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Anmerkungen zur Transkription
Der vorliegende Text wurde anhand der 1909 erschienenen Buchausgabe
so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Typographische
Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Ungewöhnliche und heute
nicht mehr gebräuchliche Schreibweisen sowie Schreibvarianten
bleiben gegenüber dem Original unverändert, sofern der Sinn des
Texts dadurch nicht beeinträchtigt wird.
Die Seiten mit Buchwerbung wurden der Übersichtlichkeit halber
am Ende des Buches zusammengeführt; das Inhaltsverzeichnis
(Verzeichnis der Abbildungen) wurde dagegen an den Anfang des
Textes verschoben. Die Bildunterschriften wurden vom Bearbeiter
anhand des Inhaltsverzeichnisses hinzugefügt.
Das Original wurde in Frakturschrift gesetzt; besondere
Schriftschnitte wurden mit Hilfe der folgenden Sonderzeichen
gekennzeichnet:
unterstrichen: _Unterstriche_
Fettdruck: =Gleichheitszeichen=
gesperrt: +Pluszeichen+
Antiqua: ~Tilden~
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Hans Thoma
Landschaften
Mit einem Geleitworte
von +Wilhelm Kotzde+
[Illustration]
Herausgegeben von der
Freien Lehrervereinigung
für Kunstpflege
21. bis 30. Tausend
[Illustration]
Mainz 1909 · Verlag von Jos. Scholz
Alle Rechte vorbehalten
[Illustration]
Inhaltsverzeichnis
[Illustration]
5 Abendruhe
7 Schwarzwaldtanne
9 Schwarzwaldhöhen
11 Lichterfülltes Tal
13 Der Bach im Tal
15 Taunuskastanien
17 Taunusbild
19 Stille vor dem Sturm
21 Die junge Donau
23 Weiden am Rhein
25 Die Birke
27 Auf dem Pilatus
29 Oberitalienischer Frühling
31 Frühling bei Rom
33 Der Garda-See
36 Kind und Schicksal
[Illustration]
Der Name Thoma hat für den Deutschen heut einen guten und heimeligen
Klang. Es ist uns bei seinem Namen, als sähe uns jemand an mit treuen,
deutschen Augen, in denen unendliche Güte und Liebe liegt, Güte für
die Menschen und Liebe zu allen Dingen, die um uns sind, die wir von
Kindheit her uns gewannen mit suchender, staunender Seele. All das,
was uns lieb und wert ist, das zeigt uns Thoma in seiner Kunst, ja
er erschließt es uns erst, bringt uns zum Bewußtsein, was in uns
schlummerte, daß nun unsere Seele mitschwingt und mitzittert, wenn er
das vor uns stellt und sagt: Sieh da, das habe ich geschaut, das habe
ich mit liebendem Sinn in mir getragen, und nun will ich’s euch geben,
daß es euch freue, wie es mich gefreut hat.
Aus der Freude an den Dingen ist ja Thomas Kunst geboren. Er ist
ein rechter Genosse der Dürer, Schwind und Richter. Es ist das
Unaussprechliche in seiner Kunst, das jeder, der unseres Volkes ist,
mit seinem Gefühl umgreift, das sich ahnungsvoll in unsere Seele
stiehlt und uns froh und glücklich macht.
Dieses Heitere, Frohe, das Friede- und Ruhevolle ist auch in Thomas
Landschaftskunst, die einen wesentlichen Teil seines Schaffensgebietes
umfaßt. In traumvoll schönen Bildern erzählt er uns von dem heimischen
Schwarzwald, von Rhein und Taunus, von der ewigen Gletscherwelt, vom
immer wechselnden Meer und vom heißen, sonnigen Italien. Aber wohin er
auch geht, es ist nicht das Äußere, Zufällige, von dem er berichtet. Er
nimmt es erst ganz auf in seine Seele, er verarbeitet es innerlich, und
dann bannt er das, was ihm bedeutsam erscheint, auf die Leinwand. Er
hat ein außerordentliches Erinnerungsvermögen, die Andeutung der Kontur
und einige allgemeine Farbbemerkungen genügen ihm, um nach Jahren noch
ein Bild in voller Deutlichkeit vor seinen Augen wiedererstehen zu
lassen. Sind doch die Hochgebirgsbilder, die zum Gewaltigsten deutscher
Landschaftskunst gehören, in der Werkstatt nach flüchtigen Skizzen
entstanden. Henry Thode erzählt: „Mich wollte es beim Einblick in
Thomas Skizzenbücher bedünken, als gäbe es nicht ein Blättchen, nicht
eine Blume, nicht ein Geäst, nicht eine Wolkenform, nicht ein Tier,
nicht eine Körperbewegung, über die er sich nicht in seiner Lernzeit
mit dem Stifte gewissenhaften Aufschluß verschafft, als habe er die
Formen- und Farbensprache der Natur bis in jede Einzelheit auswendig
gelernt.“ Daher kommt es denn aber auch, daß er alles Zufällige
auszuscheiden weiß, daß er die großen, bedeutenden Züge vereinen kann
und so Bilder entstehen, von denen jedes ein anderes ist als das ihm
voranging, ein anderes in Stimmung, Aufbau, in der Technik, im ganzen
Gehalt.
Thomas Landschaften gehören ihrem innersten Wesen nach zu den Bildern,
welche die großen deutschen Maler der Vergangenheit schufen, wenn sie
Landschaften gaben, und zu ihm finden sich die besten Landschafter
der Gegenwart. Etwas Gemeinsames ist ihnen allen, und wenn Thoma von
dem Franzosen Courbet viel gelernt hat, er gehört doch auch gerade in
seinen Landschaften zu den Cranach und Grünewald, Dürer, Caspar David
Friedrich, Ludwig Richter, Schwind, Lugo, und zu ihm gehören Haider,
Steinhausen, Edmund Steppes.
Hans Thoma war bis zu seinem 20. Lebensjahr in seinem Heimatdorf,
droben im Schwarzwald. Er lebte in und mit der Natur, und daher hat
er sich die große Kenntnis der deutschen Landschaft und die Liebe
zu ihr geholt. Dieser Schatz, den er in der Jugend gewann, machte
ihn reich für sein ganzes Leben. Er geht nicht auf in Farben- und
Beleuchtungsproblemen, so ernstlich er mit ihnen gerungen hat und so
groß seine Kraft auch war, Sieger über sie zu werden, es ist mehr als
das in seinen Bildern.
Diese Bäche, die von den Bergen rinnen, der Friede über dem Taunuswald,
dieses helle Licht im „Lichterfüllten Tal“, der Durchblick unter der
„Schwarzwaldtanne“ auf die Häuser mit den tief herabgehenden Dächern,
es ist etwas tief Seelisches in ihnen allen.
Wenn er, wie in so vielen seiner Bilder, uns von Italien erzählt, es
ist auch da immer etwas, das uns sofort erkennen läßt: Ein Deutscher
schuf diese Bilder, einer, der mit uns lebt und der von unsern Freuden
weiß und unsers Herzens ist. Über das heitere und Liebliche hinweg aber
schreitet er zum Erhabenen, Gewaltigen der Gletscherwelt. Er hat da
Bilder geschaffen, die uns von der Größe des Hochgebirges erzählen, wie
vor ihnen nur die Bilder Segantinis. Für viele waren diese Bilder eine
Überraschung, für die, welche Thomas Welt sich ganz zu eigen gemacht,
waren sie eine frohe Bestätigung dessen, was sie tief innerlich von dem
Meister gewußt hatten.
Wer vor den Bildern Thomas zu schweigen weiß und sie innig betrachtet,
mit liebendem Auge eindringt in ihre Welt und sich ihnen öffnet, dem
werden sie Stunden froher Offenbarung geben.
Thoma-Worte.
Das Behagen, das in der Ausübung einer Kunsttätigkeit liegt, ist sehr
groß, und man darf wohl annehmen, daß der Künstler ein bevorzugter
Mensch sei. Deshalb dürfte auch das bißchen Lebensmisere, auch wenn
es oft viel ist, das zudem der Künstler mit allen anderen Menschen
gleichmäßig zu tragen hat, nicht zu wichtig genommen werden. Das
Verkennen der Mitwelt, das ja leider hier und da auch vorkommt, dürfte
auch nur dem Ehrgeiz einen Stoß geben, aber das eigentliche Wesen darf
es nicht irritieren.
Die Anfänge der Kunst werden immer instinktiver Natur sein. Die
Erziehung vollzieht sich unbewußt -- die Grundlage wird gelegt zu einer
nachfolgenden bewußten Erziehung und Ausbildung, welche immer so bewußt
sein soll, daß sie die unbewußte Erziehung, dies Kapital, respektiert.
Die Kunst ist halt doch eine eigene Sache, am Ende ist sie gar
kein Prinzip, keine Theorie, sondern eine Lebensäußerung, die an
Persönlichkeiten gebunden ist und nur durch Persönlichkeit am Leben
erhalten werden kann.
Nach sechsmonatlichem Unterricht in der Antikenklasse durfte ich
Schirmerschüler werden, d. h. ich ging in den Schwarzwald und malte
dort nach der Natur, und mit welchem Eifer! Bracht, mein Mitschüler,
kam auch, und in unserm Eifer gingen wir oft des Morgens fort, zwei
Stunden weit in ein wildes Tal, um -- einen Stein, einzelne Pflanzen
zu malen, die wir, wie wir eigentlich selber sahen, ebensogut hinter
dem Haus in Bernau hätten malen können; wir stritten uns auch wohl
um die Motive, die jeder zuerst entdeckt haben wollte, die wir aber
doch zuletzt friedlich, meist gemeinschaftlich, malten. Diese Studien
waren von äußerster Gründlichkeit und Sachlichkeit -- über nichts
wurde hinweggegangen. Es gab damals noch keine Theorie „moderner
Errungenschaft“ im Farbensehen -- das war auch gut für uns.
Es war anfangs Juni, in Freiburg hatte ich übernachtet und machte
mich am Morgen auf zu dem achtstündigen Weg nach Bernau. Das ganze
Sommerglück ruhte auf meiner Seele, als ich rüstig durch die Wälder
hinan in die Berge hinaufschritt. So ganz im jugendlichen Vollgefühle,
der Mittelpunkt der Welt -- denn alles gehörte ja mein, was ich sah,
für mich war die Welt da. Ich fühlte mich als das, was man seit
Nietzsche heutzutag eine „Herrennatur“ nennt. Am Mittage, als ich die
höchste Höhe meiner Wanderung erstieg, die „Halde“, ballten sich die
den Vormittag verklärenden weißen Wolken zu einem Gewitter zusammen,
das über der Rheinebene stand, fast unter mir; seine Blitze zuckten
bis in die Berge hinüber, der Donner klang mir wie ein Jauchzen des
Übermutes in der Natur -- Regenschauer wechselten mit Sonnenblicken.
Es kam so etwas wie Schöpferfreude über mich -- denn war nicht diese
Großartigkeit und Pracht für mich da? -- war ich nicht dazu berufen,
sie zu sehen? Stille Anbetung und fröhliches Jubeln erfüllten meine
Seele, und hätte ich Worte gefunden, so wäre mein Gesang ein Psalm
gewesen.
Die Rückkehr in die kleine Akademie in Karlsruhe schob ich immer
so lang wie möglich hinaus. Öfters ging ich, um nicht in Freiburg
übernachten zu müssen und den Zug nach Karlsruhe zu erreichen, in
Bernau spät nach Mitternacht fort. Durch die schneereiche, mit
schwachem Mondlicht beleuchtete Novembernacht, nach schwerem Abschied
von den Lieben, ging ich ins Tal hinunter -- die Felsen und die
rauschenden Wasserfälle gebärdeten sich ganz wild in der unheimlichen
Nachtstille; wie war es mir doch so schwer ums Herz, wie so gar
dunkel lag die Zukunft vor mir -- die Sorge, wie es weiter mit mir
gehen werde. Nach vierstündigem Wandern ging der Mond unter, und
ich mußte durch einen dunklen Wald, in dem der beschneite Weg mich
leitete -- aber auch Sorgen machen furchtlos, und sie waren stärker
als alle Nachtgespenster. Auf der Haldenhöhe, von wo ich einst in das
Sommergewitter hineingejubelt hatte, begann ein Schein, wie von einer
schwachen Dämmerung, die Schneehalden aufzuhellen -- ein Rosaviolett
erhob sich aus dem Dunkel -- ein kaum merklicher Farbenhauch, der nur
auf der Reinheit des weißen Schnees sich geltend machen konnte -- aus
diesem Rosa wuchs der Morgen herauf. Auf der letzten Höhe über Freiburg
lag dieses und das ganze Rheintal eingehüllt in dichten Nebel -- oben
auf den Bergen war der helle Morgenschein -- die Sonne brach herauf --
aber ich mußte hinuntersteigen in den Nebel; grau war Freiburg, grau
die Fahrt nach Karlsruhe, und es blieb mir lange das Gefühl, als ob der
Schwarzwald golden wäre.
[Illustration: Abendruhe]
[Illustration: Schwarzwaldtanne]
[Illustration: Schwarzwaldhöhen]
[Illustration: Lichterfülltes Tal]
[Illustration: Der Bach im Tal]
[Illustration: Taunuskastanien]
[Illustration: Taunusbild]
[Illustration: Stille vor dem Sturm]
[Illustration: Die junge Donau]
[Illustration: Weiden am Rhein]
[Illustration: Die Birke]
[Illustration: Auf dem Pilatus]
[Illustration: Oberitalienischer Frühling]
[Illustration: Frühling bei Rom]
[Illustration: Der Garda-See]
[Illustration: Kind und Schicksal]
[Illustration]
~MAINZER VOLKS- UND JUGENDBÜCHER~
Unter Mitarbeit namhafter zeitgenössischer Schriftsteller herausgegeben
von Wilhelm Kotzde
Verlag von Jos. Scholz in Mainz
[Illustration: ~MAINZER VOLKS- UND JUGENDBÜCHER~
~CARL FERDINANDS~
~DIE PFAHLBURG~]
Eine spannend geschriebene Urzeiterzählung aus Rheinlands
Pfahlbürgerzeit.
155 Seiten
[Illustration: ~MAINZER VOLKS- UND JUGENDBÜCHER~
~MAX GEISSLER~
~DER DOUGLAS~]
Eine anziehende Geschichte aus Schottlands bewegter Vergangenheit.
205 Seiten
[Illustration: ~MAINZER VOLKS- UND JUGENDBÜCHER~
~WILHELM KOTZDE~
~IM SCHILLSCHEN ZUG~]
Eine lebendige Darstellung der großen Tage von Kolbergs Verteidigung.
163 Seiten
[Illustration: ~MAINZER VOLKS- UND JUGENDBÜCHER~
~GUSTAV FALKE~
~DREI GUTE KAMERADEN~]
Kinderglück, Kinderleid, behagliche Kleinmalerei und Humor, das alles
übersonnt, spinnt diese Geschichte des Dichters, die besonders für
Mädchen viel Anziehendes hat.
167 Seiten
Der Jugend nur das Beste!
Der Erfolg der hundertfältig von maßgebenden pädagogischen und
literarischen Blättern empfohlenen „Mainzer Volks- und Jugendbücher“
ist in den Vorzügen begründet, die die Bücher vor allen anderen
auszeichnen. Das Charakteristische der Sammlung ist kurz: Größere
Erzählungen namhafter zeitgenössischer Schriftsteller. Eigenartiger
Stoff, den Bedürfnissen der Jugend entgegenkommend, spannende Handlung,
naturwahre Darstellung. Prächtige Schilderung, mustergültige Sprache,
vorbildliche Buchausstattung. Bilder von ersten deutschen Künstlern.
Bis jetzt liegen zehn in jeder Beziehung bedeutende Bände vor von:
Gustav Falke, Carl Ferdinands, Max Geißler, Kurt Geucke, Eberhard
König, Wilh. Kotzde, Joseph Lauff, Charlotte Niese. Jedes Buch, in
Leinen gebunden, kostet 3 Mark. Weitere Bücher in Vorbereitung. Noch
eine ganze Reihe unserer hervorragendsten Dichter und Schriftsteller
sagten ihre Mitarbeit zu. Viele Schulbehörden, Ministerien, Regierungen
und städtische Schulverwaltungen erkannten den Wert des Unternehmens
an und empfohlen die „Mainzer Volks- und Jugendbücher“ nachdrücklich
für Schülerbibliotheken. Nicht umsonst nennen sie sich aber auch
=Volksbücher=. Wie jedes rechte gute Buch, das die Jugend liebt,
auch von Erwachsenen gern gelesen wird, so sind die „Mainzer Volks- und
Jugendbücher“ berufen, alt und jung gleicherweise Freude zu machen.
=Außer den nebenstehend abgebildeten 8 Büchern liegen noch vor:
Carl Ferdinands, „Normannensturm“ und Kurt Geucke, „Der Steiger vom
David Richtschacht“. Die Reihe wird fortgesetzt. Preis eines jeden mit
Bildern geschmückten Buches=
=ungebunden Mk. 2.50, gebunden Mk. 3.=
„=Das Literarische Echo=“, bekanntlich eines der maßgebendsten
Literaturblätter, schreibt: „Mit einem neuen wertvollen Unternehmen
tritt der Verlag von Jos. Scholz in Mainz auf den Plan. Er eröffnet
eine Sammlung von Erzählungen, die der =Aufmerksamkeit aller Eltern
und Erzieher nachdrücklichst empfohlen= werden darf. Der Name
des Herausgebers, des vortrefflichen Jugendschriftstellers Wilhelm
Kotzde, bürgt für den Ernst und den Geschmack, mit dem die Auswahl der
einzelnen Bände getroffen ist, und der Verlag hat den Büchern eine in
jedem Betracht =vorbildliche und mustergültige Ausstattung= zuteil
werden lassen. Es ist sehr erfreulich, daß mit diesem Unternehmen
deutschen Dichtern u. Schriftstellern die Gelegenheit und der Anreiz
geboten wird, auch für die deutsche Jugend und die einfacheren
Volkskreise zu schreiben. Diese Sammlung neugeschaffener Jugendbücher
verspricht dank der Qualität ihrer Mitarbeiter und der Sorgfalt ihrer
buchtechnischen Herstellung =in ihrer Art die beste= zu sein,
welche wir haben.“
[Illustration: ~MAINZER VOLKS- UND JUGENDBÜCHER~
~WILHELM KOTZDE~
~DER TAG VON RATHENOW~]
Eine kraftvolle, fesselnde Erzählung aus der Zeit des Großen
Kurfürsten, ein überaus lebensvolles Bild aus der Geschichte Preußens.
213 Seiten
[Illustration: ~MAINZER VOLKS- UND JUGENDBÜCHER~
~JOSEPH LAUFF~
~DER TUCHER VON KÖLN~]
Eine wuchtige Schilderung d. Kämpfe der Zünfte wider die Geschlechter,
ein lebensvolles Bild der städt. Verfassung Kölns jener Zeit.
208 Seiten
[Illustration: ~MAINZER VOLKS- UND JUGENDBÜCHER~
~CHARLOTTE NIESE~
~WAS MICHAEL SCHNEIDEWIND ALS JUNGE ERLEBTE~]
Aus der Zeit der großen Französischen Revolution. Eine gewaltige
Handlung, von der Dichterin mit Wärme u. stillem Humor bemeistert.
201 Seiten
[Illustration: ~MAINZER VOLKS- UND JUGENDBÜCHER~
~EBERHARD KÖNIG~
~UMS HEILIGE GRAB~]
Erzählung aus der Zeit der Kreuzzüge und der ersten Deutschritterkämpfe
in Preußen.
201 Seiten
Der fruchtbare Gedanke, unsere besten lebenden Erzähler in den Dienst
der Jugend zu stellen, ist hier Wirklichkeit geworden.
Literarischer Ratgeber des Dürerbundes.
Das Deutsche Jugendbuch
Unter Mitarbeit namhafter Schriftsteller und Künstler herausgegeben von
Wilhelm Kotzde
Das Deutsche Jugendbuch will ein Buch für +alle+ Kinder sein, für
die großen und für die kleinen. In buntem Wechsel bringt es Märchen,
Geschichten, Lieder, Reime, Rätsel und Bilder. Unsere besten Künstler
beteiligten sich an dem Buche. Namen wie Blüthgen, Ferdinands, Geucke,
Krügel, Kotzde, von Malern Müller-Münster, Schmidhammer, Schroedter,
Gebhardt, Mickelait, Weingaertner, Bossert, Stroedel bürgen dafür, daß
der Jugend hier in Wort und Bild Gutes und Gediegenes geboten wird.
Rätsel, Spiele und Aufgaben mancherlei Art geben dem Kinde Gelegenheit
zu heiterer Beschäftigung. Auch die Eltern werden gern in das Buch
sehen, und wenn es die Familie zu gemeinsamer Freude zusammenführt,
wird es seine Aufgabe recht erfüllt haben.
[Illustration]
Das 192 Seiten starke Buch kostet fest gebunden nur
=3 Mark=
In jedem Jahre wird ein in sich vollständig abgeschlossener, von dem
vorhergehenden unabhängiger Band erscheinen
Aus dem Inhalte
+Ludwig Bechstein+: Der wandernde Stab; +Victor Blüthgen+:
Kinderparadies; +Carl Ferdinands+: Mutters Nachtgebet -- Der
unschlüssige Maikäfer -- Hänschen im Postkasten; +Konrad Fischer+:
Der Vogelhüter; +Kurt Geucke+: Unterm Glockenläuten; Goethe: Johanna
Sebus -- Legende vom Hufeisen; +Brüder Grimm+: Das Wasser des Lebens --
Der Zaunkönig und der Bär -- Der gute Handel -- Die beiden Wanderer;
+Friedrich Halm+: Die Glocke von Innisfare; +Friedrich Hebbel+: Ein
dithmarscher Bauer; +Friedrich Jakobs+: Der Holzhauer; +A. Kopisch+:
Der scharfe Tabak -- Die fexierten Frösche; +Wilhelm Kotzde+:
Seltsame Wanderschaft -- Rotbuckel -- Die Freunde -- Ostmärkisches
Bauernlied, vertont von Rud. Buck -- Neckreim; +Gerhard Krügel+: Die
Baldersage; +Meinrad Lienert+: Das Christkind -- Der Liebgott, der
alles sieht; +Mörike+: Der Zauberleuchtturm -- Elfenlied; +Franz von
Pocci+: Die Kinder im Walde; +Promber+: Spiele und Aufgaben; +Adolf
Schmitthenner+: Die vier Fichten; +Gustav Schwab+: Johannes Kant; +Carl
Stöber+: Handwerk hat einen goldenen Boden. Gedichte -- Sinnsprüche
-- Rätsel -- Experimentierscherze -- Spiele -- Kunststückchen --
Schnellsprechübungen, Scherzfragen
Neue Erzählungsbücher
[Illustration: Vom Sonnenberg]
[Illustration: Von Hollas Rocken]
[Illustration: Sieben Schwaben]
Herausgegeben von der Freien Lehrervereinigung für Kunstpflege, Berlin
Vom Sonnenberg
Ein Buch für groß und klein von Wilhelm Kotzde. 82 Seiten. Gebunden
1 Mark
Das Einbandbild ist eine rechte Zusammenfassung dessen, was das Buch
bietet. Freude will es geben für große und kleine Kinder und für die
Eltern, die mit ihren Kindern sich freuen können, obendrein. Die
besten und bekanntesten Dichter haben sich vereinigt, um in Märchen,
Liedern und Geschichten von heiteren und nachdenklichen Dingen zu
erzählen. Hermann Berdrow, Karl Bienenstein, Victor Blüthgen, Mart
Boelitz, Wolrad Eigenbrod, Gustav Falke, Carl Ferdinands, Max Geißler,
Eberhard König, Wilhelm Kotzde, Gerhard Krügel u. Adolf Schmitthenner
sind vertreten, und wie die verschiedenartigsten Dichter sich
zusammenfanden, so ist auch der Inhalt mannigfachster Art, so daß jedes
Kind und jedes Haus in dem reichen Buch für sich etwas finden wird.
Dazu hat das Buch einen ungewöhnlich reichen Bildschmuck, und auch da
sind es die besten Künstler, die sich beteiligten. Selten ist ein so
reichhaltiges, billiges Buch geboten worden, das +jedem+ Kinde und
+jedem+ Hause etwas bringt
Von Hollas Rocken
Volksmärchen, neu erzählt von Eberhard König. Bildschmuck von Hans
Schroedter. 93 Seiten. Gebunden
2 Mark
In den Werken der Forscher ruht noch ein großer Schatz der herrlichsten
Volksmärchen verborgen und harrt des Dichters, der ihn hebt. Wie
die Brüder Grimm und Ludwig Bechstein ihrem Volke einen unendlichen
Reichtum mitteilten, so könnte das auch heute geschehen. Und es
ist in diesem Buche geschehen. Ganz prächtige Stücke werden hier
gegeben. Das sind Märchen von köstlichstem, überwältigendem Humor,
wie „Vom Schneiderlein mit den drei Hunden“, „Das Unglaubliche“,
„Der Hasenhirt“, und andere Märchen wieder geben etwas von dem
waldumrauschten Zauber deutscher Volksdichtung. „Das Märchen von der
schönen Schwanenjungfer“ und „Wie der starke Hans sein Glück fand“
gehören sicherlich zum Schönsten deutscher Märchendichtung. Eine Reihe
von farbigen Bildern u. Schwarzweißzeichnungen schmücken das Buch. Sie
geben so recht den Zauber dieser Märchen wieder.
Abenteuer der Sieben Schwaben und des Spiegelschwaben
Erzählt von Ludwig Aurbacher. Mit Bildschmuck von Max Wulff. 93 Seiten.
Preis in Leinen
2 Mark
Ein von vielen vergessener Volksdichter, Ludwig Aurbacher, den man
wohl neben Claudius und Hebel nennen sollte, hat uns die Abenteuer der
Sieben Schwaben und des Spiegelschwaben berichtet. Es ist derselbe
Stoff, wie ihn die Brüder Grimm geben, aber viel weiter und reicher.
Voll der sonderbarsten Szenen und von so unverwüstlicher Laune, daß
man schier nicht aus dem Lachen kommt, nimmt man das Buch einmal
zur Hand. Aber es ist doch wenig bekannt geworden, weil es nicht
im rechten Gewand geboten wurde. Dazu entschloß sich nun die Freie
Lehrervereinigung für Kunstpflege in Berlin. Sie ließ das Buch mit
Zeichnungen und farbigen Bildern von Max Wulff reich schmücken, und
der Künstler hat in seine Bilder auch den ganzen Übermut gelegt,
wie er aus den Abenteuern hervorsprudelt. Man wird das Buch neben
den Eulenspiegel und die Schildbürger legen müssen, und jeder, der
einmal lachen möchte, sei es groß oder klein, wird das Buch sich nicht
entgehen lassen. Es gibt in der deutschen Volksdichtung nicht viel so
Herz- und Scherzhaftes wie die Abenteuer der Sieben Schwaben und des
Spiegelschwaben.
[Illustration]
Das Deutsche Bilderbuch
[Illustration]
Unter dieser Schutzmarke erscheinen im Verlage von +Jos. Scholz+,
Graphische Kunstanstalt in Mainz, erstklassige Kinderbücher in
sorgfältigster, farbiger Wiedergabe nach Originalen erster deutscher
Künstler.
=Mitarbeiter=: Professor Julius Diez, München, Franz Jüttner,
Berlin, H. Lefler, Wien, Professor Ernst Liebermann, München, Adolf
Münzer, Berlin, Eugen Oswald, Arpad Schmidhammer, München, Hans
Schroedter, Karlsruhe, Professor Hans Thoma, Karlsruhe, J. Urban, Wien
u. a.
_Die Vorzüge dieser Ausgaben_
des Deutschen Bilderbuches beruhen besonders in der echt künstlerischen
und doch kindlichen Ausführung der Bilder, in deren sorgfältigster
farbigen Wiedergabe und der technisch durchaus vollkommenen und
vornehmen Ausstattung der Bücher bei niedrigster Preislage.
Charaktervolle Kunst bieten die Bücher an Stelle des vielfach sich
breitmachenden Charakterlosen und Süßlichen, Werke, über die der
Erwachsene und Kunstverständige nicht lächelnd die Achseln zuckt,
sondern deren er sich miterfreuen kann.
Märchen und Sagen
Nr. 1. =Dornröschen=, gez. v. J. Diez, München
Nr. 2. =Marienkind=, gez. von H. Lefler und J. Urban
Nr. 3. =Aschenputtel=, gez. von A. Münzer
Nr. 4. =Rotkäppchen=, gez. von A. Schmidhammer
Nr. 5. =Hänsel u. Gretel=, gez. von R. Scholz
Nr. 6. =Schneewittchen=, gez. von F. Jüttner
Nr. 7. =Frau Holle=, gez. v. F. Kunz, München
Nr. 8. =Froschkönig=, gez. von Ernst Liebermann
Nr. 9. =Hans im Glück=, gez. v. Hans Schroedter
Jedes dieser 9 Bücher im Format 22 : 29 cm enthält 8 farbige Vollbilder
und zahlreiche Textillustrationen. Preis =1 Mark=. Je 3 Märchen
zusammen gebunden (1 bis 3 usw.) 3 Mark.
[Illustration: Dornröschen]
Urteile und Empfehlungen
(Nur einige der zu Hunderten vorliegenden)
„Wenn zur Weihnachtszeit die Flut der Bilderbücher steigt, so ist
es uns ein Gefühl der Beruhigung, wenn wir im Strome einen sicheren
Fährmann erblicken, der kundig eine gute Fracht geborgen hat und sie
uns darbringt als eine solche, in die wir voll Vertrauen hineingreifen
können. Wir fassen stets etwas Gutes. Der Verlag von Jos. Scholz in
Mainz hat seinen kultivierenden Geschmack, mit dem er am Erziehungswerk
des Kindes arbeitet, aufs neue bewiesen und bringt uns eine Fülle
guter, zum Teil ganz vorzüglicher Leistungen.“ Frankfurter Zeitung.
„Hoffentlich gelingt es diesen Bilderbüchern dank ihres erstaunlich
billigen Preises, endlich den fürchterlichen Schund, der übrigens meist
erheblich teurer ist, auf diesem Gebiete zu verdrängen.“
Leipziger Neueste Nachrichten.
[Illustration: Unzerreißbar gebunden 3 Mark.]
[Illustration: Aus: Sonnenscheinchens erste Reise.]
Allerlei für die Kleinen und Kleinsten
Mk.
=Die Herzen auf.= Ausgewählte Gedichte
von Hoffmann v. Fallersleben
mit Bildern von Lena Baurnfeind 1.--
=Wie ist doch die Erde so schön.=
Gedichte von Rob. Reinick mit farbigen
Bildern von Hans Schroedter 1.--
=Jugendland.= Obige Bücher vereint 2.--
=Tierbilder= von Eugen Oßwald, mit
Versen v. Gustav Falke. Bd. I u. II je 1.--
Band I und II vereinigt 2.--
Unzerreißbar auf Pappe. Band I
und II vereinigt 3.--
=Backe, backe Kuchen.= Liebe
Kinderreime mit Zeichnungen von
Franz Jüttner, Berlin 3.--
Dasselbe unzerreißbar auf Pappe 3.--
=Schau mich an.= Erste Anschauungsbilder
für die Kleinen farbig gezeichnet
von O. Gebhardt. Gebunden 3.--
=Sonnenscheinchens erste
Reise= von Clara Hepner, mit Bildschmuck
von Hans Schroedter 2.--
=Gute Bekannte aus dem Tierreiche.=
Tierbilder von Karl Kappstein,
Berlin. 16 farbige Vollbilder
und ebenso viele Textseiten in 2 Bänden
zu je 1 Mark, in einem Band
2 Mark. Unzerreißbar in einem Band
3 Mark, Prachtausg. in einem Band 3.--
=Liebe alte Reime.= Mit farbigen
Bildern von Otto Gebhardt 2.--
Dasselbe unzerreißbar auf Pappe 2.50
=Das macht Spaß=! Ein Bilderbuch
mit lustigen Versen v. Franz Mahler
und 16 farbigen Zeichnungen von
O. Gebhardt, Berlin 2.--
=Neues Bilderbuch= zum Ausschneiden
und Einkleben von Irene
Braun 1.--
Der verlorene Pfennig
Lustige Bilder und Reime von Arpad Schmidhammer, München Geb. 3 M.
Eine allerliebste, glücklich erdachte und in seltener, herzlicher
Natürlichkeit vorgeführte neue Geschichte von Hans Däumling. Mit etwa
80 wirklich kindlichen Bildern und Versen.
Mucki
Eine wunderliche Weltreise
Für unsre Kleinen gereimt und gezeichnet von Arpad Schmidhammer, München
Vornehm gebunden 3 Mark
Unzerreißbar auf Pappe M. 3.50
Schlimme Streich’
von Hans und Grete, Liese, Fritz und Ernst und Käthe
Bilder und Reime von Arpad Schmidhammer, München
Dauerhaft gebunden 2 Mark
Unzerreißbar auf Pappe Mark 2.50
Lustige Märchen
Von Wilhelm Kotzde mit Bildern von Arpad Schmidhammer, München
Gebunden 3 Mark
Heinz Sausebraus’ Himmelfahrt
(Ein Luftschiffscherz)
Verse von C. Ferdinands Bilder von Arpad Schmidhammer.
Gebunden 1 Mark
_Ein prächtiges Familienbuch zur Pflege des deutschen Volksliedes._
Kindersang-Heimatklang.
Deutsche Kinderlieder. Tonsatz von Prof. Dr. Bernhard Scholz in
Frankfurt a. M. Bildschmuck von Ernst Liebermann in München, 24 farbige
Bildseiten, 32 Vignetten und 36 Notenseiten nebst unterlegtem Text
zu 60 deutschen Liedern. Zwei elegant gebundene Bände zu je 2 Mk.
Prachtausgabe in einem Band 5 Mk.
Es ist ein schöner Gedanke, der hier ausgeführt worden ist, man
kann zur Pflege gemütvollen deutschen Familienlebens sich nichts
Ansprechenderes denken. Auch die neuen Veröffentlichungen des
Scholzschen Verlages zeichnen sich aus durch wertvollen künstlerischen
Inhalt und sehr billigen Preis.
Pädagogische Blätter für Lehrerbildung.
[Illustration: Kindersang-Heimatklang]
_Prof. Hans Thoma: ABC-Bilderbuch mit ausgewählten Gedichten_ von
Wilhelm Hey, nebst Originalbeiträgen v. Mathilde Coester, Kassel.
Format 31 × 23 cm, 48 Seiten mit etwa 60 farbigen Bildern von Prof.
Hans Thoma, elegant und dauerhaft gebunden 4 Mark, unzerreißbar ohne
Textseiten 5 Mark.
„Sicher die schönste Fibel, die je erstand! Da ist das Lesenlernen
Vergnügen. Das Kind, das dieses Buch hat, kommt fix und freudig als
Leser in die Schule und lacht der Qual der anderen. Es sind viele,
viele Bilder darin, manche von großem Reiz.“
Die Kunst im Leben des Kindes.
„Hier sind Bilderbücher, die auch dem weniger Bemittelten echte Kunst
bieten für sein Kind.“
Magdeburgische
Zeitung.
Hans Thoma, seine Jugend- und Volkskunst
Der Meister, dessen Kunst gleich treffsicher das Natürliche und
Idyllische ländlichen Lebens, wie das Romantische und Majestätische in
der Darstellung verschiedener Landschafts-Charaktere aussprechen, der
mit derselben Naivität und Innerlichkeit heitere antikische Stoffe und
Phantasien, wie tiefernste christliche Ideen und Vorgänge behandeln
kann, begeht am 2. Oktober d. J. seinen 70. Geburtstag. Ein volles
halbes Jahrhundert schöpferischer Arbeit und unermüdlichen Schaffens
liegt hinter ihm. Überblickt man die ungewöhnlich große Fülle von
Werken und Gestaltungen, die Thomas Künstlerwille hervorgebracht
hat, so kann man ohne Einwand wohl sagen, daß dem Meister kein
Schaffensgebiet verschlossen, keine Ausdrucksweise versagt geblieben
sei.
Reine und nur durch die Gegenwart bedingte Freude an den Dingen, die
auch alltägliche Gegenstände und Vorgänge in eine vollkommene und oft
traumhafte Schönheit hinaufheben kann, bildet den Urgrund von Thomas
Kunst. Solche Unbeschwertheit im Genusse der Erscheinungsformen gehört
nur der Jugend als Eigentum an. Es ist deshalb auch leicht begreiflich,
daß der schaffensgewaltige Meister ein besonderes und liebevolles
Verhältnis zur Jugend hat, und es ist mehr als ein familiärer Zufall,
es hat eine tiefe sachliche Bedeutung, wenn Thoma die Bilanz seines
menschlichen und künstlerischen Seins im „Herbste des Lebens“ einem
Kinde widmet, und wenn er in dem +ABC-Bilderbuch+ und in seinen
+Malbüchern+ einen Extrakt seiner Kunst der Jugend darbietet.
Es ist wohl ein einziger Fall, daß ein Künstler von der Bedeutung
Thomas direkt an die Jugend sich wendet. Nicht etwa, daß er eine
Auswahl seiner Werke, in das übliche Albumformat gesammelt, darbietet.
Nein, er vereinfacht und überträgt seine Werke geradezu in die
jugendlichem Genießen gemäße Einfachheit.
Das klassische Beispiel dieses Kunstschaffens ist das schon erwähnte
+ABC-Bilderbuch+ (s. umstehend). Eine ganze Anzahl Thomascher
Bilder und Studien hat hier für die einzelnen Buchstaben des Alphabetes
den einfachsten und charakteristischsten Ausdruck gefunden. Eine
Fibel, ein erstes Lesebuch, ist daraus entstanden, ein ethisches und
bildnerisches Erziehungsmittel ersten Ranges.
Die gleiche glückliche Hand hat Thoma in seinen „+Malbüchern+“[*]
bewiesen.
[Illustration:
1839 Prof. Hans Thoma 1909
]
Thoma hat darin Landschaftseinheiten mannigfaltiger Art zu ungewöhnlich
vereinfachten Zeichnungen zusammengefaßt und diese Bildungen durch
wenige, flächenhaft aufgesetzte Töne zu lebendiger Wirkung gebracht.
Wie frische Aquarelle wirken diese ernsten Schwarzwaldmotive, diese
heiteren Rheingegenden, diese lachenden Mainlandschaften und diese
majestätischen Alpenseen. Eine prachtvolle Vorschule des Schauens
und Bildens ist in diesen ungemein lebensvollen Landschaften für die
Jugend gegeben. Schon die reizvollen Umschläge verraten den großen
und wirkungsvoll gestaltenden Künstler, der die Hefte so reich und
instruktiv ausgestattet hat. Form- und Raumbildung lassen sich hier
ebenso gründlich studieren, wie der Stimmungsgehalt der Farben und des
Lichtes zu seinem Rechte kommt.
Dem Geist der Zeit folgend, hat der Verlag die obengenannten Malbücher
und einen Teil des ABC-Buches auch als +Postkarten-Malbücher+
herausgegeben. Auf diese Weise werden die feinen und sinnigen
Thomaschen Blätter in erweiterter Weise zweckdienlich und für Sender
und Empfänger erfreulich.
Mit den „+Kunstgaben+“[**] der Berliner Freien Lehrervereinigung
für Kunstpflege -- die ebenfalls bei +Jos. Scholz+ in +Mainz+
verlegt werden -- ist der Wirkungskreis Thomascher Kunst wesentlich
ausgedehnt worden. Hier erklingt der Ruf nicht nur an die Jugend,
sondern ins Volk in seinem breitesten Begriffe. Nicht hoch genug ist
dieses kunsterzieherische Unternehmen für die ästhetische Bildung
weitester Kreise zu bewerten.
Man denke: sechzehn ausgezeichnete Reproduktionen nach Gemälden,
Lithographien, Radierungen und Federzeichnungen Thomas für eine Mark
-- +eine Mark!+ --: das ist eine Mission zugunsten künstlerischer
Gesunderhaltung und Erstarkung von unschätzbarem Wert. Diese Kunstgaben
bilden ein kleines Thoma-Museum, das nicht bloß eine Ahnung, sondern
einen vollen Einblick in das keusche und große Wesen Thomaschen
Schaffens gewährt.
Landschaft und Figurenbild, Phantasie und Humor, Religiöses und
Mythologisches, Idyllisches und Dramatisches ist hier geboten mit einer
Einfachheit und Klarheit der Gestaltung, mit einer deutschen Kraft und
Innigkeit des Empfindens, daß ein unerschöpflicher Schatz an deutschen
Gemütskräften dem empfindenden Betrachter zuteil wird.
Jugend und Volk, die unter dem erziehlichen Einfluß solch gesunder
Kunst stehen, bleiben gesund. Sie sammeln und nehmen mit dieser
keuschen, stillen und ergreifenden Schönheit einen Halt ins Leben mit,
der durch seine reine Sinnlichkeit sich als das beste Bollwerk gegen
die vielfachen sinnlichen Überreizungen der Zeit erweist.
[*] =Das Deutsche Malbuch.= 4 verschiedene Hefte von Prof. Hans Thoma
mit je 8 Bildblättern zum Ausmalen mit Farbe oder Stift, ferner 4
Postkartenhefte mit je 16 Postkarten, versandfertig, je 50 Pfg.
[**] =Kunstgaben in Bestform.= (Die schönsten und bedeutendsten
Bilder des Meisters in verschiedenfarbiger, vollkommener
Doppelton-Wiedergabe, im Formate von 21: 29 cm.)
1. +Hans Thoma+, ein +Buch seiner Kunst+. Mit einer textlichen
Einleitung. 1 Mk. 16 Blätter nach Gemälden, Lithographien und
Handzeichnungen des Meisters mit meist figürlichen Darstellungen.
2. +Hans Thoma+, +Landschaften+. Mit textlicher Einleitung. 1 Mk.
15 Blätter; eine Auswahl der schönsten und besten Landschaften Hans
Thomas.
Als Festgabe zum 70. Geburtstage des Meisters erschien soeben als
Doppelheft:
3. +Hans Thoma und seine Weggenossen.+ Eine Kunstgabe, enthaltend
30 Vollbilder nach Werken des Meisters und seiner Weggenossen:
Cella Thoma, Arnold Böcklin, Wilh. Leibl, Eugen Bracht, Viktor
Müller, Joh. Wilhelm Schirmer, Karl Haider, Louis Eysen, Adolf
Stäbli, Otto Frölicher, Peter Burnitz, Albert Lang, Emil Lugo,
Wilhelm Trübner, Karl von Pidoll, Wilhelm Steinhausen u. a., sie
alle sind mit schönen Werken vertreten. 2 Mk.
Die hier angezeigten Bücher sind durch alle guten Buch- und
Kunsthandlungen zu beziehen
Man achte beim Kauf auf die Verlagsfirma Jos. Scholz, Mainz oder die
Schutzmarke J. S. M. im Dreieck
Spamersche Buchdruckerei in Leipzig
End of the Project Gutenberg EBook of Landschaften, by Hans Thoma
*** END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK 62670 ***
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