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If you are not located in the United States, you'll -have to check the laws of the country where you are located before using -this ebook. - - - -Title: Papierprüfung - Eine Anleitung zum Untersuchen von Papier - -Author: Wilhelm Herzberg - -Release Date: September 1, 2019 [EBook #60206] - -Language: German - -Character set encoding: UTF-8 - -*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK PAPIERPRÜFUNG *** - - - - -Produced by Peter Becker, Reiner Ruf, and the Online -Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net (This -file was produced from images generously made available -by The Internet Archive) - - - - - - - #################################################################### - - Anmerkungen zur Transkription - - Der vorliegende Text wurde anhand der 1902 erschienenen Buchausgabe - so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Typographische - Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Ungewöhnliche und - heute nicht mehr gebräuchliche Schreibweisen bleiben gegenüber - dem Original unverändert; fremdsprachliche Passagen wurden nicht - korrigiert. - - Besonders breite Tabellen im Original wurden der Übersichtlichkeit - halber geteilt bzw. umgestellt. Einige Kopfzeilen wurden mit - Legenden versehen, welche auf den ursprünglichen Tabellenkopf - hinweisen. Indizes wurden in geschweiften Klammern mit einem - vorangestelltem Unterstrich dargestellt (z. B. in H_{2}O). - - Besondere Schriftschnitte wurden in der vorliegenden Fassung mit - den folgenden Sonderzeichen gekennzeichnet: - - kursiv: _Unterstriche_ - fett: =Gleichheitszeichen= - gesperrt: +Pluszeichen+ - - #################################################################### - - - - - Papierprüfung. - - Eine Anleitung zum Untersuchen von Papier. - - Von - - Wilhelm Herzberg, - - Professor, Vorsteher der Abteilung für Papierprüfung an der Königlichen - Versuchsanstalt zu Charlottenburg. - - =Zweite, vollständig neubearbeitete Auflage.= - - Mit 65 Textfiguren und 16 Tafeln. - - [Illustration] - - Berlin. - +Verlag von Julius Springer.+ - 1902. - - - - - Alle Rechte, - insbesondere das Recht der Übersetzung in fremde Sprachen, - vorbehalten. - - Druck von Oscar Brandstetter, Leipzig. - - - - -Vorwort zur zweiten Auflage. - - -Seit dem Erscheinen der ersten Auflage der „+Papierprüfung+“ ist -an vielen Stellen für die Vervollkommnung und Ausgestaltung der -Versuchsverfahren mit Erfolg gearbeitet worden. Die Fachpresse hat über -die jeweiligen Fortschritte berichtet, in der vorliegenden zweiten -Auflage sollen sie den Fachkreisen im Zusammenhang unterbreitet werden. -Bei der Bearbeitung handelte es sich nicht um eine bloße Ergänzung der -einzelnen Abschnitte der ersten Auflage; die meisten Abschnitte mußten -vielmehr gänzlich umgearbeitet, neue hinzugefügt werden. Wenn hierbei -der eine oder der andere der im Laufe der Jahre gemachten Vorschläge -nicht berücksichtigt worden ist, so geschah es im Interesse der Sache, -denn nicht immer war das Vorgeschlagene besser als das Vorhandene. - -Das Interesse für die Papierprüfung und die Erkenntnis ihrer Bedeutung -für die Industrie ist in den beteiligten Kreisen von Jahr zu Jahr -gewachsen. Unmittelbar nach dem Erscheinen der ersten Auflage des -vorliegenden Werkes wurde diese ins Englische, Französische und -Italienische übersetzt, ein Beweis, daß auch das Ausland die Bedeutung -dieses Sondergebietes der Materialprüfung anerkannte und seine -Entwicklung auf der von +Hartig+ und +Hoyer+ geschaffenen Grundlage mit -Interesse verfolgte. - -Die Einrichtung verschiedener Papierprüfungsstellen im In- und Auslande -ist ein weiteres Zeugnis für das Bestreben, das auf diesem Gebiet -Geschaffene für die beteiligten Kreise nutzbringend zu gestalten. - -Über den Wert der Papierprüfung hat sich der Verein Deutscher -Papierfabrikanten im Jahre 1900 in einem an das Preußische -Kultusministerium gerichteten Schreiben wie folgt geäußert: - - „Die Deutsche Papier-Industrie hat seit Errichtung der Königlichen - mechanisch-technischen Versuchsanstalt in Charlottenburg den - Arbeiten derselben das lebhafteste Interesse entgegengebracht. - War es ihr auch im Anfang nicht immer bequem, in der zu gleicher - Zeit geschaffenen Abteilung für Papierprüfung einen strengen - Richter über sich zu haben, so hat sie doch nie mit dem Bekenntnis - zurückgehalten, daß sie in dieser Papierprüfung einen mächtigen - Faktor für die Förderung ihrer Bedeutung, ihres Wohles und ihres - Ruhmes gegenüber dem Auslande sieht.“ - -Diese Anerkennung wird alle diejenigen mit Genugtuung erfüllen, die -sich um die Begründung und Entwickelung der Abteilung verdient gemacht -haben, in erster Linie die Herren Geheimer Regierungsrat +Carl Hofmann+ -und Geheimer Regierungsrat Professor +A. Martens+. - -Meinen Kollegen, +G. Dalén+ und Dr. +Wisbar+, spreche ich auch an -dieser Stelle meinen Dank für die Unterstützung aus, die sie mir bei -Herausgabe der neuen Auflage bereitwilligst haben zu Teil werden lassen. - -+Charlottenburg+, Juli 1902. - - =Der Verfasser.= - - - - -Inhalt. - - - Seite - - +Bestimmung der Festigkeitseigenschaften+ 1 - Absolute Festigkeit und Dehnung 1 - Bestimmung der Maschinenrichtung 3 - +Schoppers+ Festigkeitsprüfer 13 - +Wendlers+ Festigkeitsprüfer 19 - Festigkeitsprüfer nach +Hartig-Reusch+ 22 - +Leuners+ Festigkeitsprüfer 26 - Berechnung der Reißlänge 28 - +Rehses+ Papierprüfer 30 - Tabelle zur Bestimmung der Feinheitsnummer 31 - - +Widerstand gegen Zerknittern+ 33 - +Kirchners+ Kniffrolle 39 - +Pfuhls+ Knitterer 42 - +Schoppers+ Falzer 44 - - +Bestimmung des Quadratmetergewichtes und der Dicke+ 47 - +Schoppers+ Dickenmesser 47 - +Rehses+ Dickenmesser 48 - - +Bestimmung des Aschengehaltes+ 50 - Aschengehalt verschiedener Rohstoffe 51 - Die +Post+sche Aschenwage 54 - +Reimanns+ Aschenwage 58 - - +Mikroskopische Untersuchung+ 62 - Vorbereitung des Papiers 62 - Herstellung der Präparate 65 - Untersuchung des durch Kochen erhaltenen Breies 67 - Verholzte Fasern 69 - Holzschliff 69 - Jute 71 - Strohstoff 71 - Zellstoffe 72 - Nadelholzzellstoff 72 - Birkenholzzellstoff 73 - Pappelholzzellstoff 74 - Strohzellstoff 76 - Alfa-(Esparto-)Zellstoff 78 - Jutezellstoff 79 - Manilazellstoff 80 - Adansoniazellstoff 80 - Beurteilung des Verholzungsgrades der Zellstoffe 83 - Verfahren nach Dr. +Klemm+ 83 - Verfahren nach +Behrens+ 84 - Lumpenfasern 85 - Baumwolle 85 - Leinen 86 - Hanf 87 - Wolle 88 - Seltener vorkommende Fasern 88 - Verschiedene Mahlungszustände von Papierfasern 91 - Feststellung der Mengenverhältnisse der Fasern 93 - - +Nachweis von Holzschliff und anderen verholzten Fasern+ 97 - Die Reaktion mit schwefelsaurem Anilin 97 - Die Phloroglucin-Reaktion 98 - Dr. +Wursters+ Reaktion mit Dimethyl-paraphenylen-diamin 99 - - +Bestimmung der Menge des Holzschliffes+ 100 - - +Bestimmung der Art der Leimung+ 106 - Tierische Leimung 106 - Kaseinleim 108 - Harzleimung 108 - Stärke 112 - - +Leimfestigkeit+ 114 - - +Nachweis von freiem Chlor und freier Säure+ 120 - - +Vergilbung+ 124 - - +Bestimmung der Saugfähigkeit von Löschpapier+ 127 - - +Prüfung von Filtrierpapier+ 130 - - +Anhang+ 134 - Vorschriften für die Lieferung und Prüfung von Papier zu - amtlichen Zwecken 134 - Auszug aus den Vorschriften für die Benutzung der - Versuchsanstalt zu Charlottenburg 141 - Auszug aus den Vorschriften für Frachtbriefpapiere 142 - „ „ „ „ „ Quittungskarten-Karton 143 - „ „ „ „ über die Herstellung von - Beitragsmarken zur - Invaliditätsversicherung 143 - Vorschriften für das Papier zu Standesregistern und - Registerauszügen 144 - Ausbildung im Papierprüfen 144 - Literatur 145 - - - - -Bestimmung der Festigkeitseigenschaften. - - -Absolute Festigkeit und Dehnung. - -Die absolute Festigkeit eines Papiers wird bei seiner Benutzung als -Schriftstück, Drucksache o. a. nur zum kleinen Teil in Anspruch -genommen. Trotzdem wird man von einem Papier, das lange aufbewahrt -und viel benutzt werden soll, aus zwei Gründen eine nicht zu geringe -Festigkeit verlangen müssen. Einmal zeigt jeder organische Körper im -Laufe der Zeit eine Abnahme seiner Festigkeit, und ferner gewährleisten -gute Festigkeitseigenschaften sorgfältige Herstellung des Papiers und -Verwendung guter Rohstoffe. - -Von diesem Gesichtspunkt aus betrachtet wird man die Forderung hoher -Festigkeitswerte für Papiere, die wichtigen Zwecken dienen sollen, als -gerechtfertigt anerkennen müssen. - -Die Festigkeit eines Papiers, d. h. der Widerstand, den es dem -Zerreißen entgegensetzt, gibt an sich kein Mittel an die Hand, die Güte -des Papiers ohne weiteres zu beurteilen, da sie beeinflußt wird von der -Dicke und Breite des Probestreifens; wir werden jedoch später sehen, -wie die mit Hilfe von Zerreißmaschinen gewonnenen Festigkeitswerte -unabhängig von diesen beiden Einflüssen zur Beurteilung der Güte von -Papier herangezogen werden können. - -Die Festigkeit eines Papiers ist nicht nach allen Richtungen gleich -groß. Maschinenpapier hat in der Richtung des Maschinenlaufes seine -größte, in der Richtung senkrecht hierzu seine geringste Festigkeit. -Dieser Unterschied findet seine Erklärung in der vorzugsweisen Lagerung -der Fasern in der Richtung des Maschinenlaufes und in der Beeinflussung -der Festigkeitswerte durch die Arbeit auf der Papiermaschine. Das -Verhältnis der geringeren Festigkeit zur größeren schwankt zwar, hält -sich aber meist zwischen den Grenzen 60 : 100 bis 75 : 100; jedoch -kommen auch Fälle vor, in denen die Festigkeitswerte in der Längs- -und Querrichtung wesentlich mehr, und andere, in denen sie wesentlich -weniger voneinander abweichen, wie nachfolgende Zusammenstellung an -einigen Beispielen zeigt. - - N = Laufende Nr. - Q = Querrichtung - L = Längsrichtung - V = Verhältnis von Querrichtung zu Längsrichtung - - ====+=================+=============+========+===============+========= - N | Art des Papiers | Reißlänge[1]| V | Bruchdehnung | V - | +------+------+ +-------+-------+ - | | Q | L | | Q | L | - | | km | km | | % | % | - ====+=================+======+======+========+=======+=======+========= - 1 | Schreibpapier | 1,57 | 4,73 | 33:100 | 1,7 | 1,5 | 113:100 - 2 | „ | 2,21 | 5,46 | 39:100 | 2,4 | 1,9 | 126:100 - 3 | Packpapier | 3,76 | 9,76 | 39:100 | 4,6 | 2,1 | 219:100 - 4 | „ | 4,25 | 9,06 | 47:100 | 6,7 | 2,8 | 239:100 - 5 | Konzeptpapier | 3,57 | 7,01 | 51:100 | 4,1 | 1,4 | 293:100 - 6 | Schreibpapier | 4,06 | 4,79 | 85:100 | 4,5 | 3,3 | 136:100 - 7 | „ | 4,22 | 4,80 | 88:100 | 3,2 | 2,0 | 160:100 - 8 | Urkundenpapier | 6,05 | 6,76 | 90:100 | 6,4 | 4,9 | 131:100 - 9 | Schreibpapier | 4,22 | 4,69 | 90:100 | 3,0 | 2,0 | 150:100 - 10 | Kanzleipapier | 4,05 | 4,44 | 91:100 | 4,6 | 3,2 | 156:100 - 11 | Schreibpapier | 4,37 | 4,60 | 95:100 | 6,3 | 3,3 | 191:100 - 12 | „ | 4,11 | 4,17 | 99:100 | 4,1 | 2,4 | 171:100 - -Ebenso wie die Festigkeit ist auch die Dehnung des Papiers in den -beiden Richtungen verschieden groß; das Verhältnis ist aber hier -umgekehrt, indem die Maschinenrichtung die kleinste, die Querrichtung -die größte Dehnung aufweist. - -Auch bei geschöpftem Papier treten, wenn auch nicht in dem Maße -wie beim Maschinenpapier, Verschiedenheiten in der Festigkeit und -Dehnung in verschiedenen Richtungen auf.[2] Da die Ansicht, daß beim -Handpapier die Festigkeit und Dehnbarkeit nach allen Richtungen gleich -groß sei, ziemlich verbreitet ist, so mag nachfolgend (Seite 3) eine -kleine Zusammenstellung einiger bei Prüfung von geschöpften Papieren -gewonnenen Ergebnisse folgen. - -Bei der Bestimmung der Festigkeitswerte einer Papiersorte wird -Maschinenrichtung und Querrichtung gesondert geprüft und aus den -erhaltenen Werten das Mittel gebildet. Dieses ist für die Einreihung in -eine der sechs Festigkeitsklassen[3] maßgebend. - - L = Laufende Nr. - W = Schwache Richtung - S = Starke Richtung - B = Bruchdehnung - - ====+=============+=============+=============+===========+============ - L | Art | Reißlänge | Verhältnis | B | Verhältnis - | des Papiers +------+------+ der +-----+-----+ der - | | W | S | schwachen | W | S | schwachen - | | | | Richtung | | | Richtung - | | km | km | zur starken | % | % | zur starken - ====+=============+======+======+=============+=====+=====+============ - 1 |} | 3,68 | 4,93 | 74 : 100 | 4,6 | 3,8 | 121 : 100 - 2 |} Urkunden- | 3,81 | 4,97 | 77 : 100 | 4,2 | 3,5 | 120 : 100 - 3 |} papier | 4,20 | 5,30 | 79 : 100 | 4,4 | 3,9 | 113 : 100 - 4 |} (hand- | 4,28 | 5,45 | 79 : 100 | 5,9 | 4,7 | 125 : 100 - 5 |} geschöpft)| 3,89 | 4,64 | 84 : 100 | 4,4 | 4,2 |(105 : 100) - 6 |} | 3,26 | 3,63 |(90 : 100)[4]| 4,3 | 3,4 | 126 : 100 - 7 | } | 2,82 | 4,12 | 68 : 100 | 4,6 | 4,2 |(110 : 100) - 8 | }Aktendeckel| 2,62 | 3,84 | 70 : 100 | 4,0 | 3,7 |(108 : 100) - 9 | } | 2,16 | 2,98 | 72 : 100 | 4,8 | 4,1 | 117 : 100 - 10 | }(hand- | 2,61 | 3,53 | 74 : 100 | 3,9 | 3,4 | 114 : 100 - 11 | } geschöpft)| 2,74 | 3,04 |(90 : 100) | 3,7 | 3,6 |(101 : 100) - 12 | } | 2,56 | 2,84 |(90 : 100) | 4,0 | 3,0 | 133 : 100 - -Da die Maschinenpapiere im allgemeinen parallel und senkrecht zur -Maschinenrichtung geschnitten werden, so entnimmt man die Probestreifen -in der später zu besprechenden Anzahl und Art zunächst parallel zu -einer beliebigen Kante des Bogens und darauf parallel zu der hierauf -senkrecht stehenden. - -Beim Handpapier verfährt man in derselben Weise. - -Hat man Veranlassung, die Maschinenrichtung vorher zu bestimmen, -entweder weil man nur diese prüfen will, oder weil die beiden -Richtungen nicht mit Sicherheit zu erkennen sind, so verfährt man in -folgender Weise: - -Man schneidet aus dem in Frage kommenden Material ein kreisförmiges -Stück von ungefähr 10 cm Durchmesser heraus und läßt dies wenige -Sekunden auf Wasser schwimmen; nimmt man es dann heraus und legt -es vorsichtig auf die flache Hand, wobei man zu verhindern hat, -daß es sich fest an die Handfläche schmiegt, so krümmen sich die -Ränder nach oben (Fig. 1a) und zwar schließlich so stark, daß sie -übereinandergreifen, wie es Fig. 1b darstellt. - -Der nicht gekrümmte Durchmesser _ab_ liegt in der Maschinenrichtung. - -Hat man denselben Versuch mit ungeleimtem oder schwach geleimtem Papier -vorzunehmen, so ist dies zunächst gegen das Durchdringen von Wasser -zu schützen; man löst zu diesem Zweck entweder Harz in Alkohol oder -tierischen Leim in Wasser, zieht das zu prüfende Papier durch eine -dieser Lösungen und läßt es trocknen. Das Papier hat nunmehr seine -Saugfähigkeit verloren und kann ohne Schwierigkeit dem angeführten -Versuch unterworfen werden. Zur Erklärung des Krümmens diene folgendes. - -[Illustration: - - Fig. 1a. Fig. 1b. - -Bestimmung der Maschinenrichtung im Papier.] - -Die untere Seite des Papiers saugt, während sie mit dem Wasser in -Berührung ist, Feuchtigkeit auf und die Fasern quellen; nun legen sich -die Fasern, wie schon erwähnt, auf dem Siebe vorzugsweise parallel zur -Richtung des Maschinenlaufes, und da die einzelne Faser quer zu ihrer -Längsachse die größte Quellungsfähigkeit besitzt, so wird das Bestreben -der unteren Faserschicht sich auszudehnen, quer zur Maschinenrichtung -größer sein als in der Längsrichtung, und dies dürfte die Ursache des -Aufrollens der Ränder sein. - -Die vorzugsweise Lagerung der Fasern in der Richtung des -Maschinenlaufes ist übrigens bei vielen Papieren mit bloßem Auge zu -erkennen, wenn man den Bogen schräg gegen das Licht hält, und ein -geübter Beobachter kann oft schon auf diese Weise erkennen, wie das -Papier auf der Maschine gelaufen ist. - -Eine noch einfachere Methode zur Bestimmung der Maschinenrichtung ist -von +Nickel+ vorgeschlagen worden und besteht darin, daß man zwei -Streifen von gleichen Abmessungen aus den beiden in Frage kommenden -Richtungen so aufeinanderlegt, daß sie sich decken. Faßt man sie nun an -dem einen Ende mit Daumen und Zeigefinger und läßt das andere Ende frei -herunterhängen, so werden sie entweder aufeinanderliegen (Fig. 2a), -oder auseinanderklaffen (Fig. 2b). Im ersten Fall ist der untere, im -zweiten der obere Streifen der aus der Maschinenrichtung. - -Die Erklärung dieser Erscheinung dürfte auch hier durch die Lagerung -der Fasern gegeben sein; bei dem aus der Maschinenrichtung herrührenden -Streifen liegen mehr Fasern mit ihrer Längsachse parallel zum Streifen -als bei dem Streifen aus der Querrichtung; die Folge davon wird sein, -daß sich ersterer beim Überhängen weniger durchbiegt als der letztere. - -[Illustration: - - Fig. 2a. Fig. 2b. - -Bestimmung der Maschinenrichtung im Papier.] - -Die Frage der bequemen Bestimmung der Maschinenrichtung kann außer -in den oben erwähnten Fällen noch verschiedentlich von praktischer -Bedeutung sein. Beim Kniffen von Aktendeckeln, Kartons u. s. w. wird -es nicht gleichgiltig sein, ob der Kniff in der Maschinenrichtung -oder Querrichtung liegt; bei der Herstellung von Büchern, besonders -von großen und dicken Geschäftsbüchern, ist es von Wert zu wissen, ob -alle Lagen in gleicher Weise gefalzt sind, weil sich sonst infolge -verschiedener Dehnung unscharfe Ränder zeigen. Diesen Umständen hat -man, wie es scheint, bisher nicht die nötige Beachtung geschenkt. - -Nachdem man so auf die eine oder andere Weise die beiden -Hauptrichtungen im Papier, nach welchen die Entnahme der Probestreifen -zu erfolgen hat, bestimmt hat, fragt es sich, wie lang und wie breit -diese zu wählen sind. - -+Martens+ hat sich mit dieser Frage eingehend beschäftigt und -nachgewiesen, daß die Breite des Probestreifens auf das Ergebnis für -Reißlänge und Bruchdehnung keinen Einfluß ausübt; die Bequemlichkeit -und Sicherheit des Arbeitens indessen, sowie der mit zunehmender Breite -wachsende Widerstand beim Zerreißen legt bei der Wahl der Streifen -einige Beschränkung auf. Die Breite von 15 mm hat sich als sehr -praktisch erwiesen, und sie wird in der Versuchsanstalt ausschließlich -angewendet, wenn nicht etwa das zu prüfende Material, wie es -beispielsweise bei den in der Telegraphie benutzten Papierstreifen der -Fall ist, schon an und für sich schmäler ist als 15 mm. - -In der Praxis wird man auch in den Fällen schmälere Streifen verwenden -müssen, in denen die gewöhnlichen Festigkeitsprüfer zum Zerreißen eines -15 mm breiten Streifens nicht ausreichen, wie es z. B. beim Prüfen von -Quittungskarten-Kartons, Preßspänen, Aktendeckeln, Pappen u. s. w. -vorkommen kann. - -Bei der Länge der Probestreifen liegen die Verhältnisse, soweit es -sich um die Dehnung ausgedrückt in Prozenten der ursprünglichen Länge -handelt, anders; die Dehnungsprozente sind nahezu dieselben bei -Streifenlängen von 180 mm an aufwärts; mit abnehmender Länge aber -wächst die Dehnung. Deshalb ist aus praktischen Gründen die Länge von -180 mm als +Normallänge+ angenommen worden; dies geschah namentlich -auch deshalb, weil diese Länge in beiden Richtungen aus dem einmal -geknifften Bogen des Reichsformates (33 × 42 cm) bequem entnommen -werden kann, und in diesem Zustand dürften wohl die meisten Papiere -zur Untersuchung gelangen. Es kann im Interesse der Einheitlichkeit -und der Vergleichbarkeit der Versuchsergebnisse nur geraten werden, -diese Länge allgemein zu Grunde zu legen. Soweit bekannt geworden ist, -ist dies auch an allen Stellen, welche sich in größerem Maßstabe mit -Papieruntersuchungen befassen, geschehen. - -Stehen nun von dem zu prüfenden Material nur kleine Bogen zur -Verfügung, aus denen diese Normalstreifen nicht entnommen werden -können, so darf man nicht außer acht lassen, daß die Dehnungsprozente -etwas höher ausfallen als bei Verwendung eines Streifens von 180 mm -Länge; auf die Festigkeit ist die Länge der Probestreifen ohne Einfluß, -wenn nicht gar zu kurze Streifen angewendet werden, die schwer gerade -einzuspannen sind. - -Das Ergebnis der Prüfung wird nun im allgemeinen um so wertvoller -sein, je mehr Streifen beim Versuch Verwendung gefunden haben; -nimmt man fünf Streifen aus jeder Richtung, so kann man sicher sein, -gute Durchschnittswerte zu erhalten, wenn man bei der Probenentnahme -zweckmäßig zu Werke geht. - -Bei Prüfung eines größeren Postens Papier tut man gut, aus fünf -verschiedenen Paketen je einen Bogen zu entnehmen und dann aus jedem -Bogen je einen Längs- und Querstreifen. - -Steht auch nur wenig Material zur Verfügung, so verfolge man doch immer -den Grundsatz, die Streifen an verschiedenen Stellen zu entnehmen und -unmittelbar nebeneinander nur dann, wenn es anders nicht möglich ist. - -Die Entnahme der Streifen geschieht bei den Prüfungen in der -Versuchsanstalt in folgender Weise. Von den zehn meist in einmal -geknifftem Zustand eingeschickten Probebogen werden zunächst fünf für -die Festigkeitsprüfung ausgewählt, welche äußerlich keine fehlerhaften -Stellen zeigen. Aus jedem dieser fünf Bogen wird je ein Streifen aus -der Längs- und Querrichtung entnommen, wie es Fig. 3 veranschaulicht. - -[Illustration: Fig. 3. - -Entnahme der Probestreifen.] - -Zerreißt nun beim Versuch ein Streifen an der Einspannstelle, oder ist -er von vornherein infolge eines erkennbaren Fehlers zu verwerfen, oder -liefert ein Streifen Werte, die von denen der anderen in auffälliger -Weise abweichen, so daß ein Irrtum vermutet werden kann, so kann man -unmittelbar neben dem ersten Streifen immer noch einige Ersatzstreifen -zur weiteren Prüfung herausnehmen. - -Auf das Schneiden der Streifen ist große Sorgfalt zu verwenden, -da die geringste Beschädigung, namentlich an den Rändern, den -Versuch ungünstig beeinflussen kann. Hat man nur hin und wieder -Festigkeitsversuche vorzunehmen, so wird man davon absehen können, -sich eine besondere Schneidevorrichtung zu beschaffen, wenn nicht dem -Festigkeitsapparat, wie es jetzt vielfach geschieht, schon eine solche -beigegeben ist. In Ermangelung einer besonderen Vorrichtung schneidet -man mit Hilfe eines eisernen Lineals und eines scharfen Messers, wobei -man auf eine möglichst parallele Führung des letzteren bedacht sein -muß. Als Unterlage bedient man sich beim Schneiden zweckmäßig eines -Zinkbleches oder einer Glasplatte, weil weichere Materialien, wie Holz, -Pappe etc., Eindrücken des Papiers beim Schneiden zulassen und auf -diese Weise die Ränder des Streifens nach unten umgebogen werden. Hat -man indessen täglich Festigkeitsprüfungen vorzunehmen, so ist diese Art -der Probeentnahme zu umständlich und zeitraubend und man wird sich dann -zweckmäßig eine Vorrichtung beschaffen, die schneller arbeitet.[5] -- -Fig. 4 zeigt die in der Versuchsanstalt in Gebrauch befindliche Scheere -zum Schneiden der Streifen. - -An der Holzplatte _P_ ist ein Messer _S__{2} fest angeschraubt, während -ein zweites _S__{1}, welches in Verbindung mit _S__{2} den Schnitt des -Papiers bewirkt, mit Hilfe des Handgriffes _H_ auf- und niedergeführt -werden kann. Eine Holzleiste _Lst_ ist so angebracht, daß sie parallel -der Schneide _S__{2} liegt und von dieser in einem Abstand von 15 mm -festgestellt werden kann. Unter der Leiste _Lst_ befindet sich ein -Kasten _K_, in welchen die abgeschnittenen Streifen fallen. Auf dem -Brett _P_ ist noch eine scharf gezeichnete Linie _L_ angebracht, die -senkrecht zu _S__{2} verläuft. Sie dient als Anlegezeichen, um zunächst -den ersten Schnitt genau senkrecht zu einer Bogenkante zu führen; die -Streifen werden dann beim Anlegen der ersten Schnittkante gegen die -Leiste _Lst_ ohne weiteres parallel und von 15 mm Breite geschnitten. -Die in den Handel gebrachten Schneidevorrichtungen mit doppeltem Messer -haben sich nicht bewährt, weil beim Schneiden in den meisten Fällen -eins der Messer versagt. - -[Illustration: Fig. 4. - -Vorrichtung zum Schneiden der Streifen.] - -Bevor man die Streifen in Gebrauch nimmt, überzeugt man sich, ob -ihre Ränder glatt sind und genau parallel verlaufen. Das letztere -sieht man am besten, wenn man die beiden Enden eines jeden Streifens -aufeinanderlegt; die zwei Hälften der Streifen müssen sich dann decken. - -Beim Zerreißen der Streifen ist auf die Feuchtigkeit der Luft im -Versuchsraum besonders zu achten, da sie auf die Festigkeits- und -Dehnungswerte von großem Einfluß ist. - -Der Einfluß der Feuchtigkeit äußert sich in zweierlei Weise. -Einmal nimmt das Papier, je nach dem Feuchtigkeitsgehalt der Luft, -verschiedene Mengen Wasser in sich auf und ändert hierdurch sein -Gewicht; zweitens ändert das aufgenommene Wasser die Festigkeit und -Dehnbarkeit der im Papier vorhandenen Fasern. - -Zur Erläuterung mögen nachfolgend die Versuchsergebnisse, welche bei -Prüfung eines aus Lumpen hergestellten, mit Harzleim geleimten, guten -Schreibpapiers bei verschiedener Luftfeuchtigkeit gewonnen wurden, -wiedergegeben werden. - - R = Relative Feuchtigkeit der Luft - F = Feuchtigkeitsgehalt der zerrissenen Streifen - A = Maschinen-Richtung - Q = Quer-Richtung - M = Mittel - - =====+======+====================+=================+=================== - R | F | Bruchbelastung | Bruchdehnung | Reißlänge - | +------+------+------+-----+-----+-----+------+------+----- - | | A | Q | M | A | Q | M | A | Q | M - % | % | kg | kg | kg | % | % | % | km | km | km - =====+======+======+======+======+=====+=====+=====+======+======+===== - 100 | 15,2 | 2,34 | 1,75 | 2,05 | 3,2 | 6,3 | 4,8 | 1,68 | 1,23 | 1,46 - 90 | 11,3 | 3,41 | 2,30 | 2,86 | 2,8 | 5,8 | 4,3 | 2,40 | 1,64 | 2,02 - 80 | 6,5 | 5,57 | 4,03 | 4,30 | 2,5 | 4,7 | 3,6 | 4,06 | 3,00 | 3,53 - 70 | 6,2 | 5,74 | 4,14 | 4,94 | 2,1 | 4,3 | 3,2 | 4,25 | 3,09 | 3,67 - 60 | 5,5 | 6,15 | 4,49 | 5,32 | 1,9 | 3,9 | 2,9 | 4,50 | 3,33 | 3,92 - 50 | 4,6 | 6,59 | 4,71 | 5,65 | 1,7 | 3,4 | 2,6 | 4,76 | 3,43 | 4,20 - 40 | 3,8 | 6,74 | 4,93 | 5,84 | 1,6 | 3,3 | 2,5 | 4,91 | 3,61 | 4,26 - 30 | 2,3 | 7,21 | 5,05 | 6,13 | 1,5 | 2,6 | 2,1 | 5,39 | 3,80 | 4,60 - -Wie die Zusammenstellung zeigt, nimmt die Dehnung mit abnehmender -Feuchtigkeit ab, während die Festigkeit wächst. Es leuchtet somit ohne -weiteres ein, daß Ergebnisse von Festigkeitsprüfungen mit Papier nur -dann unmittelbar vergleichbar sind, wenn sie bei derselben relativen -Luftfeuchtigkeit ermittelt wurden. - -Die Versuchsanstalt hat denn auch bereits seit Jahren Vorkehrungen -getroffen, um die Festigkeitsprüfungen bei stets gleichem -Feuchtigkeitsgehalt ausführen zu können, und zwar ist hierfür -eine relative Luftfeuchtigkeit von 65% gewählt worden.[6] Da die -Luftfeuchtigkeit nun während des größten Teils des Jahres namentlich -im Winter geringer ist als 65%, so sind in dem Versuchsraum -Wasserzerstäuber aufgestellt, welche es ermöglichen, bei trockener -Luft den Feuchtigkeitsgehalt in kurzer Zeit auf die gewünschte Höhe zu -bringen. - -Den mit geringeren Hilfsmitteln ausgestatteten Versuchsräumen der -Praxis kann die fehlende Feuchtigkeit am einfachsten durch Sprengen -des Fußbodens, Aufhängen nasser Tücher, Kochen von Wasser u. s. w. -zugeführt werden. - -[Illustration: Fig. 5. - -Haarhygrometer.] - -Zur Messung der Feuchtigkeit der Luft werden +Koppe-Saussure+sche -Prozenthaarhygrometer mit Einstellvorrichtung benutzt, welche -wöchentlich zweimal mit einem +Aßmann+schen Psychrometer kontrolliert -werden. - -Dieses Hygrometer besteht aus einem gut entfetteten Haar, welches am -oberen Ende befestigt und am unteren um eine kleine Rolle geschlungen -ist, deren Achse einen Zeiger trägt (Fig. 5). Es wird durch ein -angehängtes Gewichtchen von 0,5 g gespannt. Bei trockener Luft verkürzt -sich das Haar und dreht den Zeiger nach links, beim Feuchtwerden -verlängert es sich, und das Gewicht bewirkt eine Bewegung des Zeigers -nach rechts. Bei vollkommener Sättigung der Luft mit Wasserdampf muß -der Zeiger auf den Punkt 100 rücken und dort stehen bleiben. - -Ein besonderer Vorzug dieses Feuchtigkeitsmessers gegenüber anderen -Haarhygrometern ist der, daß er zu jeder Zeit leicht auf die -Richtigkeit seiner Angaben geprüft werden kann; zu diesem Zweck wird -das dem Apparat beigegebene, mit Mousselin überzogene Rähmchen in -Wasser getaucht und auf der Rückseite des Instrumentes in eine hierfür -angebrachte Nute geschoben. Hierauf wird der Apparat vorn durch eine -Glasscheibe, hinten durch den Schieber geschlossen. Der abgeschlossene -Raum füllt sich nun in verhältnismäßig kurzer Zeit mit Feuchtigkeit, -das Haar sättigt sich, und der Zeiger rückt auf 100 vor. - -Sollte infolge von Veränderungen des Instrumentes durch äußere -Einflüsse dies nicht der Fall sein, so hat man nur den Schlüssel -durch das oben in der Glasscheibe befindliche Loch auf den Vierkant -aufzusetzen und durch Drehen den Zeiger genau auf 100 einzustellen. -Dabei ist es zweckmäßig, etwas auf das Kästchen zu klopfen, um die -Reibung des Zeigers zu überwinden. - -Nun ist das Instrument eingestellt und wird, nachdem Schieber, -Rähmchen und Glas entfernt sind, etwa 24 Stunden später die relative -Feuchtigkeit des Versuchsraumes richtig angeben. Unmittelbar nach der -Prüfung darf es nicht benutzt werden, da dann die Feuchtigkeit der Luft -zu gering angegeben wird. - -Man begegnet vielfach der irrigen Auffassung, daß das Haarhygrometer -zur Bestimmung der Luftfeuchtigkeit für wissenschaftliche Versuche -nicht geeignet sei. Prof. Dr. +Galle+, welcher über diesen Gegenstand -eine große Reihe eingehender Versuche angestellt hat, bemerkt hierzu -(Ergebnisse der meteorologischen Beobachtungen im Jahre 1882. -Veröffentlicht vom königlichen meteorologischen Institut Berlin 1883): -„Unterzieht man sich bei den Haarhygrometern alle 8-14 Tage der -geringen Mühe einer Bestimmung des Sättigungspunktes und sorgfältiger -Reinigung des Instrumentes, soweit dies nötig erscheint, so wird man -mit diesem Instrument die relative Feuchtigkeit mit mindestens ebenso -großer Genauigkeit und meist (namentlich im Winter) wohl +noch genauer+ -ablesen können, und zwar ohne alle Rechnung, als mit dem Psychrometer.“ - -Es sei noch besonders bemerkt, daß das Hygrometer am besten neben dem -Zerreißapparat aufzustellen ist und daß die Versuchsstreifen neben -dem Hygrometer zur Aufnahme der nötigen Feuchtigkeit auszulegen sind, -da die Feuchtigkeit an verschiedenen Stellen des Versuchsraumes, -namentlich in verschiedenen Höhenlagen, verschieden ist. - -In der Praxis ist es nun nicht immer möglich, die Prüfungen bei 65% -relativer Luftfeuchtigkeit vorzunehmen; man ist zuweilen gezwungen, -die Versuche bei einer anderen Feuchtigkeit auszuführen, wodurch die -Ergebnisse mehr oder weniger von den maßgebenden (bei 65% gewonnenen) -abweichen. - -Durch eingehende Versuche hat +Dalén+[7] für Reißlänge und Dehnung -Faktoren ermittelt, mit Hilfe deren man in der Lage ist, die bei zu -hoher oder zu niedriger Feuchtigkeit ermittelten Werte umzurechnen. Die -Fehler, die man hierbei zu befürchten hat, sind um so größer, je mehr -die Luftfeuchtigkeit von 65% abweicht. Aus diesem Grunde dürfte es, -damit die berechneten Werte einigermaßen zuverlässig werden, angebracht -sein, die Umrechnungen auf den zwischen 40% und 80% relativer -Luftfeuchtigkeit liegenden Spielraum zu beschränken. - -In nachstehender Tabelle sind innerhalb dieser Grenzen die Faktoren -zusammengestellt, mit denen man die gefundenen Werte für Reißlänge und -Dehnung multiplizieren muß, um annähernd Werte zu erhalten, die einer -Luftfeuchtigkeit von 65% entsprechen. - - Relative Luftfeuchtigkeit Faktor für - beim Zerreißen in % Reißlänge Dehnung - - 80 1,18 0,80 - 75 1,11 0,87 - 70 1,04 0,93 - 60 0,97 1,08 - 55 0,94 1,16 - 50 0,92 1,25 - 45 0,90 1,36 - 40 0,88 1,47 - -Mit Recht bemerkt aber +Dalén+ am Schluß seiner Abhandlung, daß man -diese Umrechnung nur als +Notbehelf+ ansehen soll, wenn es ganz -unmöglich ist, die Versuche bei 65% auszuführen. - -Die Versuchsstreifen brauchen, um sich dem Feuchtigkeitszustand von -65% anzupassen, mindestens eine halbe Stunde. Damit sie der Luft -möglichst viel Oberfläche darbieten, bedient man sich zweckmäßig -eines Rahmens, wie ihn Fig. 6 darstellt. In diesem Rahmen stehen die -Streifen schwach gekrümmt auf der hohen Kante, gestatten somit der Luft -ungehinderten Zutritt und sind außerdem durch ihre geringe Anspannung -gegen das Fortwehen durch Zugluft geschützt. - -[Illustration: Fig. 6. - -Vorrichtung zum Auslegen der Streifen.] - -Zum Zerreißen der Streifen bedient man sich verschiedener -Zerreißmaschinen, von denen hier die vier wichtigsten, die von -+Schopper+, +Wendler+, +Hartig-Reusch+ und +Leuner+ beschrieben werden -sollen.[8] - - [1] Vergl. S. 28. - - [2] +Hoyer+ hat schon in seinem 1882 erschienenen Werk „Das Papier“ - hierauf hingewiesen. - - [3] Siehe Anhang. - - [4] Da die Ungleichmäßigkeiten des Papierblattes an sich Abweichungen - in den Werten für Reißlänge und Bruchdehnung bedingen, so - sind die Fälle, in denen der Unterschied zwischen den beiden - Richtungen 10% und weniger beträgt, in Klammer gesetzt, weil - Unterschiede, die kleiner als 10% sind, sehr wohl Zufall sein - können. - - [5] Solche Schneidevorrichtungen, sowie alle übrigen Apparate, - Instrumente, Fasern, Lösungen u. s. w. für die Zwecke der - Papierprüfung können von der Firma +Louis Schopper+ in Leipzig, - Arndtstr. 27, bezogen werden. - - [6] Dr. +R. von Lenz+ prüft bei beliebiger Luftfeuchtigkeit, bestimmt - den Feuchtigkeitsgehalt des Papiers und berechnet nach einer - von ihm ermittelten Formel die Festigkeitswerte auf trockenes - Papier. (Papier-Zeitung 1891, No. 35.) - - [7] Der Einfluß der Luftfeuchtigkeit auf die Festigkeitseigenschaften - des Papiers. (Mitteilungen aus den technischen Versuchsanstalten - 1900, S. 133.) - - [8] Auf das +Horack+sche Dasymeter, das früher vielfach benutzt - wurde und stellenweise auch heute noch zu Festigkeitsversuchen - verwendet wird, soll nicht näher eingegangen werden, wegen der - völlig unzuverlässigen Ergebnisse, welche es liefert. Eine - Beschreibung und Abbildung dieses Apparates findet man in: - „+Hoyer.+ Das Papier, seine Beschaffenheit und deren Prüfung,“ - München 1882. - - -Schoppers Festigkeitsprüfer. - -Die Kraftmessung erfolgt bei dem +Schopper+schen Festigkeitsprüfer -durch eine Neigungswage. Die Wirkungsweise des Apparates ist aus Fig. 7 -ersichtlich. - -Der Belastungshebel _A_ bewegt sich zwischen zwei Kreissegmenten, von -denen das vordere _B_ mit einer Teilung versehen ist, deren Bezifferung -die Kraftleistung in kg angibt. Das hintere Segment ist gezahnt und -dient zur Aufnahme der Sperrklinken, die nach dem Bruch des Streifens -das Zurückfallen des Hebels _A_ verhindern. - -Statt des zweiten Armes des Krafthebels ist ein Bogensegment _C_ -angebracht, über welches eine Kette _D_ läuft, die am unteren Ende die -eine Einspannklemme _E__{1} trägt. Um die Einspannung des Streifens zu -erleichtern, kann diese Klemme während des Einspannens durch einen -Haken _F_ (oder einen Stift) an dem Segment _C_ festgelegt werden. - -Durch die Kette _D_ wird erreicht, daß sich die obere Klemme immer -senkrecht über der unteren _E__{2} befindet und so eine zwanglose -Beweglichkeit während des Versuches behält. - -[Illustration: Fig. 7. - -Schoppers Festigkeitsprüfer für Papier.] - -Die Messung der Dehnung erfolgt durch die Feststellung der -gegenseitigen Verschiebung der beiden Einspannklemmen _E__{1} und -_E__{2}. Um diese Verschiebung zu bestimmen, wird die Bewegung der -unteren Klemme mittels der Zahnstange _G_ auf den Dehnungshebel _H_ -übertragen, der statt des oberen Armes ein Zahnsegment trägt. An -diesem Hebel _H_, welcher sich um den Zapfen des Gewichtshebels _A_ -drehen kann, ist ein Zeiger _J_ angebracht, welcher sich über zwei am -Krafthebel befindliche Bogenteilungen bewegt. Die eine dieser Teilungen -gibt die Verlängerung des Streifens, welche mit der Verschiebung der -Klemmen gegeneinander gleichbedeutend ist, in mm, die andere, bei einer -Streifenlänge von 180 mm, direkt in Prozenten an. - -Das untere Ende der Zahnstange _G_ ist an einer Hülse befestigt, -welche sich auf einer mit der Antriebspindel parallelen Gleitstange -bewegen kann und während des Versuches von einem an der Antriebspindel -befestigten Mitnehmer bewegt wird. - -Diese Zahnstange, welche sich in einer festen Führung bewegt, -wird durch eine Bremsfeder fest gegen das gezahnte Segment des -Dehnungshebels gedrückt, so daß toter Gang ausgeschlossen ist. Die -hierdurch entstehende Zahnreibung wird vom Antrieb aufgenommen, ist -daher auf die Kraftmessung ohne Einfluß. - -An den Einspannklemmen sind Exzenterhebel zum Zusammendrücken der -Backen angebracht, wodurch eine einfache, bequeme und sichere -Einspannung des Streifens ermöglicht wird. - -An der Antriebsvorrichtung befindet sich eine Sperrvorrichtung, welche -für eine bestimmte Streifenlänge das richtige Einstellen der unteren -Klemme in der Nulllage sichert. - -Die Versuchsausführung geht nun in folgender Weise vor sich. - -Nachdem man den Belastungshebel mit Hilfe des hierfür bestimmten -Stiftes in der Nulllage festgestellt hat, legt man die obere -Einspannklemme mit Hilfe des hierzu angebrachten Hakens fest; dann -wird die Antriebspindel durch Drehen des Handrades in die Höchstlage -gebracht, die untere Klemme angehoben und mit der unter dem Nasenhebel -befindlichen Schraube festgestellt. Durch völliges Hochschieben der -Zugstangenhülse bringt man den Dehnungshebel in seine Nullstellung. - -Nunmehr wird der Streifen eingespannt. - -Nach erfolgter Einspannung befreit man die obere Klemme aus dem Haken, -löst den Gewichtshebel durch Entfernung des Haltestiftes aus, legt die -Sperrklinken ein und setzt den Apparat durch Drehen des Handrades in -Tätigkeit. - -Sobald der Streifen mit etwa ½ kg belastet ist, löst man, ohne mit -dem Drehen aufzuhören, die Schraube, welche die untere Klemme hochhält, -damit letztere beim Reißen des Streifens herunterfallen und den -Dehnungshebel auslösen kann. - -Nach dem Reißen des Streifens stehen, auch bei fortgesetztem Drehen des -Handrades, die Hebel für Belastung und Dehnung still und gestatten so -eine ruhige und sichere Ablesung. - -Fig. 8 zeigt den Apparat nach der Beendigung des Zerreißversuches. - -Je nach dem Verwendungszweck werden die +Schopper+schen Prüfer -mehr oder weniger stark gebaut und mit einem mehr oder minder schweren -Belastungsgewicht versehen. Der für Papierprüfungen meist verwendete -Apparat ist für 30 kg höchste Kraftleistung bestimmt (Fig. 8). Für -schwache Papiere bedient man sich zweckmäßiger eines Apparates von -10 kg Höchstleistung, weil in diesen Fällen der Ausschlag bei dem -30 kg Apparat zu klein sein würde. Handelt es sich um die Prüfung -von Papieren mit sehr geringer Festigkeit, wie Seiden-, Kopier-, -Zigarettenpapier u. s. w., so entfernt man das Belastungsgewicht vom -Krafthebel; hierdurch wird die Empfindlichkeit des Prüfers erhöht und -der Ausschlag des Hebels größer. Natürlich muß man für solche Fälle den -Wert der Teilung des Kraftmaßstabes besonders feststellen. - -[Illustration: Fig. 8. - -Schoppers Festigkeitsprüfer für Papier.] - -Für noch genauere Messungen der Festigkeit schwacher Körper hat die -Firma kürzlich einen Apparat gebaut (Fig. 9), bei dem der Krafthebel -und die obere Klemme auf Schneiden gelagert sind; hierdurch ist eine -sehr große Empfindlichkeit gewährleistet, und der Apparat kann zum -Prüfen von Woll- und Baumwollhaaren, Bastbündeln u. s. w. benützt -werden.[9] - -[Illustration: Fig. 9. - -Schoppers Festigkeitsprüfer für Pflanzen- und Tierhaare, -Elementarfasern, Bastbündel u. s. w.] - -[Illustration: Fig. 10. - -Schoppers 50 und 100 kg Festigkeitsprüfer für Pappe, starke -Aktendeckel, Stoffe u. s. w.] - -Zur Prüfung von Pappe, starken Aktendeckeln u. s. w. dient ein Apparat -bis zu 100 kg Kraftleistung[10] (Fig. 10). Bei diesem Apparat sind -für die Kraftmessung 2 Teilungen vorgesehen, eine für das Arbeiten mit -dem Hebel ohne Gewicht (Kraftleistung bis 50 kg) und eine zweite für -den mit dem Gewicht belasteten Hebel (Kraftleistung bis 100 kg). Die -Klemmen sind 50 mm breit. Im Übrigen ist dieser Prüfer so gebaut wie -der oben beschriebene. - -Der Antrieb der Apparate erfolgt mit der Hand; zur Erzielung größerer -Gleichmäßigkeit bei der Versuchsausführung können sie aber auch für -Wasserantrieb eingerichtet werden. Erforderlich hierfür ist ein -Wasserleitungsdruck von 3-4 Atm. - -Beim Aufstellen der +Schopper+schen Prüfer ist darauf zu achten, daß -der Zeiger des unbelasteten Krafthebels auf Null und die Luftblase der -am Gestell angebrachten Wasserwage in der Mitte einspielt. Die Reibung -des Krafthebels in der Nähe des Nullpunktes ist nur unbedeutend, das -Einspielen auf Null daher sehr befriedigend. - -Die Gesamtreibung im Apparat ist sehr gering. In der Versuchsanstalt -ist bereits eine ganze Anzahl geprüft worden, der Reibungsfehler war -selbst im ungünstigsten Falle kleiner als 1% der Gesamtbelastung. Der -Fehler verschwindet aber noch zum größten Teil, weil sich der Apparat -während des Versuches niemals in absoluter Ruhe befindet, er ist daher -für praktische Versuche ohne wesentliche Bedeutung. - -Die Vorteile, die der +Schopper+sche Apparat gegenüber anderen -hat, liegen, abgesehen von der soliden und kräftigen Ausführung, in -dem Vermeiden von Spiralfedern, in der besseren Ablesung von Bruchlast -und Bruchdehnung infolge der großen Maßstäbe und in der senkrechten -Anordnung. - -Durch das Vermeiden von Spiralfedern ist eine wiederholte Prüfung des -Apparates auf die Zuverlässigkeit seiner Angaben nicht erforderlich; -ist er vor der Benutzung geprüft und dann gut aufgestellt, so hat man -nur darauf zu achten, daß er nicht durch Stoß oder Schlag beschädigt -und daß er stets in sauberem Zustande gehalten wird. - -Diese Umstände machen den Apparat für praktische Bedürfnisse besonders -geeignet. - - [9] Eine genaue Beschreibung des Apparates und die Ergebnisse seiner - Prüfung hat +Dalén+ in den Mitt. a. d. techn. Vers. Anst. 1901, - S. 183 veröffentlicht. - - [10] Zur Prüfung von Materialien, die noch größere Kräfte erfordern - (starke Gewebe, Leder u. s. w.), werden nach denselben - Grundsätzen noch stärkere Maschinen (bis zu 1000 kg - Kraftleistung) gebaut. - - -Wendlers Festigkeitsprüfer.[11] - -Unter Hinweis auf Fig. 11-12 sei über den Bau und die Wirkungsweise des -Prüfers folgendes gesagt: - -Der +Antrieb+ erfolgt durch ein Handrad _a_, welches bei vielen -Apparaten auf Wunsch durch Schneckenrad und Schraube _s_ ersetzt -worden ist. Der Zapfen dieses Rades dreht sich in dem Lager _l_, -welches mit dem Bett _d_ aus einem Stück hergestellt ist. In diesem -Zapfen, welcher ausgebohrt ist, wird die Schraube _b_, welche mit dem -Schlitten _c_ fest verbunden ist und mit deren Hilfe die Fortbewegung -des Schlittens ermöglicht wird, geführt. Am Handrade befindet sich eine -Mutter, bestehend aus der Hülse _p_ und zwei Gewindebacken, welche -durch einen Kurvenschub geöffnet beziehungsweise geschlossen werden -können, je nachdem die Bewegung des Schlittens direkt mit der Hand oder -mit Hilfe des Handrades bewirkt werden soll. - -Bei einer Rechtsdrehung der Hülse wird die Verbindung geschlossen, d. -h. das Gewinde der Backen greift in die Vertiefungen der Schraube; -umgekehrt wird bei einer Linksdrehung die Verbindung geöffnet. - -Die +Einspannvorrichtung+ besteht aus 2 Klemmen _k_ und _k__{1}, von -denen die erstere am Wagen _w_, die letztere am Schlitten _c_ befestigt -ist. Zwischen den Backen dieser Klemmen wird der zu untersuchende -Papierstreifen eingespannt. Die Backen sind senkrecht zur Zugachse -wellenförmig ausgearbeitet, um ein Rutschen des Streifens in den -Klemmen zu verhindern. Die Backen selbst werden durch Schrauben _s__{1} -und _s__{2} zusammengepreßt.[12] - -[Illustration: Fig. 11. - -Wendlers Festigkeitsprüfer.] - -Die +Kraftmessung+ geschieht mittels Schraubenfedern, deren der Apparat -zwei von 9 und 20 kg Höchstkraftleistung besitzt. Die Feder wird an -einem Ende durch die Hülse _i_ gehalten, welche mit dem Bett _d_ fest -verbunden ist, am anderen durch den Wagen _w_. Die Zahnstange _f_ ist -mit dem Wagen _w_ verbunden und wird durch die Hülse _i_ geführt. Mit -dem Bett durch Schrauben verbunden sind die Sperrklinken _g_, welche in -die Zähne der Zahnstange greifen und, sobald das Papier gerissen, die -Feder am Zurückschnellen hindern. - -Der Wagen schiebt mit Hilfe des Hebels _h_ den Schleppzeiger _z_ vor -sich her über den Kraftmaßstab _r_. Der Schleppzeiger besitzt eine -Nullmarke, unter welcher man nach dem Zerreißen des Papiers auf dem -Maßstab die Bruchbelastung in Kilogramm abliest. - -Die +Dehnung+ wird bestimmt durch die gegenseitige Verschiebung des -Schleppzeigers, auf welchem der Dehnungsmaßstab _O_, geteilt nach den -Prozenten einer normalen Streifenlänge von 180 mm, angebracht ist, -und der Nullmarke des Schlittens. Man liest nach dem Zerreißen des zu -untersuchenden Streifens die Dehnung direkt in Prozenten ab. - -[Illustration: Fig. 12. - -Wendlers Festigkeitsprüfer.] - -Um ein Papier mit diesem Apparate zu prüfen, hebt man zunächst die -Sperrklinken auf, versetzt die Feder in Schwingungen und schiebt dann -den Schleppzeiger behutsam an den Hebel heran; man sieht nun zu, ob die -Nullmarke des Zeigers mit der des Maßstabes übereinstimmt; ist dies -nicht der Fall, so verschiebt man letzteren so lange, bis die Marken -sich decken. Man stellt jetzt die Feder vermittelst der Schraube _t_ -fest und verschiebt den Schlitten _c_, bis die beiden Nullmarken des -Dehnungsmaßstabes und des Schlittens übereinstimmen. Jetzt nimmt man -einen Streifen von dem zu untersuchenden Papier in den früher für die -Normalstreifen angegebenen Größenverhältnissen, klemmt denselben ein, -löst die Schraube _t_, legt die Sperrklinken ein und kann jetzt mit der -Untersuchung beginnen, indem man das Rad in möglichst gleichmäßige und -langsame Umdrehungen versetzt. - -Nach dem Zerreißen des Streifens liest man Belastung sowie Dehnung ab, -entlastet dann die Feder, indem man den Wagen mit der Hand festhält, -die Sperrklinken auslöst und nun den Wagen mit der Feder langsam -zurückgleiten läßt. - -Um eine andere Feder einzusetzen, nimmt man den Wagen, drückt die Feder -etwas zusammen, dreht sie um 90° und zieht den Wagen mit der Zahnstange -heraus. - -In der Versuchsanstalt werden vier dieser +Wendler+schen Apparate -elektrisch angetrieben; auf diese Weise wird ein sehr gleichmäßiger -Gang erzielt. - -Die von +Martens+ entworfene Ausrückvorrichtung[13] setzt die Apparate -im Augenblick des Streifenbruches außer Tätigkeit. - -Fig. 12 zeigt den Apparat nach dem Bruch eines Streifens. - - [11] Bezugsquelle +H. Bollmann+, Berlin S, Hasenhaide 63. - - [12] Bei den Apparaten der Versuchsanstalt sind die Schraubenklemmen - durch die besser wirkenden Exzenterklemmen mit ebenen Backen - ersetzt worden (vergl. Fig. 7). Die jetzt in den Handel - kommenden +Wendler+schen Prüfer werden auf Wunsch ebenfalls mit - diesen Klemmen versehen. - - [13] Beschrieben und abgebildet im Sonderheft III der Mitt. a. d. t. - Versuchsanstalten 1887. - - -Festigkeitsprüfer nach Hartig-Reusch. - -Unter Hinweis auf Fig. 13-14 sei hier das zum Verständnis des Apparates -Nötige gesagt. - -Der zu untersuchende Streifen wird durch die Klemmen _a_ und _b_ -festgelegt, deren wellenförmig eingeschnittene Backen das Herausziehen -des Streifens während des Versuchs verhindern sollen. Die eine der -Klemmen _b_ ist mit der Vorrichtung der Kraftübertragung verbunden, -während die andere sich an einem beweglichen Bock _A_ befindet, der -an jeder Stelle durch eine Schraube fest mit dem Grundbett verbunden -werden kann. Der Bock trägt ferner eine mit einer Marke versehene -Messingscheibe, welche auf einer im Bett eingelegten Meterteilung in -jeder Stellung die Entfernung der Vorderkanten der beiden Klemmen _a_ -und _b_ voneinander angibt. - -Die zweite Klemme _b_ ist durch den Wagen _B_ mit der Schraubenfeder -_F_, welche zum Zerreißen des Probestreifens dient, verbunden. _F_ muß -sich also beim Versuch soweit elastisch ausdehnen, als dem Widerstande, -welchen der Papierstreifen dem Zerreißen entgegensetzt, entspricht. -Gleichzeitig folgt jedoch der Wagen dem Zuge der Feder um soviel, als -das Papier sich bis zum Bruche dehnt. Diese beiden Bewegungen, die -Ausdehnung der Feder und die Verschiebung des Wagens, werden auf den -Zeichenstift _G_ übertragen, welcher die Versuchslinien auf dem hierfür -angebrachten Papier verzeichnet. - -Die senkrechten Ordinaten entsprechen den Federausdehnungen und -somit den zum Zerreißen erforderlich gewesenen Zugkräften und die -wagerechten Ordinaten den diesen Zugkräften entsprechenden Dehnungen -der Probestreifen. - -[Illustration: Fig. 13. - -Festigkeitsprüfer nach Hartig-Reusch.] - -[Illustration: Fig. 14. - -Schematische Darstellung des Hartig-Reuschschen Prüfers.] - -Die Tafel (Fig. 14), welche das Papier für die Schaulinien trägt, läßt -sich wagerecht verschieben, so daß es auf diese Weise möglich ist, -mehrere Kurven nebeneinander zu zeichnen. - -Zu jedem Apparat gehören 3 verschiedene Federn, je eine von 4, 9 und 18 -kg Zugkraft; zu jeder derselben gehört ein Maßstab, welcher bei jeder -Ausdehnung der Feder die hierfür aufzuwendende Kraft in kg angibt. Man -halte bei allen Versuchen den Grundsatz fest, die schwächste Feder -anzuwenden und nicht etwa ein Papier mit der 18 kg Feder zu prüfen, -welches schon bei einer Belastung von 7 kg zerreißt, denn je stärker -die Feder ist, um so größer sind die Ablesungsfehler am Maßstab. Es -kann sogar vorkommen, daß man bei Prüfung +einer+ Papiersorte -mit Vorteil zwei verschiedene Federn anwendet, wenn zum Zerreißen der -Querrichtung eine schwächere Feder genügt als für die Maschinenrichtung. - -Nachdem so kurz das Wichtigste über den Bau des Apparates -auseinandergesetzt ist, mag zur Beschreibung der Ausführung des -Versuchs selbst übergegangen werden. - -Der Bock _A_ wird so festgelegt, daß die vorhin erwähnte Marke mit -dem Teilstrich 0,18 m der Meterteilung zusammenfällt; der Wagen _B_ -wird durch einen Stift _O_ festgehalten. Der Streifen wird so zwischen -die Klemmen _a_ und _b_ gelegt, daß er keine Durchbiegung zeigt, und -nun werden die Schrauben mit Hilfe des hierfür gefertigten Schlüssels -schwach angezogen. Man löst alsdann den Bock _A_ wieder, verschiebt -ihn ein wenig in der Richtung nach _B_ zu und zieht die Klemmschrauben -fest an; würde man das stärkere Anziehen bei straff gespanntem Streifen -vornehmen, so liefe man Gefahr, ihn einzureißen. - -Man bringt nunmehr den Zeichenstift _G_ aus seiner Ruhelage, so daß -er sich gegen das auf der Schreibtafel aufgespannte Papier legt, -und zieht die Feder an; dadurch wird auf dem Papier die senkrechte -Nulllinie aufgezeichnet, die für die spätere Auszeichnung der einzelnen -Schaulinien von Wichtigkeit ist. Eine wagerechte Nulllinie zu zeichnen, -ist nicht ratsam, da der Stift nicht in allen Stellungen des Wagens -_B_ sich in gleicher Höhe befindet. Aus diesem Grunde muß man darauf -achten, daß sich der Streifen bei Beginn eines jeden Versuchs nicht in -gespanntem Zustand befindet, damit der Zeichenstift erst eine kurze -Strecke horizontal vorgehen kann, ehe er durch die Spannung der Feder -nach unten getrieben wird. So befindet sich an jedem einzelnen Diagramm -die für die Bestimmung nötige horizontale Nulllinie. - -Nachdem man den Bock _A_ nun ungefähr auf eine Entfernung von 0,17 m -festgeschraubt hat, so daß der Streifen schlaff zwischen den Klemmen -hängt, entfernt man den Stift _O_, legt die Sperrhaken ein, welche -beim Bruch des Streifens das Zusammenschnellen der Feder verhindern, -und schließt die Schraubenmutter _E_, welche mit dem Handrad _D_ -verbunden ist. Durch langsames und gleichmäßiges Drehen des Rades, bei -welchem man jede Unterbrechung und jedes stoßweise Vorgehen sorgfältig -zu vermeiden hat, wird nunmehr der Apparat in Tätigkeit gesetzt. Je -langsamer und gleichmäßiger die Versuche ausgeführt werden, um so -besser werden die einzelnen Resultate untereinander übereinstimmen. - -Ist die Spannung der Feder so groß geworden, daß sie gleich dem -Widerstand ist, welchen der Papierstreifen leistet, so zerreißt der -letztere, und der Versuch ist als beendigt anzusehen; der Stift wird -vom Diagramm abgehoben, die Schraubenmutter _E_ geöffnet, der Wagen -verschoben, bis der Stift _O_ eingesetzt werden kann und dann die Feder -ausgelöst. - -Der Streifen wird darauf unmittelbar an den Klemmen abgerissen und -der Apparat kann nun zum Zerreißen des zweiten Streifens benutzt -werden. Erfolgt der Bruch des Streifens nicht mindestens 1 cm von -der Einspannvorrichtung entfernt, so ist es geraten, den Versuch als -ungiltig zu betrachten, weil die Vermutung nahe liegt, daß der Streifen -schief eingespannt war. - -[Illustration: Fig. 15. - -Versuchsschaubild.] - -Sind auf oben angegebene Weise aus der Maschinenrichtung und -Querrichtung je 5 Streifen zerrissen worden, so wird deren Gewicht, -jede Richtung für sich, bestimmt, und es kann nunmehr an die -Auszeichnung und Ausmessung des Schaubildes gegangen werden. - -Fig. 15 zeigt 10 Schaulinien, wie sie bei Prüfung eines Konzeptpapiers -erhalten wurden. Die Querrichtung konnte mit Hilfe der 4 kg Feder -zerrissen werden, während für die Maschinenrichtung die nächst stärkere -Feder angewendet werden mußte. Bei der Ausmessung ist zu empfehlen, -die Anfangs- und Endpunkte _a_ und _e_ durch feine Nadelstiche -hervorzuheben und dann erst die Anfangspunkte horizontal und die -Endpunkte vertikal zu projizieren. Die Entfernung vom Schnittpunkt -dieser beiden Linien bis zum Punkt _a_ gibt die Dehnung des Streifens -an, die Entfernung desselben Punktes vom Punkte _e_ die Ausdehnung der -Feder und somit das Maß für die zum Zerreißen des Streifens notwendig -gewesene Kraft. Beide Längen werden mit den für sie bestimmten -Maßstäben ausgemessen, wobei es genügt, wenn die Bruchdehnung auf eine -und die Bruchbelastung auf zwei Dezimalstellen bestimmt wird. - -Die Ergebnisse, die der Apparat liefert, sind bei richtiger und -gewissenhafter Handhabung recht zuverlässig. - -Von Wert ist, daß das Schaubild als Versuchsurkunde aufbewahrt und -jederzeit zur Kontrolle der Prüfung herangezogen werden kann. - -Anders liegen die Verhältnisse, wenn man den Apparat vom Standpunkte -des Praktikers aus beurteilt; für diesen, dem es darauf ankommt, -möglichst schnell über die Festigkeit eines Papiers Aufschluß zu -erhalten, ist das Auszeichnen und Ausmessen der Schaulinie eine -zeitraubende Arbeit; deshalb ist der Apparat für die Praxis weniger -geeignet als die vorstehend beschriebenen, die direkte Ablesung von -Bruchbelastung und Bruchdehnung gestatten. - - -Leuners Festigkeitsprüfer. - -Der +Hartig-Reusch+sche Apparat wird in der oben beschriebenen -Ausführung nicht mehr angefertigt.[14] Der Erbauer, Mechaniker -+Leuner+ in Dresden, hat ihm, unter Beibehaltung des Grundgedankens, -eine etwas andere Gestalt gegeben (Fig. 16). Der wesentlichste -Unterschied gegenüber dem alten Apparat liegt in der Änderung der -Schreibvorrichtung und in dem kräftigeren Ausbau der einzelnen Teile. - -[Illustration: Fig. 16. - -Leuners Festigkeitsprüfer.] - -Die Vorrichtung zum Aufzeichnen der Bruchlast und Dehnung besteht -aus dem Zeichenstift _C_ und der Zeichenwalze _B_. Letztere ist auf -die Zugstange des Wagens _A_ drehbar aufgesteckt und durch zwei -Kegelräder und Stahlbändchen mit dem Gestell derart verbunden, daß -jede Verschiebung des Wagens _A_ eine Drehung der Zeichenwalze _B_ -herbeiführt. - -Zum Antrieb dient ein im Gestell gelagertes Handrad, welches beim -Drehen unter Vermittelung einer Schraube eine Schraubenfeder spannt. -Die Federspannung wird durch die Achse der Zeichenwalze _B_ auf den -Wagen _A_ und somit auf den eingespannten Probestreifen übertragen. -Der Zeichenstift _C_ wird dabei, der Federspannung entsprechend, in -der Richtung der Achse der Zeichenwalze verschoben; gleichzeitig folgt -der Wagen _A_ dem Zuge der Feder um soviel, als der Probestreifen -sich bis zum Bruche dehnt. Diese Verschiebung des Wagens _A_ hat eine -Drehung der Zeichenwalze _B_ zur Folge, so daß eine Kurve aufgezeichnet -wird, deren Ordinate der Festigkeit und deren Abscisse der Dehnung des -Probestreifens entspricht. - -[Illustration: Fig. 17.] - -Die Zeichenwalze _B_ ist verstellbar eingerichtet, so daß es möglich -ist, mehrere Schaulinien nebeneinander zu zeichnen. - -Nach dem Bruch des Probestreifens hindern zwei Sperrklinken das -Zurückschnellen der Feder. Bei geringer Spannung kann die Auslösung -der Feder mit der Hand geschehen, indem man den Wagen _A_ soweit nach -rechts zieht, daß die Sperrklinken aufgehoben und nach links umgelegt -werden können; hierauf läßt man den Wagen nach links gleiten, bis die -Feder in ihre Ruhelage gekommen ist. Bei größerer Spannung dagegen -muß die Auslösung mit Hilfe der Schraubenmutter und des Handrades -vollführt werden. Der Wagen wird mittels der angebrachten Haken mit dem -Gestell verbunden, dann werden die Sperrklinken nach dem Drehen des -Handrades nach links gelegt, und die Feder wird durch Rückwärtsdrehen -des Handrades in ihre Ruhelage gebracht. - -Das Ausmessen der gezeichneten Linien geschieht in folgender Weise. -Auf einer Glasplatte (Fig. 17) befinden sich zwei parallele Linien _d_ -und _e_ und eine hierzu senkrechte _oc_; der Kraftmaßstab ist entlang -dieser Senkrechten und der Dehnungsmaßstab entlang der unteren Linie -_e_ angebracht; beide Maßstäbe haben den Nullpunkt gemeinschaftlich bei -_o_. Man legt die Glasplatte mit der geteilten Seite derart auf die -Schaulinien, daß sich die Abscisse _AA_{1}_ (Nulllinie) zwischen den -Linien _de_ befindet. Nunmehr bringt man ein Lineal _F_ an die untere -Kante dieser Glasplatte, hält das Lineal fest und verschiebt die Platte -an letzterem soweit, bis die Senkrechte _oc_ die Bruchstelle bei _B_ -schneidet. In dieser Stellung der Glasplatte liest man die Bruchlast -bei _B_ und die Dehnung am Prozentmaßstab ab. Da alle Schaulinien eine -gemeinschaftliche Nulllinie haben, so kann man die Glasplatte, indem -man sie ohne weiteres dem Lineal entlang verschiebt, über jede einzelne -Schaulinie bringen und die Werte ablesen. (Die Teilungen sind auf der -unteren, dem Papier zugekehrten Seite der Glasplatte eingraviert, man -liest deshalb die Werte ohne parallaktischen Fehler ab.) - -Jedem Prüfer werden zwei Schraubenfedern von 10 und 20 kg höchster -Kraftleistung beigegeben. - - [14] Er wurde indessen eingehend beschrieben, weil er wohl noch - an manchen Stellen, namentlich zur Ausführung wissenschaftlicher - Prüfungen, in Gebrauch ist; ferner hat er geschichtliche - Bedeutung, denn +Hartig+ und +Hoyer+ haben ihn bei ihren - grundlegenden Arbeiten über die Einteilung der Papiere nach - Reißlänge und Dehnung benützt. - - -Berechnung der Reisslänge. - -Während die beim Zerreißen von Papier gefundene Bruchdehnung -unmittelbar zur Beurteilung herangezogen werden kann, ist dies bei -der Bruchlast ausgeschlossen, da sie mit der Breite und Dicke des -Probestreifens wechselt. Eine Verteilung der Bruchlast auf den -Querschnitt würde mit großen Fehlern behaftet sein. - -Man hat deshalb, um von dem Einfluß der Breite und Dicke des -Streifens unabhängig zu werden, nach +Hartigs+ Vorschlag den von -+Reuleaux+ geschaffenen Begriff der +Reißlänge+ eingeführt. -Man versteht unter Reißlänge diejenige Länge eines Papierstreifens von -beliebiger (aber gleichbleibender) Breite und Dicke, bei welcher er, -an einem Ende aufgehängt gedacht, infolge seines eigenen Gewichtes am -Aufhängepunkt abreißen würde. Diese Länge kann aus der ermittelten -Bruchlast abgeleitet werden. Ist z. B. _G_ das Gewicht eines 0,18 -m langen Streifens in g, welcher bei einer Belastung von _K_ kg -zerreißt, so muß berechnet werden, wie lang der Streifen sein muß, -um _K_ kg schwer zu sein; d. h. wenn man diese gesuchte Länge mit _x_ -bezeichnet: - - 0,18 _x_ 0,18 - ------ = ---- oder _x_ = ------ · _K_. - _G_ _K_ _G_ - -Die schließliche Angabe der Reißlänge erfolgt dann meist in m, während -die Berechnung der kleineren Zahlen wegen in km erfolgt. - -Aus dieser +Hartig+schen Formel ist ohne weiteres ersichtlich, daß die -Breite des Streifens keinen Einfluß auf die Reißlänge ausüben kann; -bei Verdoppelung der Breite würde z. B. zwar eine Verdoppelung von -_K_ eintreten, aber auch gleichzeitig eine solche von _G_, so daß das -Verhältnis wieder dasselbe wäre. - -Die +Hoyer+sche Formel zur Berechnung der Reißlänge lautet: - - R = (_p_ / _g b_) 1000 m. - -(_R_ = Reißlänge in Metern, _p_ = Bruchlast in Grammen, _b_ = Breite -des zerrissenen Streifens in Millimetern, _g_ = Gewicht eines -Quadratmeters des untersuchten Papiers). Diese Formel zu benützen, wird -sich besonders in Fabriken empfehlen, da hier das Quadratmetergewicht -bekannt ist; man kann dann das Auswiegen der Streifen sparen. - -Der weiteren Besprechung über die Berechnung der Reißlänge mögen die -bei Prüfung eines Normalpapiers 3a ermittelten Werte zu Grunde gelegt -werden. - -+Versuchs-Ergebnisse.+ - - =================================================================== - Maschinenrichtung - ---------+--------------------------------------------------------- - | | | Gewicht der - | | | fünf Streifen - | | +-------------+----------- - Streifen | Bruchbelastung | Bruchdehnung | lufttrocken | bei 100° C - aus dem | | | | getrocknet - Bogen | | | | - | | | | - Nr. | kg | % | g | g - =========+================+==============+=============+=========== - 1 | 7,46 | 2,4 | | - 2 | 6,84 | 2,3 | | - 3 | 7,38 | 2,4 | | - 4 | 6,49 | 2,4 | | - 5 | 6,31 | 2,5 | | - ---------+----------------+--------------+-------------+----------- - Summe | 34,48 | 12,0 | 1,220 | 1,128 - ---------+----------------+--------------+-------------+----------- - Mittel | 6,90 | 2,4 | | 0,226 - - =================================================================== - Querrichtung - ---------+----------------+--------------+------------------------- - | | | Gewicht der - | | | fünf Streifen - | | +-------------+----------- - Streifen | Bruchbelastung | Bruchdehnung | lufttrocken | bei 100° C - aus dem | | | | getrocknet - Bogen | | | | - | | | | - Nr. | kg | % | g | g - =========+================+==============+=============+=========== - 1 | 3,85 | 5,4 | | - 2 | 3,80 | 5,3 | | - 3 | 4,04 | 4,5 | | - 4 | 4,20 | 5,0 | | - 5 | 3,97 | 5,1 | | - ---------+----------------+--------------+-------------+----------- - Summe | 19,86 | 25,3 | 1,233 | 1,140 - ---------+----------------+--------------+-------------+----------- - Mittel | 3,97 | 5,1 | | 0,228 - -Aus dem Unterschied in dem Gewicht der Streifen bei Zimmerwärme und bei -100° C. getrocknet ergibt sich zunächst für das Papier ein mittlerer -Feuchtigkeitsgehalt von 7,5%. - -Nach der oben angeführten Formel für die Reißlänge ergibt sich ferner -für die Maschinenrichtung eine Reißlänge von rund 5,5 km = 5500 m, für -die Querrichtung eine solche von 3,15 km = 3150 m, im Mittel also 4325 -m. - -Als mittlere Bruchdehnung ergibt sich ohne weiteres 3,8%. - -Auf Grund dieser Mittelwerte[15] würde die Einreihung des Papiers in -eine der sechs Festigkeitsklassen erfolgen. - -Den Bruch: Länge durch Gewicht des Streifens, mit welchem man, wie oben -gezeigt, die durch den Versuch gefundene Bruchbelastung multiplizieren -muß, um die Reißlänge zu erhalten, nennt man die +Feinheitsnummer+ -des Papiers. Da sich diese bei gleicher Länge der Probestreifen für -unsere gewöhnlichen Schreib- und Druckpapiere innerhalb gewisser -Grenzen bewegt, so ist eine Tabelle aufgestellt worden, welche bei -einer Streifenlänge von 0,18 m für die am meisten vorkommenden Gewichte -(0,100 bis 0,419 g) die direkte Ablesung der Feinheitsnummer gestattet. - -Mit Hilfe der Tabelle vereinfacht sich die Berechnung der Reißlänge -bedeutend, indem man nur die unter dem Werte für das mittlere -Trockengewicht der geprüften fünf Streifen stehende Zahl mit der -mittleren Bruchbelastung in kg und mit 1000 zu multiplizieren hat, um -die Reißlänge in Metern zu erhalten. - -Auf die Berechnung des Arbeitsmoduls, der den Begriff der Reißlänge -und Dehnung in sich vereinigt, indem er den Arbeitsaufwand und zwar -in Meterkilogramm darstellt, bezogen auf einen Streifen von 1 m Länge -und 1 g Gewicht, soll nicht eingegangen werden, da von der Einreihung -des Arbeitsmoduls in die für die Normalpapiere aufgestellten Tabellen -Abstand genommen ist.[16] Wer sich eingehender hierüber unterrichten -will, findet nähere Angaben in der Originalarbeit von Prof. +Hartig+ in -Dresden (Papier-Zeitung 1881). - - [15] Die von verschiedenen Seiten aufgestellte Forderung, für die - Einteilung der Papiere nicht nur die Mittelwerte vorzuschreiben, - sondern auch für das Verhältnis der Querfestigkeit zur - Längsfestigkeit Bestimmungen zu treffen, wird man auf die Dauer - nicht von der Hand weisen können. - - [16] Vergl. a. +Hoyer+, Entstehung und Bedeutung der Papiernormalien. - 1888. S. 13. - - -Rehses Papierprüfer.[17] - -Dieser Papierprüfer unterscheidet sich von den bisher besprochenen -zunächst dadurch, daß beim Prüfen nicht +Streifen+, sondern -+Blättchen+ von Papier zur Verwendung kommen. Die Kraft wird bei diesem -Apparat durch eine Feder ausgeübt, welche auf einen Stempel drückt, der -das fest gespannte Papier durchlochen soll (Fig. 18). - -In einer Hülse _a_, auf welcher eine Millimeterteilung angebracht ist, -befindet sich eine Feder _b_, welche auf der einen Seite auf eine -Scheibe _c_ drückt, an welcher ein kleiner Stempel _d_ befestigt ist. - -Von der anderen Seite der Scheibe _c_ geht ein Stift _e_ durch das -Innere der Feder _b_ und berührt mit seinem Ende den Stift _f_, -welcher ebenfalls eine Millimeterteilung trägt und in einer Führung -_g_, an welcher ein Nonius angebracht ist, verschoben werden kann. -Diese Führung _g_, die als Fortsetzung eine Schraubenspindel _h_ -besitzt, welche in die an der Hülse _a_ befestigte Schraubenmutter _i_ -hineingeschraubt werden kann, ist an einer Hülse _k_ angebracht; diese -Hülse _k_, deren Umfang in 100 Teile geteilt ist, gleitet über Hülse -_a_ weg. - -[Illustration: Fig. 18. - -Rehses Papierprüfer.] - -Der Handgriff _l_ an der Scheibe _c_, welcher in einen Schlitz -vorgeschoben werden kann, dient dazu, den Stempel _d_ während des -Einspannens niederzudrücken. Das Einspannen des Papiers erfolgt bei -_n_, indem der Deckel _o_, welchen Fig. 18 auch im Durchschnitt -darstellt, durch die Schraube _p_ gegen das Ende der Hülse _a_ gedrückt -wird, und zwar paßt eine Erhöhung des Deckels _o_ in eine Vertiefung -der Hülsenwand, so daß das Papier ganz gleichmäßig eingespannt wird. -Die Prüfung geschieht in folgender Weise. - -Nachdem das Papier, welches man am besten in Blättchen von 3 qcm -schneidet, bei _n_ eingespannt ist und beide Millimeterteilungen auf -Null eingestellt sind, wird durch Hülse _k_ die Schraubenspindel _h_ -vorwärts geschraubt, wodurch auf die Feder _b_ ein Druck ausgeübt -wird. Um diesen Druck gleichmäßig auf die Feder _b_ zu verteilen, ist -zwischen der Feder und der Schraubenspindel ein loses dünnes Scheibchen -_q_ angebracht, welches im Mittelpunkt durchlocht ist und welchem der -Stift _e_ als Führung dient. Der Druck der Feder überträgt sich nun auf -die mit dem Stempel _d_ versehene Scheibe _c_, und der Stempel dehnt -das Papier, bis die Federspannung der Kraft, welche zum Durchlochen -des Papiers erforderlich ist, entspricht. Der Stift _f_ wird von der -Führung _g_ mitgenommen; er ist an der Drehung in der Hülse durch -die Nute und Feder _r_ verhindert und gibt, da er mit _e_ in steter -Berührung bleibt, in seiner Verschiebung gegen _g_ die Bruchbelastung -an, während die Ablesung an der Hülse _a_ die Summe von Bruchbelastung -und Dehnung anzeigt. - -Zieht man also von der an der Hülse _a_ abgelesenen Größe die an -dem Stift _g_ abgelesene ab, so ergibt sich eine Größe, welche der -Durchbiegung des Papiers entspricht. - -Im Papierlager zur schnellen Vergleichung verschiedener Papiersorten -kann dieser kleine Apparat vielleicht oft mit Vorteil verwendet werden. -Zur Ermittelung von Reißlänge und Dehnung ist er nicht geeignet. - - [17] A. +Martens+ gibt im Ergänzungsheft III der „Mitteilungen - aus den technischen Versuchsanstalten 1887“ eine - ausführliche Beschreibung des Apparates unter Mitteilung von - Versuchsergebnissen. - - -Tabelle zur Bestimmung der Feinheitsnummer. - -Die +stark+gedruckten Zahlen beziehen sich auf das Gewicht eines -Streifens von 0,18 m Länge, die darunter stehenden +schwach+gedruckten -geben die zugehörigen Feinheitsnummern an. - - =======+=======+=======+=======+=======+=======+=======+======= - =0,100=|=0,140=|=0,180=|=0,220=|=0,260=|=0,300=|=0,340=|=0,380= - 1,800 | 1,286 | 1,000 | 0,818 | 0,692 | 0,600 | 0,529 | 0,474 - | | | | | | | - =0,101=|=0,141=|=0,181=|=0,221=|=0,261=|=0,301=|=0,341=|=0,381= - 1,782 | 1,277 | 0,994 | 0,814 | 0,690 | 0,598 | 0,528 | 0,472 - | | | | | | | - =0,102=|=0,142=|=0,182=|=0,222=|=0,262=|=0,302=|=0,342=|=0,382= - 1,765 | 1,268 | 0,989 | 0,811 | 0,687 | 0,596 | 0,526 | 0,471 - | | | | | | | - =0,103=|=0,143=|=0,183=|=0,223=|=0,263=|=0,303=|=0,343=|=0,383= - 1,748 | 1,259 | 0,984 | 0,807 | 0,684 | 0,594 | 0,525 | 0,470 - | | | | | | | - =0,104=|=0,144=|=0,184=|=0,224=|=0,264=|=0,304=|=0,344=|=0,384= - 1,731 | 1,250 | 0,978 | 0,804 | 0,682 | 0,592 | 0,523 | 0,469 - | | | | | | | - =0,105=|=0,145=|=0,185=|=0,225=|=0,265=|=0,305=|=0,345=|=0,385= - 1,714 | 1,241 | 0,973 | 0,800 | 0,679 | 0,590 | 0,522 | 0,468 - | | | | | | | - =0,106=|=0,146=|=0,186=|=0,226=|=0,266=|=0,306=|=0,346=|=0,386= - 1,698 | 1,233 | 0,968 | 0,796 | 0,677 | 0,588 | 0,520 | 0,466 - | | | | | | | - =0,107=|=0,147=|=0,187=|=0,227=|=0,267=|=0,307=|=0,347=|=0,387= - 1,682 | 1,224 | 0,963 | 0,793 | 0,674 | 0,586 | 0,519 | 0,465 - | | | | | | | - =0,108=|=0,148=|=0,188=|=0,228=|=0,268=|=0,308=|=0,348=|=0,388= - 1,667 | 1,216 | 0,957 | 0,789 | 0,672 | 0,584 | 0,517 | 0,464 - | | | | | | | - =0,109=|=0,149=|=0,189=|=0,229=|=0,269=|=0,309=|=0,349=|=0,389= - 1,651 | 1,208 | 0,952 | 0,786 | 0,669 | 0,583 | 0,516 | 0,463 - | | | | | | | - =0,110=|=0,150=|=0,190=|=0,230=|=0,270=|=0,310=|=0,350=|=0,390= - 1,636 | 1,200 | 0,947 | 0,783 | 0,667 | 0,581 | 0,514 | 0,462 - | | | | | | | - =0,111=|=0,151=|=0,191=|=0,231=|=0,271=|=0,311=|=0,351=|=0,391= - 1,622 | 1,192 | 0,942 | 0,779 | 0,664 | 0,579 | 0,513 | 0,460 - | | | | | | | - =0,112=|=0,152=|=0,192=|=0,232=|=0,272=|=0,312=|=0,352=|=0,392= - 1,607 | 1,184 | 0,937 | 0,776 | 0,662 | 0,577 | 0,511 | 0,459 - | | | | | | | - =0,113=|=0,153=|=0,193=|=0,233=|=0,273=|=0,313=|=0,353=|=0,393= - 1,593 | 1,176 | 0,933 | 0,773 | 0,659 | 0,575 | 0,510 | 0,458 - | | | | | | | - =0,114=|=0,154=|=0,194=|=0,234=|=0,274=|=0,314=|=0,354=|=0,394= - 1,579 | 1,169 | 0,928 | 0,769 | 0,657 | 0,573 | 0,508 | 0,457 - | | | | | | | - =0,115=|=0,155=|=0,195=|=0,235=|=0,275=|=0,315=|=0,355=|=0,395= - 1,565 | 1,161 | 0,923 | 0,766 | 0,655 | 0,571 | 0,507 | 0,456 - | | | | | | | - =0,116=|=0,156=|=0,196=|=0,236=|=0,276=|=0,316=|=0,356=|=0,396= - 1,552 | 1,154 | 0,918 | 0,763 | 0,652 | 0,570 | 0,506 | 0,455 - | | | | | | | - =0,117=|=0,157=|=0,197=|=0,237=|=0,277=|=0,317=|=0,357=|=0,397= - 1,538 | 1,146 | 0,914 | 0,759 | 0,650 | 0,568 | 0,504 | 0,453 - | | | | | | | - =0,118=|=0,158=|=0,198=|=0,238=|=0,278=|=0,318=|=0,358=|=0,398= - 1,525 | 1,139 | 0,909 | 0,756 | 0,647 | 0,566 | 0,503 | 0,452 - | | | | | | | - =0,119=|=0,159=|=0,199=|=0,239=|=0,279=|=0,319=|=0,359=|=0,399= - 1,513 | 1,132 | 0,905 | 0,753 | 0,645 | 0,564 | 0,501 | 0,451 - | | | | | | | - =0,120=|=0,160=|=0,200=|=0,240=|=0,280=|=0,320=|=0,360=|=0,400= - 1,500 | 1,125 | 0,900 | 0,750 | 0,643 | 0,563 | 0,500 | 0,450 - | | | | | | | - =0,121=|=0,161=|=0,201=|=0,241=|=0,281=|=0,321=|=0,361=|=0,401= - 1,488 | 1,118 | 0,896 | 0,747 | 0,641 | 0,561 | 0,499 | 0,449 - | | | | | | | - =0,122=|=0,162=|=0,202=|=0,242=|=0,282=|=0,322=|=0,362=|=0,402= - 1,475 | 1,111 | 0,891 | 0,744 | 0,638 | 0,559 | 0,497 | 0,448 - | | | | | | | - =0,123=|=0,163=|=0,203=|=0,243=|=0,283=|=0,323=|=0,363=|=0,403= - 1,463 | 1,104 | 0,887 | 0,741 | 0,636 | 0,557 | 0,496 | 0,447 - | | | | | | | - =0,124=|=0,164=|=0,204=|=0,244=|=0,284=|=0,324=|=0,364=|=0,404= - 1,452 | 1,098 | 0,882 | 0,738 | 0,634 | 0,556 | 0,495 | 0,446 - | | | | | | | - =0,125=|=0,165=|=0,205=|=0,245=|=0,285=|=0,325=|=0,365=|=0,405= - 1,440 | 1,091 | 0,878 | 0,735 | 0,632 | 0,554 | 0,493 | 0,444 - | | | | | | | - =0,126=|=0,166=|=0,206=|=0,246=|=0,286=|=0,326=|=0,366=|=0,406= - 1,429 | 1,084 | 0,874 | 0,732 | 0,629 | 0,552 | 0,492 | 0,443 - | | | | | | | - =0,127=|=0,167=|=0,207=|=0,247=|=0,287=|=0,327=|=0,367=|=0,407= - 1,417 | 1,078 | 0,870 | 0,729 | 0,627 | 0,550 | 0,490 | 0,442 - | | | | | | | - =0,128=|=0,168=|=0,208=|=0,248=|=0,288=|=0,328=|=0,368=|=0,408= - 1,406 | 1,071 | 0,865 | 0,726 | 0,625 | 0,549 | 0,489 | 0,441 - | | | | | | | - =0,129=|=0,169=|=0,209=|=0,249=|=0,289=|=0,329=|=0,369=|=0,409= - 1,395 | 1,065 | 0,861 | 0,723 | 0,623 | 0,547 | 0,488 | 0,440 - | | | | | | | - =0,130=|=0,170=|=0,210=|=0,250=|=0,290=|=0,330=|=0,370=|=0,410= - 1,385 | 1,059 | 0,857 | 0,720 | 0,621 | 0,545 | 0,486 | 0,439 - | | | | | | | - =0,131=|=0,171=|=0,211=|=0,251=|=0,291=|=0,331=|=0,371=|=0,411= - 1,374 | 1,053 | 0,853 | 0,717 | 0,619 | 0,544 | 0,485 | 0,438 - | | | | | | | - =0,132=|=0,172=|=0,212=|=0,252=|=0,292=|=0,332=|=0,372=|=0,412= - 1,364 | 1,047 | 0,849 | 0,714 | 0,616 | 0,542 | 0,484 | 0,437 - | | | | | | | - =0,133=|=0,173=|=0,213=|=0,253=|=0,293=|=0,333=|=0,373=|=0,413= - 1,353 | 1,040 | 0,845 | 0,711 | 0,614 | 0,541 | 0,483 | 0,436 - | | | | | | | - =0,134=|=0,174=|=0,214=|=0,254=|=0,294=|=0,334=|=0,374=|=0,414= - 1,343 | 1,034 | 0,841 | 0,709 | 0,612 | 0,539 | 0,481 | 0,435 - | | | | | | | - =0,135=|=0,175=|=0,215=|=0,255=|=0,295=|=0,335=|=0,375=|=0,415= - 1,333 | 1,029 | 0,837 | 0,766 | 0,610 | 0,537 | 0,480 | 0,434 - | | | | | | | - =0,136=|=0,176=|=0,216=|=0,256=|=0,296=|=0,336=|=0,376=|=0,416= - 1,324 | 1,023 | 0,833 | 0,703 | 0,608 | 0,536 | 0,479 | 0,433 - | | | | | | | - =0,137=|=0,177=|=0,217=|=0,257=|=0,297=|=0,337=|=0,377=|=0,417= - 1,314 | 1,017 | 0,829 | 0,700 | 0,606 | 0,534 | 0,477 | 0,432 - | | | | | | | - =0,138=|=0,178=|=0,218=|=0,258=|=0,298=|=0,338=|=0,378=|=0,418= - 1,304 | 1,011 | 0,826 | 0,698 | 0,604 | 0,533 | 0,476 | 0,431 - | | | | | | | - =0,139=|=0,179=|=0,219=|=0,259=|=0,299=|=0,339=|=0,379=|=0,419= - 1,295 | 1,006 | 0,822 | 0,695 | 0,602 | 0,531 | 0,475 | 0,430 - - -Widerstand gegen Zerknittern. - -Reißlänge und Dehnung geben uns bis zu einem gewissen Grade einen -Anhalt zur Beurteilung der Festigkeitseigenschaften eines Papiers; -sie reichen aber nicht aus zur Gewinnung eines abschließenden Bildes -über das voraussichtliche Verhalten des Papiers gegenüber mechanischen -Einwirkungen, denen es während seiner Verwendung ausgesetzt ist. -Hierbei werden noch andere Eigenschaften des Papierblattes in Anspruch -genommen, für welche Reißlänge und Dehnung nicht immer einen Maßstab -abgeben, nämlich der Widerstand, den das Blatt dem Biegen, Falzen, -Zusammendrücken, Knittern, Abnützen und ähnlichen Einwirkungen -entgegensetzt; dieser Widerstand spielt bei der praktischen Verwendung -des Papiers vielfach eine große Rolle. - -Nun verläuft der Knitterwiderstand im großen und ganzen parallel mit -den durch Reißlänge und Dehnung zum Ausdruck gebrachten Eigenschaften, -d. h. bei hohen Werten für Reißlänge und Dehnung zeigt das Papier meist -auch einen hohen Widerstandsgrad gegen Reiben und Knittern. - -Dies trifft aber nicht immer zu; es gibt auch Papiere, die bei -hohen Werten für Reißlänge und Dehnung mechanischen Einwirkungen -obengenannter Art nur wenig Widerstand entgegensetzen und daher -für die praktische Verwendbarkeit, namentlich zu viel gebrauchten -Schriftstücken, Karten, Druckwerken u. s. w. nicht geeignet sind. -Dieser Umstand gab Veranlassung zur Einführung des Knitterversuches in -die amtliche Papierprüfung. - -In der Praxis wurde dieser Versuch lange ausgeführt, bevor es eine -amtliche Papierprüfung gab, wohl der beste Beweis dafür, daß ein -Bedürfnis hierfür vorlag; man hat ihn in Fachkreisen sehr treffend als -„Waschversuch“ bezeichnet, weil das Papier bei der Versuchsausführung, -natürlich im trockenen Zustand, ähnlich behandelt wird wie die Wäsche -beim Waschen mit der Hand. Der Versuch ist demnach subjektiv, von der -Person des Prüfenden abhängig; verschiedene Bemühungen, mechanisch -wirkende Vorrichtungen zu schaffen, die das Papier in gleicher Weise -beanspruchen, sind gescheitert, und man dürfte ihnen auch wohl für die -Zukunft Aussicht auf Erfolg absprechen müssen. - -Daß einem solchen Handversuch Mängel anhaften, muß ohne weiteres -zugegeben werden. Diese Mängel muß man aber mit in den Kauf nehmen, -bis man an Stelle der Knitterung ein anderes Prüfungsverfahren setzen -kann, das in gleicher Weise Aufschluß über die Verwendbarkeit von -Papier in oben angeführter Richtung gibt. Denn darüber ist man sich -wohl heute allgemein einig, daß man auf Grund der Reißlänge und Dehnung -allein kein abgegrenztes Urteil über die Festigkeitseigenschaften eines -Papiers abgeben kann. Ist ein zuverlässiges mechanisches Verfahren zum -Ersatz der Handknitterung gefunden, so wird wohl niemand zögern, es an -Stelle der letzteren, welche immer nur als Notbehelf anzusehen ist, zu -setzen. Bis dahin dürfte es aber im Interesse der Fachkreise liegen, -sich mit dem Handverfahren so viel wie möglich vertraut zu machen, um -auch ein eigenes Urteil abgeben zu können. Daß in dieser Beziehung -vieles besser sein könnte, soll nicht unerwähnt bleiben. - -Die Ausführung des Versuches geschieht in folgender Weise. - -Ein Stück des zu prüfenden Papiers, etwa 21 × 21 cm groß, wird zunächst -fest zusammengeballt, dann wieder aufgewickelt, wieder zusammengedrückt -und so weiter behandelt, bis der Bogen seine Steifheit verloren hat und -durch das wiederholte Zusammendrücken weich und lappig geworden ist. - -Das so vorbehandelte Blatt wird dann an zwei gegenüberliegenden Seiten -gefaßt und zwischen den Handballen in der Richtung senkrecht zu den -Seiten hin- und hergerieben. Dann faßt man es an den beiden anderen -Seiten und reibt in gleicher Weise. - -So stets die Richtungen wechselnd fährt man fort, bis das Blatt -durchgerieben ist. Man gewöhne sich von vornherein daran, beim Reiben -in jeder Richtung stets die gleiche Anzahl von Hin- und Herreibungen -auszuführen, da man auf diese Weise bis zu einem gewissen Grade einen -zahlenmäßigen Anhalt zur Beurteilung erhält. Man zählt hierbei nicht -die einzelnen Hin- und Herreibungen bis zum Bruch, sondern wie oft -man in den beiden Richtungen zusammen die Reibungsreihe, die sich der -Beobachter angeeignet hat, wiederholen kann, ehe das Blatt zu Bruch -geht. - -Ob die Reibungsreihe aus beispielsweise fünf, oder weniger oder mehr -Hin- und Herreibungen besteht, ist Sache eines jeden Prüfenden und -wird mehr oder weniger von Zufälligkeiten abhängen. Hat man sich aber -an eine bestimmte Anzahl gewöhnt, und dahin strebe man wie gesagt von -vornherein, dann behalte man sie auch stets bei. - -Papiere von sehr geringer Festigkeit, wie z. B. viele Sorten -Zeitungsdruck, zeigen schon nach der geschilderten Vorbehandlung -Bruchstellen in Gestalt mehr oder weniger großer Löcher. Die Bindung -der Fasern untereinander ist so schwach, daß sie schon durch das bloße -Zusammenballen ihren Zusammenhang teilweise verlieren; mit solchem -Material kann man den eigentlichen Reibversuch kaum ausführen, da das -Blatt schon zu Anfang sofort durchgerieben wird. - -Für solche Erzeugnisse kommt der niedrigste Grad der Beurteilung -„außerordentlich gering“ in Anwendung. - -Von den Papieren nun, die schon beim Zusammenballen ihren Zusammenhang -verlieren, herauf bis zu den festesten und zähesten Sorten, -welche erst nach einer großen Anzahl von Hin- und Herreibungen -durchgerieben werden, sind verschiedene Abstufungen hinsichtlich -der Widerstandsfähigkeit gegen das Reiben vorhanden. Um diese zu -kennzeichnen, sind die folgenden Beurteilungsgrade eingeführt worden: - - außerordentlich gering - sehr gering - gering - mittelmäßig - ziemlich groß - groß - sehr groß - außerordentlich groß. - -Dem Laien wird es zunächst unwahrscheinlich erscheinen, daß man Papiere -durch ein Handverfahren in so weitgehender Weise soll abstufen können; -eine kurze Zeit eigener Versuche aber wird ihn von der Möglichkeit -überzeugen. - -Die Ausführung des Versuches muß auch hier, wie bei der Bestimmung -von Reißlänge und Dehnung, bei stets gleicher Luftfeuchtigkeit, also -zweckmäßig bei 65% erfolgen; bei trockner Luft fällt das Ergebnis der -Prüfung anders aus als bei feuchter. - -Hat das Papier unter anderen Verhältnissen gelagert oder wird es z. -B. in der Fabrik von der Maschine weg entnommen, so muß man ihm durch -Auslegen oder Aushängen Zeit lassen, sich dem Feuchtigkeitszustand des -Versuchsraumes anzupassen. - -Um den vorher erwähnten Einfluß der Person des Versuchsausführenden auf -das Ergebnis nach Möglichkeit abzuschwächen, lasse man den Versuch, -wenn irgend möglich, von mehreren Personen gleichzeitig ausführen. -Ergeben sich hierbei Unterschiede, so werden Kontrollversuche -ausgeführt. Je mehr Versuche ausgeführt werden, ein um so -zutreffenderes Bild wird man von dem Widerstandsgrad des betreffenden -Papiers gewinnen. - -Ist man bei der Prüfung auf seine Person allein angewiesen, so begnüge -man sich wenigstens nicht mit einem Versuch, sondern führe deren zwei -bis drei aus. - -Bei dem Hinweis auf die Notwendigkeit der Einführung des -Knitterversuches wurde erwähnt, daß die Werte für Reißlänge, Dehnung -und Widerstand gegen Reiben nicht immer parallel verlaufen. Hierfür -mögen, nachdem nunmehr die Art und Ausführung des Versuches geschildert -ist, nachstehend einige Beispiele gegeben werden: - -+Normalpapiere 3b+: - - Mittlere Reißlänge: Mittlere Dehnung: Widerstand gegen Zerknittern: - - 3275 m 2,6 % gering - 3350 „ 2,4 „ gering - 3475 „ 2,3 „ sehr gering - 3525 „ 2,2 „ gering - 3550 „ 3,0 „ gering - 3575 „ 2,3 „ gering - 3650 „ 2,4 „ gering - 3750 „ 2,5 „ gering - 3975 „ 2,6 „ gering - - +Normalpapiere 4a+ - - 3750 „ 2,6 % sehr gering - 4200 „ 2,7 „ gering - 4675 „ 2,7 „ gering - 4675 „ 2,8 „ sehr gering - - +Normalpapiere 4b+: - - 3850 „ 2,0 % sehr gering - 3875 „ 3,3 „ gering - 4200 „ 2,4 „ gering - 4875 „ 2,5 „ mittelmäßig - - +Normalpapier 8a+: - - 3000 „ 2,9 % gering - - +Normalpapier 8b+: - - 3175 „ 2,5 % sehr gering - - +Pergamynpapiere+: - - 5925 „ 2,1 % gering - 6175 „ 2,1 „ gering - 6200 „ 2,0 „ gering - -Dies sind Beispiele dafür, daß es bei der Beurteilung der -Verwendungsfähigkeit eines Papiers unumgänglich notwendig ist, den -Widerstand gegen Zerknittern und Reiben mit heranzuziehen. - -Es erscheint im Interesse der Fachkreise angebracht, hierauf immer -wieder hinzuweisen, da die Ansicht, daß bei genügender Reißlänge und -Dehnung auch der Widerstand gegen Zerknittern genügend sein müsse, -immer wieder zum Ausdruck gebracht wird. - -Es bleibt nun noch die Frage zu erörtern, in welcher Weise man sich -mit dem Maßstab vertraut macht, der in der Versuchsanstalt bei der -Beurteilung der Papiere im Knitterwiderstand zur Anwendung gelangt. -Da ist zunächst zu bemerken, daß man sich, wenn irgend möglich, -persönlich über die Ausführung der Prüfung unterrichte, da auch die -weitgehendste Schilderung des Versuches die praktische Vorführung und -Erklärung nicht ersetzen kann. Die Unterweisung kann gelegentlich eines -Besuches in der Versuchsanstalt zu jeder Zeit erfolgen und jedem wird -Gelegenheit gegeben, sich eingehend über die Ausführung des Versuches -zu unterrichten. - -Als Material zur Aneignung des Maßstabes können für diejenigen, die -häufiger Papiere in der Versuchsanstalt prüfen lassen, diese Papiere -selbst dienen; es empfiehlt sich, einen genügenden Vorrat von der zur -Prüfung eingeschickten Sorte zurückzulegen und nach Empfang des Urteils -eine Reihe von Reibversuchen auszuführen. Durch die zurückgelegten -Muster, die sich natürlich auf die verschiedenen Widerstandsstufen -verteilen müssen, ist man dann auch in der Lage, seinen Maßstab von -Zeit zu Zeit zu prüfen. - -Wer nicht auf die geschilderte Weise in den Besitz des erforderlichen -Prüfungsmaterials gelangt, beschaffe sich Muster verschiedener -Festigkeit und lasse diese einmal in der Versuchsanstalt auf Widerstand -gegen Zerknittern prüfen. Ferner sei noch darauf hingewiesen, -daß die Firma +L. Schopper+-Leipzig Papiere der verschiedenen -Widerstandsstufen, welche in der Versuchsanstalt geprüft worden sind, -zum Verkauf hält. - -Daß auch der Praktiker bei einiger Übung und einigem Interesse -für die Sache sehr wohl in der Lage ist, ein Urteil über die -Widerstandsfähigkeit gegen Reiben und Knittern abzugeben und sich -wenigstens bis zu einem gewissen Grade versichern kann, ob sein Papier -Aussicht hat, bei der amtlichen Prüfung durchzukommen, zeigen die -Erfahrungen der Versuchsanstalt mit den Volontären; letztere kommen -zumeist in die Anstalt, ohne mit dem erwähnten Prüfungsverfahren -vertraut zu sein, und doch erlangen sie bald eine ziemliche Sicherheit -in der Bestimmung des Widerstandsgrades. - -Jeder Papiererzeuger und Verbraucher sollte sich auf alle Fälle, -selbst wenn ein mechanisches Verfahren als Ersatz für die -Handknitterung gefunden worden ist, mit letzterer vertraut machen -und vertraut erhalten, da sie ihm ein Mittel an die Hand gibt, an -jeder Stelle und ohne besondere Hilfsmittel sich ein Bild über die -Festigkeitseigenschaften eines Papiers zu verschaffen. Daß sich eine -solche Möglichkeit in vielen Fällen als wertvoll erweisen wird, bedarf -nicht erst weiterer Begründung. - -Wie schon erwähnt, sind alle bisher gemachten Versuche, die -Beanspruchung, die das Papier bei der Handknitterung erfährt, -auf mechanischem Wege zu erzielen, gescheitert. Bei der Eigenart -des Versuches, bei dem subjektives Empfinden eine gewisse Rolle -spielt, konnte man den Bestrebungen genannter Art einen Erfolg auch -kaum in Aussicht stellen. Aussichtsvoller erschien der Weg, neue -Prüfungsverfahren zu suchen, deren Ergebnisse eine ähnliche Abstufung -der Papiere gestatteten wie die verschiedenen Widerstandsstufen. - -In dieser Hinsicht sind drei Vorschläge zu erwähnen, nämlich die von -+Kirchner+, +Pfuhl+ und +Schopper+. - - -Kirchners Kniffrolle. - -+Winkler+ hat in seinem 1887 herausgegebenen „Papierkenner“ zuerst -den Vorschlag gemacht, gefalzte Papierstreifen zu prüfen und den -Unterschied festzustellen, den sie in der Festigkeit und Dehnbarkeit -gegenüber den ungefalzten Streifen zeigen. Dieser Unterschied, -von +Winkler+ „Falzverlust“ genannt, sollte zur Beurteilung der -„Biegsamkeit“ des Papiers dienen. - -Das Falzen wird von +Winkler+ durch eine besondere Vorrichtung -bewirkt, indem er die Streifen zwischen zwei aufeinander geschliffene -Stahlplatten, welche durch ein Scharnier verbunden sind, legt und mit -einem durch Hebeldruck bewegbaren 100 kg schweren Gewicht belastet. - -+Kirchner+ schlug vor,[18] statt des Gewichtes eine Rolle zur Erzeugung -des Falzes zu benutzen, weil hierdurch nach seiner Ansicht eine -größere Gleichmäßigkeit bei der Erzeugung der Falze gesichert sei; -er schlug dann weiter vor, +die Beurteilung des Papiers durch die -Handknitterung fallen zu lassen und an Stelle dessen die Beurteilung -auf Grund des Falzverlustes zu setzen+, von der Annahme ausgehend, daß -bei spröden und brüchigen Papieren der Falzverlust groß, bei festen und -widerstandsfähigen indessen klein sei; er hat eine Reihe von Papieren -im gefalzten und ungefalzten Zustande geprüft und den Falzverlust -ermittelt. - -Der +Kirchner+sche Kniffapparat besteht aus einer eisernen Rolle, -welche auf ihrem äußersten 19 mm breiten Umfange zylindrisch abgedreht -ist, und aus einer ebenen, wagerecht ausgerichteten, mit erhabenen -Rändern versehenen eisernen Bahn, in welcher die Rolle hin und her -bewegt werden kann (Fig. 19). - -[Illustration: Fig. 19. - -Kirchners Kniffrolle.] - -Das Kniffen der Papierstreifen wird in folgender Weise ausgeführt: -Die Enden der 15 mm breiten Probestreifen werden so aufeinander -gelegt, daß sich beim Zusammendrücken die zwei Streifenhälften deckend -aufeinander legen. Dieser leicht zusammengefaltete Streifen wird so in -die Rinne der Bahn gelegt, daß die Längskanten des Streifens parallel -zu den Führungsrändern der Rinne verlaufen. Hierauf wird die Rolle von -den freien Streifenenden her durch leisen seitlichen Druck über den -Probestreifen geführt und dieser auf diese Weise einmal stark geknifft. -Der Streifen wird dann aus der Rinne genommen, in dem Falz in der -entgegengesetzten Richtung umgelegt und zum zweiten Male geknifft. -Beim zweiten Kniffen läßt man jedoch das Gewicht nicht von den freien -Streifenenden gegen den Falz rollen, sondern gegen diesen direkt. - -Nachdem man auf diese Weise je 5 Streifen aus der Maschinenrichtung und -Querrichtung geknifft hat, ermittelt man ihre Festigkeit und Dehnung -in gleicher Weise, wie man zuvor die Festigkeit des betreffenden -Papiers an ungeknifften Streifen bestimmt hat. Die Einbuße, welche die -Papiere durch das Falzen in ihrer Festigkeit erleiden, der sogenannte -„Kniffverlust“ oder „Falzverlust“, wird in Prozenten der ursprünglichen -Bruchbelastung und Dehnung ausgedrückt. - -Nach diesen Vorbemerkungen soll auf die in der Versuchsanstalt zur -Beurteilung des +Kirchner+schen Vorschlages gemachten Versuche -eingegangen werden. - -Der Prüfung wurden insgesamt 87 Normalpapiere, aus 27 verschiedenen -Fabriken herrührend, zu Grunde gelegt und zwar zunächst Proben jeder -Verwendungsklasse von 1-4b, welche die Bedingungen für ihre jeweilige -Klasse erfüllten; es waren dies - - 8 Papiere der Klasse 1 aus 5 verschiedenen Fabriken - 10 „ „ „ 2a „ 6 „ „ - 10 „ „ „ 2b „ 7 „ „ - 10 „ „ „ 3a „ 5 „ „ - 10 „ „ „ 3b „ 8 „ „ - 10 „ „ „ 4a „ 8 „ „ - 10 „ „ „ 4b „ 8 „ „ - -Außerdem wurden noch 19 Papiere der Klassen 3a-4b, herrührend aus -10 verschiedenen Fabriken, zum Vergleich herangezogen, welche im -Widerstand gegen Zerknittern hinter den für die jeweiligen Klassen -verlangten Werten um 1-2 Stufen zurückbleiben. - -Das Kniffen der Streifen wurde mit einer 7500 g schweren Rolle von 150 -mm Durchmesser in der vorher geschilderten Weise ausgeführt. (Kniffen -und Gegenkniffen durch je einmaliges Überführen der Rolle.) - -Die Länge betrug bei allen Streifen 180 mm, die Breite 15 mm. Sämtliche -Versuche wurden bei Zimmerwärme und einer Luftfeuchtigkeit von 65% -ausgeführt. - -Die bei der Prüfung erhaltenen Werte[19] zeigten zunächst folgendes: - - 1. +Sowohl in der Maschinenrichtung als auch in der - Querrichtung ist der Dehnungs-Falzverlust größer als der - Festigkeits-Falzverlust.+ - - 2. +Der+ =Festigkeits-Falzverlust= +ist in der Maschinenrichtung - größer als in der Querrichtung.+ - - 3. +Der+ =Dehnungs-Falzverlust= +ist in den meisten Fällen in der - Maschinenrichtung größer als in der Querrichtung.+ - -Die aus der Maschinenrichtung entnommenen Streifen erleiden also -durch das Falzen eine größere Einbuße in ihrer Festigkeit als die -Querstreifen; diese Tatsache findet wohl in der Lagerung der Fasern -ihre Erklärung. Die Anzahl der Fasern, welche mehr oder weniger -parallel zur Maschinenrichtung liegen, ist größer als die der quer -hierzu liegenden; demgemäß werden beim Falzen der Streifen aus der -Maschinenrichtung mehr Fasern geknickt (und hierdurch geschwächt) als -bei den Querstreifen. - -Bildet man unter Zugrundelegung der mittleren Falzverluste Gruppen von -5 zu 5% und stellt diesen gegenüber die bei den verschiedenen Papieren -durch Handknitterung ermittelten Widerstandsstufen, so ergibt sich -nachstehende Übersicht: - -I. +Festigkeits-Falzverluste.+ - - ===========+===================================================== - | Anzahl der Papiere mit dem Widerstandsgrad: - Falzverlust+------+-----------+--------+----+----+--------------- - in % | | |ziemlich| |sehr|außerordentlich - |gering|mittelmäßig| groß |groß|groß| groß - ===========+======+===========+========+====+====+=============== - 0- 5,9 | -- | -- | -- | -- | 1 | 1 - 6-10,9 | -- | -- | 4 | -- | 2 | 2 - 11-15,9 | -- | 1 | 3 | 1 | 3 | -- - 16-20,9 | -- | 3 | 9 | 5 | 3 | 2 - 21-25,9 | -- | -- | 5 | 5 | 4 | -- - 26-30,9 | 2 | 1 | 3 | 8 | 3 | -- - 31-35,9 | -- | 2 | 2 | -- | 1 | -- - 36-40,9 | -- | 2 | -- | -- | -- | -- - 41-45,9 | 2 | 2 | 1 | -- | -- | -- - 46-50,9 | 1 | -- | 1 | -- | -- | -- - -II. +Dehnungs-Falzverluste.+ - - ===========+===================================================== - | Anzahl der Papiere mit dem Widerstandsgrad: - Falzverlust+------+-----------+--------+----+----+--------------- - in % | | |ziemlich| |sehr|außerordentlich - |gering|mittelmäßig| groß |groß|groß| groß - ===========+======+===========+========+====+====+=============== - 0- 5,9 | -- | -- | -- | -- | -- | -- - 6-10,9 | -- | -- | -- | -- | -- | -- - 11-15,9 | -- | -- | -- | -- | 1 | -- - 16-20,9 | -- | -- | 1 | -- | 3 | 2 - 21-25,9 | -- | -- | 1 | -- | 2 | -- - 26-30,9 | -- | -- | 2 | 1 | 2 | 1 - 31-35,9 | -- | 1 | 1 | 1 | 3 | 1 - 36-40,9 | -- | -- | 2 | 4 | 2 | 1 - 41-45,9 | -- | -- | 4 | 5 | 1 | -- - 46-50,9 | 2 | 1 | 5 | 3 | 2 | -- - 51-55,9 | -- | 2 | 3 | 1 | 2 | -- - 56-60,9 | 1 | -- | 3 | 2 | -- | -- - 61-65,9 | -- | 1 | 4 | 1 | 1 | -- - 66-70,9 | 1 | 5 | -- | -- | -- | -- - 71-75,9 | 1 | 1 | -- | 1 | -- | -- - 76-80,9 | -- | -- | 2 | -- | -- | -- - -Die Zusammenstellung zeigt, daß zwar im +allgemeinen+ mit wachsendem -Widerstand gegen Zerknittern der Falzverlust abnimmt, daß aber -anderseits bei demselben Knittergrad die Falzverluste beträchtlich -schwanken, und ferner, daß bei annähernd gleichem Falzverlust ganz -erhebliche Unterschiede im Widerstand gegen Zerknittern vorkommen. - -Unterschiede in der Handknitterung von mittelmäßig bis zu -außerordentlich groß oder von gering bis zu sehr groß kommen im -vorliegenden Falle durch den Falzverlust nicht zum Ausdruck. Diese -Unterschiede sind aber so groß, daß sie auch ohne ein ausgebildetes -Prüfungsverfahren (z. B. schon durch Einreißen, Umbiegen, o. a.) -erkannt werden können; wenn der Falzverlust für derartig verschiedene -Papiere nahezu gleiche Werte ergibt, so kann er als Ersatz für die -Handknitterung nicht in Frage kommen. - - [18] Wochenblatt für Papierfabrikation. 1894, Nr. 8-9. - - [19] Veröffentlicht in den Mitteilungen a. d. techn. Vers.-Anst. 1899 - S. 269. - - -Pfuhls Knitterer. - -Bei dem +Pfuhl+schen Knitterer wird ein Papierstreifen zwischen eine -Walze und eine gegen diese zu pressende Gummiplatte gebracht, ein Ende -festgelegt und dann der Streifen über sich selbst unter Andruck der -Gummiplatte einmal hin und her geführt. Die Wirkungsweise ist aus Fig. -20 zu ersehen. - -Der Papierstreifen _PP__{1} wird bei _a_ festgelegt und dann die Walze -in der Richtung des Pfeiles gedreht; dadurch wird der Streifen umgelegt -und ein Teil reibend über den anderen geführt. Durch Einpumpen von -Luft von unten her wird die Gummiplatte _G_ gegen Papier und Walze -gepreßt und der an einem Manometer abzulesende Druck so bemessen, daß -der Streifen durch einmaliges Hin- und Zurückführen zerstört wird. -Diesen Druck bezeichnet +Pfuhl+ als Reißdruck.[20] Auf Grund seiner -Versuche hat +Pfuhl+ folgende Beziehungen zwischen den Ergebnissen der -Handknitterung und dem Reißdruck festgestellt: - - ==========+======+======+=======+========+=====+==========+============ - Hand- | sehr |gering|mittel-|ziemlich|groß |sehr groß |außerordent- - knitterung|gering| | mäßig | groß | | | lich groß - ==========+======+======+=======+========+=====+==========+============ - Reißdruck | 0-3 | 3-6 | 6-16 | 16-26 |26-48|muß bei |muß bei 50 - in | | | | | |50 cm |cm Druck - cm Queck- | | | | | |2-3maliges|mehr als - silber- | | | | | |Knittern |3maliges - säule. | | | | | |aushalten.|Knittern - | | | | | | |aushalten. - -[Illustration: Fig. 20. - -Pfuhls Knitterer.] - -Der +Pfuhl+sche Knitterer ist im Technologischen Gewerbemuseum zu Wien -durch Prof. +Lauboeck+ einer eingehenden Prüfung unterzogen worden, -die zu dem Ergebnis führte,[21] daß der Apparat, so wie er jetzt -vorliegt, zur Einführung in die Papierprüfung noch nicht geeignet -ist. +Pfuhl+ hat den Apparat dann in einigen Punkten geändert.[22] -Prüfungsergebnisse, mit diesem abgeänderten Knitterer ermittelt, sind -bisher nicht bekannt geworden. - - [20] Eine eingehende Beschreibung des Knitterers findet sich in der - Papierzeitung 1896, Nr. 66-87 und 1898, Nr. 30, 58 und 59. - - [21] Mitteilungen des Technologischen Gewerbemuseums zu Wien 1897, - S. 1. - - [22] Papierzeitung 1898, Nr. 30, 58, 59 und Rigaer Industriezeitung - 1898, Nr. 21-23. - - -Schoppers Falzer. - -Bei dem +Schopper+schen Falzer wird ein Papierstreifen in ein -geschlitztes, hin und her zu bewegendes Blech gelegt und an beiden -Enden festgeklemmt; dann ermittelt man die Anzahl Falzungen, die der -Streifen bei bestimmter Zugspannung bis zum Bruch aushält. - -Der Falzer, von dem Fig. 21a Vorderansicht und Fig. 21b Grundriß -zeigt, hat ein dünnes, zur Aufnahme des Probestreifens mit einem -Schlitz versehenes Stahlblech (Schieber), das sich zwischen zwei -Paaren leicht drehbarer Rollen bewegt. Die Rollenpaare sind in den -Lagerstücken (12) angebracht und werden durch Klemmschrauben in -bestimmter Entfernung von dem Schieberblech festgehalten; die an den -Lagerstücken befindlichen Spiralfedern haben nur den Zweck, das genaue -Einstellen der Rollenpaare zu erleichtern. Senkrecht zu dem Stahlblech -befinden sich die Einspannklemmen (7), die mit ihren pyramidenförmig -zugespitzten Verlängerungen in die entsprechend geformten Öffnungen der -Hülsen (3) hineinragen. In diesen Hülsen befinden sich die zum Spannen -des Probestreifens dienenden Spiralfedern. Durch Anziehen der Schrauben -(4) kann die Spannung der Spiralfedern erhöht werden. Die jeweilige -Spannung wird durch den Stand eines kleinen Stiftes über einer auf der -Hülse (3) vorhandenen Teilung angegeben. - -Die Hülsen (3) sind in den Haltern (2) beweglich und werden, wenn -die Stifte (5) gehoben sind, mittels der Spiralfedern (6) so weit -gegeneinander geführt, daß die Einspannlänge richtig wird. Nach dem -Einspannen des Probestreifens wird durch Herausziehen der Hülsen (3) -bis zum Einschnappen der Stifte (5) dem Probestreifen eine kleine -Spannung erteilt und die freie Beweglichkeit der Klemmen bewirkt. Um -während des Versuches das Heruntersinken der Klemmen zu verhindern, -werden letztere durch Rollen (8) gestützt. - -Die Anzahl der Hin- und Herfalzungen wird vom Zählrad (18) angezeigt. -Das Zählrad ist durch den Hebel (21) mit dem Drücker (20) verbunden -und wird beim Reißen des Streifens durch das Zurückprallen der rechten -Klemme selbsttätig ausgelöst. - -Die Nulllage des Schiebers für das Einspannen des Streifens wird beim -Umlegen des Hebels (22) durch das Einschnappen des Hebelstiftes in ein -auf dem Antriebrad befindliches Loch gegeben. - -[Illustration: Fig. 21a.] - -[Illustration: Fig. 21b. - -Vorderansicht und Grundriß des Schopperschen Falzers.] - -Die Versuche werden in folgender Weise ausgeführt: - - 1. Der Fanghebel (22) wird zurückgeschlagen und das Antriebrad - gedreht, bis der Stift einschnappt. - - 2. Die Fangstifte (5) werden gehoben, wodurch die Klemmen die für - das Einspannen bestimmte Lage einnehmen. - - 3. Der Probestreifen wird in den Schlitz und in die - Klemmenöffnungen gelegt, die Klemmschrauben werden fest angezogen. - - 4. Die Hülsen (3) werden so weit nach außen gezogen, bis die Stifte - (5) einschnappen. - - 5. Das Zählrad (18) wird auf 0 eingestellt und eingerückt. - - 6. Das Antriebrad wird durch Anziehen des Hebels (22) ausgelöst und - dann gleichmäßig mit 100 bis 120 Umdrehungen in der Minute so lange - gedreht, bis der Bruch eintritt. - - 7. Die Anzahl Falzungen wird auf dem Zählrad abgelesen. - -In der Versuchsanstalt sind 3 +Schopper+sche Falzer unter Benutzung -eines Versuchsmaterials von fast 1000 Papieren einer sehr eingehenden -Prüfung unterzogen worden.[23] - -Es hat sich gezeigt, daß man die Papiere mit Hilfe des Falzers -im großen und ganzen in ähnlicher Weise abstufen kann, wie mit -der Handknitterung; man könnte somit der Frage näher treten, ob -es angebracht erscheint, die Handknitterung fallen zu lassen und -an ihre Stelle die Bestimmung des Falzwiderstandes mit Hilfe des -+Schopper+schen Falzers zu setzen. - -Als Falzklassen könnten natürlich zunächst nur die in Frage kommen, die -sich als Mittel aus sämtlichen Versuchen ergeben haben, nämlich der -Widerstandsstufe - - außerordentlich - gering entspr., die Falzklasse 0 mit 0- 2 Doppelfalzungen - sehr gering „ „ „ 1 „ 3- 6 „ - gering „ „ „ 2 „ 7- 20 „ - mittelmäßig „ „ „ 3 „ 21- 40 „ - ziemlich groß „ „ „ 4 „ 41- 80 „ - groß „ „ „ 5 „ 81-190 „ - sehr groß „ „ „ 6 „ 191-1000 „ - außerordentlich - groß „ „ „ 7 „ mehr als 1000 „ - - [23] Der umfangreiche Bericht hierüber ist in den „Mitt. a. d. techn. - Vers.-Anst.“ 1901, S. 161ff. veröffentlicht worden. - - - - -Bestimmung des Quadratmetergewichtes und der Dicke. - - -Zur Bestimmung des Quadratmetergewichtes ermittelt man zunächst das -Gewicht einer Anzahl Bogen und berechnet hieraus unter Berücksichtigung -der Bogengröße das Quadratmetergewicht. Wägt man 10 Bogen Reichsformat -(33×42 cm), so multipliziert man das in g ermittelte Gewicht mit 1000 -und dividiert die erhaltene Zahl durch 1386. - -Zur bequemeren Bestimmung sind besondere Wagen gebaut worden, welche -direkte Ablesung des Quadratmetergewichtes gestatten, wenn man an dem -einen Arm ein mit Hilfe eines beigegebenen Bleches ausgeschnittenes -Stück Papier aufhängt. - -[Illustration: Fig. 22. - -Schoppers Dickenmesser.] - -Für die Messung der Dicke des Papiers stehen verschiedene Dickenmesser -zur Verfügung. Bequeme Handhabung und genaue Ablesung gestattet der -+Schopper+sche Dickenmesser, dessen Wirkungsweise aus Fig. 22 zu -ersehen ist. - -Durch einen Druck auf den Hebel _H_ wird das Gestänge _G_ mit der am -unteren Ende befindlichen Platte _P_ angehoben, wobei gleichzeitig -der Zeiger _Z_ aus seiner Nullstellung nach rechts bewegt wird. Man -legt dann das Papier _Pa_ auf die untere mit dem Gestell festverbundene -Meßplatte _P__{1} und läßt _G_ durch langsames Freigeben des Hebels -_H_ nach unten gehen. Der Zeiger zeigt dann die Dicke des Papiers an; -mit Hilfe des am Zeiger befestigten Nonius kann man sie auf 1/1000 -mm ablesen. Zum Einstellen des Zeigers auf 0 dient nötigenfalls die -Scheibe _S_. - -Ein anderer Dickenmesser ist der von +Rehse+ (Fig. 23). - -[Illustration: Fig. 23. - -Rehses Dickenmesser.] - -Er besteht im wesentlichen aus der Mikrometerschraube _B__{1}, mit -welcher die Trommel _T_ fest verbunden ist, und der Gabel mit der -Stellschraube _B_. Die Kreisflächen der Enden beider Schrauben _B_ und -_B__{1}, zwischen denen die Dicke des Papiers gemessen werden soll, -können je nach Drehung der Mikrometerschraube näher aneinander gebracht -oder voneinander entfernt werden. Das Gewinde der Mikrometerschraube -besitzt eine Steigung von 0,5 mm, d. h. bei +einer+ Umdrehung der -Schraube verschiebt sich diese in der Längsachse um 0,5 mm; der Umfang -der Trommel _T_ ist in 100 gleiche Teile geteilt, folglich wird bei -0,01 Umdrehung der Schraube und somit der Trommel diese um - - 0,01 · 0,5 mm = 0,005 mm - -gegen die Fläche der festen Stellschraube verschoben; man hat also die -direkte Ablesung auf der Trommel mit 0,005 zu multiplizieren, um die -Dicke des Papiers in mm zu erhalten. - -Um gleichmäßiges Anlegen der Kreisflächen an das Papier zu ermöglichen, -ist mit der Mikrometerschraube eine sogenannte Reibungskuppelung, -an deren Ende sich der Kopf _H_ zum leichteren Handhaben des -Dickenmessers befindet, verbunden. Sobald das Papier genügend angepreßt -ist, gleitet bei Weiterdrehung des Kopfes _H_ die Kuppelung an der -Mikrometerschraube und verhindert, daß diese weiter bewegt wird. - -Die Stellschraube _B_ ermöglicht bei nicht mehr genauem Zusammenfallen -der Nulllinien ein Nachstellen. - -Der Dickenmesser ist zugleich so eingerichtet, daß er als -Taschenapparat benutzt werden kann, indem die Gabel nicht fest mit -dem Holzgestell verbunden, sondern nur durch ein federndes Blech -festgeklemmt ist. - -Die eigentliche Meßvorrichtung kann daher leicht aus dem Gestell -entfernt werden. - - - - -Bestimmung des Aschengehaltes. - - -Diejenigen Bestandteile des Papiers, welche beim Verbrennen und darauf -folgenden Glühen als unverbrennlich zurückbleiben, nennt man die -Asche; sie enthält die unorganischen Verbindungen im Gegensatz zu den -organischen (Cellulose, Leim, Stärke u. s. w.), welche beim Verbrennen -zum größten Teil als Kohlensäure entweichen. - -Die unorganischen Rückstände können aus drei verschiedenen Quellen -stammen; zunächst aus dem zur Herstellung des Papiers verwendeten -+Rohmaterial+ (Lumpen, Zellstoffe, Holzschliff), sodann aus den zum -+Leimen+ verwendeten Materialien, und schließlich können sie dem Papier -direkt als +Füllstoffe+ zugesetzt sein. - -Die Pflanzenzellen enthalten auch im reinsten Zustand (Baumwolle) stets -geringe Mengen unorganischer Verbindungen, und zwar sind +Kalk+ und -+Kieselerde+ die am meisten vorkommenden; der Kalk in Verbindung mit -+Oxalsäure+ und +Kohlensäure+, die Kieselsäure als solche. - -Der Anschaulichkeit wegen mögen hier einige Angaben über den -Aschengehalt verschiedener in der Papierfabrikation verwendeter -Rohstoffe gemacht werden. - -Selbstverständlich können die mitgeteilten Werte nicht als absolute -aufgefaßt werden; sie sind beständigen Schwankungen unterworfen, wie -auch schon bei einzelnen Rohstoffen, mit denen mehrere Bestimmungen -ausgeführt wurden, zu bemerken ist. Schon die Pflanze selbst wird bei -einer größeren Anzahl von Bestimmungen der mineralischen Rückstände -abweichende Werte ergeben, die man wohl auf klimatische Unterschiede -und wechselnde Bodenbeschaffenheit zurückführen kann; hierzu kommen die -verschiedenartigsten stets schwankenden Einflüsse der Fabrikation. - -Der teilweise sehr hohe Aschengehalt der Lumpen (Tabelle A) dürfte -seine Ursache wohl in ihrer mechanischen Verunreinigung durch Sand, -Erde etc. finden, falls nicht künstliche Beschwerungen vorgenommen -worden sind. Beide gehen im Laufe des Fabrikationsprozesses zum -größten Teil verloren, wie die Tabelle C ergibt; die dort aufgeführten -Halbzeuge sind meist aus den Lumpen der Tabelle A erzeugt worden. - -A. +Lumpen.+ - - =====+=============================+================ - Lfd. | Bezeichnung der | Aschengehalt[24] - Nr. | Lumpen | % - =====+=============================+================ - 1 | Hell Baumwolle | 1,20 - 2 | Reine weiße Baumwolle | 2,60 - 3 | Reine weiße Baumwolle | 3,50 - 4 | Rot Kattun | 3,50 - 5 | Blaue Strümpfe | 4,90 - 6 | Weiße Strümpfe | 1,03 - 7 | Kattun | 0,75 - 8 | Kattun 2 A | 3,00 - 9 | Kattun 2 C | 5,80 - 10 | Schmutzig Parchend | 3,70 - 11 | Weiß Parchend | 1,85 - 12 | Hellrot Halbleinen | 1,50 - 13 | Braun Halbleinen | 3,24 - 14 | Gute Halbwolle | 9,70 - 15 | Hellblau Leinen | 1,10 - 16 | Weiß Leinen 1 | 1,20 - 17 | Weiß Leinen 4 | 4,45 - 18 | f. leinene Flicken | 0,55 - 19 | Halbweiß Leinen | 3,30 - 20 | Halbweiß Leinen 5 | 1,70 - 21 | Halbweiß Leinen 3 | 0,32 - 22 | Halbweiß Leinen 3 | 3,90 - 23 | Halbweiß (Nähte) Leinen 4 | 3,30 - 24 | Halbweiß Leinen 1 | 0,60 - 25 | Halbweiß Leinen 2 | 1,20 - 26 | Sack 1 | 7,00 - 27 | Sack 2 | 3,55 - 28 | Sack 3 | 6,40 - 29 | Sack 4 | 2,55 - 30 | Sack 5 | 4,12 - 31 | Leinen V 3 | 3,33 - -Mittlerer Aschengehalt = 3,06%. - -B. +Anderweitige Rohstoffe.+ - - =====+=============================+================ - Lfd. | Bezeichnung des | Aschengehalt - Nr. | Rohstoffes | % - =====+=============================+================ - 1 | Ungebleichtes Flachsgarn | - | (Naßgespinnst) | 1,25 - 2 | Hanfgarn (ungebleicht) | 1,35 - 3 | Russischer Hanf | 1,41 - 4 | Italienischer Hanf | 1,03 - 5 | Badischer Hanf | 0,69 - 6 | Jute (roh) | 0,56 - 7 | Jute (zu Pappe verarbeitet) | 0,85 - 8 | Baumwolle (Louisiana) | - | ungebleicht | 0,53-0,85 - 9 | Espartogras | 1,91-2,00 - -Mittlerer Aschengehalt = 1,11%. - -C. +Halbzeuge.+ - - =====+===========================================+============= - Lfd. | Bezeichnung des | Aschengehalt - Nr. | Halbzeuges | % - =====+===========================================+============= - 1 | Leinen, gebleicht, Probe A | 1,10 - 2 | Leinen, gebleicht, Probe B | 0,36 - 3 | Leinen, gebleicht, Probe C | 1,40 - 4 | Leinen, gebleicht, Probe D | 1,86 - 5 | Weiß Leinen, mittlere Qualität, gebleicht | 0,23-0,29 - 6 | Blau Leinen, gebleicht | 0,12-0,34 - 7 | Sack, Probe A | 0,80 - 8 | Sack, Probe B | 0,70 - 9 | Sack, Probe C | 0,92 - 10 | Leinen, ungebleicht, Nr. 1 | 0,66 - 11 | Leinen, ungebleicht, Nr. 2 | 0,40 - 12 | Leinen, ungebleicht, Nr. 3 | 1,03 - 13 | Leinen, ungebleicht, Nr. 4 | 0,63 - 14 | Leinen, ungebleicht, Nr. 5 | 1,58 - 15 | Baumwolle, gebleicht, A | 0,79 - 16 | Baumwolle, gebleicht, B | 0,25 - 17 | Weiße Baumwolle, gebleicht | 0,24 - 18 | Bunte Baumwolle, gebleicht | 0,30-0,46 - 19 | Baumwolle, ungebleicht, 1 | 1,12 - 20 | Baumwolle, ungebleicht, 2 | 0,90 - 21 | Baumwolle, ungebleicht, 3 | 0,24 - 22 | Hanfstricke, gebleicht | 0,30 - -Mittlerer Aschengehalt = 0,74%. - -D. +Zellstoffe und Holzschliff.+ - - =====+===========================================+============= - Lfd. | Art des Materials | Aschengehalt - Nr. | | % - =====+===========================================+============= - 1 | Sulfitzellstoff, ungebl., 1 | 0,48 - 2 | Sulfitzellstoff, ungebl., 2 | 0,51 - 3 | Sulfitzellstoff, gebleicht | 0,42 - 4 | Mitscherlich-Zellstoff, ungebleicht | 1,25 - 5 | Natronzellstoff, ungebleicht | 1,40 - 6 | Natronzellstoff, gebleicht | 1,34 - 7 | Strohzellstoff, ungebleicht | 2,30 - 8 | Strohzellstoff, gebleicht | 0,86-1,22 - 9 | Birkenzellstoff, ungebleicht | 0,65 - 10 | Birkenzellstoff, gebleicht | 1,57 - 11 | Fichten-Holzschliff | 0,43 - 12 | Kiefern-Holzschliff | 0,70 - 13 | Espen-Holzschliff | 0,36-0,44 - 14 | Linden-Holzschliff | 0,40 - -Mittlerer Aschengehalt = 0,94%. - -Wie aus den Tabellen B-D weiter ersichtlich ist, nähert sich der -mittlere Aschengehalt der reinen Rohstoffe, Halbzeuge, Zellstoffe und -des Holzschliffes dem Werte 1,0. - -Man sieht hieraus, daß die unverbrennlichen Rückstände der -Rohmaterialien einen verschwindend geringen Bruchteil ausmachen, und -wenn man für sie rund 1% in Anrechnung bringt, so wird dieses in allen -Fällen genügen. - -Ganz anders verhalten sich beispielsweise einige ausländische -Fasersorten, welche zur Herstellung von Papier benutzt werden. So -weisen die gebleichte +Adansoniafaser+ (die Bastfasern der in Afrika -heimischen +Adansonia digitata+, Affenbrotbaum) einen Aschengehalt von -5,70-7,19%, die Fasern, welche in Japan zur Herstellung von Papier -dienen, im Durchschnitt einen solchen von 2,5% auf. - -Da diese Rohstoffe aber bis jetzt für die deutsche Papierfabrikation -von geringer Bedeutung sind, so können sie hier außer acht gelassen -werden. - -Die zweite der oben angeführten Quellen für die Asche, der der -Papiermasse zugesetzte +Leim+, liefert bisweilen schon einen größeren -Prozentsatz an unverbrennlichen Bestandteilen. Bekanntlich wird der -größte Teil der bei uns erzeugten Papiere nicht wie früher durch -tierischen Leim, sondern durch den billigeren +Harzleim+ beschreibbar -gemacht. - -Ohne hier auf die Frage einzugehen, was der leimende Faktor im Harzleim -ist, sei nur bemerkt, daß bei dem Leimen des Papiers stets mit einem -Überschuß von Alaun gearbeitet wird und auf diese Weise eine gewisse -Menge überschüssiger Tonerdeverbindungen in das Papier gelangt. -Dieselben bleiben in der Asche als Tonerde (Al_{2}O_{3}) zurück und -können unter Umständen wohl bis 2% des Papiers ausmachen. Ein geleimtes -Papier kann demnach, ohne daß ihm Füllstoffe beigemengt sind, sehr wohl -einen Aschengehalt von 3,0% aufweisen. - -Endlich werden dem Papier auch aus verschiedenen Gründen, deren -Erörterung hier zu weit führen wurde, mineralische Füllstoffe direkt -zugesetzt. - -Hauptsächlich verwendet werden: - - +Kaolin+, Ton, Bleichererde, China Clay (Aluminiumsilikate), - - +Schwerspat+ (Baryumsulfat), - - +Permanentweiß+ (Blanc-fix, Blanc-Perle, künstlich hergestelltes - Baryumsulfat), - - +Gips+ (Calciumsulfat), - - +Asbestine+, +Talcum+ (vorzugsweise Magnesiumsilikat) - -und andere. - -Die Bestimmung der Aschenmenge in der Weise vorzunehmen, daß man einen -Bogen des zu prüfenden Papiers von bekanntem Gewicht verbrennt und -den übrig bleibenden schwarzen Rückstand dem Gewicht nach bestimmt, -eine Methode, wie sie wohl hin und wieder noch angewendet wird, ist -natürlich für die Erlangung einigermaßen genauer Werte unzulänglich, da -das Gewicht der noch nicht verbrannten Kohle mit zur Asche gerechnet -wird. - -Wenn es auch für die Zwecke der technischen Papierprüfung als -überflüssig erscheinen muß, eine Aschenbestimmung beispielsweise -bis auf 0,001 g genau auszuführen, denn ein so genaues Arbeiten -ist im Hinblick auf die Ungleichartigkeit des Rohmaterials und die -ungleichmäßige Verteilung der etwa vorhandenen Füllstoffe durch die -Papiermasse[25] sowie den Zweck der Prüfung nicht angebracht, so muß -man doch Bedacht darauf nehmen, Verfahren und Apparate anzuwenden bei -denen der Fehler 0,25% nicht übersteigt. - -Zwei Wagen sind es, welche zu diesem Zwecke vorzugsweise angewendet -werden und welche die geforderte Genauigkeit besitzen, nämlich die -+Post+sche und die +Reimann+sche Aschenwage. - - [24] Die Bestimmungen wurden im Platintiegel mit absolut trockenem - Material ausgeführt. - - [25] Ein Kupferdruckpapier ergab an verschiedenen Stellen ein und - desselben Bogens Aschenmengen von 13,65-14,71%. - - -Die Postsche Aschenwage. - -[Illustration: Fig. 24. - -Postsche Aschenwage.] - -Auf 2 horizontal gelagerten Stahlplatten _P_ (Fig. 24) liegt der Hebel -_H_ mit einer Stahlschneide _S_ auf; das eine Ende desselben bildet -den Zeiger _Z_, an dem anderen ist eine Stahlschneide eingelassen, -auf welche das Gehänge _G_ aufgelegt ist; in diesem Gehänge liegt das -Platindrahtnetz _D_, in welchem die Veraschung des Papiers vorgenommen -wird; der Zeiger _Z_ spielt über einer Teilung von 0-150; jeder -Teilstrich entspricht einem Belastungszuwachs von 1 Centigramm. - -Durch Niederdrücken des Hebels _A_ kann der ganze Hebel _H_ nebst dem -daran befindlichen Gehänge von den Platten _P_ abgehoben und so die -Wage festgestellt werden; auch dient _A_ dazu, heftige Schwingungen des -Zeigers, die beim Auflegen von Papier auf das Gehänge entstehen können, -zu mäßigen. - -Beim Wägen muß selbstverständlich der Hebel _H_ so liegen, daß er die -Walze, in welcher die Schneide _S_ eingelassen ist, nicht berührt. - -Mit Hilfe der Schraube _Sch_ wird die Wage so aufgestellt, daß bei -eingelegtem Drahtnetz der Zeiger sich auf den Nullpunkt der Teilung -einstellt. - -Man stelle die Wage so, daß sie vor Erschütterungen möglichst geschützt -ist, am besten auf ein Konsol, das an einer Tragewand angebracht ist; -ist ein solches nicht zu haben, so vermeide man wenigstens ein häufiges -Wechseln des Standortes der Wage. - -Der Versuch selbst geht in folgender Weise vor sich. - -Sobald der Zeiger bei eingelegtem Drahtnetz auf Null einspielt, legt -man in das Gehänge einen Streifen Papier, der nicht ganz die Breite des -Drahtnetzes besitzt, damit er nach dem Zusammenrollen gut in dasselbe -hineingeht. - -Zur Verwendung gelangt eine Papiermasse von dem Gewicht 1 g, weil -dann das Gewicht der Asche, in Centigrammen abgelesen, direkt den -Prozentgehalt bedeutet. - -Geht der Zeiger der Wage nach dem Auflegen des Papierstreifens über -den Teilstrich 100 hinaus, so reißt man so lange kleine Stückchen von -dem Streifen ab, bis der Zeiger auf 100 einspielt; steht er mit dem -aufgelegten Papier unter 100, so fügt man nach und nach geringe Mengen -Papier hinzu, bis das Gewicht von 100 Centigramm voll ist. - -Das nunmehr im Gehänge befindliche Papier wird darauf fest -zusammengerollt und in das Platindrahtnetz geschoben, in welchem es -verbrannt wird. - -Die Verbrennung geschieht am besten durch Gas mit Hilfe eines -Bunsenschen Brenners, welcher einen fächerförmigen Aufsatz trägt (Fig. -25). Durch diesen Aufsatz erzielt man eine Flamme, welche das ganze -Drahtnetz gleichzeitig umspielt und zum Glühen bringt, während man bei -Anwendung eines einfachen Brenners ohne Aufsatz die Flamme von Zeit zu -Zeit verschieben muß, um alle Teile des Papiers in dieselbe zu bringen. - -Steht Gas für diesen Versuch nicht zur Verfügung, so muß man sich mit -einer kräftigen Spiritusflamme begnügen, mit der man seinen Zweck -ebenso vollkommen, jedoch erst nach längerem Glühen erreicht. - -Bei Anwendung von Gas ist der Versuch in längstens 10 Minuten beendigt. - -Zum Auflegen des Drahtnetzes während der Veraschung bedient man -sich zweckmäßig einer Vorrichtung, wie sie in Fig. 25 dargestellt -ist. An einem Gestell _St_ befinden sich zwei durch Schrauben -festzulegende Gabeln _G_, welche in der dem Brenner entsprechenden -Höhe festgeschraubt werden. Die Drahtstangen der Gabeln sind mit -Porzellanröhrchen belegt, um eine Berührung des Platinnetzes mit dem -Eisendraht zu verhindern. Während des Versuches drehe man das Netz -häufiger, so daß die untere Seite auch nach oben zu liegen kommt, weil -die Verbrennung in dem dem Brenner zugekehrten Teile des Netzes nicht -so vollkommen ist wie oben. - -[Illustration: Fig. 25. - -Veraschungs-Gestell.] - -Einen Verlust hat man während dieses Umdrehens und auch bei dem ganzen -Versuch nicht zu befürchten, da die Asche auch bei den feineren -Papieren in sich zusammenhält. Man kann nun allerdings der Asche nicht -ohne weiteres ansehen, wann sie vollständig ausgeglüht und alles -Organische verbrannt ist. Meist wird dies der Fall sein, wenn nach dem -Entfernen der Flamme in dem Rückstand Glimmen nicht mehr zu bemerken -ist. Sieht man noch Teile der Asche weiter glimmen, besonders wenn man -mit der Hand vorsichtig etwas Luft dagegen fächelt, so ist dies ein -Beweis dafür, daß noch unverbrannte Kohleteilchen vorhanden sind; das -Glühen muß sodann fortgesetzt werden, bis diese Erscheinung nicht mehr -auftritt. - -Die Asche erscheint alsdann als eine weiße bis weißgraue Masse, -vorausgesetzt, daß das verwendete Papier nicht mit einem farbigen, -unorganischen Farbstoff gefärbt war, der auch in der Glühhitze seine -Farbe nicht verliert. - -Nach dem vollständigen Erkalten bringt man das Netz mit seinem -Inhalt in das Gehänge der Wage und liest ab, über welchem Teilstrich -der Zeiger spielt; die Zahl der angezeigten Centigramme gibt den -Aschengehalt des Papiers in Prozenten an. - -Zahlreiche Vergleichsversuche, die mit Hilfe einer chemischen Wage -angestellt wurden, ergaben als größten Fehler der Postschen Aschenwage -0,23%, so daß sie für praktische Zwecke als vollkommen genügend -bezeichnet werden kann. Auf zwei kleine Fehlerquellen, die sie in sich -birgt, wird später noch eingegangen. - -Hat man den Aschengehalt durch Ablesen an der Teilung festgestellt, so -muß man sich überzeugen, ob die Veraschung vollständig durchgeführt -ist; denn häufig sieht der Rückstand sehr weiß aus und glimmt auch nach -dem Entfernen der Flamme nicht mehr nach, und dennoch befinden sich -im Innern noch Kohleteilchen, bis zu denen keine atmosphärische Luft -gedrungen ist und welche aus diesem Grunde nicht verbrennen konnten. -Man drückt deshalb nach dem Ablesen die Asche auf einem Papierblatt -mit Hilfe eines Glasstabes auseinander; finden sich im Innern noch -schwarze, unverbrannte Teile vor, so ist der Versuch als verfehlt zu -betrachten und es muß ein anderer ausgeführt werden. - -Von den beiden Fehlerquellen, die oben kurz erwähnt wurden, steckt die -eine in dem Platinnetz, die andere in dem an dem Netz befindlichen -Griff aus Messing. - -Dadurch, daß der Platindraht in der Glühhitze mit der Kohle aus dem -Papier zusammenkommt, entsteht eine Verbindung des Platins mit dem -Kohlenstoff, das sogenannte +Kohlenstoffplatin+, das sich in der -Glühhitze verflüchtigt. - -Das Platinnetz wird also während des Versuches leichter. - -Ein Netz, welches in der Versuchsanstalt gebraucht wurde und welches -ursprünglich 16,566 g schwer war, wog nach 74 Veraschungen nur noch -16,142; es hatte demnach 0,424 g oder 2,6% seines Anfangsgewichtes -verloren. - -Die Zerstörung des Platinnetzes geht schließlich so weit, daß die -ursprünglich etwa 1 mm starken Drähte haardünn werden und das Netz -durch ein neues ersetzt werden muß. - -Die andere Fehlerquelle liegt, wie schon erwähnt, in dem Messinggriff -des Netzes; beim Erhitzen des Papiers entstehen im Innern, wo die Luft -nicht sofort zutreten kann, Produkte der trockenen Destillation; diese -Kohlenwasserstoffe schlagen sich an dem kälteren Griff zum Teil nieder -und bilden hier eine schwarze, kohlige, schwer zu entfernende Masse. - -Der Metallgriff wird also während des Versuches schwerer und hebt mehr -oder weniger den durch das Platinnetz verursachten Fehler wieder auf. - -Diese beiden Unzuträglichkeiten sind bei der +Reimann+schen Aschenwage -vermieden. - - -Reimanns Aschenwage. - -Der eine Arm des Wagebalkens ist mit einem Gewicht aus einem Stück -gearbeitet (Fig. 26); der andere trägt zwei Wagschalen, von denen -die obere zum Auflegen eines Glasröhrchens (Fig. 27), die untere für -Gewichte bestimmt ist. Da die Wage ohne Glasrohr bei einer Belastung -von 21 g sich im Gleichgewicht befindet, so wähle man das Röhrchen -so aus, daß es dem Gewicht von etwa 19 g nahe kommt, ohne jedoch -diese Grenze zu überschreiten. Auf die untere Wagschale bringt man an -Gewichten 2 g und zwar ein Grammgewicht als solches und den Rest in -Deci- und Centigrammstücken. Eine etwaige Differenz gleicht man auf -der unteren Wagschale mit kleinen Metallstückchen sowie mittels der zu -diesem Zweck angebrachten Schraube _R_ aus. - -[Illustration: Fig. 26. - -Reimanns Aschenwage.] - -Eine Pinselarretierung, wie sie Fig. 26 zeigt, hat sich für das -Auflegen und Abnehmen der Gewichte als sehr praktisch erwiesen. - -Der Gang der Aschenbestimmung ist folgender. - -Nachdem die Wage mit dem aufgelegten Glasröhrchen so aufgestellt -ist, daß die Zunge nach rechts und links um gleich viel Teilstriche -ausschlägt, wird das Grammgewicht von der unteren Schale entfernt -und statt dessen so viel Papier aufgelegt, daß die Wagenzunge wieder -gleichmäßig um den Nullpunkt der Teilung spielt. Diese Menge Papier, 1 -g schwer, wird zusammengerollt, in ein Platinnetz gesteckt, wie es Fig. -27 zeigt, und nun in derselben Weise mit Hilfe des Gestelles Fig. 25 -verascht, wie es vorher auseinandergesetzt wurde. - -Ist die Veraschung beendigt, so steckt man das Platinnetz in das -Glasröhrchen und schüttet die Asche hinein; geringes Klopfen mit dem -Netz gegen die Wände des Glases genügt, um den Rückstand ohne jeden -Verlust in das Röhrchen überzuführen. - -[Illustration: Fig. 27. - -Glasröhrchen und Platinnetz zum Veraschen.] - -Da sich die Platinnetze beim Gebrauch häufig verbiegen und -zusammendrücken und die Asche sich dann schwer aus ihnen entfernen -läßt, so weitet man sie von Zeit zu Zeit dadurch wieder auf, daß man -sie über einen entsprechend starken Holzstab zieht. Das Röhrchen, -welches jetzt die Asche des Papiers enthält, wird nunmehr auf die obere -Wagschale gelegt und das Grammgewicht, welches beim Abwägen des Papiers -von der Schale fortgenommen wurde, auf diese zurückgebracht. - -Die Zunge der Wage wird nun naturgemäß nach der Seite der beiden -Wagschalen zu ausschlagen, und zwar um so mehr, je größer das Gewicht -der Asche ist. Um dieses zu bestimmen, entfernt man von den kleinen -Gewichten allmählich so viel, daß der Ausschlag der Zunge nach beiden -Seiten des Nullstriches gleich groß ist. Die Summe dieser Gewichte -ergibt das Gewicht der Asche; in Centigrammen ausgedrückt, bedeutet sie -den Prozentgehalt des Papiers an unverbrennlichen Bestandteilen. Wären -beispielsweise behufs Herstellung des Gleichgewichtes der Wage nach dem -Auflegen des Röhrchens mit der Asche 11 cg heruntergenommen worden, -so hätten 1 g oder 100 cg Papier 11 cg unverbrennliche Bestandteile -hinterlassen, d. h. das Papier würde 11% Asche enthalten. - -Es erübrigt noch zu bemerken, daß Bruchteile von Centigrammen an dem -Ausschlagen auf der Teilung abgelesen werden; die Wagen sind meist so -gebaut, daß ein Ausschlag von zwei Teilstrichen einer Belastung von -1 cg entspricht; auf diese Weise läßt sich also der Aschengehalt auf -Viertelprozente genau ablesen. - -Handelt es sich darum, genauere Angaben als diese über die im -Papier enthaltenen Füllstoffe zu erhalten, so reichen die beiden -beschriebenen Wagen für die Bestimmung nicht mehr aus und es muß eine -quantitative Bestimmung mit Hilfe der chemischen Wage vorgenommen -werden. - -Hierbei ist dann auch die im Papier enthaltene Feuchtigkeit zu -berücksichtigen, welche bei den eben erwähnten Methoden wegen des -geringen Einflusses, den sie auf das Endergebnis ausübt, nicht in -Betracht gezogen ist. - -Um den Feuchtigkeitsgehalt im Papier zu bestimmen, werden ungefähr 1-2 -g in ein Trockengläschen gebracht, wie es Fig. 28 zeigt; dieses wird -dann ohne Deckel in einem Luftbad 30 Minuten lang auf ungefähr 105° C. -bis zum gleichbleibenden Gewicht erhitzt. - -Nach Abzug des Gewichtes der Trockenflasche erhält man das Gewicht des -Papiers. - -Das getrocknete Papier wird darauf, auf eine Platinnadel gespießt -oder mit einem Platindraht umwickelt, verbrannt und der Rückstand in -einem kleinen Porzellan- oder Platintiegel so lange geglüht, bis zwei -aufeinanderfolgende Wägungen dasselbe Ergebnis liefern. Beim Glühen -stellt man den Tiegel schräg und legt den Deckel schräg gegen die -Tiegelöffnung, damit die Luft besser hinzutreten kann. - -Aus dem Gewicht des Papiers und des Rückstandes läßt sich dann der -Aschengehalt in Prozenten berechnen. - -[Illustration: Fig. 28. - -Trockengläschen.] - -+Heyse+[26] hat eine Veraschungsvorrichtung vorgeschlagen unter -Verwendung eines Porzellantiegels mit durchlochtem Deckel. Durch -das Loch ragt ein mit einer feinen Öffnung versehenes hartgelötetes -Kupferrohr mit Platinspitze, durch welches während des Veraschens mit -Hilfe eines Gummiballes Luft in den Tiegel geblasen wird. Hierdurch -wird der Verbrennungsprozeß wesentlich beschleunigt. Beim Einblasen der -Luft muß man natürlich vorsichtig zu Werke gehen, da sonst leicht Asche -aus dem Tiegel fortgeblasen werden kann. - -Es folgt nunmehr die qualitative Bestimmung des in der Asche -enthaltenen Füllstoffes, deren Erörterung indessen außer dem -Bereich dieser Anleitung liegt; es soll hier nur der Grund kurz -angegeben werden, weshalb eine qualitative Analyse zu einer genauen -Aschenuntersuchung erforderlich ist. - -Bei der Veraschung finden mit den im Papier vorhandenen mineralischen -Füllstoffen infolge des Glühens mehr oder weniger weitgreifende -chemische Veränderungen statt, indem teilweise Bestandteile -ausgetrieben, teilweise Füllstoffe in andere Verbindungen übergeführt -werden; es sei hierfür nur ein Beispiel erwähnt. - -Angenommen, es wäre einem Papierstoff Gips zugesetzt, wasserhaltiger -schwefelsaurer Kalk, von der Zusammensetzung CaSO_{4} + 2 H_{2}O. -Dieser Körper gibt beim Glühen sein Wasser ab, und in der Asche -bleibt nur wasserfreier schwefelsaurer Kalk (CaSO_{4}) zurück. -Unter Zugrundelegung der angegebenen Formel ergibt sich, daß 172 -Gewichtsteile Gips 136 Gewichtsteile schwefelsauren Kalk hinterlassen. -Somit hat man einen Glühverlust von rund 21%, der in Rechnung zu ziehen -ist durch Erhöhung des gefundenen Aschengehaltes um rund 26%. - -Außerdem kann ein Teil des Gipses bei ungenügendem Luftzutritt während -der Veraschung in Calciumsulfid übergeführt werden, wodurch ein -weiterer Verlust entsteht. - - [26] Wochenblatt für Papierfabrikation 1899, S. 239. - - - - -Mikroskopische Untersuchung. - - -Die Aufgabe der mikroskopischen Papierprüfung besteht hauptsächlich -darin, die Art der Fasern zu bestimmen, aus denen ein Papier -hergestellt ist; in zweiter Linie soll sie Aufschluß darüber geben, -in welchem Zustand sich die Fasern befinden und in welchen Mengen -sie vorhanden sind, soweit sich letzteres durch Abschätzung des -mikroskopischen Bildes im Vergleich mit Mischungen von bekannter -Zusammensetzung beurteilen läßt. - -Durch Anwendung von Jodlösungen verschiedener Art gelingt es, die -Papierfasern in Gruppen zu trennen, die das Auge leicht durch ihre -verschiedene Färbung unterscheiden kann. Innerhalb dieser Gruppen -wiederum Unterschiede durch Färbung hervorzurufen, ist trotz aller -Versuche bisher nicht gelungen. Eine sichere Kenntnis des Baues der -Fasern bleibt daher ein unbedingtes Erfordernis zu ihrer Erkennung. Der -Bau der Zelle gibt hierzu Anhaltspunkte, obschon diese nicht immer so -sicher sind, daß Verwechselungen einzelner Fasern ausgeschlossen wären. - - -Vorbereitung des Papiers. - -Das Papier als solches ist zum Mikroskopieren nicht ohne weiteres -geeignet. Stellenweise wird vorgeschrieben, ein kleines Stück des -zu untersuchenden Papiers auf dem Objektglase in einem Tropfen -Wasser, Glycerin o. a. mit Präpariernadeln zu zerfasern und unter dem -Mikroskope zu betrachten; diese Methode ist roh und unvollkommen, weil -die neben den Fasern im Papier vorhandenen Körper, wie Leim, Stärke, -Füllstoffe u. s. w., den Bau der Zelle verdecken und ihr Erkennen -erschweren. Um diese der Untersuchung hinderlichen Bestandteile zu -entfernen, ist es erforderlich, das Papier zunächst in ganz verdünnter -Natron- oder Kalilauge zu kochen. - -Zur Erlangung einer guten Durchschnittsprobe entnimmt man, am besten -aus verschiedenen Bogen, kleine Stücke des zu untersuchenden -Materials, übergießt sie in einer Porzellanschale mit einer geringen -Menge etwa 5prozentiger Natronlauge, läßt diese einige Zeit einwirken, -fügt dann Wasser hinzu und erhitzt das Ganze zum Kochen. Schon -bei diesem Kochen verrät sich die Anwesenheit eines Faserstoffes, -nämlich die des Holzschliffes. Holzschliffhaltiges Papier färbt sich -erbsengelb, während holzschlifffreies Papier im Aussehen unverändert -bleibt. - -Man kocht ungefähr eine Viertelstunde und rührt dabei häufig mit -einem Glasstabe um; Papiere aus geringerem Material verlieren hierbei -ihren Zusammenhang ziemlich leicht und liefern eine breiige Masse, -während festere Papiere sich erst nach längerem Rühren zerfasern. Ist -das Kochen beendet, so bringt man das Ganze in einen unten durch ein -feinmaschiges Sieb verschlossenen Spültrichter von nebenstehender Form -(Fig. 29) und gießt Wasser über die darin befindliche Masse, um die den -Fasern anhaftende Lauge zu entfernen. - -[Illustration: Fig. 29. - -Spültrichter.] - -Der Brei wird dann in eine weithalsige, mit Glasstopfen versehene -Flasche gebracht, deren Boden etwa 2 cm hoch mit kleinen Granaten -bedeckt und die außerdem etwa zur Hälfte mit Wasser gefüllt ist. Die -weitere Zerfaserung wird nun dadurch bewirkt, daß die Flasche kräftig -geschüttelt wird, bis die Stoffklumpen verschwunden sind und ein -gleichmäßiger dünner Brei entstanden ist. Der so erhaltene Ganzstoff -wird mittels des erwähnten Siebtrichters abfiltriert und aus dem Brei -dann das Material für die mikroskopischen Präparate entnommen. - -Man erhält auf diese Weise klare mikroskopische Bilder, da die Fasern -durch den Kochprozeß von allen Stoffen befreit sind, die ihren Bau -verdecken und die mikroskopische Untersuchung erschweren; ferner läßt -sich der gewonnene Brei bequem präparieren und schließlich stellt die -erhaltene breiige Masse eine gute Durchschnittsprobe dar. - -Der Wasserzusatz in der Schüttelflasche hat einerseits den Zweck, die -Beweglichkeit des Stoffes zu erhöhen und die Fasern der Einwirkung -der Granaten leichter zugänglich zu machen, andererseits dient er -dazu, eine zu starke Einwirkung zu verhindern; nimmt man zu wenig -Wasser, so kann es vorkommen, daß die Fasern durch das Schütteln so -stark angegriffen werden, daß sie im mikroskopischen Bilde entstellt -erscheinen. Dieser Fall wird besonders dann eintreten, wenn man bei -wenig Brei und wenig Wasser sehr lange und kräftig schüttelt. Aber -auch bei hinreichendem Wasserzusatz ist das Schütteln nur so lange -fortzusetzen, bis die klumpigen Massen zerteilt sind. - -Bei Beobachtung dieser Vorsicht hat man keine störende Veränderung im -Zustande der Fasern zu befürchten. - -Sehr bequem ist, besonders bei kleinen Proben und sehr festem Papier, -die Vorbereitung im Reagensglase ohne Verwendung von Granaten. Man -kocht die Probe mehrere Minuten mit einer etwa 5prozentigen Lauge, -kühlt etwas ab, verschließt die Mündung des Röhrchens mit dem Daumen -und schüttelt so lange, bis vollständige Zerfaserung eingetreten ist. -Der Inhalt des Röhrchens wird dann auf ein kleines Sieb gebracht und -die zurückbleibende Fasermasse, nachdem sie mit Wasser gewaschen ist, -zur Herstellung der mikroskopischen Präparate benutzt. - -Die Reinigung der Schüttelflaschen, der Siebtrichter und -Porzellanschalen wird am besten gleich nach dem Gebrauch vorgenommen, -oder man stellt die benutzten Gegenstände (die Schüttelflaschen -geöffnet) in ein großes Gefäß mit Wasser, damit die Faserreste nicht -antrocknen. Die Schüttelflasche wird behufs Reinigung zur Hälfte mit -Wasser gefüllt, tüchtig durchgeschüttelt, wieder entleert und so -weiterbehandelt, bis in dem über den Granaten stehenden Wasser keine -Fasern mehr bemerkt werden; auch ganz vereinzelte Fasern sind in dem -Wasser deutlich sichtbar. - -Pappen und Preßspäne, welche beim Kochen mit Lauge nur schwer -erweichen, spaltet man vorher in dünne Blätter, um sie der Einwirkung -der Lauge leichter zugänglich zu machen. In solchen Fällen leistet -außerdem ein mechanisches Rührwerk, das sich z. B. leicht mit der -kleinen +Raabe+schen Turbine antreiben läßt, gute Dienste. - -Gefärbte Papiere werden im allgemeinen nicht anders behandelt -als ungefärbte. Die Farbe wird häufig schon durch den Kochprozeß -vollständig zerstört oder so umgewandelt, daß sie bei der Untersuchung -nicht hindert; auch bei widerstandsfähigeren Farben pflegt die -mikroskopische Untersuchung von gefärbtem Papierbrei im allgemeinen -nicht größere Schwierigkeiten zu machen als das Mikroskopieren von -ungefärbtem Brei. Eine besondere Behandlung des Papiers oder des -Breies zur Entfernung des Farbstoffes ist nur dann erforderlich, wenn -die Farbe so dunkel ist, daß sie den Bau der Faser verdeckt. Als -Farbstoff lösende oder zerstörende Mittel kommen hauptsächlich Alkohol, -Salzsäure, Salpetersäure und Chlorkalk in Betracht. Ein Verfahren, -das in allen Fällen zum Ziel führt, kann nicht angegeben werden, da -es in jedem Fall von der chemischen Natur des verwendeten Farbstoffes -abhängig ist. - -Nicht geleimte Papiere, Löschpapiere, Filtrierpapiere, Halbstoffe -u. s. w. lassen sich schon mit Wasser zerkochen. Indessen tut man gut, -auch in diesen Fällen etwas Lauge hinzuzufügen, da hierdurch bessere -Färbungen und klarere mikroskopische Bilder erzielt werden. Nur bei -wollhaltigen Papieren (Kalanderpapier, Schrenzpapier, Dachpappe -u. s. w.) ist Lauge ganz zu vermeiden, da Wolle von Natronlauge -aufgelöst wird. - - -Herstellung der Präparate. - -Wie schon erwähnt, wird das Erkennen der Fasern durch Anwendung -geeigneter färbender Lösungen wesentlich erleichtert; als solche kommen -vorzugsweise eine Jod-Jodkaliumlösung und eine Chlorzinkjodlösung von -bestimmter nachstehend angegebener Zusammensetzung in Betracht. - - 1. +Jod-Jodkaliumlösung.+ - Wasser 20 ccm - Jodkalium 2 g - Jod 1,15 „ - Glycerin 2 ccm - - 2. +Chlorzinkjodlösung.+ - -Man stelle zunächst die folgenden beiden Lösungen her: - - +Lösung A+ - 20 g trockenes Zinkchlorid in 10 g Wasser. - - +Lösung B+ - 2,1 g Jodkalium und 0,1 g Jod in 5 g Wasser. - -Man vermische dann A mit B, lasse den entstehenden Niederschlag sich -absetzen und gieße die überstehende klare Reaktionsflüssigkeit ab; in -diese bringt man ein Blättchen Jod. - -Auf genaue Innehaltung der Mengenverhältnisse der einzelnen -Bestandteile ist zu achten, da schon bei geringen Abweichungen die -Wirkung der Lösung beeinträchtigt wird. Beide Lösungen, die vor Licht -zu schützen sind, füllt man zum Gebrauch am vorteilhaftesten in braune -Pipettenflaschen. - -Die Art der Färbung der für die Papierfabrikation hauptsächlich in -Frage kommenden Fasern bei Anwendung der beiden Lösungen ist aus -nachstehender Zusammenstellung ersichtlich. - -Leider lassen sich die Färbungen der verschiedenen Fasern nicht bei -jedem Papier scharf abgrenzen, da die Farbtöne, zumal bei stark -zermahlenen Stoffen, zuweilen ineinander übergehen. - - ============================+========================================== - Fasern | Färbung in - | Jod-Jodkalium- | Chlorzinkjod- - | lösung[27] | lösung[28] - ============+===============+=====================+==================== - Gruppe I |Holzschliff, | teils leuchtend | - (Verholzte | rohe Jute, | gelbbraun, | zitronengelb bis - | schlecht | teils gelb, je | dunkelgelb - Fasern) |aufgeschlossene| nach Schichtendicke | - | Zellstoffe | und Verholzungsgrad | - +---------------+---------------------+-------------------- - | Strohstoff | teils gelbbraun, | teils gelb, - | | teils gelb, | teils blau, - | | teils grau | teils blauviolett - ------------+---------------+---------------------+-------------------- - | Holzzellstoff | | - | und Adansonia | grau bis braun | blau bis rotviolett - +---------------+---------------------+-------------------- - | Stroh- und | | blau bis - Gruppe II | Jutezellstoff | grau | blauviolett - (Zellstoffe)+---------------+---------------------+-------------------- - | Esparto | teils grau, | teils blau, teils - | | teils braun | weinrot - +---------------+---------------------+-------------------- - | Manilahanf | teils grau, | blau, blauviolett, - | | teils braun, | rotviolett, - | | teils gelbbraun | schmutziggelb, - | | | grünlichgelb - ------------+---------------+---------------------+-------------------- - Gruppe III | Leinen, Hanf, | schwach- bis | schwach bis stark - (Lumpen- | Baumwolle | dunkelbraun, dünne | weinrot[29] - fasern) | | Lamellen fast | - | | farblos | - -+Jenke+[30] hat empfohlen, die Fasern in folgender Lösung zu beobachten: - - 50 ccm gesättigte Chlormagnesiumlösung - 2,5 „ Jod-Jodkaliumlösung (2 g KJ, 1,15 g J, 20 ccm H_{2}O). - -Hierin erscheinen: - - Lumpen braun, - Strohzellstoff blauviolett, - Holzzellstoff ungefärbt bis schwach rötlich, - Holzschliff, rohe Jute gelb. - -+Behrens-Delft+[31] hat vorgeschlagen, die verschiedene -Aufnahmefähigkeit der Fasern für gewisse Anilinfarben zur Trennung zu -benutzen; man erzielt auf diese Weise unterscheidende Färbungen, die in -gewissen Fällen recht wertvoll sind (siehe S. 84). - -+v. Höhnel+[32] behandelt Faserbrei mit Jod-Jodkaliumlösung (eine etwa -3 cm starke Schicht soll rubinrot sein) und nach dem Abdrücken mit -Fließpapier mit Schwefelsäure von bestimmter, durch praktische Versuche -mit Fasern zu ermittelnder Stärke. - -Dann färben sich: - - Lumpen rotviolett, - Zellstoffe von Holz und Stroh rein blau, - Holzschliff und rohe Jute dunkelgelb. - - [27] Vergl. Tafel XIII. - - [28] Vergl. Tafel XIV. - - [29] Erscheinen die Lumpenfasern bläulich, so ist die Lösung zu stark - und muß vorsichtig mit Wasser verdünnt werden, bis sich die - Lumpen rot färben. Werden die Zellstofffasern nicht blau, - sondern rötlich gefärbt, so ist die Lösung zu schwach; sie kann - meist durch geringen Zusatz von Zinkchlorid brauchbar gemacht - werden; gelingt dies nicht, so ist die Lösung neu anzufertigen. - - [30] Papierzeitung 1900, No. 77. - - [31] +H. Behrens+, Mikrochemische Analyse 1896. - - [32] +v. Höhnel+, Über eine neue Methode der mikroskopischen - Papierprüfung. Mitt. a. d. Technol. Gew. Museum. Wien 1889, - S. 6-8. - - -Untersuchung des durch Kochen erhaltenen Breies. - -Zum Zerteilen des Breies auf dem Objektglase bedient man sich zweier -Präpariernadeln, am besten aus Platin, da andere Materialien, -namentlich Hornnadeln, von der Jodlösung stark angegriffen werden. - -[Illustration: Fig. 30. - -Mikroskopierbrücke.] - -Beim Arbeiten mit der Jod-Jodkaliumlösung kann man ein Klümpchen -des erhaltenen Breies ohne weiteres verwenden; beim Färben mit der -Chlorzinkjodlösung muß es erst von dem mechanisch anhaftenden Wasser -befreit werden. Zu diesem Zwecke drückt man es auf ein Stückchen -porösen Ton, Gips o. a.; fehlt es an derartigem Material, so läßt -sich das Wasser auch durch sorgfältiges Ausstreichen des Breies auf -der Hand entfernen. Die Beseitigung des Wassers ist bei Anwendung von -Chlorzinkjodlösung erforderlich, weil anderenfalls die Färbung nicht -mit der nötigen Schärfe eintritt. - -Das ausgedrückte Breiklümpchen bringt man auf das Objektglas, fügt 1-2 -Tropfen der Lösung hinzu und verteilt die Fasern möglichst gleichmäßig. - -Das Objektglas legt man hierbei hohl über eine weiße Unterlage, da -sich die Fasern auf diese Weise am besten vom Untergrund abheben. Fig. -30 zeigt eine Vorrichtung, wie sie zu diesem Zwecke angewendet wird. -Jedes Präparat wird mit einem Deckgläschen vom Rande der Flüssigkeit -aus vorsichtig bedeckt und mit einem scharf beschnittenen Stück -Fließpapier, welches man gegen den Rand hält, die zuviel zugesetzte -Lösung fortgenommen. Hierbei ist indessen darauf zu achten, daß man -das Papier nicht zu lange saugen läßt, da sonst zwischen Objekt- und -Deckglas Luftblasen entstehen, die beim Untersuchen stören. - -Zur staubfreien Aufbewahrung und bequemen Entnahme der Deckgläschen -hat die Firma +L. Schopper+-Leipzig auf Anregung der Versuchsanstalt -Behälter angefertigt, die sich als sehr praktisch erwiesen haben; aus -Fig. 31 ist deren Bau und Wirkungsweise ohne weiteres zu ersehen; die -Füllung mit Deckgläschen erfolgt bei abgenommenem Deckel nach dem -Herunterklappen der Rückwand, die Entnahme der Gläschen von unten; der -zwischen der unteren Platte und der Vorderwand befindliche Schlitz -kann mittels einer Schraube so eingestellt werden, daß immer nur das -unterste Deckgläschen entnommen werden kann. - -[Illustration: Fig. 31. - -Deckglasbehälter.] - -Für die Untersuchung der Fasern empfiehlt sich eine etwa 150fache -lineare Vergrößerung; man erkennt zwar viele Fasern schon bei einer -geringeren Vergrößerung, aber die Feinheiten des Faserbaues gehen -hierbei verloren. In der Versuchsanstalt wird mit +Zeiß+schen -Mikroskopen, gewöhnlich mit dem Okular Nr. 2 und dem Objektiv D, -gearbeitet. Diese Zusammenstellung entspricht ungefähr einer 150fachen -Vergrößerung, die für die Unterscheidung der Fasern meist ausreicht und -sich sehr gut bewährt hat. - -Will man sich einen Überblick über die Menge der verschiedenen -Faserarten verschaffen, so wählt man eine geringere, etwa 50fache -Vergrößerung, damit eine größere Fläche auf einmal übersehen werden -kann. - - -Unterscheidungsmerkmale der in der Tabelle Seite 66 aufgeführten -Fasern.[33] - - -Gruppe I: Verholzte Fasern. - - -Holzschliff[34] (Tafel I). - -Zur Herstellung von Holzschliff werden vorzugsweise Nadelhölzer (Pinus -Picea Fichte, P. sylvestris Kiefer, P. Abies Weißtanne und auch wohl P. -Larix Lärche) verwendet. - -Der anatomische Bau aller zu den Nadelhölzern gehörigen Arten ist sehr -gleichartig und deshalb die auf geringe Verschiedenheiten in dem Bau -der Markstrahlzellen gestützte Unterscheidung oft recht schwierig. -Bei der Papierprüfung hat diese Unterscheidung im allgemeinen wenig -Wert, und es soll daher, um den Stoff nicht unnütz zu erschweren -und zu erweitern, auf die anatomischen Verschiedenheiten der -einzelnen Koniferenarten nicht eingegangen werden. In +Wiesners+ -Technischer Mikroskopie und in ähnlichen Werken kann man die -Unterscheidungsmerkmale finden. - -[Illustration: Fig. 32.] - -[Illustration: Fig. 33.] - -Diejenigen Zellen nun, die dem Beobachter sofort auffallen und die am -zahlreichsten vertreten sind, sind die sogenannten +Holzzellen+, -teils dick- teils dünnwandige Zellen, die durch die Tüpfel oder -behöften Poren sehr charakteristisch gekennzeichnet sind. Die Tüpfel -erscheinen, von der Fläche aus gesehen, meist als zwei konzentrische -Kreise, wie dies aus Fig. 32, die eine schematische Darstellung dieser -Tüpfel, a) von der Fläche gesehen, b) in Seitenansicht, zeigt, deutlich -zu ersehen ist. Ansicht b) wird man indessen bei Untersuchungen selten -wahrnehmen. Die Tüpfel erscheinen mehr oder weniger elliptisch geformt -und zur Längsachse der Zelle schief gestellt. - -[Illustration: Fig. 34.] - -Wenn auch ein großer Teil der Holzzellen beim Schleifen des Holzes -zertrümmert wird (Fig. 33), so kommen doch auch noch viele gut -erhaltene im Papier vor, an denen man diese Tüpfel deutlich wahrnehmen -kann (Fig. 34). - -[Illustration: Fig. 35.] - -Neben diesen Holzzellen sind jedoch noch andere vorhanden, die sich -ebenso vorzüglich zur Erkennung des Holzschliffes eignen, nämlich die -+Markstrahlzellen+, welche im Stamme von der Mitte aus sternförmig nach -außen verlaufen und durch ihr gitterförmiges Gefüge auffallen. - -Fig. 35 zeigt derartige Markstrahlzellen, wie sie über darunter -liegende Holzzellen fortlaufen. - -Außer den Nadelhölzern werden auch in geringem Umfange Laubhölzer, -wie Birke, Pappel u. a., verschliffen. Zur Erkennung dieser -Laubholzschliffe wird auf das S. 73-75 bei Besprechung der Zellstoffe -aus diesen Hölzern Gesagte verwiesen. - - -Jute (Tafel II). - -Was man unter dem Namen Jute namentlich zur Herstellung von Packpapier, -Zuckerpapier, Briefumschlagpapier, sogenanntem Manilapapier u. s. w. -verwendet, sind die Bastzellen mehrerer ostindischer Pflanzenarten -(Corchorus olitorius, C. capsularis, C. fuscus, C. decemangulatus u. -a.). Sie lassen sich schwer bleichen und finden deswegen für feine -Papiere keine Verwendung. - -Die charakteristische Eigentümlichkeit der +Bastfasern+ dieser -Pflanzen besteht darin, daß die Wandstärke der Zellen an verschiedenen -Stellen verschieden ist und oft schon im Bereich des mikroskopischen -Bildes stark wechselt. Zuweilen ist die Wand sehr dünn, dann wird sie -mehr oder minder plötzlich dicker und verdickt sich oft so sehr, daß -die Höhlung der Zelle nur noch als eine dünne Linie erscheint oder auf -kurze Strecken vollständig verschwindet, um eine kurze Strecke weiter -dieselben Wandlungen von neuem durchzumachen (Fig. 36). - -[Illustration: Fig. 36.] - -Man darf indessen nicht erwarten, daß jede Zelle diese Merkmale so -auffallend zeigt wie eben geschildert; an manchen sind sie schwer -aufzufinden, und man muß die Zelle erst unter dem Mikroskop verfolgen, -um Verschiedenheiten in der Wandstärke zu entdecken. - -Stellenweise zeigen die Fasern Poren und ganz ähnliche Verdickungen -(Knoten), wie wir sie später bei der Leinenfaser regelmäßig antreffen -werden; diese Knoten heben sich in Jod-Jodkaliumlösung durch ihre in -ein mehr oder weniger gelbes Braun übergehende Färbung deutlich gegen -die anderen Teile der Zelle ab. - -Häufig kommt es vor, daß man die Jutefasern noch zu ganzen Bündeln -vereinigt in dem mikroskopischen Bilde erblickt (Tafel II). Zur -Erkennung des anatomischen Baues sind solche Bündel wenig geeignet, -weil meist eine Zelle die andere verdeckt. - -Hinsichtlich der charakteristischen Merkmale von Strohstoff und -schlecht aufgeschlossenem Holzzellstoff wird auf S. 76 u. 99 verwiesen. - - [33] Die Angaben über die Färbung in Jod-Jodkalium- und - Chlorzinkjodlösung sollen bei Besprechung der einzelnen Fasern - nicht wiederholt werden; es wird hierzu auf die Tabelle S. 66 - verwiesen. - - [34] Den Namen „Holzstoff“ für Holzschliff sollte man vermeiden, da - er als solcher angewendet ungenau und mit dem Vermerk - „+mechanisch zubereitet+“ versehen etwas umständlich ist. - - -Gruppe II: Zellstoffe. - - -Nadelholzzellstoff (Tafel III). - -Für das Erkennen des Nadelholzzellstoffes unter dem Mikroskop gilt -natürlich im allgemeinen das vorher beim Holzschliff Gesagte; man -erkennt ihn an den behöften Poren oder Tüpfeln der Holzzellen. Jedoch -ist zu bemerken, daß das Gefüge der Zellen infolge des voraufgegangenen -Kochprozesses weniger deutlich hervortritt als beim Holzschliff. Häufig -ist man nicht im stande, die beiden konzentrischen Kreise der Poren -genau wahrzunehmen; die Tüpfel erscheinen dann mehr wie kreisförmige -oder elliptisch geformte helle Stellen auf den Zellwänden. Ferner -fehlen meist die charakteristischen Markstrahlzellen, die nur in -seltenen Fällen und auch dann nur höchst undeutlich zu erkennen sind. -Neben den behöften Poren zeigen die Fasern große einfache Poren (Fig. -37), die im Gegensatz zu den ersteren durch den Kochprozeß weit klarer -sichtbar werden. - -[Illustration: Fig. 37.] - -[Illustration: Fig. 38.] - -Bei nicht völlig aufgeschlossenem Zellstoff kommt es vielfach vor, -daß die Fasern eine schwach gelbliche Färbung aufweisen. Dies beruht -darauf, daß man es nicht mit vollkommen reinem Zellstoff, sondern mit -Zellen zu thun hat, die noch, wenn auch in ganz geringem Maße, verholzt -sind. Es kann bei einem solchen Material, wenn man es makroskopisch mit -Phloroglucin behandelt, vorkommen, daß man infolge der auftretenden -Rotfärbung glaubt, es mit Holzschliff zu tun zu haben. - -Auf die Verschiedenheiten der von verschiedenen Nadelhölzern -herrührenden Zellstoffe soll hier nicht näher eingegangen werden; es -sei um so mehr auf das hierüber beim Holzschliff Gesagte verwiesen, als -die Unterscheidungsmerkmale hier noch weniger deutlich hervortreten als -beim geschliffenen Holz. - -Die meisten Zellstoffe dürften wohl von der Fichte herrühren, die sich -wegen ihres geringen Harzgehaltes am besten zur Fabrikation eignet. - -Auf eine Eigentümlichkeit sei noch besonders hingewiesen; es treten bei -manchen Holzzellstofffasern Erscheinungen auf, wie sie der Baumwolle -eigen sind, nämlich spiralförmige Windungen der Zelle und gitterförmige -Streifung der Zellwände (Fig. 38). Verwechselung mit Baumwolle ist -indessen bei einiger Übung ausgeschlossen. - - -Laubholzzellstoff. - -Die Fasern der Laubhölzer bieten nicht so charakteristische und leicht -auffindbare Merkmale dar wie die der Nadelhölzer. Die +Holzzellen+ -sind meist dünnwandig, die breiteren sparsam mit Poren versehen, die -eine scharf begrenzte mandelförmige, seltener rundliche Gestalt haben -und zur Längsachse der Zelle schief gestellt sind. - -Bemerkenswert sind bei den Laubhölzern die zahlreichen röhrenartigen -+Gefäße+, die einen größeren Porenreichtum aufweisen und zur -Unterscheidung der einzelnen Holzarten einen Anhalt geben. - - -Birkenholzzellstoff (Tafel IV). - -Die +Holzzellen+ der Birke sind oft sehr dünnwandig; die dickwandigen -sind den Bastzellen des Strohes nicht unähnlich. - -[Illustration: Fig. 39.] - -Die dünnwandigen Zellen tragen vielfach einfache mandelförmige -Poren, deren Längsachsen teilweise parallel, teilweise schief zur -Zellrichtung verlaufen (Fig. 39); zuweilen nehmen die Poren auch eine -mehr oder weniger rundliche Gestalt an. Die Enden der Zellen sind sehr -mannigfaltig, teilweise sehr spitz, teilweise abgestumpft bis rund. - -Die +Gefäße+, die oft noch vollständig und sehr schön erhalten -im Papier vorkommen, sind mit einer großen Anzahl einfacher -schlitzförmiger Poren versehen, die senkrecht zur Längsachse des -Gefäßes gestellt sind. Diese Poren sind zuweilen über das Gefäß -gleichmäßig verteilt (Fig. 40). - -[Illustration: Fig. 40.] - -An den Enden sieht man die gitterförmig durchbrochenen Querwände der -Gefäße sehr schön. Der Gefäßreichtum ist bei der Birke sehr groß. - -Der Birkenzellstoff gibt zwar ein sehr schön weißes, aber wenig festes -und dehnbares Papier und wird wohl nur in Ländern hergestellt, wo es an -anderen Holzarten, namentlich an Nadelhölzern, fehlt. - - -Pappelholzzellstoff (Tafel V). - -Zur Herstellung dürfte vorzugsweise das Holz der Zitterpappel (Populus -tremula) und der Weißpappel (P. alba) Verwendung finden. Unter den -Laubhölzern liefern diese beiden Hölzer den zur Bereitung von Papier -geeignetsten Zellstoff. - -Über die +Holzzellen+ der Pappel läßt sich kaum etwas anderes sagen -als über die der Birke; sie sind einander zum Verwechseln ähnlich; die -breiteren weisen hier nicht so viele und in der Regel kleinere Poren -auf als die der Birke. Schmale Zellen mit knotenförmigen Verdickungen -(Fig. 41) kommen ziemlich häufig vor. - -An +Gefäßen+ ist die Pappel ärmer als die Birke. Die Poren sind größer -als bei der Birke und von einem fünf- bis sechseckig-rundlichen Hof -umgeben (Fig. 42); auch große einfache Poren sind in den Gefäßwänden -vorhanden (Fig. 43). Charakteristisch für die Gefäße sind die -schwanzartigen Enden, die oft eine beträchtliche Länge erreichen (Fig. -43). Die gitterförmig durchbrochenen Querwände, die bei der Birke -so charakteristisch hervortreten, fehlen hier. Andere Laubhölzer, -wie Linde, Erle, Ahorn u. s. w., dürften wohl auch gelegentlich zu -Zellstoff verarbeitet werden, ein weiteres Eingehen hierauf erscheint -indessen nicht am Platze. - -[Illustration: Fig. 41.] - -[Illustration: Fig. 42.] - -[Illustration: Fig. 43.] - - -Strohzellstoff (Tafel VI). - -Zur Herstellung von Strohzellstoff wird das Stroh aller Getreidearten -verarbeitet, und es wird hauptsächlich von der Lage einer -Strohstofffabrik abhängen, ob sie mehr Roggenstroh, Weizenstroh -oder andere Strohsorten verwendet. Am meisten dürfte bei uns wohl -Roggenstroh zur Verarbeitung kommen. - -[Illustration: Fig. 44.] - -[Illustration: Fig. 45.] - -[Illustration: Fig. 46.] - -Es soll hier auf die Beschreibung der geringen anatomischen -Unterschiede, welche die einzelnen Stroharten im Bau der Oberhautzellen -aufweisen, aus demselben Grunde wie bei dem Holzzellstoff nicht -eingegangen werden; unser Urteil über ein Papier, das Strohzellstoff -enthält, wird nicht wesentlich vollkommener, wenn wir erfahren, daß -letzterer z. B. dem Weizenstroh entstammt. - -Aus einem mikroskopischen Bilde von Strohfasern heben sich sofort die -sehr charakteristisch geformten +Oberhautzellen+, dickwandige, mehr -oder weniger verkieselte Zellen, deren Ränder wellenförmig gebogen -sind, deutlich ab. Mit diesen wellenförmigen Ausrandungen schließen -die Zellen dicht aneinander, und in dem Strohstoff findet man noch -kleine Kolonien solcher innig miteinander verbundenen Zellen; im -Strohzellstoff und aus diesem hergestellten Papier sind sie selten. -Diese Oberhautzellen kommen in den mannigfachsten Größen vor; das -Verhältnis von Länge zu Breite wechselt von 1/1 bis auf mehr als 10/1. -Auch die Ausrandungen haben verschiedene Gestalt; bald hat man tiefe -Einbuchtungen, bald nur schwache Wellenlinien. Wenn nun auch diese -Oberhautzellen ein leichtes Erkennen des Strohzellstoffes ermöglichen, -so bilden sie doch nur einen geringen Teil aller aus dem Stroh -stammenden Zellen; unter diesen herrschen die +Bastzellen+ bei weitem -vor. Diese dünnen langgestreckten Fasern, welche von sehr regelmäßigem -Bau sind, werden von einem nach dem Ende zu sich verjüngenden schmalen -Hohlkanal durchzogen (Fig. 44). In ziemlich regelmäßigen Abständen -zeigt die Wandung knotige Verdickungen. Diese Verstärkungen erstrecken -sich oft auch nach dem Innern der Zelle, so daß das Lumen an diesen -Stellen eng zusammengeschnürt erscheint. - -[Illustration: Fig. 47a, b, c.] - -Die Bastzellen weisen zahlreiche Poren auf, die als dunkele Linien von -der Höhlung aus nach außen zu verlaufen. - -Neben diesen beiden Arten von Zellen, den Oberhaut- und Bastzellen, -findet sich beim Stroh eine große Anzahl sehr dünnwandiger -+Parenchymzellen+ (Fig. 45); diese sind an beiden Enden abgerundet; -teilweise erscheinen sie fast kreisförmig, teilweise sehr -langgestreckt, mehr oder weniger mit einfachen Poren versehen. Sie sind -von Wichtigkeit für die Untersuchung, weil sie, wie wir später sehen -werden, ein Mittel an die Hand geben, Strohzellstoff von Alfazellstoff -zu unterscheiden. - -In untergeordnetem Maße treten +Gefäße+ auf. - -Vielfach unverletzt trifft man +Tüpfelgefäße+ an, dünnwandige, -röhrenförmige Zellen, deren Wände von sehr zahlreichen rundlichen oder -schlitzförmigen Poren durchsetzt sind (Fig. 46). - -+Spiralgefäße+ in unversehrtem Zustande (Fig. 47a) sind sehr selten; -meist sind die Spiralen durch die Bearbeitung auseinandergezogen und -finden sich als wurmartige Gebilde im Präparate (Fig. 47b). Dasselbe -gilt von den +Ringgefäßen+; die Ringe sind meist aus den Gefäßen -herausgetreten und zeigen sich dem Beobachter als solche (Fig. 47c). -Zu erwähnen sind ferner noch die +Sklerenchymelemente+, sehr stark -verdickte und verkieselte Zellen (Fig. 48). - -[Illustration: Fig. 48.] - - -Alfa-(Esparto-)Zellstoff (Tafel VII). - -Die zu den Gramineen gehörigen Ligaeum Spartum und Stipa tenacissima, -zwei in Spanien und namentlich Nordafrika in großen Mengen vorkommende -Pflanzen, liefern das Rohmaterial für den Alfa- oder Espartozellstoff, -der dem Strohzellstoff sehr nahe steht, bei uns indessen nur in -beschränktem Maße Verwendung findet. Der Bau der Zellen ist dem der -Strohzellen sehr ähnlich, und es dürfte nicht immer möglich sein, zu -entscheiden, ob z. B. eine im Papier vorgefundene Oberhautzelle von -Stroh oder Esparto herrührt. - -Im allgemeinen ist der Bau der Alfazellen zierlicher und Länge und -Breite der Zellen sind kleiner als beim Stroh; jedoch ist es nicht -immer möglich, hierauf eine sichere Unterscheidung zu gründen. - -Die +Bastzellen+ sind im Gegensatz zu denen des Strohes kurz und häufig -in ihrer ganzen Länge im mikroskopischen Gesichtsfelde zu beobachten. -Sie sind sehr regelmäßig gebaut und haben stark verdickte Zellwände, so -daß der Hohlkanal oft nur als Linie erscheint. Unregelmäßigkeiten im -Verlauf der Höhlung, wie wir sie beim Stroh kennen gelernt haben, sind -beim Alfa nicht zu bemerken. - -Von den +Oberhautzellen+ läßt sich im wesentlichen nichts anderes -sagen als von denen des Strohes. Von verschiedenen Seiten ist auf -die angeblich verschiedenartig scharfe Ausrandung der Oberhautzellen -eine Unterscheidung gegründet worden, die indessen kaum stichhaltig -sein dürfte; hiernach sollen diese Zellen bei Alfa tiefer ausgerandet -sein als beim Stroh. Die zahlreichen Untersuchungen, die in der -Versuchsanstalt ausgeführt sind, haben jedoch gezeigt, daß auch Stroh -sehr tief ausgerandete Oberhautzellen aufweist. - -Die Zähnchen beim Alfastoff hingegen (Fig. 49) geben ein recht -gutes Unterscheidungsmerkmal ab. Diese finden sich in Alfapapieren -in ziemlicher Menge und in mannigfachster Form vor, bald kurz und -gedrungen, bald lang und spitzig, oder hakenförmig umgebogen. - -Große dünnwandige Parenchymzellen fehlen beim Alfastoff vollständig, -und so liefern diese beiden Elemente ein Mittel, Stroh und Alfa zu -unterscheiden. - -[Illustration: Fig. 49.] - -Die auch beim Alfastoff vorkommenden Sklerenchymelemente sind ähnlich -wie beim Stroh. - - -Zellstoff aus Jute, Manila und Adansonia. - -Die +Bastfasern+ dieser drei Pflanzenarten sind zum Teil einander so -ähnlich, daß sie, namentlich in Gemischen, nicht immer mit Sicherheit -voneinander unterschieden werden können.[35] Ein Umstand, der das -Bestimmen der Faserart erschwert, ist die oft sehr verschiedenartige -Färbung bei Behandlung mit mikrochemischen Reagentien. Diese -Verschiedenartigkeit wird dadurch veranlaßt, daß die Fasern, welche -im Rohzustande alle mehr oder weniger verholzt sind, im Hinblick auf -ihre vorzugsweise Verwendung zu Pack- und Briefumschlagpapier, selten -vollständig und gleichmäßig entholzt werden. Man findet daher oft alle -Übergänge von verholzten bis zu völlig aufgeschlossenen Fasern vor. - -Dies erschwert die Unterscheidung, und daher erscheint bei Abgabe -eines Urteils über die Stoffzusammensetzung eines Papiers, welches die -genannten Fasern enthält, besondere Vorsicht am Platze. - - -Jutezellstoff. - -Für den anatomischen Bau der Jutefaser gilt natürlich im allgemeinen -das Seite 71 Gesagte. Hinzuzufügen ist nur, inwieweit das -mikroskopische Bild sich durch den Aufschließungsprozeß geändert hat. - -In Bezug auf die Färbung der Fasern in den Jodlösungen wird auf Seite -66 verwiesen. - -Die Bündel von Fasern treten bei aufgeschlossener Jute seltener auf; -sie sind dann geschmeidiger als bei Fasern im Rohzustand und lösen sich -an den Enden meist in Einzelfasern auf. - -Die Einzelfaser ähnelt in ihrem Aussehen der Strohbastfaser, mit der -sie auch in ihren Abmessungen sehr übereinstimmt. - -Nach den Enden zu verjüngt sich die Faser meist ganz allmählich; die -Enden selbst sind gewöhnlich abgerundet. - -Außer den Zellen mit wechselndem Hohlkanal findet man, wenn auch -seltener, solche mit gleichmäßig verlaufendem Lumen und gleichmäßiger -Wandstärke; letztere ist oft so gering, daß die Zellwände -zusammenklappen und die Faser ein baumwollähnliches Aussehen erhält. - -In den Jodlösungen zeigen die Fasern Querstreifungen, die zum Teil von -Porengängen herrühren. - - -Manila (Tafel VIII). - -Hierher gehören die Bastfasern verschiedener Musaceen, namentlich -Musa textilis, M. sapientium, M. paradisiaca. Das über das Aussehen -der Jutefaser im Papier Gesagte gilt zum großen Teil auch für die -Manilafaser. Auch hier kommen Faserbündel vor, wenn auch nicht so -zahlreich als bei der Jute. Zuweilen fehlen die Bündel auch völlig. -Man beobachtet auch hier zweierlei +Bastfasern+, dickwandige mit -unregelmäßigem und dünnwandige, baumwollartige mit gleichmäßig -verlaufendem Hohlkanal. Indessen ist der Wechsel weniger ausgeprägt als -bei der Jute. - -Schlitzförmige Poren durchsetzen die Wand der Bastzellen häufig -in schräger Stellung. Die Manilafasern zeigen im Gegensatz zu -den Jutefasern meist protoplasmatischen Inhalt, der sich in den -Jodlösungen gelb bis gelbbraun färbt. Die Enden der Fasern zeigen -häufig bleistiftartige Zuspitzungen; die Spitze ist teils scharf, -teils abgestumpft. Die Querstreifung der Faser ist bei Manila noch -ausgeprägter, die Streifen sind hier zahlreicher und kräftiger. Sehr -charakteristisch für Manila sind dickwandige +Parenchymzellen+ mit -meist schrägen Wänden, die häufig die Form eines Rhombus besitzen und -in einem Papier, das größere Mengen Manila enthält, selten fehlen. - -Die übrigen Elemente, welche noch ab und zu in Manilapapieren -vorkommen, sind verhältnismäßig selten und kommen für das Erkennen -wenig in Betracht. Es gehören hierher Spiralgefäße, sowie die von -+Höhnel+ erwähnten Stegmata. - - -Adansonia (Tafel IX). - -[Illustration: Fig. 50.] - -Die Adansoniafaser stammt aus dem Bast des in Afrika heimischen -Affenbrodbaumes (Adansonia digitata). Der Bast kommt in etwa 80 cm -langen, 8-10 mm dicken und 40-50 mm breiten Stücken zu uns, ist von -brauner Farbe und zeigt große Festigkeit. Die Faser ist kräftig -gebaut, walzenförmig und wie schon erwähnt der Manila- und Jutefaser -teilweise sehr ähnlich. Charakteristisch ist die häufig vorkommende -Erscheinung, daß die Fasern in der Dicke Unregelmäßigkeiten zeigen -und sich nach dem Ende zu plötzlich verjüngen. Bei der Verarbeitung -lösen sich die äußersten Gewebeschichten vielfach ab, und die sehr -fein zerfaserten Strähnchen umgeben die Zellen an manchen Stellen wie -mit einem Schleier (Fig. 50). Diese Erscheinung tritt zwar auch bei -anderen Fasern auf, aber nie in solchem Umfange wie bei Adansonia. -Die Höhlung verläuft sehr verschieden; sie ist oft nur als dunkele -Linie erkennbar, erweitert sich dann plötzlich und nimmt mehr als die -Hälfte der Zellbreite ein. Die Enden sind meist abgerundet, seltener -zugespitzt. Bündel von zusammenhängenden Fasern kommen kaum vor. Sehr -häufig begegnet man Gruppen stark verkalkter +parenchymatischer+ -Zellen (Fig. 51) sowie dünnwandigen Parenchymzellen und Bruchstücken -von +netzartigen Gefäßen+ (Fig. 52). - -[Illustration: Fig. 51.] - -[Illustration: Fig. 52.] - -Hauptunterscheidungsmerkmale für Jute-, Manila- und Adansoniafasern. - - =============+=====================+==================+===============+ - | Färbung in | | - Faserart | Jod-Jodkalium- | Chlorzinkjod- | Hohlkanal | - | lösung | lösung | | - =============+=====================+==================+===============+ - {verholzt| leuchtend gelbbraun | gelb oder | in der Weite | - {ver- | oder braun | grüngelb | oft wechselnd | - {holzt | | | | - { | | | | - Jute{--------+---------------------+------------------+---------------+ - { | grau, bisweilen | blau, bisweilen | in der Weite | - {ent- | braun | rotviolett | oft wechselnd | - {holzt | | | | - { | | | | - -------------+---------------------+------------------+---------------+ - | | | bei den | - | | | dickwandigen | - | grau, | blau, rotviolett | Fasern von | - Manila | braun, | und gelb, sowie | wechselnder | - | gelblich | Zwischenfarben | Breite, bei | - | | | den | - | | | dünnwandigen | - | | | gleichmäßig | - -------------+---------------------+------------------+---------------+ - | | | die Weite | - Adansonia | schmutzig | | ändert sich | - | grau und | blau bis | mit der | - | braun | rotviolett | Breite | - | | | der Faser | - - ===============+================+==============+================== - | | | - Faserart | Enden | Poren | Nebenbestandteile - ===============+================+==============+================== - { | im allgemeinen | parallel zur | - { | abgerundet | Achse | keine - {verholzt | | gestellte | - { | | Schlitze | - Jute {---------+----------------+--------------+------------------ - { | im allgemeinen | parallel zur | - {entholzt | abgerundet | Achse | keine - { | | gestellte | - { | | Schlitze | - ---------------+----------------+--------------+------------------ - | | | - | | | Gruppen oder - | | schräg oder | einzelne - Manila | oft | parallel zur | Parenchymzellen - | bleistiftartig | Achse | mit ziemlich - | zugespitzt | gestellte | dicken schrägen - | | Schlitze | Wänden - | | | - ---------------+----------------+--------------+------------------ - | | schräg oder | verkalkte - Adansonia | | parallel zur | Parenchymzellen - | meistens | Achse | und - | abgerundet | gestellte | Gefäßbruchstücke - | | Schlitze | - -Für die Erkennung und das Auseinanderhalten der drei zuletzt -beschriebenen Faserarten bietet der Gesamteindruck, welchen das -mikroskopische Bild, als Ganzes betrachtet, auf den Beobachter macht, -oft einen Anhalt. Dieser durch die Gesamtwirkung von Streifung, -Abmessung, Krümmung, Starrheit u. s. w. der Fasern auf das Auge -hervorgerufene Eindruck läßt sich schwer beschreiben, dagegen geben -ihn die photographischen Aufnahmen (Tafel II, VIII, IX) wieder. Der -Beobachter muß sich durch eingehende Betrachtung mikroskopischer Bilder -der genannten drei Fasern mit dem Gesamteindruck vertraut machen. - -In vorstehender Tabelle[36] sind die ausgeprägtesten Merkmale der drei -Faserarten zur besseren Übersicht nochmals gegenübergestellt. - - [35] Vergl. Jute, Manila, Adansonia. Von +G. Dalén+ und Dr. +Wisbar+. - Mitt. aus den techn. Vers.-Anst. 1902. - - [36] Entnommen aus der erwähnten +Dalén-Wisbar+schen Arbeit. - - -Beurteilung des Verholzungsgrades der Zellstoffe. - -Die in der Papierfabrikation verwendeten Zellstoffe sind teils völlig -entholzt, teils enthalten sie noch geringe Mengen der Holzsubstanz; -es hängt dies ab von dem Aufschließungs- und Bleichprozeß, den -sie durchgemacht haben. Gebleichte Stoffe sind meist frei von -Holzsubstanz, ungebleichte oder halbgebleichte zeigen noch mehr oder -weniger starke Verholzung. Die Färbung der Fasern in Jodlösung läßt -oft schon erkennen, mit welchem Grade der Verholzung man es zu tun -hat. Deutlicher noch läßt sich dies durch Behandlung mit gewissen -Farbstoffen ermitteln. - - -Verfahren nach Dr. Klemm. - -Dr. +Klemm+ beurteilt den Grad, bis zu welchem die Holzzellen in -reine Zellstofffasern übergeführt worden sind, nach dem Farbton und -der Stärke der Färbung mit Malachitgrün in essigsaurer Lösung. (Der -Farbstoff wird in Wasser mit 2% Essigsäure bis zur Sättigung gelöst.) - -Das Reagens ist für mikroskopische Präparate und, wenn Zellstoffe als -solche vorliegen, auch makroskopisch anwendbar. - -Je reiner ein Zellstoff ist, um so weniger färbt er sich. Die besten -gebleichten Stoffe färben sich fast gar nicht, halbgebleichte -himmelblau, ungebleichte stark grün. - -In Verbindung mit Malachitgrün läßt sich nach +Klemm+ durch einen -zweiten Farbstoff herausfinden, ob Natron- oder Sulfitzellstoff -vorliegt. - -Dies geschieht durch eine gesättigte, mit 2% Alkohol versetzte Lösung -von Rosanilinsulfat in Wasser, die mit Schwefelsäure versetzt wird, bis -sie einen violetten Schimmer angenommen hat. - -Die Zellstoffe färben sich wie folgt: - - 1. Ungebleichter Sulfitzellstoff wird tief violettrot. - - 2. Gebleichter Sulfitzellstoff nimmt eine weniger starke und - weniger ins Violett spielende rote Färbung an. - - 3. Ungebleichter Natronzellstoff färbt sich durchschnittlich noch - etwas weniger als gebleichter Sulfitstoff. - - 4. Gebleichter Natronzellstoff erhält nur einen schwach rötlichen - Schimmer oder färbt sich überhaupt nicht. - -Die bei alleiniger Anwendung der Rosanilinlösung nicht mögliche -Unterscheidung von gebleichtem Sulfit- und ungebleichtem -Natronzellstoff läßt sich nach +Klemm+ bewerkstelligen, wenn außerdem -noch die Prüfung mit Malachitgrün vorgenommen wird. Färbt sich der -Zellstoff mit Rosanilinsulfat rot, mit Malachitgrün deutlich grün, so -hat man es mit ungebleichtem Natronzellstoff zu thun; färbt er sich mit -Rosanilinsulfat wohl auch rot, mit Malachitgrün dagegen schwach blau -oder gar nicht, so hat man auf gebleichten Sulfitzellstoff zu schließen. - - * * * * * - -Unter Zugrundelegung der von +Behrens+[37] für die Unterscheidung -von Gewebefasern vorgeschlagenen Doppelfärbung mit Malachitgrün und -Kongorot kann man die verschiedenen Reinheitsgrade der Zellstoffe -vielleicht noch deutlicher unterscheiden. - -Das zu prüfende Material wird durch Kochen mit verdünnter Natronlauge -aufgeschlossen. - -Der Faserbrei wird hierauf mit der 15-20fachen Menge einer etwa -½prozentigen Lösung von Malachitgrün in Wasser, die mit einigen -Tropfen Essigsäure angesäuert ist, einige Minuten erwärmt, dann, -nachdem er gut durchgeschüttelt worden ist, auf ein Sieb gebracht und -ausgewaschen, bis das Waschwasser fast farblos abläuft. Schon nach -dieser Vorbehandlung kann man sich oft ein Bild von dem Verholzungsgrad -der Fasern machen. Sind sie stark verholzt, so erscheinen sie stark -grün gefärbt; sind sie nicht oder wenig verholzt, so zeigen sie nur -eine schwache grünliche Färbung. - -Zur weiteren Beurteilung wird der mit Malachitgrün behandelte Stoff -in ähnlicher Weise mit einer 15-20fachen Menge wässeriger, etwa -½prozentiger Kongorotlösung, zu der man einige Körnchen Soda fügt, -gefärbt und ausgewaschen, bis das Waschwasser fast farblos abläuft. - -Aus dem so behandelten Stoff werden geringe Mengen entnommen und in -Wasser oder Wasser und Glycerin präpariert. Stark verholzte Fasern -erscheinen dann im mikroskopischen Bilde stark grün gefärbt, weniger -verholzte bläulichgrün bis hellgrün und unverholzte Fasern rot. - - [37] +H. Behrens+, Mikrochemische Analyse. 1896. S. 52. - - -Gruppe III: Lumpenfasern. - - -Baumwolle (Tafel X). - -Mit dem Namen Baumwolle bezeichnet man die +Samenhaare+ einiger -Gossypium-Arten (G. indicum, G. barbadense, G. herbaceum u. s. w.). -Diese Haare sind bis zu 5 cm lang, kegelförmig sich nach dem Ende zu -verjüngend, einzellig und ohne Querwände. Die Enden sind stumpf bis -rundlich, werden aber im Papier selten angetroffen. Die Zelle ist -einem Schlauche ähnlich, dessen Höhlung etwa ⅔ des ganzen Durchmessers -ausmacht. Trocknen diese Samenschläuche aus, so klappen die Wände, da -sie wegen ihres schwachen Baues dem Luftdruck nicht widerstehen können, -aufeinander, und die gleichzeitig auftretenden Spannungen der Wandung -veranlassen eine spiralförmige Drehung der Zelle, eine Erscheinung, -die zum leichten Erkennen der Baumwolle wesentlich beiträgt. Fig. 53 -gibt ein Bild der +rohen+ Baumwollfaser, an welchem diese Drehung sehr -deutlich zu beobachten ist. - -[Illustration: Fig. 53.] - -[Illustration: Fig. 54.] - -Bei den aus dem +Papier+ stammenden Baumwollfasern oder Faserteilchen -tritt diese Erscheinung seltener und weniger deutlich auf, da man es -immer nur mit verhältnismäßig kurzen Enden zu tun hat. - -Indessen ist die Baumwolle, wenn sie gut erhalten ist, auch ohne diese -spiralförmigen Windungen mit keiner der noch folgenden Lumpenfasern -zu verwechseln. Zunächst fehlen der Faser sowohl die dem Leinen und -Hanf eigentümlichen Poren, feine Kanäle, die von der Zellhöhle aus -durch die Wandung nach außen verlaufen, als auch die zahlreichen -knotenartigen Auftreibungen. Ferner zeigt die Zellwand vielfach -eine höchst charakteristische Streifung, die der ganzen Zelle eine -gitterförmige Zeichnung aufprägt (Fig. 54). Allerdings kommen auch -bei dem Nadelholzzellstoff derartig gitterförmig gezeichnete Zellen -vor, indessen ist eine Verwechselung mit diesen schon infolge der -verschiedenen Färbung ausgeschlossen. - -[Illustration: Fig. 55.] - -Die eigentümliche Streifung in Verbindung mit dem weiten Hohlkanal -der Zelle und das Fehlen von Poren und Knötchen, wie sie den -folgenden beiden Faserarten eigentümlich sind, bilden demnach sichere -Anhaltspunkte zur Erkennung der Baumwolle. Zudem hat sie von den -Lumpenfasern den größten Durchmesser und erscheint durch die Jodlösung -meist etwas dunkeler gefärbt als die Leinen- und Hanffaser. - -Es kommt zuweilen vor, daß durch Drehen oder Zusammendrücken der Faser -der Hohlkanal so eng wird, daß er nur als dunkele Linie erscheint -(Fig. 55); man hüte sich davor, in solchen Fällen die Faser mit der -Leinenfaser zu verwechseln. - - -Leinen (Tafel XI). - -Die +Bastzellen+ der Flachspflanze (Linum usitatissimum) sind etwa halb -so dick wie die Haare der Baumwolle, sehr regelmäßig gebaut und spitz -auslaufend. Im Papier allerdings wird man die natürlichen Enden der -Faser sehr selten beobachten, da diese durch den Fabrikationsprozeß -meist stark beschädigt werden (Fig. 56). - -[Illustration: Fig. 56.] - -[Illustration: Fig. 57.] - -Charakteristisch für die Leinenfasern sind die sich oft in sehr kurzen -Entfernungen wiederholenden Verschiebungen der Wand, welche bei der -Verarbeitung der Faser Anlaß zu Knotenbildungen geben. Bei sehr -starker Verdickung werden diese Knoten durch den Fabrikationsprozeß -häufig breitgepreßt, eine Erscheinung, die in manchen Fällen bis zum -vollständigen Bruch der Fasern an der verdickten Stelle führen kann. - -Neben diesen Knoten ist der enge Hohlkanal der Zelle für deren -Erkennung von Wichtigkeit. Da die Wände sehr stark sind, so ist das -Lumen meist nur als dunkele Linie zu beobachten. Dabei sind Zellen, bei -denen man diesen Hohlkanal von Anfang bis zu Ende verfolgen könnte, -nicht sehr häufig. Bei vielen, namentlich den schwächeren Fasern, sieht -man mit der früher angegebenen Vergrößerung das Lumen überhaupt nicht; -bei anderen erscheint es auf einer kurzen Strecke, wird dann so eng, -daß es dem Beobachter entschwindet, und kommt eine kurze Strecke weiter -mit großer Deutlichkeit wieder zum Vorschein. - -Zugleich ist die Wand der Zelle von zahlreichen Poren durchsetzt, die -von dem Inneren aus nach dem Rande zu verlaufen und als dunkele Linien -erscheinen (Fig. 57). - -Die Enden der Fasern sind oft sehr fein und lang ausgefasert (Fig. 56), -eine Eigentümlichkeit, die aber nicht nur, wie oft angegeben wird, dem -Flachs allein eigen ist, sondern auch bei Baumwolle vorkommen kann. - - -Hanf. - -Der anatomische Bau der Hanffaser ist dem des Flachses ungemein -ähnlich, und nur im rohen Zustande oder in groben Garnen kann man -die beiden Fasern, namentlich durch die Quellungserscheinungen in -Kupferoxydammoniak und die Bruchstücke der Oberhaut, mit Sicherheit -voneinander unterscheiden. Im Papier ist die Unterscheidung nicht mehr -möglich; die Quellungserscheinungen lassen im Stich, und Oberhautstücke -sind im Papier nicht mehr vorhanden. - -Es treten bei Hanf dieselben knotenartigen Auftreibungen auf wie bei -Flachs, dieselben zerquetschten Knoten und dieselben ausgefaserten -Enden. - -Es bleibt daher, wenn man bei einem Papier von Leinenfasern spricht, -die Frage offen, ob es sich nur um Leinen oder Hanf oder um ein Gemenge -beider handelt. Praktisch ist diese Lücke ohne Bedeutung, da die -beiden Fasern an sich als gleichwertig für die Beurteilung des Papiers -anzusehen sind. - -Zur Unterscheidung von Leinen und Baumwolle empfiehlt +Wiesner+[38] die -Behandlung der Fasern mit einer Mischung von verdünnter Chromsäure und -Schwefelsäure. Nach kurzer Einwirkungsdauer führt leichter Druck auf -das Deckglas zu einem Zerfall der Fasern. Leinen zerfällt in kurze, -quer abgetrennte Teile („wie wenn man einen Baumstamm durch die Säge in -Klötze zerlegt hätte“), Baumwolle in zahllose kleine Splitter. - - -Wolle (Tafel XII). - -Wollene Lumpen oder Abfälle werden in der Papierfabrikation nur zur -Herstellung einiger Sondererzeugnisse wie Kalanderwalzenpapier, -Schrenzpapier, geringere Sorten Löschpapier, Dachpappe u. a. -verarbeitet. Auch zum Melieren finden geringe Mengen gefärbter -Wollfasern Anwendung. - -Die Gegenwart von Wolle in einem Papier verrät sich meist schon durch -das Äußere, insbesondere durch die rauhe Oberfläche. Solche Papiere -dürfen, wie schon Seite 65 erwähnt, nicht mit Natronlauge aufgekocht -werden, weil diese die Wolle löst; man kocht in solchen Fällen nur mit -Wasser. - -Das Erkennen der Wolle unter dem Mikroskop bietet keine -Schwierigkeiten; sie weicht in ihrem Bau so sehr von den bisher -besprochenen Fasern ab, daß Verwechselungen ausgeschlossen sind. -Besonders ins Auge fällt die schuppenförmige Zeichnung der Fasern, -hervorgerufen durch die nebeneinander oder dachziegelförmig -übereinander liegenden Hornschuppen; allerdings werden diese Schuppen -bei der Bearbeitung der Lumpen mehr oder weniger entfernt, sie können -streckenweise sogar ganz fehlen. - -In der Jod-Jodkaliumlösung erscheint die Wolle leuchtend gelbbraun, -wenn sie ungefärbt in das Papier gelangt ist. War sie ursprünglich -gefärbt, so zeigt sich diese Farbe auch im mikroskopischen Bilde. - -Sind, wie meist bei den angeführten Sondererzeugnissen, größere Mengen -Wolle vorhanden, so kann man deren Menge annähernd durch Kochen mit -etwa 5prozentiger Natronlauge bestimmen. Die Wolle geht hierbei in -Lösung. Zu berücksichtigen sind hierbei etwa vorhandene Extraktivstoffe -sowie etwaige Verluste an Füllstoffen beim Auskochen. - - -Seltener vorkommende Fasern. - -Außer den vorgeschilderten Fasern, die in der Papierfabrikation -vorzugsweise zur Verwendung gelangen, sei noch kurz auf einige seltener -vorkommende ausländische Faserstoffe hingewiesen. Teils finden Papiere -aus solchen bei uns vielfach Verwendung (z. B. japanische Papiere), -teils gelangen derartige Fasern bei Verarbeitung von altem Papier, -Abfällen u. s. w. in unsere Papiere. In erster Linie sind hier die -Fasern japanischen Ursprungs zu erwähnen. - -Als wichtigstes Rohmaterial zur Herstellung von Papieren dient den -Japanern der Bast der drei Pflanzen - - Wickstroemia canescens (Gampi), - Edgeworthia papyrifera (Mitsu-mata oder Dsuiko), - Broussonetia papyrifera (Kodsu). - -Wenn man daher von Fasern japanischen Ursprungs spricht, sind in den -meisten Fällen diese drei Arten gemeint, welche in China und Japan in -bedeutender Menge gebaut werden und in ihrem Bast feine, geschmeidige -Fasern von großer Länge und Festigkeit besitzen. - -Im mikroskopischen Bilde zeigen die Fasern teils Ähnlichkeit mit -Strohbastfasern und Leinen, teils mit Baumwolle. In Jod-Jodkaliumlösung -färben sie sich schwach gelblich bis braun, in Chlorzinkjodlösung blau -und bläulich-rot. - -Eine eingehende Schilderung dieser Fasern unter Beigabe von Abbildungen -ist in den „Mitteilungen aus den technischen Versuchsanstalten“ 1888, -Sonderheft IV, veröffentlicht. - -Hier näher darauf einzugehen, erscheint im Hinblick auf das -verhältnismäßig seltene Vorkommen der Fasern und auf den Zweck des -vorliegenden Werkes nicht am Platze. - -Als weitere Rohstoffe, die in den Ländern ihrer Erzeugung zur -Anfertigung von Papier dienen, wären vielleicht zu erwähnen das -Bambusrohr, verschiedene Schilfrohrsorten[39], mannigfache Gräser, -Zuckerrohrrückstände u. a. m., deren mikroskopische Merkmale als -Papierfaser zum Teil noch wenig erforscht sind. - - * * * * * - -Es ist gewiß der berechtigte Wunsch eines jeden Mikroskopikers, bei der -Untersuchung gute Vergleichsproben reinen Materials zur Hand zu haben, -um diese zum Vergleich benutzen zu können. Namentlich für denjenigen -sind solche von Wert, der nicht dauernd mit dem Mikroskop arbeitet, dem -infolgedessen einmal gewonnene Bilder bald wieder aus dem Gedächtnis -entschwinden und der so geradezu gezwungen ist, aus dem Vergleich mit -bekannten Objekten seine Schlüsse zu ziehen. - -Leider sind bis jetzt für die mikroskopische Papierprüfung derartige -Präparate, die für eine Vergleichung wirklich wertvoll wären, -nicht geschaffen worden, und es ist fraglich, ob sie überhaupt in -zufriedenstellender Weise geschaffen werden können. Die Gelatine oder -andere ähnliche Einbettmassen, welche zum Präparieren der Fasern -dienen, nehmen den durch die Jodlösung gefärbten Fasern diese Färbung -und damit dem Beobachter einen Anhalt für ihre Unterscheidung, so -daß es ratsam sein dürfte, solche Präparate, die leicht zu Irrtümern -Anlaß geben können, zu vermeiden. Dauerpräparate dieser Art, die für -die Papierprüfung mit Unrecht warm empfohlen werden, haben außerdem -noch oft den Nachteil, daß die Fasern nicht aus Papier, sondern aus -dem unverarbeiteten Rohmaterial entnommen sind. Daß aber die Fasern -vor der Einwirkung der mechanischen Zerstörungsprozesse ein anderes -Bild abgeben als nachher, braucht nach dem Vorgesagten wohl nicht erst -erwähnt zu werden. - -Um nun die besprochene Lücke einigermaßen auszufüllen, verfahre man in -folgender Weise: Man koche eine geringe Menge verbürgt reinen Leinen-, -Baumwoll- u. s. w. Papiers in der oben näher angegebenen Weise mit -Natronlauge zu einem Brei. Diesen bringe man in eine gut verschließbare -Flasche und übergieße ihn mit Alkohol; er ist dann gegen Fäulnis -geschützt und unbegrenzt haltbar. Eine Sammlung derartig vorbereiteter -Papierfasern ist ein für den weniger Geübten nicht zu entbehrendes -Hilfsmittel für die Untersuchung, und selbst der mit dem Bau der Fasern -hinlänglich Vertraute wird in schwierigen Fällen gern seine Zuflucht -zu ihnen nehmen. Sie sollten daher auch stets den für Papierprüfung -zusammengestellten Mikroskopen beigegeben werden.[40] - -Allerdings ist nicht zu verkennen, daß es sehr große Schwierigkeiten -macht, Papiere zu erhalten, die wirklich nur aus einem einzigen -Rohstoff bestehen; meist finden sich auch bei der sorgfältigsten -Auswahl der Rohstoffe und der saubersten Verarbeitung geringe -Beimengungen anderer Stoffe, die den Beobachter leicht irreführen -können. Besonders aber hüte man sich, aus der handelsüblichen -Bezeichnung eines Papiers einen Schluß auf die zur Herstellung -verwendeten Fasern zu ziehen und etwa zu glauben, daß Hanfpapier aus -Hanf, Leinenpost aus Leinen, Manilapapier aus Manilahanf u. s. w. -bestehen müsse. Derartige Bezeichnungen stehen zu dem Papierrohstoff in -gar keiner Beziehung und verdanken lediglich dem geschäftlichen Verkehr -ihre Entstehung. - - [38] +Wiesner+, Die mikroskopische Untersuchung des Papiers. Wien - 1887. - - [39] Vergl. Ein neuer Rohstoff für die Papierindustrie (Arundo Donax, - Italienisches Pfahlrohr). Mitt. 1895. S. 24. - - [40] Die Firma +Schopper-Leipzig+ bringt derartige Proben in Breiform - in den Handel. Die Proben sind in der Versuchsanstalt geprüft - und die Flaschen mit dem Siegel der Anstalt verschlossen. - - -Verschiedene Mahlungszustände von Papierfasern. - -Es ist bekannt, daß eine Reihe von Fasern, unter den Lumpen besonders -die Leinenfasern, je länger sie im Holländer gemahlen werden, um so -mehr in feine Fibrillen zerfallen, so daß es unter Umständen nicht -mehr möglich ist, mit Sicherheit festzustellen, welchen Rohstoffen -die feinsten Teilchen entstammen. Diese weitgehende Mahlung wird -vorzugsweise bei festen Schreibpapieren, bei Zigarettenpapieren u. s. -w. ausgeübt. Man bezeichnet den so erhaltenen Stoff als „schmierig“. -Bei anderen Arten von Papier, z. B. bei Löschpapieren, will man -schmierigen Stoff soviel wie möglich vermeiden, und man mahlt daher so, -daß die Fasern möglichst nur verkürzt, nicht aber ausgefasert werden, -d. h. mit scharfen Messern und bei dünn eingetragenem Stoff; den so -erhaltenen Stoff bezeichnet man als „rösch“. - -Diese verschiedenen Mahlungsarten geben naturgemäß den Fasern im -mikroskopischen Bilde ein ganz verschiedenartiges Aussehen. Einige -Beispiele hierfür sind in Tafel XV wiedergegeben, nämlich: - - 1 Zigarettenpapier, - 1 holländisches Banknotenpapier, - 2 Photographiepapiere, - 3 Normalpapiere der Verwendungsklasse 1, - 1 Dokumentenpapier aus ungebleichten Lumpen, - 1 Löschpapier, - 1 Packpapier. - -Die Aufnahmen erfolgten bei einer 25fachen Vergrößerung. - -Wenn man den Zustand der Fasern von dem Papier Nr. 1 bis zu dem Nr. 10 -verfolgt, so wird man die großen Unterschiede, welche sich darbieten, -nicht verkennen können. Beim Papier Nr. 1 sind die Fasern derartig -vermahlen, daß man kaum noch einzelne gut erhaltene Faserbruchstücke -auffinden kann. Von Papier Nr. 2 gilt fast dasselbe, jedoch finden sich -hier schon mehrere noch bis zu einem gewissen Grade unversehrte Fasern. -Verfolgt man die Papiere weiter, so wird man im großen und ganzen eine -Abnahme feinster Fibrillen und eine Zunahme besser erhaltener Fasern -beobachten können, bis zu dem Papier Nr. 9 und Nr. 10, welche nur noch -in äußerst geringem Grade Zerstörungserscheinungen der Fasern zeigen. -Den Zustand der Fasern in jedem einzelnen Fall zu beschreiben, ist -außerordentlich schwer; das Bild wirkt in diesem Falle besser und ist -genügend aufklärend. Wenn daher von dem Untersuchenden verlangt wird, -er soll den Mahlungszustand der im Papier enthaltenen Fasern angeben, -so dürfte sein Urteil erheblich an Wert gewinnen, wenn der Erklärung -eine mikrophotographische Aufnahme der Fasern beigegeben würde. - -Vielleicht könnte man auch durch zahlreiche Aufnahmen Gruppen von -Mahlungszuständen schaffen, gewissermaßen Normalzustände, welche in -geeigneter Weise den Interessenten zugänglich zu machen wären. Man -könnte dann bei Untersuchung von Papier hinsichtlich des Faserzustandes -auf diese Normalien hinweisen und brauchte so nicht jedesmal dem -Untersuchungsbefund eine photographische Abbildung beizufügen. Aus -den hier vorliegenden Beispielen könnte man vielleicht folgende -Zusammenstellung schaffen (S. 93). - - Papier| Art des | Stoffzusammen- | Mittlere | Widerstand - Nr. | Papiers | setzung |Reiß-| Deh-| gegen - | | |länge| nung| Zerknittern - | | | m | % | - ======+================+===================+=====+=====+=============== - 2 | Holländisches | Wegen starker | 7275|11,1 |außerordentlich - |Banknotenpapier | Zermahlung nicht | | | groß - | | mit Sicherheit zu | | | - | | ermitteln; | | | - | | wahrscheinlich | | | - | | Leinen | | | - | | | | | - 3 | Normal 1[41] | Leinen, Zusatz | 6215| 4,7 | sehr groß - | | Baumwolle; ein | | | - | | Teil der Fasern | | | - | | stark zermahlen | | | - | | | | | - 4 |Dokumentenpapier| Leinen, geringe | 8425| 5,6 |außerordentlich - | aus | Mengen Baumwolle | | | groß - | ungebleichten | | | | - | Lumpen | | | | - | | | | | - 5 | Normal 1[41] | Leinen, Baumwolle | 6050| 4,2 | sehr groß - | | | | | - 6 | Normal 1[41] | Baumwolle, geringe| 6825| 7,2 |außerordentlich - | | Mengen Leinen | | | groß - | | | | | - 7 |Photographie- | Leinen, sehr | 2600| 3,8 | gering - | papier | geringe Mengen | | | - | | Baumwolle | | | - | | | | | - 8 |Photographie- | Leinen, sehr | 4350| 4,5 | gering - | papier | geringe Mengen | | | - | | Baumwolle | | | - | | | | | - 10 | Packpapier | Manilahanf | 6750| 4,5 |außerordentlich - | | | | | groß - - Gruppe I. Nr. 1-3; - „ II. „ 4, 5 und 6; - „ III. „ 7 und 8; - „ IV. „ 9 und 10. - -Kommt nun ein Papier auf den Zustand der Faser zur Untersuchung, so -könnte man einfach auf Grund des mikroskopischen Bildes unter Hinweis -auf die geschaffenen Normalgruppen erklären, daß das Papier sich im -Mahlungszustand beispielsweise der Gruppe II nähert. Solche Angaben -würden für den Fabrikanten in vielen Fällen von Wert sein. - -Mit acht der abgebildeten zehn Papiere sind Festigkeitsversuche -ausgeführt worden, und es wird interessant sein, die hierbei -ermittelten Werte kennen zu lernen (vergl. S. 92). - - [41] Die drei Normalpapiere 1 rühren aus drei verschiedenen Fabriken - her. - - -Feststellung der Mengenverhältnisse der Fasern. - -Man ist hierbei, abgesehen von den verholzten Fasern (vergl. S. -100), z. Z. ausschließlich auf das mikroskopische Bild angewiesen; -irgendwelche analytische Verfahren zur Trennung der Fasern sind -nicht bekannt. Deshalb sind die Angaben über die prozentische -Faserzusammensetzung eines Papiers immer nur als +annähernd+ zutreffend -anzusehen. Die Ermittelung kann aber doch so weit sicher gestaltet -werden, daß sie einen praktischen Wert erhält. - -Ein Bruchteil der Fasern ist bei den meisten Papieren infolge -mechanischer Einwirkungen während des Fabrikationsprozesses und -infolge von Ähnlichkeiten im anatomischen Bau überhaupt unbestimmbar, -wenigstens soweit es sich um Lumpen handelt. Diese werden auf dem Wege -durch die Papierfabrik von den Messern der Holländer, den Walzen u. s. -w. oft bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Der Bruchteil der auf diese -Weise unkenntlich gemachten Fasern wird demnach abhängen von der Art -der Bearbeitung des Rohmaterials; er wird größer sein bei Papieren, -welche sehr lange gemahlen sind, und geringer bei Papieren, bei denen -dies nicht der Fall war. - -Wesentlich günstiger liegen die Verhältnisse bei den Zellstoffen. Die -Art ihrer Herstellung bringt es mit sich, daß bei diesen die einzelnen -Zellen weniger verändert werden als bei den Lumpen, und da sie auch -bei der Verarbeitung zu Papier meist nur einer kurzen mechanischen -Behandlung unterliegen, so finden sie sich im allgemeinen weniger -verletzt im Papier vor. Da sie außerdem selten Neigung zeigen, sich -wie die Lumpen, insbesondere die Leinenfasern, der Länge nach in dünne -Lamellen zu zerfasern, sondern bei einer etwaigen Zertrümmerung meist -in Querstücke zerfallen, so kann man auch den Ursprung der Bruchstücke -besser feststellen als bei Lumpen. - -Die Verhältnisse für die Mengenbestimmung von Fasern im Papier an -der Hand des mikroskopischen Bildes liegen also bei Lumpenfasern -ungünstiger als bei den Zellstoffen. Es wird erheblich schwerer -sein, bei einem Lumpenpapier den annähernden Gehalt an Leinen- -und Baumwollfasern festzustellen, als bei einem anderen Papier zu -entscheiden, wie viel Lumpen- und Zellstofffasern es enthält. - -Die Verwertung des mikroskopischen Bildes zur Ermittelung der -ungefähren Mengenverhältnisse der einzelnen Fasersorten kann nun auf -zweierlei Weise geschehen; entweder zählt man die Fasern jeder Gattung -unter Beobachtung gewisser noch zu besprechender Punkte zusammen und -vergleicht die so gewonnenen Zahlen oder man vergleicht das Präparat -mit anderen von bekannter Stoffmischung lediglich nach dem Augenschein. - -Mit dem Auszählen eines einzigen Bildes ist natürlich nichts getan; es -ist nötig, daß eine große Anzahl von Gesichtsfeldern abgesucht wird, -da man nur dann ein annähernd richtiges Durchschnittsergebnis erwarten -darf. Wenn auch die Stoffmischung infolge der Vorbereitung als sehr -vollkommen angesehen werden kann, so kommt es doch vielfach vor, daß -beispielsweise bei einem aus gleichen Teilen Leinen und Zellstoff -bestehenden Papier in einem Bilde vorwiegend Leinen-, in einem anderen -vorwiegend Zellstofffasern gefunden werden. Diese Schwankungen werden -dann bei Benutzung einer großen Anzahl von Bildern wieder ausgeglichen. - -Beim Auszählen der Gesichtsfelder ist es zweckmäßig, den Halbmesser -beziehungsweise Durchmesser des Gesichtsfeldes als Längeneinheit -zu Grunde zu legen, denn einer solchen bedarf es bei der großen -Verschiedenheit in den Längen der einzelnen Faserstücke. Die in einem -Bilde vorhandenen Bruchstücke von Fasern, welche kürzer als die -gewählte Einheit sind, müssen als Bruchteile derselben geschätzt und -dann verrechnet werden. - -Die durch das Auszählen gewonnenen Zahlen -- nehmen wir an, es seien -Durchschnittswerte aus 50 Zählungen -- können zur prozentualen -Berechnung der Fasern ohne weiteres nur dann verwendet werden, wenn die -Annahme gerechtfertigt ist, daß gleiche Faserlängen der in Betracht -kommenden Stoffe auch gleich schwer sind. Wenn diese Voraussetzung -beispielsweise bei Leinen und Baumwolle zuträfe, so bestände ein -aus diesen Stoffen gefertigtes Papier, wenn in dem Gesichtsfelde im -Durchschnitt gefunden worden sind - - Leinenfasern 7, - Baumwollfasern 5, - -ohne Berücksichtigung der unbestimmbaren Fasern und der Füllstoffe -ungefähr aus - - 58% Leinenfasern und - 42% Baumwollfasern. - -Daß diese Voraussetzung aber nicht für alle Fasern zutreffen wird, -zeigt sich an dem anatomischen Bau der Fasern. Ein Beispiel soll dies -noch näher erläutern. - -Ein Ganzstoff wurde aus genau 50% leinenen Fasern und 50% Holzzellstoff -erzeugt, und es wurden in 100 verschiedenen Gesichtsfeldern die -einzelnen Fasern gezählt; im Mittel wurden gefunden 43,7% Längen -Leinenfasern und 56,3% Längen Holzzellstoff. - -Um auf die wahren Verhältnisse zu kommen, müßte man daher die -gefundenen Werte noch mit Koeffizienten multiplizieren, deren Größe -für die einzelnen Faserarten durch Auszählen einer großen Reihe von -Stoffmischungen zwar bestimmt werden könnte, die aber immerhin von -geringem praktischem Wert bleiben würden, weil die Methode allzu -umständlich werden würde und trotzdem noch erhebliche Unsicherheiten -bestehen blieben. Insbesondere ist für das Auszählen der Präparate ein -außerordentlich großer Zeitaufwand erforderlich. - -Bei einem Gehalt des Papiers an Strohzellstoff kommt ferner hinzu, daß -es noch schwerer als im angeführten Beispiel, wenn nicht gar unmöglich -ist, die mannigfachen, so verschieden gestalteten Fasern des Strohes -(Oberhautzellen, Parenchymzellen, Gefäße, Sklerenchymzellen u. s. w.) -auf eine Längeneinheit zu bringen. - -Diese Erwägungen lassen es zweckmäßig erscheinen, auf eine -Auszählung der Fasern des Bildes zu verzichten und den Versuch der -Mengenbestimmung der einzelnen Fasersorten auf dem zweiten der oben -angegebenen Wege, nämlich dem der Schätzung, zu unternehmen. - -Man muß sich hierbei zunächst klar darüber sein, worauf man die zu -machenden prozentischen Angaben beziehen will, ob auf das Papier als -solches, d. h. unter Berücksichtigung der etwa vorhandenen Füllstoffe, -oder nur auf das vorhandene Fasermaterial. Die nachfolgenden Angaben -beziehen sich nur auf den letzteren Fall. - -Um dem Auge in der Abschätzung des mikroskopischen Bildes Übung zu -verschaffen, ist es erforderlich, zunächst mit Stoffen bekannter -Zusammensetzung zu arbeiten; da man auch später Vergleichsmischungen -stets zur Hand haben muß, um in Zweifelsfällen einen sicheren Anhalt -zu haben, so ist es zweckmäßig, diese Mischungen ein für allemal -anzufertigen und dauernd aufzubewahren; es handelt sich hierbei nicht -um fertige Dauerpräparate gewöhnlicher Art, sondern um Stoffmischungen, -welche, wie schon Seite 90 erwähnt, in Flaschen unter Alkohol -aufbewahrt und von welchen in jedem einzelnen Bedarfsfalle frische -Präparate angefertigt werden. - -Man schätzt zunächst bei schwacher Vergrößerung die Gruppen ab und dann -bei stärkerer die einzelnen Faserarten. - -Dadurch, daß infolge der Färbung mit den Jodlösungen die Fasern -gruppenweise auseinander gehalten werden, wird dem Auge das Schätzen -wesentlich erleichtert, und die Erfahrung hat gezeigt, daß bei -gehöriger Übung seitens des Untersuchenden die auf diese Weise -gefundenen Werte den wirklichen Verhältnissen +annähernd+ entsprechen. - -Von großem Wert ist es natürlich, wenn die Schätzungen von mehreren -Beobachtern vorgenommen und aus den geschätzten Prozentsätzen die -Mittel gebildet werden. - - - - -Nachweis von Holzschliff und anderen verholzten Fasern. - - -Bei der Besprechung der mikroskopischen Prüfung wurde darauf -hingewiesen, mit Hilfe welcher Merkmale man den Holzschliff durch das -Mikroskop nachweisen kann. Einfacher als dort angegeben gestaltet sich -der Nachweis, wenn es sich nur darum handelt, das Vorhandensein von -verholzten Fasern überhaupt festzustellen. Wir besitzen eine große -Anzahl chemischer Verbindungen, die mit denjenigen Bestandteilen des -Holzes, die man kurzweg als +Holzsubstanz+ bezeichnet, mehr oder minder -starke, leicht und schnell zu erzeugende Färbungen geben. - -Da die verholzten Fasern und insbesondere der Holzschliff als Feinde -jedes für lange Aufbewahrung bestimmten Papiers betrachtet werden -müssen, so ist es von besonderer Wichtigkeit, Mittel zu besitzen, die -schnell und leicht Aufschluß über das Vorhandensein dieser Fasern geben. - -Von den Reagentien, die zum Nachweis verholzter Fasern empfohlen -werden, sollen hier nur einige besprochen werden, mit Hilfe deren der -Nachweis am schärfsten gelingt und welche daher auch am häufigsten -angewendet werden, nämlich: - - +Schwefelsaures Anilin+ (+Anilinsulfat+), - +Phloroglucin-Salzsäure+ und - +Dimethyl-paraphenylen-diamin+.[42] - - -Die Reaktion mit schwefelsaurem Anilin (Anilinsulfat). - -Man löst etwa 5 g schwefelsaures Anilin in 50 g destilliertem Wasser; -das Salz löst sich bei einigem Umschütteln ziemlich leicht und -man erhält eine klare, farblose Flüssigkeit, welche jedoch nicht -lichtbeständig ist, sondern sich ziemlich leicht zersetzt, wobei sie -eine violette Färbung annimmt; trotzdem reagiert sie auch während der -Zersetzung noch auf Holzschliff. Die Färbung, welche die Lösung von -Anilinsulfat auf holzschliffhaltigem Papier hervorbringt, ist eine sehr -schön hellgelbe. - - -Die Phloroglucin-Reaktion. - -Diese von +Wiesner+[43] entdeckte Reaktion für verholzte Zellen ist -wohl die empfindlichste von allen und zugleich die farbenprächtigste. -Zur Herstellung der Lösung verfährt man in folgender Weise: Man löst -1 g Phloroglucin in 50 ccm Alkohol und fügt etwa 25 ccm konzentrierte -Salzsäure hinzu; es entsteht eine schwach gelb gefärbte Flüssigkeit, -welche sich allmählich durch den Einfluß der Luft und des Lichtes -zersetzt; man tut daher gut, sich nie größere Mengen herzustellen, da -eine frisch bereitete Lösung schneller und schärfer wirkt als eine -schon in Zersetzung übergegangene. - -Die Färbung, welche diese Lösung auf holzhaltigem Papier hervorbringt, -ist sehr schön rot, und aus diesem Grunde ist die Phloroglucinlösung -der oben besprochenen vorzuziehen, weil diese beispielsweise bei gelben -Papieren keine so deutliche Reaktion veranlaßt als jene. - -Man lasse bei der Untersuchung auf verholzte Fasern mittels -Phloroglucin nicht außer acht, daß es gewisse Farbstoffe gibt, -welche sich, wie das in der Papierfabrikation vielfach verwendete -Metanilgelb, unter dem Einfluß freier Säuren ebenfalls rot färben und -daher möglicherweise zu der Annahme führen könnten, man hätte es mit -verholzten Fasern zu tun. - -Die Art und Weise des Auftretens der Reaktion ist aber anders als beim -Holzschliff. Bringt man Phloroglucin auf holzschliffhaltiges Papier, -so entsteht ganz allmählich eine an Tiefe zunehmende Rotfärbung, -wobei einzelne dickere Fasern besonders hervortreten und durch ihre -dunklere Färbung auffallen. Ist indessen kein Holzschliff, sondern -nur Metanilgelb vorhanden, so entsteht der Fleck ziemlich plötzlich; -das Papier erscheint ganz gleichmäßig gefärbt und es sind keine -einzelnen Fasern durch besonders hervortretende Färbung sichtbar; der -Fleck verblaßt in wenigen Minuten und umgibt sich mit einem violetten -Hof, während Holzschliffflecken erst nach längerer Zeit und ganz -allmählich verblassen und sich hierbei nicht mit einem Hof umgeben. -Sollten trotzdem noch Zweifel auftauchen, so befeuchte man das zu -untersuchende Papier mit verdünnter Salzsäure allein; entsteht auch -jetzt die Rotfärbung, so ist ein Farbstoff vorhanden, entsteht sie -nicht, so handelt es sich um Holzschliff. - - -Wursters Reaktion mit Dimethyl-paraphenylen-diamin.[44] - -Das Reagens gelangt entweder in Lösung oder in Form von Filtrierpapier, -das mit der Lösung getränkt ist, zur Anwendung; der Kürze wegen -bezeichnet der Entdecker die Mittel mit Di-Lösung und Di-Papier. - -Bei Anwendung der Lösung bringt man diese durch Auftropfen oder mit -Hilfe eines Pinsels auf das zu untersuchende Papier. Bei Gegenwart von -verholzten Fasern entsteht nach einiger Zeit ein orangeroter Fleck. -Dieser Fleck wird mit Wasser befeuchtet und erscheint dann karmoisinrot. - -Verwendet man statt der Lösung das Papier, so benetzt man es vor -dem Versuch mit einigen Tropfen Wasser, faltet es einmal zusammen -und bringt es unter Druck zwischen das zusammengelegte zu prüfende -Papier. Ist letzteres unter dem Reagenspapier durchfeuchtet, so wird -diese Stelle mit Wasser benetzt, und es entsteht dann ebenfalls eine -karmoisinrote Färbung. - -Lösung und Papier sind von der chemischen Fabrik von Dr. Theodor -+Schuchardt+ in Görlitz zu beziehen. - -Hat man mit Hilfe einer der geschilderten Reaktionen verholzte Fasern -nachgewiesen, so kann die weitere Frage, welcher Art die Fasern -sind, ob es sich insbesondere um Holzschliff handelt, nur durch eine -mikroskopische Untersuchung beantwortet werden. - -In Frage kommen von anderen verholzten Fasern hauptsächlich nicht -völlig aufgeschlossener Zellstoff, ungebleichte Jute und Adansonia, -deren Erkennen auf Grund der Angaben Seite 71 u. 80 ermöglicht wird. - -Über die Unterscheidung von Holzschliff und nicht völlig -aufgeschlossenem Holzzellstoff sei noch folgendes bemerkt. - -+Holzschliff+ zeigt infolge des Schleifprozesses nur Bruchstücke von -Zellen oder Zellgruppen. Besonders ins Auge fallen die Holzzellen mit -Tüpfeln und die gitterförmigen Markstrahlzellen. Natürliche Enden sind -nicht oder nur selten zu beobachten. - -+Holzzellstoff+ zeigt infolge des Aufschließens auf chemischem Wege -einzelne Zellen und Bruchstücke solcher; natürliche Enden der Faser -sind in großer Anzahl vorhanden. Die gitterförmigen Markstrahlzellen -fehlen in den meisten Fällen. - -Hiermit sind genug Anhaltspunkte gegeben, um Holzschliff und nicht -völlig aufgeschlossenen Holzzellstoff voneinander zu unterscheiden. - - [42] In +Müllers+ Abhandlung „+Die Bestimmung des Holzschliffes im - Papier+“ findet sich Seite 10 eine ausführlichere - Zusammenstellung von Holzschliffreagentien, die aufzuzählen hier - zu weit führen würde. - - [43] +Dingler+, Polytechnisches Journal 1878, S. 397. - - [44] Dr. +C. Wurster+, Die neuen Reagentien auf Holzschliff und - verholzte Pflanzenteile. 1900. - - -Die Bestimmung der Menge des Holzschliffes. - -Bekanntlich fehlt es zur Zeit noch an Verfahren, den Holzschliff eines -Papiers in wägbarer Form abzuscheiden und so seine genaue quantitative -Feststellung zu ermöglichen; ob dies jemals gelingen wird, erscheint -zweifelhaft und dürfte auch im allgemeinen nicht von großer Bedeutung -sein. Wenn für eine Papiersorte überhaupt Holzschliff zugelassen ist, -wird es sicher in den meisten Fällen ohne ernste Bedeutung sein, ob 5% -mehr oder weniger vorhanden sind. Nur in Streitfällen wäre ein genaues -Bestimmungsverfahren von Wert. - -Die bis jetzt zur Bestimmung der Holzschliffmenge eines Papiers -gemachten Vorschläge sind zweierlei Art; einmal soll der Gehalt auf -kolorimetrischem Wege und im zweiten Falle durch ein analytisches -Verfahren ermittelt werden. - -+Gädicke+[45] stellt sich durch Vermischen von Holzschliff und -schwedischem Filtrierpapier in verschiedenen Verhältnissen Papiere -von 10, 20, 30, 40, 50 u. s. w. % Holzschliffgehalt her, die er durch -schwefelsaures Anilin gelb färbt. Die verschiedenen Farbtöne, welche -je einen Holzschliffgehalt darstellen, werden als Deckfarbe aus -geeigneten Farbstoffen gemischt und auf Papier aufgetragen; auf diese -Weise entsteht eine Tabelle, aus welcher man die Menge des im Papier -enthaltenen Holzschliffes annähernd entnehmen kann, sobald man es mit -Anilinsulfat gefärbt hat; vorausgesetzt wird hierbei natürlich, daß -stets mit Lösungen von gleicher Konzentration gearbeitet wird. - -Dr. +Wurster+[46] verwendet das bereits erwähnte Di-Papier. Dieses -Di-Papier wird mit 1-2 Tropfen Wasser befeuchtet und, in der Mitte -zusammengelegt, zwischen das zu prüfende Papier gebracht. Ist letzteres -unter dem Reagenspapier durchfeuchtet, so wird diese Stelle mit viel -Wasser benetzt. Enthält das Papier Holzschliff, so tritt Rotfärbung -ein, und an dem Grad der Färbung des mit Filtrierpapier abgedrückten -aber noch feuchten Fleckes kann der Gehalt an geschliffenem Holz -annäherungsweise bestimmt werden. Dem Di-Papier wird nämlich eine -Farbentafel beigegeben, auf welche zehn verschiedene rote Farbtöne -aufgetragen sind, deren jeder einem bestimmten Holzschliffgehalt -entspricht. Hat man also das holzschliffhaltige Papier mit Hilfe des -Di-Papiers gefärbt, so sucht man auf der Tafel den Farbton aus, welcher -der erhaltenen Färbung am meisten entspricht. Die Zahl, welche sich auf -der Tafel befindet, gestattet die Bestimmung des Prozentgehaltes an -Holzschliff mit Hilfe der Gebrauchsanweisung, welche beigegeben ist. - -Die Verfahren von Dr. A. +Müller+[47] (Behandlung des Papiers mit -Kupferoxydammoniak) und von +Godeffroy und Coulon+[48] (Behandlung des -Papiers mit Goldchloridlösung) haben sich bei genauer Prüfung nicht als -brauchbar erwiesen. - -+Prof. Rudolf Benedikt und Max Bamberger+[49] wiesen an der Hand der -S. +Zeisel+schen Methoxylbestimmungsmethode nach, daß dem Lignin -(Holzsubstanz) eine ziemlich hohe Methylzahl zukommt; man versteht -unter Methylzahl diejenige Methylmenge in Zehntelprozenten, welche -sich beim Kochen der Substanz mit Jodwasserstoffsäure in Form von -Jodmethyl abspaltet. Die verschiedenen Holzarten verhalten sich hierbei -verschieden; es wurde im Mittel gefunden für Fichte die Methylzahl -22,6, Tanne 24,5, Aspe 22,6. Da man mit Hilfe des Mikroskopes -feststellen kann, welcher Art das in einem Papier vorhandene Holz ist, -so kann man dadurch ermitteln, welche Methylzahl man den Bestimmungen -zu Grunde legen muß. - -Bei der Untersuchung auf diejenigen Bestandteile des Holzes, welche -Methoxylgruppen enthalten und demgemäß die Abspaltung des Jodmethyls -veranlassen, ergab sich, daß hierbei nur jene Teile des Holzes in Frage -kommen, die man mit dem Namen Lignin bezeichnet. - -Reine Cellulose, gereinigte Baumwolle, Filtrierpapier liefern kein -Jodmethyl; die mit Wasser, Alkohol und Äther extrahierten Hölzer -liefern nach der Extraktion dieselbe Methylzahl wie vorher. - -Die Ausführung der Bestimmung der Methylzahl muß mit großer Sorgfalt -geschehen, da ein Fehler von nur einer Einheit in der Methylzahl den -Holzschliffgehalt schon um 5% falsch finden läßt. Nicht ausführbar -ist die Bestimmung der Methylzahl für Holz in einem Papier, welches -Gips oder Baryumsulfat enthält, da ein größerer Schwefelgehalt die -Methylzahl durch Bildung von Merkaptan herabdrückt. - -In der Versuchsanstalt wird die +annähernde+ Bestimmung der Menge des -vorhandenen Holzschliffes u. a. auch in folgender Weise ausgeführt. -Das Verfahren ist wie das von +Gaedicke+ und Dr. +Wurster+ ein -kolorimetrisches, unterscheidet sich jedoch von den beiden genannten -dadurch, daß zum Vergleich nicht ein künstlicher Farbton, sondern die -Färbung, welche irgend ein Holzschliffreagens mit Holzschliff erzeugt, -direkt benützt wird. - -Erforderlich zur Ausführung der Prüfung sind die nachfolgenden -Gegenstände. - - 1. Eine Glasplatte von etwa 10×20 cm Fläche. - - 2. Eine Pincette. - - 3. Ein beliebiges Reagens auf Holzschliff (Phloroglucin, - schwefelsaures Anilin o. a.). - - 4. Eine Reihe von Papieren mit bekanntem Holzschliffgehalt; wenn - möglich innerhalb der Grenzen 1-10% um je 1%, innerhalb 10-30% um - je 5% und von da ab um je 10% steigend; wenn diese Papiermuster - außerdem in verschiedenen Dicken zur Verfügung stehen, so ist dies - für die Ausführung der Prüfung sehr vorteilhaft. - -Die Art der Versuchsausführung selbst ist folgende. - -Zunächst wird festgestellt, ob das Quadratmeter-Gewicht des -zu prüfenden Papiers +ungefähr+ übereinstimmt mit dem der -Vergleichsproben; ist dies nicht der Fall, so wird beim Versuch durch -Aufeinanderlegen von zwei oder mehreren Blättern der dünneren Sorte -der Unterschied möglichst ausgeglichen; durch eine kleine Vorprobe mit -Phloroglucinlösung überzeugt man sich, ob das in Frage kommende Papier -viel oder wenig Holzschliff enthält, damit nicht alle Abstufungen zum -Vergleich herangezogen werden müssen. Von denjenigen Mustern, die man -auf Grund dieser Vorprüfung ausgewählt hat, schneidet man kleine etwa -3 qcm große Stücke ab, ebenso ein solches von dem zu untersuchenden -Papier. Sämtliche Proben bringt man in eine Schale von Glas oder -Porzellan, welche eine Phloroglucinlösung von beliebiger Stärke -enthält; man verfährt hierbei derart, daß die nächste Probe erst dann -in die Flüssigkeit gebracht wird, wenn die vorhergehende bereits von -beiden Seiten benetzt worden ist. Auf diese Weise vermeidet man das -Zusammenhaften der einzelnen Blätter, welches oft ein allseitiges -Benetzen verhindert. Nachdem die Lösung etwa zwei bis drei Minuten (bei -schwachen Lösungen fünf Minuten) eingewirkt hat, nimmt man zunächst -die Proben von bekanntem Gehalt heraus, läßt die daran haftende Lösung -abtropfen und legt sie mit wachsendem oder abnehmendem Gehalt an -Holzschliff der Reihe nach nebeneinander auf die Glasplatte; die zu -untersuchende Probe legt man unter diese Reihe. - -Man tut gut, die Proben nun sowohl im auffallenden als auch im -durchfallenden Licht zu betrachten, das letztere besonders bei Proben -von gleicher Dicke. Man wird sich weit eher als bei den anderen -kolorimetrischen Methoden für einen bestimmten Gehalt an Holzschliff -entscheiden können. - -Von besonderem Wert hat sich dies Verfahren erwiesen bei Papieren, -welche sehr wenig Holzschliff enthalten, beispielsweise weniger als 10%. - -Eine Schwierigkeit des Verfahrens liegt zur Zeit noch in der -Beschaffung der Vergleichspapiere, die im Handel nicht zu haben sind; -vielleicht tragen diese Zeilen dazu bei, die eine oder die andere -Papierfabrik zur Herstellung solcher Muster zu veranlassen, wobei die -weiter unten aufgeführten Gesichtspunkte zu beachten sein würden. - -Der Versuchsanstalt liegen bei ihren Prüfungen Papiere zu Grunde, die -seitens einiger Papierfabrikanten mit besonderer Vorsicht hergestellt -und der Anstalt zum Geschenke gemacht sind; sie enthalten 0,5, -1,0, 1,5 u. s. w. bis zu 90% Holzschliff und bilden ein wertvolles -Material zur annähernden Bestimmung dieses Faserstoffes im Papier. -Eine weitere Reihe von Papieren ist in der Versuchsanstalt mit den -denkbar einfachsten Mitteln hergestellt worden und dürften solche in -Ermangelung anderer, in einer Papierfabrik mit allen Hilfsmitteln -erzeugten Proben auch gute Dienste leisten. - -Eine sehr wertvolle Unterstützung der vorbeschriebenen annähernden -Bestimmung der Menge des im Papier vorhandenen Holzschliffes bietet die -mikroskopische Untersuchung, vorausgesetzt, daß der Untersuchende im -mikroskopischen Arbeiten und insbesondere im Schätzen der Bilder einen -gewissen Grad von Übung besitzt. - -Bei der Schätzung des Holzschliffes im mikroskopischen Bilde ist -natürlich, wie ausdrücklich hervorgehoben werden mag, ebensowenig ein -genaues Ergebnis zu erwarten wie bei dem geschilderten kolorimetrischen -Verfahren; indessen hat die Erfahrung gezeigt, daß die Schätzungen bei -genügender Übung im allgemeinen mit einem Fehler von weniger als 10% -behaftet sind. - -Um für die Schätzungen einen festen Anhalt zu haben, ist zunächst die -Herstellung bestimmter Stoffmischungen erforderlich; die Mischungen -werden nicht in Blättern geschöpft, sondern als Brei aufbewahrt, da sie -nur in dieser Form Verwendung finden. - -Auf die Herstellung der Präparate, sowohl des zu untersuchenden Papiers -als auch der Mischungen, ist große Sorgfalt zu verwenden. Man nehme für -die Präparate, soweit dies der Augenschein gestattet, immer möglichst -gleich viel Material, breite dies immer auf eine möglichst gleich große -Fläche aus und betrachte das Bild stets mit derselben Vergrößerung. Ein -Wechsel in den Objektiven und Okularen erzeugt große Unsicherheit im -Urteil. Die Abgabe des Urteils erfolgt nach dem Gesamteindruck, den das -Auge erhalten hat. - -Spuren oder ganz geringe Mengen Holzschliff in als holzfrei gehandelten -Papieren haben schon oft Veranlassung zu unliebsamen Erörterungen -zwischen dem Erzeuger und Abnehmer der Ware gegeben. Wenn auch ein -Fabrikant holzfreier Papiere lediglich holzfreie Rohstoffe verarbeitet, -so ist doch in jeder Fabrik die Möglichkeit gegeben, daß das fertige -Papier verholzte Fasern und zwar in erster Linie Holzsplitterchen -enthält. Die Ansichten über die Möglichkeit, Bedeutung und Zulässigkeit -solcher Verunreinigungen sind in Fachkreisen sehr geteilt, und ein -allgemein anerkannter Handelsbrauch darüber, ob und bis zu welchem -Grade als holzfrei gehandelte Papiere durch verholzte Fasern -verunreinigt sein dürfen, ohne als holzhaltig angesehen zu werden, -besteht nicht.[50] - -Die Versuchsanstalt hat von jeher den Standpunkt eingenommen, daß man -ein Papier nicht ohne weiteres als holzhaltig ansprechen soll, wenn man -verholzte Fasern in ihm nachweisen kann; der Papierfabrikant verlangt -mit Recht, daß man auch den Fabrikationsumständen bei der Beurteilung -solcher Fragen Rechnung trägt, und diese sind wie erwähnt derart, -daß unter den gewöhnlichen hier in Frage kommenden Verhältnissen -Verunreinigungen durch verholzte Fasern nicht sicher zu vermeiden sind. -Die Möglichkeiten solcher Verunreinigungen werden um so mehr in den -Hintergrund treten, je besser und wertvoller das erzeugte Papier ist, -und man wird um so mehr mit ihnen zu rechnen haben, je geringer die -Güte des erzeugten Materials ist. Aus diesem Grunde werden auch die -Ansprüche, die man an das Papier stellt, verschieden sein, und man -wird z. B. an ein Packpapier 5a und an ein Schreibpapier 3a, die beide -holzfrei sein sollen, nicht den gleichen Maßstab legen. Man wird in -jedem einzelnen Falle unter Berücksichtigung der Güte des Materials, -der Preislage und des Verwendungszweckes seine Entscheidung treffen -müssen. - -Von diesem Gesichtspunkt aus dürfte es sich, sofern nicht besondere -Fälle vorliegen, vielleicht empfehlen, bei holzfreien Packpapieren, -Aktendeckeln u. s. w. einen Gehalt an verholzten Fasern bis zu 3% -zuzulassen; bei Schreib- und Druckpapieren aus Lumpen mit oder ohne -Zusatz von Erde dürften höchstens bis zu 0,5%, bei den übrigen holzfrei -verlangten Sorten höchstens bis zu 1% an verholzten Fasern zulässig -sein. - -Diese Spielräume tragen wohl in reichlichem Maße den vorher -geschilderten Umständen Rechnung, ohne andererseits die Güte des -Papiers herabzudrücken; sind diese Grenzen aber überschritten, dann -kann man wohl nicht mehr verlangen, daß der Empfänger die „holzfrei“ -bestellte Ware als solche ansieht und abnimmt. - -Einen Anhalt zur Abschätzung geringer Mengen Holzschliff gibt Tafel -XVI; sie ist die Wiedergabe einer Zeichnung[51] nach Originalmustern. -Papiere mit 0,5%, 1%, 2%, 3% und 5% Holzschliff, etwa 75 g das qm -schwer, wurden mit salzsaurer Phloroglucinlösung behandelt und dann im -auffallenden Licht gezeichnet. - - [45] Sitzungen der Polytechnischen Gesellschaft zu Berlin 1882. - - [46] Papierzeitung 1887, Nr. 14ff. - - [47] Die qualitative und quantitative Bestimmung des Holzschliffes im - Papier. Von Dr. +A. Müller+. Julius Springer, Berlin. - - Der Gedanke, Kupferoxydammoniak zur Bestimmung des Holzes im - Papier zu verwenden, ist auch von +Merz+ durchgeführt worden; er - hat eine Anzahl von Versuchen angestellt (Papierzeitung 1886), - ist indessen nicht zu befriedigenden Ergebnissen gelangt. - - [48] Über die quantitative Bestimmung des Holzschliffes im Papier. - Von +Richard Godeffroy+ und +Max Coulon+. Mitteilungen des k. - k. Technologischen Gewerbe-Museums in Wien. Neue Folge. II. - Jahrgang 1888, Nr. 1 und 2, S. 18ff., S. 67 und 1889, S. 9ff. - - [49] Über eine quantitative Reaktion des Lignins. Von +Rudolf - Benedikt+ und +Max Bamberger+. Monatshefte für Chemie 1890, - S. 260. - - Zur Bestimmung des Holzschliffes im Papier. Von Prof. +Rudolf - Benedikt+ und +Max Bamberger+. Chemiker-Zeitung 1891, Nr. 14, - S. 221. - - [50] Vergl. Holzfreie Papiere. Vom Verfasser. Mitt. a. d. techn. - Vers.-Anst. 1900, S. 279. - - [51] Angefertigt von meinem Kollegen Dr. +Wisbar+. - - - - -Bestimmung der Art der Leimung. - - -Tierische Leimung. - -+Kiliani+ empfiehlt, zur Bestimmung des tierischen Leims dessen -Fähigkeit, in der Siedehitze gelbes Quecksilberoxyd zu reduzieren, zu -benutzen. - -Zum Versuch wird das Papier (10-15 g) möglichst fein zerkleinert und in -einem Becherglase mit destilliertem Wasser ausgekocht. - -Während des Kochens versetzt man in einem zweiten Becherglase eine -Lösung von Quecksilberchlorid mit verdünnter Ätznatronlösung, wobei man -darauf zu achten hat, daß letztere im Überschuß zugesetzt wird. - -Zu dem ausgefällten gelben Quecksilberoxyd fügt man den durch Kochen -des Papiers erhaltenen wässerigen Auszug. - -Kocht man diese Mischung eine Zeit lang, so wird bei Anwesenheit -von tierischem Leim der gelbe Niederschlag erst schmutziggrün, dann -schwarz; nach dem Kochen setzt sich am Boden des Becherglases ein -schwarzer Niederschlag von metallischem Quecksilber ab. - -Ist in dem Papier Tierleim nicht vorhanden, so verändert sich entweder -die gelbe Farbe des Quecksilberniederschlages nicht, oder sie geht nur -in Schmutziggrün über. - -Den erhaltenen Niederschlag bringt man zur weiteren Untersuchung auf -ein Filter, wäscht ihn mit Wasser und später mit verdünnter Salzsäure -aus. Bleibt bei diesem Auswaschen auf dem Filter ein schwarzer -Rückstand (metallisches Quecksilber), so ist in dem Papier Tierleim -vorhanden. - -Bei nicht tierisch geleimten Papieren löst sich der auf dem Filter -befindliche Niederschlag vollständig auf. - -Man tut gut, sich den Verlauf der Reaktion zunächst durch Kochen des -Niederschlages mit Gelatinelösung selbst vor Augen zu führen. - -Empfindlicher und einfacher als diese Quecksilberreaktion ist der -Nachweis des Tierleims durch Gerbsäure, der darauf beruht, daß letztere -mit Tierleim einen Niederschlag von gerbsaurem Leim (Leder) bildet. -Versetzt man eine nicht allzu dünne Leimlösung mit Gerbsäure, so -entsteht ein dicker gallertartiger Niederschlag, und selbst bei starker -Verdünnung der Lösung ist noch eine milchig-weiße Trübung zu bemerken, -aus welcher sich bald Flocken absetzen. - -Behufs Ausführung des Versuchs zieht man zunächst das Papier mit -destilliertem Wasser aus und dampft den Auszug etwas ein, damit die -Reaktion schärfer zu beobachten ist; zu diesem Auszug setzt man nach -dem Erkalten Chlorammonium (als Salz) und nach dem Auflösen verdünnte -Jod-Jodkaliumlösung im Überschuß; hierdurch fällt die mit aufgelöste -Stärke als blaue Jodstärke aus; sie wird abfiltriert und das Filtrat -mit einigen Tropfen Alaunlösung und dann mit einer Lösung von Gerbsäure -in Wasser versetzt. War das Papier tierisch geleimt, so entsteht -ein mehr oder weniger dicker, flockiger Niederschlag, der sich aber -zuweilen erst nach einiger Zeit bildet. - -Will man sich hiermit allein nicht begnügen, so filtriert man den -Niederschlag ab, trocknet und glüht ihn mit Natronkalk. War Tierleim -vorhanden, so bildet sich Ammoniak, das man mit Curcuma- oder rotem -Lackmuspapier (feucht) nachweisen kann, wenn es sich nicht schon durch -den Geruch bemerkbar macht. - -Zum Nachweis ganz geringer Mengen Tierleim oder wenn zur Prüfung nur -sehr wenig Material verfügbar ist, wie bei der Untersuchung alter -Handschriften, schlägt +Wiesner+ das +Millon+sche Reagens vor, welches -auf Eiweißstoffe, und diese sind ja im tierischen Leim stets vorhanden, -sehr empfindlich reagiert. - -Eine gewogene Menge metallisches Quecksilber wird mit dem gleichen -Gewicht rauchender Salpetersäure versetzt und einige Stunden lang an -einem kalten Orte sich selbst überlassen; hierauf setzt man eine gleich -große Menge destilliertes Wasser hinzu und läßt das Ganze 24 Stunden -stehen. - -Das zu untersuchende Papier wird auf ein Deckgläschen gelegt und -mit dem Reagens befeuchtet; hierauf bringt man es auf ein Drahtnetz -und erwärmt langsam. Ist tierischer Leim vorhanden, so färbt sich -das Papier in wenigen Minuten rot und zwar je nach der Menge des -vorhandenen Leims rosenrot bis ziegelrot. Später bräunt sich das -Papier, weshalb auf den Beginn der Färbung genau zu achten ist. - -Aus dem Zutreffen der +Millon+schen Reaktion kann aber nur unter -bestimmten Voraussetzungen auf Tierleim geschlossen werden. Diese sind: - - 1. Das Papier darf kein Eiweiß als solches enthalten. - - 2. Das Papier darf keine freien, einfach hydroxylierten - aromatischen Gruppen enthalten. - -Daß man bei Prüfung alter Beschreibstoffe, unter welchen oft feine -Pergamente vorkommen, die mit Papier große Ähnlichkeit haben, auf -die Beschaffenheit des Materials Rücksicht zu nehmen hat, ist -selbstverständlich. Solche Pergamente geben die +Millon+sche Reaktion -ausgezeichnet, weil sie aus leimgebender Masse bestehen. - -Die quantitative Bestimmung des Tierleims geschieht am besten durch -Ermittelung des Stickstoffgehaltes nach einem der hierfür bekannten -Verfahren (z. B. Kjeldahl). - - -Kaseinleim. - -Kasein, meist in Form von Ammonium-Albumin, wird in einigen Fabriken -beim Leimen mitverwendet,[52] um dem Papier erhöhte Leimfestigkeit und -besseren Griff zu verleihen. Bei der Herstellung gestrichener Papiere -findet es gleichfalls Verwendung. Zum Nachweis von Kasein benützt man -am besten die Reaktion von +Adamkiewicz+, nach der sich eine Mischung -von 1 Vol. konzentrierter Schwefelsäure und 2 Vol. Eisessig nach Zusatz -von Kasein beim Erwärmen schön rotviolett färbt. Tierleim gibt diese -Färbung nicht. - -Das Ausziehen des Kaseins aus dem Papier erfolgt durch Behandeln mit -Boraxlösung oder schwachen Laugen. Die Ausscheidung aus der Lösung -erfolgt dann durch Kochen mit Essigsäure. Das abgeschiedene Eiweiß wird -abfiltriert, getrocknet und in angegebener Weise geprüft. Entsteht (bei -sehr geringen Mengen Eiweiß) kein Niederschlag, so dampft man das Ganze -zur Trockene ein und prüft den Rückstand. - - -Harzleimung. - -Die Ansichten, welches bei der Anwendung des Harzleims die wirkenden -Faktoren seien, ob freies Harz, ob harzsaure Tonerde oder ein Gemenge -beider, sind noch geteilt. +Wurster+ behauptet, die Leimfestigkeit des -Papiers werde lediglich durch freies Harz bedingt, andere behaupten, -daß sie durch eine Verbindung des Harzes mit der Tonerde bewerkstelligt -wird. - -Daß auf alle Fälle immer freies Harz im Papier vorhanden ist, dürfte -wohl nicht mehr angezweifelt werden, und hierauf stützen sich im -wesentlichen die Verfahren für den Nachweis der Harzleimung. - -Eines der ältesten beruht darauf, daß eine alkoholische Lösung -von Harz, sobald sie mit Wasser stark verdünnt wird, sich durch -Ausscheidung von Harz milchig trübt. - -Man übergießt einen in kleine Stücke zerrissenen halben Bogen des zu -prüfenden Papiers mit absolutem Alkohol und bringt das Gefäß, in dem -das Ausziehen vorgenommen wird, etwa eine Viertelstunde lang in heißes -Wasser. Gießt man diesen Auszug in destilliertes Wasser, so scheidet -sich das Harz aus, und es entsteht eine milchig-weiße Trübung. - -Diese Reaktion ist indessen nicht sehr empfindlich; bei kleinen Mengen -Papier tritt sie meist nur undeutlich auf. Ihre Empfindlichkeit kann -aber gesteigert werden, wenn man dem Alkohol vor dem Kochen einige -Tropfen Salzsäure, Essigsäure o. a. zusetzt. - -Eine sehr deutliche Reaktion erhält man auch, wenn man das Papier mit -reiner Essigsäure (Eisessig) ohne Zusatz von Alkohol in der Wärme -auszieht und dann den Auszug mit Wasser versetzt; in diesem Falle -genügen schon wenige Quadratcentimeter Papier. Der Versuch kann bequem -in einem Reagensglase ausgeführt werden. Man bringt in dieses kleine -Stücke des zu untersuchenden Materials, übergießt mit 2-3 ccm Eisessig, -läßt einige Male aufkochen und füllt das Glas mit destilliertem -Wasser; ist Harzleim vorhanden, so entsteht eine dicke weiße Trübung, -anderenfalls bleibt die Flüssigkeit klar. - -Schwaches Opalisieren der Flüssigkeit ist nicht als Beweis für die -Anwesenheit von Harzleim anzusehen; die Essigsäure kann nämlich -unter Umständen geringe Mengen anderer Stoffe in Lösung bringen, -welche diese Erscheinung hervorrufen; sie entzieht z. B. etwa -vorhandenem Holzschliff ganz geringe Mengen Harz, löst bei vorhandenem -schwefelsaurem Kalk einen geringen Bruchteil dieses Füllstoffes -auf u. s. w. In diesen Fällen tritt beim Verdünnen mit Wasser -schwaches Opalisieren ein, das aber mit der Reaktion, welche von -Harzleim herrührt, kaum verwechselt werden kann. Um jedoch jeden -Zweifel zu beseitigen, tut man gut, einen Teil des Alkohol- oder -Essigsäureauszuges zur Trockene zu verdampfen und sich von der harzigen -Beschaffenheit des Rückstandes zu überzeugen. - -+Morawski+[53] schlägt vor, die +Storch+sche Reaktion zum Nachweis von -Harzöl auch bei der Untersuchung von Papier auf Harzleimung anzuwenden. -Löst man etwas Kolophonium in einem +trockenen+ Reagensglase durch -Erwärmen mit Essigsäureanhydrid und läßt nach dem Erkalten vorsichtig -einen Tropfen konzentrierte Schwefelsäure an dem Glase hinunterfließen, -so entsteht eine rote bis violette Färbung, die aber sogleich wieder -verschwindet, um einer braungelben Platz zu machen. Die Reaktion ist -sehr empfindlich und zeigt noch sehr geringe Mengen Harz an. Zum -Nachweis im Papier verfährt man mit etwa 10 qcm Papier ebenso. Wegen -der ätzenden Eigenschaften der beiden Reagentien ist Vorsicht geboten. - -+Wiesner+[54] benutzt zum Nachweis von Harzleim im Papier konzentrierte -Schwefelsäure und stützt sich hierbei auf die sogenannte +Raspail+sche -Reaktion. - -Nach +Raspail+ nehmen Harze und Fette, ähnlich wie Eiweißkörper, mit -Zucker und Schwefelsäure behandelt, eine intensiv rotviolette Farbe an. -Da nun durch die Einwirkung von konzentrierter Schwefelsäure auf die -im Papier vorhandene Cellulose Zucker entsteht, so läßt man auf das -zu untersuchende Papier einen Tropfen Schwefelsäure fallen. Ist das -Papier mit Harz geleimt, so entsteht eine rotviolette Färbung, welche -ausbleibt, wenn kein Harzleim vorhanden ist. - -Beim Eintreten der Reaktion hat man sich aber nachträglich zu -vergewissern, ob im Papier nicht auch Fette oder Eiweißkörper vorhanden -sind, da diese die Färbung ja auch geben. Dieser Umstand beeinträchtigt -natürlich den praktischen Wert der Reaktion erheblich. Ferner ist sie -nicht anwendbar, wenn das Papier verholzte Fasern enthält, da dann eine -so stark schmutziggrüne Färbung auftritt, daß die Harzreaktion völlig -verdeckt wird. - -Wertvoll für den Untersuchenden ist bei Anwendung dieser Reaktion der -Umstand, daß man zu ihrer Ausführung nur sehr wenig Papier braucht. - -Ein weiteres, in der Versuchsanstalt ermitteltes Verfahren, das sich -durch große Einfachheit in der Versuchsausführung auszeichnet, ist -das folgende. Man schneidet aus dem zu prüfenden Material ein etwa -handgroßes Stück heraus, legt es auf eine hohle Unterlage (Glasschale, -Uhrglas, Trinkglas o. a.) und läßt aus einer Tropfflasche etwa 4-6 -Tropfen Äther auf die Mitte des Blattes fallen. Der Äther breitet -sich auf dem Blatt mehr oder weniger aus und ist nach kurzer Zeit -verdunstet; die Verdunstung kann durch Zufächeln oder Zublasen von Luft -noch befördert werden, so daß der ganze Versuch kaum 15-20 Sekunden -in Anspruch nimmt. Bei harzgeleimten Papieren zeigt sich dann ein -mehr oder weniger deutlicher Harzrand. Bildet sich nach der ersten -Verdunstung kein Rand, so tut man gut, noch ein zweites und drittes -Mal zu tropfen, da zuweilen bei Papieren mit wenig Harzleim, z. B. bei -gleichzeitig vegetabilisch und tierisch geleimten, der Rand weniger -deutlich erscheint als sonst. - -[Illustration: Fig. 58.] - -Aus Fig. 58 ist zu ersehen, wie die Reaktion auftritt. Die Figuren -zeigen 4 verschiedene Papiersorten, welche in der eben geschilderten -Weise behandelt und dann im durchfallenden Licht photographisch -aufgenommen wurden. - -Besonders wertvoll dürfte sich dieses Verfahren beim Prüfen von -Büchern, Druckwerken, Handschriften, Landkarten u. s. w. erweisen, -da man diese direkt, ohne Teile davon zu entnehmen, dem Versuch -unterwerfen kann. Der zurückbleibende Harzrand wird das Versuchsobjekt -in den meisten Fällen nicht entwerten; man kann sich in diesen Fällen -mit einem Raum begnügen, der für einen einzigen Tropfen ausreicht, da -dieser schon, entweder beim ersten Male oder im Wiederholungsfall, das -Harz anzeigt. - -In den weitaus meisten Fällen wird es dem Ermessen des Untersuchenden -freistehen, sich der einen oder anderen der geschilderten Verfahren zu -bedienen; er wird sich dabei leiten lassen von äußeren Umständen, etwa -von den zur Verfügung stehenden Reagentien, der Menge des vorhandenen -Papiers u. s. w. In einigen besonderen Fällen aber wird er eine -Auswahl zu treffen haben. Handelt es sich z. B. um ein gefettetes -Papier, so kann man dieses nicht durch Ausziehen mit Alkohol oder -Eisessig untersuchen, da dann auch das Fett in Lösung geht und nachher -mit Wasser eine Trübung gibt; ebensowenig kann man in diesem Falle -die +Wiesner+sche Reaktion anwenden, da schon das vorhandene Fett -Ursache einer Färbung im Verein mit Schwefelsäure werden würde; auch -die Äther-Tropfmethode läßt hier im Stich, da schon durch das Fett -allein ein Rand erzeugt wird. Es bleibt also für diesen Fall nur die -+Morawski+sche Reaktion übrig, wobei man allerdings die wohl immer -zutreffende Voraussetzung machen muß, daß zum Fetten des Papiers keine -Harzöle Verwendung gefunden haben, denn diese geben die +Morawski+sche -Reaktion ebenfalls. Auch bei gefärbten Papieren wird man nicht immer -jede der angeführten Methoden anwenden können; je nach dem Verhalten -des Farbstoffes den anzuwendenden Reagentien gegenüber wird man eine -Auswahl vorzunehmen haben. Kurz, man kann zum Nachweis des Harzes -im Papier nicht gut eine allgemeine Vorschrift geben, die auch alle -besonderen Fälle in sich schließt; der Untersuchende muß vielmehr von -Fall zu Fall selbst seine Entscheidung treffen. - -Zur Bestimmung der Menge des vorhandenen Harzes (frei und gebunden) -kocht man das Papier mit etwa 5prozentiger Natronlauge, filtriert, -wäscht mit heißem Wasser aus und setzt zu dem Filtrat Schwefelsäure. -Das hierbei ausgeschiedene Harz wird durch Schütteln mit Äther -aufgenommen und bestimmt. - - -Stärke. - -Stärke wird beim Leimen vielfach angewendet, um dem Papier ein -schöneres Aussehen zu geben; die Stärkeleimung, welche als solche bei -uns nicht mehr in Gebrauch ist, ist älteren Datums als die animalische -und vegetabilische Leimung. - -+Wiesner+[55] hat nachgewiesen, daß beispielsweise alle Papiere des -+Papyrus Erzherzog Rainer+ ausschließlich durch Stärke beschreibbar -gemacht worden sind. - -Erst im Jahre 1377 tritt die tierische Leimung bei Papieren auf. - -Der Nachweis der Stärke im Papier geschieht mit Hilfe von stark -verdünnter Jod-Jodkaliumlösung; bringt man einen Tropfen auf -stärkehaltiges Papier, so entsteht eine Blau- oder Violettfärbung -infolge der Bildung von Jodstärke. Die Jodlösung muß sehr verdünnt -sein, weil sonst die Blaufärbung des Papiers durch die braune Farbe der -Lösung verdeckt wird. - -Zur Bestimmung der Menge der vorhandenen Stärke wird letztere durch -Behandlung des Papiers mit Diastase oder verdünnter Säure in Zucker -übergeführt und dieser mit Hilfe der hierfür bekannten Verfahren -bestimmt.[56] - - [52] +Hofmann+, Handbuch der Papierfabrikation. 1891. S. 380. - - [53] Über eine empfindliche Reaktion zum Nachweise von Fichtenharz. - Von +Th. Morawski+. Mitteilungen aus dem K. K. Technologischen - Gewerbe-Museum in Wien. 1888. Nr. 1 und 2 Seite 13. - - [54] Die mikroskopische Untersuchung des Papiers. Von Prof. Dr. +Jul. - Wiesner+. Wien 1887. - - [55] Mitt. a. d. Sammlung des Papyrus Erzherzog Rainer. 1887. S. 45. - - [56] +Lunge+, Chemisch-technische Untersuchungsmethoden, Bd. III, - S. 392. - - - - -Leimfestigkeit. - - -Von einem Schreibpapier verlangt man, daß es leimfest ist, d. h. daß -Tintenschrift weder ausläuft noch durchschlägt. Die Forderung, daß die -Schriftzüge nicht auslaufen, ist ohne jede Einschränkung zu stellen; ob -das Papier dick oder dünn ist, die Schriftzeichen müssen scharfe Ränder -zeigen, wenn es als leimfest gelten soll. - -Bei der Beurteilung des Widerstandes des Papiers gegen das Durchdringen -der Tinte muß man seine Ansprüche mit der Dicke des Materials in -Einklang bringen, da naturgemäß unter sonst gleichen Umständen dickeres -Papier stärkere Schrift zu halten im stande ist als dünneres. - -Zur Beurteilung der Leimfestigkeit von Papier hat +Leonhardi+, gestützt -auf grundlegende, von +Schluttig+ ausgeführte Versuche, die Behandlung -mit neutraler Eisenchloridlösung, deren Eisengehalt 1,531% beträgt, -vorgeschlagen.[57] Nach seinen Beobachtungen soll diese Lösung in ihrer -Fähigkeit, Papiere zu durchdringen, mit den besseren Schreib- und -Kopiertinten übereinstimmen. - -Mittels einer Ziehfeder werden auf dem zu untersuchenden Papier Striche -mit der erwähnten Eisenchloridlösung gezogen; die Spitzen der Feder -stehen hierbei 1 mm auseinander. - -Nach dem Eintrocknen wird auf die Rückseite des Papiers eine geringe -Menge ätherischer Tanninlösung gegossen. - -Ist das Papier schlecht geleimt, so ist Eisenlösung durch das Papier -gedrungen und diese Stelle färbt sich dann bei dem Aufgießen der -Tanninlösung mehr oder weniger schwarz. - -+Post+ hat diesem Verfahren eine andere Ausführungsform gegeben, wobei -er zugleich in gewissem Maße auf die Dicke des Papiers Rücksicht nimmt. - -Die Eisenchloridlösung wird in einer Flasche aufbewahrt, wie sie Fig. -59 zeigt. Der bis auf den Boden gehende Stopfen ist eine Pipette, -welche oben mit einer feinen Gummimembran verschlossen ist. Die Pipette -läßt bei einem Druck auf die Gummischeibe stets Tropfen von 0,03 g -fallen. - -Man hängt die gefüllte Pipette so auf (Fig. 60), daß ihre Spitze -von der Tischplatte 10 cm entfernt ist, legt ein Stück des zu -untersuchenden Papiers darunter und läßt durch Drücken auf die -Gummimembran einen Tropfen der Eisenlösung fallen. Den Tropfen läßt man -nun so viel Sekunden auf dem Papier, wie dieses Gramm pro Quadratmeter -schwer ist. Nach Verlauf dieser Zeit nimmt man den Rest des Tropfens -mit Filtrierpapier auf. - -[Illustration: Fig. 59.] - -[Illustration: Fig. 60.] - -Hat man auf diese Weise 4-5 Flecke erzeugt, so behandelt man nach -völligem Trocknen die Rückseite des Papiers mit Tanninlösung wie vorher -angegeben. - -Von der Anwendung der +ätherischen+ Tanninlösung sollte man indessen -Abstand nehmen und statt dessen eine +wässerige+ Auflösung benützen, -weil der Äther ein Lösungsmittel für Harz ist und deshalb trotz seiner -schnellen Verdunstung in das Papier eindringen und so das Tannin in das -Innere des Blattes führen kann; man hat deshalb, wenn ein schwarzer -Niederschlag entsteht, nicht die Gewißheit, daß er auf der Rückseite -entstanden ist; er kann sich auch im Innern des Papierblattes gebildet -haben. - -Um dem vorzubeugen, befeuchtet man einen Flock Baumwolle mit wässeriger -Tanninlösung und fährt hiermit über die Rückseite des zu prüfenden -Papiers; das auf diese Weise schwach angefeuchtete Papier wird sofort -mit Fließpapier nachgetrocknet, so daß Eindringen von Feuchtigkeit in -das Papier von der Rückseite her nicht zu befürchten ist. - -+Osw. Schluttig+ und Dr. +G. S. Neumann+ haben die Ausführung der -Prüfung mit Eisenchlorid noch anders gestaltet.[58] Veranlassung hierzu -gaben die Arbeiten +Schuberts+ über das +Post+sche Verfahren[59] und -der Wunsch einen Weg zu finden, um auch Über den +Grad+ der Leimung ein -Urteil abgeben zu können. - -[Illustration: Fig. 61a.] - -[Illustration: Fig. 61b.] - -+Schluttig+ und +Neumann+ schlagen die Prüfung in folgender Weise vor: - -Das Papier _p_ wird auf einem hierfür hergerichteten dachartigen -Gestell (Fig. 61a-b) befestigt, dessen Seitenwände mit der Tischplatte -einen Winkel von 60° bilden. Ein Aufsatz trägt eine Blechrinne _f_, -die gegen _p_ um 45° geneigt ist. In ein Glasröhrchen von bestimmten -Abmessungen wird eine stets gleiche Menge Eisenchloridlösung gesaugt, -die in 100 Gewichtsteilen 1 g Eisen (als Eisenchlorid), 1 g Gummi -arabicum und 0,2 g Phenol enthält. Das Röhrchen wird oben mit dem -Finger verschlossen und so gegen _f_ gelegt, daß das untere Ende das -Papier berührt. Wird nun die obere Öffnung freigegeben, so fließt -die Lösung auf dem Papier herunter. In dieser Weise erzeugt man nach -jedesmaligem Verschieben des Aufsatzes um 3 cm noch zwei Streifen -(Fig. 62). 15 Minuten nach Bildung des dritten Streifens wird das -Blatt umgedreht und auf der Rückseite in gleicher Weise mit wässeriger -Tanninlösung (1prozentige Lösung mit 0,2 g Phenol) so behandelt, daß -sich die Streifen in der aus Fig. 63 ersichtlichen Weise kreuzen. - -Bei +nicht leimfesten+ Papieren färben sich die neun Kreuzungspunkte -der Streifen wenige Sekunden nach dem Herunterlaufen der Tanninlösung -schwarz. Ein Papier gilt als +leimfest+, wenn erst nach Verlauf einiger -Minuten Farbreaktionen auftreten, beginnend bei 1/6, so daß die inneren -Kreuzungspunkte 1/6, 2/6, 1/5 und 2/5 deutlich grau bis schwarz, wohl -auch einige der äußeren grau gefärbt sind. - -[Illustration: Fig. 62.] - -[Illustration: Fig. 63.] - -Zeigen die inneren Kreuzungspunkte nach 24 Stunden nur eine ganz -schwache graue Färbung, so gilt das Papier als +sehr leimfest+; zeigt -sich nach dieser Zeit an keinem der Kreuzungspunkte eine Färbung, so -ist das Papier +außerordentlich leimfest+. - -Bei zahlreichen vergleichenden Prüfungen auf Leimfestigkeit unter -Benutzung der beiden zuletzt geschilderten Verfahren einerseits -und unter Ausführung von Schreibversuchen mit verschiedenen Tinten -andererseits zeigte sich in den meisten Fällen Übereinstimmung in -den Ergebnissen. Vereinzelt kamen aber Abweichungen, teilweise recht -auffallender Art, vor, die zeigten, daß das Eindringen der Eisenlösung -nicht immer in gleicher Weise erfolgt wie das der Tinte. - -So wurden beim Arbeiten nach +Post+, namentlich bei der Untersuchung -von blauen Aktendeckeln und Packpapieren, Fälle beobachtet, in denen -die Eisenchloridtropfen das Material völlig durchdrangen, starke -Tintenschrift aber weder auslief noch durchdrang. - -Bei Anwendung des +Schluttig-Neumann+schen Verfahrens wurden u. -a. Fälle beobachtet, in denen Papiere nach der Farbbildung an -den Kreuzungspunkten als sehr leimfest hätten bezeichnet werden -müssen, während Tintenschrift durchschlug. Hier spielte wohl die -Oberflächenbeschaffenheit der Papiere eine Rolle, denn bei stark -geglätteten Papieren wird das Eindringen der Prüfungsflüssigkeit bei -horizontaler Lage des Papierblattes leichter und stärker erfolgen als -bei schräg liegendem Blatt. - -Auf die Einzelheiten der gemachten Beobachtungen kann hier nicht weiter -eingegangen werden; sie haben aber gezeigt, daß zur Beurteilung der -Leimfestigkeit von Papier unbedingt auch Versuche unter Verwendung -von Tinte ausgeführt werden müssen. Man wählt hierzu zweckmäßig 2-3 -gute Handelsmarken verschiedener Zusammensetzung aus, die man gut -verschlossen aufbewahrt. Für den Versuch entnimmt man jedesmal kleine -Mengen aus den Vorratsflaschen. - -Der Versuch selbst wird am besten mit einer Ziehfeder ausgeführt. -Man zieht Striche von verschiedener Dicke und achtet auf möglichst -gleichmäßige Ausführung. Zunächst werden die Spitzen der Feder für die -gewünschte Strichdicke eingestellt, dann Tinte bis zu einer gewissen -Marke eingefüllt und schließlich die Feder an einem Lineal entlang -geführt, so weit es angeht, stets mit gleicher Geschwindigkeit und in -derselben Neigung zum Papierblatt. Vor jedem neuen Strich wird die -Feder wieder gefüllt.[60] Die Striche werden untereinander gezogen und -Kreuzungen vermieden. - -Will man Über den Grad der Leimfestigkeit ein Urteil abgeben, so -steigert man die Strichdicke, etwa von ½ mm anfangend, von Versuch -zu Versuch um ¼ mm, bis die Tinte durchschlägt. Man kann dann -sein Urteil dahin zusammenfassen, daß das Papier leimfest ist für -Strichdicken bis zu ... mm. Dieses Urteil gibt ein klares Bild über die -Beschreibbarkeit des vorliegenden Materials, klarer als die Angaben -leimfest, sehr leimfest u. s. w. - -Gewöhnliche Schreibpapiere, wie Kanzlei- und Konzeptpapiere von etwa -80-100 g Quadratmetergewicht, wird man als genügend geleimt ansehen -können, wenn ¾ mm dicke Striche weder auslaufen noch durchschlagen. - -Hat man das Papier mit der Ziehfeder behandelt, so beschreibt man es -auch in gewöhnlicher Weise, wobei man gut tut, stets den gleichen -Wortlaut, z. B. Namen und Wohnort anzuwenden, da hierdurch eine -größere Gleichmäßigkeit in der Ausführung gesichert wird als bei stets -wechselnden Worten. - -Bei Papieren, die nur auf einer Seite beschrieben werden, wie -Briefumschlagpapier, kann man sich mit der Forderung begnügen, daß die -Schriftzüge scharfe Ränder aufweisen; ob sie Neigung zum Durchschlagen -zeigen, kommt praktisch nicht in Betracht. Bei Wechselpapieren kann -schwache Leimung sogar von besonderem Wert sein, da durch das tiefe -Eindringen der Tinte Fälschungen erschwert werden. - -Gegen die Ausführung der Versuche mit Tinte lassen sich naturgemäß -eine Reihe von Einwänden erheben. Einmal ist man abhängig von der -Beschaffenheit der Tinte, die auch in den besten Fabriken nicht immer -von gleicher Zusammensetzung hergestellt werden kann, ferner ist die -Art und Weise des Auftragens nicht immer gleich, es wird nicht immer -die gleiche Menge Tinte auf eine bestimmte Strichlänge kommen u. a. m. - -Ähnliche Einwände sind aber auch gegen die beiden geschilderten -Eisenchlorid-Verfahren zu machen. - -Man kann aber die Versuche mit Tinte, wie schon erwähnt, nicht -entbehren und man muß sich mit den Mängeln, so gut es geht, abfinden, -bis das Verfahren weiter ausgearbeitet ist. Vielleicht gelingt es, -eine Vorrichtung zu schaffen, mit Hilfe deren man die Tinte in stets -gleicher Weise auf das Papier bringen kann (gleiche Geschwindigkeit -beim Ziehen mit der Feder, gleiche Neigung der Feder zum Blatt, gleiche -Tintenmenge für eine Längeneinheit, gleicher Druck der Feder u. s. w.). - - [57] Papierzeitung 1884, S. 625. - - [58] Papierzeitung 1891, S. 1532. - - [59] Papierzeitung 1885, S. 1102. - - [60] Nach beendigtem Versuche reinige man die Feder gründlich, damit - sie so wenig wie möglich von der Tinte angegriffen wird. Werden - die Spitzen der Feder im Laufe des Gebrauches rauh, so müssen - sie neu eingeschliffen werden. - - - - -Nachweis von freiem Chlor und freier Säure. - - -Papiere, die freies Chlor und freie Säure enthalten, gehören zu den -Seltenheiten. Die ganzen Verhältnisse, unter denen das Papierblatt -entsteht, machen schon das Hineingelangen von Chlor und Säure in -das Papier außerordentlich schwierig. Überschüssiges Chlor aus dem -Halbstoff wird durch Hinzufügen von Entchlorungsmitteln und durch -die großen Wassermengen, mit denen die Faser in Berührung kommt, -unschädlich gemacht. Die in dem Stoff etwa vorhandene Säure, sei sie -nun direkt zugesetzt oder durch den Alaun hineingelangt, wird teils -gebunden, teils durch den Waschprozeß entfernt. - -Findet man daher ab und zu ein Papier, in dem man freies Chlor und -freie Säure nachweisen kann, so dürfte deren Anwesenheit auf besondere -Umstände bei der Fabrikation zurückzuführen sein. So kann ein Papier, -wenn beim Bleichen Chlorkalkschlamm in den Stoff gelangt ist, -Chlorkalkreste enthalten und noch eine Zeit lang die Chlorreaktion -geben. - -Der Nachweis des freien Chlors im Papier geschieht in ähnlicher Weise -wie bei Prüfung des Halbzeuges; man nimmt hierbei bekanntlich eine -geringe Menge des zu prüfenden Stoffes aus dem Holländer, preßt mit der -Hand aus und läßt wenige Tropfen einer Kaliumjodidstärkelösung darauf -fallen; ist noch freies Chlor vorhanden, so färbt sich das Halbzeug -infolge der Bildung von Jodstärke mehr oder weniger blau. - -Bei der Prüfung des fertigen Papiers verfährt man am besten in der -Weise, daß man es in Stücke zerschneidet, diese durch destilliertes -Wasser zieht und sie dann abwechselnd mit Kaliumjodidstärkepapier -übereinanderschichtet; das Ganze beschwert man mit einer Glasplatte. - -Das Wasser zieht etwa vorhandenes Chlor allmählich aus, das Chlorwasser -wirkt auf das Reagenspapier und erzeugt mehr oder weniger blaue -Streifen und Flecken. - -Das Kaliumjodidstärkepapier stellt man sich her, indem man gewöhnliche -Stärke mit kaltem Wasser zu einem Brei anrührt und diesen unter -Umrühren in siedendes Wasser gießt, in welchem man eine geringe -Menge Jodkalium aufgelöst hat; durch die erkaltete Lösung zieht man -Filtrierpapier. - -Wenn es so ziemlich einfach ist, sich von dem Vorhandensein freien -Chlors zu überzeugen, so ist der Nachweis freier Säure schwieriger. -Eine möglichst große Menge des zerkleinerten Papiers übergießt man in -einem Becherglase mit einer möglichst geringen Menge destillierten -Wassers; das Ganze erwärmt man etwa eine Stunde lang mäßig, wobei -ein häufiges Umrühren der Masse von Vorteil ist. Man darf dann wohl -mit Sicherheit annehmen, daß der weitaus größte Teil aller im Papier -enthaltenen, durch Wasser ausziehbaren Stoffe, also auch die freie -Säure, in Lösung gegangen ist; man gießt den Auszug ab und arbeitet -nun bei der weiteren Untersuchung allein mit diesem. Dasjenige Mittel, -dessen man sich in der Chemie gewöhnlich zum Nachweis der freien Säuren -bedient, das blaue Lackmuspapier, läßt sich im vorliegenden Falle nicht -anwenden, da in dem Auszug in den meisten Fällen Tonerdesalze vorhanden -sind, welche ebenfalls blaues Lackmuspapier rot färben. - -Ein Farbstoff, der nicht durch Tonerdesalze, wohl aber durch freie -Säure verändert wird, ist das Kongorot, und dieses kann man im -vorliegenden Fall verwenden. Man bringt in einen Teil des erhaltenen -Auszuges ein Stück Kongopapier,[61] das sich dann bei Gegenwart -freier Säure mehr oder weniger blau färbt. Die Empfindlichkeit des -Kongofarbstoffes ist erheblich geringer als die des Lackmus, und man -wird sich nicht immer mit der Kongoreaktion zufrieden geben können. -In solchen Fällen wird der wässerige Auszug aus dem Papier mit -Normalkalilauge unter Anwendung von Tropäolin als Indikator titriert. - -Von den Papieren, welche zum Umhüllen von Metallen Verwendung finden, -also zum Verpacken von Nähnadeln, Messern, Blattmetallen u. s. w., -verlangt der Verbraucher mit Recht, daß sie frei von Stoffen sind, -die das in Frage kommende Metall angreifen. Von diesem Gesichtspunkt -ausgehend wird bei Bestellung derartiger Papiere dem Fabrikanten -gewöhnlich vorgeschrieben, das Papier „chlor- und säurefrei“ zu -liefern. Mit dieser Bestimmung im Vertrag glaubt der Bezieher alles -getan zu haben, um seine Metallwaren gegen schädliche Einflüsse durch -das Papier geschützt zu wissen. Es herrscht eben weit verbreitet die -Ansicht, daß Papier, welches frei von Chlor und Säure ist, sich ohne -weiteres zum Einschlagen jedweder Metallwaren eignet. Obwohl schon -wiederholt, so insbesondere von Dr. +Stockmeier+ in Nürnberg, der -auf diesem Gebiet besonders erfahren ist, auf das Irrtümliche dieser -Auffassung hingewiesen worden ist, taucht sie immer wieder auf. -Beschwerden über Korrosion von Metallen durch chlor- und säurehaltige -Papiere kehren immer wieder. - -Zu fest scheint die Annahme gewurzelt, daß es bei der Beurteilung eines -Papiers zu dem erwähnten Zweck lediglich darauf ankommt, zu wissen, ob -es „chlor- und säurefrei“ ist. - -Gemeint ist hiermit natürlich freies Chlor und freie Säure, denn Chlor -und Säure in gebundenem Zustand sind wohl in jedem Papier vorhanden, -das als Einschlagpapier für Metalle in den Handel kommt. - -Der Lieferant eines Papiers, das zum Umhüllen von Metallwaren bestimmt -ist, kann die Bedingung „chlor- und säurefrei“ leicht eingehen,[62] -denn selbst wenn ein Papier unmittelbar nach der Herstellung Spuren -von freiem Chlor und freier Säure enthalten sollte, nach kurzer Zeit -werden beide in den gebundenen Zustand übergeführt sein; daher wird die -Prüfung auf freies Chlor und freie Säure wohl meist zu einem negativen -Ergebnis führen. Auf dieses Ergebnis fußt dann der Verbraucher, -hält das Papier für geeignet und ist erstaunt, wenn es dennoch -Metallgegenstände angreift. - -Es erscheint daher angebracht, auch an dieser Stelle darauf -hinzuweisen, daß die Ursache der Einwirkung auf Metalle ganz -verschiedenartig sein kann und daß die Gewährleistung für die Güte -des Papiers von einem anderen Gesichtspunkt aus gefordert und gegeben -werden sollte, als es jetzt meist geschieht. - -Wird Blattsilber von dem zum Verpacken benutzten Papier angegriffen, -so werden meist Schwefel oder Schwefelverbindungen die Ursache sein; -dasselbe Papier zum Umhüllen blanker Stahlwaren benutzt, könnte sich -vorzüglich bewähren, weil eine Einwirkung von Schwefel oder Sulfiden -auf Stahl nicht so leicht vorkommen dürfte. Enthält ein Papier -gleichzeitig Chloride und Alaun, so sind, worauf Dr. +Wurster+ schon -1888 in der Papierzeitung hingewiesen hat, bei feuchter Luft die -Bedingungen für die Bildung von Salzsäure gegeben; in einem solchen -Papier würden Stahlwaren Rost ansetzen, und Dr. +Stockmeier+ hat -einzelne solcher Fälle in der „Papierzeitung“ 1893, S. 2584 bekannt -gegeben und durch Analysenergebnisse belegt. Beim Verpacken von -Blattsilber in einem solchen Papier hätte man schädliche Einflüsse -viel weniger zu befürchten. - -Man wird also gut tun, dem Fabrikanten bei Bestellung von Papieren -zum Umhüllen von Metallen stets anzugeben, um welche Metalle es sich -handelt; er kann dann bei der Herstellung auf diejenigen Verbindungen -besonders Rücksicht nehmen, die dem Metall schädlich werden können. Die -Verbraucher solcher Papiere sollten sich aber die Frage vorlegen, ob -die Papiersorten, die man infolge jahrelanger Gewohnheit zum Verpacken -von Metallen verwendet, für diesen Zweck auch besonders geeignet sind. -So kommen Stahlnadeln fast ausschließlich in dem bekannten schwarzen -Nadelpapier verpackt zum Verkauf; der Käufer ist an diese Verpackung -gewöhnt, der Verkäufer ist daher bestrebt, sie beizubehalten, hält sie -auch wohl für besonders geeignet. Dies scheint aber nicht der Fall -zu sein. Bei einer Reihe von Vergleichsversuchen über das Verhalten -blank polierter Stahlwaren in schwarzem Nadelpapier einerseits und -gewöhnlichem Schreib- und Filtrierpapier andererseits zeigte sich in -den meisten Fällen, daß das Nadelpapier zum Verpacken am wenigsten -geeignet war. Die bisher ausgeführten Versuche sind allerdings zu einem -abschließenden Urteil nicht ausreichend, da sich die Erfahrungen aber -stets in der gleichen Richtung bewegten, so läge es wohl im Interesse -der Erzeuger und Verbraucher derartiger Papiere, wenn die Frage auf -breiter Grundlage gründlich studiert würde. Wie schon vorhin erwähnt, -gehören Alaun und Chloride zu denjenigen Stoffen, die unter Umständen -Stahlwaren angreifen können; man sollte also bei der Herstellung von -Nadelpapier hinsichtlich der Verwendung von Alaun sehr vorsichtig sein -und außerdem nur ungebleichte Stoffe verarbeiten; auch das Färben -sollte unterbleiben, wenigstens die jetzt übliche Färbung mit Blauholz, -bei der die Fasern vorher gebeizt werden. Von der Beize bleibt ein Teil -im Stoff zurück, der unter geeigneten äußeren Bedingungen schädlich -wirken kann. - -Gegenständen aus Silber, leonischen Fabrikaten u. s. w. sind, wie -schon erwähnt, Papiere, die Schwefel oder Schwefelverbindungen -enthalten, besonders gefährlich; bei der Auswahl der Rohstoffe für die -Erzeugung der Papiere sollte man hierauf gebührend Rücksicht nehmen. -Schwefelhaltige Farbstoffe, wie z. B. Ultramarin, sollte man natürlich -ganz ausschließen. - -Die reine Faser greift Metalle nicht an; man sollte also dahin streben, -Einschlagpapiere für Metalle lediglich aus reinem Fasermaterial -herzustellen und alle sonstigen Zusätze nach Möglichkeit vermeiden oder -doch so weit es angeht beschränken. - - [61] Hergestellt durch Eintauchen von Filtrierpapier in eine kochende - Lösung von wenig Kongorot in Wasser. - - [62] Namentlich wenn, wie dies sehr oft der Fall, die Papiere - ausschließlich aus ungebleichtem Natronzellstoff hergestellt - wurden. - - - - -Vergilbung. - - -Als Vergilbung bezeichnet man die Änderung des Farbtones eines Papiers -beim Lagern; sie ist in mehr oder minder hohem Maße und in mehr -oder weniger langen Zeiträumen bei allen Papieren zu beobachten[63] -und ist vorzugsweise auf die Einwirkung von Licht, Luft und Wärme -zurückzuführen. Am schnellsten geht die Vergilbung bei Einwirkung -von Licht oder Wärme von statten; werden diese beiden Faktoren -ausgeschlossen, wird das Papier also unter Abschluß von Licht in -ungeheizten Räumen aufbewahrt, so hält es sich lange unverändert. - -Am leichtesten vergilben, wie bekannt, Papiere mit verholzten Fasern, -also in erster Linie holzschliffhaltige Erzeugnisse; bei diesen bemerkt -man schon, wenn sie nur kurze Zeit von der Sonne beschienen wurden, den -Beginn der Vergilbung. Je mehr verholzte Fasern sie enthalten, um so -stärker vergilben sie. Das gleiche Verhalten zeigen Papiere, die mit -Farbstoffen getönt sind, die nicht lichtecht sind. - -Aber auch holzfreie Papiere, ohne Zusatz derartiger Farben hergestellt, -vergilben oft ziemlich stark, und nach den Untersuchungen von Dr. -+Klemm+ sind hier vorzugsweise seifenartige Verbindungen des Eisens mit -Harz- und Fettkörpern die Ursache. - -Die Menge dieser Verbindungen gibt ein Maß für die Beurteilung der -Vergilbungsneigung. - -Als bestes Mittel, diese Seifen aus dem Papier herauszulösen, empfiehlt -+Klemm+ eine Mischung von 2 Teilen Äther und 1 Teil Alkohol.[64] - -Mit diesen Anhaltspunkten ist der Weg zur Ermittelung der -Vergilbungsneigung eines Papiers gegeben. - -Aus einer abgewogenen Menge Papier (3 g) werden die Eisenseifen in -einem Extraktionsapparat (z. B. +Thorn+, +Soxhlet+) mit Hilfe des -Äther-Alkoholgemisches ausgezogen, und dann wird der Gehalt an Eisen -bestimmt. Hierzu wird der Auszug zur Trockne verdampft, geglüht und der -Rückstand mit Säure aufgenommen. - -Für die Eisenbestimmung leistet in den meisten Fällen das auf -Farbvergleich beruhende Verfahren mit Hilfe von Rhodanammonium und -einer titrierten Lösung von Eisenchlorid oder Ammoniakeisenalaun in der -von +Lunge+ und v. +Kéler+[65] ausgearbeiteten Form gute Dienste. Es -erlaubt die Bestimmung auf eine Genauigkeit von ±0,000001 g Eisen, wenn -5 ccm des Auszuges zur Untersuchung benutzt werden. Die Gesamtmenge des -vorhandenen Eisens darf aber nicht mehr als 0,00002 g betragen. Ist -mehr Eisen vorhanden und hat man den Auszug zunächst so hergestellt, -daß 5 ccm 1 g Papier entsprechen, so muß man entweder den Auszug -entsprechend verdünnen oder aber das Eisen in anderer Weise bestimmen. - -Der in Form von Eisenseifen in Papieren vorhandene Gehalt an Eisen -schwankt nach den bisherigen Erfahrungen zwischen 0,0002 g und 0,01 g -in 100 g Papier oder 0,2 g bis 10 g in 100 kg Papier. - -In einfacher, wenn auch nicht so einwandfreier Weise, kann man den -Versuch ausführen, wenn man die Eisenseifen mit Natronlauge auszieht. -Hierbei treten vielfach Zersetzungen ein, und man wird daher dieses -Verfahren nur wählen, wenn es sich lediglich um eine möglichst schnelle -Orientierung und annähernde Schätzung handelt. - -Man kocht 1 g Papier im Reagensglas mit 5 ccm einer 1prozentigen -alkoholischen Natronlauge aus, gießt die mehr oder weniger stark gelb -gefärbte Flüssigkeit, welche nunmehr die organischen Eisenverbindungen -enthält, in ein anderes, zuvor mit Salzsäure sorgfältig gereinigtes -Glas und fügt Salpetersäure bis zur deutlich sauren Reaktion hinzu; -dabei fällt das zur Leimung verwendete Harz aus. Hierauf versetzt man -die Lösung mit ungefähr 2 ccm einer 10prozentigen Rhodanammoniumlösung, -wodurch sie sich bei Gegenwart von Eisen mehr oder weniger rot färbt. -Zum Schluß setzt man noch 5 ccm Äther hinzu und schüttelt tüchtig durch. - -Der sich an der Oberfläche ansammelnde Äther nimmt den roten Farbstoff -auf und zeigt nun eine der Farbabstufungen von blaßrot bis blutrot. Je -dunkler die Farbe, um so mehr ist das Papier des Vergilbens fähig. - -+Klemm+ hat nach seinem Verfahren eine große Anzahl holzfreier Papiere -geprüft und sie gleichzeitig der Einwirkung des Lichtes ausgesetzt. -Hierbei zeigte sich, daß sie durch die infolge der Belichtung erzielte -Farbänderung einerseits und durch die Eisenreaktion andererseits in -gleicher Weise abgestuft wurden. - -Man hat also in dem Verfahren ein Mittel, sich durch einen -verhältnismäßig einfachen Versuch ein Bild von dem voraussichtlichen -Vergilben des Papiers zu machen. - - [63] Vergl. Dr. P. +Klemm+, Über die Farbbeständigkeit der Papiere. - Klimschs Jahrbuch 1901, S. 32. - - [64] Papierzeitung 1902, S. 961. Wochenblatt für Papierfabrikation - 1902, S. 810. - - [65] Zeitschrift für angewandte Chemie 1896, S. 3, und +Lunge+, - Chemisch-technische Untersuchungsmethoden, Bd. I, S. 325. - - - - -Bestimmung der Saugfähigkeit von Löschpapier. - - -Zur Bestimmung der Saugfähigkeit von Löschpapier bedient man sich -zweckmäßig eines von +Winkler+ vorgeschlagenen Apparates, dessen Bau -aus Fig. 64 zu ersehen ist.[66] - -An dem in vertikaler Richtung verschiebbaren und in jeder Lage durch -eine Schraube festzulegenden Querbalken befinden sich 4 Maßstäbe mit -Millimeterteilung und daneben 4 Klemmen zum Festhalten des zu prüfenden -Papiers. In dem unteren Teil des Gestelles befindet sich eine Schale -aus Zinkblech, in die so viel Wasser gegossen wird, daß die Maßstäbe -beim tiefsten Stand des Querbalkens die Oberfläche eben berühren. - -Zum Versuch entnimmt man Streifen von etwa 15 mm Breite (die Breite der -Streifen ist ohne Einfluß auf das Ergebnis) und 180 mm Länge, je 5 aus -der Maschinen- und Querrichtung. Diese bringt man bei hochgehobenem -Querbalken in die Klemme, wie es Fig. 64 zeigt, so daß sie +neben+ den -Maßstäben, und von diesen 1-2 mm entfernt, herunterhängen. Die untere -Kante der Streifen muß die Maßstäbe um 5-10 mm überragen. Bringt man -nun den Querbalken in seine tiefste Lage, so tauchen sämtliche Streifen -ins Wasser, und letzteres steigt im Papier auf, zuerst schneller, -dann immer langsamer. Die Schnelligkeit des Aufsteigens hängt von der -Saugfähigkeit des Papiers ab. Als Maß für die Beurteilung hat sich die -Saughöhe nach 10 Minuten allgemein eingebürgert. - -Da die Saughöhe in der Maschinenrichtung meist etwas größer ist als in -der Querrichtung, so prüft man 5 Streifen jeder Richtung und bildet aus -den abgelesenen 10 Werten das Mittel. - -Die Saughöhen der im Handel vorkommenden Löschpapiere sind sehr -verschieden; die schlechtesten, wie man sie namentlich in Schulheften -vorfindet, zeigen Saughöhen herunter bis zu 15 mm. Bei mittlerer -Handelsware findet man Saughöhen von etwa 40-60 mm, bei den besten -Erzeugnissen solche über 100 mm herauf bis 150 mm und mehr. - -[Illustration: Fig. 64. - -Winklers Löschpapierprüfer.] - -Dr. +Klemm+[67] hat für die Abstufung der Löschpapiere nach ihrer -Saugfähigkeit folgende Einteilung in Vorschlag gebracht: - - +Saughöhe nach 10 Min.+ +Saugfähigkeit.+ - - weniger als 20 mm +ungenügend+ - 20-40 mm +schwach+ - 41-60 „ +mittel+ - 61-90 „ +groß+ - mehr als 90 mm +sehr groß+. - -In Verbraucherkreisen zeigt sich vielfach eine besondere Vorliebe für -ausländische, namentlich englische Löschpapiere, die sachlich nicht -begründet ist. Zahlreiche Versuche[68] haben gezeigt, daß man nicht -nach ausländischen Erzeugnissen zu greifen braucht, um einer großen -Löschfähigkeit sicher zu sein; es gibt zur Genüge deutsche Fabrikate, -die den höchsten in dieser Hinsicht zu stellenden Anforderungen -genügen. - - [66] Das von +Favier+ vorgeschlagene Verfahren, die Löschfähigkeit - von der Fläche aus zu bestimmen, hat sich nicht als brauchbar - erwiesen. (Vergl. Mitt. a. d. techn. Vers. Anst. 1896, S. 46.) - - [67] Papier-Industriekalender. - - [68] Mitt. a. d. techn. Vers. Anst. 1896, S. 46. - - - - -Prüfung von Filtrierpapier. - - -Bei der Beurteilung eines Filtrierpapiers spielt die Geschwindigkeit, -mit der Flüssigkeiten durchlaufen, eine hervorragende Rolle; -unter sonst gleichen Umständen wird das Papier um so wertvoller -sein, je schneller das Durchlaufen erfolgt. Diese Eigenschaft des -Filtrierpapiers kann man zahlenmäßig zum Ausdruck bringen, indem -man die Zeit bestimmt, die eine bestimmte Menge Wasser braucht, um -unter einem bestimmten Druck durch eine bestimmte Fläche des Papiers -hindurchzulaufen. Meist geht man so zu Werke, daß man Filter von -bestimmter Größe in Trichter von bestimmtem Winkel legt und eine -bestimmte Wassermenge auf das Filter bringt. Bei diesem Vorgehen sind -aber die Versuchsbedingungen nicht immer die gleichen; die wirkende -Fläche des Filters ist nicht immer gleich groß, der Wasserdruck -schwankt, und außerdem kann das Ergebnis durch Nebenumstände (z. B. -Saugwirkungen) beeinflußt werden. - -Bei dem nachstehenden, in der Versuchsanstalt unter Zugrundelegung des -+Mariotte+schen Prinzips gebauten Apparat werden diese Fehlerquellen -vermieden. - - -Beschreibung des Apparates. - -Die Hauptteile und die Wirkungsweise des Apparates sind aus Fig. 65 zu -ersehen. - -Ein oben und unten offenes Glasrohr _G_ ist unten in eine Messinghülse -_M_ eingekittet. Oben ist eine mit 2 Bohrungen versehene Messingkappe -_N_ luftdicht aufgekittet; durch die eine Öffnung geht ein Trichterrohr -_T_, durch die andere ein mit einem Hahn _H_ versehenes Glasrohr. - -Das so durch das Glasrohr _G_ gebildete Gefäß steht durch das mit einem -Dreiwegehahn _D_ versehene Rohr _R_ mit dem aus Messing gefertigten -Filtrierzylinder _F_ in Verbindung; der obere abnehmbare und mit der -Ablaufrinne _A_ versehene Teil _E_ des Zylinders kann durch Schrauben -mit dem unteren Teil verbunden werden. Zwischen _F_ und _E_ wird das -zu prüfende Papier eingespannt; das aus _E_ durch die Ablaufrinne _A_ -ablaufende Wasser wird in dem Kolben _K_ aufgefangen und gemessen. - - -Versuchsausführung. - -Aus dem zu prüfenden Papier werden zunächst kreisrunde Stücke von -etwa 5 cm Durchmesser, wenn möglich je eins aus 10 verschiedenen -Bogen, entnommen. Man entfernt dann _E_ von _F_, stellt _D_ so, daß -durch _R_ kein Wasser abfließen kann, öffnet _H_ und gießt durch _T_ -+destilliertes, vor dem Gebrauch stark ausgekochtes Wasser+ von etwa -20° C. in _G_; nach beendigter Füllung wird _H_ wieder geschlossen. - -Dann wird _D_ so gestellt, daß langsam Wasser in den unteren Teil des -Filtrierzylinders tritt; ist dieser gefüllt und zwar so weit, daß -die Wasserkuppe über den oberen Rand von _F_ hervorragt, so stellt -man den Wasserzufluß bei _D_ ab und legt eins der 10 Blätter auf den -abgeflachten Rand von _F_; hierauf wird _E_ aufgesetzt, fest auf _F_ -geschraubt und dann durch Drehen von _D_ die Verbindung von _G_ mit _F_ -wieder hergestellt. Das Wasser dringt nun durch das Papier, füllt _E_ -und läuft dann durch _A_ in den Kolben _K_. Man kann nun bestimmen, -innerhalb welcher Zeit eine bestimmte Menge Wasser (z. B. 100 ccm) -durch das Papier hindurch geht. - -[Illustration: Fig. 65. - -Herzbergs Filtrierpapierprüfer.] - -Der Druck, unter dem das Ausfließen erfolgt, wird bedingt durch die -Entfernung der unteren Öffnung des Trichters _T_ von dem Wasserspiegel -in _E_; durch Verschieben von _T_ kann man also den Druck beliebig -einstellen. - -In der Versuchsanstalt wird bei Ausführung amtlicher Prüfungen -stets mit einer Druckhöhe von 50 mm gearbeitet; die Abmessungen des -Filtrierzylinders sind so gewählt, daß bei dem Filtrierpapier eine -wirksame Fläche von 10 qcm abgegrenzt wird. Die Durchlaufzeit von -100 ccm wird in Sekunden bestimmt; als Endergebnis wird diejenige -Wassermenge angegeben, die in einer Minute bei einem Wasserdruck von 50 -mm und einer Wasserwärme von 20° C. durch 100 qcm Papier läuft. - -Mit Hilfe des Filtrierapparates kann man auch die Festigkeit des -Filtrierpapiers im nassen Zustande feststellen, indem man durch -Höherziehen des Trichterrohres _T_ den Wasserdruck so lange steigert, -bis das eingespannte Papier durchreißt. - -Um einen Überblick über die Filtriergeschwindigkeit der im Handel -vorkommenden Filtrierpapiersorten für analytische Zwecke zu gewinnen, -wurden 30 verschiedene Proben aufgekauft und in geschilderter Weise -geprüft. Die in der Minute durchlaufende Wassermenge schwankte von 23 -ccm bis zu 760 ccm; die Verteilung innerhalb dieser Grenzen zeigt die -nachfolgende Zusammenstellung. - - =======+=======+=======+=======+=======+=======+=======+======== - 0-100 |101-200|201-300|301-400|401-500|501-600|601-700|701-800 - ccm | ccm | ccm | ccm | ccm | ccm | ccm | ccm - =======+=======+=======+=======+=======+=======+=======+======== - 4 | 3 | 7 | 4 | 3 | 3 | 4 | 2 - Papiere|Papiere|Papiere|Papiere|Papiere|Papiere|Papiere|Papiere - -Eine zweite wichtige Eigenschaft der Filtrierpapiere ist ihre -Scheidungsfähigkeit; man versteht hierunter die Fähigkeit, feste in -Flüssigkeiten schwimmende Körper, wie Niederschläge u. s. w., beim -Filtrieren mehr oder weniger vollkommen zurückzuhalten. Um sich in -dieser Hinsicht ein Bild von der Brauchbarkeit eines Filtrierpapiers -für chemische Arbeiten zu verschaffen, prüft man es zweckmäßig mit -einem Baryumsulfatniederschlag in folgender Weise. - -Gleiche Teile einer Baryumchloridlösung (122 g Salz in 1 Liter Wasser) -und Kaliumsulfatlösung (87 g Salz in 1 Liter Wasser) werden einmal heiß -und einmal kalt miteinander vermischt. Die heiße Fällung wird heiß, die -kalte in kaltem Zustande filtriert. Aus dem zu prüfenden Papier wird -ein Rundfilter von etwa 10 cm Durchmesser geschnitten, in gewöhnlicher -Weise in den Trichter glatt eingelegt und mit Wasser angefeuchtet. - -Papiere mit hervorragender Scheidungsfähigkeit ergeben selbst bei -kalt gefälltem und kalt filtriertem Baryumsulfat klare Filtrate; -andere lassen bei kalter Fällung die Flüssigkeit trübe durchlaufen, -liefern aber bei heiß gefälltem und heiß filtriertem Niederschlag eine -klare Lösung; noch andere zeigen in beiden Fällen trübe durchlaufende -Flüssigkeiten. - -Bei 5 in der Versuchsanstalt auf Antrag geprüften Sorten wurden -Durchlaufsmengen von 141, 203, 296, 952 und 1250 ccm beobachtet. - -Bei den Papieren 141 und 296 filtrierte kalt und heiß gefälltes -Baryumsulfat völlig klar, bei den übrigen die kalte Fällung stark -trübe, die heiße mehr oder weniger trübe. - -Handelt es sich um Filtrierpapiere für gewerbliche Zwecke oder um -solche des Haushaltes, so wird man naturgemäß bei der Prüfung den -Verwendungszweck berücksichtigen und nicht etwa die Brauchbarkeit -eines Kaffeefiltrierpapiers nach seinem Verhalten zu einer -Baryumsulfatfällung beurteilen. - -Die Prüfung eines Filtrierpapiers auf Fettstoffe und Eisen geschieht -in bekannter Weise durch Ausziehen mit Äther beziehungsweise durch -Behandeln mit Kaliumeisencyanür (oder Untersuchung der Asche). -Über die Art des zur Herstellung verwendeten Rohmaterials gibt die -mikroskopische Untersuchung, über den Gehalt an unverbrennlichen -Bestandteilen die Veraschung des Papiers Aufschluß. - - - - -Anhang. - - -Vorschriften für die Lieferung und Prüfung Von Papier zu amtlichen -Zwecken.[69] - -Vom 1. Januar 1893 ab treten unter gleichzeitiger Aufhebung der -Grundsätze für amtliche Papierprüfungen vom 5. Juli 1886 nachstehende -+Vorschriften für die Lieferung und Prüfung von Papier zu amtlichen -Zwecken+ in Kraft. - - -§ 1. - -Unter Zugrundelegung der folgenden Tabellen für die Stoff- und -Festigkeitsklassen (Tabelle I und II) sollen die zu amtlichen Zwecken -bestimmten Papiere die in Tabelle III gegebenen Eigenschaften, -Bogengrößen und Einheitsgewichte besitzen. Die Bogengröße 33 × 42 cm -ist überall, auch bei Formularen, Büchern u. s. w., vorzugsweise in -Anwendung zu bringen. - - -Tabelle I. - -Stoffklasse I bis IV. - -Klasse I. Papiere, nur aus Hadern, mit nicht mehr als 3% Asche. - -Klasse II. Papiere aus Hadern, mit Zusatz bis zu 25% von Cellulose, -Strohstoff, Esparto, aber frei von Holzschliff, mit nicht mehr als 5% -Asche. - -Klasse III. Papiere von beliebiger Stoffzusammensetzung, jedoch ohne -Zusatz von Holzschliff, mit nicht mehr als 15% Asche. - -Klasse IV. Papiere von beliebiger Stoffzusammensetzung und mit -beliebigem Aschengehalt. - - -Tabelle II. - -+Festigkeitsklasse+ 1-6. - - ====================+====+====+====+====+====+====+==================== - | | | | | | | Skala - +Klasse+ | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | für den Widerstand - | | | | | | | gegen Zerknittern - ====================+====+====+====+====+====+====+==================== - a Mittlere Reiß- | | | | | | | 0) außerordentlich - länge in Metern | | | | | | | gering, - mindestens |6000|5000|4000|3000|2000|1000| - b Mittlere Dehnung | | | | | | | 1) sehr gering, - in Prozenten der | | | | | | | 2) gering, - ursprünglichen | | | | | | | 3) mittelmäßig, - Länge mindestens | 4,5| 4 | 3 | 2,5| 2 | 1,5| 4) ziemlich groß, - c Widerstand gegen | | | | | | | 5) groß, - Zerknittern | 6 | 6 | 5 | 4 | 3 | 1 | 6) sehr groß, - | | | | | | | 7) außerordentlich - | | | | | | | groß. - -Unter Berücksichtigung der beiden Klassifikationstabellen I und II -gelten die in Tabelle III gegebenen Vorschriften. - - -Tabelle III. - -+Verwendungsklassen, Bogengrößen und Gewichte der Normalpapiere.+ - - - K: Klassenzeichen - S: Stoffklasse - F: Festigkeitsklasse - - ====+========================+=================+==========+============ - | | Eigenschaften |Bogengröße|Gewichte für - | +-----+-----------+ +------+----- - K | +Verwendungsart+ | | | | 1000 | 1 qm - | | S | F | | Bogen| - | | | | cm | kg | g - ====+========================+=====+===========+==========+======+===== - | A. +Schreibpapier.+ | | | | | - | | | | | | - 1 |Für besonders wichtige, | | | | | - | auf lange | | | | | - | Aufbewahrungsdauer | | | | | - | berechnete Urkunden |} I | 1 | 33×42 | 15 | -- - | Ordrepapier (Quart) |} | | 26,5×42 | 12 | -- - |Für Urkunden, | | | | | - | Standesamtsregister, | | | | | - | Geschäftsbücher | | | | | - | u. s. w.: | | | | | - 2a | für erste Sorte | I | 2 | 33×42 | 14 | -- - 2b | für zweite Sorte | I | 3 | 33×42 | 13 | -- - |Für das zu dauernder | | | | | - | Aufbewahrung bestimmte| | | | | - | Aktenpapier: | | | | | - 3a | für Kanzlei-, | | | | | - | Mundir- u. s. w. | | | | | - | Papier |} | | 33×42 | 13 | -- - | Briefpapier (Quart-)|} II | 3 | 26,5×42 | 10,4 | -- - | desgl. (Oktav-) |} | | 26,5×21 | 5,2 | -- - 3b | für Konzeptpapier | II | 4 | 33×42 | 13 | -- - |Für Papiere, welche für | | | | | - | den gewöhnlichen | | | | | - | Gebrauch bestimmt sind| | | | | - | und nur einige Jahre | | | | | - | in Akten u. s. w. | | | | | - | aufbewahrt werden | | | | | - | sollen: |{ | Reißlänge | | | - | |{ | 3500 m, | | | - | |{ | Dehnung | | | - | |{ | 2,75%, | | | - 4a | für Kanzlei-, Mundir- |{ | Widerstand| 33×42 | 12 | -- - | u. s. w. Papier |{ III| gegen | | | - | Briefpapier (Quart-)|{ |Zerknittern| 26,5×42 | 9,6 | -- - | desgl. (Oktav-)|{ | ziemlich | 26,5×21 | 4,8 | -- - | |{ | groß | | | - 4b | für Konzeptpapier | III| 4 | 33×42 | 12 | -- - |Bemerkung. Die unter A | | | | | - | 1-4b gegebenen | | | | | - | Vorschriften gelten | | | | | - | auch für solche | | | | | - | Schreibpapiere, welche| | | | | - | gleichzeitig bedruckt | | | | | - | werden | | | | | - | (Standesamtsregister, | | | | | - | Tabellenwerke | | | | | - | u. s. w.). | | | | | - |Für Briefumschläge, | | | | | - | Packpapier etc. und | | | | | - | zwar: | | | | | - 5a | für erste Sorte | II | 3 | -- | -- | -- - 5b | für zweite Sorte | III | 5 | -- | -- | -- - | für Briefumschläge | | | | | - | (für beide Sorten): | | | | | - | 1) bis zur Größe | | | | | - | 13×19 cm | -- | -- | -- | -- | 70 - | 2) für größere und | | | | | - | solche Umschläge,| | | | | - | welche für Geld- | | | | | - | und Wertsendungen| | | | | - | bestimmt sind | -- | -- | -- | -- | 115 - | für Packpapier: | | | | | - | für Klasse 5a | -- | -- | -- | -- | 130 - | für Klasse 5b | -- | -- | -- | -- | 115 - 6 |Für Papiere, welche zu | | | | | - | untergeordneten | | | | | - | Zwecken im täglichen | | | | | - | Verkehr verwendet | | | | | - | werden sollen und an | | | | | - | welche Ansprüche auf | | | | | - | Dauerhaftigkeit nicht | | | | | - | gestellt werden, kann | | | | | - | ohne besondere | | | | | - | Rücksicht auf eine | | | | | - | Festigkeitsklasse | | | | | - | gewählt werden | IV | -- | -- | -- | -- - | B. +Aktendeckel.+ | | | | | - 7a |Für Aktendeckel, welche | {| |} | | - | für häufigen Gebrauch | {| Reißlänge |} | | - | und längere | I {| 2500 m, |} 36×47 | 81,2 | 480 - | Aufbewahrung bestimmt | {| Dehnung |} | | - | sind | {| 3,5 % |} | | - | | | | | | - 7b |Für Aktendeckel, welche | {| Reißlänge |} | | - | für laufenden Gebrauch| III{| 2500 m, |} 36×47 | 42,3 | 250 - | bestimmt sind | {| Dehnung |} | | - | | | 2,5 % | | | - | C. +Druckpapier.+ {| I |} | | | - 8a |Für wichtigere, zu {| aber|} | | | - | dauernder {| bis |} 4 | -- | -- | -- - | Aufbewahrung {| zu |} | | | - | bestimmte Drucksachen{| 10% |} | | | - | {|Asche|} | | | - 8b |Für weniger wichtige | | | | | - | Drucksachen | III | 4 | -- | -- | -- - 8c |Für Drucksachen, welche | | | | | - | zu untergeordneten | | | | | - | Zwecken im täglichen | | | | | - | Verkehr verwendet | | | | | - | werden sollen, kann | | | | | - | ohne Rücksicht auf | | | | | - | eine Festigkeitsklasse| | | | | - | gewählt werden | IV | -- | -- | -- | -- - - ===========+==========================================+================ - | | Gewichte für - | +-------+-------- - Klassen- | +Verwendungsart+ | 1000 | - zeichen | | Bogen | 1 qm - | | kg | g - ===========+==========================================+=======+======== - | Für Bücher, Formulare u. s. w. sind in | | - | den Fällen, in welchen die normale | | - | Größe Nr. 1 = 33×42 nicht anwendbar | | - | ist, die nachfolgenden Bogengrößen | | - | oder vielfache derselben, in der Regel | | - | unter Innehaltung der gleichzeitig | | - | angegebenen Einheitsgewichte, zu | | - | benutzen | | - | Nr. 2 = 34×43 cm | 14,6 |} - | „ 3 = 36×45 „ | 16,2 |} 100 - | „ 4 = 38×48 „ | 18,2 |} - | „ 5 = 40×50 „ | 20,0 |} - | -------------------------------------+ | - | Nr. 6 = 42×53 cm | 24,5 |} - | „ 7 = 44×56 „ | 27,1 |} 110 - | „ 8 = 46×59 „ | 29,9 |} - | „ 9 = 48×64 „ | 33,8 |} - | -------------------------------------+ | - | Nr. 10 = 50×65 cm | -- |} nach - | „ 11 = 54×68 „ | -- |} Bedarf - | „ 12 = 57×78 „ | -- |} - -Gegen die in der vorstehenden Tabelle III angegebenen Einheitsgewichte -darf die Lieferung - - a. für Schreib- und Druckpapier um 2,5%, - - b. für Aktendeckel und Packpapier um 4,0% - -nach oben oder unten abweichen, wobei die Riesumhüllung (das -zum Verpacken von 1000 Bogen verwendete Umschlagpapier) bei der -Gewichtsfeststellung mitgewogen wird. - - -§ 2. - -Die Schreibpapiere der Stoffklassen I, II und III, soweit sie -den Verwendungsklassen 1 bis 4b angehören (§ 1), sind mit einem -Wasserzeichen zu versehen. Das Wasserzeichen soll im nassen Zustande -auf dem Siebe in das Papier gebracht werden. Es soll die Firma des -Erzeugers (Fabrikanten) in Buchstaben sowie neben dem Worte „Normal“ -das Zeichen der Verwendungsklasse, welcher das Papier genügen soll, -enthalten; die Hinzufügung einer Jahreszahl wird dem Fabrikanten -freigestellt. Abkürzung der Firmenbezeichnung ist gestattet, indessen -nur soweit, daß man ohne Zweifel und ohne weiteres auf den Inhaber -zurückgreifen kann. Das Wasserzeichen muß vollständig, wenn auch -unterbrochen, in jedem Bogen vorhanden sein. - - -§ 3. - -Papiere der Verwendungsklassen 1 bis 4b (§ 1) werden nur von -Firmen angenommen, deren Wasserzeichen bei der Königlichen -mechanisch-technischen Versuchsanstalt (Charlottenburg, Technische -Hochschule) angemeldet sind. - - -§ 4. - -Die mit dem vorschriftsmäßigen Wasserzeichen versehenen Normalpapiere -dürfen in ihrer Reißlänge um höchstens 10% und in ihrer Dehnbarkeit -ebenfalls um höchstens 10% nach unten hin von den in Tabelle III (§ -1) genannten Eigenschaften abweichen. Alle anderen Eigenschaften -müssen vorhanden sein, wenn das Papier bei der Prüfung als zu der im -Wasserzeichen angegebenen Verwendungsklasse gehörig anerkannt werden -soll. - - -§ 5. - -Dem Erzeuger des Papiers soll es freistehen, in Fällen, in welchen das -Papier den im Wasserzeichen angegebenen Eigenschaften bezüglich der -Verwendungsklasse nicht entspricht, durch nachträgliche Stempelung -(Trockenstempelung) eines jeden Bogens das Wasserzeichen ungültig -zu machen oder das Papier in eine niedrigere Verwendungsklasse -einzureihen, für welche seine Eigenschaften noch ausreichend sind. - -Dieses Recht nachträglicher Stempelung zum Zweck der Herabsetzung -des Papiers in eine niedrigere Verwendungsklasse als die in dem -Wasserzeichen angegebene soll auch dem Lieferanten zustehen. - - -§ 6. - -Zur Feststellung darüber, ob das gelieferte Papier der im Wasserzeichen -angegebenen Verwendungsklasse entspricht, sind vor der Verwendung, -namentlich vor dem Bedrucken des Papiers, Stichproben an die Königliche -mechanisch-technische Versuchsanstalt zur Prüfung einzusenden. - -Die Prüfung erfolgt auf die Erfüllung der im § 1 Tabelle I und II -bezeichneten Eigenschaften für die Gesamtgebühr von 20 Mk. für jede -Papiersorte. - -Bei Lieferungen, welche den Betrag von 300 Mk. nicht erreichen, kann -von einer Prüfung abgesehen werden. - -Bei Lieferungen von höherem Betrage ist wenigstens eine der gelieferten -Papiersorten jährlich abwechselnd zur Prüfung einzusenden. - -Genügt der Ausfall der Prüfung (§ 8), so hat die Behörde, im anderen -Falle der Lieferant die Prüfungsgebühren zu zahlen. - - -§ 7. - -Die Stichproben werden von den Behörden +aus verschiedenen Paketen+ der -Lieferung (im ganzen mindestens 10 Bogen) entnommen und zur Prüfung an -die Königliche mechanisch-technische Versuchsanstalt in Charlottenburg -eingesendet. - -Diese Proben müssen +unbeschrieben und von tadellosem Aussehen+ sein; -sie dürfen +nicht gerollt+ und nur soweit geknifft werden, daß die -ungeknifften Flächen mindestens 21 × 27 cm groß bleiben. Die Proben -sind +zwischen zwei steife Deckel+ zu verpacken, welche Beschädigungen -auf dem Postwege wirksam verhindern. - -Für die Prüfung von Papieren, welche bedruckt werden sollen, müssen die -Stichproben aus dem unbedruckten Papier (vor der Drucklegung) entnommen -werden. - - -§ 8. - -Die von der Versuchsanstalt über die amtliche Prüfung auszugebenden -Zeugnisse enthalten in erster Linie die Angabe: Ob das Papier den durch -das Wasserzeichen gekennzeichneten (bezw. den durch den Trockenstempel -als geringer angegebenen) Eigenschaften genügt oder nicht genügt. - -In zweiter Linie werden außerdem die Ergebnisse der Einzelprüfungen in -der bisher gebräuchlichen Weise mitgeteilt. - -Zeugnisse für Papiere ohne Wasserzeichen beschränken sich auf die -bisher gebräuchliche Form der Prüfungsbescheinigungen. - - -§ 9. - -Ergibt die amtliche Prüfung, daß das Papier der im Wasserzeichen -angegebenen Verwendungsklasse nicht genügt, so ist die Behörde -berechtigt, die ganze Lieferung von der Verwendung auszuschließen. -Papiere, welche durch den Trockenstempel in eine niedrigere -Verwendungsklasse eingereiht sind, dürfen von den Behörden nur für -diese Verwendungsklasse angenommen werden. - -Ergibt sich bei der amtlichen Prüfung, daß die durch die -Verwendungsklasse gegebenen Vorschriften durchweg nur sehr knapp -erfüllt oder geringe Abweichungen nach unten vorhanden sind, so -darf die Versuchsanstalt auf den generellen Antrag des durch das -Wasserzeichen genannten Firmeninhabers diesem das Prüfungsergebnis -mitteilen. - - -§ 10. - -Zur Erklärung des Wesens der Prüfungen und der in den vorstehenden -Tabellen sowie in den auszugebenden Prüfungszeugnissen gebrauchten -technischen Ausdrücke ist folgendes zu bemerken: - -Die Ausdauerfähigkeit und Güte eines Papiers ist im wesentlichen durch -seine Stoffzusammensetzung und seine Festigkeitseigenschaften bedingt. - -Zur Feststellung der Stoffzusammensetzung dient vornehmlich die -mikroskopische Untersuchung. Zur Zeit gilt die Erfahrung, daß die -Lumpenfasern das ausdauerfähigste Material geben; am wenigsten -ausdauerfähig sind die Papiere mit Holzschliff. Die mikroskopische -Untersuchung kann auch zugleich angenähert die Mengenverhältnisse der -Faserstoffe feststellen. - -Der Aschengehalt gibt diejenigen Papierbestandteile an, welche -beim Verbrennen und darauf folgenden Glühen als unverbrennlich -zurückbleiben; sie betragen bei Papier, dem keine mineralischen -Füllstoffe zugesetzt sind, höchstens 3%. Die mineralischen Füllstoffe -dienen dazu, das Papier im Aussehen und Griff besser, es druckfähiger, -billiger oder schwer zu machen. Die zulässigen Grenzen sind in den -„Vorschriften“ gegeben. - -Das zu Schreibzwecken dienende Papier muß leimfest sein, damit es sich -gut beschreibt und die Tinte nicht durchläßt. - -Zu den Festigkeitseigenschaften rechnet man Festigkeit gegen Zerreißen, -Dehnbarkeit und Widerstand gegen Zerknittern und Reiben. - -Die Festigkeit des Papiers wird in zwei aufeinander senkrechten -Richtungen (Maschinenrichtung und Querrichtung) bestimmt; als Grundlage -für die Beurteilung dient das Mittel aus beiden Bestimmungen, die -sogenannte mittlere Reißlänge. Man versteht unter Reißlänge diejenige -Länge eines Streifens von gleichbleibender Breite und Dicke, bei -welcher er, an einem Ende aufgehängt gedacht, infolge seines eigenen -Gewichts abreißen würde. - -Die Reißlänge, welche also von der Dicke und Breite des Streifens -unabhängig ist, nimmt zu mit der Güte des Papiers. - -Die Bruchdehnung wird bei der Bestimmung der Reißlänge mitgemessen; -sie drückt die Verlängerung des Probestreifens bis zum Zerreißen aus -und wird in Prozenten seiner ursprünglichen Länge angegeben. Sie nimmt -ebenfalls zu mit der Güte des Papiers. - -Die Widerstandsfähigkeit gegen Zerknittern und Reiben kann nicht durch -Zahlenwerte ausgedrückt werden, weil dieser Versuch nicht mit Hilfe von -Apparaten, sondern durch Knittern und Reiben mit der Hand ausgeführt -wird. Die zur Bemessung des Widerstandsgrades angenommene Skala, von -den geringeren Sorten zu den besseren aufsteigend, ist folgende: - - 0 = außerordentlich gering, - 1 = sehr gering, - 2 = gering, - 3 = mittelmäßig, - 4 = ziemlich groß, - 5 = groß, - 6 = sehr groß, - 7 = außerordentlich groß. - - -§ 11. - -Die Behörden sind verpflichtet, die durch Tabelle III der -„Vorschriften“ gegebenen Grenzwerte für die Stoff- und -Festigkeitsklassen ihren Lieferungsbedingungen zu Grunde zu legen. - -In die über die Papierlieferung abzuschließenden Verträge ist -die Bestimmung aufzunehmen, daß der Lieferant sich allen in den -„Vorschriften“ ihm auferlegten Verpflichtungen zu unterwerfen habe. - -Die „Vorschriften“ sind jedem Lieferungsvertrage anzuheften und zu -dem Zweck von der Königlichen mechanisch-technischen Versuchsanstalt -(Charlottenburg, Technische Hochschule) im Abdruck auf Verlangen -abzugeben. - - +Berlin+, den 17. November 1891. - - +Königliches Staats-Ministerium.+ - - [69] Die Versuchsanstalt hat nach eingehenden Verhandlungen mit - Vertretern der Papierindustrie und des Papierhandels einen - neuen Entwurf für „Vorschriften“ ausgearbeitet, der z. Z. den - maßgebenden Stellen zur Entscheidung vorliegt. - - -Auszug aus den Vorschriften für die Benutzung der Versuchsanstalt zu -Charlottenburg. - - -Gebührenordnung. - - - Z = Zahl der Versuche - A = Ansatz - B = Betrag[70] - - ==============+========================================+====+=====+==== - +Gegenstand | | Z | A | B - der | +Versuchsausführung.+ | | | - Versuche+ | | | Nr. | Mk. - ==============+========================================+====+=====+==== - | =Papierprüfung.= | | | - =Festigkeit= |Prüfung der Festigkeit und Dehnung nach | | | - | 2 Richtungen in je 5 Versuchen | 10 |=300=| 10 - =Zerknittern= |Prüfung auf Widerstand gegen Zerknittern| -- |=301=| 2 - =Aschengehalt=|Bestimmung des Aschengehaltes in | | | - | Prozenten | -- |=302=| 3 - | Desgleichen mit Prüfung der | | | - | qualitativen Zusammensetzung der | | | - | Asche | -- |=303=| 10 - | Desgleichen mit Prüfung der | | | - | quantitativen Zusammensetzung der | | | - | Asche | -- |=304=| 50 - =Dicke= und Messung der Papierdicke und Bestimmung | | | - =Gewicht= | des Gewichtes für das Quadratmeter | -- |=305=| 2 - =Holzschliff= |Untersuchung auf das Vorhandensein | | | - | verholzter Fasern | -- |=306=| 1 - | Desgleichen mit Bestimmung der Art der | | | - | verholzten Fasern | -- |=307=| 2 - |Schätzung der Menge des Holzschliffes | | | - | nach der Methode von +Herzberg+ | -- |=308=| 5 - =Faserarten= |Mikroskopische Feststellung der im | | | - | Papier enthaltenen Faserarten | -- |=309=| 5 - | Desgleichen mit Schätzung des | | | - | Mengenverhältnisses der einzelnen | | | - | Faserarten | -- |=310=| 10 - =Chemische |Chemische Untersuchung des Papiers auf | | | - Zusammen- | Farbstoff, Leimung, Gehalt an freier | | | - setzung= | Säure, Chlor u. s. w., je nach dem | | | - | Umfange der verlangten Untersuchung | -- |=311=|5-50 - | Desgleichen, quantitativ | -- |=312=| 10 - | | | | bis - | | | |100 - =Vollständige |Die vollständige Untersuchung eines | | | - Untersuchung= | Papiers auf Festigkeit, Dehnung, | | | - | Widerstand gegen Zerknittern, | | | - | Bestimmung des Aschengehaltes, | | | - | mikroskopische Untersuchung und | -- |=313=| 20 - | Leimfestigkeit | -- |=313=| 20 - - - Z = Zahl der Versuche - A = Ansatz - B = Betrag[71] - - ===============+=======================================+====+=====+==== - +Gegenstand | | Z | A | B - der | +Versuchsausführung.+ | | | - Versuche+ | | | Nr. | Mk. - ===============+=======================================+====+=====+==== - | =Stoffprüfung.= | | | - =Festigkeit= |Prüfung der Festigkeit und Dehnung von | | | - | Zeugstoffen nach Kette und Schuß in | | | - | je 3 Versuchen | 6 |=314=| 12 - |Prüfung von Fäden auf Zugfestigkeit und| | | - | Dehnung in 10 Versuchen, mit | | | - | Bestimmung der Feinheitsnummer | | | - | und Dehnungszahl | 10 |=315=| 10 - =Aschengehalt= |Bestimmung des Aschengehaltes | -- |=316=| 3 - =Faserart= |Bestimmung der Faserart in Schuß und | | | - | Kette | -- |=317=| 5 - =Fadenzahl= |Bestimmung der Fadenzahl auf 1 cm in | | | - | Schuß- und Kettenrichtung | -- |=318=| 2 - =Fadenstellung= Bestimmung der Fadenstellung | -- |=319=| 2 - =Schlichte, |Untersuchung des Stoffes auf Schlichte,| | | - Farbe, Wasser- | Stärke, Farbe, Wasserdurchlässigkeit | | | - durchlässig- | u. s. w., je nach dem Umfange der | | | - keit= u. s. w. | gewünschten Prüfung | -- |=320=|3-50 - =Vollständige |Die vollständige Untersuchung eines | | | - Untersuchung= | Stoffes nach den Ansätzen 314, 316 | | | - | bis 319 | -- |=321=| 20 - | Desgleichen einschließlich der | | | - | Untersuchung der Schuß- und | | | - | Kettenfäden in je 5 Versuchen | | | - | nach Ansatz 315 | -- |=322=| 26 - - -Probematerial. - -Für Papierprüfungen, welche auch die Ansätze 300 und 301 umfassen, -sind 10 Bogen jeder Sorte, +zwischen steifen Deckeln verpackt+ (nicht -gerollt), einzusenden. Bei Prüfungen nach den übrigen Ansätzen genügt -weniger Material in beliebiger Verpackung. - -Bei Einreichung des Antrages sind die Ansatznummern (300-313) -anzugeben, nach denen geprüft werden soll. - - [70] Die Beträge gelten für die Prüfung +eines+ Papiers. Bei - Prüfungen für Ausländer werden die Gebühren um 50% erhöht. Außer - den Gebührenbeträgen sind zu zahlen 1 Mk. 50 Pf. für Stempel und - ferner die Auslagen für Schreibhilfe und Postbestellgeld. - - [71] Die Beträge gelten für die Prüfung +eines+ Stoffes. Bei - Prüfungen für Ausländer werden die Gebühren um 50% erhöht. Außer - den Gebührenbeträgen sind zu zahlen 1 Mk. 50 Pf. für Stempel und - ferner die Auslagen für Schreibhilfe und Postbestellgeld. - - -Auszug aus den Vorschriften für Frachtbriefpapiere. - - (Reichs-Eisenbahnamt. 13. Oktober 1892.) - -Zu den Frachtbriefen ist Normalpapier 4a mit vorschriftsmäßigem -Wasserzeichen zu verwenden (vergl. S. 136). Die Farbe des Papiers muß -entschieden weiß sein und das Gewicht bei der für Frachtbriefe durch -die Verkehrsordnung vorgeschriebenen Bogengröße von 76×60 cm für je -1000 Bogen (4000 Frachtbriefe) 39 kg betragen. Eine Abweichung von -diesem Einheitsgewicht um 2,5% nach oben und unten ist gestattet. Bei -der Gewichtsfeststellung wird die Riesumhüllung (das zum Verpacken von -1000 Bogen verwendete Umschlagpapier) mit gewogen. - -Fabrikanten, die Frachtbriefpapier herstellen, haben ihr Wasserzeichen -bei einer mit der Prüfung von Papier zu amtlichen Zwecken in einem -Bundesstaat beauftragten Behörde anzumelden. Die Prüfung, ob das -Frachtbriefpapier den vorbezeichneten Bedingungen entspricht, erfolgt -nach Maßgabe der bei diesen Behörden bestehenden Vorschriften. - - -Auszug aus den Vorschriften für Quittungskarten-Karton. - - (Gesetz betreffend Invaliditäts- und Altersversicherung vom 22. - Juni 1889.)[72] - -Der Karton muß aus Zellstoff, Leinen und Baumwolle hergestellt sein. -Der Zellstoffgehalt darf nicht mehr als 50% betragen. Der Gehalt an -Leinen muß mindestens 5% größer sein als der Baumwollgehalt. Der -Aschengehalt darf 4% nicht übersteigen. Der Karton muß mit Eisenoxyd -und Bleichromat nach niedergelegtem Muster gelb gefärbt sein und ein -Quadratmetergewicht von 277-283 g aufweisen. - -Die mittlere Reißlänge muß 4500 m, die mittlere Dehnung 4% betragen. - - (+Bekanntmachungen des Reichskanzlers vom 13. Juli 1893 und 8. - Juni 1898.+) - -Die für die Selbstversicherung vom Bundesrat vorgeschriebenen -besonderen Quittungskarten (Formular B) müssen in Stoff und Format -den vorstehenden Bedingungen ebenfalls entsprechen, aber nach -niedergelegtem Muster grau gefärbt sein. - -Die graue Färbung ist durch Zuteilen von naturblauer Lumpenfaser zum -Stoff und Abtönen mit Miloriblau und Chromgelb herzustellen. - - (4. Januar 1900.) - - [72] Reichsgesetzblatt 1889, S. 97. - - -Auszug aus den Vorschriften über die Herstellung von Beitragsmarken zur -Invaliditätsversicherung. - - (13. November 1899.) - -Zum Druck sämtlicher Beitragsmarken ist reines Lumpenpapier zu -verwenden, welches fein gemahlen, in der Durchsicht gleichmäßig sein -und eine Reißlänge von wenigstens 3000 m, eine Dehnung von mindestens -1,9% und einen Aschengehalt von höchstens 12% haben muß. - -Das Markenpapier ist mit einem unsichtbaren Aufdruck zu versehen, der -die Möglichkeit gewährt, die Echtheit der Marken jederzeit zu prüfen. -Die Verwendung eines Wasserzeichens an Stelle des Aufdruckes bedarf der -besonderen Genehmigung des Reichs-Versicherungsamtes. - - -Vorschriften für das Papier zu Standesregistern und Registerauszügen. - - (Ministerium des Innern. 2. April 1892.) - -Das Papier für die - - Standesregister muß der Stoffklasse I, Festigkeitskl. 2, - (Verwendungskl. 2a), - Registerauszüge „ „ „ I, „ 3, - ( „ 2b) - -angehören. - - -Ausbildung im Papierprüfen. - -Zur Ausbildung im Papierprüfen nimmt die Charlottenburger -Versuchsanstalt Volontäre auf. Bestimmte Anforderungen an deren -Vorbildung werden nicht gestellt. Bewerber müssen dem Aufnahmegesuch -Lebenslauf und Abschriften der in ihrem Besitz befindlichen Zeugnisse -beifügen; daraufhin erfolgt die Entscheidung über die Aufnahme. - -Die Ausbildung nimmt drei Monate in Anspruch und erfolgt für -Reichsdeutsche kostenfrei; Ausländer zahlen 300 Mk. - -Gegenstand des Unterrichtes bilden in erster Linie die gesamten -Papierprüfungsverfahren; hierbei wird auf die Ausbildung im -Mikroskopieren besonderes Gewicht gelegt. In zweiter Linie erfolgt -die Unterweisung im Prüfen der wichtigsten Rohstoffe für die -Papierfabrikation. In der zweiten Hälfte der Ausbildungszeit können die -Volontäre auf Wunsch auch Fragen bearbeiten, die für sie besonderes -Interesse haben. - -Die bisher gemachten Erfahrungen haben gezeigt, daß die Teilnahme an -diesen Ausbildungskursen für das spätere Fortkommen der Teilnehmer -vielfach von Wert gewesen ist, so daß allen jungen Papiermachern -dringend anzuraten ist, von dieser im Interesse der Papierindustrie -geschaffenen Einrichtung Gebrauch zu machen. Frühzeitige Anmeldung -empfiehlt sich, da nur eine beschränkte Anzahl von Plätzen zur -Verfügung steht. - -Zur Ausführung amtlicher Prüfungen, wie vielfach angenommen wird, -dürfen die Volontäre nicht herangezogen werden; die ganze Zeit, welche -sie in der Anstalt zubringen, wird ausschließlich auf ihre Ausbildung -verwendet. - - - - -Literatur.[73] - - - +Behrens+, Anleitung zur mikrochemischen Analyse, Hamburg 1896. - - +Beveridge+, Papermakers’ Pocket Book, London 1901. - - +Clapperton+, Practical Paper Making, London 1894. - - +Cross & Bevan+, Cellulose, London 1895. - - +Erdmann-König+, Waarenkunde, Leipzig 1895. - - +Griffin & Little+, The Chemistry of Paper Making, New York 1894. - - +Hanausek+, Lehrbuch der technischen Mikroskopie, Stuttgart 1901. - - +Hofmann+, Handbuch der Papierfabrikation, Berlin 1891. - - +Hofmann+, Normalpapier, Berlin 1892. - - +v. Höhnel+, Die Mikroskopie der technisch verwendeten Faserstoffe, - Wien 1887. - - +v. Hoyer+, Das Papier, seine Beschaffenheit und deren Prüfung, - München 1882. - - +v. Hoyer+, Die Fabrikation des Papiers, Braunschweig 1887. - - +v. Hoyer+, Ueber die Entstehung und Bedeutung der Papiernormalien, - sowie deren Einfluß auf die Fabrikation, München 1888. - - +Kirchner+, Das Papier, Biberach. - - +Klemm+, Papier-Industrie-Kalender, Leipzig. - - +Lohnes+, Papier-Kalender, Dresden. - - +Lunge+, Chemisch-technische Untersuchungsmethoden, 3. Band, Berlin - 1900, Artikel „Papier“ von W. Herzberg. - - +Mierzinski+, Handbuch der praktischen Papierfabrikation, Wien 1886. - - +Müller+, Qualitative und quantitative Bestimmung des Holzschliffes - im Papier, Berlin 1887. - - +Muspratt+’s Chemie, 6. Band, Braunschweig 1898, Artikel - „Papierprüfung“ von Dr. Klemm. - - +Muth+, Jahrbuch der Papierindustrie, Leipzig 1890. - - +Rejtö+, Anleitung für Private zur Durchführung der Papierprüfung, - Budapest 1893. - - +Rössel+, Papiere und Papierprüfung mit Berücksichtigung der in der - Schweiz verwendeten Schreib- und Druckpapiere, Biel 1895. - - +L. Rostaing, M. Rostaing et Fleury Percie du Sert+, Végétaux - propres à la fabrication de la Cellulose et du Papier, Paris 1899. - - +Schacht+, Prüfung der im Handel vorkommenden Gewebe, Berlin 1853. - - +Vétillart+, Études sur les fibres végétales textiles, Paris 1876. - - +Wiesner+, Die Rohstoffe des Pflanzenreiches, 8. Lieferung, Leipzig - 1902, Artikel: Papierfasern. - - +Wiesner+, Die mikroskopische Untersuchung des Papiers, Wien 1887. - - +Wiesner+, Einleitung in die Technische Mikroskopie, Wien 1867. - - +Winkler+, Der Papierkenner, Leipzig 1887. - - +Winkler+, Die Trockengehaltsbestimmung der Papierfaserstoffe - (Ermittelung des Wassergehaltes), Leipzig 1902. - - [73] Selbständige Werke, die sich in mehr oder minder umfangreichem - Maße mit der Papierprüfung befassen. - - - - -[Illustration: Tafel I. - -Holzschliff von Nadelholz.] - -[Illustration: Tafel II. - -Jute.] - -[Illustration: Tafel III. - -Nadelholzzellstoff.] - -[Illustration: Tafel IV. - -Birkenholzzellstoff.] - -[Illustration: Tafel V. - -Pappelholzzellstoff.] - -[Illustration: Tafel VI. - -Strohzellstoff.] - -[Illustration: Tafel VII. - -Alfa-(Esparto-)Zellstoff.] - -[Illustration: Tafel VIII. - -Manila.] - -[Illustration: Tafel IX. - -Adansonia.] - -[Illustration: Tafel X. - -Baumwolle.] - -[Illustration: Tafel XI. - -Leinen.] - -[Illustration: Tafel XII. - -Wolle.] - -[Illustration: Tafel XIII. - -Färbung der Fasern in Jod-Jodkaliumlösung. - - Leinen, Baumwolle braun - Holz- und Strohzellstoff grau - Holzschliff gelbbraun -] - -[Illustration: Tafel XIV. - -Färbung der Fasern in Chlorzinkjodlösung. - - Leinen, Baumwolle weinrot - Holz- und Strohzellstoff violett - Holzschliff gelb -] - -[Illustration: Tafel XV. - -Verschiedene Mahlungszustände von Papierfasern. - -No. 1. Cigarettenpapier.] - -[Illustration: No. 6. Normalpapier 1.] - -[Illustration: No. 2. Holländisches Banknotenpapier.] - -[Illustration: No. 7. Deutsches Photographiepapier.] - -[Illustration: No. 3. Normalpapier 1.] - -[Illustration: No. 8. Französisches Photographiepapier.] - -[Illustration: No. 4. Urkundenpapier aus ungebleichten Lumpen.] - -[Illustration: No. 9. Löschpapier.] - -[Illustration: No. 5. Normalpapier 1.] - -[Illustration: No. 10. Manilapackpapier.] - -[Illustration: Tafel XVI. - -Phloroglucinreaction - -bei Papieren mit geringem Holzschliffgehalt. - - 0,5% 1% 2% - - 2,5% 3% 5% -] - - - - -Oskar Leuner’s - -+Mechanisches Institut+ - -in der K. S. Technischen Hochschule - -Dresden - - Bureau: Lannerstrasse 3 - in Verbindung mit der - K. S. Technischen Hochschule - seit 1876 - -[Illustration: Vielfach prämiirt.] - -[Illustration: Vielfach prämiirt.] - - empfiehlt: - - Sämmtliche Apparate zur technischen und zur exakten Gasanalyse, - Apparate zur Heizwerthbestimmung der Gase etc. etc. nach Angabe des - Herrn Geh. Hofrath Professor Dr. Walther Hempel, Dresden. - - Toepler’sche Universal-Apparate für Demonstrationen in Mechanik. - - Als eigene Erfindungen und Konstruktionen. - - =Selbstregistrierende Zerreiss-Apparate und Zerreiss-Maschinen= - - zur Untersuchung von Papier, Gespinnsten, Geweben, Leder etc. etc., - für Belastungen bis zu 3000 Kilo. - - =Querprofil- und Thalwegsprofil-Zeichner,= - - Instrumente zur selbstthätigen Aufzeichnung der Querprofile und der - Thalwegsprofile von Wasserläufen. - - =Wassergeschwindigkeitszeichner,= - - Instrument zur selbstthätigen Aufzeichnung von - Wassergeschwindigkeiten. - - =Instrumente zur Untersuchung eiserner Brücken,= als: - - =Spannungszeichner,= - - Instrument zur selbstthätigen Aufzeichnung der Spannungsänderungen - in den Gliedern eiserner Brücken. - - =Biegungszeichner,= - - Instrument zur selbstthätigen Aufzeichnung der Auf- und der - Durchbiegungen der Tragwände etc. eiserner Brücken. - - =Drahtspannapparate= - - zur Beobachtung bleibender Formänderungen bei eisernen Brücken. - - =Horizontalschwingungszeichner,= - - Instrument zur selbstthätigen Aufzeichnung der horizontalen - Schwingungen eiserner Brücken ohne Benutzung eines festen Punktes. - - =Pfeilzeichner,= - - zur Untersuchung von Eisenbahnschienen etc. - - =Zugkraftzeichner, Rauchmesser,= - - ferner: - - Von Feuchtigkeitsänderungen der Luft unabhängige Influenzmaschinen - mit 2 bis mit 60 rotierenden Scheiben für Hand- und Motoren-Betrieb. - - ============== Verbessertes Toepler-System. ============== - - +Oskar Leuner.+ - - - - -Louis Schopper, Leipzig. - -Anstalt für Präcisions-Mechanik. - -Fabrik und Contor: Arndtstr. 27. * Fernsprecher: No. 3262. - -[Illustration: Gegr. im Jahre 1881.] - -Fabrikation und Export - -======wissenschaftlicher und technischer Apparate.====== - -Specialität: - - Papier-Prüfungs-Apparate, - Pappen-, Papier- und Präcisions-Waagen - für die gesamte - Papier-, Pappen- und Papierstoff-Industrie. - Chemikalien, Reagentien, Präparier- und Färbmittel. - - Sämtliche in der Papierfabrikation verwendeten Faserstoffe in - Alkohol als Vergleichspräparate bei mikroskopischen Untersuchungen, - Dauerpräparate. - - Papiere mit verschiedenem Widerstand gegen Zerknittern. - - Vollständige Papier-Prüfungs-Einrichtungen nach dem Muster der - Kgl. mech. techn. Versuchsanstalt in Charlottenburg (Abteilung für - Papier-Prüfung). - - Feinste Referenzen. - Vielfach prämiiert. - - Patente im In- und - Auslande. - - - - - +Neuester Apparat+ - - zur Bestimmung des - - =Trocken- resp. Feuchtigkeitsgehaltes fester Körper, Modell 1902,= - - von - - =Louis Schopper, Leipzig.= - - D. R. G. M. No. 171196. - -[Illustration: Unübertroffenes System.] - - Dieser Apparat ist vorläufig für Gas- und Spiritusheizung - eingerichtet, für Dampf- und elektrische Heizung ist er in - Vorbereitung. Er führt dem Trockengut ununterbrochen große Mengen - warmer Luft zu, trocknet daher schnell und billig. - - - - - CARL ZEISS - - Optische Werkstaette - - JENA - - Berlin NW. London W. - Dorotheenstr. 29. 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M. 6,--. - - =Praxis und Theorie der Leder-Erzeugung.= Ein Leitfaden für Lohe-, - Weiss-, Sämisch- und Glacé-Gerberei von +=J. Jettmar=+. Mit 51 - Textfiguren. - - geb. M. 10,--. - - =Carbolsäure und Carbolsäurepräparate=, ihre Geschichte, - Fabrikation, Anwendung und Untersuchung. Von Dr. +=H. Köhler=+. Mit - 23 Holzschnitten im Text. - - M. 4,--; geb. M. 5,--. - - =Die Verunreinigung der Gewässer=, deren schädliche Folgen, sowie - die Reinigung von Trink- und Schmutzwasser. Von Professor Dr. - +=J. König=+ (Münster i. W.). Zweite vollständig umgearbeitete - und vermehrte Auflage. Mit zahlreichen Abbildungen im Text und 7 - lithogr. Tafeln. Zwei Bände. - - M. 26,--; geb. M. 28,40. - - =Die Prüfung der chemischen Reagentien auf Reinheit.= Von Dr. +=C. - Krauch=+ (Darmstadt). Dritte, umgearbeitete und sehr vermehrte - Auflage. - - geb. M. 9,--. - - =Physikalisch-chemische Tabellen= von Prof. Dr. +=H. Landolt=+ - und Prof. Dr. +=R. Börnstein=+ (Berlin). Unter Mitw. hervorrag. - Fachmänner bearbeitet. Zweite Auflage. - - M. 21,--. - - =Tabellarische Uebersicht über die künstlichen organischen - Farbstoffe= und ihre Anwendung in Färberei und Zeugdruck. Von Dr. - +=Adolf Lehne=+. Mit Ausfärbungen jedes einzelnen Farbstoffes und - Zeugdruckmustern. In 6 Lieferungen M. 36,--; in Halbleder geb. M. - 40,--. -- Ergänzungsband. In 4 Lieferungen M. 21.--; in Halbleder - geb. M. 25,--. - - =Chemisch-technische Untersuchungsmethoden.= Mit Benutzung der - früheren von Dr. Fr. Böckmann bearbeiteten Auflagen und unter - Mitwirkung zahlreicher hervorragender Fachmänner herausgegeben - von Professor Dr. +=Georg Lunge=+ (Zürich). Vierte, vollständig - umgearbeitete und vermehrte Auflage. In 3 Bänden. - - Band I: Mit 146 Textabb. M. 16,--; in - Halbleder geb. M. 18,--. - - Band II: Mit 143 Textabb. M. 16,--; in - Halbleder geb. M. 18,--. - - Band III: Mit 104 Textabb. M. 23.--; in - Halbleder geb. M. 25,--. - - =Taschenbuch für die Soda-, Pottasche- und Ammoniak-Fabrikation.= - Herausgegeben von Prof. Dr. +=G. Lunge=+ (Zürich). Dritte, - umgearbeitete Auflage. Mit 18 in den Text gedruckten Figuren. - - In Lederband M. 7,--. - - =Grundzüge der Elektrochemie auf experimenteller Basis.= Von Dr. - +=R. Lüpke=+ (Berlin). Dritte Auflage. Mit 77 Textfiguren und 28 - Tabellen. - - M. 5,--; geb. M. 6,--. - - =Kurze Anleitung zur Appretur-Analyse.= Von Dr. +=Wilh. Massot=+ - (Krefeld). - - geb. M. 2,60. - - =Anleitung zur quantitativen Bestimmung der organischen - Atomgruppen.= Von Dr. +=H. Meyer=+ (Wien). Mit Textabb. - - geb. M. 3,--. - - =Mikroskopische Wasseranalyse.= Anleitung zur Untersuchung des - Wassers mit besonderer Berücksichtigung von Trink- und Abwasser. - Von Prof. Dr. +=C. Mez=+ (Breslau). Mit 8 lith. Tafeln und - Textabbildungen. - - M. 20,--; geb. M. 21,60. - - =Die qualitative und quantitative Bestimmung des Holzschliffes im - Papier.= von Dr. +=Albr. Müller=+. 1887. - - geb. M. 3,--. - - =Die Fabrikation des Papieres=, insonderheit des auf der Maschine - gefertigten, nebst gründlicher Auseinandersetzung der in ihr - vorkommenden chemischen Processe und Anweisung zur Prüfung der - angewandten Materialien. Von Dr. +=L. Müller=+. Mit in den Text - gedruckten Holzschnitten und lithographischen Tafeln. Vierte, neu - bearbeitete und vermehrte Auflage. 1877. - - geb. M. 24,--. - - =Chemie der organischen Farbstoffe.= Von Professor Dr. +=R. - Nietzki=+ (Basel). Vierte vermehrte Auflage. - - geb. M. 8,--. - - =Anilinschwarz und seine Anwendung in Färberei und Zeugdruck.= - Von Dr. +E. Noelting+ und Dr. +=A. Lehne=+, (Herausgeber der - Färber-Zeitung). Mit 11 Abbildungen im Text und 32 Zeugdruckmustern - und Ausfärbungen auf 4 Tafeln. - - geb. M. 8,--. - - =Leitfaden für Zuckerfabrikchemiker= zur Untersuchung der in der - Zuckerfabrikation vorkommenden Produkte und Hilfsstoffe. Von Dr. - +=E. Preuss=+ (Berlin). Mit 33 Textabbildungen. - - geb. M. 4,--. - - =Leitfaden für gerbereichemische Untersuchungen.= Von Prof. +=H. - R. Procter=+ (Leeds). Deutsche Ausgabe von Dr. +Joh. Paessler+ - (Freiberg). Mit 30 in den Text gedruckten Figuren. - - geb. M. 8,--. - - =Die Fabrikation der Weinsäure.= Von Dr. +=Hermann Rasch=+. Mit in - den Text gedruckten Abbildungen. - - M. 2,40. - - =Die Fabrikation der Kartoffelstärke.= Von Professor Dr. +=O. - Saare=+. Mit zahlr. Textabbild. und 5 Tafeln. - - geb. M. 15,--. - - =Der Zeugdruck=, Bleicherei, Färberei, Druckerei und Appretur - baumwollener Gewebe. Von +=A. Sansone=+ (Manchester). Deutsche - Ausgabe von +B. Pick+ (Mülhausen). Mit Textabbildungen, 23 - Figuren-Tafeln u. 12 Musterkarten. - - geb. M. 10,--. - - =Grundlagen der Kokschemie.= Von Hütteningenieur +=Oscar - Simmersbach=+. - - M. 2,40. - - =Bleichen und Färben der Seide und Halbseide= im Strang und Stück. - Von +=Carl H. Steinbeck=+. Mit zahlreichen Textfiguren und 80 - Ausfärbungen auf 10 Tafeln. - - geb. M. 16,--. - - =Die künstliche Seide.= Ihre Herstellung, Eigenschaften und - Verwendung. Unter besonderer Berücksichtigung der Patent-Litteratur - bearbeitet von Dr. +=Carl Süvern=+. Mit 25 Textfiguren und 2 - Musterbeilagen. - - geb. M. 7,--. - - =Anlage, Konstruktion und Einrichtung von Bleicherei- und - Färberei-Lokalitäten.= Von +=J. Trey=+ (Schaffhausen). Mit 73 in - den Text gedruckten Abbildungen. - - M. 2,40. - - =Anleitung zur chemisch-technischen Analyse.= Für den Gebrauch an - Unterrichts-Laboratorien bearb. von Prof. +=F. Ulzer=+ u. Dr. +=A. - Fraenkel=+ (Wien). Mit Textabbildungen. - - geb. M. 5,--. - - =Die physikalischen und chemischen Methoden der quantitativen - Bestimmung organischer Verbindungen.= Von Dr. +=W. Vaubel=+ - (Darmstadt). Zwei Bände mit 95 in den Text gedruckten Figuren. - - M. 24,--; geb. M. 26,40. - - =Vorschriften für die Lieferung und Prüfung von Papier zu amtlichen - Zwecken.= (Sonderabdruck aus den „Mittheilungen aus den Kgl. - technischen Versuchsanstalten“.) - - 25 Pf. - - =Vorschriften für die Benutzung der Kgl. mechan.-techn. - Versuchsanstalt.= (Sonderabdruck aus den „Mittheilungen aus den - Kgl. technischen Versuchsanstalten“.) - - 30 Pf. - - * * * * * - - =Wissenschaftliche Abhandlungen der Physikalisch-Technischen - Reichsanstalt.= - - Band I: Mit Abbildungen im Text. M. 30,--. - Band II: Mit Abbildungen im Text. M. 30,--. - Band III: Mit Abbildungen im Text. M. 30,--. - - =Mittheilungen aus den Königlichen technischen Versuchsanstalten - zu Berlin.= Herausgegeben im Auftrage der Königl. - Aufsichts-Kommission. Jährl. 6-8 Hefte. Preis für den Jahrgang M. - 12,--. - - =Chemiker-Kalender.= Ein Hülfsbuch für Chemiker, Physiker, - Mineralogen, Industrielle, Pharmaceuten, Hüttenmänner etc. Von Dr. - +=Rudolf Biedermann=+. Erscheint alljährlich. In zwei Theilen. I. - Theil in Leinw., II. Theil (Beilage) geh.: Preis zusammen M. 4,--. - I. Theil in Leder, II. Theil (Beilage) geh.: Preis zusammen M. 4,50. - - =Zeitschrift für angewandte Chemie.= Organ des Vereins deutscher - Chemiker. Begründet von Professor Dr. +=Ferd. Fischer=+. Im - Auftrage des Vereins herausgegeben von Dr. +=L. Wenghöffer=+. - Erscheint wöchentlich. Preis für den Jahrgang M. 20,--; für das - Ausland zuzüglich Porto. - - =Färber-Zeitung.= Zeitschrift für Färberei, Zeugdruck und den - gesammten Farbenverbrauch. Unter Mitwirkung von Dr. +Heinrich - Lange+, Leiter der königl. Färberei- und Appreturschule in Crefeld, - herausgegeben von Dr. +=Adolf Lehne=+. Preis des Jahrgangs von 24 - Heften mit Mustern M. 16,--; für das Ausland M. 18,40. - -+Zu beziehen durch jede Buchhandlung.+ - - - - - -End of the Project Gutenberg EBook of Papierprüfung, by Wilhelm Herzberg - -*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK PAPIERPRÜFUNG *** - -***** This file should be named 60206-0.txt or 60206-0.zip ***** -This and all associated files of various formats will be found in: - http://www.gutenberg.org/6/0/2/0/60206/ - -Produced by Peter Becker, Reiner Ruf, and the Online -Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net (This -file was produced from images generously made available -by The Internet Archive) - - -Updated editions will replace the previous one--the old editions will -be renamed. - -Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright -law means that no one owns a United States copyright in these works, -so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United -States without permission and without paying copyright -royalties. 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