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If you are not located in the United States, you -will have to check the laws of the country where you are located before -using this eBook. - -Title: Das Protoplasma der Rhizopoden und der Pflanzenzellen. - -Author: Max Schultze - -Release Date: September 9, 2022 [eBook #68947] - -Language: German - -Produced by: Peter Becker, Reiner Ruf, and the Online Distributed - Proofreading Team at https://www.pgdp.net (This file was - produced from images generously made available by The - Internet Archive) - -*** START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK DAS PROTOPLASMA DER -RHIZOPODEN UND DER PFLANZENZELLEN. *** - - - #################################################################### - - Anmerkungen zur Transkription - - Der vorliegende Text wurde anhand der Buchausgabe von 1863 so weit - wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Typographische Fehler - wurden stillschweigend korrigiert. Ungewöhnliche und heute nicht - mehr gebräuchliche Schreibweisen bleiben gegenüber dem Original - unverändert. - - Umlaute in Großbuchstaben (Ä, Ö, Ü) werden als deren Umschreibungen - (Ae, Oe, Ue) wiedergegeben. - - Besondere Schriftschnitte werden im vorliegenden Text mit Hilfe der - folgenden Sonderzeichen gekennzeichnet: - - kursiv: _Unterstriche_ - fett: =Gleichheitszeichen= - gesperrt: +Pluszeichen+ - - #################################################################### - - - - - DAS - - PROTOPLASMA - - DER - - RHIZOPODEN UND DER PFLANZENZELLEN. - - EIN BEITRAG - - ZUR THEORIE DER ZELLE - - VON - - MAX SCHULTZE, - ORD. PROFESSOR DER ANATOMIE UND DIRECTOR DES ANATOMISCHEN INSTITUTES - IN BONN. - - [Illustration] - - LEIPZIG, - - VERLAG VON WILHELM ENGELMANN. - - 1863. - - - - -Inhalt. - - - pag. - - I. +Einleitung+ 1 - - II. +Das Protoplasma der Rhizopoden+ 10 - - Die Erscheinung der Körnchenbewegung. Zusammenhang - dieser Bewegung mit der Contractilität 12 - - _Unger’s_ Vergleich der Körnchenbewegung mit den - Bewegungen des Protoplasma der Pflanzenzellen 13 - - Meine darauf bezüglichen Arbeiten 14 - - Versuch, die Pseudopodiensubstanz der Rhizopoden (die - sogenannte +Sarkode+) als +Protoplasma+ zu deuten 15 - - _E. Haeckel’s_ Zustimmung, _Reichert’s_ Opposition 16 - - Beweis, dass entgegen _Reichert_ die Körnchen in den - Pseudopodien der Milioliden wirklich existiren 20 - - Fortsetzung dieses Beweises: Einfluss des destillirten - Wassers auf die Pseudopodien 21 - - Einfluss anderer Reagentien, der Wärme, der Zerstörung - des Thierkörpers auf die Pseudopodien 22 - - Betrachtungen über die Consistenz der - Pseudopodiensubstanz 23 - - Was man beim Aneinanderstossen zweier sich begegnender - Pseudopodien beobachtet 24 - - Fütterung mit Carmin und anderen fremden Körpern 26 - - Verschiedene Consistenz der Pseudopodien bei - verschiedenen Rhizopoden 28 - - Consistenzverschiedenheiten an einer und derselben - Pseudopodie. +Actinophrys Eichhornii+ 29 - - Zusammensetzung der Pseudopodien von Actinophrys aus - einer hyalinen Axe und körnigen Rinde 30 - - Verhältniss beider Bestandtheile zum Thierkörper 30 - - Verschmelzung der Pseudopodien an der Oberfläche 31 - - Einfluss von Reagentien auf die Pseudopodien von - Actinophrys 32 - - Einfluss der Wärme. Beobachtungen über den Eintritt - der +Wärmestarre+ bei niedern Thieren 32 - - Zellenartige Körperchen in der Leibessubstanz von - Actinophrys 35 - - Vergleich der Pseudopodien von Actinophrys mit denen - der Acanthometren und anderer Radiolarien, sowie der - Polythalamien 36 - - Einfluss von Reagentien und der Elektricität auf die - Pseudopodien der Polythalamien 37 - - III. +Die Bewegungserscheinungen am Protoplasma der - Pflanzenzellen, verglichen mit denen an den Pseudopodien - der Rhizopoden+ 39 - - Die Bewegung am Protoplasma der Pflanzenzellen, - namentlich der Staubfadenhaare von Tradescantia 40 - - Einfluss von Reagentien auf diese Bewegungen 42 - - Einfluss der Elektricität 43 - - Einfluss höherer Temperaturgrade 46 - - Hindeutung auf das Vorkommen lebender Organismen in - heissen Quellen 49 - - Contractilität ist die Ursache der Bewegung 50 - - _Brücke’s_ Ansicht über die Natur der Körnchenbewegung 51 - - Zweifel an der Durchführbarkeit derselben 54 - - In wie weit Consistenzunterschiede zwischen Rinde und - Inhalt am Protoplasma bestehen können 58 - - IV. +Schlussbemerkungen+ 62 - - Resultate 64 - - Nachtrag. Lebende Organismen in heissen Quellen 67 - - - - -I. - -Einleitung. - - -In einem Aufsatze »über Muskelkörperchen und das, was man eine Zelle -zu nennen habe«, welcher in dem Archiv für Anatomie, Physiologie etc. -herausg. von _Reichert_ und _du Bois Reymond_ Jahrg. 1861 p. 1-27 -abgedruckt ist, habe ich nachzuweisen gesucht, dass in die herrschenden -Ansichten über die Bestandtheile der Zellen und deren Theilnahme an -der Gewebebildung bezüglich des thierischen Organismus sich manche -Glaubenssätze eingemischt haben, welche vor einer strengen Kritik nicht -Stand halten und deren wir uns entledigen müssen, wenn anders wir die -Bahn des Fortschrittes auf dem Gebiete der Gewebelehre mit Erfolg -fernerhin betreten wollen. - -Ich versuchte zunächst an dem Beispiele der Muskelkörperchen zu zeigen, -dass eine befriedigende Beantwortung gewisser in der Histiologie -seit längerer Zeit aufgeworfener und discutirter Fragen nur deshalb -nicht möglich gewesen, weil die Dogmen der _Schleiden-Schwann_’schen -Zellentheorie die Gemüther allzusehr befangen hielten. Ich zeigte, wie -der lange Zeit geführte heftige Streit über die Bedeutung der Muskel- -und Bindegewebskörperchen sein Ende finden werde, wenn man es versuchen -wollte von den herrschenden Lehren über die nothwendigen Bestandtheile -einer Zelle etwas aufzugeben, und dass diese Abänderung vorzugsweise -unsere Ansichten über die Zellmembran, über das Verhältniss derselben -zum Zelleninhalte und zu den sogenannten Intercellularsubstanzen -betreffen müsse. Zugleich deutete ich an, dass dem sogenannten -+Zelleninhalte+, oder besser demjenigen Theile der Zelle, welcher der -von _H. v. Mohl_ +Protoplasma+ genannten Substanz entspricht, eine -höhere Bedeutung nicht nur für das Zellenleben sondern auch für die -Gewebebildung thierischer Organismen zuzuschreiben sei, als man bis -dahin anzunehmen pflegte, und gab die Wege an, auf welchen man diese -Thätigkeit des Protoplasma besonders augenfällig beobachten könne. - -Man hat das Beispiel der Muskelkörperchen ein wenig passendes genannt, -weil gerade über die Structur und Entwickelung der Muskelsubstanz -Controversen herrschen, und hat aus der Form dessen, was ich -(l. c. p. 2) über die Entwickelung der Muskelfaser gesagt habe, -schliessen wollen, ich stütze mich mehr auf fremde als auf eigene -Beobachtungen[1]. Ersterer Einwand erledigt sich dadurch, dass ich -beweisen konnte, wie gerade diese Controversen durch die von mir -vorgeschlagenen Neuerungen sich bedeutend vereinfachen, und letzterem -fehlt jede Berechtigung. Meine Angaben über die Entwickelung der -Muskelfasern sind kurz und daher mehr schematisch gehalten, aber -dass sie sich auf eigene Beobachtungen stützen liegt in dem Eingange -zur Mittheilung derselben ausgedrückt, in welchem ich sage: »Für die -Muskeln wollen wir die zuerst von _Remak_ mit Nachdruck vertheidigte -+bei Froschlarven leicht zu bestätigende+ Ansicht etc. zu Grunde -legen.« Uebrigens bemerke ich hier, dass die Mittheilungen von _F. -E. Schulze_[2] über die Genese der Muskelfasern bei Frosch- und -Salamanderlarven, welche sich auf unter meinen Augen ausgeführte -Beobachtungsreihen gründen, den Hergang bei der Entstehung der -contractilen Substanz aus dem Protoplasma der embryonalen Muskelzelle, -wie ich ihn kurz beschrieben habe, ausführlich schildern, und diese -würden also zu widerlegen sein, wenn Jemand eine von der meinigen -abweichende Ansicht über die Entwickelung der Muskelfasern vorzubringen -hätte. - -Niemand, dem die Ausbildung der allgemeinen Gewebelehre am Herzen -liegt, wird läugnen wollen, dass das erste Erforderniss zu -Fortschritten auf diesem Gebiete eine genauere Kenntniss der einzelnen -Bestandtheile der +Zellen+ und ihrer Theilnahme an der Entwickelung -der Gewebe sei. Das Bedürfniss nach solchen Fortschritten wird zwar -auch da empfunden, wo man die Zellentheorie noch nicht verstanden -hat, und solcher Art ist das Werkchen von _Beale_[3], welches die -Aufmerksamkeit, die es in vieler Beziehung verdient, deswegen nicht -finden wird, weil es ausserhalb der Zellentheorie steht. _Beale’s_ -»germinal matter« ist zwar wesentlich das, was wir Protoplasma nennen, -freilich den Kern mit inbegriffen, und die »formed matter«, das -Geformte und Formgebende an den Geweben, ist in eine im Wesentlichen -gewiss richtige Abhängigkeit von dem Protoplasma gebracht. Aber von -+Zellen+ als Elementartheilen oder Elementarorganismen, von +Kernen+, -welche vom Protoplasma verschieden und ihm doch so nothwendig sind, ist -nicht die Rede. Die grosse und unveräusserliche Entdeckung der Zelle -ist dem Verfasser nur von historischem Interesse. - -Dass es von den einzelnen Bestandtheilen der Zellen aus vielen -Gründen vornehmlich das +Protoplasma+ sei, als die veränderlichste, -beweglichste, an allen Lebenserscheinungen der Zelle einen -unzweifelhaft sehr lebhaften Antheil nehmende Substanz, auf welche -wir unsere Aufmerksamkeit zu richten haben, wird ernstlich nicht -bestritten werden können. Die Botaniker sind nach _H. v. Mohl’s_ -denkwürdigen Arbeiten längst zu der Ueberzeugung gekommen, dass von -dem Protoplasma nicht nur die Bildung der Zellmembran, sondern auch -die inneren Veränderungen, der Stoffwechsel der Zelle in erster -Linie abhängen. Die merkwürdigen Bewegungserscheinungen, welche das -Protoplasma vieler Pflanzenzellen darbietet, geben sodann einen -sichtbaren Ausdruck von dem hohen Grade der Lebensthätigkeit, welche -in dieser Substanz herrscht. Wenn ich das Protoplasma bei Beurtheilung -des +Zellenlebens+ so hoch stelle, dass mir die Bedeutung der Membran -daneben verschwindend klein vorkommt, so kann darin selbstverständlich -nicht die Meinung gefunden werden, die Membran habe überhaupt -keine Bedeutung. Sie liegt nur auf einer anderen Seite als die des -Protoplasma. Die Membran ist vor allen Dingen für die +Gewebebildung+ -absolut nothwendig, sobald es sich um die Erreichung einer höheren -Differenzirung und einer grösseren Festigkeit des Gewebes handelt, die -das Protoplasma für sich allein nie geben kann. So können unter den -Pflanzen die Schleimpilze und auch diese nur während einer gewissen -Lebensperiode der vom Protoplasma differenten Zellmembran entbehren. -Jede grössere Festigkeit und höhere Differenzirung des pflanzlichen -Organismus bedingt dagegen an wenigstens den bei weitem meisten -Zellen die Membranbildung. Das Protoplasma hat im Grossen und Ganzen -im lebendigen Zustande überall, wie es scheint eine sehr geringe, -zur Bildung festerer Gewebe nicht ausreichende Dichtigkeit. Durch -Ablagerung fremdartiger Stoffe in sich, wie Amylon, Kleber etc. kann -es allerdings im Ganzen eine grössere Festigkeit annehmen. Auch kann -nicht geläugnet werden, dass die relative Menge des Protoplasma auf die -Consistenz der Pflanzentheile im Allgemeinen einen Einfluss ausübe. -Aber alle auffallenderen Unterschiede in der Dichtigkeit und Festigkeit -gegebener Pflanzentheile gründen sich vornehmlich auf Verschiedenheiten -der +Zellmembranen+. Dass lebende und todte Pflanzentheile eine -verschiedene Consistenz besitzen, kann keinen Gegengrund gegen Obiges -abgeben, denn die Durchfeuchtung der Zellmembran, welche im lebenden -und im todten Pflanzentheile verschieden ausfällt, kann Unterschiede -bedingen. - -So ist es meiner Ueberzeugung nach auch in thierischen Geweben. Die -Membran wird nöthig, sobald es sich um Gewebebildung handelt, aber -die Zelle als solche kann auch ohne eine vom Protoplasma verschiedene -Membran bestehen. Wie die Schleimpilze unter den Pflanzen, so sind -manche Protozoen unter den Thieren von so einfacher Organisation, von -so geringer Festigkeit, dass das Protoplasma allein zu ihrer Bildung -genügt. Gehen wir aber über diese einfachsten thierischen Organismen -hinaus, so ist die Zellmembran ebenso nothwendig wie bei den Pflanzen, -sobald es sich um höhere Differenzirung und festere Gewebe handelt. Da -aber im thierischen Körper manche Gewebe eine viel grössere Consistenz, -als das Protoplasma an sich zu geben vermag, auch im erwachsenen -Zustande nicht besitzen, so wird der Fall, dass membranlose Zellen -vorkommen bei Thieren viel häufiger als bei Pflanzen eintreten können. - -Ich will damit nur angedeutet haben, dass mir die in die Augen -fallendste Bedeutung der Zellmembran die die Festigkeit des Gewebes -bedingende, die eines Skeletes zu sein scheint, gegenüber der -Bedeutung des Protoplasma als eigentlich lebendiger Substanz der -Zelle. Selbstverständlich kann und wird die Zellmembran nebenbei noch -viele andere wichtige Functionen haben. Die Zellmembran als Form -und Festigkeit gebende Kapsel um das weiche Protoplasma ist aber in -dieser ihrer Bedeutung von der des Protoplasma so verschieden, dass -sie letzterem sogar hinderlich werden kann. Wozu hätten sonst die -dicken Zellmembranen der Pflanzen Porencanäle, die von benachbarten -Zellen stets genau aufeinander stossen, und bis auf die sogenannte -primäre Zellmembran vordringen? In diesem Sinne konnte ich in meinem -oben citirten Aufsatze sagen (l. c. p. 21): »dass man sogar die -Behauptung vertheidigen könnte, die Bildung einer chemisch differenten -Membran auf der Oberfläche des Protoplasma sei ein Zeichen beginnenden -+Rückschrittes+, die Zellmembran gehöre so wenig zum Begriff einer -Zelle, dass sie sogar als Zeichen herannahender Decrepidität oder -doch wenigstens eines Stadiums zu betrachten sei, auf welchem die -Zelle in den ihr ursprünglich zukommenden Lebensthätigkeiten bereits -eine bedeutende Einschränkung erlitten habe«. Die Form dieses -Satzes, welchen ich unverkennbar als einen hinstelle, dessen Inhalt -nicht absolut nothwendig aus dem Voranstehenden folgt, sondern nur -etwa wie aus Laune +vertheidigt werden könnte+, hätte meine Gegner -abhalten sollen, ihn gerade als die Spitze meiner Reformbestrebungen -hinzustellen und gegen ihn die ganze Kraft der herrschenden Ansichten -aufzubieten. - -Doch ich habe mich noch über andere Dinge zu beklagen. Meine -Behauptung, dass eine Membran zum Begriff der Zelle nicht nothwendig -gehöre, bezieht sich auf eine, wie ich immer wiederholt habe, +vom -Protoplasma chemisch differente+, oder wie ich mich auch kürzer -ausdrücke, +vom Protoplasma differente Membran+, d. h. also auf eine -vom Protoplasma verschiedene, folglich von ihm abhebbare Haut, welche -übrig bleiben muss, wenn das Protoplasma entfernt wird, welche faltbar -oder starr wenn auch noch so dünn immer etwas Selbstständiges neben dem -Protoplasma darstellt. Eine solche läugne ich an der Oberfläche der -Furchungszellen, läugne ich auf der Oberfläche der Hydra-Zellen, der -Amoeben und Myxomyceten etc. _Schleiden_ und _Schwann_ hielten eine -solche zum Begriffe der Zelle für nöthig, ich behaupte, und bin nicht -der erste, der es behauptet, dass die Annahme einer solchen Membran -in vielen Fällen ganz willkürlich geschehen, dass ihre Anwesenheit -an vielen Zellen sich nicht nachweisen lasse, und dass sie uns also -fernerhin nicht als nothwendiges Attribut der Zelle erscheinen könne, -eine Ansicht, welcher _Brücke_[4] später vollkommen beigetreten ist -und die von ihm in manchen Stücken noch erweitert wurde. _Reichert_ -tritt mit grosser Entschiedenheit dieser Annahme gegenüber[5]. Aber -schon bei dem ersten Beispiele, den Furchungszellen, denen ich eine -vom Protoplasma chemisch differente Membran abspreche, schiebt er -mir den Ausdruck +Grenzschicht+ oder +Lamelle+ statt Membran unter, -den ich nie gebraucht habe, und sagt dann bezüglich meiner Worte vom -+Protoplasma, chemisch different+, »+den Sinn dieses Ausdruckes habe -ich nicht verstanden+« (l. c. p. 97). Man begreift worauf das hinaus -will. Der berühmte Zellentheoretiker weiss nicht, oder will nicht -wissen, was eine vom Protoplasma chemisch differente Membran sei, um -nicht den nach seinem ganzen Auftreten gegen mich erwarteten Beweis -der Anwesenheit einer solchen Membran bei den fraglichen Zellen führen -zu müssen. Ja selbst das Wort +Membran+ schwindet unter der Hand und -wird in Grenzschicht verwandelt, um mit dem Anschein als wenn ich die -einfachsten Dinge übersehen hätte, die Existenz von etwas zu beweisen, -was ich nie geläugnet habe. Und wenn _Reichert_ (l. c. p. 100) in -Verfolg seiner irrthümlichen Annahme, dass ich hyaline Grenzschichten -auf der Oberfläche des körnigen Protoplasma läugne, sagt: »Als einen -Irrthum muss ich es ferner bezeichnen, wenn _M. Schultze_ die +Amoeben+ -und +Myxomyceten+ als Organismen bezeichnet, welche nur aus einem -körnerhaltigen, schleimhaltigen, organischen Stoff bestehen. Dem -Verfasser ist es wohl bekannt, dass _Lieberkühn_ an den Amoeben eine -festere hyaline Grenzschicht neben dem körnerhaltigen, mehr flüssigen -Inhalte des Leibes dargestellt hat, und ich muss hinzufügen, dass -ich selbst bei Herrn _Cienkowsky_ eine von dem eingeschrumpften (?) -körnerreichen Inhalte deutlich abstehende Grenzschicht auch bei den -Myxomyceten gesehen habe«, so habe ich dem einfach gegenüberzustellen, -was ich über diese Organismen in dem von _Reichert_ seiner Polemik -zu Grunde gelegten Aufsatze sage (Ueber Muskelkörperchen etc. p. -15, der einzigen Stelle wo ich über Myxomyceten spreche): »Auch -die beiden Bestandtheile, hyaline Grundsubstanz und eingebettete -Körnchen, unterscheidet man leicht, da +wie bei vielen Zellen die -hyaline Grundsubstanz eine oft ansehnlich breite+ =Rindenschicht= -+bildet+.« Und von den Amoeben pag. 18: »Manche Species zeichnen sich -durch ein weicheres, zerfliesslicheres Protoplasma vor anderen aus. -Wie es lebhafte Amoeben (A. diffluens) und träge, äusserst langsam -kriechende giebt, bei ersteren die +Rindensubstanz+ feinkörnig und sehr -vergänglich, bei letzteren +ganz hyalin und gegen Säuren und Alcalien -verhältnissmässig resistent+ ist, so giebt es auch bei den grösseren -Rhizopoden Verschiedenheiten der Art im beweglichen Protoplasma.« - -Meine Beobachtungen über die Verschiedenheiten im Aussehen und der -Dichtigkeit des Protoplasma an verschiedenen Zellen und an einer -und derselben Zelle, sowie über den Gegensatz von Protoplasma und -Zellflüssigkeit, haben mich bezüglich der thierischen Gewebe zu -einer Ansicht geführt, welche im Wesentlichen ganz mit derjenigen -übereinstimmt, welche im Anschluss an _v. Mohl’s_ bahnbrechende -Arbeiten _Pringsheim_ bereits vor Jahren[6] über das Protoplasma -der Pflanzenzellen ausgesprochen hat. Im Gegensatze zu der damals -herrschenden Primordialschlauchtheorie machte jener ausgezeichnete -Beobachter geltend, dass Alles, was nach innen von der Zellstoffhaut -einer lebendigen Pflanzenzelle liegt, zwar eine sehr complicirte -Anordnung und auch eine Schichtung zeigen könne, dennoch aber -wesentlich aus nichts anderem bestände, als aus Protoplasma und -Zellflüssigkeit. In den meisten nicht gar zu kleinen Pflanzenzellen ist -das Protoplasma von einer Zellflüssigkeit (Intracellularflüssigkeit -_Brücke_) so geschieden, dass ersteres in einer hautartig -zusammenhängenden, oder netzförmig durchbrochenen Schicht der -Innenseite der Cellulosewand anliegt, dabei Chlorophyll- und andere -Körner auch den Zellkern in sich einschliesst, während die geformte -Bestandtheile nicht enthaltende Zellflüssigkeit den inneren Raum der -Zelle einnimmt. In einzelnen Fällen durchsetzen diesen inneren Raum -freie Protoplasmabalken, welche, wenn zahlreich, ein complicirtes -Netzwerk bilden und alle geformten Substanzen, welche überhaupt -im Protoplasma vorkommen, folglich auch den Zellkern, enthalten -können. Statt der freien Balken können auch leisten- oder riffartige -Vorsprünge des Protoplasma in die Zellflüssigkeit vorhanden sein. In -der Wandschicht des Protoplasma tritt öfter eine deutliche Schichtung -hervor, indem sich eine äussere +hyaline+, körnchenfreie +Rinde+ von -einer zweiten, körnchenhaltigen, an die Zellflüssigkeit grenzenden -Lage scheidet. _Pringsheim_ bezeichnet beide als +Hautschicht+ und -+Körnerschicht+ des Protoplasma. Auch in letzterer, wenn sie dick ist, -können wieder Verschiedenheiten nach Ansehn und Inhalt beobachtet -werden (l. c. p. 8), indem die Chlorophyllkörner in solchem Falle -allein der Hautschicht anliegen, die der Zellflüssigkeit angrenzende -Partie des Protoplasma dagegen nur +farblose+ körnige Bildungen -einschliesst. Die Hautschicht des Protoplasma befindet sich nach -_Pringsheim_ in vielen Fällen im Zustande langsamer Verdichtung, und -wird endlich in allmählichem Uebergange zu einer vom Protoplasma -chemisch differenten Haut. Diese Hautschicht, bevor sie Cellulosehaut -wird, oder in anderen Fällen die ganze Wandschicht des Protoplasma, -ist es, welche von _H. v. Mohl_ +Primordialschlauch+ genannt und von -ihm und vielen Anderen als eine besondere Membran der Zelle angesehen -wurde. Sie ist, wie _Pringsheim_ nachweist, entweder Protoplasma, -dann kann sie natürlich nicht Membran der Zelle sein, oder sie ist -Cellulosehaut, dann gehört sie den Verdickungsschichten der bereits -vorhandenen Zellmembran an und kann wiederum von dieser nicht als etwas -besonderes getrennt werden. So kommt _Pringsheim_ zu der Annahme, dass -der von _H. v. Mohl_ unterschiedene Primordialschlauch nicht als eine -zweite, von der Zellstoffhaut verschiedene Hülle der Pflanzenzelle -existire, und ich habe bereits in meinem Aufsatze über Muskelkörperchen -etc. p. 11 darauf hingewiesen, dass nach dem gegenwärtigen Zustande -der Lehre von der Pflanzenzelle die Frage, ob der Primordialschlauch -als +eine von Protoplasma differente Membran+ aufrecht erhalten werden -könne, als zu Gunsten _Pringsheim’s_ entschieden angesehen werden darf. - -Wenn es nun bei thierischen Zellen, einmal ihrer verhältnissmässig -geringen Grösse wegen, und sodann weil sie im Durchschnitt reicher -an Protoplasma sind, seltener als bei Pflanzenzellen zu der scharfen -Scheidung einer Wandschicht von Protoplasma und einer Zellflüssigkeit -kommt, so existirt doch, wie an jungen Pflanzenzellen, +bei denen -diese Scheidung ebenfalls noch nicht eingetreten+, ein Unterschied -in der Beschaffenheit des Protoplasma der Art sehr gewöhnlich, -dass eine +Hautschicht+ des Protoplasma, d. i. die bei den Amoeben -erwähnte hyaline, körnchenlose oder körnchenarme +Rinde+ die übrige -körnchenreichere Protoplasmasubstanz überzieht. Ich habe auf diese -hyaline Rinde z. B. bei den embryonalen Muskelzellen hingewiesen und -die Beobachtungen _Remak’s_ über das vermeintliche Abheben einer -Membran unter Wasserzusatz auf diese Rindenschicht zurückgeführt (l. c. -p. 10). Sie ist bei den farblosen Blutkörperchen, wo sie vorzugsweise -Sitz der amoebenartigen Bewegungen ist, bei den Speichelkörperchen, -bei Knorpelzellen und während der embryonalen Entwickelung an fast -allen Zellen zu beobachten. Sie ist unendlich oft für eine Membran -angesehen worden und doch lässt sich kein einziger Beweis beibringen, -dass sie etwas anderes als Protoplasma sei. Man hat sie mit dem -Primordialschlauch verglichen, und das ist das beste was man über sie -ausgesagt hat. Aber wie der Primordialschlauch als eine besondere -Membran der Zelle gefallen ist, wird man sie dadurch nicht als -Zellmembran stempeln. Für mich ist hiernach kein Zweifel darüber übrig, -was an der thierischen Zelle den Bestandtheilen der Pflanzenzelle -entspricht. Ich glaube das auch in meinen früheren Aufsätzen -deutlich genug ausgesprochen zu haben, um mich über den Standpunkt -im höchsten Grade verwundern zu dürfen, den _Reichert_ mir gegenüber -einnimmt. Er will beweisen, dass Zellen, denen ich die Membran -abspreche, eine solche zukomme, indem er auf den Primordialschlauch -zurückgeht, den ich als Rindenschicht des Protoplasma nie geläugnet -habe, von dem aber durch _Pringsheim_ bewiesen ist, dass er eine -vom Protoplasma differente Membran, um die es sich bei mir allein -handelt, nicht darstellt. Und um endlich Alles zu verwirren, wird -auch noch der Ausdruck Protoplasma willkürlich als ein ganz nach -Belieben gebrauchter bezeichnet, dessen Verwendung in der Lehre -von der thierischen Zelle nur Nachtheil bringen könne[7]. Somit -fehlt jeder Boden der Verständigung zwischen uns und verzichte ich -darauf, auf die Einzelheiten weiter einzugehen. Dem Thatsächlichen -gegenüber bemerke ich nur noch, dass ich die drei Hauptsätze in der -Opposition _Reichert’s_, seine Mittheilungen über den Faltenkranz des -sich furchenden Froscheies[8], die Eröffnungen über die sogenannte -Körnchenbewegung an den Pseudopodien der Polythalamien[9] und die -Abweisung der Möglichkeit einer Zusammenstellung des Protoplasma der -Pflanzenzellen mit der Substanz der Pseudopodien der Rhizopoden[10] -als vollkommen unhaltbare kennzeichnen werde. Ueber den erstgenannten -Gegenstand behalte ich mir das Nähere für eine andere Gelegenheit vor, -letztere beiden Punkte finden in Nachstehendem ihre Erledigung. - - - - -II. - -Das Protoplasma der Rhizopoden. - - -Wie ich zu wiederholten Malen erprobt habe, ist es nicht schwer, -+Foraminiferen+ lange Zeit in Gläsern lebendig zu erhalten und lebend -weite Strecken zu transportiren. So gelang es mir auch neuerdings eine -grosse Zahl solcher Thiere, welche ich an der Südküste Englands bei -Weymouth gesammelt hatte, nach Bonn zu bringen und hier eine Reihe -von Monaten lebendig zu beobachten. Diese Thiere und eine grosse -Anzahl Exemplare von +Actinophrys Eichhornii+, welches interessante -Thier an einer bestimmten Localität in der Nähe von Bonn in grosser -Quantität fast das ganze Jahr hindurch vorkommt, dienten zu den hier -mitzutheilenden Untersuchungen. Dieselben wurden zunächst unternommen, -um über die Natur der die Pseudopodien bildenden Substanz und die -eigenthümliche Bewegung, welche man an derselben wahrnimmt, die -sogenannte +Körnchenbewegung+, weitere Beobachtungen zu sammeln. Die -Foraminiferen strecken zu einer grösseren oder zu vielen kleineren -Oeffnungen ihrer Schale Fäden einer durchsichtigen körnerreichen -Substanz aus, welche einen hohen Grad von Veränderlichkeit ihrer -Gestalt und Länge besitzen, es sind die sogenannten Pseudopodien. -Dieselben verlaufen divergirend, theilen sich meist unter spitzen -Winkeln, verbinden sich unter einander netzförmig. Sie sind in einer -fortwährenden Bewegung begriffen und diese äussert sich theils in -einer Veränderung der Anordnung, in einer Verlängerung, Verkürzung, -Theilung, Verschmelzung, Brücken- und Netzbildung, theils in einer -+inneren Bewegung+, welche auch denjenigen Fäden nicht abgeht, welche -keine der ebengenannten mehr äusserlichen Veränderungen zeigen, also -sozusagen in Ruhe sind. Diese innere Bewegung ist die sogenannte -+Körnchenbewegung+. Es ist ein Gleiten, ein Fliessen der in die -Fadensubstanz eingebetteten Körnchen. Mit grösserer oder geringerer -Schnelligkeit ziehen sie in dem Faden entweder dem peripherischen Ende -desselben zu, oder in der umgekehrten Richtung, oft sogar selbst an -den dünnsten Fäden in beiden Richtungen zugleich. Körnchen, die sich -begegnen, ziehen entweder einfach aneinander vorbei oder bewegen sich -umeinander, bis nach einer kleinen Pause beide ihre ursprüngliche -Richtung fortsetzen oder eins das andere mit sich nimmt. Wie auf einer -breiten Strasse die Spaziergänger, so wimmeln an einem breiteren Faden -die Körnchen durcheinander, wenn auch manchmal stockend und zitternd, -doch immer eine bestimmte der Längsrichtung des Fadens entsprechende -Richtung verfolgend. Oft stehen sie mitten in ihrem Laufe still und -kehren dann um, die meisten jedoch gelangen bis zum äussersten Ende -der Fäden und wechseln hier erst ihre Richtung. Nicht alle Körnchen -eines Fadens bewegen sich mit gleicher Schnelligkeit, so dass oft -eins das andere überholt, ein schnelleres das langsamere zu grösserer -Eile treibt oder an dem langsameren in seiner Bewegung stockt. Wo -mehrere Fäden zusammenstossen, sieht man die Körnchen von einem auf -den anderen übergehen. An solchen Stellen befinden sich oft breitere -Platten, welche aus einer stärkeren Anhäufung der Fadensubstanz -hervorgegangen sind, und aus welchen dann wie selbstständige Fortsätze -weitere Fäden sich entwickeln, oder in welche bereits bestehende -wie eingeschmolzen werden. Viele Körnchen laufen offenbar ganz an -der äussersten Oberfläche der Fäden, über welche man sie deutlich -hervorragen sieht. Vielleicht haben alle diese oberflächliche Lage. -Ausser den kleinen Körnchen sieht man oft grössere Substanzklümpchen -wie spindelförmige Anschwellungen oder seitliche Auftreibungen eines -Fadens in ähnlicher Bewegung wie die Körnchen. Selbst fremde Körper, -welche der Fadensubstanz anhaften und in sie aufgenommen worden, -schliessen sich dieser Bewegung an. Das sind die Haupterscheinungen -der Körnchenbewegung, wie sie von mir[11] und in Uebereinstimmung mit -meiner Beschreibung von _Joh. Müller_[12] und _E. Haeckel_[13] theils -an Polythalamien, theils an anderen Rhizopoden geschildert worden ist. - -Dass die merkwürdige, das Auge stets neu fesselnde, ganz -einzig dastehende Körnchenbewegung mit der +Contractilität+ -der Pseudopodiensubstanz, wie sie sich in den eigentlichen -Zusammenziehungen äussert, in Verbindung zu bringen sei, daran sind -nie Zweifel ausgesprochen worden, haben wir doch zur Bezeichnung des -inneren Grundes selbstständiger thierischer Bewegungen keinen anderen -Ausdruck als den der Contractilität. Aber was die Körnchenbewegung -mit den Contractionserscheinungen an anderen contractilen Theilen, -am Muskelgewebe gemein habe, darüber hatte bisher Niemand auch nur -Vermuthungen geäussert. Ich habe die Bewegung der Körnchen ein Fliessen -genannt, und da die Körnchen offenbar sich nicht activ bewegen, sondern -nur den Bewegungen der Grundsubstanz folgen, so musste diese natürlich -auch als in fliessender Bewegung begriffen bezeichnet werden. Damit ein -Faden sich verlängern könne, müssen ganze Massen von Substanz ihren Ort -wechseln, was man oft an fortschreitenden grösseren Substanzklümpchen -beobachtet. Nimmt man diesen Ortswechsel an grösseren Massen der -Pseudopodiensubstanz wahr, so liegt offenbar kein Grund vor, die -Möglichkeit eines solchen Ortswechsels für kleinere Abtheilungen der -Substanz zu läugnen. Somit erschien es am natürlichsten, auch die -Körnchenbewegung auf ein Gleiten kleiner Partikelchen der Grundsubstanz -mit eingebetteten Körnchen zurückzuführen, wie man dasselbe für etwas -grössere Substanzmassen direct beobachten kann. So erklärt sich der -Ausdruck +fliessende+ Bewegung der Grundsubstanz, welcher zugleich -eine Hindeutung auf die eigenthümliche Consistenz der contractilen -Pseudopodiensubstanz enthält, welche in Betracht der merkwürdigen -Innenveränderungen, welche an ihr zur Beobachtung kommen, an die einer -Flüssigkeit erinnert. - -Bei der Isolirtheit, in welcher unter allen Bewegungserscheinungen -im Thierreiche die Körnchenbewegung der Pseudopodien stand, musste -es das höchste Interesse erregen, als ein Analogon der räthselhaften -Pseudopodiensubstanz an ganz anderer Stelle der organischen Natur -aufgefunden wurde, als man eine Identität in den Bewegungserscheinungen -der +Polythalamienfäden+ und der +im Hohlraum einer Pflanzenzelle -ausgespannten Protoplasmafäden+ erkannte. _Unger_[14] gebührt das -Verdienst, der Wissenschaft zu diesem Fortschritt verholfen zu haben. -Freilich ohne die Pseudopodien der Polythalamien aus eigener Anschauung -zu kennen, nur gestützt auf die von mir gegebenen Beschreibungen -und Abbildungen erkannte er, was sich glänzend bewahrheitet hat, -die bis zur Uebereinstimmung gesteigerte Aehnlichkeit in dem Ansehn -und den Bewegungen der Rhizopodenfortsätze und der sogenannten -+Protoplasmaströme in vielen Pflanzenzellen+. Nach ausführlichen -Betrachtungen über die Art der Bewegung bei letzteren kommt er zu dem -Schluss (p. 280): »Die nächste Ursache der Saftbewegung in den Zellen -kann weder in der Diasmose noch in der Einwirkung des Kernbläschens -auf den Zellinhalt, noch in irgend einer mechanischen Einrichtung, wie -z. B. in Flimmerorganen u. s. w. gesucht werden, sondern sie liegt -vielmehr in der Beschaffenheit des sich bewegenden Protoplasma, welches -als ein vorzugsweise stickstoffhaltiger Körper nach Art jener einfachen -contractilen thierischen Substanz, welche man Sarcode nennt, in der -Form einer rhythmisch fortschreitenden Contraction und Expansion in die -Erscheinung tritt.« Und weiter (p. 282): »Alles diess deutet darauf -hin, dass das Protoplasma nicht als eine Flüssigkeit, sondern als eine -halbflüssige +contractile+ Substanz angesehen werden müsse, die der -thierischen Sarcode zunächst vergleichbar ist, wo nicht gar identisch -mit dieser zusammenfällt.« »Vergleicht man die Sarcodesubstanz niederer -Thiere, namentlich der Rhizopoden, mit dem Protoplasma, wie es sich -in den Pflanzenzellen in der Regel darstellt, so wird man durch die -Uebereinstimmung beider in Form, Beschaffenheit und Wirksamkeit in der -That sehr überrascht.« Es folgt jetzt eine umständliche Vergleichung -der von mir gegebenen Beschreibung der Bewegungen von +Amoeba -porrecta+ mit den Erscheinungen der Protoplasmabewegungen in den jungen -Samenlappen der Wallnuss, nach welcher _Unger_ erklärt, dass erstere -auch in allen Stücken auf das pflanzliche Object passe. - -Durch diese Angaben war die eigenthümliche Bewegungsform der -Pseudopodien der Polythalamien aus ihrer Isolirtheit herausgetreten -und für ihre Betrachtung ein neues Feld eröffnet. Zunächst -musste eine weitere Feststellung des Thatbestandes in so fern -wünschenswerth erscheinen, als _Unger_ aus eigener Anschauung nur -das pflanzliche Object kannte. So widmete ich mich, nachdem mir die -Angaben _Unger’s_ bekannt geworden, einem ausführlichen Studium der -Bewegungserscheinungen des Protoplasma der Pflanzenzellen, deren ich -bis dahin nur die der Nitellen beobachtet hatte, welche mir, wie aus -der eigenthümlichen Art der hier vorkommenden Bewegungen natürlich -erscheint, keinen Anknüpfungspunkt zu einer Vergleichung derselben mit -der Sarkode der Rhizopoden gegeben hatte. Ein viel günstigeres Object -sind die Staubfadenhaare der Tradescantien. Die Beobachtung derselben -bestärkte in mir immer fester die Ueberzeugung, dass in der That die -vollkommenste Uebereinstimmung in der Bewegungsform der scheinbar so -himmelweit verschiedenen Substanzen herrsche. Als ich auf Helgoland -Gelegenheit fand, Protoplasmabewegungen in Diatomeen mit Pseudopodien -von Rhizopoden direct zu vergleichen, theilte ich meine Erfahrungen, -auch die Beobachtungen, welche ich an Tradescantia angestellt hatte, -ausführlich mit[15]. - -Doch enthielt ich mich damals noch aller die Natur der Sarkode -der Rhizopoden betreffenden Schlüsse, zu denen die vorliegenden -Beobachtungen hindrängten, indem ich mich darauf beschränkte die -Tragweite der letzteren mit folgenden Worten anzudeuten (l. c. p. 337): -»Die geschilderten Bewegungen des Protoplasma der Pflanzenzellen können -nach meiner Meinung nicht unberücksichtigt bleiben, wenn es sich um -eine Deutung der räthselhaften Lebenserscheinungen der Sarkodefäden -bei den Rhizopoden handelt, und empfehle ich das vergleichende Studium -der ersteren namentlich Denen, welche eine Zusammensetzung z. B. der -Polythalamienfäden aus kleinen Zellen für möglich und wahrscheinlich -halten. Bei Tradescantia verlaufen, wie es scheint, dieselben -Erscheinungen, welche dort auf thierisches Leben bezogen werden -müssen, an unzweifelhaftem Zelleninhalt.« - -Wenn ich damals anstand die Pseudopodiensubstanz dem Protoplasma -der Zellen gleichwerthig zu erklären, so lag das an der sehr -gerechtfertigten Besorgniss durch einen solchen Ausspruch von dem Worte -Protoplasma an einem Orte Gebrauch zu machen, wo nach den herrschenden -Ideen über die nothwendigen Bestandtheile einer Zelle von Zellen, also -auch von Protoplasma, nicht die Rede sein konnte. Es war ein ähnlicher -Fall, wie wir ihn mit den Muskelkörperchen erlebt haben. Die Schranken -der dominirenden Zellentheorie liessen es nicht zu, die schwebende -Frage in dem Sinne zu lösen, zu welchem die Natur offenbar hindrängte. -Es musste sich also zunächst die Frage aufwerfen, ob die Theorie nicht -einer Erweiterung fähig sei, welche den natürlichen Verhältnissen mehr -Rechnung trage ohne doch das einmal als richtig und wichtig Erkannte -zu zerstören. Diese Angelegenheit brachte ich in den unten genannten -beiden Aufsätzen zur Sprache. Ich suchte nachzuweisen, dass zum Begriff -der Zelle die Membran nicht nothwendig gehöre, dass vielmehr eine -gewisse Menge einer Substanz mit den Eigenschaften des Protoplasma -wie _H. v. Mohl_, _Pringsheim_ u. A. es bei den Pflanzenzellen kennen -gelehrt haben, nebst einem Kern als Zellenkern in diesem Protoplasma -dasjenige repräsentire, was als Wesen der lebendigen Zelle angesehen -werde. Es konnte mir selbstverständlich nicht in den Sinn kommen, die -Membran, wo sie sicher nachzuweisen ist, zu läugnen, und ihre hohe -Wichtigkeit als formgebend und die Festigkeit der Gewebe bedingend -zu bestreiten, es handelte sich nur darum, ob das Protoplasma eine -solche Selbstständigkeit besitzen könne, dass es auch ohne äussere, von -ihm verschiedene Membran existiren, leben, und mit seinem Kerne das -darstellen könne, was wir als das Wesen einer Zelle vom physiologischen -Standpunkte aus betrachten. Wenn nun, wie ich Grund fand anzunehmen, -zum Begriff der Zelle, also auch des Protoplasma, die Membran nicht -gehöre, man also von nacktem Protoplasma sprechen konnte, so war das -Hinderniss überwunden, die Rhizopodenpseudopodien, welche eine von der -contractilen Substanz differente Membran nicht besitzen, als Theile -einer Zelle, als Protoplasma anzusehen, mit welcher Substanz, wie sie -uns in gewissen Pflanzenzellen entgegentritt, sie einen so hohen Grad -der Uebereinstimmung zeigen. Ich schlug endlich vor das missliebige, -weil in einer gewissen Opposition zur Zellentheorie stehende, Wort -+Sarkode+ ganz zu verbannen und mit dem Worte +Protoplasma+ zu -vertauschen, »+in welchem der Triumph der Zellentheorie auch über diese -niedersten organischen Gebilde ausgedrückt liegt+[16].« - -_Ernst Haeckel_ hat sich in seiner auf den umfassendsten Untersuchungen -beruhenden ausgezeichneten Monographie der Radiolarien meinen Ansichten -über das Wesen der sogenannten Sarkode vollkommen angeschlossen, und -hat dieselben durch neue Beispiele wesentlich gestützt. - -Ein heftiger Gegner ist ihr in _Reichert_ erwachsen[17]. Obgleich -derselbe früher gegen die Sarkodetheorie _Dujardin’s_ gerade aus dem -Grunde ankämpfte[18], weil sie »das wichtige und so durchgreifende -Naturgesetz, demzufolge die Geschöpfe der organischen Natur durch -Vermittelung der Zelle gezeugt, entwickelt, gebildet werden, für eine -Abtheilung und zwar thierischer Geschöpfe eliminirt«, so scheint -ihm die neue Wendung, nach welcher die Zellentheorie einen Triumph -auch über die niedersten thierischen Organismen feiert, nicht -weniger verderblich. _Reichert_ sieht jetzt in der Verherrlichung -des +Protoplasma+ die alte Lehre vom lebenskräftigen Urschleim neu -auferstanden, und bekämpft die »Hypothese des unsichtbar organisirten -Zelleninhaltes« (Archiv etc. 1862, p. 640), wie wenn er der -ausgesprochenste Gegner der Zellentheorie wäre. Wenn sich _Reichert_ -das »Unbegreifliche« erst »verständlich« machen muss, »wie man auf -den Gedanken gerieth, die +Saftströmungen in den Zellen+ mit den -+Contractionsströmungen an den Pseudopodien+ zu identificiren« (l. c. -p. 646), so geht daraus zwar hervor, dass seine Opposition mehr auf -theoretischen Bedenken als auf Beobachtungen beruht. Denn unbegreiflich -und unverständlich muss es genannt werden, wenn Jemand, der die -Polythalamien im Leben beobachtet hat, über die frappante Aehnlichkeit -der Bewegung des Protoplasma in den Tradescantia-Zellen mit obigen -Worten urtheilt. Dennoch müssen wir etwas ausführlicher auf eine Seite -seiner Opposition eingehen, die nämlich, welche sich auf meine und der -anderen bisherigen Beobachter Angaben über die +Körnchenbewegung+ und -das +»angebliche Zusammenfliessen« der Scheinfüsse der Polythalamien+ -bezieht, sowohl um des Gegenstandes selbst willen, als in so fern -daraus Angriffe gegen die Protoplasmatheorie überhaupt abgeleitet -werden[19]. - -Nach _Reichert_ giebt es in der Substanz der Pseudopodien der -Polythalamien gar keine Körnchen, folglich auch keine Körnchenbewegung. -Letztere ist eine optische Täuschung, dadurch entstanden, dass man -+Wellen der Oberfläche+ der Fäden für +Körnchen+ in der Substanz -gehalten hat. »Das Thier (l. c. p. 647), an welchem ich die -Körnchenbewegung zum ersten Male beobachtete, liess dieselbe nur an -einzelnen Fäden wahrnehmen, und es gab zugleich Momente, in welchen -die sichtbaren, ausgestreckten Pseudopodien sich völlig ruhig -verhielten. Die Körnchenbewegung gab sich ferner so zu erkennen, wie -es _Max Schultze_ und _Joh. Müller_ beschrieben haben, als ein +an -der Oberfläche+ des Fadens sich hin- oder zurückbewegendes Korn oder -Körnchen. Ich muss jedoch hinzufügen, dass die Bewegung des Korns -nicht gleichmässig war, sondern dass das Korn über die Oberfläche -fortzu+hüpfen+ schien, oder doch wenigstens eine +zitternde+ Bewegung -verrieth. Es war mir aber sehr auffällig, dass ungeachtet zahlreicher -angeblicher Körnchen-Zuströme, und obgleich man an den Enden der Fäden -häufig genug das stillstehende Korn nicht zurückkehren sieht, -- im -ganzen Gesichtsfelde, weder in der umgebenden Flüssigkeit, noch an und -in der Substanz der Strahlen selbst, irgend ein sichtbares ruhendes -Kügelchen sich wahrnehmen liess. Und doch sollte die aus dem Körper -den Strahlen zuströmende Sarkode-Substanz Kügelchen enthalten, und die -grösseren Kügelchen nicht allein das Hervortreten der fortströmenden -Masse +über+ das Niveau des Fadens bewirken, sondern überhaupt den -optischen Ausdruck der Körnchenbewegung bedingen. Leibessubstanz mit -Kügelchen konnte also den Strahlen nicht zugeflossen sein; -- das -Trugbild lag offen zu Tage.« - -_Reichert_ ist schnell fertig wie man sieht. Und warum ist die -Körnchenbewegung ein +Trugbild+? Weil _Reichert_ +weder in der -umgebenden Flüssigkeit+ (sic) +noch an und in der Substanz der -Strahlen+ selbst irgend ein sichtbares +ruhendes+ Korn wahrgenommen hat! - -Schon in der folgenden Zeile ist nur noch von +scheinbaren+ Körnern -die Rede, über deren Natur und Entstehung es weiter heisst: »An -irgend einer beliebigen Stelle des hyalinen ausgestreckten Fadens -zeigt sich plötzlich eine scheinbare Verdickung von spindelförmiger -Begrenzung, etwas gelblicher Färbung und dunkler Contour; die Spitzen -der Spindel verlieren sich ganz unmerklich in die unverändert -gebliebenen angrenzenden Theile des Fadens. Bald darauf erscheint es -als ob die Spindel kürzer, in ihrer Mitte aber dicker, dunkler werde -und mit derselben aus dem Niveau des Fadens mehr hervortrete; endlich -entschwinden die Enden der scheinbar spindelförmigen Verdickung dem -Blicke, und die erhobene mittlere Partie hüpft unter dem Bilde eines -Kornes auf der Oberfläche des Fadens hin. Ganz auf dieselbe Weise, -jedoch in umgekehrter Ordnung, verschwindet das Körnchen beim Aufhören -der Bewegung.« »Wer das allmähliche Entstehen und Aufhören der -Körnchenbewegung verfolgt hat, wird die Vorstellung von einer wirklich -fliessenden Substanz in den Pseudopodien sicherlich fallen lassen.« Es -bleibt nur noch die Annahme der auf der Oberfläche fortschreitenden -Contractionswelle übrig, und fragt es sich nur, was diese Welle für -eine Form haben müsse, um ein scharf contourirtes Körnchen, wie man -factisch deren sieht, vorspiegeln zu können. Hier kommt _Reichert_ zu -dem Resultat, dass diese Form nur die einer »am Faden fortziehenden -Schlinge« sein könne (p. 650). »Die sich erhebende Schlinge wird zuerst -als eine langgezogene, in ihrer Mitte sich verdickende, aus dem Niveau -des Fadens heraustretende Anschwellung gesehen. Die erhobene Schlinge -selbst ferner giebt sich in Folge der Lichtbrechungsverhältnisse der -Scheitelkrümmung gerade so, wie sehr häufig bei den Querfältchen der -glatten Muskelfasern als ein auf dem Faden aufliegendes Korn oder -rundliches, oder ovales Körperchen zu erkennen. Ebenso leuchtet es -ein, dass die in Fortbewegung begriffene Schlinge als ein auf der -Oberfläche des Fadens fortziehendes Körnchen erscheinen müsse, und dass -sie endlich das mikroskopische Bild eines hüpfenden Kornes gewähren -werde, da vorausgesetzt werden darf, dass die Schlinge bei ihrer -continuirlichen Neu- und Rückbildung nicht immer die gleiche Höhe -beibehalte, -- was sich eben als ein Schwanken der Scheitelkrümmung der -Schlinge oder des scheinbaren Korns zu erkennen giebt. Es ist mir nicht -gelungen, eine der Schlinge entsprechende Zeichnung im mikroskopischen -Bilde wahrzunehmen, ich glaube aber nicht, dass hierauf unter den -obwaltenden Umständen irgend ein Gewicht gelegt werden darf.« - -Man könnte zunächst mit _Reichert_ darüber rechten, ob das -von ihm zur Beobachtung benutzte Material ein ausreichendes -gewesen, den übereinstimmenden Angaben der bisherigen Beobachter -der Körnchenbewegung in einer solchen Weise, wie er gethan, -gegenüberzutreten. Laut eigener Angabe (l. c. p. 642) ist es nur -+eine+ Species von Miliola und Rotalia, durch deren Beobachtung -_Reichert_ für ein optisches Trugbild erklären zu können glaubt, was -ich an mehr als 20 verschiedenen Species[20] sah und _Joh. Müller_ -nach seinen Untersuchungen an mehreren Polythalamien und nahe an 50 -Arten Radiolarien bestätigte. Die +Gromia oviformis+ aber, von der -ich sage, dass keine der anderen Arten sich so gut zum Studium der -histiologischen Details eigene (l. c. p. 18), und auf welche sich -zunächst meine Beschreibung der Körnchenbewegung bezieht (l. c. p. 16 -und 17), hat _Reichert_ gar nicht gesehen. - -Doch fragen wir, auf welche Gründe hin _Reichert_ die Existenz -von Körnchen und danach auch das »Fliessen« von Körnchen in der -Substanz der Pseudopodien läugnet. Es ist schwer, wenn man die -Bewegungserscheinungen der Pseudopodien beobachtet, zu begreifen, wie -es möglich gewesen, dass _Reichert_ die Körnchen für eine optische -Täuschung erklären konnte. Hätte derselbe Gromia oviformis vor sich -gehabt, er wäre nie auf diese Idee gekommen. Denn hier sind die -Körnchen zum grossen Theile Kügelchen von so starkem Glanze wie -Fetttröpfchen oder ähnliche Gebilde. Schon eine mässige Vergrösserung -(2-300 Mal) genügt hier, die vollkommen kreisförmige Begrenzung der -fraglichen Gebilde und den Unterschied in der Lichtbrechung zwischen -Grundsubstanz und Körnchen deutlich wahrzunehmen. Auch andere -Gromia-ähnliche Rhizopoden verhalten sich ebenso, und mache ich nur auf -die Abbildung der +Lieberkühnia+ bei _Claparède_ und _Lachmann_[21], -von welcher ich eine ganz ähnliche Zeichnung bei _Guido Wagener_ -gesehen habe, aufmerksam. Ist es schon in hohem Grade unwahrscheinlich, -dass dieselbe Erscheinung, welche an dem einen Rhizopod von gleitenden -Körnchen herrührt, an einem anderen von ganz verschiedenen Ursachen -bedingt sein soll: so giebt die aufmerksame Beobachtung auch nicht den -geringsten Anhaltspunkt zur Annahme einer solchen Verschiedenheit. -Allerdings sind die der Pseudopodiensubstanz der Milioliden eigenen -Körnchen viel kleiner als die der Gromiden, doch dieser Unterschied -kann durch Anwendung stärkerer Vergrösserungen ausgeglichen werden. Mit -Hülfe solcher ist mir und Anderen, denen ich das Object zeigte, kein -Zweifel übrig geblieben, dass auch die Milioliden massenhaft Körnchen, -d. h. Körperchen von einer anderen Lichtbrechung als ihre Umgebung, in -ihrer Substanz enthalten. Den Beweis dafür entnehme ich aus Folgendem: - -1) Scharfe Begrenzung und starker Glanz der fraglichen Körperchen -sprechen nicht dafür, dass dieselben nur Theile der Fadensubstanz -selbst seien, denn diese Substanz bricht, wie _Reichert_ zugiebt, das -Licht nur wenig anders als das umgebende Wasser. Ganz entscheidend -ist aber der Umstand, dass Körnchen, +welche seitlich über den Rand -eines Fadens hinausragen+, ebensogut wie die anderen bei Hebung -des Tubus über diejenige Einstellung, bei welcher man die Bewegung -am deutlichsten sieht, in einen +Lichtpunkt+ übergehen. Derselbe -beweist, dass sie wie eine Sammellinse wirken, und dass sie keine -»am Faden fortziehenden Schlingen« sind, wie _Reichert_ will, -denn solche müssten, im Profil gesehen, als Ringe oder Oesen von -Pseudopodiensubstanz beim Heben des Tubus in der Mitte einen dunkeln -Fleck erhalten, wie aus _Welcker’s_ Bemerkungen über die Unterscheidung -von Erhabenheiten und Vertiefungen unter dem Mikroskope hervorgeht[22]. - -2) Man erkennt bei starken Vergrösserungen (_Hartnack_ System 10, oder -_Zeiss_ F), dass viele der an und in den Fäden der Milioliden auf- -und abziehenden Körnchen eine längsovale oder stäbchenförmige Gestalt -besitzen, und dass, wenn sie auch meist mit ihrer längern Axe der -Längsaxe der Fäden parallel gehen, sie nicht selten sich rechtwinklig -zu letzterer aufstellen, um dann bei weiterer Bewegung sich wieder -umzulegen. Kurz die Körperchen befinden sich öfter in einer rotirenden -Bewegung, und diese beweist ihre körperliche Natur. - -3) _Reichert_ will die Abwesenheit von Körnchen in der Substanz der -Pseudopodien durch folgenden Satz beweisen (l. c. p. 644): »Da die -körnige Zeichnung jedesmal sofort verloren geht, wenn die Fäden in -gestreckter Lage ruhig liegen, oder die körnigen Platten und Lamellen -sich in ruhende gestreckte Fäden wiederauflösen, so muss gefolgert -werden, dass die körnige Zeichnung nur scheinbar sei und durch -Formveränderungen der an sich hyalinen Fäden hervorgebracht werde.« Es -ist mir nicht möglich gewesen, zu ermitteln, welcher Umstand _Reichert_ -so täuschen konnte, dass er obige Behauptung aufstellte. Ich finde bei -lebenden Thieren mit ausgestreckten Fäden nie und an keiner Stelle eine -derartige Ruhe, dass die Körnchenbewegung aufhöre und der Faden ein -+gleichmässig hyalines+ Ansehn annehme. Allerdings sieht man hie und da -an sehr dünnen Fäden kein Körnchen. Dergleichen kommt bei Thieren wie -den Milioliden, deren Protoplasma eben nicht sehr körnerreich ist, vor. -Aber in solchen Fällen vergeht kaum eine Secunde, dass nicht Körnchen -erscheinen, die von benachbarten Fäden auf die körnchenlosen übergehen. -Nach _Reichert’s_ Angaben sollte man erwarten, dass an jedem Faden die -körnige Zeichnung zeitweise ganz verschwinden könne, »wenn die Fäden in -gestreckter Lage ruhig liegen«, was nach erfolgtem Ausstrecken sich von -allen Fäden sagen lässt, die nicht in der Retraction begriffen sind. -Solche in gestreckter Lage ruhig liegende Fäden zeigen aber immer das -lebhafteste Spiel der Körnchenströmung, ebenso die Fäden, welche sich -aus körnigen Platten oder Lamellen wiederauflösen. Dagegen kommt man -recht oft dazu, einzelne Körnchen, wenn auch nur auf kurze Zeit +ruhen+ -zu sehen, so z. B. sehr häufig an sogenannten laufenden Brücken, wenn -dieselben rechtwinklig auf den Fäden stehen, die sie verbinden; und -bedient man sich künstlicher Mittel, so kann man die Körnchen auf weite -Strecken in Ruhe setzen, ohne dass sie, wie _Reichert_ annimmt, dabei -verschwinden. - -Ganz entscheidend in dieser Beziehung ist folgender Versuch: Man -bringe an den Rand des Deckglases, unter welchem sich ein Thier mit -ausgestreckten Pseudopodien befindet, einen Tropfen destill. Wasser, -und beobachte dessen allmähliche Einwirkung. Die Körnchenbewegung -wird langsamer, ohne dass an den Fäden sonst irgend eine Veränderung -wahrzunehmen ist, endlich stockt sie ganz. Wenn das destillirte -Wasser nicht zu heftig einwirkt, bietet der Faden auch jetzt noch, -abgesehen von dem Mangel der Bewegung, ganz das Ansehn wie im Leben -dar, die Körnchen sind ebenso deutlich zu sehen und in derselben Menge -vorhanden, wie zuvor, die Grundsubstanz ist von unverändertem Aussehen. -Körnchen, die sich eben noch bewegten, sieht man in den ruhenden -Zustand übergehen und für immer in demselben verharren, ohne dass sich -an ihnen sonst die geringste Veränderung wahrnehmen lässt. Macht sich -der Einfluss des destillirten Wassers länger geltend, so treten erst -kleine dann grösser werdende Vacuolen in der Grundsubstanz der Fäden -auf, sie verbreitern sich, bekommen ein schaumiges Ansehn und gehen -endlich unter zunehmenden Quellungserscheinungen zu Grunde. - -Die Beobachtung der Körnchen in ihrem allmählich eintretenden -Stillstande, wobei jedes einzelne scharf im Auge behalten werden kann, -ist ganz entscheidend. Auch durch andere, energischer wirkende Agentien -lässt sich ein gleiches Resultat, wie durch destillirtes Wasser -erzielen z. B. Iodlösung, verdünnte Säuren und Alkalien, durch den -elektrischen Strom, doch treten hier meist viel schneller Veränderungen -der Fäden im Ganzen ein, worauf wir unten noch zurückkommen, so dass -die Beobachtung nicht so rein ist als bei Anwendung des destillirten -Wassers. Auch die schnelle Erwärmung des Objectträgers, auf welchem -sich eine Miliolide mit ausgestreckten Pseudopodien befindet, bis -auf mindestens 45° C., giebt ein belehrendes Bild. Die Pseudopodien -erstarren in der Lage, in welcher sie sich gerade befinden, und -verharren so lange in derselben, bis diffundirende Einflüsse des -umgebenden Wassers sie endlich zerstören. - -Jeden Einwand, dass Gerinnungserscheinungen die Beobachtung trüben, -schliesst endlich folgendes Experiment aus. Zerdrückt man ein Thier, -welches mit ausgestreckten Pseudopodien unter einem Deckglase -liegt, sodass die Schale gesprengt und der Inhalt in dichten Massen -hervorgepresst wird, so bleiben die ausgestreckten Fäden, wo sie -nicht mechanisch incommodirt wurden, unverändert liegen und setzen -das Spiel ihrer Bewegungen noch eine Zeit lang in gewohnter Weise -fort. Sie retrahiren sich nicht, wenn ein Abreissen derselben von der -Oberfläche des Glases, wenn eine andere Bewegung des Deckglases als -zum Zerdrücken der Schale nothwendig ist, vermieden wird. Obgleich -der Zusammenhang der Fäden mit dem Thierkörper durch das Zerdrücken -des Letzteren an vielen Stellen der Basis der Fäden aufgehoben wird, -dauert die Körnchenströmung doch noch unverändert fort. Aber sie wird -allmählich langsamer, die Fäden ziehen sich mehr und mehr zu dichten -Netzen und breiteren Platten zusammen, aus denen zwar wieder neue -Fäden ausstrahlen, in denen aber nach und nach die Körnchenbewegung -aufhört. Nach Verlauf einer Stunde hat dieselbe an den meisten Stellen -ihr Ende erreicht. +Trotzdem sind die Körnchen in der Grundmasse der -Fäden noch so deutlich wie vorher+, und halten sich so lange, bis der -diffundirende Einfluss des Wassers endlich die Auflösung der Fadenreste -herbeiführt, wobei sich die winzigen Körnchen unter Molekularbewegung -zerstreuen. - -Nach dem Voranstehenden dürfen wir wohl die Existenz von Körnchen in -den Pseudopodien der Milioliden gegen die _Reichert_’schen Einwürfe für -+bewiesen+ ansehen. Sind aber Körnchen da, so bleibt es auch mit der -Körnchenbewegung beim Alten und _Reichert_ mag sich umsehen, wie er -seine Behauptung, dass dieselbe ein »optisches Trugbild« sei, weiterhin -stütze. - -Die Körnchen der Pseudopodien sind in einer gleitenden Bewegung. Sie -rücken auf weite Strecken vor und wieder zurück, sie tauschen ihren -Platz mit anderen, ungehindert ziehen sie von einem Faden auf den -anderen hinüber -- diese Ortsveränderungen regen in uns die Frage -nach der +Consistenz+ derjenigen Substanz an, in welcher sie sich -bewegen. Man hat die Bewegung der Körnchen eine +fliessende+ genannt, -und gewiss nicht mit Unrecht, denn solche Ortsveränderungen, wie wir -sie beobachten, setzen voraus, dass die Substanz, in welcher sie -zu Stande kommen, mit dem Aggregatzustande einer Flüssigkeit etwas -gemein haben müsse. Nun giebt es aber bekanntlich verschiedene Grade -des Flüssigen, und wenn wir uns für die Bezeichnung der Consistenz -der Pseudopodien des Ausdruckes »dickflüssig wie Schleim« bedienten, -also etwa an eine zähflüssige Gummilösung dachten, so glauben wir -von dem Rechten nicht weit abgewichen zu sein. _Reichert_ protestirt -dagegen, die Pseudopodiensubstanz für +tropfbar flüssig+ zu halten. -Ich glaube nicht, dass sich bisher Jemand dieser Worte zur Bezeichnung -der Dichtigkeit der Fadensubstanz bedient hat. Aber auch mit flüssigem -Wachs oder Schleim will er sie nicht vergleichen. Er nennt sie -+fest-weich+ (p. 652), ausserordentlich weich und biegsam, und hebt -an ihnen die bemerkenswerthe Eigenschaft des leichten Adhaerirens -aneinander hervor, welches aber durchaus verschieden sein soll von dem, -was die früheren Beobachter das Ineinanderfliessen zweier oder mehrerer -Pseudopodien genannt haben. - -Statt aller Discussion über den die Consistenz am passendsten -bezeichnenden Ausdruck, welche in einen Wortstreit ausarten muss, da -wir streng genommen, wie _Brücke_ gewiss sehr richtig hervorhebt[23], -die für die Aggregatzustände lebloser Körper erfundenen Ausdrücke -auf belebte nicht ohne Weiteres anwenden können, wollen wir die -Erscheinungen studiren, welche uns einen Begriff von der Consistenz der -Pseudopodiensubstanz geben können. Wir wollen hier zuerst anführen, -was wir beim Aneinanderstossen zweier auf ihrem Wege sich begegnender -Pseudopodien beobachten; sodann die Aufnahme fremder Körper in die -Pseudopodiensubstanz besprechen. - -Verfolgt man an einer eben auf den Objectträger gebrachten Miliolide -das Ausstrecken der Pseudopodien, so bemerkt man, dass alle schnell -und in gerader Linie sich verlängernden Fäden an dem Ende abgerundet -oder mit einer kolbenförmigen Anschwellung versehen sind, welche bald -kuglig, bald herzförmig oder cylindrisch wurstförmig gestaltet ist. -Manchmal ragt aus derselben noch eine feine Spitze hervor, welche an -ihrem Ende auch wieder angeschwollen sein kann. Die Endanschwellung des -Fadens ist körnig wie der ganze Faden, doch sind bei den Milioliden -wie bei den meisten Foraminiferen mit Kalkschale die Körnchen kleiner, -als bei Gromia oviformis, von der ich sie in möglichst naturgetreuer -Lagerung auf der ersten Tafel meines oben citirten Werkes abgebildet -habe. Es gehört eine klare, mindestens 4-500 mal. Vergrösserung dazu, -um ohne zu grosse Anstrengung der Augen ihrem Spiel längere Zeit -genau folgen zu können. Die Körnchen der Endanschwellung sind wie -die letztere selbst in einer unruhig zitternden Bewegung. Während -letztere im Vorrücken wie tastend hin und her schwankt, fliessen von -der Basis des Fadens her stets neue Körnchen zu und gehen zum Theil -an dem Ende des Fadens umkehrend in die rückläufige Bewegung über. -Hat sich ein solcher Faden auf eine ansehnliche Länge ausgedehnt, -ohne auf einen anderen Faden oder ein Hinderniss gestossen zu sein, -so biegt er sich oft unter einem ziemlich genau rechten Winkel um und -bewegt sich jetzt in der neuen Richtung vorwärts, als wisse er, auf -diesem Wege einigen der anderen divergirend ausstrahlenden Pseudopodien -zu begegnen. Höchst merkwürdig sind nun die Erscheinungen, wenn ein -solches Begegnen eintritt, wenn ein geknöpfter Faden in seinem Laufe -auf einen anderen stösst. Im Momente der Berührung zertheilt sich -die knopfförmige Anschwellung wie eine platzende, mit Flüssigkeit -gefüllte Blase und mischt ihre Substanz der des begegnenden Fadens bei. -Genau wie wenn ein kleinerer Fetttropfen in einem grösseren aufgeht, -so verschmilzt die Substanz des knopfförmigen Pseudopodienendes, -indem die Körnchen mit einem Ruck auseinanderfahren, mit dem daneben -hinziehenden Protoplasmastrome. So namentlich immer wenn letzterer -recht breit ist; der dünnere Faden muss jetzt dem dickeren folgen, -ihr Strombett ist ein gemeinschaftliches geworden. Trifft dagegen der -vorrückende Faden auf einen dünneren als er selbst ist, so beobachtete -ich mehrere Male, namentlich wenn ersterer unter rechtem oder nahezu -rechtem Winkel auf den in seinem Wege hinziehenden feineren stiess, -dass zwar eine Verschmelzung stattfand, der dickere aber seinen Weg -in der ursprünglichen Richtung fortsetzte. Durch eine verkittende und -die Winkel der kreuzweis verschmolzenen Fäden ausfüllende Masse mit -dem anderen organisch verbunden liess er sich in seiner ursprünglichen -Richtung nicht stören; verlängerte sich vielmehr noch auf eine lange -Strecke. - -Sehr oft begegnet es einem, dass, wenn man den Moment der Verschmelzung -zweier einander entgegenlaufender Fäden erwartet, dieselben in -verschiedenen Ebenen übereinander hinwegziehen. Ja die Verschmelzung -scheint ausbleiben zu können auch bei directer Berührung. Es muss -danach wahrscheinlich ein Act der Willkür mitwirken, oder es -ist ein Hinderniss zu überwinden, wie zwei Fetttropfen oft erst -zusammenfliessen, wenn sie mit einer Nadel angestochen werden. - -Dass die Willkür mit im Spiele ist, geht schon daraus hervor, dass die -Verschmelzung bei aneinanderstossenden Fäden +verschiedener+ Individuen -bestimmt nicht stattfindet, wie ich mich bei dicht nebeneinander auf -die Objectträger gebrachten Individuen sehr oft überzeugt habe. Die -Fäden weichen dann vor ihres Gleichen wie vor einem schlimmen Feinde -zurück. - -Wie die mitgetheilte Beobachtung des plötzlichen Auseinanderfahrens der -Körnchen im Momente des Ueberganges der Substanz des einen Fadens in -den anderen, so halte ich auch den so leicht zu beobachtenden Uebergang -eines gleitenden Körnchens auf einen anderen Faden für beweisend für -die Verschmelzung solcher Fäden. Die Substanz zweier Pseudopodien -+muss wenigstens an der Oberfläche+ ineinandergeflossen sein, wenn ein -Körnchen aus einer in die andere übergeht. Da kann von einem blossen -Aneinanderkleben nicht die Rede sein. - -Sehr belehrend für die Beurtheilung der Consistenz der Pseudopodien -und die Natur der Körnchenbewegung sind folgende Beobachtungen über -die Aufnahme fremder Körper in das Innere derselben. Fast an jedem -Thiere mit ausgestreckten Pseudopodien sieht man, dass hier oder -dort ein kleiner fremder Körper dem Faden entlang zieht nach Art der -Körnchen. _Joh. Müller_ machte zuerst auf dies Verhalten ausdrücklich -aufmerksam, indem er sagt (Die Thalassicollen, Polycystinen und -Acanthometren etc. p. 9): »Wichtig ist was bisher an den Pseudopodien -der Rhizopoden noch nicht gesehen war und was ich in vielen Fällen an -Polycystinen feststellen konnte, dass mit den an der Oberfläche der -Fäden in wechselnder Richtung fortgeführten Körnchen auch benachbarte -fremde Körper, ganze Schleimklümpchen, unregelmässige Körnerhaufen in -die gleiche Strömung entlang den Fäden gerathen.« _E. Haeckel_ hat -neuerdings diese Beobachtungen für die Radiolarien unter anderem durch -Fütterung mit Carmin bestätigt[24], und ist es sehr leicht, sich von -der Richtigkeit derselben auch für die Polythalamien zu überzeugen. -Ich brachte Milioliden auf dem Objectträger in einen Tropfen -Seewasser, dem vorher ein wenig feinzertheilter Carmin zugesetzt war. -Die Menge desselben darf nicht gross sein, damit die Beobachtung -der zarten Pseudopodien nicht gehindert werde. Schon die ersten -hervorgestreckten Fäden eignen sich einen Theil der ihnen im Wege -liegenden Carminkörnchen an. Man sieht die Farbstoffkörnchen an dem -Faden gleich nach der Berührung festkleben und sich mit den Körnchen -der Substanz desselben centripetal und centrifugal fortbewegen. -Hat man einem Thier Zeit gelassen seine Fäden recht vollständig -auszustrecken, und beobachtet nachdem das Thier etwa ¼ Stunde mit -dem Carmin in Berührung war, so bietet sich das überraschende und -wahrhaft prächtige Schauspiel dar, dass alle Pseudopodien eine gewisse -Menge von Carminkörnchen enthalten, welche, je kleiner sie sind, um -so lebhafter an der Bewegung der den Pseudopodien eigenen Körnchen -theilnehmen. Einige gleiten dem peripherischen Ende des Fadens zu, -andere, und zwar der grössere Theil, werden in entgegengesetzter -Richtung fortgeführt und in das Innere des Thierkörpers aufgenommen. -Oft stockt die Bewegung eines Körnchens plötzlich, und erst wie nach -kurzem Besinnen geht sie fort oder in die entgegengesetzte über. Dabei -kommt an den Carminkörnchen dasselbe Zittern und Schwanken wie bei -der Molekularbewegung vor, welches _Reichert_ als +hüpfende+ Körnchen -bezeichnet und zu Gunsten seiner Schlingentheorie verwendet (l. c. p. -650). Ein Carminkörnchen überholt das andere, von zwei sich begegnenden -kehrt eins mit dem anderen um. Endlich sieht man wo Anastomosen sind, -die Farbstoffkörnchen so gut wie die anderen aus einem Faden in den -anderen hinüberlaufen. Kurz, das Verhalten ist genau dasselbe, wie es -uns von der Körnchenbewegung überhaupt bekannt ist, nur viel leichter -zu beobachten entsprechend der Grösse und intensiven Färbung der -Carminkörnchen. - -Oft beobachtete ich, dass auch grössere Klümpchen Carmin, wie sie durch -Zusammenkleben zahlreicher kleiner entstehen, selbst wenn sie einen -mehr als zehnfach grösseren Durchmesser als die Fäden haben, doch mit -fortgeschleppt wurden. So gelangen auch andere oft ziemlich grosse -fremde Körper in den Körnchenstrom. - -Der erste von mir verwandte Carmin war, wie häufig der Fall ist, -mit Stärkemehl verfälscht. Es dauerte nicht lange, so bewegten -sich den ausgestreckten Pseudopodien entlang eine Menge grosser -Stärkemehlkörner, welche der Oberfläche der klebrigen Fäden -anhingen. Sie wurden in grosser Masse an der Basis der Fäden an der -Schalenmündung angehäuft und in das Innere des Körpers aufgenommen. -Ich habe dann die Versuche mit reinem Stärkemehl wiederholt und mit -demselben Erfolge. Auch bei ihnen kann man die doppelte, die hin- -und rücklaufende Bewegung beobachten, doch geht der Hauptstrom der -Schale zu. Als besonders wichtig ist hier noch hervorzuheben, dass -die Fäden, an welchen die centripetale Strömung beobachtet wird, sich -nicht im Ganzen verkürzen, sondern unverändert ihre Länge beibehalten -oder sich +fortwährend noch verlängern+. Ein Faden, welcher in der -lebhaftesten Streckung begriffen ist, zeigt neben dem centrifugalen -auch den umgekehrten Strom seiner Körnchen, und wenn er einen fremden -Körper aufnahm und derselbe nicht zu gross ist, kann auch dieser an der -Strömung theilnehmen. Ebenso beobachtete ich oft auf das Deutlichste, -dass an einem in der Retraction begriffenen Faden die centrifugale -Strömung noch deutlich fortdauerte. Sie hört erst auf wenn die -störenden Einflüsse, welche die Retraction hervorriefen, Erschütterung, -chemische Reagentien, Schläge des Inductionsapparates, ihre Wirkung in -weiterer Umgebung äussern. - -Die Milioliden, welche mir zu meinen Versuchen dienten, bemächtigten -sich des Carmines oder Stärkemehles so gierig, dass wenn dieselben -einige Stunden in einem Uhrglas mit diesen Substanzen in Berührung -gewesen waren, fast der ganze Körper, welcher in der Schale verborgen -liegt, mit ihnen dicht erfüllt war, wie nach dem Auflösen der Schale in -Säuren erkannt wurde. - -Diese Versuche sind in mehrfacher Beziehung von hohem Interesse. Sie -lehren zunächst, dass die Consistenz der Pseudopodien-Oberfläche eine -so geringe ist, dass fremde Körper, welche an dieselbe anstossen, fast -augenblicklich in dieselbe aufgenommen werden können. Weiter beweisen -sie auf das schlagendste die von _Reichert_ bestrittene, einem Fliessen -vergleichbare Bewegung der Körnchen in der Substanz derselben. Sie -lehren auf das Unzweideutigste, dass mit der Körnchenbewegung eine -Veränderung der Lage der Theile Hand in Hand geht, welche nicht bloss -Wellenbewegung ist. Endlich geben sie uns ein Mittel an die Hand, aus -der Lagerung der in die Schale aufgenommenen fremden Körper diejenigen -Theile des Thieres zu bestimmen, welche zur Nahrungsaufnahme und -Verdauung dienen. - -Wer viele verschiedene Arten von Rhizopoden aufmerksam untersucht -hat, weiss sehr wohl, dass ihre Pseudopodien eine sehr verschiedene -Consistenz und demnach auch eine sehr verschiedene Neigung zum -Zusammenfliessen haben können. Es ist dasselbe Verhältniss wie mit dem -Protoplasma verschiedener Zellen und verschiedener Theile einer Zelle. -Unter den Gromiden treten die Extreme am schärfsten hervor bei den -beiden Arten, welche ich als +Gromia oviformis+ und +Gromia Dujardinii+ -beschrieb[25]. - -Letztere Art, welche ich zuerst bei Ancona im adriatischen Meere, -sodann bei Helgoland auffand, habe ich wieder an der englischen Küste -beobachtet und noch jetzt lebend in meinen Gläsern. Sie ist nach ihrer -Schalenbildung von den Gromiden nicht zu trennen, unterscheidet sich -aber von der erstgenannten Art durch die, soweit unsere Vergrösserungen -reichen, +vollkommen hyaline+ Beschaffenheit der von ihr ausgesandten -Fäden. Diese sind äusserst träge in ihren Bewegungen, so starr und -fest, dass sie keine Neigung zum Zusammenfliessen zeigen, auch -wenn sie sich berühren. Von Bewegungen der Substanz, welche mit -der Körnchenbewegung verglichen werden könnten, zeigen sie nicht -das Geringste. Aber sie verästeln sich, wenn sie sich längere Zeit -ungestört ausbreiten konnten (vergl. meine Abbildung l. c. Taf. VII, -Fig. 1). Obgleich die Substanz ziemlich stark lichtbrechend ist, -scharfe Grenzcontouren gegen das umgebende Wasser zeigt, ist an -verästelten Fäden doch nicht die geringste Spur davon zu sehen, dass -ein solcher von der Basis an aus mehreren nur lose aneinanderliegenden -Fäden zusammengesetzt sei. - -Zwischen diesen beiden Extremen liegen offenbar manche in der Mitte. So -sind die körnerarmen Miliolidenpseudopodien allem Anschein nach etwas -fester als die der Gromia oviformis, wie aus der ungleich langsameren -Bewegung und dem seltener eintretenden vollständigen Zusammenfliessen -gefolgert werden kann. - -Aber auch an einem und demselben Thiere kann festere und flüssigere, -hyaline und körnerreiche Substanz der Pseudopodien zusammen vorkommen. -Gerade so wie bei vielen Amoeben eine hyaline Grenzschicht das -körnerreiche Innere bedeckt und beide zusammen erst den Körper der -Amoebe darstellen[26], so giebt es Pseudopodien, +deren Axe ein -hyaliner, und wie es scheint festerer Faden ist, auf dessen Oberfläche -die körnerreiche, weichere Substanz sich bewegt+. Dieses höchst -merkwürdige Verhalten findet sich nach meinen Beobachtungen an den -Pseudopodien von +Actinophrys Eichhornii+. - -Es ist über dies Thier, welches offenbar unter allen Rhizopoden -des süssen Wassers den Radiolarien des Meeres am nächsten steht, -viel Wichtiges geschrieben. Dennoch sind einige beachtenswerthe -Organisationsverhältnisse desselben nicht genügend aufgeklärt. Dahin -gehört u. A. das Verhältniss der Pseudopodien zu der Körpersubstanz, -der Bau der Pseudopodien selbst, und endlich der Unterschied in der -Bildung des undurchsichtigeren Centraltheiles und der durchsichtigeren -Rinde. Da diese Verhältnisse für die Lehre vom Protoplasma der -Rhizopoden überhaupt von Interesse sind, so mögen meine bezüglichen -Beobachtungen hier eine Stelle finden. - -Die Pseudopodien, welche von dem kugelrunden Thiere nach allen -Richtungen gleichmässig ausstrahlen, gleichen auf den ersten Blick -starren, steifen Borsten, so wenig Bewegung ist an ihnen zu bemerken. -Dennoch bestehen sie bekanntlich aus einer contractilen Substanz. Man -gewahrt hie und da Biegungen, selbst Schlängelungen an ihnen, sie -besitzen das Vermögen der Retraction, doch alle Gestaltveränderungen -kommen bei ihnen nur sehr langsam zu Stande. Wie an den Pseudopodien -ihrer nächsten Verwandten, der Radiolarien, so ist auch an ihnen eine -Körnchenbewegung zu beobachten. Doch auch diese läuft ausserordentlich -langsam ab, so dass sie _Ehrenberg_, _Kölliker_, _Stein_ und anderen -früheren Beobachtern entgangen war. _Claparède_ hat sie, wie uns -_Joh. Müller_[27] berichtet, zuerst gesehen, doch war 1858 _Joh. -Müller_ noch unbekannt, »ob die Körnchenbewegung in den strahligen -Fäden der Actinophrys eine nur innere, oder auch äusserlich ist«[28]. -Die Entscheidung verlangte die Anwendung stärkerer und besserer -Vergrösserungen. Mit Hülfe solcher (_Zeiss_ System F, _Hartnack_ 9 und -10) erkannte ich bis dahin übersehene Verhältnisse des feineren Baues -und Ursprunges dieser Pseudopodien. Dieselben bestehen nach meinen -Untersuchungen aus einem hyalinen, +festeren Axenfaden+ und einer -weichen, klebrigen, körnigen, +beweglicheren Rindensubstanz+. Nur in -letzterer ist der Sitz der Körnchenbewegung, welche danach eine nur -äusserliche ist. Körnchen in dem Axenfaden müssen, wenn sie vorkommen, -zu den Seltenheiten gehören, ich habe keine solchen mit Sicherheit -wahrnehmen können. - -Die bisherigen Beobachter nehmen die Pseudopodien von +Actinophrys+ -als einfache Fortsetzungen der äussersten Rinde des Körpers, und -_Joh. Müller_ hebt dieses Verhältniss den +Acanthometren+ gegenüber -hervor, bei denen nach _Claparède’s_ Beobachtungen die Pseudopodien -unter der Hautschicht sich bis in die tiefere organische Masse -verfolgen lassen[29]. Dennoch scheint kein erheblicher Unterschied in -dem Ursprunge der Pseudopodien der Actinophrys und der Acanthometren -zu bestehen. Ich finde nämlich, dass bei Act. +Eichhornii+ alle -Strahlenfäden mittelst ihrer hyalinen Axe aus dem +Inneren+ des -Thierkörpers entspringen. Ich konnte sie immer radiär durch die -Hautschicht bis auf die Oberfläche der dunkleren Marksubstanz -verfolgen. Die bewegliche körnige Rinde der Fäden stammt dagegen -deutlich von der äussersten Hautschicht der Actinophrys ab. Dabei -ist sehr bemerkenswerth, dass oft mehrere hyaline Axenfäden welche -nebeneinander, doch von getrennten Stellen der Oberfläche der -Marksubstanz entspringen, sich zu einem gemeinschaftlichen Faden -aneinander legen. Diese Verbindung tritt gewöhnlich während ihres -Verlaufes durch die Rindensubstanz ein, kann aber auch noch ausserhalb -des Körpers zu Stande kommen. Die Berührungsgrenzen verschwinden nicht -immer ganz vollständig. Solche componirte Strahlen erhalten aber immer -einen +gemeinschaftlichen Ueberzug+ von der weicheren körnigen Masse -der äusseren Schicht des Thierkörpers, welche sich wie eine Scheide -um sie herum legt. Kommt die Verbindung erst ausserhalb des Körpers -zu Stande, so ist es das, was man Verschmelzung zweier Pseudopodien -genannt hat[30]. In diesem Falle besitzt jeder Faden bereits einen -körnigen Ueberzug. Mittelst dieses verschmelzen sie in der That so -schnell und vollständig, wie die Verschmelzung nur bei den Pseudopodien -der Polythalamien zu Stande kommt. +Aber die starren hyalinen Axenfäden -laufen unverschmolzen noch nebeneinander.+ Vielleicht dass allmählich -auch hier eine innigere Verbindung, ein vollständiges Verschmelzen -eintritt. So scheint +Actinophrys Eichhornii+ in ihren Pseudopodien -die +beiden Substanzen nebeneinander+ zu besitzen, welche getrennt -bei Gromia oviformis und Dujardinii vorkommen, eine hyaline, festere, -zur Verschmelzung wenig oder gar nicht geneigte Axensubstanz und eine -zerfliesslich weiche Rinde mit Körnchenbewegung. - -Ausser der Beobachtung des lebenden Thieres im unveränderten Zustande -giebt es noch manche künstliche Mittel, sich von dem eben geschilderten -Baue der Pseudopodien von Actinophrys zu überzeugen. Sehr belehrend -ist folgende Beobachtung. Legt man auf ein recht lebenskräftiges, noch -nicht lange in der Gefangenschaft gehaltenes Thier mit ausgestreckten -Pseudopodien ein Deckglas, so dass ein mässiger Druck ausgeübt und das -Thier abgeplattet wird, so zieht dasselbe die Pseudopodien langsam -zurück. Dabei verändert sich das Aussehen der letzteren, die körnige -Rinde schmilzt auf einzelne Klümpchen zusammen, welche spindelförmig -den hyalinen Centralfaden umgeben. Der vorher glatte Faden sieht -varikös aus. Ein so veränderter Faden zieht sich immer mehr zurück, -legt sich dabei auch wohl in Biegungen um. Wo nun eine dieser -spindelförmigen Anhäufungen der Rindensubstanz mit der Oberfläche des -Thierkörpers in Berührung kommt, fliesst sie mit einem plötzlichen -Ruck, wie wenn ein Fetttropfen in einem andern aufgeht, in die -Rindensubstanz des Thierkörpers über. Der Vorgang ist ganz entscheidend -für den schleimig flüssigen Aggregatzustand der in Rede stehenden -Substanzen, und beweist, dass eine besondere Membran auf der Oberfläche -der Pseudopodien nicht existirt. - -Ganz ähnlich ist die Veränderung der Pseudopodien bei Zusatz sehr -verdünnter Säuren und Alkalien. Wirkt z. B. sehr stark verdünnte -Essigsäure auf das Thier ein, so zieht sich die weiche Rinde der Fäden -schnell auf einzelne spindelförmige Klümpchen zusammen, deren 6, 8 -und mehr hintereinander an einem Faden auftreten. Die Axe scheint -unverändert, aber der Zusammenhang der Rindensubstanz ist unterbrochen, -die Körnchenbewegung hat aufgehört. Der Faden zieht sich noch langsam -zusammen, wenn die Essigsäure nicht so stark einwirkte, dass die -Contractilität aufgehoben wurde. Aehnlich wirken sehr stark verdünnte -Alkalien, Lösungen von +Strychnin+ und +Veratrin+. Ob letzteren eine -specifische Wirkung zukommt, bleibt zweifelhaft, da die Alkalescenz -der Lösungen schon allein an den Veränderungen Schuld sein kann. So -vermag ich auch keinen specifischen Einfluss in der Einwirkung der -Schläge des Magnetelektromotors auf Actinophrys zu entdecken. Bei einer -gewissen Stärke der Schläge tritt Contraction der Pseudopodien mit -Varikositätenbildung ein, wie bei Zusatz der genannten Reagentien. Bei -kräftigeren Schlägen löst sich das Thier auf. Auf die Körnchenbewegung -wirken die Inductionsschläge so wenig als der constante Strom hemmend -oder fördernd. Die Wirkung tritt erst ein mit den beschriebenen -Erscheinungen der Contraction, welche durch die verschiedensten Mittel -hervorgerufen werden können. - -Bei allen diesen Einwirkungen zeigen wieder die spindelförmigen -Anschwellungen, so lange die Masse noch lebt, eine grosse Neigung mit -ähnlichen benachbarter Fäden zusammenzufliessen, bei welchem Vorgange -immer die hyaline Axe eine mehr passive Rolle spielt. - -Auch den Einfluss höherer Temperaturgrade will ich hier erwähnen, da er -ein ähnlicher ist wie der bisher besprochenen Agentien. Bei 35-38° C. -beginnt die Contraction der Pseudopodien und gleichzeitig sammelt sich -wieder die weiche, körnige Rindensubstanz in einzelnen spindelförmigen -Klümpchen auf der Oberfläche des Axenfadens. Die Pseudopodien ziehen -sich vollständig zurück, und man könnte das Thier für todt halten, -was es jedoch nicht ist, da die langsam fortschreitende Bewegung -einzelner Körnchen im Innern in den Scheidewänden zwischen den Vacuolen -fortdauert, und +keine Trübung+ der Substanz, auch nicht der gleich -unten zu erwähnenden, sehr eiweissreichen zellenartigen Körperchen -eintritt. Mehrere Stunden in diesem Zustande unter dem Deckglase -aufbewahrte Thiere erhielten sich, ohne dass eine Andeutung von -Zersetzung eintrat, behielten vielmehr ihr vollkommen unverändertes -Aussehen. So stimmen meine Beobachtungen bezüglich des Einziehens der -Fäden bei 35° C. mit den von _Kühne_ bei einer Art Actinophrys des -Meerwassers angestellten[31] überein. Sie weichen dagegen ab was die -Angabe des Temperaturgrades betrifft, bei welchem die Körpersubstanz -der Actinophrys gerinnt, trübe wird, erstarrt, abstirbt, kurz in einen -Zustand geräth, der mit der von _Kühne_ für die Muskeln entdeckten -+Wärmestarre+ übereinstimmt. Nach _Kühne_ tritt diese Wärmestarre -bei Actinophrys und den Amoeben schon bei 35° C. ein. Ich habe -+Actinophrys Eichhornii+ in vielen Exemplaren successive erwärmt -und gefunden, dass +erst bei 43° C.+ eine Veränderung Platz greift, -welche als Gerinnung, Wärmestarre und Tod angesprochen werden kann. -Möglich, dass das +Meerwasser+, aus welchem _Kühne_ seine Thiere -entnahm, einen Unterschied bedingt. Ich operirte auf folgende Weise. -Zunächst bemerke ich, dass ich mich eines _Geisler_’schen Thermometers -bediente, welches für die Grade 30-50 noch speciell mit _Geisler’s_ -Normalthermometer verglichen wurde. Zur Bestimmung der Temperaturgrade -wandte ich anfangs einen Apparat zum Luftbade an, wie er in chemischen -Laboratorien gebräuchlich ist, welcher wie ein Brütofen leicht auf -constanter Temperatur erhalten werden konnte. Da ich jedoch sehr -geringe Differenzen auf diese Weise nicht gut normiren konnte, bediente -ich mich zuletzt des Wasserbades. In dieses, welches schnell jede -Abstufung der Temperatur gestattete und ebenfalls sehr leicht auf -constanter Temperatur zu erhalten war, brachte ich die Thiere auf dem -Objectträger, nachdem sie vor dem Experiment genau gemustert worden -waren; vorher wurde das Deckgläschen mit mehreren Wachströpfchen am -Rande befestigt. Auf diese Weise konnte leicht dasselbe Individuum -zu wiederholten Experimenten fixirt werden, und da der Objectträger -unmittelbar neben das Thermometer in eine ziemlich ansehnliche -Wassermenge gebracht und volle 2 Minuten in derselben gelassen wurde, -so war genügende Sicherheit bezüglich des Temperaturgrades, welcher -eingewirkt hatte gegeben. Oder ich brachte eine an verschiedenartigen -Thieren reiche Portion Wasser in einem Reagensglase in das Wasserbad -neben das Thermometer und führte letzteres zur Controle in das -im Reagensglase enthaltene Wasser selbst ein. Die Gerinnung der -Körpersubstanz von Actinophrys Eichhornii lässt sich sehr scharf -erkennen an dem plötzlichen Hervortreten der eiweissreichen -zellenartigen Körperchen der Marksubstanz, von denen nachher die Rede -sein wird. Dieselben sind im Leben nur mit grosser Mühe wahrnehmbar, -treten aber im Momente der Gerinnung mit scharfen Contouren und -mit ihren mehrfachen kleinen Kernen sehr deutlich hervor. Diese -Veränderung beobachtet man bei 43° C. Es fragt sich aber noch, bei -welcher Temperatur der Tod des Thieres eintritt. Sind die Pseudopodien -eingezogen, was schon bei 35-38° C. geschieht, so erscheint das -Thier ein lebloser Klumpen. Hat man Actinophrys in einer grösseren -Wassermenge im Reagensglase erwärmt und untersucht, nach 12-24 -Stunden, so kann man erwarten, dass, wenn das Thier lebensfähig blieb, -dasselbe jetzt auch wieder deutliche Lebenszeichen abgebe, andrerseits -dass, wenn dasselbe getödtet worden, sich jetzt Zeichen beginnender -Zersetzung geltend machen. Auf diese Weise konnte ich die aufgeworfene -Frage mit aller wünschenswerthen Genauigkeit beantworten. +Actinophrys -Eichhornii erhält sich bis 42° C. lebendig.+ Thiere, welche dieser -Temperatur ausgesetzt waren, fand ich nach 12-24 Stunden stets ohne -Spuren beginnender Zersetzung und mehrere Male mit +neu ausgestreckten+ -Pseudopodien, deren Zahl freilich gering, deren Bewegungen sehr träge -waren, an denen ich aber die Körnchenbewegung mit dem Ocular-Mikrometer -auf das Deutlichste constatiren konnte. - -Es ist auffallend und mit Rücksicht auf die _Kühne_’schen -Untersuchungen über die Wärmestarre der kalt- und warmblütigen -Wirbelthiere[32] besonders interessant, dass auch bei den Wirbellosen -nicht unbedeutende Verschiedenheiten bezüglich des Eintrittes der -Wärmestarre vorkommen. Ohne sehr umfassende Beobachtungsreihen bisher -angestellt zu haben, konnte ich doch wiederholt bemerken, dass, -während Vorticellen schon bei 41° C. abzusterben pflegen, Difflugia, -Actinophrys und Amoeba (radiosa Ehrb.) noch bei 42° lebendig bleiben, -letztere hatte sich in einem Falle sogar nach der Einwirkung von -43° C. in Bewegung erhalten. Difflugia sah ich, nachdem sie 12 Stunden -Zeit gehabt hatte sich nach dem warmen Bade von 42° zu erholen, in -lebhafter Bewegung umherkriechen. Anguillulinen, Turbellarien, Naiden, -Räderthiere und Ostracoden leben bei 43° noch munter fort und ertragen -eine Temperatur bis 45°, wenn auch nicht alle Exemplare. Auch eine -der häufigen Flagellaten unter den Infusorien, Bodo, war bei 44° in -mehreren Exemplaren lebendig geblieben. Oscillatorien des Meerwassers -sah ich bei 42° ihre Bewegungen einstellen, während Anguillulinen in -diesem Wasser bei gleicher Temperatur munter fortlebten. Wir werden -unten noch den Einfluss höherer Temperaturgrade auf das Protoplasma der -Pflanzenzellen besprechen und dann auf die eben angeführten Thatsachen -verweisen. - -Doch kehren wir zu unserer Actinophrys Eichhornii zurück. Verfolgt -man die hyaline Axe der Pseudopodien derselben bis zu ihrer Wurzel -an der Oberfläche des dunkleren Kernes, so gewahrt man, wie sie sich -hier in die Wände der kleinen Alveolen verlieren. Da diese Wände -Körnchen enthalten, die sich aber nicht oder nur ausnahmsweise ein -wenig bewegen, so kann möglicherweise auch in die Masse der Fadenaxe -ein Körnchen eintreten, doch ist das nicht gewöhnlich. Bei meinen -Versuchen, die Wurzel der Pseudopodien genauer zu verfolgen, stiess -ich auf zahlreiche zellenartige Körperchen in der Rinde des Kernes, -welche in der von mir gefundenen Zahl und Lagerung bis dahin unbekannt -waren. _Kölliker_ erwähnt in seiner Beschreibung der Actinophrys -sol[33], welche aber Act. Eichhornii ist, zellenartige Körperchen, -deren er 10-12 in einem Thiere vermuthet und die er auch isoliren -konnte. Es sind zweifelsohne dieselben von welchen ich reden will. Auch -_E. Haeckel_ hat sie gesehen und erwähnt ihrer in seiner Monographie -der Radiolarien p. 165 als kernartige Körperchen. Schon bei schwacher -Vergrösserung erkennt man sie an einem eigenthümlichen Glanz in situ. -Sehr deutlich treten sie hervor, wenn man das Thier durch Erwärmung -des Objectträgers über 42° C. tödtet. Jetzt erkennt man bei starker -Vergrösserung deutlich, dass die Gebilde in der Rinde der dunkleren -Marksubstanz zerstreut liegen, und glaube ich, dass sie auch auf -diese beschränkt sind. Ihre Zahl erreicht bei grösseren Thieren -40 und darüber. Es sind äusserst zartwandige kuglige Gebilde mit -gerinnbarem, eiweissartigem Inhalte und meist zahlreichen kleinen, -wie es scheint homogenen Kernen. Ich habe sie zu verschiedenen -Jahreszeiten untersucht, aber bisher immer fast genau gleich gefunden; -die Zahl der Kerne variirt von 2-8. Mit der Wurzel der Pseudopodien -stehen sie in keinem Zusammenhange. Bei Anwendung verschiedenster, den -Actinophryskörper langsam lösender chemischer Agentien treten sie meist -als resistentere Gebilde sehr deutlich hervor. - -Die sehr bemerkenswerthe Structur der Actinophrys-Pseudopodien -scheint sich bei manchen Radiolarien des Meeres zu wiederholen. -Die Pseudopodien der letzteren gleichen in ihrer Starrheit, ihren -meist langsamen Bewegungen ganz denen der Actinophrys. Bei den -Acanthometren lassen sie sich, wie bereits erwähnt wurde, durch die -Rindensubstanz in radiärer Richtung bis in eine tiefere Substanzlage -verfolgen. Und auf eine Zusammensetzung derselben aus einer hyalinen, -körnchenlosen, festeren Axe und einer körnerreichen Rinde glaube ich -_Haeckel’s_ Angaben (l. c. p. 111 u. 112) deuten zu können. Nach -denselben kommen bei verschiedenen Individuen derselben Arten bald -hyaline, bald körnerreiche Pseudopodien vor. In letzterem Falle sind -viele Verästelungen und Anastomosen an den Fäden sichtbar, welche bei -hyaliner Beschaffenheit der Fadensubstanz fehlen. Die Verschmelzung -hängt also auch hier wie bei Actinophrys von der Anwesenheit -der körnerreichen Substanz ab. Als Grund dieses Wechsels in der -Beschaffenheit der Pseudopodien betrachtet _Haeckel_ die verschieden -reichliche Nahrungsaufnahme, indem er bei gut genährten Thieren, d. h. -solchen welche viele fremde Körper als Nahrung in sich enthielten, -stets reichliche Körnchenmasse an den Fäden bemerkte, während solche -mit leerem Körper starre hyaline Fäden hatten. Ich finde diese -Beobachtungen mit der Annahme nicht unvereinbar, dass auch hier die -körnerreiche Substanz sich auf der Oberfläche einer hyalinen Axe -ansammle, und dass in diesen Fällen eine ähnliche Differenzirung der -Pseudopodiensubstanz obwalte, wie ich bei Actinophrys gefunden habe. -Künftige Beobachter werden auf diesen Punkt Rücksicht zu nehmen haben. - -Fragen wir ob bei den Polythalamien etwas Aehnliches vorkomme, -so glaube ich nach den bisherigen Beobachtungen nur mit einem -sehr bedingten Ja antworten zu können. Die einzig bisher bekannte -Foraminifere mit +ganz hyalinen+ Pseudopodien ist die bereits -erwähnte +Gromia Dujardinii _mihi_+. An dieser, obgleich ich sie in -den verschiedensten Grössen, frisch aus dem Meere und nach langer -Gefangenschaft, endlich von drei verschiedenen Fundorten (Ancona, -Helgoland, Weymouth) beobachtet habe, ist mir nie eine Spur von -Körnchen an den Pseudopodien aufgefallen, auch habe ich keine -Differenzen in Betreff der Consistenz der Substanz derselben nach -grösserer oder geringerer Neigung zur Anastomosenbildung wahrgenommen. -Andrerseits glaube ich, dass der +Gromia oviformis+ eine körnchenlose -centrale Axe der ausgestreckten Pseudopodien gewiss +nicht+ zukomme. -Denn die äusserst bewegliche Substanz erscheint gleichmässig körnig und -zerfliesslich, und derartige Consistenzunterschiede in der Dicke der -Pseudopodien, wie sie bei Actinophrys Eichhornii bestehen, sind nicht -vorhanden. Wie aber bei denjenigen Foraminiferen, deren Pseudopodien -bezüglich ihrer Beweglichkeit zwischen den beiden genannten Extremen -stehen? Hierher gehören z. B. die Milioliden. Ich glaube, dass Manches -was man an den Pseudopodien derselben beobachtet, für eine gewisse, -wenn auch weniger deutlich ausgesprochene Verschiedenheit in der -Consistenz von Rinde und Axe spricht, vor Allem das Verhalten der -Pseudopodien bei Zusatz gewisser Reagentien. Salzsäure, Essigsäure, -Osmiumsäure, Ammoniak im äusserst verdünnten Zustande wirken in -ziemlich gleicher Weise auf die ausgestreckten Pseudopodien ein, -indem sie eine Contraction, ein Schrumpfen herbeiführen, sodass -der Faden an Dicke abnimmt. Dabei tritt dieselbe Erscheinung ein, -welche wir an den Fäden der Actinophrys beobachteten, dass sich -nämlich ein Theil der Substanz in spindelförmigen Tropfen auf der -Oberfläche eines hyalinen, wie es scheint resistenteren, centralen -Fadens ansammelt. Die Pseudopodien werden exquisit +varikös+. Wenn -auch die Abgrenzung der beiderlei Substanzen bei Miliola nicht so -scharf ist wie bei Actinophrys, so deutet doch das Auftreten der -gleichen beschriebenen Veränderung auf eine Verwandtschaft beider im -Baue. Wie durch die genannten Reagentien kann dieselbe Erscheinung -auch durch schnelle Erwärmung bis 45° C. und durch kräftige Schläge -eines Inductionsapparates herbeigeführt werden. Vor dem Einschmelzen -und gänzlichen Zerstören durch Wärme oder elektrische Ströme tritt -wieder +Varikositätenbildung+ an den Fäden auf, ganz in ähnlicher -Weise, wie wir es oben bei Actinophrys erwähnten. Die Wärme wirkt nach -meinen Versuchen wie bei Actinophrys erst mit 43° tödtlich auf die -Körpersubstanz der Milioliden. Die Pseudopodien schmelzen zwar schon -bei 35-38° ein, welche Temperatur ihnen offenbar grosses Unbehagen -bereitet und sie zu weiteren Bewegungen unfähig macht. Der Tod des -Thieres erfolgt aber erst mit der wirklichen Gerinnung, der Trübung der -eiweissartigen Substanzen, nicht bloss in den Pseudopodien, sondern -auch im Innern der Schale, und diese Einwirkung tritt erst bei -42-43° C. ein. - -Bezüglich des Einflusses der Schläge des Magnetelektromotors auf -die ausgestreckten Pseudopodien der Milioliden haben meine Versuche -ergeben, 1) dass schwache Ströme gar keinen, stärkere einen solchen -Einfluss ausüben, dass die Pseudopodien sich zurückziehen, die -stärksten eine sofort zersetzende Wirkung ausüben. Bei der Retraction -verhalten sich die Fäden ganz so, wie wenn sie durch andere störende -Einwirkungen zur Zusammenziehung gebracht worden, sie heben sich vom -Glase, auf dem sie festhafteten, ab, krümmen sich, flottiren frei im -Wasser und verkürzen sich, indem sie sich zu unregelmässigen Bündeln -und Klumpen vereinen; bei der sofortigen Zersetzung, bei welcher ihnen -also keine Zeit zur Retraction bleibt, werden sie varikös, schrumpfen -ein und zertheilen sich im umgebenden Wasser; 2) ist hervorzuheben, -dass ein specifischer, verlangsamender oder beschleunigender Einfluss -auf die +Körnchenbewegung+ durch die elektrischen Schläge nicht -erzielt werden kann. Die Körnchenbewegung wird nur insoweit alterirt, -als sie mit der Retraction oder Zersetzung der Fäden zusammenhängt. - - - - -III. - -Die Bewegungserscheinungen am Protoplasma der Pflanzenzellen verglichen -mit denen an den Pseudopodien der Rhizopoden. - - -Wir haben oben bereits ausführlich auf die Bedeutung aufmerksam gemacht, -welche die Thatsache für uns hat, dass die Bewegungserscheinungen des -Protoplasma der Pflanzenzellen denen, welche wir an den Pseudopodien -der Rhizopoden beobachten, bis zum Verwechseln ähnlich sehen. Ich habe -die Gelegenheit, welche mir der Besitz der äusserst lebenskräftigen -Polythalamien von der englischen Küste bot, benutzt, die Bewegungen des -Protoplasma der Pflanzenzellen nach erneuten Untersuchungen noch einmal -so genau als möglich mit den Bewegungen der Pseudopodien zu vergleichen. - -Die Pflanzen und Pflanzentheile, welche ich beobachtete, sind die -Staubfadenhaare mehrerer Species +Tradescantia+, die Blumenblätterhaare -von +Viola+, die Blätterhaare von +Cucurbita+ und von +Urtica+, die -Blattparenchymzellen und die Wurzelhaare von +Hydrocharis+, und -die Blätter von +Vallisneria spiralis+. Es ist bekannt, dass die -Bewegungserscheinungen, welche der Inhalt der Zellen dieser Pflanzen -darbietet, grosse Verschiedenheiten zeigen. Man unterschied danach -früher eine Rotationsströmung (Chara, Vallisneria) und eine Circulation -des Zellsaftes (Tradescantia u. A.). Doch da man erkannte, dass beide -Arten von Bewegung an derselben Substanz, nämlich dem Protoplasma -der Zellen, ablaufen, während der wässerig flüssige Zelleninhalt -keinen Theil an derselben hat, wurde es zweifelhaft, ob eine scharfe -Unterscheidung der beiden Bewegungsformen möglich sei[34]. Die -Auffindung aller möglichen Uebergänge zwischen beiden Bewegungsarten -hat dann jeden Zweifel an der Zusammengehörigkeit beider Erscheinungen -beseitigt[35]. - -Die einfachere Form der Bewegung ist da, wo das Protoplasma nur als -gleichmässige Bekleidung der inneren Oberfläche der Cellulosewand -vorkommt, wie bei Chara, Nitella, Vallisneria u. A. Bilden sich in -diesem wandständigen Protoplasma Unterschiede in der Dicke der Art -aus, dass einzelne Theile wie Riffe oder Leisten in die Höhlung der -Zelle vorspringen, so entsteht das Verhältniss wie in den Brennhaaren -von Urtica. Dieses geht wieder ganz allmählich in die Bildung -über, wie sie sehr entwickelt bei Tradescantia, Viola vorkommt, -wo zahlreiche Protoplasmafäden, welche mit ihren Enden in dem -wandständigen Protoplasma wurzeln, die Zellenhöhle frei durchziehen -und oft ein complicirtes Netzwerk bilden, wie es nach _Schacht’s_ -Beobachtungen wohl am schönsten in der Aussackung des Embryosackes von -Pedicularis sylvatica gefunden wird, wo das Protoplasmanetzwerk höchst -wahrscheinlich später in ein Cellulosefadennetz übergeht[36]. - -Das Object, welches den directesten Vergleich mit den Pseudopodien -der Polythalamien zulässt, sind die frei durch die Zellenhöhle -streichenden Protoplasmafäden in den +Tradescantia+-, +Viola+-, -+Cucurbita+- und +Hydrocharis+-Blattzellen. Wie ich früher für -+Tradescantia+ ausführlich beschrieb[37], »gehen von der den Kern -umhüllenden Protoplasmaschicht mehrere dickere und dünnere Fäden aus, -nach verschiedenen Richtungen die Zelle durchsetzend, auch öfter -der Zellenwand dicht anliegend. Sie bestehen deutlich aus einer -Grundsubstanz und eingebetteten, stark lichtbrechenden Körnchen. -Letztere laufen im Innern oder +wie auf der Oberfläche+ der Fäden hin, -entweder nur nach +einer+ Richtung oder, wie nicht selten gesehen -werden kann, nach entgegengesetzten Richtungen zugleich an einem und -demselben Faden. An den breitesten ist die doppelte Strömungsrichtung -fast constant, sie kommt aber auch an den feinsten, kaum noch -erkennbaren Fäden vor. Begegnen sich Körnchen, so gehen sie meist -ungestört aneinander vorbei, oder es kommt vor, dass die einen die -anderen mit zurücknehmen -- ein Beweis, dass nicht zwei getrennte -Fäden die Ursache der doppelten Stromesrichtung waren. An demselben -Faden überholen einzelne in schnellem Laufe andere langsamere, und -können dann, wie ich einmal sah, zurücklaufend gemeinschaftlich -umkehren. Die Fäden theilen sich öfter gabelig, und ein Körnchen an die -Theilungsstelle gelangt, stockt ehe es sich dem einen oder anderen Wege -anvertraut. Die Gestalt und Richtung der Fäden ist aber fortwährendem -Wechsel unterworfen. Die gablige Theilung z. B. rückt von der Basis -des Fadens am Zellenkern dem anderen an der inneren Oberfläche der -Zellenwand sich befindenden Ende entgegen. Oder es bildet sich aus der -gabligen Theilung eine Brücke zu einem nebenanliegenden Faden, indem -der eine Theilast mit diesem verschmilzt. Die Brücke läuft dann abwärts -oder aufwärts zwischen beiden Fäden hin, verkürzt sich, indem letztere -sich einander nähern, endlich verschmelzen sie vollständig miteinander -zu einem einzigen, so dass jetzt ein breiter Strom fliesst, wo vorher -einzelne Fäden waren. - -An der inneren Oberfläche der Zellenwand befindet sich eine -zusammenhängende dünne Protoplasmaschicht. So erscheint es nach der -Anwendung von Reagentien, welche dieselbe, (den Primordialschlauch) -einschrumpfen machen. Durch Zuckerlösung konnte ich hier dasselbe -hervorrufen, was _A. Braun_ bei den Characeen gelang. Der Zelleninhalt -zog sich scharf begränzt von der Zellhaut zurück, dabei dauerten die -Strömungserscheinungen im Innern noch eine Zeit lang fort. Hiebei kann -man sich auch überzeugen, dass die in der Rindenschicht des Protoplasma -vorkommenden Strömchen und Körnchenschwankungen (denn solche sind hier -stellenweise oft allein vorhanden) nicht die äusserste Schicht des -Protoplasma (+Hautschicht+ _Pringsheim_) betreffen, sondern nur eine -innere Lage an der Rindenschicht (+Körnerschicht+ _Pringsheim_).« - -Wie _E. Haeckel_ auf Grund eigener Untersuchungen auf das -Nachdrücklichste bestätigt[38], passt diese Beschreibung so vollständig -auf die Bewegungen der Pseudopodien der Rhizopoden, dass sie direct -auf letztere übertragen werden kann. Zu ihrer Vervollständigung will -ich nur noch hinzufügen, dass man an den freien Plasmafäden öfter -ausser der Bewegung der kleinen Körnchen auch ein Fortrücken grösserer, -spindelförmiger Massen oder seitlicher Auftreibungen bemerkt, welche -mit derselben oder etwas geringerer Geschwindigkeit wie die Körnchen -fortrücken, gerade so wie es bei den Pseudopodien der Polythalamien -vorkommt; ferner dass _Haeckel_ beobachtete, wie seitlich aus einem -Faden ein neuer hervortritt, um sich bei reichlichem Zufluss schnell zu -verlängern, zu verästeln, mit anderen zu verbinden, oder bei geringem -Zufluss alsbald wieder zu verschwinden. Etwas dem Entsprechendes sah -auch _Heidenhain_ bei Hydrocharis und Vallisneria[39]. Auch bedarf der -Eingang obiger Beschreibung insofern einer Berichtigung, als durchaus -nicht immer das den Kern der Zelle umhüllende Protoplasma der alleinige -Ausgangspunkt der Fäden ist, diese vielmehr auch an jeder anderen -Stelle des Protoplasma wurzeln können. - -Weitere Verwandtschaft der beiden in Rede stehenden Arten von Fäden -ergiebt sich aus dem Verhalten zu Reagentien und zum elektrischen -Strome. Destillirtes Wasser bringt den Plasmafaden der Pflanzenzelle -zum Zerfliessen unter denselben Erscheinungen der Vacuolenbildung, wie -oben von den Pseudopodien der Polythalamien beschrieben worden. An der -unverletzten Zelle der Tradescantiafäden tritt diese Einwirkung erst -nach 12-24 Stunden ein, beim Anschneiden der Zelle ist sie sofort da. -Verdünnte Säuren bringen die Fäden unter Sistirung der Körnchenbewegung -zum Erstarren, so dass sie oft noch lange in derselben Lage wie zuletzt -im Leben verharren und keine andere Veränderung eingehen als etwas -blasser werden. Bei kräftigerer Einwirkung tritt eine theilweise -Auflösung und Schrumpfung ein. Aehnlich ist die langsame Einwirkung -verdünnter Kalilauge. Die Fäden werden durchsichtiger und es hört -jede Bewegung in ihnen auf, bis die lösende Einwirkung der Lauge die -Protoplasmamassen zerstört. Wie empfindlich das Protoplasma gegen -die Einwirkung gewisser Agentien ist, beweist folgender interessante -Versuch. Die Staubfadenhaare der Tradescantia virginica enthalten im -noch nicht vollkommen entwickelten Zustande, wenn man sie aus einer -Blüthenknospe nimmt, in dem feinkörnigen Protoplasma viele kleine -Stärkekörner, welche beim Aufblühen vollständig geschwunden sind. -Dieselben färben sich mit Iod violettblau. Bringt man zu solchen -Staubfadenhaaren, deren Protoplasma in lebhafter Bewegung ist, ein -wenig Iod in Iodkaliumlösung, so hört die Bewegung des Protoplasma auch -bei grosser Verdünnung der Lösung +sehr schnell+ auf, +viel früher, -als die Stärkekörner eine Andeutung der blauen Farbe zeigen+ oder -das Protoplasma und die Zellenwand eine Farbenänderung annehmen. Es -steht diese Thatsache in auffallendem Gegensatze zu der obigen, dass -Staubfadenhaare, welche gewohnt sind nur mit +Luft+ in Berührung zu -sein, bis 24 Stunden in Wasser liegen können, ohne dass letzteres durch -die Zellenwand hindurch die Integrität des Protoplasma stört, was sich, -wenn es endlich eintritt, durch veränderte Anordnung des Protoplasma -und Aufhören der Bewegung zu erkennen giebt. - -_Unger_[40] berichtet, dass eine schwache Zucker- oder Gummilösung, und -noch mehr Milch den Strom der Vallisneria spiralis sehr beschleunige. -Ich habe bei wiederholten Versuchen nichts von dieser Beschleunigung -wahrnehmen können, vorausgesetzt natürlich, dass die Lösungen keine -höhere Temperatur als das Präparat vor dem Zusatze derselben hatten. -Auch die deletären Wirkungen des Kalkwassers kann ich nicht bestätigen, -denn an in Kalkwasser gelegten Schnitten von Vallisneria beobachtete -ich noch nach 24 Stunden ebenso schnelle Bewegungen, wie wenn -destillirtes Wasser angewandt worden war. - -Was ich oben von der Einwirkung der Inductionsströme auf die -Körnchenbewegung der Pseudopodien der Polythalamien gesagt habe, gilt -auch für die Protoplasmafäden der Tradescantia. Ich habe in vielen -Versuchen mit dem Schlittenapparat keinerlei anderen Einfluss der -Elektricität auf die Körnchenbewegung wahrnehmen können, als dass, -nachdem schwache Ströme ohne allen Einfluss blieben, stärkere sie -verlangsamen und ziemlich schnell aufhören machen. Dabei bleiben -wieder die Fäden entweder noch lange in ihrer natürlichen Lage, -oder gehen schnell unter, indem sie sich in eine Molekularbewegung -zeigende Masse zusammenziehen und auflösen. Es ist, soweit sich -nach der Stellung der Inductionsrollen beurtheilen lässt, ziemlich -genau dieselbe Stromstärke, bei welcher die Körnchenbewegung in den -Pseudopodien und in den Pflanzenzellen aufhört. Sehr gewöhnlich -beobachtet man bei solchen Versuchen, auch wenn die Elektroden mit sehr -breiten Enden in dem Wassertropfen auslaufen (breiten Staniolstreifen -oder Spiegelglasbelegung), dass nicht alle Theile des Präparates -gleichmässig von der Einwirkung der elektrischen Schläge getroffen -werden. Dabei fiel mir auf, dass die in der Längsrichtung durchströmten -Haarzellen viel schneller absterben als diejenigen, deren Längsaxe -rechtwinklig gegen die Verbindungslinie der beiden Elektroden liegt. -_Jürgensen_, welcher sehr genaue Experimente über die Einwirkung -des elektrischen Stromes auf die Bewegung des Protoplasma in den -Blattzellen von Vallisneria spiralis anstellte[41], beobachtete etwas -Analoges. - -Hat die Körnchenbewegung unter dem Einfluss stärkerer Inductionsschläge -aufgehört, so sah ich dieselbe nicht wieder in Gang kommen, was auch -mit _Jürgensen’s_ Erfahrungen an Vallisneria übereinstimmt, welche sich -auf genaue Messungen am Mikrometer gründen. _Heidenhain_, welcher wie -ich an Tradescantien arbeitete, giebt an, dass auch nach dem Aufhören -der Bewegung, in Folge der Einwirkung von Inductionsströmen, dieselbe -wieder in vollen Gang kommen könne, wenn die Ströme nicht zu stark und -ihre Einwirkungsdauer nicht zu lange gewesen[42]. - -Der Einfluss, welchen der elektrische Strom auf die +Körnchenbewegung+ -ausübt, beschränkt sich auf eine Verlangsamung, welche der beginnenden -Zersetzung vorausgeht. Von diesem Einfluss ist zu unterscheiden, -dass auch +Veränderungen in der Anordnung der Protoplasmamassen+, -Gestaltveränderungen der Fäden und dergl. in Folge der Einwirkung des -elektrischen Stromes auftreten können. Der erste, welcher dergleichen -beobachtete, ist _Brücke_[43], er schreibt von dem Protoplasma der -Brennhaare von Urtica: »Um die Wirkung der electrischen Ströme in -ihren einzelnen Stadien zu verfolgen, thut man am besten, den Kreis -anfangs nur für eine oder einige Secunden zu schliessen, so dass das -Haar eine kurze Reihe von Schlägen erhält. Die erste Veränderung, -die man dann wahrnimmt, besteht in der Regel in dem Erscheinen einer -grösseren oder geringeren Menge von Fäden, welche vom Zellenleibe aus -in die Intracellularflüssigkeit hineinragen. Ich habe sie nicht immer, -aber doch bei weitem in der Mehrzahl der Fälle gesehen, und da sie von -wechselnder Dicke, oft äusserst dünn sind, so mögen sie sich doch wohl -das eine oder das andere Mal der Beobachtung entzogen haben. Manchmal -sieht man sie wie Raketen aus dem Zellenleibe hervorschiessen, -sobald man den Kreis des Magnetelectromotors schliesst. Sie haben oft -eine beträchtliche Länge; ich habe deren solche beobachtet, die im -gestreckten Zustande bis zur Axe in das Innere des Haares hineinragten. -An ihrem Ende tragen sie eine grössere oder kleinere Anschwellung, und -man sieht sie in einer fortwährenden, bald schwächeren, bald stärkeren -zitternden oder schlängelnden Bewegung begriffen. Bisweilen sieht -man neben den Fäden auch stärkere kolben- oder keulenartige Gebilde -hervortreten.« - -Ich habe die beschriebene Erscheinung bei einer gewissen Stärke -des Stromes wiederholt eintreten sehen. Man thut am besten an -einem Theil des wandständigen Protoplasma die Grenze gegen die -Intracellularflüssigkeit genau einzustellen, und dann den Strom, wie -_Brücke_ räth, nur kurze Zeit einwirken zu lassen. Derselbe muss aber -schon recht kräftig sein, wenn man eine Wirkung beobachten will. Die -vorher glatte Grenzlinie des Protoplasma wird höckerig, zapfen- und -fadenförmige Vorsprünge kommen an derselben zum Vorschein, von denen -die feineren die von _Brücke_ angegebenen Bewegungen ausführen, und -endlich, wenn kein neuer deletärer Strom durch das Protoplasma geleitet -wird, wieder langsam in das Protoplasma zurückgezogen werden, von -welchem sie ausgingen. Ein +plötzliches+ Auftreten dieser fadenförmigen -Fortsätze habe ich nicht gesehen. Die zu diesen Versuchen nöthige -Stärke des Stromes muss ziemlich nahe derjenigen liegen, welche das -Protoplasma tödtet, doch ist unsere Erscheinung durchaus kein Zeichen -des bereits eingetretenen Todes, denn die Körnchenbewegung erhält sich -und dauert nachher ungestört fort. - -Bei Tradescantia konnte ich ähnliche Bewegungen nicht hervorrufen, -die Anordnung des Protoplasma in den Zellen ist hier auch für das -Zustandekommen solcher Erscheinungen weniger günstig. Die freien Fäden -sind zu dünn, um viele neue Fortsätze treiben zu können, und die Menge -des wandständigen Protoplasma ist sehr gering. Dagegen beobachtete -ich hier etwas, dessen auch _Heidenhain_[44] Erwähnung thut, und was -für eine Vergleichung der Protoplasmafäden der Pflanzenzellen mit den -Pseudopodien der Rhizopoden von Wichtigkeit ist -- die Fäden werden -unter dem Einfluss eines stärkeren elektrischen Stromes deutlich -+varikös+. Die Erscheinung sieht aus, als wenn sich eine flüssigere -Masse auf der Oberfläche des Fadens in einzelnen Tropfen ansammle, -gerade so wie ich es von den Pseudopodien von Actinophrys und den -Polythalamien beschrieben habe. - -Wir werden sehen, dass ganz ähnliche Erscheinungen, wie durch -Anwendung stärkerer elektrischer Schläge, an den Protoplasmafäden -verschiedener Pflanzenzellen auch durch Anwendung +höherer -Temperaturgrade+ erzielt werden können. Die erste Folge einer -allmählichen Erwärmung ist eine oft sehr bedeutende +Beschleunigung -der Körnchenbewegung+. _Dutrochet_[45] bestimmte bei Chara den -Einfluss höherer Temperaturgrade auf die sogenannte Rotation genauer, -und fand, dass eine Erwärmung der in schmelzendem Schnee abgekühlten -Pflanze, in welcher die Bewegung sehr langsam von Statten ging, auf -18° C. diese letztere ausserordentlich beschleunigte. Erwärmung von -27-40° brachte zuerst eine Verlangsamung der Bewegung hervor, nach -längerem Verweilen in dem warmen Wasser wurde die Bewegung jedoch -immer sehr schnell. Wasser von 45° C. tödtete die Pflanze sofort. Für -+Vallisneria+ ist es seit längerer Zeit bekannt, dass eine Erwärmung -des Wassers beschleunigend auf die Bewegung wirkt. _Jürgensen_[46] gab -für diese Pflanze die äusserste Grenze, bei welcher sich die Bewegung -noch erhält, auf 36-40° an, d. h. bei 36° beobachtete er noch kräftige -Bewegung, bei 40° keine mehr. Die Beobachtung des erregenden Einflusses -der Erwärmung bei Vallisneria ist sehr leicht und sicher. Wendet man -frisch angefertigte Schnitte an, in welchen gewöhnlich die Bewegung -nur äusserst langsam vor sich geht, so sieht man sie bei der Erwärmung -sofort in den meisten Zellen auf das lebhafteste in Gang kommen. -Nicht so auffallend sind die Veränderungen, welche bei Urtica und -Tradescantia eintreten. Bei diesen Pflanzen maass ich die Schnelligkeit -der Körnchenbewegung bei gewöhnlicher Zimmertemperatur, erwärmte dann -den Objectträger ohne ihn zu verrücken durch Einschiebung einer über -der Lampe erhitzten Cylinderblendung von unten in den Objecttisch auf -30-40° C., und maass an derselben Zelle wie vorhin die Schnelligkeit -der Bewegung von Neuem. So erhielt ich für Urtica bei gewöhnlicher -Temperatur für die Secunde 0,004-0,005 Millimeter, bei Erwärmung bis -cc. 35° 0,009 Mm. Bei Tradescantia virginica maass ich die Bewegung -bei gewöhnlicher Temperatur 0,004-0,005 Mm. in der Secunde, erwärmt -0,008, einzelne Körnchen 0,010 Mm. - -Noch schneller sind die Bewegungen bei Vallisneria spiralis, bei der -ich nach mässiger Erwärmung die Chlorophyllkügelchen in einer Secunde -einen Raum von 0,015 Mm. zurücklegen sah. - -Meine bei gewöhnlicher Zimmertemperatur angestellten Messungen stimmen -ziemlich genau überein mit den von _H. v. Mohl_[47] gemachten Angaben, -welcher bei Tradescantia 1/500‴ d. i. = 0,0045 Mm., bei Urtica 1/750‴ -d. i. = 0,003 Mm. für die Secunde angiebt. Die Erwärmung kann also hier -die Bewegung +bis auf mehr als das Doppelte+ beschleunigen. Das höchste -Maass, welches ich erreichte, war bei Vallisneria, nämlich 0,015 Mm. in -der Secunde. - -Es musste von Wichtigkeit sein, die Schnelligkeit, welche die -Körnchenbewegung an den Pseudopodien der +Polythalamien+ erreicht, im -Vergleich zu obigen Messungen zu bestimmen. Die Milioliden, welche mir -zu Gebote standen, ergaben eine Schnelligkeit von 0,007-0,015 Mm. in -der Secunde und zwar bei gewöhnlicher Temperatur. +Erwärmung brachte -kaum eine Beschleunigung der Bewegung hervor+, das höchste, was ich -an einzelnen Körnchen beobachtete, war 0,02 Mm., was aber auch wohl -in einzelnen Fällen bei gewöhnlicher Temperatur vorkommen dürfte. Wir -hätten hiernach also zu constatiren, dass die +Geschwindigkeit der -Körnchenbewegung an den Pseudopodien der Milioliden übereinstimmt mit -der höchsten an dem Protoplasma der Pflanzenzellen beobachteten+. Bei -letzteren wurde diese Geschwindigkeit nur durch Erwärmung über die -gewöhnliche Zimmertemperatur erzielt, bei den Milioliden bestand sie -unter den normalen Verhältnissen und ward durch Temperaturerhöhung -nicht wesentlich beschleunigt[48]. - -Zu genauer Bestimmung derjenigen höheren Temperaturgrade, bei welchen -sich Veränderungen tief greifender Art im Protoplasma einstellen, -bediente ich mich nach einer Anzahl Vorversuche wie oben des -Wasserbades, in welches die mikroskopischen Präparate mit an den Ecken -aufgekittetem Deckgläschen oder die ganzen Pflanzentheile eingetaucht -wurden. Zwei bis drei Minuten können gewiss als hinlänglich lange Zeit -gelten, um den sehr dünnen Präparaten die Temperatur des umgebenden -Wassers vollständig mitzutheilen. Die Pflanzen, mit denen ich operirte, -waren Tradescantia virginica, Urtica urens und Vallisneria spiralis. -Für alle drei stellte sich gleichmässig heraus, dass die Temperatur, -welche +absolut tödtlich+ wirkt, erst bei 47-48° C. anfängt. Bei -46° habe ich immer noch +einige+ Zellen unverändert gefunden, -bei 45° +viele+ und bei 44°, wie wenigstens bei Vallisneria und -Tradescantia schien, +alle+. Die Urticahaare sind vielleicht ein wenig -empfindlicher, wenigstens erschien die Bewegung hier schon bei 44° oft -fast vollkommen sistirt, ohne dass aber der Tod der Zelle eingetreten -war. Die Bewegung +verlangsamt+ sich in allen Fällen von 38-40° an, -kehrt aber, wenn die Temperatur nicht über 43° stieg, bei der Abkühlung -meist bald zu der ursprünglichen Schnelligkeit zurück. - -Bei schneller Erwärmung auf 40° und darüber sah ich bei Urtica oft -dieselben merkwürdigen Veränderungen des Protoplasma eintreten, wie sie -_Brücke_ durch starke Schläge des Magnetelektromotors erzeugte. -Der glatte Contour, welchen das wandständige Protoplasma gegen die -Intracellularflüssigkeit besitzt, verändert sich durch Hervortreibung -von kugligen, keulenförmigen und fadenartigen Fortsätzen, deren -feinste oft eine schlängelnde oder wie tastende Bewegung zeigen. Bei -der Abkühlung verschwinden sie allmählich wieder, doch pflegt die -Bewegung der Körnchen nicht immer zu der ursprünglichen Schnelligkeit -zurückzukehren. Wird die Erwärmung plötzlich auf 45° und darüber -getrieben, so treten oft die bereits oben erwähnten Varikositäten -an den freien Protoplasmafäden auf, wie sich besonders deutlich bei -Tradescantia beobachten lässt. In anderen Fällen erstarren die Fäden in -der Lage, die sie einnahmen und verharren noch lange in derselben, bis -sie der allmählich um sich greifenden Auflösung des Plasma anheimfallen. - -Es folgt aus diesen Versuchen 1) dass die Wärme ein mächtiges -Reizmittel für die Protoplasmabewegungen ist und 2) dass das -Protoplasma der Pflanzenzellen bei ungefähr 45° C. abstirbt. Die -Bewegung erlischt, worauf eine Veränderung in dem Aussehen der -Masse eintritt, welche genau derjenigen gleicht, wie sie die -contractile Substanz der Pseudopodien und des Körpers der Rhizopoden -+unter dem Einfluss eines etwas niedrigeren, 43° C. betragenden -Temperaturgrades+ eingeht. - -_Heidenhain_ muss die Beobachtungen von _Dutrochet_ und _Jürgensen_ -über den Einfluss der Temperatur auf die Bewegungen des Protoplasma -übersehen haben, sonst hätte er nicht schreiben können (l. c. p. -65): »Ich habe bisher noch keine Reize für die im Innern der Zellen -vor sich gehenden Bewegungen entdecken können d. h. keine derartigen -Einwirkungen, welche das ruhende Protoplasma in Bewegung zu versetzen -oder das langsam bewegte zur Beschleunigung anzutreiben vermöchten.« -Ein solches und sehr ausgezeichnetes Reizmittel ist also die Wärme. - -Ich kann von den Temperaturbeobachtungen nicht scheiden, ohne an -die Beziehungen derselben zu dem Vorkommen lebender thierischer und -pflanzlicher Organismen +in heissen Quellen+ zu erinnern, und die -überraschenden Differenzen anzugeben, welche sich bei der Vergleichung -herausstellen. Nach meinen Beobachtungen stirbt das Protoplasma der -untersuchten Pflanzenzellen unter Gerinnungserscheinungen bei -47-48° C. unfehlbar ab. Thierisches Leben erhält sich in Wasser von -45° nur noch sehr spärlich, einzelne Brachionus und Cypris-Arten -überdauerten diesen Temperaturgrad, Anguillulinen, Turbellarien, -Naiden sterben schon bei 44½° meist ab, Rhizopoden ertragen einzeln -42-43°, Vorticellen sterben bei 41-42° C. Die Wärmestarre der Muskeln -von Wirbelthieren tritt nach _Kühne’s_ angeführten Untersuchungen bei -40-50°, verschieden nach dem Grade der Starre und nach der Thierclasse, -auf. Wir sind berechtigt hiernach vorauszusetzen, dass thierisches und -pflanzliches Leben über ca. 45° C. sich dauernd nicht erhalten werde. -Diese Voraussetzung bestätigt sich angesichts kürzlich von _Ehrenberg_ -mitgetheilter Beobachtungen nicht. _Ehrenberg_[49] fand auf Ischia in -heissen Quellen Filze von grünen und braunen organischen Massen, welche -aus lebenden Eunotien und grünen Oscillarien bestanden. Beim Ausdrücken -derselben kamen 4 Arten Räderthiere, Infusorien der Gattungen -Nassula, Enchelys und Amphileptus zum Vorschein. Das Thermometer +in -diese heissen Filze eingesenkt+, zeigte 65-68° R., d. i. 81-85° C.! -Bezüglich anderer heisser Quellen stehen mir keine mit wünschenswerther -Genauigkeit angestellte Beobachtungen über die Temperatur der -+wirklich lebende+ Organismen enthaltenden Stellen zu Gebote. Mit der -grössten Spannung müssen wir der Lösung der hier schwebenden Frage -entgegensehen. - -Wenn wir die Körnchenbewegung der Pseudopodien der Rhizopoden als -Ausfluss der +Contractilität+ ihrer Substanz betrachten, wogegen -solange nichts zu erinnern sein wird, als nicht ein anderer Grund -für diese Bewegung nachgewiesen ist, so können wir folgerichtig auch -nicht anstehen, als Ursache der Körnchenbewegung am Protoplasma -der Pflanzenzellen +Contractilität+ anzusehen. Wenn je, so haben -wir hier einen Grund, aus gleicher Wirkung auf die gleiche Ursache -zu schliessen. Wenn es sich aber um noch andere Beweise für die -Contractilität des Protoplasma handelt, so verweise ich zunächst -zurück auf die Angaben _Brücke’s_ bezüglich des Verhaltens der -Brennhaare von Urtica gegenüber den Schlägen des Magnetelektromotors, -welche ich bestätigen konnte, und auf meine Angaben über den -Einfluss höherer Temperaturgrade. Ferner verdienen hier Beachtungen -_Heidenhain’s_ (l. c. p. 56) Erwähnung über schnelle, zuckende -Contractionen an den Protoplasmafäden von Hydrocharisblattzellen. -Es treten nach _Heidenhain_ an den die Intracellularflüssigkeit -durchsetzenden Plasmafäden, welche oft in einem centralen -Plasmaklümpchen zusammenstossen, ruckweise Bewegungen auf, welche -damit zu enden pflegen, dass einer der Fäden die Oberhand über die -anderen gewinnt und sich verkürzend das Plasmaklümpchen zu sich und -zu dem wandständigen Protoplasma hinzieht, in welchem er wurzelt. -Weiter verweise ich auch auf die oben angeführten Beobachtungen _E. -Haeckel’s_ bei Tradescantia[50], nach welchen ein Hervortreten und -Zurückziehen neuer Fäden aus den vorhandenen ganz in der Art vorkommt, -wie bei den Pseudopodien der Rhizopoden, eine Erscheinung, welche -nur Theilerscheinung aller der complicirten und stets wechselnden -Veränderungen in der Anordnung der Protoplasmamassen ist, welche die -Bewegungen letzterer, namentlich bei Tradescantia, so vollkommen -derjenigen gleich erscheinen lassen, welche die Pseudopodien der -Polythalamien darbieten. - -Die vorstehenden Untersuchungen haben, denke ich, zur Genüge -bewiesen, wie viel Recht ich hatte, die Protoplasmabewegungen in den -Pflanzenzellen mit den Bewegungen der Pseudopodien der Polythalamien -zusammenzustellen und aus der Gleichheit der Erscheinung auf eine -tiefe innere Verwandtschaft der hier in Vergleich stehenden Substanzen -zu schliessen. Ich überlasse es nun _Reichert_, welcher, ohne Gründe -anzuführen, gegen den Vergleich protestirt, nicht einmal den Beweis -geliefert hat, dass er die Körnchenbewegung in den Protoplasmafäden -der Pflanzenzellen jemals mit Aufmerksamkeit beobachtete, die von ihm -gefundenen +Unterschiede+ zwischen beiden Substanzen scharf ins Licht -zu stellen, damit wir das +für+ und das +wider+ abzuwägen vermögen. - -Ich habe wiederholt der Arbeit _Brücke’s_ über die Protoplasmabewegungen -in den Haaren der Brennnessel gedacht. Wir können von dem Gegenstande -nicht scheiden, ohne einer Ansicht Erwähnung zu thun, welche _Brücke_ -über das +Wesen der Körnchenbewegung+ im Protoplasma dieser Zellen -aufgestellt hat. Wenn auch zunächst nur für Urtica Gültigkeit -beanspruchend, muss dieselbe doch bei der nachgewiesenen -Uebereinstimmung der Grunderscheinung in allen hier besprochenen -Beispielen einer Verallgemeinerung fähig und für uns also von höchstem -Interesse sein. - -Die Schwierigkeit, die Körnchenbewegung mit den Bewegungen anderer -contractiler Substanzen in Einklang zu bringen, ist nach dem -Voranstehenden offenbar sehr gross. Die Körnchenbewegung ist mit einer -unzweifelhaften Ortsbewegung nicht nur der Körnchen, sondern auch -deren unmittelbarer Umgebung verbunden, denn nur so erklärt es sich, -wie die Substanz der Pseudopodien an Stellen gelangt, wo sie vorher -nicht war, wie die complicirten Veränderungen in der Anordnung der -Protoplasmamassen zu Stande kommen. Das hat _Brücke_ denn auch für die -Bewegungen in den Haaren der Nessel sofort anerkannt. - -_Brücke_ unterscheidet aber zweierlei Bewegungen an dem Protoplasma -der Nesselhaare[51]: 1) »eine langsame, ziehende oder kriechende, -von welcher die Veränderungen in der Anordnung der Protoplasmamassen -abhängen« und 2) eine »schnellere, fliessende, welche man an der -Bewegung der zahlreichen Körnchen wahrnimmt«. Beide sollen wesentlich -verschieden sein. Während erstere direct aus Contractionsbewegungen -des Protoplasma abzuleiten sei, soll letztere ihren Sitz in einer -vom contractilen Plasma umschlossenen körnerreichen Flüssigkeit -haben. Nicht das Protoplasma selbst befände sich in einer solchen -Bewegung, wie die Körnchen anzeigen, sondern eine +von dem -Protoplasma verschiedene+, in dessen Inneren enthaltene, körnerreiche -Flüssigkeit werde von einer contractilen Rinde fortbewegt, etwa, wie -sich _Heidenhain_[52] später im Anschluss an und zur Erläuterung -der _Brücke_’schen Ansicht ausdrückte, wie der Darminhalt bei den -peristaltischen Bewegungen, welche wellenförmig über die Oberfläche der -contractilen Darmwand ablaufen. - -_Brücke_ drückt sich weiter über die Bewegungen des Protoplasma in den -Haaren von Urtica wie folgt aus: »Es wird gewöhnlich so dargestellt, -als ob sich die ganze Protoplasmamasse in einer fliessenden Bewegung -befände, und die Körnchen nur passiv mitgeschleppt würden; ich muss -dies aber mit Rücksicht auf mein Object entschieden in Abrede stellen.« -Und weiter: »Dass dies in der That nicht der Fall, behaupte ich aus -folgenden Gründen: Erstens sieht man, und zwar oft in ganz schmalen -Bahnen (den sogenannten Strömchen) Kügelchen in entgegengesetzter -Richtung fliessen und sich vibrirend umeinander herumbewegen, wie es -ganz unmöglich wäre, wenn man es hier, wie es gewöhnlich angegeben -wird, mit dem Fliessen einer zähen Flüssigkeit zu thun hätte; zweitens -kann man die Bewegungen des Protoplasmas ganz deutlich von denen der -Körnchen unterscheiden. Es ist zu dem Zwecke am besten, den Basaltheil -der Zelle in geringer Entfernung von der Zellengruppe, in die derselbe -eingepflanzt ist, bei starker Vergrösserung (_Hartnack_ syst. à -immersion No. 10, Ocul. 3) so einzustellen, dass die Mittelebene im -deutlichen Sehen ist und somit der Durchschnitt der Protoplasmamasse -zur Anschauung kommt. Man kann dann bei anhaltender Beobachtung oft -ganz deutlich sehen, wie dieselbe wulstartige Hervorragungen gegen das -Innere treibt, die eine Zeit lang stehen, ihre Gestalt verändern und -endlich wieder verschwinden. Unabhängig geht daneben die Bewegung der -Körnchen fort. Das sogenannte Protoplasma erscheint hiernach als der -contractile Zellenleib, der an der Basis eine, vermöge seiner leisten- -und wulstartigen Vorsprünge, unregelmässige Höhle einschliesst und -von einer Flüssigkeit durchströmt wird, welche zahlreiche kleine -Körnchen enthält. Diese Flüssigkeit mit dem Blute des Thierleibes zu -vergleichen, liegt nahe genug; eine solche Analogie aber ist werthlos, -so lange wir nicht mehr als jetzt über den Bau und den Haushalt des -Zellenleibes wissen«. _Brücke_ wiederholt später[53] diese Annahme -zweier in Consistenz verschiedener Bestandtheile des Protoplasma -in den Brennhaaren von Urtica: »Wenn man bei starker Vergrösserung -das Mikroskop so einstellt, dass die Mittelebene des Haares sich -im deutlichen Sehen befindet, so unterscheidet man am leichtesten -die eigenen Bewegungen des Zellenleibes von denen der körnerreichen -Flüssigkeit, welche in ihm strömt. Man sieht dann seinen optischen -Längsschnitt, und einerseits die Körnchen, die sich in ihm fortbewegen, -andrerseits die Wülste, die er gegen die Intracellularflüssigkeit -austreibt, man sieht, wie sie wachsen, wie sie ihren Ort verändern und -wie sie wieder vergehen. - -»Man wird sich durch das Fortrücken des Wulstes nicht täuschen lassen, -zu glauben, dass das sogenannte Protoplasma fliesse; denn man weiss, -dass eine Contractionswelle der Länge nach über eine ganze Muskelfaser -abläuft und schliesslich alle Theile derselben doch wieder am alten -Orte sind. Selbst wenn ein singulär gebildeter Theil des Zellenleibes -durch das ganze Sehfeld fortrückt, darf man sich dadurch nicht -verführen lassen, in den alten Irrthum zurückzufallen. Ich habe solche -Theile verfolgt und gefunden, dass sie endlich stille stehen und dann -langsam wieder gegen ihren früheren Ort hin zurückkehren. Die Bewegung -war kein Fliessen, sie war eine Folge der Contractilität. - -»Ich kann nicht sagen, ob diese Contractionen die einzige Ursache der -Bewegung der körnerreichen Flüssigkeit im Zellenleibe sind, aber dass -sie auf dieselbe einen wesentlichen Einfluss üben müssen, versteht sich -wohl von selbst.« - -Hiernach ist also unzweifelhaft _Brücke’s_ Meinung die, das contractile -Protoplasma sei es nicht, in welchem die Körnchen sich befinden, -dieses bilde vielmehr nur eine Rinde um eine die Körnchen enthaltende -+Flüssigkeit+. Durch wellenartig fortschreitende Contractionen der -Rinde werde die Flüssigkeit im Innern bewegt und so entstehe die -Körnchenströmung. Daneben bestehe dann noch als besondere Art der -Bewegung die »langsame, ziehende oder kriechende«, auf welcher die -Veränderungen in der Anordnung der Protoplasmamassen beruhen. - -Fragen wir uns zunächst, auf welche Gründe hin _Brücke_ die -Differenzirung im Protoplasma annimmt, nach welcher die körnchenhaltige -Flüssigkeit zum Protoplasma sich wie das Blut zum Thierleibe -verhalte, so wird es uns bei der Kürze dessen, was der genannte -Forscher über die Protoplasmabewegungen in Pflanzenzellen sagt, -schwer, einen triftigen Grund für die von ihm vorgetragene Ansicht -zu finden. Offenbar war es die verhältnissmässig schnelle Bewegung -der Körnchen, welche ihn zur Annahme einer besonderen, neben der -organisirten Materie noch vorhandenen +Flüssigkeit+ veranlasste. -_Brücke_ scheint Anstand genommen zu haben, eine contractile Substanz -von solchem Aggregatzustande zu denken, dass in ihr das Phänomen der -Körnchenbewegung zu Stande kommen könne. Daher musste das Bewegende -ausserhalb der die Körnchenbewegung zeigenden Substanz gelegt werden. - -Mit diesem Gedankengange würde ich mich nicht einverstanden erklären -können, da wir Contractilität zweifellos an Substanzen geknüpft sehen, -die in ihrer Consistenz von der des Protoplasma schwerlich irgend -erheblich abweichen. _Brücke’s_ Arbeiten über die quergestreifte -Muskelfaser haben die ausserordentliche Beweglichkeit der contractilen -Substanz dargethan, und _Kühne_[54] hat namentlich durch seine -Beobachtung einer lebenden Nematode in einer lebenden Muskelfaser, -welche in der contractilen Substanz sich so ungehindert bewegte, wie in -einer Flüssigkeit, den Beweis geliefert, dass der Aggregatzustand der -Muskelsubstanz im Leben von dem einer Flüssigkeit nicht weit abweichen -kann. Warum soll also das Zustandekommen der Körnchenbewegung von einer -neben der contractilen Substanz vorhandenen Flüssigkeit abhängen? - -Es kann keinem Zweifel unterliegen, dass auf die von _Brücke_ -statuirte Weise etwas der Körnchenbewegung Aehnliches zu Stande kommen -müsse, aber ich halte es für sehr zweifelhaft, dass alle Formen, in -welchen die Körnchenbewegung in die Erscheinung tritt, sich durch die -_Brücke_’sche Annahme erklären lassen. Ich hebe noch einmal hervor, -dass, obgleich _Brücke_ nur von dem Protoplasma der Nesselhaare -spricht, ich meine Gegengründe aus den Beobachtungen einer ganzen -Reihe von Pflanzen und zahlreicher Rhizopoden entnehme, bei welchen -allen die Körnchenbewegung so sehr mit der bei Urtica zu beobachtenden -übereinstimmt, dass ich das für letztere Gültige ohne Weiteres auf die -anderen Beispiele zu übertragen für nothwendig halten würde. Gegen die -_Brücke_’sche Annahme spricht aber 1) dass die Körnchen sehr häufig -und sogar gewöhnlich sich nur in der oberflächlichsten Schichte des -Protoplasma bewegen, und dass die Axe des Protoplasmafadens öfter -nachweisbar fester, dichter ist als die Oberfläche. Eine hyaline Rinde -als Bedeckung ganz oberflächlich hinlaufender Körnchen ist nicht -wahrzunehmen. Wollte man dieselbe dennoch als vorhanden annehmen, so -würde sie, da die Körnchen mit dem grössten Theile ihrer Oberfläche -deutlich wie aus der Grundsubstanz frei hervorragen, doch nur -verschwindend dünn sein. Stellt nun aber, wie aus der _Brücke_’schen -Annahme folgt, diese Rinde das allein Contractile dar, so würden -wir zu dem Schluss gedrängt werden, dass nur ein verschwindend -kleiner Theil des Protoplasma contractil sei, der weitaus grösste -eine nicht organisirte, körnchenhaltige Flüssigkeit darstelle. 2) -Bei der Aufnahme fremder Körper, welche sich der Körnchenbewegung -anschliessen, hätte man anzunehmen, dass auch diese in die im Innern -des Plasma circulirende Flüssigkeit gelangen, und eine vollständige -Rinde von contractiler Substanz erhalten, ehe sie sich in Bewegung -setzen können. Die Beobachtungen an grösseren Carminkörnerklumpen -und Stärkemehlkörnern, sofern sie sich, einmal in Berührung mit dem -Faden gelangt, fast augenblicklich in Bewegung setzen, sprechen gegen -diese Annahme. 3) Der von _Brücke_ für Urtica aufgestellte Unterschied -einer »langsamen, kriechenden« und einer »schnelleren fliessenden« -Bewegung im Protoplasma ist nicht durchzuführen. Es ist zwar richtig, -was _Brücke_ sagt, dass man die Bewegungen grösserer Protoplasmamassen -von der Körnchenbewegung unterscheiden könne, und _Joh. Müller_ -führte etwas Aehnliches zuerst von den Pseudopodien der Radiolarien -an. Aber es ist auch leicht zu beobachten, dass die »ziehende oder -kriechende« Bewegung grösserer Protoplasmamassen mit sehr verschiedener -Schnelligkeit abläuft und bei geringer Grösse der Protoplasmamassen -mit der Körnchenbewegung an Schnelligkeit übereinstimmt, und es ist -weiter von _Brücke_ nicht bewiesen, dass die Körnchenbewegung nicht -auch zur allmählichen Gestaltveränderung der Protoplasmafäden beitrage. -Mir scheint das letztere unverkennbar. Denn die Bewegung grösserer -Massen ist z. B. bei Tradescantia viel zu selten, als dass dadurch die -stets neuen Veränderungen in der Configuration des Fadennetzes sich -erklären liessen. Nimmt man dagegen die Körnchenbewegung ebenfalls als -Ausdruck einer Massen-Bewegung des Protoplasma, so ist Alles einfach. -Dann unterscheiden sich die beiden von _Brücke_ bezeichneten Arten der -Bewegung +nur in der Menge des Bewegten und in der Schnelligkeit+, der -Art dass, je kleiner die fortzuschaffende Masse ist, desto grösser die -Geschwindigkeit. Wo man, wie bei den Pseudopodien der Polythalamien -fremde Körper von sehr verschiedener Grösse der Körnchenbewegung sich -anschliessen sieht, ist es ganz constant, dass die kleinsten (z. B. -Carmin-) Körnchen mit viel grösserer Geschwindigkeit fortgeführt -werden als grössere. Auch für die im Protoplasma der Pflanzenzellen -enthaltenen Körnchen lässt sich das Gleiche beobachten, z. B. sehr -deutlich bei den Zellen solcher Staubfadenhaare von Tradescantia -virginica und discolor, welche man aus dem Aufbrechen nahen Knospen -entnahm. In solchen enthält das Protoplasma, wie bereits oben angeführt -wurde, neben den gewöhnlichen kleinen Körnchen etwas grössere, welche -sich durch Iod blau färben, also wohl Stärkekörner sind. Hier ist die -Schnelligkeit der Bewegung umgekehrt proportional der Grösse. Für -Vallisneria spiralis führt _Jürgensen_ etwas Aehnliches an, indem er -sagt, dass von zwei im Laufe sich überholenden Chlorophyllkörnern das -schnellere stets das kleinere sei (l. c. 94), doch kommt hier möglicher -Weise noch ein anderes Moment ins Spiel, die geringere oder grössere -Entfernung von der Zellenwand, welches sich auch bei +Chara+ geltend zu -machen scheint und seinen Grund in der verschiedenen nach der Zellwand -zu wachsenden Dichtigkeit des Protoplasma haben dürfte. - -Ich glaube hiernach, dass wir vollkommen berechtigt sind, zunächst die -bisher geltende Ansicht, dass die Körnchenbewegung +in der Substanz -des contractilen Protoplasma selbst ihren Sitz habe+, aufrecht zu -halten. Wie _Brücke_ ist auch _Heidenhain_ der Beweis für den von ihm -mit folgenden Worten aufgestellten Satz: »Im Innern des geformten -Protoplasmas strömt eine körnerreiche Flüssigkeit (_Brücke_), welche -wahrscheinlich durch die Contractionen des Protoplasmas in Bewegung -versetzt wird« (l. c. p. 67) schuldig geblieben. - -Wir kommen zu dem zweiten Theil der _Brücke_’schen Ansicht über die -Protoplasmabewegungen, inwiefern nämlich die Niveauveränderungen des -Protoplasma gegen die Intracellularflüssigkeit als über die Oberfläche -hinziehende Contractionswellen zu deuten seien: »Man wird sich -durch das Fortrücken des Wulstes nicht täuschen lassen, zu glauben, -dass das sogenannte Protoplasma fliesse: denn man weiss, dass eine -Contractionswelle der Länge nach über eine ganze Muskelfaser abläuft -und schliesslich alle Theile derselben doch wieder am alten Orte -sind.« Es könnte hiernach scheinen, als wenn _Brücke_ die Bewegungen -des Protoplasma, auf welchen die proteischen Veränderungen in der -Anordnung desselben beruhen, ganz übersehen habe. Dem ist jedoch nicht -so. In seinem ersten Aufsatze (l. c. p. 404) sagt er, wie bereits -wiederholt angeführt worden, es giebt zwei Arten von Bewegungen im -Protoplasma »eine langsame, ziehende oder kriechende, von dieser -hängen +die Veränderungen in der Anordnung der Protoplasmamassen ab+; -ferner eine zweite schnellere, fliessende etc.« Wenn nun auch _Brücke_ -nicht angiebt, woran er die »ziehende oder kriechende« Bewegung des -Protoplasma, welche er auch eine langsam +fliessende+ hätte nennen -können, von der reinen Wellenbewegung der Oberfläche unterscheidet, -so hat _Heidenhain_ doch _Brücke_ missverstanden, wenn er ihn der -Ansicht zeiht (l. c. p. 62), »dass das Protoplasma selbst gar keine -fortschreitende Locomotionsbewegung mache«, und in Folge dessen die auf -den ersten Blick zu sehenden Locomotionsbewegungen glaubt besonders -beweisen zu müssen. - -Ich habe bereits angeführt, dass ich es nach meinen Beobachtungen -für vollständig unmöglich halte, die langsam ziehende, kriechende -von der schneller fliessenden Bewegung des Protoplasma scharf zu -unterscheiden. Da die erstere unzweifelhaft der Ausdruck einer -Locomotion des Protoplasma ist, so weiss ich für die zweite die Grenze -nicht festzustellen, wo sie nicht mehr eine fliessende Bewegung des -Protoplasma genannt werden kann, sondern von Wellenbewegung der -Oberfläche abhängen soll. Erinnern wir uns ferner, dass die ganze -Hypothese mit der contractilen Rinde und der körnerreichen Flüssigkeit, -welche _Brücke_ aufstellte, zunächst noch vollkommen in der Luft -schwebt, so fällt vollends jeder Grund fort, die schneller fliessende -von der langsam kriechenden Bewegung zu trennen und leuchtet ein, dass, -wenn die eine in einer Locomotion des Protoplasma ihren Grund hat, -die andere es auch haben kann. Die langsam ziehenden Bewegungen sind -zugegebenermaassen Ortsveränderungen gewisser, besonderer Abtheilungen -des Protoplasma. Wenn solche an sich höchst dunkle Bewegungen -gesonderter Abschnitte des Protoplasma überhaupt vorkommen, so hat es -sicher nichts Ungereimtes, wie schon angedeutet, diese gesonderten -Abschnitte immer kleiner werden zu lassen, bis sie auf die nächste -Umgebung eines einzelnen Kornes herabgesunken sind. Und bewegen sich -diese ziehend, kriechend, fliessend oder wie man es nennen will, so -schwindet das Auffallende der Erscheinung, welches _Brücke_ hervorhebt, -dass »oft in ganz schmalen Bahnen Kügelchen in entgegengesetzter -Richtung fliessen und sich vibrirend umeinander herumbewegen«; und was -_Heidenhain_[55] hinzufügt, dass er sogar beobachtet habe, wie »zwei -Kügelchen direct aufeinander losliefen, aneinander prallten, dann -das eine umkehrte und die Richtung des anderen stärkeren (?) annahm, -welches die seinige unverändert beibehalten hatte«, kann natürlich -ebensowenig als Gegenbeweis dienen. - -Wenn ich es somit durchaus nicht für erwiesen betrachten kann, dass -»+das Fortrücken des Wulstes+« keine Massenbewegung des Protoplasma -sei, vielmehr solche Massenbewegung mit diesem Fortrücken in bestimmte -Verbindung bringe, so will ich damit nicht ausgesprochen haben, dass -es nicht auch Wellenbewegungen sein könnten, welche das Fortrücken -der Plasmabestandtheile bedingen. Es gehört zum Zustandekommen dieses -+Fortrückens+ durch Wellenbewegung vor Anderem die Annahme, dass -die Oberfläche eine etwas grössere Dichtigkeit habe, als die Tiefe. -Wenn ich den von _Brücke_ angenommenen Unterschied einer +allein+ -contractilen Rinde und einer passiv bewegten Flüssigkeit als unbewiesen -bezeichnete und mich zu der Annahme desselben nicht verstehen konnte, -so können doch +Consistenz+unterschiede zwischen Rinde und Inhalt am -Protoplasma auf zweierlei Weise zugegeben werden. - -Ich habe an verschiedenen Orten darauf aufmerksam gemacht, dass das -Protoplasma einer Zelle eine sehr verschiedene Dichtigkeit haben kann. -Die Angelegenheit ist oben in der Einleitung ausführlich besprochen -worden. Bei den kleineren Furchungs- oder Embryonalzellen springt die -Rinde als hyaline, körnchenfreie Schicht über die körnchenhaltige -Substanz vor. Aehnliches scheint an fast allen als Zellen fungirenden -Protoplasmamassen vorzukommen. Für die Amoeben und Myxomyceten -wurde dasselbe Verhältniss oben besprochen. Hier hat es auch öfter -den Anschein, als wenn die Rinde das vorzugsweise Contractile, und -das körnige Innere das mehr passiv Bewegte sei. Es ist aber nicht -bewiesen, dass diesem Letzteren die Contractilität abgehe. Und wenn, -wie bei manchen Amoeben, namentlich der von mir beschriebenen Amoeba -porrecta, eine solche hyaline Rindenschicht nicht mehr zu beobachten -ist, so leitet uns diese hinüber in das Verhältniss, wie wir es bei -den Pseudopodien der Polythalamien finden, bei denen wir nach Allem, -was vorliegt, die zerfliesslich weiche, körnige Substanz als mit -ausgezeichneter Contractilität begabt ansehen müssen. Und wollten wir -aus dem Verhalten der hyalinen Pseudopodien der Gromia oviformis oder -der starren, wenig beweglichen Axe der Strahlenfäden von Actinophrys -Eichhornii auf den Grad der Contractilität der hyalinen Rindenschicht -der Amoeben und Myxomyceten zurückschliessen, so könnten wir gerade -das Umgekehrte von dem, was wir oben anführten, erschliessen, nämlich -dass das körnige Innere das hauptsächlich bewegende Element und die -hyaline Rinde das mehr passiv bewegte sei. Ich führe das nur an, um -darauf aufmerksam zu machen, wie wenig Recht wir vorläufig haben eine -Differenzirung von contractilen und nicht contractilen Schichten im -Protoplasma anzunehmen, und wie Organisation und Contractilität sich -nicht an eine bestimmte Dichtigkeit der organischen Substanz knüpft. - -Es giebt aber zweitens noch einen anderen Punkt, welcher uns auf -Dichtigkeitsunterschiede im Protoplasma führt, auch wenn wir -aus der Beobachtung keinen Grund entnehmen können, dass solche -Verschiedenheiten, wie z. B. bei den Amoeben existiren, vielmehr die -betreffende Protoplasmamasse von durch und durch gleicher Dichtigkeit -erscheint. Die Physiker sind namentlich durch genauere, von _Poisson_ -angeregte Betrachtungen über die Capillarerscheinungen zu der wichtigen -Annahme gekommen, dass jedesmal die +Oberfläche+ einer Flüssigkeit eine -andere und grössere Dichtigkeit besitze, als das Innere[56]. »Leichte, -unbenetzte Körper veranlassen nur ein Einbiegen der Oberfläche, -ohne sie zu durchbrechen; neben benetzten Körpern erhebt sich die -Oberfläche. Die so entstehenden aufwärts oder abwärts gekehrten -Ränder ziehen sich an, wenn sie gleichartig sind; ein benetzter und -ein unbenetzter Rand stossen sich ab. Kleine Quantitäten Flüssigkeit -auf unbenetzten Flächen nehmen durch die Spannung der Oberfläche -Kugelgestalt an. Bei der Blasenbildung erscheint die Oberfläche ganz -frei und getrennt von der inneren Masse. Bei strömendem Wasser bewegt -sich die Oberfläche langsamer als die darunter befindliche Masse, -wie es der durch momentanes Eintauchen eines mit Tusche gefüllten -Pinsels entstehende schwarze Streifen zeigt. Auch bei der Bildung und -dem Zusammenfliessen einzelner Tropfen finden auffallende Bewegungen -statt. Diese Erscheinungen lassen vermuthen, +dass die Oberfläche eine -festere Decke sei, deren dicht zusammengedrängte Theilchen, wenn sie -auch noch immer leicht trennbar und verschiebbar sind, dennoch einen -viel stärkeren Zusammenhang haben, als die Theilchen im Innern der -Flüssigkeit+.« - -Noch manche Thatsachen lassen sich anführen, welche für die Richtigkeit -dieses Satzes sprechen. Wasser steigt zwischen zwei parallelen -Glasplatten vermöge der Capillarität schnell zu einem Maximum der Höhe, -von welchem es allmählich und noch Tage lang sinkt. Die Erhebung ist -um so grösser, je +frischer+ die Oberfläche ist. Das Maximum der Höhe -erreicht man durch wiederholtes Abheben der Oberfläche zwischen den -beiden Scheiben mittelst dickem Löschpapier. Ein ähnlicher Einfluss -dieses +Frischmachens+ der Oberfläche lässt sich auch mit einem -Oeltropfen erkennen, der auf dem frischen Wasserspiegel sich sogleich -ausbreitet und irisirt, auf einer Oberfläche aber, die längere Zeit -selbst unter einer Glasglocke gestanden hat, ruhig liegen bleibt. Nach -allem diesem können wir uns nicht sträuben, eine Anwendung obigen -Satzes auch auf die dickschleimig-flüssige Protoplasmasubstanz, wo -sie von wässrig-flüssigem Zellsafte oder von Wasser umgeben ist, zu -machen. Wir haben dann anzunehmen, dass auch die Oberfläche eines -Protoplasmafadens oder einer Protoplasmakugel, wo sie das umgebende -Wasser berührt, eine grössere Dichtigkeit habe, als die unter ihr -liegende Substanz, und wir kommen dadurch zu der Nothwendigkeit, eine -Art von Membran anzuerkennen, wo histiologisch eine solche noch nicht -differenzirt ist. Die Sache hat ihre Wichtigkeit, z. B. bei Erklärung -der Thatsache, warum zwei aneinander stossende Protoplasmamassen -von einer so geringen Dichtigkeit, dass ein Zusammenfliessen beider -möglich ist, nicht immer und sofort bei der Berührung wirklich -zusammenfliessen. Wie bei zwei aneinanderstossenden Fetttropfen -beobachtet werden kann, dass das erwartete Zusammenfliessen erst -eintritt wenn mittelst einer Nadel die Oberfläche eines derselben -oder beider durchbrochen wird, eine Erscheinung, welche die grössere -Dichtigkeit der Oberfläche zu beweisen scheint, so dürfte unter -Umständen auch die oben erwähnte Thatsache, dass zwei derselben -Polythalamie angehörende Pseudopodien, wo sie sich auf ihrem Wege -begegnen, nicht immer sofort gleich zusammenfliessen, in einer solchen -»Contactmembran«, wie ich die dichtere Schicht der Oberfläche nennen -will, wenigstens theilweise ihre Erklärung finden. Jedenfalls ist die -ganze Angelegenheit für die Beurtheilung der Dichtigkeitsverhältnisse -der nackten Protoplasmamassen und der an die Intracellularflüssigkeit -grenzenden Protoplasmaoberflächen von nicht zu unterschätzender -Bedeutung. - -Wenn die Körnchenbewegung in Contractionen des Protoplasma ihren -Grund hat, welche sich in über die Oberfläche ablaufenden Wellen -äussert, so gehört, um die Fortbewegung der Körnchen zu erklären, wie -angeführt, dazu die Annahme einer härteren Rinde und eines weicheren -Inhaltes. Möglich, dass schon die geringen Dichtigkeitsunterschiede -und die verschwindend feine Haut, auf welche wir, gestützt auf obige -Annahmen, kommen, zur Erklärung der Körnchenbewegung benutzt werden -können. Schwebt auch diese Deduction, da sie sich auf eine noch nicht -scharf erwiesene physikalische Praemisse stützt, gewissermaassen in der -Luft, so hat dieselbe doch ein Recht auf Berücksichtigung. Wir dürfen -unsere Augen gegen die aus den oben berichteten Thatsachen folgenden -Consequenzen nicht verschliessen, wenn wir auch gegen eine Uebertragung -derselben auf eine +lebendige+ Substanz sich Bedenken erheben sehen. -Denn was für ruhende Flüssigkeiten wahr ist, braucht noch nicht für -die ununterbrochen veränderliche lebende Protoplasmasubstanz zu -gelten. Dennoch halte ich die Angelegenheit für die Erklärung der -Körnchenbewegung, und weiter bei Beurtheilung der Möglichkeit der -Existenz solcher Zellen, welchen eine vom Protoplasma differente -Membran fehlt, für nicht gleichgültig. - -Ueberblicken wir endlich noch einmal, was wir gegen die von _Brücke_ -angenommene Differenzirung des beweglichen Protoplasma in eine -contractile äussere Schicht und eine passiv bewegte, körnerreiche -Flüssigkeit vorgebracht haben, so ergiebt sich, dass, wenn auch ein -directer Gegenbeweis gegen die Richtigkeit dieser Annahme nicht -geliefert werden konnte, dieselbe doch durch die Beobachtung zu wenig -gestützt ist als dass sie beanspruchen könnte, die Frage nach der -Natur der so merkwürdigen Körnchenbewegung zu einer befriedigenden -Lösung gebracht zu haben. Die Zeit zu einer solchen scheint mir -überhaupt noch nicht gekommen zu sein. Ich möchte glauben, dass wir die -Vorgänge organischer Bewegungen auch in ihrer einfachsten Erscheinung -noch viel zu wenig übersehen, als dass wir wagen dürften eine Theorie -der, wie wohl nicht bezweifelt werden kann, höchst verwickelten -Erscheinungen der Körnchenbewegung aufzustellen. - - - - -IV. - -Schlussbemerkungen. - - -Die vorstehenden Untersuchungen sind weit davon entfernt, -einen Abschluss in die Fragen nach den Lebenserscheinungen der -Pseudopodiensubstanz der Rhizopoden und den Bewegungen des Protoplasma -der Pflanzenzellen zu bringen. Sie hatten allein den Zweck einige -Seiten dieser Erscheinungen genauer als bisher geschehen, zu analysiren -und von Neuem auf die Bedeutung aufmerksam zu machen, welche die -genannten Substanzen für die Beantwortung wichtiger Fragen der -allgemeinen Gewebelehre haben. - -Dass eine Substanz von der Natur des Protoplasma der Pflanzenzellen -den Hauptbestandtheil des Körpers einer grossen Gruppe von Thieren, -der +Rhizopoden+, bildet, ist eine Thatsache von so fundamentaler -Wichtigkeit, dass jede auf dieselbe bezügliche Beobachtung unser -höchstes Interesse in Anspruch nehmen muss. Bestätigt es sich, wie nach -dem Obigen wohl nicht bezweifelt werden kann, dass die Pseudopodien -der Polythalamien und Radiolarien eine von der sie bildenden -Protoplasmasubstanz verschiedene Membran auf der Oberfläche nicht -besitzen, zeigt es sich hier, dass das Protoplasma auch ohne solche -Membran seine Integrität bewahren kann, so gelangen wir folgerichtig -weiter zu der Annahme, dass zum Begriff der Zelle überhaupt die Membran -nicht nothwendig gehöre. So stehen die obigen Untersuchungen in der -innigsten Beziehung zu der Theorie der Zelle. - -_Reichert_, dem die weittragende Bedeutung dieser Deduction gefährlich -für den +Bestand der Zellentheorie+, wie dieselbe von _Schleiden_ -und _Schwann_ begründet worden, erschien, versuchte nachzuweisen, -dass die bisherigen Beobachter die Natur der Pseudopodiensubstanz -der Polythalamien vollständig verkannt hätten, dass weder eine -+Körnchenbewegung+ an ihnen existire, noch dass die Pseudopodien bei -der Berührung +zusammenfliessen+ könnten. Bei so grober Täuschung in -der Beobachtung müssten natürlich auch alle auf die in Rede stehende -Substanz gegründeten Vergleiche und Schlüsse falsch sein, namentlich -müsse eine Zusammenstellung der Pseudopodiensubstanz der Rhizopoden mit -dem in strömender Bewegung begriffenen Inhalte vieler Pflanzenzellen -zurückgewiesen werden. - -Ich muss hier zunächst noch einmal ausdrücklich hervorheben, dass -_Reichert’s_ Besorgnisse, dass durch meine Auffassung der Zelle -die Grundvesten der Zellentheorie erschüttert würden, vollständig -ungegründet sind. Niemand kann tiefer von der Ueberzeugung durchdrungen -sein, als ich, dass die Lehre von der Zelle als Grundelement aller -thierischen Gewebe für alle Zeiten unveräusserlich gesichert sei. -Weit entfernt, etwas Neues an die Stelle der Zellentheorie setzen zu -wollen, suche ich vielmehr durch meine Auffassung des Rhizopodenkörpers -auch seine Substanz, die sogenannte und bis dahin ausserhalb der -Zellentheorie stehende +Sarkode+, dieser Theorie unterzuordnen. Und -was meine Stellung zu den Lehren _Schwann’s_ betrifft, so meine -ich, dass wir in vielen Stücken zu der reineren Form derselben -zurückkehren müssen. Meine Beobachtungen drängen mich immer mehr zu -der Ueberzeugung, dass »die Uebereinstimmung in der Structur und dem -Wachsthum der Thiere und Pflanzen«, wie _Schwann_ den Inhalt seiner -berühmten Untersuchungen nannte, eine viel grössere sei, als man -heutzutage anzunehmen geneigt ist, und einen Beleg hierzu bildet auch -der Inhalt vorstehender Untersuchungen. Möchte der _Schwann_’sche Geist -und die _Schwann_’sche Methode in die Arbeiten der Histiologen mehr und -mehr zurückkehren, das über vielen Fragen der allgemeinen Gewebelehre -herrschende Dunkel würde sich stetiger lichten. - -Was dann aber die Ausstellungen _Reichert’s_ an meiner Beschreibung -der Polythalamien und dem von mir gezogenen Vergleiche zwischen den -Pseudopodien der Rhizopoden und dem Protoplasma der Pflanzenzellen -betrifft, so hat das Obige gelehrt, dass ich mich in der Lage befinde, -alle von _Reichert_ bestrittenen Punkte in voller Integrität in der -ursprünglichen Form aufrecht zu erhalten. Nachstehende Uebersicht -der +Hauptresultate+ meiner Untersuchungen wird schliesslich dies -Verhältniss möglichst scharf präcisiren: - -1) Die Bewegung, welche man an den Pseudopodien der Polythalamien -wahrnimmt und mit dem Namen der Körnchenbewegung belegt hat, beruht -auf einem Gleiten zahlreicher in der Pseudopodiensubstanz enthaltener -Körnchen, nicht, wie _Reichert_ behauptet, allein auf wellenförmigen -Erhebungen der Oberfläche in Form »einer am Faden fortziehenden -Schlinge.« - -2) Da den Körnchen die Fähigkeit der selbstständigen Bewegung nicht -zugeschrieben werden kann, muss das Gleiten derselben von einer -Bewegung der Grundsubstanz, in welche sie eingebettet sind, abhängen. -Diese Bewegung kann mit Rücksicht auf den eigenthümlichen, dem einer -Flüssigkeit verwandten Aggregatzustand der Pseudopodiensubstanz, -eine +fliessende+ genannt werden. Doch kommt bei der Unmöglichkeit -eine klare Vorstellung von dem Aggregatzustande der +lebendigen+ -Pseudopodiensubstanz zu erhalten, auf den Ausdruck nichts an, wir -können mit demselben Rechte die Bewegung eine +gleitende+, +ziehende+, -+kriechende+ etc. nennen. Diese Bewegung der Grundsubstanz ist -an grösseren Abtheilungen derselben direct zu beobachten. Nichts -widerspricht der Annahme, dass diese sich bewegenden Abtheilungen der -Grundsubstanz bis zu minimaler Grösse herabsinken, in welchem Falle sie -nur ein einziges oder oft auch gar kein Körnchen enthalten. So erklärt -es sich, dass dicht nebeneinander liegende Körnchen eine verschieden -schnelle und verschieden gerichtete Bewegung zeigen. - -3) Die Frage nach der Consistenz oder dem Aggregatzustande der -Pseudopodiensubstanz wird ihrer Lösung wesentlich näher geführt -durch die Beobachtungen über die Erscheinungen, welche bei dem -Zusammenstossen zweier sich begegnender Pseudopodien auftreten. -Dieselben sprechen für ein +Zusammenfliessen+ der Substanz derselben. -Von ähnlicher Bedeutung für die Consistenzfrage sind die Beobachtungen -über die Aufnahme von Carmin- und Stärkemehlkörnern in die Pseudopodien. - -4) Die Consistenz der Pseudopodiensubstanz variirt bei verschiedenen -Species der Rhizopoden ziemlich bedeutend. Als Extreme können die -beiden +Gromien+, Gromia oviformis und Dujardinii gelten. Sie variirt -aber auch in verschiedenen Tiefen einer und derselben Pseudopodie. Ob -bei den Polythalamien eine Differenzirung der Fäden in hyaline Rinde -und körnchenhaltiges Innere vorkomme, wie bei den Amoeben ist durchaus -zweifelhaft, sehen lässt sich nichts davon. Dagegen zeigt sich bei -+Actinophrys Eichhornii+ deutlich eine Differenzirung der Pseudopodien -in +hyaline Axe+ und +körnerhaltige Rinde+. Mittelst letzterer als der -weicheren, zerfliesslicheren Substanz findet auch ein Zusammenfliessen -der Pseudopodien statt, welches sich nicht auf die hyaline Axe -erstreckt. Bei manchen Radiolarien des Meeres scheint etwas Aehnliches -vorzukommen. - -5) In der Leibessubstanz der +Actinophrys Eichhornii+ und zwar an -der Peripherie der dunkleren Markmasse finden sich ganz constant in -regelmässigen Entfernungen viele zellenartige Körperchen mit meist -mehrfachen kleinen Kernen. - -6) Die Wärmestarre (_Kühne_) als todtbringende Gerinnung tritt bei -Actinophrys, bei Amoeba, Difflugia und bei den Polythalamien bei -42-43° C. ein. Anguillulinen, Räderthiere, Naiden, Turbellarien, -Ostracoden ertragen meist noch 44° C. - -7) Die Schläge des Inductionsapparates üben eine andere Wirkung auf -die Körnchenbewegung der Pseudopodien der Polythalamien nicht aus als -solche Agentien, welche eine Retraction und endlich eine Auflösung -derselben herbeiführen. - -8) Die Bewegungen des Protoplasma der Pflanzenzellen gleichen denen der -Pseudopodien der Polythalamien so sehr, dass, wenn die Anordnung des -Protoplasma der Art ist, wie z. B. in den Zellen der Staubfadenhaare -von Tradescantia, kein Unterschied zwischen beiden Arten der Bewegung -aufzufinden ist. - -9) Auch der Einfluss chemischer Reagentien, der Wärme und der -Elektricität auf die Protoplasmafäden der Pflanzenzellen ist derselbe, -wie auf die Pseudopodien der Polythalamien. Nur in Betreff des höchsten -Temperaturgrades, bei welchem sich die Bewegungen noch erhalten, ist -der Unterschied anzuführen, dass die Grenze bei den Pflanzenzellen -etwas höher (46-47° C.) liegt, als bei den Rhizopoden (43° C.). - -10) Als die Ursache der Bewegung des Protoplasma der Pflanzenzellen -muss, wie schon vor mehr als 10 Jahren _F. Cohn_ und _Unger_ -aussprachen, eine Eigenschaft in Anspruch genommen werden, welche den -Namen +Contractilität+ verdient. - -11) Wie bei den Pseudopodien der Polythalamien, so ist auch in den -Protoplasmafäden der Pflanzenzellen eine Differenzirung in Rinde und -Mark nicht zu beobachten. Aus diesem Grunde kann ich der _Brücke_’schen -Annahme einer solchen Differenzirung nicht beipflichten. Die -Körnchenbewegung lässt sich auch ohne solche Annahme ganz auf dieselbe -Weise wie bei den Pseudopodien der Polythalamien erklären. Theoretisch -ist allerdings die Möglichkeit der Anwesenheit einer etwas festeren -Rinde für beide Objecte zuzugeben (vergl. hierzu p. 58-61). - - -Nachtrag, - -betreffend das Vorkommen lebender Organismen in heissen Quellen. - -Nach Beendigung des Druckes vorstehender Untersuchungen erhalte ich -Kenntniss von dem eben erschienenen Aufsatze _Ferd. Cohn’s_ »Ueber -die Algen des Karlsbader Sprudels, mit Rücksicht auf die Bildung des -Sprudelsinters«, Breslau 1863 besonders abgedruckt aus dem 2. Hefte -des Jahrg. 1862 der Abhandl. d. schles. Ges. f. vaterl. Kultur. -Die interessante Schrift enthält einige Notizen über die höchsten -Temperaturgrade, bei welchen noch lebende Organismen im Karlsbader -Sprudel gefunden worden. _Cohn’s_ Messungen ergaben übereinstimmend mit -_Agardh’s_ älteren Angaben, dass +über 43° R. keine Algenvegetation -vorkomme+. Von 35°-42° R. lebt +Leptothrix lamellosa+ _Kg._, unter -35° finden sich +Oscillarien+ und +Mastigocladus+, eine neue, den -Oscillarien verwandte Gattung, die +Oscill. labyrinthiformis+ _Agardh_. -_Cohn_ will seinen Messungen allerdings noch keine vollkommen -abschliessende Bedeutung beilegen, da er eine Stelle, das Wasser des -+Sprudelkorbes+, in welchem _Schwabe_ früher bei 58-59° R. Oscillarien -gefunden zu haben angiebt, nicht untersucht hat. Doch hegt er Zweifel -an der Richtigkeit dieser Behauptungen. Jedenfalls kommt an den von -_Cohn_ untersuchten Stellen eine Vegetation von Algen nicht eher vor, -bis sich das Wasser +unter+ 43° R. abgekühlt hat. Hiernach wäre also -vorläufig diese Temperatur d. h. cc 53° C. als die höchste anzunehmen, -bei welcher im Karlsbader Sprudel Algen gedeihen. Auch diese Temperatur -erscheint noch gegenüber dem oben pag. 48 mitgetheilten Untersuchungen -über den höchsten Temperaturgrad, welchen das Protoplasma der -Pflanzenzellen lebend überdauert, und welchen ich zu 47° C. bestimmte, -sehr hoch, steht letzteren aber doch näher als die _Ehrenberg_’schen -Angaben über die Quellen auf Ischia (siehe oben pag. 49), in denen sich -bei 81-85° C. noch thierisches und pflanzliches Leben finden soll. - - -Druck von Breitkopf und Härtel in Leipzig. - - -Fußnoten: - -[1] _Reichert_, in dem Archiv für Anat., Physiologie etc. 1863, p. 95. - -[2] Archiv für Anatomie, Physiologie etc. 1862, p. 385. - -[3] On the structure of the simple tissues of the human body. London -1861. Deutsch von _V. Carus_, Leipzig, 1862. - -[4] Die Elementarorganismen, Sitzungsber. d. Akad. der Wiss. zu Wien -1861, Bd. 44, p. 381. - -[5] Die neueren Reformen in der Zellenlehre. Archiv f. Anat., -Physiologie etc. 1863, p. 86. - -[6] Untersuchungen über den Bau und die Bildung der Pflanzenzelle. -Berlin 1854. - -[7] Vergl. Nachtrag 3 des Aufsatzes »über die neueren Reformen in der -Zellenlehre,« in welchem die gröbsten Missverständnisse bezüglich -dessen was _Brücke_ und ich Protoplasma genannt haben, enthalten -sind. So soll _Brücke_ für die sich bewegende Masse in der Zelle -des Nesselhaares, welche _Mohl_ zum Protoplasma rechnet, den Namen -+Intracellularflüssigkeit+ einführen wollen, während _Brücke_ mit -diesem Namen gerade die ruhende Zellflüssigkeit +neben+ dem Protoplasma -bezeichnet, und ich soll, wo eine Membran vorhanden, »den ganzen -Zelleninhalt mit Ausnahme des Kernes« Protoplasma nennen, während ich -doch gerade auf den Gegensatz zwischen Protoplasma und Zellflüssigkeit -auf das Nachdrücklichste aufmerksam gemacht habe. - -[8] Archiv f. Anat., Phys. etc. 1861, p. 133. - -[9] Ebenda 1862, p. 638. - -[10] Ebenda 1862, p. 646; Ebenda 1863. - -[11] Der Organismus der Polythalamien 1854, p. 16, 17. - -[12] Monatsberichte der Akad. d. Wiss. z. Berlin 1856, p. 479. Ueber -die Thalassikollen, Polycystinen und Acanthometren 1858, p. 9, 10, 15. - -[13] Die Radiolarien, Berlin 1862, p. 89 ff. Hier findet sich neben den -eigenen ausserordentlich umfassenden Beobachtungen des Verfassers Alles -was bis jetzt über die Körnchenbewegung veröffentlicht worden, mit -grösster Ausführlichkeit und Gewissenhaftigkeit zusammengestellt. - -[14] Anatomie und Physiologie der Pflanzen 1855, p. 280-284. Vorher -hatte schon _F. Cohn_ das Protoplasma der Pflanzenzellen als ein -contractiles bezeichnet (vergl. meinen Aufsatz im Archiv f. Anatomie, -Physiologie etc. 1858, p. 335 und _E. Haeckel_ l. c. p. 93), jedoch -ohne Beziehung zur Körnchenbewegung. - -[15] Archiv für Anatomie, Physiologie etc. 1858, p. 335 ff. - -[16] Archiv für Naturgeschichte 1860, p. 300. - -[17] Monatsberichte der Akad. der Wiss. zu Berlin 1862, p. 406-426. -- -Archiv f. Anatomie, Physiologie etc. 1862, p. 638-654. Ebenda 1863, p. -86 ff. - -[18] Archiv für Anatomie, Physiologie etc. 1857, p. 1. - -[19] Archiv etc. 1863, p. 100. - -[20] Vergl. mein Buch über den Organismus der Polythalamien und Archiv -für Anatomie, Physiologie etc. 1856, p. 165. - -[21] Etudes sur les Infusoires et les Rhizopodes 1859, Planche 23. - -[22] Vergl. meinen Aufsatz: Die Structur der Diatomeenschaale -verglichen mit gewissen aus Fluorkiesel künstlich darstellbaren -Kieselhäuten. Verhandlungen des naturhist. Vereines der preuss. -Rheinlande und Westphalens Jahrg. XX, 1863, p. 31. - -[23] Die Elementarorganismen, Sitzungsber. d. Akad. d. Wiss. zu Wien -1861, Bd. 44, p. 401. - -[24] l. c. p. 136. - -[25] Ueber den Organismus der Polythalamien Taf. I u. Taf. VII. - -[26] Vergl. oben die Einleitung. - -[27] Bericht über die Verhandl. d. Akad. d. Wiss. zu Berlin 1855. p. -674. - -[28] Die Thalassicollen etc. aus d. Abhandl. der Akad. zu Berlin 1858. -p. 20. - -[29] Bericht d. Akad. zu Berlin 1855. p. 674. - -[30] z. B. _Claparède_ in _Müller’s_ Archiv 1854, p. 413. - -[31] Archiv etc. 1859, p. 822. - -[32] Archiv etc. 1859, p. 805. - -[33] Zeitschr. f. wiss. Zoologie 1859, Bd. I, p. 198. 200, Taf. XVII, -Fig. 5 _g_. - -[34] _Unger_, Anatomie u. Physiologie d. Pflanzen. 1855. p. 274. - -[35] _Schacht_, Lehrbuch. der Anat. u. Physiologie der Gewächse. 1856. -p. 39 ff. - -[36] Ebenda p. 45 u. Jahrbücher f. wissenschaftl. Botanik, hrsg. v. -_Pringsheim_, 1863. - -[37] Archiv für Anatomie, Physiologie etc. 1858. p. 336. - -[38] Die Radiolarien etc. p. 94. 98. - -[39] Studien des physiolog. Institutes zu Breslau, Heft II, 1863, p. 63. - -[40] Anatomie u. Physiologie der Pflanzen, p. 277. - -[41] Studien des physiol. Institutes zu Breslau, herausgegeb. v. -_Heidenhain_. Heft I. 1861. p. 99. - -[42] Ebenda Heft II, p. 66. - -[43] Das Verhalten der sogenannten Protoplasmaströme in den Brennhaaren -von Urtica urens gegen die Schläge des Magnetelectromotors. Sitzungsber. -d. Akad. d. Wiss. zu Wien, 1862, Bd. 46, p. 1. - -[44] l. c. p. 66. - -[45] Comptes rendus 1837, Tom. V, p. 777. - -[46] Studien des physiolog. Institutes zu Breslau, hrsgegeb. v. -_Heidenhain_. I. Heft. 1861. p. 104. - -[47] Die vegetabilische Zelle. Handwörterbuch d. Physiologie. Bd. 4, p. -201. - -[48] Nachträglich erhielt ich auch noch eine Species von +Chara+ -zur Beobachtung. Die Schnelligkeit der Bewegung übertrifft hier die -aller bisher angeführter Formen. Sie betrug an meinen Präparaten bei -gewöhnlicher Zimmertemperatur 0,025 Mm. und liess sich durch Erwärmung -bis auf 0,04 Mm. in der Secunde steigern. - -[49] Monatsberichte der Akademie zu Berlin 1859, p. 493. - -[50] Die Radiolarien, p. 98. - -[51] Sitzungsberichte der Akad. d. Wiss. z. Wien 1861, Bd. 44, p. 403, -Anm. vergl. auch ebenda 1862, Bd. 46, p. 1. - -[52] Studien des physiologischen Institutes zu Breslau Heft 2, 1863, p. -64. - -[53] Sitzungsberichte etc. Bd. 46, p. 1. - -[54] Archiv f. patholog. Anatomie, Bd. 26, 1862, p. 222. Vergl. auch -Archiv für Anatomie, Physiologie etc. 1859, p. 814 ff. - -[55] Vergl. in _Müller’s_ Archiv 1858, p. 336, meine Beobachtungen über -Tradescantia. - -[56] _Hagen_, Ueber die Oberfläche der Flüssigkeiten. Abhandl. d. -Königl. Akad. zu Berlin 1845. Pogg. Ann. Bd. 67, p. 1. Citat nach »Die -Fortschritte der Physik im J. 1845 redig. v. _G. Karsten_. Berlin 1847« -p. 14. - -*** END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK DAS PROTOPLASMA DER RHIZOPODEN -UND DER PFLANZENZELLEN. *** - -Updated editions will replace the previous one--the old editions will -be renamed. - -Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright -law means that no one owns a United States copyright in these works, -so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the -United States without permission and without paying copyright -royalties. Special rules, set forth in the General Terms of Use part -of this license, apply to copying and distributing Project -Gutenberg-tm electronic works to protect the PROJECT GUTENBERG-tm -concept and trademark. Project Gutenberg is a registered trademark, -and may not be used if you charge for an eBook, except by following -the terms of the trademark license, including paying royalties for use -of the Project Gutenberg trademark. 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