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-The Project Gutenberg EBook of Papierprüfung, by Wilhelm Herzberg
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and
-most other parts of the world at no cost and with almost no restrictions
-whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms
-of the Project Gutenberg License included with this eBook or online at
-www.gutenberg.org. If you are not located in the United States, you'll
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-this ebook.
-
-
-
-Title: Papierprüfung
- Eine Anleitung zum Untersuchen von Papier
-
-Author: Wilhelm Herzberg
-
-Release Date: September 1, 2019 [EBook #60206]
-
-Language: German
-
-Character set encoding: UTF-8
-
-*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK PAPIERPRÜFUNG ***
-
-
-
-
-Produced by Peter Becker, Reiner Ruf, and the Online
-Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net (This
-file was produced from images generously made available
-by The Internet Archive)
-
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- Anmerkungen zur Transkription
-
- Der vorliegende Text wurde anhand der 1902 erschienenen Buchausgabe
- so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Typographische
- Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Ungewöhnliche und
- heute nicht mehr gebräuchliche Schreibweisen bleiben gegenüber
- dem Original unverändert; fremdsprachliche Passagen wurden nicht
- korrigiert.
-
- Besonders breite Tabellen im Original wurden der Übersichtlichkeit
- halber geteilt bzw. umgestellt. Einige Kopfzeilen wurden mit
- Legenden versehen, welche auf den ursprünglichen Tabellenkopf
- hinweisen. Indizes wurden in geschweiften Klammern mit einem
- vorangestelltem Unterstrich dargestellt (z. B. in H_{2}O).
-
- Besondere Schriftschnitte wurden in der vorliegenden Fassung mit
- den folgenden Sonderzeichen gekennzeichnet:
-
- kursiv: _Unterstriche_
- fett: =Gleichheitszeichen=
- gesperrt: +Pluszeichen+
-
- ####################################################################
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-
-
-
- Papierprüfung.
-
- Eine Anleitung zum Untersuchen von Papier.
-
- Von
-
- Wilhelm Herzberg,
-
- Professor, Vorsteher der Abteilung für Papierprüfung an der Königlichen
- Versuchsanstalt zu Charlottenburg.
-
- =Zweite, vollständig neubearbeitete Auflage.=
-
- Mit 65 Textfiguren und 16 Tafeln.
-
- [Illustration]
-
- Berlin.
- +Verlag von Julius Springer.+
- 1902.
-
-
-
-
- Alle Rechte,
- insbesondere das Recht der Übersetzung in fremde Sprachen,
- vorbehalten.
-
- Druck von Oscar Brandstetter, Leipzig.
-
-
-
-
-Vorwort zur zweiten Auflage.
-
-
-Seit dem Erscheinen der ersten Auflage der „+Papierprüfung+“ ist
-an vielen Stellen für die Vervollkommnung und Ausgestaltung der
-Versuchsverfahren mit Erfolg gearbeitet worden. Die Fachpresse hat über
-die jeweiligen Fortschritte berichtet, in der vorliegenden zweiten
-Auflage sollen sie den Fachkreisen im Zusammenhang unterbreitet werden.
-Bei der Bearbeitung handelte es sich nicht um eine bloße Ergänzung der
-einzelnen Abschnitte der ersten Auflage; die meisten Abschnitte mußten
-vielmehr gänzlich umgearbeitet, neue hinzugefügt werden. Wenn hierbei
-der eine oder der andere der im Laufe der Jahre gemachten Vorschläge
-nicht berücksichtigt worden ist, so geschah es im Interesse der Sache,
-denn nicht immer war das Vorgeschlagene besser als das Vorhandene.
-
-Das Interesse für die Papierprüfung und die Erkenntnis ihrer Bedeutung
-für die Industrie ist in den beteiligten Kreisen von Jahr zu Jahr
-gewachsen. Unmittelbar nach dem Erscheinen der ersten Auflage des
-vorliegenden Werkes wurde diese ins Englische, Französische und
-Italienische übersetzt, ein Beweis, daß auch das Ausland die Bedeutung
-dieses Sondergebietes der Materialprüfung anerkannte und seine
-Entwicklung auf der von +Hartig+ und +Hoyer+ geschaffenen Grundlage mit
-Interesse verfolgte.
-
-Die Einrichtung verschiedener Papierprüfungsstellen im In- und Auslande
-ist ein weiteres Zeugnis für das Bestreben, das auf diesem Gebiet
-Geschaffene für die beteiligten Kreise nutzbringend zu gestalten.
-
-Über den Wert der Papierprüfung hat sich der Verein Deutscher
-Papierfabrikanten im Jahre 1900 in einem an das Preußische
-Kultusministerium gerichteten Schreiben wie folgt geäußert:
-
- „Die Deutsche Papier-Industrie hat seit Errichtung der Königlichen
- mechanisch-technischen Versuchsanstalt in Charlottenburg den
- Arbeiten derselben das lebhafteste Interesse entgegengebracht.
- War es ihr auch im Anfang nicht immer bequem, in der zu gleicher
- Zeit geschaffenen Abteilung für Papierprüfung einen strengen
- Richter über sich zu haben, so hat sie doch nie mit dem Bekenntnis
- zurückgehalten, daß sie in dieser Papierprüfung einen mächtigen
- Faktor für die Förderung ihrer Bedeutung, ihres Wohles und ihres
- Ruhmes gegenüber dem Auslande sieht.“
-
-Diese Anerkennung wird alle diejenigen mit Genugtuung erfüllen, die
-sich um die Begründung und Entwickelung der Abteilung verdient gemacht
-haben, in erster Linie die Herren Geheimer Regierungsrat +Carl Hofmann+
-und Geheimer Regierungsrat Professor +A. Martens+.
-
-Meinen Kollegen, +G. Dalén+ und Dr. +Wisbar+, spreche ich auch an
-dieser Stelle meinen Dank für die Unterstützung aus, die sie mir bei
-Herausgabe der neuen Auflage bereitwilligst haben zu Teil werden lassen.
-
-+Charlottenburg+, Juli 1902.
-
- =Der Verfasser.=
-
-
-
-
-Inhalt.
-
-
- Seite
-
- +Bestimmung der Festigkeitseigenschaften+ 1
- Absolute Festigkeit und Dehnung 1
- Bestimmung der Maschinenrichtung 3
- +Schoppers+ Festigkeitsprüfer 13
- +Wendlers+ Festigkeitsprüfer 19
- Festigkeitsprüfer nach +Hartig-Reusch+ 22
- +Leuners+ Festigkeitsprüfer 26
- Berechnung der Reißlänge 28
- +Rehses+ Papierprüfer 30
- Tabelle zur Bestimmung der Feinheitsnummer 31
-
- +Widerstand gegen Zerknittern+ 33
- +Kirchners+ Kniffrolle 39
- +Pfuhls+ Knitterer 42
- +Schoppers+ Falzer 44
-
- +Bestimmung des Quadratmetergewichtes und der Dicke+ 47
- +Schoppers+ Dickenmesser 47
- +Rehses+ Dickenmesser 48
-
- +Bestimmung des Aschengehaltes+ 50
- Aschengehalt verschiedener Rohstoffe 51
- Die +Post+sche Aschenwage 54
- +Reimanns+ Aschenwage 58
-
- +Mikroskopische Untersuchung+ 62
- Vorbereitung des Papiers 62
- Herstellung der Präparate 65
- Untersuchung des durch Kochen erhaltenen Breies 67
- Verholzte Fasern 69
- Holzschliff 69
- Jute 71
- Strohstoff 71
- Zellstoffe 72
- Nadelholzzellstoff 72
- Birkenholzzellstoff 73
- Pappelholzzellstoff 74
- Strohzellstoff 76
- Alfa-(Esparto-)Zellstoff 78
- Jutezellstoff 79
- Manilazellstoff 80
- Adansoniazellstoff 80
- Beurteilung des Verholzungsgrades der Zellstoffe 83
- Verfahren nach Dr. +Klemm+ 83
- Verfahren nach +Behrens+ 84
- Lumpenfasern 85
- Baumwolle 85
- Leinen 86
- Hanf 87
- Wolle 88
- Seltener vorkommende Fasern 88
- Verschiedene Mahlungszustände von Papierfasern 91
- Feststellung der Mengenverhältnisse der Fasern 93
-
- +Nachweis von Holzschliff und anderen verholzten Fasern+ 97
- Die Reaktion mit schwefelsaurem Anilin 97
- Die Phloroglucin-Reaktion 98
- Dr. +Wursters+ Reaktion mit Dimethyl-paraphenylen-diamin 99
-
- +Bestimmung der Menge des Holzschliffes+ 100
-
- +Bestimmung der Art der Leimung+ 106
- Tierische Leimung 106
- Kaseinleim 108
- Harzleimung 108
- Stärke 112
-
- +Leimfestigkeit+ 114
-
- +Nachweis von freiem Chlor und freier Säure+ 120
-
- +Vergilbung+ 124
-
- +Bestimmung der Saugfähigkeit von Löschpapier+ 127
-
- +Prüfung von Filtrierpapier+ 130
-
- +Anhang+ 134
- Vorschriften für die Lieferung und Prüfung von Papier zu
- amtlichen Zwecken 134
- Auszug aus den Vorschriften für die Benutzung der
- Versuchsanstalt zu Charlottenburg 141
- Auszug aus den Vorschriften für Frachtbriefpapiere 142
- „ „ „ „ „ Quittungskarten-Karton 143
- „ „ „ „ über die Herstellung von
- Beitragsmarken zur
- Invaliditätsversicherung 143
- Vorschriften für das Papier zu Standesregistern und
- Registerauszügen 144
- Ausbildung im Papierprüfen 144
- Literatur 145
-
-
-
-
-Bestimmung der Festigkeitseigenschaften.
-
-
-Absolute Festigkeit und Dehnung.
-
-Die absolute Festigkeit eines Papiers wird bei seiner Benutzung als
-Schriftstück, Drucksache o. a. nur zum kleinen Teil in Anspruch
-genommen. Trotzdem wird man von einem Papier, das lange aufbewahrt
-und viel benutzt werden soll, aus zwei Gründen eine nicht zu geringe
-Festigkeit verlangen müssen. Einmal zeigt jeder organische Körper im
-Laufe der Zeit eine Abnahme seiner Festigkeit, und ferner gewährleisten
-gute Festigkeitseigenschaften sorgfältige Herstellung des Papiers und
-Verwendung guter Rohstoffe.
-
-Von diesem Gesichtspunkt aus betrachtet wird man die Forderung hoher
-Festigkeitswerte für Papiere, die wichtigen Zwecken dienen sollen, als
-gerechtfertigt anerkennen müssen.
-
-Die Festigkeit eines Papiers, d. h. der Widerstand, den es dem
-Zerreißen entgegensetzt, gibt an sich kein Mittel an die Hand, die Güte
-des Papiers ohne weiteres zu beurteilen, da sie beeinflußt wird von der
-Dicke und Breite des Probestreifens; wir werden jedoch später sehen,
-wie die mit Hilfe von Zerreißmaschinen gewonnenen Festigkeitswerte
-unabhängig von diesen beiden Einflüssen zur Beurteilung der Güte von
-Papier herangezogen werden können.
-
-Die Festigkeit eines Papiers ist nicht nach allen Richtungen gleich
-groß. Maschinenpapier hat in der Richtung des Maschinenlaufes seine
-größte, in der Richtung senkrecht hierzu seine geringste Festigkeit.
-Dieser Unterschied findet seine Erklärung in der vorzugsweisen Lagerung
-der Fasern in der Richtung des Maschinenlaufes und in der Beeinflussung
-der Festigkeitswerte durch die Arbeit auf der Papiermaschine. Das
-Verhältnis der geringeren Festigkeit zur größeren schwankt zwar, hält
-sich aber meist zwischen den Grenzen 60 : 100 bis 75 : 100; jedoch
-kommen auch Fälle vor, in denen die Festigkeitswerte in der Längs-
-und Querrichtung wesentlich mehr, und andere, in denen sie wesentlich
-weniger voneinander abweichen, wie nachfolgende Zusammenstellung an
-einigen Beispielen zeigt.
-
- N = Laufende Nr.
- Q = Querrichtung
- L = Längsrichtung
- V = Verhältnis von Querrichtung zu Längsrichtung
-
- ====+=================+=============+========+===============+=========
- N | Art des Papiers | Reißlänge[1]| V | Bruchdehnung | V
- | +------+------+ +-------+-------+
- | | Q | L | | Q | L |
- | | km | km | | % | % |
- ====+=================+======+======+========+=======+=======+=========
- 1 | Schreibpapier | 1,57 | 4,73 | 33:100 | 1,7 | 1,5 | 113:100
- 2 | „ | 2,21 | 5,46 | 39:100 | 2,4 | 1,9 | 126:100
- 3 | Packpapier | 3,76 | 9,76 | 39:100 | 4,6 | 2,1 | 219:100
- 4 | „ | 4,25 | 9,06 | 47:100 | 6,7 | 2,8 | 239:100
- 5 | Konzeptpapier | 3,57 | 7,01 | 51:100 | 4,1 | 1,4 | 293:100
- 6 | Schreibpapier | 4,06 | 4,79 | 85:100 | 4,5 | 3,3 | 136:100
- 7 | „ | 4,22 | 4,80 | 88:100 | 3,2 | 2,0 | 160:100
- 8 | Urkundenpapier | 6,05 | 6,76 | 90:100 | 6,4 | 4,9 | 131:100
- 9 | Schreibpapier | 4,22 | 4,69 | 90:100 | 3,0 | 2,0 | 150:100
- 10 | Kanzleipapier | 4,05 | 4,44 | 91:100 | 4,6 | 3,2 | 156:100
- 11 | Schreibpapier | 4,37 | 4,60 | 95:100 | 6,3 | 3,3 | 191:100
- 12 | „ | 4,11 | 4,17 | 99:100 | 4,1 | 2,4 | 171:100
-
-Ebenso wie die Festigkeit ist auch die Dehnung des Papiers in den
-beiden Richtungen verschieden groß; das Verhältnis ist aber hier
-umgekehrt, indem die Maschinenrichtung die kleinste, die Querrichtung
-die größte Dehnung aufweist.
-
-Auch bei geschöpftem Papier treten, wenn auch nicht in dem Maße
-wie beim Maschinenpapier, Verschiedenheiten in der Festigkeit und
-Dehnung in verschiedenen Richtungen auf.[2] Da die Ansicht, daß beim
-Handpapier die Festigkeit und Dehnbarkeit nach allen Richtungen gleich
-groß sei, ziemlich verbreitet ist, so mag nachfolgend (Seite 3) eine
-kleine Zusammenstellung einiger bei Prüfung von geschöpften Papieren
-gewonnenen Ergebnisse folgen.
-
-Bei der Bestimmung der Festigkeitswerte einer Papiersorte wird
-Maschinenrichtung und Querrichtung gesondert geprüft und aus den
-erhaltenen Werten das Mittel gebildet. Dieses ist für die Einreihung in
-eine der sechs Festigkeitsklassen[3] maßgebend.
-
- L = Laufende Nr.
- W = Schwache Richtung
- S = Starke Richtung
- B = Bruchdehnung
-
- ====+=============+=============+=============+===========+============
- L | Art | Reißlänge | Verhältnis | B | Verhältnis
- | des Papiers +------+------+ der +-----+-----+ der
- | | W | S | schwachen | W | S | schwachen
- | | | | Richtung | | | Richtung
- | | km | km | zur starken | % | % | zur starken
- ====+=============+======+======+=============+=====+=====+============
- 1 |} | 3,68 | 4,93 | 74 : 100 | 4,6 | 3,8 | 121 : 100
- 2 |} Urkunden- | 3,81 | 4,97 | 77 : 100 | 4,2 | 3,5 | 120 : 100
- 3 |} papier | 4,20 | 5,30 | 79 : 100 | 4,4 | 3,9 | 113 : 100
- 4 |} (hand- | 4,28 | 5,45 | 79 : 100 | 5,9 | 4,7 | 125 : 100
- 5 |} geschöpft)| 3,89 | 4,64 | 84 : 100 | 4,4 | 4,2 |(105 : 100)
- 6 |} | 3,26 | 3,63 |(90 : 100)[4]| 4,3 | 3,4 | 126 : 100
- 7 | } | 2,82 | 4,12 | 68 : 100 | 4,6 | 4,2 |(110 : 100)
- 8 | }Aktendeckel| 2,62 | 3,84 | 70 : 100 | 4,0 | 3,7 |(108 : 100)
- 9 | } | 2,16 | 2,98 | 72 : 100 | 4,8 | 4,1 | 117 : 100
- 10 | }(hand- | 2,61 | 3,53 | 74 : 100 | 3,9 | 3,4 | 114 : 100
- 11 | } geschöpft)| 2,74 | 3,04 |(90 : 100) | 3,7 | 3,6 |(101 : 100)
- 12 | } | 2,56 | 2,84 |(90 : 100) | 4,0 | 3,0 | 133 : 100
-
-Da die Maschinenpapiere im allgemeinen parallel und senkrecht zur
-Maschinenrichtung geschnitten werden, so entnimmt man die Probestreifen
-in der später zu besprechenden Anzahl und Art zunächst parallel zu
-einer beliebigen Kante des Bogens und darauf parallel zu der hierauf
-senkrecht stehenden.
-
-Beim Handpapier verfährt man in derselben Weise.
-
-Hat man Veranlassung, die Maschinenrichtung vorher zu bestimmen,
-entweder weil man nur diese prüfen will, oder weil die beiden
-Richtungen nicht mit Sicherheit zu erkennen sind, so verfährt man in
-folgender Weise:
-
-Man schneidet aus dem in Frage kommenden Material ein kreisförmiges
-Stück von ungefähr 10 cm Durchmesser heraus und läßt dies wenige
-Sekunden auf Wasser schwimmen; nimmt man es dann heraus und legt
-es vorsichtig auf die flache Hand, wobei man zu verhindern hat,
-daß es sich fest an die Handfläche schmiegt, so krümmen sich die
-Ränder nach oben (Fig. 1a) und zwar schließlich so stark, daß sie
-übereinandergreifen, wie es Fig. 1b darstellt.
-
-Der nicht gekrümmte Durchmesser _ab_ liegt in der Maschinenrichtung.
-
-Hat man denselben Versuch mit ungeleimtem oder schwach geleimtem Papier
-vorzunehmen, so ist dies zunächst gegen das Durchdringen von Wasser
-zu schützen; man löst zu diesem Zweck entweder Harz in Alkohol oder
-tierischen Leim in Wasser, zieht das zu prüfende Papier durch eine
-dieser Lösungen und läßt es trocknen. Das Papier hat nunmehr seine
-Saugfähigkeit verloren und kann ohne Schwierigkeit dem angeführten
-Versuch unterworfen werden. Zur Erklärung des Krümmens diene folgendes.
-
-[Illustration:
-
- Fig. 1a. Fig. 1b.
-
-Bestimmung der Maschinenrichtung im Papier.]
-
-Die untere Seite des Papiers saugt, während sie mit dem Wasser in
-Berührung ist, Feuchtigkeit auf und die Fasern quellen; nun legen sich
-die Fasern, wie schon erwähnt, auf dem Siebe vorzugsweise parallel zur
-Richtung des Maschinenlaufes, und da die einzelne Faser quer zu ihrer
-Längsachse die größte Quellungsfähigkeit besitzt, so wird das Bestreben
-der unteren Faserschicht sich auszudehnen, quer zur Maschinenrichtung
-größer sein als in der Längsrichtung, und dies dürfte die Ursache des
-Aufrollens der Ränder sein.
-
-Die vorzugsweise Lagerung der Fasern in der Richtung des
-Maschinenlaufes ist übrigens bei vielen Papieren mit bloßem Auge zu
-erkennen, wenn man den Bogen schräg gegen das Licht hält, und ein
-geübter Beobachter kann oft schon auf diese Weise erkennen, wie das
-Papier auf der Maschine gelaufen ist.
-
-Eine noch einfachere Methode zur Bestimmung der Maschinenrichtung ist
-von +Nickel+ vorgeschlagen worden und besteht darin, daß man zwei
-Streifen von gleichen Abmessungen aus den beiden in Frage kommenden
-Richtungen so aufeinanderlegt, daß sie sich decken. Faßt man sie nun an
-dem einen Ende mit Daumen und Zeigefinger und läßt das andere Ende frei
-herunterhängen, so werden sie entweder aufeinanderliegen (Fig. 2a),
-oder auseinanderklaffen (Fig. 2b). Im ersten Fall ist der untere, im
-zweiten der obere Streifen der aus der Maschinenrichtung.
-
-Die Erklärung dieser Erscheinung dürfte auch hier durch die Lagerung
-der Fasern gegeben sein; bei dem aus der Maschinenrichtung herrührenden
-Streifen liegen mehr Fasern mit ihrer Längsachse parallel zum Streifen
-als bei dem Streifen aus der Querrichtung; die Folge davon wird sein,
-daß sich ersterer beim Überhängen weniger durchbiegt als der letztere.
-
-[Illustration:
-
- Fig. 2a. Fig. 2b.
-
-Bestimmung der Maschinenrichtung im Papier.]
-
-Die Frage der bequemen Bestimmung der Maschinenrichtung kann außer
-in den oben erwähnten Fällen noch verschiedentlich von praktischer
-Bedeutung sein. Beim Kniffen von Aktendeckeln, Kartons u. s. w. wird
-es nicht gleichgiltig sein, ob der Kniff in der Maschinenrichtung
-oder Querrichtung liegt; bei der Herstellung von Büchern, besonders
-von großen und dicken Geschäftsbüchern, ist es von Wert zu wissen, ob
-alle Lagen in gleicher Weise gefalzt sind, weil sich sonst infolge
-verschiedener Dehnung unscharfe Ränder zeigen. Diesen Umständen hat
-man, wie es scheint, bisher nicht die nötige Beachtung geschenkt.
-
-Nachdem man so auf die eine oder andere Weise die beiden
-Hauptrichtungen im Papier, nach welchen die Entnahme der Probestreifen
-zu erfolgen hat, bestimmt hat, fragt es sich, wie lang und wie breit
-diese zu wählen sind.
-
-+Martens+ hat sich mit dieser Frage eingehend beschäftigt und
-nachgewiesen, daß die Breite des Probestreifens auf das Ergebnis für
-Reißlänge und Bruchdehnung keinen Einfluß ausübt; die Bequemlichkeit
-und Sicherheit des Arbeitens indessen, sowie der mit zunehmender Breite
-wachsende Widerstand beim Zerreißen legt bei der Wahl der Streifen
-einige Beschränkung auf. Die Breite von 15 mm hat sich als sehr
-praktisch erwiesen, und sie wird in der Versuchsanstalt ausschließlich
-angewendet, wenn nicht etwa das zu prüfende Material, wie es
-beispielsweise bei den in der Telegraphie benutzten Papierstreifen der
-Fall ist, schon an und für sich schmäler ist als 15 mm.
-
-In der Praxis wird man auch in den Fällen schmälere Streifen verwenden
-müssen, in denen die gewöhnlichen Festigkeitsprüfer zum Zerreißen eines
-15 mm breiten Streifens nicht ausreichen, wie es z. B. beim Prüfen von
-Quittungskarten-Kartons, Preßspänen, Aktendeckeln, Pappen u. s. w.
-vorkommen kann.
-
-Bei der Länge der Probestreifen liegen die Verhältnisse, soweit es
-sich um die Dehnung ausgedrückt in Prozenten der ursprünglichen Länge
-handelt, anders; die Dehnungsprozente sind nahezu dieselben bei
-Streifenlängen von 180 mm an aufwärts; mit abnehmender Länge aber
-wächst die Dehnung. Deshalb ist aus praktischen Gründen die Länge von
-180 mm als +Normallänge+ angenommen worden; dies geschah namentlich
-auch deshalb, weil diese Länge in beiden Richtungen aus dem einmal
-geknifften Bogen des Reichsformates (33 × 42 cm) bequem entnommen
-werden kann, und in diesem Zustand dürften wohl die meisten Papiere
-zur Untersuchung gelangen. Es kann im Interesse der Einheitlichkeit
-und der Vergleichbarkeit der Versuchsergebnisse nur geraten werden,
-diese Länge allgemein zu Grunde zu legen. Soweit bekannt geworden ist,
-ist dies auch an allen Stellen, welche sich in größerem Maßstabe mit
-Papieruntersuchungen befassen, geschehen.
-
-Stehen nun von dem zu prüfenden Material nur kleine Bogen zur
-Verfügung, aus denen diese Normalstreifen nicht entnommen werden
-können, so darf man nicht außer acht lassen, daß die Dehnungsprozente
-etwas höher ausfallen als bei Verwendung eines Streifens von 180 mm
-Länge; auf die Festigkeit ist die Länge der Probestreifen ohne Einfluß,
-wenn nicht gar zu kurze Streifen angewendet werden, die schwer gerade
-einzuspannen sind.
-
-Das Ergebnis der Prüfung wird nun im allgemeinen um so wertvoller
-sein, je mehr Streifen beim Versuch Verwendung gefunden haben;
-nimmt man fünf Streifen aus jeder Richtung, so kann man sicher sein,
-gute Durchschnittswerte zu erhalten, wenn man bei der Probenentnahme
-zweckmäßig zu Werke geht.
-
-Bei Prüfung eines größeren Postens Papier tut man gut, aus fünf
-verschiedenen Paketen je einen Bogen zu entnehmen und dann aus jedem
-Bogen je einen Längs- und Querstreifen.
-
-Steht auch nur wenig Material zur Verfügung, so verfolge man doch immer
-den Grundsatz, die Streifen an verschiedenen Stellen zu entnehmen und
-unmittelbar nebeneinander nur dann, wenn es anders nicht möglich ist.
-
-Die Entnahme der Streifen geschieht bei den Prüfungen in der
-Versuchsanstalt in folgender Weise. Von den zehn meist in einmal
-geknifftem Zustand eingeschickten Probebogen werden zunächst fünf für
-die Festigkeitsprüfung ausgewählt, welche äußerlich keine fehlerhaften
-Stellen zeigen. Aus jedem dieser fünf Bogen wird je ein Streifen aus
-der Längs- und Querrichtung entnommen, wie es Fig. 3 veranschaulicht.
-
-[Illustration: Fig. 3.
-
-Entnahme der Probestreifen.]
-
-Zerreißt nun beim Versuch ein Streifen an der Einspannstelle, oder ist
-er von vornherein infolge eines erkennbaren Fehlers zu verwerfen, oder
-liefert ein Streifen Werte, die von denen der anderen in auffälliger
-Weise abweichen, so daß ein Irrtum vermutet werden kann, so kann man
-unmittelbar neben dem ersten Streifen immer noch einige Ersatzstreifen
-zur weiteren Prüfung herausnehmen.
-
-Auf das Schneiden der Streifen ist große Sorgfalt zu verwenden,
-da die geringste Beschädigung, namentlich an den Rändern, den
-Versuch ungünstig beeinflussen kann. Hat man nur hin und wieder
-Festigkeitsversuche vorzunehmen, so wird man davon absehen können,
-sich eine besondere Schneidevorrichtung zu beschaffen, wenn nicht dem
-Festigkeitsapparat, wie es jetzt vielfach geschieht, schon eine solche
-beigegeben ist. In Ermangelung einer besonderen Vorrichtung schneidet
-man mit Hilfe eines eisernen Lineals und eines scharfen Messers, wobei
-man auf eine möglichst parallele Führung des letzteren bedacht sein
-muß. Als Unterlage bedient man sich beim Schneiden zweckmäßig eines
-Zinkbleches oder einer Glasplatte, weil weichere Materialien, wie Holz,
-Pappe etc., Eindrücken des Papiers beim Schneiden zulassen und auf
-diese Weise die Ränder des Streifens nach unten umgebogen werden. Hat
-man indessen täglich Festigkeitsprüfungen vorzunehmen, so ist diese Art
-der Probeentnahme zu umständlich und zeitraubend und man wird sich dann
-zweckmäßig eine Vorrichtung beschaffen, die schneller arbeitet.[5] --
-Fig. 4 zeigt die in der Versuchsanstalt in Gebrauch befindliche Scheere
-zum Schneiden der Streifen.
-
-An der Holzplatte _P_ ist ein Messer _S__{2} fest angeschraubt, während
-ein zweites _S__{1}, welches in Verbindung mit _S__{2} den Schnitt des
-Papiers bewirkt, mit Hilfe des Handgriffes _H_ auf- und niedergeführt
-werden kann. Eine Holzleiste _Lst_ ist so angebracht, daß sie parallel
-der Schneide _S__{2} liegt und von dieser in einem Abstand von 15 mm
-festgestellt werden kann. Unter der Leiste _Lst_ befindet sich ein
-Kasten _K_, in welchen die abgeschnittenen Streifen fallen. Auf dem
-Brett _P_ ist noch eine scharf gezeichnete Linie _L_ angebracht, die
-senkrecht zu _S__{2} verläuft. Sie dient als Anlegezeichen, um zunächst
-den ersten Schnitt genau senkrecht zu einer Bogenkante zu führen; die
-Streifen werden dann beim Anlegen der ersten Schnittkante gegen die
-Leiste _Lst_ ohne weiteres parallel und von 15 mm Breite geschnitten.
-Die in den Handel gebrachten Schneidevorrichtungen mit doppeltem Messer
-haben sich nicht bewährt, weil beim Schneiden in den meisten Fällen
-eins der Messer versagt.
-
-[Illustration: Fig. 4.
-
-Vorrichtung zum Schneiden der Streifen.]
-
-Bevor man die Streifen in Gebrauch nimmt, überzeugt man sich, ob
-ihre Ränder glatt sind und genau parallel verlaufen. Das letztere
-sieht man am besten, wenn man die beiden Enden eines jeden Streifens
-aufeinanderlegt; die zwei Hälften der Streifen müssen sich dann decken.
-
-Beim Zerreißen der Streifen ist auf die Feuchtigkeit der Luft im
-Versuchsraum besonders zu achten, da sie auf die Festigkeits- und
-Dehnungswerte von großem Einfluß ist.
-
-Der Einfluß der Feuchtigkeit äußert sich in zweierlei Weise.
-Einmal nimmt das Papier, je nach dem Feuchtigkeitsgehalt der Luft,
-verschiedene Mengen Wasser in sich auf und ändert hierdurch sein
-Gewicht; zweitens ändert das aufgenommene Wasser die Festigkeit und
-Dehnbarkeit der im Papier vorhandenen Fasern.
-
-Zur Erläuterung mögen nachfolgend die Versuchsergebnisse, welche bei
-Prüfung eines aus Lumpen hergestellten, mit Harzleim geleimten, guten
-Schreibpapiers bei verschiedener Luftfeuchtigkeit gewonnen wurden,
-wiedergegeben werden.
-
- R = Relative Feuchtigkeit der Luft
- F = Feuchtigkeitsgehalt der zerrissenen Streifen
- A = Maschinen-Richtung
- Q = Quer-Richtung
- M = Mittel
-
- =====+======+====================+=================+===================
- R | F | Bruchbelastung | Bruchdehnung | Reißlänge
- | +------+------+------+-----+-----+-----+------+------+-----
- | | A | Q | M | A | Q | M | A | Q | M
- % | % | kg | kg | kg | % | % | % | km | km | km
- =====+======+======+======+======+=====+=====+=====+======+======+=====
- 100 | 15,2 | 2,34 | 1,75 | 2,05 | 3,2 | 6,3 | 4,8 | 1,68 | 1,23 | 1,46
- 90 | 11,3 | 3,41 | 2,30 | 2,86 | 2,8 | 5,8 | 4,3 | 2,40 | 1,64 | 2,02
- 80 | 6,5 | 5,57 | 4,03 | 4,30 | 2,5 | 4,7 | 3,6 | 4,06 | 3,00 | 3,53
- 70 | 6,2 | 5,74 | 4,14 | 4,94 | 2,1 | 4,3 | 3,2 | 4,25 | 3,09 | 3,67
- 60 | 5,5 | 6,15 | 4,49 | 5,32 | 1,9 | 3,9 | 2,9 | 4,50 | 3,33 | 3,92
- 50 | 4,6 | 6,59 | 4,71 | 5,65 | 1,7 | 3,4 | 2,6 | 4,76 | 3,43 | 4,20
- 40 | 3,8 | 6,74 | 4,93 | 5,84 | 1,6 | 3,3 | 2,5 | 4,91 | 3,61 | 4,26
- 30 | 2,3 | 7,21 | 5,05 | 6,13 | 1,5 | 2,6 | 2,1 | 5,39 | 3,80 | 4,60
-
-Wie die Zusammenstellung zeigt, nimmt die Dehnung mit abnehmender
-Feuchtigkeit ab, während die Festigkeit wächst. Es leuchtet somit ohne
-weiteres ein, daß Ergebnisse von Festigkeitsprüfungen mit Papier nur
-dann unmittelbar vergleichbar sind, wenn sie bei derselben relativen
-Luftfeuchtigkeit ermittelt wurden.
-
-Die Versuchsanstalt hat denn auch bereits seit Jahren Vorkehrungen
-getroffen, um die Festigkeitsprüfungen bei stets gleichem
-Feuchtigkeitsgehalt ausführen zu können, und zwar ist hierfür
-eine relative Luftfeuchtigkeit von 65% gewählt worden.[6] Da die
-Luftfeuchtigkeit nun während des größten Teils des Jahres namentlich
-im Winter geringer ist als 65%, so sind in dem Versuchsraum
-Wasserzerstäuber aufgestellt, welche es ermöglichen, bei trockener
-Luft den Feuchtigkeitsgehalt in kurzer Zeit auf die gewünschte Höhe zu
-bringen.
-
-Den mit geringeren Hilfsmitteln ausgestatteten Versuchsräumen der
-Praxis kann die fehlende Feuchtigkeit am einfachsten durch Sprengen
-des Fußbodens, Aufhängen nasser Tücher, Kochen von Wasser u. s. w.
-zugeführt werden.
-
-[Illustration: Fig. 5.
-
-Haarhygrometer.]
-
-Zur Messung der Feuchtigkeit der Luft werden +Koppe-Saussure+sche
-Prozenthaarhygrometer mit Einstellvorrichtung benutzt, welche
-wöchentlich zweimal mit einem +Aßmann+schen Psychrometer kontrolliert
-werden.
-
-Dieses Hygrometer besteht aus einem gut entfetteten Haar, welches am
-oberen Ende befestigt und am unteren um eine kleine Rolle geschlungen
-ist, deren Achse einen Zeiger trägt (Fig. 5). Es wird durch ein
-angehängtes Gewichtchen von 0,5 g gespannt. Bei trockener Luft verkürzt
-sich das Haar und dreht den Zeiger nach links, beim Feuchtwerden
-verlängert es sich, und das Gewicht bewirkt eine Bewegung des Zeigers
-nach rechts. Bei vollkommener Sättigung der Luft mit Wasserdampf muß
-der Zeiger auf den Punkt 100 rücken und dort stehen bleiben.
-
-Ein besonderer Vorzug dieses Feuchtigkeitsmessers gegenüber anderen
-Haarhygrometern ist der, daß er zu jeder Zeit leicht auf die
-Richtigkeit seiner Angaben geprüft werden kann; zu diesem Zweck wird
-das dem Apparat beigegebene, mit Mousselin überzogene Rähmchen in
-Wasser getaucht und auf der Rückseite des Instrumentes in eine hierfür
-angebrachte Nute geschoben. Hierauf wird der Apparat vorn durch eine
-Glasscheibe, hinten durch den Schieber geschlossen. Der abgeschlossene
-Raum füllt sich nun in verhältnismäßig kurzer Zeit mit Feuchtigkeit,
-das Haar sättigt sich, und der Zeiger rückt auf 100 vor.
-
-Sollte infolge von Veränderungen des Instrumentes durch äußere
-Einflüsse dies nicht der Fall sein, so hat man nur den Schlüssel
-durch das oben in der Glasscheibe befindliche Loch auf den Vierkant
-aufzusetzen und durch Drehen den Zeiger genau auf 100 einzustellen.
-Dabei ist es zweckmäßig, etwas auf das Kästchen zu klopfen, um die
-Reibung des Zeigers zu überwinden.
-
-Nun ist das Instrument eingestellt und wird, nachdem Schieber,
-Rähmchen und Glas entfernt sind, etwa 24 Stunden später die relative
-Feuchtigkeit des Versuchsraumes richtig angeben. Unmittelbar nach der
-Prüfung darf es nicht benutzt werden, da dann die Feuchtigkeit der Luft
-zu gering angegeben wird.
-
-Man begegnet vielfach der irrigen Auffassung, daß das Haarhygrometer
-zur Bestimmung der Luftfeuchtigkeit für wissenschaftliche Versuche
-nicht geeignet sei. Prof. Dr. +Galle+, welcher über diesen Gegenstand
-eine große Reihe eingehender Versuche angestellt hat, bemerkt hierzu
-(Ergebnisse der meteorologischen Beobachtungen im Jahre 1882.
-Veröffentlicht vom königlichen meteorologischen Institut Berlin 1883):
-„Unterzieht man sich bei den Haarhygrometern alle 8-14 Tage der
-geringen Mühe einer Bestimmung des Sättigungspunktes und sorgfältiger
-Reinigung des Instrumentes, soweit dies nötig erscheint, so wird man
-mit diesem Instrument die relative Feuchtigkeit mit mindestens ebenso
-großer Genauigkeit und meist (namentlich im Winter) wohl +noch genauer+
-ablesen können, und zwar ohne alle Rechnung, als mit dem Psychrometer.“
-
-Es sei noch besonders bemerkt, daß das Hygrometer am besten neben dem
-Zerreißapparat aufzustellen ist und daß die Versuchsstreifen neben
-dem Hygrometer zur Aufnahme der nötigen Feuchtigkeit auszulegen sind,
-da die Feuchtigkeit an verschiedenen Stellen des Versuchsraumes,
-namentlich in verschiedenen Höhenlagen, verschieden ist.
-
-In der Praxis ist es nun nicht immer möglich, die Prüfungen bei 65%
-relativer Luftfeuchtigkeit vorzunehmen; man ist zuweilen gezwungen,
-die Versuche bei einer anderen Feuchtigkeit auszuführen, wodurch die
-Ergebnisse mehr oder weniger von den maßgebenden (bei 65% gewonnenen)
-abweichen.
-
-Durch eingehende Versuche hat +Dalén+[7] für Reißlänge und Dehnung
-Faktoren ermittelt, mit Hilfe deren man in der Lage ist, die bei zu
-hoher oder zu niedriger Feuchtigkeit ermittelten Werte umzurechnen. Die
-Fehler, die man hierbei zu befürchten hat, sind um so größer, je mehr
-die Luftfeuchtigkeit von 65% abweicht. Aus diesem Grunde dürfte es,
-damit die berechneten Werte einigermaßen zuverlässig werden, angebracht
-sein, die Umrechnungen auf den zwischen 40% und 80% relativer
-Luftfeuchtigkeit liegenden Spielraum zu beschränken.
-
-In nachstehender Tabelle sind innerhalb dieser Grenzen die Faktoren
-zusammengestellt, mit denen man die gefundenen Werte für Reißlänge und
-Dehnung multiplizieren muß, um annähernd Werte zu erhalten, die einer
-Luftfeuchtigkeit von 65% entsprechen.
-
- Relative Luftfeuchtigkeit Faktor für
- beim Zerreißen in % Reißlänge Dehnung
-
- 80 1,18 0,80
- 75 1,11 0,87
- 70 1,04 0,93
- 60 0,97 1,08
- 55 0,94 1,16
- 50 0,92 1,25
- 45 0,90 1,36
- 40 0,88 1,47
-
-Mit Recht bemerkt aber +Dalén+ am Schluß seiner Abhandlung, daß man
-diese Umrechnung nur als +Notbehelf+ ansehen soll, wenn es ganz
-unmöglich ist, die Versuche bei 65% auszuführen.
-
-Die Versuchsstreifen brauchen, um sich dem Feuchtigkeitszustand von
-65% anzupassen, mindestens eine halbe Stunde. Damit sie der Luft
-möglichst viel Oberfläche darbieten, bedient man sich zweckmäßig
-eines Rahmens, wie ihn Fig. 6 darstellt. In diesem Rahmen stehen die
-Streifen schwach gekrümmt auf der hohen Kante, gestatten somit der Luft
-ungehinderten Zutritt und sind außerdem durch ihre geringe Anspannung
-gegen das Fortwehen durch Zugluft geschützt.
-
-[Illustration: Fig. 6.
-
-Vorrichtung zum Auslegen der Streifen.]
-
-Zum Zerreißen der Streifen bedient man sich verschiedener
-Zerreißmaschinen, von denen hier die vier wichtigsten, die von
-+Schopper+, +Wendler+, +Hartig-Reusch+ und +Leuner+ beschrieben werden
-sollen.[8]
-
- [1] Vergl. S. 28.
-
- [2] +Hoyer+ hat schon in seinem 1882 erschienenen Werk „Das Papier“
- hierauf hingewiesen.
-
- [3] Siehe Anhang.
-
- [4] Da die Ungleichmäßigkeiten des Papierblattes an sich Abweichungen
- in den Werten für Reißlänge und Bruchdehnung bedingen, so
- sind die Fälle, in denen der Unterschied zwischen den beiden
- Richtungen 10% und weniger beträgt, in Klammer gesetzt, weil
- Unterschiede, die kleiner als 10% sind, sehr wohl Zufall sein
- können.
-
- [5] Solche Schneidevorrichtungen, sowie alle übrigen Apparate,
- Instrumente, Fasern, Lösungen u. s. w. für die Zwecke der
- Papierprüfung können von der Firma +Louis Schopper+ in Leipzig,
- Arndtstr. 27, bezogen werden.
-
- [6] Dr. +R. von Lenz+ prüft bei beliebiger Luftfeuchtigkeit, bestimmt
- den Feuchtigkeitsgehalt des Papiers und berechnet nach einer
- von ihm ermittelten Formel die Festigkeitswerte auf trockenes
- Papier. (Papier-Zeitung 1891, No. 35.)
-
- [7] Der Einfluß der Luftfeuchtigkeit auf die Festigkeitseigenschaften
- des Papiers. (Mitteilungen aus den technischen Versuchsanstalten
- 1900, S. 133.)
-
- [8] Auf das +Horack+sche Dasymeter, das früher vielfach benutzt
- wurde und stellenweise auch heute noch zu Festigkeitsversuchen
- verwendet wird, soll nicht näher eingegangen werden, wegen der
- völlig unzuverlässigen Ergebnisse, welche es liefert. Eine
- Beschreibung und Abbildung dieses Apparates findet man in:
- „+Hoyer.+ Das Papier, seine Beschaffenheit und deren Prüfung,“
- München 1882.
-
-
-Schoppers Festigkeitsprüfer.
-
-Die Kraftmessung erfolgt bei dem +Schopper+schen Festigkeitsprüfer
-durch eine Neigungswage. Die Wirkungsweise des Apparates ist aus Fig. 7
-ersichtlich.
-
-Der Belastungshebel _A_ bewegt sich zwischen zwei Kreissegmenten, von
-denen das vordere _B_ mit einer Teilung versehen ist, deren Bezifferung
-die Kraftleistung in kg angibt. Das hintere Segment ist gezahnt und
-dient zur Aufnahme der Sperrklinken, die nach dem Bruch des Streifens
-das Zurückfallen des Hebels _A_ verhindern.
-
-Statt des zweiten Armes des Krafthebels ist ein Bogensegment _C_
-angebracht, über welches eine Kette _D_ läuft, die am unteren Ende die
-eine Einspannklemme _E__{1} trägt. Um die Einspannung des Streifens zu
-erleichtern, kann diese Klemme während des Einspannens durch einen
-Haken _F_ (oder einen Stift) an dem Segment _C_ festgelegt werden.
-
-Durch die Kette _D_ wird erreicht, daß sich die obere Klemme immer
-senkrecht über der unteren _E__{2} befindet und so eine zwanglose
-Beweglichkeit während des Versuches behält.
-
-[Illustration: Fig. 7.
-
-Schoppers Festigkeitsprüfer für Papier.]
-
-Die Messung der Dehnung erfolgt durch die Feststellung der
-gegenseitigen Verschiebung der beiden Einspannklemmen _E__{1} und
-_E__{2}. Um diese Verschiebung zu bestimmen, wird die Bewegung der
-unteren Klemme mittels der Zahnstange _G_ auf den Dehnungshebel _H_
-übertragen, der statt des oberen Armes ein Zahnsegment trägt. An
-diesem Hebel _H_, welcher sich um den Zapfen des Gewichtshebels _A_
-drehen kann, ist ein Zeiger _J_ angebracht, welcher sich über zwei am
-Krafthebel befindliche Bogenteilungen bewegt. Die eine dieser Teilungen
-gibt die Verlängerung des Streifens, welche mit der Verschiebung der
-Klemmen gegeneinander gleichbedeutend ist, in mm, die andere, bei einer
-Streifenlänge von 180 mm, direkt in Prozenten an.
-
-Das untere Ende der Zahnstange _G_ ist an einer Hülse befestigt,
-welche sich auf einer mit der Antriebspindel parallelen Gleitstange
-bewegen kann und während des Versuches von einem an der Antriebspindel
-befestigten Mitnehmer bewegt wird.
-
-Diese Zahnstange, welche sich in einer festen Führung bewegt,
-wird durch eine Bremsfeder fest gegen das gezahnte Segment des
-Dehnungshebels gedrückt, so daß toter Gang ausgeschlossen ist. Die
-hierdurch entstehende Zahnreibung wird vom Antrieb aufgenommen, ist
-daher auf die Kraftmessung ohne Einfluß.
-
-An den Einspannklemmen sind Exzenterhebel zum Zusammendrücken der
-Backen angebracht, wodurch eine einfache, bequeme und sichere
-Einspannung des Streifens ermöglicht wird.
-
-An der Antriebsvorrichtung befindet sich eine Sperrvorrichtung, welche
-für eine bestimmte Streifenlänge das richtige Einstellen der unteren
-Klemme in der Nulllage sichert.
-
-Die Versuchsausführung geht nun in folgender Weise vor sich.
-
-Nachdem man den Belastungshebel mit Hilfe des hierfür bestimmten
-Stiftes in der Nulllage festgestellt hat, legt man die obere
-Einspannklemme mit Hilfe des hierzu angebrachten Hakens fest; dann
-wird die Antriebspindel durch Drehen des Handrades in die Höchstlage
-gebracht, die untere Klemme angehoben und mit der unter dem Nasenhebel
-befindlichen Schraube festgestellt. Durch völliges Hochschieben der
-Zugstangenhülse bringt man den Dehnungshebel in seine Nullstellung.
-
-Nunmehr wird der Streifen eingespannt.
-
-Nach erfolgter Einspannung befreit man die obere Klemme aus dem Haken,
-löst den Gewichtshebel durch Entfernung des Haltestiftes aus, legt die
-Sperrklinken ein und setzt den Apparat durch Drehen des Handrades in
-Tätigkeit.
-
-Sobald der Streifen mit etwa ½ kg belastet ist, löst man, ohne mit
-dem Drehen aufzuhören, die Schraube, welche die untere Klemme hochhält,
-damit letztere beim Reißen des Streifens herunterfallen und den
-Dehnungshebel auslösen kann.
-
-Nach dem Reißen des Streifens stehen, auch bei fortgesetztem Drehen des
-Handrades, die Hebel für Belastung und Dehnung still und gestatten so
-eine ruhige und sichere Ablesung.
-
-Fig. 8 zeigt den Apparat nach der Beendigung des Zerreißversuches.
-
-Je nach dem Verwendungszweck werden die +Schopper+schen Prüfer
-mehr oder weniger stark gebaut und mit einem mehr oder minder schweren
-Belastungsgewicht versehen. Der für Papierprüfungen meist verwendete
-Apparat ist für 30 kg höchste Kraftleistung bestimmt (Fig. 8). Für
-schwache Papiere bedient man sich zweckmäßiger eines Apparates von
-10 kg Höchstleistung, weil in diesen Fällen der Ausschlag bei dem
-30 kg Apparat zu klein sein würde. Handelt es sich um die Prüfung
-von Papieren mit sehr geringer Festigkeit, wie Seiden-, Kopier-,
-Zigarettenpapier u. s. w., so entfernt man das Belastungsgewicht vom
-Krafthebel; hierdurch wird die Empfindlichkeit des Prüfers erhöht und
-der Ausschlag des Hebels größer. Natürlich muß man für solche Fälle den
-Wert der Teilung des Kraftmaßstabes besonders feststellen.
-
-[Illustration: Fig. 8.
-
-Schoppers Festigkeitsprüfer für Papier.]
-
-Für noch genauere Messungen der Festigkeit schwacher Körper hat die
-Firma kürzlich einen Apparat gebaut (Fig. 9), bei dem der Krafthebel
-und die obere Klemme auf Schneiden gelagert sind; hierdurch ist eine
-sehr große Empfindlichkeit gewährleistet, und der Apparat kann zum
-Prüfen von Woll- und Baumwollhaaren, Bastbündeln u. s. w. benützt
-werden.[9]
-
-[Illustration: Fig. 9.
-
-Schoppers Festigkeitsprüfer für Pflanzen- und Tierhaare,
-Elementarfasern, Bastbündel u. s. w.]
-
-[Illustration: Fig. 10.
-
-Schoppers 50 und 100 kg Festigkeitsprüfer für Pappe, starke
-Aktendeckel, Stoffe u. s. w.]
-
-Zur Prüfung von Pappe, starken Aktendeckeln u. s. w. dient ein Apparat
-bis zu 100 kg Kraftleistung[10] (Fig. 10). Bei diesem Apparat sind
-für die Kraftmessung 2 Teilungen vorgesehen, eine für das Arbeiten mit
-dem Hebel ohne Gewicht (Kraftleistung bis 50 kg) und eine zweite für
-den mit dem Gewicht belasteten Hebel (Kraftleistung bis 100 kg). Die
-Klemmen sind 50 mm breit. Im Übrigen ist dieser Prüfer so gebaut wie
-der oben beschriebene.
-
-Der Antrieb der Apparate erfolgt mit der Hand; zur Erzielung größerer
-Gleichmäßigkeit bei der Versuchsausführung können sie aber auch für
-Wasserantrieb eingerichtet werden. Erforderlich hierfür ist ein
-Wasserleitungsdruck von 3-4 Atm.
-
-Beim Aufstellen der +Schopper+schen Prüfer ist darauf zu achten, daß
-der Zeiger des unbelasteten Krafthebels auf Null und die Luftblase der
-am Gestell angebrachten Wasserwage in der Mitte einspielt. Die Reibung
-des Krafthebels in der Nähe des Nullpunktes ist nur unbedeutend, das
-Einspielen auf Null daher sehr befriedigend.
-
-Die Gesamtreibung im Apparat ist sehr gering. In der Versuchsanstalt
-ist bereits eine ganze Anzahl geprüft worden, der Reibungsfehler war
-selbst im ungünstigsten Falle kleiner als 1% der Gesamtbelastung. Der
-Fehler verschwindet aber noch zum größten Teil, weil sich der Apparat
-während des Versuches niemals in absoluter Ruhe befindet, er ist daher
-für praktische Versuche ohne wesentliche Bedeutung.
-
-Die Vorteile, die der +Schopper+sche Apparat gegenüber anderen
-hat, liegen, abgesehen von der soliden und kräftigen Ausführung, in
-dem Vermeiden von Spiralfedern, in der besseren Ablesung von Bruchlast
-und Bruchdehnung infolge der großen Maßstäbe und in der senkrechten
-Anordnung.
-
-Durch das Vermeiden von Spiralfedern ist eine wiederholte Prüfung des
-Apparates auf die Zuverlässigkeit seiner Angaben nicht erforderlich;
-ist er vor der Benutzung geprüft und dann gut aufgestellt, so hat man
-nur darauf zu achten, daß er nicht durch Stoß oder Schlag beschädigt
-und daß er stets in sauberem Zustande gehalten wird.
-
-Diese Umstände machen den Apparat für praktische Bedürfnisse besonders
-geeignet.
-
- [9] Eine genaue Beschreibung des Apparates und die Ergebnisse seiner
- Prüfung hat +Dalén+ in den Mitt. a. d. techn. Vers. Anst. 1901,
- S. 183 veröffentlicht.
-
- [10] Zur Prüfung von Materialien, die noch größere Kräfte erfordern
- (starke Gewebe, Leder u. s. w.), werden nach denselben
- Grundsätzen noch stärkere Maschinen (bis zu 1000 kg
- Kraftleistung) gebaut.
-
-
-Wendlers Festigkeitsprüfer.[11]
-
-Unter Hinweis auf Fig. 11-12 sei über den Bau und die Wirkungsweise des
-Prüfers folgendes gesagt:
-
-Der +Antrieb+ erfolgt durch ein Handrad _a_, welches bei vielen
-Apparaten auf Wunsch durch Schneckenrad und Schraube _s_ ersetzt
-worden ist. Der Zapfen dieses Rades dreht sich in dem Lager _l_,
-welches mit dem Bett _d_ aus einem Stück hergestellt ist. In diesem
-Zapfen, welcher ausgebohrt ist, wird die Schraube _b_, welche mit dem
-Schlitten _c_ fest verbunden ist und mit deren Hilfe die Fortbewegung
-des Schlittens ermöglicht wird, geführt. Am Handrade befindet sich eine
-Mutter, bestehend aus der Hülse _p_ und zwei Gewindebacken, welche
-durch einen Kurvenschub geöffnet beziehungsweise geschlossen werden
-können, je nachdem die Bewegung des Schlittens direkt mit der Hand oder
-mit Hilfe des Handrades bewirkt werden soll.
-
-Bei einer Rechtsdrehung der Hülse wird die Verbindung geschlossen, d.
-h. das Gewinde der Backen greift in die Vertiefungen der Schraube;
-umgekehrt wird bei einer Linksdrehung die Verbindung geöffnet.
-
-Die +Einspannvorrichtung+ besteht aus 2 Klemmen _k_ und _k__{1}, von
-denen die erstere am Wagen _w_, die letztere am Schlitten _c_ befestigt
-ist. Zwischen den Backen dieser Klemmen wird der zu untersuchende
-Papierstreifen eingespannt. Die Backen sind senkrecht zur Zugachse
-wellenförmig ausgearbeitet, um ein Rutschen des Streifens in den
-Klemmen zu verhindern. Die Backen selbst werden durch Schrauben _s__{1}
-und _s__{2} zusammengepreßt.[12]
-
-[Illustration: Fig. 11.
-
-Wendlers Festigkeitsprüfer.]
-
-Die +Kraftmessung+ geschieht mittels Schraubenfedern, deren der Apparat
-zwei von 9 und 20 kg Höchstkraftleistung besitzt. Die Feder wird an
-einem Ende durch die Hülse _i_ gehalten, welche mit dem Bett _d_ fest
-verbunden ist, am anderen durch den Wagen _w_. Die Zahnstange _f_ ist
-mit dem Wagen _w_ verbunden und wird durch die Hülse _i_ geführt. Mit
-dem Bett durch Schrauben verbunden sind die Sperrklinken _g_, welche in
-die Zähne der Zahnstange greifen und, sobald das Papier gerissen, die
-Feder am Zurückschnellen hindern.
-
-Der Wagen schiebt mit Hilfe des Hebels _h_ den Schleppzeiger _z_ vor
-sich her über den Kraftmaßstab _r_. Der Schleppzeiger besitzt eine
-Nullmarke, unter welcher man nach dem Zerreißen des Papiers auf dem
-Maßstab die Bruchbelastung in Kilogramm abliest.
-
-Die +Dehnung+ wird bestimmt durch die gegenseitige Verschiebung des
-Schleppzeigers, auf welchem der Dehnungsmaßstab _O_, geteilt nach den
-Prozenten einer normalen Streifenlänge von 180 mm, angebracht ist,
-und der Nullmarke des Schlittens. Man liest nach dem Zerreißen des zu
-untersuchenden Streifens die Dehnung direkt in Prozenten ab.
-
-[Illustration: Fig. 12.
-
-Wendlers Festigkeitsprüfer.]
-
-Um ein Papier mit diesem Apparate zu prüfen, hebt man zunächst die
-Sperrklinken auf, versetzt die Feder in Schwingungen und schiebt dann
-den Schleppzeiger behutsam an den Hebel heran; man sieht nun zu, ob die
-Nullmarke des Zeigers mit der des Maßstabes übereinstimmt; ist dies
-nicht der Fall, so verschiebt man letzteren so lange, bis die Marken
-sich decken. Man stellt jetzt die Feder vermittelst der Schraube _t_
-fest und verschiebt den Schlitten _c_, bis die beiden Nullmarken des
-Dehnungsmaßstabes und des Schlittens übereinstimmen. Jetzt nimmt man
-einen Streifen von dem zu untersuchenden Papier in den früher für die
-Normalstreifen angegebenen Größenverhältnissen, klemmt denselben ein,
-löst die Schraube _t_, legt die Sperrklinken ein und kann jetzt mit der
-Untersuchung beginnen, indem man das Rad in möglichst gleichmäßige und
-langsame Umdrehungen versetzt.
-
-Nach dem Zerreißen des Streifens liest man Belastung sowie Dehnung ab,
-entlastet dann die Feder, indem man den Wagen mit der Hand festhält,
-die Sperrklinken auslöst und nun den Wagen mit der Feder langsam
-zurückgleiten läßt.
-
-Um eine andere Feder einzusetzen, nimmt man den Wagen, drückt die Feder
-etwas zusammen, dreht sie um 90° und zieht den Wagen mit der Zahnstange
-heraus.
-
-In der Versuchsanstalt werden vier dieser +Wendler+schen Apparate
-elektrisch angetrieben; auf diese Weise wird ein sehr gleichmäßiger
-Gang erzielt.
-
-Die von +Martens+ entworfene Ausrückvorrichtung[13] setzt die Apparate
-im Augenblick des Streifenbruches außer Tätigkeit.
-
-Fig. 12 zeigt den Apparat nach dem Bruch eines Streifens.
-
- [11] Bezugsquelle +H. Bollmann+, Berlin S, Hasenhaide 63.
-
- [12] Bei den Apparaten der Versuchsanstalt sind die Schraubenklemmen
- durch die besser wirkenden Exzenterklemmen mit ebenen Backen
- ersetzt worden (vergl. Fig. 7). Die jetzt in den Handel
- kommenden +Wendler+schen Prüfer werden auf Wunsch ebenfalls mit
- diesen Klemmen versehen.
-
- [13] Beschrieben und abgebildet im Sonderheft III der Mitt. a. d. t.
- Versuchsanstalten 1887.
-
-
-Festigkeitsprüfer nach Hartig-Reusch.
-
-Unter Hinweis auf Fig. 13-14 sei hier das zum Verständnis des Apparates
-Nötige gesagt.
-
-Der zu untersuchende Streifen wird durch die Klemmen _a_ und _b_
-festgelegt, deren wellenförmig eingeschnittene Backen das Herausziehen
-des Streifens während des Versuchs verhindern sollen. Die eine der
-Klemmen _b_ ist mit der Vorrichtung der Kraftübertragung verbunden,
-während die andere sich an einem beweglichen Bock _A_ befindet, der
-an jeder Stelle durch eine Schraube fest mit dem Grundbett verbunden
-werden kann. Der Bock trägt ferner eine mit einer Marke versehene
-Messingscheibe, welche auf einer im Bett eingelegten Meterteilung in
-jeder Stellung die Entfernung der Vorderkanten der beiden Klemmen _a_
-und _b_ voneinander angibt.
-
-Die zweite Klemme _b_ ist durch den Wagen _B_ mit der Schraubenfeder
-_F_, welche zum Zerreißen des Probestreifens dient, verbunden. _F_ muß
-sich also beim Versuch soweit elastisch ausdehnen, als dem Widerstande,
-welchen der Papierstreifen dem Zerreißen entgegensetzt, entspricht.
-Gleichzeitig folgt jedoch der Wagen dem Zuge der Feder um soviel, als
-das Papier sich bis zum Bruche dehnt. Diese beiden Bewegungen, die
-Ausdehnung der Feder und die Verschiebung des Wagens, werden auf den
-Zeichenstift _G_ übertragen, welcher die Versuchslinien auf dem hierfür
-angebrachten Papier verzeichnet.
-
-Die senkrechten Ordinaten entsprechen den Federausdehnungen und
-somit den zum Zerreißen erforderlich gewesenen Zugkräften und die
-wagerechten Ordinaten den diesen Zugkräften entsprechenden Dehnungen
-der Probestreifen.
-
-[Illustration: Fig. 13.
-
-Festigkeitsprüfer nach Hartig-Reusch.]
-
-[Illustration: Fig. 14.
-
-Schematische Darstellung des Hartig-Reuschschen Prüfers.]
-
-Die Tafel (Fig. 14), welche das Papier für die Schaulinien trägt, läßt
-sich wagerecht verschieben, so daß es auf diese Weise möglich ist,
-mehrere Kurven nebeneinander zu zeichnen.
-
-Zu jedem Apparat gehören 3 verschiedene Federn, je eine von 4, 9 und 18
-kg Zugkraft; zu jeder derselben gehört ein Maßstab, welcher bei jeder
-Ausdehnung der Feder die hierfür aufzuwendende Kraft in kg angibt. Man
-halte bei allen Versuchen den Grundsatz fest, die schwächste Feder
-anzuwenden und nicht etwa ein Papier mit der 18 kg Feder zu prüfen,
-welches schon bei einer Belastung von 7 kg zerreißt, denn je stärker
-die Feder ist, um so größer sind die Ablesungsfehler am Maßstab. Es
-kann sogar vorkommen, daß man bei Prüfung +einer+ Papiersorte
-mit Vorteil zwei verschiedene Federn anwendet, wenn zum Zerreißen der
-Querrichtung eine schwächere Feder genügt als für die Maschinenrichtung.
-
-Nachdem so kurz das Wichtigste über den Bau des Apparates
-auseinandergesetzt ist, mag zur Beschreibung der Ausführung des
-Versuchs selbst übergegangen werden.
-
-Der Bock _A_ wird so festgelegt, daß die vorhin erwähnte Marke mit
-dem Teilstrich 0,18 m der Meterteilung zusammenfällt; der Wagen _B_
-wird durch einen Stift _O_ festgehalten. Der Streifen wird so zwischen
-die Klemmen _a_ und _b_ gelegt, daß er keine Durchbiegung zeigt, und
-nun werden die Schrauben mit Hilfe des hierfür gefertigten Schlüssels
-schwach angezogen. Man löst alsdann den Bock _A_ wieder, verschiebt
-ihn ein wenig in der Richtung nach _B_ zu und zieht die Klemmschrauben
-fest an; würde man das stärkere Anziehen bei straff gespanntem Streifen
-vornehmen, so liefe man Gefahr, ihn einzureißen.
-
-Man bringt nunmehr den Zeichenstift _G_ aus seiner Ruhelage, so daß
-er sich gegen das auf der Schreibtafel aufgespannte Papier legt,
-und zieht die Feder an; dadurch wird auf dem Papier die senkrechte
-Nulllinie aufgezeichnet, die für die spätere Auszeichnung der einzelnen
-Schaulinien von Wichtigkeit ist. Eine wagerechte Nulllinie zu zeichnen,
-ist nicht ratsam, da der Stift nicht in allen Stellungen des Wagens
-_B_ sich in gleicher Höhe befindet. Aus diesem Grunde muß man darauf
-achten, daß sich der Streifen bei Beginn eines jeden Versuchs nicht in
-gespanntem Zustand befindet, damit der Zeichenstift erst eine kurze
-Strecke horizontal vorgehen kann, ehe er durch die Spannung der Feder
-nach unten getrieben wird. So befindet sich an jedem einzelnen Diagramm
-die für die Bestimmung nötige horizontale Nulllinie.
-
-Nachdem man den Bock _A_ nun ungefähr auf eine Entfernung von 0,17 m
-festgeschraubt hat, so daß der Streifen schlaff zwischen den Klemmen
-hängt, entfernt man den Stift _O_, legt die Sperrhaken ein, welche
-beim Bruch des Streifens das Zusammenschnellen der Feder verhindern,
-und schließt die Schraubenmutter _E_, welche mit dem Handrad _D_
-verbunden ist. Durch langsames und gleichmäßiges Drehen des Rades, bei
-welchem man jede Unterbrechung und jedes stoßweise Vorgehen sorgfältig
-zu vermeiden hat, wird nunmehr der Apparat in Tätigkeit gesetzt. Je
-langsamer und gleichmäßiger die Versuche ausgeführt werden, um so
-besser werden die einzelnen Resultate untereinander übereinstimmen.
-
-Ist die Spannung der Feder so groß geworden, daß sie gleich dem
-Widerstand ist, welchen der Papierstreifen leistet, so zerreißt der
-letztere, und der Versuch ist als beendigt anzusehen; der Stift wird
-vom Diagramm abgehoben, die Schraubenmutter _E_ geöffnet, der Wagen
-verschoben, bis der Stift _O_ eingesetzt werden kann und dann die Feder
-ausgelöst.
-
-Der Streifen wird darauf unmittelbar an den Klemmen abgerissen und
-der Apparat kann nun zum Zerreißen des zweiten Streifens benutzt
-werden. Erfolgt der Bruch des Streifens nicht mindestens 1 cm von
-der Einspannvorrichtung entfernt, so ist es geraten, den Versuch als
-ungiltig zu betrachten, weil die Vermutung nahe liegt, daß der Streifen
-schief eingespannt war.
-
-[Illustration: Fig. 15.
-
-Versuchsschaubild.]
-
-Sind auf oben angegebene Weise aus der Maschinenrichtung und
-Querrichtung je 5 Streifen zerrissen worden, so wird deren Gewicht,
-jede Richtung für sich, bestimmt, und es kann nunmehr an die
-Auszeichnung und Ausmessung des Schaubildes gegangen werden.
-
-Fig. 15 zeigt 10 Schaulinien, wie sie bei Prüfung eines Konzeptpapiers
-erhalten wurden. Die Querrichtung konnte mit Hilfe der 4 kg Feder
-zerrissen werden, während für die Maschinenrichtung die nächst stärkere
-Feder angewendet werden mußte. Bei der Ausmessung ist zu empfehlen,
-die Anfangs- und Endpunkte _a_ und _e_ durch feine Nadelstiche
-hervorzuheben und dann erst die Anfangspunkte horizontal und die
-Endpunkte vertikal zu projizieren. Die Entfernung vom Schnittpunkt
-dieser beiden Linien bis zum Punkt _a_ gibt die Dehnung des Streifens
-an, die Entfernung desselben Punktes vom Punkte _e_ die Ausdehnung der
-Feder und somit das Maß für die zum Zerreißen des Streifens notwendig
-gewesene Kraft. Beide Längen werden mit den für sie bestimmten
-Maßstäben ausgemessen, wobei es genügt, wenn die Bruchdehnung auf eine
-und die Bruchbelastung auf zwei Dezimalstellen bestimmt wird.
-
-Die Ergebnisse, die der Apparat liefert, sind bei richtiger und
-gewissenhafter Handhabung recht zuverlässig.
-
-Von Wert ist, daß das Schaubild als Versuchsurkunde aufbewahrt und
-jederzeit zur Kontrolle der Prüfung herangezogen werden kann.
-
-Anders liegen die Verhältnisse, wenn man den Apparat vom Standpunkte
-des Praktikers aus beurteilt; für diesen, dem es darauf ankommt,
-möglichst schnell über die Festigkeit eines Papiers Aufschluß zu
-erhalten, ist das Auszeichnen und Ausmessen der Schaulinie eine
-zeitraubende Arbeit; deshalb ist der Apparat für die Praxis weniger
-geeignet als die vorstehend beschriebenen, die direkte Ablesung von
-Bruchbelastung und Bruchdehnung gestatten.
-
-
-Leuners Festigkeitsprüfer.
-
-Der +Hartig-Reusch+sche Apparat wird in der oben beschriebenen
-Ausführung nicht mehr angefertigt.[14] Der Erbauer, Mechaniker
-+Leuner+ in Dresden, hat ihm, unter Beibehaltung des Grundgedankens,
-eine etwas andere Gestalt gegeben (Fig. 16). Der wesentlichste
-Unterschied gegenüber dem alten Apparat liegt in der Änderung der
-Schreibvorrichtung und in dem kräftigeren Ausbau der einzelnen Teile.
-
-[Illustration: Fig. 16.
-
-Leuners Festigkeitsprüfer.]
-
-Die Vorrichtung zum Aufzeichnen der Bruchlast und Dehnung besteht
-aus dem Zeichenstift _C_ und der Zeichenwalze _B_. Letztere ist auf
-die Zugstange des Wagens _A_ drehbar aufgesteckt und durch zwei
-Kegelräder und Stahlbändchen mit dem Gestell derart verbunden, daß
-jede Verschiebung des Wagens _A_ eine Drehung der Zeichenwalze _B_
-herbeiführt.
-
-Zum Antrieb dient ein im Gestell gelagertes Handrad, welches beim
-Drehen unter Vermittelung einer Schraube eine Schraubenfeder spannt.
-Die Federspannung wird durch die Achse der Zeichenwalze _B_ auf den
-Wagen _A_ und somit auf den eingespannten Probestreifen übertragen.
-Der Zeichenstift _C_ wird dabei, der Federspannung entsprechend, in
-der Richtung der Achse der Zeichenwalze verschoben; gleichzeitig folgt
-der Wagen _A_ dem Zuge der Feder um soviel, als der Probestreifen
-sich bis zum Bruche dehnt. Diese Verschiebung des Wagens _A_ hat eine
-Drehung der Zeichenwalze _B_ zur Folge, so daß eine Kurve aufgezeichnet
-wird, deren Ordinate der Festigkeit und deren Abscisse der Dehnung des
-Probestreifens entspricht.
-
-[Illustration: Fig. 17.]
-
-Die Zeichenwalze _B_ ist verstellbar eingerichtet, so daß es möglich
-ist, mehrere Schaulinien nebeneinander zu zeichnen.
-
-Nach dem Bruch des Probestreifens hindern zwei Sperrklinken das
-Zurückschnellen der Feder. Bei geringer Spannung kann die Auslösung
-der Feder mit der Hand geschehen, indem man den Wagen _A_ soweit nach
-rechts zieht, daß die Sperrklinken aufgehoben und nach links umgelegt
-werden können; hierauf läßt man den Wagen nach links gleiten, bis die
-Feder in ihre Ruhelage gekommen ist. Bei größerer Spannung dagegen
-muß die Auslösung mit Hilfe der Schraubenmutter und des Handrades
-vollführt werden. Der Wagen wird mittels der angebrachten Haken mit dem
-Gestell verbunden, dann werden die Sperrklinken nach dem Drehen des
-Handrades nach links gelegt, und die Feder wird durch Rückwärtsdrehen
-des Handrades in ihre Ruhelage gebracht.
-
-Das Ausmessen der gezeichneten Linien geschieht in folgender Weise.
-Auf einer Glasplatte (Fig. 17) befinden sich zwei parallele Linien _d_
-und _e_ und eine hierzu senkrechte _oc_; der Kraftmaßstab ist entlang
-dieser Senkrechten und der Dehnungsmaßstab entlang der unteren Linie
-_e_ angebracht; beide Maßstäbe haben den Nullpunkt gemeinschaftlich bei
-_o_. Man legt die Glasplatte mit der geteilten Seite derart auf die
-Schaulinien, daß sich die Abscisse _AA_{1}_ (Nulllinie) zwischen den
-Linien _de_ befindet. Nunmehr bringt man ein Lineal _F_ an die untere
-Kante dieser Glasplatte, hält das Lineal fest und verschiebt die Platte
-an letzterem soweit, bis die Senkrechte _oc_ die Bruchstelle bei _B_
-schneidet. In dieser Stellung der Glasplatte liest man die Bruchlast
-bei _B_ und die Dehnung am Prozentmaßstab ab. Da alle Schaulinien eine
-gemeinschaftliche Nulllinie haben, so kann man die Glasplatte, indem
-man sie ohne weiteres dem Lineal entlang verschiebt, über jede einzelne
-Schaulinie bringen und die Werte ablesen. (Die Teilungen sind auf der
-unteren, dem Papier zugekehrten Seite der Glasplatte eingraviert, man
-liest deshalb die Werte ohne parallaktischen Fehler ab.)
-
-Jedem Prüfer werden zwei Schraubenfedern von 10 und 20 kg höchster
-Kraftleistung beigegeben.
-
- [14] Er wurde indessen eingehend beschrieben, weil er wohl noch
- an manchen Stellen, namentlich zur Ausführung wissenschaftlicher
- Prüfungen, in Gebrauch ist; ferner hat er geschichtliche
- Bedeutung, denn +Hartig+ und +Hoyer+ haben ihn bei ihren
- grundlegenden Arbeiten über die Einteilung der Papiere nach
- Reißlänge und Dehnung benützt.
-
-
-Berechnung der Reisslänge.
-
-Während die beim Zerreißen von Papier gefundene Bruchdehnung
-unmittelbar zur Beurteilung herangezogen werden kann, ist dies bei
-der Bruchlast ausgeschlossen, da sie mit der Breite und Dicke des
-Probestreifens wechselt. Eine Verteilung der Bruchlast auf den
-Querschnitt würde mit großen Fehlern behaftet sein.
-
-Man hat deshalb, um von dem Einfluß der Breite und Dicke des
-Streifens unabhängig zu werden, nach +Hartigs+ Vorschlag den von
-+Reuleaux+ geschaffenen Begriff der +Reißlänge+ eingeführt.
-Man versteht unter Reißlänge diejenige Länge eines Papierstreifens von
-beliebiger (aber gleichbleibender) Breite und Dicke, bei welcher er,
-an einem Ende aufgehängt gedacht, infolge seines eigenen Gewichtes am
-Aufhängepunkt abreißen würde. Diese Länge kann aus der ermittelten
-Bruchlast abgeleitet werden. Ist z. B. _G_ das Gewicht eines 0,18
-m langen Streifens in g, welcher bei einer Belastung von _K_ kg
-zerreißt, so muß berechnet werden, wie lang der Streifen sein muß,
-um _K_ kg schwer zu sein; d. h. wenn man diese gesuchte Länge mit _x_
-bezeichnet:
-
- 0,18 _x_ 0,18
- ------ = ---- oder _x_ = ------ · _K_.
- _G_ _K_ _G_
-
-Die schließliche Angabe der Reißlänge erfolgt dann meist in m, während
-die Berechnung der kleineren Zahlen wegen in km erfolgt.
-
-Aus dieser +Hartig+schen Formel ist ohne weiteres ersichtlich, daß die
-Breite des Streifens keinen Einfluß auf die Reißlänge ausüben kann;
-bei Verdoppelung der Breite würde z. B. zwar eine Verdoppelung von
-_K_ eintreten, aber auch gleichzeitig eine solche von _G_, so daß das
-Verhältnis wieder dasselbe wäre.
-
-Die +Hoyer+sche Formel zur Berechnung der Reißlänge lautet:
-
- R = (_p_ / _g b_) 1000 m.
-
-(_R_ = Reißlänge in Metern, _p_ = Bruchlast in Grammen, _b_ = Breite
-des zerrissenen Streifens in Millimetern, _g_ = Gewicht eines
-Quadratmeters des untersuchten Papiers). Diese Formel zu benützen, wird
-sich besonders in Fabriken empfehlen, da hier das Quadratmetergewicht
-bekannt ist; man kann dann das Auswiegen der Streifen sparen.
-
-Der weiteren Besprechung über die Berechnung der Reißlänge mögen die
-bei Prüfung eines Normalpapiers 3a ermittelten Werte zu Grunde gelegt
-werden.
-
-+Versuchs-Ergebnisse.+
-
- ===================================================================
- Maschinenrichtung
- ---------+---------------------------------------------------------
- | | | Gewicht der
- | | | fünf Streifen
- | | +-------------+-----------
- Streifen | Bruchbelastung | Bruchdehnung | lufttrocken | bei 100° C
- aus dem | | | | getrocknet
- Bogen | | | |
- | | | |
- Nr. | kg | % | g | g
- =========+================+==============+=============+===========
- 1 | 7,46 | 2,4 | |
- 2 | 6,84 | 2,3 | |
- 3 | 7,38 | 2,4 | |
- 4 | 6,49 | 2,4 | |
- 5 | 6,31 | 2,5 | |
- ---------+----------------+--------------+-------------+-----------
- Summe | 34,48 | 12,0 | 1,220 | 1,128
- ---------+----------------+--------------+-------------+-----------
- Mittel | 6,90 | 2,4 | | 0,226
-
- ===================================================================
- Querrichtung
- ---------+----------------+--------------+-------------------------
- | | | Gewicht der
- | | | fünf Streifen
- | | +-------------+-----------
- Streifen | Bruchbelastung | Bruchdehnung | lufttrocken | bei 100° C
- aus dem | | | | getrocknet
- Bogen | | | |
- | | | |
- Nr. | kg | % | g | g
- =========+================+==============+=============+===========
- 1 | 3,85 | 5,4 | |
- 2 | 3,80 | 5,3 | |
- 3 | 4,04 | 4,5 | |
- 4 | 4,20 | 5,0 | |
- 5 | 3,97 | 5,1 | |
- ---------+----------------+--------------+-------------+-----------
- Summe | 19,86 | 25,3 | 1,233 | 1,140
- ---------+----------------+--------------+-------------+-----------
- Mittel | 3,97 | 5,1 | | 0,228
-
-Aus dem Unterschied in dem Gewicht der Streifen bei Zimmerwärme und bei
-100° C. getrocknet ergibt sich zunächst für das Papier ein mittlerer
-Feuchtigkeitsgehalt von 7,5%.
-
-Nach der oben angeführten Formel für die Reißlänge ergibt sich ferner
-für die Maschinenrichtung eine Reißlänge von rund 5,5 km = 5500 m, für
-die Querrichtung eine solche von 3,15 km = 3150 m, im Mittel also 4325
-m.
-
-Als mittlere Bruchdehnung ergibt sich ohne weiteres 3,8%.
-
-Auf Grund dieser Mittelwerte[15] würde die Einreihung des Papiers in
-eine der sechs Festigkeitsklassen erfolgen.
-
-Den Bruch: Länge durch Gewicht des Streifens, mit welchem man, wie oben
-gezeigt, die durch den Versuch gefundene Bruchbelastung multiplizieren
-muß, um die Reißlänge zu erhalten, nennt man die +Feinheitsnummer+
-des Papiers. Da sich diese bei gleicher Länge der Probestreifen für
-unsere gewöhnlichen Schreib- und Druckpapiere innerhalb gewisser
-Grenzen bewegt, so ist eine Tabelle aufgestellt worden, welche bei
-einer Streifenlänge von 0,18 m für die am meisten vorkommenden Gewichte
-(0,100 bis 0,419 g) die direkte Ablesung der Feinheitsnummer gestattet.
-
-Mit Hilfe der Tabelle vereinfacht sich die Berechnung der Reißlänge
-bedeutend, indem man nur die unter dem Werte für das mittlere
-Trockengewicht der geprüften fünf Streifen stehende Zahl mit der
-mittleren Bruchbelastung in kg und mit 1000 zu multiplizieren hat, um
-die Reißlänge in Metern zu erhalten.
-
-Auf die Berechnung des Arbeitsmoduls, der den Begriff der Reißlänge
-und Dehnung in sich vereinigt, indem er den Arbeitsaufwand und zwar
-in Meterkilogramm darstellt, bezogen auf einen Streifen von 1 m Länge
-und 1 g Gewicht, soll nicht eingegangen werden, da von der Einreihung
-des Arbeitsmoduls in die für die Normalpapiere aufgestellten Tabellen
-Abstand genommen ist.[16] Wer sich eingehender hierüber unterrichten
-will, findet nähere Angaben in der Originalarbeit von Prof. +Hartig+ in
-Dresden (Papier-Zeitung 1881).
-
- [15] Die von verschiedenen Seiten aufgestellte Forderung, für die
- Einteilung der Papiere nicht nur die Mittelwerte vorzuschreiben,
- sondern auch für das Verhältnis der Querfestigkeit zur
- Längsfestigkeit Bestimmungen zu treffen, wird man auf die Dauer
- nicht von der Hand weisen können.
-
- [16] Vergl. a. +Hoyer+, Entstehung und Bedeutung der Papiernormalien.
- 1888. S. 13.
-
-
-Rehses Papierprüfer.[17]
-
-Dieser Papierprüfer unterscheidet sich von den bisher besprochenen
-zunächst dadurch, daß beim Prüfen nicht +Streifen+, sondern
-+Blättchen+ von Papier zur Verwendung kommen. Die Kraft wird bei diesem
-Apparat durch eine Feder ausgeübt, welche auf einen Stempel drückt, der
-das fest gespannte Papier durchlochen soll (Fig. 18).
-
-In einer Hülse _a_, auf welcher eine Millimeterteilung angebracht ist,
-befindet sich eine Feder _b_, welche auf der einen Seite auf eine
-Scheibe _c_ drückt, an welcher ein kleiner Stempel _d_ befestigt ist.
-
-Von der anderen Seite der Scheibe _c_ geht ein Stift _e_ durch das
-Innere der Feder _b_ und berührt mit seinem Ende den Stift _f_,
-welcher ebenfalls eine Millimeterteilung trägt und in einer Führung
-_g_, an welcher ein Nonius angebracht ist, verschoben werden kann.
-Diese Führung _g_, die als Fortsetzung eine Schraubenspindel _h_
-besitzt, welche in die an der Hülse _a_ befestigte Schraubenmutter _i_
-hineingeschraubt werden kann, ist an einer Hülse _k_ angebracht; diese
-Hülse _k_, deren Umfang in 100 Teile geteilt ist, gleitet über Hülse
-_a_ weg.
-
-[Illustration: Fig. 18.
-
-Rehses Papierprüfer.]
-
-Der Handgriff _l_ an der Scheibe _c_, welcher in einen Schlitz
-vorgeschoben werden kann, dient dazu, den Stempel _d_ während des
-Einspannens niederzudrücken. Das Einspannen des Papiers erfolgt bei
-_n_, indem der Deckel _o_, welchen Fig. 18 auch im Durchschnitt
-darstellt, durch die Schraube _p_ gegen das Ende der Hülse _a_ gedrückt
-wird, und zwar paßt eine Erhöhung des Deckels _o_ in eine Vertiefung
-der Hülsenwand, so daß das Papier ganz gleichmäßig eingespannt wird.
-Die Prüfung geschieht in folgender Weise.
-
-Nachdem das Papier, welches man am besten in Blättchen von 3 qcm
-schneidet, bei _n_ eingespannt ist und beide Millimeterteilungen auf
-Null eingestellt sind, wird durch Hülse _k_ die Schraubenspindel _h_
-vorwärts geschraubt, wodurch auf die Feder _b_ ein Druck ausgeübt
-wird. Um diesen Druck gleichmäßig auf die Feder _b_ zu verteilen, ist
-zwischen der Feder und der Schraubenspindel ein loses dünnes Scheibchen
-_q_ angebracht, welches im Mittelpunkt durchlocht ist und welchem der
-Stift _e_ als Führung dient. Der Druck der Feder überträgt sich nun auf
-die mit dem Stempel _d_ versehene Scheibe _c_, und der Stempel dehnt
-das Papier, bis die Federspannung der Kraft, welche zum Durchlochen
-des Papiers erforderlich ist, entspricht. Der Stift _f_ wird von der
-Führung _g_ mitgenommen; er ist an der Drehung in der Hülse durch
-die Nute und Feder _r_ verhindert und gibt, da er mit _e_ in steter
-Berührung bleibt, in seiner Verschiebung gegen _g_ die Bruchbelastung
-an, während die Ablesung an der Hülse _a_ die Summe von Bruchbelastung
-und Dehnung anzeigt.
-
-Zieht man also von der an der Hülse _a_ abgelesenen Größe die an
-dem Stift _g_ abgelesene ab, so ergibt sich eine Größe, welche der
-Durchbiegung des Papiers entspricht.
-
-Im Papierlager zur schnellen Vergleichung verschiedener Papiersorten
-kann dieser kleine Apparat vielleicht oft mit Vorteil verwendet werden.
-Zur Ermittelung von Reißlänge und Dehnung ist er nicht geeignet.
-
- [17] A. +Martens+ gibt im Ergänzungsheft III der „Mitteilungen
- aus den technischen Versuchsanstalten 1887“ eine
- ausführliche Beschreibung des Apparates unter Mitteilung von
- Versuchsergebnissen.
-
-
-Tabelle zur Bestimmung der Feinheitsnummer.
-
-Die +stark+gedruckten Zahlen beziehen sich auf das Gewicht eines
-Streifens von 0,18 m Länge, die darunter stehenden +schwach+gedruckten
-geben die zugehörigen Feinheitsnummern an.
-
- =======+=======+=======+=======+=======+=======+=======+=======
- =0,100=|=0,140=|=0,180=|=0,220=|=0,260=|=0,300=|=0,340=|=0,380=
- 1,800 | 1,286 | 1,000 | 0,818 | 0,692 | 0,600 | 0,529 | 0,474
- | | | | | | |
- =0,101=|=0,141=|=0,181=|=0,221=|=0,261=|=0,301=|=0,341=|=0,381=
- 1,782 | 1,277 | 0,994 | 0,814 | 0,690 | 0,598 | 0,528 | 0,472
- | | | | | | |
- =0,102=|=0,142=|=0,182=|=0,222=|=0,262=|=0,302=|=0,342=|=0,382=
- 1,765 | 1,268 | 0,989 | 0,811 | 0,687 | 0,596 | 0,526 | 0,471
- | | | | | | |
- =0,103=|=0,143=|=0,183=|=0,223=|=0,263=|=0,303=|=0,343=|=0,383=
- 1,748 | 1,259 | 0,984 | 0,807 | 0,684 | 0,594 | 0,525 | 0,470
- | | | | | | |
- =0,104=|=0,144=|=0,184=|=0,224=|=0,264=|=0,304=|=0,344=|=0,384=
- 1,731 | 1,250 | 0,978 | 0,804 | 0,682 | 0,592 | 0,523 | 0,469
- | | | | | | |
- =0,105=|=0,145=|=0,185=|=0,225=|=0,265=|=0,305=|=0,345=|=0,385=
- 1,714 | 1,241 | 0,973 | 0,800 | 0,679 | 0,590 | 0,522 | 0,468
- | | | | | | |
- =0,106=|=0,146=|=0,186=|=0,226=|=0,266=|=0,306=|=0,346=|=0,386=
- 1,698 | 1,233 | 0,968 | 0,796 | 0,677 | 0,588 | 0,520 | 0,466
- | | | | | | |
- =0,107=|=0,147=|=0,187=|=0,227=|=0,267=|=0,307=|=0,347=|=0,387=
- 1,682 | 1,224 | 0,963 | 0,793 | 0,674 | 0,586 | 0,519 | 0,465
- | | | | | | |
- =0,108=|=0,148=|=0,188=|=0,228=|=0,268=|=0,308=|=0,348=|=0,388=
- 1,667 | 1,216 | 0,957 | 0,789 | 0,672 | 0,584 | 0,517 | 0,464
- | | | | | | |
- =0,109=|=0,149=|=0,189=|=0,229=|=0,269=|=0,309=|=0,349=|=0,389=
- 1,651 | 1,208 | 0,952 | 0,786 | 0,669 | 0,583 | 0,516 | 0,463
- | | | | | | |
- =0,110=|=0,150=|=0,190=|=0,230=|=0,270=|=0,310=|=0,350=|=0,390=
- 1,636 | 1,200 | 0,947 | 0,783 | 0,667 | 0,581 | 0,514 | 0,462
- | | | | | | |
- =0,111=|=0,151=|=0,191=|=0,231=|=0,271=|=0,311=|=0,351=|=0,391=
- 1,622 | 1,192 | 0,942 | 0,779 | 0,664 | 0,579 | 0,513 | 0,460
- | | | | | | |
- =0,112=|=0,152=|=0,192=|=0,232=|=0,272=|=0,312=|=0,352=|=0,392=
- 1,607 | 1,184 | 0,937 | 0,776 | 0,662 | 0,577 | 0,511 | 0,459
- | | | | | | |
- =0,113=|=0,153=|=0,193=|=0,233=|=0,273=|=0,313=|=0,353=|=0,393=
- 1,593 | 1,176 | 0,933 | 0,773 | 0,659 | 0,575 | 0,510 | 0,458
- | | | | | | |
- =0,114=|=0,154=|=0,194=|=0,234=|=0,274=|=0,314=|=0,354=|=0,394=
- 1,579 | 1,169 | 0,928 | 0,769 | 0,657 | 0,573 | 0,508 | 0,457
- | | | | | | |
- =0,115=|=0,155=|=0,195=|=0,235=|=0,275=|=0,315=|=0,355=|=0,395=
- 1,565 | 1,161 | 0,923 | 0,766 | 0,655 | 0,571 | 0,507 | 0,456
- | | | | | | |
- =0,116=|=0,156=|=0,196=|=0,236=|=0,276=|=0,316=|=0,356=|=0,396=
- 1,552 | 1,154 | 0,918 | 0,763 | 0,652 | 0,570 | 0,506 | 0,455
- | | | | | | |
- =0,117=|=0,157=|=0,197=|=0,237=|=0,277=|=0,317=|=0,357=|=0,397=
- 1,538 | 1,146 | 0,914 | 0,759 | 0,650 | 0,568 | 0,504 | 0,453
- | | | | | | |
- =0,118=|=0,158=|=0,198=|=0,238=|=0,278=|=0,318=|=0,358=|=0,398=
- 1,525 | 1,139 | 0,909 | 0,756 | 0,647 | 0,566 | 0,503 | 0,452
- | | | | | | |
- =0,119=|=0,159=|=0,199=|=0,239=|=0,279=|=0,319=|=0,359=|=0,399=
- 1,513 | 1,132 | 0,905 | 0,753 | 0,645 | 0,564 | 0,501 | 0,451
- | | | | | | |
- =0,120=|=0,160=|=0,200=|=0,240=|=0,280=|=0,320=|=0,360=|=0,400=
- 1,500 | 1,125 | 0,900 | 0,750 | 0,643 | 0,563 | 0,500 | 0,450
- | | | | | | |
- =0,121=|=0,161=|=0,201=|=0,241=|=0,281=|=0,321=|=0,361=|=0,401=
- 1,488 | 1,118 | 0,896 | 0,747 | 0,641 | 0,561 | 0,499 | 0,449
- | | | | | | |
- =0,122=|=0,162=|=0,202=|=0,242=|=0,282=|=0,322=|=0,362=|=0,402=
- 1,475 | 1,111 | 0,891 | 0,744 | 0,638 | 0,559 | 0,497 | 0,448
- | | | | | | |
- =0,123=|=0,163=|=0,203=|=0,243=|=0,283=|=0,323=|=0,363=|=0,403=
- 1,463 | 1,104 | 0,887 | 0,741 | 0,636 | 0,557 | 0,496 | 0,447
- | | | | | | |
- =0,124=|=0,164=|=0,204=|=0,244=|=0,284=|=0,324=|=0,364=|=0,404=
- 1,452 | 1,098 | 0,882 | 0,738 | 0,634 | 0,556 | 0,495 | 0,446
- | | | | | | |
- =0,125=|=0,165=|=0,205=|=0,245=|=0,285=|=0,325=|=0,365=|=0,405=
- 1,440 | 1,091 | 0,878 | 0,735 | 0,632 | 0,554 | 0,493 | 0,444
- | | | | | | |
- =0,126=|=0,166=|=0,206=|=0,246=|=0,286=|=0,326=|=0,366=|=0,406=
- 1,429 | 1,084 | 0,874 | 0,732 | 0,629 | 0,552 | 0,492 | 0,443
- | | | | | | |
- =0,127=|=0,167=|=0,207=|=0,247=|=0,287=|=0,327=|=0,367=|=0,407=
- 1,417 | 1,078 | 0,870 | 0,729 | 0,627 | 0,550 | 0,490 | 0,442
- | | | | | | |
- =0,128=|=0,168=|=0,208=|=0,248=|=0,288=|=0,328=|=0,368=|=0,408=
- 1,406 | 1,071 | 0,865 | 0,726 | 0,625 | 0,549 | 0,489 | 0,441
- | | | | | | |
- =0,129=|=0,169=|=0,209=|=0,249=|=0,289=|=0,329=|=0,369=|=0,409=
- 1,395 | 1,065 | 0,861 | 0,723 | 0,623 | 0,547 | 0,488 | 0,440
- | | | | | | |
- =0,130=|=0,170=|=0,210=|=0,250=|=0,290=|=0,330=|=0,370=|=0,410=
- 1,385 | 1,059 | 0,857 | 0,720 | 0,621 | 0,545 | 0,486 | 0,439
- | | | | | | |
- =0,131=|=0,171=|=0,211=|=0,251=|=0,291=|=0,331=|=0,371=|=0,411=
- 1,374 | 1,053 | 0,853 | 0,717 | 0,619 | 0,544 | 0,485 | 0,438
- | | | | | | |
- =0,132=|=0,172=|=0,212=|=0,252=|=0,292=|=0,332=|=0,372=|=0,412=
- 1,364 | 1,047 | 0,849 | 0,714 | 0,616 | 0,542 | 0,484 | 0,437
- | | | | | | |
- =0,133=|=0,173=|=0,213=|=0,253=|=0,293=|=0,333=|=0,373=|=0,413=
- 1,353 | 1,040 | 0,845 | 0,711 | 0,614 | 0,541 | 0,483 | 0,436
- | | | | | | |
- =0,134=|=0,174=|=0,214=|=0,254=|=0,294=|=0,334=|=0,374=|=0,414=
- 1,343 | 1,034 | 0,841 | 0,709 | 0,612 | 0,539 | 0,481 | 0,435
- | | | | | | |
- =0,135=|=0,175=|=0,215=|=0,255=|=0,295=|=0,335=|=0,375=|=0,415=
- 1,333 | 1,029 | 0,837 | 0,766 | 0,610 | 0,537 | 0,480 | 0,434
- | | | | | | |
- =0,136=|=0,176=|=0,216=|=0,256=|=0,296=|=0,336=|=0,376=|=0,416=
- 1,324 | 1,023 | 0,833 | 0,703 | 0,608 | 0,536 | 0,479 | 0,433
- | | | | | | |
- =0,137=|=0,177=|=0,217=|=0,257=|=0,297=|=0,337=|=0,377=|=0,417=
- 1,314 | 1,017 | 0,829 | 0,700 | 0,606 | 0,534 | 0,477 | 0,432
- | | | | | | |
- =0,138=|=0,178=|=0,218=|=0,258=|=0,298=|=0,338=|=0,378=|=0,418=
- 1,304 | 1,011 | 0,826 | 0,698 | 0,604 | 0,533 | 0,476 | 0,431
- | | | | | | |
- =0,139=|=0,179=|=0,219=|=0,259=|=0,299=|=0,339=|=0,379=|=0,419=
- 1,295 | 1,006 | 0,822 | 0,695 | 0,602 | 0,531 | 0,475 | 0,430
-
-
-Widerstand gegen Zerknittern.
-
-Reißlänge und Dehnung geben uns bis zu einem gewissen Grade einen
-Anhalt zur Beurteilung der Festigkeitseigenschaften eines Papiers;
-sie reichen aber nicht aus zur Gewinnung eines abschließenden Bildes
-über das voraussichtliche Verhalten des Papiers gegenüber mechanischen
-Einwirkungen, denen es während seiner Verwendung ausgesetzt ist.
-Hierbei werden noch andere Eigenschaften des Papierblattes in Anspruch
-genommen, für welche Reißlänge und Dehnung nicht immer einen Maßstab
-abgeben, nämlich der Widerstand, den das Blatt dem Biegen, Falzen,
-Zusammendrücken, Knittern, Abnützen und ähnlichen Einwirkungen
-entgegensetzt; dieser Widerstand spielt bei der praktischen Verwendung
-des Papiers vielfach eine große Rolle.
-
-Nun verläuft der Knitterwiderstand im großen und ganzen parallel mit
-den durch Reißlänge und Dehnung zum Ausdruck gebrachten Eigenschaften,
-d. h. bei hohen Werten für Reißlänge und Dehnung zeigt das Papier meist
-auch einen hohen Widerstandsgrad gegen Reiben und Knittern.
-
-Dies trifft aber nicht immer zu; es gibt auch Papiere, die bei
-hohen Werten für Reißlänge und Dehnung mechanischen Einwirkungen
-obengenannter Art nur wenig Widerstand entgegensetzen und daher
-für die praktische Verwendbarkeit, namentlich zu viel gebrauchten
-Schriftstücken, Karten, Druckwerken u. s. w. nicht geeignet sind.
-Dieser Umstand gab Veranlassung zur Einführung des Knitterversuches in
-die amtliche Papierprüfung.
-
-In der Praxis wurde dieser Versuch lange ausgeführt, bevor es eine
-amtliche Papierprüfung gab, wohl der beste Beweis dafür, daß ein
-Bedürfnis hierfür vorlag; man hat ihn in Fachkreisen sehr treffend als
-„Waschversuch“ bezeichnet, weil das Papier bei der Versuchsausführung,
-natürlich im trockenen Zustand, ähnlich behandelt wird wie die Wäsche
-beim Waschen mit der Hand. Der Versuch ist demnach subjektiv, von der
-Person des Prüfenden abhängig; verschiedene Bemühungen, mechanisch
-wirkende Vorrichtungen zu schaffen, die das Papier in gleicher Weise
-beanspruchen, sind gescheitert, und man dürfte ihnen auch wohl für die
-Zukunft Aussicht auf Erfolg absprechen müssen.
-
-Daß einem solchen Handversuch Mängel anhaften, muß ohne weiteres
-zugegeben werden. Diese Mängel muß man aber mit in den Kauf nehmen,
-bis man an Stelle der Knitterung ein anderes Prüfungsverfahren setzen
-kann, das in gleicher Weise Aufschluß über die Verwendbarkeit von
-Papier in oben angeführter Richtung gibt. Denn darüber ist man sich
-wohl heute allgemein einig, daß man auf Grund der Reißlänge und Dehnung
-allein kein abgegrenztes Urteil über die Festigkeitseigenschaften eines
-Papiers abgeben kann. Ist ein zuverlässiges mechanisches Verfahren zum
-Ersatz der Handknitterung gefunden, so wird wohl niemand zögern, es an
-Stelle der letzteren, welche immer nur als Notbehelf anzusehen ist, zu
-setzen. Bis dahin dürfte es aber im Interesse der Fachkreise liegen,
-sich mit dem Handverfahren so viel wie möglich vertraut zu machen, um
-auch ein eigenes Urteil abgeben zu können. Daß in dieser Beziehung
-vieles besser sein könnte, soll nicht unerwähnt bleiben.
-
-Die Ausführung des Versuches geschieht in folgender Weise.
-
-Ein Stück des zu prüfenden Papiers, etwa 21 × 21 cm groß, wird zunächst
-fest zusammengeballt, dann wieder aufgewickelt, wieder zusammengedrückt
-und so weiter behandelt, bis der Bogen seine Steifheit verloren hat und
-durch das wiederholte Zusammendrücken weich und lappig geworden ist.
-
-Das so vorbehandelte Blatt wird dann an zwei gegenüberliegenden Seiten
-gefaßt und zwischen den Handballen in der Richtung senkrecht zu den
-Seiten hin- und hergerieben. Dann faßt man es an den beiden anderen
-Seiten und reibt in gleicher Weise.
-
-So stets die Richtungen wechselnd fährt man fort, bis das Blatt
-durchgerieben ist. Man gewöhne sich von vornherein daran, beim Reiben
-in jeder Richtung stets die gleiche Anzahl von Hin- und Herreibungen
-auszuführen, da man auf diese Weise bis zu einem gewissen Grade einen
-zahlenmäßigen Anhalt zur Beurteilung erhält. Man zählt hierbei nicht
-die einzelnen Hin- und Herreibungen bis zum Bruch, sondern wie oft
-man in den beiden Richtungen zusammen die Reibungsreihe, die sich der
-Beobachter angeeignet hat, wiederholen kann, ehe das Blatt zu Bruch
-geht.
-
-Ob die Reibungsreihe aus beispielsweise fünf, oder weniger oder mehr
-Hin- und Herreibungen besteht, ist Sache eines jeden Prüfenden und
-wird mehr oder weniger von Zufälligkeiten abhängen. Hat man sich aber
-an eine bestimmte Anzahl gewöhnt, und dahin strebe man wie gesagt von
-vornherein, dann behalte man sie auch stets bei.
-
-Papiere von sehr geringer Festigkeit, wie z. B. viele Sorten
-Zeitungsdruck, zeigen schon nach der geschilderten Vorbehandlung
-Bruchstellen in Gestalt mehr oder weniger großer Löcher. Die Bindung
-der Fasern untereinander ist so schwach, daß sie schon durch das bloße
-Zusammenballen ihren Zusammenhang teilweise verlieren; mit solchem
-Material kann man den eigentlichen Reibversuch kaum ausführen, da das
-Blatt schon zu Anfang sofort durchgerieben wird.
-
-Für solche Erzeugnisse kommt der niedrigste Grad der Beurteilung
-„außerordentlich gering“ in Anwendung.
-
-Von den Papieren nun, die schon beim Zusammenballen ihren Zusammenhang
-verlieren, herauf bis zu den festesten und zähesten Sorten,
-welche erst nach einer großen Anzahl von Hin- und Herreibungen
-durchgerieben werden, sind verschiedene Abstufungen hinsichtlich
-der Widerstandsfähigkeit gegen das Reiben vorhanden. Um diese zu
-kennzeichnen, sind die folgenden Beurteilungsgrade eingeführt worden:
-
- außerordentlich gering
- sehr gering
- gering
- mittelmäßig
- ziemlich groß
- groß
- sehr groß
- außerordentlich groß.
-
-Dem Laien wird es zunächst unwahrscheinlich erscheinen, daß man Papiere
-durch ein Handverfahren in so weitgehender Weise soll abstufen können;
-eine kurze Zeit eigener Versuche aber wird ihn von der Möglichkeit
-überzeugen.
-
-Die Ausführung des Versuches muß auch hier, wie bei der Bestimmung
-von Reißlänge und Dehnung, bei stets gleicher Luftfeuchtigkeit, also
-zweckmäßig bei 65% erfolgen; bei trockner Luft fällt das Ergebnis der
-Prüfung anders aus als bei feuchter.
-
-Hat das Papier unter anderen Verhältnissen gelagert oder wird es z.
-B. in der Fabrik von der Maschine weg entnommen, so muß man ihm durch
-Auslegen oder Aushängen Zeit lassen, sich dem Feuchtigkeitszustand des
-Versuchsraumes anzupassen.
-
-Um den vorher erwähnten Einfluß der Person des Versuchsausführenden auf
-das Ergebnis nach Möglichkeit abzuschwächen, lasse man den Versuch,
-wenn irgend möglich, von mehreren Personen gleichzeitig ausführen.
-Ergeben sich hierbei Unterschiede, so werden Kontrollversuche
-ausgeführt. Je mehr Versuche ausgeführt werden, ein um so
-zutreffenderes Bild wird man von dem Widerstandsgrad des betreffenden
-Papiers gewinnen.
-
-Ist man bei der Prüfung auf seine Person allein angewiesen, so begnüge
-man sich wenigstens nicht mit einem Versuch, sondern führe deren zwei
-bis drei aus.
-
-Bei dem Hinweis auf die Notwendigkeit der Einführung des
-Knitterversuches wurde erwähnt, daß die Werte für Reißlänge, Dehnung
-und Widerstand gegen Reiben nicht immer parallel verlaufen. Hierfür
-mögen, nachdem nunmehr die Art und Ausführung des Versuches geschildert
-ist, nachstehend einige Beispiele gegeben werden:
-
-+Normalpapiere 3b+:
-
- Mittlere Reißlänge: Mittlere Dehnung: Widerstand gegen Zerknittern:
-
- 3275 m 2,6 % gering
- 3350 „ 2,4 „ gering
- 3475 „ 2,3 „ sehr gering
- 3525 „ 2,2 „ gering
- 3550 „ 3,0 „ gering
- 3575 „ 2,3 „ gering
- 3650 „ 2,4 „ gering
- 3750 „ 2,5 „ gering
- 3975 „ 2,6 „ gering
-
- +Normalpapiere 4a+
-
- 3750 „ 2,6 % sehr gering
- 4200 „ 2,7 „ gering
- 4675 „ 2,7 „ gering
- 4675 „ 2,8 „ sehr gering
-
- +Normalpapiere 4b+:
-
- 3850 „ 2,0 % sehr gering
- 3875 „ 3,3 „ gering
- 4200 „ 2,4 „ gering
- 4875 „ 2,5 „ mittelmäßig
-
- +Normalpapier 8a+:
-
- 3000 „ 2,9 % gering
-
- +Normalpapier 8b+:
-
- 3175 „ 2,5 % sehr gering
-
- +Pergamynpapiere+:
-
- 5925 „ 2,1 % gering
- 6175 „ 2,1 „ gering
- 6200 „ 2,0 „ gering
-
-Dies sind Beispiele dafür, daß es bei der Beurteilung der
-Verwendungsfähigkeit eines Papiers unumgänglich notwendig ist, den
-Widerstand gegen Zerknittern und Reiben mit heranzuziehen.
-
-Es erscheint im Interesse der Fachkreise angebracht, hierauf immer
-wieder hinzuweisen, da die Ansicht, daß bei genügender Reißlänge und
-Dehnung auch der Widerstand gegen Zerknittern genügend sein müsse,
-immer wieder zum Ausdruck gebracht wird.
-
-Es bleibt nun noch die Frage zu erörtern, in welcher Weise man sich
-mit dem Maßstab vertraut macht, der in der Versuchsanstalt bei der
-Beurteilung der Papiere im Knitterwiderstand zur Anwendung gelangt.
-Da ist zunächst zu bemerken, daß man sich, wenn irgend möglich,
-persönlich über die Ausführung der Prüfung unterrichte, da auch die
-weitgehendste Schilderung des Versuches die praktische Vorführung und
-Erklärung nicht ersetzen kann. Die Unterweisung kann gelegentlich eines
-Besuches in der Versuchsanstalt zu jeder Zeit erfolgen und jedem wird
-Gelegenheit gegeben, sich eingehend über die Ausführung des Versuches
-zu unterrichten.
-
-Als Material zur Aneignung des Maßstabes können für diejenigen, die
-häufiger Papiere in der Versuchsanstalt prüfen lassen, diese Papiere
-selbst dienen; es empfiehlt sich, einen genügenden Vorrat von der zur
-Prüfung eingeschickten Sorte zurückzulegen und nach Empfang des Urteils
-eine Reihe von Reibversuchen auszuführen. Durch die zurückgelegten
-Muster, die sich natürlich auf die verschiedenen Widerstandsstufen
-verteilen müssen, ist man dann auch in der Lage, seinen Maßstab von
-Zeit zu Zeit zu prüfen.
-
-Wer nicht auf die geschilderte Weise in den Besitz des erforderlichen
-Prüfungsmaterials gelangt, beschaffe sich Muster verschiedener
-Festigkeit und lasse diese einmal in der Versuchsanstalt auf Widerstand
-gegen Zerknittern prüfen. Ferner sei noch darauf hingewiesen,
-daß die Firma +L. Schopper+-Leipzig Papiere der verschiedenen
-Widerstandsstufen, welche in der Versuchsanstalt geprüft worden sind,
-zum Verkauf hält.
-
-Daß auch der Praktiker bei einiger Übung und einigem Interesse
-für die Sache sehr wohl in der Lage ist, ein Urteil über die
-Widerstandsfähigkeit gegen Reiben und Knittern abzugeben und sich
-wenigstens bis zu einem gewissen Grade versichern kann, ob sein Papier
-Aussicht hat, bei der amtlichen Prüfung durchzukommen, zeigen die
-Erfahrungen der Versuchsanstalt mit den Volontären; letztere kommen
-zumeist in die Anstalt, ohne mit dem erwähnten Prüfungsverfahren
-vertraut zu sein, und doch erlangen sie bald eine ziemliche Sicherheit
-in der Bestimmung des Widerstandsgrades.
-
-Jeder Papiererzeuger und Verbraucher sollte sich auf alle Fälle,
-selbst wenn ein mechanisches Verfahren als Ersatz für die
-Handknitterung gefunden worden ist, mit letzterer vertraut machen
-und vertraut erhalten, da sie ihm ein Mittel an die Hand gibt, an
-jeder Stelle und ohne besondere Hilfsmittel sich ein Bild über die
-Festigkeitseigenschaften eines Papiers zu verschaffen. Daß sich eine
-solche Möglichkeit in vielen Fällen als wertvoll erweisen wird, bedarf
-nicht erst weiterer Begründung.
-
-Wie schon erwähnt, sind alle bisher gemachten Versuche, die
-Beanspruchung, die das Papier bei der Handknitterung erfährt,
-auf mechanischem Wege zu erzielen, gescheitert. Bei der Eigenart
-des Versuches, bei dem subjektives Empfinden eine gewisse Rolle
-spielt, konnte man den Bestrebungen genannter Art einen Erfolg auch
-kaum in Aussicht stellen. Aussichtsvoller erschien der Weg, neue
-Prüfungsverfahren zu suchen, deren Ergebnisse eine ähnliche Abstufung
-der Papiere gestatteten wie die verschiedenen Widerstandsstufen.
-
-In dieser Hinsicht sind drei Vorschläge zu erwähnen, nämlich die von
-+Kirchner+, +Pfuhl+ und +Schopper+.
-
-
-Kirchners Kniffrolle.
-
-+Winkler+ hat in seinem 1887 herausgegebenen „Papierkenner“ zuerst
-den Vorschlag gemacht, gefalzte Papierstreifen zu prüfen und den
-Unterschied festzustellen, den sie in der Festigkeit und Dehnbarkeit
-gegenüber den ungefalzten Streifen zeigen. Dieser Unterschied,
-von +Winkler+ „Falzverlust“ genannt, sollte zur Beurteilung der
-„Biegsamkeit“ des Papiers dienen.
-
-Das Falzen wird von +Winkler+ durch eine besondere Vorrichtung
-bewirkt, indem er die Streifen zwischen zwei aufeinander geschliffene
-Stahlplatten, welche durch ein Scharnier verbunden sind, legt und mit
-einem durch Hebeldruck bewegbaren 100 kg schweren Gewicht belastet.
-
-+Kirchner+ schlug vor,[18] statt des Gewichtes eine Rolle zur Erzeugung
-des Falzes zu benutzen, weil hierdurch nach seiner Ansicht eine
-größere Gleichmäßigkeit bei der Erzeugung der Falze gesichert sei;
-er schlug dann weiter vor, +die Beurteilung des Papiers durch die
-Handknitterung fallen zu lassen und an Stelle dessen die Beurteilung
-auf Grund des Falzverlustes zu setzen+, von der Annahme ausgehend, daß
-bei spröden und brüchigen Papieren der Falzverlust groß, bei festen und
-widerstandsfähigen indessen klein sei; er hat eine Reihe von Papieren
-im gefalzten und ungefalzten Zustande geprüft und den Falzverlust
-ermittelt.
-
-Der +Kirchner+sche Kniffapparat besteht aus einer eisernen Rolle,
-welche auf ihrem äußersten 19 mm breiten Umfange zylindrisch abgedreht
-ist, und aus einer ebenen, wagerecht ausgerichteten, mit erhabenen
-Rändern versehenen eisernen Bahn, in welcher die Rolle hin und her
-bewegt werden kann (Fig. 19).
-
-[Illustration: Fig. 19.
-
-Kirchners Kniffrolle.]
-
-Das Kniffen der Papierstreifen wird in folgender Weise ausgeführt:
-Die Enden der 15 mm breiten Probestreifen werden so aufeinander
-gelegt, daß sich beim Zusammendrücken die zwei Streifenhälften deckend
-aufeinander legen. Dieser leicht zusammengefaltete Streifen wird so in
-die Rinne der Bahn gelegt, daß die Längskanten des Streifens parallel
-zu den Führungsrändern der Rinne verlaufen. Hierauf wird die Rolle von
-den freien Streifenenden her durch leisen seitlichen Druck über den
-Probestreifen geführt und dieser auf diese Weise einmal stark geknifft.
-Der Streifen wird dann aus der Rinne genommen, in dem Falz in der
-entgegengesetzten Richtung umgelegt und zum zweiten Male geknifft.
-Beim zweiten Kniffen läßt man jedoch das Gewicht nicht von den freien
-Streifenenden gegen den Falz rollen, sondern gegen diesen direkt.
-
-Nachdem man auf diese Weise je 5 Streifen aus der Maschinenrichtung und
-Querrichtung geknifft hat, ermittelt man ihre Festigkeit und Dehnung
-in gleicher Weise, wie man zuvor die Festigkeit des betreffenden
-Papiers an ungeknifften Streifen bestimmt hat. Die Einbuße, welche die
-Papiere durch das Falzen in ihrer Festigkeit erleiden, der sogenannte
-„Kniffverlust“ oder „Falzverlust“, wird in Prozenten der ursprünglichen
-Bruchbelastung und Dehnung ausgedrückt.
-
-Nach diesen Vorbemerkungen soll auf die in der Versuchsanstalt zur
-Beurteilung des +Kirchner+schen Vorschlages gemachten Versuche
-eingegangen werden.
-
-Der Prüfung wurden insgesamt 87 Normalpapiere, aus 27 verschiedenen
-Fabriken herrührend, zu Grunde gelegt und zwar zunächst Proben jeder
-Verwendungsklasse von 1-4b, welche die Bedingungen für ihre jeweilige
-Klasse erfüllten; es waren dies
-
- 8 Papiere der Klasse 1 aus 5 verschiedenen Fabriken
- 10 „ „ „ 2a „ 6 „ „
- 10 „ „ „ 2b „ 7 „ „
- 10 „ „ „ 3a „ 5 „ „
- 10 „ „ „ 3b „ 8 „ „
- 10 „ „ „ 4a „ 8 „ „
- 10 „ „ „ 4b „ 8 „ „
-
-Außerdem wurden noch 19 Papiere der Klassen 3a-4b, herrührend aus
-10 verschiedenen Fabriken, zum Vergleich herangezogen, welche im
-Widerstand gegen Zerknittern hinter den für die jeweiligen Klassen
-verlangten Werten um 1-2 Stufen zurückbleiben.
-
-Das Kniffen der Streifen wurde mit einer 7500 g schweren Rolle von 150
-mm Durchmesser in der vorher geschilderten Weise ausgeführt. (Kniffen
-und Gegenkniffen durch je einmaliges Überführen der Rolle.)
-
-Die Länge betrug bei allen Streifen 180 mm, die Breite 15 mm. Sämtliche
-Versuche wurden bei Zimmerwärme und einer Luftfeuchtigkeit von 65%
-ausgeführt.
-
-Die bei der Prüfung erhaltenen Werte[19] zeigten zunächst folgendes:
-
- 1. +Sowohl in der Maschinenrichtung als auch in der
- Querrichtung ist der Dehnungs-Falzverlust größer als der
- Festigkeits-Falzverlust.+
-
- 2. +Der+ =Festigkeits-Falzverlust= +ist in der Maschinenrichtung
- größer als in der Querrichtung.+
-
- 3. +Der+ =Dehnungs-Falzverlust= +ist in den meisten Fällen in der
- Maschinenrichtung größer als in der Querrichtung.+
-
-Die aus der Maschinenrichtung entnommenen Streifen erleiden also
-durch das Falzen eine größere Einbuße in ihrer Festigkeit als die
-Querstreifen; diese Tatsache findet wohl in der Lagerung der Fasern
-ihre Erklärung. Die Anzahl der Fasern, welche mehr oder weniger
-parallel zur Maschinenrichtung liegen, ist größer als die der quer
-hierzu liegenden; demgemäß werden beim Falzen der Streifen aus der
-Maschinenrichtung mehr Fasern geknickt (und hierdurch geschwächt) als
-bei den Querstreifen.
-
-Bildet man unter Zugrundelegung der mittleren Falzverluste Gruppen von
-5 zu 5% und stellt diesen gegenüber die bei den verschiedenen Papieren
-durch Handknitterung ermittelten Widerstandsstufen, so ergibt sich
-nachstehende Übersicht:
-
-I. +Festigkeits-Falzverluste.+
-
- ===========+=====================================================
- | Anzahl der Papiere mit dem Widerstandsgrad:
- Falzverlust+------+-----------+--------+----+----+---------------
- in % | | |ziemlich| |sehr|außerordentlich
- |gering|mittelmäßig| groß |groß|groß| groß
- ===========+======+===========+========+====+====+===============
- 0- 5,9 | -- | -- | -- | -- | 1 | 1
- 6-10,9 | -- | -- | 4 | -- | 2 | 2
- 11-15,9 | -- | 1 | 3 | 1 | 3 | --
- 16-20,9 | -- | 3 | 9 | 5 | 3 | 2
- 21-25,9 | -- | -- | 5 | 5 | 4 | --
- 26-30,9 | 2 | 1 | 3 | 8 | 3 | --
- 31-35,9 | -- | 2 | 2 | -- | 1 | --
- 36-40,9 | -- | 2 | -- | -- | -- | --
- 41-45,9 | 2 | 2 | 1 | -- | -- | --
- 46-50,9 | 1 | -- | 1 | -- | -- | --
-
-II. +Dehnungs-Falzverluste.+
-
- ===========+=====================================================
- | Anzahl der Papiere mit dem Widerstandsgrad:
- Falzverlust+------+-----------+--------+----+----+---------------
- in % | | |ziemlich| |sehr|außerordentlich
- |gering|mittelmäßig| groß |groß|groß| groß
- ===========+======+===========+========+====+====+===============
- 0- 5,9 | -- | -- | -- | -- | -- | --
- 6-10,9 | -- | -- | -- | -- | -- | --
- 11-15,9 | -- | -- | -- | -- | 1 | --
- 16-20,9 | -- | -- | 1 | -- | 3 | 2
- 21-25,9 | -- | -- | 1 | -- | 2 | --
- 26-30,9 | -- | -- | 2 | 1 | 2 | 1
- 31-35,9 | -- | 1 | 1 | 1 | 3 | 1
- 36-40,9 | -- | -- | 2 | 4 | 2 | 1
- 41-45,9 | -- | -- | 4 | 5 | 1 | --
- 46-50,9 | 2 | 1 | 5 | 3 | 2 | --
- 51-55,9 | -- | 2 | 3 | 1 | 2 | --
- 56-60,9 | 1 | -- | 3 | 2 | -- | --
- 61-65,9 | -- | 1 | 4 | 1 | 1 | --
- 66-70,9 | 1 | 5 | -- | -- | -- | --
- 71-75,9 | 1 | 1 | -- | 1 | -- | --
- 76-80,9 | -- | -- | 2 | -- | -- | --
-
-Die Zusammenstellung zeigt, daß zwar im +allgemeinen+ mit wachsendem
-Widerstand gegen Zerknittern der Falzverlust abnimmt, daß aber
-anderseits bei demselben Knittergrad die Falzverluste beträchtlich
-schwanken, und ferner, daß bei annähernd gleichem Falzverlust ganz
-erhebliche Unterschiede im Widerstand gegen Zerknittern vorkommen.
-
-Unterschiede in der Handknitterung von mittelmäßig bis zu
-außerordentlich groß oder von gering bis zu sehr groß kommen im
-vorliegenden Falle durch den Falzverlust nicht zum Ausdruck. Diese
-Unterschiede sind aber so groß, daß sie auch ohne ein ausgebildetes
-Prüfungsverfahren (z. B. schon durch Einreißen, Umbiegen, o. a.)
-erkannt werden können; wenn der Falzverlust für derartig verschiedene
-Papiere nahezu gleiche Werte ergibt, so kann er als Ersatz für die
-Handknitterung nicht in Frage kommen.
-
- [18] Wochenblatt für Papierfabrikation. 1894, Nr. 8-9.
-
- [19] Veröffentlicht in den Mitteilungen a. d. techn. Vers.-Anst. 1899
- S. 269.
-
-
-Pfuhls Knitterer.
-
-Bei dem +Pfuhl+schen Knitterer wird ein Papierstreifen zwischen eine
-Walze und eine gegen diese zu pressende Gummiplatte gebracht, ein Ende
-festgelegt und dann der Streifen über sich selbst unter Andruck der
-Gummiplatte einmal hin und her geführt. Die Wirkungsweise ist aus Fig.
-20 zu ersehen.
-
-Der Papierstreifen _PP__{1} wird bei _a_ festgelegt und dann die Walze
-in der Richtung des Pfeiles gedreht; dadurch wird der Streifen umgelegt
-und ein Teil reibend über den anderen geführt. Durch Einpumpen von
-Luft von unten her wird die Gummiplatte _G_ gegen Papier und Walze
-gepreßt und der an einem Manometer abzulesende Druck so bemessen, daß
-der Streifen durch einmaliges Hin- und Zurückführen zerstört wird.
-Diesen Druck bezeichnet +Pfuhl+ als Reißdruck.[20] Auf Grund seiner
-Versuche hat +Pfuhl+ folgende Beziehungen zwischen den Ergebnissen der
-Handknitterung und dem Reißdruck festgestellt:
-
- ==========+======+======+=======+========+=====+==========+============
- Hand- | sehr |gering|mittel-|ziemlich|groß |sehr groß |außerordent-
- knitterung|gering| | mäßig | groß | | | lich groß
- ==========+======+======+=======+========+=====+==========+============
- Reißdruck | 0-3 | 3-6 | 6-16 | 16-26 |26-48|muß bei |muß bei 50
- in | | | | | |50 cm |cm Druck
- cm Queck- | | | | | |2-3maliges|mehr als
- silber- | | | | | |Knittern |3maliges
- säule. | | | | | |aushalten.|Knittern
- | | | | | | |aushalten.
-
-[Illustration: Fig. 20.
-
-Pfuhls Knitterer.]
-
-Der +Pfuhl+sche Knitterer ist im Technologischen Gewerbemuseum zu Wien
-durch Prof. +Lauboeck+ einer eingehenden Prüfung unterzogen worden,
-die zu dem Ergebnis führte,[21] daß der Apparat, so wie er jetzt
-vorliegt, zur Einführung in die Papierprüfung noch nicht geeignet
-ist. +Pfuhl+ hat den Apparat dann in einigen Punkten geändert.[22]
-Prüfungsergebnisse, mit diesem abgeänderten Knitterer ermittelt, sind
-bisher nicht bekannt geworden.
-
- [20] Eine eingehende Beschreibung des Knitterers findet sich in der
- Papierzeitung 1896, Nr. 66-87 und 1898, Nr. 30, 58 und 59.
-
- [21] Mitteilungen des Technologischen Gewerbemuseums zu Wien 1897,
- S. 1.
-
- [22] Papierzeitung 1898, Nr. 30, 58, 59 und Rigaer Industriezeitung
- 1898, Nr. 21-23.
-
-
-Schoppers Falzer.
-
-Bei dem +Schopper+schen Falzer wird ein Papierstreifen in ein
-geschlitztes, hin und her zu bewegendes Blech gelegt und an beiden
-Enden festgeklemmt; dann ermittelt man die Anzahl Falzungen, die der
-Streifen bei bestimmter Zugspannung bis zum Bruch aushält.
-
-Der Falzer, von dem Fig. 21a Vorderansicht und Fig. 21b Grundriß
-zeigt, hat ein dünnes, zur Aufnahme des Probestreifens mit einem
-Schlitz versehenes Stahlblech (Schieber), das sich zwischen zwei
-Paaren leicht drehbarer Rollen bewegt. Die Rollenpaare sind in den
-Lagerstücken (12) angebracht und werden durch Klemmschrauben in
-bestimmter Entfernung von dem Schieberblech festgehalten; die an den
-Lagerstücken befindlichen Spiralfedern haben nur den Zweck, das genaue
-Einstellen der Rollenpaare zu erleichtern. Senkrecht zu dem Stahlblech
-befinden sich die Einspannklemmen (7), die mit ihren pyramidenförmig
-zugespitzten Verlängerungen in die entsprechend geformten Öffnungen der
-Hülsen (3) hineinragen. In diesen Hülsen befinden sich die zum Spannen
-des Probestreifens dienenden Spiralfedern. Durch Anziehen der Schrauben
-(4) kann die Spannung der Spiralfedern erhöht werden. Die jeweilige
-Spannung wird durch den Stand eines kleinen Stiftes über einer auf der
-Hülse (3) vorhandenen Teilung angegeben.
-
-Die Hülsen (3) sind in den Haltern (2) beweglich und werden, wenn
-die Stifte (5) gehoben sind, mittels der Spiralfedern (6) so weit
-gegeneinander geführt, daß die Einspannlänge richtig wird. Nach dem
-Einspannen des Probestreifens wird durch Herausziehen der Hülsen (3)
-bis zum Einschnappen der Stifte (5) dem Probestreifen eine kleine
-Spannung erteilt und die freie Beweglichkeit der Klemmen bewirkt. Um
-während des Versuches das Heruntersinken der Klemmen zu verhindern,
-werden letztere durch Rollen (8) gestützt.
-
-Die Anzahl der Hin- und Herfalzungen wird vom Zählrad (18) angezeigt.
-Das Zählrad ist durch den Hebel (21) mit dem Drücker (20) verbunden
-und wird beim Reißen des Streifens durch das Zurückprallen der rechten
-Klemme selbsttätig ausgelöst.
-
-Die Nulllage des Schiebers für das Einspannen des Streifens wird beim
-Umlegen des Hebels (22) durch das Einschnappen des Hebelstiftes in ein
-auf dem Antriebrad befindliches Loch gegeben.
-
-[Illustration: Fig. 21a.]
-
-[Illustration: Fig. 21b.
-
-Vorderansicht und Grundriß des Schopperschen Falzers.]
-
-Die Versuche werden in folgender Weise ausgeführt:
-
- 1. Der Fanghebel (22) wird zurückgeschlagen und das Antriebrad
- gedreht, bis der Stift einschnappt.
-
- 2. Die Fangstifte (5) werden gehoben, wodurch die Klemmen die für
- das Einspannen bestimmte Lage einnehmen.
-
- 3. Der Probestreifen wird in den Schlitz und in die
- Klemmenöffnungen gelegt, die Klemmschrauben werden fest angezogen.
-
- 4. Die Hülsen (3) werden so weit nach außen gezogen, bis die Stifte
- (5) einschnappen.
-
- 5. Das Zählrad (18) wird auf 0 eingestellt und eingerückt.
-
- 6. Das Antriebrad wird durch Anziehen des Hebels (22) ausgelöst und
- dann gleichmäßig mit 100 bis 120 Umdrehungen in der Minute so lange
- gedreht, bis der Bruch eintritt.
-
- 7. Die Anzahl Falzungen wird auf dem Zählrad abgelesen.
-
-In der Versuchsanstalt sind 3 +Schopper+sche Falzer unter Benutzung
-eines Versuchsmaterials von fast 1000 Papieren einer sehr eingehenden
-Prüfung unterzogen worden.[23]
-
-Es hat sich gezeigt, daß man die Papiere mit Hilfe des Falzers
-im großen und ganzen in ähnlicher Weise abstufen kann, wie mit
-der Handknitterung; man könnte somit der Frage näher treten, ob
-es angebracht erscheint, die Handknitterung fallen zu lassen und
-an ihre Stelle die Bestimmung des Falzwiderstandes mit Hilfe des
-+Schopper+schen Falzers zu setzen.
-
-Als Falzklassen könnten natürlich zunächst nur die in Frage kommen, die
-sich als Mittel aus sämtlichen Versuchen ergeben haben, nämlich der
-Widerstandsstufe
-
- außerordentlich
- gering entspr., die Falzklasse 0 mit 0- 2 Doppelfalzungen
- sehr gering „ „ „ 1 „ 3- 6 „
- gering „ „ „ 2 „ 7- 20 „
- mittelmäßig „ „ „ 3 „ 21- 40 „
- ziemlich groß „ „ „ 4 „ 41- 80 „
- groß „ „ „ 5 „ 81-190 „
- sehr groß „ „ „ 6 „ 191-1000 „
- außerordentlich
- groß „ „ „ 7 „ mehr als 1000 „
-
- [23] Der umfangreiche Bericht hierüber ist in den „Mitt. a. d. techn.
- Vers.-Anst.“ 1901, S. 161ff. veröffentlicht worden.
-
-
-
-
-Bestimmung des Quadratmetergewichtes und der Dicke.
-
-
-Zur Bestimmung des Quadratmetergewichtes ermittelt man zunächst das
-Gewicht einer Anzahl Bogen und berechnet hieraus unter Berücksichtigung
-der Bogengröße das Quadratmetergewicht. Wägt man 10 Bogen Reichsformat
-(33×42 cm), so multipliziert man das in g ermittelte Gewicht mit 1000
-und dividiert die erhaltene Zahl durch 1386.
-
-Zur bequemeren Bestimmung sind besondere Wagen gebaut worden, welche
-direkte Ablesung des Quadratmetergewichtes gestatten, wenn man an dem
-einen Arm ein mit Hilfe eines beigegebenen Bleches ausgeschnittenes
-Stück Papier aufhängt.
-
-[Illustration: Fig. 22.
-
-Schoppers Dickenmesser.]
-
-Für die Messung der Dicke des Papiers stehen verschiedene Dickenmesser
-zur Verfügung. Bequeme Handhabung und genaue Ablesung gestattet der
-+Schopper+sche Dickenmesser, dessen Wirkungsweise aus Fig. 22 zu
-ersehen ist.
-
-Durch einen Druck auf den Hebel _H_ wird das Gestänge _G_ mit der am
-unteren Ende befindlichen Platte _P_ angehoben, wobei gleichzeitig
-der Zeiger _Z_ aus seiner Nullstellung nach rechts bewegt wird. Man
-legt dann das Papier _Pa_ auf die untere mit dem Gestell festverbundene
-Meßplatte _P__{1} und läßt _G_ durch langsames Freigeben des Hebels
-_H_ nach unten gehen. Der Zeiger zeigt dann die Dicke des Papiers an;
-mit Hilfe des am Zeiger befestigten Nonius kann man sie auf 1/1000
-mm ablesen. Zum Einstellen des Zeigers auf 0 dient nötigenfalls die
-Scheibe _S_.
-
-Ein anderer Dickenmesser ist der von +Rehse+ (Fig. 23).
-
-[Illustration: Fig. 23.
-
-Rehses Dickenmesser.]
-
-Er besteht im wesentlichen aus der Mikrometerschraube _B__{1}, mit
-welcher die Trommel _T_ fest verbunden ist, und der Gabel mit der
-Stellschraube _B_. Die Kreisflächen der Enden beider Schrauben _B_ und
-_B__{1}, zwischen denen die Dicke des Papiers gemessen werden soll,
-können je nach Drehung der Mikrometerschraube näher aneinander gebracht
-oder voneinander entfernt werden. Das Gewinde der Mikrometerschraube
-besitzt eine Steigung von 0,5 mm, d. h. bei +einer+ Umdrehung der
-Schraube verschiebt sich diese in der Längsachse um 0,5 mm; der Umfang
-der Trommel _T_ ist in 100 gleiche Teile geteilt, folglich wird bei
-0,01 Umdrehung der Schraube und somit der Trommel diese um
-
- 0,01 · 0,5 mm = 0,005 mm
-
-gegen die Fläche der festen Stellschraube verschoben; man hat also die
-direkte Ablesung auf der Trommel mit 0,005 zu multiplizieren, um die
-Dicke des Papiers in mm zu erhalten.
-
-Um gleichmäßiges Anlegen der Kreisflächen an das Papier zu ermöglichen,
-ist mit der Mikrometerschraube eine sogenannte Reibungskuppelung,
-an deren Ende sich der Kopf _H_ zum leichteren Handhaben des
-Dickenmessers befindet, verbunden. Sobald das Papier genügend angepreßt
-ist, gleitet bei Weiterdrehung des Kopfes _H_ die Kuppelung an der
-Mikrometerschraube und verhindert, daß diese weiter bewegt wird.
-
-Die Stellschraube _B_ ermöglicht bei nicht mehr genauem Zusammenfallen
-der Nulllinien ein Nachstellen.
-
-Der Dickenmesser ist zugleich so eingerichtet, daß er als
-Taschenapparat benutzt werden kann, indem die Gabel nicht fest mit
-dem Holzgestell verbunden, sondern nur durch ein federndes Blech
-festgeklemmt ist.
-
-Die eigentliche Meßvorrichtung kann daher leicht aus dem Gestell
-entfernt werden.
-
-
-
-
-Bestimmung des Aschengehaltes.
-
-
-Diejenigen Bestandteile des Papiers, welche beim Verbrennen und darauf
-folgenden Glühen als unverbrennlich zurückbleiben, nennt man die
-Asche; sie enthält die unorganischen Verbindungen im Gegensatz zu den
-organischen (Cellulose, Leim, Stärke u. s. w.), welche beim Verbrennen
-zum größten Teil als Kohlensäure entweichen.
-
-Die unorganischen Rückstände können aus drei verschiedenen Quellen
-stammen; zunächst aus dem zur Herstellung des Papiers verwendeten
-+Rohmaterial+ (Lumpen, Zellstoffe, Holzschliff), sodann aus den zum
-+Leimen+ verwendeten Materialien, und schließlich können sie dem Papier
-direkt als +Füllstoffe+ zugesetzt sein.
-
-Die Pflanzenzellen enthalten auch im reinsten Zustand (Baumwolle) stets
-geringe Mengen unorganischer Verbindungen, und zwar sind +Kalk+ und
-+Kieselerde+ die am meisten vorkommenden; der Kalk in Verbindung mit
-+Oxalsäure+ und +Kohlensäure+, die Kieselsäure als solche.
-
-Der Anschaulichkeit wegen mögen hier einige Angaben über den
-Aschengehalt verschiedener in der Papierfabrikation verwendeter
-Rohstoffe gemacht werden.
-
-Selbstverständlich können die mitgeteilten Werte nicht als absolute
-aufgefaßt werden; sie sind beständigen Schwankungen unterworfen, wie
-auch schon bei einzelnen Rohstoffen, mit denen mehrere Bestimmungen
-ausgeführt wurden, zu bemerken ist. Schon die Pflanze selbst wird bei
-einer größeren Anzahl von Bestimmungen der mineralischen Rückstände
-abweichende Werte ergeben, die man wohl auf klimatische Unterschiede
-und wechselnde Bodenbeschaffenheit zurückführen kann; hierzu kommen die
-verschiedenartigsten stets schwankenden Einflüsse der Fabrikation.
-
-Der teilweise sehr hohe Aschengehalt der Lumpen (Tabelle A) dürfte
-seine Ursache wohl in ihrer mechanischen Verunreinigung durch Sand,
-Erde etc. finden, falls nicht künstliche Beschwerungen vorgenommen
-worden sind. Beide gehen im Laufe des Fabrikationsprozesses zum
-größten Teil verloren, wie die Tabelle C ergibt; die dort aufgeführten
-Halbzeuge sind meist aus den Lumpen der Tabelle A erzeugt worden.
-
-A. +Lumpen.+
-
- =====+=============================+================
- Lfd. | Bezeichnung der | Aschengehalt[24]
- Nr. | Lumpen | %
- =====+=============================+================
- 1 | Hell Baumwolle | 1,20
- 2 | Reine weiße Baumwolle | 2,60
- 3 | Reine weiße Baumwolle | 3,50
- 4 | Rot Kattun | 3,50
- 5 | Blaue Strümpfe | 4,90
- 6 | Weiße Strümpfe | 1,03
- 7 | Kattun | 0,75
- 8 | Kattun 2 A | 3,00
- 9 | Kattun 2 C | 5,80
- 10 | Schmutzig Parchend | 3,70
- 11 | Weiß Parchend | 1,85
- 12 | Hellrot Halbleinen | 1,50
- 13 | Braun Halbleinen | 3,24
- 14 | Gute Halbwolle | 9,70
- 15 | Hellblau Leinen | 1,10
- 16 | Weiß Leinen 1 | 1,20
- 17 | Weiß Leinen 4 | 4,45
- 18 | f. leinene Flicken | 0,55
- 19 | Halbweiß Leinen | 3,30
- 20 | Halbweiß Leinen 5 | 1,70
- 21 | Halbweiß Leinen 3 | 0,32
- 22 | Halbweiß Leinen 3 | 3,90
- 23 | Halbweiß (Nähte) Leinen 4 | 3,30
- 24 | Halbweiß Leinen 1 | 0,60
- 25 | Halbweiß Leinen 2 | 1,20
- 26 | Sack 1 | 7,00
- 27 | Sack 2 | 3,55
- 28 | Sack 3 | 6,40
- 29 | Sack 4 | 2,55
- 30 | Sack 5 | 4,12
- 31 | Leinen V 3 | 3,33
-
-Mittlerer Aschengehalt = 3,06%.
-
-B. +Anderweitige Rohstoffe.+
-
- =====+=============================+================
- Lfd. | Bezeichnung des | Aschengehalt
- Nr. | Rohstoffes | %
- =====+=============================+================
- 1 | Ungebleichtes Flachsgarn |
- | (Naßgespinnst) | 1,25
- 2 | Hanfgarn (ungebleicht) | 1,35
- 3 | Russischer Hanf | 1,41
- 4 | Italienischer Hanf | 1,03
- 5 | Badischer Hanf | 0,69
- 6 | Jute (roh) | 0,56
- 7 | Jute (zu Pappe verarbeitet) | 0,85
- 8 | Baumwolle (Louisiana) |
- | ungebleicht | 0,53-0,85
- 9 | Espartogras | 1,91-2,00
-
-Mittlerer Aschengehalt = 1,11%.
-
-C. +Halbzeuge.+
-
- =====+===========================================+=============
- Lfd. | Bezeichnung des | Aschengehalt
- Nr. | Halbzeuges | %
- =====+===========================================+=============
- 1 | Leinen, gebleicht, Probe A | 1,10
- 2 | Leinen, gebleicht, Probe B | 0,36
- 3 | Leinen, gebleicht, Probe C | 1,40
- 4 | Leinen, gebleicht, Probe D | 1,86
- 5 | Weiß Leinen, mittlere Qualität, gebleicht | 0,23-0,29
- 6 | Blau Leinen, gebleicht | 0,12-0,34
- 7 | Sack, Probe A | 0,80
- 8 | Sack, Probe B | 0,70
- 9 | Sack, Probe C | 0,92
- 10 | Leinen, ungebleicht, Nr. 1 | 0,66
- 11 | Leinen, ungebleicht, Nr. 2 | 0,40
- 12 | Leinen, ungebleicht, Nr. 3 | 1,03
- 13 | Leinen, ungebleicht, Nr. 4 | 0,63
- 14 | Leinen, ungebleicht, Nr. 5 | 1,58
- 15 | Baumwolle, gebleicht, A | 0,79
- 16 | Baumwolle, gebleicht, B | 0,25
- 17 | Weiße Baumwolle, gebleicht | 0,24
- 18 | Bunte Baumwolle, gebleicht | 0,30-0,46
- 19 | Baumwolle, ungebleicht, 1 | 1,12
- 20 | Baumwolle, ungebleicht, 2 | 0,90
- 21 | Baumwolle, ungebleicht, 3 | 0,24
- 22 | Hanfstricke, gebleicht | 0,30
-
-Mittlerer Aschengehalt = 0,74%.
-
-D. +Zellstoffe und Holzschliff.+
-
- =====+===========================================+=============
- Lfd. | Art des Materials | Aschengehalt
- Nr. | | %
- =====+===========================================+=============
- 1 | Sulfitzellstoff, ungebl., 1 | 0,48
- 2 | Sulfitzellstoff, ungebl., 2 | 0,51
- 3 | Sulfitzellstoff, gebleicht | 0,42
- 4 | Mitscherlich-Zellstoff, ungebleicht | 1,25
- 5 | Natronzellstoff, ungebleicht | 1,40
- 6 | Natronzellstoff, gebleicht | 1,34
- 7 | Strohzellstoff, ungebleicht | 2,30
- 8 | Strohzellstoff, gebleicht | 0,86-1,22
- 9 | Birkenzellstoff, ungebleicht | 0,65
- 10 | Birkenzellstoff, gebleicht | 1,57
- 11 | Fichten-Holzschliff | 0,43
- 12 | Kiefern-Holzschliff | 0,70
- 13 | Espen-Holzschliff | 0,36-0,44
- 14 | Linden-Holzschliff | 0,40
-
-Mittlerer Aschengehalt = 0,94%.
-
-Wie aus den Tabellen B-D weiter ersichtlich ist, nähert sich der
-mittlere Aschengehalt der reinen Rohstoffe, Halbzeuge, Zellstoffe und
-des Holzschliffes dem Werte 1,0.
-
-Man sieht hieraus, daß die unverbrennlichen Rückstände der
-Rohmaterialien einen verschwindend geringen Bruchteil ausmachen, und
-wenn man für sie rund 1% in Anrechnung bringt, so wird dieses in allen
-Fällen genügen.
-
-Ganz anders verhalten sich beispielsweise einige ausländische
-Fasersorten, welche zur Herstellung von Papier benutzt werden. So
-weisen die gebleichte +Adansoniafaser+ (die Bastfasern der in Afrika
-heimischen +Adansonia digitata+, Affenbrotbaum) einen Aschengehalt von
-5,70-7,19%, die Fasern, welche in Japan zur Herstellung von Papier
-dienen, im Durchschnitt einen solchen von 2,5% auf.
-
-Da diese Rohstoffe aber bis jetzt für die deutsche Papierfabrikation
-von geringer Bedeutung sind, so können sie hier außer acht gelassen
-werden.
-
-Die zweite der oben angeführten Quellen für die Asche, der der
-Papiermasse zugesetzte +Leim+, liefert bisweilen schon einen größeren
-Prozentsatz an unverbrennlichen Bestandteilen. Bekanntlich wird der
-größte Teil der bei uns erzeugten Papiere nicht wie früher durch
-tierischen Leim, sondern durch den billigeren +Harzleim+ beschreibbar
-gemacht.
-
-Ohne hier auf die Frage einzugehen, was der leimende Faktor im Harzleim
-ist, sei nur bemerkt, daß bei dem Leimen des Papiers stets mit einem
-Überschuß von Alaun gearbeitet wird und auf diese Weise eine gewisse
-Menge überschüssiger Tonerdeverbindungen in das Papier gelangt.
-Dieselben bleiben in der Asche als Tonerde (Al_{2}O_{3}) zurück und
-können unter Umständen wohl bis 2% des Papiers ausmachen. Ein geleimtes
-Papier kann demnach, ohne daß ihm Füllstoffe beigemengt sind, sehr wohl
-einen Aschengehalt von 3,0% aufweisen.
-
-Endlich werden dem Papier auch aus verschiedenen Gründen, deren
-Erörterung hier zu weit führen wurde, mineralische Füllstoffe direkt
-zugesetzt.
-
-Hauptsächlich verwendet werden:
-
- +Kaolin+, Ton, Bleichererde, China Clay (Aluminiumsilikate),
-
- +Schwerspat+ (Baryumsulfat),
-
- +Permanentweiß+ (Blanc-fix, Blanc-Perle, künstlich hergestelltes
- Baryumsulfat),
-
- +Gips+ (Calciumsulfat),
-
- +Asbestine+, +Talcum+ (vorzugsweise Magnesiumsilikat)
-
-und andere.
-
-Die Bestimmung der Aschenmenge in der Weise vorzunehmen, daß man einen
-Bogen des zu prüfenden Papiers von bekanntem Gewicht verbrennt und
-den übrig bleibenden schwarzen Rückstand dem Gewicht nach bestimmt,
-eine Methode, wie sie wohl hin und wieder noch angewendet wird, ist
-natürlich für die Erlangung einigermaßen genauer Werte unzulänglich, da
-das Gewicht der noch nicht verbrannten Kohle mit zur Asche gerechnet
-wird.
-
-Wenn es auch für die Zwecke der technischen Papierprüfung als
-überflüssig erscheinen muß, eine Aschenbestimmung beispielsweise
-bis auf 0,001 g genau auszuführen, denn ein so genaues Arbeiten
-ist im Hinblick auf die Ungleichartigkeit des Rohmaterials und die
-ungleichmäßige Verteilung der etwa vorhandenen Füllstoffe durch die
-Papiermasse[25] sowie den Zweck der Prüfung nicht angebracht, so muß
-man doch Bedacht darauf nehmen, Verfahren und Apparate anzuwenden bei
-denen der Fehler 0,25% nicht übersteigt.
-
-Zwei Wagen sind es, welche zu diesem Zwecke vorzugsweise angewendet
-werden und welche die geforderte Genauigkeit besitzen, nämlich die
-+Post+sche und die +Reimann+sche Aschenwage.
-
- [24] Die Bestimmungen wurden im Platintiegel mit absolut trockenem
- Material ausgeführt.
-
- [25] Ein Kupferdruckpapier ergab an verschiedenen Stellen ein und
- desselben Bogens Aschenmengen von 13,65-14,71%.
-
-
-Die Postsche Aschenwage.
-
-[Illustration: Fig. 24.
-
-Postsche Aschenwage.]
-
-Auf 2 horizontal gelagerten Stahlplatten _P_ (Fig. 24) liegt der Hebel
-_H_ mit einer Stahlschneide _S_ auf; das eine Ende desselben bildet
-den Zeiger _Z_, an dem anderen ist eine Stahlschneide eingelassen,
-auf welche das Gehänge _G_ aufgelegt ist; in diesem Gehänge liegt das
-Platindrahtnetz _D_, in welchem die Veraschung des Papiers vorgenommen
-wird; der Zeiger _Z_ spielt über einer Teilung von 0-150; jeder
-Teilstrich entspricht einem Belastungszuwachs von 1 Centigramm.
-
-Durch Niederdrücken des Hebels _A_ kann der ganze Hebel _H_ nebst dem
-daran befindlichen Gehänge von den Platten _P_ abgehoben und so die
-Wage festgestellt werden; auch dient _A_ dazu, heftige Schwingungen des
-Zeigers, die beim Auflegen von Papier auf das Gehänge entstehen können,
-zu mäßigen.
-
-Beim Wägen muß selbstverständlich der Hebel _H_ so liegen, daß er die
-Walze, in welcher die Schneide _S_ eingelassen ist, nicht berührt.
-
-Mit Hilfe der Schraube _Sch_ wird die Wage so aufgestellt, daß bei
-eingelegtem Drahtnetz der Zeiger sich auf den Nullpunkt der Teilung
-einstellt.
-
-Man stelle die Wage so, daß sie vor Erschütterungen möglichst geschützt
-ist, am besten auf ein Konsol, das an einer Tragewand angebracht ist;
-ist ein solches nicht zu haben, so vermeide man wenigstens ein häufiges
-Wechseln des Standortes der Wage.
-
-Der Versuch selbst geht in folgender Weise vor sich.
-
-Sobald der Zeiger bei eingelegtem Drahtnetz auf Null einspielt, legt
-man in das Gehänge einen Streifen Papier, der nicht ganz die Breite des
-Drahtnetzes besitzt, damit er nach dem Zusammenrollen gut in dasselbe
-hineingeht.
-
-Zur Verwendung gelangt eine Papiermasse von dem Gewicht 1 g, weil
-dann das Gewicht der Asche, in Centigrammen abgelesen, direkt den
-Prozentgehalt bedeutet.
-
-Geht der Zeiger der Wage nach dem Auflegen des Papierstreifens über
-den Teilstrich 100 hinaus, so reißt man so lange kleine Stückchen von
-dem Streifen ab, bis der Zeiger auf 100 einspielt; steht er mit dem
-aufgelegten Papier unter 100, so fügt man nach und nach geringe Mengen
-Papier hinzu, bis das Gewicht von 100 Centigramm voll ist.
-
-Das nunmehr im Gehänge befindliche Papier wird darauf fest
-zusammengerollt und in das Platindrahtnetz geschoben, in welchem es
-verbrannt wird.
-
-Die Verbrennung geschieht am besten durch Gas mit Hilfe eines
-Bunsenschen Brenners, welcher einen fächerförmigen Aufsatz trägt (Fig.
-25). Durch diesen Aufsatz erzielt man eine Flamme, welche das ganze
-Drahtnetz gleichzeitig umspielt und zum Glühen bringt, während man bei
-Anwendung eines einfachen Brenners ohne Aufsatz die Flamme von Zeit zu
-Zeit verschieben muß, um alle Teile des Papiers in dieselbe zu bringen.
-
-Steht Gas für diesen Versuch nicht zur Verfügung, so muß man sich mit
-einer kräftigen Spiritusflamme begnügen, mit der man seinen Zweck
-ebenso vollkommen, jedoch erst nach längerem Glühen erreicht.
-
-Bei Anwendung von Gas ist der Versuch in längstens 10 Minuten beendigt.
-
-Zum Auflegen des Drahtnetzes während der Veraschung bedient man
-sich zweckmäßig einer Vorrichtung, wie sie in Fig. 25 dargestellt
-ist. An einem Gestell _St_ befinden sich zwei durch Schrauben
-festzulegende Gabeln _G_, welche in der dem Brenner entsprechenden
-Höhe festgeschraubt werden. Die Drahtstangen der Gabeln sind mit
-Porzellanröhrchen belegt, um eine Berührung des Platinnetzes mit dem
-Eisendraht zu verhindern. Während des Versuches drehe man das Netz
-häufiger, so daß die untere Seite auch nach oben zu liegen kommt, weil
-die Verbrennung in dem dem Brenner zugekehrten Teile des Netzes nicht
-so vollkommen ist wie oben.
-
-[Illustration: Fig. 25.
-
-Veraschungs-Gestell.]
-
-Einen Verlust hat man während dieses Umdrehens und auch bei dem ganzen
-Versuch nicht zu befürchten, da die Asche auch bei den feineren
-Papieren in sich zusammenhält. Man kann nun allerdings der Asche nicht
-ohne weiteres ansehen, wann sie vollständig ausgeglüht und alles
-Organische verbrannt ist. Meist wird dies der Fall sein, wenn nach dem
-Entfernen der Flamme in dem Rückstand Glimmen nicht mehr zu bemerken
-ist. Sieht man noch Teile der Asche weiter glimmen, besonders wenn man
-mit der Hand vorsichtig etwas Luft dagegen fächelt, so ist dies ein
-Beweis dafür, daß noch unverbrannte Kohleteilchen vorhanden sind; das
-Glühen muß sodann fortgesetzt werden, bis diese Erscheinung nicht mehr
-auftritt.
-
-Die Asche erscheint alsdann als eine weiße bis weißgraue Masse,
-vorausgesetzt, daß das verwendete Papier nicht mit einem farbigen,
-unorganischen Farbstoff gefärbt war, der auch in der Glühhitze seine
-Farbe nicht verliert.
-
-Nach dem vollständigen Erkalten bringt man das Netz mit seinem
-Inhalt in das Gehänge der Wage und liest ab, über welchem Teilstrich
-der Zeiger spielt; die Zahl der angezeigten Centigramme gibt den
-Aschengehalt des Papiers in Prozenten an.
-
-Zahlreiche Vergleichsversuche, die mit Hilfe einer chemischen Wage
-angestellt wurden, ergaben als größten Fehler der Postschen Aschenwage
-0,23%, so daß sie für praktische Zwecke als vollkommen genügend
-bezeichnet werden kann. Auf zwei kleine Fehlerquellen, die sie in sich
-birgt, wird später noch eingegangen.
-
-Hat man den Aschengehalt durch Ablesen an der Teilung festgestellt, so
-muß man sich überzeugen, ob die Veraschung vollständig durchgeführt
-ist; denn häufig sieht der Rückstand sehr weiß aus und glimmt auch nach
-dem Entfernen der Flamme nicht mehr nach, und dennoch befinden sich
-im Innern noch Kohleteilchen, bis zu denen keine atmosphärische Luft
-gedrungen ist und welche aus diesem Grunde nicht verbrennen konnten.
-Man drückt deshalb nach dem Ablesen die Asche auf einem Papierblatt
-mit Hilfe eines Glasstabes auseinander; finden sich im Innern noch
-schwarze, unverbrannte Teile vor, so ist der Versuch als verfehlt zu
-betrachten und es muß ein anderer ausgeführt werden.
-
-Von den beiden Fehlerquellen, die oben kurz erwähnt wurden, steckt die
-eine in dem Platinnetz, die andere in dem an dem Netz befindlichen
-Griff aus Messing.
-
-Dadurch, daß der Platindraht in der Glühhitze mit der Kohle aus dem
-Papier zusammenkommt, entsteht eine Verbindung des Platins mit dem
-Kohlenstoff, das sogenannte +Kohlenstoffplatin+, das sich in der
-Glühhitze verflüchtigt.
-
-Das Platinnetz wird also während des Versuches leichter.
-
-Ein Netz, welches in der Versuchsanstalt gebraucht wurde und welches
-ursprünglich 16,566 g schwer war, wog nach 74 Veraschungen nur noch
-16,142; es hatte demnach 0,424 g oder 2,6% seines Anfangsgewichtes
-verloren.
-
-Die Zerstörung des Platinnetzes geht schließlich so weit, daß die
-ursprünglich etwa 1 mm starken Drähte haardünn werden und das Netz
-durch ein neues ersetzt werden muß.
-
-Die andere Fehlerquelle liegt, wie schon erwähnt, in dem Messinggriff
-des Netzes; beim Erhitzen des Papiers entstehen im Innern, wo die Luft
-nicht sofort zutreten kann, Produkte der trockenen Destillation; diese
-Kohlenwasserstoffe schlagen sich an dem kälteren Griff zum Teil nieder
-und bilden hier eine schwarze, kohlige, schwer zu entfernende Masse.
-
-Der Metallgriff wird also während des Versuches schwerer und hebt mehr
-oder weniger den durch das Platinnetz verursachten Fehler wieder auf.
-
-Diese beiden Unzuträglichkeiten sind bei der +Reimann+schen Aschenwage
-vermieden.
-
-
-Reimanns Aschenwage.
-
-Der eine Arm des Wagebalkens ist mit einem Gewicht aus einem Stück
-gearbeitet (Fig. 26); der andere trägt zwei Wagschalen, von denen
-die obere zum Auflegen eines Glasröhrchens (Fig. 27), die untere für
-Gewichte bestimmt ist. Da die Wage ohne Glasrohr bei einer Belastung
-von 21 g sich im Gleichgewicht befindet, so wähle man das Röhrchen
-so aus, daß es dem Gewicht von etwa 19 g nahe kommt, ohne jedoch
-diese Grenze zu überschreiten. Auf die untere Wagschale bringt man an
-Gewichten 2 g und zwar ein Grammgewicht als solches und den Rest in
-Deci- und Centigrammstücken. Eine etwaige Differenz gleicht man auf
-der unteren Wagschale mit kleinen Metallstückchen sowie mittels der zu
-diesem Zweck angebrachten Schraube _R_ aus.
-
-[Illustration: Fig. 26.
-
-Reimanns Aschenwage.]
-
-Eine Pinselarretierung, wie sie Fig. 26 zeigt, hat sich für das
-Auflegen und Abnehmen der Gewichte als sehr praktisch erwiesen.
-
-Der Gang der Aschenbestimmung ist folgender.
-
-Nachdem die Wage mit dem aufgelegten Glasröhrchen so aufgestellt
-ist, daß die Zunge nach rechts und links um gleich viel Teilstriche
-ausschlägt, wird das Grammgewicht von der unteren Schale entfernt
-und statt dessen so viel Papier aufgelegt, daß die Wagenzunge wieder
-gleichmäßig um den Nullpunkt der Teilung spielt. Diese Menge Papier, 1
-g schwer, wird zusammengerollt, in ein Platinnetz gesteckt, wie es Fig.
-27 zeigt, und nun in derselben Weise mit Hilfe des Gestelles Fig. 25
-verascht, wie es vorher auseinandergesetzt wurde.
-
-Ist die Veraschung beendigt, so steckt man das Platinnetz in das
-Glasröhrchen und schüttet die Asche hinein; geringes Klopfen mit dem
-Netz gegen die Wände des Glases genügt, um den Rückstand ohne jeden
-Verlust in das Röhrchen überzuführen.
-
-[Illustration: Fig. 27.
-
-Glasröhrchen und Platinnetz zum Veraschen.]
-
-Da sich die Platinnetze beim Gebrauch häufig verbiegen und
-zusammendrücken und die Asche sich dann schwer aus ihnen entfernen
-läßt, so weitet man sie von Zeit zu Zeit dadurch wieder auf, daß man
-sie über einen entsprechend starken Holzstab zieht. Das Röhrchen,
-welches jetzt die Asche des Papiers enthält, wird nunmehr auf die obere
-Wagschale gelegt und das Grammgewicht, welches beim Abwägen des Papiers
-von der Schale fortgenommen wurde, auf diese zurückgebracht.
-
-Die Zunge der Wage wird nun naturgemäß nach der Seite der beiden
-Wagschalen zu ausschlagen, und zwar um so mehr, je größer das Gewicht
-der Asche ist. Um dieses zu bestimmen, entfernt man von den kleinen
-Gewichten allmählich so viel, daß der Ausschlag der Zunge nach beiden
-Seiten des Nullstriches gleich groß ist. Die Summe dieser Gewichte
-ergibt das Gewicht der Asche; in Centigrammen ausgedrückt, bedeutet sie
-den Prozentgehalt des Papiers an unverbrennlichen Bestandteilen. Wären
-beispielsweise behufs Herstellung des Gleichgewichtes der Wage nach dem
-Auflegen des Röhrchens mit der Asche 11 cg heruntergenommen worden,
-so hätten 1 g oder 100 cg Papier 11 cg unverbrennliche Bestandteile
-hinterlassen, d. h. das Papier würde 11% Asche enthalten.
-
-Es erübrigt noch zu bemerken, daß Bruchteile von Centigrammen an dem
-Ausschlagen auf der Teilung abgelesen werden; die Wagen sind meist so
-gebaut, daß ein Ausschlag von zwei Teilstrichen einer Belastung von
-1 cg entspricht; auf diese Weise läßt sich also der Aschengehalt auf
-Viertelprozente genau ablesen.
-
-Handelt es sich darum, genauere Angaben als diese über die im
-Papier enthaltenen Füllstoffe zu erhalten, so reichen die beiden
-beschriebenen Wagen für die Bestimmung nicht mehr aus und es muß eine
-quantitative Bestimmung mit Hilfe der chemischen Wage vorgenommen
-werden.
-
-Hierbei ist dann auch die im Papier enthaltene Feuchtigkeit zu
-berücksichtigen, welche bei den eben erwähnten Methoden wegen des
-geringen Einflusses, den sie auf das Endergebnis ausübt, nicht in
-Betracht gezogen ist.
-
-Um den Feuchtigkeitsgehalt im Papier zu bestimmen, werden ungefähr 1-2
-g in ein Trockengläschen gebracht, wie es Fig. 28 zeigt; dieses wird
-dann ohne Deckel in einem Luftbad 30 Minuten lang auf ungefähr 105° C.
-bis zum gleichbleibenden Gewicht erhitzt.
-
-Nach Abzug des Gewichtes der Trockenflasche erhält man das Gewicht des
-Papiers.
-
-Das getrocknete Papier wird darauf, auf eine Platinnadel gespießt
-oder mit einem Platindraht umwickelt, verbrannt und der Rückstand in
-einem kleinen Porzellan- oder Platintiegel so lange geglüht, bis zwei
-aufeinanderfolgende Wägungen dasselbe Ergebnis liefern. Beim Glühen
-stellt man den Tiegel schräg und legt den Deckel schräg gegen die
-Tiegelöffnung, damit die Luft besser hinzutreten kann.
-
-Aus dem Gewicht des Papiers und des Rückstandes läßt sich dann der
-Aschengehalt in Prozenten berechnen.
-
-[Illustration: Fig. 28.
-
-Trockengläschen.]
-
-+Heyse+[26] hat eine Veraschungsvorrichtung vorgeschlagen unter
-Verwendung eines Porzellantiegels mit durchlochtem Deckel. Durch
-das Loch ragt ein mit einer feinen Öffnung versehenes hartgelötetes
-Kupferrohr mit Platinspitze, durch welches während des Veraschens mit
-Hilfe eines Gummiballes Luft in den Tiegel geblasen wird. Hierdurch
-wird der Verbrennungsprozeß wesentlich beschleunigt. Beim Einblasen der
-Luft muß man natürlich vorsichtig zu Werke gehen, da sonst leicht Asche
-aus dem Tiegel fortgeblasen werden kann.
-
-Es folgt nunmehr die qualitative Bestimmung des in der Asche
-enthaltenen Füllstoffes, deren Erörterung indessen außer dem
-Bereich dieser Anleitung liegt; es soll hier nur der Grund kurz
-angegeben werden, weshalb eine qualitative Analyse zu einer genauen
-Aschenuntersuchung erforderlich ist.
-
-Bei der Veraschung finden mit den im Papier vorhandenen mineralischen
-Füllstoffen infolge des Glühens mehr oder weniger weitgreifende
-chemische Veränderungen statt, indem teilweise Bestandteile
-ausgetrieben, teilweise Füllstoffe in andere Verbindungen übergeführt
-werden; es sei hierfür nur ein Beispiel erwähnt.
-
-Angenommen, es wäre einem Papierstoff Gips zugesetzt, wasserhaltiger
-schwefelsaurer Kalk, von der Zusammensetzung CaSO_{4} + 2 H_{2}O.
-Dieser Körper gibt beim Glühen sein Wasser ab, und in der Asche
-bleibt nur wasserfreier schwefelsaurer Kalk (CaSO_{4}) zurück.
-Unter Zugrundelegung der angegebenen Formel ergibt sich, daß 172
-Gewichtsteile Gips 136 Gewichtsteile schwefelsauren Kalk hinterlassen.
-Somit hat man einen Glühverlust von rund 21%, der in Rechnung zu ziehen
-ist durch Erhöhung des gefundenen Aschengehaltes um rund 26%.
-
-Außerdem kann ein Teil des Gipses bei ungenügendem Luftzutritt während
-der Veraschung in Calciumsulfid übergeführt werden, wodurch ein
-weiterer Verlust entsteht.
-
- [26] Wochenblatt für Papierfabrikation 1899, S. 239.
-
-
-
-
-Mikroskopische Untersuchung.
-
-
-Die Aufgabe der mikroskopischen Papierprüfung besteht hauptsächlich
-darin, die Art der Fasern zu bestimmen, aus denen ein Papier
-hergestellt ist; in zweiter Linie soll sie Aufschluß darüber geben,
-in welchem Zustand sich die Fasern befinden und in welchen Mengen
-sie vorhanden sind, soweit sich letzteres durch Abschätzung des
-mikroskopischen Bildes im Vergleich mit Mischungen von bekannter
-Zusammensetzung beurteilen läßt.
-
-Durch Anwendung von Jodlösungen verschiedener Art gelingt es, die
-Papierfasern in Gruppen zu trennen, die das Auge leicht durch ihre
-verschiedene Färbung unterscheiden kann. Innerhalb dieser Gruppen
-wiederum Unterschiede durch Färbung hervorzurufen, ist trotz aller
-Versuche bisher nicht gelungen. Eine sichere Kenntnis des Baues der
-Fasern bleibt daher ein unbedingtes Erfordernis zu ihrer Erkennung. Der
-Bau der Zelle gibt hierzu Anhaltspunkte, obschon diese nicht immer so
-sicher sind, daß Verwechselungen einzelner Fasern ausgeschlossen wären.
-
-
-Vorbereitung des Papiers.
-
-Das Papier als solches ist zum Mikroskopieren nicht ohne weiteres
-geeignet. Stellenweise wird vorgeschrieben, ein kleines Stück des
-zu untersuchenden Papiers auf dem Objektglase in einem Tropfen
-Wasser, Glycerin o. a. mit Präpariernadeln zu zerfasern und unter dem
-Mikroskope zu betrachten; diese Methode ist roh und unvollkommen, weil
-die neben den Fasern im Papier vorhandenen Körper, wie Leim, Stärke,
-Füllstoffe u. s. w., den Bau der Zelle verdecken und ihr Erkennen
-erschweren. Um diese der Untersuchung hinderlichen Bestandteile zu
-entfernen, ist es erforderlich, das Papier zunächst in ganz verdünnter
-Natron- oder Kalilauge zu kochen.
-
-Zur Erlangung einer guten Durchschnittsprobe entnimmt man, am besten
-aus verschiedenen Bogen, kleine Stücke des zu untersuchenden
-Materials, übergießt sie in einer Porzellanschale mit einer geringen
-Menge etwa 5prozentiger Natronlauge, läßt diese einige Zeit einwirken,
-fügt dann Wasser hinzu und erhitzt das Ganze zum Kochen. Schon
-bei diesem Kochen verrät sich die Anwesenheit eines Faserstoffes,
-nämlich die des Holzschliffes. Holzschliffhaltiges Papier färbt sich
-erbsengelb, während holzschlifffreies Papier im Aussehen unverändert
-bleibt.
-
-Man kocht ungefähr eine Viertelstunde und rührt dabei häufig mit
-einem Glasstabe um; Papiere aus geringerem Material verlieren hierbei
-ihren Zusammenhang ziemlich leicht und liefern eine breiige Masse,
-während festere Papiere sich erst nach längerem Rühren zerfasern. Ist
-das Kochen beendet, so bringt man das Ganze in einen unten durch ein
-feinmaschiges Sieb verschlossenen Spültrichter von nebenstehender Form
-(Fig. 29) und gießt Wasser über die darin befindliche Masse, um die den
-Fasern anhaftende Lauge zu entfernen.
-
-[Illustration: Fig. 29.
-
-Spültrichter.]
-
-Der Brei wird dann in eine weithalsige, mit Glasstopfen versehene
-Flasche gebracht, deren Boden etwa 2 cm hoch mit kleinen Granaten
-bedeckt und die außerdem etwa zur Hälfte mit Wasser gefüllt ist. Die
-weitere Zerfaserung wird nun dadurch bewirkt, daß die Flasche kräftig
-geschüttelt wird, bis die Stoffklumpen verschwunden sind und ein
-gleichmäßiger dünner Brei entstanden ist. Der so erhaltene Ganzstoff
-wird mittels des erwähnten Siebtrichters abfiltriert und aus dem Brei
-dann das Material für die mikroskopischen Präparate entnommen.
-
-Man erhält auf diese Weise klare mikroskopische Bilder, da die Fasern
-durch den Kochprozeß von allen Stoffen befreit sind, die ihren Bau
-verdecken und die mikroskopische Untersuchung erschweren; ferner läßt
-sich der gewonnene Brei bequem präparieren und schließlich stellt die
-erhaltene breiige Masse eine gute Durchschnittsprobe dar.
-
-Der Wasserzusatz in der Schüttelflasche hat einerseits den Zweck, die
-Beweglichkeit des Stoffes zu erhöhen und die Fasern der Einwirkung
-der Granaten leichter zugänglich zu machen, andererseits dient er
-dazu, eine zu starke Einwirkung zu verhindern; nimmt man zu wenig
-Wasser, so kann es vorkommen, daß die Fasern durch das Schütteln so
-stark angegriffen werden, daß sie im mikroskopischen Bilde entstellt
-erscheinen. Dieser Fall wird besonders dann eintreten, wenn man bei
-wenig Brei und wenig Wasser sehr lange und kräftig schüttelt. Aber
-auch bei hinreichendem Wasserzusatz ist das Schütteln nur so lange
-fortzusetzen, bis die klumpigen Massen zerteilt sind.
-
-Bei Beobachtung dieser Vorsicht hat man keine störende Veränderung im
-Zustande der Fasern zu befürchten.
-
-Sehr bequem ist, besonders bei kleinen Proben und sehr festem Papier,
-die Vorbereitung im Reagensglase ohne Verwendung von Granaten. Man
-kocht die Probe mehrere Minuten mit einer etwa 5prozentigen Lauge,
-kühlt etwas ab, verschließt die Mündung des Röhrchens mit dem Daumen
-und schüttelt so lange, bis vollständige Zerfaserung eingetreten ist.
-Der Inhalt des Röhrchens wird dann auf ein kleines Sieb gebracht und
-die zurückbleibende Fasermasse, nachdem sie mit Wasser gewaschen ist,
-zur Herstellung der mikroskopischen Präparate benutzt.
-
-Die Reinigung der Schüttelflaschen, der Siebtrichter und
-Porzellanschalen wird am besten gleich nach dem Gebrauch vorgenommen,
-oder man stellt die benutzten Gegenstände (die Schüttelflaschen
-geöffnet) in ein großes Gefäß mit Wasser, damit die Faserreste nicht
-antrocknen. Die Schüttelflasche wird behufs Reinigung zur Hälfte mit
-Wasser gefüllt, tüchtig durchgeschüttelt, wieder entleert und so
-weiterbehandelt, bis in dem über den Granaten stehenden Wasser keine
-Fasern mehr bemerkt werden; auch ganz vereinzelte Fasern sind in dem
-Wasser deutlich sichtbar.
-
-Pappen und Preßspäne, welche beim Kochen mit Lauge nur schwer
-erweichen, spaltet man vorher in dünne Blätter, um sie der Einwirkung
-der Lauge leichter zugänglich zu machen. In solchen Fällen leistet
-außerdem ein mechanisches Rührwerk, das sich z. B. leicht mit der
-kleinen +Raabe+schen Turbine antreiben läßt, gute Dienste.
-
-Gefärbte Papiere werden im allgemeinen nicht anders behandelt
-als ungefärbte. Die Farbe wird häufig schon durch den Kochprozeß
-vollständig zerstört oder so umgewandelt, daß sie bei der Untersuchung
-nicht hindert; auch bei widerstandsfähigeren Farben pflegt die
-mikroskopische Untersuchung von gefärbtem Papierbrei im allgemeinen
-nicht größere Schwierigkeiten zu machen als das Mikroskopieren von
-ungefärbtem Brei. Eine besondere Behandlung des Papiers oder des
-Breies zur Entfernung des Farbstoffes ist nur dann erforderlich, wenn
-die Farbe so dunkel ist, daß sie den Bau der Faser verdeckt. Als
-Farbstoff lösende oder zerstörende Mittel kommen hauptsächlich Alkohol,
-Salzsäure, Salpetersäure und Chlorkalk in Betracht. Ein Verfahren,
-das in allen Fällen zum Ziel führt, kann nicht angegeben werden, da
-es in jedem Fall von der chemischen Natur des verwendeten Farbstoffes
-abhängig ist.
-
-Nicht geleimte Papiere, Löschpapiere, Filtrierpapiere, Halbstoffe
-u. s. w. lassen sich schon mit Wasser zerkochen. Indessen tut man gut,
-auch in diesen Fällen etwas Lauge hinzuzufügen, da hierdurch bessere
-Färbungen und klarere mikroskopische Bilder erzielt werden. Nur bei
-wollhaltigen Papieren (Kalanderpapier, Schrenzpapier, Dachpappe
-u. s. w.) ist Lauge ganz zu vermeiden, da Wolle von Natronlauge
-aufgelöst wird.
-
-
-Herstellung der Präparate.
-
-Wie schon erwähnt, wird das Erkennen der Fasern durch Anwendung
-geeigneter färbender Lösungen wesentlich erleichtert; als solche kommen
-vorzugsweise eine Jod-Jodkaliumlösung und eine Chlorzinkjodlösung von
-bestimmter nachstehend angegebener Zusammensetzung in Betracht.
-
- 1. +Jod-Jodkaliumlösung.+
- Wasser 20 ccm
- Jodkalium 2 g
- Jod 1,15 „
- Glycerin 2 ccm
-
- 2. +Chlorzinkjodlösung.+
-
-Man stelle zunächst die folgenden beiden Lösungen her:
-
- +Lösung A+
- 20 g trockenes Zinkchlorid in 10 g Wasser.
-
- +Lösung B+
- 2,1 g Jodkalium und 0,1 g Jod in 5 g Wasser.
-
-Man vermische dann A mit B, lasse den entstehenden Niederschlag sich
-absetzen und gieße die überstehende klare Reaktionsflüssigkeit ab; in
-diese bringt man ein Blättchen Jod.
-
-Auf genaue Innehaltung der Mengenverhältnisse der einzelnen
-Bestandteile ist zu achten, da schon bei geringen Abweichungen die
-Wirkung der Lösung beeinträchtigt wird. Beide Lösungen, die vor Licht
-zu schützen sind, füllt man zum Gebrauch am vorteilhaftesten in braune
-Pipettenflaschen.
-
-Die Art der Färbung der für die Papierfabrikation hauptsächlich in
-Frage kommenden Fasern bei Anwendung der beiden Lösungen ist aus
-nachstehender Zusammenstellung ersichtlich.
-
-Leider lassen sich die Färbungen der verschiedenen Fasern nicht bei
-jedem Papier scharf abgrenzen, da die Farbtöne, zumal bei stark
-zermahlenen Stoffen, zuweilen ineinander übergehen.
-
- ============================+==========================================
- Fasern | Färbung in
- | Jod-Jodkalium- | Chlorzinkjod-
- | lösung[27] | lösung[28]
- ============+===============+=====================+====================
- Gruppe I |Holzschliff, | teils leuchtend |
- (Verholzte | rohe Jute, | gelbbraun, | zitronengelb bis
- | schlecht | teils gelb, je | dunkelgelb
- Fasern) |aufgeschlossene| nach Schichtendicke |
- | Zellstoffe | und Verholzungsgrad |
- +---------------+---------------------+--------------------
- | Strohstoff | teils gelbbraun, | teils gelb,
- | | teils gelb, | teils blau,
- | | teils grau | teils blauviolett
- ------------+---------------+---------------------+--------------------
- | Holzzellstoff | |
- | und Adansonia | grau bis braun | blau bis rotviolett
- +---------------+---------------------+--------------------
- | Stroh- und | | blau bis
- Gruppe II | Jutezellstoff | grau | blauviolett
- (Zellstoffe)+---------------+---------------------+--------------------
- | Esparto | teils grau, | teils blau, teils
- | | teils braun | weinrot
- +---------------+---------------------+--------------------
- | Manilahanf | teils grau, | blau, blauviolett,
- | | teils braun, | rotviolett,
- | | teils gelbbraun | schmutziggelb,
- | | | grünlichgelb
- ------------+---------------+---------------------+--------------------
- Gruppe III | Leinen, Hanf, | schwach- bis | schwach bis stark
- (Lumpen- | Baumwolle | dunkelbraun, dünne | weinrot[29]
- fasern) | | Lamellen fast |
- | | farblos |
-
-+Jenke+[30] hat empfohlen, die Fasern in folgender Lösung zu beobachten:
-
- 50 ccm gesättigte Chlormagnesiumlösung
- 2,5 „ Jod-Jodkaliumlösung (2 g KJ, 1,15 g J, 20 ccm H_{2}O).
-
-Hierin erscheinen:
-
- Lumpen braun,
- Strohzellstoff blauviolett,
- Holzzellstoff ungefärbt bis schwach rötlich,
- Holzschliff, rohe Jute gelb.
-
-+Behrens-Delft+[31] hat vorgeschlagen, die verschiedene
-Aufnahmefähigkeit der Fasern für gewisse Anilinfarben zur Trennung zu
-benutzen; man erzielt auf diese Weise unterscheidende Färbungen, die in
-gewissen Fällen recht wertvoll sind (siehe S. 84).
-
-+v. Höhnel+[32] behandelt Faserbrei mit Jod-Jodkaliumlösung (eine etwa
-3 cm starke Schicht soll rubinrot sein) und nach dem Abdrücken mit
-Fließpapier mit Schwefelsäure von bestimmter, durch praktische Versuche
-mit Fasern zu ermittelnder Stärke.
-
-Dann färben sich:
-
- Lumpen rotviolett,
- Zellstoffe von Holz und Stroh rein blau,
- Holzschliff und rohe Jute dunkelgelb.
-
- [27] Vergl. Tafel XIII.
-
- [28] Vergl. Tafel XIV.
-
- [29] Erscheinen die Lumpenfasern bläulich, so ist die Lösung zu stark
- und muß vorsichtig mit Wasser verdünnt werden, bis sich die
- Lumpen rot färben. Werden die Zellstofffasern nicht blau,
- sondern rötlich gefärbt, so ist die Lösung zu schwach; sie kann
- meist durch geringen Zusatz von Zinkchlorid brauchbar gemacht
- werden; gelingt dies nicht, so ist die Lösung neu anzufertigen.
-
- [30] Papierzeitung 1900, No. 77.
-
- [31] +H. Behrens+, Mikrochemische Analyse 1896.
-
- [32] +v. Höhnel+, Über eine neue Methode der mikroskopischen
- Papierprüfung. Mitt. a. d. Technol. Gew. Museum. Wien 1889,
- S. 6-8.
-
-
-Untersuchung des durch Kochen erhaltenen Breies.
-
-Zum Zerteilen des Breies auf dem Objektglase bedient man sich zweier
-Präpariernadeln, am besten aus Platin, da andere Materialien,
-namentlich Hornnadeln, von der Jodlösung stark angegriffen werden.
-
-[Illustration: Fig. 30.
-
-Mikroskopierbrücke.]
-
-Beim Arbeiten mit der Jod-Jodkaliumlösung kann man ein Klümpchen
-des erhaltenen Breies ohne weiteres verwenden; beim Färben mit der
-Chlorzinkjodlösung muß es erst von dem mechanisch anhaftenden Wasser
-befreit werden. Zu diesem Zwecke drückt man es auf ein Stückchen
-porösen Ton, Gips o. a.; fehlt es an derartigem Material, so läßt
-sich das Wasser auch durch sorgfältiges Ausstreichen des Breies auf
-der Hand entfernen. Die Beseitigung des Wassers ist bei Anwendung von
-Chlorzinkjodlösung erforderlich, weil anderenfalls die Färbung nicht
-mit der nötigen Schärfe eintritt.
-
-Das ausgedrückte Breiklümpchen bringt man auf das Objektglas, fügt 1-2
-Tropfen der Lösung hinzu und verteilt die Fasern möglichst gleichmäßig.
-
-Das Objektglas legt man hierbei hohl über eine weiße Unterlage, da
-sich die Fasern auf diese Weise am besten vom Untergrund abheben. Fig.
-30 zeigt eine Vorrichtung, wie sie zu diesem Zwecke angewendet wird.
-Jedes Präparat wird mit einem Deckgläschen vom Rande der Flüssigkeit
-aus vorsichtig bedeckt und mit einem scharf beschnittenen Stück
-Fließpapier, welches man gegen den Rand hält, die zuviel zugesetzte
-Lösung fortgenommen. Hierbei ist indessen darauf zu achten, daß man
-das Papier nicht zu lange saugen läßt, da sonst zwischen Objekt- und
-Deckglas Luftblasen entstehen, die beim Untersuchen stören.
-
-Zur staubfreien Aufbewahrung und bequemen Entnahme der Deckgläschen
-hat die Firma +L. Schopper+-Leipzig auf Anregung der Versuchsanstalt
-Behälter angefertigt, die sich als sehr praktisch erwiesen haben; aus
-Fig. 31 ist deren Bau und Wirkungsweise ohne weiteres zu ersehen; die
-Füllung mit Deckgläschen erfolgt bei abgenommenem Deckel nach dem
-Herunterklappen der Rückwand, die Entnahme der Gläschen von unten; der
-zwischen der unteren Platte und der Vorderwand befindliche Schlitz
-kann mittels einer Schraube so eingestellt werden, daß immer nur das
-unterste Deckgläschen entnommen werden kann.
-
-[Illustration: Fig. 31.
-
-Deckglasbehälter.]
-
-Für die Untersuchung der Fasern empfiehlt sich eine etwa 150fache
-lineare Vergrößerung; man erkennt zwar viele Fasern schon bei einer
-geringeren Vergrößerung, aber die Feinheiten des Faserbaues gehen
-hierbei verloren. In der Versuchsanstalt wird mit +Zeiß+schen
-Mikroskopen, gewöhnlich mit dem Okular Nr. 2 und dem Objektiv D,
-gearbeitet. Diese Zusammenstellung entspricht ungefähr einer 150fachen
-Vergrößerung, die für die Unterscheidung der Fasern meist ausreicht und
-sich sehr gut bewährt hat.
-
-Will man sich einen Überblick über die Menge der verschiedenen
-Faserarten verschaffen, so wählt man eine geringere, etwa 50fache
-Vergrößerung, damit eine größere Fläche auf einmal übersehen werden
-kann.
-
-
-Unterscheidungsmerkmale der in der Tabelle Seite 66 aufgeführten
-Fasern.[33]
-
-
-Gruppe I: Verholzte Fasern.
-
-
-Holzschliff[34] (Tafel I).
-
-Zur Herstellung von Holzschliff werden vorzugsweise Nadelhölzer (Pinus
-Picea Fichte, P. sylvestris Kiefer, P. Abies Weißtanne und auch wohl P.
-Larix Lärche) verwendet.
-
-Der anatomische Bau aller zu den Nadelhölzern gehörigen Arten ist sehr
-gleichartig und deshalb die auf geringe Verschiedenheiten in dem Bau
-der Markstrahlzellen gestützte Unterscheidung oft recht schwierig.
-Bei der Papierprüfung hat diese Unterscheidung im allgemeinen wenig
-Wert, und es soll daher, um den Stoff nicht unnütz zu erschweren
-und zu erweitern, auf die anatomischen Verschiedenheiten der
-einzelnen Koniferenarten nicht eingegangen werden. In +Wiesners+
-Technischer Mikroskopie und in ähnlichen Werken kann man die
-Unterscheidungsmerkmale finden.
-
-[Illustration: Fig. 32.]
-
-[Illustration: Fig. 33.]
-
-Diejenigen Zellen nun, die dem Beobachter sofort auffallen und die am
-zahlreichsten vertreten sind, sind die sogenannten +Holzzellen+,
-teils dick- teils dünnwandige Zellen, die durch die Tüpfel oder
-behöften Poren sehr charakteristisch gekennzeichnet sind. Die Tüpfel
-erscheinen, von der Fläche aus gesehen, meist als zwei konzentrische
-Kreise, wie dies aus Fig. 32, die eine schematische Darstellung dieser
-Tüpfel, a) von der Fläche gesehen, b) in Seitenansicht, zeigt, deutlich
-zu ersehen ist. Ansicht b) wird man indessen bei Untersuchungen selten
-wahrnehmen. Die Tüpfel erscheinen mehr oder weniger elliptisch geformt
-und zur Längsachse der Zelle schief gestellt.
-
-[Illustration: Fig. 34.]
-
-Wenn auch ein großer Teil der Holzzellen beim Schleifen des Holzes
-zertrümmert wird (Fig. 33), so kommen doch auch noch viele gut
-erhaltene im Papier vor, an denen man diese Tüpfel deutlich wahrnehmen
-kann (Fig. 34).
-
-[Illustration: Fig. 35.]
-
-Neben diesen Holzzellen sind jedoch noch andere vorhanden, die sich
-ebenso vorzüglich zur Erkennung des Holzschliffes eignen, nämlich die
-+Markstrahlzellen+, welche im Stamme von der Mitte aus sternförmig nach
-außen verlaufen und durch ihr gitterförmiges Gefüge auffallen.
-
-Fig. 35 zeigt derartige Markstrahlzellen, wie sie über darunter
-liegende Holzzellen fortlaufen.
-
-Außer den Nadelhölzern werden auch in geringem Umfange Laubhölzer,
-wie Birke, Pappel u. a., verschliffen. Zur Erkennung dieser
-Laubholzschliffe wird auf das S. 73-75 bei Besprechung der Zellstoffe
-aus diesen Hölzern Gesagte verwiesen.
-
-
-Jute (Tafel II).
-
-Was man unter dem Namen Jute namentlich zur Herstellung von Packpapier,
-Zuckerpapier, Briefumschlagpapier, sogenanntem Manilapapier u. s. w.
-verwendet, sind die Bastzellen mehrerer ostindischer Pflanzenarten
-(Corchorus olitorius, C. capsularis, C. fuscus, C. decemangulatus u.
-a.). Sie lassen sich schwer bleichen und finden deswegen für feine
-Papiere keine Verwendung.
-
-Die charakteristische Eigentümlichkeit der +Bastfasern+ dieser
-Pflanzen besteht darin, daß die Wandstärke der Zellen an verschiedenen
-Stellen verschieden ist und oft schon im Bereich des mikroskopischen
-Bildes stark wechselt. Zuweilen ist die Wand sehr dünn, dann wird sie
-mehr oder minder plötzlich dicker und verdickt sich oft so sehr, daß
-die Höhlung der Zelle nur noch als eine dünne Linie erscheint oder auf
-kurze Strecken vollständig verschwindet, um eine kurze Strecke weiter
-dieselben Wandlungen von neuem durchzumachen (Fig. 36).
-
-[Illustration: Fig. 36.]
-
-Man darf indessen nicht erwarten, daß jede Zelle diese Merkmale so
-auffallend zeigt wie eben geschildert; an manchen sind sie schwer
-aufzufinden, und man muß die Zelle erst unter dem Mikroskop verfolgen,
-um Verschiedenheiten in der Wandstärke zu entdecken.
-
-Stellenweise zeigen die Fasern Poren und ganz ähnliche Verdickungen
-(Knoten), wie wir sie später bei der Leinenfaser regelmäßig antreffen
-werden; diese Knoten heben sich in Jod-Jodkaliumlösung durch ihre in
-ein mehr oder weniger gelbes Braun übergehende Färbung deutlich gegen
-die anderen Teile der Zelle ab.
-
-Häufig kommt es vor, daß man die Jutefasern noch zu ganzen Bündeln
-vereinigt in dem mikroskopischen Bilde erblickt (Tafel II). Zur
-Erkennung des anatomischen Baues sind solche Bündel wenig geeignet,
-weil meist eine Zelle die andere verdeckt.
-
-Hinsichtlich der charakteristischen Merkmale von Strohstoff und
-schlecht aufgeschlossenem Holzzellstoff wird auf S. 76 u. 99 verwiesen.
-
- [33] Die Angaben über die Färbung in Jod-Jodkalium- und
- Chlorzinkjodlösung sollen bei Besprechung der einzelnen Fasern
- nicht wiederholt werden; es wird hierzu auf die Tabelle S. 66
- verwiesen.
-
- [34] Den Namen „Holzstoff“ für Holzschliff sollte man vermeiden, da
- er als solcher angewendet ungenau und mit dem Vermerk
- „+mechanisch zubereitet+“ versehen etwas umständlich ist.
-
-
-Gruppe II: Zellstoffe.
-
-
-Nadelholzzellstoff (Tafel III).
-
-Für das Erkennen des Nadelholzzellstoffes unter dem Mikroskop gilt
-natürlich im allgemeinen das vorher beim Holzschliff Gesagte; man
-erkennt ihn an den behöften Poren oder Tüpfeln der Holzzellen. Jedoch
-ist zu bemerken, daß das Gefüge der Zellen infolge des voraufgegangenen
-Kochprozesses weniger deutlich hervortritt als beim Holzschliff. Häufig
-ist man nicht im stande, die beiden konzentrischen Kreise der Poren
-genau wahrzunehmen; die Tüpfel erscheinen dann mehr wie kreisförmige
-oder elliptisch geformte helle Stellen auf den Zellwänden. Ferner
-fehlen meist die charakteristischen Markstrahlzellen, die nur in
-seltenen Fällen und auch dann nur höchst undeutlich zu erkennen sind.
-Neben den behöften Poren zeigen die Fasern große einfache Poren (Fig.
-37), die im Gegensatz zu den ersteren durch den Kochprozeß weit klarer
-sichtbar werden.
-
-[Illustration: Fig. 37.]
-
-[Illustration: Fig. 38.]
-
-Bei nicht völlig aufgeschlossenem Zellstoff kommt es vielfach vor,
-daß die Fasern eine schwach gelbliche Färbung aufweisen. Dies beruht
-darauf, daß man es nicht mit vollkommen reinem Zellstoff, sondern mit
-Zellen zu thun hat, die noch, wenn auch in ganz geringem Maße, verholzt
-sind. Es kann bei einem solchen Material, wenn man es makroskopisch mit
-Phloroglucin behandelt, vorkommen, daß man infolge der auftretenden
-Rotfärbung glaubt, es mit Holzschliff zu tun zu haben.
-
-Auf die Verschiedenheiten der von verschiedenen Nadelhölzern
-herrührenden Zellstoffe soll hier nicht näher eingegangen werden; es
-sei um so mehr auf das hierüber beim Holzschliff Gesagte verwiesen, als
-die Unterscheidungsmerkmale hier noch weniger deutlich hervortreten als
-beim geschliffenen Holz.
-
-Die meisten Zellstoffe dürften wohl von der Fichte herrühren, die sich
-wegen ihres geringen Harzgehaltes am besten zur Fabrikation eignet.
-
-Auf eine Eigentümlichkeit sei noch besonders hingewiesen; es treten bei
-manchen Holzzellstofffasern Erscheinungen auf, wie sie der Baumwolle
-eigen sind, nämlich spiralförmige Windungen der Zelle und gitterförmige
-Streifung der Zellwände (Fig. 38). Verwechselung mit Baumwolle ist
-indessen bei einiger Übung ausgeschlossen.
-
-
-Laubholzzellstoff.
-
-Die Fasern der Laubhölzer bieten nicht so charakteristische und leicht
-auffindbare Merkmale dar wie die der Nadelhölzer. Die +Holzzellen+
-sind meist dünnwandig, die breiteren sparsam mit Poren versehen, die
-eine scharf begrenzte mandelförmige, seltener rundliche Gestalt haben
-und zur Längsachse der Zelle schief gestellt sind.
-
-Bemerkenswert sind bei den Laubhölzern die zahlreichen röhrenartigen
-+Gefäße+, die einen größeren Porenreichtum aufweisen und zur
-Unterscheidung der einzelnen Holzarten einen Anhalt geben.
-
-
-Birkenholzzellstoff (Tafel IV).
-
-Die +Holzzellen+ der Birke sind oft sehr dünnwandig; die dickwandigen
-sind den Bastzellen des Strohes nicht unähnlich.
-
-[Illustration: Fig. 39.]
-
-Die dünnwandigen Zellen tragen vielfach einfache mandelförmige
-Poren, deren Längsachsen teilweise parallel, teilweise schief zur
-Zellrichtung verlaufen (Fig. 39); zuweilen nehmen die Poren auch eine
-mehr oder weniger rundliche Gestalt an. Die Enden der Zellen sind sehr
-mannigfaltig, teilweise sehr spitz, teilweise abgestumpft bis rund.
-
-Die +Gefäße+, die oft noch vollständig und sehr schön erhalten
-im Papier vorkommen, sind mit einer großen Anzahl einfacher
-schlitzförmiger Poren versehen, die senkrecht zur Längsachse des
-Gefäßes gestellt sind. Diese Poren sind zuweilen über das Gefäß
-gleichmäßig verteilt (Fig. 40).
-
-[Illustration: Fig. 40.]
-
-An den Enden sieht man die gitterförmig durchbrochenen Querwände der
-Gefäße sehr schön. Der Gefäßreichtum ist bei der Birke sehr groß.
-
-Der Birkenzellstoff gibt zwar ein sehr schön weißes, aber wenig festes
-und dehnbares Papier und wird wohl nur in Ländern hergestellt, wo es an
-anderen Holzarten, namentlich an Nadelhölzern, fehlt.
-
-
-Pappelholzzellstoff (Tafel V).
-
-Zur Herstellung dürfte vorzugsweise das Holz der Zitterpappel (Populus
-tremula) und der Weißpappel (P. alba) Verwendung finden. Unter den
-Laubhölzern liefern diese beiden Hölzer den zur Bereitung von Papier
-geeignetsten Zellstoff.
-
-Über die +Holzzellen+ der Pappel läßt sich kaum etwas anderes sagen
-als über die der Birke; sie sind einander zum Verwechseln ähnlich; die
-breiteren weisen hier nicht so viele und in der Regel kleinere Poren
-auf als die der Birke. Schmale Zellen mit knotenförmigen Verdickungen
-(Fig. 41) kommen ziemlich häufig vor.
-
-An +Gefäßen+ ist die Pappel ärmer als die Birke. Die Poren sind größer
-als bei der Birke und von einem fünf- bis sechseckig-rundlichen Hof
-umgeben (Fig. 42); auch große einfache Poren sind in den Gefäßwänden
-vorhanden (Fig. 43). Charakteristisch für die Gefäße sind die
-schwanzartigen Enden, die oft eine beträchtliche Länge erreichen (Fig.
-43). Die gitterförmig durchbrochenen Querwände, die bei der Birke
-so charakteristisch hervortreten, fehlen hier. Andere Laubhölzer,
-wie Linde, Erle, Ahorn u. s. w., dürften wohl auch gelegentlich zu
-Zellstoff verarbeitet werden, ein weiteres Eingehen hierauf erscheint
-indessen nicht am Platze.
-
-[Illustration: Fig. 41.]
-
-[Illustration: Fig. 42.]
-
-[Illustration: Fig. 43.]
-
-
-Strohzellstoff (Tafel VI).
-
-Zur Herstellung von Strohzellstoff wird das Stroh aller Getreidearten
-verarbeitet, und es wird hauptsächlich von der Lage einer
-Strohstofffabrik abhängen, ob sie mehr Roggenstroh, Weizenstroh
-oder andere Strohsorten verwendet. Am meisten dürfte bei uns wohl
-Roggenstroh zur Verarbeitung kommen.
-
-[Illustration: Fig. 44.]
-
-[Illustration: Fig. 45.]
-
-[Illustration: Fig. 46.]
-
-Es soll hier auf die Beschreibung der geringen anatomischen
-Unterschiede, welche die einzelnen Stroharten im Bau der Oberhautzellen
-aufweisen, aus demselben Grunde wie bei dem Holzzellstoff nicht
-eingegangen werden; unser Urteil über ein Papier, das Strohzellstoff
-enthält, wird nicht wesentlich vollkommener, wenn wir erfahren, daß
-letzterer z. B. dem Weizenstroh entstammt.
-
-Aus einem mikroskopischen Bilde von Strohfasern heben sich sofort die
-sehr charakteristisch geformten +Oberhautzellen+, dickwandige, mehr
-oder weniger verkieselte Zellen, deren Ränder wellenförmig gebogen
-sind, deutlich ab. Mit diesen wellenförmigen Ausrandungen schließen
-die Zellen dicht aneinander, und in dem Strohstoff findet man noch
-kleine Kolonien solcher innig miteinander verbundenen Zellen; im
-Strohzellstoff und aus diesem hergestellten Papier sind sie selten.
-Diese Oberhautzellen kommen in den mannigfachsten Größen vor; das
-Verhältnis von Länge zu Breite wechselt von 1/1 bis auf mehr als 10/1.
-Auch die Ausrandungen haben verschiedene Gestalt; bald hat man tiefe
-Einbuchtungen, bald nur schwache Wellenlinien. Wenn nun auch diese
-Oberhautzellen ein leichtes Erkennen des Strohzellstoffes ermöglichen,
-so bilden sie doch nur einen geringen Teil aller aus dem Stroh
-stammenden Zellen; unter diesen herrschen die +Bastzellen+ bei weitem
-vor. Diese dünnen langgestreckten Fasern, welche von sehr regelmäßigem
-Bau sind, werden von einem nach dem Ende zu sich verjüngenden schmalen
-Hohlkanal durchzogen (Fig. 44). In ziemlich regelmäßigen Abständen
-zeigt die Wandung knotige Verdickungen. Diese Verstärkungen erstrecken
-sich oft auch nach dem Innern der Zelle, so daß das Lumen an diesen
-Stellen eng zusammengeschnürt erscheint.
-
-[Illustration: Fig. 47a, b, c.]
-
-Die Bastzellen weisen zahlreiche Poren auf, die als dunkele Linien von
-der Höhlung aus nach außen zu verlaufen.
-
-Neben diesen beiden Arten von Zellen, den Oberhaut- und Bastzellen,
-findet sich beim Stroh eine große Anzahl sehr dünnwandiger
-+Parenchymzellen+ (Fig. 45); diese sind an beiden Enden abgerundet;
-teilweise erscheinen sie fast kreisförmig, teilweise sehr
-langgestreckt, mehr oder weniger mit einfachen Poren versehen. Sie sind
-von Wichtigkeit für die Untersuchung, weil sie, wie wir später sehen
-werden, ein Mittel an die Hand geben, Strohzellstoff von Alfazellstoff
-zu unterscheiden.
-
-In untergeordnetem Maße treten +Gefäße+ auf.
-
-Vielfach unverletzt trifft man +Tüpfelgefäße+ an, dünnwandige,
-röhrenförmige Zellen, deren Wände von sehr zahlreichen rundlichen oder
-schlitzförmigen Poren durchsetzt sind (Fig. 46).
-
-+Spiralgefäße+ in unversehrtem Zustande (Fig. 47a) sind sehr selten;
-meist sind die Spiralen durch die Bearbeitung auseinandergezogen und
-finden sich als wurmartige Gebilde im Präparate (Fig. 47b). Dasselbe
-gilt von den +Ringgefäßen+; die Ringe sind meist aus den Gefäßen
-herausgetreten und zeigen sich dem Beobachter als solche (Fig. 47c).
-Zu erwähnen sind ferner noch die +Sklerenchymelemente+, sehr stark
-verdickte und verkieselte Zellen (Fig. 48).
-
-[Illustration: Fig. 48.]
-
-
-Alfa-(Esparto-)Zellstoff (Tafel VII).
-
-Die zu den Gramineen gehörigen Ligaeum Spartum und Stipa tenacissima,
-zwei in Spanien und namentlich Nordafrika in großen Mengen vorkommende
-Pflanzen, liefern das Rohmaterial für den Alfa- oder Espartozellstoff,
-der dem Strohzellstoff sehr nahe steht, bei uns indessen nur in
-beschränktem Maße Verwendung findet. Der Bau der Zellen ist dem der
-Strohzellen sehr ähnlich, und es dürfte nicht immer möglich sein, zu
-entscheiden, ob z. B. eine im Papier vorgefundene Oberhautzelle von
-Stroh oder Esparto herrührt.
-
-Im allgemeinen ist der Bau der Alfazellen zierlicher und Länge und
-Breite der Zellen sind kleiner als beim Stroh; jedoch ist es nicht
-immer möglich, hierauf eine sichere Unterscheidung zu gründen.
-
-Die +Bastzellen+ sind im Gegensatz zu denen des Strohes kurz und häufig
-in ihrer ganzen Länge im mikroskopischen Gesichtsfelde zu beobachten.
-Sie sind sehr regelmäßig gebaut und haben stark verdickte Zellwände, so
-daß der Hohlkanal oft nur als Linie erscheint. Unregelmäßigkeiten im
-Verlauf der Höhlung, wie wir sie beim Stroh kennen gelernt haben, sind
-beim Alfa nicht zu bemerken.
-
-Von den +Oberhautzellen+ läßt sich im wesentlichen nichts anderes
-sagen als von denen des Strohes. Von verschiedenen Seiten ist auf
-die angeblich verschiedenartig scharfe Ausrandung der Oberhautzellen
-eine Unterscheidung gegründet worden, die indessen kaum stichhaltig
-sein dürfte; hiernach sollen diese Zellen bei Alfa tiefer ausgerandet
-sein als beim Stroh. Die zahlreichen Untersuchungen, die in der
-Versuchsanstalt ausgeführt sind, haben jedoch gezeigt, daß auch Stroh
-sehr tief ausgerandete Oberhautzellen aufweist.
-
-Die Zähnchen beim Alfastoff hingegen (Fig. 49) geben ein recht
-gutes Unterscheidungsmerkmal ab. Diese finden sich in Alfapapieren
-in ziemlicher Menge und in mannigfachster Form vor, bald kurz und
-gedrungen, bald lang und spitzig, oder hakenförmig umgebogen.
-
-Große dünnwandige Parenchymzellen fehlen beim Alfastoff vollständig,
-und so liefern diese beiden Elemente ein Mittel, Stroh und Alfa zu
-unterscheiden.
-
-[Illustration: Fig. 49.]
-
-Die auch beim Alfastoff vorkommenden Sklerenchymelemente sind ähnlich
-wie beim Stroh.
-
-
-Zellstoff aus Jute, Manila und Adansonia.
-
-Die +Bastfasern+ dieser drei Pflanzenarten sind zum Teil einander so
-ähnlich, daß sie, namentlich in Gemischen, nicht immer mit Sicherheit
-voneinander unterschieden werden können.[35] Ein Umstand, der das
-Bestimmen der Faserart erschwert, ist die oft sehr verschiedenartige
-Färbung bei Behandlung mit mikrochemischen Reagentien. Diese
-Verschiedenartigkeit wird dadurch veranlaßt, daß die Fasern, welche
-im Rohzustande alle mehr oder weniger verholzt sind, im Hinblick auf
-ihre vorzugsweise Verwendung zu Pack- und Briefumschlagpapier, selten
-vollständig und gleichmäßig entholzt werden. Man findet daher oft alle
-Übergänge von verholzten bis zu völlig aufgeschlossenen Fasern vor.
-
-Dies erschwert die Unterscheidung, und daher erscheint bei Abgabe
-eines Urteils über die Stoffzusammensetzung eines Papiers, welches die
-genannten Fasern enthält, besondere Vorsicht am Platze.
-
-
-Jutezellstoff.
-
-Für den anatomischen Bau der Jutefaser gilt natürlich im allgemeinen
-das Seite 71 Gesagte. Hinzuzufügen ist nur, inwieweit das
-mikroskopische Bild sich durch den Aufschließungsprozeß geändert hat.
-
-In Bezug auf die Färbung der Fasern in den Jodlösungen wird auf Seite
-66 verwiesen.
-
-Die Bündel von Fasern treten bei aufgeschlossener Jute seltener auf;
-sie sind dann geschmeidiger als bei Fasern im Rohzustand und lösen sich
-an den Enden meist in Einzelfasern auf.
-
-Die Einzelfaser ähnelt in ihrem Aussehen der Strohbastfaser, mit der
-sie auch in ihren Abmessungen sehr übereinstimmt.
-
-Nach den Enden zu verjüngt sich die Faser meist ganz allmählich; die
-Enden selbst sind gewöhnlich abgerundet.
-
-Außer den Zellen mit wechselndem Hohlkanal findet man, wenn auch
-seltener, solche mit gleichmäßig verlaufendem Lumen und gleichmäßiger
-Wandstärke; letztere ist oft so gering, daß die Zellwände
-zusammenklappen und die Faser ein baumwollähnliches Aussehen erhält.
-
-In den Jodlösungen zeigen die Fasern Querstreifungen, die zum Teil von
-Porengängen herrühren.
-
-
-Manila (Tafel VIII).
-
-Hierher gehören die Bastfasern verschiedener Musaceen, namentlich
-Musa textilis, M. sapientium, M. paradisiaca. Das über das Aussehen
-der Jutefaser im Papier Gesagte gilt zum großen Teil auch für die
-Manilafaser. Auch hier kommen Faserbündel vor, wenn auch nicht so
-zahlreich als bei der Jute. Zuweilen fehlen die Bündel auch völlig.
-Man beobachtet auch hier zweierlei +Bastfasern+, dickwandige mit
-unregelmäßigem und dünnwandige, baumwollartige mit gleichmäßig
-verlaufendem Hohlkanal. Indessen ist der Wechsel weniger ausgeprägt als
-bei der Jute.
-
-Schlitzförmige Poren durchsetzen die Wand der Bastzellen häufig
-in schräger Stellung. Die Manilafasern zeigen im Gegensatz zu
-den Jutefasern meist protoplasmatischen Inhalt, der sich in den
-Jodlösungen gelb bis gelbbraun färbt. Die Enden der Fasern zeigen
-häufig bleistiftartige Zuspitzungen; die Spitze ist teils scharf,
-teils abgestumpft. Die Querstreifung der Faser ist bei Manila noch
-ausgeprägter, die Streifen sind hier zahlreicher und kräftiger. Sehr
-charakteristisch für Manila sind dickwandige +Parenchymzellen+ mit
-meist schrägen Wänden, die häufig die Form eines Rhombus besitzen und
-in einem Papier, das größere Mengen Manila enthält, selten fehlen.
-
-Die übrigen Elemente, welche noch ab und zu in Manilapapieren
-vorkommen, sind verhältnismäßig selten und kommen für das Erkennen
-wenig in Betracht. Es gehören hierher Spiralgefäße, sowie die von
-+Höhnel+ erwähnten Stegmata.
-
-
-Adansonia (Tafel IX).
-
-[Illustration: Fig. 50.]
-
-Die Adansoniafaser stammt aus dem Bast des in Afrika heimischen
-Affenbrodbaumes (Adansonia digitata). Der Bast kommt in etwa 80 cm
-langen, 8-10 mm dicken und 40-50 mm breiten Stücken zu uns, ist von
-brauner Farbe und zeigt große Festigkeit. Die Faser ist kräftig
-gebaut, walzenförmig und wie schon erwähnt der Manila- und Jutefaser
-teilweise sehr ähnlich. Charakteristisch ist die häufig vorkommende
-Erscheinung, daß die Fasern in der Dicke Unregelmäßigkeiten zeigen
-und sich nach dem Ende zu plötzlich verjüngen. Bei der Verarbeitung
-lösen sich die äußersten Gewebeschichten vielfach ab, und die sehr
-fein zerfaserten Strähnchen umgeben die Zellen an manchen Stellen wie
-mit einem Schleier (Fig. 50). Diese Erscheinung tritt zwar auch bei
-anderen Fasern auf, aber nie in solchem Umfange wie bei Adansonia.
-Die Höhlung verläuft sehr verschieden; sie ist oft nur als dunkele
-Linie erkennbar, erweitert sich dann plötzlich und nimmt mehr als die
-Hälfte der Zellbreite ein. Die Enden sind meist abgerundet, seltener
-zugespitzt. Bündel von zusammenhängenden Fasern kommen kaum vor. Sehr
-häufig begegnet man Gruppen stark verkalkter +parenchymatischer+
-Zellen (Fig. 51) sowie dünnwandigen Parenchymzellen und Bruchstücken
-von +netzartigen Gefäßen+ (Fig. 52).
-
-[Illustration: Fig. 51.]
-
-[Illustration: Fig. 52.]
-
-Hauptunterscheidungsmerkmale für Jute-, Manila- und Adansoniafasern.
-
- =============+=====================+==================+===============+
- | Färbung in | |
- Faserart | Jod-Jodkalium- | Chlorzinkjod- | Hohlkanal |
- | lösung | lösung | |
- =============+=====================+==================+===============+
- {verholzt| leuchtend gelbbraun | gelb oder | in der Weite |
- {ver- | oder braun | grüngelb | oft wechselnd |
- {holzt | | | |
- { | | | |
- Jute{--------+---------------------+------------------+---------------+
- { | grau, bisweilen | blau, bisweilen | in der Weite |
- {ent- | braun | rotviolett | oft wechselnd |
- {holzt | | | |
- { | | | |
- -------------+---------------------+------------------+---------------+
- | | | bei den |
- | | | dickwandigen |
- | grau, | blau, rotviolett | Fasern von |
- Manila | braun, | und gelb, sowie | wechselnder |
- | gelblich | Zwischenfarben | Breite, bei |
- | | | den |
- | | | dünnwandigen |
- | | | gleichmäßig |
- -------------+---------------------+------------------+---------------+
- | | | die Weite |
- Adansonia | schmutzig | | ändert sich |
- | grau und | blau bis | mit der |
- | braun | rotviolett | Breite |
- | | | der Faser |
-
- ===============+================+==============+==================
- | | |
- Faserart | Enden | Poren | Nebenbestandteile
- ===============+================+==============+==================
- { | im allgemeinen | parallel zur |
- { | abgerundet | Achse | keine
- {verholzt | | gestellte |
- { | | Schlitze |
- Jute {---------+----------------+--------------+------------------
- { | im allgemeinen | parallel zur |
- {entholzt | abgerundet | Achse | keine
- { | | gestellte |
- { | | Schlitze |
- ---------------+----------------+--------------+------------------
- | | |
- | | | Gruppen oder
- | | schräg oder | einzelne
- Manila | oft | parallel zur | Parenchymzellen
- | bleistiftartig | Achse | mit ziemlich
- | zugespitzt | gestellte | dicken schrägen
- | | Schlitze | Wänden
- | | |
- ---------------+----------------+--------------+------------------
- | | schräg oder | verkalkte
- Adansonia | | parallel zur | Parenchymzellen
- | meistens | Achse | und
- | abgerundet | gestellte | Gefäßbruchstücke
- | | Schlitze |
-
-Für die Erkennung und das Auseinanderhalten der drei zuletzt
-beschriebenen Faserarten bietet der Gesamteindruck, welchen das
-mikroskopische Bild, als Ganzes betrachtet, auf den Beobachter macht,
-oft einen Anhalt. Dieser durch die Gesamtwirkung von Streifung,
-Abmessung, Krümmung, Starrheit u. s. w. der Fasern auf das Auge
-hervorgerufene Eindruck läßt sich schwer beschreiben, dagegen geben
-ihn die photographischen Aufnahmen (Tafel II, VIII, IX) wieder. Der
-Beobachter muß sich durch eingehende Betrachtung mikroskopischer Bilder
-der genannten drei Fasern mit dem Gesamteindruck vertraut machen.
-
-In vorstehender Tabelle[36] sind die ausgeprägtesten Merkmale der drei
-Faserarten zur besseren Übersicht nochmals gegenübergestellt.
-
- [35] Vergl. Jute, Manila, Adansonia. Von +G. Dalén+ und Dr. +Wisbar+.
- Mitt. aus den techn. Vers.-Anst. 1902.
-
- [36] Entnommen aus der erwähnten +Dalén-Wisbar+schen Arbeit.
-
-
-Beurteilung des Verholzungsgrades der Zellstoffe.
-
-Die in der Papierfabrikation verwendeten Zellstoffe sind teils völlig
-entholzt, teils enthalten sie noch geringe Mengen der Holzsubstanz;
-es hängt dies ab von dem Aufschließungs- und Bleichprozeß, den
-sie durchgemacht haben. Gebleichte Stoffe sind meist frei von
-Holzsubstanz, ungebleichte oder halbgebleichte zeigen noch mehr oder
-weniger starke Verholzung. Die Färbung der Fasern in Jodlösung läßt
-oft schon erkennen, mit welchem Grade der Verholzung man es zu tun
-hat. Deutlicher noch läßt sich dies durch Behandlung mit gewissen
-Farbstoffen ermitteln.
-
-
-Verfahren nach Dr. Klemm.
-
-Dr. +Klemm+ beurteilt den Grad, bis zu welchem die Holzzellen in
-reine Zellstofffasern übergeführt worden sind, nach dem Farbton und
-der Stärke der Färbung mit Malachitgrün in essigsaurer Lösung. (Der
-Farbstoff wird in Wasser mit 2% Essigsäure bis zur Sättigung gelöst.)
-
-Das Reagens ist für mikroskopische Präparate und, wenn Zellstoffe als
-solche vorliegen, auch makroskopisch anwendbar.
-
-Je reiner ein Zellstoff ist, um so weniger färbt er sich. Die besten
-gebleichten Stoffe färben sich fast gar nicht, halbgebleichte
-himmelblau, ungebleichte stark grün.
-
-In Verbindung mit Malachitgrün läßt sich nach +Klemm+ durch einen
-zweiten Farbstoff herausfinden, ob Natron- oder Sulfitzellstoff
-vorliegt.
-
-Dies geschieht durch eine gesättigte, mit 2% Alkohol versetzte Lösung
-von Rosanilinsulfat in Wasser, die mit Schwefelsäure versetzt wird, bis
-sie einen violetten Schimmer angenommen hat.
-
-Die Zellstoffe färben sich wie folgt:
-
- 1. Ungebleichter Sulfitzellstoff wird tief violettrot.
-
- 2. Gebleichter Sulfitzellstoff nimmt eine weniger starke und
- weniger ins Violett spielende rote Färbung an.
-
- 3. Ungebleichter Natronzellstoff färbt sich durchschnittlich noch
- etwas weniger als gebleichter Sulfitstoff.
-
- 4. Gebleichter Natronzellstoff erhält nur einen schwach rötlichen
- Schimmer oder färbt sich überhaupt nicht.
-
-Die bei alleiniger Anwendung der Rosanilinlösung nicht mögliche
-Unterscheidung von gebleichtem Sulfit- und ungebleichtem
-Natronzellstoff läßt sich nach +Klemm+ bewerkstelligen, wenn außerdem
-noch die Prüfung mit Malachitgrün vorgenommen wird. Färbt sich der
-Zellstoff mit Rosanilinsulfat rot, mit Malachitgrün deutlich grün, so
-hat man es mit ungebleichtem Natronzellstoff zu thun; färbt er sich mit
-Rosanilinsulfat wohl auch rot, mit Malachitgrün dagegen schwach blau
-oder gar nicht, so hat man auf gebleichten Sulfitzellstoff zu schließen.
-
- * * * * *
-
-Unter Zugrundelegung der von +Behrens+[37] für die Unterscheidung
-von Gewebefasern vorgeschlagenen Doppelfärbung mit Malachitgrün und
-Kongorot kann man die verschiedenen Reinheitsgrade der Zellstoffe
-vielleicht noch deutlicher unterscheiden.
-
-Das zu prüfende Material wird durch Kochen mit verdünnter Natronlauge
-aufgeschlossen.
-
-Der Faserbrei wird hierauf mit der 15-20fachen Menge einer etwa
-½prozentigen Lösung von Malachitgrün in Wasser, die mit einigen
-Tropfen Essigsäure angesäuert ist, einige Minuten erwärmt, dann,
-nachdem er gut durchgeschüttelt worden ist, auf ein Sieb gebracht und
-ausgewaschen, bis das Waschwasser fast farblos abläuft. Schon nach
-dieser Vorbehandlung kann man sich oft ein Bild von dem Verholzungsgrad
-der Fasern machen. Sind sie stark verholzt, so erscheinen sie stark
-grün gefärbt; sind sie nicht oder wenig verholzt, so zeigen sie nur
-eine schwache grünliche Färbung.
-
-Zur weiteren Beurteilung wird der mit Malachitgrün behandelte Stoff
-in ähnlicher Weise mit einer 15-20fachen Menge wässeriger, etwa
-½prozentiger Kongorotlösung, zu der man einige Körnchen Soda fügt,
-gefärbt und ausgewaschen, bis das Waschwasser fast farblos abläuft.
-
-Aus dem so behandelten Stoff werden geringe Mengen entnommen und in
-Wasser oder Wasser und Glycerin präpariert. Stark verholzte Fasern
-erscheinen dann im mikroskopischen Bilde stark grün gefärbt, weniger
-verholzte bläulichgrün bis hellgrün und unverholzte Fasern rot.
-
- [37] +H. Behrens+, Mikrochemische Analyse. 1896. S. 52.
-
-
-Gruppe III: Lumpenfasern.
-
-
-Baumwolle (Tafel X).
-
-Mit dem Namen Baumwolle bezeichnet man die +Samenhaare+ einiger
-Gossypium-Arten (G. indicum, G. barbadense, G. herbaceum u. s. w.).
-Diese Haare sind bis zu 5 cm lang, kegelförmig sich nach dem Ende zu
-verjüngend, einzellig und ohne Querwände. Die Enden sind stumpf bis
-rundlich, werden aber im Papier selten angetroffen. Die Zelle ist
-einem Schlauche ähnlich, dessen Höhlung etwa ⅔ des ganzen Durchmessers
-ausmacht. Trocknen diese Samenschläuche aus, so klappen die Wände, da
-sie wegen ihres schwachen Baues dem Luftdruck nicht widerstehen können,
-aufeinander, und die gleichzeitig auftretenden Spannungen der Wandung
-veranlassen eine spiralförmige Drehung der Zelle, eine Erscheinung,
-die zum leichten Erkennen der Baumwolle wesentlich beiträgt. Fig. 53
-gibt ein Bild der +rohen+ Baumwollfaser, an welchem diese Drehung sehr
-deutlich zu beobachten ist.
-
-[Illustration: Fig. 53.]
-
-[Illustration: Fig. 54.]
-
-Bei den aus dem +Papier+ stammenden Baumwollfasern oder Faserteilchen
-tritt diese Erscheinung seltener und weniger deutlich auf, da man es
-immer nur mit verhältnismäßig kurzen Enden zu tun hat.
-
-Indessen ist die Baumwolle, wenn sie gut erhalten ist, auch ohne diese
-spiralförmigen Windungen mit keiner der noch folgenden Lumpenfasern
-zu verwechseln. Zunächst fehlen der Faser sowohl die dem Leinen und
-Hanf eigentümlichen Poren, feine Kanäle, die von der Zellhöhle aus
-durch die Wandung nach außen verlaufen, als auch die zahlreichen
-knotenartigen Auftreibungen. Ferner zeigt die Zellwand vielfach
-eine höchst charakteristische Streifung, die der ganzen Zelle eine
-gitterförmige Zeichnung aufprägt (Fig. 54). Allerdings kommen auch
-bei dem Nadelholzzellstoff derartig gitterförmig gezeichnete Zellen
-vor, indessen ist eine Verwechselung mit diesen schon infolge der
-verschiedenen Färbung ausgeschlossen.
-
-[Illustration: Fig. 55.]
-
-Die eigentümliche Streifung in Verbindung mit dem weiten Hohlkanal
-der Zelle und das Fehlen von Poren und Knötchen, wie sie den
-folgenden beiden Faserarten eigentümlich sind, bilden demnach sichere
-Anhaltspunkte zur Erkennung der Baumwolle. Zudem hat sie von den
-Lumpenfasern den größten Durchmesser und erscheint durch die Jodlösung
-meist etwas dunkeler gefärbt als die Leinen- und Hanffaser.
-
-Es kommt zuweilen vor, daß durch Drehen oder Zusammendrücken der Faser
-der Hohlkanal so eng wird, daß er nur als dunkele Linie erscheint
-(Fig. 55); man hüte sich davor, in solchen Fällen die Faser mit der
-Leinenfaser zu verwechseln.
-
-
-Leinen (Tafel XI).
-
-Die +Bastzellen+ der Flachspflanze (Linum usitatissimum) sind etwa halb
-so dick wie die Haare der Baumwolle, sehr regelmäßig gebaut und spitz
-auslaufend. Im Papier allerdings wird man die natürlichen Enden der
-Faser sehr selten beobachten, da diese durch den Fabrikationsprozeß
-meist stark beschädigt werden (Fig. 56).
-
-[Illustration: Fig. 56.]
-
-[Illustration: Fig. 57.]
-
-Charakteristisch für die Leinenfasern sind die sich oft in sehr kurzen
-Entfernungen wiederholenden Verschiebungen der Wand, welche bei der
-Verarbeitung der Faser Anlaß zu Knotenbildungen geben. Bei sehr
-starker Verdickung werden diese Knoten durch den Fabrikationsprozeß
-häufig breitgepreßt, eine Erscheinung, die in manchen Fällen bis zum
-vollständigen Bruch der Fasern an der verdickten Stelle führen kann.
-
-Neben diesen Knoten ist der enge Hohlkanal der Zelle für deren
-Erkennung von Wichtigkeit. Da die Wände sehr stark sind, so ist das
-Lumen meist nur als dunkele Linie zu beobachten. Dabei sind Zellen, bei
-denen man diesen Hohlkanal von Anfang bis zu Ende verfolgen könnte,
-nicht sehr häufig. Bei vielen, namentlich den schwächeren Fasern, sieht
-man mit der früher angegebenen Vergrößerung das Lumen überhaupt nicht;
-bei anderen erscheint es auf einer kurzen Strecke, wird dann so eng,
-daß es dem Beobachter entschwindet, und kommt eine kurze Strecke weiter
-mit großer Deutlichkeit wieder zum Vorschein.
-
-Zugleich ist die Wand der Zelle von zahlreichen Poren durchsetzt, die
-von dem Inneren aus nach dem Rande zu verlaufen und als dunkele Linien
-erscheinen (Fig. 57).
-
-Die Enden der Fasern sind oft sehr fein und lang ausgefasert (Fig. 56),
-eine Eigentümlichkeit, die aber nicht nur, wie oft angegeben wird, dem
-Flachs allein eigen ist, sondern auch bei Baumwolle vorkommen kann.
-
-
-Hanf.
-
-Der anatomische Bau der Hanffaser ist dem des Flachses ungemein
-ähnlich, und nur im rohen Zustande oder in groben Garnen kann man
-die beiden Fasern, namentlich durch die Quellungserscheinungen in
-Kupferoxydammoniak und die Bruchstücke der Oberhaut, mit Sicherheit
-voneinander unterscheiden. Im Papier ist die Unterscheidung nicht mehr
-möglich; die Quellungserscheinungen lassen im Stich, und Oberhautstücke
-sind im Papier nicht mehr vorhanden.
-
-Es treten bei Hanf dieselben knotenartigen Auftreibungen auf wie bei
-Flachs, dieselben zerquetschten Knoten und dieselben ausgefaserten
-Enden.
-
-Es bleibt daher, wenn man bei einem Papier von Leinenfasern spricht,
-die Frage offen, ob es sich nur um Leinen oder Hanf oder um ein Gemenge
-beider handelt. Praktisch ist diese Lücke ohne Bedeutung, da die
-beiden Fasern an sich als gleichwertig für die Beurteilung des Papiers
-anzusehen sind.
-
-Zur Unterscheidung von Leinen und Baumwolle empfiehlt +Wiesner+[38] die
-Behandlung der Fasern mit einer Mischung von verdünnter Chromsäure und
-Schwefelsäure. Nach kurzer Einwirkungsdauer führt leichter Druck auf
-das Deckglas zu einem Zerfall der Fasern. Leinen zerfällt in kurze,
-quer abgetrennte Teile („wie wenn man einen Baumstamm durch die Säge in
-Klötze zerlegt hätte“), Baumwolle in zahllose kleine Splitter.
-
-
-Wolle (Tafel XII).
-
-Wollene Lumpen oder Abfälle werden in der Papierfabrikation nur zur
-Herstellung einiger Sondererzeugnisse wie Kalanderwalzenpapier,
-Schrenzpapier, geringere Sorten Löschpapier, Dachpappe u. a.
-verarbeitet. Auch zum Melieren finden geringe Mengen gefärbter
-Wollfasern Anwendung.
-
-Die Gegenwart von Wolle in einem Papier verrät sich meist schon durch
-das Äußere, insbesondere durch die rauhe Oberfläche. Solche Papiere
-dürfen, wie schon Seite 65 erwähnt, nicht mit Natronlauge aufgekocht
-werden, weil diese die Wolle löst; man kocht in solchen Fällen nur mit
-Wasser.
-
-Das Erkennen der Wolle unter dem Mikroskop bietet keine
-Schwierigkeiten; sie weicht in ihrem Bau so sehr von den bisher
-besprochenen Fasern ab, daß Verwechselungen ausgeschlossen sind.
-Besonders ins Auge fällt die schuppenförmige Zeichnung der Fasern,
-hervorgerufen durch die nebeneinander oder dachziegelförmig
-übereinander liegenden Hornschuppen; allerdings werden diese Schuppen
-bei der Bearbeitung der Lumpen mehr oder weniger entfernt, sie können
-streckenweise sogar ganz fehlen.
-
-In der Jod-Jodkaliumlösung erscheint die Wolle leuchtend gelbbraun,
-wenn sie ungefärbt in das Papier gelangt ist. War sie ursprünglich
-gefärbt, so zeigt sich diese Farbe auch im mikroskopischen Bilde.
-
-Sind, wie meist bei den angeführten Sondererzeugnissen, größere Mengen
-Wolle vorhanden, so kann man deren Menge annähernd durch Kochen mit
-etwa 5prozentiger Natronlauge bestimmen. Die Wolle geht hierbei in
-Lösung. Zu berücksichtigen sind hierbei etwa vorhandene Extraktivstoffe
-sowie etwaige Verluste an Füllstoffen beim Auskochen.
-
-
-Seltener vorkommende Fasern.
-
-Außer den vorgeschilderten Fasern, die in der Papierfabrikation
-vorzugsweise zur Verwendung gelangen, sei noch kurz auf einige seltener
-vorkommende ausländische Faserstoffe hingewiesen. Teils finden Papiere
-aus solchen bei uns vielfach Verwendung (z. B. japanische Papiere),
-teils gelangen derartige Fasern bei Verarbeitung von altem Papier,
-Abfällen u. s. w. in unsere Papiere. In erster Linie sind hier die
-Fasern japanischen Ursprungs zu erwähnen.
-
-Als wichtigstes Rohmaterial zur Herstellung von Papieren dient den
-Japanern der Bast der drei Pflanzen
-
- Wickstroemia canescens (Gampi),
- Edgeworthia papyrifera (Mitsu-mata oder Dsuiko),
- Broussonetia papyrifera (Kodsu).
-
-Wenn man daher von Fasern japanischen Ursprungs spricht, sind in den
-meisten Fällen diese drei Arten gemeint, welche in China und Japan in
-bedeutender Menge gebaut werden und in ihrem Bast feine, geschmeidige
-Fasern von großer Länge und Festigkeit besitzen.
-
-Im mikroskopischen Bilde zeigen die Fasern teils Ähnlichkeit mit
-Strohbastfasern und Leinen, teils mit Baumwolle. In Jod-Jodkaliumlösung
-färben sie sich schwach gelblich bis braun, in Chlorzinkjodlösung blau
-und bläulich-rot.
-
-Eine eingehende Schilderung dieser Fasern unter Beigabe von Abbildungen
-ist in den „Mitteilungen aus den technischen Versuchsanstalten“ 1888,
-Sonderheft IV, veröffentlicht.
-
-Hier näher darauf einzugehen, erscheint im Hinblick auf das
-verhältnismäßig seltene Vorkommen der Fasern und auf den Zweck des
-vorliegenden Werkes nicht am Platze.
-
-Als weitere Rohstoffe, die in den Ländern ihrer Erzeugung zur
-Anfertigung von Papier dienen, wären vielleicht zu erwähnen das
-Bambusrohr, verschiedene Schilfrohrsorten[39], mannigfache Gräser,
-Zuckerrohrrückstände u. a. m., deren mikroskopische Merkmale als
-Papierfaser zum Teil noch wenig erforscht sind.
-
- * * * * *
-
-Es ist gewiß der berechtigte Wunsch eines jeden Mikroskopikers, bei der
-Untersuchung gute Vergleichsproben reinen Materials zur Hand zu haben,
-um diese zum Vergleich benutzen zu können. Namentlich für denjenigen
-sind solche von Wert, der nicht dauernd mit dem Mikroskop arbeitet, dem
-infolgedessen einmal gewonnene Bilder bald wieder aus dem Gedächtnis
-entschwinden und der so geradezu gezwungen ist, aus dem Vergleich mit
-bekannten Objekten seine Schlüsse zu ziehen.
-
-Leider sind bis jetzt für die mikroskopische Papierprüfung derartige
-Präparate, die für eine Vergleichung wirklich wertvoll wären,
-nicht geschaffen worden, und es ist fraglich, ob sie überhaupt in
-zufriedenstellender Weise geschaffen werden können. Die Gelatine oder
-andere ähnliche Einbettmassen, welche zum Präparieren der Fasern
-dienen, nehmen den durch die Jodlösung gefärbten Fasern diese Färbung
-und damit dem Beobachter einen Anhalt für ihre Unterscheidung, so
-daß es ratsam sein dürfte, solche Präparate, die leicht zu Irrtümern
-Anlaß geben können, zu vermeiden. Dauerpräparate dieser Art, die für
-die Papierprüfung mit Unrecht warm empfohlen werden, haben außerdem
-noch oft den Nachteil, daß die Fasern nicht aus Papier, sondern aus
-dem unverarbeiteten Rohmaterial entnommen sind. Daß aber die Fasern
-vor der Einwirkung der mechanischen Zerstörungsprozesse ein anderes
-Bild abgeben als nachher, braucht nach dem Vorgesagten wohl nicht erst
-erwähnt zu werden.
-
-Um nun die besprochene Lücke einigermaßen auszufüllen, verfahre man in
-folgender Weise: Man koche eine geringe Menge verbürgt reinen Leinen-,
-Baumwoll- u. s. w. Papiers in der oben näher angegebenen Weise mit
-Natronlauge zu einem Brei. Diesen bringe man in eine gut verschließbare
-Flasche und übergieße ihn mit Alkohol; er ist dann gegen Fäulnis
-geschützt und unbegrenzt haltbar. Eine Sammlung derartig vorbereiteter
-Papierfasern ist ein für den weniger Geübten nicht zu entbehrendes
-Hilfsmittel für die Untersuchung, und selbst der mit dem Bau der Fasern
-hinlänglich Vertraute wird in schwierigen Fällen gern seine Zuflucht
-zu ihnen nehmen. Sie sollten daher auch stets den für Papierprüfung
-zusammengestellten Mikroskopen beigegeben werden.[40]
-
-Allerdings ist nicht zu verkennen, daß es sehr große Schwierigkeiten
-macht, Papiere zu erhalten, die wirklich nur aus einem einzigen
-Rohstoff bestehen; meist finden sich auch bei der sorgfältigsten
-Auswahl der Rohstoffe und der saubersten Verarbeitung geringe
-Beimengungen anderer Stoffe, die den Beobachter leicht irreführen
-können. Besonders aber hüte man sich, aus der handelsüblichen
-Bezeichnung eines Papiers einen Schluß auf die zur Herstellung
-verwendeten Fasern zu ziehen und etwa zu glauben, daß Hanfpapier aus
-Hanf, Leinenpost aus Leinen, Manilapapier aus Manilahanf u. s. w.
-bestehen müsse. Derartige Bezeichnungen stehen zu dem Papierrohstoff in
-gar keiner Beziehung und verdanken lediglich dem geschäftlichen Verkehr
-ihre Entstehung.
-
- [38] +Wiesner+, Die mikroskopische Untersuchung des Papiers. Wien
- 1887.
-
- [39] Vergl. Ein neuer Rohstoff für die Papierindustrie (Arundo Donax,
- Italienisches Pfahlrohr). Mitt. 1895. S. 24.
-
- [40] Die Firma +Schopper-Leipzig+ bringt derartige Proben in Breiform
- in den Handel. Die Proben sind in der Versuchsanstalt geprüft
- und die Flaschen mit dem Siegel der Anstalt verschlossen.
-
-
-Verschiedene Mahlungszustände von Papierfasern.
-
-Es ist bekannt, daß eine Reihe von Fasern, unter den Lumpen besonders
-die Leinenfasern, je länger sie im Holländer gemahlen werden, um so
-mehr in feine Fibrillen zerfallen, so daß es unter Umständen nicht
-mehr möglich ist, mit Sicherheit festzustellen, welchen Rohstoffen
-die feinsten Teilchen entstammen. Diese weitgehende Mahlung wird
-vorzugsweise bei festen Schreibpapieren, bei Zigarettenpapieren u. s.
-w. ausgeübt. Man bezeichnet den so erhaltenen Stoff als „schmierig“.
-Bei anderen Arten von Papier, z. B. bei Löschpapieren, will man
-schmierigen Stoff soviel wie möglich vermeiden, und man mahlt daher so,
-daß die Fasern möglichst nur verkürzt, nicht aber ausgefasert werden,
-d. h. mit scharfen Messern und bei dünn eingetragenem Stoff; den so
-erhaltenen Stoff bezeichnet man als „rösch“.
-
-Diese verschiedenen Mahlungsarten geben naturgemäß den Fasern im
-mikroskopischen Bilde ein ganz verschiedenartiges Aussehen. Einige
-Beispiele hierfür sind in Tafel XV wiedergegeben, nämlich:
-
- 1 Zigarettenpapier,
- 1 holländisches Banknotenpapier,
- 2 Photographiepapiere,
- 3 Normalpapiere der Verwendungsklasse 1,
- 1 Dokumentenpapier aus ungebleichten Lumpen,
- 1 Löschpapier,
- 1 Packpapier.
-
-Die Aufnahmen erfolgten bei einer 25fachen Vergrößerung.
-
-Wenn man den Zustand der Fasern von dem Papier Nr. 1 bis zu dem Nr. 10
-verfolgt, so wird man die großen Unterschiede, welche sich darbieten,
-nicht verkennen können. Beim Papier Nr. 1 sind die Fasern derartig
-vermahlen, daß man kaum noch einzelne gut erhaltene Faserbruchstücke
-auffinden kann. Von Papier Nr. 2 gilt fast dasselbe, jedoch finden sich
-hier schon mehrere noch bis zu einem gewissen Grade unversehrte Fasern.
-Verfolgt man die Papiere weiter, so wird man im großen und ganzen eine
-Abnahme feinster Fibrillen und eine Zunahme besser erhaltener Fasern
-beobachten können, bis zu dem Papier Nr. 9 und Nr. 10, welche nur noch
-in äußerst geringem Grade Zerstörungserscheinungen der Fasern zeigen.
-Den Zustand der Fasern in jedem einzelnen Fall zu beschreiben, ist
-außerordentlich schwer; das Bild wirkt in diesem Falle besser und ist
-genügend aufklärend. Wenn daher von dem Untersuchenden verlangt wird,
-er soll den Mahlungszustand der im Papier enthaltenen Fasern angeben,
-so dürfte sein Urteil erheblich an Wert gewinnen, wenn der Erklärung
-eine mikrophotographische Aufnahme der Fasern beigegeben würde.
-
-Vielleicht könnte man auch durch zahlreiche Aufnahmen Gruppen von
-Mahlungszuständen schaffen, gewissermaßen Normalzustände, welche in
-geeigneter Weise den Interessenten zugänglich zu machen wären. Man
-könnte dann bei Untersuchung von Papier hinsichtlich des Faserzustandes
-auf diese Normalien hinweisen und brauchte so nicht jedesmal dem
-Untersuchungsbefund eine photographische Abbildung beizufügen. Aus
-den hier vorliegenden Beispielen könnte man vielleicht folgende
-Zusammenstellung schaffen (S. 93).
-
- Papier| Art des | Stoffzusammen- | Mittlere | Widerstand
- Nr. | Papiers | setzung |Reiß-| Deh-| gegen
- | | |länge| nung| Zerknittern
- | | | m | % |
- ======+================+===================+=====+=====+===============
- 2 | Holländisches | Wegen starker | 7275|11,1 |außerordentlich
- |Banknotenpapier | Zermahlung nicht | | | groß
- | | mit Sicherheit zu | | |
- | | ermitteln; | | |
- | | wahrscheinlich | | |
- | | Leinen | | |
- | | | | |
- 3 | Normal 1[41] | Leinen, Zusatz | 6215| 4,7 | sehr groß
- | | Baumwolle; ein | | |
- | | Teil der Fasern | | |
- | | stark zermahlen | | |
- | | | | |
- 4 |Dokumentenpapier| Leinen, geringe | 8425| 5,6 |außerordentlich
- | aus | Mengen Baumwolle | | | groß
- | ungebleichten | | | |
- | Lumpen | | | |
- | | | | |
- 5 | Normal 1[41] | Leinen, Baumwolle | 6050| 4,2 | sehr groß
- | | | | |
- 6 | Normal 1[41] | Baumwolle, geringe| 6825| 7,2 |außerordentlich
- | | Mengen Leinen | | | groß
- | | | | |
- 7 |Photographie- | Leinen, sehr | 2600| 3,8 | gering
- | papier | geringe Mengen | | |
- | | Baumwolle | | |
- | | | | |
- 8 |Photographie- | Leinen, sehr | 4350| 4,5 | gering
- | papier | geringe Mengen | | |
- | | Baumwolle | | |
- | | | | |
- 10 | Packpapier | Manilahanf | 6750| 4,5 |außerordentlich
- | | | | | groß
-
- Gruppe I. Nr. 1-3;
- „ II. „ 4, 5 und 6;
- „ III. „ 7 und 8;
- „ IV. „ 9 und 10.
-
-Kommt nun ein Papier auf den Zustand der Faser zur Untersuchung, so
-könnte man einfach auf Grund des mikroskopischen Bildes unter Hinweis
-auf die geschaffenen Normalgruppen erklären, daß das Papier sich im
-Mahlungszustand beispielsweise der Gruppe II nähert. Solche Angaben
-würden für den Fabrikanten in vielen Fällen von Wert sein.
-
-Mit acht der abgebildeten zehn Papiere sind Festigkeitsversuche
-ausgeführt worden, und es wird interessant sein, die hierbei
-ermittelten Werte kennen zu lernen (vergl. S. 92).
-
- [41] Die drei Normalpapiere 1 rühren aus drei verschiedenen Fabriken
- her.
-
-
-Feststellung der Mengenverhältnisse der Fasern.
-
-Man ist hierbei, abgesehen von den verholzten Fasern (vergl. S.
-100), z. Z. ausschließlich auf das mikroskopische Bild angewiesen;
-irgendwelche analytische Verfahren zur Trennung der Fasern sind
-nicht bekannt. Deshalb sind die Angaben über die prozentische
-Faserzusammensetzung eines Papiers immer nur als +annähernd+ zutreffend
-anzusehen. Die Ermittelung kann aber doch so weit sicher gestaltet
-werden, daß sie einen praktischen Wert erhält.
-
-Ein Bruchteil der Fasern ist bei den meisten Papieren infolge
-mechanischer Einwirkungen während des Fabrikationsprozesses und
-infolge von Ähnlichkeiten im anatomischen Bau überhaupt unbestimmbar,
-wenigstens soweit es sich um Lumpen handelt. Diese werden auf dem Wege
-durch die Papierfabrik von den Messern der Holländer, den Walzen u. s.
-w. oft bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Der Bruchteil der auf diese
-Weise unkenntlich gemachten Fasern wird demnach abhängen von der Art
-der Bearbeitung des Rohmaterials; er wird größer sein bei Papieren,
-welche sehr lange gemahlen sind, und geringer bei Papieren, bei denen
-dies nicht der Fall war.
-
-Wesentlich günstiger liegen die Verhältnisse bei den Zellstoffen. Die
-Art ihrer Herstellung bringt es mit sich, daß bei diesen die einzelnen
-Zellen weniger verändert werden als bei den Lumpen, und da sie auch
-bei der Verarbeitung zu Papier meist nur einer kurzen mechanischen
-Behandlung unterliegen, so finden sie sich im allgemeinen weniger
-verletzt im Papier vor. Da sie außerdem selten Neigung zeigen, sich
-wie die Lumpen, insbesondere die Leinenfasern, der Länge nach in dünne
-Lamellen zu zerfasern, sondern bei einer etwaigen Zertrümmerung meist
-in Querstücke zerfallen, so kann man auch den Ursprung der Bruchstücke
-besser feststellen als bei Lumpen.
-
-Die Verhältnisse für die Mengenbestimmung von Fasern im Papier an
-der Hand des mikroskopischen Bildes liegen also bei Lumpenfasern
-ungünstiger als bei den Zellstoffen. Es wird erheblich schwerer
-sein, bei einem Lumpenpapier den annähernden Gehalt an Leinen-
-und Baumwollfasern festzustellen, als bei einem anderen Papier zu
-entscheiden, wie viel Lumpen- und Zellstofffasern es enthält.
-
-Die Verwertung des mikroskopischen Bildes zur Ermittelung der
-ungefähren Mengenverhältnisse der einzelnen Fasersorten kann nun auf
-zweierlei Weise geschehen; entweder zählt man die Fasern jeder Gattung
-unter Beobachtung gewisser noch zu besprechender Punkte zusammen und
-vergleicht die so gewonnenen Zahlen oder man vergleicht das Präparat
-mit anderen von bekannter Stoffmischung lediglich nach dem Augenschein.
-
-Mit dem Auszählen eines einzigen Bildes ist natürlich nichts getan; es
-ist nötig, daß eine große Anzahl von Gesichtsfeldern abgesucht wird,
-da man nur dann ein annähernd richtiges Durchschnittsergebnis erwarten
-darf. Wenn auch die Stoffmischung infolge der Vorbereitung als sehr
-vollkommen angesehen werden kann, so kommt es doch vielfach vor, daß
-beispielsweise bei einem aus gleichen Teilen Leinen und Zellstoff
-bestehenden Papier in einem Bilde vorwiegend Leinen-, in einem anderen
-vorwiegend Zellstofffasern gefunden werden. Diese Schwankungen werden
-dann bei Benutzung einer großen Anzahl von Bildern wieder ausgeglichen.
-
-Beim Auszählen der Gesichtsfelder ist es zweckmäßig, den Halbmesser
-beziehungsweise Durchmesser des Gesichtsfeldes als Längeneinheit
-zu Grunde zu legen, denn einer solchen bedarf es bei der großen
-Verschiedenheit in den Längen der einzelnen Faserstücke. Die in einem
-Bilde vorhandenen Bruchstücke von Fasern, welche kürzer als die
-gewählte Einheit sind, müssen als Bruchteile derselben geschätzt und
-dann verrechnet werden.
-
-Die durch das Auszählen gewonnenen Zahlen -- nehmen wir an, es seien
-Durchschnittswerte aus 50 Zählungen -- können zur prozentualen
-Berechnung der Fasern ohne weiteres nur dann verwendet werden, wenn die
-Annahme gerechtfertigt ist, daß gleiche Faserlängen der in Betracht
-kommenden Stoffe auch gleich schwer sind. Wenn diese Voraussetzung
-beispielsweise bei Leinen und Baumwolle zuträfe, so bestände ein
-aus diesen Stoffen gefertigtes Papier, wenn in dem Gesichtsfelde im
-Durchschnitt gefunden worden sind
-
- Leinenfasern 7,
- Baumwollfasern 5,
-
-ohne Berücksichtigung der unbestimmbaren Fasern und der Füllstoffe
-ungefähr aus
-
- 58% Leinenfasern und
- 42% Baumwollfasern.
-
-Daß diese Voraussetzung aber nicht für alle Fasern zutreffen wird,
-zeigt sich an dem anatomischen Bau der Fasern. Ein Beispiel soll dies
-noch näher erläutern.
-
-Ein Ganzstoff wurde aus genau 50% leinenen Fasern und 50% Holzzellstoff
-erzeugt, und es wurden in 100 verschiedenen Gesichtsfeldern die
-einzelnen Fasern gezählt; im Mittel wurden gefunden 43,7% Längen
-Leinenfasern und 56,3% Längen Holzzellstoff.
-
-Um auf die wahren Verhältnisse zu kommen, müßte man daher die
-gefundenen Werte noch mit Koeffizienten multiplizieren, deren Größe
-für die einzelnen Faserarten durch Auszählen einer großen Reihe von
-Stoffmischungen zwar bestimmt werden könnte, die aber immerhin von
-geringem praktischem Wert bleiben würden, weil die Methode allzu
-umständlich werden würde und trotzdem noch erhebliche Unsicherheiten
-bestehen blieben. Insbesondere ist für das Auszählen der Präparate ein
-außerordentlich großer Zeitaufwand erforderlich.
-
-Bei einem Gehalt des Papiers an Strohzellstoff kommt ferner hinzu, daß
-es noch schwerer als im angeführten Beispiel, wenn nicht gar unmöglich
-ist, die mannigfachen, so verschieden gestalteten Fasern des Strohes
-(Oberhautzellen, Parenchymzellen, Gefäße, Sklerenchymzellen u. s. w.)
-auf eine Längeneinheit zu bringen.
-
-Diese Erwägungen lassen es zweckmäßig erscheinen, auf eine
-Auszählung der Fasern des Bildes zu verzichten und den Versuch der
-Mengenbestimmung der einzelnen Fasersorten auf dem zweiten der oben
-angegebenen Wege, nämlich dem der Schätzung, zu unternehmen.
-
-Man muß sich hierbei zunächst klar darüber sein, worauf man die zu
-machenden prozentischen Angaben beziehen will, ob auf das Papier als
-solches, d. h. unter Berücksichtigung der etwa vorhandenen Füllstoffe,
-oder nur auf das vorhandene Fasermaterial. Die nachfolgenden Angaben
-beziehen sich nur auf den letzteren Fall.
-
-Um dem Auge in der Abschätzung des mikroskopischen Bildes Übung zu
-verschaffen, ist es erforderlich, zunächst mit Stoffen bekannter
-Zusammensetzung zu arbeiten; da man auch später Vergleichsmischungen
-stets zur Hand haben muß, um in Zweifelsfällen einen sicheren Anhalt
-zu haben, so ist es zweckmäßig, diese Mischungen ein für allemal
-anzufertigen und dauernd aufzubewahren; es handelt sich hierbei nicht
-um fertige Dauerpräparate gewöhnlicher Art, sondern um Stoffmischungen,
-welche, wie schon Seite 90 erwähnt, in Flaschen unter Alkohol
-aufbewahrt und von welchen in jedem einzelnen Bedarfsfalle frische
-Präparate angefertigt werden.
-
-Man schätzt zunächst bei schwacher Vergrößerung die Gruppen ab und dann
-bei stärkerer die einzelnen Faserarten.
-
-Dadurch, daß infolge der Färbung mit den Jodlösungen die Fasern
-gruppenweise auseinander gehalten werden, wird dem Auge das Schätzen
-wesentlich erleichtert, und die Erfahrung hat gezeigt, daß bei
-gehöriger Übung seitens des Untersuchenden die auf diese Weise
-gefundenen Werte den wirklichen Verhältnissen +annähernd+ entsprechen.
-
-Von großem Wert ist es natürlich, wenn die Schätzungen von mehreren
-Beobachtern vorgenommen und aus den geschätzten Prozentsätzen die
-Mittel gebildet werden.
-
-
-
-
-Nachweis von Holzschliff und anderen verholzten Fasern.
-
-
-Bei der Besprechung der mikroskopischen Prüfung wurde darauf
-hingewiesen, mit Hilfe welcher Merkmale man den Holzschliff durch das
-Mikroskop nachweisen kann. Einfacher als dort angegeben gestaltet sich
-der Nachweis, wenn es sich nur darum handelt, das Vorhandensein von
-verholzten Fasern überhaupt festzustellen. Wir besitzen eine große
-Anzahl chemischer Verbindungen, die mit denjenigen Bestandteilen des
-Holzes, die man kurzweg als +Holzsubstanz+ bezeichnet, mehr oder minder
-starke, leicht und schnell zu erzeugende Färbungen geben.
-
-Da die verholzten Fasern und insbesondere der Holzschliff als Feinde
-jedes für lange Aufbewahrung bestimmten Papiers betrachtet werden
-müssen, so ist es von besonderer Wichtigkeit, Mittel zu besitzen, die
-schnell und leicht Aufschluß über das Vorhandensein dieser Fasern geben.
-
-Von den Reagentien, die zum Nachweis verholzter Fasern empfohlen
-werden, sollen hier nur einige besprochen werden, mit Hilfe deren der
-Nachweis am schärfsten gelingt und welche daher auch am häufigsten
-angewendet werden, nämlich:
-
- +Schwefelsaures Anilin+ (+Anilinsulfat+),
- +Phloroglucin-Salzsäure+ und
- +Dimethyl-paraphenylen-diamin+.[42]
-
-
-Die Reaktion mit schwefelsaurem Anilin (Anilinsulfat).
-
-Man löst etwa 5 g schwefelsaures Anilin in 50 g destilliertem Wasser;
-das Salz löst sich bei einigem Umschütteln ziemlich leicht und
-man erhält eine klare, farblose Flüssigkeit, welche jedoch nicht
-lichtbeständig ist, sondern sich ziemlich leicht zersetzt, wobei sie
-eine violette Färbung annimmt; trotzdem reagiert sie auch während der
-Zersetzung noch auf Holzschliff. Die Färbung, welche die Lösung von
-Anilinsulfat auf holzschliffhaltigem Papier hervorbringt, ist eine sehr
-schön hellgelbe.
-
-
-Die Phloroglucin-Reaktion.
-
-Diese von +Wiesner+[43] entdeckte Reaktion für verholzte Zellen ist
-wohl die empfindlichste von allen und zugleich die farbenprächtigste.
-Zur Herstellung der Lösung verfährt man in folgender Weise: Man löst
-1 g Phloroglucin in 50 ccm Alkohol und fügt etwa 25 ccm konzentrierte
-Salzsäure hinzu; es entsteht eine schwach gelb gefärbte Flüssigkeit,
-welche sich allmählich durch den Einfluß der Luft und des Lichtes
-zersetzt; man tut daher gut, sich nie größere Mengen herzustellen, da
-eine frisch bereitete Lösung schneller und schärfer wirkt als eine
-schon in Zersetzung übergegangene.
-
-Die Färbung, welche diese Lösung auf holzhaltigem Papier hervorbringt,
-ist sehr schön rot, und aus diesem Grunde ist die Phloroglucinlösung
-der oben besprochenen vorzuziehen, weil diese beispielsweise bei gelben
-Papieren keine so deutliche Reaktion veranlaßt als jene.
-
-Man lasse bei der Untersuchung auf verholzte Fasern mittels
-Phloroglucin nicht außer acht, daß es gewisse Farbstoffe gibt,
-welche sich, wie das in der Papierfabrikation vielfach verwendete
-Metanilgelb, unter dem Einfluß freier Säuren ebenfalls rot färben und
-daher möglicherweise zu der Annahme führen könnten, man hätte es mit
-verholzten Fasern zu tun.
-
-Die Art und Weise des Auftretens der Reaktion ist aber anders als beim
-Holzschliff. Bringt man Phloroglucin auf holzschliffhaltiges Papier,
-so entsteht ganz allmählich eine an Tiefe zunehmende Rotfärbung,
-wobei einzelne dickere Fasern besonders hervortreten und durch ihre
-dunklere Färbung auffallen. Ist indessen kein Holzschliff, sondern
-nur Metanilgelb vorhanden, so entsteht der Fleck ziemlich plötzlich;
-das Papier erscheint ganz gleichmäßig gefärbt und es sind keine
-einzelnen Fasern durch besonders hervortretende Färbung sichtbar; der
-Fleck verblaßt in wenigen Minuten und umgibt sich mit einem violetten
-Hof, während Holzschliffflecken erst nach längerer Zeit und ganz
-allmählich verblassen und sich hierbei nicht mit einem Hof umgeben.
-Sollten trotzdem noch Zweifel auftauchen, so befeuchte man das zu
-untersuchende Papier mit verdünnter Salzsäure allein; entsteht auch
-jetzt die Rotfärbung, so ist ein Farbstoff vorhanden, entsteht sie
-nicht, so handelt es sich um Holzschliff.
-
-
-Wursters Reaktion mit Dimethyl-paraphenylen-diamin.[44]
-
-Das Reagens gelangt entweder in Lösung oder in Form von Filtrierpapier,
-das mit der Lösung getränkt ist, zur Anwendung; der Kürze wegen
-bezeichnet der Entdecker die Mittel mit Di-Lösung und Di-Papier.
-
-Bei Anwendung der Lösung bringt man diese durch Auftropfen oder mit
-Hilfe eines Pinsels auf das zu untersuchende Papier. Bei Gegenwart von
-verholzten Fasern entsteht nach einiger Zeit ein orangeroter Fleck.
-Dieser Fleck wird mit Wasser befeuchtet und erscheint dann karmoisinrot.
-
-Verwendet man statt der Lösung das Papier, so benetzt man es vor
-dem Versuch mit einigen Tropfen Wasser, faltet es einmal zusammen
-und bringt es unter Druck zwischen das zusammengelegte zu prüfende
-Papier. Ist letzteres unter dem Reagenspapier durchfeuchtet, so wird
-diese Stelle mit Wasser benetzt, und es entsteht dann ebenfalls eine
-karmoisinrote Färbung.
-
-Lösung und Papier sind von der chemischen Fabrik von Dr. Theodor
-+Schuchardt+ in Görlitz zu beziehen.
-
-Hat man mit Hilfe einer der geschilderten Reaktionen verholzte Fasern
-nachgewiesen, so kann die weitere Frage, welcher Art die Fasern
-sind, ob es sich insbesondere um Holzschliff handelt, nur durch eine
-mikroskopische Untersuchung beantwortet werden.
-
-In Frage kommen von anderen verholzten Fasern hauptsächlich nicht
-völlig aufgeschlossener Zellstoff, ungebleichte Jute und Adansonia,
-deren Erkennen auf Grund der Angaben Seite 71 u. 80 ermöglicht wird.
-
-Über die Unterscheidung von Holzschliff und nicht völlig
-aufgeschlossenem Holzzellstoff sei noch folgendes bemerkt.
-
-+Holzschliff+ zeigt infolge des Schleifprozesses nur Bruchstücke von
-Zellen oder Zellgruppen. Besonders ins Auge fallen die Holzzellen mit
-Tüpfeln und die gitterförmigen Markstrahlzellen. Natürliche Enden sind
-nicht oder nur selten zu beobachten.
-
-+Holzzellstoff+ zeigt infolge des Aufschließens auf chemischem Wege
-einzelne Zellen und Bruchstücke solcher; natürliche Enden der Faser
-sind in großer Anzahl vorhanden. Die gitterförmigen Markstrahlzellen
-fehlen in den meisten Fällen.
-
-Hiermit sind genug Anhaltspunkte gegeben, um Holzschliff und nicht
-völlig aufgeschlossenen Holzzellstoff voneinander zu unterscheiden.
-
- [42] In +Müllers+ Abhandlung „+Die Bestimmung des Holzschliffes im
- Papier+“ findet sich Seite 10 eine ausführlichere
- Zusammenstellung von Holzschliffreagentien, die aufzuzählen hier
- zu weit führen würde.
-
- [43] +Dingler+, Polytechnisches Journal 1878, S. 397.
-
- [44] Dr. +C. Wurster+, Die neuen Reagentien auf Holzschliff und
- verholzte Pflanzenteile. 1900.
-
-
-Die Bestimmung der Menge des Holzschliffes.
-
-Bekanntlich fehlt es zur Zeit noch an Verfahren, den Holzschliff eines
-Papiers in wägbarer Form abzuscheiden und so seine genaue quantitative
-Feststellung zu ermöglichen; ob dies jemals gelingen wird, erscheint
-zweifelhaft und dürfte auch im allgemeinen nicht von großer Bedeutung
-sein. Wenn für eine Papiersorte überhaupt Holzschliff zugelassen ist,
-wird es sicher in den meisten Fällen ohne ernste Bedeutung sein, ob 5%
-mehr oder weniger vorhanden sind. Nur in Streitfällen wäre ein genaues
-Bestimmungsverfahren von Wert.
-
-Die bis jetzt zur Bestimmung der Holzschliffmenge eines Papiers
-gemachten Vorschläge sind zweierlei Art; einmal soll der Gehalt auf
-kolorimetrischem Wege und im zweiten Falle durch ein analytisches
-Verfahren ermittelt werden.
-
-+Gädicke+[45] stellt sich durch Vermischen von Holzschliff und
-schwedischem Filtrierpapier in verschiedenen Verhältnissen Papiere
-von 10, 20, 30, 40, 50 u. s. w. % Holzschliffgehalt her, die er durch
-schwefelsaures Anilin gelb färbt. Die verschiedenen Farbtöne, welche
-je einen Holzschliffgehalt darstellen, werden als Deckfarbe aus
-geeigneten Farbstoffen gemischt und auf Papier aufgetragen; auf diese
-Weise entsteht eine Tabelle, aus welcher man die Menge des im Papier
-enthaltenen Holzschliffes annähernd entnehmen kann, sobald man es mit
-Anilinsulfat gefärbt hat; vorausgesetzt wird hierbei natürlich, daß
-stets mit Lösungen von gleicher Konzentration gearbeitet wird.
-
-Dr. +Wurster+[46] verwendet das bereits erwähnte Di-Papier. Dieses
-Di-Papier wird mit 1-2 Tropfen Wasser befeuchtet und, in der Mitte
-zusammengelegt, zwischen das zu prüfende Papier gebracht. Ist letzteres
-unter dem Reagenspapier durchfeuchtet, so wird diese Stelle mit viel
-Wasser benetzt. Enthält das Papier Holzschliff, so tritt Rotfärbung
-ein, und an dem Grad der Färbung des mit Filtrierpapier abgedrückten
-aber noch feuchten Fleckes kann der Gehalt an geschliffenem Holz
-annäherungsweise bestimmt werden. Dem Di-Papier wird nämlich eine
-Farbentafel beigegeben, auf welche zehn verschiedene rote Farbtöne
-aufgetragen sind, deren jeder einem bestimmten Holzschliffgehalt
-entspricht. Hat man also das holzschliffhaltige Papier mit Hilfe des
-Di-Papiers gefärbt, so sucht man auf der Tafel den Farbton aus, welcher
-der erhaltenen Färbung am meisten entspricht. Die Zahl, welche sich auf
-der Tafel befindet, gestattet die Bestimmung des Prozentgehaltes an
-Holzschliff mit Hilfe der Gebrauchsanweisung, welche beigegeben ist.
-
-Die Verfahren von Dr. A. +Müller+[47] (Behandlung des Papiers mit
-Kupferoxydammoniak) und von +Godeffroy und Coulon+[48] (Behandlung des
-Papiers mit Goldchloridlösung) haben sich bei genauer Prüfung nicht als
-brauchbar erwiesen.
-
-+Prof. Rudolf Benedikt und Max Bamberger+[49] wiesen an der Hand der
-S. +Zeisel+schen Methoxylbestimmungsmethode nach, daß dem Lignin
-(Holzsubstanz) eine ziemlich hohe Methylzahl zukommt; man versteht
-unter Methylzahl diejenige Methylmenge in Zehntelprozenten, welche
-sich beim Kochen der Substanz mit Jodwasserstoffsäure in Form von
-Jodmethyl abspaltet. Die verschiedenen Holzarten verhalten sich hierbei
-verschieden; es wurde im Mittel gefunden für Fichte die Methylzahl
-22,6, Tanne 24,5, Aspe 22,6. Da man mit Hilfe des Mikroskopes
-feststellen kann, welcher Art das in einem Papier vorhandene Holz ist,
-so kann man dadurch ermitteln, welche Methylzahl man den Bestimmungen
-zu Grunde legen muß.
-
-Bei der Untersuchung auf diejenigen Bestandteile des Holzes, welche
-Methoxylgruppen enthalten und demgemäß die Abspaltung des Jodmethyls
-veranlassen, ergab sich, daß hierbei nur jene Teile des Holzes in Frage
-kommen, die man mit dem Namen Lignin bezeichnet.
-
-Reine Cellulose, gereinigte Baumwolle, Filtrierpapier liefern kein
-Jodmethyl; die mit Wasser, Alkohol und Äther extrahierten Hölzer
-liefern nach der Extraktion dieselbe Methylzahl wie vorher.
-
-Die Ausführung der Bestimmung der Methylzahl muß mit großer Sorgfalt
-geschehen, da ein Fehler von nur einer Einheit in der Methylzahl den
-Holzschliffgehalt schon um 5% falsch finden läßt. Nicht ausführbar
-ist die Bestimmung der Methylzahl für Holz in einem Papier, welches
-Gips oder Baryumsulfat enthält, da ein größerer Schwefelgehalt die
-Methylzahl durch Bildung von Merkaptan herabdrückt.
-
-In der Versuchsanstalt wird die +annähernde+ Bestimmung der Menge des
-vorhandenen Holzschliffes u. a. auch in folgender Weise ausgeführt.
-Das Verfahren ist wie das von +Gaedicke+ und Dr. +Wurster+ ein
-kolorimetrisches, unterscheidet sich jedoch von den beiden genannten
-dadurch, daß zum Vergleich nicht ein künstlicher Farbton, sondern die
-Färbung, welche irgend ein Holzschliffreagens mit Holzschliff erzeugt,
-direkt benützt wird.
-
-Erforderlich zur Ausführung der Prüfung sind die nachfolgenden
-Gegenstände.
-
- 1. Eine Glasplatte von etwa 10×20 cm Fläche.
-
- 2. Eine Pincette.
-
- 3. Ein beliebiges Reagens auf Holzschliff (Phloroglucin,
- schwefelsaures Anilin o. a.).
-
- 4. Eine Reihe von Papieren mit bekanntem Holzschliffgehalt; wenn
- möglich innerhalb der Grenzen 1-10% um je 1%, innerhalb 10-30% um
- je 5% und von da ab um je 10% steigend; wenn diese Papiermuster
- außerdem in verschiedenen Dicken zur Verfügung stehen, so ist dies
- für die Ausführung der Prüfung sehr vorteilhaft.
-
-Die Art der Versuchsausführung selbst ist folgende.
-
-Zunächst wird festgestellt, ob das Quadratmeter-Gewicht des
-zu prüfenden Papiers +ungefähr+ übereinstimmt mit dem der
-Vergleichsproben; ist dies nicht der Fall, so wird beim Versuch durch
-Aufeinanderlegen von zwei oder mehreren Blättern der dünneren Sorte
-der Unterschied möglichst ausgeglichen; durch eine kleine Vorprobe mit
-Phloroglucinlösung überzeugt man sich, ob das in Frage kommende Papier
-viel oder wenig Holzschliff enthält, damit nicht alle Abstufungen zum
-Vergleich herangezogen werden müssen. Von denjenigen Mustern, die man
-auf Grund dieser Vorprüfung ausgewählt hat, schneidet man kleine etwa
-3 qcm große Stücke ab, ebenso ein solches von dem zu untersuchenden
-Papier. Sämtliche Proben bringt man in eine Schale von Glas oder
-Porzellan, welche eine Phloroglucinlösung von beliebiger Stärke
-enthält; man verfährt hierbei derart, daß die nächste Probe erst dann
-in die Flüssigkeit gebracht wird, wenn die vorhergehende bereits von
-beiden Seiten benetzt worden ist. Auf diese Weise vermeidet man das
-Zusammenhaften der einzelnen Blätter, welches oft ein allseitiges
-Benetzen verhindert. Nachdem die Lösung etwa zwei bis drei Minuten (bei
-schwachen Lösungen fünf Minuten) eingewirkt hat, nimmt man zunächst
-die Proben von bekanntem Gehalt heraus, läßt die daran haftende Lösung
-abtropfen und legt sie mit wachsendem oder abnehmendem Gehalt an
-Holzschliff der Reihe nach nebeneinander auf die Glasplatte; die zu
-untersuchende Probe legt man unter diese Reihe.
-
-Man tut gut, die Proben nun sowohl im auffallenden als auch im
-durchfallenden Licht zu betrachten, das letztere besonders bei Proben
-von gleicher Dicke. Man wird sich weit eher als bei den anderen
-kolorimetrischen Methoden für einen bestimmten Gehalt an Holzschliff
-entscheiden können.
-
-Von besonderem Wert hat sich dies Verfahren erwiesen bei Papieren,
-welche sehr wenig Holzschliff enthalten, beispielsweise weniger als 10%.
-
-Eine Schwierigkeit des Verfahrens liegt zur Zeit noch in der
-Beschaffung der Vergleichspapiere, die im Handel nicht zu haben sind;
-vielleicht tragen diese Zeilen dazu bei, die eine oder die andere
-Papierfabrik zur Herstellung solcher Muster zu veranlassen, wobei die
-weiter unten aufgeführten Gesichtspunkte zu beachten sein würden.
-
-Der Versuchsanstalt liegen bei ihren Prüfungen Papiere zu Grunde, die
-seitens einiger Papierfabrikanten mit besonderer Vorsicht hergestellt
-und der Anstalt zum Geschenke gemacht sind; sie enthalten 0,5,
-1,0, 1,5 u. s. w. bis zu 90% Holzschliff und bilden ein wertvolles
-Material zur annähernden Bestimmung dieses Faserstoffes im Papier.
-Eine weitere Reihe von Papieren ist in der Versuchsanstalt mit den
-denkbar einfachsten Mitteln hergestellt worden und dürften solche in
-Ermangelung anderer, in einer Papierfabrik mit allen Hilfsmitteln
-erzeugten Proben auch gute Dienste leisten.
-
-Eine sehr wertvolle Unterstützung der vorbeschriebenen annähernden
-Bestimmung der Menge des im Papier vorhandenen Holzschliffes bietet die
-mikroskopische Untersuchung, vorausgesetzt, daß der Untersuchende im
-mikroskopischen Arbeiten und insbesondere im Schätzen der Bilder einen
-gewissen Grad von Übung besitzt.
-
-Bei der Schätzung des Holzschliffes im mikroskopischen Bilde ist
-natürlich, wie ausdrücklich hervorgehoben werden mag, ebensowenig ein
-genaues Ergebnis zu erwarten wie bei dem geschilderten kolorimetrischen
-Verfahren; indessen hat die Erfahrung gezeigt, daß die Schätzungen bei
-genügender Übung im allgemeinen mit einem Fehler von weniger als 10%
-behaftet sind.
-
-Um für die Schätzungen einen festen Anhalt zu haben, ist zunächst die
-Herstellung bestimmter Stoffmischungen erforderlich; die Mischungen
-werden nicht in Blättern geschöpft, sondern als Brei aufbewahrt, da sie
-nur in dieser Form Verwendung finden.
-
-Auf die Herstellung der Präparate, sowohl des zu untersuchenden Papiers
-als auch der Mischungen, ist große Sorgfalt zu verwenden. Man nehme für
-die Präparate, soweit dies der Augenschein gestattet, immer möglichst
-gleich viel Material, breite dies immer auf eine möglichst gleich große
-Fläche aus und betrachte das Bild stets mit derselben Vergrößerung. Ein
-Wechsel in den Objektiven und Okularen erzeugt große Unsicherheit im
-Urteil. Die Abgabe des Urteils erfolgt nach dem Gesamteindruck, den das
-Auge erhalten hat.
-
-Spuren oder ganz geringe Mengen Holzschliff in als holzfrei gehandelten
-Papieren haben schon oft Veranlassung zu unliebsamen Erörterungen
-zwischen dem Erzeuger und Abnehmer der Ware gegeben. Wenn auch ein
-Fabrikant holzfreier Papiere lediglich holzfreie Rohstoffe verarbeitet,
-so ist doch in jeder Fabrik die Möglichkeit gegeben, daß das fertige
-Papier verholzte Fasern und zwar in erster Linie Holzsplitterchen
-enthält. Die Ansichten über die Möglichkeit, Bedeutung und Zulässigkeit
-solcher Verunreinigungen sind in Fachkreisen sehr geteilt, und ein
-allgemein anerkannter Handelsbrauch darüber, ob und bis zu welchem
-Grade als holzfrei gehandelte Papiere durch verholzte Fasern
-verunreinigt sein dürfen, ohne als holzhaltig angesehen zu werden,
-besteht nicht.[50]
-
-Die Versuchsanstalt hat von jeher den Standpunkt eingenommen, daß man
-ein Papier nicht ohne weiteres als holzhaltig ansprechen soll, wenn man
-verholzte Fasern in ihm nachweisen kann; der Papierfabrikant verlangt
-mit Recht, daß man auch den Fabrikationsumständen bei der Beurteilung
-solcher Fragen Rechnung trägt, und diese sind wie erwähnt derart,
-daß unter den gewöhnlichen hier in Frage kommenden Verhältnissen
-Verunreinigungen durch verholzte Fasern nicht sicher zu vermeiden sind.
-Die Möglichkeiten solcher Verunreinigungen werden um so mehr in den
-Hintergrund treten, je besser und wertvoller das erzeugte Papier ist,
-und man wird um so mehr mit ihnen zu rechnen haben, je geringer die
-Güte des erzeugten Materials ist. Aus diesem Grunde werden auch die
-Ansprüche, die man an das Papier stellt, verschieden sein, und man
-wird z. B. an ein Packpapier 5a und an ein Schreibpapier 3a, die beide
-holzfrei sein sollen, nicht den gleichen Maßstab legen. Man wird in
-jedem einzelnen Falle unter Berücksichtigung der Güte des Materials,
-der Preislage und des Verwendungszweckes seine Entscheidung treffen
-müssen.
-
-Von diesem Gesichtspunkt aus dürfte es sich, sofern nicht besondere
-Fälle vorliegen, vielleicht empfehlen, bei holzfreien Packpapieren,
-Aktendeckeln u. s. w. einen Gehalt an verholzten Fasern bis zu 3%
-zuzulassen; bei Schreib- und Druckpapieren aus Lumpen mit oder ohne
-Zusatz von Erde dürften höchstens bis zu 0,5%, bei den übrigen holzfrei
-verlangten Sorten höchstens bis zu 1% an verholzten Fasern zulässig
-sein.
-
-Diese Spielräume tragen wohl in reichlichem Maße den vorher
-geschilderten Umständen Rechnung, ohne andererseits die Güte des
-Papiers herabzudrücken; sind diese Grenzen aber überschritten, dann
-kann man wohl nicht mehr verlangen, daß der Empfänger die „holzfrei“
-bestellte Ware als solche ansieht und abnimmt.
-
-Einen Anhalt zur Abschätzung geringer Mengen Holzschliff gibt Tafel
-XVI; sie ist die Wiedergabe einer Zeichnung[51] nach Originalmustern.
-Papiere mit 0,5%, 1%, 2%, 3% und 5% Holzschliff, etwa 75 g das qm
-schwer, wurden mit salzsaurer Phloroglucinlösung behandelt und dann im
-auffallenden Licht gezeichnet.
-
- [45] Sitzungen der Polytechnischen Gesellschaft zu Berlin 1882.
-
- [46] Papierzeitung 1887, Nr. 14ff.
-
- [47] Die qualitative und quantitative Bestimmung des Holzschliffes im
- Papier. Von Dr. +A. Müller+. Julius Springer, Berlin.
-
- Der Gedanke, Kupferoxydammoniak zur Bestimmung des Holzes im
- Papier zu verwenden, ist auch von +Merz+ durchgeführt worden; er
- hat eine Anzahl von Versuchen angestellt (Papierzeitung 1886),
- ist indessen nicht zu befriedigenden Ergebnissen gelangt.
-
- [48] Über die quantitative Bestimmung des Holzschliffes im Papier.
- Von +Richard Godeffroy+ und +Max Coulon+. Mitteilungen des k.
- k. Technologischen Gewerbe-Museums in Wien. Neue Folge. II.
- Jahrgang 1888, Nr. 1 und 2, S. 18ff., S. 67 und 1889, S. 9ff.
-
- [49] Über eine quantitative Reaktion des Lignins. Von +Rudolf
- Benedikt+ und +Max Bamberger+. Monatshefte für Chemie 1890,
- S. 260.
-
- Zur Bestimmung des Holzschliffes im Papier. Von Prof. +Rudolf
- Benedikt+ und +Max Bamberger+. Chemiker-Zeitung 1891, Nr. 14,
- S. 221.
-
- [50] Vergl. Holzfreie Papiere. Vom Verfasser. Mitt. a. d. techn.
- Vers.-Anst. 1900, S. 279.
-
- [51] Angefertigt von meinem Kollegen Dr. +Wisbar+.
-
-
-
-
-Bestimmung der Art der Leimung.
-
-
-Tierische Leimung.
-
-+Kiliani+ empfiehlt, zur Bestimmung des tierischen Leims dessen
-Fähigkeit, in der Siedehitze gelbes Quecksilberoxyd zu reduzieren, zu
-benutzen.
-
-Zum Versuch wird das Papier (10-15 g) möglichst fein zerkleinert und in
-einem Becherglase mit destilliertem Wasser ausgekocht.
-
-Während des Kochens versetzt man in einem zweiten Becherglase eine
-Lösung von Quecksilberchlorid mit verdünnter Ätznatronlösung, wobei man
-darauf zu achten hat, daß letztere im Überschuß zugesetzt wird.
-
-Zu dem ausgefällten gelben Quecksilberoxyd fügt man den durch Kochen
-des Papiers erhaltenen wässerigen Auszug.
-
-Kocht man diese Mischung eine Zeit lang, so wird bei Anwesenheit
-von tierischem Leim der gelbe Niederschlag erst schmutziggrün, dann
-schwarz; nach dem Kochen setzt sich am Boden des Becherglases ein
-schwarzer Niederschlag von metallischem Quecksilber ab.
-
-Ist in dem Papier Tierleim nicht vorhanden, so verändert sich entweder
-die gelbe Farbe des Quecksilberniederschlages nicht, oder sie geht nur
-in Schmutziggrün über.
-
-Den erhaltenen Niederschlag bringt man zur weiteren Untersuchung auf
-ein Filter, wäscht ihn mit Wasser und später mit verdünnter Salzsäure
-aus. Bleibt bei diesem Auswaschen auf dem Filter ein schwarzer
-Rückstand (metallisches Quecksilber), so ist in dem Papier Tierleim
-vorhanden.
-
-Bei nicht tierisch geleimten Papieren löst sich der auf dem Filter
-befindliche Niederschlag vollständig auf.
-
-Man tut gut, sich den Verlauf der Reaktion zunächst durch Kochen des
-Niederschlages mit Gelatinelösung selbst vor Augen zu führen.
-
-Empfindlicher und einfacher als diese Quecksilberreaktion ist der
-Nachweis des Tierleims durch Gerbsäure, der darauf beruht, daß letztere
-mit Tierleim einen Niederschlag von gerbsaurem Leim (Leder) bildet.
-Versetzt man eine nicht allzu dünne Leimlösung mit Gerbsäure, so
-entsteht ein dicker gallertartiger Niederschlag, und selbst bei starker
-Verdünnung der Lösung ist noch eine milchig-weiße Trübung zu bemerken,
-aus welcher sich bald Flocken absetzen.
-
-Behufs Ausführung des Versuchs zieht man zunächst das Papier mit
-destilliertem Wasser aus und dampft den Auszug etwas ein, damit die
-Reaktion schärfer zu beobachten ist; zu diesem Auszug setzt man nach
-dem Erkalten Chlorammonium (als Salz) und nach dem Auflösen verdünnte
-Jod-Jodkaliumlösung im Überschuß; hierdurch fällt die mit aufgelöste
-Stärke als blaue Jodstärke aus; sie wird abfiltriert und das Filtrat
-mit einigen Tropfen Alaunlösung und dann mit einer Lösung von Gerbsäure
-in Wasser versetzt. War das Papier tierisch geleimt, so entsteht
-ein mehr oder weniger dicker, flockiger Niederschlag, der sich aber
-zuweilen erst nach einiger Zeit bildet.
-
-Will man sich hiermit allein nicht begnügen, so filtriert man den
-Niederschlag ab, trocknet und glüht ihn mit Natronkalk. War Tierleim
-vorhanden, so bildet sich Ammoniak, das man mit Curcuma- oder rotem
-Lackmuspapier (feucht) nachweisen kann, wenn es sich nicht schon durch
-den Geruch bemerkbar macht.
-
-Zum Nachweis ganz geringer Mengen Tierleim oder wenn zur Prüfung nur
-sehr wenig Material verfügbar ist, wie bei der Untersuchung alter
-Handschriften, schlägt +Wiesner+ das +Millon+sche Reagens vor, welches
-auf Eiweißstoffe, und diese sind ja im tierischen Leim stets vorhanden,
-sehr empfindlich reagiert.
-
-Eine gewogene Menge metallisches Quecksilber wird mit dem gleichen
-Gewicht rauchender Salpetersäure versetzt und einige Stunden lang an
-einem kalten Orte sich selbst überlassen; hierauf setzt man eine gleich
-große Menge destilliertes Wasser hinzu und läßt das Ganze 24 Stunden
-stehen.
-
-Das zu untersuchende Papier wird auf ein Deckgläschen gelegt und
-mit dem Reagens befeuchtet; hierauf bringt man es auf ein Drahtnetz
-und erwärmt langsam. Ist tierischer Leim vorhanden, so färbt sich
-das Papier in wenigen Minuten rot und zwar je nach der Menge des
-vorhandenen Leims rosenrot bis ziegelrot. Später bräunt sich das
-Papier, weshalb auf den Beginn der Färbung genau zu achten ist.
-
-Aus dem Zutreffen der +Millon+schen Reaktion kann aber nur unter
-bestimmten Voraussetzungen auf Tierleim geschlossen werden. Diese sind:
-
- 1. Das Papier darf kein Eiweiß als solches enthalten.
-
- 2. Das Papier darf keine freien, einfach hydroxylierten
- aromatischen Gruppen enthalten.
-
-Daß man bei Prüfung alter Beschreibstoffe, unter welchen oft feine
-Pergamente vorkommen, die mit Papier große Ähnlichkeit haben, auf
-die Beschaffenheit des Materials Rücksicht zu nehmen hat, ist
-selbstverständlich. Solche Pergamente geben die +Millon+sche Reaktion
-ausgezeichnet, weil sie aus leimgebender Masse bestehen.
-
-Die quantitative Bestimmung des Tierleims geschieht am besten durch
-Ermittelung des Stickstoffgehaltes nach einem der hierfür bekannten
-Verfahren (z. B. Kjeldahl).
-
-
-Kaseinleim.
-
-Kasein, meist in Form von Ammonium-Albumin, wird in einigen Fabriken
-beim Leimen mitverwendet,[52] um dem Papier erhöhte Leimfestigkeit und
-besseren Griff zu verleihen. Bei der Herstellung gestrichener Papiere
-findet es gleichfalls Verwendung. Zum Nachweis von Kasein benützt man
-am besten die Reaktion von +Adamkiewicz+, nach der sich eine Mischung
-von 1 Vol. konzentrierter Schwefelsäure und 2 Vol. Eisessig nach Zusatz
-von Kasein beim Erwärmen schön rotviolett färbt. Tierleim gibt diese
-Färbung nicht.
-
-Das Ausziehen des Kaseins aus dem Papier erfolgt durch Behandeln mit
-Boraxlösung oder schwachen Laugen. Die Ausscheidung aus der Lösung
-erfolgt dann durch Kochen mit Essigsäure. Das abgeschiedene Eiweiß wird
-abfiltriert, getrocknet und in angegebener Weise geprüft. Entsteht (bei
-sehr geringen Mengen Eiweiß) kein Niederschlag, so dampft man das Ganze
-zur Trockene ein und prüft den Rückstand.
-
-
-Harzleimung.
-
-Die Ansichten, welches bei der Anwendung des Harzleims die wirkenden
-Faktoren seien, ob freies Harz, ob harzsaure Tonerde oder ein Gemenge
-beider, sind noch geteilt. +Wurster+ behauptet, die Leimfestigkeit des
-Papiers werde lediglich durch freies Harz bedingt, andere behaupten,
-daß sie durch eine Verbindung des Harzes mit der Tonerde bewerkstelligt
-wird.
-
-Daß auf alle Fälle immer freies Harz im Papier vorhanden ist, dürfte
-wohl nicht mehr angezweifelt werden, und hierauf stützen sich im
-wesentlichen die Verfahren für den Nachweis der Harzleimung.
-
-Eines der ältesten beruht darauf, daß eine alkoholische Lösung
-von Harz, sobald sie mit Wasser stark verdünnt wird, sich durch
-Ausscheidung von Harz milchig trübt.
-
-Man übergießt einen in kleine Stücke zerrissenen halben Bogen des zu
-prüfenden Papiers mit absolutem Alkohol und bringt das Gefäß, in dem
-das Ausziehen vorgenommen wird, etwa eine Viertelstunde lang in heißes
-Wasser. Gießt man diesen Auszug in destilliertes Wasser, so scheidet
-sich das Harz aus, und es entsteht eine milchig-weiße Trübung.
-
-Diese Reaktion ist indessen nicht sehr empfindlich; bei kleinen Mengen
-Papier tritt sie meist nur undeutlich auf. Ihre Empfindlichkeit kann
-aber gesteigert werden, wenn man dem Alkohol vor dem Kochen einige
-Tropfen Salzsäure, Essigsäure o. a. zusetzt.
-
-Eine sehr deutliche Reaktion erhält man auch, wenn man das Papier mit
-reiner Essigsäure (Eisessig) ohne Zusatz von Alkohol in der Wärme
-auszieht und dann den Auszug mit Wasser versetzt; in diesem Falle
-genügen schon wenige Quadratcentimeter Papier. Der Versuch kann bequem
-in einem Reagensglase ausgeführt werden. Man bringt in dieses kleine
-Stücke des zu untersuchenden Materials, übergießt mit 2-3 ccm Eisessig,
-läßt einige Male aufkochen und füllt das Glas mit destilliertem
-Wasser; ist Harzleim vorhanden, so entsteht eine dicke weiße Trübung,
-anderenfalls bleibt die Flüssigkeit klar.
-
-Schwaches Opalisieren der Flüssigkeit ist nicht als Beweis für die
-Anwesenheit von Harzleim anzusehen; die Essigsäure kann nämlich
-unter Umständen geringe Mengen anderer Stoffe in Lösung bringen,
-welche diese Erscheinung hervorrufen; sie entzieht z. B. etwa
-vorhandenem Holzschliff ganz geringe Mengen Harz, löst bei vorhandenem
-schwefelsaurem Kalk einen geringen Bruchteil dieses Füllstoffes
-auf u. s. w. In diesen Fällen tritt beim Verdünnen mit Wasser
-schwaches Opalisieren ein, das aber mit der Reaktion, welche von
-Harzleim herrührt, kaum verwechselt werden kann. Um jedoch jeden
-Zweifel zu beseitigen, tut man gut, einen Teil des Alkohol- oder
-Essigsäureauszuges zur Trockene zu verdampfen und sich von der harzigen
-Beschaffenheit des Rückstandes zu überzeugen.
-
-+Morawski+[53] schlägt vor, die +Storch+sche Reaktion zum Nachweis von
-Harzöl auch bei der Untersuchung von Papier auf Harzleimung anzuwenden.
-Löst man etwas Kolophonium in einem +trockenen+ Reagensglase durch
-Erwärmen mit Essigsäureanhydrid und läßt nach dem Erkalten vorsichtig
-einen Tropfen konzentrierte Schwefelsäure an dem Glase hinunterfließen,
-so entsteht eine rote bis violette Färbung, die aber sogleich wieder
-verschwindet, um einer braungelben Platz zu machen. Die Reaktion ist
-sehr empfindlich und zeigt noch sehr geringe Mengen Harz an. Zum
-Nachweis im Papier verfährt man mit etwa 10 qcm Papier ebenso. Wegen
-der ätzenden Eigenschaften der beiden Reagentien ist Vorsicht geboten.
-
-+Wiesner+[54] benutzt zum Nachweis von Harzleim im Papier konzentrierte
-Schwefelsäure und stützt sich hierbei auf die sogenannte +Raspail+sche
-Reaktion.
-
-Nach +Raspail+ nehmen Harze und Fette, ähnlich wie Eiweißkörper, mit
-Zucker und Schwefelsäure behandelt, eine intensiv rotviolette Farbe an.
-Da nun durch die Einwirkung von konzentrierter Schwefelsäure auf die
-im Papier vorhandene Cellulose Zucker entsteht, so läßt man auf das
-zu untersuchende Papier einen Tropfen Schwefelsäure fallen. Ist das
-Papier mit Harz geleimt, so entsteht eine rotviolette Färbung, welche
-ausbleibt, wenn kein Harzleim vorhanden ist.
-
-Beim Eintreten der Reaktion hat man sich aber nachträglich zu
-vergewissern, ob im Papier nicht auch Fette oder Eiweißkörper vorhanden
-sind, da diese die Färbung ja auch geben. Dieser Umstand beeinträchtigt
-natürlich den praktischen Wert der Reaktion erheblich. Ferner ist sie
-nicht anwendbar, wenn das Papier verholzte Fasern enthält, da dann eine
-so stark schmutziggrüne Färbung auftritt, daß die Harzreaktion völlig
-verdeckt wird.
-
-Wertvoll für den Untersuchenden ist bei Anwendung dieser Reaktion der
-Umstand, daß man zu ihrer Ausführung nur sehr wenig Papier braucht.
-
-Ein weiteres, in der Versuchsanstalt ermitteltes Verfahren, das sich
-durch große Einfachheit in der Versuchsausführung auszeichnet, ist
-das folgende. Man schneidet aus dem zu prüfenden Material ein etwa
-handgroßes Stück heraus, legt es auf eine hohle Unterlage (Glasschale,
-Uhrglas, Trinkglas o. a.) und läßt aus einer Tropfflasche etwa 4-6
-Tropfen Äther auf die Mitte des Blattes fallen. Der Äther breitet
-sich auf dem Blatt mehr oder weniger aus und ist nach kurzer Zeit
-verdunstet; die Verdunstung kann durch Zufächeln oder Zublasen von Luft
-noch befördert werden, so daß der ganze Versuch kaum 15-20 Sekunden
-in Anspruch nimmt. Bei harzgeleimten Papieren zeigt sich dann ein
-mehr oder weniger deutlicher Harzrand. Bildet sich nach der ersten
-Verdunstung kein Rand, so tut man gut, noch ein zweites und drittes
-Mal zu tropfen, da zuweilen bei Papieren mit wenig Harzleim, z. B. bei
-gleichzeitig vegetabilisch und tierisch geleimten, der Rand weniger
-deutlich erscheint als sonst.
-
-[Illustration: Fig. 58.]
-
-Aus Fig. 58 ist zu ersehen, wie die Reaktion auftritt. Die Figuren
-zeigen 4 verschiedene Papiersorten, welche in der eben geschilderten
-Weise behandelt und dann im durchfallenden Licht photographisch
-aufgenommen wurden.
-
-Besonders wertvoll dürfte sich dieses Verfahren beim Prüfen von
-Büchern, Druckwerken, Handschriften, Landkarten u. s. w. erweisen,
-da man diese direkt, ohne Teile davon zu entnehmen, dem Versuch
-unterwerfen kann. Der zurückbleibende Harzrand wird das Versuchsobjekt
-in den meisten Fällen nicht entwerten; man kann sich in diesen Fällen
-mit einem Raum begnügen, der für einen einzigen Tropfen ausreicht, da
-dieser schon, entweder beim ersten Male oder im Wiederholungsfall, das
-Harz anzeigt.
-
-In den weitaus meisten Fällen wird es dem Ermessen des Untersuchenden
-freistehen, sich der einen oder anderen der geschilderten Verfahren zu
-bedienen; er wird sich dabei leiten lassen von äußeren Umständen, etwa
-von den zur Verfügung stehenden Reagentien, der Menge des vorhandenen
-Papiers u. s. w. In einigen besonderen Fällen aber wird er eine
-Auswahl zu treffen haben. Handelt es sich z. B. um ein gefettetes
-Papier, so kann man dieses nicht durch Ausziehen mit Alkohol oder
-Eisessig untersuchen, da dann auch das Fett in Lösung geht und nachher
-mit Wasser eine Trübung gibt; ebensowenig kann man in diesem Falle
-die +Wiesner+sche Reaktion anwenden, da schon das vorhandene Fett
-Ursache einer Färbung im Verein mit Schwefelsäure werden würde; auch
-die Äther-Tropfmethode läßt hier im Stich, da schon durch das Fett
-allein ein Rand erzeugt wird. Es bleibt also für diesen Fall nur die
-+Morawski+sche Reaktion übrig, wobei man allerdings die wohl immer
-zutreffende Voraussetzung machen muß, daß zum Fetten des Papiers keine
-Harzöle Verwendung gefunden haben, denn diese geben die +Morawski+sche
-Reaktion ebenfalls. Auch bei gefärbten Papieren wird man nicht immer
-jede der angeführten Methoden anwenden können; je nach dem Verhalten
-des Farbstoffes den anzuwendenden Reagentien gegenüber wird man eine
-Auswahl vorzunehmen haben. Kurz, man kann zum Nachweis des Harzes
-im Papier nicht gut eine allgemeine Vorschrift geben, die auch alle
-besonderen Fälle in sich schließt; der Untersuchende muß vielmehr von
-Fall zu Fall selbst seine Entscheidung treffen.
-
-Zur Bestimmung der Menge des vorhandenen Harzes (frei und gebunden)
-kocht man das Papier mit etwa 5prozentiger Natronlauge, filtriert,
-wäscht mit heißem Wasser aus und setzt zu dem Filtrat Schwefelsäure.
-Das hierbei ausgeschiedene Harz wird durch Schütteln mit Äther
-aufgenommen und bestimmt.
-
-
-Stärke.
-
-Stärke wird beim Leimen vielfach angewendet, um dem Papier ein
-schöneres Aussehen zu geben; die Stärkeleimung, welche als solche bei
-uns nicht mehr in Gebrauch ist, ist älteren Datums als die animalische
-und vegetabilische Leimung.
-
-+Wiesner+[55] hat nachgewiesen, daß beispielsweise alle Papiere des
-+Papyrus Erzherzog Rainer+ ausschließlich durch Stärke beschreibbar
-gemacht worden sind.
-
-Erst im Jahre 1377 tritt die tierische Leimung bei Papieren auf.
-
-Der Nachweis der Stärke im Papier geschieht mit Hilfe von stark
-verdünnter Jod-Jodkaliumlösung; bringt man einen Tropfen auf
-stärkehaltiges Papier, so entsteht eine Blau- oder Violettfärbung
-infolge der Bildung von Jodstärke. Die Jodlösung muß sehr verdünnt
-sein, weil sonst die Blaufärbung des Papiers durch die braune Farbe der
-Lösung verdeckt wird.
-
-Zur Bestimmung der Menge der vorhandenen Stärke wird letztere durch
-Behandlung des Papiers mit Diastase oder verdünnter Säure in Zucker
-übergeführt und dieser mit Hilfe der hierfür bekannten Verfahren
-bestimmt.[56]
-
- [52] +Hofmann+, Handbuch der Papierfabrikation. 1891. S. 380.
-
- [53] Über eine empfindliche Reaktion zum Nachweise von Fichtenharz.
- Von +Th. Morawski+. Mitteilungen aus dem K. K. Technologischen
- Gewerbe-Museum in Wien. 1888. Nr. 1 und 2 Seite 13.
-
- [54] Die mikroskopische Untersuchung des Papiers. Von Prof. Dr. +Jul.
- Wiesner+. Wien 1887.
-
- [55] Mitt. a. d. Sammlung des Papyrus Erzherzog Rainer. 1887. S. 45.
-
- [56] +Lunge+, Chemisch-technische Untersuchungsmethoden, Bd. III,
- S. 392.
-
-
-
-
-Leimfestigkeit.
-
-
-Von einem Schreibpapier verlangt man, daß es leimfest ist, d. h. daß
-Tintenschrift weder ausläuft noch durchschlägt. Die Forderung, daß die
-Schriftzüge nicht auslaufen, ist ohne jede Einschränkung zu stellen; ob
-das Papier dick oder dünn ist, die Schriftzeichen müssen scharfe Ränder
-zeigen, wenn es als leimfest gelten soll.
-
-Bei der Beurteilung des Widerstandes des Papiers gegen das Durchdringen
-der Tinte muß man seine Ansprüche mit der Dicke des Materials in
-Einklang bringen, da naturgemäß unter sonst gleichen Umständen dickeres
-Papier stärkere Schrift zu halten im stande ist als dünneres.
-
-Zur Beurteilung der Leimfestigkeit von Papier hat +Leonhardi+, gestützt
-auf grundlegende, von +Schluttig+ ausgeführte Versuche, die Behandlung
-mit neutraler Eisenchloridlösung, deren Eisengehalt 1,531% beträgt,
-vorgeschlagen.[57] Nach seinen Beobachtungen soll diese Lösung in ihrer
-Fähigkeit, Papiere zu durchdringen, mit den besseren Schreib- und
-Kopiertinten übereinstimmen.
-
-Mittels einer Ziehfeder werden auf dem zu untersuchenden Papier Striche
-mit der erwähnten Eisenchloridlösung gezogen; die Spitzen der Feder
-stehen hierbei 1 mm auseinander.
-
-Nach dem Eintrocknen wird auf die Rückseite des Papiers eine geringe
-Menge ätherischer Tanninlösung gegossen.
-
-Ist das Papier schlecht geleimt, so ist Eisenlösung durch das Papier
-gedrungen und diese Stelle färbt sich dann bei dem Aufgießen der
-Tanninlösung mehr oder weniger schwarz.
-
-+Post+ hat diesem Verfahren eine andere Ausführungsform gegeben, wobei
-er zugleich in gewissem Maße auf die Dicke des Papiers Rücksicht nimmt.
-
-Die Eisenchloridlösung wird in einer Flasche aufbewahrt, wie sie Fig.
-59 zeigt. Der bis auf den Boden gehende Stopfen ist eine Pipette,
-welche oben mit einer feinen Gummimembran verschlossen ist. Die Pipette
-läßt bei einem Druck auf die Gummischeibe stets Tropfen von 0,03 g
-fallen.
-
-Man hängt die gefüllte Pipette so auf (Fig. 60), daß ihre Spitze
-von der Tischplatte 10 cm entfernt ist, legt ein Stück des zu
-untersuchenden Papiers darunter und läßt durch Drücken auf die
-Gummimembran einen Tropfen der Eisenlösung fallen. Den Tropfen läßt man
-nun so viel Sekunden auf dem Papier, wie dieses Gramm pro Quadratmeter
-schwer ist. Nach Verlauf dieser Zeit nimmt man den Rest des Tropfens
-mit Filtrierpapier auf.
-
-[Illustration: Fig. 59.]
-
-[Illustration: Fig. 60.]
-
-Hat man auf diese Weise 4-5 Flecke erzeugt, so behandelt man nach
-völligem Trocknen die Rückseite des Papiers mit Tanninlösung wie vorher
-angegeben.
-
-Von der Anwendung der +ätherischen+ Tanninlösung sollte man indessen
-Abstand nehmen und statt dessen eine +wässerige+ Auflösung benützen,
-weil der Äther ein Lösungsmittel für Harz ist und deshalb trotz seiner
-schnellen Verdunstung in das Papier eindringen und so das Tannin in das
-Innere des Blattes führen kann; man hat deshalb, wenn ein schwarzer
-Niederschlag entsteht, nicht die Gewißheit, daß er auf der Rückseite
-entstanden ist; er kann sich auch im Innern des Papierblattes gebildet
-haben.
-
-Um dem vorzubeugen, befeuchtet man einen Flock Baumwolle mit wässeriger
-Tanninlösung und fährt hiermit über die Rückseite des zu prüfenden
-Papiers; das auf diese Weise schwach angefeuchtete Papier wird sofort
-mit Fließpapier nachgetrocknet, so daß Eindringen von Feuchtigkeit in
-das Papier von der Rückseite her nicht zu befürchten ist.
-
-+Osw. Schluttig+ und Dr. +G. S. Neumann+ haben die Ausführung der
-Prüfung mit Eisenchlorid noch anders gestaltet.[58] Veranlassung hierzu
-gaben die Arbeiten +Schuberts+ über das +Post+sche Verfahren[59] und
-der Wunsch einen Weg zu finden, um auch Über den +Grad+ der Leimung ein
-Urteil abgeben zu können.
-
-[Illustration: Fig. 61a.]
-
-[Illustration: Fig. 61b.]
-
-+Schluttig+ und +Neumann+ schlagen die Prüfung in folgender Weise vor:
-
-Das Papier _p_ wird auf einem hierfür hergerichteten dachartigen
-Gestell (Fig. 61a-b) befestigt, dessen Seitenwände mit der Tischplatte
-einen Winkel von 60° bilden. Ein Aufsatz trägt eine Blechrinne _f_,
-die gegen _p_ um 45° geneigt ist. In ein Glasröhrchen von bestimmten
-Abmessungen wird eine stets gleiche Menge Eisenchloridlösung gesaugt,
-die in 100 Gewichtsteilen 1 g Eisen (als Eisenchlorid), 1 g Gummi
-arabicum und 0,2 g Phenol enthält. Das Röhrchen wird oben mit dem
-Finger verschlossen und so gegen _f_ gelegt, daß das untere Ende das
-Papier berührt. Wird nun die obere Öffnung freigegeben, so fließt
-die Lösung auf dem Papier herunter. In dieser Weise erzeugt man nach
-jedesmaligem Verschieben des Aufsatzes um 3 cm noch zwei Streifen
-(Fig. 62). 15 Minuten nach Bildung des dritten Streifens wird das
-Blatt umgedreht und auf der Rückseite in gleicher Weise mit wässeriger
-Tanninlösung (1prozentige Lösung mit 0,2 g Phenol) so behandelt, daß
-sich die Streifen in der aus Fig. 63 ersichtlichen Weise kreuzen.
-
-Bei +nicht leimfesten+ Papieren färben sich die neun Kreuzungspunkte
-der Streifen wenige Sekunden nach dem Herunterlaufen der Tanninlösung
-schwarz. Ein Papier gilt als +leimfest+, wenn erst nach Verlauf einiger
-Minuten Farbreaktionen auftreten, beginnend bei 1/6, so daß die inneren
-Kreuzungspunkte 1/6, 2/6, 1/5 und 2/5 deutlich grau bis schwarz, wohl
-auch einige der äußeren grau gefärbt sind.
-
-[Illustration: Fig. 62.]
-
-[Illustration: Fig. 63.]
-
-Zeigen die inneren Kreuzungspunkte nach 24 Stunden nur eine ganz
-schwache graue Färbung, so gilt das Papier als +sehr leimfest+; zeigt
-sich nach dieser Zeit an keinem der Kreuzungspunkte eine Färbung, so
-ist das Papier +außerordentlich leimfest+.
-
-Bei zahlreichen vergleichenden Prüfungen auf Leimfestigkeit unter
-Benutzung der beiden zuletzt geschilderten Verfahren einerseits
-und unter Ausführung von Schreibversuchen mit verschiedenen Tinten
-andererseits zeigte sich in den meisten Fällen Übereinstimmung in
-den Ergebnissen. Vereinzelt kamen aber Abweichungen, teilweise recht
-auffallender Art, vor, die zeigten, daß das Eindringen der Eisenlösung
-nicht immer in gleicher Weise erfolgt wie das der Tinte.
-
-So wurden beim Arbeiten nach +Post+, namentlich bei der Untersuchung
-von blauen Aktendeckeln und Packpapieren, Fälle beobachtet, in denen
-die Eisenchloridtropfen das Material völlig durchdrangen, starke
-Tintenschrift aber weder auslief noch durchdrang.
-
-Bei Anwendung des +Schluttig-Neumann+schen Verfahrens wurden u.
-a. Fälle beobachtet, in denen Papiere nach der Farbbildung an
-den Kreuzungspunkten als sehr leimfest hätten bezeichnet werden
-müssen, während Tintenschrift durchschlug. Hier spielte wohl die
-Oberflächenbeschaffenheit der Papiere eine Rolle, denn bei stark
-geglätteten Papieren wird das Eindringen der Prüfungsflüssigkeit bei
-horizontaler Lage des Papierblattes leichter und stärker erfolgen als
-bei schräg liegendem Blatt.
-
-Auf die Einzelheiten der gemachten Beobachtungen kann hier nicht weiter
-eingegangen werden; sie haben aber gezeigt, daß zur Beurteilung der
-Leimfestigkeit von Papier unbedingt auch Versuche unter Verwendung
-von Tinte ausgeführt werden müssen. Man wählt hierzu zweckmäßig 2-3
-gute Handelsmarken verschiedener Zusammensetzung aus, die man gut
-verschlossen aufbewahrt. Für den Versuch entnimmt man jedesmal kleine
-Mengen aus den Vorratsflaschen.
-
-Der Versuch selbst wird am besten mit einer Ziehfeder ausgeführt.
-Man zieht Striche von verschiedener Dicke und achtet auf möglichst
-gleichmäßige Ausführung. Zunächst werden die Spitzen der Feder für die
-gewünschte Strichdicke eingestellt, dann Tinte bis zu einer gewissen
-Marke eingefüllt und schließlich die Feder an einem Lineal entlang
-geführt, so weit es angeht, stets mit gleicher Geschwindigkeit und in
-derselben Neigung zum Papierblatt. Vor jedem neuen Strich wird die
-Feder wieder gefüllt.[60] Die Striche werden untereinander gezogen und
-Kreuzungen vermieden.
-
-Will man Über den Grad der Leimfestigkeit ein Urteil abgeben, so
-steigert man die Strichdicke, etwa von ½ mm anfangend, von Versuch
-zu Versuch um ¼ mm, bis die Tinte durchschlägt. Man kann dann
-sein Urteil dahin zusammenfassen, daß das Papier leimfest ist für
-Strichdicken bis zu ... mm. Dieses Urteil gibt ein klares Bild über die
-Beschreibbarkeit des vorliegenden Materials, klarer als die Angaben
-leimfest, sehr leimfest u. s. w.
-
-Gewöhnliche Schreibpapiere, wie Kanzlei- und Konzeptpapiere von etwa
-80-100 g Quadratmetergewicht, wird man als genügend geleimt ansehen
-können, wenn ¾ mm dicke Striche weder auslaufen noch durchschlagen.
-
-Hat man das Papier mit der Ziehfeder behandelt, so beschreibt man es
-auch in gewöhnlicher Weise, wobei man gut tut, stets den gleichen
-Wortlaut, z. B. Namen und Wohnort anzuwenden, da hierdurch eine
-größere Gleichmäßigkeit in der Ausführung gesichert wird als bei stets
-wechselnden Worten.
-
-Bei Papieren, die nur auf einer Seite beschrieben werden, wie
-Briefumschlagpapier, kann man sich mit der Forderung begnügen, daß die
-Schriftzüge scharfe Ränder aufweisen; ob sie Neigung zum Durchschlagen
-zeigen, kommt praktisch nicht in Betracht. Bei Wechselpapieren kann
-schwache Leimung sogar von besonderem Wert sein, da durch das tiefe
-Eindringen der Tinte Fälschungen erschwert werden.
-
-Gegen die Ausführung der Versuche mit Tinte lassen sich naturgemäß
-eine Reihe von Einwänden erheben. Einmal ist man abhängig von der
-Beschaffenheit der Tinte, die auch in den besten Fabriken nicht immer
-von gleicher Zusammensetzung hergestellt werden kann, ferner ist die
-Art und Weise des Auftragens nicht immer gleich, es wird nicht immer
-die gleiche Menge Tinte auf eine bestimmte Strichlänge kommen u. a. m.
-
-Ähnliche Einwände sind aber auch gegen die beiden geschilderten
-Eisenchlorid-Verfahren zu machen.
-
-Man kann aber die Versuche mit Tinte, wie schon erwähnt, nicht
-entbehren und man muß sich mit den Mängeln, so gut es geht, abfinden,
-bis das Verfahren weiter ausgearbeitet ist. Vielleicht gelingt es,
-eine Vorrichtung zu schaffen, mit Hilfe deren man die Tinte in stets
-gleicher Weise auf das Papier bringen kann (gleiche Geschwindigkeit
-beim Ziehen mit der Feder, gleiche Neigung der Feder zum Blatt, gleiche
-Tintenmenge für eine Längeneinheit, gleicher Druck der Feder u. s. w.).
-
- [57] Papierzeitung 1884, S. 625.
-
- [58] Papierzeitung 1891, S. 1532.
-
- [59] Papierzeitung 1885, S. 1102.
-
- [60] Nach beendigtem Versuche reinige man die Feder gründlich, damit
- sie so wenig wie möglich von der Tinte angegriffen wird. Werden
- die Spitzen der Feder im Laufe des Gebrauches rauh, so müssen
- sie neu eingeschliffen werden.
-
-
-
-
-Nachweis von freiem Chlor und freier Säure.
-
-
-Papiere, die freies Chlor und freie Säure enthalten, gehören zu den
-Seltenheiten. Die ganzen Verhältnisse, unter denen das Papierblatt
-entsteht, machen schon das Hineingelangen von Chlor und Säure in
-das Papier außerordentlich schwierig. Überschüssiges Chlor aus dem
-Halbstoff wird durch Hinzufügen von Entchlorungsmitteln und durch
-die großen Wassermengen, mit denen die Faser in Berührung kommt,
-unschädlich gemacht. Die in dem Stoff etwa vorhandene Säure, sei sie
-nun direkt zugesetzt oder durch den Alaun hineingelangt, wird teils
-gebunden, teils durch den Waschprozeß entfernt.
-
-Findet man daher ab und zu ein Papier, in dem man freies Chlor und
-freie Säure nachweisen kann, so dürfte deren Anwesenheit auf besondere
-Umstände bei der Fabrikation zurückzuführen sein. So kann ein Papier,
-wenn beim Bleichen Chlorkalkschlamm in den Stoff gelangt ist,
-Chlorkalkreste enthalten und noch eine Zeit lang die Chlorreaktion
-geben.
-
-Der Nachweis des freien Chlors im Papier geschieht in ähnlicher Weise
-wie bei Prüfung des Halbzeuges; man nimmt hierbei bekanntlich eine
-geringe Menge des zu prüfenden Stoffes aus dem Holländer, preßt mit der
-Hand aus und läßt wenige Tropfen einer Kaliumjodidstärkelösung darauf
-fallen; ist noch freies Chlor vorhanden, so färbt sich das Halbzeug
-infolge der Bildung von Jodstärke mehr oder weniger blau.
-
-Bei der Prüfung des fertigen Papiers verfährt man am besten in der
-Weise, daß man es in Stücke zerschneidet, diese durch destilliertes
-Wasser zieht und sie dann abwechselnd mit Kaliumjodidstärkepapier
-übereinanderschichtet; das Ganze beschwert man mit einer Glasplatte.
-
-Das Wasser zieht etwa vorhandenes Chlor allmählich aus, das Chlorwasser
-wirkt auf das Reagenspapier und erzeugt mehr oder weniger blaue
-Streifen und Flecken.
-
-Das Kaliumjodidstärkepapier stellt man sich her, indem man gewöhnliche
-Stärke mit kaltem Wasser zu einem Brei anrührt und diesen unter
-Umrühren in siedendes Wasser gießt, in welchem man eine geringe
-Menge Jodkalium aufgelöst hat; durch die erkaltete Lösung zieht man
-Filtrierpapier.
-
-Wenn es so ziemlich einfach ist, sich von dem Vorhandensein freien
-Chlors zu überzeugen, so ist der Nachweis freier Säure schwieriger.
-Eine möglichst große Menge des zerkleinerten Papiers übergießt man in
-einem Becherglase mit einer möglichst geringen Menge destillierten
-Wassers; das Ganze erwärmt man etwa eine Stunde lang mäßig, wobei
-ein häufiges Umrühren der Masse von Vorteil ist. Man darf dann wohl
-mit Sicherheit annehmen, daß der weitaus größte Teil aller im Papier
-enthaltenen, durch Wasser ausziehbaren Stoffe, also auch die freie
-Säure, in Lösung gegangen ist; man gießt den Auszug ab und arbeitet
-nun bei der weiteren Untersuchung allein mit diesem. Dasjenige Mittel,
-dessen man sich in der Chemie gewöhnlich zum Nachweis der freien Säuren
-bedient, das blaue Lackmuspapier, läßt sich im vorliegenden Falle nicht
-anwenden, da in dem Auszug in den meisten Fällen Tonerdesalze vorhanden
-sind, welche ebenfalls blaues Lackmuspapier rot färben.
-
-Ein Farbstoff, der nicht durch Tonerdesalze, wohl aber durch freie
-Säure verändert wird, ist das Kongorot, und dieses kann man im
-vorliegenden Fall verwenden. Man bringt in einen Teil des erhaltenen
-Auszuges ein Stück Kongopapier,[61] das sich dann bei Gegenwart
-freier Säure mehr oder weniger blau färbt. Die Empfindlichkeit des
-Kongofarbstoffes ist erheblich geringer als die des Lackmus, und man
-wird sich nicht immer mit der Kongoreaktion zufrieden geben können.
-In solchen Fällen wird der wässerige Auszug aus dem Papier mit
-Normalkalilauge unter Anwendung von Tropäolin als Indikator titriert.
-
-Von den Papieren, welche zum Umhüllen von Metallen Verwendung finden,
-also zum Verpacken von Nähnadeln, Messern, Blattmetallen u. s. w.,
-verlangt der Verbraucher mit Recht, daß sie frei von Stoffen sind,
-die das in Frage kommende Metall angreifen. Von diesem Gesichtspunkt
-ausgehend wird bei Bestellung derartiger Papiere dem Fabrikanten
-gewöhnlich vorgeschrieben, das Papier „chlor- und säurefrei“ zu
-liefern. Mit dieser Bestimmung im Vertrag glaubt der Bezieher alles
-getan zu haben, um seine Metallwaren gegen schädliche Einflüsse durch
-das Papier geschützt zu wissen. Es herrscht eben weit verbreitet die
-Ansicht, daß Papier, welches frei von Chlor und Säure ist, sich ohne
-weiteres zum Einschlagen jedweder Metallwaren eignet. Obwohl schon
-wiederholt, so insbesondere von Dr. +Stockmeier+ in Nürnberg, der
-auf diesem Gebiet besonders erfahren ist, auf das Irrtümliche dieser
-Auffassung hingewiesen worden ist, taucht sie immer wieder auf.
-Beschwerden über Korrosion von Metallen durch chlor- und säurehaltige
-Papiere kehren immer wieder.
-
-Zu fest scheint die Annahme gewurzelt, daß es bei der Beurteilung eines
-Papiers zu dem erwähnten Zweck lediglich darauf ankommt, zu wissen, ob
-es „chlor- und säurefrei“ ist.
-
-Gemeint ist hiermit natürlich freies Chlor und freie Säure, denn Chlor
-und Säure in gebundenem Zustand sind wohl in jedem Papier vorhanden,
-das als Einschlagpapier für Metalle in den Handel kommt.
-
-Der Lieferant eines Papiers, das zum Umhüllen von Metallwaren bestimmt
-ist, kann die Bedingung „chlor- und säurefrei“ leicht eingehen,[62]
-denn selbst wenn ein Papier unmittelbar nach der Herstellung Spuren
-von freiem Chlor und freier Säure enthalten sollte, nach kurzer Zeit
-werden beide in den gebundenen Zustand übergeführt sein; daher wird die
-Prüfung auf freies Chlor und freie Säure wohl meist zu einem negativen
-Ergebnis führen. Auf dieses Ergebnis fußt dann der Verbraucher,
-hält das Papier für geeignet und ist erstaunt, wenn es dennoch
-Metallgegenstände angreift.
-
-Es erscheint daher angebracht, auch an dieser Stelle darauf
-hinzuweisen, daß die Ursache der Einwirkung auf Metalle ganz
-verschiedenartig sein kann und daß die Gewährleistung für die Güte
-des Papiers von einem anderen Gesichtspunkt aus gefordert und gegeben
-werden sollte, als es jetzt meist geschieht.
-
-Wird Blattsilber von dem zum Verpacken benutzten Papier angegriffen,
-so werden meist Schwefel oder Schwefelverbindungen die Ursache sein;
-dasselbe Papier zum Umhüllen blanker Stahlwaren benutzt, könnte sich
-vorzüglich bewähren, weil eine Einwirkung von Schwefel oder Sulfiden
-auf Stahl nicht so leicht vorkommen dürfte. Enthält ein Papier
-gleichzeitig Chloride und Alaun, so sind, worauf Dr. +Wurster+ schon
-1888 in der Papierzeitung hingewiesen hat, bei feuchter Luft die
-Bedingungen für die Bildung von Salzsäure gegeben; in einem solchen
-Papier würden Stahlwaren Rost ansetzen, und Dr. +Stockmeier+ hat
-einzelne solcher Fälle in der „Papierzeitung“ 1893, S. 2584 bekannt
-gegeben und durch Analysenergebnisse belegt. Beim Verpacken von
-Blattsilber in einem solchen Papier hätte man schädliche Einflüsse
-viel weniger zu befürchten.
-
-Man wird also gut tun, dem Fabrikanten bei Bestellung von Papieren
-zum Umhüllen von Metallen stets anzugeben, um welche Metalle es sich
-handelt; er kann dann bei der Herstellung auf diejenigen Verbindungen
-besonders Rücksicht nehmen, die dem Metall schädlich werden können. Die
-Verbraucher solcher Papiere sollten sich aber die Frage vorlegen, ob
-die Papiersorten, die man infolge jahrelanger Gewohnheit zum Verpacken
-von Metallen verwendet, für diesen Zweck auch besonders geeignet sind.
-So kommen Stahlnadeln fast ausschließlich in dem bekannten schwarzen
-Nadelpapier verpackt zum Verkauf; der Käufer ist an diese Verpackung
-gewöhnt, der Verkäufer ist daher bestrebt, sie beizubehalten, hält sie
-auch wohl für besonders geeignet. Dies scheint aber nicht der Fall
-zu sein. Bei einer Reihe von Vergleichsversuchen über das Verhalten
-blank polierter Stahlwaren in schwarzem Nadelpapier einerseits und
-gewöhnlichem Schreib- und Filtrierpapier andererseits zeigte sich in
-den meisten Fällen, daß das Nadelpapier zum Verpacken am wenigsten
-geeignet war. Die bisher ausgeführten Versuche sind allerdings zu einem
-abschließenden Urteil nicht ausreichend, da sich die Erfahrungen aber
-stets in der gleichen Richtung bewegten, so läge es wohl im Interesse
-der Erzeuger und Verbraucher derartiger Papiere, wenn die Frage auf
-breiter Grundlage gründlich studiert würde. Wie schon vorhin erwähnt,
-gehören Alaun und Chloride zu denjenigen Stoffen, die unter Umständen
-Stahlwaren angreifen können; man sollte also bei der Herstellung von
-Nadelpapier hinsichtlich der Verwendung von Alaun sehr vorsichtig sein
-und außerdem nur ungebleichte Stoffe verarbeiten; auch das Färben
-sollte unterbleiben, wenigstens die jetzt übliche Färbung mit Blauholz,
-bei der die Fasern vorher gebeizt werden. Von der Beize bleibt ein Teil
-im Stoff zurück, der unter geeigneten äußeren Bedingungen schädlich
-wirken kann.
-
-Gegenständen aus Silber, leonischen Fabrikaten u. s. w. sind, wie
-schon erwähnt, Papiere, die Schwefel oder Schwefelverbindungen
-enthalten, besonders gefährlich; bei der Auswahl der Rohstoffe für die
-Erzeugung der Papiere sollte man hierauf gebührend Rücksicht nehmen.
-Schwefelhaltige Farbstoffe, wie z. B. Ultramarin, sollte man natürlich
-ganz ausschließen.
-
-Die reine Faser greift Metalle nicht an; man sollte also dahin streben,
-Einschlagpapiere für Metalle lediglich aus reinem Fasermaterial
-herzustellen und alle sonstigen Zusätze nach Möglichkeit vermeiden oder
-doch so weit es angeht beschränken.
-
- [61] Hergestellt durch Eintauchen von Filtrierpapier in eine kochende
- Lösung von wenig Kongorot in Wasser.
-
- [62] Namentlich wenn, wie dies sehr oft der Fall, die Papiere
- ausschließlich aus ungebleichtem Natronzellstoff hergestellt
- wurden.
-
-
-
-
-Vergilbung.
-
-
-Als Vergilbung bezeichnet man die Änderung des Farbtones eines Papiers
-beim Lagern; sie ist in mehr oder minder hohem Maße und in mehr
-oder weniger langen Zeiträumen bei allen Papieren zu beobachten[63]
-und ist vorzugsweise auf die Einwirkung von Licht, Luft und Wärme
-zurückzuführen. Am schnellsten geht die Vergilbung bei Einwirkung
-von Licht oder Wärme von statten; werden diese beiden Faktoren
-ausgeschlossen, wird das Papier also unter Abschluß von Licht in
-ungeheizten Räumen aufbewahrt, so hält es sich lange unverändert.
-
-Am leichtesten vergilben, wie bekannt, Papiere mit verholzten Fasern,
-also in erster Linie holzschliffhaltige Erzeugnisse; bei diesen bemerkt
-man schon, wenn sie nur kurze Zeit von der Sonne beschienen wurden, den
-Beginn der Vergilbung. Je mehr verholzte Fasern sie enthalten, um so
-stärker vergilben sie. Das gleiche Verhalten zeigen Papiere, die mit
-Farbstoffen getönt sind, die nicht lichtecht sind.
-
-Aber auch holzfreie Papiere, ohne Zusatz derartiger Farben hergestellt,
-vergilben oft ziemlich stark, und nach den Untersuchungen von Dr.
-+Klemm+ sind hier vorzugsweise seifenartige Verbindungen des Eisens mit
-Harz- und Fettkörpern die Ursache.
-
-Die Menge dieser Verbindungen gibt ein Maß für die Beurteilung der
-Vergilbungsneigung.
-
-Als bestes Mittel, diese Seifen aus dem Papier herauszulösen, empfiehlt
-+Klemm+ eine Mischung von 2 Teilen Äther und 1 Teil Alkohol.[64]
-
-Mit diesen Anhaltspunkten ist der Weg zur Ermittelung der
-Vergilbungsneigung eines Papiers gegeben.
-
-Aus einer abgewogenen Menge Papier (3 g) werden die Eisenseifen in
-einem Extraktionsapparat (z. B. +Thorn+, +Soxhlet+) mit Hilfe des
-Äther-Alkoholgemisches ausgezogen, und dann wird der Gehalt an Eisen
-bestimmt. Hierzu wird der Auszug zur Trockne verdampft, geglüht und der
-Rückstand mit Säure aufgenommen.
-
-Für die Eisenbestimmung leistet in den meisten Fällen das auf
-Farbvergleich beruhende Verfahren mit Hilfe von Rhodanammonium und
-einer titrierten Lösung von Eisenchlorid oder Ammoniakeisenalaun in der
-von +Lunge+ und v. +Kéler+[65] ausgearbeiteten Form gute Dienste. Es
-erlaubt die Bestimmung auf eine Genauigkeit von ±0,000001 g Eisen, wenn
-5 ccm des Auszuges zur Untersuchung benutzt werden. Die Gesamtmenge des
-vorhandenen Eisens darf aber nicht mehr als 0,00002 g betragen. Ist
-mehr Eisen vorhanden und hat man den Auszug zunächst so hergestellt,
-daß 5 ccm 1 g Papier entsprechen, so muß man entweder den Auszug
-entsprechend verdünnen oder aber das Eisen in anderer Weise bestimmen.
-
-Der in Form von Eisenseifen in Papieren vorhandene Gehalt an Eisen
-schwankt nach den bisherigen Erfahrungen zwischen 0,0002 g und 0,01 g
-in 100 g Papier oder 0,2 g bis 10 g in 100 kg Papier.
-
-In einfacher, wenn auch nicht so einwandfreier Weise, kann man den
-Versuch ausführen, wenn man die Eisenseifen mit Natronlauge auszieht.
-Hierbei treten vielfach Zersetzungen ein, und man wird daher dieses
-Verfahren nur wählen, wenn es sich lediglich um eine möglichst schnelle
-Orientierung und annähernde Schätzung handelt.
-
-Man kocht 1 g Papier im Reagensglas mit 5 ccm einer 1prozentigen
-alkoholischen Natronlauge aus, gießt die mehr oder weniger stark gelb
-gefärbte Flüssigkeit, welche nunmehr die organischen Eisenverbindungen
-enthält, in ein anderes, zuvor mit Salzsäure sorgfältig gereinigtes
-Glas und fügt Salpetersäure bis zur deutlich sauren Reaktion hinzu;
-dabei fällt das zur Leimung verwendete Harz aus. Hierauf versetzt man
-die Lösung mit ungefähr 2 ccm einer 10prozentigen Rhodanammoniumlösung,
-wodurch sie sich bei Gegenwart von Eisen mehr oder weniger rot färbt.
-Zum Schluß setzt man noch 5 ccm Äther hinzu und schüttelt tüchtig durch.
-
-Der sich an der Oberfläche ansammelnde Äther nimmt den roten Farbstoff
-auf und zeigt nun eine der Farbabstufungen von blaßrot bis blutrot. Je
-dunkler die Farbe, um so mehr ist das Papier des Vergilbens fähig.
-
-+Klemm+ hat nach seinem Verfahren eine große Anzahl holzfreier Papiere
-geprüft und sie gleichzeitig der Einwirkung des Lichtes ausgesetzt.
-Hierbei zeigte sich, daß sie durch die infolge der Belichtung erzielte
-Farbänderung einerseits und durch die Eisenreaktion andererseits in
-gleicher Weise abgestuft wurden.
-
-Man hat also in dem Verfahren ein Mittel, sich durch einen
-verhältnismäßig einfachen Versuch ein Bild von dem voraussichtlichen
-Vergilben des Papiers zu machen.
-
- [63] Vergl. Dr. P. +Klemm+, Über die Farbbeständigkeit der Papiere.
- Klimschs Jahrbuch 1901, S. 32.
-
- [64] Papierzeitung 1902, S. 961. Wochenblatt für Papierfabrikation
- 1902, S. 810.
-
- [65] Zeitschrift für angewandte Chemie 1896, S. 3, und +Lunge+,
- Chemisch-technische Untersuchungsmethoden, Bd. I, S. 325.
-
-
-
-
-Bestimmung der Saugfähigkeit von Löschpapier.
-
-
-Zur Bestimmung der Saugfähigkeit von Löschpapier bedient man sich
-zweckmäßig eines von +Winkler+ vorgeschlagenen Apparates, dessen Bau
-aus Fig. 64 zu ersehen ist.[66]
-
-An dem in vertikaler Richtung verschiebbaren und in jeder Lage durch
-eine Schraube festzulegenden Querbalken befinden sich 4 Maßstäbe mit
-Millimeterteilung und daneben 4 Klemmen zum Festhalten des zu prüfenden
-Papiers. In dem unteren Teil des Gestelles befindet sich eine Schale
-aus Zinkblech, in die so viel Wasser gegossen wird, daß die Maßstäbe
-beim tiefsten Stand des Querbalkens die Oberfläche eben berühren.
-
-Zum Versuch entnimmt man Streifen von etwa 15 mm Breite (die Breite der
-Streifen ist ohne Einfluß auf das Ergebnis) und 180 mm Länge, je 5 aus
-der Maschinen- und Querrichtung. Diese bringt man bei hochgehobenem
-Querbalken in die Klemme, wie es Fig. 64 zeigt, so daß sie +neben+ den
-Maßstäben, und von diesen 1-2 mm entfernt, herunterhängen. Die untere
-Kante der Streifen muß die Maßstäbe um 5-10 mm überragen. Bringt man
-nun den Querbalken in seine tiefste Lage, so tauchen sämtliche Streifen
-ins Wasser, und letzteres steigt im Papier auf, zuerst schneller,
-dann immer langsamer. Die Schnelligkeit des Aufsteigens hängt von der
-Saugfähigkeit des Papiers ab. Als Maß für die Beurteilung hat sich die
-Saughöhe nach 10 Minuten allgemein eingebürgert.
-
-Da die Saughöhe in der Maschinenrichtung meist etwas größer ist als in
-der Querrichtung, so prüft man 5 Streifen jeder Richtung und bildet aus
-den abgelesenen 10 Werten das Mittel.
-
-Die Saughöhen der im Handel vorkommenden Löschpapiere sind sehr
-verschieden; die schlechtesten, wie man sie namentlich in Schulheften
-vorfindet, zeigen Saughöhen herunter bis zu 15 mm. Bei mittlerer
-Handelsware findet man Saughöhen von etwa 40-60 mm, bei den besten
-Erzeugnissen solche über 100 mm herauf bis 150 mm und mehr.
-
-[Illustration: Fig. 64.
-
-Winklers Löschpapierprüfer.]
-
-Dr. +Klemm+[67] hat für die Abstufung der Löschpapiere nach ihrer
-Saugfähigkeit folgende Einteilung in Vorschlag gebracht:
-
- +Saughöhe nach 10 Min.+ +Saugfähigkeit.+
-
- weniger als 20 mm +ungenügend+
- 20-40 mm +schwach+
- 41-60 „ +mittel+
- 61-90 „ +groß+
- mehr als 90 mm +sehr groß+.
-
-In Verbraucherkreisen zeigt sich vielfach eine besondere Vorliebe für
-ausländische, namentlich englische Löschpapiere, die sachlich nicht
-begründet ist. Zahlreiche Versuche[68] haben gezeigt, daß man nicht
-nach ausländischen Erzeugnissen zu greifen braucht, um einer großen
-Löschfähigkeit sicher zu sein; es gibt zur Genüge deutsche Fabrikate,
-die den höchsten in dieser Hinsicht zu stellenden Anforderungen
-genügen.
-
- [66] Das von +Favier+ vorgeschlagene Verfahren, die Löschfähigkeit
- von der Fläche aus zu bestimmen, hat sich nicht als brauchbar
- erwiesen. (Vergl. Mitt. a. d. techn. Vers. Anst. 1896, S. 46.)
-
- [67] Papier-Industriekalender.
-
- [68] Mitt. a. d. techn. Vers. Anst. 1896, S. 46.
-
-
-
-
-Prüfung von Filtrierpapier.
-
-
-Bei der Beurteilung eines Filtrierpapiers spielt die Geschwindigkeit,
-mit der Flüssigkeiten durchlaufen, eine hervorragende Rolle;
-unter sonst gleichen Umständen wird das Papier um so wertvoller
-sein, je schneller das Durchlaufen erfolgt. Diese Eigenschaft des
-Filtrierpapiers kann man zahlenmäßig zum Ausdruck bringen, indem
-man die Zeit bestimmt, die eine bestimmte Menge Wasser braucht, um
-unter einem bestimmten Druck durch eine bestimmte Fläche des Papiers
-hindurchzulaufen. Meist geht man so zu Werke, daß man Filter von
-bestimmter Größe in Trichter von bestimmtem Winkel legt und eine
-bestimmte Wassermenge auf das Filter bringt. Bei diesem Vorgehen sind
-aber die Versuchsbedingungen nicht immer die gleichen; die wirkende
-Fläche des Filters ist nicht immer gleich groß, der Wasserdruck
-schwankt, und außerdem kann das Ergebnis durch Nebenumstände (z. B.
-Saugwirkungen) beeinflußt werden.
-
-Bei dem nachstehenden, in der Versuchsanstalt unter Zugrundelegung des
-+Mariotte+schen Prinzips gebauten Apparat werden diese Fehlerquellen
-vermieden.
-
-
-Beschreibung des Apparates.
-
-Die Hauptteile und die Wirkungsweise des Apparates sind aus Fig. 65 zu
-ersehen.
-
-Ein oben und unten offenes Glasrohr _G_ ist unten in eine Messinghülse
-_M_ eingekittet. Oben ist eine mit 2 Bohrungen versehene Messingkappe
-_N_ luftdicht aufgekittet; durch die eine Öffnung geht ein Trichterrohr
-_T_, durch die andere ein mit einem Hahn _H_ versehenes Glasrohr.
-
-Das so durch das Glasrohr _G_ gebildete Gefäß steht durch das mit einem
-Dreiwegehahn _D_ versehene Rohr _R_ mit dem aus Messing gefertigten
-Filtrierzylinder _F_ in Verbindung; der obere abnehmbare und mit der
-Ablaufrinne _A_ versehene Teil _E_ des Zylinders kann durch Schrauben
-mit dem unteren Teil verbunden werden. Zwischen _F_ und _E_ wird das
-zu prüfende Papier eingespannt; das aus _E_ durch die Ablaufrinne _A_
-ablaufende Wasser wird in dem Kolben _K_ aufgefangen und gemessen.
-
-
-Versuchsausführung.
-
-Aus dem zu prüfenden Papier werden zunächst kreisrunde Stücke von
-etwa 5 cm Durchmesser, wenn möglich je eins aus 10 verschiedenen
-Bogen, entnommen. Man entfernt dann _E_ von _F_, stellt _D_ so, daß
-durch _R_ kein Wasser abfließen kann, öffnet _H_ und gießt durch _T_
-+destilliertes, vor dem Gebrauch stark ausgekochtes Wasser+ von etwa
-20° C. in _G_; nach beendigter Füllung wird _H_ wieder geschlossen.
-
-Dann wird _D_ so gestellt, daß langsam Wasser in den unteren Teil des
-Filtrierzylinders tritt; ist dieser gefüllt und zwar so weit, daß
-die Wasserkuppe über den oberen Rand von _F_ hervorragt, so stellt
-man den Wasserzufluß bei _D_ ab und legt eins der 10 Blätter auf den
-abgeflachten Rand von _F_; hierauf wird _E_ aufgesetzt, fest auf _F_
-geschraubt und dann durch Drehen von _D_ die Verbindung von _G_ mit _F_
-wieder hergestellt. Das Wasser dringt nun durch das Papier, füllt _E_
-und läuft dann durch _A_ in den Kolben _K_. Man kann nun bestimmen,
-innerhalb welcher Zeit eine bestimmte Menge Wasser (z. B. 100 ccm)
-durch das Papier hindurch geht.
-
-[Illustration: Fig. 65.
-
-Herzbergs Filtrierpapierprüfer.]
-
-Der Druck, unter dem das Ausfließen erfolgt, wird bedingt durch die
-Entfernung der unteren Öffnung des Trichters _T_ von dem Wasserspiegel
-in _E_; durch Verschieben von _T_ kann man also den Druck beliebig
-einstellen.
-
-In der Versuchsanstalt wird bei Ausführung amtlicher Prüfungen
-stets mit einer Druckhöhe von 50 mm gearbeitet; die Abmessungen des
-Filtrierzylinders sind so gewählt, daß bei dem Filtrierpapier eine
-wirksame Fläche von 10 qcm abgegrenzt wird. Die Durchlaufzeit von
-100 ccm wird in Sekunden bestimmt; als Endergebnis wird diejenige
-Wassermenge angegeben, die in einer Minute bei einem Wasserdruck von 50
-mm und einer Wasserwärme von 20° C. durch 100 qcm Papier läuft.
-
-Mit Hilfe des Filtrierapparates kann man auch die Festigkeit des
-Filtrierpapiers im nassen Zustande feststellen, indem man durch
-Höherziehen des Trichterrohres _T_ den Wasserdruck so lange steigert,
-bis das eingespannte Papier durchreißt.
-
-Um einen Überblick über die Filtriergeschwindigkeit der im Handel
-vorkommenden Filtrierpapiersorten für analytische Zwecke zu gewinnen,
-wurden 30 verschiedene Proben aufgekauft und in geschilderter Weise
-geprüft. Die in der Minute durchlaufende Wassermenge schwankte von 23
-ccm bis zu 760 ccm; die Verteilung innerhalb dieser Grenzen zeigt die
-nachfolgende Zusammenstellung.
-
- =======+=======+=======+=======+=======+=======+=======+========
- 0-100 |101-200|201-300|301-400|401-500|501-600|601-700|701-800
- ccm | ccm | ccm | ccm | ccm | ccm | ccm | ccm
- =======+=======+=======+=======+=======+=======+=======+========
- 4 | 3 | 7 | 4 | 3 | 3 | 4 | 2
- Papiere|Papiere|Papiere|Papiere|Papiere|Papiere|Papiere|Papiere
-
-Eine zweite wichtige Eigenschaft der Filtrierpapiere ist ihre
-Scheidungsfähigkeit; man versteht hierunter die Fähigkeit, feste in
-Flüssigkeiten schwimmende Körper, wie Niederschläge u. s. w., beim
-Filtrieren mehr oder weniger vollkommen zurückzuhalten. Um sich in
-dieser Hinsicht ein Bild von der Brauchbarkeit eines Filtrierpapiers
-für chemische Arbeiten zu verschaffen, prüft man es zweckmäßig mit
-einem Baryumsulfatniederschlag in folgender Weise.
-
-Gleiche Teile einer Baryumchloridlösung (122 g Salz in 1 Liter Wasser)
-und Kaliumsulfatlösung (87 g Salz in 1 Liter Wasser) werden einmal heiß
-und einmal kalt miteinander vermischt. Die heiße Fällung wird heiß, die
-kalte in kaltem Zustande filtriert. Aus dem zu prüfenden Papier wird
-ein Rundfilter von etwa 10 cm Durchmesser geschnitten, in gewöhnlicher
-Weise in den Trichter glatt eingelegt und mit Wasser angefeuchtet.
-
-Papiere mit hervorragender Scheidungsfähigkeit ergeben selbst bei
-kalt gefälltem und kalt filtriertem Baryumsulfat klare Filtrate;
-andere lassen bei kalter Fällung die Flüssigkeit trübe durchlaufen,
-liefern aber bei heiß gefälltem und heiß filtriertem Niederschlag eine
-klare Lösung; noch andere zeigen in beiden Fällen trübe durchlaufende
-Flüssigkeiten.
-
-Bei 5 in der Versuchsanstalt auf Antrag geprüften Sorten wurden
-Durchlaufsmengen von 141, 203, 296, 952 und 1250 ccm beobachtet.
-
-Bei den Papieren 141 und 296 filtrierte kalt und heiß gefälltes
-Baryumsulfat völlig klar, bei den übrigen die kalte Fällung stark
-trübe, die heiße mehr oder weniger trübe.
-
-Handelt es sich um Filtrierpapiere für gewerbliche Zwecke oder um
-solche des Haushaltes, so wird man naturgemäß bei der Prüfung den
-Verwendungszweck berücksichtigen und nicht etwa die Brauchbarkeit
-eines Kaffeefiltrierpapiers nach seinem Verhalten zu einer
-Baryumsulfatfällung beurteilen.
-
-Die Prüfung eines Filtrierpapiers auf Fettstoffe und Eisen geschieht
-in bekannter Weise durch Ausziehen mit Äther beziehungsweise durch
-Behandeln mit Kaliumeisencyanür (oder Untersuchung der Asche).
-Über die Art des zur Herstellung verwendeten Rohmaterials gibt die
-mikroskopische Untersuchung, über den Gehalt an unverbrennlichen
-Bestandteilen die Veraschung des Papiers Aufschluß.
-
-
-
-
-Anhang.
-
-
-Vorschriften für die Lieferung und Prüfung Von Papier zu amtlichen
-Zwecken.[69]
-
-Vom 1. Januar 1893 ab treten unter gleichzeitiger Aufhebung der
-Grundsätze für amtliche Papierprüfungen vom 5. Juli 1886 nachstehende
-+Vorschriften für die Lieferung und Prüfung von Papier zu amtlichen
-Zwecken+ in Kraft.
-
-
-§ 1.
-
-Unter Zugrundelegung der folgenden Tabellen für die Stoff- und
-Festigkeitsklassen (Tabelle I und II) sollen die zu amtlichen Zwecken
-bestimmten Papiere die in Tabelle III gegebenen Eigenschaften,
-Bogengrößen und Einheitsgewichte besitzen. Die Bogengröße 33 × 42 cm
-ist überall, auch bei Formularen, Büchern u. s. w., vorzugsweise in
-Anwendung zu bringen.
-
-
-Tabelle I.
-
-Stoffklasse I bis IV.
-
-Klasse I. Papiere, nur aus Hadern, mit nicht mehr als 3% Asche.
-
-Klasse II. Papiere aus Hadern, mit Zusatz bis zu 25% von Cellulose,
-Strohstoff, Esparto, aber frei von Holzschliff, mit nicht mehr als 5%
-Asche.
-
-Klasse III. Papiere von beliebiger Stoffzusammensetzung, jedoch ohne
-Zusatz von Holzschliff, mit nicht mehr als 15% Asche.
-
-Klasse IV. Papiere von beliebiger Stoffzusammensetzung und mit
-beliebigem Aschengehalt.
-
-
-Tabelle II.
-
-+Festigkeitsklasse+ 1-6.
-
- ====================+====+====+====+====+====+====+====================
- | | | | | | | Skala
- +Klasse+ | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | für den Widerstand
- | | | | | | | gegen Zerknittern
- ====================+====+====+====+====+====+====+====================
- a Mittlere Reiß- | | | | | | | 0) außerordentlich
- länge in Metern | | | | | | | gering,
- mindestens |6000|5000|4000|3000|2000|1000|
- b Mittlere Dehnung | | | | | | | 1) sehr gering,
- in Prozenten der | | | | | | | 2) gering,
- ursprünglichen | | | | | | | 3) mittelmäßig,
- Länge mindestens | 4,5| 4 | 3 | 2,5| 2 | 1,5| 4) ziemlich groß,
- c Widerstand gegen | | | | | | | 5) groß,
- Zerknittern | 6 | 6 | 5 | 4 | 3 | 1 | 6) sehr groß,
- | | | | | | | 7) außerordentlich
- | | | | | | | groß.
-
-Unter Berücksichtigung der beiden Klassifikationstabellen I und II
-gelten die in Tabelle III gegebenen Vorschriften.
-
-
-Tabelle III.
-
-+Verwendungsklassen, Bogengrößen und Gewichte der Normalpapiere.+
-
-
- K: Klassenzeichen
- S: Stoffklasse
- F: Festigkeitsklasse
-
- ====+========================+=================+==========+============
- | | Eigenschaften |Bogengröße|Gewichte für
- | +-----+-----------+ +------+-----
- K | +Verwendungsart+ | | | | 1000 | 1 qm
- | | S | F | | Bogen|
- | | | | cm | kg | g
- ====+========================+=====+===========+==========+======+=====
- | A. +Schreibpapier.+ | | | | |
- | | | | | |
- 1 |Für besonders wichtige, | | | | |
- | auf lange | | | | |
- | Aufbewahrungsdauer | | | | |
- | berechnete Urkunden |} I | 1 | 33×42 | 15 | --
- | Ordrepapier (Quart) |} | | 26,5×42 | 12 | --
- |Für Urkunden, | | | | |
- | Standesamtsregister, | | | | |
- | Geschäftsbücher | | | | |
- | u. s. w.: | | | | |
- 2a | für erste Sorte | I | 2 | 33×42 | 14 | --
- 2b | für zweite Sorte | I | 3 | 33×42 | 13 | --
- |Für das zu dauernder | | | | |
- | Aufbewahrung bestimmte| | | | |
- | Aktenpapier: | | | | |
- 3a | für Kanzlei-, | | | | |
- | Mundir- u. s. w. | | | | |
- | Papier |} | | 33×42 | 13 | --
- | Briefpapier (Quart-)|} II | 3 | 26,5×42 | 10,4 | --
- | desgl. (Oktav-) |} | | 26,5×21 | 5,2 | --
- 3b | für Konzeptpapier | II | 4 | 33×42 | 13 | --
- |Für Papiere, welche für | | | | |
- | den gewöhnlichen | | | | |
- | Gebrauch bestimmt sind| | | | |
- | und nur einige Jahre | | | | |
- | in Akten u. s. w. | | | | |
- | aufbewahrt werden | | | | |
- | sollen: |{ | Reißlänge | | |
- | |{ | 3500 m, | | |
- | |{ | Dehnung | | |
- | |{ | 2,75%, | | |
- 4a | für Kanzlei-, Mundir- |{ | Widerstand| 33×42 | 12 | --
- | u. s. w. Papier |{ III| gegen | | |
- | Briefpapier (Quart-)|{ |Zerknittern| 26,5×42 | 9,6 | --
- | desgl. (Oktav-)|{ | ziemlich | 26,5×21 | 4,8 | --
- | |{ | groß | | |
- 4b | für Konzeptpapier | III| 4 | 33×42 | 12 | --
- |Bemerkung. Die unter A | | | | |
- | 1-4b gegebenen | | | | |
- | Vorschriften gelten | | | | |
- | auch für solche | | | | |
- | Schreibpapiere, welche| | | | |
- | gleichzeitig bedruckt | | | | |
- | werden | | | | |
- | (Standesamtsregister, | | | | |
- | Tabellenwerke | | | | |
- | u. s. w.). | | | | |
- |Für Briefumschläge, | | | | |
- | Packpapier etc. und | | | | |
- | zwar: | | | | |
- 5a | für erste Sorte | II | 3 | -- | -- | --
- 5b | für zweite Sorte | III | 5 | -- | -- | --
- | für Briefumschläge | | | | |
- | (für beide Sorten): | | | | |
- | 1) bis zur Größe | | | | |
- | 13×19 cm | -- | -- | -- | -- | 70
- | 2) für größere und | | | | |
- | solche Umschläge,| | | | |
- | welche für Geld- | | | | |
- | und Wertsendungen| | | | |
- | bestimmt sind | -- | -- | -- | -- | 115
- | für Packpapier: | | | | |
- | für Klasse 5a | -- | -- | -- | -- | 130
- | für Klasse 5b | -- | -- | -- | -- | 115
- 6 |Für Papiere, welche zu | | | | |
- | untergeordneten | | | | |
- | Zwecken im täglichen | | | | |
- | Verkehr verwendet | | | | |
- | werden sollen und an | | | | |
- | welche Ansprüche auf | | | | |
- | Dauerhaftigkeit nicht | | | | |
- | gestellt werden, kann | | | | |
- | ohne besondere | | | | |
- | Rücksicht auf eine | | | | |
- | Festigkeitsklasse | | | | |
- | gewählt werden | IV | -- | -- | -- | --
- | B. +Aktendeckel.+ | | | | |
- 7a |Für Aktendeckel, welche | {| |} | |
- | für häufigen Gebrauch | {| Reißlänge |} | |
- | und längere | I {| 2500 m, |} 36×47 | 81,2 | 480
- | Aufbewahrung bestimmt | {| Dehnung |} | |
- | sind | {| 3,5 % |} | |
- | | | | | |
- 7b |Für Aktendeckel, welche | {| Reißlänge |} | |
- | für laufenden Gebrauch| III{| 2500 m, |} 36×47 | 42,3 | 250
- | bestimmt sind | {| Dehnung |} | |
- | | | 2,5 % | | |
- | C. +Druckpapier.+ {| I |} | | |
- 8a |Für wichtigere, zu {| aber|} | | |
- | dauernder {| bis |} 4 | -- | -- | --
- | Aufbewahrung {| zu |} | | |
- | bestimmte Drucksachen{| 10% |} | | |
- | {|Asche|} | | |
- 8b |Für weniger wichtige | | | | |
- | Drucksachen | III | 4 | -- | -- | --
- 8c |Für Drucksachen, welche | | | | |
- | zu untergeordneten | | | | |
- | Zwecken im täglichen | | | | |
- | Verkehr verwendet | | | | |
- | werden sollen, kann | | | | |
- | ohne Rücksicht auf | | | | |
- | eine Festigkeitsklasse| | | | |
- | gewählt werden | IV | -- | -- | -- | --
-
- ===========+==========================================+================
- | | Gewichte für
- | +-------+--------
- Klassen- | +Verwendungsart+ | 1000 |
- zeichen | | Bogen | 1 qm
- | | kg | g
- ===========+==========================================+=======+========
- | Für Bücher, Formulare u. s. w. sind in | |
- | den Fällen, in welchen die normale | |
- | Größe Nr. 1 = 33×42 nicht anwendbar | |
- | ist, die nachfolgenden Bogengrößen | |
- | oder vielfache derselben, in der Regel | |
- | unter Innehaltung der gleichzeitig | |
- | angegebenen Einheitsgewichte, zu | |
- | benutzen | |
- | Nr. 2 = 34×43 cm | 14,6 |}
- | „ 3 = 36×45 „ | 16,2 |} 100
- | „ 4 = 38×48 „ | 18,2 |}
- | „ 5 = 40×50 „ | 20,0 |}
- | -------------------------------------+ |
- | Nr. 6 = 42×53 cm | 24,5 |}
- | „ 7 = 44×56 „ | 27,1 |} 110
- | „ 8 = 46×59 „ | 29,9 |}
- | „ 9 = 48×64 „ | 33,8 |}
- | -------------------------------------+ |
- | Nr. 10 = 50×65 cm | -- |} nach
- | „ 11 = 54×68 „ | -- |} Bedarf
- | „ 12 = 57×78 „ | -- |}
-
-Gegen die in der vorstehenden Tabelle III angegebenen Einheitsgewichte
-darf die Lieferung
-
- a. für Schreib- und Druckpapier um 2,5%,
-
- b. für Aktendeckel und Packpapier um 4,0%
-
-nach oben oder unten abweichen, wobei die Riesumhüllung (das
-zum Verpacken von 1000 Bogen verwendete Umschlagpapier) bei der
-Gewichtsfeststellung mitgewogen wird.
-
-
-§ 2.
-
-Die Schreibpapiere der Stoffklassen I, II und III, soweit sie
-den Verwendungsklassen 1 bis 4b angehören (§ 1), sind mit einem
-Wasserzeichen zu versehen. Das Wasserzeichen soll im nassen Zustande
-auf dem Siebe in das Papier gebracht werden. Es soll die Firma des
-Erzeugers (Fabrikanten) in Buchstaben sowie neben dem Worte „Normal“
-das Zeichen der Verwendungsklasse, welcher das Papier genügen soll,
-enthalten; die Hinzufügung einer Jahreszahl wird dem Fabrikanten
-freigestellt. Abkürzung der Firmenbezeichnung ist gestattet, indessen
-nur soweit, daß man ohne Zweifel und ohne weiteres auf den Inhaber
-zurückgreifen kann. Das Wasserzeichen muß vollständig, wenn auch
-unterbrochen, in jedem Bogen vorhanden sein.
-
-
-§ 3.
-
-Papiere der Verwendungsklassen 1 bis 4b (§ 1) werden nur von
-Firmen angenommen, deren Wasserzeichen bei der Königlichen
-mechanisch-technischen Versuchsanstalt (Charlottenburg, Technische
-Hochschule) angemeldet sind.
-
-
-§ 4.
-
-Die mit dem vorschriftsmäßigen Wasserzeichen versehenen Normalpapiere
-dürfen in ihrer Reißlänge um höchstens 10% und in ihrer Dehnbarkeit
-ebenfalls um höchstens 10% nach unten hin von den in Tabelle III (§
-1) genannten Eigenschaften abweichen. Alle anderen Eigenschaften
-müssen vorhanden sein, wenn das Papier bei der Prüfung als zu der im
-Wasserzeichen angegebenen Verwendungsklasse gehörig anerkannt werden
-soll.
-
-
-§ 5.
-
-Dem Erzeuger des Papiers soll es freistehen, in Fällen, in welchen das
-Papier den im Wasserzeichen angegebenen Eigenschaften bezüglich der
-Verwendungsklasse nicht entspricht, durch nachträgliche Stempelung
-(Trockenstempelung) eines jeden Bogens das Wasserzeichen ungültig
-zu machen oder das Papier in eine niedrigere Verwendungsklasse
-einzureihen, für welche seine Eigenschaften noch ausreichend sind.
-
-Dieses Recht nachträglicher Stempelung zum Zweck der Herabsetzung
-des Papiers in eine niedrigere Verwendungsklasse als die in dem
-Wasserzeichen angegebene soll auch dem Lieferanten zustehen.
-
-
-§ 6.
-
-Zur Feststellung darüber, ob das gelieferte Papier der im Wasserzeichen
-angegebenen Verwendungsklasse entspricht, sind vor der Verwendung,
-namentlich vor dem Bedrucken des Papiers, Stichproben an die Königliche
-mechanisch-technische Versuchsanstalt zur Prüfung einzusenden.
-
-Die Prüfung erfolgt auf die Erfüllung der im § 1 Tabelle I und II
-bezeichneten Eigenschaften für die Gesamtgebühr von 20 Mk. für jede
-Papiersorte.
-
-Bei Lieferungen, welche den Betrag von 300 Mk. nicht erreichen, kann
-von einer Prüfung abgesehen werden.
-
-Bei Lieferungen von höherem Betrage ist wenigstens eine der gelieferten
-Papiersorten jährlich abwechselnd zur Prüfung einzusenden.
-
-Genügt der Ausfall der Prüfung (§ 8), so hat die Behörde, im anderen
-Falle der Lieferant die Prüfungsgebühren zu zahlen.
-
-
-§ 7.
-
-Die Stichproben werden von den Behörden +aus verschiedenen Paketen+ der
-Lieferung (im ganzen mindestens 10 Bogen) entnommen und zur Prüfung an
-die Königliche mechanisch-technische Versuchsanstalt in Charlottenburg
-eingesendet.
-
-Diese Proben müssen +unbeschrieben und von tadellosem Aussehen+ sein;
-sie dürfen +nicht gerollt+ und nur soweit geknifft werden, daß die
-ungeknifften Flächen mindestens 21 × 27 cm groß bleiben. Die Proben
-sind +zwischen zwei steife Deckel+ zu verpacken, welche Beschädigungen
-auf dem Postwege wirksam verhindern.
-
-Für die Prüfung von Papieren, welche bedruckt werden sollen, müssen die
-Stichproben aus dem unbedruckten Papier (vor der Drucklegung) entnommen
-werden.
-
-
-§ 8.
-
-Die von der Versuchsanstalt über die amtliche Prüfung auszugebenden
-Zeugnisse enthalten in erster Linie die Angabe: Ob das Papier den durch
-das Wasserzeichen gekennzeichneten (bezw. den durch den Trockenstempel
-als geringer angegebenen) Eigenschaften genügt oder nicht genügt.
-
-In zweiter Linie werden außerdem die Ergebnisse der Einzelprüfungen in
-der bisher gebräuchlichen Weise mitgeteilt.
-
-Zeugnisse für Papiere ohne Wasserzeichen beschränken sich auf die
-bisher gebräuchliche Form der Prüfungsbescheinigungen.
-
-
-§ 9.
-
-Ergibt die amtliche Prüfung, daß das Papier der im Wasserzeichen
-angegebenen Verwendungsklasse nicht genügt, so ist die Behörde
-berechtigt, die ganze Lieferung von der Verwendung auszuschließen.
-Papiere, welche durch den Trockenstempel in eine niedrigere
-Verwendungsklasse eingereiht sind, dürfen von den Behörden nur für
-diese Verwendungsklasse angenommen werden.
-
-Ergibt sich bei der amtlichen Prüfung, daß die durch die
-Verwendungsklasse gegebenen Vorschriften durchweg nur sehr knapp
-erfüllt oder geringe Abweichungen nach unten vorhanden sind, so
-darf die Versuchsanstalt auf den generellen Antrag des durch das
-Wasserzeichen genannten Firmeninhabers diesem das Prüfungsergebnis
-mitteilen.
-
-
-§ 10.
-
-Zur Erklärung des Wesens der Prüfungen und der in den vorstehenden
-Tabellen sowie in den auszugebenden Prüfungszeugnissen gebrauchten
-technischen Ausdrücke ist folgendes zu bemerken:
-
-Die Ausdauerfähigkeit und Güte eines Papiers ist im wesentlichen durch
-seine Stoffzusammensetzung und seine Festigkeitseigenschaften bedingt.
-
-Zur Feststellung der Stoffzusammensetzung dient vornehmlich die
-mikroskopische Untersuchung. Zur Zeit gilt die Erfahrung, daß die
-Lumpenfasern das ausdauerfähigste Material geben; am wenigsten
-ausdauerfähig sind die Papiere mit Holzschliff. Die mikroskopische
-Untersuchung kann auch zugleich angenähert die Mengenverhältnisse der
-Faserstoffe feststellen.
-
-Der Aschengehalt gibt diejenigen Papierbestandteile an, welche
-beim Verbrennen und darauf folgenden Glühen als unverbrennlich
-zurückbleiben; sie betragen bei Papier, dem keine mineralischen
-Füllstoffe zugesetzt sind, höchstens 3%. Die mineralischen Füllstoffe
-dienen dazu, das Papier im Aussehen und Griff besser, es druckfähiger,
-billiger oder schwer zu machen. Die zulässigen Grenzen sind in den
-„Vorschriften“ gegeben.
-
-Das zu Schreibzwecken dienende Papier muß leimfest sein, damit es sich
-gut beschreibt und die Tinte nicht durchläßt.
-
-Zu den Festigkeitseigenschaften rechnet man Festigkeit gegen Zerreißen,
-Dehnbarkeit und Widerstand gegen Zerknittern und Reiben.
-
-Die Festigkeit des Papiers wird in zwei aufeinander senkrechten
-Richtungen (Maschinenrichtung und Querrichtung) bestimmt; als Grundlage
-für die Beurteilung dient das Mittel aus beiden Bestimmungen, die
-sogenannte mittlere Reißlänge. Man versteht unter Reißlänge diejenige
-Länge eines Streifens von gleichbleibender Breite und Dicke, bei
-welcher er, an einem Ende aufgehängt gedacht, infolge seines eigenen
-Gewichts abreißen würde.
-
-Die Reißlänge, welche also von der Dicke und Breite des Streifens
-unabhängig ist, nimmt zu mit der Güte des Papiers.
-
-Die Bruchdehnung wird bei der Bestimmung der Reißlänge mitgemessen;
-sie drückt die Verlängerung des Probestreifens bis zum Zerreißen aus
-und wird in Prozenten seiner ursprünglichen Länge angegeben. Sie nimmt
-ebenfalls zu mit der Güte des Papiers.
-
-Die Widerstandsfähigkeit gegen Zerknittern und Reiben kann nicht durch
-Zahlenwerte ausgedrückt werden, weil dieser Versuch nicht mit Hilfe von
-Apparaten, sondern durch Knittern und Reiben mit der Hand ausgeführt
-wird. Die zur Bemessung des Widerstandsgrades angenommene Skala, von
-den geringeren Sorten zu den besseren aufsteigend, ist folgende:
-
- 0 = außerordentlich gering,
- 1 = sehr gering,
- 2 = gering,
- 3 = mittelmäßig,
- 4 = ziemlich groß,
- 5 = groß,
- 6 = sehr groß,
- 7 = außerordentlich groß.
-
-
-§ 11.
-
-Die Behörden sind verpflichtet, die durch Tabelle III der
-„Vorschriften“ gegebenen Grenzwerte für die Stoff- und
-Festigkeitsklassen ihren Lieferungsbedingungen zu Grunde zu legen.
-
-In die über die Papierlieferung abzuschließenden Verträge ist
-die Bestimmung aufzunehmen, daß der Lieferant sich allen in den
-„Vorschriften“ ihm auferlegten Verpflichtungen zu unterwerfen habe.
-
-Die „Vorschriften“ sind jedem Lieferungsvertrage anzuheften und zu
-dem Zweck von der Königlichen mechanisch-technischen Versuchsanstalt
-(Charlottenburg, Technische Hochschule) im Abdruck auf Verlangen
-abzugeben.
-
- +Berlin+, den 17. November 1891.
-
- +Königliches Staats-Ministerium.+
-
- [69] Die Versuchsanstalt hat nach eingehenden Verhandlungen mit
- Vertretern der Papierindustrie und des Papierhandels einen
- neuen Entwurf für „Vorschriften“ ausgearbeitet, der z. Z. den
- maßgebenden Stellen zur Entscheidung vorliegt.
-
-
-Auszug aus den Vorschriften für die Benutzung der Versuchsanstalt zu
-Charlottenburg.
-
-
-Gebührenordnung.
-
-
- Z = Zahl der Versuche
- A = Ansatz
- B = Betrag[70]
-
- ==============+========================================+====+=====+====
- +Gegenstand | | Z | A | B
- der | +Versuchsausführung.+ | | |
- Versuche+ | | | Nr. | Mk.
- ==============+========================================+====+=====+====
- | =Papierprüfung.= | | |
- =Festigkeit= |Prüfung der Festigkeit und Dehnung nach | | |
- | 2 Richtungen in je 5 Versuchen | 10 |=300=| 10
- =Zerknittern= |Prüfung auf Widerstand gegen Zerknittern| -- |=301=| 2
- =Aschengehalt=|Bestimmung des Aschengehaltes in | | |
- | Prozenten | -- |=302=| 3
- | Desgleichen mit Prüfung der | | |
- | qualitativen Zusammensetzung der | | |
- | Asche | -- |=303=| 10
- | Desgleichen mit Prüfung der | | |
- | quantitativen Zusammensetzung der | | |
- | Asche | -- |=304=| 50
- =Dicke= und Messung der Papierdicke und Bestimmung | | |
- =Gewicht= | des Gewichtes für das Quadratmeter | -- |=305=| 2
- =Holzschliff= |Untersuchung auf das Vorhandensein | | |
- | verholzter Fasern | -- |=306=| 1
- | Desgleichen mit Bestimmung der Art der | | |
- | verholzten Fasern | -- |=307=| 2
- |Schätzung der Menge des Holzschliffes | | |
- | nach der Methode von +Herzberg+ | -- |=308=| 5
- =Faserarten= |Mikroskopische Feststellung der im | | |
- | Papier enthaltenen Faserarten | -- |=309=| 5
- | Desgleichen mit Schätzung des | | |
- | Mengenverhältnisses der einzelnen | | |
- | Faserarten | -- |=310=| 10
- =Chemische |Chemische Untersuchung des Papiers auf | | |
- Zusammen- | Farbstoff, Leimung, Gehalt an freier | | |
- setzung= | Säure, Chlor u. s. w., je nach dem | | |
- | Umfange der verlangten Untersuchung | -- |=311=|5-50
- | Desgleichen, quantitativ | -- |=312=| 10
- | | | | bis
- | | | |100
- =Vollständige |Die vollständige Untersuchung eines | | |
- Untersuchung= | Papiers auf Festigkeit, Dehnung, | | |
- | Widerstand gegen Zerknittern, | | |
- | Bestimmung des Aschengehaltes, | | |
- | mikroskopische Untersuchung und | -- |=313=| 20
- | Leimfestigkeit | -- |=313=| 20
-
-
- Z = Zahl der Versuche
- A = Ansatz
- B = Betrag[71]
-
- ===============+=======================================+====+=====+====
- +Gegenstand | | Z | A | B
- der | +Versuchsausführung.+ | | |
- Versuche+ | | | Nr. | Mk.
- ===============+=======================================+====+=====+====
- | =Stoffprüfung.= | | |
- =Festigkeit= |Prüfung der Festigkeit und Dehnung von | | |
- | Zeugstoffen nach Kette und Schuß in | | |
- | je 3 Versuchen | 6 |=314=| 12
- |Prüfung von Fäden auf Zugfestigkeit und| | |
- | Dehnung in 10 Versuchen, mit | | |
- | Bestimmung der Feinheitsnummer | | |
- | und Dehnungszahl | 10 |=315=| 10
- =Aschengehalt= |Bestimmung des Aschengehaltes | -- |=316=| 3
- =Faserart= |Bestimmung der Faserart in Schuß und | | |
- | Kette | -- |=317=| 5
- =Fadenzahl= |Bestimmung der Fadenzahl auf 1 cm in | | |
- | Schuß- und Kettenrichtung | -- |=318=| 2
- =Fadenstellung= Bestimmung der Fadenstellung | -- |=319=| 2
- =Schlichte, |Untersuchung des Stoffes auf Schlichte,| | |
- Farbe, Wasser- | Stärke, Farbe, Wasserdurchlässigkeit | | |
- durchlässig- | u. s. w., je nach dem Umfange der | | |
- keit= u. s. w. | gewünschten Prüfung | -- |=320=|3-50
- =Vollständige |Die vollständige Untersuchung eines | | |
- Untersuchung= | Stoffes nach den Ansätzen 314, 316 | | |
- | bis 319 | -- |=321=| 20
- | Desgleichen einschließlich der | | |
- | Untersuchung der Schuß- und | | |
- | Kettenfäden in je 5 Versuchen | | |
- | nach Ansatz 315 | -- |=322=| 26
-
-
-Probematerial.
-
-Für Papierprüfungen, welche auch die Ansätze 300 und 301 umfassen,
-sind 10 Bogen jeder Sorte, +zwischen steifen Deckeln verpackt+ (nicht
-gerollt), einzusenden. Bei Prüfungen nach den übrigen Ansätzen genügt
-weniger Material in beliebiger Verpackung.
-
-Bei Einreichung des Antrages sind die Ansatznummern (300-313)
-anzugeben, nach denen geprüft werden soll.
-
- [70] Die Beträge gelten für die Prüfung +eines+ Papiers. Bei
- Prüfungen für Ausländer werden die Gebühren um 50% erhöht. Außer
- den Gebührenbeträgen sind zu zahlen 1 Mk. 50 Pf. für Stempel und
- ferner die Auslagen für Schreibhilfe und Postbestellgeld.
-
- [71] Die Beträge gelten für die Prüfung +eines+ Stoffes. Bei
- Prüfungen für Ausländer werden die Gebühren um 50% erhöht. Außer
- den Gebührenbeträgen sind zu zahlen 1 Mk. 50 Pf. für Stempel und
- ferner die Auslagen für Schreibhilfe und Postbestellgeld.
-
-
-Auszug aus den Vorschriften für Frachtbriefpapiere.
-
- (Reichs-Eisenbahnamt. 13. Oktober 1892.)
-
-Zu den Frachtbriefen ist Normalpapier 4a mit vorschriftsmäßigem
-Wasserzeichen zu verwenden (vergl. S. 136). Die Farbe des Papiers muß
-entschieden weiß sein und das Gewicht bei der für Frachtbriefe durch
-die Verkehrsordnung vorgeschriebenen Bogengröße von 76×60 cm für je
-1000 Bogen (4000 Frachtbriefe) 39 kg betragen. Eine Abweichung von
-diesem Einheitsgewicht um 2,5% nach oben und unten ist gestattet. Bei
-der Gewichtsfeststellung wird die Riesumhüllung (das zum Verpacken von
-1000 Bogen verwendete Umschlagpapier) mit gewogen.
-
-Fabrikanten, die Frachtbriefpapier herstellen, haben ihr Wasserzeichen
-bei einer mit der Prüfung von Papier zu amtlichen Zwecken in einem
-Bundesstaat beauftragten Behörde anzumelden. Die Prüfung, ob das
-Frachtbriefpapier den vorbezeichneten Bedingungen entspricht, erfolgt
-nach Maßgabe der bei diesen Behörden bestehenden Vorschriften.
-
-
-Auszug aus den Vorschriften für Quittungskarten-Karton.
-
- (Gesetz betreffend Invaliditäts- und Altersversicherung vom 22.
- Juni 1889.)[72]
-
-Der Karton muß aus Zellstoff, Leinen und Baumwolle hergestellt sein.
-Der Zellstoffgehalt darf nicht mehr als 50% betragen. Der Gehalt an
-Leinen muß mindestens 5% größer sein als der Baumwollgehalt. Der
-Aschengehalt darf 4% nicht übersteigen. Der Karton muß mit Eisenoxyd
-und Bleichromat nach niedergelegtem Muster gelb gefärbt sein und ein
-Quadratmetergewicht von 277-283 g aufweisen.
-
-Die mittlere Reißlänge muß 4500 m, die mittlere Dehnung 4% betragen.
-
- (+Bekanntmachungen des Reichskanzlers vom 13. Juli 1893 und 8.
- Juni 1898.+)
-
-Die für die Selbstversicherung vom Bundesrat vorgeschriebenen
-besonderen Quittungskarten (Formular B) müssen in Stoff und Format
-den vorstehenden Bedingungen ebenfalls entsprechen, aber nach
-niedergelegtem Muster grau gefärbt sein.
-
-Die graue Färbung ist durch Zuteilen von naturblauer Lumpenfaser zum
-Stoff und Abtönen mit Miloriblau und Chromgelb herzustellen.
-
- (4. Januar 1900.)
-
- [72] Reichsgesetzblatt 1889, S. 97.
-
-
-Auszug aus den Vorschriften über die Herstellung von Beitragsmarken zur
-Invaliditätsversicherung.
-
- (13. November 1899.)
-
-Zum Druck sämtlicher Beitragsmarken ist reines Lumpenpapier zu
-verwenden, welches fein gemahlen, in der Durchsicht gleichmäßig sein
-und eine Reißlänge von wenigstens 3000 m, eine Dehnung von mindestens
-1,9% und einen Aschengehalt von höchstens 12% haben muß.
-
-Das Markenpapier ist mit einem unsichtbaren Aufdruck zu versehen, der
-die Möglichkeit gewährt, die Echtheit der Marken jederzeit zu prüfen.
-Die Verwendung eines Wasserzeichens an Stelle des Aufdruckes bedarf der
-besonderen Genehmigung des Reichs-Versicherungsamtes.
-
-
-Vorschriften für das Papier zu Standesregistern und Registerauszügen.
-
- (Ministerium des Innern. 2. April 1892.)
-
-Das Papier für die
-
- Standesregister muß der Stoffklasse I, Festigkeitskl. 2,
- (Verwendungskl. 2a),
- Registerauszüge „ „ „ I, „ 3,
- ( „ 2b)
-
-angehören.
-
-
-Ausbildung im Papierprüfen.
-
-Zur Ausbildung im Papierprüfen nimmt die Charlottenburger
-Versuchsanstalt Volontäre auf. Bestimmte Anforderungen an deren
-Vorbildung werden nicht gestellt. Bewerber müssen dem Aufnahmegesuch
-Lebenslauf und Abschriften der in ihrem Besitz befindlichen Zeugnisse
-beifügen; daraufhin erfolgt die Entscheidung über die Aufnahme.
-
-Die Ausbildung nimmt drei Monate in Anspruch und erfolgt für
-Reichsdeutsche kostenfrei; Ausländer zahlen 300 Mk.
-
-Gegenstand des Unterrichtes bilden in erster Linie die gesamten
-Papierprüfungsverfahren; hierbei wird auf die Ausbildung im
-Mikroskopieren besonderes Gewicht gelegt. In zweiter Linie erfolgt
-die Unterweisung im Prüfen der wichtigsten Rohstoffe für die
-Papierfabrikation. In der zweiten Hälfte der Ausbildungszeit können die
-Volontäre auf Wunsch auch Fragen bearbeiten, die für sie besonderes
-Interesse haben.
-
-Die bisher gemachten Erfahrungen haben gezeigt, daß die Teilnahme an
-diesen Ausbildungskursen für das spätere Fortkommen der Teilnehmer
-vielfach von Wert gewesen ist, so daß allen jungen Papiermachern
-dringend anzuraten ist, von dieser im Interesse der Papierindustrie
-geschaffenen Einrichtung Gebrauch zu machen. Frühzeitige Anmeldung
-empfiehlt sich, da nur eine beschränkte Anzahl von Plätzen zur
-Verfügung steht.
-
-Zur Ausführung amtlicher Prüfungen, wie vielfach angenommen wird,
-dürfen die Volontäre nicht herangezogen werden; die ganze Zeit, welche
-sie in der Anstalt zubringen, wird ausschließlich auf ihre Ausbildung
-verwendet.
-
-
-
-
-Literatur.[73]
-
-
- +Behrens+, Anleitung zur mikrochemischen Analyse, Hamburg 1896.
-
- +Beveridge+, Papermakers’ Pocket Book, London 1901.
-
- +Clapperton+, Practical Paper Making, London 1894.
-
- +Cross & Bevan+, Cellulose, London 1895.
-
- +Erdmann-König+, Waarenkunde, Leipzig 1895.
-
- +Griffin & Little+, The Chemistry of Paper Making, New York 1894.
-
- +Hanausek+, Lehrbuch der technischen Mikroskopie, Stuttgart 1901.
-
- +Hofmann+, Handbuch der Papierfabrikation, Berlin 1891.
-
- +Hofmann+, Normalpapier, Berlin 1892.
-
- +v. Höhnel+, Die Mikroskopie der technisch verwendeten Faserstoffe,
- Wien 1887.
-
- +v. Hoyer+, Das Papier, seine Beschaffenheit und deren Prüfung,
- München 1882.
-
- +v. Hoyer+, Die Fabrikation des Papiers, Braunschweig 1887.
-
- +v. Hoyer+, Ueber die Entstehung und Bedeutung der Papiernormalien,
- sowie deren Einfluß auf die Fabrikation, München 1888.
-
- +Kirchner+, Das Papier, Biberach.
-
- +Klemm+, Papier-Industrie-Kalender, Leipzig.
-
- +Lohnes+, Papier-Kalender, Dresden.
-
- +Lunge+, Chemisch-technische Untersuchungsmethoden, 3. Band, Berlin
- 1900, Artikel „Papier“ von W. Herzberg.
-
- +Mierzinski+, Handbuch der praktischen Papierfabrikation, Wien 1886.
-
- +Müller+, Qualitative und quantitative Bestimmung des Holzschliffes
- im Papier, Berlin 1887.
-
- +Muspratt+’s Chemie, 6. Band, Braunschweig 1898, Artikel
- „Papierprüfung“ von Dr. Klemm.
-
- +Muth+, Jahrbuch der Papierindustrie, Leipzig 1890.
-
- +Rejtö+, Anleitung für Private zur Durchführung der Papierprüfung,
- Budapest 1893.
-
- +Rössel+, Papiere und Papierprüfung mit Berücksichtigung der in der
- Schweiz verwendeten Schreib- und Druckpapiere, Biel 1895.
-
- +L. Rostaing, M. Rostaing et Fleury Percie du Sert+, Végétaux
- propres à la fabrication de la Cellulose et du Papier, Paris 1899.
-
- +Schacht+, Prüfung der im Handel vorkommenden Gewebe, Berlin 1853.
-
- +Vétillart+, Études sur les fibres végétales textiles, Paris 1876.
-
- +Wiesner+, Die Rohstoffe des Pflanzenreiches, 8. Lieferung, Leipzig
- 1902, Artikel: Papierfasern.
-
- +Wiesner+, Die mikroskopische Untersuchung des Papiers, Wien 1887.
-
- +Wiesner+, Einleitung in die Technische Mikroskopie, Wien 1867.
-
- +Winkler+, Der Papierkenner, Leipzig 1887.
-
- +Winkler+, Die Trockengehaltsbestimmung der Papierfaserstoffe
- (Ermittelung des Wassergehaltes), Leipzig 1902.
-
- [73] Selbständige Werke, die sich in mehr oder minder umfangreichem
- Maße mit der Papierprüfung befassen.
-
-
-
-
-[Illustration: Tafel I.
-
-Holzschliff von Nadelholz.]
-
-[Illustration: Tafel II.
-
-Jute.]
-
-[Illustration: Tafel III.
-
-Nadelholzzellstoff.]
-
-[Illustration: Tafel IV.
-
-Birkenholzzellstoff.]
-
-[Illustration: Tafel V.
-
-Pappelholzzellstoff.]
-
-[Illustration: Tafel VI.
-
-Strohzellstoff.]
-
-[Illustration: Tafel VII.
-
-Alfa-(Esparto-)Zellstoff.]
-
-[Illustration: Tafel VIII.
-
-Manila.]
-
-[Illustration: Tafel IX.
-
-Adansonia.]
-
-[Illustration: Tafel X.
-
-Baumwolle.]
-
-[Illustration: Tafel XI.
-
-Leinen.]
-
-[Illustration: Tafel XII.
-
-Wolle.]
-
-[Illustration: Tafel XIII.
-
-Färbung der Fasern in Jod-Jodkaliumlösung.
-
- Leinen, Baumwolle braun
- Holz- und Strohzellstoff grau
- Holzschliff gelbbraun
-]
-
-[Illustration: Tafel XIV.
-
-Färbung der Fasern in Chlorzinkjodlösung.
-
- Leinen, Baumwolle weinrot
- Holz- und Strohzellstoff violett
- Holzschliff gelb
-]
-
-[Illustration: Tafel XV.
-
-Verschiedene Mahlungszustände von Papierfasern.
-
-No. 1. Cigarettenpapier.]
-
-[Illustration: No. 6. Normalpapier 1.]
-
-[Illustration: No. 2. Holländisches Banknotenpapier.]
-
-[Illustration: No. 7. Deutsches Photographiepapier.]
-
-[Illustration: No. 3. Normalpapier 1.]
-
-[Illustration: No. 8. Französisches Photographiepapier.]
-
-[Illustration: No. 4. Urkundenpapier aus ungebleichten Lumpen.]
-
-[Illustration: No. 9. Löschpapier.]
-
-[Illustration: No. 5. Normalpapier 1.]
-
-[Illustration: No. 10. Manilapackpapier.]
-
-[Illustration: Tafel XVI.
-
-Phloroglucinreaction
-
-bei Papieren mit geringem Holzschliffgehalt.
-
- 0,5% 1% 2%
-
- 2,5% 3% 5%
-]
-
-
-
-
-Oskar Leuner’s
-
-+Mechanisches Institut+
-
-in der K. S. Technischen Hochschule
-
-Dresden
-
- Bureau: Lannerstrasse 3
- in Verbindung mit der
- K. S. Technischen Hochschule
- seit 1876
-
-[Illustration: Vielfach prämiirt.]
-
-[Illustration: Vielfach prämiirt.]
-
- empfiehlt:
-
- Sämmtliche Apparate zur technischen und zur exakten Gasanalyse,
- Apparate zur Heizwerthbestimmung der Gase etc. etc. nach Angabe des
- Herrn Geh. Hofrath Professor Dr. Walther Hempel, Dresden.
-
- Toepler’sche Universal-Apparate für Demonstrationen in Mechanik.
-
- Als eigene Erfindungen und Konstruktionen.
-
- =Selbstregistrierende Zerreiss-Apparate und Zerreiss-Maschinen=
-
- zur Untersuchung von Papier, Gespinnsten, Geweben, Leder etc. etc.,
- für Belastungen bis zu 3000 Kilo.
-
- =Querprofil- und Thalwegsprofil-Zeichner,=
-
- Instrumente zur selbstthätigen Aufzeichnung der Querprofile und der
- Thalwegsprofile von Wasserläufen.
-
- =Wassergeschwindigkeitszeichner,=
-
- Instrument zur selbstthätigen Aufzeichnung von
- Wassergeschwindigkeiten.
-
- =Instrumente zur Untersuchung eiserner Brücken,= als:
-
- =Spannungszeichner,=
-
- Instrument zur selbstthätigen Aufzeichnung der Spannungsänderungen
- in den Gliedern eiserner Brücken.
-
- =Biegungszeichner,=
-
- Instrument zur selbstthätigen Aufzeichnung der Auf- und der
- Durchbiegungen der Tragwände etc. eiserner Brücken.
-
- =Drahtspannapparate=
-
- zur Beobachtung bleibender Formänderungen bei eisernen Brücken.
-
- =Horizontalschwingungszeichner,=
-
- Instrument zur selbstthätigen Aufzeichnung der horizontalen
- Schwingungen eiserner Brücken ohne Benutzung eines festen Punktes.
-
- =Pfeilzeichner,=
-
- zur Untersuchung von Eisenbahnschienen etc.
-
- =Zugkraftzeichner, Rauchmesser,=
-
- ferner:
-
- Von Feuchtigkeitsänderungen der Luft unabhängige Influenzmaschinen
- mit 2 bis mit 60 rotierenden Scheiben für Hand- und Motoren-Betrieb.
-
- ============== Verbessertes Toepler-System. ==============
-
- +Oskar Leuner.+
-
-
-
-
-Louis Schopper, Leipzig.
-
-Anstalt für Präcisions-Mechanik.
-
-Fabrik und Contor: Arndtstr. 27. * Fernsprecher: No. 3262.
-
-[Illustration: Gegr. im Jahre 1881.]
-
-Fabrikation und Export
-
-======wissenschaftlicher und technischer Apparate.======
-
-Specialität:
-
- Papier-Prüfungs-Apparate,
- Pappen-, Papier- und Präcisions-Waagen
- für die gesamte
- Papier-, Pappen- und Papierstoff-Industrie.
- Chemikalien, Reagentien, Präparier- und Färbmittel.
-
- Sämtliche in der Papierfabrikation verwendeten Faserstoffe in
- Alkohol als Vergleichspräparate bei mikroskopischen Untersuchungen,
- Dauerpräparate.
-
- Papiere mit verschiedenem Widerstand gegen Zerknittern.
-
- Vollständige Papier-Prüfungs-Einrichtungen nach dem Muster der
- Kgl. mech. techn. Versuchsanstalt in Charlottenburg (Abteilung für
- Papier-Prüfung).
-
- Feinste Referenzen.
- Vielfach prämiiert.
-
- Patente im In- und
- Auslande.
-
-
-
-
- +Neuester Apparat+
-
- zur Bestimmung des
-
- =Trocken- resp. Feuchtigkeitsgehaltes fester Körper, Modell 1902,=
-
- von
-
- =Louis Schopper, Leipzig.=
-
- D. R. G. M. No. 171196.
-
-[Illustration: Unübertroffenes System.]
-
- Dieser Apparat ist vorläufig für Gas- und Spiritusheizung
- eingerichtet, für Dampf- und elektrische Heizung ist er in
- Vorbereitung. Er führt dem Trockengut ununterbrochen große Mengen
- warmer Luft zu, trocknet daher schnell und billig.
-
-
-
-
- CARL ZEISS
-
- Optische Werkstaette
-
- JENA
-
- Berlin NW. London W.
- Dorotheenstr. 29. Margaret Str. 29 Regent Str.
-
- Wien IX, 3
- Ferstelgasse 1.
-
- [Illustration]
-
- Mikroskope
-
- für alle wissenschaftliche
- und technische Zwecke
- im speziellen auch für
-
- Papier-Untersuchung
-
- Kataloge stehen den Herren Interessenten kostenfrei zur
- Verfügung.
-
-
-
-
-+Verlag von Julius Springer in Berlin N.+
-
- =Analyse der Fette und Wachsarten.= Von Professor Dr. +=Rudolf
- Benedikt=+ (Wien). Vierte, erweiterte Auflage. Herausgegeben
- von Professor F. +Ulzer+ (Wien). Mit dem Bildniss Benedikts in
- Photogravure und zahlr. Textfiguren.
-
- Unter der Presse.
-
- =Anleitung zur Erkennung, Prüfung und Werthbestimmung der
- gebräuchlichsten Chemikalien= für den technischen, analytischen und
- pharmaceutischen Gebrauch. Von Dr. +=Max Biechele=+.
-
- geb. M. 5,--.
-
- =Quantitative Analyse durch Elektrolyse.= Von Geh. Reg.-Rath Prof.
- Dr. +=A. Classen=+ (Aachen). Vierte, umgearbeitete Auflage. Unter
- Mitwirkung von Dr. W. +Löb+ (Aachen). Mit 74 Textabbildungen und 6
- Tafeln.
-
- geb. M. 8,--.
-
- =Die Analyse der Harze, Balsame und Gummiharze=, nebst ihrer Chemie
- und Pharmakognosie. Von Dr. +=Karl Dieterich=+ (Helfenberg.)
-
- geb. M. 7,--.
-
- =Das Wasser=, seine Verwendung, Reinigung und Beurtheilung, mit
- besonderer Berücksichtigung d. gewerblichen Abwässer und d.
- Flussverunreinigung. Von Dr. +=Ferd. Fischer=+ (Göttingen). Dritte,
- umgearbeitete Auflage. Mit Textabbildungen.
-
- geb. M. 12,--.
-
- =Spektralanalytischer Nachweis künstlicher organischer
- Farbstoffe.= Zum Gebrauche bei wissenschaftlichen und gewerblichen
- Untersuchungen bearbeitet von +=J. Formanek=+ (Prag). Mit
- Textfiguren und 58 lithograph. Tafeln.
-
- geb. M. 10,--.
-
- =Fortschritte der Theerfarbenfabrikation und verwandter
- Industriezweige.= An der Hand der systematisch geordneten und
- mit kritischen Anmerkungen versehenen Deutschen Reichspatente
- dargestellt von Prof. Dr. +=P. Friedlaender=+ (Wien). I: 1877-1887
- M. 24,--. II: 1887-1890 M. 24,--. III: 1891-1894 M. 40,--. IV:
- 1894-1897 M. 50,--. V: 1897-1900 M. 40,--.
-
- =Die Mercerisation der Baumwolle= mit specieller Berücksichtigung
- der in- und ausländischen Patente. Von +=Paul Gardner=+. Mit 57
- Textfiguren.
-
- geb. M. 6,--.
-
- =Die ätherischen Oele.= Bearbeitet im Auftrage der Firma +Schimmel+
- & Co. in Leipzig von +=E. Gildemeister=+ und +=Fr. Hoffmann=+. Mit
- 4 Karten und zahlreichen Abbildungen.
-
- M. 20,--; geb. M. 23,--.
-
- =Das Trocknen mit Luft und Dampf.= Von Oberingenieur +=E.
- Hausbrand=+. Mit Textfiguren und 2 Tafeln.
-
- geb. M. 3,--.
-
- =Verdampfen, Kondensieren und Kühlen.= Von Oberingenieur +=E.
- Hausbrand=+ (Berlin). Mit 21 Textfiguren und 76 Tabellen. Zweite,
- durchgesehene Auflage.
-
- geb. M. 9,--.
-
- =Färbereichemische Untersuchungen.= Anleitung zur Untersuchung,
- Bewerthung und Anwendung der wichtigsten Färberei-, Druckerei-,
- Bleicherei- und Appretur-Artikel. Von Dr. +=Paul Heermann=+. Mit
- Abbildungen auf zwei Tafeln.
-
- geb. M. 4,--.
-
- =Die Chromgerbung.= Von Dr. +=S. Hegel=+. Unter besonderer
- Berücksichtigung der in- und ausländischen Patentlitteratur.
-
- M. 3,--.
-
- =Die Streichgarn- und Kunstwoll-Spinnerei= in ihrer gegenwärtigen
- Gestalt. Von +=Emil Hennig=+ (Guben). Praktische Winke und
- Rathschläge im Gebiet dieser Industrie. Mit 40 in den Text gedr.
- Abbild.
-
- geb. M. 5,--.
-
- =Die Fabrikation der Bleichmaterialien.= Von +=Victor Hölbling=+
- (Wien). Mit 240 in den Text gedruckten Figuren.
-
- geb. M. 8,--.
-
- =Die Färberei und Bleicherei der Gespinnstfasern.= Von Professor
- +=J. J. Hummel=+ (Leeds). Deutsche Bearbeitung von Professor Dr.
- +Edmund Knecht+ (Manchester). Mit zahlreichen Holzschnitten. Zweite
- vermehrte Auflage.
-
- geb, M. 8,--.
-
- =Die thierische Leimung für endloses Papier.= Von +=Ferdinand
- Jagenberg=+. Mit Textabbild. u. 1 lith. Tafel. 1878.
-
- kart. M. 6,--.
-
- =Praxis und Theorie der Leder-Erzeugung.= Ein Leitfaden für Lohe-,
- Weiss-, Sämisch- und Glacé-Gerberei von +=J. Jettmar=+. Mit 51
- Textfiguren.
-
- geb. M. 10,--.
-
- =Carbolsäure und Carbolsäurepräparate=, ihre Geschichte,
- Fabrikation, Anwendung und Untersuchung. Von Dr. +=H. Köhler=+. Mit
- 23 Holzschnitten im Text.
-
- M. 4,--; geb. M. 5,--.
-
- =Die Verunreinigung der Gewässer=, deren schädliche Folgen, sowie
- die Reinigung von Trink- und Schmutzwasser. Von Professor Dr.
- +=J. König=+ (Münster i. W.). Zweite vollständig umgearbeitete
- und vermehrte Auflage. Mit zahlreichen Abbildungen im Text und 7
- lithogr. Tafeln. Zwei Bände.
-
- M. 26,--; geb. M. 28,40.
-
- =Die Prüfung der chemischen Reagentien auf Reinheit.= Von Dr. +=C.
- Krauch=+ (Darmstadt). Dritte, umgearbeitete und sehr vermehrte
- Auflage.
-
- geb. M. 9,--.
-
- =Physikalisch-chemische Tabellen= von Prof. Dr. +=H. Landolt=+
- und Prof. Dr. +=R. Börnstein=+ (Berlin). Unter Mitw. hervorrag.
- Fachmänner bearbeitet. Zweite Auflage.
-
- M. 21,--.
-
- =Tabellarische Uebersicht über die künstlichen organischen
- Farbstoffe= und ihre Anwendung in Färberei und Zeugdruck. Von Dr.
- +=Adolf Lehne=+. Mit Ausfärbungen jedes einzelnen Farbstoffes und
- Zeugdruckmustern. In 6 Lieferungen M. 36,--; in Halbleder geb. M.
- 40,--. -- Ergänzungsband. In 4 Lieferungen M. 21.--; in Halbleder
- geb. M. 25,--.
-
- =Chemisch-technische Untersuchungsmethoden.= Mit Benutzung der
- früheren von Dr. Fr. Böckmann bearbeiteten Auflagen und unter
- Mitwirkung zahlreicher hervorragender Fachmänner herausgegeben
- von Professor Dr. +=Georg Lunge=+ (Zürich). Vierte, vollständig
- umgearbeitete und vermehrte Auflage. In 3 Bänden.
-
- Band I: Mit 146 Textabb. M. 16,--; in
- Halbleder geb. M. 18,--.
-
- Band II: Mit 143 Textabb. M. 16,--; in
- Halbleder geb. M. 18,--.
-
- Band III: Mit 104 Textabb. M. 23.--; in
- Halbleder geb. M. 25,--.
-
- =Taschenbuch für die Soda-, Pottasche- und Ammoniak-Fabrikation.=
- Herausgegeben von Prof. Dr. +=G. Lunge=+ (Zürich). Dritte,
- umgearbeitete Auflage. Mit 18 in den Text gedruckten Figuren.
-
- In Lederband M. 7,--.
-
- =Grundzüge der Elektrochemie auf experimenteller Basis.= Von Dr.
- +=R. Lüpke=+ (Berlin). Dritte Auflage. Mit 77 Textfiguren und 28
- Tabellen.
-
- M. 5,--; geb. M. 6,--.
-
- =Kurze Anleitung zur Appretur-Analyse.= Von Dr. +=Wilh. Massot=+
- (Krefeld).
-
- geb. M. 2,60.
-
- =Anleitung zur quantitativen Bestimmung der organischen
- Atomgruppen.= Von Dr. +=H. Meyer=+ (Wien). Mit Textabb.
-
- geb. M. 3,--.
-
- =Mikroskopische Wasseranalyse.= Anleitung zur Untersuchung des
- Wassers mit besonderer Berücksichtigung von Trink- und Abwasser.
- Von Prof. Dr. +=C. Mez=+ (Breslau). Mit 8 lith. Tafeln und
- Textabbildungen.
-
- M. 20,--; geb. M. 21,60.
-
- =Die qualitative und quantitative Bestimmung des Holzschliffes im
- Papier.= von Dr. +=Albr. Müller=+. 1887.
-
- geb. M. 3,--.
-
- =Die Fabrikation des Papieres=, insonderheit des auf der Maschine
- gefertigten, nebst gründlicher Auseinandersetzung der in ihr
- vorkommenden chemischen Processe und Anweisung zur Prüfung der
- angewandten Materialien. Von Dr. +=L. Müller=+. Mit in den Text
- gedruckten Holzschnitten und lithographischen Tafeln. Vierte, neu
- bearbeitete und vermehrte Auflage. 1877.
-
- geb. M. 24,--.
-
- =Chemie der organischen Farbstoffe.= Von Professor Dr. +=R.
- Nietzki=+ (Basel). Vierte vermehrte Auflage.
-
- geb. M. 8,--.
-
- =Anilinschwarz und seine Anwendung in Färberei und Zeugdruck.=
- Von Dr. +E. Noelting+ und Dr. +=A. Lehne=+, (Herausgeber der
- Färber-Zeitung). Mit 11 Abbildungen im Text und 32 Zeugdruckmustern
- und Ausfärbungen auf 4 Tafeln.
-
- geb. M. 8,--.
-
- =Leitfaden für Zuckerfabrikchemiker= zur Untersuchung der in der
- Zuckerfabrikation vorkommenden Produkte und Hilfsstoffe. Von Dr.
- +=E. Preuss=+ (Berlin). Mit 33 Textabbildungen.
-
- geb. M. 4,--.
-
- =Leitfaden für gerbereichemische Untersuchungen.= Von Prof. +=H.
- R. Procter=+ (Leeds). Deutsche Ausgabe von Dr. +Joh. Paessler+
- (Freiberg). Mit 30 in den Text gedruckten Figuren.
-
- geb. M. 8,--.
-
- =Die Fabrikation der Weinsäure.= Von Dr. +=Hermann Rasch=+. Mit in
- den Text gedruckten Abbildungen.
-
- M. 2,40.
-
- =Die Fabrikation der Kartoffelstärke.= Von Professor Dr. +=O.
- Saare=+. Mit zahlr. Textabbild. und 5 Tafeln.
-
- geb. M. 15,--.
-
- =Der Zeugdruck=, Bleicherei, Färberei, Druckerei und Appretur
- baumwollener Gewebe. Von +=A. Sansone=+ (Manchester). Deutsche
- Ausgabe von +B. Pick+ (Mülhausen). Mit Textabbildungen, 23
- Figuren-Tafeln u. 12 Musterkarten.
-
- geb. M. 10,--.
-
- =Grundlagen der Kokschemie.= Von Hütteningenieur +=Oscar
- Simmersbach=+.
-
- M. 2,40.
-
- =Bleichen und Färben der Seide und Halbseide= im Strang und Stück.
- Von +=Carl H. Steinbeck=+. Mit zahlreichen Textfiguren und 80
- Ausfärbungen auf 10 Tafeln.
-
- geb. M. 16,--.
-
- =Die künstliche Seide.= Ihre Herstellung, Eigenschaften und
- Verwendung. Unter besonderer Berücksichtigung der Patent-Litteratur
- bearbeitet von Dr. +=Carl Süvern=+. Mit 25 Textfiguren und 2
- Musterbeilagen.
-
- geb. M. 7,--.
-
- =Anlage, Konstruktion und Einrichtung von Bleicherei- und
- Färberei-Lokalitäten.= Von +=J. Trey=+ (Schaffhausen). Mit 73 in
- den Text gedruckten Abbildungen.
-
- M. 2,40.
-
- =Anleitung zur chemisch-technischen Analyse.= Für den Gebrauch an
- Unterrichts-Laboratorien bearb. von Prof. +=F. Ulzer=+ u. Dr. +=A.
- Fraenkel=+ (Wien). Mit Textabbildungen.
-
- geb. M. 5,--.
-
- =Die physikalischen und chemischen Methoden der quantitativen
- Bestimmung organischer Verbindungen.= Von Dr. +=W. Vaubel=+
- (Darmstadt). Zwei Bände mit 95 in den Text gedruckten Figuren.
-
- M. 24,--; geb. M. 26,40.
-
- =Vorschriften für die Lieferung und Prüfung von Papier zu amtlichen
- Zwecken.= (Sonderabdruck aus den „Mittheilungen aus den Kgl.
- technischen Versuchsanstalten“.)
-
- 25 Pf.
-
- =Vorschriften für die Benutzung der Kgl. mechan.-techn.
- Versuchsanstalt.= (Sonderabdruck aus den „Mittheilungen aus den
- Kgl. technischen Versuchsanstalten“.)
-
- 30 Pf.
-
- * * * * *
-
- =Wissenschaftliche Abhandlungen der Physikalisch-Technischen
- Reichsanstalt.=
-
- Band I: Mit Abbildungen im Text. M. 30,--.
- Band II: Mit Abbildungen im Text. M. 30,--.
- Band III: Mit Abbildungen im Text. M. 30,--.
-
- =Mittheilungen aus den Königlichen technischen Versuchsanstalten
- zu Berlin.= Herausgegeben im Auftrage der Königl.
- Aufsichts-Kommission. Jährl. 6-8 Hefte. Preis für den Jahrgang M.
- 12,--.
-
- =Chemiker-Kalender.= Ein Hülfsbuch für Chemiker, Physiker,
- Mineralogen, Industrielle, Pharmaceuten, Hüttenmänner etc. Von Dr.
- +=Rudolf Biedermann=+. Erscheint alljährlich. In zwei Theilen. I.
- Theil in Leinw., II. Theil (Beilage) geh.: Preis zusammen M. 4,--.
- I. Theil in Leder, II. Theil (Beilage) geh.: Preis zusammen M. 4,50.
-
- =Zeitschrift für angewandte Chemie.= Organ des Vereins deutscher
- Chemiker. Begründet von Professor Dr. +=Ferd. Fischer=+. Im
- Auftrage des Vereins herausgegeben von Dr. +=L. Wenghöffer=+.
- Erscheint wöchentlich. Preis für den Jahrgang M. 20,--; für das
- Ausland zuzüglich Porto.
-
- =Färber-Zeitung.= Zeitschrift für Färberei, Zeugdruck und den
- gesammten Farbenverbrauch. Unter Mitwirkung von Dr. +Heinrich
- Lange+, Leiter der königl. Färberei- und Appreturschule in Crefeld,
- herausgegeben von Dr. +=Adolf Lehne=+. Preis des Jahrgangs von 24
- Heften mit Mustern M. 16,--; für das Ausland M. 18,40.
-
-+Zu beziehen durch jede Buchhandlung.+
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-Lake City, UT 84116, (801) 596-1887. Email contact links and up to
-date contact information can be found at the Foundation's web site and
-official page at www.gutenberg.org/contact
-
-For additional contact information:
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- Dr. Gregory B. Newby
- Chief Executive and Director
- gbnewby@pglaf.org
-
-Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
-Literary Archive Foundation
-
-Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
-spread public support and donations to carry out its mission of
-increasing the number of public domain and licensed works that can be
-freely distributed in machine readable form accessible by the widest
-array of equipment including outdated equipment. Many small donations
-($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
-status with the IRS.
-
-The Foundation is committed to complying with the laws regulating
-charities and charitable donations in all 50 states of the United
-States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
-considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
-with these requirements. We do not solicit donations in locations
-where we have not received written confirmation of compliance. To SEND
-DONATIONS or determine the status of compliance for any particular
-state visit www.gutenberg.org/donate
-
-While we cannot and do not solicit contributions from states where we
-have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
-against accepting unsolicited donations from donors in such states who
-approach us with offers to donate.
-
-International donations are gratefully accepted, but we cannot make
-any statements concerning tax treatment of donations received from
-outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
-
-Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
-methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
-ways including checks, online payments and credit card donations. To
-donate, please visit: www.gutenberg.org/donate
-
-Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic works.
-
-Professor Michael S. Hart was the originator of the Project
-Gutenberg-tm concept of a library of electronic works that could be
-freely shared with anyone. For forty years, he produced and
-distributed Project Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of
-volunteer support.
-
-Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
-editions, all of which are confirmed as not protected by copyright in
-the U.S. unless a copyright notice is included. Thus, we do not
-necessarily keep eBooks in compliance with any particular paper
-edition.
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-Most people start at our Web site which has the main PG search
-facility: www.gutenberg.org
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-This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
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-Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
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