summaryrefslogtreecommitdiff
diff options
context:
space:
mode:
authornfenwick <nfenwick@pglaf.org>2025-02-07 19:45:26 -0800
committernfenwick <nfenwick@pglaf.org>2025-02-07 19:45:26 -0800
commitaf6e455d0b06127a187fcaaedfb730a1bd3807d6 (patch)
tree82c35a6e7264d5acb00d98ac59403c898498e24d
parent704b75a08f80477a25f7ecda6e5abec75d2d9ab8 (diff)
NormalizeHEADmain
-rw-r--r--.gitattributes4
-rw-r--r--LICENSE.txt11
-rw-r--r--README.md2
-rw-r--r--old/56069-8.txt2197
-rw-r--r--old/56069-8.zipbin38493 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/56069-h.zipbin155806 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/56069-h/56069-h.htm3123
-rw-r--r--old/56069-h/images/banner.jpgbin15460 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/56069-h/images/cover-page.jpgbin55769 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/56069-h/images/pic066.jpgbin44371 -> 0 bytes
10 files changed, 17 insertions, 5320 deletions
diff --git a/.gitattributes b/.gitattributes
new file mode 100644
index 0000000..d7b82bc
--- /dev/null
+++ b/.gitattributes
@@ -0,0 +1,4 @@
+*.txt text eol=lf
+*.htm text eol=lf
+*.html text eol=lf
+*.md text eol=lf
diff --git a/LICENSE.txt b/LICENSE.txt
new file mode 100644
index 0000000..6312041
--- /dev/null
+++ b/LICENSE.txt
@@ -0,0 +1,11 @@
+This eBook, including all associated images, markup, improvements,
+metadata, and any other content or labor, has been confirmed to be
+in the PUBLIC DOMAIN IN THE UNITED STATES.
+
+Procedures for determining public domain status are described in
+the "Copyright How-To" at https://www.gutenberg.org.
+
+No investigation has been made concerning possible copyrights in
+jurisdictions other than the United States. Anyone seeking to utilize
+this eBook outside of the United States should confirm copyright
+status under the laws that apply to them.
diff --git a/README.md b/README.md
new file mode 100644
index 0000000..0497d8a
--- /dev/null
+++ b/README.md
@@ -0,0 +1,2 @@
+Project Gutenberg (https://www.gutenberg.org) public repository for
+eBook #56069 (https://www.gutenberg.org/ebooks/56069)
diff --git a/old/56069-8.txt b/old/56069-8.txt
deleted file mode 100644
index 67cfcf6..0000000
--- a/old/56069-8.txt
+++ /dev/null
@@ -1,2197 +0,0 @@
-The Project Gutenberg EBook of Der Luftpirat und sein lenkbares Luftschiff
-66: Das Weltenfahrzeug zwischen den Riesen-Kometen, by Anonymous
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and most
-other parts of the world at no cost and with almost no restrictions
-whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms of
-the Project Gutenberg License included with this eBook or online at
-www.gutenberg.org. If you are not located in the United States, you'll have
-to check the laws of the country where you are located before using this ebook.
-
-Title: Der Luftpirat und sein lenkbares Luftschiff 66: Das Weltenfahrzeug zwischen den Riesen-Kometen
-
-Author: Anonymous
-
-Release Date: November 28, 2017 [EBook #56069]
-
-Language: German
-
-Character set encoding: ISO-8859-1
-
-*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER LUFTPIRAT UND SEIN ***
-
-
-
-
-Produced by Jens Sadowski, Norbert H. Langkau, and the
-Online Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net
-
-
-
-
-
-
- 66. Band. Jeder Band ist vollständig abgeschlossen.
- Preis 10 Pf. (15 Heller.)
-
-
-
-
- Der Luftpirat und sein lenkbares Luftschiff.
-
-
-
-
- Das Weltenfahrzeug zwischen den Riesen-Kometen.
-
-
- [Illustration: »Der Zusammenstoß erfolgt,« schrieen die Inder.
- »Der Komet wird unser Fahrzeug in Atome zermalmen.«]
-
-
- Druck- und Verlags-Gesellschaft
- Berlin
-
-
-
-
- Das Weltenfahrzeug zwischen den Riesen-Kometen.
-
-
-
-
- 1. Kapitel.
- Der große Feuerstern.
-
-
-In der sonst so stillen Residenzstadt X. schien offener Aufruhr Platz
-gegriffen zu haben.
-
-Wüstes Geschrei tobte, hier und da sah man Feuer aus stattlichen
-Gebäuden emporlodern.
-
-Eine rasende Menge wälzte sich durch die Straßen und versuchte immer
-wieder nach dem Residenzschloß zu gelangen.
-
-Noch gehorchten die Soldaten den Befehlen der Offiziere, noch drängten
-sie die Menge zurück, von Zeit zu Zeit hörte man das eigentümliche
-scharfe Rasseln des Magazingewehrfeuers.
-
-Dann wich die tolle Volksmenge unter Verwünschungen zurück, rannte nach
-den Vorstädten, überall plündernd, Fenster und Türen zertrümmernd.
-
-Was war denn nur geschehen, daß das Volk meuterte, daß offene Rebellion
-und Aufruhr herrschte?
-
-Es war ein Naturereignis, welches drohend am Himmel stand, ein Gestirn,
-das stündlich an Größe zuzunehmen schien.
-
-Ein Komet war es, wie man auf der Erde noch keinen zweiten gesehen. Ein
-Schweifstern, der einer ungeheuren dahinschwebenden Feuermasse ähnelte.
-
-Als der Komet vor Wochen im Weltenraum auftauchte, war er von den
-Himmelskundigen bald gesehen, beobachtet, aber durchaus nicht
-gefürchtet.
-
-Wie ein Lauffeuer verbreitete sich nun die schreckliche Kunde, daß der
-Komet sich der Erde nahe und mit ihr zusammentreffen werde. Die feurige
-Gasmasse würde die Luft, welche den Erdball umgibt, verzehren und
-dadurch alles Leben vernichten. Zu gleicher Zeit würde auch ein
-schrecklicher Zusammenstoß des Kometen mit der Erde erfolgen.
-
-Als die Nachricht zuerst gehört wurde, lachte man darüber, aber das
-Lachen sollte bald verstummen.
-
-Der anfangs so unansehnliche Komet wuchs mit unbeschreiblicher
-Schnelligkeit, je näher er der Erde kam.
-
-Natürlich gab sich die Regierung die größte Mühe, den Schrecken zu
-bannen, aber vergeblich.
-
-Da half kein Verbot, kein strenger Befehl, daß die Zeitungen keine
-Berichte über das Fortschreiten des Kometen bringen durften. Umsonst
-konfiszierte man hier und dort die Blätter; es war unmöglich, die
-Katastrophe aufzuhalten.
-
-Das war der Grund des Aufruhrs, der in den Straßen tobte, man hörte es
-von den Leuten, die sich wie toll gebärdeten.
-
-»In zwei Monaten ist alles vorbei,« schrieen die Leute. »Acht Wochen
-soll es ja noch dauern, dann ist es mit der Erde aus, dann müssen alle
-sterben. Aber so lange wollen wir noch das Leben genießen. Jetzt hat es
-ja keinen Zweck mehr, daß man Reichtümer aufstapelt. Alle Schatzkammern
-müssen geöffnet werden. Es gibt keine Gesetze mehr. Wir wollen leben und
-genießen, so lange das irdische Dasein noch dauert. Jedes Gesetz muß
-aufgehoben werden, jeder soll machen, was er will und keiner darf mehr
-sein wie der andere.«
-
-Wieder drängten die Massen gegen das mächtige Residenzschloß vor,
-welches, von dem großartigen Park umgeben, einer Insel in tobender
-Meeresbrandung glich.
-
-Und so wie hier war es meist auf der ganzen Erde. Allenthalben kamen
-Berichte von Volkstumulten, von Aufständen, von Anzeichen des drohenden
-Anarchismus, ein Drüber und Drunter, welches schrecklicher als die
-bevorstehende Vernichtung der Erde durch den Feuerstern zu werden
-drohte.
-
-Oben in den prunkvollen Zimmern des Residenzschlosses stand der
-Herrscher. Um ihn standen eine Anzahl Männer, die Minister, die
-Mitglieder der Regierung. Die meisten zeigten ratlose, geängstigte
-Gesichter.
-
-Nur der Herrscher, eine hohe, gebietende Gestalt, bewahrte die Fassung.
-
-Er brauchte nicht zu fragen, er brauchte nicht die Berichte der
-Militärgewalt zu vernehmen. Das dumpfe Brausen und Toben, welches durch
-die verhangenen Fenster drang, sagte genug und lüftete man die schweren
-Vorhänge, so sah man den Feuerschein brennender Häuser.
-
-Soeben war ein Ministerrat abgehalten worden.
-
-Hundert Vorschläge wurden gemacht, aber alle als unausführbar befunden.
-Sie scheiterten an der Wut der Volksmassen, die alles zu vernichten
-drohten.
-
-Die Minister und die sonstigen Spitzen der Regierung hatten schon seit
-Tagen und Nächten keine Ruhe gefunden. Eine Beratung war der anderen
-gefolgt, jetzt waren die Herren mit ihrer Weisheit zu Ende.
-
-Es schien, als ob ein bitteres Lächeln um die Lippen des Herrschers
-spielte, als er seine Räte und Vertrauten mit einer Handbewegung und
-einigen kurzen Worten verabschiedete.
-
-In wenigen Augenblicken war der Herrscher allein.
-
-Er blieb am Tische stehen und blätterte mechanisch in den Dokumenten.
-Dann trat er ans Fenster.
-
-Draußen knatterte wieder das Gewehrfeuer.
-
-Nur ungern hatte der Herrscher den Befehl erteilt, gegen das rasende
-Volk Gewalt zu gebrauchen. Es ging nicht anders, draußen begann man ja
-schon zu morden, zu rauben und zu plündern.
-
-»Die Sturmflut naht,« murmelte der Herrscher. »Bald wird sie alles
-überfluten. Schrecklich, entsetzlich, die Menge wartet nicht, bis die
-Katastrophe erfolgt, sie macht schon vorher die Erde zur Hölle. Und das
-alles, alles nur, weil sich der eine an mir rächen wollte. Dieser Mann,
-der einen solchen Ruf besitzt, der ihn bis zur gehässigsten Vergeltung
-anwendet. Und dieser Mann, der soviel Unglück angerichtet hat, der hütet
-sich, vor meine Augen zu kommen. Niemand weiß, wo er sich befindet, er
-schleudert seine giftigen Pfeile aus der Verborgenheit in die rasende
-Menge.«
-
-Der Herrscher hatte die letzten Worte unwillkürlich laut gesprochen.
-
-Plötzlich wendete er den Kopf, als ein Geräusch im Saal ertönte. Dort an
-der schweren Portiere, die zu den fürstlichen Gemächern führte, stand
-ein stattlicher junger Mann mit geistreichem und zu gleicher Zeit auch
-energischem Antlitz.
-
-Es war einer der Prinzen des Herrscherhauses, ein Mann, der sich in
-seinen Mußestunden aus Begeisterung mit der astronomischen Wissenschaft
-beschäftigte.
-
-Der Herrscher trat in sichtlicher Erregung auf den Prinzen zu.
-
-»Wie steht es?« fragte er hastig. »Ist der Aufenthalt des Gelehrten
-entdeckt worden?«
-
-Der Prinz schüttelte den Kopf.
-
-»Es ist unmöglich,« erwiderte er. »Der Rachsüchtige hält sich verborgen.
-Zudem werden die Nachforschungen durch den Aufstand so erschwert, daß
-ich das Unternehmen schon von Anfang an als hoffnungslos betrachtete.«
-
-Der Herrscher stampfte mit dem Fuße auf den Boden, daß es dröhnte.
-
-»Wie kann dieser Mann das Unheil verantworten?« rief er in höchster
-Empörung. »Wie kann er nur solche entsetzliche Rache nehmen! Ich habe
-bereits Nachrichten erhalten, daß die Soldaten in ihrer Treue wankend
-werden. Nicht alle, aber doch ein großer Teil. Und wenn das geschieht,
-wenn auch diese letzte Stütze der Ordnung zusammenbricht, dann kommt es
-zu einer Katastrophe, so furchtbar, so entsetzlich, wie man es noch nie
-auf Erden erlebt. Dann sind die fürchterlichsten Revolutionen der
-Vergangenheit ein Kinderspiel gegen diese Schrecken.«
-
-Der Prinz neigte zustimmend das Haupt.
-
-»Und das schlimmste ist,« erwiderte der, »daß dieser rachsüchtige
-Gelehrte recht hat. Ich war gestern und heute in der Universität, auf
-den beiden Sternwarten. Ich habe alle Gelehrten auf Ehre und Gewissen
-befragt, gebeten, mir die volle Wahrheit zu sagen und die Berechnung
-nochmals durchzugehen. Ich hatte ja immer noch die Hoffnung, daß die
-Rache jenes Mannes der Grundlage entbehrte, daß er nur Schrecken und
-Aufruhr verbreiten wollte. Bis vor wenigen Stunden hegte ich noch
-Hoffnung.«
-
-»Und dann?« fragte der Herrscher.
-
-»Meine Hoffnung ist geschwunden,« erwiderte der Prinz. »Meine eigenen
-Beobachtungen geben mir die Gewißheit, daß das Schreckliche bevorsteht
-und das gleiche sagten auch die Gelehrten. Der Riesenkomet trifft mit
-der Erde zusammen und vernichtet alles Leben. Anfangs hoffte ich noch
-darauf, daß das nahende Ungeheuer durch andere Planeten in seinem
-verderblichen Lauf gestört werden könnte, aber auch diese Hoffnung ist
-dahin. Unsere Instrumente haben es bewiesen, die Planeten können den
-Vernichter nicht mehr aufhalten. Er saust mit großer Geschwindigkeit auf
-die Erde zu, er wird mit der Erde zusammentreffen.«
-
-Draußen tobte der Lärm, das Gebrüll der rasenden Volksmenge schallte
-herüber. Wieder knatterten Schüsse.
-
-Der Herrscher ging mit großen Schritten im Saale auf und ab.
-
-»Warum mußte ich das erleben?« sprach er, sein ergrautes Haar flüchtig
-im Spiegel betrachtend. »Warum konnte ich nicht in der Gruft meiner
-Vorfahren ruhen? Jetzt muß ich den doppelten Untergang der Erde mit
-ansehen. Es ist fürchterlich, es ist entsetzlich. Die Empörung droht
-nicht allein in unserem Lande, sondern auch in allen Kulturstaaten der
-Welt.«
-
-Plötzlich blieb der Herrscher stehen.
-
-»Du willst mir noch etwas sagen,« sprach er zu dem Prinzen. »Ich sehe es
-Dir an, Du hast noch etwas auf dem Herzen. Sprich, ist es etwas
-Wichtiges?«
-
-»Es ist allerdings etwas Wichtiges,« lautete die Antwort. »Aber ich bin
-überzeugt, daß der Vorschlag, den ich machen könnte, mit Entrüstung
-zurückgewiesen wird.«
-
-»Wie -- was?« rief der Herrscher erregt. »Zurückgewiesen? Ist es ein
-Vorschlag, der die Katastrophe verhindern könnte?«
-
-»Das kann ich nicht sagen,« erwiderte der Prinz. »Aber es würde der
-letzte Zweifel beseitigt werden. Ich habe ja immer noch eine ganz
-schwache Hoffnung, daß das Fürchterliche vermieden wird. Aber die Menge
-denkt nur an den drohenden Untergang der Erde, die Massen sind in
-Verzweiflung, sie wollen noch einmal ihr Dasein genießen.«
-
-»Rede, rede,« rief der Herrscher, dessen Stimme leise zitterte. »Noch
-könnte ich mit der Militärmacht den Aufruhr einige Zeit niederhalten,
-und das wird auch in anderen Kulturstaaten gelingen. Sprich, sprich, was
-bedeuten Deine geheimnisvollen Worte?«
-
-»Darf ich reden, ohne daß ich in Ungnade falle?« fragte der Prinz mit
-gedämpfter Stimme. »Darf ich?«
-
-»Alles, alles,« rief der Herrscher, »was Du willst! Ich erlaube es Dir,
-ich gebiete es Dir sogar. Es ist sicherlich etwas Seltsames.«
-
-»Allerdings,« tönte es zurück. »Es gibt noch einen Menschen auf der
-Welt, der uns über das letzte Geheimnis Aufschluß bringt, er vermag es.
-Und dieser Mann, der die Gewißheit bringt, der uns sagt, hier ist
-entweder Vernichtung oder Rettung, das ist der Luftpirat, Kapitän Mors,
-der Mann mit der Maske.«
-
-Es herrschte tiefes Schweigen im Saal. Man hörte nur die Atemzüge der
-beiden Männer.
-
-Der Herrscher hatte anfangs eine abwehrende Gebärde gemacht, aber gleich
-darauf ging er in tiefem Nachdenken umher. Seine Stirn war gefaltet, die
-Hände verkrampft, ein Kampf schien in der Seele des mächtigen Mannes zu
-toben.
-
-Plötzlich blieb er vor dem Prinzen stehen.
-
-»Du hast mir noch nicht alles gesagt,« sprach er. »Du bist bereits mit
-dem Luftpiraten in Verbindung getreten. Du hast ihn aufgefordert,
-Klarheit zu schaffen, nur um das Entsetzliche zu verhindern. Sage es
-mir, ich zürne Dir gewiß nicht. O nein, vielleicht muß ich Dir sogar
-recht geben.«
-
-»Gut denn,« erwiderte der Prinz, während draußen das Wutgeschrei der
-Menge wie Donnerbrausen ertönte. »Ja, ich habe es gewagt. Allerdings war
-es nur ein Zufall, vielleicht ein glücklicher Zufall. In dem
-geheimnisvollen Schlupfwinkel des Luftpiraten befindet sich nämlich ein
-Astronom, ein treuer Begleiter des Maskierten, der ihn schon auf seinen
-wunderbaren Weltreisen begleitet hat. Dieser Gelehrte steht mit einem
-andern Gelehrten unserer Sternwarten in Verbindung. Es ist noch eine
-alte Freundschaft und die beiden verkehren miteinander. Allerdings
-selten und geheimnisvoll. Der Zufall hat mir dies Geheimnis enthüllt,
-ich habe den Gelehrten gebeten, dem Luftpiraten unsere furchtbare Lage
-zu schildern.«
-
-»Und die Antwort ist schon da?« rief der Herrscher. »Nicht wahr?«
-
-Das geistvolle Gesicht des Prinzen war totenbleich.
-
-»Ja, die Antwort ist hier,« entgegnete er. »Ich habe sie empfangen, ich
-habe es gewagt, auf die Gefahr der Ungnade, als letztes, verzweifeltes
-Mittel. Kapitän Mors der Luftpirat wird sich in dieser Nacht um zwölf
-Uhr an einer genau bezeichneten Stelle des großen Schloßparkes
-einfinden.«
-
-
-
-
- 2. Kapitel.
- Aus Rache.
-
-
-Der Herrscher stand wie ein Steinbild, aber das dauerte nur wenige
-Augenblicke.
-
-Er trat zu dem Prinzen und dieser fühlte, wie die Rechte seines
-mächtigen Verwandten eiskalt war.
-
-»Zu jeder anderen Zeit hätte ich eine Unterredung mit dem Luftpiraten
-zurückgewiesen,« klang die Stimme des Herrschers. »Aber jetzt will ich
-mit ihm sprechen. Ich zürne Dir nicht, nein, im Gegenteil, ich danke
-Dir. In der verzweifelten Lage, in der wir uns und alle anderen
-Kulturstaaten befinden, ist Kapitän Mors vielleicht die letzte Hoffnung.
-Gehe um zwölf Uhr nach dem Schloßpark hinunter, ich gehe mit. Niemand
-soll sonst dabei sein. Du verbietest den Dienern, daß sie uns folgen.
-Jetzt ist es zehn Uhr, hole mich ab, wenn die Zeit gekommen ist. Ich
-will dem Mann mit der Maske gegenübertreten.«
-
- * * * * *
-
-Es war Mitternacht, aber es herrschte keine Ruhe.
-
-Das rasende Volk, welches die Branntweinschenken gestürmt, hatte einen
-nochmaligen Vorstoß gegen das Residenzschloß unternommen. Das Militär
-stand aber fest wie Mauern und die rasende und tobende Masse mußte, Tote
-und Verwundete mit sich schleppend, wieder zurückweichen.
-
-Jetzt grollte der Lärm in der Ferne, wie ein dumpfes Tosen, wie ein
-fernes Gewitter.
-
-Die Nacht war ziemlich klar und der große Komet stand drohend am Himmel.
-
-Durch den großen Schloßpark eilten zwei Männer in Mäntel gehüllt, der
-Herrscher und der Prinz, die sich zu dem verabredeten Stelldichein
-begaben.
-
-Nur einmal wurde gesprochen.
-
-»Wie kann nur der Luftpirat in den Park gelangen?« fragte der Herrscher.
-»Dieser ist ja von einer hohen, glatten Mauer und außerdem von einem
-tiefen Wassergraben umgeben.«
-
-»Für diesen Mann gibt es kein Hindernis,« erwiderte der Prinz. »Er kommt
-und er wird zur Stelle sein.«
-
-Die Kirchturmuhren der Residenz verkündeten die zwölfte Stunde, als sich
-die beiden Männer einem kleinen tempelartigen Pavillon näherten.
-
-Ringsumher standen Bildsäulen, Marmorgruppen, Götter und Göttinnen, vom
-Mond gespenstisch beleuchtet.
-
-Hier war es fast unheimlich, der Nachtwind rauschte in den Bäumen und
-Büschen, ein Käuzchen ließ seine klägliche Stimme vernehmen.
-
-»Der Totenvogel,« murmelte der Herrscher, der sonst gewiß nicht
-abergläubisch veranlagt war.
-
-Sonst war nichts zu sehen, die beiden Männer schienen sich allein am
-Pavillon zu befinden.
-
-Aber im Augenblick, wo der letzte Schlag der zwölften Stunde vom Turm
-der Hauptkirche herüberdrang, trat eine Männergestalt hinter dem
-Pavillon hervor.
-
-»Da bin ich,« sprach eine sonore Stimme.
-
-Der Mond beleuchtete einen Mann, der einen einfachen braunen Mantel von
-militärischem Schnitt über den Schultern trug.
-
-Vorn war der Mantel geöffnet, so daß man eine dunkelblaue Uniform
-erblickte.
-
-Eine Mütze mit Goldtresse bedeckte den Kopf, während eine schwarze
-Halblarve das energische Gesicht fast verhüllte.
-
-Es war Mors, der Luftpirat, der Erbauer des lenkbaren Luftschiffes und
-des Weltenfahrzeuges.
-
-Der Herrscher schien noch einmal mit sich zu kämpfen. Dann aber trat er
-kurz entschlossen auf den geheimnisvollen Mann zu.
-
-»Die Unterhaltung braucht nicht lange zu dauern,« tönte es von den
-Lippen des Maskierten. »Die Vorgänge in der Welt sind mir nicht
-unbekannt, und ich weiß, was man von mir will. Ich soll endgültig
-Gewißheit bringen, ob der große Feuerstern da oben die Erde vernichten
-wird.«
-
-»Wenn Sie das zustande bringen, Kapitän Mors,« erwiderte der Herrscher,
-»so können Sie möglicherweise unabsehbares Unheil verhindern. Sie können
-die letzten Zweifel lösen, tritt die Katastrophe ein oder nicht? In
-letzterem Falle haben Sie sich die ganze Welt zu Dank verpflichtet.«
-
-»Dank begehre ich gar nicht,« erwiderte der Luftpirat, »ich tue das, was
-man von mir verlangt, und zwar der Menschheit zu Liebe. Auch ich hege
-noch Zweifel, ob der Riesenkomet die Erde treffen wird. Ich habe da eine
-Beobachtung gemacht oder richtiger gesagt, einer meiner Gefährten hat es
-getan, eine Beobachtung --«
-
-»Wie, was?« rief der Herrscher. »Läßt sich das Verderben vermeiden?«
-
-»Das kann ich nicht sagen,« erwiderte Mors. »Hier gibt es nur eine
-einzige Möglichkeit, Gewißheit zu schaffen. Ich werde mit meinem
-Weltenfahrzeug unter Anwendung der größten Schnelligkeit dem Kometen
-entgegenfahren. An Ort und Stelle will ich mir die Gewißheit
-verschaffen.«
-
-»Aber das Schreckliche soll ja unabwendbar sein,« meinte der Herrscher.
-»Darin sind alle Gelehrten einig. Es ist nur ein Unglück, daß einer
-jener Gelehrten die Kunde zur Kenntnis der Massen gebracht hat. Das
-Geheimnis hätte verschwiegen bleiben sollen.«
-
-»Deshalb bin ich ja hierher gekommen,« erwiderte Mors. »Sonst wäre ja
-die Zusammenkunft gar nicht nötig gewesen. Soviel ich gehört habe,
-stammt dieser Astronom aus einer sehr vornehmen Familie dieses Landes.
-Er führt einen stolzen Namen. Weshalb hat dieser Aristokrat die Massen
-aufgehetzt? Warum?«
-
-»Ja, es ist ein Baron,« erwiderte der Herrscher. »In der alten
-Edelmannsfamilie, der er entstammt, herrscht die Sitte, daß der älteste
-Sohn die großartige Herrschaft übernimmt. Das ist nun nichts
-Ungewöhnliches, aber doch scheint dieser Mann dadurch verbittert zu
-sein. Er besaß Vermögen und besitzt es auch noch. Er war ehrgeizig und
-obwohl ein ausgezeichneter Gelehrter, strebte er doch nach den höchsten
-Zielen. Sein Ehrgeiz kannte keine Grenzen, und so suchte er eine
-Prinzessin des Herrscherhauses als Gattin zu gewinnen. Er, ein schöner
-Mann, der eine Art dämonischen Einfluß besitzt, wäre fast an sein Ziel
-gelangt. Schon war er nahe daran, das Herz einer blutjungen Prinzessin
-zu gewinnen, als ich, noch rechtzeitig gewarnt, dazwischen trat und dem
-Ehrgeizigen den Besuch des Hofes untersagte. Da kannte sein Zorn keine
-Grenzen, denn dieser Baron ist rachsüchtig. Vorerst blieb ihm nichts
-anderes übrig, als sich in sein Schicksal zu ergeben, aber als der große
-Feuerstern erschien, als er durch seine Beobachtungen erfuhr, daß der
-Komet mit der Erde zusammentreffen würde, da ließ er seiner Rache freien
-Lauf. Anstatt das Geheimnis zu wahren, brachte er es zur Kenntnis der
-Massen und zog sich zu gleicher Zeit in ein unauffindbares Versteck
-zurück. Seine Rache ist gelungen. Der Aufruhr tobt in den Straßen. Opfer
-sind schon gefallen, und wenn es so weiter geht, wird der Komet, wenn er
-mit der Erde zusammentrifft, nur noch einen Teil der Menschheit zu
-vernichten haben. Die Rache dieses Mannes verwandelt die Erde in die
-Hölle. Die furchtbarste Revolution steht vor der Tür.«
-
-»Das wollte ich wissen,« erwiderte Mors, »das genügt mir. In kürzester
-Zeit befinde ich mich auf der Fahrt im Weltenraum, auf der Fahrt zum
-nahenden Kometen. Unterdessen muß alles getan werden, damit sich das
-Volk beruhigt. Kein Mittel darf gescheut werden, um die Massen glauben
-zu machen, daß das Verderben noch einmal an der Erde vorübergehen wird.
-Mit äußerster Strenge muß man die Empörung niederhalten, bis ich
-zurückkehre. Ist das Verderben unvermeidlich, nun gut, dann wird es sich
-ja zeigen, ob in den letzten Tagen der Erde die sinnlose Zerstörung
-Triumphe feiert. Bringe ich aber die Botschaft, daß die Katastrophe
-vermieden wird, so wird wieder Ruhe eintreten, und dann mag jener Mann,
-der soviel Unglück angerichtet hat, seine Strafe empfangen. Jetzt ist
-diese Unterredung zu Ende.«
-
-»Nein, noch nicht,« rief der Herrscher, auf den die Erscheinung des
-maskierten Mannes gewaltigen Eindruck gemacht hatte. »Noch nicht.
-Kapitän Mors, wenn es Ihnen gelingen sollte, Klarheit über das
-Bevorstehende zu schaffen, wenn Sie durch Ihr heldenmütiges Wagnis, ja
-so muß ich es nennen, die Kunde bringen, daß der Tod an uns vorübergeht,
-so können Sie alles fordern, was Sie wollen, jede Belohnung und sei es
-auch die riesigste Summe.«
-
-»Nicht einen Heller,« erwiderte der Luftpirat. »Auch nicht ein
-Dankeswort begehre ich. Was ich tue, geschieht im Interesse der
-Menschheit. Wohl habe ich mich gewissermaßen von der Menschheit
-zurückgezogen, aber ich hasse sie nicht. Ich will das arme Volk
-beschützen und sein Los zu erleichtern suchen. Bringe ich die Kunde, daß
-die Erde gerettet wird, nun wohl, so mögen die Regierungen der
-Kulturstaaten eine ungeheure Summe unter die Armen verteilen. Das wäre
-für mich die größte Belohnung.«
-
-Der Herrscher war von diesem Edelsinn hingerissen. Er reichte Kapitän
-Mors die Rechte.
-
-»Ich bin ja der Luftpirat,« erwiderte der Maskierte bitter.
-
-»Nein, Sie sind ein edler Mann,« rief der Herrscher, indem er die Rechte
-des Maskierten faßte. »Früher habe ich Uebles von Ihnen geglaubt, aber
-diese kurze Unterredung hat mich überzeugt, daß Sie ein Mann sind, den
-man verleumdete. Kapitän Mors, wer Sie auch sein mögen, vergessen Sie
-nicht, daß Sie in diesem Lande, wenn das Unglück an der Erde
-vorübergeht, einen Mann finden, der Sie immer aufnehmen wird, komme, was
-da wolle.«
-
-Ein Händedruck folgte, der Luftpirat trat rasch zurück, er winkte dem
-Herrscher und dem Prinzen zu.
-
-»Ich bringe die Botschaft,« rief er, »ich fahre zum Kometen.«
-
-Im nächsten Augenblick verschwand die stolze Gestalt des Mannes im
-Gebüsch, während der Herrscher und der Prinz den Rückweg antraten.
-
-Einsam war es beim Pavillon, das Käuzchen schrie wieder, aber es flog
-plötzlich erschreckt von dannen.
-
-Im Gebüsch raschelte es und da wurde etwas Schwarzes, Schattenhaftes
-sichtbar. Der Kopf eines Mannes, der vorsichtig aus dem Dickicht
-herausspähte.
-
-Es war ein schöner Kopf, aber die Augen besaßen etwas Fürchterliches.
-Darinnen schien ein höllisches Feuer zu brennen.
-
-Bald darauf ballte der Versteckte die Faust und schüttelte sie nach der
-Richtung hin, wo der Prinz und der Herrscher gegangen waren.
-
-»Geht, geht,« klang es leise von den Lippen des Versteckten. »Ihr habt
-wieder Hoffnung. Aber sie soll enttäuscht werden. Mag der Mann mit der
-Maske seine Fahrt antreten, er wird nicht mehr zurückkommen, denn dafür
-habe ich gesorgt. Der Mann mit der Maske, er ahnt es nicht, was ihm
-droht. Der weiß nicht, daß ich schon früher an ihn dachte. Ich kenne den
-Luftpiraten, ich wußte, was er tun würde. Deshalb will ich seine
-Rückkehr unmöglich machen. Der Volksaufruhr muß toben und alle Bande der
-Ordnung zerreißen. Und wenn dann die Soldaten ihrer Pflicht abtrünnig
-werden, wenn alles drunter und drüber geht, wenn man die Häuser der
-Vornehmen und Vermögenden plündert, das Residenzschloß stürmt, dann
-werde ich zur Stelle sein. Dann erreiche ich doch mein Ziel. Dann hole
-ich mir die Prinzessin, ich führe sie mit mir fort nach meinem
-Schlupfwinkel, dem Herrscher zum Trotze. Ich will mich rächen für die
-Stunde, in der man mich aus dem Schloß wies, mir den Zutritt untersagte.
-Rache will ich nehmen, Rache! In ohnmächtigem Zorn soll sich der
-Herrscher verzehren, wissen, daß sich die Prinzessin in meiner Gewalt
-befindet. Die Wissenschaft, der ich mich einst gewidmet, die wird das
-Werkzeug meiner Rache sein.«
-
-Und wieder schüttelte der Mann die geballte Faust bald nach dem Schlosse
-hin, bald nach der Mauer. Ein unheimliches Lachen klang von seinen
-Lippen.
-
-Dann schlossen sich die Gebüsche, aber nach einiger Zeit hörte man einen
-sonderbaren dumpfen Schall. Es klang so, als ob sich in dem Park im
-dichtesten Gestrüpp eine schwere Falltür geschlossen hätte.
-
- * * * * *
-
-Auf welche Weise Mors in den Schloßpark gelangt war, wußte niemand.
-Möglicherweise hatte er eine kleine Flugmaschine benutzt, die er an Bord
-des Luftschiffes mitzunehmen pflegte.
-
-Jedenfalls befand sich der geheimnisvolle Mann noch vor Anbruch des
-Tages auf dem riesigen lenkbaren Luftschiff, das sich auf der Stelle in
-ungeheure Höhen erhob. Dann fuhr der Koloß mit äußerster Maschinenkraft
-nach Osten.
-
-Kapitän Mors hatte an seinem lenkbaren Luftschiffe noch einige
-Verbesserungen angebracht.
-
-Er war ja nie müßig, sondern stets beschäftigt, seine Wunderwerke zu
-vervollkommnen.
-
-Somit konnte er dem lenkbaren Luftschiff eine erhöhte Geschwindigkeit
-verleihen und die Maschinen wurden diesmal bis zum äußersten in Anspruch
-genommen.
-
-Für längere Zeit wäre diese Schnelligkeit verderblich gewesen, aber für
-einige Tage machte es dem Luftschiff nichts aus, obwohl das mächtige
-Fahrzeug allenthalben zitterte und bebte.
-
-Mors mußte jede Stunde benutzen, und so schoß denn der Lenkbare mit
-einer Schnelligkeit dahin, als ob er mit einem Adler wetteifern wollte.
-
-Endlich erreichte er seine Insel, wo seine unerwartete schnelle Rückkehr
-freilich wenig Befremden erregte.
-
-Die Zurückgebliebenen wußten, weshalb Kapitän Mors die Reise angetreten,
-sie hatten unterdessen alles zur Auffahrt des Weltenfahrzeuges
-vorbereitet.
-
-Mors verlor keine Zeit.
-
-Professor van Halen sollte ihn begleiten, ferner der Ingenieur Terror
-und eine ausgesuchte indische Mannschaft.
-
-Terror und Star, die beiden Ingenieure des Luftpiraten, waren diesmal
-auf der Insel zurückgeblieben und erstatteten Bericht.
-
-Sie gaben Kapitän Mors die Versicherung, daß sie das Weltenfahrzeug auf
-das genaueste untersucht hätten und daß der Koloß sofort die gefahrvolle
-Reise antreten könnte.
-
-»Und sonst ist nichts Besonderes vorgefallen?« fragte Mors. »Sonst hat
-sich nichts ereignet?«
-
-»Nichts, gar nichts,« erwiderten die Ingenieure. »Wir haben übrigens,
-wie Ihr befohlen habt, Kapitän, die Leute auf der Insel aufs
-sorgfältigste beobachtet. Wir vergaßen es nicht, daß Ihr sagtet, wir
-müßten die neu angeworbenen Inder, die unsere Verluste ersetzen sollen,
-erst kennen lernen. Es sind verschlossene Menschen dabei, die aber
-künftig recht brauchbar werden können. Sie sind fleißig, geschickt und
-willig und haben tüchtig bei der Arbeit am Weltenfahrzeug geholfen.
-Wollt Ihr einige von der neuen Mannschaft mitnehmen?«
-
-Mors schüttelte den Kopf.
-
-»Nur die alte Mannschaft,« entgegnete er. »Ich will nicht, daß unser
-Unternehmen durch irgend eine Störung gehemmt wird. Ich habe manchmal
-mit neuer Mannschaft böse Erfahrungen gemacht, daher verlasse ich mich
-auf meine alten Getreuen. Macht alles bereit, in zwölf Stunden beginnt
-der Aufstieg.«
-
-Die Inder drängten sich um Kapitän Mors, denn es wurde als Ehre
-betrachtet, den Luftpiraten bei den geheimnisvollen Fahrten in den
-Weltenraum begleiten zu dürfen.
-
-Mors empfing sie alle, die alten Getreuen und auch die Neuangeworbenen.
-
-Diese sollten die Verluste, welche der Tod in die Reihen der alten
-Mannschaft gerissen, ersetzen.
-
-Es waren alles stattliche, sehnige Männer aus den indischen
-Gebirgsgegenden und vor allen Dingen durch die ältere Mannschaft des
-Luftpiraten empfohlen.
-
-Allerdings konnte man niemand ins Herz sehen, denn die Inder waren
-verschlossene Menschen. Mors wollte deshalb auch die neu angeworbene
-Mannschaft erst prüfen lassen.
-
-Wie ein Fürst saß er im Kreise der Männer, die sich mit gekreuzten
-Beinen nach morgenländischer Art um ihn niedergelassen hatten und
-aufmerksam den Worten des Geheimnisvollen lauschten.
-
-Sie erkundigten sich nach dem seltsamen Feuerstern, aber Mors hütete
-sich, davon zu sprechen, daß der Komet mit der Erde zusammentreffen
-würde.
-
-Dennoch schien es, als ob die Inder so etwas befürchteten, aber nicht
-davon sprechen wollten.
-
-»Und wie lange wird die Fahrt nach dem Feuerstern dauern, Herr?« fragte
-einer der Neuangeworbenen, ein großer, etwas finster dreinblickender
-indischer Gebirgsbewohner.
-
-»Am vierzehnten Tage der Fahrt werde ich dort eintreffen,« erwiderte der
-Luftpirat.
-
-»Wie ist das möglich, Herr?« erwiderte der Mann. »Wie kann man das so
-genau berechnen?«
-
-»Dazu haben wir unsere Instrumente und unsere Geschwindigkeitsmesser,«
-erwiderte Mors, indem er auf Professor van Halen deutete. »Seht den Mann
-dort, der irrt sich niemals.«
-
-Der hochgewachsene Inder schwieg und sprach auch während der weiteren
-Beratung kein Wort mehr.
-
-Als er aber aufstand und mit seinen Begleitern das Haus des Kapitäns
-verließ, da schien es, als loderte unter den langen Wimpern des Inders
-ein rätselhaftes Feuer, als ob diese dunklen Augen ganz eigenartig,
-seltsam und unheimlich dreinblickten.
-
-
-
-
- 3. Kapitel.
- Die Fahrt nach dem Kometen.
-
-
-Als Kapitän Mors auf seiner Insel ankam, war es fünf Uhr nachmittags und
-um sechs Uhr am nächsten Morgen sollte der Aufstieg des Weltenfahrzeugs
-erfolgen.
-
-Der Inder, der die Frage gestellt, begab sich nach den kleinen indischen
-Hütten, die in einem Palmenwäldchen erbaut waren.
-
-Jeder der Männer besaß sein eigenes Häuschen.
-
-Kaum war der hochgewachsene Mann dort angelangt, da begann er auch schon
-eine seltsame Tätigkeit zu entfalten.
-
-Er ging in das kleine Schlafgemach und versperrte zunächst die Tür. Dann
-holte er aus seiner einfachen Lagerstätte ein Kästchen, welches er mit
-größter Sorgfalt öffnete.
-
-In diesem metallenen Kästchen lag ein Instrument, welches einer
-ungewöhnlich großen Taschenuhr ähnelte.
-
-»Das hat mir der fremde Sahib gegeben,« murmelte der Inder. »Er hat mir
-alles gesagt, alles gezeigt. Und er hat mir die größte Belohnung
-versprochen. Mächtig und reich soll ich sein, eine schöne, üppige
-Fürstentochter als Gattin heimführen können. Ich habe dem fremden Sahib
-Treue geschworen und sogar meine Freiheit hingegeben. Hier auf diesem
-Eiland bin ich ja gewissermaßen Gefangener. Aber ich weiß, daß mich
-dieser mächtige Fremde, wenn ich alle seine Befehle erfülle, später
-holen wird und mich zum glücklichen, reichen Manne macht. Das hat er mir
-bei der mächtigen Göttin Kali geschworen.«
-
-Nachdem der Mann das Kästchen auf den Tisch gestellt, begann er eine
-neue Arbeit.
-
-Vorsichtig hob er einige Bambusrohre empor, welche Boden und Wände der
-Hütte bildeten.
-
-Dann zog er wieder ein Päckchen hervor, welches aber etwas größer als
-das erste war und ebenfalls aufs sorgfältigste verhüllt zu sein schien.
-
-Es mußte sich etwas Seltsames darin befinden, denn der Inder zeigte die
-größte Vorsicht. Er ging damit um, als ob es sich um das zerbrechlichste
-Ding von der ganzen Welt handelte.
-
-Nun wartete er, bis es dunkel geworden war, und bis die getreuen
-Anhänger des Kapitän Mors die Runde machten.
-
-Diese Männer sahen ja jeden Abend nach, ob sich die Inder in ihren
-Hütten befanden, und als sie das Häuschen des Neuangeworbenen betraten,
-lag dieser auf seiner einfachen Lagerstätte.
-
-Er schien fest zu schlafen, aber es war nur Schein. Er wachte und
-stellte sich nur schlummernd.
-
-Um Mitternacht aber verließ er die Hütte.
-
-Vorsichtig lauschte er erst und überzeugte sich, daß alles ruhig war.
-Hierauf schlich er geschmeidig wie eine Katze durch die Gebüsche.
-
-Die beiden Pakete hatte der Inder mitgenommen und trug sie in ein Stück
-Zeug gewickelt auf dem Rücken.
-
-Immer schneller glitt der Mann dahin, bis er den Ort erreichte, wo das
-Weltenfahrzeug in seiner Halle stand, der stolze »Meteor«, der in den
-ersten Morgenstunden die Fahrt in den Weltenraum unternehmen sollte.
-
-Wächter waren aufgestellt, aber der Inder verstand es, die beiden Wachen
-zu täuschen. Er kletterte wie eine Katze durch die Dunkelheit begünstigt
-an der Halle empor und schlüpfte durch ein Luftloch in das Innere der
-Halle.
-
-Da hing der Metallriese in seinem Gerüst, aus dem er jeden Augenblick,
-wenn das Dach geöffnet wurde, emporsteigen konnte.
-
-Der Inder aber glitt in die Halle hinab und kauerte sich am Vorderteil
-des Weltenfahrzeuges nieder. (Man vergleiche hier den Plan des
-Weltenfahrzeuges auf der Rückseite dieses Bandes.)
-
-Der unheimliche Mensch beschäftigte sich an der Vorrichtung, welche das
-Genie des Kapitän Mors erfunden, nämlich an der vorderen Einrichtung für
-die Luftzufuhr am Unterteil des Weltenfahrzeuges.
-
-Dort befand sich zwischen den Metallteilen und den Behältern für
-flüssige Luft eine Oeffnung, eine Lücke, die gerade groß genug für das
-zweite Päckchen war, welches der Inder auf dem Rücken trug.
-
-Mit äußerster Vorsicht schob er es hinein, er hielt sogar den Atem an,
-es schien, als würde bei einer Unvorsichtigkeit eine Katastrophe
-erfolgen.
-
-Als das geschehen war, öffnete der Inder das zweite Päckchen. Da hörte
-man deutlich, wie er die große Uhr aufzog, die alsbald leise, kaum
-vernehmbar zu ticken begann.
-
-»Vierzehn Tage hat er gesagt,« sprach der Mann für sich. »Gut, ich werde
-den Zeiger auf den fünfzehnten Tag stellen. Dann wird er noch dort sein.
-Dann geschieht das, was der fremde Sahib von mir begehrte. Niemand wird
-es merken, niemand wird Verdacht schöpfen. Jetzt noch die Drähte.«
-
-Der Inder setzte seine Manipulationen fort.
-
-Wäre es hell gewesen, so hätte man gesehen, wie dieser unheimliche
-Mensch einige dünne Kupferdrähte hervorzog und diese auf sinnreiche
-Weise mit der leise tickenden Uhr und dem geheimnisvollen Paket verband.
-
-Auch hierbei ging er mit äußerster Vorsicht zu Werke und prüfte dann
-nochmals aufs sorgfältigste den sonderbaren Apparat, welchen er in die
-Lücke zwischen den Metallteilen hineingeschoben.
-
-»Es ist geglückt,« murmelte der Mann befriedigt. »Der fremde Sahib wird
-zufrieden sein. Niemand hat Argwohn geschöpft, und ich werde von dem
-fremden Herrn, der bei Kali geschworen, meine Belohnung empfangen.«
-
-Ein paar Minuten später kletterte der Mann wieder aus der Halle heraus.
-
-Die indischen Wächter besaßen scharfe Ohren, aber sie merkten nichts
-Verdächtiges. Lautlos, wie er gekommen, schlüpfte der neuangeworbene
-Inder von dannen.
-
- * * * * *
-
-Kurz vor sechs Uhr war alles zur Abfahrt bereit. Mors kam mit Terror,
-van Halen und seiner getreuen alten Mannschaft, um das Fahrzeug zu
-besteigen.
-
-Der Luftpirat warf noch einen prüfenden Blick auf den »Meteor« und seine
-Feueraugen musterten das gewaltige Fahrzeug.
-
-Auch die neuangeworbenen Inder waren mitgekommen, und der Unheimliche,
-der in der Nacht die seltsame Arbeit verrichtet, schien leise zu
-zittern.
-
-Wenn nun die scharfen Augen des Luftpiraten etwas Verdächtiges
-bemerkten?
-
-Der Mann atmete tief auf, als Mors sich von dem Fahrzeug abwendete. Er
-hatte nichts entdeckt, er gab das Zeichen, daß die Abfahrt erfolgen
-sollte.
-
-Mors hatte mit den zurückbleibenden Getreuen gesprochen und den beiden
-Ingenieuren Star und Herbert genaue Weisung gegeben. Die beiden waren es
-auch, welche in alles eingeweiht wurden.
-
-Jetzt schwang sich Mors als letzter durch die eiserne Tür, die alsbald
-luftdicht verschlossen wurde.
-
-Dann wurde das Zeichen gegeben, das bewegliche Dach der Halle drehte
-sich, und majestätisch erhob sich der »Meteor« in die Lüfte.
-
-Der Riesenmagnet drehte sich langsam der Erde zu, immer schneller wurde
-die Bewegung des Giganten. Im Nu verschwand er in den Wolken, das
-Weltenfahrzeug befand sich auf der Fahrt nach dem Feuerstern.
-
- * * * * *
-
-Mors hatte gleich von Anfang an die größte Geschwindigkeit
-eingeschaltet.
-
-Der Magnet war genau der Erde zugekehrt, so daß der »Meteor« blitzartig
-durch den Weltenraum jagte.
-
-Die Luftzone der Erde war im Nu durchflogen. Der Himmel nahm eine
-dunkelblaue Färbung an, bis er zuletzt schwarz wurde.
-
-Man sah die Sonne, aber auch die Sterne, man sah den riesigen Kometen,
-der seinen verhängnisvollen Pfad zur Erde verfolgte.
-
-Mors begab sich nach dem Beobachtungsraum.
-
-Dort saß der Professor am großen Fernrohr und betrachtete aufmerksam den
-merkwürdigen Himmelswanderer.
-
-»Nun, wie steht es, Professor?« fragte Mors. »Sie haben seit der letzten
-Beobachtung, die wir im Weltenraum veranstalteten, Zeit genug gehabt.
-Wie ist es mit Ihren Berechnungen? Ferner möchte ich wissen, ob Sie
-etwas Neues an dem Feuerstern entdeckten?«
-
-Van Halen war aufgesprungen.
-
-»Ich habe mich in meinen Beobachtungen nicht getäuscht,« erwiderte er
-mit fester Stimme. »Schon damals erschien mir der Komet als ein höchst
-merkwürdiges Gebilde. Jetzt, wo er der Erde näher gerückt ist, sehe ich
-deutlich, was ich damals nur vermutete.«
-
-»Und von dieser Vermutung haben Sie nicht gesprochen, bester van Halen,«
-meinte der Luftpirat. »Sie sagten damals, Sie seien Ihrer Sache nicht
-sicher genug, und ich wollte nicht in Sie dringen. Aber jetzt wiederhole
-ich meine Frage.«
-
-Der Astronom deutete mit der Rechten nach dem flammenden Kometen.
-
-»Es ist ein merkwürdiges Gebilde,« erwiderte er, jedes Wort betonend.
-»Ein Himmelskörper, wie ihn die Beobachter vielleicht noch nie gesehen
-haben. Und wenn dies jemals in der Geschichte der Welt geschah, so haben
-die Astronomen die Natur jenes Himmelskörpers nicht erkannt. Aber wie
-kann ich nur immer von einem Körper sprechen. In Wirklichkeit sind es
-deren zwei, und sie nähern sich der Erde, das ist nicht zu leugnen.«
-
-»Was, zwei?« rief Mors erstaunt.
-
-»Ja, zwei Kometen,« erwiderte der Professor mit Nachdruck. »Es ist in
-der Tat eine seltsame Erscheinung. Von der Erde aus kann man dies nicht
-erkennen, weil sich die beiden Kometen in einer Linie nähern, so daß der
-eine immer den andern deckt. Auch mag der feurige Glanz die Beobachtung
-erschweren. Genug, die Sache ist folgendermaßen: Einer dieser Kometen
-besteht aus einem dunklen, massigen Körper, der gar kein Licht
-verbreitet. In einiger Entfernung von ihm folgt dann die eigentliche
-feurige Gasmasse.«
-
-Mors zweifelte keinen Augenblick daran, daß van Halen richtig beobachtet
-hatte.
-
-»Und was geschieht, wenn die beiden Körper mit der Erde
-zusammentreffen?« fragte er.
-
-»Das Schlimmste,« erwiderte van Halen mit eisiger Ruhe. »Der feste,
-massige dunkle Körper wird mit entsetzlicher Gewalt die Erde treffen und
-natürlich eine grauenvolle Katastrophe hervorrufen. Dann folgt der
-zweite Komet, die feurige Gasmasse, welche die Luft der Erde, vor allen
-Dingen den zum Leben unbedingt notwendigen Sauerstoff aufsaugt. Sollte
-dann von der ersten Katastrophe noch Leben übrig sein, wird dasselbe
-nach der zweiten Katastrophe sicher verlöschen.«
-
-Mors blieb ganz ruhig.
-
-»Und wird der Zusammenstoß unabwendbar sein?« fragte der Luftpirat.
-
-»Das kann ich erst sehen, wenn wir oben anlangen,« erwiderte der
-Professor. »Ich muß erst wissen, wie die Wechselwirkungen sind, in der
-diese Körper zueinander stehen. Und da sage ich, daß noch eine leise
-Hoffnung übrig ist, eine geringe Hoffnung, daß das Unheil noch einmal an
-der Erde vorübergeht. Aber das wird sich da unten auf der Erde
-entscheiden.«
-
-»Es ist ganz so, wie ich mir gedacht,« erwiderte Mors. »Damit habe ich
-von Anfang an gerechnet. Also wollen wir so schnell wie möglich den
-Kometen zu erreichen suchen. Und das wird am vierzehnten Tage unserer
-Fahrt geschehen. Vorwärts!«
-
-Das war das einzige Gespräch, welches die beiden Männer über die Zukunft
-führten. Von diesem Zeitpunkte an redeten sie nicht mehr über das
-bevorstehende Geschick, sondern widmeten sich einzig und allein ihren
-Arbeiten.
-
-Mors befand sich meist im Lenkraum, während der Professor bei seinen
-geliebten Instrumenten verweilte.
-
-Die Fahrt selbst ging schnell und ohne Hindernis vor sich. Man kam dem
-rätselhaften Weltenkörper von Tag zu Tag näher.
-
-Immer furchtbarer, immer drohender war der Anblick dieses Doppelkometen.
-Er schien allmählich einen großen Teil des Firmamentes zu bedecken.
-
-Ein jeder andere hätte sich besonnen, die Fahrt fortzusetzen, denn man
-wußte ja gar nicht, welche Gefahren in der Nähe der Kometen drohten.
-
-Aber Mors war nicht der Mann, der sein Unternehmen aufgab. Er setzte
-seine Reise fort. Mit unverminderter Geschwindigkeit sauste der »Meteor«
-durch den Weltenraum dahin und näherte sich immer mehr und mehr den
-Riesen-Kometen, diesen schwebenden Vernichtern, die von der
-entgegengesetzten Seite kommend, gleichfalls mit großer Geschwindigkeit
-der Erdenbahn zustrebten.
-
-
-
-
- 4. Kapitel.
- Die Katastrophe.
-
-
-Tag um Tag verging, Nacht um Nacht, wenn man hier im Weltenraum
-überhaupt von Tag und Nacht sprechen konnte.
-
-Der Professor hatte übrigens recht, denn eine dunkle Masse flog dem
-eigentlichen Feuerkometen voran, ein Weltenkörper, den sogar nach den
-Berechnungen und Beobachtungen des Astronomen eine Lufthülle umgab.
-
-Es war dies ein neues Geheimnis der unerschöpflichen Natur, und der
-Professor erging sich in allerhand Vermutungen.
-
-Er sprach davon, daß die Kometen möglicherweise die Welten der Zukunft
-sein müßten, und daß sich nach der Vernichtung der Planetenwelten ein
-neues Leben auf diesen Himmelswanderern entwickeln könnte.
-
-Das waren allerdings nur Hypothesen, aber sie hatten viel
-Wahrscheinlichkeit für sich, war doch Professor van Halen einer der
-geistvollsten aller Gelehrten.
-
-Die Zeit verging, es kam der zwölfte Tag, der dreizehnte, der
-vierzehnte.
-
-Die Beobachtungen waren genau, der »Meteor« näherte sich dem dunklen
-Weltenkörper.
-
-»Wir können unbesorgt landen,« sprach der Professor am Mittag des
-vierzehnten Tages. »Nach meinen Beobachtungen ist die Luft, die diesen
-dunklen Körper umgibt, zu atmen. Es scheint sich sogar Wasser auf ihm zu
-befinden, da ich Spuren von Wasserdampf entdeckte. Vor dem zweiten, dem
-eigentlichen Kometen sind wir vorerst sicher, denn dieser ist von dem
-dunklen Weltkörper wenigstens tausend Meilen entfernt. Das hat man von
-der Erde aus nicht bemerkt, weil die beiden Himmelskörper hintereinander
-standen.«
-
-Mors stimmte dem Professor zu.
-
-Eine Landung war nötig, denn van Halen behauptete, daß man nur bei einer
-Landung Gewißheit über das Schicksal der Erde erlangen könnte.
-
-Er gab jetzt den Befehl, die Geschwindigkeit des »Meteor« zu mäßigen,
-und nach wenigen Stunden schwebte das riesige Fahrzeug bereits in der
-Luftschicht des neuen Weltkörpers.
-
-Der Anblick desselben war allerdings trostlos.
-
-Er mochte halb so groß sein wie der Mond und schien ganz aus einer
-ungeheuren Steinmasse zu bestehen.
-
-Hier und da gewahrte man freilich Spuren von Wasser, auch sah man einige
-Sandwüsten, aber der größte Teil dieser neuen Welt war Stein, rauhe
-wilde Felsen, denen jede Vegetation zu mangeln schien. Allerdings
-mochten Moose und Flechten hier und da diese starren Felsen bedecken,
-aber das ganze war doch ein Bild des Todes.
-
-Das war also auch ein Komet, und der Professor meinte, daß dieser
-Weltkörper der sogenannte Kern eines ehemaligen gigantischen Kometen
-gewesen sei, und daß also gewissermaßen eine Trennung zwischen der
-Feuergashülle und dem Kern stattgefunden hätte. Solche Teilung von
-Kometen war schon in früheren Jahrzehnten beobachtet worden.
-
-Mors schöpfte aus diesen Mitteilungen neue Hoffnung für das Schicksal
-der Erde. Vielleicht fand durch diese Teilung eine Umwälzung statt, so
-daß die Vernichter die Erdenbahn früher oder später durchkreuzten. Van
-Halen zuckte freilich die Achseln und meinte, es sei noch immer wenig
-Hoffnung vorhanden, die Entscheidung konnte also erst nach der Landung
-fallen.
-
-Wenige Stunden später berührte der »Meteor« einen von Mors mittels des
-Fernglases ausgesuchten Landeplatz. Es war noch die am meisten
-ansprechende Gegend dieser neuen Welt, nämlich eine kleine Sandwüste.
-Zur Linken und zur Rechten sah man die Klippen emporsteigen, die
-weiterhin ein wahres Felsenlabyrinth bildeten.
-
-Alles ging nach Wunsch. Der »Meteor« berührte sanft den Boden der neuen
-Welt, und die Luft erwies sich, wenn auch dünn und etwas absonderlich
-wirkend, doch immerhin als zum Atmen geeignet. Natürlich war diese Luft
-sehr klar, weil das Wasser beinahe ganz fehlte, jedoch war das Aussehen
-dieses Luftmeeres höchst unheimlich. Hier war nichts von jenem schönen
-Blau zu sehen, welches der irdischen Luft an schönen Tagen ein so
-unbeschreiblich reizvolles Aussehen verleiht. Dafür sorgte schon die
-Feuermasse des zweiten Kometen. Der gab eine schreckliche Beleuchtung,
-und es schien, als ob die Luft hier glühte. Sie war bald dunkelrot, bald
-violett, bald schwefelgelb gefärbt, so daß man meinte, sich in der Hölle
-zu befinden.
-
-Kapitän Mors' Gefährten aber betrachteten diese Naturwunder ohne
-Schrecken. Sie waren schon durch ihre vielen Fahrten mit dem Luftpiraten
-an die seltsamsten Dinge gewöhnt, nichts in der Welt konnte ihr
-Vertrauen für ihren geliebten Gebieter erschüttern.
-
-Der Professor überzeugte sich zunächst, daß die Luft geatmet werden
-konnte, und ließ dann eiligst seine Beobachtungsinstrumente auf ein paar
-nahe Felsen schaffen.
-
-Es war dies nötig, weil der Metallkörper des Fahrzeugs oftmals störte,
-namentlich bei magnetischen Messungen.
-
-»Nun muß es sich ja bald entscheiden,« sprach der Professor, ehe er sich
-nach seinem neu eingerichteten Observatorium begab. »In vierundzwanzig
-Stunden kann ich sagen, ob die Erde erhalten bleibt oder nicht, dann
-wird die Entscheidung fallen.«
-
-Van Halen nahm ein paar Inder mit, die er in der Handhabung der
-Instrumente unterwiesen hatte. Die übrigen blieben beim Weltenfahrzeug.
-
-Wieder vergingen die Stunden. Mors ahnte nicht, daß da vorn an dem
-Apparat zur Luftzufuhr ein seltsames Uhrwerk tickte, daß diese Uhr
-unablässig ihren Lauf fortsetzte. Stunde auf Stunde verging, und jetzt
-war der fünfzehnte Tag zu Ende.
-
-Mors befand sich gerade mit Terror im Lenkraum, als er plötzlich zu
-Boden stürzte.
-
-Auch Terror lag im selben Moment auf dem Boden, während das
-Weltenfahrzeug von einer ungeheuren Gewalt emporgehoben wurde. Es schien
-gerade, als hätte ein Riese das Fahrzeug gepackt und mit einem Ruck in
-die Höhe geschleudert. Dann schwankte es zweimal hin und her und zu
-gleicher Zeit hörte man ein dumpfes, unheilverkündendes Prasseln. Im Nu
-erhob sich der Luftpirat vom Boden. Er hörte die Inder vorn schreien, er
-vernahm, wie sie nach ihm riefen, wie sie seinen Namen nannten.
-
-»Rasch, rasch, Terror,« schrie er seinem halbbetäubten Gefährten zu.
-»Hinaus, da ist ein Unglück geschehen.«
-
-Die beiden Männer stürzten durch die Räume nach der Ausgangstür, ihnen
-folgten die Inder, welche durch den furchtbaren Stoß in alle Ecken
-geschleudert worden waren.
-
-Mors war der erste, der das Freie erreichte und an dem Metallkörper des
-gigantischen Fahrzeuges entlanglief. Er eilte nach dem Vorderteil des
-»Meteor«, denn von dort war der Stoß gekommen. Mors stieß einen leisen
-Schrei aus, als er die Spitze des Fahrzeugs sehen konnte. Ja, ein
-Unglück war geschehen. Dort klaffte eine furchtbare Bresche.
-
-»Eine Explosion,« schrieen die Inder. »Die flüssige Luft hat ihre
-Behälter zertrümmert!«
-
-»Nein,« erwiderte Mors mit Stentorstimme. »Da ist etwas anderes
-geschehen. Diese Bresche kann nur ein moderner Sprengstoff geschlagen
-haben. Das ist kein Unfall, der aus der Konstruktion des Fahrzeuges
-herrührt. Nein, nein, hier ist Verrat im Spiele. Das Fahrzeug ist
-absichtlich beschädigt worden.«
-
-Der »Meteor« sah aus, als ob ihn ein Torpedo getroffen hätte. Die
-metallenen Platten, aus denen der Außenrumpf bestand, waren im
-Vorderteil zersprengt und ein gewaltiges Loch in den Rumpf des
-Weltenfahrzeuges geschlagen worden.
-
-Mors heftete jetzt seine Augen auf die Inder.
-
-»Das ist eine Höllenmaschine,« klang seine Stimme. »Ich wiederhole es,
-der durchdringende Dunst, den wir alle spüren, rührt von einem
-Sprengstoff her. Es ist schmählicher Verrat. Diese Katastrophe ist mit
-Absicht herbeigeführt worden.«
-
-Vor ihm standen die Inder. Die treuen Männer kreuzten die Arme über der
-Brust und erwiderten fest und sicher den furchtbaren Blick ihres
-Gebieters. Die Prüfung dauerte mehrere Minuten, dann hob Mors seine
-Rechte.
-
-»Ihr habt ein reines Gewissen,« sprach der Luftpirat. »Ihr habt jenen
-Frevel nicht begangen. Ich weiß nicht, wer es getan hat. Aber ich
-wiederhole nochmals, es war Absicht, es war auf die Zerstörung des
-»Meteor« abgesehen. Befanden wir uns noch im Weltraum, als die Explosion
-stattfand, so waren wir verloren. Jetzt gilt es, die Beschädigungen so
-rasch als möglich auszubessern. Nach der Rückkehr auf unsere Insel werde
-ich den Täter ermitteln. Vorwärts, Leute, wir haben alle Materialien zur
-Ausbesserung des Schadens an Bord. Die Zerstörung ist geschehen, aber
-wir werden das Leck wieder schließen. An die Arbeit, ich werde Euch
-helfen!«
-
-Der Professor war mit seinen beiden Gehilfen von den Felsen
-herabgekommen und betrachtete das Geschehene.
-
-Seine beiden Leute kamen bei dem heimtückischen Anschlag nicht in
-Betracht, denn sie gehörten zu Mors' getreuesten und ältesten Veteranen.
-
-Es war auch gar keine Zeit, müßigen Vermutungen nachzuhängen, eine
-Bemerkung des Professors zeigte Mors, daß jetzt Gefahr auch noch von
-anderer Seite drohte.
-
-»Kapitän,« sprach der Professor mit gedämpfter Stimme, als die Inder
-durch die klaffende Oeffnung in das Innere des Fahrzeugs hineinstiegen.
-»Kapitän, ich habe eine seltsame Beobachtung gemacht. Diesmal droht uns
-Gefahr, und es ist sehr bedauerlich, ja höchst bedenklich, daß die
-Katastrophe stattfand. Ich kann es nicht verhehlen, daß wir uns in der
-furchtbarsten Lage befinden.«
-
-Mors sah ihn fragend an.
-
-»Der erste Komet, auf dem wir uns befinden, hat seinen Lauf
-verlangsamt,« fuhr der Professor fort. »Der Feuerkomet aber kommt rasch
-heran. Die beiden Kometen haben sich geteilt, scheinen sich aber wieder
-miteinander verbinden zu wollen. Geschieht dies, während der Zeit, wo
-wir noch hier liegen und den Schaden verbessern, dann sind wir
-verloren.«
-
-»Ich dachte es mir,« antwortete der Luftpirat. »Jetzt wollen wir sehen,
-wer das Spiel gewinnt. Der Schaden wird ausgebessert. Sie, Herr
-Professor, können Ihre Beobachtungen fortsetzen. Unterdessen werden wir
-hier unten mit Ablösung fortwährend arbeiten, damit wir diesen Kometen
-vor dem drohenden Zusammenstoß verlassen können.«
-
-Der Professor warf einen prüfenden Blick auf die klaffende Oeffnung.
-Offenbar zweifelte er daran, daß dieser fürchterliche Schaden so schnell
-beseitigt werden könnte und fürchtete das Schlimmste. Er sagte aber kein
-Wort, sondern begab sich wieder zu den Instrumenten.
-
-Die Inder und Terror brachten allerhand Werkzeuge und Gerätschaften aus
-dem »Meteor«, Reserveplatten und Panzerrippen, da man von all diesen
-Dingen für unvorhergesehene Fälle Vorrat mitführte. Mors war der erste,
-der mit Hand anlegte. Es war ganz zweifellos, daß man sich, um das große
-Leck zu verstopfen und so schnell als möglich fertig zu werden, größter
-Eile befleißigen mußte. Die Reparatur war nur ein Notbehelf, aber
-immerhin konnte er genügen, den »Meteor« zur Erde zurückzuführen.
-
-Man mußte, um an das durch den Sprengstoff geschlagene Leck
-heranzukommen, die Apparate, welche zur Lufterneuerung dienten,
-abnehmen. Und hierbei war es Mors, der die Spuren des Verbrechens
-entdeckte. Er bückte sich plötzlich und hob etwas von der Erde empor.
-Dieses Ding war freilich durch die Explosion halb zerschmettert, aber
-man sah noch deutlich die Ueberreste einer großen Metallkapsel, eine Art
-Zifferblatt und darauf ein paar zerstörte Zeiger.
-
-»Der letzte Zweifel ist geschwunden,« sprach Mors zu seinen Leuten.
-»Hier seht Ihr es, es war eine Höllenmaschine. Diese Uhr war jedenfalls
-reguliert, um den Sprengstoff zu einer ganz bestimmten Zeit zur
-Explosion zu bringen. Ha,« rief er plötzlich. »Jetzt weiß ich es. Jetzt
-kenne ich den Täter!«
-
-Terror und die Inder sahen den Luftpiraten fragend an.
-
-»Ja, ich kenne ihn,« sprach Mors finster. »Jetzt entsinne ich mich, daß
-einer der neuangeworbenen Inder kurz vor der Abreise fragte, wie lange
-es dauern würde, bis wir den Kometen erreichen. Ich gab dem Mann auch
-ahnungslos Antwort, denn ich hielt diese Frage für bloße Neugierde.
-Jetzt weiß ich es besser. Der Mann wollte wissen, wann die
-Höllenmaschine tätig sein sollte. Er hat das Uhrwerk auf den fünfzehnten
-Tag gestellt. Da seht, dieser zerstörte Zeiger deutet noch auf die Zahl
-fünfzehn. Dieser neuangeworbene Inder ist ein Verräter und ein
-Verbrecher! Der ist von meinen Feinden gewonnen worden!«
-
-Die anderen Inder stießen drohende Rufe aus und gelobten fürchterliche
-Vergeltung.
-
-Von neuem wurde gearbeitet. Mors war der erste an der Spitze. Er legte
-selbst die schweren Panzerplatten auf das Leck, während die Inder die
-Bolzen durch die Verbindungsstücke hindurchtrieben und Terror alle
-Lücken auf das sorgfältigste verlötete. Ueber den Arbeitenden aber stand
-drohend der Feuerkomet, der sich mit unbegreiflicher Geschwindigkeit dem
-dunklen Kometen zu nähern schien.
-
-Unablässig nahm er an Größe zu, die Luft schien zu glühen, die dunkle
-Röte, welche das Firmament erfüllte, gab die Beleuchtung zu der Arbeit,
-die mit ungeschwächten Kräften zu der Wiederherstellung des
-schwerverletzten »Meteor« fortgesetzt wurde.
-
-
-
-
- 5. Kapitel.
- Der Zusammenstoß.
-
-
-Wieder waren sechsunddreißig Stunden verflossen.
-
-Wer den Schaden, den die Höllenmaschine hervorgerufen, betrachtete,
-hätte gedacht, daß die Besatzung des Weltenfahrzeugs die Hände in den
-Schoß gelegt haben müsse. Noch immer klaffte das furchtbare Leck, aber
-das war nur Schein. Mors hatte bereits alle Panzerplatten, die zur
-Schließung der Oeffnung dienten, zugerichtet. Die Rippen waren schon
-befestigt, und so brauchten die Inder die Panzerplatten nur aufzulegen.
-Dann wurde der »Meteor« in den Stand gesetzt, wieder in das Weltall
-emporzusteigen und dem drohenden Zusammenstoß der beiden Kometen zu
-entrinnen. Von dem Observatorium kam zuweilen eine Botschaft des
-Professors. Dieser beobachtete den nahenden Kometen, und die Botschaften
-mahnten zur höchsten Eile. Sie wurden Mors insgeheim überbracht, damit
-sich die Inder nicht etwa durch die drohende Gefahr entmutigen ließen.
-Die Leute ahnten aber wohl, was ihnen bevorstand, auch sahen sie mit
-ihren eigenen Augen den feurigen Riesen herannahen. Sie gönnten sich
-kaum die nötigste Ruhe, sie verzehrten ihre Mahlzeit, während sie
-arbeiteten, sie taten das äußerste, was sie nur vermochten.
-
-Die Luft sah geradezu unheimlich aus. Es schien, als ob man sich in
-einem Glutmeer befände. Immer dunkler wurde dieser rote Schein, so daß
-man zuletzt das Gefühl hatte, in einem feurigen Ofen zu stehen.
-
-Mors sprach seinen Leuten unablässig Mut zu, aber er sah, daß die Männer
-oftmals nach dem Feuerkometen emporblickten. Dort schien eine
-unheimliche Kraft tätig zu sein, es sah manchmal so aus, als ob sich der
-Komet drehte und wendete, oftmals glich er einem feurigen Drachen.
-
-Als die Inder gerade beschäftigt waren, die Panzerplatten auf dem Leck
-zu befestigen, hörte man hoch droben ein furchtbares Brausen und
-Zischen. Der Metallkörper des Weltenfahrzeuges verdeckte die Aussicht
-auf den Kometen, Mors sprang rasch zu einem naheliegenden Felsen. Der
-Anblick, der sich ihm bot, war geradezu unheimlich. Der große Feuerkomet
-schien sich gedreht zu haben, er glich einer riesigen Flamme, die sich
-langsam auf den weiten dunklen Kometen herabsenkte.
-
-Einige Inder, die gerade ihre Ruhepause hatten, kamen entsetzt auf die
-obere Brüstung gestürmt, auch der treue Terror zeigte sich auf der
-Galerie und betrachtete mit einem Fernglase den ungeheuren Kometen. Zwei
-der arbeitenden Inder stürzten zu Mors, der wie eine Bildsäule auf dem
-Felsen stand.
-
-»Der Zusammenstoß erfolgt,« schrieen sie entsetzt, »der Komet wird unser
-Fahrzeug in Atome zermalmen!«
-
-»An die Arbeit,« tönte die Stimme des Luftpiraten. »Ich komme gleich
-hinunter.«
-
-Und wieder gehorchten die Inder dem Manne, der solchen Einfluß ausübte.
-Sie kehrten an ihre Arbeit zurück. Man hörte das Hämmern und Klopfen.
-
-Mors sah übrigens, daß die Inder recht hatten, so daß sich sein »Meteor«
-in einer geradezu verzweifelten Lage befand. Bei dem Zusammenstoß der
-beiden Kometen würde er sicherlich vernichtet werden.
-
-Der Maskierte eilte zum Leck und griff mit Riesenkräften nach einer
-Panzerplatte.
-
-Sie war schon genau hergerichtet und schloß die größte Lücke. Die Bolzen
-wurden befestigt, das glühende Lötblei gegossen.
-
-»Keiner darf mehr nach oben sehen,« befahl Mors. »Kümmert Euch nicht
-darum, was dort geschieht. Denkt nur an unsere Rettung. Wir müssen von
-diesem Weltenkörper hinweg, koste es, was es wolle.«
-
-Die Inder gehorchten.
-
-Da konnte man erst sehen, was es für Leute waren, Männer, denen der
-Gehorsam gewissermaßen in Fleisch und Blut übergegangen war.
-
-Tausend andere hätten jetzt in der Arbeit innegehalten und wären
-zitternd und bebend in das Innere des »Meteor« geflüchtet, um dort rat-
-und tatlos das Ende zu erwarten.
-
-Schrecklich war der Lärm, der sich jetzt erhob. Es heulte, brüllte und
-zischte in den Lüften, als ob Tausende von Dämonen herabkämen.
-
-Das Nahen der feurigen Gasmasse machte sich bemerkbar. Mit
-ungeheuerlicher Geschwindigkeit sauste dieselbe auf den zweiten Kometen
-zu. Der Anprall mußte entsetzlich werden.
-
-Mors hatte schon vorher eine Botschaft an den Professor geschickt.
-
-Dieser gab seine Leute, die ihm bis dahin geholfen hatten, dem
-Luftpiraten, während er selbst die schweren, astronomischen Instrumente
-nach dem »Meteor« schleppte.
-
-Die Inder sahen das, meinten aber, es wäre vergebliche Arbeit, sie
-glaubten nicht, daß nur ein einziger von ihnen mit dem Leben davonkommen
-könnte.
-
-Dennoch arbeiteten sie mit Feuereifer, mit wildem Ungestüm, sie verloren
-keinen Augenblick Zeit, sondern dachten nur an ihre Arbeit.
-
-Mitten durch den gräßlichen Tumult, der in den Lüften tobte, hörte man
-die Stimme des Luftpiraten, befehlend, ermahnend, während er selbst
-überall Hand mit anlegte.
-
-Unablässig wurden die Panzerplatten über das klaffende Leck geschoben,
-wobei es sich zeigte, daß die Vorarbeiten nicht umsonst getroffen worden
-waren.
-
-Die Panzerplatten griffen ineinander und hielten fest, Bolzen wurden zur
-Befestigung eingeschlagen und dann breite metallene Bänder aufgelötet.
-
-Jetzt dachte niemand mehr an Essen und Trinken, die Inder verlangten
-nicht einmal einen Schluck Wasser.
-
-Sie bissen die Zähne zusammen und ertrugen alles, sie hielten aus,
-obwohl die Luft allmählich heiß, ja glühend zu werden schien.
-
-Man arbeitete wie in der Hölle, die Leute benutzten die kurzen Pausen
-während ihrer Tätigkeit dazu, um sich die Gewänder abzureißen. Sie
-arbeiteten fast nackt. Auch der Professor half, soviel er nur vermochte.
-
-Eben trat van Halen wieder an die Seite des Luftpiraten.
-
-»Es eilt, Kapitän, es eilt,« sprach er kurz, aber dringlich. »Der Komet
-kommt herab, die beiden Teile des Weltenkörpers suchen sich wieder zu
-vereinen. Die gasförmige glühende Hülle wird von neuem den Kern
-umschließen. Und bei dieser Gelegenheit müssen wir zu Atomen zermalmt
-werden.«
-
-»Das mag sein,« erwiderte Mors. »Sie, Professor, fürchten ja den Tod so
-wenig wie ich. Vorläufig denke ich noch nicht daran, mich in das
-Unvermeidliche zu ergeben. Ich kämpfe bis zum letzten Augenblick und mit
-mir die Inder. Vorwärts, Leute, vorwärts, Terror! Es handelt sich um
-Leben und Sterben!«
-
-Mors brauchte die Weisung nicht zu wiederholen. Die Leute arbeiteten mit
-größter Eile, schweißtriefend griffen sie zu, unterstützten sich und
-dichteten das gewaltige Leck, ohne auf die Umgebung zu achten.
-
-Von oben senkte sich das furchtbare Ungetüm herab.
-
-Der Komet glich einem feurigen Riesenmantel, der alles, was er erfaßte,
-mit Vernichtung bedrohte. Schrecklich, grauenvoll sah es aus, wie das
-Ungetüm näher und näher kam. Kein Zweifel, nun mußte die Katastrophe
-erfolgen.
-
-»Haltet aus, Leute,« schallte die Stimme des Kapitäns durch den
-Höllenlärm der Naturgewalten. »Ich will zur Erde zurück, ich will einem
-Schurken die Larve vom Gesicht reißen. Zeigt, was Ihr könnt. Ihr seid
-meine Leute, die weder Tod noch Teufel fürchten. Rasch, rasch, es gilt
-die letzte Lücke zu schließen.«
-
-Das Metall dröhnte unter den Schlägen der Hämmer. Das glühende Blei
-zischte auf den Fugen und verschloß jede Ritze. Mors war allenthalben
-der erste, ihm entging nichts, er sah die kleinste Oeffnung, und sofort
-wurde diese verschlossen, mit Blei überschmolzen.
-
-Das Getöse in den Lüften war jetzt geradezu fürchterlich, aber die
-Stimme des Luftpiraten war selbst durch diesen grausigen Tumult
-vernehmbar.
-
-»In den »Meteor«, Leute,« klang es, »rasch hinein. Das Leck im
-Metallrumpf ist verstopft. Hinein! Terror und ich, wir werden den
-Luftzufuhrapparat in Ordnung bringen.«
-
-Die Inder gehorchten. Es war auch die höchste Zeit. Die Hitze war
-bereits erstickend geworden. Alles in der Runde schien zu glühen.
-
-Mühsam erhielten sich die Braven auf den Füßen und schleppten den
-Professor mit sich, der zusammenzubrechen drohte.
-
-Mors und Terror blieben noch zurück und schoben mit ganzer Kraft den
-Luftregelungsapparat in die dazu bestimmten Höhlungen und Rinnen.
-
-Noch einmal tönten Hammerschläge, während Terror die Schrauben zuzog.
-Der brave Ingenieur war dem Ersticken nahe.
-
-Jetzt war die letzte Arbeit getan. Mors faßte seinen treuen Gefährten
-und zog ihn mit Riesenkraft nach dem Weltenfahrzeug. In wenigen
-Augenblicken hatte sich die Doppeltür hinter den zwei Männern
-geschlossen.
-
-Hier drinnen war es gewiß nicht kühl, aber den Männern kam es vor, als
-ob sie plötzlich in einen Eiskeller geraten wären.
-
-Diese Luft belebte sie wie durch einen Zauber. Die Erschöpften,
-Halberstickten fühlten neue Kraft. Mors und Terror eilten nach dem
-Lenkraum.
-
-Es war die höchste Zeit, kaum eine halbe Stunde später, und der »Meteor«
-wäre vernichtet worden.
-
-Auch jetzt entging das Weltenfahrzeug nur mit knapper Not dem Verderben,
-indem es gerade noch im letzten Moment durch den Zwischenraum, der sich
-noch zwischen den beiden Kometen befand, hindurchsauste.
-
-Grauenvoll war der Anblick, alles schien in Feuer getaucht zu sein. Die
-furchtbare Schnelligkeit des Weltenfahrzeuges aber rettete den Koloß,
-der jetzt in den luftleeren Raum hinauseilte.
-
-»Gerettet!« sprach Mors, als die furchtbare Glut allmählich nachließ.
-»Im letzten Augenblick gerettet!«
-
-»Und auch noch etwas anderes ist gerettet,« sprach der Professor, der
-jetzt eben in den Lenkraum trat. »Der Zusammenstoß oder richtiger gesagt
-die Wiedervereinigung der beiden Kometen hat es bewirkt. Zurück zur
-Erde, dort sollen die Menschen eine wichtige Botschaft hören.«
-
-
-
-
- 6. Kapitel.
- Vergeltung.
-
-
-Ein und ein halber Monat waren seit jenem Tage verflossen, wo der
-Herrscher mit dem Luftpiraten in stiller Mitternachtsstunde
-zusammentraf.
-
-Nach den Berechnungen der Gelehrten sollten nur noch fünfzehn Tage
-vergehen, bis der gefürchtete Zusammenstoß zwischen der Erde und dem
-Doppelkometen erfolgte.
-
-Auf der Erde hatte man die Wiedervereinigung und den Zusammenstoß des
-Kometenpaares nicht beobachtet.
-
-Merkwürdigerweise umhüllten gewaltige Wolkenmassen den ganzen Erdball
-und zwar waren diese Wolkenmassen in allen Zonen aufgetreten.
-
-Nur hier und da entstand eine flüchtige Lücke, die man zur Beobachtung
-benutzen konnte.
-
-Da kamen denn Botschaften und Depeschen, Nachrichten über das Nahen des
-Kometen.
-
-Die Zeit zu Beobachtungen war nur kurz, so daß man nichts Sicheres
-ermitteln konnte.
-
-Dennoch hatte ein berühmter Professor aus der Neuen Welt ein Telegramm
-geschickt, welches allenthalben verbreitet wurde.
-
-Der berühmte Gelehrte depeschierte, daß mit dem Kometen irgend eine
-Veränderung vorgegangen sein müßte, im übrigen aber stünde er der Erde
-recht nahe.
-
-Vielleicht war das eine kleine Hoffnung auf eine Wendung des drohenden
-Schicksals. Indessen glaubten doch die meisten an den Untergang der
-Erde.
-
-Der Empörung aber war man jetzt mit dem Aufgebot aller Energie
-einigermaßen Herr geworden.
-
-Der Janhagel, das Gesindel, welches durch die Aussicht auf Beute aus
-seinen Verstecken hervorgelockt wurde, erhielt einen furchtbaren
-Denkzettel, die wankenden Soldaten kehrten zu ihrer Pflicht zurück und
-schützten so gut als möglich die bürgerlichen Kreise.
-
-Freilich mußte man ganze Horden von Verbrechern und raubsüchtigen
-Unholden niederschießen, aber das war kein Verlust für die Menschheit.
-
-Dennoch flatterte die Fahne des Aufruhrs immer wieder empor, bald hier,
-bald dort, hauptsächlich auf dem Lande.
-
-Da kamen Nachrichten von verwüsteten Schlössern, von verbrannten
-Gehöften, überall trieben sich arbeitsscheue Elemente umher, welche den
-allgemeinen Schrecken zur Befriedigung teuflischer Lust zu benutzen
-suchten.
-
-In der Residenz herrschte scheinbar Ruhe.
-
-Man konnte in der Tat diese Ruhe nur eine scheinbare nennen, vielleicht
-weil die Wolkenmassen den Anblick des nahenden Vernichters verdeckten.
-
-Mit geheimem Schrecken dachten die Machthaber an den Augenblick, wo sich
-die Wolkenmassen zerstreuten und das nahende Ungetüm sichtbar werden
-würde.
-
-Vielleicht kam es dann von neuem zum Aufruhr, zur entfesselten Wut der
-Volksmassen, die sich kurz vor ihrem Tode noch einmal aller Lebenslust
-überlassen wollten.
-
-Aber im großen Residenzschlosse war es noch etwas anderes, was die
-Gemüter beunruhigte.
-
-Die junge Prinzessin, welche einst der dämonische Baron begehrt, dieser
-Gelehrte, der seine Wissenschaft so übel benutzte, sie war es, welche
-von Zeit zu Zeit beunruhigende Beobachtungen machte.
-
-Es schien, als ob eine unsichtbare, geheimnisvolle Gewalt es auf sie
-abgesehen, und auch die Dienerschaft im Schlosse hatte Sonderbares
-bemerkt. Ein paar Lakaien wollten sogar eine schattenhafte Gestalt in
-dem ältesten Teile des Schlosses gesehen haben.
-
-Natürlich wurde nachgesucht, aber nichts gefunden. Man hielt es für eine
-Täuschung, manche meinten auch, es sei Gespensterspuk gewesen.
-
-Von dem verschollenen Baron hatte man noch immer keine Nachricht, aber
-der Herrscher ahnte, daß dieser Mann nicht weit entfernt sei. Er kannte
-seine Rachsucht, seine Eitelkeit, er mußte von diesem Manne das
-Schlimmste erwarten.
-
-Möglicherweise hetzte er die Volksmassen noch immer auf, zumal ihm große
-Mittel zur Verfügung standen. Oefter hörte man des Nachts Tumulte und
-dann mußten die Soldaten Zusammenrottungen auseinander sprengen.
-
-»Ich wünschte, es wäre erst alles zu Ende,« sprach der Herrscher zu dem
-Prinzen, der ihm seinerzeit den Luftpiraten zugeführt. »Wenn der
-Untergang der Welt unvermeidlich ist, so wünschte ich, er wäre schon da,
-damit meine Augen nicht vorher alle Greuel entfesselter Leidenschaften
-sehen müßten.«
-
-Aber der Prinz hatte auf alle diese Reden nur immer die eine Antwort:
-
-»Er wird kommen,« sprach er. »Ich weiß es. Kapitän Mors hat gesagt, daß
-er Botschaft bringen will. Und er hält sein Wort. Ich kenne diesen Mann
-besser als viele andere. Er kommt, es kann jeden Tag von ihm Botschaft
-eintreffen.«
-
-»Vielleicht hat er längst den Untergang gefunden,« meinte der Herrscher,
-auf den die Erscheinung des Luftpiraten gewaltigen Eindruck gemacht
-hatte. »Vielleicht hat er sich, den Untergang der Erde voraussehend, auf
-einen anderen Planeten hinübergerettet.«
-
-Der Prinz schüttelte den Kopf und schwieg. Er gab die Hoffnung nicht
-auf. Er ahnte, daß er Kapitän Mors wiedersehen würde. Die Antwort konnte
-nicht direkt kommen, sondern sie wurde höchstwahrscheinlich durch
-Professor van Halen an jenen Gelehrten geschickt, mit dem er von Zeit zu
-Zeit Nachrichten wechselte.
-
-Dieser Gelehrte weilte in der großen Sternwarte der Residenz, einem
-ausgedehnten, mit allen modernen Errungenschaften ausgestatteten
-Gebäude.
-
-Dort befand sich auch eine Station für Funkentelegraphie, die aber in
-der letzten Zeit gar nicht benutzt worden war.
-
-Ein recht unruhiger Tag war vorübergegangen. Gegen Abend trafen neue
-Nachrichten ein, die einen furchtbaren Aufstand ziemlich gewiß machten.
-Es war kein Zweifel, unruhige Elemente wurden aufgehetzt, die
-Unzufriedenheit geschürt. Das kaum unterdrückte Feuer drohte wieder
-emporzuflammen.
-
-Sorgenvoll hatte der Herrscher die Berichte angehört.
-
-»Es ist nichts mehr zu retten,« sprach er. »Es kommt zur grauenvollsten
-Katastrophe.«
-
-Da meldete der diensthabende Kammerherr einen neuen Besucher und mit
-Erstaunen, aber auch Erregung hörte der Herrscher den Namen des
-gelehrten Mannes, der mit Professor van Halen in Verbindung stehen
-sollte.
-
-»Ich habe eine Botschaft von meinem Freunde,« begann der Gelehrte, als
-er die fragenden Blicke des Herrschers gewahrte. »Ich habe sie mit der
-Funkentelegraphie empfangen. Die Nachricht lautet aber recht sonderbar.
-Ich kann eigentlich gar nicht daraus klug werden. Jedenfalls erhielt ich
-die Weisung, sie augenblicklich nach dem Residenzschloß zu bringen.«
-
-»Und wie lautet die Botschaft?« rief der mächtige Mann in gespanntester
-Erwartung.
-
-Der Gelehrte zog ein Stück Papier hervor.
-
-»Sie lautet folgendermaßen,« begann er. »Melden Sie auf der Stelle im
-Residenzschlosse, daß sich in dieser Nacht in der Mitternachtsstunde
-einige treue, zuverlässige und bewaffnete Männer in der Nähe des
-Pavillons aufhalten sollen. Es gilt jemand festzuhalten, der auf
-rätselhafte Weise den Schloßpark betreten kann. Es handelt sich auch um
-die Sicherheit einer hochstehenden Person, der Gefahr zu drohen
-scheint.«
-
-»Das ist alles,« setzte der Gelehrte hinzu.
-
-Da trat der Prinz hinzu.
-
-»Ich weiß zwar auch nicht, was es bedeutet,« hob er an. »Aber ich bin
-überzeugt, daß der rätselhafte Maskierte zurückgekehrt ist und daß diese
-Nachricht etwas Wichtiges bedeutet. Ich werde gleich die nötigen
-Vorkehrungen treffen.«
-
-»Ja, tue es,« sprach der Herrscher zum Prinzen. »Ich werde auch um
-Mitternacht im Parke sein. Ich muß wissen, was da vorgeht. Ich will
-alles erfahren.«
-
-Der Prinz säumte keinen Augenblick, das geheimnisvolle Gebot, welches
-offenbar vom Luftpiraten ausging, zu erfüllen.
-
-Es gab noch zuverlässige Leute genug, auf die man sich unbedingt
-verlassen konnte, vor allen Dingen auf die Schloßwache, eine aus
-altgedienten Soldaten bestehende Leibgarde.
-
-Es waren erprobte Männer, tapfer, entschlossen, jeden Augenblick bereit,
-ihren letzten Blutstropfen für das Herrscherhaus und dessen Angehörige
-herzugeben.
-
-Der Prinz beorderte diese Leibwache bei eintretender Nacht in den
-Schloßpark und wies den Bewaffneten selbst die Verstecke, in denen sie
-die Entwicklung der Dinge abwarten sollten.
-
-In kürzester Frist hatte sich jeder der Männer ein Versteck ausgesucht,
-und nun schien der Schloßpark so einsam und verlassen zu sein wie sonst
-in der Nacht. Nirgends sah man einen Menschen.
-
-Auch der Prinz und der Herrscher hüllten sich in ihre Mäntel und suchten
-sich einen Platz aus, wo sie vielleicht fünfzig Schritte vom Pavillon
-stehend, die Umgebung beobachten konnten.
-
-Zu sehen war freilich nicht viel. Die Umgebung des Pavillons war kaum in
-ihren Umrissen zu unterscheiden. Die dichten Wolkenmassen, welche den
-Himmel schon seit Wochen verhüllten, brachten große Dunkelheit zu Wege.
-
-Allerdings war ein Teil der Bewaffneten mit elektrischen Laternen
-versehen, aber diese sollten erst in Funktion gesetzt werden, wenn es
-nötig wurde.
-
-Noch war alles still, aber mit einem Male faßte der Prinz den Arm des
-Herrschers. Man vernahm verworrene Geräusche unter der Erde. Man hörte
-Schreie, dann etwas wie einen dumpfen Knall, der sich mehrmals
-wiederholte. Jetzt wurde das Geräusch deutlicher, und mit einem Male
-klang es vom Pavillon her. Dort wurde es lebendig. Man hörte ein Knicken
-und Knacken in den Gebüschen und es schien dem Herrscher, als ob dunkle
-Gestalten zum Vorschein kämen. Unmittelbar darauf wurde es hell.
-
-Die Lichtstrahlen glichen der grellen Beleuchtung eines Scheinwerfers
-und irrten nach allen Richtungen in die Runde. Dieser Lichtschein
-beleuchtete bewaffnete Männer, die in großer Hast durch die Büsche
-rannten.
-
-»Haltet sie fest,« schallte plötzlich eine mächtige Stimme, die dem
-Herrscher sofort bekannt schien. »Laßt keinen entrinnen. Sie haben Böses
-im Sinne. Haltet sie fest und wenn sie Widerstand leisten, so macht sie
-nieder.«
-
-In diesem Augenblick wurde es überall hell. Die Leibgarden des
-Herrschers setzten ihre elektrischen Leuchten in Funktion und stürzten
-den bewaffneten Männern entgegen. Bei der Leibwache befand sich aber
-auch der Polizeichef, den der Prinz im Schlosse zurückbehalten.
-
-»Das sind ja langgesuchte Verbrecher,« rief er den Soldaten zu.
-»Gefährliche Schurken, die plötzlich spurlos verschwanden und schon seit
-längerer Zeit gesucht werden.«
-
-Die Leibgarden stürzten sich auf die bewaffneten Verbrecher, die sich
-jetzt, als sie sich umringt sahen, verzweifelt zur Wehr setzten. Sie
-hatten offenbar nichts zu verlieren und kannten das Los, das ihrer
-wartete. Es war umsonst, denn die Soldaten machten kurzen Prozeß und
-wendeten ihre Waffen ohne Rücksicht an. Man hörte die Hiebe der blanken
-Waffen, das Knattern von Schüssen. Das Gefecht setzte sich durch die
-Gänge des Schloßparkes fort, aber von den Männern, die da so plötzlich
-aus den Gebüschen hervorstürzten, entkam keiner, sie wurden alle
-erreicht und nach wütendem Widerstand zusammengehauen oder
-zusammengeschossen.
-
-Der Prinz und der Polizeichef stellten sich schützend vor den Herrscher,
-damit ihn nicht etwa eine verirrte Kugel erreichte, während der mächtige
-Mann, der großen, persönlichen Mut besaß, durchaus an dem Abenteuer
-teilnehmen wollte.
-
-Da schallte die sonore Stimme, die man vorhin vernommen, von neuem. »So,
-ich denke, den Schurken ist das Handwerk gelegt. Aber den Anstifter des
-Frevels, den habe ich gepackt. Hier ist er. Die Leute sollen nicht auf
-ihn schießen. Ich bin's, den man erwartet hat, und ich denke, gute
-Botschaft zu bringen.«
-
-»Der Mann mit der Maske,« stieß der Herrscher hervor. »Wahrhaftig, er
-ist es.«
-
-Der Herrscher, der Prinz und der Polizeichef sahen jetzt seltsame Dinge.
-Wieder teilten sich die Gebüsche in der Nähe des Pavillons, aber diesmal
-erschienen bewaffnete Inder, welche die helleuchtenden Laternen trugen,
-deren gewaltiges Licht schon vorhin das Staunen der Lauscher erregt
-hatte. Die Männer stellten sich auf dem freien Platz auf, so daß die
-Laternen denselben hell beleuchteten. Wieder teilten sich die Gebüsche,
-abermals kamen Bewaffnete zum Vorschein, die zwei gefesselte Männer mit
-sich schleppten. Der eine von ihnen war ein riesengroßer Inder, den man
-wie ein Bündel zusammengeschnürt hatte. Der zweite schien erst vor
-wenigen Augenblicken gebunden zu sein.
-
-Der Herrscher stieß einen Ruf höchster Ueberraschung aus. »Das ist ja
-der Baron von ...-..« rief er.
-
-In diesem Augenblick trat wieder eine Gestalt in den Lichtkreis der
-elektrischen Laternen. Diesmal war es Kapitän Mors.
-
-»Ja, das ist der Mann, der so viel Unheil angerichtet hat,« sprach er.
-»Es ist der gelehrte Edelmann, der sich mit Astronomie beschäftigt,
-derselbe, welcher die Prinzessin begehrte. Er war es, der die
-Entdeckung, daß ein Zusammenstoß der Erde mit dem Kometen droht, unter
-das Volk brachte. Er war es, der das Volk aufhetzte und sich durch eine
-Empörung zu rächen gedachte. Und als er nun bemerkte, daß die Empörung
-Dank der treubleibenden Truppen gedämpft wurde, da griff er zum letzten
-Mittel, um Rache zu nehmen. Seine reichen Mittel erlaubten es, eine
-Schar von Banditen und Mördern anzuwerben, die er den Händen der
-Gerechtigkeit entzog. Sie sollten in dieser Nacht in das Schloß
-einbrechen, sie sollten den Herrscher des Landes töten. Damit hätte
-dieser Unhold seine Rache genommen.«
-
-»Woher wissen Sie denn das, Kapitän Mors?« rief der Fürst in höchstem
-Staunen. »Sind Sie denn allwissend?«
-
-»Allwissend ist nur der, der die Welten erschaffen,« lautete die Antwort
-des Luftpiraten. »Ich verdanke die Kunde von diesem Anschlag meist
-glücklichen Zufällen. Dieser Mann hier« -- er deutete auf den
-gefesselten Inder -- »war ebenfalls von dem Baron gewonnen. Als dieser
-seine Entdeckung des nahenden Kometen machte, ahnte er schon, daß ich
-alles aufbieten würde, um eine Panik zu verhindern. Der Baron, welcher
-öfters Reisen nach Indien unternahm, gewann diesen Menschen durch große
-Versprechungen, und es schien anfangs, als ob sein Anschlag, der zuerst
-gegen mich gerichtet war, glücken würde. Dieser Inder wurde von mir mit
-anderen Gebirgsbewohnern angeworben und er schwur Treue. In Wirklichkeit
-brachte er schon die Höllenmaschine mit, die mein Weltenfahrzeug
-vernichten sollte. Und als dieser Mensch, der alles aufs schärfste
-beobachtete, erfuhr, daß ich die Reise nach dem nahenden Kometen
-antreten wollte, vollführte er den Auftrag, den er von dem Baron
-erhalten. Es sind zwei Kometen da oben im Weltenall. Und als ich auf dem
-einen landete, wurde mein Fahrzeug fast vernichtet. Erst im letzten
-Moment gelang es mir, dasselbe auszubessern und zu flüchten, gerade, als
-die beiden Kometen wieder zusammenstießen.«
-
-»Wie,« rief der Herrscher in höchstem Staunen. »Sie, Kapitän Mors, haben
-diese unheimliche Welt betreten?«
-
-»Ja, und ich bringe gute Botschaft. Der Zusammenstoß der Erde mit den
-beiden Kometen hätte unwiderruflich stattgefunden. Aber glücklicherweise
-hat der Zusammenstoß dieser beiden Weltenkörper die Gefahr von der Erde
-abgewendet. Der Zusammenstoß ist furchtbar gewesen und er genügte, um
-den Kometen, der jetzt wieder aus einer Masse besteht, aus seiner Bahn
-zu schleudern. Wenn die Wolkenmassen schwinden, wird man auf Erden
-sehen, daß der Erdball noch einmal gerettet ist. Der Komet eilt bereits
-mit rasender Schnelligkeit zur Sonne.«
-
-Mors hatte bei den letzten Worten nach oben gedeutet. Da geschah
-Seltsames. Plötzlich erhob sich ein Sturm, die Wolkenmassen, die bis
-dahin unbeweglich über der Erde gelastet, begannen sich zu bewegen. Sie
-schienen sich zu zerteilen, schon sah man hier und dort Sterne
-hindurchschimmern.
-
-»Der Komet!« rief der Herrscher plötzlich.
-
-»Ja, er ist es,« erwiderte Mors. »Aber jedermann wird sehen, daß sich
-das Gestirn von der Erde abwendet. Jetzt eilt es nach der Sonne hinüber
-und von dort wird es wieder in das Unendliche hineinsausen. Alle mögen
-es hören, die Erde ist vom Verderben gerettet.«
-
-Die Leibgarden hatten diese Worte vernommen und brachen in Jubelrufe
-aus. Der Polizeichef aber trat auf Mors zu, den er mit sichtlicher
-Bewunderung betrachtete.
-
-»Und wie gelangten diese Banditen in den Park?« fragte er.
-
-»Durch einen alten unterirdischen Gang,« erwiderte Mors. »Hier, der
-Inder, verriet mir manches, was seinen Auftraggeber, den Baron,
-anbetraf. Es gelang mir, diesen Unhold bei seinem Zusammentreffen mit
-den angeworbenen Banditen zu belauschen. Er hat diesen Gang schon öfters
-benutzt. In dieser Nacht sollte der Anschlag auf den Herrscher
-ausgeführt werden.«
-
-»Das war die schattenhafte Gestalt, die man im alten Schloß bemerkt
-hat,« rief der Prinz überrascht.
-
-Der Rachsüchtige sah alles verloren.
-
-»Kapitän Mors,« rief der Herrscher, »wie soll ich Ihnen danken? Sie
-haben alles, alles gerettet. Ich verdanke Ihnen mein Leben!«
-
-»Ich selbst begehre nichts,« erwiderte der Luftpirat. »Aber wenn die
-Mächtigen der Erde den Armen eine große Summe geben wollen, wenn sie die
-durch das Unheil entstandene Not lindern wollen, so bin ich's
-zufrieden.«
-
-»Das soll geschehen,« rief der Herrscher.
-
-»Das genügt mir,« erwiderte Mors. »Ich habe die Genugtuung, daß ich die
-Welt von dem Alpdruck, der auf ihr lastete, befreite.«
-
-»Und der Baron?« fragte der Prinz unwillkürlich.
-
-»Den nehme ich mit mir,« erwiderte Mors finster. »Der hat mir nach dem
-Leben getrachtet. Ganz so, wie sein verräterischer Gefährte, der Inder.«
-
-Der gelehrte Edelmann erbleichte. »Gnade!« rief er dem Herrscher zu.
-»Ich will nicht in der Gewalt des Maskierten bleiben. Man soll mich hier
-ins Gefängnis setzen!«
-
-Mors sah mit seinen feurigen Augen auf den Herrscher und den Prinzen.
-
-Sie reichten ihm die Hände. Er drückte sie. Dann winkte er seinen
-Indern. Im Nu faßten diese die beiden Gefangenen und schleppten sie nach
-dem geheimen Gang, der sich irgendwo in den Gebüschen befinden mußte.
-
-»Den Gang versperre ich für immer,« tönte die Stimme des Luftpiraten.
-
-Seine hohe, stolze Gestalt verschwand im Gebüsch, dann hörte man ein
-dumpfes Dröhnen wie von einer schweren Falltür. Und als der Prinz in das
-Gebüsch eilte, sah er nichts von dem seltsamen Mann, der auf dem Kometen
-gewesen. Kapitän Mors war mit seinen beiden Gefangenen spurlos
-verschwunden.
-
-
-
-
-Anmerkungen zur Transkription
-
-
-Dieser Text wurde nach einem Nachdruck-Auswahlband transkribiert: Heinz
-J. Galle (Hrsg.): Der Luftpirat und sein lenkbares Luftschiff. Dieter
-von Reeken, Lüneburg, 2005, S. 233-267. Moderne Zusätze und Anmerkungen
-wurden nicht übernommen. Die Originalausgaben hatten auch farbige
-Rücktitel. Diese sind in dieser Ausgabe nicht enthalten, obwohl sich
-im Text ein entsprechender Hinweis findet. Der entsprechende Rücktitel
-mit dem Plan des Weltenfahrzeuges findet sich in Band 42.
-
-Die Schreibweise der Buchvorlage wurde weitgehend beibehalten. Auch
-Variationen in der Schreibweise von Namen wurden nicht verändert.
-Lediglich offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert.
-
-
-
-
-
-End of the Project Gutenberg EBook of Der Luftpirat und sein lenkbares
-Luftschiff 66: Das Weltenfahrzeug zwischen den Riesen-Kometen, by Anonymous
-
-*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER LUFTPIRAT UND SEIN ***
-
-***** This file should be named 56069-8.txt or 56069-8.zip *****
-This and all associated files of various formats will be found in:
- http://www.gutenberg.org/5/6/0/6/56069/
-
-Produced by Jens Sadowski, Norbert H. Langkau, and the
-Online Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net
-
-Updated editions will replace the previous one--the old editions will
-be renamed.
-
-Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright
-law means that no one owns a United States copyright in these works,
-so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United
-States without permission and without paying copyright
-royalties. Special rules, set forth in the General Terms of Use part
-of this license, apply to copying and distributing Project
-Gutenberg-tm electronic works to protect the PROJECT GUTENBERG-tm
-concept and trademark. Project Gutenberg is a registered trademark,
-and may not be used if you charge for the eBooks, unless you receive
-specific permission. If you do not charge anything for copies of this
-eBook, complying with the rules is very easy. You may use this eBook
-for nearly any purpose such as creation of derivative works, reports,
-performances and research. They may be modified and printed and given
-away--you may do practically ANYTHING in the United States with eBooks
-not protected by U.S. copyright law. Redistribution is subject to the
-trademark license, especially commercial redistribution.
-
-START: FULL LICENSE
-
-THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE
-PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK
-
-To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free
-distribution of electronic works, by using or distributing this work
-(or any other work associated in any way with the phrase "Project
-Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full
-Project Gutenberg-tm License available with this file or online at
-www.gutenberg.org/license.
-
-Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project
-Gutenberg-tm electronic works
-
-1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm
-electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to
-and accept all the terms of this license and intellectual property
-(trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all
-the terms of this agreement, you must cease using and return or
-destroy all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your
-possession. If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a
-Project Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound
-by the terms of this agreement, you may obtain a refund from the
-person or entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph
-1.E.8.
-
-1.B. "Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be
-used on or associated in any way with an electronic work by people who
-agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few
-things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works
-even without complying with the full terms of this agreement. See
-paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project
-Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this
-agreement and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm
-electronic works. See paragraph 1.E below.
-
-1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the
-Foundation" or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection
-of Project Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual
-works in the collection are in the public domain in the United
-States. If an individual work is unprotected by copyright law in the
-United States and you are located in the United States, we do not
-claim a right to prevent you from copying, distributing, performing,
-displaying or creating derivative works based on the work as long as
-all references to Project Gutenberg are removed. Of course, we hope
-that you will support the Project Gutenberg-tm mission of promoting
-free access to electronic works by freely sharing Project Gutenberg-tm
-works in compliance with the terms of this agreement for keeping the
-Project Gutenberg-tm name associated with the work. You can easily
-comply with the terms of this agreement by keeping this work in the
-same format with its attached full Project Gutenberg-tm License when
-you share it without charge with others.
-
-1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern
-what you can do with this work. Copyright laws in most countries are
-in a constant state of change. If you are outside the United States,
-check the laws of your country in addition to the terms of this
-agreement before downloading, copying, displaying, performing,
-distributing or creating derivative works based on this work or any
-other Project Gutenberg-tm work. The Foundation makes no
-representations concerning the copyright status of any work in any
-country outside the United States.
-
-1.E. Unless you have removed all references to Project Gutenberg:
-
-1.E.1. The following sentence, with active links to, or other
-immediate access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear
-prominently whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work
-on which the phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the
-phrase "Project Gutenberg" is associated) is accessed, displayed,
-performed, viewed, copied or distributed:
-
- This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and
- most other parts of the world at no cost and with almost no
- restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it
- under the terms of the Project Gutenberg License included with this
- eBook or online at www.gutenberg.org. If you are not located in the
- United States, you'll have to check the laws of the country where you
- are located before using this ebook.
-
-1.E.2. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is
-derived from texts not protected by U.S. copyright law (does not
-contain a notice indicating that it is posted with permission of the
-copyright holder), the work can be copied and distributed to anyone in
-the United States without paying any fees or charges. If you are
-redistributing or providing access to a work with the phrase "Project
-Gutenberg" associated with or appearing on the work, you must comply
-either with the requirements of paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 or
-obtain permission for the use of the work and the Project Gutenberg-tm
-trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or 1.E.9.
-
-1.E.3. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted
-with the permission of the copyright holder, your use and distribution
-must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any
-additional terms imposed by the copyright holder. Additional terms
-will be linked to the Project Gutenberg-tm License for all works
-posted with the permission of the copyright holder found at the
-beginning of this work.
-
-1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm
-License terms from this work, or any files containing a part of this
-work or any other work associated with Project Gutenberg-tm.
-
-1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this
-electronic work, or any part of this electronic work, without
-prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with
-active links or immediate access to the full terms of the Project
-Gutenberg-tm License.
-
-1.E.6. You may convert to and distribute this work in any binary,
-compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including
-any word processing or hypertext form. However, if you provide access
-to or distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format
-other than "Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official
-version posted on the official Project Gutenberg-tm web site
-(www.gutenberg.org), you must, at no additional cost, fee or expense
-to the user, provide a copy, a means of exporting a copy, or a means
-of obtaining a copy upon request, of the work in its original "Plain
-Vanilla ASCII" or other form. Any alternate format must include the
-full Project Gutenberg-tm License as specified in paragraph 1.E.1.
-
-1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying,
-performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works
-unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9.
-
-1.E.8. You may charge a reasonable fee for copies of or providing
-access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works
-provided that
-
-* You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from
- the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method
- you already use to calculate your applicable taxes. The fee is owed
- to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he has
- agreed to donate royalties under this paragraph to the Project
- Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments must be paid
- within 60 days following each date on which you prepare (or are
- legally required to prepare) your periodic tax returns. Royalty
- payments should be clearly marked as such and sent to the Project
- Gutenberg Literary Archive Foundation at the address specified in
- Section 4, "Information about donations to the Project Gutenberg
- Literary Archive Foundation."
-
-* You provide a full refund of any money paid by a user who notifies
- you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he
- does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm
- License. You must require such a user to return or destroy all
- copies of the works possessed in a physical medium and discontinue
- all use of and all access to other copies of Project Gutenberg-tm
- works.
-
-* You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of
- any money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the
- electronic work is discovered and reported to you within 90 days of
- receipt of the work.
-
-* You comply with all other terms of this agreement for free
- distribution of Project Gutenberg-tm works.
-
-1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project
-Gutenberg-tm electronic work or group of works on different terms than
-are set forth in this agreement, you must obtain permission in writing
-from both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and The
-Project Gutenberg Trademark LLC, the owner of the Project Gutenberg-tm
-trademark. Contact the Foundation as set forth in Section 3 below.
-
-1.F.
-
-1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable
-effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread
-works not protected by U.S. copyright law in creating the Project
-Gutenberg-tm collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm
-electronic works, and the medium on which they may be stored, may
-contain "Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate
-or corrupt data, transcription errors, a copyright or other
-intellectual property infringement, a defective or damaged disk or
-other medium, a computer virus, or computer codes that damage or
-cannot be read by your equipment.
-
-1.F.2. LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right
-of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project
-Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project
-Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project
-Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all
-liability to you for damages, costs and expenses, including legal
-fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT
-LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE
-PROVIDED IN PARAGRAPH 1.F.3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE
-TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE
-LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR
-INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH
-DAMAGE.
-
-1.F.3. LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a
-defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can
-receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a
-written explanation to the person you received the work from. If you
-received the work on a physical medium, you must return the medium
-with your written explanation. The person or entity that provided you
-with the defective work may elect to provide a replacement copy in
-lieu of a refund. If you received the work electronically, the person
-or entity providing it to you may choose to give you a second
-opportunity to receive the work electronically in lieu of a refund. If
-the second copy is also defective, you may demand a refund in writing
-without further opportunities to fix the problem.
-
-1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth
-in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS', WITH NO
-OTHER WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT
-LIMITED TO WARRANTIES OF MERCHANTABILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.
-
-1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied
-warranties or the exclusion or limitation of certain types of
-damages. If any disclaimer or limitation set forth in this agreement
-violates the law of the state applicable to this agreement, the
-agreement shall be interpreted to make the maximum disclaimer or
-limitation permitted by the applicable state law. The invalidity or
-unenforceability of any provision of this agreement shall not void the
-remaining provisions.
-
-1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the
-trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone
-providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in
-accordance with this agreement, and any volunteers associated with the
-production, promotion and distribution of Project Gutenberg-tm
-electronic works, harmless from all liability, costs and expenses,
-including legal fees, that arise directly or indirectly from any of
-the following which you do or cause to occur: (a) distribution of this
-or any Project Gutenberg-tm work, (b) alteration, modification, or
-additions or deletions to any Project Gutenberg-tm work, and (c) any
-Defect you cause.
-
-Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm
-
-Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
-electronic works in formats readable by the widest variety of
-computers including obsolete, old, middle-aged and new computers. It
-exists because of the efforts of hundreds of volunteers and donations
-from people in all walks of life.
-
-Volunteers and financial support to provide volunteers with the
-assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
-goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
-remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
-Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
-and permanent future for Project Gutenberg-tm and future
-generations. To learn more about the Project Gutenberg Literary
-Archive Foundation and how your efforts and donations can help, see
-Sections 3 and 4 and the Foundation information page at
-www.gutenberg.org
-
-
-
-Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
-
-The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
-501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
-state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
-Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
-number is 64-6221541. Contributions to the Project Gutenberg Literary
-Archive Foundation are tax deductible to the full extent permitted by
-U.S. federal laws and your state's laws.
-
-The Foundation's principal office is in Fairbanks, Alaska, with the
-mailing address: PO Box 750175, Fairbanks, AK 99775, but its
-volunteers and employees are scattered throughout numerous
-locations. Its business office is located at 809 North 1500 West, Salt
-Lake City, UT 84116, (801) 596-1887. Email contact links and up to
-date contact information can be found at the Foundation's web site and
-official page at www.gutenberg.org/contact
-
-For additional contact information:
-
- Dr. Gregory B. Newby
- Chief Executive and Director
- gbnewby@pglaf.org
-
-Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
-Literary Archive Foundation
-
-Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
-spread public support and donations to carry out its mission of
-increasing the number of public domain and licensed works that can be
-freely distributed in machine readable form accessible by the widest
-array of equipment including outdated equipment. Many small donations
-($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
-status with the IRS.
-
-The Foundation is committed to complying with the laws regulating
-charities and charitable donations in all 50 states of the United
-States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
-considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
-with these requirements. We do not solicit donations in locations
-where we have not received written confirmation of compliance. To SEND
-DONATIONS or determine the status of compliance for any particular
-state visit www.gutenberg.org/donate
-
-While we cannot and do not solicit contributions from states where we
-have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
-against accepting unsolicited donations from donors in such states who
-approach us with offers to donate.
-
-International donations are gratefully accepted, but we cannot make
-any statements concerning tax treatment of donations received from
-outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
-
-Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
-methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
-ways including checks, online payments and credit card donations. To
-donate, please visit: www.gutenberg.org/donate
-
-Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic works.
-
-Professor Michael S. Hart was the originator of the Project
-Gutenberg-tm concept of a library of electronic works that could be
-freely shared with anyone. For forty years, he produced and
-distributed Project Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of
-volunteer support.
-
-Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
-editions, all of which are confirmed as not protected by copyright in
-the U.S. unless a copyright notice is included. Thus, we do not
-necessarily keep eBooks in compliance with any particular paper
-edition.
-
-Most people start at our Web site which has the main PG search
-facility: www.gutenberg.org
-
-This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
-including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
-Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
-subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.
-
diff --git a/old/56069-8.zip b/old/56069-8.zip
deleted file mode 100644
index d4752e5..0000000
--- a/old/56069-8.zip
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/56069-h.zip b/old/56069-h.zip
deleted file mode 100644
index 6f6b150..0000000
--- a/old/56069-h.zip
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/56069-h/56069-h.htm b/old/56069-h/56069-h.htm
deleted file mode 100644
index 8842633..0000000
--- a/old/56069-h/56069-h.htm
+++ /dev/null
@@ -1,3123 +0,0 @@
-<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Strict//EN"
-"http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-strict.dtd">
-<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml" lang="de" xml:lang="de">
-<head>
-<meta http-equiv="Content-Type" content="text/html;charset=iso-8859-1" />
-<title>The Project Gutenberg eBook of Der Luftpirat und sein lenkbares Luftschiff 66: Das Weltenfahrzeug zwischen den Riesen-Kometen</title>
- <link rel="coverpage" href="images/cover-page.jpg" />
- <!-- TITLE="Der Luftpirat und sein lenkbares Luftschiff 66: Das Weltenfahrzeug zwischen den Riesen-Kometen" -->
- <!-- AUTHOR="Anonymous" -->
- <!-- LANGUAGE="de" -->
- <!-- PUBLISHER="Druck- und Verlags-Gesellschaft, Berlin" -->
- <!-- COVER="images/cover-page.jpg" -->
-
-<style type='text/css'>
-
-body { margin-left:15%; margin-right:15%; }
-
-div.frontmatter { page-break-before:always;
- max-width:500px; margin-left:auto; margin-right:auto; }
-.ser { text-indent:0; text-align:center; font-size:2em; font-weight:bold; }
-.ser .line2{ display:none; }
-.vol { text-indent:0; text-align:center; font-size:0.7em; }
-.pub { text-indent:0; text-align:center; margin-top:5em; margin-bottom:5em; }
-h1.title { text-indent:0; text-align:center; font-size:1em; }
-p.cap { text-indent:0; text-align:center; font-size:0.8em; }
-
-p.tit { text-indent:0; text-align:center; margin-top:2em; font-size:1.5em;
- font-weight:bold; page-break-before:always; }
-h2.chapter { text-indent:0; text-align:center; margin-top:2em; margin-bottom:1em; }
-h2.chapter .firstline { font-size: 0.8em; font-weight:normal; }
-
-p { margin:0; text-align:justify; text-indent:1em; }
-p.first { text-indent:0; }
-p.noindent { text-indent:0; }
-
-.tb { margin:1em; }
-
-span.bolder { font-weight:bold; font-size:1.1em; }
-
-.underline { text-decoration: underline; }
-.hidden { display:none; }
-
-a:link { text-decoration: none; color: rgb(10%,30%,60%); }
-a:visited { text-decoration: none; color: rgb(10%,30%,60%); }
-a:hover { text-decoration: underline; }
-a:active { text-decoration: underline; }
-
-/* Transcriber's note */
-.trnote { font-size:0.8em; line-height:1.2em; background-color: #ccc;
- color: #000; border: black 1px dotted; margin: 2em; padding: 1em;
- page-break-before:always; margin-top:3em; }
-.trnote p { text-indent:0; margin-bottom:1em; }
-.trnote ul { margin-left: 0; padding-left: 0; }
-.trnote li { text-align: left; margin-bottom: 0.5em; margin-left: 1em; }
-.trnote ul li { list-style-type: square; }
-
-.centerpic { text-align:center; text-indent:0; display:block; }
-
-@media handheld {
- body { margin-left:0; margin-right:0; }
- div.frontmatter { max-width:inherit; }
-}
-
-</style>
-</head>
-
-<body>
-
-
-<pre>
-
-The Project Gutenberg EBook of Der Luftpirat und sein lenkbares Luftschiff
-66: Das Weltenfahrzeug zwischen den Riesen-Kometen, by Anonymous
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and most
-other parts of the world at no cost and with almost no restrictions
-whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms of
-the Project Gutenberg License included with this eBook or online at
-www.gutenberg.org. If you are not located in the United States, you'll have
-to check the laws of the country where you are located before using this ebook.
-
-Title: Der Luftpirat und sein lenkbares Luftschiff 66: Das Weltenfahrzeug zwischen den Riesen-Kometen
-
-Author: Anonymous
-
-Release Date: November 28, 2017 [EBook #56069]
-
-Language: German
-
-Character set encoding: ISO-8859-1
-
-*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER LUFTPIRAT UND SEIN ***
-
-
-
-
-Produced by Jens Sadowski, Norbert H. Langkau, and the
-Online Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net
-
-
-
-
-
-
-</pre>
-
-
-<div class="frontmatter">
-<p class="vol">
-<span class="bolder">66. Band.</span> Jeder Band ist vollständig abgeschlossen. <span class="bolder">Preis 10 Pf.</span> (15 Heller.)
-</p>
-
-<p class="ser">
-<span class="line1"><span class="centerpic"><img src="images/banner.jpg" alt="dER lUFTpirat und sein lenkbares Luftschiff." /></span></span>
-<span class="line2">Der Luftpirat und sein lenkbares Luftschiff.</span>
-</p>
-
-<h1 class="title">
-Das Weltenfahrzeug zwischen den Riesen-Kometen.
-</h1>
-
-<div class="centerpic">
-<img src="images/pic066.jpg" alt="" />
-<p class="cap">
-&bdquo;Der Zusammenstoß erfolgt,&ldquo; schrieen die Inder.
-&bdquo;Der Komet wird unser Fahrzeug in Atome zermalmen.&ldquo;
-</p>
-
-</div>
-
-</div>
-
-<div class="frontmatter">
-<p class="pub">
-Druck- und Verlags-Gesellschaft<br />
-Berlin
-</p>
-
-</div>
-
-<p class="tit">
-Das Weltenfahrzeug zwischen den
-Riesen-Kometen.
-</p>
-
-<h2 class="chapter" id="chapter-0-1">
-<span class="firstline">1. Kapitel.</span><br />
-Der große Feuerstern.
-</h2>
-
-<p class="first">
-In der sonst so stillen Residenzstadt X. schien offener Aufruhr Platz
-gegriffen zu haben.
-</p>
-
-<p>
-Wüstes Geschrei tobte, hier und da sah man Feuer aus stattlichen
-Gebäuden emporlodern.
-</p>
-
-<p>
-Eine rasende Menge wälzte sich durch die Straßen und versuchte
-immer wieder nach dem Residenzschloß zu gelangen.
-</p>
-
-<p>
-Noch gehorchten die Soldaten den Befehlen der Offiziere, noch
-drängten sie die Menge zurück, von Zeit zu Zeit hörte man das eigentümliche
-scharfe Rasseln des Magazingewehrfeuers.
-</p>
-
-<p>
-Dann wich die tolle Volksmenge unter Verwünschungen zurück,
-rannte nach den Vorstädten, überall plündernd, Fenster und Türen zertrümmernd.
-</p>
-
-<p>
-Was war denn nur geschehen, daß das Volk meuterte, daß offene
-Rebellion und Aufruhr herrschte?
-</p>
-
-<p>
-Es war ein Naturereignis, welches drohend am Himmel stand, ein
-Gestirn, das stündlich an Größe zuzunehmen schien.
-</p>
-
-<p>
-Ein Komet war es, wie man auf der Erde noch keinen zweiten
-gesehen. Ein Schweifstern, der einer ungeheuren dahinschwebenden
-Feuermasse ähnelte.
-</p>
-
-<p>
-Als der Komet vor Wochen im Weltenraum auftauchte, war er von
-den Himmelskundigen bald gesehen, beobachtet, aber durchaus nicht
-gefürchtet.
-</p>
-
-<p>
-Wie ein Lauffeuer verbreitete sich nun die schreckliche Kunde, daß
-der Komet sich der Erde nahe und mit ihr zusammentreffen werde. Die
-feurige Gasmasse würde die Luft, welche den Erdball umgibt, verzehren
-und dadurch alles Leben vernichten. Zu gleicher Zeit würde auch ein
-schrecklicher Zusammenstoß des Kometen mit der Erde erfolgen.
-</p>
-
-<p>
-Als die Nachricht zuerst gehört wurde, lachte man darüber, aber
-das Lachen sollte bald verstummen.
-</p>
-
-<p>
-Der anfangs so unansehnliche Komet wuchs mit unbeschreiblicher
-Schnelligkeit, je näher er der Erde kam.
-</p>
-
-<p>
-Natürlich gab sich die Regierung die größte Mühe, den Schrecken
-zu bannen, aber vergeblich.
-</p>
-
-<p>
-Da half kein Verbot, kein strenger Befehl, daß die Zeitungen keine
-Berichte über das Fortschreiten des Kometen bringen durften. Umsonst
-konfiszierte man hier und dort die Blätter; es war unmöglich, die Katastrophe
-aufzuhalten.
-</p>
-
-<p>
-Das war der Grund des Aufruhrs, der in den Straßen tobte, man
-hörte es von den Leuten, die sich wie toll gebärdeten.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;In zwei Monaten ist alles vorbei,&ldquo; schrieen die Leute. &bdquo;Acht Wochen
-soll es ja noch dauern, dann ist es mit der Erde aus, dann müssen
-alle sterben. Aber so lange wollen wir noch das Leben genießen. Jetzt
-hat es ja keinen Zweck mehr, daß man Reichtümer aufstapelt. Alle
-Schatzkammern müssen geöffnet werden. Es gibt keine Gesetze mehr.
-Wir wollen leben und genießen, so lange das irdische Dasein noch dauert.
-Jedes Gesetz muß aufgehoben werden, jeder soll machen, was er will
-und keiner darf mehr sein wie der andere.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Wieder drängten die Massen gegen das mächtige Residenzschloß
-vor, welches, von dem großartigen Park umgeben, einer Insel in tobender
-Meeresbrandung glich.
-</p>
-
-<p>
-Und so wie hier war es meist auf der ganzen Erde. Allenthalben
-kamen Berichte von Volkstumulten, von Aufständen, von Anzeichen
-des drohenden Anarchismus, ein Drüber und Drunter, welches schrecklicher
-als die bevorstehende Vernichtung der Erde durch den Feuerstern
-zu werden drohte.
-</p>
-
-<p>
-Oben in den prunkvollen Zimmern des Residenzschlosses stand
-der Herrscher. Um ihn standen eine Anzahl Männer, die Minister, die
-Mitglieder der Regierung. Die meisten zeigten ratlose, geängstigte Gesichter.
-</p>
-
-<p>
-Nur der Herrscher, eine hohe, gebietende Gestalt, bewahrte die
-Fassung.
-</p>
-
-<p>
-Er brauchte nicht zu fragen, er brauchte nicht die Berichte der
-Militärgewalt zu vernehmen. Das dumpfe Brausen und Toben, welches
-durch die verhangenen Fenster drang, sagte genug und lüftete man die
-schweren Vorhänge, so sah man den Feuerschein brennender Häuser.
-</p>
-
-<p>
-Soeben war ein Ministerrat abgehalten worden.
-</p>
-
-<p>
-Hundert Vorschläge wurden gemacht, aber alle als unausführbar
-befunden. Sie scheiterten an der Wut der Volksmassen, die alles zu vernichten
-drohten.
-</p>
-
-<p>
-Die Minister und die sonstigen Spitzen der Regierung hatten
-schon seit Tagen und Nächten keine Ruhe gefunden. Eine Beratung war
-der anderen gefolgt, jetzt waren die Herren mit ihrer Weisheit zu Ende.
-</p>
-
-<p>
-Es schien, als ob ein bitteres Lächeln um die Lippen des Herrschers
-spielte, als er seine Räte und Vertrauten mit einer Handbewegung
-und einigen kurzen Worten verabschiedete.
-</p>
-
-<p>
-In wenigen Augenblicken war der Herrscher allein.
-</p>
-
-<p>
-Er blieb am Tische stehen und blätterte mechanisch in den Dokumenten.
-Dann trat er ans Fenster.
-</p>
-
-<p>
-Draußen knatterte wieder das Gewehrfeuer.
-</p>
-
-<p>
-Nur ungern hatte der Herrscher den Befehl erteilt, gegen das rasende
-Volk Gewalt zu gebrauchen. Es ging nicht anders, draußen begann
-man ja schon zu morden, zu rauben und zu plündern.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Die Sturmflut naht,&ldquo; murmelte der Herrscher. &bdquo;Bald wird sie alles
-überfluten. Schrecklich, entsetzlich, die Menge wartet nicht, bis die
-Katastrophe erfolgt, sie macht schon vorher die Erde zur Hölle. Und
-das alles, alles nur, weil sich der eine an mir rächen wollte. Dieser
-Mann, der einen solchen Ruf besitzt, der ihn bis zur gehässigsten Vergeltung
-anwendet. Und dieser Mann, der soviel Unglück angerichtet
-hat, der hütet sich, vor meine Augen zu kommen. Niemand weiß, wo er
-sich befindet, er schleudert seine giftigen Pfeile aus der Verborgenheit in
-die rasende Menge.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Der Herrscher hatte die letzten Worte unwillkürlich laut gesprochen.
-</p>
-
-<p>
-Plötzlich wendete er den Kopf, als ein Geräusch im Saal ertönte.
-Dort an der schweren Portiere, die zu den fürstlichen Gemächern führte,
-stand ein stattlicher junger Mann mit geistreichem und zu gleicher
-Zeit auch energischem Antlitz.
-</p>
-
-<p>
-Es war einer der Prinzen des Herrscherhauses, ein Mann, der sich
-in seinen Mußestunden aus Begeisterung mit der astronomischen Wissenschaft
-beschäftigte.
-</p>
-
-<p>
-Der Herrscher trat in sichtlicher Erregung auf den Prinzen zu.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Wie steht es?&ldquo; fragte er hastig. &bdquo;Ist der Aufenthalt des Gelehrten
-entdeckt worden?&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Der Prinz schüttelte den Kopf.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Es ist unmöglich,&ldquo; erwiderte er. &bdquo;Der Rachsüchtige hält sich verborgen.
-Zudem werden die Nachforschungen durch den Aufstand so
-erschwert, daß ich das Unternehmen schon von Anfang an als hoffnungslos
-betrachtete.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Der Herrscher stampfte mit dem Fuße auf den Boden, daß es
-dröhnte.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Wie kann dieser Mann das Unheil verantworten?&ldquo; rief er in
-höchster Empörung. &bdquo;Wie kann er nur solche entsetzliche Rache nehmen!
-Ich habe bereits Nachrichten erhalten, daß die Soldaten in ihrer
-Treue wankend werden. Nicht alle, aber doch ein großer Teil. Und
-wenn das geschieht, wenn auch diese letzte Stütze der Ordnung zusammenbricht,
-dann kommt es zu einer Katastrophe, so furchtbar, so entsetzlich,
-wie man es noch nie auf Erden erlebt. Dann sind die fürchterlichsten
-Revolutionen der Vergangenheit ein Kinderspiel gegen diese
-Schrecken.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Der Prinz neigte zustimmend das Haupt.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Und das schlimmste ist,&ldquo; erwiderte der, &bdquo;daß dieser rachsüchtige
-Gelehrte recht hat. Ich war gestern und heute in der Universität, auf
-den beiden Sternwarten. Ich habe alle Gelehrten auf Ehre und Gewissen
-befragt, gebeten, mir die volle Wahrheit zu sagen und die Berechnung
-nochmals durchzugehen. Ich hatte ja immer noch die Hoffnung, daß
-die Rache jenes Mannes der Grundlage entbehrte, daß er nur Schrecken
-und Aufruhr verbreiten wollte. Bis vor wenigen Stunden hegte ich noch
-Hoffnung.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Und dann?&ldquo; fragte der Herrscher.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Meine Hoffnung ist geschwunden,&ldquo; erwiderte der Prinz. &bdquo;Meine
-eigenen Beobachtungen geben mir die Gewißheit, daß das Schreckliche
-bevorsteht und das gleiche sagten auch die Gelehrten. Der Riesenkomet
-trifft mit der Erde zusammen und vernichtet alles Leben. Anfangs hoffte
-ich noch darauf, daß das nahende Ungeheuer durch andere Planeten in
-seinem verderblichen Lauf gestört werden könnte, aber auch diese Hoffnung
-ist dahin. Unsere Instrumente haben es bewiesen, die Planeten
-können den Vernichter nicht mehr aufhalten. Er saust mit großer Geschwindigkeit
-auf die Erde zu, er wird mit der Erde zusammentreffen.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Draußen tobte der Lärm, das Gebrüll der rasenden Volksmenge
-schallte herüber. Wieder knatterten Schüsse.
-</p>
-
-<p>
-Der Herrscher ging mit großen Schritten im Saale auf und ab.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Warum mußte ich das erleben?&ldquo; sprach er, sein ergrautes Haar
-flüchtig im Spiegel betrachtend. &bdquo;Warum konnte ich nicht in der Gruft
-meiner Vorfahren ruhen? Jetzt muß ich den doppelten Untergang der
-Erde mit ansehen. Es ist fürchterlich, es ist entsetzlich. Die Empörung
-droht nicht allein in unserem Lande, sondern auch in allen Kulturstaaten
-der Welt.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Plötzlich blieb der Herrscher stehen.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Du willst mir noch etwas sagen,&ldquo; sprach er zu dem Prinzen. &bdquo;Ich
-sehe es Dir an, Du hast noch etwas auf dem Herzen. Sprich, ist es etwas
-Wichtiges?&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Es ist allerdings etwas Wichtiges,&ldquo; lautete die Antwort. &bdquo;Aber ich
-bin überzeugt, daß der Vorschlag, den ich machen könnte, mit Entrüstung
-zurückgewiesen wird.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Wie &mdash; was?&ldquo; rief der Herrscher erregt. &bdquo;Zurückgewiesen? Ist es ein
-Vorschlag, der die Katastrophe verhindern könnte?&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Das kann ich nicht sagen,&ldquo; erwiderte der Prinz. &bdquo;Aber es würde
-der letzte Zweifel beseitigt werden. Ich habe ja immer noch eine ganz
-schwache Hoffnung, daß das Fürchterliche vermieden wird. Aber die
-Menge denkt nur an den drohenden Untergang der Erde, die Massen
-sind in Verzweiflung, sie wollen noch einmal ihr Dasein genießen.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Rede, rede,&ldquo; rief der Herrscher, dessen Stimme leise zitterte.
-&bdquo;Noch könnte ich mit der Militärmacht den Aufruhr einige Zeit niederhalten,
-und das wird auch in anderen Kulturstaaten gelingen. Sprich,
-sprich, was bedeuten Deine geheimnisvollen Worte?&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Darf ich reden, ohne daß ich in Ungnade falle?&ldquo; fragte der Prinz
-mit gedämpfter Stimme. &bdquo;Darf ich?&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Alles, alles,&ldquo; rief der Herrscher, &bdquo;was Du willst! Ich erlaube es Dir,
-ich gebiete es Dir sogar. Es ist sicherlich etwas Seltsames.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Allerdings,&ldquo; tönte es zurück. &bdquo;Es gibt noch einen Menschen auf
-der Welt, der uns über das letzte Geheimnis Aufschluß bringt, er vermag
-es. Und dieser Mann, der die Gewißheit bringt, der uns sagt, hier
-ist entweder Vernichtung oder Rettung, das ist der Luftpirat, Kapitän
-Mors, der Mann mit der Maske.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Es herrschte tiefes Schweigen im Saal. Man hörte nur die Atemzüge
-der beiden Männer.
-</p>
-
-<p>
-Der Herrscher hatte anfangs eine abwehrende Gebärde gemacht,
-aber gleich darauf ging er in tiefem Nachdenken umher. Seine Stirn war
-gefaltet, die Hände verkrampft, ein Kampf schien in der Seele des mächtigen
-Mannes zu toben.
-</p>
-
-<p>
-Plötzlich blieb er vor dem Prinzen stehen.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Du hast mir noch nicht alles gesagt,&ldquo; sprach er. &bdquo;Du bist bereits
-mit dem Luftpiraten in Verbindung getreten. Du hast ihn aufgefordert,
-Klarheit zu schaffen, nur um das Entsetzliche zu verhindern. Sage es
-mir, ich zürne Dir gewiß nicht. O nein, vielleicht muß ich Dir sogar
-recht geben.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Gut denn,&ldquo; erwiderte der Prinz, während draußen das Wutgeschrei
-der Menge wie Donnerbrausen ertönte. &bdquo;Ja, ich habe es gewagt.
-Allerdings war es nur ein Zufall, vielleicht ein glücklicher Zufall. In dem
-geheimnisvollen Schlupfwinkel des Luftpiraten befindet sich nämlich
-ein Astronom, ein treuer Begleiter des Maskierten, der ihn schon auf
-seinen wunderbaren Weltreisen begleitet hat. Dieser Gelehrte steht mit
-einem andern Gelehrten unserer Sternwarten in Verbindung. Es ist noch
-eine alte Freundschaft und die beiden verkehren miteinander. Allerdings
-selten und geheimnisvoll. Der Zufall hat mir dies Geheimnis enthüllt,
-ich habe den Gelehrten gebeten, dem Luftpiraten unsere furchtbare
-Lage zu schildern.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Und die Antwort ist schon da?&ldquo; rief der Herrscher. &bdquo;Nicht wahr?&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Das geistvolle Gesicht des Prinzen war totenbleich.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Ja, die Antwort ist hier,&ldquo; entgegnete er. &bdquo;Ich habe sie empfangen,
-ich habe es gewagt, auf die Gefahr der Ungnade, als letztes, verzweifeltes
-Mittel. Kapitän Mors der Luftpirat wird sich in dieser Nacht um zwölf
-Uhr an einer genau bezeichneten Stelle des großen Schloßparkes einfinden.&ldquo;
-</p>
-
-<h2 class="chapter" id="chapter-0-2">
-<span class="firstline">2. Kapitel.</span><br />
-Aus Rache.
-</h2>
-
-<p class="first">
-Der Herrscher stand wie ein Steinbild, aber das dauerte nur wenige Augenblicke.
-</p>
-
-<p>
-Er trat zu dem Prinzen und dieser fühlte, wie die Rechte seines
-mächtigen Verwandten eiskalt war.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Zu jeder anderen Zeit hätte ich eine Unterredung mit dem Luftpiraten
-zurückgewiesen,&ldquo; klang die Stimme des Herrschers. &bdquo;Aber jetzt
-will ich mit ihm sprechen. Ich zürne Dir nicht, nein, im Gegenteil, ich
-danke Dir. In der verzweifelten Lage, in der wir uns und alle anderen
-Kulturstaaten befinden, ist Kapitän Mors vielleicht die letzte Hoffnung.
-Gehe um zwölf Uhr nach dem Schloßpark hinunter, ich gehe mit. Niemand
-soll sonst dabei sein. Du verbietest den Dienern, daß sie uns folgen.
-Jetzt ist es zehn Uhr, hole mich ab, wenn die Zeit gekommen ist.
-Ich will dem Mann mit der Maske gegenübertreten.&ldquo;
-</p>
-
-<p class="tb">
-&nbsp;
-</p>
-
-<p class="noindent">
-Es war Mitternacht, aber es herrschte keine Ruhe.
-</p>
-
-<p>
-Das rasende Volk, welches die Branntweinschenken gestürmt, hatte
-einen nochmaligen Vorstoß gegen das Residenzschloß unternommen.
-Das Militär stand aber fest wie Mauern und die rasende und tobende
-Masse mußte, Tote und Verwundete mit sich schleppend, wieder zurückweichen.
-</p>
-
-<p>
-Jetzt grollte der Lärm in der Ferne, wie ein dumpfes Tosen, wie ein
-fernes Gewitter.
-</p>
-
-<p>
-Die Nacht war ziemlich klar und der große Komet stand drohend
-am Himmel.
-</p>
-
-<p>
-Durch den großen Schloßpark eilten zwei Männer in Mäntel gehüllt,
-der Herrscher und der Prinz, die sich zu dem verabredeten Stelldichein
-begaben.
-</p>
-
-<p>
-Nur einmal wurde gesprochen.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Wie kann nur der Luftpirat in den Park gelangen?&ldquo; fragte der
-Herrscher. &bdquo;Dieser ist ja von einer hohen, glatten Mauer und außerdem
-von einem tiefen Wassergraben umgeben.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Für diesen Mann gibt es kein Hindernis,&ldquo; erwiderte der Prinz. &bdquo;Er
-kommt und er wird zur Stelle sein.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Die Kirchturmuhren der Residenz verkündeten die zwölfte Stunde,
-als sich die beiden Männer einem kleinen tempelartigen Pavillon näherten.
-</p>
-
-<p>
-Ringsumher standen Bildsäulen, Marmorgruppen, Götter und
-Göttinnen, vom Mond gespenstisch beleuchtet.
-</p>
-
-<p>
-Hier war es fast unheimlich, der Nachtwind rauschte in den Bäumen
-und Büschen, ein Käuzchen ließ seine klägliche Stimme vernehmen.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Der Totenvogel,&ldquo; murmelte der Herrscher, der sonst gewiß nicht
-abergläubisch veranlagt war.
-</p>
-
-<p>
-Sonst war nichts zu sehen, die beiden Männer schienen sich allein
-am Pavillon zu befinden.
-</p>
-
-<p>
-Aber im Augenblick, wo der letzte Schlag der zwölften Stunde
-vom Turm der Hauptkirche herüberdrang, trat eine Männergestalt hinter
-dem Pavillon hervor.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Da bin ich,&ldquo; sprach eine sonore Stimme.
-</p>
-
-<p>
-Der Mond beleuchtete einen Mann, der einen einfachen braunen
-Mantel von militärischem Schnitt über den Schultern trug.
-</p>
-
-<p>
-Vorn war der Mantel geöffnet, so daß man eine dunkelblaue Uniform
-erblickte.
-</p>
-
-<p>
-Eine Mütze mit Goldtresse bedeckte den Kopf, während eine
-schwarze Halblarve das energische Gesicht fast verhüllte.
-</p>
-
-<p>
-Es war Mors, der Luftpirat, der Erbauer des lenkbaren Luftschiffes
-und des Weltenfahrzeuges.
-</p>
-
-<p>
-Der Herrscher schien noch einmal mit sich zu kämpfen. Dann
-aber trat er kurz entschlossen auf den geheimnisvollen Mann zu.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Die Unterhaltung braucht nicht lange zu dauern,&ldquo; tönte es von
-den Lippen des Maskierten. &bdquo;Die Vorgänge in der Welt sind mir nicht
-unbekannt, und ich weiß, was man von mir will. Ich soll endgültig Gewißheit
-bringen, ob der große Feuerstern da oben die Erde vernichten
-wird.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Wenn Sie das zustande bringen, Kapitän Mors,&ldquo; erwiderte der
-Herrscher, &bdquo;so können Sie möglicherweise unabsehbares Unheil verhindern.
-Sie können die letzten Zweifel lösen, tritt die Katastrophe ein oder
-nicht? In letzterem Falle haben Sie sich die ganze Welt zu Dank verpflichtet.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Dank begehre ich gar nicht,&ldquo; erwiderte der Luftpirat, &bdquo;ich tue das,
-was man von mir verlangt, und zwar der Menschheit zu Liebe. Auch ich
-hege noch Zweifel, ob der Riesenkomet die Erde treffen wird. Ich habe
-da eine Beobachtung gemacht oder richtiger gesagt, einer meiner Gefährten
-hat es getan, eine Beobachtung &mdash;&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Wie, was?&ldquo; rief der Herrscher. &bdquo;Läßt sich das Verderben vermeiden?&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Das kann ich nicht sagen,&ldquo; erwiderte Mors. &bdquo;Hier gibt es nur eine
-einzige Möglichkeit, Gewißheit zu schaffen. Ich werde mit meinem Weltenfahrzeug
-unter Anwendung der größten Schnelligkeit dem Kometen
-entgegenfahren. An Ort und Stelle will ich mir die Gewißheit verschaffen.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Aber das Schreckliche soll ja unabwendbar sein,&ldquo; meinte der
-Herrscher. &bdquo;Darin sind alle Gelehrten einig. Es ist nur ein Unglück, daß
-einer jener Gelehrten die Kunde zur Kenntnis der Massen gebracht hat.
-Das Geheimnis hätte verschwiegen bleiben sollen.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Deshalb bin ich ja hierher gekommen,&ldquo; erwiderte Mors. &bdquo;Sonst
-wäre ja die Zusammenkunft gar nicht nötig gewesen. Soviel ich gehört
-habe, stammt dieser Astronom aus einer sehr vornehmen Familie dieses
-Landes. Er führt einen stolzen Namen. Weshalb hat dieser Aristokrat
-die Massen aufgehetzt? Warum?&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Ja, es ist ein Baron,&ldquo; erwiderte der Herrscher. &bdquo;In der alten Edelmannsfamilie,
-der er entstammt, herrscht die Sitte, daß der älteste Sohn
-die großartige Herrschaft übernimmt. Das ist nun nichts Ungewöhnliches,
-aber doch scheint dieser Mann dadurch verbittert zu sein. Er besaß
-Vermögen und besitzt es auch noch. Er war ehrgeizig und obwohl
-ein ausgezeichneter Gelehrter, strebte er doch nach den höchsten Zielen.
-Sein Ehrgeiz kannte keine Grenzen, und so suchte er eine Prinzessin
-des Herrscherhauses als Gattin zu gewinnen. Er, ein schöner Mann,
-der eine Art dämonischen Einfluß besitzt, wäre fast an sein Ziel gelangt.
-Schon war er nahe daran, das Herz einer blutjungen Prinzessin zu gewinnen,
-als ich, noch rechtzeitig gewarnt, dazwischen trat und dem
-Ehrgeizigen den Besuch des Hofes untersagte. Da kannte sein Zorn
-keine Grenzen, denn dieser Baron ist rachsüchtig. Vorerst blieb ihm
-nichts anderes übrig, als sich in sein Schicksal zu ergeben, aber als der
-große Feuerstern erschien, als er durch seine Beobachtungen erfuhr, daß
-der Komet mit der Erde zusammentreffen würde, da ließ er seiner Rache
-freien Lauf. Anstatt das Geheimnis zu wahren, brachte er es zur Kenntnis
-der Massen und zog sich zu gleicher Zeit in ein unauffindbares Versteck
-zurück. Seine Rache ist gelungen. Der Aufruhr tobt in den Straßen.
-Opfer sind schon gefallen, und wenn es so weiter geht, wird der
-Komet, wenn er mit der Erde zusammentrifft, nur noch einen Teil der
-Menschheit zu vernichten haben. Die Rache dieses Mannes verwandelt
-die Erde in die Hölle. Die furchtbarste Revolution steht vor der Tür.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Das wollte ich wissen,&ldquo; erwiderte Mors, &bdquo;das genügt mir. In kürzester
-Zeit befinde ich mich auf der Fahrt im Weltenraum, auf der Fahrt
-zum nahenden Kometen. Unterdessen muß alles getan werden, damit
-sich das Volk beruhigt. Kein Mittel darf gescheut werden, um die Massen
-glauben zu machen, daß das Verderben noch einmal an der Erde
-vorübergehen wird. Mit äußerster Strenge muß man die Empörung
-niederhalten, bis ich zurückkehre. Ist das Verderben unvermeidlich, nun
-gut, dann wird es sich ja zeigen, ob in den letzten Tagen der Erde die
-sinnlose Zerstörung Triumphe feiert. Bringe ich aber die Botschaft, daß
-die Katastrophe vermieden wird, so wird wieder Ruhe eintreten, und
-dann mag jener Mann, der soviel Unglück angerichtet hat, seine Strafe
-empfangen. Jetzt ist diese Unterredung zu Ende.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Nein, noch nicht,&ldquo; rief der Herrscher, auf den die Erscheinung
-des maskierten Mannes gewaltigen Eindruck gemacht hatte. &bdquo;Noch
-nicht. Kapitän Mors, wenn es Ihnen gelingen sollte, Klarheit über das
-Bevorstehende zu schaffen, wenn Sie durch Ihr heldenmütiges Wagnis,
-ja so muß ich es nennen, die Kunde bringen, daß der Tod an uns vorübergeht,
-so können Sie alles fordern, was Sie wollen, jede Belohnung
-und sei es auch die riesigste Summe.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Nicht einen Heller,&ldquo; erwiderte der Luftpirat. &bdquo;Auch nicht ein
-Dankeswort begehre ich. Was ich tue, geschieht im Interesse der
-Menschheit. Wohl habe ich mich gewissermaßen von der Menschheit
-zurückgezogen, aber ich hasse sie nicht. Ich will das arme Volk beschützen
-und sein Los zu erleichtern suchen. Bringe ich die Kunde, daß die
-Erde gerettet wird, nun wohl, so mögen die Regierungen der Kulturstaaten
-eine ungeheure Summe unter die Armen verteilen. Das wäre für
-mich die größte Belohnung.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Der Herrscher war von diesem Edelsinn hingerissen. Er reichte
-Kapitän Mors die Rechte.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Ich bin ja der Luftpirat,&ldquo; erwiderte der Maskierte bitter.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Nein, Sie sind ein edler Mann,&ldquo; rief der Herrscher, indem er die
-Rechte des Maskierten faßte. &bdquo;Früher habe ich Uebles von Ihnen geglaubt,
-aber diese kurze Unterredung hat mich überzeugt, daß Sie ein
-Mann sind, den man verleumdete. Kapitän Mors, wer Sie auch sein
-mögen, vergessen Sie nicht, daß Sie in diesem Lande, wenn das Unglück
-an der Erde vorübergeht, einen Mann finden, der Sie immer aufnehmen
-wird, komme, was da wolle.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Ein Händedruck folgte, der Luftpirat trat rasch zurück, er winkte
-dem Herrscher und dem Prinzen zu.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Ich bringe die Botschaft,&ldquo; rief er, &bdquo;ich fahre zum Kometen.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Im nächsten Augenblick verschwand die stolze Gestalt des Mannes
-im Gebüsch, während der Herrscher und der Prinz den Rückweg antraten.
-</p>
-
-<p>
-Einsam war es beim Pavillon, das Käuzchen schrie wieder, aber es
-flog plötzlich erschreckt von dannen.
-</p>
-
-<p>
-Im Gebüsch raschelte es und da wurde etwas Schwarzes, Schattenhaftes
-sichtbar. Der Kopf eines Mannes, der vorsichtig aus dem
-Dickicht herausspähte.
-</p>
-
-<p>
-Es war ein schöner Kopf, aber die Augen besaßen etwas Fürchterliches.
-Darinnen schien ein höllisches Feuer zu brennen.
-</p>
-
-<p>
-Bald darauf ballte der Versteckte die Faust und schüttelte sie nach
-der Richtung hin, wo der Prinz und der Herrscher gegangen waren.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Geht, geht,&ldquo; klang es leise von den Lippen des Versteckten. &bdquo;Ihr
-habt wieder Hoffnung. Aber sie soll enttäuscht werden. Mag der Mann
-mit der Maske seine Fahrt antreten, er wird nicht mehr zurückkommen,
-denn dafür habe ich gesorgt. Der Mann mit der Maske, er ahnt es
-nicht, was ihm droht. Der weiß nicht, daß ich schon früher an ihn
-dachte. Ich kenne den Luftpiraten, ich wußte, was er tun würde. Deshalb
-will ich seine Rückkehr unmöglich machen. Der Volksaufruhr muß
-toben und alle Bande der Ordnung zerreißen. Und wenn dann die Soldaten
-ihrer Pflicht abtrünnig werden, wenn alles drunter und drüber
-geht, wenn man die Häuser der Vornehmen und Vermögenden plündert,
-das Residenzschloß stürmt, dann werde ich zur Stelle sein. Dann
-erreiche ich doch mein Ziel. Dann hole ich mir die Prinzessin, ich führe
-sie mit mir fort nach meinem Schlupfwinkel, dem Herrscher zum Trotze.
-Ich will mich rächen für die Stunde, in der man mich aus dem
-Schloß wies, mir den Zutritt untersagte. Rache will ich nehmen, Rache!
-In ohnmächtigem Zorn soll sich der Herrscher verzehren, wissen, daß
-sich die Prinzessin in meiner Gewalt befindet. Die Wissenschaft, der ich
-mich einst gewidmet, die wird das Werkzeug meiner Rache sein.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Und wieder schüttelte der Mann die geballte Faust bald nach dem
-Schlosse hin, bald nach der Mauer. Ein unheimliches Lachen klang von
-seinen Lippen.
-</p>
-
-<p>
-Dann schlossen sich die Gebüsche, aber nach einiger Zeit hörte
-man einen sonderbaren dumpfen Schall. Es klang so, als ob sich in dem
-Park im dichtesten Gestrüpp eine schwere Falltür geschlossen hätte.
-</p>
-
-<p class="tb">
-&nbsp;
-</p>
-
-<p class="noindent">
-Auf welche Weise Mors in den Schloßpark gelangt war, wußte
-niemand. Möglicherweise hatte er eine kleine Flugmaschine benutzt, die
-er an Bord des Luftschiffes mitzunehmen pflegte.
-</p>
-
-<p>
-Jedenfalls befand sich der geheimnisvolle Mann noch vor Anbruch
-des Tages auf dem riesigen lenkbaren Luftschiff, das sich auf der Stelle
-in ungeheure Höhen erhob. Dann fuhr der Koloß mit äußerster Maschinenkraft
-nach Osten.
-</p>
-
-<p>
-Kapitän Mors hatte an seinem lenkbaren Luftschiffe noch einige
-Verbesserungen angebracht.
-</p>
-
-<p>
-Er war ja nie müßig, sondern stets beschäftigt, seine Wunderwerke
-zu vervollkommnen.
-</p>
-
-<p>
-Somit konnte er dem lenkbaren Luftschiff eine erhöhte Geschwindigkeit
-verleihen und die Maschinen wurden diesmal bis zum äußersten
-in Anspruch genommen.
-</p>
-
-<p>
-Für längere Zeit wäre diese Schnelligkeit verderblich gewesen, aber
-für einige Tage machte es dem Luftschiff nichts aus, obwohl das mächtige
-Fahrzeug allenthalben zitterte und bebte.
-</p>
-
-<p>
-Mors mußte jede Stunde benutzen, und so schoß denn der Lenkbare
-mit einer Schnelligkeit dahin, als ob er mit einem Adler wetteifern
-wollte.
-</p>
-
-<p>
-Endlich erreichte er seine Insel, wo seine unerwartete schnelle
-Rückkehr freilich wenig Befremden erregte.
-</p>
-
-<p>
-Die Zurückgebliebenen wußten, weshalb Kapitän Mors die Reise
-angetreten, sie hatten unterdessen alles zur Auffahrt des Weltenfahrzeuges
-vorbereitet.
-</p>
-
-<p>
-Mors verlor keine Zeit.
-</p>
-
-<p>
-Professor van Halen sollte ihn begleiten, ferner der Ingenieur Terror
-und eine ausgesuchte indische Mannschaft.
-</p>
-
-<p>
-Terror und Star, die beiden Ingenieure des Luftpiraten, waren diesmal
-auf der Insel zurückgeblieben und erstatteten Bericht.
-</p>
-
-<p>
-Sie gaben Kapitän Mors die Versicherung, daß sie das Weltenfahrzeug
-auf das genaueste untersucht hätten und daß der Koloß sofort die
-gefahrvolle Reise antreten könnte.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Und sonst ist nichts Besonderes vorgefallen?&ldquo; fragte Mors. &bdquo;Sonst
-hat sich nichts ereignet?&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Nichts, gar nichts,&ldquo; erwiderten die Ingenieure. &bdquo;Wir haben übrigens,
-wie Ihr befohlen habt, Kapitän, die Leute auf der Insel aufs sorgfältigste
-beobachtet. Wir vergaßen es nicht, daß Ihr sagtet, wir müßten
-die neu angeworbenen Inder, die unsere Verluste ersetzen sollen, erst
-kennen lernen. Es sind verschlossene Menschen dabei, die aber künftig
-recht brauchbar werden können. Sie sind fleißig, geschickt und willig
-und haben tüchtig bei der Arbeit am Weltenfahrzeug geholfen. Wollt
-Ihr einige von der neuen Mannschaft mitnehmen?&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Mors schüttelte den Kopf.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Nur die alte Mannschaft,&ldquo; entgegnete er. &bdquo;Ich will nicht, daß
-unser Unternehmen durch irgend eine Störung gehemmt wird. Ich habe
-manchmal mit neuer Mannschaft böse Erfahrungen gemacht, daher
-verlasse ich mich auf meine alten Getreuen. Macht alles bereit, in zwölf
-Stunden beginnt der Aufstieg.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Die Inder drängten sich um Kapitän Mors, denn es wurde als Ehre
-betrachtet, den Luftpiraten bei den geheimnisvollen Fahrten in den
-Weltenraum begleiten zu dürfen.
-</p>
-
-<p>
-Mors empfing sie alle, die alten Getreuen und auch die Neuangeworbenen.
-</p>
-
-<p>
-Diese sollten die Verluste, welche der Tod in die Reihen der alten
-Mannschaft gerissen, ersetzen.
-</p>
-
-<p>
-Es waren alles stattliche, sehnige Männer aus den indischen Gebirgsgegenden
-und vor allen Dingen durch die ältere Mannschaft des
-Luftpiraten empfohlen.
-</p>
-
-<p>
-Allerdings konnte man niemand ins Herz sehen, denn die Inder
-waren verschlossene Menschen. Mors wollte deshalb auch die neu angeworbene
-Mannschaft erst prüfen lassen.
-</p>
-
-<p>
-Wie ein Fürst saß er im Kreise der Männer, die sich mit gekreuzten
-Beinen nach morgenländischer Art um ihn niedergelassen hatten
-und aufmerksam den Worten des Geheimnisvollen lauschten.
-</p>
-
-<p>
-Sie erkundigten sich nach dem seltsamen Feuerstern, aber Mors
-hütete sich, davon zu sprechen, daß der Komet mit der Erde zusammentreffen
-würde.
-</p>
-
-<p>
-Dennoch schien es, als ob die Inder so etwas befürchteten, aber
-nicht davon sprechen wollten.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Und wie lange wird die Fahrt nach dem Feuerstern dauern,
-Herr?&ldquo; fragte einer der Neuangeworbenen, ein großer, etwas finster
-dreinblickender indischer Gebirgsbewohner.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Am vierzehnten Tage der Fahrt werde ich dort eintreffen,&ldquo; erwiderte
-der Luftpirat.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Wie ist das möglich, Herr?&ldquo; erwiderte der Mann. &bdquo;Wie kann man
-das so genau berechnen?&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Dazu haben wir unsere Instrumente und unsere Geschwindigkeitsmesser,&ldquo;
-erwiderte Mors, indem er auf Professor van Halen deutete.
-&bdquo;Seht den Mann dort, der irrt sich niemals.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Der hochgewachsene Inder schwieg und sprach auch während der
-weiteren Beratung kein Wort mehr.
-</p>
-
-<p>
-Als er aber aufstand und mit seinen Begleitern das Haus des Kapitäns
-verließ, da schien es, als loderte unter den langen Wimpern des
-Inders ein rätselhaftes Feuer, als ob diese dunklen Augen ganz eigenartig,
-seltsam und unheimlich dreinblickten.
-</p>
-
-<h2 class="chapter" id="chapter-0-3">
-<span class="firstline">3. Kapitel.</span><br />
-Die Fahrt nach dem Kometen.
-</h2>
-
-<p class="first">
-Als Kapitän Mors auf seiner Insel ankam, war es fünf Uhr nachmittags
-und um sechs Uhr am nächsten Morgen sollte der Aufstieg des Weltenfahrzeugs
-erfolgen.
-</p>
-
-<p>
-Der Inder, der die Frage gestellt, begab sich nach den kleinen indischen
-Hütten, die in einem Palmenwäldchen erbaut waren.
-</p>
-
-<p>
-Jeder der Männer besaß sein eigenes Häuschen.
-</p>
-
-<p>
-Kaum war der hochgewachsene Mann dort angelangt, da begann
-er auch schon eine seltsame Tätigkeit zu entfalten.
-</p>
-
-<p>
-Er ging in das kleine Schlafgemach und versperrte zunächst die
-Tür. Dann holte er aus seiner einfachen Lagerstätte ein Kästchen, welches
-er mit größter Sorgfalt öffnete.
-</p>
-
-<p>
-In diesem metallenen Kästchen lag ein Instrument, welches einer
-ungewöhnlich großen Taschenuhr ähnelte.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Das hat mir der fremde Sahib gegeben,&ldquo; murmelte der Inder. &bdquo;Er
-hat mir alles gesagt, alles gezeigt. Und er hat mir die größte Belohnung
-versprochen. Mächtig und reich soll ich sein, eine schöne, üppige Fürstentochter
-als Gattin heimführen können. Ich habe dem fremden Sahib
-Treue geschworen und sogar meine Freiheit hingegeben. Hier auf diesem
-Eiland bin ich ja gewissermaßen Gefangener. Aber ich weiß, daß
-mich dieser mächtige Fremde, wenn ich alle seine Befehle erfülle, später
-holen wird und mich zum glücklichen, reichen Manne macht. Das hat
-er mir bei der mächtigen Göttin Kali geschworen.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Nachdem der Mann das Kästchen auf den Tisch gestellt, begann
-er eine neue Arbeit.
-</p>
-
-<p>
-Vorsichtig hob er einige Bambusrohre empor, welche Boden und
-Wände der Hütte bildeten.
-</p>
-
-<p>
-Dann zog er wieder ein Päckchen hervor, welches aber etwas größer
-als das erste war und ebenfalls aufs sorgfältigste verhüllt zu sein
-schien.
-</p>
-
-<p>
-Es mußte sich etwas Seltsames darin befinden, denn der Inder
-zeigte die größte Vorsicht. Er ging damit um, als ob es sich um das
-zerbrechlichste Ding von der ganzen Welt handelte.
-</p>
-
-<p>
-Nun wartete er, bis es dunkel geworden war, und bis die getreuen
-Anhänger des Kapitän Mors die Runde machten.
-</p>
-
-<p>
-Diese Männer sahen ja jeden Abend nach, ob sich die Inder in
-ihren Hütten befanden, und als sie das Häuschen des Neuangeworbenen
-betraten, lag dieser auf seiner einfachen Lagerstätte.
-</p>
-
-<p>
-Er schien fest zu schlafen, aber es war nur Schein. Er wachte und
-stellte sich nur schlummernd.
-</p>
-
-<p>
-Um Mitternacht aber verließ er die Hütte.
-</p>
-
-<p>
-Vorsichtig lauschte er erst und überzeugte sich, daß alles ruhig
-war. Hierauf schlich er geschmeidig wie eine Katze durch die Gebüsche.
-</p>
-
-<p>
-Die beiden Pakete hatte der Inder mitgenommen und trug sie in
-ein Stück Zeug gewickelt auf dem Rücken.
-</p>
-
-<p>
-Immer schneller glitt der Mann dahin, bis er den Ort erreichte, wo
-das Weltenfahrzeug in seiner Halle stand, der stolze &bdquo;Meteor&ldquo;, der in
-den ersten Morgenstunden die Fahrt in den Weltenraum unternehmen
-sollte.
-</p>
-
-<p>
-Wächter waren aufgestellt, aber der Inder verstand es, die beiden
-Wachen zu täuschen. Er kletterte wie eine Katze durch die Dunkelheit
-begünstigt an der Halle empor und schlüpfte durch ein Luftloch in das
-Innere der Halle.
-</p>
-
-<p>
-Da hing der Metallriese in seinem Gerüst, aus dem er jeden Augenblick,
-wenn das Dach geöffnet wurde, emporsteigen konnte.
-</p>
-
-<p>
-Der Inder aber glitt in die Halle hinab und kauerte sich am Vorderteil
-des Weltenfahrzeuges nieder. (Man vergleiche hier den Plan des
-Weltenfahrzeuges auf der Rückseite dieses Bandes.)
-</p>
-
-<p>
-Der unheimliche Mensch beschäftigte sich an der Vorrichtung,
-welche das Genie des Kapitän Mors erfunden, nämlich an der vorderen
-Einrichtung für die Luftzufuhr am Unterteil des Weltenfahrzeuges.
-</p>
-
-<p>
-Dort befand sich zwischen den Metallteilen und den Behältern für
-flüssige Luft eine Oeffnung, eine Lücke, die gerade groß genug für das
-zweite Päckchen war, welches der Inder auf dem Rücken trug.
-</p>
-
-<p>
-Mit äußerster Vorsicht schob er es hinein, er hielt sogar den Atem
-an, es schien, als würde bei einer Unvorsichtigkeit eine Katastrophe
-erfolgen.
-</p>
-
-<p>
-Als das geschehen war, öffnete der Inder das zweite Päckchen. Da
-hörte man deutlich, wie er die große Uhr aufzog, die alsbald leise, kaum
-vernehmbar zu ticken begann.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Vierzehn Tage hat er gesagt,&ldquo; sprach der Mann für sich. &bdquo;Gut, ich
-werde den Zeiger auf den fünfzehnten Tag stellen. Dann wird er noch
-dort sein. Dann geschieht das, was der fremde Sahib von mir begehrte.
-Niemand wird es merken, niemand wird Verdacht schöpfen. Jetzt noch
-die Drähte.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Der Inder setzte seine Manipulationen fort.
-</p>
-
-<p>
-Wäre es hell gewesen, so hätte man gesehen, wie dieser unheimliche
-Mensch einige dünne Kupferdrähte hervorzog und diese auf sinnreiche
-Weise mit der leise tickenden Uhr und dem geheimnisvollen Paket
-verband.
-</p>
-
-<p>
-Auch hierbei ging er mit äußerster Vorsicht zu Werke und prüfte
-dann nochmals aufs sorgfältigste den sonderbaren Apparat, welchen er
-in die Lücke zwischen den Metallteilen hineingeschoben.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Es ist geglückt,&ldquo; murmelte der Mann befriedigt. &bdquo;Der fremde
-Sahib wird zufrieden sein. Niemand hat Argwohn geschöpft, und ich
-werde von dem fremden Herrn, der bei Kali geschworen, meine Belohnung
-empfangen.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Ein paar Minuten später kletterte der Mann wieder aus der Halle
-heraus.
-</p>
-
-<p>
-Die indischen Wächter besaßen scharfe Ohren, aber sie merkten
-nichts Verdächtiges. Lautlos, wie er gekommen, schlüpfte der neuangeworbene
-Inder von dannen.
-</p>
-
-<p class="tb">
-&nbsp;
-</p>
-
-<p class="noindent">
-Kurz vor sechs Uhr war alles zur Abfahrt bereit. Mors kam mit
-Terror, van Halen und seiner getreuen alten Mannschaft, um das Fahrzeug
-zu besteigen.
-</p>
-
-<p>
-Der Luftpirat warf noch einen prüfenden Blick auf den &bdquo;Meteor&ldquo;
-und seine Feueraugen musterten das gewaltige Fahrzeug.
-</p>
-
-<p>
-Auch die neuangeworbenen Inder waren mitgekommen, und der
-Unheimliche, der in der Nacht die seltsame Arbeit verrichtet, schien
-leise zu zittern.
-</p>
-
-<p>
-Wenn nun die scharfen Augen des Luftpiraten etwas Verdächtiges
-bemerkten?
-</p>
-
-<p>
-Der Mann atmete tief auf, als Mors sich von dem Fahrzeug abwendete.
-Er hatte nichts entdeckt, er gab das Zeichen, daß die Abfahrt
-erfolgen sollte.
-</p>
-
-<p>
-Mors hatte mit den zurückbleibenden Getreuen gesprochen und
-den beiden Ingenieuren Star und Herbert genaue Weisung gegeben. Die
-beiden waren es auch, welche in alles eingeweiht wurden.
-</p>
-
-<p>
-Jetzt schwang sich Mors als letzter durch die eiserne Tür, die alsbald
-luftdicht verschlossen wurde.
-</p>
-
-<p>
-Dann wurde das Zeichen gegeben, das bewegliche Dach der Halle
-drehte sich, und majestätisch erhob sich der &bdquo;Meteor&ldquo; in die Lüfte.
-</p>
-
-<p>
-Der Riesenmagnet drehte sich langsam der Erde zu, immer schneller
-wurde die Bewegung des Giganten. Im Nu verschwand er in den
-Wolken, das Weltenfahrzeug befand sich auf der Fahrt nach dem Feuerstern.
-</p>
-
-<p class="tb">
-&nbsp;
-</p>
-
-<p class="noindent">
-Mors hatte gleich von Anfang an die größte Geschwindigkeit eingeschaltet.
-</p>
-
-<p>
-Der Magnet war genau der Erde zugekehrt, so daß der &bdquo;Meteor&ldquo;
-blitzartig durch den Weltenraum jagte.
-</p>
-
-<p>
-Die Luftzone der Erde war im Nu durchflogen. Der Himmel
-nahm eine dunkelblaue Färbung an, bis er zuletzt schwarz wurde.
-</p>
-
-<p>
-Man sah die Sonne, aber auch die Sterne, man sah den riesigen
-Kometen, der seinen verhängnisvollen Pfad zur Erde verfolgte.
-</p>
-
-<p>
-Mors begab sich nach dem Beobachtungsraum.
-</p>
-
-<p>
-Dort saß der Professor am großen Fernrohr und betrachtete aufmerksam
-den merkwürdigen Himmelswanderer.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Nun, wie steht es, Professor?&ldquo; fragte Mors. &bdquo;Sie haben seit der
-letzten Beobachtung, die wir im Weltenraum veranstalteten, Zeit genug
-gehabt. Wie ist es mit Ihren Berechnungen? Ferner möchte ich wissen,
-ob Sie etwas Neues an dem Feuerstern entdeckten?&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Van Halen war aufgesprungen.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Ich habe mich in meinen Beobachtungen nicht getäuscht,&ldquo; erwiderte
-er mit fester Stimme. &bdquo;Schon damals erschien mir der Komet als
-ein höchst merkwürdiges Gebilde. Jetzt, wo er der Erde näher gerückt
-ist, sehe ich deutlich, was ich damals nur vermutete.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Und von dieser Vermutung haben Sie nicht gesprochen, bester
-van Halen,&ldquo; meinte der Luftpirat. &bdquo;Sie sagten damals, Sie seien Ihrer
-Sache nicht sicher genug, und ich wollte nicht in Sie dringen. Aber jetzt
-wiederhole ich meine Frage.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Der Astronom deutete mit der Rechten nach dem flammenden
-Kometen.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Es ist ein merkwürdiges Gebilde,&ldquo; erwiderte er, jedes Wort betonend.
-&bdquo;Ein Himmelskörper, wie ihn die Beobachter vielleicht noch nie
-gesehen haben. Und wenn dies jemals in der Geschichte der Welt geschah,
-so haben die Astronomen die Natur jenes Himmelskörpers nicht
-erkannt. Aber wie kann ich nur immer von einem Körper sprechen. In
-Wirklichkeit sind es deren zwei, und sie nähern sich der Erde, das ist
-nicht zu leugnen.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Was, zwei?&ldquo; rief Mors erstaunt.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Ja, zwei Kometen,&ldquo; erwiderte der Professor mit Nachdruck. &bdquo;Es
-ist in der Tat eine seltsame Erscheinung. Von der Erde aus kann man
-dies nicht erkennen, weil sich die beiden Kometen in einer Linie nähern,
-so daß der eine immer den andern deckt. Auch mag der feurige
-Glanz die Beobachtung erschweren. Genug, die Sache ist folgendermaßen:
-Einer dieser Kometen besteht aus einem dunklen, massigen Körper,
-der gar kein Licht verbreitet. In einiger Entfernung von ihm folgt dann
-die eigentliche feurige Gasmasse.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Mors zweifelte keinen Augenblick daran, daß van Halen richtig
-beobachtet hatte.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Und was geschieht, wenn die beiden Körper mit der Erde zusammentreffen?&ldquo;
-fragte er.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Das Schlimmste,&ldquo; erwiderte van Halen mit eisiger Ruhe. &bdquo;Der
-feste, massige dunkle Körper wird mit entsetzlicher Gewalt die Erde
-treffen und natürlich eine grauenvolle Katastrophe hervorrufen. Dann
-folgt der zweite Komet, die feurige Gasmasse, welche die Luft der Erde,
-vor allen Dingen den zum Leben unbedingt notwendigen Sauerstoff
-aufsaugt. Sollte dann von der ersten Katastrophe noch Leben übrig sein,
-wird dasselbe nach der zweiten Katastrophe sicher verlöschen.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Mors blieb ganz ruhig.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Und wird der Zusammenstoß unabwendbar sein?&ldquo; fragte der
-Luftpirat.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Das kann ich erst sehen, wenn wir oben anlangen,&ldquo; erwiderte der
-Professor. &bdquo;Ich muß erst wissen, wie die Wechselwirkungen sind, in der
-diese Körper zueinander stehen. Und da sage ich, daß noch eine leise
-Hoffnung übrig ist, eine geringe Hoffnung, daß das Unheil noch einmal
-an der Erde vorübergeht. Aber das wird sich da unten auf der Erde entscheiden.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Es ist ganz so, wie ich mir gedacht,&ldquo; erwiderte Mors. &bdquo;Damit
-habe ich von Anfang an gerechnet. Also wollen wir so schnell wie möglich
-den Kometen zu erreichen suchen. Und das wird am vierzehnten
-Tage unserer Fahrt geschehen. Vorwärts!&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Das war das einzige Gespräch, welches die beiden Männer über die
-Zukunft führten. Von diesem Zeitpunkte an redeten sie nicht mehr über
-das bevorstehende Geschick, sondern widmeten sich einzig und allein
-ihren Arbeiten.
-</p>
-
-<p>
-Mors befand sich meist im Lenkraum, während der Professor bei
-seinen geliebten Instrumenten verweilte.
-</p>
-
-<p>
-Die Fahrt selbst ging schnell und ohne Hindernis vor sich. Man
-kam dem rätselhaften Weltenkörper von Tag zu Tag näher.
-</p>
-
-<p>
-Immer furchtbarer, immer drohender war der Anblick dieses Doppelkometen.
-Er schien allmählich einen großen Teil des Firmamentes zu
-bedecken.
-</p>
-
-<p>
-Ein jeder andere hätte sich besonnen, die Fahrt fortzusetzen, denn
-man wußte ja gar nicht, welche Gefahren in der Nähe der Kometen
-drohten.
-</p>
-
-<p>
-Aber Mors war nicht der Mann, der sein Unternehmen aufgab. Er
-setzte seine Reise fort. Mit unverminderter Geschwindigkeit sauste der
-&bdquo;Meteor&ldquo; durch den Weltenraum dahin und näherte sich immer mehr
-und mehr den Riesen-Kometen, diesen schwebenden Vernichtern, die
-von der entgegengesetzten Seite kommend, gleichfalls mit großer Geschwindigkeit
-der Erdenbahn zustrebten.
-</p>
-
-<h2 class="chapter" id="chapter-0-4">
-<span class="firstline">4. Kapitel.</span><br />
-Die Katastrophe.
-</h2>
-
-<p class="first">
-Tag um Tag verging, Nacht um Nacht, wenn man hier im Weltenraum
-überhaupt von Tag und Nacht sprechen konnte.
-</p>
-
-<p>
-Der Professor hatte übrigens recht, denn eine dunkle Masse flog
-dem eigentlichen Feuerkometen voran, ein Weltenkörper, den sogar
-nach den Berechnungen und Beobachtungen des Astronomen eine Lufthülle
-umgab.
-</p>
-
-<p>
-Es war dies ein neues Geheimnis der unerschöpflichen Natur, und
-der Professor erging sich in allerhand Vermutungen.
-</p>
-
-<p>
-Er sprach davon, daß die Kometen möglicherweise die Welten der
-Zukunft sein müßten, und daß sich nach der Vernichtung der Planetenwelten
-ein neues Leben auf diesen Himmelswanderern entwickeln könnte.
-</p>
-
-<p>
-Das waren allerdings nur Hypothesen, aber sie hatten viel Wahrscheinlichkeit
-für sich, war doch Professor van Halen einer der geistvollsten
-aller Gelehrten.
-</p>
-
-<p>
-Die Zeit verging, es kam der zwölfte Tag, der dreizehnte, der vierzehnte.
-</p>
-
-<p>
-Die Beobachtungen waren genau, der &bdquo;Meteor&ldquo; näherte sich dem
-dunklen Weltenkörper.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Wir können unbesorgt landen,&ldquo; sprach der Professor am Mittag
-des vierzehnten Tages. &bdquo;Nach meinen Beobachtungen ist die Luft, die
-diesen dunklen Körper umgibt, zu atmen. Es scheint sich sogar Wasser
-auf ihm zu befinden, da ich Spuren von Wasserdampf entdeckte. Vor
-dem zweiten, dem eigentlichen Kometen sind wir vorerst sicher, denn
-dieser ist von dem dunklen Weltkörper wenigstens tausend Meilen entfernt.
-Das hat man von der Erde aus nicht bemerkt, weil die beiden
-Himmelskörper hintereinander standen.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Mors stimmte dem Professor zu.
-</p>
-
-<p>
-Eine Landung war nötig, denn van Halen behauptete, daß man
-nur bei einer Landung Gewißheit über das Schicksal der Erde erlangen
-könnte.
-</p>
-
-<p>
-Er gab jetzt den Befehl, die Geschwindigkeit des &bdquo;Meteor&ldquo; zu mäßigen,
-und nach wenigen Stunden schwebte das riesige Fahrzeug bereits
-in der Luftschicht des neuen Weltkörpers.
-</p>
-
-<p>
-Der Anblick desselben war allerdings trostlos.
-</p>
-
-<p>
-Er mochte halb so groß sein wie der Mond und schien ganz aus
-einer ungeheuren Steinmasse zu bestehen.
-</p>
-
-<p>
-Hier und da gewahrte man freilich Spuren von Wasser, auch sah
-man einige Sandwüsten, aber der größte Teil dieser neuen Welt
-war Stein, rauhe wilde Felsen, denen
-jede Vegetation zu mangeln schien. Allerdings mochten Moose und
-Flechten hier und da diese starren Felsen bedecken, aber das ganze war
-doch ein Bild des Todes.
-</p>
-
-<p>
-Das war also auch ein Komet, und der Professor meinte, daß dieser
-Weltkörper der sogenannte Kern eines ehemaligen gigantischen Kometen
-gewesen sei, und daß also gewissermaßen eine Trennung zwischen
-der Feuergashülle und dem Kern stattgefunden hätte. Solche Teilung
-von Kometen war schon in früheren Jahrzehnten beobachtet worden.
-</p>
-
-<p>
-Mors schöpfte aus diesen Mitteilungen neue Hoffnung für das
-Schicksal der Erde. Vielleicht fand durch diese Teilung eine Umwälzung
-statt, so daß die Vernichter die Erdenbahn früher oder später durchkreuzten.
-Van Halen zuckte freilich die Achseln und meinte, es sei noch
-immer wenig Hoffnung vorhanden, die Entscheidung konnte also erst
-nach der Landung fallen.
-</p>
-
-<p>
-Wenige Stunden später berührte der &bdquo;Meteor&ldquo; einen von Mors
-mittels des Fernglases ausgesuchten Landeplatz. Es war noch die am
-meisten ansprechende Gegend dieser neuen Welt, nämlich eine kleine
-Sandwüste. Zur Linken und zur Rechten sah man die Klippen emporsteigen,
-die weiterhin ein wahres Felsenlabyrinth bildeten.
-</p>
-
-<p>
-Alles ging nach Wunsch. Der &bdquo;Meteor&ldquo; berührte sanft den Boden
-der neuen Welt, und die Luft erwies sich, wenn auch dünn und etwas
-absonderlich wirkend, doch immerhin als zum Atmen geeignet. Natürlich
-war diese Luft sehr klar, weil das Wasser beinahe ganz fehlte, jedoch
-war das Aussehen dieses Luftmeeres höchst unheimlich. Hier war nichts
-von jenem schönen Blau zu sehen, welches der irdischen Luft an schönen
-Tagen ein so unbeschreiblich reizvolles Aussehen verleiht. Dafür
-sorgte schon die Feuermasse des zweiten Kometen. Der gab eine
-schreckliche Beleuchtung, und es schien, als ob die Luft hier glühte. Sie
-war bald dunkelrot, bald violett, bald schwefelgelb gefärbt, so daß man
-meinte, sich in der Hölle zu befinden.
-</p>
-
-<p>
-Kapitän Mors&rsquo; Gefährten aber betrachteten diese Naturwunder
-ohne Schrecken. Sie waren schon durch ihre vielen Fahrten mit dem
-Luftpiraten an die seltsamsten Dinge gewöhnt, nichts in der Welt konnte
-ihr Vertrauen für ihren geliebten Gebieter erschüttern.
-</p>
-
-<p>
-Der Professor überzeugte sich zunächst, daß die Luft geatmet werden
-konnte, und ließ dann eiligst seine Beobachtungsinstrumente auf
-ein paar nahe Felsen schaffen.
-</p>
-
-<p>
-Es war dies nötig, weil der Metallkörper des Fahrzeugs oftmals
-störte, namentlich bei magnetischen Messungen.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Nun muß es sich ja bald entscheiden,&ldquo; sprach der Professor, ehe
-er sich nach seinem neu eingerichteten Observatorium begab. &bdquo;In vierundzwanzig
-Stunden kann ich sagen, ob die Erde erhalten bleibt oder
-nicht, dann wird die Entscheidung fallen.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Van Halen nahm ein paar Inder mit, die er in der Handhabung der
-Instrumente unterwiesen hatte. Die übrigen blieben beim Weltenfahrzeug.
-</p>
-
-<p>
-Wieder vergingen die Stunden. Mors ahnte nicht, daß da vorn an
-dem Apparat zur Luftzufuhr ein seltsames Uhrwerk tickte, daß diese
-Uhr unablässig ihren Lauf fortsetzte. Stunde auf Stunde verging, und
-jetzt war der fünfzehnte Tag zu Ende.
-</p>
-
-<p>
-Mors befand sich gerade mit Terror im Lenkraum, als er plötzlich
-zu Boden stürzte.
-</p>
-
-<p>
-Auch Terror lag im selben Moment auf dem Boden, während das
-Weltenfahrzeug von einer ungeheuren Gewalt emporgehoben wurde. Es
-schien gerade, als hätte ein Riese das Fahrzeug gepackt und mit einem
-Ruck in die Höhe geschleudert. Dann schwankte es zweimal hin und
-her und zu gleicher Zeit hörte man ein dumpfes, unheilverkündendes
-Prasseln. Im Nu erhob sich der Luftpirat vom Boden. Er hörte die Inder
-vorn schreien, er vernahm, wie sie nach ihm riefen, wie sie seinen Namen
-nannten.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Rasch, rasch, Terror,&ldquo; schrie er seinem halbbetäubten Gefährten
-zu. &bdquo;Hinaus, da ist ein Unglück geschehen.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Die beiden Männer stürzten durch die Räume nach der Ausgangstür,
-ihnen folgten die Inder, welche durch den furchtbaren Stoß in alle
-Ecken geschleudert worden waren.
-</p>
-
-<p>
-Mors war der erste, der das Freie erreichte und an dem Metallkörper
-des gigantischen Fahrzeuges entlanglief. Er eilte nach dem Vorderteil
-des &bdquo;Meteor&ldquo;, denn von dort war der Stoß gekommen. Mors stieß einen
-leisen Schrei aus, als er die Spitze des Fahrzeugs sehen konnte. Ja, ein
-Unglück war geschehen. Dort klaffte eine furchtbare Bresche.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Eine Explosion,&ldquo; schrieen die Inder. &bdquo;Die flüssige Luft hat ihre
-Behälter zertrümmert!&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Nein,&ldquo; erwiderte Mors mit Stentorstimme. &bdquo;Da ist etwas anderes
-geschehen. Diese Bresche kann nur ein moderner Sprengstoff geschlagen
-haben. Das ist kein Unfall, der aus der Konstruktion des Fahrzeuges
-herrührt. Nein, nein, hier ist Verrat im Spiele. Das Fahrzeug ist absichtlich
-beschädigt worden.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Der &bdquo;Meteor&ldquo; sah aus, als ob ihn ein Torpedo getroffen hätte. Die
-metallenen Platten, aus denen der Außenrumpf bestand, waren im Vorderteil
-zersprengt und ein gewaltiges Loch in den Rumpf des Weltenfahrzeuges
-geschlagen worden.
-</p>
-
-<p>
-Mors heftete jetzt seine Augen auf die Inder.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Das ist eine Höllenmaschine,&ldquo; klang seine Stimme. &bdquo;Ich wiederhole
-es, der durchdringende Dunst, den wir alle spüren, rührt von einem
-Sprengstoff her. Es ist schmählicher Verrat. Diese Katastrophe ist
-mit Absicht herbeigeführt worden.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Vor ihm standen die Inder. Die treuen Männer kreuzten die Arme
-über der Brust und erwiderten fest und sicher den furchtbaren Blick
-ihres Gebieters. Die Prüfung dauerte mehrere Minuten, dann hob Mors
-seine Rechte.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Ihr habt ein reines Gewissen,&ldquo; sprach der Luftpirat. &bdquo;Ihr habt
-jenen Frevel nicht begangen. Ich weiß nicht, wer es getan hat. Aber ich
-wiederhole nochmals, es war Absicht, es war auf die Zerstörung des
-&bdquo;Meteor&ldquo; abgesehen. Befanden wir uns noch im Weltraum, als die Explosion
-stattfand, so waren wir verloren. Jetzt gilt es, die Beschädigungen
-so rasch als möglich auszubessern. Nach der Rückkehr auf unsere Insel
-werde ich den Täter ermitteln. Vorwärts, Leute, wir haben alle Materialien
-zur Ausbesserung des Schadens an Bord. Die Zerstörung ist geschehen,
-aber wir werden das Leck wieder schließen. An die Arbeit, ich werde
-Euch helfen!&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Der Professor war mit seinen beiden Gehilfen von den Felsen herabgekommen
-und betrachtete das Geschehene.
-</p>
-
-<p>
-Seine beiden Leute kamen bei dem heimtückischen Anschlag nicht
-in Betracht, denn sie gehörten zu Mors&rsquo; getreuesten und ältesten Veteranen.
-</p>
-
-<p>
-Es war auch gar keine Zeit, müßigen Vermutungen nachzuhängen,
-eine Bemerkung des Professors zeigte Mors, daß jetzt Gefahr auch noch
-von anderer Seite drohte.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Kapitän,&ldquo; sprach der Professor mit gedämpfter Stimme, als die
-Inder durch die klaffende Oeffnung in das Innere des Fahrzeugs hineinstiegen.
-&bdquo;Kapitän, ich habe eine seltsame Beobachtung gemacht. Diesmal
-droht uns Gefahr, und es ist sehr bedauerlich, ja höchst bedenklich,
-daß die Katastrophe stattfand. Ich kann es nicht verhehlen, daß wir uns
-in der furchtbarsten Lage befinden.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Mors sah ihn fragend an.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Der erste Komet, auf dem wir uns befinden, hat seinen Lauf verlangsamt,&ldquo;
-fuhr der Professor fort. &bdquo;Der Feuerkomet aber kommt rasch
-heran. Die beiden Kometen haben sich geteilt, scheinen sich aber wieder
-miteinander verbinden zu wollen. Geschieht dies, während der Zeit,
-wo wir noch hier liegen und den Schaden verbessern, dann sind wir
-verloren.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Ich dachte es mir,&ldquo; antwortete der Luftpirat. &bdquo;Jetzt wollen wir
-sehen, wer das Spiel gewinnt. Der Schaden wird ausgebessert. Sie, Herr
-Professor, können Ihre Beobachtungen fortsetzen. Unterdessen werden
-wir hier unten mit Ablösung fortwährend arbeiten, damit wir diesen
-Kometen vor dem drohenden Zusammenstoß verlassen können.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Der Professor warf einen prüfenden Blick auf die klaffende Oeffnung.
-Offenbar zweifelte er daran, daß dieser fürchterliche Schaden so
-schnell beseitigt werden könnte und fürchtete das Schlimmste. Er sagte
-aber kein Wort, sondern begab sich wieder zu den Instrumenten.
-</p>
-
-<p>
-Die Inder und Terror brachten allerhand Werkzeuge und Gerätschaften
-aus dem &bdquo;Meteor&ldquo;, Reserveplatten und Panzerrippen, da man
-von all diesen Dingen für unvorhergesehene Fälle Vorrat mitführte.
-Mors war der erste, der mit Hand anlegte. Es war ganz zweifellos, daß
-man sich, um das große Leck zu verstopfen und so schnell als möglich
-fertig zu werden, größter Eile befleißigen mußte. Die Reparatur war nur
-ein Notbehelf, aber immerhin konnte er genügen, den &bdquo;Meteor&ldquo; zur
-Erde zurückzuführen.
-</p>
-
-<p>
-Man mußte, um an das durch den Sprengstoff geschlagene Leck
-heranzukommen, die Apparate, welche zur Lufterneuerung dienten,
-abnehmen. Und hierbei war es Mors, der die Spuren des Verbrechens
-entdeckte. Er bückte sich plötzlich und hob etwas von der Erde empor.
-Dieses Ding war freilich durch die Explosion halb zerschmettert, aber
-man sah noch deutlich die Ueberreste einer großen Metallkapsel, eine
-Art Zifferblatt und darauf ein paar zerstörte Zeiger.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Der letzte Zweifel ist geschwunden,&ldquo; sprach Mors zu seinen Leuten.
-&bdquo;Hier seht Ihr es, es war eine Höllenmaschine. Diese Uhr war jedenfalls
-reguliert, um den Sprengstoff zu einer ganz bestimmten Zeit
-zur Explosion zu bringen. Ha,&ldquo; rief er plötzlich. &bdquo;Jetzt weiß ich es. Jetzt
-kenne ich den Täter!&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Terror und die Inder sahen den Luftpiraten fragend an.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Ja, ich kenne ihn,&ldquo; sprach Mors finster. &bdquo;Jetzt entsinne ich mich,
-daß einer der neuangeworbenen Inder kurz vor der Abreise fragte, wie
-lange es dauern würde, bis wir den Kometen erreichen. Ich gab dem
-Mann auch ahnungslos Antwort, denn ich hielt diese Frage für bloße
-Neugierde. Jetzt weiß ich es besser. Der Mann wollte wissen, wann die
-Höllenmaschine tätig sein sollte. Er hat das Uhrwerk auf den fünfzehnten
-Tag gestellt. Da seht, dieser zerstörte Zeiger deutet noch auf die Zahl
-fünfzehn. Dieser neuangeworbene Inder ist ein Verräter und ein Verbrecher!
-Der ist von meinen Feinden gewonnen worden!&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Die anderen Inder stießen drohende Rufe aus und gelobten fürchterliche
-Vergeltung.
-</p>
-
-<p>
-Von neuem wurde gearbeitet. Mors war der erste an der Spitze. Er
-legte selbst die schweren Panzerplatten auf das Leck, während die Inder
-die Bolzen durch die Verbindungsstücke hindurchtrieben und Terror
-alle Lücken auf das sorgfältigste verlötete. Ueber den Arbeitenden aber
-stand drohend der Feuerkomet, der sich mit unbegreiflicher Geschwindigkeit
-dem dunklen Kometen zu nähern schien.
-</p>
-
-<p>
-Unablässig nahm er an Größe zu, die Luft schien zu glühen, die
-dunkle Röte, welche das Firmament erfüllte, gab die Beleuchtung zu der
-Arbeit, die mit ungeschwächten Kräften zu der Wiederherstellung des
-schwerverletzten &bdquo;Meteor&ldquo; fortgesetzt wurde.
-</p>
-
-<h2 class="chapter" id="chapter-0-5">
-<span class="firstline">5. Kapitel.</span><br />
-Der Zusammenstoß.
-</h2>
-
-<p class="first">
-Wieder waren sechsunddreißig Stunden verflossen.
-</p>
-
-<p>
-Wer den Schaden, den die Höllenmaschine hervorgerufen, betrachtete,
-hätte gedacht, daß die Besatzung des Weltenfahrzeugs die Hände
-in den Schoß gelegt haben müsse. Noch immer klaffte das furchtbare
-Leck, aber das war nur Schein. Mors hatte bereits alle Panzerplatten, die
-zur Schließung der Oeffnung dienten, zugerichtet. Die Rippen waren
-schon befestigt, und so brauchten die Inder die Panzerplatten nur aufzulegen.
-Dann wurde der &bdquo;Meteor&ldquo; in den Stand gesetzt, wieder in das
-Weltall emporzusteigen und dem drohenden Zusammenstoß der beiden
-Kometen zu entrinnen. Von dem Observatorium kam zuweilen eine
-Botschaft des Professors. Dieser beobachtete den nahenden Kometen,
-und die Botschaften mahnten zur höchsten Eile. Sie wurden Mors insgeheim
-überbracht, damit sich die Inder nicht etwa durch die drohende
-Gefahr entmutigen ließen. Die Leute ahnten aber wohl, was ihnen bevorstand,
-auch sahen sie mit ihren eigenen Augen den feurigen Riesen
-herannahen. Sie gönnten sich kaum die nötigste Ruhe, sie verzehrten
-ihre Mahlzeit, während sie arbeiteten, sie taten das äußerste, was sie nur
-vermochten.
-</p>
-
-<p>
-Die Luft sah geradezu unheimlich aus. Es schien, als ob man sich
-in einem Glutmeer befände. Immer dunkler wurde dieser rote Schein, so
-daß man zuletzt das Gefühl hatte, in einem feurigen Ofen zu stehen.
-</p>
-
-<p>
-Mors sprach seinen Leuten unablässig Mut zu, aber er sah, daß die
-Männer oftmals nach dem Feuerkometen emporblickten. Dort schien
-eine unheimliche Kraft tätig zu sein, es sah manchmal so aus, als ob
-sich der Komet drehte und wendete, oftmals glich er einem feurigen
-Drachen.
-</p>
-
-<p>
-Als die Inder gerade beschäftigt waren, die Panzerplatten auf dem
-Leck zu befestigen, hörte man hoch droben ein furchtbares Brausen
-und Zischen. Der Metallkörper des Weltenfahrzeuges verdeckte die Aussicht
-auf den Kometen, Mors sprang rasch zu einem naheliegenden
-Felsen. Der Anblick, der sich ihm bot, war geradezu unheimlich. Der
-große Feuerkomet schien sich gedreht zu haben, er glich einer riesigen
-Flamme, die sich langsam auf den weiten dunklen Kometen herabsenkte.
-</p>
-
-<p>
-Einige Inder, die gerade ihre Ruhepause hatten, kamen entsetzt auf
-die obere Brüstung gestürmt, auch der treue Terror zeigte sich auf der
-Galerie und betrachtete mit einem Fernglase den ungeheuren Kometen.
-Zwei der arbeitenden Inder stürzten zu Mors, der wie eine Bildsäule auf
-dem Felsen stand.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Der Zusammenstoß erfolgt,&ldquo; schrieen sie entsetzt, &bdquo;der Komet
-wird unser Fahrzeug in Atome zermalmen!&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;An die Arbeit,&ldquo; tönte die Stimme des Luftpiraten. &bdquo;Ich komme
-gleich hinunter.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Und wieder gehorchten die Inder dem Manne, der solchen
-Einfluß ausübte. Sie kehrten an ihre Arbeit zurück. Man hörte das
-Hämmern und Klopfen.
-</p>
-
-<p>
-Mors sah übrigens, daß die Inder recht hatten, so daß sich sein
-&bdquo;Meteor&ldquo; in einer geradezu verzweifelten Lage befand. Bei dem Zusammenstoß
-der beiden Kometen würde er sicherlich vernichtet werden.
-</p>
-
-<p>
-Der Maskierte eilte zum Leck und griff mit Riesenkräften nach
-einer Panzerplatte.
-</p>
-
-<p>
-Sie war schon genau hergerichtet und schloß die größte Lücke.
-Die Bolzen wurden befestigt, das glühende Lötblei gegossen.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Keiner darf mehr nach oben sehen,&ldquo; befahl Mors. &bdquo;Kümmert
-Euch nicht darum, was dort geschieht. Denkt nur an unsere Rettung.
-Wir müssen von diesem Weltenkörper hinweg, koste es, was es wolle.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Die Inder gehorchten.
-</p>
-
-<p>
-Da konnte man erst sehen, was es für Leute waren, Männer, denen
-der Gehorsam gewissermaßen in Fleisch und Blut übergegangen war.
-</p>
-
-<p>
-Tausend andere hätten jetzt in der Arbeit innegehalten und wären
-zitternd und bebend in das Innere des &bdquo;Meteor&ldquo; geflüchtet, um dort rat-
-und tatlos das Ende zu erwarten.
-</p>
-
-<p>
-Schrecklich war der Lärm, der sich jetzt erhob. Es heulte, brüllte
-und zischte in den Lüften, als ob Tausende von Dämonen herabkämen.
-</p>
-
-<p>
-Das Nahen der feurigen Gasmasse machte sich bemerkbar. Mit
-ungeheuerlicher Geschwindigkeit sauste dieselbe auf den zweiten Kometen
-zu. Der Anprall mußte entsetzlich werden.
-</p>
-
-<p>
-Mors hatte schon vorher eine Botschaft an den Professor geschickt.
-</p>
-
-<p>
-Dieser gab seine Leute, die ihm bis dahin geholfen hatten, dem
-Luftpiraten, während er selbst die schweren, astronomischen Instrumente
-nach dem &bdquo;Meteor&ldquo; schleppte.
-</p>
-
-<p>
-Die Inder sahen das, meinten aber, es wäre vergebliche Arbeit, sie
-glaubten nicht, daß nur ein einziger von ihnen mit dem Leben davonkommen
-könnte.
-</p>
-
-<p>
-Dennoch arbeiteten sie mit Feuereifer, mit wildem Ungestüm, sie
-verloren keinen Augenblick Zeit, sondern dachten nur an ihre Arbeit.
-</p>
-
-<p>
-Mitten durch den gräßlichen Tumult, der in den Lüften tobte,
-hörte man die Stimme des Luftpiraten, befehlend, ermahnend, während
-er selbst überall Hand mit anlegte.
-</p>
-
-<p>
-Unablässig wurden die Panzerplatten über das klaffende Leck geschoben,
-wobei es sich zeigte, daß die Vorarbeiten nicht umsonst getroffen
-worden waren.
-</p>
-
-<p>
-Die Panzerplatten griffen ineinander und hielten fest, Bolzen wurden
-zur Befestigung eingeschlagen und dann breite metallene Bänder
-aufgelötet.
-</p>
-
-<p>
-Jetzt dachte niemand mehr an Essen und Trinken, die Inder verlangten
-nicht einmal einen Schluck Wasser.
-</p>
-
-<p>
-Sie bissen die Zähne zusammen und ertrugen alles, sie hielten aus,
-obwohl die Luft allmählich heiß, ja glühend zu werden schien.
-</p>
-
-<p>
-Man arbeitete wie in der Hölle, die Leute benutzten die kurzen
-Pausen während ihrer Tätigkeit dazu, um sich die Gewänder abzureißen.
-Sie arbeiteten fast nackt. Auch der Professor half, soviel er nur vermochte.
-</p>
-
-<p>
-Eben trat van Halen wieder an die Seite des Luftpiraten.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Es eilt, Kapitän, es eilt,&ldquo; sprach er kurz, aber dringlich. &bdquo;Der Komet
-kommt herab, die beiden Teile des Weltenkörpers suchen sich wieder
-zu vereinen. Die gasförmige glühende Hülle wird von neuem den
-Kern umschließen. Und bei dieser Gelegenheit müssen wir zu Atomen
-zermalmt werden.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Das mag sein,&ldquo; erwiderte Mors. &bdquo;Sie, Professor, fürchten ja den
-Tod so wenig wie ich. Vorläufig denke ich noch nicht daran, mich in
-das Unvermeidliche zu ergeben. Ich kämpfe bis zum letzten Augenblick
-und mit mir die Inder. Vorwärts, Leute, vorwärts, Terror! Es handelt
-sich um Leben und Sterben!&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Mors brauchte die Weisung nicht zu wiederholen. Die Leute arbeiteten
-mit größter Eile, schweißtriefend griffen sie zu, unterstützten sich
-und dichteten das gewaltige Leck, ohne auf die Umgebung zu achten.
-</p>
-
-<p>
-Von oben senkte sich das furchtbare Ungetüm herab.
-</p>
-
-<p>
-Der Komet glich einem feurigen Riesenmantel, der alles, was er
-erfaßte, mit Vernichtung bedrohte. Schrecklich, grauenvoll sah es aus,
-wie das Ungetüm näher und näher kam. Kein Zweifel, nun mußte die
-Katastrophe erfolgen.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Haltet aus, Leute,&ldquo; schallte die Stimme des Kapitäns durch den
-Höllenlärm der Naturgewalten. &bdquo;Ich will zur Erde zurück, ich will einem
-Schurken die Larve vom Gesicht reißen. Zeigt, was Ihr könnt. Ihr seid
-meine Leute, die weder Tod noch Teufel fürchten. Rasch, rasch, es gilt
-die letzte Lücke zu schließen.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Das Metall dröhnte unter den Schlägen der Hämmer. Das glühende
-Blei zischte auf den Fugen und verschloß jede Ritze. Mors war allenthalben
-der erste, ihm entging nichts, er sah die kleinste Oeffnung, und
-sofort wurde diese verschlossen, mit Blei überschmolzen.
-</p>
-
-<p>
-Das Getöse in den Lüften war jetzt geradezu fürchterlich, aber die
-Stimme des Luftpiraten war selbst durch diesen grausigen Tumult vernehmbar.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;In den &bdquo;Meteor&ldquo;, Leute,&ldquo; klang es, &bdquo;rasch hinein. Das Leck im
-Metallrumpf ist verstopft. Hinein! Terror und ich, wir werden den Luftzufuhrapparat
-in Ordnung bringen.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Die Inder gehorchten. Es war auch die höchste Zeit. Die Hitze war
-bereits erstickend geworden. Alles in der Runde schien zu glühen.
-</p>
-
-<p>
-Mühsam erhielten sich die Braven auf den Füßen und schleppten
-den Professor mit sich, der zusammenzubrechen drohte.
-</p>
-
-<p>
-Mors und Terror blieben noch zurück und schoben mit ganzer
-Kraft den Luftregelungsapparat in die dazu bestimmten Höhlungen und
-Rinnen.
-</p>
-
-<p>
-Noch einmal tönten Hammerschläge, während Terror die Schrauben
-zuzog. Der brave Ingenieur war dem Ersticken nahe.
-</p>
-
-<p>
-Jetzt war die letzte Arbeit getan. Mors faßte seinen treuen Gefährten
-und zog ihn mit Riesenkraft nach dem Weltenfahrzeug. In wenigen
-Augenblicken hatte sich die Doppeltür hinter den zwei Männern geschlossen.
-</p>
-
-<p>
-Hier drinnen war es gewiß nicht kühl, aber den Männern kam es
-vor, als ob sie plötzlich in einen Eiskeller geraten wären.
-</p>
-
-<p>
-Diese Luft belebte sie wie durch einen Zauber. Die Erschöpften,
-Halberstickten fühlten neue Kraft. Mors und Terror eilten nach dem
-Lenkraum.
-</p>
-
-<p>
-Es war die höchste Zeit, kaum eine halbe Stunde später, und der
-&bdquo;Meteor&ldquo; wäre vernichtet worden.
-</p>
-
-<p>
-Auch jetzt entging das Weltenfahrzeug nur mit knapper Not dem
-Verderben, indem es gerade noch im letzten Moment durch den Zwischenraum,
-der sich noch zwischen den beiden Kometen befand, hindurchsauste.
-</p>
-
-<p>
-Grauenvoll war der Anblick, alles schien in Feuer getaucht zu sein.
-Die furchtbare Schnelligkeit des Weltenfahrzeuges aber rettete den Koloß,
-der jetzt in den luftleeren Raum hinauseilte.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Gerettet!&ldquo; sprach Mors, als die furchtbare Glut allmählich nachließ.
-&bdquo;Im letzten Augenblick gerettet!&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Und auch noch etwas anderes ist gerettet,&ldquo; sprach der Professor,
-der jetzt eben in den Lenkraum trat. &bdquo;Der Zusammenstoß oder richtiger
-gesagt die Wiedervereinigung der beiden Kometen hat es bewirkt. Zurück
-zur Erde, dort sollen die Menschen eine wichtige Botschaft hören.&ldquo;
-</p>
-
-<h2 class="chapter" id="chapter-0-6">
-<span class="firstline">6. Kapitel.</span><br />
-Vergeltung.
-</h2>
-
-<p class="first">
-Ein und ein halber Monat waren seit jenem Tage verflossen, wo der
-Herrscher mit dem Luftpiraten in stiller Mitternachtsstunde zusammentraf.
-</p>
-
-<p>
-Nach den Berechnungen der Gelehrten sollten nur noch fünfzehn
-Tage vergehen, bis der gefürchtete Zusammenstoß zwischen der Erde
-und dem Doppelkometen erfolgte.
-</p>
-
-<p>
-Auf der Erde hatte man die Wiedervereinigung und den Zusammenstoß
-des Kometenpaares nicht beobachtet.
-</p>
-
-<p>
-Merkwürdigerweise umhüllten gewaltige Wolkenmassen den ganzen
-Erdball und zwar waren diese Wolkenmassen in allen Zonen aufgetreten.
-</p>
-
-<p>
-Nur hier und da entstand eine flüchtige Lücke, die man zur Beobachtung
-benutzen konnte.
-</p>
-
-<p>
-Da kamen denn Botschaften und Depeschen, Nachrichten über
-das Nahen des Kometen.
-</p>
-
-<p>
-Die Zeit zu Beobachtungen war nur kurz, so daß man nichts Sicheres
-ermitteln konnte.
-</p>
-
-<p>
-Dennoch hatte ein berühmter Professor aus der Neuen Welt ein
-Telegramm geschickt, welches allenthalben verbreitet wurde.
-</p>
-
-<p>
-Der berühmte Gelehrte depeschierte, daß mit dem Kometen irgend
-eine Veränderung vorgegangen sein müßte, im übrigen aber stünde
-er der Erde recht nahe.
-</p>
-
-<p>
-Vielleicht war das eine kleine Hoffnung auf eine Wendung des
-drohenden Schicksals. Indessen glaubten doch die meisten an den Untergang
-der Erde.
-</p>
-
-<p>
-Der Empörung aber war man jetzt mit dem Aufgebot aller Energie
-einigermaßen Herr geworden.
-</p>
-
-<p>
-Der Janhagel,
-das Gesindel, welches durch die Aussicht auf Beute aus seinen Verstecken
-hervorgelockt wurde, erhielt einen furchtbaren Denkzettel, die
-wankenden Soldaten kehrten zu ihrer Pflicht zurück und schützten so
-gut als möglich die bürgerlichen Kreise.
-</p>
-
-<p>
-Freilich mußte man ganze Horden von Verbrechern und raubsüchtigen
-Unholden niederschießen, aber das war kein Verlust für die
-Menschheit.
-</p>
-
-<p>
-Dennoch flatterte die Fahne des Aufruhrs immer wieder empor,
-bald hier, bald dort, hauptsächlich auf dem Lande.
-</p>
-
-<p>
-Da kamen Nachrichten von verwüsteten Schlössern, von verbrannten
-Gehöften, überall trieben sich arbeitsscheue Elemente umher, welche
-den allgemeinen Schrecken zur Befriedigung teuflischer Lust zu
-benutzen suchten.
-</p>
-
-<p>
-In der Residenz herrschte scheinbar Ruhe.
-</p>
-
-<p>
-Man konnte in der Tat diese Ruhe nur eine scheinbare nennen,
-vielleicht weil die Wolkenmassen den Anblick des nahenden Vernichters
-verdeckten.
-</p>
-
-<p>
-Mit geheimem Schrecken dachten die Machthaber an den Augenblick,
-wo sich die Wolkenmassen zerstreuten und das nahende Ungetüm
-sichtbar werden würde.
-</p>
-
-<p>
-Vielleicht kam es dann von neuem zum Aufruhr, zur entfesselten
-Wut der Volksmassen, die sich kurz vor ihrem Tode noch einmal aller
-Lebenslust überlassen wollten.
-</p>
-
-<p>
-Aber im großen Residenzschlosse war es noch etwas anderes, was
-die Gemüter beunruhigte.
-</p>
-
-<p>
-Die junge Prinzessin, welche einst der dämonische Baron begehrt,
-dieser Gelehrte, der seine Wissenschaft so übel benutzte, sie war es, welche
-von Zeit zu Zeit beunruhigende Beobachtungen machte.
-</p>
-
-<p>
-Es schien, als ob eine unsichtbare, geheimnisvolle Gewalt es auf sie
-abgesehen, und auch die Dienerschaft im Schlosse hatte Sonderbares
-bemerkt. Ein paar Lakaien wollten sogar eine schattenhafte Gestalt in
-dem ältesten Teile des Schlosses gesehen haben.
-</p>
-
-<p>
-Natürlich wurde nachgesucht, aber nichts gefunden. Man hielt es
-für eine Täuschung, manche meinten auch, es sei Gespensterspuk gewesen.
-</p>
-
-<p>
-Von dem verschollenen Baron hatte man noch immer keine Nachricht,
-aber der Herrscher ahnte, daß dieser Mann nicht weit entfernt sei.
-Er kannte seine Rachsucht, seine Eitelkeit, er mußte von diesem Manne
-das Schlimmste erwarten.
-</p>
-
-<p>
-Möglicherweise hetzte er die Volksmassen noch immer auf, zumal
-ihm große Mittel zur Verfügung standen. Oefter hörte man des Nachts
-Tumulte und dann mußten die Soldaten Zusammenrottungen auseinander
-sprengen.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Ich wünschte, es wäre erst alles zu Ende,&ldquo; sprach der Herrscher
-zu dem Prinzen, der ihm seinerzeit den Luftpiraten zugeführt. &bdquo;Wenn
-der Untergang der Welt unvermeidlich ist, so wünschte ich, er wäre
-schon da, damit meine Augen nicht vorher alle Greuel entfesselter Leidenschaften
-sehen müßten.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Aber der Prinz hatte auf alle diese Reden nur immer die eine Antwort:
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Er wird kommen,&ldquo; sprach er. &bdquo;Ich weiß es. Kapitän Mors hat
-gesagt, daß er Botschaft bringen will. Und er hält sein Wort. Ich kenne
-diesen Mann besser als viele andere. Er kommt, es kann jeden Tag von
-ihm Botschaft eintreffen.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Vielleicht hat er längst den Untergang gefunden,&ldquo; meinte der
-Herrscher, auf den die Erscheinung des Luftpiraten gewaltigen Eindruck
-gemacht hatte. &bdquo;Vielleicht hat er sich, den Untergang der Erde voraussehend,
-auf einen anderen Planeten hinübergerettet.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Der Prinz schüttelte den Kopf und schwieg. Er gab die Hoffnung
-nicht auf. Er ahnte, daß er Kapitän Mors wiedersehen würde. Die Antwort
-konnte nicht direkt kommen, sondern sie wurde höchstwahrscheinlich
-durch Professor van Halen an jenen Gelehrten geschickt, mit
-dem er von Zeit zu Zeit Nachrichten wechselte.
-</p>
-
-<p>
-Dieser Gelehrte weilte in der großen Sternwarte der Residenz, einem
-ausgedehnten, mit allen modernen Errungenschaften ausgestatteten
-Gebäude.
-</p>
-
-<p>
-Dort befand sich auch eine Station für Funkentelegraphie, die aber
-in der letzten Zeit gar nicht benutzt worden war.
-</p>
-
-<p>
-Ein recht unruhiger Tag war vorübergegangen. Gegen Abend trafen
-neue Nachrichten ein, die einen furchtbaren Aufstand ziemlich gewiß
-machten. Es war kein Zweifel, unruhige Elemente wurden aufgehetzt,
-die Unzufriedenheit geschürt. Das kaum unterdrückte Feuer drohte
-wieder emporzuflammen.
-</p>
-
-<p>
-Sorgenvoll hatte der Herrscher die Berichte angehört.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Es ist nichts mehr zu retten,&ldquo; sprach er. &bdquo;Es kommt zur grauenvollsten
-Katastrophe.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Da meldete der diensthabende Kammerherr einen neuen Besucher
-und mit Erstaunen, aber auch Erregung hörte der Herrscher den Namen
-des gelehrten Mannes, der mit Professor van Halen in Verbindung stehen
-sollte.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Ich habe eine Botschaft von meinem Freunde,&ldquo; begann der Gelehrte,
-als er die fragenden Blicke des Herrschers gewahrte. &bdquo;Ich habe sie
-mit der Funkentelegraphie empfangen. Die Nachricht lautet aber recht
-sonderbar. Ich kann eigentlich gar nicht daraus klug werden. Jedenfalls
-erhielt ich die Weisung, sie augenblicklich nach dem Residenzschloß zu
-bringen.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Und wie lautet die Botschaft?&ldquo; rief der mächtige Mann in gespanntester
-Erwartung.
-</p>
-
-<p>
-Der Gelehrte zog ein Stück Papier hervor.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Sie lautet folgendermaßen,&ldquo; begann er. &bdquo;Melden Sie auf der Stelle
-im Residenzschlosse, daß sich in dieser Nacht in der Mitternachtsstunde
-einige treue, zuverlässige und bewaffnete Männer in der Nähe des Pavillons
-aufhalten sollen. Es gilt jemand festzuhalten, der auf rätselhafte
-Weise den Schloßpark betreten kann. Es handelt sich auch um die Sicherheit
-einer hochstehenden Person, der Gefahr zu drohen scheint.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Das ist alles,&ldquo; setzte der Gelehrte hinzu.
-</p>
-
-<p>
-Da trat der Prinz hinzu.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Ich weiß zwar auch nicht, was es bedeutet,&ldquo; hob er an. &bdquo;Aber ich
-bin überzeugt, daß der rätselhafte Maskierte zurückgekehrt ist und daß
-diese Nachricht etwas Wichtiges bedeutet. Ich werde gleich die nötigen
-Vorkehrungen treffen.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Ja, tue es,&ldquo; sprach der Herrscher zum Prinzen. &bdquo;Ich werde auch
-um Mitternacht im Parke sein. Ich muß wissen, was da vorgeht. Ich will
-alles erfahren.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Der Prinz säumte keinen Augenblick, das geheimnisvolle Gebot,
-welches offenbar vom Luftpiraten ausging, zu erfüllen.
-</p>
-
-<p>
-Es gab noch zuverlässige Leute genug, auf die man sich unbedingt
-verlassen konnte, vor allen Dingen auf die Schloßwache, eine aus altgedienten
-Soldaten bestehende Leibgarde.
-</p>
-
-<p>
-Es waren erprobte Männer, tapfer, entschlossen, jeden Augenblick
-bereit, ihren letzten Blutstropfen für das Herrscherhaus und dessen Angehörige
-herzugeben.
-</p>
-
-<p>
-Der Prinz beorderte diese Leibwache bei eintretender Nacht in den
-Schloßpark und wies den Bewaffneten selbst die Verstecke, in denen sie
-die Entwicklung der Dinge abwarten sollten.
-</p>
-
-<p>
-In kürzester Frist hatte sich jeder der Männer ein Versteck ausgesucht,
-und nun schien der Schloßpark so einsam und verlassen zu sein
-wie sonst in der Nacht. Nirgends sah man einen Menschen.
-</p>
-
-<p>
-Auch der Prinz und der Herrscher hüllten sich in ihre Mäntel und
-suchten sich einen Platz aus, wo sie vielleicht fünfzig Schritte vom Pavillon
-stehend, die Umgebung beobachten konnten.
-</p>
-
-<p>
-Zu sehen war freilich nicht viel. Die Umgebung des Pavillons war
-kaum in ihren Umrissen zu unterscheiden. Die dichten Wolkenmassen,
-welche den Himmel schon seit Wochen verhüllten, brachten große
-Dunkelheit zu Wege.
-</p>
-
-<p>
-Allerdings war ein Teil der Bewaffneten mit elektrischen Laternen
-versehen, aber diese sollten erst in Funktion gesetzt werden, wenn es
-nötig wurde.
-</p>
-
-<p>
-Noch war alles still, aber mit einem Male faßte der Prinz den Arm
-des Herrschers. Man vernahm verworrene Geräusche unter der Erde.
-Man hörte Schreie, dann etwas wie einen dumpfen Knall, der sich mehrmals
-wiederholte. Jetzt wurde das Geräusch deutlicher, und mit einem
-Male klang es vom Pavillon her. Dort wurde es lebendig. Man hörte ein
-Knicken und Knacken in den Gebüschen und es schien dem Herrscher,
-als ob dunkle Gestalten zum Vorschein kämen. Unmittelbar darauf
-wurde es hell.
-</p>
-
-<p>
-Die Lichtstrahlen glichen der grellen Beleuchtung eines Scheinwerfers
-und irrten nach allen Richtungen in die Runde. Dieser Lichtschein
-beleuchtete bewaffnete Männer, die in großer Hast durch die Büsche
-rannten.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Haltet sie fest,&ldquo; schallte plötzlich eine mächtige Stimme, die dem
-Herrscher sofort bekannt schien. &bdquo;Laßt keinen entrinnen. Sie haben
-Böses im Sinne. Haltet sie fest und wenn sie Widerstand leisten, so
-macht sie nieder.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-In diesem Augenblick wurde es überall hell. Die Leibgarden des
-Herrschers setzten ihre elektrischen Leuchten in Funktion und stürzten
-den bewaffneten Männern entgegen. Bei der Leibwache befand sich aber
-auch der Polizeichef, den der Prinz im Schlosse zurückbehalten.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Das sind ja langgesuchte Verbrecher,&ldquo; rief er den Soldaten zu.
-&bdquo;Gefährliche Schurken, die plötzlich spurlos verschwanden und schon
-seit längerer Zeit gesucht werden.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Die Leibgarden stürzten sich auf die bewaffneten Verbrecher, die
-sich jetzt, als sie sich umringt sahen, verzweifelt zur Wehr setzten. Sie
-hatten offenbar nichts zu verlieren und kannten das Los, das ihrer wartete.
-Es war umsonst, denn die Soldaten machten kurzen Prozeß und
-wendeten ihre Waffen ohne Rücksicht an. Man hörte die Hiebe der
-blanken Waffen, das Knattern von Schüssen. Das Gefecht setzte sich
-durch die Gänge des Schloßparkes fort, aber von den Männern, die da
-so plötzlich aus den Gebüschen hervorstürzten, entkam keiner, sie wurden
-alle erreicht und nach wütendem Widerstand zusammengehauen
-oder zusammengeschossen.
-</p>
-
-<p>
-Der Prinz und der Polizeichef stellten sich schützend vor den
-Herrscher, damit ihn nicht etwa eine verirrte Kugel erreichte, während
-der mächtige Mann, der großen, persönlichen Mut besaß, durchaus an
-dem Abenteuer teilnehmen wollte.
-</p>
-
-<p>
-Da schallte die sonore Stimme, die man vorhin vernommen, von
-neuem. &bdquo;So, ich denke, den Schurken ist das Handwerk gelegt. Aber
-den Anstifter des Frevels, den habe ich gepackt. Hier ist er. Die Leute
-sollen nicht auf ihn schießen. Ich bin&rsquo;s, den man erwartet hat, und ich
-denke, gute Botschaft zu bringen.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Der Mann mit der Maske,&ldquo; stieß der Herrscher hervor. &bdquo;Wahrhaftig,
-er ist es.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Der Herrscher, der Prinz und der Polizeichef sahen jetzt seltsame
-Dinge. Wieder teilten sich die Gebüsche in der Nähe des Pavillons, aber
-diesmal erschienen bewaffnete Inder, welche die helleuchtenden Laternen
-trugen, deren gewaltiges Licht schon vorhin das Staunen der Lauscher
-erregt hatte. Die Männer stellten sich auf dem freien Platz auf, so
-daß die Laternen denselben hell beleuchteten. Wieder teilten sich die
-Gebüsche, abermals kamen Bewaffnete zum Vorschein, die zwei gefesselte
-Männer mit sich schleppten. Der eine von ihnen war ein riesengroßer
-Inder, den man wie ein Bündel zusammengeschnürt hatte. Der zweite
-schien erst vor wenigen Augenblicken gebunden zu sein.
-</p>
-
-<p>
-Der Herrscher stieß einen Ruf höchster Ueberraschung aus. &bdquo;Das
-ist ja der Baron von ...-..&ldquo; rief er.
-</p>
-
-<p>
-In diesem Augenblick trat wieder eine Gestalt in den Lichtkreis der
-elektrischen Laternen. Diesmal war es Kapitän Mors.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Ja, das ist der Mann, der so viel Unheil angerichtet hat,&ldquo; sprach
-er. &bdquo;Es ist der gelehrte Edelmann, der sich mit Astronomie beschäftigt,
-derselbe, welcher die Prinzessin begehrte. Er war es, der die Entdeckung,
-daß ein Zusammenstoß der Erde mit dem Kometen droht, unter das
-Volk brachte. Er war es, der das Volk aufhetzte und sich durch eine
-Empörung zu rächen gedachte. Und als er nun bemerkte, daß die Empörung
-Dank der treubleibenden Truppen gedämpft wurde, da griff er
-zum letzten Mittel, um Rache zu nehmen. Seine reichen Mittel erlaubten
-es, eine Schar von Banditen und Mördern anzuwerben, die er den
-Händen der Gerechtigkeit entzog. Sie sollten in dieser Nacht in das
-Schloß einbrechen, sie sollten den Herrscher des Landes töten. Damit
-hätte dieser Unhold seine Rache genommen.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Woher wissen Sie denn das, Kapitän Mors?&ldquo; rief der Fürst in
-höchstem Staunen. &bdquo;Sind Sie denn allwissend?&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Allwissend ist nur der, der die Welten erschaffen,&ldquo; lautete die
-Antwort des Luftpiraten. &bdquo;Ich verdanke die Kunde von diesem Anschlag
-meist glücklichen Zufällen. Dieser Mann hier&ldquo; &mdash; er deutete auf den
-gefesselten Inder &mdash; &bdquo;war ebenfalls von dem Baron gewonnen. Als dieser
-seine Entdeckung des nahenden Kometen machte, ahnte er schon, daß
-ich alles aufbieten würde, um eine Panik zu verhindern. Der Baron,
-welcher öfters Reisen nach Indien unternahm, gewann diesen Menschen
-durch große Versprechungen, und es schien anfangs, als ob sein Anschlag,
-der zuerst gegen mich gerichtet war, glücken würde. Dieser Inder
-wurde von mir mit anderen Gebirgsbewohnern angeworben und er
-schwur Treue. In Wirklichkeit brachte er schon die Höllenmaschine
-mit, die mein Weltenfahrzeug vernichten sollte. Und als dieser Mensch,
-der alles aufs schärfste beobachtete, erfuhr, daß ich die Reise nach dem
-nahenden Kometen antreten wollte, vollführte er den Auftrag, den er
-von dem Baron erhalten. Es sind zwei Kometen da oben im Weltenall.
-Und als ich auf dem einen landete, wurde mein Fahrzeug fast vernichtet.
-Erst im letzten Moment gelang es mir, dasselbe auszubessern und
-zu flüchten, gerade, als die beiden Kometen wieder zusammenstießen.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Wie,&ldquo; rief der Herrscher in höchstem Staunen. &bdquo;Sie, Kapitän
-Mors, haben diese unheimliche Welt betreten?&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Ja, und ich bringe gute Botschaft. Der Zusammenstoß der Erde
-mit den beiden Kometen hätte unwiderruflich stattgefunden. Aber
-glücklicherweise hat der Zusammenstoß dieser beiden Weltenkörper die
-Gefahr von der Erde abgewendet. Der Zusammenstoß ist furchtbar gewesen
-und er genügte, um den Kometen, der jetzt wieder aus einer Masse
-besteht, aus seiner Bahn zu schleudern. Wenn die Wolkenmassen
-schwinden, wird man auf Erden sehen, daß der Erdball noch einmal
-gerettet ist. Der Komet eilt bereits mit rasender Schnelligkeit zur Sonne.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Mors hatte bei den letzten Worten nach oben gedeutet. Da geschah
-Seltsames. Plötzlich erhob sich ein Sturm, die Wolkenmassen, die
-bis dahin unbeweglich über der Erde gelastet, begannen sich zu bewegen.
-Sie schienen sich zu zerteilen, schon sah man hier und dort Sterne
-hindurchschimmern.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Der Komet!&ldquo; rief der Herrscher plötzlich.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Ja, er ist es,&ldquo; erwiderte Mors. &bdquo;Aber jedermann wird sehen, daß
-sich das Gestirn von der Erde abwendet. Jetzt eilt es nach der Sonne
-hinüber und von dort wird es wieder in das Unendliche hineinsausen.
-Alle mögen es hören, die Erde ist vom Verderben gerettet.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Die Leibgarden hatten diese Worte vernommen und brachen in
-Jubelrufe aus. Der Polizeichef aber trat auf Mors zu, den er mit sichtlicher
-Bewunderung betrachtete.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Und wie gelangten diese Banditen in den Park?&ldquo; fragte er.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Durch einen alten unterirdischen Gang,&ldquo; erwiderte Mors. &bdquo;Hier,
-der Inder, verriet mir manches, was seinen Auftraggeber, den Baron,
-anbetraf. Es gelang mir, diesen Unhold bei seinem Zusammentreffen
-mit den angeworbenen Banditen zu belauschen. Er hat diesen Gang
-schon öfters benutzt. In dieser Nacht sollte der Anschlag auf den Herrscher
-ausgeführt werden.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Das war die schattenhafte Gestalt, die man im alten Schloß bemerkt
-hat,&ldquo; rief der Prinz überrascht.
-</p>
-
-<p>
-Der Rachsüchtige sah alles verloren.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Kapitän Mors,&ldquo; rief der Herrscher, &bdquo;wie soll ich Ihnen danken?
-Sie haben alles, alles gerettet. Ich verdanke Ihnen mein Leben!&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Ich selbst begehre nichts,&ldquo; erwiderte der Luftpirat. &bdquo;Aber wenn
-die Mächtigen der Erde den Armen eine große Summe geben wollen,
-wenn sie die durch das Unheil entstandene Not lindern wollen, so bin
-ich&rsquo;s zufrieden.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Das soll geschehen,&ldquo; rief der Herrscher.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Das genügt mir,&ldquo; erwiderte Mors. &bdquo;Ich habe die Genugtuung, daß
-ich die Welt von dem Alpdruck, der auf ihr lastete, befreite.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Und der Baron?&ldquo; fragte der Prinz unwillkürlich.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Den nehme ich mit mir,&ldquo; erwiderte Mors finster. &bdquo;Der hat mir
-nach dem Leben getrachtet. Ganz so, wie sein verräterischer Gefährte,
-der Inder.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Der gelehrte Edelmann erbleichte. &bdquo;Gnade!&ldquo; rief er dem Herrscher
-zu. &bdquo;Ich will nicht in der Gewalt des Maskierten bleiben. Man soll mich
-hier ins Gefängnis setzen!&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Mors sah mit seinen feurigen Augen auf den Herrscher und den
-Prinzen.
-</p>
-
-<p>
-Sie reichten ihm die Hände. Er drückte sie. Dann winkte er seinen
-Indern. Im Nu faßten diese die beiden Gefangenen und schleppten sie
-nach dem geheimen Gang, der sich irgendwo in den Gebüschen befinden
-mußte.
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Den Gang versperre ich für immer,&ldquo; tönte die Stimme des Luftpiraten.
-</p>
-
-<p>
-Seine hohe, stolze Gestalt verschwand im Gebüsch, dann hörte
-man ein dumpfes Dröhnen wie von einer schweren Falltür. Und als der
-Prinz in das Gebüsch eilte, sah er nichts von dem seltsamen Mann, der
-auf dem Kometen gewesen. Kapitän Mors war mit seinen beiden Gefangenen
-spurlos verschwunden.
-</p>
-
-
-<div class="trnote">
-<p id="trnote" class="transnote"><b>Anmerkungen zur Transkription</b></p>
-
-<p>
-Dieser Text wurde nach einem Nachdruck-Auswahlband transkribiert: Heinz
-J. Galle (Hrsg.): Der Luftpirat und sein lenkbares Luftschiff. Dieter
-von Reeken, Lüneburg, 2005, S. 233-267. Moderne Zusätze und Anmerkungen
-wurden nicht übernommen. Die Originalausgaben hatten auch farbige
-Rücktitel. Diese sind in dieser Ausgabe nicht enthalten, obwohl sich
-im Text ein entsprechender Hinweis findet. Der entsprechende Rücktitel
-mit dem Plan des Weltenfahrzeuges findet sich in Band 42.
-</p>
-
-<p>
-Die Schreibweise der Buchvorlage wurde weitgehend beibehalten. Auch
-Variationen in der Schreibweise von Namen wurden nicht verändert.
-Lediglich offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert.
-</p>
-</div>
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-<pre>
-
-
-
-
-
-End of the Project Gutenberg EBook of Der Luftpirat und sein lenkbares
-Luftschiff 66: Das Weltenfahrzeug zwischen den Riesen-Kometen, by Anonymous
-
-*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER LUFTPIRAT UND SEIN ***
-
-***** This file should be named 56069-h.htm or 56069-h.zip *****
-This and all associated files of various formats will be found in:
- http://www.gutenberg.org/5/6/0/6/56069/
-
-Produced by Jens Sadowski, Norbert H. Langkau, and the
-Online Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net
-
-Updated editions will replace the previous one--the old editions will
-be renamed.
-
-Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright
-law means that no one owns a United States copyright in these works,
-so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United
-States without permission and without paying copyright
-royalties. Special rules, set forth in the General Terms of Use part
-of this license, apply to copying and distributing Project
-Gutenberg-tm electronic works to protect the PROJECT GUTENBERG-tm
-concept and trademark. Project Gutenberg is a registered trademark,
-and may not be used if you charge for the eBooks, unless you receive
-specific permission. If you do not charge anything for copies of this
-eBook, complying with the rules is very easy. You may use this eBook
-for nearly any purpose such as creation of derivative works, reports,
-performances and research. They may be modified and printed and given
-away--you may do practically ANYTHING in the United States with eBooks
-not protected by U.S. copyright law. Redistribution is subject to the
-trademark license, especially commercial redistribution.
-
-START: FULL LICENSE
-
-THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE
-PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK
-
-To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free
-distribution of electronic works, by using or distributing this work
-(or any other work associated in any way with the phrase "Project
-Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full
-Project Gutenberg-tm License available with this file or online at
-www.gutenberg.org/license.
-
-Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project
-Gutenberg-tm electronic works
-
-1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm
-electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to
-and accept all the terms of this license and intellectual property
-(trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all
-the terms of this agreement, you must cease using and return or
-destroy all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your
-possession. If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a
-Project Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound
-by the terms of this agreement, you may obtain a refund from the
-person or entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph
-1.E.8.
-
-1.B. "Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be
-used on or associated in any way with an electronic work by people who
-agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few
-things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works
-even without complying with the full terms of this agreement. See
-paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project
-Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this
-agreement and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm
-electronic works. See paragraph 1.E below.
-
-1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the
-Foundation" or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection
-of Project Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual
-works in the collection are in the public domain in the United
-States. If an individual work is unprotected by copyright law in the
-United States and you are located in the United States, we do not
-claim a right to prevent you from copying, distributing, performing,
-displaying or creating derivative works based on the work as long as
-all references to Project Gutenberg are removed. Of course, we hope
-that you will support the Project Gutenberg-tm mission of promoting
-free access to electronic works by freely sharing Project Gutenberg-tm
-works in compliance with the terms of this agreement for keeping the
-Project Gutenberg-tm name associated with the work. You can easily
-comply with the terms of this agreement by keeping this work in the
-same format with its attached full Project Gutenberg-tm License when
-you share it without charge with others.
-
-1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern
-what you can do with this work. Copyright laws in most countries are
-in a constant state of change. If you are outside the United States,
-check the laws of your country in addition to the terms of this
-agreement before downloading, copying, displaying, performing,
-distributing or creating derivative works based on this work or any
-other Project Gutenberg-tm work. The Foundation makes no
-representations concerning the copyright status of any work in any
-country outside the United States.
-
-1.E. Unless you have removed all references to Project Gutenberg:
-
-1.E.1. The following sentence, with active links to, or other
-immediate access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear
-prominently whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work
-on which the phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the
-phrase "Project Gutenberg" is associated) is accessed, displayed,
-performed, viewed, copied or distributed:
-
- This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and
- most other parts of the world at no cost and with almost no
- restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it
- under the terms of the Project Gutenberg License included with this
- eBook or online at www.gutenberg.org. If you are not located in the
- United States, you'll have to check the laws of the country where you
- are located before using this ebook.
-
-1.E.2. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is
-derived from texts not protected by U.S. copyright law (does not
-contain a notice indicating that it is posted with permission of the
-copyright holder), the work can be copied and distributed to anyone in
-the United States without paying any fees or charges. If you are
-redistributing or providing access to a work with the phrase "Project
-Gutenberg" associated with or appearing on the work, you must comply
-either with the requirements of paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 or
-obtain permission for the use of the work and the Project Gutenberg-tm
-trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or 1.E.9.
-
-1.E.3. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted
-with the permission of the copyright holder, your use and distribution
-must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any
-additional terms imposed by the copyright holder. Additional terms
-will be linked to the Project Gutenberg-tm License for all works
-posted with the permission of the copyright holder found at the
-beginning of this work.
-
-1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm
-License terms from this work, or any files containing a part of this
-work or any other work associated with Project Gutenberg-tm.
-
-1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this
-electronic work, or any part of this electronic work, without
-prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with
-active links or immediate access to the full terms of the Project
-Gutenberg-tm License.
-
-1.E.6. You may convert to and distribute this work in any binary,
-compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including
-any word processing or hypertext form. However, if you provide access
-to or distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format
-other than "Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official
-version posted on the official Project Gutenberg-tm web site
-(www.gutenberg.org), you must, at no additional cost, fee or expense
-to the user, provide a copy, a means of exporting a copy, or a means
-of obtaining a copy upon request, of the work in its original "Plain
-Vanilla ASCII" or other form. Any alternate format must include the
-full Project Gutenberg-tm License as specified in paragraph 1.E.1.
-
-1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying,
-performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works
-unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9.
-
-1.E.8. You may charge a reasonable fee for copies of or providing
-access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works
-provided that
-
-* You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from
- the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method
- you already use to calculate your applicable taxes. The fee is owed
- to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he has
- agreed to donate royalties under this paragraph to the Project
- Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments must be paid
- within 60 days following each date on which you prepare (or are
- legally required to prepare) your periodic tax returns. Royalty
- payments should be clearly marked as such and sent to the Project
- Gutenberg Literary Archive Foundation at the address specified in
- Section 4, "Information about donations to the Project Gutenberg
- Literary Archive Foundation."
-
-* You provide a full refund of any money paid by a user who notifies
- you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he
- does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm
- License. You must require such a user to return or destroy all
- copies of the works possessed in a physical medium and discontinue
- all use of and all access to other copies of Project Gutenberg-tm
- works.
-
-* You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of
- any money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the
- electronic work is discovered and reported to you within 90 days of
- receipt of the work.
-
-* You comply with all other terms of this agreement for free
- distribution of Project Gutenberg-tm works.
-
-1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project
-Gutenberg-tm electronic work or group of works on different terms than
-are set forth in this agreement, you must obtain permission in writing
-from both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and The
-Project Gutenberg Trademark LLC, the owner of the Project Gutenberg-tm
-trademark. Contact the Foundation as set forth in Section 3 below.
-
-1.F.
-
-1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable
-effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread
-works not protected by U.S. copyright law in creating the Project
-Gutenberg-tm collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm
-electronic works, and the medium on which they may be stored, may
-contain "Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate
-or corrupt data, transcription errors, a copyright or other
-intellectual property infringement, a defective or damaged disk or
-other medium, a computer virus, or computer codes that damage or
-cannot be read by your equipment.
-
-1.F.2. LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right
-of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project
-Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project
-Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project
-Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all
-liability to you for damages, costs and expenses, including legal
-fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT
-LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE
-PROVIDED IN PARAGRAPH 1.F.3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE
-TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE
-LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR
-INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH
-DAMAGE.
-
-1.F.3. LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a
-defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can
-receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a
-written explanation to the person you received the work from. If you
-received the work on a physical medium, you must return the medium
-with your written explanation. The person or entity that provided you
-with the defective work may elect to provide a replacement copy in
-lieu of a refund. If you received the work electronically, the person
-or entity providing it to you may choose to give you a second
-opportunity to receive the work electronically in lieu of a refund. If
-the second copy is also defective, you may demand a refund in writing
-without further opportunities to fix the problem.
-
-1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth
-in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS', WITH NO
-OTHER WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT
-LIMITED TO WARRANTIES OF MERCHANTABILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.
-
-1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied
-warranties or the exclusion or limitation of certain types of
-damages. If any disclaimer or limitation set forth in this agreement
-violates the law of the state applicable to this agreement, the
-agreement shall be interpreted to make the maximum disclaimer or
-limitation permitted by the applicable state law. The invalidity or
-unenforceability of any provision of this agreement shall not void the
-remaining provisions.
-
-1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the
-trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone
-providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in
-accordance with this agreement, and any volunteers associated with the
-production, promotion and distribution of Project Gutenberg-tm
-electronic works, harmless from all liability, costs and expenses,
-including legal fees, that arise directly or indirectly from any of
-the following which you do or cause to occur: (a) distribution of this
-or any Project Gutenberg-tm work, (b) alteration, modification, or
-additions or deletions to any Project Gutenberg-tm work, and (c) any
-Defect you cause.
-
-Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm
-
-Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
-electronic works in formats readable by the widest variety of
-computers including obsolete, old, middle-aged and new computers. It
-exists because of the efforts of hundreds of volunteers and donations
-from people in all walks of life.
-
-Volunteers and financial support to provide volunteers with the
-assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
-goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
-remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
-Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
-and permanent future for Project Gutenberg-tm and future
-generations. To learn more about the Project Gutenberg Literary
-Archive Foundation and how your efforts and donations can help, see
-Sections 3 and 4 and the Foundation information page at
-www.gutenberg.org
-
-
-
-Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
-
-The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
-501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
-state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
-Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
-number is 64-6221541. Contributions to the Project Gutenberg Literary
-Archive Foundation are tax deductible to the full extent permitted by
-U.S. federal laws and your state's laws.
-
-The Foundation's principal office is in Fairbanks, Alaska, with the
-mailing address: PO Box 750175, Fairbanks, AK 99775, but its
-volunteers and employees are scattered throughout numerous
-locations. Its business office is located at 809 North 1500 West, Salt
-Lake City, UT 84116, (801) 596-1887. Email contact links and up to
-date contact information can be found at the Foundation's web site and
-official page at www.gutenberg.org/contact
-
-For additional contact information:
-
- Dr. Gregory B. Newby
- Chief Executive and Director
- gbnewby@pglaf.org
-
-Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
-Literary Archive Foundation
-
-Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
-spread public support and donations to carry out its mission of
-increasing the number of public domain and licensed works that can be
-freely distributed in machine readable form accessible by the widest
-array of equipment including outdated equipment. Many small donations
-($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
-status with the IRS.
-
-The Foundation is committed to complying with the laws regulating
-charities and charitable donations in all 50 states of the United
-States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
-considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
-with these requirements. We do not solicit donations in locations
-where we have not received written confirmation of compliance. To SEND
-DONATIONS or determine the status of compliance for any particular
-state visit www.gutenberg.org/donate
-
-While we cannot and do not solicit contributions from states where we
-have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
-against accepting unsolicited donations from donors in such states who
-approach us with offers to donate.
-
-International donations are gratefully accepted, but we cannot make
-any statements concerning tax treatment of donations received from
-outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
-
-Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
-methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
-ways including checks, online payments and credit card donations. To
-donate, please visit: www.gutenberg.org/donate
-
-Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic works.
-
-Professor Michael S. Hart was the originator of the Project
-Gutenberg-tm concept of a library of electronic works that could be
-freely shared with anyone. For forty years, he produced and
-distributed Project Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of
-volunteer support.
-
-Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
-editions, all of which are confirmed as not protected by copyright in
-the U.S. unless a copyright notice is included. Thus, we do not
-necessarily keep eBooks in compliance with any particular paper
-edition.
-
-Most people start at our Web site which has the main PG search
-facility: www.gutenberg.org
-
-This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
-including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
-Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
-subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.
-
-
-
-</pre>
-
-</body>
-</html>
diff --git a/old/56069-h/images/banner.jpg b/old/56069-h/images/banner.jpg
deleted file mode 100644
index b2f16c6..0000000
--- a/old/56069-h/images/banner.jpg
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/56069-h/images/cover-page.jpg b/old/56069-h/images/cover-page.jpg
deleted file mode 100644
index 08dfb10..0000000
--- a/old/56069-h/images/cover-page.jpg
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/56069-h/images/pic066.jpg b/old/56069-h/images/pic066.jpg
deleted file mode 100644
index dbb82b4..0000000
--- a/old/56069-h/images/pic066.jpg
+++ /dev/null
Binary files differ