 664. + + ~Israelson~ 183, 575, 603, 633, 644. + + ~Istars~ Höllenfahrt siehe Höllenfahrt der ~Istar~. + + ~I-Tsing~ 443, 444, 446, 454, 455, 623. + + + ~Jacob~ 353, 663, 665, 666, 673-677. + + -- P. L. 496, 503, 679, 689. + + ~Jacobus a Voragine~ 72, 244. + + ~Jacobs~ 654. + + ~Jacoby~ 74, 575, 587. + + ~Jaʾqubi~ 265. + + ~Jaeger~ 142, 145. + + ~Jamnes~ 68. + + ~Jaqut~ 299, 403, 411, 588. + + ~Jastrow~ 162. + + ~Jaubert~ 605. + + ~Jean Clopinel~ 501. + + ~Jebb~ 478. + + ~Jehan le Begue~ 479. + + ~Jellinghaus~ 500, 620, 676. + + ~Jennings~ 496. + + ~Jeremias~ =162=-172, 175, 176, 180, 184, 192, 212, 214, + 216, 219, 220, 246, 252, 347, 521, 528, 541, 574, 613. + + -- (Prophet) 615, 632. + + ~Jessen~ 201, 289, 532, 564. + + ~Jesus Sirach~ 194. + + ~Johannes~ =70=, 334, 343, 344, 346, 484, 664. + + ~Johannes~-Akten 72. + + ~Johannes Cassianos~ 294. + + -- ~Damaskenos~ 109. + + -- ~de Sancto Amando~ 412, 590, 638. + + -- ~Hispalensis~ 217. + + -- ~Platearius~ 638, 646. + + -- ~von Antiochia~ 289. + + ~Johannsen~ 619, 627. + + ~Jollivet-Castelot~ 512, 513. + + ~Jolly~ 430, 434, 437, 444, 446-448, 526. + + ~Jolowicz~ 604, 637. + + ~Joret~ 455. + + ~Josephus~ 668. + + ~Jourdain~ 358, 654. + + ~Julianus Apostata~ 534. + + ~Julien~ 461. + + ~Jülicher~ 74, 223. + + ~Jungius~ 599. + + ~Justi~ 174, 220, 511. + + ~Justinianus~ =106=, 111. + + ~Justinus~ 184, 185, 311, 313, 620. + + ~Juvenal~ 66, 181, 634, 668. + + + ~Kabbala~ 294, 336. + + ~Kahlbaum~-Gedenkschrift =271=, 307, 401, 404-406, 410, + 411, 418, 436, 437, 441, 447, 457, 486, 517, 531, 540, 543, + 550, 551, 554, 575, 581, 594, 606, 623, 629, 632, 638, 649, + 663. + + Kalewala 525, 546, 591, 629. + + Kalewipoeg 525, 546, 574, 591, 629. + + ~Kalîlah wa Dimnah~ 369. + + ~Kallab~ 658. + + ~Kallimachos~ 143, 330. + + ~Kallisthenes~ 491. + + ~Kanada~ 433. + + ~Kannegiesser~ 515. + + ~Kant~ 168. + + ~Kanteletar~ 591. + + ~Karabacek~ 418, 561, 593, 596. + + ~Karo~ 553, 554, 555. + + ~Kautzsch~ =155=, 185, 199, 200, 212, 220-223, 253, 311, + 312, 527, 531, 579, 633. + + ~Kaye~ 675. + + ~Kayser~ 215, 216, 218, 351, 394. + + ~Kedrenos~ 212, 294. + + ~Keim~ 214, 216, 250. + + ~Keller~ =200=, 234, 246, 266, 306, 498, 532, 667. + + ~Kelsos~ =214=, 216, 218, 222, 250. + + ~Kepler~ 676. + + ~Kern~ 124-126, 618. + + ~Khalid ibn Jazid ibn Muʾawijah~ 357-359, 483. + + ~Khem~ 65. + + ~Khumu~ 294. + + ~Khunrath~ 510, 646. + + ~Kiepert~ 562. + + ~Kiessling~ 536, 578, 584, 608. + + ~Kimas~ 65, 308, 398. + + ~Kircher~ 57, 288, 350, 510, 643. + + ~Klaproth~ 460. + + ~Kleanthes~ 145. + + ~Klebba~ 245, 312, 662. + + ~Klein~ 660. + + ~Kleopatra~ =50=, 67, 73, 84, 304, 310, 332, 343, 344, + 345, 353, 398, 404. + + ~Kliem~ 352. + + ~Klinckowström~ 299, 535, 551. + + ~Klinkenberg~ 617. + + ~Kluge~ 566, 600. + + ~Knaack~ 75, 126, 661. + + ~Kobert~ 271, 352, 446, 561, 581, 631, 632. + + ~Koch~ 467. + + ~Köchly~ 479. + + ~Koeber~ 401. + + ~Koelreuter~ 511. + + ~Köhler~ 251. + + ~Ko-Hung~ 457. + + ~Kolbe~ 657. + + ~Koldewey~ 668. + + ~Komarios~ 50, 51, 304, 338, 341-346. + + ~Kommentator~ 87. + + ~König~ 172, 247. + + -- ~Marchus~ 478. + + ~Kopp~ 1, 10, 28-31, 33, 49, 51, 64, 72, 85, 93, 96, 102, + 106-108, 119, 226, 227, 265, 275-290, 293-297, 300-303, + 312-314, =319=, 321-324, 327, 349, 357, 363, 377, 401, + 406, 429, 468, 477, 478, 482, 486-495, 504-507, 509-511, 573, + 597, 599, 640-642, 649-654, 679. + + ~Koran~ 252, 265, 311, 514. + + ~Kornemann~ 518, 524, 529. + + ~Kortum~ 511. + + ~Kosmas~ 107, 297, 343, 348. + + -- ~Indikopleustes~ 446. + + ~Kout~ 548. + + ~Krates~ 44, 251, 339, 344, =359=, 361, 363. + + ~Krates von Mallos~ 661. + + ~Krause~ 202, 272, 306, 327, 386, 536, 621, 633, 644. + + ~Krebs~ 262, 264, 268, 274, 531, 540. + + ~Kremer~ 357, 428, 464, 526, 527, 530, 547, 548, 576, 603, + 624-626, 637. + + ~Kreutzwald~ 525. + + ~Kreutzwald-Löwe~ 525. + + ~Kreutzwald-Neus~ 525. + + ~Kritodanus~ 208. + + ~Kriton~ 633. + + ~Kroker~ 509. + + ~Kroll~ 175, 183, 193, 201, 208, 210, 226, 228-234, 257, 286, + 288, 336, 338, 340, 349, 383, 621, 670. + + -- ~E.~ =196=-201, 229, 230, 234, 235, 238, 239, 242, + 243, 246, 251. + + ~Krone~ 66, 95. + + ~Kronfeld~ 245. + + ~Krüger~ 74, 223. + + ~Ktesias~ 201, 265, 525, 530, 536, 587, 601, 624. + + ~Kubitschek~ 291, 292, 352, 353. + + ~Kugler~ 122, =162=-167, 184, 306, 430, 450. + + ~Kuhnert~ 518, 576. + + ~Kunckel~ 510, 641. + + ~Kung~ 449. + + ~Kung-Fu-Tze~ 449. + + Kyraniden 211, 233, 384. + + + ~Labat~ 534. + + ~Labbé~ 654. + + ~Lactantius~ 181, 227, 311. + + ~Ladenburg~ 40, 51, 61, 359, 650. + + ~Lagarde~ 617. + + ~Lagercrantz~ =2=, 10, 12, 14, 22, 25, 26, 332, 650. + + ~Landauer~ 591. + + ~Lane~ 672. + + ~Langen~ 223. + + ~Langkavel~ 643, 645. + + ~Langlois~ 495, 500. + + ~Lao-Tze~ 450, 452, 454. + + ~Lapidario~ 215. + + ~La Porte du Theil~ 477, 652. + + ~Larfeld~ 672. + + ~Las Casas~ 570. + + ~Latte~ 556. + + ~Latz~ =289=, 485, 640. + + ~Laufer~ 444, 536. + + ~Laurentius Lydus~ 171. + + ~Laurie~ 262. + + Lautere Brüder s. Schriften der treuen Brüder. + + ~Layard~ 170. + + Leben ~Adams~ und ~Evas~ 223. + + -- ~Josefs~ des Zimmermanns 200. + + ~Leclerc~ =355=, 357, 358, =370=, 397, 399, 400-402, + 410, 654. + + ~Leemans~ 1, 2, 281, 301, 325. + + Legenda aurea 244. + + ~Legge~ 443. + + ~Lehmann~ 173, 174, 192, 496. + + ~Leibniz~ 507, 640. + + Leidener Papyrus =2=, =4=, 43, 45, 46, 67, 74, 94, 237, + 276, 278, 325, 330-332, 339, 348, 350, 468, 470, 471, 580, 634, + 660. + + ~Leipoldt~ 675. + + ~Leitzmann~ 511. + + ~Lemcke~ 498. + + ~Lemm~ 357, 613. + + ~Lenglet du Fresnoy~ 496, 654. + + ~Lenormant~ =164=, 165, 166, 168, 169, 173, 175, 213, + 234, 250, 306, 518, 521, 523, 531, 537, 541, 553, 556, 557, + 559, 578-581, 588, 589, 593, 596, 607-609, 612, 620, 622, 623. + + ~Lenz~ 384, 633, 643. + + ~Leo Africanus~ 429, 590, 636. + + ~Lepsius~ 4, 200, 246, 347, 530, 531, 611, 612, 613, 615. + + ~Lessing~ 468, 472, 473. + + ~Letronne~ 349. + + ~Leukippos~ 133, 138, 186, 307. + + Lex Cornelia de falsis 286, 290. + + ~Lexer~ 573. + + Lexikon der χρυσοποιία 32. + + ~Liä-Dsi~ 622. + + ~Libavius~ 510, 598, 600, 640, 641, 646. + + Liber de septuaginta 367. + + -- sacerdotum 484, 636. + + -- trium verborum 357. + + ~Lichtenberg~ 262, 351, 511, 522, 541. + + ~Liebig~ 512, 658. + + ~Lieblein~ 530, 531, 551, 631. + + ~Li-ki~ 451. + + ~Lilly~ 506. + + ~Lindemann~ 209, 562, 572, 593, 678. + + ~Linos~ 155, 236. + + ~Lionardo da Vinci~ 505. + + ~Lippert~ 519, 529, 538, 554, 557, 607, 608, 609. + + ~Lippmann~ =3=, 6, 11, 15, 50, 114, 134, 139, 188, 269, + 271, 272, 274, 283, 288, 303, 305, 314, 326, 332, 346, 348, + 352, 371, 377, 380, 381, 399, 407, 413, 417, 436, 446-448, 454, + =471-474=, 479, 480, 500, 501, 504-507, 528, 548, 570, + 571, 574, 576, 580, 589-595, 600-605, 612, 614, 616, 619, 623, + 630, 631, 633, 635, 638, 640-644, 650, 655, 660. + + ~Li-Schi-Tschin~ 385, 455, 595. + + ~Little~ 494. + + ~Littmann~ 673, 676, 680. + + ~Littré~ 642. + + ~Livius~ 479. + + ~Lobeck~ =35=, 124, 184, 185, 214, 216-218, 220, 226, + 325, 326, 334, 555, 569, 618, 654. + + ~Löhneyss~ 599. + + ~Lockwood~ 465. + + ~Lope de Vega~ 499. + + ~Lorinser~ 499. + + ~Loth~ 566. + + ~Löw~ 14, 22, 27, 666. + + ~Lucanus~ 324. + + ~Lucius~ 64, =207=, 208, 209, 662. + + ~Lucretius~ 518, 538, 616. + + ~Ludwig~ 548. + + ~Lukian~ 193, 235, 256, 536, 565, 618. + + ~Lull~ s. ~Raymund Lull~. + + ~Lüneburg-Huber~ 633. + + ~Lüring~ 655. + + ~Luschin v. Ebengreuth~ 292, 293, =465=, 525, 533, 535, + 570. + + ~Luther~ 310, 509. + + + ~Macauley~ 505. + + ~Mach~ 538. + + ~Mac Lintock~ 262. + + ~Madhara~ 438. + + ~Magister Salernus~ 638. + + ~Magnus~ 245. + + ~Mahesvara~ 438. + + ~Maigne d’Arnis~ 175, 244, 307, 481, 660, 661, 681. + + ~Maimonides~ 215, 254. + + Makkabäer, 4. Buch 155. + + ~Makrizi~ 256-258. + + ~Makrobius~ 235, 493. + + ~Maimonides~ 493. + + ~Manetho~ 55, 60, 208, 228, 326, 612. + + ~Manget~ 81, 496. + + ~Manilius~ =186=, 203, 205, =206=, 208, 234, 284, + 285, 286. + + ~Manu~ 439. + + ~Manuel Philes~ 536. + + Mappae clavicula 463, =469=, 561. + + ~Marbod~ 327, 334. + + ~Marc Aurel~ 145. + + ~Marcellus Empiricus~ 633. + + ~Marcianus~ 350, 353. + + -- ~Capellas~ 219, 536. + + ~Marco Polo~ 399, 417, 447, 528, 588, 593-596, 605, 614, 623, + 674. + + ~Marcus Graecus~ 363, 477. + + ~Marggraf~ 599, 600. + + ~Maria~ =46=, 48, 51, 69, 77-79, 84, 85, 92, 100, 113, + 308-310, 324, 341-343, 345, 361, 363, 398, 404. + + -- hl. 51. + + -- ~Kleophas~ 51. + + ~Marianos~ 358, 363, 407, 483. + + ~Marinos~ 358. + + ~Markos~ 46, =363=, 478. + + ~Markusch~, König von Ägypten 363, 478. + + ~Martial~ 33, 226, 273. + + ~Martianus Capellas~ 536. + + ~Martini~ 185. + + Martyrium ~Jesaias~ 223. + + ~Marx~ 266. + + ~Maspero~ 180, 261, 266, 268, 466, 610. + + ~Mathesius~ 573, 598, 599, 639. + + ~Matthaeus Parisienis~ 591. + + -- ~Platearius~ 606, 638. + + -- ~Sylvaticus~ 334, 638, 642, 645. + + ~Matthiolus~ 501. + + ~Mau~ 210, 233. + + ~Mayer~ 125, 219. + + -- E., 513. + + Maximaltarif 270. + + ~Mechithar~ 635. + + ~Mehren~ 213, 253, 255, 400, 403, 415, 636. + + ~Melanchthon~ 509. + + ~Melissos~ 129, 314, 317. + + ~Menon~ 483. + + ~Merrifield~ 323, 391, 462, =463=, 466-468, 470, 472, + 474, 479, 560, 562, 590, 606, 654, 657. + + ~Mersenne~ 600. + + ~Mesmer~ 512. + + ~Mesue~ 477, 491, 635, 638, 679. + + ~Metrodoros~ 661. + + ~Meyer~ =75=, 145, 150, 177, 193, 194, 232, 233, 266, + 329, 330, 485, 496, 511, 534, 651, 658, 661. + + ~Meyer, Ed.~ 55, 61, 65, 74, 75, =121=, 124, 126, 128, + 131, 162, 164-=180=, 181, 182, =185=-188, 202, + 224, 267, 268, 310, 328, 333, 348, 518, 520, =521=-533, + 538-546, 550-559, 575, 580-586, 593, 608-612, 615-621, 627, + 630, 631, 661. + + ~Meyerhof~ 355, 666, 673. + + ~Meyer-Steineg~ 552, 673. + + ~Mez~ 252. + + ~Michael Palaeologus~ 536. + + -- ~Scotus~ 514, 680. + + ~Migne~ 496, 566, 569, 642. + + ~Miklausz~ 473. + + ~Milman~ 289. + + ~Minucius Felix~ 185, 334. + + ~Mirjam~ 46. + + ~Mithras~ 77, 205. + + Mithras-Liturgie 249. + + ~Moehsen~ 29, 275, 429, 465, 534, 641. + + ~Moissan~ 648. + + ~Molmenti~ 566. + + ~Mommsen~ =115=, =172=, 190-194, 228, 270, 290, 292, + 662. + + ~Monardes~ 407. + + ~Mongez~ 632. + + ~Montelius~ 545, 555-557, 578, 612, 616, 621, 623, 626, 628. + + ~Montfaucon~ 654. + + ~Morhof~ 294, 473, 511, 561, 640, 654. + + ~Morienes~ =358=, 407, 482, 483. + + ~Morveau~ 632. + + ~Moschopulos~ 676. + + ~Moses~ 46, =68=, 74, 77, 78, 107, 113, 155, 194, 334, + 344, 497, 579, 664. + + -- ~Maimonides~ 244. + + -- ~von Chorene~ 213. + + ~Mötefindt~ 551. + + ~Movers~ 588. + + ~Much~ 545. + + ~Muir~ 494. + + ~Mülder~ 582. + + ~Müller~ 158-160, 627, 666. + + -- A. 383, 397. + + -- S. 628. + + -- W. M. 580. + + ~Muratori~ 467, 560. + + ~Musaios~ 236. + + ~Mutenabbi~ 604, 637. + + Mysterien-Spiele 506. + + + ~Nabarawi~ 299. + + ~Nagarjuna~ 436, 437, 442, 445, 447. + + ~Nallino~ 356. + + ~Nandi~ 439. + + ~Narahari~ 440-442, 447, 588. + + ~Natorp~ 601. + + ~Nechepso~ 66, 183, 184, 187, 194, 203, 208, 220, 324, 329, + 334, 669. + + ~Neilos~ 337. + + ~Nesselmann~ 626. + + ~Nestle~ =121=, 127, 195, 283, 328, 483. + + ~Nestorios~ 160. + + ~Neumann~ 216, 547, 557, 559, 577, 592. + + ~Newton~ 5, 464. + + ~Niebuhr~ 635. + + ~Nies~ 202, 327, 630, 632, 633, 644. + + ~Niese~ 525. + + ~Niesen~ 291. + + ~Nikander~ 643. + + ~Nikephoros~ =110=. + + ~Nikolaos~ 491, 638. + + ~Nikomachos~ 334. + + ~Nilsson~ 171, 178, 186, 187, 554, 669. + + ~Nizami~ 213, 214, 383, 385, 386. + + ~Nöldeke~ 167, 171, 252, 676. + + ~Nork~ 549. + + ~Numenios~ 155, 229. + + + ~Oberhummer~ 325. + + ~Ochoa~ 499, 500, 640. + + Oden ~Salomons~ 200, 222, 309, 323. + + ~Oefele~ 541. + + ~Oenopides von Chios~ 186. + + ~Oestrup~ 420. + + ~Oken~ 512. + + ~Olck~ 270, 339, 549, 572, 643. + + ~Oldenberg~ 266, =305=, 430, =431=-433, 624, 630. + + ~Olivet~ 662. + + ~Olshausen~ 619. + + ~Olympiodoros~ 38, 40, 46, 48, 58, 60-63, 65, 67, 87, 93, + =98=, 106, 107, 216, 265, 272, 294, 302, 303, 307-309, + 323, 341-346, 483. + + -- der jüngere 161. + + ~ʿOmar Alkhajjam~ 426, 604. + + ~Omerus~ 662. + + ~Ongania~ 566. + + ~Oppert~ 169, 170, 437, 608, 623. + + -- ~G.~ 430, 436, 441, 594. + + Oracula chaldaica 250. + + Orakel des ~Apollon~ 73, 303. + + -- -- ~Orpheus~ 61. + + ~Oreibasios~ 483, 603. + + ~Origenes~ 66, 200, 216, 240, 515. + + ~Orpheus~ 74, 155, 178, 194, 208, 223, 235, 236, 334, 384. + + Orphiker =124=. + + Orphische Hymnen 203. + + ~Orth~ 532. + + ~Osiris~ 64, 88. + + ~Osron~ 363, 425. + + ~Ostamahis~ 383. + + ~Ostanes~ 31-34, 37, 46, 50, 51, 66, 67, 70, 77, 97, 113, 182, + 194, 251, 253, 296, 309, 328, 331, 333, 339, 342, 343, 345, + 346, =362=, 383, 425, 494. + + -- ~Alrumi~ 398. + + ~Otto~ =55=, 61, 64, 78, 182, 183, 226, 229, 234, 240, + 267, 268, 279. + + -- ~von Cremona~ 638. + + ~Ovid~ 181. + + + ~Pabapnidos~ 91. + + ~Pagel~ 245, 330, 412, 590, 638. + + -- -~Sudhoff~ 434, 451, 511, 635. + + ~Palissy~ 503, 620. + + ~Palladius~ 549, 561, 654. + + ~Pallas~ 526. + + ~Pammenes~ 5, 25, =46=, 206. + + ~Panaitios~ 145, 151. + + ~Panodoros~ 31, 75, 289. + + ~Paphnuthia~ 50, 337. + + ~Pappos~ 64, =107=. + + Papyrus ~Ebers~ 12, 305, 325, 401, 520, 592, 612, 631. + + -- ~Harris~ 264, 520, 531, 570, 580. + + -- ~Kenyon~ =73=, 272, 292, 331, 353, 471, 634, 662. + + -- ~Mimaut~ 211, 232, 348. + + -- ~Rainer~ 265. + + -- von Hermopolis 227. + + -- ~Westcar~ 262, 268. + + ~Paracelsus~ 508, 509, 534, 597, 600, 606, 639, 640. + + ~Paris~ 494. + + ~Parmenides~ =129=, 199, 294, 315, 316, 667. + + ~Parry~ 429. + + ~Parthey~ 200, 211, 228, 240, 349. + + ~Partsch~ 558. + + ~Patanjali~ 435, 446. + + ~Patsch~ 532. + + ~Paul~ 591. + + ~Pauli~ 620. + + ~Paulos Aigineta~ 58, 327, 353, 603, 633. + + ~Paulus~ 195, 198, 200, 236. + + -- ~Diaconus~ 562. + + ~Pausanias~ 215, 216, 534, 549, 554, 619. + + ~Pauthier~ 588. + + ~Pedemontanus-Ruscelli~ 639. + + ~Pegolotti~ 590. + + ~Pelagios~ 37-39, 87, =93=, 341, 342, 344-346, 649. + + ~Peltzer~ 573. + + ~Pen-Tsao~ 455, 456. + + ~Percy~ 170. + + ~Perdrizet~ 73. + + ~Periers~ 503. + + ~Periplus~ 572, 587, 632, 633. + + ~Perna~ 496. + + ~Perret~ 625. + + ~Petasios~ 67, 103, 341, 342. + + ~Peters~ 504, 509, 640. + + ~Petersen~ 191, 680. + + ~Petesis~ =67=, 89, 90, 103. + + ~Petit~ 599, 600. + + ~Petosiris~ 66, 183, 184, 187, 194, 203, 208, 220, 329, 334, + 668, 669. + + ~Petrarca~ 504. + + ~Petronius~ 30, 184. + + ~Petrus Martyr~ 534. + + ~Pettazzoni~ 593. + + ~Pfeiffer~ 188, =204=, 563, 666-670, 674. + + -- -~Strobl~ 507. + + ~Pfizmaier~ 452, 456, 460, 530, 546, 547, 589, 605, 622, 623. + + Pflanzen der 7 Planeten 232. + + ~Pfleiderer~ 123. + + ~Pherekydes~ 126, 127, 186, 316. + + ~Philipp~ 562, 680. + + ~Philippos~ 601. + + -- ~Solitarios~ 109. + + -- ~von Opus~ 135. + + ~Philo Judaeus~ =156=. + + ~Philolaos~ 127, 128, 186, 187, 195, 315, 316, 317. + + ~Philoponos~ 160. + + ~Philosophus Anonymus~ 37, 38, 71, 87, =106=, 227, 343, + 346. + + -- ~Christianus~ 37-39, 48, 60, 64, 67, =102=, 106. + + ~Philostratos~ 184, 212, 678. + + ~Philo von Alexandria~ 149, =156=, 158, 175, 184, 195, + 203, 210, 214, 229, 230, 231, 242, 244, 254, 269, 270, 306, + 316, 317, 319, 432, 661. + + ~Phimenas~ 25. + + ~Phimenes~ 5, 46. + + ~Photios~ 98, 263. + + ~Physika~ 313. + + ~Physiologus~ 674. + + ~Pibêchios~ 44, 66, 77, =94=, 97, 303, =339=, 345, + 359, 363, 381. + + ~Picatrix~ 514, 680. + + ~Piccolpasso~ 639. + + ~Pick~ 273. + + ~Pietschmann~ 153, 194, =225=, 226, 228, 257, 258, 301, + 328, 335, 337, 347, 644. + + ~Pigafetta~ 448, 589. + + ~Pindar~ 126, 211, 216, 644. + + ~Pinner~ 608, 632, 633. + + ~Pischel~ 19, 433, 469, 665. + + Pistis Sophia =198=, 227, 240, 241, 242, 244, 273, 323, 350, 643. + + ~Pizzimenti~ 31, 93, 96, 103, 105, 109, 653. + + ~Place~ 668. + + ~Placidus~ und ~Timeo~ 500. + + ~Platearius~ 491. + + ~Platon~ 35-37, 77, 90, 98, 105, 106, 120-123, 126, + =134=, 145, 155-158, 161, 186-188, 194, 197, 203, 204, + 211, 215, 219, 225, 227, 228, 244, 250, 253, 258, 269, 280, + 283, 314-321, 342, 361, 366, 368, 381, 383, 400, 410, 491, 506, + 571, 606, 619, 650, 661, 664, 666. + + ~Plautus~ 315, 572. + + ~Plinius~ 8, 14, 19-22, 25, 28, 30, 35, 39, 42, 49, 65-68, 73, + 94, 98, 106, 113, 167, 184, 190, 195, 201, 207, 214, 227, 244, + 262, 264, 308, 324-331, 334, 384, 386, 395, 469, 518, 523, 524, + 532, 533, 536, 537, 542, 549, 555, 562-568, 572-575, 583-587, + 592, 602, 607, 614, 620-624, 631-633, 644. + + ~Plotinos~ =158=, 160, 230, 236, 249, 302, 315, 316, 317, + 318, 371, 402, 432, 661. + + ~Plutarch~ 100, 146, 154, 184, 185, 219, 244, 245, 274, 300, + 304, 305, 326, 555, 563, 612, 618. + + ~Poggendorff~ 406. + + ~Poisson~ 477, 490, 496. + + ~Pokorny~ 627, 628. + + ~Polack~ 578. + + ~Pollack~ 273. + + ~Pollux~ 272, 572, 633, 644. + + ~Polybios~ 586. + + Pontificale romanum 569. + + ~Poppe~ 641. + + ~Poppelreuter~ 673. + + ~Porphyrios~ 160, 199, 214, 242, 249, 337, 383, 432, 567, 661, + 667. + + ~Porta~ 477. + + ~Poseidonios~ 30, 145, 151, 154, 196, 199, 205, 206, 229, 238, + 239, 331, 548, 583, 586. + + ~Pott~ 295, 297, 298, 300, 301, 561. + + ~Poyo~ 499. + + ~Prantl~ =119=, 145, 150, 154, 159, =314=, 318, 324. + + ~Praphulla Chandra Rây~ 430 (s. ~Rây~). + + ~Preisendanz~ 94, 244, 249, 618. + + ~Prellwitz~ 306. + + ~Prescott~ 550. + + ~Price~ 511. + + ~Prinz~ =162=, 163, 169, 178, 180, 192, 219, 225, 265, + 347, 668. + + Prognostika des ~Demokritos~ 329. + + ~Proklos~ 160, 211, 215, 216, 551. + + ~Prokop~ 289. + + Prophezeiungen des ~Cham~ 294. + + ~Prüfer~ 673, 681, 682. + + ~Prutz~ 567. + + ~Psellos~ 108, =109=, 265, 334. + + Pseudepigraphen =53=, =221=. + + ~Pseudo-Apuleius~ 214. + + -- -~Aristoteles~ 401, 489, 494, 554, 570, 571, 592. + + -- -~Avicenna~ 71, 407, 485, 492, 494. + + -- -~Demokritos~ 25, =27=, 32, 279, =327=, 359, + 388, 389, 483, 634, 660, 662, 665, 674 (s. ~Demokritos~). + + -- -~Geber~ =485= (s. ~Geber~). + + -- -~Kallisthenes~ 213. + + -- -~Moses~ =68=, 71, 273, 309, 326, 470, 471, 664. + + -- -~Orpheus~ 329, 334. + + -- -~Platon~ 480, 662. + + -- -~Pythagoras~ 329, 371. + + -- -~Razi~ 485, 489, 492. + + ~Ptolemaios~ 76, 204, 208, 210, 211, 213, 219, 285, 323, 365, + 586, 662, 670. + + ~Puchstein~ 518. + + Pupille der Welt 232. + + ~Puschmann~ 233, 245, 272, 333, 334, 434, 439, 444-446, 448, + 452, 460, 595, 633. + + Pythagoräer =126=. + + ~Pythagoras~ 74, =123=, 126, 127, 137, 153, 155, 158, + 178, 194, 204, 209, 227, 228, 235, 253, 258, 319, 334, 361, + 365, 367, 371, 400, 404, 432, 491, 662, 664. + + ~Pytheas~ 585, 586. + + + ~Qazwini~ 213, 514, 527. + + ~Qalqaschandi~ 265, 282, 636, 677. + + ~Quattrami~ 646. + + Quecksilber-System 438, 447. + + Quellenschriften f. Kunstgeschichte 463, 654, 657. + + + ~Rabbi Moses~ 244, 493. + + ~Rabelais~ 503, 565, 569, 661, 679. + + Ramâyana 623. + + ~Rapp~ 201. + + ~Rasakalpa~ 439, 446. + + ~Rasaratna~ 438, 440. + + Rasârnara 437, 438. + + Raseçvara 438. + + ~Rathgen~ 261, 540, 551. + + Rätsel vom philosophischen Steine 62. + + ~Rawlinson~ 169. + + ~Rây~ 353, =430=-448, 459, 547, 595, 623, 624. + + ~Raymund Lull~ 471, 481, 490, =494=, 499, 505, 639, 654. + + ~Reber~ 607. + + ~Reckendorf~ 682. + + ~Regis~ 503, 565, 661. + + ~Regling~ 291, 522, 525, 527, 528, 531, 533, 540, 542, 544, + 619. + + ~Rehm~ 164, 188, 306. + + ~Reil~ =48=, =261=, 269, 270, 273-275, 540, 581, 631. + + ~Reinaud~ 253, 403, 588, 592. + + ~Reinesius~ 76, 654. + + ~Reinhardt~ 182, 661. + + ~Reinthal~ 525. + + ~Reisch~ 563. + + ~Reiske~ 485. + + ~Reitemeyer~ 590, 635. + + ~Reitzenstein~ =46=, =178=, =179=, + =180=-183, =192=, 194-=199=, 200-202, 210, 211, + 214, 216, 225-231, 233, 234, 237, 238, 240, 244-246, 250, 251, + 253, 254, 257-=259=, 282, 298, 301, 306, 310, 334-340, + 348, 356, 370, 371, 648, 659, 660, 663-666, 669-671. + + ~Renan~ 51, 650, 654. + + ~Rescher~ 672, 673, 678. + + ~Respours~ 599. + + ~Retemeyer~ 257, 258, 265. + + ~Reusch~ 564. + + ~Reuther~ 537. + + ~Reuvens~ 1, 2, 10. + + ~Rey~ 599, 600. + + ~Rhousopoulos~ 271, 307, 531, 533, 543, 554, 575. + + ~Richter~ 108, 208, 216, 248, 534, 567, 642. + + ~von Richthofen~ 455, 559, 589. + + ~Ridwan~ 410, 412. + + ~Riess~ 6, 70, 94, 96, 151, 182, 183, 185, 186, 188, 203-208, + 210, 275-277, 280, 284, 285, 287, 288, 297, 306, 314, 322, 324, + 330, 331, 333-335, 337, 340, 569, 622, 649, 650. + + ~Rigvêda~ 224, 623. + + ~Rimes~ 361. + + ~Rinaldi~ 679. + + ~Rinne~ 631. + + ~Ritter~ 677, 678. + + ~Rivero~ 630. + + ~Robert~ 48, 618. + + -- ~von Chartres~ 358. + + -- -- ~Chester~ 358. + + -- ~Greathead~ 465. + + -- ~de Retines~ 358. + + ~Robertus Castrensis~ 358. + + ~Roeder~ 64, 178-181, 281, 326, 337, 576, 612, 670. + + ~Rohde~ =61=, 123, 124, 180, 197, 233, 265, 383, 518, + 587, 662. + + ~Rohden~ 288. + + ~Röhricht~ 567. + + ~Roja~ 640. + + ~Rolfink~ 510. + + Roman de la rose 500. + + Rosarium philosophicum 482. + + ~Roscher~ 126, =167=, 168, 171, 184, 187, 188, 195, 196, + 206, 210, 212, 216, 217, 220, 224, 225, 233, 246, 306, 563, 576. + + ~Rosen~ 427. + + ~Rosenzweig~ 213, 428, 638. + + ~Rosinos~ 361, 483. + + ~Rosinus~ 361, 483. + + ~Ross~ 607. + + ~Rossbach~ 124, 202, 262, 272, 306, 334, 644. + + ~Rossello~ 467. + + ~Rossignol~ 533, 536, 542, 543, 549, 555, 560, 563, 571, 572, + 573, 587, 591, 617, 654. + + ~Roters~ 577. + + ~Roth~ 436. + + ~Rothscholz~ 510, 568, 636. + + ~Rozmital~ 590. + + ~Rubinus~ 483. + + ~Rückert~ 265, 311, 425, 426, 614, 637. + + ~Rudakî~ 425. + + ~Ruellius~ 536, 643. + + ~Rufinus~ 191, 281, 292, 304. + + ~Ruge~ 615. + + ~Rulandus~ 642, 654, 660. + + ~Rupe~ 621, 627. + + ~Rusem~ 361. + + ~Ruska~ =213=, =214=-216, 264, 272, 296-298, + =358=, 361, 370, 378, =382=, 386, 397, 399, 407, 408, + 412, 414, 448, 474, 478, 489, 532, 570, 605, 636, 638, 642, + 645, 646, 650, 658, 663, 665, 672-678, 681. + + ~Rüstow~ 479. + + ~Rzach~ 617. + + + ~Sacchetti~ 679, 681. + + ~Sachau~ 176, 253, 407, 408, 435, 634. + + ~Saʾdi~ 73, 426, 626. + + ~Sadowski~ 578, 584. + + ~Saladin d’Asculo~ 679. + + ~Salah Addin~ 594. + + ~Salmanas~ 4, =108=, 113, 666. + + ~Salmasius~ 3, 29, 32, 34, =65=, 76, =207=, 213, + 214, 217, 219, 220, 234, 245, 246, 254, 275, 278, 327, 350, + 351, 352, 653, 654, 674. + + ~Salomon~ 63, 91, 92, 194. + + ~Sammonicus~ 245. + + ~Sanchuniathon~ 56. + + ~Sangadhara~ 442. + + ~Sarre~ 677. + + ~Sattler~ 573. + + ~Saumaise~ s. ~Salmasius~. + + ~Saussure~ 450. + + ~Saxl~ 513, 514. + + ~Scaliger~ 284, 477, 653, 654. + + ~Scarron~ 639. + + ~Schack~ 426, =464=, 498, 499, 514. + + ~Schad~ 534. + + ~Schaefer~ =96=, 281, 286, 292, 300. + + ~Schäfer~ 592. + + ~Schaeffer~ 498, 499, 500. + + ~Schahristani~ 215, 254, 256, 257, 258. + + ~Schaube~ 590, 605. + + ~Schedel~ 564. + + ~Scheftelowik~ 163, 173, 194. + + ~Scheible~ 640. + + ~Scheibler~ 508. + + ~Scheil~ 668. + + ~Schein~ 531. + + ~Schellhas~ 519. + + ~Schelling~ 512. + + ~Schenkl~ 120. + + ~Scheube~ 452, 460. + + ~Schiefner~ 525, 546, 629. + + ~Schiff~ 620. + + ~Schi-ki~ 450. + + ~Schi-king~ 450, 451. + + ~Schindler~ 496. + + ~Schirazi~ 664. + + ~Schlechta~ 73, 426, 427, 637, 665. + + ~Schleiden~ 584. + + ~Schlemm~ 557, 589, 628. + + ~Schliemann~ 522, 601. + + ~Schliz~ 546. + + ~Schlosser~ 466, 515, 569, 658. + + ~Schlüssel~ 231. + + ~Schmidt~ 35, 109, =178=, 198, 227, 234, 241, 242, 246, + 273, 284, 325, 350, 353, 388, 509, 517, 523, 562, 568, 581, + 618, 643, 644, 649, 666, 678, 680. + + ~Schmieder~ =58=, 275, 277, 280, 287, 289, 326, 357, 429, + 489, 496, 504, 512. + + ~Schneider~ 493, 497, 590, 634, 654, 668, 670, 672, 680, 681. + + ~Schnittgen~ 535, 537. + + ~Schöll~ 477. + + ~Schrader~ 164, 168, 180, 388, =517=-520, 522-538, + 541-546, 548, 552-563, 566, 568, 572-582, 587-591, 600, + 608-623, 626-629, 678. + + ~Schricke~ 669. + + Schriften der treuen Brüder =213=, 215, =257=, 260, 299, + 351, =369=, 488, 566, 675. + + Schrift von der Welt 316, 317. + + ~Schröder~ 599. + + ~Schroeder~ 124, 265. + + ~Schubart~ 660. + + ~Schuchardt~ 522. + + ~Schu-king~ 450, 451. + + ~Schulten~ 525, 529, 544, 575, 580, 583, 584, 601, 627. + + Schule von Salerno 606. + + ~Schultz~ =201=, 214, 224, 237, 240, 241, 244-246, 266, + 311, 336, 562, 662. + + ~Schultze~ 511, 550, 623, 624. + + ~Schunk~ 681. + + ~Schwally~ 201. + + ~Schwartz~ 170. + + ~Schwarz~ 681. + + ~Schweigger~ 531, 572. + + ~Schweinfurth~ 453. + + ~Schwenter~ 535. + + ~Schwenzner~ 552, 613. + + ~Scribonius Largus~ 632, 644. + + ~Sêal~ 432, 433, 436, 437. + + ~Seeck~ 209, 290, 291, 292, 293, 518. + + ~Seidel~ 202, 297, 636, 677, 681. + + ~Seler~ 675. + + ~Seligmann~ 496, 569, 597, 601, 608, 618, 631. + + ~Semler~ 511. + + ~Semper~ =170=, 262, 273, 470, 519, 576, 578, 580. + + ~Seneca~ 30, 145, 181, 200, 331. + + Septuaginta 296, 632, 633. + + ~Serapion~ 604, 606, 635, 638, 645. + + ~Sergius von Resaina~ 298, 355, 389. + + ~Servius~ 220, 542. + + ~Sethe~ 192, 234, 301, 337, 350, 666. + + ~Sextus Placitus~ 662. + + ~Severus bar Schakku~ 678. + + ~Seybold~ 382, 411, 554. + + ~Shakespeare~ 506, 565. + + ~Sibyllinen~ 533. + + Sibyllinische Weissagungen 62, 155, 185, 194, 220, 222, 310. + + ~Sidrach~ 500, 620, 676. + + ~Siecke~ 224, 521. + + ~Sierke~ 512. + + ~Silberer~ 496. + + ~Silius Italicus~ 533. + + ~Sillig~ 30, 653. + + ~Simon Januensis~ 638, 642, 645. + + ~Simplikios~ 160, 315, 316, 317. + + ~Simrock~ 509, 628. + + ~Sindbad~ 423, 588. + + ~Siret~ 584. + + ~Sitos~ 91. + + ~Sittig~ 593. + + ~Skutsch~ 208, 286, 288, 349, 556, 576, 587, 621. + + ~Skymnos von Chios~ 583. + + ~Smith~ 550, 551. + + ~Snouck-Hurgronje~ 428. + + ~Sokrates~ 365, 383, 664. + + ~Solinus~ 618. + + ~Solorzana~ 500. + + ~Soltau~ =195=, 223, 225, 227, 235-238, 247, 249. + + ~Somadeva~ 439, 571. + + ~Sontheimer~ 412, 604, 635, 636. + + ~Sophar~ 425. + + ~Sophokles~ 532, 617. + + ~Soranus~ 633. + + ~Spartianus~ 548. + + ~Speck~ 535, =581=-589. + + ~Speusippos~ 135. + + Sphaera des ~Demokritos~ 45, 74. + + ~Spiegelberg~ 183, 350, 682. + + ~Spitta~ 676. + + ~Sprengel~ 22, 275, 281, 340, 485, 640, 643, 653. + + ~Stadler~ 270. + + ~Stahl~ 485, 510, 640, 641. + + ~Stahr~ 654. + + ~Stapleton~ 486. + + ~Statius~ 673. + + ~Staunton~ 596. + + Steinbuch des ~Aristoteles~ 214-216, 265, 296, 297, 334, + =382=, 392, 397, 415, 636, 658. + + ~Steindorf~ 347. + + ~Steinschneider~ 309, 377, 402, 486, 489, 496, 657, 661. + + ~Stephanides~ 19, 53, 71, 295, 296, 329. + + ~Stephanos von Alexandria~ 51, 63-65, 77, =103=, 106-108, + 216, 219, 227, 228, 294, 304, 323, 341-344, 349, 350, 489, 581. + + -- ~Byzantios~ 302. + + -- ~Magnetes~ 534. + + ~Stephanus~ 653, 654. + + ~Streuding~ 224, 225, 564. + + ~Stillmann~ 487. + + Stockholmer Papyrus 2, =10=, 75, 272, 276, 279, 326, 330, 332, + 650, 660. + + ~Stoll~ 288, 424, 519, 526, 535, 538, 564, 609, 610, 614, + 622, 623, 626, 630, 631. + + ~Strabon~ 167, 192, 289, 316, 518, 525, 526, 543, 547, 578, + 584, 585, 586, 678. + + Straßburger Kosmogonie 231. + + ~Straton~ 139, 142, 144, 197. + + ~Strobl~ 573. + + ~Suchier~ 500, 582. + + ~Suchten~ 641. + + ~Sudhaus~ 175. + + ~Sudhoff~ 233, 330, 465, 487, 508, 509, 606, 616, 628, 631, + 633, 638, 644, 646, 648, 662, 670, 672, 676, 679, 682. + + ~Sueton~ 206. + + ~Suidas~ 66, 75, 227, 289, 293, 296, 300. + + ~Suphan~ 680. + + ~Susruta~ 434, 435, 437, 447. + + ~Suter~ 217, 353. + + ~Synesios~ 31, 32, 36, 37, 59, 66, =96=, 324, 331, 332, + 337, 342, 344, 345, 391, 424, 471, 489, 653. + + ~Synkellos~ 300, 307. + + Syrische Schriften =388=. + + ~Szanto~ 349. + + + ~Tabernaemontanus~ 643. + + Tabula smaragdina 57, 228, 663. + + ~Tacitus~ 5, 46, 185, 206, 207, 576, 627. + + Tafeln des ~Demokritos~ 329. + + -- -- ~Hermes~ 56. + + Tafel von Memphis 57. + + ~Takakasu~ 443, 454. + + Talmud 605. + + ~Tantras~ 438, 595. + + ~Tao-teh-king~ 450. + + Tarif des ~Diokletian~ 291. + + Taten des Apostels ~Thomas~ 311. + + Tausendundeine Nacht =213=, 299, 311, 411, =420=, 428, 550, + 566, 605, 637, 678. + + Technische Abhandlungen =110=. + + ~Tertullianus~ 29, 209, 226, 312, 313, 334, 633. + + Testamente der 12 Patriarchen 200, 223. + + ~Teukros von Babylon~ 237, 356, 515. + + ~Thaʾalibi~ 604, 625. + + ~Thabit ben Qurra~ 253, 514. + + ~Thales~ =121=, 133, 383, 664. + + ~Themistios~ 287. + + ~Theodoret~ 191. + + ~Theodosios~ 95. + + ~Theokritos~ 569. + + Theologie des ~Aristoteles~ 158. + + ~Theophilos~ 307. + + ~Theophilus Presbyter~ 467, 468, 470, 471, =473=, 569, + 590. + + ~Theophrastos~ 11, 14-16, 22, 50, 102, 139, 142, 144, 151, + 186, 201, 262, 269, 272, 283, 306, 315, 316, 323, 383, 384, + 524, 536, 554, 575, 586, 601, 602, 621, 643, 678. + + -- ~Christianos~ =108=. + + ~Theosebeia~ 50, 90, 92. + + ~Thibaut~ 430, 431. + + ~Thölde~ 640, 641. + + ~Tholuck~ 427. + + ~Thomas von Aquino~ 72, 490, =493=, 497, 515, 590, 634, + 668, 670, 672, 680, 681. + + ~Thot~ 182, 194, 199, 322. + + ~Thulin~ 564, 615. + + ~Thurneisser~ 534, 635. + + ~Tibull~ 184, 185, 669. + + ~Ticknor~ 464, 498, 499. + + ~Tifaschi~ 678. + + ~Timaios~ 585, 586. + + ~Tinkalos~ 356. + + ~Tittel~ 269. + + ~Tkač~ 526, 587. + + ~Tomaschek~ 266, 578, 629. + + Totenbuch 178, 180, 338. + + Treue Brüder s. Schriften der treuen Brüder. + + ~Trimberg, Hugo von~ 673. + + ~Trithemius~ 508, 534, 640. + + ~Tropfke~ 353. + + ~Tschirch~ 112, 325, 434, 455, 456, 605, 635, 638, 643. + + ~Tümpel~ 188, 201, 532, 618. + + Turba Philosophorum 48, 483, 636. + + ~Turner~ 624. + + ~Turquet de Mayerne~ 639. + + + ~Ukert~ 654. + + ~Ulstad~ 606. + + ~Unger~ 191, 212. + + ~Unsuri der Perser~ 604. + + Upanischaden 431, 624. + + ~Usener~ =103=, 104, =185=, 187, 191, 196, 227, 233, + 240, 288, 301, 324, 349, 350, 532. + + + ~Vaghrata~ 434, 435. + + Vaiçeshika-System 433. + + ~Vaijayanti~ 437, 442. + + ~Valentini~ 599. + + ~Valerius Maximus~ 153, 205, 226, 556. + + ~Van Helmont~ 510. + + ~Van Leersum~ 447. + + ~Van Linschoten~ 596. + + ~Vansleb~ 428. + + ~Varamihira~ 435. + + ~Varro~ 538, 549, 568. + + ~Vasco de Gama~ 579. + + ~Veden~ 430, 623. + + ~Vegetius~ 493. + + ~Veil~ 184, 185, 311. + + ~Venantius Fortunatus~ 590. + + ~Vendidad~ 578. + + ~Veranzio~ 568. + + ~Vergil~ 210, 220, 533, 549, 572, 661. + + ~Verrius Flaccus~ 562. + + ~Vettius Valens~ 171, 172, 183, 208, 210, 213, 216, 220, 668. + + ~St. Victor~ 72. + + ~Vigne~ 266. + + ~Villanova~ s. ~Arnaldus von Villanova~. + + ~Villena~ 498. + + ~Vincentius Bellovacensis~ 377, 481, 482, 489, 490, 492, 638, + 656. + + ~Vindonionios Anatolios~ 483. + + ~Virgil~ s. ~Vergil~. + + ~Visser~ 233. + + ~Vitalis de Furno~ 568, 605. + + ~Vitruv~ 30, 44, 102, 167, 518, 524, 549, 602. + + ~Vogel~ 589, 623, 625, 629, 681. + + ~Vogeler~ 566, 569. + + ~Voigt~ 511. + + ~Volhard~ 215, 300, 512. + + ~Voss~ 266, 288, 583. + + ~Vossius~ 288. + + ~Vrinda~ 436, 447. + + ~Vullers~ 407, 665. + + + ~Wachsmuth~ 288. + + ~Wagler~ 643. + + ~Wagner~ 124, 126, 130, 151. + + ~Waite~ 508. + + ~Waltz~ 507. + + ~Warnefried~ 562. + + ~Waser~ 124-126. + + ~Wattenbach~ 591. + + ~Way~ 562. + + ~Way~sches Manuskript 470, 471. + + ~Weber~ 312. + + ~Wecker~ 266, 431, 432, 588. + + ~Wedding~ 608. + + ~Wedel~ 510. + + ~Weeren~ 608. + + ~Weidlich~ 151, 329. + + ~Weidner~ 163, 528. + + ~Weil~ 406, 486. + + ~Weinreich~ 664. + + ~Weir~ 252. + + Weisheit des ~Hermes~ 55. + + -- ~Salomons~ 155, 194, 222, 309. + + ~Weiss~ 525, 529, 677. + + ~Weissbach~ 169, =262=-268, =398=, 520, 522, 527, + 528, 553. + + ~Weitz~ 192. + + ~Weizsäcker~ 188. + + ~Welling~ 496. + + ~Wellmann~ 25, 126, 132, 197, 236, 288, 328-331, 334, 483, 674. + + Weltschöpfungsepos 168. + + ~Weniger~ 234. + + ~Wensinck~ 311. + + ~Wentzel~ 233, 483. + + ~Wernicke~ 126, 196, 233, 234, 246, 266. + + ~Wessely~ 2, 73, =94=, 201, 219, =227=, 237, 240, + 241, 246, 249, 273, 291, 305, 339, 353, 466, 469, 532, 535-537, + 556, 557, 569, 618, 659, 664-666, 674. + + ~Wickenhauser~ 428, 638. + + ~Wide~ 187. + + ~Wiedemann, A.~ =55=, 71, 177, 179-182, 211, 234, 244, + 262, 530, 540, 631. + + ~Wiedemann, E.~ =172=, 216, 257, 258, 299, 300, 357, 370, + 377, =398=, 406-410, 414-418, 422, 424, 428, 486, 489, + 498, 527, 548, 565, 603, 623, 624, 636, 663, 668, 670, 675-678. + + ~Wiegleb~ 275, 289, 467, 496, 497, 504, 507, 510, 511. + + Wiener Quellenschriften 463. + + ~Wilamowitz-Möllendorff~ 291. + + ~Wilcken~ 288. + + ~Wilhelm~ 622. + + ~Willers~ 274, 555, 556, 560, 567, 568, 573, 574, 587, 593. + + ~Wilser~ =525=, 530, 548, 557, 577, 628. + + ~Windelband~ =122=, 123, 127-135, 138-142, 144-150, + 152-156, 159, 197, 247. + + ~Winkler~ 247. + + ~Wirnt von Gravenberch~ 626. + + ~Wissowa~ 207, 621. + + ~Woermann~ 569, 564, 571, 622, 624. + + ~Wolff~ 485, 532. + + ~Wolfram von Eschenbach~ 266. + + ~Wollheim~ 169, 300. + + ~Wöhler~ 657. + + ~Wörner~ 564. + + Wundergeschichten 459. + + ~Wundt~ 167. + + ~Wünsch~ 26, 104, 192, 203, 219, 241, 576, 662. + + ~Wurzer~ 512. + + ~Wüstenfeld~ 265, 283, 357, 358, 401, 412, 422, 485, 625, 636, + 654, 675. + + + ~Xenokrates~ 106, 135, 141. + + -- ~von Aphrodisias~ 330. + + ~Xenophanes~ 128, 197, 246, 272, 315, 316, 317. + + ~Xenophon~ 48, 269, 617. + + + ~Yanguas~ 499. + + ~Yasodhara~ 439, 446, 447. + + ~Yih-king~ 450, 451. + + Yoga-System 438. + + ~Yule~ 436, 596, 614. + + + ~Zahn~ 569. + + ~Zarathustra~ s. ~Zoroaster~. + + Zauberbücher 182, 199, 232, 251, 339, 662. + + Zaubernovellen 339. + + Zauberpapyri 2, 26, 27, 68, 73, 201, 203, 227, 236-238, 241, 249, + 260, 273, 336, 337, 618, 659, 669. + + Zauberpapyrus, Pariser 249, 250, 334. + + ~Zeller~ 29, =120=, 122-160, 195, 199, 228, 230, 235, + 240, 242, 243, 334, 483, 563, 661. + + ~Zenghelis~ 552. + + ~Zenon von Elea~ =129=, 145, 315. + + ~Zetzner~ 472, 496, 641, 642, 662. + + ~Ziebarth~ 576. + + ~Ziegler~ 208, 210, 265, 286, 288, 349. + + ~Zielinski~ 211, 225, 229-234, 242, 335, 336, 670. + + ~Zimmermann~ 677. + + ~Zimmern~ 180. + + ~Zippe~ 528, 529, 592, 607, 624. + + ~Zippelius~ 607, 608, 615. + + ~Zoroaster~ 171, 182, 194, 248, 272, 328, 334, 346, 424, 425, + 547. + + ~Zosimos~ 32, 36-40, 44, 46, 48, 51, 53, 56, 58-63, 65, 66, + 73, =75=, 93, 98, 100, 107, 111-113, 216, 227, 230, 231, + 281, 290, 293, 294, 302, 307-310, 313, 314, 322-325, 331, 332, + 336, =337=, 340-348, 361, 362, 389, 398, 404, 424, 483, + 561, 563, 634. + + + + +III. + +Verzeichnis der geographischen, Eigen- und Völker-Namen. + + + Aachen 569, 573, 593. + + Aah-Hotep 273. + + Aaron 308, 309, 397. + + Abâl 411. + + Abatur 259. + + Abd Arrahman II. 411. + + Abdera 29, 31. + + Abessynien 263, 265, 417, 630. + + Abraham 56, 194, 207, 249, 252, 253, 254, 257, 308, 309, 310, 311, + 408. + + Abraxas 245, 246. + + Abukir 64. + + Abuʾlhasan 420. + + Abusir 540. + + Abydos 180, 181. + + Accon 567. + + Achämeniden 173. + + Acheron 664. + + Achilleus 46, 129, 288, 616, 661. + + Adalbert von Bremen 507. + + Adam 56, 99, 200, 258, 283, 294, 308, 309, 311, 338, 620. + + Adele von Blois 515. + + Aden 588. + + Adonis 179. + + Adrasteia 618. + + Aeakus 523. + + Aegina 521, 533. + + Ägypten 1, 9, 14, 27, 30, 38, 52, 54, 65, 75, 80, 91, 92, 95, 99, + 104, 110, 113, 119, 120, 124, 130, 137, 155, 162, =176=, + 177, 188-195, 202-207, 210, 227-229, 233, 236, 240, 246, 248, + 257, 258, =261=, 275, 282, 289, 294, 300, 301, 305-311, + 322-325, 328, 331, 332, 335, 346-350, 356, 362, 363, 388, 391, + 397, 399, 403, 404, 410, 418, 422, 428, 446, 466, 469, 520, + 523, 526-530, 533, 539-542, 551, 564, 570-576, 579, 580, 587, + 590, 593, 602-605, 610, 621, 626, 630, 632, 636, 642, 645, 660, + 662, 670. + + Aeneas 533. + + Aeon 125. + + Afrika 290, 421, 429, 499, 520. + + Agade 162. + + Ägäis 306, 522, 528, 531, 541, 553, 557, 558, 570, 575, 581, 616. + + Agamemnon 532. + + Agathangelos 233. + + Agathe Tyche 663. + + Agathodaimon 104, 226, 228, 229, =233=, 238, 253, 257, 258, 305, + 335, 336, 663, 664, 672. + + Agathoel 336. + + Agni 430. + + Agrata 93. + + Agrigent 130. + + Ahmed Ibn Tulun 411. + + Ahriman 174, 178, 248, 311. + + Ahura-Mazda 126, 173, 174, 248. + + Aidoneus 130. + + Aion 196, 234, 248. + + Aitháleia 620. + + Aither 125. + + Aitherie 126. + + Akbar 420. + + Akkader 161-163, 579. + + Akmon 618. + + Akragas 130. + + Alabastron 15. + + Alaktryona 532. + + Alchimos 288. + + Aldahhak 175. + + Aleppo 400, 626. + + Alexander der Große 57, 91, 151, 154, 161, 173, 176, 180, 189, 207, + 257, 340, 383, 385, 386, 415, 417, 563. + + Alexandria 1, 14, 61, 71, 74-78, 94, 96, 102, 103, 152-158, + 185-=189=, 193, 194, 205, 213, 227, 234, 237, 272, 281, + 285, 288, 292, 308, 311, 314, 330, 333, 353-357, 360, 400, 469, + 482, 513, 585, 602, 634, 642, 650, 661, 663. + + Alexandros, der Prophet 193. + + -- von Abonoteichos 235. + + Alfons X. 412, 514. + + Alfonso 215. + + ʾAli Zibak 423, 605. + + Alkimos 288. + + Alkinoos 262. + + Alkmene 532. + + Allah 299, 371, 399, 405, 422, 626, 672. + + Allaki 527. + + Almaden 411, 601, 605. + + Almaʾmun 252, 422. + + Al-Muqattam 265. + + Almuʾtadid 299. + + Altai 101, 266, 526, 530, 537, 559, 578, 595, 608, 680, 681. + + Amaniel 336. + + Amenophis IV. 540. + + Amida 92. + + Ammon 267, 325, 642. + + Ammon-Rê 9, 65. + + Amnael 304, 309, 336, 664. + + Amenemhet 261. + + Amor 671. + + Amrum 589. + + Anam 456. + + Ananke 129, 137, 138. + + Andalusien 362, 417. + + Andeira 591. + + Andreas 257, 671, 676. + + Angra Mainya 125, 174. + + Anthemode 644. + + Anthemoessa 644. + + Anthemone 644. + + Anthropos 338. + + Antigone 532. + + Antillen 519, 534. + + Antimimos 77, 323. + + Antiochia 43. + + Antiochus I. Soter 164, 170. + + Antonius Pius 514. + + Anubis 64, 179, 180, 181, 195, 201, 234, 245, 273, 282, 303. + + Äolus 109. + + Apamea 145. + + Apep 282. + + Aphrodite 71, 74, 105, 146, 178, 194, 246, 250, 255, 256, 325, 343, + 360, 549, 601, 661, 662. + + -- barbata 200, 667. + + Apis-Hügel 191. + + Apollinopolis 71. + + Apollo Bechis 94. + + Apollobex 94, 334. + + Apollon 187, 194, 248, 516. + + Apollonia 133. + + Apollonius von Tyana 207, 212. + + Apophis 66, 177, 282. + + Apulien 24. + + Aquileja 567. + + Araber 27, 231, 253, 296-300, 340, 353, 356, 369, 482, 487, 495, 547, + 576, 588, 623, 625, 634, 682. + + Arabien 15, 44, 399, 404, 428, 473, 474, 520, 521, 526, 530, 588, + 624, 630, 631. + + Aralli 521. + + Aral-See 578. + + Archonten 175. + + Arda-Viraf 199. + + Ares 127, 146, 250, 251, 255, 615, 661. + + Arezzo 559. + + Argon 447. + + Arimaspen 265, 266. + + Aristoteles 650. + + Arkadien 215, 233, 670. + + Armenien 16, 17, 19, 67, 87, 93, 392, 403, 526, 528, 547, 607. + + Armenios 666. + + Artaxerxes II. 175. + + Artemis 194. + + Artzes 424. + + Arzan 424. + + Arzan-al-Rum 424. + + Arzen 424. + + Asiy 540. + + Askalon 43, 52, 85, 103. + + Asklepios 76, 225, 229, 232, 238. + + Asowisches Meer 19, 417. + + Assarhaddon 167. + + Assos 145. + + Assuan 263, 391, 394, 527. + + Assur 261, 668. + + Assurbanipal 161, 165, 166. + + Assyrien 161, 164, 172, 388, 523, 528, 535, 553, 579. + + Astarte 164. + + Asturien 544. + + Atar 126, 173. + + Athen 160, 200, 529, 533, 575. + + Athene 195, 325, 532, 661. + + Äthiopien 52, 53, 101, 105, 263, 328, 341, 530, 610. + + Atlantis 120, 189, 212, 453. + + Atlas 532, 636. + + Atreus 232, 289. + + Attika 33, 120, 124, 271, 529. + + Attila 98. + + Augustus 190, 206, 249, 284, 330, 350, 518, 548, 567. + + Aurelianus 248, 291, 292. + + Automedon 288. + + Avala 601. + + Avaren 681. + + Azazael 312. + + Azoth 606. + + + Baal von Doliche 615. + + Babylon 161, =164=-169, 180, 185, 186, 189, 210, 219, 221, 225, + 237, 246, 250, 252, 254, 256, 283, 325, 332, 397, 450, 521, + 531, 578, 630, 668. + + Babylonien 30, =161=, 271, 282, 340, 347, 388, 425, 527, 553, + 570, 621, 630, 666, 667. + + Bach 676. + + Baëtis 583. + + Bagavana 93. + + Bagdad 353, 380, 400, 411, 421, 604. + + Bahraïn 25. + + Bahram Gur 213. + + Baikalsee 578. + + Baktrien 306, 528, 530. + + Baldini 516. + + Balkan 545. + + Banka 588. + + Barbelo 243. + + Barbelos 27. + + Barcelona 464. + + Baruch 200, 310. + + Barygaza 587. + + Basel 573. + + Basra 369, 399. + + Bassorah 369. + + Bayern 75. + + Beelzebub 182. + + Beidri 597. + + Bel 164, 528. + + Belerion 585, 586. + + Belit 164. + + Bengalen 440, 588. + + Berbeloch 26, 27. + + Berenike 9. + + Beronika 116. + + Beryllier 19. + + Berzelaios 613. + + Berzelia 613. + + Berzelius 613. + + Bethlehem 674. + + Birma 440, 588. + + Birs-Nimrud 169, 170. + + Bodhisatva 253. + + Boghazkiöi 164, 247. + + Bogota 550. + + Bologna 555, 621. + + Boltan 403. + + Bonajuti 515. + + Bonn 512. + + Bonneville 558. + + Böotien 232, 233, 617. + + Borsippa 164, 165, 168, 169, 170, 668. + + Brahma 630. + + Brenda 562. + + Brendum 562. + + Brenner 567. + + Brénte 562. + + Brentésion 562. + + Brentium 562. + + Brentos 562. + + Breonda 562. + + Bretagne 583, 584. + + Brindisi 556, 562. + + Britannien 536, 545, 548, 557, 581, 583, 584, 586, 590. + + Brondisium 562. + + Brondusio 562. + + Brontaios 564. + + Bronte 563. + + Brontes 563. + + Brontesios 564. + + Brontinos 563. + + Brotinos 563. + + Brundisium 556, 562, 563. + + Bryaxis 191. + + Budasp 253. + + Buddha 253, 432, 442, 443, 454, 559, 570, 571, 622. + + Bulgaren 629. + + Burianus 411. + + Bur-Sin 541, 553, 574. + + Butast 253. + + Buto 178. + + Buxtehude 676. + + Byblos 179. + + Byzanz 349, 462, 465, 466, 470, 471, 474, 478, 488, 491. + + + Cadix 417, 583. + + Caligula 284. + + Calläcia 273. + + Callaecien 583. + + Cambridge 40, 41, 298, 359, 388. + + Campanien 544, 556, 566, 567, 568. + + Canuria 24. + + Capua 556, 563, 568. + + Caracalla 291. + + Carl V. 505. + + Carthagena 575. + + Cäsar 518. + + Cassignatos 582. + + Cassiovelaunus 582. + + Castilien 498. + + Ceylon 399, 403, 408, 411, 413, 588, 624. + + Chalcedon 38, 571, 634. + + Chaldäer 161, 165, 174, 176, 205, 209, 212, 220, 221, 231, 235, 237, + 239, 241, 242, 248, 425. + + Chalkis 160, 543. + + Chalyber 615. + + Chalyps 615. + + Cham 294, 295, 301, 307, 308, 311. + + Chang-Tao-Ling 456. + + Charente 539, 546, 558. + + Charon 64, 664. + + Chattusil 612. + + Chem 295. + + Chemes 293, 294, 295, 304. + + Chêmî 294, 301, 307. + + Chemnitz 509. + + Chepre 177. + + Cheops 75, 610. + + Chetiter 163, 247, 348, 523. + + Chile 550. + + Chimes 293-296. + + China 256, 282, 392, 394, 399, 403, 404, 411, 413, 417, 418, 420, + 423, 443, 448, =449=, 525, 530, 536, 546, 558, 559, 564, + 565, 571, 589, 595, 605, 607, 622, 626, 630, 677, 680. + + Chios 12. + + Chlotar I. 566. + + Chnub s. Chnum. + + Chnubis 54, 60, 234, 302, 305, 335, 344. + + Chnum 54, 60, 85, 178, 196, 200, 234, 302, 305, 322, 335, 336, 631, + 663. + + Chnumu 55. + + Chnumum 234. + + Chnuphis 60, 234. + + Chorâsan 392, 403, 411, 530, 578, 624. + + Cornwall 584, 585. + + Chosi 241. + + Chosrau 213. + + Chosroës 212, 213. + + Chrat 339. + + Christus 198, 207, 209, 243, 247, 249, 251, 352, 497, 643, 668, 673, + 680. + + Christus-Seth-Typhon 576. + + Chronos 125, 146, 196, 241, 248, 251. + + Chrubal 241. + + Chryse 523. + + Chthotho 26. + + Chufu 533. + + Chumarawaih 411. + + Chung-Li-Küan 453. + + Chuzistan 355, 405. + + Chymes s. Chimes. + + Cilicien 145. + + Circe 661. + + Cobinam 593, 614. + + Confucius 622. + + Confutse 622. + + Constantin der Große 108, 208, 216, 273, 292, 525, 665. + + Cordova 407, 411, 465, 604. + + Cossa 515, 516. + + Courel 658. + + Cuba 534. + + Cumae 220. + + Cupra 549. + + Cycladen 522, 528, 553. + + Cypern 5, 7, 11, 12, 16, 20, 21, 23, 42, 44, 69, 77, 78, 83, 91, 92, + 99, 112, 145, 162, 195, 262, 270, 310, 346, 417, 419, 522, 528, + 540, 542, 543, 544, 548, 549, 551, 553, 554, 581, 583, 590, + 607, 616, 617. + + Cyrus 425. + + + Dahschur 610. + + Daidalos 601, 603. + + Dalmatien 69, 116. + + Damaskus 355, 399, 411, 418, 614, 624. + + Damiette 645. + + Damindân 403. + + Damnameneus 618. + + Danaos 593. + + Dänemark 535, 536. + + Darada 440. + + Dardanos 328. + + Dardistan 266, 440. + + Darius 143, 266, 526, 530, 570. + + Dea Syria 256. + + Delas 554. + + Delhi 623. + + Delos 185, 524. + + Demawend 413, 576, 637. + + De Mély 658. + + Demeter 618, 670. + + Dendema 520. + + Denderah 205, 210, 226, 237, 267. + + Deus Lunus 252. + + Deutschland 473, 507. + + Dhar 624. + + Dhu Ihzan 625. + + Diana von Ephesos 618. + + Dilbat 164. + + Diokletian 104, 115, 191, 208, 270, 288-293, 624. + + Dionysos 124, 125, 127, 191, 269, 672. + + Donau 490, 558. + + Dosret 301. + + Drangiana 578. + + Dresden 510, 563, 600. + + Dschemschid 614. + + Duccio 515, 516. + + + Ea 219, 246, 306, 521, 574. + + Eannatum 552. + + Eaû 192. + + Ebagia 70, 71. + + Ebeigia 70. + + Ebro 417. + + Echnin 26. + + Edessa 74, 252, 257. + + Edfu 55, 237, 263, 335. + + Eiresione 531. + + Eisack 628. + + Ekbatana 161, =169=, 170, 172, 213. + + Elba 543, 586, 620, 621. + + Elea 128, 129. + + Elektor 532. + + Elektra 532. + + Elektriden 536, 584, 586. + + Elektros 532. + + Elektryon 532. + + Elektryone 532. + + Elephantine 54, 71, 185. + + Eleusis 124, 670. + + Ellil 165, 169. + + Elsaß 607. + + Emesa 391. + + Eminiel 336. + + Emmaus 74. + + England 466, 505. + + Enlil 528. + + Entemena 528, 552. + + Ephesus 72, 122, 384, 554, 602, 618. + + Epidauros 233. + + Er 666. + + Erfurt 640. + + Erichthonios 529. + + Eridanos 536. + + Eridu 180, 521. + + Erlangen 512. + + Eros 125, 126, 129. + + Erytheia 583. + + Erzerum 424. + + Erzgebirge 629. + + Esne 178. + + Esra 308, 310. + + Eßlingen 646. + + Esthen 525, 629. + + Etek 570. + + Etrurien 524, 529, 533, 543, 555, 558, 567, 586, 621, 680. + + Etrusker s. Etrurien. + + Etymandros 578. + + Euagia 70, 71, 664. + + Euböa 543, 617. + + Eumenuthi 64, 335. + + Eumolpos 124. + + Euphrat 178, 208, 246, 541. + + Eva 99, 180, 192, 309. + + Evagia 70, 71. + + Ezechiel 252. + + + Fabricius 556. + + Fars 349, 411. + + Faustus 224. + + Fayum 540. + + Feirefis 266. + + Felsina 555, 621. + + Ferghâna 403, 418, 527, 530, 548, 623. + + Feridun 614. + + Ferrara 484. + + Fez 429. + + Fichtelgebirge 629. + + Finnen s. Finnland. + + Finnland 525, 526, 546, 591, 607, 608, 629. + + Flora 325. + + Florenz 515. + + Folceiro 583. + + Frankreich 466, 470, 472, 473, 500, 505, 539, 545. + + Franz II. 511. + + Freyberg 598. + + Friedrich II. 465, 514, 620, 676. + + Friedrich der Große 511. + + Fustât 265. + + + Gad 234. + + Gades 583. + + Galatien 4, 8, 12, 13, 24, 270. + + Galicia 600. + + Galizien 73, 273. + + Galla 403. + + Gallaecia 273, 583. + + Gallien 4, 524, 525, 529, 533, 535, 545, 576, 583, 584, 585, 590, 660 + (s. Frankreich). + + Gallicia 583. + + Gallizia 583. + + Gânah 417. + + Ganges 208. + + Ganzakh 213. + + Garonne 585. + + Gauri 438, 441. + + Gayomard 218, 526. + + Gazakos 212. + + Gebl-al-kohl 413. + + Genua 72, 590. + + Gerbert 464. + + Gerhardt 651. + + Germanen 525. + + Gezid 358. + + Gibil 521, 553. + + Gilgamesch 180. + + Giotto 515. + + Giovanni 231. + + Gizeh 610. + + Glaukos von Chios 619. + + Goa 589. + + Goliath 613. + + Gondisapûr 446, 677. + + Goslar 597, 598, 599, 600. + + Gotha 511. + + Granada 465. + + Guadalquivir 583. + + Guariento 515. + + Gudea 161, 164, 165, 168, 169, 171, 225, 541, 552, 575. + + + Hadadmirari IV. 613. + + Hades 127. + + Hadrian 533. + + Hainhofer 562. + + Haithalia 620. + + Haïti 534. + + Haleb 400. + + Hallstadt 545, 556, 557, 626. + + Hamlet 603. + + Hammurabi 161, 162, 165, 521, 528, 541, 552, 613, 680. + + Hara 438, 441. + + Harmonia 232, 593. + + Harpokrates 339. + + Harrân 252, 253, 298, 356, 375. + + Harun Alraschid 258. + + Harut 311, 421, 673. + + Harz 679. + + Haschar 594. + + Hatschepsut 531, 631. + + Heinrich VI. 505. + + Heinrich VII. 506. + + Helena 224, 243, 532. + + Heliogabalus 248. + + Heliopolis 55, 192, 479. + + Helios 111, 126, 204, 248, 250, 323, 563, 667. + + -- Elektor 532. + + Hellen 65. + + Helmstädt 56. + + Henoch 56, 200, 221, 253, 257, 308, 309, 310, 311. + + Hephaistos 54, 89, 92, 325, 337, 563, 609, 618, 620. + + Hephaistos-Ptah 309. + + Hera 146, 549. + + Herakleia 524. + + Herakleios 103. + + Herakleopolis 71. + + Herakles 325, 358, 532, 554, 562, 582. + + Heraklius 103, 104, 212, 358. + + Herat 548. + + Herkules s. Herakles. + + Herlzel 358. + + Hermanubis 234. + + Hermas 230. + + Hermes 105, 149, 154, 157, 159, 194, 195, 198, 206, 218, =224=, + 225, 238, 244, 245, 248, 250, 253, 257-259, 282, 289, 302-304, + 309, 317, 320, 323, 325, 334-336, 343, 352, 371, 438, 447, 534, + 593, 607, 661, 664, 671, 676. + + Hermes I. 332. + + -- chthónios 146, 234, 317. + + -- Logios 224, 303. + + -- psychopómpos 149, 224, 317, 516. + + -- Sohn des Philippos 257. + + Hermes-Thot 302, 303, 309, 663. + + Hermes Trismegistos 212, =226=, 258, 670. + + Hermione 289. + + Hermochémios 302. + + Hermopolis 227. + + -- magna 234. + + Herodes 548. + + Hethiter s. Chetiter. + + Hildesheim 679. + + Hill 610. + + Hilmend 578. + + Hind 384. + + Hinterindien 408, 588, 596. + + Hiob 313. + + Hiskia 613, 632. + + Hissarlik 522. + + Hoang-Hi 451. + + Höhlental 539. + + Holland 598. + + Honorius 98. + + Hormahudhi 335. + + Hormanuthi 335. + + Hormisdas 534. + + Horos 63, 64, 94, 107, 282, 304, 305, 307, 309, 335, 336, 339, 340, + 348, 664. + + Horus 177-181, 251, 267, 612. + + Horus-Rê 177, 178. + + Hoscheng 547. + + Hottentotten 538. + + Hypatia 96. + + + Iao 192, 226, 241, 245, 248. + + Iatros Apollon 187. + + Iberien 12, 578, 583. + + Ida-Gebirge 555, 618. + + Idris 253, 257, 371. + + Ikonium 400. + + Iktis 585. + + Illyrien 116, 518, 607, 627, 628. + + Ilmarinen 546. + + Imhotep 54, 76, 183, 229, 307, 337. + + Imuthes 76, 183, 229, 307, 337. + + Indien 15, 45, 112, 113, 124, 143, 153, 155, 157, 212, 235, 265, 266, + 282, 328, 353, 369, 379, 384-386, 401, 405, 408, 411, 414, 415, + 417, 420, 423, =429=, 454, 455, 459, 500, 525, 526, 530, + 532, 536, 546, 547, 559, 571, 587, 594, 595, 601, 605, 607, + 623, 624, 626, 630, 631, 660, 668, 675, 678, 681. + + Indisches Meer 587. + + Indogermanen 546, 559. + + Indra 247. + + Indus 529, 587. + + Inlil 521. + + Innsbruck 563, 600. + + Insulae Electrides 536. + + -- glaesariae 536. + + Irak 44, 253, 258, 283. + + Iran 172, 347, 578, 580, 667, 669, 671, 676, 677 (s. Persien). + + Iris 302, 342. + + Isaac Hollandus 506. + + Isaak 310. + + Isarkos 628. + + Isidor 67. + + Isis 67, 100, 105, 177, 179, 180, 191, 192, 214, 231, 234, 238, 282, + 300, 302, 304, 307, 309, 324, 339, 347, 348, 661, 664, 670, 672. + + Ispahan 404, 411, 417, 571, 576, 594, 635, 636, 637, 682. + + Israel 249. + + Istar 163, 164, 165, 221, 243. + + Istar-Nanai 165. + + Italien 32, 38, 42, 44, 68, 69, 92, 108, 124, 126, 205, 329, 463, + 465-467, 470, 472, 473, 481, 482, 487, 504, 544, 558, 621, 634, + 680. + + Ithaka 661. + + + Jaffa 71. + + Jahweh 248. + + Jakob 249, 250, 310. + + Jakuten 607. + + Jaldabaoth 241. + + Jamnes 195, 664. + + Jane Stephens 507. + + Japan 455, 459, 461, 622, 630. + + Jarchas 212. + + Jaû 192. + + Java 403. + + Jehovah 192, 241. + + Jehu 578. + + Jemen 384, 399, 413, 419, 625. + + Jena 510. + + Jerusalem 213, 310, 333, 355, 567, 668. + + Jesus s. Christus. + + -- der Gott der Juden 237. + + -- Ammon 249. + + -- Anubis 249. + + -- Osiris Ammon 249. + + Jo 206. + + Johannes Evangelista 71. + + Joh. Isaac Hollandus 506. + + Johannes von Evagia 71. + + Johannes XXII. 504. + + Joppe 71. + + Josef 56, 308, 309, 311. + + Josua 613. + + Juden 46, 68, 78, 91, 153, 155, 185, 194, 230, 237, 249, 308-310, + 314, 322, 333, 495. + + Juliacum 573. + + Jülich 563. + + Juno 549. + + Jupiter 219, 234, 352, 500. + + -- Dolichenus 615. + + -- Ammon 642. + + -- Tonans 564. + + Justi 658. + + Jusuf 213, 428. + + Justinian 160, 285, 534. + + + Kadesia 355. + + Kadmeia 593. + + Kadmillos 593. + + Kadmilos 232. + + Kadmos 142, 232, 554, 593. + + Kairo 265, 411, 419, 421, 464, 590, 604, 635, 672. + + Kakodaimon 234, 663. + + Kalaïs 69, 73, 273. + + Kalkan 283. + + Kallaïs s. Kalaïs. + + Kallias 283, 384. + + Kallinikos 478, 479. + + Kameph 234. + + Kamephis 234, 302, 335, 336. + + Kamillos 593. + + Kanopos 64, 281, 292, 335. + + Kanton 454. + + Kapila 432. + + Kapland 538. + + Kappadocien 9, 12, 75, 333, 530. + + Karien 593. + + Karkinos 323. + + Karl III. 464. + + Karl V. 550. + + Karl der Große 560, 566. + + Karmanien 528, 530, 548. + + Kärnthen 597, 598. + + Karpokratianer 2. + + Karrhae 252. + + Karthago 529, 533, 576, 583. + + Karun 299, 400. + + Kaschmir 440. + + Kasmos 232. + + Kaspischer See 578. + + Kassios 583. + + Kassmos 593. + + Katharina, hl. 325. + + Kaukasus 528, 535, 578, 607, 608, 614, 620. + + -- indischer 272. + + Kawe 614. + + Keftiu 540. + + Kei Kawus 213. + + Kelmis 618. + + Kelten 143, 525, 627, 628. + + Keltiberer 12, 607, 627. + + Kême 300, 301. + + Kêmi 301. + + Kepler 204. + + Kerberos 64. + + Kerman 405, 527, 530, 547, 571, 593, 614, 626. + + Khaldi 161, 165. + + Khalid 358. + + Khorsabad 168, 169, 170, 579, 613, 668. + + Ki 451. + + Kiang-han 589. + + Kiel 40. + + Kimâs 541. + + Kimolos 8, 13, 20, 93, 523. + + Kirman 594, 681. + + Kisch 541, 552. + + Kition 145. + + Kitzbüchel 545. + + Kiwan 392. + + Klazomenai 131. + + Kleinasien 38, 44, 103, 120, 124, 125, 162, 164, 185, 187, 235, + 246-248, 270, 523, 531, 543, 547, 554, 571, 575, 581, 590, + 615-617, 678. + + Kleopatra (Königin) 51. + + Kmeph 335, 336. + + Kneph 305, 663. + + Knossos 522, 541, 553. + + Knuph 305, 327, 344. + + Knuphis 234. + + Koban 535, 615, 630. + + Kolchis 283, 289, 384, 526, 602, 617, 681. + + Köln 490, 491, 507, 566. + + Kolophon 128. + + Kongo 579. + + Konstantinopel 104, 109, 110, 325, 340, 464, 479, 563, 590. + + Kopten 357. + + Koptos 38, 73, 263, 295, 634. + + Korah 299, 400. + + Kore 670. + + Koryum 542. + + Kremnoi 19. + + Kreta 124, 270, 349, 411, 522, 532, 540-545, 553, 554, 557, 562, 581, + 582, 617, 618. + + Kreuznach 508. + + Krim 19. + + Krimnoi 19. + + Kronos 125, 127, 146, 196, 241, 242, 248, 250, 251, 354, 674. + + Kronos-Mithras 251. + + Krösus 619. + + Kroton 126, 127. + + Ktetoel 182. + + Kuban 295. + + Kuft 263. + + Kuhistân 404. + + Kûlam 411. + + Kurna 601. + + Kusch 263. + + Kwang-si 457. + + Kypris 549. + + Kyranos 233. + + Kyrene 96, 233, 523. + + Kyros 161, 166, 173. + + + Lagasch 161, 168, 528. + + Lar 447. + + La Tène 556, 626. + + Lauingen 490. + + Laurion 529. + + Lavoisier 651, 657. + + Leiden 1. + + Lemnos 93, 620. + + Leo IV. 566. + + Leo X. 505. + + Letten 525. + + Libanon 572, 612. + + Libyen 69. + + Ligurien 535, 536, 585. + + Lindos 532. + + Lingurer 384. + + Loire 585. + + London 40, 41, 73, 298, 359, 388. + + Lorenzetti 515, 516. + + Lotapes 195. + + Lucca 467. + + Ludwig der Heilige 492. + + Lugal 541, 552. + + Lusitanien 583, 586. + + Luther 598. + + Lüttich 629. + + Lydien 143, 264, 524, 525, 530-533. + + Lykien 620. + + Lykopolis 71. + + Lyon 245. + + + Mäander 621, 659. + + Maas 573. + + Madeira 315. + + Madoya 358. + + Madubriga 575. + + Mafek 262. + + Magelhaës 448. + + Magellan 448. + + Maghreb 420, 428, 527, 548, 626, 637. + + Magnes 65. + + Magnesia 28, 38, 337, 621, 659. + + Magog 417. + + Mahmud von Ghazna 435. + + Mailand 646. + + Majorka 576, 590. + + Malabar 411, 446. + + Malaga 412, 636. + + Malakka 399, 403, 408, 411, 588, 596. + + Malayen 623. + + Malayische Inseln 588. + + Mambres 664. + + Mandäer 218, 220, 252, =258=, 340, 375. + + Mani 260, 671. + + Manichaios 337. + + Manichäer 201, 205, 230, 258, 292, 338, 454. + + Marduk 165, 168, 192, 221, 521, 522. + + Maria 503. + + Maria, hl. 182, 198, 325, 499. + + Marc Aurel 290. + + Marchasch 388. + + Margad 388. + + Markata 388. + + Markosier 2. + + Marokko 428, 681. + + Mars 325, 514. + + Marseille 585. + + Marut 311, 421, 673. + + Massalia 585. + + Massilia 585. + + Mayas 674. + + Mazda-Ahura 173. + + Mazedonien 92, 419, 523, 621. + + Medien 161, 172. + + Megalopolis 233. + + Melkart 584. + + Melos 33, 271, 523, 554. + + Melucha 521. + + Memphis 31, 54, 57, 75, 77, 85, 178, 258, 267, 273, 279, 331, 332, + 397. + + Mendaïten 252. + + Mendes 30. + + Menelaos 531. + + Mentes 543, 616. + + Menuthis 64. + + Merkur 194, 227, 257, 258, 320, 336, 352, 397, 498, 499, 500, 516, + 607, 670, 676. + + Mesopotamien 252, 257, 258, 355. + + Mesraïm 294. + + Messapier 562. + + Messina 481. + + Mestrem 294, 307, 311. + + Metapont 126. + + Mexiko 167, 453, 519, 537, 539, 550, 607, 630. + + Miach 26. + + Michael (Kaiser) 566. + + Michna 481. + + Midacritus 584. + + Midas 575, 581. + + Midian 579. + + Milet 121, 122, 664, 672. + + Milo 32. + + Mimir 609. + + Min 295. + + Minos 553. + + Miretto 515, 516. + + Mirjam 310. + + Misr 397. + + Mississippi 535. + + Mithras 82, 125, 175, 178, 184, 218, 226, 239, 245-=247=, 282, + 309, 323, 337, 346, 348, 516, 672, 673. + + Mitterberg 545. + + Mizraïm 294. + + Molybdána 575, 577. + + Molybdíne 575, 577. + + Mondsee 545. + + Mongolen 253. + + Montpellier 500. + + Möris 65. + + Mörissee 65. + + Moscher 615. + + Moses 56, 194, 195, 212, 308-310, 397, 400, 664. + + Mossul 559. + + Mossynöken 142, 571, 592, 615. + + Muawija 358. + + Muhammed 200, 355, 428, 526, 635, 682. + + Muktadir 411. + + Munichunaphor 241. + + Muqattam 265. + + Murianus 411. + + Musaios 61, 124. + + Mykene 523, 533, 535, 543, 554, 616. + + + Naassener 214, 231, 266. + + Nabo 165. + + Nabu 168, 221. + + Nabonassar 165. + + Naramsin 528. + + Narbonne 585. + + Neapel 288. + + Nebo 165. + + Nebrod 294. + + Nebu 259. + + Nebukadnezar II. 161, 169, 171, 531, 553, 614. + + Nechbet 178. + + Nechepso 56. + + Neilos 304. + + Neith 200. + + Nepera 179. + + Nergal 165, 221. + + Nero 207, 234, 249, 290, 327, 537. + + Nestis 130. + + Neuenburger See 589, 626, 630. + + Neuguinea 538. + + Nigeria 579. + + Nikäa 36, 91. + + Nikephoros Blemmydes 110. + + Nikobaren 413. + + Nikophora 116. + + Nikopolis 74. + + Nil 100, 179, 180, 206, 208, 263, 265, 304, 305, 306, 345, 373, + 391, 408, 417, 579, 610. + + Nimrod 176, 283, 294. + + Ningischzida 225. + + Ninib 165, 219, 221. + + Ninive 161, 170, 172, 564. + + Nippur 521, 528. + + Noah 62, 294, 308, 311. + + Nordsee 537. + + Norwegen 629. + + Nubien 263, 265, 295, 520, 530, 540, 610. + + Numa 524. + + Nun 178, 200, 322, 324. + + Nürnberg 509, 599. + + + Oannes 246, 521. + + Oberägypten 15, 65, 75. + + Oberer See 537, 538. + + Oedipus 96. + + Ofen 675. + + Oestrymnische Inseln 584. + + Olympias 555, 563. + + Oman 625. + + Ombo 263. + + Ophir 510. + + Ophiuchos 60, 99, 305, 323. + + Oreios 572. + + Orimuth 241. + + Orissa 624. + + Ormanuthi 64. + + Ormuzd 174, 178, 242, 248. + + Orpheus 61, 124, =203=, 207, 257, 334. + + Orso Patritiaco 566. + + Oserapis 192. + + Osirapis 191. + + Osiridor 66. + + Osron 95. + + Osiris 61, 66, 100, 178, =179=, 180, 191, 192, 249, 282, + 300-306, 309, 322, 326, 335, 336, 344, 345, 574, 575, 612, 672. + + -- der Apis 192. + + Osismier 584. + + Osor-Hapi 192. + + Ostafrika 538, 572, 624, 631, 632. + + Ostanes 333. + + Ostpreußen 535, 537. + + Ostrymnier 584. + + Ostsee 537. + + Otto II. 467. + + Otto III. 467. + + Oviedo 544. + + Oxus 408. + + + Pa-anch 587. + + Pabapnidos 331. + + Pachrates 339. + + Padua 31, 515. + + Paktolos 531. + + Palästina 18, 93, 156, 287, 607, 612, 613, 632. + + Palermo 400. + + Pampelona 358. + + Pan 65, 196, 225, 234, 245, 246, 304, 322, 323, 325, 343, 346. + + Panchaia 523, 587. + + Pandora 506. + + Pangaios 523. + + Pankrates 339. + + Pannonien 567. + + Panopolis 75. + + Para 596. + + Parada 440. + + Paris 72, 340, 491, 500, 566, 648. + + Paropamisus 578, 608. + + Parsua 161, 172. + + Passau 508. + + Paulinus von Nola 566, 567. + + Paulus 247, 507. + + Peisistratiden 124. + + Pendschab 624. + + Pen-en-ka 587. + + Pennestain 584. + + Penstain 584. + + Pepi I. 266, 540. + + Pergamon 369. + + Persien 44, 69, 95, 97, 110-113, 161, =172=, 183, 189, 199, 212, + 218, 220-223, 230, 233, 237, 238, 241-243, 248-251, 257, 266, + 273, 282, 296, 299, 300, 317, 323, 332, 333, 348, 355, 363, + 369, 370, 382, 384, 387, 399, 403, 408, 411, 413, 417-420, 424, + 425, 431, 446, 447, 526, 527, 530, 547, 559, 564, 570, 576, + 578, 588, 590, 593-596, 600, 603, 607, 614, 624, 626, 634-636, + 681 (s. Iran). + + Peru 519, 550, 607, 630. + + Perugia 515. + + Perugino 515, 516. + + Petrus, hl. 223, 325. + + Pfuel 511. + + Phaëthon 536. + + Phanes 125, 178, 201, 223, 246, 316, 317, 533. + + Pheronike 116. + + Philipp II. 562. + + Phönizien 23, 24, 270, 282, 523, 529, 535, 543, 544, 557, 576, + 580-583, 607, 616, 680. + + Phoenix-Osiris 181. + + Phokis 128. + + Phrygien 33, 90, 92, 125, 195, 231, 259, 271, 523, 575, 581, 617, 618. + + Physis 196. + + Pisano 515. + + Pitsew 631. + + Pius 195. + + Plotina 633. + + Plumbaria 575. + + Plumbarii 575. + + Pluton 191, 192, 223. + + Po 535, 536, 544, 585, 586, 590, 621. + + Poëmander 680. + + Poimandres 201, =231=, 337. + + Point de Galles 403, 588. + + Pompeji 184. + + Pontevedra 583. + + Pontus 607. + + Populonia 586. + + Porsenna 621. + + Portugal 583. + + Priamos 522. + + Provence 465, 482, 500, 590. + + Psyche 199, 259, 260, 340, 671. + + Ptah 54, 60, 89, 92, 111, 178, 211, 234, 267, 307, 325, 337, 609. + + Ptolemais 96, 395. + + Ptolemaeus I. 192, 679. + + -- Euergetes 155. + + -- Lagi 155. + + -- Philadelphos 155. + + -- Soter 191. + + Punt 520, 531, 631. + + Purpur 278. + + Pyrenäen 585. + + + Qalah 399, 403, 408, 411, 423, 588. + + Qesi 612. + + + Raffael 515, 516. + + Ramman 563. + + Ramses II. 541, 612, 616. + + Ramses III. 295, 570, 574, 580, 631. + + Rauris 598. + + Ray 576, 636. + + Rê 63, 65, 177, 226, 268. + + Regensburg 490. + + Reichenau 470. + + Resain 355. + + Rhein 535, 545, 558, 585. + + Rhodus 75, 145, 617. + + Rhoikos 554. + + Rhône 535, 558, 585. + + Richard II. 565. + + Rimini 515. + + Rin-Sin 541. + + Rîschʾaïnâ 355. + + Rom 5, 74, 185, 191, 207, 213, 226, 291, 472, 516, 524, 529, 533, + 564, 621, 669. + + Rotes Meer 263, 417, 572, 579, 587, 610, 633. + + Rudra 224. + + Ruelle 648, 654, 658. + + Rûm 299, 398, 399. + + Rustem 578. + + + Saalburg 577. + + Saba 46, 252, 363. + + Sabäer 252. + + Sabazios 125, 237. + + Sahure 540. + + Saïs 5, 25, 46. + + Saithalia 620. + + Sakus 523. + + Salamanca 464, 465. + + Salerno 560, 606, 638. + + Salmanassar III. 578. + + Salmanas der Perser 109. + + Salmoneus 109, 666. + + Salomon 111, 156, 222, 265, 308-311, 383, 423, 503, 510, 554, 613, + 625, 673. + + Salzburg 668. + + Samarkand 403, 624. + + Samas 163, 175, 221, 248. + + Samos 33, 93, 123, 129, 554. + + Samothrake 328, 593, 617, 618. + + Samuel 613. + + Sandum 26. + + Sanherib 613, 632. + + Sankhara 530. + + Saône 585. + + Sapor 417. + + Sarapsî 192. + + Sardan 403. + + Sardanapal 161, 165, 166. + + Sardes 531, 532. + + Sardinien 20, 116, 523, 529. + + Sargon I. 162, 165, 180, 521, 528. + + Sargon II. 161, 170, 613. + + Sassaniden 199. + + Saturn 125, 227, 234, 241, 251, 326, 392, 534. + + Schaburan 399. + + Schahrewar 218, 251, 407, 547. + + Schifanoja 515. + + Schi-Hoang-Ti 449, 453. + + Schlettstadt 470. + + Schminkhorn 313. + + Schwarzes Meer 306, 571. + + Schweden 628. + + Scilly-Inseln 584. + + Sebennytischer Gau 20. + + Sehfeld 511. + + Seine 585. + + Selene 64, 243, 250, 252, 253. + + Seleucia 662. + + Selman al Farisi 666. + + Senacharib 613, 632. + + Sen-Hapi 191. + + Senkhera 631. + + Sens 566. + + Septimius Severus 207, 248, 514. + + Serapis 96, 191, 192, 245, 282, 304, 360. + + Serbien 601. + + Seriphos 523, 617. + + Sesostris I. 191. + + Sesostris II. 631. + + Seth 63, 66, 179, 181, 257, 258, 301, 308, 311, 611, 612. + + Sethlans 620. + + Severus Alexander 74, 207, 248, 291. + + Sevilla 209, 407, 409, 464, 465. + + Sibirien 537. + + Sidschistan 399. + + Siena 231, 515. + + Sierra Morena 411, 529, 544. + + Silleiro 583. + + Simon Magus 223, 243. + + Sin 163, 171, 221, 252, 254, 528. + + Sinai 69, 262, 273, 539, 540, 570, 610. + + Sind 384, 401, 571. + + Sinear 521, 527, 541, 578. + + Singarid 541. + + Sinope 8, 18, 23, 28, 87, 191, 192, 271. + + Siphnos 523. + + Sipylos 531, 621, 659. + + Sisapo 601. + + Sisyphus 109. + + Siut 428. + + Siva 437, 438, 440, 441, 442, 447. + + Sizilien 20, 124, 404, 463, 465, 482, 523, 537, 554, 576, 605. + + Skandinavien 545, 548. + + Skythes 554. + + Skythien 16, 17, 33, 83, 529. + + Skythos 143. + + Slaven 525. + + Sofala 520. + + Sokotora 587. + + Soloi 145. + + Solon 257. + + Somali 531. + + Sophar 66. + + Sophia 243. + + Spanien 73, 90, 91, 92, 111, 273, 283, 353, 380, 384, 405, 406, + 411-413, 416, 462, 463, 465, 474, 482, 489, 490, 494, 497, 523, + 525, 529, 544, 558, 576, 582, 586, 601, 602, 634, 635, 636, 637. + + Sparta 575, 617, 618. + + Sponheim 508. + + Ssabi ben Hermes 258. + + Ssabier 216, 228, 231, =252=, 260, 304, 322, 332, 335, 356, 375, + 407, 415, 514, 634. + + Sterope 563. + + Stilbons 516. + + Stockholm 1. + + Stolberg 573, 574. + + Stramon 500. + + Straßburg 607. + + Styx 215. + + Südamerika 519. + + Sudan 610. + + Suleikha 213, 428. + + Sumalailu 522. + + Sumatra 403, 413. + + Sumerer =162=-164, 169, 521, 527, 541, 552, 574, 579, 613. + + Susa 547. + + Syene 234. + + Sylvester 464. + + Syrien 21, 41, 44, 85, 92, 137, 145, 160, 188, 190, 233, 234, 236, + 252, 256, 257, 287, 296-300, 340, 355, 369, 382, 388, 394, 479, + 495, 523, 528, 541, 547, 552, 612, 613, 616, 617, 624, 626, + 631, 632, 645, 677, 678, 681. + + Syros 528. + + + Talenti 515. + + Talikan 678. + + Tamerlan 624. + + Tammuz 254. + + Tänaron 617. + + Tanger 429. + + Tannéry 651. + + Tarim 578. + + Tarpetanuph 241. + + Tarschisch 583, 601. + + Tartessos 544, 575, 582, 583. + + Tat 229. + + Taunus 587. + + Tauriner 585. + + Teheran 636. + + Tehuti 225. + + Tell-el-Amarna 540. + + Telloh 528, 541, 552, 629. + + Temesa 543. + + Temese 616, 617. + + Temesos 543. + + Teniers 516. + + Tentyra 304. + + Terenuthis 307. + + Teschub 615. + + Thasos 523, 529. + + Thebais 71, 75. + + Theben 1, 33, 532, 554, 593, 662. + + Thekla, hl. 662. + + Theodoros 554. + + -- von Samos 619. + + Theodosius 95, 281, 293. + + Theophano 467. + + Theosebeia 75, 89, 293, 337. + + Thera 349, 523. + + Thessalien 25, 659. + + Thessalonike 195. + + Thiniten 176, 182. + + Thoas 523. + + Thade 658. + + Thomas 240. + + Thomson 658. + + Thot 54, 55, 60, 64, 154, 177, 179-181, 183, 211, =225=, 226, + 228, 229, 234, 238, 245, 282, 323, 335, 338, 339, 663. + + Thrazien 8, 44, 77, 92, 124, 195, 310, 346, 523, 529. + + Thurioi 125. + + Thurios 351. + + Thutia 71. + + Thutmosis III. 261, 520, 530, 540, 574, 612, 631. + + Thyestes 289. + + Tiamat 259. + + Tibarener 615. + + Tibet 266, =429=, 438, 442, 444, 623. + + Tiflis 615, 630. + + Tiglatpileser I. 161, 680. + + Tiglatpileser IV. 161. + + Tigris 218, 424, 446, 528. + + Tirol 598, 668. + + Tiryns 262, 554. + + Tmolos 531, 591, 592, 593. + + Toledo 409, 464, 465, 679. + + Tolosa 585. + + Tomi 18. + + Tonitrator 564. + + Toscana 473. + + Toulouse 585. + + Trajan 290, 633. + + Transoxanien 403, 404, 413, 527, 530, 548, 576, 578, 626. + + Trier 292. + + Trimalchio 207. + + Troas 145, 591. + + Troja 120, 328, 522, 528, 531, 542, 554, 570, 575, 581, 616. + + Tryphon 185. + + Tschinanfu 622. + + Tschuden 521, 526, 529, 530, 559, 680. + + Tubal 615. + + Tungusen 607. + + Tunis 419, 429. + + Turan 608. + + Turfan 258. + + Türken 681. + + Turkestan 258, 434, 454, 578. + + Tûs 403. + + Tuscien 473. + + Tuthia 71. + + Typhon 63, 304, 305, 325, 326, 611. + + Typhon-Seth 576. + + Tiryns 616. + + Tyros 160. + + Tyrrhenien 14. + + Tyrus 23, 586. + + + Uiguren 673. + + Unas 610. + + Ungarn 545. + + Unterägypten 65. + + Upsala 2. + + Ur 252, 259, 541, 553. + + Ural 526, 537, 546, 578. + + Uranos 227. + + Urbino 350. + + Urnia 552. + + Uroboros 51, 60, 62, 81, 100, 105, 305, 323, 360, 665. + + Utarid 257, 258. + + + Vahraran 213. + + Valentinian I. 293. + + Van’t Hoff 658. + + Varuna 247. + + Vasari 658. + + Vasco de Gama 538. + + Venedig 32, 117, 340, 504, 515, 565, 590, 639, 648. + + Veneter 628. + + Venus 499, 514. + + -- barbata 200, 667. + + Veronika 116. + + Vespasian 190. + + Viducassis 582. + + Viktis 585. + + Villanova 555, 621. + + Vorderindien 587, 595. + + Vulcan 533, 609, 620. + + Vyali 444. + + + Wadi Allaki 263, 520, 605. + + -- ʿOllâki 263, 520, 605. + + -- Maghâra 262, 539. + + Wan-See 403. + + Wassermann 219. + + Westafrika 550. + + Wieland der Schmied 628. + + Wien 353. + + Wight 585. + + Wollishofen 537. + + Wu-Ti 458. + + + Xerxes 66, 333. + + Xiphilinos 109. + + + Yezd 593. + + Yo-Fu-Ku 455. + + Yü 558, 589. + + Yumlö 623. + + + Zaguel 26, 27. + + Zarathustra s. Zoroaster. + + Zebaoth 245. + + Zervan 125, 196, 248, 251, 316. + + Zeus 125-127, 146, 191, 192, 218, 225, 234, 248, 250, 303, 316, 325, + 350, 523, 534, 672, 674. + + -- Brontos 564. + + Zoroaster 60, 66, 172, 176, 253, 294, 337, 578. + + Zoser 54, 337. + + Zuhal 428. + + Züricher See 589. + + + + +IV. + +Sachregister. + + + Abar 170. + + abâru 574, 575. + + Abbasiden 356, 421. + + Abendstern s. Morgen- und Abendstern. + + Aberglaube 192, 208, 235, 240, 290, 333, 451, 452. + + Abracadabra 245. + + Abraxas 74. + + -- -Gemmen 246. + + Absinthium 325. + + Abyssos 240, 323, 327, 338, 344. + + Abzugsrohr 48, 85. + + Achat 392, 443. + + Achtmonat-Kind 75. + + Adamas 137, 617. + + Adiantum 232. + + Adler 214, 223. + + Adlerstein 201. + + Adular 441. + + Aeizoos 14, 232. + + aeramen 468, 549. + + aerarium 544. + + Aerit 214. + + aes 475, 491, 548. + + -- brundusinum 562. + + -- brunum 560. + + -- cupreum 549. + + -- cypreum 549. + + -- cyprinum 549. + + -- cyprium 549, 562. + + -- hepatizon 555. + + -- italicum 481. + + -- luteum 573. + + -- rude 544. + + Aether 125-130, 133, 135, 136, 141, 148, 149, 153-157, 160, 196, 197, + 316-319, 321, 372, 422, 431-433, 480, 667. + + Aftâb 676. + + affinitas 491. + + Affinität 36, 39, 94, 97, 491. + + Affronitron 474. + + Agaricus campestris 453. + + Aglaophotis 232. + + Ahan 420. + + Ähre 220. + + aitîr 422. + + Aitruad 638. + + aiz 548. + + âkâça 431, 432. + + Akantha 24. + + Aktiv und Passiv 140, 153, 154, 160, 316, 318, 342, 372, 381, 407, + 488. + + Akzidentien 402, 418. + + Alabaster 15, 170, 523, 630. + + Alabastron 44, 47, 632. + + Alanbiq 404. + + Alardir 588. + + Alatâl 401, 404 (s. Aludel). + + Alaun 5, 7-10, 12-24, 26, 32, 33, 42, 44, 70, 73, 92, 114, 353, 368, + 373, 375, 377, 384, 389-392, 395, 401, 413, 414, 437, 440, 441, + 446, 459, 460, 469, 473, 476, 487, 488, 491, 518, 592, 645. + + -- römischer 114, 116. + + -- rundlicher 47, 83. + + Alaunschiefer 441. + + Alaunstein 592. + + Alaun, weißer 102. + + Albaurach 358. + + Alchemistische Zeichen u. Symbole =347=. + + Alchofol 369. + + Alckimia 679. + + Alcofol 369. + + Alcalai 588. + + Alchymia 359. + + aldhakar 409. + + alembicum 480, 492. + + Alembik 387, 668. + + Algalai 588. + + Alhadîd alsînî 404. + + Aliksîr 43, 379, 418, 419 (s. Elixir). + + Alizari 21. + + Alizarin 21. + + Alkahest 86. + + Alkali 116, 117, 368, 369, 391, 401, 415, 416, 484, 487. + + Alkamia 288. + + Alkanna 9, 18, 19, 21-24, 270, 399. + + Alkanthus 491. + + Alkalir 588. + + Alkardir 588. + + al Keter 532. + + Alkimia 297, 485. + + Alkîmijâ 418. + + Alkitran 478, 484. + + Alkofol 491. + + Alkohol 472, 480, 492, 494, 640 (s. Weingeist). + + Alkool 484. + + Alloiosis 52, 77, 79, 128, 129, 132, 138, 140, 141, 147, 148, 158, + 314, 315, 342, 344, 673. + + Allegorie 236. + + Allegorik 146, 151, 155, 156, 160. + + Allgeist 230. + + Allium nigrum 325. + + Almagra 359. + + Almirrika 255. + + Almizadir 358, 369, 484. + + Almohaden 428. + + Almuschtari 255. + + Alnûschâdir 484. + + Aloe 379, 403, 600. + + Aloeharz 467. + + Alphabet 138, 351. + + Alqalai 588. + + Alqalijj 403. + + Alqamar 255. + + alqarʾ 410. + + Alqara 404. + + Alraun 82. + + Alschams 255. + + altun 526. + + Aludel 50, 88, 361, 394, 401, 404, 663. + + Alumen scaiolae 484. + + Alutal 50 (s. Aludel). + + Alutel 369, 492 (s. Aludel). + + alwas 577. + + Alzebric 359. + + Alzuhra 255. + + Amalgam 5, 6, 8, 78, 130, 132, 359, 437, 439, 440, 468, 471, 473, + 602, 665. + + Amaranth 22. + + Amaurosis 12. + + Ambix 10, 48, 67, 83, 85, 114, 115, 344, 401, 404, 663. + + Amblag 112. + + Amboß 218, 259. + + Ambra 379, 413. + + Ambrosia 444. + + Ameise 101, 265, 266, 309, 383, 524. + + Ameisen, goldgrabende 101. + + Amesa Spenta 173. + + Amethyst 18, 35, 387, 399, 518. + + Amianton 395. + + Ammoniak-Harz 357. + + Amomum 665. + + amor aquae 469. + + Ampelitis 63. + + Amphidanes 386. + + Ampulla 475. + + Amrita 440, 444, 445. + + Amulett 91, 246, 334, 430, 532, 601, 622. + + Anagallis 14, 214. + + ânak 578. + + Anaki 170. + + anaku 579. + + Ananke 131, 151, 219. + + Anbiq 401. + + Anchusa 9, 18, 103, 113, 270, 633, 644. + + Andaine 614. + + Andoine 614. + + Androdámas 327, 359, 384. + + androgyn 164, 165, 215, 218, 232, 252, 254, 259. + + Androklástes 327. + + Andun 614, 615. + + anna 553, 579. + + Anstrich 3. + + Anthemis 643. + + Anthemon 643. + + Anthos 78. + + Anthracit 12. + + Anthrax 11, 12, 21, 283. + + antimio di damia 469, 645. + + Antimion 643. + + Antimnion 643. + + Antimon 39, 43, 44, 47, 68, 116, 303, 354, 376, 377, 392, 393, 413, + 417, 418, 423, 439, 440, 508, 520, 553, 558, 559, 598, 599, + =629=, 682. + + Antimon-Blei 630. + + Antimon-Bronze 393, 630, 636. + + Antimonglanz 201, 384, 386, 392, 404, 405, 413, 423, 434, 435, 439, + 440, 629, 630, 636, 637. + + Antimonium 481, 638, 641, 642. + + Antimonos 645. + + Antimon, metallisches 35, 38, 369, 629, 634, 639. + + Antimonoxyd 460. + + Antimon, spanisches 390. + + Antimonsulfid 42, 47, 102, 377, 393, 527, 629. + + Antipathie 28, 313, 325, 329. + + Antiperistasis 145, 316, 318. + + anûk 403, 410, 417. + + Aphrodite 95, 137, 155, 188, 200, 204, 209, 217, 232, 240, 322, 350, + 351, 371, 374, 375, 376, 405, 408, 661, 676. + + Aphronitron 9, 13, 102, 469, 474, 476. + + Aphroselinon 32, 33, 74, 113, 387. + + Apis 191. + + Apokryphen 193, 194. + + Apollon 155. + + aqua acuta 393. + + -- alkimiae 485. + + -- ardens 480. + + -- fortis 393. + + -- vitae 489. + + Arabischer Gummi 7, 43. + + Aräometer 96, 471. + + araq 418. + + Arbeitssilber 12. + + archal 573. + + Archiater 269. + + Archiereus 64, 71, 268. + + Architekt 269. + + Archimia 679. + + Archon 175, 214, 240, 241, 243, 671. + + Ares 95, 137, 155, 200, 204, 217, 218, 232, 240, 350, 351, 371, 374, + 375, 405, 408, 421, 661. + + argat 529. + + argent 530. + + argento 530. + + Argyritis 575. + + Argyrolith 33. + + Arkan 359, 508. + + Arkân 372. + + Arko 574. + + Arren 99 (s. Arsen). + + Arsen 33, 35, 36, 40, 43, 44, 47-53, 59-69, 81, 82, 84, 89-92, 97, + 108, 129, 326, 327, 342, 345, 354, 359, 361, 366, 368, 376-379, + 384, 387, 388-392, 395, 401, 405, 409, 411, 413-417, 420, 436, + 439, 459, 488, 491, 539, 540, 546, 547, 553, 558, 559, 598, + 634, 641, 678. + + -- gelbes 33, 36, 97, 101, 424. + + Arsenigsäure 5, 24, 28, 39, 42, 47, 52, 69, 75, 82, 83, 84, 86, 102, + 345, 384, 390-394, 401, 404, 405, 410, 416, 419, 645. + + Arsenikon 23, 32, 33, 52, 63, 101, 102, 103, 105 (s. Arsen). + + -- weißes, s. Arsenigsäure. + + Arsenikum 587. + + Arsenkupfer 592. + + Arsen-Legierung 592. + + Arsen, männliches 390. + + -- metallisches 35, 39, 41, 82-84, 92, 345, 346, 393, 592. + + -- persisches 44. + + Arsen-Persulfid 42. + + Arsen, rotes 36. + + Arsensulfid 377. + + -- gelbes 42. + + -- rotes 42. + + Artabe 101, 666. + + Artemisia 325. + + arud 559. + + Arum 7. + + aruz 559. + + Asbest 9, 35, 87, 395, 399, 418. + + Asche 105, 390, 393. + + -- der ~Maria~ 100. + + Aschenbad 40, 48, 50, 114, 115. + + Aschenlauge 20, 22. + + Aschenwasser 23. + + Asche, schwarze 79. + + Asem 4-9, 11, 33, 34, 40, 45, 79, 90, 91, 101, 277, 305, 331, 389, + 401, 404, 530. + + Asemon 4. + + Asemu 4, 264, 530. + + Asinat 641. + + Askese, kultische 667. + + Asphalt 5, 12, 93, 377, 379, 413, 479. + + Asphodill 20. + + Astrologie 57, 66, 95, 103, 120, =151=, 153, 159, 165-167, 173, + 174, 181-183, 188, 193, 195, =202=, 209, 212, 221, 239, + 255, 258, 279, 290, 310, 312, 313, 321, 322, 329, 332, 349, + 365, 383, 402, 407, 419, 421, 422, 450, 489, 494, 497, 498, + 503, 507, 514, 515, 519, 664, 666, 669, 676, 678. + + Astrologen 282, 286. + + Astrologische Medizin 233. + + Astronomie 448, 667. + + Atar 126, 173, 175, 316. + + Athâl 394, 663. + + Athanasía 324, 668. + + Athanor 369. + + atîr 422. + + Atmed 635. + + Athmid 646. + + Atome 133, 134, 371, 433. + + Atomistik 402, 433. + + Atrament 271, 476, 660. + + Attincar 484. + + Ätzkalk 346, 360, 390, 467, 479. + + Ätznatron 39, 83, 87, 114, 434. + + Auferstehung 52, 67, 86, 159, 222, 249, 287, 321, 322, 338, 344, 367, + 509. + + Auflösung der Form 143. + + Auge des Herrn 325. + + -- -- Thyphon 325. + + -- Gottes 339. + + Augenschminke 312. + + aura seminalis 150, 317. + + Aurichalcum 475, 491, 572. + + aurifolium 109. + + aurileguli 518. + + auri nodus 272. + + Auripetrum 466, 473. + + auripetula 474. + + Auripigment 7, 8, 10, 23, 33, 34, 36, 39, 41, 75, 93, 97, 102, 277, + 284, 345, 368, 375, 387, 390, 392, 403, 405, 410, 413, 424, + 435, 439, 440-443, 457, 458, 465, 466, 468, 470-475, 678. + + Aussatz 13. + + Aussätzige 324. + + Aussüßen 86. + + Autoritäten =490=. + + ayah 548, 614. + + ayas 546, 548, 628. + + azenzar 407, 484. + + Azmat 384. + + Azoc 359. + + azogue 606. + + Azur 467, 484. + + + Backofen 115. + + Bahrâm 374, 676. + + bain Marie 50. + + Balneum Mariae 50. + + balag 546. + + Balsam 18. + + Balsamöl 22. + + Bambu 15, 441. + + Bang 411. + + Bär 214, 223. + + -- großer 168. + + -- kleiner 168. + + Barabas 474, 476. + + baradsch 561. + + Barbelo-Gnostiker 27. + + barnidz 561. + + Barud 365, 394. + + barza 613. + + barzel 613. + + barzil 613. + + barzillu 613. + + Basalt 92, 306, 551. + + Basilisk 474. + + Bauholz 134. + + Baum mit 7 Zweigen 220. + + Baumwolle 23, 116, 378. + + Baumwollmagnet 387, 415. + + Baurac 357, 369. + + bedîl 579. + + Beidri 597. + + Beize 9, 94, 113. + + Beizung 15, 20. + + Bel 259. + + Belilag 112. + + Belit 206. + + Bellor 384. + + beredsch 561. + + Bergbau 680. + + Bergblau 16, 262, 271. + + Berggold 263. + + Berggrün 16, 17. + + Berghauptmann 518. + + Bergkristall 211, 214, 272, 377, 384, 418, 419, 441, 443. + + Bernstein 126, 266, 379, 384, 389, 415, 473, 474, 476, 531, 532, 535, + 556, 557, 584. + + Bernsteinsäure 537. + + Bertramwurz 21. + + Beryll 19, 217. + + Bestattung, sekundäre 179, 338. + + Betel 379. + + Bewirken und Anzeigen =204=, 215, 670. + + Bezoar 380, 388. + + Bezoarstein 379. + + Bibliothek 346. + + Biene 391. + + Bier 268, 339. + + Bikos 42, 48. + + Billaur 377, 384. + + Bilsenkraut 21, 23, 24, 411. + + Binde 86. + + Bindung 79. + + Bingelkraut 224. + + Birdschis 374, 676. + + Birindsch 412, 420, 561. + + Bitumen 93, 469. + + blâa 577. + + Blätter der Krone 32. + + Blattgold 267, 274, 468. + + Blattzinn 589. + + Blau, alexandrinisches 102. + + -- armenisches 17, 19. + + -- künstliches 102. + + Blaustein 54, 262, 267, 268, 523, 539. + + -- armenischer 87. + + blawa 577. + + Blei 5-7, 32-35, 38, 40-47, 56, 59, 61, 69, 78-83, 86-95, 100, 106, + 116, 142, 170, 215-222, 250, 255, 264, 290-296, 302, 326, + 338-347, 351, 354, 365-368, 376-379, 384-395, 402-417, 420, + 423, 426, 427, 430, 435-442, 456-460, 468, 471-475, 480, 488, + 497, 506, 510, 519, 522, 527, 541, 547, 551-554, 558, 561, 563, + =574=, 576, 584-590, 597, 630, 639, 641, 681. + + Bleiacetat 487. + + Blei al Qalai 588. + + Bleiantimoniat 170. + + Bleibronze 574. + + Blei des Kohols 636. + + Bleiessig 410. + + Bleifolie 467, 587. + + Bleiglanz 384, 386, 404, 405, 408, 413, 414, 423, 434, 439, 440, 574, + 575, 630, 631, 636. + + Bleiglas 43, 473. + + Bleiglasur 273, 393, 473, 576. + + Bleiglätte 5, 8, 24, 34, 38, 59, 86, 100, 102, 345, 360, 368, 379, + 386, 388, 389, 391, 393, 405, 411, 412, 468, 469, 475, 575, 576. + + Bleikupfer 78. + + Bleimagnet 415. + + Blei-Markasit 639. + + Bleioxyd 345. + + Bleipflaster 386. + + Blei, schwarzes 47, 69, 78, 79, 84, 100, 360. + + Bleiweiß 5, 6, 34, 59, 69, 81, 86, 90, 100, 271, 345, 366, 368, 379, + 384, 386, 388-391, 405, 409-414, 467-469, 473-476, 575, 576, + 603. + + Blei, weißes 36, 423. + + Bleizement 417. + + Bleizucker 86. + + Blende 12, 326. + + Blitz aus Kupfer 680. + + blîu 577. + + bliwa 577. + + Blume des Arsens 390, 645. + + -- -- Schwefels 645. + + Blut 318, 326, 669. + + -- der Athene 325. + + -- des Drachens 81. + + -- des Herakles 325. + + -- der Krähe 73, 326. + + -- des Mars 325. + + -- des Osiris 612. + + -- des Ptah 325. + + -- des Saturn 326. + + -- der Schlange 325. + + -- der Taube 11, 18, 73, 326. + + Blüte 53, 78, 97, 643. + + -- der Metalle 312, 644. + + -- des Bleies 644. + + -- des Goldes 70. + + -- des Kalkes 115. + + -- des Kupfers 546, 644. + + -- des Salzes 644. + + -- des Silbers 644. + + -- schwarze 103. + + bly 577. + + Bock 255. + + Bocksblut 15, 70, 93, 94, 115, 414, 415, 417, 439, 472, 476, 620. + + Bohnenschrot 21, 23. + + Bolus 560. + + Bombyx 116. + + Bonus eventus 234. + + Borax 70, 116, 357, 359, 361, 368, 378, 385-389, 392, 401, 403, 414, + 437, 473, 474, 476, 484, 524. + + Böser Blick 377, 424, 631, 637. + + Botus barbatus 394. + + braes 560, 573. + + Brahmanen 212. + + braise 560. + + Brandsätze 394, 471, 478, 479. + + Brasilium 473. + + brass 560, 573. + + Brauneisenstein 609. + + Braunstein 28, 43, 69, 70, 112, 113, 341, 377, 384, 393, 415, 416, + 418, 539, 620, 630. + + Braxillium 473. + + Brechung 373. + + Bresilholz 403. + + bronce 560. + + Brontea 564, 568. + + Brontésinos 562. + + Brontesion 112, 561. + + Brontia 564, 568, 569. + + Brontision 112. + + bronza 560. + + Bronze 36, 89, 91, 92, 112, 115, 116, 131, =143=, 148, 160, 170, + 211, 212, 215, 217, 219, 256, 268, 274, 280, 290, 317, 319, + 331, 399, 410, 412, 417, 420, 423, 435, 441, 442, 468, 471, + 475, 522, 527, 539, 540-544, 548, =549=, 572, 577, 578, + 581, 586, 589, 611-614, 616, 621, 626, 628, 680, 681. + + Bronze- und Messingstadt 550. + + Bronzezeit 529, 538, 542, 589, 607. + + Bronzina 568. + + bronzino 560, 564. + + Bronzium 560. + + bronzo 560. + + Brot 143, 318. + + Brotteig 6, 345. + + Brühe 79. + + -- Ägyptens 99. + + bruisne 560. + + Brunire 484, 560. + + bruni 560. + + brunia 560. + + bruniccio 560. + + brunit 560. + + brunitius 560. + + brunizzo 560. + + bruno 560. + + brunti 560. + + brunto 560. + + bruntus 560. + + brunum aes 560. + + brunus 560. + + Buchstabe 244. + + Buchstabenbilder 244. + + Buchstabenmystik 244. + + Bücherkisten der Weisheit 182. + + bulatu 614. + + Bulla 12. + + Burag 403. + + But-eber-But 394, 401, 404, 663. + + Byssus 270. + + + Cadmia 594, 681. + + Cadmische Erde 572. + + Calaëm 594, 596, 598, 599, 600. + + Calaïm 596. + + Calaino 471. + + Calamina 475, 491. + + Calaminaris 594. + + Calamine 390. + + Calcitarin 484. + + Calibs 475. + + Callaïnum 471. + + Calomel 11, 393, 437, 439, 447, 459. + + ’Cani 431. + + Canon metallicus 518. + + Canthariden 22. + + capuccio 488. + + Caput mortuum 180, 303, 326. + + Caracoli 534. + + carmen 175. + + Carmoisin 361, 473, 475. + + Carneol 201, 377. + + Carthamus 8, 21, 34. + + -- corymbosus 302. + + Caseïn 115. + + cassis 587. + + Cedernöl 18, 19. + + Cementit 625. + + cenobrium 475. + + Cerosa 475. + + chabath 404, 412. + + chalaqa 543. + + Chalkitarin 42, 93, 645. + + Chalkanthon 6, 9, 20, 22, 23, 24, 70, 79, 87. + + Chálkanthos 384. + + Chalkanthum 473, 491. + + Chalkedónion 632. + + Chalkitis 7, 8, 28, 42, 377, 384, 390, 468, 592, 644. + + -- blaue 592. + + Chalkopyrit 93. + + Chamaeleon 35, 36, 298, 302, 308, 331, 342, 673. + + -- niger 302. + + -- vulgaris 302. + + Chaos 125, 126, 222, 223, 240, 246, 323, 327, 671. + + chapala 437. + + Char Sînî 216, 256, 404, 405, 412, 413, 415, 417, 596, 630. + + Charûz 523. + + Chelidonion 7-9, 16, 21, 34, 44, 82, 468, 469. + + Chemeia 307, 313. + + Chêmî 307, 342. + + Chemie 65, 70, 78, 95, 99, 103, 107. + + Chemie (Name) =282=, =293=. + + Chesbet 262, 539, 612. + + chesmen 551. + + Chetiter 612, 615. + + Chlorcalcium 392. + + chomt kemi 540. + + Christentum 247, 249. + + Chronos 185, 219. + + Chrysánthemon 643. + + Chrysanthimon 70. + + Chrysitis 575. + + Chrysographie 466. + + Chrysokolla 6-8, 10, 16, 17, 28, 41, 88, 307, 327, 473, 524, 679. + + Chrysolith 19, 40, 99, 272, 415, 601. + + Chrysopras 19. + + chubz alfiddî 411. + + Chumâhan 417. + + Chum-âhen 403. + + Chwâr 676. + + Chylus 375. + + Chyma 331. + + çikhim 532. + + Cinis clavellata 484. + + ciprum 549. + + Citrone 37, 116, 380. + + Citronenbaum 24. + + Citronensaft 37, 393. + + Çivabîga 440. + + classa 481. + + Coccus ilicis 473. + + Cochenille 437. + + cognatio 491. + + Colcotar 414. + + Colcothar 476. + + colores floridi 271. + + coma 481. + + comarum palustre 22. + + Compositio brandisii 468, 561. + + -- brindisii 471, 561. + + -- brondisono 471, 561. + + -- Brundi 561. + + Conterfey 598. + + Conterfeyt 599. + + Cothus 476. + + créd 582. + + créd-uma 559. + + Croceum 475. + + Crocus 325. + + Crotalum 565. + + Croton tinctorius 16, 24, 476. + + cucurbita 480, 481. + + cuivre 549. + + -- blanc 573. + + çukla 431. + + Çukra 431. + + cupressus 549. + + cuprinus 549. + + cuprum 549. + + Curcuma longa 666. + + Cyclamen 643. + + Cypresse 380, 549. + + + Dahnadsch 378. + + Daimon 219. + + Daktylen 555, 609, 616, 617, 618. + + Damascierter Stahl 624. + + Damast 399. + + Dämon 46, 51, 53, 56, 60, 65-67, 77, 91, 99, 129, 133, 137, 141, 152, + 154, 157, 159, 164, 175, 182, 188, 189, 194, 199, 201, 205, + 209, 219, 240, 242, 243, 248, 250, 266, 305, 309, 310, 313, + 333, 341, 343, 459, 661. + + -- flüchtiger 83. + + Dämonologie 193, 203, 205, 208, 308, 321, 322. + + Dampfbad 15, 18, 418. + + Darada 436. + + Dattel 16. + + Dattelpalme 59. + + Dauerbrandofen 42, 115. + + Dawâ 409. + + Dea Syria 178. + + deaurare 484. + + Deben 520. + + Deckel des Knuph 305, 327. + + Decknamen 10, 11, 28, 74, =325=, 366, 368. + + Dekan 182. + + Dekas 153. + + Demiurg 151, 154, 157, 159, 230, 231, 241, 242, 251, 317. + + Denar 290, 291. + + Derâ-rûy 412. + + Destillation 48-52, 57, 67, 85, 97, 98, 110, 114, 289, 305, 344, 369, + 373, 387, 394, 401, 409, 410, 412, 415, 418, 436, 437, 440, + 447, 461, 480, 487, 492, 595, 602. + + -- des Quecksilbers 218, 303, 352. + + Dhahab 378, 413. + + Dhti techt 580. + + Dialektik 433. + + Diamant 214, 272, 377, 379, 385, 386, 402, 409, 412-417, 419, 423, + 426, 439, 441, 443, 518, 644, 677. + + Dibikos 49, 85, 344. + + Digestion 51. + + Dîk ber Dîk 404, 416. + + Dîk-Rûy 404. + + Dilbat 259. + + Dillsamen 325. + + Diorit 551. + + Diphryges 92. + + Diplosis 5, 8, 12, 44, 48, 64, 68, 69, 78, 82, 90, 92, 97, 285, 286, + 330, 470, 485. + + Dissonanz 106. + + Dodekaeder 128, 135, 372. + + Domizil 219. + + Donnerstein 564, 568. + + Doppelbeil 542, 544, 545, 615. + + Drache 61, 108, 214, 223, 242, 259, 305, 323, 339, 391, 431, 500, 671. + + Drachenblut 11, 18, 113, 271, 436, 471, 473, 476. + + Drachme 26, 292, 521. + + Dreieck 127, 135. + + Dreieinigkeit 227. + + Dreifuß der Philosophen 43, 345. + + Dritte Welt 366. + + Drogen 409, 411. + + Dschauhar 419. + + Dschemest 387. + + Dschest 596. + + Dualismus 174, 230, 451. + + Duchân 665. + + Dûd 71, 111, 436, 570, 593, 665. + + Duenec 369, 484. + + Dukaten 117. + + Duplicatio auri 470. + + Durchdringlichkeit 160. + + Durchdringung, völlige 147. + + Durd 112, 666. + + Durdijj 112, 666. + + + Ebenholz 211, 403, 534. + + Ecidemon 266. + + Edelmetalle =262=, =518=. + + Edelsteine =13=, 14, 38, 44, 72, 113, 201, 210, 213, 216, 256, + 272, 276, 286, 287, 299, 306, 311, 312, 313, 329, 330, 366, + 375-379, 387, 391, 395, 401-403, 409, 410, 413, 415, 422, 435, + 439, 441, 442, 456, 459, 472, 473, 476, 499, 502, 521, 644. + + -- falsche 272, 276, 298. + + Edelsteine, künstliche s. Edelsteine, falsche. + + Edelsteinfett 456. + + Ei 28, 47, 62, 87, 100, 106, 178, 200, 201, 233, 246, 307, 322, + 324, 325, 343, 362, 391, 444, 467, 525, 606. + + Eiche 380, 390, 469. + + Eichenschildlaus 270. + + Eid der ~Isis~ 664. + + Eidechse 234. + + Ei der Philosophen 47, 50, 58, 62, 87, 100, 106, 108, 325, 343, + 365. + + -- des ~Phanes~ 178, 201, 246. + + Eidotter 307, 467. + + Eigelb 28, 34, 69, 111. + + Eikläre 476. + + Einbalsamieren 269. + + Ein-Drittel-Gold 540. + + Einpökeln 37, 40, 269. + + Einsalzen 37, 40, 269. + + Einsalzung 48, 82, 86, 99. + + Einweihung 124, 323. + + Einzelding 140, 148, 150, 156, 159, 315, 318. + + Ei, philosophisches s. Ei der Philosophen. + + Eis 140. + + Eisen 32, 34-38, 40, 45, 47, 56, 59, 61, 78-81, 86, 91, 95, 112, 131, + 133, 137, 142, 211-221, 240, 250, 255, 256, 266, 286, 295, + 310-312, 320, 326, 343, 344, 347, 351, 356, 366, 368, 372-379, + 384-391, 395, 399, 403-409, 412-417, 420, 423, 431, 434-445, + 456, 458, 473, 475, 497, 506-509, 514, 527, 529, 537-541, 546, + 547, 553, 560, 587, 591, 597, =607=, 681. + + Eisenacetat 9, 22. + + Eisenglanz 610. + + Eisen, indisches 43. + + -- männliches 403, 413. + + Eisenoxyd 87, 270, 271, 592. + + Eisenrost 20, 22, 28, 386, 405, 435, 473. + + Eisenschmied 608. + + Eisenvitriol 21, 71, 434, 435, 440, 441, 592. + + Eisen, weibliches 403, 413. + + Eisenzeit 538, 539, 626, 680. + + Eiweiß 8, 9, 14, 15, 69, 115, 274. + + Ekliptik 141, 165. + + Ekstase 238, 239, 249, 250. + + Elaterium 23. + + Eleaten 314. + + Electrum magicum 534. + + Elefant 363. + + Elektrische Pforte 532. + + Elektron 4, 34, 80, 91, 95, 216-218, 256, 264, 267, 268, 277, 303, + 309, 322, 331, 339, 340, 342, 351, 352, 359, 384, 389, 404, + 476, 481, 524, =530=, 554, 573, 584, 680. + + -- magicum 508. + + Elemente 99, 110, 121, 127, 130, 135-138, 140, 146, 148, 153, 154, + 156, 175, 176, 196, 197, 200, 202, 203, 215, 222, 232, 245, + 246, 247, 251, 253, 259, 314-318, 365, 367, 368, 371-374, 380, + 381, 389, 402, 412, 422, 425, 428, 431-433, 443, 451, 452, 461, + 488, 489, 491, 499, 519, 668, 669, 672. + + Elementengötter 176, 200. + + Element, fünftes 154, 160. + + Elfenbein 30, 211, 331, 403, 523. + + Elilag 76, 112. + + Elixir 43, 90, 297, 299, 320, 326, 359, 367, 368, 389, 391, 399, 400, + 402, 404, 407, 419, 422, 425-429, 459, 489, 491, 492, 494, 501, + 508, 673. + + Elixir der Elixire 364. + + Elkesaiten 252. + + Elydrion 7, 21. + + Email 273, 393, 398, 472, 476, 534. + + Emanation 159, 210, 226, 245, 249, 251, 254, 321, 371, 374, 672. + + Ematis 474. + + Embryo 52, 70, 80, 246, 324, 325, 342, 375, 380. + + Emplastrum smaragdinum 58. + + Empyreum 250. + + Enbu 259. + + Energie 139. + + Engel 154, 156, 157, 182, 194, 223, 239, 243, 245, 310-313, 335, 336, + 497. + + -- gefallene 293, 296, 373. + + Enkerosis 49. + + Entelechie 139. + + Entschwefeln 83, 87. + + Enzym 80. + + Eosphoros 123, 137, 188. + + Epherische Charaktere 618. + + Erde 99, 121, 122, 127, 129, 130, 132, 135, 136, 140-142, 147, 153, + 154, 156, 160, 173, 175, 245, 255, 259, 316, 318, 319, 344, + 365, 371, 372, 376, 381, 413, 422, 431-433, 443, 451, 452, 461, + 488, 491, 669, 671. + + -- äthiopische 52, 53. + + -- der Philosophen 391. + + -- kimolische 93. + + -- rote 309. + + -- samische 93. + + -- weiße 309. + + Erdöl 74, 377, 403, 471, 479, 527. + + Erdpech 377, 403, 418, 527. + + Erdrauch 11. + + erezata 530. + + erezi 559. + + Erfahrung 87, 99, 134. + + Erhebung des Wassers 304. + + -- der Wolke 304. + + Erlösung 124, 244. + + Eros 219. + + eru 553. + + Eruka 325. + + Erz 36, 92, 131, 136, 137, 142, 143, 250, 311, 473, 559. + + -- der Mossinöken 571, 573. + + -- der Oreios 572. + + -- gelbes 681. + + Erzgießer 297. + + Esel 131, 179, 185, 214, 223, 317. + + Eselsverehrung 185. + + Eskimo 590, 607. + + Essäer 153, 156, 309. + + Essener 153, 156. + + Essig 5-8, 15-21, 23, 32, 37, 69, 74, 83, 86, 143, 258, 269, 272, + 302, 315, 325, 365, 373, 380, 386, 389, 393, 405, 409, + 410-415, 468, 469, 474, 475, 479, 491, 657, 677. + + Essig aus Geranium 94. + + -- der Färber 12. + + Essigsäure 487, 657. + + Essig, stärkster 8, 71. + + -- weißer 94. + + Essigwürmer 380. + + Etesien 305, 306, 343, 500. + + Etesisches Metall 345. + + Etesischer Stein 306, 341. + + Etesische Schwärze 306. + + -- Wolke 306. + + Euanthemon 643. + + Eupatorium 232. + + Eucharistie 668. + + Exkrete 321. + + Ezmit 384. + + + Fackeln der Bacchantinnen 479. + + Fadzuhr 388. + + Faeces 11, 15. + + faex vini 485. + + Falke 177. + + Falschmünzerei 292, 420, 429. + + Fälschungsliteratur 153. + + Farbe 210, 211, 244, 256, 374. + + -- angeborene 143. + + Farben der Planeten 168, =169=, =212=, 250, 375, 670, 676. + + -- -- Sterne =188=. + + Farbstoffe =19=, =21=, 271, 276, 286, 287, 312, 313, 330, + 409. + + Färben 9, =19=, 79, 111, 113, 270, 312, 329. + + Färbung 101, 128, 278, 302, 317, 320. + + Farnkraut 473, 475. + + Farsalus 387. + + Fatalismus =151=, 167, 235. + + Fatum 206. + + Federalaun 484. + + Fehlgeburt 70, 80. + + Feigbohne 21. + + Feige 15, 16. + + Feigenbaum 13, 390. + + Feingold 264, 274. + + Feng-Schui 452. + + Ferment 6. + + -- der Fermente 364. + + Fernrohr 421. + + Fett 85, 469. + + Feuchte 123, 127, 130, 136, 147, 316. + + Feuer 99, 121, 125, 126, 129, 130-136, 140, 141, 147, 153, 154, 156, + 160, 173, 175, 197, 222, 223, 242, 245, 259, 315-319, 344, 365, + 371, 372, 376, 381, 413, 422, 424, 431, 432, 433, 443, 451, + 452, 461, 488, 491, 667, 669. + + Feuerkreis 128. + + Feuerpfeil 471. + + Feuerphilosophen 87. + + Feuerprobe 678. + + Feuerstein 14, 540. + + Feuervergoldung 43. + + Feuerwerk 384, 394, 418, 490. + + Ficarin 469. + + fiddah 378, 413. + + Filtrieren 115. + + Finger des Hermes 325. + + Finsternis 242, 243. + + fîrind 399. + + Firnis 3, 8, 34, 44, 68, 89, 90, 92, 116, 274, 278, 466-469, 471, + 473, 476, 481, 534. + + Fisch 113, 178. + + Fischleim 43, 90, 469, 476. + + Fischziege 219. + + Fixation des Salmiaks 392. + + Fixieren 49, 64, 79, 83, 97, 101. + + Fixstern 186, 206, 208, 222, 371, 374. + + Fixsternhimmel 128, 137, 141, 199. + + Fixsternsphäre s. Fixsternhimmel. + + Flamines 556. + + Flamme 140, 142. + + Flohsamen 481. + + florinus veneticus 117. + + flos 271. + + -- aeris 475. + + -- olei 270. + + Fluchgold 232. + + Fluchtafeln 219, 423, 576. + + Flügel des Hermes 244, 348. + + Flußgold 263. + + Flüssiges Gold 601. + + -- Silber 601. + + Flußmittel 5, 377, 378. + + folia graeca 474. + + Folium 476. + + Form 139, 140, 144. + + Formen der Elemente 127, 135. + + Fötus 47, 197, 205, 305, 306, 322, 336, 343, 362, 459. + + fournil 115. + + Fränkische Körner 394. + + Frauenhaar 232. + + Freitag 185. + + Fucus 9, 44, 270. + + Fûlâd 386, 388, 399, 409, 626. + + Füllgefäß 48, 85. + + Fumaria 22. + + Fünftes Element 135. + + Fünfzahl der Wandelsterne 167. + + furnus 117. + + Furslus 415. + + Füße des Drachen 326. + + + Gagat 469. + + Galbina 21. + + Galéna 575. + + Galitzenstein 600. + + Galläpfel 9, 20, 22, 44, 47, 74, 79, 368, 380, 416, 469. + + Galle 28, 44, 108, 111, 325, 375, 411, 466, 471, 474, 555. + + -- der Fische 50. + + -- des Fuchses 68. + + -- -- Geiers 113. + + -- -- Huhnes 68. + + -- -- Ichneumons 68, 113. + + -- der Kälber 8, 16, 17, 19, 34. + + -- des Kamels 68. + + -- der Schildkröten 8, 9, 16-19, 50. + + -- -- Schlange 68. + + -- -- Stiere 16, 17. + + -- -- Ziege 7. + + Gallenfarbe 3, 143, 274, 466, 472. + + Galle, gelbe 318. + + -- schwarze 318. + + Gallenstoffe 137. + + Galmei 411, 413, 419, 420, 436, 437, 439, 441, 475, 491, 570-572, + 592, 594, 595, 597, 681. + + garancia 473. + + Gärung 6, 80, 93, 94, 366. + + Gauchheil 14. + + Gebet 323, 467, 470. + + Gebläse 609. + + Gefilde der Entstehung 246, 327, 336. + + Geflügelte Sonnenscheibe 347, 348. + + Gegenerde 128. + + Gegensatz 130, 133, 136, 138, 140, 141. + + Gegenstromprinzip 114. + + Geheimdienst 236, 240, 248, 249. + + Geheimname 175, 251, =325=. + + Geheimnisse der Goldhäuser 276. + + -- -- Goldschmiede 267. + + Geheimschrift 44. + + Gehirn 105, 362, 375, 669. + + Geier 200. + + Geist des Kupfers 546. + + Geister 38, 46, 59, 79, 82, 175, 182, 193, 205, 219, 221, 225, 241, + 243, 279, 321, 336, 341, 362, 365, 366, 368, 376, 391, 392, + 401, 404-408, 419, 423, 452, 457, 489, 492, 493, 508, 511, 555, + 622, 623, 636, 672. + + -- böse 51, 55, 61. + + Geistige Hochzeit 239. + + Gelbes der Eier 110. + + Gelbguß 596. + + gelfum 599. + + Gemmen 246. + + Genesis 128, 138, 139. + + Geometrie 120. + + Gerbsäure 12. + + Gerbstoff 9, 112. + + Gerste 24. + + Gerstenmalz 21. + + Geschenke der Planeten 199. + + Gewänder der ~Istar~ 243. + + Gewicht 360, 368, 520. + + -- spezifisches 376, 400, 408. + + Gilbung 7, 24, 36, 47, 52, 65, 77-79, 94, 105, 302, 307. + + Gips 5, 53, 85, 88, 113, 271, 357, 377, 390, 476, 659. + + Gissipgal 170. + + Glaes 537. + + glaessa 481. + + glaessum 481, 537. + + Glanzkupfer 12. + + Glas 31, 43, 44, 45, 69, 73, 84, 102, 103, 112, 217, 261, + =272=, 287, 298, 311, 368, 372, 375, 376, 377, 384, 390, + 391, 393, 395, 398, 401, 415, 416, 469, 473, 476, 500, 501, + 537, 645, 660. + + Glasfluß 272, 276, 331. + + -- blauer 262. + + Glasmaler 466. + + Glasofen 393. + + Glasperlen 537, 556. + + Glaspulver 9. + + Glassa 473, 474, 476. + + Glasspiegel 467, 473, 581, 587. + + Glas, unzerbrechliches 422, 471. + + Glasur 43, 170, 258, 261, 273, 473, 481, 660. + + Gleiches und Gleiches 136. + + Gleichgewicht der Elemente 131, 137. + + Glimmer 14, 16, 18, 357, 384, 387, 405, 410. + + Glocke 373, 399, 417, 475, 559, =564=, 622, 639. + + Glockenmetall 439, 442. + + Glockenspeise 568, 639. + + Gluten casei 476. + + Gnade Gottes 77. + + -- von oben 89, 238, 341. + + Gnosis 198, 230, =235=, 238, 249, 253, 281, 285, 322, 663, 672. + + Gnostik s. Gnosis. + + Gnostiker 81, 157, 199, 201, 224, 251, 337, 338, 350, 432, 513, 643, + 662. + + Gold 7, 8, 34, 38, 40, 54, 56, 58, 60, 65, 67, 68, 77-84, 89, 90, + 94, 95, 99, 101, 105, 108, 110, 111, 132, 136, 142, 170, + 189, 211-221, 224, 250, 256, 262, 266-268, 274-277, 283-292, + 295, 298, 299, 304-309, 312-314, 318, 320-326, 329-332, 336, + 342-351, 360, 361, 365-368, 373, 377-380, 383-391, 395, + 399-423, 427, 430-447, 453-461, 467-474, 485-494, 497-502, 506, + 507, 512, 513, =518=, 521, 529-534, 543, 546, 552-558, + 577, 587, 589, 598, 605, 612, 613, 634, 639, 641, 644, 645, 680. + + ⅓-Gold 264. + + ⅔-Gold 264. + + Goldamalgam 43, 44, 85, 90. + + Goldbergbau 263. + + Goldbergwerk 71. + + Goldblume 643. + + Goldblütchen 90. + + Gold dritter Güte 540, 570. + + Goldenes Halsband 232. + + -- Lamm 232. + + -- Vließ 232, 289, 524, 526. + + Goldflitter 109. + + Gold, flüssiges 526. + + Goldfolie 467, 587. + + Goldgärung 80, 326. + + Goldhefe 80, 103. + + Goldkies 36, 69, 70, 86. + + Goldkoralle 32, 33. + + Goldleder 467. + + Goldmagnet 386. + + Gold-Markasit 597. + + Gold-Mensch 81. + + Goldsamen 80. + + Goldsand 263, 265. + + Goldschaum 274. + + Goldschlägerei 111, 267. + + Goldschmelze 54, 267. + + Goldschmiede 54, 267. + + Goldschrift 8, 44, 111, 393, 466, 468, 471, 473, 602. + + Goldtinte 465. + + Götter der Metalle 45, 669. + + -- sichtbare 145, 151, 154, 159, 210. + + Göttersöhne 310. + + Göttliches Wasser 327, 335, 345. + + Grabbeigaben 538. + + Grab des Osiris 88, 100, 303, 344. + + graecanicum 555. + + Gramm 115. + + Granat 18. + + Granatäpfelsaft 20. + + Granatblüte 20. + + Granate 21. + + Granatrinde 9. + + Granit 300, 551. + + Graphit 641. + + Grauspießglanz 68, 629, 643. + + Grauspießglanzerz 217, 629, 630. + + Greif 185, 265, 524, 525. + + Grenelle-Rasse 545. + + Griechisches Feuer 385, 398, 479, 548. + + Große Göttin 616, 618. + + -- Medizin 101. + + -- Mutter 618. + + Großer Drache 311. + + Große Schlange 311. + + Großes Werk 38, 43, 58, 61, 62, 67, 70, 76, 77, 81, 86, 90, 93, 98, + 99, 103, 105, 227, 308, 309, 322, 326, 342, 360, 361, 365, 366, + 387, 391. + + Grundstoff 130, 140, 147. + + Grünspan 16-19, 116, 137, 230, 273, 378, 384, 386, 388, 389, 391, + 405, 410, 411, 414, 460, 468, 469, 472-475, 546, 603. + + Grünstein 54, 262, 267, 436, 539. + + Gulden, venetianischer 117. + + gulth 525. + + Gummi 7-9, 28, 83, 90, 103, 389, 469. + + Günsel 325. + + Gurke 23, 401, 404, 410. + + Gußeisen 423, 616, 619, 620, 622, 623. + + Gynaikéion 632. + + Gyps s. Gips. + + + Haar 669. + + -- der ~Aphrodite~ 325. + + -- des Hundsaffen 325. + + hâd 527. + + Hades 85, 327, 344. + + Hâdî 387, 415. + + hadid 379, 399, 409, 413. + + Haftdschausch 387, 412, 414, 420, 597. + + Hahn 246, 532. + + haiarn 560. + + Hallstädter Zeit 545. + + Halonitron 488. + + hamarr 628. + + Hämatit 22, 28, 33, 43, 87, 214, 325, 392, 403, 417, 467, 468, 474, + 522, 539, 609, 621. + + Hâmi 387, 415. + + Han Dynastie 449. + + Hanföl 480. + + Haravija 438. + + Harmonie der Sphären 123, 128, 137, 155, 187, 232, 244, 371, 516. + + Harn 7-9, 12-24, 45, 327, 377, 384. + + harnais 560. + + harnisch 560. + + Harnstoff 657. + + Hartblei 630. + + Hartbronze 552, 611. + + Harteisen 626. + + Härten der Bronze 551. + + Hartkupfer 539. + + Harût 523. + + Harz 9, 17-19, 49, 50, 59, 389, 394, 415, 469, 471, 476, 479. + + Hasmal 531. + + Hausen 474, 476. + + Hauswurz 14, 232. + + Hefe 34, 80, 84, 94, 115, 324, 326, 345, 346, 366, 420. + + Heft-Dschosch 412. + + Heilige 3 Könige 209. + + -- Kunst Ägyptens 64. + + -- Wasser 323, 342. + + Heimarmene 151, 152, 196, 202, 206, 230, 235, 238, 242. + + Helios 95, 137, 155, 188. + + Heliotrop 16, 19, 24, 232. + + Helleborus 23. + + Hellenismus 189. + + hema mâkshîka 448. + + Hennah 9, 270, 399. + + Heptachord 123. + + Hera 130, 155, 185. + + Herakleïscher Stein 472. + + Herakles 155. + + Herauskehren 69, 70, 79, 97, 105, 132, 316, 344, 367, 368, 492. + + Herba mercurialis 224. + + Herbströschen 643. + + Hermaphrodit 83, 201, 277, 321, 508. + + Hermes 137, 155, 188, 200, 204, 217, 224, 232, 240, 343, 349-352, + 371, 374-376, 379, 405, 408, 419, 421, 666. + + Hermetik 253, 259, 260, 285, 298, 310, 313, 337, 350, 663. + + -- niedere 232. + + Hermetische Kunst 60, 342. + + Hermetischer Verschluß 60, 342, 362. + + Herr der Schwärze 302. + + Herrscher der Schicksale s. Lenker der Schicksale. + + Herz des Geiers 325. + + -- -- Hermes 325. + + Hescht-Dhât 420. + + Hesperos 123, 188. + + Hexaeder 127, 135. + + Hexeneinmaleins 48, 59, 229. + + Hiaruha 523. + + Himmel 210, 222, 239, 244, 249, 316, 318, 324, 326, 338, 339, 340, + 348, 360, 372, 450, 499, 512, 525, 671. + + Himmelfahrt 198, 199, 244, 249, 250, 428. + + Himmelsleiter 250, 338. + + Himmelsreise 175, 188, 199, 230, 239, 667, 669. + + Himmelsschlüssel 251. + + Himmlische Brautkammer 239. + + Hindiah 614. + + Hingula 440. + + hiranya 525. + + Hirschwurz 232. + + Hirt, guter 195, 201. + + Hohlguß 521, 551, 554. + + Holunder 475. + + Holz 134, 451, 452. + + Holzessig 19. + + Holzkohlen 85. + + homunculus 80, 224, 305, 321, 324, 338. + + Honig 13, 17, 28, 59, 111, 272, 380. + + Horoskop 350, 352, 499. + + Horus-Verehrer 176, 261. + + Hottentotten 609. + + Huhn 13. + + Hund 214, 223. + + Hündin 13, 14. + + Hundsstern 228. + + Hurazu 170, 522, 553. + + Hurmuz 676. + + Huso 474, 476. + + Hüttenrauch 405. + + Hyaden 168. + + Hyazinth 377, 378, 387, 415, 441. + + Hyazinthe 22, 214. + + Hydrostatische Wage 471, 472. + + Hyksos 176. + + Hyle 128, 134, 135, 138-140, 144, 147, 148, 153, 156, 159, 196, 238, + 242, 315, 317, 319, 320, 352, 381, 394, 671. + + Hypsistos 153. + + + Iarn 560. + + Iatromathematik 183, 208. + + Ibis 181. + + ibrîz 378, 399, 410. + + Idee 133, 157, 159. + + Idol 253, 254, 255, 256, 408. + + Ifrangis 415. + + ignis volans 479. + + Ikhrâdsch 401. + + Ikhwân alsafâ 369. + + ik-kasduru 579, 581. + + Ikosaeder 127, 135, 136, 372. + + Iksîr 402, 673. + + Illuminaten 495. + + Imâm 364, 365. + + incaustum 475. + + Indicum 475. + + Indigo 11, 12, 16, 17, 19, 22, 24, 89, 103, 271, 399, 409, 410, 469, + 473, 475. + + Indische Medizin 434, 443. + + Indischer Stein 387. + + Indisches Salz 401. + + -- Zinn 596. + + Intellektuelle Substanzen 254. + + iqâma 402. + + Iranisch 120, 122, 125, 172, 212, 220, 247, 259, 260 (s. persisch). + + Irin 389. + + Iris 87, 101. + + isarâ 628. + + isarno 628. + + Isatis 21, 113. + + Isatis tinctoria 11. + + Isbâdârîh 417, 418, 596. + + Isbâd-rûy 409. + + Isfâdrûy 410, 417. + + Isfid 378. + + Isfîdâdsch 386, 388, 405, 411, 414. + + Isfidrûy 410, 417, 418. + + Isismysterien 304. + + Ismaris 476. + + Ismet 484. + + Ismit 484. + + Ismu 264, 530. + + Istar 206. + + Istiqtâr 401. + + Istuqisât 422. + + Itacismus 294, 645. + + Itmad 384. + + It(h)mid 384, 386, 414, 417, 635, 636, 641, 642, 646, 682. + + + Jaçada 440. + + Jadeït 456, 458. + + Jainas 433, 447. + + Jâkand 415. + + Jakut 387, 415, 419. + + Jarin 389, 468. + + Jasada 439, 596. + + Jascheb 387. + + Jaspis 19, 183, 387. + + jest 596. + + Johannes-Christen 252. + + jovial 219. + + Judenkirsche 17. + + Jungfernerde 99, 283, 320. + + Jungfernmilch 321. + + Jupiter 128, 129, 137, 165, 166, 170, 171, 181, 184, 187, 188, 205, + 211, 217, 219, 255, 259, 286, 288, 441, 442, 451, 452, 506, + 514, 516, 667, 676. + + + K. s. Q. + + Kabbala 679. + + Kabiren 609, 617, 618. + + Kadméia 593. + + Kadmia 5, 8, 10, 28, 32, 34, 36, 37, 44, 61, 69, 77, 78, 80, 93, 390, + 391, 572. + + Käfer 177, 347. + + Kahhâl 632, 635, 682. + + Kahruba 389, 415. + + Kaiwan 374, 676. + + Kakodaimon 219. + + Kalai 594, 596. + + Kalaïm 594. + + Kalaïs s. Kallaïs. + + Kalam 594. + + Kalang 594. + + Kalbsblut 23. + + Kali 377, 385. + + Kal-Ijam 594. + + Kalimija 390, 593, 594. + + Kalimina 593. + + Kalin 596. + + Kalk 9, 24, 87, 368, 372, 375, 377, 384, 385, 416, 432, 435. + + Kalkadir 384. + + Kalkadis 414. + + Kalkand 414. + + Kalkatar 384, 414. + + Kalk des Bleies 43. + + -- der Eier 33, 42. + + -- -- Philosophen 43, 345. + + -- gebrannter 13, 15, 16, 20, 23, 33, 39, 74, 82, 88, 114, 115. + + Kalkmilch 22. + + Kalksand 384. + + Kalkstein 459. + + Kalkwasser 20, 22. + + Kallaïna 272. + + Kallaïs 44, 69, 73, 272, 273, 471. + + Kalliblépharon 632, 633. + + Kalmeia 593. + + Kalmis 593. + + Kälte 121, 123, 129, 130, 132, 136, 140, 142, 147, 316. + + -- des Bleies 219. + + kalte Natur 491, 677. + + Kalzium-Polysulfid 8, 34. + + Kamâhen 417. + + Kameleia 298. + + Kamille 643. + + Kamin 7, 85. + + Kampher 379, 390, 394, 403, 409, 410, 435, 439, 478. + + Kâmsya 439, 442. + + Kâmsyaha 439. + + Kandiszucker 44. + + Kanonenschläge 490. + + Kaolin 459. + + Kapelle 7. + + Kapnos 22. + + Kappernstrauch 21. + + Kaputze 114, 116, 488. + + Karat 86, 665. + + Karchedonier 18. + + Kar-Ijam 594. + + Karmin 473, 475. + + Karsijâd 387, 415. + + Karte 6, 9. + + Käsestoff 115. + + Kaspi 170. + + Kaspu 528, 553. + + Kassiteriden 582, 584, 585, 586. + + Kassiterit 577. + + Kassiteros 63, 581. + + Kastilischer Alaun 484. + + kastira 579, 581, 588. + + Kastirâm 442. + + Katamenien 80, 360, 362. + + Katesim 401, 404. + + Kathmia 469. + + Katzenauge 11, 441. + + Kaulpatr 420. + + kâzazatira 170, 579, 581. + + Kazdir 412. + + Keilschrift 162. + + Keimformen 150. + + Keimkräfte 150, 198. + + Kelmis 593. + + kême 211. + + Kemelinu 673. + + Kemmeltier 673. + + Keration 665. + + Keraunios 19. + + Kermes 16, 19, 21, 22, 24, 361, 473, 475. + + Kerotakis 18, 49, 88, 97, 111, 296, 346. + + Kerykeion 224. + + Ketu 431, 441, 442. + + Kette, platonische 159. + + Ketzerei 481. + + Keuschheit, kultische 667. + + Khalkitarin 42. + + Kharpara 437. + + Khekara 440. + + Khemaléa 298. + + Khumia 313. + + Ki 456, 457. + + Kibrit 392. + + Kidâmî 415. + + Kiesel 390, 393, 415, 416, 500. + + Kiki 47. + + Kilja 377. + + Kimia 297, 673, 675. + + Kîmijâ 89, 296-300, 377, 379, 387, 402, 404, 405, 410, 419, 425, 427. + + Kimium 485. + + Kîmûsât 387. + + Kinaga 440. + + Kinderspiel 68, 77, 90, 341. + + Kinnabari 63. + + Kin-tan 458, 459. + + Kirschgummi 476. + + Kit 521. + + Kitt 115. + + -- der Philosophen 43, 48, 345. + + Kiwan 259. + + Klaudianos 34, 44, 217. + + Kleie 264. + + Kleister 476. + + Klimax des ~Hermes~ 233. + + Klimia 594. + + Knoblauch 11, 15, 17, 38, 395, 413, 415. + + Knochen der Perser 61, 86, 326. + + -- des Drachen 81, 326. + + -- -- ~Horus~ 612. + + -- -- Ibis 325. + + -- -- Kupfers 61, 86, 326. + + -- -- Seth 612. + + -- -- Typhon 326. + + Knoten der Mondbahn 431. + + Knuphion 85, 344. + + Knuphischer Deckel 305. + + Kobalos 35, 661. + + Kobalt 35, 539, 660, 661. + + Kobathia 35, 59, 64, 83, 85, 102, 660. + + Kobold 35, 609, 618. + + Kochsalz 264, 389. + + Koftgari 597. + + Kohl 97, 475, 634. + + Kohlendunst 416. + + Kohol 42, 44, 88, 365, 392, 393, 404, 405, 409, 423, 527, 632, + 634-637, 641. + + -- gelber 422, 424. + + -- roter 424. + + Kokkos 22, 270, 283. + + Kolophonium 103. + + Komari 22, 33, 53, 113. + + Kommi 28. + + Könige 73, 81. + + König Helios 204. + + Königskerze 232. + + Königswasser 114, 446, 487. + + Kontorniaten 273. + + Koralle 377, 441, 469, 600, 644. + + Korallenasche 415. + + Koriander 379. + + Korkkoralle 12. + + Körner der Franken 394, 487. + + Kornkäfer 22. + + Körper 38, 82, 83, 94, 105, 135, 140, 376, 391, 401, 404, 408. + + Körperlichkeit 147. + + Körper und Geist 146. + + Korund 419. + + Korybant 542, 609, 617, 618. + + Kosmos 197, 223, 226, 232, 246, 342, 347, 349, 400. + + Kosthos 23. + + K’pôr 548. + + Kraft der Sterne 210, 254, 256. + + -- -- Worte 240, 672. + + Krähe 79. + + Krankheit der Armut 67, 77, 88, 103, 324, 346. + + Krapp 21, 23, 92, 210, 214, 270, 469, 473, 475, 678. + + Kraut (kruyd) 644. + + -- der hl. ~Katharina~ 325. + + -- des hl. ~Petrus~ 325. + + -- -- Lebens 180. + + Krebs 50, 323, 332. + + Kreide 518. + + Kreisbewegung 163, 141. + + Kreislauf 51, 120, 136, 141, 315, 318, 320, 321, 372, 666. + + Kremnos 18. + + Krimnos 18, 22, 23, 24. + + Kristall s. Krystall. + + Kronos 137, 155, 185, 200, 204, 217-219, 232, 240, 350, 351, 371, + 374, 375, 376, 405, 408, 413. + + Krokos 378. + + Kronos 56, 95. + + Kryptogramm 481. + + Krystall 136, 213, 217, 375, 377, 392, 476, 644. + + Krystallglas 43, 384, 471. + + ku-babber 527. + + Kuchli 632. + + Kudduru 163. + + Kuhblume 643. + + Kuhl 404, 405, 408, 409, 411, 641, 682. + + Kühlen mit Schwamm 49, 85. + + Kuhul 641. + + kulda 525. + + Kultische Reinheit 458. + + Kumia 89. + + Kümmel 7. + + Kung-tsing 459. + + Kunstgewerbe 267. + + Kupfer 4-7, 11-13, 17, 19, 32-45, 53, 58-61, 66, 75, 78-86, 90-95, + 99, 105, 108, 111, 131, 136, 137, 142, 148, 160, 170, 189, + 212-221, 230, 242, 255, 256, 267, 268, 273-277, 280, 290, 291, + 295, 304, 312, 313, 319, 320, 322, 326, 341-344, 347, 351, + 360, 365, 368, 372, 373, 377-379, 384-391, 395, 399, 403-405, + 408-423, 431, 434-437, 440-442, 445, 446, 458, 460, 468, + 471-475, 491, 497, 506, 507, 514, 518-529, 534, =537=, + 550, 552, 556, 558, 561, 570, 572, 577, 583, 587, 589-593, + 596-598, 613, 614, 616, 626-630, 645, 660. + + Kupfer-Arsen-Legierung 5. + + Kupferblau 468. + + Kupferblei 303. + + Kupfercarbonat 262. + + Kupfer, cyprisches 69. + + -- gebranntes 18, 110, 468, 469. + + -- gelbes 89, 91, 681. + + -- glänzendes 33. + + -- -Grün 271. + + -- kalaïnisches 69. + + Kupferkies 384. + + Kupferlasur 8, 16, 87, 113, 116, 262, 271, 547. + + Kupferoxyd 17, 170, 262, 474. + + Kupferoxydhydrat 271. + + Kupferoxydul 20, 170, 644. + + Kupfer, persisches 91. + + -- pneumatisches 344. + + Kupferrost 434, 435. + + Kupferschmied 538, 543. + + Kupfervitriol 20, 42, 71, 367, 376, 434-436, 440, 441, 484, 592, 644, + 645. + + Kupfer, vollendetes 344. + + -- weißes 89, 417. + + Kupferzeit 538, 539, 541, 542, 589, 607. + + Kupholith 5, 13, 15, 33. + + Kuppelation 7, 264. + + kupya 441. + + Kürbis 373, 387, 404. + + Kureten 609, 617, 618. + + Kurkuma 44, 111, 112, 116, 432, 666. + + Kutub-Säule 623. + + Kyanos 8. + + Kynanthemon 643. + + Kypros 417. + + Kysthos 23. + + + Lab 380. + + Lachen, siebenmaliges 74. + + Lack 379. + + Lackmus 270. + + Ladschiwerd 388. + + laiton 484, 573. + + laminae 475. + + Lapis calaminaris 593. + + -- canis 484. + + -- lazuli 54, 170, 262. + + Larbasis 632. + + Lasur 18, 116, 211, 377, 384, 387, 391, 395, 435, 441, 473, 475, 523. + + Lasurstein 170, 201, 262, 269, 376, 392, 398, 410, 443, 469. + + Lato 481. + + Laton 484, 573, 574. + + latta 573. + + latte(n) 573. + + Latven 573. + + Lauch 475. + + lauda 577. + + Lauge 390. + + Laugensalz 136. + + Läuse 414, 415. + + Lawsonia inermis 9, 270. + + laxiva 474. + + Lazurin 469. + + Lazward 387. + + lead 577. + + Lebensjahr 63, 220. + + Lebenskraft 321, 669, 675. + + Lebenstrank 434, 435, 444, 445, 447, 448, 453, 455, 459, 460. + + Lebenswasser s. Wasser des Lebens. + + Leber 375. + + Leberschau 186, 556. + + Legierung 3, 8, 34, 44, 59, 68, 69, 71, 83, 105, 112, 116, 143, 256, + 275, 276, 278, 318, 323, 326, 359, 373, 400, 408, 411, 470, + 534, 572. + + Lehmbeschlag 85. + + Lehrbuch, chemisches 70. + + Leib und Seele 146. + + Leier 187. + + Leim 43, 115, 390, 476. + + Lein 325, 469. + + Leinen 15, 40, 270, 326, 518. + + Leinenbinde 99, 326. + + Leinöl 69, 466, 467, 469, 473, 476, 480. + + Leinwand 23. + + Leiter der 7 Planeten 254. + + Lemone 1, 116. + + Lenker der Schicksale 165, 174, 183. + + leod 577. + + lepida cyprina 549. + + Leuge 576. + + Leukanthemon 643. + + Libat 259. + + Liebe und Haß 131, 132, 133. + + Lilag 469. + + Lilie 214, 469. + + Limone 380. + + Ling-chi-tsao 453. + + Linsen 21. + + Lithargyrina 3, 143, 575. + + Lithargyros 5, 7, 63. + + Logoi spermatikoi 150, 157, 159, 316, 317, 319, 320, 321, 323. + + Logos 123, 139, 148, =149=, 150, 153, 154, =157=, 159, 194, + 196, 225, 230, 231, 234, 238, 245, 251, 316, 317, 319, 320, + 321, 381, 432, 452. + + loha 435. + + lôha 548. + + Lombarden 116. + + lood 577. + + Lorbeer 22. + + Lorbeerblatt 28, 73, 326. + + Lorbeerholz 28, 90. + + Losbücher 661. + + lot 577. + + Lötmittel 327. + + lottone 573. + + Löwe 223, 265, 667. + + luaide 577. + + Luchs 384, 536. + + Luchsstein 201. + + Lucifer 206. + + Luft 99, 121, 122, 125, 127, 129, 130, 132, 135, 136, 140, 141, 147, + 153, 154, 156, 160, 222, 223, 242, 245, 255, 259, 316-319, 344, + 365, 371, 372, 376, 413, 422, 431-433, 443, 461, 488, 491, 669. + + Lulazin 469. + + Lulax 469. + + Lunge 375. + + lutum 481, 663. + + Lychnis 19. + + Lynkurion 384, 536. + + + Mafek 262, 539, 612. + + Mafrig 378. + + Magen 375. + + Magie 98, 173, 174, 193, 195, 203, 208, 224, 227, 236, 238, 245, 254, + 255, 279, 291, 301, 308, 310, 312, 313, 322, 328, 338, 341, + 349, 350, 419, 421, 422, 424, 438, 499, 500. + + Magier 173, 176, 183, 184, 209, 225, 269, 273, 286, 322. + + Magische Pharmakopöe 233. + + Magna Mater 243. + + Magnesia 5, 28, 32, 36, 40, 44, 47, 59, 64, 68, 69, 71, 74, 78-80, + 83, 89, 100, 102, 105-108, 110, 341, 343, 345, 359, 377, 384, + 392, 393, 395, 401, 415, 416, 418, 471, 659. + + -- cyprische 78. + + -- der Glasmacher 43, 70, 484. + + -- weibliche 69, 112. + + Magnesit 170. + + Magnes, männlicher 69. + + Magnet 28, 36, 38, 70, 131, 133, 240, 266, 366, 379, 385, 386, 392, + 395, 415, 416, 423, 509, 674. + + Magnetberg 386, 413, 415, 623, 678. + + Magnet der Weisen 641. + + Magneteisen 112, 386, 399, 440, 441, 610. + + Magnetis 384, 621. + + Magnetischer Stein 621. + + Magnetit 609. + + Magnetstein 74, 214, 331, 392, 399, 413, 417. + + Magnîsijâ 401. + + Mâh 676. + + Mâhabhûta 432, 443. + + Majolika 576. + + Makrokosmos s. Makro- u. Mikrokosmos. + + Makro- u. Mikrokosmos 60, 101, 120, 134, 138, 142, 151, 188, 196, + 202, 215, 218, 220, 366, 374, 375, 666. + + mâkshîka 448. + + Malachit 6, 16, 54, 73, 262, 327, 376, 377, 378, 384, 386, 391, 392, + 399, 414, 473, 523, 524, 539, 630. + + Malayen 519, 596. + + Malus eventus 234. + + Malvasier 116. + + Malz 24. + + Mandel 380. + + Mandragora 82. + + Mangan 377. + + Manganoxyd 271. + + Mangansuperoxyd s. Braunstein. + + Manghanese 467. + + Manichäismus 260, 290, 671. + + Manna 379. + + Männliches 47, 67, 80, 99, 344. + + -- und Weibliches 42, 47, 52, 57, 80, 99, 105, 108, 123, 129, 153, + 164, 201, 242, 254, 316, 342, 361, 407, 439, 457, 468, 509, + 511, 546, 547, 663, 667. + + mannweiblich 125, 164, 200, 201, 203, 316. + + Mantik 145, 153, 186, 193, 236, 279, 341. + + Mantille 116. + + maqad 417. + + Marcacide 484. + + Marchasita pallida 599. + + Marcurius 510. + + Margarita 388. + + Marienbad 50. + + Marienglas 14, 15, 53, 113, 548, 659. + + Mârkaschîtâ 405. + + Markasit 42, 44, 116, 359, 361, 365, 366, 368, 375-379, 384, + 388, 390, 392, 395, 401, 405, 413, 415, 418, 484, 598 (s. + Schwefelkies u. Pyrit). + + markasita 448. + + Marmor 33, 170, 213. + + -- porphyriticus 474. + + -- römischer 116. + + Marqaschîtâ 401. + + Mars 128, 137, 165, 166, 168, 170, 171, 181, 184, 187, 188, 205, + 214, 215, 217, 219, 255, 256, 259, 285, 286, 287, 441, 442, + 451, 452, 506, 514, 516, 667, 676. + + Martak 386, 388, 411. + + massa 573. + + Masse 6. + + Massener Ware 573. + + Masse, unerschöpfliche 5, 13. + + Mastix 469. + + Mastixöl 13. + + Materia prima 35, 36, 59, 79, 97, 99, 100, 139, 141, 147, 154, 302, + 320, 491, 493, 501. + + Materie 154, 156-160, 196, 232, 241, 243, 254, 316, 317, 319, 323. + + Matrix 80, 342, 360. + + Maulbeerbaum 21. + + Maulbeersaft 19, 22. + + Maultier 131, 317. + + Maximaltarif 291. + + Maza 5, 6, 13, 22, 44, 47, 69, 74, 78, 143, 324. + + Medizin 49, 80, 103, 105, 572. + + Medizinische Mantik 233. + + Medreseh 464. + + Meduse 50. + + Meerschaum 11. + + Meersperber 266. + + Meerwolle 673. + + Mehl 271. + + Mehltau 11. + + mein 590. + + Meister der Kunst 267. + + Mekonion 14. + + Melasse 410. + + Melinum 518. + + melium 469. + + Melongena 380. + + men 611. + + Menesch 474, 476. + + Mennige 8, 11, 18, 28, 33, 34, 59, 73, 86, 87, 100, 270, 326, 345, + 360, 368, 379, 386, 388-391, 395, 398, 405, 414, 436, 441, 469, + 473, 575. + + Menschentöchter 310, 311. + + Menschlein 80. + + Menstrualblut 47, 305, 317, 324, 343, 380, 441. + + Mercurius philosophorum 97. + + Merkur 87, 128, 137, 164-167, 170, 171, 181, 184, 187, 188, 205, 206, + 208, 214-219, 255, 256, 259, 286, 287, 321, 427, 441, 442, 451, + 452, 506, 534, 667, 676. + + Merwarid 388. + + Mesdem 682. + + Mess 573. + + messe 573. + + messen 573. + + Messias 220. + + messinc 573. + + Messing 5, 34, 36, 71, 89, 91, 111, 143, 217, 290, 331, 359, 372, + 373, 378, 386-388, 398, 399, 403, 409-414, 417, 420, 422, + 423, 436, 437-443, 468, 472-475, 481, 484, 506, 527, 554, + =570=, 573, 592, 594, 595, 597, 598, 611, 681. + + Messing-Stadt 423. + + messnic 573. + + Mestem 631. + + Metabolé 52, 79, 140, 141, 147, 148, 158, 314, 315, 342, 344. + + Métalk 517. + + Metall 136, 142, 210, 211, 215, 250, 255, 256, 313, 322, 347, 348, + 350, 352, 373, 376, 377, =378=, 380, 389, 391, 401, 407, + 416, 430, 451, 452, 471, 474, 488, 489, 491, 492, =517=, + 547. + + Metallarbeiten 273, 285. + + Metallarii 518. + + Metall, etesisches 106. + + Metallgötter 541. + + Metallkalk 88. + + Metall, saturnisches 219. + + Metallurgie 301. + + Metall, weiches 221. + + Metaxa 115. + + Meteoreisen 607, 612, 620, 625. + + Meze 573. + + miess 573. + + Mikrokosmos s. Makro- u. Mikrokosmos. + + Milch 13, 14, 19, 20. + + -- der Frau 84. + + -- -- schwarzen Kuh 84, 88, 305, 325, 665. + + -- -- unbefleckten Jungfrau 367. + + Milchstraße 199. + + Milz 375. + + mînâ 398. + + Mine 522. + + Mineral 136, 137, 142, 373, 376, 380. + + Mineralsäuren 71, 114, 115, 394, 414, 446, 487, 491, 492, 494. + + Minium 8, 11, 28, 81, 87, 90, 92, 475. + + Mirrich 676. + + Mis 420. + + Mischmetall 217, 218, 220, 250, 251, 256. + + Mischung der Elemente 127, 131, 143, 215. + + -- richtige 196. + + miss 573. + + missinc 573. + + Misy 7, 8, 10, 20, 23, 36, 44, 87, 93, 644. + + Mithras-Armee 251. + + Mithrasdienst =247=, 513. + + Mithraskult 184. + + Mithrisches Mysterium 326, 346. + + Mittelwesen 157. + + Mittler 243, 248, 251. + + mliwom 577. + + Mochus 379. + + Mögliches u. Wirkliches 139. + + Mohn 469. + + Mohnöl 476. + + Mohnsaft 12. + + Moly 325, 662. + + Molybdaína 575. + + Molybdochalkos 47, 78, 79, 80, 83, 107, 359. + + Monat der Philosophen 99. + + Mond 10, 57, 64, 70, 95, 108, 128, 137, 146, 162-165, 170, 171, 173, + 175, 177, 181, 184, 186, 187, 194, 200, 203, 204, 206, 209, + 211, 212, 214, 215, 217, 219, 222, 232, 243, 252, 253, 255, + 256, 269, 287, 312, 343, 347, 348, 349, 371, 374, 375, 378, + 403, 405, 413, 430, 440, 441, 442, 451, 452, 453, 456, 506, + 519, 525, 528, 634, 667, 674, 676. + + Mondmonat 168, 187. + + Mondstation 351, 375. + + Mondstein 441. + + monetarii 291. + + Monopol 270, 276, 518. + + Morgenstern s. Morgen- u. Abendstern. + + Morgen- u. Abendstern 123, 137, 163, 164, 166, 181, 188, 194, 206, + 667. + + Mosaïk 474, 476. + + moess 573. + + mösch 573. + + Möschnic 573. + + mosengju 573. + + moss 573. + + Mösschinen 573. + + Mössinc 573. + + mossu 573. + + Mounds 535. + + mufragh 378. + + Multiplicatio 7, 429, 467. + + mulwa 577. + + Münze 530, 533, 575. + + -- astrologische 514. + + Münzfälscher 287, 333, 510. + + Münzfälschung 74, 429, 504, 505. + + Münzprägung 264. + + Münzwesen 290. + + Murdâsang 405. + + murmeln 175. + + Murmeltier 266. + + Muschel 32, 33, 535. + + Muschtari 676. + + Mütter 372, 412. + + Mutter der Berge 618. + + -- -- Metalle 416. + + Mutterschoß 246, 324, 325, 336. + + Mykenische Kultur 522, 528, 543, 554, 575, 581, 616. + + Myrobalane 112, 380, 445. + + Myrthe 379. + + Myrthenzweig 368. + + Myssink 573. + + Mysterien 328. + + -- des ~Osiris~ 181. + + Mysterium 39, 92, 101, 236, 244, 247, 248, 251, 304, 308, 344. + + -- großes 77, 79. + + -- mithrisches 83, 178. + + Mystik 341, 350. + + + Nabât 644. + + Naft 403, 415. + + Nâga 436, 441, 579. + + Naga-Jihwa 436. + + Nâgam 442. + + Nâhîd 374, 676. + + Namen =240=, 244, 672. + + namru 553. + + Naoscha 385, 457. + + Naphtha 246, 266, 373, 378, 385, 403, 413, 415, 418, 548. + + Naphtha-Feuerwerker 548. + + Nardspiel 676. + + narm âhan 409, 413. + + Narrensteuer 205. + + Narzisse 214. + + Nateph 76. + + Natron 70, 385, 413. + + Natter 234. + + Natur der Planeten 215. + + -- -- Sterne 210. + + -- freut sich etc. 32, 33, 47, 64, 66, 97, 105. + + -- kalte 210, 219, 677. + + natura naturans 149, 150. + + Naturphilosophie 512. + + Nausadir 385 (s. Nûschadîr). + + Nauschâdar 414 (s. Nûschadîr). + + Naûschadîr 377 (s. Nûschadîr). + + Navasara 440. + + Nebu 259. + + Neger 609. + + Neid der Dämonen 51. + + Nemesis 219. + + Nephrit 456, 458. + + Nermahâni 399. + + Nestorianer 41, 257, 355, 370, 425, 446. + + Neuplatoniker =157=, 193, 199, 203, 236, 238, 252, 254, 316, + 317, 320, 350, 432, 513. + + Neupythagoräer =152=, 199, 203, 228, 230, 235, 238, 244, 281, + 315, 316, 317, 319, 337, 341, 350. + + Nickel 539, 553, 592, 610. + + Nichtseiendes 135. + + Niello 6, 471, 473, 474, 475. + + nigellum 6, 471, 473, 475. + + Nigromancia 499, 679. + + nihilum album 594. + + Nike 219. + + Nilschwelle 343. + + nila 441, 469. + + Niragh 259. + + Nitrelaion 39. + + Nitroma 13. + + Nitron 8, 9, 10, 16, 23, 37, 39, 42, 83, 97, 102, 107, 375, 377, + 378, 385, 390, 395, 469, 474, 476. + + Nitron, ägyptisches 52. + + Nomismation 665. + + n-tinkon 271. + + Nub 520. + + Nub en nun 520. + + Nub en set 520. + + Nuhâs 386, 378, 413. + + Nukra 420. + + Null 353, 674, 675. + + Nura 384, 385. + + Nûs 132, 133, 230, 231, 234, 238, 671. + + Nûschadîr 369, 377, 385, 398, 401, 403, 404, 408, 409, 411, 440, 457, + 548. + + Nuß 21. + + Nußbaum 415, 469. + + Nußöl 22, 466, 473, 476, 480. + + Nyâya 433. + + + Obere Elemente 242. + + Oberster der Künstler 54, 267. + + Oberste Ursache 254. + + -- Vernunft 254. + + Obrussa 274, 525. + + obryza 525. + + obryzatum 525. + + obryzum 525. + + Obsidian 6, 554, 611. + + Ochsenzunge 24, 270. + + Odermennig 232. + + Ofen 401. + + -- automatischer 42. + + Ofenbruch 572, 592. + + Ofen der Glasmacher 92. + + Ogdoas 239. + + Ohren der Schlange 326. + + Okapi 576. + + Oker 28, 33, 70, 87, 90, 92, 271, 274, 384, 441, 468, 473, 474, 475, + 524, 678. + + Oktaeder 127, 135, 136, 372. + + Öl 12, 17, 18, 21, 22, 38, 50, 59, 269, 271, 380, 418, 469, 620. + + Ölbaum 14, 59, 140. + + Öl der Eier 42. + + Oleum laterinum 480, 485. + + Olivenholz 14, 17. + + Olivenöl 474, 476. + + Ölkitt 85. + + olovo 577. + + Olymp 128. + + Omajjade 356. + + Ondanique 614. + + Onyx 214. + + Ophiten 81, 214, 234, 337. + + Ophiuchos 60. + + Opium 379, 443. + + Orakel 236. + + Orange 116, 380. + + or bruni 560. + + Oreichalkos 591. + + Organist 269. + + Organon 373. + + Orgel 269, 373. + + Orichalcum 5, 34, 90, 111, 137, 189, 468, =571=, 587, 591. + + Orichalkum, Nikäanisches 36. + + Orion 168. + + Orphik 153, 230, 235, 237, 265. + + Orphiker 186, 188, 199, 200, 201, 218, 238, 316, 317, 320, 643. + + Orseille 9, 19, 21-24, 270. + + Ort, natürlicher 121, 136. + + Oski 526. + + Ostrea 473. + + ottone 573. + + Oxalsäure 657. + + Oxydation 381. + + + Packfong 596. + + Paeonia 232, 325, 662. + + Paideros 23. + + Palette 49, 88. + + Palingenesia 124, 179, 230. + + Palme 380. + + Palmholz 211. + + Panacee 65, 232, 324, 508. + + Panbabylonier 161, 162. + + Pancaloham 442. + + pandium 469. + + Panspermia 132. + + Pantheismus 230. + + Papier 465. + + Pappel 390. + + Papyrus 2, 6, 9, 44, 182. + + Papyrus-Codices 2. + + Papyrus verschlucken 182. + + paraçu 546. + + pârada 437, 438, 440, 441. + + Parallelität 120, 138, 151, 188, 189, 196, 666. + + paramânu 433. + + Pânzahr 388. + + Pech 5, 18, 19, 323, 372, 377, 410, 413, 476, 478, 484. + + pecunia 544. + + Pergament 9, 465, 469, 471, 474, 476. + + Peripatetiker 145, 147, 316, 318. + + Perlen =13=, 38, 44, 109, 113, 216, 276, 286, 287, 299, 306, + 311, 312, 313, 329, 366, 377, 379, 380, 391, 395, 402, 409, + 410, 419, 441, 459, 467, 660. + + Perlit 625. + + Perlmutter 13, 392, 410, 459. + + Persisch s. Persien. + + peruku 546. + + Petersilie 481. + + Pe-tong 417. + + Peucedanum 232. + + Pewter 596, 599. + + Pfahlbauten 576. + + Pfau 532. + + Pfauenei 223, 246, 324, 527. + + Pferd 131, 317. + + Pfingstrose 232, 325. + + Pflanzenasche 434, 435, 484. + + Pflaumengummi 476. + + Phaëthon 188. + + Phainon 137, 188. + + Pharmakon 8, 16, 17, 49, 52, 64. + + -- des Lebens 67, 80. + + Pharmuthi 48, 58, 99. + + Pharus 213. + + Phiale 49, 77, 80, 344. + + Philister 613. + + Philosophisches Ei 320, 400, 404, 494. + + -- Gold 321. + + Philosophischer Stein 320, 322, 324, 387. + + Phlomos 232. + + Phosphor-Bronze 552. + + Phosphorescenz 50. + + Phosphorescieren 113. + + Phosphoros 137, 188, 351. + + Phrygische Asche 571, 592. + + Phykos 9, 270. + + Physis 121, 133. + + Pi 457. + + Piautre 596. + + pilakku 546. + + pilindz 561. + + Pistazia Therebinthus 34. + + pittala 439. + + Planeten 70, 77, 81, 87, 91, 105, 123, 128, 138, 141, 145, 146, 151, + 152, 155, 164-168, 174, 175, 181-186, 194, 195, 199, 200, 202, + 204-209, 211, 215, 216, 221, 222, 230, 232, 235, 241-245, 248, + 250, 251, 253, 256, 257, 259, 286, 287, 322, 334, 341, 343, + 347, 350, 352, 360, 366, 374-376, 389, 395, 400, 402, 407, 413, + 416, 419, 421, 425, 430, 431, 433, 441, 442, 443, 449, 451, + 452, 458, 489, 498, 499, 500, 506-510, 512-515, 519, 667, 670, + 671, 674-676, 679. + + Planeten-Charakter 166. + + Planeten-Dämonen 239, 259, 309, 499. + + Planeten-Dienst 202. + + Planeten-Farben 204. + + Planeten-Fresken 515. + + Planetengeister 241, 254, 671. + + Planetengötter 151, 165, 173, 175, 176, 199, 203, 210, 212, 219, 242, + 244, 250, 251, 321, 322, 407, 669. + + Planeten-Idol 514. + + Planeten-Metalle =210=, 211, 215, 217, 218, 303. + + Planetennamen 188. + + Planetenreihe 171, 172, 184, 187. + + Planeten-Seelen 676. + + Planeten-Siebenheit =164=, 165, 167. + + Planetensiegel 256. + + Planeten-Tafel 425. + + Planeten-Typen 514. + + Planeten und Körperteile 233. + + -- -- Lebensstufen 220. + + -- -- Weltalter 220. + + Planetenwoche =171=, =184=, 209. + + Planeten-Zahl 667, 668. + + Planetenzeichen 350. + + plata 573. + + Platin 264, 512, 531. + + Platoniker 208. + + Platonische Körper 127. + + Platonisches Jahr 189. + + Platyophthalmón 532. + + Plejaden 167, 168, 298. + + Pleonasmos 7. + + Pleroma 52, 239, 245. + + Pléroma der Kunst 346. + + plinj 561. + + plumbum alcalai 588. + + -- akaleum 588. + + -- album 580, 587. + + -- argentarium 587. + + -- candidum 580, 587. + + Pneuma 38-40, 52, 55, 57, 70, 78-80, 83, 84, 87, 94, 97, 101, 113, + 122, 127, 128, 137, =142=, 144, =145=, 147-150, + 154-158, 196, =197=, 198, 224-227, 232, 234, 238, 245-247, + 251, 303, 305, 306, 316-322, 324, 327, 338, 339, 344, 345, 352, + 381. + + -- göttliches 219, 223. + + Pneumatiker 150, 318. + + Pneumatische Bräute 239. + + Podien 594. + + Pómpholyx 93, 390, 592, 594, 598. + + Porphyr 110, 467, 474. + + porphyriser 116. + + Porzellan 213, 394, 399, 411, 422, 460, 461, 677. + + Porzellangefäß 256. + + Posch 474, 476. + + Pox 474. + + Prasinum 273, 475. + + Prima-Asem 5. + + Prima-Purpur 23. + + Prima-Silber 12. + + Primel 325. + + primum ens 597. + + Probierstein 472. + + Projektion 43, 79, 84, 94, 107, 492. + + Projektions-Pulver 436, 439, 447. + + projizieren 9, 36, 51, 82, 101, 320, 326, 367, 475. + + Prophet 64, 98, 238, 239. + + Prophetes 268. + + Pseudárgyros 591, 592. + + Psyche 97, 108, 196, 197, 338, 344, 671. + + Psyllium 481. + + Puch 632, 633. + + pulad 409, 614. + + pulafat 614. + + Pupille 300, 301, 336. + + -- der Augen 67, 87, 101, 302, 335, 342, 364. + + Purpur 9, 18, 20, =22=, 26, 32, 38, 44, 45, 270, 271, 276, 278, + 312, 327, 329, 332, 395, 469, 473, 518. + + Purpurissum 271. + + Purpurschnecken 9, 21, 543. + + Purpur, unvergänglicher 23. + + Pygmäen 609. + + Pyramiden 54, 257, 258, 282, 422, 423, 428, 610. + + Pyrit 8, 14, 16, 34, 36, 42, 44, 64, 69, 70, 86, 90, 92, 93, 327, + 377, 384, 390, 392, 418, 435, 439, 440, 469, 562, 645 (s. + Markasit u. Schwefelkies). + + Pyrôeis 137, 188. + + Pyrolusit s. Braunstein. + + Pythagoräer 188, 201, 208. + + + Q s. K. + + Qabîlah 401. + + qalah 409. + + Qalaî 412, 588. + + qalamî 411. + + qalî 404, 409, 417, 420. + + qalʾijj 378, 402. + + Qamar 676. + + Qandîl 401. + + Qara 401. + + qazdîr 409, 417. + + Qualität 37, 38, 39, 69, 79, 93, 128, 130, 133, 136, 138, 140, 143, + 147, 148, 150, 156, 159, 317, 318, 320, 321, 367, 371, 372, + 381, 402. + + Quecksilber 4-10, 12, 14, 32-36, 39-49, 52, 59, 64, 65, 69, 73, + 78, 81-90, 92, 94, 97, 99, 100, 105, 108, 111-114, 116, 142, + 216-218, 222, 256, 269, 277, 284, 289, 303-305, 309, 321, 326, + 336, 342-352, 359-369, 373, 376-382, 385-390, =391=, + 392-395, 399-420, 423, 428, 434-448, 457-460, 467-469, 473, + 475, 485, 488-492, 502-512, 524, 597-599, =600=, 603, + 606, 634-636, 641, 677-681. + + Quecksilber, abgestorbenes 69. + + Quecksilber-Amalgam 274. + + Quecksilber, fixiertes 69. + + -- getötetes 604. + + Quecksilbernitrat 115. + + Quecksilberoxyd 87, 386, 414, 487. + + Quecksilbersalbe 603. + + Quecksilber-Schmierkuren 606. + + Quecksilber, sublimiertes 69. + + Quecksilber-Teich 604. + + Quecksilber, zweites 83. + + Quelle 373. + + quinta essentia 154. + + Quintessenz 154, 508. + + + Rabe 79. + + Radium 513. + + Rahu 431, 441, 442. + + rajata 530. + + Rakete 479, 480. + + rame 549. + + Rangordnung 136. + + râsa 434, 435, 437, 440, 447. + + rasâcht 410. + + Rasaka 436, 437, 595. + + râs al sâbûn 411. + + Rasâs 386, 388, 404, 412, 413, 417. + + rasâs al qalaî 404, 408. + + rasâs al usrub 404. + + rasas qalî 411. + + Rasâyana 435. + + Rätsel des ~Agathodaimon~ 101, 105. + + Rauchquarz 16. + + Rauchtopas 16. + + rauda 548. + + raudhâ 546, 548. + + raudo 548. + + raudunes 548. + + raudus 544. + + Rauschgelb 679. + + Rauschgold 274. + + Rauschnarkose 199. + + rauta 541, 546, 548, 629. + + Realgar 5, 6, 10, 28, 33, 34, 36, 87, 102, 277, 345, 392, 393, 403, + 409, 410, 413, 434, 435, 439, 440, 441, 457, 458, 678. + + Regenbogen 87, 101, 372. + + Regenwasser der Alten 84. + + Reifen der Früchte 143. + + Reihe der Planeten s. Planetenreihe. + + Reinheit, kultische 323, 341. + + Reinigung 236. + + Reis 409, 561. + + Reiswasser 15. + + Rennarbeit 609, 619, 624. + + Rettigöl 28, 34, 69. + + Rettigwasser 84. + + Rezept 352. + + Rezipient 49. + + Rhamnus 23, 325. + + Ricinus 47. + + Ricinusöl 17, 18, 28, 34, 69. + + Ricinuswasser 84. + + Rind 214, 391. + + Ring, platonischer 159. + + Risigallo 679. + + Ritual 99, 174, 235, 239, 241, 251, 343. + + rôdh 548. + + rohita 431. + + Rohsoda 16, 39. + + Romantik 511. + + Römisches Harz 487. + + Rose 214, 373. + + -- der hl. ~Maria~ 325. + + Rosenkreuzer 495. + + Rosenöl 110, 369. + + Rosenwasser 110, 404, 418, 492. + + Rost 137. + + Rosten 381. + + Rot der Palmen 116. + + Roteisenstein 8, 18, 22, 28, 33, 87, 417, 467, 468, 539, 610. + + Rötel 8, 18, 87, 271, 274, 384, 386, 390, 468, 469, 475, 485, 524, + 678. + + Roter Schwefel 416. + + Rotes 80. + + -- Blut 101. + + -- Haus 267. + + -- und Weißes 99. + + Rotguß 596. + + Rotholz 473. + + Rötung 35, 47, 53, 65, 79, 94. + + roudhos 546, 548. + + roy 548. + + Rübe 6. + + Rübe, rote 9. + + Rubin 18, 211, 441, 443. + + Rubrica 475. + + Rückgrat des Osiris 179. + + ruad 548. + + ruda 541, 546, 548. + + rudhira 548. + + rudru 548. + + Rûh-i-Tûtijâ 420. + + Rührstock 111, 435. + + Ruß 49, 69, 94, 271, 302, 475. + + Rûy 420. + + + Saʾad 410. + + Sabbat 185, 669. + + Sabh 214. + + Sâburqâni 399. + + Sacal 537. + + Sachtah 412. + + Sacrium 537. + + saffâr 408. + + Safflor 8, 21, 24, 270, 271. + + safr 553. + + Safran 8, 9, 28, 32, 34, 82, 111, 390, 466, 467, 468, 474, 475, 644, + 666. + + Saft 318, 372, 373. + + Saiten 244. + + -- der Lyra 123, 128. + + Sakai 537. + + Sakramente 239, 242. + + Sakrament des Ehegemaches 239. + + sal coctum 479. + + -- comatum 481. + + -- commune grossum 479. + + -- indum 479. + + -- gemmae 116. + + -- nitrum 107, 114, 116. + + -- petrosum 490. + + Salamander 81. + + Salbe der Philosophen 500. + + saliva 476. + + Sallniter 510. + + Salmiak 107, 114, 117, 258, 335, 358, 368, 369, 375, 377, 379, 385, + =392=, 394, 398, 401, 403, 404, 405, 413, 414, 417, 418, + 436, 439, 440, 457, 484, 487, 491, 548, 681. + + Salnitro 488. + + salonitro 116. + + Salonitron 488. + + Salpeter 9, 107, 114, 116, 377, 385, 394, 401, 460, 479, 480, 487, + 488, 490, 491, 644. + + Salpetersäure 114, 487, 488. + + Salz 5, 8, 9, 12, 70, 136, 142, 269, 292, 365, 373, 375, 377-379, + 385, 392, 395, 401, 413, 414, 435, 469, 473, 474, 475, 480, + 508, 510, 518, 527, 584. + + -- ammonisches 73, 74. + + -- der Mauern 394. + + -- -- Sonne 416. + + -- kappadozisches 75. + + Salzschaum 12. + + Salz von China 394. + + Salzwasser 12, 16. + + Sambucus 475. + + Samen 34, 45, 53, 57, 64, 69, 80, 94, 125, 132, 142, 149, 150, 154, + 159, 197, 229, 305, 315, 316, 317, 319-326, 342, 345, 360, 369, + 380, 441 (s. Sperma). + + -- der Metalle 416. + + -- des Ammon 325. + + -- -- Herakles 325. + + -- -- Hermes 438. + + -- -- Siva 440, 442. + + Sâmkhya 432. + + Samniten 556. + + Samos 289. + + Samstag 185. + + Sandbad 40, 50, 115. + + Sand, gelber 33, 39, 41, 83, 93. + + -- goldfarbiger 109. + + -- roter 33, 83. + + Sandarach 5, 6, 8, 32, 33, 36, 41, 52, 69, 82, 83, 86, 92, 214, 379, + 389, 392, 393, 416, 466, 467, 470, 473, 587, 634, 677, 678. + + sandarus 389. + + Sandelholz 403. + + Sandyx 69, 270, 473, 678. + + San-fuh 453. + + Sapphir 18, 214, 217, 441. + + Sapîdrûy 418. + + Sapo gallicus 485. + + Saptaratna 443. + + sarandsch 398. + + Sarder 18. + + Sarkokolla 410. + + Satansstein 387, 415. + + Saturn 128, 137, 165, 166, 170-172, 181, 184-188, 205, 206, 210, + 214-220, 255, 257, 259, 286, 288, 431, 441, 442, 451, 452, 506, + 534, 667, 676. + + Sauerstoff 460, 461. + + Säulen des Herkules 554. + + Säure 37, 440. + + -- mineralische 71. + + Sbiadâr 418. + + Scabiosa 639. + + Scammonia 23. + + schabah 412, 636. + + Schabattu 171. + + Schabb 384, 414. + + Schabh 378, 393, 399. + + Schachspiel 676. + + Schachtelhalm 21. + + Schâdanah 401. + + Schaf 255. + + Schakk 44, 403, 405. + + Schams 676. + + Schandschart 386. + + Scharfes Wasser 393. + + Scharlach 21, 270, 327. + + -- galatischer 24. + + Schatz des Priamos 522. + + Schaum des Typhon 325. + + Schaumnitron 9, 13, 102. + + Scheidewasser 114. + + Schekel 292. + + Schiefer 262. + + Schießpulver 394, 418, 477, 629, 634. + + Schiffsbauch der Sphäre 128. + + Schiiten 199. + + Schildkröte 113. + + Schirmsafflor 302. + + Schlange 60, 65, 66, 74, 81, 177, 178, 214, 224, 225, 233, 234, 237, + 242, 246, 247, 251, 265, 305, 313, 325, 337, 343, 347, 391, + 663, 665, 672. + + Schlangengreif 225. + + Schlangenrohr 49, 85. + + Schlangenstab 337. + + Schlangenverehrung 125. + + Schleim 137, 318. + + Schlüssel 251. + + -- der Erkenntnis 251. + + -- des Thot und Hermes 55, 232. + + Schmelzbarkeit 136. + + Schmelzen 142. + + Schmiede 267, 268, 273, 521, 525, 682. + + Schmiedeeisen 622. + + Schmiedekunst 608, 626, 628. + + Schminke 312, 313, 630-632. + + Schminknapf 630. + + Schmirgel 379, 476, 611. + + Schnee 132. + + Scholastik 482, 490. + + Schöllkraut 7, 16, 17, 19, 21, 82. + + Schreiber des Himmels 302. + + Schreiberengel 221. + + Schreiberschwärze 94. + + Schröpfkopf 224. + + Schule von Athen 160. + + Schule von Salerno 606. + + Schutzengel 141, 515. + + Schwangerschaft 70, 342, 375. + + Schwarzblei 302. + + Schwarzdorn 475. + + Schwarze, das 361. + + Schwärze 69, 103, 302-304, 336, =341=, 671. + + -- aus Stimmi 38. + + Schwarze Brühe 47, 62, 81, 100, 302, 303, 305. + + Schwarzer Geist 88. + + -- Saft 47. + + Schwarzes 52, 79, 94, 101. + + -- Präparat 302. + + Schwarz, indisches 113. + + Schwarzkupfer 300, 303, 540. + + Schwarzland 300, 301. + + Schwarzpulver 477, 479, 482, 487, 490. + + Schwarz, skythisches 17. + + Schwärzung =36=, 47, 52, 65, 68, 79, 87, 94, 100, 105, 111, 302, + 307, 320. + + Schwefel 6, 8, 16-20, 24, 32, 33, 36, 39-44, 47-49, 52, 59, 64, 69, + 74, 81-84, 89, 93, 97, 99-101, 105, 112, 115, 116, 142, 277, + 305, 309, 321, 326, 342-345, 354, 359-362, 366, 368, 373, + 376-391, 395, 401-407, 411-419, 435, 436, 439-441, 444, 447, + 448, 457-461, 468, 469, 474-480, 485-492, 502-510, 548, 603, + 635, 636, 641, 678, 680. + + Schwefelantimon 32, 34-36, 68, 73, 88, 116, 217, 341, 365, 369, + 384, 390, 392, 409, 484, 587, 629, 630 (s. Antimonsulfid u. + Grauspießglanz). + + Schwefelarsen 5, 34, 39, 73, 369, 384, 390, 392, 401, 404, 437 (s. + Arsensulfid). + + -- gelbes 7, 23, 33 (s. Arsensulfid, gelbes). + + -- rotes 6, 53, 69, 86 (s. Arsensulfid, rotes). + + Schwefelblei 34, 38, 42, 59, 100, 345, 384, 389, 410, 435, 575, 630, + 631, 634. + + Schwefelblumen 390. + + Schwefelcalcium 114. + + Schwefel der Philosophen 42. + + Schwefeleisen 592. + + Schwefel, gelber 39, 40, 79, 392. + + -- gelöster 90. + + Schwefelkies 7, 8, 20, 36, 42, 375, 377, 390, 405, 418, 441, 448 (s. + Markasit u. Pyrit). + + Schwefelkupfer 42, 82. + + Schwefel, lebendiger 82. + + Schwefelleber 8, 487. + + Schwefelmilch 88, 487. + + Schwefelnatrium 42. + + Schwefel, roter 383, 392. + + Schwefelsäure 115, 367, 401, 446, 487, 488. + + Schwefel, schwarzer 39, 69. + + Schwefelsilber 34, 474, 543. + + Schwefel, unverbrennlicher 59, 362. + + Schwefelwasserstoff 84. + + Schwefel, weißer 28, 33, 39, 40, 79, 392, 393. + + Schweflige Säure 84. + + Schweineblut 23, 70. + + Schweiß 437. + + Schweißen 619. + + Schwertlilie 475. + + Scilla 325. + + Sebennion 20. + + Seele 142, 144, 149, 154, 157, 225, 232, 239, 243, 250, 254, 316, + 317, 319, 321, 376, 459, 667, 671. + + Seelenwanderung 124, 199. + + Sefidrûy 409, 417, 420, 596. + + Seide 115, 116, 380. + + Seidelbastsame 16. + + Seidenzeug 115. + + Seife 24, 70, 86, 88, 114, 117, 369, 390, 418, 470, 485, 662, 670. + + Seifenkraut 20. + + Seifenlauge 411. + + Seifenstein 459. + + Seifenwurzel 9, 20, 23, 24. + + Seisarat 369. + + Selene 95, 137, 155, 188, 204. + + Selenit 5, 33, 53, 113, 390. + + semen psillii 481. + + Sempervivum 14, 232. + + Sepia 33, 117. + + Sepsis der Isis 105, 341. + + Septizonium 171, 207, 250, 514. + + Serapeion 75, 78, 96, 191, 268, 346. + + Serifa 617. + + Servus fugitivus 41, 83, 409. + + sethala 620. + + Sethianer 178, 576. + + Sibiltu 220. + + Sibylle 220. + + sidabras 530. + + Sieben 115. + + Siebener-Tage 171. + + Siebengottheit 163, 167. + + Sieben Metalle 102. + + Siebentägige Fristen 171. + + Siebenzahl 123, 167, =182=, 187, 242, 374, 421, 428, 430, 433, + 516, 669. + + Siegelerde, lemnische 93. + + Siegelsteine 203. + + Siën 453, 454, 457, 459. + + sifr 386, 388, 399, 403, 410. + + Sigle 26. + + Signatstern 641. + + Silber 4, 5, 7, 8, 11, 13, 32, 34, 38, 40, 56, 58, 65, 69, 77-84, + 88-91, 94, 95, 99, 101, 105, 110, 111, 114, 116, 136, 137, 142, + 170, 189, 211-221, 242, 250, 256, 262, 264, 267, 268, 273-277, + 286-291, 298, 299, 304, 305, 309, 312-314, 318, 320-326, + 329-332, 342-351, 366-368, 373, 375-380, 384-391, 395, 399, + 402-405, 408, 410-423, 434-443, 453, 456, 458, 460, 461, 468, + 470-475, 485, 489, 493, 497, 500, 502, 506, 507, 512, 519-525, + =527=, 529, 532-537, 546, 558, 577, 587, 589, 598, 612, + 613, 634, 680. + + Silber, ägyptisches 90. + + Silberblei 45. + + Silberblick 43, 393, 470. + + Silbergärung 80. + + Silber, gelbes 33. + + Silberhefe 103. + + Silberkies 36, 86. + + Silber-Mensch 81. + + Silbernitrat 115, 487. + + Silberschaum 33. + + Silberschrift 7, 44, 471. + + Silbertinte 465. + + silubr 530. + + Sîm 442. + + Simâb 677. + + Sîm-i-Suchtah 420. + + Sin 259. + + Sindura 436. + + Sinnbilder der Gestirne 163, 165. + + Sinopis 8, 10, 28, 475, 524. + + sipri zakur 170. + + sirebro 530. + + Sirene 137, 244. + + Siricum 468. + + Sîrîkôn 390. + + sîsa 577, 588. + + Skarabäus 54, 178, 200, 322. + + Skorpiuros 20. + + Smaragd 16, 31, 58, 73, 102, 211, 214, 217, 272, 278, 331, 377, 387, + 388, 399, 414, 415, 441, 443, 471, 518. + + -- falscher 524. + + Smerrud 387. + + smid 628. + + smîdr 628. + + smitha 628. + + Soda 8, 17, 20-24, 107, 271, 377, 434, 435. + + Sodalauge 13. + + Sohn Gottes 232. + + Solidus 665. + + Sol invictus 248. + + Soma 38, 39, 83, 135, 140, 160. + + Sonne 10, 26, 57, 78, 81, 82, 87, 95, 128, 137, 146, 154, 162-166, + 170-178, 184-187, 194, 200, 203-206, 211-214, 217, 222, 230, + 232, 242, 243, 248, 249, 253-256, 259, 307, 312, 322, 346-349, + 371, 374-378, 395, 405, 430, 431, 440-=442=, 451-453, 516, + 519, 521, 525, 666, 667, 674, 676. + + Sonne als König 184. + + Sonnenkäfer 54, 211, 267. + + Sonnenkind 305. + + Sonnenstein 19, 441. + + Sonnentempel 520. + + Sonnenuhr 186. + + Sonnenvogel 246. + + Sonnenwasser 326. + + Sonntag 184, 185. + + Sophien-Kirche 566. + + Sory 8, 36, 90, 93. + + Sothis 228. + + Spannkraft 147. + + Speautre 596, 600. + + Speichel 476. + + Spelter 596, 599. + + Sperma 47, 53, 99, 317, 319, 343, 345, 362, 369 (s. Samen). + + Sphäre 137, 174, 175, 188, 199, 200, 232, 242-245, 250, 255, 338, + 345, 352, 371, 372, 421, =499=, 515. + + Sphären-Dämonen 195. + + Sphärenharmonie s. Harmonie der Sphären. + + Sphärenmusik s. Harmonie der Sphären. + + Sphâtika 443. + + Spiauter 418, 596, 599, 600. + + Spiegel 90, 91, 556, 562, 563, 590. + + Spießglanz 34, 35, 36, 369, 417 (s. Antimonsulfid). + + Spießglas 38. + + spilendzi 561. + + Spina 475. + + Spiritus 148, 321. + + Spodós 86, 93, 592, 594. + + Spottkruzifix 185, 576. + + Sprechen, rechtes 198. + + Spreu 264, 266. + + staen 582. + + stagnum 582. + + Stahl 45, 137, 220, 310, 379, 386, =388=, 399, 404, 409, 413, + 423, 440, 441, 475, 611-617, 620, 623-628. + + Stahl, chinesischer 213, 422. + + -- damascierter 112. + + -- indischer 112. + + Stahlspiegel 399. + + stannum 582, 584, 587. + + Stärke 470. + + Stater 292. + + -- ptolemäischer 2. + + Steckmuschel 673. + + Stein, etesischer 86, 105, 107. + + -- der Franken 415. + + -- der kein Stein ist 44, 45, 62, 110, 178, 326, 345. + + -- -- Philosophen s. Stein der Weisen. + + -- -- Weisen 53, 65, 77, 91, 105, 110, 295, 298, 308, 314, 320, + 341, 345, 362, 365, 368, 419, 427, 445, 458, 489, 493, 494, + 507, 510, 512, 673, 680. + + -- phrygischer 23, 33, 92. + + -- des Quecksilbers 83. + + -- schwarzer 70. + + Steinbock 219, 285, 286. + + Steinkohle 413. + + Steinsalz 116, 479 (s. Salz). + + Steinzeit 519, 520, 535, 538, 539, 544, 546, 556. + + Stellvertretung 166, 667. + + Stem 631. + + Sten 582. + + Steresis 158, 302. + + Sterne 146, 154, 162, 215, 317, 321, 332, 430. + + Sterndämon 321. + + Stern der Erde 390. + + -- -- Weisen 641. + + Stern des Antimoniums 641. + + Sterndeutung 497. + + Sterndienst 174, 181, 185, 186, 202, 252, 254. + + Sterngeister 138, 241, 255, 310. + + Sterngötter 137, 141, 152, 189, 210, 215, 321. + + Sternschnuppe 321. + + Stibeos 638, 639. + + Stibi 377, 393, 631-636. + + Stibium 640. + + Stier 177, 214, 223. + + Stilbon 137, 188, 194, 351. + + Stimmi 32, 35, 40, 42, 43, 47, 68, 69, 73, 100, 102, 108, 116, 201, + 217, 341, 384, 393, 587, =631=, 632-636, 641, 642, 646. + + -- anglicum 641. + + -- italisches 44. + + -- koptisches 62. + + -- der Philosophen 42. + + Stoa, jüngere 195. + + Stoff und Form 153, 159. + + -- -- Kraft 116. + + Stoïker 203, 219, 315-317, 319, 320, 341. + + Strahlblume 643. + + Strahlen der Sterne 215. + + Strahlenkrone 249. + + Streupulver 39, 44 (s. Xerion). + + Struthion 20. + + Stuck 273. + + Stufenjahr 220. + + Stufenturm 189, 250, 668. + + Stupa 434. + + Stypteria 28, 659. + + Sublimat 14, 42, 44, 59, 112, 117, 369, 375, 393, 412, 420, 423, 437, + 447, 459, 487, 604, 640. + + Sublimation 40-50, 52, 57, 75, 98, 289, 305, 344, 369, 391, 401, 409, + 412, 436, 439, 447, 602. + + Sublimieren 37, 82, 394, 487. + + Sucinum 537. + + Sufr 399, 410, 412, 527. + + Su-Marchaschi 388. + + Surb 420. + + Surma 439, 440, 631. + + Süßholz 116. + + suta 437. + + Syenit 551. + + Symbolik 236. + + Sympathie 38, 151, 159, 183, 197, 202, 208, 210, 254, 313, 325, 329. + + -- und Antipathie 134, 146, 343. + + Synagogé 483. + + Synkretismus 53, 189. + + Synthese, chemische 657. + + Syrisches Glas 378. + + + Tabarzad-Zucker 392. + + Tabaschir 15, 441. + + Tabasi(s) 14, 16. + + Tabula smaragdina 663. + + tacht 574. + + Tag des Herrn 185. + + Tah-Shih 444. + + Tai-kih 452. + + Tal 412. + + Taliqûn 378, 412, 414, 420, 678. + + Talisman 91, 404, 422, 457. + + Talk 5, 33, 53, 108, 109, 113, 357, 365, 368, 377, 384, 387, 390, + 392, 405, 415, 438, 441, 459. + + Tamarinde 380. + + tamassos 543. + + Tâmba 442. + + tambâja 574. + + Tâmran 442. + + Tan 459, 590. + + Tang 312. + + Tang-Dynastie 459. + + Tanger 389. + + Tanmâtra 432. + + Tannenharz 476. + + tannur 369, 401, 614, 617. + + Tan-sha 459. + + Tao 452, 454, 456, 457, 459. + + taqtîr 409. + + târa-mâkshîka 448. + + Tarichéia s. Tarichie. + + Tarichie 59, 99, 106, 108, 301, 302, 305, 327, 341, 645. + + Tartaros 111, 112, 117, 219. + + Tartarum 112, 666. + + Tartarus 485. + + tasʾîd 409. + + Tatanagam 436. + + Tatarisches Salz 385. + + Taube 178, 214. + + Taubenkot 7. + + Tau des Herrn 323. + + Technik =261=. + + Technites 5, 19, 25, 36, 269, 273, 278, 280, 281, 326. + + techset 611. + + Teer 479. + + tehset 611. + + teht 574. + + Telchinen 609, 617, 618. + + temes 617. + + Tempelberg 169. + + Tempel der sieben Pforten 91. + + -- -- -- Planeten 216. + + -- des Knuph 305. + + Tempelindustrie 268, 274. + + Tempelküche 55. + + Tempelturm 165, =168=. + + Tempel-Werkstätten 275, 276, 278, 279, 281. + + Temperament 372, 373. + + tenor 147. + + Teou-Schih 559. + + terebentinum 480. + + Terpentin 480. + + Terpentinharz 18. + + Terpentinöl 467. + + terra de Michna 481. + + -- sigillata 93. + + Tetraeder 127, 135, 136, 372. + + Tetrasomie 35, 38, 47, 62, 78, 81, 97, 324, 326, 336, 343, 344. + + Thenaker 70. + + Theologie 154. + + Therapeuten 156. + + Therebinthe 34, 59. + + Thermospodien 85, 97. + + thesed 551. + + Theurgie 208, 254, 281. + + Thiniten 261, 520, 540, 551, 631. + + thisd 551. + + Tiára 348. + + Tierischer Magnetismus 511. + + Tierkreis 163, 165, 183, 186, 206, 209, 210, 343, 351, 374, 451, 676. + + Tierkreisbild 334, 499, 516. + + Tierzahn 466. + + Tilâ 420. + + tin 590. + + tind 600. + + tindr 600. + + Tinkal 70, 378, 389. + + Tinkâr 70, 359, 378, 389, 392, 414. + + Tinktur 31, 105, 278, 320, 491, 492, 508, 676. + + Tinte 55, 74, 79, 416, 423, 475. + + -- der Schreiber 302. + + Tîr 374, 676. + + Titanos 33. + + Tochter der Perser 42, 44. + + Todsünde 199, 242. + + Tolma 219. + + Tombacco 574. + + Tombak 442. + + Ton 84, 136, 142, 372. + + Tonart 106. + + Ton der Philosophen 401, 677. + + Töne 373. + + Tonerde 13, 17, 20, 23, 85. + + -- kimolische 20. + + Tonstöpsel 85. + + Tonus 156, 317. + + Tonwaren 43, 273, 477. + + Topas 14, 211, 377, 441. + + Tore 250, 251. + + -- der 7 Himmel 216, 223. + + Totenbeigaben 2, 26. + + Toten-Erwecken 67. + + Traganth 399. + + Traganthgummi 7, 14, 22, 43. + + tran 580. + + Träne des Isis 325. + + Transmutation 64, 67, 80, 97, 103. + + Trapu 442, 588. + + Traube 20. + + Traumdeuterei 193. + + Trester 20. + + Treue Brüder 369. + + Tribikos 49, 85, 344. + + Trichitis 481. + + Trinkbares Gold 503. + + Triplosis 5, 13, 330. + + trishna 431. + + Trismegistos 226. + + Trockenheit 123, 127, 130, 136, 147, 316. + + Tropfmetall 221. + + Tropfzink 591. + + Tscheng 600. + + Tschou-Dynastie 559. + + Tu 636. + + Tuchia 491. + + Tuciu 574. + + tudsch 412. + + Tumbac 574. + + Tuntzy 574. + + turba 483. + + Türhüter der Sphären 243. + + Türkis 211, 262, 272, 376, 388, 413, 441, 539, 548. + + Turkesa 388. + + Tusche 45. + + Tuschie 594. + + Tutanag 599. + + Tutanega 413, 596. + + Tutenage 436, 596. + + Tutia 71, 76, 111, 117, 365, 384, 390, 395, 401, 409, 413, 436, 481, + 485, 491, 570, 574, 593, 594, 665, 675. + + -- femina 369. + + Tutia marina 369. + + Tûtijâ 401, 405, 409, 410, 412, 415, 419, 420 (s. Tutia). + + -- der Weisen 411. + + Tutta-Nagam 436. + + Tuttha 436, 441, 446. + + Tuttham 436. + + Tyche 219. + + + Udal 394. + + Ulme 469. + + umae 548. + + umajo 548. + + Umfärbung 37, 39, 344, 360. + + Umwandlung 37, 79, 87, 94, 97, 99, 122, 136, 141, 142. + + Unbegrenztes 134, 135. + + Unser Blei 35, 47, 48, 62, 78, 79, 100, 101, 302, 634. + + -- Bleiweiß 83. + + -- Essig 35. + + -- Gold 79, 321. + + -- Kalk 82, 83. + + -- Kupfer 47, 78, 83. + + Unsere Magnesia 87. + + Unser Silber 62. + + -- Tau 101. + + Unsterblichkeit 124, 178, 180, 238, 324, 335, 494. + + Unsterblichkeits-Trank 201, 230, 239, 446, 453, 455, 456, 458, 459, + 519. + + Urfeuer 148. + + Urin der Jungfrau 99. + + Urmaterie 79, 121, 134, 135, 140, 147, 155, 158, 223, 296, 302, 303, + 318, 320, 341, 371, 394, 400, 402, 412, 432. + + Ur-Pneuma 197. + + Urstoff 35, 121, 122, 129, 132, 139, 160, 222, 314, 315. + + urudu 541, 546, 548, 553. + + Uruki 170. + + urreïda 548. + + Urwasser 122, 178. + + Uschnan 401. + + Uschschak 357. + + Usem 530. + + Usia 138, 139, 147, 148, 156. + + -- der Seele 149. + + Usrub 379, 386, 388, 402, 404, 413. + + Usrundsch 386, 388, 405. + + utâl 663. + + Utârid 255, 676. + + + Vâc 432. + + Vaisêshika 433. + + Valentinianer 51, 226, 239. + + Vanga 440, 442. + + Vangam 442. + + Vartaloha 439, 442. + + vas aquae bullientis 492. + + Vasasiddha 437. + + Vater der Metalle 416. + + Vaterunser 115. + + Veilchen 373, 469. + + Vel-Ijam 594. + + Veneda 476. + + Venerandus felix 234. + + Venetum 273, 469. + + Ven-Kalam 594. + + Venus 128, 137, 163-167, 170, 171, 181, 184, 187, 188, 205, 206, 214, + 217, 255, 256, 259, 285, 286, 287, 321, 347, 431, 441, 442, + 451, 452, 506, 519. + + -- barbata 200, 667. + + Verbascum 232. + + Verbena 325. + + Verbrennung 381. + + Verdichtung 121, 122, 132, 136. + + Verdünnung 121, 122, 132, 136. + + Verfüttern der Perlen 13, 114, 391, 467, 503. + + Vergißmeinnicht 325. + + Vergoldung 3, 8, 34, 43, 266, 274, 465, 470, 472-475, 602. + + Verklärte 198. + + Vermählung 47, 129, 136, 318, 322, 342, 419. + + -- der Naturen 80. + + Vermeil 469, 473, 485. + + vermiculum 473. + + Vermilio 485. + + Vernitio 476. + + vernix 116, 473, 481. + + verre 537. + + Versilberung 3, 34, 470, 475. + + Verwandtschaft 36, 42. + + Verzinnung 586, 590, 629. + + vesica 476. + + vetro 537. + + Vier Geister 368. + + Vierzahl 246. + + Viole 214. + + Virga aurea 225. + + Viride hispanicum 474, 475. + + -- salsum 475. + + Vision 76, 77, 80, 82. + + Vitreolum 491. + + Vitriol 6, 7, 9, 21, 42, 47, 70, 79, 90-93, 114, 353, 369, 373, 377, + 378, 384-395, 401, 403, 413-416, 469, 484, 487, 491, 599, 659, + 665. + + -- gebrannter 9. + + -- grüner 437. + + -- römischer 114, 116, 488. + + -- weißer 600. + + vitriolum 42, 469. + + Vitriolum romanum 116. + + vitrum 481, 537, 549. + + -- graecum 476. + + Vogel 84. + + Vogelgreif 265. + + Vokale 203, 244, 672. + + Vorbedeutung 207. + + Vorbeizung 15. + + Vorsokratiker 186. + + + Wachs 14, 15, 17, 49, 85, 97, 271, 469, 476. + + Wachsbehandlung 49. + + Wachsen und Reifen 142. + + Wage 550. + + Wagen der Planeten 137. + + Wahrer Name 174, 175, 177, 182, 198, 240. + + Waid 11, 16, 17, 21, 23, 24, 410, 473, 537. + + Wal 113. + + Walnuß 22. + + Wanderschmiede 610, 624. + + Wärme 121, 122, 127, 129, 130, 132, 136, 140, 142, 147, 316. + + Wars 44, 399. + + Wasser 99, 121, 122, 125-130, 132, 135, 136, 140-142, 147, 153, 154, + 156, 160, 173, 175, 222, 223, 245, 259, 316-319, 344, 365, + 371-373, 376, 381, 413, 422, 431-433, 443, 451, 452, 460, 461, + 488, 491, 669, 671. + + Wasserbad 40, 43, 394, 401, 418, 492. + + Wasser des Abyssos 59. + + -- -- ewigen Lebens 489. + + -- -- Herrn 221. + + -- -- Lebens 180, 223, 246, 259, 304, 322, 326, 335, 552. + + Wasser, filtriertes 86, 88. + + Wassergold 263. + + Wasser, göttliches 8, 34, 39, 40, 42, 47, 48, 52, 67, 68, 84, 94, 97, + 99, 101, 103, 105, 113, 114. + + -- göttlichstes 39. + + Wassermann 219, 285, 286. + + Wasser, neues 179, 181. + + Wasserrad 269. + + Wasser, schwefliges 8, 39. + + -- schwefligstes 39. + + -- skythisches 33, 83. + + -- süßes 86. + + Weibliche, das 344. + + Weibliches 80, 99. + + Weiberwerk 77, 341. + + Weihrauch 202, 300, 399. + + Weihwasser 304. + + Wein 75, 143, 315, 422, 426, 428, 491. + + Weingeist 471, 480, 482, 640 (s. Alkohol). + + Weinstein 9, 22, 33, 97, 112, 292, 475, 476, 480, 485. + + Wein, toter 143. + + Weisheit, göttliche 157. + + Weißblech 629. + + Weiß der Ifrangis 387. + + Weißen 36, 47, 76, 77, 78, 90 (s. Weißung). + + -- und Gilben 61, 64, 108. + + Weißer Hermes 408. + + -- Vitriol 600. + + -- Vogel 387. + + Weißes Haus 267. + + -- Kupfer 571. + + -- und Rotes 78. + + Weißgold 4, 264, 531. + + Weißkupfer 291, 292. + + Weißmessing 572, 597. + + Weißmetall 378. + + Weißsieden 292. + + Weißung 6, 13, 34, 36, 47, 52, 65, 79, 87, 94, 105, 302, 307 (s. + Weißen). + + Weizen 140, 324, 491. + + Weltachse 137, 250. + + Welt als Organismus 151. + + Weltenbecher 425. + + Weltenei 54, 125, 126, 178, 200, 246, 317, 323, 326, 431. + + Weltfeuer 123, 148. + + Weltgeist 226, 303. + + Weltordnung 317. + + Weltregenten 202. + + Weltseele 123, 126, 141, 148, 157, 197, 254, 317, 371, 374. + + Weltvernunft 148. + + Werg 115. + + Wetterläuten 569. + + Wetzstein 415. + + Widderhorn 644. + + Wiederbelebung 52, 86, 222, 223, 245, 287, 300, 304, 321-323, 326, + 327, 335, 344, 361, 367, 447, 509. + + Wiedergeburt 124, 249, 338. + + Wind 122, 125, 173, 176, 222, 431. + + Winkel 127. + + Wirkliches 139. + + Wirkungen der Sterne 210. + + Wismut 599, 642. + + Wissenschaft der Wage 419. + + Woche 171, 519, 669. + + -- ägyptische 182. + + Wolf 214. + + -- der Metalle 641. + + Wolfram 625. + + Wolfsmilch 11, 21. + + Wolke 344. + + -- des Arsens 83. + + Wolle 19, 22, 44, 312. + + Wollmagnet 387, 415. + + Worte 244, 672. + + Wortwitz 185. + + Wucherblume 643. + + Wünschelrute 225. + + Würfel 372. + + Wurzeln aller Dinge 130. + + Wüstengold 570. + + + Xerion 39, 40, 43, 45, 60, 65, 68, 69, 79, 80, 82, 87, 94, 101, 103, + 108, 111, 113, 297, 320, 326, 346, 359, 673. + + + Yaçada 595. + + Yang 451, 452, 461. + + Yantra 448. + + ya-siao 385. + + yasada 595. + + yasoda 441. + + yavanestha 588. + + Yin 451, 452, 460, 461. + + ystaen 582. + + Yu 457. + + Yü 456, 458. + + Yu-Schih 571. + + + Zabar 553. + + Zabargad 387. + + zâdsch 378, 384, 392. + + zafar 553. + + zafr 553. + + Zafrân 405. + + Zahl 7: 195. + + -- 40: 306. + + Zahlen 1-9: 371. + + Zahlenlehre 127, 153. + + Zahlenmystik 123, 128, 187, 244. + + Zahlenwerte 672. + + Zahlzeichen 672. + + Zambac 478. + + zandschafr 398. + + zandschâr 405. + + zar 526, 678. + + zaranya 526, 678. + + zarik 526. + + Zarnak 359. + + Zarnia 93. + + Zarnich 369, 375, 401, 403, 404, 410, 419, 678. + + Zarnik 384. + + Zarnika 93, 678. + + Zauber 179, 555, 556. + + Zauberbuch 156, 211, 309. + + Zauberei 182, 195, 279, 349, 424, 432, 438, 481, 499, 500, 664, 672, + 673. + + Zauberer 225, 240, 458, 498, 499. + + Zauberformeln 26, 91. + + Zauberhandlungen 104, 115. + + Zaubermittel 313. + + Zauberpapyrus 115. + + Zauberquadrate 372, 675. + + Zauberräder 160. + + Zaubersalbe 26. + + Zauberspiegel 339, 340, 423. + + Zaubertafel 334. + + Zauberworte 239, 245. + + Zâwûk 677. + + Zeichen 10. + + -- des Mondes 26. + + -- der Sonne 26. + + -- -- Sterne 674. + + Zein 590. + + Zeiten, richtige 205. + + Zelto 525. + + Zentralfeuer 128. + + Zeitmaß 115. + + Zeus 46, 95, 129, 137, 155, 200, 204, 217, 232, 240, 322, 349, 350, + 351, 352, 371, 374, 375, 376, 405, 408. + + zîbaq 409, 423, 677. + + Ziege 224. + + Ziegel, glasierte 170, 668. + + Ziegelöl 480, 485. + + Ziegenblut 23, 93. + + Ziffern, indische 675. + + Zijûg 677. + + zijuka 41, 677. + + zikkarat 164. + + Zikkurat 168, 169, 668. + + Zimmerholz 128. + + Zimtholz 211. + + zin 590. + + zincho 600. + + zinco 600. + + Zincken 597. + + zindschafar 411. + + Zindschâr 386, 388, 411. + + Zink 5, 7, 142, 290, 404, 415, 418, 420, 436-439, 441, 442, 448, + 456, 458, 548, 570, =591=. + + Zinkasche 594. + + Zinkblume 594, 598, 599. + + zinke 600. + + Zinkerz 457. + + zinko 600. + + Zinkoxyd 71, 93, 111, 117, 390, 485, 600. + + Zinn 3-7, 12, 13, 32, 34-38, 43-45, 56, 59, 61, 69, 78, 79, 81, 83, + 86, 88, 91, 92, 95, 112, 131, 142, 143, 148, 160, 170, 189, + 213, 216-221, 250, 255, 264, 280, 287, 290, 291, 303, 317-322, + 326, 343, 344, 347, 349, 351, 352, 367, 368, 373, 375, 377-379, + 386, 388, 391-395, 402-405, 408, 409-415, 417, 420, 423, 435, + 437, 439-443, 456, 458, 460, 467-475, 488, 497, 506, 507, 519, + 520, 529, 549-561, 571, =577=, 596-598, 613, 630, 639, + 642, 681. + + Zinnamalgam 465. + + Zinnfolie 466, 468, 581. + + zinnisat 164. + + Zinnober 8, 10, 11, 18, 22, 28, 32-36, 39-43, 59, 69, 73, 77-80, 83, + 87-92, 97, 112, 270, 271, 274, 277, 283, 309, 326, 327, 342, + 345, 362, 375, 376, 384-390, 392, 398, 405, 407, 410, 411, + 414, 416, 423, 436-441, 444-447, 457-460, 466-469, 473, 475, + 484-487, 597-602, 605, 634. + + Zinnober der Philosophen 79, 81, 94. + + Zinnoxyd 170, 384. + + Zinnschmuck 578, 591. + + Zinnschrei 43. + + zint 600. + + Zirnich 384, 387. + + Ziwag 395. + + Ziwaka 677. + + Zodiakus 205, 210, 669. + + zoloto 525. + + Zuchal 255, 676. + + Zucker 350, 380, 470. + + Zuckersyrup 410. + + zudschâdsch 369, 378. + + Zuhrâ 676. + + Zündsatz 74. + + Zundschufr 386, 388, 405, 414. + + Zwiebel 24, 395, 415. + + Zwitter 80, 83, 99, 164, 316, 345, 392, 508, 676. + + Zwölfzahl 187. + + + + +Druck der Universitätsdruckerei H. Stürtz A. G., Würzburg. + + + + +Schriften des nämlichen Verfassers: + + + =Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den + ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation.= (Leipzig + 1890; 474 S.) + + =Die Entwicklung der Deutschen Zuckerindustrie von 1850 bis 1900.= + Festschrift zum fünfzigjährigen Bestehen des Vereins der Deutschen + Zuckerindustrie. (Leipzig 1900; 341 S.) + + =Die Chemie der Zuckerarten.= 3. Aufl. (Braunschweig 1904; zwei + Bände, 2004 S.) + + =Analyse der Rohstoffe, Erzeugnisse und Hilfsprodukte der + Zuckerfabrikation.= (Berlin 1911, 115 S.; Bd. IV von =Lunge’s= + „Chemisch-technischen Untersuchungsmethoden“, 6. Aufl.) + + =Die beiden Grundschriften der Rübenzucker-Fabrikation: A. S. + Marggraf (1747) und F. C. Achard (1803).= Neuausgabe mit Anmerkungen + (Leipzig 1907, 72 S.). + + =Abhandlungen und Vorträge zur Geschichte der Naturwissenschaften.= + (Leipzig 1906 und 1913; Bd. 1, 590 S.; Bd. 2, 491 S.) + +Ferner: + + =Gemeinverständliche nationalökonomische Vorträge; geschichtliche + und eigene Forschungen, von weil. Prof. Dr. Wilhelm Neurath.= + Herausgegeben von Prof. Dr. =Edmund O. von Lippmann=. (Braunschweig + 1902; 308 S.) + + + + +Verlag von Julius Springer in Berlin W 9. + + + * =Untersuchungen über Aminosäuren, Polypeptide und Proteine.= + (1899-1906.) Von =Emil Fischer=. 1906. + Preis M. 16,--; geb. M. 17,50 + + * =Untersuchungen in der Puringruppe.= (1882-1906.) Von =Emil + Fischer=. 1907. Preis M. 15,--; geb. M. 16,50 + + * =Untersuchungen über Kohlenhydrate und Fermente.= (1884-1908.) Von + =Emil Fischer=. 1909. Preis M. 22,--; geb. M. 24,-- + + * =Organische Synthese und Biologie.= Von =Emil Fischer=. +Zweite+, + unveränderte Auflage. 1912. Preis M. 1,-- + + * =Neuere Erfolge und Probleme der Chemie.= Experimentalvortrag, + gehalten in Anwesenheit S. M. des Kaisers aus Anlaß der + Konstituierung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der + Wissenschaften am 11. Januar 1911 im Kultusministerium zu Berlin. Von + =Emil Fischer=. 1911. Preis M. --,80 + + =Untersuchungen über die Assimilation der Kohlensäure.= Sieben + Abhandlungen. (Aus dem Chemischen Laboratorium der Bayerischen + Akademie der Wissenschaften in München.) Von =Richard Willstätter= + und =Arthur Stoll=. Mit 16 Textabbildungen und einer Tafel. 1918. + Preis M. 28,--; geb. M. 36,-- + + * =Untersuchungen über Chlorophyll.= Methoden und Ergebnisse. Aus + dem Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie. Von Prof. Dr. =Richard + Willstätter=, Mitglied des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Chemie, + und Dr. =Arthur Stoll=, Assistent des Kaiser-Wilhelm-Instituts für + Chemie. Mit 16 Textfiguren und 11 Tafeln. 1913. + Preis M. 18,--; geb. M. 20,50 + + * =Geschichte der Pharmazie.= Von =Hermann Schelenz=. 1904. + Preis M. 20,--; geb. M. 22,50 + + * =Zur Geschichte der pharmazeutisch-chemischen Destilliergeräte.= + Von =Hermann Schelenz=. Mit vielen Abbildungen im Text. 1911. + Preis M. 3,-- + + + * _Hierzu Teuerungszuschlag._ + + +Fußnoten: + +[1] „Beiträge zur Geschichte der Chemie“ (Braunschweig 1869) 1, 17. + +[2] ~Goethes~ „Werke“ (Weimarer Ausgabe) Bd. 15, 80; Vers 6415 ff. + +[3] Stuttgart 1868; 7, 404 + +[4] „L’astrologie grecque“ (Paris 1899) 51, 578, 207, 548, 579, 573. + +[5] „De natura rerum“, lib. 1, Vers 641. + +[6] Vgl. ~Bodenstedt~, „Aus dem Nachlasse des ~Mirza Schaffy~“ (Berlin +1877) 71; der Gedanke entstammt einem persischen oder arabischen +Dichter, doch habe ich mir leider vor Jahren weder +seinen+ Namen +angemerkt, noch den des +Übersetzers+. + +[7] Frei übersetzt in Anlehnung an ~Deussen~, „Geschichte der +Philosophie“ (Leipzig 1908); 1 (3), 5. + +[8] ~Pauly-Wissowa~, „Real-Enzyklopädie des klassischen Altertums“ +(Stuttgart 1894 ff.) 6, 807. + +[9] Berlin 1898; 1, Vorr. 3, 9. + +[10] Auf mancherlei Feinheiten der Orthographie mußte jedoch, +derzeitiger typographischer Schwierigkeiten halber, verzichtet werden. + +[11] Wie ein Briefwechsel mit Herrn Geh.-Rat Prof. Dr. ~H. Diels~ +feststellte, gibt es von diesem Werke Exemplare im Pariser +Original-Einbande, bei denen die Titelblätter von Bd. 1 und 2 +verwechselt sind! + +[12] Beitr. I, 97 ff. + +[13] Coll. I, 28 ff.; Arch. 266 ff. + +[14] Coll. I, 21; ebd. 5, 19 ff., 54, 73, 200 f. + +[15] S. dessen Beschreibung Or. 80 ff. + +[16] „Papyrus Graecus Holmiensis“ ed. ~Lagercrantz~ (Upsala 1913); +auf diese Ausgabe beziehen sich im folgenden die Seitenzahlen ohne +besondere Bezeichnung. + +[17] 54 ff., 89; vgl. 45 ff. + +[18] 50, 137 ff. + +[19] 53; vgl. Coll. I, 4, 200; Or. 87; Intr. 4. + +[20] 94. + +[21] 119; für eine Herabsetzung bis ins 4. Jahrhundert +spräche aber nach ~Wessely~ der Gebrauch von νόμισμα nach der +diokletianisch-constantinischen Münzordnung, neben Münzen wie στατὴρ +Πτολεμαικός, ptolemäischer Statér („Chrysographie“, in den „Wiener +Studien“ 1890; 12, 263). + +[22] 77. + +[23] 96, 121 ff. + +[24] 96 ff.; die Bemerkung ἄλλως findet sich auch häufig in den +gleichzeitigen Zauberpapyri (~Dieterich~ „Abraxas“, Leipzig 1891, 189, +193). + +[25] 99. + +[26] 94. + +[27] 130 ff., 136, 141. + +[28] S. ~Lippmann~, „Chemisches und Alchemisches aus ~Aristoteles~“ +(A. Nat. 2, 268), sowie ~Lippmann~, „Abhandlungen und Vorträge zur +Geschichte der Naturwissenschaften“ (Leipzig 1913) 2, 64. + +[29] Die Perlen-Rezepte erinnern in vielen Einzelheiten an die aus viel +späterer Zeit unter dem Namen des sog. Arabers ~Salmanas~ überlieferten +(99); s. unten. + +[30] 90 ff.; von den Purpur-Rezepten haben die beiden Papyri nur drei +gemeinsam (103). + +[31] Arch. 268, 272, 270; κρᾶσις und κρᾶμα gebraucht im nämlichen Sinne +u. a. schon ~Aristoteles~. + +[32] Berlin 1872. + +[33] Bei ~Herodot~ (lib. 1, cap. 50) heißt sie Weißgold, χρυσὸς λευκός. + +[34] Coll. I, 62, 82, 251; Or. 88 ff., 214 ff. + +[35] Arch. 268; Coll. I, 62 ff. + +[36] Arch. 268, 284, 298. + +[37] ebd. 280; 272. + +[38] Arch. 270. + +[39] ebd. 284, 290. + +[40] Coll. I, 30, 32, 46. + +[41] Arch. 272. + +[42] Die Trefflichkeit und Zweckmäßigkeit der Kupfer-Arsen-Legierung +rühmt noch ~Newton~ gelegentlich der Anfertigung seiner +Spiegelteleskope! (~Gerland~, „Geschichte der Physik“, München 1913, +638.) + +[43] Arch. 298. + +[44] Arch. 272. + +[45] ebd. 276, 296. + +[46] ebd. 296. + +[47] ebd. 270, 284. + +[48] ebd. 268, 272. + +[49] ebd. 270, 274. + +[50] ebd. 296. ~Phimenes~ ist vielleicht identisch mit ~Pammenes~ (Or. +46); ein ~Pammenes~ wurde nach des Tacitus „Annalen“ (lib. 16, cap. +14) wegen Betreibens verbotener „chaldäischer“ Zauberkünste aus Rom +ausgewiesen. + +[51] ebd. 270, 290. + +[52] Arch. 271. + +[53] PW. 1, 1338. + +[54] S. ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 117, 135. + +[55] Arch. 274. + +[56] Arch. 282; Coll. I, 37. + +[57] Arch. 290. + +[58] ebd. 282. + +[59] ebd. 286. + +[60] ebd. 278; Or. 88 ff., 214 ff. + +[61] Arch. 280, 284, 296. + +[62] Arch. 280. + +[63] ebd. 286, 284. + +[64] ebd. 284. + +[65] ebd. 280, 282, 294. + +[66] ebd. 294. + +[67] ebd. 294. + +[68] ebd. 294. + +[69] ebd. 286, 280. + +[70] ebd. 268. + +[71] ebd. 286, 292. + +[72] ebd. 294. + +[73] ebd. 286. + +[74] ebd. 288. + +[75] ebd. 274, 298, 300. + +[76] ebd. 274; Or. 92. + +[77] Coll. I, 14, 15, 47. + +[78] Arch. 300. + +[79] Arch. 300; Coll. I, 47. + +[80] Arch. 288. + +[81] ebd. 274, 279. + +[82] ebd. 288, 297, 292. + +[83] ebd. 288, 294, 282. + +[84] ebd. 292. + +[85] ebd. 282. + +[86] ebd. 286. + +[87] ebd. 292. + +[88] ebd. 284, 290. + +[89] Arch. 288, 290. + +[90] ebd. 290. + +[91] ebd. 302. + +[92] ebd. 302, 304. + +[93] ebd. 306. + +[94] ebd. 302, 304. + +[95] ebd. 304. + +[96] ebd. 302. + +[97] ebd. 302, 304. + +[98] ebd. 302, 303. + +[99] ebd. 302, 303. + +[100] ebd. 302. + +[101] ebd. 302, 304. + +[102] ebd. 302, 304. + +[103] ebd. 302. + +[104] ebd. 302. + +[105] Vgl. Coll. I, 28, 30, 45. + +[106] Coll. I, 41, 49, 34; keinesfalls kann Aphronitron = Salpeter +sein, was ~Berthelot~ als möglich annimmt. + +[107] Arch. 302, 304. + +[108] Coll. I, 21. + +[109] Beitr. 97 ff. + +[110] Coll. I, 27. + +[111] Arch. 300. + +[112] Coll. I, 25, 47; näheres über diesen Gegenstand s. weiter unten. + +[113] „Deutsche Litteraturzeitung“, Bd. 34, S. 901. (1913) + +[114] 50. + +[115] Diese sind desto entschuldbarer, als der Verfasser nicht +in seiner Muttersprache schreibt, wodurch in einem Falle wie dem +vorliegenden die Schwierigkeit ganz außerordentlich erhöht wird! + +[116] 29. + +[117] 16. + +[118] Vgl. ~Lippmann~, „Chemische Papyri des 3. Jahrhundertes“, +„Chemiker-Zeitung 1913, 933. + +[119] 147. + +[120] Vielleicht ist auch zu lesen: Essig und Alaun der Färber; 148. + +[121] 3. + +[122] Die ganz mißverständliche Übersetzung dieser Stelle auf S. +156 hat betreffs der Amaurosis bereits ~Diels~ berichtigt (a. a. O. +905). Es kann aber auch Anthrax nicht „Kohle der Kupferschmiede“ +sein, die man in Essig „einweichen“ soll, und von der weiterhin nicht +mehr die Rede wäre; vielmehr bedeutet Anthrax hier Glanzkupfer (ein +gutes, reines, glänzendes Kupfer), so wie das Wort an anderer Stelle +(29) den metallisch glänzenden Indigo bezeichnet, und so wie man die +reine glänzende Steinkohle Anthracit benennt. Die Anweisung, das +Quecksilber in κένωμα μήκωνος einzugießen („Ausleerung von Mohnsaft“ +sagt ~Lagercrantz~) geht wohl auf eine Vorreinigung hinaus; ob hierbei +der oft erheblich gerbsäurehaltige Saft der Mohnblätter, Mohnöl, oder +ein anderes, durch Decknamen verstecktes Präparat in Frage kommt, +bleibe dahingestellt. -- Die Anwendung des Harnes von Säuglingen, +kleinen Kindern und Schwangeren, der Milch von Wöchnerinnen, namentlich +„der Frau, die einen Knaben geboren hat“, u. dgl. schreiben schon +altägyptische medizinische Papyri nicht selten vor, z. B. der „Papyrus +Ebers“, der um 1500 v. Chr. abgefaßt ist. + +[123] 5. + +[124] 4, 151; 3. + +[125] 4, 5. + +[126] Die Übersetzung „Korkkoralle“ (151) ist mir nicht verständlich; +~Dioskurides~ spricht in der angezogenen Stelle (lib. 5, cap. 126) vom +Salzschaume, den das Meer an Felsen absetzt, und der die Natur und +Kraft des Salzes hat. + +[127] Nicht mit „Alaun und Glanzerde“ (152); eine Erde wäre auch in +Wasser nicht löslich. + +[128] 5, 154. + +[129] 5, 155. + +[130] 10, 17. + +[131] 6. + +[132] Das λεπροῦνται = „aussätzig machen“ (6, 160) ist nur bildlich +zu nehmen, und von der Möglichkeit, durch abgestandene Hundemilch +wirklichen Aussatz hervorzurufen (100), kann natürlich nicht die Rede +sein. + +[133] 6. + +[134] 5. + +[135] Anscheinend nicht sowohl „unverdorbenen“ (162), als „unmündigen“; +doch können vielleicht auch abergläubische Vorstellungen mit im Spiele +sein, die wirklich die Unverdorbenheit betreffen (ähnlich wie in +analogen Fällen die Jungfräulichkeit). + +[136] 7; wenig wahrscheinlich ist es dem Wesen des Vorganges nach, daß +unter „Quecksilber“, so wie zuweilen in späterer Zeit nach ~Berthelot~, +auch hier schon Quecksilberchlorid (Sublimat) zu verstehen sei (~Löw~, +„Orientalistische Litteratur-Zeitung“ 1913, S. 405). + +[137] 8. + +[138] 9; der Saft der Wolfsmilch heißt bei ~Theophrast~ („Historia +plantarum“ lib. 9, cap. 8, 2) auch „Mekonion“. + +[139] 19; die nicht recht klare Übersetzung (193) läßt hier mit Unrecht +an einen Aberglauben denken. + +[140] 19. + +[141] ~Plinius~ (lib. 36, cap. 30) führt das allmähliche Rotwerden +als eine Eigenschaft des von ihm Pyrit genannten, zum Mahlen von Korn +dienenden „Mühlsteines“ an, vermutlich eines scharfkörnigen, lockeren +und porösen, etwas eisenhaltigen Minerales. Vielleicht ist der hier +gemeinte „Pyrit“ die achatähnliche, gebänderte, zuweilen knochenartig +poröse Varietät des Feuersteins. + +[142] 7. + +[143] 8, 13. + +[144] 193. + +[145] 165 ff. + +[146] Ferner (irrtümlicherweise) auch Alabastron in Oberägypten, den +Fundort des „Alabasters“ und des Marienglases, die beide nichts weiter +als besondere Modifikationen des Gipses sind. + +[147] Siehe Ausführliches über Wesen und Geschichte des Tabaschirs +(indisch und persisch twâk-schîrâ = Rindenmilch) und über seine +Beziehungen zum Rohrzucker bei ~Lippmann~, „Geschichte des Zuckers“, +Leipzig 1890, S. 76 ff. + +[148] 12; nicht den „regenbogenfarbigen“ (177). + +[149] 7, 16. + +[150] nicht „warmem Kalk“ (164). + +[151] 10, 13. + +[152] 13. + +[153] 180. + +[154] 16. + +[155] 13; man erinnere sich hierbei der Rolle des Kuhkotes, Hundekotes +usf. in der Färberei und Gerberei. + +[156] 13, 16. + +[157] 12. + +[158] 177. + +[159] 13, 19. + +[160] nicht „Wickel“ (179). + +[161] 110. + +[162] 10; über diesen κόκκοςs. ~Dioskurides~ (lib. 5, cap. 170); er ist +nicht identisch mit Kermes (ebenda, cap. 48). + +[163] 9, 14, 15, 19. + +[164] 14. + +[165] 16; nicht „bläulich“ (186). + +[166] 16, 18, 19. + +[167] 10. + +[168] 9. + +[169] 11, 174. + +[170] 20. + +[171] 8, 12. + +[172] 9; „rauchähnlich“ = unklar, trüb, also minderwertig, so wie wir +von „Rauchquarz“, „Rauchtopas“ u. dgl. sprechen. + +[173] 7, 22. + +[174] 20. + +[175] 9, 169. + +[176] 12, 14, 19. + +[177] 14, 23, 182. + +[178] 22. + +[179] 20; μέλαν bedeutet oft nicht wörtlich „schwarz“, sondern nur +dunkel, z. B. ἰνδικὸν μέλαν = Indigo, Dunkelblau. + +[180] ὑγράν nicht „flüssig“ (165), sondern gelöst, so wie ὕδωρ oft +nicht „Wasser“ sondern Lösung oder Schmelze. + +[181] 8, 11; 20, 22. + +[182] nicht „Erweichen“ (177). + +[183] 12. + +[184] 19. + +[185] 11. + +[186] 22. + +[187] 20; ὑγρά bedeutet nicht „flüssiges Harz“ (165), sondern +geschmolzenes, das man aber unmöglich „im Mund halten“ kann (196); +vielleicht bezeichnet στόμα ein Gefäß (etwa wie unser „Kopf“ = Tasse), +oder es sollte nicht von στόμα (Stoma) die Rede sein, sondern von +(στάμνον (Stamnon = Gefäß)? + +[188] 9, 169. + +[189] 9. + +[190] 12, 14. + +[191] 11, 12, 22; „Lehm“ kann nicht wohl gemeint sein. + +[192] 11. + +[193] 12. + +[194] 22. + +[195] 8, 12, 14, 19, 23. + +[196] daß man „den Topf mit Talg überziehen soll“ (177), ist sichtlich +eine irrtümliche Auffassung. + +[197] 19, 23. + +[198] 14. + +[199] 8. + +[200] nicht „Dampf“ (165). + +[201] 8, 17. + +[202] 14. + +[203] 20. + +[204] 11. + +[205] nicht „Terpentinbalsam“ (175). + +[206] nicht „als Dampf“ (176). + +[207] 9. + +[208] 17. + +[209] nicht „Carneols“ (163). + +[210] nicht „damit das Blut nicht gerinnt“ (163); Essig zu „Blut“ +gefügt, würde es ja gerade gerinnen machen. + +[211] Also druckfest gedichtet, nicht nur „verschlossen“ (163). + +[212] 163. + +[213] 7. + +[214] 14. + +[215] 164. + +[216] 7. + +[217] 28. + +[218] ~Stephanides~ hält Krimnos für ἄγχουσα Λαοδικηνή, Anchusa aus +Laodike in Kleinasien, mit der sie eine Stelle der alchemistischen +Schriften in ~Berthelots~ Ausgabe gleichzusetzen gestattet (M. G. M. +13, 39). + +[219] 18. + +[220] 14, 20. + +[221] 18. + +[222] nicht „einer Trächtigen“ (184), die ja keine Milch hat. + +[223] 15. + +[224] 15, 18. + +[225] 18; nicht „so entsteht gefärbter Hyacinth“ (191). + +[226] 14, 15. + +[227] Nach mir vor Jahren erteilter Auskunft von Geh.-R. Prof. Dr. ~R. +Pischel~. + +[228] 15, 18; nach ~Plinius~ (lib. 16, cap. 11) wird auch der scharfe +Holzessig „Kedrion“ benannt. + +[229] 15. + +[230] 15. + +[231] 18. + +[232] 180. + +[233] 16, 17. + +[234] 17. + +[235] 15. + +[236] 16. + +[237] nicht „rauhe“ (220). + +[238] 24, 26, 39. + +[239] 24, 26, 39. + +[240] 24, 201. + +[241] 24. + +[242] 34. + +[243] 25, 28, 40. + +[244] 36, 39. + +[245] 31, 40. + +[246] 22; die Übersetzung (197) ist unklar. + +[247] Vielleicht aus dem nach ~Plinius~ (lib. 13, cap. 21) sehr +berühmten Papyrus des Sebennytischen Gaues. + +[248] 38. + +[249] 31. + +[250] 26, 27, 36, 40; „phrygischer Stein“ s. ~Dioskurides~ lib. 5, cap. +140; ~Plinius~ lib. 36, cap. 36. + +[251] 28, 37, 38; nicht „rauhem“ Misy (226). + +[252] 39. + +[253] 26, 206. + +[254] 27. + +[255] 24. + +[256] 24. + +[257] 37, 225. + +[258] 38. + +[259] Die Übersetzung (227) ist nicht verständlich. + +[260] 40. + +[261] Nicht „Verschießen“ (231). + +[262] 26; nicht „Eisenschlacke“. + +[263] 26, 205. + +[264] 205. + +[265] 35, 220. + +[266] 34. + +[267] 29, 34. + +[268] nicht „zerkauen“ (220). + +[269] 34. + +[270] nicht „zerkauen“ (220). + +[271] Der Zusatz „in der Hand“ (220) ist nicht wörtlich zu nehmen. + +[272] 34; Krapp heißt bei ~Dioskurides~ ῥίζα (Riza, Wurzel), und im +Neugriechischen ῥιζάρι (Rizari) oder (vermöge einer nicht seltenen +sprachlichen Umwandlung) ἀλίζαρι (Alízari), woher wieder der Ausdruck +Alizarin stammt (214). -- Vielleicht ist aber das al auch der arabische +Artikel? + +[273] 38, 227. + +[274] 38; κνῆκος ist nicht Safran, sondern Safflor, Carthamus (wie 25, +202). + +[275] ὑγρά ist hier nicht „feucht“ (220), was ja auch dem Inhalte des +Nachsatzes widerspräche. + +[276] Nicht „Salzigkeit“ (220). + +[277] 34; s. oben. + +[278] 22; 24, 25, 28. + +[279] 36, 226. + +[280] 38, 227. + +[281] 24, 25, 202. + +[282] 25, 37; Stoffnamen auf i sind häufig, z. B. ἄλφι, κίκκι, κόμμι, +πέπερι, σίλι, σίναπι, στίμμι (203). + +[283] 24, 25. + +[284] 224; auch nach ~Theophrast~ sind „königliche Nüsse“ = Walnüsse +(„Natur der Gewächse“, Üb. ~Sprengel~; Altona 1822, 2, 83, 124). + +[285] 37. + +[286] 198; ~Berthelot~ war die von ~Lagercrantz~ ermittelte Natur des +Komari nicht bekannt; nach ~Löw~ (a. a. O.) bleibt übrigens dessen +Erklärung des vieldeutigen Wortes noch durchaus fraglich. + +[287] 25, 204. + +[288] 23; als Kapnos bezeichnen ~Plinius~ (lib. 25, cap. 96) und +~Dioskurides~ (lib. 4, cap. 108) verschiedene Arten Fumaria. + +[289] 22. + +[290] 38; nicht „Lösen in Wasser“, und nicht „mit Milch“ (228). + +[291] 28. + +[292] 37, 36, 39, 40. + +[293] 28, 208; vielleicht geschah das „Avivieren“ durch einen Extrakt +(ἄνθος = Blüte) von Kermes oder Krimnos. + +[294] 26, 27. + +[295] Nicht „Schlacke“ (207). + +[296] Wohl kaum Kornkäfer (207)?; vielleicht ein Deckname. + +[297] Blut- oder Rot-Eisenstein, vielleicht Zinnober (208). + +[298] Keinesfalls +unsere+ Hyazinthe. + +[299] 26, 27, 36; 207, 208. + +[300] Nicht „Ballen“ (206). + +[301] 26. + +[302] 28. + +[303] 34. + +[304] 40. + +[305] Nicht „in Wasser eines Schmiedes“ (217). + +[306] 33, 217. + +[307] 32, 33, 35, 216. + +[308] 40. + +[309] 32; Deckname? + +[310] 25. + +[311] Battistleinen 202? + +[312] 25. + +[313] 35. + +[314] Nicht „Rötel“ (223), der auch in Essig unlöslich ist. + +[315] 35. + +[316] 36; Deckname? + +[317] 31. + +[318] 34, 219. + +[319] 24. + +[320] Deckname? + +[321] 40. + +[322] 31. + +[323] 38, 228. + +[324] 35, 36. + +[325] 34. + +[326] χρυσῖτις des ~Dioskurides~ (218). + +[327] 33, 36, 37. + +[328] 29, 30, 212. + +[329] 35. + +[330] 35; nicht „mit gesäuerter Seife“ (218). + +[331] 35. + +[332] 24. + +[333] 107, 143. + +[334] 12, 25. + +[335] 36. + +[336] 28. + +[337] 143. + +[338] 26, 27. + +[339] 133 ff., 143. + +[340] 142 ff.; s. die Anweisung „ἀπόκρυφον πρᾶγμα“ (halte den +Kunstgriff geheim) gelegentlich der Purpur-Kaltfärberei (28). + +[341] 105, 110; s. über ihn weiter unten. + +[342] 32, 37. + +[343] 106; s. über ihn weiter unten. + +[344] 115. + +[345] ~Diels~, a. a. O., 906; seiner zwischen neupythagoräischer +Philosophie und Medizin geteilten Interessen, und der Ausweisung wegen +Zauberei-Verdachtes durch Kaiser ~Augustus~ gedenkt auch ~Wellmann~ +(PW. 1, 2084). + +[346] 3. + +[347] 62, 64, 65 ff. + +[348] 232. + +[349] 42, 54. + +[350] 232. + +[351] 54. + +[352] a. a. O., 902. + +[353] A. Rel. 13, 633. + +[354] ~Löw~, a. a. O. + +[355] „Bibliotheca botanica“ (Zürich 1771) 1, 182. + +[356] Vgl. Coll. II, 186 ff., 194. + +[357] Vgl. Coll. II, 180-182. + +[358] Beitr. 134, 341 ff. + +[359] Beitr. 88. -- Völlig übereinstimmend sagt ~Zeller~ in der +„Philosophie der Griechen“ (Leipzig 1889), 2 (1), 816: „Wenn uns die +Lehre eines alten Philosophen zu Fragen Anlaß gibt, auf die wir bei +ihm keine Antwort finden, so ist doch immer das Erste, was untersucht +werden muß, ob er selbst diese Fragen sich schon vorgelegt hat?“ + +[360] Beitr. 103 ff., 133, 136, 341, 432, 470, 493, 507. + +[361] Berlin, 1783, 42 ff. + +[362] Beitr. 108 ff.; Or. 145 ff. + +[363] ~Salmasius~, „Liber de pallio“ (Paris 1622), 141 ff. + +[364] ~Plinius~, lib. 30, cap. 2. + +[365] „De architectura“ lib. 9, cap. 2 u. 3. + +[366] lib. 24, cap. 102; lib. 30, cap. 2. + +[367] Die Stellen, an denen sich allein ~Plinius~ auf ~Demokritos~ +beruft, nehmen im Index der ~Sillig~schen Ausgabe eine ganze Spalte ein +(Gotha 1857; 7, 290). + +[368] lib. 30, cap. 2. + +[369] „De re rustica“ lib. 7, cap. 6; lib. 11, cap. 3. + +[370] „Attische Nächte“ lib. 10, cap. 12. + +[371] Or. 99, 159; ~Bouché-Leclerq~, „l’Astrologie grecque“ (Paris +1899), 519; s. weiter unten. + +[372] „Satyricon“ cap. 88. + +[373] „Briefe“, Nr. 90; nach ~Poseidonios~. + +[374] ~Diels~ „Fragmente der Vorsokratiker“ (Berlin 1912), 2, 130 ff. + +[375] „Vitae philosophorum“ lib. 9, cap. 7. + +[376] Or. 77, 155. + +[377] Ein Exemplar dieses äußerst seltenen Werkes erhielt ich aus +der Göttinger Universitäts-Bibliothek; daß diese es besitzt, erwähnt +~Kopp~. Ein teilweiser Nachdruck erschien 1717 in Nürnberg. + +[378] „Beitr.“ 137-143. + +[379] Daß ~Berthelot~ dieses erst aufgefunden habe (Or. 150), ist ein +Irrtum, denn schon ~Salmasius~ kannte und veröffentlichte es, wie +~Berthelot~ an anderer Stelle selbst anführt (Or. 357). + +[380] Coll. II, 43. + +[381] Coll. III, 4 ff. + +[382] Beitr. 493. + +[383] Text: Coll. II, 41 ff. + +[384] Beitr. 108 ff.; Coll. II, 43. + +[385] Coll. II, 47. + +[386] ebd. II, 53. + +[387] ebd. II, 242. + +[388] ebd. II, 70 ff.; Intr. 70. + +[389] Coll. II, 45. + +[390] ebd. II, 43, 44. + +[391] ebd. II, 52. + +[392] Or. 229; Coll. III, 167. + +[393] Coll. II, 11; III, 11. + +[394] ebd. II, 49. + +[395] ebd. II, 8. + +[396] Arsen ist, wie Asbest, Amethyst, Smaragd, .... ein ursprünglich +orientalisches Wort; bei der Entnahme wurden solche Ausdrücke meist +volksetymologisch umgedeutet, und zwar sehr oft ganz falsch (~Schmidt~, +„Kulturhistor. Beiträge z. Kunde des griech. u. röm. Altertums“; +Leipzig 1906; 1, 10; 2, 73). Die orientalische Herkunft des Wortes +Amethyst bestreitet jedoch ~Diels~ („Zeitschrift f. vergleichende +Sprachforschung“ 1916; 47, 203). + +[397] Coll. II, 50. + +[398] ebd. II, 51. + +[399] ~Beckmann~, „Beiträge z. Geschichte d. Erfindungen“ (Leipzig +1792; 3, 214); ~Lobeck~, „Aglaophamos“ (Königsberg 1829, 1312). + +[400] Coll. I, 264; Or. 242. + +[401] Coll. II, 41 ff., 54. + +[402] Coll. II, 55 u. öfter. + +[403] ebd. I, 264; Or. 242. + +[404] ebd. II, 239, 241; III, 45. + +[405] ebd. II, 264; III, 253. + +[406] ebd. II, 52, 55. + +[407] ebd. II, 47 ff. + +[408] ebd. II, 51 u. sehr oft. + +[409] ebd. II, 47; der Satz „corpora non agunt, nisi fluida“ (oder +soluta) geht auf ~Aristoteles~ zurück. + +[410] ebd. II, 47 ff. + +[411] ebd. II, 43, 44. + +[412] ebd. II, 45. + +[413] ebd. III, 49. + +[414] ebd. II, 54. + +[415] ebd. II, 9, 11, 12. + +[416] ebd. II, 51, 50, 48. + +[417] ebd. II, 51; 17. + +[418] Diese Ausdrücke gebrauchen schon ~Platon~ und ~Aristoteles~. + +[419] Coll. II, 46; 5, 6, 7, 15. + +[420] ebd. II, 277. + +[421] ebd. II, 150. + +[422] ebd. II, 49. + +[423] ebd. II, 50, 55. + +[424] ebd. II, 55. + +[425] ebd. II, 55. + +[426] ebd. II, 53 u. sehr oft. + +[427] ebd. II, 48, 52. + +[428] Coll. II, 425, 453. + +[429] ebd. II, 426 ff. + +[430] ebd. II, 168; III, 167. + +[431] ebd. II, 91, 94, 99. + +[432] ebd. II, 154, 178. + +[433] ebd. II, 154, 159. + +[434] ebd. II, 397, 410. + +[435] ebd. II, 153. + +[436] ebd. II, 261. + +[437] ebd. II, 254. + +[438] Coll. II, 148, 149. + +[439] ebd. II, 157. + +[440] ebd. II, 254. + +[441] ebd. II, 399. + +[442] ebd. II, 150, 151. + +[443] ebd. II, 199. + +[444] ebd. II, 192 ff. + +[445] ebd. II, 123. + +[446] ebd. II, 150, 151, 123. + +[447] ebd. II, 150, 151. + +[448] ebd. II, 148, 149, 150, 151. + +[449] ebd. II, 150. + +[450] ebd. II, 258, 259, 260. + +[451] Coll. II, 254. + +[452] ebd. II, 260. + +[453] ebd. II, 259. + +[454] ebd. II, 277. + +[455] ebd. II, 146, 147, 165. + +[456] ebd. II, 99. + +[457] ebd. II, 123. + +[458] ebd. II, 146, 147, 165. + +[459] ebd. II, 165 ff. + +[460] ebd. II, 275. + +[461] Breslau 1884; 2, 516. + +[462] Or. 27, 107. + +[463] Mâ. I, Vorr. 7. + +[464] Mâ. I, Vorr. 17; I, 181. + +[465] Diese Schrift ist aber in Wahrheit dem ~Avicenna~ untergeschoben! + +[466] Mâ. I, Vorr. 44. + +[467] ebd. Vorr. 22. + +[468] ebd. Vorr. 45. + +[469] Mâ. I, 38. + +[470] ebd. I, 19 ff. + +[471] ebd. I, 83. + +[472] ebd. I, 69, 74. + +[473] Daher der „servus fugitivus“ (flüchtiger Knecht) der späteren +Alchemisten. + +[474] Wegen seiner Giftigkeit? + +[475] Mâ. I, 83, 84. + +[476] ebd. I, 85; ~Pibêchios~ lebte aber erst im 4. Jahrhundert. + +[477] Mâ. I, 31, 77, 28. + +[478] ebd. I, 28. + +[479] ebd. I, 60, 62. + +[480] S. die Vorschrift Coll. II, 37. + +[481] Mâ. I, 85, 86. + +[482] Vgl. Coll. II, 37. + +[483] Mâ. I, 47, 48, 63, 68. + +[484] ebd. I, 73. + +[485] ebd. I, 62. + +[486] ebd. I, 87 ff. + +[487] ebd. I, 19, 77 u. sehr oft. + +[488] ebd. I, 53, 63. + +[489] ebd. I, 60. + +[490] ebd. I, 65. + +[491] ebd. I, 41; diese Beinamen gebraucht u. a. schon ~Plinius~. + +[492] ebd. I, 75, 123. + +[493] ebd. I, 89. + +[494] Mâ. I, 47. + +[495] Intr. 32. + +[496] Mâ. I, 39, 52, 61. + +[497] ebd. I, 28, 70. + +[498] ebd. I, 66. + +[499] ebd. I, 43, 60. + +[500] ebd. I, 63. + +[501] ebd. I, 76, 80; 46. + +[502] ebd. I, 39. + +[503] ebd. I, 72. + +[504] Mâ. I, 49, 61; vgl. Coll. III, 280, 401. + +[505] Mâ. I, 81. + +[506] ebd. I, 29. + +[507] ebd. I, 41; vgl. Coll. II, 38; daselbst Verwechslung des +rötlichen asiatischen Braunsteines mit rotem Zinnober und mit Hämatit, +der das „indische Eisen“ gibt. + +[508] Mâ. I, 204 ff., 216. + +[509] ebd. I, 55. + +[510] ebd. I, 42. + +[511] ebd. I, 270, 267. + +[512] Mâ. I, 283. + +[513] ebd. I, 274, 83, 288. + +[514] ebd. I, 270, 273. + +[515] ebd. I, 269. + +[516] ebd. I, 290. + +[517] ebd. I, 281. + +[518] ebd. I, 287, 281. + +[519] ebd. I, 275, 276; dieses Verfahren empfiehlt schon zu Beginn +unserer Zeitrechnung ~Vitruv~. + +[520] ebd. I, 275 ff. + +[521] ebd. I, 275. + +[522] ebd. I, 278. + +[523] ebd. I, 85, 278. + +[524] ebd. I, 138, 204. + +[525] ebd. I, 65. + +[526] ebd. I, 77, 62. + +[527] ebd. I, 77. + +[528] ebd. I, 80. + +[529] ebd. I, 53, 63. + +[530] ebd. I, 44. + +[531] ebd. I, 68. + +[532] Mâ. I, 88, 77. + +[533] ebd. I, 205, 208. + +[534] ebd. I, 313 ff. + +[535] ebd. I, 319. + +[536] ebd. I, 314. + +[537] ebd. I, 320. + +[538] ebd. I, 315. + +[539] Intr. 86. + +[540] Mâ. I, 320. + +[541] Mâ. I, 275; Vorr. 5. + +[542] ebd. 316 ff. + +[543] Beitr. 506; Or. 155. + +[544] Arch. 296; Intr. 24, 66. + +[545] ~Tacitus~, „Annalen“ lib. 16, cap. 14; ~Aelian~, +„Tiergeschichten“ lib. 16, cap. 42. + +[546] Beitr. 506; Or. 167. + +[547] Beitr. 402; ~Reitzenstein~, „Poimandres“ (Leipzig 1904) 183, 187. + +[548] Vgl. „Gespräche des ~Markos~“, Mâ. III, 124 ff. + +[549] Mâ. III, 28 ff. + +[550] Or. 56, 171. + +[551] Mâ. III, 89. + +[552] Coll. II, 146, 170. + +[553] ebd. II, 92. + +[554] ebd. II, 93, 94. + +[555] ebd. II, 192, 197. + +[556] ebd. II, 96. + +[557] ebd. II, 148, 149; Mâ. I, 242. + +[558] ebd. II, 172; III, 172. + +[559] Coll. II, 157. + +[560] ebd. II, 99, 103. + +[561] Mâ. I, 281. + +[562] Coll. II, 170. + +[563] ebd. II, 199. + +[564] ebd. II, 103, 171. + +[565] Mâ. III, 92 ff., 109; III, 97, 91. + +[566] Coll. II, 99, 103 (nach ~Olympiodoros~). + +[567] Coll. II, 149. + +[568] ebd. II, 169, 273. + +[569] ebd. II, 93, 94; 273. + +[570] ebd. II, 404; III, 389. + +[571] Mâ. II, 260. + +[572] Coll. II, 146. + +[573] ebd. II, 224 ff. + +[574] ebd. II, 226, 237. + +[575] Coll. II, 201. + +[576] ebd. II, 224. + +[577] Coll. II, 224, 236; Intr. 142 ff. + +[578] ebd. I, 139, 161. βίκος (βῖκος) ist ein aus dem Semitischen +entlehntes Wort, das bei ~Herodot~, ~Xenophon~, und seit dem 4. +Jahrhundert auch bei Dichtern vorkommt (~Robert~, PW. 3, 470; ~Reil~, +„Beiträge zur Kenntnis des Gewerbes im hellenistischen Ägypten“, +Leipzig 1913, 43); ἄμβιξ (ἄμβυξ) ist bei ~Dioskurides~ ein Deckel oder +ein als solcher dienendes Gefäß, bei ~Athenaeus~ (um 225 n. Chr.) eine +Flasche oder ein Kolben, bei den späteren Chemikern bald dieser, bald +jener Teil ihrer Apparate, namentlich der zur Destillation benützten +(~Kopp~, „Beitr.“ 231 ff.). + +[579] Coll. II, 224, 225, 226; III, 218. + +[580] ebd. II, 224, 234; III, 218. + +[581] ebd. II, 225, 226, 237; neuere Abbildungen in den Werken von +~Hoefer~ (1866), ~Kopp~ (1869) und ~Berthelot~ (1885 ff.). + +[582] ebd. II, 224, 234. + +[583] Intr. 142 ff., 148. + +[584] lib. 35, cap. 31. + +[585] Coll. I, 144; Intr. 142 ff. + +[586] Intr. 147. + +[587] Intr. 142 ff.; Coll. I, 145, 170, 171. + +[588] Vgl. ~Lippmann~, „Zur Geschichte des Wasserbades“, „Abh.“ 2, 185. + +[589] Intr. 271. + +[590] Beitr. 411; Coll. II, 315, 316; III, 302; ~Riess~, PW. 1, 1338. + +[591] Or. 131; Mâ. III, 28 ff. + +[592] ~Hoffmann~, bei ~Ladenburg~ II, 528. + +[593] Or. 173. + +[594] Beitr. 411; Or. 173. + +[595] Beitr. 415. + +[596] Coll. II, 316. + +[597] ebd. I, 257; II, 316 ff.; Intr. 169. + +[598] Coll. II, 316 ff. + +[599] ebd. II, 319. + +[600] Intr. 128, 131 ff., 155. + +[601] Beitr. 417; Or. 173. + +[602] Coll. II, 292 ff. + +[603] Coll. II, 289 ff.; III, 243, 279; Mâ. II, 355; ~Riess~, PW. 1, +1351. + +[604] Beitr. 418. + +[605] Coll. II, 296. + +[606] ebd. II, 291. + +[607] ebd. II, 298, 299, 294. + +[608] ebd. II, 296, 298. + +[609] ebd. II, 292, 293. + +[610] ebd. II, 299; ~Berthelot~, der die äthiopische Erde für +ägyptische erklärt (ebd. III, 286), hat das hier Wesentliche nicht +richtig verstanden (s. unten). + +[611] ebd. II, 292, 293. + +[612] ebd. II, 296; Vorr. 30. + +[613] ebd. II, 296. + +[614] ebd. II, 297, 296, 298. + +[615] ebd. II, 293. + +[616] Beitr. 417, 449. + +[617] Coll. II, 293, 294 ff., 299. + +[618] ebd. II, 292, 293. + +[619] Mâ. I, 26; ~Stephanides~, „A. Nat.“ 3, 183. + +[620] So im „Fihrist“, Mâ. III, 27 ff.; Näheres s. weiter unten. + +[621] ~Ed. Meyer~, „Geschichte des Altertums“ (Stuttgart 1909), I (2), +185, 204, 226. + +[622] ~Brugsch~, „Religion und Mythologie der alten Ägypter“ (Leipzig +1891), 111, 168; 101. + +[623] ~Brugsch~, ebd. 508. + +[624] ~Brugsch~, „Rel. u. Myth.“, 85; „Ägyptologie“ (Leipzig 1897), +413, 414. + +[625] ~Otto~, „Priester und Tempel im hellenistischen Ägypten“ (Leipzig +1905), 2, 120. + +[626] ~Ed. Meyer~, a. a. O., 158. + +[627] ~Brugsch~, „Rel. u. Myth.“ 112, 146, 169, 298, 505. + +[628] ~Ed. Meyer~, a. a. O. 85, 93, 98. + +[629] ~Brugsch~, „Rel. u. Myth.“, 446 ff. + +[630] ~A. Wiedemann~, „Altägyptische Sagen und Märchen“ (Leipzig 1906), +11, 15; 120. + +[631] ~Brugsch~, a. a. O., 446 ff., 450. + +[632] ~Erman~, „Die ägyptische Religion“ (Berlin 1909), 252. + +[633] Beitr. 368; Or. 39 ff. + +[634] ~Otto~, a. a. O. 2, 218 ff. + +[635] Beitr. 94, 371 ff. + +[636] Beitr. 367; ~Hoefer~ I, 252 ff.; Coll. II, 230; nach einer bei +~Eusebius~ (264 bis 338) erhaltenen Notiz des ~Sanchuniathon~ (?) war +~Hermes~ bereits „Sekretär des Gottes ~Kronos~“ (~Cory~, „Ancient +Fragments“, ed. ~Hodges~, London 1876, 11)! + +[637] Beitr. 368; Coll. II, 424; Mâ. I, 327. + +[638] Mâ. I, 239. + +[639] Intr. 16. + +[640] Mâ. I, 328. + +[641] Beitr. 385. + +[642] ebd. 375 ff. + +[643] ebd. 377. + +[644] Or. 135. + +[645] Beitr. 282. + +[646] ~Schmieder~, „Geschichte der Alchemie“ (Halle 1832), 30 ff. + +[647] ebd. 31; nach ~Celsus~ (lib. 5, cap. 18) heißt das Pflaster +„smaragdinum“, „weil es so schön grün ist“, und auch der +spätgriechische Arzt ~Paulos Aigineta~ (7. Jahrhundert n. Chr.) +versteht unter „Kitrinon“ einfach ein zitronengelbes Heilmittel (lib. +8, cap. 18; Üb. ~Berendes~, Leiden 1914, 810). + +[648] Coll. II, 99, 218; Mâ. I, 327. + +[649] Coll. II, 281. + +[650] Coll. II, 101. + +[651] ebd. II, 188; III, 190. + +[652] ebd. III, 389. + +[653] ebd. II, 99. + +[654] Intr. 291; Mâ. III, 80; Or. 134. + +[655] Mâ. III, 99, 111, 114. + +[656] Mâ. III, 87. + +[657] Coll. II, 85, 89, 188; III, 190. + +[658] ebd. II, 61, 62. + +[659] ebd. II, 408. + +[660] Mâ. I, 328. + +[661] ebd. III, 124 ff. + +[662] Coll. II, 420. + +[663] Dies führt noch eine der echten Schriften ~Albert des Grossen~, +gegen 1200, als Zitat aus der sog. „Alchemie“ des ~Hermes~ an (Beitr. +383). + +[664] Mâ. I, 328. + +[665] Coll. II, 101. + +[666] ebd. II, 229 ff. + +[667] Mâ. III, 90. + +[668] ebd. I, 239. + +[669] ebd. I, 232, 213. + +[670] Coll. II, 80. + +[671] ~Cory~, a. a. O., 111. + +[672] ~Hoffmann~, bei ~Ladenburg~ 2, 529; Or. 136; Intr. 10. + +[673] ~Rohde~, „Psyche“ (Tübingen 1903), 254 ff., 242. + +[674] ~Rohde~, a. a. O., 244. + +[675] ~Otto~ 2, 320, 326. + +[676] Intr. 16. + +[677] Coll. II, 80. + +[678] Mâ. I, 212. + +[679] ~Diodor~, lib. 1, cap. 96; s. auch ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 11. + +[680] Coll. II, 268 ff.; III, 243, 257. + +[681] ebd. II, 269. + +[682] ebd. II, 269, 206. + +[683] ebd. II, 268, 269, 271. + +[684] ebd. II, 269, 271. + +[685] Coll. II, 80; III, 27. + +[686] ebd. II, 18 ff. + +[687] ebd. II, 93, 94. + +[688] ebd. II, 21; III, 22. + +[689] ebd. II, 18, 151. + +[690] ebd. II, 150. + +[691] ebd. II, 19. + +[692] Beitr. 388, 506 ff.; Coll. II, 367; Or. 136. + +[693] ed. ~Friedlieb~ (Leipzig 1852), 14. + +[694] S. das „νόει με“ im Vers 141, = „nun rate“ (buchstäblich: +„erkenne mich“), worin aber, dem Geiste der Zeit entsprechend, +vielleicht auch eine Anspielung auf den Namen ~Noah~ steckt. + +[695] Vgl. ~Zosimos~, Coll. II, 17; Mâ. I, 265 ff., 242. + +[696] Beitr. 511. + +[697] ebd. 514 ff. + +[698] Beitr. 388; Coll. II, 28. + +[699] Beitr. 391. + +[700] Coll. III, 31. + +[701] ~Erman~, „Ägypt. Rel.“ 172. + +[702] ~Hoffmann~, 516; bei ~Lucius~, „Die Anfänge des Heiligenkults“ +(Tübingen 1904, 264), heißt der Ort Menuthis; nach ~Asmus~ (A. Med. +7, 38) und ~Roeder~ (PW. 9, 2120) war dies ein Dorf nächst Kanopos, +bei Abukir, woselbst ~Isis~ besonders auch in ihrer Eigenschaft als +Heilgöttin verehrt wurde. + +[703] Coll. II, 29; Beitr. 94. + +[704] Prophétes und Archiereús waren die hellenistischen Titel des +zweiten und ersten Beamten der Tempel (~Otto~, a. a. O., 1, 38 ff., 80 +ff.). + +[705] Beitr. 391, 520 ff. + +[706] Beitr. 524, 526; Coll. II, 28. + +[707] Coll. II, 30 ff.; Beitr. 388 ff. + +[708] Coll. II, 28; III, 31. + +[709] Beitr. 389. + +[710] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 266. + +[711] ~Plinius~, lib. 36, cap. 25. + +[712] +So+ im „Fihrist“; ~Hoffmann~ 521; Or. 78, 131, 167; Mâ. III, 28 +ff. + +[713] Beitr. 77, 361; Coll. II, 183; II, 169, 172, 182; II, 84; Intr. +294. + +[714] Den eingeklammerten Satz gibt, nach einem Pariser Manuskripte, +~Salmasius~ an („Exercitationes Plinianae“, Paris 1629 und Utrecht +1689; 1098). + +[715] ~Hoffmann~ 529, 521. + +[716] Or. 167. + +[717] ~Erman~, „Ägypt. Rel.“, 11, 34. + +[718] ebd. 24. + +[719] ~Herodot~, lib. 7, cap. 61. + +[720] Nach ~Diogenes Laërtius~ und ~Suidas~ soll sogar „Ostanes“ += „Magier“ gewesen sein (Beitr. 407), was erklären würde, daß die +Litteratur mehrere Ostanes aus verschiedenen Zeitaltern kennt. + +[721] ~Hoffmann~, 524. + +[722] ~Plinius~, lib. 30, cap. 2; ohne Anspielung auf Alchemie! + +[723] Beitr. 407; Or. 52, 163 ff.; Mâ. III, 28. + +[724] Beitr. 124, 350, 361; Or. 163 ff. + +[725] Beitr. 129, 407; Or. 164; Coll. II, 58, 61. + +[726] lib. 5, cap. 16; ~Hoffmann~, 523. + +[727] Beitr. 130. + +[728] ~Hoffmann~ 528; Coll. II, 128. + +[729] Coll. II, 261 ff.; III, 250. + +[730] ebd. II, 292, 293, 262. + +[731] ebd. II, 397. + +[732] ebd. II, 262; Or. 166. + +[733] Mâ. I, 327, 318 ff. + +[734] ebd. III, 130. + +[735] Intr. 216; Mâ. III, 116 ff. + +[736] Beitr. 433; Or. 168, 191, 159. + +[737] Coll. II 416, 417. + +[738] Intr. 68. + +[739] Mâ. I, 239. + +[740] ebd. I, 259. + +[741] Coll. II, 287. + +[742] ebd. II, 286, 288, 289; III, 277. + +[743] ebd. II, 285; III, 275. + +[744] Coll. II, 301; III, 288: „Der Schöpfer verleiht Erfolg und langes +Leben.“ + +[745] Mâ. III, 27. + +[746] lib. 30, cap. 2. + +[747] ~Apuleius~, „Apologie“, cap. 90; ~Blau~, „Das altjüdische +Zauberwesen“ (Budapest 1898), 31. + +[748] Beitr. 396 ff. + +[749] Coll. II, 304. + +[750] ebd. II, 315; III, 293; II, 305, 313. + +[751] ebd. II, 304, 307. + +[752] ebd. II, 307. + +[753] ebd. II, 301, 309. + +[754] ebd. II, 305. + +[755] ebd. II, 301, 311. + +[756] ebd. II, 38, 39; über Kalaïs oder Kallaïs s. weiter unten. + +[757] ebd. II, 303. + +[758] ebd. II, 307, 311. + +[759] ebd. II, 304. + +[760] Coll. II, 302, 303. + +[761] ebd. II, 301, 313. + +[762] ebd. II, 301. + +[763] ebd. II, 182, 183. + +[764] ~Riess~, PW. 1, 1388. + +[765] Coll. II, 263 ff.; III, 243. + +[766] ebd. II, 264. + +[767] ebd. II, 263; III, 252. + +[768] ebd. II, 266. + +[769] ebd. II, 265; III, 254. + +[770] ebd. II, 264, 262. + +[771] Or. 36, 130. + +[772] ~Diels~ (Zitat verloren gegangen). + +[773] Coll. II, 266; III, 254, 255. + +[774] ebd. II, 424. + +[775] ebd. III, 406. + +[776] „Altägypt. Sagen und Märchen“ (Leipzig 1906), 113. + +[777] Beitr. 392, 350. -- ~Stephanides~ liest statt τυθία θυία = +Mörser, und denkt an einen Mörser im Tempel-Laboratorium, dessen Leiter +~Johannes~ war! (A. Nat. 3, 180, 185). + +[778] Beitr., 3. Stück, 60; Mâ. II, 301. + +[779] Beitr. 394. + +[780] „Dogmengeschichte“ (Tübingen 1905), 332. + +[781] ed. ~Gautier~ (Paris 1894), 94. + +[782] ebd. 157, 187, 222. + +[783] ~Hennecke~, „Neutestamentliche Apokryphen“ (Leipzig 1904), 340, +424. + +[784] „Legenda aurea“, ed. ~Graesse~ (Breslau 1890), 90, 57 ff. + +[785] ~Perdrizet~, A. Rel. 14, 55; 8, 305 ff. + +[786] Üb. ~Schlechta~ (Wien 1852), 175. + +[787] Arch. 222 ff. + +[788] ebd. 228. + +[789] ebd. 225. + +[790] ebd. 229. + +[791] ebd. 231; Wiener Akad. Denkschr. 42 (2), 53. + +[792] Coll. III, 265. + +[793] Arch. 226. + +[794] ebd. 226. + +[795] ebd. 225; bei ~Plinius~ (lib. 37, cap 33 u. 56) ist Kallais ein +blaßgrüner, dem Smaragd ähnlicher Edelstein des fernsten Indiens; +~Martial~ dagegen (lib. 4, 39; lib. 14, 95) spricht von Gold aus +Kallais, und versteht hierunter die hispanische Provinz Galizien oder +Spanien überhaupt. + +[796] Arch. 231. + +[797] Intr. 312. + +[798] Arch. 227. + +[799] ebd. 223. + +[800] Or. 84; Intr. 9 ff., 17 ff. + +[801] Coll. I, 7, 19. + +[802] Intr. 86. + +[803] Coll I, 13. + +[804] ebd. I, 12. + +[805] Or. 86. + +[806] ebd. 90, 91. + +[807] Coll. I, 12. + +[808] Beitr. 360, 40; Intr. 110, 175. + +[809] ~Cory~, „Ancient Fragments“, ed. ~Hodges~ (London 1876), 97; Or. +187. + +[810] ~Harnack~, „Mission und Ausbreitung des Christentums in den +ersten drei Jahrhunderten“ (Leipzig 1902), 269, 411. + +[811] ~Jülicher~, PW. 6, 1377; ~Jacoby~, PW. 6, 1570; ~Ed. Meyer~, +„Alt.“ 1, 12, 166. Vgl. ~Krüger~, „Geschichte der altchristlichen +Litteratur“ (Freiburg 1895), 154. + +[812] Mâ. II, 374. + +[813] Beitr. 40; ~Berthelot~ hielt es seiner Gänze nach für echt (Mâ. +III, 95). + +[814] ~Hoffmann~ 521; die betreffende Notiz soll nach ~Georgios +Synkellos~ dem ~Eusebius Pamphilos~ entlehnt sein, in dessen +armenischer Übersetzung sie aber fehlt; vielleicht stammt sie aus +den Schriften des ~Panodoros~, eines gegen 400 lebenden griechischen +Mönches. + +[815] Beitr. 360. + +[816] Coll. III, 169. + +[817] Intr. 68. + +[818] Intr. 282; Coll. II, 75. + +[819] ~Meyer~, „Geschichte der Botanik“ (Königsberg 1854), 2, 220; 3, +345; ~Afrikanos~ wird in ihnen auch als Tierarzt angeführt (~Gossen~, +PW. 8, 1714). + +[820] „Geoponika“ lib. 7, cap. 14 nach ~Harnack~ (~Knaack~, A. Rel. 3, +94); s. daselbst über Funde von Bleirollen mit analogen Inschriften in +Weinbergen auf Rhodus, und über ähnliche neuere Gebräuche in Bayern. + +[821] ~Ed. Meyer~, a. a. O. + +[822] Beitr. 162 ff. + +[823] ~Hoffmann~ 523. + +[824] Intr. 200 ff. + +[825] „Die Mission und Ausbreitung des Christentums in den ersten drei +Jahrhunderten“ (Leipzig 1902), 457. + +[826] Beitr. 187; Or. 177; Intr. 201. + +[827] Coll. II, 107 ff. + +[828] Beitr. 196. + +[829] Or. 182. + +[830] Beitr. 167, 212; s. „Tutia zum Weißen des Kupfers“ (Coll. II, +227, 137; Intr. 152); ὄξος aus χάλκανθος (Coll. II, 113; III, 121); usf. + +[831] Beitr. 163, 183. + +[832] „L’Astrologie grecque“ (Paris 1899), 52. + +[833] Coll. II, 251. + +[834] ebd. II, 241, 242; Intr. 200. + +[835] Coll. II, 243; III, 234. + +[836] ebd. II, 178. + +[837] Coll. II, 210. + +[838] ebd. II, 209. + +[839] ebd. II, 209. + +[840] ebd. II, 124; 145, 199; 188; 127; 114. + +[841] Beitr. 94; Coll. II, 25, 214. + +[842] Coll. II, 244, 245; 398. + +[843] ebd. II, 190; 211,, 212, 233. + +[844] ebd. II, 229. + +[845] ebd. II, 107, 110, 156. + +[846] ebd. II, 108, 227, 229 ff., 232; III, 225. + +[847] ebd. II, 108, 115 ff. + +[848] ebd. II, 251. + +[849] ebd. II, 206, 230. + +[850] ebd. II, 206. + +[851] ebd. II, 146, 157. + +[852] ebd. II, 128, 143, 229 ff. + +[853] ebd. II, 128, 143. + +[854] ebd. II, 169, 172, 182, 183. + +[855] ebd. II,“ 182, 183; ~Stephanos~ (137) und ~Pibêchios~ (184) sind +später eingeschoben. + +[856] Coll. II, 138 ff., 214; s. die „Maza“ des ~Moses~ (182, 183); +βίβλος χυμευτική ist byzantinischer Zusatz aus dem 7. oder 8. +Jahrhunderte (II, 220; III, 360). + +[857] ebd. II, 213. + +[858] ebd. II, 230. Über die Tempel-Bibliotheken s. ~Otto~ „Priester +und Tempel im hellenistischen Ägypten“ (Leipzig 1905) 1, 338; 2, 21 u. +119 ff. + +[859] Coll. II, 213, 214; der Ausdruck „Auge der Welt“ ist ägyptischer +Herkunft. + +[860] ebd. II, 146, 213. + +[861] ebd. II, 168. + +[862] ebd. II, 214; III, 207. + +[863] ebd. II, 188 ff. + +[864] ebd. II, 192, 197. + +[865] ebd. II, 188 ff. + +[866] ebd. II, 202, 197. + +[867] ebd. II, 192. + +[868] ebd. II, 216. + +[869] ebd. II, 192 ff.; 169. + +[870] Coll. II, 192, 193; 202, 223. + +[871] ebd. II, 107, 112; 129, 130. + +[872] ebd. II, 129, 130. + +[873] ebd. II, 155. + +[874] ebd. II, 246. + +[875] ebd. II, 243, 207, 215. + +[876] ebd. II, 157. + +[877] ebd. II, 199. + +[878] ebd. II, 204. + +[879] ebd. II, 126, 127. + +[880] ebd. II, 150; 129, 130. + +[881] ebd. II, 114, 127; 203, 205. + +[882] ebd. II, 114, 127. + +[883] Coll. II, 145, 175. + +[884] ebd. II, 214; 160, 167; Or. 186. + +[885] ebd. II, 160, 167; 216; 175, 247; ἤλεκτρον ἐστὶ τὸ τέλειον ξήριον +(II, 7). + +[886] ebd. II, 160, 167; III, 160. + +[887] ebd. II, 114. + +[888] ebd. II, 146, 147, 165, 218. + +[889] ebd. II, 217, 216, 245. + +[890] ebd. II, 173. + +[891] ebd. II, 153. + +[892] ebd. II, 203. + +[893] ebd. II, 128, 143; 142, 156; 41. + +[894] ebd. II, 216. + +[895] ebd. II, 108, 109; Or. 60, 156, 180. + +[896] Coll. II, 109 ff. + +[897] ebd. II, 116, 112; 207; Or. 215. + +[898] Coll. II, 117; ~Berthelots~ Deutung der „roten Augen“ auf die +Verwandlung von Bleiweiß in Minium ist sichtlich ganz irrig (III, 126). + +[899] ebd. II, 116, 112; 207. + +[900] ebd. II, 204. + +[901] ebd. II, 21, 13; III, 29; Or. 58, 61 ff., 167. + +[902] Or. 58, 61 ff., 167. + +[903] Intr. 127; Coll. I, 127. Noch ~Fuchs~ nennt in seiner +„Ikonographie der Planeten“ (München 1909, 21) das Abbilden der Sonne +als „König“ ein „rätselhaftes“. + +[904] Coll. II, 108. + +[905] ebd. II, 108, 109. + +[906] ebd. II, 114. + +[907] ebd. II, 107, 227; 160. + +[908] ebd. II, 114. + +[909] ebd. II, 109, 126. + +[910] ebd. II, 114, 221. + +[911] ebd. II, 250; 138, 139, 145, 192 ff. + +[912] ebd. II, 146. + +[913] ebd. II, 114. + +[914] ebd. II, 151, 195 ff. + +[915] ebd. II, 114. + +[916] ebd. II, 142 ff., 150, 151. + +[917] Coll. II, 145, 148, 149; 133 ff.; 150 ff. Zuweilen bedeutet +πνεῦμα μελάντερον auch einen +anderen+ „Schwefel“, nämlich das als +schwarzen Anflug sublimierende metallische Arsen. + +[918] ebd. II, 157. + +[919] ebd. II, 147, 172, 173; 122, 123. + +[920] ebd. II, 124 ff. + +[921] ebd. II, 123. + +[922] ebd. II, 142 ff., 252, 206; III, 146. + +[923] ebd. II, 194, 196; 216. + +[924] ebd. II, 192 ff., 199; 145. + +[925] ebd. II, 248. + +[926] ebd. II, 150, 151; 142 ff. + +[927] ebd. II, 179; III, 162. + +[928] ebd. II, 114. + +[929] ebd. II, 248; III, 239. + +[930] ebd. II, 172. + +[931] ebd. II, 6. + +[932] ebd. II, 223. + +[933] ebd. II, 188, 189. + +[934] Coll. II, 221. + +[935] ebd. II, 138, 139, 114; Intr. 239, 281. + +[936] ebd. II, 175, 157, 145. + +[937] ebd. II, 184. + +[938] ebd. II, 155, 157, 168. + +[939] ebd. II, 141, 142; I, 69. + +[940] ebd. II, 145, 184, 247. + +[941] ebd. II, 184. + +[942] ebd. II, 145, 157, 247. + +[943] ebd. II, 145, 247. + +[944] ebd. II, 144. + +[945] ebd. II, 138 ff. + +[946] Coll. II, 201, 223. + +[947] ebd. II, 210. + +[948] ebd. II, 237; Abbildungen schon bei ~Borrichius~ (1674), ~Hoefer~ +(1866), ~Kopp~ (1869). + +[949] Coll. II, 141, 9; Or. 32. + +[950] Coll. II, 141. + +[951] ebd. II, 114; III, 123. + +[952] ebd. II, 250. + +[953] ebd. II, 142. + +[954] ebd. II, 143, 146, 147, 165, 199. + +[955] ebd. II, 146, 147, 165, 167; III, 165, 166. + +[956] ebd. II, 224. + +[957] ebd. II, 238; 143, 246. + +[958] ebd. II, 141. + +[959] ebd. II, 141, 175; Intr. 274, 275. Den Schwamm zum Kühlen erwähnt +schon ~Dioskurides~. + +[960] Coll. II, 225, 237. + +[961] Coll. II, 142, 252. + +[962] ebd. II, 206, 269. + +[963] ebd. II, 109, 136, 199. + +[964] ebd. II, 142; 226, 258; 143. + +[965] ebd. II, 203, 223. + +[966] ebd. II, 251. + +[967] ebd. II, 141, 143; III, 143. + +[968] ebd. II, 12. + +[969] ebd. II, 147. + +[970] ebd. II, 223. + +[971] ebd. II, 248; III, 239. + +[972] ebd. II, 194, 215; III, 208. + +[973] Coll. II, 166. + +[974] ebd. II, 186 ff., 194, 227. + +[975] ebd. II, 147. + +[976] ebd. II, 234; 175, 225. Es handelt sich also nicht um +Quecksilberoxyd, wie ~Berthelot~ annahm (III, 175); gelb und rot werden +übrigens häufig nicht scharf auseinandergehalten. + +[977] ebd. II, 425. + +[978] ebd. II, 97. + +[979] ebd. II, 78. + +[980] ebd. II, 96, 98. + +[981] ebd. II, 100. + +[982] ebd. II, 92. + +[983] ebd. II, 258. + +[984] ebd. II, 96. + +[985] ebd. II, 272 ff.; III, 243, 261. + +[986] ebd. II, 284. + +[987] ebd. II, 272, 274. + +[988] ebd. II, 178, 175. + +[989] Coll. II, 279 ff.; III, 269. + +[990] ebd. II, 273. + +[991] ebd. II, 275; III, 265. + +[992] ebd. II, 283. + +[993] ebd. II, 279, 274. + +[994] ebd. II, 277, 276. Über die merkwürdigen Farben-Wandlungen des +Zinnobers s. ~Eibner~, „Chemiker-Zeitung“ 1917, 385. + +[995] Coll. II, 6; vgl. unsere „Schwefelmilch“. + +[996] ebd. II, 276; III, 265. + +[997] ebd. II, 6, 9. + +[998] ebd. II, 285. + +[999] Mâ. I, 210 ff. + +[1000] Mâ. I, 223, 224. + +[1001] ebd. I, 228. + +[1002] ebd. I, 214, 239 ff.; Orangenrinde und Wars (ein gelber +Farbstoff aus Südarabien) sind spätere Zusätze (ebd. I, 253; 242, 252). + +[1003] ebd. I, 229. + +[1004] ebd. I, 220, 239 ff. + +[1005] ebd. I, 228. + +[1006] ebd. I, 224 ff., 228. + +[1007] ebd. I, 260. + +[1008] ebd. I, 213, 232. + +[1009] ebd. I, 212. + +[1010] ebd. I, 226. + +[1011] ebd. I, 214, 238. + +[1012] ebd. I, 239. + +[1013] ebd. I, 250. + +[1014] ebd. I, 260. + +[1015] Mâ. I, 250, 259. + +[1016] ebd. I, 247; die Stelle ist zum Teil verdorben und dunkel. + +[1017] ebd. I, 214; 297 ff. + +[1018] ebd. I, 221, 259. Über dem ~Platon~ zugeschriebene +alchemistische Werke s. ~Carra de Vaux~, „Encyklopädie des Islam“ +(Leiden 1913 ff.) 1, 184. + +[1019] Mâ. I, 264. + +[1020] ebd. I, 254. + +[1021] ebd. I, 237. + +[1022] ebd. I, 245, 246. + +[1023] ebd. I, 237. + +[1024] ebd. I, 233 ff. + +[1025] ebd. I, 217, 218 ff. + +[1026] ebd. I, 222. + +[1027] Mâ. I, 210 ff., 217 ff.; vgl. das Asem aus Zinn, Blei und Silber +(Coll. II, 36). + +[1028] Der Orient glaubte ihn seit jeher im Besitz höchster Zauberkraft +und weitgehendsten magischen Wissens. + +[1029] Mâ. I, 265 ff.; hier handelt es sich sichtlich um spätere +Zusätze, zum Teil aus gnostischen Quellen. + +[1030] ebd. I, 210 ff. u. sehr oft. + +[1031] ebd. I, 227. + +[1032] ebd. I, 240, 288. + +[1033] ebd. I, 217. + +[1034] ebd. I, 228. + +[1035] ebd. I, 244. Das Anlocken und Fangen von Dämonen und Ungeheuern +durch reine Jungfrauen ist ein alter, weit verbreiteter Aberglauben. + +[1036] Mâ. I, 257. + +[1037] Mâ. I, 254. + +[1038] ebd. I, 256, 257. + +[1039] ebd. I, 255. + +[1040] ebd. I, 246, 247, 248. + +[1041] ebd. I, 245, 246 ff. + +[1042] ebd. I, 229. + +[1043] ebd. I, 249 ff. + +[1044] ebd. I, 242, 243. + +[1045] ebd. I, 297 ff. + +[1046] Arch. 243 ff. + +[1047] Mâ. I, 297, 331. + +[1048] ebd. I, 299, 330. + +[1049] ebd. I, 302 ff. + +[1050] ebd. I, 300 ff. + +[1051] ebd. I, 301. + +[1052] ebd. I, 303. + +[1053] G. II, 154. + +[1054] Intr. 200 ff. + +[1055] Beitr. 424. + +[1056] Coll. II, 253 ff.; III, 243. + +[1057] Coll. II, 255. + +[1058] ebd. II, 256. + +[1059] Coll. II, 256 ff., 253, 261. + +[1060] ebd. II, 255, 256; III, 245. + +[1061] ebd. II, 254. + +[1062] ebd. II, 257, 256. + +[1063] ebd. II, 258. + +[1064] ebd. II, 257, 260. + +[1065] ebd. II, 257, 258. + +[1066] ebd. II, 259. + +[1067] Beitr. 158, 361; Or. 168; Coll. I, 9. Einen großen Magier +~Pibêchios~ kennt auch der zuerst 1888 von ~Wessely~ herausgegebene +Pariser Zauberpapyrus (~Dieterich~, „Abraxas“, Leipzig 1891, 138; +~Preisendanz~, A. Rel. 17, 347); vermutlich ist er identisch mit dem +„~Apollobex~“ des Leidener Papyrus, „einem der Götter, an den die +ägyptische Schwindel-Litteratur seit jeher anknüpft“ (~Riess~, PW. +1, 2847, 1338). In der Zauber-Litteratur wird dem ~Pibêchios~ u. a. +„ein famoses (δόκιμον) Rezept zum Austreiben der Teufel“ zugeschrieben +(~Wessely~, „Ephesia Grammata“, Wien 1886; 6). + +[1068] Coll. II, 186. + +[1069] ebd. II, 184. + +[1070] Or. 272; Coll. II. 62 ff. + +[1071] ~Hoffmann~ 526. + +[1072] Mâ. I, 85, 245. + +[1073] Mâ. I, 309 ff. + +[1074] Daß es im 4. Jahrhundert keinen König von Ägypten mehr gab, +bedarf wohl kaum der Erwähnung. + +[1075] Beitr. 419; ~Boll~ versetzt ihn erst in die Mitte des 5. +Jahrhunderts (PW. 8, 19). + +[1076] „Conspectus scriptorum chemicorum illustrium“ (Kopenhagen 1696, +9 ff). + +[1077] Beitr. 144 ff.; Or. 65, 188, 273. + +[1078] ~Kopp~, „Beitr.“ 150, 157; ~Schäfer~, „Die Alchemie“ (Flensburg +1887), 18; ~Riess~, PW. 1, 1338; Coll. II, 60 ff.; III, 379. + +[1079] Beitr. 153. + +[1080] Coll. II, 58, 61. + +[1081] ebd. II, 60. + +[1082] ebd. II, 59. + +[1083] ebd. II, 59, 67. + +[1084] ebd. II, 58. + +[1085] ebd. II, 59. + +[1086] ebd. II, 59, 64, 61, 62. + +[1087] Die Betrachtung solcher Eigenschaften als „Substanzen“ (+Hýlen+) +entstammt der stoïschen Schule. + +[1088] Coll. II, 62 ff., 64, 66; III, 70; Or. 273. + +[1089] Coll. II, 68. + +[1090] Intr. 286. + +[1091] Coll. I, 164; II, 59. + +[1092] ebd. I, 164; Intr. 164 ff. + +[1093] Beitr. 428; Or. 191. + +[1094] Coll. II, 75 ff. + +[1095] Or. 192, 332. + +[1096] ebd. 191. + +[1097] Coll. II, 78, 79, 83. + +[1098] ebd. II, 89, 91. + +[1099] ebd. II, 70, 79. + +[1100] ebd. II, 100. + +[1101] ebd. II, 72. + +[1102] ebd. II, 88, 91. + +[1103] ebd. II, 79; III, 87. + +[1104] ebd. II, 72, 79, 87. + +[1105] Über ~Ophiuchos~ in der Astrologie s. ~Boll~, „Sphaera“ (Leipzig +1903). + +[1106] Coll. II, 74, 86, 95. + +[1107] ebd. II, 106, 94, 73. + +[1108] ebd. II, 97, 94. + +[1109] ebd. II, 69, 71. + +[1110] ebd. III, 77. + +[1111] ebd. II, 69, 71, 99. + +[1112] ebd. II, 102; III, 95. + +[1113] ebd. II, 85, 74; ~Berthelot~ glaubt irrtümlich, daß ἄνω καὶ κάτω +„avant et après“ bedeute (III, 81). + +[1114] Coll. II, 102, 103; III, 95. Im Gegensatze zu ἀρσενικόν gilt +σανδαράχη hier als weiblich! + +[1115] ebd. II, 83, 431; III, 95. + +[1116] ebd. II, 96. + +[1117] Coll. II, 80, 84; III, 87. + +[1118] ebd. II, 95, 96, 101. + +[1119] ebd. II, 91, 94. + +[1120] ebd. II, 88, 91, 93. + +[1121] ebd. II, 93, 94; 92. + +[1122] ebd. II, 91; III, 103. + +[1123] ebd. II, 98; III, 106. + +[1124] ebd. II, 92. + +[1125] ebd. II, 98; III, 107. + +[1126] ebd. II, 98. + +[1127] Coll. II, 95; daß noch in später Zeit ~Osiris~ als +„befeuchtendes Prinzip“ und der Nil als „Ausfluß des ~Osiris~“ oder +kurzweg als „~Osiris~“ galt, bestätigt ~Plutarchs~ Abhandlung „Über +~Isis~ und ~Osiris~“. + +[1128] ebd. II, 88; Beitr. 362; Coll. II, 12; vgl. Coll. I, 122 und Or. +32. + +[1129] Intr. 93. + +[1130] ebd. 114, Zeile 14 des Facsimiles. + +[1131] Intr. 114, Zeile 11 des Facsimiles. + +[1132] z. B. Intr. 141. + +[1133] Coll. II, 92, 100. + +[1134] ebd. II, 95, 93. + +[1135] Coll. II, 73, 72; 92, 96. + +[1136] ebd. II, 92. + +[1137] ebd. II, 73, 96. + +[1138] ebd. II, 95; die Stelle spielt auf ~Herodot~’s „goldgrabende +Ameisen“ des nördlichen Asiens (Altai?) an (s. weiter unten). + +[1139] Coll. II, 104, 106. + +[1140] ebd. II, 71; III, 77. + +[1141] ebd. II, 71, 76. + +[1142] ebd. II, 94. + +[1143] ebd. II, 80, 81. + +[1144] ebd. II, 75. + +[1145] Coll. II, 90; III, 96. + +[1146] ebd. II, 76. + +[1147] ebd. II, 75; I, 67. + +[1148] ebd. II, 84, 89, 78; I, 68. + +[1149] ebd. II, 106. + +[1150] ebd. II, 91, 94. + +[1151] ebd. II, 76. + +[1152] Or. 220. + +[1153] Coll. II, 75. + +[1154] ebd. II, 76. + +[1155] ebd. II, 395 ff.; III, 377 ff.; Intr. 295. + +[1156] Beitr. 466. + +[1157] Coll. II, 401, 409, 414. + +[1158] Coll. II, 401, 399. + +[1159] ebd. II, 416, 417. + +[1160] ebd. II, 418, 419. + +[1161] ebd. II, 416, 400; III, 393. + +[1162] ebd. II, 406, 412. + +[1163] ebd. II, 418. + +[1164] ebd. II, 411, 414. + +[1165] „De Stephano Alexandrino“ (Bonn 1880). + +[1166] Intr. 304; Or. 199; ~Usener~ 5 ff. + +[1167] Berlin 1851; 2, 199 ff. + +[1168] In ihr gedenkt er u. a. eines weiblichen ~Agathodaimon~, τῆς +Ἀφροδίτης αγαθοδαιμονούσης (~Usener~, a. a. O., 21). + +[1169] S. hierüber weiter unten. + +[1170] ~Usener~ 9, 13. + +[1171] Beitr. 363. + +[1172] Beitr. 437; Or. 199. + +[1173] ~Wünsch~, A. Rel. 11, 386; ~Fahz~, ebd. 15, 410. + +[1174] a. a. O. 9. + +[1175] Or. 274. + +[1176] Intr. 289. + +[1177] ~Pizzimenti~ 59, 62, 35. + +[1178] ebd. 290, 59; ~Aristoteles~ sagt nur, daß das Gehirn durch seine +große Kälte die zu ihm aufsteigenden Dünste abkühle und verflüssige. + +[1179] Intr. 291; Coll. III, 136. + +[1180] ~Pizzimenti~ 32, 56. + +[1181] ebd. 24, 25. + +[1182] ebd. 55, 31. + +[1183] ebd. 38, 42, 28. + +[1184] ebd. 31. + +[1185] ebd. 55; 38, 39; 52, 44 ff. + +[1186] ebd. 65. + +[1187] ebd. 33, 38, 41. + +[1188] ebd. 38, 39, 63 ff.; 33, 34. + +[1189] Beitr. 363. + +[1190] Beitr. 364; Intr. 214. + +[1191] Or. 204; Coll. II, 421 ff. + +[1192] Beitr. 459. + +[1193] Coll. II, 424, 425. + +[1194] ebd. II, 434 ff. + +[1195] ebd. II, 426, 423. + +[1196] ebd. II, 423, 439. Der Philosoph ~Xenokrates~, der 339 v. Chr. +die Leitung der älteren Akademie als zweiter Nachfolger ~Platons~ +übernahm, schrieb über Alchemie ebensowenig wie ~Platon~ selbst. +Jedenfalls ist der Schriftsteller gleichen Namens gemeint, der nach +~Plinius~ zu Beginn der Kaiserzeit lebte und sich u. a. auch mit Magie +beschäftigte. + +[1197] Coll. II, 434, 424. + +[1198] Coll. II, 421. + +[1199] ebd. II, 422. + +[1200] ebd. II, 421. + +[1201] Beitr. 476. + +[1202] Beitr. 475. + +[1203] Coll. II, 442 ff.; III, 416. + +[1204] ebd. II, 442. + +[1205] ebd. II, 445. + +[1206] ebd. II, 446. + +[1207] ebd. II, 445; III, 418. + +[1208] ebd. II, 447, 448, 449. + +[1209] Beitr. 476. + +[1210] Coll. II, 448. + +[1211] ebd. II, 447. + +[1212] ebd. II, 442, 443. + +[1213] ebd. II, 445. + +[1214] ebd. II, 446, 444. + +[1215] Beitr. 444, 448, 456; Coll. II, 450 ff.; III, 422. + +[1216] Berlin 1841; 2, 328, 336, 343. + +[1217] ebd. 2, 334. + +[1218] Kopenhagen 1696. + +[1219] Coll. II, 450, 451. + +[1220] Das des ~Archelaos~ ist ein Pseudepigraph, bei dem an den alten +Philosophen dieses Namens zu denken ist (~Diels~, „Vorsokratiker“, +Berlin 1912; 2, 413). -- Identität des ~Hierotheos~ mit dem +gleichnamigen athenischen „Philosophen und Astronomen“ am Hofe +~Constantins des Grossen~ (~Richter~, „Quellen der byzantinischen +Kunstgeschichte“, Wien 1897, 43) ist nicht anzunehmen. + +[1221] Beitr. 487 ff. Talk: Soll im Persischen ursprünglich so viel +bedeuten wie aurifolium, Goldflitter. + +[1222] Einen „~Salmanas~ den Perser“ kennt jedoch die arabische +Tradition als „einen der ersten Anhänger des Propheten“. + +[1223] ~Hyginus~, „Fabulae“ ed. ~Schmidt~ (Jena 1872) 14, 61, 139; +~Diodor~, lib. 4, cap. 68, und Fragment Nr. 10 aus lib. 6, bei +~Eusebius~, „Praeparatio Evangelica“, II; ~Apollodoros~, lib. 1, cap. +7, 3. + +[1224] Beitr. 478 ff. + +[1225] Beitr. 485. + +[1226] Beitr. 289. + +[1227] Coll. III, 423. + +[1228] ebd. II, 452. + +[1229] ebd. II, 459, 458. + +[1230] ebd. II, 454, 459. + +[1231] ebd. II, 452. + +[1232] Beitr. 210, 290. + +[1233] Coll. II, 453, 454, 456. + +[1234] ebd. II, 321 ff. + +[1235] ebd. II, 377 ff. + +[1236] ebd. III, 322; ~Riess~, PW. 1, 1338. + +[1237] Coll. III, 330, 362. + +[1238] Coll. II, 378. + +[1239] ebd. II, 378; III, 324, 334. + +[1240] ebd. III, 308. + +[1241] ebd. II, 389, 390; III, 372. + +[1242] ebd. II, 384 ff., 386. + +[1243] ebd. II, 374, 375. + +[1244] ebd. II, 355. + +[1245] ebd. II, 337; III, 322. + +[1246] ebd. II, 346; III, 330. + +[1247] ebd. II, 382; III, 366. + +[1248] Coll. II, 390. + +[1249] ~Tschirch~, „Handbuch der Pharmakognosie“ (Leipzig 1912); 2, 536. + +[1250] Coll. II, 375, 376. + +[1251] ebd. II, 220; III, 359, 360. + +[1252] ebd. II, 389, 390. + +[1253] ebd. II, 383. + +[1254] ebd. II, 365, 366. + +[1255] ebd. II, 323, 342 ff. + +[1256] ebd. II, 347; III, 332. + +[1257] ebd. II, 347. + +[1258] ebd. II, 392; III, 375. + +[1259] Coll. II, 349, 383, 347. + +[1260] ebd. II, 350 ff.; III, 335. + +[1261] ebd. II, 354. + +[1262] ebd. II, 355. + +[1263] ebd. II, 354. + +[1264] ebd. II, 351, 334, 358. + +[1265] ebd. II, 360, 362. + +[1266] ebd. II, 353. + +[1267] ebd. II, 351. + +[1268] ebd. II, 352, 353; III, 337, 338. + +[1269] ebd. II, 340, 355 ff. + +[1270] ebd. II, 364 ff.; s. weiter oben. + +[1271] ebd. II, 369; III, 353. + +[1272] ebd. II, 380. + +[1273] ebd. II, 372, 386; die Auslaugung erfolgt also nach dem sog. +Gegenstrom-Prinzip. + +[1274] ebd. II, 332. + +[1275] ebd. II, 372; III, 356. + +[1276] ebd. II, 386. + +[1277] ~Lippmann~, „Beiträge zur Geschichte des Alkohols“ +(Chemiker-Zeitung 1913; 1313 ff.). + +[1278] Coll. II, 326, 332, 333. + +[1279] Coll. II, 332. + +[1280] ebd. II, 375. + +[1281] ebd. II, 342. + +[1282] ebd. II, 333, 339. + +[1283] ebd. II, 340. + +[1284] ebd. II, 360, 377. + +[1285] ebd. II, 340, 333. + +[1286] ebd. II, 341. + +[1287] ebd. II, 380, 332. + +[1288] ebd. II, 350. + +[1289] ebd. II, 360. + +[1290] ebd. II, 363, 365, 366. + +[1291] Das Wort Métaxa soll im Sinne von Faden oder Strähnen zuerst bei +~Lucilius~ (180-103 v. Chr.) vorkommen; die Bedeutung „Seide“ nahm es +während der Kaiserzeit an, wohl im Laufe des 2. oder 3. Jahrhunderts +(s. ~Mommsen-Blümner~, „Der Maximaltarif des ~Diokletian~“, Berlin +1893, 162). + +[1292] Coll. II, 378. + +[1293] ebd. II, 323, 325, 329 ff. + +[1294] ~Kopp~, G. II, 237. + +[1295] ~Bouché-Leclercq~, a. a. O., 466. + +[1296] Coll. II, 334. + +[1297] ebd. II, 326, 334. + +[1298] ebd. II, 330. + +[1299] Coll. II, 334; hier zuerst so nachweisbar III, 319. + +[1300] ebd. II, 333. + +[1301] Intr. 280; Näheres s. weiter unten. + +[1302] Coll. II, 326. + +[1303] ebd. II, 331. + +[1304] ebd. II, 328, 366. + +[1305] ebd. II, 377 ff. + +[1306] ebd. II, 377 ff. + +[1307] ebd. II, 333, 377 ff. + +[1308] ebd. II, 325, 331, 335; III, 310. + +[1309] ebd. II, 336. + +[1310] ebd. II, 329. + +[1311] ebd. II, 332. + +[1312] ebd. II, 330, 336. + +[1313] ebd. II, 351. + +[1314] ebd. II, 326, 328. + +[1315] ebd. II, 334; III, 219. + +[1316] ebd. II, 377 ff. + +[1317] ebd. II, 333. + +[1318] ebd. II, 342, 327. + +[1319] ebd. II, 329. + +[1320] ebd. II, 363. + +[1321] ebd. II, 377 ff. + +[1322] ebd. II, 377 ff. + +[1323] ebd. II, 329, 330; III, 315. + +[1324] ebd. II, 346; III, 331. + +[1325] ebd. II, 322, 328. + +[1326] ebd. II, 392, 388; III, 375, 366. + +[1327] ebd. II, 335 ff.; III, 310. + +[1328] ebd. II, 335, 336, 346. + +[1329] ebd. II, 377 ff. + +[1330] ebd. II, 326, 332. + +[1331] ebd. II, 323, 324, 335, 367; III, 309. + +[1332] ebd. II, 376. + +[1333] ebd. II, 377 ff. + +[1334] ebd. II, 377 ff. + +[1335] ebd. II, 333, 340. + +[1336] Die Zahlen der mit * Bezeichneten sind unsicher oder strittig. + +[1337] Stuttgart 1856, S. 135. + +[1338] Leipzig 1857; 2, 502. + +[1339] Vgl. ~Diodor~, lib. 1, cap. 96; ~Herodot~, lib. 2, cap. 49, 81, +123. + +[1340] ~Zeller~, „Die Philosophie der Griechen“ [Leipzig; 1: 1892; 2 +(1) 1889; 2 (2) 1879; 3 (1) 1909; 3 (2) 1903]; 1, 20 ff.; 2 (1), 413, +1047. + +[1341] Überliefert bei ~Dion Chrysostomos~ (um 80 n. Chr.), „Beweis, +daß Troja nicht erobert wurde“, cap. 37 ff. + +[1342] ~Zeller~ 1, 46. + +[1343] ebd. + +[1344] ~Burnet~, „Anfänge der griechischen Philosophie“, Üb. ~Schenkl~ +(Leipzig 1913), 13 ff., 17 ff.; ~Gilbert~, „Die meteorologischen +Theorien des griechischen Altertums“ (Leipzig 1907), 692 ff.; +~Gilbert~, „Spekulation und Volksglaube in der jonischen Philosophie“ +(A. Rel. 13, 306). + +[1345] ~Burnet~ 9 ff., 45, 200. + +[1346] ~Gilbert~ 38 ff., 47; A. Rel. 13, 306. + +[1347] ~Diels~, „Elementum“ (Leipzig 1899) 17, 21. + +[1348] ~Gilbert~ 23. + +[1349] Vgl. ~Gilbert~, Register 732. + +[1350] Vgl. ~Gilbert~, Register 713. + +[1351] ~Gilbert~ 254 ff. + +[1352] ebd. 15 ff., 28, 51, 52, 85, 97. + +[1353] ebd. 63; 43 ff., 54. + +[1354] ~Gilbert~ 58 ff. + +[1355] ebd. 55. + +[1356] ~Gilbert~, A. Rel. 13, 306. + +[1357] Über deren geschichtliche Stellung s. ~Ed. Meyer~, „Geschichte +des Altertums“ [Stuttgart, 1 (1): 1907; 1 (2): 1909; 2: 1893; 3: 1901; +4: 1901; 5: 1902] Bd. 2-5: Register in Bd. 2 u. 5. + +[1358] ~Diels~, „Die Fragmente der Vorsokratiker“ (Berlin 1912); +~Nestle~, „Die Vorsokratiker“ (Jena 1908). + +[1359] ~Windelband-Bonhöffer~, „Geschichte der antiken Philosophie“ +(München 1912), 27; ~Burnet~ 38 ff.; ~Gilbert~ 94. + +[1360] „Revue d’Assyriologie“ (Paris 1914), 5, 30. + +[1361] ~Windelband~ 29. + +[1362] ~Gilbert~ 620; ~Zeller~ 1, 223, 245; 226. + +[1363] ~Burnet~ 43 ff. + +[1364] ~Windelband~ 25. + +[1365] ~Gilbert~ 94; ~Burnet~ 61 ff. + +[1366] ~Diels~, „Vors.“ 1, 26; ~Windelband~ 32; ~Deussen~, „Allgemeine +Geschichte der Philosophie“ [Leipzig, 1 (1): 1894; 1 (2): 1899; 1 (3): +1908; 2 (1): 1911; 2 (2): 1913] 2 (1), 49. + +[1367] „Die vorsokratischen Philosophen“ (Bonn 1910), 35. + +[1368] ~Windelband~ 43. + +[1369] ~Gilbert~ 94; ~Burnet~ 118, 130 ff., 145; ~Heinze~, „Lehre vom +Logos“ (Oldenburg 1872), 3. + +[1370] ~Gilbert~, A. Rel. 13, 320; s. unten bei „Orphik“. + +[1371] ~Diels~, „Vors.“ 91; ~Diels~, „~Herakleitos~ von Ephesos“ +(Berlin 1901). + +[1372] ~Gilbert~ 138, 149. + +[1373] ~Zeller~ 1, 674, 681; ~Gilbert~ 59 ff., 455; ~Diels~, „Vors.“ +89; ~Windelband~ 41; ~Burnet~ 122, 133 ff., 149. + +[1374] ~Deussen~ 2 (1), 100; ~Gilbert~ a. a. O.; ~Zeller~ a. a. O.; +~Diels~, „Vors.“ 87. + +[1375] ~Diels~, „Elem.“ 15. + +[1376] ~Diels~, „Vors.“ 79. + +[1377] ~Windelband~ 39, nach ~Rohde~, „Psyche“ (Tübingen 1903). + +[1378] ~Deussen~ 2 (1), 103. + +[1379] ~Deussen~ 2 (1), 100, 103. + +[1380] „~Herakleitos~ von Ephesos“, Vorr. 10. + +[1381] ~Goebel~ 38 ff. + +[1382] ~Burnet~ 113 ff., 116; 118, 122. + +[1383] ~Heinze~ a. a. O., 9, 56. + +[1384] ~Windelband~ 40. + +[1385] ~Gomperz~, „Griechische Denker“ [Leipzig; 1: 1896; 2: 1902; 3: +1909] 1, 64. + +[1386] ~Zeller~ 1, 669, 724; ~Pfleiderer~, „Die Philosophie des +~Heraklit~ von Ephesos“ (Berlin 1886). + +[1387] ~Zeller~ 1, 458. + +[1388] ~Windelband~ 24; ~Rohde~ a. a. O. 2, 159, 417. + +[1389] ~Windelband~ 21. + +[1390] ~Zeller~ 1, 330. + +[1391] ~Windelband~ 49, 73. + +[1392] ~Burnet~ 97, 149. + +[1393] ~Zeller~ 1, 427 ff., 574; ~Burnet~ 17 ff., 177. + +[1394] ~Burnet~ 277. + +[1395] ~Zeller~ 1, 325; ~Burnet~ 80. + +[1396] ~Schroeder~, „Pythagoras und die Indier“ (Leipzig 1884); +~Garbe~, „Samkhya-Philosophie“ (Leipzig 1894) 90 ff., 98 ff. + +[1397] ~Fimmen~, A. Rel. 17, 515 ff.; ~Herodot~, lib. 2, cap. 81, 123. + +[1398] ~Rohde~, „Psyche“ 2, 103, 414. + +[1399] Die von ~Fimmen~ (a. a. O.) wiederum vertretene Annahme, daß +umgekehrt die Orphiker aus ~Pythagoras~ geschöpft hätten, lehnte schon +~Rohde~ ab („Psyche“ 2, 109). + +[1400] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 730 ff., 755; 3, 428 ff., 668; ~Anrich~, +„Das antike Mysterienwesen im seinem Einfluß auf das Christentum“ +(Göttingen 1896) 13, 16 ff., 22. + +[1401] ~Burnet~ 67 ff.; ~Kern~, PW. 5, 1043; ~Cohn~, PW. 6, 1119; ~Ed. +Meyer~, „Alt.“ 3, 430, 668. + +[1402] ~Rohde~ a. a. O.; ~Burnet~ 67 ff.; ~Lobeck~, „Aglaophamos“ +(Königsberg 1829); das hohe Alter der Orphik verwarf schon ~Herodot~ +(lib. 2, cap. 53), der übrigens Orphiker und Pythagoräer gleichsetzt +(ebd., cap. 81). + +[1403] S. die platonische Überlieferung des Gleichnisses vom Leib (σῶμα += Soma) als Grabmal (σῆμα = Sema) der Seele; ~Diels~, „Vors.“ 1, 315. + +[1404] ~Waser~, Ro. 3, 3206; daher die steigende Bedeutung der +~Nemesis~ (~Rossbach~, Ro. 3, 179) und der ~Ananke~ (~Wagner~, Ro. 3, 70). + +[1405] ~Eisele~, Ro. 4, 259 ff. + +[1406] ~Gruppe~, Ro. 3, 2263 ff.; ~Deubner~, Ro. 3, 2091; ~Anrich~, +a. a. O. 22. + +[1407] ~Zeller~ 1, 79, 88 ff.; 92, 96 ff.; ~Gruppe~, Ro. 3, 1441, +2250, 2270; ~Waser~, PW. 6, 486 ff. Daß die Goldtäfelchen des 3. +vorchristlichen Jahrhunderts aus Thurioi (Süditalien) nichts über +~Phanes~ enthalten, bewies 1902 ~Diels~ (~Gruppe~, Ro. 3, 2254). + +[1408] ~Kern~ und ~Cohn~, a. a. O.; ~Zeller~ 1, 96. + +[1409] ~Zeller~ 1, 81. + +[1410] ~Waser~, PW. 3, 2482; ~Zeller~ 1, 81. + +[1411] ~Mayer~, Ro. 2, 1459 ff. + +[1412] ~Waser~, a. a. O. + +[1413] A. Rel. 14, 539. + +[1414] Nach ~Deussen~, 2 (2), 136, ~Angra Mainyus~ = „der schlagende +Geist“, Herr über Dunkel, Lüge und Tod. + +[1415] ~Diels~, „Vors.“ 2, 198. + +[1416] ~Deussen~ 2 (1), 27; ~Burnet~ 7; ~Eitrem~, PW. 7, 471; ~Gruppe~, +a. a. O.; ~Gilbert~, A. Rel. 13, 306; ~Eisler~, ebd. 14, 539; ~Ed. +Meyer~, „Alt.“ 2, 760, 816; 3, 442. + +[1417] ~Wernicke~, PW. 1, 1093. + +[1418] ~Clemen~, A. Rel. 16, 118; ~Deussen~ 2 (2), 136. + +[1419] ~Gilbert~, a. a. O. + +[1420] ~Knaack~, PW. 1, 1094. + +[1421] ~Eisler~, A. Rel. 14, 539; ~Eitrem~, PW. 7, 471; betreff +~Platon~: ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 4, 354 ff.; ~Anrich~ 20. + +[1422] ~Kern~, PW. 3, 150; ~Wellmann~, PW. 5, 2511; ~Gruppe~, Ro. 3, +1127 ff., 1145; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 3, 660 ff; 4, 234. + +[1423] ~Waser~, PW. 5, 2471; ~Roscher~, Ro. 2, 3186; ~Gruppe~, Ro. 3, +1126 ff. + +[1424] ~Dieterich~, PW. 6, 1279; ~Wagner~, Ro. 3, 71; ~Ed. Meyer~, +„Alt.“ 4, 103, 118. + +[1425] ~Waser~, PW. 3, 2113; 6, 487. + +[1426] ~Deussen~ 2 (1), 56; ~Windelband~ 74. + +[1427] ~Gilbert~ 76. + +[1428] ~Gilbert~ 77 ff. + +[1429] ~Zeller~ 1, 491; ~Windelband~ 83; ~Burnet~ 180 ff.; ~Gomperz~ 1, +120; ~Nestle~, a. a. O. 107. Über die weitere Ausbildung dieser Theorie +von den Hippokratikern an bis ~Galenos~ s. „~Hippokrates~“, Üb. ~Fuchs~ +(München 1895) 1, 18, 28 ff., 189, 193, 229, 332. + +[1430] A. Rel. 13, 317, 320. + +[1431] ~Gilbert~ 81, 82. + +[1432] ~Burnet~ 252 ff., 255, 271. + +[1433] ~Burnet~ 260. + +[1434] ~Diels~, „Vors.“ 1, 314; ~Zeller~ 1, 407; ~Burnet~ 269 ff.; +~Deussen~ 2 (1), 61. + +[1435] ~Gilbert~ 83; πέμπτον bei ~Diels~, „Vors.“ 1, 314. + +[1436] ~Gilbert~ 256. + +[1437] ~Zeller~ 1, 443; ~Deussen~ 2 (1), 61. + +[1438] ~Diels~, „Vors.“ 1, 316. + +[1439] ~Zeller~ 1, 427 ff.; ~Deussen~ 2 (1), 63. + +[1440] ~Zeller~ 1, 436. + +[1441] ~Zeller~ 1, 427 ff.; 490. + +[1442] ~Windelband~ 34. + +[1443] ~Deussen~ 2 (1), 74; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 761, 820; 3, 441. + +[1444] ~Zeller~ 1, 535. + +[1445] ~Gilbert~ 88 ff. + +[1446] ~Deussen~ 2 (1), 74. + +[1447] ~Windelband~ 35. + +[1448] ~Gilbert~ 94 ff.; 96. + +[1449] ~Burnet~ 105, 107 ff.; ~Deussen~ 2 (1), 74. + +[1450] ~Windelband~ 50. + +[1451] ~Gilbert~ 101. + +[1452] ~Diels~, „~Parmenides~“ (Berlin 1897), 100. + +[1453] ~Burnet~ 155 ff.; 165. + +[1454] ~Gilbert~ 102, 119. + +[1455] ~Deussen~ 2 (1), 82. + +[1456] ~Zeller~ 1, 570; ~Deussen~ 2 (1), 87. + +[1457] ~Deussen~, a. a. O.; ~Diels~, „Vors.“ 1, 162. + +[1458] ~Zeller~, a. a. O.; ~Diels~, „Vors.“ 1, 162; ~Diels~, +„~Parmenides~“ 42, 44, 114. Auffälligerweise erteilt ~Parmenides~ +hierbei den Weibern die „wärmere Natur“: ~Zeller~ 1, 797. + +[1459] ~Windelband~ 52. + +[1460] ~Gilbert~ 104. + +[1461] ~Zeller~ 1, 758 ff.; ~Burnet~ 210 ff. + +[1462] ~Zeller~ 1, 836; ~Gilbert~ 110. + +[1463] ~Zeller~ 1, 823. + +[1464] ~Zeller~ 1, 758 ff.; ~Burnet~ a. a. O.; ~Windelband~ 56 ff.; +~Diels~, „Vors.“ 1, 226. + +[1465] ~Diels~, „Vors.“ 1, 205, 206. + +[1466] ~Wagner~, Ro. 3, 287. + +[1467] ~Zeller~ 1, 758 ff.; ~Windelband~ 56 ff.; ~Diels~, „Vors.“ 1, +205, 206; ~Burnet~ 192, 210. + +[1468] ~Deussen~ 2 (1), 112. + +[1469] ~Gilbert~ 105 ff., 120. + +[1470] ~Burnet~ 211. + +[1471] ~Gilbert~ 119. + +[1472] ~Burnet~ 211; ~Gilbert~ 107. + +[1473] ~Gilbert~ 406. + +[1474] ~Burnet~ 208 ff. + +[1475] ~Zeller~ 1, 765, 825. + +[1476] ~Diels~, „Vors.“ 1, 233. + +[1477] ~Gilbert~ 106, 112, 121; ~Zeller~ 1, 1021. + +[1478] ~Zeller~ a. a. O.; ~Gomperz~ 1, 187, 447; ~Goebel~ 256. + +[1479] ~Zeller~ 1, 803. + +[1480] ~Diels~, „Vors.“ 1, 257; ~Zeller~ 1, 775, 798; ~Gilbert~ 113, +339 ff.; ~Gomperz~ 1, 188. + +[1481] ~Goebel~ 96 ff., 207. + +[1482] ~Burnet~ 227; ~Deussen~ 2 (1), 121; ~Zeller~ 1, 800. + +[1483] ~Gilbert~ 122, 443 ff. + +[1484] ~Zeller~ 1, 771, 832; ~Gilbert~ 115 ff., 121; ~Deussen~ 2 (1), +112. + +[1485] ~Burnet~ 212. + +[1486] ~Gilbert~ a. a. O.; ~Deussen~ 1 (1), 113, 120. + +[1487] ~Zeller~ 1, 767, 800; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 4, 235. + +[1488] ~Diels~, „Vors.“ 1, 255. + +[1489] ~Windelband~ 68; ~Burnet~ 230 ff. + +[1490] ~Diels~, „Vors.“ 1, 407. + +[1491] ~Zeller~ 1, 978 ff.; ~Gomperz~ 1, 168 ff., 171, 260; ihr Namen +„Homoiomeríen“ (aus gleichartigen Teilchen bestehend) findet sich erst +bei ~Aristoteles~ (~Wellmann~, PW. 1, 2076; ~Burnet~ 243). + +[1492] ~Zeller~ 1, 981, 1021. + +[1493] ~Zeller~ 1, 980, 1022; ~Burnet~ 230 ff. + +[1494] ~Windelband~ 62 ff.; ~Zeller~ 1, 979. + +[1495] ~Baeumker~, „Das Problem der Materie in der griechischen +Philosophie“ (Münster 1890) 74; ~Burnet~ 243 ff. + +[1496] ~Baeumker~ 74; ~Windelband~ 68; ~Burnet~ 242; ~Goebel~ 238. + +[1497] ~Baeumker~ 74, 317. + +[1498] ~Gilbert~ 126; ὕλη s. Register 728. + +[1499] ~Gilbert~ 130 ff., 136. + +[1500] ebd. 129, 134. + +[1501] ~Zeller~ 1, 978 ff.; ~Burnet~ 246; ~Deussen~ 2 (1), 130. + +[1502] ~Zeller~ 2 (1), 16; ~Burnet~ 247. + +[1503] ~Deussen~ 2 (1), 50 ff., 147; ~Burnet~ 324. + +[1504] ~Diels~, „Vors.“ 1, 423, 425; ~Goebel~ 249 ff. + +[1505] ~Zeller~ 1, 271. + +[1506] ~Zeller~ 1, 839 ff.; ~Windelband~ 121; ~Goebel~ 257 ff. + +[1507] ~Burnet~ 300 ff.; ~Deussen~ 2 (1), 136 ff.; ~Windelband~ 71 ff., +124. + +[1508] ~Deussen~ 2 (1), 140; ~Burnet~ 300 ff. + +[1509] ~Deussen~ 2 (1), 141 ff.; ~Burnet~ 311. + +[1510] ~Deussen~ 2 (1), 136 ff., 141 ff. + +[1511] ~Diels~, „Vors.“ 2, 13, 25, 60. + +[1512] ~Windelband~ 125 ff. + +[1513] ~Zeller~ 1, 901; ~Diels~, „Vors.“ 2, 72; ~Goebel~ 315, 317. + +[1514] ~Gomperz~ 1, 292. + +[1515] ~Zeller~ 1, 843, 845. + +[1516] Zu diesem ganzen Absatze vgl. meine ausführliche Abhandlung +„Chemisches und Physikalisches bei ~Platon~“ („Abh. u. Vortr.“ 2, 28), +die alle Einzelheiten enthält. + +[1517] ~Zeller~ 2 (1), 532, 565; ~Gomperz~ 2, 329 ff., 482 ff., 568; +~Windelband~ 182. + +[1518] ~Zeller~ 2 (1), 722 ff.; ~Deussen~ 2 (1), 273, 348. + +[1519] ~Deussen~ 2 (1), 267, 276 ff.; 269; betreff weiterer Auslegungen +s. ~Baeumker~ 163, 152, 132. + +[1520] ~Zeller~ 2 (1), 726, 733. + +[1521] ~Zeller~ 2 (1), 722 ff.; ~Windelband~ 167. + +[1522] ~Zeller~ 2 (1), 736, 803 ff.; ~Baeumker~ 167 ff., 174, 177 ff.; +~Deussen~ 2 (1), 276, 279. + +[1523] ~Windelband~ 171, 196 ff.; 111. + +[1524] ~Zeller~ 2 (1), 743. + +[1525] ~Deussen~ 2 (1), 274 ff. + +[1526] ~Gomperz~ 2, 484 ff., 606; ~Gilbert~ 159 ff. + +[1527] ~Zeller~ 2 (1), 800 ff. + +[1528] ebd. 951; 1008; 1024, 1043. + +[1529] ~Zeller~ 725, 734. + +[1530] ebd. 800 ff. + +[1531] ~Zeller~ 2 (1), 805, 807; ~Gilbert~ 158, 170 ff. + +[1532] ~Deussen~ 2 (1), 356 ff. + +[1533] ~Zeller~ 2 (1), 807 ff.; ~Gilbert~ 172, 361 ff. + +[1534] Was ~Platon~ unter diesem Namen versteht, ist ungewiß. + +[1535] ~Gilbert~ 366. + +[1536] ~Gomperz~ 2, 327. + +[1537] ~Zeller~ 2 (1), 867. + +[1538] Ob die Namen Phainon, Phaëthon usf. tatsächlich die älteren +sind, wie man zumeist anzunehmen pflegt, steht dahin (~Burnet~ 177 ff.). + +[1539] ~Zeller~ 1, 136, 139; 2 (1), 812 ff., 931, 1040 ff.; ~Deussen~ 2 +(1), 303. + +[1540] ~Gilbert~ 157. + +[1541] ~Diels~, „Elem.“ 58, 68. + +[1542] ebd. 15 ff. + +[1543] ~Diels~, „Elem.“ 17, 21, 22; an Neuschöpfung dachten ~Zeller~ 2 +(1), 796, 947 und ~Baeumker~ 69. + +[1544] ~Goebel~ 10. + +[1545] ~Windelband~ 172, 225; ~Baeumker~ 163. + +[1546] ~Gilbert~ 259. + +[1547] Im Dialoge „Theaitet“; ~Zeller~ 2 (1), 705; die lateinische +Übersetzung „Qualität“ rührt von ~Cicero~ her. + +[1548] Zu diesem ganzen Absatze vgl. meine ausführliche Abhandlung +„Chemisches und Alchemisches aus ~Aristoteles~“ („Abh. u. Vortr.“ +2, 64); bemerkt sei, daß nach ~Diels~ („~Hermes~“ 40, 310; 1905) +der Inhalt der sog. „Bücher der Probleme“ des ~Aristoteles~ zu +einem bedeutenden Teile den kleineren Schriften seines Schülers +und Nachfolgers ~Theophrast~ (372-287) entnommen ist, sowie daß +nach ~Hammer-Jensen~ („~Hermes~“ 50, 113; 1915) das vierte Buch der +„Meteorologie“ nicht von ~Aristoteles~, sondern von ~Straton~ herrühren +dürfte, der 286-268 lehrte. + +[1549] ~Zeller~ 2 (2), 348; 442; 306; ~Windelband~ 225; ~Baeumker~ 210 +ff. + +[1550] ~Zeller~ 2 (2), 305; ~Windelband~ 225. + +[1551] ~Windelband~ 225 ff.; 227. + +[1552] So zuerst bei ~Aristoteles~ (~Deussen~ 2 (1), 273). + +[1553] ~Baeumker~ 210, 221 ff. + +[1554] ~Zeller~ 1, 678; 2 (2), 315 ff.; ~Windelband~ 228; ~Baeumker~ +223, 239. + +[1555] ~Zeller~ 1, 678; ~Baeumker~ 241, 262. + +[1556] ~Zeller~ 2 (2), 315 ff.; ~Windelband~ 225 ff.; ~Baeumker~ 241, +262. + +[1557] ~Baeumker~ 282. + +[1558] ~Baeumker~ 282, 263; ~Windelband~ 225 ff. + +[1559] ~Baeumker~ 250; 259; 249; 286. + +[1560] ebd. 259, 260. + +[1561] ~Zeller~ 2 (2), 389, 420 ff.; ~Windelband~ 232. + +[1562] ~Zeller~ 2 (2), 443. + +[1563] ebd. 2 (2), 420 ff.; ~Baeumker~ 241 ff. + +[1564] ~Diels~, „Elem.“ 23, 24. + +[1565] ~Gilbert~ 183, 189, 205; an einer Stelle heißt es auch „die vier +Elemente sind die vier Hylen“. + +[1566] ~Gilbert~ 185; στοιχεῖον s. Register 740. + +[1567] ~Gilbert~ 186 ff. + +[1568] ~Zeller~ 2 (2), 409, 445; ~Baeumker~ 237. + +[1569] ~Gilbert~ 179, 188, 290, 386, 462. + +[1570] ~Zeller~ 2 (2), 446. + +[1571] ebd. 2 (2), 416 ff.; ~Baeumker~ 260; ~Gilbert~ 259 ff., 388. + +[1572] ~Gilbert~ 190; ~Deussen~ 2 (1), 353. + +[1573] ~Gilbert~ 265. + +[1574] ~Zeller~ 2 (2), 437 ff.; ~Deussen~ 2 (1), 356; ~Diels~, „Elem.“ +24. An einer Stelle wird aber Äther = Feuer gesetzt. + +[1575] ~Zeller~ 2 (2), 468 ff. + +[1576] ebd. 2 (2), 361, 456, 553, 793, 795; Planeten s. 378. + +[1577] ~Windelband~ 203; so auch bei ~Xenokrates~, ~Platons~ zweitem +Nachfolger. + +[1578] ~Zeller~ 2 (2), 483, 485, 517; bei ~Theophrast~ ist πνεῦμα = +Feuer (ebd. 3 (2), 36). + +[1579] ebd. 2 (2), 919; s. die Überlieferung bei ~Straton~ (lehrte +286-268). + +[1580] ebd. 2 (2), 551. + +[1581] ebd. 2 (2), 483, 485, 517; ~Windelband~ 236. + +[1582] ~Zeller~ 2 (2), 488. Zur Theorie des Pneumas bei ~Aristoteles~ +s. ~Jaeger~, M. G. M. 12, 326. + +[1583] ~Gilbert~ 198. + +[1584] Hieraus erklärt sich die bei ~Hipponax~ und ~Kallimachos~ (3. +Jahrhundert v. Chr.) übliche Bezeichnung des Essigs als „toter Wein“, +νεκρός, Ἀλίβας (~Immisch~ A. Rel. 14, 449). + +[1585] ~Deussen~ 2 (1), 385. + +[1586] ~Baeumker~ 295 ff. + +[1587] ~Deussen~ 2 (1), 388. + +[1588] ~Windelband~ 255. + +[1589] ~Diels~, „Das physikalische System des ~Straton~“ (Berlin 1893). + +[1590] ~Windelband~ 257. + +[1591] ~Diels~ a. a. O. 11, 17. + +[1592] ~Zeller~ 3 (1), 22; ~Deussen~ 2 (1), 390 ff. + +[1593] ~Zeller~ 3 (1), 28; ~Windelband~ 250, 259 ff. + +[1594] ~v. Arnim~, „Stoicorum veterum fragmenta“ (Leipzig 1903 ff.); +eine kurze Übersicht der Lehren bietet ~Barth~, „Die Stoa“ (Stuttgart +1903). + +[1595] ~Gilbert~ 227 ff.; ~Deussen~ 2 (1), 415; ~Diels~, „Elem.“ 41 ff. + +[1596] ~Zeller~ 3 (1), 16 ff., 57. + +[1597] ~Zeller~ 3 (1), 364 ff.; ~Gilbert~ 266 ff.; ~Heinze~, „Lehre vom +Logos“ (Oldenburg 1872), 169. + +[1598] ~Meyer-Bjerrum~, „Annalen der Naturphilosophie“ (Leipzig 1904), +3, 413. + +[1599] ~Gilbert~ 305 ff., 323, 629; ~Prantl~, „Keime der Alchemie bei +den Alten“ (Stuttgart 1856), 135; vgl. ~Jaeger~, M. G. M. 12, 326; +~Jaeger~, „Das Pneuma im Lykeion“ („Hermes“ 1912; 48, 29); ~Jaeger~, +„~Nemesios~ von ~Emesa~“ (Berlin 1913). + +[1600] ~Zeller~ 3 (1), 354 ff.; ~Deussen~ 2 (1), 401 ff. + +[1601] ~Zeller~ 3 (1), 173. + +[1602] ~Zeller~ 3 (1), 330 ff. + +[1603] ~Arnim~ 2, 319; ~Zeller~ 1, 100; 3 (2), 342. + +[1604] ~Deussen~ 2 (1), 28. + +[1605] ~Zeller~ 3 (1), 334 ff. + +[1606] ebd. 337. + +[1607] ebd. 712. + +[1608] ~Arnim~ 2, 331, 332. + +[1609] ~Zeller~ 3 (2), 342. + +[1610] ~Gilbert~ 251. + +[1611] ~Arnim~ 2, 111. + +[1612] ~Zeller~ 3 (1), 133 ff., 152 ff.; ~Baeumker~ 330 ff.; +~Windelband~ 273. + +[1613] ~Zeller~ 1, 142. + +[1614] ~Heinze~ 79 ff., 92; ~Windelband~ 327. + +[1615] ~Zeller~ 1, 363. + +[1616] ~Arnim~ 1, 24, 25; 2, 115; ~Zeller~ 3 (1), 96 ff.; ~Baeumker~ +330 ff. + +[1617] ~Arnim~ 2, 116. + +[1618] ~Zeller~ 3 (1), 133 ff. + +[1619] ~Arnim~ 2, 116. + +[1620] ~Arnim~ 2, 114, 116. + +[1621] ~Gilbert~ 227 ff. + +[1622] ebd. 245. + +[1623] ebd. 243 ff. + +[1624] ebd. 244. + +[1625] ebd. 433, 236; ~Zeller~ 3 (1), 181 ff. + +[1626] ~Arnim~ 2, 136. + +[1627] ebd. 2, 111. + +[1628] ~Zeller~ 3 (1), 325. + +[1629] ~Diels~, „Elem.“ 28. + +[1630] ~Arnim~ 2, 111. + +[1631] ebd. 1, 24, 27, 110; 2, 145; ~Zeller~ 3 (1), 133 ff., 152 ff.; +~Windelband~ 273 ff.; ~Gilbert~ 245 ff., 251; ~Baeumker~ 330 ff. + +[1632] ~Arnim~ 1, 25; 2, 128; 3, 20. + +[1633] ~Baeumker~ 327, 363; ~Windelband~ 273; ~Gilbert~ 271; ~Deussen~ +2 (1), 414. + +[1634] ~Zeller~ 3 (1), 133 ff.; ~Gilbert~ 268. + +[1635] ~Arnim~ 2, 151, 153. + +[1636] ebd. 2, 153; ~Zeller~ 3 (1), 129 ff.; ~Gilbert~ 232 ff. + +[1637] ~Baeumker~ 330 ff.; ~Gilbert~ 232 ff., 245, 268. + +[1638] ~Zeller~ 3 (1), 436. + +[1639] ebd. 3 (1), 96 ff.; ~Gilbert~ 266 ff., 271. + +[1640] ~Heinze~ 118 ff. + +[1641] ~Heinze~ 118 ff.; ~Baeumker~ 330 ff. + +[1642] ~Heinze~ 79 ff., 92. + +[1643] ~Zeller~ 3 (1), 156; ~Heinze~ 99. + +[1644] ~Arnim~ 2, 136; dem ~Heraklit~ selbst scheint diese Anschauung +noch fremd, s. ~Deussen~ 2 (1), 416. + +[1645] ~Arnim~ 1, 34; ~Zeller~ 1, 142 u. 3 (1), 145; ~Windelband~ 273 +ff. + +[1646] ~Zeller~ 3 (1), 141, 145, 148, 192, 194; ~Deussen~ 2 (1), 415. + +[1647] ~Windelband~ 273. + +[1648] ~Arnim~ 2, 307. + +[1649] ~Gilbert~ 251. + +[1650] ~Arnim~ 2, 145; ~Gilbert~ 268, 283, 633 ff. + +[1651] ~Baeumker~ 342 ff., 356 ff. + +[1652] ebd. 350. + +[1653] ~Zeller~ 3 (1), 133 ff.; ~Gilbert~ 251, 252, 292; ~Baeumker~ 3, +367 ff.; ~Heinze~ 97 ff., 100. + +[1654] ~Zeller~ 3 (1), 134. + +[1655] ~Arnim~ 2, 111; ~Heinze~ 93; ~Deussen~ 2 (1), 415 ff. + +[1656] ~Arnim~ 2, 310; ~Heinze~ 100. + +[1657] ~Baeumker~ 346 ff., 356 ff. + +[1658] ~Heinze~ 93. + +[1659] ~Gilbert~ 239 ff., 243 ff. + +[1660] ~Zeller~ 3 (1), 68; ~Heinze~ 143. + +[1661] ~Zeller~ 3 (1), 119 ff., 127, 199; ~Heinze~, „Zur +Erkenntnislehre der Stoa“ (Leipzig 1880), 10. + +[1662] ~Arnim~ 2, 228, 258; ~Gilbert~ 237, 243. + +[1663] ~Zeller~ 1, 436. + +[1664] ~Arnim~ 1, 38; 2, 217. + +[1665] ebd. 2, 217; ~Gilbert~ 268. + +[1666] ~Arnim~ 2, 145; ~Zeller~ 3 (1), 119 ff., 127, 199. + +[1667] ~Arnim~ 2, 211; ~Heinze~ 110. + +[1668] ~Zeller~ 3 (1), 368; ~Heinze~ 13. + +[1669] ~Gilbert~ 239 ff., 243 ff., 397. + +[1670] ~Arnim~ 1, 34; ~Windelband~ 273 ff.; ~Gilbert~ 239 ff., 243 ff.; +~Deussen~ 2 (1), 415 ff. + +[1671] ~Prantl~, a. a. O. + +[1672] ~Zeller~ 3 (1), 162 ff., 206, 336; ~Capelle~, „Die Schrift von +der Welt“ (Jena, 1907), 34 ff. + +[1673] ~Zeller~ 3 (1), 100; ~Baeumker~ 346 ff., 356 ff. + +[1674] ~Heinze~ 107 ff., 110 ff., 117, 123 ff. -- Den Zusammenhang der +Theorie von den Lógoi spermatikoí mit den Lehren des ~Heraklit~ und des +~Aristoteles~, sowie ihre so außerordentlich bedeutsame Fortwirkung +bis in das Zeitalter der Kirchenväter erörtert ausführlich ~K. Meyers~ +„Geschichte der Lehre von den Keimkräften, von der Stoa bis zum +Ausgange der Patristik“ (Bonn 1914). + +[1675] ~Zeller~ 3 (1), 196, 199, 209; ~Gilbert~ 251, 392. + +[1676] ~Gundel~, PW. 7, 2622 ff. + +[1677] ~Bouché-Leclercq~ 68. + +[1678] ~Wagner~, Ro. 3, 70. + +[1679] ~Riess~, PW. 2, 1812 ff.; ~Weidlich~, PW. Spl. 1, 3; ~Boll~, +„Die Erforschung der antiken Astrologie“ (Neue Jahrbücher), Leipzig +1908; 103. + +[1680] ~Zeller~ 3 (1), 16 ff. + +[1681] ~Bouché-Leclercq~ 19, 571 ff. + +[1682] ~Hultsch~, PW. 2, 1856 ff.; ~Bouché-Leclercq~ 545. Vgl. +~Gronau~, „~Poseidonios~ und die jüdisch-christliche Genesis-Exegese“ +(Leipzig 1912). + +[1683] ~Gundel~, PW. 7, 2622 ff. + +[1684] ~Zeller~ 3 (1), 22; 3 (2), 83 ff., 113 ff., 123; ~Windelband~ +304 ff. + +[1685] ~Zeller~ 3 (1), 24 ff., 564, 834; 3 (2), 83 ff., 107, 164 ff.; +154. + +[1686] ebd. 3 (1), 16 ff.; 3 (2), 104 ff. + +[1687] ~Zeller~ 3 (2), 95 ff.; ~Windelband~ 306 ff.; ~Gomperz~ 1, 88. + +[1688] ~Zeller~ 3 (2), 169, 364; 83 ff. + +[1689] ebd. 3 (2), 83 ff., 95 ff. + +[1690] ~Zeller~ 3 (2), 127, 368; 290. + +[1691] ~Pietschmann~, PW. 2, 355; vgl. ~Valerius Maximus~, lib. 8, cap. +2. + +[1692] ~Zeller~ 3 (2), 128, 164. + +[1693] ebd. 3 (2), 115, 504. + +[1694] ~Zeller~ 3 (2), 136, 139 ff. + +[1695] ebd. 104 ff. + +[1696] ebd. 149 ff., 171, 188, 197. + +[1697] ebd. 142, 151, 189; 188, 189; ~Baeumker~ 389 ff.; ~Heinze~ 173 +ff. + +[1698] ~Zeller~ 3 (2), 154 ff., 193 ff. + +[1699] ebd. 215. + +[1700] ~Zeller~ 104 ff. + +[1701] ebd. 171, 197. + +[1702] ebd. 133. + +[1703] ebd. 235; ~Windelband~ 306 ff. + +[1704] ~Capelle~, „Die Schrift von der Welt“ (Jena 1907). + +[1705] ebd. 54. + +[1706] ~Windelband~ 299. + +[1707] ~Zeller~ 3 (1), 653 ff.; ~Capelle~ 53, 56. + +[1708] ~Capelle~ 38 ff. + +[1709] ~Zeller~ 3 (1), 664. + +[1710] ~Heinze~ 173 ff. + +[1711] ~Zeller~ 3 (1), 660. + +[1712] ~Prantl~, a. a. O. + +[1713] ~Zeller~ 3 (1), 662; ~Gilbert~ 537. + +[1714] ~Zeller~ 3 (1), 67. + +[1715] ebd. 88. + +[1716] ebd. 265. + +[1717] ebd. 264, 269. + +[1718] ~Deussen~ 2 (1), 462. + +[1719] ~Zeller~ 3 (2), 279; vgl. ~Gercke~, PW. 2, 918. + +[1720] ~Zeller~ 3 (2), 281. + +[1721] ebd. 234 ff.; ~Deussen~ 2 (1), 465, 481. + +[1722] ~Zeller~ 3 (2), 291 ff.; ~Kautzsch~, „Apokryphen und +Pseudepigraphen des alten Testaments“ (Tübingen 1900); 1, 479. + +[1723] ~Deussen~ 2 (1), 466. + +[1724] ~Zeller~ 3 (2), 290; ~Kautzsch~ a. a. O. 2, 192; ~Buchholz~, Ro. +4, 808. + +[1725] ~Zeller~ 3 (2), 298 ff., 344, 356 ff. + +[1726] ~Deussen~ 2 (1), 464. + +[1727] ~Zeller~ 3 (2), 95 ff. + +[1728] ebd. 333, 368. + +[1729] ebd. 385 ff.; ~Hölscher~, PW. 9, 1960 ff. + +[1730] ~Harnack~, „Dogmen-Geschichte“ (Tübingen 1905), 25. + +[1731] ~Zeller~ 3 (2), 385 ff.; ~Cohn~, „Die Werke des ~Philon~ von +Alexandria“ (Breslau 1909); 1, 14. + +[1732] ~Harnack~ a. a. O. 26. + +[1733] ~Zeller~ 3 (2), 436; ~Baeumker~ 384 ff. + +[1734] ~Zeller~ 3 (2), 441; ~Heinze~ 226. + +[1735] ~Baeumker~ 384 ff., 401; ~Heinze~ 242. + +[1736] ~Cohn~ a. a. O. 1, 36 ff.; ~Windelband~ 308 ff., 315. + +[1737] ~Zeller~ 3 (2), 407 ff.; ~Heinze~ 215 ff., 224, 282; ~Deussen~ 2 +(1), 475. + +[1738] ~Deussen~ 2 (1), 474. + +[1739] ~Zeller~ 3 (2), 391; ~Harnack~ a. a. O. 22. + +[1740] ~Heinze~ 215. + +[1741] ~Zeller~ 3 (2), 418 ff., 433; ~Deussen~ 2 (1), 476 ff.; ~Cohn~ +a. a. O. 1, 15 ff.; 2, 4. + +[1742] ~Cohn~ a. a. O. ebd. + +[1743] ~Zeller~ 3 (2), 407 ff.; ~Harnack~ a. a. O. 26; ~Heinze~ 220 +ff., 226, 256. + +[1744] ~Heinze~ 278 ff.; 243, 252, 258 ff. + +[1745] ~Zeller~ 3 (2), 9. + +[1746] ~Deussen~ 2 (1), 488. + +[1747] ebd. 468 ff., 675; ~Harnack~, „Mission und Ausbreitung des +Christentums in den ersten drei Jahrhunderten“ (Leipzig 1902), 227. + +[1748] ~Deussen~ 2 (1), 485. + +[1749] ~Harnack~ a. a. O. + +[1750] ~Zeller~ 3 (2), 485 ff., 490. + +[1751] ebd. 485 ff.; ~Heinze~ 298. + +[1752] ~Zeller~ 3 (2), 497. + +[1753] ~Burckhardt~, „Das Zeitalter Constantin des Großen“ (Leipzig +1898), 230 ff. + +[1754] ~Zeller~ 3 (2), 500 ff.; ~Deussen~ 2 (1), 482 ff. + +[1755] ~Zeller~ 3 (2), 506. + +[1756] ebd. 520 ff.; ~Hartmann~, „Geschichte der Metaphysik“ (Leipzig +1899); 1, 106. ~Hasse~, „Von ~Plotin~ zu ~Goethe~“ (Jena 1912). + +[1757] Üb. ~Müller~ (Berlin 1878). + +[1758] ~Deussen~ 2 (1), 481; ~Dieterici~, „Die sog. Theologie des +~Aristoteles~“; üb. (Leipzig 1883). Ihr griechisches Original dürfte +gegen 300 n. Chr. verfaßt sein (ebd. 183); sie ist frei von der Stern-, +Zauber- und Dämonen-Lehre der späteren Neuplatoniker, sowie von der +Zahlenmystik und Theurgie der Neupythagoräer; über Sterne s. ebd. 46, +65 ff., 213 ff. -- Bei den Arabern spielte sie schon seit dem 10. +Jahrhundert eine wichtige Rolle (~De Boer~, „Geschichte der Philosophie +im Islam“, Stuttgart 1901, 150 ff.). + +[1759] ~Zeller~ 3 (2), 520 ff.; ~Baeumker~ 375 ff. + +[1760] ~Zeller~ 3 (2), 599; ~Deussen~ 2 (1), 499. + +[1761] ~Heinze~ 300. + +[1762] ebd. 303 ff. + +[1763] ~Zeller~ 3 (2), 680; ~Heinze~ 321. + +[1764] ~Heinze~ 318 ff. + +[1765] ebd. 300; ~Zeller~ 3 (2), 609, 620; ~Windelband~ 329 ff.; +~Baeumker~ 402 ff., 413. + +[1766] ~Zeller~ 3 (2), 609; ~Heinze~ 321. + +[1767] ~Deussen~ 2 (1), 488 ff. + +[1768] ebd. 497; ~Zeller~ 3 (2), 612, 684. + +[1769] ~Zeller~ 3 (2), 621 ff., 677; „Enneaden“, üb. ~Müller~ 1, 85 ff. + +[1770] ~Zeller~ 3 (2), 683 ff. + +[1771] ~Zeller~ 3 (2), 686, 733 ff.; ~Prantl~ a. a. O. + +[1772] ~Zeller~ 3 (2), 655; „Enneaden“, üb. ~Müller~ 2, 248. + +[1773] ~Zeller~ 3 (2), 735; ~Deussen~ 2 (1), 506 ff. + +[1774] ~Zeller~ 3 (2), 735 ff.; ~Deussen~ 2 (1), 506. + +[1775] ~Zeller~ 3 (2), 740, 765, 777 ff., 805; ~Deussen~ 2 (1), 507 ff. + +[1776] ~Zeller~ 3 (2), 805 ff., 820, 840 ff.; ~Deussen~ 2 (1), 510. + +[1777] ~Zeller~ 3 (2), 847; ~Deussen~ 2 (1), 511. + +[1778] ~Zeller~ 3 (2), 896, 901, 910. + +[1779] ~Zeller~ 3 (1), 625 ff.; 3 (2), 913. + +[1780] ebd. 3 (2), 915 ff. + +[1781] Leipzig 1913. + +[1782] „Sternkunde und Sterndienst in Babel“ (Münster 1907 ff.); „Im +Bannkreise Babels“ (Münster 1910). + +[1783] „Die Religion Babylons und Assyriens“ (Gießen 1909 ff.). + +[1784] „Astronomische Himmelsschau und Astrallehre bei den Babyloniern“ +(Heidelberg 1911); A. Rel. 15, 217 ff. + +[1785] „Geschichte des Altertums“ (Stuttgart 1909), 1 (2). + +[1786] „Sphaera“ (Leipzig 1903); „Die Erforschung der antiken +Astrologie“ (Leipzig 1908; Neue Jahrbücher 1, 103); „Die Lebensalter“ +(Leipzig 1913). + +[1787] Nicht schon gegen 3800, wie eine späte Tradition angibt +(~Hommel~, „Geschichte des alten Morgenlandes“, Leipzig 1912, 48). + +[1788] ~Kugler~, „Bannkreis“, Vorr. 1 ff.; 117. + +[1789] ~Prinz~, „Altorientalische Symbolik“ (Berlin 1915), 84. + +[1790] ~Kugler~, „Bannkreis“, 92. + +[1791] ~Kugler~, ebd., Vorr. 1 ff.; 117. + +[1792] ~Deussen~ 2 (2), 36, 46; ~Cumont~, „Les religions orientales +dans le paganisme romain“ (Paris 1909), 366; ~Jeremias~ 80. + +[1793] ~Boll~, „Erf.“ 1, 113. + +[1794] ~Jeremias~, Ro. 4, 1434 ff., nach ~Weidner~; ~Hommel~ 44, 71, +mit der Einschränkung, daß angebliche Abbildungen erst um 1200 oder 900 +vorkommen (103, 128). + +[1795] ~Kugler~ 61; den Schatten erwähnt u. a. ~Plinius~, lib. 2, cap. +8. + +[1796] ~Kugler~ 57, 118. Daß Sonne, Mond und Venus schon damals auch +„Regenten des Tierkreises“ gewesen seien (~Jeremias~ 257), folgt +hieraus nicht. -- ~Samas~ wird eigentlich ~Šamaš~ = ~Schamasch~ +geschrieben, und das Nämliche gilt für ~Sin~ und ~Istar~; nur aus +typographischen Gründen wurde dieser Laut hier durch einfaches S oder s +wiedergegeben. + +[1797] ~Jeremias~ 105. + +[1798] ~Kugler~ 152. + +[1799] ~Prinz~ a. a. O. + +[1800] ~Kugler~ 157; Fig. 7; Fig. 4a, 5, 6; ~Prinz~ a. a. O. 74 ff., +117. + +[1801] ~Kugler~ 151; Fig. 4a, 5, 6; ~Scheftelowitz~, A. Rel. 15, 462, +473. + +[1802] ~Kugler~ 61, 152, 155; Fig. 4a, 5, 6; Fig. 3, 7; Fig. 2. + +[1803] ~Kugler~ 132. + +[1804] ~Kugler~ 133; eine nachträgliche Verschmelzung der Istar +(Astarte) mit der Gottheit des seit altersher verehrten Venussternes, +an die ~Baudissin~ denkt (A. Rel. 16, 420), ist daher wenig +wahrscheinlich. + +[1805] ~Jeremias~ 78 ff., u. Ro. 4, 1434 ff. + +[1806] ~Jeremias~ 231; 26, 229. + +[1807] ebd. 299; 30. + +[1808] ebd. 94; 78, 253; ~Bouché-Leclercq~, „L’astrologie grecque“ +(Paris 1899), 41, 45. + +[1809] ~Rehm~, PW. 8, 1250 ff.; vgl. ~Lenormant~, „Die Anfänge der +Kultur“ (Jena 1875) 134 und „Die Magie u. Wahrsagekunst der Chaldäer“ +(Jena 1878) 117 ff.; ~Schrader~, „Höllenfahrt der Istar“ (Gießen 1874), +146 und Ro. 1, 649. + +[1810] ~Kugler~, Vorr. 6 ff.; 88; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 525 ff.; +~Boll~, M. G. M. 16, 54. + +[1811] ~Jeremias~ 163, 168; 80 ff. + +[1812] ebd. 100, 101, 148. + +[1813] ebd. 28. + +[1814] ~Schwartz~, PW. 3, 314; ~Jeremias~ 26. + +[1815] ~Jeremias~ 134, 78. + +[1816] ebd. 180, 250, 343; 137. + +[1817] ~Chwolsohn~, „Die Ssabier und der Ssabismus“ (Petersburg 1856); +2, 605 ff., 450 ff.; ~Jeremias~ 268. + +[1818] ~Jeremias~ 19, 103. + +[1819] ~Lenormant~, „Mag.“ 152, 415. + +[1820] ~Bezold~ 57. + +[1821] ~Kugler~ 105; ~Bezold~ 23; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 424 ff., +525 ff. + +[1822] ~Ed. Meyer~ a. a. O.; ~Kugler~ 110. + +[1823] ~Bezold~ 23. + +[1824] ~Hommel~ 128. + +[1825] ~Ed. Meyer~ a. a. O.; ~Bezold~ 22. + +[1826] ~Ed. Meyer~ a. a. O.; ~Kugler~ 110 ff.; ~Boll~, M. G. M. 16, 54. + +[1827] ~Ed. Meyer~ a. a. O. und betreff Venus 531; ~Kugler~ 66, 72. + +[1828] ~Kugler~ 53, 90, 94. + +[1829] ~Kugler~ 124. + +[1830] ~Kugler~ 103, 112; ~Bezold~ 40, 55, und A. Rel. 15, 217 ff. +Nach ~Boll~ („Sphaera“ 563) setzt noch ein arabischer Bearbeiter des +Pseudo-Hippokrates Saturn = Sonne. + +[1831] ~Lenormant~, „Anf.“ 125, „Mag.“ 19, 139, 300; uralt, wie +~Jeremias~ annimmt (83 und Ro. 4, 1434 ff.), sind sie nicht. + +[1832] ~Boll~, „Sphaera“ 313, 376; 316. + +[1833] ebd. 281; ~Bouché-Leclercq~ 93 ff. + +[1834] ~Jeremias~ 79, 278 ff.; 84, 95; bei Ro. a. a. O. + +[1835] ~Jeremias~ 83, 88, 90, 278 ff.; bei Ro. a. a. O. + +[1836] ~Kugler~ 125; ~Bezold~ 46. + +[1837] ~Jeremias~ 17, 83, 225, 276 ff.; ~Lenormant~, „Anf.“ 134. + +[1838] ~Bezold~ 5, 7. + +[1839] ebd. 21. + +[1840] ~Ed. Meyer~ a. a. O. + +[1841] ~Bezold~ 44. + +[1842] ~Kugler~ 102, 105, 116; ~Bezold~ 46 ff.; auch die Farben der +Fixsterne wurden beachtet (~Kugler~ 103). + +[1843] ~Nöldeke~, A. Rel. 7, 344; ~Boll~, PW. 7, 2547 ff.; +~Bouché-Leclercq~ 41, 45; ~Roscher~, „Enneadische Studien“ (Leipzig +1907) 148. + +[1844] ~Boll~, „Lebensalter“ (Leipzig 1913), 25; M. G. M. 16, 54. + +[1845] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 369, 425, 523; ~Roscher~ a. a. O.; +~Bousset~, „Hauptprobleme der Gnosis“ (Göttingen 1907), 22, 54. + +[1846] ~Herodot~, lib. 2, cap. 109. + +[1847] ~Diodor~, lib. 2, cap. 29 ff. + +[1848] ~Strabon~, lib. 16, cap 1 (6). + +[1849] ~Vitruv~, lib. 9, cap. 2 (1) u. 6 (2). + +[1850] ~Plinius~, lib. 6, cap. 123. + +[1851] ~Ed. Meyer~ a. a. O.; ~Bousset~ a. a. O. + +[1852] ~Boll~, PW. 7, 2547 ff.; ~Bousset~ a. a. O. + +[1853] ~Boll~, „Erf.“ 115 ff. + +[1854] ~Roscher~, „Enn. Stud.“ 148. + +[1855] ~Kugler~ 152; Fig. 2. + +[1856] Vgl. ~Wundt~, „Volker-Psychologie“ (Leipzig 1909); 2 (3), 540 ff. + +[1857] Über 7, 9. 13 im mexikanischen Kalender s. ~Kugler~ 9, 147 und +~Roscher~, „Die enneadischen und hebdomadischen Fristen und Wochen der +älteren Griechen“ (Leipzig 1903), 79. + +[1858] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 822, 524. + +[1859] ~Hehn~, „Siebenzahl und Sabbat bei den Babyloniern und im alten +Testament“ (Leipzig 1907); ~Roscher~, „Enn. Stud.“, 148; ~Boll~, +„Lebensalter“ 24. + +[1860] ~Gellius~, lib. 3, cap. 10. + +[1861] ~Roscher~, „Enn. u. Hebd.“ 14 u. Ro. 4, 14 u. 69. + +[1862] ~Hehn~ a. a. O. + +[1863] ~Roscher~, „Enn. Stud.“ 148; ~Ed. Meyer~, Alt. 1 (2), 369, 425 +523; ~Boll~, PW. 7, 2547 ff. + +[1864] ~Delitzsch~ (Leipzig 1876). + +[1865] ~Schrader~ (Gießen 1874); vgl. ~Deussen~ 2 (2), 67. + +[1866] ~Delitzsch~ 125, 143. + +[1867] ~Schrader~ 111, 119. + +[1868] ~Schrader~ 11, 17; ~Lenormant~, „Anf.“ 58, 70; „Mag.“ 177. + +[1869] ~Jeremias~ 66. + +[1870] ebd. 149. + +[1871] ~Lenormant~, „Mag.“ 442; ~Bezold~ 54. + +[1872] ~Boll~, „Erf.“ 1, 103; oft werden aber nur 5 genannt. + +[1873] ~Boll~, „Lebensalter“ 21, 25, 30. + +[1874] Die 7 übereinander liegenden Himmel sind nicht gleichzusetzen +den 7 Abteilungen oder Zonen des Himmels. + +[1875] ~Jeremias~ 42, 227. + +[1876] ebd. 327. + +[1877] ~Jeremias~ 86 ff. + +[1878] ebd. 132, 175, 176. + +[1879] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 421, 444 ff. Nach ~Prinz~ setzten +die Sumerer ihre Götter ursprünglich in Bergen wohnend voraus; der +Tempelberg wurde dann allmählich zum mythologischen Götterberg, der aus +der Unterwelt zur Erde emporsteigt und bis in den Himmel hineinragt +(„Symbolik“ 84 ff.). + +[1880] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 489, 495. + +[1881] ebd. 479, 509; ~Jeremias~ 45; so schon ~Lenormant~, „Mag.“ 403 +ff. + +[1882] ~Baumstark~, PW. 2, 2675 ff. + +[1883] ~Jeremias~ 132. + +[1884] ~Herodot~, lib. 1, cap. 98. + +[1885] I, II, V: ~Jeremias~ 45 u. Ro. 3, 54; III: ~Bouché-Leclercq~ +41; IV: ~Rawlinson~, bei ~Chwolsohn~ 2, 840; V: ~Faulmann~, +„Kulturgeschichte“ (Wien 1881), 385; VI: ~Jeremias~ 51; +~Weissbach~, PW. 5, 2156; ~Boll~, PW. 7, 2562; für die 5. Mauer ist +„sandarachfarben“ angegeben, was gelb oder rot bedeuten kann. + +[1886] „National-Literatur d. Völker d. Orients“, ed. ~Wollheim~ (Berl. +1873), 2, 447 ff. + +[1887] Nach ~Baumstark~ (PW. 2, 2675 ff.) nicht „Sphären“, sondern +Abteilungen. + +[1888] ~Schwartz~, PW. 3, 314. + +[1889] ~Semper~, „Der Stil in den technischen und tektonischen Künsten“ +(München 1860; 2. Aufl. 1878); 1, 332 u. 2, 123. ~Guareschi~, „Storia +della chimica“ (Turin 1905); Heft 5, 21 u. 88. + +[1890] Coll. I, 73 ff. + +[1891] Nicht Kupfer, wie ~Oppert~ glaubte (Coll. I, 219), sondern +Bronze mit 10,04% Zinn (Coll. I, 220). + +[1892] Coll. I, 222. + +[1893] ~Jeremias~ 87. + +[1894] ~Hommel~ 165, 168; ~Bouché-Leclercq~ 41, 73. + +[1895] ~Jeremias~ 84 ff. + +[1896] ebd. 238. + +[1897] ~Bouché-Leclercq~ 41. + +[1898] ~Boll~, PW. 7, 2547 ff.; ~Roscher~, Ro. 3, 2519 ff.; +~Dieterich~, „Eine Mithras-Liturgie“ (Leipzig 1903), 186. + +[1899] ~Jeremias~ 244; lasurblau sind aber oft auch Bart und Szepter +des Königs (ebd. 172, 177). + +[1900] ~Jeremias~ 163, 164. + +[1901] ~Bouché-Leclercq~ 477, 482. + +[1902] ~Boll~, PW. 7, 2547 ff. + +[1903] So auch ~Nöldeke~, bei ~Boll~, „Sphaera“ 341; ~Bezold~ 51. + +[1904] ~Nilsson~, A. Rel. 14, 437, 440. + +[1905] Tag der Vollendung, der Sühne, der Ruhe, ... Vgl. ~Beer~, PW. +1a, 1551 ff. + +[1906] ~Boll~, „Lebensalter“ 25, 26, 31; auch nicht in der Literatur +der Zaubersprüche u. dgl., die mindestens bis zum Jahre 2000 +zurückreicht (~Ed. Meyer~ a. a. O. 319). + +[1907] ~Cassius Dio~, lib. 37, cap. 17 ff. + +[1908] Dieser beruft sich auf eine apokryphe griechische Schrift mit +„persischen“ Autornamen, wie ~Zoroaster~, ~Hydaspes~ usf. + +[1909] Entgegen ~Hommel~ 43. + +[1910] So auch ~Chwolsohn~ 2, 173; ~Jeremias~ 164. Dies bestätigt auch +der arabische Schriftsteller ~Alchwarizmi~ (um 980): ~E. Wiedemann~, +„Beiträge zur Geschichte der Naturwissenschaften“ (Erlangen 1902 ff.), +47, 235. + +[1911] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 821. + +[1912] ~Meyer~, A. Rel. 17, 248. + +[1913] „Die Gathas des Avesta“, üb. ~Bartholomae~ (Stuttgart 1905). + +[1914] ~König~, A. Rel. 17, 38. + +[1915] ~Hommel~ 155, 171. + +[1916] ~Hommel~ 165, 168. + +[1917] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 3, 500. + +[1918] „Römische Geschichte“ (Berlin 1886), 5, 347. + +[1919] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 3, 123. + +[1920] ~Ed. Meyer~, ebd. 3, 124 ff., 532 ff.; ~Deussen~ 2 (2), 137. + +[1921] ~Ed. Meyer~, ebd. 3, 122 ff. + +[1922] ~Ed. Meyer~ a. a. O.; ~Deussen~ a. a. O.; ~Gray~, A. Rel. 7, 359 +ff. + +[1923] ~Bousset~, A. Rel. 4, 254 ff.; „Hauptprobleme der Gnosis“ +(Göttingen 1907), 225, 335, 376 ff. Schon unter den späteren +Achämeniden, z. B. ~Darius~, zeigt sich der persische Kalender völlig +abhängig von der Sternkunde Babylons (~Lehmann~, A. Rel. 17, 234). + +[1924] ~Lenormant~, „Mag.“ 217 ff., 403. + +[1925] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 3, 94. + +[1926] ebd. 3, 91. + +[1927] ~Bousset~ a. a. O. + +[1928] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 3, 541. + +[1929] ~Scheftelowitz~ hält „Magu“ für ein altassyrisches Lehnwort und +zieht dementsprechende Folgerungen (A. Rel. 17, 241). + +[1930] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 3, 124, 126. + +[1931] ~Lehmann~, A. Rel. 5, 216; ~Justi~, ebd. 6, 252; ~Dieterich~, +„Eine Mithras-Liturgie“ (Leipzig 1903), 189, 191. + +[1932] ~Bousset~ a. a. O. + +[1933] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 3, 172 ff.; ~Cumont~, „Les religions +orientales dans le paganisme romain“ (Paris 1909), 140, 283. + +[1934] ~Cumont~, „Rel.“ 49, 270 ff., 287. + +[1935] ~Deussen~ 2 (2), 136 ff.; ~Cumont~, „Rel.“ 280. + +[1936] ~Bousset~ a. a. O.; ~Cumont~, „Rel.“ 366. + +[1937] ~Bousset~ a. a. O.; ~Cumont~, „Rel.“ 187, 197, 263, 369, 391, +416. + +[1938] ~Bousset~, „Gnosis“ 41 ff.; ~Anz~, „Ursprung der Gnosis“ +(Leipzig 1897), 83; ~Lenormant~, „Mag.“ 18, 25 ff., 131. + +[1939] ~Cumont~, „Mysterien des Mithra“, üb. ~Gehrich~ (Leipzig 1903), +9 ff., 89 ff. + +[1940] ~Jeremias~ 109, 192, 247. + +[1941] ~Cumont~, „Rel.“ 140, 283. + +[1942] ~Sudhaus~, A. Rel. 9, 197 ff.; ~Kroll~, ebd. 8, Beiheft, 42. + +[1943] ~Jeremias~ 240; ~Lenormant~, „Mag.“ 72; von der späteren +Bezeichnung der beschwörenden Sprüche als „carmen“ kommt nach +~Lenormant~ das französische „charme“; s. ~Maigne d’Arnis~, „Lexicon +mediae Latinitatis“ (Paris 1890) unter „carminare“. + +[1944] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 3, 127. + +[1945] ~Boll~, „Sphaera“ 10. + +[1946] ~Herodot~, lib. 1, cap. 131. + +[1947] ~Cumont~ Ro. 2, 3044; ~Jeremias~ 202; ~Bousset~, „Gnosis“ 223 +ff.; ~Diels~, „Elem.“ 44 ff.: στοιχεῖον wird zuletzt zu einem Ausdruck +der Dämonologie (ebd. 57). + +[1948] Üb. ~Sachau~ (London 1879), 186 ff., 315 ff. + +[1949] ~Dieterich~ a. a. O. 55. + +[1950] ~Bousset~, A. Rel. 4, 247 u. „Gnosis“ 355, 376 ff.; ~Dieterich~ +a. a. O. 205, 207. + +[1951] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 3, 132 ff., 172 ff. + +[1952] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 17. + +[1953] ebd. 1, 102. + +[1954] ~Erman~, „Die ägyptische Religion“ (Berlin 1909), 97. + +[1955] ~A. Wiedemann~, A. Rel. 13, 351; ~R. M. Meyer~, ebd. 11, 327. + +[1956] ~Erman~ 10 ff.; 78; 14. + +[1957] ~Erman~ 13, 24. + +[1958] ~Erman~ 10 ff. + +[1959] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 74; ~Erman~ 8, 224. + +[1960] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 105; ~Erman~ 17. + +[1961] ~A. Wiedemann~, M. G. M. 16, 372. + +[1962] ~Erman~ 34, 172 ff., 174. + +[1963] ~Ed. Meyer~ 1 (2), 85; ~Roeder~, Ro. 4, 1191, 1201. + +[1964] ~Roeder~ a. a. O.; ~Erman~ 33, 176. + +[1965] ~Erman~ 266. + +[1966] ~Brugsch~, „Religion und Mythologie der alten Ägypter“ (Leipzig +1891), 168 ff. -- Vgl. zu allen diesen Punkten die eingehenden +Ausführungen in ~Prinz~’s „Symbolik“ (mit zahlreichen Abbildungen). +Sehr alt sind auch die Verbindungen von Sonne und Mond als Augen des +~Horus-Rê~ mit den beiden Schlangen, die das Haupt des Königs umwinden, +sowie mit der weißen und roten Krone der ~Nechbet~ und ~Buto~, der +Göttinnen Ober- und Unter-Ägyptens („Symbolik“ 41, 42). + +[1967] ebd. 91, 101, 111, 168; ~Roeder~, A. Rel. 15, 86. + +[1968] ~Nilsson~, A. Rel. 11, 530, 544. + +[1969] ~Nilsson~, A. Rel. 11, 545, 546. + +[1970] ~Cumont~, PW. 4, 2441; der Dea Syria nahe steht die griechische +~Aphrodite~, der die Taube heilig ist. + +[1971] ~Eisler~, A. Rel. 15, 3, 12. + +[1972] ~Eisler~, ebd. 14, 539. + +[1973] ~Nilsson~, A. Rel. 11, 540, 543; ~Schmidt~, „Die Gnosis“ (Jena +1907) 1, 326; ~Brugsch~ a. a. O. 106. + +[1974] ~Reitzenstein~, A. Rel. 8, 171; „Hellenistische +Wundererzählungen“ (Leipzig 1906), 106, 125. + +[1975] ~A. Wiedemann~, A. Rel. 7, 481; 13, 361; ~Roeder~, ebd. 15, 68 +ff.; ~Erman~ 114 ff. + +[1976] ~A. Wiedemann~, A. Rel. 7, 473. + +[1977] ~Ed. Meyer~ „Alt.“ 1 (2), 70, 97; ~Erman~ 21 ff. + +[1978] ~Erman~ 24, 38 ff. + +[1979] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 394; ~Erman~ 217. + +[1980] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 70, 97; ~Erman~ 21 ff. + +[1981] ~A. Wiedemann~, A. Rel. 17, 220. + +[1982] ~Erman~ 40, 110 ff., 131; ~Reitzenstein~, „Poimandres“ (Leipzig +1904), 368 ff. + +[1983] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 81, 115 ff.; ~Erman~ 41, 58. + +[1984] ~Maspero~, „Geschichte der Kunst Ägyptens“ (Stuttgart 1913), 170. + +[1985] ~Reitzenstein~, „Hellenistische Mysterien-Religionen“ (Leipzig +1910), 85; ~Erman~ 21, 38. + +[1986] ~Reitzenstein~ a. a. O. 52, 206. + +[1987] ~Bissing~, A. Rel. 8, Beiheft 24 ff.; ~Roeder~, A. Rel. 15, 79. + +[1988] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 431, 491; ~Jeremias~ 323, 338; +~Zimmern~, A. Rel. 2, 165. + +[1989] ~Schrader~ a. a. O. 19; ~Deussen~ 2 (2), 165. In der +altbabylonischen Religion sind Wasser und Kraut des Lebens ursprünglich ++allen+ großen Göttern eigen und fallen erst später (etwa gegen 2000) +dem ~Ea~ von Eridu zu, der aus einem ursprünglich südbabylonischen +Flußgotte zum besonderen Gotte der Tiefe und ihrer Gewässer wird +(~Prinz~, „Symbolik“ 105, 115, 133, 134, 137 ff., 141; 139). Beide +können aber auch von anderen Göttern und von Helden errungen werden, +wie denn z. B. der königliche Heros ~Gilgamesch~ schon zu Zeiten König +~Sargons~ als ihr Besitzer gilt (ebd. 102 ff., 105 ff., 114; ~Ed. +Meyer~, „Reich und Kultur der Chetiter“, Berlin 1914; 148.) + +[1990] ~Rohde~, „Psyche“ (Leipzig 1903); 2, 390. + +[1991] ~Hertz~, „Gesammelte Abhandlungen“ (Stuttgart 1905), 51; vgl. +~Friedlaender~, A. Rel. 13, 161, 197. + +[1992] ~Erman~ 146. + +[1993] ~Meyer~ 1 (2), 209, 225; ~Erman~ 21 ff. + +[1994] ~Erman~ 153. + +[1995] ~A. Wiedemann~, A. Rel. 13, 364 ff. + +[1996] ~Erman~ 110 ff.; ~Reitzenstein~, A. Rel. 8, 171; ~A. Wiedemann~, +A. Rel. 7, 473. + +[1997] ~Roeder~, A. Rel. 15, 84. + +[1998] ~Reitzenstein~ a. a. O.; „Hellenistische Wundererzählungen“ +(Leipzig 1906) 106, 125. + +[1999] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 81, 115 ff. + +[2000] ~Roeder~, A. Rel. 15, 79, 93; 16, 82 ff.; ~Erman~ 21, 38, 210, +234. + +[2001] ~Roeder~ a. a. O.; ~Erman~ a. a. O. + +[2002] ~Erman~ 64, 270. Schon aus dem 19. Jahrhundert v. Chr. ist +der Bericht eines Augenzeugen der dramatischen Vorführung des Mythus +erhalten (~Roeder~, PW. 9, 2128). + +[2003] ~Ovid~, „Metamorphosen“ lib. 9, Vers 693. + +[2004] ~Juvenal~, „Satiren“ lib. 3, Nr. 8, Vers 29. + +[2005] ~Roeder~, PW. 9, 2129 (εὐρήκαμεν, συγχαίρομεν); ~Burckhardt~, +„Das Zeitalter ~Constantin~ des Großen“ (Leipzig 1898), 208. + +[2006] ~Erman~ 28. + +[2007] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 85, 93, 98. + +[2008] ~Brugsch~, „Ägyptologie“ (Leipzig 1897), 97, 322, 336. + +[2009] ~Kugler~ 55. + +[2010] ~Boll~, „Sphaera“ 217. + +[2011] ~Erman~ 14, 182, 250; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 152. + +[2012] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 76 ff., 90, 152; ~Erman~ 167 ff. + +[2013] ~Erman~ 179; ~A. Wiedemann~, „Altägyptische Sagen und Märchen“ +(Leipzig 1906), 11, 120, 130. Vgl. das im katholischen Süddeutschland +noch jetzt übliche „Verschlucken der hl. ~Maria~“ (~Andree~, „Votive +und Weihgaben“, Braunschweig 1904, 21). + +[2014] ~Erman~ 181; ~Dieterich~, „Abraxas“ (Leipzig 1891), 41; +~Reinhard~, A. Med. 9, 323. + +[2015] ~Boll~, „Sphaera“ 372 ff.; ~Dieterich~, „Abraxas“ 43 ff.; +~Dieterich~, „Mithras“ 186; ~Cumont~, „Rel.“ 365; ~Otto~, „Priester und +Tempel im hellenistischen Ägypten“ (Leipzig 1905), 2, 225. + +[2016] ~Cumont~, „Rel.“ 254 ff. + +[2017] ~Reitzenstein~, „Poimandres“ 53. + +[2018] ebd. 75. + +[2019] ~Boll~, „Sphaera“ 372 ff. + +[2020] ~Riess~, PW. 2, 1812 ff. + +[2021] ~Boll~, „Erforschung der antiken Astrologie“ 106. + +[2022] ~Riess~, PW. 2, 1812 ff. + +[2023] ~Boll~ a. a. O.; ~Cumont~, „Rel.“ 242. + +[2024] ~Bouché-Leclercq~ 519, 564; 51, 292; 230. + +[2025] ~Otto~ a. a. O. 2, 217, 225. + +[2026] ~Boll~ a. a. O.; ~Boll~, „Sphaera“ 213, 374, 391; ~Kroll~, PW. +9, 803. + +[2027] ~Bouché-Leclercq~ 534. + +[2028] ~Israelson~, „Die Materia medica des Galenos“ (Dorpat 1894), 159. + +[2029] ~Reitzenstein~, „Poimandres“ 231. + +[2030] ~Otto~ 1, 171; 2, 187. + +[2031] ~Otto~ 1, 226. + +[2032] ~Spiegelberg~, M. G. M. 1, 178. + +[2033] ~Boll~, PW. 7, 2547 ff. + +[2034] ~Boll~, PW. 7, 2547 ff.; ~Boll~, „Lebensalter“ 25; +~Bouché-Leclercq~ 477 ff. + +[2035] ~Kugler~; ~Boll~, „Lebensalter“ 115 ff. u. PW. 7, 2547 ff. + +[2036] ~Jeremias~ 167 ff.; ~Boll~, „Lebensalter“ 25, 26, 31 u. PW. 7, +2547 ff. + +[2037] „Lehrbuch der Chronologie“ (Berlin 1831), 49, 340. + +[2038] ~Roscher~ u. ~Boll~, Ro. 3, 2537 ff.; ~Roscher~, „Enneaden und +Hebdomaden“ 30 ff.; ~Boll~, PW. 7, 2547 ff. + +[2039] ~Deussen~ 2 (1), 469. + +[2040] lib. 37, cap. 18; ~Lobeck~, „Aglaophamos“ (Königsberg 1829), 941 +ff. + +[2041] ~Boll~, PW. 7, 2547 ff. + +[2042] ~Roscher~ u. ~Boll~, Ro. 3, 2537 ff.; ~Boll~, PW. 7, 2547. +~Justinus~ spricht in der um 150 verfaßten „Apologie“ vom „Tag, den man +den Sonntag nennt“ (üb. ~Veil~, Stuttgart 1894; 43, 96), doch war der +Ausdruck schon zur Zeit des jüngeren ~Plinius~ bekannt („Epistolae“, +lib. 10, Nr. 96), ja vielleicht schon in apostolischer (~Veil~ 108); +„Tag des Helios“ ἡ τοῦ Ἥλιου für Sonntag, ἡ Κρονική (Kronostag) für +Samstag, ἡ πρὸς τῆς Κρονικῆς = ἡ Ἀφροδίτης für Freitag sind im 2. +Jahrhundert gebräuchlich; als „8. Wochentag“ findet sich ἡ κυριακὴ +ἡμέρα (= dies dominicus, Tag des Herrn) wohl schon in apostolischer +Periode (~Veil~ 112), s. auch des ~Justinus~ „Gespräch mit ~Tryphon~“ +(üb. ~Brunn~, Zürich 1844; 49). + +[2043] „Dies Saturni“: schon bei ~Tibull~. + +[2044] ~Friedlaender~, „Darstellungen aus der Sittengeschichte Roms“ +(Leipzig 1910); 1, 442. + +[2045] ~Bouché-Leclercq~ 318, 483 ff. + +[2046] ~Boll~, PW. 7, 2547 ff. + +[2047] Wortwitze ähnlicher Art, z. B. Σάμος -- ἄμμος (Samos -- +Sand), Δῆλος -- ἄδηλος (Delos -- unsichtbar), Ῥώμη -- ῥύμη (Rom -- +Gasse) finden sich in dem um 140 v. Chr. verfaßten 3. Buche der +„Sibyllinischen Orakel“ (~Kautzsch~, „Apokryphen und Pseudepigraphen +des alten Testamentes“, Tübingen 1900; 2, 192). Vgl. auch die schon bei +den Stoïkern bekannten Wortepiele Chronos -- Kronos, Ἥρα -- ἄηρ (Hera +-- Luft) u. dgl. (~Cumont~, „Rel.“ 410; ~Clemens Romanus~, „Homiliae“, +ed. ~Dressel~, Göttingen 1857, 133). + +[2048] ~Lobeck~ 574, 575; ~Bouché-Leclercq~ a. a. O. Über die +Eselsverehrung s. u. a. ~Tacitus~, ferner den „Octavius“ des ~Minucius +Felix~ (ed. ~Dombart~, Erlangen 1875; 16) und das „Apologeticum“ (cap. +16) des ~Tertullianus~ (165-216?). + +[2049] ~Boll~, „Erforschung“ 107 ff. + +[2050] ~Usener~, „Götternamen“ (Bonn 1896), 177. + +[2051] ~Riess~, PW. 2, 1812 ff.; ~Ed. Meyer~, „Der Papyrusfund von +Elephantine“ (Leipzig 1912), 127. + +[2052] ~Martini~, PW. 5, 549, 561. + +[2053] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 606 ff.; ~Nilsson~, A. Rel. 14, 423. + +[2054] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 535; ~Hultsch~, PW. 2, 1074 ff. + +[2055] lib. 2, cap. 109. + +[2056] ~Hultsch~, PW. 7, 1501. + +[2057] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 4, 203. + +[2058] ~Ed. Meyer~, „Papyrusfund“, a. a. O.; ~Nilsson~, A. Rel. 14, 423. + +[2059] ~Chwolsohn~, „Ssabier und Ssabismus“ (Petersburg 1856), 1, 755; +1, 751; 2, 111, 238, 298, 336, 703. + +[2060] ~Gruppe~, Ro. 3, 1146, 2263 ff. + +[2061] ~Riess~, PW. 2, 1812 ff.; vgl. ~Manilius~ „Astronomica“, ed. +~Breiter~ (Leipzig 1908); 2, Vorr. 5 ff. + +[2062] ~Riess~ a. a. O.; ~Meyer~ a. a. O. + +[2063] ~Berger~, „Geschichte der wissenschaftlichen Erdkunde der +Griechen“ (Leipzig 1903), 34. + +[2064] ebd. 5, 175 ff., 180, 197, 205. + +[2065] ebd. 176. + +[2066] ~Boll~, PW. 7, 2547. + +[2067] ~Burnet~ 309, 316 ff. + +[2068] ~Boll~ a. a. O. + +[2069] ~Boll~, „Erforschung“ 118 ff. + +[2070] ~Boll~, PW. 7, 2547. + +[2071] ~Hultsch~, PW. 2, 1856 ff. + +[2072] ~Boll~ a. a. O.; ~Hultsch~ a. a. O. + +[2073] ~Roscher~, „Enn. u. Hebdom.“ 71, 78; ~Roscher~ u. ~Boll~, Ro. 3, +2519 ff. + +[2074] ~Usener~, „Götternamen“ 288. + +[2075] ~Nilsson~, A. Rel. 14, 423; 15, 318; ~Wide~, A. Rel. 12, 227; +~Roscher~, A. Rel. 14, 572. + +[2076] ~Nilsson~, A. Rel. 15, 318. + +[2077] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 97 ff. + +[2078] ~Boll~, PW. 7, 2547 ff.; ~Nilsson~, A. Rel. 14, 447. + +[2079] ~Nilsson~, ebd. 443, 447; nach ~Usener~ (218, 220) deutet +„Iatros Apollon“ auf eine (allerdings nie vollständig gewordene) +Verschmelzung zweier ursprünglich selbständiger Gottheiten hin. + +[2080] ~Hippokrates~, üb. ~Fuchs~ (München 1895), 79, 90, 164 ff., 259, +299, 436; vgl. ~Gomperz~ 1, 234, 236. + +[2081] ~Riess~, PW. 2, 1812 ff.; ~Bouché-Leclercq~ 5, 20; ~Cumont~, +„Rel.“ 386, 389. + +[2082] ~Bousset~, A. Rel. 4, 250, 257; 255, 261. + +[2083] ~Riess~ a. a. O.; ~Roscher~ u. ~Boll~, Ro. 3, 2519 ff.; +~Dieterich~, „Abraxas“ 40 ff. + +[2084] ~Höfer~, Ro. 3, 3349; ~Pfeiffer~, „Sternglauben“ (Leipzig 1916) +109. + +[2085] ~Roscher~ u. ~Boll~, a. a. O.; ~Boll~, „Erforschung“ 118 ff. In +der Ilias (Ges. 22, V. 318) heißt Hesperos nur κάλλιστος = der Schönste. + +[2086] ~Roscher~ u. ~Boll~, Ro. 3, 2519 ff.; ~Ed. Meyer~, „Papyrusfund“ +127. + +[2087] ~Bouché-Leclercq~ 21. + +[2088] „Metaphysik“, lib. 12, cap. 8. + +[2089] ~Tümpel~, PW. 1, 2772; ~Rehm~, ebd. 8, 1250 ff.; ~Weizsäcker~, +Ro. 3, 2444 ff. + +[2090] ~Lippmann~, „Abhandl. u. Vorträge“ 2, 44 ff. + +[2091] ebd. 2, 56 ff. + +[2092] ebd. 2, 139. + +[2093] „Das Zeitalter ~Constantin~ des Großen“ (Leipzig 1898), 124. + +[2094] ~Mommsen~, „Römische Geschichte“ (Berlin 1886); 5, 455, 588. + +[2095] ~Friedlaender~ 2, 151. + +[2096] ~Mommsen~ 5, 617. + +[2097] ~Gregorovius~, „Kaiser Hadrian“ (Stuttgart 1884), 161. + +[2098] ~Harnack~, „Mission“ (Leipzig 1902), 385, 448; ~Mommsen~ 5, 576. + +[2099] ~Gregorovius~ a. a. O.; ~Friedlaender~ 2, 151. + +[2100] ~Mommsen~ 6, 571; ~Burckhardt~, „Constantin“ 133 ff. + +[2101] ~Burckhardt~ 158 ff. + +[2102] ~Usener~, „Götternamen“ 340. + +[2103] ~Usener~ 341; ~Burckhardt~, „Constantin“ 180 ff.; ~Erman~ 252; +~Unger~, „Quellen der byzantinischen Kunstgeschichte“ (Wien 1878), 19 +ff. + +[2104] ~Petersen~, A. Rel. 13, 65 ff.; auch ~Rufinus~ (lib. 2, cap. +23), ~Theodoret~ (lib. 5, cap. 28) und andere Kirchenschriftsteller +gedenken dieser Statue aus „verschiedenen Hölzern“ und „allen Metallen“ +(~Unger~ a. a. O.; ~Chwolsohn~ 2, 685). + +[2105] ~Ausfeld~, „Der griechische Alexander-Roman“, ed. ~Kroll~ +(Leipzig 1907), 126. + +[2106] ~Jeremias~ 16. + +[2107] ~Lehmann-Haupt~, Ro. 4, 338 ff.; ~Weitz~, ebd. 378, mit +Abbildungen; ~Sethe~, M. G. M. 15, 119; ~Abt~, A. Rel. 18, 267; ~Fahz~, +ebd. 15, 418. Betreff der Unsicherheit aller Deutungen vgl. ~Wünsch~, +A. Rel. 14, 579 und ~Otto~, A. Rel. 14, 580. Auch nach ~Prinz~ ist die +~Lehmann~’sche ganz unannehmbar, und ~Serapis~ sicher ägyptisch (= +~Osiris-Apis~). + +[2108] ~Reitzenstein~, „Zwei religionsgeschichtliche Fragen“ (Straßburg +1901); ~Dieterich~, „Mithras“ 80, 204. + +[2109] ~Burckhardt~, „Constantin“, 178. + +[2110] ~Harnack~, „Mission“ 459. + +[2111] ~Burckhardt~ a. a. O. + +[2112] ~Mommsen~ 5, 580, 586 ff., 590. + +[2113] ~Mommsen~ a. a. O.; ~Friedlaender~ 3, 295; ~Blümner~, +„Terminologie und Technologie“ (Leipzig 1884), 3, 81; ~Cumont~, „Rel.“ +405. + +[2114] ~Cumont~, „Alexandre d’Abonoteichos“ (Brüssel 1887). + +[2115] ~Cumont~, ebd. 5, 25; ~Gregovorius~, „Hadrian“ 368, 399. + +[2116] ~Bouché-Leclercq~ 569, 611. + +[2117] ~Haeser~, „Lehrbuch der Geschichte der Medizin“ (Jena 1875); 1, +431. + +[2118] ~Meyer~, „Geschichte der Botanik“ (Königsberg 1854 ff.); 1, 225 +ff., 269. + +[2119] ~Bouché-Leclercq~ 566, 598 ff.; ~Boll~, „Erforschung“ 105. + +[2120] ~Cantor~, „Vorlesungen über Geschichte der Mathematik“ (Leipzig +1907); 1, 443. + +[2121] ~Meyer~, „Botanik“ a. a. O. + +[2122] ~Bouché-Leclercq~ 589, 609. + +[2123] ~Mommsen~ 5, 489. + +[2124] ~Pietschmann~, PW. 1, 990; ~Mommsen~ 5, 494; ~Gregorovius~ +a. a. O. 165. + +[2125] ~Scheftelowitz~, A. Rel. 14, 41 ff.; vgl. ~Philo~, üb. ~Cohn~ +(Breslau 1909 ff.) 1, 227. + +[2126] ~Dieterich~, „Mithras“ 205; ~Reitzenstein~, „Poimandres“ 156 ff. + +[2127] ~Philo~, üb. ~Cohn~ 2, 16, 373; 1, 382. + +[2128] ~Soltau~, „Das Fortleben des Heidentumes in der altchristlichen +Kirche“ (Berlin 1906), 23, 85 ff.; 118, 141; ~Reitzenstein~, +„Poimandres“ 42, 114. + +[2129] ~Reitzenstein~, ebd. 75, 143, 163, 173, 181 ff., 279 ff., 288. + +[2130] ebd. 290, 143. + +[2131] ~Soltau~ a. a. O., Vorr. 11; 40, 85 ff., 87, 140, 160; +~Bousset~, A. Rel. 4, 268; ~Reitzenstein~ a. a. O. + +[2132] ~Deussen~ 2 (2), 303. + +[2133] ~Reitzenstein~, „Wundererzählungen“ 126; „Mysterien-Religionen“ +107. + +[2134] ~Plinius~, lib. 30, cap. 11; vgl. ~Ganschinietz~, PW. 9, 693. + +[2135] ~Harnack~, „Mission“ 93 ff.; 440, 489. + +[2136] ~Roscher~ u. ~Boll~, Ro. 3, 2519 ff. + +[2137] ~Bousset~, A. Rel. 4, 268. + +[2138] ~Zeller~ 1, 393. Dieses dem ~Philo~ wohlbekannte Gleichnis schob +man dem ~Philolaos~ unter! (~Nestle~, „Die Vorsokratiker“, Jena 1908; +161, 239.) + +[2139] ~Dieterich~, „Mithras“ 55, 58 ff., 79 ff., 156, 202 ff., 206. + +[2140] ~Reitzenstein~, „Zwei religionsgeschichtliche Fragen“; +~Dieterich~, a. a. O. 80, 204. + +[2141] ~Reitzenstein~, „Poimandres“ 259; ~Cumont~, „Rel.“ 254 ff., 264. + +[2142] ~Cumont~, ebd. 260 ff. + +[2143] ~E. Kroll~, „Die Lehre des Hermes Trismegistos“ (Münster 1914), +23 ff., 44, 49. + +[2144] ~Roscher~, A. Rel. 1, 56; ~Usener~ 347; ~Wernicke~, Ro. 3, 1382, +1468; ~Deubner~, Ro. 3, 2091. + +[2145] ~E. Kroll~ 177, 186, 193. + +[2146] ebd. 67 ff., 303. + +[2147] ebd. 178 ff. + +[2148] ebd. 244, 282; ~Dieterich~, „Mithras“ 58. + +[2149] ~E. Kroll~ 259, 278. + +[2150] ebd. 124 ff., 182 ff. + +[2151] ~E. Kroll~ 22. + +[2152] ebd. 7, 183. + +[2153] ~Gilbert~ 568 u. Register 735; vgl. ~Rohde~, „Psyche“. + +[2154] ~Gilbert~ 620; ~Goebel~ 250 ff. + +[2155] ~Gilbert~ 366. + +[2156] ~Rohde~, „Psyche“ 2, 258. + +[2157] ~Hippokrates~, üb. ~Fuchs~ 1, 442, 443. + +[2158] ~Windelband~ 84. + +[2159] ~Gilbert~ 348. + +[2160] ebd. 305 ff., 323, 629. + +[2161] ~Wellmann~, PW. 6, 338 ff., 344; ~Gilbert~ 389. + +[2162] ~Diels~, „Das physikalische System des ~Straton~“ (Berlin 1893), +11, 17. + +[2163] ~Reitzenstein~, „Mysterien-Religionen“ 139, 140; ~E. Kroll~ 286 +ff. + +[2164] ~E. Kroll~ 286 ff., 301. + +[2165] ~E. Kroll~ 266, 285, 301. + +[2166] ~Reitzenstein~, „Mysterien-Religionen“ 139; ~E. Kroll~ 75, 124, +135; ~Höfer~, Ro. 3, 2584. + +[2167] ~E. Kroll~ 124 ff., 182; 32, 125, 141; ~Eitrem~, PW. 8, 790 ff. + +[2168] ~Reitzenstein~, „Myst.-Rel.“ 44, 59. + +[2169] ebd. 140. + +[2170] ebd. 138. + +[2171] ebd. 180. + +[2172] ~Höfer~ a. a. O.; ~Dieterich~, „Mithras“ 116 ff.; ~E. Kroll~ 76; +~Jacoby~, A. Rel. 13, 550. + +[2173] ~Reitzenstein~ a. a. O. 153 ff.; ~Dieterich~, „Abraxas“ 172. In +der koptischen „Pistis Sophia“ = „Glaube und Weisheit“, verfaßt um 250 +n. Chr., heißt die hl. ~Maria~ oft einfach πνευματική (ed. ~Schmidt~, +Leipzig 1905; 191, 195, 196, 201, 203), und der hl. Geist sowie der +Geist ~Jesu~ ist „πνεῦμα“ (ebd. 242, 305, 311; 44 ff. und oft). + +[2174] ~Reitzenstein~, „Myst.-Rel.“ 43, 113, 119. + +[2175] ebd. 42, 45, 139; 153, 154; 124. + +[2176] ebd. 123, 139. + +[2177] ebd. 129, 133; ~Dieterich~, „Mithras“ 59, 78, 91 ff., 179. + +[2178] ~Bousset~, A. Rel. 4, 136 ff., 229 ff.; 18, 148. + +[2179] ~E. Kroll~ 273 ff., 344 ff., 364. + +[2180] ~Dieterich~, „Mithras“ 196 ff. + +[2181] ~Reitzenstein~, A. Rel. 8, 181 ff.; vgl. ~Dieterich~, „Mithras“ +194 ff., 203. + +[2182] ~Kautzsch~, „Apokryphen“ 2, 122; ~Asmus~, „Das Leben des +Philosophen ~Isidorus~“ (Leipzig 1911), 142, 172. + +[2183] ~Kautzsch~ a. a. O. 2, 352. + +[2184] ~Boll~, „Lebensalter“ 37. Nach ~Dieterich~ („Mithras“ 186 ff.) +wäre Persien, entgegen ~Bousset~ (A. Rel. 4, 237), nicht die Heimat +der „Himmelsreise“; ~Reitzenstein~ hält hingegen deren iranischen +Ursprung für zweifellos („Die Göttin ~Psyche~ in der hellenistischen +und frühchristlichen Litteratur“, Heidelberg 1917). + +[2185] ~Gilbert~ 229, 236, 685. + +[2186] ~Dieterich~, „Abraxas“ 44 ff., 72, 74, 82 ff., 129. + +[2187] ~Zeller~ 3 (2), 714 ff. + +[2188] ~Bousset~, A. Rel. 4, 166. + +[2189] ~Bousset~, A. Rel. 4, 157, 160. + +[2190] ebd. 161. + +[2191] ~Dieterich~, „Mithras“ 191. + +[2192] „Das slavische Henochbuch“, ed. ~Bonwetsch~ (Berlin 1896), 10 ff. + +[2193] ebd. 27, 28. + +[2194] ebd. 29. + +[2195] ~Bousset~ a. a. O.; ~Kautzsch~ a. a. O. + +[2196] ~Harnack~, „Ein jüdisch-christliches Psalmbuch aus dem 1. +Jahrhundert“ (Leipzig 1910), 67, 73. + +[2197] ~Bousset~, A. Rel. 4, 413, 151. + +[2198] ebd. 249. + +[2199] ~E. Kroll~ 184. + +[2200] ebd. 179, 185. Nach ~Reitzenstein~ (a. a. O.) liegen auch hier +spezifisch iranische Einflüsse zugrunde. + +[2201] ~Brugsch~, „Rel. u. Myth.“ 101; ~Keller~, „Die antike Tierwelt“ +(Leipzig 1909 ff.), 2, 315; 2, 33, 411. + +[2202] „Quaestiones naturales“ lib. 3, cap. 14. + +[2203] ed. ~Parthey~ (Berlin 1857), 264. + +[2204] ~Lepsius~, „Über die Götter der vier Elemente bei den Ägyptern“ +(Berlin 1856), 183, 197, 199, 209, 218 ff. + +[2205] ~Dieterich~, A. Rel. 8, 481; ~Prott~, ebd. 9, 92. + +[2206] ~Tümpel~, PW. 1, 2772; ~Jessen~, PW. 8, 714; ~Herrmann~, Ro. 1, +2314. + +[2207] ~Tümpel~, Ro. 2, 3025; ~Deubner~, Ro. 3, 2092. + +[2208] ~Gomperz~ 1, 68, 75 ff., 100, 430. + +[2209] ~Schwally~, A. Rel. 9, 173; vgl. ~Boehmer~, ebd. 10, 316 u. +~Gressmann~, ebd. 10, 364. + +[2210] ~Rapp~, Ro. 2, 1648 ff.; ~Kroll~, PW. 8, 817; ~E. Kroll~ 51 ff. + +[2211] ~Dieterich~, „Abraxas“ 79; ~E. Kroll~ 179, 185. + +[2212] ~Reitzenstein~, A. Rel. 7, 397 ff. + +[2213] ~Bousset~, „Gnosis“ 60, 75 ff. + +[2214] ~Schultz~, „Dokumente der Gnosis“ (Jena 1910), Vorr. 48, 51, 55; +39, 47, 49, 59 ff., 61, 63, 149, 189. + +[2215] ~Bousset~ a. a. O. 20, 167; 175; 182 ff.; 198; 204; ~Schultz~ +a. a. O. 60, 65, 70; 237. + +[2216] ~E. Kroll~ 137, 235 ff. + +[2217] ~Wessely~, „Ephesia Grammata“ (Wien 1886), 12; ~Dieterich~, +„Abraxas“ 31, 79; ~Fahz~, A. Rel. 7, 397 u. 15, 409. + +[2218] ~Herodot~ lib. 1, cap. 193; ~Ausfeld~, „Alexander-Roman“ 94, +185. ~Aristoteles~ stellt merkwürdigerweise die Tatsache in Abrede. + +[2219] ~Krause~, „Pyrgoteles“ (Leipzig 1856), 15, 45, 57, 69, 83; +~Nies~, PW. 1, 704, 2416; ~Rossbach~, PW. 7, 1108; ~Seidel~, M. G. M. +6, 259; ~Blümner~ 3, 257, 263. + +[2220] Üb. ~Fuchs~ 3, 464. + +[2221] ~Dieterich~, „Abraxas“ 60 ff.; ~Reitzenstein~, „Poimandres“ 70 +ff.; ~Diels~, „Elementum“. + +[2222] ~Dieterich~, „Abraxas“ 157, 171; ~Reitzenstein~, „Poimandres“ +259, 270 ff. + +[2223] ~Boll~, „Erforschung“ 107 ff. + +[2224] Eine bestimmte Definition von „chaldäisch“ läßt sich nicht +geben; sehr oft bezeichnet es nur die spätbabylonische Epoche im +Gegensatze zur altbabylonischen. + +[2225] ~Boll~ a. a. O.; ~Bouché-Leclercq~ 345, 583. + +[2226] ~Boll~ a. a. O. + +[2227] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 525 ff. + +[2228] ~Breiter~, in ~Manilius~ „Astronomica“ (Leipzig 1908); 2, Vorr. +5 ff. + +[2229] ~Riess~, PW. 2, 1812 ff. + +[2230] ~Wünsch~, PW. 9, 171 ff.; ~Gruppe~, Ro. 3, 1103 ff., 2250 ff.: +~Deubner~, Ro. 3, 2091. + +[2231] ~Boll~, „Sphaera“ 543 ff.; 170. + +[2232] Üb. ~Cohn~ 1, 59 ff., 346, 393. + +[2233] ebd. 1, 321; 1, 71. Vgl. ~Fahz~, A. Rel. 15, 420. + +[2234] ebd. 1, 382 ff. + +[2235] ebd. 1, 79; 2, 85. + +[2236] ~Riess~, PW. 2, 1812 ff.; ~Bouché-Leclercq~ 565. + +[2237] Brüssel 1898 ff. + +[2238] ~Boll~, „Erforschung“ 104. + +[2239] ~Bouché-Leclercq~ 89. + +[2240] ~Boll~, „Lebensalter“ 33, 40 ff. + +[2241] ~Boll~, „Sphaera“ 272; ~Bouché-Leclercq~ 102. + +[2242] ~Bouché-Leclercq~ 103, 182. + +[2243] ~Boll~, „Sphaera“ 76; ~Bouché-Leclercq~ 313 ff. + +[2244] ~Boll~, „Erforschung“ 107 ff.; ~Bouché-Leclercq~ 599 ff. S. die +alte Streitfrage, „ob die Gestirne Wetterveränderungen bewirken oder +nur anzeigen?“ (~Pfeiffer~, „Studien zum antiken Sternglauben“, Leipzig +1915.) + +[2245] ~Bouché-Leclercq~ 508 ff. + +[2246] ebd. 604. + +[2247] ~Burckhardt~, „Constantin“ 230 ff. + +[2248] ~Bouché-Leclercq~ 599 ff. + +[2249] ~Dieterich~, „Mithras“ 208. + +[2250] ~Valerius Maximus~, lib. 1, cap. 3 (verfaßt um 40 n. Chr.); +~Riess~, PW. 2, 1812 ff.; ~Breiter~ (~Manilius~-Ausgabe) 2, Vorr. 5 +ff.; ~Bouché-Leclercq~ 546. + +[2251] Ausführliche Angaben: ~Bouché-Leclercq~ 543 ff.; ~Harder~, +„Astrognostische Bemerkungen zu den römischen Dichtern“ (Berlin 1893), +mit mehreren hundert Belegstellen. + +[2252] ~Friedlaender~ 1, 367 ff. + +[2253] ~Boll~, „Sphaera“ 237, 238; 228. + +[2254] ~Breiter~ a. a. O. + +[2255] ~Suetons~ Biographie, cap. 94. + +[2256] „Astronomica“, ed. ~Breiter~ (Leipzig 1908) 2, Vorr. 5 ff.; alle +widersprechenden Stellen sind interpoliert. + +[2257] ebd. 1, 120; 2, 145. + +[2258] ebd. 1, 2; vgl. 2, 3. + +[2259] ebd. 1, 9, 46, 64, 66, 99, 106, 117, 123; vgl. 2, 9, 58, 78, 82, +120, 126, 142, 146. + +[2260] ebd. 1, 74; 2, 88. + +[2261] ebd. 1, 22, 27; 2, 24, 33. + +[2262] ebd. 1, 57, 35; 2, 67 ff., 46. + +[2263] ebd. 1, 29, 6; 2, 37, 6. + +[2264] ebd. 1, 59; 2, 77. + +[2265] ebd. 1, 37, 47, 56; 2, 49, 58, 67. + +[2266] ebd. 2, 49. + +[2267] ~Tacitus~, „Historien“, lib. 1, cap. 22. + +[2268] ~Friedlaender~ 1, 637 ff.; 1, 133; 4, 176; ~Cumont~, „Rel.“ 236, +292; ~Riess~, PW. 2, 1812 ff.; ~Roscher~ u. ~Boll~, Ro. 3, 2519 ff. + +[2269] ~Tacitus~, „Annalen“, lib. 16, cap. 14. + +[2270] ~Aulus Gellius~, lib. 3, cap. 10; lib. 14, cap. 1. + +[2271] ~Artemidoros~, lib. 2, cap. 36. + +[2272] ~Salmasius~, „De annis climactericis et antiqua astrologia +diatribae“ (Leiden 1648), 795; das Buch zählt an 900 Seiten ohne einen +einzigen Absatz! + +[2273] ~Domaszewski~, A. Rel. 14, 313. + +[2274] ~Burckhardt~, „Constantin“ 224 ff. + +[2275] ~Eisler~, A. Rel. 11, 151. + +[2276] ~Domaszewski~, A. Rel. 11, 223; ~Cumont~, „Rel.“ 244, 394. + +[2277] ~Gregorovius~, „Hadrian“ 162; ~Cassius Dio~, lib. 75, cap. 13. + +[2278] ~Wissowa~, Ro. 3, 1887; ~Friedlaender~ 4, 169. + +[2279] ~Petronius~, cap. 30, 35, 39; ~Friedlaender~ 2, 46. + +[2280] ~Burckhardt~ a. a. O. 224 ff.; ~Lucius~, „Die Anfänge des +Heiligenkultes“ (Tübingen 1904), 108 ff. + +[2281] ~Lucius~ a. a. O. 109. + +[2282] ~Gregorovius~, „Hadrian“ 92. + +[2283] ~Friedlaender~ 1, 514 ff.; 1, 361, 365 ff.; ~Cumont~, „Rel.“ 389. + +[2284] ~Riess~, PW. 2, 1812 ff.; ~Bouché-Leclercq~ 566. -- Siehe weiter +unten. + +[2285] ~Riess~ a. a. O.; ~Lucius~ a. a. O. 109, 113. + +[2286] „Mathesis“, ed. ~Kroll~, ~Skutsch~, ~Ziegler~ (Leipzig 1907 ff.). + +[2287] „Mathesis“ 1, 91, 265, 271; 2, 293, 284. + +[2288] ebd. 1, 91. + +[2289] ebd. 1, 196, 238; 2, 203, 287, 361. + +[2290] ~Boll~, PW. 6, 2365; ~Cumont~, PW. Suppl. 1, 87. + +[2291] „Mathesis“ 1, 264, 271; 2, 284, 360. + +[2292] ebd. 1, 85 ff.; ~Boll~, „Sphaera“ 396 ff.; ~Friedlaender~ 1, 514 +ff. + +[2293] ~Boll~, a a. O. 397, 401. + +[2294] ~Burckhardt~, „Constantin“ 446; ~Richter~, „Quellen der +byzantinischen Kunstgeschichte“ (Wien 1897), 256. + +[2295] ~Richter~, ebd. 12, 118; 40, 68. + +[2296] ebd. 13. + +[2297] ~Lucius~ a. a. O. 120 ff., 394 ff. + +[2298] ~Harnack~, „Mission“ 221. + +[2299] ~Bouché-Leclercq~ 611. + +[2300] ~Seeck~, PW. 3, 2477. + +[2301] „Origines“, ed. ~Lindemann~ (Leipzig 1832), lib. 3, cap. 26 u. +24; lib. 8, cap. 9; lib. 3, cap. 69. + +[2302] ebd. lib. 1, cap. 20 ff. + +[2303] ebd. lib. 5, cap. 30 u. 32; die griechischen und lateinischen +Namen stehen lib. 3, cap. 69. + +[2304] ebd. lib. 4, cap. 13. + +[2305] „De natura rerum“, ed. ~Becker~ (Berlin 1857), 45. + +[2306] Vgl. ebd. 9 ff., 28 ff., 39, 44 ff., 51 ff. + +[2307] ebd. 45. + +[2308] ~Bousset~, A. Rel. 4, 237; ~Riess~, PW. 2, 1812 ff. + +[2309] ~Cumont~, „Mithras“ 89 ff.; ~Reitzenstein~, „Poimandres“ 259, +270 ff. + +[2310] ~Reitzenstein~, ebd. 16. + +[2311] ~Philo~, üb. ~Cohn~ 1, 327. + +[2312] ~Boll~, „Sphaera“ 131, 233. + +[2313] ~Boll~, „Sphaera“ 76; ~Bouché-Leclercq~ 313 ff. + +[2314] ~Burckhardt~, „Constantin“ 230 ff. + +[2315] ~Roscher~ u. ~Boll~, Ro. 3, 2519 ff.; die Listen (ebd. 2533 +ff.) stammen aus sehr verschiedenen Zeiten und gehen inhaltlich weit +auseinander. ~Ziegler~, A. Rel. 13, 260. + +[2316] ~Mau~, PW. 9, 649; ~Kroll~, PW. 9, 650. + +[2317] „De Mysteriis liber“, ed. ~Parthey~ (Berlin 1857), 137, 164; +195; 217, 55. + +[2318] ~Reitzenstein~, „Poimandres“ 259, 270 ff. + +[2319] ~Boll~, „Sphaera“ 513; ~Bouché-Leclercq~ 41, 313 ff. + +[2320] ~Zielinski~, A. Rel. 8, 322, 337; ~Bouché-Leclercq~ 317 ff. + +[2321] Coll. I, 80. + +[2322] ~A. Wiedemann~, „Altägyptische Sagen und Märchen“ (Leipzig +1906), setzt sie um 1350 v. Chr. (125, 128). + +[2323] ~A. Wiedemann~ a. a. O.; ~Reitzenstein~; A. Rel. 8, 181 ff. + +[2324] ~Brugsch~, „Ägyptologie“ (Leipzig 1897), 83. + +[2325] ~Brugsch~, „Religion u. Mythologie ...“ (Leipzig 1891), 508; +276, 277. + +[2326] Coll. I, 96. + +[2327] ~Bousset~, A. Rel. 4, 241. + +[2328] ~Jeremias~ 86 ff. + +[2329] ~Daniel~ 5, 4; s. ~Deussen~ 2 (2), 171. + +[2330] ~Baruch~ 6 (3), 10; s. ~Kautzsch~, „Apokryphen“ 2, 403. + +[2331] ~Unger~, „Quellen der byzantinischen Kunstgeschichte“ (Wien +1878), 26. + +[2332] ~Chwolsohn~ 2, 659, 470. + +[2333] ~Friedlaender~ 4, 169. + +[2334] ~Philostratos~, lib. 3, cap. 41. + +[2335] ~Bousset~, A. Rel. 4, 237 ff.; ~Roscher~ u. ~Boll~, Ro. 3, 2519 +ff. + +[2336] ~Beckmann~, „Beiträge zur Geschichte der Erfindungen“ (Leipzig +1786 ff.); 3, 356. + +[2337] ~Aldimeschqi~, üb. ~Mehren~ (Kopenhagen 1874), 227, 317. + +[2338] ~Lenormant~, „Magie“ 217 ff., 403. + +[2339] Üb. ~Rosenzweig~ (Wien 1824), 187, 454. + +[2340] Üb. ~Greve~ (Leipzig 1908) 3, 379; über die Farben der 7 in den +7 Sphären kreisenden Planeten, über Seide in den 7 Farben u. dgl. s. +ebd. 5, 297 u. 7, 86; 5, 219; 10, 304. + +[2341] ~Berthelot~, „Arch.“ 253 (nach ~Carra De Vaux~). + +[2342] ~Bouché-Leclercq~ 313 ff. + +[2343] ~Salmasius~, „De annis clim.“ 619 ff.; mit griechischen und +lateinischen Worten bezeichnet er die 7 Planeten als μέλανα (nigrum), +λαμπρόν (candidum), κιρῥόν (rubrum), διαυγῆ (lucidum), πόικιλον +(varium), ὠχρόν (luteum), ἀερώθη (aerinum). + +[2344] ~Berthelot~, Mâ. 2, 312. + +[2345] Üb. ~Dieterich~ (Berlin 1858 ff.) 5, 115. -- Mit dieser +Aufstellung stimmt auch die des arabischen Enzyklopädisten ~Alqazwînî~ +(gest. 1223) überein (~Ruska~, „Das Steinbuch aus der Kosmographie des +~Alqazwînî~“; Heidelberg 1896, 5). + +[2346] ~Ruska~, „Steinbuch des ~Aristoteles~“ (Heidelberg 1912), 50; +„Die Mineralien in der arabischen Litteratur“, „Isis“ 1913, 347. + +[2347] ~Jeremias~ 84 ff. + +[2348] ebd. + +[2349] ~Salmasius~ a. a. O. + +[2350] ~Reitzenstein~, „Poimandres“ 72. Die (phrygischen) Naassener +heißen so nach dem Engel ~Nahas~ (~Schultz~, „Dokumente der Gnosis“, +Jena 1910; 35). + +[2351] Vgl. ~Lobeck~ 841, 911 (nach ~Pseudo-Apulejus~) + +[2352] Κρόνος -- ὄνος; s. auch ~Salmasius~ 754. + +[2353] Naturgeschichtlicher Name: aquila chrysaëtos, Goldadler. + +[2354] ~Kelsos~, „Das wahre Wort“, ed. ~Keim~ (Zürich 1873), 86 ff. + +[2355] lib. 2, cap. 16, 20. + +[2356] „Traumbuch“, lib. 2, cap. 36. + +[2357] „Mathesis“ 1, 152. + +[2358] ebd. 1, 6, 16, 35, 90. + +[2359] ~Berthelot~, „Coll.“ I, 78; „Or.“ 49. + +[2360] Üb. ~Dieterici~ (Berlin 1861 ff.), 5, 114 ff.; 8, 196 ff. + +[2361] ~Ruska~ a. a. O.; s o noch in dem berühmten „Lapidario“ des +Königs ~Alfonso~. + +[2362] „Causa causarum“, üb. ~Kayser~ (Leipzig 1893), 271 ff. + +[2363] ebd. 260, 285; 266 ff. + +[2364] ~Chwolsohn~ 2, 443, 439 ff.; 2, 455, 485. + +[2365] Ganz unhaltbar ist die Voraussetzung ~Volhards~, es handle sich +um eine Art Rangordnung nach Adel und Verwendbarkeit („Zur Geschichte +der Metalle“, Leipzig 1897; 18). + +[2366] In der mir bekannten Litteratur entsinne ich mich keines +Hinweises auf sie. + +[2367] ~Pausanias~, lib. 8, cap. 18. + +[2368] ~Roscher~ u. ~Boll~, Ro. 3, 2534; die Ersetzung des Elektrons +durch Quecksilber, die manche Handschriften aufweisen sollen, rührt aus +einer erst weit späteren Zeit her (s. unten). + +[2369] ~Richter~, „Quellen d. byzant. Kunstgesch.“ (Wien 1897), 40 ff., +53, 62. + +[2370] ~Reitzenstein~, „Poimandres“ 364. + +[2371] ~Keim~, „Das wahre Wort“ (Zürich 1873); vgl. ~Lobeck~ 934; +~Cumont~, „Mithras“ 105; ~Neumann~, PW. 3, 1885. + +[2372] ~Roscher~ u. ~Boll~, Ro. 3, 2534. + +[2373] ~Lobeck~ 936 ff.; ~Jeremias~ 86 ff.; ~Berthelot~, Coll. I, 77. +Vgl. überhaupt ~Berthelot~, Coll. I, 73 ff.; II, 24; III, 26; Or. 48. + +[2374] ~Lobeck~ 936 ff.; ~Berthelot~, Coll. I, 81. + +[2375] ~Berthelot~, Coll. I, 83 ff.; Intr. 294. + +[2376] ~Ruska~ a. a. O. 341. + +[2377] Üb. ~Kayser~ 248 ff. + +[2378] ~Chwolsohn~ 839, 842 ff.; ~Aldimeschqi~ a. a. O. 53 ff., 71; +die Lücke bei Merkur füllen einige Spätere durch Quecksilber oder +die chinesische Legierung Châr Sînî aus (~E. Wiedemann~, „Beiträge“, +Erlangen 1902 ff.; 2, 342; 24, 81). + +[2379] ~Jeremias~ 86 ff. + +[2380] ~Borrichius~, „De ortu et progressu chemiae“ (Kopenhagen 1668), +29, 368. + +[2381] ~Lobeck~ 934; ~Bouché-Leclercq~ 316 ff.; ~Bousset~, A. Rel. 4, +237. + +[2382] ~Salmasius~ a. a. O. 769; ~Lobeck~ 936 ff.; ~Bousset~ a. a. O. + +[2383] ~Roscher~ u. ~Boll~, Ro. 3, 2519 ff. + +[2384] ~Berthelot~, Coll. I, 79. ~Abu Maʿschar~ (verderbt ~Albumasar~) +starb über hundertjährig 886 n. Chr. (~Boll~, „Sphaera“ 413, 482); eine +lateinische Übersetzung seiner Werke gab ~Johannes Hispalensis~ um 1150 +heraus (ebd. 448, 484). Er ist übrigens in vieler Hinsicht ein bloßer +Plagiator (~Suter~, „Enz. des Islam“ 1, 106). + +[2385] S. weiter unten. + +[2386] ~Gray~, A. Rel. 7, 359 ff. + +[2387] ~Bousset~ a. a. O. 206 ff.; der Leib des ~Gayomard~ wird als +Makrokosmos angesehen. + +[2388] ~Brandt~, „Die mandäische Religion“ (Utrecht 1889), 60. + +[2389] Üb. ~Kayser~ 348, 351. + +[2390] ~Berthelot~, Coll. I, 85. + +[2391] ~Chwolsohn~ 1, 176; 2, 659 ff. + +[2392] ~Lobeck~ 934; ~Bouché-Leclercq~ 316 ff. + +[2393] ~Berthelot~, Coll. I, 77. + +[2394] ~Lobeck~ 896. + +[2395] lib. 5, cap. 87. + +[2396] ~Mayer~, Ro. 2, 1473 ff.; ~Salmasius~ a. a. O., Vorr. 64. +Bereits ~Ninib~, dem babylonischen Sterngotte des Planeten ~Saturn~, +dem „bleichen langsamen Alten“, wurden zwei himmlische „Domizile“ +eingeräumt, das erste im Sternbilde des männlichen „Wassermannes“ +mit besonderer Beziehung zur Sonne, das zweite in dem der weiblichen +„Fischziege“ (später = „Steinbock“) mit besonderer Beziehung zum Monde, +beide aber „naß und kalt“ (~Bouché-Leclercq~ 93 ff., 145, 187; 96; +~Boll~, „Sphaera“ 362). Bei ~Ptolemaios~ ist hingegen ~Saturn~ „kalt +und trocken“, weil weit entfernt von Sonne und Erde (~Bouché-Leclercq~ +145). -- Das abenteuerliche Mischwesen der Fischziege gehört +ursprünglich dem ~Ea~ zu, der aus einem südbabylonischen Flußgotte +allmählich zum Herrn der Tiefe und des Wassers der Tiefe wurde +(~Prinz~, „Symbolik“ 139). + +[2397] ~Bouché-Leclercq~ 284; s o in der Astrologie des ~Stephanos~ (7. +Jahrhundert) im Gegensatze zu ~Jupiter~ als ἀγαθοδαίμων. -- Auf einen +gütigen, wohlwollenden und leutseligen ~Jupiter~ geht das noch heute +gebräuchliche Adjektiv jovialisch oder jovial zurück. + +[2398] ~Dieterich~, „Abraxas“ 76; 82, 129, 77. Aus ~Wessely~, „Wiener +Akad. Denkschr.“ 36, 186. + +[2399] ebd. 77, 78; ~Bouché-Leclercq~ 316; ~Wünsch~, A. Rel. 12, 37 +ff., 45. Man kennt über 400 solcher Fluchtafeln aus den verschiedensten +Gegenden. + +[2400] ~Wünsch~ a. a. O. 12, 21, 26. + +[2401] Vgl. ~Salmasius~ 128 ff. + +[2402] ~Bouché-Leclercq~ 96. + +[2403] lib. 1, cap. 17. + +[2404] ~Friedlaender~ 4, 370. + +[2405] ~Jeremias~ 86 ff. + +[2406] ~Boll~, „Erforschung“ 1, 103; ~Roscher~ u. ~Boll~, Ro. 3, 2519 +ff. + +[2407] ~Bousset~, A. Rel. 4, 244; ~Kautzsch~, „Apokryphen“ 2, 232. + +[2408] ~Justi~, A. Rel. 6, 251; ~Deussen~ 2 (2), 143. + +[2409] ~Bousset~, A. Rel. 4, 244. + +[2410] ~Lobeck~ 791; ~Jeremias~ 203. + +[2411] ~Jeremias~ 112, 258; vgl. hebräisch Schiboleth = Ähre. + +[2412] ~Roscher~ u. ~Boll~ a. a. O.; ~Boll~, „Lebensalter“ 21, 25, 30. + +[2413] ~Salmasius~ 448 ff., 588; ~Lobeck~ 925 ff., 932 ff., 927. + +[2414] ~Boll~, „Lebensalter“ a. a. O. + +[2415] ~Roscher~ u. ~Boll~, Ro. 3, 2534 (nach ~Vettius Valens~). + +[2416] ~Kautzsch~, „Apokryphen“ 2, 217, 224, 230, 232. + +[2417] ebd. 2, 217. + +[2418] ebd. 2, 37. + +[2419] ebd. 2, 401; ~Appel~, A. Rel. 15, 254. + +[2420] ~Gunkel~, A. Rel. 1, 294. + +[2421] ~Kautzsch~ a. a. O. 2, 278 ff. + +[2422] ebd. 2, 286. + +[2423] ebd. 2, 249, 251. + +[2424] ebd. 2, 265. + +[2425] ebd. 2, 260. + +[2426] ebd. 2, 274. + +[2427] ~Bousset~, A. Rel. 4, 244. + +[2428] ~Kautzsch~ a. a. O. 1, 479. + +[2429] ~Kautzsch~ a. a. O. 1, 490, 498. + +[2430] ebd. 1, 495. + +[2431] ebd. 507. + +[2432] ~Hennecke~, „Neutestamentliche Apokryphen“ (Leipzig 1904), 336, +327, 334; 322. + +[2433] ebd. 241, 222. + +[2434] ~Harnack~, „Ein jüdisch-christliches Psalmbuch aus dem 1. +Jahrhundert“ (Leipzig 1910), 75, 103, 109. + +[2435] ebd. 53. + +[2436] ebd. 58. + +[2437] ebd. 33, 15 ff., 66. + +[2438] ebd. 40, 53, 63. + +[2439] ebd. 67, 73; 66, 62. + +[2440] ed. ~Keim~ 64. + +[2441] ebd. 84 ff., 86 ff. + +[2442] ~Kautzsch~ 2, 460, 466; 2, 520, 525. + +[2443] ebd. 2, 121; s. ~Hennecke~ a. a. O. 295. + +[2444] ~Kautzsch~ 2, 403, 407, 448. + +[2445] ebd. 2, 449 ff. + +[2446] ~Langen~, „Der Clemens-Roman“ (Gotha 1890), 68, 201. + +[2447] ~Soltau~, „Fortleben“ 243 ff. + +[2448] ~Krüger~, „Geschichte der altchristlichen Litteratur“ (Freiburg +1895), 235. + +[2449] ~Harnack~, „Dogmengeschichte“ (Tübingen 1905), 53. + +[2450] ~Heintze~, „Der Clemensroman und seine griechischen Quellen“ +(Leipzig 1914), 13. + +[2451] PW. 4, 16 ff. + +[2452] A. Rel. 18, 153. + +[2453] ebd. 162, 160. + +[2454] ed. ~Dressel~ 361. + +[2455] ebd. 401. + +[2456] ebd. 95, 158. + +[2457] ebd. 157 ff.; 95, 158. + +[2458] ebd. 6, 7. + +[2459] ~Schultz~, „Dokumente der Gnosis“ (Jena 1910), Vorr. 11, 38, 50. + +[2460] Vgl. ebd. 136 ff.; „Homiliae“, ed. ~Dressel~ 58, 60; über die +Nennung eines ~Faustus~ s. ebd. 260. + +[2461] ed. ~Dressel~ 65. + +[2462] ebd. 61, 62. + +[2463] Offenbar die warme menschliche Atemluft, in der die Seele +„sitzt“. + +[2464] Daß durch Druck Luft in Wasser und Wasser in feste Körper +übergehe, galt dem gesamten Altertume als feststehende Tatsache. + +[2465] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 97 ff., 108. + +[2466] ~Roscher~, Ro. 1, 2361 ff. + +[2467] Über Hermes psychopompos vgl. ~Höfer~, Ro. 3, 3256. + +[2468] Die Pflanze Ἡρμοῦ πόα, Herba mercurialis (Bingelkraut), trägt +diesen Namen wegen ihres angeblichen Einflusses auf den Zeugungstrieb; +s. ~Steuding~, Ro. 2, 2822. + +[2469] Auch im indischen „Rigvêda“ verleiht der Hirtengott ~Rudra~ +Reichtum, ist Handelsmann, Pflanzenkundiger, Arzt usf. (~Siecke~, A. +Rel. 1, 255). + +[2470] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 97 ff. + +[2471] ~Steuding~, Ro. 2, 2806. + +[2472] ~Horaz~, „Oden“, lib. 1, Nr. 10. + +[2473] ~Roscher~, Ro. 1, 2427. Schon auf einer Vase des Fürsten +~Gudea~ um 2340 v. Chr. führt der babylonische Heilgott ~Ningischzida~ +Stab und Schlange (~Pensuti~, M. G. M. 13, 380); von ihm gingen sie +vermutlich an ~Asklepios~ über, der den Geweihten die streng geheim zu +haltenden Lehren über die Heilkräfte mitteilt (~Boll~, M. G. M. 14, +353). -- Nach ~Prinz~ ist jedoch diese Vermutung irrtümlich, da nicht +der babylonische Heilgott in Frage kommt, sondern das ihm (aber auch +anderen Göttern) zugewiesene Fabeltier Schlangengreif (PW. 7, 1906 ff.). + +[2474] ~Eitrem~, PW. 8, 790 ff. + +[2475] ~Zielinski~, A. Rel. 9, 37. + +[2476] ~Eitrem~ a. a. O.; ~Soltau~, „Fortleben“ 151. + +[2477] ~Eitrem~ a. a. O. + +[2478] ~Steuding~, Ro. 2, 2822. + +[2479] ~Drexler~, Ro. 2, 1761; ~Reitzenstein~, „Poim.“ 117 ff. + +[2480] ~Pietschmann~, „Hermes Trismegistos“ (Leipzig 1875), 29 ff.; 3, +8. + +[2481] ebd. 12, 13, 15, 16, 20, 21, 25. + +[2482] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 5; ~Otto~ 1, 15. + +[2483] ~Dieterich~, „Abraxas“ 20, 62; 71; 70, 160, 195; ~Eitrem~ +a. a. O. -- Der Name ~Iao~’s, „des starken Gottes der Ordnung“, soll ++nicht+ semitisch sein (~Reitzenstein~, „Psyche“ 41, 59; 42). + +[2484] λόγος in ägyptischem Sinne = κόσμος (Kosmos) = σπέρμα θεοῦ +(Samen oder Schöpfung Gottes), ~Reitzenstein~ a. a. O. 42 ff., 61. + +[2485] ~Ammianus Marcellinus~, lib. 16, cap. 5; ~Apuleius~, „Apologie“, +cap. 64; ~Valerius Maximus~ (um 120 n. Chr.), lib. 2, cap. 9; +~Burckhardt~, „Constantin“ 245. + +[2486] ~Dieterich~ a. a. O. 64. + +[2487] Vgl. ~Lobeck~ 737. + +[2488] ~Brugsch~, „Rel. u. Myth.“ 446, 49, 124; ~Kopp~, „Beitr.“ 367. + +[2489] ~Kroll~, PW. 8, 792 ff.; ~Berthelot~, Coll. II, 156, 157, 175. + +[2490] ~Brugsch~ u. ~Kopp~ a. a. O. + +[2491] ~Pietschmann~ a. a. O. 35 ff. + +[2492] ~Reitzenstein~, „Wundererzählungen“ 127; ~Kroll~, PW. 8, 792 ff. + +[2493] ~Martial~, „Epigramme“, lib. 5, Nr. 24. + +[2494] Nach ~Reitzenstein~ hatte Hermes Trismegistos in Rom eine +Gemeinde, und galt, wie ~Usener~ zeigte, u. a. dem Kaiser ~Marc Aurel~ +als vorbildlicher Lehrer aller Frömmigkeit und Religion („Psyche“ 50). + +[2495] ~Wessely~, „A. Nat.“ 1, 469. + +[2496] ~Wessely~, ebd.; ~Dieterich~, „Abraxas“ 135, 31. + +[2497] ed. ~Dressel~ 341. + +[2498] ed. ~Schmidt~ 318. + +[2499] ebd. 14, 24 ff.; ~Bousset~ 60. + +[2500] ed. ~Schmidt~ 339, 344, 354. + +[2501] ~Berthelot~, Coll. II, 230; Mâ. I, 327. + +[2502] ~Berthelot~, Coll. II, 132; über Alter, Verbreitung und +Wichtigkeit solcher Triaden für Religion und Kult s. ~Soltau~, +„Fortleben“ 97, 109. + +[2503] ~Lactantius~, „Vom Zorne Gottes“, cap. 11; „Epitome“, cap. 24; +~Kopp~, „Beitr.“ 346, 367. + +[2504] „Origines“, ed. ~Lindemann~, lib. 5, cap. 11; lib. 8, cap. 11: +„Er gab zuerst den Ägyptern Gesetze!“ + +[2505] ~Berthelot~, Coll. II, 424. + +[2506] ~Kopp~ a. a. O.; ~E. Kroll~ 72 ff. + +[2507] ~Plinius~, lib. 30, cap. 1. + +[2508] ~Reitzenstein~, „Wundererzählungen“ 127; „Poim.“ 175, betreff +der Ssabier (über diese s. weiter unten). + +[2509] ~Pietschmann~ 34 ff. + +[2510] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 305. + +[2511] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 117 ff. + +[2512] ~Kroll~, PW. 8, 792 ff. + +[2513] ed. ~Parthey~ 261, 265, 289, zum Teil „unter seinem Namen +gehend“. + +[2514] ebd.; ~Chwolsohn~ 1, 768; ~Kroll~ a. a. O. + +[2515] ~Kroll~ a. a. O. + +[2516] ~Zeller~ 3 (2), 242 ff.; vgl. ~Windelband~ 310. + +[2517] +So+ auch nach ~Kroll~ a. a. O. + +[2518] Vgl. ~Mommsen~ 5, 570 ff. + +[2519] ~Zeller~ 3 (2), 253, 245, 263. + +[2520] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 2, 159. + +[2521] ebd. 196, 211; A. Rel. 15, 267. + +[2522] „Priester und Tempel ...“ (Leipzig 1905). + +[2523] ~Zielinski~, A. Rel. 8, 322; 9, 25. + +[2524] ~Kroll~, PW. 8, 792 ff. + +[2525] „Lehre des Hermes Trismegistos“ (Münster 1914). + +[2526] ~Otto~ 2, 210, 223, 234; 1, 209 ff.; ~Brugsch~, „Rel. u. Myth.“ +706. + +[2527] ~Kroll~ a. a. O. + +[2528] ~Otto~ 2, 218 ff. + +[2529] ~Kroll~ a. a. O.; ~E. Kroll~ 386 ff. + +[2530] ~Zielinski~ a. a. O.; ~E. Kroll~ a. a. O. Die Widersprüche +zwischen dem hohen, vorgeblich mythischen Alter der Schriften und +ihrer platonisierenden Ausdrucksweise wurden schon frühzeitig bemerkt +(~Eisler~, A. Rel. 15, 634). + +[2531] ~Kroll~ a. a. O. + +[2532] ~Baeumker~ 397 ff.; 392 ff., 401, 419; betreff des letzten +Punktes vgl. ~Reitzenstein~, „Poim.“ 54. + +[2533] ~Dieterich~, „Abraxas“ 132 ff.; ~E. Kroll~ a. a. O. + +[2534] ~Dieterich~ a. a. O. + +[2535] ~Dieterich~, „Abraxas“ 162. + +[2536] ~Kroll~ a. a. O.; ~E. Kroll~ a. a. O. + +[2537] ed. ~Fleischer~ (Leipzig 1870); ed. ~Bardenhewer~ (Bonn 1873). +~Carra de Vaux~ hält griechischen Ursprung für nicht ausgeschlossen +(„Enz. d. Islam“ 1, 245). Nach ~Reitzenstein~ sind zahlreiche +iranische und manichäische Züge unverkennbar, die aber jedenfalls auf +hellenistische Vorlagen zurückgehen („Psyche“ 51 ff., 55 ff., 63, 66). + +[2538] ~E. Kroll~ 390 ff. + +[2539] ~Zielinski~, A. Rel. 8, 340 u. 9, 27. Auch im „Hirten des +~Hermas~“ soll ~Hermas~ ein hermetisches Pseudonym sein (ebd. 8, 323). + +[2540] ebd. 8, 356. + +[2541] ebd. 8, 331. + +[2542] ~Kroll~, PW. 8, 792 ff. + +[2543] ~Zielinski~, A. Rel. 8, 368 u. 9, 27; ~Kroll~ a. a. O. + +[2544] ~Kroll~ a. a. O. + +[2545] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 8, 248; „Psyche“ 50. + +[2546] ~Cumont~, „Rel.“ 341, 185. Nach ~Reitzenstein~ empfingen diese +„Orakel“ ihre griechische metrische Gestalt etwa um 200 n. Chr. +(„Psyche“ 18). + +[2547] Betreff der noch wenig erforschten hermetischen und gnostischen +Schriften der Araber s. A. Rel. 15, 567. + +[2548] ~Kroll~ a. a. O. + +[2549] ~Bucher~, „Geschichte der technischen Künste“ (Stuttgart +1875/93); 1, 134. + +[2550] ~Reitzenstein~, „Zwei religionsgeschichtliche Fragen“ (Straßburg +1901); ~Zielinski~, A. Rel. 9, 30, 55; 32. + +[2551] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 46. + +[2552] ~Reitzenstein~, „Mysterien-Religionen“ 65. + +[2553] ~Kroll~ a. a. O. + +[2554] ~E. Kroll~ 53. + +[2555] ebd. 4, 136. + +[2556] ~E. Kroll~ 55 ff., 79. + +[2557] ebd. 137, 235 ff. + +[2558] ~Zielinski~, A. Rel. 8, 368; ~Eisler~ will ihre Urform auf 500 +v. Chr. zurückführen (A. Rel. 15, 634); ~Bousset~, A. Rel. 18, 165. + +[2559] ~Zielinski~, ebd. 8, 358. + +[2560] ~Kroll~, PW. 8, 792 ff.; ~Bousset~ a. a. O. 166. + +[2561] ~Zielinski~, A. Rel. 8, 363. + +[2562] ~Kroll~, PW. 8, 792 ff. + +[2563] ~Meyer~, „Geschichte der Botanik“ (Königsberg 1854 ff.); +2, 340 ff. Vgl. des spanischen Arabers ~Ibn Alauʿwam~, „Buch der +Landwirtschaft“ (12. Jahrhundert), üb. ~Clément-Mullet~ (Paris 1864); +1, Vorr. 23, 87. + +[2564] ~Zielinski~, A. Rel. 9, 27, 29. + +[2565] ~Dieterich~, A. Rel. 9, 41, 50 ff.; 47. + +[2566] ~Meyer~, „Gesch. d. Bot.“ 2, 277, 348, 351, 356. + +[2567] ~Bouché-Leclercq~ 507, 517 ff., 524, 533, 536; ~Boll~, „Sphaera“ +369; ~Sudhoff~, „A. Nat.“ 1, 469. + +[2568] Abgedruckt bei ~Ideler~, „Physici et medici graeci“ (Berlin +1841); 1, 387. + +[2569] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 291. + +[2570] ed. ~Puschmann~ (Wien 1878), 1, 557. + +[2571] ~Usener~, „Götternamen“ (Bonn 1896), 217, 344; 270. + +[2572] ~Wernicke~, PW. 1, 746; ~Wentzel~, PW. 1, 763; ~Mau~, PW. 4, +611; ~Roscher~, Ro. 1, 98; ~Höfer~, Ro. 2, 1410; ~Rohde~, „Psyche“ +1, 254, 242, 244; ~Usener~ a. a. O. 249. Über den Schlangenkult s. +~Visser~, „De Graecorum diis non referentibus speciem humanam“ (Leiden +1900), 135 ff. + +[2573] ~Keller~, „Die antike Tierwelt“ (Leipzig 1909); 2, 298, 278; +~Weniger~, A. Rel. 18, 95. + +[2574] ~Lenormant~, „Magie“ 469. + +[2575] ~A. Wiedemann~, A. Rel. 9, 485. + +[2576] ~Schmidt~, A. Rel. 13, 624. + +[2577] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 18, 30, 133; ~Kroll~, PW. 8, 801; +~Drexel~, Ro. 9, 244. + +[2578] ~Sethe~, PW. 3, 2349. + +[2579] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 140 ff. + +[2580] ~Zielinski~, A. Rel. 8, 353; E. ~Kroll~, 284, 319. + +[2581] ~Wernicke~, Ro. 3, 1382, 1468. + +[2582] ~Cumont~, PW. 7, 434; ~Otto~, PW. 7, 1162. + +[2583] ~Firmicus~ 1, 60, 64 u. 2, 368; 1, 65 u. 2, 263, 266; +~Bouché-Leclercq~ 284. Vgl. ~Salmasius~, „De annis climactericis“ 192. + +[2584] ~Manilius~ 1, 61; 2, 74. + +[2585] ~Sethe~, PW. 3, 2349; Abbildungen bei ~Drexler~, Ro. 2, 1259. + +[2586] ~Cumont~, „Alexandre d’Abonoteichos“ (Brüssel 1887), 3, 34 ff. + +[2587] ebd. 27. + +[2588] ~Bousset~, PW. 7, 1503 ff.; ~E. Kroll~ 227 ff. + +[2589] ~Harnack~, „Mission“ 93 ff.; Anrich, „Mysterienwesen“ (Göttingen +1894) 35 ff., 60 ff.; ~Soltau~, „Fortleben“ (Berlin 1906), 11; E. +~Kroll~ 359. + +[2590] ~Makrobios~, „Saturnalien“, lib. 3, cap. 14, 2. + +[2591] ~Anrich~ 35 ff., 60 ff. + +[2592] ~Zeller~ 3 (2), 782. + +[2593] ~Dieterich~, „Abraxas“ 126 ff. + +[2594] ~Anrich~ 42 ff.; über ~Linos~ und ~Musaios~ als Angehörige, +Lehrer oder Schüler des ~Orpheus~ s. ebd. 76. + +[2595] ~Dieterich~, „Abraxas“ 31; 148; 66, 132; ~Wellmann~, M. G. M. +11, 186. + +[2596] ~Harnack~, „Dogmen-Gesch.“ 55 ff.; ~Anrich~ 37. + +[2597] ~Anrich~ 42 ff., 71 ff., 76 ff., 166. + +[2598] ~Anrich~ 58, 66 ff.; ~Bousset~, PW. 7, 1503 ff. + +[2599] ~Anrich~ 66 ff., 71 ff. + +[2600] ebd. 137. + +[2601] ~Bousset~ a. a. O.; ~Soltau~, „Fortleben“ 11. + +[2602] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 318; vgl. „Mysterien-Religionen“ +(Leipzig 1910). + +[2603] ~Harnack~, „Dogmen-Gesch.“ 27; ~Cumont~, „Rel.“ 95, 281; +~Schultz~, „Dokumente der Gnosis“ (Jena 1910), Vorr. 10; ~Dieterich~, +„Abraxas“ 143. + +[2604] ~Dieterich~, „Abraxas“ 165; 137, 155. + +[2605] ~Wessely~, „Les plus anciens monuments du christianisme“ 183 +ff.; ~Dieterich~ a. a. O. 138. + +[2606] ~Dieterich~ ebd. 2. + +[2607] ebd. 149 ff.; ~Soltau~, „Fortleben“ 146 ff. + +[2608] ~Dieterich~, „Mithras“ 205 ff.; ~Soltau~ a. a. O. + +[2609] ~Dieterich~, „Abraxas“ 2, 151. + +[2610] ~Anrich~ 75 ff., 81; über den phrygischen Schlangenkult des +~Sabazios~ s. ebd. 76 ff. + +[2611] ~Harnack~, „Dogmen-Gesch.“ 55 ff.; ~Soltau~ 146 ff.; 148, 153. + +[2612] ~Boll~, „Lebensdauer“ 25; vgl. „Sphaera“; ~Bouché-Leclercq~ 607 +ff. + +[2613] ~Asmus~ in „~Damaskios~’ Leben des hl. ~Isidorus~“ (Leipzig +1911); orphisches 16, 75, 102, 148; chaldäisches 37, 75, 174; +ägyptisches 25, 60, 61, 75; ~Finnen~, A. Rel. 17, 515 ff. + +[2614] ~Anrich~ 81 ff. + +[2615] ~Soltau~ 146 ff., 151. + +[2616] ~Bousset~, „Gnosis“ 118 u. PW. 7, 1503 ff.; ~Windelband~ 316 +ff.; ~Soltau~ a. a. O. + +[2617] ~Anrich~ 76 ff. + +[2618] ~Dieterich~, „Abraxas“ 151; ~Soltau~ a. a. O. + +[2619] ~Bousset~, „Gnosis“ 313; ~Anrich~ 67; E. ~Kroll~ 373, 382 ff. + +[2620] ~Anrich~ 67; ~Reitzenstein~, „Poim.“ 158; ~E. Kroll~ 350 ff., +361. + +[2621] ~E. Kroll~ 350 ff., 356, 366. + +[2622] ~E. Kroll~ 214, 228, 367 ff. + +[2623] ~Dieterich~, A. Rel. 7, 279. + +[2624] ~Bousset~, PW. 7, 1503 ff.; ~E. Kroll~ 302 ff., 367 ff. + +[2625] ~Bousset~, „Gnosis“ 313, 321, 365; ~E. Kroll~ 302 ff., 367 ff. + +[2626] ~E. Kroll~ 367 ff., 363 ff., 365. + +[2627] ~E. Kroll~ 373, 563 ff.; vgl. ~Anrich~ 76 ff. + +[2628] ~Bousset~, „Gnosis“ a. a. O. u. PW. 7, 1503 ff. + +[2629] ~Anrich~ 76 ff.; ~Bousset~, „Gnosis“ 70, 315 ff.; ~Dieterich~, +„Mithras“ 121 ff., 126, 129; vgl. den apokryphen Bericht über die +„Taten des Thomas“, des indischen Apostels (~Schultz~ a. a. O. 217 ff.). + +[2630] ~Anrich~ 76 ff., 89, 95 ff.; ~Bousset~, „Gnosis“ 116, 130; 121. + +[2631] ~Anrich~ 89, 95 ff.; ~Otto~ 2, 258; ~Harnack~, „Mission“ 93 ff.; +„Dogmen-Gesch.“ 55. + +[2632] ~Anrich~ 96; ~Harnack~, „Mission“ 104. + +[2633] ~Usener~, „Götternamen“ 336; ~Harnack~ a. a. O. + +[2634] ~Anz~, „Ursprung der Gnosis“ (Leipzig 1897), 50. + +[2635] ~Zeller~ 3 (2), 774; 777 ff.; 749, 794, 863; 705; 780. + +[2636] ~Iamblichos~, ed. ~Parthey~ 178, 157, 238, 256 ff.; +~Reitzenstein~, „Mysterien-Religionen“ 36; ~Anrich~ 96. -- Ein +Verzeichnis solcher Namen s. bei ~Wessely~, „Ephesia Grammata“ (Wien +1886) 11, und eine Liste von 546 zugehörigen Worten ebd. 13 ff. + +[2637] „Pistis Sophia“, ed. ~Schmidt~ 234, 235. + +[2638] ~Dieterich~, „Mithras“ 39, 40. + +[2639] ~Burckhardt~, „Constantin“ 230 ff., 419. + +[2640] ~Wessely~, „Wiener Akad. Denkschr.“ 36, 184; ~Wünsch~, M. G. M. +11, 386. + +[2641] ~Dieterich~, „Mithras“ 40 ff., 209; ~Asmus~ a. a. O. 174 u. A. +Med. 7, 31. + +[2642] ~Anz~, „Ursprung der Gnosis“ (Leipzig 1897). + +[2643] ~Anz~ 59, 64 ff. + +[2644] ~Harnack~, „Dogmen-Gesch.“ 55 ff.; ~Bousset~, „Gnosis“ 115 u. +PW. 7, 1503 ff. + +[2645] ~Gothein~, A. Rel. 9, 416. + +[2646] ~Bousset~, „Gnosis“ 115. + +[2647] ~Schultz~ a. a. O. 97, 100. + +[2648] ~Zielinski~, A. Rel. 8, 331 ff., 365. + +[2649] ~Bousset~, „Gnosis“ 351 ff. u. PW. 7, 1503 ff.; ~Schultz~ 103; +~Fahz~, A. Rel. 15, 418. + +[2650] ~Bousset~, „Gnosis“ 9 ff., 26, 58 ff., 71 ff., 322, 335. + +[2651] ~Anz~ 56 ff.; ~Gothein~ a. a. O. + +[2652] Üb. ~Cohn~ 1, 63, 67 ff. + +[2653] ~Zeller~ 3 (2), 705. + +[2654] ~Bouché-Leclercq~ 114. + +[2655] ~Bousset~, „Gnosis“ 102, 166, 366 ff. u. A. Rel. 18, 134 ff.; +„Pistis Sophia“, ed. ~Schmidt~ 182 ff., 218 ff. + +[2656] ~Bousset~ a. a. O. 296, 301; „Pistis Sophia“ 189. + +[2657] ~Bousset~, „Gnosis“ 124 ff., 133 ff. + +[2658] ebd. 152 ff. + +[2659] ebd. 101. + +[2660] ~Dieterich~, „Abraxas“ 52, 83; ~E. Kroll~ 100 ff., 107. + +[2661] ~E. Kroll~ 305; 60, 63. + +[2662] ebd. 214, 228; 79 ff.; 206, 151. + +[2663] ~Zielinski~, A. Rel. 8, 331 ff., 365; vgl. ~Boll~, ebd. 13, 632. + +[2664] ~Bousset~, PW. 7, 1503 ff.; „Gnosis“ 86, 71; ~E. Kroll~ 206 ff. + +[2665] ~Anz~ 91 ff.; ~Bousset~, „Gnosis“ 68 ff. + +[2666] ~Bousset~, ebd. 57, 322; 61, 72; PW. 7, 1503 ff. + +[2667] ~Dieterich~, „Abraxas“ 106 ff.; ~Bousset~, „Gnosis“ 68 ff. + +[2668] ~Bousset~, „Gnosis“ 57, 322; PW. 7, 1503 ff.; ~E. Kroll~ 269, +297 ff.; ~Gothein~, A. Rel. 9, 416. + +[2669] Einen Weg der Seelen ἄνω καὶ κάτω kennt schon ~Heraklit~ +(~Zeller~ 1, 710). + +[2670] ~Anz~ 27, 32 ff., 55 ff.; 11, 13 ff.; ~Dieterich~, „Abraxas“ 106 +ff. + +[2671] ~Bousset~, PW. 7, 1503 ff.; dieser Zug hat sich in der so +schwierig zu deutenden Höllenfahrt ~Christi~ erhalten. + +[2672] ~Anz~ 36 ff., 46 ff., 55 ff., 85, 109, 111; ~Bousset~, „Gnosis“ +361 ff.; A. Rel. 4, 151. + +[2673] ~Hennecke~, „Neutestamentliche Apokryphen“ (Leipzig 1904) 43, 23. + +[2674] „Legenda aurea“, ed. ~Graesse~ (Breslau 1890), 321; Vermittler +der Tradition ist der „maximus philosophus ~Rabbi Moyse~“, d. i. +jedenfalls ~Moses Maimonides~ (1135-1204). + +[2675] ~Schultz~ 197 ff., 201. + +[2676] ~A. Wiedemann~, A. Rel. 8, 553. + +[2677] ~Horn~, „Geschichte der persischen Litteratur“ (Leipzig 1901), +139. + +[2678] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 260 ff., 269. + +[2679] Üb. ~Cohn~ 1, 71. + +[2680] Üb. ~Bähr~ (Stuttgart 1828); 3, 1207. + +[2681] ~Dieterich~, „Abraxas“ 22, 24, 47; ~Anz~ 8; ~Reitzenstein~, +„Poim.“ 263; ~Fahz~, A. Rel. 15, 420; ~Schultz~ 194 ff. -- Vgl. +~Plinius~, lib. 2, cap. 16 u. 20. + +[2682] „Ensalmar“ = impsalmare s. auch bei ~Maigne d’Arnis~, „Lexicon +mediae Latinitatis“ (Paris 1890, 801); ~Dieterich~, „Mithras“ 32 ff., +65; 28; ~Reitzenstein~, „Poim.“ 264. In der „Pistis Sophia“ wird so +auch ~Jesus~ angerufen! + +[2683] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 263, 266; ~Dieterich~, „Abraxas“ 195. + +[2684] ~Dieterich~, „Abraxas“ 185, 199; ~Preisendanz~, A. Rel. 15, 553. +Vgl. ~Haeberlin~, „Carmina figurata graeca“ (Hannover 1887). + +[2685] ~Plutarch~ a. a. O. 3, 2194. + +[2686] Über Zahlen-Aberglauben s. ~Salmasius~, „De annis climactericis“ +629 ff. + +[2687] ~Dieterich~, „Abraxas“ 46; ~Reitzenstein~, „Poim.“ 272; +~Deussen~ 2 (2), 309; ~Schultz~ 153 ff. + +[2688] ~Irenaeus~, üb. ~Klebba~ (München 1912), 1, 74. + +[2689] ~Puschmann~, „Geschichte der Medizin“ (Jena 1902 ff.), 1, 506, +509, 622. + +[2690] ~Pagel~, „Grundriß eines Systems der medizinischen +Kulturgeschichte“ (Berlin 1905), 29; ~Magnus~, „6 Jahrtausende im +Dienste des Aeskulap“ (Breslau 1905), 165 ff.; ~Hovorka-Kronfeld~, +„Vergleichende Volksmedizin“ (Stuttgart 1907), 325 ff. + +[2691] ~Dieterich~, „Abraxas“ 190; ~Schultz~ 45, 49, 167 ff., 172, 173. + +[2692] Abbildungen, die auch die Zahl 365 erkennen lassen, gibt +schon ~Salmasius~ a. a. O. 566 ff.; vgl. ~Bucher~, „Geschichte der +technischen Künste“ (Stuttgart 1875 ff.), 1, 321 ff. und Tafel I, Nr. +19 u. 20. -- Zur Litteratur der Abraxas-Gemmen s. ~Wessely~, „Ephesia +Grammata“ (Wien 1886), 11. + +[2693] ~Schultz~ 161; ~Keller~, „Die antike Tierwelt“ 2, 138. + +[2694] ~Jeremias~, Ro. 3, 579, 583, 592. + +[2695] ~Keller~ a. a. O. 2, 122. + +[2696] ~Lepsius~, „Über die Götter der vier Elemente bei den alten +Ägyptern“ (Berlin 1856), 201, 204 ff. + +[2697] ~Dieterich~, „Abraxas“ 126 ff.; ~Gomperz~ 1, 68, 75 ff., 100, +430. + +[2698] ~Schultz~, Vorr. 70; 113, 85, 115; ~Schmidt~, „Die Gnosis“ (Jena +1907), 1, 326. + +[2699] ~Dieterich~, „Abraxas“ 166, 203; ~Reitzenstein~, „Poim.“ 364; +~E. Kroll~ 49, 23 ff., 44. -- ~Roscher~, A. Rel. 1, 56; ~Wernicke~, Ro. +3, 1382, 1468. + +[2700] ~Schultz~ 149. + +[2701] ~Schultz~ 149 ff. + +[2702] ebd., Vorr. 11, 81; 9, 22, 110. + +[2703] ebd. 127; 94, 200. + +[2704] ebd. 108 ff.; 142, 44. + +[2705] ebd. 133, 109. + +[2706] ebd. 111, 114; Vorr. 71; 111, 96. + +[2707] ebd. 145. + +[2708] ebd. 133 ff. + +[2709] ebd. 129; ~Jacoby~, A. Rel. 8, 552. + +[2710] ~Harnack~, „Mission“ 19. + +[2711] ~Windelband~ 316 ff.; ~Soltau~, „Fortleben“ 10, 208; +~Burckhardt~, „Constantin“ 46; ~Gregorovius~, „Hadrian“ 165, 438. + +[2712] ~Bousset~, PW. 7, 1503 ff. + +[2713] ~Deussen~ 2 (2), 308. + +[2714] ~Bezold~, A. Rel. 15, 206; ~König~, ebd. 17, 39. Für eine +indogermanische Sprache erklärt die hethitische ~Hrozny~: „Die Sprache +der Hethiter“ (Leipzig 1916). + +[2715] ~Cumont~, „Die Mysterien des Mithras“, üb. ~Gehrich~ (Leipzig +1903), 2, 6 ff.; ~Cumont~, Ro. 2, 3036 ff. + +[2716] ~Cumont~, „Mithras“ 5. + +[2717] ebd. 9 ff., 89 ff.; Ro. 2, 3036 ff. + +[2718] ~Bousset~, A. Rel. 4, 168. + +[2719] ~Cumont~, „Mithras“ 24 ff.; 16, 72; ~Dieterich~, „Mithras“ 68, +155. + +[2720] ~Fahz~, A. Rel. 15, 418; ~Clemens Romanus~, ed. ~Dressel~ 162. + +[2721] ~Cumont~, „Mithras“ 139. + +[2722] ebd. 21, 113. + +[2723] ~Harnack~, „Mission“ 535; ~Anrich~ 42 ff.; ~Cumont~, Ro. 2, 3026 +ff. + +[2724] ~Cumont~, „Mithras“ 27 ff.; ~Dieterich~, „Mithras“ 43 ff. + +[2725] ~Richter~, Ro. 4, 1143 ff. + +[2726] ~Cumont~ a. a. O. 65 ff. + +[2727] ebd. 75 ff., 90, 140 ff.; ~Cumont~, „Rel.“ 236, 392. + +[2728] ~Dieterich~, „Eine Mithras-Liturgie“ (Leipzig 1903). + +[2729] ebd. 43 ff. + +[2730] ebd. 45; ~Preisendanz~, A. Rel. 16, 549. + +[2731] ~Dieterich~, „Mithras“ 52, 135. + +[2732] ~Bousset~, A. Rel. 2, 167; 4, 160. + +[2733] ~Soltau~, „Fortleben“ 146. + +[2734] ~Dieterich~, „Mithras“ 173 ff. + +[2735] ebd. 216. + +[2736] ebd. 166 ff. + +[2737] ebd. 10. + +[2738] ~Bousset~, A. Rel. 2, 167; vgl. ~Cumont~, „Rel.“ 379. + +[2739] ed. ~Keim~ (Zürich 1873). + +[2740] a. a. O. 84 ff. + +[2741] So schon in der Ilias (Ges. 21, V, 438 und anderwärts). + +[2742] ~Dieterich~, „Mithras“ 89, 186. + +[2743] ~Anz~ 79, 84. + +[2744] ~Lenormant~, „Magie“ 403 ff. + +[2745] ~Dieterich~, „Mithras“ 89. + +[2746] Die 7 Buchstaben des Namens zeigen auch an, daß der Gott die +Macht der 7 Planeten in sich vereinigt (~Reitzenstein~, „Poim.“ 273). +~Bucher~, „Gesch. d. techn. Künste“ 1, 323. + +[2747] ~Bousset~, „Gnosis“ 25, 55; PW. 7, 1534 ff. + +[2748] ~Bousset~, A. Rel. 4, 263. + +[2749] ~Cumont~, „Mithras“ 75 ff., 105. + +[2750] ~Dieterich~, „Mithras“ 10, 12, 70 ff., 89; „Abraxas“ 106 ff. +Vgl. die Septizonien bei ~Cumont~, „Rel.“ 244, 394. + +[2751] ~Cumont~, Ro. 2, 3036 ff. und „Mithras“ 108, 114, 124; ~Anrich~ +42 ff. + +[2752] ~Dieterich~, „Mithras“ 40 ff., 69. + +[2753] ~Cumont~, „Mithras“ 114, 124. + +[2754] ebd. 123. + +[2755] ebd. 95 ff., 102 ff., 145; ~Bousset~, „Gnosis“ 123, 135; ~E. +Kroll~ 184. + +[2756] ~Cumont~, „Mithras“ 81 ff. + +[2757] ebd. 84; ~Gray~, A. Rel. 7, 359 ff. + +[2758] ~Lukas~ 11, 52. + +[2759] ~Reitzenstein~, A. Rel. 8, 181 ff.; ~Köhler~, ebd. 8, 227. + +[2760] Nicht zu verwechseln mit den Sabäern aus der arabischen +Landschaft Saba. + +[2761] ~Chwolsohn~ 1, 300 ff.; ~Mez~, „Geschichte der Stadt Harrân bis +zum Einfall der Araber“ (Stuttgart 1892). + +[2762] ~Chwolsohn~ 1, 342; ~Mez~ 23, 27. + +[2763] ~Mez~ 9. + +[2764] ~Chwolsohn~ 1, 395 ff., 403; 2, 183 ff.; ~Jeremias~, Ro. 4, 889. + +[2765] ~Chwolsohn~ 1, 456; ~Weir~, „Enz. des Islam“ 2, 286. + +[2766] ~Chwolsohn~ 1, 13, 129 ff.; 2, 15 ff.; ~Nöldeke~, A. Rel. 10, +151; ~Dozy~, „Berichte des 6. internationalen Orientalisten-Kongresses“ +(Leiden 1885), 283: auf Grund eines Ghâjat genannten arabischen Werkes, +das ein bisher Unbekannter um 1060 schrieb. + +[2767] ~Dozy~ a. a. O.; ~Bousset~, „Gnosis“ 158. + +[2768] ~Chwolsohn~ 1, 14 ff., 19, 159 ff., 166 ff.; ~Bousset~, „Gnosis“ +23 ff. u. A. Rel. 4, 241; ~Baudissin~, A. Rel. 16, 417 ff. + +[2769] ~Chwolsohn~ 1, 14 ff., 542 ff.; 2, 650. + +[2770] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 166 ff.; ~Bousset~ a. a. O. + +[2771] ~Dozy~ 283 ff.; ~Bousset~ a. a. O. + +[2772] ~Bousset~ a. a. O. + +[2773] ~Dozy~ 298, 292; 360, 348; ~Bousset~ 23 ff. + +[2774] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 166 ff. + +[2775] ~Baudissin~, A. Rel. 16, 417 ff. + +[2776] So überliefert in der 1321 verfaßten „Geographie“ des +~Abulfeda~, üb. ~Reinaud-Guyard~ (Paris 1848-1883), 3, 53. + +[2777] ~Kautzsch~, „Apokryphen“ 2, 62. + +[2778] ~Albiruni~, „Chronology of ancient nations“, üb. ~Sachau~ +(London 1879), 186 ff., 315; ~Carra de Vaux~, „Enz. des Islam“ 1, 802: +„~Budasp~“ oder „~Butast~“, von ~Bodhisatva~, dem Beinamen des ~Buddha~? + +[2779] ~Clemens Romanus~, ed. ~Dressel~ 170. + +[2780] ~Aldimeschqi~ (gest. 1327), „Kosmologie“, üb. ~Mehren~ +(Kopenhagen 1874) 259; ~Chwolsohn~ 1, 666 ff. + +[2781] ~Chwolsohn~ 1, 545. + +[2782] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 166 ff. + +[2783] ~Chwolsohn~ 2, 605 ff.; 2, 450 ff. + +[2784] ebd. 2, 206, 219. + +[2785] ~Chwolsohn~ 1, 485, 679 ff., 750 ff., 761 ff.; 740 ff. + +[2786] ebd. 1, 679 ff., 734 ff. + +[2787] ebd. 1, 726. + +[2788] ebd. 2, 652. + +[2789] ebd. 2, 367, 381, 439, 446, 609, 913. + +[2790] ebd. 1, 718, 738 ff.; 2, 430 ff., 709, 714. + +[2791] ebd. 2, 422. + +[2792] ebd. 2, 38, 273, 183 ff.; 2, 252. + +[2793] ebd. 1, 210. + +[2794] ebd. 1, 739; 2, 433, 439 ff., nach ~Schahrastani~ (gest. 1153) +und ~Maimonides~ (gest. 1204). Richtige Kenntnis in dieser Hinsicht hat +schon ~Salmasius~, „De annis ...“, Vorr. 37. + +[2795] ~Dozy~ 283 ff., 298. + +[2796] ebd. 359; ~Chwolsohn~ 1, 738 ff. + +[2797] ~Dozy~ 283 ff., 359; ~Chwolsohn~ 2, 247. + +[2798] ~Chwolsohn~ 1, 203, 541; 2, 173. + +[2799] ebd. 1, 737 ff.; 2, 611; ~Dozy~ 359, 341 ff., 349 ff. + +[2800] ~Chwolsohn~ 1, 737 ff.; ~Dozy~ 349 ff. + +[2801] ~Chwolsohn~ 2, 376. + +[2802] ebd. 2, 24, 507 ff. + +[2803] ebd. 2, 673. + +[2804] ~Dozy~ 350, 352, 359. + +[2805] ebd. 342, 347. + +[2806] Üb. ~Mehren~ (Kopenhagen 1874), 41 ff., 71; ~Chwolsohn~ 1, 544; +2, 671 ff. + +[2807] ~Chwolsohn~ 2, 22, 156 ff. Ihre Originalnamen lauten: Zuchal, +Almuschtari, Almirrika, Alschams, Alzuhra, ʿUtarid, Alqamar, und sind +die allgemein bekannten. + +[2808] Die Priesterinnen der ~Dea Syria~ (= ~Aphrodite~) tragen aber +nach ~Lukian~, cap. 41, weiße Kleider (~Chwolsohn~ 2, 683). + +[2809] Andere Verteilungen: ebd. 2, 611. + +[2810] ~Chwolsohn~ 2, 839, 842. + +[2811] ~Aldimeschqi~ 53 ff., 71; 60. + +[2812] ~Chwolsohn~ 2, 659 ff., 663 ff. + +[2813] ~Aldimeschqi~ 63; 50 ff., 71; 47 ff., 414. + +[2814] ebd. 46, 48 ff., 372; ~Chwolsohn~ 1, 254; 2, 925 (z. B. nach +~Abuʿlfaradsch~). + +[2815] ~Aldimeschqi~ 47. + +[2816] ~Chwolsohn~ 2, 378. + +[2817] ebd. 1, 628, 641, 781. + +[2818] ebd. 1, 17, 631 ff. + +[2819] ~Aldimeschki~ 48; ~Reitzenstein~, „Poim.“ 166 ff., 365. + +[2820] Erste Verfolgung und Errichtung der Schule in Edessa 431; +zweite Verfolgung und Niederlassung in Mesopotamien und Persien 489; +christliche Schulen gab es in Syrien mindestens seit 350. + +[2821] ~Pietschmann~ 46 ff. + +[2822] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 166 ff., 365; ~Kroll~, PW. 8, 792; ~De +Boer~, „Geschichte der Philosophie im Islam“ (Stuttgart 1901), 19. + +[2823] ~Chwolsohn~ 1, 17, 361 ff. + +[2824] ~Aldimeschki~ 23. + +[2825] ~Aldimeschki~ 35; ~Reitemeyer~, „Beschreibung Ägyptens im +Mittelalter“ (Leipzig 1903), 82, 83, 95, 123 (nach ~Makrizi~). + +[2826] ~Aldimeschki~ 371. Da es der Eitelkeit der Ägypter und Perser +widerstrebte, die Möglichkeit einer fremden Eroberung anzuerkennen, +suchten sie seit altersher ~Alexander den Grossen~ zum Abkömmling ihrer +heimischen Dynastien zu stempeln. + +[2827] ~E. Wiedemann~, „Beiträge“ 9, 194. + +[2828] ~Chwolsohn~ 2, 488; 1, 214; 2, 621, 624 (nach ~Massudi~); 2, +421, 425, 433, 439, 445 (nach ~Schahristani~); ~Aldimeschki~ 32. + +[2829] „Schriften der treuen Brüder“, üb. ~Dieterici~ (Berlin 1858 +ff.); 7, 67, 133. + +[2830] ~Aldimeschki~ 32, 35 (nach ~Makrizi~). + +[2831] ~Reitemeyer~ a. a. O. (nach ~Almasʿudi~). + +[2832] ~Aldimeschki~ 33, 46; ~Chwolsohn~ 1, 17. + +[2833] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 126, 129; ~Chwolsohn~ 2, 604 (nach +~Almasʿudi~ und ~Schahrastani~); 1, 254 u. 2, 295 (nach ~Almasʿudi~ und +~Abuʿlfaradsch~). + +[2834] ~Pietschmann~ 46 ff.; ~Reitzenstein~ a. a. O.; ~E. Wiedemann~ +a. a. O. 3, 223 ff. (nach ~Alkindi Altudschibi~). + +[2835] ~Chwolsohn~ 1, 780 ff.; ~Reitzenstein~ a. a. O. + +[2836] ~Chwolsohn~ 1, 243 ff., 492 ff., 636 ff., 781 (nach +~Almasʿudi~); 1, 243, 521, 644 u. 2, 529 ff. (nach ~El-Khifti~). + +[2837] ~Pietschmann~ a. a. O. 57. + +[2838] ~Pietschmann~ 57, 41 ff.; ~Reitzenstein~, „Poim.“ 166 ff., 365 +(nach ~Alqifti~). + +[2839] ~Chwolsohn~ 1, 782; 2, 380 ff. (nach ~Aldimeschki~). + +[2840] ~Aldimeschki~ 93. + +[2841] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 166 ff., 171, 175. + +[2842] ~Aldimeschki~ 33, 46; ~Chwolsohn~ 1, 199, 636, 780; 2, 409, 604 +(nach ~Almasʿudi~ und ~Ibn Khordadhbeh~); ~Graefe~, „Enz. d. Islam“ 2, +279. + +[2843] ~Chwolsohn~ 1, 251, 643; 2, 409 (nach ~Ibn Saʿid~). + +[2844] ~Anz~ 70 ff. + +[2845] ~Brandt~, „Die mandäische Religion“ (Utrecht 1889), 59, 183, +194, 187; ~Bousset~, A. Rel. 4, 229. + +[2846] ~Bousset~, „Gnosis“ 60, 75 ff.; 39, 45, 52, 115. + +[2847] ~Brandt~ 52, 60. + +[2848] ebd. 128. + +[2849] ebd. 65, 67, 183. + +[2850] ebd. 52, 61, 126, 128; 183; ~Anz~ 74. + +[2851] ~Bousset~, A. Rel. 4, 244. + +[2852] ~Brandt~ 116, 189. + +[2853] ~Anz~ 70 ff. + +[2854] ~Anz~ a. a. O.; ~Bousset~, „Gnosis“ 191; ~Gothein~, A. Rel. 10, +416. + +[2855] ~Reitzenstein~, „Die Göttin ~Psyche~ in der hellenistischen und +frühchristlichen Litteratur“ (Heidelberg 1917), 36. + +[2856] ebd. 9, 43. + +[2857] ebd. 36. + +[2858] ebd. 40. + +[2859] ebd. 35 ff. + +[2860] ebd. 36. + +[2861] ebd. 62. + +[2862] ebd. 65 ff. + +[2863] ebd. 67 ff., 89, 92; „Poimandres“ 59. + +[2864] „Psyche“ 45 ff., 47 ff., 63. + +[2865] ebd. 65, 67. + +[2866] ebd. 64. + +[2867] ~Deussen~ 2 (2), 134 ff., 175 ff. + +[2868] ebd. 2 (2), 312; ~Reitzenstein~, „Psyche“ 39; über ~Mithras~ bei +den Manichäern ebd. 4, 7. + +[2869] ebd. 42, 44. + +[2870] ebd. 51. + +[2871] ebd. 56 ff.; „Poimandres“ 181. + +[2872] „Psyche“ 51 ff., 55 ff., 63, 66. + +[2873] ~Rathgen~, „Chemisches Zentralblatt“ 1913, 1239; ~Maspero~, +„Geschichte der Kunst in Ägypten“ (Stuttgart 1913), 2. + +[2874] ebd. 64, 92; ~Blümner~, PW. 7, 1382 ff. + +[2875] ebd. 199. + +[2876] ~Reil~, „Beiträge zur Kenntnis des Gewerbes im hellenistischen +Ägypten“ (Leipzig 1913), 47 ff. + +[2877] „Arch.“ 17. + +[2878] ~Hommel~, „Geschichte des alten Morgenlandes“ (Leipzig 1912), 82. + +[2879] ~Brugsch~, „Rel.“ 155. + +[2880] Über Türkis und Malachit aus dem Wadi-Maghâra (Höhlental) des +Sinai s. ~Gsell~, „Eisen, Kupfer und Bronze bei den alten Ägyptern“ +(Karlsruhe 1910), 5 ff., 50 ff.; grüne Schminke aus gepulvertem +Malachit ist aus der Zeit um 3000 erhalten (vgl. ebd. 42, 43, 47), +solche aus gepulvertem Lapis Lazuli wird ebenfalls erwähnt (ebd. 38, +42). + +[2881] ~Erman~, „Rel.“ 36. + +[2882] ~Erman~ und ~Krebs~, „Aus den Papyri der Kgl. Museen“ (Berlin +1899), 40. + +[2883] ~A. Wiedemann~, „Altägyptische Sagen und Märchen“ (Leipzig +1906), 19, 28. + +[2884] ~Lichtenberg~, „Die ägäische Kultur“ (Leipzig 1911), 148 ff.; +über Kupferlasur in Ägypten s. ~Plinius~, lib. 37, cap. 9. + +[2885] ~Blümner~ 4, 505; 500 ff. -- Über die wieder aufgefundenen +Verfahren zur Darstellung hell- und dunkelblauer Glasmassen aus +Alkali- und Erdalkali-Silikaten nebst Kupferoxyd oder Kupfercarbonat +s. ~Laurie~ und ~Mac Linstock~ („Chemisches Zentralblatt“ 1914, 706), +~Fouquet~ („Comptes rendus“ 108, 325), ~Hecht~ („Zeitschrift für +angewandte Chemie“ 1915, 492), ~Bock~ (ebd. 1916, 228) und ~Granger~ +(„Bulletin de la Société chimique“ IV, 15, 115). + +[2886] ~Rossbach~, PW. 7, 1065; ~Blümner~, PW. 7, 1385; ~Lichtenberg~ +a. a. O. 261. + +[2887] Odyssee: Gesang 7, Vers 87. + +[2888] ~Semper~, „Der Styl“ 2, 188; ~Kisa~, M. G. M. 8, 34. + +[2889] ~Blümner~, PW. 7, 1382 ff. + +[2890] ~Weissbach~, „Das Gold im alten Ägypten“ (Dresden 1901), 30, 35. + +[2891] ebd. 14, 18; ~Blümner~ 4, 13 ff. Eine Landkarte des schon zu +Beginn des alten Reiches in vollem Betriebe befindlichen nubischen +Goldgruben-Bezirkes, auf Papyrus, aus der Zeit um 1370, besitzt die +Turiner Bibliothek (~Feldhaus~, „Technik der Vorzeit“, Leipzig 1914, +551); ~Gsell~ a. a. O. 18. + +[2892] ~Dunn~, M. G. M. 11, 485. Eine englische Gesellschaft setzte sie +neu in Betrieb („Enzyklopädie des Islams“, Leiden 1913 ff.; 1, 327). + +[2893] ~Brugsch~, „Aeg.“ 475; ~Weissbach~ 18. + +[2894] ~Blümner~ 4, 112. + +[2895] lib. 3, cap. 12 ff. + +[2896] ~Brugsch~, „Aeg.“ 241. + +[2897] ~Diodor~, lib. 3, cap. 11. + +[2898] ~Weissbach~ 20, 24. + +[2899] ebd. 26, 28. + +[2900] ebd. 26. + +[2901] ~Berthelot~, „Arch.“ 25, 35. + +[2902] ebd. 19 ff., 33. + +[2903] ~Brugsch~, „Aeg.“ 399, 400; ~Weissbach~ a. a. O. + +[2904] ~Brugsch~, „Aeg.“ 400. + +[2905] ebd. 273. + +[2906] ~Erman~ und ~Krebs~ a. a. O. 96. + +[2907] ~Brugsch~, „Aeg.“ 402. + +[2908] ~Weissbach~ 25, 26; ~Berthelot~, „Arch.“ 19 ff., 33. + +[2909] ~Weissbach~ 26; ~Blümner~ 4, 126 ff., 140 (mit Abbildung); Alaun +und Misy sind spätere, erst von ~Plinius~ erwähnte Zusätze (ebd. 4, +133). + +[2910] Vgl. die Berichte ~Alidrisis~ (11. Jahrhundert) bei ~Ruska~, +„Enz. d. Islam“ 1, 995. + +[2911] ~Kopp~, „Beitr.“ 483. + +[2912] ~Berthelot~, „Mâ.“ III, 101. + +[2913] ~Retemeyer~, „Beschreibung Ägyptens im Mittelalter“ (Leipzig +1903), 151. + +[2914] M. G. M. 2, 439. + +[2915] ~Qalqaschandi~, üb. ~Wüstenfeld~ (Göttingen 1879), 31 ff. + +[2916] ~Rohde~, „Der griechische Roman“ (Leipzig 1900), 471, 496. + +[2917] „Tiergeschichten“, lib. 3, cap. 4. + +[2918] Beziehungen zwischen ~Salomon~ und den Ameisen kennt auch der +Koran, Sure 27, V. 18 (üb. ~Rückert~, Frankfurt 1888, 262). + +[2919] ~Bethe~, PW. 2, 877; ~Schroeder~, A. Rel. 8, 75 ff. + +[2920] Über den babylonischen Löwen- und Schlangen- und den ägyptischen +Vogel-Greif s. ~Prinz~, PW. 7, 1907 ff. + +[2921] lib. 7, cap. 102, 116; lib. 4, cap. 13. Vgl. ~Herrmann~, PW. 9, +2236, 2245. + +[2922] ~Ziegler~, PW. 7, 1918 ff. + +[2923] ~Blümner~, PW. 7, 1555 ff.; vgl. ~Voss~, „Mythologische Briefe“ +(Stuttgart 1827), 1, 121, 292 ff., 303; 2, 154, 170 ff., 183 ff.; +~Furtwängler~, PW. 1, 1768; ~Marx~, PW. 1, 1821. + +[2924] ~Humboldt~, „Zentralasien“ (Berlin 1844), 1, 150, 242 ff.; 2, +199; 1, 251. + +[2925] ~Tomaschek~ und ~Wernicke~, PW. 2, 826; 3, 2203; ~Wecker~, PW. +9, 1301; ~Meyer~, PW. 3, 96, 108; ~Keller~, „Die antike Tierwelt“ +(Leipzig 1909), 1, 185. + +[2926] ~Tomaschek~, PW. 4, 2153; ~Ausfeld~, „Der griechische +Alexander-Roman“ (Leipzig 1907), 184. + +[2927] ~Oldenberg~, „Religion des Veda“ (Berlin 1894), 69. + +[2928] Orientalischen Ursprunges sind auch einige andere +hierhergehörige Fabel- und Mischwesen, z. B. die von Gold, oder gar +nur vom Geruche des Goldes lebenden, zu denen u. a. das Tier Ecidemon +gehört, das in ~Wolfram von Eschenbachs~ „Parzival“ den Helmschmuck des +~Feirefis~ bildet (vgl. ~Hertz~, „Gesammelte Abhandlungen“, Stuttgart +1905; 156, 388); ferner der „Meersperber“ der Naassener und Perser, der +als Vogel in die Luft, als Schlange in das Meer reicht, „in der Mitte +aber dem Schwersten zustrebt, d. i. dem Gold“, das sein Stachel anzieht +wie die Naphtha das Feuer, der Magnet das Eisen, und der Bernstein die +Spreu (~Schultz~, „Dok. der Gnosis“ 33, 35, 41, 99, 105 ff.). + +[2929] ~Weissbach~ 32; ~Maspero~ 65. + +[2930] ~Maspero~ 78 ff. + +[2931] ebd. 204; ~Weissbach~ 32. + +[2932] ~Weissbach~ a. a. O. Blattgold von 0,001 mm Dicke als +Holzüberzug ist aus der Zeit um 2600 erhalten, ebenso eine Abbildung +seiner Herstellung (~Feldhaus~, „Technik der Vorzeit“, Leipzig 1914; +707). + +[2933] ~Brugsch~, „Aeg.“ 336; „Rel“ 85, 508. + +[2934] ~Brugsch~, „Aeg.“ 413 ff.; „Rel.“ 85. + +[2935] ~Otto~ 2, 120. + +[2936] ~Otto~, ebd. + +[2937] ~Erman~, „Rel.“ 56. + +[2938] ebd. 182, 250. + +[2939] ebd. 56. + +[2940] ebd. 234; im Tempel von Denderah liegt die Schatzkammer +gegenüber der „Küche für die Salben und Wohlgerüche“ (ebd. 233). + +[2941] ~Otto~ 1, 329. + +[2942] ~Otto~ 1, 259. + +[2943] ~Brugsch~, „Aeg.“ 214; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 151. + +[2944] ~Brugsch~, „Aeg.“ 265, 266, 268. + +[2945] ebd. 414, 416; ~Otto~ 1, 313, 326; 2, 20. + +[2946] ~Maspero~ 230. + +[2947] ~Erman~ 36; ein Ausspruch um 1600 lautet: „~Rê~ zuliebe +erschafft die Wüste Gold, Silber und Blaustein“ (ebd. 73). + +[2948] ~Weissbach~ 30. + +[2949] ~Erman~ und ~Krebs~ a. a. O. 40; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 190. + +[2950] ~Brugsch~, „Aeg.“ 220, 436, 417. + +[2951] ~Otto~ 1, 390. + +[2952] ~Otto~ 1, 291 ff.; 2, 114 ff. + +[2953] ebd. 1, 287. + +[2954] ebd. 1, 390. + +[2955] ebd. 1, 333; 2, 133. + +[2956] ~Otto~ 1, 38 ff., 80 ff. + +[2957] ebd. 1, 135; 2, 318. + +[2958] ~Reil~ a. a. O. 180 ff. + +[2959] „Kyropädie“, lib. 8, cap. 3. + +[2960] ~Ganschinietz~, A. Rel. 17, 345. + +[2961] ~Diodor~, lib. 10, cap. 12. + +[2962] Nr. 97. + +[2963] Nr. 97, 102. + +[2964] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 154. + +[2965] Nr. 104. + +[2966] ~Reil~, a a. O. 24. + +[2967] ebd. 76. + +[2968] ebd. 195, 194. + +[2969] ~Reil~ 80 ff. + +[2970] ebd. 76, 179. + +[2971] ~Tittel~, PW. 9, 77. + +[2972] ~Freise~, „Geschichte der Bergbau- und Hüttentechnik“ (Berlin +1908), 167. + +[2973] ~Philo~, üb. ~Cohn~ 2, 91. + +[2974] ~Reil~ 162. + +[2975] ebd. 164 ff. + +[2976] ~Reil~ 144 ff.; „Der Maximaltarif des ~Diokletian~ von 301“, ed. +~Mommsen-Blümner~ (Berlin 1893), 71. + +[2977] ~Reil~ 144 ff. + +[2978] ~Philo~, üb. ~Cohn~ 2, 34. + +[2979] ~Reil~ 95, 98. + +[2980] Öl, s. ~Reil~ 4, 16, 22; Bier, ebd. 8, 15; Leinenweberei, ebd. +107. + +[2981] lib. 4, cap. 150; vgl. ~Blümner~ 1, 225 ff. + +[2982] ~Reil~ 107. + +[2983] ~Bosanquet~, M. G. M. 3, 125; den Namen πορφύρα will ~Dedekind~ +von der indogermanischen Wurzel bhur = flimmern ableiten (ebd. 7, 76). + +[2984] Tarif des ~Diokletian~ 39, 164, 165. + +[2985] ~Reil~ 99 ff. + +[2986] Tarif des ~Diokletian~ 166. + +[2987] ~Blümner~ 1, 246, 253; ~Stadler~, PW. 7, 196. + +[2988] ~Stadler~, a a. O.; ~Blümner~ 1, 253. + +[2989] ~Blümner~ 1, 123. + +[2990] ~Olck~, PW. 7, 805. + +[2991] ~Blümner~ 1, 252; ~Berthelot~, „~Mâ.~“ I, 161, 331; 8, 12; +„Coll.“ I, 261. + +[2992] ~Brugsch~, „Aeg.“ 42, 383, 481. + +[2993] ~Kobert~, M. G. M. 1, 277. + +[2994] ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 93. + +[2995] ~Blümner~ 1, 228, 229, 232; 2, 230; 4, 426, 439, 454, 466. + +[2996] ebd. 4, 430, 458 ff. + +[2997] ebd. 4, 450. + +[2998] „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“, ed. ~Diergart~ (Leipzig 1909), 172. + +[2999] ~Blümner~ 4, 465 ff., 497 ff. + +[3000] ebd. 4, 427, 467. + +[3001] ~Blümner~ 1, 239; 231. + +[3002] ebd. 1, 53, 324. + +[3003] ebd. 4, 449. + +[3004] ebd. 4, 500: flos nitri. + +[3005] ebd. 4, 517: flos niger. + +[3006] ~Krause~, „Pyrgoteles“ (Halle 1856), 10, 29 ff. + +[3007] lib. 2, cap. 69; Glas ist ihm λίθος χυτή = verflüssigter Stein. + +[3008] ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 74. + +[3009] ~Blümner~ 4, 383 ff.; 402, 403, 407. + +[3010] „Über die Steine“, Nr. 45. + +[3011] Nach ~Diodors~ Bericht; s. ~Rossbach~, PW. 7, 1104. + +[3012] ~Rossbach~, PW. 7, 1080. + +[3013] ~Blümner~ 3, 302 ff., 307, 332; 4, 391 ff., 410; ~Rossbach~, PW. +7, 1112. Vgl. die Rezepte des „Stockholmer Papyrus“. + +[3014] ~Krause~, „Pyrgoteles“ 64, 104; ~Blümner~ 3, 248; ~Berthelot~, +„Mâ.“ II, 367 ff. Vgl. ~Ruska~, „Enz. d. Islams“ 2, 118. + +[3015] ed. ~Puschmann~ 1, 570. + +[3016] ~Berthelot~, „Arch.“ 225. + +[3017] ed. ~Schmidt~ 136: Metall, Glas und der Stein ... λάινον. + +[3018] ~Reil~ 30. + +[3019] ebd. 41 ff. + +[3020] ~Wessely~, „Wiener Akad. Denkschr.“ 36, 154 (178); ~Dieterich~, +„Abraxas“ 205; „Mithras“ 17. + +[3021] ~Reil~ 43. + +[3022] Bei ~Martial~ (lib. 4, 39; lib. 14, 95) bedeutet Calläcia oder +Galläcia die heutige spanische Provinz Galizien oder auch Spanien +überhaupt. + +[3023] ~Pollack~, PW. 6, 1954; ~Pick~, PW. 4, 1157. + +[3024] lib. 12, cap. 3; lib. 35, cap. 1. + +[3025] ~Semper~, „Der Styl“ 1, 447. + +[3026] lib. 33, cap. 9. + +[3027] ~Semper~ a. a. O. 1, 397; echtes Email weist schon ein Armband +der Königin ~Aah-Hotep~ um 1500 auf (~Feldhaus~, „Technik der Vorzeit“, +265). + +[3028] ~Reil~ 50 ff. + +[3029] ~Reil~, ebd. + +[3030] ~Reil~ 12, 51. + +[3031] ~Reil~ 56; ~Erman-Krebs~ 169. + +[3032] ~Reil~ 12. + +[3033] ~Reil~ 23. + +[3034] ~Reil~ 60, 67; Nachricht aus dem 2. Jahrhundert. + +[3035] „Tarif des ~Diokletian~“ 22, 111; 48, 178; τεχνείταις, τοῖς εἰς +τὸ μέταλλον ἐργαζομένοις. + +[3036] ~Harnack~, „Miss.“ 12. + +[3037] „Tarif des ~Diokletian~“ 48, 177; ~Blümner~ 4, 126 ff., 131. +Nach ~Willers~ bedeutet obrussus „über und über gerötet (russus)“, also +dem Feuer an Farbe ähnlich, demnach echt („Die römischen Bronzeeimer +von Hemmoor“, Hannover 1901, 227, 236; Tafel 13). + +[3038] ~Reil~ 50 ff.; ~Blümner~ 4, 268, 308 ff. + +[3039] ~Blümner~ 4, 133, 308 ff. + +[3040] ~Blümner~ 4, 318. + +[3041] ~Plinius~, lib. 4, cap. 31. + +[3042] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 113. + +[3043] So noch überliefert bei ~Isidorus Hispalensis~, lib. 16, cap. +20; ~Blümner~ 4, 167. + +[3044] ~Blümner~ 4, 308 ff. + +[3045] ~Artemidoros~, „Traumbuch“ lib. 1, cap. 51. + +[3046] ~Reil~ 53 ff., 56. + +[3047] ~Schmieder~, „Geschichte der Alchemie“ (Halle 1832), 65. + +[3048] „Historisch-Kritische Untersuchung der Alchemie“ (Weimar 1777), +Vorr. 12, 15; 187 ff., 193 ff. + +[3049] ebd. 74 ff., 156. + +[3050] „Histoire de la matière“ (Paris 1878), 82. + +[3051] „Histoire de la chimie“ (Paris 1866), 1, 36 ff. + +[3052] „Gesch.“ 1, 44; 2, 152, 155, 165; „Entw.“ 5; „Beitr.“ 86, 89. + +[3053] Nach ~Diodor~ (lib. 1, cap. 15) schon seit der von ~Isis~ und +~Osiris~! + +[3054] ~Berthelot~, „Or.“ 245; „Coll.“ I, 5, 9, 54, ... + +[3055] ~Riess~, PW. 1, 1338. + +[3056] ~Kopp~, „Beitr.“ 90; ~Riess~ a. a. O. + +[3057] ~Kopp~, „Gesch.“ 2, 154 ff.; „Beitr.“ 4. + +[3058] ~Kopp~, a. a. O.; ~Berthelot~, „Coll.“ 1, 5, 9, 54, ... + +[3059] ~Kopp~, „Beitr.“ 106, 432; Nr. 3, 52; „Entw.“ 10 ff.; „Alch.“ 1, +2. + +[3060] ~Schmieder~ 5, 81; ~Riess~, PW. 1, 1338; ~Berthelot~, „Intr.“ 56 +ff., 62 ff. In der Einschätzung gerade dieser Beobachtungen über Asem +geht jedoch ~Berthelot~ entschieden zu weit. + +[3061] ~Hoefer~ 1, 220, 237. + +[3062] ~Kopp~, „Gesch. 4, 186 ff. + +[3063] ~Hoefer~ 1, 268; ~Kopp~, „Alch.“ 2, 211. + +[3064] So z. B. 1669 bei ~Becher~ (~Kopp~, „Gesch.“ 2, 82). + +[3065] ~Kopp~, „Gesch.“ 2, 155, 216; ~Figuier~, „L’alchimie et les +alchimistes“ (Paris 1854), 67 ff. + +[3066] ~Kopp~, „Beitr.“ 25, 425. + +[3067] ~Figuier~, a. a. O. 4, 6; ~Hoefer~ 1, 227, 240. + +[3068] S. hierüber die ausführlichen Angaben in ~Ottos~ oft angezogenem +Werke. + +[3069] ~Kopp~, „Beitr.“ 26, 425; „Entw.“ 13; „Alch.“ 2, 28; ~Hoefer~ 1, +227; ~Chevreul~ 82; ~Riess~, PW. 1, 1338. + +[3070] ~Schmieder~ a. a. O. 5, 81. + +[3071] ~Berthelot~, „Coll.“ I, 64, 73. + +[3072] ebd. 61, 64. + +[3073] ~Diels~, „Deutsche Litteratur-Zeitung“ 1913, 905. + +[3074] ~Schäfer~, „Die Alchemie“ (Flensburg 1887), 15. + +[3075] ed. ~Leemans~ (Amsterdam 1835). + +[3076] ~Roeder~, PW. 8, 2315. + +[3077] ~Sprengel~, in ~Ersch~ und ~Grubers~ „Allgemeiner Enzyklopädie +der Wissenschaften und Künste“ (Leipzig 1819 ff.), 2, 414 ff. + +[3078] ~Kopp~, „Beitr.“ 92, 355. + +[3079] ~Hoffmann~ 2, 523. + +[3080] ebd. 523 ff. + +[3081] ~Hoffmann~ 524. + +[3082] Vgl. das noch jetzt übliche Kunstwort „Kapelle“. + +[3083] ebd. 524 ff. + +[3084] ~Berthelot~, „Mâ.“ III, 40. + +[3085] Üb. ~Wüstenfeld~ (Göttingen 1879), 120. + +[3086] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 55, 138. + +[3087] ebd. 2, 55. + +[3088] ~Nestle~, A. Rel. 11, 416. + +[3089] lib. 33, cap. 15; s. ~Kopp~, „Beitr.“ 28. + +[3090] ~Firmicus~ 1, 65. + +[3091] Eine erstaunlich gute deutsche Übersetzung und Erklärung gab +schon 1770 ~Baumgärtner~ in Nürnberg heraus. + +[3092] Solche Schilderungen der Schwierigkeiten und Gefahren gehören zu +den üblichen Mitteln, die fremden Wettbewerber abzuschrecken. + +[3093] ~Theophrast~ a. a. O. Nr. 70, 102, 103; ~Blümner~ 4, 490. + +[3094] lib. 33, cap. 22. + +[3095] „Or.“ 69. + +[3096] „Auripigment ist ein gewisses Zeichen, daß ein Goldgang +vorhanden“ heißt es noch im 18. Jahrhundert in ~Hübners~ „Natur-, +Kunst- und Handels-Lexikon“ (Leipzig 1746, 1463). + +[3097] ~Kopp~, „Gesch.“ 1, 41; „Beitr.“ 28; ~Riess~, PW. 1, 1338. + +[3098] lib. 3, cap. 110. + +[3099] „Or.“ 68, 273. + +[3100] ~Kopp~, „Gesch.“ 1, 41 und 3, 98; ~Hoefer~ 1, 142; ~Schmidt~, +„Realistische Chrestomathie“ (Leipzig 1900), 2, 157; ~Berthelot~ hat +später seine Ansicht selbst als unhaltbar erkannt. + +[3101] „Or.“ 70. + +[3102] ~Manilius~, ed. ~Breiter~ (Leipzig 1908), 1, 97. + +[3103] „Beitr.“ 47. + +[3104] PW. 1, 1338. + +[3105] ~Manilius~ 1, 97; 2, 118. + +[3106] ebd. 1, 141; 2, 169 ff. + +[3107] Corp. jur. civ., Digest. lib. 48, tit. 10, 1, 8 (~Schäfer~, „Die +Alchemie“, Flensburg 1887; 13 ff.). + +[3108] ~Skutsch~, A. Rel. 13, 293. + +[3109] ed. ~Kroll~, ~Skutsch~ und ~Ziegler~ (Leipzig 1907 ff.), 1, 72. + +[3110] ~Kopp~, „Beitr.“ 42 ff. + +[3111] „Mathesis“ 1, 110. + +[3112] ebd. 1, 228, 249, 261; 2, 178, 279. + +[3113] ebd. 2, 123, 324. + +[3114] ebd. 1, 181. + +[3115] ebd. 1, 262; 2, 279. + +[3116] ebd. 1, 143. + +[3117] ebd. 1, 184. + +[3118] ebd. 1, 158. + +[3119] „Mathesis“ 1, 43. ~Manilius~ hingegen nennt zwar den Wassermann +und Steinbock (d. i. ursprünglich die babylonische „Fischziege“; daher +weiblich), nicht aber (seinem System gemäß) den ~Saturn~. + +[3120] ebd. 1, 6, 99, 101. + +[3121] ebd. 1, 169 ff. + +[3122] ebd. 1, 102 ff. + +[3123] ebd. 1, 228. + +[3124] ebd. 1, 227; 2, 260. + +[3125] ebd. 1, 231. + +[3126] ebd. 1, 215, 220, 230. + +[3127] ~Schmieder~ 63. + +[3128] ~Kopp~, „Beitr.“ 33. + +[3129] ~Riess~, PW. 1, 1338; vgl. ~Kopp~, „Beitr.“ 364. + +[3130] ~Berthelot~, „Mâ.“ I, Vorr. 5. + +[3131] ~Freudenthal~, PW. 1, 1021; ~Riess~ a. a. O. + +[3132] ~Kopp~, „Gesch.“ 2, 154, 235; „Beitr.“ 34 ff.; „Alch.“ 211; +~Berthelot~, „Or.“ 75. + +[3133] lib. 3, cap. 15. + +[3134] „Mathesis“, Vorr. 21, 28 ff., 32 ff., 54 ff.; ~Lippmann~, +„Chemiker-Zeitung“ 1914, 685. + +[3135] „Mundus subterraneus“ (Amsterdam 1665), 2, 235; s. ~Kopp~, +„Beitr.“ 43 ff., 53. + +[3136] Amsterdam 1695; 2. Aufl., 20. + +[3137] ~Wellmann~, PW. 1, 1541; ~Wilcken~, ebd. 1, 1542; ~Wachsmuth~, +ebd.; ~Rohden~, ebd. 2, 2252; ~Stoll~, Ro. 1, 237; ~Usener~, +„Götternamen“ (Bonn 1896), 55. Vgl. ~Berthelot~, „Coll.“ I, 209 ff., +270. + +[3138] PW. 1, 1338. + +[3139] ~Kopp~, „Beitr.“ 83; ~Latz~, „Die Alchemie“ (Bonn 1869), 388; +~Hoffmann~ 522. + +[3140] ed. ~Milman~ (Philadelphia 1868), 1, 418. + +[3141] „Beitr.“ 84 ff.; 57. + +[3142] ~Wiegleb~ a. a. O. 156. + +[3143] ~Schmieder~ 44. + +[3144] „Or.“ 26. + +[3145] „Beitr.“ 12, 57, 88. Vom Quecksilber sagt ~Dioskurides~, wo er +von dessen Destillation (Sublimation) spricht: σκευάζεται = es wird +dargestellt oder gewonnen. + +[3146] „Beitr.“ 83. + +[3147] ~Kopp~, „Beitr.“ 12, 88; ~Berthelot~, „Or.“ 73; ~Jessen~, PW. 2, +786; ~Escher~, PW. 2, 2140. + +[3148] ~Berthelot~, „Or.“ 73. + +[3149] ~Harnack~, „Miss.“ 175 ff. + +[3150] „Beitr.“ 87. + +[3151] ~Burckhardt~, „Constantin“ 139. + +[3152] ebd. 222. + +[3153] ~Blümner~, PW. 3, 897. + +[3154] ~Seeck~, PW. 6, 2829 ff. + +[3155] ~Mommsen~ 5, 617. + +[3156] ~Baumgarten~, „Hellenistische und römische Kultur“ (Leipzig +1913), 39, 411; ~Blümner~ a. a. O.; ~Hultsch~, PW. 5, 1843. + +[3157] ~Hofmann~, „Beiträge zur Geschichte der antiken Legierungen“ +(Wien 1884; Numismat. Zeitschrift); ~Blümner~ 4, 191. + +[3158] „Tarif des ~Diokletian~“ 53, 59. ~Wilamowitz-Möllendorff~ und +~Niesen~, „Staat und Gesellschaft der Griechen und Römer“ (Leipzig +1910), 253 ff.; ~Kubitschek~, PW. 3, 1151; ~Regling~, PW. 7, 982; +~Wessely~, „Ein Altersindicium im Philogelos“ (Wiener Akad. Denkschr. +1904). + +[3159] „Tarif des ~Diokletian~“ a. a. O.; ~Baumgarten~ a. a. O. 39, +275, 411; ~Hultsch~, PW. 5, 210 ff.; ~Seeck~, PW. 6, 2829 ff.; ~Bibra~, +„Über alte Eisen- und Silber-Funde“, (Nürnberg 1873), 37 ff.; ~Blümner~ +4, 191; ~Forrer~, „Real-Lexikon“ (Berlin 1907; 516, 738). Über die +gefälschten, aus versilbertem Blei und vergoldetem Erz bestehenden +Münzen des Kaisers ~Caracalla~ (211-217) s. ~Cassius Dio~, lib. 67, +cap. 14. + +[3160] ~Hultsch~ a. a. O.; ~Kubitschek~, PW. 3, 1151; ~Regling~, PW. 7, +982. + +[3161] ~Domaszewski~, „Geschichte der römischen Kaiserzeit“ (Leipzig +1909), 2, 305. + +[3162] ~Groag~, PW. 5, 1373. + +[3163] ~Gummerus~, PW. 9, 1531. + +[3164] ~Seeck~, PW. 6, 2829 ff.; ~Groag~, PW. 5, 1396; ~Luschin v. +Ebengreuth~, „Allgemeine Münzkunde und Geldgeschichte des Mittelalters +und der neueren Zeit“ (München 1904), 80. Das „Weißsieden“, das in +neuerer Zeit mit Schwefelsäure erfolgt, geschah damals mit Weinstein +und Salz (ebd. 67). + +[3165] ~Mommsen~ 5, 571. + +[3166] ~Seeck~ a. a. O. + +[3167] ~Mommsen~ 5, 617. + +[3168] ~Kubitschek~, PW. 1, 1388; ~Reil~ 59. + +[3169] ~Groag~ a. a. O.; eine Werkstätte aus der Zeit von 193-235 wurde +neuerdings in Trier aufgedeckt (~Feldhaus~, „Technik der Vorzeit“ 727). +Vgl. ~Forrer~ (a. a. O.), ~Luschin v. Ebengreuth~ (a. a. O. 127) und +~Blümner~ (4, 288). + +[3170] ~Kubitschek~ a. a. O.; ~Groag~ a. a. O. + +[3171] ~Berthelot~, „Arch.“ 223. + +[3172] ~Schäfer~ a. a. O. 15. + +[3173] ~Seeck~, PW. 4, 1062. Ein dauernder Erfolg war hierbei nicht zu +verzeichnen, s. den Befehl ~Valentinians~ I. (367), die eingehenden +Steuerbeträge an Ort und Stelle umzuschmelzen und nur das erzielte +Feinmetall abzuliefern (~Luschin~ 82), sowie die von ~Theodosius~ +(379-395) erlassenen Verbote des Prägens durch Private (ebd. 79) und +der Münzfälschung durch Gießen, der „fusio falsa“ (~Blümner~ 4, 288). + +[3174] ~Hitzig~, PW. 4, 1701. + +[3175] ~Kopp~, „Beitr.“ 9 ff., 56. + +[3176] ~Kopp~ a. a. O.; ~Hoffmann~ 518. + +[3177] ~Kopp~ a. a. O. + +[3178] Mâ. I, 239. + +[3179] ~Diels~, „Antike Technik“ (Leipzig 1914), 108 ff. + +[3180] ~Diels~ a. a. O. + +[3181] ~Kopp~, „Beitr.“ 57; ~Diels~ a. a. O. + +[3182] ~Hoffmann~ 518; vgl. ~Kopp~, „Beitr.“ 65 ff., 77, 361. + +[3183] ed. ~Dressel~ 198 ff.; ~Kopp~ a. a. O. + +[3184] ~Hoffmann~ 517. + +[3185] +So+ nach Traditionen der Kabbala überliefert bei ~Del Rio~, +„Disquisitionum magicarum libri sex“, verfaßt 1602 (Venedig 1652; 48), +und bei ~Morhof~, „Polyhistor“ (Lübeck 1716), 1, 46. + +[3186] ~Kopp~, „Gesch.“ 2, 4 ff. + +[3187] ~Hoffmann~ 520, 521; s. noch weiter unten. + +[3188] ~Drexler~, Ro. 2, 2979. + +[3189] ~Hoffmann~ a. a. O. + +[3190] ~Pott~, „Zeitschr. Deutsche Morgenländ. Gesellschaft“ 1876; 33, +7. + +[3191] ~Hoffmann~ 530. + +[3192] ~Pott~ a. a. O. + +[3193] „Beitr.“ 72. + +[3194] ~Pott~ a. a. O. + +[3195] ~Hoffmann~ 530. + +[3196] ~Kopp~, „Beitr.“ 65. + +[3197] ~Pott~ a. a. O. + +[3198] „Z. D. Morgenl. Ges.“ 1876; 33, 534. + +[3199] ~Stephanides~, „Psammurgika und Chymeia“ (Mytilene 1909; +neugriechisch); im Auszuge A. Nat. 3, 180; M. G. M. 9, 137; ebd. 15, +87, 119. + +[3200] ~Diels~, „Antike Technik“ 108 ff.; „Zeitschrift für +vergleichende Sprachforschung“ 1916; 47, 199. + +[3201] Den Persern galt noch in später Zeit Alchemist = Babylonier +(~Boll~ „Sphaera“ 9, 10; nach dem persischen Wörterbuche +Burhân-i-qâtiʿ). + +[3202] ~Gildemeister~ a. a. O. 534. + +[3203] ed. ~Ruska~ (Heidelberg 1912), 172. Die Stelle ist überdies nach +~Ruska~ +nur+ in einer späten hebräischen Übersetzung vorhanden. + +[3204] ~Pott~ a. a. O. + +[3205] ~Hoffmann~ 530. + +[3206] „Beitr.“ 65 ff. + +[3207] ~Pott~ a. a. O. + +[3208] ~Diels~ a. a. O. + +[3209] „Z. D. Morgenl. Ges.“ 33, 534. + +[3210] ebd. 33, 536. Vgl. ~Ruska~, „Enz. d. Islams“ 2, 24. + +[3211] ~Riess~, PW. 1, 1338. + +[3212] Z. B. bei ~Kosmas~ (7. Jahrhundert), dessen Schrift vielleicht +erst in byzantinischer Fassung vorliegt. + +[3213] ~Hoffmann~ 530. + +[3214] ~Seidel~, „Sitzungs-Berichte“ (Erlangen 1915), 65, 67. + +[3215] ed. ~Ruska~ 130. + +[3216] ~Hoffmann~ 530. + +[3217] S. z. B. ~Berthelot~, „Mâ.“ II, 179 ff. + +[3218] „Poimandres“ 166 ff., 365. + +[3219] Die in ~Alnadims~ „Fihrist“ angeführten, sehr frühen +Übersetzungen des ~Sergius von Rischʿaina~ (~Berthelot~, „Mâ.“ II, +Vorr. 4) sind Pseudepigraphen (~Hoffmann~ 517). + +[3220] ~Berthelot~, „Mâ.“ I, 133; s. auch 121 ff. + +[3221] ~Hoffmann~ 530. + +[3222] Aus diesem Grunde führt das in seinen Farben so wandelbare +übermangansaure Kalium noch jetzt in der Chemie den Namen „Chamäleon“. +-- Nach ~Ruska~ heißt das Chamäleon syrisch Kamaleôn oder Kamalewân, +auch Kemelîntos (vom griechischen Genitiv χαμαιλεόντος), die Chemie +aber (neben Kîmija) Kamele’a, Kemela’a, oder Kemâle’a: die Form +Kemele’a, die allein bei ~Bar Bahlul~ vorzukommen scheint, ist +vielleicht nur ein Kunstprodukt, allenfalls entstanden durch Umstellung +des arabischen alkîmiâ zu kimalia? + +[3223] ~Gildemeister~ a. a. O.; ~E. Wiedemann~, „Beiträge“ (Erlangen +1902 ff.), 2, 350. + +[3224] Üb. ~Dieterici~ (Berlin 1858 ff.), 2, 22; 5, 130. + +[3225] ~E. Wiedemann~, „Journal f. prakt. Chemie“ 1907; 76, 73 ff.; M. +G. M. 8, 485. + +[3226] Zitiert bei ~Nabarawi~ (12. Jahrhundert) nach ~E. Wiedemann~, +„Beitr.“ 40, 192, der irrtümlich an „Chemie des Kochens“ dachte. + +[3227] ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 9, 194; „J. f. pr. Chemie“ 76, 123. + +[3228] ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 2, 345 ff. + +[3229] Üb. ~Greve~ (Leipzig 1908), 7, 86. + +[3230] ~E. Wiedemann~, in ~Feldhaus-Klinckowstroems~ +„Geschichtsblättern“ (3, 195). + +[3231] ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 5, 436. + +[3232] ebd. 24, 76; diese Ansicht erhielt sich bis in das 17. +Jahrhundert, s. ~Kopp~, „Beitr.“ 70. + +[3233] ~E. Wiedemann~, „Journal für praktische Chemie“ 76, 113. + +[3234] ~Volhards~ Ansicht („Zur Geschichte der Metalle“, Leipzig 1897; +13), +diese+ Bedeutung sei die ursprüngliche „wegen Unbekanntschaft +mit der Chemie“, ist sichtlich völlig irrtümlich; überdies lautet +eine andere Stelle: „Kein Einz’ger Toter ward zum Leben wach, Er +sah, daß die Chemie hierzu zu schwach“, -- was offenbar auf die +als „Wiederbelebung“ bezeichnete chemische Operation anspielt (üb. +~Hammer~, in ~Wollheims~ „National-Litteratur der orientalischen +Völker“, Berlin 1873; 2, 498). + +[3235] ~Schäfer~, „M. G. M.“ 4, 296 (seine Meinung wird von anderen +Fachgenossen nicht geteilt); ~Diels~ a. a. O. + +[3236] ~Kopp~, „Beitr.“ 66; ~Hoffmann~ 527. + +[3237] ~Brugsch~, „Aeg.“ 22, 406, 200. + +[3238] ~Brugsch~ a. a. O. 291. + +[3239] ebd. 404. + +[3240] ebd. 404. + +[3241] ~Brugsch~, „Rel.“ 707. + +[3242] ~Sethe~, PW. 3, 2101. + +[3243] ~Sethe~, PW. 3, 2233. + +[3244] ~Pietschmann~, PW. 1, 985, 986; ~Sethe~, PW. 3, 2404. + +[3245] lib. 1, cap. 21; ed. ~Leemans~ (Amsterdam 1835), 31, 229. + +[3246] ~Pott~ a. a. O. 33, 17 ff. + +[3247] ~Usener~, „Götternamen“ 371 ff. + +[3248] „Beitr.“ 65 ff. + +[3249] ~Hoffmann~ 525. + +[3250] ~Hoffmann~ 529. + +[3251] ebd. 517. + +[3252] Vgl. den durch στέρησις (Stéresis) bedingten Zustand der Materie +bei ~Plotinos~. + +[3253] ~Hoffmann~ 526. + +[3254] ~Kopp~, „Beitr.“ 68; +so+ bei ~Stephanos Byzantinos~, einem +Lexikographen um 500. + +[3255] ~Hoffmann~ 527. + +[3256] ~Hoffmann~ 517. + +[3257] ~Aristoteles~, „Tierkunde“, lib. 2, cap. 11. + +[3258] ~Plinius~, lib. 22, cap. 21; ~Dioskurides~, lib. 3, cap. 9. + +[3259] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 150. + +[3260] ~Hoffmann~ 526. + +[3261] ~Hoffmann~, ebd. + +[3262] ~Hoffmann~ 517, 527; ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 23. + +[3263] ~Dozy~, „Bericht über den 6. intern. Orientalisten-Kongreß“ +(Leiden 1885), 295. + +[3264] ~Hoffmann~ 527. + +[3265] ebd. 524. + +[3266] ~Hoffmann~ 529. + +[3267] ~Hoffmann~ 527. + +[3268] ~Plutarch~, „Isis und Osiris“, cap. 22. + +[3269] ~Hoffmann~ 528. + +[3270] Nachdem die ursprüngliche Bedeutung längst völlig vergessen war, +wurde das ὕδωρ θεῖον abermals zum „göttlichen Wasser“, nunmehr aber im +Sinne eines wunderwirkenden, magischen. + +[3271] ~Hoffmann~ 529; ~Bouché-Leclercq~ 231. + +[3272] Nicht mit letzterem selbst, wie ~Hoffmann~ annimmt (529). + +[3273] ~Hoffmann~ 529. + +[3274] ~Plutarch~ a. a. O., cap. 39. + +[3275] ~Hoffmann~ 527. Über die „Milch der schwarzen Kuh“ als Opfergabe +s. ~Wessely~, „Wiener Akad. Denkschr.“ 1882, 163; ~Dieterich~, +„Abraxas“ 157, 172, 181, sowie ~Oldenberg~, „Religion des Veda“ (Berlin +1894; 354) als (abergläubischen?) Zusatz zu Arzneimitteln erwähnt sie +schon der gegen 1500 v. Chr. niedergeschriebene „Papyrus ~Ebers~“ +(~Lippmann~, „Abh.“ 2, 1). + +[3276] ~Rehm~, PW. 6, 714. + +[3277] ~Berger~, „Geschichte der wissenschaftlichen Erdkunde der +Griechen“ (Leipzig 1903), 130, 282, 322, 555; ~Gilbert~ 570 ff.; +~Rehm~ a. a. O.; ~Roscher~, „Tessarakontaden“ (Leipzig 1909), 60, 165; +~Günther~, M. G. M. 15, 212. + +[3278] ~Kugler~, „Im Bannkreis Babels“ (München 1910), 85; ~Bezold~, A. +Rel. 15, 236; ~Lenormant~, „Anf.“ 2, 21. + +[3279] ~Philo~, üb. ~Cohn~ 1, 317 ff. + +[3280] ~Roscher~ a. a. O. 80. + +[3281] ebd. 22, 97, 174. + +[3282] ebd. 72, 128, 135. + +[3283] ~Plinius~, lib. 36, cap. 43; ~Blümner~ 3, 68. + +[3284] ~Krause~, „Pyrgoteles“ (Halle 1856), 18; ~Rossbach~, PW. 7, 1103. + +[3285] ~Kugler~ a. a. O. 134. + +[3286] ~Prellwitz~, PW. 7, 1098; ~Keller~, „Die antike Tierwelt“ +(Leipzig 1909), 2, 553. + +[3287] PW. 1, 1338. + +[3288] „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“, ed. ~Diergart~ (Leipzig 1909), 176. + +[3289] Erwähnt sei noch, daß im Spätlateinischen aegyptium = schwarz +bedeutet (~Maigne d’Arnis~, „Lexicon mediae Latinitatis“, Paris 1890; +100). + +[3290] ~Hoffmann~ 524, 525. + +[3291] ~Hofmann~ 516. + +[3292] ~Hoffmann~ 524 ff. + +[3293] ~Hoffmann~ 519, 520; ~Esra~ findet sich in einem syrischen +Manuskript der Cambridger Bibliothek genannt. + +[3294] ~Plinius~, lib. 30, cap. 2: über ~Moses~, ~J(oh)annes~ oder +~Jamnes~, ~Lotapes~. + +[3295] ~Friedlaender~ 1, 366. + +[3296] ~Kopp~, „Beitr.“ 355; ~Berthelot~, „Or.“ 56, 170. + +[3297] ~Berthelot~, „Coll.“ II, 138 ff., 214; „Mâ.“ I, 265 ff. + +[3298] ~Berthelot~, „Coll.“ III, 95. + +[3299] Überliefert in ~Alnadims~ „Fihrist“, s. ~Berthelot~, „Mâ.“ II, +27 ff. + +[3300] ~Steinschneider~, „Lapidarien, ein kulturgeschichtlicher +Versuch“ (Berlin 1896), 44. + +[3301] ~Hoffmann~ 524. + +[3302] Vgl. ~Berthelot~, „Coll.“ II, 182, 183. + +[3303] ~Berthelot~, „Coll.“ II, 214; III, 207. + +[3304] ebd. II, 35 ff.; s. dort auch über μυστήριον, καταβαφὴ χρυσοῦ, +ταριχεία ὄξος τῶν φιλοσόφων, und Glasöfen. + +[3305] ~Berthelot~, „Mâ.“ I, 265 ff. + +[3306] ~Berthelot~, „Coll.“ II, 389 ff., 372. + +[3307] ~Dieterich~, „Abraxas“ 165; 137, 155. + +[3308] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 76, 143, 163, 173, 181 ff., 279 ff., +288; betreff ~Moses~ und ~Mirjams~ 183, 187; ~Dieterich~ a. a. O. 197, +203; 161. + +[3309] ~Dieterich~ a. a. O. 189, 193; 187. + +[3310] ebd. 191. + +[3311] ~Harnack~, „Miss.“ 440, 489. + +[3312] ~De Pauw~, „Égyptiens et Chinois“ (Berlin 1773), 313 ff. + +[3313] ~Hoffmann~ 217. + +[3314] Genesis 6, 1, 2, 4. + +[3315] ~Ed. Meyer~, „Papyrusfund“ 42. + +[3316] ~Delitzsch~, „Das Buch Hiob“ (Leipzig 1912), 8, 143. + +[3317] ~Bousset~, „Gnosis“ 53; A. Rel. 18, 160. + +[3318] ~Kautzsch~, „Apokryphen“ 2, 233 ff.; ~Bousset~ a. a. O. + +[3319] +So+ noch bei ~Lactantius~ (gest. 330) in der „Epitome“, cap. 27. + +[3320] ~Hennecke~, „Apokryphen“ 493, 479; ~Schultz~, „Dok. der Gnosis“ +226. + +[3321] ~Bouché-Leclercq~ 575 ff. Auch bei den Arabern bringen zwei +gefallene Engel, ~Habut~ und ~Marut~, deren schon der Koran Erwähnung +tut (Sure 2, V. 96; üb. ~Rückert~, Frankfurt 1888, 29), den Menschen +die Magie bei („1001 Nacht“, üb. ~Greve~, Leipzig 1908; 3, 366); +~Wensinck~, „Enz. d. Islams“ 2, 289. Die Kosmographie ~Alqazwinis~ (13. +Jahrhundert), der dabei aus ~Aldschahiz~ und ~Almasʿudi~ (9. und 10. +Jahrh.) zu schöpfen scheint, erwähnt die Weiber als „Fangnetze“ der +bösen Marits, rebellischer Geister, die König ~Salomon~ u. a. zwang, in +den Bergwerken zu graben, Eisen und Erz herzustellen, Glas zu erzeugen, +Edelsteine und Perlen aus dem Meere herbeizuschaffen usf. (~Ansbacher~, +Dissert.; Kirchhain 1905, 9 ff., 20 ff.). + +[3322] ~Kautzsch~ a. a. O. 2, 47, 48; 37. + +[3323] ebd. 2, 233 ff.; ~Bousset~, „Gnosis“ 52, 47 ff.; „Slavisches +Henochbuch“ (ed. ~Bonwetsch~), 19. + +[3324] ~Bouché-Leclercq~ 578 ff. + +[3325] ~Justinus~, „Apologie“, üb. ~Veil~ (Stuttgart 1894), 3, 46; +~Athenagoras~, „Supplicium“, cap. 24. + +[3326] ~Kopp~, „Beitr.“ 8. + +[3327] ~Irenaeus~, üb. ~Klebba~ (München 1912), 2 (2), 13; üb. von +~Weber~. + +[3328] ~Kopp~, „Beitr.“ 8 ff. + +[3329] ~Kautzsch~ a. a. O. 2, 238 ff.; ~Kopp~, „Beitr.“ 6; ~Hoffmann~ +217; ~Bouché-Leclercq~ 610. + +[3330] ~Kautzsch~ a. a. O. 2, 238 ff., 275. + +[3331] ebd. 2, 240, 275. + +[3332] ed. ~Dressel~ 189 ff., 97; ~Kopp~, „Beitr.“ 7. + +[3333] Das „Buch des ~Chemes~“ (s. oben). + +[3334] ~Zosimos~ (syr.): ~Berthelot~, „Mâ.“ I, 239; ~Hoffmann~ 518. + +[3335] „Über das Gebet“, cap. 22. + +[3336] Schon in der Sage von ~Hiob~, die im 6. Jahrhundert v. Chr. +bereits im Volksmunde war, ihre dichterische Einkleidung aber +erst später erhielt, heißt eine der Töchter ~Hiobs~ „Schminkhorn“ +(~Delitzsch~ a. a. O. 12, 14). + +[3337] Üb. ~Veil~ 140. + +[3338] ~Kopp~, „Beitr.“ 8, 9. + +[3339] ~Augustinus~ erwähnt beim Fall der Engel durch die Weiber nur +Hermetik und Astrologie („De civitate Dei“, ed. ~Dombart~, Leipzig +1863) 1, 256 ff., 313 ff.; 2, 92. + +[3340] ~Kopp~, „Beitr.“ 56. + +[3341] ~Riess~, PW. 1, 1338. + +[3342] „Deutsche Vierteljahrsschrift“ (Stuttgart 1856), 135; vgl. +~Riess~, PW. 1, 1338. + +[3343] Vgl. ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 139 ff. + +[3344] Zu diesem ganzen Absatze vgl. ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 28 ff., 64 +ff. + +[3345] Noch bei ~Plautus~ ist materiarius = Holzhändler (~Gummerus~, +PW. 9, 1447). -- Die zuerst von italienischen Schiffern entdeckte +westafrikanische „Isola de legname“, „Holzinsel“, wurde in +portugiesischer Sprache „Madeira“ genannt. + +[3346] ~Kopp~, „Über die Verschiedenheit der Materie vom Standpunkte +des Empirismus“ (Gießen 1860), 11. + +[3347] Wie noch in unserem Weingeist, Holzgeist, Salmiakgeist u. dgl. + +[3348] Vgl. ~Kopp~, „Alch.“ 2, 296. + +[3349] ~Kopp~, „Beitr.“ 56. + +[3350] ~Riess~, PW. 1, 1338; ~Bouché-Leclercq~ 507. + +[3351] ~Berthelot~, „Mâ.“ I, 265 ff., 156 ff. + +[3352] ~Zosimos~, bei ~Berthelot~, „Coll.“ II, 123; ~Riess~ a. a. O. + +[3353] ~Berthelot~, „Coll.“ II, 86, 95; „Intr.“ 21, 290; „Mâ.“ III, 77, +99 (bei ~Stephanos~ und ~Olympiodoros~). + +[3354] ~Boll~, A. Rel. 12, 150. + +[3355] ~Blümner~ 2, 353. + +[3356] ~Kopp~, G. 2, 237; vgl. ~Eastlake~ 133; ~Merrifield~ 1, 99; 2, +429, 451. + +[3357] Vgl. die Herstellung des Homunculus aus dem Pneuma des Menschen +bei ~Clemens Romanus~. + +[3358] ~Riess~, PW. 1, 1338. + +[3359] ~Chevreul~ 84, 330; μᾶζα bezeichnet in der Regel das gewöhnliche +Hausbrot (~Blümner~ 1, 58); vgl. ~Berthelot~, „Coll.“ I, 209 ff., 270. + +[3360] ~Diodor~, lib. 1, cap. 25. + +[3361] ~Plinius~, lib. 26, cap. 12. + +[3362] ~Kopp~, „G.“ 2, 178; ~Figuier~ a. a. O. 16. + +[3363] Sie bezeichnet in Babylon und später in Ägypten u. a. auch den +(scheinbaren) Jahreslauf der Sonne am Himmel. + +[3364] ~Oberhummer~, PW. 4, 964; in späterer Zeit wurden sie auch in +allegorischem Sinne benützt, z. B. ἀνθοῦσα oder Flora = „die Blühende“ +für Konstantinopel. + +[3365] ~Tschirch~, „Handbuch der Pharmakognosie“ (Leipzig 1910), 304. + +[3366] ~Eitrem~, PW. 8, 759, 743; ~Schmidt~, PW. 3, 2106. + +[3367] S. „Blut des ~Mars~“, „Samen des ~Ammon~“, „Schaum des +~Typhon~“, „Finger des ~Hermes~“, „Haar der ~Aphrodite~“, „Bart des +~Zeus~“ und viele andere bei ~Lobeck~ 885 ff.); so auch Galle = Süßes, +Essig = Honig, ... (ebd. 877). -- Die Abteilung V des „Leidener +Papyrus“ führt 37 derartiger Decknamen auf, z. B. „Blut der Schlange“ += Hämatit, „Haare des Hundsaffen“ = Dillsamen, „Knochen des Ibis“ = +Rhamnus, „Samen des ~Herakles~“ = Eruka, usf.; sie sind vergleichbar +jenen der mittelalterlichen Mönchsmedizin, z. B. „Auge des Herrn“ = +Vergißmeinnicht, „Rose der hl. ~Maria~“ = Pfingstrose, „Kraut des +hl. ~Petrus~“ = Primel, „Kraut der hl. ~Katharina~“ = Lein, usf. +(~Berendes~, „Das Apothekenwesen“, Stuttgart 1907; 3, 75). + +[3368] Später auch = „Rote Tinktur“ (~Schmieder~ 62). + +[3369] ~Roeder~, PW. 4, 777 (nach ~Manetho~); ~Lobeck~ a. a. O. + +[3370] Wegen der Wichtigkeit dieses Vorganges ist daher bei +~Pseudo-Moses~ μᾶζα auch = Chemie, ja chemisches Lehrbuch. + +[3371] ἀλλοιοθῆναι noch im „Stockholmer Papyrus“ (26). + +[3372] „Bestreiche (χρῖσον) ein Sperberei halb mit Gold, halb mit +Zinnober, trage es und sprich den [geheimen göttlichen] Namen!“ +(~Dieterich~, „Abr.“ 187). + +[3373] S. im „Stockholmer Papyrus“. + +[3374] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 23 ff.; s. den aristotelischen Vergleich +des Essigs mit „totem“ Wein. + +[3375] Für „göttlich“ und „heilig“ galt der Schwefel seit altersher, +nach ~Plutarch~ (48-125) „weil sein Geruch dem des Blitzes gleicht“ +(üb. ~Bähr~, Stuttgart 1828 ff.; 3, 2009). + +[3376] Bei ~Hippokrates~ (um 430 v. Chr.) ist Chrysokolla = Malachit +(üb. ~Fuchs~ 3, 311, 447), d. i. ein Kupfercarbonat, dessen man sich +tatsächlich zum Löten des Goldes bediente; aus der römischen Kaiserzeit +wird berichtet, daß ~Nero~ den Zirkus statt mit Sand mit Chrysokolla +bestreuen ließ, um sich als Anhänger der Partei der „Grünen“ zu +bezeichnen, und daß auch wilde Tiere mit Chrysokolla, Zinnober, Purpur +und Scharlach gefärbt in den Zirkusspielen auftraten (~Friedlaender~ 2, +343, 405). Späterhin ging der Namen Chrysokolla auf die verschiedensten +zum Löten dienlichen Salze über (~Kopp~, „G.“ 3, 336; 4, 167), daher +bereitet z. B. ~Paulos Aigineta~ (7. Jahrhundert) Chrysokolla = +Goldloth aus dem Harn kleiner Knaben, -- offenbar aus den in ihm +enthaltenen Phosphaten (lib. 7, cap. 3; üb. ~Berendes~, Leiden 1914, +698, 735). + +[3377] ~Nies~, PW. 2, 1272. + +[3378] ~Krause~, „Pyrgoteles“ (Halle 1856), 80, 107; ~Blümner~, PW. 7, +2216; ~Plinius~, lib. 36, cap. 146 ff.; ~Isidorus Hispalensis~, lib. +16, cap. 4, 17; ~Marbod~ (1035-1123), „Liber lapidum“, ed. ~Beckmann~ +(Göttingen 1799), 77. + +[3379] ~Kopp~, „Beitr.“ 499; ~Berthelot~, „Mâ.“ I, 20. + +[3380] ~Firmicus~, lib. 4, cap. 14; ~Salmasius~, „De annis ...“ 56, +98; ~Hoffmann~ 523; ~Bouché-Leclercq~ 528. Die „Gefahr“ liegt darin, +daß 63 = 7 × 9 ist, also das Produkt dieser beiden, schon an sich sehr +verdächtigen Zahlen. + +[3381] ~Hoffmann~ 525. + +[3382] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 5, 340 ff.; ~Wellmann~, PW. 5, 135; +~Diels~, „Vorsokratiker“ (Berlin 1912), 2, 122 ff.; ~Nestle~, „Die +Vorsokratiker“ (Jena 1908), 63. + +[3383] ~Diels~, „Vors.“ 2, 10 ff.; ~Pietschmann~, PW. 2, 355. + +[3384] ~Plinius~, lib. 30, cap. 9; ~Wellmann~, PW. 4, 2180. + +[3385] ~Wellmann~, PW. 5, 135; ~Diels~, „Vors.“ 2, 19 ff. + +[3386] ~Diels~, „Vors.“ 2, 54. + +[3387] Einen anderen weit jüngeren Autor des gleichen Namens scheint +~Galenos~ zu erwähnen (~Diels~, „Vors.“ 2, 160). + +[3388] ~Wellmann~, PW. 3, 676, 2105; 5, 135; Suppl. 1, 255; M. G. M. +15, 52. + +[3389] ~Diels~, „M. G. M.“ 2, 226; „Antike Technik“ 108 ff.; „Vors.“ +2, 125. Das nach ~Stephanides~ (A. Nat. 3, 185) der „Physik“ des +~Aristoteles~ entlehnte Wort χειρόκμητα steht im Gegensatze zu φυσικά, +wie „Hand- und Kunstgriffe“ zum „natürlichen Verlaufe der Dinge“. + +[3390] Im 4.-6. Jahrhundert? (~Diels~, M. G. M. 2, 226). + +[3391] ~Diels~, „Antike Technik“ 108 ff. + +[3392] ~Weidlich~, PW. Suppl. 1, 3. + +[3393] ~Diels~, M. G. M. 2, 226; ~Wellmann~ a. a. O. + +[3394] ~Meyer~, „Gesch. Bot.“ 1, 277; 1, 269, 275. Vgl. ~Haller~, +„Bibliotheca Botanica“ (Zürich 1771), 1, 14, 132. + +[3395] ~Celsus~, ed. ~Daremberg~ (Leipzig 1859), lib. 2, cap. 38. +-- Was er bietet, ist eine Zusammenfassung (wenn nicht Übersetzung) +hellenistischer Vorlagen. + +[3396] ~Caelius Aurelianus~, ed. ~Amman~ (Amsterdam 1709), 224, 227, +232, 493. + +[3397] ~Heeg~, M. G. M. 14, 276; ~Sudhoff~, ebd. 14, 315; +~Pagel-Sudhoff~, „Einführung in die Geschichte der Medizin“ (Berlin +1915), 133, nach ~Wellmann~; auch „orphische“ Schriften gleicher Art +lassen sich noch im 4. Jahrhundert n. Chr. nachweisen. + +[3398] ~Sudhoff~, „A. Med.“ 9, 79 ff., 84, 111. + +[3399] ~Wellmann~ a. a. O. + +[3400] lib. 7, cap. 5; lib. 11, cap. 3. + +[3401] lib. 10, cap. 12. + +[3402] ~Diels~, „Vors.“ 2, 125 ff. + +[3403] ~Diels~, „Vors.“ 125, 129; ~Wellmann~, M. G. M. 7, 206; ~Meyer~, +„Gesch. Bot.“ 2, 55. + +[3404] ~Diels~, „Antike Technik“ 108 ff. + +[3405] ~Diels~, „Vors.“ 2, 130 ff. Dafür, daß hierbei, wie ~Diels~ +(„Ant. Techn.“ 108 ff.), ~Berthelot~ folgend, annimmt, die Darstellung +des Elektrons (Asems) eine ausschlaggebende Rolle gespielt habe, lassen +sich keine bestimmten Beweise erbringen; auch bleibt als Ziel überall +die Gewinnung kostbarer Metalle, Steine und Farbstoffe bestehen und +nicht die eines bestimmten „Gusses“ (χύμα, Chýma), von dem dann die +Chemie ihren Namen empfangen hätte. + +[3406] ~Riess~, PW. 1, 1338. + +[3407] ~Berthelot~, „Arch.“ 223; ~Diels~, „Vors.“ a. a. O. + +[3408] ~Diels~, „Vors.“ 2, 20, 53; ~Wellmann~, PW. 5, 135; 3, 676, +2105; Suppl. 1, 255. + +[3409] „Stockholmer Papyrus“, ed. ~Lagercrantz~ 90, 96 ff., 120; +~Lippmann~, „Chemische Papyri des 3. Jahrhunderts“ (Chemiker-Zeitung +1913), 933. + +[3410] „Stockholmer Papyrus“ 110 ff. + +[3411] ~Riess~, PW. 1, 1338. + +[3412] „Stockh. Pap.“ 112. + +[3413] ~Riess~ a. a. O. + +[3414] „Stockh. Pap.“ 108 ff., 110. + +[3415] ~Riess~ a. a. O. + +[3416] ~Diels~, „Deutsche Litteratur-Zeitung“ (1913); 35, 906. + +[3417] Vgl. ~Diels~, „Ant. Techn.“ 108 ff. + +[3418] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 3, 34. + +[3419] ebd. 3, 60, 151. + +[3420] ebd. 3, 34. + +[3421] ~Ed. Meyer~, „Papyrusfund“ 73, 83; 407. + +[3422] ~Alexander~ von ~Tralles~ ed. ~Puschmann~ 1, 566. + +[3423] ~Boehm~ PW. 9, 80. + +[3424] ~Riess~ PW. 1, 1338. + +[3425] ~Riess~ a. a. O. + +[3426] ~Plinius~, lib. 30, cap. 8. + +[3427] ~Apuleius~, „Apologie“, cap. 27 u. 90; ~Lobeck~ 235; ~Diels~, +„Vors.“ 2, 129, 188; ~Bousset~, A. Rel. 18, 168. + +[3428] ~Zeller~ 3 (2), 155. + +[3429] „Octavius“, cap. 26; üb. ~Dombart~ (Erlangen 1875), 14. + +[3430] „De anima“, cap. 57. + +[3431] ~Bousset~ a. a. O. + +[3432] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 108; ~Diels~, „Vors.“ 2, 129. + +[3433] ~Wellmann~, PW. 4, 2056; 6, 849; ~Rossbach~, PW. 7, 1098, 1113. + +[3434] ~Lobeck~ 887 ff.; vgl. 234 ff., 376. + +[3435] ~Alexander~ von ~Tralles~, ed. ~Puschmann~ 1, 566; 2, 474; vgl. +1, 564. + +[3436] ~Firmicus~, lib. 5, cap. 16; ~Hoffmann~ 523. + +[3437] ~Berthelot~, „Mâ.“ III, 119 ff.; ~Cumont~, „Rel.“ 389. + +[3438] In ~Berthelots~ „Coll.“ + +[3439] Deckname. + +[3440] PW. 1, 1338. + +[3441] „Poim.“ 143, 365; „Wundererzählungen“ 105. + +[3442] lib. 1, cap. 25. + +[3443] Nach ~Hoffmann~ Ormanuthi, d. i. Eumenuthi bei Kanopos (516). + +[3444] ~Reitzenstein~ a. a. O., sowie 140 ff. + +[3445] ~Riess~ a. a. O. + +[3446] „Poim.“ 143. + +[3447] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 145, 146; ~Hoffmann~ 525. + +[3448] A. Rel. 8, 356 ff. + +[3449] ~Pietschmann~, PW. 1, 2649; ~Riess~, PW. 1, 1388. + +[3450] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 143; ~Zielinski~ a. a. O. + +[3451] ~Reitzenstein~ a. a. O.; ~Zielinski~ a. a. O.; ~Hoffmann~ 525. + +[3452] ~Hoffmann~ a. a. O. + +[3453] ~Zielinski~ a. a. O.; ~Kroll~, PW. 8, 802. + +[3454] ~Zielinski~, A. Rel. 8, 356 ff., 367; ~Schultz~, „Dok. d. +Gnosis“ 200. + +[3455] ~Zielinski~, A. Rel. 8, 356 ff. + +[3456] ~Riess~, PW. 1, 1338. + +[3457] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 8; an einer Stelle beruft er sich auch +auf ~Poimandres~ (~Riess~ a. a. O.). + +[3458] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 266 ff.; 366. + +[3459] ~Sethe~, M. G. M. 1, 356. + +[3460] ~Pietschmann~, PW. 2, 1681, 1697; Schriften des ~Asklepios~ +(~Aeskulap~) und ~Anubis~ über die ihnen von ~Hermes~ anvertrauten +Geheimnisse kennen schon das 1. Jahrhundert v. Chr. und die beginnende +Kaiserzeit (~Hoffmann~ 522). + +[3461] ~Roeder~, PW. 9, 1213 ff. + +[3462] ~Hoffmann~ 522. + +[3463] ~Bousset~, PW. 7, 1534 ff.; ~Riess~, PW. 1, 1338. ~Riess~ ist +der Ansicht, daß ~Zosimos~ selbst noch Heide war, daß aber seine +Schriften bereits frühzeitig, vor dem 7. Jahrhundert, eine christliche +Überarbeitung erfahren hatten. + +[3464] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 368 ff. + +[3465] ebd. 364, 215. + +[3466] ~Reitzenstein~, „Wundererzählungen“ 10; „Mysterien-Religionen“ +141. + +[3467] ~Reitzenstein~, „Myst. Rel.“ 145. + +[3468] ebd. 145. + +[3469] ebd. 142. + +[3470] ~Kroll~, PW. 8, 801. + +[3471] Vgl. ~Berthelot~, „Mâ.“ I, 1 ff., 221 ff. + +[3472] ~Bousset~, „Gnosis“ 191. + +[3473] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 9, 11, 68. + +[3474] ebd. 364; auch nach christlicher Lehre aus dem 2. Jahrhundert +wird der Seele Reinheit, geheime Weisheit und geheime Kraft durch das +Pneuma zuteil, das Pneuma aber durch die Taufe (ebd. 219). + +[3475] Sulzbach 1814. Übersetzung bei ~Olck~, PW. 3, 459; vgl. ~Reil~ +164 ff. + +[3476] „Festschrift für ~F. C. Andreas~“ (Leipzig 1916), 33. + +[3477] Über die 7 Hallen, die neben-, nicht übereinander geordnet die +Fläche des Himmels einnehmen (nach altägyptischer Anschauung), s. +„Poimandres“ 67. + +[3478] Betreff der Wechselwirkung babylonischer, iranischer und +ägyptischer Religions-Vorstellungen bereits in der Frühzeit des +Hellenismus vgl. ~Reitzenstein~ „Die Göttin ~Psyche~ in der +hellenistischen und frühchristlichen Litteratur“ (Heidelberg 1917) 17. + +[3479] ~Sprengel~, „De artis chemicae primordiis“ (Halle 1823), 9. + +[3480] PW. 1, 1338. + +[3481] PW. 8, 799. + +[3482] „Antike Technik“ 108 ff. + +[3483] Vgl. den 1. Abschnitt dieses Buches, unter Beachtung der älteren +griechischen und späteren syrischen Quellen. + +[3484] +So+ noch überliefert bei dem Araber ~Alhabib~ (s. unten). + +[3485] ~Demokritos~, ~Zosimos~; ~Petasios~. + +[3486] ~Demokritos~, ~Olympiodoros~. + +[3487] ~Maria~, ~Agathodaimon~. + +[3488] ~Zosimos~. + +[3489] ~Pelagios~. + +[3490] ~Iamblichos~. + +[3491] ~Olympiodoros~. + +[3492] ~Komarios~. + +[3493] ~Stephanos~. + +[3494] ~Zosimos~. + +[3495] ~Maria~, ~Hermes~, ~Zosimos~, ~Olympiodoros~. + +[3496] ~Stephanos~. + +[3497] ~Demokritos~, ~Maria~, ~Hermes~, ~Komarios~. + +[3498] ~Demokritos~. + +[3499] ~Zosimos~. + +[3500] ~Demokritos~. + +[3501] ~Stephanos~. + +[3502] ~Zosimos~. + +[3503] So schon dem ~Zosimos~ wohlbekannt (~Alhabib~). + +[3504] ~Zosimos~, ~Olympiodoros~. + +[3505] ~Zosimos~, ~Komarios~, ~Pelagios~. + +[3506] ~Demokritos~, ~Maria~, ~Zosimos~, ~Pelagios~. + +[3507] ~Agathodaimon~. + +[3508] ~Zosimos~, ~Synesios~. + +[3509] ~Demokritos~, ~Pelagios~. + +[3510] ~Maria~, ~Synesios~. + +[3511] ~Maria~, ~Zosimos~, ~Pelagios~. + +[3512] ~Demokritos~, ~Olympiodoros~. + +[3513] ~Maria~, ~Komarios~, ~Petasios~, ~Zosimos~. + +[3514] u. + +[3515] ~Olympiodoros~. + +[3516] ~Zosimos~. + +[3517] ~Maria~, ~Zosimos~, ~Stephanos~, Techn. Abh. + +[3518] ~Komarios~, ~Stephanos~. + +[3519] ~Johannes~. + +[3520] ~Demokritos~, ~Kleopatra~, ~Zosimos~, ~Stephanos~; Techn. Abh. +(40 Tage für Silber, 41 für Gold). + +[3521] ~Komarios~, ~Hermes~, ~Ostanes~, ~Maria~, ~Zosimos~, Techn. Abh. + +[3522] ~Johannes~, ~Zosimos~, ~Phil. Anonym.~, Techn. Abh. + +[3523] ebd. + +[3524] ~Maria~, ~Kleopatra~, ~Olympiodoros~. + +[3525] ~Hermes~, ~Zosimos~, ~Stephanos~. + +[3526] ~Maria~, ~Hermes~, ~Kosmas~, ~Olympiodoros~, ~Phil. Anonym~. + +[3527] ~Agathodaimon~, ~Johannes~, ~Zosimos~. + +[3528] ~Demokritos~, ~Agathodaimon~, ~Ostanes~, ~Zosimos~. + +[3529] ~Olympiodoros~. + +[3530] ~Maria~, ~Hermes~, ~Zosimos~, ~Phil. Anonym~. + +[3531] ~Maria~. + +[3532] ~Hermes~, ~Agathodaimon~, ~Zosimos~, ~Olympiodoros~. + +[3533] ~Kleopatra~, ~Chimes~, ~Zosimos~, ~Kosmas~, ~Olympiodoros~, +~Stephanos~. + +[3534] ~Hermes~, ~Zosimos~. + +[3535] ~Moses~, ~Johannes~, ~Zosimos~, ~Synesios~, ~Stephanos~. + +[3536] ~Kleopatra~, ~Komarios~, ~Zosimos~. + +[3537] ~Kleopatra~, ~Komarios~. + +[3538] +So+ erhalten bei ~Krates~ (s. unten). + +[3539] ~Demokritos~, ~Hermes~, ~Zosimos~. + +[3540] ~Olympiodoros~, ~Stephanos~. + +[3541] ~Demokritos~, ~Olympiodoros~. + +[3542] ~Demokritos~, ~Pelagios~. + +[3543] ~Zosimos~. + +[3544] ~Demokritos~, ~Zosimos~. + +[3545] ~Maria~, ~Zosimos~. + +[3546] ~Hermes~, ~Zosimos~, ~Stephanos~. + +[3547] ~Komarios~, ~Olympiodoros~. + +[3548] ~Komarios~, ~Hermes~, ~Ostanes~, ~Moses~. + +[3549] ~Zosimos~. + +[3550] ~Demokritos~, ~Ostanes~, ~Zosimos~. + +[3551] ~Zosimos~. + +[3552] ~Zosimos~. + +[3553] ~Olympiodoros~. + +[3554] ~Zosimos~, ~Olympiodoros~. + +[3555] ~Zosimos~. + +[3556] ~Demokritos~ (syr.), ~Hermes~, ~Pibechios~, ~Synesios~. + +[3557] ~Demokritos~. + +[3558] ~Olympiodoros~. + +[3559] ~Zosimos~. + +[3560] ~Maria~, ~Zosimos~, ~Pelagios~. + +[3561] ~Zosimos~, ~Olympiodoros~. + +[3562] Techn. Abh. + +[3563] ~Demokritos~, ~Agathodaimon~. + +[3564] ~Demokritos~, ~Maria~, ~Komarios~. + +[3565] ~Kleopatra~. + +[3566] ~Demokritos~, ~Maria~, ~Zosimos~. + +[3567] ~Zosimos~. + +[3568] ~Phil. Christ~. + +[3569] ~Zosimos~, ~Olympiodoros~. + +[3570] ~Komarios~, ~Zosimos~, ~Pelagios~. + +[3571] ~Hermes~. + +[3572] ~Komarios~, ~Hermes~, ~Ostanes~, ~Zosimos~. + +[3573] ~Hermes~, ~Chimes~. + +[3574] ~Pelagios~, ~Phil. Anonym~. + +[3575] ~Johannes~, ~Zosimos~. Über die „Wunder des Ätzkalkes“ s. +~Lippmann~, „Abh.“ 1, 77. + +[3576] ~Zosimos~. + +[3577] ~Zosimos~. + +[3578] ~Demokritos~. + +[3579] ~Zosimos~, ~Olympiodoros~. + +[3580] ~Brugsch~, „Äg.“ 321, 326; ~Steindorff~, „Die Blüte des +Pharaonenreiches“ (Leipzig 1900), 97; ~Lepsius~, „Über die Götter ...“ +233. + +[3581] ~Pietschmann~, PW. 1, 2807. + +[3582] ~Brugsch~ a. a. O. 318, 330. + +[3583] ~Brugsch~, ebd. u. 326, 329. + +[3584] ~Brugsch~, „Rel.“ 73. + +[3585] Nach ~Prinz~ ist diese Erklärung nicht ausgeschlossen, aber +keineswegs sicher bewiesen („Symbolik“ 20, 12), und das Bild besitzt +nur untergeordnete Bedeutung, hauptsächlich für die Schrift. Die +Form der geflügelten Scheibe kommt schon im alten Reiche vor (ebd. +11, 42 ff.), tritt aber selbst im mittleren noch ziemlich vereinzelt +auf (ebd. 43). Für den Mond ist das wichtigste Bild der in der +Sichel ruhende Vollmond, während die einfache Sichel fast nur in der +Schrift gebräuchlich ist (ebd. 13) und als Zeichen der ~Isis~ erst in +ptolemäisch-römischer Zeit auftaucht (ebd. 51). + +[3586] ~Jeremias~, „Handbuch“ 31. + +[3587] ~Dieterich~, „Abraxas“ 189, 190, 193, 199, 204; über ☉ = Löwe +(gelb und zur Sonne gehörig) und das Symbol der sich in den Schwanz +beißenden Schlange = κόσμος = Sonne s. ebd. 52. + +[3588] Nach ~Prinz~ sind alle diese babylonischen Zeichen durchaus +einheimischer und selbständiger Herkunft (a. a. O. 74 ff., 117). + +[3589] ~Hüsing~, A. Rel. 4, 350. + +[3590] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (2), 639; 630, 632. + +[3591] ebd. 3, 123. + +[3592] ebd. 3, 40; ~Dieterich~, „Mithras“ 46, s. Titelbild; Abbildung +des Zeichens auch ~Boll~, „Sphaera“ 308. + +[3593] ~Dieterich~, „Abraxas“ 199; vgl. den weiter oben erwähnten +„Flügel des ~Hermes~“. + +[3594] ebd. 171, 179, 189, 196, 200, 204, 205. + +[3595] ebd. 5, 64, 174, 176, 180, 186-190, 193, 200, 204. + +[3596] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 147. + +[3597] ~Brugsch~, „Äg.“ 392; ~Berthelot~, „Or.“ 83. + +[3598] So noch bei ~Zosimos~ und ~Kosmas~. + +[3599] „Or.“ 83. + +[3600] ~Lippmann~, „Chemische Papyri des 3. Jahrhunderts“ (Chem.-Ztg. +1913), 933. + +[3601] ~Berthelot~, „Or.“ 332 ff. + +[3602] ~Szanto~, PW. 1, 1614; ~Boll~, „Erf.“ 121, 126. + +[3603] ~Dieterich~, „Abraxas“ 204. + +[3604] ~Kopp~, „Beitr.“ 499; ~Szanto~, PW. 1, 1615. + +[3605] ~Dieterich~, „Abraxas“ a. a. O.; „Mithras“ 8. + +[3606] „Beitr.“ 504. + +[3607] „Kosmos“ (Stuttgart 1860), 3, 424. + +[3608] ed. ~Skutsch~, ~Kroll~, ~Ziegler~ 1, 42, 19. + +[3609] ebd. 2, 43. + +[3610] ~Berthelot~, „Coll.“ II, 82, 84 ff., 97; „Intr.“ 294; „Or.“ 231. + +[3611] ~Usener~, „De Stephano Alexandrino“ (Bonn 1880), 33, 37, 39. + +[3612] ~Berthelot~, „Coll.“ II, 25 ff. + +[3613] ~Berthelot~, „Intr.“ 92 ff., 123, 101 ff. + +[3614] ~Berthelot~, „Coll.“ I, 25, 47. + +[3615] ~Sethe~ und ~Spiegelberg~, M. G. M. 1, 328. + +[3616] ed. ~Schmidt~ 297. + +[3617] „Beiträge zur Geschichte der Erfindungen“ (Leipzig 1786 ff.), 3, +356. + +[3618] „Exercitationes Plinianae“ (Utrecht 1689), 2, 872 ff.; vgl. +~Boerhaave~, „Elementa Chemiae“ (Leiden 1732), 1, 12. + +[3619] üb. ~Dieterici~ 6, 131. + +[3620] Über den Zusammenhang von Mondstationen (Tierkreisbildern) und +Alphabet vgl. ~Lichtenberg~, M. G. M. 13, 248. + +[3621] Üb. ~Kayser~ (Stuttgart 1893), 248 ff., 348; 70, 273 ff. + +[3622] ~Berthelot~, „Mâ.“ I, 1 ff.; 221. + +[3623] κασσίτερον = Kassíteron; κρότινον = Krótinon (syrisch). + +[3624] Die beiden Bilder für Mond und Sonne (Silber und Gold) +nebeneinander gesetzt. + +[3625] Syrisches Wort? + +[3626] ~Hoffmann~ 525. + +[3627] ~Berthelot~, „Mâ.“ I, Vorr. 15. + +[3628] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 150. + +[3629] ~Berthelot~, „Mâ.“ I, 221, 229. -- Über den ursprünglich +astrologischen Gebrauch von ἀναβιβάζων, οἰκοδεσπότης und ähnlichen +Kunstworten s. ~Salmasius~, „De annis climactericis“ (Leiden 1648), +185; 99, 264, 277, 339 ff. + +[3630] ~Berthelot~, „Mâ.“ I, 7, 9. + +[3631] ebd. I, 2. + +[3632] ~Chwolsohn~ 2, 839, 842. + +[3633] ~Salmasius~ a. a. O. + +[3634] ebd.; ~Kobert~, „Arznei-Verordnungs-Lehre“ (Stuttgart 1913), 4. + +[3635] ~Hultsch~, PW. 2, 1077 ff. + +[3636] [Symbol] schon bei ~Archimedes~, s. „Archimedes Werke“, ed. +~Heath-Kliem~ (Berlin 1914), 61; vgl. ~Kubitschek~, PW. 2, 1500, 1512. + +[3637] Nach ~Cantors~ „Vorlesungen über Geschichte der Mathematik“ +(Leipzig 1907; 1, 711) kann hierbei an keinen Zusammenhang mit +der indischen Null gedacht werden, die man zwar in Indien um 500 +seit längerem benützte (ebd. 1, 71), in Alexandria aber erst viel +später kennen lernte als die übrigen (schon im 2. Jahrhundert dahin +verbreiteten) indischen Ziffern, die ebenfalls aus den Buchstaben +des Alphabetes oder der Worte für die Zahlen entstanden waren. Über +die Entwicklung ihrer Gestalten s. die Tafel zu ~Cantors~ Bd. 1, +sowie ~Tropfke~, „Geschichte der Elementar-Mathematik“ (Leipzig 1902; +1, 17). -- Nach ~Jacob~ ist die Bekanntschaft der alexandrinischen +Gelehrten mit den indischen Ziffern (auch noch ohne Null) im 2. oder +3. Jahrhundert noch durchaus zweifelhaft; bei den Arabern ist die +Kenntnis der Null (sifr = leer, daher „Ziffer“) schon im 8. Jahrhundert +sicher bezeugt (also damals wohl nicht mehr ganz neu) und der Gebrauch +indischer Ziffern in einem zu Wien befindlichen arabischen Papyrus von +873 zuerst nachweisbar; die Frage, ob und wie die Zahlzeichen aus den +Anfangsbuchstaben indischer oder arabischer Worte entstanden, bedarf +noch weiterer Aufklärung („Östliche Kulturelemente im Abendlande“, +Berlin 1912, 10 ff.). -- ~Suter~ gibt an, daß die indischen Ziffern ++mit+ der Null um 770 nach Bagdad gelangten, vielleicht aber schon +vorher über Syrien nach Nordafrika und Spanien; als einer der Ersten +bedient sich ihrer ~Alkhwarizmi~ (780-840?), allgemein kamen sie aber +erst im 11. Jahrhundert in Benützung („Enz. d. Islams“ 2, 335). -- In +Indien selbst waren sie im 6. Jahrhundert bereits wohlbekannt (~Rây~, +„History of Hindu Chemistry“ (Calcutta 1909) 2, 117 ff.). + +[3638] ~Schmidt~, „Realistische Chrestomathie aus der Litteratur des +klassischen Altertums“ (Leipzig 1900), 1, 127. + +[3639] ~Kubitschek~ a. a. O.; ~Wessely~, „Chrysographie“, in „Wiener +Studien“ (1890), 12, 265; ~Paulus Aegineta~ (Arzt des 7. Jahrhunderts), +üb. ~Berendes~ (Leiden 1914), 840 ff., lib. 7, cap. 26. Über die +Wiedergabe von Maßen usw. durch die Anfangsbuchstaben ihrer Namen und +aus diesen hervorgegangene Zeichen (z. B. bei ~Celsus~ und ~Galenos~) +s. auch ~Berendes~, „Die Pharmazie bei den alten Kulturvölkern“ (Halle +1891), 35, 77. + +[3640] ~Schmidt~, „Kulturgesch. Beiträge zur Kenntnis des griechischen +und römischen Altertums“ (Leipzig 1914), 15. + +[3641] ~Berthelot~, „Or.“ 113; „Coll.“ II, 24 ff.; „Mâ.“ I, 1 ff. + +[3642] ~Berthelot~, „Coll.“ II, 103. + +[3643] ~De Boer~, „Geschichte der Philosophie im Islam“ (Stuttgart +1901) 21; ~Dieterici~, „Schriften der lauteren Brüder“ (Berlin +1858 ff.) 6, 241 ff.; ~Leclerc~, „Histoire de la médecine arabe“ +(Paris 1876) 1, 122 ff.; ~Brockelmann~, „Geschichte der christlichen +Litteraturen des Orients“ (Leipzig 1907) 42 ff. + +[3644] ~Leclerc~, a. a. O.; ~De Boer~, a. a. O.; ~Meyerhof~, M. G. M. +15, 145. + +[3645] ~Albiruni~, „Chronology of ancient nations“, üb. ~Sachau~ +(London 1879) 227, 337. + +[3646] ~Albiruni~, a. a. O. 338, 344, 345, 348. + +[3647] ~Hommel~, PW. 2, 1307; die Sonne (Schams) war bei ihnen weiblich +und dem Monde untergeordnet. + +[3648] ~Reitzenstein~, „Poim.“ 166 ff., 365. + +[3649] ~Nallino~, M. G. M. 11, 478; „Enzykl. d. Islam“ 1, 514. + +[3650] „Geschichte der Alchemie“ (Halle 1832), 85, 86. + +[3651] Der Historiker ~Ibn Khaldun~ (1332-1406) verwechselt ihn mit +einer anderen Persönlichkeit (~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 1, 48). + +[3652] ~Kremer~, „Kulturgeschichte des Orients unter den Khalifen“ +(Wien 1875) 2, 409; ~Kopp~, „Beitr.“ III, 11; ~Leclerc~, a. a. O. 1, 61 +ff.; ~Berthelot~, „Mâ.“ III 2, 9 ff.; ~E. Wiedemann~, M. G. M. 11, 343. + +[3653] In Wirklichkeit finden sich bei den Kopten nur erst aus dem +Arabischen entlehnte Gedanken und Kunstausdrücke (~Lemm~, M. G. M. 3, +86). + +[3654] ~Wüstenfeld~, „Die Statthalter von Ägypten zur Zeit der +Khalifen“ (Göttingen 1875) 1, 35. + +[3655] ~Leclerc~ 1, 68; die angeblichen lateinischen Übersetzungen von +Werken des ~Khalid~, das sog. „Liber trium verborum“, u. dgl., sind +mittelalterliche Pseudepigraphen. + +[3656] ~Kremer~, a. a. O. 2, 450. + +[3657] Baurak = Alkali, später = Borax. + +[3658] „Beitr.“ 2, 345 ff. + +[3659] ~Leclerc~ 1, 42, 63. -- Der Text des „Fihrist“ gibt den Namen +„~Mrjans~“ an (~Ruska~). + +[3660] ~Leclerc~ 1, 64. -- Von einigen wird er mit dem Gelehrten +~Robert~ von ~Chartres~ identifiziert, vielleicht ist er aber auch +der nämliche wie ~Robert~ von ~Chester~, der auch sonstige arabische +Werke übersetzte, u. a. 1145 ein mathematisches (~Ruska~, „Zur älteren +arabischen Algebra und Rechenkunst“, Heidelberg 1917; 24, 81). + +[3661] ~Leclerc~ 2, 381. + +[3662] ~Wüstenfeld~, „Die Übersetzungen arabischer Werke in das +Lateinische“ (Göttingen 1877), 47. + +[3663] ~Wüstenfeld~, a. a. O. + +[3664] lib. 26, cap. 8. + +[3665] ~Leclerc~ 2, 425. + +[3666] S. den prächtigen Pariser Druck von 1564, 10; 5, 8, 31. ~Madoya~ +ist offenbar aus ~Muawija~ verderbt, und „König“ steht euphemistisch +für Prätendent. + +[3667] Laut S. 22 ist z. B. ~Herlzel~ = ~Heraklius~, was wohl niemand +erraten könnte; dieser Kaiser gilt auch als alchemistische Autorität +(15 ff.). + +[3668] ebd. 19. + +[3669] ebd. 29, 31, 33. + +[3670] ebd. 20, 21, 26, 33, 34. + +[3671] ebd. 21, 33. + +[3672] ebd. 24. + +[3673] ebd. 1, 2, 30 ff. + +[3674] ebd. 19. + +[3675] Auffällig ist „Alchymia“ im Sinne von „Xerion“. + +[3676] In ~Ladenburgs~ „Handwörterbuch“ 2, 530. + +[3677] ~Berthelot~, „Mâ.“ III, 45 ff. + +[3678] ebd. I, 278. Vgl. oben, S. 339, bei „~Pibêchios~“. + +[3679] Mâ. III, 74. + +[3680] ebd. III, 50, 64. + +[3681] Mâ. III, 45 ff. + +[3682] ebd. III, 73 ff. + +[3683] ebd. III, 45 ff.; mit Abbildungen. + +[3684] ebd. III, 46, 74. + +[3685] ebd. III, 63. + +[3686] ebd. III, 59, 62. + +[3687] ebd. III, 58 ff. + +[3688] ebd. III, 52, 61, 69. + +[3689] ebd. III, 69, 71. + +[3690] ebd. III, 50, 68 ff., 169. + +[3691] ebd. III, 71. + +[3692] ebd. III, 69. + +[3693] ebd. III, 49, 54, 70. + +[3694] Mâ. III, 56, 67. + +[3695] ebd. III, 54, 69; 55, 68. + +[3696] ebd. III, 54, 55, 67. + +[3697] ebd. III, 76 ff. + +[3698] ebd. III, 84, 103. + +[3699] ebd. III, 79, 99. + +[3700] ebd. III, 96. + +[3701] ebd. III, 114. + +[3702] ebd. III, 11, 16, 29, 30. -- Das R (statt Z) im Namen des +~Zosimos~ erklärt sich aus dem Fehlen eines sog. diakritischen Punktes +im arabischen Original; im übrigen liegen nur Entstellungen seitens der +lateinischen Abschreiber vor (~Ruska~). + +[3703] ebd. III, 80. + +[3704] ebd. III, 84, 113. + +[3705] ebd. III, 101. + +[3706] ebd. III, 110, 115. + +[3707] ebd. III, 89, 99, 103, 110. + +[3708] ebd. III, 77, 99. + +[3709] ebd. III, 78, 79. + +[3710] ebd. III, 76. + +[3711] ebd. III, 78. + +[3712] Mâ. III, 92 ff.; 109. + +[3713] ebd. III, 91, 97. + +[3714] ebd. III, 79, 85. + +[3715] ebd. III, 79, 92 ff., 109. + +[3716] ebd. III, 85. + +[3717] ebd. III, 81; 99, 111, 114. + +[3718] ebd. III, 112. + +[3719] ebd. III, 87. + +[3720] ebd. III, 90. + +[3721] ebd. III, 80. + +[3722] ebd. III, 116 ff.; s. oben S. 66. + +[3723] ebd. III, 13. + +[3724] ebd. III, 117 ff. + +[3725] ebd. III, 117. + +[3726] ebd. III, 116 ff. + +[3727] Mâ. III, 119 ff. + +[3728] Vgl. den Brief des ~Pibêchios~ an ~Osron~. + +[3729] ebd. III, 124 ff. + +[3730] Vgl. seine Erwähnung bei ~Krates~. + +[3731] ~Kopp~, „Beitr.“ III, 16 ff.; Mâ. III, 2, 9 ff. + +[3732] Vgl. das Verzeichnis Mâ. III, 31 ff. + +[3733] ~Berthelots~ zweckmäßiger Vorschlag, die beiden Schriftsteller +durch die Namen ~Dschabir~ und ~Geber~ zu unterscheiden, ist auch im +nachstehenden befolgt worden. + +[3734] Mâ. III, 126 ff. + +[3735] ebd. III, 16 ff. + +[3736] ebd. III, 21. + +[3737] ebd. III, 126, 127. + +[3738] ebd. III, 131. + +[3739] ebd. III, 126. + +[3740] ebd. III, 18. + +[3741] ebd. III, 128, 132. + +[3742] ebd. III, 129. + +[3743] ebd. III, 130. + +[3744] ebd. III, 133 ff. + +[3745] Mâ. III, 135, 137. + +[3746] ebd. III, 139 ff. + +[3747] ebd. III, 147, 149. + +[3748] ebd. III, 160. + +[3749] ebd. III, 156 ff. + +[3750] ebd. III, 162. + +[3751] ebd. III, 153, 155; die Stelle ist zum Teil unverständlich, +auch bleibt unklar, was unter Barud (= Hagel, Körner, Krystalle, ...) +gemeint ist. + +[3752] Mâ. III, 145. + +[3753] ebd. III, 163 ff. + +[3754] ebd. III, 163. + +[3755] ebd. III, 172; 167, 169. + +[3756] ebd. III, 169. + +[3757] ebd. III, 168, 170 ff. + +[3758] ebd. III, 179 ff.; 168. + +[3759] Mâ. III, 177. + +[3760] ebd. III, 174, 176. + +[3761] ebd. III, 175, 176; die mitgeteilte Beobachtung entspricht den +Tatsachen. + +[3762] ebd. III, 176. + +[3763] ebd. III, 177, 183. + +[3764] ebd. III, 178. + +[3765] ebd. III, 208. + +[3766] ebd. III, 177 ff. + +[3767] ebd. III, 179. + +[3768] Mâ. III, 166, 177; 171. + +[3769] ebd. III, 181. + +[3770] ebd. III, 186 ff. + +[3771] ebd. III, 188. + +[3772] ebd. III, 179 ff., 183, 186 ff., 189. + +[3773] ebd. III, 191 ff. + +[3774] ebd. III, 21. + +[3775] ebd. III, 191 ff. + +[3776] ebd. III, 205, 225. + +[3777] ebd. III, 207 ff. + +[3778] ebd. III, 208. + +[3779] ebd. III, 213. + +[3780] ebd. III, 221. + +[3781] ebd. III, 32 ff. + +[3782] Mâ. II, 320 ff.; 336. + +[3783] Arch. 308 ff. + +[3784] ebd. 308 ff.; Mâ. II, 320 ff.; III, 8. + +[3785] Arch. 350, 356. + +[3786] ebd. 352, 360. + +[3787] ebd. 359. + +[3788] ebd. 357. + +[3789] ebd. 342 ff.; 346. + +[3790] ebd. 346. + +[3791] ebd. 316; 345 ff. + +[3792] ebd. 345, 355. + +[3793] ebd. 356, 351, 348. + +[3794] ebd. 345, 346. + +[3795] ebd. 357; 329 ff., 333. + +[3796] ebd. 352. + +[3797] ebd. 329 ff.; 332 ff. + +[3798] ebd. 315; 311, 362. + +[3799] ebd. 315 ff., 324. + +[3800] ebd. 311, 313, 327, 332, 341. + +[3801] ebd. 353. + +[3802] Arch. 341; 328. + +[3803] ebd. 326 ff. + +[3804] ebd. 354. + +[3805] ebd. 327, 346. + +[3806] ebd. 334, 351. + +[3807] ebd. 351, 354. + +[3808] ebd. 330, 352. + +[3809] ebd. 330, 352. + +[3810] ebd. 358 ff. + +[3811] Mâ. III, 331. + +[3812] Arch. 356. + +[3813] ebd. 358. + +[3814] ebd. 329, 351; 326 ff., 338. + +[3815] ebd. 327. + +[3816] ebd. 312, 325; 312, 317. + +[3817] ebd. 329, 332. + +[3818] ebd. 330. + +[3819] ebd. 318, 324, 351. + +[3820] ebd. 351. + +[3821] ~Goldziher~, M. G. M. 10, 24. + +[3822] ~Dieterici~, „Schriften der lauteren Brüder“ (Berlin 1858 +ff.) 4, Vorr. 1. Die Übersetzung umfaßt acht Teile: a) Philosophie, +Makrokosmos (1876), b) Mikrokosmos (1879); c) Propädeutik (1865); d) +Logik und Psychologie (1868); e) Naturwissenschaft und Naturphilosophie +(1876; 1. Aufl. 1861); f) Der Streit zwischen Mensch und Tier (1858); +g) Anthropologie (1871); h) Lehre von der Weltseele (1873). Sie gibt +nach ~Dieterici~ alles Wichtige treu und genau wieder (4, Vorr. 9; 7, +Vorr. 8); betreff des Naturwissenschaftlichen wurde stets sachkundiger +Beirat benützt (5, Vorr. 16). -- Daß jedoch ~Dieterici~ nur eine +Auswahl, keine vollständige Übersetzung bietet und zudem in vielem +ungenau und unzuverlässig ist, erwähnt ~Ruska~ („Zur älteren arabischen +Algebra ...“, 78). + +[3823] ~Dieterici~ 4, Vorr. 1; 8, Vorr. 5; ~Leclerc~, „Histoire de +la médecine arabe“ (Paris 1876) 1, 393; ~De Boer~, „Geschichte der +Philosophie im Islam“ (Stuttgart 1901) 76 ff.; ~Deussen~ 2 (2), 3, 405 +ff.; ~E. Wiedemann~, „Zur Chemie der Araber“ (Zeitschr. d. Deutschen +Morgenländ. Ges. 1878, 579); ders. „Über die Naturwissenschaften bei +den Arabern“ (Hamburg 1890), 21 ff. -- Unter den abergläubischen +Vorstellungen spielen namentlich die hermetischen eine beachtenswerte +Rolle (~Reitzenstein~, „Poimandres“ 181; „Psyche“ 56 ff.). + +[3824] ~Dieterici~ 3, Vorr. 4 ff. u. 1; ~De Boer~, a. a. O. + +[3825] ~Dieterici~ 3, 184; 4, 1; 6, 263; 7, 41. Alle weiteren Zitate +dieses Absatzes, bei denen nichts Besonderes angegeben ist, beziehen +sich auf die Übersetzung ~Dietericis~. + +[3826] 6, 217. + +[3827] Vorr. 5, 8 ff.; 6, 221 ff. + +[3828] 6, 221 ff. + +[3829] ~Dieterici~, „Philosophische Abhandlungen des ~Alfarabi~“ +(Leiden 1892) Vorr. 38. + +[3830] 7, Vorr. 8; 180 ff., 202 ff. + +[3831] 6, 241 ff. + +[3832] 7, Vorr. 4 ff. + +[3833] 3, Vorr. 4 u. 1; 5, Vorr. 8 ff.; 6, 221 ff., 237 ff., 246; +8, Vorr. 10 ff. Hinsichtlich der aristotelischen Theorien vgl. zu +diesem ganzen Abschnitte: ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 64. -- Bezüglich der +hermetischen Einflüsse s. ~Reitzenstein~, „Poimandres“ 56, „Psyche“ 181. + +[3834] 8, Vorr. 7, 9; 8, 131. + +[3835] 8, 4 ff. + +[3836] 1, 185 ff.; 4, 99; 8, 18 ff. + +[3837] 2, 175 ff. + +[3838] 8, 25. + +[3839] 5, 143 ff.; 6, 129. + +[3840] 7, 164 ff., 189. + +[3841] 7, 67, 133. + +[3842] 5, 202. + +[3843] 7, 111, 113. + +[3844] 1, 176 ff.; 5, 3 ff., 165; 8, 12. + +[3845] 3, 4; 5, 55 ff. + +[3846] 1, 190 ff.; 7, 3. + +[3847] 3, 4, 47. + +[3848] 3, 4; 4, 106. + +[3849] 3, 120, 126; 8, 2. + +[3850] 5, 85. + +[3851] 1, 227. + +[3852] 1, 133; 2, 200; 5, 55 ff. + +[3853] 7, 193. + +[3854] 5, 4 ff. + +[3855] 5, 48, 58; 7, 163 ff. + +[3856] 1, 203; 6, 296; 7, 23; 8, 128, 183. + +[3857] 8, 195; vgl. 8, 3, wo das Oktaeder für Wasser und das Ikosaeder +für die Luft steht. + +[3858] 3, 9, 34, 43 ff.; über die große Rolle der Zahlen- und +Buchstaben-Spielereien vgl. ~De Boer~, a. a. O. + +[3859] S. Anmerkung 2. + +[3860] 5, 13. + +[3861] 5, 116 ff. + +[3862] 8, 74. + +[3863] 5, 75. + +[3864] 2, 96; 3, 104; 7, 31, 33, 166, 171, 188 ff.; 7, 172, 194. + +[3865] 3, 144; 7, 200. + +[3866] 5, 81. + +[3867] 5, 80. + +[3868] 5, 79, 10. + +[3869] 5, 106, 107; 8, 121. + +[3870] 8, 121. + +[3871] 7, 175. + +[3872] 5, 81; 7, 14. + +[3873] 7, 193; 8, 29. + +[3874] 2, 9, 25. + +[3875] 1, 190 ff.; 3, 73 ff.; 5, 4 ff., 141, 168 ff.; 7, 50, 129; 8, 66. + +[3876] 7, 129. + +[3877] 3, 4; 6, 248. + +[3878] 3, 4; 4, 106. + +[3879] 3, 73 ff. + +[3880] 3, 189; 5, 155; 6, 92. + +[3881] 5, 103 ff. + +[3882] ebd.; ~De Boer~ 82. + +[3883] 3, 73 ff. + +[3884] 2, 198; 4, 13. + +[3885] 6, 178 ff. + +[3886] 5, 153 ff.; 7, 148; 8, 112 ff. + +[3887] 1, 185 ff.; 2, 81 ff.; 3, 73 ff.; 5, 61 ff., 100 ff., 122, 136, +143 ff.; 8, 66. + +[3888] 2, 167; 6, 95. + +[3889] 2, 26, 71 ff., 78, 90 ff.; 7, 61 ff. Farben: 5, 114 ff. + +[3890] 3, 8, 69. Daher gibt es auch 7 Zauberquadrate (~Cantor~, +„Vorlesungen über Geschichte der Mathematik“, Leipzig 1907; 1, 741), +die noch ~Agrippa von Nettesheim~ den 7 Planeten zuteilt („De occulta +philosophia“, Frankfurt 1533; 2, 437). + +[3891] 8, 155. + +[3892] 3, 54. + +[3893] 6, 270. + +[3894] 3, 54; 6, 131. + +[3895] 3, 79; 8, 113. + +[3896] 2, 169; 4, 197. + +[3897] 5, 155 ff.; 7, 61 ff. + +[3898] 8, 186. + +[3899] 7, 61, 75, 79. + +[3900] 4, 110. + +[3901] 6, 203, 290, 297. + +[3902] 2, 169; 4, 97 ff., 110. + +[3903] 7, 47 ff. + +[3904] 7, 61 ff. + +[3905] 5, 79 ff. + +[3906] ebd.; dieses Vorurteil ist noch heutzutage weitverbreitet. + +[3907] 7, 48. + +[3908] 5, 115. + +[3909] 5, 114 ff.; 8, 190 ff. + +[3910] 5, 112, 131. + +[3911] 5, 146 ff. + +[3912] 5, 136, 143 ff. + +[3913] 5, 93. + +[3914] 8, 61 ff. + +[3915] 7, 179; 8, 66. + +[3916] 3, 166. + +[3917] 3, 167. + +[3918] 2, 10; 5, 116, 124 ff. + +[3919] 5, 99 ff. + +[3920] 4, 14; 5, 69, 77; 7, 169, 193. + +[3921] 1, 127; 2, 13 ff.; 5, 106, 107, 114. + +[3922] 5, 111 ff., 129. + +[3923] 2, 21; 5, 112, 129, 155 ff. + +[3924] 2, 21; 5, 129. + +[3925] 2, 4 ff. + +[3926] 1, 214; 5, 4 ff., 97, 130, 168 ff.; 8, 19 ff., 121. + +[3927] 8, 182. + +[3928] 1, 127; weißes Blei = Zinn. + +[3929] 2, 13 ff., 22, 197, 200; 3, 164; 4, 14; 5, 97, 114, 121. Über +die zum Teil recht alten Vorstellungen betreff der Reihenfolge der +Metalle vgl. ~Steinschneider~, „Rangstreit-Litteratur“ (Wien 1908); +Disputationen zwischen Gold und Quecksilber, oder Eisen und Silber sind +noch im sog. „Buche der 70“ und bei ~Vincentius Bellovacensis~ (13. +Jahrhundert) erhalten; s. ~Kopp~, „Alch.“ 2, 330 und ~Berthelot~, „Mâ.“ +I, 70, 326. + +[3930] 15, 111. + +[3931] 2, 9; 5, 111. + +[3932] 1, 127; 4, 14; 5, 107; 7, 169, 193. + +[3933] 5, 116; 130, 5, 111, 116. + +[3934] 5, 120, 130; über Kali und Natron in der ältesten neupersischen +Pharmakopoe des ~Ali Mansur Muwaffaq~ (verf. um 975) s. ~Lippmann~, +„Abh.“ 1, 81. + +[3935] 5, 130. + +[3936] 1, 127; 2, 22; 5, 130. + +[3937] 5, 120; noch ~Muqaddasi~, der 985 schrieb, setzt Glas als in der +Regel grün voraus (~E. Wiedemann~, „A. Nat.“ 1, 211). + +[3938] 2, 11 ff.; 5, 112. + +[3939] 5, 4, 112, 126; 7, 193; 8, 75, 190. + +[3940] 5, 112, 130 ff. + +[3941] 1, 127, 214; 2, 15; 5, 114 ff., 130 ff.; 6, 175; 8, 7, 166. + +[3942] 5, 107, 116. + +[3943] 1, 201; 5, 87. + +[3944] 2, 18; 5, 115. + +[3945] 5, 129. + +[3946] 5, 124, 131; 2, 20. Es handelt sich also um eine sog. +Zementation. + +[3947] 5, 115. + +[3948] 2, 20; 5, 11, 127. + +[3949] 5, 127. + +[3950] 5, 11. + +[3951] 4, 94; 5, 5. Der persische Dirhem hatte etwa 70 Pf. Silberwert +und entsprach 7-8,5 Mk. heutigen Geldwertes. -- Betreff des „syrischen +Glases“ ist zu bemerken, daß zâdsch (Vitriol oder ihm Ähnliches) und +zudschâdsch (Glas) zuweilen verwechselt werden, vgl. vitriolum und +vitrum (~Ruska~). + +[3952] 2, 20 ff.; 5, 127, 131. + +[3953] 5, 128; 2, 21. + +[3954] 5, 111, 129; 8, 149. + +[3955] 2, 21. + +[3956] 2, 123; 5, 135. + +[3957] 7, 179. + +[3958] 5, 129; 2, 21. + +[3959] 2, 22; 5, 134. Das „Zerbrechen“ enthält eine Anspielung auf +das An- oder Einschmelzen der Edelsteine in Bleiplatten, zwecks der +Bearbeitung. + +[3960] 2, 15. + +[3961] 6, 165. + +[3962] 8, 61 ff. + +[3963] 2, 22; 5, 130. + +[3964] 8, 190 ff. + +[3965] 2, 21; 5, 127, 128. + +[3966] 5, 118 ff., 134. + +[3967] 5, 112 ff., 120. + +[3968] 2, 100; 7, 36. + +[3969] 4, 25; 7, 54. + +[3970] 6, 137. + +[3971] 6, 102. + +[3972] 1, 202; 5, 88. + +[3973] 5, 131; 7, 169. + +[3974] 5, 132; 7, 75; 8, 192. + +[3975] 5, 178. + +[3976] 5, 122; 6, 125; 7, 118. + +[3977] 6, 147, 128. + +[3978] 5, 179. + +[3979] 6, 142; 7, 114 ff. Gemeint ist wohl Marzipan. + +[3980] 7, 220; 6, 142; 7, 14. + +[3981] 6, 83. + +[3982] 1, 128; 2, 7, 41, 201; 4, 14; 5, 179, 206; 6, 13, 93, 140; 7, +168, 169; 8, 7. + +[3983] 3, Vorr. 4; 3, 1. + +[3984] ~Deussen~, a. a. O. + +[3985] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 101. + +[3986] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 107, 135. + +[3987] Die Werke des sog. ~Geber~ kommen hierfür nicht in Betracht, da +sie Pseudepigraphen des ausgehenden 13. Jahrhunderts sind (s. unten). + +[3988] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 148 ff. + +[3989] ~Ruska~, „Das Steinbuch des Aristoteles“ (Heidelberg 1912). -- +Einige Zusätze s. bei ~Seybold~, „Zeitschr. d. Deutschen Morgenländ. +Ges.“, Bd. 68, 606. + +[3990] ~Ruska~ 43, 45, 92. Alle weiteren Zitate dieses Absatzes, bei +denen nichts Besonderes angegeben ist, beziehen sich auf ~Ruskas~ +Ausgabe. + +[3991] 66. + +[3992] 91. + +[3993] 82. + +[3994] 69, 79. + +[3995] ~Ausfeld~, „Der griechische Alexander-Roman“ (ed. ~Kroll~, +Leipzig 1907); ~Hertz~, „Gesammelte Abhandlungen“ (Stuttgart 1905); +~Rohde~, „Der griechische Roman“ (Leipzig 1900). + +[3996] Daher läßt ihn z. B. der persische Dichter ~Nizami~ (gest. +1198) in seinem „Alexanderliede“ mit ~Thales~, ~Sokrates~, ~Platon~, +~Aristoteles~, ~Porphyrios~, ~Apollonios von Tyana~ und ~Hermes +Trismegistos~ disputieren! (~Horn~, „Geschichte der persischen +Litteratur“, Leipzig 1901; 186). + +[3997] 22. + +[3998] 161. + +[3999] 146. + +[4000] 46, 47. + +[4001] Die im „Fihrist“ verzeichneten aristotelischen Schriften „De +metalli fodinis“ und „De siderum arcanis“ bezeichnete ~A. Müller~ schon +1873 als „alchemistischen Schwindel“ (a. a. O. 55). + +[4002] 2 ff. + +[4003] Vgl. ~Lenz~, „Mineralogie der alten Griechen und Römer“ (Gotha +1861); 16. + +[4004] 161. + +[4005] 83, 158, 159, 162; 163; 82. + +[4006] 78, 129, 160, 171. + +[4007] 84. + +[4008] 129. + +[4009] 160. + +[4010] 175. + +[4011] 22, 142, 175. + +[4012] 173, 207 + +[4013] 174. + +[4014] 126. + +[4015] 142, 172. + +[4016] 140. + +[4017] 173. + +[4018] 173, 181. + +[4019] 158, 159. + +[4020] Nach ~Humboldt~ bezeichnen chinesische Autoren des 7. +Jahrhunderts n. Chr. den von innerasiatischen Vulkanen stammenden +Salmiak als „tatarisches Salz“ = „nao-scha“ („Zentralasien“, Berlin +1844; 1, 382 ff., 389 ff.), woraus dann Nûschádir entstanden +sein dürfte; die große, „Pen-tsao“ genannte Enzyklopädie des +~Li-schi-tschin~ (16. Jahrhundert) gibt an, die beste Sorte gleiche +dem ya-siao, d. h. „wie Zähne aussehend“, worunter krystallisierter +Salpeter zu verstehen ist. + +[4021] 43; 76, 191. + +[4022] 149, 173. + +[4023] 15, 149. + +[4024] 19. + +[4025] 129, 149. + +[4026] 178 ff.; 58, 61; 91. + +[4027] 178. + +[4028] 142, 178. + +[4029] 138. + +[4030] 157. + +[4031] 178. + +[4032] 138, 178, 182. + +[4033] 145, 147. + +[4034] 156, 179. + +[4035] 137. + +[4036] 156, 179. + +[4037] 154; über den Kompaß s. 38 ff. + +[4038] 16, 78, 129, 155 ff. Vom Steine Amphidanes, der die Natur eines +Goldmagneten habe, berichtet bereits ~Plinius~ (~Krause~, „Pyrgoteles“, +Halle 1856, 81). + +[4039] 82. + +[4040] 180; 44. + +[4041] 149, 180, 181, 138. + +[4042] 54, 129, 175. + +[4043] 180, 129, 149. + +[4044] 138, 182. + +[4045] 138. + +[4046] 137, 181. + +[4047] 180, 137, 130; 8. + +[4048] 84; ob hierbei an ein Quecksilberoxyd zu denken ist, bleibe +dahingestellt. + +[4049] 182, 137. + +[4050] 137. Diese Verwechslungen beruhen oft auch bloß auf solchen +der betreffenden Worte, lassen sich aber nur an deren ursprünglichen +(orientalischen) Schreibungen verständlich machen (~Ruska~). + +[4051] 63, 68 ff., 82, 127 ff. + +[4052] 89. + +[4053] 76, 68. + +[4054] 68, 130. + +[4055] 83; „Satansstein“ vielleicht wegen der Gewinnung mit Hilfe böser +Geister? + +[4056] 23. + +[4057] 84; 85, 157; 85. + +[4058] 174. + +[4059] 174. + +[4060] 84, 85. + +[4061] 59, 162; 69; 82. + +[4062] 63, 161. + +[4063] 179, 157. + +[4064] 60. + +[4065] 130. + +[4066] 172. + +[4067] 158. + +[4068] 31; 43, 44. + +[4069] 151. + +[4070] Nach ~Diels~ („Zeitschrift für vergleichende Sprachforschung“ +1916, 203) könnte heutzutage die Etymologie Dschemest-Amethyst „nur +Heiterkeit erregen“, da Amethyst fraglos ein echt griechisches Wort +ist; Smaragd, (σ)μάραγδος, stammt nach ~Diels~ aus dem Indischen +und im Indischen vielleicht aus einer semitischen Sprache, während +es ~Schrader~ („Sprachvergleichung und Urgeschichte“, Jena 1907, +78) unmittelbar mit Markata in Verbindung bringt; tatsächlich ist +nach ~Hommel~ („Gesch. des alten Morgenlandes“ 74) die Bezeichnung +„Su-Marchaschi“ = Stein von Marchasch oder Margad“ in Babylonien +und Assyrien schon um 1450 v. Chr. nachweisbar. -- Mit Marchaschi +hängt vermutlich auch der Name „Markasit“ zusammen. -- ~Schmidt~ +ist der Ansicht, daß Namen wie Amethyst, Smaragd, Arsen, u. dgl., +durch Vermischung oder Vertauschung orientalischer Fremdworte mit +ähnlich klingenden griechischen Vokabeln entstanden, also durch +Umformung oder Umdeutung vermöge sog. Volks- oder Pseudo-Etymologien +(„Kulturhistorische Beiträge“, Leipzig 1912; 2, 73; „Realistische +Stoffe im humanistischen Unterricht“, Leipzig 1913; 5, 29, 147, 148; +108). + +[4071] 44; 138, 182; 138. Eine Liste der arabischen, hebräischen und +lateinischen Synonyma: 53, 74 ff. + +[4072] S. den vorhergehenden Absatz. + +[4073] ~Diels~ versetzt sie zum Teil schon in das 5. bis 6. Jahrhundert +(„Antike Technik“, Berlin 1914; 109). + +[4074] Mâ. II, Vorr. 4. + +[4075] ~Hoffmann~ 517. + +[4076] Mâ. II, 1 ff. + +[4077] ebd. I, 1, 44. + +[4078] ebd. I, 2. + +[4079] ebd. I, Vorr. 15. + +[4080] ebd. I, 97. + +[4081] ebd. I, 98, 105. + +[4082] ebd. I, 96 ff.; 136. + +[4083] ebd. I, 95. + +[4084] ebd. I, 93, 94. + +[4085] ebd. I, 9, 129. + +[4086] ebd. I, 93, 99. + +[4087] ebd. I, 92. + +[4088] ebd. I, 10. + +[4089] Mâ. I, 101, 93; 127, 163, 129. + +[4090] ebd. I, 94. + +[4091] ebd. I, 92. + +[4092] ebd. I, 127, 128; 13. + +[4093] ebd. I, 128; als Gewährsmann wird ~Hunaïn~ angeführt, d. i. der +berühmte arabische Gelehrte ~Hunaïn ibn Ishaq~, der 873 starb. + +[4094] ebd. I, 137. + +[4095] ebd. I, 10. + +[4096] ebd. I, 134. + +[4097] ebd. I, 134, 135. + +[4098] ebd. I, 103. + +[4099] ebd. I, 12, 160, 184. + +[4100] ebd. I, 95. + +[4101] ebd. I, 103, 104. + +[4102] ebd. I, 94. + +[4103] Mâ. I, 101 ff.; 103. + +[4104] ebd. I, 107 ff. + +[4105] ebd. I, 104. + +[4106] ebd. I, 93. + +[4107] ebd. I, 137. + +[4108] ebd. I, 141 ff. + +[4109] ebd. I, 156 ff. + +[4110] Mâ. I, 171 ff.; 175. Dies empfehlen noch spätmittelalterliche +Rezepte, vgl. ~Merrifield~ 2, 461. + +[4111] ebd. I, 161 ff. + +[4112] ebd. I, 186. + +[4113] ebd. I, 192. + +[4114] ebd. I, 165 ff., 176 ff., 192 ff. + +[4115] ebd. I, 170. + +[4116] ebd. I. 171. + +[4117] ebd. I, 182 ff. + +[4118] ebd. I, 155. + +[4119] ebd. I, 156 ff. + +[4120] Mâ. I, 159. + +[4121] ebd. I, 159. + +[4122] ebd. I, 59. + +[4123] ebd. I, 160. + +[4124] ebd. I, 160. + +[4125] Arch. 262. + +[4126] Mâ. I, 243. + +[4127] ebd. I, 160, 163, 154. + +[4128] ebd. I, 169. + +[4129] ebd. I, 143. + +[4130] ebd. II, 59. + +[4131] ebd. I, 146; Tabarzad, persisch = „axtgehauen“, bedeutet hier +den reinsten raffinierten Zucker in Brotform. + +[4132] ebd. I, 160 ff.; 146 ff. + +[4133] Mâ. I, 159. + +[4134] ebd. I, 162, 164. + +[4135] ebd. I, 193. + +[4136] ebd. I, 155. + +[4137] ebd. I, 142. + +[4138] ebd. I, 143, 186. + +[4139] ebd. I, 186. + +[4140] ebd. I, 187. + +[4141] ebd. I, 188. + +[4142] ebd. I, 154, 179. + +[4143] ebd. I, 171, 172. + +[4144] ebd. I, 194 ff. + +[4145] ebd. I, 155. + +[4146] Mâ. I, 154. + +[4147] ebd. I, 146; der Text dieser ganzen Stelle ist unklar. + +[4148] ebd. I, 164. + +[4149] ebd. I, 198. + +[4150] ebd. I, 198. + +[4151] ebd. I, 184, 190. + +[4152] ebd. I, 200. + +[4153] ebd. I, 150, 169. + +[4154] ebd. I, 142, 168, 169, 187. + +[4155] ebd. I, 193. + +[4156] ebd. I, 58, 149. + +[4157] ebd. I, 151 ff., 165 ff. + +[4158] ebd. I, 143, 151, 187. + +[4159] ebd. I, 168, 180. + +[4160] ebd. I, 170, 174. + +[4161] üb. ~Kayser~ (Straßburg 1893), 219. + +[4162] ebd. 108, 304; 3, 10, 115, 218, 233 ff. + +[4163] ebd. 336, 347. + +[4164] ebd. 249, 289. + +[4165] ebd. 348. + +[4166] ebd. 306, 309. + +[4167] ebd. 348. Die Bestandteile und Geschlechter sind hier +verwechselt: Schwefel enthält Luft und Feuer und ist männlich. + +[4168] ebd. 311, 348. + +[4169] ebd. 271 ff. + +[4170] ebd. 349 ff. + +[4171] ebd. 38, 75, 193, 311, 331, 346. + +[4172] ebd. 346 ff., 349, 351. + +[4173] Beide bezeichnet das nämliche Wort; matal = Grube und Gegrabenes +(Erz und auch anderes). + +[4174] ebd. 308. + +[4175] ebd. 305. + +[4176] ebd. 95, 340; diesen Aberglauben vermeldet bereits ~Plinius~. + +[4177] ebd. 326. Das syrische „Buch der Naturgegenstände“, verfaßt +gegen 400 und dem ~Aristoteles~ untergeschoben, erzählt, daß sich bei +Ptolemais ein tiefer runder Platz befinde, der den hineingeworfenen +Seesand sofort in Glas verwandle (üb. ~Ahrens~, Kiel 1892; 68). + +[4178] ebd. 115. + +[4179] ebd. 308. + +[4180] Verfasser der „Mafâtîh al ʿUlûm“ = „Schlüssel der +Wissenschaften“. + +[4181] Verfasser des um 987 abgeschlossenen „Kitâb al Fihrist“ = „Buch +des Verzeichnisses“. + +[4182] Verfasser der „Taʿrîch al Hukamâ“ = „Geschichte der Gelehrten“. + +[4183] Auch ~Alsachawi~ oder ~Alansariî~. + +[4184] Heidelberg 1912, Vorr. 5. + +[4185] ~Chwolsohn~ 2, Vorr. 19; ~A. Müller~, „Die griechischen +Philosophen in der arabischen Überlieferung“ (Halle 1873) 3; ~Leclerc~ +1, 196 ff.; 2, 496. + +[4186] „Geschichte der arabischen Litteratur“ (Leipzig 1901) 111. + +[4187] ~Berthelot~, Mâ. III, 26 ff. + +[4188] ebd. III, 40. Nach ~Ruska~ spricht der arabische Text nur von +„Häusern der Weisheit“. + +[4189] Mâ. III. 27 ff. + +[4190] ebd. III, 28 ff. + +[4191] Erlangen 1902 ff. + +[4192] ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 2, 350. Alle weiteren Anführungen in +diesem Abschnitte, bei denen kein Namen genannt ist, beziehen sich +auf ~E. Wiedemann~ und, wenn sich auch kein weiterer Titel angegeben +findet, auf dessen „Beiträge“. -- Über einen unmittelbaren Nachfolger +~Abu Jusufs~, den ägyptischen Mystiker ~Dauʾn Nun~ oder ~Dhuʾl Nun~ +(gest. 860) ist Näheres nicht bekannt, da seine Schriften teils +verloren, teils noch nicht durchforscht und überhaupt fragwürdig sind; +die Angaben ~Berthelots~ (Mâ. III, 36) und ~Carra De Vauxs~ („Enz. +d. Islams“ 1, 1005) erweisen sich als unvollständig und unzureichend +(persönliche Mitteilung ~Brockelmanns~; vgl. dessen „Gesch. d. arab. +Litteratur“ 1901, 134). + +[4193] 10, 356. + +[4194] ibrîz scheint das griechische ὄβρυζον (óbryzon) zu sein. + +[4195] „Journal für praktische Chemie“ II, Bd. 76, 73 ff. (1907); M. G. +M. 7, 175. + +[4196] „J. pr. Ch.“, a. a. O.; 2, 348; ~Leclerc~ 1, 163 ff. + +[4197] 25, 116 ff. + +[4198] 25, 129. + +[4199] 25, 130, 125. + +[4200] 25, 116 ff., 123 ff.; 30, 227. + +[4201] 25, 130. + +[4202] Über diesen Namen bei ~Marco Polo~ s. ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 266. + +[4203] 25, 119, 120. + +[4204] ~De Boer~ 97. + +[4205] ~Ruska~, „Enzykl. d. Islam“ 2, 24. + +[4206] 30, 241. + +[4207] 24, 84; 30, 245 ff. + +[4208] 10, 355 ff. Der persischen Stahlspiegel gedenken auch ~Alfarabi~ +(11, 90; s. unten) und ~Marco Polo~ (a. a. O. 2, 265). + +[4209] 9, 194; „J. pr. Chr.“ II, Bd. 76, 123. + +[4210] 3, 227. + +[4211] Mâ. II, 306; 299. + +[4212] ~Leclerc~ 2, 496. + +[4213] A. Nat. 3, 79. + +[4214] ~De Boer~ 73 ff. Dem ~Platon~ (~Iflatun~) und ~Aristoteles~ +schrieb man schon frühzeitig Abhandlungen alchemistischen und +chemischen Inhaltes zu, ferner solche über das spezifische Gewicht +der Metalle und Legierungen, über die Erkennung und Ermittlung eines +Bleigehaltes im Silber, usf. (8, 173). Nicht selten betrachtete man +auch beide Philosophen als eine Art Zugehörige der muslimischen Welt +und behauptete daher u. a., ~Platon~ sei in Alexandria, in Haleb +(Aleppo) oder in Ikonium begraben (~Aldimeschqi~, üb. ~Mehren~, 318), +~Aristoteles~ aber in Palermo: 12, 209; vgl. ~Ibn Hauqals~ (10. +Jahrhundert) „Beschreibung von Palermo“, üb. ~Amari~ (Paris 1845) 22, +32. + +[4215] 2, 347 ff. + +[4216] ebd.; ~Leclerc~ 1, 352; 2, 425, 496; ~Ibn Alʿauwam~, „Buch der +Landwirtschaft“ (um 1150), üb. ~Clément-Mullet~ (Paris 1864) 1, Vorr. +46. -- Über die „alchimiam facientes“ spricht ~Alrazi~ in den „Opera +exquisitoria“ (Basel 1544, 166). + +[4217] 24, 81. + +[4218] Nachweisbar bereits im „Papyrus ~Ebers~“ (um 1500 v. Chr.); vgl. +~Erman~ und ~Koeber~, „Aus den Papyri des Kgl. Museums“ (Berlin 1899) +66. + +[4219] „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ (Leipzig 1909) 234. -- 24, 81, 102 +ff., 108. + +[4220] ~Kopp~, „Beitr.“ 3, 54; ~Wüstenfeld~, „Die Übersetzungen +arabischer Werke in das Lateinische“ (Göttingen 1877) 74; ~Leclerc~ +2, 424. „Lumen luminum“ stimmt nach ~Berthelot~ vielfach mit des +~Pseudo-Aristoteles~ „De perfecto magisterio“ überein; den 7 Planeten +gehören darin die 6 Metalle und das Glas (= Edelsteine) zu, sowie die +7 Geister, nämlich Quecksilber, Schwefel, Arsen, Salmiak, Magnesia, +Tutia, Markasit (Mâ. II, 314 ff.). + +[4221] Mâ. II, 306. + +[4222] Mâ. II, 308. + +[4223] „Siyuki“, ed. ~Beal~ (London 1906); 2, 272. + +[4224] Mâ. II, 309. + +[4225] 24, 85. + +[4226] ~Steinschneider~, „~Alfarabi~“ (Petersburg 1869); ~Dieterici~, +„Philosophische Abhandlungen des ~Alfarabi~“ (Leiden 1892); +~Brockelmann~, a. a. O. 137. + +[4227] ~Dieterici~, a. a. O. 101, 182 ff. + +[4228] ~De Boer~ 107; ~Leclerc~ 2, 505, 77. + +[4229] „J. pr. Ch.“ II, Bd. 76, 115 ff. + +[4230] ~Dieterici~, a. a. O., Vorr. 36, 41; 79, 179. Diese Lehren sind +solche des ~Plotinos~. + +[4231] ~Dieterici~, a. a. O., Vorr. 38; 98 ff., 162. + +[4232] 2, 345 ff. + +[4233] 2, 340 ff., 347. + +[4234] 30, 240. + +[4235] ~Abulfeda~, „Geographie“ (verf. 1321; üb. ~Reinaud-Guyard~, +Paris 1848-83) 1, 370 ff.; dies bestätigen auch gleichzeitige +chinesische Berichte. + +[4236] ~Abulfeda~ 1, 415, 418. + +[4237] ~Aldimeschqi~, „Kosmologie“ (üb. ~Mehren~, Kopenhagen 1874) 208. + +[4238] ~Abulfeda~ 1, 419. + +[4239] ebd. 3, 131 ff. + +[4240] 30, 253; betreff Damindân vgl. ~Jaqut~ (24, 97) und ~Abulfeda~ +3, 214. + +[4241] ~Abulfeda~ 3, 101, 201, 315. + +[4242] 30, 253; ~Abulfeda~ 3, 215. + +[4243] 30, 209, 251; 8, 165. + +[4244] 30, 252. + +[4245] 10, 339 ff. + +[4246] 24, 86. + +[4247] 30, 253 ff. + +[4248] 30, 252 ff. + +[4249] 3, 223 ff. + +[4250] 3, 234, 227; vgl. 3, 239 ff.; 5, 453 ff.; 17, 35. + +[4251] 24, 76, 103; M. G. M. 12, 163. + +[4252] 24, 103; „J. pr. Ch.“ II, Bd. 76, 113 ff. + +[4253] 24, 79. + +[4254] 24, 77 ff. + +[4255] 24, 94, 120; vgl. „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 234. + +[4256] 24, 80. + +[4257] 24, 80, 81, 86 ff.; „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 234. + +[4258] 24, 80. + +[4259] 24, 81 ff., 92, 97. + +[4260] 24, 97; so noch jetzt in Spanien. + +[4261] 24, 92 ff., 94. + +[4262] 24, 93. + +[4263] 24, 93, 99. + +[4264] 24, 93, 99. + +[4265] 24, 94. + +[4266] 24, 94 ff., 100, 101. + +[4267] 5, 437; ~De Boer~ 119 ff., 224. + +[4268] „J. pr. Ch.“ II, Bd. 76, 78 ff.; daß er gegen Ende seines Lebens +andere Ansichten geäußert habe, ist noch nicht genügend bewiesen (ebd. +II, Bd. 85, 391; M. G. M. 11, 355). + +[4269] G. III, 238; IV, 90, 280; Beitr. III, 55 ff.; A. I, 15, 203. In +gleichem Sinne äußert sich ~E. Wiedemann~, s. ~Poggendorffs~ Annalen +III, Bd. 14, 368 [1881] und „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ (Leipzig 1909) +234. + +[4270] Mâ. II, 293 ff. + +[4271] ebd. II, 303; 294, 305. + +[4272] ebd. II, 238, 241. + +[4273] ebd. II, 293 ff., 342. + +[4274] ebd. II, 295, 305. + +[4275] ebd. II, 298, 299. + +[4276] ~Kopp~, „Beitr.“ III, 11 ff. + +[4277] Mâ. II, 297. + +[4278] ebd. II, 304. + +[4279] ~Kopp~, „Beitr.“ III, 60. + +[4280] ~Clusius~, „Exotica“ (Antwerpen 1605); Absatz „Monardes“, 49. + +[4281] ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 97; s. besonders seine erstaunlich genauen +Bestimmungen der spezifischen Gewichte von Metallen, Edelsteinen, +Flüssigkeiten usf. (ebd. 2, 180); ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 31, 33. + +[4282] „J. pr. Ch.“ II, Bd. 76, 71. + +[4283] „Chronology of ancient nations“, üb. ~Sachau~ (London 1879), 186 +ff., 215. + +[4284] ebd. 207. -- Ein Engel dieses Namens, dem die angegebenen +Bedeutungen zukommen, ist im persischen Wörterbuche von ~Vullers~ nicht +zu finden (~Ruska~). + +[4285] ebd. 172; vgl. ~Chwolsohn~ 2, 156. + +[4286] ebd. 315 ff.; vgl. auch die „Feste der Planeten“. Nach +~Alqazwini~ (üb. ~Ethé~ 160; s. unten) war z. B. der „Tag des Goldes“ +der 4. Juni. + +[4287] ebd. 91, 201, 187. + +[4288] ebd. 66, 206; 55. + +[4289] 27, 13, 21. -- Dies ist eine alte persische Vorstellung +(~Ruska~). + +[4290] 27, 13, 14. + +[4291] „India“ (verf. 1031), üb. ~Sachau~ (London 1888) 1, 187. + +[4292] 27, 6, 21, 29; 28, 122. + +[4293] „J. pr. Ch.“ II, Bd. 76, 72; ~Gildemeister~, „Zeitschr d. +Deutschen Morgenländ. Ges.“ 33, 534. + +[4294] 24, 83, 84. + +[4295] 24, 79, 104; die Beschreibung stimmt mit denen von ~Alrazi~ und +~Alkhwarizmi~ überein. + +[4296] 24, 82, 83. + +[4297] 24, 82. + +[4298] 15, 118; 23, 322. + +[4299] üb. ~Clément-Mullet~ (Paris 1864) 2, 338; 3, 117, 134, 135, 167. + +[4300] ebd. 3, 167. + +[4301] ebd. 3, 110, 122, 166. + +[4302] ebd. 3, 120. + +[4303] ebd. 3, 210. + +[4304] ebd. 1, 539; 2, 402. In moqasdar steckt qazdîr = Zinn. + +[4305] ebd. 2, 362; 61, 304. + +[4306] 30, 231; 32, 41 ff.; Indigo: 32, 42. + +[4307] 30, 233, 238; 32, 36 ff. + +[4308] 32, 47; „flüchtiger Sklave“ = „servus fugitivus“ der +mittelalterlichen Alchemisten. + +[4309] 32, 46. + +[4310] 32, 47. + +[4311] 30, 233: Erzeugung glänzender Krystallflächen unter Benützung +der oktaedrischen Spaltbarkeit (~E. Wiedemann~); vgl. oben bei ~Alrazi~. + +[4312] 32, 49. + +[4313] 40, 175. + +[4314] 40, 176, 184, 186; 40, 182. + +[4315] 40, 199; 183 ff. + +[4316] 40, 179, 195. + +[4317] ~E. Wiedemann~ und ~Hauser~, „Über die Uhren im Bereiche der +islamischen Kultur“ (Halle 1915) 196, 107, 109, 187. + +[4318] ebd. 62, 170. + +[4319] ebd. 74, 133. + +[4320] ebd. 18, 31. + +[4321] M. G.M. 7, 175; „J. pr. Ch.“ II, Bd. 76, 80 ff.; ~Leclerc~ 2, +182 ff., 187. + +[4322] „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 234. + +[4323] M. G. M. 7, 175 und 8, 15; „J. pr. Ch.“ II, Bd. 76, 82 ff., 114; +„Beiträge zur Kunde des Orients“ (Wien 1908) 5, 77, 93. + +[4324] 23, 316, 321. + +[4325] „Beitr. z. Kunde des Orients“, a. a. O. + +[4326] 23, 320. + +[4327] M. G. M. 9, 386. + +[4328] 26, 218, 219. + +[4329] 23, 318. + +[4330] 23, 321; vgl. „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 234. + +[4331] 23, 321. + +[4332] 23, 313 ff. + +[4333] 23, 218; 229 (oft erwähnt in den Erzählungen „1001 Nacht“). + +[4334] 23, 312. + +[4335] 24, 86. + +[4336] 24, 105 ff. + +[4337] „J. pr. Ch.“ II, Bd. 76, 111; ~Seybold~, „Enzykl. d. Islam“ 1, +329. + +[4338] 4, 390 ff. + +[4339] 10, 339, 331. + +[4340] ~Becker~, „Enzykl. d. Islam“ 1, 853; ~Wüstenfeld~, „Die +Statthalter von Ägypten zur Zeit der Khalifen“ (Göttingen 1875) 37. + +[4341] ebd. 5, 408, 421; 6, 55; 10, 390. + +[4342] üb. ~Sontheimer~ (Stuttgart 1840) 1, 474. + +[4343] ebd. 2, 149. + +[4344] ebd. 2, 466. + +[4345] ebd. 1, 496; 2, 455. „Rasas, id est stagnum“ (Zinn) heißt es in +den etwas späteren „Areolae“ des ~Johannes de St.-Amando~ (ed. ~Pagel~, +Berlin 1893), 12. + +[4346] ebd. 2, 507. + +[4347] ebd. 1, 155. + +[4348] ebd. 1, 249, 348. + +[4349] ebd. 30, 209 ff. + +[4350] Vgl. 8, 165. ~De Sacy~ vermutete, der Name Taliqûn gehe auf ein +„[Ka]tholikon“ der spätgriechischen oder byzantinischen Metallarbeiter +zurück, d. i. eine „allgemeine“, aus allen Metallen zusammengesetzte +Legierung? + +[4351] Leipzig 1868. + +[4352] ~Ruska~, M. G. M. 13, 183; „Der Islam“ (Stuttgart 1913) 4, 14. + +[4353] ~Ethé~ 182 ff., 384 ff. + +[4354] ebd. 417 ff. + +[4355] ebd. 8, 54; 50; 43. + +[4356] ~Ethé~ 427, 530. Tutanega ist nicht dasselbe wie Tutia (Galmei +u. dgl.), sondern eine Legierung aus Kupfer, Eisen und Zinn; vgl. +~Lippmann~, „Abh.“ 2, 265. + +[4357] ~Ethé~ 337, 365, 414. + +[4358] ebd. 385, 417 ff. + +[4359] ebd. 54, 417 ff. + +[4360] ebd. 385, 417 ff. + +[4361] ebd. 425. + +[4362] ebd. 54. + +[4363] ebd. 187, 426. + +[4364] ebd. 336. + +[4365] ebd. 324, 350. + +[4366] ebd. 315. + +[4367] ebd. 313. + +[4368] ebd. 234. + +[4369] ebd. 5, 244, 352. + +[4370] ebd. 230; 220, 223. + +[4371] ebd. 417 ff. + +[4372] ebd. 520; 410. + +[4373] ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 2, 340 ff., 347. Es bleibt sehr +beachtenswert, daß also gegen 1300 noch keinerlei Kenntnis der +Mineralsäuren bei den Arabern nachweisbar ist. + +[4374] „Das Steinbuch aus der Kosmographie des ~Alqazwini~“, üb. +~Ruska~ (Heidelberg 1896). + +[4375] ebd. 41; 6. + +[4376] ebd. 26, 42. + +[4377] ebd. 26; beim „Kochen im Kolben“ geht Quecksilber bekanntlich +nicht in Zinnober über, sondern in rotes Quecksilberoxyd. + +[4378] ebd. 42. + +[4379] ebd. 22. + +[4380] ebd. 26. + +[4381] ebd. 28. + +[4382] ebd. 7, 8. + +[4383] ebd. 8. + +[4384] ebd. 7, 34, 35. + +[4385] ebd. 5, 10, 11. + +[4386] ebd. 27. + +[4387] ebd. 23, 31. + +[4388] ebd. 40. + +[4389] ebd. 43. + +[4390] ebd. 11, 28. + +[4391] ebd. 24. + +[4392] ebd. 38. + +[4393] ebd. 5. + +[4394] ebd. 33. + +[4395] ebd. 15. + +[4396] ebd. 25, 8. + +[4397] ebd. 8. + +[4398] ebd. 37. + +[4399] ebd. 28, 34, 32. + +[4400] ebd. 32, 30, 33, 34. + +[4401] ebd. 34. + +[4402] ebd. 17. + +[4403] ebd. 40, 36. + +[4404] ebd. 21, 12, 28. + +[4405] ~Aldimeschqi~, „Kosmologie“ (üb. ~Mehren~, Kopenhagen 1874) 61 +ff. + +[4406] ebd. 53 ff.; 71; ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 2, 342; 24, 81. + +[4407] „Kosmologie“ 55 ff., 64 ff. + +[4408] „Kosmol.“ 53 ff., 71; ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 2, 342. + +[4409] „Kosmol.“ 61 ff. + +[4410] ebd. 153; 184, 251. + +[4411] ebd. 96. + +[4412] „Kosmol.“ 91, 95; 231. + +[4413] ebd. 345. + +[4414] ebd. 61 ff., 85. + +[4415] ebd. 64 ff.; ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 2, 55 ff. + +[4416] ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 2, 58. + +[4417] ebd. 2, 58. + +[4418] „Kosmol.“ 62 ff., 64 ff., 86. + +[4419] „Kosmol.“ 52; 13, 28; ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 2, 340. + +[4420] „Kosmol.“ 223; 193. Von den südrussischen Gruben spricht auch +~Marco Polo~ (~Lippmann~, „Abh.“ 2, 264). + +[4421] „Kosmol.“ 186. + +[4422] ebd. 328; 225. + +[4423] ebd. 60; ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 2, 340; s. oben bei +~Abuʾlfadl~. + +[4424] „Kosmol.“ 24, 81, 85, 89. + +[4425] ebd. 85, 99, 326. + +[4426] ebd. 60, 391. + +[4427] ebd. 31, 39. + +[4428] ebd. 85, 196, 351. + +[4429] ebd. 85; 75, 60. + +[4430] ebd. 99; 59, 60. + +[4431] ebd. 347, 352. + +[4432] ebd. 53; Zink wird hier zum ersten Male genannt oder doch +deutlicher beschrieben. + +[4433] ebd. 54. + +[4434] ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 5, 403 ff., nach ~Karabacek~ 1886; +Spiauter ist erhalten im englischen spelter. + +[4435] „Kosmol.“ 92, 100. + +[4436] ebd. 94. + +[4437] ebd. 95. + +[4438] ebd. 93, 169, 308. + +[4439] ebd. 409. Diese Erwähnung des Pulvers ist eine der ältesten, +wenn nicht die älteste, im Morgenlande; noch wird es daselbst offenbar +nur zu Feuerwerks- und nicht zu Kriegszwecken gebraucht. + +[4440] ebd. 95, 113. + +[4441] ebd. 58, 264 ff.; 164; vgl. ~E. Wiedemann~, +„~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 246, mit Abbildungen. + +[4442] Auch die vom feinen Öle „ausgeschwitzte“ Seife wird als ʿaraqî +oder raqî bezeichnet („Kosmol.“ 271). + +[4443] ebd. 82. + +[4444] 5, 436; „J. pr. Ch.“ II, Bd. 76, 105 ff. + +[4445] 30, 226. + +[4446] „J. pr. Ch.“ II, Bd. 76, 105 ff., 110 ff. + +[4447] 7, 161 ff. + +[4448] 30, 226. + +[4449] „J. pr. Ch.“ II, Bd. 76, 105 ff., 110 ff. + +[4450] 30, 213. + +[4451] 10, 343; 30, 219. Dschauhar bezeichnet zuweilen noch andere +Edelsteine und zuweilen auch Metalle („J. pr. Ch.“ II, Bd. 76, 119). + +[4452] 30, 218 ff. Die Giftigkeit, die entweder der großen Kälte oder +der ungeheuren Härte des Diamanten zugeschrieben wurde, war noch im 16. +Jahrhundert außerordentlich gefürchtet, vgl. z. B. die Selbstbiographie +des ~Benvenuto Cellini~ (lib. 2, cap. 13). + +[4453] ~De Boer~ 178. + +[4454] 1, 46, 49; 24, 100; „J. pr. Ch.“ II, Bd. 76, 70 ff. + +[4455] ebd. 118; 1, 48, 53. + +[4456] 1, 48 ff., 54, 55. + +[4457] 1, 305. + +[4458] 1, 51 ff. + +[4459] 1, 50 ff. + +[4460] ~Noer~, „Kaiser ~Akbar~“ (Leiden 1880) 2, 502. + +[4461] 24, 89 ff. + +[4462] S. oben bei ~Abuʾlfadl~ und bei ~Aldimeschqi~. + +[4463] üb. ~Greve~ (Leipzig 1908; 12 Bde.). + +[4464] Vgl. ~Dyroffs~ Angaben über ihre Entstehung und Geschichte (ebd. +12, 231 ff.; 283); s. auch ~Oestrup~, „Enzykl. d. Islam“ 1, 265. + +[4465] ~Greve~ 12, 279, 298. + +[4466] ~Greve~ 12, 269 ff., 271 ff. + +[4467] ebd. 12, 262, 296. + +[4468] ebd. 12, 287. + +[4469] ebd. 12, 258, 267 ff. + +[4470] ebd. 12, 288; 243. + +[4471] ebd. 12, 289, 295. + +[4472] Z. B. 6, 181 Datum des 12. Jahrhunderts; 2, 249 Anführung des +~Ibn Albaitar~ (gest. 1258); 5, 17 Erwähnung des Fernrohres. + +[4473] ebd. 3, 366. + +[4474] ebd. 4, 270. + +[4475] ebd. 1, 189; 2, 339; 3, 416; 4, 241, 249; 6, 276; 7, 86, 266; 9, +238; 10, 122, 404. + +[4476] ebd. 2, 208; 7, 262. + +[4477] ebd. 4, 130. + +[4478] ebd. 1, 394. + +[4479] ebd. 1, 393; 4, 15. + +[4480] ebd. 5, 297; 7, 86. + +[4481] ebd. 5, 219; 10, 304. + +[4482] ~Greve~ 3, 379. + +[4483] ebd. 6, 263, 282. Die Elemente, zunächst in dem von ~Euklid~ her +geläufigen mathematischen Sinne, werden als Istuqisât (i-stuki-sât = +στοιχεῖα) bezeichnet; die sog. vier Elemente, zu denen sich zuweilen +noch der Äther (atîr, aitîr) als fünftes gesellt, heißen „die vier +istuqisât“, auch al anâsîr (~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 5, 395, 445, 454; +9, 183; 14, 3, 8). + +[4484] ~Greve~ 7, 86. + +[4485] ebd. 1, 394; 7, 89. „Ein Barbier, gelehrt in Astrologie und +Alchemie!“ + +[4486] ebd. 5, 90. + +[4487] ebd. 4, 192; 5, 90; 9, 315 ff. + +[4488] ebd. 6, 388. + +[4489] ebd. 9, 315 ff. + +[4490] ebd. 11, 917. + +[4491] ebd. 6, 116. + +[4492] S. über diese Tatsache ~Wüstenfeld~, „Die Statthalter von +Ägypten zur Zeit der Khalifen“ (Göttingen 1875) 2, 43; die Sagen von +der Auffindung riesiger Schätze sind spätere Ausschmückung. + +[4493] ~Greve~ 1, 197, 60; 4, 264. + +[4494] ebd. 7, 97; 8, 427. + +[4495] ebd. 4, 352. + +[4496] ebd. 9, 288. + +[4497] ebd. 4, 236; 10, 49. + +[4498] ebd. 1, 183; 8, 194. + +[4499] ~Greve~ 1, 183; 4, 261; 7, 244, 249. + +[4500] ebd. 7, 244, 249; 4, 261. + +[4501] ebd. 5, 263, 346. + +[4502] ebd. 8, 286; 10, 77. + +[4503] ebd. 3, 25; 2, 62. + +[4504] ebd. 7, 82; 5, 155, 168; 7, 244. + +[4505] ebd. 12, 99; 8, 348. + +[4506] ebd. 5, 242, 249, 256; 2, 249; 7, 181. + +[4507] ebd. 1, 55; 7, 206; 11, 169; 7, 231, 257. + +[4508] ebd. 5, 189, 191, 194; 7, 215, 231. + +[4509] ebd. 5, 11. + +[4510] ebd. 4, 27. + +[4511] ebd. 4, 216. + +[4512] ebd. 5, 90. + +[4513] ebd. 8, 348. + +[4514] ebd. 6, 117. + +[4515] ebd. 1, 183, 55. + +[4516] ebd. 7, 179. + +[4517] ebd. 7, 154. + +[4518] ebd. 7, 143. + +[4519] ebd. 5, 324. + +[4520] ebd. 1, 330, 339; 2, 49. + +[4521] ebd. 5, 157; 7, 231. + +[4522] ebd. 1, 182; 9, 211. + +[4523] ebd. 5, 158. + +[4524] ebd. 2, 249; 8, 203, 324. + +[4525] ebd. 2, 249; 5, 75; 8, 45, 98. + +[4526] ebd. 3, 379; 7, 214, 218; 9, 404; 12, 99. + +[4527] ebd. 8, 324; 2, 201, 249; 8, 303; 9, 349. + +[4528] ebd. 1, 258. + +[4529] ebd. 8, 323. + +[4530] ebd. 7, 249. + +[4531] ebd. 5, 13; 10, 168. + +[4532] ebd. 1, 299; 3, 13; 8, 208. + +[4533] ebd. 5, 176; 7, 398, 410. + +[4534] ebd. 8, 340; 9, 315 ff. + +[4535] ebd. 11, 150. -- Das Wort +Arsen+ ist syrischen oder vielleicht +armenischen Ursprunges, denn Ἄρτζες, Ἄρτζε (Artzes, Artze), +Arzan-al-Rum, ist der Name Arzans und seiner Tochterstadt Erzerum +(~Baumgartner~, PW. 2, 1498; ~Hartmann~, „Enzykl. des Islam“ 2, 32; ~E. +Wiedemann~, „Beitr.“ 27, 28, nach ~Alschirazi~); auch heißt noch eine +andere armenische Stadt Arzan (~Abulfeda~, „Geogr.“ 3, 109, 140, 147), +und ein Nebenfluß des Tigris Arzen (ebd. 2, 70). + +[4536] Vgl. ~Berthelot~, „Arch.“ 177 ff., 181 ff. + +[4537] ~Stoll~, „Das Geschlechtsleben in der Völkerpsychologie“ +(Leipzig 1908), 405. + +[4538] ~Firdusi~, „Schâh-Nâmeh“, üb. ~Rückert~ (Berlin 1890) 1, 180; 2, +181. + +[4539] ~Firdusi~, „Schâh-Nâmeh“ 3, 151. + +[4540] Auch seine Vorgänger, die Dichter ~Rudakî~ (um 925) und +~Chosrowani~ (um 945) verwerfen die astrologischen Lehren, z. B. die +über „Saturn, den Unglücksstern“ (~Horn~, „Geschichte der persischen +Litteratur“, Leipzig 1901; 76, 78). + +[4541] ebd. 3, 164. + +[4542] ebd. 1, 404. + +[4543] üb. ~Schack~ (Stuttgart 1878) 18; üb. ~Bodenstedt~ (Berlin +1881) 189. Diese und die folgenden Zitate sind, zwecks Verkürzung und +größerer Klarheit, häufig entsprechend abgeändert. + +[4544] Alchemie: hier das Präparat, das Elixir. + +[4545] üb. ~Schlechta~ (Wien 1852) 175; üb. ~Rückert~ (Leipzig 1882) +198. + +[4546] üb. ~Schlechta~ 87. + +[4547] „Divan“ üb. ~Rückert~ (Leipzig 1892) 25. + +[4548] „Duftkörner“, üb. ~Hammer-Purgstall~, ed. ~Bodenstedt~ +(Stuttgart 1860) 85. + +[4549] „Mesnewi“, üb. ~Rosen~ (Leipzig 1849), 67. + +[4550] „Mesnewi“, üb. ~Tholuck~ (Berlin 1825) 85, 97. + +[4551] „Duftkörner“, a. a. O. 123. + +[4552] ebd. 42, 47. + +[4553] üb. ~Schlechta~ (Wien 1852) 31, 166. + +[4554] „Divan des ~Hafis~“, üb. ~Hammer~ (Stuttgart 1812) 2, 91. + +[4555] ebd. 1, 10. + +[4556] ebd. 2, 28. + +[4557] ebd. 2, 375. + +[4558] ebd. 2, 503. + +[4559] üb. ~Rosenzweig~ (Wien 1824) 354, 369. + +[4560] ebd. 318; „Persische Lieder“, üb. ~Wickerhauser~ (Leipzig 1855) +1. + +[4561] üb. ~Rosenzweig~ 187, 453. + +[4562] ebd. 227, 467. + +[4563] „Mekka“ (Leiden 1889) 2, 215; ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 2, 351. + +[4564] Über den Glauben an Alchemie, Astrologie, Magie usf. vgl. +~Kremer~ 2, 459 ff., 448 ff., 526 ff. + +[4565] ~De Pauw~, „Égyptiens et Chinois“ (Berlin 1773) 313 ff. + +[4566] „Africae descriptio“ (Leiden 1632) 146, 352; ~Schmieder~ 109; +~Kopp~, „Beitr.“ 3, 18. + +[4567] ~Moehsen~, „Beiträge zur Geschichte der Wissenschaften usw.“ +(Berlin 1783) 31. + +[4568] A. Rel. 15, 561 ff. + +[4569] Daß indische Prioritätsansprüche „nicht selten auf willkürlicher +Umdeutung, zuweilen sogar auf Fälschung beruhen,“ gilt nicht nur +betreff der Medizin, auf die dieser Ausspruch ~Jollys~ in erster Linie +gemünzt ist (M. G. M. 6, 164). + +[4570] ~Thibaut~, „Astronomie, Astrologie und Mathematik“ im „Grundriß +der Indo-Arischen Philologie und Altertumskunde“ (Straßburg 1899) 6; +~Deussen~, „Gesch. d. Philos.“ (Leipzig 1894) 1 (1), 108, 111. + +[4571] ~Oldenberg~, „Religion des Veda“ (Berlin 1894) 116 ff., 187, 462. + +[4572] ebd. 187, 193 ff.; ~Kugler~ 119 ff. + +[4573] ~Oldenberg~, a. a. O. 90, 108. + +[4574] ~Deussen~ 1 (1), 219, 210. + +[4575] ~Praphulla Chandra Rây~, „History of Hindu Chemistry“ (Bd. 1: +London 1902; Bd. 2: Calcutta 1909) 1, Vorr. 6, 36. -- Der Verfasser ist +geborener Indier. + +[4576] ~Deussen~, „Gesch. d. Philos.“ (Leipzig 1899) 1 (2), 1; +~Oldenberg~, „Litteratur des alten Indiens“ (Stuttgart 1903) 63; +~Oldenberg~, „Die Lehre der Upanischaden und die Anfänge des +Buddhismus“ (Göttingen 1915) 3, 157. + +[4577] ~Thibaut~, a. a. O. 52, 65 ff., 67. + +[4578] ebd. 32, 39. + +[4579] ~Deussen~ 1 (2), 97; ~Boll~, „Sphära“ 343. + +[4580] ~Deussen~ 1 (2), 211, 227, 257. + +[4581] ~Deussen~ 1 (2), 104 ff. + +[4582] ebd. 169; vgl. 1 (1), 123, 130, 195, 196, 200. + +[4583] ebd. 1 (2), 197. + +[4584] ebd. 169. + +[4585] ebd. 171 ff., 218 ff., 257 ff., 353. + +[4586] ebd. 171; ~Garbe~, „Die Sâmkhya-Philosophie“ (Leipzig 1894), 87, +116; ~Baeumker~ 69; ~Wecker~, PW. 9, 1316. + +[4587] Vgl. ~Bousset~, A. Rel. 4, 241. + +[4588] ~Oldenberg~, „Upanischaden“ 57, 58, 62, 64, 109, 223. + +[4589] ~Deussen~ 1 (2), 175; ~Deussen~, „Die Geheimlehre des Veda, +ausgewählte Texte der Upanischads“ (Leipzig 1911) 34, 125; ~Oldenberg~, +„Upanischaden“ 67, 312. + +[4590] ~Deussen~, „Geheimlehre“, a. a. O. + +[4591] ~Oldenberg~, „Upanischaden“ 62, 93. + +[4592] ebd. 226, 232. + +[4593] ~Oldenberg~, „Upanischaden“ 68. + +[4594] ~Deussen~, „Gesch. d. Phil.“ (Leipzig 1908) 1 (3), 1. + +[4595] ebd. 41, 47, 52 ff. + +[4596] ebd. 65 ff., 72 ff. + +[4597] ebd. 194, 201. + +[4598] ~Rây~ 1, 2 ff., 9. + +[4599] ~Deussen~ 1 (3), 408 ff. + +[4600] ~Oldenberg~, „Upanischaden“ 1, 206, 351. + +[4601] ~Rây~, a. a. O.; über âkâça ebd. 2, 88 ff., 125, nach +~Brajendra Nâth Sêal~, geborenem Inder, Verfasser der „Mechanischen, +Physikalischen und Chemischen Theorien der alten Hindu“ und der +„Wissenschaftlichen Methoden der Hindu“ (ebd. 2, 59, 225). + +[4602] ~Deussen~ 1 (3), 408 ff. + +[4603] ~Garbe~, a. a. O. 12, 204 ff., 222 ff., 233 ff., 285 ff. + +[4604] ebd. 238. Über angebliche Einflüsse der Sâmkhya-Philosophie, +deren höchste Blüte erst in das 2. und 3. nachchristliche Jahrhundert +fällt, auf ~Pythagoras~, ~Heraklit~, ~Philo~, ~Plotin~, ~Porphyrios~, +die Neuplatoniker und die Gnostiker s. ~Garbe~ 90 ff., 96 ff.; +indischer Herkunft soll die gnostische Lehre „Geist ist Licht“ sein, +auch soll der Logos mit der indischen Vorstellung von der „Vâc“ +(Stimme, Rede, Wort) zusammenhängen (?) Vgl. ~Wecker~, PW. 9, 1325. + +[4605] M. G. M. 4, 71. + +[4606] ~Pischel~, „Leben und Lehre des Buddha“ (Leipzig 1906) 69; +~Deussen~ 1 (3), 226. + +[4607] ~Oldenberg~, „Buddha“ (Berlin 1890) 203. + +[4608] ~Deussen~ 1 (3), 248. + +[4609] ebd. 231 ff., 372 ff. + +[4610] ebd. 440, 446, 494, 553, 597, 626 ff., 647 ff. + +[4611] ~Garbe~, a. a. O. 238. + +[4612] ~Deussen~ 1 (3), 218, 248. + +[4613] ebd. 1 (3), 345 ff.; ~Rây~ 1, 2 ff., 9. + +[4614] ~Anambhatta~, „Kompendium der Dialektik (Nyâya) und Atomistik +(Vaisêshika)“, üb. ~Hultsch~ (Berlin 1907). + +[4615] ~Deussen~ 1 (3), 350; ~Anambhatta~ 13. + +[4616] ~Deussen~ 1 (3), 352; ~Anambhatta~ 10 ff., 14 ff. + +[4617] ~Anambhatta~ 14 ff. + +[4618] ~Sêal~, bei ~Rây~ 2, 90, 168 ff. + +[4619] Kurze Übersicht: ~Pagel-Sudhoff~, „Einführung in die Geschichte +der Medizin“ (Berlin 1915) 16; Ausführlichere Darstellung: ~Bloch~ +in ~Puschmanns~ Handbuch (Jena 1902) 1, 118 ff.; ~Jolly~, „Indische +Medizin“ (Straßburg 1901). + +[4620] ~Pagel-Sudhoff~ 17, nach ~Hoernle~; ~Rây~ 1, 28. + +[4621] ~Rây~, a. a. O. + +[4622] ~Jolly~, A. Nat. 6, 195. + +[4623] ~Jolly~, a. a. O. + +[4624] ~Rây~, a. a. O. + +[4625] ~Bloch~, a. a. O. 1, 130. + +[4626] ~Pagel-Sudhoff~ 16; über die Unsicherheit der gesamten +Chronologie vgl. ~Rây~ 2, Vorr. 54. + +[4627] ~Hoernle~, M. G. M. 6, 446 und „A. Med.“ 1, 27; ~Rây~ 2, 130 ff. + +[4628] ~Hoernle~, M. G. M. 9, 516; ~Rây~ 2, 130 ff. + +[4629] ~Bloch~, a. a. O. 1, 122; ~Rây~ 1, 30. + +[4630] Bei ~Susruta~ z. B. 700 von 798 (~Tschirch~, „Handbuch der +Pharmakognosie“, Leipzig 1910; 2, 504). + +[4631] ~Rây~ 1, 17 ff., 24; vgl. 2, 42. + +[4632] ebd. 1, 25, 135. + +[4633] ebd. 1, 24, 26. + +[4634] ebd. 1, 44. + +[4635] ebd. 1, 13 ff., 16. + +[4636] ebd. 1, 30. + +[4637] ebd. 1, Vorr. 47; 2, 287. + +[4638] ebd. 2, 134. + +[4639] ebd. 1, 44. + +[4640] ebd. 1, Vorr. 55; 2, Vorr. 26. + +[4641] ebd. 2, 132. + +[4642] „India“, üb. ~Sachau~ (London 1888) 1, 187; vgl. ~Rây~ 1, Vorr. +33. + +[4643] ~Albirunis~ Ableitung dieses Namens, einer vermeintlichen +Bezeichnung für Gold, ist irrtümlich. + +[4644] Vgl. ~Berthelot~, „Arch.“ 184, 193, 197, 202. + +[4645] ~Rây~ 1, Vorr. 53 ff. + +[4646] ebd. 1, 34; 2, 134 ff. + +[4647] ebd. 2, Vorr. 2, 21 ff. + +[4648] ebd. 2, Vorr. 15. + +[4649] ebd. 2, Vorr. 18, 20. + +[4650] ebd. 2, 5. + +[4651] ebd. 2, 4 ff. + +[4652] ebd. 2, 8. + +[4653] ebd. 2, 2 ff.; das „Gold“ aus Kupfer und Galmei ist wohl Messing! + +[4654] ebd. 2, 4. Aus Tuttha, einem indischen Namen des Galmeis, +von welchem Mineral nach arabischen Berichten in Indien ganze Berge +vorkommen, versucht ~Rây~ das persische Tutia und das tamulische +Tatanagam, Tutenaga, abzuleiten (1, Vorr. 75; 1, 87), obwohl, wie +schon ~Yule~ hervorhob, Tutenaga, eine aus Kupfer, Eisen und Zink +bestehende Legierung, nichts mit Tutia zu tun hat, und obgleich es viel +wahrscheinlicher ist, daß umgekehrt das persische Wort Dûd = Rauch +[des sublimierenden Zinkoxydes] in das Indische überging (~Lippmann~, +„Abh.“ 2, 265); denn wie bereits ~Roth~ nachwies, ist Tuttha kein +Sanskritwort und läßt sich auch aus keinem solchen ableiten, weshalb +Übernahme aus einer fremden Sprache zu vermuten bleibt (~Hofmann~, +„Berg- und Hüttenmännische Zeitung“ 41, 46). Daß diese aber eine der +indischen Urbevölkerung zugehörige gewesen sei, wie ~G. Oppert~ annimmt +(„~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 127 ff.), ist mehr wie unwahrscheinlich; +er beruft sich darauf, daß Tuttham oder Tuttha ursprünglich auch der +Kupfervitriol hieß (vgl. ~Rây~ 1, 93; ~Garbe~ 59, s. unten), den man +wegen seiner Bläue „Pfau“, wegen seiner Grüne (!) „Grünstein“ nannte +und als Augenschminke (?) benützte, und daß ferner in „Tutta-Nagam“ +Tutta Zink bedeute, während Naga = Schlange sei, wie denn „Naga-Jihwa“ +das rote Arsen und eine rote Pflanze bezeichne, ganz so wie +„Sindura“ den Zinnober (oder die Mennige) und das Drachenblut. Diese +Zusammenhänge bleiben unklar. + +[4655] Vgl. ~Rây~ 2, Vorr. 41. + +[4656] ebd. 2, Vorr. 2, 21 ff. + +[4657] ~Rây~ führt diese Erklärung ~Sêals~ selbst an (2, 132), scheint +sie aber nicht weiter berücksichtigt zu haben; ~Nagarjuna~ spielt +nach ihm in der indischen Chemie etwa die nämliche Rolle wie ~Hermes +Trismegistos~ in der hellenistischen (~Berthelot~, „Arch.“ 195; 179; +184, 198). + +[4658] ~Rây~ 1, Vorr. 46. + +[4659] ebd. 2, Vorr. 52 ff.; 2, 57. + +[4660] ebd. 2, 9 ff. + +[4661] ~Oppert~, „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 127. + +[4662] ~Rây~ 1, Vorr. 41 ff.; über die „Rasârnava“ vgl. ~Jolly~, M. G. +M. 15, 432. + +[4663] ebd. 1, 72. + +[4664] ebd. 1, 36, 40; 137 ff. + +[4665] ebd., a. a. O. + +[4666] ebd. 1, 40. + +[4667] ebd. 1, 39; Galmei heißt auch Kharpara (ebd. 2, Vorr. 74). + +[4668] ebd. 1, 39. + +[4669] ebd. 1, Vorr. 46. ~Amarasinha~ (um 1000) kennt diese Bezeichnung +noch nicht; vgl. mit ihr „Samen des ~Hermes~“. + +[4670] ebd. 2, Vorr. 27 ff., 43. + +[4671] ebd. 2, Vorr. 45 ff.; ~Berthelot~, „Arch.“ 185 ff., 200; über +das Yoga-System vgl. ~Deussen~ 1 (3), 507. + +[4672] ~Rây~ 2, Vorr. 35, 42. + +[4673] ebd. 2, Vorr. 38. + +[4674] ebd. 2, Vorr. 39, 44. + +[4675] ebd. 1, 45, 48; 2, Vorr. 53. + +[4676] ebd. 2, 135, 223. + +[4677] ebd. 1, Vorr. 45, 48 ff. + +[4678] ~Deussen~ 1 (3), 3 ff., 336 ff. + +[4679] ebd., a. a. O. + +[4680] ~Rây~ 1, 42 ff.; 2, Vorr. 54. + +[4681] ebd. 2, 14 ff. + +[4682] ebd. 2, Vorr. 56 ff. + +[4683] ebd. 2, 16 ff. + +[4684] ebd. 2, Vorr. 58 ff. + +[4685] Münzfälscher befiehlt schon das alte Gesetzbuch des ~Manu~ in +Stücke zu hauen (ebd. 2, 2). + +[4686] ebd. 2, 24. + +[4687] ebd. 2, 22 ff., 26. + +[4688] ebd. 2, 19 ff. + +[4689] ebd. 2, Vorr. 59; 135, 323. + +[4690] ebd. 1, 58 ff. + +[4691] ebd. 1, 66; 2, 54. + +[4692] ebd. 1, 48 ff., 86; 2, Vorr. 74. + +[4693] ebd. 1, 64 ff.; 2, 25. + +[4694] ebd. 1, 55 ff. + +[4695] ebd. 1, 56. + +[4696] ebd. 1, 52. + +[4697] Zitiert von ~Bloch~, bei ~Puschmann~ 1, 145. + +[4698] Sollten diese Länder nicht erst nach Darada = Zinnober und +Parada = Quecksilber benannt sein? + +[4699] ~Rây~ 1, 42 ff., 64 ff.; 2, 54. + +[4700] ebd. 1, 46 ff., 72 ff.; 1, 52. + +[4701] ebd. 1, 42 ff., 64 ff. + +[4702] Mineralsäuren werden in Indien erst im 16. und 17. Jahrhundert +bekannt (ebd. 1, 71, 102; 2, Vorr. 77 ff.). + +[4703] ebd. 1, 46 ff., 50 ff. + +[4704] ebd. 1, 50 ff.; 2, 135, 223. + +[4705] ebd. 2, 135, 223. + +[4706] üb. ~Garbe~ (Leipzig 1882), unter dem Titel „Die indischen +Mineralien“. + +[4707] ~Rây~ 2, 30. + +[4708] ~Garbe~ 33, 68. + +[4709] ebd. 35. + +[4710] ebd. 35, 43. + +[4711] ebd. 38, 56. + +[4712] ebd. 36, 40. + +[4713] ebd. 37, 43. + +[4714] ebd. 42 ff. + +[4715] ebd. 58, 14; Surma: 58. + +[4716] ebd. 60; daß es den Indern erst nach 1200 bekannt wurde, und +daß pârada aus dem Persischen stammt, und „flüchtig“ bedeutet, ist ein +Irrtum ~Garbes~. + +[4717] ~Garbe~ 60, 62, 92; 41. + +[4718] ebd. 46. + +[4719] ebd. 49. + +[4720] ebd. 44, 48. + +[4721] ebd. 52. + +[4722] ebd. 63; falls, wie Quecksilber den Samen, so der schwarze Talk +hier das Menstrualblut bedeutet, hätten beide ihre sonstigen Rollen +vertauscht. + +[4723] ebd. 44, 47. + +[4724] ebd. 51, 59. + +[4725] ebd. 64, 47. + +[4726] ebd. 87 ff. + +[4727] ebd. 90, 91. + +[4728] ebd. 87. + +[4729] ebd. 70. + +[4730] ebd. 73. + +[4731] ebd. 76. + +[4732] ebd. 80. + +[4733] ebd. 75. + +[4734] ebd. 79. + +[4735] ebd. 83. + +[4736] ebd. 84, 85. + +[4737] „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 127. + +[4738] ~Rây~ 2, Vorr. 49, 83 ff. + +[4739] ebd. 2, Vorr. 92. + +[4740] ebd. 2, Vorr. 49, 83 ff. + +[4741] ebd. 2, Vorr. 70. + +[4742] ebd. 2, Vorr. 89. + +[4743] ebd. 2, 5 ff.; vgl. 28. Nach ~Albiruni~ und anderen schrieb +~Nagarjuna~ erst im 10. Jahrhundert (s. oben). + +[4744] ebd. 2, Vorr. 38. + +[4745] ~Rây~ 2, Vorr. 67; Opium: ebd. 2, Vorr. 61 ff. + +[4746] ebd. 2, Vorr. 49. + +[4747] „Records of buddhistic kingdoms“, ed. ~Legge~ (Oxford 1886). + +[4748] „Buddhistic records of the western world“, ed. ~Beal~ (London +1906). + +[4749] „Records of buddhistic religion“, ed. ~Takakasu~ (Oxford 1896). + +[4750] ~Fa-hien~, a. a. O. 18, 102; 36. Bergkrystall = Sphâtika erwähnt +auch ~Hiuen-Thsang~, a. a. O. 2, 278. + +[4751] a. a. O. 1, 80; 51, 89. + +[4752] ebd. 1, 19; 2, 296. + +[4753] a. a. O. 126 ff. + +[4754] ebd. 128. + +[4755] ebd. 128. + +[4756] ebd. 223. + +[4757] ebd. 136. + +[4758] ebd. 128, 223. + +[4759] ebd. 131. + +[4760] ebd. 126, 130 ff.; 205. + +[4761] ebd. 134 ff. + +[4762] ~Jolly~, M. G. M. 2, 97. + +[4763] ~I-Tsing~ 140. + +[4764] ebd. 3. + +[4765] ~Laufer~, bei ~Puschmann~ 1, 122, 152. + +[4766] üb. ~Grünwedel~ (Leipzig 1916) 144, 162. + +[4767] ebd. 166; demgemäß ergrünen auch dürre Bäume neu, wenn sie mit +einigen Tropfen bespritzt werden (ebd.). + +[4768] ebd. 221. + +[4769] ebd. 162. + +[4770] ebd. 186. + +[4771] ebd. 166, 201. + +[4772] ebd. 194. + +[4773] ebd. 141, 222. + +[4774] ebd. 139, 166, 179, 201, 206, 213; ein ~Nagarjuna~ ist „Meister +im Tantra“, ebd. 166. + +[4775] ~Bloch~, bei ~Puschmann~ 1, 145. + +[4776] Über die ungeheure Giftigkeit des Quecksilbers und seiner +meisten Verbindungen s. ~Kobert~, „Lehrbuch der Intoxikationen“ +(Stuttgart 1906) 2, 324. + +[4777] ~Jolly~, A. Nat. 6, 195. + +[4778] Als Beispiel, wie wenig folgerichtig ~Rây~ zuweilen verfährt, +sei noch angeführt, daß er zwar zugesteht, die Inder hätten +Mineralsäuren erst im 16. oder 17. Jahrhundert kennen gelernt (1, 70, +102; 2, Vorr. 77 ff.), trotzdem aber schon im 13. den ~Yasodhara~ +aus Alaun dessen „Essenz“, die Schwefelsäure, darstellen läßt, und +den ~Rasakalpa~ aus Kupfer und Schwefelsäure den grünen (!) Vitriol +„Tuttha“ (2, 17, 25); ja bereits ~Patanjali~ (im 2. oder 4. Jahrhundert +v. Chr.) soll Gemische benützt haben, die „in potentia“ Mineralsäuren +und Königswasser enthielten (2, 29, 131, 137 ff.). + +[4779] Vgl. ~Lippmann~, „Geschichte des Zuckers“ (Leipzig 1890) 93; +~Bloch~, bei ~Puschmann~ 1, 127; ~Jolly~, A. Nat. 6, 195. + +[4780] S. auch ~Berthelot~, „Arch.“ 183 ff. + +[4781] ebd. 191. + +[4782] ~Lippmann~, a. a. O. 116. + +[4783] ~Jolly~, a. a. O. + +[4784] Vgl. hierüber ~Van Leersum~ („~Kahlbaum~-Gedenkschrift“) 120. + +[4785] Zuweilen anscheinend „schwarzer Talk“ benannt, so im Berichte +des ~Narahari~ (um 1250). + +[4786] ~Berthelot~, „Arch.“, a. a. O. + +[4787] Seine 18 „Werke“ erinnern genau an die griechischen πράξεις. + +[4788] Vgl. ~Albiruni~, a. a. O. + +[4789] ~Deussen~ 1 (3), 248 ff. + +[4790] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 267. + +[4791] ~Lippmann~ a. a. O.; ~Rây~ 1, Vorr. 48. + +[4792] ~Pigafetta~, „~Magellans~ Reise um die Welt“ (Gotha 1801) 155, +157. + +[4793] ~Jolly~, A. Nat. 6, 195. + +[4794] ~Rây~ 1, 64 ff. + +[4795] ebd. 1, 36 ff., 65, 67 ff., mit Abbildungen 1, 36 ff., 151 ff.; +~Ehrenfeld~, M. G. M. 7, 151. Die alten Vorrichtungen zur Darstellung +der Quecksilber-Präparate heißen Yantra (~Bloch~, bei ~Puschmann~ +1, 145) und stehen zum Teil noch bis auf unsere Tage herab fast +unverändert in Gebrauch (~Berthelot~, „Arch.“ 189 ff.). + +[4796] ~Hofmann~, „Berg- und Hüttenmännische Zeitung“ 41, 46. + +[4797] Für den arabischen Ursprung der indischen Alchemie spricht +sich auch ~Ruska~ aus („Der Islam“ 1914; 5, 271). Er erinnert daran, +daß Indien Quecksilber und Zinnober nicht oder kaum besitzt, daß +der Schwefelkies nach ~Garbe~ mâkshîka (= Honig) heißt, welche +falsche Etymologie sichtlich an das arabische markasita anknüpft, +daß demgemäß hema- und târa-mâkshîka (= Gold- und Silber-Markasit) +nichts anderes als Entlehnungen dieser bei den arabischen Autoren +so vielgebrauchten Bezeichnungen sind, usf. -- Indische Aneignungen +arabischer Errungenschaften liegen zudem auch auf dem Gebiete anderer +Wissenschaften vor, z. B. auf dem der Astronomie. + +[4798] ~Grube~, „Geschichte der chinesischen Litteratur“ (Leipzig 1909) +2. + +[4799] ebd. 16. + +[4800] ebd. 29, 200. + +[4801] ebd. 30, 184. + +[4802] ebd. 114. + +[4803] ebd. 39, 74. + +[4804] ebd. 186 ff. + +[4805] ~Grube~, „Litt.“ 111. + +[4806] ebd. 344. + +[4807] ~Grube~, „Religion und Kultus der Chinesen“ (Leipzig 1910), 107. + +[4808] ~Grube~, „Litt.“ 141 ff. + +[4809] King = Buch. + +[4810] ~Grube~, „Litt.“ 13, 46, 51; 30, 47. + +[4811] ebd. 149. + +[4812] ebd. 141 ff., 149. + +[4813] ~Kugler~ 119 ff. + +[4814] ~Bezold~, A. Rel. 15, 217 ff. + +[4815] ~Franke~, A. Rel. 18, 405, 407. + +[4816] ~Grube~, „Litt.“ 188. + +[4817] ebd. 188. + +[4818] ebd. 188, 79. + +[4819] ebd. 37. + +[4820] ebd. 34. + +[4821] ebd, 34; „Rel.“ 49 ff. + +[4822] ~Grube~, „Rel.“ 31. + +[4823] ebd. 31. + +[4824] ~Grube~, „Litt.“ 66; „Rel.“ 35. + +[4825] ~Grube~, „Rel.“ 32 ff. + +[4826] Nach ~Boll~ ist der Tierkreis in China sogar erst gegen Anfang +unserer Zeitrechnung nachweisbar („Die Erforschung der antiken +Astrologie“, Leipzig 1908, 117). + +[4827] ~Grube~, „Rel.“ 32 ff. + +[4828] ~Grube~, „Litt.“ 45. + +[4829] ebd. 42; ~Hoang-hi~ gilt als Verfasser des (natürlich +gefälschten) „Nei-king“, des ältesten „Buches der Medizin“ +(~Pagel-Sudhoff~, „Einführung in die Geschichte der Medizin“, Berlin +1915; 11). + +[4830] ~Grube~, „Litt.“ 34, 331, 333 ff.; 150; ~Franke~, A. Rel. 13, +113; 18, 405. + +[4831] ~Grube~, „Litt.“, a. a. O.; „Rel.“ 183. + +[4832] ~Grube~, „Rel.“ 130, 167, 175; ~Scheube~ in ~Puschmanns~ +„Handbuch“ 1, 23. + +[4833] ~Grube~, „Litt.“ 145. + +[4834] ebd. 166 ff. + +[4835] ebd. 333 ff.; ~Deussen~ 1 (3), 707 ff. + +[4836] Vgl. auch ~Berthelot~, „Arch.“ 211. + +[4837] ~Grube~, „Rel.“ 179 ff. + +[4838] Saturn -- Erde, Merkur -- Wasser, Mars -- Feuer, Jupiter -- +Holz, Venus -- Metall (~Pfizmaier~, „Die chinesische Lehre von den +Kreisläufen und Luftarten“, Wien 1866; 43); ~Grube~, „Litt.“ 32 ff. + +[4839] ~Grube~, „Rel.“ 170, 179. + +[4840] z. B. ebd. 33. + +[4841] ebd. 179. + +[4842] ~Humboldt~, „Vues des Cordillères“ (Paris 1816) 1, 111. + +[4843] ~Gubernatis~, „Mythologie des plantes“ (Paris 1878) 1, 219 ff. + +[4844] ebd. 1, 219 ff., 255 ff. + +[4845] ~Grube~, „Litt.“ 228, 445. + +[4846] ebd. 169; „Rel.“ 92. Ling-chi-tsao, ein Pilz, an den sich noch +gegenwärtig ein derartiger Volksaberglauben knüpft, ist eine Varietät +des Agaricus campestris (ebd.). + +[4847] ~Grube~, „Litt.“ 93. + +[4848] ~Grube~, „Rel“ 105 ff.; 90. + +[4849] ebd. 90. + +[4850] ebd. 113, 142 ff., 197. + +[4851] ~Franke~, A. Rel. 18, 450, 463. + +[4852] ~Grube~, „Litt.“ 168 ff., 171; ~Deussen~ 1 (3), 704. + +[4853] ebd., a. a. O. + +[4854] ~Grube~, „Litt.“ 168 ff.; „Rel.“ 91. + +[4855] ~Grube~, „Rel.“ 91, 100. + +[4856] ~Franke~, A. Rel. 18, 450 ff., 463. + +[4857] Vgl. ~I-Tsing~, „Records of buddhistic Religion“, ed. +~Takakasu~ (Oxford 1896), Vorr. 28; in nestorianischen Übersetzungen +buddhistischer Bücher wird (im Jahre 785) auch der Messias erwähnt +(ebd. 169, 224). + +[4858] Siehe ~Lippmann~, „Geschichte des Zuckers“ (Leipzig 1890) 161. + +[4859] Ihre Kenntnis verdanke ich mündlichen Mitteilungen, zum Teil +noch aus ~Richthofens~ vorletztem Lebensjahre stammend. + +[4860] ~Tschirch~, „Handbuch der Pharmakognosie“ (Leipzig 1910) 2, 514 +ff. + +[4861] ebd. 2, 515 ff. + +[4862] ~Fujikawa~, „Kurze Geschichte der Medizin in Japan“ (Tokio 1911) +5. + +[4863] ~Joret~, „Les plantes dans l’antiquité“ (Paris 1904) 2, 640. + +[4864] ~I-Tsing~, a. a. O. 136. + +[4865] ~Hübotter~, „Beiträge zur Kenntnis der chinesischen sowie der +tibetanisch-mongolischen Pharmakologien“ (Berlin und Wien 1913) 26 ff. + +[4866] ~Tschirch~, a. a. O. + +[4867] ~Grube~, „Litt.“ 441. + +[4868] ~Grube~, „Rel.“ 169. + +[4869] ebd. 117. + +[4870] ~Tschirch~, a. a. O. 517; daß Edelsteine, sowie Gold und +Silber, heilen, stärken und auch Reichtum verschaffen, ist noch jetzt +chinesischer Volksglaube (~Hübotter~, a. a. O. 49, 52). + +[4871] ~Pfizmaier~, „Zur Geschichte der alten Metalle“ (Wien 1860?; +Akad. Ber., Bd. 50) 56, 64. + +[4872] ~Hanbury~, „Science papers“ (London 1876): „Notes on chinese +materia medica“ 211 ff. + +[4873] ~Hübotter~, a. a. O. + +[4874] ~Hanbury~ 216. + +[4875] ebd. 221. + +[4876] ~Grube~, „Litt.“ 101; über die vielerlei vorgeblichen +Umwandlungen des Ki vgl. ~Berthelot~, „Arch.“ 205, 210, 214, nach ~De +Mély~. + +[4877] ~Hanbury~ 222; ~Berthelot~, a. a. O. 212, 213. + +[4878] ~Hanbury~ 220, mit merkwürdiger Abbildung; ~Hübotter~ 56. + +[4879] ~Hanbury~ 218, 276. + +[4880] ebd. 221; ~Grube~, „Litt.“ 440; ~Hübotter~ 61. + +[4881] ~Berthelot~, a. a. O. 212, 214; vgl. die Sage bei ~Zosimos~ (Mâ. +II, 244). + +[4882] ~Hanbury~ 224; ~Hübotter~ 58. + +[4883] ~Hanbury~ 225; ~Hübotter~ 58, 63; ~Grube~, „Rel.“ 113. + +[4884] ~Hanbury~ 226; ~Hiortdahl~, „Chinesische Alchemie“ +(„~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 215 ff.). Vgl. auch die Aufsätze ~Holgens~ +(„Chemisch Weekblad“ 1917, 400 und 469). + +[4885] ~Hanbury~ 227. + +[4886] Vgl. ~Hiortdahl~ 220, 221. + +[4887] ~Grube~, „Litt.“ 289. + +[4888] ~Hiortdahl~ 219. + +[4889] ~Grube~, „Litt.“ 170; ~Hiortdahl~ 218. + +[4890] ~Grube~, „Litt.“ 170; „Rel.“ 93. + +[4891] ~Grube~, „Litt.“ 171; ~Hiortdahl~ 221. + +[4892] ~Grube~, „Litt.“ 170; „Rel.“ 94; M. G. M. 10, 70. + +[4893] ~Hanbury~ 226; ~Antenorid~, „Chemiker-Zeitung“ 1902, 267. + +[4894] ~Grube~, „Litt.“ 170; ~Hiortdahl~ 222 ff. + +[4895] ~Berthelot~, „Arch.“ 212. + +[4896] ebd. 212, 214; ~Ehrenfeld~, M. G. M. 7, 157. + +[4897] ~Berthelot~, „Arch.“ 216, 215. + +[4898] ~Grube~, „Litt.“ 170; „Rel.“ 90. + +[4899] ~Hiortdahl~ 222 ff. + +[4900] ~Hiortdahl~ 222 ff., 225. + +[4901] ~Hanbury~, a. a. O.; ~Rây~ 1, 137 ff., vgl. 1, 36 ff.; +~Hübotter~ 58 ff. + +[4902] ~Grube~, „Litt.“ 170; ~Ehrenfeld~, M. G. M. 7, 157; ~Hiortdahl~ +225; ~Berthelot~, „Arch.“ 203 ff.; ~De Pauw~, a. a. O. Noch 1564 soll +ein ähnlicher Todesfall vorgekommen sein. + +[4903] ~Hiortdahl~ 225. + +[4904] ~Ehrenfeld~, a. a. O. + +[4905] ~Grube~, „Litt.“ 446 ff.; „Rel.“ 91. + +[4906] ~Pfizmaier~, a. a. O. 13, 17, 23, 24, 25; 43. + +[4907] ebd. 17, 21. + +[4908] ebd. 13, 16. + +[4909] ~Guareschi~, „Storia della chimica“ (Turin 1904) 4, 33; +~Hiortdahl~ 224. + +[4910] ~Guareschi~, ebd. 5, 23. + +[4911] Vgl. ~Pfizmaier~, „Kreisläufe und Luftarten“ (Wien 1866) 5 ff. + +[4912] ~Scheube~, bei ~Puschmann~ 1, 23. + +[4913] ~Grube~, „Rel.“ 179 ff. + +[4914] ~Guareschi~, a. a. O. + +[4915] ~St. Julien~ et ~Champion~, „Industries anciennes et modernes de +l’empire chinois“ (Paris 1870) 204 ff.; ~Hirth~, „Ancient porcelain“ +(Shanghai 1887). + +[4916] ~Fujikawa~, a. a. O. 16 ff., 32, 43 ff. + +[4917] „Égyptiens et Chinois“ (Berlin 1773) 356 ff. + +[4918] Or. 173, 182; Mâ. II, 229. Vgl. seine richtige Erkenntnis der +kontinuierlichen Zusammenhänge in der Entwicklung von Astrologie, +Magie, Alchemie, Medizin usf. (Or. 14 ff., 144, 216; 35, 43, 45; Intr. +7; Or. 66; Coll. I, 7, 19; 87). + +[4919] ~Eastlake~, „Materials for the history of oil-painting“ (London +1847); von diesem ausgezeichneten Buche erschien noch 1907 eine +deutsche Übersetzung von ~Hesse~ (Wien 1907). + +[4920] Mrs. ~Merrifield~, „Original treatises on the art of painting“ +(London 1849); ~Eastlake~ wird daselbst oft zitiert. + +[4921] „Quellenschriften für Kunstgeschichte und Kunsttechnik des +Mittelalters“ (Wien 1870 ff.); zwei Serien mit 31 Bänden. + +[4922] ~Schack~, „Poesie und Kunst der Araber in Spanien und Sizilien“ +(Stuttgart 1877) 2, 93 ff.; ~Sylvester~ II. (~Gerbert~) z. B., der +durch sein Studium der Nekromantie und Zauberei zu Sevilla das Papsttum +errungen, und große Wunder verrichtet haben soll, hielt sich in +Wahrheit 967 nur in dem damals schon wieder christlichen Barcelona auf +(~Schack~ 2, 90, 92). + +[4923] ~Kremer~ 2, 479 ff. + +[4924] Vgl. ~Dozy~, „Geschichte der Mauren in Spanien“ (Leipzig 1874) +2, 69; ~Schack~, a. a. O. 1, 54. + +[4925] Vgl. ~Dozy~, a. a. O.; ~Schack~, a. a. O.; ~Brockelmann~, +„Geschichte der arabischen Litteratur“ (Leipzig 1901) 122, 184. + +[4926] ~Dozy~, a. a. O. 2, 12, 386; 153; ~Schack~ 2, 96. + +[4927] ~Ticknor~, „Geschichte der schönen Litteratur in Spanien“ +(Leipzig 1852) 2, 359. + +[4928] Über seine fast unübersehbare Tätigkeit s. ~Sudhoff~, „A. Med.“ +8, 73. + +[4929] ~Moehsen~, „Beiträge usf.“ (Berlin 1783) 36. + +[4930] ~Griffini~, M. G. M. 10, 25. + +[4931] ~Haskins~ und ~Lockwood~, M. G. M. 10, 25. + +[4932] ~Luschin v. Ebengreuth~, „Allgemeine Münzkunde und +Geldgeschichte des Mittelalters und der neueren Zeit“ (München 1906) 53. + +[4933] ~Sudhoff~, M. G. M. 13, 181. -- Der berühmte, 1253 als Bischof +von Lincoln verstorbene Gelehrte ~Robert Greathead~ veranlaßte des +Griechischen mächtige Süditaliener, die aristotelischen Schriften +zu übersetzen (~Deussen~ 2 (2), 426); im nämlichen Zeitalter macht +sich auch in medizinischer Hinsicht eine von Süditalien ausgehende +Rückwirkung auf Byzanz bemerklich (~Held~, „~Nikolaos Salernitanus~ und +~Nikolaos Myrepsos~“; Leipzig 1915). + +[4934] ~Gummerus~, PW. 9, 1458, 1508 ff.; es gibt da aurifices, +inauratores, argentarii, barbaricarii, caelatores, gemmarii, +margaritarii und officinatores (Werkführer; 1516). + +[4935] ~Maspero~, „Geschichte der Kunst in Ägypten“ (Stuttgart 1913) +294. + +[4936] ~Eastlake~ 2, 4, 8, 13, 93, 111 usf.; ~Merrifield~ 1, Vorr. +20, 38 ff., 59, 90, 93; 1, 171, 179. Übersetzungen griechischer +Vorschriften: ebd. 2, 482, 648. + +[4937] ~Merrifield~ 1, Vorr. 59. + +[4938] ~Schlosser~, „Schriftquellen zur Geschichte der karolingischen +Kunst“ (Wien 1894), 412. + +[4939] ~Wessely~, „Wiener Studien“ 1890; 12, 260, 267 ff., 270 ff. + +[4940] In dem unverständlichen „petrum“ steckt offenbar das griechische +πέταλον (Blättchen). + +[4941] ~Eastlake~ 10, 12, 15, 67, 155; vgl. die arabischen Vorschriften +41; ~Merrifield~ 1, Vorr. 98; 1, 19; Gallenfarben ebd. 1, 26, 114. +Derlei Rezepte finden sich noch bei ~Cennini~ (geb. 1372) im „Buch von +der Kunst“ (üb. ~Ilg~, Wien 1888; 62 ff., 167), und erhielten sich +viele Jahrhunderte lang; so z. B. kennt ~Fioravanti~ (1565) einen +Firnis für „Goldleder“ aus Sandarach, Aloeharz, Leinöl und Terpentinöl, +und ~Koch~ in Nürnberg (gest. 1567) wußte „Zinn dauernd wie Gold zu +färben, ... ließ aber diese Kunst mit sich absterben“ (~Bucher~, +„Geschichte der technischen Künste“, Stuttgart 1875-93; 3, 201, 97). +Über Glasspiegel mit Blei-, Zinn-, oder Gold-Folie und Firnisüberzug s. +ebd. 3, 272. + +[4942] ~Merrifield~ 2, 413, 451. + +[4943] ebd. 1, Vorr. 136, 172. + +[4944] ebd. 2, 461; s. 1, 57. + +[4945] ebd. 2, 513. + +[4946] ~Merrifield~ 1, 73, 79. + +[4947] ebd. 1, 99; 2, 429, 451. Noch 1575 bei ~Rossello~ empfohlen +(~Eastlake~ 133). + +[4948] ed. ~Ilg~ (Wien 1874) 9; 59, 71. + +[4949] Dieser Erwähnung gedenkt schon ~Wiegleb~ in seiner +„Kritisch-historischen Untersuchung der Alchemie“ (Weimar 1777) 207. + +[4950] Bd. II, 364; Dissertation Nr. 24 (Mailand 1738). + +[4951] „Storia della chimica“ (Turin 1904-5) 4, 4; 5, 29. + +[4952] Mâ. II, 7 ff.; 25, 26. + +[4953] Vgl. ~Guareschi~ 5, 29. + +[4954] Leipzig 1786 ff.; 3, 193. + +[4955] Vgl. ~Guareschi~ 4, 6. + +[4956] a. a. O. 11, 12, 16, 67, 127. + +[4957] a. a. O. 1, Vorr. 50, 60, 76, und oft. + +[4958] a. a. O. 1, 99. + +[4959] Vgl. auch ~Guareschi~ 4, 4; 5, 29. + +[4960] Mâ. II, 13, 12; 20. + +[4961] ebd. II, 16, 21. + +[4962] ebd. II, 20. + +[4963] ebd. II, 20. + +[4964] ebd. II, 17. + +[4965] ebd. II, 20, 16. + +[4966] ebd. II, 21, 358. + +[4967] ebd. II, 13, 14. + +[4968] ebd. II, 14. + +[4969] ebd. II, 13, 14; 14, 20; 14; 14, 17. + +[4970] Mâ. II, 20; 13, 14, 17; 14. + +[4971] ebd. II, 20. Die Orthographie „Kathmia“ ist nach ~Wessely~ +(a. a. O. 12, 270 ff.) charakteristisch für die Herkunft aus +Alexandria; auf Ägypten deuten auch der „ägyptische und alexandrinische +Alaun“, die „ägyptischen Erden“ und der Gebrauch des „Porphyrsteines“, +der an sich durch jeden anderen, gleich harten, zu ersetzen wäre. + +[4972] Mâ. II, 14, 17. + +[4973] ebd. II, 14, 20. + +[4974] ebd. II, 14. + +[4975] ebd. II, 13, 14. + +[4976] ebd. II, 12, 14. + +[4977] ebd. II, 10. + +[4978] ebd. II, 13. + +[4979] ebd. II, 14, 19. + +[4980] ebd. II, 14, 19, 21; „Lulax“ bedeutet „Indigo“, und dürfte auf +das dem indischen Nila entsprechende persische Lilag (woher auch unser +„Lila“) zurückzuführen sein (Mitteilung des † Geh. Rates Prof. Dr. ~R. +Pischel~). + +[4981] Mâ. II, 13, 14, 18. „Amor aquae“ soll Chelidonium, oder ein +Präparat aus dem Safte dieser Pflanze sein (?). + +[4982] „Venetum“ erwähnt schon ~Isidorus~ in den „Etymologiae“ (lib. +19, cap. 17). + +[4983] Mâ. II. 13, 18; 64; 84. + +[4984] Arch. 174. + +[4985] ebd. 176 ff. + +[4986] Mâ. II, 26; abgedruckt im 26. Bande der „Archaeologia“ (London +1847). + +[4987] Arch. 172 ff. + +[4988] ebd. 174 ff., 176. + +[4989] Mâ. II, 7; 27, 28; Arch. 176 ff. + +[4990] ~Diels~, „Abh. d. Akad. d. Wissensch.“ (Berlin 1913) 7, 8. + +[4991] Mâ. II, 37. + +[4992] ebd. II, 37, 39, 42, 44. + +[4993] ebd. II, 57. + +[4994] ebd. II, 55. + +[4995] Vgl. die Erwähnungen der „Mappae clavicula“ bei ~Eastlake~ +(Vorr. 8; 10, 16, 17, 43, 72, 93, 127, 136, ...), ~Merrifield~ (1, +Vorr. 56, 60, 76, und oft), ~Semper~ („Der Styl“ 1860, 2. Aufl. 1878; +2, 458) und ~Guareschi~ (5, 30). + +[4996] Mâ. II, 31 ff., 57. + +[4997] ebd. II, 34, 41, pass. + +[4998] ebd. II, 55. + +[4999] ebd. II, 42. + +[5000] Mâ. II, 36, 52; 56. + +[5001] ebd. II, 34, pass. + +[5002] ebd. II, 46. + +[5003] ebd. II, 51 ff. + +[5004] ebd. II, 356 ff. + +[5005] ebd. II, 59. + +[5006] ebd. II, 58 ff. + +[5007] ebd. II, 55. + +[5008] Arch. 225. + +[5009] Mâ. II, 53; daselbst ältere Litteratur über dieses Glas. Vgl. +~Lippmann~, „Abh.“ 1, 74. + +[5010] Mâ. II, 62; vgl. ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 125 ff. + +[5011] Mâ. II, 58, 167 ff., 171, 175. Vgl. die Angaben bei ~Synesios~ +(4. Jahrhundert) und im „Carmen de ponderibus“ (5. Jahrhundert?). +~Berthelots~ Vermutung, daß sich vom Aräometer des ~Synesios~ im +Mittelalter keine Spur erhalten habe, ist irrig; s. ~Lippmann~, „Abh.“ +2, 171 ff. + +[5012] Mâ. II, 61, 94. + +[5013] ~Lippmann~, „Beiträge zur Geschichte des Alkohols“ +(Chemiker-Zeitung 1913, 1313 ff; 1917, 865 ff.). + +[5014] Ausführliches über den chemischen und technologischen Inhalt: +~Lippmann~, „Chemiker-Zeitung“ 1916, 3 ff. + +[5015] In der dem ~Aristoteles~ untergeschobenen, etwa aus derselben +Zeit herrührenden Schrift „De perfecto magisterio“ wird bei einem +Rezepte, das die Herstellung von Goldblättchen betrifft, als Quelle +angegeben „ex libro de arte Romanorum“, „aus dem Buche von den Künsten +der Römer“ (~Zetzner~, „Theatrum Chemicum“, Straßburg 1613 ff.; 2. +Aufl. ebd. 1659; 3, 97). + +[5016] ~Merrifield~ 1, 169; vgl. ~Guareschi~, a. a. O. 5, 34. + +[5017] Wien 1873. + +[5018] Vgl. ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 109. + +[5019] Vgl. ebd. 1, 74. + +[5020] Solche waren schon im Altertum bekannt, und finden sich in +manchen Sammlungen, z. B. in der auf der Saalburg bei Homburg; s. auch +~Dafert~ und ~Miklausz~, „Monatshefte für Chemie“ (Wien 1910; 781). + +[5021] „De incertitudine et vanitate scientiarum“ (Antwerpen 1530), +cap. 96. + +[5022] „Polyhistor“ (Lübeck 1688), lib. 1, cap. 7. + +[5023] „Geschichte der technischen Künste“ (Stuttgart 1875-93) 1, 7, +20, 99; 2, 211. + +[5024] „Storia della chimica“ (Turin 1905) 5, 29. + +[5025] Wien 1874; die beigefügte Übersetzung ist, wie beim „Heraklius“, +wegen mangelhafter technischer Sachkenntnis sehr unzuverlässig. + +[5026] ~Ilg~ 10; alle folgenden Zitate beziehen sich auf diese Ausgabe. + +[5027] 51. + +[5028] 187. + +[5029] 117. + +[5030] 81. + +[5031] 81. + +[5032] 75, 77. + +[5033] 75; der Porphyrstein deutet auf ägyptischen Ursprung der +betreffenden Vorschrift. + +[5034] 45. + +[5035] 255; 293; 89. + +[5036] 69, 347. + +[5037] 47. + +[5038] 189. + +[5039] 15, 19; 29 ff. Vgl. ~Merrifield~, a. a. O. 1, 31, 33. -- Nach +~Ruska~ ist diese Vermutung unrichtig. + +[5040] Ausführliches über den chemischen und technologischen Inhalt: +~Lippmann~, „Chemiker-Zeitung“ 1917, 1 ff. + +[5041] ~Ilg~ 219 ff. + +[5042] 233, 287. + +[5043] 65, 73. + +[5044] 229. + +[5045] 217, 293. + +[5046] 225. + +[5047] 277. + +[5048] 55, 69, 73. + +[5049] 51, 81; 59, 71; 77, 81. + +[5050] 225. + +[5051] 177; das Wort für einstreuen ist „projicere“. + +[5052] 207 ff., 261, 65. + +[5053] 187. + +[5054] 265. + +[5055] 81. + +[5056] 89. + +[5057] 273. + +[5058] 271. + +[5059] 265, 65. + +[5060] 65, 261; 275; 283, 293. + +[5061] 335; 295; 339. + +[5062] 283, 293. + +[5063] 341 ff. + +[5064] 345. + +[5065] 175; 341 ff. + +[5066] 13; 73, 91. + +[5067] 205, 87. + +[5068] 13, 15. + +[5069] 13, 73. + +[5070] 61, 83. + +[5071] 349. + +[5072] 13. + +[5073] 81. + +[5074] 37; 59, 71. + +[5075] 29 ff., 33. + +[5076] 61; 13, 15. + +[5077] 29 ff., 83. + +[5078] 93. + +[5079] 13; 19, 33; 43. + +[5080] 15, 19, 29 ff., 33. + +[5081] 85. + +[5082] 305, 339; 79, 47. + +[5083] 45, 351; 45; 45, 63, 279; 45. + +[5084] 33, 61, und öfter. + +[5085] 39, 311, 313 ff. + +[5086] 231. + +[5087] 245, 289; 245. + +[5088] 75, 79; 61. + +[5089] 41, 69; 347. + +[5090] 47, 59, und öfter. + +[5091] 75, 77. + +[5092] 79, 211; 75, 77. + +[5093] 79. + +[5094] 81. + +[5095] 85. + +[5096] 193 und öfter. + +[5097] 189. + +[5098] 98 ff., 103, 105; 127 ff. + +[5099] 109, 113; 121 ff., 125; 131 ff., 137 ff. + +[5100] 113; Email: 237, 239. + +[5101] 117. + +[5102] 111, 113; 143. + +[5103] 115, 117. + +[5104] 351 ff., 355. + +[5105] ebd. + +[5106] 119. + +[5107] „Beiträge zur Geschichte der Erfindungen“ (Leipzig 1805); 5, 570. + +[5108] „Beitr.“ 3, 95. + +[5109] „Histoire de la Chimie“ (Paris 1842; 1. Aufl.); I, 491. -- Eine +neuere Übersetzung, die ~Poisson~ in der „Revue scientifique“ (1891, +457) abdrucken ließ, erwähnt ~Guareschi~ (a. a. O. 4, 29). + +[5110] „Beitr.“ (1874); 3, 95. + +[5111] Mâ. II, 89 ff. + +[5112] ebd. II, 121. + +[5113] „Beitr.“ 3, 95 ff., unter Hinweis auf ~Schölls~ „Geschichte der +griechischen Litteratur“ (Berlin 1839) 3, 447 ff. + +[5114] Mâ. II, 292. + +[5115] ebd. II, 90. + +[5116] Beitr. 3, 96. + +[5117] Mâ. II, 94, 97, 100 ff., 128 ff. + +[5118] ebd. II, 89 ff., 249. + +[5119] ebd. III, 124 ff.; Arch. 261 ff. + +[5120] Beitr. 3, 95. + +[5121] ~Ruska~, a. a. O. 44. + +[5122] Mâ. II, 97, 93. + +[5123] Beitr. 3, 96; Mâ. II, 94. + +[5124] Mâ. II, 128 ff., 115, 217. + +[5125] ebd. II, 105 ff. + +[5126] ebd. II, 93. + +[5127] Vgl. ~Köchly~ und ~Rüstow~, „Griechische Kriegsschriftsteller“ +(Leipzig 1853 ff.); ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 125 ff. + +[5128] ~Livius~, lib. 39, cap. 13. + +[5129] Mâ. II, 95. + +[5130] ebd. II, 396; ~Merrifield~, a. a. O. I, 73 ff. + +[5131] Mâ. II, 108. + +[5132] Mâ. II, 98, 116, 117. + +[5133] Vgl. ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 125 ff. + +[5134] Mâ. II, 117. + +[5135] ebd. II, 133. + +[5136] Daß auch das „sal indum“ des ~Alrazi~, entgegen ~Berthelot~, +nicht Salpeter war, sondern Steinsalz, ist schon oben erwähnt worden. + +[5137] Mâ. II, 108 ff. + +[5138] Mâ. II, 119. + +[5139] ebd. II, 121. + +[5140] ebd. 124 ff. + +[5141] ebd. II, 126. + +[5142] ebd. II, 398. + +[5143] ebd. II, 127. + +[5144] ebd. II, 122, 134. + +[5145] ebd. II, 117, 118. Vgl. ~Lippmann~, „Beiträge zur Geschichte des +Alkohols“, a. a. O. 1913, 1313 ff. + +[5146] Mâ. II, 140. + +[5147] ebd. II, 126. + +[5148] ebd. II, 123. + +[5149] ebd. II, 107, 124. + +[5150] ebd. II, 118. + +[5151] ebd. II, 111, 114. + +[5152] ebd. II, 65 ff.; 73. + +[5153] ebd. II, 86. + +[5154] ebd. II, 87. + +[5155] ebd. II, 112. + +[5156] ebd. II, 83. Vgl. allato = Messing bei ~Maigne d’Arnis~ +(a. a. O. 130). + +[5157] Mâ. II, 74 ff. + +[5158] ebd. II, 77. + +[5159] ebd. II. 74. + +[5160] Beitr. 3, 61. + +[5161] Mâ. II, 229 ff. + +[5162] ebd. II, 233 ff. + +[5163] ebd. II, 231, 236, 237. + +[5164] ebd. II, 240; 232 ff.; 287. + +[5165] Mâ. II, 232 ff., 242 ff., 248. + +[5166] ebd. II, 249 ff., 251. + +[5167] Das Wort συναγωγή (Synagogé, Versammlung) geben schon die +alten lateinischen Übersetzungen des um 140 n. Chr. verfaßten „Hirten +des Hermas“ außer durch ecclesia, coetus, concilium, congregatio, +auch durch turba wieder und wenden es auf jüdische, christliche und +gnostische Versammlungen an („Hermae Pastor“, ed. ~Gebhardt-Harnack~, +Leipzig 1877; 116); συναγωγή im Sinne von Sammlung ist auch ein Titel +zahlreicher Bücher, es heißen z. B. so die Materialien-Sammlungen des +~Hippias von Elis~ (~Diels~, „Vors.“ 2, 286; ~Nestle~, „Vors.“ 82), des +~Aristoteles~ (~Gercke~, PW. 2, 1036), des Arztes ~Menon~ (~Diels~, +„Straton“ 2; ~Zeller~ 2 (2), 897; 99, 77), des ~Iamblichos~ (~Zeller~ +3 (2), 739; ~Deussen~ 2 (1), 507), die „Metamorphosen“ des ~Antoninus +Liberalis~ (~Wentzel~, PW. 1, 2572), die Landwirtschaftsschriften +des sog. ~Vindonionios Anatolios~ (~Wellmann~, P. 1, 2073), die +Rezeptsammlungen des ~Oreibasios~ aus dem 4. Jahrhundert (~Berendes~, +„Das Apothekenwesen“, Stuttgart 1907; 57), usf. + +[5168] In wichtigen Schriften ~Ciceros~ entwickeln die bedeutsamsten +philosophischen Schulen ihre Ansichten durch je einen ihrer Vertreter +(~Zeller~ 3 (1), 673). + +[5169] Mâ. II, 253 ff. + +[5170] ebd. II, 262. + +[5171] ebd. II, 259 ff., 266. + +[5172] Mâ. II, 81 ff., 179 ff. + +[5173] ebd. II, 180; 214. + +[5174] ebd. II, 180, 181. + +[5175] ebd. II, 180. + +[5176] ebd. II, 180, 201. + +[5177] ebd. II, 81 ff. + +[5178] ebd. II, 181. + +[5179] ebd. II, 217. + +[5180] ebd. II, 203. + +[5181] ebd. II, 217. + +[5182] ebd. II, 199, 200, 208 ff., 217; pass. + +[5183] ebd. II, 187, 189, 200, 217; pass. + +[5184] ebd. II, 217. + +[5185] ebd. II, 200, pass. + +[5186] ebd. II, 227, pass. + +[5187] ebd. II, 209. + +[5188] ebd. II, 207, pass. + +[5189] ebd. II, 189. + +[5190] ebd. II, 193, 199. + +[5191] ebd. II, 217. + +[5192] ebd. II, 197, 209. + +[5193] ebd. II, 207, pass. + +[5194] ebd. II, 199, 207; 217. + +[5195] Mâ. II, 203. + +[5196] ebd. II, 197, pass.; 223. + +[5197] ebd. II, 217. + +[5198] ebd. II, 199, 226. + +[5199] ebd. II, 200. + +[5200] ebd. II, 182 ff. + +[5201] ebd. II, 204, 205. + +[5202] ebd. II, 225, 221; 199. + +[5203] ebd. II, 211. + +[5204] „Vom Sulphure“ (Halle 1718) 48 ff. + +[5205] Siehe ~E. Meyer~, „Geschichte der Botanik“ 3, 98. + +[5206] „Beiträge zur Geschichte der Erfindungen“ (Leipzig 1786 ff.) 5, +573, 578. + +[5207] ~Ersch-Grubers~ „Enzyklopädie“; 2, 415. + +[5208] „Beiträge zur ... chemischen Theorie der Naturlehre“, üb. +~Wolff~ (Berlin 1820) 9. + +[5209] „Geschichte der arabischen Ärzte und Naturforscher“ (Göttingen +1840) 12. + +[5210] Königsberg 1856; 3, 98. + +[5211] „Die Alchemie“ (Bonn 1869) 436 ff.; der Titel „König“ des +~Geber~ ist ebenso fingiert wie der des gleichfalls gefälschten +~Basilius Valentinus~: ~Basilius~ = βασιλεύς (ebd. 276, 521). + +[5212] „~Virchows~ Archiv“ 1871; 364. + +[5213] Beitr. 3, 22. + +[5214] ebd. 3, 12 ff. + +[5215] ebd. 3, 14, 19, 21. + +[5216] ebd. 3, 14, 15. + +[5217] ebd. 3, 25. + +[5218] ebd. 3, 25, 26. + +[5219] ebd. 3, 33. + +[5220] ebd. 3, 54; wie es sich hiernach mit den Vermutungen verhält, +die ~Stapelton~ (M. G. M. 6, 420; „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 236, 243) +auf Handschriften und Abbildungen gründet, die dem ~Alkati~ und einem +~Chuwarazmi~ zugeschrieben werden (1034), bedarf noch der Aufklärung. +Vgl. ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 24, 75; „Journal f. prakt. Chemie“ (1907) +76, 108 ff. + +[5221] Beitr. 3, 29. + +[5222] ebd. 3, 28, 32; „Alch.“ 1, 12, 359. -- Zu dem nämlichen +Ergebnisse gelangte in selbständiger Weise 1878 auch ~E. Wiedemann~ +(„Annalen der Physik“, 2. Serie; 4, 320; vgl. ~E. Wiedemann~, +„Beiträge“ 2, 323; 24, 75). In dem Aufsatze „Zur Chemie der Araber“ +betont ~E. Wiedemann~ ausdrücklich, daß die in den Leidener Codices +enthaltenen Werke ~Dschabirs~ nicht den klaren und wissenschaftlichen +Geist der lateinischen Schriften des ~Geber~ zeigen, sich vielmehr im +mystischen Gedankengange der griechischen Alchemisten bewegen, wonach +an der Unechtheit jener angeblichen lateinischen Übersetzungen kein +Zweifel bleibe („Zeitschr. d. Deutschen Morgenländischen Gesellschaft“ +1878, 575). + +[5223] Beitr. 3, 32, 33. + +[5224] ebd. 3, 38 ff. + +[5225] Vgl. ~Stillmann~ (M. G. M. 16, 227) und ~Sudhoff~ (ebd.). + +[5226] Beitr. 3, 44-48; vgl. Gesch. 4, 175. + +[5227] Beitr. 3, 51. + +[5228] Mâ. II, 276 ff., 279; vgl. die irrtümliche Erklärung Or. 207. + +[5229] Mâ. II, 346; 340 ff. + +[5230] So schon ~Schmieder~, „Gesch. d. Alchemie“ (Halle 1832) 97; +~Kopp~, „Beitr.“ 3, 63; ~E. Wiedemann~, „Zeitschr. d. Deutschen +Morgenländ. Gesellschaft“ 1878, 580. + +[5231] Mâ. II, 311 ff.; 273. + +[5232] ebd. II, 315. Diese Bücher scheinen aber hebräischen Ursprunges +(~Ruska~). + +[5233] Mâ. II, 314 ff. + +[5234] „Gesch. d. Alchemie“ 95. + +[5235] „~Virchows~ Archiv“ 1866, 572. + +[5236] Die Worte „apud nos Gallos“ im Pariser Manuskript sind +eingeschoben; vgl. Mâ. II, 72. + +[5237] Beitr. 3, 55, 20, 70. + +[5238] Mâ. II, 317. + +[5239] ebd. II, 269 ff. + +[5240] Beitr. 3, 64 ff. + +[5241] ebd. 3, 67, 81. + +[5242] Siehe ~Poisson~, „Cinq traités d’alchimie“ (Paris 1890) 91. + +[5243] Beitr. 3, 76; Mâ. II, 290. + +[5244] Mâ. II, 71; Coll. I, 207; Intr. 208. + +[5245] Beitr. 3, 64 ff. + +[5246] ebd. 3, 83, 84, 69. + +[5247] ebd. 3, 69 ff., 73 ff.; 82. + +[5248] ebd. 3, 79. + +[5249] ebd. 3, 80, 81. + +[5250] ebd. 3, 81. + +[5251] Mâ. II, 14. + +[5252] Vgl. „~Mesuae~ Opera“, ed. ~Costa~ (Venedig 1570) 216. + +[5253] Beitr. 3, 83. + +[5254] ebd. 3, 81. + +[5255] Beitr. 3, 78, 74. + +[5256] ebd. 3, 84. + +[5257] ebd. 3, 63; das aus ~Pseudo-Razi~ „De salibus“ Zitierte steht +aber nicht im Pariser Manuskript Nr. 6514, vgl. Mâ. II, 287. + +[5258] Mâ. II, 280 ff. + +[5259] ebd. II, 283. + +[5260] Mâ. II, 287. + +[5261] Beitr. 3, 54, 63. + +[5262] Beitr. 3, 64; Mâ. II, 281 ff. + +[5263] Mâ. II, 288, 283. + +[5264] ebd. II, 283; Arch. 165. + +[5265] ~Frohschammer~, „Die Philosophie des ~Thomas von Aquino~“ +(Leipzig 1889) 279, 287, 290. + +[5266] Vgl. die ihm zugeschriebenen „Thesaurus alchimiae“ und +„De lapide philosophico“ (Paris 1895; Nr. 6 der „Bibliothèque +rosicrucienne“). + +[5267] „Summa Theologiae“, üb. ~Schneider~ (Regensburg 1885 ff.; 7, +474). Über dieses so hochberühmte Werk wird jeder Unparteiische, der es +zum ersten Male zur Hand nimmt, außerordentlich enttäuscht sein: der +Verfasser +sucht+ die Wahrheit nicht, sondern er +besitzt+ sie schon, +d. h. als wahr gilt ihm ohne weiteres +das+, was die Kirche und ihre +Vertreter festgesetzt haben. Demgemäß werden mit völliger Einseitigkeit +und Willkür von vornherein die Gegenstände der „Diskussion“ +abgegrenzt, die Titel der Abschnitte gewählt, die Leit- und Lehrsätze +aufgestellt, und schließlich die Beweise geführt. Als Beleg vermag +hierbei jeder beliebige, aus dem Zusammenhange gerissene Satz irgend +einer kirchlichen oder weltlichen „Autorität“ zu dienen, wenn nur +der Wortlaut entweder ohnehin annähernd zutrifft, oder sich doch +halbwegs ausreichend auf allegorischem Wege umdeuten läßt; ~Platon~ und +~Aristoteles~, ~Makrobios~ und ~Vegetius~, ~Alfarabi~ und ~Averroes~, +~Augustinus~ und ~Rabbi Moses~ (~Maimonides~) können so als durchaus +gleichberechtigte und gleichwertige Zeugen auftreten. Die nur dem +Scheine nach geführte „philosophische“ Untersuchung ergibt selbstredend +mit unfehlbarer Sicherheit stets jenes Ergebnis, das für den Verfasser +ohnehin schon von Anfang an feststeht, und daraufhin gilt es dann als +wissenschaftlich bewiesen und wird der weiteren Forschung zugrunde +gelegt. Kaum auf ein anderes Werk paßt besser das geistreiche Epigramm +des tiefsinnigen ~Fechner~: + + „Ein philosophischer Begriff gebratner Gans entspricht; + Daß sie von selber Äpfel fräß’, gesehen hab ich’s nicht. + Doch Jeder freut des Inhalts sich, wenn man sie bringt zum Schmaus: + Das, was man hineingetan, nimmt wieder man heraus.“ + +(„Gedichte“, Leipzig 1841; 166). + +[5268] Beitr. 3, 98 ff. + +[5269] Beitr. 3, 85, 91, 94. + +[5270] „~Roger Bacon~“, ed. ~Little~ (Oxford 1914) 24. + +[5271] ebd. 395 ff., 411 ff. (mit Verzeichnis). + +[5272] ebd. 285. + +[5273] Die gedruckten enthält zum größeren Teile „~R. Bacon~, De +arte Chymiae scripta“ (Frankfurt 1603); vgl. ~Brown~, „A history of +chemistry“ (London 1913) 95. + +[5274] ~R. Bacon~, „Opus majus“, ed. ~Bridges~ (London 1900) 1, Vorr. +46, 48, 74 ff.; 2, 214. + +[5275] Beitr. III, 64, 99 ff. + +[5276] Mâ. II, 351 ff., wo aber ~Berthelot~ den Namen ~Hauréaus~ nicht +nennt. + +[5277] Beitr. 3, 101. 108. + +[5278] ebd. 3, 106. + +[5279] ebd. 3, 99 ff. + +[5280] ~Langlois~, „La connaissance de la nature et du monde au +moyen-âge“ (Paris 1911) 185. + +[5281] Vgl. hierzu ~Engel~, „Geschichte des Illuminaten-Ordens“ (Berlin +1906). + +[5282] „Journal des savants“ (Paris 1851 ff.). + +[5283] Heidelberg 1886. + +[5284] Dieses Buch war bekanntlich von großem Einflusse auf den jungen +~Goethe~. + +[5285] ~Moses~ 4, 31, 22; ~Ezechiel~ 22, 18. Vgl. ~Wiegleb~, a. a. O. +227. + +[5286] Zitiert in den „Werken“ ~Chaucers~ (14. Jahrhundert), üb. +~Düring~ (Straßburg 1886) 3, 463; die angeblich aus alchemistischem +Golde geprägten englischen „Rosenobles“ trugen diesen „geheimnisvollen“ +Satz als Umschrift. -- Nach der „Summa Theologiae“ des ~Thomas von +Aquino~ (1224-1274) ist die Sterndeutung unerlaubt (üb. ~Schneider~ 7, +595), obwohl die Astrologen oft Wahres über die Schicksale zu verkünden +wissen, was daher kommt, daß die Sterne die +sinnlichen+ Handlungen des +Menschen beeinflussen, aber ganz allein +diese+ (ebd. 3, 561; 5, 139; +7, 596). In der gewöhnlichen Körperwelt sind die Sterne Ursachen und +nicht Zeichen der Vorgänge (ebd. 3, 648; 7, 595), sie wirken selbst +(ebd. 1, 344; 3, 649; 7, 605), und zwar teils durch ihre Lichtstrahlen +(ebd. 3, 236; 5, 101; 11, 703), teils durch ihre Engel (ebd. 3, 138), +und veranlassen z. B. die Entstehung von Pflanzen (ebd. 3, 253, 483), +sowie die Erzeugung niedrigerer Tiere (ebd. 3, 26, 477, 483). + +[5287] ~Ticknor~, „Geschichte der schönen Litteratur in Spanien“, ed. +~Julius~ (Leipzig 1852) 1, 40; 3, 7. Vgl. ~Lemcke~, „Handbuch der +spanischen Litteratur“ (Leipzig 1855) 1, 29. + +[5288] ~Ticknor~ 1, 35, 40; 3, 7. + +[5289] ~Ticknor~ 1, 53 ff., 60; vgl. ~Lemcke~ 1, 55. + +[5290] „El Conde Lucanor“, ed. ~Keller~ (Stuttgart 1839) 57. + +[5291] ~Aldschaubari~ verlegt sie in seiner um 1220 verfaßten +„Enthüllung der Geheimnisse“ an den Hof des Sultans ~Nuraldîn~ von +Damaskus (1146-1174), des Vorgängers des berühmten ~Saladin~ (~E. +Wiedemann~, „Beiträge zur Kenntnis des Orients“, Wien 1508; 5, 85). + +[5292] ~Ticknor~ 1, 286. + +[5293] ed. ~Haller~ (Regensburg 1883). + +[5294] ~Schack~, „Geschichte der dramatischen Litteratur und Kunst in +Spanien“ (Frankfurt 1854) 1, 169. + +[5295] ~Schaeffer~, „Geschichte des spanischen Nationaldramas“ (Leipzig +1890) 1, 25. + +[5296] ebd. 1, 51. + +[5297] ebd. 1, 52. + +[5298] ~Schack~ 2, 159. + +[5299] Z. B. in „Al pasar del arroyo“ und in „El nuevo mundo“ (~Ochoa~, +„Tesoro del teatro español“, Paris 1838; 2, 195, 586). + +[5300] ~Ochoa~, „Tesoro de los poemas españoles“ (Paris 1840) 270. + +[5301] ~Schaeffer~ 1, 111, 122. + +[5302] ebd. 1, 275. + +[5303] ebd. 1, 311, 314. + +[5304] ebd. 1, 383 ff. + +[5305] ebd. 2, 18, 35; ~Schack~ 3, 122. + +[5306] ~Schack~ 3, 246, 288; ~Schaeffer~ 2, 51. + +[5307] ~Schack~ 3, 442, 447, und Anhang 104; ~Ticknor~ 2, 40. + +[5308] ~Schaeffer~ 1, 28. + +[5309] „Geistliche Festspiele“, üb. ~Lorinser~ (Regensburg 1882 ff.) 6, +232; 9, 215; 13, 119; 15, 8. + +[5310] ebd. 6, 336. + +[5311] ebd. 4, 366; vgl. ~Ticknor~ 2, 15 und ~Schack~ 3, 195, 264, 266. + +[5312] ~Lorinser~ 9, 275. + +[5313] ebd. 9, 222, und öfters. + +[5314] ebd. 11, 7. + +[5315] ebd., a. a. O. + +[5316] ~Schaeffer~ 2, 295, 309. + +[5317] ~Ochoa~, „Tesoro de novelistas españoles“ (Paris 1847) 2, 61. + +[5318] Mitteilung des † Geh. Rates Prof. Dr. ~H. Suchier~ in Halle a. S. + +[5319] ~Langlois~, a. a. O. 118, 131. + +[5320] Also des „etesischen“ Monates! + +[5321] ~Langlois~ 219; vgl. „Das Buch ~Sidrach~“, ed. ~Jellinghaus~ +(Tübingen 1904; 105 ff.). + +[5322] ebd. 317. + +[5323] ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 103. + +[5324] ed. ~Francisque-Michel~ (Paris 1864) 2, 173; üb. ~Lippmann~, +„Abh.“ 1, 104. + +[5325] Der Text nennt sie „fogière“ = Farnkraut (bei ~Matthiolus~, +„Compendium de plantis omnibus“, Venedig 1571. 907 und 911: „fengière“ +und „fuchière“), meint aber vermutlich gewisse, äußerlich ähnliche +Seetange und Algen. + +[5326] „Sophisten“ im Gegensatze zum „Philosophen“! + +[5327] ~Palissy~, „Oeuvres“, ed. ~Fillon-Audiat~ (Niort 1888) 2, 70. + +[5328] ebd. 2, 111. + +[5329] ebd. 2, 68 ff. + +[5330] S. den Schwindel mit dem Rührstock, in dem Silber oder Gold +verborgen ist: ebd. 2, 77. + +[5331] ~Palissy~, „Oeuvres“ 2, 104 ff.; 1, 65 ff. + +[5332] ebd. 1, 65 ff.; 2, 90 ff. + +[5333] „~Gargantua~ und ~Pantagruel~“, ed. ~Regis~ (Leipzig 1832) 1, +169. + +[5334] ebd. 1, 30, 586, 924 ff.; 3, 1287. ~Goethe~, der sich in jungen +Jahren viel mit ~Rabelais~ beschäftigte, entnahm wohl hierher den im +„Mährchen“ vorkommenden Zaubertempel mit dergleichen Statuen. + +[5335] ed. ~Jacob~ (Paris 1858) 43, 45, 314 ff. + +[5336] „Die Kultur der Renaissance in Italien“ (Leipzig 1896) 2, 292. + +[5337] „Hölle“, 29. Gesang, Vers 118 ff.; V. 137, V. 65. + +[5338] ~Lippmann~, „~Petrarca~ über die Alchemie“, A. Nat. 6, 236. + +[5339] ~Wiegleb~ 227; ~Schmieder~ 159 ff. + +[5340] ~Peters~ sieht in dieser Bulle einen wichtigen Anlaß dafür, +daß die Alchemisten, in der Sorge um ihre persönliche Sicherheit, +seither einen besonders frömmelnden Ton anzuschlagen und ihre Lehren +ganz durchsetzt von Gleichnissen und Bildern des christlichen Glaubens +vorzutragen begannen („Chemiker-Zeitung“ 1917, 729). + +[5341] ~Kopp~, „Verfall der Alchemie“ (Gießen 1845) 3. + +[5342] ~Burckhardt~, a. a. O. + +[5343] „Vellus aureum et chrysopoeia“ (= Das goldene Vließ und die +Goldmacherei); Basel 1518. + +[5344] Vgl. ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 346; ~Herzfeld~, „~Lionardo da +Vinci~, der Denker, Forscher und Poet“ (Jena 1906) 109, 110, und +betreff der Iatrochemie ebd. 138. + +[5345] ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 361. + +[5346] „De la pirotechnia“ (Venedig 1540), 123. + +[5347] ~Guareschi~, „Storia della Chimica“ (Turin 1904) 4, 19 ff. + +[5348] „Piazza universale“ (Venedig 1592) 138, 571. + +[5349] ebd. 863. + +[5350] ~Kopp~, „Verfall ...“ 3. + +[5351] ed. ~Macauley~ (Oxford 1900). + +[5352] Vers 16022 ff.; üb. ~Düring~ (Straßburg 1886) 3, 200 ff., 389, +464. + +[5353] ~Gothein~, A. Rel. 10, 479; über Erwähnung der 7 Altersstufen in +den „Moralitäten“ vgl. ~Boll~, „Lebensalter“ 41. + +[5354] ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 427 ff., 445. + +[5355] ~Lilly~, ed. ~Fairholt~ (London 1892) 1, 233 ff., 246. + +[5356] ebd. 2, 157; ~Gothein~, a. a. O. 482. + +[5357] üb. ~Baudissin~, „~Ben Jonson~ und seine Schule“ (Leipzig 1836) +1, 5. Im 2. Akte dieses Stückes wird ~Joh. Isaac Hollandus~ als der +Verstorbene und ~Isaac Hollandus~ als der noch Lebende bezeichnet, +wodurch das bisher immer noch strittige Zeitalter dieser Alchemisten +endgültig festgestellt ist (~Lippmann~, „Chemiker-Zeitung“ 1916, 605). + +[5358] ~Gothein~, a. a. O. 479 ff. + +[5359] üb. ~Waltz~, „Argenis“ (Heidelberg 1902) 150, 321; „Euphormio“ +(München 1891) 209. + +[5360] ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 374, 409. + +[5361] London 1652. + +[5362] London 1893; vgl. ~Brown~, „A history of chemistry“ (London +1913) 120 ff. + +[5363] ~Dickinson~, „Physica vetus et nova“ (London 1702); zitiert bei +~Leibniz~, „Deutsche Schriften“, ed. ~Guhrauer~ (Berlin 1838) 2, 336. + +[5364] „Geschichte des Wachstums der Erfindungen in der Chemie“ (Berlin +1790) 1, 217. + +[5365] ~Kopp~, „Alch.“ 1, 240. + +[5366] „Predigten“, ed. ~Pfeiffer-Strobl~ (Wien 1862 ff.) 1, 50 ff., +392 ff., 506; 2, 233 ff. + +[5367] ebd. 2, 15. + +[5368] ebd. 2, 33. + +[5369] ebd. 2, 150 ff. + +[5370] „Wunderbuch“, Neudruck ~Scheibles~ (Stuttgart 1846?) 232, 238 +ff., 243. + +[5371] ebd. 69 ff., 95 ff.; 71. + +[5372] „Wunderbuch“ 355; 290; 356; 379 ff. + +[5373] ebd. 180 ff., 240. + +[5374] „The hermetical and alchemistical writings of ~Paracelsus~“ +(London 1894). + +[5375] Arkan: arabisch = die Pfeiler. Doch kann auch das lateinische +arcanum das Stammwort sein. + +[5376] Schon in einigen um 1450 verfaßten „Pestschriften“ treten solche +auf, und zwar sichtlich noch als ziemlich neu (~Sudhoff~, A. Med. 8, +199, 202). Die heftige Bekämpfung dieser Mittel, der Alchemie, der +Lehren vom Schwefel, Quecksilber und Salz u. dgl. mehr durch ~Erastus~ +in Basel (gest. 1583) scheint weniger sachlichen Gründen entsprungen zu +sein als der erbitterten persönlichen Feindschaft gegen ~Paracelsus~ +(~Kopp~, „Verfall“ 4). -- Hauptsächlich auf Grund schwerer persönlicher +Enttäuschungen verwirft auch ~Agrippa von Nettesheim~ (1486-1535) die +Alchemie in seiner Altersschrift „De vanitate scientiarum“ (Antwerpen +1530; cap. 90). + +[5377] ed. ~Simrock~ (Berlin 1872) Nr. 65, Nr. 102. + +[5378] „Nürnberger Ratserlässe“, ed. ~Hampe~ (Wien 1904) 11, 73, 76; s. +die Erneuerungen 1593 (ebd. 12, 219), 1597 (ebd. 12, 263), 1601 (ebd. +12, 305 ff.). Vgl. ~Vogel~, „Chemiker-Zeitung“ 1911, 1015; ~Sudhoff~, +A. Med. 8, 106. + +[5379] ~Kopp~, „Verfall“ 4. + +[5380] „Tischreden“, ed. ~Kroker~ (Leipzig 1903) 164. + +[5381] ebd., ed. ~Schmidt~ (Leipzig 1899) 310; an Gleichnissen +verwandter Art erfreut sich ~Luther~ auch sonst: Äpfel und Birnen sind +die männlichen und weiblichen unter den Bäumen (ebd. 253), der Magnet +liebt das Eisen wie der Bräutigam die Braut (~Kroker~ 209) usf. -- Nach +~Peters~ ist zu beachten, daß ~Luther~ die rechtschaffene Scheidekunst +aber auch die betrügerische Goldmacherei mit dem nämlichen Worte +„Alchymie“ bezeichnet; die erstere hält er hoch, die letztere verwirft +er ebenso wie die Astrologie. Die betreffenden Stellen, besonders auch +eine über die Auferstehung aus der kleinen Schrift „Der jüngste Tag“, +führt ~Peters~ des näheren an („Chemiker-Zeitung“ 1917, 729). + +[5382] ~Wiegleb~, „Geschichte des Wachstums ...“ (Berlin 1790) 1, 7, +161. + +[5383] Vgl. ~Kopp~, „Gesch.“ 2, 158; 1, 199. + +[5384] ~Kopp~, „Über den Zustand der Naturwissenschaften im +Mittelalter“ (Heidelberg 1869) 20. + +[5385] „Chimia in artis formam redacta“ (Jena 1661); Genf 1671, 26. + +[5386] „Mundus subterraneus“ (Amsterdam 1665) 2, 232 ff.; ~Kopp~, +„Verfall“ 5. + +[5387] „Des Augsburger Patriziers ~Ph. Hainhofer~ Reisen nach Innsbruck +und Dresden,“ ed. ~Doering~ (Wien 1901) 177. + +[5388] „Physica subterranea“ von 1669, ed. ~Stahl~ (Leipzig 1703) 696 +ff. + +[5389] ~Kopp~, „Über die Verschiedenheit der Metalle ...“ (Gießen 1860) +6. + +[5390] „Polyhistor“ (Lübeck 1715) 2, 418; Quecksilber ist nach ihm kein +Metall (ebd. 2, 417). + +[5391] ~Justi~, „Chymische Schriften“ (Berlin 1761) 2, 435; ~Bauer~, +„Chemie und Alchemie in Österreich“ (Wien 1883) 52; ~Kopp~, „Verfall“ 9. + +[5392] ~Hansen~, „Metamorphose der Pflanzen“ (Gießen 1907) 307. + +[5393] a. a. O. 1, 18 ff. und oft. + +[5394] „Histor.-krit. Untersuchung ...“ (Weimar 1777). + +[5395] ~Lichtenberg~, „Briefwechsel“, ed. ~Leitzmann~ (Leipzig 1902) 2, +52. + +[5396] ~Meyer~, „Aberglauben“ 46; ~Kopp~, „Verfall“ 10. + +[5397] ~Kopp~, ebd. 12; ~Schultze~, „Das letzte Aufflackern der +Alchemie in Deutschland“ (Leipzig 1897). + +[5398] ~Gehler~, „Physikalisches Wörterbuch“ (Leipzig 1787 ff.) 5, 705; +~Pagel-Sudhoff~, „Einführung ...“ 349. + +[5399] ~Sierke~, „Schwärmer und Schwindler“ (Leipzig 1874) 70. + +[5400] Abgedruckt in ~Schellings~ „Werken“, ed. ~Drews~ (Leipzig 1907) +3, 98, 151. + +[5401] Jena 1800; 50, 53, 66, 102. + +[5402] Tübingen 1802; 1 (3), 92; 1 (2), 91, 119. + +[5403] Landshut 1805, 362 ff., 391 ff. + +[5404] Vgl. 4. Auflage (Zürich 1843) 128 ff.: über Metalle und Planeten. + +[5405] ~Volhard~, „~Justus von Liebig~“ (Leipzig 1909) 1, 22: ~Liebigs~ +eigene Worte. + +[5406] ebd. 1, 193. + +[5407] „Geschichte der Alchemie“ (Halle 1832). + +[5408] ~Jollivet-Castelot~, „La science alchimique“ (Paris 1904) 347. + +[5409] M. G. M. 4, 64. + +[5410] a. a. O. 24. Abbildung: Vorr. 20. + +[5411] M. G. M. 3, 211. + +[5412] Berlin 1891. + +[5413] Vgl. ~Boll~ und ~Bezold~, „Sternglauben“ (Leipzig 1918) 52, +sowie „Naturwissenschaftliche Wochenschrift“ (Jena 1918) 32, 158. + +[5414] Vgl. ~Jollivet-Castelot~, a. a. O. 279. + +[5415] ~Fuchs~, „Die Ikonographie der 7 Planeten in der Kunst Italiens +bis zum Ausgange des Mittelalters (München 1909) 4, 11, 17; ~Saxl~, +„Beiträge zu einer Geschichte der Planeten-Darstellung im Orient und im +Okzident“ („Der Islam“, Stuttgart 1912) 3, 151, mit 35 Abbildungen: 165 +ff.; ~Boll~, „Sphaera“ 24 ff., 440 ff.; ~Boll~, „Lebensalter“ (Leipzig +1913) 40 ff., mit Abbildungen. -- Vgl. die astrologischen Münzen des +Kaisers ~Antoninus Pius~ (138-161), ~Saxl~ a. a. O. 163 und Tafel 3, +das Septizonium des ~Septimius Severus~ (193-211) usf. + +[5416] Die weitverbreitete Meinung, ein ausdrückliches und allgemein +anerkanntes Gesetz des Korans verbiete jede Darstellung lebender Wesen, +ist durchaus irrtümlich (~Schack~, „Poesie und Kunst ...“ 2, 163 ff., +231 ff., 363 ff.); für die ältere islamische Malerei vermutet ~Schack~ +persischen Ursprung (ebd. 2, 368). + +[5417] Vgl. ~Firdusis~ oben erwähnten „Weltenbecher“ mit +Planeten-Bildern. + +[5418] ~Saxl~ 152 ff., 163 ff. + +[5419] ebd. 161 ff. Vgl. die oben angeführten Berichte des „Ghâjat“; +über die Rolle der Planeten als Tagesgötter bei den Ssabiern schrieben +ausführlich ~Thabit ben Qurra~ und sein Sohn (~Chwolsohn~ 2, Vorr. 3, +4). + +[5420] ~Saxl~ 163, 169, 170. + +[5421] Arabischer Beiname des Jupiter. + +[5422] ~Saxl~ 171 ff. + +[5423] ebd. 166, 171; diese Typen bleiben dann bis in die Neuzeit +hinein lebendig und finden sich noch in den Stichen und Drucken des +15. und 16. Jahrhunderts, so z. B. ~Mars~ als Ritter und ~Venus~ als +Courtisane auf einem merkwürdigen Blatte von 1504 (~Hess~, „Himmels- +und Natur-Erscheinungen in Einblatt-Drucken“, Leipzig 1911; 37 ff.). + +[5424] „Hölle“ 20, 115. + +[5425] ~Fuchs~, a. a. O. 86. + +[5426] „Göttliche Komödie“; Paradies 8, 37 (Berlin 1888; 416). + +[5427] „~Dantes~ prosaische Schriften“ (Leipzig 1845) 1, 40. + +[5428] cap. 14 ff. + +[5429] ~Fuchs~, a. a. O. 7, 33. + +[5430] „Quellen zur Kunstgeschichte des abendländischen Mittelalters“ +(Wien 1896) 226. + +[5431] ~Bucher~ 1, 231. + +[5432] ~Boll~, „Sphaera“ 16, 413 ff.; ~Fuchs~ 41, 86. + +[5433] ~Fuchs~ 18. + +[5434] ebd. 29. + +[5435] ebd. 32. + +[5436] ebd. 34. + +[5437] ebd. 37. + +[5438] ebd. 42. + +[5439] ebd. 47. + +[5440] ebd. 54. + +[5441] ebd. 66; abgebildet in ~Bombes~ „Perugino“ (Stuttgart 1914) 97 +ff. + +[5442] ~Fuchs~ 68. + +[5443] ebd. 18, 21, 33; auch 45, 57, 65. + +[5444] ebd. 35, 36. + +[5445] ebd. 45. + +[5446] ebd. 46. + +[5447] ebd. 53, 58, 90; vgl. ~Apollon~ mit der Geige auf ~Raffaels~ +„Parnaß“. + +[5448] ~Bombe~, a. a. O., Vorr. 22. + +[5449] ~Fuchs~ 68. + +[5450] ebd. 13, 47, 49, 61. + +[5451] ebd. 13, 61, 64 ff. + +[5452] ebd. 12, 13, 61. + +[5453] ebd. 48, 9. + +[5454] ~Schrader~, „~Kahlbaum~-Gedenkbuch“ 100. + +[5455] ~Gehler~, „Physikalisches Wörterbuch“ (Leipzig 1787 ff.) 3, 194. + +[5456] ~Schrader~, a. a. O. + +[5457] ~Schrader~, a. a. O.; ~Schrader~, „Real-Lexikon der +indogermanischen Altertumskunde“ (Stuttgart 1901) 68, 540; +„Sprachvergleichung und Urgeschichte“ (Jena 1907) 2, 10, 124. Weiterhin +angeführt als „R. L.“ und „Urg.“ -- ~Schmidt~, „Realistische Stoffe im +humanistischen Unterricht“ (Leipzig 1913) 41, 155 ff. + +[5458] ~Kuhnert~, PW. 6, 2010; ~Lenormant~, „Anf.“ 2, 104, 301. + +[5459] ~Schrader~, „R. L.“, a. a. O.; ~Blümner~ 3, 68; 4, 103. + +[5460] „Wespen“, Vers 657 ff.; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 4, 29. + +[5461] ~Schrader~, a. a. O. + +[5462] lib. 6, cap. 2. + +[5463] lib. 5, cap. 7. + +[5464] lib. 7, cap. 7. + +[5465] lib. 37, cap. 55; lib. 38, cap. 114. + +[5466] lib. 5, cap. 19. + +[5467] ~Rohde~, „Griechischer Roman“ 485. + +[5468] ~Puchstein~, PW. 4, 1757. + +[5469] Vgl. ~Gummerus~, PW. 9, 1532, 1467; 1518. Schon die persischen +Könige scheinen ein Monopol auf Purpur besessen zu haben (~Ed. Meyer~, +„Alt.“ 3, 61). + +[5470] ~Kornemann~, PW. 4, 464; ~Seeck~, PW. 4, 673. + +[5471] ~Seeck~, PW. 4, 659, 673. + +[5472] ~Seeck~, a. a. O. + +[5473] Vgl. zu diesem ganzen Abschnitte das bei aller Kürze sehr +reichhaltige und viele Litteratur-Nachweise bringende Werk von +~Hoernes~, „Kultur der Urzeit“ (Leipzig 1912/17). + +[5474] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 53. + +[5475] ~Stoll~, „Das Geschlechtsleben in der Völkerpsychologie“ +(Leipzig 1908) 378 ff., 382 ff., 413; ~Semper~, „Der Styl ...“ 2, 462, +464 ff., 521. + +[5476] ~Semper~, a. a. O. + +[5477] ~Forrer~, „Urgeschichte des Europäers“ (Stuttgart 1908) 290 ff. +Weiterhin angeführt als ~Forrer~, „Urg.“ + +[5478] ~Semper~, a. a. O. + +[5479] ~Lippert~, „Kulturgeschichte der Menschheit“ (Stuttgart 1887) 2, +229. + +[5480] ~Humboldt~, „Neuspanien“ (Tübingen 1813) 4, 5. + +[5481] ~Humboldt~, „Vues des Cordillères“ (Paris 1816) 2, 160; „Kosmos“ +(Stuttgart 1850) 3, 467 ff.; ~Schellhas~, „A. Rel.“ 3, 292. Dagegen +kannte man, früheren Behauptungen entgegen, weder einen Kult der 7 +Planeten, noch eine 7tägige Woche („Vues des Cordillères“ 2, 227). + +[5482] ~Humboldt~, ebd. 2, 136; 1, 111. + +[5483] ~Bucher~, „Geschichte der technischen Künste“ (Stuttgart 1875 +ff.) 2, 406. + +[5484] ~Humboldt~, a. a. O.; ~Stoll~, a. a. O. 385. Als Metall der +Venus (und auch des Siebengestirnes) galt aber ebenfalls Silber und +nicht etwa Kupfer. + +[5485] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 58. + +[5486] ~Weissbach~, „Das Gold im alten Ägypten“ (Dresden 1901) 32. + +[5487] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 149, 150. + +[5488] ~Brugsch~, „Äg.“ 241, 399 ff. + +[5489] ~Schrader~, „Urg.“ 2, 29 ff. + +[5490] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 256 ff. + +[5491] Über den Goldreichtum Sofalas und Dendemas im 9. Jahrhundert +n. Chr. berichtet noch ~Abulfeda~, und erzählt, daß die dortigen +Eingeborenen Bronze als Schmuck dem Gold vorziehen („Géogr.“ 1, 307; 2, +222, 225). + +[5492] ~Hommel~, „Geschichte des alten Morgenlandes“ (Leipzig 1912) 79. + +[5493] ~Brugsch~, „Äg.“ 273. + +[5494] ~Hultsch~, „Gewichte ...“ 6, 7. + +[5495] ebd. 6, 59. + +[5496] ebd. 5. + +[5497] ebd. 186. + +[5498] ~Lenormant~, „Mag.“ 262 ff., 307, 334, 351. + +[5499] ~Ed. Meyer~, „Sumerer und Semiten in Babylonien“ (Berlin 1906), +114. + +[5500] ~Lenormant~, „Mag.“ 333, 354, 374; „Anf.“ 78 ff.; ~Jeremias~, +„Handbuch“ 295. + +[5501] ~Lenormant~, „Mag.“ 184, 185. + +[5502] ders., „Anf.“ 78 ff. + +[5503] ~Jeremias~ 237. + +[5504] ~Jeremias~ 15, 28; ders., Ro. 3, 579, 589. + +[5505] ~Jeremias~ 282; 69. + +[5506] ~Delitzsch~, „Das Buch ~Hiob~“ (Leipzig 1902) 99, 114. + +[5507] ~Siecke~, A. Rel. 1, 125. + +[5508] ~Lenormant~, „Mag.“ 164, 510. + +[5509] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 476. + +[5510] ~Delitzsch~, „Babel und Bibel“ (Stuttgart 1905) 3, 55; 1, 52; 3, +34. + +[5511] ~Blümner~, PW. 7, 1555 ff. + +[5512] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 517, 548. + +[5513] ebd. 1, 606. + +[5514] ~Baumstark~, PW. 2, 2714 ff. + +[5515] ~Schrader~, „Urg.“ 29 ff. + +[5516] ~Hultsch~, „Gewichte“ 6, 7. + +[5517] ~Hultsch~, ebd. 15 ff., 103 ff., 136 ff.; ~Baumstark~, a. a. O. + +[5518] ~Schrader~, „Urg.“ 29 ff.; ~Weissbach~, M. G. M. 5, 502. + +[5519] ~Lichtenberg~, „Die ägäische Kultur“ (Leipzig 1911); ~Feldhaus~, +„Technik der Vorzeit“ (Leipzig 1914) 734. + +[5520] ebd. 695 ff. + +[5521] ~Regling~, PW. 7, 970. + +[5522] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 664 ff.; ~Regling~, a. a. O.; ~Blümner~, +PW. 7, 1555 ff.; ~Schuchardt~, „~Schliemanns~ Ausgrabungen“ (Leipzig +1891). + +[5523] ~Hoops~, „Real-Lexikon der germanischen Altertumskunde“ +(Stuttgart 1911) 1, 315 ff.; ~Feldhaus~, „Technik“ 639; ders., „Zur +Geschichte der Lötverfahren“ (Chemiker-Zeitung 1910, 1133). + +[5524] ~Forrer~, „Real-Lexikon des ... Altertums“ (Berlin 1907) 79, +850; „Urgeschichte des Europäers“ (Stuttgart 1908) 290 ff. Weiterhin +angeführt als ~Forrer~, „R. L.“ und „Urg.“ + +[5525] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 130. + +[5526] ebd. 2, 133, 200; 189, 317. + +[5527] ~Forrer~, „R. L.“ 528. + +[5528] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 156 ff. + +[5529] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 175 ff.; ~Blümner~, a. a. O. + +[5530] lib. 7, cap. 56. + +[5531] Fabulae, ed. ~Schmidt~ (Jena 1872) 149. + +[5532] „Variae Epistolae“ lib. 4, cap. 34. + +[5533] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 627. + +[5534] ~Schrader~, „Urg.“ 29 ff. + +[5535] ebd. 117 ff.; „R. L.“ 298; vgl. das babylonische Hurazu und +mitannische Hiaruha. + +[5536] ~Hommel~, „Gesch. d. Morgenlandes“ 79 ff. + +[5537] ~Ed. Meyer~; s. das oben über die mykenische Kultur Gesagte. +~Schrader~, a. a. O. + +[5538] ~Herodot~, lib. 3, cap. 57; ~Lenormant~, „Anf.“ 2, 104, 301; 226 +ff., 278, 245, 248, 265; ~Blümner~ 4, 17 ff. + +[5539] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 291 ff., 635. + +[5540] ~Theophrastos~, „De lapidibus“. + +[5541] Noch für die hellenistische Zeit bezeugt ihn ~Dieterich~ +(„Abraxas“ 200, 203). + +[5542] ~Blümner~, a. a. O. + +[5543] lib. 7, cap. 8. + +[5544] ~Blümner~ 4, 133. + +[5545] ~Freise~, „Geschichte der Bergbau- und Hütten-Technik“ (Berlin +1900) 104; vgl. ~Hippokrates~, üb. ~Fuchs~ 3, 311. + +[5546] üb. ~Fuchs~, 3, 311, 347; vgl. ~Celsus~, üb. ~Friboes~ +(Braunschweig 1906) 599. + +[5547] ~Theophrastos~, a. a. O. + +[5548] ~Schrader~, „R. L.“ 298. + +[5549] ~Blümner~, PW. 7, 1555 ff. + +[5550] ~Blümner~, ebd.; ~Friedlaender~ 1, 203; ~Kornemann~, PW. 6, +1890, 1902. + +[5551] ~Blümner~, a. a. O.; ~Schrader~, „Urg.“ 73; ~Luschin von +Ebengreuth~, „Allgemeine Münzkunde und Geldgeschichte des Mittelalters +und der neueren Zeit“ (München 1904) 60. + +[5552] ~Regling~, PW. 7, 970 ff. + +[5553] ~Schulten~, PW. 8, 2004 ff. + +[5554] lib. 6, cap. 23. + +[5555] ~Weiss~, PW. 7, 646; ~Niese~, ebd. 638. + +[5556] ~Forrer~, „R. L.“ 798. + +[5557] ~Schrader~, „Urg.“ 117 ff.; „R. L.“ 298. + +[5558] ~Schrader~, „R. L.“ 298; ~Wilser~, „Deutsche Vorzeit“ (Steglitz +1917) 20. + +[5559] ~Hackmann~, bei ~Hoops~ 2, 52. + +[5560] „Kalewala“, üb. ~Schiefner~ (Helsingfors 1852) 4, 284. + +[5561] üb. ~Reinthal~ und ~Kreutzwald~ (Dorpat 1857). + +[5562] üb. ~Kreutzwald-Neus~ (Petersburg 1854) 77; üb. +~Kreutzwald-Löwe~ (Halle 1869) 230, 236. + +[5563] ~Schrader~, „Urg.“ 1, 202, 167; 2, 29 ff. + +[5564] Fragmente der „Indika“, cap. 3 und 13; vgl. ~Aelian~, +„Tiergeschichten“ lib. 4, cap. 27. -- Ein metallurgisches Werk über +die Abscheidung und Verarbeitung des Goldes stammt aber nicht, +wie man angegeben findet, aus dem 5. +vor+-, sondern aus dem 5. ++nach+christlichen Jahrhundert (~Jolly~, M. G. M. 15, 410). + +[5565] ~Herodot~, lib. 3, cap. 96; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 3, 86 ff. + +[5566] ~Bousset~, „Gnosis“ 216 ff., 206 ff. + +[5567] ~Schrader~, „Urg.“ 29 ff. + +[5568] ebd. 32. + +[5569] ~Schrader~, „R. L.“ 298. + +[5570] ~Schrader~, ebd. + +[5571] ders., „Urg.“ 29 ff. + +[5572] ~Stoll~, a. a. O. 391. + +[5573] ~Schrader~, „Urg.“ 38; ~Blümner~ 4, 16. Das Verfahren war noch +zur Zeit ~Strabons~ im Gebrauch. + +[5574] ~Kremer~, „Kulturgesch. d. Orients ...“ 1, 25; ~Tkaç~, PW. Ia, +1419 ff. + +[5575] ~Kremer~ 1, 27. + +[5576] ~Kremer~ 1, 57; 1 Dinar besaß 10-12, später 15 fr. Goldwert +(ebd. 1, 213, 233). + +[5577] ~Kremer~ 1, 429, 444. + +[5578] ebd. 2, 476. + +[5579] ebd. 1, 444. + +[5580] ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 30, 255. + +[5581] ~Kremer~ 1, 353; Allaki ist offenbar das oben erwähnte, uralte +Wadi Ollaki. + +[5582] ebd. 1, 355. + +[5583] ebd. 1, 329, 375; 2, 283. + +[5584] ebd. 1, 308; 2, 283. + +[5585] ebd. 1, 303. + +[5586] +So+ z. B. noch bei ~Qazwini~ (~E. Wiedemann~ 44, 123). + +[5587] ~Kautzsch~, „Apokryphen“ 2, 372, 378. + +[5588] ~Brugsch~, „Äg.“ 400; ~Weissbach~, a. a. O. 30, 35; ~Schrader~, +„Urg.“ 44 ff.; „R. L.“ 764; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 150. + +[5589] ~Regling~, PW. 7, 970 ff. + +[5590] ~Schrader~, „Urg.“ 44 ff. + +[5591] ~Schrader~, „R. L.“ 764; ~Weissbach~, M. G. M. 5, 502. + +[5592] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 420, 466; 416. + +[5593] ~Delitzsch~, „Babel und Bibel“ 3, 5; ~Ed. Meyer~, „Sumerer“ +(104). Nach ~Meyer~ gehört dieser Priesterfürst der „archäischen +Periode“ +vor+ der Herrschaft der semitischen Eroberer ~Sargon~ und +~Naramsin~ (um 2800) an; +nach+ diesen folgen die „Könige von Sumer und +Akkad“ bis etwa 2600 oder 2400, sodann die weiteren bis ~Hammurabi~ +(etwa 2200 oder wohl 2000); ebd. 74 ff., 10, 37. -- Nach ~Weidner~ +regierte ~Hammurabi~ 1955-1912 (M. G. M. 17, 44). + +[5594] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 457. + +[5595] ebd. 1, 548. + +[5596] ~Delitzsch~, a. a. O. 3, 55; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 517. + +[5597] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 606. + +[5598] ~Feldhaus-Klinckowström~, „Geschichtsblätter“ 1, 66. + +[5599] ~Regling~, a. a. O. + +[5600] ~Jeremias~, „Handbuch“ 238. + +[5601] ~Blümner~ 4, 28 ff. + +[5602] ~Schrader~, „Urg.“ 17 ff.; „R. L.“ 764. Über die reichen +Silbergruben Armeniens berichtet noch ~Marco Polo~ (~Zippe~, +„Geschichte der Metalle“, Wien 1857, 159; ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 264). + +[5603] ~Blümner~, a. a. O. + +[5604] ~Forrer~, „Urg.“ 288 ff.; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 713. + +[5605] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 695 ff. + +[5606] ders., 1, 644 ff.; ~Forrer~, „R. L.“ 737, 850; „Urg.“ 288 ff. + +[5607] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 156 ff.; ~Forrer~, „R. L.“ 528. + +[5608] ~Zippe~, a. a. O. 149. + +[5609] ~Blümner~, 4, 28 ff., 142 ff. + +[5610] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 142 ff.; ~Lippert~, „Kulturgeschichte der +Menschheit“ (Leipzig 1886). + +[5611] ~Kornemann~, PW. 6, 1890, 1902. + +[5612] ~Weiss~, PW. 7, 649; vom Versilbern, argentum incoquere, spricht +~Plinius~, lib. 34, cap. 152. + +[5613] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 743 ff.; ~Forrer~, a. a. O. + +[5614] lib. 5, cap. 35. + +[5615] ~Blümner~ 4, 151. + +[5616] ~Schulten~, PW. 8, 2004 ff. + +[5617] ~Forrer~, „Urg.“ 288 ff.; „R. L.“ 737; ~Feldhaus~, „Technik“ +1034. + +[5618] +So+ schon in der Ilias, Ges. 2, V. 587. + +[5619] ~Schrader~, „Urg.“ 117 ff., 44 ff.; „R. L.“ 764, 744. -- +~Wilser~, a. a. O. 21. + +[5620] ~Pfizmaier~, a. a. O. 16, 19, 20. + +[5621] „Indika“, cap. 11. + +[5622] ~Forrer~, „R. L.“ 14, 506, 924. + +[5623] ~Herodot~, lib. 5, cap. 49. + +[5624] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 3, 86 ff. + +[5625] ~Kremer~ 1, 303. + +[5626] ebd. 1, 308; 2, 283. + +[5627] ebd. 1, 329, 375; 2, 283. + +[5628] ebd. 1, 321, 324, 357. + +[5629] ~Lepsius~, „Die Metalle ...“ (Berlin 1872) 43 ff., 122, 129; +~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 256 ff.; ~Blümner~ 4, 30. + +[5630] ~Lieblein~, „Handel und Schiffahrt auf dem Roten Meere“ +(Christiania 1886) 20, 64. + +[5631] ~A. Wiedemann~, „Altäg. Sagen ...“ 56. + +[5632] ebd. 5, 8. + +[5633] ~Lieblein~ 38, 41; ~Hommel~ 79; ~Brugsch~, „Äg.“ 399. + +[5634] ~Lieblein~ 29, 31; ~Brugsch~, „Rel.“ 278. + +[5635] ~Brugsch~, „Äg.“ 407, 400; ~Forrer~, „R. L.“ 200; ~Erman~ und +~Krebs~, „Papyri“ 96. + +[5636] ~Lenormant~, „Mag.“ 545. + +[5637] ~Schrader~, „R. L.“ 541. + +[5638] ~Regling~, PW. 7, 970 ff. + +[5639] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 664 ff. + +[5640] ~Blümner~ 4, 161 und PW. 5, 2315; ~Rhousopoulos~ +(~Kahlbaum~-Gedenkschrift) 172. + +[5641] ~Beckmann~, „Beitr. z. Gesch. d. Erfind.“ (Leipzig 1799) 4, 337; +~Scheins~, „De electro veterum metallico“ (Berlin 1871); ~Lepsius~, +a. a. O.; ~Bucher~ 1, 6 ff.; ~Blümner~, PW. 5, 2315; ~Forrer~, „R. L.“ +200. + +[5642] ~Lepsius~, a. a. O. ~Schweigger~ erklärte in seiner +phantastischen Schrift „Über das Elektron der Alten“ (Greifswald 1848) +das Elektron für Platin! + +[5643] Vgl. ~Blümner~, PW. 3, 295 ff. Was ist z. B. das „sogenannte +Elektron“, das zusammen mit Krystall einen im „Briefe des ~Aristeas~“ +(um 96 v. Chr.) erwähnten Prunktisch ziert? (~Kautzsch~, „Apokryphen“ +2, 11, 3). + +[5644] Odyssee, Ges. 4, V. 73. + +[5645] ~Eiresione~, V. 10 (in Wirklichkeit nachhomerisch). + +[5646] Odyssee, Ges. 15, V. 460; Ges. 18, V. 296. + +[5647] ~Plinius~, lib. 33, cap. 84; ~Friedlaender~ 2, 179. + +[5648] Vers 141. + +[5649] lib. 1, cap. 50. + +[5650] „~Antigone~“, V. 1038. + +[5651] ~Usener~, „Götternamen“ (Bonn 1896) 17; ~Bethe~, ~Blümner~, +~Bürchner~, ~Escher~, ~Patsch~, ~Tümpel~, PW. 5, 2309 ff.; ~Jessen~, +PW. 8, 72; ~Wolff~, Ro. 3, 2673. + +[5652] ~Orth~, PW. 8, 2519 ff.; ~Schrader~, „R. L.“ 72, 322. + +[5653] ~Keller~, „Die antike Tierwelt“ (Leipzig 1909 ff.) 2, 143; +vgl. sanskrit çikhim = der Gekrönte = der Pfau (ebd. 2, 152). -- Nach +~Ruska~ ist diese Etymologie völlig unmöglich. + +[5654] ~Wessely~, „Über den Bernstein“ (Wien 1913) 31. + +[5655] ~Wessely~, a. a. O. + +[5656] ~Schrader~, a. a. O. + +[5657] ~Rossignol~, „Les métaux dans l’antiquité“ (Paris 1863) 334 ff.; +~Blümner~ 4, 139, 161 und PW. 5, 2315. + +[5658] ~Luschin~, a. a. O. 146 ff. + +[5659] ~Humboldt~, „Zentralasien“ (Berlin 1844) 1, 311; 2, 55. Elektron +aus dem Ural. + +[5660] ~Erdmann~, „Alaska“ (Berlin 1909) 81. Elektron aus Klondyke. + +[5661] ~Brugsch~, „Rel.“ 278. + +[5662] ~Rhousopoulos~, a. a. O. + +[5663] PW. 5, 2315. + +[5664] „Beiträge zur Geschichte der antiken Legierungen“ (Wien 1884); +Numismatische Zeitschrift. + +[5665] „Gewichte“ 10 ff., 167 ff. + +[5666] ~Regling~, PW. 7, 983; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 552; 3, 80. + +[5667] ~Regling~, a. a. O. + +[5668] ~Hultsch~, PW. 5, 434; ~Blümner~ 4, 162. + +[5669] ~Hultsch~, „Gewichte“ 94, 98. + +[5670] ~Luschin~ 146 ff. + +[5671] ~Regling~, PW. 7, 970 ff.; ~Forrer~, „R. L.“ 200, 509. + +[5672] „Aeneis“, lib. 8, Vers 402, 624. + +[5673] lib. 33, cap. 80 ff. + +[5674] lib. 1, V. 229. + +[5675] lib. 12, V. 163 ff. + +[5676] lib. 5, cap. 13. + +[5677] ~Richter~, „Quellen der byzantinischen Kunstgeschichte“ (Wien +1897) 42, 83, 328; ~Bucher~ 1, 6 ff.; ~Blümner~ 4, 408. + +[5678] ~Grünwald~, A. Nat. 1, 126. + +[5679] ~Meyer~, „Gesch. der Botanik“ 3, 374. + +[5680] „De rebus oceanicis“ (Köln 1574) 50, 51. + +[5681] „Kritische Untersuchungen ...“ 1, 342; „Essai politique sur +l’île de Cuba“ (Paris 1826) 1, 155. + +[5682] ~Labat~, „Reisen nach Westindien“, üb. ~Schad~ (Nürnberg 1783) +3, 106. + +[5683] „Wunderbuch“ (Passau 1506) 180, 240. + +[5684] ed. ~Huser~ (Straßburg 1603) 1, 903, 1058; 2, 568. + +[5685] ~Moehsen~, „Beiträge ...“ (Berlin 1783) 138, 226; s. Abbildung 2. + +[5686] „Erquickstunden“ (Nürnberg 1636) 3, 346. + +[5687] ~Luschin~ 152. + +[5688] „Über den Bernstein“ (Wien 1913). + +[5689] ~Schnittgen~, bei ~Hoops~ 3, 399. + +[5690] ~Wessely~ 21 ff.; ~Schnittgen~, a. a. O.; ~Schrader~, „Urg.“ 29 +ff. + +[5691] ~Wessely~ 21 ff.; ~Stoll~ 419, 444. + +[5692] ~Stoll~, a. a. O.; ~Speck~, „Handelsgeschichte des Altertums“ +(Leipzig 1900 ff.) 1, 94 ff., 103 ff., 463. + +[5693] ~Wessely~ 20; ~Feldhaus-Klinckowström~, „Geschichtsblätter“ 1, +66. + +[5694] ~Feldhaus~, „Technik“ 77. + +[5695] ~Wessely~ 21. + +[5696] ~Wessely~ 18 ff.; ~Genthe~, „Über den etruskischen Tauschhandel +nach dem Norden“ (Heilbronn 1873) 101 ff., 105. Über die Funde +erheblicher Mengen Bernstein in den Gräbern der Po-Ebene, bei Villanova +usf., s. ~Schrader~, „R. L.“ 71, 72, 328; über die aus der jüngeren +sog. Hallstädter Zeit (vor und gegen Mitte des 1. Jahrtausends v. Chr.) +ebd. und ~Feldhaus~, „Technik“ 77. + +[5697] Odyssee, Ges. 15, V. 416; Ges. 18, V. 296. + +[5698] ~Krause~, „Pyrgoteles“ (Halle 1856) 14; ~Wessely~ 18 ff. + +[5699] ~Escher~, PW. 6, 446; ~Rossignol~, a. a. O. + +[5700] ~Lukian~ (ed. ~Dindorf~, Paris 1884) 600, 355. + +[5701] ~Ruellius~, „De natura stirpium“ (Basel 1543) 45, 96, 114, 116, +237. + +[5702] ~Ktesias~, „Indika“, cap. 19; ~Kiessling~, PW. 4, 46. + +[5703] „Tiergeschichten“, lib. 4, cap. 16; ~Blümner~ 1, 252. + +[5704] ed. ~Dübner~ (Paris 1851) 25. + +[5705] Tatsächlich wird in Indien und Südchina Bernstein nach ~Laufer~ +nicht vor dem 1. Jahrhundert n. Chr. bekannt (M. G. M. 5, 446); vgl. +aber ~Plinius~, lib. 37, cap. 11 ff. + +[5706] lib. 3, cap. 152; lib. 4, cap. 27, 30; lib. 37, cap. 11 ff. + +[5707] lib. 6, cap. 666. + +[5708] lib. 2, cap. 103. + +[5709] Bernstein, Börnstein, Bürnstein = brennbarer Stein, wie engl. +brimstone für Schwefel. + +[5710] ~Wessely~ 16; ~Schrader~, „R. L.“ 297. + +[5711] ~Schrader~, a. a. O.; ~Wessely~, a. a. O. Weiße und bunte +Perlen, besonders aber blaue (ägyptische?), kommen schon in Mykene oft +vor; nach der den blauen Waid hervorbringenden Pflanze, vitrum, heißt +solcher Glasschmuck im Lateinischen ebenfalls vitrum, it. vetro, franz. +verre (~Schrader~, a. a. O.). + +[5712] ~Schnittgen~, bei ~Hoops~ 3, 399. + +[5713] lib. 37, cap. 11 ff. + +[5714] ~Wessely~ 12, 27; ~Schrader~, „Linguistisch-Historische +Forschungen zur Handelsgeschichte und Warenkunde“ (Jena 1886) 72, 84. + +[5715] „Comptes rendus de l’Académie“ 162, 441. + +[5716] ~Humboldt~, „Zentralasien“ 1, 315. + +[5717] ders., „Neuspanien“ 4, 140. + +[5718] ~Lenormant~, „Anf.“ 156 ff. + +[5719] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 53. + +[5720] M. G. M. 4, 105. -- Über die Bereitung roter und gelber Farben +zwecks Körperbemalung, sowie über Knollen solcher Farben, Mörser, +Spatel, u. dgl., als Grabbeigaben, vgl. ~Hoernes~, „Urzeit“ 1, 74. + +[5721] ~Lippert~ 2, 229; ~Schrader~, „Urg.“ 8; ~Stoll~ 406. + +[5722] ~Hümmerich~, „~Vasco de Gama~“ (München 1898) 27, 156. + +[5723] ~Stoll~ 123. + +[5724] ebd. 235. + +[5725] ebd. 316. + +[5726] ebd. 130. + +[5727] Ihrer entbehrte auch ~E. Mach~ in seiner geistvollen letzten +Schrift „Kultur und Mechanik“ (Stuttgart 1915) 70 ff. + +[5728] ~Gsell~ 55 ff., 59. + +[5729] ebd. 54 ff., 67 ff. + +[5730] Vgl. ~Blümner~ 4, 51. + +[5731] Bei ~Hesiod~, ~Lukrez~, ~Varro~ usf.; s. ~Blümner~ 4, 41; PW. 5, +2142 ff. + +[5732] ~Blümner~ 4, 43. + +[5733] ~Hoernes~, bei ~Hoops~ 3, 115. + +[5734] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 58; ~Gsell~ 1. + +[5735] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 65, 129. + +[5736] ~Gsell~ 16, 50. + +[5737] ebd. 1, 5, 6, 10, 68. + +[5738] ~Berthelot~, „Arch.“ 65 ff., 73; ~Ed. Meyer~, a. a. O. + +[5739] ~Gsell~ 2, 40, 68, 69; eigentliche Arsen-Mineralien sind nach +~Berthelot~ nicht nachweisbar („Arch.“ 72). -- Merkwürdigerweise zeigen +auch die in einigen Gegenden Frankreichs (Charente) aufgefundenen +Kupferbeile, aber nur während eines gewissen Zeitabschnittes (wohl +während der Aufarbeitung bestimmter Lagerstätten), bis 3% Arsengehalt +und daher große Härte (~Forrer~, „R. L.“ 46); die aus mexikanischen +Gruben zutage geförderten „Hartkupfer-Werkzeuge“, die „die Schneiden +der heutigen Messer zu beschädigen vermögen“, enthalten indes kein +Arsen, sondern verdanken ihre Härte einem erheblichen Gehalt an Nickel +und Kobalt, die jedenfalls aus den benützten Kupfererzen herrühren +(„Chemiker-Zeitung“ 1912, Ref. 453). + +[5740] ~Gsell~ 6, 68. + +[5741] ~Berthelot~, „Arch.“ 65 ff., 73. + +[5742] ebd. 72. + +[5743] Über die Kupfergruben Ägyptens und ihren Betrieb bis in die +ptolemäische Zeit hinein s. ~Reil~ 59 ff. Welcher Herkunft die nach +~Agatharchides~ in den ältesten nubischen Goldgruben allein benützten +Kupferwerkzeuge waren, ist unbekannt (s. ~Blümner~ 4, 41). + +[5744] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 62, 150. + +[5745] ~Borchardt~, M. G. M. 8, 300. + +[5746] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 229. + +[5747] ~Berthelot~, Mâ. II, 359 ff. + +[5748] ~Rathgen~, „~Kahlbaum~-Gedenkbuch“ 212. + +[5749] ~Berthelot~, „Arch.“ 8, 24, 54, 55. + +[5750] ebd. 51; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 229. + +[5751] ~Berthelot~, „Arch.“ a. a. O. + +[5752] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 229. + +[5753] ~Erman~ und ~Krebs~, „Papyri“ 43; ~A. Wiedemann~ 27. + +[5754] ~Gsell~ 51; 5, 68; ~Brugsch~, „Äg.“ 400. + +[5755] ~Brugsch~, ebd. 402. + +[5756] ebd. 400. + +[5757] ~Regling~, PW. 7, 970 ff. + +[5758] ~Lichtenberg~, „Die ägäische Kultur“ (Leipzig 1911) 148 ff. + +[5759] ~Brugsch~, „Äg.“ 334, 268, 253. + +[5760] ~Schrader~, „Urg.“ 58 ff.; ob mit diesem Namen, wie ~Lenormant~ +annimmt, („Mag.“ 241 ff.), das finnische rauta und slavische ruda +zusammenhängt, ist noch fraglich. + +[5761] ~Lenormant~, „Anf.“ 122; „Mag.“ 189. + +[5762] ~Ed. Meyer~, „Sumerer und Semiten in Babylonien“ (Berlin 1906) +82, 87; „Alt.“ 1, 445; ~Berthelot~, „Arch.“ 75 ff., 81. + +[5763] ~Berthelot~, „Mâ.“ II, 391 ff.; „Coll.“ I, 235. + +[5764] ders., „Arch.“ 75 ff., 81. + +[5765] ~Jeremias~, „Handbuch“ 59; ~Berthelot~, „Mâ.“ II, 391. + +[5766] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 416, 744. + +[5767] ~Berthelot~, „Arch.“ 80. + +[5768] ~Berthelot~, „Arch.“ 78. + +[5769] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 492, 499. + +[5770] ebd. 1, 512. + +[5771] ebd. 1, 517; ~Oefele~, „M. G. M.“ 2, 90, 214. + +[5772] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 606. + +[5773] ebd. 1, 688 ff.; 671, 673; 734, 707, 744. ~Hoernes~, „Urzeit“ 2, +49. + +[5774] ebd. 2, 219 ff.; ~Blümner~ 4, 60. Vgl. ~Plinius~, lib. 7, cap. +195. + +[5775] ~Rossignol~ 77, 106. + +[5776] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 671, 673; 2, 219 ff. + +[5777] ~Forrer~, „Urg.“ 361 ff. + +[5778] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 671, 673. + +[5779] Vgl. ~Blümner~ 4, 60. + +[5780] ~Forrer~, „Urg.“ 361 ff. + +[5781] ~Regling~, PW. 7, 970 ff. + +[5782] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 568, 665; ~Forrer~, „R. L.“ 850. + +[5783] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 120 ff. + +[5784] ebd. 1, 744. + +[5785] ebd. 1, 668 ff. + +[5786] ebd. 2, 156 ff.; 167, 173. + +[5787] ~Rhousopoulos~, „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 172. + +[5788] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 167. + +[5789] ~Rossignol~ 88 ff.; ~Blümner~ 4, 62 ff. + +[5790] Ges. 1, Vers 184. + +[5791] ~Strabon~, lib. 14, cap. 684; s. ~Blümner~ 4, 60. + +[5792] ~Blümner~, a. a. O.; ~Schrader~, „Urg.“ 58 ff. + +[5793] ~Freise~ 118. + +[5794] ~Schrader~, a. a. O.; s. die Analogie mit dem lateinischen +„faber“ (~Blümner~ 2, 240, 317). + +[5795] ~Schrader~, a. a. O. + +[5796] ~Blümner~ 4, 64. + +[5797] ders., ebd.; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 480 ff. -- Vgl. ~Hoernes~, +„Urzeit“ 2, 76. + +[5798] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 506 ff. + +[5799] ~Regling~, PW. 7, 970; ~Schrader~, „R. L.“ 284, 696; ~Ed. +Meyer~, „Alt.“ 2, 506 ff., 550. + +[5800] ~Schulten~, PW. 8, 2004 ff.; ~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 85, 89. + +[5801] ~Schrader~, „R. L.“ 729; ~Feldhaus~, „Technik“ 589. + +[5802] ~Hoops~ 1, 269, 248 ff.; ~Forrer~, „R. L.“ 432, 486, 542; „Urg.“ +361 ff. + +[5803] ~Forrer~, „R. L.“ 707, 798. + +[5804] ~Schrader~, „Die Indogermanen“ (Leipzig 1911) 60. + +[5805] ~Forrer~, „Urg.“ 361 ff.; ~Hoernes~, „Urzeit“ 1, 116, 118. + +[5806] ~Regling~, PW. 7, 973. + +[5807] ebd. 983. + +[5808] ebd. 7, 970 ff. + +[5809] ~Forrer~, „R. L.“ 541; 79, 188, 434. + +[5810] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 733. + +[5811] ~Forrer~, „R. L.“ 15, 64 ff., 724; 431; „Urg.“ 361 ff. + +[5812] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 743 ff.; ~Forrer~, „R. L.“ 432, 486; +„Urg.“ 361 ff.; ~Hoops~ 1, 269; 248 ff. + +[5813] ~Forrer~, „R. L.“ 654, 707. + +[5814] ~Much~, M. G. M. 2, 59. + +[5815] ~Hoernes~, bei ~Hoops~ 3, 115. + +[5816] ~Hoernes~, ebd. + +[5817] ~Blümner~ 4. 66. + +[5818] „Bellum gallicum“, lib. 5, cap. 12. + +[5819] ~Schliz~, bei ~Hoops~ 3, 452. + +[5820] ~Forrer~, „R. L.“ 46. + +[5821] ~Schrader~, „Urg.“ 117 ff.; „R. L.“ 727; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, +764 ff., 768. + +[5822] ~Schrader~, „Urg.“, a. a. O.; „R. L.“ 540. + +[5823] ~Schrader~, „Urg.“ 58 ff., 117 ff. + +[5824] ebd. 58 ff. + +[5825] „Kalewala“, üb. ~Schiefner~ 18, 23, 70, 232, 290. + +[5826] „Esthnische Märchen“ 325. + +[5827] Vgl. ~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 119 ff.; über Kupferbergbau bei den +Tschuden, sowie in Japan im 7. Jahrhundert v. Chr., s. ebd. 2, 112 ff., +115. + +[5828] ~Pfizmaier~, a. a. O. 26 ff., 32, 33. + +[5829] ~Rây~ 1, 77 mit Abbildung auf Tafel 6; ~Freise~ 125 ff. + +[5830] ~Neumann~, „Zeitschrift f. angewandte Chemie“ 1907, 2020. + +[5831] ~Hiuen-Thsang~ 2, 278. + +[5832] ~Berthelot~, „Arch.“ 93, 95. + +[5833] üb. ~Rückert~ (Berlin 1890) 1, 9. + +[5834] ~Bartholomae~, „Die Gathas des Avesta, ~Zarathustras~ +Verspredigten“ (Stuttgart 1905) 28, 108, 124, 128. + +[5835] ~Gray~, A. Rel. 7; 359 ff. + +[5836] ~Kremer~ 1, 303. + +[5837] ebd. 2, 184. + +[5838] ~Kremer~, 1, 308 und 2, 283; ~Blümner~ 4, 59. + +[5839] ~Kremer~ 1, 355. + +[5840] ebd. 1, 329, 330, 375; 2, 283. Über Naphtha-Feuerwerker und +Naphtha-Truppen s. ebd. 1, 237 und ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 43, 117; +das sog. griechische Feuer benützten die Araber erst im 12. Jahrhundert +(~Kremer~ 1, 249). + +[5841] ~Schrader~, „Urg.“ 58 ff. + +[5842] ebd. 1, 205, 206; 2, 58 ff., 117 ff., 532; ~Kout~, +„Chemiker-Zeitung“ 33, 297. -- Zur Zeit des ~Abu Mansur~ aus Herat, +der um 975 seine Pharmakologie schrieb, das älteste in neupersischer +Sprache vorliegende Werk (s. ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 81), bedeutet ıôy +noch Kupfer und nicht, wie gegenwärtig, Zink (~Diergart~, M. G. M. 2, +149 ff.; 3, 30; ~Hirschberg~, ebd. 3, 449); im 12. Jahrhundert findet +sich bereits ein anderes, auch jetzt noch gebräuchliches Wort, miss +(~Diergart~, ebd. 2, 151). + +[5843] M. G. M. 6, 163. + +[5844] M. G. M. 6, 488; ~Wilser~, „Urzeit“ 22. + +[5845] ~Hoops~ 2, 438: der schwedische Bergbau z. B. beginnt erst gegen +1300; s. auch weiter oben. + +[5846] ~Blümner~ 4, 60. + +[5847] ~Friedlaender~ 2, 308. + +[5848] „Ilias“, Ges. 9, Vers 365. + +[5849] ~Blümner~ 4, 57. + +[5850] ~Rossignol~, a. a. O. 269 ff.; dort auch die übrige Litteratur. + +[5851] ~Blümner~ 2, 231; 4, 57. + +[5852] ed. ~Amman~ (Amsterdam 1709) 484. + +[5853] „Aeneis“, Ges. 3, Vers 680. + +[5854] ~Olck~, PW. 4, 1909. Wenn z. B. im 16. Jahrhundert +~Caesalpinus~, der sich einer sehr gewählten Sprache befleißigt, vom +„aes cuprinum“ redet („De re metallica“, Nürnberg 1662; 79), so folgt +daraus auch nicht, „cuprum“ sei damals noch unbekannt gewesen. + +[5855] ~Hülsen~, PW. 4, 1761. + +[5856] lib. 3, cap. 13. + +[5857] ~Olck~, PW. 4, 1929; ~Höfer~, Ro. 2, 1713; ~Nork~, +„Festkalender“ (Stuttgart 1847), 246. + +[5858] ~Bibra~, „Die Bronze- und Kupfer-Legierungen der alten und +ältesten Völker“ (Erlangen 1869) 161; ~Gsell~ 73 ff. + +[5859] ~Hoernes~, bei ~Hoops~ 3, 115. + +[5860] „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 90 ff. + +[5861] ~Smith~, M. G. M. 11, 177. + +[5862] ~Kahlbaum~ und ~Hoffmann~, a. a. O. + +[5863] ~Bibra~, a. a. O.; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 53; ~Gsell~, a. a. O. + +[5864] ~Hoops~ 1, 329 ff. Ganz außer Betracht mögen hierbei die +gewerblichen und künstlerischen Bronze- und Messing-Erzeugnisse +Westafrikas bleiben, da die Meinungen über deren Ursprungszeit immer +noch weit auseinander gehen; auf ein verhältnismäßig höheres Alter +metallurgischer Kenntnisse und Künste deuten möglicherweise die Sagen +von der westafrikanischen „Bronze- und Messing-Stadt“ hin, die die +Erzählungen „1001 Nacht“ überliefern, die fraglichen Kunstwerke selbst +stammen aber, wovon der bloße Anblick der Darstellungen überzeugen +müßte, erst aus dem 16. Jahrhundert. + +[5865] „Neuspanien“ 4, 8 ff. + +[5866] ~Cortez~, „Drei eigenhändige Briefe an Kaiser ~Karl~ V.“, ed. +~Schultze~ (Hamburg 1907) 617; ~Prescott~, „Eroberung von Mexiko“ +(Leipzig 1845) 1, 117, 492. + +[5867] ~Humboldt~, a. a. O.; „Vues des Cordillères“ 2, 158; 1, 314; +~Prescott~, a. a. O. 1, 112, 489; 2, 457. Vgl. ~Hoernes~, „Urzeit“ 2, +123. + +[5868] ~Humboldt~, „Vues“, a. a. O. und 2, 146; ~Prescott~, „Eroberung +von Peru“ (Leipzig 1848) 1, 117. Peruanische Bronze mit 11,5% Zinn +erwähnt ~Hoernes~, a. a. O. 126; ebd. Bronze aus Bogota (124). + +[5869] ~Aichel~, „A. Med.“ 6, 190. + +[5870] ~Gsell~ 33 ff. + +[5871] ~Lieblein~, M. G. M. 11, 178; ~Blümner~, PW. 3, 892 ff.; +~Berthelot~, „Arch.“ 15. + +[5872] ~Berthelot~, a. a. O., 54 ff. + +[5873] ~Mötefindt~ in ~Feldhaus-Klinckowströms~ „Geschichtsblättern“ 1, +150. + +[5874] ~Erman-Krebs~, „Papyri“ 43. + +[5875] ~Gsell~ 34; ~Feldhaus~, „Technik“ 144. + +[5876] ~Brugsch~, „Äg.“ 401; ~Gsell~ 52, 47, 51. + +[5877] ~Berthelot~, „Arch.“ 15; ~Gsell~ 33 ff.; ~Forrer~, „R. L.“ 115. + +[5878] ~Berthelot~, „Arch.“ 15. + +[5879] ebd. 54 ff. + +[5880] ebd. 62; ~Gsell~ 34; ~Forrer~, „R. L.“ 115, 116, 923; ~Hoernes~, +„Urzeit“ 2, 17 ff. + +[5881] ~Berthelot~, „Arch.“ 62; ~Rathgen~, „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ +212; ~Forrer~, „R. L.“ 197. + +[5882] ~Berthelot~, „Arch.“ 62; ~Busch~, „Zeitschrift f. angewandte +Chemie“ 1914, 512; ~Gsell~ 77, 78; vgl. die sumerischen Bleibronzen um +3000 (s. oben). + +[5883] ~Gsell~, a. a. O. + +[5884] ~Schrader~, „Urg.“ 66. + +[5885] ~Blümner~ 4, 337. + +[5886] ~Gsell~ 77, 78. + +[5887] ~Zenghelis~, M. G. M. 7, 267. + +[5888] ~Gsell~, a. a. O. + +[5889] ~Meyer-Steineg~, „Chirurgische Instrumente des Altertums“ (Jena +1912); ~Sudhoff~, bei ~Hoops~ 3, 439. + +[5890] ~Feldhaus~, „Technik“ 515. + +[5891] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 416; „Sumerer“ 56 ff., 75. + +[5892] ~Delitzsch~, M. G. M. 5, 11. + +[5893] ~Ed. Meyer~, „Sumerer“ 77, 79. + +[5894] ~Feldhaus~, „Technik“ 1032. + +[5895] ~Ed. Meyer~, „Sumerer“ 85, 115; „Alt.“ 1, 418. Vgl. aber die +Kupferspitze des Königs ~Lugal~ von Kisch um 2900 (s. oben). + +[5896] ~Ed. Meyer~, „Sumerer“ 92. + +[5897] ~Ed. Meyer~, „Sumerer“ 10, 75. + +[5898] ~Baumstark~, PW. 2, 2744. + +[5899] ~Ed. Meyer~, „Sumerer“ 53, 106, 111; 56 ff., 113. + +[5900] ebd. 47 ff. + +[5901] ~Schwenzner~, M. G. M. 15, 51. + +[5902] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 606. Dort war sie jedoch, ebenso wie das +Kupfer, schon seit etwa 2500 gebräuchlich (~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 25, +30). + +[5903] ~Berthelot~, „Arch.“ 93 ff.; ~Feldhaus~, „Technik“ 144; ~Busch~, +„Zeitschrift f. angewandte Chemie“ 1914, 512. + +[5904] ~Berthelot~, „Arch.“ 88 ff. + +[5905] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 424. + +[5906] ~Lenormant~, „Mag.“ 192, 194. + +[5907] ~Schrader~, „R. L.“ 199; „Urg.“ 1, 118; 2, 63. + +[5908] ~Berthelot~, „Arch.“ 253, ohne Angabe des Gewährsmannes. + +[5909] ebd. 80. + +[5910] ~Weisbach~, M. G. M. 5, 502 ff. + +[5911] So z. B. ~Ibel~, „Die Wage im Altertum und Mittelalter“ +(Erlangen 1908) 144. + +[5912] ~Karo~, A. Rel. 12, 361 ff. + +[5913] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 695 ff., 707. + +[5914] ~Forrer~, „R. L.“ 413. + +[5915] ~Ed. Meyer~, a. a. O.; ~Forrer~, „R. L.“ 163. Nach ~Hoernes~ ist +Bronze in Cypern seit mindestens 3000 bekannt und bleibt lange Zeit +hindurch auffällig zinnarm („Urzeit“ 2, 30). + +[5916] ~Karo~, a. a. O. + +[5917] ~Ed. Meyer~, a. a. O.; ~Hoernes~, a. a. O. + +[5918] ders., „Alt.“ 2, 120 ff.; ~Schrader~, „R. L.“ 731. + +[5919] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 664 ff. + +[5920] ~Hoops~ 1, 315 ff. + +[5921] ~Forrer~, „R. L.“ 850. + +[5922] ~Blümner~, PW. 6, 607. + +[5923] ~Lippert~, a. a. O. 230 ff. + +[5924] ~Rhousopoulos~, „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 173. + +[5925] ~Lippert~, a. a. O. + +[5926] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 130, 156 ff. + +[5927] ~Gsell~, 35, 78; ~Feldhaus~, „Technik“ 144. -- Nach arabischen +Quellen war die berühmteste der „Säulen des ~Herkules~“ ein Riese aus +Messing mit ungeheurer Keule, der erst im Jahre 1145 völlig zerstört +wurde (~Seybold~, „Enzykl. d. Islam“ 1, 845). + +[5928] ~Fiechter~, PW. 1a, 965; ~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 76. + +[5929] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 219 ff. + +[5930] ~Nilsson~, A. Rel. 14, 425. + +[5931] ~Karo~, a. a. O. + +[5932] ~Blümner~, PW. 6, 607. + +[5933] ~Büchsenschütz~, „Die Hauptstätten des Gewerbefleißes im +klassischen Altertum“ (Leipzig 1869) 43; vgl. ~Blümner~, „Die +gewerbliche Tätigkeit der Völker des klassischen Altertums“ (Leipzig +1869); ~Lobeck~ 1156. + +[5934] ~Rossignol~ 32, 95. + +[5935] ~Blümner~ 4, 54 und PW. 3, 892 ff.; ~Schrader~, „Urg.“ 58 ff. + +[5936] ~Karo~, a. a. O. + +[5937] ~Lobeck~ 895 ff.; ~Riess~, PW. 1, 51; ~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 62. + +[5938] ~Burnet~ 201; ~Rossignol~ 229. + +[5939] Vgl. noch ~Blümner~ 4, 179 ff.; ~Freise~ 123. + +[5940] ~Blümner~, PW. 3, 892 ff. + +[5941] üb. ~Bähr~ (Stuttgart 1828 ff.) 2, 1343, 1521; 3, 2243; 4, 3132. + +[5942] Ein einziger Depotfund umfaßte nach ~Montelius~ 1418 kg roher +und verarbeiteter Bronze (~Willers~, „Die römischen Bronze-Eimer von +Hammoor“, Hannover 1901, 102). -- Im allgemeinen treten jedoch in +Italien größere Mengen Bronze nicht vor etwa 2300 auf und sind lange +Zeit hindurch zinnarm (~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 76, 78). + +[5943] ~Hülsen~, PW. 6, 2171; ~Ed. Meyer~. Alt.“ 2, 506 ff. + +[5944] ~Ed. Meyer~, ebd. + +[5945] Vgl. ~Lenormant~, „Anf.“ 1, 109; ~Rupe~, M. G. M. 5, 86. Die +Bronzewaren der etruskischen Blütezeit sind durchweg gegossen; Gefäße +hingegen, die nach ~Montelius~ schon seit etwa dem 11. Jahrhundert +n. Chr. nach dem Norden gelangten und aus gebogenen und gehämmerten, +mit gestanzten und gepunzten Verzierungen versehenen, durch Nietreihen +verbundenen Blechen bestehen, stammen aus den nördlichsten Landschaften +Italiens, namentlich den jenseits des Po gelegenen (~Willers~, a. a. O. +90 ff.). + +[5946] ~Skutsch~, PW. 6, 744, 766, 785. + +[5947] ~Latte~, PW. 9, 1123. + +[5948] ~Valerius Maximus~, lib. 4, cap. 7. + +[5949] ~Blümner~ und ~Bibra~, PW. 3, 987; ~Hülsen~, PW. 3, 902, 1558; +~Gummerus~, PW. 9, 1463, 1467, 1490; ~Büchsenschütz~, a. a. O. 45; +~Willers~, „Neue Untersuchungen über die römische Bronzeindustrie in +Capua“ (Hannover 1907); ~Beltz~, bei ~Hoops~ 3, 517. Analysen antiker +Bronzen s. bei ~Bibra~ und bei ~Blümner~ 4, 185 ff. + +[5950] ~Hoops~ 2, 375 ff. + +[5951] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 744; ~Forrer~, „R. L.“ 116, 255, 434 und +„Urg.“ 314 ff., 341 ff.; ~Wessely~, a. a. O. 21; ~Hoops~ 1, 124, 143; +2, 368; 1, 329 ff.; ~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 94 ff. + +[5952] ~Montelius~, s. ~Schlemm~, „Wörterbuch der Vorgeschichte“ +(Berlin 1908) 69; ~Forrer~, „R. L.“ 117. + +[5953] ~Schrader~, „R. L.“ 902, 992. + +[5954] ~Caesar~, „Gallischer Krieg“, lib. 5, cap. 12; vgl. ~Lenormant~ +„Anf.“ 1, 108. + +[5955] M. G. M. 4, 112; „Vorzeit“ 24. + +[5956] ~Hoops~ 1, 314, 329 ff.; ~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 93 ff. + +[5957] ~Schrader~, „R. L.“ 71, 72, 328 und „Urg.“ 117 ff.; ~Wessely~, +a. a. O.; ~Hoops~ 2, 375 ff.; ~Forrer~, „R. L.“ 798. + +[5958] ~Forrer~, „R. L.“ 654, 707. + +[5959] ~Schrader~, „R. L.“ 902, 992. + +[5960] ~Forrer~, „R. L.“ 654, 707; „Urg.“ 314 ff., 341 ff. + +[5961] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 745 ff., 751. + +[5962] ~Lenormant~, „Anf.“ 1, 104 ff.; ~Schrader~, „R. L.“ 902, 992. + +[5963] ~Ed. Meyer~, a. a. O.; ~Schrader~, a. a. O.; ~Blümner~, PW. 3, +892 ff.; ~Neumann~, „Zeitschrift für angewandte Chemie“ 1907, 2022. + +[5964] ~Bibra~ 158; es macht sich erst wieder in den jüngsten Funden +spätrömischer Herkunft bemerklich. + +[5965] ~Lippert~ 230 ff.; ~Forrer~, „R. L.“ 310; ~Schrader~, „R. L.“ +284; ~Hoops~ 1, 315 ff.; 2, 367. + +[5966] ~Forrer~, „R. L.“ 64, 116, 183, 431, 434, 923; „Urg.“ 314 ff., +341 ff.; ~Blümner~, PW. 3, 892 ff. + +[5967] ~Forrer~, „R. L.“ 310, 555; ~Schrader~, „R. L.“ 284, 930. + +[5968] ~Hoops~ 1, 630. + +[5969] ebd. 1, 315 ff. + +[5970] ~Forrer~, „Urg.“ 410; ~Hoops~ 2, 367; ~Feldhaus~, „Technik“ 144, +1316. + +[5971] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 734 ff. + +[5972] ~Forrer~, „R. L.“ 46. + +[5973] ~Forrer~, „Urg.“ 410; „R. L.“ 108, 94. + +[5974] ~Genthe~, „Über den etruskischen Tauschhandel nach dem Norden“ +(Heilbronn 1873). + +[5975] ~Partsch~, PW. 1, 1604. -- ~Hoernes~ betrachtet Italien als „die +Basis“ für die Verbreitung der Bronze in Westeuropa („Urzeit“ 2, 90 +ff.); mindestens ebenso alt wie dort ist aber ihre Kenntnis in Spanien, +woselbst die reichen Erzschätze eine frühzeitige Einbürgerung der +orientalischen Kultureinflüsse begünstigten (ebd. 85 ff.). + +[5976] ~Faulmann~, „Kulturgeschichte“ (Wien 1881) 255, 258. + +[5977] ebd. 279; Kaiser ~Yü~ soll das Reich zuerst in 9 Provinzen +geteilt und diese durch 9 bronzene Dreifüße versinnbildlicht haben. + +[5978] ebd. 264. + +[5979] ~Richthofen~, „China“ (Berlin 1877) 1, 319, 373. + +[5980] ~Lenormant~, „Anf.“ 1, 62 ff.; ~Feldhaus~, „Technik“ 144. + +[5981] ~Richthofen~, a. a. O.; ~Freise~ 128 ff. + +[5982] ~Faulmann~ 275, 278. + +[5983] ~Bibra~, a. a. O. 182, 113; ~Göbel~, „Einfluß der Chemie auf die +Ermittlung der Völker der Vorzeit“ (Erlangen 1842) 17. In beiden Werken +s. zahlreiche Analysen. + +[5984] ~Bibra~, a. a. O.; ~Neumann~, „Zeitschrift für angewandte +Chemie“ 1907, 2022; ~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 111 ff. + +[5985] ~Bibra~, a. a. O. + +[5986] ~Schrader~, „Urg.“ 58 ff.; ~Hoernes~, a. a. O. 120. + +[5987] ~Schrader~, „R. L.“ 488, 763, 892; vgl. ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, +764 ff., 768. + +[5988] ~Schrader~, „Urg.“ 58 ff. + +[5989] ~Hiuen-Thsang~ 1, 51. + +[5990] ~Woermann~, „Geschichte der Kunst“ (Leipzig 1915), Bd. 2. + +[5991] ~Schrader~, „R. L.“ 199; „Urg.“ 58 ff., 71. + +[5992] ~Berthelot~, Mâ. II, 357; Coll. II, 375. + +[5993] „Beiträge zur Geschichte der Ölmalerei“, üb. ~Hesse~ (Wien 1907) +54. + +[5994] Vgl. „Liber sacerdotum“ bei ~Berthelot~, Mâ. II, 209; +~Merrifield~ 2, 831 (aus dem sog. Brüsseler Manuskript von 1635?). + +[5995] ed. ~Depping~ (Paris 1837) 96. + +[5996] ~Ilg~, „Beiträge zur Geschichte der Kunst und Kunsttechnik aus +mittelhochdeutschen Dichtungen“ (Wien 1892) 63, 80, 139. + +[5997] a. a. O. 271. + +[5998] „Urg.“ 58 ff., 73. + +[5999] ~Muratori~, a. a. O.; ~Schrader~, „Urg.“ 73; ~Bucher~ 3, 108 ff. + +[6000] Ein Erlaß ~Karls des Grossen~ verbietet, den Grenzvölkern Waffen +aller Art zu verkaufen, u. a. auch „brunias“ (~Willers~, „Unt.“ 27). + +[6001] ~Schrader~, „Urg.“ 103, 813; ~Ebert~, bei ~Hoops~ 3, 394. + +[6002] „Urg.“ 73. + +[6003] ~Schrader~, ebd. + +[6004] ~Bucher~ 3, 46 ff.; ~Freise~ 128 ff. + +[6005] Gegenwärtig ist im Persischen Birindsch = Messing. + +[6006] ~Kobert~, „Historische Studien“ (Halle 1893) 3, 167, 334, 353, +387; ~Horn~, bei ~Hoops~, „Waldbäume und Kulturpflanzen“ (Straßburg +1895) 449. + +[6007] Coll. II, 375, 376; statt Kupfer steht dort Kupferrost. + +[6008] Coll. II, 220. + +[6009] Coll. III, 359, 360. + +[6010] Mâ. II, 21, 358; das schmelzende Glas diente dazu, die +Oberfläche von der Luft abzuschließen und sie gegen Oxydation zu +schützen. + +[6011] Mâ. II, 356 ff. + +[6012] Mâ. II, 357. Vielleicht liegt eine Verwechslung mit dem nicht +seltenen Büchertitel „Palladium“ vor, s. noch das „Palladium chimicum“ +des ~Faber~ in ~Morhofs~ „Polyhistor“ (Lübeck 1714) 99. + +[6013] Coll. II, 16. + +[6014] Intr. 275 ff. + +[6015] lib. 33, cap. 9; lib. 34, cap. 17. + +[6016] Mâ. II, 356 ff. + +[6017] ~Lindemann~, „Corpus grammaticorum veterum“ (Leipzig 1831) 1, +27, 347. Nach ~Kiepert~ liegt vielleicht ein Zusammenhang mit „Brente“ +vor, das z. B. im Albanesischen „das Innere“ bedeutet (~Hülsen~, PW. +Suppl. 1, 258); dagegen kommt ein solcher mit ~Brentos~, Sohn des +~Herakles~, nicht in Frage (~Schultz~, Ro. 1, 818). + +[6018] „Lexikon“, ed. ~Schmidt~ (Jena 1867) 320. + +[6019] lib. 15, cap. 1; s. ~Hülsen~, PW. 3, 902; ~Philipp~, PW. 9, 729. + +[6020] lib. 2, cap. 20. + +[6021] Wien 1899, 156. + +[6022] „Brunzi mortario“ um 1450, bei ~Merrifield~ 2, 449, 513. „Des +Augsburger Patriziers ~Ph. Hainhofer~ Beziehungen zu Herzog ~Philipp~ +II. von Pommern-Stettin“ 1610-1619, ed. ~Doering~ (Wien 1894) 44, 78, +96, 118, 182; dessen „Reisen nach Innsbruck und Dresden“ 1628/29 (Wien +1901) 137, 295. + +[6023] ~Schrader~, „Urg.“ 73. + +[6024] ders., „R. L.“ 199. + +[6025] ~Rossignol~, a. a. O.; ~Schrader~, „Urg.“ 73. + +[6026] ~Bibra~, a. a. O. + +[6027] ~Plutarch~, „~Alexander~“, cap. 2; in gleicher Gestalt +erscheinend tötet ~Zeus~ die ~Semele~. + +[6028] ~Hoefer~, PW. 3, 890; ~Reisch~, ebd.; ~Roscher~, Ro. 2, 1677; +~Rossignol~ 52, 110. ~Bronte~ und ~Sterope~, Donner und Blitz, heißen +die beiden Rosse des ~Helios~, der in seiner Eigenschaft als Wettergott +das Gegenstück zum babylonischen ~Ramman~ bildet, dem „Herrn der +Gewitter“ (~Pfeiffer~, „Sternglaube“, 12). -- Mit ~Brontes~ steht +vielleicht auch der Name ~Brontinos~ in Zusammenhang, den u. a. ein +alter pythagoräischer Philosoph führt, s. ~Zeller~ 1, 52; 3 (2), +116 und ~Diels~, „Vorsokratiker“ 1, 35; bei ~Burnet~ (179) heißt er +~Brotinos~ (Druckfehler?). + +[6029] ~Plinius~, lib. 37, cap. 55, 65; ~Isidorus~, lib. 16, cap. 15; +s. ~Wörner~, Ro. 3, 3448. + +[6030] „Museum metallicum“ (Bologna 1648) 613 ff.; ebd. 208 ist +„bronzium“ ein feuerfarbiges, wesentlich aus Zinnober bestehendes +Pigment. + +[6031] ~Jessen~, PW. 3, 889 ff.; ~Cumont~, ebd. 3, 891 und Suppl. 1, +258; ~Stoll~ und ~Steuding~, Ro. 1, 830; ~Aust~, Ro. 2, 752; ~Thulin~, +PW. 10, 1131; vgl. den ~Jupiter tanarus~ einer britannischen Inschrift +von 154 n. Chr. (~Reusch~, Ro. 4, 74). + +[6032] S. die Nachweise unter Anm. 3. + +[6033] Dies erwähnt schon ~Schedel~, „Waren-Lexikon“ (Offenbach 1790) +130 + +[6034] Coll. II, 16; fulgur ist im Lateinischen = Blitz, aber auch = +Donnerschlag. + +[6035] ~Beckmann~, „Beiträge“ 4, 135 ff.; ~Woermann~, a. a. O.; +~Feldhaus~, „Technik“ 471. + +[6036] ~Feldhaus~, ebd. 463; M. G. M. 9, 147; 10, 176. + +[6037] ~Feldhaus~, ebd. 464; ~Hoops~ 2, 262; ein Glöckchen zum Wecken +des Gesindes erwähnt ~Lukian~ (~Beckmann~ 4, 123). + +[6038] ~Bucher~ 3, 109; in Japan sind sie etwa um 650 n. Chr. +nachgewiesen (ebd. 110). + +[6039] ~Bossi~, „Le campane“ (Macerata 1897). + +[6040] ebd. 17; 11, 15 ff., 18. + +[6041] ebd. 236 ff. + +[6042] ebd. 18, 19; auf diese Weise entstanden also die freistehenden +italienischen Glockentürme. + +[6043] ebd. 29; ~Feldhaus~, „Technik“ 1203. + +[6044] ~Feldhaus~, ebd. 269, 1123; s. die Erwähnung in ~Dantes~ +„Paradies“, Ges. 10, Vers 139. -- Gestalten, die die Stunden mit dem +Hammer auf die Glocke schlugen, wie man sie z. B. noch gegenwärtig +auf den Procuratien in Venedig, sowie in manchen niederländischen +Städten sieht, waren im Mittelalter weit verbreitet und sehr beliebt; +sie hießen Glocken-Hans, Glocken-Fritz, Glocken-Jakob, und noch +~Shakespeare~ erwähnt in ~Richard~ II. (Akt 5, Szene 5) einen „Jack +o’the clock“ (s. ~Rabelais~, üb. ~Regis~, Leipzig 1839, 2, 21; vgl. +auch das bekannte Spiel „Glocke und Hammer“). -- Ihre ältesten +Vorbilder sind vermutlich im Orient zu suchen (s. ~E. Wiedemann~, „Über +die Uhren ...“, Halle 1915, 14 ff.). + +[6045] üb. ~Loth~ (Leipzig 1882) 63. + +[6046] üb. ~Greve~ 10, 332. + +[6047] ~Bucher~ 3, 68. + +[6048] ~Hoops~ 2, 262; ~Feldhaus~, „Technik“ 465; ~Vogeler~ in +„Geschichts-Blättern“ 1, 85. + +[6049] ~Hoops~ 2, 262; ~Feldhaus~, „Technik“ 465; ~Bucher~ 3, 68; +~Bossi~ 29. + +[6050] ~Schrader~, „R. L.“ 1018. + +[6051] ~Bossi~ 44. + +[6052] ~Feldhaus~, a. a. O. + +[6053] ~Bossi~ 41. + +[6054] ebd. 37. + +[6055] ebd. 39, 131; vgl. ~Hase~, „Kirchengeschichte“ (Leipzig 1909) +154. + +[6056] ~Bossi~ 49; ~Migne~, „Dictionnaire des sciences occultes“ (Paris +1848) 1, 384. Der Gebrauch ist spätestens 789 nachgewiesen (~Bossi~ 51). + +[6057] ~Bossi~ 53; das Wort „Glocke“ soll keltischen Ursprunges sein +(~Kluge~, „Etymologisches Wörterbuch“, Straßburg 1910, 176); s. aber +ebd. die Erklärung von „Glucke“. + +[6058] ~Hoops~ 2, 262. + +[6059] ~Bossi~ 39, 41. + +[6060] ~Bossi~ 43; ~Molmenti~, „La vie privée à Venise“, ed. ~Ongania~ +(Venedig 1895) 1, 92. + +[6061] ~Richter~, „Quellen der byzantinischen Kunstgeschichte“ (Wien +1897) 62. Demgemäß erzählt ~Albert~ von ~Aachen~, daß in Jerusalem +„soni et signa“ erst durch die Kreuzfahrer eingeführt wurden (~Prutz~, +„Kulturgeschichte der Kreuzzüge“; Berlin 1883, 504). Über die Glocken +in Jerusalem und Accon vgl. ~Röhricht~, „Geschichte des Königreiches +Jerusalem“ (Innsbruck 1898; 464, 447). Siehe auch A. Nat. 8, 165 ff. + +[6062] ~Feldhaus~, „Technik“ 465. + +[6063] ~Willers~, „Bronze-Eimer“ 207; 101, 137. + +[6064] ~Hülsen~, PW. 3, 1555; ~Willers~, a. a. O. 135. + +[6065] ~Willers~, ebd. 101, 136; „Untersuchungen“ 28 ff., 59 ff., 192. + +[6066] ders., „Bronze-Eimer“ 203 ff. + +[6067] ders., „Unters.“ 73. + +[6068] „Satiren“ 1, 6, 116. + +[6069] lib. 34, cap. 95. + +[6070] ~Willers~, „Unters.“ 79, 84. + +[6071] ~Harnack~, „Ausbreitung und Mission ...“ 502. + +[6072] ~Hülsen~, a. a. O. 1437. + +[6073] Auch ~Willers~ kam schon 1901 zu diesem Schlusse („Bronze-Eimer“ +205). + +[6074] ebd. 56, 205. + +[6075] ~Hülsen~, a. a. O. + +[6076] ~Bossi~ 40; ~Willers~, „Bronze-Eimer“ 203 ff.; ~Schrader~, „R. +L.“ 1018. + +[6077] ~Hülsen~, PW. 3, 1437. + +[6078] S. den „Donnerstein“ des ~Plinius~ und ~Isidorus~. + +[6079] ~Schmidt~, „Kulturhistorische Beiträge“ (Leipzig 1914) 170. + +[6080] ~Schrader~, „Urg.“ 73. + +[6081] „Opuscula chymica rariora“, ed. ~Roth-Scholz~ (Nürnberg 1719) +113, 133. + +[6082] ~Vitalis de Furno~ (Mainz 1531) 146. + +[6083] ~Feldhaus~, „Technik“ 153. + +[6084] ~Hoops~ 2, 262; ~Vogeler~, in „Geschichts-Blätter“ 1, 85. + +[6085] ~Schlosser~, „Schriftquellen zur Geschichte der karolingischen +Kunst“ (Wien 1892); „Quellenbuch zur Kunstgeschichte der +abendländischen Malerei“ (Wien 1896). + +[6086] ed. ~Ilg~ (Wien 1874) 318. + +[6087] ~Feldhaus~, „Technik“ 465; Gesch.-Blätter 3, 100. + +[6088] Venedig 1540, 75. + +[6089] ~Bossi~ 275, 285. Aus Opposition gegen solche Vorurteile gaben +die französischen Protestanten das „Signum“ zum Gottesdienst durch +einen Flintenschuß! (~Rabelais~, a. a. O. 2, 85). + +[6090] ~Lobeck~ 895 ff.; ~Riess~, PW. 1, 51; ~Seligmann~, „Der böse +Blick“ (Berlin 1910) 2, 273, 180; ~Zahn~, „Geschichts-Blätter“ 3, 337. +Schon die Zauberin in der 2. Idylle des ~Theokritos~ (um 260 v. Chr.) +vernimmt, nach offenbar uralter Vorstellung, die Stimme der angerufenen +Göttin im „tönenden ehernen Becken“ (Vers 36). ~Wessely~, „Wiener Akad. +Denkschr.“ 36, Z. 89. 3257. + +[6091] ~Migne~, a. a. O. 1, 384; ~Rabelais~, a. a. O. 2, 85. + +[6092] ~Rabelais~ 2, 270. + +[6093] ~Gsell~, a. a. O. 71; ~Luschin von Ebengreuth~, a. a. O. 34. + +[6094] Troja: ~K. B. Hofmann~, „Zur Geschichte des Zinks bei den Alten“ +(Leipzig 1882); „Berg- und Hüttenmännische Zeitung“ 1882. + +[6095] ~Gsell~ 8, 51 ff. + +[6096] s. ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 112. + +[6097] ~Becher~, „Physica subterranea“ (Leipzig 1703) 558. ~Stoll~, +a. a. O. 814; nach ~Las Casas~ sonderten so die Caraïben das Gold vom +„Guanin“ und später auch vom Messing, das sie sehr hoch schätzten. + +[6098] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 264. ~Ruska~ glaubt, Tutia sei sowohl im +Persischen wie im Sanskrit ein Fremdwort („Steinbuch des ~Aristoteles~“ +175). + +[6099] ~Hiuen-Thsang~ 2, 174. + +[6100] ebd. 1, 177, 197, 198; 2, 45, 46. + +[6101] ~Woermann~, a. a. O. + +[6102] ~Somadeva~, „Märchen“, üb. ~Brockhaus~ (Leipzig 1843) 2, 131. + +[6103] a. a. O. 2, 272. + +[6104] ~Berthelot~, „Arch.“ 218 ff. + +[6105] ~Heyd~, „Geschichte des Levante-Handels im Mittelalter“ +(Stuttgart 1879) 1, 458; 2, 87, 655, 441. + +[6106] üb. ~Fuchs~ 3, 603. + +[6107] ebd. 3, 288, 294. + +[6108] ebd. 1, 305. + +[6109] „Schild des ~Herakles~“, Vers 122. + +[6110] Nr. 6, Vers 9. + +[6111] ~Rossignol~ handelt es in seinem Buche auf 120 Seiten ab +(211-331)! Auch er betrachtet es jedoch als ein bloß mythisches (ebd. +224). + +[6112] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 112. + +[6113] ebd. 2, 113. + +[6114] ~Blümner~ 4, 199; ~Schrader~, „R. L.“ 539. + +[6115] ~Rossignol~ 234 ff. + +[6116] ~Olck~, PW. 6, 655; ~Franz~, bei ~Freise~ 140; ~Schrader~, +„Ling.-Histor. Forschungen“ 26. + +[6117] ~Blümner~ 4, 96, 193 ff., 197. + +[6118] ebd. 4, 159, 171 ff. + +[6119] ~Rossignol~ 242 ff. + +[6120] „Onomastikon“, lib. 3, cap. 87; ~Rossignol~ 244. + +[6121] „De meteoris“, cap. 1. + +[6122] ~Blümner~, PW. 7, 687; ~Hofmann~, „Berg- und Hüttenmännische +Zeitung“ 1882. + +[6123] „Aeneis“, lib. 12, Vers 87. + +[6124] ~Blümner~ 4, 184, 199. + +[6125] ~Rossignol~ 230, 292 ff., 302. ~Schweigger~ erklärte es in +seiner Schrift „Über das Elektron der Alten“ (Greifswald 1848) für +Platin! -- Libanos ist bekanntlich = weiß, s. das schneebedeckte +Gebirge Libanon. + +[6126] lib. 34, cap. 2. + +[6127] ed. ~Lindemann~ (Leipzig 1832) 8, 36; 310. + +[6128] „Lexikon“ 1140. + +[6129] lib. 16, cap. 20. + +[6130] ~Reil~ 62. + +[6131] „Periplus“, ed. ~Fabricius~ (Leipzig 1883) 43, 47; vgl. auch die +μελίεφθα genannten dünnen Platten (ebd. 121, 188). + +[6132] lib. 34, cap. 2. + +[6133] ~Willers~, „Unters.“ 30, 37 ff., 104; ~Beltz~, bei ~Hoops~ 3, +517. + +[6134] ~Willers~ a. a. O., 35, 37 ff.; das Kupfer kam damals aus den +Mansfelder Gruben über Goslar an den Rhein. + +[6135] ~Schrader~, „R. L.“ 539; „Urg.“ 73; ~Kopp~, „Gesch.“ 4, 113. + +[6136] ~Schrader~, a. a. O.; ~Hoops~, a. a. O. Meze = Kupfer s. +~Sattler~, „Handels-Rechnungen des Deutschen Ordens“ (Leipzig 1887) 321. + +[6137] ~Lexer~, „Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch“ (Leipzig +1885) 161; vgl. ~Heinrich von Neuenstadt~, „Apollonius“, ed. ~Strobl~ +(Wien 1875) 333; ~Hoops~, a. a. O.; ~Peltzer~, „Geschichte der +Messing-Industrie am Niederrhein ...“ (Aachen 1909) 67 ff. + +[6138] „Sarepta“ (Nürnberg 1587) 66, 68, 88, 101, 136, 178; Erwähnung +einer messingenen Füllfeder ebd. 95. + +[6139] ~Peltzer~, a. a. O. + +[6140] „Geschichts-Blätter“ 1, 257. + +[6141] ~Peltzer~ 63. + +[6142] ~Peltzer~ 141, 154; ~Schrader~, „R. L.“ 178. + +[6143] ~Peltzer~ 67 ff. + +[6144] ~Rossignol~ 270. + +[6145] ~Berthelot~, „Intr.“ 55, 275. + +[6146] „Livre des métiers“ 55, 184. + +[6147] ~Willers~, „Unters.“ 35 ff. + +[6148] ~Schrader~, „R. L.“ 539. + +[6149] „Kalewipoeg“ 339. + +[6150] ~Brugsch~, „Äg.“ 401; ~Forrer~, „R. L.“ 94. + +[6151] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 6. + +[6152] ~Reil~ 71. + +[6153] ~Jeremias~, „Handbuch“ 238, 59. + +[6154] ~Berthelot~, „Arch.“ 80. + +[6155] Vgl. ~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 24. + +[6156] ~Ed. Meyer~ „Sumerer“ 47. + +[6157] ~Schrader~, „R. L.“ 97; „Urg.“ 91 ff. + +[6158] „Geschichts-Blätter“ 1, 66. + +[6159] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 670; ~Forrer~, „R. L.“ 94; ~Feldhaus~, +„Technik“ 104. -- Betreff der Cycladen s. ~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 43. + +[6160] ~Schrader~, „R. L.“ 97; ~Forrer~, „R. L.“ 94; ~Feldhaus~, +„Technik“ 104. + +[6161] ~Hyginus~, „Fabulae“; ~Cassiodorius~, „Variae lectiones“ 3, 31. + +[6162] ~Jacoby~, PW. 7, 2710; ~Schulten~, PW. 8, 2004 ff. + +[6163] ~Plinius~, lib. 4, cap. 21. + +[6164] ~K. B. Hofmann~, „Das Blei bei den Völkern des Altertums“ +(Berlin 1885); ~Blümner~ 4, 142 ff., 169; 155. + +[6165] ~Rhousopoulos~, „~Kahlbaum~-Gedenkbuch“ 172. + +[6166] üb. ~Fuchs~ 3, 293. + +[6167] ~Rhousopoulos~, a. a. O. + +[6168] ~Blümner~ 4, 191, 288. + +[6169] Fragment „Über die Gerüche“. + +[6170] ~Israelson~, „Die Materia medica des ~Galenos~“ (Dorpat 1894) +167. + +[6171] ~Wünsch~, A. Rel. 12, 37 ff., 45; ~Ziebarth~, PW. 6, 2771; +~Skutsch~, PW. 6, 786; ~Dieterich~, „Abraxas“ 77, 78. + +[6172] ~Dziatzko~, PW. 3, 565; ~Kuhnert~, PW. 4, 2376; ~Drexler~, Ro. +3, 500; ~Roscher~, Ro. 4, 776. + +[6173] „Annalen“, lib. 2, cap. 69. + +[6174] ~Roeder~, Ro. 4, 774 ff. + +[6175] ~Kremer~ 1, 62. + +[6176] ebd. 1, 329, 375; 2, 283. + +[6177] ebd. 1, 303. + +[6178] ebd. 1, 334; 2, 223. + +[6179] ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 88. + +[6180] ~Semper~, „Der Styl“ 2, 145. + +[6181] ~Hoops~ 1, 293. + +[6182] ~Forrer~, „R. L.“ 79, 94, 283; „Urg.“ 362 ff.; ~Schrader~, „R. +L.“ 1013. + +[6183] ~Hultsch~, „Die Gewichte des Altertums“ (Leipzig 1898) 49, 50. + +[6184] ~Forrer~, „Urg.“ 362 ff. + +[6185] ~Forrer~, „R. L.“ 94, 108. + +[6186] ~Henrich~ und ~Roters~, „Zeitschrift für angewandte Chemie“ +1907, 1321; vgl. ~Neumann~, ebd. 2032. + +[6187] ~Schrader~, „R. L.“ 199; ~Feldhaus~, „Technik“ 104. + +[6188] ~Schrader~, „Urg.“ 95; „R. L.“ 97; ~Hoops~ 1, 293; ~Wilser~, +„Vorzeit“ 24. + +[6189] ~Hoops~ 1, 293 gegen ~Schrader~, „Urg.“ 91 ff. + +[6190] s. unter 6188. + +[6191] ~Schrader~, „Urg.“ 91 ff. + +[6192] s. unter 6188. + +[6193] ~Erdmann~, „Alaska“ (Berlin 1909) 77, 190. + +[6194] ~Humboldt~, „Neuspanien“ (Tübingen 1813) 4, 5, 141. + +[6195] ~Baumstark~, PW. 2, 2714, 2715. + +[6196] ~Lenormant~, „Anf.“ 85 ff.; ~Faulmann~, 99. + +[6197] ~Bapst~, „L’étain“ (Paris 1884) 5 ff. + +[6198] ~Tomaschek~, PW. 5, 1666; ~Kiessling~, PW. 6, 806; ~Bapst~ 5 +ff., 8, 26; ~Gsell~ 36 ff.; ~Lenormant~, „Anf.“ 85 ff.; die Anführung +von Zinn und verzinnten Gefäßen (ebd. 1, 86) im „Vendidad des +~Zoroaster~“ (!) ist natürlich nicht beweisend. + +[6199] ~Montelius~, M. G. M. 2, 151. + +[6200] ~Strabon~ 15, 2, 10. + +[6201] ~Polack~ und ~Tomaschek~, M. G. M. 2, 152. Die von ~Bapst~ +angeführte Stelle des ~Hiuen-Thsang~ (1, 19) bezieht sich hingegen ++nicht+ auf den Hilmend, sondern auf den Tarim im westlichen +chinesischen Turkestan, und dieses Auftreten von Zinnerz kommt daher +hier ebensowenig in Betracht, wie das am Ural, am Altai und in der +Nähe des Baikalsees (s. ~Sadowski~, „Die Handelsstraßen der Griechen +und Römer an die Gestade des baltischen Meeres“, Jena 1877, Vorr. 5; +~Berthelot~, Mâ. I, 364, 368). + +[6202] ~Semper~, „Der Styl“ 2, 149. + +[6203] ~Hommel~ 132. + +[6204] ~Amos~ 4, 7, 8; ~Amos~ lebte um 760, seine Weissagungen +sind jedoch im 3. Jahrhundert v. Chr. umredigiert, und da an der +betreffenden Stelle vom Lote der Bauleute die Rede ist, hat man unter +ânak an ihr vermutlich noch Blei zu verstehen (~Kautzsch~, „Altes +Testament“, Tübingen 1910); 2, 37. + +[6205] ~Moses~ 4, 31, 21; ~Ezechiel~ 27, 5, 12. + +[6206] ~Beckmann~, „Beiträge“ 4, 329; ~Bapst~ 5, 14. + +[6207] ~Schrader~, „Ling.“ 71; „R. L.“ 990, 995. + +[6208] ~Lenormant~, „Anf.“ 1, 98 ff.; ~Schrader~, „Urg.“ 91 ff. + +[6209] ~Bapst~ 2; was der Autor daselbst über einen älteren Namen +Khaspu = Silberchen (?) und dessen Zusammenhang mit dem ägyptischen +Chesbet (!) sagt, entbehrt jeder Begründung. + +[6210] ~Hümmerich~, „~Vasco de Gama~“ (München 1898) 23, 156, 157; vgl. +~Feldhaus~, „Technik“ 1368. + +[6211] ~Schrader~, „R. L.“ 201. + +[6212] „Beiträge“ 4, 326. + +[6213] ~Schulten~, PW. 8, 2032. + +[6214] ~Lenormant~, „Anf.“ 1, 97; ~Bapst~ 9 ff.; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, +151, 745; 2, 156 ff.; warum gerade Iran nicht mit in Betracht kommen +sollte (ebd. 1, 744), ist nicht recht ersichtlich. + +[6215] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 9. + +[6216] ~Gsell~ 34. + +[6217] Ob Zinn auch zu anderen Zwecken verwendet wurde, ist ungewiß; +von „Platten mit Inschriften und Figuren aus Mumiensärgen“ spricht +~Semper~ (2, 462), jedoch ohne jede Zeitangabe für deren Alter. + +[6218] ~Brugsch~, „Äg.“ 271 ff.; ~Lippmann~, a. a. O. + +[6219] ~Brugsch~, „Äg.“ 398, 401. + +[6220] ~Schrader~, „R. L.“ 990. + +[6221] ~Reil~ 64 ff., 190; 71. + +[6222] ~Reil~ 71. + +[6223] ~Blümner~ 4, 133. + +[6224] ~Dieterich~, „Abraxas“ 138, 159. + +[6225] ~Ideler~, „Physici et medici graeci minores“ (Berlin 1841) 1, 45. + +[6226] ~Friedlaender~ 2, 83; ~Speck~, „Handelsgeschichte des Altertums“ +(Leipzig 1900 ff.) 4, 783, 889; ~Hoops~ 2, 414; ~Reil~ 71. + +[6227] ~Ideler~, a. a. O. 2, 206. + +[6228] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 219 ff. + +[6229] ebd. 2, 156 ff.; ~Blümner~ 4, 187 ff. + +[6230] „~Kahlbaum~-Gedenkbuch“ 118. + +[6231] Vgl. ~Blümner~ 4, 84 ff., 81 ff. + +[6232] ~Hyginus~, „Fabulae“, a. a. O. + +[6233] ~Schmidt~, „Kulturhistorische Beiträge ...“ (Leipzig 1906) 1, 10. + +[6234] ~Lenormant~, „Anf.“ 1, 98 ff. + +[6235] ~Schrader~, „R. L.“ 990; „Urg.“ 91 ff. + +[6236] Mitteilung von † Geh.-Rat Prof. ~H. Suchier~. + +[6237] ~Mülder~, PW. 9, 1042. + +[6238] „Ilias“ 11, Vers 25, 34; 18, V. 474, 565, 574, 613; 20, V. 171; +21, V. 592; 23, V. 503, 561. + +[6239] ~Blümner~ 4, 53, 83. + +[6240] Vers 208; s. auch „Theogonie“, Vers 852. + +[6241] üb. ~Fuchs~ 2, 428, 439, 450, 451; 3, 309, 362, 443, 633; an +einer Stelle ist auch von „Zinn oder Blei“ die Rede (3, 633). + +[6242] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 759. + +[6243] Über verschiedene bis in die Neuzeit fortdauernde Irrtümer +und allerlei absonderliche Hypothesen vgl. ~Humboldt~, „Kritische +Untersuchungen ...“ (Berlin 1852) 1, 128 ff. + +[6244] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 142 ff.; ~Speck~ 1, 94 ff., 103 ff., 463. + +[6245] ~Schulten~, PW. 8, 2032. + +[6246] ~Hübner~, PW. 3, 859 ff. + +[6247] ~Speck~ 3, 157. + +[6248] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 690 ff. + +[6249] ~Voss~, „Mythologische Briefe“ (Stuttgart 1827) 2, 174: +κασσίτερον ποταμόρρυτον. + +[6250] ~Hübner~, PW. 2, 2763; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 690 ff. + +[6251] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 142 ff.; ~Götz~, „Die Verkehrswege des +Welthandels“ (Stuttgart 1888) 109 ff., 348, 352; 267, 269, 290; ~Bapst~ +12 ff.; ~Speck~ 1, 483, 505. + +[6252] ~Berger~, „Geschichte der wissenschaftlichen Erdkunde der +Griechen“ (Leipzig 1903) 559; ~Hübner~, PW. 3, 1355. + +[6253] lib. 5, cap. 38. + +[6254] lib. 4, cap. 122; lib. 34, cap. 95 und 116. + +[6255] ~Hübner~, PW. 3, 859 ff.; ~Berger~, PW. 6, 1304 ff.; ~Schulten~, +PW. 8, 1987, 2008. + +[6256] ~Schulten~, a. a. O.; ~Siret~, M. G. M. 8, 106. + +[6257] ~Berger~ 235, 356. + +[6258] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 3, 674, 679. + +[6259] ~Ed. Meyer~, a. a. O.; ~Kiessling~, PW. 1a, 879. + +[6260] ~Bapst~ 3, 15 ff.; ~Sadowski~, Vorr. 20. + +[6261] lib. 34, cap. 17. + +[6262] ~Bapst~ (49 ff., 51 ff.), dessen Unwissenheit zuweilen fast +unglaublich ist, -- ~Dioskurides~ ist z. B. bei ihm ein Herausgeber der +Werke des ~Hippokrates~ (54) --, läßt sie diese Kunst „schon in Asien, +von den Zigeunern“ lernen! + +[6263] ~Hübner~, PW. 3, 859 ff.; ~Berger~, PW. 6, 1304 ff.; ~Schulten~, +PW. 8, 1987. + +[6264] lib. 7, cap. 56. + +[6265] ~Schleiden~, „Das Salz“ (Leipzig 1875) 29, 41, 46. + +[6266] lib. 4, cap. 22. + +[6267] ~Abulfeda~ 2, 307. + +[6268] ~Plinius~, lib. 4, cap. 20; ~Strabon~ 15, 2, 10; vgl. ~Gsell~ 36 +ff. + +[6269] ~Berger~, „Erdkunde“ 102, 232, 336; ~Haug~, PW. 1a, 764; +~Genthe~, „Über den etruskischen Tauschhandel nach dem Norden“ +(Heilbronn 1873) 67 ff., 92 ff., 105. + +[6270] ~Haverfield~, PW. 9, 857. + +[6271] lib. 5, cap. 22. + +[6272] lib. 5, cap. 104. + +[6273] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 690 ff. + +[6274] ~Berger~ 102, 232, 332; ~Speck~ 2, 470 ff.; 4, 377; ~Bapsts~ +Annahme, dies sei erst nach der Zerstörung Karthagos geschehen (12 ff., +14, 18 ff.), ist ganz unverständlich. + +[6275] ~Hergt~, „Die Nordlandfahrt des ~Pytheas~“ (Halle 1893); ~Götz~, +„Verkehrswege“ 4, 316. + +[6276] ~Hübner~, PW. 3, 859 ff.; ~Berger~, PW. 6, 1304 ff.; „Erdkunde“ +336, 361. + +[6277] lib. 3, cap. 115; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 759; ~Berger~, a. a. O. +53 ff., 357; ~Hübner~, PW. 7, 439 ff. + +[6278] ~Berger~, 353 ff. + +[6279] ebd. 512. + +[6280] ~Berger~ 559. + +[6281] lib. 5, cap. 38. + +[6282] lib. 3, cap. 147; ~Hübner~, PW. 7, 439 ff.; ~Berger~ 361. + +[6283] ~Berger~ 544, 630. + +[6284] ~Caesar~, lib. 5, cap. 12; ~Berger~ 235, 356. + +[6285] ~Friedlaender~ 3, 335. Über die großen Mengen Zinn, die auch die +Phönizier im 6. Jahrhundert nach dem Osten brachten, z. B. nach Tyrus, +vgl. die Schilderung bei ~Ezechiel~. + +[6286] Alle derartigen Berechnungen sind außerordentlich unsicher. + +[6287] cap. 51 und 81, woselbst „τὸν κασσίτερον τὸν κελτικόν“. Vgl. die +bewunderungswürdige Ausgabe von ~Beckmann~ (Göttingen 1786) 100 ff., +160 ff. + +[6288] cap. 37. + +[6289] ~Blümner~ 4, 179, 376. + +[6290] ~Speck~ 3, 214; ~Gsell~ 34. Schon ältere etrurische Bronzen +enthalten 6% Zinn (~Speck~ 3, 257). + +[6291] ~Speck~ 3, 290; 4, 386. + +[6292] ~Isidorus~ 18, 14, 1; ~Skutsch~, PW. 6, 776; ~Schrader~, „R. L.“ +365. + +[6293] Candidus im Sinne von „fein“ findet sich auch auf Silberbarren +aufgestempelt (~Willers~, „Bronze-Eimer“ 233). + +[6294] lib. 34, cap. 95. + +[6295] ~Forrer~, „R. L.“ 115. + +[6296] ~Beckmann~ 4, 370; ~Rossignol~ 291. + +[6297] ~Beckmann~ 3, 512; ~Bucher~ 3, 273; ~Forrer~, „R. L.“ 753; +~Dafert~, „Monatshefte für Chemie“ (Wien 1910) 781. + +[6298] lib. 34, cap. 48. + +[6299] „Indika“, cap. 18. + +[6300] ~Ideler~, „Physici et Medici graeci minores“ (Berlin 1841) 1, +196; cap. 17. + +[6301] ~Diodor~, lib. 5, cap. 46; fr. 6, 1. + +[6302] ~Jacoby~, PW. 6, 960; ~Blümner~ 3, 45. + +[6303] ~Golenischeff~ und ~Glaser~, PW. 2, 1391, 1403. + +[6304] ~Rohde~, „Der griechische Roman“ (Leipzig 1900) 240; ~Ausfeld~, +„Der griechische Alexander-Roman“ (Leipzig 1907) 94. + +[6305] ~Tkač~, PW. 1a, 1465. + +[6306] „Periplus“, ed. ~Fabricius~ (Leipzig 1883) 91, 97. + +[6307] ebd. 65, 75; 45, 65. + +[6308] ~Speck~ 1, 195, 200; ~Bapst~ 15. + +[6309] ~Bapst~ 9 ff. + +[6310] „Die Phönizier“ (Berlin 1856) 3 (1), 63. + +[6311] „Anf.“ 1, 98 ff. + +[6312] ~Schrader~, „R. L.“ 990; ~Wecker~, PW. 9, 1316. + +[6313] ~Schrader~, „R. L.“ 990; „Urg.“ 91 ff. + +[6314] ~Reinaud~, „Relation des voyages ...“ (Paris 1845) 1, Vor. 62; +1, 94; 2, 48. + +[6315] ~Heyd~, „Geschichte des Levante-Handels im Mittelalter“ +(Stuttgart 1879) 1, 37; 2, 655; ~Schrader~, „R. L.“ 990; ~Reinaud~, +a. a. O. + +[6316] ~Andreas Bellunensis~, „Interpretatio arabum nominum“, +beigedruckt seiner Übersetzung von ~Avicennas~ „Canon“ (Venedig 1544) +4, 14, 18, 22. + +[6317] ~Haller~, „Onomasticon“ (Frankfurt 1756) 10, 19. + +[6318] ~Lenormant~, „Anf.“ 1, 98 ff. + +[6319] s. ~Marco Polo~, ed. ~Pauthier~ (Paris 1865) 703. + +[6320] ~Beckmann~ 4, 739; vgl. ~Pigafettas~ „Reisen“ (Gotha 1801) 123. + +[6321] ~Richthofen~, „China“ 1, 319, 373. + +[6322] ~Bapst~ 22. + +[6323] ~Faulmann~ 279. + +[6324] ~Lenormant~, „Anf.“ 1, 62 ff.; ~Speck~ 1, 205. + +[6325] ~Gruber~, „Litt.“ 197; Nan = Süden, wie in Nanking = Stadt des +Südens. + +[6326] ~Pfizmaier~ 24, 26; so hält auch noch der treffliche ~Garcia da +Orta~, 1533 bis 1563 Leibarzt des portugiesischen Vizekönigs in Goa, +Zinkoxyd für die Asche eines Gewächses (~Lippmann~, „Geschichte des +Zuckers“ 78). + +[6327] ~Feldhaus~, „Technik“ 1368. + +[6328] ~Vogel~, „Zeitschrift für angewandte Chemie“ 1909, 44; +Bronzefibeln, die nur auf der Schauseite verzinnt sind, kennt man +ebenfalls. + +[6329] ~Forrer~, „R. L.“ 930; Abbildungen bei ~Schlemm~, a. a. O. 668. +-- Schild: bei ~Genthe~ 48. + +[6330] ~Genthe~ 134; ~Schrader~, „R. L.“ 990; „Urg.“ 91 ff.; ~Bapst~ 23 +ff., 28 ff.; ~Forrer~, „Urg.“ 316; „R. L.“ 632. + +[6331] ~Bapst~, a. a. O. + +[6332] ~Forrer~, a. a. O. 79, 94, 283; eine dieser Kugeln wiegt 735 g +(ebd. 932). + +[6333] ~Beckmann~ 4, 364. + +[6334] ~Forrer~, „Urg.“ 316. + +[6335] ~Blümner~, PW. 5, 2142 ff. + +[6336] ~Schrader~, „R. L.“ 990; „Urg.“ 91 ff.; „Ling.“ 130 ff. + +[6337] ~Lippmann~, „Chemiker-Zeitung“ 1916, 1; 1917, 1. + +[6338] ed. ~Depping~ 76, 253. -- Lächerliche Gründe für die Anwendung +von Zinn (und Blei) bei der Herstellung der Spiegel führt ~Thomas von +Aquino~ an (üb. ~Schneider~ 11, 770). + +[6339] ed. ~Pagel~ (Berlin 1893) 12. + +[6340] ~Beckmann~ 4, 370. + +[6341] „Ritter-, Hof- und Pilger-Reisen“ 1465-1467 (Stuttgart 1844) 46. + +[6342] ~Heyd~ 1, 595; 2, 44, 133, 415. Einzelheiten s. bei ~Schaube~, +„Handelsgeschichte der romanischen Völker ...“ (München 1906) 811. + +[6343] ~Merrifield~ 2, 895. + +[6344] ~Reitemeyer~, „Beschreibung Ägyptens im Mittelalter“ (Leipzig +1903) 229. + +[6345] „Chronik“, üb. ~Wattenbach-Landauer~ (Leipzig 1890) 135. + +[6346] ~Beckmann~ 4, 372 ff. + +[6347] Rune 15, Vers 348. + +[6348] „Kalewala“ 23, 56, 97, 98, 116, 120, 157, 177, 213, 232, 289, +290. + +[6349] „Kanteletar“, üb. ~Paul~ (Helsingfors 1882) 300. + +[6350] „Kalewipoeg“ 171. + +[6351] „Lieder“ 56. + +[6352] „Märchen“ 325. + +[6353] ~Schrader~, „R. L.“ 990. + +[6354] lib. 13, cap. 56; vgl. ~Blümner~ 4, 96. + +[6355] Übersetzung des ~Strabon~ (Stuttgart 1859) 6, 45. + +[6356] ~Rossignol~ 244 ff.; ~Freise~ 137; vgl. ~Diergart~, M. G. M. 1, +308. + +[6357] ~Hofmann~, „Zur Geschichte des Zinks bei den Alten“ (Berg- und +Hüttenmännische Zeitung 1882; 41, 46); ~Blümner~ 4, 96. + +[6358] Auch daß metallisches Zink am Tmolos vorkommen solle, erscheint +völlig ausgeschlossen. + +[6359] ~Gsell~ 72. + +[6360] ~Zippe~ 218 ff. + +[6361] ~Schäfer~, „Die Alchemie“ (Flensburg 1887) 13. + +[6362] M. G. M. 2, 36, 148, 174; 3, 76, 156; 6, 71; „Zeitschrift für +angewandte Chemie“ 1901, 1207; 1902, 761; 1903, 87. + +[6363] ebd. 1902, 511, 1217. + +[6364] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 112. + +[6365] ~Lippmann~, ebd. 2, 9; ~Reinhard~, „A. Med.“ 10, 150. + +[6366] ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 55. + +[6367] ebd. 1, 24; lib. 34, cap. 100. + +[6368] ebd. 1, 53; lib. 5, cap. 84. + +[6369] ~Blümner~ 4, 171 ff. + +[6370] üb. ~Fuchs~ 2, 186; 3, 59, 291, 297, 488, 495. + +[6371] üb. ~Fuchs~ 3, 57, 292, 297 („blaue Chalkitis“), 295, 305; 60, +291, 313, 495. Vgl. ~Celsus~, üb. ~Friboes~ 598; ~Blümner~ 4, 94 ff. + +[6372] ~Beckmann~ 3, 381 ff.; ~Blümner~ 4, 171; ~Lippmann~, „Abh.“ 1, +53. + +[6373] +So+ noch bei ~Festus~, ed. ~Lindemann~ 367. + +[6374] ~Lenormant~, „Anf.“ 2, 226 ff. + +[6375] ~Crusius~, Ro. 2, 878 ff.; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 150 ff.; +auf einer altattischen Amphora, die ihn mit seiner Gattin ~Harmonia~ +abbildet, heißt er auch ~Kassmos~ (~Sittig~, PW. 7, 2383). + +[6376] ~Ed. Meyer~. „Alt.“ 2, 70, 180, 317; 150 ff., 189, 317. + +[6377] ~Crusius~ und ~Ed. Meyer~, a. a. O. + +[6378] ~Bloch~, Ro. 2, 2530; über Καδμῖλος und Κάμιλλος s. ~Diels~, +„Vors.“ 2, 212. + +[6379] ~Pettazzoni~, A. Rel. 14, 577. + +[6380] ~Freise~ 135 ff. + +[6381] ~Freise~, a. a. O. + +[6382] ~Willers~, „Untersuchungen ...“ 35. + +[6383] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 264. + +[6384] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 241. + +[6385] ebd. 1, 88; ~Diergart~, a. a. O. + +[6386] ~Hirschberg-Lippert~, „Die arabischen Augenärzte“ (Leipzig 1904) +2, 155, 194. + +[6387] ebd. 1, 61, 99, 138 (leichte), 163; 2, 134. + +[6388] ebd. 1, 79, 187. + +[6389] ebd. 1, 142, 170, 171 (beste), 172, 180, 276 u. oft; 2, 72, 78 +(grüne). + +[6390] ebd. 1, 175, 194, 202, 209, 273, 277-279, 300 u. oft; 2, 102 +(grüne), 249 (indische). + +[6391] ebd. 1, 288; 2, 103, 148 (grüne). + +[6392] ebd. 1, 189; 2, 78, 91, 101, 109, 142, 247 (Ispahan), 249. + +[6393] „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 127 ff. + +[6394] ~Rây~ 1, 85 ff.; Abbildung auf Tafel 3. + +[6395] ~Puschmann~, „Handbuch der Geschichte der Medizin“ (Jena 1902) +1, 141 ff. + +[6396] ~Hiuen-Thsang~ 2, 172. + +[6397] ebd., Anmerkung. + +[6398] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 165. + +[6399] ~W. Hommel~, M. G. M. 13, 56; „Zeitschrift für angewandte +Chemie“ 1912, 97; „Chemiker-Zeitung“ 1913, 918. + +[6400] ~W. Hommel~, a. a. O.; ~Rây~, a. a. O. + +[6401] ~Hofmann~, a. a. O. + +[6402] ~W. Hommel~, a. a. O. Galmei ist in China vielfach verbreitet; +nach ~Marco Polo~ tritt er vielleicht auch an den Abhängen des Altai +auf (~Lippmann~, „Abh.“ 2, 265). + +[6403] ~Beckmann~ 3, 410; ~Bibra~ 180; ~W. Hommel~, a. a. O.; +~Staunton~, „An embassy to China“ (London 1797) 2, 540. Angesichts der +ungeheuren Beharrlichkeit der chinesischen Verfahren sind auch solche +späte Berichte keineswegs zu unterschätzen. + +[6404] ~W. Hommel~, a. a. O. + +[6405] ~Bibra~ 181. + +[6406] ~Bibra~ 181; ~Marco Polo~, ed. ~Yule~ (London 1903) 2, 265. + +[6407] Amsterdam 1596; lib. 2, cap. 17. + +[6408] ~Beckmann~, „Litteratur der älteren Reisebeschreibungen“ +(Göttingen 1809) 2, 124; Münzen aus Zinn gab es aber in Indien +ebenfalls (~Luschin~ 35), und dies dürfte den erwähnten Irrtum noch +gefördert haben. + +[6409] ~Beckmann~, „Beitr.“ 3, 409. + +[6410] ~Bucher~ 3, 43 ff.; ~Lenormant~, „Anf.“ 1, 99. + +[6411] „Metallurgische Etymologien“ („Mitteilungen des Österr. Museums“ +1886) bei ~Bucher~, a. a. O. + +[6412] ~W. Hommel~, a. a. O. + +[6413] ~Bucher~ 3, 46; ~Seligmann~, „Der böse Blick“ 2, 6. + +[6414] ~Kopp~, „Gesch.“ 4, 116. + +[6415] ~Beckmann~ 3, 398. + +[6416] „Werke“, ed. ~Huser~ (Straßburg 1603) 1, 251. + +[6417] ebd. 1, 647, 885, 890, 895, 903. + +[6418] Vgl. ~W. Hommel~, a. a. O. + +[6419] ed. ~Huser~ 1, 902. + +[6420] ebd. 1, 919. + +[6421] ebd. 2, 57. + +[6422] ebd. 1, 209, 228, 558, 905, 1058. + +[6423] ebd. 2, 137. + +[6424] ebd. 2, 134. + +[6425] ebd. 2, 56. + +[6426] ebd. 1, 906. + +[6427] ~Beckmann~ 3, 402. In der Basler Ausgabe von 1629 steht an +der fraglichen Stelle (329) das von ~Beckmann~ zitierte deutsche +Wort nicht, wohl aber auf S. 13 des (unpaginierten) Index I. der +Kunstausdrücke, wo Conterfey ganz richtig jene weiße Schmelze +bezeichnet, die in Goslar die Wandungen der Öfen zeitweilig +ausschwitzten (s. unten). + +[6428] ~Agricola~, „Opera“ (Basel 1558) 368. + +[6429] ebd. 432. + +[6430] Vgl. ~Albinus~ „Meißnische Bergchronika“ (Dresden 1590) 138. + +[6431] „Bergpostilla oder Sarepta“ (Nürnberg 1587) 26. + +[6432] Dresden 1590, 138. + +[6433] Zürich 1565, 28. + +[6434] Frankfurt 1584, 94. + +[6435] „Alchymia“ (Frankfurt 1597) 95, 153; „Commentationes“ (ebd.) 43, +293. + +[6436] Frankfurt 1615; 2, 181. + +[6437] ebd. 1, 214; 318; 2, 181. + +[6438] ebd. 1, 91, 114, 318. + +[6439] ebd. 1, 297, 309; dabei hatte er aber bemerkt (2, 192, 281), +daß Calaëm beim Verbrennen „flos calaëmi“ gebe, also Zinkblumen oder +Pompholyx! + +[6440] „Bericht vom Bergwerk“ (Goslar 1617) 83; die Stelle führt auch +~Henckel~ an („Kieshistorie“, Leipzig 1754; 521); vgl. ~Beckmann~ 3, +404; ~W. Hommel~, a. a. O. + +[6441] „Essais“, ed. ~Petit~ (Paris 1907) 72; ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 300. + +[6442] ~Kopp~, G. 4, 119. + +[6443] „Metallurgia“ (Frankfurt 1661) 5. + +[6444] „Werke“ (London 1772) 3, 713. + +[6445] ebd. 1, 780; 3, 721. + +[6446] ebd. 2, 568. + +[6447] ebd. 2, 120; 3, 713; 4, 336, 627. + +[6448] ebd. 4, 627. + +[6449] ~W. Hommel~, a. a. O. + +[6450] ~Flückiger~, „Dokumente zur Geschichte der Pharmazie“ +(Halle 1876) 68, 79; so auch schon bei ~Schröder~ („Thesaurus +pharmacologiae“, Ulm 1662, 458), ja schon bei ~Libavius~ („Alchymia“ +253; „Commentationes“ 293), der Marchasita pallida als „gelfum“ +bezeichnet, d. h. wohl als gelb, wie auch ~Mathesius~ von einer +„gelffen Steingallen“ spricht („Bergpostilla“ 26). + +[6451] Frankfurt 1714; 1, 89. + +[6452] „Pyritologia“ (Leipzig 1725); ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 289. Eine +das Zink betreffende Schrift von ~Respours~, „Rares expériences sur +l’esprit minéral (Paris 1701), soll ~Henckel~ ebenfalls übersetzt und +erläutert haben. + +[6453] „Kieshistorie“ (Leipzig 1754; 2. Auflage der Pyritologia) 571, +721. + +[6454] ebd. 496. 520. + +[6455] ebd. 517. + +[6456] ebd. 85. + +[6457] Leipzig 1755; 9. + +[6458] ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 289. ~Marggraf~ zeigte auch die Identität +des Zinksulfates mit dem Goslarer „weißen Vitriol“, dem sog. +„Galitzenstein“ (der seinen Namen ursprünglich von der spanischen +Provinz Galicia empfing). -- Dem Ausdruck „weißer Vitriol“ gegenüber +ist Vorsicht zu empfehlen: er bezeichnet zumeist nichts weiter als +gewöhnlichen, weiß gebrannten Vitriol (κεκαυμένος der Alten) und ist +z. B. bei den oben erwähnten arabischen Augenärzten das nämliche wie +qulqutâr, qalqant, qalqadîr (~Hirschberg-Lippert~, a. a. O. 1, 89, 150, +314). + +[6459] ~Freise~ 135. + +[6460] „Divan des ~Baki~“, ed. ~Hammer~ (Wien 1825) 74. + +[6461] ~Kluge~, „Etymologisches Wörterbuch“ (Straßburg 1910) 507; +~Schrader~, „R. L.“ 539. + +[6462] „Reisen nach Innsbruck und Dresden 1628-29“ (Wien 1901) 132, 198. + +[6463] ~Rey~, „Essais“, ed. ~Petit~ (Paris 1907) 105. + +[6464] ebd. 118; 188 ff. + +[6465] ebd. 96; 172. + +[6466] ~Seligmann~, „Böser Blick“ 2, 18. + +[6467] ~Schultens~, PW. 8, 2004 ff. + +[6468] ~Haupt~, „M. G. M.“ 1, 386. + +[6469] ~Freise~ 143; ~Schultens~, a. a. O. + +[6470] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 109. + +[6471] PW. 4, 2002. + +[6472] „Indika“, cap. 3. + +[6473] „De lapidibus“. + +[6474] Über Zinnober als Schminke, Anstrich- und Maler-Farbe vgl. +~Blümner~ 4, 495. + +[6475] lib. 7, cap. 8. + +[6476] ~Blümner~ 4, 133. + +[6477] lib. 33, cap, 64; ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 19. + +[6478] lib. 33, cap. 99, 123; ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 22. + +[6479] ebd. 1, 50 ff., 73. + +[6480] ebd. 2, 59, 149. + +[6481] ebd. 2, 109. + +[6482] ~Ganschinietz~, PW. 9, 55. + +[6483] ed. ~Ganschinietz~ (Leipzig 1913) 45. + +[6484] Dieser Glaube erhielt sich bis in die Neuzeit hinein, s. die +Vergiftung des Königs ~Hamlet~. + +[6485] ~Israelson~, „Die Materia medica des ~Galenos~“ (Dorpat 1894), +170. + +[6486] üb. ~Berendes~ (Leiden 1914) 727; lib. 7, cap. 3. + +[6487] ~Abulfeda~ 3, 101; ~Aldimeschqi~ 311; ~Kremer~ 1, 303, 329, 375; +2, 283. + +[6488] ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 89. + +[6489] ~E. Wiedemann~, „Beitr.“ 43, 106. + +[6490] „Opera exquisitoria“ (Basel 1544) 153, 166, 203 ff. -- Vgl. +~Hirschberg-Lippert~ 2, 57, 58: die auch bei ~Alrazi~ angeführte +Quecksilbersalbe gegen Augenläuse. + +[6491] „Canon“, üb. ~Andreas Bellunensis~ (Venedig 1544) 104, 487, +503, 524, 526, 528, 530, 560; vgl. ~Sontheimer~, „Zusammengesetzte +Heilmittel der Araber“ (Freiburg 1845) 225. + +[6492] „Practica“, üb. ~Gerhard von Cremona~ (Venedig 1530) 155; verf. +gegen 1200? + +[6493] üb. ~Hammer~ (Wien 1824) 252. + +[6494] ~Jolowicz~, „Der poetische Orient“ (Leipzig 1853) 438. + +[6495] „~Mutanabbi~ und ~Seifuddaula~“, ed. ~Dieterici~ (Leipzig 1847) +168. + +[6496] üb. ~Bodenstedt~ (Breslau 1881) 176. + +[6497] s. hierüber ~Aldimeschqi~ 61, und die anderen weiter oben +angegebenen Quellen. + +[6498] Wörtlich wiederholt noch im türkischen „Divan“ des ~Baki~ +(1529-1599), üb. ~Hammer~ (Wien 1825) 33. + +[6499] üb. ~Greve~ 7, 249; 8, 323; 5, 13; 10, 168. + +[6500] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 181. + +[6501] Diesen Kunstgriff erwähnt auch der Talmud (~Berendes~, „Die +Pharmazie bei den Kulturvölkern“, Halle 1891; 1, 117). + +[6502] üb. ~Jaubert~ 1, 41, 67; ~Humboldt~, „Kritische Untersuchungen +...“ 3, 64; ~Ruska~, „Enzykl. d. Islam“ 1, 995 (auf das Wadi Ollaki +bezüglich). + +[6503] Andere spanische Fundstätten nennt ~Aldimeschqi~ 344, 345, 349. + +[6504] ~Schaube~, a. a. O. 206, 210, 247, 332, 501. + +[6505] ~Pfizmaier~ 20. + +[6506] ebd. 21, 69. + +[6507] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 286. + +[6508] „Handbuch der Pharmakognosie“ (Leipzig 1910) 2, 505, 507. + +[6509] „Opera“ (Mainz 1531) 55, 225. + +[6510] ~Sudhoff~, M. G. M. 14, 54. + +[6511] „Circa instans“, beigedruckt an ~Serapion~ (Venedig 1530) 187. + +[6512] ~Sudhoff~, „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 255. + +[6513] So z. B. ~Arnaldus von Villanova~ im „Rosarium“, beigedruckt an +~Ulstads~ „Coelum philosophorum“ (Lyon 1572) 439, 516. + +[6514] „Musaeum metallicum“ (Bologna 1648) 196. + +[6515] „Works“ 1, 631 ff. + +[6516] Vgl. ~Merrifield~ 1, 56; 2, 461. + +[6517] ebd. 2, 477. + +[6518] ed. ~Reber~ (Gießen 1896) 373. + +[6519] „Examen omnium simplicium“ (Lyon 1556) 719. + +[6520] ~Beckmann~ 1, 46; vgl. 1, 44; 4, 101, 578. -- Über Anwendung von +Quecksilber in Peru, zur Zeit der Incas, s. ~Beckmann~, „Tech.-Ökon. +Bibliothek“ (Göttingen 1782) 12, 51. + +[6521] ~Blümner~, PW. 5, 2142 ff. + +[6522] ~Haedicke~, M. G. M. 12, 271. + +[6523] ~Humboldt~, „Neuspanien“ 4, 8 ff.; „Vues des Cordillères“ 1, 314. + +[6524] ~Blümner~ 4, 67 ff. + +[6525] ebd.; ~Zippe~ 115, 125 ff. + +[6526] ~Lippert~ 224, 226. + +[6527] ~Zippelius~, M. G.M. 1, 268. + +[6528] ~Lenormant~, „Anf.“ 1, 56 ff. + +[6529] Vgl. die ausführliche Debatte zwischen ~Beck~, ~Belck~, +~Blankenhorn~, ~Kiessling~, ~Oppert~, ~Pinner~, ~Wedding~, ~Weeren~ (M. +G. M. 6, 632), die im übrigen nach ~Feldhaus~ („Technik“ 232) nicht +viel Entscheidendes zutage förderte. + +[6530] ~Schrader~, „R. L.“ 177, 293, 725; ~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 11. + +[6531] +So+ berichtet noch ~Hesiod~. + +[6532] ~Lippert~ 2, 215 ff.; ~Zippelius~, M. G. M. 1, 168; ~Seligmann~ +1, 89; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (1), 68, 76; 1 (2), 364; ~Brockelmann~, +„Geschichte der christlichen Litteraturen des Orients“ (Leipzig 1907), +236. + +[6533] ~Lenormant~, „Anf.“ 1, 68 ff., 81, 83. + +[6534] ebd. 56 ff. + +[6535] ebd. 88. + +[6536] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 109. + +[6537] ~Lenormant~, „Anf.“ 1, 56 ff. + +[6538] rennen = rinnen, fließen. + +[6539] ~Lippert~ 224, 226; ~Freise~ 94 ff., 111 ff., mit Abbildung; +~Blümner~ 4, 49, 69, 207 ff., 211, 216; ~Feldhaus~, „Technik“ 232, 367 +ff.; ~Gsell~ 8, 16 ff., 19 ff., 81 ff.; ~Schrader~, „Urg.“ 76 ff. + +[6540] ~Freise~ 110 ff.; ~Blümner~ 4, 227. + +[6541] ~Freise~ 121. + +[6542] ~Stoll~ 125, 465. + +[6543] ~Stoll~ 439 ff., 395, 717. + +[6544] ebd. 449. + +[6545] ebd. 448. + +[6546] ~Faulmann~ 114; ~Stoll~ 395 ff.; ~Gsell~ 83. + +[6547] ~Gsell~ 9, 84; M. G. M. 6, 362. + +[6548] ~Gsell~ 10. + +[6549] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 150. + +[6550] ~Gsell~ 11. + +[6551] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 202, 203. + +[6552] ~Flinders-Petrie~, M. G. M. 3, 109; ~Gsell~ 12 ff., 92. + +[6553] ~Flinders-Petrie~, M. G. M. 3, 45; 6, 362; ~Maspero~, in +~Feldhaus~, „Technik“. + +[6554] ~Flinders-Petrie~, M. G. M. 6, 362. + +[6555] ~Feldhaus~, „Technik“ 232; zu berichtigen ist hiernach ~Gsell~ +15. + +[6556] ~Flinders-Petrie~, M. G. M. 6, 362. + +[6557] ~Schrader~, „Urg.“ 76 ff.; ~Gsell~ 16 ff., 19 ff., 81 ff.; +~Hoernes~, „Urzeit“ 3, 108 ff. + +[6558] ~Foy~, „Chemiker-Zeitung“ 1908, 973; ~Schrader~ und ~Gsell~, +a. a. O. + +[6559] ~Lepsius~, „Metalle“ 108; ~Schrader~, „R. L.“ 173; „Urg.“ 76 ff. + +[6560] ~Gsell~ 38, 39. + +[6561] a. a. O. 102 ff.; über die Deutung von men auf Bronze s. ~Gsell~ +50 ff. + +[6562] ~Lepsius~ 109. + +[6563] ~Gsell~ 49. + +[6564] ~Lepsius~ 111, mit Abbildung auf Tafel 2. ~Gsell~ 38, 40; über +die Deutung von tehset auf Messing: ebd. 52. + +[6565] ~Gsell~ 23; vgl. 81 ff., 87. + +[6566] ebd. 21 ff., 48, 84, 92. + +[6567] ~Lepsius~ 112. + +[6568] ~Gsell~ 95. + +[6569] ~Lepsius~ 112. + +[6570] ebd. 105. + +[6571] ~Schrader~, „R. L.“ 173; „Urg.“ 76 ff.; ~Hoernes~, „Urzeit“ 2, +18 ff. + +[6572] ~Roeder~, Ro. 4, 777. + +[6573] ~Lenormant~, „Anf.“ 1, 184. + +[6574] ~Brugsch~, „Äg.“ 398; ~Plutarch~, „Isis und Osiris“, cap. 62. + +[6575] ~Lenormant~, a. a. O.; ~Gsell~ 24 ff. + +[6576] ~Brugsch~, „Äg.“ 401; ~Gsell~ 27, 45; ~Flinders-Petrie~, M. G. +M. 3, 45. + +[6577] ~Lepsius~ 108. + +[6578] „Urg.“ 82. + +[6579] ~Gsell~ 27. + +[6580] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 8. + +[6581] ~Lepsius~ 103; ~Gsell~ 20. + +[6582] ~Flinders-Petrie~, a. a. O.; ~Hoernes~, „Urzeit“ 3, 106 ff. + +[6583] ~Ed. Meyer~, „Chetiter“ 76. + +[6584] ~Montelius~, „Gesch.-Blätter“ 1, 246; ~Gsell~ 47. + +[6585] ~Feldhaus~, „Technik“ 232. + +[6586] ~Reil~ 59 ff. + +[6587] ~Heyd~ 1, 433, 437; 2, 27, 43, 441. + +[6588] „R. L.“ 173. + +[6589] ~Schrader~, „Urg.“ 77. + +[6590] ebd. 76 ff.; „R. L.“ 173. + +[6591] ~Lemm~, M. G. M. 7, 485; s. den Namen des Chemikers ~Berzelius~? + +[6592] ~Jeremias~, „Handbuch“ 64, 197. + +[6593] ~Schwenzner~, M. G. M. 15, 51. + +[6594] ~Hommel~ 135; vgl. ~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 24; 3, 114. + +[6595] ~Hommel~ 153. + +[6596] ~Blümner~ 4, 67 ff.; ~Forrer~, „R. L.“ 197, 402; ~Delitzsch~, +„Bibel und Babel“ (Leipzig 1905) 1, 47. + +[6597] ~Lepsius~ 107. + +[6598] ~Faulmann~ 465. + +[6599] ~Schrader~, „Urg.“ 76 ff. + +[6600] ~Stoll~ 395 ff. + +[6601] ~Faulmann~ 470. + +[6602] üb. ~Rückert~ 1, 17. + +[6603] ebd. 1, 47. + +[6604] ebd. 1, 49. + +[6605] ebd. 1, 105, 129; 2, 497 und sehr oft. + +[6606] ebd. 2, 459. + +[6607] ebd. 3, 295, 323. + +[6608] Persischer Stahl bei ~Plinius~, lib. 34, cap. 14; ~Freise~ 120. + +[6609] ~Deussen~ 2 (2), 142, 171, 172. + +[6610] ~Schrader~, „Urg.“ 76 ff.; tannur: ebd. 16. + +[6611] ~Schrader~, „R. L.“ 795. + +[6612] ders., „Urg.“ 76 ff. + +[6613] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 265, 267. + +[6614] ~Schrader~, „Urg.“ 76 ff. + +[6615] ~Zippelius~, M. G. M. 1, 168. + +[6616] ~Forrer~, „R. L.“ 416; ~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 116. + +[6617] ~Hoops~ 1, 270; 2, 379 ff. + +[6618] ~Hanemann~, M. G. M. 13, 590. + +[6619] ~Schrader~, „Urg.“ 76 ff. + +[6620] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 622, 747. + +[6621] ~Ed. Meyer~, a. a. O.; „Chetiter“ 76; ~Ruge~, PW. 3, 2100. + +[6622] ~Ruge~, a. a. O. + +[6623] ~Jeremias~ 15, 12; ~Lepsius~ 106. + +[6624] ~Cumont~, „Rel.“ 218, 283; 167. + +[6625] ~Ed. Meyer~, „Chetiter“ 120; 122, 163; ~Thulin~, PW. 10, 1139. + +[6626] ~Ed. Meyer~, „Chetiter“ 67, 90. Sein Attribut ist das sog. +kretische Doppelbeil. + +[6627] ~Ed. Meyer~, „Chetiter“ 90. + +[6628] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 219 ff. + +[6629] ~Feldhaus~, „Technik“ 232. + +[6630] ~Sudhoff~, bei ~Hoops~ 3, 439; ~Freise~ 117. + +[6631] ~Schrader~, „R. L.“ 1016. + +[6632] ~Blümner~, PW. 5, 2148; ~Forrer~, „R. L.“ 525, 528; ~Schrader~, +„R. L.“ 173. + +[6633] ~Gsell~ 30; ~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 33, 59; 3, 11. + +[6634] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 379. + +[6635] ~Gercke~, M. G. M. 3, 341; ~Gsell~ 30 ff. + +[6636] ~Hoops~ 1, 270; 2, 379 ff.; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 379; 1, 657; +~Montelius~, „Geschichts-Blätter“ 1, 246. + +[6637] ~Hesiod~, „Werke und Tage“, Vers 151; vgl. auch die Angaben bei +~Platon~ (~Lippmann~, „Abh.“ 2, 39) und bei ~Lucrez~ (Ges. 5, V. 1270 +ff.). + +[6638] ~Herodot~, lib. 1, cap. 68. + +[6639] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 280, 550; 363. + +[6640] ~Ilias~, Ges. 23, V. 825. + +[6641] ebd., Ges. 7, V. 473. + +[6642] Odyssee, Ges. 1, V. 184; Temese (auf Cypern) vom phönizischen +temes = zerfließen, schmelzen, also Schmelzhütte (~Schrader~, „R. L.“ +69), wie Tänaron von tannur = Schmelzofen (ders., „Urg.“ 76 ff.), und +Seriphos von serifa = Schmelze (ebd. 16). + +[6643] Odyssee, Ges. 9, V. 391. + +[6644] ~Blümner~ 4, 343; ~Schrader~, „R. L.“ 173, 283; „Urg.“ 64. + +[6645] ~Forrer~, „R. L.“ 197. + +[6646] „Schild“, V. 137, vgl. ~Blümner~ 4, 212; die Übersetzung von +Adamas mit Diamant ist durchaus irrtümlich. ~Hoernes~, „Urzeit“ 3, 18 +ff. + +[6647] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 445. + +[6648] Die Stelle bei ~Herodot~, lib. 1, cap. 28, gilt für eingeschoben. + +[6649] „~Prometheus~“, V. 133, 715. + +[6650] „Trachinierinnen“, V. 1260. + +[6651] „~Herakles~“, V. 162. + +[6652]“Anabasis“, lib. 5, 5, 1; ~Schrader~, „R. L.“ 69, „Urg.“ 76 ff. + +[6653] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 67. + +[6654] ~Rossignol~, 50 ff. 89 ff. + +[6655] ebd. 69 ff. + +[6656] ebd. 104 ff. + +[6657] ebd. 76, 32; 16 ff., 156. + +[6658] ~Schrader~, „Urg.“ 21 ff.; ~Lagarde~ hält die Telchinen für +ein vorderasiatisches Zwergvolk und bringt ihren Namen mit dem +altnordischen thfelch und dverg = Zwerg in Verbindung (~Klinkenberg~, +M. G. M. 15, 339); vgl. ~Friedlaender~, Ro. 4, 236. + +[6659] ~Rzach~, PW. 8, 1223. + +[6660] ~Gudeman~, ebd. 115. + +[6661] Über den Zusammenhang zwischen κόβαλοι und Kobolden s. +~Beckmann~ 3, 202, 314, und ~Lobeck~ 1312. Nach ~Hoops~ (2, 456) ist +der Anklang ein zufälliger, und Kobold, der schon im 13. Jahrhundert +weitverbreitete Name der Hausgeister, ist so viel wie „Hauswalt“, +angelsächsisch Kofgodos, von Kof = Haus (erhalten in Schweinekoben). + +[6662] ~Kern~, PW. 4, 2018 ff.; ~Tümpel~, ebd. 4, 2058; ~Immisch~, Ro. +2, 1587 ff.; vgl. ~Schrader~, „R. L.“ 173, 728, 1016. + +[6663] ~Schrader~, „R. L.“ 728; „Urg.“ 76 ff. + +[6664] ~Preisendanz~, A. Rel. 16, 548. + +[6665] ~Hesychios~, „Lexikon“, ed. ~Schmidt~ (Jena 1867) 662; +~Wessely~, „Ephesia Grammata“ (Wien 1886); ~Seligmann~ 2, 299. + +[6666] Vgl. Apostelgeschichte, cap. 19. + +[6667] s. ~Lukian~, „De dea syria“. + +[6668] ~Kern~, PW. 4, 2734. + +[6669] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 647. + +[6670] lib. 1, cap. 68. + +[6671] ~Platon~ im „Sophistes“ (~Blümner~ 4, 350). + +[6672] ~Regling~, PW. 7, 970 ff.; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 550; +~Schrader~, „R. L.“ 731. + +[6673] ~Robert~, PW. 7, 1421; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 599; ~Feldhaus~, +„Technik“ 638. + +[6674] ~Olshausen~, „Gesch.-Blätter“ 3, 112; ~Johannsen~, A. Nat. +8, 66; ~Blümner~ 4, 355 ff. und PW. 5, 2142 ff. Des ~Pausanias~ +Angabe über ~Theodoros von Samos~ (6. Jahrhundert) ist nach ~Blümner~ +unhaltbar, und die Stelle in ~Platons~ „Sophistes“ (~Lippmann~, „Abh.“ +2, 39) muß auf Schweißeisen bezogen werden. + +[6675] ~Blümner~ 4, 357 ff.; ~Johannsen~, „Zeitschrift f. angew. +Chemie“ 1918, 149. + +[6676] ~Freise~ 110 ff. + +[6677] ~Gsell~ 95 ff. + +[6678] ~Blümner~ 4, 357; sie steht in einem Scholion, das ~Homers~ +σόλος αυτοχόωνος betrifft. + +[6679] ~Hanemann~, „Chemiker-Zeitung“ 1914, Repert. 441. + +[6680] ~Blümner~ 4, 344. + +[6681] S. z. B. den trefflichen ~Palissy~ (1510-1590), „Oeuvres“, ed. +~Fillon~ (Niort 1888) 2, 254. + +[6682] ~Beckmann~ 5, 78. + +[6683] „Briefwechsel zwischen ~Goethe~ und ~Döbereiner~“, ed. ~Schiff~ +(Weimar 1914) 19. + +[6684] ~Blümner~ 4, 347. + +[6685] „Harteisen [= Stahl] zu machen, lehrte Gott den ~Adam~“ ist +eine orientalische Tradition, erhalten u. a. in dem um 1243 im Kreise +Kaiser ~Friedrichs~ II. verfaßten „Buch ~Sidrach~“ (ed. ~Jellinghaus~, +Tübingen 1904, 96). + +[6686] ~Blümner~ 4, 345; PW. 5, 2142 ff. + +[6687] ~Blümner~ 4, 346; vgl. die Überlieferung bei ~Plinius~, lib. 34, +cap. 14 und ~Justinus~ 44, 4. + +[6688] ~Blümner~, a. a. O.; nach ~Plinius~, lib. 28, cap. 148, diente +Bocksblut, neben samischer Erde, auch zum Schleifen des Stahles. + +[6689] ~Pauli~, Ro. 4, 787. + +[6690] ~Lenormant~, „Anf.“ 1, 56. + +[6691] „Urg.“ 82. + +[6692] ebd. 76 ff., 117 ff.; „R. L.“ 173. + +[6693] ~Pauli~, a. a. O. + +[6694] üb. ~Fuchs~ 2, 508. + +[6695] ~Blümner~ 3, 278. + +[6696] ~Krause~, „Pyrgoteles“ 124 ff. + +[6697] ~Montelius~, „Gesch.-Bl.“ 1, 246; ~Hoops~ 1, 270; 2, 379 ff. + +[6698] ~Rupe~, M. G. M. 5, 86. + +[6699] ~Skutsch~, PW. 6, 742; ~Hoernes~, „Urzeit“ 3, 11, 27, 34 ff., +38. -- Ob die Etrusker über das Meer nach Italien kamen, ist noch eine +offene Frage. + +[6700] ~Hübner~, PW. 6, 2171; ~Schrader~, „R. L.“ 173; Fund von zwei +kleinen Stücken Eisen in Villanova: ~Forrer~, „R. L.“ 870. + +[6701] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 701. + +[6702] ~Blümner~, PW. 5, 2142 ff.; ~Schrader~, „R. L.“ 731; ~Hoernes~, +„Urzeit“ 3, 34 ff. + +[6703] ~Gummerus~, PW. 9, 1441. + +[6704] ~Plinius~, lib. 34, cap. 139; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 2, 810. + +[6705] ~Wissowa~, PW. 2, 1472; ~Friedlaender~ 4, 208; ~Kroll~, A. Rel. +8, Beiblatt 29; ~Schrader~, „Urg.“ 76 ff. + +[6706] ~Riess~, PW. 1, 45, 60. + +[6707] ebd. 1, 50, 61 ff. + +[6708] ~Riess~, a. a. O. + +[6709] ~Stoll~ 393, 433, 434. + +[6710] ~Beckmann~ 5, 80, 85; ~Schrader~, „Urg.“ 76 ff. + +[6711] ~Gsell~ 30. Vgl. ~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 115; 3, 117. + +[6712] ~Lenormant~, „Anf.“ 62 ff. + +[6713] ~Pfizmaier~ 41. + +[6714] ebd. 37. + +[6715] ebd. 38 ff. + +[6716] ~Liä-Dsi~, üb. ~Wilhelm~ (Jena 1911) 152. + +[6717] ~Woermann~, „Geschichte der Kunst“ (Leipzig 1915); Bd. 2; +~Hoernes~, „Urzeit“ 2, 116; 3, 117. + +[6718] ~Pfizmaier~ 37, 38, 41; ~Freise~ 110 ff., 121. + +[6719] ~Woermann~, a. a. O. + +[6720] ~Grube~, „Rel.“ 194. + +[6721] ~Vogel~, „Chemiker-Zeitung“ 1908, Refer. 393. + +[6722] ~Pfizmaier~ 39, 40; ~Bibra~ 182. + +[6723] lib. 34, cap. 41. + +[6724] ~Lenormant~ hielt die Serer für jenes tibetanische, mit +Eisenschwertern bewaffnete Volk, das die Chinesen schon bei ihrer +Einwanderung nach China besiegt haben wollen („Anf.“ 1, 87). + +[6725] ~I-Tsing~, Vorr. 30. + +[6726] ~Stoll~ 268. + +[6727] ~E. Wiedemann~ 44, 122. + +[6728] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 265. -- Durch Chinesen soll auch im +2. Jahrhundert n. Chr. die Kunst der Eisengewinnung nach Ferghana +verpflanzt worden sein (~Barthold~, „Enzykl. d. Islam“ 2, 64). + +[6729] ~Montelius~, „Gesch.-Bl.“ 1, 246. + +[6730] ~Schrader~, „Urg.“ 76 ff. + +[6731] ders., „R. L.“ 173. + +[6732] Rigveda 9, 112, nach ~Deussen~ 1, 98. + +[6733] „~Kahlbaum~-Gedenkschrift“ 127 ff. Vgl. ~Hoernes~, „Urzeit“ 2, +119; 3, 115. + +[6734] ~Rây~ 1, 84; ~Schultze~, A. Nat. 2, 350; ~Feldhaus~, „Technik“ +245. + +[6735] ~Graves~, „Chemiker-Zeitung“ 1912, 594. + +[6736] ~Hadfield~, ebd. + +[6737] ~Turner~, ebd.; ~Schultze~. a. a. O.; ~Rây~, a. a. O. + +[6738] ~Oldenberg~, „Die Lehre der Upanischaden“ (Göttingen 1915), 240. + +[6739] ~Gubernatis~, „Mythologie des plantes“ (Paris 1882) 2, 27, 58. + +[6740] ~Ktesias~, „Indika“, cap. 4. + +[6741] ~Plinius~, lib. 34, cap. 14; ~Freise~ 120. + +[6742] „Periplus“, ed. ~Fabricius~ 43, 47. + +[6743] ~Abulfeda~ 1, 307; 2, 222, 225. + +[6744] ~Kremer~ 1, 79; 2, 284. „Indisches Eisen“ ist dort häufig = +Stahl. + +[6745] ~Zippe~ 129. + +[6746] ~Zippe~, a. a. O.; ~Benzinger~, PW. 4, 2047. + +[6747] ~Woermann~, a. a. O. + +[6748] ~Guertler~, „Chemiker-Zeitung“ 1915, Refer. 71. + +[6749] ~Vogel~, „Zeitschrift für angewandte Chemie“ 1916, 509. + +[6750] ~Gsell~ 88 ff.; ~Feldhaus~, „Technik“ 179; ~Belaïew~, +„Chemiker-Zeitung“ 1911, Refer. 512. + +[6751] ~E. Wiedemann~, „Gesch.-Bl.“ 3, 193 ff. + +[6752] ~Kremer~ 1, 79; 2, 283 ff.; ~Wüstenfeld~, „Das Heerwesen der +Muslime“ (Göttingen 1880), Text 27. + +[6753] ~Kremer~ 2, 284. + +[6754] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1 (1), 68, 70; 1 (2), 364; ~E. Wiedemann~, +„Uhren“ 190, 12. + +[6755] ~Stoll~ 401. + +[6756] ~Kremer~ 1, 303. + +[6757] ebd. 1, 308; 2, 383. + +[6758] ebd. 1, 329, 375; 2, 283. + +[6759] ebd. 1, 355. + +[6760] ebd. 283, 281. + +[6761] s. im „Rosengarten“ des ~Sa’di~ (um 1250) die Geschichte vom +Kaufmanne, der indischen Stahl nach Aleppo schafft (üb. ~Nesselmann~, +Berlin 1864; 150). + +[6762] ~Heyd~ 1, 183; 2, 497. + +[6763] ed. ~Beneke~ (Berlin 1819) 177, 460; ~Ilg~, „Beiträge zur +Geschichte der Kunst und Kunst-Technik aus mittelhochdeutscher +Dichtung“ (Wien 1892) 131. + +[6764] ~Montelius~, „Gesch.-Bl.“ 1, 246; ~Hoernes~, „Urzeit“ 3, 11. + +[6765] ~Schrader~, „R. L.“ 748, 1016; ~Forrer~, „R. L.“ 197, 255, 555. +La-Tène: berühmte Fundstätte am Neuenburger See. + +[6766] ~Forrer~, „R. L.“ 198. + +[6767] ders., „Urg.“ 404 ff., 462. + +[6768] ~Gsell~ 95 ff. + +[6769] ~Schrader~, „R. L.“ 173, 795; ~Hoernes~, „Urzeit“ 3, 44, 51 ff. + +[6770] ~Forrer~, „R. L.“ 444, 805. + +[6771] Über diese Neuentwicklung vgl. u. a. ~Johannsen~, A. Nat. 3, +365; „Chemiker-Zeitung“ 1910, Refer. 553 („Eisen-Werkbuch“ von 1454); +A. Nat. 7, 165 (~Brunners~ „Anleitung“ von 1547). + +[6772] ~Rupe~ und ~Müller~, „Chemisches Zentralblatt“ 1916b, 950. + +[6773] ~Pokorny~, M. G. M. 15, 314. + +[6774] ~Hoops~ 3, 126; ~Feldhaus~, „Technik“ 232, 250; ~Hoernes~, +„Urzeit“ 3, 71 ff. + +[6775] ~Caesar~, lib. 5, cap. 12; ~Schrader~, „R. L.“ 173, 749, 787; +70, 285. + +[6776] ~Schulten~, PW. 8, 2004 ff.; ~Freise~ 116. + +[6777] ~Blümner~ 4, 349. + +[6778] ~Diodor~, lib. 5, cap. 33; ~Beckmann~ 5, 88; ~Hübner~, PW. 3, +1890. + +[6779] ~Herodot~, lib. 4, cap. 62; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 822. + +[6780] ~Hoops~ 1, 270; 2, 379 ff.; ~Schrader~, „Urg.“ 76 ff. + +[6781] ~Tacitus~, „Germania“, cap. 6: „ne ferrum quidem superest“; +~Hoops~ 3, 297. + +[6782] ~Schrader~, „R. L.“ 177, 725, 293; ~Forrer~, „Urg.“ 478 ff.; „R. +L.“ 79, 130; ~Hoops~ 1, 544; 2, 369; 3, 22, 34. + +[6783] ~Schrader~, „R. L.“ 177, 725, 293; daher die übertragenen +Ausdrücke wie „seines Glückes Schmied“, „Ränkeschmied“, „des Reiches +Schmied“ usf. + +[6784] ~Simrock~, „Amelungenlied“ (Stuttgart 1863) 1, 59. + +[6785] ~Andree~, „Votive und Weihgaben ...“ (Braunschweig 1904) 91; 58, +61, 62, 152 ff., 179, 180. + +[6786] ~Schrader~, „R. L.“ 173; „Urg.“ 76 ff.; ~Wilser~, „Vorzeit“, 25. + +[6787] ~Pokorny~, M. G. M. 14, 195; 15, 314. -- Über das erste +Auftreten des Namens Stahl gehen die Ansichten noch auseinander; vom +„ferrum quod stahal dicitur“ (dem Eisen, das man Stahl nennt) spricht +u. a. der „Codex Hertensis“ des 9.-12. Jahrhunderts (~Sudhoff~, A. Med. +10, 290). + +[6788] ~Forrer~, „R. L.“ 197, 255, 555. -- Das altnordische hamarr = +Hammer bedeutet ursprünglich Stein oder Fels (~Fuhse~, bei ~Hoops~, 4, +136). + +[6789] ~Schrader~, „R. L.“ 748, 1016; ~Schlemm~ 132. + +[6790] Auch bei den Bulgaren tritt Eisen zuerst in Form von +Schmucksachen auf: ~Tomaschek~, PW. 3, 1044. + +[6791] ~Hoops~ 2, 424. + +[6792] ~Schrader~, „R. L.“ 173; „Urg.“ 76 ff. + +[6793] ebd. 21, 76 ff. + +[6794] ~Hoops~ 2, 52. + +[6795] üb. ~Schiefner~ 40 ff.; vgl. ~Castrén~, „Kleine Schriften“ +(Petersburg 1862) 288, und ~Kahlbaum~, „Mythologie und +Naturwissenschaft“ (Leipzig 1898). + +[6796] „Kalewala“ 145, 269. + +[6797] „Lieder“ 77, 124; vgl. den beharrlichen Glauben an die +Giftigkeit der durch das neuerfundene Schießpulver verursachten Wunden. + +[6798] „Märchen“ 325. + +[6799] ~Vogel~, „Chemiker-Zeitung“ 1909, 507; ~Feldhaus~, +„Gesch.-Blätter“ 4, 124. + +[6800] ~Berthelot~, Coll. I, 223. + +[6801] ~Forrer~, „R. L.“ 32; „Urg.“ 410. + +[6802] ~Helm~, „Chemiker-Zeitung“ 1901, Refer. 250. + +[6803] ~Forrer~, „Urg.“ 410, 108. + +[6804] ~Nies~, PW. 1, 2346. + +[6805] ~W. Hommel~, „Zeitschrift f. angew. Chemie“ 1912, 97; +„Chemiker-Zeitung“ 1912, 918. + +[6806] ~Bucher~ 2, 406. + +[6807] ~Stoll~ 321. + +[6808] ebd. 376. + +[6809] ~Oldenberg~, „Lehre der Upanischaden“ (Göttingen 1915) 143. + +[6810] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 416. + +[6811] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 7; über die uralte Benützung von +Braunstein bei den Beduinen-Weibern s. ~Gsell~ 43, 44. + +[6812] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 47. + +[6813] ebd. 1, 57, 59. + +[6814] ebd. 1, 107. + +[6815] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 137; ~Erman~, „Rel.“ 131. + +[6816] ~Brugsch~, „Äg.“ 152; ~Erman~, „Rel.“ 58, 175. + +[6817] ~Brugsch~, „Äg.“ 399, 405; ~Lieblein~, „Handel und Schiffahrt +auf dem Roten Meere“ (Christiania 1886) 20, 64; 70. + +[6818] ~Gsell~, a. a. O. + +[6819] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 10. + +[6820] ~A. Wiedemann~, „Altäg. Sagen“ 31. + +[6821] ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 1, 260. + +[6822] ~Brugsch~, „Äg.“ 405. + +[6823] ~Gsell~, a. a. O. + +[6824] Der Übergang des m in b, wie in Stimmi oder Stibi, steht nicht +vereinzelt da, so z. B. wird der Göttername ~Chnum~ später zu ~Chnub~. +Schon hieraus erhellt, daß das gräzisierte στίβι (Stíbi) nichts mit +στιβάς, στιβεύς oder στίβος zu tun hat, welches Wort, das sich von +στίβος (Stíbos) = Fußtritt ableitet, einen Walker bedeutet, der das +Treten und Auswaschen der Kleider und Kleiderstoffe besorgt (~Blümner~ +1, 174; ~Reil~ 104, 124; ~Sudhoff~, „Ärztliches aus griechischen +Papyrus-Urkunden“, Leipzig 1909, 68). + +[6825] ~Hommel~ 79; ~Lieblein~ 29, 31. + +[6826] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 10; vom männlichen und weiblichen Stibium +spricht noch ~Plinius~. + +[6827] ~Brugsch~, „Äg.“ 273. + +[6828] ~Stoll~ 226; ~Seligmann~ 2, 244. + +[6829] ~Rinne~, bei ~Kobert~, „Historische Studien“ (Halle 1896) 5, 85. + +[6830] „Periplus“, ed. ~Fabricius~ 90, 96. + +[6831] Könige II, 9, 30; ~Jeremias~ 4, 30; nach ~Pinner~, +„~Kahlbaum~-Gedenkbuch“ 199. + +[6832] ~Ezechiel~ 23, 40; nach ~Pinner~ ebd. + +[6833] ~Hommel~ 153. + +[6834] üb. ~Fuchs~ 2, 536, 541; ~Grot~, in ~Koberts~ „Histor. Studien“ +(Halle 1891) 1, 93. + +[6835] ~Nies~, PW. 1, 2436. + +[6836] Hierüber berichtet schon ~Bergman~, wo er von 1748 aufgefundenen +Stückchen regulinischen Antimons spricht, sowie von dem 1784 durch +~Mongez~ entdeckten Kunstgriffe, die geschmolzene Masse im Tiegel +zum Teil erstarren zu lassen, die Kruste zu durchstoßen und den noch +flüssigen Rest von den gebildeten Krystallen abzugießen („Opuscules +chymiques et physiques“, ed. ~Morveau~, Dijon 1785; 2, 27, 454, 18). + +[6837] ~Celsus~, üb. ~Friboes~, Register 808; 321. + +[6838] „Compositiones“, ed. ~Helmreich~ (Leipzig 1887) 14, 16, 17. + +[6839] ~Plinius~, lib. 33, cap. 34; ~Dioskurides~, lib. 5, cap. 99; +~Lippmann~, „Abh.“ 1, 26, 57. + +[6840] „Gynäkologie“, üb. ~Lüneburg-Huber~ (München 1894) 88. + +[6841] Vgl. ~Israelson~, „Materia medica des ~Galenos~“ (Dorpat 1894) +169. + +[6842] ~Sudhoff~, „Papyrus-Urkunden“ 74. + +[6843] ed. ~Puschmann~ (Wien 1878) 2, 19, 33, 35, 37, 39, 51, 63. + +[6844] üb. ~Berendes~ (Leiden 1914) 212, 216, 782-784, 788, 839; auch +wo ~Berendes~ „Antimon“ übersetzt, steht im Original Stimmi. + +[6845] Nach ~Hesychios~ („Lexikon“, 1393) spricht er von στίβη, Stíbi. + +[6846] ~Nies~, PW. 1, 2436. + +[6847] Puch = στίβι; sie schminkte = ἐστιμμίσατο (~Pinner~, a. a. O.). + +[6848] ed. ~Fabricius~ 90, 96. + +[6849] ~Krause~, „Plotina“ (Leipzig 1858) 218. + +[6850] ~Pollux~, lib. 5, cap. 101; ~Lenz~, „Botanik der alten Griechen +und Römer“ (Gotha 1859) 224; ~Becker~, „Charikles“, ed. ~Göll~ (Berlin +1877) 1, 263. + +[6851] ~Becker~, „Gallus“, ed. ~Göll~ (Berlin 1882) 3, 166. + +[6852] ~Lenz~, a. a. O. 535. + +[6853] ~Böttiger~, „Sabina“, ed. ~Fischer~ (Gladbach 1878) 16; Quelle +nicht angegeben. + +[6854] Vgl. die Angaben im „Buche ~Henoch~“ (~Kautzsch~, „Apokryphen“ +2, 240), und analoge, schon weiter oben angeführte. + +[6855] „De cultu feminarum“, lib. 2, cap. 5. + +[6856] „Wider die Heiden“, lib. 2, cap. 41. + +[6857] ~Becker~, „Gallus“, a. a. O. + +[6858] Unter Berufung auf ~Cyprianus~ (gest. 258) und ~Augustinus~ +(gest. 430) erklärt noch ~Thomas von Aquino~ die Benützung solcher +Schminken für unerlaubt, unzulässig, ja unter Umständen für eine +Todsünde (üb. ~Schneider~ 7, 977, 978). -- Vgl. über stimmi und fuligo +~Juvenal~, ed. ~Friedlaender~ (Leipzig 1895) 1, 176. + +[6859] ~Berthelot~, „Coll.“ I, 50; „Arch.“ 304. + +[6860] Arch. 225; vgl. ~Reil~ 146, 149. + +[6861] Coll. II, 151. + +[6862] Coll. II, 18, 25; Or. 362. + +[6863] Coll. I, 109, 115. + +[6864] Coll. II, 397, 410. + +[6865] Coll. I, 43-45, 68 und oft; II, 94, 99, 151, 159, 178, 359, 360, +397, 410, 450. + +[6866] Coll. II, 18, 25; Or. 362. + +[6867] Coll. II, 8, 11, 13, 154, 178, und „Lexikon“. + +[6868] Coll. II, 307. + +[6869] Mâ. I, 19, 53, 63, 77, 267. + +[6870] Mâ., a. a. O.; I, 214. + +[6871] Mâ. I, 93; s. στιμμώδης = dem Stimmi ähnlich (Coll. II, 28). + +[6872] Vgl. die νεφέλη ἰταλικὴ πρὸ ὀφθαλμῶν, die „italische Wolke für +die Augen“ (Coll. II, 289). + +[6873] Mâ. I, 159; 193; 162, 164. + +[6874] Mâ. I, 95. + +[6875] ~Albiruni~, „Chronology of ancient nations“, üb. ~Sachau~ +(London 1879) 317. + +[6876] ~Chwolsohn~ 2, 36, 368. + +[6877] ~Lippmann~, „Abh.“ 1, 87. + +[6878] Vgl. ~Niebuhr~, „Reisebeschreibung“ (Kopenhagen 1774) 1, 292, +304: „Köchhel (= Kohol) aus Bleierz“. + +[6879] ~Reitemeyer~, a. a. O. 220. + +[6880] üb. ~Dieterici~ 1, 127; 5, 130. + +[6881] ebd. 2, 15; 5, 114. + +[6882] ebd. 8, 66. + +[6883] ebd. 8, 7. + +[6884] „Opera exquisitoria“ (Basel 1544) 78; 104, 139, 166; 267; 120, +154, 165, 173, 359 und oft. + +[6885] „Liber servitoris“, in ~Mesue~, „Opera“ (Venedig 1570) 277. + +[6886] „Canon“, üb. ~Andreas Bellunensis~ (Venedig 1544) 101. + +[6887] ebd., Erklärung der Namen 21. + +[6888] ebd. 564. + +[6889] ebd. 224, 227-229, 231, 233, 363, 563-565; ~Sontheimer~, „Die +zusammengesetzten Heilmittel der Araber“ (Freiburg 1845) 160, 216-218, +227-231. Das Atemed des ~Avicenna~ zitiert noch ~Thurneisser~ in der +„Magna Alchymia“ (Berlin 1583) 81. + +[6890] üb. ~Gerhard von Cremona~ (Venedig 1530) 83 ff., 154, 156; +~Tschirch~ 2, 605. + +[6891] ebd. 154. + +[6892] ~Pagel-Sudhoff~, a. a. O. 147. Nach ~Hirschberg-Lippert~ ist +Kahhâl (= στιμμίζων, Schminker) häufig ohne weiteres = Augenarzt +(a. a. O., 1, Vorr. 23). Die von ihnen übersetzten Augenärzte +gebrauchen Spießglanz (Itmid, Atmud) sehr häufig, und zwar als +gewöhnlichen (a. a. O. 1, 46, 62, 89 ff., 103, 171; 2, 36, 68, 101, +109, 138, 142, 179, 185, 259), als gewaschenen (ebd. 1, 163 u. oft) und +als solchen aus Ispahan (ebd. 1, 172, 190, 194, 210, 236, 273, 277 ff., +298; 2, 78, 102). + +[6893] üb. ~Seidel~ (Leipzig 1908) 58, 60. + +[6894] üb. ~Sontheimer~ (Stuttgart 1840) 1, 15; 2, 351. + +[6895] ~E. Wiedemann~ 43, 115. + +[6896] üb. ~Clement-Mullet~ (Paris 1864) 3, 120, 122, 166. + +[6897] üb. ~Ruska~ 129, 175. + +[6898] Mâ. I, 266, 137. + +[6899] Mâ. I, 161 ff. + +[6900] Alle diese Namen finden sich auch bei ~Dschabir~ im „Liber de +septuaginta“ (Arch. 12, 330, 352), sowie im sog. „Liber sacerdotum“ +(Mâ. II, 199, 200, 208 ff., 217). + +[6901] Mâ. I, 155. + +[6902] „Geheimer Hauptschlüssel zum Stein der Weisen“, üb. +~Roth-Scholz~ (Nürnberg 1650) 109. + +[6903] „Turba philosophorum“ (Basel 1572) 1, 12, 44, 51; 24, 105. + +[6904] üb. ~Wüstenfeld~ 224, 225. + +[6905] üb. ~Ethé~ 140, 228, 278, 324, 350. + +[6906] üb. ~Mehren~ 99, 347, 352. + +[6907] ebd. 59, 60. + +[6908] ~Abulfeda~ 3, 170. + +[6909] Die vom Gebirge Atlas rühmt noch um 1500 ~Leo Africanus~ +(a. a. O. 770). + +[6910] ~Kremer~ 1, 334 und 2, 223; 1, 46; 2, 212, 253. Gegenwärtig +soll sich in Ispahan nur Schwefelblei vorfinden, und einige Autoren +bezweifeln deshalb, daß der berühmte Ispahaner Kohol Antimonglanz +gewesen sei, glauben vielmehr, letzterer sei hauptsächlich aus Spanien +und dem Maghreb eingeführt worden (s. ~Seidel~, „Mechithar“ 186). + +[6911] ~Kremer~ 1, 444. + +[6912] üb. ~Greve~ 5, 156; 7, 398, 410. + +[6913] ebd. 1, 79, 85, 350, 360; 3, 147, 364; 7, 381; 9, 62; 10, 88, +332. + +[6914] üb. ~Greve~ 1, 299; 3, 13; 8, 208. + +[6915] ebd. 1, 202; 2, 52; 4, 116; 9, 84, 336; 10, 12, 168. + +[6916] ebd. 4, 289; 6, 4. + +[6917] ebd. 4, 210; 8, 348. + +[6918] üb. ~Rückert~ 2, 348, 178, 119. + +[6919] üb. ~Hammer~ (Wien 1824) 97, 249. + +[6920] „~Jussuf~ und ~Suleicha~“, üb. ~Schlechta~ (Wien 1889) 129. + +[6921] ~Jolowicz~, a. a. O. 2, 337. + +[6922] „Divan“, üb. ~Hammer~ (Stuttgart 1812) 1, 57. + +[6923] „~Jussuf~ und ~Suleicha~“, üb. ~Rosenzweig~ (Wien 1824) 191, +360, 410, 416, 439; „Persische Lieder“, üb. ~Wickenhauser~ (Leipzig +1855) 58. + +[6924] „Türkischer Divan“, üb. ~Hammer~ (Wien 1825) 54, 122, 124. + +[6925] „Opera conquisita“ (Basel 1536). + +[6926] Angedruckt an ~Serapion~ (Venedig 1530) 187. + +[6927] ebd. 175, 180, 181. + +[6928] ~De Renzi~, „Collectio Salernitana“ (Neapel 1859) 5, 240, 246, +247, 250. + +[6929] Beigedruckt an ~Mesue~ (Venedig 1570) 202, 203, 208, 210, 218. + +[6930] ~Sudhoff~, A. Med. 9, 236. + +[6931] ~De Renzi~, a. a. O. 284, 287, 308, 322. + +[6932] ~Tschirch~ 2, 627. + +[6933] lib. 8, cap. 49; s. ~Berthelot~, „Intr.“ 279 ff. + +[6934] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 241. + +[6935] „Areolae“, ed. ~Pagel~ (Berlin 1893) 10, 25, 81, 34. + +[6936] ~Sudhoff~, „~Kahlbaum~-Gedenkbuch“ 257. + +[6937] ebd. 258. + +[6938] „Opus pandectarum“ (Venedig 1512) 10; nach ~Ruska~ ist „aitruad“ +deutlich „alitmad“. + +[6939] ebd. 193. Daß daselbst (185) Stibes oder Stibeos auch die +Pflanze Scabiosa bedeuten, hängt vielleicht mit der Anwendung beider +Mittel gegen Scabies zusammen und stützt sich anscheinend auf keine +antike Überlieferung. + +[6940] z. B. ~Lull~, „Testamentum“ (Köln 1566) 154. + +[6941] „Pirotechnia“ (Venedig 1540) 27. + +[6942] „I tre libri dell’ arte“ (1548), bei ~Guareschi~, „Storia della +Chimica“ (Turin 1907), Nr. 6, 344, 346. + +[6943] „De secretis“ (Basel 1563) 225, 313. + +[6944] „De Metallicis“ (Nürnberg 1602) 187. + +[6945] „Musaeum metallicum“ (Bologna 1648) 9, 181, 186 ff. + +[6946] „Opera“, ed. ~Huser~ (Straßburg 1603) 1, 891. + +[6947] ebd. 1, 175, 810, 829, 850, 862, 885, 887, 890. + +[6948] ~Haeser~, „Geschichte der Medizin“ 2, 118; sie dauerten bis 1666 +fort. + +[6949] s. ~Scarron~, „Virgile travesti“, ed. ~Fournel~ (Paris 1858), +Vorr. 19. + +[6950] Frankfurt 1584, 75, 86. + +[6951] Herborn 1594, 25, 159. + +[6952] „Bergpostilla oder Sarepta“ (Nürnberg 1587) 97. + +[6953] „De re metallica“ (Frankfurt 1557) 65. + +[6954] „De rebus metallicis“ (Zürich 1565) 22. + +[6955] „Opera“ (Basel 1674) 926. + +[6956] „Ennarationes in Dioscoridem“ (Lyon 1558) 763. + +[6957] Als solche wurde Sublimat, trotz seiner furchtbaren Giftigkeit, +sehr allgemein von den vornehmen Damen benützt. + +[6958] „Tesoro del teatro espanol“, ed. ~Ochoa~ (Paris 1838) 1, 225. + +[6959] ~Kopp~, „Gesch.“ 4, 100. + +[6960] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 214; „Beiträge zur Geschichte des +Alkohols“ („Chemiker-Zeitung“ 1913, 1313 ff.). + +[6961] S. seine Bemerkung über ~Thölde~ in den „Arcana Alchymiae“ +(Frankfurt 1615) 3, 30, 72. + +[6962] ~Becher~, „Physica subterranea“ (Leipzig 1669) 659. + +[6963] ~Stahl~, „Bedenken vom Sulphure“ (Halle 1718) 48 ff. + +[6964] „Polyhistor“ (Lübeck 1714) 1, 84. + +[6965] ~Peters~, „~Leibniz~ als Chemiker“, A. Nat. 7, 279. + +[6966] ~Ersch~ und ~Gruber~, „Allgemeine Enzyklopädie der +Wissenschaften und Künste“ (Leipzig 1818) 2, 414 ff. + +[6967] In einem erst gegen 1700 verfaßten Anhangs zum „Wunderbuche“ +des ~Trithemius~ (Passau 1506) wird ~Basilius Valentinus~ als dessen +Übersetzer aus dem Lateinischen bezeichnet (Neudruck ~Scheibles~, +Stuttgart 1846?, 317). ~Latz~ vermutet, der Vornamen ~Basilius~ sei +im Hinblick auf den alten alchemistischen Titel βασιλεύς (Basiléus = +König) gewählt („Die Alchemie“, Bonn 1869; 521, 276). + +[6968] Nürnberg 1676 (die Vorrede ist von 1604 datiert). + +[6969] a. a. O. 209. + +[6970] Hamburg 1677 und 1700. + +[6971] „Alchymia“ (Frankfurt 1597) 167, 110. + +[6972] Vgl. „Commentationes metallicae“ (Frankfurt 1597) 41, 270, sowie +„Arcana Alchymiae“ a. a. O. + +[6973] Gera 1613. + +[6974] Frankfurt 1625. + +[6975] ed. ~Stahl~ (Leipzig 1703) 815. + +[6976] Hamburg 1722, 432 ff. + +[6977] „Elementa Chemiae“ (London 1732) 1, 20; 2, 199, 200. + +[6978] s. ~Zetzner~, „Theatrum chimicum“ (Straßburg 1613 und 1659) 6, +569 ff. + +[6979] ~Kopp~, „Gesch.“ 2, 41, 222; 4, 102; ~Moehsen~, „Beiträge ...“ +(Berlin 1783) 51. + +[6980] ~Zetzner~, a. a. O. 2, 354; Kuhul: 5, 74. + +[6981] ~Beckmann~ 5, 240. + +[6982] „De metallicis rebus“ (Zürich 1565) 22. + +[6983] „Glossarium mediae et infimae latinitatis“, ed. ~Henschel~ +(Paris 1840). + +[6984] ~Migne~, „Dictionnaire des sciences occultes“ (Paris 1848) 1, +179; „Encyclopédiana“ (Paris 1843) 132; ~Kopp~, „Gesch.“ 4, 102. + +[6985] ~Zetzner~, a. a. O. 6, 575, 599. + +[6986] ~Rulandus~, „Lexicon Alchemiae“ (Frankfurt 1612) 44, wo auch +Wismut für eine Abart des Antimons gilt. + +[6987] ~Berthelot~, „Intr.“ 279 ff. + +[6988] „Journal für prakt. Chemie“ 1900, Bd. 61, 510. + +[6989] „Steinbuch“ 175. + +[6990] Wismut ist aber fraglos deutschen Ursprunges, tritt in der +Bergmannssprache ursprünglich in der Gestalt Wismât auf und bedeutet +nichts weiter als „wis mât“ = „weiße Masse“, hier also „weißes Metall“, +nämlich das häufig gediegen vorkommende, silberglänzende, metallische +Wismut; „Bismutum“ gehört erst der wissenschaftlichen Kunstsprache an, +die den deutschen Anlaut W, der dem Lateinischen fehlt, wie in vielen +ähnlichen Fällen, in B übergehen ließ. + +[6991] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 241. + +[6992] „Opus Pandectarum“ 10. + +[6993] Nach ~Ebers~, bei ~Richter~, A. Med. 3, 163. + +[6994] ~Lippmann~, „Chemiker-Zeitung“ 1909, 1233; „Abh.“ 2, 242. + +[6995] ~Kircher~ zählt im „Mundus subterraneus“ (Amsterdam 1665; 2, +82) etwa 80 Mineralien auf, die ihre Namen nach „Ähnlichkeiten“ haben, +darunter viele nach solchen mit Pflanzen. + +[6996] ~Theophrastos~, „Naturgeschichte der Gewächse“, üb. ~Sprengel~ +(Altona 1822) 2, 273 ff., 285; ~Tschirch~ 2, 541; ~Wagler~, PW. 1, 2364. + +[6997] üb. ~Sprengel~ 1, 262, 274; ~Wagler~, a. a. O. + +[6998] ~Sprengel~, a. a. O.; ~Wagler~, a. a. O.; ~Lenz~, „Botanik ...“ +471, 473. + +[6999] ~Sprengel~, a. a. O.; ~Schmidt~, PW. 3, 2065. + +[7000] „Alexipharmaka“, Vers 529. + +[7001] ~Schmidt~, a. a. O.; ~Olck~, PW. 7, 802 ff. + +[7002] „Pistis Sophia“ 310. + +[7003] ~Langkavel~, „Botanik der späteren Griechen“ (Berlin 1866) 31. + +[7004] ebd. passim. + +[7005] ~Schmidt~, „Kulturhistorische Beiträge ...“ (Leipzig 1914) 170. + +[7006] ~Langkavel~ 64. + +[7007] ebd. 73. + +[7008] ~A. v. Haller~, „Onomastikon“ (Frankfurt 1755) 140. Vom größten +Teile dieser Namen machten die sog. „Pflanzenväter“ neuen Gebrauch, +daher finden sich Antimnion und Antimion, Anthemon, Leukanthemon, +Chrysanthemon, Euanthemon, Kynanthemon usf., bei ~Brunfels~ +(„Onomastikon“, Straßburg 1543), ~Ruellius~ („De natura stirpium“, +Basel 1543; Index), ~Dodonaeus~ („Histoire des plantes“, Antwerpen +1557; 119, 136 ff.), ~Tabernaemontanus~ („Neuw Kreuterbuch“, Frankfurt +1588, 72 ff.; Index) und vielen anderen. + +[7009] ~Rossbach~, PW. 1, 2369; ~Schirmer~, Ro. 1, 368. + +[7010] ~Hesychios~, „Lexikon“, ed. ~Schmidt~ (Jena 1867) 161. + +[7011] ~Friedlaender~ 3, 336. + +[7012] ~Blümner~ 2, 378. + +[7013] ~Pietschmann~, PW. 1, 1857. + +[7014] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 256. + +[7015] Noch bei den Arabern, die diese Anschauungen aufnehmen, werden +die Krystalle, z. B. die des Kandiszuckers, mit Nabât = Pflanze +bezeichnet (~Lippmann~, a. a. O.; „Geschichte des Zuckers“, Leipzig +1890, 101). Ebenso dürfte der Name „Kraut“ (kruyd) für das neuentdeckte +Schießpulver zunächst dem krystallisierten Salpeter zugekommen sein. + +[7016] Vgl. unsere Eisen-, Kobalt-, Zink- und Arsen-Blüte, die +Schwefel-, Zink-, Benzoe-Blumen, den Blei- und Kupferbaum, u. dgl. mehr. + +[7017] Bei ~Plinius~, lib. 37, cap. 55, und ~Pollux~ (~Krause~, +„Pyrgoteles“, Halle 1856, 10); ~Rossbach~, PW. 7, 1101. + +[7018] ~Hippokrates~, üb. ~Fuchs~ 3, 291. + +[7019] ~Israelson~, „Materia medica des ~Galenos~“ 172. + +[7020] ~Nies~, PW. 2, 2136. + +[7021] Bei ~Galenos~: s. ~Hippokrates~, a. a. O. 3, 295, und +~Israelson~, a. a. O. 166. + +[7022] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 257. + +[7023] a. a. O. 79, 91, 93, 95, 98; 20. + +[7024] Vgl. ~Sudhoff~, „Papyrus-Urkunden“ 23. + +[7025] Coll. II, 4 ff. + +[7026] Coll. II, 54 und „Lexikon“. + +[7027] ebd. 5. + +[7028] ebd. 45; daher auch die „Blumen des Kupfers und Bleies“ der +„Compositiones ad tingenda ...“ (Mâ. II, 14). + +[7029] Coll. II, 4, 16. + +[7030] ebd., 4 ff. + +[7031] Mâ. I, 4, 134. + +[7032] Coll. II, 271. + +[7033] Coll. II, 115. + +[7034] Coll. II, 99; Intr. 287. + +[7035] Mâ. I, 137; I, 62, 127, 163. + +[7036] Coll. II, 305. + +[7037] Coll. II, 16, 262; Mâ. I, 254. + +[7038] Coll. II, 15, 21. + +[7039] Mâ. I, 254. + +[7040] Coll. II, 6. + +[7041] Coll. II, 262. + +[7042] „Opus pandectarium“ (Venedig 1512) 10. + +[7043] Intr. 279 ff.; Coll. II, 334 und III, 319. + +[7044] Mâ. II, 10; eine syrische Erwähnung des Antimons zum Glasfärben +s. weiter oben (Mâ. I, 95). + +[7045] Coll. II, 6, 262; ~Langkavel~, a. a. O. 64. Der Übergang von ε +in ι fällt jedoch nach ~Ruska~ nicht unter den Begriff des eigentlichen +Itacismus (η, ευ, οι, υ = ι). + +[7046] „Opera exquisitoria“ (Basel 1544) 78. + +[7047] a. a. O. 83-85, 156. + +[7048] a. a. O. 180, 181. + +[7049] „Opera“ (Lyon 1520) 180, 268. + +[7050] ~Sudhoff~, A. Med. 6, 324. + +[7051] ~Flückiger~, „Dokumente zur Geschichte der Pharmazie“ (Halle +1876) 20. + +[7052] Rom 1587, 6. + +[7053] Hamburg 1605, 370; 1. Aufl. 1594. + +[7054] Frankfurt 1603, 109. + +[7055] Nach ~Talleyrand~ „+schafft+ man Tatsachen, indem man sie +unaufhörlich +erzählt+“. + +[7056] Coll. I, Vorr. 14, 18. + +[7057] Arch. 194, 206. + +[7058] Persönliche Mitteilung des berühmten Chemikers ~Moissan~. + +[7059] „~Berthelots~ Collationen aus den Pariser Handschriften“ fand +~Reitzenstein~ „im allgemeinen ziemlich genau“ („Poimandres“ 9). + +[7060] Persönliche Mitteilung ~Moissans~. + +[7061] „Alch.“ 2, 180. + +[7062] Coll. I, Vorr. 15 ff.; Intr. 179, 295 ff. + +[7063] z. B. Coll. II, 115, 284, 374. + +[7064] „Poimandres“ 9. + +[7065] Coll. III, 382. + +[7066] Coll. II, 207; 388. + +[7067] ~Sudhoff~, M. G. M. 9, 401. + +[7068] ~Riess~, „~Kahlbaum~-Gedenkbuch“ 226. + +[7069] „Deutsche Litteratur-Zeitung“ 1913, 901. + +[7070] „Altphilologische Beiträge“ (Leipzig 1909) 3, 75. + +[7071] Coll. I, Vorr. 14; Mâ. III, 6; ein bezeichnendes Beispiel s. bei +~Pelagios~, Coll. III, 243 ff. Vgl. ~Riess~, a. a. O. + +[7072] Beitr. 134, 341 ff. + +[7073] z. B. Coll. II, 118 ff., 219 ff., 402, 408, 427 ff. + +[7074] Besonders deutlich spricht er dies Arch. 226, 230 aus. + +[7075] ~Riess~, a. a. O. -- Nach ~Ruska~ leiden die Übersetzungen +der arabischen und syrischen Texte an zahllosen Ungenauigkeiten und +durch vorgefaßte Meinungen bedingten, irrtümlichen Auslegungen; da sie +zudem die Seitenzahlen der Originale nicht angeben, so ist es äußerst +mühselig und zeitraubend, Einzelheiten aufzufinden und zu vergleichen. + +[7076] „Stockholmer Papyrus“ 105, 165, 178; 164. + +[7077] ebd. 141, 160. + +[7078] ebd. 119; 109. + +[7079] ebd. 99. + +[7080] ebd. 105, 110, 116, 117, 140. + +[7081] ~Riess~, a. a. O. + +[7082] Or. 248 ff., 264; Coll. I, 247, 259; betreff μάζα 257, 304; +Intr. 247, 259 ff.; Mâ. II, 275, 12, 284 ff.; Arch. 216. + +[7083] Or. 264; vgl. 272 und 281 über die materielle Natur der +Eigenschaften. + +[7084] ~Lippmann~, „Chemiker-Zeitung“ 37, 1015 (1913). + +[7085] ders., ebd. 37, 1421 (1913). + +[7086] ~Renan~, „Souvenirs d’enfance et de jeunesse“ (Paris 1883) 291; +~Renan-Berthelot~, „Correspondance“ (Paris 1898). + +[7087] ~Ladenburgs~ „Handwörterbuch“ 2, 521, 561. + +[7088] „Beiträge ...“ 24, 73. + +[7089] Or. 3. + +[7090] Or. 104 ff.; vgl. Vorr. 10. + +[7091] ~Kopp~, „Beitr.“ 243-343. + +[7092] ~Berthelot~ nimmt diese Entdeckung für sich in Anspruch: Intr. +174. + +[7093] Beitr. 61, 175, 181, 189, 257, 324, 493 usf. + +[7094] Coll. I, Vorr. 9, 173. + +[7095] Intr. 173 ff. + +[7096] Coll. I, 127, 129. + +[7097] „La révolution chimique, ~Lavoisier~“ (Paris 1902) 7, 115, 121, +124. Auch dieses Buch ist durchaus einseitig und panegyrisch. + +[7098] M. G. M. 9, 504. + +[7099] Persönliche Mitteilung. + +[7100] „Alch.“ 2, 182. + +[7101] Paris 1866. + +[7102] Or. 3, vgl. Vorr. 10; Coll. I, 129. + +[7103] Or. 106. + +[7104] ~Hoefer~ 1, 524 ff. + +[7105] ebd. 1, 254 ff. + +[7106] ebd. 1, 297 ff. + +[7107] Or. 68. + +[7108] Coll. I, 27. + +[7109] Mâ. II, 99. + +[7110] Mâ. II, 92. + +[7111] Mâ. II, 4. + +[7112] Göttingen 1797. + +[7113] s. ~Kopp~, „Moniteur scientifique“ (1845) 4, 131. + +[7114] Vgl. ~Chevreul~, ebd. 322. + +[7115] ~Kopp~, „Beitr.“ 3, 45; „Alch.“ 2, 183. + +[7116] Paris 1903. + +[7117] Or. 104 ff. + +[7118] Coll. I, 103; II, 208; Coll. I, Vorr. 10. + +[7119] s. Coll. I, 103. + +[7120] Leipzig 1829. + +[7121] Leipzig 1851 ff.; diese statt der ~Hardouin~schen (Paris 1684), +Mâ. II, 54. + +[7122] Vgl. Or. 104 ff. + +[7123] Gründlich berücksichtigt bei ~Kopp~, „Beitr.“ 120 ff., und +passim. + +[7124] Arch. 108. + +[7125] Or. 105, 136; Mâ. II, 257. + +[7126] Coll. I, 78. + +[7127] Coll. I, 194; Intr. 194. Angeführt bei ~Kopp~, „Beitr.“ 11, 71, +73, 75, 90 u. oft. + +[7128] Mâ. II, 351 ff. berichten seine entscheidende Kritik der +gefälschten ~Lull~schen Schriften ohne Nennung seines Namens. + +[7129] Intr. 193. Angeführt bei ~Kopp~, „Beitr.“ 101, 126, 151 u. oft. + +[7130] Mâ. II, 234. + +[7131] Mâ. II, 232, 242, 246. + +[7132] Coll. I, 79. + +[7133] Mâ. II, 5, 22, 26, 60. + +[7134] Intr. 174. + +[7135] Or. 47, 101, 357. + +[7136] Or. 70, 77, 164. + +[7137] Coll. I, 194; Intr. 194. Angeführt bei ~Kopp~, „Beitr.“ 415. + +[7138] Mâ. II, 67, 171. + +[7139] Mâ. II, 232, 242, 246; öfter bei ~Kopp~, a. a. O. + +[7140] Or. 62, 205, 473. + +[7141] „Hypothèse ingénieuse“: Coll. I, 281; Intr. 181. + +[7142] Coll. I, 192, 203, 212. + +[7143] ebd. 212. + +[7144] Arch. 232. + +[7145] ~Lippmann~, „Abh.“ 2, 3. + +[7146] Or. 27, 205. + +[7147] „Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft“ 30, +534 (1876). + +[7148] Or. 27, 107; gemeint ist ~Hoffmanns~ Artikel in ~Ladenburgs~ +„Handwörterbuch“ 2, 516. + +[7149] Intr., Vorr. 5; ähnlich 5, 200, 276 und öfter. + +[7150] ebd. + +[7151] Mâ. II, 99. + +[7152] Or., Vorr. 8, 14. + +[7153] wie [1]; Mâ. II, 25, 275. + +[7154] Intr., Vorr. 5; ähnlich 5, 200, 276 und öfter. + +[7155] Or., Vorr. 11; Mâ. II, 25. + +[7156] Intr. 173; wie [11]. + +[7157] wie [11]. + +[7158] Mâ. III, 25. + +[7159] Coll. I, 234; Mâ. II, 3. + +[7160] Mâ. III, 6. + +[7161] Mâ. II, Vorr. 3. + +[7162] Mâ. III, 26. + +[7163] Or. 206 ff., 266, 273, 280, 282; Coll. I, 45. + +[7164] Mâ. I, 17, 35; II, Vorr. 4, 231, 232, 149, 98; III, 17. + +[7165] Mâ. II, 341 ff.; daselbst über den Inhalt der Schriften. + +[7166] ebd. 345, 346; z. B. „Metalle, mit Schwefel kalziniert, werden +schwerer“. + +[7167] Mâ. II, 237, 287. + +[7168] Mâ. II, 239. + +[7169] Arch. 4, 308. + +[7170] Mâ. II, 336 ff., 340 ff., 346. + +[7171] Mâ. III, 17. + +[7172] Mâ. II, Vorr. 7. + +[7173] Arch. 109, 183. + +[7174] Or. 79, 210. + +[7175] ebd. 100. + +[7176] Mâ. II, Vorr. 3; 1, 2, 13, 24, 25, 29, 66 und öft. + +[7177] z. B. 2, 482, 648. + +[7178] üb. ~Hesse~ 2-6, 8, 13, 93, 111 und oft. + +[7179] Die Ansichten ~Steinschneiders~, der schon 1871 ~Geber~ „eine +fast mythische Person“ nennt, gibt auch ~Guareschi~ wieder („Storia +della chimica“, Turin 1905; Heft 5, 39). + +[7180] Mâ. III, 31 ff. + +[7181] „Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft“ 32, +575. + +[7182] ebd. 580; ~Berthelot~ hält diese für echt und versetzt dabei +~Alrazi~ und ~Avicenna~ irrtümlich in das 12. Jahrhundert (Mâ. III, 4, +14). + +[7183] z. B. „La révolution chimique. ~Lavoisier~“ (Paris 1902) 153. + +[7184] ~Hjelt~, „Geschichte der organischen Chemie“ (Braunschweig 1916) +38. + +[7185] Paris 1886. + +[7186] ebd. 41. + +[7187] ebd. 68. + +[7188] Paris 1897. + +[7189] ebd. 17. + +[7190] ebd. 118, 214. + +[7191] Paris 1860/61. + +[7192] „Aus ~J. Liebigs~ und ~Fr. Wöhlers~ Briefwechsel“, ed. ~Hofmann~ +(Berlin 1888) 2, 145; Brief vom 13. Oktober 1863. + +[7193] s. hierüber den Nekrolog ~Graebes~ („Berichte der Deutschen +Chemischen Gesellschaft“ 41, 4805), der übrigens, bei solchem Anlasse, +derlei Schwächen des großen Mannes nur milde andeutet. Vgl. ~E. v. +Meyer~ (M. G. M. 9, 514) über die Polemik mit ~Thomsen~ betreff der +Thermochemie, als deren Schöpfer sich ~Berthelot~ ebenfalls ausgab. + +[7194] ~Cohen~, „~J. H. van’t Hoff~“ (Leipzig 1912) 119, 125, 137; +Brief vom 26. Juni 1877. + +[7195] „~Vasari~-Studien“, ed. ~Schlosser~ (Wien 1908). + +[7196] a. a. O., Vorr. 33. + +[7197] ebd. 398. + +[7198] Heidelberg 1912. + +[7199] a. a. O. 34, 35. + +[7200] ebd. 47 f. + +[7201] ~Zeller~ 1, 1019; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 4, 236; ~Bouché-Leclercq~ +577. + +[7202] ~Zeller~ 2 (1), 911; ~Ed. Meyer~, „Alt.“ 5, 321. + +[7203] Vgl. z. B. betreff ~Zeus~: ~Zeller~ 3 (1), 332 ff.; ~Philon~, +üb. ~Cohn~ 1, 9. + +[7204] ~Diels~, „~Herakleitos~ von Ephesos“ (Berlin 1901) 25; +~Reinhardt~, PW. 8, 508. + +[7205] ~Holtzmann~, A. Rel. 3, 343. + +[7206] ~Bouché-Leclercq~ 577. + +[7207] ~Boll~, „Sphaera“ 543 ff. + +[7208] ~Cohn~, PW. 1, 2905. + +[7209] ~Burckhardt~, „~Constantin~“ 1, 322. + +[7210] ~Chwolsohn~ 1, 795; ~Knaack~, PW. 1, 1399. + +[7211] ~Burckhardt~, a. a. O. 250; ~Meyer~, „Der Aberglaube des +Mittelalters“ (Basel 1884) 147; ~Steinschneider~, „Der Aberglaube“ +(Hamburg 1900) 21 ff. Eine Anzahl Beispiele s. bei ~Rabelais~, ed. +~Regis~ 1, 380. + +[7212] ~Zeller~ 3 (2), 680. + +[7213] ~Burckhardt~, a. a. O. 219, 223, 244; „Griechische +Kulturgeschichte“ (Berlin 1898) 2, 28, 79; ~Bouché-Leclercq~ 601. + +[7214] üb. ~Klebba~ (München 1912) 1, 31. + +[7215] ~Lucius~, „Die Anfänge des Heiligenkults“ (Tübingen 1904) 207, +211. + +[7216] ~Chwolsohn~ 1, 795; ~Brockelmann~, „Geschichte der christlichen +Litteraturen des Orients“ (Leipzig 1907) 52. + +[7217] ~Mommsen~ 5, 460. + +[7218] ~Rohde~, „Der griechische Roman“ (Leipzig 1900) 478. + +[7219] ~Wünsch~, A. Rel. 12, 19. Auch der Name der „Kesten“ ist +dem ~Homer~ entlehnt, bei dem er den reizverleihenden Gürtel der +~Aphrodite~ bezeichnet. + +[7220] ~Olivet~, „Les vers dorés de Pythagore“ (Paris 1892) 291, 55. + +[7221] ~Dieterich~, „Mithras“ 20 ff.; ~Wessely~, „Wiener Studien“ 8, +116 ff. + +[7222] ~Anrich~, „Mysterienwesen“ 81; ~Schultz~, „Dokumente der Gnosis“ +136 ff. + +[7223] s. oben. + +[7224] Odyssee, Ges. 10, Vers 302. + +[7225] ~Sudhoff~, A. Med. 10, 83, 84; vgl. ~Homer~ als Arzt bei ~Sextus +Placitus~ (~Sudhoff~, ebd. 10, 272). + +[7226] „Theatrum Chemicum“, ed. ~Zetzner~ (Straßburg 1613 und 1659) 5, +101; ~Berthelot~, Mâ. II, 248. + +[7227] „Die Göttin ~Psyche~ in der hellenistischen und frühchristlichen +Litteratur“ (Heidelberg 1917) 73. + +[7228] ebd. 82. + +[7229] ebd. 85. + +[7230] ebd. 70 ff., 83. + +[7231] ebd. 82 ff. + +[7232] ebd. 67 ff. + +[7233] ebd. 79, 82, 87. + +[7234] ebd. 78. + +[7235] ebd. 67 ff., 87. Von diesem Punkte aus vollzieht sich, unter +griechischer Umdeutung der orientalischen Gottheit, die Entstehung des +Märchens von ~Amor~ und ~Psyche~ (ebd. 104 ff., 108; ~Reitzenstein~, +„Das Märchen von ~Amor~ und ~Psyche~“, Leipzig 1912; 21, 79 ff.). + +[7236] „~Psyche~“ 67 ff., 92 ff. + +[7237] ebd. 74. + +[7238] ebd. 74 ff. + +[7239] ebd. 79; vgl. ~Reitzenstein~, „Festschrift für ~F. C. Andreas~“ +(Leipzig 1916) 33. + +[7240] „~Psyche~“ 7. + +[7241] ebd. 81 ff.; „Poimandres“ 178. + +*** END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK 77700 *** |
