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-The Project Gutenberg EBook of Der Luftpirat und sein lenkbares Luftschiff
-40: Die Empörung im Weltenfahrzeug, by Anonymous
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and most
-other parts of the world at no cost and with almost no restrictions
-whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms of
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-
-Title: Der Luftpirat und sein lenkbares Luftschiff 40: Die Empörung im Weltenfahrzeug
-
-Author: Anonymous
-
-Release Date: November 28, 2017 [EBook #56065]
-
-Language: German
-
-Character set encoding: ISO-8859-1
-
-*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER LUFTPIRAT UND SEIN ***
-
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-
-
-Produced by Jens Sadowski, Norbert H. Langkau, and the
-Online Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net
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- 40. Band. Jeder Band ist vollständig abgeschlossen.
- Preis 10 Pf. (15 Heller.)
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- Der Luftpirat und sein lenkbares Luftschiff.
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- Die Empörung im Weltenfahrzeug.
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- [Illustration: Ein grauenvoller Anblick bot sich den Eintretenden
- dar. Die Körper der beiden Männer wurden in furchtbarem Wirbel
- von der unheimlichen Maschine umhergeschleudert.]
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- Druck- und Verlags-Gesellschaft
- Berlin
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- Die Empörung im Weltenfahrzeug.
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- 1. Kapitel.
- Das seltsame Licht.
-
-
-Dichter Nebel bedeckte Land und Meer.
-
-Die grauen Massen lagerten sich schwer über die schäumenden Wogen, sodaß
-das Auge nicht in die Weite zu schweifen vermochte.
-
-Auch auf der geheimnisvollen Insel des Kapitän Mors lagen die Nebel und
-dieser Umstand brachte es dahin, daß die Wachsamkeit, die auf der Insel
-herrschte, verdoppelt wurde.
-
-Allerdings hatte man keine Schiffe gewahrt und auch kein Zeichen eines
-feindlichen Angriffes bemerkt. Dagegen hatte Kapitän Mors, der stets und
-ständig Erkundigungen in der Welt einzog, einiges erfahren, was ihm zu
-denken gab. Es schien, als ob wieder mal ein Angriff auf die
-geheimnisvolle Insel geplant wurde. --
-
-Die Nacht war vorüber und der Morgen dämmerte. Durch die Nebelmassen
-schritt der stolze Mann, der das lenkbare Luftschiff und das
-Weltenfahrzeug erbaut und hier auf der Insel wie ein König in seinem
-Reiche herrschte.
-
-Kapitän Mors inspizierte die Wächter, die er hier und dort am
-Klippenstrand der Felseninsel aufgestellt hatte und ließ sich von ihnen
-Bericht erstatten.
-
-Soeben nahte er einem hohen Klippenrand, dort stand im Schutz einiger
-gewaltiger Felsblöcke eine Männergestalt, die sich zum Schutz gegen die
-feuchtkalten Nebel in eine große Decke eingehüllt hatte.
-
-Es war einer der Inder, einer der treuen Gefährten des Kapitän Mors. Er
-trat an den Wächter heran.
-
-»Ist etwas vorgefallen?« fragte er mit jenem freundlichen Ernst, den er
-stets seinen Leuten zeigte.
-
-Kapitän Mors erwartete eine verneinende Antwort, denn der Nebel
-versperrte ja jede Fernsicht, die Antwort setzte ihn daher in einiges
-Erstaunen.
-
-»Gesehen habe ich was, Kapitän,« lautete der Bescheid des
-Wachehaltenden, »und zwar gegen Morgen. Als sich der Morgenwind erhob,
-blies er tüchtig in die Nebelmassen und trieb sie ein wenig auseinander.
-Da habe ich einige hundert Meter von der Insel ein sonderbares Licht
-gesehen, es war ein bläulich-grüner Schimmer, der zuweilen aufzuckte und
-dann wieder verschwand. Es wiederholte sich noch mehrmals.«
-
-»Also ein Schiff,« meinte Kapitän Mors ruhig. »So scheinen die Gerüchte,
-die ich vernommen, doch auf Wahrheit zu beruhen. Nun, mögen meine Gegner
-nur kommen, sie finden einen heißen Empfang, ich würde diesmal keine
-Schonung kennen. Wenn sie mich reizen, will ich ihnen mal meine Macht
-zeigen.«
-
-»Nein, Kapitän, ein Schiff war es nicht,« fuhr der Wächter fort. »Der
-Wind hatte die Nebelmassen völlig verjagt und da hätte ich ein Schiff
-sehen müssen, ja selbst einen Gegenstand, der nur so groß wie ein Boot
-gewesen wäre. An der Stelle, wo das Licht aufflimmerte, sah ich nichts
-als die Gewässer, welche im regelmäßigen Kommen und Gehen gegen unsere
-Felsenküste brandeten. Das war ja eben das Sonderbare.«
-
-»So, so,« erwiderte Kapitän Mors gedehnt, »und Du hast Dich nicht
-getäuscht?«
-
-»Nein, Kapitän, denn ich habe das Licht immer wieder beobachtet, bis es
-endlich verschwand. Im Meere gibt es ja viele Geheimnisse und da wollte
-ich Euch schon fragen, ob es nicht ein ungeheures Tier gewesen sein
-kann. Gibt es doch sogar elektrisch leuchtende Fische. Könnte da nicht
-irgend ein solches Riesentier aus den Tiefen des Meeres emporgestiegen
-sein?«
-
-»Ich bezweifle es,« erwiderte Kapitän Mors. »Allerdings gibt es große
-Fische, die eine Art natürlicher Leuchtapparate besitzen, aber dies
-Licht ist doch zu schwach, um in solcher Entfernung bemerkt zu werden.
-Auch würden derartige Seeungeheuer, die in ungeheuren Tiefen leben,
-alsbald den Tod finden. Schade, daß ich das Licht nicht selbst gesehen
-habe, aber ich werde jetzt meine Maßnahmen darnach treffen.«
-
-Kapitän Mors blieb noch eine ganze Weile bei dem Wächter und beide
-Männer blickten auf das Meer, aber die Nebelmassen zogen sich immer
-dichter und dichter zusammen.
-
-Der Mann an der Seite des Kapitän Mors schien öfters zusammenzuzucken,
-er zitterte krampfhaft und Kapitän Mors schien dies bald zu bemerken.
-
-»Fühlst Du noch immer die krankhaften Zuckungen in Deinem Körper?«
-fragte er plötzlich. »Ich habe diesen Zustand auch bei Deinen Gefährten
-beobachtet, welche die Fahrten im Weltenfahrzeug unternahmen.«
-
-»Allerdings, Kapitän,« klang es zurück. »Zeitweise ist es, als ob die
-Glieder völlig gelähmt seien, es gibt Stunden, in denen man sich kaum
-bewegen kann.«
-
-»Seltsam,« murmelte Kapitän Mors. »Weder ich, noch Star oder Terror
-haben etwas von diesen Anfällen bemerkt, auch die Töchter des Ingenieurs
-und der Astronom sind von solchen Anfechtungen verschont geblieben. Es
-scheint, daß nur die Inder unter den Fahrten im Weltenfahrzeug leiden.
-Das kommt wohl daher, daß sie aus einem tropischen Lande stammen, und
-ihre Körper weniger widerstandsfähig sind, als die der Europäer.«
-
-»Ich glaube es auch, Kapitän, aber wir werden uns daran gewöhnen. Wir
-werden aushalten, bis wir bei den Fahrten im Weltenraum dieselbe
-Widerstandskraft besitzen. Der Mensch gewöhnt sich ja an alles.«
-
-»Das ist richtig,« antwortete Kapitän Mors, »aber ich habe keine Lust,
-die Gesundheit meiner getreuen Anhänger zu vernichten. Dabei bin ich
-doch auf meine Inder angewiesen. Nun vielleicht wird sich auch hier Rat
-schaffen lassen.«
-
-Das verdächtige Licht zeigte sich nicht mehr und die Nebel blieben. Die
-Sonne vermochte nicht, diese grauen Massen zu durchbrechen, es schien,
-als hätte eine böse Fee die Insel und das ganze weite Meer verzaubert.
-
-Kapitän Mors sprach nicht über die Beobachtung des Inders, aber er ließ
-alle nur erdenklichen Vorsichtsmaßregeln treffen.
-
-An den meisten Stellen war ja die Insel völlig unzugänglich und bot den
-Anblick einer kolossalen Felsenmasse.
-
-An den wenigen Stellen aber, wo eine Landung möglich schien, wurden
-sonderbar aussehende Apparate aufgestellt, die von zuverlässigen Leuten
-bedient wurden.
-
-Das waren Zerstörungsapparate, welche dem Erfindungsgenie des Kapitän
-Mors ihre Entstehung verdankten.
-
-Diese Apparate konnten auf ziemliche Entfernung hin zerstörend wirken,
-sie konnten gepanzerte Schiffe vernichten. Kapitän Mors hatte keine
-Lust, ein Betreten seines Reiches zu dulden.
-
-Er gab den Männern, welche die Zerstörungsapparate bedienten, Vollmacht,
-daß sie nach ihrem eigenen Gutdünken handeln sollten, gebot aber, wenn
-irgend möglich, das Hauptquartier, wie er sein Heim auf der Insel
-nannte, beim Erkennen verdächtiger Gegenstände benachrichtigen zu
-wollen.
-
-Der Vormittag verging ruhig.
-
-Alle Männer auf der geheimnisvollen Insel beobachteten das Meer, soweit
-es eben der durch die Nebelmassen gehemmte Blick erlaubte.
-
-Auch die Männer des Kapitäns meinten, daß irgend ein Anschlag geplant
-sei, der möglicherweise mit besonderer Heimtücke in Szene gesetzt werden
-würde.
-
-Am Nachmittag begann sich der Wind, der sich völlig gelegt, wieder zu
-erheben, er wurde stärker und stärker und entwickelte sich allgemach zu
-einem Sturme.
-
-In kurzer Zeit schlugen die Wellen mit fürchterlicher Gewalt gegen das
-Klippenufer, es war ein großartiges Schauspiel, wie der Sturm die
-Nebelmassen durcheinander schleuderte.
-
-Die Bewohner der Insel kannten solche Naturereignisse. Die dichten Nebel
-waren gewöhnlich die Vorboten schwerer Stürme, die sich zuletzt zu
-wahrhaft rasenden Orkanen steigerten.
-
-Das schien auch diesmal der Fall zu sein, denn der Wind nahm derartig
-zu, daß sich die majestätischen Stämme der Kokospalmen wie dünne
-Grashalme bogen, daß die Kronen der Palmen beinahe den Erdboden
-berührten.
-
-Aber für die Bewohner der Insel war nichts zu besorgen.
-
-Alle Gebäude waren fest errichtet und an Stellen erbaut, wo sie gegen
-den wütenden Sturm Schutz fanden. Die Häuser an der Haupteinfahrt
-bestanden aus Stein und konnten selbst dem wütendsten Orkan Trotz
-bieten.
-
-Fürchterlich war das Tosen des rasenden Gesellen, das Geheul und Gebrüll
-der Brandung, die Wellen schlugen an die Felsenküste, als wollten sie
-die Klippen zertrümmern.
-
-»Wenn Feinde von uns draußen sind, geht es ihnen schlecht,« sprach
-Ingenieur Star zu Kapitän Mors. »Mögen sie nun nahen, wie sie wollen,
-der Orkan verdirbt ihnen den Spaß. Selbst wenn sie unter dem Schutze des
-Nebels die teuflischsten Anschläge geplant hätten.«
-
-Mors gab keine Antwort, aber er teilte offenbar die Ansicht seines
-Gefährten.
-
-Es durfte sich niemand aus den Häusern wagen, der Orkan schleuderte
-alles zu Boden. Nur der Luftpirat verließ einige Male sein
-Hauptquartier, dieser eiserne Mann trotzte selbst der Gewalt der
-Elemente.
-
-Der Abend kam und der Orkan wütete mit unverminderter Gewalt fort, die
-Nebelmassen aber waren jetzt völlig verschwunden.
-
-Der Sturm hatte sie hinweggefegt und nun bot die See ein Bild, wie man
-es selten zu schauen vermochte.
-
-Haushohe Wogen jagten daher, und schlugen mit fürchterlicher Gewalt
-gegen die Klippen, die ihnen den Weg versperrten.
-
-Ein salziger Sprühregen flog weit landeinwärts und die Uferfelsen waren
-mit weißem Schaum bedeckt, so daß es aussah, als ob Schnee gefallen
-wäre.
-
-Da brauchte niemand Wache zu halten. Aber die Leute, welche an der
-Hafeneinfahrt wohnten, sahen bis spät in die Nacht auf die See hinaus
-und betrachteten mit nie ermüdendem Staunen das prächtige Spiel der
-entfesselten Naturgewalten.
-
-Um Mitternacht vernahm Kapitän Mors den Zuruf der beiden Ingenieure, die
-jetzt in dem steinernen Hause wohnten.
-
-»Kapitän, Kapitän,« rief Terror, indem er an die Tür klopfte. »Wir haben
-eben draußen auf der See ein grünlich-blaues Licht gesehen. Es ist
-gerade, als ob da ein Fahrzeug von den empörten Wogen hin- und
-hergeschleudert wird. Aber merkwürdiger Weise ist kein Schiff zu
-erblicken.«
-
-In wenigen Augenblicken stand Kapitän Mors am Fenster.
-
-Da sah er auch den seltsamen Lichtschimmer, der ab und zu aufblitzte. Er
-zog an der Klippeninsel vorüber und es schien, als wolle er jene Stelle
-erreichen, wo die Felsen direkt senkrecht aus dem Meere emporstiegen.
-
-»Es wird etwas von den Wogen dahingetrieben,« sprach Kapitän Mors, »der
-Wächter, den ich heute morgen sprach, dachte an einen riesigen Fisch,
-aber das halte ich für ausgeschlossen, ich muß das unbekannte Ding für
-Menschenwerk halten.«
-
-Mors hatte das Fenster aufgerissen.
-
-Zu sehen war nichts mehr, man vernahm nur das Brüllen der Wogen, das
-gräßliche Sausen und Heulen des Sturmes, das Knarren und Aechzen der
-Palmen, die sich unablässig unter den anstürmenden Orkanstößen neigten.
-
-So ging die Nacht vorüber und gegen Morgen brach sich die Gewalt der
-Elemente, der Orkan tobte nicht mehr, aber die Wellen brandeten noch mit
-aller Macht gegen die Steilklippen.
-
-Auf der geheimnisvollen Insel pflegte man nach solchen furchtbaren
-Stürmen immer die Küste abzusuchen, da es nicht selten vorkam, daß
-alsdann Trümmer angeschwemmt wurden.
-
-Oft genug fand man Eingeborenen-Canots von den benachbarten Inseln oder
-vielmehr die Trümmer dieser sonst ziemlich seetüchtigen Fahrzeuge.
-
-Es war jetzt hell genug geworden, aber ein feiner Regen rieselte
-hernieder.
-
-Kapitän Mors, die Ingenieure und einige Inder hüllten sich in ihre
-wasserdichten Regenmäntel und machten sich daran, den Klippenstrand der
-geheimnisvollen Insel zu umschreiten.
-
-Unwillkürlich verfolgte Kapitän Mors den Weg nach dem nordöstlichen
-Strand und wendete sich der Stelle zu, wohin das blaugrüne Licht
-getrieben wurde.
-
-Einer der Inder, ein junger, sehr leichtfüßiger Mann, war eine Strecke
-voraus und erstieg gerade mit großer Behendigkeit die Klippen.
-
-Da richtete sich der Mann plötzlich empor.
-
-»Kapitän, Kapitän,« schrie er, mit den Armen gestikulierend. »Kommt
-rasch, rasch, hier ist etwas Seltsames zwischen die Klippen geklemmt und
-da sind auch Menschen!«
-
-Es war kein Wunder, daß dieser Zuruf Kapitän Mors und dessen Begleiter
-zur größten Eile veranlaßte.
-
-Sie rannten um die Wette, klommen an den Klippen empor und schauten in
-eine Art Bai hinunter.
-
-Diese war ganz von Klippen angefüllt und dort lag in der Tat etwas
-Merkwürdiges.
-
-Es erschien fast wie ein riesiger Fisch von ungeheuren Dimensionen, wie
-ein gestrandetes Ungeheuer, an dessen Seiten die Wogen brandeten.
-
-Gischt und Wogenschaum gingen über das sonderbare Ding hinweg, so daß es
-nur selten den Blicken sichtbar wurde.
-
-»Das ist kein Meeresungeheuer,« rief Kapitän Mors plötzlich. »Das ist
-Menschenwerk, ein Fahrzeug, welches sicherlich aus Metall hergestellt
-ist. Nein, ich täusche mich nicht, das ist ein Unterseeboot.«
-
-»Von dem ist das geheimnisvolle Licht ausgegangen,« ergänzte Terror.
-»Kapitän, die dort hatten nichts Gutes im Sinne. Es war auf uns
-abgesehen, das Unterseeboot wollte jedenfalls die Bewohner unserer Insel
-angreifen. Jetzt ist das Ding gescheitert und die Wellen werden es
-allmählich in Stücke zerschlagen.«
-
-»Das mag sein,« erwiderte Kapitän Mors. »Aber jetzt müssen wir sehen,
-daß wir die Menschen dort auf die Insel schaffen. Das gebietet die
-Menschlichkeit, selbst, wenn diese Leute feindliche Absichten hegen. Was
-dann mit diesen Leuten geschehen wird, werde ich noch bestimmen. Sie
-befinden sich jetzt in größter Not und sind dem Untergang nahe.«
-
-Es war in der Tat ein großes Unterseeboot, welches der furchtbare Sturm
-zwischen die Klippen getrieben hatte.
-
-Da lag es festgeklemmt und ragte gleich einem kolossalen Ungeheuer aus
-den Wogen empor.
-
-Seine Lage aber brachte es mit sich, daß eine Anzahl Menschen, die sich
-zweifellos im Innern befunden hatten, eine hoch aus dem Wasser
-emporragende Klippe erreichen konnten.
-
-Da hockten sie in verzweifelter Lage, bis auf die Haut durchnäßt, Gischt
-und Wogenschaum ging über sie hinweg, und die Brandung drohte diese
-Leute mit sich fortzureißen und ihre Körper an den zackigen Klippen zu
-zerschmettern.
-
-
-
-
- 2. Kapitel.
- Die Mannschaften vom Unterseeboot.
-
-
-Kapitän Mors legte beide Hände an den Mund, so daß sie gleichsam ein
-Sprachrohr bildeten.
-
-»Haltet aus!« schrie er mit mächtiger Stimme, die den Donner der Wogen
-übertönte. »Klammert Euch fest, es kommt Hilfe!«
-
-Auf der geheimnisvollen Insel befanden sich nicht nur Zerstörungs-,
-sondern auch Rettungsapparate.
-
-Kapitän Mors schickte den schnellfüßigen Inder nach dem Hauptquartier
-mit dem Befehl, daß einer der Rettungsapparate herbeigeschafft werden
-sollte.
-
-Dieser war ganz nach der Art erbaut, wie man solche an den europäischen
-Meeresküsten verwendete. Es war ein Raketenapparat mit Stricken und
-Körben, die mittels Rollen auf dem Seil bewegt werden konnten.
-
-Es dauerte noch eine halbe Stunde, aber dann war der mit dem
-Rettungsapparat beladene Wagen zur Stelle.
-
-Zuerst wurde eine Art Mörser auf die Klippen gestellt, und mit einer
-Rakete geladen.
-
-An diese Rakete war ein dünnes Tau befestigt und Kapitän Mors feuerte
-den Mörser so geschickt ab, daß die lange Leine bis zu der von den
-Schiffbrüchigen besetzten Klippe hinüberflog.
-
-Die gestrandeten Mannschaften begriffen sofort, was da vorging und
-mochten ähnliche Rettungsapparate kennen.
-
-Sie ergriffen die Leine und zogen sie an, auf diese Weise zogen sie ein
-dickes, an die Leine gebundenes Tau zur Klippe hinüber.
-
-Das Ende dieses sehr festen und widerstandsfähigen Taues wurde an den
-Felsen befestigt, und so war eine Verbindung zwischen der Klippe und dem
-festen Lande hergestellt. Man brauchte nur noch den auf Rollen laufenden
-Korb hinüberzusenden, um die Schiffbrüchigen einen nach dem andern auf
-die geheimnisvolle Insel zu holen.
-
-Da das Tau in etwas abschüssiger Richtung nach der Klippe hinabführte,
-rollte der Rettungskorb leicht hinunter.
-
-Zwei der halberstarrten Männer stiegen ein und wurden mittelst einer
-Leine, die am Korb befestigt war, von den Indern auf den Felsenstrand
-der Insel herübergezogen.
-
-Dort reichte man ihnen sofort wollene Decken, während der Rettungskorb
-schon wieder nach der Klippe hinunterrollte.
-
-Auf diese einfache Art und Weise wurden im Verlauf von kaum einer halben
-Stunde die sämtlichen zehn Männer, welche sich auf der Klippe befanden,
-auf die Insel gebracht.
-
-Kapitän Mors betrachtete die Geretteten, die vor Kälte und Nässe fast
-erstarrt waren und sich in einem ganz jämmerlichen Zustande befanden.
-
-Je zwei Inder faßten einen der Geretteten unter den Arm, da sie
-dieselben nur auf diese Weise aufrecht zu erhalten vermochten.
-
-Nun ging es landeinwärts, nach einem der in den Klüften erbauten
-Gebäude, in denen die Schiffbrüchigen einstweilen Unterkunft finden
-sollten.
-
-Dort wurden sie ihrer triefend nassen Kleidung entledigt und ihnen
-einige warme, behagliche Lagerstätten hergerichtet.
-
-Die Leute ließen alles mit sich geschehen, ganz wie kleine, hilflose
-Kinder, sie waren zu Tode erschöpft und nicht imstande, einen Laut
-hervorzubringen.
-
-Todmüde mußten sie sein, da sie alsbald in eine Art Totenschlummer
-verfielen und regungslos zwischen den wollenen Decken lagen.
-
-Kapitän Mors bestellte sofort eine Anzahl seiner Inder als Wächter.
-
-Er gab ihnen den Befehl, die Geretteten zu bewachen und wenn sie das
-Bewußtsein erlangten, belebendes Getränk und Speisen zu reichen.
-
-Zugleich aber sollten ihn die Inder von dem Erwachen der Geretteten
-benachrichtigen.
-
-Darauf begab sich der Luftpirat in das Hauptquartier zurück, nachdem er
-vorher die Stelle des Schiffsbruchs besichtigt hatte.
-
-Das große Unterseeboot war schon halb zertrümmert und Kapitän Mors war
-überzeugt, daß es in wenigen Stunden der Wut der Wellen zum Opfer
-gefallen sein würde.
-
-Der Rest des Tages verging, und es kam die Nacht, Kapitän Mors erhielt
-zeitweise Nachrichten, aber es wurde ihm gemeldet, daß die
-Schiffbrüchigen noch immer in totenähnlichem Schlafe lägen.
-
-Erst am nächsten Morgen wurde gemeldet, daß sie erwacht seien und daß
-man ihnen Speise und Trank gereicht hätte.
-
-Kapitän Mors begab sich sofort in das Gebäude, welches den Gestrandeten
-zum Aufenthalt diente.
-
-Die zehn Männer waren bei voller Besinnung, saßen auf ihren Lagerstätten
-und blickten mit einiger Neugier, vor allen Dingen aber auch mit einer
-gewissen Scheu auf den Mann mit der Maske.
-
-Sie mochten vielleicht an ihr zukünftiges Schicksal denken und über
-dasselbe in Sorge sein. Kapitän Mors aber las in den Augen dieser
-Männer.
-
-»Es war auf mich abgesehen, kein Zweifel,« murmelte er. »Das galt mir!
-Diese Männer haben jetzt Sorge, daß ich sie zur Verantwortung ziehen
-möchte. Sie fürchten für ihr Leben.«
-
-Der Maskierte trat näher und heftete seine Feueraugen auf die geretteten
-Mannschaften.
-
-Er war überzeugt, daß sich kein Offizier darunter befand, sondern daß er
-nur die gewöhnliche Besatzung des gescheiterten Fahrzeuges gerettet
-hatte.
-
-»Nun?« fragte Kapitän Mors mit eiserner Strenge, während seine
-durchdringenden Augen auf den Leuten hafteten. »Wie kommt Ihr denn
-hierher? Was hattet Ihr am Strande meiner Insel zu tun?«
-
-Kapitän Mors hatte die Leute französisch angesprochen und sah sofort,
-daß er verstanden wurde.
-
-»Ja, was können wir dafür,« erwiderte einer der Männer, der jetzt das
-Wort ergriff und den die andern wohl stillschweigend als den Sprecher
-betrachteten. »Wir sind Matrosen und Mechaniker, wir mußten gehorchen.
-Wir haben gar keine Ahnung gehabt, um was es sich handelte, als wir von
-Saigon hierher beordert wurden. Unsere Offiziere, die haben es freilich
-besser gewußt, sie hatten geheime Befehle empfangen. Aber die Offiziere
-sind tot. Als das Unterseeboot gegen die Felsen stieß, wurden sie, da
-sie sich im vorderen Räume nahe der Torpedokammer befanden, buchstäblich
-zerquetscht. Wir befanden uns im Achterteil des Fahrzeuges und konnten
-uns, da der Metallrumpf auseinanderklaffte, im letzten Moment auf die
-Klippe zu retten.«
-
-»Wie hieß das Fahrzeug?« fragte Kapitän Mors.
-
-»Der »Fliegefisch«,« schallte es zurück. »Das Unterseeboot gehörte zur
-Flotte, die die Häfen Tonkins besetzt hält, dort war die Order gekommen
-und da wurde der »Fliegefisch« in die Südsee dirigiert. Wir sind hier
-schon eine Woche herumgefahren, ehe uns das Unglück ereilte.«
-
-»Das war also das seltsame Licht,« murmelte Kapitän Mors. »Dies rührte
-vom Unterseeboot her, das zur Spionage abgesandt worden war. Also hatten
-es auch mal die Franzosen auf mich abgesehen. Nun, es ist ja ein
-vergebliches Bemühen. Die Offiziere des Unterseeboots sind tot und die
-gerettete Mannschaft kann nicht dafür, daß die Vorgesetzten das Fahrzeug
-an diese Küste schickten. Was soll ich mit den Leuten anfangen? Gesehen
-haben sie nichts. Ich hätte fast Lust, sie mit einem Eingeborenenboote
-über kurz oder lang nach Australien zu senden. Aber, das ist auch eine
-zweifelhafte Sache. Weiter hinten wohnen noch kannibalische Stämme, da
-könnten die Leute in die Hände der Menschenfresser fallen.«
-
-Star trat heran.
-
-»Freilassen dürft Ihr sie nicht, Kapitän,« flüsterte er. »Wenn sie auch
-nicht viel gesehen haben, können sie doch über manches, was hier auf der
-Insel vorgeht, Auskunft geben. Ihr wißt ja, was Ihr gesagt habt, wenn
-ein Fremdling die Insel betritt, so bleibt er zeitlebens ein
-Gefangener.«
-
-»Nun, das werden wir sehen,« meinte Kapitän Mors. »Vorläufig kann ich
-noch keine Entscheidung treffen. Die Männer werden aufs schärfste
-bewacht, sonst aber mit allem versehen, was sie nur bedürfen. Das Haus
-hier werden sie unter keinen Umständen verlassen, wenigstens nicht ohne
-meine Erlaubnis.«
-
-Damit wendete sich Kapitän Mors zur Tür.
-
-»Hört, hört, Herr,« rief ihm der Wortführer der Geretteten nach. »Was
-geschieht mit uns? Hat man unseren Tod beschlossen?«
-
-»Ich lasse nicht nutzlos morden,« gab Mors zurück und verließ
-unmittelbar darauf das Zimmer.
-
-Das war freilich ein schlechter Trost und die Schiffbrüchigen schienen
-über ihr Schicksal in Unruhe zu geraten. Sie flüsterten zusammen und
-warfen besorgte Blicke auf die bewaffneten Inder, die wie Statuen ihr
-Wächteramt verrichteten.
-
-Am nächsten Morgen wurde Kapitän Mors gemeldet, daß ihn die Geretteten
-wieder zu sprechen wünschten.
-
-»Sie haben sich alle gut erholt,« meinte Star, der diese Botschaft
-brachte. »Es sind alles kräftige, stattliche Kerle. Sechs von ihnen
-stammen aus der Normandie, die anderen vier sind Irländer. Sie verstehen
-übrigens sämtlich etwas von der Mechanik und vom Ingenieurwesen, das
-habe ich durch allerhand Fragen herausbekommen. Wenn sie Gefangene
-bleiben, können sie uns möglicherweise gute Dienste leisten.«
-
-»Das wird sich finden,« erwiderte Kapitän Mors. »Mein Entschluß ist noch
-nicht gefaßt. Ich werde jetzt mit den Leuten sprechen.«
-
-Eine halbe Stunde später stand Kapitän Mors vor den Geretteten, die mit
-scheuen Mienen auf den Mann schauten.
-
-Sie trauten offenbar dem Frieden nicht und meinten, das Abenteuer möchte
-übel enden, sie fürchteten, daß Kapitän Mors den Befehl zu ihrer
-Hinrichtung geben möchte.
-
-»Nun, was begehrt Ihr?« fragte der Maskierte. »Was habt Ihr für ein
-Anliegen?«
-
-Der Sprecher der Schiffbrüchigen war ein Irländer, der sich Wilkes
-nannte.
-
-Er schien auf dem Unterseeboot als Steuermann gedient zu haben und war
-offenbar ein sehr geschickter Mensch, der Kapitän Mors gute Dienste
-leisten konnte.
-
-»Ich wollte eine Bitte an Euch richten, Herr,« begann Wilkes in recht
-demütigem Tone. »Wir wissen, daß wir uns auf einer Insel befinden, auf
-die man schwer hinauf, aber wohl noch schwerer hinunterkommt. Wir sind
-alles Leute hier, die was gelernt haben und viel von der Technik und dem
-Ingenieurwesen verstehen. Ihr wißt sicherlich, daß nur solche Leute zum
-Dienst auf den Unterseebooten zugelassen werden.«
-
-Kapitän Mors neigte den Kopf, als Zeichen der Zustimmung.
-
-»Dienen tut keiner gern,« fuhr Wilkes fort. »Aber heutzutage muß man ja
-froh sein, wenn man nur Beschäftigung findet. Der Dienst auf dem
-Unterseeboot ist schwer, aufreibend und gefährlich. Da es nun mal das
-Schicksal so gefügt hat, daß wir hier auf dieser Insel stranden sollten,
-so bitte ich Euch im Namen meiner Kameraden, uns gewissermaßen in Eure
-Dienste aufzunehmen. Wir wollen uns nützlich machen, so gut wir können,
-wir versprechen fleißig zu arbeiten und das, was wir gelernt haben, zu
-Eurem Nutzen anzuwenden. Dafür bitten wir nur, daß uns das Leben
-geschenkt wird. Wenn wir diese Gewißheit haben, sind wir schon glücklich
-und zufrieden.«
-
-Kapitän Mors war nie grausam und die Unterwürfigkeit dieser Leute machte
-auf ihn einen gewissen Eindruck.
-
-Aber, es kam auch noch etwas anderes hinzu. Ihm war eben ein Gedanke
-durchs Hirn gezuckt. Blitzartig, wie alle jene Entschlüsse, die der
-Luftpirat faßte.
-
-Kapitän Mors plante nämlich eine neue Reise mit dem Weltenfahrzeug.
-
-Da hatte er aber bei seinen letzten Fahrten zu seinem Verdruß bemerkt,
-daß die Inder, seine treuen Gefährten, unter den ungewohnten Strapazen
-litten.
-
-Jedenfalls war es ihre Konstitution und die Gewöhnung an das tropische
-Klima, welche die Folgen der seltsamen Reisen so nachteilig auf sie
-wirken ließ. Die Inder kränkelten und es zeigten sich bei ihnen seltsame
-Nervenzuckungen. Es war zweifellos, daß sie sich an die abenteuerlichen
-Fahrten im Weltenraum erst gewöhnen mußten.
-
-Da Star oder Terror aber abwechselnd auf der Insel zurückbleiben mußten,
-so hatte Mors nur einen einzigen Mann, der ihm bei der Bedienung der
-Maschinen zur Hand gehen konnte, das war aber völlig ungenügend.
-
-Zwar hatte er noch die beiden Töchter des Ingenieurs als Gehilfinnen zur
-Verfügung, aber das waren doch nur Mädchen, und Kapitän Mors dachte viel
-zu edel, als daß er die beiden, die so treu an ihm hingen, mit schwerer
-Arbeit überbürdet hätte.
-
-Da kam ihm der Gedanke, das Angebot der Mannschaft des Unterseeboots zu
-benutzen. Das waren Leute, die er gebrauchen konnte, die verstanden, mit
-Maschinen umzugehen, die waren zäh und widerstandsfähig, das hatten sie
-schon bei der Strandung auf den Klippen bewiesen.
-
-Prüfend sah er sie an und musterte sie mit seinen feurigen Augen.
-
-»Wenn ich ein Uebriges tun würde?« sprach er langsam. »Wenn ich Euer
-Leben schone, Euch mit allem Nötigen versehe, und Ihr für Eure Dienste
-außerdem eine besondere Belohnung erhaltet?«
-
-»O, dann könnt Ihr mit uns machen, was Ihr wollt,« rief Wilkes
-hocherfreut. »Dann tun wir für Euch, was Ihr nur verlangt, dann gehen
-wir, wenn es nötig ist, mit in die Hölle.«
-
-»Es ist gut,« erwiderte Mors mit schnellem Entschluß. »Ich nehme Euch
-beim Wort. Zwei von Euch werden auf dieser Insel zurückbleiben und mir
-gewissermaßen als Geiseln für Euer Wohlverhalten dienen. Diese Männer
-werden bewacht, aber sie sollen nichts entbehren. Acht von Euch will ich
-zu einer geheimnisvollen Reise mitnehmen und zusehen, ob Ihr mir
-wirklich so nützlich seid, wie Ihr es versprecht. Seid Ihr das, so könnt
-Ihr auf meinen Dank rechnen. Eurer Los ist dann gesichert, Ihr könnt
-später im Ueberfluß leben, Ihr braucht nichts zu entbehren. Ihr könnt
-nach längerer Prüfung sogar unter meine Gefährten aufgenommen werden.
-Wenn Ihr das wollt, so sollt Ihr mir den Eid der Treue leisten.«
-
-»Wir wollen es, wir wollen es,« riefen die Leute, wie aus einem Munde,
-während sie förmlich jubilierten. »Wir haben es ohnehin schlecht genug
-gehabt, unsere Offiziere waren Tyrannen, da sind wir drangsaliert und im
-Unterseeboot härter wie Gefangene gehalten worden. Diese Knechtschaft
-haben wir satt, wir wollen Euch treulich dienen, Euch überall hin
-begleiten. Wir schwören es, wir gehen mit Euch, selbst in die Hölle.«
-
-
-
-
- 3. Kapitel.
- Auf der Reise in unbekannte Fernen.
-
-
-Acht Tage nach dem Scheitern des Unterseebootes war alles in Ordnung.
-
-Das Weltenfahrzeug wartete nur auf seine Besatzung, um sich in die Lüfte
-erheben zu können. Die Gestrandeten aber hatten ihre Kräfte wieder
-erlangt und erklärten sich immer wieder bereit, Kapitän Mors bis in die
-entferntesten Gegenden zu begleiten.
-
-Sie hatten ihm Treue geschworen und willig den furchtbaren Eid
-geleistet, der sie mit den Gefährten des Maskierten vereinigte.
-
-Wohin es ging, wußten sie freilich nicht, das hatte Kapitän Mors ihnen
-nicht gesagt, er hatte nicht einmal vom Weltenfahrzeug gesprochen.
-
-Wohl aber ließ er die Leute durch Star und Terror aushorchen und die
-Männer gaben willig über alles Auskunft.
-
-Da kam es denn heraus, daß sie von Kapitän Mors wenig genug wußten.
-
-Ihre Offiziere hatten zu ihnen gesagt, daß man die Geheimnisse einer
-Felseninsel ausspüren wollte, auf der ein Mann sein Wesen trieb, den man
-als den größten Feind der Menschheit bezeichnete.
-
-Ferner hatten die Leute einige Geschichten von dem lenkbaren Luftschiff
-gehört, welches hier und da auf Erden auftauchte und allgemein als der
-Schrecken des Erdballs bezeichnet wurde.
-
-Aus den Reden der Männer ging hervor, daß sie auf eine Reise mit dem
-lenkbaren Luftschiff rechneten, ja, daß sie sich auf eine solche
-wunderbare Reise freuten.
-
-Star und Terror waren Menschenkenner und beobachteten die
-Schiffbrüchigen unablässig. Sie suchten über deren Charakter ins Klare
-zu kommen.
-
-»Kapitän,« sprach Terror, als er am siebenten Tage dem Luftpiraten
-Bericht erstattete. »Die sechs Männer aus der Normandie sind offenbar
-recht zuverlässig und gut zu gebrauchen. Ich denke, sie werden uns noch
-die besten Dienste leisten. Die vier Irländer sind noch geschickter als
-die Franzosen, aber sie erscheinen mir verschmitzter und wortkarger.
-Denen ist nicht so zu trauen.«
-
-»Sie haben den Treueid geleistet,« erwiderte Kapitän Mors. »Sie sehen,
-daß sie nicht von mir tyrannisiert werden. Ich glaube, sie werden ebenso
-gute Dienste leisten wie die Leute aus der Normandie, indessen werden
-zwei von den Irländern zurückbleiben. Die beiden anderen nehme ich mit,
-darunter Wilkes und Penn. Der eine ist Steuermann, der andere
-Ingenieurmaat auf dem Unterseeboot gewesen. Ich will diese Männer zum
-Bedienen der Maschinen im Weltenfahrzeug verwenden.«
-
-»Na, die werden staunen,« meinte Terror, der diesmal Kapitän Mors auf
-die Fahrt im Weltenraum begleiten sollte. »Sie glauben nämlich, daß es
-eine Fahrt im lenkbaren Luftschiff ist, und da werden sie sich nicht
-wenig verwundern, wenn wir sie in das metallne Fahrzeug führen. Davon
-haben sie übrigens nicht das geringste erfahren. Sie wissen gar nicht,
-daß wir ein Weltenfahrzeug besitzen.«
-
-»Desto besser,« erwiderte Kapitän Mors. »Sie sollen ja ohnehin bei Nacht
-und Nebel das Weltenfahrzeug besteigen und vorerst, außer dem
-Maschinenraum, wenig von dem Innern des Weltenfahrzeuges zu Gesicht
-bekommen. Du wirst natürlich das Kommando über diese Männer übernehmen
-und sie allgemein in die Handgriffe und das Wesen der Maschinen
-einweihen. Die Leute sind jetzt völlig bei Kräften und wir wollen in
-übernächster Nacht emporsteigen. Der Professor und die Töchter des
-Ingenieurs sind bereits benachrichtigt. Der Astronom ist ganz glücklich,
-daß er wieder die Wunder der Sternenwelt betrachten darf; van Haalen
-kann die Zeit der Abfahrt kaum erwarten.«
-
-Am übernächsten Abend war alles bereit.
-
-Zwei der Irländer sollten zurückbleiben, was sie nur sehr ungern taten,
-sie baten und flehten, daß sie an der Reise teilnehmen durften, aber
-Kapitän Mors blieb hier unerbittlich. Er wollte nur acht Männer von den
-Geretteten mit sich nehmen.
-
-Die Inder blieben diesmal sämtlich zurück, Kapitän Mors ließ nicht
-einmal den treuen Lindo an der geheimnisvollen Fahrt teilnehmen.
-
-Das geschah aus Sorge um die Gesundheit der Inder, die ja unablässig
-kränkelten und oft die seltsamsten Nervenzuckungen zeigten.
-
-Bei den Europäern war dies nicht der Fall und Kapitän Mors hoffte, daß
-die neuen Mannschaften genau solche Widerstandsfähigkeit zeigen würden,
-wie Star und Terror und seine übrigen europäischen Begleiter.
-
-Das sollte die bevorstehende Reise zeigen.
-
-Um Mitternacht wurden diese acht Leute abgeholt und von Kapitän Mors und
-einigen Indern nach dem großen Felsenkrater geführt, in dem die Halle
-für das große Weltenfahrzeug erbaut war.
-
-Die Leute machten große Augen, als sie den riesigen Metallkörper
-gewahrten.
-
-»Ist denn das das lenkbare Luftschiff?« hörte Kapitän Mors den einen
-murmeln. »Wenn es das ist, so sieht es sonderbar genug aus. Das hatte
-ich mir ganz anders vorgestellt. Als einen Metallkörper, der mit einem
-ungemein leichten Gas gefüllt ist, mit Anbauten. Aber das Ding sieht ja
-aus, als solle man ins Innere hineinsteigen.«
-
-Das Erstaunen der Männer wuchs, als sie durch die luftdicht zu
-verschließenden Doppeltüren in das Innere des Fahrzeuges steigen mußten.
-Sie rissen die Augen weit auf, als der Maskierte sie in den sogenannten
-Maschinenraum geleitete.
-
-Da war der Lenkapparat, da standen die sonderbaren Maschinen, die auf
-den riesigen Diamanten montiert waren. Maschinen, wie sie die Männer
-noch nie gesehen hatten und deren Anblick ihnen Rufe des Erstaunens
-entlockte.
-
-Der Professor, die beiden Mädchen und Terror befanden sich schon an Bord
-des Weltenfahrzeugs und Kapitän Mors hatte von den Zurückbleibenden
-kurzen Abschied genommen.
-
-Nun schloß er die Türen und begab sich mit Terror nach dem Lenkraum, wo
-die acht Leute vom Unterseeboot ganz verdutzt die wunderbaren Maschinen
-beguckten.
-
-»So, das ist Euer künftiger Wirkungskreis,« sprach Kapitän Mors. »Hier
-werdet Ihr beschäftigt. Hier, Terror, ist mein Ingenieur, der wird Euch
-nach und nach in alles einweihen. Ihm sollt Ihr helfen und alle seine
-Befehle und Weisungen getreulich erfüllen. Auf gute Behandlung, auf
-reichliche, ja luxuriöse Verpflegung könnt Ihr rechnen. Nun tut Eure
-Pflicht, wie Ihr es gelobt habt und denkt an Euren Eid, dann werdet Ihr
-über nichts klagen können.«
-
-Kapitän Mors setzte den Lenkapparat und den Riesenmagneten in Bewegung.
-
-Man vernahm das Surren und Brummen der Maschinen, zu gleicher Zeit stieg
-das Weltenfahrzeug majestätisch in die Höhe.
-
-»Sagt, Kapitän,« rief Wilkes im maßlosesten Erstaunen, »ist denn dies
-hier das lenkbare Luftschiff, welches Euch so berühmt gemacht hat?«
-
-»Nein,« erwiderte Kapitän Mors. »Es ist das Weltenfahrzeug. Ich besitze
-zwei Fahrzeuge, die ich erbaut habe, das lenkbare Luftschiff, welches
-auf der Insel zurückgeblieben ist. Damit bewegte ich mich im Luftkreis
-der Erde. Aber dieses Fahrzeug hier ist der »Meteor«, welcher den
-Weltenraum durchfliegt. An Bord desselben tut Ihr jetzt Eure Dienste.«
-
-Die Männer waren sprachlos vor Staunen, aber sie zeigten sich willig,
-besonders waren es die Leute aus der Normandie, die sich rasch in das
-Rätselhafte und Geheimnisvolle zu finden wußten.
-
-Sie zeigten sich sehr geschickt und griffen überall zu, auch die beiden
-Irländer blieben in ihren Leistungen nicht zurück.
-
-Wilkes und Penn aber wechselten zuweilen bedeutungsvolle Blicke und
-benutzten jeden Augenblick, wo sie sich unbeobachtet glaubten, um leise
-mit einander zu flüstern.
-
-Kapitän Mors weihte die Leute in die Handhabung der Maschinen ein; aber
-er verriet ihnen noch nicht alle Geheimnisse des Weltenfahrzeuges.
-
-Er zeigte ihnen die Maschinen, ferner die Instrumente, welche anzeigten,
-an welchem Ort sich das wunderbare Fahrzeug befand. Er erklärte ihnen
-den Höhenmesser und die Maschine, welche die Entfernungen angab, er
-zeigte den Staunenden, mit welch rasender Geschwindigkeit sie jetzt von
-dannen sausten.
-
-Kapitän Mors erntete Bewunderung, denn diese Leute verstanden die
-Wissenschaft eines Ingenieurs zu schätzen. Kapitän Mors erschien ihnen,
-wie der König der Ingenieure.
-
-Die alleinigen Ausnahmen machten Wilkes und Penn, die fanden, wie alle
-Irländer, bald ihre Ruhe und Gleichgültigkeit wieder.
-
-Sie betrachteten all dieses Sonderbare hier mit der Miene von Männern,
-die sich in alles zu finden wissen und machten sich im übrigen ebenso
-nützlich, wie ihre anderen Gefährten.
-
-Kapitän Mors bemerkte mit innerer Zufriedenheit, daß die Leute unter den
-veränderten Verhältnissen nicht im mindesten zu leiden schienen.
-
-Bei den Indern hatten sich jedesmal Störungen gezeigt, wenn eine solche
-Reise angetreten wurde. Da klagten sie über Kopfschmerz, über Schwindel,
-über fürchterliches Ohrensausen.
-
-Die Leute aber hier, welche im Unterseeboot gearbeitet, zeigten sich
-lustig und guter Dinge und meinten, daß solche Reise etwas Wunderbares
-sei und daß sie an dieser Fahrt großes Vergnügen empfänden.
-
-Kapitän Mors wollte diesmal im Weltenfahrzeug den ganzen Erdball
-umkreisen, aber außerhalb der Luftzone die Fahrt unternehmen.
-
-Da gedachte er nochmals die magnetischen Strömungen zu studieren, ferner
-wollte er die seltsamen Geschöpfe beobachten, die an den Grenzen des
-Luftozeans einstmals von ihm entdeckt wurden.
-
-War diese Rundfahrt vollendet, so wollte Kapitän Mors den Riesenmagneten
-der Erde zuwenden und dann mit furchtbarer Geschwindigkeit zum Trabanten
-unserer Erde, zu dem noch so viele Rätsel bergenden Monde fliegen.
-
-Die ersten zwei Tage und Nächte gingen ohne Störungen vorüber.
-
-Die neue Mannschaft wechselte mit Wachen und Schlafen ab, so daß immer
-vier Mann im Maschinenraum beschäftigt waren.
-
-Ebenso wechselte Kapitän Mors mit Terror im Wachen und Schlafen ab, die
-beiden Männer bedienten die geheimnisvollen Maschinen, während das
-Weltenfahrzeug mit furchtbarer Geschwindigkeit durch die Räume sauste.
-
-Am dritten Tage wurde Kapitän Mors wieder durch Terror abgelöst und
-betrat den Maschinenraum, in dem die Hälfte der neuen Mannschaft
-hantierte.
-
-Wilkes war da, auch Penn und noch zwei von den Franzosen.
-
-Als Kapitän Mors hereintrat, schwenkte Wilkes seine Mütze.
-
-»Ein Hoch für den Luftpiraten!« schrie er, während seine drei Genossen
-mit dröhnender Stimme in den Ruf mit einstimmten.
-
-Kapitän Mors sah die Leute befremdet an.
-
-Er wunderte sich nicht darüber, daß sie seinen Beinamen kannten, denn
-der war ja über die ganze Erde verbreitet. Er staunte nur, daß sie ihn
-mit solchem Beifall empfingen.
-
-Da trat Wilkes auf ihn zu.
-
-»Ja, so ist es, Kapitän, wir haben Euch so genannt, denn wir wissen ja,
-daß Ihr Euch selber so genannt habt, und da werdet Ihr nicht böse sein.
-Aber ich hätte Euch einen Vorschlag zu machen.«
-
-»Nun, was willst Du?« fragte Kapitän Mors, der auch jeden der neuen
-Mannschaft mit Du anredete. »Was hast Du für ein Begehr?«
-
-»Kapitän, in diesem neuen Fahrzeug seid Ihr ja ein Herr der Welt,« rief
-Wilkes, der große Begeisterung zeigte. »Mit diesem sonderbaren
-Wunderwerk könnt Ihr Euch ein Königreich erobern. Dann braucht Ihr bloß
-Eure Zerstörungsmaschinen anzuwenden und morgen ist ein Fürstentum Euer,
-vielleicht Neu-Seeland oder eine andere große Insel. Mit Euren
-Erfindungen werdet Ihr es so weit bringen, daß Euch der ganze Erdball
-Tribut zahlen muß, daß Ihr die Geschichte der Völker bestimmt, daß sie
-Euren Weisungen gehorchen müssen. Wir wollen dann alle Eure Befehle
-ausführen.«
-
-»Das heißt also, ich soll gewissermaßen ein Unterdrücker werden?« meinte
-Mors mit großer Ruhe.
-
-»Ja, das ist der Welt Lauf,« schrie Wilkes, dessen Augen seltsam
-funkelten. »Es ist ein altes Sprichwort, wer die Macht besitzt, der hat
-auch das Recht. So ist es auf Erden immer gegangen. Der Starke hat seine
-Kraft benutzt, und den Vorteil davon gezogen. Wir haben Euch Treue
-geschworen, Kapitän, und wir helfen Euch ein Fürstentum zu erobern.
-Allerdings werdet Ihr Widerstand finden, aber den sollen die
-Zerstörungsmaschinen besiegen. Also, hört auf meinen Vorschlag. Laßt die
-Himmelsräume sein, auf den Sternen und Planeten ist nichts zu holen. Da
-ist alles tot und starr, so habe ich es wenigstens in der Schule
-gelernt.«
-
-»Das ist ein Irrtum,« erwiderte Kapitän Mors kalt. »Irren ist
-menschlich. Ich habe die Beweise, daß im Weltenraum das regste Leben
-herrscht, daß sich auf anderen Planeten intelligente Bewohner befinden.
-Ich habe die wunderbaren Fahrzeuge, mit denen sich diese uns an Kultur
-überragenden Bewohner bewegen, mit eigenen Augen gesehen.«
-
-Wilkes starrte den Kapitän einen Augenblick überrascht an.
-
-Aber das dauerte nicht lange.
-
-»Ach laßt doch die fernen Welten, Kapitän,« rief er. »Die Erde liegt uns
-ja näher. Ich habe bereits erkannt, welche Macht Ihr besitzt, bin ich
-doch selbst Ingenieur und mit diesem Fahrzeug hier könnt Ihr in der Tat
-alles erobern. Wie wäre es mit Neu-Seeland? Das könnten wir uns im Nu
-unterwerfen. Ihr könnt dort wie ein König herrschen und wir möchten dann
-auch eine Rolle spielen. Wir helfen Euch, Kapitän, wir gebrauchen die
-Zerstörungsmaschinen und werfen jeden Widerstand zu Boden.«
-
-»Das will ich nicht,« erwiderte der Maskierte. »Ich bin nicht der Mann
-dazu, der blühende Gemeinwesen vernichtet und Kultur zerstört. Ich bin
-kein Vernichter, ich will Kultur schaffen, aber nicht als Mordbrenner
-und als gesetzloser Räuber erscheinen.«
-
-»Oho,« rief Wilkes. »Ihr seid doch der Luftpirat. Ihr habt oft genug
-tollkühne Ueberfälle verübt. Ich habe manches gelesen. Ihr habt doch die
-Schätze aus großen Bergwerken hinweggeführt, Millionen, ja Milliarden
-erbeutet.«
-
-»Ja, aber nur zu bestimmten Zwecken,« erwiderte Mors. »Wenn Du
-aufmerksam mein Leben und meine Taten verfolgtest, so würdest Du gehört
-haben, daß ich die erbeuteten Reichtümer zur Linderung der Not und des
-Elends benutzte.«
-
-»Ich hätte alles für mich behalten,« meinte Wilkes. »Ich hätte die
-riesigsten Summen zusammengebracht und in Ueppigkeit und Schwelgerei
-gelebt. Man lebt auf Erden nur einmal und soll sich das Dasein so
-angenehm als möglich machen. O, wie oft habe ich die beneidet, die sich
-jeden Wunsch erfüllen konnten. Nur der Reichtum macht glücklich.«
-
-»Die Ansichten sind eben verschieden,« erwiderte Kapitän Mors kurz und
-energisch. »Im übrigen wiederhole ich Dir, daß ich nimmer als Vernichter
-und Zerstörer auftreten werde.«
-
-Er trat an die Maschinen und prüfte die Instrumente, er machte sich
-verschiedene Notizen und schritt dann zu dem nebenliegenden Arbeitsraum,
-um dort die Berechnungen niederzuschreiben.
-
-Die beiden Franzosen waren am Lenkapparat beschäftigt, den sie
-bedienten. Wilkes und Penn aber zogen sich nach dem Hintergrund zurück,
-wo sie durch die mächtigen Maschinenapparate völlig verdeckt wurden.
-
-»Na, was sagst Du dazu,« meinte Wilkes zu dem anderen Irländer, dem er
-alles anvertraute. »Ist dieser Kapitän Mors nicht ein kompletter Narr.
-Er hat die Mittel in der Hand, um sich die ganze Welt zu erobern und
-benutzt sie nicht? Nun, wenn er so dumm ist, dann müssen eben andere
-Klugheit zeigen. Weißt Du, Kamerad, solche Gelegenheit kommt nicht
-wieder. Jetzt wollen wir uns die Herrschaft über die ganze Erde
-verscharren.«
-
-»Still, sprich leiser,« mahnte Penn. »Die anderen könnten es hören.«
-
-»Ach was, die müssen mittun,« rief Wilkes, indem er seine riesige
-Gestalt reckte und streckte. »Das ist eine Kleinigkeit. Du sollst sehen,
-die sind nebst den anderen Feuer und Flamme. Denen werden wir alles
-Mögliche versprechen. Ich aber will die Macht des Mannes mit der Maske
-besitzen. Der Narr, als er mir vorhin mein Anerbieten abschlug, da war
-ich fest entschlossen, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Wir sind
-hier acht Männer und der hat nur den einen, den Terror zur Verfügung.
-Der Sterngucker und die beiden Mädchen können ihm nicht das geringste
-nützen. Mein Entschluß steht fest. Wir bemächtigen uns der Herrschaft,
-wir wollen dieses wunderbare und unwiderstehliche Fahrzeug zu unseren
-Zukunftsplänen benutzen.«
-
-
-
-
- 4. Kapitel.
- Die Meuterei beginnt.
-
-
-Kapitän Mors ahnte nichts von dem Unheil, welches sich vorbereitete.
-
-Er hielt die Mannschaft des Unterseebootes für Leute, die ihm später die
-besten Dienste leisten konnten und dachte nicht daran, daß die zwei
-Irländer eine Verschwörung vorbereiteten.
-
-Wilkes und Penn waren auch schlau genug, um sich nichts anmerken zu
-lassen.
-
-Aber sie begannen ungesäumt ihre Wühlarbeit, und da galt es, die sechs
-Franzosen auf ihre Seite zu ziehen.
-
-Diese letzteren waren mit ihrer Lage ganz zufrieden und meinten, daß sie
-ein wahres Herrenleben führten.
-
-Wilkes und Penn aber verstanden es, diese Leute anderen Sinnes zu
-machen.
-
-»Der Maskierte ist halb verrückt,« sprach Wilkes bei jeder Gelegenheit.
-»Der ist schon dem Wahnwitz nahe. Der führt das sonderbare Fahrzeug
-irgendwo hin ins Weltall, dorthin, wo keine Wiederkunft möglich ist, wo
-es durch Naturgewalten vernichtet wird. Dieses prächtige Fahrzeug könnte
-uns aber auf Erden die besten Dienste leisten. Damit kann man sich ein
-ganzes Land erobern, da können wir die Herren spielen und das üppigste
-Leben führen. Mit diesem Fahrzeug können wir die ganze Welt in Schrecken
-setzen. Was soll uns die verrückte Fahrt in unbekannte Räume des
-Weltalls. Nichts damit, wir bleiben auf der Erde. Verlaßt Euch darauf,
-Kameraden, bald befinden wir uns in dem Besitz des wunderbaren
-Fahrzeuges.«
-
-Die Franzosen erinnerten den Irländer an den Eidschwur, den man
-geleistet, aber Wilkes lachte nur darüber.
-
-Er entwickelte solche Schlauheit und solche List, daß er die Franzosen,
-wenn auch nicht überzeugte, doch allgemach auf seine Seite brachte.
-
-Er sagte in berechnender Weise, daß das bevorstehende Unternehmen des
-Maskierten mit dem Untergang aller enden müsse.
-
-So waren wieder zwei Tage vergangen, die Rundfahrt um die Erde
-vollendet. Das Weltenfahrzeug hatte bereits die Reise zum Trabanten der
-Erde begonnen.
-
-Kapitän Mors hatte im Benehmen der Mannschaft nicht das geringste
-Verdächtige bemerkt, sondern nur gesehen, daß die Irländer und die
-Franzosen ihre Pflicht taten.
-
-Wilkes und Penn zeigten sich besonders lernbegierig, und da sie großes
-Geschick und vortreffliche Kenntnis des Ingenieurwesens besaßen, hoffte
-Terror, sie bald zum Gebrauch der geheimnisvollen Maschinen
-heranzuziehen.
-
-So erfuhren diese beiden immer neue Geheimnisse der Maschinen und
-Kapitän Mors ahnte nicht, daß er damit die Verschwörung zur Reife
-brachte.
-
-»Jetzt wissen wir genug,« flüsterte Wilkes am Abend des dritten Tages
-seinem Gefährten Penn zu. »Mehr brauche ich nicht zu wissen. Jetzt kann
-ich dieses wunderbare Fahrzeug selber lenken. Nun kann es losgehen. Wenn
-der Maskierte schlafen geht, brechen wir los und wenn der Terror uns
-hindernd in den Weg tritt, wird er niedergeschlagen. Wenn der neue
-Morgen kommt, müssen wir die Herren des neuen Weltenfahrzeuges sein.
-Dann geht es zur Erde zurück, dann wollen wir selber mal Luftpirat
-spielen.«
-
-Es war Mitternacht und Kapitän Mors, der um elf Uhr von Terror abgelöst
-worden war, lag im festen, ruhigen Schlummer.
-
-Anita und Lucy Long halfen dem Astronomen, da sie sich in jeder Weise
-nützlich zu machen suchten. Professor van Haalen war für diese Hilfe
-sehr dankbar und hatte den beiden jungen reizenden Geschöpfen
-verschiedene notwendige Beobachtungen übertragen.
-
-Plötzlich hörte Kapitän Mors, wie jemand hart an die Tür seiner
-Schlafkajüte klopfte.
-
-Sofort fuhr er in die Höhe.
-
-»Was gibt es?« rief der Luftpirat mit dröhnender Stimme. »Wer ist da
-draußen?«
-
-»Ich bin's, Kapitän, ich,« tönte Terrors Stimme. »Soeben bin ich mit
-Mühe und Not dem drohenden Tode entronnen.«
-
-Kapitän Mors stand im Nu an der Tür.
-
-Herein stürzte Terror, der die eiserne Tür sofort hinter sich
-zuschmetterte.
-
-»Empörung, Empörung!« stieß er hervor. »Die neue Mannschaft rebelliert
-und die beiden Irländer sind die Rädelsführer. Im Maschinenraum haben
-sie mir plötzlich die Forderung gestellt, daß ich mich der Verschwörung
-anschließen sollte und als ich mich weigerte, sind die beiden Irländer
-wie toll auf mich eingedrungen. Ich hatte keine Waffe zur Hand. Da mußte
-ich flüchten. Die Kerle haben aber sofort die Türen hinter mir versperrt
-und nun sind sie im Besitz des Maschinen- und des Lenkraumes.«
-
-Kapitän Mors war natürlich sehr überrascht, aber er verlor die
-Besonnenheit keinen Augenblick.
-
-Was da vorgefallen war, entzog sich freilich seiner Kenntnis, aber der
-Maskierte beschloß die äußerste Energie zu gebrauchen.
-
-»Wo ist der Professor und die beiden Mädchen?« fragte er.
-
-»Die schlafen in den unteren Räumen,« erwiderte Terror.
-
-»Gut,« entgegnete Mors. »Ich komme mit, wir müssen sie sofort wecken.«
-
-(Man vergleiche hier immer den Plan des auf der Rückseite abgebildeten
-Weltenfahrzeuges).
-
-Kapitän Mors eilte mit Terror eine der eisernen Treppen hinab, die nach
-den unteren Räumen führte.
-
-Diese waren durch bewegliche Metallschieber von der Außenwelt getrennt
-und in verschiedene Abteilungen geteilt, in denen sich die Vorräte, die
-Reserveteile für die Maschinen und auch die verschiedenen Schlafkabinen
-befanden.
-
-Zu seinem Erstaunen fand Kapitän Mors im Mannschaftsraum zwei der
-Franzosen, die in festem, ruhigem Schlummer lagen.
-
-»Also sind es nur sechs, die sich an der Empörung beteiligen,« sprach er
-zu Terror.
-
-»Wer weiß denn,« erwiderte dieser. »Die können ja auch darin eingeweiht
-sein.«
-
-»Das wird sich finden,« meinte Mors. »Ich halte gerade die beiden hier
-für biedere Männer, für echte Bewohner der Normandie, deren Herzen ohne
-Falsch sind. Jedenfalls wollen wir sie hier einschließen, sodaß sie sich
-nicht mit den Meuterern vereinigen können. Wecke Du den Professor, ich
-werde die Schwestern aus dem Schlummer rufen.«
-
-Die Räume hier bestanden ja alle aus Metall und konnten wie Stahlkammern
-verschlossen werden.
-
-Kapitän Mors sperrte die beiden schlafenden Franzosen ein, steckte den
-Schlüssel zu sich und rannte dann nach der Schlafkammer der beiden
-jungen Mädchen.
-
-Diese kleideten sich hastig an und erschienen in kürzester Frist, ebenso
-der Professor.
-
-»Das ist ja eine schöne Geschichte,« meinte van Haalen, der nur an seine
-gestörten Beobachtungen dachte. »Können Sie den Verschwörern nicht zu
-Leibe gehen, Kapitän? Unter diesen Umständen ist ja Energie geboten.«
-
-»Ganz richtig,« erwiderte Kapitän Mors. »Aber wir befinden uns im
-Weltenraum. Da kann ich nicht in den Maschinenraum vordringen. Das ist
-unmöglich, denn dadurch würde ich den Raum luftleer machen. Es bliebe ja
-bloß der Fall übrig, daß ich eins der Fenster zertrümmerte, aber damit
-würde das Unheil noch größer. Höchst wahrscheinlich haben auch die
-Verschwörer die Metallschieber geschlossen. Wie mir Terror sagte, ist
-die Tür bereits versperrt. Sie können vorerst über das Fahrzeug
-verfügen.«
-
-»Ist es nicht möglich, ihnen mit irgend einer Waffe beizukommen?« fragte
-der Professor.
-
-»Die beiden Irländer würden sich vorsehen,« lautete die Antwort des
-Maskierten. »Ich glaube, die Franzosen sind nur irre geleitet, diese
-Leute können Schonung beanspruchen. Aber nun merken Sie auf, Professor.
-Wir müssen Vorsichtsmaßregeln treffen. Aller Wahrscheinlichkeit nach
-werden die Verschwörer und das können nur die beiden Irländer sein,
-Vorbereitungen treffen, um unsere Vernichtung herbeizuführen. Was sie da
-tun werden, weiß ich noch nicht, aber das beste ist, daß Sie und die
-beiden Mädchen in den Schlafkabinen bleiben und sich dort mit den
-vorhandenen Riemen an die in dem Schlafraum befindlichen Handgriffe
-festbinden. Ich sage das für den Fall, daß sich mit dem Weltenfahrzeug
-etwas Unvorhergesehenes ereignet.«
-
-»Meine Instrumente,« rief van Haalen, der jetzt nur an die Fernrohre
-dachte. »Wenn die Instrumente zertrümmert werden, ist der Schaden
-unersetzlich.«
-
-»Wir werden sie sofort festschrauben,« erwiderte Mors tröstend. »Tun Sie
-nur, was ich gesagt habe. Terror und ich werden zu handeln wissen.
-Binden Sie sich fest, damit Sie auf alles vorbereitet sind. Das ist die
-Hauptsache.«
-
-Anita und Lucy Long wollten den Kapitän bei seinem Vorhaben
-unterstützen, ihm helfen und wenn nötig mit ihm gegen die Empörer
-kämpfen.
-
-Aber Kapitän Mors schlug dies ruhig, aber entschieden ab.
-
-»Ihr beide seid tapfer und mir treu ergeben,« sprach er zu den jungen
-Mädchen. »Das weiß ich. Aber unter den obwaltenden Umständen könnt Ihr
-mir nicht von Nutzen sein. Begebt Euch in Eure Schlafkabine und bindet
-Euch fest. Alles andere ist jetzt meine Sache.«
-
-Er eilte, von Terror gefolgt, nach den oberen Räumen und sicherte
-zunächst die astronomischen Instrumente.
-
-Diese wurden an dem Boden festgeschraubt, alle Vorbereitungen waren dazu
-vorhanden.
-
-Ferner wurden die Schutzkapseln über die kostbaren Gläser gestülpt und
-damit die wertvollen Fernrohre gegen jeden Unfall gesichert.
-
-Hierauf eilte Kapitän Mors nach dem Arbeitsraum, der an die
-Maschinenkammer grenzte.
-
-Sein erster Blick galt den dort hängenden Instrumenten.
-
-»Ganz wie ich es mir dachte,« sprach er. »Sie versuchen das
-Weltenfahrzeug zu wenden und nach der Erde zurückzukehren. Aber sie
-handhaben die Maschinen falsch. Sie gebrauchen den Lenkapparat nicht
-richtig. Sie handeln --«
-
-Kapitän Mors stampfte mit dem Fuß auf, daß der Boden dröhnte.
-
-»Was tun sie denn, Kapitän,« fragte Terror besorgt. »Sie beschädigen
-wohl das Fahrzeug?«
-
-»Bis jetzt noch nicht,« knirschte Kapitän Mors, »obwohl dieser Fall auch
-noch eintreten könnte. Sie lenken das Weltenfahrzeug nicht richtig! Wenn
-wir diesen Kurs einhalten, kommen wir auf den sogenannten toten Punkt,
-wo sich die Anziehungskraft der Erde und des Mondes ausgleicht. Ich
-allein kenne die Manöver, die dort nötig sind, um über die gefährliche
-Stelle hinauszukommen. Wenn ich nicht in die Maschinenkammer gelange,
-wird das Fahrzeug an diesem toten Punkt für alle Ewigkeit festsitzen.«
-
-»Schöne Aussicht,« meinte Terror. »Was meint Ihr, Kapitän, wollen wir
-mit den Meuterern verhandeln? Sie müssen ja sehen, daß sie der
-Handhabung des Fahrzeuges nicht gewachsen sind. Da werden sie wieder zur
-Besinnung kommen.«
-
-»Ja, das will ich,« erwiderte Kapitän Mors und schlug mit der Faust
-gegen die Eisentür, daß es dröhnte.
-
-Sofort ließ sich Wilkes Stimme vernehmen.
-
-»Was gibt's denn?« schrie er in einem Tone, der bewies, daß er sich als
-Herr der Situation fühlte. »Was wollt Ihr denn, he?«
-
-»Macht auf,« donnerte Kapitän Mors, »öffnet auf der Stelle.«
-
-Ein Hohngelächter gab Antwort. Wilkes und Penn lachten wie die Tollen.
-
-»Das glaube ich wohl,« schrie der erstere. »Aber wir müßten ja Narren
-sein, wenn wir die Macht, die wir jetzt besitzen, aus den Händen lassen
-sollten. Das fällt uns nicht im Traume ein. Wir gebieten jetzt über das
-Weltenfahrzeug.«
-
-»Wahnwitzige!« rief Kapitän Mors. »Ihr versteht nicht dieses wunderbare
-Fahrzeug zu führen, dazu bin nur ich imstande. Oeffnet und ich will
-sehen, ob ich noch Gnade walten lassen kann. Der Rausch hat Euch
-gewissermaßen betört, der Sinnenrausch, daß Ihr ein solches Fahrzeug
-lenkt. Aufgemacht, ich fordere es auf der Stelle!«
-
-»Wenn tausend Teufel kämen, würde ich der Herr des Wunderfahrzeuges
-bleiben,« schrie Wilkes. »Penn und ich, wir sind einig und die andern
-hier gehorchen uns, denn sie sehen ja jetzt, daß wir auf Erden Schätze
-erwerben, daß wir die mächtigsten Leute des ganzen Erdballs werden
-können. Also spart Eure Worte! Wir haben die Macht und diese wollen wir
-benutzen.«
-
-Kapitän Mors trat zurück, denn er wußte, daß die schwere Eisentür nur
-mit Anwendung größter Gewalt gesprengt werden konnte.
-
-Er wollte sich überlegen, was zu beginnen wäre, unterdessen aber
-berieten die beiden Rädelsführer da drinnen, wie sie sich des Maskierten
-entledigen könnten.
-
-Kapitän Mors hörte ein Wispern und Zischeln und da ahnte er, daß Unheil
-drohte. Rasch verließ er den Arbeitsraum, um Terror zu warnen, während
-das Hohngelächter von neuem aus dem verschlossenen Maschinenraum
-herübertönte.
-
-
-
-
- 5. Kapitel.
- Furchtbare Stunden.
-
-
-Terror erwartete Kapitän Mors im Beobachtungsraum.
-
-»Nun?« fragte er. »Haben sie sich besonnen? Wollen die Tollen
-nachgeben?«
-
-»Nein,« erwiderte Kapitän Mors. »Der Sinnestaumel hat sie gefaßt, sie
-bilden sich ein, daß sie die Herren der Welt wären. Freilich sind es nur
-zwei, die beiden Irländer, sie haben die Franzosen betört, diese waren
-brave Leute und haben sich nur zu der Meuterei hinreißen lassen. Aber
-jetzt gilt es Vorsichtsmaßregeln zu treffen. Die Elenden da drinnen
-wollen uns vernichten.«
-
-Terror stellte keine Frage, denn er wußte, daß Kapitän Mors allein zu
-handeln pflegte. Er folgte dem kühnen Manne nach einem kleineren Raume.
-
-»Hier binde Dich an,« befahl Kapitän Mors. »Benutze die Riemen und die
-Handgriffe. Binde Dich aber so an, daß Du Dich noch bewegen kannst und
-triff nur Vorsichtsmaßregeln, daß Du nicht gegen die Wand geschmettert
-wirst.«
-
-»Und Ihr, Kapitän? Was wollt Ihr tun?« fragte Terror, indem er der
-Weisung nachkam.
-
-»Ich halte mich an den eisernen Handgriffen fest,« lautete die kurze
-Antwort. »Das genügt mir, aber spute Dich, der Professor und die beiden
-Mädchen sind gewarnt, sie haben Vorsichtsmaßregeln getroffen. Sie
-befinden sich in gepolsterten Kammern, da kann ihnen kein Leid
-zustoßen.«
-
-»Aber wir könnten ja auch nach den gepolsterten Schlafkammern
-hinabgehen,« meinte Terror. »Das wäre sicherer.«
-
-»Allerdings,« erwiderte Mors. »Aber verschiedene Umstände zwingen uns,
-hier oben zu bleiben. Die Empörer könnten sich zeigen, um zu sehen, was
-aus uns geworden ist. Da müssen wir schnell zu Hand sein und zupacken.
-Bist Du fertig? Nun, so ist es gut. Es war auch die höchste Zeit. Du
-siehst, jetzt beginnt es, was ich vorausgesehen.«
-
-Das Weltenfahrzeug begann furchtbar zu schwanken.
-
-»Sie verändern das Gleichgewicht des Fahrzeuges,« rief Terror.
-
-»Gewiß,« erwiderte Mors, indem er mit eiserner Kraft die metallenen
-Griffe packte. »Wir werden gleich auf dem Kopf stehen.«
-
-Das war auch der Fall.
-
-Jedenfalls hatten die Meuterer in der Maschinenkammer Vorsorge
-getroffen, daß sie bei dem Manöver, das sie jetzt mit dem Weltenfahrzeug
-vornahmen, keinen Schaden erlitten.
-
-Dagegen wollten sie dadurch Kapitän Mors und dessen treue Begleiter
-verletzen oder gar vollkommen vernichten.
-
-Die Handhabung mit dem Riesenmagnet und eine besondere Benutzung der
-Maschinen gestattete, das Schwergewicht des Fahrzeuges zu ändern und so
-stand urplötzlich das unterste zu oberst.
-
-Dieser Plan der beiden Empörer legte von teuflischer Schlauheit Zeugnis
-ab. Sie wollten, daß Kapitän Mors und seine Begleiter durch diese
-plötzliche Umdrehung des Fahrzeuges mit den Köpfen gegen die metallenen
-Decken schmettern sollten.
-
-Die sechs Männer in der Maschinenkammer hatten sich jedenfalls dagegen
-gesichert und festgebunden. Jetzt ließen sie das Fahrzeug wieder
-blitzschnell herumdrehen.
-
-Diese Manöver wiederholten sich noch zwei-, dreimal, mit geradezu
-furchtbarer Schnelligkeit, es war ein Zeichen, daß die Empörer vieles
-von Kapitän Mors gelernt hatten.
-
-Sie verstanden mit der Maschine, welche die Schwerkraft des Fahrzeuges
-und das Gleichgewicht veränderte, vortrefflich umzugehen und so wälzte
-sich das Weltenfahrzeug noch zweimal herum, sodaß Kapitän Mors und
-Terror mit den Köpfen nach unten schwebten.
-
-Terror aber befand sich an den Riemen festgebunden in völliger
-Sicherheit und Kapitän Mors hielt sich an den metallenen Handgriffen so
-fest, als sei er mit ihnen verwachsen.
-
-Das Weltenfahrzeug schwankte jetzt wie ein Schiff im wildesten Sturme,
-bis es allmählich das Gleichgewicht bekam und nun wieder mit furchtbarer
-Geschwindigkeit durch den Weltenraum dahinraste.
-
-Kapitän Mors überzeugte sich mit einem Blick, daß Terror nicht verletzt
-sei.
-
-»So, das wäre vorüber,« meinte er. »Jetzt will ich zusehen, ob die
-Empörer den Maschinenraum öffnen.«
-
-»Wenn es geschieht, Kapitän, es sind sechs gegen einen und das
-schlimmste ist, daß unsere elektrischen Waffen in einem Schrank des
-Maschinenraums aufbewahrt werden.«
-
-»Das ist allerdings fatal,« sprach der Maskierte. »Das erschwert mein
-Vorhaben. Würden sie die Tür öffnen und hätte ich den elektrischen
-Revolver zur Hand, so würde ich die Waffe unnachsichtlich gegen die
-beiden Rädelsführer gebrauchen.«
-
-»Wenn die Kerle die Waffen finden,« rief Terror besorgt, »dann werden
-sie dieselben gegen uns gebrauchen.«
-
-»Das mag sein,« erwiderte Mors. »Aber, dieser Schrank ist versteckt und
-in die eiserne Wand eingelassen. Sie werden ihn nicht so leicht finden.
-Außerdem trage ich den Schlüssel in meiner Tasche.«
-
-Terror war in großer Sorge und meinte, die Meuterer möchten doch den
-Schrank öffnen, die elektrischen Waffen finden und sich dann derer gegen
-den Luftpiraten und dessen Anhänger bedienen.
-
-War dies der Fall, so wurde die Situation eine geradezu verzweifelte.
-
-»Das Auffinden der Waffen wäre allerdings ein schwerer Schlag,« sprach
-Kapitän Mors, als Terror nochmals Bedenken äußerte. »Aber das alles ist
-nicht so schlimm wie der Gedanke, daß die Empörer durch ihre
-Unbesonnenheit das Weltenfahrzeug auf den sogenannten toten Punkt
-bringen. Sie wissen nicht, wie man diese gefährliche Zone passiert und
-da werden sie selbst ihr Todesurteil unterschreiben, aber zugleich auch
-das unsere.«
-
-»So wollen wir ihnen doch zurufen,« meinte Terror, der sich inzwischen
-von den Riemen befreit hatte. »Wir werden ihnen zuschreien, daß sie
-durch ihren Wahnsinn das Verderben heraufbeschwören? Vielleicht geben
-sie dann nach und merken, daß sie sich ins Verderben bringen? Dann
-könnten wir die Oberhand über das Fahrzeug bekommen.«
-
-»Ich fürchte, sie werden die Nachricht mit Mißtrauen aufnehmen,«
-erwiderte Mors. »Aber versuchen kannst Du es immerhin. Gehe an die
-Eisentür der Maschinenkammer, denn ich sehe, daß die Leute nicht öffnen.
-Versuche, was Du willst, aber ich fürchte, Du wirst wenig Erfolg haben.
-Sollte sich während der Zeit das Weltenfahrzeug wieder drehen, mußt Du
-Dich rasch an den Handgriffen festhalten. Zur Vorsicht kannst Du Dir
-noch einen Riemen um den Leib binden.«
-
-Terror tat, wie ihm geheißen und sicherte sich nach Möglichkeit gegen
-das Umschlagen des Fahrzeuges.
-
-Es konnte ja sehr leicht möglich sein, daß die Meuterer das vorherige so
-gefährliche Manöver noch einmal wiederholten und er hatte keine Lust,
-sich den Schädel an der Eisendecke des Weltenfahrzeugs zu zerschmettern.
-
-Mors blieb einstweilen im Beobachtungsraum und öffnete dort ein kleines,
-angeschraubtes Kästchen.
-
-Dort lagen einige seltsam aussehende, patronenartige Gegenstände, die in
-einer glänzenden Metallhülle steckten.
-
-Mors nahm zwei derselben heraus und steckte sie in die Tasche,
-unterdessen hatte Terror die Unterhandlung mit den Meuterern im fest
-verschlossenen Maschinenraum begonnen.
-
-»Wahrhaftig, der ist ja noch ganz lebendig,« schrie Wilkes drinnen. »Das
-ist der Terror. He, hallo, wo ist denn der Maskierte? Warum hat sich der
-nicht gemeldet?«
-
-Terror war klug genug, um die Antwort schuldig zu bleiben, denn er
-hoffte vielleicht, daß man Kapitän Mors für tot hielt, oder daß die
-Meuterer doch wenigstens an eine Betäubung oder eine schwere Verletzung
-glaubten.
-
-»Von dem Maskierten spricht er nichts, Penn,« rief Wilkes drinnen seinem
-Genossen zu. »Der hat jedenfalls was abbekommen. He, holla, aufgepaßt!«
-
-Terror ahnte, daß das Fahrzeug noch einmal den furchtbaren Saltomortale
-schlagen würde, und er klammerte sich krampfhaft an den eisernen
-Handgriffen fest, während Kapitän Mors seinem Beispiel folgte.
-
-Die Vorsichtsmaßregeln der beiden Männer vereitelten aber das
-heimtückische Vorhaben der beiden Rädelsführer.
-
-Endlich gewannen die beiden das Gleichgewicht wieder.
-
-»Wahnsinnige,« rief Terror, als er sich wieder in der natürlichen Lage
-befand. »Wißt Ihr denn nicht, daß Ihr der gefährlichen Zone zutreibt,
-dem sogenannten toten Punkt, wo sich die Anziehungskraft der Erde mit
-der des Mondes ausgleicht? Ihr kennt nicht die Art und Weise, wie man
-die Maschinen bedienen muß. Oeffnet, Ihr Tollhäusler, sonst muß das
-Fahrzeug bis in alle Ewigkeit in jener gefährlichen Zone schweben.«
-
-Wilkes und Penn stutzten anfangs, aber dann brachen sie wieder in lautes
-Hohngelächter aus.
-
-»Wir sind doch keine Kinder,« schrieen sie. »Wir lassen uns doch nicht
-durch solche Mätzchen fangen! Nichts damit. Wir sind nicht so dumm und
-lassen uns nicht ins Bockshorn jagen, das sind bloß listige Reden, damit
-wir den Maschinenraum öffnen. Aber wir denken nicht daran, wir befinden
-uns ganz wohl und können auch zu einer Vorratskammer. Ihr aber werdet
-früher oder später vom Teufel geholt, wir sind jetzt die Herren des
-Weltenfahrzeuges!«
-
-Da half alles nichts, Terror mußte zurück und wutschäumend den Meuterern
-freies Spiel lassen.
-
-Er hörte, wie sie drinnen herumhantierten, und verhielt sich völlig
-still. Er lauschte auf das, was die Rebellen sprachen.
-
-Den vier Franzosen schien gar nicht wohl zu Mute zu sein, wenigstens
-vernahm Terror, wie sie verschiedene Einwendungen erhoben, wie sie
-meinten, man solle auf die Warnung des Herrn des Weltenfahrzeuges
-achten.
-
-»Unsinn,« schrie Wilkes. »Laßt Euch doch nicht zum Narren halten. Der
-möchte bloß herein und uns das Handwerk legen! Da seht Ihr ja seine
-Ohnmacht. Derjenige, dem die Maschinenkammer gehört, der ist Herr der
-Lage. Dabei bleibt es. Also wollen wir alles weitere abwarten. Wir
-können die da draußen verlachen. Vielleicht hat sich der Terror noch
-erhalten, aber es scheint wohl, daß der Luftpirat schwer verletzt oder
-gar tot in einer Ecke liegt.«
-
-»Schade wäre es um die hübschen Mädels,« meinte Penn, der schon vordem
-nach den Schwestern geschielt hatte.
-
-»Ach was,« brüllte Wilkes, »wenn wir die Macht haben, die wir später
-besitzen werden, können wir über die schönsten Frauen und Mädchen der
-ganzen Erde verfügen. Inzwischen wollen wir uns hier mal die Maschinen
-näher betrachten. Hier aus dem großen Apparat in der Ecke kann ich noch
-nicht klug werden. Den muß ich mal genauer untersuchen.«
-
-Terror wußte, was die Empörer mit diesem Apparat meinten. Es war eine
-seltsam aussehende Maschine, die in der Nähe der eisernen Treppe stand,
-welche nach der Vorratskammer im Achterteil des Fahrzeuges
-hinunterführte.
-
-Wozu dieser Apparat diente, wußte Terror auch nicht, Kapitän Mors hatte
-nie darüber gesprochen.
-
-Die Maschine war auch noch nie in Gebrauch gewesen.
-
-Er nahm sich schon vor, Kapitän Mors danach zu fragen, als er etwas
-anderes hörte, was seine Seele mit Hoffnungslosigkeit erfüllte.
-
-Die Meuterer hatten nämlich den verborgenen Wandschrank gefunden.
-
-Deutlich vernahm Terror, wie sie dort hantierten, wie sie darüber
-sprachen, was wohl darinnen enthalten sein mußte.
-
-Einen Schlüssel fanden sie natürlich nicht und so entschlossen sie sich
-kurz dazu, den Schrank aufzubrechen.
-
-Terror schlich sich zu Kapitän Mors hinüber.
-
-»Es ist alles vorbei,« sprach er leise zu dem Maskierten. »Sie brechen
-den Schrank auf, da werden sie unsere fürchterlichen Waffen finden. Dann
-greifen sie uns an und dann werden wir ohne Gnade vernichtet.«
-
-»Zuletzt werden wir uns sichern,« erwiderte Kapitän Mors. »Auch die
-anderen eisernen Türen sind verschließbar. Da werden wir den Empörern
-das Vordringen unmöglich machen.«
-
-Terror seufzte leise, denn er hatte wenig Hoffnung, er meinte wohl, dies
-Abenteuer würde das letzte des Kapitän Mors sein, und der berühmte
-Luftpirat mit seinen Anhängern ein schmähliches Ende finden.
-
-Die Meuterer besaßen jetzt die Waffen und an dem Jubelgeheul, welches
-Wilkes und Penn ausstießen, erkannte man, daß die beiden geschickten
-Männer wohl wußten, welche fürchterlich tödlichen Waffen sie in die
-Hände bekommen hatten.
-
-Sie wußten das schon von der Insel her, dort hatte man öfters von den
-elektrischen Revolvern gesprochen. Sie wußten, daß diese fürchterlichen
-Geschosse alles zerstörten. Sie konnten damit sogar die eisernen Türen
-sprengen.
-
-Alle diese Gedanken stürmten auf Terror ein, sodaß er ganz nach der
-sonderbaren Maschine zu fragen vergaß, von der die Meuterer vorhin
-gesprochen hatten.
-
-Kapitän Mors zeigte jetzt eine Tollkühnheit sondergleichen.
-
-Er schlich sich noch einmal nach dem Maschinenraum hinüber, obwohl ihn
-Terror dringend zurückzuhalten suchte. Er lauschte noch einmal auf das
-Stimmengewirr, welches er da drinnen hörte.
-
-Dann kehrte er zurück, nachdem er die eine Verbindungstür hinter sich
-geschlossen hatte.
-
-»Es wird wenig nützen, Kapitän,« meinte Terror betrübt, »wenn die
-Kanaillen die elektrischen Geschosse gegen die Tür senden, wird sie
-zunächst aufspringen.«
-
-»Ich habe verschiedenes vernommen,« erwiderte Mors. »Zunächst bin ich
-überzeugt, daß nur die beiden Irländer die gefährlichen Waffen an sich
-genommen haben. Den Franzosen dagegen haben sie diese Waffen nicht
-gegeben. Es ist dies für mich ein Beweis, daß die übrigen Männer nur
-irregeleitet und verführt worden sind, daß sie sich durch Versprechungen
-auf eine glänzende Zukunft verlockt zum Treubruch hinreißen ließen.
-Wären nur die beiden Irländer nicht, so würden die Franzosen bald zu uns
-zurückkehren. Aber die beiden Rädelsführer sind zum äußersten
-entschlossen. Ich aber auch. Auch ich werde jetzt gegen die Meuterer
-vorgehen, koste es, was es wolle.«
-
-»Aber, Kapitän, Ihr habt ja keine Waffen. Die befinden sich ja alle in
-der Maschinenkammer,« meinte Terror halb verzweifelt.
-
-Die Augen des Maskierten funkelten wie glühende Kohlen.
-
-»Und ich muß doch hinein,« sprach er. »Geschehe, was da wolle. Hier,« er
-zog die metallisch glänzenden Patronen hervor, »diese Sprengpatronen
-sollen mir dazu dienen, die Tür nach dem Maschinenraum zu öffnen.«
-
-»Dann werdet Ihr sofort von den Geschossen der elektrischen Revolver
-begrüßt,« rief Terror. »Nein, das geht nicht. Das wäre Euer Verderben!
-Mit Eurem Tode, Kapitän, ist aber alles zu Ende.«
-
-»Haltet mich nicht zurück,« erwiderte Mors. »Es wäre völlig vergeblich.
-An den Instrumenten sehe ich, daß wir uns bereits dem toten Punkt
-nähern, ich muß das letzte aufbieten, um mein Fahrzeug aus dieser
-gefährlichen Zone zu retten. Halte mich nicht zurück, Terror, es hat
-keinen Zweck. Du weißt, wenn ich einen Entschluß gefaßt habe, so kann
-nichts auf der Welt denselben erschüttern. Handeln muß ich. In den
-nächsten Stunden wird die Entscheidung fallen.«
-
-
-
-
- 6. Kapitel.
- Der tote Punkt im Weltenraum.
-
-
-Terror fügte sich in das Unvermeidliche, denn er kannte ja den
-rätselhaften Mann zur Genüge.
-
-»Jetzt müssen wir eine kleine elektrische Batterie herstellen,« sprach
-der Maskierte. »Es befinden sich einige an Bord des Weltenfahrzeuges,
-aber auch diese stehen in der Maschinenkammer. Es ist, als hätte sich
-alles gegen uns verschworen. Aber ich werde das Schicksal zu zwingen
-suchen. Vorwärts, Terror, gehen wir an die Arbeit.«
-
-Glücklicherweise waren einige Ersatzteile für die elektrische Batterie
-vorhanden. Aber, es verging doch geraume Zeit, ehe die beiden Männer das
-Nötige herstellen konnten.
-
-Bald fehlte es an Drähten, bald an einem Isolator, aber endlich wurde
-doch etwas zusammengebracht, was als elektrische Batterie zur Not dienen
-konnte.
-
-Die Zeit war aber rasch verflossen.
-
-Kapitän Mors legte eben die letzte Hand an das Werk, als das
-Weltenfahrzeug wieder unregelmäßige Bewegungen machte.
-
-»Sie wollen uns wieder auf den Kopf stellen,« rief Terror, indem er nach
-den Handgriffen faßte.
-
-Mors aber sprang zu den Instrumenten.
-
-Deutlich sah Terror, wie der Maskierte zusammen zuckte.
-
-»Was gibt es?« rief er hinüber.
-
-»Das Gefürchtete ist geschehen,« erwiderte Kapitän Mors. »Wir befinden
-uns auf dem toten Punkte.«
-
-»Eine schöne Bescherung,« murrte Terror, indem er sein Entsetzen
-möglichst zu verbergen suchte. »Da können wir jetzt einen neuen
-Weltkörper bilden und solange das Fahrzeug zusammenhält, wird es an
-dieser Stelle zwischen Erde und Mond schweben, als ein riesiger
-metallner Sarg, in dessen Innern wir allmählich zu Staub verfallen.«
-
-»Unsere Lage ist in der Tat fürchterlich,« erwiderte Mors, indem er
-unablässig die Instrumente beobachtete. »Durch die Unbesonnenheit der
-Meuterer sind wir in diese schreckliche Lage gebracht worden und Du
-siehst an den Instrumenten, daß sich das Fahrzeug völlig unbeweglich
-verhält.«
-
-»Gibt es kein Mittel, um den »Meteor« aus dieser furchtbaren Lage zu
-befreien?« fragte Terror hastig.
-
-»Vielleicht,« erwiderte Mors. »Du erinnerst Dich wohl, daß Du mit
-Verwunderung die Maschine betrachtetest, die im Lenkraum neben der
-Treppe zur Vorratskammer steht. An diese eigenartige Maschine, von der
-eine Menge Drähte nach einer Art eisernen Galgen laufen, auf dem ein
-ungeheurer Brennspiegel angebracht ist?«
-
-»Ja, Kapitän,« erwiderte Terror. »Ich habe ja schon mehrmals danach
-gefragt, aber Ihr habt nie eine Antwort gegeben.«
-
-»Nein, diese Maschine habe ich für Notfälle aufgestellt, es ist das
-Resultat langer Arbeit. Diese merkwürdige Maschine, deren Zweck Du Dir
-nie erklären konntest, dient dazu, die sogenannte Sonnenenergie
-aufzuspeichern.«
-
-»Sonnenenergie,« wiederholte Terror, ohne zu wissen, was dies bedeutete.
-
-»Ja, die Kraft, die der Sonnenball ausströmt, eine Kraft, so
-fürchterlich, daß sie jeder Beschreibung spottet. Diese Kraft wäre wohl
-imstande, das Weltenfahrzeug aus der gefährlichen Zone herauszureißen
-oder vielmehr herauszutreiben, aber --«
-
-»Nun?« fragte Terror, als Mors schwieg.
-
-»Wenn jemand die Maschine in Tätigkeit setzt, so bringt sie ihm den Tod,
-es gibt kein Mittel, um sich der Wirkung zu entziehen. Die Kraft, welche
-in der Maschine durch den Brennspiegel aufgespeichert ist, würde den,
-der sie in Gang setzt, sofort vernichten.«
-
-Terror richtete sich hoch empor und seine treuherzigen Augen blitzten.
-
-»Wenn wir nur da drinnen wären, Kapitän,« sprach er ernst, »dann würde
-ich es sein, der die Maschine in Tätigkeit setzt. Ja, Kapitän, dann
-würde ich mich für das allgemeine Wohl opfern.«
-
-»Treue Seele,« sprach Mors sichtlich gerührt. »Diese Antwort habe ich
-erwartet. Aber ich will es nicht. Ich will kein solches Opfer. Du sollst
-nicht sterben. Wenn das Ende kommt, so enden wir eben vereint, wie wir
-auch gelebt haben. Aber da wir uns jetzt auf dem toten Punkt befinden,
-so will ich die Tür zum Maschinenraum öffnen, mag kommen, was da will.
-Ich muß hinein! Ich empfinde es als Schmach, daß ich, Kapitän Mors, von
-dem Maschinenraum meines Weltenfahrzeugs ausgeschlossen bleibe. Ich muß
-und wenn eine Horde Teufel da drinnen sitzen sollte.«
-
-Terror war außer sich, er beschwor Kapitän Mors förmlich, dieses
-Vorhaben zu unterlassen, oder wenn es denn einmal sein sollte, ihm,
-Terror, den Vorrang zu gestatten. Aber es war alles umsonst.
-
-»Halte Du nur die Batterie,« sprach der Kapitän, »ich werde die Patronen
-an die Tür der Maschinenkammer setzen, dann wird die Pforte gesprengt,
-gleichviel, was daraus entsteht. Sei vorsichtig, vermeide jedes
-Geräusch. Ich werde mich zu Boden werfen und die beiden Rädelsführer im
-plötzlichen Aufspringen anzugreifen suchen. Vielleicht kann ich sie
-überraschen.«
-
-»Ich glaube es nicht,« erwiderte Terror traurig. »Es sind zu
-verzweifelte Kerle, sie werden auf alles gefaßt sein.«
-
-»Das bin ich auch,« erwiderte der Luftpirat. »Auch ich bin zum
-Aeußersten entschlossen. Nun wollen wir sehen, wer die Oberhand gewinnt!
-Ich oder die Meuterer.«
-
-Mors trat vorsichtig an die Tür des Maschinenraumes.
-
-Man hörte die Meuterer, er vernahm, wie sie mit einander sprachen, wie
-sie Hoffnungen für die Zukunft austauschten.
-
-Hauptsächlich sprachen Wilkes und Penn, die anderen verhielten sich
-auffällig ruhig. Es mochte ihnen gar nicht wohl zu Mute sein.
-
-Dabei sprachen sie auch über den Umstand, daß sich das Weltenfahrzeug
-nicht von der Stelle bewegte.
-
-»Was mag nur dahinterstecken?« hörte Mors deutlich Wilkes reden. »Das
-Ding bewegt sich wahrhaftig nicht, da müssen wir irgend etwas an den
-Maschinen versehen haben. Penn, Du hast vorhin da hinten an der
-geheimnisvollen Maschine herumgepusselt, dadurch wirst Du wohl irgend
-eine Stockung in der Bewegung hervorgerufen haben, denn anders ist das
-gar nicht möglich.«
-
-Der Angeredete verwahrte sich aber ganz entschieden gegen diese
-Behauptung.
-
-»Angeguckt habe ich das Ding, aber nicht berührt,« sprach er. »Aber
-vielleicht dient es dazu, das Fahrzeug weiter zu bewegen. Man könnte es
-ja mal probieren.«
-
-Gleich darauf vernahm Mors, wie sich die beiden Meuterer an der
-geheimnisvollen Maschine zu schaffen machten.
-
-Er vernahm ein Knicken und Knacken, zweifellos setzten die Männer die
-Hebel in Bewegung.
-
-Anfangs wollte Kapitän Mors ihnen zurufen, aber er wurde bald anderer
-Meinung. Eine eiserne Energie leuchtete jetzt aus seinen funkelnden
-Augen.
-
-Leise, ganz leise neigte er sich hinab und legte die eine Sprengpatrone
-in die rechte Ecke der Türnische, während er die zweite Patrone in der
-gegenüberliegenden Ecke unterbrachte.
-
-Hierauf ergriff er die beiden dünnen, glänzenden Kupferdrähte, welche zu
-der kleinen elektrischen Batterie führten.
-
-Diese Drähte zog er mit größter Vorsicht durch kleine Oesen, welche an
-abgeplatteten Enden der metallisch glänzenden Patronen angelötet waren
-und befestigte sie rasch, so daß die Verbindungen zwischen den beiden
-Drähten hergestellt waren.
-
-Unmittelbar darauf legte sich Kapitän Mors flach auf den Boden nieder
-und zwar so, daß er durch die etwas vorspringende Wand, hinter der sich
-die Tür befand, gegen die Wirkung der Patronen geschützt wurde.
-
-Dann winkte er Terror, der in einiger Entfernung stand und die kleine
-elektrische Batterie bewachte.
-
-Der treue Gefährte verstand das Zeichen seines Kapitäns und machte eine
-bittende Gebärde, als wolle er den Tollkühnen von einem gefährlichen
-Entschluß zurückhalten.
-
-Aber Kapitän Mors wiederholte den Wink, energischer, als zuvor und da
-mußte Terror mit schwerem Herzen gehorchen.
-
-Er drückte auf den Knopf der kleinen Batterie und im nächsten Augenblick
-sah man zwei blaue Funken blitzschnell auf den Drähten entlangfahren.
-
-Ein dumpfes, dröhnendes Krachen ließ sich hören. Die beiden
-Sprengpatronen hatten ihre Wirkung getan. Sie explodierten gleichzeitig
-und übten einen furchtbaren Druck auf die versperrte Pforte.
-
-Ganz vermochten sie dieselbe freilich nicht zu öffnen, aber die Eisentür
-wurde doch so verbogen, daß sie etwas klaffte, daß ein Mann mit beiden
-Händen in die entstandene Spalte zu fassen vermochte.
-
-Es war aber sehr fraglich, ob dieses Krachen drinnen gehört worden war.
-
-Im selben Augenblick, wo Kapitän Mors die Sprengpatronen wirken ließ, wo
-er sich mit tollkühner Verwegenheit dem Tode aussetzte, hatte da drinnen
-ein wahrhaft höllischer Lärm begonnen, der die Explosion der beiden
-Sprengpatronen völlig verschlang.
-
-Kapitän Mors war ein wenig betäubt, aber er bewahrte seine Energie,
-blitzschnell sprang er auf die Füße.
-
-»Die Sonnenenergie-Maschine,« murmelte der Maskierte. »Sie haben sie in
-Tätigkeit gesetzt. Jetzt hat die furchtbare Wirkung dieser Maschine
-begonnen.«
-
-Gleichzeitig setzte er die beiden Hände in die entstandene Spalte der
-eisernen Tür.
-
-Nun gebrauchte Kapitän Mors seine ganze Riesenkraft, er riß an der Tür,
-er wollte die schon halbgeöffnete Pforte vollends aufreißen.
-
-Freilich mußte er gewärtigen, daß das Verderben über ihn hereinbrach,
-daß die beiden Rädelsführer die elektrischen Waffen gegen ihn
-abfeuerten. Er mußte damit rechnen, daß er in Stücke zerrissen wurde.
-
-Aber Kapitän Mors fragte nicht danach. Grimmiger packte er zu, ein Ruck
-und noch ein furchtbarer Ruck, Kapitän Mors prallte zurück, aber die
-eiserne Tür war offen.
-
-Im Maschinenraum aber tönte ein wahrer Höllenspektakel. Es war, als ob
-das ganze Weltenfahrzeug in Trümmer gehen sollte.
-
-Durch dieses fürchterliche Stöhnen und Stampfen klang jetzt greuliches
-Geschrei, fürchterliches Gezeter.
-
-Kapitän Mors stürzte in die Maschinenkammer.
-
-Links seitwärts gewahrte er flüchtig die Gestalten der vier Franzosen.
-
-Sie lebten und hatten sich angstzitternd in einen Winkel geflüchtet.
-Dort waren sie zwischen den Apparaten zusammengekrochen und hielten die
-Hände vor die Augen, um nicht das Entsetzliche sehen zu müssen.
-
-Kapitän Mors aber stand vor der Sonnenenergie-Maschine.
-
-Wilkes und Penn, die beiden Rädelsführer, hatten sich damit zu schaffen
-gemacht. Sie hatten an den verschiedenen Hebeln gerissen, an den Rädern
-gedreht, ohne zu ahnen, daß dort in der fürchterlichen Maschine der Tod
-lauerte.
-
-Nun war das Verderben über sie hereingebrochen.
-
-Grausig war dies Bild, welches jeder Beschreibung spottete. Die
-fürchterliche Sonnenenergie-Maschine befand sich in voller Bewegung.
-
-Die Drähte, welche Kapitän Mors angebracht, um die, durch die
-Brennspiegel aufgespeicherte Kraft in die Maschine zu leiten, wirbelten
-herum. Sie hatten die Gestalten der beiden Rädelsführer gefaßt und diese
-wurden mit schrecklicher Gewalt herumgeschleudert.
-
-Sie schwebten in der Luft und stießen gellende, kreischende Töne aus, um
-sie herum aber brauste es wie in einem fürchterlichen Wirbel, da war es,
-als ob unablässig Blitze einschlugen.
-
-Gelbe, leuchtende Strahlenbündel schossen nach allen Richtungen, es
-sauste und brauste, es zischte und knatterte, es sprühte und donnerte,
-als ob man sich tatsächlich in der Hölle befände.
-
-Die beiden Schurken hatten sich in der Tat der elektrischen Waffen
-bemächtigt, aber sie kamen nicht dazu, die Waffen zu gebrauchen, sie
-kamen auch nicht dazu, sie gegen Kapitän Mors zu kehren. Diese Männer
-befanden sich bereits in den Banden des Todes.
-
-Entsetzlich war das Schicksal, welches ihnen widerfuhr, aber das
-Schicksal war ein wohlverdientes. Die grauenvolle Gewalt befand sich in
-voller Tätigkeit, die Sonnenenergie-Maschine riß die beiden Rädelsführer
-buchstäblich in Stücke.
-
-Es war ein geradezu fürchterliches Bild, so entsetzlich, so furchtbar,
-daß selbst Kapitän Mors wie angewurzelt stand. Es war ein Bild des
-Grausens, der Vernichtung, es war ein Ende mit Schrecken.
-
-Fürchterlich war das Tosen der Maschine, Kapitän Mors sah ein
-Schauspiel, welches jeder Beschreibung spottete.
-
-Die Körper der beiden Männer nahmen allmählich unheimliche Formen an,
-sie veränderten sich rasch und zeigten allmählich die Gestalt von
-Mumien.
-
-Dabei wurden sie noch immer von den Drähten gefaßt und mit
-fürchterlicher Gewalt herumgeschleudert. Man sah, wie die zuckenden
-Blitzstrahlen die Körper der Männer allmählich vernichteten.
-
-Kapitän Mors warf sich jetzt rasch zu Boden, es drohte eine neue Gefahr,
-da die elektrischen Revolver, welche die beiden Rädelsführer in ihre
-Gürtel gesteckt, sich jetzt entluden. Die schrecklichen Geschosse
-platzten, richteten aber verhältnismäßig wenig Schaden an, man sah nur
-große Beulen an den metallenen Wänden. Die Körper der beiden Männer aber
-waren jetzt zu Kohle verwandelt. Sie zerfielen in Stücke, die
-unheimliche Gewalt schien sie allmählich in Asche zu verwandeln.
-
-Kapitän Mors kroch jetzt auf allen Vieren zu den zitternden Franzosen
-hinüber.
-
-Wohl waren dies geschickte, erfahrene Leute, die schon manches Mal die
-Maschinen des Unterseeboots in Tätigkeit gesetzt hatten, aber diese
-fürchterliche Kraft hier war ihnen völlig fremd. Sie erschien ihnen als
-etwas Grausiges. Die Kraft war von geradezu zerstörender Wirkung.
-
-Immer schrecklicher war das Schmettern, das Toben, das Zischen, das
-Krachen, aber die Maschine schien jetzt nicht mehr von innen, sondern
-nach außen zu wirken.
-
-Es war so, als ob die menschlichen Körper die entsetzliche Kraft
-angezogen hätten, und als ob diese unheimliche Energie jetzt, nachdem
-die Menschenkörper zerstört waren, wieder den Gesetzen ihres Erbauers
-gehorchte.
-
-An dem hohen Stahlgerüst drehten sich die dort befindlichen Schwungräder
-mit unheimlicher Geschwindigkeit. Man hörte das stoßweise Arbeiten der
-Kolben, die an der Maschine angebracht waren und das Weltenfahrzeug
-wurde jetzt von einer furchtbaren Gewalt gerüttelt und geschüttelt.
-
-Ja, Mors hatte recht gehabt. Diese fürchterliche Maschine brachte dem,
-der sie in Bewegung setzte, den Tod.
-
-Das Schicksal aber hatte es gewollt, daß die Meuterer den Tod fanden,
-daß sie es waren, welche ohne es zu wollen, die Sonnenenergie-Maschine
-in Tätigkeit setzten, daß sie durch ihr wohlverdientes Ende den einzigen
-Weg zur Rettung des Weltenfahrzeuges ermöglichten.
-
-Immer furchtbarer wurden die Stöße, so daß die vier zitternden Franzosen
-in der Ecke laut heulten und schrieen.
-
-»Es ist alles zu Ende,« riefen sie klagend. »Jetzt ist alles aus und
-vorbei. Das Fahrzeug geht in Stücke, nun werden auch wir in Atome, in
-Fetzen zerrissen.«
-
-Kapitän Mors achtete nicht auf die jammernden Meuterer. Er hatte andere
-Dinge im Sinne. Er sprang jetzt zu den Instrumenten hinüber, welche die
-Bewegung des Fahrzeuges anzeigten.
-
-Da erschien auch Terror in der Türe.
-
-Angstvoll spähte der treue Mann nach dem Kapitän umher und meinte, er
-würde wohl nur noch die Fetzen von dem Luftpiraten gewahren.
-
-Ein Freudenschrei entrang sich seiner Brust, als er Kapitän Mors
-wohlbehalten bei den Instrumenten stehen sah, die der Luftpirat mit
-seinen funkelnden Augen beobachtete.
-
-Noch standen die Zeiger still, noch war das Weltenfahrzeug nicht in
-Bewegung. Noch ruhte es unbeweglich in der gefährlichen Zone, welche
-Kapitän Mors als toten Punkt bezeichnet hatte.
-
-Aber immer fürchterlicher arbeitete die unheimliche Maschine, die jetzt
-ganze Ströme von elektrischen Lichtstrahlen auszusenden schien. Es war
-die Sonnenenergie, welche jetzt durch die Zylinder und Kolben der
-rätselhaften Maschine hindurch zuckte.
-
-Kapitän Mors stand unbeweglich. Wenn die Kraft der Maschine unwirksam
-blieb, war die letzte Hoffnung verloren, dann blieb das Weltenfahrzeug
-bis in alle Ewigkeit festgebannt an diesem gefährlichen Platze.
-
-Plötzlich leuchteten seine Augen auf.
-
-Der eine Zeiger vibrierte, er schwankte ein wenig hin und her, zitterte
-und zuckte, und nun begann er sich plötzlich langsam zu drehen.
-
-Ein seltsamer Ruf entrang sich der Kehle des Luftpiraten.
-
-»Das Weltenfahrzeug bewegt sich,« stieß er hervor. »Der »Meteor« fliegt,
-die Sonnenenergie hat die gefährliche Zone überwunden. Wir sind wieder
-in Bewegung.«
-
-Augenblicklich riß er den Hebel herum, der den Lenkapparat in Tätigkeit
-setzte und die Instrumente bewiesen, daß das Fahrzeug einen riesigen
-Bogen beschrieb. Es gehorchte wieder den Händen und dem Willen seines
-genialen Erbauers.
-
-»Kapitän,« rief Terror, »es ist aber gerade so, als wäre alles in
-Trümmer gegangen. Das Fahrzeug knickt und knackt in allen Fugen.«
-
-»Ja, wir müssen zur Erde zurück,« entgegnete Kapitän Mors. »Es muß erst
-untersucht werden, ob der »Meteor« Schaden genommen hat. Einstweilen
-hält noch alles zusammen, ich höre nirgends Luft entweichen.«
-
-Da sah Terror die zitternden Franzosen.
-
-Wütend stürzte er sich auf sie, um seinen Grimm an ihnen auszulassen,
-während die vier Männer, deren Sinne von dem Geschehenen ganz verwirrt
-waren, unter Heulen und Jammern um Vergebung flehten.
-
-Terror war so wütend, daß er Anstalten machte, die vier Franzosen
-tatsächlich in die andere Welt zu schaffen, als ihn ein Zuruf des
-Maskierten daran verhinderte.
-
-»Laß sie, Terror,« rief der stolze Mann. »Sie sind irregeführt,
-verleitet durch die beiden Irländer, welche ein so fürchterliches Ende
-fanden, die tragen die Schuld an allen Geschehnissen.«
-
-»Aber, sie haben sich empört, Kapitän,« versetzte Terror wutschnaubend.
-»Sie haben ihren Eid gebrochen. Sie verdienen den Tod in der schlimmsten
-Gestalt.«
-
-»Nein, ich will Gnade walten lassen,« erwiderte Mors. »Ich habe, als ich
-an der Tür lauschte, deutlich gehört, daß diese Männer Wilkes und Penn
-von ihrem Begehren abzubringen suchten. Sie sind nur den Verlockungen
-erlegen und haben das Treiben der Rädelsführer zu lange geduldet. Strafe
-sollen sie empfangen, aber ihr Leben wird geschont, und wenn sie sich
-künftig treu zeigen, so will ich ihnen Verzeihung angedeihen lassen. Die
-anderen beiden aber, die wir unten schlafend trafen, die sind ganz
-unschuldig, die haben sich an der Meuterei nicht beteiligt.«
-
-Die Franzosen warfen sich Kapitän Mors zu Füßen und versicherten hoch
-und teuer, daß sie Wilkes und Penn durch fabelhafte Versprechungen zur
-Untreue verlockt hätten, sie schwuren, daß sie künftig die treuesten
-Diener, ja selbst die Sklaven des Maskierten sein würden.
-
-Mors aber drehte den Riesenmagneten dem Monde zu, dessen bleiches Licht
-durch eine Fensterluke hereinstrahlte.
-
-Der »Meteor« wendete sich der Erde zu und mit furchtbarer
-Geschwindigkeit sauste das Weltenfahrzeug dahin, der Erde, dem Ozean und
-der geheimnisvollen Insel entgegen.
-
-
-
-
-Anmerkungen zur Transkription
-
-
-Dieser Text wurde nach einem Nachdruck-Auswahlband transkribiert: Heinz
-J. Galle (Hrsg.): Der Luftpirat und sein lenkbares Luftschiff. Dieter
-von Reeken, Lüneburg, 2005, S. 85-122. Moderne Zusätze und Anmerkungen
-wurden nicht übernommen. Die Originalausgaben hatten auch farbige
-Rücktitel. Diese sind in dieser Ausgabe nicht enthalten, obwohl sich
-im Text ein entsprechender Hinweis findet. Der entsprechende Rücktitel
-mit dem Plan des Weltenfahrzeuges findet sich in Band 42.
-
-Die Schreibweise der Buchvorlage wurde weitgehend beibehalten. Auch
-Variationen in der Schreibweise von Namen wurden nicht verändert.
-Lediglich offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert.
-
-
-
-
-
-End of the Project Gutenberg EBook of Der Luftpirat und sein lenkbares
-Luftschiff 40: Die Empörung im Weltenfahrzeug, by Anonymous
-
-*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER LUFTPIRAT UND SEIN ***
-
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