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-The Project Gutenberg eBook of Aus dem Leben der Insekten, by
-Arabella Buckley
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and
-most other parts of the world at no cost and with almost no restrictions
-whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms
-of the Project Gutenberg License included with this eBook or online at
-www.gutenberg.org. If you are not located in the United States, you
-will have to check the laws of the country where you are located before
-using this eBook.
-
-Title: Aus dem Leben der Insekten
-
-Author: Arabella Buckley
-
-Translators: Fritz Kriete
- Otto Rabes
-
-Release Date: July 23, 2022 [eBook #68593]
-
-Language: German
-
-Produced by: Peter Becker, Reiner Ruf, and the Online Distributed
- Proofreading Team at https://www.pgdp.net (The digitized
- holdings of the Staatsbibliothek zu Berlin are available to
- all interested parties worldwide free of charge for
- non-commercial use.)
-
-*** START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK AUS DEM LEBEN DER
-INSEKTEN ***
-
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- ####################################################################
-
- Anmerkungen zur Transkription
-
- Der vorliegende Text wurde anhand der 1911 erschienenen Buchausgabe
- so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Typographische
- Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Ungewöhnliche und heute
- nicht mehr gebräuchliche Schreibweisen, Schreibvarianten, sowie
- fremdsprachliche Passagen bleiben gegenüber dem Original unverändert.
-
- Die Nummerierung der farbigen Tafeln wurden vom Bearbeiter
- hinzugefügt, da sich der Text auf diese Nummern bezieht. Anstatt
- ‚Lektion 6‘ muss die Kapitelüberschrift auf S. 48 vielmehr ‚Lektion
- 9‘ lauten, wie im Inhaltsverzeichnis angegeben. Die Buchwerbung wurde
- der Übersichtlichkeit halber an das Ende des Texts versetzt.
-
- Besondere Schriftschnitte wurden mit Hilfe der folgenden Sonderzeichen
- gekennzeichnet:
-
- fett: =Gleichheitszeichen=
- gesperrt: +Pluszeichen+
- Antiqua: ~Tilden~
-
- ####################################################################
-
-
-
-
- Kinderaugen in der Natur
-
- [Illustration]
-
- Sechstes Buch
-
- Aus dem Leben der Insekten
-
- Von Arabella B. Buckley (Mrs. Fisher)
-
- Einzige autorisierte Übertragung
- von Oberstudienrat ~Dr.~ Fritz Kriete in Halle und
- Studiendirektor ~Dr.~ Otto Rabes in Mülheim (Ruhr)
-
- Mit 8 bunten Vollbildern und 24 Illustrationen im Texte
-
- Zweite Auflage (7.-10. Tausend)
-
- [Illustration]
-
- Halle a. S.
- Hermann Gesenius
-
-
-
-
- Kinderaugen in der Natur
-
-
- Erstes Buch
- Tiere und Pflanzen in Wald und Feld
- ••••
- Zweites Buch
- Am Teich- und Flußufer
- ••••
- Drittes Buch
- Pflanzenleben in Feld und Garten
- ••••
- Viertes Buch
- Aus dem Leben unserer Vögel
- ••••
- Fünftes Buch
- Bäume und Sträucher
- ••••
- Sechstes Buch
- Aus dem Leben der Insekten
-
- Bisheriger Absatz ungefähr 50000 Stück
-
-
-
-
-Vorwort.
-
-
-Zur Einführung dieser Übersetzung sei hier kurz auf einige uns
-zusagende Eigentümlichkeiten dieser anspruchslosen Hefte hingewiesen,
-die uns veranlaßten, auf die Aufforderung der Verlagsbuchhandlung hin,
-sie ins Deutsche zu übertragen.
-
-Überall ist versucht, Stil und Satzbau so klar und einfach zu
-gestalten, daß nach dieser Seite hin Kindern beim Lesen keine
-Schwierigkeiten erwachsen.
-
-Die behandelten Stoffe aus dem Leben der Tiere und Pflanzen sind gut
-gewählt, dabei interessant -- nicht rein beschreibend -- gestaltet.
-
-Vielmehr ist jeder einzelne Abschnitt, der stets ein in sich
-abgeschlossenes Ganzes bildet, so durchgeführt, daß er die kleinen
-Leser zu +eigenen+ Beobachtungen anregt.
-
-Endlich sind die farbenschönen Abbildungen einheitlich und naturgetreu
-ausgeführt, so daß auch sie das Interesse der Kinder beleben helfen.
-Überhaupt stand für unsere Erwägungen der Gedanke im Vordergrunde, daß
-diese Bücher geeignet sein könnten, sich im Kampfe gegen die unsere
-Jugend verseuchende Schundliteratur als nützlich zu erweisen.
-
- +Halle+, im Juli 1911.
-
- =Kriete. Rabes.=
-
-
-
-
-Inhalt.
-
-
- Seite
-
- Vorwort 3
-
- Lektion 1. Was ist ein Insekt 7
-
- „ 2. Teile einer Raupe 12
-
- „ 3. Bekannte Dämmerungs- und Nachtfalter 17
-
- „ 4. Bekannte Tagfalter 22
-
- „ 5. Schädliche Käfer 27
-
- „ 6. Nützliche Käfer 32
-
- „ 7. Wespen und ihre Lebensweise 37
-
- „ 8. Einzeln lebende Bienen 43
-
- „ 9. Honigbienen 48
-
- „ 10. Zweiflügler 54
-
- „ 11. Heimchen und Heuschrecken 60
-
- „ 12. Ameisen und ihre Honigkühe 66
-
-
-
-
-Sechstes Buch.
-
-Aus dem Leben der Insekten.
-
-
-
-
-Lektion 1.
-
-Was ist ein Insekt?
-
-
-Es ist ein herrlicher Sommermorgen. Laßt uns die Bücher schließen und
-in Garten und Feld hinauswandern auf der Suche nach Insekten! Wir tun
-am besten, ein paar leere Streichholzschachteln mitzunehmen, um die
-Insekten, die wir finden, in sie hineinzustecken. Wenn wir dann zur
-Schule zurückkommen, können wir sie einzeln unter umgestülpte Gläser
-setzen.
-
-Insekten sind oft so klein, daß wir an ihnen vorbeigehen. Aber sie
-machen den bei weitem größeren Teil des ganzen Tierreiches aus, und
-sie tun uns so viel Gutes und so viel Schaden, daß wir die wichtigsten
-kennen sollten.
-
-Beim Fortgehen sehe ich einen Kohlweißling im Gemüsegarten und einen
-schönen roten Admiral, der unter den Blumen umherflattert. Wir wollen
-den Kohlweißling fangen, damit er seine Eier nicht an unsere Kohlköpfe
-legt.
-
-Dann laßt uns bei diesem Rosenstrauche stillstehen, auf dessen
-Blütenstengeln eine Anzahl kleiner Insekten sitzen. Wenn ihr genau
-zuseht, so werdet ihr finden, daß jedes seinen Rüssel in einem jungen
-Triebe vergraben hat, um den Saft auszusaugen. Dies sind Blattläuse
-(siehe Abbildung Seite 68).
-
-Wir müssen den Strauch mit Seifenwasser und Tabaklauge bespritzen, oder
-er wird bald mit diesen Insekten bedeckt sein, denn sie vermehren sich
-schon im Laufe eines Monats um viele Tausende und saugen allen Saft aus
-den Pflanzen, an denen sie sitzen. Auf demselben Strauch werdet ihr
-wahrscheinlich ein Marienkäferchen finden, denn dieses nährt sich von
-Blattläusen.
-
-Nun seht in die Blüten dieser halbverblühten Zentifolie hinein, die in
-den meisten Gemüsegärten wächst. Man findet in ihnen nicht selten den
-prächtigen Gold- oder Rosenkäfer mit seinen goldig-grünen, glänzenden
-Flügeln. Nimm ihn auf und sieh dir die leuchtenden Flügeldecken an!
-Während du dies tust, öffnet er sie vielleicht und breitet die darunter
-liegenden durchsichtigen Flügel aus; aber wenn er fortfliegt, kannst du
-leicht einen anderen bekommen.
-
-Aber sieh da! Zu deinen Füßen läuft ein Käfer, der nicht halb so
-hübsch ist. Es ist ein Raubkäfer oder Kurzflügler (siehe bunte
-Tafel IV. 2). Wenn du ihn aufnimmst, wird er den Hinterleib in die
-Höhe richten und eine sehr widerliche Flüssigkeit über deine Finger
-spritzen, während er den Kopf aufrichtet und mit den Kieferzangen
-schnappt. Laß ihn also schnell in die Schachtel fallen! In der Tat ist
-er fürchterlich erschrocken und hofft, dich durch sein Benehmen zu
-veranlassen, ihn freizulassen.
-
-[Illustration: 1. Spinne. 2. Tausendfuß. 3. Kohlschnake. ~k.~
-Schwingkölbchen.]
-
-Auf dem frisch gemähten Felde, das wir nun betreten, sehen wir
-eine Anzahl kleiner grüner Grashüpfer (Heuschrecken oder -pferde)
-umherspringen. Sie sind unter Erdschollen ausgekrochen und fressen die
-Spitzen des jungen Grases. Einige werden Flügel haben, aber andere, die
-noch nicht völlig ausgewachsen sind, haben keine. Nimm einen auf und
-mache auch ihn zum Gefangenen!
-
-[Illustration: 4. u. 6. Heuschrecken. ~h.~ Atemlöcher. 5. Wespe ~r.~
-Ringe des Hinterleibes (~c~). ~a.~ Kopf. ~b.~ Brust.]
-
-Zunächst suche dann eine Wespe oder eine Biene zu finden! Du kannst sie
-im Taschentuche fangen und sie dann in die Schachtel fallen lassen.
-Unten am Flusse wirst du leicht noch eine Frühlingsfliege oder eine
-Libelle finden und in ihrer Nähe auch wohl eine Kohlschnake oder
-Bachmücke. Aber wenn keine solche zu erlangen ist, so genügt auch eine
-Schmeißfliege oder eine Stechmücke.
-
-Ihr wundert euch vielleicht, daß ich noch keine Spinne verlangt habe.
-Ihr tätet besser, eine zu fangen, ebenso wie einen Tausendfuß, wenn ihr
-einen finden könnt.
-
-Wenn ihr nun diese Arten unter Gläser gesetzt habt, so seht sie
-sorgfältig an. Ihr werdet sofort einen Unterschied zwischen der Spinne,
-dem Tausendfuß und allen anderen finden. Die Spinne hat acht Beine, der
-Tausendfuß sehr viele, während alle anderen nur sechs haben.
-
-Seht dann den Grashüpfer, die Wespe und die Schnake an! Ihr könnt ganz
-deutlich sehen, daß ihr Körper in drei Teile gegliedert ist -- ~a~) der
-Kopf; ~b~) die Brust, an der die sechs Beine und die Flügel wachsen;
-~c~) der Hinterleib, der keine Beine hat, selbst wenn er sehr lang ist
-wie bei der Schnake und der Frühlingsfliege. Beim Käfer kann man die
-Abteilungen nicht ganz so gut erkennen, weil seine Flügeldecken das
-Gelenk zwischen dem Vorder- und Hinterkörper bedecken.
-
-Die Insekten haben ihren Namen von dieser Dreiteilung. Er kommt von
-dem lateinischen „~inseco~“, ich schneide ein. Der Kopf der Spinne ist
-nicht deutlich vom Körper getrennt, und ein Tausendfuß hat keine drei
-Abteilungen. Aus diesem Grunde, und weil sie nicht sechs Beine haben,
-trennen einige Naturforscher sie von den wahren Insekten. Deshalb habe
-ich sie auch nicht Insekten genannt.
-
-Etwas anderes kann man sehr gut an der kleinen grünen Heuschrecke
-bemerken: ihr Körper ist vom Hinterleibe bis zum Kopfe in Ringe (~r~)
-geteilt; dasselbe kann man bei der Wespe und der Schnake, der Blattlaus
-und dem Raubkäfer bemerken. Alle Insekten haben einen aus Ringen
-zusammengesetzten Hinterleib.
-
-Die Ringe befähigen die Wespe, ihren Hinterleib (~c~) zu biegen, wenn
-sie stechen oder atmen will. Wenn sie ruhig sitzt, kann man sehen, wie
-sich der Hinterleib fortwährend in Bewegung befindet. Dies kommt vom
-Atmen. Wie macht sie dies wohl nach deiner Ansicht? Sie atmet nicht
-durch den Mund wie wir, sondern durch Atemlöcher, die an beiden Seiten
-der Hinterleibsringe liegen.
-
-Sieht man die Heuschrecke aufmerksam an, so wird man an beiden Seiten
-des Körpers einige kleine schwarze Punkte (~h~) sehen, und zwar
-jederseits einen in jedem Ring. Dies sind die Atemlöcher und durch sie
-geht die Luft ein und aus. Bei der Wespe sind sie kleiner, aber sie
-sind da, und das Insekt pumpt die Luft in sie hinein und hinaus.
-
-Nachdem wir nun die Spinne und den Tausendfuß ausgeschieden haben, sind
-die, welche übrig bleiben, wahre Insekten. Aber es besteht noch ein
-Unterschied zwischen der Schnake und den übrigen, auf den wir achten
-müssen. Die Schnake hat nämlich nur zwei Flügel, alle anderen haben
-vier. Dies würde sonderbar sein, wenn wir nicht die Überbleibsel der
-fehlenden zwei finden könnten. Sie hat aber zwei kleine Schwingkölbchen
-(~k~) hinter den Vorderflügeln, mit denen sie sich im Gleichgewichte
-hält. So hat sie also zwei Flügel und die Stümpfe von zwei anderen.
-
-Es gibt noch sehr viel über diese Insekten zu lernen. Aber ihr müßt
-euch einprägen, daß sie sechs Beine haben; daß ihr Körper in drei
-Teile geteilt ist; daß man die Ringe an ihrem Hinterleibe sehen kann;
-daß ihre Beine und Flügel am Vorderleib wachsen; daß sie niemals durch
-den Mund atmen, und endlich daß im Gegensatz zu Bienen, Schmetterlingen
-und Käfern, die vier Flügel haben, die Fliegen zwei Flügel und zwei
-Stümpfe besitzen.
-
- Suche so viele Insekten, wie du kannst, und beobachte ihre
- verschiedenen Teile.
-
-
-
-
-Lektion 2.
-
-Teile einer Raupe.
-
-
-In der letzten Lektion haben wir die erwachsenen oder voll entwickelten
-Insekten sehr leicht aufgefunden. Aber es ist viel schwieriger, einige
-von ihnen während ihres Entwicklungsganges zu erkennen. Heuschrecken,
-Heimchen und Blattläuse sehen beim Auskommen aus dem Ei fast ebenso
-aus, als wenn sie erwachsen sind, nur haben sie noch keine Flügel. Aber
-die Kohlschnake beginnt ihr Leben als eine Larve unter der Erde, und
-das Marienkäferchen ist anfangs eine Art Raupe, die über die Pflanzen
-läuft und sich von Blattläusen nährt. Alle Käfer sind Larven mit sechs
-kleinen Beinen, ehe sie vollständige geflügelte Käfer werden.
-
-[Illustration: Tafel I
-
-Schmetterlinge.
-
-1. Tagpfauenauge fliegend. 1 ~a.~ Sitzend. 2. Raupe und 3. Puppe
-desselben. 4. Zitronenfalter, 5. seine Puppe. 6. Aurorafalter, 7. seine
-Puppe, 8. Weibchen, sitzend. 9. Wiesenvögelchen, 10. dasselbe, sitzend.]
-
-Die Raupen von Schmetterlingen sind leicht zu finden; wir wollen sie
-also in dieser Lektion betrachten. Es gibt kaum eine Zeit im Sommer,
-wo man nicht eine Raupe finden kann. Die des Zitronenfalters kommt
-zuerst im April heraus. Im Mai legt der Kohlweißling seine ersten Eier,
-und bald fressen die Raupen an den jungen Kohlblättern. Ein wenig
-später findet man in den Brennesseln die schwarzen Raupen mit weißen
-Flecken (siehe bunte Tafel I. 2), die sich im Juni in Pfauenaugen
-verwandeln, oder die dunkelgrünen Raupen des Admirals. Diese verbergen
-sich in einem Blätterbüschel, das gewöhnlich mit seidigen Fäden
-zusammengeknüpft ist.
-
-Wenn man keine von diesen findet, so kann man doch gewiß nicht die
-Haufen von kleinen schwarzen, gelbgestreiften Raupen verfehlen, die
-unter den Blättern der Brennesseln sitzen, und aus denen der kleine
-Fuchs sich entwickelt. Diese Raupen nützen dadurch sehr, daß sie die
-Brennesseln vernichten, und man sollte daher immer froh sein, wenn
-man diesen Schmetterling findet. Gegen Beginn des Herbstes trifft
-man dann die gefräßigen Raupen der großen Schwärmer an. Wenn man am
-Abend oder am frühen Morgen ausgeht, so kann man die Raupe des großen
-Wolfsmilchschwärmers finden, die von der grünen Wolfsmilch an den
-Wegrändern und auf sonnigen Tristen frißt. Es ist ein schönes Geschöpf,
-etwa 7 ~cm~ lang, auf schwarzgrünem Grunde gelb punktiert und mit roten
-Längsstreifen, gelben Flecken und einem roten Schwanzhorn geziert.
-
-[Illustration: Kopf der Raupe des Ligusterschwärmers. ~ul.~ Oberlippe.
-~j.~ Oberkiefer. ~a.~ Fühler. ~ij.~ Unterkiefer. ~ll.~ Unterlippe. ~s.~
-Spinndrüse.]
-
-Sie ist bei uns viel leichter zu finden als die Raupe des
-Ligusterschwärmers (siehe bunte Tafel II. 1), die in den
-Ligusterhecken oder an den Fliederbüschen frißt. Sie ist 8-10 ~cm~ lang
-und hell apfelgrün gefärbt mit sieben schmaler werdenden violetten
-Streifen an der Seite und einem Horn am Ende des Körpers. Ihr Kopf ist
-grün, mit Schwarz eingefaßt, und die Atemlöcher an ihren Seiten sind
-mit orangefarbenen Ringen umsäumt.
-
-Selten tritt sie bei uns so häufig auf, daß sie die Hecken in
-schrecklicher Weise zerstört. Sie ist sehr gefräßig und muß viel
-Nahrung zu sich nehmen, daß sie zu einem Schwärmer heranwachsen kann.
-Obgleich ihr Körper weich ist, ist ihr Kopf hart und hornig, und da
-der Mund nichts mit Atmen zu tun hat und keinen Laut von sich zu geben
-braucht, so kann er fortwährend zum Fressen benutzt werden. Er besteht
-aus sehr vielen Teilen, von denen man die folgenden sehr gut sehen
-kann: die große Oberlippe (~ul~) und die beiden starken Oberkiefer
-(~j~), die sich seitwärts hin- und herbewegen, wenn die Raupe das
-Blatt benagt. Sobald ein Stück abgeschnitten ist, schiebt die Raupe es
-zwischen die Unterkiefer (~ij~), wo es gekaut und verschluckt wird.
-Unter den Kiefern liegt die flache Unterlippe (~ll~), durch die eine
-kleine Röhre geht. Seht diese Röhre (~s~) gut an. Es ist die Stelle,
-von der die Seide kommt, die sie braucht, um ihren Kokon zu spinnen, in
-dem sie schläft, während der Schmetterling heranwächst.
-
-Ihr erinnert euch, daß wir im Buch I gelesen haben, daß die Spinne ihr
-Gewebe aus seidigen Fäden spinnt, die aus sechs kleinen Warzen unter
-ihrem Körper kommen. Aber die Raupen der Schmetterlinge, und besonders
-die des Seidenspinners, nehmen die Seidenfäden aus Spinnwerkzeugen an
-der Unterlippe.
-
-Nun seht die Beine an. Es sind drei Paare, eins an jedem Ringe der
-Brust. Sie haben Gelenke und am unteren Ende Klauen (2, S. 15). Es
-sind wirklich Beine, die hart und hornartig sind wie der Kopf. Wenn
-die Raupe sich in einen Schmetterling verwandelt, so werden diese
-Beine zu denen des Schmetterlings. Aber sie hat auch einige Bauchfüße,
-die sie benutzt, um sich an den Zweigen festzuhalten. Dies sind keine
-wirklichen Beine, sondern nur fleischige Wülste (1, S. 15), die mit dem
-Körper der Raupe bei der Verwandlung verschwinden. Es stehen gewöhnlich
-vier Paare von Bauchfüßen hinter den wirklichen Beinen und zwei am Ende
-des Körpers, aber einige Raupen haben nicht so viele. Kennt ihr wohl
-die Spannerraupen, die ihren Körper zu einem Bogen oder einer Schleife
-krümmen? Man findet eine Art derselben oft auf Stachelbeerbüschen,
-wo sie sehr viel Schaden anrichten. Sie haben nur sechs wirkliche
-Beine und vier Bauchfüße am Ende ihres Körpers und bewegen sich in
-sonderbarer Weise vorwärts. Sie halten sich mit ihren Vorderbeinen an
-dem Zweige fest und ziehen ihre Bauchfüße an sich heran, bis ihr Körper
-eine Schleife in der Luft bildet. Dann lassen die Vorderbeine los und
-ihr Kopfende erhebt sich in die Luft ähnlich, wie ein Elefant seinen
-Rüssel hebt, und dann streckt sich ihr Körper vorwärts am Zweige.
-
-[Illustration: 1. Bauchfüße der Raupe.
-
-2. Gegliederte Beine.]
-
-Da eine Raupe fortwährend frißt, so wird durch den wachsenden Körper
-die Haut so straff, daß eine Zeit kommt, wo sie keine Nahrung mehr
-aufnehmen kann. Dann hält sie sich einige Stunden ruhig und bläst ihre
-Ringe auf. Die Haut platzt, und die Raupe kriecht heraus, mit einer
-neuen, weichen Haut bekleidet, die sich unter der alten gebildet hat.
-Diese ist dehnbar, und bald frißt die Raupe ebenso lustig darauf los
-wie vorher.
-
-Die Raupe wiederholt dies ungefähr fünfmal in ihrem Raupenleben; dann
-hört sie mit Fressen auf und bleibt einige Tage unbeweglich. Ihre
-Färbung verbleicht, und wenn nun ihre Haut platzt und abgestreift
-wird, so sind unter einer neuen weichen nun schon alle Teile des
-Schmetterlings zu sehen, obwohl noch weich und unvollkommen. Bald
-sickert eine Art von Gummi heraus. Dieser verhärtet in der Haut und
-schützt dadurch den Körper während der Entwicklung.
-
-Jetzt heißt das Wesen Puppe. Diese sieht in der Tat wie eine
-zerknitterte Puppe aus mit ihren zusammengebogenen Beinen und dem
-über diesen niedergebogenen Kopfe unter der harten Haut. Die Puppe
-eines Tagfalters ist gewöhnlich oben breit und unten schmal und hat
-Erhöhungen und Stacheln (vergl. bunte Tafel I. 3). Aber die Puppen der
-Schwärmer sind mehr eiförmig und glatt (vergl. bunte Tafel II. 3).
-Spinner hüllen ihre Puppen gewöhnlich in einen seidigen Sack oder Kokon
-ein, aber die Tagfalter lassen die ihrigen nackt und befestigen sie an
-einem Zweige oder an einem Grashalm mit einem seidigen Faden (vergl.
-bunte Tafel I. 5).
-
-Die Raupe der Schwärmer wühlt sich in den Erdboden ein und liegt als
-Puppe in einem Loche, das sie vorher mit Seidenfäden ausgepolstert hat.
-Nach ungefähr sieben Monaten, oder oft auch später, arbeitet sich die
-Puppe an die Oberfläche hinauf, der Schmetterling bricht durch die
-Hülle und kriecht heraus.
-
- Sammle einige Raupen mit den Pflanzen, auf denen du sie findest.
- Füttere sie und beobachte ihre Verwandlungen.
-
-
-
-
-Lektion 3.
-
-Bekannte Dämmerungs- und Nachtfalter.
-
-
-Schmetterlinge tun uns nach dem Auskriechen keinen Schaden mehr. Sie
-breiten ihre Flügel aus, fliegen umher und saugen den Honig aus den
-Blumen. Die starken Freßwerkzeuge der Raupe sind verschwunden und
-federartige Lippen nehmen deren Stelle ein. Ihre Unterkiefer sind sehr
-lang geworden und in eine lange Röhre zusammengerollt (S. 18), die
-einem zierlichen Elefantenrüssel ähnlich sieht. Wenn das Insekt den
-Rüssel nicht gebraucht, ist dieser unter seiner Lippe aufgerollt, aber
-wenn es den Honig in den Blüten erreichen will, rollt es den Rüssel auf
-und steckt ihn in die Blüten.
-
-Am frühen Morgen oder am Abend im August kann man den Ligusterschwärmer
-(siehe bunte Tafel II. 1) mit seinen rötlichbraunen Vorderflügeln und
-den schönen rosigen, schwarz gestreiften Hinterflügeln sehen, wie er
-seinen Kopf in die Geißblattblüten in der Hecke steckt. Oder der große
-Taubenschwanz flattert im Sonnenschein über ein Blumenbeet im Garten
-oder saugt Honig aus den tiefen Blüten der Nelken und Natterzunge. Ihr
-könnt ihn teils an dem summenden Geräusch erkennen, das er mit seinen
-Flügeln verursacht, und teils daran, daß er sich nicht auf den Blumen
-niederläßt, sondern im Fliegen Honig saugt.
-
-Dann ist da der Totenkopf, der größte deutsche Schwärmer, der seinen
-sonderbaren Namen von der gelben Zeichnung auf dem Rücken seiner Brust
-hat, die wie ein Totenschädel aussieht. Er hat braune Vorderflügel und
-gelbe Hinterflügel mit dunkeln Querbändern, die Fühler und der Rüssel
-sind sehr kurz. Man kann ihn finden, wenn man nach Sonnenuntergang im
-Herbste an den Hecken sucht; er schwärmt daran entlang und ist durchaus
-nicht so selten, wie man glaubt; aber er fliegt nur am Abend.
-
-[Illustration: Kopf eines Schmetterlings. ~e.~ Großes Auge. ~l.~
-Fühler. ~p.~ Saugrüssel.]
-
-Wenn man einen dieser großen Schwärmer fängt, so wird man überrascht
-sein zu sehen, wie verschieden er von der Raupe ist, aus der er sich
-entwickelt hat. Die sechs Beine an den drei Ringen der Brust sind noch
-da, aber über ihnen stehen vier prächtige Flügel. Sie bestehen aus
-einer feinen durchscheinenden Haut und sind über und über mit Schuppen
-bedeckt, die wie Dachziegel geordnet sind. Wie sorgfältig man auch
-immer einen Schwärmer oder einen Tagschmetterling fängt, es wird immer
-ein feiner Staub an den Fingern zurückbleiben. Jedes Teilchen dieses
-Staubes ist eine fein gefärbte Schuppe, und diese geben dem Schwärmer
-seine schönen Farben. Die Schmetterlinge werden Lepidoptera genannt,
-und dieses Wort bedeutet „Schuppenflügler“. Die Raupe hat sechs kleine
-Augen, so winzig, daß wir sie nicht bemerken. Der Schwärmer hat
-diese auch noch, aber er hat nebenbei zwei prachtvolle, kugelartig
-hervorgewölbte Augen (~e~, siehe Abbildung) an beiden Seiten des
-Kopfes. Sie bestehen aus hunderten von kleinen Einzelaugen, so daß der
-Schwärmer nach allen Seiten hinsehen kann, obgleich er die Augen nicht
-bewegt. Die Augen des Totenkopfschwärmers glänzen selbst in der dunklen
-Nacht wie rote Lichterchen.
-
-Der Körper des Falters besteht aus drei Teilen. Sein Hinterleib ist
-eiförmig zugespitzt, seine breite Brust trägt die Beine und die Flügel,
-und am Kopfe befinden sich die großen Augen (~e~), die Fühler und der
-Saugrüssel (s. Abb. S. 18). Die Fühler oder Antennen sind breit in der
-Mitte, spitz am Ende und meist fein gesägt oder gekämmt. Daran kann
-man Dämmerungs- und Nachtfalter von Tagfaltern unterscheiden. Denn die
-Fühler der Tagfalter sind fast immer rund, am Ende keulenartig verdickt
-und ganz glatt.
-
-Ein anderer Unterschied zwischen ihnen ist der, daß bei den Tagfaltern
-die Flügel in der Ruhe aufrecht stehen, so daß ihre oberen Enden sich
-berühren, während sie bei den Schwärmern flach an dem Rücken liegen,
-wie das Dach eines Hauses auf den Mauern ruht.
-
-[Illustration: 1, 1 ~a.~ Fühler von Tagfaltern. 2. Fühler von
-Schwärmern, fein gesägt oder gekämmt (2 ~a~).]
-
-Zu den häufig vorkommenden Schmetterlingen, die man finden kann,
-gehört der Weidenholzbohrer. Er hat einen kurzen Körper und graubraun,
-verschwommen weißgrau gezeichnete Flügel mit dunklen Wellenlinien. Man
-findet ihn auf Weiden und Pappeln. Er fliegt nicht viel umher, denn er
-hat keinen Rüssel und nimmt während seines kurzen Schmetterlingslebens
-keine Nahrung zu sich. Er sucht nur eine Stelle, wo er seine Eier
-ablegen kann, aus denen eine nackte rote Raupe auskriecht. Diese Raupe
-bohrt sich in einen Baumzweig und lebt dort Jahre lang, indem sie sich
-von seinem Holze nährt.
-
-Viele Schwärmerraupen leben im Innern von Baumstämmen und Zweigen.
-Wenn man an einem heißen Sommertage die Johannisbeersträucher
-überblickt, wird man zuweilen einen hübschen kleinen Schwärmer finden
-mit schlankem, schwarzgelben Körper, dünnen Beinen, langen Fühlern
-und klaren, durchsichtigen Flügeln; er sieht ganz anders aus wie
-die meisten Schmetterlinge. Dies ist der Johannisbeer-Glasflügler
-(vergleiche bunte Tafel II. 5), der nur am Rande seiner Flügel Schuppen
-hat. Er sieht gewissen Wespen sehr ähnlich. Dieser Glasflügler legt
-seine Eier in die Zweige der Johannisbeerbüsche, und seine kleine gelbe
-Raupe, die eine dunkle Linie auf dem Rücken hat, frißt sich in das Mark
-der Zweige hinein. Man sollte immer die toten oder verdorrten Zweige
-von den Johannisbeerbüschen entfernen, aus Furcht, daß vielleicht diese
-Raupen darin sitzen könnten.
-
-Ein anderer Schwärmer, den man im hellen Sonnenschein umherfliegen
-sehen kann, ist von dunkelblau-grüner Farbe mit sechs roten Flecken auf
-den Flügeln. Es ist das Blutströpfchen oder Widderchen (s. Abb. S. 21),
-dessen Kokons man im Mai an den langen Grashalmen der Wiese befestigt
-finden kann. Im August ist der Schmetterling ausgekrochen und fliegt
-von Blume zu Blume.
-
-[Illustration: Tafel II
-
-1. Ligusterschwärmer. 2. Raupe. 3. Puppe. 4. Brauner Bär. 5.
-Glasflügler.]
-
-Auch einen Spinner werdet ihr wahrscheinlich gerne kennen lernen,
-weil seine Raupe sich zu einer Kugel zusammenballt, wenn man sie
-aufnimmt. Sie frißt gern vom Salat und Stachelbeersträuchern, und wenn
-sie sich verpuppen will, beißt sie ihre langen Haare ab und verwebt
-sie in den Kokon. Wenn der Spinner auskriecht, läuft er abends über
-die Blumenbeete und fliegt nicht sehr hoch. Er ist allgemein als
-Bärenspinner oder brauner Bär bekannt (vergleiche bunte Tafel II. 4)
-und ist der größte Spinner, den wir haben. Seine Vorderflügel sind
-hellgelb mit welligen dunkelbraunen Streifen. Die Hinterflügel sind
-hellrot und schwarzblau gefleckt. Die Brust hat ein hellrotes Band und
-sein Hinterleib ist scharlachrot mit schwarzen Querstreifen. Wenn man
-die Bärenraupe im frühen Sommer findet, sie in einem Kasten, der mit
-Draht vergittert ist, hält und fleißig mit Taubnesseln füttert, so kann
-man die Puppe und den prächtigen Bärenspinner daraus entstehen sehen.
-
-[Illustration: Blutströpfchen oder Widderchen mit Raupe und Kokon.]
-
- Versuche einen Schwärmer, einen Glasflügler, einen Bärenspinner und
- die Puppe eines Ligusterschwärmers zu finden. Fange so viele Raupen
- und Puppen wie möglich und nimm immer etwas von der Pflanze mit,
- wovon sie sich nähren.
-
-
-
-
-Lektion 4.
-
-Bekannte Tagfalter.
-
-
-Es gibt lange nicht so viele Tagfalter wie Schwärmer, Glasflügler,
-Eulen usw. Aber da die letzteren meist in der Dämmerung oder abends
-fliegen, kennen wir die Tagfalter, die sich im hellen Sonnenschein
-umhertummeln, am besten. Ihre Raupen sind nicht so schädlich im
-Garten wie die der anderen Schmetterlinge, mit Ausnahme von der des
-Kohlweißlings, über den wir im dritten Buche gesprochen haben.
-
-Es ist sehr unterhaltend, im Frühling und im frühen Sommer die Raupen
-der gewöhnlichen Schmetterlinge zu sammeln und sie in einem Kasten zu
-halten, über den ein Stück grober Musselin gespannt ist, so daß man sie
-beobachten kann, bis die Schmetterlinge auskriechen.
-
-Auf diese Weise wird man ihre Farben viel besser zu sehen bekommen, als
-wenn man sie fängt, da ihre Flügel nicht vom Wind und Regen beschädigt
-werden wie sonst oft beim Auskriechen. Und man braucht sie nicht zu
-töten. Nachdem man sie betrachtet hat, kann man sie frei lassen, damit
-sie den Sonnenschein genießen.
-
-Es ist sonderbar, daß so viele Schmetterlinge ihre Eier auf die Blätter
-der Brennessel legen. Der Grund ist vielleicht der, daß Kühe und Schafe
-diese Pflanzen nicht fressen, und die Eier auf ihnen also sicher sind.
-Das Tagpfauenauge, der kleine Fuchs und der Admiral legen alle ihre
-Eier auf Nesseln. Dort findet man also ihre Puppen, und ich will euch
-erzählen, wie man sie unterscheiden kann.
-
-Die Eier des Pfauenauges sind in Klümpchen unter die Nesselblätter
-geklebt, und im Juni kann man die kleinen schwarzen, weißpunktierten
-Raupen finden, wie sie in Gruppen an den Blättern fressen. Früh im
-Juli wird jede von ihnen eine kleine, seidige Wulst unter ein Blatt
-gesponnen haben, an welchem die merkwürdige steife Puppe mit dem Kopfe
-nach unten hängt; sie sieht aus wie eine bräunliche glänzende Muschel
-(vergleiche bunte Tafel I. 3).
-
-Wenn man Raupe oder Puppe mit nach Hause nimmt, so wird man gegen
-Ende Juli einen prächtigen Schmetterling auskriechen sehen. Die
-Hinterflügel sind braun, die Vorderflügel rot und blau, und auf jedem
-der vier Flügel befindet sich ein großer glänzender Fleck, der aussieht
-wie die Augen in den Schwanzfedern des Pfaues. Der Körper ist ganz
-dunkel gefärbt, die Fühler am Kopfe sind lang und dünn und an den
-Enden keulenförmig verdickt. Wenn aber der Schmetterling seine Flügel
-schließt (siehe bunte Tafel I. 1 ~a~), so sind alle die glänzenden
-Farben verborgen, und er unterscheidet sich infolge der graubraunen
-Außenseite kaum von seiner Umgebung, so daß die Vögel ihn während der
-Ruhe nicht leicht sehen können.
-
-Wenn ihr aber aus Versehen einmal eine andere Puppe von den Nesseln
-mit nach Hause bringt, so wird euch ein ganz anderer Schmetterling
-überraschen. Seine Flügel sind am Rande stark eingekerbt; sie sind
-samtschwarz mit roter Binde und weißen Flecken mit blauem Rande. Es
-ist der Admiral, dessen Puppe auch unter den Blättern der Brennnessel
-hängt. Ihr werdet euch nicht irren, wenn ihr die Raupe findet, denn sie
-ist nicht schwarz wie die des Tagpfauenauges, sondern grünlichgelb oder
-braunrot mit einer Reihe halbmondförmiger Flecke an jeder Seite und
-mit gelben ästigen Dornen. Sie nährt sich von Nesselblättern, die sie
-mit seidigen Fäden um sich befestigt. Ihr müßt euch nun merken, daß aus
-diesen Raupen ein Admiral wird.
-
-An einer anderen Stelle findet ihr vielleicht ein Bündel von
-Nesselblättern, die mit Seide zusammengewebt sind, und in deren Innern
-eine Menge Raupen sitzen. Sie sind mit kurzen Dornen besetzt und haben
-einen schwarzen Leib mit gelben Streifen und Punkten. Aus ihren Puppen
-wird der kleine Fuchs auskriechen.
-
-[Illustration: 1. Fuchs fliegend, 2. ruhend, 3. Puppe.]
-
-Die sicherste Art und Weise, diese drei Raupen gut kennen zu lernen,
-ist die, daß man sie alle mit nach Hause nimmt und dort aufbewahrt, bis
-die Schmetterlinge auskriechen. Dann wird man viele kleine Unterschiede
-bemerken, die hier nicht alle aufgezählt werden können.
-
-Auf Disteln findet man eine andere Raupe, die sich in die Blätter
-einspinnt, und deren Puppe aschgrau, braun oder gelblich und mit
-mehreren Goldpunkten und Dornen besetzt ist. Aus ihr wird ein
-rotbrauner Schmetterling auskriechen, der Distelfalter. In manchen
-Jahren gibt es nur wenige von dieser Art, während sie in anderen Jahren
-sehr zahlreich ist.
-
-Wir gehen nun an einer anderen Stelle auf die Suche, nämlich unter dem
-Kreuzdorn und Faulbaum am Flußufer, entweder im Vorfrühling oder gegen
-Ende Juli, da der nachbenannte Schmetterling zwei Flugzeiten hat.
-
-Man muß unter den kleinen Zweigen nach einer hübschen, grünen,
-rotgefleckten Puppe suchen, die einer gerippten Muschel ähnlich sieht.
-Sie hängt wagerecht an einem feinen Seidenfaden (vergleiche bunte
-Tafel I. 5). Achte darauf, wie klug die Raupe ihn befestigt hat, so
-daß das schwere breite Ende dem langen, dünnen das Gleichgewicht hält.
-Dann schneide den Zweig ab und nimm ihn mit nach Hause. Aus der Puppe
-wird der Zitronenfalter auskriechen, dessen hellgelbe Flügel vier rote
-Flecke haben (Tafel I. 4). Ihr werdet ihn sehr gut kennen, denn er ist
-gewöhnlich der erste Schmetterling, der im Frühling fliegt.
-
-Nun wollen wir einmal tief unten auf den Pflanzen, die auf
-Wiesen wachsen, suchen. Es sind weiße oder lila Blumen, deren
-Blumenkronblätter in der Form eines Kreuzes stehen. Sie heißen
-Schaumkraut und Bitterkresse. Wenn man unter ihren Blättern sucht, so
-findet man oft eine sehr sonderbare Puppe (siehe bunte Tafel I. 7),
-die an beiden Seiten zugespitzt und wie ein Boot geformt ist. Aus ihr
-wird der Aurorafalter auskommen, der breite orangerote Flecke an den
-Spitzen der weißen Vorderflügel hat. Dieser Schmetterling ist sehr
-bunt, wenn er fliegt, aber wenn er sich niederläßt (siehe bunte Tafel
-I. 8) und seine Flügel aufrecht stellt, kann er kaum auf den Blättern
-der Pflanzen, aus deren Blüten er Honig saugt, gesehen werden.
-
-Ein anderer gewöhnlicher Schmetterling ist der Heufalter oder das
-Wiesenvögelchen (vergl. bunte Tafel I. 9), das man an einem schönen
-Tage im Juni oder September finden kann, wie es den Honig aus dem
-Heidekraute saugt. Die grüne Raupe nährt sich von weichen Grasarten,
-und der hübsche kleine Schmetterling ist gelbbraun mit runden
-Augenflecken.
-
-Ihr wißt also nun, wie man nach Raupen, Puppen und Schmetterlingen
-suchen muß, und könnt das übrige dabei selbst lernen. Überall wo
-Ackerveilchen und Hundsveilchen wachsen, kann man die dornige Raupe der
-hübschen Perlmutterfalter finden. Bläulinge findet man vorzugsweise auf
-Kalkboden, doch ist der gemeine Bläuling fast überall zu Hause, und man
-kann ihn häufig in der Gesellschaft der kleinen dunkelbraunen Bläulinge
-antreffen, deren dunkel glänzende Flügel zwischen den hübschen
-Bläulingen lebhaft auffallen.
-
-Wo man auch immer einen fliegenden Schmetterling sieht, sollte man
-versuchen, ihm zu folgen, bis er sich niederläßt; denn eine der
-lehrreichsten Beobachtungen, die man bei allen Schmetterlingen machen
-kann, ist die, wie die untere Färbung der Flügel ihnen hilft, sich zu
-verbergen, wenn sie ruhen, während die Farben der Oberseite hell und
-bunt sind.
-
- Suche Raupen und Puppen und beobachte sie. Merke dir die Pflanze, von
- der sich die Raupe nährt. Vergleiche die Unterseite der Flügel mit
- den Pflanzen, worauf sie sich niederlassen.
-
-
-
-
-Lektion 5.
-
-Schädliche Käfer.
-
-
-Alle lebenden Geschöpfe müssen nach Nahrung jagen, und Insekten fressen
-sehr viel im Verhältnis zu ihrer Größe. Sie fressen am meisten als
-Larven, aber einige, wie der Maikäfer und Sandkäfer, fressen fast
-ebensoviel, wenn sie voll entwickelt sind und Flügel haben.
-
-Es gibt pflanzenfressende Käfer und Käfer, die sich von anderen
-Insekten und Tieren nähren. Im ganzen gibt es mehr als 3000 Käferarten
-in Deutschland. Es ist deshalb nötig zu wissen, was für eine Art von
-Nahrung der Käfer zu sich nimmt, denn einige sind nützlich für Feld und
-Garten, andere tun den Ernten großen Schaden.
-
-Einer der bösartigsten ist der Maikäfer. Ihr kennt ihn sehr gut, wenn
-er euch am Abend umsummt oder euch ins Gesicht fliegt. Aber vielleicht
-kennt ihr ihn nicht als Larve, wenn er drei oder vier Jahre lang unter
-der Erde lebt und die Wurzeln von Gras, Korn und Gemüsen frißt. Sobald
-man sieht, daß Pflanzen in Feld und Garten gelb und kränklich aussehen
-und die Blätter hängen lassen, obwohl der Boden feucht ist, so ist es
-sehr wahrscheinlich, daß eine Larve unten an den Wurzeln sitzt, und
-diese Larve kann sehr wohl die eines Maikäfers sein.
-
-Grabt die Pflanze aus, und ihr werdet ein häßliches Geschöpf finden
-(vergl. bunte Tafel III. 3), wie eine sehr große Made und fast so dick
-wie euer kleiner Finger mit gelblich-braunem Kopfe und sehr starken
-Kiefern. Sie hat sechs lange Beine mit fünf Gelenken, die an den Ringen
-hinter dem Kopfe wachsen, und ist so vollgefressen, daß sie kaum
-kriechen kann. Der letzte Ring ist viel größer als die anderen und sehr
-dick angeschwollen, und man kann die Atemlöcher an den Seiten sehr
-gut beobachten, weil der Körper so durch die Nahrung ausgedehnt ist.
-Ihr wißt, daß die Larve nicht durch den Mund atmet, und so kann sie
-fortwährend weiterfressen. Wenn ihr sie nicht gestört hättet, so würde
-sie von Pflanze zu Pflanze durch das ganze Feld gekrochen sein und
-hätte drei Jahre lang nichts getan als gefressen. Im Winter wühlt sie
-sich tiefer in den Erdboden, um sich während der Kälte warm zu halten.
-
-Im Herbst des dritten Jahres endlich krümmt sie sich zusammen und hört
-fast acht Monate lang mit Fressen auf. Wenn man zu dieser Zeit einen
-Engerling findet, so kann man die Teile des wirklichen Maikäfers unter
-der durchsichtigen Haut liegen sehen. In den letzten Monaten ist es
-dann ein voll entwickelter, schlafender Maikäfer.
-
-Wenn dann der Mai kommt, kriecht er aus der Erde hervor und fliegt in
-die Bäume, deren Blätter er ebenso gierig frißt, wie er vorher ihre
-Wurzeln fraß, als er noch eine Larve war. Dies ist die richtige Zeit,
-ihn zu fangen und zu töten, denn er lebt nur ungefähr vier Wochen lang,
-und während dieser Zeit legt das Weibchen die Eier, aus denen die
-Larven auskriechen.
-
-Man ist überrascht, wenn man den Unterschied sieht, der zwischen dem
-Käfer und der unter dem Erdboden lebenden weißen Larve besteht. Es ist
-nun ein fliegendes Insekt daraus geworden, ungefähr 2,2 ~cm~ lang, mit
-braunen hornigen Flügeldecken, die ein Paar durchsichtiger, häutiger
-Flügel bedecken. Der Hinterleib endet in einer feinen Spitze; an dem
-Kopfe trägt er zwei Fühler, die in einem zierlichen Fächer enden,
-der beim Männchen aus 7 langen, beim Weibchen aus 6 kurzen Blättchen
-besteht.
-
-[Illustration: Tafel III
-
-Schädliche Käfer.
-
-1. Männlicher, 2. weiblicher Maikäfer. 3. Engerling. 4. Puppe. 5.
-Schnell- oder Springkäfer.]
-
-Diese Blättchen sind beim männlichen Käfer (siehe bunte Tafel III.
-1) sehr hübsch und viel größer als beim Weibchen (siehe bunte Tafel
-III. 2), und daran kann man das letztere erkennen. Man muß die
-Weibchen fangen und töten, wenn man seine Ernte retten will, und die
-barmherzigste Art, dies zu tun, ist, sie in kochendes Wasser zu werfen.
-Ein halb zertretener Käfer lebt oft noch lange aber das kochende Wasser
-tötet ihn augenblicklich.
-
-Die Maikäfer ruhen bei Tage auf den von ihnen bevorzugten Bäumen, und
-wenn man ein Tuch darunter ausbreitet und die Zweige schüttelt, so kann
-man eine Menge fangen. Landleute suchen durch verschiedene Mittel auch
-die Larve in der Erde zu töten.
-
-Eine andere sehr schädliche Larve ist die der Schnellkäfer, die auch
-Schmiede genannt werden (vergl. bunte Tafel III. 5). Alle Kinder kennen
-diese kleinen Käfer, obwohl sie vielleicht ihre Namen nicht wissen.
-Sie sind schmal und flach, ungefähr 1-2 ~cm~ lang und haben sehr kurze
-Beine. Einer der gewöhnlichsten, der Saatschnellkäfer, ist 10 ~mm~
-lang, schwarzbraun und grau behaart. Knaben legen die Schnellkäfer
-gern auf den Rücken, denn sie schnellen sich dann mit Hilfe eines
-Bruststachels unter knipsendem Geräusch kräftig in die Höhe und kommen
-beim Herunterfallen meist auf die Beine. Manchmal fallen sie wieder auf
-den Rücken, dann ruhen sie sich etwas aus und springen wieder.
-
-Die Larven dieser unterhaltenden kleinen Geschöpfe sind sehr schädlich.
-Wir kennen sie unter dem Namen Drahtwürmer. Wenn man eine solche
-Larve aufmerksam betrachtet, so wird man sehen, daß sie kein Wurm ist,
-sondern die sechs Beine an den Leibesringen hinter dem Kopfe hat; daran
-erkennt man, daß sie die Larve eines Insektes ist. Drahtwürmer nähren
-sich von den Wurzeln der meisten Pflanzen. Sie sind lang und dünn wie
-ein Stück Draht; ihre Farbe ist meistens gelblichrot, und sie haben
-eine sehr zähe Haut.
-
-Der Schnellkäfer legt seine Eier zwischen Pflanzenwurzeln, und wenn der
-Drahtwurm ausgekrochen ist, frißt er oft fünf Jahre lang, ehe er sich
-in einen Käfer verwandelt. Daher müssen Schnellkäfer vernichtet und
-Salz und Kalk auf die Erde gestreut werden, um sie zu töten.
-
-[Illustration: 1. Gefleckter Erbsenkäfer. 2. Gestreifter Erbsenkäfer.
-3. Bohnenkäfer. 4. Apfelblütenstecher.]
-
-Unglücklicherweise sind auch die hübschen kleinen Rüsselkäfer sehr
-schädlich. Wir lasen in Buch I von dem Haselnußbohrer, und fast jede
-Pflanze und jeder Baum hat irgend einen Rüsselkäfer, der sie angreift.
-Da ist der Apfelblütenstecher (4), der im April ein Loch in die Knospe
-der Apfelblüte sticht, der Erbsenkäfer (1 u. 2), der Bohnenkäfer (3)
-und viele andere. Sie alle beginnen ihr Leben als kleine, weiche
-Larven mit keinen wirklichen Füßen; sie haben nur Bauchfüße, d. h.
-ungegliederte Fleischzapfen mit borstiger Sohle, einen hornartigen Kopf
-und scharfe Kiefer.
-
-Man kann den vollendeten Rüsselkäfer an dem auffälligen Rüssel
-erkennen, der manchmal lang, manchmal breit ist. Es sind hübsche kleine
-Geschöpfe mit oft glänzenden Flügeln, die wie Juwelen funkeln, und
-hellen Augen; aber als Larven zerstören sie überall Blumen, Früchte und
-Schößlinge.
-
-Zu den merkwürdigsten Käfern gehören die Zweigabstecher. Sie haben
-lange Rüssel und sehr scharfe Kinnbacken, und ihre Füße haben unten
-borstige Polster mit scharfen Klauen, so daß sie sich an glatten
-Stämmen und Zweigen festhalten können. An Pappeln kann man im Sommer
-einen hübschen Zweigabstecher finden mit goldglänzenden, grünen
-Flügeln, den Pappelblattstecher, und an Obstbäumen und Weinstöcken
-trifft man sicher einen stahlblauen Stecher an, der auch Rebenstecher
-genannt wird und seine Eier in ihre Schößlinge legt.
-
-Wenn das Weibchen des Zweigabstechers Eier legen will, bohrt es ein
-Loch in einen jungen Schößling mit seinem Rüssel und preßt ein Ei
-hinein. Hat es nun auf diese Weise mehrere gelegt, so fängt es an,
-den Schößling mit den scharfen Kinnbacken abzubeißen. Dazu braucht es
-oft einige Wochen, und wenn ihr den herabhängenden Zweig abbrecht und
-ihn verbrennt, so werdet ihr die Larven vernichten. Wenn dieser aber
-zuletzt nur noch an einer Faser hängt, drückt das Weibchen ihn ganz
-hinunter, so daß er sich loslöst und auf den Boden fällt. Hier frißt
-dann die Larve ungestört, wenn sie ausgekrochen ist.
-
- Versuche Maikäfer zu finden -- Männchen, Weibchen und Larve. Suche
- einen Schmied und einen Drahtwurm. Sammle so viele Rüsselkäfer wie
- möglich, ebenso Zweige, Blumen und Früchte, in denen Larven sitzen.
-
-
-
-
-Lektion 6.
-
-Nützliche Käfer.
-
-
-Wir sind oft gezwungen, Käfer zu vernichten, wenn sie so zahlreich
-sind, daß sie unsere Ernten zerstören; da ist es angenehm zu wissen,
-daß es andere gibt, die uns so viel Gutes tun, daß wir nicht gegen sie
-ins Feld zu ziehen brauchen.
-
-Die Sandlaufkäfer (vergl. bunte Tafel IV. 1) z. B. sind sehr hungrige
-Geschöpfe. Da sie sich von anderen Insekten nähren, vernichten sie die
-Maikäferlarven, Drahtwürmer und Raupen und retten so unsere Pflanzen.
-Sie sind nicht sehr groß (unser gewöhnlicher Sandlaufkäfer ist nicht
-mehr als etwa 1½ ~cm~ lang), aber ihre langen schlanken Beine sind
-sehr kräftig, und sie können sehr schnell fliegen.
-
-Auf trocknen, sandigen Feldern und Äckern kann man im Sommer eine Menge
-von ihnen in der warmen Sonne umherlaufen sehen. Ihre Flügeldecken sind
-von einem schönen, glänzenden Grün mit einem kupferfarbigen Scheine und
-mit weißen oder gelblichen Flecken geziert. Sie laufen sehr behend und
-so schnell, daß man es sehr schwer finden wird, einen zu fangen.
-Gerade wenn man denkt, daß man den Käfer hat, hebt er plötzlich die
-Flügeldecken, entfaltet die zarten durchscheinenden Flügel und ist
-fort, ehe man es denkt.
-
-[Illustration: Tafel IV
-
-Nützliche Käfer.
-
-1. Sandlaufkäfer. 2. Kurzflügler. 3. Totengräber, eine Maus begrabend.]
-
-Aber hat man einen gefangen, so wird man sehen, daß er große Augen hat,
-die aus beiden Seiten des Kopfes hervorstehen, und zwei scharfzackige
-Kiefer, mit denen er seine Beute zerreißen kann, während die
-Unterkiefer mit steifen Borsten besetzt sind, um sie halten zu helfen.
-
-Und nun müssen wir nach der Larve suchen, die ein sehr sonderbares
-Geschöpf ist. Man findet sie am besten an einer weichen Stelle eines
-sandigen Feldes, wo man Sandkäfer hat umherlaufen sehen. Dann achte
-man auf kleine Löcher im Sande und versuche eins zu finden, das zu
-einem Gang im Erdboden führt. Die Larve des Sandkäfers sitzt an der
-Mündung dieses Ganges, um vorbeikommende Insekten zu fangen. Sie wird
-verschwinden, sobald man in ihre Nähe kommt, aber wenn man einen
-Grashalm in das Loch steckt und ihn hin- und herbewegt, so erfaßt die
-Larve denselben, und man kann sie daran herausziehen.
-
-Dann kann man beobachten, welche Werkzeuge sie besitzt. Es ist eine
-lange, weiche Larve mit einem hornartigen Kopfe und sichelförmigen
-Kinnbacken; neben ihren sechs braunen, beborsteten Füßen hat sie zwei
-weiche Höcker auf dem Rücken des 5. Hinterleibringes, die mit kleinen
-Haken besetzt sind. Sobald die Larve im Erdboden ausgekrochen ist,
-bohrt sie einen Gang in den weichen Sand mit ihren borstigen Beinen
-und zieht sich dann bis an die Öffnung desselben hinaus, wo sie sich
-mit ihren Beinen und den Haken auf ihrem Rücken festhält. Ihr Kopf
-füllt gerade das Loch aus, und da sie ein armes schwaches Geschöpf
-ist, das sich nicht schnell bewegen kann, verhält sie sich ganz ruhig,
-bis irgend ein Insekt vorbeikommt; dann schnellt sie den Kopf hinaus
-und zieht ihr Opfer hinunter. Wenn man Geduld genug besitzt, um einige
-solche Gänge aufzusuchen, und dann still sitzt und sie beobachtet, so
-sieht man vielleicht, wie die Larve ihre Beute erfaßt.
-
-Die Raubkäfer oder Kurzflügler (siehe bunte Tafel IV. 2), die wir
-in der ersten Lektion erwähnten, sind sehr nützlich durch das
-Vertilgen von Insekten, obwohl sie durchaus nicht schön sind. Aber die
-Laufkäfer, die oft nur sehr kleine, mitunter auch keine Flügel unter
-den Flügeldecken haben und selten fliegen, sind die besten Jäger. Man
-sieht oft einen ziemlich großen Käfer durch das Gras dahinrennen. Sein
-Körper ist schwarz mit violett bronzefarbenen, bläulich gerandeten
-Flügeldecken, die mit dichten, feinen, in Längsseiten stehenden
-Grübchen versehen sind. Das ist der violette Hain-Laufkäfer, der sich
-immer auf der Jagd nach Larven und Drahtwürmern befindet.
-
-Es gibt noch einen sehr sonderbaren Käfer, der nicht schwer zu finden
-ist, und der euch sehr interessieren wird. Dies ist der Totengräber.
-Wenn ihr irgendwo auf dem Felde eine tote Maus oder einen toten Vogel
-findet, so hebt den Körper vorsichtig auf. Hat er schon einige Tage
-gelegen, so wird er schon einen schlechten Geruch haben, und man kann
-ziemlich sicher sein, zwei oder drei Käfer mit dickem Körper und
-starken Beinen darunter zu finden. Sie sind gewöhnlich schwarz mit
-roten Fühlern und zwei rotgelben Querbinden auf den Flügeldecken. Dies
-sind Totengräber (vergl. bunte Tafel IV. 3), die den toten Körper
-gewittert haben und oft aus ziemlicher Entfernung herbeifliegen, um ihn
-zu begraben.
-
-Sie kratzen die weiche Erde darunter weg, bis der Körper hinuntersinkt
-und dann bedecken sie ihn mit Erde. Weshalb tun sie dies wohl? Weil
-der weibliche Käfer seine Eier in den toten Körper legen will, damit
-die Larven von dem Fleische fressen können. Er tut dies, sobald das
-Tier begraben ist, und in einigen Tagen kommen die Larven aus. Sie
-sind schmal, haben sechs Beine und eine Anzahl von Stacheln auf dem
-Rücken. Sie schlängeln sich in und durch das Fleisch und fressen darauf
-los, bis sie sich selbst in den Boden einwühlen, um sich in Käfer zu
-verwandeln.
-
-Sehr viele Käfer werden uns dadurch nützlich, daß sie lebende und tote
-Tiere fressen. Unter diesen ist auch der kleine runde Marienkäfer, der
-seine Beine anzieht und sich tot stellt, wenn er berührt wird, und der
-Leuchtkäfer oder das Glühwürmchen, das so hell in Sommernächten in
-Hecken und Büschen leuchtet.
-
-Ein guter Gärtner, der ein Glühwürmchen in einer Hecke sieht, wird es
-immer vorsichtig aufnehmen und es wenn möglich in seinen Garten setzen.
-Denn die weiche Larve des Glühwürmchens (3, S. 36) bohrt sich in die
-Gehäuse der kleinen Schnecken hinein und nährt sich von ihnen.
-
-Wenn man ein trockenes Schneckenhaus mit einer weißen Larve darin
-findet, so wird diese wahrscheinlich die des Glühwürmchens sein. Man
-kann sie an einem Büschel weißer Fäden erkennen, die am Hinterleibsende
-sitzen, und die sie gebraucht, um den Schleim der Schnecke von ihrem
-Rücken abzubürsten.
-
-[Illustration: Glühwürmer. 1. Weibchen mit glänzendem Licht. 2.
-Männchen, weniger hell leuchtend. 3. Larve.]
-
-Von den vollentwickelten Glühwürmchen kann man das Weibchen (1) sehr
-leicht bei Nacht finden, da es ein so helles Licht ausstrahlt. Es hat
-keine Flügel, und man könnte es für eine Larve halten, wenn nicht die
-sechs Beine wären. Das männliche Glühwürmchen (2) hat zwei leuchtende
-Punkte am Hinterleibsende. Aber es leuchtet nicht so hell wie das
-Weibchen. Es hat lange weiche Flügeldecken und breite Flügel, mit denen
-es oft in ein erhelltes Zimmer fliegt, wenn das Fenster geöffnet ist.
-
-Der letzte nützliche Käfer, den wir erwähnen wollen, ist das
-Marienkäferchen. Es nährt sich sein ganzes Leben lang von den Wanzen
-und Blattläusen, die unsere Pflanzen zerstören. Wo es auch immer
-Blattläuse gibt, da legt das Marienkäferchen ein Häufchen gelbe Eier,
-und wenn die langen, düster graublau gefärbten Larven ausgekrochen
-sind, klettern sie an den Stengeln hinauf und stopfen die Läuse mit
-ihren Vorderfüßen in den Mund. Beim Verpuppen kleben sie den Hinterleib
-an ein Blatt und hängen daran, mit dem Kopfe nach unten, bis ein
-Marienkäfer daraus wird, der dann fortfliegt, um sich auf einem anderen
-Busch von Blattläusen zu nähren und wieder Eier zu legen.
-
- Suche einen Sandkäfer und seine Larve. Suche unter toten Tieren nach
- einem Totengräber. Fange einen Marienkäfer, ein männliches und ein
- weibliches Glühwürmchen. Suche nach der Larve des Marienkäfers.
-
-
-
-
-Lektion 7.
-
-Wespen und ihre Lebensweise.
-
-
-Wir alle haben Schmetterlinge gern, weil sie hübsch sind, und Bienen,
-weil sie uns Honig geben. Aber niemand liebt Wespen, denn wir fürchten
-stets, daß sie uns stechen und unsere Gartenfrüchte benagen. Wespen
-sind jedoch sehr fleißig und interessant. Sie wirken gleichsam als
-Straßenkehrer, fressen Abfall, rohes Fleisch und Insekten und stechen
-niemals, wenn man sie nicht erschreckt. Man kann wohl gestochen werden,
-wenn man eine Wespe berührt, ohne es zu wissen; aber die Leute sind
-sehr töricht, die nach ihnen schlagen und herumspringen, wenn eine in
-der Nähe ist. Sitzt man ganz ruhig, so werden sie niemand verletzen.
-
-Wir sind genötigt, die Wespen zu töten, denn sonst würden sie sich
-zu stark vermehren und viel von unserm Obst verzehren. Am besten ist
-es, im Frühjahr und Anfang Sommer ordentlich aufzupassen. Die wenigen
-großen, die dann umherfliegen, sind Königinnen oder Mutterwespen, und
-jede von ihnen wird ein Nest gründen. Es ist weniger grausam, diese zu
-töten, als die Nester im Sommer zu vernichten, wenn 3000-4000 Wespen
-in jedem sitzen. Manche von euch haben wohl schon gesehen, wie ein
-Wespennest bei Nacht ausgegraben wird, aber wahrscheinlich habt ihr
-noch niemals eins sorgfältig betrachtet. Laßt uns sehen, wie es gebaut
-ist!
-
-Wenn die Königin unter dem Moos- oder Grasbüschel, wo sie den Winter
-verbracht hat, herauskommt, sucht sie nach einem Loch im Boden, das
-vielleicht von einer Maus oder einem Maulwurf verlassen ist. Sie
-kriecht hinein und macht es größer dadurch, daß sie Erdklümpchen
-abbeißt und mit ihren Hinterfüßen hinauswirft. Dann fliegt sie fort und
-kratzt kleine Faserstückchen von Bäumen und Pflanzen. Manchmal kann
-man sehen, wie sie an Fensterrahmen und Holzpfosten nagt. So bekommt
-sie kleine Holzschnitzel. Mit diesen fliegt sie nach dem Loche zurück
-und verarbeitet sie mit ihrem klebrigen Speichel zu einer grauen
-papierähnlichen Masse.
-
-Ehe diese hart wird, macht sie einen dicken Klumpen daraus und klebt
-diesen an der Decke des Loches an die Wurzeln von Pflanzen. Dann
-sammelt sie mehr Holzfasern und baut einige wenige Zellen unter den
-Klumpen.
-
-[Illustration: Inneres des Nestes der gemeinen Wespe.]
-
-In jede dieser Zellen legt sie ein Ei, und dann bereitet sie mehr
-von der klebrigen Masse und baut mehr Zellen. In ungefähr acht Tagen
-kriechen die ersten beinlosen Larven aus den Eiern aus, und die Königin
-füttert sie mit Honig und vorwiegend mit Insekten, während sie dabei
-mit ihrer Arbeit fortfährt. In ungefähr drei Wochen verpuppen sich die
-Larven innerhalb eines Kokons, und in einer weiteren Woche kriechen aus
-diesen Arbeitswespen aus. Nun folgen täglich andere, und die Königin
-überläßt ihnen die Arbeit des Nestbaues und des Fütterns der Larven,
-während sie selbst nur Eier legt.
-
-Die Wespen bauen nicht nur Zellen, sie bedecken das Nest auch mit
-mehreren papierartigen Hüllen, die gleich einem offenen Regenschirm von
-dem Klumpen an der Decke herabhängen. Diese Hüllen umschließen mehrere
-wagerechte Waben. Eine fertige Wabe sieht aus wie ein runder Teller,
-der oben glatt ist, und an dessen Unterseite eine große Anzahl von
-Zellen sitzen, die alle nach unten geöffnet sind.
-
-[Illustration: 1. Männchen. 2. Königin. 3. Arbeiter.]
-
-An mehrere Säulchen unter diese Wabe kleben die Wespen nun eine neue
-darunterliegende fest, die sie in derselben Weise bauen wie die
-erste. So geht es weiter bis zum August, wo vielleicht fünfzehn bis
-sechszehn flache, runde Waben untereinanderhängen; sie sind durch jene
-senkrechten Säulchen verbunden. Dann werden die papierähnlichen Hüllen
-bis zur Unterseite des Nestes heruntergebaut, so daß es eine runde oder
-eiförmige Gestalt hat. Diese Hüllen verhindern, daß die Feuchtigkeit
-in das Nest eindringt.
-
-[Illustration: Tafel V
-
-Einzellebende Wespen.
-
-1. Lehmwespe. 2. Sandwespe.]
-
-Im August bauen die Wespen größere Zellen, aus denen männliche Wespen
-oder Drohnen und Königinnen auskriechen. Die Drohnen haben längere
-Fühler als die Arbeiter. Die Königinnen sind größer als die Drohnen
-und die Arbeiter. Sie fliegen bald aus dem Neste, um sich mit den
-Drohnen zu paaren; wenn dann der Winter kommt, töten die Wespen die
-übrig bleibenden Larven, werden selbst schläferig und schwerfällig und
-alle sterben bis auf die Königinnen, die bis zum nächsten Frühjahr
-schlafen. Weiß man nun, wo sich ein altes Nest befindet, so kann man es
-vorsichtig ausgraben und sich den langen Gang ansehen, durch den die
-Wespen aus- und eingingen, um die Stelle verborgen zu halten, wo sich
-das Nest befand.
-
-Einige Wespen bauen unter Hausdächern, besonders die großen Hornissen,
-falls sie nicht einen alten Baumstamm wählen. Im Walde findet man
-zuweilen das Nest der Waldwespe unter den Zweigen eines Baumes hängend,
-obwohl man es kaum bemerken würde, wenn man nicht einer solchen
-Wespe bis zu ihrem Heim folgt. Diese Nester sind gebaut wie die der
-anderen Arten und haben nur eine mehrfache Hülle und eine dicke aus
-papierähnlicher Masse bestehende Säule in der Mitte.
-
-Außer den gewöhnlichen Wespen gibt es eine große Menge kleinere, von
-denen ihr vielleicht einige finden könnt. Sie sind sehr interessant,
-weil sie Insekten in ein Loch tragen und sie mit ihren Eiern begraben,
-so daß die jungen Larven beim Auskriechen Futter vorfinden.
-
-Es gibt eine hübsche kleine Wespe, die Mauer- oder Lehmwespe (vergl.
-bunte Tafel V. 1), die man im Juni oder Juli beobachten kann, wie sie
-den Mörtel in einer Gartenmauer benagt oder Löcher in sandigen Abhängen
-gräbt. Sie ist kleiner und dunkler gefärbt als die gewöhnliche Wespe
-und hat einige glänzend gelbe Streifen auf ihrem Hinterleibe. Sie
-höhlt einen Gang im Mörtel aus und häuft die ausgegrabenen Stückchen
-um die Ausgangsöffnung auf. Nachdem sie dann hineingekrochen ist, um
-nachzusehen, ob alles in Ordnung ist, kommt sie wieder heraus und
-fliegt fort. Bald darauf kehrt sie mit einer kleinen grünen Raupe
-zurück. Sie trägt diese hinein und geht dann auf die Suche nach
-einer zweiten und dritten, bis sie ungefähr fünfzehn bis zwanzig
-herbeigebracht hat.
-
-Wenn man nun den Mörtel an der Mauer abkratzt, um den Gang zu öffnen,
-so wird man an dessen Ende ein Ei finden, das an einem Faden hängt.
-Die Wespe hat das Ei hierher gelegt, ehe sie die erste Raupe holte.
-Zwischen diesem Ei und der Ausgangsöffnung liegen die 15 kleinen Raupen
-zusammengekrümmt nebeneinander. Das Sonderbarste dabei ist, daß sie
-nicht tot sind. Die Wespe hat sie nur mit ihrem Stachel gelähmt, so daß
-sie nicht entwischen können. Wenn man das Nest nicht zerstört, wird sie
-die Ausgangsöffnung mit den um dieselbe aufgehäuften Mörtelstückchen
-schließen und es verlassen. Nachdem die Larve dann die Raupen gefressen
-und sich in eine Wespe verwandelt hat, wird diese sich mit ihren
-Kiefern den Weg ins Freie bahnen.
-
-Vielleicht findet ihr auch einige von den Sandwespen (vergl. bunte
-Tafel V. 2), die so viele Löcher in die sandigen Abhänge auf Heiden
-oder überall da graben, wo es sonnig und warm ist. Eine derselben
-bringt Spinnen in das von ihr gegrabene Loch, damit ihre Larven sich
-davon nähren können. Sie hat einen schwarzen, sehr behaarten Kopf
-und ein gleiches Bruststück; dann folgen drei rote oder rosarote
-Hinterleibsglieder, während der Rest dunkelbraun ist. Sie ist sehr
-stark und kann eine große Spinne in ihre Höhle schleppen.
-
-Ich habe keine Zeit mehr, um euch noch mehr von diesen sonderbaren
-Wespen zu erzählen, von denen einige ihre Nester mit Käfern, andere mit
-Grashüpfern füllen. Aber nun ihr etwas von ihnen wißt, könnt ihr denen,
-die ihr seht, folgen und ihre Gewohnheiten selbst beobachten, was die
-beste Art und Weise ist, sie kennen zu lernen.
-
- Suche ein altes Wespennest und zeichne es. Merke dir die Gestalt der
- gemeinen Wespe und vergleiche sie mit anderen, die du findest. Achte
- besonders auf den Unterschied in dem Röhrchen, das die Brust mit dem
- Hinterleib verbindet.
-
-
-
-
-Lektion 8.
-
-Einzeln lebende Bienen.
-
-
-Wir alle kennen den Bienenkorb sehr gut, aber vielleicht habt ihr noch
-nicht bemerkt, daß noch andere Arten von Bienen im Garten umherfliegen.
-Einige von ihnen sind ungefähr von derselben Größe wie die Honigbiene;
-einige sind viel kleiner, und sie sind verschieden gezeichnet.
-
-Die meisten dieser anderen Arten sind einzeln lebende Bienen. Es gibt
-unter ihnen keine geschlechtslosen Arbeiter, sondern nur Männchen und
-Weibchen, die paarweise leben. Andere leben in großen Mengen in den
-Löchern sandiger Abhänge, aber sie arbeiten nicht zusammen.
-
-Wenn Efeu an den Wänden eures Hauses wächst, so habt ihr vielleicht
-schon Bienen bemerkt, die in die Blüten hinein- und herausschlüpfen.
-Unter diesen wird wahrscheinlich eine sein, ungefähr 2 ~cm~ lang, mit
-einem schwarzen Körper, der mit gelbbraunem Flaum bedeckt ist. Sie hat
-zwei kleine Hörner am Kopfe und heißt die „zweihörnige Mauerbiene“
-(vergl. bunte Tafel VI. 1).
-
-Hat man Gelegenheit, eine solche Biene zu beobachten und ihr zu
-folgen, so kann man sie in einen vermoderten Pfosten oder Baumstumpf
-fliegen sehen. Wenn man dann in der Nähe des Flugloches einschneidet,
-so wird man ein sonderbares Nest finden. Denn diese Biene bohrt einen
-langen Gang und baut eine Zelle aus Wachs an dessen unterem Ende.
-Hier legt sie ein Ei hinein und häuft rings herum Bienenbrot auf, das
-aus Blütenstaub und Blumenhonig besteht. Sie hat kein Körbchen an
-den Hinterbeinen wie die Honigbiene, daher trägt sie den klebrigen
-Blütenstaub an den dicken Haaren unter ihrem Körper herbei und kratzt
-ihn von diesen mit einem Kamme ab, der an ihrem Beine sitzt.
-
-Nachdem die Biene das Ei gelegt und Nahrung in die Zelle gebracht hat,
-siegelt sie dieselbe mit Wachs zu und beginnt eine neue zu bauen. So
-fährt sie fort, bis sie den Gang ausgefüllt hat.
-
-[Illustration: Tafel VI
-
-Einzellebende Bienen.
-
-1. Mauerbiene. 2. Schlafbiene. 3. Tapezierbiene. 4. Wollbiene.]
-
-Aber wie kommt nun die am unteren Ende sitzende Biene heraus? Ihr Ei
-wurde zuerst gelegt, und sie hat acht oder zehn andere über sich. Und
-da besteht nun die sonderbare Tatsache, daß die Bienen aufeinander
-warten Sie werden ungefähr zur gleichen Zeit alle vollkommene
-Bienen, und wenn nun eine, die unten sitzt, eher in ihrer Entwicklung
-fertig ist als die anderen, so frißt sie sich durch den Deckel ihrer
-Zelle und versucht sich an ihrer Nachbarin vorbeizudrängen. Aber wenn
-die über ihr Sitzende so groß ist, daß sie nicht an ihr vorbei kann,
-ohne sie zu beschädigen, so wartet sie geduldig, bis alle fertig sind.
-
-Eine andere kleine Biene, die ihr oft finden könnt, ist die Schlafbiene
-(vergl. bunte Tafel VI. 2). Sie führt diesen Namen, weil sie oft im
-Grunde von Blüten schläft, wo ihr sie finden könnt. Sie ist dünn
-und schwarz mit einem viereckigen Kopfe und starken Kinnbacken und
-hat einen feinen gelben Flaum auf dem Hinterleibe. Auch sie baut in
-Pfosten, aber sehr oft legt sie auch ihr Nest im Innern eines dicken
-Strohhalmes an. In alten Zeiten, als man die Dorfhäuser noch mit Stroh
-deckte, pflegten Hunderte von diesen Bienen in den größeren Strohhalmen
-zu bauen, und man konnte sie um das Dach herumsummen hören.
-
-Dann gibt es noch eine andere Biene, die überall zu finden ist. Es
-ist die Tapezierbiene (vergl. bunte Tafel VI. 3), auch Blattschneider
-genannt. Ihr habt wohl schon einmal Rosenblätter gefunden, aus deren
-Kante halbmondförmige Stücke herausgeschnitten waren. Wenn ihr aufpaßt,
-könnt ihr eine solche Biene bei der Arbeit sehen.
-
-Die Tapezierbiene hat ungefähr dieselbe Größe wie eine Honigbiene,
-aber einen kräftigeren Körperbau. Ihr schwarzer Körper ist mit weichen
-braunen Haaren bedeckt. Sie hängt sich an das Blatt und beißt im
-Weiterkriechen ein halbmondförmiges Stück aus demselben heraus. Kurz
-ehe sie damit fertig ist, öffnet sie die Flügel und hält sich schwebend
-in der Luft. Wenn dann der letzte Riß getan ist, fliegt sie mit dem
-Blattstückchen fort, indem sie es zwischen den Füßen und den Kinnbacken
-trägt.
-
-[Illustration: Nest der Tapezierbiene in einem Baumstamm. 1. Blattstück
-für die Seiten, 2. für den Boden der fingerhutähnlichen Brutzelle.]
-
-Sie fliegt zu einem Loche in der Erde, das zuerst senkrecht
-hinunterführt und sich dann wendet und unter der Oberfläche hinläuft.
-Hier läßt sie den Blattabschnitt zurück und holt dann mehrere von
-derselben Art. Damit baut sie eine kleine fingerhutförmige Zelle, in
-die sie ein Ei legt. Sie versorgt die Zelle mit Nahrung und schließt
-sie mit 3 oder 4 runden Blattstückchen. Dann beginnt sie eine andere
-Zelle zu bauen, die sie etwas in die erste hineinschiebt. In dieser
-Weise baut sie ungefähr sieben Zellen und legt in jede ein Ei und
-versieht sie mit Bienenbrot, so daß die Larven zu fressen haben, bis
-sie sich in Bienen verwandeln. Obwohl man die Bienen leicht beim
-Schneiden der Blätter beobachten kann, kann man doch nicht so leicht
-ihre Löcher finden, denn sie verdecken die Ausmündung mit Erde, so
-daß man den Eingang nicht sehen kann. Man tut am besten, einer Biene,
-die man beim Blattschneiden beobachtet hat, zu folgen; aber da sie so
-schnell ist, muß man auch sehr behend sein. Manchmal macht sie auch ihr
-Loch in einem Weidenbaum, wenn das Holz weich ist.
-
-Es gibt noch eine ähnliche einzeln lebende Biene, die ihr Nest im
-Stengel der Brombeere baut. Sie höhlt das Mark aus und bedeckt damit
-die Zellen. Wenn man einen Brombeerzweig findet, von dem das Ende
-abgebissen ist, so kann man den Versuch machen, ihn aufzuschneiden,
-um zu sehen, ob ein Gang mit Bienen- oder Wespenzellen im Inneren
-vorhanden ist.
-
-[Illustration: Nest einer Mauerbiene in einem Brombeerzweige. Eine
-Zelle ist aufgeschnitten und läßt eine Puppe erkennen.]
-
-Eine andere sehr sonderbare Biene, die Wollbiene (vergl. bunte Tafel
-VI. 4), polstert den von ihr gebauten Gang mit flaumigen Haaren und
-wollartigen Substanzen aus, die sie von verschiedenen Pflanzen holt.
-Ihr erinnert euch wohl, daß der Stengel der Kuckucksblume und des
-Himmelschlüssels mit dickem Flaum bedeckt sind. Die Wollbiene streift
-diesen Flaum von den Pflanzen ab, rollt ihn zu einem Ball zusammen
-und fliegt damit zu ihrem im Erdboden befindlichen Neste, wo sie ihn
-benutzt, um ihre Zellen daraus zu bauen.
-
-Einsame Bienen sammeln keinen Winterhonig wie die Honigbienen. Sie
-sterben alle im Herbste, einige Weibchen ausgenommen, die in Löcher
-kriechen und bis zum Frühling schlafen, wo sie ihre Nester bauen und
-Eier legen.
-
-Es gibt so viele einzeln lebende Bienen, daß ich euch nicht von allen
-erzählen kann. Ihr müßt selbst darauf achten, und ihr werdet bald
-lernen, die kleinen Löcher in den Bäumen und im Boden zu beachten. In
-einigen derselben werdet ihr sicher seltsame Geschöpfe finden.
-
- Beobachte verschiedene Arten der einzeln lebenden Biene und versuche,
- ihre Löcher im Frühling zu finden.
-
-
-
-
-Lektion 9.
-
-Honigbienen.
-
-
-Honigbienen finden sich in unseren Gärten so häufig, daß ich fürchte,
-die meisten Leute denken, sie kennen sie ganz genau und beachten sie
-deshalb wenig. Dies ist schade, weil die Bienenzucht sehr interessant
-ist, und Landleute leicht Geld damit verdienen könnten und zugleich
-diese fleißigen kleinen Insekten lieben lernen würden.
-
-Wenn alle Bienen im Stock jedesmal beim Herausnehmen der Honigwaben
-getötet werden müßten, so würden wir uns kaum über unsere Bienen freuen
-können. Aber jetzt kann jedermann Bienenstöcke mit beweglichen Waben
-haben, die man leicht herausnehmen kann, ohne die kleinen Freunde, die
-sie für uns füllen, zu vernichten.
-
-Die Honigbiene ist ein wunderbares Insekt. Sie hat drei Paar Beine und
-zwei Paar Flügel, gerade wie eine Wespe. Aber das hintere Beinpaar ist
-länger als die anderen, und die Biene hat eine vertiefte Stelle auf
-der Außenseite der Hinterschienen, das sogenannte Körbchen. Da hinein
-packt sie Blütenstaub und trägt ihn dann nach Hause, um Bienenbrot für
-ihre Larven daraus zu bereiten. Man kann oft eine Biene in den Stock
-kriechen sehen, deren Hinterbeine schwer mit klebrigem Blütenstaube
-beladen sind. Es scheint ein Rätsel, wie sie denselben in das Körbchen
-bekommt, aber wenn man das Bein genauer ansieht, wird man finden, daß
-es mit Haaren bedeckt ist, die eine kleine Bürste bilden. Wenn sie aus
-einer Blüte kommt, ist ihr behaarter Körper mit Blütenstaub bedeckt;
-diesen bürstet sie mit einem Beine ab, macht einen kleinen Klumpen
-daraus und packt ihn in das Körbchen des anderen Beines.
-
-[Illustration: Hinterbeine der Biene. 1. Außenseite, 2. Innenseite mit
-Bürste.]
-
-Der Mund der Biene ist zu einem sehr nützlichen Werkzeuge ausgebildet,
-um Honig zu erlangen. Wenn sie nicht saugt, so ist der Rüssel unter die
-starken Kiefer zurückgezogen. Aber sobald sie nach Honig sucht, wird
-dieser Rüssel, dessen wichtigster Teil eine Verlängerung der Unterlippe
-mit einer behaarten Zunge im Inneren bildet, in die Blüte gestoßen und
-saugt den Blumennektar empor, den sie hinunterschluckt. Er gelangt in
-einen erweiterten Teil der Speiseröhre, den Honigmagen, der vor dem
-eigentlichen Magen der Biene liegt.
-
-Dann fliegt sie nach dem Bienenstock zurück. Hier nehmen andere Bienen
-beim Hineinkriechen den Blütenstaub aus den Körbchen; sie selbst
-kriecht weiter zu den Zellen und füllt sie mit dem mitgebrachten Honig.
-Ein Teil desselben wird gebraucht, um die Bienenlarven zu füttern, und
-das übrige, um die Honigwaben für den Winter zu füllen.
-
-Junge Bienen, die noch nicht ausfliegen, erzeugen das Wachs zum Aufbau
-der Zellen. An der Bauchseite von vier Hinterleibsringen tritt das
-Wachs in Form kleiner Schüppchen hervor. Über diesen Stellen liegen im
-Innern des Hinterleibes die Wachsdrüsen, die mit dem Alter der Tiere
-immer niedriger werden und dann, wenn die Bienen erst ausfliegen und
-Honig einsammeln, kein Wachs mehr ausscheiden. Die alten und die jungen
-Bienen teilen sich also in die Arbeit: jene tragen Honig ein, und diese
-bereiten Wachs. Mit den Füßen werden die Wachsschüppchen abgenommen und
-in warmem Zustande, wo das Wachs recht leicht zu formen ist, zum Bau
-der Zellen verwandt.
-
-[Illustration: Unterseite der Biene mit den 4 Paar Wachstaschen.]
-
-In der Zeit, wo die Bienen Honig und Blütenstaub sammeln, sind sie
-dem Gärtner sehr nützlich. Ihr erinnert euch, daß die Kürbisse nicht
-wachsen können, wenn die Bienen nicht Blütenstaub von einer Blüte zur
-anderen tragen. Unsere Pflanzen haben zahlreichere Samen und unsere
-Obstbäume tragen mehr Früchte, wenn die Bienen hin- und herfliegen und
-Blütenstaub von einer Blume zur anderen tragen.
-
-Aber wenn die Biene den Honig, wie es der Zufall bringt, von einer
-Art Blume zu einer anderen, d. h. fremden Art trüge, so würde dies
-von geringem Nutzen sein, denn der fremde Blütenstaub würde die
-Samenanlagen nicht zum Wachsen bringen. Beobachtet man aber eine Biene,
-so wird man finden, daß sie selten mehr als eine Blumenart an demselben
-Tage besucht. Sie pflegt von einem Veilchenbeet zu einem anderen oder
-von einem Apfelbaum zu einem anderen zu fliegen. Aber sie wird während
-eines Ausfluges nicht von einem Apfelbaum zu einem Birnbaum oder von
-einem Veilchen zu einer Primel fliegen. Wir wissen nicht, warum sie es
-so macht, aber sie nützt uns auf diese Weise sehr, und jeder Gärtner
-sollte die Bienen in seinem Garten schützen.
-
-[Illustration: Bienenstock mit einem Aufsatz aus Holzrähmchen auf dem
-oberen Teile und einem Glasfenster in der Seite.]
-
-Wollt ihr nun Bienen züchten, so müßt ihr einige einfache Regeln
-beobachten. Ihr müßt immer sehr sanft und ruhig mit ihnen umgehen. Sie
-werden euch bald kennen lernen und merken, daß ihr euch nicht vor ihnen
-fürchtet.
-
-Ein Bienenstock aus Stroh sollte ungefähr 45 ~cm~ breit und 25 ~cm~
-hoch sein; oben ist er flach und muß eine Öffnung (s. S. 53) haben,
-in der ein Pflock steckt. Man setzt diesen Bienenstock an eine warme
-geschützte Stelle des Gartens auf eine hölzerne Bank ungefähr einen
-halben Meter über dem Boden. Im Mai kauft man dann einen Bienenschwarm,
-der gerade aus dem Stock eines Nachbars gekommen ist. Man kann den
-eigenen Bienenstock im Innern mit Zucker bestreichen und hält ihn unter
-den Zweig, an welchem der Schwarm hängt. Man schüttelt nun sanft am
-Zweige, bis die Bienen in den Korb fallen, den man dann umdreht und am
-Abend vorsichtig an die Stelle trägt, wo er bleiben soll. Am nächsten
-Morgen werden die Bienen fleißig bei der Arbeit sein. Die großen
-schwerfälligen Drohnen kriechen faul umher, aber die kleineren Arbeiter
-werden ausfliegen und Honig sammeln oder sich im Stock aufhängen, bis
-sie Wachs in ihren Drüsen haben (siehe S. 50) und anfangen können, die
-Honigwabe zu bauen.
-
-Wenn der Schwarm, den ihr eingebracht habt, der erste war, der den
-Stock verließ, so wird die alte Königin, die sich in seiner Mitte
-befand, bald beginnen, Eier in die Zellen zu legen: sie legt täglich
-ungefähr 200. Aber ein zweiter Schwarm wird von einer jungen Königin
-geführt, und diese wird mit den Drohnen ausfliegen, ehe sie im Stocke
-Eier legt.
-
-[Illustration: Tafel VII
-
-Fliegen.
-
-1. Blaue Schmeißfliege, ~a~) Eier, ~b~) Larven, ~c~) Puppen. 2.
-Rinderbiesfliege (Dasselfliege). 3. Magenbremse des Pferdes. 4. Bremse.
-5. Kohlschnake.]
-
-Nun müssen die Arbeiterinnen sehr geschäftig sein. In zwei oder drei
-Tagen kommen die ersten Eier aus und eine Anzahl der Arbeiterinnen
-füttern die Larven mit Honig und Blütenstaub, den die anderen Bienen
-einbringen. In ungefähr fünf oder sechs Tagen schließen sie die
-Öffnungen der Zellen und die Bienenlarve spinnt ihren seidenen Kokon,
-in dem sie sich in zehn weiteren Tagen zu einer Biene entwickelt. Dann
-kriecht sie aus und arbeitet mit den übrigen.
-
-Die leere Zelle wird bald mit Honig gefüllt sein; aber er ist braun,
-nicht weiß und rein wie der Jungfernhonig, mit dem die Zellen gefüllt
-werden, in denen noch keine Brut herangezogen wurde. Nach ungefähr
-sechs Wochen legt die Königin einige Eier in größere Zellen, aus denen
-männliche Bienen oder Drohnen auskriechen. Dann legt sie ungefähr alle
-drei Tage ein Ei in eine fingerhutförmige Zelle am Rande der Wabe. Die
-Larve darin wird mit besonders guter Nahrung gefüttert, und wird eine
-Königin.
-
-[Illustration: Bienen.
-
-1. Königin. 2. Arbeiterin. 3. Drohne.]
-
-Wenn ihr keinen Bienenstock mit einem Glasfenster habt, könnt ihr alles
-dies nicht beobachten. Aber man kann annehmen, daß gegen Anfang Juni
-der Stock voll von Bienen und Honigwaben ist. Dann ist es Zeit den
-Pflock am oberen Ende herauszunehmen und einen Aufsatzkasten, der mit
-Rähmchen versehen ist (siehe S. 51), oben aufzusetzen. In diese werden
-die Bienen Waben bauen, die man fortnehmen kann. Man muß ein kleines
-Stückchen Wabe hineintun, um die Bienen zum Bauen zu veranlassen, und
-dann muß man das Ganze mit einem Strohkorb oder alten Tüchern bedecken,
-um es warm, trocken und dunkel zu halten.
-
-In ungefähr einem Monat wird man den Aufsatzkasten voll von Honigwaben
-finden und kann ihn abnehmen. Der Honig in den Zellen dieser Waben ist
-rein und klar, und man kann ihn fortnehmen, ohne eine einzige Biene zu
-töten.
-
-Im Juli bekommt man dann einen oder mehrere neue Schwärme, und wenn
-dann der September naht, muß man den Aufsatz fortnehmen und die Öffnung
-des Bienenstockes für den Winter verschließen. Aber man muß bedenken,
-daß man einen großen Teil des Futtervorrats der Bienen fortgenommen
-hat, und muß sie während der kalten Jahreszeit mit Honig und Zucker
-füttern.
-
- Untersuche drei Bienen, Männchen, Weibchen und Arbeiterin. Untersuche
- Rüssel und Hinterschienen der Arbeiterinnen. Nimm ein Stück brauner
- Honigwabe mit Überresten von Bienenbrot und jungen Bienen und
- vergleiche es mit einer reinen Wabe. Beobachte eine Biene unter den
- Blumen. Suche eine Honigwabe mit fingerhutähnlichen Zellen am Rande.
-
-
-
-
-Lektion 10.
-
-Zweiflügler.
-
-
-Es gibt eine Menge von kleinen fliegenden Insekten, die zu derselben
-Familie gehören wie Bienen und Wespen, wie z. B. die Blattwespe, die
-unsere Pflanzen zerstört, oder die Gallwespe, die so merkwürdige Gallen
-erzeugt, die wir an den Eichen und anderen Bäumen finden. Man faßt sie
-zusammen unter der Ordnung der Hautflügler, und sie sind gekennzeichnet
-durch vier gleichartige mit ästig verzweigten Adern durchzogene Flügel.
-Die in diesem Kapitel zu besprechenden Insekten dagegen haben alle nur
-zwei Flügel und werden daher Zweiflügler genannt.
-
-Versuche so viele Zweiflügler wie möglich zu finden. Da ist die
-gewöhnliche Stubenfliege, die Schmeißfliege oder Brummer, Mücken,
-Schnaken, Bremsen und viele andere.
-
-Die Stubenfliege und der Brummer sind an der richtigen Stelle sehr
-nützlich, denn sie verzehren faulende Substanzen und tote Tiere. Aber
-sie tun großen Schaden, wenn wir zulassen, daß sie sich an der falschen
-Stelle stark vermehren.
-
-Wenn ihr sehr viele Fliegen im Hause habt, so könnt ihr sicher sein,
-daß sich irgendwo Schmutz befindet; denn die Stubenfliege legt ihre
-Eier in Misthaufen und faulige Stoffe oder in irgend welchen Schmutz,
-den sie finden kann, z. B. hinter eine Tür, einen Fensterladen oder in
-eine ungefegte Ecke.
-
-Sie legt ungefähr 150 Eier zu gleicher Zeit, und in ein oder zwei Tagen
-kriechen die kleinen, beinlosen Larven aus und nähren sich von den sie
-umgebenden Stoffen. In vier oder fünf Tagen hören sie auf zu fressen
-und ruhen in ihrer Larvenhaut, die hart und braun wird. Im Sommer
-kommen sie dann nach ungefähr einer Woche als erwachsene Fliegen aus.
-Aber im Winter liegt die harte Puppe oft Monate lang, und Leute, die
-im Herbst ihr Haus nicht gründlich reinigen, werden wahrscheinlich im
-nächsten Jahre eine Fliegenplage haben.
-
-Die Schmeißfliege, auch Brummer (vergl. bunte Tafel VII. 1) genannt,
-legt ihre Eier (~a~) auf Fleisch jeder Art oder auf Körper toter Tiere.
-Wenn ihre Larven ausgekrochen sind, nützen sie uns dadurch, daß sie
-uns von schlecht riechenden Stoffen befreien, denn sie geben eine Art
-Flüssigkeit von sich, die das Verderben des Fleisches beschleunigt, so
-daß sie es fressen können.
-
-Wohl jedermann kennt die Maden der Schmeißfliege (~b~), die zum Angeln
-gebraucht werden. Wenn diese mit Fressen fertig sind, ziehen sie sich
-zu einer eiförmigen Puppe zusammen. Diese gibt eine Flüssigkeit von
-sich, die ihre Haut zu einem glänzend rötlichbraunen Gehäuse verhärtet.
-Im Inneren desselben bildet sich die Schmeißfliege, die nach Erlangung
-der Reife ihren Kopf so stark hervorschiebt, daß der obere Teil der
-Puppenhülle wie ein Deckel zurückklappt.
-
-[Illustration: Kopf der Schmeißfliege mit den großen, zusammengesetzten
-Augen.]
-
-Fängt man einen Brummer und setzt ihn mit einen Körnchen Zucker
-unter eine Glasglocke, so kann man beobachten, wie er seinen Rüssel
-ausstreckt und frißt. Man wird sehen, daß er den Zucker dreht und
-wendet, als ob er damit spiele. Aber er benetzt ihn dabei fortwährend
-mit einer Flüssigkeit, die er durch den Rüssel ausfließen läßt, um das
-harte Zuckerstückchen zu einer Art Syrup umzuwandeln, den er aufsaugen
-kann. Wenn man die Brust der Schmeißfliege sanft zwischen Finger und
-Daumen drückt, so wird sie ihren Rüssel ausstrecken, und man kann
-die dicken Lippen am Ende desselben mit der dazwischen liegenden
-Saugvorrichtung (~A~) sehen. Aber man braucht ein Vergrößerungsglas
-oder Mikroskop, um einen kleinen Stachel (~l~) zu erkennen, der im
-Innern des Rüssels sitzt, und den sie gebraucht, um die Schale von
-Früchten, deren Saft sie aufsaugen will, zu durchbohren.
-
-Es gibt aber zwei Arten von Fliegen, die viel schädlicher sind als
-die Stuben- und die Schmeißfliege. Dies sind die Bremsen und die
-Dasselfliegen.
-
-Ihr kennt eine der kleinen Bremsfliegen ganz gut, denn sie läßt sich
-auf unsere Hände oder unseren Hals nieder, wenn wir im Freien sitzen.
-Ihr Dasein zeigt sie uns dadurch an, daß sie uns einen scharfen Stich
-versetzt, um uns das Blut auszusaugen. Wir nennen sie Pferdebremse,
-weil sie die Pferde im Sommer so sehr quält. Viele andere derselben
-Gattung sind uns nicht so gut bekannt. Die größte deutsche Bremsfliege
-(vergl. bunte Tafel VII. 4) ist ungefähr 2-3 ~cm~ lang.
-
-[Illustration: Rüssel der Schmeißfliege mit verdickten Lippen: ~A.~
-Saugende. ~l.~ Spitze zum Bohren.]
-
-Die Dasselfliegen sind gefährlicher, da ihre Larven Rinder, sowie auch
-Hirsche und Rehe schwer schädigen können. Die Dasselfliege legt ihre
-Eier an und in die Haare der Tiere. Lecken diese nun jene Stellen,
-so gelangen die Eier oder die ausgeschlüpften Larven auf die Zunge
-und von da in den Anfangsteil des Magens. Die Larven durchbohren die
-Magenwand und wandern in den Körpern ihrer Wirte, wo sie nach etwa
-sechs Monaten unter der Rückenhaut anlangen. Dort bleiben sie längere
-Zeit und erzeugen eiternde Geschwüre, die sogenannten „Dasselbeulen“.
-Haben sie dort ihre Entwicklung vollendet, so durchbrechen sie die
-Haut nach außen, lassen sich zur Erde fallen und verpuppen sich in
-dieser, um nach einiger Zeit als fertiges Insekt zu erscheinen. Eine
-der gewöhnlichsten ist die Rinder-Dasselfliege oder Rinderbiesfliege
-(vergl. bunte Tafel VII. 2), die einer Hummel sehr ähnlich sieht; sie
-hat aber zwei Flügel, während die Hummel vier hat.
-
-Die Pferdemagenbremse (vergl. bunte Tafel VII. 3) klebt ihre Eier
-den Pferden mit etwas Schleim an die Haare der Brust und des übrigen
-Vorderkörpers. Ist das Ei nun reif, so bringt die warme Zunge des
-Pferdes, wenn es sich beleckt, dasselbe zum Platzen. Die Made bleibt
-daran kleben und gleitet in den Magen des Tieres hinunter. Hier oder im
-Darme befestigt sie sich mit ihrem Mundhaken, verpuppt sich dann, und
-die Puppe gelangt mit dem Kote ins Freie.
-
-Das beste Mittel gegen diese Made ist, die Haut des Pferdes rein und
-das Haar kurz zu halten. Diese Magenbremse ist etwas größer als die
-Stubenfliege, sieht meistens bräunlichgelb aus und hat einen stark
-behaarten Körper.
-
-Eine andere Familie der Zweiflügler sind die Mücken. Sie haben einen
-dünnen, schlanken Körper und fadenförmige Fühler. Wir haben über die
-gemeine Stechmücke im zweiten Buche gelesen, aber ihr solltet noch eine
-andere Art kennen lernen, die Weizen und anderes Getreide angreift.
-
-Die zitronengelbe Weizengallmücke ist ein kleines Insekt, das
-ungefähr die Größe einer sehr kleinen Stechmücke hat. In der Frühe
-eines Junimorgens, wenn die Weizenblüte sich entwickelt, kann man
-diese Mücken von den Halmen schütteln und sie dicht über dem Boden
-umherfliegen sehen. Die Weibchen haben eine scharfe, haarfeine
-Röhre, mit der sie ihre Eier in die Blüten der Weizen- und seltener
-der Roggenähre legen. Dort kommen aus ihnen kleine gelbe Maden aus,
-die sich von dem Fruchtknoten nähren und dadurch die Körnerbildung
-verhindern. Sie vernichten auf diese Weise oft einen großen Teil der
-Ernte.
-
-Ihr solltet auch die Larve der Bachmücke oder Kohlschnake kennen, die
-in Gärten und Kohlfeldern Schaden anrichten kann. Wenn ihr eine Schnake
-an einem Grashalm hängen seht, so ist sie höchst wahrscheinlich gerade
-dabei, mit ihrer Legeröhre Eier in den Boden zu legen.
-
-Aus diesen kommen beinlose braune Maden aus mit starken Kiefern und
-einem Paar kurzer Hörner. Man kann sie beim Umpflügen eines feuchten
-Feldes finden. Man findet auch wohl die harte Puppe, die wie eine
-Schnake mit zusammengefalteten Flügeln geformt ist; die Beine sind
-zusammengezogen, und die beiden Hörner sitzen schon auf dem Kopfe. Sie
-hat Dornen an ihrem Hinterleib, mit denen sie sich an die Erdoberfläche
-hinaufzieht, wenn sie sich verwandeln will.
-
-Man wird die schädlichen Larven am besten los, wenn man den Boden tief
-umpflügt und die Eier oder Maden vergräbt, so daß sie sterben oder
-nicht an die Oberfläche gelangen können; man kann auch eine Lösung von
-Gaskalk oder einer anderen für die Insekten tödlichen Flüssigkeit auf
-das Land spritzen. Stare erweisen sich gegen diese Schädlinge sehr
-nützlich, da sie die Maden aus dem Boden ziehen und vernichten.
-
- Suche Made und Puppe der Schmeißfliege. Untersuche Beine, Körper
- und Rüssel einer Schmeißfliege. Versuche Eier der Stubenfliege zu
- finden. Suche eine Pferdebremse sowie die Rinderdasselfliege und
- Pferdemagenbremse. Suche eine zitronengelbe Weizengallmücke und ihre
- Made; ferner die Made und Puppe der Bachmücke.
-
-
-
-
-Lektion 11.
-
-Heimchen und Heuschrecken.
-
-
-Bei allen Insekten, von denen wir bis jetzt gehört haben, sind die
-Larven von dem voll entwickelten Insekte ganz verschieden. Aber junge
-Heimchen und Heuschrecken sehen, wenn sie aus dem Ei kommen, fast
-ebenso aus wie das ausgebildete Insekt, abgesehen davon, daß sie
-kleiner sind und keine Flügel haben. Sie springen, fressen und benehmen
-sich genau so wie die Alten. Sie häuten sich vier- oder fünfmal. Nach
-der letzten Häutung kann man die Flügeldecken unter der Haut sehen, und
-sobald diese zerreißt, breiten sie die Flügel aus und fliegen.
-
-Wenn man sich einen Käfig aus Drahtgaze macht, einige junge Heimchen
-hineinsetzt und sie mit Küchenabfällen füttert, so kann man diese
-Verwandlungen beobachten. Aber man darf es nicht mit einer Bedeckung
-von Musselin versuchen wie einer meiner Freunde, denn die Heimchen
-haben starke Kiefer und fressen sich bald hindurch.
-
-[Illustration: Tafel VIII
-
-1. Grüne Heuschrecke -- Weibchen mit Legeröhre. 2. Kleine Heuschrecke.
-3. Feldgrille. 4. Langflügelige Heuschrecke. 5. Flügellose weibliche
-Heuschrecke.]
-
-Die kleinen grünen Heuschrecken sind leicht auf den Feldern in großer
-Anzahl zu finden, aber das große grüne Heupferd (vergl. bunte Tafel
-VIII. 1) ist nicht so häufig. Wenn ihr aber wißt, wo ihr suchen müßt,
-wird es euch nicht schwer werden, eins zu fangen. Es ist sehr
-lehrreich, dieses Insekt zu untersuchen. Der Kopf ist von der Brust
-scharf getrennt. Es hat zwei lange Fühler, die nach hinten über dem
-Körper liegen. Seine Kiefer sind sehr stark, und wenn man ihm ein Blatt
-unter einem Glase zu fressen gibt, so kann man sehen, wie sie sich
-seitwärts bewegen, um die Nahrung zu zerkleinern; man kann auch die
-Ober- und Unterlippe erkennen, durch die die Nahrung zu den kauenden
-Kiefern im Innern hindurchgeht.
-
-Wenn ihr ein Weibchen gefangen habt, so werdet ihr sehen, daß es eine
-lange Legeröhre hat, die es in den Boden bohrt, um seine Eier zu legen.
-Hieran könnt ihr beobachten, wie die kleineren Insekten es machen.
-
-Und nun werdet ihr wissen wollen, wie ein Grashüpfer zirpt; denn ihr
-wißt ja, daß kein Insekt irgend ein Geräusch mit den Mundwerkzeugen
-machen kann. Schiebt euren Finger sanft unter dem linken Vorderflügel
-des großen grünen Heupferdes entlang bis dahin, wo dieser mit dem
-Körper verbunden ist. Ihr werdet fühlen, daß der Flügel an dieser
-Stelle so rauh wie eine Feile ist. Das Heupferd reibt diese Feile gegen
-eine scharfkantige Leiste, die den oberen, inneren Rand der rechten
-Flügeldecke bildet und erzeugt so das schrillende Geräusch. Eine ganz
-dicht daneben liegende feinhäutige Stelle der Flügeldecke wird dabei
-mit in zitternde Bewegung versetzt und verstärkt so den Ton.
-
-Die kleine grüne Heuschrecke (vergl. bunte Tafel VIII. 2), deren kurze
-Fühler nach vorn stehen, bringt ihr zirpendes Geräusch in anderer
-Weise hervor. Sie hat eine Feile an der Innenseite des Hinterbeines,
-deren Zähnchen über eine vorspringende Ader der Flügeldecken geführt
-werden und diese dadurch in tönende Schwingungen versetzen. Dieser
-kleine Grashüpfer ist tatsächlich eine kleine Heuschrecke wie die, die
-in Schwärmen im südöstlichen Europa dahinfliegen und alles Grüne, das
-ihnen in den Weg kommt, auffressen. Glücklicherweise ist aber unser
-kleiner Freund, obwohl auch er gierig frißt, nicht so verderblich wie
-sie. Diese kleinen Heuschrecken haben keine Legeröhre; sie lassen ihre
-Eier in die lose Erde fallen und bedecken sie damit.
-
-Heimchen sind den Grashüpfern sehr ähnlich und erzeugen das zirpende
-Geräusch, indem sie ihre Flügel zusammenreiben. Die Weibchen haben
-lange Legeröhren, wie man sehen kann, wenn man ein solches in der Küche
-fängt. Es legt seine Eier hinter den Ofen oder in die Nähe des Herdes,
-wo sie das ganze Jahr hindurch in der Wärme ausgebrütet werden.
-
-Grashüpfer und Heimchen zirpen nicht, um uns zu erfreuen; sie rufen
-einander. Sie müssen also hören können. Wo erwartet ihr nun wohl, ihre
-Gehörorgane zu finden? Ihr werdet es sicher nicht raten.
-
-[Illustration: Bein vom großen grünen Heupferde. ~e.~ Gehörorgan.]
-
-Sieh unter den Flügel der kleinen grünen Heuschrecke auf den ersten
-Ring ihres Hinterleibes, der hinter ihren Hinterbeinen liegt! Da, ein
-wenig über den Atemlöchern, wirst du eine sehr kleine Grube finden.
-Diese ist mit einer dünnen Haut bedeckt und ist das Gehörorgan (Ohr)
-der Heuschrecke. Das große grüne Heupferd hat sein Ohr an einer noch
-sonderbareren Stelle, nämlich auf seinem Vorderbeine unter dem Knie
-(~e~, S. 62).
-
-Ich erwarte, daß ihr die Feldgrille (vergl. bunte Tafel VIII. 3) kennt,
-denn obwohl sie sehr furchtsam und am Tage äußerst vorsichtig und
-scheu ist, kann man sie doch leicht fangen, wenn man an ihrem Zirpen
-herausgefunden hat, wo sie sich aufhält. Man stößt einen Grashalm
-in das Loch, den sie sicher ergreifen wird, so daß man sie daran
-herausziehen kann. Viele Landkinder fangen sie auf diese Weise. Eine
-Feldgrille ist bedeutend größer als ein Hausheimchen; ihr Körper ist
-dunkler, ihr Zirpen schriller. Sie ist im Garten sehr nützlich, denn
-sie nährt sich ebenso von Pflanzen wie von Insekten und sitzt nachts
-vor ihrem Loche, um diese zu fangen. Auch an warmen, sonnigen Tagen
-kannst du sie vor ihrer Höhle sehen, sonst aber sitzt sie immer in der
-Erde, wo die Larven den ganzen Winter lang bleiben, bis sie Flügel
-bekommen haben.
-
-Ich möchte wissen, ob ihr jemals eine Maulwurfsgrille gefunden habt.
-Es gibt ihrer eine Menge im sandigen Boden, besonders auf feuchten
-Feldern, an den Ufern von Kanälen und Flüssen. Aber sie kommen nicht
-überall vor, und sie sind so scheu, daß sie nur in der Nacht aus ihrem
-Bau herauskommen. Sie verursachen ein seltsames Geräusch, und daran
-könnt ihr erkennen, daß welche in der Nähe sind. Dann müßt ihr am
-Flußufer oder in einem sandigen und zugleich feuchten Teile des Gartens
-suchen, und wenn ihr dann kleine Erhöhungen aufgeworfen seht, so ist es
-höchst wahrscheinlich, daß die Maulwurfsgrille darunter arbeitet.
-
-[Illustration: Maulwurfsgrille, fliegend und ruhend.]
-
-Sie ist ein sehr sonderbares Insekt, mehr als 5 ~cm~ lang mit kleinem
-Kopfe und langen Fühlern, einer sehr breiten Brust und dicken, flachen
-Vorderbeinen, die wie beim Maulwurf in Grabfüßen endigen, die mit
-scharfen, schwarzen Klauen versehen sind. Damit bahnt sie sich ihren
-Weg durch die Erde, gerade wie der Maulwurf. Ihr Körper ist mit weichen
-Haaren bedeckt, die oben braun und unten gelb sind und die feuchte
-Erde abhalten. Sie richtet großen Schaden an, wenn sie in einen Garten
-kommt, denn sie wühlt lange Gänge und frißt die Wurzeln und Stengel der
-Pflanzen. Die weibliche Maulwurfsgrille hat keine Legeröhre, denn sie
-braucht eine solche unter der Erde nicht. Sie legt ungefähr 200 Eier
-in eine Höhle am Ende des Ganges und die jungen Maulwurfsgrillen leben
-dort zwei oder drei Jahre lang, ehe sie Flügel bekommen. Hat man das
-Glück, ein Nest mit einigen Jungen darin zu finden, so wird man sich
-über die sonderbare Gestalt derselben wundern.
-
-Es gibt noch zwei andere Geradflügler, die ihr sehr gut kennt. Der
-eine ist der Ohrwurm, vor dem sich törichte Leute wegen der langen
-Kneipzange am Ende des Leibes fürchten, obwohl er niemand Schaden
-tut. Er hat sehr kurze Flügeldecken und längs- und quergefaltete
-Hinterflügel. Der einzige Schaden, den er anrichtet, entsteht dadurch,
-daß er unsere Blumen benagt. Das Weibchen ist sehr liebevoll. Es trägt
-die Jungen weg, wenn sie gestört werden, und wacht über sie, bis sie
-erwachsen sind.
-
-Der andere Geradflügler ist die Küchenschabe, die manche Leute für
-einen Käfer halten. Aber das Insekt ist kein Käfer, denn es entsteht
-nicht aus einer Larve. Die Jungen sind den Alten gleich, nur kleiner
-und ohne Flügel. Die weibliche Küchenschabe hat überhaupt keine Flügel.
-Sie trägt ihre Eier in einer sonderbaren Art und Weise am Ende ihres
-Körpers in einem Behälter, der wie eine Tasche aussieht, und verbirgt
-diese in Ritzen hinter dem Ofen oder zwischen den Dielen, kurz bevor
-die Larven auskommen. Diese Behälter sind braun und hornig. Im Inneren
-liegen ungefähr sechszehn Eier, sauber in zwei Reihen geordnet wie
-Erbsen in einer Schote. Schaben sind sehr unangenehme und schädliche
-Insekten. Sie fressen alles, was sie bekommen können, und haben einen
-widerlichen Geruch.
-
- Versuche die verschiedenen Arten des Grashüpfers und des Heimchens zu
- finden, und zwar ausgewachsene und solche ohne Flügel. Untersuche die
- Flügel eines Ohrwurms. Suche die Eierbehälter der Küchenschabe.
-
-
-
-
-Lektion 12.
-
-Ameisen und ihre Honigkühe.
-
-
-Ameisen sind die intelligentesten aller Insekten. Wir lernten etwas
-über den Ameisenhügel im ersten Buch, und da könnt ihr euch die
-Abbildungen der Männchen, Weibchen und Arbeiter mit ihren Larven und
-Kokons ansehen.
-
-Wir wollen nun einige andere Ameisen betrachten und etwas über ihre
-Lebensweise lernen. Es gibt zwei ganz gewöhnliche Arten, die man in
-jedem Garten finden kann. Die eine ist rot und die andere schwarz.
-Beide bauen ihre Wohnungen unter dem Erdboden, indem sie die Erde mit
-ihren Kiefern und Füßen fortschaffen und Gänge und Kammern anlegen. Man
-findet da, wo sie bei der Arbeit sind, gewöhnlich eine kleine Erhöhung,
-die sich kuppelförmig über das Nest wölbt, aber diese ist nicht so
-auffallend wie der Hügel der Waldameise. Wenn man ein Loch an einer
-Seite eines Nestes gräbt, so wird man die Kammern öffnen, und man kann
-die Larven im Innern sehen; hat man das Loch nicht zu groß gemacht, so
-werden die Ameisen es bald wieder in Ordnung bringen.
-
-[Illustration: 1. Ameise mit einem, 2. Ameise mit zwei Knoten am
-Hinterleibsstiel.]
-
-Ihr könnt auch einige Kokons nehmen und sie mit etwas Erde unter ein
-Glas bringen, um zu sehen, wie die jungen Ameisen auskommen. Aber nehmt
-die Larven nicht, ohne einige Ameisen mit hineinzusetzen, denn sie
-können sich nicht selbst ernähren.
-
-Bei den Ameisen kann man schwarze, rote und gelbe Arten unterscheiden.
-Genauer aber werden die einzelnen nach der Ausbildung des feinen
-Stieles bestimmt, der Brust und Hinterleib verbindet: der
-„Hinterleibsstiel“ kann aus einem oder zwei Gliedern bestehen und diese
-können an ihrer Oberseite wieder schuppen- oder knopfförmig ausgebildet
-sein (2, S. 66). Außerdem können wir feststellen, daß manche Arten
-einen Stachel besitzen, der anderen fehlt. Die, welche keinen Stachel
-haben, greifen ihre Feinde mit ihren starken Kiefern an und spritzen
-eine scharfe Säure in die Bißwunde aus der am Hinterleibe befindlichen
-Giftblase.
-
-Es gibt eine kleine braune Ameise, die häufig in unseren Häusern lebt
-und sich von unseren Lebensmitteln nährt. Sie hat zwei Verdickungen
-und sticht sehr scharf. Ich schnitt einst einen Kuchen an, der einige
-Tage im Schranke gestanden hatte und fand ihn im Innern voll von diesen
-Ameisen. Sie krochen in ganzen Scharen auf meine Hand, die von ihren
-Stichen wie Feuer brannte. Diese Ameise baut ihr Heim gewöhnlich hinter
-dem Ofen.
-
-Wenn ihr einige Ameisen unter ein Glas setzt und ihnen ein Stückchen
-Nuß oder Brot gebt, so könnt ihr sehen, wie sie ihre äußeren Kiefer
-gebrauchen, um etwas davon abzuschaben, und ihre zierliche Zunge, um
-den Saft oder das Öl abzulecken, während sie die Nahrung nach den
-inneren Kiefern weiterschieben, gerade wie die Bienen und Wespen. Man
-kann auch sehen, wie sie ab und zu innehalten, um ihren Körper mit
-ihren Vorderbeinen zu streicheln. Seht diese letzteren genau an, und
-ihr werdet einen kleinen Stachel in der Nähe des letzten Gelenkes
-finden. Dieser Stachel ist mit mehr als fünfzig feinen Zähnen besetzt
-und an dem Beine selbst sitzen noch einige gröbere Zähne. Dies ist die
-Bürste und der Kamm der Ameise. Sie kratzt sich mit ihnen und zieht sie
-durch ihre äußeren Kiefern oder Mandibeln, um sie zu reinigen.
-
-Die Ameise hat sehr kleine Augen und benutzt stets ihre Fühler, um
-etwas ausfindig zu machen, was sie wissen will. Diese stehen über den
-sonderbaren flachen Kopf hervor und sind ganz geheimnisvolle Werkzeuge.
-Wenn Ameisen sich verständigen wollen, so berühren sie gegenseitig ihre
-Fühler und können so auf irgend eine sonderbare Weise sich mitteilen,
-wohin sie gehen, und was sie tun sollen.
-
-[Illustration: Ameise streichelt Blattläuse, um süßen Saft zu erhalten.]
-
-Die Gartenameisen leben viel mehr unter der Erde als die Waldameisen,
-aber man kann sie oft im Garten sehen, wo sie sich sonnen oder
-Grashalme mit ihren Kiefern abschneiden, um ihre Nester damit zu
-polstern, oder eine Spinne oder Fliege zerreißen. Sie scheinen oft
-hierhin und dorthin zu laufen, als ob sie nicht wüßten, was sie tun
-sollten, aber bei näherer Beobachtung wird man finden, daß jede ein
-Ziel hat. Einige tragen Gegenstände ins Nest, andere klettern an den
-Stengeln der Blumen hinauf, um deren Honig zu saugen. Wenn diese mit
-Honig beladenen Ameisen nach Hause laufen und einer Ameise begegnen,
-die andere Arbeit verrichtet hat und hungrig ist, so pressen sie etwas
-Honig heraus, um ihre Freundin zu füttern. Denn es scheint Regel unter
-den Ameisen zu sein, daß sie einander helfen.
-
-Und nun müßt ihr Tag für Tag aufpassen, bis ihr etwas noch viel
-Wunderbareres seht. Ihr erinnert euch, daß wir in der ersten
-Lektion von den kleinen Blattläusen sprachen, die den Saft aus den
-Pflanzenstengeln saugen. Aber wir bemerkten nicht, daß sie zwei kleine
-Hörner am Ende ihres Körpers haben. Aus diesen Hörnern scheiden sie
-einen wachsartigen Stoff ab, mit dem sie die Mundwerkzeuge ihrer Feinde
-(s. Marienkäfer S. 37) zu verkleben suchen. Wenn sie fortwährend
-saugen, füllen sie bald ihren Darmkanal mit Pflanzensäften. Dieser
-Saft wird nun wenig verdaut und als stark zuckerhaltige Flüssigkeit in
-Tröpfchen wieder ausgeschieden.
-
-Der abgesonderte süße Saft ist gerade das, was die Ameise liebt, und
-ihr habt vielleicht das Glück, die Gartenameise dabei zu beobachten,
-wie sie ihn zu gewinnen sucht. Sie kriecht hinter eine Blattlaus und
-streicht die Seiten derselben mit ihren Fühlern, so daß diese einen
-Tropfen Honig ausfließen läßt.
-
-Sie hat noch eine Herde dieser „Honigkühe“ unter der Erde verborgen,
-wo ihr sie nicht sehen könnt. Sie trägt die Blattläuse in ihre Gänge
-und setzt sie auf Pflanzenwurzeln. Da sorgt sie für sie, als ob es
-ihre eigenen Larven wären und bringt deren Eier und Jungen durch den
-Winter, um sie im nächsten Frühling zu benutzen. In unserem Klima
-halten die Ameisen einen Winterschlaf, aber in wärmeren Ländern bleiben
-sie wach und sammeln Vorräte für die ungünstige Jahreszeit.
-
-Wenn man das Nest einer Gartenameise ausgräbt und die Wurzeln, die man
-herausholt, sorgfältig betrachtet, so wird man wahrscheinlich einige
-Blattläuse darauf finden. Legt man die Wurzel wieder an dieselbe
-Stelle, so werden sich diese nicht beunruhigen, und die kleine Ameise
-wird ihre Honigkühe nicht verlieren.
-
-Es gibt eine kleine gelbe Ameise, Wiesenameise genannt, die in großen
-Mengen auf der Heide und auf Wiesen lebt und keinen Stachel hat.
-Sie hält fast alle ihre Honigkühe unter der Erde und setzt sie auf
-Graswurzeln. Manchmal, wenn man ein Feld pflügt, durchschneidet man
-eins dieser Nester. Vorkommendenfalls haltet einen Augenblick an und
-beobachtet die Ameisen. Ihre erste Sorge gilt den Larven und Kokons.
-Aber sobald diese in Sicherheit sind, wird man sehen, wie sie die
-kleinen grünen Blattläuse ebenso sorgsam holen, als wenn es ihre
-eigenen Kinder wären.
-
-Die Waldameise bringt die Blattläuse nicht nach Hause. Sie besucht sie
-auf den Pflanzen, und viele Schlachten zwischen den Ameisen zweier
-Nester beginnen, weil die eine Kolonie sich mit den „Honigkühen“
-einer anderen zu schaffen gemacht hat. Dann kommen die Arbeiter aus
-beiden Nestern heraus und fallen übereinander her, indem sie sich
-auf den Hinterbeinen stehend mit ihren Kiefern beißen und versuchen,
-Ameisensäure über den Feind zu spritzen. Diese Schlachten dauern oft
-mehrere Tage lang, bis die eine Partei erschöpft ist.
-
-Die Arbeiter, von denen Tausende sich in einem großen Neste finden,
-sind es, die die Schlachten schlagen und die Honigkühe ausnützen. Die
-Königin arbeitet nicht; sie legt nur Eier. In einem großen Neste sind
-vielleicht zwei oder drei Königinnen, aber sie streiten sich niemals
-wie bei den Bienen. Wenn sie zu Hause Eier legen, haben sie keine
-Flügel; aber im Sommer wächst eine Anzahl von weiblichen und männlichen
-geflügelten Ameisen heran, und an einem warmen Tage fliegen sie aus,
-und man kann sie wie Mücken in der Luft auf- und abschweben sehen.
-Dann fallen sie hilflos auf den Boden und kriechen umher. Die Männchen
-werden von Vögeln gefressen oder sterben. Keins von ihnen kehrt zum
-Neste zurück. Den Weibchen, die nicht getötet werden, reißen die
-Arbeiter die Flügel ab, oder sie tun das selbst, und dann kehren sie
-entweder zum Neste zurück, um Eier zu legen, oder sie vereinigen sich
-zu einem neuen Neste.
-
- Suche alle möglichen Ameisen. Behalte sie kurze Zeit, füttere sie mit
- Honig und gib ihnen etwas Erde zum Bauen. Halte einige Blattläuse
- auf einer Pflanze, um den süßen Saft zu sehen. Untersuche ein
- Ameisennest, dadurch, daß du es an der Seite öffnest; setze die
- Blattläuse und Kokons sorgsam wieder hinein.
-
-
-
-
-Wissenschaftliche Namen der Ordnungen der Insekten mit Erklärung.
-
-
-(„~ptera~“ [Plural] bedeutet Flügel.)
-
- ~A-ptera~ = Ohne Flügel. Flöhe und Läuse.
-
- ~Hemi-ptera~ = Halbflügler, d. h. mit ungleichartigen Flügeln; die
- vorderen sind leder- oder hornartig, die hinteren durchsichtig.
- Blattläuse, Schaumzikade, Wasserwanzen.
-
- ~Di-ptera~ = Zweiflügler. Fliegen, Mücken und Schnaken.
-
- ~Lepido-ptera~ = Schuppenflügler. Flügel mit feinen Schuppen bedeckt.
- Schmetterlinge.
-
- ~Coleo-ptera~ = Scheidenflügler. Die Vorderflügel sind hornig und
- bilden Flügeldecken. Käfer.
-
- ~Neuro-ptera~ = Netzflügler. Die Flügel sind mit einem Netzwerk von
- Adern durchzogen. Ameisenjungfer, Köcherfliege.
-
- ~Ortho-ptera~ = Geradflügler. Die Flügel sind in gerade Falten gelegt
- wie ein Fächer. Heuschrecken, Grashüpfer, Heimchen, Ohrwurm.
-
- ~Hymeno-ptera~ = Hautflügler. Flügel mit durchsichtiger Membrane.
- Bienen, Wespen, Raubwespen, Schlupfwespen, Gallwespen, Blattwespen,
- Ameisen.
-
-[Illustration]
-
-
-
-
-[Illustration:
-
- KUNSTANSTALT
- FR. EUGEN KÖHLER, G.m.b.H.
- GERA-UNTERMHAUS.
-
-]
-
-
-
-
-Verlag von Hermann Gesenius in Halle (Saale)
-
-
-Von 8 bis 10 Jahren.
-
-Dr. Hartmanns Jungmädchenbücher:
-
- Band 1. =Rotschwanz und Büschelohr=, verfaßt von +Magda Schelling+.
- Gebunden M. 1.20.
-
- Band 2. =Kriemhilds Rosengarten.= Alten Volkssagen nacherzählt von
- +Ilse Treu+. Gebunden M. 1.20.
-
- Band 3. =Walhall.= Alten Volkssagen nacherzählt von +Ilse Treu+.
- Gebunden M. 1.20.
-
- Band 4. =Vogelgesellschaft bei Buchfinks=, verfaßt von +Magda
- Schelling+. Gebunden M. 1.20.
-
- Band 5. =Das Stuttgarter Hutzelmännlein.= +Eduard Mörike+ nacherzählt
- von +Elfriede Kittelmann+. Gebunden M. 1.20.
-
-=Die höheren Mädchenschulen=: Die Bücher wollen dem Mangel an
-gediegenem Lesestoff für Mädchen von 8 bis 10 Jahren abhelfen. Sie
-erfüllen ihren Zweck in jeder Weise aufs beste. Die äußere Ausstattung
-mit dem Buntbild der zwei lesenden Mädchen ist sehr gefällig und
-lockt die Kinder; Papier und Druck sind sehr gut und die Einteilung
-in kurze Geschichten oder Kapitel für dieses Alter sehr glücklich.
-Die Stoffe sind aufs günstigste gewählt. Band 1 und 4 bieten
-Naturwissenschaftliches. Die Erzählungen sind so lebendig, daß man
-fast menschlichen Anteil an dem Schicksal der Tiere und Pflanzen
-nimmt. Dabei lernen die Kinder eine Menge, ohne die Absicht irgendwie
-zu merken. Die Geschichten sind in hohem Maße geeignet, Anteil und
-Liebe an der Natur bei den Kindern zu wecken. In Band 2 und 3 werden
-in ebenso ansprechender Weise altdeutsche und nordische Sagen erzählt.
-Der Heldenkreis um Dietrich von Bern und die Götter Walhalls treten den
-Kindern nahe. In Band 5 wird die allerliebste Erzählung vom Stuttgarter
-Hutzelmännchen nacherzählt. All die krausen Ranken in Stil und
-Erzählweise sind abgeschnitten, die für die Kinder -- und nicht nur für
-diese -- das reizende Märchen so schlimm verwirren, so daß sich alle an
-seinem humorvollen Kern freuen können. Für Schülerinnen-Büchereien sind
-die Bändchen eine wertvolle Bereicherung. Für den Familienkreis haben
-sie noch den Vorzug, daß Knaben sie ebenso gern lesen, und daß sie sich
-vorzüglich zum Vorlesen eignen, so daß sie recht zum Handbuch geeignet
-sind. J. L.
-
-*** END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK AUS DEM LEBEN DER
-INSEKTEN ***
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