summaryrefslogtreecommitdiff
diff options
context:
space:
mode:
authornfenwick <nfenwick@pglaf.org>2025-02-07 14:54:15 -0800
committernfenwick <nfenwick@pglaf.org>2025-02-07 14:54:15 -0800
commit17684120df450331fd1b7c56389580da46243e69 (patch)
treecc19c36d126a66bd71cc15eca45897a447fcd878
parent8368668f18e4d060d95a66775291ccf47b122e63 (diff)
NormalizeHEADmain
-rw-r--r--.gitattributes4
-rw-r--r--LICENSE.txt11
-rw-r--r--README.md2
-rw-r--r--old/55462-0.txt10042
-rw-r--r--old/55462-0.zipbin170546 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/55462-h.zipbin354701 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/55462-h/55462-h.htm20809
-rw-r--r--old/55462-h/images/cover.jpgbin96098 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/55462-h/images/cover_sm.jpgbin66003 -> 0 bytes
9 files changed, 17 insertions, 30851 deletions
diff --git a/.gitattributes b/.gitattributes
new file mode 100644
index 0000000..d7b82bc
--- /dev/null
+++ b/.gitattributes
@@ -0,0 +1,4 @@
+*.txt text eol=lf
+*.htm text eol=lf
+*.html text eol=lf
+*.md text eol=lf
diff --git a/LICENSE.txt b/LICENSE.txt
new file mode 100644
index 0000000..6312041
--- /dev/null
+++ b/LICENSE.txt
@@ -0,0 +1,11 @@
+This eBook, including all associated images, markup, improvements,
+metadata, and any other content or labor, has been confirmed to be
+in the PUBLIC DOMAIN IN THE UNITED STATES.
+
+Procedures for determining public domain status are described in
+the "Copyright How-To" at https://www.gutenberg.org.
+
+No investigation has been made concerning possible copyrights in
+jurisdictions other than the United States. Anyone seeking to utilize
+this eBook outside of the United States should confirm copyright
+status under the laws that apply to them.
diff --git a/README.md b/README.md
new file mode 100644
index 0000000..498003f
--- /dev/null
+++ b/README.md
@@ -0,0 +1,2 @@
+Project Gutenberg (https://www.gutenberg.org) public repository for
+eBook #55462 (https://www.gutenberg.org/ebooks/55462)
diff --git a/old/55462-0.txt b/old/55462-0.txt
deleted file mode 100644
index b645f03..0000000
--- a/old/55462-0.txt
+++ /dev/null
@@ -1,10042 +0,0 @@
-The Project Gutenberg eBook, Die organische Chemie in ihrer Anwendung auf
-Physiologie und Pathologie, by Justus, Freiherr von Liebig
-
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and most
-other parts of the world at no cost and with almost no restrictions
-whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms of
-the Project Gutenberg License included with this eBook or online at
-www.gutenberg.org. If you are not located in the United States, you'll have
-to check the laws of the country where you are located before using this ebook.
-
-
-
-
-Title: Die organische Chemie in ihrer Anwendung auf Physiologie und Pathologie
-
-
-Author: Justus, Freiherr von Liebig
-
-
-
-Release Date: August 30, 2017 [eBook #55462]
-
-Language: German
-
-Character set encoding: UTF-8
-
-
-***START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE ORGANISCHE CHEMIE IN IHRER
-ANWENDUNG AUF PHYSIOLOGIE UND PATHOLOGIE***
-
-
-E-text prepared by Peter Becker, Harry Lamé, and the Online Distributed
-Proofreading Team (http://www.pgdp.net) from page images generously made
-available by Internet Archive (https://archive.org)
-
-
-
-Note: Images of the original pages are available through
- Internet Archive. See
- https://archive.org/details/dieorganischeche1842lieb
-
- Some characters might not display properly in this UTF-8
- text file (e.g., empty squares). If so, the reader should
- consult the html version
- (http://www.gutenberg.org/files/55462/55462-h/55462-h.htm)
- or
- (http://www.gutenberg.org/files/55462/55462-h.zip)
- or the original page images noted above.
-
-
-Anmerkungen zur Transkription
-
- =Text= und _Text_ repräsentieren fett gedruckten bzw.
- gesperrten Text.
-
- Das Originalwerk wurde in Fraktur gedruckt, außer den
- hier als ~Text~ markierten Texten.
-
- Weitere Anmerkungen befinden sich am Ende dieses Textes.
-
-
-
-
-
-Die
-=organische Chemie=
-in
-ihrer Anwendung
-auf
-=Physiologie und Pathologie.=
-
-
-Druck und Papier
-von Fr. Vieweg und Sohn
-in Braunschweig
-
-
-Die
-=organische Chemie=
-in
-ihrer Anwendung
-auf
-=Physiologie und Pathologie.=
-
-Von
-
-Justus Liebig,
-~Dr.~ der Medizin und Philosophie,
-Professor der Chemie an der Ludwigs-Universität zu Gießen,
-Ritter des Großherzogl. Hessischen Ludwigsordens und des Kaiserl.
-Russischen St. Annenordens 3ter Klasse, auswärtiges Mitglied der
-Königl. Akademie der Wissenschaften zu Stockholm, der ~Royal
-Society~ zu London, Ehrenmitglied der ~British association for the
-advancement of Science~, Ehrenmitglied der Königlichen Akademie zu
-Dublin, correspondirendes Mitglied der Königlichen Akademieen der
-Wissenschaften zu Berlin, München und St. Petersburg, des Königlichen
-Institutes zu Amsterdam, der Königlichen Societät der Wissenschaften
-zu Göttingen, der naturforschenden Gesellschaft zu Heidelberg
-&c. &c. &c.
-
-
-
-
-
-
-Braunschweig,
-Verlag von Friedrich Vieweg und Sohn.
-1842.
-
-
-
-
-Vorwort.
-
-
-Durch die Uebertragung der Methoden, welche die Physiker seit
-Jahrhunderten in der Ermittelung der Ursachen der Naturerscheinungen
-befolgen, auf die Chemie, durch Beachtung von Maß und Gewicht, ist von
-_Lavoisier_ der Grundstein einer neuen Wissenschaft gelegt worden,
-welche durch die Pflege ausgezeichneter Männer in außerordentlich kurzer
-Zeit einen hohen Grad von Vollendung erhalten hat.
-
-Es war die Aufsuchung und das Festhalten aller Bedingungen, die sich zu
-einer Beobachtung vereinigen müssen, es war die Erkenntniß der
-richtigeren Grundsätze zu Forschungen, welche die Chemiker vor
-Irrthümern schützten und sie auf einem ebenso einfachen als sicheren
-Wege zu Entdeckungen führten, welche in die früher dunkelsten und
-unbegreiflichsten Naturerscheinungen Licht und Klarheit brachten.
-
-Die nützlichsten Anwendungen auf Künste und Industrie und alle der
-Chemie verwandten Zweige des Wissens, ergaben sich aus den von ihnen
-erforschten Gesetzen und dieser Einfluß zeigte sich nicht erst, nachdem
-die Chemie den erreichbaren Grad von Vollendung erhalten hatte, sondern
-er machte sich mit jeder einzelnen neuen Erfahrung geltend.
-
-Alle in den anderen Fächern bereits vorhandenen Erfahrungen und
-Beobachtungen wirkten in ganz gleicher Weise fördernd, auf die
-Ausbildung und Entwicklung der Chemie zurück, so daß sie eben so viel
-von der Metallurgie und Industrie empfing, als sie gegeben hatte; indem
-sie zusammen an Reichthum zunahmen, bildeten sie sich mit und neben
-einander aus.
-
-Nach der allmäligen Vervollkommnung der Mineralchemie wandten sich die
-Arbeiten der Chemiker einer andern Richtung zu; aus der Untersuchung der
-Bestandtheile der Pflanzen und Thiere sind neue und veränderte Ansichten
-hervorgegangen; das vorliegende Werk ist ein Versuch zu ihrer Anwendung
-in der Physiologie und Pathologie.
-
-In früheren Zeiten hat man, in vielen Fällen mit großem Erfolg, die aus
-der Bekanntschaft mit den chemischen Erfahrungen erworbenen Ansichten
-auf die Zwecke der Heilwissenschaft anzuwenden versucht; ja, die großen
-Aerzte, welche zu Ende des siebenzehnten Jahrhunderts lebten, waren die
-ausschließlichen Kenner und Begründer der Chemie; das phlogistische
-System der Chemie, mit allen seinen Unvollkommenheiten, erschien als die
-Morgenröthe eines neuen Tages, es war der Sieg der Philosophie über die
-roheste Experimentirkunst.
-
-Die neuere Chemie hat mit allen ihren Entdeckungen der Physiologie und
-Pathologie nur unbedeutende Dienste geleistet, und Niemand kann sich
-über die Ursache dieser Theilnahmlosigkeit täuschen, wer in Erwägung
-zieht, daß alle in dem Gebiete der anorganischen Chemie erworbenen
-Erfahrungen, die Kenntniß des Verhaltens der einfachen Körper und ihrer
-in Laboratorien darstellbaren Verbindungen mit dem lebendigen
-Thierkörper und dem Verhalten seiner Bestandtheile in keine Art von
-Beziehung gebracht werden konnten.
-
-Die Physiologie nahm keinen Theil an den Fortschritten der Chemie, weil
-sie lange Zeit hindurch, zu ihrer eigenen Förderung, nichts von dieser
-Wissenschaft zu empfangen hatte. Dieser Zustand hat sich seit
-fünfundzwanzig Jahren geändert; allein auch in der Physiologie sind in
-dieser Zeit neue Wege und Mittel zu Forschungen in ihrem eigenen Gebiete
-gewonnen worden, und erst mit der Erschöpfung dieser Quellen von
-Entdeckungen ließ sich einer neuen Richtung in den Arbeiten der
-Physiologen entgegensehen. Auch diese Zeit liegt uns nahe, und ein
-Weiterschreiten auf dem eingeschlagenen Wege würde jetzt das Gebiet der
-Physiologie, aus dem sich sehr bald fühlbar machenden Mangel an frischen
-Anhaltspunkten zu Forschungen, nur breiter, aber weder tiefer noch
-gründlicher machen.
-
-Niemand wird den Muth haben zu behaupten, daß die Ermittelung der Formen
-und der Bewegungserscheinungen nicht nothwendig oder nützlich wäre, sie
-muß im Gegentheil als durchaus unentbehrlich zur Erkenntniß der
-Lebensprocesse angesehen werden; allein sie umfaßt nur eine einzige
-Klasse von Bedingungen zur Erkenntniß, und diese reichen für sich allein
-nicht dazu hin.
-
-Die Erforschung der Zwecke und Functionen der einzelnen Organe und ihres
-gegenseitigen Verbandes im Thierkörper, war in früherer Zeit der
-Hauptgegenstand der physiologischen Untersuchungen; er ist in der neuern
-Zeit in den Hintergrund getreten. Die größte Masse aller neueren
-Entdeckungen hat die vergleichende Anatomie weit mehr als die
-Physiologie bereichert.
-
-Für die Erkennung der ungleichen Formen und Zustände im gesunden und
-kranken Organismus geben diese Arbeiten ohne Zweifel die werthvollsten
-Resultate, allein für eine tiefere Einsicht in das Wesen der vitalen
-Acte bieten sie keine Aufschlüsse dar.
-
-Durch die genaueste, anatomische Kenntniß der Gebilde kann man zuletzt
-nicht erfahren, zu welchem Zwecke sie dienen, und mit der
-mikroskopischen Untersuchung der feinsten Verzweigungen der Gefäßnetze
-wird man nicht mehr von ihren Verrichtungen wissen, als man über den
-Gesichtssinn durch das Zählen der Flächen auf dem Auge einer
-Stubenfliege erfahren hat. Die schönste und erhabenste Aufgabe des
-menschlichen Geistes, die Erforschung der Gesetze des Lebens, kann nicht
-gelös’t, sie kann nicht gedacht werden, ohne eine genaue Kenntniß der
-chemischen Kräfte, der Kräfte nämlich, die nicht in Entfernungen wirken,
-die in einer ähnlichen Weise zur Aeußerung gelangen, wie die letzten
-Ursachen, von welchen die Lebenserscheinungen bedingt werden, die sich
-überall thätig zeigen, wo sich differente Materien berühren.
-
-Die Pathologie versucht noch heutzutage, wiewohl ganz nach dem Muster
-der phlogistischen Chemiker (der qualitativen Methode), Anwendung von
-chemischen Erfahrungen zur Beseitigung von Krankheitszuständen zu
-machen, allein den Ursachen und dem Wesen der Krankheit ist man mit
-allen diesen zahllosen Versuchen um keinen Schritt näher gekommen.
-
-Ohne bestimmte Fragen zu stellen, hat man Blut, Harn und alle
-Bestandtheile des gesunden und kranken Organismus mit Alkalien und
-Säuren und allen Arten von chemischen Reagentien in Berührung gebracht
-und aus der Kenntniß der vorgegangenen Aenderungen Rückschlüsse auf ihr
-Verhalten im Körper gemacht.
-
-Auf diesem Wege konnte der Zufall vielleicht zu nützlichen Heilmitteln
-führen, allein eine rationelle Pathologie kann auf Reactionen nicht
-begründet, der lebendige Thierkörper kann nicht für ein chemisches
-Laboratorium angesehen werden.
-
-Bei krankhaften Zuständen, in dessen Folge das Blut eine dickflüssige
-Beschaffenheit erhält, kann diese nicht durch eine chemische Wirkung auf
-die in den Blutkanälen circulirende Flüssigkeit dauernd gehoben werden;
-die Abscheidung von Sedimenten im Harn läßt sich vielleicht durch
-Alkalien verhindern, ohne daß damit nur entfernt die Krankheitsursache
-beseitigt sein kann; und wenn man im Typhus unlösliche Ammoniaksalze in
-den Faeces und eine ähnliche Aenderung der Beschaffenheit der
-Blutkörperchen beobachtet, so wie sie durch Ammoniakflüssigkeit
-künstlich im Blute hervorgebracht werden kann, so darf deshalb das im
-Körper vorhandene Ammoniak nicht als die Ursache, sondern stets nur als
-der Effect einer Ursache angesehen werden.
-
-So hat die Medizin, nach dem Vorbilde der aristotelischen Philosophie,
-sich Vorstellungen geschaffen über Ernährung und Blutbildung, man hat
-die Speisen classificirt in nahrhafte und nichtnahrhafte; aber auf
-Beobachtungen gestützt, denen die wesentlichsten Erfordernisse zu
-richtigen Schlüssen mangelten, konnten diese Theorien nicht als
-Ausdrücke der Wahrheit gelten.
-
-In welcher Klarheit erscheinen uns jetzt die Beziehungen der Speisen zu
-den Zwecken, zu welchen sie im Thierkörper dienen, seitdem die
-organische Chemie ihre quantitative Untersuchungsmethode auf ihre
-Ermittelung in Anwendung brachte!
-
-Wenn eine magere 4 Pfund wiegende Gans in 36 Tagen, während welchen sie
-mit 24 Pfund Welschkorn (Mays) gemästet worden ist, 5 Pfund über ihr
-ursprüngliches Gewicht zunimmt und man 3¹/₂ Pfund reines Fett aus ihr
-gewinnt, so kann dieses Fett nicht fertig gebildet in der Nahrung
-gewesen sein, da diese noch nicht den tausendsten Theil an Fett oder
-fettähnlichen Materien enthält. Und wenn eine gewisse Anzahl Bienen,
-deren Gewicht man genau kennt, mit reinem, wachsfreiem Honig gefüttert,
-für je 20 Theile verbrauchten Honigs einen Theil Wachs liefern, ohne daß
-sich sonst in ihrem Gesundheitszustande oder in ihrem Gewichte etwas
-ändert, so kann man über die Erzeugung von Fett in dem Thierkörper aus
-Zucker nicht im Zweifel sein.
-
-Ganz ähnlich wie bei der Entscheidung der Frage über die Fettbildung,
-verhält es sich mit der Erforschung des Ursprungs und der Veränderung
-der Secrete und anderer Erscheinungen im Thierkörper. Von dem
-Augenblick, wo man anfängt die Antworten auf Fragen, mit Ernst und
-Gewissenhaftigkeit zu suchen, wo man sich die Mühe nimmt, durch Maß und
-Gewicht die Beobachtungen festzuhalten und in Gleichungen auszudrücken,
-ergeben sich die Antworten von selbst.
-
-Durch eine noch so große Anzahl von Beobachtungen, welche nur die eine
-Seite der Frage erläutern, wird man niemals im Stande sein, das Wesen
-einer Naturerscheinung in seiner ganzen Bedeutung zu erforschen; sie
-müssen nothwendig, wenn sie Nutzen schaffen sollen, nach einem ganz
-bestimmten Zweck und Ziel gerichtet sein, sie müssen einen organischen
-Zusammenhang besitzen.
-
-Mit Recht schreiben die Physiker und Chemiker ihren Forschungsmethoden
-den größten Theil des Erfolgs in ihren Arbeiten zu. Jede chemische oder
-physikalische Arbeit, welche einigermaßen den Stempel der Vollendung an
-sich trägt, läßt sich im Resultate in wenigen Worten wiedergeben. Allein
-diese wenigen Worte sind unvergängliche Wahrheiten, zu deren Auffindung
-zahllose Versuche und Fragen erforderlich waren; die Arbeiten selbst,
-die mühsamen Versuche und verwickelten Apparate fallen der Vergessenheit
-anheim, sobald die Wahrheit ermittelt ist; es sind die Leitern, die
-Schachte und Werkzeuge, welche nicht entbehrt werden konnten, um zu dem
-reichen Erzgang zu gelangen; es sind die Stollen und Luftzüge, welche
-die Gruben von Wasser und bösen Wettern frei hielten.
-
-Eine jede, auch die kleinste chemische oder physikalische Arbeit, wenn
-sie auf Beachtung Ansprüche macht, muß heutzutage diesen Character an
-sich tragen; aus einer gewissen Anzahl von Beobachtungen muß ein Schluß,
-gleichgültig ob er viel oder wenig umfaßt, gezogen werden können.
-
-Es kann nur in der Methode, nur in ihrer Untersuchungsweise liegen, daß
-seit einem halben Jahrhundert in Beziehung auf eine tiefere Einsicht in
-die Functionen der wichtigsten Organe, der Milz, der Leber und
-zahlreichen Drüsen, von den Physiologen so wenig neue feststehende
-Wahrheiten gewonnen worden sind, und sicher wird die unvollkommene
-Bekanntschaft mit den Forschungsmethoden der Chemie das Haupthinderniß
-bleiben, was den Fortschritten der Physiologie entgegensteht, der
-Hauptvorwurf, den sie nicht zu beseitigen vermag.
-
-Die Chemie stand der Physik vor _Lavoisier_, _Scheele_ und _Priestley_
-nicht näher, als heutzutage der Physiologie; sie ist jetzt mit der
-Physik so innig verschmolzen, daß es schwer halten dürfte, zwischen
-beiden eine scharfe Grenzlinie zu ziehen; ganz dasselbe Band vereinigt
-die Chemie mit der Physiologie, und in einem halben Jahrhundert wird man
-ihre Trennung für ebenso unmöglich halten.
-
-Unsere Fragen und Versuche durchschneiden in unzähligen krummen Linien
-die grade Linie, die zur Wahrheit führt, es sind die Kreuzungspunkte,
-die uns die wahre Richtung erkennen lassen; es liegt in der
-Unvollkommenheit des menschlichen Geistes, daß die krummen Linien
-gemacht werden müssen. Die Chemiker und Physiker behalten stets ihr
-Ziel im Auge, dem einen gelingt es, streckenweise den geraden Weg zu
-verfolgen, allein alle sind auf die Umwege vorbereitet; des Erfolgs
-ihrer Anstrengungen bei Beharrlichkeit und Ausdauer gewiß, wächst die
-Begierde und ihr Muth mit den Schwierigkeiten.
-
-Einzelne Beobachtungen ohne Zusammenhang sind auf einer Ebene zerstreute
-Punkte, die uns nicht gestatten, einen bestimmten Weg zu wählen. In der
-Chemie hatte man Jahrhunderte lang nichts als diese Punkte, deren
-Zwischenräume auszufüllen Mittel genug in Anwendung kamen; allein
-bleibende Entdeckungen, wahre Fortschritte wurden erst dann gemacht, als
-man ihre Verknüpfung nicht mehr der Phantasie überließ.
-
-Ich habe den Zweck gehabt, die Kreuzungspunkte der Physiologie und
-Chemie in diesem Buche hervorzuheben und die Stellen anzudeuten, wo
-beide Wissenschaften gegenseitig in einander greifen. Es enthält eine
-Sammlung von Aufgaben, so wie sie gegenwärtig von der Chemie gestellt
-werden, und eine Anzahl von Schlüssen, die nach ihren Regeln aus den
-vorhandenen Erfahrungen sich ergeben.
-
-Diese Fragen und Aufgaben werden ihre Lösung erhalten, und kein Zweifel
-kann darüber sein, daß wir alsdann eine neue Physiologie und eine
-rationelle Pathologie haben werden. Gewiß ist unser Senkblei nicht lang
-genug, um die Tiefe des Meeres zu messen, allein es verliert deshalb
-seinen Werth für uns nicht; wenn es uns vorläufig nur hilft, um die
-Klippen und Sandbänke zu vermeiden, so ist dieser Nutzen groß genug. In
-der Hand des Physiologen muß die organische Chemie zu einem geistigen
-Hilfsmittel werden, mit dem er im Stande sein wird, die Ursachen von
-Erscheinungen zu erforschen, die das leibliche Auge nicht mehr erkennt;
-und wenn von den Resultaten, die ich in diesem Buche entwickelt oder
-angedeutet habe, nur ein Einziges eine nützliche Anwendung zuläßt, so
-halte ich den Zweck, für den es geschrieben ist, für vollkommen
-erreicht. Der Weg, der dazu geführt hat, wird andere Wege bahnen, und
-dies betrachte ich als den höchsten Gewinn.
-
- _Gießen_, im April 1842.
-
- ~Dr.~ _Justus Liebig_.
-
-
-
-
-_Erster Theil_.
-
- _Der chemische Proceß_
- der
- =_Respiration und Ernährung_.=
-
-
-~I.~
-
-In dem Thierei, in dem Samen einer Pflanze erkennen wir eine merkwürdige
-Thätigkeit, eine Ursache der Zunahme an Masse, des Ersatzes an
-verbrauchtem Stoff, eine Kraft in dem Zustande der Ruhe. Durch äußere
-Bedingungen, durch die Begattung, durch Gegenwart von Feuchtigkeit und
-Luft wird der Zustand des statischen Gleichgewichtes dieser Thätigkeit
-aufgehoben; die in Bewegung übergehende Kraft äußert sich in einer Reihe
-von Formbildungen, welche, wenn auch zuweilen durch grade Linien
-eingeschlossen, doch weit entfernt von geometrischen Gestalten sind, so
-wie wir sie beim krystallisirenden Minerale beobachten. Diese Kraft
-heißt _Lebenskraft_.
-
-Die Zunahme an Masse in einer Pflanze wird durch den Akt einer
-Zersetzung bedingt, die in gewissen Pflanzentheilen durch die Einwirkung
-des Lichts und der Wärme vor sich geht.
-
-Dieser Zersetzung unterliegen in dem Lebensproceß der Pflanze
-ausschließlich nur anorganische Materien, und wenn man mit
-ausgezeichneten Mineralogen die Luft und gewisse andere Gase als
-Mineralien gelten läßt, so kann man sagen, daß die vegetative
-Lebensthätigkeit die Verwandlung des Minerals in einen mit Leben
-begabten Organismus bewirkt, das Mineral wird Theil eines Trägers der
-Lebenskraft.
-
-Die Zunahme an Masse in einer lebenden Pflanze setzt voraus, daß gewisse
-Bestandtheile der Nahrung zu Bestandtheilen des Pflanzenkörpers werden,
-und eine Vergleichung der chemischen Zusammensetzung von beiden, zeigt
-mit unzweifelhafter Gewißheit, welche von den Bestandtheilen der Nahrung
-ausgetreten, welche assimilirt worden sind.
-
-Die Beobachtungen der Pflanzenphysiologen und die Untersuchungen der
-Chemiker, sie haben gegenseitig dazu gedient, um den Beweis zu führen,
-daß das Wachsthum und die Entwickelung der Pflanze abhängig sind von
-einer Ausscheidung von Sauerstoff, der sich von den Bestandtheilen ihrer
-Nahrungsmittel trennt.
-
-Im geraden Gegensatz zu dem Pflanzenleben äußert sich das Thierleben in
-einer nie aufhörenden Einsaugung und Verbindung des Sauerstoffs der Luft
-mit gewissen Bestandtheilen des Thierkörpers.
-
-Während kein Theil eines organischen Wesens zur Nahrung einer Pflanze
-dienen kann, wenn er nicht vorher, in Folge von Fäulniß und
-Verwesungsprocessen, die Form eines anorganischen Körpers angenommen
-hat, bedarf der thierische Organismus zu seiner Erhaltung und
-Entwickelung höher organisirter Atome. Die Nahrungsmittel aller Thiere
-sind unter allen Umständen Theile von Organismen.
-
-Durch ihre Fähigkeit, den Ort zu wechseln, und im Allgemeinen durch die
-Sinne unterscheidet sich das Thier von der Pflanze.
-
-Alle diese Thätigkeiten gehen von gewissen Werkzeugen aus, die in der
-Pflanze fehlen. Die vergleichende Anatomie zeigt, daß die Bewegungs- und
-Gefühlsäußerungen von gewissen Apparaten abhängig sind, die mit einander
-in keinem andern Zusammenhange stehen, als daß sie sich in einem
-gemeinschaftlichen Centrum vereinigen. Die Substanz des Rückenmarks, der
-Nerven, der Gehirnmaterie sind in ihrer Zusammensetzung und ihrem
-chemischen Verhalten wesentlich von der Substanz der Zellen, Membranen,
-Muskeln und der Haut verschieden.
-
-Alles, was im Thierorganismus _Bewegung_ genannt werden kann, geht von
-den Nervenapparaten aus. Die Bewegungserscheinungen in den Pflanzen, die
-Saftcirculation, die man in manchen Charen beobachtet hat, das Schließen
-der Blüthen und Blätter hängt von physikalischen und mechanischen
-Ursachen ab. Eine Pflanze enthält keine Nerven. Wärme und Licht sind die
-entfernteren Ursachen der Bewegungen in Pflanzen, in den Thieren
-erkennen wir in den Nervenapparaten eine Quelle von Kraft, die sich in
-jedem Zeitmomente ihres Lebens wieder zu erneuern vermag.
-
-Aehnlich wie die Assimilation der Nahrungsmittel in den Pflanzen, ihr
-ganzer Bildungsproceß, abhängig ist von gewissen äußeren Ursachen,
-welche die Bewegungen vermitteln, ist die Entwickelung des
-Thierorganismus bis zu einem gewissen Grade unabhängig von diesen
-äußeren Ursachen, eben weil er in sich selbst durch ein besonderes
-System von Apparaten die zu dem Lebensproceß unentbehrliche Kraft der
-Bewegung erzeugt.
-
-Der Bildungsproceß, die Assimilation, der Uebergang des in Bewegung
-befindlichen Stoffs in den Zustand der Ruhe geht bei Pflanzen und
-Thieren in einerlei Weise vor sich, es ist die nämliche Ursache, die in
-beiden die Zunahme an Masse bedingt, es ist dies das eigentliche
-vegetative Leben, es äußert sich ohne Bewußtsein.
-
-In der Pflanze giebt sich die vegetative Lebensthätigkeit unter
-Mitwirkung von äußeren Kräften, in Thieren durch Thätigkeiten kund, die
-sich in ihrem Organismus erzeugen. Die Verdauung, der Blutumlauf, die
-Absonderung der Säfte, sie stehen jedenfalls unter der Herrschaft des
-Nervensystems, allein es ist ein und dieselbe Kraft, welche dem Keim,
-dem Blatt, der Wurzelfaser die nämlichen wunderbaren Eigenschaften
-giebt, welche die secernirende Haut, die Drüse besitzen, welche jedes
-Organ im Thier befähigt, seinen eigenen Funktionen vorzustehen; nur die
-Ursachen der Bewegungen sind in beiden verschieden.
-
-Während wir in den niedrigsten Thierklassen die Apparate der Bewegung,
-wie im befruchteten Keim des Thierei’s, in dem sie sich zu allererst
-entwickeln, nie vermissen, finden wir in höheren Thierklassen besondere
-Apparate des Gefühls und Empfindens, des Bewußtseins und des höheren
-geistigen Lebens.
-
-Der Patholog zeigt uns, daß das eigentlich vegetative Leben keineswegs
-an das Vorhandensein dieser Apparate geknüpft ist, daß der
-Nutritionsproceß in den Theilen des Körpers, wo diejenigen Nerven
-gelähmt sind, welche das Gefühl oder die willkürlichen Bewegungen
-vermitteln, in der nämlichen Form vor sich geht, wie in anderen, in
-denen sie sich in normalem Zustande befinden, so wie auf der andern
-Seite die kräftigste Energie des Willens auf die Zusammenziehung des
-Herzens, auf die Bewegung der Eingeweide und die Secretionsprocesse
-keinen Einfluß auszuüben vermag.
-
-Die Erscheinungen des höheren geistigen Lebens, sie können auf dem
-gegenwärtigen Standpunkt der Wissenschaft nicht auf ihre nächsten, viel
-weniger auf ihre letzten Ursachen zurückgeführt werden, wir wissen
-weiter nichts davon, als daß sie vorhanden sind; wir schreiben sie einer
-immateriellen Thätigkeit zu, und zwar insofern ihre Aeußerungen an die
-Materie sich gebunden finden, einer Kraft, welche durchaus verschieden
-ist und nichts gemein hat mit der Lebenskraft.
-
-Diese eigenthümliche Kraft übt, wie nicht geleugnet werden kann, einen
-gewissen Einfluß auf die vegetative Lebensthätigkeit aus, ähnlich wie
-dies von anderen immateriellen Potenzen, von Licht, Elektricität, Wärme
-und Magnetismus geschieht, allein dieser Einfluß ist nicht bedingender
-Art, sondern er äußert sich nur als eine Beschleunigung, Störung oder
-Verlangsamung der vegetativen Lebensprocesse; auf eine ganz ähnliche
-Weise übt die vegetative Lebensthätigkeit rückwärts gewisse Wirkungen
-auf das bewußte geistige Leben aus.
-
-Es sind zwei Kräfte, die sich neben einander in Aktion befinden, allein
-Bewußtsein und Geist, sie fehlen im Thiere und der lebendigen Pflanze,
-ohne daß wir in diesen etwas Anderes vermissen, als den Mangel einer
-besondern Ursache der Steigerung oder Störung; abgesehen davon, gehen
-alle vitalchemischen Processe im Menschen und Thiere auf einerlei Weise
-vor sich.
-
-Das unaufhörlich sich erneuernde Streben, die Beziehungen der Psyche zu
-dem animalischen Leben ermitteln zu wollen, hat von jeher die
-Fortschritte der Physiologie aufgehalten, es war ein beständiges
-Heraustreten aus dem Gebiete der Naturforschung in das Reich der
-phantastischen Gebilde; denn die begeisterten Physiologen, sie waren
-weit davon entfernt, die Gesetze des rein thierischen Lebens zu kennen.
-Keiner von ihnen hatte eine klare Vorstellung über den Entwickelungs-
-und Ernährungsproceß, keiner von der wahren Ursache des Todes. Sie
-erklärten die verborgensten psychischen Erscheinungen und waren nicht im
-Stande zu sagen, was Fieber ist und in welcher Weise das Chinin bei
-seiner Heilung wirkt!
-
-Um die Gesetze der Bewegungen im Thierkörper zu ermitteln, war nur die
-eine Bedingung, die Kenntniß der Apparate erforscht, welche die
-Bewegungen vermitteln, aber die Substanz der Organe, die Veränderungen,
-welche die Nahrungsmittel im lebenden Körper erfahren, ihr Uebergang zu
-Bestandtheilen der Organe und rückwärts wieder in leblose Verbindungen,
-der Antheil, den die Atmosphäre an den Lebensprocessen nimmt, alle diese
-Grundlagen zu weiteren Schlüssen waren noch nicht gegeben.
-
-Was hat die Psyche, was hat Bewußtsein und Geist mit der Entwickelung
-des menschlichen Fötus, mit der des Fötus im Hühnerei zu schaffen? gewiß
-nicht mehr als sie Antheil nimmt an der Entwickelung des Samens einer
-Pflanze! Suchen wir vor der Hand die nicht psychischen Erscheinungen auf
-ihre letzten Ursachen zurückzuführen, und hüten wir uns vor Schlüssen,
-ehe wir eine Grundlage haben. Wir kennen genau den Mechanismus des
-Auges, allein weder die Anatomie, noch Chemie wird uns jemals Aufschluß
-geben, wie der Lichtstrahl zum Bewußtsein gelangt. Die Naturforschung
-hat eine bestimmte Grenze, die sie nicht überschreiten darf, sie muß
-sich stets daran erinnern, daß mit allen Entdeckungen nicht in Erfahrung
-gebracht werden kann, was Licht, Elektricität und Magnetismus für Dinge
-sind, eben weil der menschliche Geist nur Vorstellungen hat für Dinge,
-welche Materialität besitzen. Wir können aber die Gesetze ihres Zustands
-der Ruhe und der Bewegung erforschen, eben weil sie sich in
-Erscheinungen äußern. So können zweifellos die Gesetze des Lebens und
-Alles, was sie stört, befördert oder ändert, erforscht werden, ohne daß
-man jemals wissen wird, was das Leben ist; so führte die Erforschung der
-Gesetze des Falles und der Bewegung der Himmelskörper auf eine vorher
-nie gedachte Vorstellung über ihre Ursache. Diese Vorstellung konnte in
-ihrer Klarheit nicht entstehen ohne die Kenntniß der Erscheinungen, aus
-denen sie sich entwickelte: an und für sich ist ja die Schwerkraft, wie
-das Licht für einen Blindgebornen, ein bloßes Wort.
-
-Die neue Wissenschaft der Physiologie hat die Methode des Aristoteles
-verlassen, sie erfindet keinen ~horror vacui~, keine ~Quinta essentia~
-mehr, um den gläubigen Zuhörern Aufschlüsse und Erklärungen von
-Erscheinungen zu geben, deren eigentlicher Verband mit anderen, deren
-letzte Ursache nicht ermittelt ist, zum Heil der Wissenschaft, muß man
-hinzusetzen, und zum Segen für die Menschheit.
-
-Wenn wir festhalten, daß alle Erscheinungen in dem Organismus der
-Pflanzen und des Thieres einer ganz eigenthümlichen Ursache
-zugeschrieben werden müssen, welche in ihren Aeußerungen durchaus
-verschieden ist von allen anderen Ursachen, die Zustandsänderungen oder
-Bewegungen bedingen, wenn wir die Lebenskraft also gelten lassen für
-eine für sich bestehende Kraft, so haben wir in den Erscheinungen des
-organischen Lebens, wie in allen anderen Erscheinungen, welche Kräften
-zugeschrieben werden müssen, eine _Statik_ (Zustand des Gleichgewichtes,
-bedingt durch einen Widerstand) und eine _Dynamik_ der Lebenskraft.
-
-Alle Theile des Thierkörpers bilden sich aus einer eigenthümlichen, in
-seinem Organismus circulirenden Flüssigkeit, in Folge einer, jeder
-Zelle, jedem Organe oder Theile eines Organs inwohnenden Thätigkeit. Die
-Physiologie lehrt, daß alle Bestandtheile des Körpers ursprünglich Blut
-waren, oder daß sie wenigstens den entstehenden Organen durch diese
-Flüssigkeit zugeführt worden sind.
-
-Die gewöhnlichsten Erfahrungen geben ferner zu erkennen, daß in jedem
-Momente des Lebens in dem Thierorganismus ein fortdauernder, mehr oder
-minder beschleunigter Stoffwechsel vor sich geht, daß ein Theil der
-Gebilde sich zu formlosen Stoffen umsetzt, daß sie ihren Zustand des
-Lebens verlieren und wieder erneuert werden müssen. Die Physiologie hat
-entscheidende Gründe genug für die Meinung, daß jede Bewegung, jede
-Kraftäußerung die Folge einer Umsetzung der Gebilde oder der Substanz
-derselben ist, daß jede Vorstellung, jeder Affekt Veränderungen in der
-chemischen Beschaffenheit der abgesonderten Säfte zur Folge hat, daß
-jeder Gedanke, jede Empfindung von einer Aenderung in der
-Zusammensetzung der Gehirnsubstanz begleitet ist.
-
-Zur Unterhaltung der Lebenserscheinungen im Thiere gehören gewisse
-Stoffe, Theile von Organismen, die man _Nahrungsmittel_ nennt; in Folge
-einer Reihe von Veränderungen dienen sie entweder zur Vermehrung seiner
-Masse (zur Ernährung), oder zum Ersatze an verbrauchtem Stoff
-(Reproduktion), oder sie dienen zur Hervorbringung von Kraft.
-
-
-~II.~
-
-Wenn wir die Aufnahme von Nahrungsmitteln als die eine Bedingung des
-Lebens bezeichnen, so ist die zweite eine fortdauernde Einsaugung von
-Sauerstoff aus der atmosphärischen Luft.
-
-Von dem Standpunkte des Naturforschers aus zeigt sich das Thierleben in
-einer Reihe von Erscheinungen, deren Zusammenhang und Wiederkehr
-vermittelt wird durch eine in dem Organismus vorgehende Veränderung,
-welche die Nahrungsmittel und der eingesaugte atmosphärische Sauerstoff
-unter der Mitwirkung der Lebenskraft erleiden.
-
-Alle vitalen Thätigkeiten entspringen aus der Wechselwirkung des
-Sauerstoffs der Luft und der Bestandtheile der Nahrungsmittel.
-
-In der Ernährung und Reproduktion erkennen wir den Uebergang des Stoffs
-aus dem Zustande der Bewegung in den Zustand der Ruhe (des statischen
-Gleichgewichts); durch den Einfluß des Nervensystems gelangt dieser
-Stoff in den Zustand der Bewegung. Die letzten Ursachen dieser Zustände
-der Lebenskraft sind die chemischen Kräfte.
-
-Die Ursache des Zustandes der Ruhe ist ein Widerstand, welcher bedingt
-wird durch eine Kraft der Anziehung (Verbindung), welche zwischen den
-kleinsten Theilchen der Materie wirkt und nur bei unmittelbarer
-Berührung, oder in unmeßbar kleinen Entfernungen sich thätig zeigt.
-
-Diese besondere Art der Anziehung, man kann ihr natürlich die
-verschiedensten Namen geben, der Chemiker nennt sie aber _Affinität_.
-
-Die Bedingung des Zustandes der Bewegung liegt in einer Reihe von
-Veränderungen, welche die Nahrungsmittel in dem Organismus erleiden, in
-Folge also von Zersetzungsprocessen, welche die Nahrungsmittel an und
-für sich, oder die daraus entsprungenen Gebilde, oder Bestandtheile der
-Organe erleiden.
-
-Der Hauptcharacter des vegetativen Lebens ist ein steter Uebergang des
-in Bewegung gesetzten Stoffs in den Zustand des statischen
-Gleichgewichtes. So lange die Pflanze lebt, ist kein Stillstand in der
-Zunahme bemerklich, kein Theil eines Organs der Pflanze nimmt an Masse
-ab. Wenn eine Zersetzung erfolgt, so ist sie eine Folge der
-Assimilation. Eine Pflanze erzeugt in sich selbst keine Kraft der
-Bewegung, kein Theil ihrer Gebilde verliert, durch eine in ihrem
-Organismus vorhandene Ursache, den Zustand des Lebens und geht in
-formlose Verbindungen über, in ihr findet kein Verbrauch statt. Der
-Verbrauch im Thier ist eine Aenderung des Zustandes und der
-Zusammensetzung gewisser Bestandtheile des Thierkörpers, er geht mithin
-vor sich in Folge chemischer Actionen. Der Einfluß der Gifte, der
-Arzneimittel auf den lebenden thierischen Körper zeigt auf eine evidente
-Weise, daß der Act der chemischen Zersetzung und Verbindung im
-Thierkörper, die sich uns in der Form von Lebenserscheinungen zu
-erkennen geben, daß sie durch _ähnlich_ wirkende chemische Kräfte
-gesteigert, durch _entgegengesetzt_ wirkende verlangsamt und aufgehoben
-werden können, daß wir auf jeden Theil eines Organs durch Stoffe, die
-eine bestimmte chemische Action besitzen, eine Wirkung auszuüben
-vermögen.
-
-Aehnlich also wie in der geschlossenen galvanischen Säule durch gewisse
-Veränderungen, welche ein anorganischer Körper, ein Metall, bei seiner
-Berührung mit einer Säure, erleidet, ein gewisses Etwas für unsere Sinne
-wahrnehmbar wird, was wir mit einem Strome electrischer Materie
-bezeichnen, entstehen in Folge von Umsetzungen und Veränderungen von
-Materien, die früher Theile von Organismen waren, gewisse Bewegungs- und
-Thätigkeitsäußerungen, die wir Leben nennen.
-
-Der electrische Strom giebt sich uns zu erkennen durch gewisse
-Erscheinungen der Anziehung und Abstoßung, welche andere, an und für
-sich bewegungslose, Materien durch ihn empfangen, durch Erscheinungen
-der Bildung und Zersetzung chemischer Verbindungen, die sich überall
-äußern, wo der Widerstand die Bewegung nicht aufhebt.
-
-Von diesem Standpunkte allein und von keinem andern aus darf die Chemie
-die Lebenserscheinungen studiren. Wunder finden wir überall; die Bildung
-eines Krystalls, eines Octaeders ist nicht minder unbegreiflich, wie die
-Entstehung eines Blatts oder einer Muskelfaser, und die Entstehung des
-Zinnobers aus Quecksilber und Schwefel ist ein ebenso großes Räthsel,
-wie die Bildung eines Auges aus der Substanz des Blutes.
-
-Aufnahme von Nahrungsmitteln und Sauerstoff sind die ersten Bedingungen
-des thierischen Lebens.
-
-In jedem Zeittheilchen seines Lebens nimmt der Mensch durch die Organe
-der Respiration Sauerstoff auf; nie ist, so lange das Thier lebt, ein
-Stillstand bemerklich.
-
-Die Beobachtungen der Physiologen zeigen, daß der Körper eines
-erwachsenen Menschen, nach 24 Stunden, bei hinlänglicher Nahrung, am
-Gewicht weder zu- noch abgenommen hat, dennoch ist die Menge von
-Sauerstoff, die in dieser Zeit in seinen Organismus aufgenommen wurde,
-höchst beträchtlich.
-
-Nach _Lavoisier’s_ Versuchen werden von einem erwachsenen Manne in einem
-Jahre 746 Pfd., nach _Menzies_ 837 Pfd. Sauerstoffgas aus der Atmosphäre
-in seinen Körper aufgenommen, und dennoch finden wir sein Gewicht zu
-Anfang und Ende des Jahres entweder ganz unverändert, oder die Ab- und
-Zunahme bewegt sich um wenige Pfunde[E1].
-
-Wo ist, kann man fragen, dieses enorme Gewicht an Sauerstoff
-hingekommen, was ein Individuum im Verlaufe eines Jahres in sich
-aufnimmt?
-
-Diese Frage ist mit befriedigender Sicherheit gelös’t; kein Theil des
-aufgenommenen Sauerstoffs bleibt im Körper, sondern er tritt in der Form
-einer Kohlenstoff- oder einer Wasserstoffverbindung wieder aus.
-
-Der Kohlenstoff und Wasserstoff von gewissen Bestandtheilen des
-Thierkörpers haben sich mit dem durch die Haut und Lunge aufgenommenen
-Sauerstoff verbunden, sie sind als Kohlensäure und Wasserdampf wieder
-ausgetreten.
-
-Mit jedem Athemzuge, in jedem Lebensmomente trennen sich von dem
-Thierorganismus gewisse Mengen seiner Bestandtheile, nachdem sie mit dem
-Sauerstoff der atmosphärischen Luft eine Verbindung in dem Körper selbst
-eingegangen sind.
-
-Wenn wir, um einen Anhaltspunkt zu einer Rechnung zu haben, mit
-_Lavoisier_ und _Seguin_ annehmen, daß der erwachsene Mensch täglich 65
-Loth Sauerstoff (46037 Cubikzoll = 15661 Gran fr. Gew.) in sich
-aufnimmt, und wir seine Blutmasse zu 24 Pfund, bei einem Wassergehalt
-von 80 ~pCt.~ annehmen, so ergiebt sich aus der bekannten
-Zusammensetzung des Blutes, daß zu einer völligen Verwandlung des
-Kohlenstoffs und Wasserstoffs im Blut, in Kohlensäure und Wasser 64103
-Gran Sauerstoff nöthig sind, die in 4 Tagen und 5 Stunden in den Körper
-eines erwachsenen Menschen aufgenommen werden[E2].
-
-Gleichgültig ob der Sauerstoff an die Bestandtheile des Bluts tritt oder
-an andere kohlen- und wasserstoffreiche Materien im Körper, es kann dem
-Schlusse nichts entgegengesetzt werden, daß dem menschlichen Körper,
-welcher 65 Loth Sauerstoff täglich einathmet, in 4 Tagen und 5 Stunden
-so viel an Kohlenstoff und Wasserstoff in seinen Nahrungsmitteln wieder
-zugeführt werden muß, als nöthig wäre, 24 Pfund Blut mit diesen
-Bestandtheilen zu versehen, vorausgesetzt, daß das Gewicht des Körpers
-sich nicht ändere, daß er seine normale Beschaffenheit behaupten soll.
-
-Diese Zufuhr geschieht durch die _Speisen_.
-
-Aus der genauen Bestimmung der Kohlenstoffmenge, welche durch die
-Speisen in den Körper aufgenommen werden, so wie durch die Ausmittelung
-derjenigen Quantität, welche durch die Faeces und den Urin unverbrannt,
-oder wenn man will, in einer andern Form, als in der Form einer
-Sauerstoffverbindung, wieder austritt, ergiebt sich, daß ein erwachsener
-Mann, im Zustande mäßiger Bewegung, täglich 27,8 Loth Kohlenstoff
-verzehrt[E3].
-
-Diese 27⁸/₁₀ Loth Kohlenstoff entweichen aus Haut und Lunge in der Form
-von kohlensaurem Gas.
-
-Zur Verwandlung in kohlensaures Gas bedürfen diese 27,8 Loth Kohlenstoff
-74 Loth Sauerstoff.
-
-Nach den analytischen Bestimmungen von _Boussingault_ (~Annales de chim.
-et de phys. LXX.~ 1. ~S.~ 136) verzehrt ein Pferd in 24 Stunden 158¹/₄
-Loth Kohlenstoff, eine milchgebende Kuh 141¹/₂ Loth[E4].
-
-Die hier angeführten Kohlenstoffmengen sind als Kohlensäure aus ihrem
-Körper getreten, das Pferd hat in 24 Stunden für die Ueberführung des
-Kohlenstoffs in Kohlensäure 13⁷/₃₂ Pfd. und die Kuh 11²/₃ Pfd.
-Sauerstoff verbraucht.
-
-Da kein Theil des aufgenommenen Sauerstoffs in einer andern Form als in
-der einer Kohlenstoff- oder Wasserstoffverbindung wieder aus dem Körper
-tritt, da ferner bei normalem Gesundheitszustande der ausgetretene
-Kohlenstoff und Wasserstoff wieder ersetzt wird durch Kohlenstoff und
-Wasserstoff, den wir in den Speisen zuführen, so ist klar, daß die Menge
-von Nahrung, welche der thierische Organismus zu seiner Erhaltung
-bedarf, in geradem Verhältniß steht zu der Menge des aufgenommenen
-Sauerstoffs.
-
-Zwei Thiere, die in gleichen Zeiten ungleiche Mengen von Sauerstoff
-durch Haut und Lunge in sich aufnehmen, verzehren in einem ähnlichen
-Verhältniß ein ungleiches Gewicht von der nämlichen Speise.
-
-In gleichen Zeiten ist der Sauerstoffverbrauch ausdrückbar durch die
-Anzahl der Athemzüge; es ist klar, daß bei einem und demselben Thiere
-die Menge der zu genießenden Nahrung wechselt, je nach der Stärke und
-Anzahl der Athemzüge.
-
-Ein Kind, dessen Respirationswerkzeuge sich in größerer Thätigkeit
-befinden, muß häufiger und verhältnißmäßig mehr Nahrung zu sich nehmen,
-als ein Erwachsener, es kann den Hunger weniger leicht ertragen. Ein
-Vogel stirbt bei Mangel an Nahrung den dritten Tag; eine Schlange, die
-in einer Stunde, unter einer Glasglocke athmend, kaum so viel Sauerstoff
-verzehrt, daß die davon erzeugte Kohlensäure wahrnehmbar ist, lebt drei
-Monate und länger ohne Nahrung.
-
-Im Zustand der Ruhe beträgt die Anzahl der Athemzüge weniger als im
-Zustand der Bewegung und Arbeit. Die Menge der in beiden Zuständen
-nothwendigen Nahrung muß in dem nämlichen Verhältniß stehen.
-
-Ein Ueberfluß von Nahrung und Mangel an eingeathmetem Sauerstoff (an
-Bewegung), so wie starke Bewegung (die zu einem größeren Maaß von
-Nahrung zwingt) und schwache Verdauungsorgane sind unverträglich mit
-einander.
-
-Die Menge des Sauerstoffs, welche ein Thier durch die Lunge aufnimmt,
-ist aber nicht allein abhängig von der Anzahl der Athemzüge, sondern
-auch von der Temperatur und der Dichtigkeit der eingeathmeten Luft.
-
-Die Brusthöhle eines Thieres hat eine unveränderliche Größe, mit jedem
-Athemzuge tritt eine gewisse Menge Luft ein, die in Beziehung auf ihr
-Volumen als gleichbleibend angesehen werden kann. Aber ihr Gewicht und
-damit das Gewicht des darin enthaltenen Sauerstoffs bleibt sich nicht
-gleich. In der Wärme dehnt sich die Luft aus, in der Kälte zieht sie
-sich zusammen. In einem gleichen Volum kalter und warmer Luft haben wir
-ein ungleiches Gewicht Sauerstoff. Im Sommer enthält die atmosphärische
-Luft Wassergas, im Winter ist sie trocken; der Raum, den das Wassergas
-in der warmen Luft einnimmt, wird im Winter durch Luft eingenommen, d.
-h. sie enthält bei gleichem Volum im Winter mehr Sauerstoff.
-
-Im Sommer und Winter, am Pole und Aequator athmen wir ein gleiches
-Luftvolumen ein. Die kalte Luft erwärmt sich beim Einathmen in der
-Luftröhre und den Lungenzellen, und nimmt die Temperatur des Körpers an.
-Um ein gewisses Sauerstoffvolumen in die Lunge zu bringen, ist im Winter
-ein geringerer Kraftaufwand nöthig, als im Sommer; für denselben
-Kraftverbrauch athmet man im Winter mehr Sauerstoff ein.
-
-Es ist einleuchtend, daß wir bei einer gleichen Anzahl von Athemzügen an
-dem Ufer des Meeres eine größere Menge von Sauerstoff verzehren, als auf
-Bergen; daß die Menge der austretenden Kohlensäure, so wie das
-eingesaugte Sauerstoffgas mit dem Barometerstande sich ändert.
-
-Das aufgenommene Sauerstoffgas tritt im Sommer und Winter in ähnlicher
-Weise verändert wieder aus, wir athmen in niederer Temperatur und
-höherem Luftdrucke mehr Kohlenstoff aus wie in höherer, und wir müssen
-in dem nämlichen Verhältniß mehr oder weniger Kohlenstoff in den
-Speisen genießen, in Schweden mehr wie in Sicilien, in unsern Gegenden
-im Winter ein ganzes Achtel mehr wie im Sommer.
-
-Selbst wenn wir dem Gewicht nach gleiche Quantitäten Speise in kalten
-und warmen Gegenden genießen, so hat eine unendliche Weisheit die
-Einrichtung getroffen, daß diese Speisen höchst ungleich in ihrem
-Kohlenstoffgehalte sind. Die Früchte, welche der Südländer genießt,
-enthalten im frischen Zustande nicht über 12 ~pCt.~ Kohlenstoff, während
-der Speck und Thran des Polarländers 66 bis 80 ~pCt.~ Kohlenstoff
-enthalten.
-
-Es ist keine schwere Aufgabe, sich in warmen Gegenden der Mäßigkeit zu
-befleißigen, oder lange Zeit den Hunger unter dem Aequator zu ertragen,
-allein Kälte und Hunger reiben in kurzer Zeit den Körper auf.
-
-Die Wechselwirkung der Bestandtheile der Speisen und des durch die
-Blutcirculation im Körper verbreiteten Sauerstoffs ist _die Quelle der
-thierischen Wärme_.
-
-
-~III.~
-
-Alle lebenden Wesen, deren Existenz auf einer Einsaugung von Sauerstoff
-beruht, besitzen eine von der Umgebung unabhängige Wärmequelle.
-
-Diese Wahrheit bezieht sich auf alle Thiere, sie erstreckt sich auf den
-keimenden Samen, auf die Blüthe der Pflanze und auf die reifende Frucht.
-
-Nur in den Theilen des Thieres, zu welchen arterielles Blut, und durch
-dieses der in dem Athmungsproceß aufgenommene Sauerstoff gelangen kann,
-wird Wärme erzeugt. Haare, Wolle, Federn besitzen keine eigenthümliche
-Temperatur.
-
-Diese höhere Temperatur des Thierkörpers oder, wenn man will,
-Wärmeausscheidung ist überall und unter allen Umständen die Folge der
-Verbindung einer brennbaren Substanz mit Sauerstoff.
-
-In welcher Form sich auch der Kohlenstoff mit Sauerstoff verbinden mag,
-der Akt der Verbindung kann nicht vor sich gehen, ohne von Entwicklung
-von Wärme begleitet zu seyn, gleichgültig, ob sie langsam oder rasch
-erfolgt, ob sie in höherer oder niederer Temperatur vor sich geht, stets
-bleibt die freigewordene Wärmemenge eine unveränderliche Größe.
-
-Der Kohlenstoff der Speisen, der sich im Thierkörper in Kohlensäure
-verwandelt, muß ebenso viel Wärme entwickeln, als wenn er in der Luft
-oder im Sauerstoff direct verbrannt worden wäre; der einzige Unterschied
-ist der, daß die erzeugte Wärmemenge sich auf ungleiche Zeiten
-vertheilt; in reinem Sauerstoffgas geht die Verbrennung schneller vor
-sich, die Temperatur ist höher, in der Luft langsamer, die Temperatur
-ist niedriger, sie hält aber länger an.
-
-Es ist klar, daß mit der Menge des in gleichen Zeiten durch den
-Athmungsproceß zugeführten Sauerstoffs die Anzahl der freigewordenen
-Wärmegrade zu- oder abnehmen muß. Thiere, welche rasch und schnell
-athmen und demzufolge viel Sauerstoff verzehren, besitzen eine höhere
-Temperatur als andere, die in derselben Zeit, bei gleichem Volum des zu
-erwärmenden Körpers, weniger in sich aufnehmen; ein Kind mehr (39°) als
-ein erwachsener Mensch (37,5°), ein Vogel mehr (40-41°) wie ein
-vierfüßiges Thier (37-38°), wie ein Fisch oder Amphibium, dessen
-Eigentemperatur sich 1¹/₂ bis 2° über das umgebende Medium erhebt[E5].
-Alle Thiere sind warmblütig, allein nur bei denen, welche durch Lungen
-athmen, ist die Eigenwärme ganz unabhängig von der Temperatur der
-Umgebung.
-
-Die zuverlässigsten Beobachtungen beweisen, daß in allen Klimaten, in
-der gemäßigten Zone sowohl wie am Aequator oder an den Polen, die
-Temperatur des Menschen, so wie die aller sogenannten warmblütigen
-Thiere, niemals wechselt; allein wie verschieden sind die Zustände, in
-denen sie leben.
-
-Der Thierkörper ist ein erwärmter Körper, der sich zu seiner Umgebung
-verhält wie alle warmen Körper; er empfängt Wärme, wenn die äußere
-Temperatur höher, er giebt Wärme ab, wenn sie niedriger ist, als seine
-eigene Temperatur.
-
-Wir wissen, daß die Schnelligkeit der Abkühlung eines warmen Körpers
-wächst mit der Differenz seiner eignen Temperatur und der des Mediums,
-worin er sich befindet, d. h. je kälter die Umgebung ist, in desto
-kürzerer Zeit kühlt sich der warme Körper ab.
-
-Wie ungleich ist aber der Wärmeverlust, den ein Mensch in Palermo
-erleidet, wo die äußere Temperatur nahe gleich ist der Temperatur des
-Körpers, und der eines Menschen, der am Pole lebt, wo die Temperatur
-40-50 Grade niedriger ist.
-
-Trotzt diesem so höchst ungleichen Wärmeverlust, zeigt die Erfahrung,
-daß das Blut des Polarländers keine niedrigere Temperatur besitzt, als
-das des Südländers, der in einer so verschiedenen Umgebung lebt.
-
-Diese Thatsache ihrer wahren Bedeutung nach anerkannt, beweis’t, daß die
-nach Außen hin abgegebene Wärme in dem Thierkörper mit großer
-Schnelligkeit ersetzt wird; im Winter erfolgt diese Erneuerung schneller
-wie im Sommer, am Pole rascher wie am Aequator.
-
-In verschiedenen Klimaten wechselt nun die Menge des durch die
-Respiration in den Körper tretenden Sauerstoffs nach der Temperatur der
-äußern Luft; mit dem Wärmeverlust durch Abkühlung steigt die Menge des
-eingeathmeten Sauerstoffs; die zur Verbindung mit diesem Sauerstoff
-nöthige Menge Kohlenstoff oder Wasserstoff, sie muß in einem ähnlichen
-Verhältniß zunehmen.
-
-Es ist klar, daß der Wärmeersatz bewirkt wird durch die Wechselwirkung
-der Bestandtheile der Speisen, die sich mit dem eingeathmeten Sauerstoff
-verbinden. Um einen trivialen aber deswegen nicht minder richtigen
-Vergleich anzuwenden, verhält sich in dieser Beziehung der Thierkörper,
-wie ein Ofen, den wir mit Brennmaterial versehen. Gleichgültig, welche
-Formen die Speisen nach und nach im Körper annehmen, welche
-Veränderungen sie auch erleiden mögen, die letzte Veränderung, die sie
-erfahren, ist eine Verwandlung ihres Kohlenstoffs in Kohlensäure, ihres
-Wasserstoffs in Wasser; der Stickstoff und der unverbrannte Kohlenstoff,
-sie werden in dem Urin und den festen Excrementen abgeschieden. Um eine
-constante Temperatur im Ofen zu haben, müssen wir, je nach der äußern
-Temperatur wechselnd, eine ungleiche Menge von Brennmaterial
-einschieben.
-
-In Beziehung auf den Thierkörper sind die Speisen das Brennmaterial; bei
-gehörigem Sauerstoffzutritt erhalten wir die durch ihre Oxydation
-freiwerdende Wärme. Im Winter, bei Bewegung in kalter Luft, wo die Menge
-des eingeathmeten Sauerstoffs zunimmt, wächst in dem nämlichen
-Verhältniß das Bedürfniß nach kohlen- und wasserstoffreichen
-Nahrungsmitteln, und in Befriedigung dieses Bedürfnisses erhalten wir
-den wirksamsten Schutz gegen die grimmigste Kälte. Ein Hungernder
-friert. Jedermann weiß, daß die Raubthiere der nördlichen Klimate an
-Gefräßigkeit weit den in südlichen Gegenden voranstehen.
-
-In der kalten und temperirten Zone treibt uns die Luft, die ohne
-Aufhören den Körper zu verzehren strebt, zur Arbeit und Anstrengung, um
-uns die Mittel zum Widerstande gegen diese Einwirkung zu schaffen,
-während in heißen Klimaten die Anforderungen zur Herbeischaffung an
-Speise bei weitem nicht so dringend sind.
-
-Unsere Kleider sind nur Aequivalente für die Speisen; je wärmer wir uns
-kleiden, desto mehr vermindert sich das Bedürfniß zu essen, eben weil
-der Wärmeverlust, die Abkühlung und damit der nöthige Ersatz durch
-Speisen kleiner wird.
-
-Gingen wir nackt wie der Indianer, oder wären wir beim Jagen und Fischen
-denselben Kältegraden ausgesetzt wie der Samojede, so würden wir 10
-Pfund Fisch oder Fleisch und noch obendrein ein Dutzend Talglichter
-bewältigen können, wie uns warmbekleidete Reisende mit Verwunderung
-erzählt haben; wir würden dieselbe Menge Branntwein oder Thran ohne
-Nachtheil genießen können, eben weil ihr Kohlenstoff- und
-Wasserstoffgehalt dazu dient, um ein Gleichgewicht mit der äußeren
-Temperatur hervorzubringen.
-
-Die Menge der zu genießenden Speisen richtet sich nach den
-vorhergehenden Auseinandersetzungen, nach der Anzahl der Athemzüge, nach
-der Temperatur der Luft, die wir einathmen und nach dem Wärmequantum,
-was wir nach außen hin abgeben.
-
-Keine isolirte, entgegenstehende Thatsache kann die Wahrheit dieses
-Naturgesetzes ändern. Ohne der Gesundheit einen vorübergehenden oder
-bleibenden Nachtheil zuzufügen, kann der Neapolitaner nicht mehr
-Kohlenstoff und Wasserstoff in den Speisen zu sich nehmen, als er
-ausathmet, und kein Nordländer kann mehr Kohlenstoff und Wasserstoff
-ausathmen, als er in den Speisen zu sich genommen hat, wenn nicht im
-Zustand der Krankheit, oder wenn er hungert, Zustände, die wir näher
-beleuchten werden.
-
-Der Engländer sieht mit Bedauern seinen Appetit, der ihm einen häufig
-wiederkehrenden Genuß darbietet, in Jamaica schwinden, und es gelingt
-ihm in der That, durch Cayennepfeffer und die kräftigsten Reizmittel die
-nämliche Menge von Speisen zu sich zu nehmen wie in seiner Heimath;
-allein der in den Körper übergegangene Kohlenstoff dieser Speisen, er
-wird nicht verbraucht, die Temperatur der Luft ist zu hoch und eine
-erschlaffende Hitze erlaubt nicht die Anzahl der Athemzüge (durch
-Bewegung und Anstrengung) zu steigern, den Verbrauch also mit dem, was
-er zu sich genommen, in Verhältniß zu setzen.
-
-Im Gegensatz hierzu sendet England seine Patienten, deren kranken
-Verdauungsorganen die Fähigkeit abgeht oder vermindert ist, die Speisen
-in den Zustand zu versetzen, in welchem sie sich zur Verbindung mit dem
-Sauerstoff eignen, welche also weniger Widerstand produziren, als das
-_Klima_, die Temperatur ihrer Heimath verlangt, nach südlichen Gegenden,
-wo die Menge des eingeathmeten Sauerstoffs in einem so großen Verhältniß
-sich vermindert, und das Resultat, eine Verbesserung des
-Gesundheitzustandes, ist sichtbar. Die kranken Verdauungsorgane haben
-Kraft genug, um die geringere Menge von Speise in Verhältniß zu setzen
-mit dem verbrauchten Sauerstoff; in dem kälteren Klima wurden die
-Respirationsorgane selbst zu diesem Widerstande dienen müssen.
-
-Im Sommer sind bei uns die Leberkrankheiten (Kohlenstoffkrankheiten), im
-Winter die Lungenkrankheiten (Sauerstoffkrankheiten) vorherrschend.
-
-Die Abkühlung des Körpers, durch welche Ursache es auch sei, bedingt
-eine größeres Maaß von Speise. Der bloße Aufenthalt in freier Luft,
-gleichgültig ob im Reisewagen oder auf dem Verdecke von Schiffen, erhöht
-durch Strahlung und gesteigerte Verdunstung den Wärmeverlust, selbst
-ohne vermehrte Bewegung; er zwingt uns mehr wie gewöhnlich zu essen.
-Dasselbe muß für Personen gelten, welche gewohnt sind große Quantitäten
-kaltes Wasser zu trinken, welches auf 37° erwärmt wieder abgeht, es
-vermehrt den Appetit, und schwächliche Constitutionen müssen durch
-anhaltende Bewegung den zum Ersatz der an das kalte Wasser abgegebenen
-Wärme nöthigen Sauerstoff dem Körper hinzuführen. Starkes und
-anhaltendes Sprechen und Singen, das Schreien der Kinder, feuchte Luft,
-alles dieses übt einen bestimmten nachweisbaren Einfluß auf die zu
-genießenden Speisen aus.
-
-
-~IV.~
-
-In dem Vorhergehenden ist angenommen worden, daß vorzüglich der
-Kohlenstoff und Wasserstoff zur Verbindung mit dem Sauerstoff und zur
-Hervorbringung der animalischen Wärme dient; die einfachsten
-Beobachtungen zeigen in der That, daß der Wasserstoff der Speisen eine
-nicht minder wichtige Rolle wie der Kohlenstoff spielt.
-
-Der ganze Respirationsproceß erscheint in völliger Klarheit, wenn wir
-den Zustand eines Menschen oder Thieres, bei Enthaltung aller Speise,
-ins Auge fassen. Die Athembewegungen bleiben ungeändert, es wird nach
-wie vor Sauerstoff aus der Atmosphäre aufgenommen und Kohlensäure und
-Wasserdampf ausgeathmet. Wir wissen mit unzweifelhafter Bestimmtheit,
-woher der Kohlenstoff und Wasserstoff stammt, denn mit der Dauer des
-Hungers sehen wir den Kohlenstoff und Wasserstoff des Körpers sich
-vermindern.
-
-Die erste Wirkung des Hungers ist ein Verschwinden des Fettes; dieses
-Fett ist weder in den sparsamen Faeces, noch im Urin nachweisbar, sein
-Kohlenstoff und Wasserstoff sind durch Haut und Lunge in der Form von
-Sauerstoffverbindungen ausgetreten; es ist klar, diese Bestandtheile
-haben zur Respiration gedient.
-
-Jeden Tag treten 65 Loth Sauerstoff ein und nehmen beim Austreten einen
-Theil von dem Körper des Hungernden mit. (_Currie_ sah einen Kranken,
-der nicht schlingen konnte, während eines Monates über 100 Pfd. an
-seinem Gewichte verlieren, und ein fettes Schwein, was durch einen
-Bergsturz verschüttet wurde, lebte 160 Tage ohne Nahrung, und hatte über
-120 Pfd. am Gewichte verloren.) (_Martell_ in den ~Transactions of the
-Linnéan Soc. Vol. XI. p.~ 411.) Das Verhalten der Winterschläfer, so wie
-die periodenweise Ansammlung von Fett bei andern Thieren, von Fett, was
-in andern Perioden ihres Lebens wieder verschwindet, ohne eine Spur zu
-hinterlassen, alle diese wohlbekannten Thatsachen beweisen, daß der
-Sauerstoff in dem Respirationsproceß keine Auswahl unter den Stoffen
-trifft, die sich zu einer Verbindung mit ihm eignen. Der Sauerstoff
-verbindet sich mit allem, was ihm dargeboten wird, und nur Mangel an
-Wasserstoff ist der Grund, warum sich überhaupt Kohlensäure bildet, eben
-weil bei der Temperatur des Körpers die Verwandtschaft des Wasserstoffs
-zum Sauerstoff bei weitem die des Kohlenstoffs übertrifft.
-
-Wir wissen in der That, daß die grasfressenden Thiere ein dem
-eingeathmeten Sauerstoff gleiches Volum Kohlensäure wieder ausathmen,
-während bei den Fleischfressern, der einzigen Thierklasse, welche Fett
-in ihrer Nahrung genießt, mehr Sauerstoff aufgenommen wird, als dem
-ausgeathmeten Kohlensäurevolum entspricht; bestimmte Versuche haben
-dargethan, daß in manchen Fällen nur die Hälfte von dem Volumen des
-Sauerstoffs an Kohlensäuregas ausgeathmet wird. Diese Beobachtungen sind
-keiner Widerlegung fähig, sie sind überzeugender, als alle die künstlich
-und willkürlich hervorgerufenen Erscheinungen, die man Versuche nennt,
-Versuche, welche, völlig entbehrlich, alles Gegengewichtes ermangeln,
-wenn die Gelegenheit zur Beobachtung in der Natur sich darbietet und
-diese Gelegenheit verständig benutzt wird.
-
-Bei Hungernden verschwindet aber nicht allein das Fett, sondern nach und
-nach alle der Löslichkeit fähigen, festen Stoffe. In dem völlig
-abgezehrten Körper der Verhungerten sind die Muskeln dünn und mürbe, der
-Contractibilität beraubt, alle Theile des Körpers, welche fähig waren,
-in den Zustand der Bewegung überzugehen, sie haben dazu gedient, um den
-Rest der Gebilde vor der alles zerstörenden Wirkung der Atmosphäre zu
-schützen; zuletzt nehmen die Bestandtheile des Gehirns Antheil an diesem
-Oxydationsproceß, es erfolgt Wahnsinn, Irrereden und der Tod, das heißt,
-aller Widerstand hört völlig auf, es tritt der chemische Proceß der
-Verwesung ein, alle Theile des Körpers verbinden sich mit dem Sauerstoff
-der Luft.
-
-Die Zeit, in welcher ein Verhungernder stirbt, richtet sich nach dem
-Zustand der Fettleibigkeit, nach dem Zustand der Bewegung (Anstrengung
-und Arbeit), nach der Temperatur der Luft, und ist zuletzt abhängig von
-der Gegenwart oder Abwesenheit des Wassers. Durch die Haut und Lunge
-verdunstet eine gewisse Menge Wasser, durch deren Austreten, als die
-Bedingung aller Vermittelung von Bewegungen, der Tod beschleunigt wird.
-Es giebt Fälle, wo bei ungeschmälertem Wassergenuß der Tod erst nach 20,
-in einem Fall erst nach 60 Tagen erfolgte.
-
-In allen chronischen Krankheiten erfolgt der Tod durch die nämliche
-Ursache, durch die Einwirkung der Atmosphäre. Wenn die Stoffe fehlen,
-welche in dem Organismus zur Unterhaltung des Respirationsprocesses
-bestimmt sind, wenn die Organe des Kranken ihre Funktion versagen, wenn
-sie die Fähigkeit verlieren, zu ihrem eignen Schutz die genossenen
-Speisen in den Zustand zu versetzen, in dem sich ihre Bestandtheile mit
-dem Sauerstoff der Luft zu verbinden vermögen, so wird ihre eigne
-Substanz, das Fett, das Gehirn, die Substanz der Muskeln und Nerven dazu
-verwendet[F1].
-
- [1] In Beziehung auf den wahren Vorgang verweise ich auf die
- Betrachtung des Stoffwechsels in dem Körper der Carnivoren (s. im
- Folgenden).
-
-Die eigentliche Ursache des Todes ist in diesen Fällen der
-Respirationsproceß, die Einwirkung der Atmosphäre. Mangel an Nahrung,
-an Fähigkeit, sie zu Bestandtheilen des Organismus zu machen, ist Mangel
-an Widerstand, es ist die negative Ursache des Aufhörens der
-Lebensthätigkeit. Die Flamme geht aus, weil das Oel verzehrt ist; es ist
-der Sauerstoff der Luft, der es verzehrt hat.
-
-In manchen Krankheitszuständen erzeugen sich Stoffe, die zur
-Assimilation nicht verwendbar sind, durch bloße Enthaltung von Speisen
-werden sie aus dem Körper entfernt, sie verschwinden, ohne eine Spur zu
-hinterlassen, indem ihre Bestandtheile mit dem Sauerstoff der Luft in
-Verbindung treten.
-
-Von dem Augenblicke an, wo die Funktion der Haut oder Lunge eine Störung
-erleidet, erscheinen kohlenstoffreichere Stoffe im Urin, der seine
-gewöhnliche Farbe in braun umändert. Von der ganzen Oberfläche des
-menschlichen Körpers wird Sauerstoff aus der Luft aufgenommen, der sich
-mit allen Materien verbindet, die seiner Action keinen Widerstand
-entgegensetzen; an allen Stellen des Körpers, wo der Zutritt des
-Sauerstoffs gehemmt ist, unter den Achselhöhlen und an den Füßen z. B.,
-bemerken wir eine Ausscheidung von Stoffen, die sich durch ihren Zustand
-oder durch den Geruch den Sinnen zu erkennen geben.
-
-Die Respiration ist das fallende Gewicht, die gespannte Feder, welche
-das Uhrwerk in Bewegung erhält, die Athemzüge sind die Pendelschläge,
-die es reguliren. Wir kennen bei unseren gewöhnlichen Uhren mit
-mathematischer Schärfe die Aenderungen, welche durch die Länge des
-Pendels oder durch äußere Temperaturen ausgeübt werden, auf ihren
-regelmäßigen Gang; allein nur von Wenigen ist in seiner Klarheit der
-Einfluß erkannt, den Luft und Temperatur auf den Gesundheitszustand des
-menschlichen Körpers ausüben, und doch ist die Ausmittelung der
-Bedingungen, um ihn im normalen Zustand zu erhalten, nicht schwieriger,
-wie bei einer gewöhnlichen Uhr.
-
-
-~V.~
-
-Der Mangel an einer richtigen Ansicht von Kraft und Wirkung und dem
-Zusammenhang der Naturerscheinungen hat die Chemiker dahin geführt,
-einen Theil der im Thierorganismus sich erzeugenden Wärme den Wirkungen
-des Nervensystems zuzuschreiben. Wenn man damit einen Stoffwechsel als
-Bedingung der Nervenwirkungen ausschließt, so will dies nichts anders
-sagen, als das Vorhandensein einer Bewegung, die Aeußerung einer
-Thätigkeit hervorgehen zu machen aus Nichts. Allein aus Nichts kann
-keine Kraft, keine Thätigkeit entstehen.
-
-Niemand wird ernstlich den Antheil läugnen, welchen die Nervenapparate
-an dem Respirationsproceß nehmen, keine Art von Zustandsänderung kann im
-Thierkörper vor sich gehen, ohne die Nerven, denn sie sind die Bedinger
-aller Bewegungen. Durch sie, durch ihre Mitwirkung produciren die
-Eingeweide die Stoffe, welche als Mittel zum Widerstande gegen die
-Einwirkung des Sauerstoffs zur Hervorbringung der animalischen Wärme
-dienen, und mit dem Aufhören ihrer Funktionen muß der ganze Akt der
-Sauerstoffaufnahme eine andere Form annehmen. Beim Durchschneiden des
-Gehirns von Hunden beim ~Pons varolii~, bei Contusionen gegen Scheitel
-und Hinterhaupt fährt das Thier eine Zeitlang zu athmen fort, oft
-rascher und lebhafter, wie im gesunden Zustande, die Schnelligkeit des
-Blutumlaufs nimmt in der ersten Zeit eher zu als ab, allein das Thier
-erkaltet, wie wenn ein plötzlicher Tod eingetreten wäre, der dann auch
-unabwendbar erfolgt; ganz ähnliche Erfahrungen hat man bei
-Durchschneidung des Rückenmarks, des ~Nervus vagus~ gemacht. Die
-Athembewegungen dauern eine Zeitlang fort, allein der Sauerstoff findet
-die Stoffe auf seinem Wege nicht vor, mit denen er sich im normalen
-Zustande verbunden haben würde, weil sie ihm von den gelähmten
-Unterleibsorganen nicht geliefert werden können. Die sonderbare Ansicht
-über die Erzeugung der thierischen Wärme durch die Nerven, sie ist, wie
-man leicht bemerkt, aus der Vorstellung hervorgegangen, daß das
-eingesaugte Sauerstoffgas in dem Blute selbst zu Kohlensäure werde, in
-welchem Fall, in obigen Versuchen, freilich die Temperatur des Körpers
-nicht abnehmen dürfte, allein es kann, wie später entwickelt werden
-soll, keinen größeren Irrthum geben.
-
-Aehnlich wie bei Durchschneidung der pneumogastrischen Nerven die
-Bewegung des Magens und die Secretion des Magensaftes aufgehoben und
-damit dem Verdauungsproceß eine unmittelbare Gränze gesetzt wird, ändert
-die Lähmung der Bewegungsorgane des Unterleibs den Respirationsproceß;
-beide stehen in dem engsten Zusammenhang mit einander; eine jede
-Störung des Nervensystems, der Verdauungsnerven übt rückwärts einen
-wahrnehmbaren Einfluß auf den Respirationsproceß aus.
-
-Man hat zuletzt die Beobachtung gemacht, daß durch die Contraction der
-Muskeln Wärme erzeugt wird, ähnlich wie in einem Stücke Kautschuck, was
-man, rasch aus einander gezogen, sich wieder contrahiren läßt. Man ist
-so weit gegangen, einen Theil der thierischen Wärme den mechanischen
-Bewegungen im Körper zuzuschreiben, als ob die Bewegungen selbst
-entstehen könnten, ohne einen gewissen Aufwand von Kraft, welche durch
-diese Bewegungen verzehrt wird. Durch was aber, kann man hier fragen,
-wird diese Kraft erzeugt?
-
-Durch verbrennenden Kohlenstoff, durch Auflösung eines Metalls in einer
-Säure, durch die Vereinigung der beiden Elektricitäten, durch Einsaugung
-von Licht entsteht Wärme. Gleichermaßen entsteht Wärme, wenn wir zwei
-Stücke eines festen Körpers mit einer gewissen Geschwindigkeit auf
-einander reiben.
-
-Durch eine Menge in ihren Aeußerungen höchst verschiedener Ursachen
-können wir einerlei Effekt hervorbringen. Wir haben in der Verbrennung
-und in der Elektricitätserzeugung einen Stoffwechsel, oder, wie in dem
-Licht und der Reibungswärme, die Verwandlung einer vorhandenen Bewegung
-in eine neue, die auf eine andere Weise auf unsere Sinne wirkt. Wir
-haben ein Substrat, etwas Gegebenes, was die Form eines andern
-Substrates annimmt, in allen Fällen eine Kraft und eine Wirkung. Wir
-können durch Feuer unter einer Dampfmaschine alle möglichen Arten von
-Bewegungen, und durch ein gegebenes Maaß von Bewegung Feuer
-hervorbringen.
-
-Ein Stück Zucker, das wir auf einem Reibeisen reiben, erleidet an den
-Berührungsflächen des Eisens die nämliche Veränderung, wie durch eine
-hohe Temperatur, und zwei Stücke Eis schmelzen an den Punkten, wo sie
-sich reibend berühren.
-
-Man muß sich nur erinnern, daß die ausgezeichnetsten Physiker die
-Erscheinungen der Wärme nur als Bewegungserscheinungen gelten lassen,
-eben weil der Begriff der _Erzeugung_ einer Materie, wenn auch einer
-gewichtslosen, schlechterdings nicht vereinbar ist mit ihrer Entstehung
-durch mechanische Ursachen, wie durch Reibung und Bewegung.
-
-Alles zugegeben, was von elektrischen und magnetischen Störungen in dem
-Thierkörper Antheil nehmen mag an den Funktionen seiner Organe, die
-letzte Ursache aller dieser Thätigkeiten ist ein Stoffwechsel,
-ausdrückbar durch einen in einer gewissen Zeit stattfindenden Uebergang
-der Bestandtheile der Speisen in Sauerstoffverbindungen; diejenigen
-unter ihnen, welche diesen allmähligen Verbrennungsproceß nicht
-erfahren, sie werden unverbrannt oder unverbrennlich in der Form von
-Excrementen ausgestoßen.
-
-Es ist nun schlechterdings unmöglich, daß eine gegebene Menge
-Kohlenstoff oder Wasserstoff, welche verschiedene Formen sie auch im
-Laufe der Verbrennung annehmen mögen, mehr Wärme hervorzubringen fähig
-ist, als wie sie liefert, wenn sie im Sauerstoffgas oder in der Luft
-direkt verbrannt wird.
-
-Wenn wir Feuer unter eine Dampfmaschine machen und die erhaltene Kraft
-benutzen, um durch Reibung Wärme hervorzubringen, so kann diese in
-keiner Weise jemals größer sein, als die Wärme, die wir nöthig gehabt
-haben, um den Dampfkessel zu heizen, und wenn wir in einer galvanischen
-Säule den Strom zur Hervorbringung von Wärme benutzen, so ist diese
-unter allen Umständen nicht größer, als wir sie haben können durch die
-Verbrennung des Zinks, was sich in der Säure anflös’t.
-
-Die Contraction der Muskeln erzeugt Wärme, die hierzu nöthige Kraft
-äußert sich durch die Organe der Bewegung, die sie durch einen
-Stoffwechsel empfangen. Die letzte Ursache der erzeugten Wärme kann
-natürlich nur dieser Stoffwechsel sein.
-
-Durch die Auflösung eines Metalls in einer Säure entsteht ein
-elektrischer Strom; durch einen Draht geleitet, wird dieser zu einem
-Magneten, durch den wir verschiedene Effekte hervorzubringen vermögen.
-Die Ursache aller erzeugten Erscheinungen ist der Magnetismus, die
-Ursache der magnetischen Wirkungen suchen wir in dem elektrischen Strom,
-und die letzte Ursache des elektrischen Stromes, wir finden sie in einem
-Stoffwechsel, in einer chemischen Action.
-
-Es giebt verschiedene Ursachen der Krafterzeugung; eine gespannte Feder,
-ein Luftstrom, eine fallende Wassermasse, Feuer, was unter einem
-Dampfkessel brennt, ein Metall, was sich in einer Säure lös’t, durch
-alle diese verschiedenen Ursachen der Bewegung läßt sich einerlei Effekt
-hervorbringen. In dem thierischen Körper erkennen wir aber als die
-letzte Ursache aller Krafterzeugung nur _eine_, und diese ist die
-Wechselwirkung, welche die Bestandtheile der Speisen und der Sauerstoff
-der Luft auf einander ausüben. Die einzige bekannte und letzte Ursache
-der Lebensthätigkeit im Thier sowohl, wie in der Pflanze ist ein
-chemischer Proceß; schließen wir ihn aus, so stellen sich die
-Lebensäußerungen nicht ein, oder sie hören auf, wahrnehmbar zu sein;
-hindern wir die chemische Action, so nehmen die Lebenserscheinungen
-andere Formen an.
-
-Nach den Versuchen von _Despretz_ entwickelt 1 Loth Kohlenstoff bei
-seiner Verbrennung so viel Wärme, daß damit 105 Loth Wasser von 0° auf
-75° erwärmt werden können, im Ganzen also 105mal 75° = 7875° Wärme. Die
-27,8 Loth Kohlenstoff, welche sich in dem Körper eines Soldaten in
-Kohlensäure verwandeln, entwickeln mithin 27,8mal 7875° Wärme = 218825°
-Wärme. Mit dieser Wärmemenge kann man 1 Loth Wasser auf diese Temperatur
-erheben oder 68⁴/₁₀ Pfd. Wasser zum Sieden oder 185 Pfd. auf 37°
-erhitzen, oder 12 Pfd. Wasser bei 37° in Dampf verwandeln.
-
-Wenn wir nun annehmen, daß die Ausdünstung durch Haut und Lunge in 24
-Stunden 48 Unzen (3 Pfd.) betrage, so bleiben, die hierzu nöthige
-Wärmemenge abgezogen, 162093 Grad Wärme, welche durch Strahlung, durch
-Erwärmung der ausgeathmeten Luft, durch Faeces und Urin aus dem Körper
-treten.
-
-Es ist in dieser Rechnung die durch den verbrennenden Wasserstoff, durch
-seinen Uebergang in Wasser, erzeugte Wärmemenge nicht in Anschlag
-gebracht. Wenn man sich nun erinnert, daß die specifische Wärme der
-Knochen, des Fettes, der Substanz der Organe weit geringer ist, als die
-des Wassers, daß sie also, um auf 37° erwärmt zu werden, weit weniger
-Wärme bedürfen, als ein gleiches Gewicht Wasser, so kann es keinem
-Zweifel unterliegen, daß, alle diese Verhältnisse mit in Rechnung
-gezogen, die durch den Verbrennungsproceß erzeugte Wärme vollkommen
-hinreicht, um die constante Temperatur des Körpers und die Verdunstung
-zu erklären.
-
-
-~VI.~
-
-Alle Versuche der Physiker über die Sauerstoffmenge, die ein Thier in
-einer gegebenen Zeit verzehrt, so wie die Schlüsse, die man daraus auf
-die Entstehung der animalischen Wärme gezogen hat, sind völlig
-bedeutungslos, denn diese Sauerstoffmengen wechseln, nach der Temperatur
-und der Dichtigkeit der Luft, nach dem Zustand der Bewegung, Arbeit und
-Anstrengung, sie ändern sich nach der Menge und Qualität der genossenen
-Nahrung, mit der mehr oder weniger warmen Kleidung, nach der Zeit, in
-welcher die Speise verzehrt wurde. Die Gefangenen in dem Zuchthaus
-(Arbeitshaus) zu Marienschloß verzehren nicht über 21 Loth Kohlenstoff,
-die in dem Arresthaus zu Gießen, denen alle Bewegung mangelt, nicht
-über 17 Loth[E6] und in einer mir bekannten Haushaltung verzehrten 9
-Personen (4 Kinder, 5 Erwachsene) durchschnittlich nicht über 19 Loth
-Kohlenstoff[F2]. Annäherungsweise kann angenommen werden, daß die
-aufgenommenen Sauerstoffmengen sich wie diese Zahlen verhalten, allein
-durch Fleisch, Wein und Fettgenuß ändern sich diese Verhältnisse in
-Folge des ausgetretenen Wasserstoffs dieser Nahrungsmittel, der in
-seiner Verwandlung in Wasser bei gleichem Gewichte eine weit größere
-Wärmemenge hervorbringt.
-
- [2] In dieser Haushaltung wurden im Monat verbraucht 151 Pfd.
- Schwarzbrod, 70 Pfd. Weißbrod, 132 Pfd. Fleisch, 19 Pfd. Zucker, 15,9
- Pfd. Butter, 57 Maaß Milch, der Kohlenstoff der Gemüse und Kartoffeln,
- des Wildbrets, Geflügels und Weins für die Excremente angeschlagen.
-
-Die Versuche über die Bestimmung der Wärmemenge, die sich für einen
-gegebenen Sauerstoffverbrauch aus einem Thier entwickelt, sind nicht
-minder bedeutungslos. Man hat Thiere in geschlossenen, mit kaltem Wasser
-umgebenen Räumen athmen lassen, die Wärmezunahme der Umgebung durch den
-Thermometer gemessen und die Menge des verschwundenen Sauerstoffgases,
-so wie die erzeugte Kohlensäure durch die Analyse der ein- und
-ausgetretenen Luft bestimmt. In diesen Versuchen hat man gefunden, daß
-das Thier mehr Wärme verlor, als dem verzehrten Sauerstoff entsprach,
-und zwar ¹/₁₀ mehr, und wenn man dem Thiere die Luftröhre zugebunden
-haben würde, so wäre das merkwürdige Verhältniß eingetreten, daß das
-umgebende Wasser durch das erkaltende Thier Wärme empfangen hätte, ohne
-allen Verbrauch von Sauerstoff. Die Temperatur des Thiers war 38°, die
-des umgebenden Wassers in den Versuchen von _Despretz_ 8,5°. Diese
-Versuche beweisen also, daß bei einer großen Differenz der Temperatur
-des Körpers und der der Umgebung, beim Mangel aller Bewegung, mehr Wärme
-entweicht, als dem eingeathmeten Sauerstoff entspricht; in gleichen
-Zeiten bei freier ungehinderter Bewegung würde eine weit größere Menge
-Sauerstoff aufgenommen worden sein, ohne bemerkbare Erhöhung des
-Wärmeverlustes. Dieser Zustand tritt bei Menschen und Thieren zu
-gewissen Jahreszeiten ein, und wir sagen in diesem Fall, daß wir
-frieren. Es ist klar, daß, wenn wir einen Menschen mit einem
-metallischen Kleide umgeben, der Wärmeverlust, wenn wir ihm Hände und
-Füße binden, bei gleichem Sauerstoffverbrauch weit größer sein wird, als
-wenn wir ihn in Pelz und Wolle stecken, ja wir finden sogar, daß er in
-dem letztern Fall anfängt zu schwitzen, daß warmes Wasser quellenweise
-aus den feinen Schweißlöchern seiner Haut tritt.
-
-Wenn man hinzunimmt, daß ganz bestimmte Beobachtungen vorliegen, wo
-Thiere, die gebunden in einer unnatürlichen Stellung, z. B. auf dem
-Rücken liegend, athmeten, daß die Temperatur ihres Körpers durch den
-Thermometer meßbar abnimmt, so kann man wohl schwerlich über die
-Schlüsse, die man aus diesen Versuchen gezogen hat, im Zweifel sein.
-
-Diese Schlüsse haben für die Meinung, daß eine andere unbekannte Quelle
-der Wärme in dem thierischen Körper existire, nicht den allergeringsten
-Werth.
-
-
-~VII.~
-
-Wenn wir die Erzeugung von Kraft, die Bewegungserscheinungen mit
-_Nervenleben_, und den Widerstand, den Zustand des statischen
-Gleichgewichtes mit _vegetativem Leben_ bezeichnen, so ist klar, daß im
-jugendlichen Alter bei allen Thierklassen das letztere, nämlich das
-vegetative Leben, das Nervenleben überwiegt.
-
-Der Uebergang des in Bewegung befindlichen Stoffs in den Zustand der
-Ruhe zeigt sich in einer Zunahme an Masse, in einem Ersatz an
-verbrauchtem Stoffe; die Bewegung selbst, die Krafterzeugung stellt sich
-dar als ein Verbrauch an Stoff.
-
-In dem jugendlichen Thiere ist der Verbrauch kleiner, als die Zunahme,
-und diesen Zustand eines intensiveren vegetativen Lebens behält das
-weibliche Thier bis zu einem gewissen Lebensalter unverändert bei, es
-erreicht nicht, wie beim männlichen Thiere, mit der Ausbildung aller
-Organe eine Gränze.
-
-Das weibliche Thier ist zu gewissen Perioden des Jahrs der Fortpflanzung
-fähig, durch äußere Bedingungen, Temperatur, Nahrung &c. wird das
-vegetative Leben in seinem Organismus gesteigert, er producirt mehr als
-er verwendet; diese Fähigkeit zeigt sich in der Fortpflanzung.
-Unabhängig von äußeren Bedingungen der Steigerung des vegetativen
-Lebens ist das Weib des Menschen, mit der Ausbildung aller seiner
-Organe, zu jeder Zeit der Fortpflanzung fähig, die Empfängniß ist an
-keine Periode gebunden, und eine wunderbare Weisheit hat in seinen
-Körper die Fähigkeit gelegt, bis zu einem bestimmten Lebensalter alle
-Bestandtheile seiner Organe in größerer Menge zu erzeugen, als sie zur
-Reproduktion der umgesetzten Gebilde erforderlich sind. Dieses Erzeugniß
-enthält nachweisbar alle Elemente eines ihm gleichen Wesens, es vermehrt
-sich in jedem Lebensmomente und wird, bis es Verwendung findet,
-periodenweise aus dem Körper abgeschieden. Mit der Befruchtung des Ei’s
-hört diese Abscheidung auf, jeder Tropfen des mehrerzeugten Blutes formt
-sich zu einem der Mutter ähnlichen Organismus.
-
-Durch Bewegung und Anstrengung wird die Menge des abgeschiedenen Blutes
-geringer, und bei krankhafter Unterdrückung der Menstruation zeigt sich
-das vegetative Leben in einer gesteigerten Fettbildung. Wird das
-Gleichgewicht des vegetativen und Nervenlebens bei dem Manne gestört,
-wird die Intensität des letztern, wie bei den Castraten, verringert, so
-zeigt sich das Uebergewicht des erstern in einer gleichen Form, in einer
-Steigerung der Fettbildung.
-
-
-~VIII.~
-
-Wenn wir festhalten, daß die Zunahme an Masse in dem thierischen Körper,
-daß die Ausbildung seiner Organe und ihrer Reproduktion aus dem Blute,
-d. h. aus den Bestandtheilen des Blutes, geschieht, so können nur
-diejenigen Materien Nahrungsmittel genannt werden, welche fähig sind zu
-Blut zu werden. Die Untersuchung der Stoffe, die sich hierzu eignen,
-beschränkt sich hiernach auf die Ausmittelung der Zusammensetzung der
-Nahrungsmittel und ihrer Vergleichung mit der Zusammensetzung der
-Bestandtheile des Blutes.
-
-Zwei Materien sind als Hauptbestandtheile des Blutes vorzüglich in
-Betracht zu ziehen. Die eine davon scheidet sich augenblicklich aus dem
-Blute ab, sobald es aus der Circulation genommen wird. Jedermann weiß,
-daß das Blut in diesem Fall gerinnt, es trennt sich in eine gelbliche
-Flüssigkeit, in _Blutserum_, und eine gallertartige Masse, die sich in
-weichen, zähen elastischen Fäden an einen Stab oder eine Ruthe anhängt,
-mit denen man das frische Blut während seines Gerinnens peitscht oder
-schlägt. Dieser Körper ist das _Fibrin_, Blutfaserstoff, er ist
-identisch in seinen Eigenschaften mit der von allen anderen Materien
-befreiten Muskelfaser.
-
-Der zweite Hauptbestandtheil des Blutes ist im Blutserum enthalten, er
-ertheilt dieser Flüssigkeit alle Eigenschaften des weißen Theils des
-Hühnerei’s, indem er identisch mit diesem Bestandtheil aller Eier ist.
-Er gerinnt in der Hitze zu einer weißen elastischen Masse; dieser
-gerinnende Bestandtheil hat den Namen _Albumin_ erhalten.
-
-Fibrin und Albumin, die Hauptbestandtheile des Blutes, enthalten im
-Ganzen 7 chemische Elemente, unter welche namentlich Stickstoff,
-Phosphor und Schwefel, so wie die Substanz der Knochen gehört. In dem
-Serum befinden sich Kochsalz und Salze in Auflösung, welche Kali, Natron
-als Basen enthalten, sie sind mit Kohlensäure, Phosphorsäure und
-Schwefelsäure verbunden. Die Blutkörperchen enthalten Fibrin und
-Albumin, sowie einen rothen Farbstoff, in welchem Eisen einen nie
-fehlenden Bestandtheil ausmacht. Außer diesen enthält das Blut noch
-einige fette Körper in geringer Menge, die sich von den gewöhnlichen
-Fetten durch verschiedene Eigenschaften unterscheiden.
-
-Die chemische Analyse hat zu dem merkwürdigen Resultate geführt, daß
-Fibrin und Albumin einerlei organische Elemente und zwar in dem
-nämlichen Gewichtsverhältniß enthalten, in der Art also, daß, wenn man
-zwei Analysen, die eine von Fibrin, die andere von Albumin neben
-einander stellt, wir keinen größeren Unterschied in der procentischen
-Zusammensetzung wahrnehmen, wie in zwei Analysen von Fibrin, oder in
-zwei Analysen von Albumin.
-
-In beiden Blutbestandtheilen sind offenbar, dies zeigt ihr verschiedener
-Zustand, die Elemente auf verschiedene Weise geordnet, allein ihrer
-Zusammensetzung nach sind sie identisch.
-
-Dieser Schluß ist neuerdings aufs Schönste dadurch bestätigt worden, daß
-es einem ausgezeichneten Physiologen (P. _Denis_) gelang, Fibrin in den
-Zustand von Albumin künstlich überzuführen, ihm also die Löslichkeit und
-Gerinnbarkeit zu geben, die das Eiweiß charakterisirt.
-
-Neben der gleichen Zusammensetzung haben sie noch die chemische
-Eigenschaft mit einander gemein, daß sie sich beide in starker Salzsäure
-zu einer intensiv indigblauen Flüssigkeit lösen, welche gegen alle
-Materien, die man damit zusammenbringt, ein ganz gleiches Verhalten
-zeigt.
-
-Albumin und Fibrin können beide in dem Ernährungsprocesse zu Muskelfaser
-werden, und Muskelfaser kann rückwärts wieder in Blut übergehen. Dieser
-Uebergang ist von den Physiologen längst außer allen Zweifel gestellt,
-und die Chemie hat also nur nachgewiesen, daß die Metamorphose rückwärts
-und vorwärts erfolgen kann, kraft einer einwirkenden Thätigkeit, ohne
-Zuhülfenahme eines dritten Körpers oder seiner Bestandtheile, ohne daß
-also ein fremdes Element aufgenommen zu werden oder ein in Verbindung
-vorhandenes auszutreten braucht.
-
-Wenn wir nun die Zusammensetzung aller Gebilde mit der des Fibrins und
-Albumins im Blute vergleichen, so ergeben sich folgende Beziehungen.
-
-Alle Theile des Thierkörpers, die eine bestimmte Form besitzen, welche
-Bestandtheile von Organen sind, enthalten Stickstoff. Kein Theil oder
-Bestandtheil eines Organs, welches Bewegung und Leben besitzt, ist frei
-von Stickstoff, alle enthalten Kohlenstoff und die Elemente des Wassers,
-wiewohl diese letzteren _nie_ in dem Verhältniß, wie im Wasser.
-
-Die Hauptbestandtheile des Blutes enthalten nahe an 17 ~pCt.~
-Stickstoff, kein Theil eines Organs enthält weniger, wie siebzehn
-Procent Stickstoff[E7].
-
-Die entscheidendsten Versuche und Beobachtungen haben bewiesen, daß der
-thierische Organismus durchaus unfähig ist, ein chemisches Element,
-Kohlenstoff oder Stickstoff, aus anderen Materien, in denen diese Körper
-fehlen, hervorzubringen, und es ist hiernach einleuchtend, daß alle
-Nahrungsmittel, die zur Blutbildung oder zur Bildung von Zellen,
-Membranen, Haut, Haaren, Muskelfaser dienen sollen, eine gewisse Portion
-Stickstoff enthalten müssen, eben weil dieser einen Bestandtheil der
-genannten Organe ausmacht, diese aus anderen Elementen, die man ihnen
-darbietet, keinen Stickstoff erzeugen können und weil kein Stickstoff
-aus der Atmosphäre in dem Lebensproceß verwendet wird.
-
-Der thierische Körper enthält in der Nerven- und Gehirnsubstanz eine
-große Menge Albumin und außer diesem zwei eigenthümliche fette Säuren,
-die sich von allen anderen Fetten durch einen Gehalt von
-Phosphor(-säure?) unterscheiden (_Frémy_). Eins dieser Fette enthält
-Stickstoff.
-
-Wasser und Fett machen zuletzt die stickstofffreien Bestandtheile des
-Thierkörpers aus, beide sind formlos und nehmen nur in sofern Antheil an
-dem Lebensproceß, als durch sie die Lebensfunktionen vermittelt werden.
-Die nicht-organischen Bestandtheile des Thierkörpers sind Eisen, Kalk,
-Bittererde, Kochsalz, sowie die Alkalien.
-
-
-~IX.~
-
-Die Ernährung der Fleischfresser nimmt unter allen Thierklassen die
-einfachste Form an; sie leben vom Blut und Fleisch der gras- und
-körnerfressenden Thiere, allein dieses Blut und Fleisch ist identisch in
-allen seinen Eigenschaften mit ihrem eigenen Blut und Fleisch, weder
-chemisch, noch physiologisch ist ein Unterschied wahrnehmbar.
-
-Die Nahrung der fleischfressenden Thiere ist aus Blut entstanden, sie
-wird in ihrem Magen flüssig und überführbar in andere Körpertheile, sie
-wird in ihrem Leibe wieder zu Blut, und aus diesem Blut erzeugen sich
-alle Theile ihres Körpers wieder, die eine Veränderung oder Umsetzung
-erlitten haben.
-
-Bis auf Klauen, Haare, Federn und Knochenerde ist kein Bestandtheil der
-Nahrung der Carnivoren unassimilirbar.
-
-In chemischem Sinne kann man also sagen, daß das fleischfressende Thier
-zur Erhaltung seiner Lebensprocesse sich selbst verzehrt.
-
-Dasjenige, was zu seiner Ernährung dient, ist identisch mit den
-Bestandtheilen seiner Organe, welche erneuert werden sollen.
-
-Ganz anders stellt sich dem Anschein nach der Ernährungsproceß der
-pflanzenfressenden Thiere dar; ihre Verdauungsorgane sind minder einfach
-und ihre Nahrung besteht aus Vegetabilien, die ihrer Hauptmasse nach nur
-sehr wenig Stickstoff enthalten.
-
-Aus welchen Stoffen, kann man fragen, entsteht bei ihnen das Blut, aus
-dem sich ihre Organe entwickeln?
-
-Diese Frage läßt sich mit genügender Sicherheit beantworten.
-
-Die chemischen Untersuchungen haben dargethan, daß alle Theile von
-Pflanzen, welche Thieren zur Nahrung dienen, gewisse Bestandtheile
-enthalten, welche reich sind an Stickstoff, und die gewöhnlichsten
-Erfahrungen beweisen, daß die Thiere zu ihrer Erhaltung und Ernährung
-der Quantität nach um so weniger von diesen Pflanzentheilen bedürfen, je
-reicher sie an diesen stickstoffhaltigen Stoffen sind; sie können nicht
-mit Materien ernährt werden, worin sie fehlen.
-
-In vorzüglicher Menge sind diese Erzeugnisse der Pflanzen in den Samen
-der Getreidearten, der Erbsen, Linsen, Bohnen, in Wurzeln und in den
-Säften der sogenannten Gemüspflanzen enthalten, sie fehlen übrigens in
-keiner einzigen Pflanze, in keinem ihrer Theile.
-
-Diese stickstoffhaltigen Nahrungsstoffe lassen sich im Ganzen auf drei
-Materien zurückführen, die ihrer äußern Beschaffenheit nach leicht von
-einander zu unterscheiden sind. Zwei davon sind im Wasser löslich, der
-dritte wird davon nicht aufgenommen.
-
-Wenn man frisch ausgepreßte Pflanzensäfte sich selbst überläßt, so tritt
-nach wenigen Minuten eine Scheidung ein, es sondert sich ein gelatinöser
-Niederschlag ab, gewöhnlich von grüner Farbe, welcher, mit Flüssigkeiten
-behandelt, die den Farbestoff lösen, eine grauweiße Materie hinterläßt.
-Diese Substanz ist unter dem Namen _grünes Satzmehl_ der Pflanzensäfte
-den Pharmaceuten wohl bekannt. Dieß ist der eine von den
-stickstoffhaltigen Nahrungsmitteln der Thiere, er hat den Namen
-_Pflanzenfibrin_ erhalten. Der Saft der Gräser ist vorzüglich reich an
-diesem Bestandtheil, er ist in reichlichster Menge in dem Weizensamen,
-so wie überhaupt in den Samen der Cerealien enthalten, und kann aus dem
-Weizenmehl durch eine mechanische Operation ziemlich rein erhalten
-werden. In diesem Zustande heißt er _Kleber_, allein die klebenden
-Eigenschaften gehören ihm nicht an, sondern einer geringen Menge eines
-beigemischten fremden Körpers, der in den Samen der übrigen
-Getreidearten fehlt.
-
-Wie sich aus der Art seiner Darstellung ergiebt, ist das Pflanzenfibrin
-im Wasser nicht löslich, obwohl man nicht zweifeln kann, daß es in der
-lebenden Pflanze im Safte gelös’t vorhanden war, aus dem es sich,
-ähnlich wie das Fibrin aus Blut, erst später abschied.
-
-Der zweite stickstoffhaltige Nahrungsstoff ist in dem Safte der Pflanzen
-gelös’t, er scheidet sich daraus bei gewöhnlicher Temperatur nicht ab,
-wohl aber, wenn der Pflanzensaft zum Sieden erhitzt wird.
-
-Bringt man den ausgepreßten klaren Saft, am besten von Gemüspflanzen,
-von Blumenkohl, Spargel, Kohlrüben, weißen Rüben u. s. w. zum Sieden, so
-entsteht darin ein Coagulum, welches in seiner äußern Beschaffenheit und
-seinen Eigenschaften schlechterdings nicht zu unterscheiden ist von dem
-Körper, der sich als Gerinnsel abscheidet, wenn man mit Wasser
-verdünntes Blutserum oder Eiweiß der Siedhitze aussetzt. Dies ist das
-_Pflanzenalbumin_; in vorzüglicher Menge findet sich dieser Körper in
-gewissen Samen, in Nüssen, Mandeln und anderen, in denen das Amylon der
-Getreidesamen sich vertreten findet durch Oel oder Fett.
-
-Der dritte stickstoffhaltige Nahrungsstoff, den die Pflanzen produciren,
-das _Pflanzencasein_, findet sich hauptsächlich in den Samenlappen der
-Erbsen, Linsen und Bohnen, er ist wie das Pflanzenalbumin im Wasser
-löslich, unterscheidet sich aber von ihm dadurch, daß seine Auflösung
-durch Hitze nicht coagulirt wird; beim Abdampfen und Erhitzen zieht sie
-an der Oberfläche eine Haut, und, mit Säuren versetzt, entsteht darin
-ein Gerinnsel wie in der Thiermilch.
-
-Diese drei Stoffe, Pflanzen-Fibrin, -Albumin und -Casein, sind die
-eigentlichen stickstoffhaltigen Nahrungsstoffe der pflanzenfressenden
-Thiere, alle anderen in Pflanzen vorkommenden stickstoffhaltigen
-Materien werden entweder, wie die Stoffe in den Giftpflanzen und
-Medizinalpflanzen, von den Thieren nicht genossen, oder sie sind ihrer
-Nahrung in so außerordentlich kleinen Mengen beigemischt, daß sie zur
-Vermehrung der Masse ihres Körpers nicht beizutragen vermögen.
-
-Die chemische Untersuchung der drei genannten Substanzen hat zu dem
-interessanten Resultate geführt, daß sie einerlei organische Elemente in
-dem nämlichen Gewichts-Verhältnisse enthalten, und was noch weit
-merkwürdiger ist, es hat sich ergeben, daß sie identisch sind in ihrer
-Zusammensetzung mit den Hauptbestandtheilen des Blutes, mit Fibrin und
-Albumin. Sie lösen sich alle drei in concentrirter Salzsäure mit der
-nämlichen indigblauen Farbe auf, und auch in ihren physikalischen
-Eigenschaften sind Thierfibrin und Thieralbumin von Pflanzenfibrin und
-Pflanzenalbumin in keiner Weise verschieden. Es verdient ganz besonders
-hervorgehoben zu werden, daß hier unter einer gleichen Zusammensetzung
-nicht bloß eine ähnliche gemeint ist, sondern es ist auch in Beziehung
-auf ihren Gehalt an Phosphor, Schwefel, Knochenerde und Alkalien kein
-Unterschied wahrnehmbar[E8].
-
-In welcher bewundernswürdigen Einfachheit erscheint nach diesen
-Entdeckungen der Bildungsproceß im Thiere, die Entstehung seiner Organe,
-der Hauptträger der Lebensthätigkeit. Die Pflanzenstoffe, welche in den
-Thieren zur Blutbildung verwendet werden, enthalten die
-Hauptbestandtheile des Blutes, Fibrin und Albumin, fertig gebildet allen
-ihren Elementen nach, alle Pflanzen enthalten noch überdies eine gewisse
-Menge Eisen, was wir im Blutfarbestoff wiederfinden. Pflanzenfibrin und
-Thierfibrin, Pflanzenalbumin und Thieralbumin sind kaum der Form nach
-verschieden; wenn diese Stoffe in der Nahrung der Thiere fehlen, so hört
-die Ernährung der Thiere auf, und wenn sie darin gegeben werden, so
-empfängt das pflanzenfressende Thier die nämlichen Materien, auf welche
-die fleischfressenden zu ihrer Erhaltung beschränkt sind.
-
-Die Pflanzen erzeugen in ihrem Organismus das Blut aller Thiere, denn in
-dem Blut und Fleisch der pflanzenfressenden verzehren die
-fleischfressenden im eigentlichen Sinne nur die Pflanzenstoffe, von
-denen die ersteren sich ernährt haben; Pflanzenfibrin und -Albumin
-nehmen in dem Magen des pflanzenfressenden Thiers genau die nämliche
-Form an, wie Thierfibrin und Thieralbumin in dem Magen der Carnivoren.
-
-Aus dem Vorhergehenden ergiebt sich, daß die Entwickelung der Organe
-eines Thiers, ihre Vergrößerung und Zunahme an Masse an die Aufnahme
-gewisser Stoffe geknüpft ist, die identisch sind mit den
-Hauptbestandtheilen ihres Blutes.
-
-In diesem Sinne kann man sagen, daß der Thierorganismus sein Blut nur
-der Form nach schafft, daß ihm die Fähigkeit mangelt, es aus anderen
-Stoffen zu erzeugen, die nicht identisch sind mit seinen
-Hauptbestandtheilen. Damit kann freilich nicht behauptet werden, daß ihm
-die Fähigkeit, andere Verbindungen zu erzeugen, abgehe, wir wissen im
-Gegentheil, daß sein Organismus eine große Reihe von seinen
-Blutbestandtheilen in ihrer Zusammensetzung abweichender Verbindungen
-hervorbringt, aber den Anfangspunkt der Reihe, seine Blutbestandtheile,
-diese kann er sich nicht bilden.
-
-Der Thierorganismus ist eine höhere Pflanze, deren Entwickelung mit
-denjenigen Materien beginnt, mit deren Erzeugung das Leben der
-gewöhnlichen Pflanze aufhört; sobald diese Samen getragen hat, stirbt
-sie ab, oder es hört damit eine Periode ihres Lebens auf.
-
-In der unendlichen Reihe von Verbindungen, welche mit den
-Nahrungsstoffen der Pflanzen, mit Kohlensäure und Ammoniak und Wasser
-anfängt, bis zu den zusammengesetztesten Bestandtheilen des Gehirns im
-Thierkörper finden wir keine Lücke, keine Unterbrechung. Der erste
-Nahrungsstoff des Thieres ist das letzte Produkt der schaffenden
-Thätigkeit der Pflanze.
-
-Die Substanz der Zellen und Membranen, der Nerven und des Gehirns
-erzeugt die Pflanze nicht.
-
-Das Wunderbare in der schaffenden Thätigkeit der Pflanze verliert sich,
-wenn man erwägt, daß die Erzeugung der Blutbestandtheile nicht
-auffallender erscheinen kann, als wenn wir Ochsentalg und Hammelstalg
-(in den Kakaobohnen), oder Menschenschmalz (im Olivenöl), oder die
-Hauptbestandtheile der Kuhbutter (Palmbutter) auf Bäumen wachsend
-finden, daß wir das Pferdefett und den Fischthran in den ölreichen Samen
-entstehen sehen.
-
-
-~X.~
-
-So wenig man nun auch, wie sich aus dem Vorhergehenden ergiebt, über die
-Art und Weise in Ungewißheit sein kann, wie die Zunahme in der Masse der
-Organe eines Thieres vor sich geht, so bleibt immer noch eine überaus
-wichtige Frage zu lösen, die Rolle nämlich auszumitteln, welche die
-stickstofffreien Substanzen, Zucker, Amylon, Gummi, Pectin u. s. w. in
-dem thierischen Körper spielen.
-
-Die größte aller Thierklassen kann ohne diese Materien nicht leben, ihre
-Nahrung muß eine gewisse Menge davon enthalten, und wir sehen ihrem
-Leben ein rasches Ziel gesetzt, wenn sie in ihr fehlen.
-
-Diese wichtige Frage erstreckt sich gleichfalls auf die Bestandtheile
-der Nahrung des fleischfressenden Thieres in der frühsten Periode seines
-Lebens, denn auch diese Nahrung enthält gewisse Bestandtheile, welche
-sein Körper zu seiner Erhaltung im erwachsenen Zustande nicht bedarf.
-
-In dem jugendlichen Körper der Fleischfresser geschieht offenbar die
-Ernährung in einer ähnlichen Weise, wie in dem Körper der
-pflanzenfressenden Thiere; seine Entwickelung ist an die Aufnahme einer
-Flüssigkeit gebunden, welche der Leib der Mutter in der Form der Milch
-absondert.
-
-Die Milch enthält nur einen stickstoffhaltigen Bestandtheil, den
-sogenannten Käsestoff, Casein; außer diesem sind ihre Hauptbestandtheile
-Butter (Fett) und Milchzucker.
-
-Aus dem stickstoffhaltigen Bestandtheil der Milch muß das Blut des
-jungen Thieres, seine Muskelfaser, Zellen und Nervensubstanz und seine
-Knochen, erzeugt worden sein, denn Butter und Milchzucker enthalten
-keinen Stickstoff.
-
-Die Untersuchung des Caseins hat nun zu dem Resultate geführt, was nach
-dem Vorhergehenden kaum mehr überraschen kann, daß auch dieser Stoff
-identisch ist in seiner Zusammensetzung mit den Hauptbestandtheilen des
-Blutes, mit Fibrin und Albumin, ja was noch mehr ist, die Vergleichung
-seiner Eigenschaften mit denen des Pflanzencaseins hat gezeigt, daß er
-mit diesem auch identisch ist in allen seinen Eigenschaften, in der Art
-also, daß gewisse Pflanzen wie die Erbsen, Bohnen, Linsen, den
-nämlichen Körper zu erzeugen vermögen, welcher aus dem Blute der Mutter
-entsteht und zur Blutbildung in dem Körper des jungen Thieres verwendet
-wird[E9].
-
-In dem Casein, das sich durch seine außerordentliche Löslichkeit und
-Nichtgerinnbarkeit in der Wärme von dem Fibrin und Albumin
-unterscheidet, empfängt demnach das junge Thier, seinem
-Hauptbestandtheil nach, das Blut seiner Mutter; zu seinem Uebergang in
-Blut gehört kein dritter Stoff, und keiner der Bestandtheile des Blutes
-seiner Mutter trennt sich davon bei ihrem Uebergang in Casein. In
-chemischer Verbindung enthält das Casein der Milch eine weit größere
-Quantität von Knochenerde, als wie das Blut, und zwar in höchst
-löslichem Zustande, überführbar also in alle Körpertheile. Auch in der
-frühsten Periode ihres Lebens ist die Entwickelung und Ausbildung der
-Träger der Lebensthätigkeit im jungen Thiere an die Aufnahme einer
-Materie gebunden, welche in Beziehung auf seine organischen
-Bestandtheile identisch ist in ihrer Zusammensetzung mit den
-Hauptbestandtheilen seines Blutes.
-
-Wozu dient nun aber das Fett der Butter, der Milchzucker? Was ist der
-Grund, warum sie zu dem Leben der jungen Thiere unentbehrlich sind?
-
-Butter und Milchzucker enthalten keine fixen Basen, keinen Kalk, kein
-Natron, kein Kali; der Milchzucker besitzt eine den gewöhnlichen
-Zuckerarten, dem Amylon, dem Gummi ähnliche Zusammensetzung, sie
-bestehen aus Kohlenstoff und den Elementen des Wassers, und zwar genau
-in dem nämlichen Verhältnisse, wie im Wasser.
-
-Durch diese stickstofffreien Stoffe ist also ihren stickstoffhaltigen
-eine gewisse Menge von Kohlenstoff, oder, wie in der Butter, von
-Kohlenstoff und Wasserstoff zugesetzt, ein Ueberschuß von Elementen
-also, der zur Blutbildung schlechterdings nicht verwendet werden kann,
-eben weil ihre stickstoffhaltigen Nahrungsmittel genau die
-Kohlenstoffmengen schon enthalten, welche zur Bildung von Fibrin und
-Albumin nöthig sind.
-
-Man kann, wie aus den folgenden Betrachtungen sich ergeben wird, kaum
-einen Zweifel hegen, daß dieser Ueberschuß an Kohlenstoff allein, oder
-an Kohlen- und Wasserstoff zur Hervorbringung der animalischen Wärme,
-daß er zum Widerstand gegen die äußere Einwirkung des Sauerstoffs
-verwendet wird.
-
-
-~XI.~
-
-Betrachten wir zuförderst, um zu einer klareren Einsicht in das Wesen
-des Ernährungsprocesses in den beiden Thierklassen zu gelangen, die
-Veränderungen, welche die Nahrung des fleischfressenden Thieres in
-seinem Organismus erfährt.
-
-Wir geben einer erwachsenen Schlange eine Ziege, ein Kaninchen oder
-einen Vogel zu verzehren und finden, daß die Haare, Klauen, Federn,
-Knochen dieser Thiere scheinbar unverändert ausgeworfen werden, denn sie
-haben ihre Form und natürliche Beschaffenheit behalten, sie sind
-zerbrechlich, weil sie von allen nur den der Auflösung fähigen
-Bestandtheil (Leimsubstanz) verloren haben. Eigentliche Faeces gehen von
-der Schlange so wenig, wie von den fleischfressenden Vögeln ab.
-
-Das Fleisch, das Fett, das Blut, die Gehirn- und Nervensubstanz des
-verzehrten Thieres, alles übrige ist, wenn die Schlange ihr
-ursprüngliches Gewicht wieder erhalten hat, verschwunden.
-
-Als das einzige Excrement finden wir eine Materie, welche durch die
-Harnwege ausgeleert wird; im trocknen Zustande ist sie blendend weiß wie
-Kreide, sie ist sehr reich an Stickstoff, und enthält nur kohlensauren
-und phosphorsauren Kalk beigemischt.
-
-Dieses Excrement ist harnsaures Ammoniak, eine chemische Verbindung, in
-welcher sich der Stickstoff zum Kohlenstoff in dem nämlichen Verhältniß
-befindet, wie im sauren kohlensauren Ammoniak, sie enthält auf 1 Aeq.
-Stickstoff 2 Aeq. Kohlenstoff.
-
-Die Muskelfaser, das Blut, die Membranen und Häute enthielten aber auf
-die nämliche Quantität Stickstoff viermal so viel Kohlenstoff, nämlich 8
-Aequivalente, und wenn man hierzu den Kohlenstoff des genossenen Fettes,
-der Nerven- und Gehirnsubstanz hinzurechnet, so ist klar, daß die
-Schlange auf 1 Aeq. Stickstoff weit mehr als 8 Aeq. Kohlenstoff verzehrt
-hat.
-
-Wenn wir nun annehmen, daß das harnsaure Ammoniak allen Stickstoff des
-verzehrten Thieres enthält, so sind offenbar im geringsten Falle 6 Aeq.
-Kohlenstoff, die mit diesem Stickstoff verbunden waren, in einer andern
-Form ausgetreten, wie die übrigen zwei Atome, die wir im harnsauren
-Ammoniak wiederfinden.
-
-Wir wissen nun mit zweifelloser Gewißheit, daß dieser Kohlenstoff aus
-Haut und Lunge ausgetreten ist, und zwar konnte dies nur geschehen in
-der Form einer Sauerstoffverbindung.
-
-Die Excremente eines Bussards, der mit Rindfleisch gefüttert worden, aus
-der Kloake genommen, bestanden der Untersuchung nach (L. _Gmelin_ u.
-_Tiedemann_) aus harnsaurem Ammoniak. Ebenso sind die Faeces bei Löwen
-und Tiegern sparsam und trocken, sie enthalten der Hauptsache nach
-Knochenerde und nur Spuren von kohlenstoffhaltigen Materien, aber ihr
-Harn enthält kein harnsaures Ammoniak, sondern Harnstoff, eine
-Verbindung, welche Stickstoff und Kohlenstoff im Verhältniß wie im
-neutralen kohlensauren Ammoniak enthält.
-
-Angenommen, daß ihre Nahrung (Fleisch &c.) Stickstoff und Kohlenstoff in
-dem Verhältniß wie 1 : 8 enthielt, so finden wir in dem Harn beide nur
-in dem Verhältniß wie 1 : 1 wieder, ein kleineres Verhältniß von
-Kohlenstoff also, wie bei den Schlangen, in denen der Respirationsakt
-bei weitem weniger thätig ist.
-
-Aller Kohlenstoff und Wasserstoff, den die Nahrung dieser Thiere mehr
-enthielt, als wir in ihren Excrementen wieder finden, sie sind, als
-Kohlensäure und Wasser, durch den Respirationsproceß verschwunden.
-
-Hätten wir das verzehrte Thier in einem Ofen verbrannt, so würde die
-vorgegangene Veränderung nur der Form der Stickstoffverbindungen nach
-eine andere gewesen sein.
-
-Den Stickstoff würden wir als kohlensaures Ammoniak, den übrigen
-Kohlenstoff als Kohlensäure, den übrigen Wasserstoff als Wasser
-wiederbekommen haben. Es würden die unverbrennlichen Theile als Asche,
-die unverbrannten als Ruß übrig geblieben sein. Die festen Excremente
-sind aber nichts anders als die im Thierkörper unverbrennlichen, oder
-unvollkommen verbrannten Theile der Nahrung.
-
-In dem Vorhergehenden ist angenommen worden, daß die Bestandtheile der
-von dem Thiere genossenen Nahrungsmittel in seinem Organismus, in Folge
-des durch Lunge und Haut aufgenommenen Sauerstoffs, ihr Kohlenstoff in
-Kohlensäure, ihr Wasserstoff und ihr Stickstoff in eine chemische
-Verbindung, welche die Elemente des kohlensauren Ammoniaks enthält,
-übergehen.
-
-Diese Voraussetzung ist nur der äußeren Erscheinung nach wahr, in der
-That erlangt nach einer gewissen Zeit der Thierkörper sein
-ursprüngliches Gewicht wieder, sein Gehalt an Kohlenstoff und den andern
-Elementen hat in seinem Körper nicht zugenommen, es ist genau so viel
-Kohlenstoff, Stickstoff, Wasserstoff &c. wieder ausgetreten, als ihm
-davon in der Speise zugeführt wurde. Aber nichts kann gewisser sein, als
-daß der ausgetretene Kohlenstoff, Stickstoff und Wasserstoff nicht von
-der Speise herrührt, wenn sie auch, der Quantität nach, den dadurch
-zugeführten gleich waren.
-
-Es wäre aller Vernunft entgegen, wenn man annehmen wollte, die Stillung
-des Hungers, das Bedürfniß nach Speise habe keinen andern Zweck, als die
-Erzeugung von Harnstoff, Harnsäure, Kohlensäure und den andern
-Excrementen, von Materien, die der Körper ausstößt, in seiner
-Haushaltung also zu nichts verwendet.
-
-Die Speisen dienen in dem erwachsenen Thiere zum Ersatz an verbrauchtem
-Stoff, gewisse Theile der Organe haben ihren Zustand des Lebens
-verloren, sie sind aus der Substanz der Organe ausgetreten, sie haben
-sich zu neuen und zwar formlosen Verbindungen umgesetzt.
-
-Die Speise des Fleischfressers wurde zur Blutbildung verwendet und aus
-dem neuerzeugten Blute haben sich die umgesetzten Organe wieder neu
-gebildet. Der Kohlenstoff und Stickstoff der Nahrung sind zu
-Bestandtheilen des Organismus geworden.
-
-Eben so viel Kohlenstoff und Stickstoff als die Organe abgegeben haben,
-genau so viel ist ihnen durch das Blut und in letzter Form durch die
-Speise wieder ersetzt worden.
-
-Wo sind denn aber, kann man fragen, die neuen Verbindungen hingekommen,
-welche durch die Umsetzung der Bestandtheile der Organe, der
-Muskelfaser, der Substanz der Membranen und Zellen, der Nerven- und
-Gehirnsubstanz, entstanden sind?
-
-Diese neuen Verbindungen, sie konnten keinen Moment, insofern sie
-löslich waren, an dem Platze beharren, wo sie entstanden sind, denn eine
-sehr wohlbekannte Thätigkeit, die Blutcirculation nämlich, widersetzt
-sich diesem Beharren.
-
-Durch die Erweiterung des Herzens, in dem sich zwei Systeme von Kanälen
-vereinigen, welche sich in ein unendlich feines Netzwerk von Röhrchen
-durch alle Theile des Thierkörpers hin verzweigen, entsteht abwechselnd
-ein luftleerer Raum, in dessen unmittelbarer Folge, durch den äußern
-atmosphärischen Druck, alle Flüssigkeiten, die in dieses Röhrensystem
-gelangen können, nach der einen Seite des Herzens hin mit großer Gewalt
-getrieben werden. Diese Bewegung wird bei der Zusammenziehung des
-Herzens durch einen von dem Gewichte der Atmosphäre unabhängigen Druck
-aufs kräftigste unterstützt.
-
-Wir haben mit einem Worte in dem Herzen eine Druckpumpe, durch welche
-arterielles Blut in alle Theile des Körpers getrieben wird, und eine
-Saugpumpe, durch welche alle Flüssigkeiten, von welcher Beschaffenheit
-sie auch sein mögen, sobald sie in das Röhrensystem der Saugadern, die
-sich mit den Venen vereinigen, gelangen können, nach dem Herzen hin
-geführt werden. Diese Aufsaugung, in Folge des im Herzen entstandenen
-luftleeren Raums, ist ein rein mechanischer Act, der sich, wie bemerkt,
-auf flüssige Stoffe jeder Art, Salzauflösungen, Gifte &c. erstreckt. Es
-ist nun einleuchtend, daß durch das Einströmen des arteriellen Blutes in
-die Capillargefäße alle dort vorhandenen Flüssigkeiten, sagen wir die
-löslichen Verbindungen, die durch die Umsetzung der Gebilde entstanden
-sind, eine Bewegung nach dem Herzen hin empfangen müssen.
-
-Diese Materien können zur Neubildung der nämlichen Organe, aus denen
-sie entstanden sind, nicht verwendet werden; sie gelangen durch das
-Saug- und Lymphgefäßsystem in die Venen, wo ihre Anhäufung dem
-Ernährungsproceß eine sehr rasche Grenze setzen würde, wenn sich dieser
-Ansammlung nicht zwei, ganz besonders zu diesem Zwecke eingerichtete,
-Filtrirapparate widersetzen würden.
-
-Das venöse Blut nimmt, ehe es zum Herzen gelangt, seinen Weg durch die
-Leber, das arterielle Blut geht durch die Nieren, welche alle für den
-Ernährungsproceß untauglichen Stoffe davon scheiden.
-
-Die neuentstandenen Verbindungen, welche den Stickstoff der umgesetzten
-Organe enthalten, sammeln sich in der Harnblase an und treten, indem sie
-einer weiteren Verwendung durchaus unfähig sind, aus dem Körper aus.
-
-Alle anderen, welche den Kohlenstoff der umgesetzten Gebilde enthalten,
-sammeln sich in Gestalt einer löslichen, mit Wasser in allen
-Verhältnissen mischbaren Natronverbindung in der Gallenblase an, aus der
-sie sich im Duodenum mit dem Speisebrei wieder mischen. Alle Theile der
-Galle, die ihre Löslichkeit in dem Verdauungsproceß nicht verlieren,
-kehren während der Verdauung frisch genossener Nahrung im unendlich fein
-zertheilten Zustande wieder in den Körper zurück. Das Natron der Galle,
-so wie alle durch schwache Säure nicht fällbaren, kohlenstoffreichen
-Bestandtheile (diese betragen ⁹⁹/₁₀₀ aller übrigen), behalten ihre
-Fähigkeit, durch die Saugadern des Dünndarms und Dickdarms wieder
-resorbirt zu werden, unverändert bei. Ja diese Fähigkeit ist direct
-beweisbar durch gallehaltige Klystiere, deren Gallegehalt mit der
-Flüssigkeit im Mastdarm verschwindet.
-
-Die stickstoffhaltigen Verbindungen, welche in Folge der Umsetzung der
-Gebilde entstanden, wir wissen genau, daß sie, durch die Nieren von dem
-arteriellem Blute geschieden, als einer weiteren Veränderung durchaus
-unfähig, aus dem Körper treten, aber die kohlenstoffreichen Produkte,
-sie kehren in den Körper des fleischfressenden Thieres zurück.
-
-Die Nahrung des fleischfressenden Thieres ist identisch mit den
-Hauptbestandtheilen seines Körpers; die Metamorphosen, welche seine
-Gebilde erfahren, sie müssen identisch sein mit den Veränderungen,
-welche in ihren Lebensakten ihre Nahrungsmittel erleiden.
-
-Das verzehrte Fleisch und Blut giebt seinen Kohlenstoff zur Unterhaltung
-des Respirationsprocesses her, seinen Stickstoff erhalten wir als
-Harnstoff oder Harnsäure wieder. Ehe aber diese letzte Veränderung
-erfolgt, wird das todte Fleisch und Blut zu lebendigem Fleisch und Blut,
-und es ist im eigentlichen Sinne der Kohlenstoff der durch Umsetzung der
-lebenden Gebilde entstandenen Verbindungen, welcher zur Hervorbringung
-der thierischen Wärme dient.
-
-Die Speise des Fleischfressers verwandelt sich in Blut, das Blut ist
-bestimmt zur Reproduktion der Organe, durch die Blutcirculation wird ein
-Strom von Sauerstoff allen Theilen des Körpers zugeführt. Die Träger
-dieses Sauerstoffs, die Blutkörperchen, welche nachweisbar keinen
-Antheil an dem Nutritionsprocesse nehmen, geben ihn beim Durchgang
-durch die Capillargefäße wieder ab. Dieser Sauerstoffstrom begegnet auf
-diesem Wege den durch die Umsetzung der Gebilde entstandenen
-Verbindungen, er verbindet sich mit ihrem Kohlenstoff zu Kohlensäure,
-mit ihrem Wasserstoff zu Wasser, und alles, was diesen Oxydationsproceß
-nicht erlitten hat, kehrt in der Form von Galle wieder in den Körper
-zurück, wo sie nach und nach völlig verschwindet.
-
-Bei den Fleischfressern enthält die Galle den Kohlenstoff der
-umgesetzten Gebilde, dieser Kohlenstoff verschwindet in dem thierischen
-Körper, die Galle verschwindet in dem Lebensproceß, ihr Kohlenstoff
-tritt als Kohlensäure, ihr Wasserstoff als Wasser durch Haut und Lunge
-aus; es ist klar, die Bestandtheile der Galle dienen zur Respiration und
-zur Hervorbringung der animalischen Wärme. Alle Theile der Nahrung der
-Fleischfresser sind fähig in Blut überzugehen, ihre Excremente enthalten
-nur anorganische Substanz (Knochenerde &c.), und was wir an organischen
-Stoffen diesen beigemischt finden, sind lediglich Excretionen, welche
-den Durchgang durch die Eingeweide vermitteln. Bei den fleischfressenden
-Thieren enthalten die Excremente keine Galle, kein Natron; keine Spur
-einer der Galle ähnlichen Substanz wird von Wasser daraus aufgenommen,
-die Galle ist aber in allen Verhältnissen darin löslich und damit
-mischbar.
-
-Ueber den Ursprung der Bestandtheile des Harns und der Galle können die
-Physiologen nicht im Zweifel sein; wenn der Magen bei Enthaltung aller
-Speise sich darmartig zusammenzieht, kann sich aus der Gallenblase, da
-sie keine Bewegung empfängt, keine Galle ergießen; in dem Körper der
-Verhungerten finden wir die Gallenblase straff und voll. Wir beobachten
-Galle- und Harnsekretion bei den Winterschläfern, wir wissen, daß der
-Harn der Thiere (Hunde), die während 18 bis 20 Tagen keine andere
-Nahrung als reinen Zucker bekamen, ebensoviel an dem stickstoffreichsten
-Produkt des Thierkörpers, ebensoviel Harnstoff enthielt, als im gesunden
-Zustande (_Marchand_, _Erdm_. J. ~XIV.~ ~p.~ 495.). Unterschiede in der
-Menge des secernirten Harnstoffs erklären sich in diesen und ähnlichen
-Versuchen durch den Mangel oder die Gestattung der natürlichen
-Bewegungen. Eine jede Bewegung steigert den Umsatz der Gebilde, nach
-einem jeden Spaziergang vermehrt sich beim Menschen die Harnsekretion.
-
-Der Harn der Säugethiere, Vögel, der Amphibien enthält Harnsäure oder
-Harnstoff, der Koth der Weichthiere, der Insecten, der Canthariden, des
-Seidenwurm-Schmetterlings enthält harnsaures Ammoniak; die Beständigkeit
-des Vorkommens einer oder zweier Stickstoff-Verbindungen in den
-Ausleerungen der Thiere, bei einer so großen Verschiedenheit in der
-genossenen Nahrung, zeigt mit Bestimmtheit an, daß sie aus einer und
-derselben Quelle entspringen.
-
-Ebensowenig zweifelhaft kann man über die Rolle sein, welche die Galle
-in dem Lebensproceß übernimmt. Wenn man sich erinnert, daß essigsaures
-Kali, in der Form eines Klystiers oder als Fußbad genommen, den Harn im
-hohen Grade alkalisch macht (_Rehberger_ in _Tiedemann’s_ Zeitschrift
-für Physiologie ~II.~ 149.), daß die Umwandlung, welche hier die
-Essigsäure erfährt, nicht ohne ein Hinzutreten von Sauerstoff gedacht
-werden kann, so ist klar, daß die löslichen Bestandtheile der Galle,
-veränderlich im hohen Grade, so wie wir sie kennen, _welche_ durch die
-Eingeweide in den Organismus wieder zurückkehren, da sie zur Blutbildung
-nicht verwendet werden können, der Einwirkung des Sauerstoffs in einer
-ganz ähnlichen Weise unterliegen müssen. Die Galle ist eine
-Natronverbindung, deren Bestandtheile in dem Körper des
-fleischfressenden Thieres bis auf das Natron verschwinden.
-
-Nach der Ansicht vieler der ausgezeichnetsten Physiologen ist die Galle
-zur Ausleerung bestimmt, und nichts kann gewisser sein, als daß eine an
-Stickstoff so arme Materie in dem Nutritionsproceß keine Rolle
-übernimmt, allein die quantitative Physiologie muß die Ansicht, daß sie
-zu keinerlei Zwecken dient, daß sie unfähig zu weiteren Veränderungen
-ist, mit Entschiedenheit zurückweisen.
-
-Kein Bestandtheil eines Organs enthält Natron, nur in dem Blute
-(~Serum~), in dem Gehirnfett und in der Galle haben wir
-Natronverbindungen. Wenn die Natronverbindungen des Bluts in
-Muskelfaser, in Membranen und Zellen übergehen, so muß ihr Natron in
-eine neue, in eine andere Verbindung treten; das in Muskelfaser, in
-Membranen übergehende Blut giebt sein Natron an Verbindungen ab, welche
-durch die Umsetzung der Gebilde entstanden sind. Eine dieser neuen
-Natronverbindungen erhalten wir in der Galle wieder.
-
-Wäre die Galle zur Ausleerung bestimmt, so müßten wir sie verändert
-oder unverändert, wir müßten das Natron in den festen Excrementen
-wiederfinden. Aber bis auf gewisse Mengen von Kochsalz und
-schwefelsauren Salzen, welche Bestandtheile aller thierischen
-Flüssigkeiten sind, finden wir in den festen Excrementen nur Spuren von
-Natronverbindungen. Das Natron der Galle ist aber jedenfalls aus den
-Eingeweiden in den Organismus wieder zurückgekehrt, und das nämliche muß
-von den organischen Stoffen gelten, die mit diesem Natron verbunden
-bleiben.
-
-Ein Mensch secernirt nach den Beobachtungen der Physiologen 17-24 Unzen
-Galle, ein großer Hund 36 Unzen, ein Ochse 37 Pfd. Galle (_Burdach’s_
-Physiologie 5r Band S. 260.) Die festen Excremente eines Menschen wiegen
-aber durchschnittlich nicht über 5¹/₂ Unzen, die eines Pferdes 28¹/₂
-Pfd. _Boussingault_ (7¹/₂ Pfd. trockne Substanz und 21 Pfd. Wasser). Die
-letzteren geben mit Alkohol behandelt nur ¹/₇₆ ihres Gewichts lösliche
-Theile ab. Dieser sechsundsiebzigste Theil von dem Gewicht der festen
-Excremente des Pferdes müßte Galle sein.
-
-Den Wassergehalt der Galle zu 90 ~pCt.~ angenommen, secernirt ein Pferd
-täglich 592 Unzen Galle, welche 59,2 Unzen feste Substanz enthalten,
-während aus 120 Unzen trockner Excremente (7¹/₂ Pfd.) nur 6 Unzen einer
-Substanz ausziehbar sind, die man für Galle nehmen könnte. Aber das, was
-der Alkohol aus den Excrementen auflös’t, ist keine Galle mehr, von dem
-Weingeist befreit bleibt ein weicher, ölartiger Rückstand, welcher seine
-Löslichkeit im Wasser gänzlich eingebüßt hat, er hinterläßt nach dem
-Verbrennen keine alkalische Asche, kein Natron[E10].
-
-Während dem Verdauungsproceß ist also das Natron der Galle und mit ihm
-alle Bestandtheile derselben, die ihre Löslichkeit nicht verloren haben,
-in den Organismus zurückgekehrt; wir finden dieses Natron in dem
-neugebildeten Blute wieder, wir finden es zuletzt in der Form von
-phosphorsaurem, kohlensaurem und hippursaurem Natron im Urin. In 1000
-Theilen fester, frischer Menschenexcremente fand _Berzelius_ nur 9
-Theile einer der Galle ähnlichen Substanz, fünf Unzen würden hiernach
-nur 21 Gran fester Galle enthalten, entsprechend mit ihrem Wassergehalte
-200 Gr. Galle im natürlichen Zustande; es werden aber beim Menschen 9640
-bis 11520 Gran Galle täglich secernirt, also 45- bis 56mal mehr als man
-in den durch den Darmkanal ausgeleerten Stoffen nachzuweisen vermag.
-
-Welche Vorstellung man nun auch hegen mag über die Richtigkeit der
-physiologischen Versuche in Beziehung auf die Menge der in verschiedenen
-Thierklassen secernirten Galle, so viel ist vollkommen gewiß, daß auch
-das Maximum derselben noch nicht den Kohlenstoff enthält, den ein Mensch
-oder ein Pferd in 24 Stunden ausathmet. Mit allen ihren Gemeng- oder
-Bestandtheilen an Fett &c. enthalten 100 Theile fester Galle nicht über
-69 ~pCt.~ Kohlenstoff; in 37 Pfd. Galle, die ein Pferd secernirt, sind
-demnach nur 80 Loth Kohlenstoff enthalten. Das Pferd athmet aber täglich
-nahe doppelt soviel Kohlenstoff in der Form von Kohlensäure aus. Ein
-ganz ähnliches Verhältniß findet bei dem Menschen statt.
-
-Mit dem zur Neubildung und Reproduction bestimmten Stoff wird durch die
-Blutcirculation allen Theilen des Körpers Sauerstoff zugeführt. Welche
-Verbindung dieser Sauerstoff in dem Blut auch eingegangen sein mag, es
-muß als gewiß angenommen werden, daß diejenigen Bestandtheile, welche
-zur Reproduktion verwendet werden, keine wesentliche Veränderung durch
-ihn erlitten haben, in der Muskelfaser finden wir das Fibrin mit allen
-seinen Eigenschaften, die es im venösen Blute besitzt, wieder vor, das
-Albumin im Blut nimmt kein Sauerstoffgas auf; der im Blute aufgenommene
-Sauerstoff mag dazu gedient haben, um gewisse unbekannte Bestandtheile
-des Blutes in Gaszustand zu versetzen, aber die zur Ernährung und
-Reproduktion dienenden bekannten Hauptbestandtheile desselben, sie
-können von der Natur nicht dazu bestimmt sein, um den Respirationsproceß
-zu unterhalten, keine ihre Eigenschaften rechtfertigt eine solche
-Vorstellung.
-
-Ohne die Frage über den Antheil, den die Galle an den Lebensprocessen
-nimmt, hier einer erschöpfenden Erörterung zu unterwerfen, geht, wie
-bemerkt, aus der einfachen Vergleichung der assimilirbaren Bestandtheile
-der Nahrung eines fleischfressenden Thieres mit den letzten Producten,
-in die sie verwandelt wird, hervor, daß aller Kohlenstoff derselben, der
-sich nicht im Harne befindet, in der Form von Kohlensäure ausgetreten
-ist.
-
-Dieser Kohlenstoff stammte aber von der Substanz der umgesetzten
-Gebilde und, dieses festgesetzt, lös’t sich die Frage über die
-Nothwendigkeit des Vorhandenseins von kohlenstoffreichen und
-stickstofflosen Materien in der Nahrung der jugendlichen Carnivoren und
-der pflanzenfressenden Thiere auf eine höchst einfache Weise.
-
-
-~XII.~
-
-Es ist eine unbestreitbare Thatsache, daß in einem _erwachsenen_
-fleischfressenden Thiere, was an Gewicht von Tag zu Tag weder merklich
-zunimmt, noch abnimmt, Nahrung, Umsetzung der Gebilde und
-Sauerstoffverbrauch in einem ganz bestimmten Verhältniß zu einander
-stehen.
-
-Der Kohlenstoff der entwichenen Kohlensäure, der des Harns, der
-Stickstoff des Harns und der Wasserstoff, welcher als Ammoniak und
-Wasser austritt, diese Elemente zusammengenommen müssen dem Gewicht nach
-vollkommen gleich sein dem Kohlenstoff, Wasserstoff und Stickstoff der
-umgesetzten Gebilde, und, insofern diese durch die Nahrung genau ersetzt
-worden sind, dem Kohlenstoff, Stickstoff und Wasserstoff der Nahrung.
-Wäre dies nicht der Fall, so würde das Gewicht des Thieres sich nicht
-gleich bleiben können.
-
-Das Gewicht des sich entwickelnden jungen fleischfressenden Thieres
-bleibt sich aber nicht gleich, es nimmt im Gegentheile von Tag zu Tag um
-eine bestimmbare Größe zu.
-
-Diese Thatsache setzt voraus, daß der Assimilationsproceß in dem
-jugendlichen Thiere stärker, intensiver ist, als der Proceß der
-Umsetzung der vorhandenen Gebilde. Wären beide Thätigkeiten gleich, so
-könnte ihr Gewicht nicht zunehmen, wäre der Verbrauch größer, so müßte
-sich ihr Gewicht vermindern.
-
-Der Blutumlauf ist in dem jungen Thiere aber nicht schwächer, er ist im
-Gegentheil beschleunigter, die Athembewegungen sind rascher, und bei
-gleichem Körper-Volum muß der Sauerstoffverbrauch eher größer als
-kleiner sein, wie bei erwachsenen Thieren. Aber da die Umsetzung der
-Gebilde langsamer vor sich geht, so würde es an denjenigen Materien
-fehlen, deren Kohlenstoff und Wasserstoff sich zur Verbindung mit dem
-Sauerstoff eignet, denn es sind ja bei den fleischfressenden Thieren die
-neuen Verbindungen, die aus der Umsetzung der Organe entstanden, welche
-die Natur zum Widerstande gegen den einwirkenden Sauerstoff und zur
-Hervorbringung der animalischen Wärme bestimmt hat. Was also an diesem
-Widerstande fehlt, setzt eine bewunderungswürdige Weisheit dem jungen
-Thiere in seiner Nahrung zu.
-
-Der Kohlenstoff und Wasserstoff der Butter, der Kohlenstoff des
-Milchzuckers, aus welchen kein Bestandtheil zu Blut, zu Fibrin und
-Albumin werden kann, sie sind zur Unterhaltung des Respirationsprocesses
-in einem Lebensalter bestimmt, wo ein stärkerer Widerstand sich der
-Metamorphose der vorhandenen Gebilde entgegensetzt, der Erzeugung von
-Stoffen also, welche im erwachsenen Zustande in völlig zur Respiration
-ausreichender Menge produzirt werden.
-
-Das junge Thier empfängt seine Blutbestandtheile in dem Casein der
-Milch, eine Umsetzung der vorhandenen Gebilde geht vor sich, denn
-Gallen- und Harnsekretion finden statt, die Substanz der umgesetzten
-Gebilde tritt in der Form von Harn und von Kohlensäure und Wasser aus
-ihrem Körper, allein die Butter und der Milchzucker der Milch sind
-ebenfalls verschwunden, sie lassen sich in den Faeces nicht nachweisen.
-
-Butter und Milchzucker sind in der Form von Wasser und Kohlensäure
-ausgetreten und ihre Verwandlung, in Sauerstoffverbindungen beweist aufs
-klarste, daß weit mehr Sauerstoff aufgenommen wurde, als nöthig war, um
-mit dem Kohlenstoff und Wasserstoff der umgesetzten Gebilde Kohlensäure
-und Wasser zu bilden.
-
-Die in dem Lebensproceß des jungen Thieres vor sich gehende Veränderung
-und Umsetzung der Gebilde liefert demgemäß, in einer gegebenen Zeit,
-weit weniger Kohlenstoff und Wasserstoff in der zur Respiration
-geeigneten Form, als dem aufgenommenen Sauerstoff entspricht, die
-Substanz ihrer Organe würde einen rascheren Stoffwechsel erfahren, sie
-würde der Einwirkung des Sauerstoffs unterliegen müssen, wenn der
-fehlende Kohlenstoff und Wasserstoff von einer andern Quelle nicht
-geliefert werden würde.
-
-Die fortschreitende Zunahme an Masse, die freie und ungehinderte
-Entwickelung der Organe des jungen Thieres, sie wird also durch die
-Gegenwart fremder Materien bedingt, die in dem Ernährungsproceß keine
-andere Rolle spielen, als daß sie die neu sich bildenden Organe vor der
-Einwirkung des Sauerstoffs schützen, ihre Bestandtheile sind es, die
-sich mit dem Sauerstoff verbinden; ohne zu unterliegen, würden die
-Organe selbst diesen Widerstand nicht übernehmen können, d. h. eine
-Zunahme an Masse, bei gleichem Sauerstoffverbrauch, würde
-schlechterdings unmöglich seyn.
-
-Ueber den Zweck, zu welchem die Natur der Nahrung der jungen Säugthiere
-stickstofffreie Materien zugesetzt hat, die ihr Organismus zur
-eigentlichen Ernährung, zu Blutbildung nicht verwenden kann, Materien,
-die zur Unterhaltung ihrer Lebensfunktionen in erwachsenem Zustande
-völlig entbehrlich sind, kann man nach dem Vorhergehenden nicht
-zweifelhaft seyn. Bei den fleischfressenden Vögeln ist der Mangel aller
-Bewegung offenbar ein Grund eines verminderten Stoffwechsels.
-
-Der Ernährungsproceß der fleischfressenden Thiere stellt sich mithin in
-zwei Formen dar, von denen wir die eine Form in den gras- und
-körnerfressenden Thieren wiederkehren sehen.
-
-
-~XIII.~
-
-Bei dieser Thierklasse beobachten wir, daß während ihrer ganzen
-Lebensdauer ihre Existenz an die Aufnahme von Stoffen geknüpft ist,
-welche eine dem Milchzucker gleiche oder ähnliche Zusammensetzung
-besitzen. Allem was sie genießen, ist jederzeit eine gewisse Quantität
-von Amylon (Stärke), oder Gummi, oder Zucker beigemischt.
-
-Die am meisten verbreitete Substanz dieser Klasse ist das Amylon; es
-findet sich in Wurzeln, Samen, in den Stengeln, in dem Holzkörper,
-abgelagert in der Form von rundlichen oder ovalen Körnchen, welche nur
-in der Größe, aber keineswegs in der chemischen Zusammensetzung[E11] von
-einander abweichen. Wir finden in einer und derselben Pflanze, in den
-Erbsen z. B., Stärkemehl von ungleicher Größe, in dem ausgepreßten Saft
-von Erbsenstengeln haben die sich absetzenden Stärkekörnchen einen
-Durchmesser von ¹/₂₀₀ bis ¹/₁₅₀ Millimeter, während die Stärkekörnchen
-der Samenlappen drei- bis viermal größer sind. Vor allen andern sind die
-Stärkekörnchen der Pfeilwurzel und der Kartoffel ausgezeichnet durch
-ihre Größe, die des Reises und des Weitzens durch ihre Kleinheit.
-
-Es ist wohlbekannt, daß durch sehr verschiedene Einwirkungen das
-Stärkemehl übergeführt werden kann in Zucker; dies geschieht in dem
-Keimungsproceß (in dem Malzproceß), und namentlich durch die Einwirkung
-von Säuren. Die Ueberführung des Stärkemehls in Zucker wird, wie sich
-durch die Analyse darthun läßt, durch eine einfache Aufnahme der
-Bestandtheile des Wassers bewirkt[E12].
-
-Allen Kohlenstoff der Stärke, wir bekommen ihn in dem Zucker wieder, es
-ist keiner ihrer Bestandtheile ausgetreten, und außer den Elementen des
-Wassers ist kein fremdes Element hinzugetreten.
-
-In sehr vielen, namentlich fleischigen Früchten, die im unreifen
-Zustande sauer und herbe, im reifen hingegen süß sind, wie in den
-Aepfeln und Birnen, entsteht der Zucker aus dem Amylon, was diese
-Früchte enthalten.
-
-Wenn man unreife Aepfel oder Birnen auf einem Reibeisen in einen Brei
-verwandelt und diesen auf einem feinen Sieb mit Wasser auswäscht, so
-setzt sich aus der trüben ablaufenden Flüssigkeit ein höchst feines
-Stärkmehl ab, von dem man in den sogenannten reifen Früchten keine Spur
-mehr wahrnimmt. Manche von diesen Obstsorten werden auf dem Baume süß
-(Sommer-Birnen, -Aepfel), andere hingegen erst einige Zeit nachher, wenn
-sie, vom Baume genommen, aufbewahrt werden. Dieses sogenannte
-Nachreifen, wie man dieses Süßwerden nennt, ist ein rein chemischer
-Proceß, der mit dem Pflanzenleben nichts zu thun hat. Mit dem Aufhören
-der Vegetation ist die Frucht zur Fortpflanzung geeignet, d. h. der Kern
-ist völlig reif, allein die fleischige Hülle unterliegt von diesem
-Zeitpunkte an der Einwirkung der Atmosphäre, sie nimmt wie alle
-verwesenden Substanzen Sauerstoff auf, und es trennt sich von ihrer
-Substanz eine gewisse Menge kohlensaures Gas.
-
-Aehnlich nun wie die Stärke in faulendem Kleister oder durch verwesenden
-Kleber in Zucker übergeführt wird, verwandelt sich das Amylon der
-genannten verwesenden Früchte in Traubenzucker, sie werden in dem
-Verhältniß süßer, als sie mehr Stärke enthielten.
-
-Zwischen Amylon und Zucker findet nach dem Vorerwähnten ein ganz
-bestimmter Zusammenhang statt; durch eine Menge chemischer Actionen,
-welche auf die Elemente des Amylons keine andere Wirkung äußern, als daß
-sie die Richtung ihrer gegenseitigen Anziehung ändern, sind wir im
-Stande, das Amylon in Zucker und zwar in Traubenzucker überzuführen.
-
-Der Milchzucker[E13] verhält sich in vielen Beziehungen ähnlich wie das
-Amylon, er ist für sich der weingeistigen Gährung nicht fähig, er
-erlangt aber die Eigenschaft in Alkohol und Kohlensäure zu zerfallen,
-wenn er mit einer gährenden Materie (dem faulenden Käse in der Milch)
-bei Gegenwart von Wasser einer höheren Temperatur ausgesetzt wird. In
-diesem Fall verwandelt er sich zuerst in Traubenzucker; die nämliche
-Verwandlung erfährt der Milchzucker, wenn er mit Säuren, mit
-Schwefelsäure z. B., bei gewöhnlicher Temperatur in Berührung gelassen
-wird.
-
-Das Gummi hat eine dem Rohrzucker gleiche procentische
-Zusammensetzung[E14], es unterscheidet sich von den Zuckerarten und dem
-Amylon, insofern ihm die Fähigkeit abgeht, durch den Proceß der Fäulniß
-in Weingeist und Kohlensäure zu zerfallen; gährenden Substanzen
-zugesetzt, erleidet es keine merkliche Veränderung, woraus man mit
-einiger Wahrscheinlichkeit schließen kann, daß seine Elemente in der
-Ordnung, in welcher sie vereinigt sind, mit einer stärkeren Kraft
-zusammengehalten sind, wie die Elemente der verschiedenen Zuckerarten.
-
-Einen gewissen Zusammenhang zeigt das Gummi übrigens mit dem
-Milchzucker, beide geben nämlich bei Behandlung mit Salpetersäure
-einerlei Oxydationsproducte, nämlich Schleimsäure, die sich unter
-denselben Bedingungen aus den Zuckerarten nicht darstellen läßt.
-
-Wenn wir, um die Aehnlichkeit in der Zusammensetzung dieser
-verschiedenen Materien, welche in dem Ernährungsproceß der
-pflanzenfressenden Thiere eine so wichtige Rolle übernehmen, noch mehr
-hervortreten zu machen, 1 Aequivalent Kohlenstoff mit ~C~ (= 75,8
-Kohlenstoff) und 1 Aequivalent Wasser mit ~aqua~ (= 112,4) bezeichnen,
-so erhalten wir für die Zusammensetzung der genannten Substanzen
-folgende Ausdrücke:
-
- Amylon = 12 ~C~ + 10 ~aq.~
- Rohrzucker = 12 ~C~ + 10 ~aq.~ + ~aq.~
- Gummi = 12 ~C~ + 10 ~aq.~ + ~aq.~
- Milchzucker = 12 ~C~ + 10 ~aq.~ + 2 ~aq.~
- Traubenzucker = 12 ~C~ + 10 ~aq.~ + 4 ~aq.~
-
-Auf die nämliche Anzahl von Aequivalenten Kohlenstoff enthält also das
-Amylon 10 Aeq. Wasser, der Rohrzucker und das Gummi 11 Aequivalente, der
-Milchzucker 12 und der krystallisirte Traubenzucker 14 Aequivalente
-Wasser, oder der Bestandtheile des Wassers.
-
-
-~XIV.~
-
-In diesen verschiedenen Substanzen, welche in der Nahrung
-der pflanzenfressenden Thiere niemals fehlen, ist also den
-stickstoffhaltigen Bestandtheilen derselben, dem Pflanzen-Albumin,
--Fibrin, -Casein, woraus sich ihr Blut bildet, im strengsten Sinne nur
-eine gewisse Quantität Kohlenstoff im Ueberschusse zugesetzt, der in
-ihrem Organismus zur Erzeugung von Fibrin und Albumin schlechterdings
-nicht verwendet werden kann, weil ihre stickstoffhaltigen Nahrungsstoffe
-den zur Blutbildung erforderlichen Kohlenstoff schon enthalten und das
-Blut in dem Leibe der fleischfressenden Thiere erzeugt wird, ohne
-Mitwirkung dieses Ueberschusses von Kohlenstoff.
-
-Auf eine klare und überzeugende Weise stellt sich der Antheil heraus,
-den diese stickstofffreien Materien an dem Nutritionsproceß der
-pflanzenfressenden Thiere nehmen, wenn wir die verhältnißmäßig so
-geringe Menge Kohlenstoff in Betrachtung ziehen, die sie in ihren
-stickstoffhaltigen Nahrungsmitteln genießen; sie steht durchaus in
-keinem Verhältniß zu dem durch Lunge und Haut aufgenommenen und
-verbrauchten Sauerstoff.
-
-Ein Pferd kann z. B. in vollkommen gutem Zustande erhalten werden, wenn
-ihm täglich 15 Pfd. Heu und 4¹/₂ Pfd. Hafer zur Nahrung gegeben werden.
-Wenn wir uns nun den ganzen Gehalt dieser Nahrungsstoffe an Stickstoff,
-so wie ihn die Elementaranalyse festgesetzt hat (Heu 1,5 ~pCt.~, Hafer
-2,2 ~pCt.~)[E15] rückwärts in Blut, nämlich in Fibrin und Albumin, mit
-dem ganzen Wassergehalt des Blutes (80 ~pCt.~) verwandelt denken, so
-empfängt das Pferd täglich nur 8⁹/₁₀ Loth Stickstoff, welche etwas über
-8 Pfd. Blut entsprechen. Mit diesem Stickstoff hat aber das Thier, von
-den andern Bestandtheilen, welche damit verbunden waren, nur 28⁹/₁₀ Loth
-Kohlenstoff empfangen. Nur 15⁹/₁₀ Loth von diesen 28⁹/₁₀ Loth
-Kohlenstoff konnten zur Respiration verwendet worden sein, denn mit dem
-Stickstoff, der durch den Harn ausgeleert wird, treten in der Form von
-Harnstoff 6 Lothe und in der Form von Hippursäure 7 weitere Lothe wieder
-aus.
-
-Ohne weitere Rechnung anzustellen, wird Jedermann zugeben, daß das
-Luftvolum, was ein Pferd ein- und ausathmet, daß die Menge des von ihm
-verzehrten Sauerstoffgases und in dessen Folge die Menge des
-ausgetretenen Kohlenstoffs, weit größer ist, wie beim Respirationsproceß
-des Menschen. Nun verbraucht aber ein erwachsener Mensch täglich nahe an
-28 Loth Kohlenstoff, und die Bestimmung von _Boussingault_, wonach ein
-Pferd täglich 158 Loth ausathmet, kann von der Wahrheit nicht sehr
-entfernt sein.
-
-In den stickstoffhaltigen Bestandtheilen seiner Nahrung erhält das Pferd
-mithin nur etwas mehr, wie den fünften Theil des Kohlenstoffs, den sein
-Organismus zur Unterhaltung des Respirationsprocesses bedarf, und wir
-sehen, daß die Weisheit des Schöpfers allen seinen Nahrungsmitteln ohne
-Ausnahme die übrigen ⁴/₅ Kohlenstoff, welche in den stickstoffhaltigen
-Bestandtheilen fehlen, in mannigfaltigen Formen, als Amylon, Zucker u.
-s. w. zugesetzt hat, welche das Thier, ohne der Einwirkung des
-Sauerstoffs zu unterliegen, nicht entbehren kann.
-
-Es ist offenbar, daß in dem Organismus des pflanzenfressenden Thieres,
-dessen Nahrung eine verhältnißmäßig so kleine Menge seiner
-Blutbestandtheile enthält, der Akt der Umsetzung der vorhandenen
-Gebilde, daß demzufolge ihre Erneuerung, die Reproduktion derselben, bei
-weitem minder rasch vor sich geht, wie bei den fleischfressenden
-Thieren, denn wäre dies der Fall, so würde eine tausendmal reichere
-Vegetation zu ihrer Ernährung nicht hinreichen; Zucker, Gummi, Amylon
-würden keine Bedingungen zur Erhaltung ihres Lebens sein, eben weil die
-kohlenstoffhaltigen Produkte der Umsetzung ihrer Organe für den
-Respirationsproceß hinreichen würden.
-
-Der fleischessende Mensch bedarf zu seiner Erhaltung und Ernährung eines
-ungeheuren Gebietes, weiter und ausgedehnter noch, wie der Löwe und
-Tiger, weil er, wenn die Gelegenheit sich darbietet, tödtet, ohne zu
-genießen.
-
-Eine Nation von Jägern auf einem begrenzten Flächenraum ist der
-Vermehrung durchaus unfähig, der zum Athmen unentbehrliche Kohlenstoff
-muß von den Thieren genommen werden, von denen auf der gegebenen Fläche
-nur eine beschränkte Anzahl leben kann. Diese Thiere sammeln von den
-Pflanzen die Bestandtheile ihrer Organe und ihres Blutes, und liefern
-sie den von der Jagd lebenden Indianern, die sie unbegleitet von den
-stickstofffreien Substanzen genießen, welche während der Lebensdauer des
-Thieres seinen Respirationsproceß unterhielten; es ist bei dem
-fleischessenden Menschen der Kohlenstoff des Fleisches, welcher das
-Amylon, den Zucker ersetzen muß.
-
-In fünfzehn Pfund Fleisch ist aber nicht mehr Kohlenstoff enthalten, wie
-in 4 Pfund Amylon[E16] und während der Indianer mit einem einzigen Thier
-und einem ihm gleichen Gewichte Amylon eine gewisse Anzahl von Tagen
-hindurch sein Leben und seine Gesundheit würde erhalten können, muß er,
-um den für diese Zeit, für seine Respiration unentbehrlichen Kohlenstoff
-zu erhalten, 5 Thiere verzehren.
-
-Man sieht leicht, in welchem engen Verbande die Vermehrung des
-Menschengeschlechtes mit dem Ackerbau steht. Der Anbau der
-Culturpflanzen hat zuletzt keinen andern Zweck, als die Hervorbringung
-eines Maximums der zur Assimilation und Respiration dienenden Stoffe,
-auf dem möglichst kleinsten Raume. Die Getreide- und Gemüsepflanzen
-liefern uns in dem Amylon, dem Zucker, Gummi, nicht nur den Kohlenstoff,
-der unsere Organe vor der Einwirkung des Sauerstoffs schützt, und in dem
-Organismus die zum Leben unentbehrliche Wärme erzeugt, sondern in dem
-Pflanzenfibrin, -Albumin und -Casein noch überdies unser Blut, aus dem
-sich die übrigen Bestandtheile des Körpers entwickeln.
-
-Der fleischessende Mensch athmet wie das fleischfressende Thier auf
-Kosten der Materien, die durch die Umsetzung seiner Organe entstanden
-sind, und ähnlich wie der Löwe, der Tiger, die Hyäne in den Kasten
-unserer Menagerien durch unaufhörliche Bewegung den Umsatz ihrer Gebilde
-beschleunigen müssen, um den zur Respiration nöthigen Stoff zu erzeugen,
-muß sich der Indianer, des nämlichen Zweckes wegen, den größten
-Anstrengungen und mühevollsten Beschwerden unterziehen; er muß Kraft
-verbrauchen, lediglich um Stoff zum Athmen zu schaffen.
-
-Die Cultur ist die Oekonomie der Kraft; die Wissenschaft lehrt uns die
-einfachsten Mittel erkennen, um mit dem geringsten Aufwand von Kraft den
-größten Effect zu erzielen, und mit gegebenen Mitteln ein Maximum von
-Kraft hervorzubringen. Eine jede unnütze Kraftäußerung, eine jede
-Kraftverschwendung in der Agricultur, in der Industrie und der
-Wissenschaft, so wie im Staate, characterisirt die Rohheit oder den
-Mangel an Cultur.
-
-
-~XV.~
-
-Die Vergleichung der Zusammensetzung des Urins der fleisch- und
-pflanzenfressenden Thiere zeigt auf eine evidente Weise, daß der Act der
-Umsetzung der Gebilde in beiden in der Zeit und Form verschieden ist.
-
-Der Harn der fleischfressenden Thiere ist sauer, wir haben darin
-alkalische Basen mit Harnsäure, mit Phosphorsäure und Schwefelsäure
-vereinigt. Wir wissen genau, aus welcher Quelle diese beiden Säuren
-stammen. Alle Gebilde, bis auf Zellen und Membranen, enthalten
-Phosphorsäure und Schwefel, der durch den Sauerstoff des arteriellen
-Blutes in Schwefelsäure verwandelt wird. In den verschiedenen
-Flüssigkeiten des Thierkörpers finden wir nur Spuren von phosphorsauren
-oder schwefelsauren Salzen, aber in dem Harn finden wir beide in
-reichlicher Menge. Es ist klar, sie stammen beide von dem Phosphor und
-Schwefel der Gebilde, die sich umgesetzt haben; sie gelangen als
-lösliche Salze in das Blut und werden bei ihrem Durchgang durch die
-Nieren davon geschieden.
-
-Der Harn der grasfressenden Thiere ist alkalisch; er enthält
-kohlensaures Alkali in überwiegender Menge und eine so geringe Menge von
-phosphorsaurem Alkali, daß sie von den meisten Beobachtern übersehen
-worden ist.
-
-Der Mangel, oder, wenn man will, die Abwesenheit der phosphorsauren
-Alkalien in dem Harn der grasfressenden Thiere zeigt offenbar, daß diese
-löslichen Salze zu bestimmten Zwecken verwendet werden; denn wenn wir
-annehmen, ein Pferd verzehre eine dem Gehalte des Stickstoffs (8⁹/₁₀
-Loth) in seinen Nahrungsmitteln entsprechende Menge Pflanzenfibrin oder
--Albumin, und wenn wir den umgesetzten Theil der Gebilde gleichsetzen
-dem neugebildeten, so ist die Quantität der Phosphorsäure, die wir in
-dem Urin (in 3 Pfund, dem täglichen Abgang nach _Boussingault_) finden
-müßten, nicht so klein, daß sie nicht mit Leichtigkeit durch die Analyse
-nachweisbar wäre (sie betrüge nach dieser Voraussetzung nahe an 0,8
-~pCt.~), allein, wie bemerkt, die meisten Beobachter haben keine
-Phosphorsäure darin auffinden können.
-
-Die Phosphorsäure, welche in Folge der Umsetzung der Gebilde in der Form
-von löslichem phosphorsauren Alkali erzeugt wird, kehrt offenbar bei
-diesen Thieren in den Organismus zurück, der sie zur Bildung der Gehirn-
-und Nervensubstanz nicht entbehren kann.
-
-Bei den pflanzenfressenden Thieren, die eine verhältnißmäßig so kleine
-Quantität von Phosphor oder phosphorsauren Salzen genießen, sammelt der
-Organismus offenbar alle durch die Umsetzung der Gebilde erzeugten
-löslichen phosphorsauren Salze, und verwendet sie zur Ausbildung der
-Knochen und der phosphorhaltigen Bestandtheile des Gehirns; die
-Secretionsorgane scheiden sie von dem Blute nicht ab. Die durch
-Stoffwechsel in Freiheit gesetzte Phosphorsäure tritt nicht als
-phosphorsaures Natron aus; wir finden sie in den festen Excrementen in
-der Form von unlöslichen phosphorsauren Erden.
-
-
-~XVI.~
-
-Vergleichen wir die Fähigkeit der Zunahme an Masse, die Kraft der
-Assimilation in den gras- und fleischfressenden Thieren, so führen die
-gewöhnlichsten Beobachtungen auf einen großen Unterschied.
-
-Eine Spinne, welche mit dem größten Heißhunger das Blut der ersten
-Fliege aussaugt, wird durch die zweite und dritte Fliege in ihrer Ruhe
-nicht gestört; eine Katze frißt die erste, vielleicht die zweite Maus,
-und wenn sie auch die dritte tödtet, sie wird von ihr nicht verzehrt.
-Ganz ähnliche Beobachtungen hat man an Löwen und Tigern gemacht; sie
-verzehren ihre Beute erst dann, wenn sich in ihnen das Bedürfniß des
-Hungers regt. Zur bloßen Erhaltung bedürfen die fleischfressenden Thiere
-an sich einer geringeren Menge von Nahrung schon deshalb, weil ihre Haut
-keine Schweißporen hat, weil sie also bei gleichem Volum weit weniger
-Wärme verlieren, als die Grasfresser, welche die verlorne Wärme durch
-die Nahrung ersetzen müssen.
-
-Wie ganz anders zeigt sich die Stärke und Intensität des vegetativen
-Lebens bei den pflanzenfressenden Thieren! Ein Schaf, eine Kuh auf der
-Weide, sie fressen mit geringer Unterbrechung so lange die Sonne am
-Himmel steht. Ihr Organismus besitzt die Fähigkeit, alle Nahrung, die
-sie mehr genießen, als sie zur Reproduction bedürfen, in Bestandtheile
-ihres Körpers zu verwandeln.
-
-Alles Blut, was mehr erzeugt wird, als zum Ersatz an verbrauchtem Stoff
-erforderlich ist, wird zur Zelle und Muskelfaser; das pflanzenfressende
-Thier wird bei gesteigerter Nahrung fleischig oder feist, während das
-Fleisch des fleischfressenden ungenießbar, zähe und sehnenartig bleibt.
-
-Denken wir uns nur einen Hirsch, ein Reh oder einen Hasen, welche
-ähnliche Nahrungsmittel genießen, wie das Rindvieh oder Schaf, so ist es
-evident, daß bei Ueberfluß an Nahrung ihre Zunahme an Masse (ihr
-Feistwerden) abhängig ist von der Menge des genossenen Pflanzenalbumins,
--Fibrins oder -Caseins. Bei einer freien ungehinderten Bewegung nehmen
-sie Sauerstoff genug auf, um den Kohlenstoff des genossenen Gummi’s, des
-Amylons, des Zuckers und überhaupt aller löslichen stickstofffreien
-Nahrungsmittel verschwinden zu machen.
-
-Ganz anders stellt sich dieses Verhältniß bei unseren Hausthieren, wenn
-wir bei reichlicher Nahrung die Abkühlung und Exhalationsprocesse
-hindern, wenn wir sie in unseren Ställen füttern, wo die freie Bewegung
-unterdrückt ist.
-
-Das Thier, welches den Stall nicht verläßt, frißt und ruht bloß, um zu
-verdauen, es nimmt in der Form von stickstoffhaltigen Stoffen weit mehr
-Nahrung auf, als es zur Reproduktion bedarf, und in gleicher Zeit mit
-diesen genießt es weit mehr stickstofffreie Substanzen, als zur
-Unterhaltung des Reproductionsprocesses und zum Ersatz an verlorner
-Wärme nöthig sind. Mangel an Bewegung und Abkühlung ist aber
-gleichbedeutend einem Mangel an Zufuhr von Sauerstoff; es nimmt, da
-diese vermindert sind, bei weitem weniger Sauerstoff auf, als zur
-Verwandlung des in der stickstofffreien Nahrung genossenen Kohlenstoffs
-in Kohlensäure erforderlich ist. Nur ein kleiner Theil dieses
-Ueberschusses von Kohlenstoff tritt aus dem Körper bei Pferden und dem
-Rindvieh in der Form von Hippursäure aus, alles übrige wird zur
-Erzeugung einer Materie verwendet, die sich nur in kleinen Quantitäten
-als Bestandtheil der Nerven und des Gehirns vorfindet.
-
-Im normalen Zustand der Bewegung und Arbeit enthält der Urin des
-Rindviehs und Pferdes Benzoesäure (mit 14 At. Kohlenstoff), sobald es
-ruhig im Stalle steht, hingegen Hippursäure (mit 18 At. Kohlenstoff).
-
-Das Fleisch der wilden Thiere ist fettlos, die Hausthiere dagegen
-bedecken sich bei der Mästung mit Fett.
-
-Lassen wir das fette Thier in freier Luft sich bewegen oder schwere
-Lasten ziehen, so verschwindet wieder das Fett.
-
-Es ist offenbar, die Fettbildung im Thierkörper wird bedingt durch ein
-Mißverhältniß in der Menge der genossenen Nahrungsmittel und des durch
-Lunge und Haut aufgenommenen Sauerstoffs.
-
-Ein Schwein wird bei Mästung mit stickstoffreichen Nahrungsmitteln
-feist; bei Kartoffel- (Amylon-) Fütterung erhält es wenig Fleisch, aber
-eine Decke von Speck. Die Milch einer Kuh, welche bei Stall-Fütterung
-eine reichliche Menge Butter enthält, wird auf freier Weide an Käsestoff
-reicher und an Fett und Milchzucker in dem nämlichen Verhältniß ärmer.
-Durch Bier und amylonhaltige Nahrung wächst der Buttergehalt der
-Frauenmilch; Fleischnahrung giebt weniger, aber an Käsestoff reichere
-Milch.
-
-Wenn man erwägt, daß in der ganzen Thierklasse der Carnivoren, die außer
-dem verzehrten Fett kein stickstofffreies Nahrungsmittel genießen, die
-Fettbildung im Körper höchst unbedeutend ist, daß sie auch bei diesen
-zunimmt (wie bei Katzen und Hunden), wenn sie gemischte Nahrung
-genießen, daß wir bei den andern Hausthieren die Fettbildung steigern
-können und zwar nur durch stickstofffreie Nahrungsmittel, so kann man
-kaum einen Zweifel hegen, daß die letzteren in einer ganz bestimmten
-Beziehung stehen müssen zur Fettbildung.
-
-Dem natürlichen Gange der Naturforschung gemäß erschließen wir rückwärts
-aus den genossenen Nahrungsmitteln die entstandenen Gebilde, aus den
-stickstoffhaltigen Pflanzenstoffen die stickstoffhaltigen Bestandtheile
-des Blutes, und es ist diesem Gange völlig angemessen, die Beziehungen
-der stickstofffreien Nahrungsmittel zu den stickstofffreien
-Bestandtheilen des Thierkörpers festzustellen; ein enger Zusammenhang
-zwischen beiden kann nicht verkannt werden.
-
-Vergleichen wir die Zusammensetzung des Milchzuckers, des Amylons und
-der andern Zuckerarten mit denen des Hammeltalges, Ochsentalges,
-Menschenfettes, so finden wir, daß sie einerlei Verhältniß Kohlenstoff
-und Wasserstoff enthalten und lediglich in dem Gehalte an Sauerstoff von
-einander abweichen.
-
-Hammeltalg, Menschenfett, Schweineschmalz enthalten nach den Analysen
-_Chevreul’s_ 79 ~pCt.~ Kohlenstoff auf 11,1 ~pCt.~, 11,4 ~pCt.~, 11,7
-~pCt.~ Wasserstoff[E17].
-
-Das Amylon enthält auf 44,91 Kohlenstoff 6,11 Wasserstoff; der Zucker
-und das Gummi 42,58 Kohlenstoff 6,37 Wasserstoff[E18].
-
-Nun ist aber aus dem Folgenden einleuchtend, daß diese Zahlen, welche
-das relative Gewichtsverhältniß des Kohlenstoffs und Wasserstoffs im
-Amylon, im Zucker und im Gummi ausdrücken, zu einander in dem nämlichen
-Verhältniß stehen, wie der Kohlenstoff und Wasserstoff in den
-verschiedenen Fetten.
-
- 44,91 : 6,11 = 79 : 10,99
- 42,58 : 6,37 = 79 : 11,8.
-
-Es ist hieraus klar, daß durch ein einfaches Austreten von Sauerstoff,
-Amylon, Zucker und Gummi übergehen können in Fett, oder, wenn man will,
-in einen Körper, welcher genau die Zusammensetzung des Fetts besitzt.
-Nehmen wir in der That von der Formel des Amylon 9 Atome Sauerstoff
-hinweg, so haben wir in 100 Theilen:
-
- ~C₁₂~ 79,4
- ~H₂₀~ 10,8
- ~O~ 9,8.
-
-Die nächste empirische Formel des Fetts ist ~C₁₁H₂₀O~; sie giebt in 100
-Theilen:
-
- ~C₁₁~ 78,9
- ~H₂₀~ 11,6
- ~O~ 9,5.
-
-Nach dieser Formel würden sich von dem Amylon die Elemente von 1 Atom
-Kohlensäure und 7 Atome Sauerstoff getrennt haben.
-
-Mit diesen beiden Formeln stimmt aber sehr nahe die von allen
-verseifbaren fetten Körpern überein.
-
-Nehmen wir von drei Atomen Milchzucker ~C₅₆H₇₂O₃₆~ die Elemente hinweg
-von 4 Atomen Wasser und lassen wir 31 Atome Sauerstoff austreten, so
-haben wir ~C₃₆H₆₄O~, eine Formel, welche ein genauer Ausdruck ist für
-die Zusammensetzung des Cholsterins[E19].
-
-Gleichgültig, welche Ansicht man auch über die Entstehung der fetten
-Bestandtheile des Thierkörpers haben mag, soviel ist unläugbar gewiß,
-daß die Wurzeln und Kräuter, welche die Kuh verzehrt, keine Butter
-enthalten, daß in dem Heu und der Nahrung des Rindviehs kein Ochsentalg,
-in der Kartoffelschlempe, welche die Schweine bekommen, kein
-Schweineschmalz und in dem Futter der Gänse und des Geflügels kein
-Gänsefett oder Kapaunenfett enthalten ist. Die großen Massen von Fett in
-dem Körper dieser Thiere erzeugt ihr Organismus, und aus dieser
-Thatsache, ihrem wahren Werthe nach anerkannt, muß geschlossen werden,
-daß von den Bestandtheilen der genossenen Nahrung eine gewisse Quantität
-Sauerstoff in irgend einer Form austritt, denn ohne eine solche
-Ausscheidung von Sauerstoff kann kein Fett aus irgend einem Bestandtheil
-der Nahrung gebildet werden.
-
-Die chemische Analyse giebt auf die bestimmteste Weise zu erkennen, daß
-in den Nahrungsmitteln, die ein Thier verzehrt, sich eine gewisse Menge
-Kohlenstoff und Sauerstoff befinden, die, in Aequivalenten ausgedrückt,
-folgende Reihe bilden.
-
- Im Pflanzenfibrin, -Albumin, -Casein
- sind enthalten auf 120 Aeq. Kohlenstoff 36 Aeq. Sauerstoff
- Im Amylon „ „ „ 120 „ „ 100 „ „
- Im Rohr-
- zucker „ „ „ 120 „ „ 110 „ „
- Im Trauben-
- zucker „ „ „ 120 „ „ 140 „ „
- Im Gummi „ „ „ 120 „ „ 110 „ „
- Im Milch-
- zucker „ „ „ 120 „ „ 120 „ „
-
-Nun sind aber in allen fetten Substanzen im Mittel _auf 120 Aeq.
-Kohlenstoff nur 10 Aeq. Sauerstoff enthalten_.
-
-Da nun der Kohlenstoff der fetten Bestandtheile des Thierkörpers von den
-Nahrungsmitteln stammt, indem es keine andere Quelle giebt, die ihn
-liefern könnte, so ist klar, in der Voraussetzung, das Fett entstehe aus
-Albumin, Fibrin oder Casein, daß für je 120 Aeq. Kohlenstoff, die sich
-als Fett abgelagert haben, 26 Aeq. Sauerstoff von den Bestandtheilen
-dieser Nahrungsmittel austreten müssen, es ist ferner klar, daß, wenn
-wir annehmen, das Fett entstehe aus Amylon, 90 Aeq., aus Zucker 100 und
-aus Milchzucker 110 Aeq. Sauerstoff abgeschieden werden müssen.
-
-Es giebt also nur einen einzigen Weg, auf welchem die Fettbildung im
-Thierkörper möglich ist, und dieser ist absolut der nämliche, auf
-welchem die Fettbildung in den Pflanzen vor sich geht, es ist eine
-Scheidung und Trennung des Sauerstoffs von den Bestandtheilen der
-Nahrungsmittel.
-
-Der Kohlenstoff, den wir in den Samen und Früchten der Pflanzen in der
-Form von Oel und Fett abgelagert finden, er war früher ein Bestandtheil
-der Atmosphäre, er wurde als Kohlensäure von der Pflanze aufgenommen.
-Sein Uebergang in Fett wurde unter Mitwirkung des Lichtes durch die
-vegetative Lebensthätigkeit bewirkt, der größte Theil des Sauerstoffs
-dieser Kohlensäure kehrte als Sauerstoffgas in die Luft zurück[F3][E20].
-
- [3] Ueber die Bildung des Wachses aus Honig bei den Bienen siehe
- Anhang.
-
-Im Gegensatz zu dieser Lebensäußerung in der Pflanze wissen wir, daß der
-Thierorganismus Sauerstoff aus der Luft aufsaugt und daß dieser
-Sauerstoff in der Form einer Kohlenstoff- oder Wasserstoffverbindung
-wieder austritt, wir wissen, daß durch den Akt der Bildung von
-Kohlensäure und Wasser die constante Temperatur des Körpers
-hervorgebracht wird, daß ein Oxydationsproceß die einzige und
-Hauptquelle der animalischen Wärme ist.
-
-Mag das Fett in Folge einer Zersetzung des Fibrins oder Albumins, der
-Hauptbestandtheile des Blutes gebildet werden, mag es aus Amylon, aus
-Zucker, aus Gummi oder Milchzucker entstehen, das Resultat der
-Zersetzung muß begleitet seyn, von einer Ausscheidung des Sauerstoffs,
-von den Bestandtheilen dieser Nahrungsmittel, aber dieser Sauerstoff
-tritt nicht als Sauerstoffgas aus dem Thierkörper aus, eben weil er in
-dem Organismus selbst, Stoffe vorfindet, welche die Fähigkeit haben,
-eine Verbindung mit ihm einzugehen; er tritt in der nämlichen Form aus,
-wie der durch Lunge und Haut aus der Luft aufgenommene Sauerstoff.
-
-Man beobachtet leicht, in welchem merkwürdigen Zusammenhange die
-Fettbildung mit dem Respirationsproceß steht.
-
-
-~XVII.~
-
-Der abnorme Zustand, durch den Ablagerung von Fett in dem Thierkörper
-bewirkt wird, beruht, wie früher erwähnt worden, auf einem Mißverhältniß
-in der Menge des genossenen Kohlenstoffs und dem durch Haut und Lunge
-aufgenommenen Sauerstoff. Im normalen Zustande wird eben so viel
-Kohlenstoff ausgeführt wie eingeführt, der Körper erhält kein
-Uebergewicht an kohlenstoffreichen und stickstofflosen Bestandtheilen.
-
-Steigern wir die Zufuhr der kohlenstoffreichen Nahrungsmittel, so bleibt
-nur in dem Fall das normale Verhältniß, wenn durch Bewegung und
-Anstrengung der Umsatz befördert, wenn in gleichem Grade die Zufuhr an
-Sauerstoff vermehrt wird.
-
-Jede Art von Fettbildung ist stets die Folge eines Mangels an
-Sauerstoff, der zur Vergasung des im Ueberschusse zugeführten
-Kohlenstoffs unbedingt erforderlich ist. Dieser als Fett sich ablagernde
-Kohlenstoff, er zeigt sich bei dem Beduinen, bei dem Araber der Wüste
-nicht, der mit Stolz seine muskelstarken, magern, fettfreien,
-sehnenartigen Glieder dem Reisenden zeigt und in Liedern besingt, er
-zeigt sich aber bei der kärglichen Nahrung in den Kerkern und
-Gefängnissen als Aufgedunsenheit, er zeigt sich in dem Weibe des Orients
-und in den wohlbekannten Bedingungen des Mästens bei unseren
-Hausthieren.
-
-Die Erzeugung von Fett beruht auf einem Mangel an Sauerstoff, allein in
-ihr, in der Fettbildung selbst, öffnet sich dem Organismus eine Quelle
-von Sauerstoff, eine neue Ursache der Wärmeerzeugung.
-
-Der in Folge der Fettbildung freiwerdende Sauerstoff, er tritt aus dem
-Körper als eine Kohlenstoff- oder Wasserstoffverbindung aus, mag nun
-dieser Kohlenstoff oder Wasserstoff von der Substanz selbst, die auch
-den Sauerstoff zuführte, oder mag er von einer andern Verbindung
-genommen worden sein, es muß durch diese Kohlensäure- oder Wasserbildung
-ebensoviel Wärme entwickelt werden, wie wenn wir eine gleiche Menge
-Kohlenstoff oder Wasserstoff in der Luft oder im Sauerstoffgas verbrannt
-hätten.
-
-Wenn wir uns denken, daß sich von 2 Aeq. Amylon 18 Aeq. Sauerstoff
-trennen, daß sich diese 18 Aeq. Sauerstoff mit 9 Aeq. Kohlenstoff aus
-der Galle, z. B. zu Kohlensäure, verbunden hätten, so ist niemand
-zweifelhaft darüber, daß in diesem Fall gerade so viel Wärme entwickelt
-werden muß, wie wenn wir diese 9 Atome Kohlenstoff direct verbrannt
-hätten. In dieser Form wäre also die Wärmeentwickelung in Folge der
-Fettbildung nicht bestreitbar; sie kann also nur für den Fall
-hypothetisch sein, wo sich von einer und derselben Substanz Kohlenstoff
-und Sauerstoff in den Verhältnissen, wie in der Kohlensäure, trennen.
-
-Wenn wir z. B. voraussetzen, daß sich von 2 At. Amylon, ~C₂₄H₄₀O₂₀~ die
-Elemente von 9 At. Kohlensäure abscheiden, so würden wir eine Verbindung
-übrig behalten, welche auf 15 At. Kohlenstoff, 40 At. Wasserstoff und 2
-At. Sauerstoff enthält:
-
- ~C₁₅H₄₀O₂~ + ~C₉O₁₈~ = ~C₂₄H₄₀O₂₀~.
-
-Oder wenn wir annehmen, daß Sauerstoff aus Amylon in der Form von
-Kohlensäure und Wasser austritt, so würden wir bei Abscheidung der
-Bestandtheile von 6 At. Wasser und 6 At. Kohlensäure die Verbindung
-~C₁₈H₂₃O₂~ übrig behalten.
-
-Diese Form der Ausscheidung des Sauerstoffs festgestellt, bleibt zu
-entscheiden übrig, ob die auftretende Kohlensäure und das Wasser in dem
-Amylon als solche enthalten waren oder nicht.
-
-War die Kohlensäure und das Wasser fertig gebildet in dem Amylon, so
-konnte die Trennung vor sich gehen, ohne von einer Wärmeentwickelung
-begleitet zu sein, war hingegen der Kohlenstoff und Wasserstoff in einer
-andern Form in dem Amylon (oder der Verbindung, aus der sich das Fett
-gebildet haben mag) zugegen, so ist klar, daß eine Aenderung in der
-Anordnung der Atome vor sich gegangen ist, in deren Folge sich die Atome
-des Kohlenstoffs und Wasserstoffs mit den Atomen des Sauerstoffs zu
-Kohlensäure und Wasser vereinigt haben.
-
-So weit nun chemische Forschungen reichen, kann aus dem bekannten
-Verhalten des Amylons und der Zuckerarten kein anderer Schluß gezogen
-werden, als daß sie keine fertig gebildete Kohlensäure enthalten.
-
-Wir kennen nun eine große Anzahl von Umsetzungsprocessen ähnlicher Art,
-wo sich die Elemente der Kohlensäure und des Wassers von gewissen
-vorhandenen Verbindungen trennen, und wir wissen mit Bestimmtheit, daß
-alle diese Zersetzungsweisen begleitet sind von einer Wärmeentwickelung,
-gerade so, wie wenn sich Kohlenstoff und Wasserstoff direct mit
-Sauerstoff verbinden.
-
-Ein solches Austreten von Kohlensäure haben wir in allen Gährungs- und
-Fäulnißprocessen, sie sind ohne Ausnahme begleitet von einer
-Entwickelung von Wärme.
-
-In der Gährung einer zuckerhaltigen Flüssigkeit tritt in Folge einer
-Umsetzung der Elemente des Zuckers eine gewisse Menge seines
-Kohlenstoffs und Sauerstoffs zu Kohlensäure zusammen, welche sich
-gasförmig abscheidet, und als Resultat dieser Zersetzung haben wir eine
-sauerstoffarme, flüchtige, brennbare Flüssigkeit, nämlich Alkohol.
-
-Wenn wir zu zwei Atomen Zucker die Elemente treten lassen von 12 At.
-Wasser und von der erhaltenen Summe der Atome 24 Atome Sauerstoff
-hinwegnehmen, so haben wir 6 At. Alkohol (~C₂₄H₄₈O₂₄~ + ~H₂₄O₁₂~) -
-~O₂₄~ = ~C₂₄H₇₂O₁₂~ = 6 At. Alkohol.
-
-Diese 24 At. Sauerstoff reichen hin, um ein drittes Atom Zucker
-vollkommen zu verbrennen, seinen Kohlenstoff in Kohlensäure zu
-verwandeln, und wir erhalten durch diese Verbrennung die 12 At. Wasser
-wieder, die wir hinzutreten ließen, gerade so, als ob sie keine Rolle
-hierbei gespielt hätten.
-
- ~C₁₂H₂₄O₁₂~ + ~O₂₄~ = 12 ~CO₂~ + 12 ~H₂O~.
-
-Nach der gewöhnlichen Ansicht trennen sich von 3 At. Zucker 12 Atome
-Kohlenstoff in der Form von Kohlensäure: wir bekommen 6 At. Alkohol, in
-beiden also dieselben Produkte, wie wenn der eine Theil Zucker an den
-andern Theil Sauerstoff abgegeben hätte und dessen Bestandtheile auf
-Kosten dieses Sauerstoffs verbrannt worden wären.
-
- ~C₃₆H₇₂O₃₆~ = ~C₂₄H₇₂O₁₂~ + 12 ~CO₂~[F4].
-
- [4] In Beziehung auf das Verständniß der Formeln siehe die Einleitung
- zum Anhang.
-
-Man beobachtet leicht, daß die Spaltung eines Körpers in Kohlensäure und
-eine an Sauerstoff arme Verbindung völlig gleichbedeutend ist in ihrem
-Resultate einer Ausscheidung von Sauerstoff und einer Verbrennung von
-einem Theile der Substanz auf Kosten dieses Sauerstoffs.
-
-Es ist wohlbekannt, daß sich die Temperatur einer gährenden Flüssigkeit
-erhöht, und wenn wir annehmen, daß ein Stückfaß Most = 600 Darmstädter
-Maaß = 1200 Litres = 2400 Pfund, 16 ~pCt.~ Zucker, im Ganzen also 384
-Pfund Zucker enthalte, so muß während der Gährung dieses Zuckers eine
-Wärmemenge frei werden, welche derjenigen gleich ist, die sich bei der
-Verbrennung von 51 Pfund Kohlenstoff entwickelt.
-
-Dies ist ausdrückbar durch eine Wärmequantität, wodurch jedes Pfund der
-Flüssigkeit auf 165¹/₂ Grad erhoben werden kann, vorausgesetzt, daß die
-Zersetzung des Zuckers in einem unmeßbaren Zeittheilchen vor sich ginge.
-Dies ist bekanntlich nicht der Fall, die Gährung dauert 5-6 Tage und die
-165¹/₂ Wärmegrade empfängt jedes Pfund Flüssigkeit während eines
-Zeitraums von 120 Stunden. In der Stunde wird also eine Wärmemenge
-entwickelt, durch welche jedes Pfund Flüssigkeit um 1⁴/₁₀ Grad an
-Temperatur zunimmt, eine Erhöhung, welche durch äußere Abkühlung im
-Keller, durch Verdunstung von Wasser und Alkohol beträchtlich
-herabgestimmt wird.
-
-
-~XVIII.~
-
-Die Fettbildung, mit bekannten analogen Erscheinungen der Trennung von
-Sauerstoff verglichen, ist demnach von einer Wärmeentwicklung begleitet;
-sie ersetzt dem thierischen Körper eine gewisse Menge des zu den vitalen
-Processen unentbehrlichen, atmosphärischen Sauerstoffs, und zwar in
-allen denjenigen Fällen, wo der durch Haut und Lunge eingeathmete
-Sauerstoff nicht hinreicht, um den vorhandenen und dazu geeigneten
-Kohlenstoff in Kohlensäure zu verwandeln.
-
-Dieser Ueberschuß von Kohlenstoff, welcher in dem Körper zu einem
-Bestandtheil der Organe nicht verwendet werden kann, lagert sich in der
-Form von Talg oder Oel in Zellen ab.
-
-In jedem Momente des Lebens eines Thieres tritt Fettbildung ein, wo ein
-Mißverhältniß zwischen dem durch die Nahrung zugeführten Kohlenstoff und
-dem eingeathmeten Sauerstoff statt hat; es trennt sich Sauerstoff in
-Folge einer Umsetzung von vorhandenen Verbindungen, und dieser
-Sauerstoff tritt als Kohlensäure oder Wasser aus dem Körper aus. Die
-hierbei entwickelte Wärme trägt dazu bei, um die constante Temperatur
-des Körpers zu erhalten. Ein jedes Pfund Kohlenstoff, welches seinen
-Sauerstoff, mit dem es Kohlensäure bildet, von Materien erhielt, die in
-Fett übergingen, muß so viel Wärme entwickeln, daß man damit 200 Pfunde
-Wasser auf 39 Grade erheben kann.
-
-In der Fettbildung schafft die Lebenskraft sich selbst ein Mittel, um
-dem Mangel an Sauerstoff und an der zu den vitalen Processen nöthigen
-Wärme zu begegnen.
-
-Die Erfahrung zeigt, daß das Anbinden der Füße bei dem Geflügel und eine
-mittlere Temperatur ein Maximum von Fettbildung nach sich zieht. Diese
-Thiere sind in diesem Zustande einer Pflanze vergleichbar, die im
-eminenten Grade die Fähigkeit besitzt, alle Nahrungsstoffe in Theile
-ihrer selbst zu verwandeln. Die im Ueberschuß zugeführten
-Blutbestandtheile werden zu Fleisch, zu Bestandtheilen der Gebilde,
-Amylon und die stickstofffreien Materien verwandeln sich in Fett. Bei
-dem Fettwerden auf Kosten stickstofffreier Nahrungsstoffe nehmen nur
-gewisse Theile des Organismus an Volumen zu; so ist die Leber einer
-gemästeten Gans 4-5mal größer, wie die einer ungemästeten, ohne daß man
-damit sagen kann, daß die Substanz der Leber selbst eine Zunahme
-erfahren hat. Während die Leber der ungemästeten Gans fest und elastisch
-ist, zeigt die der gemästeten eine weiche schwammige Beschaffenheit; der
-Unterschied liegt lediglich in einer mehr oder minderen Erweiterung der
-Zellen, ausgefüllt durch Fett.
-
-In einigen Krankheiten erleiden nachweisbar die amylonreichen
-Stoffe diejenigen Veränderungen nicht, die sie befähigen, den
-Respirationsproceß zu unterhalten oder in Fett überzugehen. In dem
-~diabetes mellitus~ wird das Amylon nicht weiter als in Zucker
-verwandelt, der ohne eine Verwendung zu finden aus dem Körper entfernt
-wird.
-
-Wir finden ferner in andern Krankheiten, bei Leberentzündungen z. B.,
-das Blut reich an Oel und Fett, und mit der Vorstellung, daß unter
-gewissen Bedingungen gewisse Bestandtheile der Galle in Fett
-metamorphosirt werden, steht die Zusammensetzung der Galle nicht in
-Widerspruch.
-
-
-~XIX.~
-
-Nach dem Vorgehenden lassen sich die Nahrungsmittel der Menschen
-eintheilen in zwei Klassen: in _stickstoffhaltige_ und in
-_stickstofffreie_. Die ersteren besitzen die Fähigkeit, in Blut
-überzugehen, den andern geht diese Eigenschaft ab.
-
-Aus den Nahrungsmitteln, welche sich zur Blutbildung eignen, entstehen
-die Bestandtheile der Organe, die andern dienen im normalen Zustande der
-Gesundheit zur Unterhaltung des Respirationsprocesses. Die
-stickstoffhaltigen bezeichnen wir als _plastische Nahrungsmittel_, die
-stickstofffreien nennen wir _Respirationsmittel_.
-
- Plastische Nahrungsmittel sind: Respirationsmittel sind:
-
- Pflanzenfibrin Fett
- Pflanzenalbumin Amylon
- Pflanzencasein Gummi
- Fleisch und Blut der Thiere die Zuckerarten
- Pectin
- Bassorin &c.
- Wein
- Bier
- Branntwein.
-
-
-~XX.~
-
-Als eine ganz allgemeine Thatsache, welcher bis jetzt keine einzige
-Erfahrung entgegensteht, haben die Untersuchungen ergeben, daß alle
-stickstoffhaltigen Bestandtheile der Pflanzen eine mit den
-Hauptbestandtheilen des Blutes gleiche Zusammensetzung besitzen.
-
-Kein stickstoffhaltiger Körper, dessen Zusammensetzung abweicht von der
-des Fibrins, Albumins und Caseins, ist vermögend, den Lebensproceß im
-Thiere zu unterhalten.
-
-Der Thierorganismus besitzt ohnstreitig die Kraft, aus den
-Bestandtheilen seines Blutes die Substanz seiner Membranen und Zellen,
-der Nerven und des Gehirns, die organischen Bestandtheile der Rippen,
-Knorpel und Knochen zu erzeugen, allein sein Blut muß ihm, bis auf die
-Form, fertig gebildet dargeboten werden, und wenn dies nicht geschieht,
-so ist damit der Blutbildung und dem Leben eine Grenze gesetzt.
-
-Von diesem Gesichtspunkte aufgefaßt, ist es leicht erklärlich, woher es
-kommt, daß die leimgebenden Gebilde, die Gallerte der Knochen und Häute,
-zur Ernährung und zur Unterhaltung des Lebensprocesses sich nicht
-eignen, denn ihre Zusammensetzung ist ungleich der des Fibrins und
-Albumins im Blute. Dies will natürlich nichts anders sagen, als daß die
-Organe in dem Thierkörper, welche die Blutbildung vermitteln, die Kraft
-nicht besitzen, um eine Metamorphose in der Anordnung der Elemente der
-Gallerte (leim- und chondringebenden Gebilde) zu bewirken. Die
-Leimgebilde, die Gallerte der Knochen, Membranen, Zellen und Häute
-erleiden in dem Thierkörper durch den Einfluß des Sauerstoffs und der
-Feuchtigkeit eine fortdauernde Veränderung, ein Theil davon tritt aus
-und muß aus dem Blute wieder erneuert werden, aber diese Verwandlung und
-Wiederherstellung ist offenbar in sehr enge Grenzen eingeschlossen.
-
-Während in dem Körper des Verhungernden und Kranken das Fett
-verschwindet und die Muskelsubstanz die Form von Blut wieder annimmt,
-sehen wir die Sehnen und Membranen ihren Zustand behaupten, alle Glieder
-des Todten behalten ihren Zusammenhang, den sie diesen Gebilden
-verdanken.
-
-Auf der andern Seite sehen wir, daß von einem Knochen, den ein Hund
-verschluckt hat, nur die Knochenerde wieder abgeht, daß die Gallerte in
-seinem Körper völlig verschwunden ist; die nämliche Beobachtung machen
-wir an Menschen, die als Nahrungsmittel verhältnißmäßig mehr Gallerte
-(in Fleischbrühe) als andere Stoffe genießen, daß sie weder in dem Urin,
-noch in den Faeces austritt; sie hat also offenbar eine Veränderung
-erlitten und in dem Körper zu gewissen Zwecken gedient.
-
-Es ist klar, daß sie in einer andern Form aus dem Körper wieder
-austritt, als die ist, in welcher sie genossen worden ist.
-
-Für den Uebergang des Albumins in Blut, zu einem Bestandtheil eines
-fibrinhaltigen Organs, läßt sich in der gleichen Zusammensetzung beider
-kein Widerspruch entnehmen. Wir finden im Gegentheile die Verwandlung
-eines löslichen und gelös’ten Stoffes in einen nichtlöslichen Träger der
-Lebensthätigkeit begreiflich und in chemischer Beziehung erklärt, eben
-weil sie in ihrer Zusammensetzung identisch sind. So ist denn die
-Meinung einer näheren Begründung nicht unwürdig, daß die in Auflösung
-genossene Gallerte in dem Organismus wieder zur Zelle und zu Membranen,
-zu einem Bestandtheil der Knochen wird; daß sie dazu dienen kann, um die
-leimgebenden Gebilde, welche eine Veränderung erlitten haben, zu
-erneuern und ihre Masse zu vermehren.
-
-Und wenn die Kraft zur Reproduction im ganzen Körper sich mit dem
-Zustand der Gesundheit ändert, so muß, wenn auch die Fähigkeit der
-Blutbildung die nämliche bliebe, die organische Kraft, durch welche die
-Bestandtheile des Bluts zu Membranen und Zellen werden, im Zustand der
-Krankheit nothwendig abgenommen haben; die Intensität der Lebenskraft,
-ihre Fähigkeit, Metamorphosen überhaupt zu bewirken, sie nimmt im
-Kranken, in seinem Magen sowohl, wie in allen Theilen seines Körpers ab.
-In diesem Zustande zeigt die practische Medizin, daß die löslich
-gemachten leimgebenden Gebilde einen ganz entschiedenen Einfluß auf das
-Befinden des Körpers äußern; in einer Form dargeboten, in der sie sich
-zur Assimilation eignen, dienen sie zur Ersparung von Kraft, ähnlich so
-wie es für den Magen durch zweckmäßig zubereitete Speise geschieht. Die
-Knochenbrüchigkeit bei den grasfressenden Thieren ist offenbar die Folge
-einer Schwäche in denjenigen Theilen des Organismus, welche bestimmt
-sind, die Metamorphosen der Blutbestandtheile in Zellensubstanz zu
-bewirken, und wenn die Angaben von Aerzten, die sich im Oriente
-aufgehalten haben, Vertrauen verdienen, so haben die türkischen Weiber
-in der Reisnahrung und in den häufigen Klystieren von Fleischbrühe die
-Bedingungen vereinigt zur Zellen- und Fettbildung.
-
-
-
-
-Zweiter Theil.
-
- Die
- Metamorphosen der Gebilde.
-
-
-~I.~
-
-1. Die absolute Gleichheit in der Zusammensetzung der Hauptbestandtheile
-des Bluts und der stickstoffhaltigen Nahrungsmittel der Thiere wäre vor
-wenigen Jahren noch ein Argument gewesen, um das Resultat der chemischen
-Analyse zu leugnen, zu einer Zeit, wo man noch nicht die Erfahrung
-gemacht hatte, daß es eine Menge stickstoffhaltiger und stickstofffreier
-Körper giebt, die bei einer großen Verschiedenheit in ihren
-physikalischen Eigenschaften eine vollkommen gleiche procentische
-Zusammensetzung besitzen, von denen manche sogar die nämliche Anzahl von
-Atomen an Elementen enthalten.
-
-2. Wir kennen z. B. in der _Cyanursäure_ einen stickstoffhaltigen
-Körper, welcher in schönen klaren Octaedern krystallisirt, die sich in
-Wasser und Säuren mit Leichtigkeit lösen, in dem _Cyamelid_ haben wir
-einen zweiten Körper, welcher in Wasser und Säuren absolut
-unlöslich, weiß, zusammenhängend und undurchsichtig wie Porzellan oder
-locker wie Bittererde ist, eine dritte Substanz kennen wir in dem
-_Cyansäurehydrat_, welche flüchtiger wie starke Essigsäure, auf der Haut
-Blasen zieht und mit Wasser nicht zusammengebracht werden kann, ohne
-augenblicklich in neue Produkte zerlegt zu werden. Diese drei Stoffe
-zeigen nicht allein in der Analyse ein absolut gleiches
-Gewichtsverhältniß an Elementen, sondern sie können auch der eine in den
-andern vorwärts und rückwärts verwandelt werden und zwar in hermetisch
-geschlossenen Gefäßen, ohne daß also an dieser Verwandlung ein Stoff von
-Außen Antheil nimmt[E21]. Unter den stickstofffreien Substanzen kennen
-wir in dem _Aldehyd_ eine mit Wasser mischbare brennbare Flüssigkeit,
-welche in der Wärme der Hand schon siedet, mit großer Begierde
-Sauerstoff aus der Luft anzieht und sich in Essigsäure verwandelt.
-Dieser Aldehyd läßt sich selbst in zugeschmolzenen Gefäßen nicht
-aufbewahren, schon nach Stunden oder Tagen ändert sich seine
-Beschaffenheit, seine Flüchtigkeit, seine Fähigkeit Sauerstoff
-anzuziehen; es setzen sich lange farblose, harte Nadeln darin ab, welche
-bei Siedhitze des Wassers noch nicht flüchtig sind, und die Flüssigkeit,
-in welcher es geschieht, ist kein Aldehyd mehr, sie siedet erst bei 60°,
-mischt sich nicht mehr mit Wasser und krystallisirt in eisähnlichen
-Nadeln bei einem geringen Kältegrade. Nichtsdestoweniger hat die Analyse
-dargethan, daß diese drei so verschiedenen Substanzen identisch in ihrer
-Zusammensetzung sind[E22].
-
-3. Einer ähnlichen Dreiheit begegnen wir in dem Albumin, Fibrin und
-Casein. Bis auf ihre physikalischen Eigenschaften weichen sie in ihrem
-Gehalte an organischen Elementen nicht von einander ab.
-
-Wenn man Thieralbumin, -Fibrin und -Casein in einer mäßig starken
-Kalilauge lös’t und diese Flüssigkeit eine Zeitlang einer höhern
-Temperatur aussetzt, so werden diese Materien zerlegt. Durch Zusatz von
-Essigsäure scheidet sich aus diesen Auflösungen ein gelatinöser, halb
-durchscheinender Niederschlag ab, welcher einerlei Beschaffenheit und
-Zusammensetzung zeigt, von welcher der genannten drei Thiersubstanzen
-derselbe auch dargestellt werden mag.
-
-_Mulder_, dem wir die Entdeckung dieses Körpers verdanken, fand durch
-genaue und sorgfältig ausgeführte Analysen, daß diese Substanz die
-nämlichen organischen Elemente, und zwar in demselben relativen
-Verhältnisse enthält, wie die Thierstoffe, aus denen sie erhalten worden
-war, in der Art also, daß, wenn man von Albumin, Fibrin und Casein die
-Aschenbestandtheile, den Schwefel und Phosphor, den sie enthalten,
-abzieht, und den Rest der Bestandtheile auf 100 Theile berechnet, man zu
-den nämlichen Zahlenverhältnissen, zu denen die Analyse des durch Kali
-erhaltenen Zersetzungsproduktes führt, gelangt[E23].
-
-Von diesem Gesichtspunkte aus lassen sich die Hauptbestandtheile des
-Blutes und der stickstoffhaltigen Nahrungsstoffe der Thiermilch als
-Verbindungen von phosphorsauren und andern Salzen, von Phosphor und
-Schwefel, mit einem aus Stickstoff, Kohlenstoff, Wasserstoff und
-Sauerstoff bestehenden Körper betrachten, in welchem das relative
-Verhältniß dieser Elemente nicht wechselt, und dieser Körper läßt sich
-als Anfangs- und Ausgangspunkt der ganzen Reihe der übrigen Thiergebilde
-ansehen, eben weil sie alle aus dem Blute erzeugt werden.
-
-Diese Betrachtungsweise veranlaßte _Mulder_, dem erwähnten
-Zersetzungsprodukt den Namen _Protein_ zu geben, von πρωτευω »ich nehme
-den ersten Platz ein,« und das Blut, oder die Bestandtheile des Blutes
-sind hiernach Verbindungen dieses Protein’s mit wechselnden Mengen von
-andern nicht organischen Substanzen.
-
-_Mulder_ fand ferner, daß der in Wasser unlösliche stickstoffhaltige
-Bestandtheil des Weizenmehls, das Pflanzenfibrin, durch Behandlung mit
-Kali dasselbe Zersetzungsprodukt, nämlich Protein, liefert, und es hat
-sich zuletzt ergeben, daß Pflanzenalbumin und Pflanzencasein sich gegen
-Kali genau so verhalten, wie Thieralbumin und Thiercasein.
-
-4. Soweit als unsere Forschungen reichen, kann man es demnach als ein
-Erfahrungsgesetz betrachten, daß die Pflanzen in ihrem Organismus
-Proteinverbindungen erzeugen und daß sich aus diesen Proteinverbindungen
-die zahlreichen Gebilde und Bestandtheile des Thierkörpers unter
-Mitwirkung des Sauerstoffs der Luft und der Bestandtheile des Wassers
-durch die Lebenskraft entwickeln[F5].
-
- [5] Die Erfahrung von _Tiedemann_ und L. _Gmelin_, welche Gänse mit
- gekochtem Eiweiß nicht am Leben erhalten konnten, erklärt sich leicht,
- wenn man erwägt, daß ein körnerfressendes Thier in der Substanz seiner
- umgesetzten Organe, wenn ihm überdies Bewegung mangelt, nicht
- Kohlenstoff genug zum Respirationsproceß vorfindet. Zwei Pfunde Eiweiß
- enthalten nur 7 Loth Kohlenstoff, von denen in dem letzten Produkt des
- Stoffwechsels der vierte Theil und zwar in der Form von Harnsäure
- wieder abgeht.
-
-Obwohl es nun nicht bewiesen werden kann, daß das Protein fertig
-gebildet in diesen stickstoffhaltigen Pflanzenstoffen und
-Thiersubstanzen enthalten ist, indem die Verschiedenheit ihrer
-Eigenschaften darauf hinzudeuten scheint, daß ihre Elemente nicht auf
-gleiche Weise mit einander vereinigt sind, so gewährt dennoch, als
-Ausgangspunkt für die Entwickelung und Vergleichung ihrer Eigenschaften,
-die Annahme der Präexistenz des Proteins viele Bequemlichkeit.
-Jedenfalls ordnen sich die organischen Elemente der genannten Substanzen
-auf einerlei Weise, wenn sie bei einer höhern Temperatur mit kaustischem
-Kali in Berührung gebracht werden.
-
-Alle organischen stickstoffhaltigen Bestandtheile des Thierkörpers, so
-verschieden sie auch in ihrer Zusammensetzung sich darstellen mögen,
-stammen vom Protein ab; sie sind daraus gebildet worden durch Aus- oder
-Hinzutreten der Bestandtheile des Wassers oder des Sauerstoffs und durch
-Spaltung in zwei oder mehrere neue Verbindungen.
-
-5. Dieser Satz muß als eine unleugbare Wahrheit angenommen werden, wenn
-man sich an die Entwickelung des jungen Thieres im Hühnerei erinnert.
-Nachweisbar enthält das Hühnerei außer dem Albumin keinen anderen
-stickstoffhaltigen Bestandtheil, das Albumin des Dotters ist identisch
-mit dem Albumin des Weißen im Ei[E24]; der Dotter enthält ein gelb
-gefärbtes Fett, in dem sich Cholsterin und Eisen als Bestandtheile
-nachweisen lassen. Wir sehen nun, daß in der Bebrütung des Eies, wo bis
-auf den Sauerstoff der Luft kein Nahrungsstoff, keine Materie von Außen
-Antheil an dem Entwickelungsproceß nehmen kann, daß sich aus dem
-Albumin, Federn, Klauen, Blutkörperchen, Fibrin, Membranen und Zellen,
-Arterien und Venen erzeugen; an der Bildung der Gehirn- und
-Nervensubstanz mag das Fett des Ei’s einen gewissen Antheil genommen
-haben, allein zur Erzeugung der stickstoffhaltigen Träger der
-Lebensthätigkeit konnte sein Kohlenstoff nicht verwendet werden, eben
-weil das Albumin des Weißen und Dotters im Ei auf den gegebenen
-Stickstoffgehalt die zur Hervorbringung der Gebilde nöthige
-Kohlenstoffmenge schon enthält.
-
-6. Der eigentliche Ausgangspunkt aller Gebilde im Thierkörper ist
-hiernach das Albumin; alle stickstoffhaltigen Nahrungsstoffe,
-gleichgültig, ob sie von Thieren und Pflanzen stammen, verwandeln sich,
-ehe sie Theil an dem Nutritionsproceß nehmen, in Albumin.
-
-Alle Nahrungsstoffe, welche das Thier genießt, werden in seinem Magen
-löslich und überführbar in das Blut. An diesem Löslichwerden nimmt außer
-dem Sauerstoff der Luft nur eine Flüssigkeit Antheil, welche von den
-Wänden des Magens abgesondert wird.
-
-Die entscheidendsten Versuche der Physiologen haben dargethan, daß der
-Verdauungsproceß unabhängig ist von der Lebensthätigkeit, er geht vor
-sich in Folge einer rein chemischen Aktion, ganz ähnlich den
-Zersetzungs- oder Umsetzungsprocessen, die man mit Fäulniß, Gährung oder
-Verwesung bezeichnet.
-
-7. In der einfachsten Form ausgedrückt ist Gährung und Fäulniß der
-Vorgang der Umsetzung (neuen Lagerung) der Elementartheile (Atome) einer
-Verbindung, zu einer oder zu mehreren neuen Gruppen (Verbindungen),
-welche bewirkt wird durch die Berührung mit andern Körpern, deren
-Elementartheile sich selbst im Zustand der Umsetzung (Zersetzung)
-befinden. Es ist eine Uebertragung und Mittheilung eines Zustandes der
-Bewegung, welche die Atome eines sich in Bewegung befindlichen Körpers
-in andern Materien hervorzubringen vermögen, deren Elementartheile nur
-mit einer geringen Kraft zusammengehalten sind.
-
-8. So enthält denn der klare Magensaft eine im Zustand der Umsetzung
-befindliche Materie, durch deren Berührung mit den an und für sich im
-Wasser unlöslichen Bestandtheilen der Speise, diese die Fähigkeit sich
-zu lösen, in Folge einer neuen Gruppirung ihrer Elementartheile,
-empfangen. Während der Verdauung enthält der abgesonderte Magensaft eine
-freie Mineralsäure, durch deren Gegenwart eine jede weitere Veränderung
-aufgehalten wird.
-
-Daß die Löslichwerdung der Speisen unabhängig von der Lebensthätigkeit
-der Verdauungsorgane ist, haben die Physiologen aufs klarste durch eine
-Menge der schönsten Versuche dargethan. Speisen, in metallene
-durchlöcherte Röhren eingeschlossen, so daß sie mit den Wänden des
-Magens nicht in Berührung kommen konnten, verschwinden ebenso leicht und
-schnell, sie werden eben so gut verdaut, wie wenn diese Hülle nicht
-vorhanden gewesen wäre, und frisch aus dem Körper genommener Magensaft,
-in dem man gekochtes Eiweiß, Muskelfleisch bei der Temperatur des
-Thierkörpers eine Zeitlang erhält, bewirkt, daß sie ihre feste
-Beschaffenheit verlieren; sie lösen sich in der Flüssigkeit auf.
-
-9. Die in dem Magensaft vorhandene, im Zustand der Veränderung
-befindliche Materie ist, wie man kaum bezweifeln kann, ein Produkt der
-Umsetzung des Magens selbst. Keine mehr wie die Produkte, welche durch
-die fortschreitende Zersetzung der Leim- (Chondrin-?) gebenden Gebilde
-erzeugt werden, besitzen in so hohem Grade die Fähigkeit, in andern
-Stoffen eine Umsetzung ihrer Bestandtheile hervorzurufen. Wenn man die
-Membranen des Magens irgend eines Thieres (den Labmagen des Kalbes z.
-B.) durch anhaltendes Waschen mit Wasser reinigt, so zeigt er keine Art
-von Wirkung, wenn er mit Zucker, Milch und andern Substanzen
-zusammengebracht wird; läßt man dieselben Membranen eine Zeitlang an der
-Luft liegen, oder trocknet man sie und bringt sie mit Wasser und den
-genannten Substanzen in Berührung, so verwandelt sich der Zucker, je
-nach dem Zustand der Zersetzung, in der sich die Thiersubstanz befindet,
-in Milchsäure oder in Schleim und Mannit oder in Alkohol und
-Kohlensäure; die Milch wird davon augenblicklich zum Gerinnen gebracht.
-Eine gewöhnliche Thierblase behauptet in trocknem Zustande ihren Zustand
-und alle ihre Eigenschaften unverändert, aber bei Gegenwart von
-Feuchtigkeit und Luft geht sie einer Veränderung entgegen, ohne daß man
-diese durch besondere äußere Zeichen wahrnimmt; wird sie in diesem
-Zustande in eine Auflösung von Milchzucker gelegt, so verwandelt sich
-dieser in kurzer Zeit in Milchsäure.
-
-10. Frischer Labmagen des Kalbes, mit schwacher Salzsäure in Berührung,
-ertheilt dieser Flüssigkeit nicht die geringste Fähigkeit, gekochtes
-Fleisch oder Eiweiß aufzulösen; war aber der Labmagen vorher getrocknet
-worden, oder läßt man ihn eine Zeitlang im Wasser liegen, so lös’t mit
-Salzsäure angesäuertes Wasser eine Materie in höchst geringer Menge
-daraus auf, deren Zustand der Zersetzung sich in der Auflösung
-vollendet; durch die Uebertragung des Aktes der Zersetzung auf das
-coagulirte Eiweiß wird es an den Rändern zuerst durchscheinend, dann
-schleimig und lös’t sich zuletzt bis auf trübende fette Gemengtheile
-völlig auf. Sauerstoff wird durch das arterielle Blut allen Theilen des
-Thierkörpers zugeführt, überall befindet sich Feuchtigkeit, in beiden
-finden wir die Hauptbedingungen aller Veränderungen im Thierkörper
-vereinigt.
-
-Aehnlich also wie der im Keimungsproceß der Samen in einem Zustande der
-Umsetzung seiner Bestandtheile befindliche Körper, dem man den Namen
-_Diastase_ gegeben hat, die Löslichwerdung des Amylons (seine
-Verwandlung in Zucker) bewirkt, veranlaßt ein Produkt der Metamorphose
-der Substanz der Verdauungsorgane, indem sich seine Zersetzung im Magen
-vollendet, die Verflüssigung aller der Lösung fähigen Bestandtheile der
-Speisen. In gewissen Krankheitszuständen erzeugen sich aus den
-stickstofffreien Bestandtheilen der Speisen, aus Amylon und Zucker,
-Milchsäure[E25] und Schleim, die nämlichen Produkte, die wir durch
-Membranen, welche sich im Zustande der Zersetzung befinden, außerhalb
-des Magens hervorbringen können; allein im normalen Zustande der
-Gesundheit wird im Magen keine Milchsäure gebildet.
-
-11. Die Eigenschaft vieler Respirationsmittel, des Amylons und der
-Zuckerarten, bei Berührung mit Thiersubstanzen, die sich im Zustande der
-Zersetzung befinden, in Milchsäure überzugehen, hat einen Grund bei den
-Physiologen abgegeben, um ihre Entstehung während der Verdauung ohne
-weiteres anzunehmen, und ihre Fähigkeit, den phosphorsauren Kalk
-aufzulösen, veranlaßte sie, der Milchsäure die Rolle eines allgemeinen
-Auflösungsmittels zuzuschreiben. Allein es gelang weder _Prout_ noch
-_Braconnot_, Milchsäure im Magensafte nachzuweisen, und selbst _Lehmann_
-(s. sein Lehrbuch der physiologischen Chemie I. Bd. S. 285) erhielt aus
-dem Magensaft einer Katze nur mikroskopisch erkennbare Krystalle, die er
-für milchsaures Zinkoxyd erklärt, obwohl ihr chemischer Charakter nicht
-ausgemittelt werden konnte.
-
-Das Vorhandensein von freier Salzsäure im Magensafte, was _Prout_ zuerst
-beobachtete, ist später von allen Chemikern, die sich mit seiner
-Untersuchung beschäftigt haben, bestätigt worden. Diese Salzsäure stammt
-offenbar von dem Kochsalz her, dessen Natron bei dem Uebergang des
-Fibrins und Caseins in Blut eine ganz bestimmte Rolle übernimmt.
-
-In ihrem Vermögen, Knochenerde aufzulösen, wird die Salzsäure von keiner
-organischen Säure übertroffen, und Essigsäure steht in dieser
-Eigenschaft der Milchsäure gleich. Von einer Nothwendigkeit der
-Gegenwart der Milchsäure während des Verdauungsprocesses kann hiernach
-keine Rede sein; mit Bestimmtheit weiß man, daß sie in dem künstlichen
-Verdauungsproceß nicht erzeugt wird. _Berzelius_ hat zwar milchsaure
-Salze im Blut und Fleisch der Thiere gefunden, allein damals war die
-außerordentliche Leichtigkeit und Schnelligkeit noch nicht bekannt, mit
-welcher diese Säure bei Gegenwart von Thierstoffen aus einer Menge von
-Materien zu entstehen vermag, welche die Elemente der Milchsäure
-enthalten.
-
-In dem Magensafte eines Hundes fand _Braconnot_, neben Salzsäure,
-nachweisbare Spuren eines Eisensalzes, was er anfänglich für einen
-zufälligen Bestandtheil ansah, dessen Gegenwart sich aber in dem
-Magensafte eines zweiten Hundes, den man mit der nöthigen Vorsicht
-gewonnen hatte, bestätigte (~Ann. d. chim. et d. phys. T.~ 59. ~S.~
-349). Dieser Eisengehalt ist für die Blutbildung bedeutungsvoll.
-
-12. An der Wirkung des Magensaftes auf die Speisen nimmt, außer Wasser,
-kein anderes Element als der Sauerstoff nachweisbaren Antheil. Dieser
-Sauerstoff wird aus der atmosphärischen Luft dem Magen zugeführt.
-Während des Kauens der Speisen wird im Munde, durch besonders dazu
-bestimmte Organe, eine Flüssigkeit abgesondert, welche die
-ausgezeichnete Fähigkeit, Luft schaumartig einzuschließen, in weit
-höherem Grade noch wie Seifenwasser besitzt. Diese Luft gelangt durch
-den Speichel mit den Speisen in den Magen, wo ihr Sauerstoff eine
-Verbindung eingeht; der Stickstoff dieser Luft wird durch Haut und Lunge
-ausgeathmet. Je länger die Verdauung dauert, je größeren Widerstand die
-Speisen der auflösenden Aktion entgegensetzen, desto mehr Speichel, und
-mit ihm desto mehr Luft gelangt in den Magen. Das Wiederkäuen bei
-gewissen grasfressenden Thieren hat offenbar noch den Zweck einer neuen
-und wiederholten Hinzuführung von Sauerstoff, denn eine vollkommnere
-mechanische Zertheilung verkürzt nur die Zeit, in welcher die Auflösung
-vor sich geht.
-
-Aus der ungleichen Menge von Luft, welche bei verschiedenen Thierklassen
-bei dem Kauen der Speisen mit dem Speichel in den Magen gelangt,
-erklären sich die wohlbegründeten Beobachtungen der Physiologen, welche
-die Thatsache außer Zweifel gestellt haben, daß die Thiere durch Haut
-und Lunge reines Stickgas ausathmen, eine Erfahrung, die um so wichtiger
-ist, da sie in sich selbst den entscheidendsten Beweis trägt, daß der
-Stickstoff der Luft in der thierischen Oekonomie keine Verwendung
-findet.
-
-Das Austreten von Stickgas aus Haut und Lunge erklärt sich durch das
-Vermögen der Thiergewebe Gase aller Art durchzulassen, was sich durch
-die einfachsten Versuche darthun läßt. Eine Blase, die man, mit
-kohlensaurem Gas, Stickgas oder Wasserstoffgas gefüllt, wohlverschlossen
-in die Luft hängt, verliert in 24 Stunden ihren ganzen Gehalt an diesen
-Gasen; durch eine Art von Austausch sind sie nach Außen hin in die
-Atmosphäre entwichen, ihren Platz finden wir von atmosphärischer Luft
-eingenommen. Ein Darm, ein Magen oder eine Haut, die wir mit diesen
-Gasen füllen, verhält sich ganz ähnlich wie die Blase; dieses
-Durchlassen der Gase ist eine physikalische Eigenschaft, die allen
-thierischen Geweben angehört; wir beobachten sie in dem lebenden Körper
-in gleichem Grade wie an den todten Substanzen.
-
-Man weiß, daß bei Lungenverletzungen nicht selten ein eigenthümlicher
-Zustand entsteht, wo beim Athmen die atmosphärische Luft von den
-Luftwegen aus in das angränzende Zellgewebe eindringt. Diese Luft wird
-durch die Respirationsbewegungen von der Wundstelle aus in dem
-Zellgewebe immer weiter fortgetrieben und bildet so den unter dem Namen
-Emphysem bekannten Krankheitszustand. Sobald das fernere Eindringen der
-atmosphärischen Luft in das Zellgewebe frühzeitig genug verhindert wird,
-verliert sich dieser Zustand allmälig von selbst wieder, der Sauerstoff
-dieser Luft ist, wie man nicht zweifeln kann, in Verbindung getreten,
-das Stickstoffgas ist durch Haut und Lunge ausgeathmet worden.
-
-Es ist ferner bekannt, daß bei vielen grasfressenden Thieren, wenn sie
-sich im Genuße frischer saftiger Pflanzen die Verdauungswerkzeuge
-überladen haben, diese Stoffe in dem Magen selbst der nämlichen
-Zersetzung unterliegen, die sie außerhalb des Körpers in gleicher
-Temperatur erfahren; sie gehen in Gährung und Fäulniß über, wobei sich
-eine so große Menge kohlensaures und entzündliches Gas entwickelt, daß
-diese Organe auf eine ungewöhnliche Weise (zuweilen bis zum Zersprengen)
-aufgetrieben werden. Nach der Einrichtung ihres Magens oder ihrer Mägen,
-können diese Gase durch den Schlund nicht entweichen, man sieht aber
-nach einigen Stunden schon den aufgetriebenen Leib kleiner werden, und
-nach 24 Stunden ist von allem Gase keine Spur mehr vorhanden[E26].
-
-Erinnert man sich zuletzt an die tödtlichen Zufälle, die in Weinländern
-so häufig durch den Genuß von sogenanntem federweißen Wein veranlaßt
-werden, so kann man nicht den geringsten Zweifel hegen, daß Gase jeder
-Art, im Wasser lösliche oder unlösliche, das Vermögen besitzen, die
-thierischen Gewebe zu durchdringen, ähnlich wie Wasser von ungeleimtem
-Papier durchgelassen wird. Der federweiße Wein ist in Gährung
-begriffener Wein, welche durch die Temperatur des Magens gesteigert
-wird; das entwickelte kohlensaure Gas dringt durch die Wände des Magens,
-des Zwerchfelles, durch alle Häute in die Lungenzellen, und verdrängt
-aus diesen die atmosphärische Luft. Der Mensch stirbt mit allen Zeichen
-der Erstickung in einem irrespirablen Gase, und der sicherste Beweis für
-ihr Vorhandensein in der Lunge ist unstreitig der Umstand, daß das
-Einathmen von Ammoniakgas als das beste Gegenmittel gegen diesen
-Krankheitszustand anerkannt ist.
-
-Die Kohlensäure der moussirenden Weine, welche in den Magen gelangt, die
-Kohlensäure, die man im Wasser, was damit gesättigt ist, in der Form
-eines Klystiers zu sich nimmt, sie treten durch Haut und Lunge wieder
-aus, und in gleichem Grade muß dies von dem Stickgas gelten, was durch
-den Speichel in den Magen gelangt.
-
-Gewiß mag ein Theil dieser Gase durch das Saug- und Lymphgefäßsystem in
-das venöse Blut und von da in die Lunge gelangen, wo sie abdunsten,
-allein ihrem directen Eindringen in die Brusthöhle und Lunge steht in
-den Membranen selbst, nicht das geringste Hinderniß im Wege. Es ist in
-der That schwer zu glauben, daß die Saug- und Lymphgefäße ein besonderes
-Bestreben haben, Luft, Stickgas, Wasserstoffgas &c. aufzusaugen und dem
-Blute zuzuführen, da die Eingeweide, der Magen, alle Räume, die nicht
-mit festen oder flüssigen Stoffen ausgefüllt sind, Gase enthalten, die
-nur bei einer gewissen Volumsvergrößerung ihren Platz verlassen, die
-also nicht aufgesaugt werden. Von dem Stickgas im besondern, mit dem
-sich das Blut bei seinem Durchgange durch die Lunge, wie eine jede
-andere Flüssigkeit sättigt, d. h. von dem es so viel aufnimmt, als
-seinem Auflösungsvermögen entspricht, muß angenommen werden, daß es
-nicht durch den Kreislauf des Blutes, sondern auf einem directeren Wege
-wieder aus dem Magen tritt. Durch die Athembewegungen werden alle Gase,
-welche die leeren Räume ausfüllen, nach der Brusthöhle hingetrieben,
-indem durch die Bewegung des Zwergfelles und die Erweiterung der
-Brusthöhle ein luftverdünnter Raum entsteht, in dessen Folge, durch den
-atmosphärischen Luftdruck, Luft von allen Seiten her in die Lungen
-eingetrieben wird; es findet freilich das Maximum der Ausgleichung durch
-die Luftröhre statt, aber auch von Innen her müssen alle Gase eine
-Bewegung nach der Brusthöhle und Lunge hin empfangen. Bei den Vögeln und
-Schildkröten ist dieses Verhältniß umgekehrt. Wenn wir annehmen, daß ein
-Mensch in einer Minute nur ¹/₈ Kubikzoll Luft mit dem Speichel seinem
-Magen zuführt, so macht dies in 18 Stunden 135 Kubikzoll aus, wenn wir
-den fünften Theil davon als Sauerstoff abrechnen, so bleiben immer noch
-108 Kubikzoll Stickgas, welche den Raum von drei Pfund (hessische)
-Wasser einnehmen. So wenig oder so viel die verschluckte Stickstoffmenge
-nun auch betragen mag, gewiß ist, daß dieses Gas durch den Mund, Nase
-oder Haut wieder austritt, und wenn wir die große Menge Stickgas in
-Betrachtung ziehen, welche von _Magendie_ in den Eingeweiden
-Hingerichteter nachgewiesen worden ist, so wie die Abwesenheit von allem
-Sauerstoffgas in den nämlichen Organen[E27], so muß angenommen werden,
-daß auch in Folge der Resorbtion durch die Haut Luft, d. h. Stickgas,
-eintritt, welches durch die Lunge wieder ausgeathmet wird.
-
-Bei dem Athmen der Thiere in Gasen, die keinen Stickstoff enthalten,
-wird mehr Stickgas ausgeathmet, eben weil sich in diesem Falle das
-Stickgas im Körper gegen den Raum außerhalb verhält, wie wenn dieser
-Raum luftleer wäre. (S. _Graham_ über die Diffusion der Gase.)
-
-Die Unterschiede in der Menge des ausgeathmeten Stickgases von
-verschiedenen Thierklassen erklären sich hiernach leicht; die Herbivoren
-verschlucken mit dem Speichel mehr Luft wie die Carnivoren; sie athmen
-mehr Stickgas aus, beim Fasten weniger wie nach frisch genossener
-Nahrung.
-
-13. Aehnlich wie die aus dem Leibe genommene Muskelfaser den Zustand der
-Zersetzung und Umsetzung, in welchem sich ihre Bestandtheile befinden,
-dem Wasserstoffhyperoxyde überträgt, wirkt ein durch den organischen
-Proceß, in Folge der Umsetzung der Bestandtheile des Magens und der
-Verdauungsorgane, entstehendes Product, indem sich seine Metamorphose im
-Magen vollendet, auf die Bestandtheile der genossenen Speisen. Die
-unlöslichen erhalten die Fähigkeit sich zu lösen, sie werden verdaut.
-
-Es ist gewiß bemerkenswerth, daß gekochtes Eiweiß oder Fibrin, wenn sie
-durch gewisse Flüssigkeiten, durch organische Säuren oder schwache
-alkalische Laugen, löslich gemacht werden, daß alle ihre übrigen
-Eigenschaften bis auf die Form (den Cohäsionszustand) nicht die
-geringste Aenderung erfahren, ihre Elementartheile ordnen sich sicher
-auf eine andere Art, allein sie theilen sich nicht in zwei oder mehre
-Gruppen, in zwei oder mehre neue Verbindungen, sondern sie bleiben
-zusammen vereinigt.
-
-Ganz dasselbe findet in dem Verdauungsprocesse statt; im
-gesunden Zustande erleiden die Speisen nur eine Aufhebung ihres
-Cohäsionszustandes.
-
-Das größte Hinderniß, was sich der klaren Auffassung des
-Verdauungsprocesses, der in dem Vorhergehenden zu den chemischen
-Metamorphosen gerechnet worden ist, die man Gährung und Fäulniß nennt,
-entgegenstellt, beruht auf der unwillkührlichen Erinnerung und in der
-Festhaltung der Erscheinungen, welche die Gährung des Zuckers und der
-Thiersubstanzen (Fäulniß) begleiten, allein es giebt zahllose Fälle, wo
-eine Umsetzung der Bestandtheile einer Verbindung vor sich geht, ohne
-die geringste Gasentwickelung, und es sind hauptsächlich diese, welche
-man ins Auge zu fassen hat, wenn man den chemischen Begriff der
-Verdauung frei von Irrthum in sich aufnehmen will.
-
-Alle Materien, welche die Erscheinungen der Gährung und Fäulniß in
-Flüssigkeiten aufzuheben vermögen, stören, in den verdauenden Magen
-gebracht, die Verdauung. Die Wirkung der brenzlichen, empyreumatischen
-Stoffe von Caffee, Tabacksdampf, Kreosot, Quecksilbermittel u. s. w.
-verdienen in dieser Beziehung für Dietätik eine besondere Beachtung.
-
-Durch die Gleichheit in der Zusammensetzung der Bestandtheile des Bluts
-mit den stickstoffhaltigen, vegetabilischen Nahrungsstoffen haben wir,
-gewiß auf eine sehr unerwartete Weise, erfahren, warum faulendes Blut,
-Eiweiß, Fleisch, Käse in Zuckerwasser die nämliche Veränderung
-hervorbringen, wie Hefe, warum Zucker damit in Berührung je nach dem
-Zustande der Zersetzung, in welchem sich die faulenden Materien
-befinden, bald in Alkohol und Kohlensäure, bald in Milchsäure und
-Schleim sich zerlegt. Die Ursache liegt einfach darin, daß die Materie,
-welche man Hefe (Ferment) genannt hat, im Zustande der Zersetzung
-begriffenes Pflanzenalbumin, -Fibrin oder -Casein ist, Substanzen,
-welche identisch sind mit den Bestandtheilen des Fleisches oder des
-Blutes. Die Fäulniß der genannten Thiersubstanzen ist in ihrem Vorgang
-identisch mit dem Proceß der Metamorphose der ihnen identischen
-Pflanzenstoffe, es ist ein Zerfallen in minder complexe neue
-Verbindungen. Und wenn man die Umsetzung der Bestandtheile des
-Thierkörpers (den Verbrauch an Stoff vom Thiere) als einen chemischen
-Proceß betrachtet, welcher unter dem Einflusse der Lebensthätigkeit vor
-sich geht, so ist die Fäulniß derselben außerhalb des Thierkörpers ein
-Zerfallen in einfachere Verbindungen, an welchen die Lebenskraft keinen
-Antheil nimmt. Die Action ist in beiden Fällen die nämliche, nur die
-Producte sind verschieden. Die practische Medicin hat über die Wirkung
-empyreumatischer Stoffe (Holzessig und anderer) auf bösartige Wunden und
-Geschwüre die schönsten und interessantesten Beobachtungen gemacht. In
-diesen Krankheitserscheinungen gehen zwei Actionen neben einander vor
-sich, eine Metamorphose, welche unter dem Einfluß der Lebensthätigkeit
-sich zu vollenden strebt, und eine zweite, welche unabhängig von ihr
-ist. Die letztere ist ein chemischer Proceß, welcher durch
-empyreumatische Substanzen gänzlich unterdrückt und aufgehoben wird; es
-ist der reine Gegensatz von der schädlichen Einwirkung, welche faulendes
-Blut, auf frische Wunden gelegt, in dem Organismus hervorbringt.
-
-
-~II.~
-
-14. Den nächsten Ausdruck für die Zusammensetzung des Proteins oder die
-relativen Verhältnisse der organischen Bestandtheile des Bluts, so wie
-sie durch die Analyse festgestellt worden sind, giebt die Formel
-~C₄₈H₇₂N₁₂O₁₄~[F6]. Albumin, Fibrin, Casein enthalten Protein; das
-Casein enthält Schwefel, keinen Phosphor; Albumin und Fibrin enthalten
-beide Substanzen in chemischer Verbindung, das erstere mehr Schwefel als
-wie das Fibrin. In welcher Form der Phosphor in diesen Materien
-vorhanden ist, kann direct nicht entschieden werden, aber man hat
-bestimmte Beweise dafür, daß der Schwefel nicht im oxydirten Zustande
-darin enthalten sein kann. Alle diese Materien geben nämlich mit einer
-mäßig starken Kalilauge erhitzt den Schwefel ab, den man in der
-Flüssigkeit als Schwefelkalium wiederfindet; mit einer Säure versetzt
-entwickelt er sich daraus als Schwefelwasserstoff. Lös’t man reines
-Fibrin oder gewöhnliches Eiweiß in schwacher Kalilauge auf, setzt
-essigsaures Bleioxyd mit der Vorsicht hinzu, daß alles Bleioxyd in der
-alkalischen Lauge gelös’t bleibt, und erhitzt nun zum Sieden, so wird
-die Flüssigkeit schwarz wie Dinte und es schlägt sich Schwefelblei als
-feines Pulver nieder.
-
- [6] Ueber die Verwandlung dieser und der folgenden Formeln in Procente
- siehe Anhang.
-
-Es ist außerordentlich wahrscheinlich, daß durch die Einwirkung des
-Alkali’s der Schwefel als Schwefelwasserstoff, der Phosphor als
-Phosphorsäure hinweggenommen wird. Da nun in diesem Falle Schwefel und
-Phosphor auf der einen Seite, Wasserstoff und Sauerstoff auf der andern
-austreten, so sollte man denken, daß Fibrin und Albumin mit ihrem
-Schwefel und Phosphor mehr Wasserstoff und Sauerstoff in der Analyse
-geben müßten, als das Protein. Allein dies läßt sich thatsächlich durch
-die Analyse nicht darthun. Man hat z. B. in dem Fibrin 0,36 ~pCt.~
-Schwefel gefunden. Angenommen nun, der Schwefel trete mit Wasserstoff
-aus, so würde das Protein 0,0225 ~pCt.~ Wasserstoff weniger enthalten,
-wie das Fibrin, anstatt den mittleren Gehalt von 7,062 ~pCt.~
-Wasserstoff würde man im Protein also 7,04 ~pCt.~ bekommen müssen. In
-einer ähnlichen Weise würde durch das Austreten vom Sauerstoff mit dem
-Phosphor der Sauerstoffgehalt des Fibrins von 22,715 ~pCt.~ oder 22,00
-auf 22,5 oder 21,8 ~pCt.~ in dem Protein zurückgeführt werden. Die
-Fehlergrenzen unserer Analysen sind aber im Durchschnitt größer als ein
-Zehntel Procent in der Wasserstoffbestimmung, und über ⁴/₁₀ ~pCt.~ in
-der Sauerstoffbestimmung; in den angegebenen Fällen würde der
-Unterschied in dem Wasserstoffgehalte nur ¹/₄₈ ~pCt.~ betragen.
-
-Wenn man zuletzt bedenkt, daß das Austreten von Sauerstoff und
-Wasserstoff mit dem Phosphor und Schwefel ein Hinzutreten der
-Bestandtheile des Wassers nicht ausschließt, wenn wir annehmen, daß mit
-den organischen Bestandtheilen des Albumins und Fibrins eine gewisse
-Menge Wasser in Verbindung tritt, um Protein zu bilden, so hört alle
-Wahrscheinlichkeit völlig auf, durch die chemische Analyse darüber zu
-einer bestimmten Ansicht zu gelangen.
-
-Man hat von der Bildung des Schwefelkaliums rückwärts Schlüsse auf das
-Vorhandensein von nicht oxydirtem Phosphor in dem Fibrin und Albumin
-gezogen, indem man annahm, daß der Sauerstoff des Kalis dazu gedient
-habe, um mit dem Phosphor Phosphorsäure zu bilden; allein das Casein, in
-welchem kein Phosphor zugegen ist, verhält sich gegen Kali ganz den
-anderen gleich; es entsteht nämlich Schwefelkalium, dessen Bildung ohne
-ein Austreten von Schwefelwasserstoff nicht erklärbar ist. Beim bloßen
-Kochen von Fleisch, bei der Bereitung von Fleischbrühe, entwickelt sich,
-wie _Chevreul_ gefunden hat, Schwefelwasserstoff.
-
-Zuletzt sind die Schwefelmengen im Fibrin und Albumin auf dieselbe
-Phosphormenge nicht gleich, woraus man keinen andern Schluß ziehen kann,
-als daß die Bildung des Schwefelkaliums zu diesem Phosphorgehalt in
-keiner Beziehung steht; es bildet sich Schwefelkalium aus Casein, in
-welchem man keinen freien (als Säure ungebundenen?) Phosphor voraussetzt
-und ebenso aus Albumin, was nur halb so viel Phosphor enthält wie das
-Fibrin.
-
-Eine jede Bemühung, die wahre Anzahl der Atome des Fibrins und Albumins
-in einer rationellen Formel festzusetzen, in welcher Schwefel und
-Phosphor zu ganzen Atomzahlen aufgenommen sind, wird immer unfruchtbar
-bleiben, weil uns schlechterdings alle Mittel fehlen, um mit absoluter
-Genauigkeit die so äußerst geringen Mengen von Schwefel und Phosphor in
-den Thiersubstanzen bestimmen zu können, und eine Abweichung, welche
-kleiner ist als die gewöhnlichen Grenzen der Beobachtungsfehler, um 10
-und mehr Atome, die Anzahl der Atome des Kohlenstoffs, Wasserstoffs und
-Sauerstoffs in der Formel ändert.
-
-Man muß sich in dieser Hinsicht über das, was die chemische Analyse zu
-leisten vermögend ist, keiner Täuschung hingeben, mit Gewißheit wissen
-wir, daß die Zahlenverhältnisse der Analysen vom Fibrin und Albumin
-nicht von einander abweichen, und wir erschließen hieraus die gleiche
-Zusammensetzung. Dieser Schluß verliert von seiner Wahrheit nichts,
-obwohl wir die Anzahl der Atome ihrer Elemente nicht kennen, welche zu
-dem zusammengesetzten Atome sich vereinigt haben.
-
-15. Eine Formel für Protein ist für uns nichts weiter wie der genaueste
-und nächste Ausdruck der Analyse, einer Erfahrung, über die wir alle
-Zweifel als beseitigt betrachten. Dies allein hat vorläufig Werth für
-uns.
-
-Wenn wir uns nun denken, daß aus dem Albumin und Fibrin im Blute alle
-andern Gebilde entsprungen sind, so ist vollkommen sicher, daß dies nur
-auf zwei Weisen geschehen kann. Es sind nämlich entweder gewisse
-Elemente hinzu-, oder es sind von ihren Bestandtheilen gewisse Mengen
-ausgetreten.
-
-Suchen wir nun z. B. für die Zellen und leimgebenden Gebilde, Sehnen,
-Haare, Horn und die übrigen, einen analytischen Ausdruck auf, in welchem
-die Anzahl der Atome des Kohlenstoffs als eine unveränderliche Größe
-festgesetzt wird, so giebt sich auf den ersten Blick zu erkennen, in
-welcher Art und Weise sich das Verhältniß der andern Elemente geändert
-hat; dies umfaßt aber alles, was die Physiologie bedarf, um Einsicht in
-das Wesen des Bildungs- und Ernährungsprocesses im Thierkörper zu
-erlangen.
-
-16. Aus den Untersuchungen von _Mulder_ und _Scherer_[E28] ergeben sich
-folgende empirische Formeln:
-
- Bestandtheile der organischen Gebilde.
-
- Albumin ~C₄₈N₁₂H₇₂O₁₄~ + ~P~ + ~S~[F7]
- Fibrin ~C₄₈N₁₂H₇₂O₁₄~ + ~P~ + 2 ~S~
- Casein ~C₄₈N₁₂H₇₂O₁₄~ + ~S~
- Leimgebilde, Sehnen ~C₄₈N₁₅H₈₂O₁₈~
- Chondrin &c. ~C₄₈N₁₂H₈₀O₂₀~
- Arterienhaut ~C₄₈N₁₂H₇₆O₁₆~
- Haare, Horn ~C₄₈N₁₄H₇₈O₁₅~.
-
- [7] Die hier als ~P~ und ~S~ angeführten Phosphor- und Schwefelmengen
- drücken nicht Atomgewichte aus, sondern bezeichnen nur die relativen
- durch die Analyse gefundenen Verhältnisse.
-
-Die Vergleichung dieser Formeln zeigt, daß bei dem Uebergang des
-Proteins in Chondrin (Substanz der Rippenknorpeln) die Bestandtheile von
-Wasser und Sauerstoff, bei der Bildung der serösen Membranen, Zellen und
-Sehnen außer diesen Elementen noch Stickstoff hinzugetreten ist.
-
-Bezeichnen wir die Formel des Proteins ~C₄₈N₁₂H₇₂O₁₄~ mit ~Pr~, so sind
-Stickstoff, Wasserstoff und Sauerstoff, in der Form von bekannten
-Verbindungen geordnet, bei der Bildung der Leimsubstanzen, Haare, Horn,
-Arterienhaut hinzugetreten.
-
- Protein. Ammoniak. Wasser. Sauerstoff.
- Fibrin } ~Pr~
- Albumin }
- Arterienhaut ~Pr~ + 2 ~H₂O~
- Chondrin ~Pr~ + 4 ~H₂O~ + 2 ~O~
- Haare, Horn ~Pr~ + ~N₂H₆~ + 3 ~O~
- Membranen, Zellen 2 ~Pr~ + 3 ~N₂H₆~ + ~H₂O~ + 7 ~O~.
-
-17. Aus dieser Uebersicht geht hervor, daß alle Gebilde des Thierkörpers
-auf eine gleiche Anzahl von Kohlenstoffatomen mehr Sauerstoff enthalten
-als die Bestandtheile des Bluts; bei ihrer Entstehung ist ohne Zweifel
-Sauerstoff aus der Atmosphäre oder durch die Elemente des Wassers zu den
-Bestandtheilen des Proteins hinzugetreten; wir finden in den Haaren und
-Membranen mehr Stickstoff und Wasserstoff, und zwar beide im Verhältniß
-wie im Ammoniak.
-
-Die Chemiker sind bekanntlich heute noch nicht einig über die Art und
-Weise, wie die Bestandtheile des schwefelsauren Kali’s geordnet sind, es
-wäre deshalb dem Chemismus zu viel eingeräumt, wenn man die Arterienhaut
-für ein Hydrat, das Chondrin für das Oxyd des Proteinhydrats, wenn wir
-Haare und Membranen für Oxyde des Proteins in Verbindung mit Ammoniak
-ansehen wollten.
-
-Diese Formeln drücken mit Bestimmtheit die Verschiedenheit in der
-Zusammensetzung der Hauptbestandtheile der Thiere aus, sie zeigen, daß
-auf einen gleichen Kohlenstoffgehalt das relative Verhältniß ihrer
-Elemente abweicht, wieviel der eine Stoff mehr Sauerstoff oder
-Stickstoff enthält wie der andere.
-
-18. Es kann daraus gefolgert werden, wie sie aus den Bestandtheilen des
-Bluts entstehen; aber die Erklärung ihrer Entstehung nimmt zwei Formen
-an, von denen zu entscheiden ist, welche der Wahrheit am nächsten
-kommt.
-
-Auf einen gleichen Kohlenstoffgehalt enthalten die Membranen und die
-leimgebenden Gebilde mehr Stickstoff, Sauerstoff und Wasserstoff wie das
-Protein; es ist denkbar, daß sie aus Albumin entstanden sind durch
-Hinzutreten von Sauerstoff, der Bestandtheile des Wassers und des
-Ammoniaks und durch Austreten von Phosphor und Schwefel; jedenfalls ist
-ihre Zusammensetzung von der der Hauptbestandtheile des Bluts durchaus
-verschieden.
-
-Das Verhalten der Leimgebilde gegen ätzende Alkalien zeigt mit
-Bestimmtheit, daß sie kein Protein mehr enthalten, auf keine Weise kann
-Protein daraus erhalten werden, alle durch die Einwirkung des Alkali’s
-erzeugten Producte weichen von den Producten, welche die
-Protein-Verbindungen unter den nämlichen Bedingungen liefern, durchaus
-ab; mag fertig gebildetes Protein in dem Fibrin, Casein und Albumin
-enthalten sein oder nicht, gewiß ist, daß sich ihre Elemente durch die
-Einwirkung des Alkali’s zu Protein ordnen; diese Fähigkeit geht den
-Elementen der Leimsubstanz ab.
-
-Zur zweiten Form der Bildung der Leimsubstanz und zwar zur
-wahrscheinlicheren gelangt man, wenn seine Bildung abhängig gedacht wird
-von einem Austreten von Kohlenstoff.
-
-Angenommen, der Stickstoffgehalt des Proteins bleibe in der
-Leimsubstanz, so würde die Zusammensetzung der letztern (auf 12 At.
-Stickstoff berechnet) durch die Formel ~C₃₈N₁₂H₆₄O₁₄~ ausgedrückt werden
-müssen. Diese Formel stimmt am nächsten mit der Analyse von _Scherer_,
-wiewohl sie kein genauer Ausdruck dafür ist. Eine den Analysen
-entsprechendere Formel ist ~C₃₂H₅₄N₁₀O₁₂~ oder, nach _Mulder’s_ Analyse
-berechnet, die Formel ~C₅₄H₈₄N₁₈O₂₀~[F8].
-
- [8] Die Formel, welche _Mulder_ angenommen hat, ~C₅₂H₈₀N₁₆O₂₀~ giebt
- in der berechneten procentischen Zusammensetzung zu wenig Stickstoff.
-
-Nach der ersten Formel wäre Kohlenstoff und Wasserstoff, nach den beiden
-andern wäre ein gewisses Verhältniß aller Elemente ausgetreten.
-
-19. Als das für uns wichtigste Resultat in der Betrachtung der
-Zusammensetzung der Leimsubstanz muß als eine unleugbare Wahrheit
-angenommen werden, daß sie, obwohl aus Protein-Verbindungen entstanden,
-aus der Reihe der Protein-Verbindungen herausgetreten ist. Ihr
-chemisches Verhalten und ihre Zusammensetzung rechtfertigt diesen
-Schluß.
-
-Keine Beobachtung steht dem Erfahrungsgesetz entgegen, wonach die Natur
-ausschließlich nur Protein-Verbindungen zur Blutbildung bestimmt. In den
-Vegetabilien existirt kein der Leimsubstanz ähnlicher Körper, sie ist
-keine Protein-Verbindung, sie enthält keinen Phosphor, keinen Schwefel,
-sie enthält mehr Stickstoff oder weniger Kohlenstoff wie das Protein.
-Durch die Lebensthätigkeit der zur Blutbildung bestimmten Organe
-nehmen die Protein-Verbindungen eine neue Form an, aber in ihrer
-Zusammensetzung erleiden sie keine Veränderung; diese Organe
-besitzen, soweit unsere Erfahrungen reichen, das Vermögen nicht,
-Protein-Verbindungen kraft einer einwirkenden Thätigkeit zu erzeugen
-aus Stoffen, die kein Protein enthalten. Thiere mit Leimsubstanz, mit
-dem stickstoffreichsten Bestandtheil der Nahrung der Carnivoren
-ausschließlich ernährt, starben den Hungerstod; die Leimsubstanzen sind
-unfähig zu Blut zu werden.
-
-Aber es unterliegt keinem Zweifel, sie wird aus den Bestandtheilen des
-Bluts erzeugt und kaum läßt sich die Vorstellung zurückweisen, daß das
-Fibrin des venösen Bluts, indem es zu arteriösem Fibrin wird, sich auf
-der ersten Stufe der Umbildung zur Leimsubstanz befindet. Mit einiger
-Wahrscheinlichkeit kann man kaum den Membranen und Sehnen die Fähigkeit
-zuschreiben, sich selbst aus Stoffen zu bilden, die ihnen durch das Blut
-zugeführt werden; wie könnte in der That ein Stoff zur Zelle werden,
-kraft einer einwirkenden Thätigkeit, welche noch keinen Träger hat; eine
-schon bestehende Zelle mag die Fähigkeit besitzen, sich zu erhalten oder
-zu vervielfältigen, allein zu beidem gehören Stoffe, welche identisch in
-ihrer Zusammensetzung mit der Substanz der Zellen sind. Diese Stoffe
-werden in dem Organismus erzeugt, und keiner kann sich mehr zu ihrer
-Bildung eignen als die Zellen und Membranen selbst, die in dem Magen des
-Thiers in dem Proceß der Verdauung löslich geworden sind, oder welche
-der Mensch im löslichen Zustande genießt.
-
-20. Ich gebe in dem Folgenden einen Versuch zur analytischen Entwicklung
-der in dem thierischen Körper vorgehenden Haupt-Metamorphosen, und zwar,
-um allen und jeden Mißverständnissen vorzubeugen, mit der ausdrücklichen
-Verwahrung gegen alle Schlüsse und Folgerungen, die man jetzt oder zu
-irgend einer Zeit gegen die Ansichten daraus ziehen könnte, welche ich
-in dem Vorhergehenden, mit dem sie in keinerlei Verbindung stehen,
-entwickelt habe. Die Resultate, zu denen ich gelangt bin, befremden mich
-nicht minder und flößten mir die nämlichen Zweifel ein, die sie in
-Andern erwecken werden, allein sie sind keine Schöpfungen der Phantasie,
-und ich gebe sie, weil ich die Ueberzeugung hege, daß der Weg, der zu
-ihrer Ermittelung geführt hat, der einzige ist, auf welchem wir hoffen
-können, Einsicht in die organischen Processe zu erlangen.
-
-Alle die zahllosen qualitativen Untersuchungen thierischer Substanzen
-sind absolut werthlos für die Physiologie sowohl, wie für die Chemie, so
-lange ihnen nicht ein ganz bestimmter Zweck, eine deutlich ausgedrückte
-Frage unterlegt wird.
-
-Wenn wir in einem Satze, den wir entziffern wollen, die Buchstaben
-auseinander nehmen und in eine Reihe stellen, so sind wir dem Sinne um
-keinen Schritt näher gekommen. Um ein Räthsel zu lösen, müssen wir
-völlig klar über die Aufgabe sein. Es giebt freilich viele Wege, um die
-höchste Kuppe eines Berges zu erklimmen, allein nur diejenigen haben
-Hoffnung, dem Ziele sich zu nähern, welche die Spitze im Auge behalten.
-Mit aller Arbeit und Anstrengung in einem Sumpfe erreicht man nichts
-weiter, als daß man sich immer mehr mit Schlamm und Koth beladet, das
-Höhersteigen wird durch selbstgeschaffene Schwierigkeiten immer
-mühevoller und auch die größte Kraft muß zuletzt unter diesem Unrath
-erliegen.
-
-21. Wenn es wahr ist, daß aus dem Blute oder den Bestandtheilen des
-Bluts alle Theile des Thierkörpers entwickelt und gebildet werden, daß
-die vorhandenen Organe in jedem Zeitmomente des Lebens sich durch den
-Einfluß des zugeführten Sauerstoffs in neue Verbindungen umsetzen, so
-müssen die Secrete des Thierkörpers nothwendig die Producte der
-umgesetzten Gebilde enthalten.
-
-22. Wenn der Schluß ferner wahr ist, daß der Harn die stickstoffhaltigen
-und die Galle die kohlenstoffreichen Producte aller Gebilde enthält, die
-in dem Lebensproceß sich in anorganische Verbindungen umgesetzt haben,
-so ist klar, daß die Bestandtheile der Galle und des Harns
-zusammengenommen gleich sein müssen, in ihrem relativen Verhältnisse,
-der Zusammensetzung des Bluts.
-
-23. Aus dem Blute sind die Organe entstanden, die Organe enthalten die
-Bestandtheile des Bluts; sie haben sich in neue Verbindungen umgesetzt,
-zu diesen neuen Verbindungen ist außer Sauerstoff und Wasser kein
-anderer Körper hinzugekommen, das relative Verhältniß ihres Kohlenstoffs
-und Stickstoffs muß gleich sein dem relativen Verhältniß des
-Kohlenstoffs und Stickstoffs im Blute.
-
-Wenn wir also von der Zusammensetzung des Bluts die Bestandtheile des
-Harns abziehen, so müssen wir, den hinzugekommenen Sauerstoff und das
-Wasser abgerechnet, die Zusammensetzung der Galle bekommen.
-
-Oder wenn wir von den Bestandtheilen des Bluts abziehen die
-Bestandtheile der Galle, so müssen wir harnsaures Ammoniak oder
-Harnstoff und Kohlensäure übrig behalten.
-
-Man wird es vielleicht bemerkenswerth finden, daß diese
-Betrachtungsweise auf die wahre Formel der Galle, oder richtiger, auf
-den empirischen Ausdruck für ihre Zusammensetzung geführt hat, auf den
-Schlüssel zur Erklärung ihrer Metamorphosen durch Säuren und Alkalien,
-den man bis jetzt ohne Erfolg zu suchen bemüht war.
-
-24. Wenn man frisches Blut über eine 60° heiße Silberplatte fließen
-läßt, so trocknet es zu einem rothen firnißartigen Ueberzug ein, der
-sich leicht pulverisiren läßt; anfänglich in gelinder Wärme, zuletzt bei
-100°, trocknet frisches fettfreies Muskelfleisch zu einer braunen
-pulverisirbaren Masse ein.
-
-Die Analysen von _Playfair_ und _Boeckmann_[E29] führen als den nächsten
-Ausdruck der erhaltenen Gewichtsverhältnisse ihrer Elemente für das
-Muskelfleisch (Fibrin, Albumin, Zellen und Nerven) und für das Blut zu
-einer und derselben empirischen Formel, sie ist:
-
- ~C₄₈N₁₂H₇₈O₁₅~ (empirische Formel des Bluts).
-
-25. Der Hauptbestandtheil der Galle ist nach den Untersuchungen von
-_Demarçay_ eine den Seifen ähnliche Verbindung von Natron mit einer
-eigenthümlichen Materie, welche den Namen _Choleinsäure_ erhalten hat;
-sie wird in Verbindung mit Bleioxyd gefällt, wenn man eine durch Alkohol
-von allen darin unlöslichen Stoffen befreite Galle, mit essigsaurem
-Bleioxyd vermischt.
-
-Diese Choleinsäure wird durch Salzsäure zerlegt in _Taurin_, _Salmiak_
-und in eine neue stickstofffreie Säure, in _Choloidinsäure_.
-
-Durch Kochen mit ätzendem Kali zerfällt sie in Kohlensäure, Ammoniak und
-in _Cholinsäure_ (verschieden von _Gmelin’s_ Cholsäure).
-
-Es ist nun klar, daß die wahre Formel der Choleinsäure den analytischen
-Ausdruck für diese Zersetzungsweisen in sich schließen, daß sie erlauben
-muß, die Zusammensetzung der entstandenen Producte in eine ganz
-bestimmte und einfache Beziehung zu der Zusammensetzung der Choleinsäure
-zu bringen. Dieser Ausdruck verliert an seiner Wahrheit nichts, wenn
-sich auch ergeben sollte, daß die Choleinsäure und Choloidinsäure, wie
-aus den Untersuchungen von _Berzelius_ hervorzugehen scheint, Gemenge
-von mehreren verschiedenartigen Verbindungen sind, die relative Anzahl
-der Atome kann hierdurch in keiner Weise geändert werden.
-
-26. Zur Entwickelung der Metamorphosen, welche die Choleinsäure durch
-Säuren und Alkalien erleidet, kann als empirischer Ausdruck ihrer
-Zusammensetzung nur die folgende Formel angenommen werden:
-
- Formel der Choleinsäure: ~C₇₅H₁₃₂N₄O₂₂~[E30].
-
-Ich wiederhole es, diese Formel kann der Ausdruck sein für die
-Zusammensetzung von zwei oder mehreren Verbindungen, gleichgültig, wie
-viel es auch sein mögen, sie enthält die relative Anzahl aller ihrer
-Elemente zusammengenommen.
-
-Nehmen wir von den Elementen der Choleinsäure die durch Einwirkung der
-Salzsäure entstehenden Producte, Ammoniak und Taurin, hinweg, so
-gelangen wir zur empirischen Formel der Choloidinsäure.
-
- Formel der Choleinsäure ~C₇₆H₁₃₂N₄O₂₂~
- ab
- 1 At. Taurin ~C₄H₁₄N₂O₁₀~ }
- } - ~C₄ H₂₀ N₄O₁₀~
- 1 Aeq. Ammoniak ~H₆N₂~ }
- --------------
- Bleibt die Formel der Choloidinsäure ~C₇₂H₁₁₂ O₁₂~ [E31].
-
-27. Werden ferner von den Elementen der Choleinsäure die Bestandtheile
-von Harnstoff und 2 At. Wasser (2 At. Kohlensäure und 2 Aeq. Ammoniak)
-hinweggenommen, so haben wir die Formel und Zusammensetzung der
-Cholinsäure.
-
- Formel der Choleinsäure ~C₇₆H₁₃₂N₄O₂₂~
- ab
- 2 At. Kohlensäure ~C₂~ ~O₄~ }
- } - ~C₂ H₁₂ N₄O₄~
- 2 Aeq. Ammoniak ~N₄~ ~H₁₂~ }
- --------------
- Formel der Cholinsäure ~C₇₄H₁₂₀ O₁₈~ [E32].
-
-Wenn man die so große Uebereinstimmung der Zahlenresultate der Analysen
-[E30][E31][E32] mit den obigen Formeln ins Auge faßt, so wird man kaum
-zweifeln können, daß die aufgefundene Formel der Choleinsäure so nahe,
-wie man bei Analysen dieser Art Substanzen nur erwarten kann, die
-relative Anzahl der Atome ihrer Elemente ausdrückt, gleichgültig, in
-wieviel verschiedenen Formen sie auch darin vereinigt sein mögen.
-
-28. Addiren wir nun die Hälfte der Zahlen, welche die relativen
-Verhältnisse der Elemente der Choleinsäure ausdrücken, zu den
-Bestandtheilen des Harns der Schlangen, zu den Elementen des neutralen
-harnsauren Ammoniaks, so erhalten wir:
-
- Formel der Choleinsäure ~C₃₈H₆₆N₂ O₁₁~
- hierzu
- 1 Aeq. Harnsäure ~C₁₀H₈N₈O₆~ }
- } + ~C₁₀H₁₄N₁₀O₆~
- 1 „ Ammoniak ~H₆N₂~ }
- --------------
- ~in Summa~ ~C₄₈H₈₀N₁₂O₁₇~.
-
-29. Diese Formel drückt aber aus die Zusammensetzung des Bluts, zu
-welchem die Elemente von 1 At. Wasser und 1 At. Sauerstoff getreten
-sind.
-
- Formel des Bluts ~C₄₈H₇₈N₁₂O₁₅~
- hierzu
- 1 At. Wasser ~H₂O~ }
- } + ~H₂ O₂~
- 1 „ Sauerstoff ~O~ }
- --------------
- ~in Summa~ ~C₄₈H₈₀N₁₂O₁₇~.
-
-30. Wenn wir ferner zu den Elementen des Proteins die Elemente treten
-lassen von 3 At. Wasser, so haben wir, bis auf 2 At. Wasserstoff, genau
-die Elemente der Choleinsäure und des harnsauren Ammoniaks.
-
- 1 At. Protein ~C₄₈H₇₂N₁₂O₁₄~
- 3 „ Wasser ~H₆ O₃~
- --------------
- ~C₄₈H₇₈N₁₂O₁₇~.
-
-31. Betrachten wir also die Choleinsäure und das harnsaure Ammoniak als
-die Producte der Umsetzung der Muskelfaser, indem es keine andern
-Gebilde im Thierkörper giebt, welche Protein enthalten (Albumin geht in
-Gebilde über, ohne daß man sagen kann, daß es im Lebensproceß direct
-eine Umsetzung in Harnsäure und Choleinsäure erfährt), so haben wir
-darin mit Zuziehung der Bestandtheile des Wassers alle zu der
-Metamorphose nöthigen Elemente; bis auf den Schwefel und Phosphor, die
-sich beide oxydirt haben mögen, ist kein anderes Element ausgetreten.
-
-Diese Art der Metamorphose bezieht sich auf die Umsetzung in den
-niedrigen Thierklassen der Amphibien und vielleicht der Würmer und
-Insecten. In den höhern Thierklassen verschwindet in dem Harn die
-Harnsäure, an ihrer Stelle finden wir Harnstoff.
-
-Das Verschwinden der Harnsäure und die Erzeugung von Harnstoff steht
-offenbar in sehr enger Beziehung zu dem durch den Respirationsproceß
-aufgenommenen Sauerstoff und zu der Menge von Wasser, welche
-verschiedene Thiere in einer gegebenen Zeit genießen.
-
-Wenn wir der Harnsäure Sauerstoff zuführen, so zerlegt sie sich, wie man
-weiß, zuerst in Alloxan[E33] und Harnstoff, eine neue Quantität
-Sauerstoff dem Alloxan zugeführt, macht, daß es entweder in Oxalsäure
-und Harnstoff, Oxalursäure und Parabansäure[E34] oder in Kohlensäure und
-Harnstoff zerfällt.
-
-32. Wir finden in den sogenannten Maulbeersteinen oxalsauren Kalk, in
-den andern Harnsteinen harnsaures Ammoniak und zwar stets bei Personen,
-in denen durch Mangel an Bewegung und Anstrengung, oder durch andere
-Ursachen die Sauerstoffzuführung gemindert ist. Nie finden sich
-Harnsteine, welche Harnsäure oder Oxalsäure enthalten, bei
-Schwindsüchtigen (siehe S. 24); und es ist eine gewöhnliche Erfahrung in
-Frankreich bei Personen, welche an Steinbeschwerden leiden, sobald sie
-sich auf das Land begeben, wo sie sich mehr Bewegung machen, daß die in
-der Blase während ihres Aufenthaltes in der Stadt sich absetzenden
-harnsauren Verbindungen (durch die vergrößerte Sauerstoffaufnahme) in
-oxalsaure Salze (in Maulbeersteine) übergehen; bei noch mehr Sauerstoff
-würde sich wie bei gesunden Menschen nur das letzte Oxydationsprodukt
-des Kohlenstoffs, nämlich nur Kohlensäure, haben bilden können.
-
-Die falsche Interpretation der unleugbaren Beobachtungen, daß durch die
-Nieren alle von dem Organismus nicht verwendbaren Substanzen verändert
-oder unverändert abgeschieden und in dem Harn ausgeleert werden, hat die
-praktische Medizin zu der Ansicht geführt, daß die Nahrung und
-namentlich stickstoffhaltige Nahrungsstoffe einen directen Einfluß haben
-können auf die Erzeugung der Harnsteine. Es giebt keine Gründe, diese
-Meinung zu stützen, es giebt unzählige, die sie widerlegen. Möglich ist
-es, daß in den Speisen eine Menge durch die Kochkunst umgewandelter
-Stoffe genossen werden, welche, als für Blutbildung nicht mehr tauglich,
-durch den Respirationsproceß mehr oder weniger verändert, aus dem Harn
-ausgestoßen werden, allein Braten und Kochen ändern in keiner Weise die
-Zusammensetzung der Fleischspeisen[E35].
-
-Das gekochte und gebratene Fleisch wird zu Blut, die Harnsäure und der
-Harnstoff stammen von den umgesetzten Gebilden. Die Menge dieser
-Produkte steigt mit der Schnelligkeit der Umsetzung in der gegebenen
-Zeit, sie steht in keiner Beziehung zu der in dem nämlichen Zeitraume
-genossenen Nahrung. Bei einem Hungernden, welcher sich einer starken und
-anhaltenden Bewegung hingeben muß, wird mehr Harnstoff secernirt, als
-bei dem wohlgenährtesten Menschen im Zustande der Ruhe; in Fiebern bei
-rascher Abmagerung ist der Harn harnstoffreicher als im Zustande der
-Gesundheit (_Prout_).
-
-33. Aehnlich also wie die in dem Urin des ruhenden Pferdes vorhandene
-Hippursäure in benzoesaures Ammoniak und Kohlensäure verwandelt wird,
-sobald es sich in Arbeit und Bewegung befindet, verschwindet die
-Harnsäure in dem Harn des Menschen, der durch Haut und Lunge eine zur
-Oxydation der Produkte der umgesetzten Gebilde hinreichende Menge
-Sauerstoff in sich aufnimmt; der Genuß von Wein und Fett, die in dem
-Organismus nur insofern sich weiter verändern als sie Sauerstoff
-aufnehmen, hat einen entschiedenen Einfluß auf die Bildung von
-Harnsäure. Nach dem Genuß von fetten Speisen ist der Harn trübe und
-setzt beim Erkalten kleine Krystalle von Harnsäure ab (_Prout_).
-Dasselbe beobachtet man nach dem Genuß von Weinen (nie bei
-Rheinweinen), in denen das zur Löslicherhaltung der Harnsäure
-nothwendige Alkali fehlt.
-
-Bei Thieren, welche größere Mengen Wasser genießen, wodurch die
-schwerlösliche Harnsäure in Auflösung erhalten wird, so daß der
-eingeathmete Sauerstoff darauf wirken kann, finden wir im Harn keine
-Harnsäure, sondern Harnstoff. Bei Vögeln ist als Secretionsproduct die
-Harnsäure vorherrschend.
-
-Wenn wir zu 1 Atom Harnsäure 6 Atome Sauerstoff und 4 Atome Wasser
-hinzutreten lassen, so zerlegt sie sich in Harnstoff und Kohlensäure
-
- 1 At. Harnsäure ~C₁₀N₈H₈ O₆~ } { 2 At. Harnstoff ~C₄ N₈H₁₆O₄~
- 4 „ Wasser } ~H₈ O₁₀~ } = { 6 „ Kohlensäure ~C₆ O₁₂~
- 6 „ Sauerstoff } } {
- ------------- -------------
- ~C₁₀N₈H₁₆O₁₆~ ~C₁₀N₈H₁₆O₁₆~
-
-34. Der Harn der Gras fressenden Thiere enthält keine Harnsäure, wohl
-aber Ammoniak, Harnstoff und Hippursäure, oder Benzoesäure. Bei einem
-Hinzutreten von 9 Atomen Sauerstoff zu der empirischen Formel ihres
-Blutes, fünf mal genommen, haben wir darin die Elemente von 6 Atomen
-Hippursäure, 9 At. Harnstoff, 3 At. Choleinsäure, 3 At. Wasser und 3 At.
-Ammoniak; oder wenn wir uns denken, daß während der Metamorphose dieses
-Blutes 45 Atome Sauerstoff hinzutreten, so haben wir 6 At. Benzoesäure,
-13¹/₂ At. Harnstoff, 3 At. Choleinsäure, 15 At. Kohlensäure und 12 At.
-Wasser.
-
- 5 (~C₄₈N₁₂H₇₈O₁₅~) + 9 ~O~ = ~C₂₄₀N₆₀H₃₉₀O₈₄~ =
-
- { 6 At. Hippursäure 6 (~C₁₈N₂H₁₆O₅~ ) = ~C₁₀₈N₁₂H₉₆ O₃₀~
- { 9 „ Harnstoff 9 (~C₂ N₄H₈ O₂~ ) = ~C₁₈ N₃₆H₇₂ O₁₈~
- ={ 3 „ Choleinsäure 3 (~C₃₈N₂H₆₆O₁₁~) = ~C₁₁₄N₆ H₁₉₈O₃₃~
- { 3 „ Ammoniak ( ~N₂H₆~ ) = ~N₆ H₁₈~
- { 3 „ Wasser 3 ( ~H₂ O~ ) = ~H₆ O₃~
- ----------------
- ~C₂₄₀N₆₀H₃₉₀O₈₄~
-
-oder
-
- 5 (~C₄₈N₁₂H₇₈O₁₅~) + ~O₄₅~ = ~C₂₄₀N₆₀H₃₉₀O₁₂₀~ =
-
- { 6 At. Benzoesäure 6 (~C₁₄ H₁₀O₃~ ) = ~C₈₄ H₆₀ O₁₈~
- { ²⁷/₂ „ Harnstoff 27 (~C N₂H₄ O~ ) = ~C₂₇ N₅₄H₁₀₈O₂₇~
- ={ 3 „ Choleinsäure 3 (~C₃₈N₂H₆₆O₁₁~) = ~C₁₁₄N₆ H₁₉₈O₃₃~
- { 15 „ Kohlensäure 15 (~C O₂~ ) = ~C₁₅ O₃₀~
- { 12 „ Wasser 12 ( ~H₂ O~ ) = ~H₂₄ O₁₂~
- -----------------
- ~Summa~ ~C₂₄₀N₆₀H₃₉₀O₁₂₀~
-
-35. Verfolgen wir zuletzt die Metamorphose der Gebilde in dem Foetus der
-Kuh und betrachten wir das im Blute der Mutter zugeführte Protein als
-den Stoff, welcher eine Umsetzung erleidet oder erlitten hat, so ergiebt
-sich, daß 2 At. Protein ohne Hinzutreten von Sauerstoff oder einer
-fremden Substanz die Elemente enthalten von 3 At. Allantoin, 4 At.
-Wasser und 1 At. Choloidinsäure, (Kindspech, Meconium??).
-
- 2 At. Protein = 2 (~C₄₈N₁₂H₇₂O₁₄~) + 2 At. Wasser =
- ~C₉₆N₂₄H₁₄₈O₃₀~ =
-
- = { 3 At. Allantoin 3 (~C₈N₈H₁₂O₆~) = ~C₂₄N₂₄H₃₆ O₁₈~
- { 1 „ Choloidinsäure ~C₇₂ H₁₁₂O₁₂~
- ---------------
- ~C₉₆N₂₄H₁₄₈O₃₀~
-
-36. Die Elemente von drei Atomen Allantoin, die in obiger Formel
-aufgeführt sind, entsprechen aber genau der Anzahl der Elemente von 2
-At. Harnsäure, 2 At. Harnstoff und 2 Atomen Wasser.
-
-
- 3 At. Allantoin = ~C₂₄N₂₄H₃₆O₁₈~ =
-
- { 2 At. Harnsäure ~C₂₀N₁₆H₁₆O₁₂~
- = { 2 „ Harnstoff ~C₄ N₈ H₁₆O₄~
- { 2 „ Wasser ~H₄ O₂~
- --------------
- ~C₂₄N₂₄H₃₆O₁₈~
-
-Die Beziehungen des Allantoins, in dem Harn des Foetus der Kuh, zu den
-stickstoffhaltigen Bestandtheilen des Harns bei athmenden Thieren sind,
-wie aus der Nebeneinanderstellung beider Formeln hervorgeht,
-unverkennbar. In dem Allantoin befinden sich die Elemente der Harnsäure
-und des Harnstoffs, das heißt der stickstoffhaltigen Umsetzungsproducte
-der Proteinverbindungen.
-
-37. Wenn wir ferner zu der Formel des Proteins, dreimal genommen,
-hinzutreten lassen die Elemente von 4 Atomen Wasser und von der ganzen
-Anzahl aller Bestandtheile die Hälfte der Elemente der Choloidinsäure
-hinwegnehmen, so bleibt eine Formel, welche außerordentlich nahe die
-Zusammensetzung des Leims ausdrückt.
-
- 3 (~C₄₈N₁₂H₇₂O₁₄~) + 4 ~H₂O~ = ~C₁₄₄N₃₆H₂₂₄O₄₆~ =
- ab ¹/₂At. Choloidinsäure = ~C₃₆ H₅₆ O₆~
- ----------------
- bleibt = ~C₁₀₈N₃₆H₁₆₈O₄₀~
-
- oder 4 (~C₂₇N₉H₄₂O₁₀~)[E36].
-
-38. Nehmen wir von dieser Formel des Leims die Bestandtheile von 2 At.
-Protein hinweg, so bleiben uns die Elemente des Harnstoffs, der
-Harnsäure und des Wassers, oder 3 At. Allantoin und 3 At. Wasser.
-
- Formel des Leims nach _Mulder_ ~C₁₀₈H₁₆₈N₃₆O₄₀~
- ab 2 Protein ~C₉₆ H₁₄₄N₂₄O₂₈~
- -------------------
- bleiben ~C₁₂ H₂₄ N₁₂O₁₂~ =
-
- 1 At. Harnsäure ~C₁₀H₈ N₈ O₆~ } {
- 1 „ Harnstoff ~C₂ H₈ N₄ O₂~ } = { 3 At. Allantoin ~C₁₂H₁₈N₁₂O₉~
- 4 „ Wasser ~H₈ O₄~ } { 3 „ Wasser ~H₆ O₃~
- -------------- --------------
- ~C₁₂H₂₄N₁₂O₁₂~ ~C₁₂H₂₄N₁₂O₁₂~
-
-39. Abgesehen von dem größeren Stickstoffgehalt, in welchem diese
-Zahlenverhältnisse von _Mulder’s_ und _Scherer’s_ Analysen abweichen,
-geht aus der gegebenen Auseinandersetzung hervor, daß, wenn wir zu den
-Elementen von 2 At. Protein hinzutreten lassen die Bestandtheile der
-stickstoffhaltigen Umsetzungsproducte von einem dritten Atom Protein,
-von Harnstoff, Harnsäure und Wasser, oder wenn wir von drei Atomen
-Protein hinwegnehmen die Bestandtheile eines stickstofffreien Körpers,
-den wir als Zersetzungsproduct der Choleinsäure ebenfalls erhalten
-können, daß wir in beiden Fällen eine der Zusammensetzung der
-Leimsubstanz nahe kommende Formel erhalten. Man darf diesen Formeln, wie
-ich wiederholt in Erinnerung bringe, keinen höheren Werth beilegen als
-sie verdienen; sie sollen zu weiter nichts als zu Anknüpfungspunkten
-dienen, um zu richtigeren Vorstellungen über das Entstehen und Zerfallen
-der Substanzen zu gelangen, woraus die thierischen Gebilde bestehen. Es
-sind die ersten Versuche zur Auffindung des Weges, den wir einzuschlagen
-haben, um das vorgesteckte Ziel zu erreichen, und dieses Ziel, nach dem
-wir streben, es kann und muß erreichbar sein.
-
-Die Erfahrungen von Allen, die sich mit der Erforschung der
-Naturerscheinungen beschäftigt haben, kommen zuletzt darin überein, daß
-diese durch weit einfachere Mittel und Ursachen bedingt und
-hervorgebracht werden, als man sich gedacht hat oder als wir uns denken,
-und gerade ihre Einfachheit müssen wir als das größte Wunder betrachten.
-
-Die Leimsubstanz entsteht aus Blut, aus Proteinverbindungen, sie kann
-durch Hinzutreten von Ammoniak und Sauerstoff oder von Wasser, Harnstoff
-und Harnsäure zu den Elementen des Proteins, oder durch Austreten einer
-stickstofffreien Materie gebildet worden sein. Die Lösung aller dieser
-Aufgaben wird minder schwierig, wenn die Fragen zur Beantwortung reif
-und klar gestellt sind. Eine jede Verneinung derselben ist der
-Anfangspunkt einer neuen Frage, deren Ermittelung zuletzt die
-nothwendige Folge der ersten Fragestellung ist.
-
-40. In dem Vorhergehenden ist außer der Choleinsäure keiner der andern
-Bestandtheile der Galle in Rechnung gezogen worden, und zwar deswegen,
-weil man nur bei dieser Säure mit Bestimmtheit weiß, daß sie Stickstoff
-enthält. Wenn nun vorausgesetzt wird, daß ihr Stickstoffgehalt von den
-Gebilden herrührt, die sich umgesetzt haben, so ist es nicht
-unwahrscheinlich, daß der Kohlenstoff und die übrigen Bestandtheile, die
-wir damit vereinigt finden, aus der nämlichen Quelle entsprungen sind.
-
-Bei den fleischfressenden Thieren ist es nicht dem geringsten Zweifel
-unterworfen, daß die Bestandtheile ihres Harns und ihrer Galle Produkte
-der Umsetzung von Proteinverbindungen sind, denn außer Fett genießen sie
-nur Stoffe, welche Protein enthalten oder welche aus Protein entstanden
-sind; ihre Nahrung ist identisch mit ihrem Blute, und es ist vollkommen
-gleichgültig, welche von beiden als Ausgangspunkt der chemischen
-Entwickelung ihrer Metamorphosen gewählt werden.
-
-Für den Proceß der Ernährung kann es keinen größern Widerspruch geben,
-als wenn vorausgesetzt wird, daß der Stickstoff der Nahrungsmittel fähig
-wäre, in den Harn als Harnstoff überzugehen, ohne vorher zu einem
-Bestandtheil der Gebilde geworden zu sein, denn Albumin, der einzige
-Bestandtheil des Bluts, der seinem Gewichte nach in Betracht kommen
-kann, kann bei seinem Durchgange durch die Leber nicht die geringste
-Veränderung erlitten haben, da wir es in allen Theilen des Körpers von
-gleicher Beschaffenheit und Eigenschaften wieder finden. Diese Organe
-können zu einer Metamorphose, zu einer Veränderung oder Zersetzung des
-Stoffes nicht geeignet sein, aus dem sich alle übrigen entwickeln.
-
-41. Aus dem Verhalten des Chylus und der Lymphe geht mit Zuverlässigkeit
-hervor, daß die löslichen Bestandtheile der Speisen oder des Chymus die
-Form von Albumin erhalten. Das gekochte Eiweiß, der gekochte oder
-geronnene Faserstoff, welche in dem Magen wieder löslich geworden, ihre
-Gerinnbarkeit an der Luft oder durch die Hitze aber verloren hatten,
-erhalten diese Eigenschaften nach und nach wieder. In den Chylusgefäßen
-ist die saure Reaction des Chymus bereits in die schwach alkalische des
-Blutes übergegangen, nach seinem Durchgange durch die Drüsen des
-Mesenteriums, in dem Ductus thoracicus angelangt, enthält er in der
-Hitze gerinnendes Albumin und scheidet, sich selbst überlassen, Fibrin
-ab. Alle Proteinverbindungen, welche beim Durchgange des Chymus durch
-die Eingeweide aufgesaugt wurden, werden zu Albumin, welches, wie die
-Erfahrung beim Bebrüten des Hühnerei’s ergiebt, bis auf den Eisengehalt,
-der von andern Seiten her geliefert wird, die Grundbestandtheile aller
-übrigen Organe enthält.
-
-Die Frage, was beim Menschen aus den im Ueberschuß zugeführten
-Proteinverbindungen wird, welche Verwandlung die überreichliche
-stickstoffhaltige Speise erfährt, hat die practische Medicin längst
-entschieden. Die Blutgefäße zeigen sich mit Blut, die übrigen mit Säften
-überfüllt, und wenn die Zufuhr an Speisen fortdauert und das Blut oder
-die Säfte, die sich zur Blutbildung eignen, keine Verwendung finden,
-wenn die löslichen Materien von den dazu bestimmten Organen nicht
-aufgenommen werden, so entwickeln sich in den Eingeweiden, wie bei
-Fäulnißprocessen, Gase mannigfaltiger Art, die festen Ausleerungen
-nehmen in Farbe, Geruch u. s. w. eine veränderte Beschaffenheit an, und
-wenn die Säfte in dem Saug- und Lymphgefäßsystem eine ähnliche Umsetzung
-erfahren, so ist dies sogleich in der Blutmischung sichtbar, und durch
-dieses nimmt alsdann der Ernährungsproceß andere Formen an.
-
-42. Keine von allen diesen Erscheinungen dürfte sich zeigen, wenn Nieren
-und Leber fähig wären, eine Zersetzung der löslich gewordenen, im
-Ueberschuß zugeführten, Proteinverbindungen in Harnstoff, Harnsäure und
-Galle zu bewirken. Durch alle Beobachtungen, die man hinsichtlich des
-Einflusses der stickstoffhaltigen Nahrung auf die Bestandtheile des
-Harns gemacht hat, ist diese Voraussetzung nicht im entferntesten
-bewiesen, denn dieser Einfluß ist einer andern und weit einfacheren
-Interpretation fähig, wenn man mit der Nahrung die Lebensweise und
-Gewohnheiten der Personen in Betracht zieht, welche zu Gegenständen der
-Beobachtung gedient haben. Harngries und Harnsteine finden sich bei
-Personen, welche sehr wenig animalische Kost genießen. Nie sind bis
-jetzt Harnsäure-haltige Concretionen bei Fleisch-fressenden
-Säugethieren, welche im freien, wilden Zustande leben, beobachtet
-worden[F9], und bei Nationen, welche keine andere Nahrung als
-Fleischspeisen genießen, sind Ablagerungen von Harnsäure-haltigen
-Concretionen an den Gliedern oder in der Harnblase völlig unbekannt.
-
- [9] Das Vorkommen des harnsauren Ammoniaks in dem Harnstein von einem
- Hunde, der von _Lassaigne_ untersucht wurde, muß bezweifelt werden,
- wenn er ihn nicht eigenhändig aus der Blase des Hundes genommen hat.
-
-43. Was in Beziehung auf den Ursprung der Galle, oder richtiger
-vielleicht, der Choleinsäure bei den Fleisch-fressenden Thieren als eine
-unleugbare Wahrheit angesehen werden muß, kann in keiner Weise für alle
-Bestandtheile der Galle gelten, welche von der Leber der Gras- und
-Körner-fressenden Thiere secernirt werden, denn es ist bei der so großen
-Menge Galle, die von der Leber eines Ochsen secernirt wird,
-schlechterdings unmöglich anzunehmen, daß aller Kohlenstoff derselben
-von der Substanz der umgesetzten Gebilde stammt.
-
-Nehmen wir an, daß die 59 Unzen trockner Galle (von 37 Pfunden
-secernirter Galle) den nämlichen Stickstoffgehalt enthielten, wie die
-Choleinsäure (3,86 ~p. c.~), so würden wir darin nahe an 4¹/₂ Loth
-Stickstoff haben, und wenn dieser Stickstoff von der Substanz der
-umgesetzten Gebilde stammt, so könnte sich im höchsten Fall, wenn aller
-Kohlenstoff derselben in die Galle übergehen würde, nur eine dem Gewicht
-von 14³/₁₀ Loth Kohlenstoff entsprechende Menge Galle bilden, dies ist
-aber weit unter derjenigen Quantität, welche den Beobachtungen nach,
-secernirt wird.
-
-44. Es müssen nothwendiger Weise, außer den Protein-Verbindungen, noch
-Materien anderer Art, an der Bildung der Galle in dem Organismus des
-Gras- und Körner-fressenden Thieres Antheil nehmen, und diese können nur
-die stickstofffreien Nahrungsmittel sein.
-
-45. Der Gallenzucker _Gmelin’s_ (_Picromel_, _Bilin_ nach _Berzelius_),
-welchen _Berzelius_ als den Hauptbestandtheil der Galle betrachtet,
-während ihn _Demarçay_ im Wesentlichen für Choleinsäure hält, brennt an
-der Luft erhitzt wie Harz, liefert ammoniakalische Produkte und giebt,
-mit Säuren behandelt, Taurin und die Zersetzungsproducte der
-Choleinsäure, mit Alkalien liefert er Ammoniak und Cholinsäure.
-Jedenfalls enthält diese Substanz Stickstoff als Bestandtheil, ein weit
-kleineres Verhältniß von Sauerstoff wie Amylon oder Zucker und eine
-größere Menge wie die fetten Säuren. Wenn wir in der Metamorphose des
-Gallenzuckers oder der Choleinsäure durch ätzende Alkalien den
-Stickstoff austreten machen, so erhalten wir eine krystallisirte, den
-fetten Säuren außerordentlich ähnliche Säure (Cholinsäure), fähig mit
-den Basen Salze zu bilden, welche die Haupteigenschaften mit den Seifen
-gemein haben. Ja wir können sogar diese Hauptbestandtheile der Galle als
-Verbindungen von fetten Säuren mit organischen Oxyden betrachten,
-ähnlich den gewöhnlichen Fetten, und nur in sofern von ihnen
-verschieden, als sich kein Glyceryloxyd darin befindet. Die Choleinsäure
-z. B. läßt sich betrachten als eine Verbindung von Choloidinsäure mit
-den Elementen des Allantoins und des Wassers.
-
- _Choloidinsäure_. _Allantoin_. _Wasser_. _Choleinsäure_.
- ~C₇₂H₁₁₂O₁₂~ + ~C₄N₄H₆O₃~ + ~H₁₄O₇~ = ~C₇₆N₄H₁₃₂O₂₂~
-
-oder von Cholinsäure, Harnstoff und Wasser:
-
- _Cholinsäure_. _Harnstoff_. _Wasser_.
- ~C₇₄H₁₂₀O₁₈~ + ~C₂N₄H₈O₂~ + ~H₄O₂~ = Choleinsäure.
-
-46. Wenn nun in der That, woran man kaum zweifeln kann, die
-Bestandtheile der stickstofffreien Nahrungsmittel an der Bildung der
-Galle in dem Körper der Gras-fressenden Thiere Antheil nehmen, so steht
-dieser Ansicht, in der Zusammensetzung der Hauptbestandtheile der Galle,
-nach dem gegenwärtigen Zustande unserer Kenntnisse, kein Hinderniß
-entgegen.
-
-Wenn das Amylon hierbei die Hauptrolle übernimmt, so kann dies in keiner
-andern Weise geschehen, als daß sich, ganz ähnlich wie bei seinem
-Uebergang in Fett, von seinen Elementen eine gewisse Quantität
-Sauerstoff trennt, denn es enthält auf die gleiche Anzahl an
-Kohlenstoffatomen (auf 72 At.) fünfmal so viel Sauerstoff wie die
-Choloidinsäure.
-
-Ohne ein Austreten von Sauerstoff, von den Elementen des Amylon’s, ist
-hiernach sein Uebergang in Galle nicht denkbar und, dies vorausgesetzt,
-ist die chemische Entwickelung seiner Verwandlung in eine zwischen
-seiner eignen und der Zusammensetzung der fetten Säuren stehenden
-Verbindung keinerlei Schwierigkeit unterworfen.
-
-47. Um diese Auseinandersetzung nicht zu einem müssigen Spiele mit
-Formeln zu machen und um den Hauptzweck nicht aus den Augen zu
-verlieren, führt also die Betrachtung des quantitativen Verhältnisses
-der in dem Körper der Gras-fressenden Thiere abgesonderten Galle zu
-folgenden Schlüssen:
-
-Die Hauptbestandtheile der Galle der Gras-fressenden Thiere enthalten
-Stickstoff; dieser Stickstoff stammt von Protein-Verbindungen.
-
-Sie enthält eine größere Menge Kohlenstoff als der genossenen
-stickstoffhaltigen Nahrung, oder der Substanz ihrer Gebilde entspricht,
-die in ihrem Lebensprocesse eine Veränderung erlitten haben.
-
-Ein Theil dieses Kohlenstoffs _muß_ demnach von den stickstofffreien
-Nahrungsmitteln geliefert werden und, um in einen _stickstoffhaltigen_
-Bestandtheil der Galle überzugehen, _müssen_ sich nothwendig eine
-gewisse Anzahl ihrer Elemente verbunden haben _mit einem
-stickstoffhaltigen Körper, der aus einer Proteinverbindung entstanden
-ist_.
-
-Für diesen Schluß ist es ganz gleichgültig, ob man annimmt, daß die
-Protein-Verbindung von der Nahrung oder den Gebilden stammt.
-
-48. Es ist neuerlichst von _Ure_ angegeben worden, daß Benzoesäure
-innerlich gegeben, in dem Harn als Hippursäure wieder erscheint.
-
-Wenn sich diese Beobachtung bestätigen sollte[F10], so erlangt sie eine
-große physiologische Bedeutung, weil sie offenbar beweisen würde, daß
-der Akt der Umsetzung der Gebilde im Thierkörper, durch gewisse, in den
-Speisen genossene Materien, eine andere Form in Beziehung auf die
-neugebildeten Verbindungen annimmt, denn die Hippursäure enthält die
-Elemente des milchsauren Harnstoffs, in dessen Zusammensetzung die
-Elemente der Benzoesäure eingetreten sind.
-
- 1 At. Harnstoff ~C₂ N₄H₈ O₂~ } {
- 1 „ Milchsäure ~C₆ H₈ O₄~ } { = 2 At. kryst. Hippursäure.
- 2 „ Benzoesäure ~C₂₈ H₂₀O₆~ } { = 2 (~C₁₈N₂H₁₈O₆~)
- -------------
- ~C₃₆N₄H₃₆O₁₂~.
-
- [10] Die Analyse der aus dem Harn beim Zusatz von Salzsäure sich
- abscheidenden Krystalle ist nicht gemacht worden. Ure’s Angabe, daß in
- Salpetersäure aufgelös’te Hippursäure beim Zusatz von Ammoniak sich
- röthet, ist übrigens falsch, sie beweis’t, daß die von ihm erhaltenen
- Krystalle Harnsäure enthielten.
-
-49. Wenn wir uns den Akt der Umsetzung der Gebilde in dem Körper der
-Gras-fressenden Thiere, auf eine ähnliche Weise denken, wie bei den
-Fleisch-fressenden, so wird ihr Blut, in den letzten Produkten der
-Umsetzung, von allen Organen zusammengenommen, Choleinsäure, Harnsäure
-und Ammoniak (S. 138) liefern müssen, und wenn wir der Harnsäure eine
-ähnliche Wirkung zuschreiben wie der Benzoesäure in _Ure’s_ Beobachtung,
-daß nämlich durch ihre Gegenwart die weitere Umsetzung eine andere Form
-annimmt, insofern ihre Elemente in die neuentstehenden Produkte mit
-aufgenommen werden, so ergiebt sich z. B., daß 2 At. Protein, zu welchen
-die Elemente von 3 At. Harnsäure und zwei Atome Sauerstoff treten, zur
-Bildung von Hippursäure und Harnstoff Veranlassung geben können.
-
- 2 At. Protein 2 (~C₄₈N₁₂H₇₂O₁₄~) = ~C₉₆ N₂₄H₁₄₄O₂₈~
- 3 „ Harnsäure 3 (~C₁₀N₈ H₈ O₆~) = ~C₃₀ N₂₄H₂₄ O₁₈~
- 2 „ Sauerstoff ~O₂~
- ----------------
- ~in Summa~ ~C₁₂₆N₄₈H₁₆₈O₄₈~ =
-
- = { 6 At. Hippursäure 6 (~C₁₈N₂H₁₆O₅~) = ~C₁₀₈N₁₂H₉₆ O₃₀~
- { 9 „ Harnstoff 9 (~C₂ N₄H₈ O₂~) = ~C₁₈ N₃₆H₇₂ O₁₈~
- ----------------
- ~C₁₂₆N₄₈H₁₆₈O₄₈~.
-
-50. Wenn wir zuletzt festhalten, daß bei den Gras-fressenden Thieren,
-die stickstofffreien Nahrungsmittel (Amylon u. s. w.) eine bestimmte
-Rolle in der Bildung der Galle spielen müssen, daß zu ihren Elementen
-ein stickstoffhaltiger Körper nothwendig treten muß, um die
-stickstoffhaltigen Bestandtheile der Galle hervorzubringen, so ergiebt
-sich als das bemerkenswertheste Resultat dieser Combinationen, daß die
-Elemente des Amylons und die der Hippursäure, gleich sind, den Elementen
-der Choleinsäure, plus einer gewissen Menge Kohlensäure.
-
- 2 At. Hippursäure 2 (~C₁₈N₂H₁₆O₅~) = ~C₃₆N₄H₃₂ O₁₀~
- 5 „ Amylon 5 (~C₁₂ H₂₀O₁₀~) = ~C₆₀ H₁₀₀O₅₀~
- 2 „ Sauerstoff ~O₂~
- --------------
- ~C₉₆N₄H₁₃₂O₆₂~
-
- = { 2 At. Choleinsäure ~C₇₆N₄H₁₃₂O₂₂~
- { 20 „ Kohlensäure ~C₂₀ O₄₀~
- --------------
- ~C₉₆N₄H₁₃₂O₆₂~.
-
-51. Da nun die Hippursäure neben Harnstoff aus den Proteinverbindungen
-entstehen kann, wenn in die Zusammensetzung derselben die Elemente der
-Harnsäure aufgenommen werden (S. 154), da ferner Harnsäure, Ammoniak und
-Choleinsäure (S. 138) die Elemente des Proteins in einer nahe gleichen
-Anzahl von Elementen enthalten, so ist klar, daß, wenn beim Hinzutritt
-von Sauerstoff und den Elementen des Wassers, von 5 At. Protein die
-Bestandtheile der Choleinsäure und Ammoniak austreten, wir die Elemente
-der Hippursäure und des Harnstoffs übrig behalten, und wenn ferner bei
-diesem Austreten und der weiter vorgehenden Umsetzung die Elemente von
-Amylon sich gegenwärtig befinden und in die neu entstehenden
-Verbindungen eintreten, so erhalten wir eine neue Menge Choleinsäure,
-sowie eine gewisse Quantität gasförmige Kohlensäure.
-
-_Dies will also sagen, daß, wenn die Elemente von Protein und Amylon
-sich bei Gegenwart von Sauerstoff und Wasser neben und mit einander
-umsetzen, wir als Produkte dieser Umsetzung Harnstoff, Choleinsäure,
-Ammoniak und Kohlensäure und außer diesen kein anderes Produkt
-erhalten_.
-
- Die Elemente von
-
- 5 At. Protein } { 9 At. Choleinsäure.
- 15 „ Amylon } = { 9 „ Harnstoff.
- 12 „ Wasser } { 60 „ Kohlensäure.
- 5 „ Sauerstoff } { 6 „ Ammoniak.
-
- Es sind nemlich:
-
- 5 At. Protein = 5 (~C₄₈N₁₂H₇₂O₁₄~) = ~C₂₄₀N₆₀H₃₆₀O₇₀~
- 15 „ Amylon = 15 (~C₁₂ H₂₀O₁₀~) = ~C₁₈₀ H₃₀₀O₁₅₀~
- 12 „ Wasser = 12 ( ~H₂ O~ ) = ~H₂₄ O₁₂~
- 5 „ Sauerstoff = 5 ( ~O~ ) = ~O₅~
- -----------------
- ~in Summa~ = ~C₄₂₀N₆₀H₆₈₄O₂₃₇~
-
- { 9 At. Choleinsäure = 9 (~C₃₈N₂H₆₆O₁₁~) = ~C₃₄₂N₁₈H₅₉₄O₉₉~
- = { 9 „ Harnstoff = 9 (~C₂ N₄H₈ O₂~ ) = ~C₁₈ N₃₆H₇₂ O₁₈~
- { 60 „ Kohlensäure = 60 (~C O₂~ ) = ~C₆₀ O₁₂₀~
- { 6 „ Ammoniak = 6 ( ~N H₃~ ) = ~N₆ H₁₈~
- -----------------
- ~in Summa~ = ~C₄₂₀N₆₀H₆₈₄O₂₃₇~.
-
-Die Umsetzung der in dem Thierkörper vorhandenen Protein-Verbindungen
-wird bewirkt durch den im arteriellen Blut zugeführten Sauerstoff, und
-wenn die Bestandtheile des in dem Magen des Thieres löslich gewordenen
-und in allen Theilen des Körpers verbreiteten Amylons in die neu
-entstandenen Verbindungen mit aufgenommen werden, so erhalten wir die
-Hauptbestandtheile der Se- und Excretionen des Thierkörpers; Kohlensäure
-als Excretion der Lunge, Harnstoff und kohlensaures Ammoniak als
-Excretion der Nieren, Choleinsäure als Secret der Leber.
-
-Der Ansicht, daß ein Theil des Kohlenstoffs der stickstofffreien
-Nahrungsmittel in die Galle übergehen kann, steht mithin in der
-chemischen Zusammensetzung der Stoffe, welche denkbarer Weise an dem
-Stoffwechsel im Thier Antheil nehmen können, kein Hinderniß entgegen.
-
-52. Das Fett verschwindet in dem Thierkörper bei gehöriger Zufuhr von
-Sauerstoff, beim Mangel an Sauerstoff kann die Choleinsäure übergehen in
-Hippursäure, Lithofellinsäure und Wasser. Die Lithofellinsäure[E37] ist
-bekanntlich der Hauptbestandtheil der in gewissen Gras-fressenden
-Thieren vorkommenden Bezoare.
-
- 2 At. Choleinsäure ~C₇₆N₄H₁₃₂O₂₂~ }
- 10 „ Sauerstoff ~O₁₀~ }
- --------------
- ~C₇₆N₄H₁₃₂O₃₂~
-
- { 2 At. Hippursäure ~C₃₆N₄H₃₂ O₁₀~
- { 1 „ Lithofellinsäure ~C₄₀ H₇₂ O₈~
- { 14 „ Wasser ~H₂₈ O₁₄~
- --------------
- ~C₇₆N₄H₁₃₂O₃₂~
-
-
-53. Zur Erzeugung von Galle im Thierkörper gehört unter allen Umständen
-eine gewisse Quantität Natron, ohne die Gegenwart einer Natronverbindung
-kann sich keine Galle bilden. Bei Abwesenheit von Natron kann sich durch
-Umsetzung der Proteingebilde nur Fett und Harnstoff bilden. Denken wir
-uns das Fett nach der empirischen Formel ~C₁₁ H₂₀ O~ zusammengesetzt, so
-haben wir beim Hinzutreten von Wasser und Sauerstoff zu den Elementen
-des Proteins die Bestandtheile des Fettes, der Kohlensäure und des
-Harnstoffs.
-
- Protein. Wasser. Sauerstoff.
- 2 (~C₄₈N₁₂H₇₂O₁₄~) + 12 ~H₂O~ + 14 ~O~ = ~C₉₆N₂₄H₁₆₈O₅₄~ =
-
- { 6 At. Harnstoff = ~C₁₂N₂₄H₄₈ O₁₂~
- = { Fett = ~C₆₆ H₁₂₀O₆~
- { 18 Kohlensäure = ~C₁₈ O₃₆~
- ---------------
- ~C₉₆N₂₄H₁₆₈O₅₄~.
-
-Die Zusammensetzung aller Fette liegt zwischen den empirischen Formeln
-~C₁₁H₂₀O~ oder ~C₁₂H₂₀O~. Gehen wir von der letzteren aus, so geben die
-Elemente von Protein (2 ~Pr.~) beim Hinzutreten von 2 At. Sauerstoff und
-12 At. Wasser, 6 At. Harnstoff, Fett (~C₇₂H₁₂₀O₆~) und 12 At.
-Kohlensäure.
-
-Bemerkenswerth in Beziehung auf die Bildung des Fettes bleibt es immer,
-daß die Abwesenheit des Kochsalzes (eine Natrium-Verbindung, welche dem
-Organismus das Natron liefert) die Fettbildung begünstigt, daß das
-Mästen eines Thieres unmöglich gemacht wird, wenn wir seiner Nahrung
-einen Ueberfluß von Kochsalz, wiewohl weniger als nöthig wäre, um
-Purgiren zu bewirken, zusetzen.
-
-54. Als eine Art von Ueberblick über die Metamorphosen der
-stickstoffhaltigen Secrete des Thierkörpers, ist es hier ganz an seinem
-Orte, die Aufmerksamkeit darauf hinzulenken, daß die stickstoffhaltigen
-Producte der Metamorphose der Galle, identisch sind mit den
-Bestandtheilen des Harns, mit welchen die Elemente des Wassers in
-Verbindung getreten sind.
-
- 1 At. Harnsäure ~C₁₀N₈H₈ O₆~ } { 3 At. Taurin ~C₁₂N₆ H₄₂O₃₀~
- 1 „ Harnstoff ~C₂ N₄H₈ O₂~ } = { 3 „ Ammoniak ~N₆ H₁₈~
- 22 „ Wasser ~H₄₄O₂₂~ } {
- -------------- --------------
- ~C₁₂N₁₂H₆₀O₃₀~ ~C₁₂N₁₂H₆₀O₃₀~.
-
- 1 At. Allantoin ~C₄N₄H₆ O₃~ } = { 1 At. Taurin ~C₄N₂H₁₄O₁₀~
- 7 „ Wasser ~H₁₄O₇~ } { 1 Aeq. Ammoniak ~N₂H₆~
- ------------ ------------
- ~C₄N₄H₂₀O₁₀~ ~C₄N₄H₂₀O₁₀~.
-
-55. Für die Metamorphosen der Harnsäure und der stickstoffhaltigen
-Umsetzungsproducte der Galle, ist es nicht minder bedeutungsvoll, daß
-beim Hinzutreten von Sauerstoff und Wasser zu den Bestandtheilen der
-Harnsäure, Taurin und Harnstoff, oder Taurin, Kohlensäure und Ammoniak
-entstehen kann.
-
- 1 At. Harnsäure ~C₁₀N₈H₈ O₆~ } { 2 At. Taurin ~C₈N₄H₂₈O₂₀~
- 14 „ Wasser ~H₂₈O₁₄~ } = { 1 „ Harnstoff ~C₂N₄H₈ O₂~
- 2 „ Sauerstoff ~O₂~ } -------------
- -------------- ~C₁₀N₈H₃₆O₂₂~
- Hierzu ~C₁₀N₈H₃₆O₂₂~ } = { 2 At. Taurin ~C₈ N₄H₂₈O₂₀~
- 2 At. Wasser ~H₄ O₂~ } { 2 „ Kohlensäure ~C₂ O₄~
- ------------- { 2 „ Ammoniak ~N₄H₁₂~
- ~C₁₀N₈H₄₀O₂₄~ -------------
- ~C₁₀N₈H₄₀O₂₄~.
-
-56. Alloxan plus einer gewissen Menge Wasser, ist in seiner
-Zusammensetzung gleich der des Taurin, das letztere enthält zuletzt die
-Elemente des sauren oxalsauren Ammoniaks.
-
- _Taurin_.
- 1 At. Alloxan[F11] ~C₈N₄H₈ O₁₀~ } = 2 (~C₄N₂H₁₄O₁₀~)
- 10 „ Wasser ~H₂₀O₁₀~ }
-
- { 2 At. Oxalsäure ~C₄ O₆~
- 1 At. Taurin ~C₄N₂H₁₄O₁₀~ = { 1 „ Ammoniak ~N₂H₆~
- { 4 „ Wasser ~H₈ O₄~
- ------------
- ~C₄N₂H₁₄O₁₀~
-
- [11] Es wäre von großem Interesse, die Wirkung des Alloxans auf den
- menschlichen Körper zu untersuchen; zwei bis drei Drachmen im
- krystallisirten Zustande Kaninchen gegeben, gaben keine schädlichen
- Wirkungen zu erkennen. Beim Menschen schien eine starke Dosis nur auf
- die Urinsecretion von Einfluß zu sein. Bei gewissen Krankheiten der
- Leber dürfte das Alloxan eins der wichtigsten Arzneimittel abgeben.
-
-57. Die Vergleichung des Kohlenstoffgehaltes der in dem Körper eines
-Gras-fressenden Thieres secernirten Galle, mit der Kohlenstoffmenge
-seiner Gebilde oder seiner stickstoffhaltigen Nahrungsmittel, welche in
-Folge des Stoffwechsels in Galle übergehen können, führt, wie sich aus
-dem Vorhergehenden ergiebt, auf einen großen Unterschied.
-
-Die Kohlenstoffmenge der secernirten Galle beträgt im geringsten Falle
-mehr wie das 5fache, von dem was durch den Stoffwechsel ihrer Gebilde
-oder die stickstoffhaltigen Bestandtheile ihrer Nahrung der Leber
-zugeführt werden kann, und der Schluß, daß an der Bildung der Galle bei
-diesen Thieren, die stickstofffreien Bestandtheile ihrer Nahrung einen
-ganz bestimmten Antheil nehmen, darf als wohlbegründet angesehen werden,
-denn es giebt keine Erfahrung oder Beobachtung, die seiner Richtigkeit
-entgegenstände.
-
-58. Es ist in dem Obigen der analytische Beweis niedergelegt, daß aus
-allen Bestandtheilen des Harns, aus Hippursäure, Harnsäure und
-Allantoin, die stickstoffhaltigen Producte der Umsetzung der Galle,
-nämlich Ammoniak und Taurin entstehen können, und wenn wir uns daran
-erinnern, daß durch ein bloßes Austreten von Sauerstoff und Wasser, aus
-den Bestandtheilen des Amylon, Choloidinsäure gebildet werden kann,
-
- 6 At. Amylon = 6 (~C₁₂H₂₀O₁₀~) = ~C₇₂H₁₂₀O₆₀~
- hiervon ab
- 44 At. Sauerstoff } ~H₈ O₄₈~
- 4 „ Wasser }
- ------------
- bleibt Choloidinsäure = ~C₇₂H₁₁₂O₁₂~
-
-daß zuletzt die Choloidinsäure, das Ammoniak und Taurin die Elemente der
-Choleinsäure in sich schließen,
-
- 1 At. Choloidinsäure ~C₇₂ H₁₁₂O₁₂~
- 1 „ Taurin ~C₄ N₂H₁₄ O₁₀~
- 2 „ Ammoniak ~N₂H₆~
- --------------
- Choleinsäure = ~C₇₆N₄H₁₃₂O₂₂~
-
-so wird durch die Kenntniß dieser Thatsachen, ein jeder Widerspruch
-gegen die Möglichkeit dieser Vorgänge entfernt.
-
-59. Die chemische Analyse sowohl wie die Beobachtung des lebenden
-Thierkörpers unterstützen sich alle gegenseitig; sie führen beide zu dem
-Schlusse, daß eine gewisse Quantität des Kohlenstoffs der
-stickstofffreien Nahrungsstoffe (Respirationsstoffe) von der Leber in
-der Form von Galle secernirt wird, daß ferner die stickstoffhaltigen
-Producte der Umsetzung der Gebilde der Gras-fressenden Thiere nicht
-direct und unmittelbar wie bei den Fleischfressern zu den Nieren
-gelangen, sondern daß sie vor ihrem Austreten durch die Harnblase, in
-gewissen anderen Processen, und namentlich in der Bildung der Galle eine
-Rolle übernehmen.
-
-Mit den Elementen der stickstofffreien Nahrungsstoffe werden sie der
-Leber zugeführt, sie kehren in der Form von Galle wieder in den Körper
-zurück und werden erst zuletzt, wenn sie zur Bildung des allgemeinsten
-Respirationsmittels gedient haben, durch die Nieren aus dem Körper
-entfernt.
-
-60. Wenn wir den Harn sich selbst überlassen, so verwandelt sich der
-darin enthaltene Harnstoff in kohlensaures Ammoniak; seine Elemente sind
-genau in dem Verhältniß zugegen, daß mit dem Hinzutreten der Elemente
-des Wassers aller Kohlenstoff in Kohlensäure, aller Wasserstoff in
-Ammoniak übergehen kann.
-
- 1 At. Harnstoff ~C₂N₄H₈O₂~ } = { 2 At. Kohlensäure ~C₂ O₄~
- 2 „ Wasser ~H₄O₂~ } { 2 Aeq. Ammonia ~N₄H₁₂~
-
-61. Wären wir im Stande, aus Harnsäure oder Allantoin geradezu Taurin
-und Ammoniak darzustellen, so möchte dies wohl als ein weiterer Beweis
-für den Antheil angesehen werden dürfen, welcher diesen Materien an der
-Bildung der Galle zugeschrieben worden ist, allein es darf nicht als
-Einwurf betrachtet werden, wenn diese Verwandlung mit den Mitteln, die
-uns zu Gebote stehen, nicht bewirkt werden kann. Ein solcher Einwurf
-verliert seine Bedeutung, wenn man berücksichtigt, daß das Vorhandensein
-von Taurin und Ammoniak in der Galle schlechterdings nicht vorausgesetzt
-werden kann, ja daß es sogar nicht einmal wahrscheinlich ist, daß sie in
-der Form, wie wir sie als Zersetzungsproducte der Galle bekommen,
-wirkliche Bestandtheile davon ausmachen.
-
-Durch die Einwirkung der Salzsäure auf Galle zwingen wir gewissermaßen
-ihre Elemente in solchen Formen zusammenzutreten, welche durch den
-nämlichen einwirkenden Körper keiner weiteren Veränderung mehr fähig
-sind, und wenn wir uns anstatt der Salzsäure des Kali’s bedienen, so
-erhalten wir die nämlichen Elemente, wiewohl in einer andern und ganz
-verschiedenen Weise geordnet. Wäre Taurin als solches in der Galle
-vorhanden, so müßte man durch Alkalien die nämlichen Producte erhalten,
-wie durch Säuren. Alles dies ist gegen die Erfahrung.
-
-Wenn wir also auch im Stande wären, das Allantoin oder Harnsäure und
-Harnstoff, in Taurin und Ammoniak überzuführen, so würden wir an
-Einsicht in den wahren Vorgang nicht reicher sein, eben weil die
-Präexistenz von Ammoniak und Taurin in der Galle bezweifelt werden muß,
-und weil wir keinen Grund haben zu glauben, daß Harnstoff als Harnstoff,
-Allantoin als Allantoin zur Bildung der Galle vom Organismus verwendet
-wird; wir können darthun, daß ihre Elemente zu diesem Zwecke dienen,
-allein es ist uns gänzlich unbekannt, in welcher Weise diese Elemente
-eingetreten sind, welchen chemischen Charakter die stickstoffhaltige
-Verbindung besitzt, die sich mit den Elementen des Amylons zu Galle oder
-vielmehr zu Choleinsäure vereinigt.
-
-62. Choleinsäure kann entstehen aus den Elementen des Amylons, der
-Harnsäure und des Harnstoffs, oder des Allantoins, oder der Harnsäure,
-oder des Alloxan’s, oder der Oxalsäure und des Ammoniaks, oder der
-Hippursäure; diese verschiedenen Formen von Stickstoffverbindungen
-zeigen an und für sich schon, daß sich alle stickstoffhaltigen Producte
-des Stoffwechsels im Thierkörper zur Bildung von Galle eignen, ohne daß
-wir damit wissen, in welcher Weise sie dazu verwendet werden.
-
-Wir können durch Behandlung mit kaustischen Alkalien das Allantoin
-zerlegen in Oxalsäure und Ammoniak; die nämlichen Producte erhalten wir
-aus dem Oxamid, ohne daß wir aus der Gleichheit derselben einen Schluß
-rückwärts auf ihre Identität, auf eine gleiche Constitution dieser
-Verbindungen machen können. So gestatten uns denn die Producte, die wir
-aus Choleinsäure durch die Einwirkung von Säuren erhalten, in keiner
-Weise einen Schluß über die Art und Weise, wie ihre Elemente sich darin
-geordnet befinden.
-
-63. Wenn die Aufgabe der organischen Chemie in der Untersuchung der
-Veränderungen besteht, welche die Nahrungsmittel im Thierkörper
-erfahren, so hat sie darzuthun, welche Elemente hinzu-, welche
-ausgetreten sind, um die Verwandlung einer gegebenen Verbindung in eine
-zweite und dritte zu bewirken oder überhaupt möglich zu machen, allein
-synthetische Beweise können von ihr nicht erwartet werden, weil alle
-Vorgänge im Organismus unter dem Einfluß einer immateriellen Thätigkeit
-stehen, über welche der Chemiker nicht nach Willkühr verfügen kann.
-
-Die Beobachtung der Erscheinungen, welche die Metamorphosen der
-Nahrungsmittel im Organismus begleiten, die Ermittelung des Antheils,
-den die Atmosphäre oder die Bestandtheile des Wassers an diesen
-Veränderungen nehmen, führen von selbst auf die Bedingungen, welche sich
-zur Entstehung eines Secretes oder eines Theiles oder Bestandtheiles
-eines Organs vereinigen müssen.
-
-64. Das Vorhandensein von freier Salzsäure im Magen, sowie der
-Natrongehalt des Blutes setzen die Nothwendigkeit des Kochsalzes für
-den organischen Proceß außer allen Zweifel, allein die Quantität von
-Natron, welche verschiedene Thierklassen zur Unterhaltung der vitalen
-Processe bedürfen, ist außerordentlich ungleich.
-
-Wenn wir uns denken, daß eine gegebene Menge Blut als Natronverbindung
-betrachtet, in dem Körper eines Fleisch-fressenden Thieres in Folge des
-Stoffwechsels in eine neue Natronverbindung, in Galle nämlich, übergeht,
-so muß vorausgesetzt werden, daß im normalen Zustande der Gesundheit der
-Natrongehalt des Blutes vollkommen hinreicht, um mit den entstandenen
-Producten der Umsetzung Galle zu bilden. Das zu den vitalen Processen
-verbrauchte oder überflüssige Natron wird, durch die Nieren von dem
-Blute geschieden, in der Form eines Salzes austreten müssen.
-
-Wenn es nun wahr ist, daß in dem Körper eines Gras-fressenden Thieres
-eine weit größere Menge Galle gebildet wird, als der Quantität des
-erzeugten oder umgesetzten Blutes entspricht, daß der größte Theil ihrer
-Galle von gewissen Bestandtheilen ihrer Nahrung stammt, so kann das
-Natron des zu Gebilden gewordenen (assimilirten, umgesetzten) Blutes bei
-weitem nicht hinreichen, um den zur Bildung von Galle täglich nöthigen
-Bedarf an Natron zu liefern. Das Natron der Galle der Gras-fressenden
-Thiere muß demzufolge direct von den Nahrungsmitteln geliefert werden;
-ihr Organismus muß die Fähigkeit haben, alle in den Speisen vorhandenen
-und von dem Organismus zerlegbaren Natronverbindungen unmittelbar zur
-Bildung von Galle zu verwenden. Alles Natron im Thierkörper stammt, wie
-sich von selbst versteht, von den Speisen, allein die Speise des
-Fleisch-fressenden Thieres enthält im Maximo nur die zur Blutbildung
-erforderliche Menge Natron; in den meisten Fällen kann man bei dieser
-Thierklasse voraussetzen, daß nur eine der Menge des zur Blutbildung
-verwendeten Natrons entsprechende Quantität durch ihren Harn wieder
-austritt.
-
-Wenn sie eine zur Blutbildung hinreichende Quantität Natron zu sich
-nehmen, so wird eine dieser gleiche Menge durch den Harn ausgeleert,
-genießen sie weniger, so behält ihr Organismus einen Theil des zur
-Ausleerung bestimmten Natronsalzes zurück.
-
-Ueber alle diese Verhältnisse giebt die Zusammensetzung des Harns der
-verschiedenen Thierklassen die unzweideutigsten Belege.
-
-65. Als letztes Product der Veränderung aller Natronverbindungen im
-Thierkörper erhalten wir im Harn, das Natron in der Form eines Salzes,
-den Stickstoff als Ammoniak oder Harnstoff.
-
-Das Natron in dem Harn der Fleisch-fressenden Thiere finden wir an
-Schwefelsäure und Phosphorsäure gebunden, nie fehlt neben diesen
-Natronsalzen eine gewisse Menge eines Ammoniaksalzes, Salmiak oder
-phosphorsaures Ammoniak. Es kann keinen entscheidenderen Beweis für die
-Meinung abgeben, daß das Natron ihrer Galle oder ihrer umgesetzten
-Blutbestandtheile bei weitem nicht hinreicht, um die austretenden Säuren
-zu neutralisiren, als wie die Gegenwart dieser Ammoniaksalze im Harn;
-dieser Harn reagirt sauer.
-
-Im graden Gegensatz hierzu finden wir in dem Harn der Gras-fressenden
-Thiere eine überwiegende Menge von Natron und zwar nicht an
-Schwefelsäure oder Phosphorsäure gebunden, sondern an Kohlensäure,
-Benzoesäure oder Hippursäure.
-
-66. Diese wohlbegründeten Erfahrungen beweisen, daß die Gras-fressenden
-Thiere eine weit größere Menge Natron genießen als zur Neubildung ihres
-täglichen Bedarfes an Blut erforderlich ist. In ihrer Nahrung finden wir
-alle Bedingungen vereinigt zur Erzeugung einer zweiten Natronverbindung,
-welche zum Respirationsmittel bestimmt ist, und nur eine geringe
-Erfahrung in dem Wesen der mit so großer Weisheit geordneten
-Natureinrichtungen dürfte den Natrongehalt der Speise und des Harns der
-Gras-fressenden Thiere für zufällig erklären.
-
-Es kann kein Zufall sein, daß das Leben, die Entwickelung einer Pflanze
-abhängig ist von der Gegenwart der Alkalien, die sie dem Boden entzieht;
-diese Pflanze dient zur Nahrung einer großen Thierklasse, deren vitale
-Processe aufs engste an die Gegenwart dieser Alkalien geknüpft ist. Wir
-finden diese Alkalien in der Galle, ihre Gegenwart im Thierkörper ist
-die unerläßliche Bedingung zur Erzeugung des ersten Nahrungsstoffs des
-jungen Thieres, ohne eine reichliche Menge Kali kann die Bildung der
-Milch nicht gedacht werden.
-
-67. Alle Beobachtungen führen, wie sich aus dem Vorhergehenden ergiebt,
-zu der Ansicht, daß gewisse stickstofffreie Bestandtheile der Nahrung
-der Gras-fressenden Thiere (Amylon, Zucker, Gummi &c.) die Form einer
-Natronverbindung erhalten, welche in ihrem Körper zu den nämlichen
-Zwecken dient, wozu, wie wir mit Bestimmtheit wissen, die Galle (das
-kohlenstoffreichste Product der Umsetzung ihrer Gebilde) in dem Körper
-des Fleisch-fressenden Thieres verwendet wird. Sie dienen zur
-Unterhaltung gewisser vitalen Processe, und werden zuletzt zur
-Hervorbringung der animalischen Wärme, zum Widerstand gegen die
-Einwirkung der Atmosphäre verbraucht; bei den Fleischfressern ist der
-rasche Umsatz ihrer Gebilde eine Bedingung ihres Bestehens, eben weil
-erst in Folge des Stoffwechsels die Materien gebildet werden müssen,
-welche zur Verbindung mit dem Sauerstoff der Luft bestimmt sind; in
-diesem Sinne kann man sagen, daß die stickstofffreien Nahrungsmittel den
-Stoffwechsel hindern, daß sie ihn verlangsamen und eine ebenso rasche
-Beschleunigung wie bei den Fleischfressern jedenfalls unnöthig machen.
-
-68. Mit dieser Fähigkeit der stickstofffreien Nahrungsstoffe,
-als Respirationsmaterie zu dienen, steht die verhältnißmäßig so
-geringe Menge von stickstoffhaltiger Nahrung, die sie zur
-Unterhaltung ihrer Lebensfunctionen bedürfen, in dem engsten
-Zusammenhang, und es dürfte vielleicht sich herausstellen, daß die
-Nothwendigkeit zusammengesetzterer Verdauungsorgane in dem Körper der
-Pflanzen-fressenden Thiere weit mehr durch die Schwierigkeit bedingt
-ist, gewisse stickstofffreie Nahrungsmittel (Gummi? stärkemehlartige
-Faser?) löslich und geschickt zu machen, an den vitalen Processen
-Antheil zu nehmen, als die Ueberführung und Verwandlung des
-Pflanzen-Fibrins, -Albumins und -Caseins in Blut zu bewirken, denn für
-diesen Zweck finden wir die minder zusammengesetzten Apparate der
-Carnivoren vollkommen ausreichend.
-
-69. Wenn in dem Körper des Menschen, der an gemischte Nahrung gewöhnt
-ist, das Amylon eine ähnliche Rolle übernimmt, wie in dem Körper der
-Gras- und Körner-fressenden Thiere, wenn also vorausgesetzt wird, daß
-ihre Elemente an der Bildung ihrer Galle einen ebenso bestimmten
-Antheil nehmen, so folgt hieraus von selbst, daß ein Theil der
-stickstoffhaltigen Producte der Umsetzung ihrer Organe, ehe sie durch
-die Harnblase austreten, von der Leber aus, in der Form von Galle, in
-den Kreislauf zurückkehren und erst als letztes Product des
-Respirationsprocesses durch die Nieren von dem Blute geschieden werden.
-
-70. Beim Mangel an stickstofffreien Substanzen in der Nahrung des
-Menschen wird diese Form der Gallenbildung nicht stattfinden können, die
-Secrete müssen in diesem Fall eine andere Beschaffenheit besitzen, und
-das Erscheinen von Harnsäure im Harn in gewissen Krankheiten, die
-Ablagerung von Harnsäure in den Gliedern und in der Harnblase, sowie der
-Einfluß, den ein Ueberfluß von Fleischnahrung, der als gleichbedeutend
-angesehen werden muß einem Mangel an Amylon, auf die Absonderung der
-Harnsäure bei gewissen Individuen ausübt, dürfte hierin seine Erklärung
-finden. Fehlt es an Amylon, an Zucker &c., so wird ein Theil der durch
-den Stoffwechsel gebildeten oder sich bildenden Stickstoffverbindungen
-entweder an dem Orte beharren, wo sie erzeugt worden sind, sie werden
-nicht von der Leber aus als Respirationsmittel in den Organismus
-zurückkehren, und durch die Einwirkung des Sauerstoffs die letzten
-Veränderungen erfahren, die sie überhaupt zu erleiden fähig sind,
-sondern von den Nieren in irgend einer andern Form abgeschieden werden
-müssen.
-
-71. In dem Vorhergehenden ist der Beweis zu führen versucht worden, daß
-die stickstofffreien Nahrungsmittel einen ganz bestimmten Einfluß auf
-die Natur und Beschaffenheit der Secrete des Thierkörpers ausüben; ob
-dies direct geschieht, ob ihre Elemente nämlich unmittelbar an dem Acte
-der Umsetzung der Gebilde Antheil nehmen, oder indirect, möchte durch
-sorgfältige und umsichtige Versuche und Beobachtungen entschieden werden
-können. Möglich ist es, daß die stickstofffreien Nahrungsmittel, in
-irgend einer Weise verändert, von den Eingeweiden aus gradezu der Leber
-zugeführt werden, daß sie in diesem Organ, wo sie mit den Producten der
-umgesetzten Gebilde zusammentreten, die Verwandlung in Galle erfahren
-und dann erst ihren Kreislauf im Körper vollenden.
-
-Diese Meinung gewinnt an Wahrscheinlichkeit, wenn man in Betracht zieht,
-daß in dem arteriellen Blute bis jetzt noch niemals weder eine Spur
-Amylon noch Zucker aufgefunden worden ist, selbst nicht bei Thieren, die
-man ausschließlich mit diesen Materien zu ernähren versuchte. Diesen
-Materien kann man demnach, da sie in dem arteriellen Blute fehlen,
-keinen Antheil an dem Ernährungsprocesse zuschreiben, und das Erscheinen
-von Zucker im Harne Diabetischer, von Zucker, welcher, nach allen
-Beobachtungen, von der Nahrung stammt, sowie die völlige Abwesenheit
-dieses Zuckers in dem Blute der an dieser Krankheit Leidenden, beweis’t
-offenbar, daß Amylon und Zucker als solche in die Blutcirculation nicht
-aufgenommen werden.
-
-72. Ueber die Anwesenheit gewisser Bestandtheile der Galle im Blute des
-gesunden Menschen findet man in den Schriften der Physiologen viele
-Belege, wiewohl sie quantitativ schwerlich bestimmbar darin ist; denken
-wir uns in der That, daß in einer Minute zehn Pfund Blut (120 Unzen)
-durch die Leber gehen und von diesem Blute 2 Tropfen Galle (zu drei Gran
-den Tropfen) abgesondert wurden, so macht dies ¹/₉₆₀₀ von dem Gewichte
-der Blutmasse aus, ein Gehalt, der durch die Analyse nicht mehr
-festgestellt werden kann.
-
-73. Der größte Theil der Galle entsteht nach dem Vorhergehenden in dem
-Körper der Gras- und Körner-fressenden Thiere, sowie in dem des
-Menschen, der an gemischte Nahrung gewöhnt ist, aus den Bestandtheilen
-seiner stickstofffreien Nahrungsmittel; ihre Bildung kann aber nicht
-gedacht werden, ohne ein Hinzutreten eines stickstoffhaltigen Körpers,
-denn die Galle ist eine Stickstoffverbindung. Alle bis jetzt
-untersuchten Gallen geben bei der trocknen Destillation Ammoniak und
-stickstoffhaltige Producte; aus der Ochsengalle hat man Taurin und
-Ammoniak dargestellt; der Beweis, daß diese beiden Producte aus allen
-anderen Gallen darstellbar sind, ist nur deshalb nicht geführt worden,
-weil es schwer hält, sich von anderen Thieren hinlängliche Mengen von
-Galle zu verschaffen.
-
-Mag nun die stickstoffhaltige Verbindung, die sich mit den
-Bestandtheilen des Amylons zu Galle vereinigt, von den Speisen oder von
-der Substanz der umgesetzten Gebilde stammen, der Schluß, daß die
-Gegenwart derselben als eine Bedingung der Gallensecretion anzusehen
-ist, kann nicht in Zweifel gezogen werden.
-
-Da nun die Gras- und Körner-fressenden Thiere in ihren Nahrungsmitteln
-nur solche stickstoffhaltige Materien genießen, welche identisch sind
-mit ihren Blutbestandtheilen, so stammt der stickstoffhaltige
-Bestandtheil, den wir in der Galle finden, jedenfalls von einer
-Proteinverbindung ab, er ist entweder durch eine Veränderung entstanden,
-welche die Proteinverbindungen der Speise erlitten haben, oder er ist
-aus dem Blute oder aus der Substanz der Gebilde in Folge des
-Stoffwechsels erzeugt worden.
-
-74. Wenn nun der Schluß wahr ist, daß stickstoffhaltige Verbindungen,
-gleichgültig, ob sie von der Substanz des Blutes oder den
-stickstoffhaltigen Nahrungsmitteln stammen, an der Bildung der Secrete
-und namentlich an der Bildung der Galle einen bestimmten Antheil zu
-nehmen vermögen, so ist klar, daß der Organismus die Fähigkeit besitzen
-muß, fremde Materien, welche weder Theile, noch Bestandtheile der Träger
-der Lebensthätigkeit ausmachen, zu gewissen vitalen Zwecken dienen zu
-machen; alle stickstoffhaltigen, der Auflösung fähigen Substanzen ohne
-Unterschied dem Blute oder den Verdauungsorganen zugeführt, wenn sie
-sich durch ihre Zusammensetzung zu diesen Zwecken eignen, werden von dem
-Organismus in ähnlicher Weise dazu verwendet werden müssen, wie die
-stickstoffhaltigen Producte, die sich durch den Stoffwechsel gebildet
-haben.
-
-Wir kennen eine Menge Materien, welche auf den Akt der Umsetzung der
-Gebilde, sowie auf den Ernährungsproceß einen ganz bestimmten Einfluß
-ausüben, ohne daß ihre Elemente an den vor sich gehenden Veränderungen
-Antheil nehmen, es sind dies lauter solche Substanzen, deren Theile sich
-in einem gewissen Zustand der Zersetzung befinden, der sich allen
-Theilen des Organismus überträgt, welche fähig sind, eine ähnliche
-Umsetzung zu erfahren.
-
-75. Die Arzneistoffe und Gifte umfassen eine zweite außerordentlich
-zahlreiche Klasse von Verbindungen, welche die Fähigkeit haben, durch
-ihre Elemente direct oder indirect Antheil an den Secretionsprocessen
-oder dem Stoffwechsel zu nehmen. Sie lassen sich in drei große Klassen
-eintheilen, von denen die eine (wozu die metallischen Gifte gerechnet
-werden müssen) eine chemische Verbindung mit gewissen Theilen oder
-Bestandtheilen des animalischen Körpers eingeht, welche durch die
-Lebensthätigkeit nicht aufgehoben wird. Die zweite Klasse (ätherische
-Oele, Camphor, empyreumatische Materien, Antiseptica &c.) besitzt die
-Eigenschaft, den Zustand der Umsetzung ihrer Elementartheile, welchen
-gewisse sehr zusammengesetzte, organische Atome zu erleiden vermögen
-(Umsetzungsprocesse, die man, wenn sie außerhalb des Thierkörpers vor
-sich gehen, gewöhnlich mit Gährung und Fäulniß bezeichnet) zu hindern
-oder zu verlangsamen.
-
-Die dritte Klasse von Arzneistoffen nimmt durch ihre Elemente an den im
-Thierkörper vor sich gehenden Veränderungen einen directen Antheil; dem
-Organismus zugeführt, steigern und erhöhen sie die vitale Thätigkeit
-einzelner oder mehrerer Organe, sie bringen im gesunden Körper
-Krankheitserscheinungen hervor; alle üben schon in verhältnißmäßig sehr
-kleinen Gaben eine bemerkbare Wirkung aus, viele wirken in größeren
-Massen als Gifte. Von keinem dieser Körper läßt sich behaupten, daß er
-in dem Ernährungsprocesse eine entschiedene Rolle spiele, daß er von dem
-Organismus zur Blutbildung verwendet werden könne, theils, weil ihre
-Zusammensetzung von der der Blutbestandtheile abweicht, theils, weil die
-Masse, in der sie die Wirkung äußern, gegen die Blutmasse verschwindend
-klein ist.
-
-In die Blutcirculation aufgenommen, ändern sie, wie man gewöhnlich sagt,
-die Qualität des Bluts, und um durch den Magen in die Blutgefäße mit
-ihrer ganzen Wirksamkeit überzugehen, muß vorausgesetzt werden, daß sie
-durch die organische Thätigkeit, welche dieses Organ besitzt, keine
-Veränderung in ihrer Zusammensetzung erfahren, sie werden im
-unlöslichen Zustande darin löslich gemacht (verdaut), aber nicht
-zerstört, denn in letzterem Fall würden sie keine Wirkung ausüben
-können.
-
-76. Das Blut besitzt im normalen Zustande der Gesundheit zwei
-Qualitäten, welche mit einander in engem Zusammenhange stehen, obwohl
-eine von der andern als ganz unabhängig gedacht werden kann.
-
-In den Blutkörperchen enthält das Blut die Träger des zur Neubildung
-gewisser Theile des Thierkörpers, sowie zur Hervorbringung der
-animalischen Wärme dienenden Sauerstoffs; durch die Fähigkeit dieser
-Blutkörperchen, den in der Lunge aufgenommenen Sauerstoff wieder
-abzugeben, ohne daß sie damit ihren Character verlieren, bedingen sie im
-Allgemeinen den Stoffwechsel.
-
-Die zweite Qualität des Blutes, seine Fähigkeit, zu Bestandtheilen von
-Organen zu werden, sich für die Zunahme an Masse und Neubildung der
-Organe, sowie zum Ersatz von verbrauchtem Stoff zu eignen, verdankt es
-vorzugsweise dem in Auflösung vorhandenen Fibrin und Albumin. Diese
-beiden Hauptbestandtheile, welche zur Nutrition und Reproduction dienen,
-sättigen sich bei ihrem Durchgang durch die Lunge mit Sauerstoff, sie
-nehmen jedenfalls soviel davon aus der Atmosphäre auf, daß sie die
-Fähigkeit völlig verlieren, den anderen Materien, die sich im Blute
-befinden, Sauerstoff zu entziehen.
-
-Mit Bestimmtheit wissen wir, daß die Blutkörperchen des venösen Blutes
-in der Lunge, bei ihrer Berührung mit der Atmosphäre, ihre Farbe
-ändern, daß dieser Farbenwechsel begleitet ist von einer Absorbtion von
-Sauerstoff; alle Bestandtheile des Blutes, welche die Fähigkeit
-überhaupt besitzen, sich mit Sauerstoff zu verbinden, nehmen in der
-Lunge Sauerstoff auf und sättigen sich damit. Neben diesen anderen
-Materien behalten die Blutkörperchen ihre hochrothe Farbe bis in die
-feinsten Verzweigungen der Arterien, erst bei ihrem Durchgange durch die
-Capillargefäße beobachten wir, daß sie dieselbe wechseln und die
-dunkelrothe Farbe annehmen, welche die Blutkörperchen des venösen Blutes
-characterisirt. Aus diesen Thatsachen muß gefolgert werden, daß den
-Bestandtheilen des arteriellen Blutes die Fähigkeit völlig abgeht, den
-Sauerstoff der im arteriellen Blute circulirenden Blutkörperchen,
-welchen sie aus der Luft aufgenommen haben, zu entziehen, und aus der in
-den Capillargefäßen stattfindenden Farbenveränderung läßt sich kein
-anderer Schluß ziehen, als daß sie (die Blutkörperchen des arteriellen
-Blutes) während diesem Durchgang, in den Zustand zurückkehren, den sie
-im venösen Blut besitzen, daß sie also den in der Lunge aufgenommenen
-Sauerstoff abgegeben und damit das Vermögen wieder erlangt haben, sich
-mit Sauerstoff aufs Neue zu verbinden.
-
-78. Wir finden demnach in dem arteriellen Blut Albumin, was sich, wie
-alle anderen Bestandtheile, bei seinem Durchgange durch die Lunge mit
-Sauerstoff gesättigt hat, und Sauerstoffgas, was jedem Körpertheilchen
-durch die Blutkörperchen in chemischer Verbindung zugeführt wird. So
-weit unsere Beobachtungen (bei der Bebrütung des Ei’s) reichen,
-vereinigen sich darin die Bedingungen zur Erzeugung aller Gebilde; der
-zur Neubildung oder in dem Proceß der Reproduction nicht verbrauchte
-Sauerstoff vereinigt sich mit der Substanz der belebten Körpertheilchen,
-er bedingt, indem er in ihre Elemente aufgenommen wird, den Act der
-Umsetzung, den wir mit Stoffwechsel bezeichnet haben.
-
-79. Es ist klar, daß alle in den Capillargefäßen vorhandenen oder
-abgeschiedenen oder durch Endosmose oder Imbibition zugeführten Stoffe,
-welcher Art sie auch sein mögen, wenn ihnen die Fähigkeit nicht völlig
-abgeht, sich mit Sauerstoff zu vereinigen, daß sie, bei Berührung mit
-den Trägern des Sauerstoffs, sich ähnlich verhalten müssen, wie die
-lebendigen Körpertheilchen selbst, sie werden, oder ihre Elemente werden
-mit diesem Sauerstoff in Verbindung treten, es wird in diesem Fall
-entweder kein Stoffwechsel stattfinden, oder er wird sich in einer
-andern Form, in der Bildung von Producten anderer Art, zu erkennen
-geben.
-
-80. Der Begriff einer Aenderung der beiden in dem Vorhergehenden
-berührten Qualitäten des Blutes durch einen in dem Blute enthaltenen
-oder aufgenommenen fremden Stoff (Arzneistoff) setzt demnach zweierlei
-Wirkungsweisen voraus.
-
-Angenommen, daß der Arzneistoff keine, der Lebensthätigkeit eine Grenze
-setzende, chemische Verbindung mit den Bestandtheilen des Blutes
-einzugehen vermag, daß er ferner sich nicht im Zustande einer Umsetzung
-befindet, die sich auf die Bestandtheile des Blutes oder der Organe
-fortpflanzen und übertragen kann, daß ihm die Fähigkeit abgeht, durch
-seinen Contact mit den lebenden Körpertheilchen ihren Stoffwechsel, die
-Umsetzung ihrer Elemente, zu hindern, so bleibt für diese Art von
-Stoffen, um ihre Wirkungsweise erklärlich zu finden, nichts anders
-übrig, als anzunehmen, daß ihre Elemente an der Erzeugung gewisser
-Bestandtheile des lebenden Thierkörpers oder an der Bildung gewisser
-Secrete Antheil nehmen.
-
-81. Insoweit der vitale Act der Secretion mit dem Chemismus in Beziehung
-steht, ist er in dem Vorhergehenden einer Untersuchung unterworfen
-worden; bei den Fleisch-fressenden Thieren haben wir Grund zu glauben,
-daß ohne Hinzutreten eines fremden Stoffes von Außen, die Galle und die
-Bestandtheile des Harns an dem Orte gebildet werden, wo der Stoffwechsel
-vor sich geht; bei den anderen Thierclassen hingegen kann angenommen
-werden, daß in dem Secretionsorgan selbst, aus gewissen zugeführten
-Stoffen (bei den Gras-fressenden Thieren aus den Bestandtheilen des
-Amylons und einem stickstoffhaltigen Product der umgesetzten Organe) die
-Erzeugung der Secrete vermittelt wird. Diese Vorstellung schließt die
-Meinung übrigens nicht aus, daß bei den Fleisch-fressenden Thieren die
-Producte der umgesetzten Organe, eine Spaltung in Galle, Harnsäure oder
-Harnstoff, erst in den Secretionsorganen erleiden, oder daß die
-Bestandtheile der stickstofffreien Nahrungsstoffe, direct den
-Körpertheilen zugeführt, wo Stoffwechsel stattfindet, mit den Elementen
-der umgesetzten Gebilde zu den Bestandtheilen des Harns und der Galle
-zusammentreten.
-
-82. Wenn nun vorausgesetzt wird, daß gewisse Arzneimittel zu
-Bestandtheilen von Secreten werden können, so kann dies nur auf
-zweierlei Weise geschehen; entweder gelangen sie in die Blutcirculation
-und nehmen an dem Stoffwechsel directen Antheil, insofern ihre Elemente
-in die Zusammensetzung der neuen Producte eintreten, oder sie werden den
-Secretionsorganen zugeführt, wo sie auf die Bildung oder auf die
-Beschaffenheit des Secretes einen Einfluß durch Hinzutreten ihrer
-Elemente äußern.
-
-In beiden Fällen müssen sie in dem Organismus ihren chemischen Character
-verlieren, und wir wissen mit genügender Sicherheit, daß diese Classe
-von Arzneistoffen spurlos im Körper verschwindet. Schreibt man ihnen in
-der That eine Wirkung zu, so können sie durch den Magen ihre
-Eigenthümlichkeit nicht verlieren, sie können durch den Verdauungsproceß
-nicht zerstört worden sein; ihr Verschwinden setzt also voraus, daß sie
-zu gewissen Zwecken verwendet worden sind, was ohne Aenderung ihrer
-Zusammensetzung nicht denkbar ist.
-
-83. So wenig man nun auch, bis auf die Galle, mit der Zusammensetzung
-der übrigen Secrete bekannt sein mag, mit Bestimmtheit weiß man, daß
-alle Secrete Stickstoff in chemischer Verbindung enthalten; sie gehen in
-stinkende Fäulniß über und liefern entweder in diesem Zersetzungsproceß
-oder bei der trocknen Destillation ammoniakhaltige Producte; selbst der
-Speichel, mit Kalihydrat zusammengebracht, entwickelt reichlich
-Ammoniak.
-
-84. Durch ihre Zusammensetzung theilen sich die Arzneimittel in zwei
-Klassen, in stickstoffhaltige und in stickstofffreie. Vor allen
-ausgezeichnet durch ihre medizinischen Wirkungen auf den Organismus sind
-die stickstoffhaltigen Pflanzenstoffe, deren Zusammensetzung von den
-eigentlichen, stickstoffhaltigen Nahrungsstoffen, welche der Organismus
-der Pflanze ebenfalls erzeugt, abweicht.
-
-Die Arzneiwirkungen dieser Materien sind außerordentlich verschieden;
-von der mildesten Form der Wirkung der Aloe bis zum furchtbarsten Gifte,
-dem Strychnin, beobachten wir Unterschiede der mannigfaltigsten Art.
-
-Bis auf drei Verbindungen, bringen alle diese Materien im gesunden
-Organismus Krankheitszustände hervor und wirken in gewissen Gaben
-giftig, die meisten besitzen den chemischen Character der Basen.
-
-Kein stickstofffreies Arzneimittel übt in gleichen Gaben eine giftige
-Wirkung aus[F12].
-
- [12] Diese Betrachtung oder Vergleichung hat zu einer neuen und
- genaueren Untersuchung des Picrotoxins geführt und Herr _Francis_ hat
- einen bis jetzt übersehenen Stickstoffgehalt darin unzweifelhaft
- dargethan und seine Menge bestimmt.
-
-85. Die arzneiliche oder giftige Wirkung der stickstoffhaltigen
-Pflanzenstoffe steht mit ihrer Zusammensetzung in einer bestimmten
-Beziehung, sie kann nicht unabhängig von ihrem Stickstoffgehalte gedacht
-werden, allein sie steht keineswegs in directem Zusammenhang mit diesem
-Stickstoffgehalte.
-
-Das Solanin[E38], das Picrotoxin[E39], welche die geringste
-Stickstoffmenge enthalten, sind starke Gifte, Chinin[E40] enthält mehr
-Stickstoff wie Morphin[E41]; Caffein[E42] und Theobromin[E43], die
-stickstoffreichsten Pflanzenstoffe, die man kennt, sind nicht giftig.
-
-86. Ein stickstoffhaltiger Körper, der durch seine Elemente auf die
-Bildung oder die Qualität eines Secretes eine Wirkung äußert, muß in
-Beziehung auf seinen chemischen Character die Rolle übernehmen können,
-welche die stickstoffhaltigen Producte des Thierkörpers in der Bildung
-der Galle spielen, die Rolle also eines Productes des Lebensprocesses.
-Ein stickstofffreies Arzneimittel, insofern seine Wirkung sich in den
-Secreten äußert, muß in dem Thierkörper dieselbe Rolle spielen können,
-die wir den stickstofffreien Nahrungsstoffen zugeschrieben haben.
-
-Wenn wir uns also denken, daß die Elemente der Hippur- oder Harnsäure
-von den Trägern der Lebensthätigkeit stammen, daß sie als Producte ihrer
-Umsetzung den Character des Lebens, aber keineswegs die Fähigkeit
-verlieren, Veränderungen durch den eingeathmeten Sauerstoff oder durch
-die Einwirkung der Secretionsapparate zu erleiden, so läßt sich kaum ein
-Zweifel hegen, daß Stickstoffverbindungen ähnlicher Art, Producte des
-Lebensprocesses der Pflanzen, in den Thierkörper gebracht, wenn sie sich
-zu gleichen Zwecken eignen, ganz auf die nämliche Weise von dem
-Thierorganismus verwendet werden können, wie die stickstoffhaltigen
-Producte der Metamorphosen der Thiergebilde selbst; und wenn Hippur-
-oder Harnsäure oder eins ihrer Elemente Antheil z. B. zu nehmen
-vermögen an der Bildung und Erzeugung von Galle, so muß anderen
-stickstoffhaltigen Substanzen ein ähnliches Vermögen zugeschrieben
-werden.
-
-Unerforschlich wird es immer bleiben, wie die Menschen auf den Genuß
-eines heißen Aufgusses von Blättern gewisser Stauden oder der Abkochung
-gerösteter Samen gekommen sind; es muß eine Ursache geben, welche
-erklärt, wie er ganzen Nationen zu einem Lebensbedürfniß geworden ist.
-Noch weit merkwürdiger ist es gewiß, daß die wohlthätigen Wirkungen auf
-die Gesundheit, in beiden Pflanzenstoffen, einer und derselben Materie
-zugeschrieben werden müssen, deren Vorhandensein in zwei Pflanzen,
-welche verschiedenen Pflanzenfamilien und Welttheilen angehören, die
-kühnste Phantasie nicht voraussetzen konnte.
-
-Nicht minder bemerkenswerth ist es gewiß, daß der Fleisch-essende
-Indianer in dem Tabacksrauchen ein Mittel entdeckte, welches den Umsatz
-seiner Gebilde verlangsamt und damit den Hunger erträglicher macht, daß
-er dem Genusse des Branntweins nicht zu widerstehen vermag, der in
-seinem Körper als Respirationsmittel dient und die Function seiner
-umgesetzten Gebilde übernimmt. Thee und Caffee treffen wir ursprünglich
-bei Nationen an, welche vorzugsweise vegetabilische Nahrung genießen.
-
-87. Ohne auf die medicinischen Wirkungen des Caffeins und Theins
-einzugehen, wird man es jedenfalls, selbst wenn man sich darin gefallen
-sollte, ihren Einfluß auf den Secretionsproceß zu leugnen, höchst
-auffallend finden, daß Caffein und Thein, durch ein Hinzutreten von
-Wasser und Sauerstoff in Taurin, in den der Galle eigenthümlichen
-stickstoffhaltigen Bestandtheil übergehen können.
-
- 1 At. Caffein, Thein ~C₈N₄H₁₀O₂~
- 9 „ Wasser ~H₁₈O₉~
- 9 „ Sauerstoff ~O₉~
- ------------
- 2 „ Taurin 2 (~C₄N₂H₁₄O₁₀~)
-
-Eine ganz ähnliche Beziehung beobachten wir in dem Hauptbestandtheil der
-Spargeln, dem Althäin oder Asparagin; beim Hinzutreten von Sauerstoff
-und Wasser bekommen wir ebenfalls die Elemente des Taurin’s.
-
- 1 At. Asparagin ~C₈N₄H₁₆O₆~
- 6 „ Wasser ~H₁₂O₆~
- 8 „ Sauerstoff ~O₈~
- ------------
- 2 „ Taurin 2 (~C₄N₂H₁₄O₁₀~)
-
-Beim Hinzutreten der Elemente des Wassers und einer gewissen Menge
-Sauerstoff zu den Elementen des Theobromins, des Hauptbestandtheils der
-Cacaobohnen, haben wir Harnstoff und Taurin oder Harnsäure, Taurin und
-Wasser.
-
- 1 At. Theobromin ~C₁₈N₁₂H₂₀O₄~ } { 4 At. Taurin ~C₁₆N₈ H₅₆O₄₀~
- 22 „ Wasser ~H₄₄O₂₂~ } = { 1 „ Harnstoff ~C₂ N₄ H₈ O₂~
- 16 „ Sauerstoff ~O₁₆~ }
- ----------------- --------------
- ~C₁₈N₁₂H₆₄O₄₂~ ~C₁₈N₁₂H₆₄O₄₂~
-
-oder:
-
- 1 At. Theobromin ~C₁₈N₁₂H₂₀O₄~ } {4 At. Taurin ~C₁₆N₈ H₅₆O₄₀~
- 24 „ Wasser ~H₄₈O₂₄~} = {2 „ Kohlensäure ~C₂ O₄~
- 16 „ Sauerstoff ~O₁₆~} {2 „ Ammoniak ~N₄ H₁₂~
- -------------- --------------
- ~C₁₈N₁₂H₆₈O₄₄~ ~C₁₈N₁₂H₆₈O₄₄~
-
-oder:
-
- 1 At. Theobromin ~C₁₈N₁₂H₂₀O₄~ } { 2 At. Taurin ~C₈ N₄ H₂₈O₂₀~
- 8 „ Wasser ~H₁₆O₈~ } = { 1 „ Harnsäure ~C₁₀N₈ H₈ O₆~
- 14 „ Sauerstoff ~O₁₄~ } {
- -------------- --------------
- ~C₁₈N₁₂H₃₆O₂₆~ ~C₁₈N₁₂H₃₆O₂₆~
-
-88. Um die Wirkung des Caffeins, Asparagins &c. auf den Organismus
-erklärlich zu finden, muß man sich erinnern, daß der Hauptbestandtheil
-der Galle nur 3,8 ~pCt.~ Stickstoff enthält, von dem nur die Hälfte dem
-Taurin angehört (1,9 ~pCt.~).
-
-Die Galle enthält im natürlichen Zustande 80 Theile Wasser und 10 Theile
-feste Substanz. Nehmen wir nun an, diese 10 Theile seien Choleinsäure
-mit 3,87 ~pCt.~ Stickstoff, so enthalten 100 Gewichtstheile Galle im
-natürlichen Zustande in der Form von Taurin 0,171 Gewichtstheile
-Stickstoff. Diese Quantität Stickstoff ist aber in 0,6 Caffein enthalten
-oder 2⁸/₁₀ Gran Caffein können in der Form von Taurin, einer Unze Galle
-den Stickstoff liefern, und wenn ein Theeaufguß auch nur den zehnten
-Theil eines Grans Thein enthält, so kann, wenn es überhaupt zur
-Gallenbildung beiträgt, seine Wirkung nicht gleich Null gesetzt werden.
-Man wird eben so wenig leugnen können, daß bei einem Ueberfluß von
-stickstofffreien Nahrungsmitteln und bei Mangel an Bewegung, welche den
-Umsatz der Gebilde bedingt und die zur Gallenbildung nöthige
-Stickstoffverbindung liefert, daß in diesem Zustande der Genuß von
-Stoffen der Gesundheit zuträglich sein mag, welche die Rolle der zur
-Respirationsmaterie unentbehrlichen Stickstoffverbindung, die der
-Körper erzeugt, zu übernehmen vermögen. In chemischer Beziehung und dies
-allein soll mit Obigem dargethan werden, eignen sich Thein, Caffein,
-Theobromin, Asparagin mehr, wie alle anderen stickstoffhaltigen
-Pflanzenstoffe, ihrer Zusammensetzung nach, zu dieser Verwendungsweise.
-Ihre Wirkungen sind für die gewöhnlichen Zustände nicht in die Augen
-fallend, wiewohl unleugbar vorhanden.
-
-89. Was die Wirkung der andern stickstoffhaltigen Pflanzenstoffe
-betrifft, des Chinins, der Bestandtheile des Opiums &c. &c., die sich
-nicht in den Secretionsprocessen, sondern in anderen Erscheinungen
-äußert, so sind die Physiologen und Pathologen nicht zweifelhaft, daß
-sie vorzugsweise auf die Nerven und das Gehirn gerichtet ist; sie ist,
-wie man gewöhnlich sagt, dynamischer Art, was ausdrücken will, daß sie
-die Bewegungserscheinungen des Thierlebens entweder beschleunigt oder
-verlangsamt, oder in irgend einer Form ändert. Beachtet man nun, daß die
-Wirkung materiellen, mit der Hand greifbaren und wägbaren Stoffen
-angehört, daß sie in dem Organismus verschwinden, daß eine doppelte
-Portion stärker wirkt, wie eine einfache, daß nach einiger Zeit eine
-neue Dosis gegeben werden muß, wenn man die Wirkung zum zweitenmal
-hervorbringen will, so läßt dies Verhalten, in chemischer Beziehung, nur
-eine einzige Form von Erklärung, die Vorstellung nämlich zu, daß sie
-durch ihre Elemente Theil an der Bildung oder Umsetzung der Gehirn- und
-Nervensubstanz nehmen.
-
-So sonderbar nun auch der Gedanke auf den ersten Blick zu sein scheint,
-daß die Bestandtheile des Opiums, oder der Chinarinde, die Elemente des
-Codeins, Morphins, Chinins &c. in Bestandtheile der Gehirn- und
-Nervensubstanz, zu Trägern der Thätigkeit übergehen, von denen aus die
-Bewegungen der Organe im Thierkörper vermittelt werden, daß sie zu einem
-Bestandtheil der Substanz werden, mit deren Hinwegnahme der Sitz des
-geistigen Lebens, des Gefühls und des Bewußtseins vernichtet wird, so
-bleibt nicht minder gewiß, daß alle diese Fähigkeiten und Thätigkeiten
-auf’s engste mit der Existenz und einer gewissen Beschaffenheit der
-Gehirn-, Rückenmark- und Nervensubstanz im Zusammenhange stehen, in der
-Art, daß alle Aeußerungen des Lebens dieser Stoffe, die in der
-Erscheinung sich als Bewegung, Empfindung, Gefühl zu erkennen geben,
-eine andere Form annehmen, so wie ihre Zusammensetzung sich ändert. Die
-Gehirn- und Nervensubstanz erzeugte der Organismus des Thieres aus
-Materien, die ihm von den Pflanzen geliefert wurden; es sind die
-Bestandtheile ihrer Nahrung, welche in Folge einer Reihe von
-Veränderungen die Eigenschaften und die Beschaffenheit annehmen, die wir
-an ihnen kennen.
-
-90. Wenn nun als eine unbestreitbare Wahrheit angesehen werden muß, daß
-aus den Bestandtheilen des Pflanzen-Fibrins, -Caseins, -Albumins allein,
-oder mit Zuhülfenahme der Bestandtheile der stickstofffreien
-Nahrungsmittel, oder des daraus gebildeten Fettes die Gehirn- und
-Nervensubstanz erzeugt wird, so hat die Meinung nichts Absurdes, daß
-andere Bestandtheile der Vegetabilien, die in ihrer Zusammensetzung
-zwischen beiden (den Fetten nämlich und den Proteinverbindungen) stehen,
-daß diese in dem Organismus zu gleichem Zwecke verwendet werden können.
-
-91. Nach _Frémy’s_ Untersuchung ist der Hauptbestandtheil des
-Gehirnfettes die Natronverbindung von einer eigenthümlichen Säure, der
-Cerebrinsäure, welche in 100 Th. enthält:
-
- Kohlenstoff 66,7
- Wasserstoff 10,6
- Stickstoff 2,3
- Phosphor 0,9
- Sauerstoff 19,5
-
-Wie man leicht bemerkt, weicht die Zusammensetzung der Cerebrinsäure von
-der der fetten Körper und der stickstoffhaltigen Bestandtheile des
-Blutes gänzlich ab; die Fette sind frei von Stickstoff, die
-Proteinverbindungen enthalten nahe an 17 ~pCt.~ Stickstoff. Bis auf den
-Phosphor(säure?)gehalt kann die Zusammensetzung der Gehirnsubstanz am
-nächsten nur mit der Zusammensetzung der Choleinsäure verglichen werden,
-obwohl beide mit einander nicht verwechselt werden können.
-
-92. Die Gehirn- und Nervensubstanz sind jedenfalls auf eine ähnliche
-Weise entstanden wie die Galle, entweder durch Austreten einer
-stickstoffreichen Materie aus den Bestandtheilen des Blutes, oder durch
-Zusammentreten eines stickstoffhaltigen Productes des Lebensprocesses
-mit einem stickstofffreien (einem fetten!) Körper. Alles was in dem
-Vorhergehenden über die verschiedene Art und Weise der Entstehung der
-Galle gesagt worden ist, alle Schlüsse, zu denen wir über die Mitwirkung
-stickstoffhaltiger oder stickstofffreier Nahrungsstoffe gelangt sind,
-lassen sich mit gleichem Rechte oder mit gleicher Wahrscheinlichkeit auf
-die Bildung und Erzeugung der Gehirn- und Nervensubstanz anwenden.
-
-Man darf nicht aus den Augen verlieren, daß, wie man auch die vitalen
-Vorgänge betrachten mag, die Entstehung der Gehirnsubstanz aus Blut eine
-Aenderung in der Zusammensetzung und den Qualitäten der
-Blutbestandtheile voraussetzt; diese Aenderung findet eben so gewiß
-statt, als die Existenz der Gehirnsubstanz nicht geleugnet werden kann.
-In diesem Sinne muß angenommen werden, daß aus einer Proteinverbindung
-ein erstes, zweites, drittes &c. Product hervorgeht, ehe eine gewisse
-Anzahl ihrer Elemente zu Bestandtheilen der Gehirnsubstanz werden
-können, und es muß als vollkommen gewiß angesehen werden, daß ein
-Product des Lebensprocesses einer Pflanze, dem Blute zugeführt, die
-Rolle der ersten, zweiten, dritten Producte der Veränderung der
-Proteinverbindung übernehmen wird, wenn ihre Zusammensetzung sich zu
-diesem Zwecke eignet. Es kann in der That nicht als zufällig angesehen
-werden, daß die Zusammensetzung der wirksamsten Arzneistoffe, der
-organischen Basen, mit keinem Bestandtheil des Thierkörpers außer mit
-der Gehirnsubstanz in Beziehung gebracht werden kann; alle enthalten
-eine gewisse Menge Stickstoff; sie stehen, in Beziehung auf ihre
-Elemente, in der Mitte zwischen den Proteinverbindungen und den Fetten.
-
-93. Im Gegensatz zu ihrem chemischen Charakter finden wir in der
-Gehirnsubstanz die Eigenschaft einer Säure; sie enthält eine weit
-größere Menge von Sauerstoff wie die organischen Basen. Wir beobachten,
-daß Chinin und Cinchonin, Morphin und Codein, Strychnin und Brucin, die
-sich in ihrer Zusammensetzung so nahe stehen, wenn nicht eine gleiche
-Wirkung äußern, doch darin sich näher stehen, als den anderen, welche
-größere Unterschiede in ihrer Zusammensetzung zeigen. Wir finden, daß
-mit ihrem Sauerstoffgehalte (wie beim Narcotin) ihre energische Wirkung
-abnimmt, daß im strengsten Sinne keine durch die andere vollkommen
-ersetzt werden kann. Es giebt aber keinen entscheidenderen Beweis für
-die Art und Weise ihrer Wirkung, als das letztere Verhalten, sie muß in
-der engsten Beziehung zu ihrer Zusammensetzung stehen. Wenn diese Stoffe
-in der That eine Rolle in Beziehung auf die Bildung oder Aenderung der
-Qualitäten der Gehirn- und Nervensubstanz ausüben, so erklären sich ihre
-Wirkungen auf den gesunden so wie auf den kranken Organismus auf eine
-überraschend einfache Weise, und wenn man nicht versucht ist zu leugnen,
-daß der Hauptbestandtheil der Fleischbrühe in dem Körper des Menschen
-oder der organische Bestandtheil der Knochen in dem Leibe eines Hundes,
-obwohl sie zur Blutbildung schlechterdings nicht geeignet sind, daß also
-Stickstoffverbindungen, welche den Proteinverbindungen durchaus
-unähnlich sind, eine ihrer Zusammensetzung entsprechende Verwendung
-finden, so werden wir daraus schließen dürfen, daß ein anderes, dem
-Protein ebenfalls unähnliches, aber einem Bestandtheil des Thierkörpers
-ähnliches Product des Pflanzenlebens in dem Organismus des Thieres eine
-ähnliche Verwendung findet, wie das Product, welches durch die vitale
-Thätigkeit seiner Organe ursprünglich ebenfalls aus einer
-Pflanzensubstanz erzeugt worden ist.
-
-Die Zeit ist noch nicht lange vorübergegangen, wo man über die Ursache
-der verschiedenartigen Wirkungen des Opiums nicht die allergeringste
-Vorstellung hatte, wo die Wirkung der Chinarinde in ein unbegreifliches
-Dunkel gehüllt schien. Jetzt, wo man weiß, daß sie kristallisirbaren,
-chemischen Verbindungen angehört, welche in ihrer Zusammensetzung ebenso
-verschieden sind, wie sie in ihrer Wirkung auf den Organismus von
-einander abweichen, jetzt also, wo man die Stoffe kennt, denen die
-arzneiliche oder giftige Wirkung zukommt, kann nur der Unverstand ihren
-Antheil an dem Lebensproceß für unerforschbar halten; sie deshalb, wie
-Manche gethan haben, für unerforschbar erklären, weil sie in kleinen
-Gaben wirken, ist eben so ungereimt, wie wenn man die Schärfe eines
-Rasirmessers beurtheilen wollte nach seinem Gewichte.
-
-94. Es wäre völlig zwecklos, diesen Schlüssen eine größere Ausdehnung zu
-geben, sie verdienen, so hypothetisch sie sich auch darstellen mögen,
-nur in so fern Beachtung, als sie den Weg andeuten, den die Chemie
-verfolgt, oder den sie nicht verlassen darf, wenn sie in der That der
-Physiologie und Pathologie Dienste leisten soll. Die Combinationen des
-Chemikers beziehen sich stets auf den Stoffwechsel vorwärts und
-rückwärts, auf den Uebergang der Nahrung in die mannigfaltigen Gebilde
-und Secrete und ihrer Umsetzung in leblose Verbindungen; seine
-Untersuchungen sollen zeigen, was im Körper vor sich gegangen ist, und
-was vor sich gehen kann. Sonderbarer Weise sehen wir die Arzneiwirkungen
-alle abhängig von gewissen Stoffen, die sich in ihrer Zusammensetzung
-nicht ähnlich sind, und wenn durch die Hinzuführung eines Stoffes
-gewisse abnormale Zustände zu normalen werden, so wird man die Ansicht
-nicht zurückweisen können, daß diese Erscheinung in einer Aenderung der
-Zusammensetzung der Bestandtheile des kranken Organismus beruht, an
-welcher die Elemente des Arzneimittels einen bestimmten Antheil haben,
-einen ähnlichen Antheil, wie der ist, den die Bestandtheile der Pflanzen
-an der Bildung des Fettes und der Membranen, des Speichels, der
-spermatischen Materie &c. genommen haben; ihr Kohlenstoff, ihr
-Wasserstoff, Stickstoff, oder was sonst zu ihrer Zusammensetzung gehört,
-sie stammen ja von dem Organismus der Pflanze ab; die Wirkungen des
-Chinins, des Morphins, der vegetabilischen Gifte sind zuletzt keine
-Hypothesen.
-
-95. Aehnlich also wie man in gewissem Sinne von Caffein, Thein,
-Asparagin, so wie von den stickstofffreien Nahrungsstoffen sagen kann,
-daß sie Nahrungsstoffe für die Leber sind, indem sie die Elemente
-enthalten, durch deren Gegenwart dieses Organ befähigt wird, seinen
-Functionen vorzustehen, lassen sich die stickstoffhaltigen, durch ihre
-Wirkung auf das Gehirn und die Substanz der Bewegungsapparate so
-merkwürdigen Arzneistoffe als Nahrungsstoffe für die unbekannten Organe
-betrachten, welche zur Metamorphose der Blutbestandtheile in Gehirn- und
-Nervensubstanz bestimmt sind, Organe, die in dem Thierkörper nicht
-fehlen können, und wenn im Zustande der Krankheit ein abnormaler Proceß
-der Bildung oder Umsetzung der Bestandtheile der Nerven- und
-Gehirnsubstanz sich eingestellt hat, wenn in den dazu bestimmten Organen
-die Fähigkeit vermindert ist, aus den Blutbestandtheilen Nerven- und
-Gehirnsubstanz zu erzeugen, oder einer abnormalen Umsetzung Widerstand
-zu leisten, so steht der Ansicht in chemischer Beziehung kein Hinderniß
-entgegen, daß Materien von einer der Gehirn- und Nervensubstanz
-ähnlichen Zusammensetzung, die sich für die Bildung derselben eignen,
-statt der aus dem Blute erzeugten zum Widerstand oder zur Herstellung
-des normalen Zustandes verwendet werden können. Beide sind Producte des
-Lebensprocesses; die Blutbestandtheile sowohl, wie die Körper, welche
-wir Arzneimittel nennen, stammen von den Pflanzen, nur in ihrer Form
-zeigen sie Verschiedenheiten.
-
-96. Einige Physiologen und Chemiker haben die Eigenthümlichkeit der
-Cerebrinsäure, welche ihrem Kohlenstoff- und Wasserstoffgehalte und
-ihren physikalischen Eigenschaften nach einer stickstoffhaltigen fetten
-Säure gleicht, in Zweifel gezogen; ein stickstoffhaltiges Fett, was
-einen sauren Charakter besitzt, ist aber in der That keine Anomalie. Die
-Hippursäure ist in manchen ihrer Eigenschaften den fetten Säuren sehr
-ähnlich, sie ist aber durch ihren Stickstoffgehalt wesentlich davon
-unterschieden; die organischen Bestandtheile der Galle, sie gleichen in
-ihren physikalischen Eigenschaften den sauren Harzen und sind ebenfalls
-stickstoffhaltig; die organischen Basen stehen in ihren physikalischen
-Eigenschaften zwischen den fetten Körpern und den Harzen, alle sind
-stickstoffhaltig; eine stickstoffhaltige fette Säure ist eben so wenig
-unwahrscheinlich, wie die Existenz eines stickstoffhaltigen Harzes, was
-die Eigenschaften einer Salzbase besitzt.
-
-97. Ein genaues Studium möchte wahrscheinlich in der Substanz des
-Gehirns, des Rückenmarks und der Nerven Verschiedenheiten darthun. Nach
-den Beobachtungen von _Valentin_ ändert sich die Beschaffenheit der
-Gehirn- und Nervensubstanz von dem Tode an, mit großer Schnelligkeit,
-und ganz besondere Sorgfalt müßte auf die Sonderung fremder, der Mark-
-und Gehirnsubstanz nicht angehörender Materien zu verwenden sein. So
-groß nun auch die Schwierigkeiten sich darstellen mögen, so scheint die
-Untersuchung dennoch ausführbar. Vorläufig wissen wir, daß gegen einen
-großen Kohlenstoff- und Wasserstoffgehalt in der Gehirnsubstanz alle
-Erfahrungen sprechen; die _Abwesenheit_ von Stickstoff als Bestandtheil
-der Nerven- und Gehirnsubstanz erscheint jedenfalls unwahrscheinlich.
-Sie darf ferner nicht zu den Fetten gerechnet werden, denn wir finden
-sie mit Natron vereinigt; alle Fette sind aber Glycerylverbindungen.
-Was den Phosphorgehalt der Gehirnsubstanz betrifft, so haben wir über
-den Zustand, in welchem der Phosphor darin enthalten ist, nur
-Vermuthungen. _Walchner_ beobachtete vor Kurzem, daß sich aus einem
-Brunnentroge in Carlsruhe, auf dessen Boden Fische faulten,
-selbstentzündliches Phosphorwasserstoffgas in Blasen entwickelte, und
-auch in der Fäulniß der Gehirnsubstanz sind phosphorreiche Gase
-beobachtet worden[F13].
-
- [13] Das Museum zu Genf übergab eine große Portion Weingeist, der zur
- Aufbewahrung von Thieren (Fischen) gedient hatte, an Herrn Leroyer,
- Apotheker, der seine Reinigung übernahm. Er destillirte denselben über
- ein Gemenge von Chlorcalcium mit gebranntem Kalk und dampfte den
- Rückstand an der Luft über Feuer ab. Sobald die Masse eine gewisse
- Consistenz und eine höhere Temperatur angenommen hatte, entwickelte
- sich eine außerordentliche Menge entzündliches Phosphorwasserstoffgas
- (_Dumas_ ~V.~ 267.)
-
-
-
-
-Dritter Theil.
-
- Die
- Bewegungserscheinungen
- im
- Thierorganismus.
-
-
-~I.~
-
-Die zahllosen Bilder, welche sich der menschliche Geist über die Natur
-und das Wesen der eigenthümlichen Ursache geschaffen hat, welche als der
-letzte Grund der Erscheinungen angesehen werden muß, die das Thier- und
-Pflanzenleben characterisiren, mit einem neuen zu vermehren, dürfte
-nicht der Beachtung werth gehalten werden, wenn sich nicht aus den
-Vorstellungen über diese Ursache, welche im Eingang zum ersten Theil
-dieser Schrift entwickelt worden sind, gewisse Begriffe als nothwendige
-Folgerungen ergäben, deren nähere Erörterung in dem Folgenden versucht
-werden soll.
-
-Von vorne herein muß zugegeben werden, daß alle diese Folgerungen ihre
-Bedeutung verlieren, wenn der Beweis geführt werden kann, daß die
-Ursache der Lebensthätigkeit mit anderen bekannten Ursachen, welche
-Bewegung oder Form- und Beschaffenheitsänderungen der Materie bewirken,
-in ihren Aeußerungen nichts gemein hat.
-
-Eine Vergleichung ihrer Eigenthümlichkeiten mit der Wirkungsweise dieser
-anderen Ursachen, kann übrigens schon deshalb keinen Nachtheil bringen,
-weil die Natur und das Wesen einer Naturerscheinung nicht durch
-Abstraction, sondern nur durch vergleichende Beobachtungen erkennbar
-sind.
-
-Wenn die Lebenserscheinungen nämlich als Aeußerungen einer
-eigenthümlichen Kraft angesehen werden, so müssen die Wirkungen dieser
-Kraft an gewisse erforschbare Gesetze gebunden sein, die mit den
-allgemeinsten Gesetzen des Widerstandes und der Bewegung im Einklange
-sind, welche die Weltkörper und Weltkörpersysteme in ihren Bahnen
-erhalten, wodurch Form- und Beschaffenheitsänderungen in den Körpern
-bedingt werden, ganz abgesehen von dem Stoff, welcher als Träger der
-Lebenskraft sich darstellt, oder der Form, in der sich die Lebenskraft
-äußert.
-
-Die Lebenskraft giebt sich in einem belebten Körpertheil als eine
-Ursache der Zunahme an Masse, sowie des Widerstandes gegen äußere
-Thätigkeiten zu erkennen, welche die Form, Beschaffenheit und
-Zusammensetzung der Elementartheilchen ihres Trägers zu ändern streben.
-
-Als eine Kraft der Bewegung, Form- und Beschaffenheitsänderung der
-Materie zeigt sie sich durch Störung und Aufhebung des Zustandes der
-Ruhe, in dem sich die chemischen Kräfte befinden, durch welche die
-Bestandtheile der ihren Trägern zugeführten Verbindungen, die wir als
-Nahrungsstoffe kennen, zusammengehalten werden.
-
-Die Lebenskraft bewirkt eine Zersetzung dieser Nahrungsstoffe, sie hebt
-die Kraft der Anziehung auf, die zwischen ihren kleinsten Theilchen
-unausgesetzt thätig ist, sie ändert die Richtung der chemischen Kräfte
-in der Art, daß die Elemente der Nahrungsstoffe sich in einer andern
-Weise ordnen, daß sie zu neuen, den Trägern der Lebenskraft gleichen
-oder unähnlichen Verbindungen zusammentreten; sie ändert die Richtung
-und Stärke der Cohäsionskraft, sie hebt den Cohäsionszustand der
-Nahrungsmittel auf und zwingt die neuen Verbindungen, zu Formen
-zusammenzutreten, welche keine Aehnlichkeit mit den Formen haben, welche
-durch die frei (ohne Widerstand) wirkende Cohäsionskraft gebildet
-werden.
-
-Die Lebenskraft äußert sich als eine Kraft der Anziehung, insofern die
-durch die Form- und Beschaffenheitsänderung des Nahrungsstoffes neu
-gebildete Verbindung, bei gleicher Zusammensetzung mit ihrem Träger, zu
-einem Bestandtheil dieses Trägers wird.
-
-Die dem Träger der Lebenskraft unähnlichen, neuerzeugten Verbindungen
-treten aus dem Körpertheile aus, sie erleiden in der Form gewisser
-Secretionen, anderen Körpertheilen zugeführt, bei ihrer Berührung damit,
-eine Reihe ähnlicher Veränderungen.
-
-Als Widerstand giebt sich die Lebenskraft in belebten Körpertheilen zu
-erkennen, insofern durch sie, durch ihr Vorhandensein in ihren Trägern,
-die Elemente derselben das Vermögen erlangen, Störungen und Aenderungen
-in ihrer Form und Zusammensetzung durch äußere Thätigkeiten zu
-widerstehen, eine Fähigkeit, die sie für sich als chemische Verbindungen
-nicht besitzen.
-
-Wie bei anderen Kräften umfaßt der Begriff einer ungleichen Intensität
-der Lebenskraft in einem belebten Körpertheil nicht nur die ungleiche
-Fähigkeit der Zunahme an Masse und der Ueberwindung von (chemischen)
-Widerständen, sondern man bezeichnet damit auch gradezu die
-Verschiedenheit in der Größe des Widerstandes selbst, den die Theile
-oder Bestandtheile eines belebten Körpertheils einer Aenderung in der
-Form und Zusammensetzung durch neue äußere einwirkende Ursachen
-entgegensetzen; ganz ähnlich wie die Stärke der Cohäsionskraft oder der
-Affinität in gradem Verhältniß steht zu dem Widerstande, den diese
-Kräfte einer äußern mechanischen oder chemischen Ursache entgegensetzen,
-welche die Theile einer Verbindung von einander zu trennen strebt.
-
-Die Aeußerungen der Lebenskraft sind abhängig von einer gewissen Form
-ihrer Träger und einer bestimmten Zusammensetzung der Substanz des
-lebendigen Körpertheils.
-
-Die Fähigkeit der Zunahme an Masse in einem belebten Körpertheil wird
-bedingt durch die unmittelbare Berührung mit Stoffen, die sich zu einer
-Zersetzung eignen, oder deren Elementartheile zu Bestandtheilen des
-Trägers der Lebensthätigkeit übergehen können.
-
-Die Aeußerung der Zunahme setzt voraus, daß die einwirkende Lebenskraft
-mächtiger ist, als der Widerstand, den die chemische Kraft einer
-Zersetzung oder Umsetzung der Elementartheile der Nahrungsstoffe ihr
-entgegensetzt.
-
-Die Aeußerungen der Lebenskraft sind abhängig von einer gewissen
-Temperatur; weder in einer Pflanze, noch in einem Thiere zeigen sich
-Lebenserscheinungen, wenn die Temperatur in gewissen Verhältnissen
-abnimmt.
-
-Die Lebenserscheinungen eines belebten Organismus nehmen an Stärke und
-Intensität durch Wärmeentziehung ab, wenn die Temperatur, welche er
-besitzt, nicht durch andere Ursachen wieder erneuert wird.
-
-Entziehung von Nahrungsstoff setzt allen Lebensäußerungen eine bestimmte
-Grenze.
-
-Der Contact der belebten Körpertheile mit Nahrungsstoff wird in dem
-Thierorganismus bedingt durch eine mechanische Kraft, welche in ihm
-selbst erzeugt wird und gewissen Organen die Fähigkeit giebt,
-Ortsveränderungen zu bewirken, eine mechanische Bewegung
-hervorzubringen, mechanische Widerstände aufzuheben.
-
-Man kann einem ruhenden Körper eine gewisse Bewegung ertheilen durch
-eine Menge in ihren Aeußerungen höchst verschiedener Kräfte; wir setzen
-ein Uhrwerk in Bewegung durch ein fallendes Gewicht (durch die Schwere),
-durch eine gespannte Feder (durch Elasticität). Wir bringen jede Art von
-Bewegungen hervor durch die elektrische oder magnetische Kraft, sowie
-durch die chemischen Kräfte, ohne daß wir im Stande sind zu sagen, wenn
-wir die Aeußerung dieser Thätigkeiten nur in ihrer Erscheinung ins Auge
-fassen, durch welche von diesen verschiedenen Ursachen des Ortswechsels
-der ruhende Körper die Bewegung oder Geschwindigkeit empfangen hat.
-
-In dem Organismus des Thieres kennen wir nur eine Quelle der bewegenden
-Kraft, und diese Quelle ist die nämliche Ursache, welche die Zunahme
-belebter Körpertheile an Masse bedingt, welche ihnen das Vermögen
-giebt, äußeren Actionen Widerstand zu leisten, es ist die _Lebenskraft_.
-
-Um zu einer klaren Einsicht dieser in ihrer Form so verschiedenen
-Aeußerungen der Lebenskraft zu gelangen, muß man sich erinnern, daß eine
-jede Kraft sich in einer Materie durch zwei für die Beobachtung durchaus
-verschiedene Zustände der Thätigkeit zu erkennen giebt.
-
-Die in den Theilchen eines Steins vorhandene Kraft der Schwere ertheilt
-ihnen ein unausgesetztes Streben, sich nach dem Mittelpunkte der Erde
-hinzubewegen.
-
-Für die Wahrnehmung verschwindet diese Thätigkeit, wenn der Stein z. B.
-auf einem Tische liegt, dessen Theile der Aeußerung seiner Schwere einen
-Widerstand entgegensetzen. Die auf ihn wirkende Kraft ist stets
-vorhanden, sie äußert sich als Druck auf die Unterlage, allein er bleibt
-auf seinem Platze, er besitzt keine Bewegung. Mit Gewicht bezeichnen wir
-die Aeußerung seiner Schwere im Zustande der Ruhe.
-
-Was den Stein am Fallen hindert, ist ein Widerstand, welcher bewirkt
-wird durch eine Kraft der Anziehung, mit welcher die Theilchen des
-Holzes zusammenhängen; eine Wassermasse würde ihn am Fallen nicht
-gehindert haben.
-
-Wenn die Kraft, welche die Theilchen des Steins nach dem Mittelpunkte
-der Erde hintreibt, größer wäre als die Kraft, womit die Holztheilchen
-zusammenhängen, so würde die Cohäsionskraft überwunden werden, sie würde
-den Stein am Fallen nicht hindern können.
-
-Nehmen wir den Tisch und damit die Kraft hinweg, welche die Aeußerung
-der Schwere aufgehoben hatte, so zeigt sich die letztere als die Ursache
-der Ortsveränderung des Steins, er kommt in Bewegung, d. h. er fällt:
-Widerstand ist stets eine Kraft.
-
-Je nachdem wir ihn kürzere oder längere Zeit fallen lassen, erlangt er
-Fähigkeiten, die er im ruhenden Zustande nicht besaß, er erhält nämlich
-das Vermögen, schwächere oder stärkere Widerstände (Kräfte) aufzuheben,
-oder ruhenden Körpern Bewegung mitzutheilen.
-
-Von einer gewissen Höhe herabfallend macht er einen bleibenden Eindruck
-an dem Orte, den er berührt, von einer noch größern Höhe (längere Zeit)
-fallend, macht er ein Loch in die Tischplatte; seine eigene Bewegung
-theilt sich einer gewissen Anzahl Holztheilchen mit, die nun mit dem
-Steine selbst fallen. Keine dieser Eigenschaften besaß der ruhende
-Stein.
-
-Die erlangte Geschwindigkeit ist stets die Wirkung der bewegenden Kraft.
-Sie ist unter sonst gleichen Umständen dem Druck proportional.
-
-Ein frei fallender Körper gewinnt nach einer Sekunde eine
-Geschwindigkeit von 30 Fuß. Derselbe Körper auf dem Monde fallend, würde
-in einer Sekunde nur eine Geschwindigkeit von ³⁰/₃₆₀₀ = 0,1 Zoll
-gewinnen, weil dort die Intensität der Schwere (der Druck, welcher auf
-den Körper wirkt, die bewegende Kraft) 3600 mal kleiner ist.
-
-Wenn der Druck gleichförmig fortwirkt, so steht die Geschwindigkeit
-genau im Verhältniß zum Druck, dergestalt, daß z. B. der 3600mal
-langsamer fallende Körper nach 3600 Sekunden dieselbe Geschwindigkeit
-annimmt, wie der andere nach einer Sekunde.
-
-Die Wirkung ist folglich nicht der bewegenden Kraft allein, noch der
-Zeit allein, sondern dem Druck, multiplicirt mit der Zeit =
-_Kraftmoment_, proportional.
-
-In zwei gleichen Körpermassen bezeichnet die Geschwindigkeit das
-Kraftmoment. Unter dem Einfluß desselben Drucks bewegt sich aber ein
-Körper um so langsamer, je größer seine Masse; die doppelte Masse
-braucht, um in gleicher Zeit eine gleiche Geschwindigkeit zu erlangen,
-einen doppelten Druck, oder sie muß unter dem einfachen Drucke eine
-doppelt so lange Zeit in Bewegung bleiben.
-
-Um einen Ausdruck für die ganze eingetretene Wirkung zu haben, muß man
-daher, die Masse mit ihrer Geschwindigkeit multipliciren.
-
-Dieses Product heißt _Bewegungsgröße_.
-
-Die Größe der Bewegung eines Körpers muß in allen Fällen dem Kraftmoment
-genau entsprechen.
-
-Größe der Bewegung und Kraftmoment wird auch schlechtweg mit _Kraft_
-bezeichnet, weil man sich vorstellt, daß ein kleiner Druck, der z. B. 10
-Sekunden gewirkt hat, ebensoviel werth ist, als ein zehnmal größerer
-Druck, der nur eine Sekunde thätig war.
-
-_Bewegungsmoment_ heißt in der Mechanik die Wirkung einer Kraft ohne
-Rücksicht auf die Zeit (Geschwindigkeit), in welcher sie zur Aeußerung
-kam. -- Wenn ein Mann z. B. dreißig Pfunde 100 Fuß hoch hebt, ein
-zweiter dreißig Pfund auf 200 Fuß Höhe, so hat der zweite doppelt so
-viel Kraft wie der erste verwendet; ein dritter welcher 60 Pfund auf 50
-Fuß Höhe gehoben hat, verbraucht dazu nicht mehr Kraft wie der erste, um
-30 Pfund 100 Fuß hoch zu heben. Die Bewegungsmomente des ersten (30 ×
-100) und des dritten (60 × 50) sind sich gleich, das Bewegungsmoment des
-zweiten (30 × 200) ist doppelt so groß.
-
-_Kraftmomente_ und _Bewegungsmomente_ sind demnach in der Mechanik
-Ausdrücke oder Maßstäbe für Kraftwirkungen, die sich auf eine in
-gegebener Zeit erlangte Geschwindigkeit oder auf einen gegebenen Raum
-beziehen; in diesem Sinne lassen sie sich auf die Wirkungen aller
-anderen Ursachen der Bewegung, Form- und Beschaffenheitsveränderung
-übertragen, wie groß oder wie klein auch der Raum oder die Zeit sein
-mag, in der sich ihre Wirkung für die Sinne offenbart.
-
-Eine jede Kraft äußert sich demnach in der Materie als Widerstand gegen
-äußere Ursachen der Orts- (Form- und Beschaffenheits-) Veränderung; als
-Bewegung-erzeugende Kraft zeigt sie sich, wenn ihr keine Widerstände
-entgegenstehen oder in der Ueberwindung von Widerständen.
-
-Eine und dieselbe Kraft wirkt Bewegung mittheilend und Bewegungen
-vernichtend; in dem einen Falle, wenn ihrer Thätigkeitsäußerung keine
-Widerstände entgegenstehen; in dem andern, wenn sie selbst die Aeußerung
-einer andern Ursache der Bewegung (Form- und Beschaffenheits-Aenderung)
-aufhebt. Gleichgewicht (oder Ruhe) heißt der Zustand der Thätigkeit, wo
-ein Kraft- oder Bewegungsmoment, durch ein entgegengesetztes Kraft- oder
-Bewegungsmoment aufgehoben ist.
-
-Beide Thätigkeitsäußerungen beobachten wir an der Kraft, welche den
-belebten Körpertheilen ihre eigenthümlichen Eigenschaften giebt.
-
-Durch Aufhebung der zwischen den Bestandtheilen der Nahrungsstoffe
-wirkenden chemischen Kräfte (der Cohäsion und Affinität), durch
-Aenderung der Lage oder des Ortes, in welchem sich ihre
-Elementartheilchen befinden, giebt sich die Lebenskraft als bewegende
-Kraft zu erkennen; sie äußert sich als Bewegung erzeugende Kraft durch
-Ueberwindung der chemischen Anziehung der Bestandtheile der
-Nahrungsstoffe und als die Ursache, die sie zwingt, sich in einer neuen
-Ordnung mit einander zu vereinigen.
-
-Es ist klar, daß einem belebten Körpertheil, welcher also die Fähigkeit
-besitzt, Widerstände aufzuheben und den Elementartheilchen der
-Nahrungsstoffe eine Bewegung mitzutheilen durch die in ihm frei sich
-äußernde Lebenskraft, ein Bewegungsmoment zukommen muß, was ja nichts
-anderes ist, als das Maß der eingetretenen Bewegung, Form- und
-Beschaffenheits-Aenderung.
-
-Wir wissen, daß dieses Bewegungsmoment der Lebenskraft in einem belebten
-Körpertheil verwendbar ist, um ruhenden Materien Bewegung zu ertheilen
-(Zersetzung zu bewirken, Widerstände aufzuheben), und wenn die
-Lebenskraft in ihren Aeußerungen sich ähnlich verhält wie andere
-Kräfte, so muß dieses Bewegungsmoment mitgetheilt oder fortgepflanzt
-werden können durch Materien, die in sich selbst durch eine
-entgegenwirkende Thätigkeit seine freie Aeußerung nicht aufheben.
-
-Die durch irgend eine Ursache gewonnene Bewegung eines Stoffes oder
-einer Materie kann in sich selbst nicht vernichtet werden, sie kann zwar
-für die Wahrnehmung verschwinden, allein auch aufgehoben durch
-Widerstände (durch entgegengesetzte Kraftwirkungen) wird ihr Effect
-nicht vernichtet. Der fallende Stein übt durch seine im Fallen gewonnene
-Bewegungsgröße, auf dem Tische angelangt, eine Wirkung aus; der
-hervorgebrachte Eindruck auf das Holz, die Geschwindigkeit, welche von
-der seinigen sich auf die Holztheile überträgt, ist sein Effect.
-
-Uebertragen wir die Begriffe von Bewegung, Gleichgewicht und Widerstand
-auf die chemischen Kräfte, die in ihrer Wirkungsweise der Lebenskraft
-unendlich näher stehen, als die Schwere, so wissen wir mit der größten
-Bestimmtheit, daß sie nur bei unmittelbarer Berührung sich thätig
-zeigen; wir wissen, daß die ungleiche Fähigkeit chemischer Verbindungen,
-Widerstand gegen äußere Störungen zu leisten, gegen die Einwirkung der
-Wärme, der elektrischen Kraft, die ihre Theilchen zu trennen streben, so
-wie ihr Vermögen Widerstände in anderen Verbindungen aufzuheben
-(Zersetzung zu bewirken), daß mit einem Worte die in einer Verbindung
-thätige Kraft, abhängig ist von einer gewissen Ordnung, in welcher sich
-ihre Elementartheilchen berühren.
-
-Die nämlichen Elemente in einer andern Ordnung mit einander vereinigt,
-äußern mit anderen Verbindungen in Berührung eine höchst ungleiche
-Fähigkeit Widerstand zu leisten oder Widerstände aufzuheben, in der
-einen Form ist die zur Aeußerung gelangte Kraft verwendbar (der Körper
-ist activ, eine Säure z. B.), in der andern nicht (er ist indifferent),
-in einer dritten Form ist sein Kraftmoment der ersten entgegengesetzt
-(er ist activ, aber eine Basis).
-
-Aendern wir die Ordnung der Elemente, so sind wir im Stande, die
-Bestandtheile einer Verbindung durch einen andern activen Körper zu
-trennen, die, in einer andern Form vereinigt, seiner Action einen
-unüberwindlichen Widerstand entgegensetzten.
-
-Aehnlich wie zwei gleiche unelastische Massen von gleicher
-Geschwindigkeit, die aus entgegengesetzter Richtung getrieben, mit
-einander in Berührung kommend, zur Ruhe gelangen, ähnlich also wie zwei
-gleiche aber entgegengesetzte Bewegungsmomente sich gegenseitig
-aufheben, kann das Kraftmoment einer chemischen Verbindung, durch ein
-gleiches aber entgegengesetztes Kraftmoment einer zweiten Verbindung
-ganz oder zum Theil aufgehoben, allein es kann nicht vernichtet werden,
-so lange die Ordnung nicht gestört wird, durch welche die in ihnen
-wohnende Kraft zur Aeußerung gelangt ist.
-
-Die chemische Kraft der Schwefelsäure ist im Gyps eben so ungeschwächt
-vorhanden, als im Vitriolöl, aber für die Wahrnehmung ist sie
-verschwunden; nehmen wir die Ursache hinweg, die ihre Aeußerung auf
-andere Materien aufhob, so zeigt sie sich in ihrem Träger mit ihrer
-ganzen Stärke.
-
-So kann die Cohäsionskraft eines festen Körpers durch eine chemische
-Kraft (in der Auflösung), durch Wärme (beim Schmelzen), für die
-Beobachtung völlig verschwinden, ohne daß sie nur entfernt geschwächt
-oder vernichtet wäre. Entfernen wir die ihr entgegenwirkende
-Kraftäußerung (den Widerstand), so zeigt sie sich in der Krystallisation
-unverändert.
-
-Durch die elektrische Kraft, durch die Wärme, sind wir im Stande, der
-chemischen Kraft in ihren Aeußerungen die mannigfaltigsten Richtungen zu
-geben; wir stellen damit die Ordnung fest, in welcher sich die
-Elementartheilchen vereinigen sollen. Nehmen wir die Ursache hinweg
-(Wärme, elektrische Kraft), die ihrer schwächeren Anziehung nach der
-einen Richtung hin das Uebergewicht gab, so wird die stärkere Anziehung
-nach einer andern Richtung hin sich unausgesetzt thätig zeigen, und wenn
-diese stärkere Anziehung das Beharrungsvermögen der Elementartheilchen
-überwinden kann, so werden sich die Elementartheile in einer neuen Form
-mit einander vereinigen, das ist, es wird eine neue Verbindung von
-veränderten Eigenschaften gebildet werden müssen.
-
-In Verbindungen dieser Art, in welchen also die freie Aeußerung der
-chemischen Kraft, durch andere Kräfte gehindert wurde, kann ein Stoß,
-eine mechanische Reibung, die Berührung mit einer Materie, deren
-Elementartheile sich im Zustande der Bewegung (Umsetzung, Zersetzung)
-befinden, irgend eine Ursache von Außen, deren Thätigkeit sich der
-stärkeren Anziehung der Elementartheilchen nach einer andern Richtung
-hinzufügt, hinreichen, um dieser stärkeren Anziehung das Uebergewicht zu
-geben, das Beharrungsvermögen zu überwinden, ihre Form und
-Beschaffenheit, welche sie der Mitwirkung fremder Ursachen verdanken, zu
-ändern, ein Zerfallen der Verbindung in eine oder mehrere neue Körper
-von veränderten Eigenschaften zu bewirken.
-
-Umsetzungen, oder wenn man will, Bewegungserscheinungen, können in
-Verbindungen dieser Classe, bewirkt werden durch die in einer andern
-chemischen Verbindung frei und verwendbar wirkende chemische Kraft, und
-zwar ohne daß ihre Aeußerung durch Widerstände erschöpft oder aufgehoben
-wird. So wird das Gleichgewicht in der Anziehung der Elemente des
-Rohrzuckers, durch Berührung mit einer sehr kleinen Menge Schwefelsäure
-aufgehoben; er verwandelt sich in Traubenzucker; ganz ähnlich sehen wir
-die Elemente des Amylons sich mit den Elementen des Wassers zu einer
-neuen Form ordnen, ohne daß die Schwefelsäure, welche gedient hatte, um
-diese Umsetzung zu bewirken, ihren chemischen Charakter verliert, sie
-bleibt in Bezug auf andere Materien, auf die sie eine Wirkung äußert,
-ebenso activ als wie vorher, grade so, als wenn sie keine Art von
-Wirkung auf das Amylon ausgeübt hätte.
-
-Ganz verschieden von der Aeußerung der sogenannten mechanischen
-Kräfte haben wir in den chemischen Kräften Ursachen von
-Bewegungserscheinungen, von Form- und Beschaffenheitsänderungen, ohne
-wahrnehmbare Erschöpfung der Kraft, wodurch sie hervorgerufen werden,
-erkannt; allein der Grund der fortdauernden Thätigkeitsäußerung bleibt
-stets derselbe, es ist der Mangel einer entgegengesetzten Thätigkeit
-(eines Widerstandes), der sie aufzuheben oder ins Gleichgewicht zu
-setzen fähig ist.
-
-Aehnlich wie die Aeußerungen der chemischen Kräfte (das Kraftmoment
-einer chemischen Verbindung) abhängig erscheinen von einer bestimmten
-Ordnung, in der sich ihre Elementartheilchen berühren, zeigt die
-Erfahrung, daß die Lebenserscheinungen unzertrennlich von der Materie
-sind, daß die Aeußerungen der Lebenskraft in einem belebten Körpertheil
-bedingt werden durch eine gewisse Form des Trägers und durch eine
-gewisse Ordnungsweise seiner Elementartheilchen; heben wir die Form oder
-Zusammensetzung des Organs auf, so verschwinden alle Lebensäußerungen.
-
-Nichts hindert uns, die Lebenskraft als eine besondere Eigenschaft zu
-betrachten, die gewissen Materien zukommt, und wahrnehmbar wird, wenn
-ihre Elementartheilchen zu einer gewissen Form zusammengetreten sind.
-
-Diese Vorstellung nimmt den Lebenserscheinungen nichts von ihrer
-wunderbaren Eigenthümlichkeit, man kann sie als einen Anhaltspunkt
-betrachten, von dem aus sich eine Untersuchung derselben, sowie die
-Erforschung ihrer Gesetze anknüpfen läßt, ganz so wie man die
-Eigenschaften und Gesetze der Bewegungen des Lichts, als abhängig von
-einer Lichtmaterie, oder einem Aether betrachtet, der mit den
-erforschten Gesetzen nichts weiter zu thun hat.
-
-In dieser Form gedacht, vereinigt die Lebenskraft in ihren Aeußerungen
-alle Eigenthümlichkeiten der chemischen Kräfte und der nicht minder
-wunderbaren Ursache, die wir als den letzten Grund der elektrischen
-Erscheinungen ansehen.
-
-Die Lebenskraft äußert sich nicht wie die Schwerkraft oder magnetische
-Kraft in unendlichen Entfernungen, sondern sie ist, wie die chemischen
-Kräfte, nur bei unmittelbarer Berührung thätig, sie wird durch einen
-Complex materieller Theile wahrnehmbar.
-
-Ein belebter Körpertheil erhält nach obiger Voraussetzung die Fähigkeit,
-Widerstand zu leisten und Widerstände aufzuheben, durch das
-Zusammentreten seiner Elementartheilchen in einer gewissen Form und er
-muß, so lange diese Form und Ordnung durch entgegengesetzte Kräfte nicht
-aufgehoben wird, seine Kraft unausgesetzt zu behaupten vermögen.
-
-Wenn durch den Act der Thätigkeitsäußerung eines belebten Körpertheils
-die Elemente der Nahrungsstoffe in der ihm gleichen Form und
-Beschaffenheit zusammengetreten sind, so erlangen sie eine ihm gleiche
-Fähigkeit; es gelangt durch dieses Zusammentreten die in ihnen wohnende
-Lebenskraft zur freien Aeußerung, sie wird in gleicher Weise verwendbar.
-
-Wenn man sich nun erinnert, daß alle Nahrungsstoffe belebter Organismen
-Verbindungen zweier oder mehrerer Elemente sind, welche durch chemische
-Kräfte zusammengehalten werden, wenn man erwägt, daß in dem Act der
-Thätigkeitsäußerung eines belebten Körpertheils die Elemente der
-Nahrungsstoffe in einer andern Ordnung zusammentreten, so ist völlig
-gewiß, daß das Kraft- oder Bewegungsmoment der Lebenskraft stärker war,
-als die zwischen den Elementen der Nahrung sich äußernde chemische
-Anziehung[F14].
-
- [14] Die Hände eines Mannes, welcher mit einem Seile 30 Pfund 100 Fuß
- hoch hebt, legen einen Weg von 100 Fuß zurück, während seine
- Muskelthätigkeit einem Widerstand (Druck) von 30 Pfunden das
- Gleichgewicht hält. Wäre die von dem Manne anwendbare Kraft nicht
- größer, als um dem Druck von dreißig Pfunden das Gleichgewicht zu
- halten, so würde er nicht vermögend sein, das Gewicht zu der
- angegebenen Höhe zu heben.
-
-Die chemische Kraft, welche die Bestandtheile zusammenhielt, wirkte
-gleich einem Widerstande, welcher überwunden wurde durch die active
-Lebenskraft.
-
-Wären beide gleich gewesen, so würde keine Art von wahrnehmbarer Wirkung
-eingetreten sein; bei überwiegender chemischer Action würde der belebte
-Körpertheil eine Veränderung erlitten haben.
-
-Wenn wir uns nun denken, daß eine gewisse Quantität von Lebenskraft dazu
-verwendet werden mußte, um sich mit der chemischen Kraft ins
-Gleichgewicht zu setzen, so bleibt immer noch ein Ueberschuß von Kraft,
-durch welchen die Zersetzung bewirkt wurde; in diesem Ueberschuß besteht
-das Kraftmoment des belebten Körpertheils, durch den die Zersetzung
-bewerkstelligt wurde; er erhält durch ihn ein dauerndes Vermögen,
-weitere Zersetzungen zu bewirken und seinen Zustand, seine Form und
-Beschaffenheit gegen äußere Actionen zu behaupten.
-
-Wir können uns denken, daß dieser Ueberschuß hinweggenommen und in einer
-andern Weise verwendet werden kann; das Bestehen des belebten
-Körpertheils würde dadurch nicht gefährdet werden, eben weil in diesem
-Falle ein Ruhe- und Gleichgewichtszustand eintreten würde; allein mit
-der Hinwegnahme dieses Ueberschusses würde er seine Fähigkeit der
-Zunahme an Masse, sein Vermögen weitere Zersetzungen zu bewirken,
-äußeren Ursachen von Störungen zu widerstehen, verlieren. Wenn ihm in
-diesem Gleichgewichtszustande Sauerstoff (eine chemische Action)
-zugeführt werden würde, so würde dessen Streben, sich mit einem Elemente
-des belebten Körpertheils zu vereinigen, kein Hinderniß entgegenstehen,
-eben weil ihm das Vermögen, Widerstand zu leisten, durch anderweitige
-Verwendung von Lebenskraft genommen worden ist. Je nach der Menge des
-zugeführten Sauerstoffs würde eine entsprechende Menge des belebten
-Körpertheils seinen Zustand des Lebens verlieren und die Form einer
-chemischen Verbindung erhalten von einer dem belebten Stoff unähnlichen
-Zusammensetzung, es würde mit einem Worte ein Wechsel in den
-Eigenschaften der belebten Verbindung, ein Stoffwechsel entstehen.
-
-Wenn wir erwägen, daß die Fähigkeit der Zunahme an Masse in der Pflanze
-beinahe keine Grenze hat, daß hundert Weidenzweige, von einem Baume
-genommen, zu hundert Bäumen werden, so kann man kaum einen Zweifel
-hegen, daß mit dem Zusammentreten der Elemente des Nahrungsstoffs zu
-einem Bestandtheil der Pflanze, zu dem vorhandenen Kraftmoment, in dem
-neugebildeten Pflanzentheile ein neues Kraftmoment hinzukommt, in der
-Art, daß mit der Zunahme an Masse die Summe von Lebenskraft wächst.
-
-Je nach der Quantität verwendbarer Lebenskraft ändern sich die Producte,
-die durch ihre Thätigkeit aus dem zugeführten Nahrungsstoff gebildet
-werden. Die Bestandtheile der Knospe, der Wurzelfaser, des Blattes, der
-Blüthe und Frucht sind höchst verschieden; die chemische Kraft, wodurch
-ihre Elemente zusammen gehalten werden, ist sehr ungleich.
-
-Von den stickstofffreien Bestandtheilen der Pflanzen kann man behaupten,
-daß kein Theil des Kraftmomentes verwendet wird, um ihre Form und
-Beschaffenheit zu behaupten, sobald ihre Elemente einmal in der Ordnung
-zusammengetreten sind, in der sie zu Trägern der Lebenskraft werden.
-
-Ganz verschieden verhalten sich die stickstoffhaltigen Pflanzenstoffe,
-denn sie gehen, wie man gewöhnlich sagt, von der Pflanze getrennt, von
-selbst in Gährung und Fäulniß über. Die Ursache dieser Zersetzung oder
-Umsetzung ihrer Elemente ist die chemische Action, welche der Sauerstoff
-auf einen ihrer Bestandtheile ausübt. Wir wissen nun, daß, so lange die
-Pflanze Lebenserscheinungen zeigt, Sauerstoffgas von ihrer Oberfläche
-abgeschieden wird, daß dieser Sauerstoff ohne alle Wirkung ist auf die
-Bestandtheile der lebendigen Pflanze, zu denen er sonst die größte
-Anziehung besitzt, und es ist klar, daß eine gewisse Quantität
-Lebenskraft verwendet werden muß, theils um die Elemente der complexen
-stickstoffhaltigen Bestandtheile, in der Form, Beschaffenheit und
-Ordnung zu erhalten, die ihnen zukommt, theils als Widerstand gegen die
-unaufhörliche Einwirkung des Sauerstoffs der Luft auf ihre Elemente, so
-wie des Sauerstoffs, der in ihrem Organismus durch den Lebensproceß
-abgeschieden wird.
-
-Mit der Zunahme an diesen veränderlichen Bestandtheilen, in der Blüthe
-z. B. und in der Frucht, wächst die Summe von chemischer Kraft, deren
-freie Aeußerung durch ein entsprechendes Maß von Lebenskraft im
-Gleichgewicht gehalten, als Widerstand verbraucht wird.
-
-Die Pflanze nimmt so lange an Masse zu, bis sich die in ihr wohnende
-Lebenskraft mit allen äußeren Ursachen, die ihrer Aeußerung
-entgegenwirken, ins Gleichgewicht gesetzt hat, eine jede neue Ursache
-von Störung, die sich den vorhandenen hinzufügt (Temperaturwechsel &c.),
-nimmt ihr jetzt die Fähigkeit, Widerstand zu leisten, sie stirbt ab.
-
-In den perennirenden Pflanzen (den Holzpflanzen z. B.) ist die Masse der
-veränderlichen Bestandtheile (der stickstoffhaltigen), verglichen mit
-den stickstofffreien, so klein, daß von der ganzen Summe von Kraft, als
-Widerstand, nur ein verschwindendes Moment verbraucht wird; bei den
-jährigen Pflanzen ist dieses Verhältniß umgekehrt.
-
-In allen Perioden des Lebens einer Pflanze wird die vorhandene active
-(durch Widerstände nicht aufgehobene) Lebenskraft nur zu einer Form von
-Lebensäußerung verwendet, zur Zunahme an Masse nämlich, zur
-Ueberwindung von Widerständen; kein Theil der Kraft wird zu anderen
-Zwecken verbraucht.
-
-In dem Organismus des Thieres zeigt sich die Lebenskraft, wie in der
-Pflanze in der Fähigkeit der Zunahme an Masse, als die Ursache des
-Widerstandes gegen äußere Einwirkungen, allein die Zunahme so wie der
-Widerstand sind in gewisse Grenzen eingeschlossen.
-
-Wir beobachten nämlich, daß der Uebergang der Nahrungsstoffe in Blut,
-die Berührung des Blutes mit den belebten Körpertheilen bedingt wird von
-einer mechanischen Kraft, deren Aeußerung von besonderen Organen ausgeht
-und vermittelt wird durch ein besonderes System von Apparaten, denen die
-Fähigkeit zukommt, die empfangene Bewegung fortzupflanzen und zu
-verbreiten; von einem zweiten Systeme ähnlicher Apparate finden wir das
-Vermögen des Thieres abhängig, den Ort zu wechseln und durch seine
-Glieder mechanische Effecte hervorzubringen. Diese Apparate, so wie die
-von ihnen ausgehenden Bewegungserscheinungen, fehlen in der Pflanze.
-
-Um sich ein klares Bild über den Ursprung und die Quelle der
-mechanischen Bewegungen im Thierkörper zu verschaffen, dürfte es eine
-Erleichterung sein, sich an die Wirkungsweise anderer Kräfte zu
-erinnern, welche der Lebenskraft in ihren Aeußerungen am nächsten
-stehen.
-
-Wenn wir eine Anzahl Zink- und Kupferplatten in einer gewissen Weise
-geordnet mit einer Säure in Berührung bringen, so tritt, wenn man die
-beiden äußersten Punkte des Apparates mit einem Metalldraht in
-Verbindung setzt, eine chemische Action an den Zinkplatten ein, und der
-Draht erhält in Folge dieser Action die merkwürdigsten und wunderbarsten
-Eigenschaften.
-
-Dieser Draht zeigt sich nämlich als der Träger einer Kraft, welche durch
-ihn mit außerordentlicher Schnelligkeit nach allen Richtungen
-hingeleitet und fortgepflanzt werden kann; er ist der Leiter oder
-Fortpflanzer einer ununterbrochenen Reihe von Thätigkeits-Aeußerungen.
-
-Eine solche Fortpflanzung von Bewegung ist nicht denkbar, wenn in dem
-Drahte eine Ursache des Widerstandes zu überwinden wäre, jeder
-Widerstand würde einen Theil der bewegenden Kraft zur ruhenden machen.
-
-Wird der Draht in der Mitte zerschnitten, sein Zusammenhang
-unterbrochen, so hört damit die Fortpflanzung der Kraft auf, und wir
-sehen, daß in diesem Falle die Action der Säure auf das Zink
-augenblicklich aufhört.
-
-Stellen wir die Verbindung wieder her, so tritt die verschwundene Action
-mit ihrer ganzen Energie wieder ein.
-
-Wir können durch die in dem Drahte vorhandene Thätigkeit eine Menge der
-verschiedenartigsten Effecte bewirken, Widerstände aller Art
-überwältigen, Lasten heben, Schiffe in Bewegung setzen, und, was noch
-weit merkwürdiger ist, dieser Draht verhält sich wie eine hohle Röhre,
-in welcher ein Strom von chemischer Kraft frei und ohne Hinderniß
-circulirt.
-
-Die Eigenschaften, die wir als festgekettet an gewisse Materien mit dem
-Ausdruck der stärksten und energischsten Verwandtschaft bezeichnen, wir
-finden sie, dem Anschein nach, frei und ungebunden an diesem Drahte
-wieder, wir können sie, von ihm aus, auf andere Materien übertragen und
-ihnen damit eine Affinität (die Fähigkeit, Verbindungen einzugehen)
-ertheilen, die ihnen für sich nicht zukommt; je nach der Quantität der
-Kraft, die in dem Drahte circulirt, können wir damit Verbindungen
-zerlegen, deren Elemente die mächtigste Verwandtschaft zu einander
-haben, und an allen diesen Thätigkeitsäußerungen nimmt die Substanz des
-Drahtes nicht den geringsten Antheil, er ist nur der Leiter der Kraft.
-
-An diesem Drahte beobachten wir noch überdies Erscheinungen der
-Anziehung und Abstoßung, die wir dem aufgehobenen Gleichgewichtszustande
-der elektrischen und magnetischen Kraft zuschreiben müssen, und es
-stellen sich bei der Wiederherstellung des Gleichgewichts des gestörten
-elektrischen Zustandes, Licht und Wärme, als ihre nie fehlenden
-Begleiter ein.
-
-Alle diese merkwürdigen Erscheinungen werden hervorgerufen durch die
-chemische Action, welche Säure und Zink auf einander ausüben, sie sind
-begleitet von einer Form- und Beschaffenheitsänderung, welche beide
-erleiden.
-
-Die Säure verliert ihren chemischen Character, das Zink geht eine
-Verbindung mit ihr ein. Die in dem Metalldrahte hervorgerufenen
-Thätigkeitsäußerungen, sie sind eine unmittelbare Folge des Wechsels in
-ihren Eigenschaften.
-
-Ein Theilchen Säure nach dem andern verliert seine, ihm zukommenden,
-chemischen Eigenschaften und wir sehen, daß in eben diesem Grade der
-Draht eine chemische, mechanische, galvanische oder magnetische Kraft,
-oder wie man sie nennen will, empfängt; je nach der Anzahl von Theilchen
-der Säure, welche in einer und derselben Zeit diese Veränderung erfahren
-(je nach der Oberfläche des Zinks), empfängt der Draht eine größere oder
-geringere Quantität von diesen Kräften.
-
-Die Fortdauer des Stromes von Kraft hängt ab von der Fortdauer der
-chemischen Action, die Fortdauer der chemischen Action ist aufs engste
-geknüpft, an die Ableitung der Kraft.
-
-Hindern wir die Fortpflanzung der Kraft, so behält die Säure ihren
-chemischen Character; wird sie zur Ueberwindung von chemischen oder
-mechanischen Widerständen verbraucht, zur Zersetzung chemischer
-Verbindungen oder zur mechanischen Bewegung, so dauert die chemische
-Action fort, das heißt, ein Theilchen Säure nach dem andern wechselt
-seine Eigenschaften.
-
-Wir haben in dem Vorhergehenden diese merkwürdigen Erscheinungen in
-einer Form aufgefaßt, welche unabhängig von den Erklärungen der Schule
-ist. Ist die in dem Drahte circulirende Kraft, die elektrische Kraft?
-ist es Affinität? pflanzt sie sich in dem Leiter wie eine in Bewegung
-gesetzte Flüssigkeit, oder als eine Reihe von Bewegungsmomenten, wie
-der Schall, das Licht, von einem Theilchen des Leiters zu dem andern
-fort? Alles dieses weiß man nicht, und wird es nie ermitteln. Auf die
-Wahrheit der Erscheinungen haben alle Vorstellungen, die man ihnen als
-Erklärungen unterlegt, nicht den geringsten Einfluß, denn sie beziehen
-sich lediglich auf die Form, in welcher sie sich äußern.
-
-Nur darüber ist man nicht im Zweifel, daß nämlich alle Effecte, welche
-durch den Draht hervorgebracht werden können, bedingt werden von dem
-Wechsel in den Eigenschaften des Zinks und der Säure, denn der
-Ausdruck »chemische Action« bezeichnet ja nicht mehr und nicht weniger,
-als den Act ihrer Veränderung; daß sie abhängig sind, von dem
-Vorhandensein eines Leiters, einer Substanz, welche die eintretende
-Thätigkeitsäußerung, das Kraftmoment, fortpflanzt nach allen Richtungen
-hin, wo es durch Widerstände nicht aufgehoben wird, daß es also in ein
-Bewegungsmoment übergeht, mit dem man mechanische Bewegungen
-hervorbringen kann, was, auf andere Körper übertragen, diesen alle
-Eigenschaften giebt, deren letzte Ursache die chemische Kraft selbst
-ist; sie erhalten das Vermögen, Zersetzungen und Verbindungen zu
-bewirken, was ihnen, ohne Zufuhr an Kraft, durch den Leiter, völlig
-abgehen würde.
-
-Wenn wir diese wohlbekannten Erfahrungen als Mittel benutzen, um, durch
-sie geführt, die letzte Ursache der mechanischen Effecte im
-Thierorganismus zu erforschen, so giebt die Beobachtung zu erkennen, daß
-die Bewegung des Blutes und der Säfte von ganz bestimmten Organen
-ausgeht, welche, wie das Herz und die Eingeweide, die bewegende Kraft
-nicht in sich selbst erzeugen, sondern von anderen Seiten her empfangen.
-
-Wir kennen mit zweifelloser Gewißheit in den Nerven die Leiter und
-Verbreiter mechanischer Effecte, wir wissen, daß durch sie die Bewegung
-nach allen Seiten hin fortgepflanzt wird. Für jede Bewegung kennen wir
-einen besondern Nerven, einen besondern Leiter, mit dessen
-Leitungsvermögen, mit dessen Unterbrechung sich die Fortpflanzung
-verändert oder eine Grenze findet.
-
-Durch die Nerven empfangen alle Theile des Thierkörpers, die Glieder,
-die zu ihren Functionen, zum Ortswechsel, zur Hervorbringung
-mechanischer Effecte unentbehrliche Kraft der Bewegung, wo die Nerven
-fehlen, vermissen wir Bewegung; die an einem Orte im Ueberfluß erzeugte
-Kraft wird den anderen durch die Nerven zugeleitet, was das eine Organ
-in sich selbst an Kraft nicht zu erzeugen vermag, wird ihm von anderen
-Seiten zugeführt, was ihm an Lebenskraft fehlt, um Widerstand zu leisten
-gegen äußere Ursachen von Störungen, um Widerstände aufzuheben, empfängt
-es als Ueberschuß von einem andern Organe, welches ihn für sich selbst
-nicht zu verwenden vermag.
-
-Wir beobachten ferner, daß die willkührlichen und unwillkührlichen
-Bewegungen, daß alle mechanischen Effecte im Thierorganismus begleitet,
-daß sie abhängig sind von einer eigenthümlichen Form- und
-Beschaffenheitsänderung in der Substanz gewisser belebter Körpertheile,
-deren Zu- oder Abnahme im engsten Zusammenhange steht mit dem Maß von
-Bewegung oder mit der Quantität von Kraft, welche durch die Bewegungen
-verzehrt worden ist.
-
-Als eine unmittelbare Folge der zur Aeußerung gelangten, mechanischen
-Kraft sehen wir, daß ein Theil der Muskelsubstanz ihre vitalen
-Eigenschaften, ihren Character des Lebens verliert, daß sie aus dem
-belebten Körpertheile austritt, daß dieser Theil seine Fähigkeit der
-Zunahme an Masse, sein Vermögen Widerstand zu leisten, einbüßt; wir
-finden, daß dieser Wechsel in den Eigenschaften begleitet ist von der
-Aufnahme eines fremden Elementes, des Sauerstoffs, in die
-Zusammensetzung der belebten Muskelsubstanz (ähnlich wie die Säure ihren
-chemischen Character durch Aufnahme von Zink verlor), und alle
-Erfahrungen beweisen, daß dieser Uebergang der belebten Muskelsubstanz,
-in Verbindungen ohne alle Lebensäußerungen, beschleunigt oder
-verlangsamt wird, je nach der Quantität der verbrauchten Kraft zur
-Bewegung; ja daß sie sich gegenseitig proportional sind, daß ein rascher
-Uebergang der Muskelsubstanz, sagen wir, ein rascher Stoffwechsel, eine
-größere Quantität von mechanischer Kraft und ein größeres Maß von
-mechanischer Bewegung (verbrauchter, mechanischer Kraft) einen rascheren
-Stoffwechsel gegenseitig bedingen.
-
-Aus diesem ganz bestimmten Zusammenhange des Stoffwechsels im
-Thierkörper mit der durch mechanische Bewegungen verzehrten Kraft kann
-kein anderer Schluß gezogen werden, als daß die in gewissen, belebten
-Körpertheilen active oder verwendbare Lebenskraft die Ursache ist der
-mechanischen Effecte des Thierkörpers.
-
-Die bewegende Kraft stammt zweifellos von belebten Körpertheilen, sie
-besaßen ein Kraft- oder Bewegungsmoment, was sie in eben dem Grade
-verloren, als andere ein Kraft- oder Bewegungsmoment empfangen haben;
-sie verlieren ihre Fähigkeit der Zunahme an Masse, ihr Vermögen,
-Widerstand gegen äußere Ursachen von Störungen zu leisten; es ist klar,
-die letzte Ursache, die Lebenskraft, von denen sie diese Eigenschaften
-erhielten, sie hat zur Hervorbringung der mechanischen Kraft gedient,
-sie ist als Bewegung verzehrt worden.
-
-Wie ließe sich in der That einsehen, daß ein belebter Körpertheil den
-Zustand des Lebens verliert, daß er unfähig wird, der Einwirkung des im
-arteriellen Blute ihm zugeführten Sauerstoffs zu widerstehen, daß er das
-Vermögen einbüßt, chemische Widerstände aufzuheben, wenn das Kraftmoment
-der Lebenskraft, was ihm alle diese Eigenschaften gab, nicht zu anderen
-Zwecken verwendet worden wäre!
-
-Durch das Vermögen der Leiter (der Nerven), das Kraftmoment eines
-belebten Körpertheils, den Effect, den die in ihm thätige Lebenskraft
-auf alle seine Umgebungen äußert, fortzupflanzen nach anderen Orten hin,
-wo die Kraft (d. h. ihr Bewegungsmoment) ohne alle Widerstände verzehrt
-wird (ohne Bewegung tritt kein Stoffwechsel ein, ist die Bewegung
-eingetreten, so steht ihr kein Widerstand entgegen), wird offenbar in
-dem belebten Körpertheil ein Gleichgewichtszustand zwischen den
-chemischen Kräften und der noch in ihm wohnenden Lebenskraft
-herbeigeführt, der ohne diesen Verbrauch an Lebenskraft zur mechanischen
-Bewegung nicht eingetreten wäre.
-
-Eine jede dem Organismus fremde Ursache, welche auf die Form,
-Beschaffenheit und Zusammensetzung des Organs eine Wirkung auszuüben
-vermag, findet jetzt keinen Widerstand mehr. Ohne die Ableitung der
-Kraft und ihre Verwendung zu anderen Zwecken, ohne das Hinzutreten von
-Sauerstoff würde das Organ seinen Zustand, aber ohne alle Lebensäußerung
-behauptet haben, erst durch die chemische Action des Sauerstoffs findet
-der Stoffwechsel, d. h. das Austreten in der Form einer unbelebten
-Verbindung statt.
-
-Stoffwechsel, mechanische Kraftäußerung und Sauerstoffaufnahme, stehen
-in dem Thierkörper in so enger Beziehung zu einander, daß man die
-Quantität von Bewegung, die Menge des umgesetzten, belebten Stoffes, in
-einerlei Verhältniß setzen kann mit einer gewissen Menge, des, von dem
-Thiere, in einer gegebenen Zeit aufgenommenen und verbrauchten
-Sauerstoffs. Für ein bestimmtes Maß von Bewegung, für eine Proportion
-als mechanische Kraft verbrauchter Lebenskraft, gelangt ein Aequivalent
-von chemischer Kraft zur Aeußerung, d. h. es wird ein Aequivalent
-Sauerstoff zum Bestandtheil des Organs, was die Lebenskraft verlor, und
-ein ihm gleiches Verhältniß von der Materie dieses Organs tritt aus dem
-Körpertheil, in der Form einer Sauerstoffverbindung aus.
-
-Alle Theile des Thierkörpers, welche die Natur zum Stoffwechsel (zur
-Hervorbringung von mechanischer Kraft) bestimmt hat, sind nach allen
-Richtungen hin von den feinsten Kanälen durchzogen, in denen
-unausgesetzt ein Strom von Sauerstoff in der Form von arteriellem Blut
-circulirt, der zum Austreten ihrer Bestandtheile (zur Störung des
-Gleichgewichtes) unumgänglich nöthig ist.
-
-So lange die Lebenskraft dieser Körpertheile nicht zu anderen Zwecken
-verbraucht und abgeleitet wird, äußert der Sauerstoff des arteriellen
-Blutes nicht die geringste Wirkung auf ihre Substanz und stets wird nur
-eine der Ableitung entsprechende (den hervorgebrachten mechanischen
-Effecten correspondirende) Menge davon aufgenommen.
-
-Der Sauerstoff der Atmosphäre ist die von außen her wirkende Ursache des
-Verbrauchs an Stoff im Thierkörper, er wirkt wie eine Kraft, welche die
-Aeußerung der Lebenskraft in jedem Zeitmomente stört und aufzuheben
-strebt; als chemische Action wird aber seine Einwirkung, die von ihm
-ausgehende Störung, im Gleichgewicht gehalten durch die in dem belebten
-Körpertheile frei wirkende Lebenskraft, oder sie wird vernichtet durch
-eine der seinigen entgegengesetzte, chemische Thätigkeit, deren
-Aeußerung immer als abhängig angesehen werden muß von der Lebenskraft.
-
-Nach chemischen Begriffen heißt die chemische Action des Sauerstoffs
-vernichten, ihm Stoffe darbieten, Theile von Materien, die sich mit ihm
-zu verbinden vermögen.
-
-Die Action des Sauerstoffs (Affinität) wird entweder durch die
-Bestandtheile des Organs (nach Ableitung der Lebenskraft), die sich mit
-ihm zu verbinden vermögen, ausgeglichen, oder das Organ setzt ihr (der
-Action des Sauerstoffs) die Producte von anderen Organen, oder gewisse
-Stoffe entgegen, welche aus den Bestandtheilen der Nahrung, in Folge der
-vitalen Thätigkeit gewisser Apparate entstanden sind.
-
-Nur das Muskularsystem producirt in diesem Sinne, in sich selbst, einen
-Widerstand gegen die chemische Action des Sauerstoffs und gleicht sie
-vollständig aus.
-
-Die Substanz der Zellen, Membranen und Häute, deren kleinste Theilchen
-sich nicht im unmittelbaren Contact mit arteriellem Blut (mit
-Sauerstoff) befinden, ist nicht zum Stoffwechsel bestimmt. Welche Art
-von Veränderungen sie auch im Lebensprocesse erleiden mag, sie treffen
-unter allen Umständen nur ihre Oberfläche.
-
-Die Leimgebilde, Schleimhäute, Sehnen &c. sind nicht zur Hervorbringung
-von mechanischer Kraft bestimmt, sie enthalten in ihrer Substanz keine
-Leiter der mechanischen Effecte. Das Muskularsystem ist mit zahllosen
-Nerven durchwebt. Die Substanz des Uterus ist von der übrigen
-Muskelsubstanz chemisch, in keiner Weise verschieden, allein sie ist
-nicht zum Stoffwechsel, zur Krafterzeugung bestimmt, sie enthält keine
-Ableiter der bewegenden Kraft.
-
-Den Membranen, Schleimhäuten und Zellen geht das Vermögen, sich bei
-Gegenwart von Feuchtigkeit mit Sauerstoff zu verbinden, keineswegs ab,
-wir wissen, daß sie im feuchten Zustande mit Sauerstoff nicht in
-Berührung gebracht werden können, ohne eine fortschreitende Veränderung
-zu erfahren. Die eine Oberfläche der Eingeweide, die Lungenzellen, sind
-aber unausgesetzt in Berührung mit Sauerstoff; es ist klar, daß sie eine
-eben so rasche Umsetzung, Veränderung durch seine chemische Action
-erfahren müßten, wenn in dem Organismus selbst, nicht eine Quelle von
-Widerstand existirte, der die Einwirkung des Sauerstoffs völlig
-vernichtete. Unter diesem Widerstande lassen sich alle Materien
-zusammenfassen, welche die Fähigkeit haben oder unter dem Einfluß der
-Lebenskraft erhalten, sich mit Sauerstoff zu verbinden und in ihrem
-Vermögen seine chemische Action auszugleichen, die Substanz der
-Leimgebilde übertreffen.
-
-Alle Bestandtheile des Thierkörpers, welche in sich selbst durch die
-Lebenskraft, der Einwirkung des Sauerstoffs nicht zu widerstehen
-vermögen, müssen sich zu diesem Zwecke weit mehr eignen, wie die unter
-dem Einfluß der Lebenskraft, wenn auch nur durch die Nerven, stehenden
-Gebilde; die Bedeutung der Galle für die Substanz der Eingeweide, der
-Lungenzellen, so wie die des Fettes, Schleimes und der Secretionen
-überhaupt, kann nach dieser Betrachtung nicht verkannt werden.
-
-Wenn die Membranen durch ihre eigne Substanz Widerstand gegen die
-Einwirkung des Sauerstoffs produciren müssen, wenn es also an den
-Stoffen fehlt, welche die Natur zu ihrem Schutze bestimmt hat, so werden
-sie, da ihre Erneuerung in enge Grenzen eingeschlossen ist, der
-chemischen Action unterliegen müssen. Eingeweide und Lunge werden immer
-gleichzeitig abnormale Veränderungen erfahren.
-
-In dem Stoffwechsel selbst, in der Umsetzung der belebten Substanz des
-Muskularsystems, erhalten diese Organe den zu ihrem Bestehen
-unentbehrlichen Widerstand gegen die Einwirkung des Sauerstoffs; je nach
-seiner Beschleunigung nimmt die Quantität der secernirten Galle zu, die
-Menge des vorhandenen Fettes nimmt in gradem Verhältniß ab.
-
-Zur Unterhaltung der unwillkürlichen Bewegungen im Thierkörper wird in
-jedem Zeitmomente seines Lebens eine gewisse Quantität Lebenskraft
-verbraucht und es findet deshalb ein unaufhörlicher Stoffwechsel statt,
-allein die Menge der Substanz, welche in Folge der verbrauchten Kraft
-ihren Zustand des Lebens, ihre Fähigkeit der Zunahme an Masse verliert,
-ist in enge Grenzen eingeschlossen; sie steht in gradem Verhältniß zu
-der, zu diesen Bewegungen, nöthigen Kraft.
-
-Wenn wir uns nun auch denken können, daß die belebte Muskelsubstanz bei
-hinreichender Zufuhr an Nahrung ihre Fähigkeit der Zunahme in keinem
-Zeitmomente verliert, daß sich diese Form der Lebens-Aeußerung
-unausgesetzt geltend macht, so kann dies keineswegs für diejenigen
-Körpertheile angenommen werden, deren frei wirkende Lebenskraft zur
-mechanischen Bewegung verbraucht worden ist. Der Verbrauch an Stoff
-durch Bewegung und Anstrengung ist bei je zwei Individuen höchst
-verschieden.
-
-Wenn man nun erwägt, daß die unmerklichste Bewegung eines Fingers und
-der Glieder Kraft verbraucht, daß, in Folge der verzehrten mechanischen
-Kraft, ein correspondirender Theil der Muskeln an Volumen abnimmt, so
-ist klar, daß _ein Gleichgewicht im Ersatz und Verbrauch_ an Stoff (an
-belebten Körpertheilen) nur dann sich herstellen kann, wenn der
-ausgetretene Körpertheil in dem nämlichen Augenblicke, wo er seinen
-Zustand des Lebens verliert, wieder an einer andern Stelle erneuert
-wird.
-
-Die Fähigkeit der Zunahme an Masse ist abhängig von dem, einem jeden
-Körpertheile zukommenden Kraftmomente, sie muß sich unausgesetzt äußern
-können, so lange (bei hinlänglicher Zufuhr von Nahrungsstoff) er dieses
-Kraftmoment nicht verliert (durch Verwendung z. B. zur mechanischen
-Bewegung).
-
-Unter allen Umständen ist die Zunahme selbst an die Zeit gebunden, d. h.
-sie kann für eine begrenzte Zeit nicht unbegrenzt sein.
-
-In dem nämlichen Augenblick, in welchem ein belebter Körpertheil seinen
-Zustand des Lebens verliert und aus dem Organ in der Form einer
-unbelebten Verbindung austritt, kann dieser Theil nicht zunehmen, seine
-Masse, seine Volumen nehmen ja ab.
-
-Durch die fortdauernde Verwendung der Kraftmomente belebter Körpertheile
-zu mechanischen Effecten, wird demnach ein fortdauerndes Austreten von
-Masse bedingt, und erst von dem Augenblicke an, wo die Ursache des
-Verbrauchs nicht mehr wirkt, kann sich die Fähigkeit der Zunahme wieder
-äußern.
-
-Da nun verschiedene Individuen in 24 Stunden, je nach der zur
-Hervorbringung willkürlicher, mechanischer Effecte verwendeten Kraft,
-eine ungleiche Menge von ihren belebten Körpertheilen verbrauchen, so
-muß für ein jedes, wenn die Bewegungserscheinungen nicht ihre Grenze
-finden sollen, ein Zustand eintreten, in welchem alle willkürlichen
-Bewegungen völlig unterdrückt sind, wo also für diese kein Verbrauch
-stattfindet. Dieser Zustand heißt _Schlaf_.
-
-Auf die Fähigkeit der Zunahme an Masse eines Körpertheils, dem sein
-Kraftmoment nicht genommen worden ist, kann der Verbrauch desselben zu
-mechanischen Effecten in einem andern Körpertheil, nicht den geringsten
-Einfluß äußern (der eine kann an Masse zunehmen, während der andere
-abnimmt, ohne daß sich beide Actionen stören), der Verbrauch in dem
-einen kann den Ersatz in dem andern nicht vermindern und nicht steigern.
-
-Da nun der Verbrauch an mechanischer Kraft zu den unwillkürlichen
-Bewegungen im Schlafe fortdauert, so ist klar, daß auch ein Verbrauch an
-Stoff im Schlafe fortdauert, und es muß, wenn das ursprüngliche
-Gleichgewicht wieder eintreten soll, vorausgesetzt werden, daß während
-des Schlafes eine eben so große Quantität von Kraft (in der Form
-belebter Körpertheile) sich wieder sammelt, als in der vorhergegangenen
-Zeit des Wachens zu den willkürlichen und unwillkürlichen mechanischen
-Effecten verwendet worden ist.
-
-Wird das Gleichgewicht in Ersatz und Verbrauch von Stoff im mindesten
-gestört, so giebt sich dies sogleich in einem Unterschied von
-verwendbarer Kraft zu mechanischen Effecten zu erkennen.
-
-Es ist ferner klar, daß wenn ein Mißverhältniß in der Leitungsfähigkeit
-der Nerven der willkürlichen und unwillkürlichen Bewegungen stattfindet,
-so wird nach dem Grade, in welchem die einen oder die anderen dies
-Bewegungsmoment, was sie durch Stoffwechsel empfangen haben,
-fortzupflanzen vermögen, der Unterschied in den Bewegungserscheinungen
-selbst bemerklich sein. Mit der Zunahme der Blutbewegung und der
-Bewegung der Eingeweide wird die Hervorbringung mechanischer Effecte
-durch die Glieder in gradem Verhältniß abnehmen müssen (wie bei den
-sogenannten Fressern), und wenn in einer gegebenen Zeit für mechanische
-Bewegung (durch Anstrengung, Laufen, Tanzen &c.) mehr Lebenskraft
-verbraucht wird, als für die willkürlichen und unwillkürlichen
-Bewegungen überhaupt verwendbar ist (als sich in der gegebenen Zeit an
-Stoff umsetzen kann), so wird zur Ausgleichung der für die willkürlichen
-Bewegungen mehrverbrauchten mechanischen Kraft ein Theil der Kraft, die
-zu den unwillkürlichen Bewegungen nöthig ist, verwendet werden müssen.
-Die Bewegung des Herzens, der Eingeweide muß verlangsamt werden oder sie
-hört gänzlich auf.
-
-Von dem ungleichen Grade der Leitungsfähigkeit der Nerven müssen die
-Zustände abgeleitet werden, die man mit _Lähmung_, _Ohnmacht_, _Krampf_
-bezeichnet. Die _Lähmung_ der Nerven der willkürlichen Bewegung kann
-für sich keine Abmagerung nach sich ziehen; häufig wiederkehrende
-epileptische Anfälle (Verbrauch von Lebenskraft zu mechanischen
-Effecten) sind stets von einer außerordentlich raschen Abmagerung
-begleitet.
-
-Es muß die höchste Bewunderung erwecken, wenn man erwägt, mit welcher
-unendlichen Weisheit der Schöpfer die Mittel vertheilt hat, die das
-Thier, die Pflanze, zu seinen Functionen, zu seinen ihm eigenthümlichen
-Lebensäußerungen befähigen.
-
-Die ganze Richtung, die ganze Stärke der Lebenskraft behält der belebte
-Pflanzentheil durch die Abwesenheit aller Leiter der Kraft. Durch sie
-wird das Blatt befähigt, die stärksten chemischen Anziehungen zu
-überwinden, die Kohlensäure zu zerlegen und sich die Bestandtheile ihrer
-Nahrungsstoffe anzueignen.
-
-Nur in der Blüthe der Pflanze findet ein dem Stoffwechsel im Thierkörper
-ähnlicher Proceß statt, es zeigen sich Bewegungserscheinungen, allein
-die mechanischen Effecte pflanzen sich nicht fort aus Mangel an Leitern
-der Kraft.
-
-Die nämliche Lebenskraft, die wir in der Pflanze als eine beinahe
-unbegrenzte Fähigkeit der Zunahme an Masse kennen, verwandelt sich in
-dem Thierkörper in bewegende Kraft (in einen Strom von Lebenskraft), und
-eine wunderbare und weise Oekonomie bestimmt zur Ernährung des Thieres
-nur solche Stoffe, die eine mit den Organen der Krafterzeugung (dem
-Muskularsystem) identische Zusammensetzung besitzen. Der Aufwand von
-Kraft, den ihre belebten Theile bedürfen, um aus dem Blute sich selbst
-wiederzuerzeugen, der Widerstand der chemischen Kraft, welcher in den
-Bestandtheilen der stickstoffhaltigen Nahrungsstoffe durch die
-Lebensthätigkeit der Organe überwunden werden muß, welche bestimmt sind,
-sie zu Bestandtheilen des Blutes zu machen, ist für nichts zu achten
-gegen die Kraft und Energie, mit welcher die Bestandtheile der
-Kohlensäure zusammenhängen. Eine gewisse Quantität Kraft könnte nicht in
-bewegende Kraft übergehen, wenn sie zur Ueberwindung der chemischen
-Kräfte verwendet werden müßte; das Bewegungsmoment der Lebenskraft wird
-durch alle Widerstände verringert. Der Uebergang der Bestandtheile des
-Blutes in Muskelfaser (in ein Organ der Krafterzeugung) ist nur eine
-Formänderung, beide sind gleich zusammengesetzt; das Blut ist flüssig,
-die Muskelfaser ist festes Blut; man kann sich denken, daß er vor sich
-geht ohne allen Verbrauch von Lebenskraft, denn bei dem Uebergang eines
-flüssigen Körpers in einen festen bedarf es keiner Kraftäußerung,
-sondern nur der Beseitigung von Hindernissen (Wärme z. B.), die sich der
-Kraft, welche der Zustand bedingt (der Cohäsionskraft), in ihren
-Aeußerungen entgegensetzen.
-
-In welcher Form, auf welche Weise die Lebenskraft die mechanischen
-Effecte im Thierkörper bewirkt, ist gänzlich unbekannt und wird durch
-Versuche so wenig ermittelt werden können, wie der Zusammenhang der
-chemischen Action mit den Bewegungserscheinungen, die wir mit der
-galvanischen Säule hervorzubringen vermögen; alle Erklärungen, die man
-zu geben versucht hat, sind immer nur Bilder der Erscheinung, es sind
-mehr oder weniger genaue Beschreibungen und Vergleichungen bekannter
-Erscheinungen mit diesen unbekannten; es geht uns in dieser Beziehung
-wie dem Unkundigen, dem das Aufundniedersteigen eines eisernen Stempels
-in einem Gefäße, worin das Auge nichts Sichtbares erkennen kann, und
-sein Zusammenhang mit dem Drehen und Bewegen von Tausenden von Rädern,
-die sich in einer gewissen Entfernung von dem Stempel befinden,
-unbegreiflich erscheint.
-
-Wir wissen nicht, wie ein an sich unsichtbares, unwägbares Etwas, die
-Wärme, gewissen Materien die Fähigkeit ertheilt, den ungeheuersten Druck
-auf ihre Umgebungen zu äußern, wie überhaupt dieses Etwas hervorgebracht
-wird, wenn wir Holz oder Kohlen verbrennen.
-
-So ist es denn auch mit der Lebenskraft und den Erscheinungen, welche
-belebte Körper darbieten; ihre Ursache ist nicht chemische Kraft, nicht
-Elektricität, nicht Magnetismus, es ist eine Kraft, welche die
-allgemeinsten Eigenschaften aller Ursachen der Bewegung, Form- und
-Beschaffenheitsänderung der Materie besitzt, und eine eigenthümliche
-Kraft, weil ihr Aeußerungen zukommen, welche keine der anderen Kräfte an
-sich trägt.
-
-
-~II.~
-
-In der belebten Pflanze überwiegt die Intensität der Lebenskraft bei
-weitem die chemische Action des Sauerstoffs.
-
-Wir wissen mit der größten Bestimmtheit, daß der Sauerstoff durch den
-Einfluß der Lebenskraft von Elementen abgeschieden wird, zu denen er die
-stärkste Affinität besitzt; daß er in Gasform austritt, ohne die
-geringste Einwirkung auf die Bestandtheile der Säfte auszuüben.
-
-Wie groß muß in der That der Widerstand erscheinen, den die Lebenskraft
-dem terpentinöl- oder gerbsäurehaltigen Blatte verleiht, wenn wir die
-Verwandtschaft in Betracht ziehen, welche der Sauerstoff zu diesen
-Bestandtheilen besitzt!
-
-Diese Intensität der Wirkung oder des Widerstandes erhält das belebte
-Blatt durch das Sonnenlicht, dessen Einfluß in chemischen Actionen mit
-der eines hohen Wärmegrades (einer schwachen Glühhitze) vergleichbar ist
-und verglichen wird.
-
-In der Nacht zeigt sich in der lebendigen Pflanze ein entgegengesetzter
-Proceß, wir sehen, daß sich die Bestandtheile der Blätter und grünen
-Theile mit dem Sauerstoff der Luft verbinden, eine Fähigkeit, die ihnen
-im Lichte abging.
-
-Man kann hieraus keinen andern Schluß ziehen, als daß die Intensität der
-Lebenskraft mit der Abnahme des Lichts sich vermindert, daß mit der
-kommenden Nacht ein Gleichgewichtszustand eintritt und bei völliger
-Abwesenheit des Lichts alle Theile der Pflanze, die während des Tages
-die Fähigkeit besaßen, den Sauerstoff aus chemischen Verbindungen
-auszuscheiden oder seiner Einwirkung Widerstand zu leisten, diese
-Fähigkeit völlig verlieren.
-
-Eine ganz ähnliche Erscheinung beobachten wir bei den Thieren.
-
-Nur in gewissen Temperaturen zeigt der belebte Thierkörper die ihm
-zukommenden Lebensäußerungen. Einem bestimmten Kältegrade ausgesetzt,
-hören sie völlig auf.
-
-Eine Entziehung von Wärme muß deshalb völlig gleichbedeutend angesehen
-werden, einer Verminderung der Lebensthätigkeit; der Widerstand, den die
-Lebenskraft belebten Körpertheilen gegen äußere Ursachen von Störungen
-verleiht, muß in gewissen Temperaturen in dem nämlichen Verhältniß
-abnehmen, wie die Fähigkeit ihrer Elementartheile zunimmt, sich mit dem
-Sauerstoff der Luft zu verbinden.
-
-Durch die Verbindung des Sauerstoffs mit den Bestandtheilen der Gebilde,
-die sich umgesetzt haben, wird bei den fleischfressenden Thieren die zur
-Aeußerung der Lebensthätigkeit nöthige Temperatur erzeugt. Bei den
-grasfressenden Thieren wird eine gewisse Menge Wärme durch die
-Bestandtheile ihrer stickstofffreien Nahrungsmittel entwickelt, welche
-die Fähigkeit haben, eine Verbindung mit dem Sauerstoff einzugehen.
-
-Es ist klar, daß die Temperatur eines Thierkörpers sich nicht ändern
-kann, wenn die Menge des eingeathmeten Sauerstoffs mit dem Wärmeverlust
-durch äußere Abkühlung in gradem Verhältniß zunimmt.
-
-Zwei Individuen von gleichem Gewichte, welche ungleichen Kältegraden
-ausgesetzt sind, verlieren in einer gegebenen Zeit, nach Außen hin, eine
-ungleiche Menge Wärme. Die Erfahrung lehrt, daß sie, wenn die ihnen
-eigenthümliche Temperatur und ihr ursprüngliches Gewicht sich nicht
-ändern soll, einer ungleichen Menge Speise bedürfen; in der niedrigern
-Temperatur mehr Speise wie in der höhern.
-
-Das Gleichbleiben des Gewichts bei ungleicher Quantität genossener
-Nahrung setzt, wie sich von selbst versteht, voraus, daß in derselben
-Zeit eine der Temperatur proportionale Menge Sauerstoff aufgenommen
-worden ist, in der niedern Temperatur mehr wie in der höhern.
-
-Wir finden, daß das Gewicht beider Individuen nach 24 Stunden gleich ist
-dem ursprünglichen Gewichte; angenommen, daß die Nahrung zu Blut wird,
-daß das Blut zur Ernährung gedient hat, so ist klar, daß mit der
-Wiederkehr des ursprünglichen Gewichtes ein den Bestandtheilen der
-Speise gleiches Gewicht von den Bestandtheilen des Körpers seinen
-Zustand des Lebens verloren und mit dem Sauerstoff verbunden wieder
-ausgetreten ist.
-
-Das eine Individuum, was bei dem höhern Kältegrade mehr Speise zu sich
-nahm, hat auch mehr Sauerstoff aufgenommen, es ist eine größere Menge
-seiner Körpertheile mit diesem Sauerstoff ausgetreten und in Folge der
-Verbindung des Sauerstoffs mit den umgesetzten Bestandtheilen ist ein
-größeres Maß von Wärme frei geworden, wodurch die entführte Wärme wieder
-ersetzt und die seinem Organismus zukommende Temperatur erhalten wurde.
-
-Durch die Wärmeentziehung muß demnach, bei hinreichender Nahrung und
-ungehindertem Sauerstoffzutritt, der Stoffwechsel beschleunigt werden
-und mit der, in einer gegebenen Zeit beschleunigten Umsetzung der
-belebten Körpertheile muß gleichzeitig ein größeres Maß von Lebenskraft
-zu mechanischen Effecten verwendbar geworden sein.
-
-Mit der äußern Abkühlung verstärken sich die Athembewegungen, mit der
-niedern Temperatur wird ein größeres Gewicht Sauerstoff dem Blute
-zugeführt, der Verbrauch an Stoff nimmt zu und wenn der Ersatz mit
-diesem Verbrauch nicht im Gleichgewicht (durch Zufuhr an Speise)
-erhalten wird, so nimmt die Temperatur des Körpers allmählig ab.
-
-In einer gegebenen Zeit kann aber keine unbegrenzte Menge Sauerstoff in
-den Körper aufgenommen, es kann nur eine gewisse Quantität des belebten
-Stoffs seinen Zustand des Lebens verlieren, es kann nur ein begrenztes
-Maß von Lebenskraft als mechanische Kraft zur Aeußerung gelangen. Nur in
-dem Falle wird also die Temperatur des Thierkörpers sich nicht ändern,
-wenn Abkühlung, Krafterzeugung und Sauerstoffaufnahme sich einander im
-Gleichgewichte halten. Nimmt die Wärmeentziehung über einen bestimmten
-Punkt hinaus zu, so nehmen die Lebenserscheinungen in dem nämlichen
-Verhältnisse ab, denn die Temperatur nimmt ab, welche als eine sich
-gleichbleibende Bedingung, zu ihrer Aeußerung angesehen werden muß.
-
-Die Erfahrung zeigt nun, daß bei der Abnahme der Temperatur des Körpers,
-das Vermögen der Glieder, mechanische Effecte hervorzubringen (die zu
-den willkürlichen Bewegungen nöthige Kraft) ebenfalls abnimmt, es tritt
-der Zustand ein, den man Schlaf nennt, zuletzt hören alle
-unwillkürlichen Bewegungen (des Herzens, der Eingeweide) auf, es tritt
-ein Scheintod ein.
-
-Es ist klar, daß die Ursache der Krafterzeugung, der Stoffwechsel
-nämlich, deshalb abnimmt, weil mit der Entziehung von Wärme, ähnlich wie
-durch Abnahme des Lichtes bei der Pflanze, die Intensität der
-Lebenskraft sich vermindert; es ist klar, daß das Kraftmoment eines
-belebten Körpertheils abhängig ist von der ihm zukommenden Temperatur,
-ganz ähnlich, wie der Effect eines fallenden Körpers in einer bestimmten
-Beziehung steht zu gewissen andern Bedingungen, die man Masse nennt oder
-Geschwindigkeit.
-
-Nimmt die Temperatur ab, so nimmt die Lebensthätigkeit ab; mit dem
-Steigen der Temperatur muß das Kraftmoment belebter Körpertheile in
-seiner ganzen Intensität wieder hergestellt werden.
-
-Krafterzeugung zu mechanischen Effecten und Temperatur müssen deshalb,
-in einer ganz bestimmten Beziehung stehen, zu der Menge des in einer
-gegebenen Zeit von dem Thierkörper aufnehmbaren Sauerstoffs.
-
-Die Menge von Sauerstoff, welche ein Wallfisch und ein Fuhrmannspferd
-in einer gleichen Zeit einzuathmen vermögen, ist sehr ungleich. Die
-Temperatur, sowie die Menge des Sauerstoffs, ist bei dem Pferde weit
-größer.
-
-Die mechanische Kraft, welche ein harpunirter Wallfisch entwickelt,
-dessen Körper von dem umgebenden Medium getragen wird, so wie die Kraft
-eines Fuhrmannspferdes, was seinen eigenen Körper und eine schwere Last
-8-10 Stunden lang fortzubewegen hat, muß mit dem von beiden verzehrten
-Sauerstoff in einerlei Verhältniß stehen. Wenn man die Zeit beachtet, in
-welcher die Kraft zur Aeußerung gelangt, so ist sie offenbar bei dem
-Pferde weit größer.
-
-Beim Besteigen hoher Berge, wo durch das Einathmen einer sehr verdünnten
-Luft, in gleichen Zeiten, weit weniger Sauerstoff dem Blute zugeführt
-wird, wie in Thälern oder an dem Ufer des Meeres, nimmt der Stoffwechsel
-in dem nämlichen Verhältniß und damit die zu mechanischen Effecten
-verwendbare Kraft, ab; Neigung zum Schlaf, Mangel an Kraft für die
-willkürlichen Bewegungen stellt sich meistens ein; nach zwanzig oder
-dreißig Schritten zwingt die Ermüdung zu neuer Ansammlung von Kraft
-durch Ruhe (Einsaugung von Sauerstoff, ohne Verbrauch an Kraft für
-willkürliche Bewegungen).
-
-Durch die Aufnahme von Sauerstoff in die Substanz belebter Körpertheile
-verlieren sie ihren Zustand des Lebens und treten als formlose
-Verbindungen aus, allein nicht aller eingeathmete Sauerstoff wird zu
-dieser Umsetzung verwendet; der größte Theil dient zur Vergasung, zur
-Entfernung aller dem Organismus nicht mehr angehörenden Stoffe, und wie
-erwähnt, wird in Folge der Verbindung ihrer Elemente mit diesem
-Sauerstoff, die dem Organismus zukommende Temperatur erzeugt.
-
-Wärmeerzeugung und Stoffwechsel stehen in enger Beziehung zu einander,
-allein obwohl im Thierkörper Wärme hervorgebracht werden kann ohne allen
-Stoffwechsel, so kann der letztere dennoch nicht unabhängig von der
-Mitwirkung des Sauerstoffs gedacht werden.
-
-Nach allen bis jetzt gemachten Beobachtungen enthält nach dem Genuß von
-geistigen Getränken, weder die ausgeathmete Luft, noch der Schweiß, noch
-der Urin, Spuren von Alkohol, und es kann keinem Zweifel unterliegen,
-daß seine Bestandtheile sich im Thierkörper mit Sauerstoff verbinden,
-daß sein Kohlenstoff und Wasserstoff als Kohlensäure und Wasser wieder
-austreten.
-
-Der Sauerstoff, welcher diese Verwandlung bewirkt, muß nothwendig von
-dem arteriellen Blute genommen worden sein, denn wir kennen keinen
-andern Weg als die Blutcirculation, auf welchem Sauerstoff in das Innere
-des Körpers gelangen kann.
-
-Vermöge seiner Flüchtigkeit und der Leichtigkeit, womit der Alkoholdampf
-von den Membranen und thierischen Geweben durchgelassen wird, kann er
-sich überall nach allen Orten im Körper hin verbreiten.
-
-Wäre die Fähigkeit der Bestandtheile des Alkohols, sich mit Sauerstoff
-zu vereinigen, nicht größer, als die der Verbindungen, welche durch den
-Stoffwechsel gebildet werden, oder als die der Substanz der belebten
-Körpertheile ist, so würden sie (die Bestandtheile des Alkohols) sich
-mit Sauerstoff nicht verbinden können.
-
-Es ist deßhalb einleuchtend, daß durch den Genuß von Alkohol, dem
-Stoffwechsel in gewissen Körpertheilen, eine rasche Grenze gesetzt
-werden muß. Der Sauerstoff des arteriellen Blutes, der sich ohne die
-Gegenwart des Alkohols mit belebtem Stoff verbunden haben würde, tritt
-jetzt an die Bestandtheile des Alkohols, ein Theil des arteriellen
-Blutes wird zu venösem Blut, ohne daß die Muskelsubstanz an dieser
-Umwandlung Antheil nimmt.
-
-Wir beobachten nun, daß die Wärmeentwickelung im Organismus nach dem
-Genuß von Wein eher zu- als abnimmt, ohne daß damit ein entsprechendes
-größeres Maß von mechanischer Kraft zur Aeußerung gelangt.
-
-Eine mäßige Quantität Wein bedingt bei Frauen und Kindern, welche an
-Weingenuß nicht gewöhnt sind, ganz im Gegentheil eine Abnahme der zu den
-willkürlichen Bewegungen nöthigen Kraft; Müdigkeit, Abgeschlagenheit der
-Glieder, Neigung zum Schlaf geben offenbar zu erkennen, daß die zu
-mechanischen Effecten verwendbare Kraft, dies will sagen, daß der
-Stoffwechsel abgenommen hat.
-
-Gewiß kann an diesen Symptomen eine Verminderung der Leitungsfähigkeit
-der willkürlichen Bewegungsnerven einen gewissen Antheil haben, allein
-dies muß auf die Summe von verwendbarer Kraft ohne allen Einfluß sein.
-
-Was die Leiter der willkürlichen Bewegungen an Krafteffecten nicht
-fortzupflanzen vermögen, wird von den Leitern der unwillkürlichen
-Bewegungen aufgenommen und dem Herzen, den Eingeweiden zugeführt werden
-müssen. Die Blutbewegung wird in diesem Fall, auf Kosten der zu
-willkürlichen Bewegungen durch die Glieder verwendbaren Kraft
-beschleunigt erscheinen, ohne daß aber, wie bemerkt, durch den
-Oxydationsproceß des Alkohols ein größers Maaß von mechanischer Kraft
-erzeugt worden ist.
-
-Wir beobachten zuletzt bei den Winterschläfern, daß während ihres
-Winterschlafs die Fähigkeit der Zunahme an Masse (eine der
-Hauptäußerungen der Lebenskraft), durch den Ausschluß aller Speise,
-völlig unterdrückt ist; bei manchen tritt in Folge der niedern
-Temperatur und der hierdurch herabgestimmten Lebensthätigkeit ein
-Scheintod ein, bei anderen dauern die unwillkürlichen Bewegungen fort;
-das Thier behält eine von der Umgebung unabhängige Temperatur. Die
-Athembewegungen dauern fort, nach wie vor wird Sauerstoff als der
-Bedinger der Wärme- und Krafterzeugung aufgenommen; wir finden vor dem
-Winterschlaf alle Theile ihres Körpers, die in sich selbst keinen
-Widerstand gegen die Einwirkung des Sauerstoffs zu produciren vermögen,
-welche wie die Eingeweide und Membranen nicht zum Stoffwechsel bestimmt
-sind, mit Fett bedeckt, mit einer Materie umgeben, welche diesen
-Widerstand übernimmt.
-
-Wenn wir uns nun denken, daß der während des Winterschlafs aufgenommene
-Sauerstoff nicht in die Zusammensetzung der belebten Körpertheile,
-sondern mit den Bestandtheilen des Fettes in Verbindung tritt, so wird
-der belebte Körpertheil, obwohl ein gewisses Bewegungsmoment zu der
-Unterhaltung des Blutumlaufs verwendet worden ist, nicht austreten.
-
-Mit der höhern Temperatur wächst in gleichem Grade die Fähigkeit der
-Zunahme an Masse, die Blutbewegung nimmt mit der Sauerstoffaufnahme zu.
-Manche dieser Thiere magern während dem Winterschlafe, andere erst mit
-dem Erwachen aus dem Winterschlafe ab.
-
-Bei den Winterschläfern wird die in den belebten Körpertheilen thätige
-Kraft ausschließlich nur zur Unterhaltung der _unwillkürlichen_
-Bewegungen verbraucht, alle Kraftverwendung zu willkürlichen Bewegungen
-ist völlig unterdrückt.
-
-Im Gegensatz zu diesen Erscheinungen wissen wir, daß bei Uebermaß von
-Bewegung und Anstrengung, die in den belebten Körpertheilen thätige
-Kraft ausschließlich und vollständig zur Hervorbringung _willkürlicher_
-mechanischer Effecte verzehrt werden kann, in der Art, daß für die
-unwillkürlichen Bewegungen keine Kraft mehr zu verwenden übrig bleibt.
-Ein Hirsch kann zu Tode gehetzt werden, aber dies kann nicht geschehen
-ohne Umsetzung aller belebten Theile seines Muskularsystems, sein
-Fleisch ist nicht genießbar; der Zustand der Umsetzung, in den es durch
-einen enormen Kraft- und Sauerstoffverbrauch übergegangen ist, setzt
-sich mit dem Aufhören aller Bewegungserscheinungen fort; in seinen
-belebten Körpertheilen ist aller Widerstand der Lebenskraft gegen
-äußere Ursachen und Störungen völlig aufgehoben.
-
-So eng mit einander verknüpft nun auch die Bedingungen der Wärme- und
-Krafterzeugung zu mechanischen Effecten sich der Beobachtung darstellen
-mögen, so kann die Wärmeentwicklung für sich allein in keiner Weise als
-die Ursache der mechanischen Effecte angesehen werden.
-
-Alle Erfahrungen beweisen, daß es im Organismus nur eine Quelle von
-mechanischer Kraft giebt und diese Quelle ist der Uebergang belebter
-Körpertheile in leblose Verbindungen.
-
-Von dieser Wahrheit ausgehend, welche unabhängig ist von jeder Theorie,
-läßt sich das animalische Leben als bedingt durch die Wechselwirkung
-entgegengesetzter Kräfte betrachten, von denen die einen als _Ursachen
-der Zunahme_ (des Ersatzes an Stoff), die andern als _Ursachen der
-Abnahme_ (des Verbrauchs an Stoff) angesehen werden müssen.
-
-Die Zunahme an Masse wird in belebten Körpertheilen bewirkt durch die
-_Lebenskraft_; ihre Aeußerung ist abhängig von der _Wärme_ (von einer
-gewissen einem jeden Organismus eigenthümlichen Temperatur).
-
-Die Ursache des Verbrauchs ist die _chemische Action des Sauerstoffs_,
-ihre Aeußerung ist abhängig von einer Entziehung von Wärme, so wie von
-der Verwendung der Lebenskraft zu _mechanischen Effecten_.
-
-_Der Act des Verbrauchs heißt Stoffwechsel, er tritt ein in Folge der
-Aufnahme von Sauerstoff in die Substanz belebter Körpertheile; diese
-Aufnahme von Sauerstoff findet nur dann statt, wenn der Widerstand,
-welchen die Lebenskraft belebter Körpertheile der chemischen Action des
-Sauerstoffs entgegensetzt, kleiner ist als diese chemische Action
-selbst, und dieser schwächere Widerstand wird bedingt durch Entziehung
-von Wärme oder durch Verwendung der in den Körpertheilen thätigen Kraft
-zu mechanischen Bewegungen_.
-
-In Folge der Verbindung des im arteriellen Blute zugeführten Sauerstoffs
-mit allen Bestandtheilen des Thierkörpers, die seiner chemischen Action
-keinen Widerstand entgegensetzen, wird die zur Aeußerung der
-Lebensthätigkeit nöthige Temperatur erzeugt.
-
-Aus den Beziehungen des Sauerstoffverbrauches zu dem Stoffwechsel und
-zur Wärmeentwickelung im Thierkörper ergeben sich die folgenden
-allgemeinen Regeln.
-
-Für jedes Verhältniß Sauerstoff, was in dem Körper in Verbindung tritt,
-muß eine entsprechende Menge Wärme erzeugt werden.
-
-Die Summe der zu mechanischen Effecten verwendbaren Kraft muß gleich
-sein der Summe von Lebenskraft aller zum Stoffwechsel geeigneten
-Gebilde.
-
-Wenn in gleichen Zeiten eine ungleiche Menge von Sauerstoff verzehrt
-worden ist, so zeigt sich dies in einem ungleichen Maß von
-freigewordener Wärme und mechanischer Kraft.
-
-Ein ungleiches Maß von verbrauchter mechanischer Kraft oder von Wärme
-bedingt die Aufnahme einer entsprechenden Menge Sauerstoff.
-
-Zum Uebergang belebter Körpertheile in leblose Verbindungen, sowie zur
-Verbindung des Sauerstoffs mit den Bestandtheilen des Thierkörpers,
-welche Verwandtschaft zu ihm haben, gehört _Zeit_.
-
-In einer gegebenen Zeit kann nur ein begrenztes Maß von mechanischen
-Effecten zur Aeußerung gelangen, es kann nur eine begrenzte Menge von
-Wärme in Freiheit gesetzt werden.
-
-Was in den mechanischen Effecten an Geschwindigkeit verbraucht wird,
-geht an Zeit ab, d. h. je rascher die hervorgebrachten Bewegungen sind,
-desto schneller wird die Kraft erschöpft.
-
-Die Summe der im Thierkörper in einer gegebenen Zeit erzeugten
-mechanischen Kraft ist gleich der Summe der in der nämlichen Zeit zur
-Hervorbringung der willkürlichen und unwillkürlichen Bewegungen nöthigen
-Kraft, d. h. alle Kraft, welche das Herz, die Eingeweide &c. zu ihren
-Bewegungen bedürfen, geht für die willkürlichen Bewegungen verloren.
-
-Die Menge der zur Herstellung des Gleichgewichts zwischen Verbrauch und
-Ersatz nöthigen, stickstoffhaltigen Speise steht im graden Verhältniß zu
-der Menge der umgesetzten Gebilde.
-
-Die Menge des belebten Stoffs, welcher in dem Thierkörper seinen Zustand
-des Lebens verliert, steht bei gleichen Temperaturen in geradem
-Verhältniß zu den in der gegebenen Zeit hervorgebrachten mechanischen
-Effecten.
-
-Die Quantität der in einer gegebenen Zeit umgesetzten Gebilde ist meßbar
-durch den Stickstoffgehalt des Harns.
-
-Die Summe der bei gleichen Temperaturen in zwei Individuen
-hervorgebrachten mechanischen Effecte ist proportional dem
-Stickstoffgehalt ihres Harns, gleichgültig ob die mechanische Kraft zu
-den willkürlichen oder unwillkürlichen Bewegungen verwendet, ob sie
-durch die Glieder, oder das Herz und die Eingeweide verzehrt worden ist.
-
-Der Zustand des Thierkörpers, den man mit _Gesundheit_ bezeichnet,
-umfaßt den Begriff eines Gleichgewichts zwischen allen Ursachen des
-Verbrauchs und den Ursachen des Ersatzes, und das Thierleben giebt sich
-hiernach zu erkennen als die Wechselwirkung beider Ursachen, es zeigt
-sich als eine sich wiederholende Aufhebung und Wiederherstellung des
-Gleichgewichtszustandes.
-
-Der Masse nach ist in den verschiedenen Lebensaltern der Ersatz und
-Verbrauch an Stoff ungleich, allein im Zustand der Gesundheit muß die
-verwendbare Lebenskraft stets als eine der Summe der belebten
-Körpertheile entsprechende, unveränderliche Größe angesehen werden.
-
-Die Zunahme an Masse steht in jedem Lebensalter in einem ganz bestimmten
-Verhältniß zu der als bewegende Kraft verbrauchten Lebenskraft.
-
-Die Lebenskraft, welche zu mechanischen Effecten verwendet wird, geht
-von der Summe an Kraft ab, welche zur Zunahme verwendbar ist.
-
-Die thätige Kraft, welche in dem Thierkörper zur Ueberwindung von
-Widerständen, sagen wir zu _Bildungseffecten_ (zur Zunahme an Masse),
-verwendet wird, ist gleichzeitig _nicht_ zur Hervorbringung mechanischer
-Effecte verwendbar.
-
-Hieraus folgt von selbst, daß wenn der Masse nach, wie in dem
-Kindesalter, der Ersatz (die Zunahme an Masse) größer ist, als der
-Verbrauch, daß die hervorgebrachten mechanischen Effecte in demselben
-Verhältniß kleiner gewesen sein müssen.
-
-Mit der Steigerung der mechanischen Effecte vermindert sich in dem
-nämlichen Verhältniß die Fähigkeit der Zunahme oder des Ersatzes an
-belebten Körpertheilen.
-
-Ein vollkommnes Gleichgewicht in dem Verbrauch der Lebenskraft zu
-Bildungseffecten und mechanischen Effecten findet demnach nur in dem
-erwachsenen Zustande statt; es zeigt sich unverkennbar an dem
-vollkommnen Ersatz von verbrauchtem Stoff. Im Greisenalter wird mehr
-verbraucht, im Kindesalter wird mehr ersetzt als verbraucht.
-
-Die zu mechanischen Effecten von einem erwachsenen Manne verwendbare
-Kraft wird in der Mechanik zu einem Fünftel seines eigenen Gewichts
-angenommen, was er acht Stunden lang mit einer Geschwindigkeit von 5 Fuß
-in zwei Secunden fortbewegen kann.
-
-Nehmen wir das Gewicht eines Mannes zu 150 Pfund an, so ist seine Kraft
-gleich einem Gewicht von 30 Pfunden, die er 72000 Fuß weit trägt. Für
-jede Secunde ist sein Kraftmoment 30 × 2,5 = 75 und für die ganze
-Tageszeit sein Bewegungsmoment 30 × 72000 = 216000.
-
-Durch die Wiederherstellung seines Körpergewichts sammelt der Mann nun
-eine Summe von Kraft wieder an, die ihm den zweiten Tag gestattet, ohne
-Erschöpfung eine gleiche Anzahl von mechanischen Effecten
-hervorzubringen.
-
-_Dieser Ersatz an Kraft geschieht in einem siebenstündigen Schlaf_.
-
-In den Fabriken von gewalztem Eisen kommt es häufig vor, daß für den
-gewöhnlichen Gang der Maschine ihr Druck nicht stark genug ist, um eine
-Eisenstange von einer gewissen Dicke durch die Cylinder der Walze
-durchgehen zu machen. Man hilft sich in diesem Fall, indem man die ganze
-Kraft des Dampfs auf das Schwungrad wirken läßt und alsdann erst, wenn
-dieses eine große Geschwindigkeit erlangt hat, die Eisenstange unter die
-Walze bringt, wo sie dann (während das Schwungrad seine Geschwindigkeit
-verliert) mit großer Leichtigkeit zu einer Tafel zusammengepreßt wird.
-Was das Schwungrad an Geschwindigkeit zunahm, gewann die Walze an Kraft;
-durch dieses Verfahren ist offenbar in der Geschwindigkeit Kraft
-angesammelt worden; allein in diesem Sinne häuft sich im lebendigen
-Organismus keine Kraft an.
-
-Die Wiederherstellung der Kraft geschieht im Thierkörper durch die
-Neubildung der ausgetretenen, zur Krafterzeugung bestimmten
-Körpertheile, durch die Verwendung der thätigen Lebenskraft zu
-_Bildungseffecten_ und mit der Wiederherstellung der ausgetretenen
-Körpertheile, erhält der Organismus eine der verwendeten, gleiche Kraft
-zurück.
-
-Es ist einleuchtend, daß die während des Schlafs in Bildungseffecten
-sich äußernde Lebenskraft, gleich sein muß, der ganzen Summe der im
-wachenden Zustande zu allen mechanischen Effecten zusammengenommenen
-verwendeten bewegenden Kraft, plus einer gewissen Quantität von Kraft,
-welche zur Unterhaltung der im Schlafe fortdauernden, unwillkürlichen
-Bewegungen erforderlich war.
-
-Von Tag zu Tag erhält der arbeitende Mann bei hinlänglicher Nahrung
-durch sieben Stunden Schlaf diese ganze Summe von Kraft zurück, und
-abgesehen von der zu den unwillkürlichen Bewegungen nöthigen Kraft, die
-in allen Individuen gleich ist, kann man annehmen, daß die zur Arbeit
-verwendbare, mechanische Kraft in gradem Verhältniß steht zu der Anzahl
-von Stunden Schlaf.
-
-Der Mann schläft 7 und wacht 17 Stunden; bei _Wiederherstellung des
-Gleichgewichtes_ nach 24 Stunden sind demnach die in 17 Stunden
-geäußerten mechanischen Effecte gleich den in 7 Schlafstunden
-verwendeten Bildungseffecten.
-
-Wenn ein Greis nur 3¹/₂ Stunden schläft und alles übrige gleich wie bei
-dem Manne gesetzt wird, so würde er jedenfalls nur die Hälfte der
-mechanischen Effecte hervorzubringen vermögen, wie der Mann von gleichem
-Gewicht, er würde nur 15 Pfund die nämliche Strecke weit tragen können.
-
-Der Säugling schläft 20 Stunden und wacht 4 Stunden; die in ihm thätige
-Kraft, welche zu Bildungseffecten verwendet wird, verhält sich zu der,
-welche zu mechanischen Effecten (zur Bewegung der Glieder) verwendet
-wird, wie 20 : 4; aber seine Glieder besitzen kein Kraftmoment, denn er
-kann seinen eigenen Körper noch nicht tragen. Nehmen wir an, der Greis
-und Säugling verbrauche zu mechanischen Effecten eine dem Verhältniß,
-der von dem Manne verwendbaren, entsprechende Menge Kraft, so stehen die
-mechanischen Effecte im Verhältniß zu der Anzahl der Stunden des
-Wachens, die Bildungseffecte im Verhältniß zu der Anzahl der Stunden
-Schlaf, und wir haben:
-
- Kraftverbrauch Kraftverbrauch
- zu zu
- _mechanischen Effecten_ _Bildungseffecten_
- beim Mann 17 7
- beim Säugling 4 20
- beim Greis 20,5 3,5
-
-Bei dem Manne findet zwischen Verbrauch und Ersatz ein vollkommnes
-Gleichgewicht statt, beim Säugling und Greis weichen Ersatz und
-Verbrauch von einander ab. Setzen wir den Kraftverbrauch in den siebzehn
-Stunden des Wachens gleich dem Kraftverbrauch zur Wiederherstellung des
-Gleichgewichts im Schlaf = 100 = 17 Wachestunden = 7 Schlafstunden, so
-ergeben sich folgende Verhältnisse.
-
-Die mechanischen Effecte verhalten sich zu den Bildungseffecten
-
- beim Mann = 100 : 100
- beim Säugling = 25 : 250
- beim Greis = 125 : 50
-
-oder die Zunahme zur Abnahme
-
- beim Erwachsenen = 100 : 100
- beim Säugling = 100 : 10
- beim Greis = 100 : 250
-
-Es ist hiernach klar, daß wenn der Greis eine den Schlafstunden des
-Mannes proportionale Arbeit verrichtet, so wird der Verbrauch größer
-sein wie der Ersatz, d. h. sein Körper wird rasch abnehmen, im Fall er
-15 Pfund, mit einer Geschwindigkeit von 2¹/₂ Fuß in der Sekunde 72000
-Fuß weit trägt, aber 6 Pfund Last wird er diese Strecke weit fortbewegen
-können.
-
-Beim Kinde verhält sich die Zunahme zur Abnahme wie 10 : 1 und wenn wir
-den Verbrauch an mechanischen Effecten bei ihm also um das zehnfache
-steigern, so wird erst dann ein Gleichgewicht an Ersatz und Verbrauch
-eintreten; das Kind wird in diesem Fall freilich nicht an Masse
-zunehmen, allein es wird daran auch nicht abnehmen.
-
-Wenn bei dem Erwachsenen der Kraftverbrauch zu mechanischen Effecten in
-24 Stunden, über die in 7 Schlafstunden ersetzbare Quantität gesteigert
-wird, so muß, wenn das Gleichgewicht sich wiederherstellen soll, in den
-folgenden 24 Stunden, in dem nämlichen Verhältniß, weniger Kraft zu
-mechanischen Effecten verwendet werden, im entgegengesetzten Fall nimmt
-die Masse des Körpers ab und es tritt mehr oder weniger schnell der
-Zustand ein, welcher das Greisenalter characterisirt.
-
-Mit jeder Stunde Schlaf mehrt sich beim Greise die Summe der
-verwendbaren Krafteffecte, oder nähert sich dem Gleichgewichtsverhältniß
-an Ersatz und Verbrauch wie beim erwachsenen Menschen.
-
-Es ist ferner klar, daß wenn ein Theil der Kraft, welche zu mechanischen
-Bewegungen ohne Störung des Gleichgewichtes verwendbar ist, zur Bewegung
-der Glieder, Hebung von Lasten, Arbeit &c. nicht verzehrt wird, so wird
-sie durch die unwillkürlichen Bewegungen verwendbar sein. Wenn die
-Bewegung des Herzens und der Säfte, der Eingeweide (der Blutumlauf und
-die Verdauung) sich in dem nämlichen Verhältniß beschleunigt findet, wie
-zu mechanischen Effecten durch die Glieder weniger Kraft verbraucht
-wird, so wird das Gewicht des Körpers in 24 Stunden weder zu- noch
-abnehmen; der Körper nimmt an Masse also nur dann zu, wenn die in den
-Schlafstunden gesammelte und zu mechanischen Effecten verwendbare Kraft
-weder für die willkürlichen, noch unwillkürlichen Bewegungen verzehrt
-wird.
-
-Die angeführten approximativen Zahlenwerthe für den Kraftverbrauch im
-Organismus des Menschen beziehen sich, wie ausdrücklich hervorgehoben
-worden, nur auf eine gegebene, unveränderliche Temperatur; in ungleicher
-Temperatur und bei Mangel an Nahrung müssen sich alle diese
-Verhältnisse ändern.
-
-Wenn wir einen Körpertheil mit Eis und Schnee umgeben, während die
-übrigen in ihrer gewöhnlichen Beschaffenheit bleiben, so tritt mehr oder
-weniger schnell in Folge der Entziehung von Wärme, ein rascherer
-Stoffwechsel an der abgekühlten Stelle ein.
-
-Der Widerstand der belebten Körpertheile gegen die Einwirkung des
-Sauerstoffs an der abgekühlten Stelle ist kleiner, als an allen übrigen
-Orten, was im Resultate ganz gleich ist einer Erhöhung des Widerstandes
-an diesen andern Orten.
-
-Das Kraftmoment der Lebenskraft an den nicht abgekühlten Stellen wird
-nach wie vor zur mechanischen Bewegung verbraucht, allein die ganze
-Wirkung des eingeathmeten Sauerstoffs wendet sich der abgekühlten Stelle
-zu.
-
-Denken wir uns einen Cylinder von Eisen, in den wir Dampf unter einem
-gewissen Drucke einströmen lassen, so wird, wenn die Kraft, mit welcher
-die Theile des Eisens zusammenhängen, gleich ist der Kraft, welche sie
-zu trennen strebt, ein Gleichgewichtszustand eintreten, d. h. die ganze
-Wirkung des Dampfes wird durch den Widerstand aufgehoben. Wenn aber eine
-der Wände des Cylinders beweglich ist, ein Stempel z. B., dem Druck des
-Dampfes also einen geringeren Widerstand entgegensetzt, als die anderen
-Wände, so wird der ganze Druck in der Bewegung dieser einen Wand, in der
-Hebung des Stempels, verzehrt. Wenn wir nicht neuen Dampf (neue Kraft)
-hinzuströmen lassen, so wird sich bald ein Gleichgewichtszustand
-einstellen. Einen gewissen Druck hält die Wand aus ohne sich zu bewegen,
-durch einen größeren Druck wird der Stempel gehoben; wenn dieser
-Ueberschuß von Kraft verzehrt ist durch die Bewegung, so wird er nicht
-weiter gehoben werden; wenn immer neuer Dampf hinzuströmt, so wird seine
-Bewegung fortdauern.
-
-An der abgekühlten Stelle setzen die belebten Körpertheile der
-chemischen Action des Sauerstoffs ein kleineres Hinderniß entgegen;
-seine Fähigkeit, mit ihren Bestandtheilen eine Verbindung einzugehen,
-ist an diesem Orte erhöht; einmal ausgetreten hört aller Widerstand
-völlig auf, und in Folge der Verbindung des Sauerstoffs mit den
-Bestandtheilen der umgesetzten Gebilde wird ein größeres Maß von Wärme
-frei.
-
-Für eine gegebene Quantität Sauerstoff bleibt sich die erzeugte
-Wärmemenge völlig gleich; an der abgekühlten Stelle nimmt der
-Stoffwechsel und damit die Wärmeentwicklung zu, an den anderen nimmt der
-Stoffwechsel (die Wärmeentwicklung) ab. Hat aber die abgekühlte Stelle,
-durch die Verbindung des Sauerstoffs mit den ausgetretenen
-Körpertheilen, ihre ursprüngliche Temperatur wiedererhalten, so nimmt
-damit der Widerstand ihrer belebten Körpertheile gegen den
-nachströmenden Sauerstoff wieder zu, an allen übrigen Orten ist aber nun
-der Widerstand kleiner geworden, d. h. es tritt nun auch an diesen ein
-rascherer Stoffwechsel, eine Erhöhung der Temperatur ein, und mit dieser
-wird, wenn die Ursache des Stoffwechsels fortdauert, ein größeres Maß
-von Lebenskraft zu mechanischen Effekten verwendbar.
-
-Denken wir uns nun, daß der ganzen Oberfläche des Körpers Wärme entzogen
-wird, so wird die ganze Wirkung des Sauerstoffs der Haut zugelenkt
-werden, in kurzer Zeit muß der Stoffwechsel im ganzen Körper zunehmen;
-das Fett, so wie alle Bestandtheile des Thierkörpers, welche die
-Fähigkeit haben, mit dem in größerer Quantität zugeführten Sauerstoff
-sich zu verbinden, werden in der Form von Sauerstoffverbindungen aus dem
-Körper treten.
-
-
-Theorie der Krankheit.
-
-Ein jeder Stoff oder Materie, eine jede chemische oder mechanische
-Thätigkeit, welche die Wiederherstellung des Gleichgewichtes in den
-Aeußerungen der Ursachen des Verbrauches und Ersatzes in der Art ändert
-oder stört, daß sich ihre Wirkung den Ursachen des Verbrauches
-hinzufügt, heißt _Krankheits-Ursache_; es entsteht _Krankheit_, wenn die
-Summe von Lebenskraft, welche alle Ursachen von Störungen aufzuheben
-strebt (wenn also der Widerstand der Lebenskraft), kleiner ist, als die
-einwirkende, störende Thätigkeit.
-
-_Tod_ heißt der Zustand, wo aller Widerstand der Lebenskraft völlig
-aufhört; so lange dieser Zustand nicht eintritt, äußern die belebten
-Körpertheile stets noch einen Widerstand.
-
-In der Beobachtung zeigt sich die Wirkung einer Krankheitsursache in dem
-gestörten Verhältnisse zwischen dem, einem jeden Lebensalter
-zukommenden, Verbrauch und Ersatz. In der Heilkunde heißt Krankheit
-jeder abnorme Zustand des Ersatzes oder Verbrauchs, in allen
-Körpertheilen oder in einem einzelnen Körpertheil.
-
-Es ist klar, daß eine und dieselbe Krankheitsursache auf den Organismus,
-je nach dem Lebensalter, eine höchst ungleiche Wirkung äußern muß, daß
-ein gewisses Maß von Störung, welche Krankheit in dem erwachsenen
-Zustande bewirkt, ohne Einfluß auf die Lebensäußerungen im Kindes- oder
-Greisenalter sein kann. Eine Krankheitsursache kann im Greisenalter,
-wenn sie sich der Wirkung der Ursache des Verbrauchs hinzufügt, den Tod
-bewirken (allen Widerstand der Lebenskraft vernichten), während sie im
-reifen Lebensalter nur ein Mißverhältniß im Verbrauch und Ersatz
-(Krankheit), und im Kindesalter nur ein Gleichgewichtsverhältniß
-zwischen Verbrauch und Ersatz, das ist, den abstracten Zustand von
-Gesundheit, hervorbringt.
-
-Eine Krankheitsursache, welche die Ursache des Ersatzes verstärkt,
-entweder direct, oder insofern die Ursache des Verbrauchs in ihrer
-Wirkung dadurch geschwächt wird, hebt den relativ normalen
-Gesundheitszustand im Kindesalter und im reifen Alter auf, und setzt im
-Greisenalter Verbrauch und Ersatz in’s Gleichgewicht.
-
-Ein Kind erträgt, leicht gekleidet, Abkühlung durch hohe Kältegrade
-ohne Störung seiner Gesundheit, seine zu mechanischen Effekten
-verwendbare Kraft, so wie seine Temperatur nehmen mit dem durch
-Abkühlung sich einstellenden Stoffwechsel zu, während ein hoher
-Wärmegrad, welcher den Stoffwechsel hindert, einen krankhaften Zustand
-nach sich zieht.
-
-Wir sehen im Gegensatze hierzu in den Hospitälern und in den
-wohlthätigen Anstalten (in Brüssel &c.), in welchen alte Leute ihre
-letzten Lebenstage zubringen, daß, wenn die Temperatur des Schlafraums
-(im Winter) zwei bis drei Grade unter die erwartete Temperatur fällt,
-daß durch diese schwache Abkühlung der Tod von den ältesten und an sich
-schwächsten Greisen und Greisinnen herbeigeführt wird; man findet sie in
-ihren Betten ruhig liegend ohne die geringsten Symptome von Krankheit
-oder anderen erkennbaren Ursachen des Todes.
-
-Mangel an Widerstand eines belebten Körpertheils gegen die Ursachen des
-Verbrauchs ist, wie sich von selbst versteht, Mangel an Widerstand gegen
-die Einwirkung des atmosphärischen Sauerstoffs.
-
-Wenn nun durch irgend eine Ursache der Störung in einem belebten
-Körpertheil dieser Widerstand abnimmt, so nimmt in gleichem Grade der
-Stoffwechsel zu.
-
-Da nun die Bewegungserscheinungen in dem Thierkörper abhängig sind von
-dem Stoffwechsel, so folgt mit der Steigerung des Stoffwechsels in
-irgend einem Körpertheil, von selbst, eine Beschleunigung aller
-Bewegungen; je nach der Fortpflanzungsfähigkeit der Nerven vertheilt
-sich die verwendbare Kraft auf die Leiter der unwillkürlichen
-Bewegungen allein oder auf alle zusammengenommen.
-
-Wird demnach in Folge einer krankhaften Umsetzung der belebten
-Körpertheile ein größeres Maß von Kraft erzeugt, als zur Hervorbringung
-der normalen Bewegung erforderlich ist, so zeigt sich dies in einer
-Beschleunigung aller oder einzelner, unwillkürlichen Bewegungen, so wie
-in einer höheren Temperatur des kranken Körpertheils.
-
-_Dieser Zustand heißt Fieber_.
-
-Bei einem Uebermaß von Krafterzeugung durch Stoffwechsel überträgt sich
-die Kraft (da sie nur durch Bewegung verzehrt werden kann), auf die
-Apparate der willkürlichen Bewegung.
-
-_Dieser Zustand heißt Fieberparoxysmus_.
-
-In Folge der durch den Fieberzustand beschleunigten Blutbewegung wird in
-einer gegebenen Zeit dem kranken Ort sowohl, wie allen anderen Orten,
-ein größeres Maß arterielles Blut und damit Sauerstoff hinzugeführt, und
-wenn die thätige Kraft an den gesunden Orten in ihrer Aeußerung sich
-gleich bleibt, so muß die ganze Wirkung des mehr hinzugeführten
-Sauerstoffs sich auf den kranken Ort allein erstrecken.
-
-Je nachdem ein einzelnes Organ oder ein System von Organen, krank ist,
-erstreckt sich der Stoffwechsel auf einen einzelnen Ort, oder auf das
-ganze ergriffene System.
-
-Entstehen an den kranken Orten in Folge des Stoffwechsels aus den
-Bestandtheilen des Gebildes oder Blutes neue Producte, welche die
-nächstliegenden Theile zu ihren eigenen vitalen Function nicht verwenden
-können, sind ihre Umgebungen unfähig, sie anderen Orten, wo sie eine
-Veränderung erfahren können, zuzuführen, so erleiden sie an dem Orte
-selbst, wo sie sich gebildet haben, einen der Verwesung, Fäulniß oder
-Gährung ähnlichen Umsetzungsproceß.
-
-In gewissen Fällen beseitigt die Heilkunde diese Krankheitszustände,
-indem sie in der Nähe des kranken, oder an irgend einem andern passenden
-Ort, einen künstlichen Krankheitszustand (Blasenpflaster, Senfpflaster,
-Haarseil &c.) hervorbringt, indem sie an diesen Orten den Widerstand der
-Lebensthätigkeit durch künstliche Störungen vermindert; es gelingt dem
-Arzte, den ursprünglichen Krankheitszustand zu heben, wenn die
-hervorgebrachte Störung (der verringerte Widerstand) die zu besiegende
-Krankheitsstörung überwiegt.
-
-Der raschere Stoffwechsel und die höhere Temperatur an dem kranken Orte
-zeigt, daß der Widerstand der Lebensthätigkeit an dem kranken Orte gegen
-den Sauerstoff schwächer ist, wie im gesunden Zustande, aber erst mit
-dem Tode hört er völlig auf. Durch die künstliche Verminderung des
-Widerstandes an einem andern Körpertheil wird der Widerstand des
-ursprünglich kranken Theils zwar direct nicht verstärkt, allein die
-chemische Action (die Ursache des Stoffwechsels) nimmt an dem kranken
-Körpertheil ab, indem sie einem andern Orte zugelenkt wird, wo es der
-Kunst des Arztes gelungen ist, einen noch geringern Widerstand gegen
-Stoffwechsel (gegen die Einwirkung des Sauerstoffs) hervorzubringen. Es
-tritt eine vollkommne Hebung der ursprünglichen Krankheit ein, wenn
-Widerstand und Einwirkung an dem kranken Körpertheil ins Gleichgewicht
-gebracht sind. Es erfolgt Gesundheit, Wiederherstellung des kranken
-Körpertheils in seinem ursprünglichen Zustande, wenn es gelingt, die
-störende Action des Sauerstoffs durch irgend ein Mittel so weit zu
-schwächen, daß sie kleiner wird, als der Widerstand der unausgesetzt
-vorhandenen, wiewohl verminderten Lebensthätigkeit; denn dies ist die
-Bedingung der Zunahme an Masse im lebendigen Organismus überhaupt.
-
-In Fällen anderer Art, wo die äußeren künstlichen Störungen ohne Wirkung
-sind, schlägt der praktische Arzt, um den Widerstand der
-Lebensthätigkeit zu erhöhen, andere indirecte Wege ein, auf welche die
-vollendetste Theorie, weder scharfsichtiger noch richtiger, hätte führen
-können; er vermindert nämlich durch Blutentziehung die Anzahl der Träger
-des Sauerstoffs und damit die Bedingung des Stoffwechsels; er schließt
-in der Speise alle Stoffe aus, welche die Fähigkeit besitzen, zu Blut zu
-werden; er giebt ausschließlich oder vorzugsweise nur stickstofffreie
-Nahrung, welche den Respirationsproceß unterhält, so wie Obst und Theile
-von Vegetabilien, welche die zu den Secreten nöthigen Alkalien
-enthalten.
-
-Gelingt es ihm, die Einwirkung des Sauerstoffs im Blute auf den kranken
-Körpertheil so weit zu vermindern, daß die Lebensthätigkeit des
-letztern, sein Widerstand, die chemische Action nur etwas überwiegt, und
-geschieht dies, ohne den Functionen der anderen Organe eine Grenze zu
-setzen, so ist die Wiederherstellung gewiß.
-
-Zu der in diesen Fällen mit Geschick und Beobachtungsgabe angewendeten
-Heilmethode fügt sich, man kann sagen zur Hülfe des kranken
-Körpertheils, die Lebenskraft der übrigen, nicht ergriffenen Theile
-hinzu, denn durch Blutentziehung, durch Ausschluß der zur Blutbildung
-nöthigen Speise, nimmt ja auch auf sie die äußere Ursache der Störung
-ab, welche ihre eigne Lebenskraft im Gleichgewicht erhielt; ihre eigne
-Thätigkeit erhält ein Uebergewicht; der Stoffwechsel nimmt zwar im
-ganzen Körper ab, und damit die Bewegungserscheinungen, allein die Summe
-aller Widerstände zusammengenommen nimmt zu in dem Grade, wie der auf
-sie in dem Blute einwirkende Sauerstoff sich vermindert. In dem Gefühl
-von _Hunger_ gelangt gewissermaßen dieser Widerstand zum Bewußtsein, und
-die überwiegende Lebensthätigkeit zeigt sich bei vielen Verhungernden in
-einer abnormalen Zunahme oder einer abnormalen Umsetzung gewisser Theile
-von Organen. _Mitleidenschaft_ heißt eine Uebertragung des geringern
-Widerstandes der Lebensthätigkeit von einem kranken Körpertheil nicht
-gerade auf die zunächstliegenden, sondern auf andere Organe, wenn die
-Functionen beider sich gegenseitig bedingen. Wenn die Verrichtungen des
-kranken Organs mit denen eines andern in Verbindung stehen, wenn das
-eine z. B. die Materien nicht mehr producirt, welche zur vitalen
-Function des andern gehören, so überträgt sich auf diese, wiewohl nur
-scheinbar, der Krankheitszustand.
-
-Ueber die Natur und das Wesen der Lebenskraft kann man sich wohl keiner
-selbstgeschaffenen Täuschung hingeben, wenn man beachtet, daß sie sich
-in allen ihren Aeußerungen ganz ähnlich wie andere Naturkräfte verhält,
-daß sie ohne Bewußtsein, völlig willenlos, einem Blasenpflaster
-untergeordnet ist.
-
-Die Nerven, welche die willkürlichen und unwillkürlichen Bewegungen im
-Thierkörper vermitteln, sind, nach dem Vorhergehenden, nicht die
-Erzeuger, sondern nur die Leiter der Lebenskraft; sie pflanzen die
-Bewegung fort und verhalten sich gegen andere Ursachen von Bewegungen,
-welche in ihren Aeußerungen der Lebenskraft ähnlich sind, gegen einen
-elektrischen Strom z. B. auf eine völlig gleiche Weise, sie gestatten
-ihm den Durchgang und bieten als Leiter der Elektricität alle
-Erscheinungen dar, welche ihnen als Leitern der Lebenskraft
-zukommen. Niemandem wird es wohl, nach dem gegenwärtigen Zustande
-unserer Kenntnisse, in den Sinn kommen, als die Ursache der
-Bewegungserscheinungen in dem Thierkörper die Elektricität anzusehen,
-allein die medicinischen Wirkungen der Elektricität, so wie die eines
-Magneten, der in Berührung mit dem Körper die Entstehung eines
-elektrischen Stromes vermittelt, können nicht geleugnet werden. Denn zu
-der vorhandenen Kraft der Bewegung und Störung addirt sich in dem
-elektrischen Strome eine neue Ursache von Bewegung, Form- und
-Beschaffenheitsänderung, deren Wirkungen nicht gleich Null gesetzt
-werden dürfen.
-
-Auf eine höchst rationelle Weise wendet die praktische Medicin in
-manchen Krankheiten die Kälte als Mittel an, um den Stoffwechsel auf
-eine ungewöhnliche Weise zu steigern und zu beschleunigen. Dies
-geschieht namentlich bei gewissen krankhaften Zuständen der Substanz des
-Centrums der Bewegungsapparate, wenn eine glühende Hitze und ein rascher
-Strom von Blut nach dem Kopfe, eine abnormale Umsetzung des Gehirns
-erkennen lassen. Wenn dieser Zustand über eine gewisse Zeit hindurch
-dauert, so giebt die Erfahrung zu erkennen, daß alle Bewegungen im
-Thierkörper aufhören; wenn sich der Stoffwechsel auf das Gehirn
-vorzugsweise beschränkt, so nimmt der Stoffwechsel, die Krafterzeugung,
-in allen anderen Theilen ab; durch Umgebung dieses Körpertheils mit Eis
-wird die Temperatur herabgestimmt, allein die Ursache der
-Wärmeentwicklung dauert fort; der Widerstand der Lebensthätigkeit wird
-vermindert, die Umsetzung, die Entscheidung über den Ausgang der
-Krankheit, wird auf eine kürzere Zeitdauer beschränkt. Man darf nicht
-vergessen, daß das Eis schmilzt und Wärme aus dem kranken Körpertheil
-aufnimmt, daß mit der Entfernung des Eises, vor dem Verlauf der
-Umsetzung, die höhere Temperatur wieder sich einstellt, daß man durch
-Umgebung mit Eis weit mehr Wärme entzieht, als durch Umhüllung mit einem
-schlechten Wärmeleiter; es ist offenbar in der gleichen Zeit eine
-größere Menge Wärme frei geworden, was nur durch gesteigerte Zufuhr von
-Sauerstoff, der eine raschere Umsetzung bedingen mußte, möglich ist.
-
-Ein nicht ganz unpassendes Bild für die Vorgänge im Thierkörper geben
-die sich selbst regulirenden Dampfmaschinen ab, an denen zur
-Hervorbringung einer gleichförmigen Bewegung der menschliche Geist den
-bewundernswürdigsten Scharfsinn bethätigt hat.
-
-Jedermann weiß, daß in dem Rohre, was den Dampf zu dem Cylinder führt,
-in welchem ein Stempel in die Höhe gehoben werden soll, ein
-durchbrochener Hahn angebracht ist, durch dessen Oeffnung aller Dampf
-seinen Weg nehmen muß; durch eine mit dem Schwungrad in Verbindung
-stehende Vorrichtung öffnet sich dieser Hahn, wenn das Rad langsamer, es
-schließt sich mehr oder weniger, wenn es geschwinder geht, als zur
-gleichförmigen Bewegung erforderlich ist. Mit dem Oeffnen des Hahns
-strömt mehr Dampf zu (mehr Kraft), die Bewegung der Maschine wird
-beschleunigt; mit dem Schließen des Hahns wird der hinzuströmende Dampf
-mehr oder weniger abgeschlossen, die Kraft, welche auf den Stempel
-wirkt, nimmt ab, die Spannung des Dampfes im Kessel nimmt zu; sie wird
-zu einer spätern Verwendung aufgespart. Die Spannung des Dampfes, die
-Kraft, wenn man will, wird hervorgebracht durch Stoffwechsel, durch
-Verbrennung von Kohlen unter dem Heerde der Maschine. Die Kraft steigt
-(die Menge des entwickelten Dampfes und seine Spannung nehmen zu) mit
-der Temperatur des Heerdes, welche abhängig ist von Zufuhr an Kohlen und
-Luft. Es finden sich an diesen Maschinen andere Vorrichtungen, welche
-beide zu reguliren bestimmt sind. Steigt die Spannung des Dampfes im
-Kessel, so schließen sich die Luftzüge, die Verbrennung wird
-verlangsamt, die Zufuhr an Kraft (an Dampf) vermindert; geht die
-Maschine langsamer, so strömt ihr mehr Dampf zu, die Luftzüge öffnen
-sich und die Ursache der Wärmeentwicklung (Krafterzeugung) nimmt zu,
-eine letzte Vorrichtung wirft dem Heerde ohne Unterlaß _Kohlen_ zu.
-
-Wenn wir nun an irgend einer Stelle des Dampfkessels die Temperatur
-erniedrigen, so nimmt seine Spannung ab; dies giebt sich sogleich an den
-Regulatoren der Kraft zu erkennen, die nun ganz die Functionen
-verrichten, wie wenn wir eine gewisse Quantität Dampf (Kraft) aus dem
-Kessel hätten heraustreten lassen; der Dampfregulator, die Luftzüge
-öffnen sich, die Maschine wirft sich selbst eine größere Menge Kohlen
-zu.
-
-Ganz ähnlich wie in diesen Maschinen, verhält es sich im Thierkörper
-hinsichtlich der Wärme und Krafterzeugung. Mit der Abnahme der äußern
-Temperatur verstärken sich die Athembewegungen, es wird Sauerstoff
-häufiger und in verdichteterem Zustande zugeführt, der Stoffwechsel
-erhöht sich, es muß mehr Nahrungsstoff zugeführt werden, wenn die
-Temperatur nicht wechseln soll.
-
-Es bedarf wohl keiner Erinnerung, daß ein gespannter Dampf in dem
-Thierkörper, so wenig wie ein elektrischer, Strom, als die Ursache der
-Krafterzeugung angesehen werden kann.
-
-Aus der in dem Obigen entwickelten Theorie der Krankheit ergiebt sich
-von selbst, daß ein ausgebildeter Krankheitszustand in einem Körpertheil
-durch die chemische Action eines Arzneimittels nicht zum Verschwinden
-gebracht werden kann.
-
-Einem abnormalen Umsetzungsproceß kann durch Arzneimittel eine Grenze
-gesetzt werden, er kann beschleunigt oder verlangsamt werden, allein
-damit ist der Normal- (Gesundheits-) Zustand nicht zurückgekehrt.
-
-Die Kunst des Arztes besteht in der Kenntniß der Mittel, die ihm
-gestatten, einen Einfluß auf den Verlauf der Krankheit auszuüben, und in
-der Beseitigung und Entfernung aller störenden Ursachen, deren Wirkung
-sich der Wirkung der Krankheitsursache hinzufügt.
-
-Eine jede Theorie bringt nur durch die richtige Anwendung ihrer
-Principien einen wirklichen Nutzen. Eine und dieselbe Heilmethode kann
-dem einen Individuum die Gesundheit wiedergeben, während sie, auf ein
-anderes angewandt, den sichern Tod nach sich zieht. So hat in gewissen,
-entzündlichen Krankheiten, bei muskelreichen Personen, die
-antiphlogistische Behandlung ihren entschiedenen Werth, während
-Blutentziehung bei anderen von nachtheiligen Folgen begleitet ist. Das
-belebende Blut bleibt immer die wichtigste Bedingung zur
-Wiederherstellung eines aufgehobenen Gleichgewichts-Zustandes, welche
-stets an den Gewinn von Zeit geknüpft ist; es muß als die letzte und
-wichtigste Ursache eines dauernden, vitalen Widerstandes der kranken
-sowohl, wie der nicht ergriffenen Körpertheile angesehen und im Auge
-behalten werden.
-
-Es ist ferner klar, daß in allen Krankheiten, wo das Fieber die Bildung
-von Ansteckungsstoffen und Exenthemen begleitet, zwei Krankheitszustände
-sich neben einander vollenden, und daß das Blut (Fieber) als der Träger
-des Stoffs (Sauerstoffs), ohne dessen Mitwirkung die krankhaften
-Erzeugnisse nicht unschädlich gemacht, zerstört und aus dem Körper
-entfernt werden können, reaktionell als Heilmittel auftritt, durch
-dessen Mitwirkung zuletzt eine Ausgleichung bewirkt wird.
-
-
-Theorie der Respiration.
-
-Bei dem Durchgang des venösen Blutes durch die Lunge ändern die
-Blutkörperchen ihre Farbe, mit diesem Farbewechsel beobachten wir, daß
-Sauerstoff aus der Luft aufgenommen, daß für jedes Volumen Sauerstoff in
-den meisten Fällen, ein ihm gleiches Volumen Kohlensäure abgeschieden
-wird.
-
-Die Blutkörperchen enthalten _eine Eisenverbindung_, kein anderer
-Bestandtheil der lebendigen Körpertheile enthält Eisen.
-
-Welche Art von Veränderung auch die übrigen Bestandtheile des Blutes in
-der Lunge erleiden mögen, gewiß ist, daß die Blutkörperchen des venösen
-Blutes einen Farbewechsel erfahren, welcher abhängig ist von der
-Einwirkung des Sauerstoffs.
-
-Wir sehen nun, daß die Blutkörperchen des arteriellen Blutes in den
-weiten Kanälen ihre Farbe bewahren, daß sie sie erst bei dem Durchgange
-durch die Capillargefäße verlieren. Alle Bestandtheile des venösen
-Blutes, welche die Fähigkeit hatten sich mit Sauerstoff zu verbinden,
-nehmen in der Lunge einen entsprechenden Theil davon auf; Versuche mit
-Serum zeigen, daß es mit reinem Sauerstoff in Berührung dessen Volumen
-nicht merklich ändert. Venöses Blut mit Sauerstoff in Berührung röthet
-sich unter Absorption des Sauerstoffs; es wird hierbei eine
-entsprechende Menge Kohlensäure gebildet.
-
-Es ist klar, der Farbewechsel der Blutkörperchen hängt von der
-Verbindung von irgend einem ihrer Bestandtheile mit dem Sauerstoff ab,
-und mit dieser Sauerstoffaufnahme tritt eine gewisse Quantität
-Kohlensäure aus.
-
-Von dem Serum scheidet sich diese Kohlensäure nicht ab, denn es besitzt
-nicht die Fähigkeit, bei Berührung mit Sauerstoff Kohlensäure abzugeben;
-das Blut von den Blutkörperchen getrennt (das Serum) absorbirt sein
-halbes bis gleiches Volumen Kohlensäure (siehe den Artikel _Blut_ in dem
-Handwörterbuche der Chemie von _Poggendorff_, _Wöhler_ und _Liebig_,
-Seite 877), es ist bei gewöhnlicher Temperatur nicht mit Kohlensäure
-gesättigt.
-
-Das arterielle Blut geht, von dem Thiere genommen, unausgesetzt einer
-Veränderung entgegen, seine hochrothe Farbe wird schwarzroth; das
-hochrothe Blut, was seine Farbe den Blutkörperchen verdankt, wird
-schwarzroth durch Kohlensäure; diese Farbeänderung trifft die
-Blutkörperchen; es absorbirt eine Menge Gase, welche sich in der
-Blutflüssigkeit (ohne Blutkörperchen) nicht lösen; _es ist klar, die
-Blutkörperchen haben das Vermögen, sich mit Gasen zu verbinden_.
-
-Die Blutkörperchen ändern ihre Farbe in verschiedenen Gasen; dieser
-Wechsel kann von zwei Ursachen, einer Verbindung oder einer Zersetzung
-herrühren.
-
-Durch Schwefelwasserstoff werden sie schwarzgrün und zuletzt schwarz,
-die ursprüngliche rothe Farbe kann durch Contact mit Sauerstoffgas nicht
-wieder hervorgebracht werden; es ist offenbar hier eine Zersetzung vor
-sich gegangen.
-
-Die durch Kohlensäure schwarzroth gewordenen Blutkörperchen werden beim
-Contact mit Sauerstoff unter Abscheidung von Kohlensäure wieder
-hochroth, ähnlich verhalten sie sich gegen Stickoxydulgas; es ist klar,
-daß sie keine Zersetzung erfahren hatten; sie besitzen also die
-Fähigkeit, eine Verbindung mit Gasen einzugehen, _ihre Verbindung mit
-Kohlensäure wird durch Sauerstoff wieder aufgehoben_; sich selbst
-überlassen, wird außerhalb des Thierkörpers die Sauerstoffverbindung
-wieder schwarzroth, ohne durch Sauerstoff wieder hochroth zu werden.
-
-Die Blutkörperchen enthalten eine Eisenverbindung.
-
-Aus dem nie fehlenden Eisengehalt des rothen Blutes muß geschlossen
-werden, daß er unbedingt für das animalische Leben nothwendig sei, und
-seitdem die Physiologie bewiesen hat, daß die Blutkörperchen an dem
-Ernährungsprocesse keinen Antheil nehmen, kann es keinem Zweifel
-unterliegen, daß sie in dem Respirationsproceß eine Rolle übernehmen.
-
-Die Eisenverbindung in den Blutkörperchen verhält sich wie eine
-Sauerstoffverbindung, denn durch Schwefelwasserstoff wird sie ganz auf
-dieselbe Weise zerlegt, wie die Eisenoxyde oder die ihnen ähnlichen
-Eisenverbindungen. Durch verdünnte Mineralsäuren läßt sich aus frischem
-oder getrocknetem Blutroth Eisenoxyd, bei gewöhnlicher Temperatur
-ausziehen.
-
-Das Verhalten der Eisenverbindungen giebt vielleicht Aufschluß über die
-Rolle, welche das Eisen in dem Respirationsprocesse spielt; kein
-einziges Metall kann in Beziehung auf merkwürdige Eigenschaften mit den
-Eisenverbindungen verglichen werden.
-
-Die Eisenoxydulverbindungen besitzen das Vermögen anderen
-Sauerstoffverbindungen Sauerstoff zu entziehen; die
-Eisenoxydverbindungen geben Sauerstoff unter anderen Bedingungen mit der
-allergrößten Leichtigkeit wieder ab.
-
-Eisenoxydhydrat in Berührung mit schwefelfreien organischen Materien
-verwandelt sich in kohlensaures Eisenoxydul.
-
-Kohlensaures Eisenoxydul in Berührung mit Wasser und Sauerstoff wird
-zersetzt, alle Kohlensäure, die es enthält, entweicht; durch
-Aufnahme von Sauerstoff verwandelt es sich in Eisenoxydhydrat, was
-durch reducirende Materien wieder zurückführbar ist in eine
-Eisenoxydulverbindung.
-
-Aber nicht bloß die Sauerstoffverbindungen des Eisens, sondern auch die
-Cyanverbindungen zeigen ein ähnliches Verhalten. In dem Berlinerblau
-haben wir Eisen in Verbindung mit allen organischen Bestandtheilen des
-Thierkörpers: Wasserstoff und Sauerstoff (Wasser), Kohlenstoff und
-Stickstoff (Cyan).
-
-Dem Lichte ausgesetzt, entweicht Cyan, es wird weiß, im Dunkeln zieht es
-Sauerstoff an und wird wieder blau.
-
-Alle diese Beobachtungen zusammengenommen führen zu der Meinung, daß die
-Blutkörperchen des arteriellen Blutes eine mit Sauerstoff gesättigte
-Eisenverbindung enthalten, welche im lebendigen Blute beim Durchgang
-durch die Capillargefäße ihren Sauerstoff verliert; dasselbe geschieht,
-wenn das Blut vom Körper genommen sich zu zersetzen anfängt (zu faulen
-beginnt); die an Sauerstoff reiche Verbindung geht also durch
-Sauerstoffabgabe (Reduction) in eine sauerstoffarme Verbindung über.
-Eins der Oxydationsproducte, welches hierbei gebildet wird, ist
-Kohlensäure. Die Eisenverbindung des venösen Bluts besitzt die
-Fähigkeit, sich mit Kohlensäure zu verbinden; es ist klar, daß die
-Blutkörperchen des arteriellen Blutes, wenn sie nach Abgabe von einem
-Theile ihres Sauerstoffs Kohlensäure vorfinden, sich mit dieser
-Kohlensäure verbinden werden.
-
-In der Lunge angelangt werden sie den verlornen Sauerstoff wieder
-aufnehmen, für jedes Volumen Sauerstoff wird eine entsprechende Menge
-Kohlensäure wieder austreten, sie werden in ihren ursprünglichen Zustand
-wieder zurückkehren, d. h. das Vermögen wieder erhalten, Sauerstoff
-abzugeben.
-
-Für jedes Volum Sauerstoff, was die Blutkörperchen abzugeben vermögen,
-wird (da die Kohlensäure ihr gleiches Volum Sauerstoff ohne Condensation
-enthält) nicht mehr und nicht weniger als ein Volumen kohlensaures Gas
-gebildet werden können; für jedes Volumen Sauerstoff, was sie
-aufzunehmen fähig sind, kann nicht mehr Kohlensäure abgeschieden werden,
-als überhaupt aus diesem Volum Sauerstoff erzeugbar ist.
-
-Wenn ein kohlensaures Eisenoxydul durch Aufnahme von Sauerstoff in
-Eisenoxyd übergeht, so werden für jedes Volum Sauerstoff, was zum
-Uebergang in Eisenoxyd gehört, vier Volumina Kohlensäure abgeschieden.
-
-Für ein Volumen Sauerstoff kann sich aber nur ein Volumen Kohlensäure
-bilden, es kann also auch nicht mehr abgeschieden werden; die ihres
-Sauerstoffs beraubte Verbindung muß aber die Fähigkeit haben, noch
-Kohlensäure aufzunehmen, und wir sehen in der That, daß das Blut in
-keinem Zustande des Lebens mit Kohlensäure gesättigt ist, daß es zu der
-Kohlensäure, die es schon enthält, noch eine Menge Kohlensäure
-aufzunehmen vermag, ohne daß damit die Function der Blutkörperchen
-gestört erscheint. (Nach dem Trinken von moussirenden Weinen, Bier,
-Mineralwasser muß nothwendig mehr Kohlensäure ausgeathmet werden.) In
-allen Fällen, wo der Sauerstoff der Blutkörperchen nicht zur Bildung von
-Kohlensäure gedient hat, wird stets nur eine der erzeugten Kohlensäure
-entsprechende Menge ausgeathmet werden können; bei Genuß von Fett und
-Wein jedenfalls weniger, wie nach dem Genuß von Champagner.
-
-Nach der so eben entwickelten Vorstellung geben die Blutkörperchen des
-arteriellen Blutes, bei ihrem Durchgang durch die Capillargefäße,
-Sauerstoff an gewisse Bestandtheile des Thierkörpers ab. Ein kleiner
-Theil dieses Sauerstoffs dient zur Hervorbringung des Stoffwechsels und
-bedingt das Austreten belebter Körpertheile, so wie die Bildung und
-Erzeugung der Secrete, der größte Theil dieses Sauerstoffs wird zur
-Verwandlung der, den belebten Körpertheilen nicht mehr angehörenden
-Substanzen, in Sauerstoffverbindungen verwendet.
-
-Auf ihrem Wege nach dem Herzen hin, verbinden sich die Blutkörperchen,
-welche ihren Sauerstoff abgegeben haben, mit Kohlensäuregas zu venösem
-Blut, in der Lunge angelangt, findet ein Austausch statt.
-
-Die organische Eisenverbindung des venösen Blutes nimmt in der Lunge und
-der Luft den verlornen Sauerstoff wieder auf, und in Folge dieser
-Sauerstoffaufnahme scheidet sich alle damit verbundene Kohlensäure
-wieder ab.
-
-Alle in dem venösen Blute vorhandenen Materien, welche Verwandtschaft
-zum Sauerstoff besitzen, verwandeln sich in der Lunge, ähnlich wie die
-Blutkörperchen, in höhere Sauerstoffverbindungen, es entsteht eine
-gewisse Quantität Kohlensäure, von der stets ein Theil in der
-Blutflüssigkeit gelös’t bleibt.
-
-Die Quantität der gelös’ten (oder der an Natron gebundenen) Kohlensäure
-muß in beiden Blutarten, da sie einerlei Temperatur besitzen, gleich
-sein, allein das arterielle Blut muß, sich selbst überlassen, nach
-kurzer Zeit eine größere Menge Kohlensäure enthalten, wie das venöse,
-weil der aufgenommene Sauerstoff zur Bildung von Kohlensäure verwendet
-wird.
-
-In dem Organismus des Thieres finden mithin zwei Oxydationsprocesse
-statt, der eine in der Lunge, der andere in den Capillargefäßen. Durch
-den erstern wird, trotz der starken Abkühlung und gesteigerten
-Verdunstung, die constante Temperatur der Lunge, durch den andern die
-constante Temperatur in den übrigen Körpertheilen hervorgebracht.
-
-Ein Mensch, welcher täglich 27,8 Loth Kohlenstoff in der Form von
-Kohlensäure ausathmet, verzehrt in 24 Stunden 74 Loth Sauerstoff (64
-Loth = 1 Kilogramm), welche den Raum von 807 Litres = 51648 hessische
-Kubikzoll (64 = 1 Litre) einnehmen.
-
-Rechnet man auf die Minute 18 Athemzüge, so haben wir in 24 Stunden
-25920 Athemzüge und bei jedem Athemzug werden demnach ⁵¹⁶⁸⁴/₂₅₉₂₀ = 1,99
-Kubikzoll Sauerstoff in das Blut aufgenommen.
-
-In einer Minute treten 18 × 1,99 = 35,8 Kubikzoll Sauerstoff zu den
-Bestandtheilen des Blutes, welche bei gewöhnlicher Temperatur etwas
-weniger wie 12 Gran (802,8 Milligramm) wiegen.
-
-Nehmen wir nun an, daß in einer Minute 10 Pfund Blut (5 Kilogramm)
-(Müller, Physiologie Bd ~I.~ S. 345) durch die Lunge gehen und diese den
-Raum von 320 Kubikzoll einnehmen, so verbindet sich 1 Kubikzoll
-Sauerstoff sehr nahe mit 9 Kubikzoll Blut.
-
-Nach den Untersuchungen von _Denis_, _Richardson_, _Nasse_
-(Handwörterbuch der Physiologie Bd. I. S. 138) enthalten 10000 Blut 8
-Theile Eisenoxyd. 76800 Gran (10 Pfd.) Blut enthalten demnach 61,54 Gran
-Eisen_oxyd_ im arteriellen oder 55,14 Eisen_oxydul_ im venösen Blut.
-
-Nehmen wir nun an, das Eisen in den Blutkörperchen des venösen Blutes
-sei als Eisenoxydul, das im arteriellen Blut als Eisenoxyd enthalten, so
-nehmen 55,14 Gran Eisenoxydul bei ihrem Durchgang durch die Lunge in
-einer Minute 6,40 Gran Sauerstoff auf; da nun in dieser Zeit im Ganzen
-von 10 Pfund Blut 12 Gran Sauerstoff aufgenommen werden, so treten von
-diesen 12 Gran, 5,6 Gran an die anderen Bestandtheile des Blutes.
-
-55,14 Gran Eisenoxydul verbinden sich nun mit 34,8 Gran Kohlensäure,
-welche den Raum von 73 Kubikzoll einnehmen. Es ist deshalb klar, daß die
-in dem Blute vorhandene Menge Eisen, als Eisenoxydul gedacht, hinreicht,
-um den Träger der doppelten Menge Kohlensäure abzugeben, welche
-überhaupt auf Kosten alles in der Lunge aufgenommenen Sauerstoffs
-erzeugbar ist.
-
-Die eben entwickelte Hypothese stützt sich auf die bekannten
-Beobachtungen und zwar erklärt sie den Respirationsproceß, soweit er von
-den Blutkörperchen abhängig ist, vollkommen, sie schließt die Meinung
-nicht aus, daß auch auf anderen Wegen Kohlensäure in die Lunge gelangen,
-daß gewisse andere Bestandtheile des Bluts zur Bildung von Kohlensäure
-in der Lunge Veranlassung geben können; allein alles dies steht in
-keiner Beziehung zu dem vitalen Proceß, durch welchen in allen Theilchen
-des Körpers die zu seinem Bestehen nöthige Wärme erzeugt wird. Dies
-allein kann aber vorläufig nur als ein würdiger Gegenstand der
-Untersuchung betrachtet werden; warum dunkelrothes Blut durch Salpeter,
-Kochsalz &c. hellroth wird, ist eine nicht uninteressante Frage, die
-aber mit dem Athmungsproceß in keinem Zusammenhange steht.
-
-Die furchtbare Wirkung des Schwefelwasserstoffs; der Blausäure, welche
-beim Einathmen in wenigen Secunden allen Bewegungserscheinungen im
-Thierkörper eine Grenze setzen, erklären sich aus den bekannten
-Veränderungen, welche alle Eisenverbindungen bei Gegenwart von Alkalien,
-die im Blute nicht fehlen, durch diese Stoffe erleiden, auf eine
-ungezwungene Weise.
-
-Denken wir uns, daß die Blutkörperchen ihre Fähigkeit verlieren,
-Sauerstoff aufzunehmen, diesen Sauerstoff wieder abzugeben und die
-gebildete Kohlensäure fortzuführen, so wird ein solcher hypothetischer
-Krankheitszustand augenblicklich an der Temperatur und den
-Bewegungserscheinungen im Thierkörper erkennbar sein. Es wird nämlich
-kein Stoffwechsel stattfinden, ohne daß damit die Bewegungen selbst eine
-unmittelbare Grenze finden.
-
-Die Leiter der Kraft werden den Eingeweiden, dem Herzen, nach wie vor,
-die zu ihren Functionen nöthige Kraft zuführen, sie werden sie von dem
-Muskularsystem erhalten, ohne aber daß aus diesen ein Bestandtheil
-austritt; Galle- und Harnsecretion können nicht stattfinden; die
-Temperatur des Körpers muß abnehmen.
-
-Dem Ernährungsproceß wird durch diesen Zustand eine Grenze gesetzt und
-in kürzerer oder längerer Zeit muß der Tod eintreten, ohne, was hier das
-Wichtigste ist, von Fiebererscheinungen begleitet zu sein.
-
-Dieses Beispiel soll dazu dienen, um Veranlassung zu einer Untersuchung
-des Bluts in Krankheitszuständen ähnlicher Art, zu geben, denn es kann
-nicht dem geringsten Zweifel unterliegen, daß die Rolle, welche den
-Blutkörperchen zugeschrieben worden ist, als vollkommen ausgemittelt und
-aufgeklärt betrachtet werden kann, wenn sich in solchen Zuständen eine
-Abweichung in der Form, Beschaffenheit und dem Verhalten der
-Blutkörperchen ergiebt, die durch geeignete Reagentien erkennbar sein
-muß.
-
-Wenn die Kraft, welche die Lebenserscheinungen bedingt, als eine
-Eigenschaft gewisser Materien angesehen wird, so führt diese Vorstellung
-von selbst auf eine neue und schärfere Betrachtungsweise gewisser
-räthselhafter Erscheinungen, welche die nämlichen Substanzen in
-Zuständen darbieten, wo sie keine Bestandtheile belebter Organismen mehr
-ausmachen.
-
-
-
-
- Analytische Belege
- zu
- dem chemischen Proceß
- der
- _=Respiration und Ernährung=_
- so wie
- zu dem chemischen Proceß
- der
- _=Umsetzung der Gebilde=_.
-
-
- Die Noten correspondiren mit den in den Abschnitten im Texte
- aufgeführten Nummern.
-
- Alle mit * bezeichneten Zahlenresultate der Analysen sind in dem
- chemischen Laboratorium in Gießen ausgeführt.
-
-
-Anhang.
-
-
-Seite 1. Einleitung zu den Analysen.
-
-
-Erklärung der Formeln.
-
-Die frühere Darstellung der Verschiedenheit in der Zusammensetzung der
-Stoffe, die Angabe des Gehaltes in ihren Bestandtheilen nach Procenten,
-ist von den Chemikern längst verlassen, weil sie keine Einsicht in die
-Beziehungen gestattet, welche zwischen zwei und mehr Verbindungen
-stattfinden. Um hiervon einige Beispiele zu geben, soll die
-Zusammensetzung der Essigsäure und des Aldehyds, des Bittermandelöls und
-der Benzoesäure hier erwähnt werden.
-
- Essigsäure Aldehyd* Benzoesäure* Bittermandelöl*
- Kohlenstoff 40,00 55,024 69,25 79,56
- Wasserstoff 6,67 8,983 4,86 5,56
- Sauerstoff 53,33 35,993 25,89 14,88
-
-Aldehyd verwandelt sich nun in Essigsäure, Bittermandelöl in Benzoesäure
-durch Aufnahme von Sauerstoff, ohne daß sich an ihren Elementen sonst
-irgend etwas ändert. In den bloßen Zahlenverhältnissen läßt sich diese
-Beziehung nicht erkennen, drücken wir aber die Zusammensetzung beider in
-einer Formel aus, so fällt der Zusammenhang zwischen diesen Materien
-auch demjenigen in die Augen, welcher von der Chemie nichts weiß, als
-daß der Buchstabe ~C~ ein Aequivalent Kohlenstoff, ~H~ 1 Aeq.
-Wasserstoff, ~N~ 1 Aeq. Stickstoff und ~O~ 1 Aeq. Sauerstoff bedeutet.
-
- Formel Formel
- /--------------------\ /----------------------------\
- der des der des
- Essigsäure Aldehyds Benzoesäure Bittermandelöls
- ~C₄H₈O₄~ ~C₄H₈O₂~ ~C₁₄H₁₂O₄~ ~C₁₄H₁₂O₂~
-
-Diese Formeln sind genaue Ausdrücke der Analysen, die, man kann es sich
-so denken, sich auf eine unveränderliche Kohlenstoffquantität beziehen;
-sie zeigen, daß Essigsäure und Aldehyd, Benzoesäure und Bittermandelöl
-nur in dem Sauerstoffgehalt von einander abweichen, daß sie von den
-übrigen Elementen einerlei Verhältnisse enthalten. Das Verständniß der
-folgenden Formeln ist nicht minder einfach.
-
- Cyamelid 1 At. Cyanursäure 3 At. Cyansäurehydrat
- ~C₆N₆H₆O₆~ ~Cy₆~(= ~C₆N₆~)~O₃~ + 3~H₂O~ = 3(~Cy₂O~ + ~H₂O~) =
- = ~Summa~ ~C₆N₆H₆O₆~ = ~Summa~ ~C₆N₆H₆O₆~
-
-Die erste Formel ist eine sogenannte empirische Formel, in der man wohl
-das relative Verhältniß der Elemente genau kennt, aber nicht die
-Ordnung, in welcher sie zusammengetreten sind. Die zweite Formel drückt
-aus, daß 6 At. Cyan oder 6 At. Stickstoff und 6 At. Kohlenstoff zu
-_einem_ zusammengesetzten Atom sich vereinigt haben, das mit 3 At.
-Sauerstoff und 3 At. Wasser Cyanursäurehydrat gebildet hat; die letzte
-drückt aus die Art und Weise der Ordnung der Atome in dem
-Cyansäurehydrat, dreimal genommen; dieselbe Anzahl von Elementen, wie
-in der Cyanursäure ist zu 3 Atomen Cyansäurehydrat zusammengetreten. Wie
-man verfährt, um die procentische Zusammensetzung eines Körpers in einer
-Formel auszudrücken, gehört nicht hierher; es soll nur erwähnt werden,
-wie man verfahren muß, um aus einer jeden Formel rückwärts die
-procentische Zusammensetzung zu finden. Für diesen Zweck muß man
-beachten, daß der Buchstabe ~C~ in einer chemischen Formel ein Gewicht
-von 76,437 Kohlenstoff (nach den neuesten Bestimmungen 75,8 oder 75,
-eine Abweichung, welche auf die angeführten Formeln, da sie alle nach
-der Zahl 76,437 berechnet sind, ohne den geringsten Einfluß ist)
-bedeutet, der Buchstabe ~H~ ein Gewicht von 6,239 Wasserstoff, der
-Buchstabe ~N~ = 88,52 Stickstoff, und zuletzt der Buchstabe ~O~, ein
-Gewicht von 100 Sauerstoff.
-
-Die Formel des Proteins ~C₄₈N₁₂H₇₂O₁₄~ drückt also aus:
-
- 48 mal 76,437 = 3668,88 Kohlenstoff
- 12 „ 88,52 = 1062,24 Stickstoff
- 72 „ 6,239 = 449,26 Wasserstoff
- 14 „ 100,00 = 1400,00 Sauerstoff
- -------
- ~in Summa~ das Gewicht von 6580,38 Protein.
-
- in 100
- Theilen
- In 6580,38 Theilen Protein sind enthalten 3668,88 Kohlenstoff 55,742
- In 6580,38 „ „ „ „ 1062,24 Stickstoff 16,143
- In 6580,38 „ „ „ „ 449,26 Wasserstoff 6,827
- In 6580,38 „ „ „ „ 1400,00 Sauerstoff 21,288
- -------
- 100,000
-
-
-Note 1. Seite 13.
-
-_Sauerstoffverbrauch des erwachsenen Mannes_.
-
- Ein erwachsener Mann
- /-----------------------------\
- verbraucht erzeugt im kohlens.
- in 24 Stunden in 24 Stunden Gas
- an Sauerstoff- an kohlensaurem enthaltener
- nach gas Gas Kohlenstoff
- /------------\ /-------------\
- W. Zoll Gran W. Zoll Gran Gran
- Lavoisier u. Seguin 46037 15661 14930 8584 2820 franz.
- Menzies 51480 17625 engl.
- Davy 45504 15751 31680 17811 4853 engl.
- Allen u. Pepys 39600 13464 39600 18612 5148 engl.
-
-(Aus L. _Gmelins_ Handbuch der theor. Chemie.)
-
-
-Note 2. Seite 14.
-
-_Zusammensetzung des Bluts_: (Siehe Note 29.)
-
- in 100 Theilen in 4,8 Pfd. = 36864 Gran
-
- Kohlenstoff 51,96 19154,5
- Wasserstoff 7,25 2672,7
- Stickstoff 15,07 5555,4
- Sauerstoff 21,30 7852,0
- Asche 4,42 1629,4
- --------- -------
- 100,000 36864,0
-
- Gran Gran
- 19154,5 Kohlenstoff bildet mit 50539,5 Sauerstoff Kohlensäure
- 2672,7 Wasserstoff „ „ 21415,8 „ Wasser
- ----------------
- ~Summa~ = 71955,3 Sauerstoff
- Hiervon ab vorhandener Sauerstoff = 7852,0
- --------------------
- bleiben 64103,3 Gran
-
-Sauerstoff, welche zur vollständigen Verbrennung von 4,8 Pfd. Blut
-erforderlich sind.
-
-In obiger Rechnung ist angenommen worden, daß 24 Pfd. Blut 4,8 Pfd.
-trocknen Rückstand (80 ~pCt.~) hinterlassen.
-
-
-Note 3. Seite 14.
-
-Bestimmung der Menge des ausgeathmeten Kohlenstoffs.
-
- _Faeces_:
- 2,356 trockene Faeces hinterließen 0,320 Asche (13,58 ~pCt.~).
- 0,352 Faeces gaben 0,576 Kohlensäure und 0,218 Wasser.
-
- _Linsen_:
- 0,566 bei 100° getrocknete Linsen gaben 0,910 Kohlensäure und 0,336
- Wasser.
-
- _Erbsen_:
- 1,060 hinterließen 0,037 Asche
- 0,416 gaben 0,642 Kohlensäure und 0,241 Wasser.
-
- _Kartoffeln_:
- 0,443 trockene Kartoffeln gaben 0,704 Kohlensäure und 0,248 Wasser.
-
- _Schwarzbrod_:
- 0,302 trocknes Schwarzbrod gaben 0,496 Kohlensäure und 0,175 Wasser
- 0,241 „ „ „ 0,393 „ „ 0,142 „
-
- _Zusammensetzung_
- der des Schwarz- der Kartoffeln (des Fleisches
- Faeces brods s. Note 29.)
- Playfair* Boeckmann* Boussin- Boeck-
- gault mann*
- Kohlenstoff 45,24 45,09 45,41 44,1 43,944
- Wasserstoff 6,88 6,54 6,45 5,8 6,222
- Stickstoff } 34,73 35,12 34,89 45,1 44,919
- Sauerstoff }
- Asche 13,15 3,25 3,25 5,0 4,915
- --------------------------------------------------------
- 100,00 100,00 100,00 100,0 100,000
- Wasser 300,
- ------
- 400,00
-
- Erbsen Linsen Bohnen
-
- Playfair* Playfair* Playfair*
-
- Kohlenstoff 35,743 37,38 38,24
- Wasserstoff 5,401 5,54 5,84
- Stickstoff } 39,366 37,98 38,10
- Sauerstoff }
- Asche 3,490 3,20 3,71
- Wasser 16,000 15,90 14,11
- -------------------------------
- 100,000 100,000 100,000
-
-
- Frisches Kartoffeln Schwarzbrod,
- Fleisch einen Tag alt
- Boeck- Boussingault Boeck- Boeck-
- mann* mann* mann*
- /---------\ /-----------\ /--------------\
- Wasser 75 74,8 72,2 73,2 33 31,418
- Trockne Substanz 25 25,2 27,8 26,8 67 68,582
- -----------------------------------------
- 100 100,0 100,0 100,0 100 100,000
-
-
-_Berechnung des von einem erwachsenen Menschen ausgeathmeten
-Kohlenstoffs_.
-
-_Fleisch_. Das fettlose Muskelfleisch, zu 74 Wasser und 26 ~pCt.~ fester
-Substanz angenommen, enthält in 100 Theilen 13,6 Kohlenstoff. Das
-gewöhnliche Fleisch enthält Muskelfleisch, Zellgewebe und Fett. Die
-beiden letzteren machen im Durchschnitt ¹/₇ vom Gewicht des im
-Fleischladen erkauften Fleisches aus. Die Anzahl der verzehrten Lothe
-(64 Loth = 1 Kilogramm) beträgt 8896, welche bestehen aus:
-
- 7625 Loth fettloses Muskelfleisch enthalten Kohlenstoff 1037 Loth
- 1271 „ Zellgewebe mit Fett „ „ 898 „
- ----
- in Summe Kohlenstoff 1935 Loth
-
-Mit den Knochen enthält das gekaufte Fleisch 29 ~pCt.~ feste Substanz,
-und 278 Pfd. Fleisch 28 Pfd. trockne Knochen, sie sind nicht in Rechnung
-genommen, obwohl sie beim Kochen 8-10 ~pCt.~ Leimsubstanz verlieren,
-welche mit als Nahrung genossen wird.
-
-_Fett_. Es sind verzehrt worden 112 Loth Fett, welche zu 80 ~pCt.~
-Kohlenstoff in Summa 89,6 Loth Kohlenstoff enthalten.
-
-
-_Kohlenstoffgehalt der verzehrten Linsen, Bohnen und Erbsen._
-
-Es sind verzehrt worden 107 Loth Linsen, 436 Loth Bohnen und 371 Loth
-Erbsen, im Ganzen 914 Loth; bei einem Gehalte von 37 ~pCt.~ Kohlenstoff
-sind verzehrt worden 338,2 Loth Kohlenstoff.
-
-_Kartoffeln_. 100 Theile frische Kartoffeln enthalten 12,2 Kohlenstoff;
-in den verzehrten 31752 Loth sind enthalten 3873,7 Kohlenstoff.
-
-_Brod_. 855 Mann essen täglich 855 × 64 Loth, dazu noch 36 Pfd.
-Suppenbrod macht zusammen 55872 Loth. 100 Loth frisches Brod enthalten
-durchschnittlich 30,15 Loth Kohlenstoff, es sind mithin im Brod verzehrt
-worden 17543 Loth Kohlenstoff.
-
-Im Ganzen sind verzehrt worden:
-
- im Fleisch 1935 Loth Kohlenstoff
- Fett 89,6 „ „
- Bohnen, Erbsen, Linsen 338,2 „ „
- Kartoffeln 3873,7 „ „
- Brod 17543,0 „ „
- -------
- von 855 Mann 23779,5 Loth Kohlenstoff
- -------
- von 1 Mann 27,8 Loth Kohlenstoff
-
-Die Faeces eines Soldaten wiegen 11 Loth (5¹/₂ Unze); sie enthalten mit
-ihrem ganzen Wassergehalt 11 ~pCt.~ Kohlenstoff; für 86 Kreuzer Gemüse,
-Weißkraut, Kohlrabi, Gelberüben &c. erhält man durchschnittlich 172
-Pfd.; 25 Maas Sauerkraut wiegen 100 Pfd. Für 48¹/₂ Kreuzer Zwiebeln,
-Lauch, Sellerie erhält man auf dem Markte durchschnittlich 24¹/₄ Pfd.
-Dem Gewicht nach haben 855 Mann Soldaten verzehrt:
-
- an grünem Gemüse 5604 Loth
- an Sauerkraut 3200 „
- an Zwiebeln &c. 776 „
- ----
- 9580 Loth
- ----
- ein Mann täglich 11,2 Loth
-
-Der Kohlenstoffgehalt des verzehrten Gemüses ist gleich dem
-Kohlenstoffgehalt der Faeces angenommen. Wurst, Branntwein, Bier,
-überhaupt was im Wirthshaus verzehrt worden, nicht gerechnet.
-
-Die Zahlen, welche den vorhergehenden Berechnungen zu Grunde gelegt
-wurden, sind durchschnittlich dem Verbrauch von 855 Mann casernirter
-Soldaten entnommen, deren Speisen (Brod, Kartoffeln, Fleisch, Linsen,
-Erbsen, Bohnen &c.) während eines Monats bis auf Pfeffer, Salz und
-Butter, mit der größten Genauigkeit gewogen und jedes einzelne der
-Elementaranalyse unterworfen worden war (siehe Tabelle). Eine Ausnahme
-hiervon machten drei Gardisten, welche außer dem vorschriftsmäßigen
-Brodquantum (2 Pfd. täglich) in jeder Löhnungsperiode ¹/₂ Laib = 2¹/₂
-Pfd. mehr bekamen und ein Tambour, der ¹/₂ Laib übrig behielt. Nach
-einem annähernden Ueberschlage des Feldwebels verzehrt jeder Soldat
-täglich durchschnittlich 6 Loth Wurst, 1¹/₂ Loth Butter, ¹/₂ Schoppen
-(¹/₄ Litr.) Bier und ¹/₁₀ Schoppen Branntwein, deren Kohlenstoffgehalt
-mehr als das Doppelte beträgt, von dem Kohlenstoffgehalt der Faeces und
-des Urins zusammengenommen. Die Faeces betragen bei einem Soldaten
-durchschnittlich 11 Loth, sie enthalten 75 ~pCt.~ Wasser und der trockne
-Rückstand 45,24 ~pCt.~ Kohlenstoff und 13,15 ~pCt.~ Asche. 100 Theile
-frische Faeces enthalten hiernach 11,31 Kohlenstoff, sehr nahe so viel
-als ein gleiches Gewicht frisches Fleisch. In obiger Rechnung ist der
-Kohlenstoff der Faeces und der des Urins gleichgesetzt worden dem
-Kohlenstoffgehalt der frischen Gemüse und der anderen Speisen, welche im
-Wirthshause verzehrt wurden.
-
-
-Großherzogl. Leib-Compagnie.
-
-_Uebersicht der im Monate November 1840 für die Menage obiger Compagnie
-verbrauchten Victualien_.
-
- =======+======+=======+=========+======+========+========+========+
- 1840. | | | | | | | |
- Novem- | Es |Ochsen-| Schwei- | Kar- | Erbsen | Bohnen | Linsen |
- ber. |haben |fleisch| ne- | tof- | | | |
- |geges-| | fleisch | feln | | | |
- In der | sen | | | | | | |
- Periode| | | | | | | |
- vom | Mann | ℔ | ℔ |Kümpfe|Gescheid|Gescheid|Gescheid|
- -------+------+-------+---------+------+--------+--------+--------+
- 1- 5 | 139 | 36 | 9 |12 | 1¹/₂ | 1 | -- |
- 6-10 | 145 | 37 | 9 |13¹/₂ | -- | -- | -- |
- 11-15 | 136 | 36 | 9 |12¹/₂ | -- | 1 | -- |
- 16-20 | 136 | 37 | 9 |14¹/₂ | 1 | 1 | -- |
- | | |Bratwurst| | | | |
- 21-25 | 147 | 39 | 7¹/₂ |14 | -- | -- | 1 |
- 26-30 | 152 | 30 | 19¹/₂ |14¹/₂ | 1 | 1 | -- |
- -------+------+-------+---------+------+--------+--------+--------+
- ~Summa~| 855 | 215 | 63 |81 | 3¹/₂ | 4 | 1 |
- -------+------+-------+---------+------+--------+--------+--------+
- | | | | | | | |
- Im }monat-| 7³¹/₅₇| 2¹²/₅₇ |2⁴⁸/₅₇| ⁷/₅₇ | ⁸/₅₇ | ²/₅₇ |
- Durch- } lich | ℔ | ℔ | | | | |
- schnitt}------+-------+---------+------+--------+--------+--------+
- essen } täg- | 8⁸/₁₇₁| 2³⁰⁶/₈₅₅|⁸¹/₈₅₅|⁸⁷/₁₇₁₀ | ⁴/₈₅₅ | ¹/₈₅₅ |
- daher } lich | Lth. | Lth. | | | | |
- täglich}------+-------+---------+------+--------+--------+--------+
- 28¹/₂ } |10³⁴⁶/₈₅₅ Loth | | \----------------------/ |
- Mann } | täglich |
- und es }
- erhält }
- ein }
- Mann }
-
- =======+======+======+======+======+=======+=======+========+======
- 1840. | | | | | | | |
- Novem- |Sauer-| Ge- | | | Zwie- | | |
- ber. |kraut | müse | Brod | Salz | beln |Pfeffer| Fett |Essig
- | | | | | und | | |
- In der | | | | |Grünes | | |
- Periode| | | | | | | |Schop-
- vom | Maaß | kr. | ℔ | ℔ | kr. | kr. | Loth. | pen
- -------+------+------+------+------+-------+-------+--------+------
- 1- 5 | 5 | 6 | 5 | 4¹/₂| 8 | 2¹/₂ | 26²/₃ | --
- 6-10 | 4 | 35 | 7¹/₂| 5 | 6¹/₂| 2¹/₂ | 21²/₃ | --
- 11-15 | 4 | 21 | 7¹/₂| 4¹/₂| 7 | 2 | 16 | --
- 16-20 | 4 | 6 | 6 | 4¹/₂| 8¹/₂| 3¹/₂ | 26²/₃ | --
- | | | | | | | |
- 21-25 | -- | 18 | 7¹/₂| 5¹/₂| 11 | 2¹/₂ | 10²/₃ | 1¹/₂
- 26-30 | 8 | -- | 2¹/₂| 4 | 7¹/₂| 2¹/₂ | 10²/₃ | --
- -------+------+------+------+------+-------+-------+--------+------
- ~Summa~| 25 | 86 | 36 | 28 | 48¹/₂| 15¹/₂ | 112 | 1¹/₂
- -------+------+------+------+------+-------+-------+--------+------
- | | | | | | | |
- Im } ⁵⁰/₅₇| 3¹/₅₇|1¹⁵/₅₇|⁵⁶/₅₇ | 1⁴⁰/₅₇| ³¹/₅₇ |3¹⁵⁹/₁₇₁| ³/₅₇
- Durch- } | | | | | | |
- schnitt}------+------+------+------+-------+-------+--------+------
- essen } ⁵/₁₇₁|⁸⁶/₈₅₅|³⁶/₈₅₅|²⁹/₈₅₅|⁹⁷/₁₇₁₀|³¹/₁₇₁₀| ¹¹²/₈₅₅|³/₁₇₁₀
- daher } | | | | | | |
- täglich}------+------+------+------+-------+-------+--------+------
- 28¹/₂ } | | | | | | |
- Mann } | | | | | | |
- und es }
- erhält }
- ein }
- Mann }
-
- 1 Gescheid Bohnen wiegt 3 ℔ 15 Loth
- 1 „ Linsen „ 3 „ 11 „
- 1 „ Erbsen „ 3 „ 10 „
- 1 Kumpf Kartoffeln „ 12 „ 8 „
-
-
-Note 4. Seite 15.
-
-_Nahrungsmittel eines Pferdes_,
-
-in 24 Stunden verzehrt.
-
- ========+==========+==========+=======+=======+======+======+======
- _Nah- |Gewicht im|Gewicht im| | | | |Salze
- rungs- | feuchten |trockenen |Kohlen-|Wasser-|Sauer-|Stick-| und
- mittel_.|Zustande. |Zustande. |stoff. |stoff. |stoff.|stoff.|Erden.
- --------+----------+----------+-------+-------+------+------+------
- Heu | 7500 | 6465 | 2961,0| 323,2 |2502,0| 97,0|581,8
- Hafer | 2270 | 1927 | 977,0| 123,3 | 707,2| 42,4| 77,1
- Wasser | 16000 | -- | -- | -- | -- | -- | 13,3
- --------+----------+----------+-------+-------+------+------+------
- ~Summa~ | 25770 | 8392 | 3938,0| 446,5 |3209,2| 139,4|672,2
-
-_Producte eines Pferdes_
-
-in 24 Stunden[F15].
-
- ==========+==========+==========+=======+=======+======+======+======
- _Nah- |Gewicht im|Gewicht im| | | | |Salze
- rungs- | feuchten |trockenen |Kohlen-|Wasser-|Sauer-|Stick-| und
- mittel_. |Zustande. |Zustande. |stoff. |stoff. |stoff.|stoff.|Erden.
- ----------+----------+----------+-------+-------+------+------+------
- Harn | 1330 | 302 | 108,7| 11,5 | 34,1| 37,8| 109,9
- Excremente| 14250 | 3525 | 1364,4| 179,8 |1328,9| 77,6| 574,6
- ----------+----------+----------+-------+-------+------+------+------
- ~Summa~ | 15580 | 3827 | 1472,9| 191,3 |1363,0| 115,4| 684,5
- Totalge- | | | | | | |
- wichte des| | | | | | |
- ersten | | | | | | |
- Theils | | | | | | |
- diesser | | | | | | |
- Tafel | 25770 | 8392 | 3938,0| 446,5 |3209,2| 139,4| 672,2
- ----------+----------+----------+-------+-------+------+------+------
- Differenz | 10190 | 4565 | 2465,1| 255,2 |1846,2| 24,0| 12,3
- Richtung | | | | | | |
- der Diffe-| | | | | | |
- renz | - | - | - | - | - | - | +
-
- [15] ~Ann. de Chim. et de phys. T. LXX. p.~ 136.
-
-_Nahrungsmittel einer Kuh_,
-
-in 24 Stunden verzehrt.
-
- ==========+==========+==========+=======+=======+======+======+=======
- _Nah- |Gewicht im|Gewicht im| | | | | Salze
- rungs- | feuchten |trockenen |Kohlen-|Wasser-|Sauer-|Stick-|und er-
- mittel_. |Zustande. |Zustande. |stoff. |stoff. |stoff.|stoff.| dige
- | | | | | | | Mate-
- | | | | | | | rien.
- ----------+----------+----------+-------+-------+------+------+-------
- Kartoffel | 15000 | 4170 | 1839,0| 241,9 |1830,6| 50,0| 208,5
- Grummet | 7500 | 6315 | 2974,4| 353,6 |2204,0| 151,5| 631,5
- Wasser | 60000 | -- | -- | -- | -- | -- | 50,0
- ----------+----------+----------+-------+-------+------+------+-------
- ~Summa~ | 82500 | 10485 | 4813,4| 595,5 |4034,6| 201,5| 889,0
-
-_Producte einer Kuh_
-
-in 24 Stunden[F16].
-
- ==========+==========+==========+=======+=======+======+======+=======
- _Nah- |Gewicht im|Gewicht im| | | | | Salze
- rungs- | feuchten |trockenen |Kohlen-|Wasser-|Sauer-|Stick-|und er-
- mittel_. |Zustande. |Zustande. |stoff. |stoff. |stoff.|stoff.| dige
- | | | | | | | Mate-
- | | | | | | | rien.
- ----------+----------+----------+-------+-------+------+------+-------
- Excremente| 28413 | 4000,0 | 1712,0| 208,0 |1508,0| 92,0| 480,0
- Harn | 8200 | 960,8 | 261,4| 25,0 | 253,7| 36,5| 384,2
- Milch | 8539 | 1150,6 | 628,2| 99,0 | 321,0| 46,0| 56,4
- ----------+----------+----------+-------+-------+------+------+-------
- ~Summa~ | 45152 | 6111,4 | 2601,6| 332,0 |2082,7| 174,5| 920,6
- Totalge- | | | | | | |
- wichte des| | | | | | |
- ersten | | | | | | |
- Theils | | | | | | |
- dieser | | | | | | |
- Tafel | 82500 | 10485,0 | 4813,4| 595,5 |4034,6| 201,5| 889,0
- ----------+----------+----------+-------+-------+------+------+-------
- Differenz | 37348 | 4374,6 | 2211,8| 263,5 |1951,9| 27,0| 31,6
- Richtung | | | | | | |
- der Diffe-| | | | | | |
- renz | - | - | - | - | - | - | +
-
- [16] ~Ann. de Chim. et de phys. T. LXX. p.~ 136.
-
-
-Note 5. Seite 20.
-
-_Temperatur und Bewegung des Bluts._
-
- _Nach Prevost und Dumas_
- die mittlere die Anzahl die Anzahl
- ist bei der Temperatur der Pulsschläge der Athemzüge
- in der Minute
- /---------------------\
- Taube 42° C 136 34
- Huhn 41,5 140 30
- Ente 42,5 170 21
- Rabe 42,5 110 21
- Lerche 44,0 200 22
- Simia Callitriche 35,5 90 30
- Meerschwein 38,0 140 36
- Hund 37,4 90 28
- Katze 38,5 100 24
- Ziege 39,2 84 24
- Hase 38,0 120 36
- Pferd 36,8 56 16
- Mensch 37,0 72 18
- ----- --- --
- Mensch Mann (~J. L.~) 36,5* 65 17
- Mensch Weib (~J. L.~) 36,8* 60 15
-
-Temperatur des Kindes 39°.
-
-Die Wärme des Menschen beträgt in den inneren Theilen, welche zunächst
-zugänglich sind, wie Mund, Mastdarm 29,20-29,60° R. = 36,50-37° C. Die
-Wärme des Blutes (_Magendie_) 30,5-31° R. = 38,1-38,7° C. Als mittlere
-Temperatur ist ~p.~ 20 37,5° C. angenommen.
-
-
-Note 6. Seite 37.
-
-Die Gefangenen in dem Arresthaus in Gießen erhalten täglich 1¹/₂ Pfd.
-Brod (48 Loth), welche 14¹/₂ Loth Kohlenstoff enthalten. Sie erhalten
-ferner 1 Pfd. Suppe und in je zwei Tagen 1 Pfd. Kartoffeln.
-
- 1¹/₂ Pfund Brod enthalten 14,5 Loth Kohlenstoff
- 1 „ Suppe „ 1,5 „ „
- ¹/₂ „ Kartoffeln „ 2,00 „ „
- -----
- 17,00 Loth Kohlenstoff
-
-
-Note 7. Seite 43.
-
-_Zusammensetzung des Blut-Fibrins und -Albumins_[F17].
-
- Albumin aus Blutserum Fibrin
- Scherer* Scherer* Mulder
- /------------------------\ /---------------\
- ~I.~ ~II.~ ~III.~ ~I.~ ~II.~ ~III.~
-
- Kohlenstoff 53,850 55,461 55,097 53,671 54,454 54,56
- Wasserstoff 6,983 7,201 6,880 6,878 7,069 6,90
- Stickstoff 15,673 15,673 15,681 15,763 15,762 15,72
- Sauerstoff }
- Schwefel } 23,494 21,655 22,342 23,688 22,715 22,82
- Phosphor }
-
-Die weiteren Analysen des Thier-Albumins und Fibrins siehe in der Note
-28 S. 319, so wie auch die Analysen der Organe oder ihrer Theile.
-
- [17] Annal. der Chemie u. Pharm. Bd. ~XXVIII.~ S. 74 u. Bd. ~XL.~ S.
- 33 u. 36.
-
-
-Note 8. Seite 49.
-
-_Zusammensetzung des Pflanzen-Fibrins, -Albumins, -Caseins und -Leims_.
-
-_Pflanzenfibrin_
-
- Roher
- Kleber a. Weizenmehl
- Scherer[F18]* Jones Marcet Boussin-
- /------------------------\ [F19]* [F20] gault
- ~I.~ ~II.~ ~III.~
- Kohlenstoff 53,064 54,603 54,617 53,83 55,7 53,5
- Wasserstoff 7,132 7,302 7,491 7,02 14,5 15,0
- Stickstoff 15,359 15,810 15,809 15,58 7,8 7,0
- Sauerstoff }
- Schwefel } 24,445 22,285 22,083 23,56 22,0 24,5
- Phosphor }
-
- [18] Ann. d. Chem. u. Pharm. Bd. ~XL.~ S. 7.
-
- [19] Ebendaselbst. S. 65.
-
- [20] L. Gmelin’s th. Chem. Bd. ~II.~ S. 1092.
-
-_Pflanzenalbumin_[F21]
-
- a. a. a. a.
- Roggen Weizen Pflanzenleim Mandeln
- Jones* Varrentrapp Jones*
- u. Will*
- Kohlenstoff 54,74 55,01 54,85 57,03
- Wasserstoff 7,77 7,23 6,96 7,53
- Stickstoff 15,85 15,92 15,88 13,45
- Sauerstoff }
- Schwefel } 21,64 21,84 22,39 21,96
- Phosphor }
-
- [21] Ann. der Chem. u. Pharm. Bd. ~XL.~ S. 66. u. Bd. ~XXXIX.~ S. 291.
-
- Boussingault. Varrentrapp
- u. Will.*
- Kohlenstoff 52,7 --
- Wasserstoff 6,9 --
- Stickstoff 18,4 15,70
- Sauerstoff 22,0 --
-
-_Pflanzencasein_[F22]
-
- schwefelsaures
- Caseinkali
- Scherer* Jones* Varrentrapp
- u. Will*
- /--------------\
- Kohlenstoff 54,138 55,05 51,41 51,24
- Wasserstoff 7,156 7,59 7,83 6,77
- Stickstoff 15,672 15,89 14,48 13,23
- Sauerstoff u. s. w. 23,034 21,47 -- --
-
- [22] Ann. der Chem. u. Pharm. Bd. ~XXXIX.~ S. 291 und Bd. ~XL.~ S. 8
- u. 67.
-
-_Pflanzenleim_
-
- Jones Boussingault
- [F23]* /------------\
- ~I.~ ~II.~
- Kohlenstoff 55,22 54,2 52,3
- Wasserstoff 7,42 7,5 6,5
- Stickstoff 15,98 13,9 18,9
- Sauerstoff u. s. w. 21,38 24,4 22,3
-
- [23] Ann. d. Chem. u. Pharm. Bd. ~XL.~ S. 66.
-
-
-Note 9. Seite 53.
-
-_Zusammensetzung des Thier-Caseins_.
-
- Scherer[F24]*
- /-------------------------------------------\
- a. a. a.
- frisch. saur. Milch m. Zieger
- Milch Milch Essigs.
- /---------------\
- ~I.~ ~II.~ ~III.~ ~IV.~ ~V.~
- Kohlenstoff 54,825 54,721 54,665 54,580 54,507
- Wasserstoff 7,153 7,239 7,465 7,352 6,913
- Stickstoff 15,628 15,724 15,724 15,696 15,670
- Sauerstoff } 22,394 22,316 22,146 22,372 22,910
- Schwefel }
-
- [24] Annal. d. Chem. n. Pharm. Bd. ~XL.~ S. 40 u. s. f.
-
- _Mulder_[F25]
- Kohlenstoff 54,96
- Wasserstoff 7,15
- Stickstoff 15,80
- Sauerstoff 21,73
- Schwefel 0,36
-
- [25] Die Analyse des Pflanzencaseins siehe in der vorhergehenden Note.
-
-
-Note 10. Seite 66.
-
-_Gehalt der festen Excremente an in Alkohol löslichen Bestandtheilen_
-(_Will*_).
-
-18,3 Grm. bei 100° getrocknete Pferdexcremente verloren durch Behandlung
-mit Alkohol 0,995 am Gewichte, der trockne Rückstand besaß die
-Beschaffenheit von ausgekochten Sägespänen.
-
-14,98 Grm. trockner Kuhexcremente verloren durch die nämliche Behandlung
-0,625 Grm.
-
-
-Note 11. S. 72.
-
-_Zusammensetzung des Amylons_[F26].
-
- Strecker*
- /--------------------------------------------------\
- berechnet
- ~C₁₂H₂₀O₁₀~ aus Erbsen Linsen Bohnen Heidekorn
- Kohlenstoff 44,91 44,33 44,46 44,16 44,23
- Wasserstoff 6,11 6,57 6,54 6,69 6,40
- Sauerstoff 48,98 49,09 49,00 49,15 49,37
-
- Strecker*
- /-----------------------------------\
- Roß-
- aus Mais kastanien Weizen Roggen
- Kohlenstoff 44,27 44,44 44,26 44,16
- Wasserstoff 6,67 6,47 6,70 6,64
- Sauerstoff 49,06 49,08 49,04 49,20
-
- Strecker*
- /-----------------------------------\
- Dahlien- unreif. unreif.
- aus Reis wurzel Aepfeln Birnen
- Kohlenstoff 44,69 44,13 44,10 44,14
- Wasserstoff 6,36 6,56 6,57 6,75
- Sauerstoff 48,95 49,31 49,33 49,11
-
-
- aus Kartoffeln a. Pfeil- a. Yams-
- wurzeln wurzeln
- /-------------------\
- Berze- Gay-Lussac Prout Ortigosa*
- lius u. Thénard
- Kohlenstoff 44,250 43,55 44,40 44,2
- Wasserstoff 6,674 6,77 6,18 6,5
- Sauerstoff 49,076 49,68 49,42 49,3
-
- [26] Die in den Analysen von _Strecker_ und _Ortigosa_ verwendete
- Stärke wurde in dem Laboratorium zu Gießen aus den Samen, Knollen und
- Früchten dargestellt.
-
-
-Note 12. Seite 72.
-
-_Zusammensetzung des Trauben- (Stärke-)zuckers_.
-
- Trauben Stärke Honig
- [F27] [F28] [F29] berechn.
- Saussure Prout ~C₁₂H₂₈O₁₄~
- /-------------\
- Kohlenstoff 36,71 37,29 36,36 36,80
- Wasserstoff 6,78 6,84 7,09 7,01
- Sauerstoff 56,51 55,87 56,55 56,19
-
- [27] ~Ann. de Chim.~ Bd. ~XI.~ S. 381.
-
- [28] ~Ann. of Philosoph. T. VI. p.~ 426.
-
- [29] ~Philos. Transact.~ 1827 ~p.~ 373.
-
-
-Note 13. Seite 73.
-
-_Zusammensetzung des Milchzuckers_.
-
- Gay-L. Ber- berechnet
- u. Thén. Prout Brunn. zelius J. L.* ~C₁₂H₂₄O₁₂~
- Kohlenstoff 38,825 40,00 40,437 39,474 40,00 40,46
- Wasserstoff 7,341 6,66 6,711 7,167 6,73 6,61
- Sauerstoff 53,834 53,34 52,852 53,359 53,27 52,93
-
-
-Note 14. Seite 74.
-
-_Zusammensetzung des Gummis_.
-
- Gay-Luss. Ber- berechnet
- u. Thén. Goebel zelius ~C₁₂H₂₂O₁₁~
- Kohlenstoff 42,23 42,2 42,682 42,58
- Wasserstoff 6,93 6,6 6,374 6,37
- Sauerstoff 50,84 15,2 50,944 51,05
-
-
-Note 15. Seite 76.
-
-_Analyse des Hafers nach Boussingault_[F30].
-
- 100 Theile Hafer enthalten trockne Substanz 84,9
- Wasser 17,1
- -----
- 100,0
-
- 100 Theile trockner Hafer = 117,7 lufttrocknem enthalten:
- Kohlenstoff 50,7
- Wasserstoff 6,4
- Sauerstoff 36,7
- Stickstoff 2,2
- Asche 4,0
- ------
- 100,0
- 17,7 Wasser
- ------
- lufttrockner Hafer 117,7 in 100 Theilen 1,867 Stickstoff.
-
- [30] ~Ann. de Chim. et de Phys. T. LXXI. p.~ 130.
-
-_Analyse des Heu’s_[F31].
-
- 100 Theile Heu enthalten lufttrocken 86 trockne Substanz
- 14 Wasser
- ---
- 100
-
- 100 Th. bei 100° getrocknetes Heu = 116,2 lufttrocknes Heu enthalten:
- Kohlenstoff 45,8
- Wasserstoff 5,0
- Sauerstoff 38,7
- Stickstoff 1,5
- Asche 9,0
- --------
- 100,0
- Hierzu 16,2 Wasser
- --------
- 116,2 lufttrocknes Heu.
-
- 100,0 lufttrocknes Heu enthalten 1,29 Stickstoff
-
- 480 Loth Heu lufttrocken = 15 Pfund enthalten 6,19 Loth Stickstoff
- 144 „ Hafer „ = 4¹/₂ „ „ 2,68 „ „
- -----
- Zusammen 8,87 Loth Stickstoff.
-
- [31] ~Ann. de Chim. et de Phys. T. LXXI. p.~ 129.
-
-
-Note 16. Seite 78.
-
-_Kohlenstoffgehalt des Fleisches und Amylons_.
-
- 100 Loth Amylon enthalten 44 Loth Kohlenstoff, 128 Loth (4 Pfund)
- enthalten 56,32 Loth Kohlenstoff.
- 100 Loth frisches Fleisch enthalten 13,6 Loth Kohlenstoff (siehe
- Note 3)
- 480 „ „ „ (15 Pfund) mithin 55,28 Loth.
-
-
-Note 17. Seite 85.
-
- _Zusammensetzung des_
- Schweine- Hammels- Menschen-
- schmalzes talges fettes[F32]
- Chevreul
- /--------------------------\
- Kohlenstoff 79,098 78,996 79,000
- Wasserstoff 11,146 11,700 11,416
- Sauerstoff 9,756 9,304 9,584
-
- [32] ~Recherch. chim. sur les corps gras. Paris~ 1823.
-
-
-Note 18. Seite 85.
-
- _Zusammensetzung_
- des Rohrzuckers nach den Analysen
- von
- Ber- W. Lie- Gay-L. berechnet
- zelius Prout Crum big* u. Thén. ~C₂₀H₂₂O₁₁~
- Kohlenstoff 42,225 42,86 42,14 42,301 42,47 42,58
- Wasserstoff 6,600 6,35 6,42 6,384 6,90 6,37
- Sauerstoff 51,175 50,79 51,44 51,315 50,63 51,05
-
-Die Zusammensetzung des Gummis und der Stärke siehe Note 14 u. 11.
-
-
-Note 19. Seite 86.
-
-_Zusammensetzung des Cholsterins_.
-
- Chevreul Couerbe Mar- berechnet
- [F33] [F34] chand ~C₃₆H₆₄O~
- Kohlenstoff 85,095 84,895 84,90 84,641
- Wasserstoff 11,880 12,099 12,00 12,282
- Sauerstoff 3,025 3,006 3,10 3,077
-
- [33] ~Recherch. sur les corps gras. p.~ 185.
-
- [34] ~Ann. de Chim. et de Phys. T. LVI. p.~ 164.
-
-
-Note 20. Seite 88.
-
-_Die Entstehung des Wachses aus Zucker_[F35].
-
-Sobald die Bienen ihren Magen oder die sogenannte Honigblase mit Honig
-angefüllt haben, und diesen nicht ablegen können, geht derselbe in Menge
-nach und nach in den Darmkanal, wird hier verdauet, der größte Theil
-davon als Excremente ausgeschieden und der andere in die Säfte der
-Bienen übergeführt. Durch diesen großen Zufluß von Säften bildet sich
-ein Fett, welches auf den vorn erwähnten acht Fleckchen, die sich an den
-untern 4 Schuppen der Bauchringel befinden, als eine flüssige Masse
-hervorquillt und bald als Wachsblättchen erhärtet; während, wenn die
-Biene den Honig ablegen kann, nur so viel in den Darmkanal übergeht, als
-zur Ernährung derselben nöthig ist. Die Honigblase der Bienen braucht
-kaum 40 Stunden mit Honig angefüllt zu sein, um auf den 8 Fleckchen, 8
-Wachsblättchen vollkommen zur Reife zu bringen, so daß diese abfallen.
-Ich machte den Versuch und gab Bienen, die ich am Ende des Monats
-September mit ihrer Königin in ein Kästchen setzte, statt Honig
-aufgelös’ten Candiszucker. Es bildeten sich auch davon Wachsblättchen;
-aber sie wollten nicht recht abspringen, sondern die weiter ausquellende
-Masse blieb an den oberen Wachsblättchen bei den meisten Bienen hängen,
-so daß die Blättchen so dick wurden, als es sonst viere zusammen sind.
-Die Schuppen der Bienen wurden dadurch ganz in die Höhe gehoben, und die
-Blättchen ragten hervor. Beim Nachsehen fand ich, daß diese dicken
-Blättchen, welche unter der Lupe mehrere Lamellen zeigten, nach dem
-Kopfe der Biene hin von oben nach unten, und nach der Schwanzspitze hin
-von unten nach oben eine schiefe Fläche hatten. Es war also das sich
-zuerst gebildete Blättchen durch das nächstfolgende, und weil da, wo die
-Schuppen an der Fugenhaut festsitzen, kein Raum für 2 Blättchen
-vorhanden ist, etwas abgeschoben worden, und so war es denn auch mit dem
-dritten Blättchen gegangen, wodurch die schiefen Flächen an den Seiten
-der Blättchen nach vorn und hinten entstanden waren. Ich habe hieraus
-recht deutlich ersehen, daß die Wachsblättchen durch die nächstfolgend
-sich bildenden Blättchen abgeschoben werden. Der Zuckersaft war von den
-Bienen auch in Wachs zersetzt worden; allein es scheint doch, daß die
-Bildung irgend eine Unvollkommenheit erlitten hatte, indem die reifen
-Wachsblättchen sich nicht ablös’ten, sondern an den nächstfolgenden
-hängen blieben. Zum Wachsausschwitzen bedürfen die Bienen keines
-Blumenstaubes, sondern nur Honig. Ich habe schon im October Bienen in
-ein leeres Kästchen gebracht und ihnen Honig untergesetzt, und sie
-bauten bald Waben, obschon das Wetter so war, daß sie gar nicht fliegen
-konnten. Ich kann deßhalb gar nicht glauben, daß der Blumenstaub eine
-Nahrung für die Bienen abgebe, sondern ich glaube, daß sie ihn nur
-verschlucken, um mit Honig und Wasser vermischt, den Nahrungssaft für
-die Maden daraus zu bereiten. Die Bienen verhungern auch oft noch im
-April, wenn ihr Honigvorrath aufgezehrt ist, und sie Blumenstaub in
-Menge, aber keinen Honig eintragen können. Sie reißen in der Noth die
-Nymphen aus den Zellen und zernagen diese, um durch den süßen Saft, den
-sie in diesen finden, sich das Leben zu fristen. Werden sie aber in
-dieser Lage nicht gefüttert, oder tritt nicht alsbald Nahrung auf dem
-Felde ein, so sterben sie in wenigen Tagen. Wäre nun aber der
-Blumenstaub eine wirkliche Nahrung für die Bienen, so müßten sie doch
-wohl von diesem, mit Wasser vermischt, sich ihr Leben fristen können.
-
- [35] Aus Ferdinand Wilhelm _Gundlach’s_ Naturgeschichte der Bienen, S.
- 15. ff. Cassel 1842 bei Bohne. -- Wir kennen keinen schöneren und
- überzeugenderen Beweis der Fettbildung aus Zucker, als den folgenden,
- aus der Beobachtung entnommenen, Proceß der Wachsbildung bei den
- Bienen.
-
-Die Bienen bauen nie Waben, wenn sie nicht eine Königin haben, oder
-nicht mit Brut versehen sind, aus welcher sie sich eine Königin erziehen
-können. Sperrt man aber Bienen ohne Königin in ein Kästchen und füttert
-sie mit Honig, so sieht man, daß sie nach 48 Stunden Wachsblättchen auf
-den Schuppen haben, und daß deren auch schon einige abgefallen sind. Das
-Wabenbauen ist also etwas Willkürliches und an gewisse Bedingungen
-geknüpft; das Wachsausschwitzen aber etwas Unwillkürliches.
-
-Man sollte glauben, daß eine große Menge dieser Wachsblättchen verloren
-gingen, da sie ja den Bienen eben so gut außer dem Stocke als in
-demselben abfallen könnten; allein der Schöpfer hat weise dafür gesorgt,
-daß solche nicht verloren gehen. Stellt man den Bienen, welche im Bauen
-begriffen sind, Honig in einem flachen Gefäße unter und bedeckt diesen,
-damit die Bienen nicht in den Honig einsinken, mit einem durchlöcherten
-Papier, so sieht man am andern Morgen, daß der Honig aufgetragen ist,
-und daß auf dem Papier eine große Menge Wachsblättchen liegen. Man
-sollte wohl glauben, daß die Bienen, welche den Honig aufgetragen haben,
-diese Blättchen hätten fallen lassen; allein es ist nicht so. Legt man
-über das Honiggefäß zwei dünne Stäbchen und auf diese ein Brett, welches
-das Gefäß von allen Seiten überragt, so also, daß die Bienen unter dem
-Brette durchkriechen und den Honig holen können, aber nichts von oben
-aus dem Stocke auf den Honig fallen kann, so findet man am andern Morgen
-den Honig aufgetragen, aber keine Wachsblättchen auf dem Papier liegen;
-wohl aber liegen deren auf dem das Gefäß überragenden Brettchen. Die
-Bienen, welche den Honig holen, lassen also keine Blättchen fallen,
-sondern es thun dieses nur die Bienen, welche oben im Stocke hängen.
-Wiederholte Versuche dieser Art haben mich überzeugt, daß die Bienen,
-sobald ihre Wachsblättchen zum Abfallen reif sind, sich in den Stock
-zurückziehen und der Ruhe pflegen, eben so wie die Raupen es thun, wenn
-sie sich häuten wollen. Bei einem Schwarme, der stark baut, sieht man
-Tausende von Bienen, welche ganz unthätig oben im Stocke hängen; es sind
-dies lauter Bienen, deren Wachsblättchen zum Abfallen reif sind; haben
-sie sich abgelöset, so erwacht wieder die Thätigkeit der Biene, und ihre
-Stelle wird nun von einer andern zu gleichem Zwecke eingenommen.
-
- Seite 28. derselben Schrift. Um zu ermitteln, wie viel Honig die
- Bienen zur Erzeugung des Wachses nöthig haben, und wie oft, bei einem
- im Bauen begriffenen Schwarme, die Wachsblättchen ihre Reife erhalten
- und abfallen, machte ich folgenden, wie ich glaube, nicht
- uninteressanten Versuch.
-
-Am 29sten August d. J., zu einer Zeit, wo hier kein Honig mehr für die
-Bienen auf dem Felde zu finden war, trieb ich einen kleinen Bienenstock
-ab, that die Bienen in einen kleinen, aus Holz angefertigten,
-Bienenkasten, suchte aber vorher die Königin aus und sperrte diese in
-eine mit Drahtgitter versehene Büchse, welche ich in das Stopfenloch des
-Bienenkastens einfügte, damit keine Brut in die Zellen kommen konnte,
-und stellte sodann, um die Bienen genau beobachten zu können, dieses
-Stöckchen in ein Fenster auf meinen Boden. Des Nachmittags um 6 Uhr gab
-ich den Bienen 12 Loth aus zugespundeten Zellen ausgelaufenen Honig, der
-also ganz die Consistenz des fertigen Honigs hatte. Dieser war am
-andern Morgen von den Bienen aufgeleckt. Am 30sten August des Abends gab
-ich den Bienen wieder 12 Loth, der am andern Morgen ebenfalls aufgeleckt
-war; es lagen aber auch schon einige Wachsblättchen auf dem
-durchlöcherten Papiere, womit ich den Honig bedeckt hatte. Am 31sten
-August und 1sten September erhielten die Bienen des Abends 20 Loth und
-am 3ten September des Abends 14 Loth; in Summa also 1 Pfund 26 Loth
-Honig, der aus Zellen, welche die Bienen schon zugespundet hatten, kalt
-ausgelaufen war. Am 5ten September betäubte ich die Bienen, indem ich
-sie durch Bovist herabfallen ließ. Ich zählte solche, und fand 2765
-Bienen; sie wogen 20 Loth. Nun wog ich das Kästchen, dessen darin
-befindliche Waben sehr mit Honig angefüllt, jedoch die Zellen noch nicht
-bedeckelt waren, bemerkte mir das Gewicht und ließ nun von einem starken
-Stocke den Honig auftragen, was in ein Paar Stunden geschehen war. Ich
-wog jetzt das Kästchen wieder und fand, daß es 24 Loth leichter geworden
-war; folglich hatten die Bienen 24 Loth Honig von dem ihnen gegebenen 1
-Pfund 26 Loth noch im Stocke gehabt. Nun brach ich die kleinen Waben aus
-und fand, daß sie 1¹/₄ Loth wogen. Ich ließ die Bienen in einem andern
-Kästchen erwachen, welches mit leeren Waben versehen war, und fütterte
-sie mit ganz ähnlichem Honig. In den ersten paar Tagen verloren sie
-täglich über 2 Loth an Gewicht, nachher aber jeden Tag 1 Loth, was daher
-kam, daß der Darmkanal der Bienen in Folge der Verdauung des vielen
-Honigs voll von Excrementen war, denn 1170 Bienen wiegen im Herbste,
-wenn sie noch nicht lange eingesessen haben, 8 Loth; mithin müßten 2765
-Bienen etwa 18 Loth wiegen. Sie wogen aber 20 Loth und hatten deßhalb 2
-Loth Excremente bei sich, denn ihre Honigblasen waren leer. Des Nachts
-verminderte sich das Gewicht des Stöckchens gar nicht, weil der wenige
-Honig, den die Bienen im Stöckchen hatten, und weil derselbe schon die
-nöthige Consistenz erlangt hatte, keinen merkbaren Verlust des Gewichts
-durch das Verdunsten erlitt und die Bienen keine Excremente von sich
-geben konnten; daher geschah die Verminderung des Gewichts nur jedesmal
-von des Morgens bis zum Abend. Hatten nun die Bienen in den 7 Tagen 7
-Loth Honig zur Ernährung ihres Körpers bedurft, so hatten sie zur
-Bildung von 1¹/₄ Loth Wachs 27 Loth Honig verbraucht, und mithin sind
-zur Bildung eines Pfundes Wachses an 20 Pfund Honig nöthig. Daher kommt
-es auch, daß die stärksten Schwärme bei der ergiebigsten Honigerndte, wo
-andere Stöcke, die nicht zu bauen brauchen, oft in einem Tage 3-4 Pfunde
-zunehmen, fast gar nicht schwerer werden, obschon ihre Thätigkeit ohne
-Grenzen ist; es wird alles Gewonnene zu Wachs verwendet. Es ist dieses
-ein Wink für die Bienenhalter, den Wachsbau einzuschränken. _Cnauf_
-empfahl dieses schon, obgleich ihm das eigentliche Verhältniß unbekannt
-war. Von einem Loth Wachs können die Bienen so viel Zellen bauen, daß
-sie darin 1 Pfund Honig aufbewahren können.
-
-100 Wachsblättchen wiegen 0,024 Gramm, folglich gehen auf ein Kilogramm
-4,166,666 Wachsblättchen, 50 Kilogramm sind gleich 106 Pfund Cöllnisch
-Gewicht, 1 Pfund gleich 32 Loth. Es gehen daher auf 1¹/₄ Loth 81,367
-Wachsblättchen. Diese waren von 2765 Bienen in 6 Tagen ausgeschwitzt
-worden; es kommen daher auf jede Biene in 24 Stunden 5 Blättchen, und
-mithin bedarf die Biene zur Bildung ihrer 8 Blättchen etwa 38 Stunden;
-was auch mit meinen Beobachtungen sehr genau übereinstimmt. Die
-ausgeschwitzten Wachsblättchen sind vollkommen so weiß, als gut
-gebleichtes Wachs. Auch die Waben sind anfänglich ganz weiß, sie werden
-aber durch den Honig und besonders durch den Blumenstaub gelb gefärbt.
-Sowie es anfängt kalt zu werden, ziehen sich die Bienen in dem Stocke
-unter dem Honig zusammen und zehren nun von ihrem Vorrathe.
-
-S. 54. Viele glauben, die Bienen hätten einen Winterschlaf; allein
-dieses ist ganz falsch. Die Bienen sind den ganzen Winter über munter;
-es bleibt immer warm in ihrem Stocke, durch die Wärme, welche sie selbst
-entwickeln. Je mehr Bienen in einem Stocke sind, desto mehr Wärme wird
-entwickelt, und deßhalb können starke Stöcke der heftigsten Kälte
-trotzen. Ich hatte den Fall, daß ich vergessen hatte, einem Stocke,
-welchem ich im Juli zur Verminderung der Hitze ein durchlöchertes Blech
-auf das sehr weite Stopfenloch geheftet hatte, dieses im Herbste
-abzunehmen; und obschon der Winter ungemein heftig war, und die Kälte
-mehrere Tage über -18° betrug, kam dieser Stock doch sehr gut durch den
-Winter; ich hatte aber im Herbste zu diesem Stocke das Volk von 2
-anderen Stöcken gethan! Wird die Kälte sehr heftig, so fangen die Bienen
-an zu brausen; dadurch wird der Respirationsproceß erhöht, und die
-Wärmeentwicklung vermehrt. Sperrt man im Sommer Bienen ohne Königin in
-einen Glaskasten, so werden diese unruhig und fangen an zu brausen;
-dadurch entwickelt sich eine solche Hitze, daß die Glasscheiben ganz
-heiß werden. Oeffnet man in diesem Falle nicht das Flugloch, oder sucht
-den Bienen mehr Luft zu verschaffen, und durch Wasser die Glasscheiben
-abzukühlen, so ersticken die Bienen bald.
-
-_Zusammensetzung des Bienenwachses_.
-
- Gay-L. Saus-
- u. Thén. sure Opperm. Ettl. Heß berechnet
- [F36] [F37] [F38]* [F39]* [F40] ~C₂₀H₄₀O~
- Kohlenstoff 81,784 81,607 81,291 81,15 81,52 81,38
- Wasserstoff 12,672 13,859 14,073 13,75 13,23 13,28
- Sauerstoff 5,544 4,534 4,636 5,09 5,25 5,34
-
- [36] ~Traité de Chim. par Thénard~, 6^{~me~} ~éd. IV. p.~ 477.
-
- [37] ~Ann. de Chim. et de Phys. T. XIII. p.~ 310.
-
- [38] ~Ibid. T. XLIX. p.~ 224.
-
- [39] Annal. der Pharm. Bd. ~II~. S. 267.
-
- [40] ~Ibid.~ Bd. ~XXVII.~ S. 6.
-
-
-Note 21. S. 106.
-
-_Zusammensetzung der Cyanursäure, des Cyamelids und des
-Cyansäurehydrats, nach den Analysen von_
-
-Wöhler und Liebig[F41]*
-
- Cyanursäure, Cyamelid, Cyansäurehydrat
- \------------------------------------/
- Kohlenstoff 28,19
- Wasserstoff 2,30
- Stickstoff 32,63
- Sauerstoff 36,87
-
- [41] Poggend. Annal. Bd. ~XX~. S. 375 u. s. f.
-
-
-Note 22. Seite 106.
-
-_Zusammensetzung des Aldehyds, Metaldehyds, Elaldehyds_[F42].
-
- Met- El-
- Aldehyd aldehyd aldehyd berechnet
- Liebig* Fehling* ~C₄H₈O₂~
- /------------------------\
- Kohlenstoff 55,024 54,511 54,620 54,467 55,024
- Wasserstoff 8,983 9,054 9,248 9,075 8,983
- Sauerstoff 35,993 36,435 36,132 36,458 35,993
-
- [42] Ann. der Pharm. Bd ~XIV~. S. 142 u. Bd. ~XXVII~. S. 319.
-
-
-Note 23. Seite 107.
-
-_Zusammensetzung des Proteins_
-
- aus
- Krystal- aus aus
- linse Albumin Fibrin
- Scherer[F43]*
- /----------------------------\
- ~I.~ ~II.~ ~III.~
- Kohlenstoff 55,300 55,160 54,848
- Wasserstoff 6,940 7,055 6,959
- Stickstoff 16,216 15,966 15,847
- Sauerstoff 21,544 21,819 22,346
-
- Scherer*
- /-----------------------------------------------\
- berechnet
- aus Haaren aus Horn ~C₄₈H₇₂N₁₂O₁₄~
- /---------------\ /---------------\
- Kohlenstoff 54,746 55,150 55,408 54,291 55,742
- Wasserstoff 7,129 7,197 7,238 7,082 6,827
- Stickstoff 15,727 15,727 15,593 15,593 16,143
- Sauerstoff 22,398 21,926 21,761 23,034 21,288
-
- [43] Annal. der Chem. u. Pharm. Bd. ~XL~. S. 43.
-
- aus
- Pflanzen- aus aus aus
- eiweiß Fibrin Albumin Käse
- Mulder[F44]
- /---------------------------------\
- Kohlenstoff 54,99 55,44 55,30 55,159
- Wasserstoff 6,87 6,95 6,94 7,176
- Stickstoff 15,66 16,05 16,02 15,857
- Sauerstoff 22,48 21,56 21,74 21,808
-
- [44] Annal. der Pharm. Bd. ~XXVIII.~ S. 75.
-
-
-Note 24. Seite 109.
-
-_Zusammensetzung des Albumins aus dem Dotter und Weißen des Ei’s_[F45].
-
- aus Eigelb aus Eiweiß
- Jones* Scherer*
- /--------------\
- ~I.~ ~II.~
- Kohlenstoff 53,72 53,45 55,000
- Wasserstoff 7,55 7,66 7,073
- Stickstoff 13,60 13,34 15,920
- Sauerstoff }
- Schwefel } 25,13 25,55 22,007
- Phosphor }
-
- [45] Annal. der Chem. u. Pharm. Bd. ~XL.~ S. 36 u. 67.
-
-
-Note 25. S. 113.
-
-_Zusammensetzung der Milchsäure._
-
- ~C₆H₁₀O₅~
- Kohlenstoff 44,90
- Wasserstoff 6,11
- Sauerstoff 48,99
-
-
-Note 26. Seite 117.
-
-_Gas aus dem Unterleib von Kühen, nach dem Genuß von zu vielem Klee
-durch Punctur erhalten_:
-
-~a~) untersucht von _Lameyran_ u. _Frémy_ ~b~) von _Vogel_ ~c~) von
-_Pflüger_.
-
- brenn- Schwefel-
- kohlensaures bares wasserstoff-
- Luft Gas Gas gas(?)
- \------------------/
-
- /------------------\
- ~a~) 5 5 -- 15 80 Vol.
- ~b~) 25 -- 27 48 --
- ~c~) -- -- 60 40 --
- ~c~) -- -- 20 80 --
-
-
-Note 27. Seite 120.
-
-_Magendie fand in dem Magen und den Eingeweiden Hingerichteter_:
-
-bei einem Individuum ~a~) welches eine Stunde, ~b~) bei einem zweiten
-Individuum, welches 2 Stunden und ~c~) bei einem dritten Individuum,
-welches 4 Stunden vor der Hinrichtung eine leichte Mahlzeit zu sich
-genommen hatte,
-
- in 100 Volum-Theilen befanden sich:
- Sauerstoff- Stick- kohlens. brennb.
- gas gas Gas Gas
- { im Magen 11,00 Vol. auf 71,45 14,00 3,55
- ~a~ { im Dünndarm 00,00 „ „ 20,03 24,39 55,53
- { im dicken Darm 00,00 „ „ 51,03 43,50 5,47
- {im Magen 00,00 „ „ 00,00 00,00 00,00
- ~b~ {im Dünndarm 00,00 „ „ 8,85 40,00 51,15
- {im Dickdarm 00,00 „ „ 18,4 70,00 11,6
- { im Magen 00,00 „ „ 00,00 00,00 00,00
- ~c~ { im Dünndarm 00,00 „ „ 66,6 25,0 8,4
- { im Mastdarm 00,00 „ „ 45,96 42,86 11,18
-
-
-Note 28. S. 127.
-
-_Zusammensetzung des Thieralbumins_.
-
- aus
- aus Blutserum Eiern aus Eigelb
- Scherer[F46]* Jones[F47]*
- /--------------------------------\ /-------------\
- ~I.~ ~II.~ ~III.~ ~IV.~ ~V.~ ~VI.~
- Kohlenstoff 53,850 55,461 55,097 55,000 53,72 53,45
- Wasserstoff 6,983 7,201 6,880 7,073 7,55 7,66
- Stickstoff 15,673 15,673 15,681 15,920 13,60 13,34
- Sauerstoff }
- Schwefel } 23,494 21,655 22,342 22,007 25,13 25,55
- Phosphor }
-
-In den Analysen ~V.~ u. ~VI.~ ist das Verhältniß des Stickstoffs zum
-Kohlenstoff gleich 1 : 8.
-
- [46] Annal. der Chem. u. Pharm. Bd. ~XL.~ S. 36.
-
- [47] Ebendas. S. 67.
-
- Jones* Scherer*
- /----------------------------------------------\
- Albumin aus
- Conges- hydro-
- Gehirn- Hydro- tions- Eiter pisch.
- albumin cele absceß /---------------\ Flüss.
- ~VII.~ ~VIII.~ ~IX.~ ~X.~ ~XI.~ ~XII.~
- Kohlenstoff 55,50 54,921 54,757 54,663 54,101 54,302
- Wasserstoff 7,19 7,077 7,171 7,022 6,947 7,176
- Stickstoff 16,31 15,465 15,848 15,839 15,660 15,717
- Sauerstoff }
- Schwefel } 21,00 22,537 22,224 22,476 23,292 22,805
- Phosphor }
-
- Mulder[F48]
- Kohlenstoff 54,84
- Wasserstoff 7,09
- Stickstoff 15,83
- Sauerstoff 21,23
- Schwefel 0,68
- Phosphor 0,33
-
- [48] Annal. der Pharm. Bd. ~XXVIII.~ S. 74.
-
-_Zusammensetzung des Thierfibrins_.
-
- Scherer[F49]*
- /------------------------------------------------------\
- ~I.~ ~II.~ ~III.~ ~IV.~ ~V.~ ~VI.~ ~VII.~
- Kohlenstoff 53,671 54,454 55,002 54,967 53,471 54,686 54,844
- Wasserstoff 6,878 7,069 7,216 6,867 6,895 6,835 7,219
- Stickstoff 15,763 15,762 15,817 15,913 15,720 15,720 16,065
- Sauerstoff}
- Schwefel } 23,688 22,715 21,965 22,244 23,814 22,759 21,872
- Phosphor }
-
- [49] Annal. der Chemie u. Pharm. Bd. ~XL.~ S. 33.
-
- Mulder[F50]
- Kohlenstoff 54,56
- Wasserstoff 6,90
- Stickstoff 15,72
- Sauerstoff 22,13
- Schwefel 0,33
- Phosphor 0,36
-
- [50] Annal. der Pharm. Bd. ~XXIII.~ S. 74.
-
-Ueber die Zusammensetzung des Thier-Caseins vergl. Note 9.
-
-_Zusammensetzung der leimgebenden Gewebe_.
-
- Scherer[F51]*
- /------------------------------------------------------\
- Hausen- Scle- berechnet
- blase Kalbsfußsehnen rotica ~C₄₈H₈₂N₁₅O₁₈~
- Kohlenstoff 50,557 49,563 50,960 50,774 50,995 50,207
- Wasserstoff 6,903 7,148 7,188 7,152 7,075 7,001
- Stickstoff 18,790 18,470 18,320 18,320 18,723 18,170
- Sauerstoff 23,750 24,819 23,532 23,754 23,207 24,622
-
- [51] Annal. der Chem. u. Pharm. Bd. ~XL.~ S. 46.
-
- Mulder
- /--------------\
- Kohlenstoff 50,048 50,048
- Wasserstoff 6,477 6,643
- Stickstoff 18,350 18,388
- Sauerstoff 25,125 24,921
-
-_Zusammensetzung der Chondrin-gebenden Gewebe_.
-
- Kalbsrippen- berechnet
- knorpel Cornea ~C₄₈H₈₀N₁₂O₂₀~
- /--------------\
- Scherer[F52]* Mulder
- /------------------------\
- Kohlenstoff 49,496 50,895 49,522 50,745 50,607
- Wasserstoff 7,133 6,962 7,097 6,904 6,578
- Stickstoff 14,908 14,908 14,399 14,692 14,437
- Sauerstoff 28,463 27,235 28,982 27,659 28,378
-
- [52] Annal. der Chem. u. Pharm. Bd. ~XL.~ S. 49.
-
-_Zusammensetzung der mittleren Arterienhaut_.
-
- Scherer[F53]*
- /---------------\
- berechnet
- ~I.~ ~II.~ ~C₄₈H₇₆N₁₂O₁₆~
- Kohlenstoff 53,750 53,393 53,91
- Wasserstoff 7,079 6,973 6,96
- Stickstoff 15,360 15,360 15,60
- Sauerstoff 23,811 24,274 23,53
-
- [53] Annal. d. Chem. u. Pharm. Bd. ~XL.~ S. 51.
-
-_Zusammensetzung der Horngebilde_.
-
- Scherer[F54]*
- /-------------------------------------------------------\
- Oberhaut d. Bart- Kopf-
- Fußsohle haare haare blonde braune schwarze
- Kohlenstoff 51,036 50,752 51,529 50,652 49,345 50,622 49,935
- Wasserstoff 6,801 6,761 6,687 6,769 6,576 6,613 6,631
- Stickstoff 17,225 17,225 17,936 17,936 17,936 17,936 17,936
- Sauerstoff } 24,938 25,262 23,848 24,643 26,143 24,829 25,498
- Schwefel }
-
- berechnet
- Büffelhorn Nägel Wolle ~C₄₈H₇₈N₁₄O₁₇~
- /---------------------------\
- Kohlenstoff 51,990 51,162 51,620 51,540 51,089 50,653 51,718
- Wasserstoff 6,717 6,597 6,754 6,779 6,824 7,029 6,860
- Stickstoff 17,284 17,284 17,284 17,284 16,901 17,710 17,469
- Sauerstoff }24,009 24,957 24,342 24,397 25,186 24,608 23,953
- Schwefel }
-
- [54] Annal. d. Chem. u. Pharm. Bd. ~XL.~ S. 53.
-
-Hiermit stimmt nahe die Zusammensetzung der die innere Schale des
-Hühnerei’s auskleidenden Haut;
-
- sie enthält nach _Scherer_[F55]*
- Kohlenstoff 50,674
- Wasserstoff 6,608
- Stickstoff 16,761
- Sauerstoff } 25,957
- Schwefel }
-
- [55] Annal. d. Chem. u. Pharm. Bd. ~XL~. S. 60.
-
-_Zusammensetzung der Federn_.
-
- Scherer[F56]*
- /---------------\
- Feder- Feder- berechnet
- fahne spule ~C₄₈H₇₈N₁₄O₁₆~
- Kohlenstoff 50,434 52,427 52,457
- Wasserstoff 7,110 7,213 6,958
- Stickstoff 17,682 17,893 17,719
- Sauerstoff 24,774 22,467 22,866
-
- [56] Annal. der Chem. u. Pharm. Bd. ~XL~. S. 61.
-
-_Zusammensetzung des Augenschwarzes_.
-
- Scherer[F57]*
- /--------------------------\
- ~I.~ ~II.~ ~III.~
- Kohlenstoff 58,273 58,672 57,908
- Wasserstoff 5,973 5,962 5,817
- Stickstoff 13,768 13,768 13,768
- Sauerstoff 21,986 21,598 22,507
-
- [57] Annal. der Chem. u. Pharm. Bd. ~XL~. S. 63.
-
-
-Note 29. S. 135.
-
-Nach den Analysen von _Playfair_ und _Boeckmann_* gaben
-
- 0,452 trocknes Muskelfleisch 0,836 Kohlensäure
- 0,407 „ „ 0,279 Wasser
- 0,242 „ „ 0,450 Kohlensäure u. 0,164 Wasser
- 0,191 „ „ 0,360 „ 0,130 „
-
- _Blut_
-
- 0,305 Substanz gaben 0,575 Kohlensäure u. 0,202 Wasser
- 0,214 „ „ 0,402 „ 0,138 „
- 1,471 Blut hinterließen 0,065 Asche.
-
- Ochsenfleisch Ochsenblut Mittel
- Playfair* Boeckmann* Playfair* Boeckmann*
- Kohlenstoff 51,83 51,89 51,95 51,96 51,96
- Wasserstoff 7,57 7,59 7,17 7,33 7,25
- Stickstoff 15,01 15,05 15,07 15,08 15,07
- Sauerstoff 21,37 21,24 21,39 21,21 21,30
- Asche 4,23 4,23 4,42 4,42 4,42
-
-Zieht man den Aschengehalt ab, so ist die Zusammensetzung des
-organischen Theils des
-
- Ochsenfleischs Ochsenbluts
- Playfair* Boeckmann* Playfair* Boeckmann*
- Kohlenstoff 54,12 54,18 54,19 54,20
- Wasserstoff 7,89 7,93 7,48 7,65
- Stickstoff 15,67 15,71 15,72 15,73
- Sauerstoff 22,32 22,18 22,31 22,12
-
-Dieser Zusammensetzung entspricht die Formel:
-
- ~C₄₈~ 54,62
- ~H₇₈~ 7,24
- ~N₁₂~ 15,81
- ~O₁₅~ 22,33
-
-
-Note 30. S. 137.
-
-_Zusammensetzung der Choleinsäure_[F58].
-
- berechnet
- Demarçay Dumas ~C₇₆H₁₃₂N₄O₂₂~
- Kohlenstoff 63,707 63,5 63,24
- Wasserstoff 8,821 9,3 8,97
- Stickstoff 3,255 3,3 3,86
- Sauerstoff 24,217 23,9 23,95
-
- [58] Annal. der Pharm. Bd. ~XXVII~. S. 284 u. 293.
-
-
-Note 31. S. 137.
-
-_Zusammensetzung des Taurins und der Choloidinsäure_.
-
-Taurin[F59].
-
- berechnet
- Demarçay Dumas ~C₄H₁₄N₂O₁₀~
- Kohlenstoff 19,24 19,26 19,48
- Wasserstoff 5,78 5,66 5,57
- Stickstoff 11,29 11,19 11,27
- Sauerstoff 63,69 63,89 63,68
-
- [59] Annal. der Pharm. Bd. ~XXVII~. S. 287 u. 292.
-
-_Choloidinsäure_[F60].
-
- berechnet
- Demarçay Dumas ~C₇₂H₁₁₂O₁₂~
- /---------------\
- Kohlenstoff 73,301 73,522 73,3 74,4
- Wasserstoff 9,511 9,577 9,7 9,4
- Sauerstoff 17,188 16,901 17,0 16,2
-
- [60] Ebendas. S. 289 u. S. 293.
-
-Ich habe zu den Untersuchungen von Demarçay Folgendes zu bemerken:
-
-Der Stoff, den ich als Choleinsäure bezeichnet habe, ist die Galle
-selbst, getrennt von den anorganischen Bestandtheilen (Salze u. s. w.),
-die sie enthält; durch Bleiessig, bei Gegenwart von Ammoniak, treten
-alle ihre organischen Bestandtheile an Bleioxyd, indem sie sich damit zu
-einem unlöslichen, harzartigen Niederschlage verbinden; der mit dem
-Bleioxyd verbundene Körper enthält allen Kohlenstoff und Stickstoff der
-Galle. Was ich mit Choloidinsäure bezeichnet habe, ist die Substanz,
-welche man erhält, wenn die durch Alkohol von den darin unlöslichen
-Stoffen befreite Galle mit einem Uebermaße von Salzsäure im Sieden
-erhalten wird. Diese Substanz enthält allen Kohlenstoff und Wasserstoff
-der Galle, bis auf diejenige Mengen dieser Elemente, welche in der Form
-von Taurin und Ammoniak ausgetreten sind. Die Cholinsäure enthält die
-Bestandtheile der Galle, von denen sich die Elemente des kohlensauren
-Ammoniaks getrennt haben.
-
-Diese drei Stoffe enthalten also die Producte der Metamorphose der
-ganzen Galle, ihre Formeln drücken die Anzahl der Elemente ihrer
-Bestandtheile aus. Keiner davon ist in der Form, in der wir ihn
-gewinnen, fertig gebildet in der Galle enthalten; ihre Elemente sind in
-einer andern Weise mit einander verbunden wie in der Galle, allein die
-Art, wie sie geordnet sind, hat auf die Festsetzung ihres relativen
-Verhältnisses durch die Analyse nicht den geringsten Einfluß. In der
-Formel selbst liegt demnach keine Hypothese, sie ist ein reiner Ausdruck
-der Analyse. Aus wieviel verschiedenen Substanzen die Choleinsäure,
-Choloidinsäure u. s. w. auch bestehen mag, die relative Anzahl ihrer
-Elemente zusammengenommen wird durch die aufgefundene Formel
-ausgedrückt.
-
-Die Untersuchung der Producte, welche aus der Galle durch die Einwirkung
-der Luft und chemischer Agentien hervorgebracht werden, können für
-pathologische Zustände von Wichtigkeit werden, allein bis auf das
-allgemeine Verhalten der Galle ist die Kenntniß dieser Producte dem
-Physiologen völlig unnütz, es ist eine Last, die ihm das Voranschreiten
-erschwert. Von keinem einzigen der 38 oder 40 Stoffe, in die man die
-Galle zerlegt hat, läßt sich mit Gewißheit behaupten, daß er fertig
-gebildet darin enthalten ist, von den meisten weiß man mit Bestimmtheit,
-daß sie Erzeugnisse der Materien sind, die man darauf einwirken ließ.
-
-Die Galle enthält Natron, allein sie ist eine Natronverbindung der
-merkwürdigsten Art; wenn wir ihre in Alkohol löslichen organischen
-Bestandtheile an Bleioxyd binden und das Bleioxyd wieder davon scheiden,
-so haben wir einen Körper (Choleinsäure), der mit Natron
-zusammengebracht eine der Galle dem Geschmacke nach ähnliche Verbindung
-wieder bildet, allein es ist keine Galle mehr; die Galle kann mit
-Pflanzensäuren, ja mit verdünnten Mineralsäuren, vermischt werden, ohne
-Trübung, ohne einen Niederschlag zu bilden, während die ebenerwähnte
-Verbindung der Choleinsäure durch die schwächsten Säuren zersetzt und
-alle Choleinsäure wieder abgeschieden wird. Die Galle ist demnach
-keineswegs als choleinsaures Natron zu betrachten. In welchem Zustande,
-kann man weiter fragen, ist das Cholsterin, die Margarin- und Talgsäure,
-die man darin nachweis’t, in der Galle enthalten? Das Cholsterin ist in
-Wasser nicht löslich, mit Alkalien nicht verseifbar, die Verbindungen
-der genannten, fetten Säuren mit Alkalien, wären sie wirklich als Seifen
-in der Galle enthalten, sie müßten durch Säuren mit der größten
-Leichtigkeit abgeschieden werden. Allein es erfolgt durch verdünnte
-Säuren keine Abscheidung von Margarin- oder Talgsäure.
-
-Es ist möglich, daß in neuen und wiederholten Untersuchungen
-Abweichungen in der procentischen Zusammensetzung, von der in den
-analytischen Entwicklungen gegebenen sich herausstellen werden, allein
-auf die Formel selbst kann dies nur von geringem Einfluß sein; wenn das
-relative Verhältniß des Kohlenstoffs zum Stickstoff sich nicht ändert,
-so werden sich diese Abweichungen auf den Sauerstoff und
-Wasserstoffgehalt beschränken; man wird alsdann für die
-Auseinandersetzungen in Formeln annehmen müssen, daß mehr Wasser oder
-mehr Sauerstoff, oder weniger Wasser und weniger Sauerstoff an der
-Metamorphose der Gebilde Antheil nehmen, allein die Wahrheit der
-Entwicklungen selbst wird hierdurch nicht gefährdet.
-
-
-Note 32. Seite 137.
-
-_Zusammensetzung der Cholinsäure_[F61].
-
- berechnet
- Dumas ~C₇₄H₁₂₀O₁₈~
- Kohlenstoff 68,5 68,9
- Wasserstoff 9,7 9,2
- Sauerstoff 21,8 21,9
-
- [61] Ebendaselbst Bd. ~XXVII.~ S. 295.
-
-
-Note 33. S. 139.
-
-_Zusammensetzung der Hauptbestandtheile des Harns der Menschen und
-Thiere_.
-
-_Harnsäure_.
-
- Liebig Mitscher- berechnet
- [F62]* lich[F63] ~C₁₀H₈N₈O₆~
- Kohlenstoff 36,083 35,82 36,00
- Wasserstoff 2,441 2,38 2,36
- Stickstoff 33,361 34,60 33,37
- Sauerstoff 28,126 27,20 28,27
-
- [62] Annal. der Pharm. Bd. ~X.~ S. 47.
-
- [63] Poggend. Annal. Bd. ~XXXIII.~ S. 335.
-
-_Alloxan_[F64].
-
-Product der Oxydation der Harnsäure.
-
- berechnet
- Wöhler u. Liebig* ~C₈H₈N₄O₁₀~
- /--------------\
- Kohlenstoff 30,38 30,18 30,34
- Wasserstoff 2,57 2,48 2,47
- Stickstoff 17,96 17,96 17,55
- Sauerstoff 49,09 49,38 49,64
-
- [64] Annal. der Pharm. Bd. ~XXVI.~ S. 260.
-
-_Harnstoff_.
-
- Wöhler u.
- Prout Liebig berechnet
- [F65] [F66] ~C₂N₄H₈O₄~
- Kohlenstoff 19,99 20,02 20,192
- Wasserstoff 6,65 6,71 6,595
- Stickstoff 46,65 46,73 46,782
- Sauerstoff 26,63 26,54 26,425
-
- [65] ~Thoms. Ann. T. XI. p.~ 352.
-
- [66] Poggend. Ann. Bd. ~XX.~ S. 375.
-
-_Krystallisirte Hippursäure_.
-
- Mitscher-
- Liebig Dumas lich berechnet
- [F67]* [F68] [F69] ~C₁₈N₂H₁₆O₅~
- Kohlenstoff 60,742 60,5 60,63 60,76
- Wasserstoff 4,959 4,9 4,98 4,92
- Stickstoff 7,816 7,7 7,90 7,82
- Sauerstoff 26,483 26,9 26,49 26,50
-
- [67] Annal. d. Pharm. Bd. ~XII.~ S. 20.
-
- [68] ~Ann. de Chim. et de Phys. T. LVII. p.~ 327.
-
- [69] Pogg. Ann. Bd. ~XXXIII.~ S. 335.
-
-_Allantoin_[F70].
-
- Wöhler u. berechnet
- Liebig* ~C₈N₈H₁₂O₆~
- Kohlenstoff 30,60 30,66
- Wasserstoff 3,83 3,75
- Stickstoff 35,45 35,50
- Sauerstoff 30,12 30,09
-
- [70] Ann. der Pharm. Bd. ~XXVI.~ S. 215.
-
-_Harnoxyd_[F71].
-
-
- Wöhler u. berechnet
- Liebig* ~C₅H₄N₄O₂~
- Kohlenstoff 39,28 39,86
- Wasserstoff 2,95 2,60
- Stickstoff 36,35 37,72
- Sauerstoff 21,24 20,82
-
- [71] Annal. der Pharm. Bd. ~XXVI.~ S. 344.
-
-_Cysticoxyd_[F72].
-
- berechnet
- Thaulow* ~C₆N₂H₁₂O₄S₂~
- Kohlenstoff 30,01 30,31
- Wasserstoff 5,10 4,94
- Stickstoff 11,00 11,70
- Sauerstoff 28,38 46,47
- Schwefel 25,51 26,58
-
- [72] Annal. der Pharm. Bd. ~XXVII.~ S. 200.
-
-Das Cystic-Oxyd ist durch seinen Schwefelgehalt ganz besonders
-ausgezeichnet vor allen anderen in der Harnblase vorkommenden
-Concretionen. Es läßt sich mit Bestimmtheit darthun, daß der Schwefel
-in diesem Körper weder im oxydirten Zustande noch in der Form einer
-Cyanverbindung enthalten ist, und in dieser Beziehung ist die Bemerkung
-vielleicht nicht ohne Interesse, daß 4 Atome Cystic-Oxyd die Elemente
-von Harnsäure, Benzoesäure, Schwefelwasserstoff und Wasser enthalten,
-lauter Substanzen, deren Erzeugbarkeit im Thierorganismus keinem Zweifel
-unterliegt.
-
- 1 At. Harnsäure ~C₁₀N₈H₈ O₆~
- 1 „ Benzoesäure ~C₁₄ H₁₀O₃~
- 8 „ Schwefelwasserstoff ~H₁₆ S₈~
- 7 „ Wasser ~H₁₄O₇~
- ---------------
- 1 At. Cysticoxyd = ~C₂₄N₈H₄₈O₁₆S₈~ = 4(~C₆N₂H₁₂O₄S₂~)
-
-Ein vortreffliches Mittel, um bei Harnsteinen die Gegenwart des
-Cysticoxyds darzuthun ist folgendes:
-
-Man lös’t den fraglichen Harnstein in starker Kalilauge auf und setzt
-einige Tropfen essigsaures Bleioxyd hinzu, nicht mehr als Bleioxyd in
-Auflösung erhalten werden kann. Beim Kochen dieser Mischung entsteht ein
-schwarzer Niederschlag von Schwefelblei, der ihr das Ansehen von Dinte
-giebt. Es entwickelt sich hierbei eine reichliche Menge Ammoniak; die
-alkalische Flüssigkeit enthält unter anderen Producten Oxalsäure.
-
-
-Note 34. Seite 139.
-
-_Zusammensetzung der Oxalsäure, Oxalursäure und der Parabansäure_.
-
-_Oxalsäure_.
-
- Gay-Luss. berechnet
- u. Thénard Bertholl. ~C₂H₂O₄~
- Kohlenstoff 26,566 25,13 26,66
- Wasserstoff 2,745 3,09 2,22
- Sauerstoff 70,689 71,78 71,12
-
-_Oxalursäure_[F73].
-
- berechnet
- Wöhler u. Liebig* ~C₆H₈N₄O₈~
- /-----------------\
- Kohlenstoff 27,600 27,318 27,59
- Wasserstoff 3,122 3,072 3,00
- Stickstoff 21,218 21,218 21,29
- Sauerstoff 48,060 48,392 48,12
-
- [73] Annal. der Pharm. Bd. ~XXVI.~ S. 289.
-
-_Parabansäure_[F74].
-
- berechnet
- Wöhler u. Liebig* ~C₆H₄N₄O₆~
- /-----------------\
- Kohlenstoff 31,95 31,940 31,91
- Wasserstoff 2,09 1,876 1,73
- Stickstoff 24,66 24,650 24,62
- Sauerstoff 41,30 41,534 41,74
-
- [74] Ebendaselbst S. 286.
-
-
-Note 35. S. 141.
-
-_Zusammensetzung des gebratenen Fleisch’s_.
-
- (1) 0,307 Substanz gaben 0,584 Kohlensäure und 0,206 Wasserstoff
- (2) 0,255 „ „ 0,485 „ „ 0,181 „
- (3) 0,179 „ „ 0,340 „ „ 0,125 „
-
- Reh- Ochsen Kalb-
- fleisch (1) fleisch (2) fleisch (3)
- Boeckmann* Playfair*
- /------------------\
- Kohlenstoff 52,60 52,590 52,52
- Wasserstoff 7,45 7,886 7,87
- Stickstoff 15,23 15,214 14,70
- Sauerstoff } 24,72 24,310 24,91
- Asche }
-
-
-Note 36. S. 144.
-
-Die Formel ~C₂₇H₄₂N₉O₁₀~ giebt nämlich in 100 Theilen:
-
- ~C₂₇~ 50,07
- ~H₄₂~ 6,35
- ~N₉~ 19,32
- ~O₁₀~ 24,26
-
-Die Zusammensetzung des Leims s. Note 28.
-
-
-Note 37. S. 158.
-
-_Zusammensetzung der Lithofellinsäure_[F75].
-
- berechnet
- Ettling u. Will* Wöhler ~C₄₀H₇₂O₈~
- /-----------------------\
- Kohlenstoff 71,19 70,80 70,23 70,83 70,83
- Wasserstoff 10,85 10,78 10,95 10,60 10,48
- Stickstoff 17,96 18,42 18,92 18,57 18,69
-
- [75] Annal. der Chem. u. Pharm. Bd. ~XXXIX.~ S. 242. Bd. ~XLI.~ S.
- 154.
-
-
-Note 38. Seite 181.
-
-_Zusammensetzung des Solanins aus Kartoffelkeimen_[F76].
-
- Blanchet*
- Kohlenstoff 62,11
- Wasserstoff 8,92
- Stickstoff 1,64
- Sauerstoff 27,33
-
- [76] Annal. der Pharm. Bd. ~V.~ S. 150.
-
-
-Note 39. Seite 181.
-
-_Zusammensetzung des Picrotoxins_[F77].
-
- Francis*
- Kohlenstoff 60,26
- Wasserstoff 5,70
- Stickstoff 1,30
- Sauerstoff 32,74
-
- [77] In einer andern Analyse erhielt _Francis_ 0,75 ~pCt.~ Stickstoff.
- Das zu den Analysen verwandte Picrotoxin war theilweise aus der Fabrik
- des Herrn _Merck_ in Darmstadt, theils von Herrn _Francis_
- dargestellt; es war vollkommen weiß und schon krystallisirt. --
- _Regnault_ fand bekanntlich keinen Stickstoff in dem Picrotoxin.
-
-
-Note 40. Seite 181.
-
-_Zusammensetzung des Chinins_.
-
- berechnet
- Liebig* ~C₂₀H₂₄N₂O₂~
- Kohlenstoff 75,76 74,39
- Wasserstoff 7,52 7,25
- Stickstoff 8,11 8,62
- Sauerstoff 8,62 9,64
-
-
-Note 41. Seite 182.
-
-_Zusammensetzung des Morphins_[F78].
-
- berechnet
- Liebig* Regnault ~C₃₅H₄₀N₂O₆~
- /--------------\
- Kohlenstoff 72,340 72,87 72,41 72,28
- Wasserstoff 6,366 6,86 6,84 6,74
- Stickstoff 4,995 5,01 5,01 4,80
- Sauerstoff 16,299 15,26 15,74 16,18
-
- [78] Annal. der Pharm. Bd. ~XXVI.~ S. 23.
-
-
-Note 42. Seite 182.
-
-_Zusammensetzung des Caffeins, Theins und Guaranins_[F79].
-
- Caffein Thein Guaranin
- Pfaff u. berechnet
- Liebig* Jobst Martius ~C₈H₁₀N₄O₂~
- Kohlenstoff 49,77 50,101 49,679 49,798
- Wasserstoff 5,33 5,214 5,139 5,082
- Stickstoff 28,78 29,009 29,180 28,832
- Sauerstoff 16,12 15,676 16,002 16,288
-
- [79] Annal. d. Pharm. Bd. ~I.~ S. 17, Bd. ~XXV.~ S. 63 u. Bd. ~XXVI.~
- S. 95.
-
-
-Note 43. Seite 182.
-
-_Zusammensetzung des Theobromins_[F80].
-
- berechnet
- Woskresensky ~C₉H₁₀N₆O₂~
- /-----------------------\
- Kohlenstoff 47,21 46,97 46,71 46,43
- Wasserstoff 4,53 4,61 4,52 4,21
- Stickstoff 35,38 35,38 35,38 35,85
- Sauerstoff 12,88 13,04 13,39 13,51
-
- [80] Annal. der Chem. u. Pharm. Bd. ~XLI.~ S. 125.
-
-_Zusammensetzung des Asparagins_[F81].
-
- berechnet
- ~C₈H₁₆N₄O₆~
- Liebig* + 2 ~aq.~
- Kohlenstoff 32,351 32,35
- Wasserstoff 6,844 6,60
- Stickstoff 18,734 18,73
- Sauerstoff 42,021 42,32
-
- [81] Annal. der Pharm. Bd. ~VII.~ S. 146.
-
-
-
-
- Ueber
- =Verwandlung der Benzoesäure in Hippursäure[F82].=
-
- Von
-
- _Wilhelm Keller_ aus Grosheim.
-
- (Aus den Annalen der Chemie und Pharmacie.)
-
-
-Schon in der früheren Ausgabe von _Berzelius_’ Lehrbuch der Chemie (1831
-Bd. ~IV.~ S. 376) hatte Herr Professor _Wöhler_ die Vermuthung
-ausgesprochen, daß die Benzoesäure bei der Verdauung wahrscheinlich in
-Hippursäure umgewandelt werde. Diese Vermuthung gründete sich auf einen
-Versuch, den derselbe über den Uebergang der Benzoesäure in den Harn
-angestellt hatte. Er fand in dem Harne eines Hundes, der mit dem Futter
-¹/₂ Drachme Benzoesäure gefressen hatte, eine in nadelförmigen Prismen
-krystallisirende Säure, die im Allgemeinen die Eigenschaften der
-Benzoesäure hatte und die er auch für solche hielt (_Tiedemann’s_
-Zeitschrift für Physiologie Bd. ~I.~ S. 142). Indessen waren diese
-Krystalle offenbar Hippursäure, wie aus der Angabe, daß sie wie Salpeter
-ausgesehen und bei der Sublimation Kohle hinterlassen hätten, deutlich
-hervorgeht. Allein die Hippursäure war damals noch nicht entdeckt und es
-ist bekannt, daß sie bis 1829, wo sie zuerst von _Liebig_ unterschieden
-wurde, allgemein mit der Benzoesäure verwechselt worden ist.
-
- [82] Zu den Beweisen, welche _Ure_ für die Umwandlung der Benzoesäure
- in Hippursäure im menschlichen Körper angegeben hat, sind durch Herrn
- _Keller_ einige ganz entscheidende gekommen, die ich ihrer
- physiologischen Wichtigkeit wegen diesem Buche beigebe. Die Versuche
- des Herrn _Keller_ sind in dem Laboratorium des Herrn Prof. _Wöhler_
- in Göttingen angestellt worden; sie setzen die Thatsache außer allen
- Zweifel, daß ein in der Nahrung genossener stickstofffreier Körper an
- dem Act der Umsetzung der thierischen Gebilde und an der Bildung eines
- Secretes durch seine Bestandtheile Antheil nehmen kann. Diese
- Thatsache verbreitet auf die Wirkung der meisten Arzneimittel ein
- unzweideutiges Licht, und wenn sich der Einfluß des Caffeins auf die
- Bildung des Harnstoffs oder der Harnsäure in einer ähnlichen Weise
- nachweisen läßt, so ist damit der Schlüssel zu der Wirkung des Chinins
- und der anderen organischen Basen gegeben.
-
- J. L.
-
-Die neuerlich publicirte Angabe von _Ure_[F83], daß er in dem Harne
-eines Patienten, der Benzoesäure eingenommen hatte, wirklich Hippursäure
-gefunden habe, brachte dieses in physiologischer Hinsicht so wichtige
-Verhalten wieder in Erinnerung und gab zu den folgenden Versuchen
-Veranlassung, die ich auf den Vorschlag des Herrn Professors _Wöhler_ an
-mir selbst angestellt habe. Seine Vermuthung ist dadurch unzweideutig
-bestätigt worden.
-
- [83] Pharmac. Centralblatt No. 46, aus ~Prov. med. and surg. Journ.~
- 1841.
-
-Ich nahm Abends vor dem Schlafengehen mit Zuckersyrup 2 Gramme (ungefähr
-32 Gran) reine Benzoesäure. In der Nacht gerieth ich in Schweiß, was
-wohl eine Wirkung dieser Säure sein mochte, da ich sonst nur sehr schwer
-in stärkere Transpiration komme. Eine andere Wirkung konnte ich nicht
-wahrnehmen, selbst als ich auch an den folgenden Tagen dieselbe Dosis
-dreimal täglich zu mir nahm, wo auch nicht einmal der Schweiß wieder
-eintrat.
-
-Der am Morgen gelassene Harn reagirte ungewöhnlich stark sauer und zwar
-selbst noch, nachdem er abgedampft worden war und 12 Stunden lang
-gestanden hatte. Er setzte dabei nur das gewöhnliche Sediment von
-Erdsalzen ab. Als er aber mit Salzsäure vermischt und stehen gelassen
-wurde, bildeten sich darin lange, prismatische, braungefärbte Krystalle
-in großer Menge, die schon dem Ansehen nach nicht für Benzoesäure zu
-halten waren. Ein anderer Theil, der durch Abdampfen bis zur Syrupsdicke
-concentrirt war, verwandelte sich beim Vermischen mit Salzsäure in ein
-Magma von Krystallblättchen. Diese so erhaltene krystallinische Substanz
-wurde ausgepreßt, in siedendem Wasser gelös’t, mit Thierkohle behandelt
-und umkrystallisirt. Sie wurde dadurch in farblosen, zolllangen Prismen
-erhalten.
-
-Diese Krystalle waren reine _Hippursäure_. Beim Erhitzen schmolzen sie
-leicht, bei etwas stärkerer Hitze verkohlte sich die Masse unter
-Entwicklung eines Geruchs nach Bittermandelöl und unter Sublimation von
-Benzoesäure. Um jeden Zweifel zu beseitigen, bestimmte ich ihren
-Kohlenstoffgehalt, 0,3 Grm. gaben 60,4 ~pCt.~ Kohlenstoff. Nach der
-Formel ~C₁₈H₁₆N₂O₅~ + ~aq.~ enthält die krystallisirte Hippursäure
-60,67 ~pCt.~ Kohlenstoff, die krystallisirte Benzoesäure dagegen enthält
-69,10 ~pCt.~ Kohlenstoff.
-
-So lange ich das Einnehmen der Benzoesäure fortsetzte, konnte ich aus
-dem Harne mit Leichtigkeit und in Menge Hippursäure darstellen, und da
-die Benzoesäure so ohne allen Nachtheil für die Gesundheit zu sein
-scheint, so wäre es leicht, sich auf diese Weise größere Mengen von
-Hippursäure zu verschaffen. Man könnte sich dazu eine Person halten, die
-Wochen lang diese Fabrication fortsetzen müßte.
-
-Es war wichtig, den Harn, welcher Hippursäure enthielt, auf seine beiden
-normalen Hauptbestandtheile, den Harnstoff und die Harnsäure, zu
-untersuchen. Sie waren beide darin enthalten, und, dem Anschein nach, in
-keiner andern Quantität, als im normalen Harn.
-
-Als der durch Abdampfen concentrirte Harn, aus dem durch Salzsäure die
-Hippursäure geschieden war, mit Salpetersäure vermischt wurde, setzte er
-eine große Menge salpetersauren Harnstoff ab. Schon vorher hatte er ein
-pulveriges Sediment fallen lassen, dessen Auflösung in Salpetersäure bei
-dem Abdampfen auf Porzellan die bekannte, purpurrothe Reaction der
-Harnsäure gab. Diese Beobachtung widerspricht der Angabe von _Ure_, und
-es ist daher wohl etwas zu voreilig, wenn er die Benzoesäure als Mittel
-gegen die aus Harnsäure bestehenden Gicht- und Harn-Concretionen
-empfiehlt; er scheint sich vorzustellen, daß die Harnsäure zur
-Umwandlung der Benzoesäure in Hippursäure verwendet werde. Da er seine
-Beobachtung an dem Harn einer Arthritischen machte, so ist anzunehmen,
-daß dieser Harn auch ohne den innern Gebrauch der Benzoesäure keine
-Harnsäure enthalten haben würde. -- Uebrigens ist es klar, daß die
-Hippursäure, da sie sich erst nach Zusatz einer Säure abscheidet, an
-eine Basis gebunden, im Harne enthalten ist.
-
-
-
-
-Druckfehler.
-
-
- Seite 61 Zeile 5 v. o. anstatt _venösem_ setze _arteriellem_.
- „ 65 „ 12 v. o. anstatt _Pferd_ lese man _Ochse_.
-
-
-
-
- * * * * * *
-
-
-
-
-Anmerkungen zur Transkription
-
-Der gedruckte Text des Originalwerkes ist wörtlich beibehalten,
-einschließlich inkonsistenter und ungewöhnlicher Rechtschreibung,
-außer wenn unten erwähnt (siehe Änderungen).
-
-In Abhängigkeit von der verwendeten Hard- und Software und deren
-Einstellungen werden möglicherweise nicht alle Elemente des Textes
-gezeigt wie beabsichtigt.
-
-In den Fuß- und Endnoten bedeutet E Endnote (siehe den Anhang am Ende
-des Textes) und F Fußnote (siehe direkt unter den Absatz, Tafel,
-u.s.w.).
-
-Nicht alle Resultate der Berechnungen sind recht; sie sind nicht
-korrigiert worden.
-
-S. 301, erste Tafel: die Tabellenüberschrift fehlt im Originalwerke,
-möglicherweise ist diese Tabelle eine Vorsetzung der vorherigen.
-
-S. 343: die Druckfehler sind bereits im Texte korrigiert worden.
-
-Änderungen
-
-Einige Interpunktionsfehler sind stillschweigend korrigiert worden.
-
-Folgende Schreibweisen sind standardisiert worden: ~pCt.~, Frémy,
-Gay-Lussac, Thénard.
-
-Chemische und Zusammensetzungsformeln wurden ohne Leerzeichen
-transkribiert, außer wo diese für Tabelle erforderlich waren.
-
-S. 7: Bewußsein --> Bewußtsein
-S. 26: ) eingefügt nach ... am Gewichte verloren.
-S. 52: stickhoffhaltigen --> stickstoffhaltigen
-S. 83: löschen --> löslichen
-S. 118: atmospärische --> atmosphärische
-S. 119: Lymphgegefäße --> Lymphgefäße
-S. 137: Formel Choleinsäure ~C₇₅~ --> ~C₇₆~
-S. 138: Erste Berechnung: = --> +; zweite Berechnung: + eingefügt
-S. 315, Fußnote [36]: ed. --> éd.
-
-
-
-***END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE ORGANISCHE CHEMIE IN IHRER
-ANWENDUNG AUF PHYSIOLOGIE UND PATHOLOGIE***
-
-
-******* This file should be named 55462-0.txt or 55462-0.zip *******
-
-
-This and all associated files of various formats will be found in:
-http://www.gutenberg.org/dirs/5/5/4/6/55462
-
-
-Updated editions will replace the previous one--the old editions will
-be renamed.
-
-Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright
-law means that no one owns a United States copyright in these works,
-so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United
-States without permission and without paying copyright
-royalties. Special rules, set forth in the General Terms of Use part
-of this license, apply to copying and distributing Project
-Gutenberg-tm electronic works to protect the PROJECT GUTENBERG-tm
-concept and trademark. Project Gutenberg is a registered trademark,
-and may not be used if you charge for the eBooks, unless you receive
-specific permission. If you do not charge anything for copies of this
-eBook, complying with the rules is very easy. You may use this eBook
-for nearly any purpose such as creation of derivative works, reports,
-performances and research. They may be modified and printed and given
-away--you may do practically ANYTHING in the United States with eBooks
-not protected by U.S. copyright law. Redistribution is subject to the
-trademark license, especially commercial redistribution.
-
-START: FULL LICENSE
-
-THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE
-PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK
-
-To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free
-distribution of electronic works, by using or distributing this work
-(or any other work associated in any way with the phrase "Project
-Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full
-Project Gutenberg-tm License available with this file or online at
-www.gutenberg.org/license.
-
-Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project
-Gutenberg-tm electronic works
-
-1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm
-electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to
-and accept all the terms of this license and intellectual property
-(trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all
-the terms of this agreement, you must cease using and return or
-destroy all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your
-possession. If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a
-Project Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound
-by the terms of this agreement, you may obtain a refund from the
-person or entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph
-1.E.8.
-
-1.B. "Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be
-used on or associated in any way with an electronic work by people who
-agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few
-things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works
-even without complying with the full terms of this agreement. See
-paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project
-Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this
-agreement and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm
-electronic works. See paragraph 1.E below.
-
-1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the
-Foundation" or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection
-of Project Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual
-works in the collection are in the public domain in the United
-States. If an individual work is unprotected by copyright law in the
-United States and you are located in the United States, we do not
-claim a right to prevent you from copying, distributing, performing,
-displaying or creating derivative works based on the work as long as
-all references to Project Gutenberg are removed. Of course, we hope
-that you will support the Project Gutenberg-tm mission of promoting
-free access to electronic works by freely sharing Project Gutenberg-tm
-works in compliance with the terms of this agreement for keeping the
-Project Gutenberg-tm name associated with the work. You can easily
-comply with the terms of this agreement by keeping this work in the
-same format with its attached full Project Gutenberg-tm License when
-you share it without charge with others.
-
-1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern
-what you can do with this work. Copyright laws in most countries are
-in a constant state of change. If you are outside the United States,
-check the laws of your country in addition to the terms of this
-agreement before downloading, copying, displaying, performing,
-distributing or creating derivative works based on this work or any
-other Project Gutenberg-tm work. The Foundation makes no
-representations concerning the copyright status of any work in any
-country outside the United States.
-
-1.E. Unless you have removed all references to Project Gutenberg:
-
-1.E.1. The following sentence, with active links to, or other
-immediate access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear
-prominently whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work
-on which the phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the
-phrase "Project Gutenberg" is associated) is accessed, displayed,
-performed, viewed, copied or distributed:
-
- This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and
- most other parts of the world at no cost and with almost no
- restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it
- under the terms of the Project Gutenberg License included with this
- eBook or online at www.gutenberg.org. If you are not located in the
- United States, you'll have to check the laws of the country where you
- are located before using this ebook.
-
-1.E.2. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is
-derived from texts not protected by U.S. copyright law (does not
-contain a notice indicating that it is posted with permission of the
-copyright holder), the work can be copied and distributed to anyone in
-the United States without paying any fees or charges. If you are
-redistributing or providing access to a work with the phrase "Project
-Gutenberg" associated with or appearing on the work, you must comply
-either with the requirements of paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 or
-obtain permission for the use of the work and the Project Gutenberg-tm
-trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or 1.E.9.
-
-1.E.3. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted
-with the permission of the copyright holder, your use and distribution
-must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any
-additional terms imposed by the copyright holder. Additional terms
-will be linked to the Project Gutenberg-tm License for all works
-posted with the permission of the copyright holder found at the
-beginning of this work.
-
-1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm
-License terms from this work, or any files containing a part of this
-work or any other work associated with Project Gutenberg-tm.
-
-1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this
-electronic work, or any part of this electronic work, without
-prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with
-active links or immediate access to the full terms of the Project
-Gutenberg-tm License.
-
-1.E.6. You may convert to and distribute this work in any binary,
-compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including
-any word processing or hypertext form. However, if you provide access
-to or distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format
-other than "Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official
-version posted on the official Project Gutenberg-tm web site
-(www.gutenberg.org), you must, at no additional cost, fee or expense
-to the user, provide a copy, a means of exporting a copy, or a means
-of obtaining a copy upon request, of the work in its original "Plain
-Vanilla ASCII" or other form. Any alternate format must include the
-full Project Gutenberg-tm License as specified in paragraph 1.E.1.
-
-1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying,
-performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works
-unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9.
-
-1.E.8. You may charge a reasonable fee for copies of or providing
-access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works
-provided that
-
-* You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from
- the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method
- you already use to calculate your applicable taxes. The fee is owed
- to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he has
- agreed to donate royalties under this paragraph to the Project
- Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments must be paid
- within 60 days following each date on which you prepare (or are
- legally required to prepare) your periodic tax returns. Royalty
- payments should be clearly marked as such and sent to the Project
- Gutenberg Literary Archive Foundation at the address specified in
- Section 4, "Information about donations to the Project Gutenberg
- Literary Archive Foundation."
-
-* You provide a full refund of any money paid by a user who notifies
- you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he
- does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm
- License. You must require such a user to return or destroy all
- copies of the works possessed in a physical medium and discontinue
- all use of and all access to other copies of Project Gutenberg-tm
- works.
-
-* You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of
- any money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the
- electronic work is discovered and reported to you within 90 days of
- receipt of the work.
-
-* You comply with all other terms of this agreement for free
- distribution of Project Gutenberg-tm works.
-
-1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project
-Gutenberg-tm electronic work or group of works on different terms than
-are set forth in this agreement, you must obtain permission in writing
-from both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and The
-Project Gutenberg Trademark LLC, the owner of the Project Gutenberg-tm
-trademark. Contact the Foundation as set forth in Section 3 below.
-
-1.F.
-
-1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable
-effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread
-works not protected by U.S. copyright law in creating the Project
-Gutenberg-tm collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm
-electronic works, and the medium on which they may be stored, may
-contain "Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate
-or corrupt data, transcription errors, a copyright or other
-intellectual property infringement, a defective or damaged disk or
-other medium, a computer virus, or computer codes that damage or
-cannot be read by your equipment.
-
-1.F.2. LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right
-of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project
-Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project
-Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project
-Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all
-liability to you for damages, costs and expenses, including legal
-fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT
-LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE
-PROVIDED IN PARAGRAPH 1.F.3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE
-TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE
-LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR
-INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH
-DAMAGE.
-
-1.F.3. LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a
-defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can
-receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a
-written explanation to the person you received the work from. If you
-received the work on a physical medium, you must return the medium
-with your written explanation. The person or entity that provided you
-with the defective work may elect to provide a replacement copy in
-lieu of a refund. If you received the work electronically, the person
-or entity providing it to you may choose to give you a second
-opportunity to receive the work electronically in lieu of a refund. If
-the second copy is also defective, you may demand a refund in writing
-without further opportunities to fix the problem.
-
-1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth
-in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS', WITH NO
-OTHER WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT
-LIMITED TO WARRANTIES OF MERCHANTABILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.
-
-1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied
-warranties or the exclusion or limitation of certain types of
-damages. If any disclaimer or limitation set forth in this agreement
-violates the law of the state applicable to this agreement, the
-agreement shall be interpreted to make the maximum disclaimer or
-limitation permitted by the applicable state law. The invalidity or
-unenforceability of any provision of this agreement shall not void the
-remaining provisions.
-
-1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the
-trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone
-providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in
-accordance with this agreement, and any volunteers associated with the
-production, promotion and distribution of Project Gutenberg-tm
-electronic works, harmless from all liability, costs and expenses,
-including legal fees, that arise directly or indirectly from any of
-the following which you do or cause to occur: (a) distribution of this
-or any Project Gutenberg-tm work, (b) alteration, modification, or
-additions or deletions to any Project Gutenberg-tm work, and (c) any
-Defect you cause.
-
-Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm
-
-Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
-electronic works in formats readable by the widest variety of
-computers including obsolete, old, middle-aged and new computers. It
-exists because of the efforts of hundreds of volunteers and donations
-from people in all walks of life.
-
-Volunteers and financial support to provide volunteers with the
-assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
-goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
-remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
-Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
-and permanent future for Project Gutenberg-tm and future
-generations. To learn more about the Project Gutenberg Literary
-Archive Foundation and how your efforts and donations can help, see
-Sections 3 and 4 and the Foundation information page at
-www.gutenberg.org
-
-Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary
-Archive Foundation
-
-The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
-501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
-state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
-Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
-number is 64-6221541. Contributions to the Project Gutenberg Literary
-Archive Foundation are tax deductible to the full extent permitted by
-U.S. federal laws and your state's laws.
-
-The Foundation's principal office is in Fairbanks, Alaska, with the
-mailing address: PO Box 750175, Fairbanks, AK 99775, but its
-volunteers and employees are scattered throughout numerous
-locations. Its business office is located at 809 North 1500 West, Salt
-Lake City, UT 84116, (801) 596-1887. Email contact links and up to
-date contact information can be found at the Foundation's web site and
-official page at www.gutenberg.org/contact
-
-For additional contact information:
-
- Dr. Gregory B. Newby
- Chief Executive and Director
- gbnewby@pglaf.org
-
-Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
-Literary Archive Foundation
-
-Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
-spread public support and donations to carry out its mission of
-increasing the number of public domain and licensed works that can be
-freely distributed in machine readable form accessible by the widest
-array of equipment including outdated equipment. Many small donations
-($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
-status with the IRS.
-
-The Foundation is committed to complying with the laws regulating
-charities and charitable donations in all 50 states of the United
-States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
-considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
-with these requirements. We do not solicit donations in locations
-where we have not received written confirmation of compliance. To SEND
-DONATIONS or determine the status of compliance for any particular
-state visit www.gutenberg.org/donate
-
-While we cannot and do not solicit contributions from states where we
-have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
-against accepting unsolicited donations from donors in such states who
-approach us with offers to donate.
-
-International donations are gratefully accepted, but we cannot make
-any statements concerning tax treatment of donations received from
-outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
-
-Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
-methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
-ways including checks, online payments and credit card donations. To
-donate, please visit: www.gutenberg.org/donate
-
-Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic works.
-
-Professor Michael S. Hart was the originator of the Project
-Gutenberg-tm concept of a library of electronic works that could be
-freely shared with anyone. For forty years, he produced and
-distributed Project Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of
-volunteer support.
-
-Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
-editions, all of which are confirmed as not protected by copyright in
-the U.S. unless a copyright notice is included. Thus, we do not
-necessarily keep eBooks in compliance with any particular paper
-edition.
-
-Most people start at our Web site which has the main PG search
-facility: www.gutenberg.org
-
-This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
-including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
-Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
-subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.
-
diff --git a/old/55462-0.zip b/old/55462-0.zip
deleted file mode 100644
index 94bf44d..0000000
--- a/old/55462-0.zip
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/55462-h.zip b/old/55462-h.zip
deleted file mode 100644
index 56904d0..0000000
--- a/old/55462-h.zip
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/55462-h/55462-h.htm b/old/55462-h/55462-h.htm
deleted file mode 100644
index c590e91..0000000
--- a/old/55462-h/55462-h.htm
+++ /dev/null
@@ -1,20809 +0,0 @@
-<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Strict//EN"
- "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-strict.dtd">
-<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml">
-<head>
-<meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=ISO-8859-1" />
-<title>The Project Gutenberg eBook of Die organische Chemie in ihrer Anwendung auf Physiologie und Pathologie, by Justus, Freiherr von Liebig</title>
- <link rel="coverpage" href="images/cover.jpg" />
- <style type="text/css">
-
- a
- {text-decoration: none;}
- a:hover
- {text-decoration: underline;}
- .antiqua
- {font-family: sans-serif; font-size: 85%;}
- .atoms
- {text-align: right; width: .5em; padding-right: .25em;}
- .bb
- {border-bottom: solid thin;}
- .bb2
- {border-bottom: solid medium;}
- .bl
- {border-left: solid thin;}
- body
- {margin-left: 10%; margin-right: 10%; max-width: 65em;}
- .bot
- {vertical-align: bottom;}
- .br
- {border-right: solid thin;}
- .bt
- {border-top: solid thin;}
- .bt2
- {border-top: solid medium;}
- .center
- {text-align: center; text-indent: 0;}
- .centerblock
- {text-align: center; margin: 0 auto;}
- .druck
- {text-align: center; margin: 4em auto; border-top: solid thin; border-bottom: solid thin; width: 10em;}
- .druck p
- {text-indent: 0; font-size: .7em; text-align: center;}
- .enanchor
- {vertical-align: top; font-size: .7em; text-decoration: none; white-space: nowrap;}
- .figcenter
- {margin: 1.5em auto; text-align: center;}
- .fnanchor
- {vertical-align: top; font-size: .7em; text-decoration: none; white-space: nowrap; letter-spacing: 0;}
- .footnote
- {margin: 1em 5%; font-size: .9em; line-height: .9em;}
- .footnote .label
- {font-size: .9em; padding-right: 1em; margin-left: -1em;}
- .footnote p
- {margin-top: .25em; margin-bottom: 0; text-indent: 1em;}
- .formula
- {text-align: center; line-height: 2em; text-indent: 0;}
- .formula .fnanchor
- {vertical-align: 10%;}
- .formula .enanchor
- {vertical-align: 10%;}
- .fsize70
- {font-size: .7em;}
- .fsize80
- {font-size: .8em;}
- .fsize80 .fnanchor
- {font-size: .9em;}
- .fsize90
- {font-size: .9em;}
- .fsize125
- {font-size: 1.25em;}
- .fsize150
- {font-size: 1.5em;}
- .fsize175
- {font-size: 1.75em;}
- .fsize200
- {font-size: 2em;}
- .gesp1
- {letter-spacing: .1em; margin-right: -.1em;}
- .gesp2
- {letter-spacing: .2em; margin-right: -.2em;}
- .gesp4
- {letter-spacing: .4em; margin-right: -.4em;}
- h1,
- h2,
- h3,
- h4
- {text-align: center; clear: both; margin-top: 1.5em; margin-bottom: 1.5em; page-break-after: avoid;}
- h1
- {font-size: 1em; font-weight: normal; line-height: 3em;}
- h2.keller
- {font-weight: normal; line-height: 2em; font-size: 1.25em;}
- h2.keller .fnanchor
- {font-size: .6em;}
- h2.theil
- {font-size: 1.25em; font-weight: normal; line-height: 2em; margin-top: 3em; margin-bottom: 3em;}
- h4.theil3
- {font-size: 1.25em; font-weight: bold; letter-spacing: .2em; margin-right: -2em;}
- .hh
- {display: none;}
- @media handheld {.hh {display: block;}}
- .horsplit
- {display: inline-block; vertical-align: middle; text-align: center; white-space: nowrap; padding: 0; text-indent: 0;
- font-size: 90%;}
- .horsplit .bot
- {padding: 0 .25em; display: block; vertical-align: top; text-indent: 0;}
- .horsplit .top
- {border-bottom: solid thin; padding: 0 .25em; display: block; vertical-align: bottom; text-indent: 0;}
- hr
- {width: 34%; margin: 2em 33%; color: black; clear: none;}
- hr.chap
- {width: 26%; margin: 1em 37%; page-break-after: avoid; clear: both;}
- hr.h4bot
- {width: 10%; margin: 3em 45% 2em 45%;}
- hr.h4top
- {width: 20%; margin: 2em 40% 3em 40%;}
- hr.sec
- {width: 6%; margin: 1em 47%; clear: both;}
- .left
- {text-align: left;}
- .lg
- {font-size: larger;}
- .nowrap
- {white-space: nowrap; display: inline-block; text-indent: 0;}
- p
- {margin-top: 0; text-align: justify; margin-bottom: 0; text-indent: 2em;}
- p.anhangnote
- {text-align: center; text-indent: 0; line-height: 1.5em; font-size: .8em; font-weight: bold; margin-top: 3em;}
- p.blankbefore1
- {margin-top: 1em;}
- p.blankbefore15
- {margin-top: 1.5em;}
- p.blankbefore2
- {margin-top: 2em;}
- p.center
- {text-align: center; text-indent: 0;}
- p.highline2
- {line-height: 2em;}
- p.highline3
- {line-height: 3em;}
- p.noindent
- {text-indent: 0;}
- .padl02
- {padding-left: .2em;}
- .padl0
- {padding-left: 0;}
- .padl1
- {padding-left: .5em;}
- .padl2
- {padding-left: 1em;}
- .padl3
- {padding-left: 1.5em;}
- .padl4
- {padding-left: 2em;}
- .padl6
- {padding-left: 3em;}
- .padr0
- {padding-right: 0;}
- .padr02
- {padding-right: .2em;}
- .padr03
- {padding-right: .3em;}
- .padr1
- {padding-right: .5em;}
- .padr2
- {padding-right: 1em;}
- .padr3
- {padding-right: 1.5em;}
- .padr4
- {padding-right: 2em;}
- .padr6
- {padding-right: 3em;}
- .padr7
- {padding-right: 3.5em;}
- .padr9
- {padding-right: 4.5em;}
- .pagenum
- {position: absolute; right: 2%; font-size: .75em; text-align: right; color: gray; text-decoration: none; font-weight: normal;
- font-style: normal; text-indent: 0; letter-spacing: 0;}
- @media handheld {.pagenum {display: none;}}
- .right
- {text-align: right;}
- .righttext
- {float: right; padding-left: 1em; display: inline-block;}
- @media handheld {.righttext {float: right; display: block;}}
- .scr
- {display: block;}
- @media handheld {.scr {display: none;}}
- .sidenote
- {float: left;}
- @media handheld {.sidenote {float: left;}}
- .sidenote p
- {text-indent: 0; padding-left: 1em; padding-right: 1em; font-size: .7em; font-weight: bold; padding-top: .35em;}
- sub
- {font-size: .6em; vertical-align: -15%;}
- sup
- {font-size: .6em; vertical-align: 30%;}
- sup.lg
- {font-size: .8em;}
- table
- {text-align: center; margin-left: auto; margin-right: auto; margin-bottom: 1em; margin-top: 1em; border-collapse: collapse;}
- table.analyse
- {white-space: nowrap; font-size: .9em;}
- table.analyse2
- {white-space: nowrap; font-size: .9em; margin-top: 0;}
- table.chemsum
- {font-size: .9em;}
- table.chemsum td
- {white-space: nowrap;}
- table.chemsum td.bracketclose
- {padding-left: 0; padding-right: .25em;}
- table.chemsum td.bracketopen
- {padding-left: .25em; padding-right: 0;}
- table.chemsum td.element
- {text-align: left; vertical-align: bottom; white-space: nowrap; text-indent: 0; padding-left: 0; padding-right: 0;}
- table.chemsum td.function
- {text-align: center; padding-left: .5em; padding-right: .5em; text-indent: 0; vertical-align: bottom;}
- table.chemsum td.mid
- {vertical-align: middle;}
- table.chemsum td.text
- {text-align: left; vertical-align: top; padding-left: 1.25em; text-indent: -1em; padding-right: .5em;}
- table.chemsum td.text.mid
- {vertical-align: middle;}
- table.chemsum td.text.total
- {padding-left: 2em;}
- table.dontwrap
- {margin-left: auto; margin-right: auto; text-align: center; white-space: nowrap;}
- table.dontwrap th,
- table.dontwrap td
- {white-space: nowrap;}
- table.nobot
- {margin-bottom: 0;}
- table.notop
- {margin-top: 0;}
- table.note1
- {white-space: nowrap; font-size: .9em;}
- table.note1 th.thline2
- {font-size: .8em;}
- table.note1 th.thline3
- {font-size: .8em; width: 5em;}
- table.note3_2
- {white-space: nowrap; font-size: .9em; margin-top: 0;}
- table.note3_2 th.thline2
- {font-size: .8em; width: 5em;}
- table.note3_4
- {white-space: nowrap; font-size: .9em;}
- table.note3_4 td
- {width: 3em;}
- table.note3_4 td.zerowidth
- {width: .001em;}
- table.note3_4 th.thline2
- {font-size: .8em;}
- table.note4
- {white-space: nowrap; font-size: .9em;}
- table.note4 td.data
- {text-align: right; padding-left: .5em; padding-right: .5em;}
- table.note4 td.material
- {text-align: left; padding-right: 1.5em; border-right: solid thin;}
- table.note4 td.summa
- {text-align: right; padding-right: .5em;border-right: solid thin;}
- table.note4 th
- {text-align: center; padding-left: .25em; padding-right: .25em;}
- table.note5to43
- {white-space: nowrap; font-size: .9em;}
- table.note5to43 .fnanchor
- {font-size: .75em;}
- table .pagenum
- {font-size: .9em;}
- table.reaction2lines
- {white-space: nowrap; font-size: .9em;}
- table.reaction2lines td
- {padding-left: .5em; padding-right: .5em; text-align: center;}
- table.s286_1
- {font-size: .9em; white-space: nowrap;}
- table.s286_1 td.chemform
- {width: 6em;}
- table.s286_2
- {font-size: .9em; white-space: nowrap;}
- table.s286_2 th
- {padding-left: 2em; padding-right: 2em;}
- table.victualien
- {white-space: nowrap; font-size: .9em;}
- table.victualien th
- {text-align: center; text-indent: 0; padding-left: .25em; padding-right: .25em;}
- table.victualien th.line2
- {font-size: .8em;}
- table.zusammens
- {white-space: nowrap; font-size: .9em;}
- td.brace
- {width: .25em;}
- td.highline2
- {line-height: 2em;}
- td.note16line1
- {white-space: normal; text-indent: -1.5em; padding-left: 2em; text-align: left;}
- td.thinline
- {line-height: .001em;}
- td.zerowidth
- {width: .001em;}
- th
- {font-weight: normal;}
- th.horbrace
- {line-height: .25em;}
- th.thinline
- {line-height: .001em;}
- th.vertline
- {line-height: .75em;}
- th.zerowidth
- {width: .001em;}
- .title
- {line-height: 3em; text-align: center; text-indent: 0;}
- .titpag
- {width: 30em; border: solid thin; margin: 3em auto; text-align: center; padding: 1em;}
- .tnbot
- {border: dashed thin; margin: 1em 10%; padding: .5em;}
- .tnbot h2
- {font-size: 1em;}
- .tnbot p
- {text-indent: -1em; margin-left: 1em;}
- .tnbox
- {border: dashed thin; margin: 1em 20%; padding: 1em;}
- .top
- {vertical-align: top;}
- ul.mittel
- {list-style: none; margin: 0; padding: 0; display: inline-block; text-indent: 0;}
- ul.mittel li
- {text-align: left; margin: 0; padding: 0; text-indent: 0;}
- .w05m
- {width: .5em;}
- .w1m
- {width: 1em;}
- .w2m
- {width: 2em;}
-
- h1.pg { font-size: 190%;
- font-weight: bold;
- line-height: 1em;
- margin-top: 0em; }
- hr.full { width: 100%;
- margin-top: 3em;
- margin-bottom: 0em;
- margin-left: auto;
- margin-right: auto;
- height: 4px;
- border-width: 4px 0 0 0; /* remove all borders except the top one */
- border-style: solid;
- border-color: #000000;
- clear: both; }
- </style>
-</head>
-<body>
-<h1 class="pg">The Project Gutenberg eBook, Die organische Chemie in ihrer Anwendung auf
-Physiologie und Pathologie, by Justus, Freiherr von Liebig</h1>
-<p>This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States
-and most other parts of the world at no cost and with almost no
-restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it
-under the terms of the Project Gutenberg License included with this
-eBook or online at <a
-href="http://www.gutenberg.org">www.gutenberg.org</a>. If you are not
-located in the United States, you'll have to check the laws of the
-country where you are located before using this ebook.</p>
-<p>Title: Die organische Chemie in ihrer Anwendung auf Physiologie und Pathologie</p>
-<p>Author: Justus, Freiherr von Liebig</p>
-<p>Release Date: August 30, 2017 [eBook #55462]</p>
-<p>Language: German</p>
-<p>Character set encoding: ISO-8859-1</p>
-<p>***START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE ORGANISCHE CHEMIE IN IHRER ANWENDUNG AUF PHYSIOLOGIE UND PATHOLOGIE***</p>
-<p>&nbsp;</p>
-<h4>E-text prepared by Peter Becker, Harry Lam,<br />
- and the Online Distributed Proofreading Team<br />
- (<a href="http://www.pgdp.net">http://www.pgdp.net</a>)<br />
- from page images generously made available by<br />
- Internet Archive<br />
- (<a href="https://archive.org">https://archive.org</a>)</h4>
-<p>&nbsp;</p>
-<table border="0" style="background-color: #ccccff;margin: 0 auto; text-align: left;" cellpadding="10">
- <tr>
- <td valign="top">
- Note:
- </td>
- <td>
- Images of the original pages are available through
- Internet Archive. See
- <a href="https://archive.org/details/dieorganischeche1842lieb">
- https://archive.org/details/dieorganischeche1842lieb</a>
- </td>
- </tr>
-</table>
-<p>&nbsp;</p>
-<div class="tnbox">
-<p class="center"><a href="#TN">Anmerkungen zur Transkription</a> befinden sich am Ende dieses Textes.</p>
-</div>
-<p>&nbsp;</p>
-<hr class="full" />
-<p>&nbsp;</p>
-<p>&nbsp;</p>
-<p>&nbsp;</p>
-<p>&nbsp;</p>
-
-<div class="scr">
-<div class="figcenter">
-<img src="images/cover_sm.jpg" alt="Umschlag" width="450" height="600" />
-</div>
-</div>
-
-<hr class="chap" />
-
-<h1><span class="fsize125">Die</span><br />
-<span class="gesp2 fsize200"><b>organische Chemie</b></span><br />
-in<br />
-ihrer Anwendung<br />
-auf<br />
-<span class="fsize175"><b>Physiologie und Pathologie.</b></span></h1>
-
-<hr class="chap" />
-
-<div class="druck">
-
-<p>Druck und Papier<br />
-von <span class="gesp2">Fr. Vieweg und Sohn</span><br />
-in Braunschweig</p>
-
-</div><!--druck-->
-
-<div class="titpag">
-
-<p class="title">
-<span class="fsize125">Die</span><br />
-<span class="gesp2 fsize200"><b>organische Chemie</b></span><br />
-in<br />
-ihrer Anwendung<br />
-auf<br />
-<span class="fsize175"><b>Physiologie und Pathologie.</b></span></p>
-
-<hr class="sec" />
-
-<p class="center highline2 blankbefore2">Von<br />
-Justus Liebig,</p>
-
-<p class="noindent fsize70 blankbefore15"><span class="antiqua">Dr.</span> der Medizin und Philosophie,
-Professor der Chemie an der Ludwigs-Universit&auml;t zu Gie&szlig;en,
-Ritter des Gro&szlig;herzogl. Hessischen Ludwigsordens und des Kaiserl. Russischen St. Annenordens 3ter Klasse,
-ausw&auml;rtiges Mitglied der K&ouml;nigl. Akademie der Wissenschaften zu Stockholm, der
-<span class="antiqua">Royal Society</span> zu London,
-Ehrenmitglied der <span class="antiqua">British association for the advancement of Science</span>, Ehrenmitglied der K&ouml;niglichen
-Akademie zu Dublin, correspondirendes Mitglied der K&ouml;niglichen Akademieen der Wissenschaften
-zu Berlin, M&uuml;nchen und St. Petersburg, des K&ouml;niglichen Institutes zu Amsterdam,
-der K&ouml;niglichen Societ&auml;t der Wissenschaften zu G&ouml;ttingen, der
-naturforschenden Gesellschaft zu Heidelberg &amp;c. &amp;c. &amp;c.</p>
-
-<hr class="chap" />
-
-<p class="center highline2 blankbefore2">Braunschweig,<br />
-<span class="gesp2 fsize80">Verlag von Friedrich Vieweg und Sohn</span>.<br />
-<span class="gesp2">1842</span>.</p>
-
-</div><!--titpag-->
-
-<hr class="chap" />
-
-<p><span class="pagenum" id="Pagevii">[VII]</span></p>
-
-<h2 class="gesp2">Vorwort.</h2>
-
-<p><span class="fsize150"><b>D</b></span>urch die Uebertragung der Methoden, welche die Physiker
-seit Jahrhunderten in der Ermittelung der Ursachen der
-Naturerscheinungen befolgen, auf die Chemie, durch Beachtung
-von Ma&szlig; und Gewicht, ist von <span class="gesp2">Lavoisier</span> der Grundstein
-einer neuen Wissenschaft gelegt worden, welche durch
-die Pflege ausgezeichneter M&auml;nner in au&szlig;erordentlich kurzer
-Zeit einen hohen Grad von Vollendung erhalten hat.</p>
-
-<p>Es war die Aufsuchung und das Festhalten aller Bedingungen,
-die sich zu einer Beobachtung vereinigen m&uuml;ssen, es
-war die Erkenntni&szlig; der richtigeren Grunds&auml;tze zu Forschungen,
-welche die Chemiker vor Irrth&uuml;mern sch&uuml;tzten und sie
-auf einem ebenso einfachen als sicheren Wege zu Entdeckungen
-f&uuml;hrten, welche in die fr&uuml;her dunkelsten und unbegreiflichsten
-Naturerscheinungen Licht und Klarheit brachten.</p>
-
-<p>Die n&uuml;tzlichsten Anwendungen auf K&uuml;nste und Industrie
-und alle der Chemie verwandten Zweige des Wissens, ergaben
-sich aus den von ihnen erforschten Gesetzen und dieser
-Einflu&szlig; zeigte sich nicht erst, nachdem die Chemie den erreichbaren
-Grad von Vollendung erhalten hatte, sondern er machte
-sich mit jeder einzelnen neuen Erfahrung geltend.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Pageviii">[VIII]</span></p>
-
-<p>Alle in den anderen F&auml;chern bereits vorhandenen Erfahrungen
-und Beobachtungen wirkten in ganz gleicher Weise
-f&ouml;rdernd, auf die Ausbildung und Entwicklung der Chemie
-zur&uuml;ck, so da&szlig; sie eben so viel von der Metallurgie und Industrie
-empfing, als sie gegeben hatte; indem sie zusammen
-an Reichthum zunahmen, bildeten sie sich mit und neben
-einander aus.</p>
-
-<p>Nach der allm&auml;ligen Vervollkommnung der Mineralchemie
-wandten sich die Arbeiten der Chemiker einer andern Richtung
-zu; aus der Untersuchung der Bestandtheile der Pflanzen
-und Thiere sind neue und ver&auml;nderte Ansichten hervorgegangen;
-das vorliegende Werk ist ein Versuch zu ihrer
-Anwendung in der Physiologie und Pathologie.</p>
-
-<p>In fr&uuml;heren Zeiten hat man, in vielen F&auml;llen mit gro&szlig;em
-Erfolg, die aus der Bekanntschaft mit den chemischen
-Erfahrungen erworbenen Ansichten auf die Zwecke der Heilwissenschaft
-anzuwenden versucht; ja, die gro&szlig;en Aerzte,
-welche zu Ende des siebenzehnten Jahrhunderts lebten, waren
-die ausschlie&szlig;lichen Kenner und Begr&uuml;nder der Chemie; das
-phlogistische System der Chemie, mit allen seinen Unvollkommenheiten,
-erschien als die Morgenr&ouml;the eines neuen Tages,
-es war der Sieg der Philosophie &uuml;ber die roheste Experimentirkunst.</p>
-
-<p>Die neuere Chemie hat mit allen ihren Entdeckungen der
-Physiologie und Pathologie nur unbedeutende Dienste geleistet,
-und Niemand kann sich &uuml;ber die Ursache dieser Theilnahmlosigkeit
-t&auml;uschen, wer in Erw&auml;gung zieht, da&szlig; alle in<span class="pagenum" id="Pageix">[IX]</span>
-dem Gebiete der anorganischen Chemie erworbenen Erfahrungen,
-die Kenntni&szlig; des Verhaltens der einfachen K&ouml;rper
-und ihrer in Laboratorien darstellbaren Verbindungen mit
-dem lebendigen Thierk&ouml;rper und dem Verhalten seiner Bestandtheile
-in keine Art von Beziehung gebracht werden
-konnten.</p>
-
-<p>Die Physiologie nahm keinen Theil an den Fortschritten
-der Chemie, weil sie lange Zeit hindurch, zu ihrer eigenen
-F&ouml;rderung, nichts von dieser Wissenschaft zu empfangen hatte.
-Dieser Zustand hat sich seit f&uuml;nfundzwanzig Jahren ge&auml;ndert;
-allein auch in der Physiologie sind in dieser Zeit neue Wege
-und Mittel zu Forschungen in ihrem eigenen Gebiete gewonnen
-worden, und erst mit der Ersch&ouml;pfung dieser Quellen
-von Entdeckungen lie&szlig; sich einer neuen Richtung in den
-Arbeiten der Physiologen entgegensehen. Auch diese Zeit
-liegt uns nahe, und ein Weiterschreiten auf dem eingeschlagenen
-Wege w&uuml;rde jetzt das Gebiet der Physiologie,
-aus dem sich sehr bald f&uuml;hlbar machenden Mangel an frischen
-Anhaltspunkten zu Forschungen, nur breiter, aber weder
-tiefer noch gr&uuml;ndlicher machen.</p>
-
-<p>Niemand wird den Muth haben zu behaupten, da&szlig; die
-Ermittelung der Formen und der Bewegungserscheinungen
-nicht nothwendig oder n&uuml;tzlich w&auml;re, sie mu&szlig; im Gegentheil
-als durchaus unentbehrlich zur Erkenntni&szlig; der Lebensprocesse
-angesehen werden; allein sie umfa&szlig;t nur eine einzige Klasse
-von Bedingungen zur Erkenntni&szlig;, und diese reichen f&uuml;r sich
-allein nicht dazu hin.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Pagex">[X]</span></p>
-
-<p>Die Erforschung der Zwecke und Functionen der einzelnen
-Organe und ihres gegenseitigen Verbandes im Thierk&ouml;rper,
-war in fr&uuml;herer Zeit der Hauptgegenstand der physiologischen
-Untersuchungen; er ist in der neuern Zeit in den
-Hintergrund getreten. Die gr&ouml;&szlig;te Masse aller neueren Entdeckungen
-hat die vergleichende Anatomie weit mehr als die
-Physiologie bereichert.</p>
-
-<p>F&uuml;r die Erkennung der ungleichen Formen und Zust&auml;nde
-im gesunden und kranken Organismus geben diese Arbeiten
-ohne Zweifel die werthvollsten Resultate, allein f&uuml;r eine tiefere
-Einsicht in das Wesen der vitalen Acte bieten sie keine
-Aufschl&uuml;sse dar.</p>
-
-<p>Durch die genaueste, anatomische Kenntni&szlig; der Gebilde
-kann man zuletzt nicht erfahren, zu welchem Zwecke sie dienen,
-und mit der mikroskopischen Untersuchung der feinsten
-Verzweigungen der Gef&auml;&szlig;netze wird man nicht mehr von ihren
-Verrichtungen wissen, als man &uuml;ber den Gesichtssinn
-durch das Z&auml;hlen der Fl&auml;chen auf dem Auge einer Stubenfliege
-erfahren hat. Die sch&ouml;nste und erhabenste Aufgabe des
-menschlichen Geistes, die Erforschung der Gesetze des Lebens,
-kann nicht gel&ouml;s&#8217;t, sie kann nicht gedacht werden, ohne eine
-genaue Kenntni&szlig; der chemischen Kr&auml;fte, der Kr&auml;fte n&auml;mlich,
-die nicht in Entfernungen wirken, die in einer &auml;hnlichen Weise
-zur Aeu&szlig;erung gelangen, wie die letzten Ursachen, von welchen
-die Lebenserscheinungen bedingt werden, die sich &uuml;berall th&auml;tig
-zeigen, wo sich differente Materien ber&uuml;hren.</p>
-
-<p>Die Pathologie versucht noch heutzutage, wiewohl ganz<span class="pagenum" id="Pagexi">[XI]</span>
-nach dem Muster der phlogistischen Chemiker (der qualitativen
-Methode), Anwendung von chemischen Erfahrungen zur
-Beseitigung von Krankheitszust&auml;nden zu machen, allein den
-Ursachen und dem Wesen der Krankheit ist man mit allen
-diesen zahllosen Versuchen um keinen Schritt n&auml;her gekommen.</p>
-
-<p>Ohne bestimmte Fragen zu stellen, hat man Blut, Harn
-und alle Bestandtheile des gesunden und kranken Organismus
-mit Alkalien und S&auml;uren und allen Arten von chemischen
-Reagentien in Ber&uuml;hrung gebracht und aus der Kenntni&szlig;
-der vorgegangenen Aenderungen R&uuml;ckschl&uuml;sse auf ihr
-Verhalten im K&ouml;rper gemacht.</p>
-
-<p>Auf diesem Wege konnte der Zufall vielleicht zu n&uuml;tzlichen
-Heilmitteln f&uuml;hren, allein eine rationelle Pathologie kann
-auf Reactionen nicht begr&uuml;ndet, der lebendige Thierk&ouml;rper
-kann nicht f&uuml;r ein chemisches Laboratorium angesehen werden.</p>
-
-<p>Bei krankhaften Zust&auml;nden, in dessen Folge das Blut eine
-dickfl&uuml;ssige Beschaffenheit erh&auml;lt, kann diese nicht durch eine chemische
-Wirkung auf die in den Blutkan&auml;len circulirende Fl&uuml;ssigkeit
-dauernd gehoben werden; die Abscheidung von Sedimenten
-im Harn l&auml;&szlig;t sich vielleicht durch Alkalien verhindern,
-ohne da&szlig; damit nur entfernt die Krankheitsursache beseitigt
-sein kann; und wenn man im Typhus unl&ouml;sliche Ammoniaksalze
-in den Faeces und eine &auml;hnliche Aenderung der Beschaffenheit
-der Blutk&ouml;rperchen beobachtet, so wie sie durch
-Ammoniakfl&uuml;ssigkeit k&uuml;nstlich im Blute hervorgebracht werden
-kann, so darf deshalb das im K&ouml;rper vorhandene Ammoniak<span class="pagenum" id="Pagexii">[XII]</span>
-nicht als die Ursache, sondern stets nur als der Effect einer
-Ursache angesehen werden.</p>
-
-<p>So hat die Medizin, nach dem Vorbilde der aristotelischen
-Philosophie, sich Vorstellungen geschaffen &uuml;ber Ern&auml;hrung und
-Blutbildung, man hat die Speisen classificirt in nahrhafte und
-nichtnahrhafte; aber auf Beobachtungen gest&uuml;tzt, denen die
-wesentlichsten Erfordernisse zu richtigen Schl&uuml;ssen mangelten,
-konnten diese Theorien nicht als Ausdr&uuml;cke der Wahrheit gelten.</p>
-
-<p>In welcher Klarheit erscheinen uns jetzt die Beziehungen
-der Speisen zu den Zwecken, zu welchen sie im Thierk&ouml;rper
-dienen, seitdem die organische Chemie ihre quantitative Untersuchungsmethode
-auf ihre Ermittelung in Anwendung brachte!</p>
-
-<p>Wenn eine magere 4 Pfund wiegende Gans in 36 Tagen,
-w&auml;hrend welchen sie mit 24 Pfund Welschkorn (Mays)
-gem&auml;stet worden ist, 5 Pfund &uuml;ber ihr urspr&uuml;ngliches Gewicht
-zunimmt und man 3<sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub> Pfund reines Fett aus ihr gewinnt,
-so kann dieses Fett nicht fertig gebildet in der Nahrung
-gewesen sein, da diese noch nicht den tausendsten Theil
-an Fett oder fett&auml;hnlichen Materien enth&auml;lt. Und wenn eine
-gewisse Anzahl Bienen, deren Gewicht man genau kennt,
-mit reinem, wachsfreiem Honig gef&uuml;ttert, f&uuml;r je 20 Theile
-verbrauchten Honigs einen Theil Wachs liefern, ohne da&szlig;
-sich sonst in ihrem Gesundheitszustande oder in ihrem Gewichte
-etwas &auml;ndert, so kann man &uuml;ber die Erzeugung von
-Fett in dem Thierk&ouml;rper aus Zucker nicht im Zweifel sein.</p>
-
-<p>Ganz &auml;hnlich wie bei der Entscheidung der Frage &uuml;ber
-die Fettbildung, verh&auml;lt es sich mit der Erforschung des Ursprungs<span class="pagenum" id="Pagexiii">[XIII]</span>
-und der Ver&auml;nderung der Secrete und anderer Erscheinungen
-im Thierk&ouml;rper. Von dem Augenblick, wo man
-anf&auml;ngt die Antworten auf Fragen, mit Ernst und Gewissenhaftigkeit
-zu suchen, wo man sich die M&uuml;he nimmt, durch
-Ma&szlig; und Gewicht die Beobachtungen festzuhalten und in Gleichungen
-auszudr&uuml;cken, ergeben sich die Antworten von selbst.</p>
-
-<p>Durch eine noch so gro&szlig;e Anzahl von Beobachtungen,
-welche nur die eine Seite der Frage erl&auml;utern, wird man niemals
-im Stande sein, das Wesen einer Naturerscheinung in
-seiner ganzen Bedeutung zu erforschen; sie m&uuml;ssen nothwendig,
-wenn sie Nutzen schaffen sollen, nach einem ganz bestimmten
-Zweck und Ziel gerichtet sein, sie m&uuml;ssen einen organischen
-Zusammenhang besitzen.</p>
-
-<p>Mit Recht schreiben die Physiker und Chemiker ihren
-Forschungsmethoden den gr&ouml;&szlig;ten Theil des Erfolgs in ihren
-Arbeiten zu. Jede chemische oder physikalische Arbeit,
-welche einigerma&szlig;en den Stempel der Vollendung an sich
-tr&auml;gt, l&auml;&szlig;t sich im Resultate in wenigen Worten wiedergeben.
-Allein diese wenigen Worte sind unverg&auml;ngliche Wahrheiten,
-zu deren Auffindung zahllose Versuche und Fragen
-erforderlich waren; die Arbeiten selbst, die m&uuml;hsamen Versuche
-und verwickelten Apparate fallen der Vergessenheit anheim,
-sobald die Wahrheit ermittelt ist; es sind die Leitern,
-die Schachte und Werkzeuge, welche nicht entbehrt werden
-konnten, um zu dem reichen Erzgang zu gelangen; es sind
-die Stollen und Luftz&uuml;ge, welche die Gruben von Wasser
-und b&ouml;sen Wettern frei hielten.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Pagexiv">[XIV]</span></p>
-
-<p>Eine jede, auch die kleinste chemische oder physikalische
-Arbeit, wenn sie auf Beachtung Anspr&uuml;che macht, mu&szlig; heutzutage
-diesen Character an sich tragen; aus einer gewissen
-Anzahl von Beobachtungen mu&szlig; ein Schlu&szlig;, gleichg&uuml;ltig
-ob er viel oder wenig umfa&szlig;t, gezogen werden k&ouml;nnen.</p>
-
-<p>Es kann nur in der Methode, nur in ihrer Untersuchungsweise
-liegen, da&szlig; seit einem halben Jahrhundert in Beziehung
-auf eine tiefere Einsicht in die Functionen der wichtigsten
-Organe, der Milz, der Leber und zahlreichen Dr&uuml;sen, von
-den Physiologen so wenig neue feststehende Wahrheiten gewonnen
-worden sind, und sicher wird die unvollkommene Bekanntschaft
-mit den Forschungsmethoden der Chemie das
-Haupthinderni&szlig; bleiben, was den Fortschritten der Physiologie
-entgegensteht, der Hauptvorwurf, den sie nicht zu beseitigen
-vermag.</p>
-
-<p>Die Chemie stand der Physik vor <span class="gesp2">Lavoisier</span>, <span class="gesp2">Scheele</span>
-und <span class="gesp2">Priestley</span> nicht n&auml;her, als heutzutage der Physiologie;
-sie ist jetzt mit der Physik so innig verschmolzen,
-da&szlig; es schwer halten d&uuml;rfte, zwischen beiden eine scharfe
-Grenzlinie zu ziehen; ganz dasselbe Band vereinigt die Chemie
-mit der Physiologie, und in einem halben Jahrhundert wird
-man ihre Trennung f&uuml;r ebenso unm&ouml;glich halten.</p>
-
-<p>Unsere Fragen und Versuche durchschneiden in unz&auml;hligen
-krummen Linien die grade Linie, die zur Wahrheit f&uuml;hrt,
-es sind die Kreuzungspunkte, die uns die wahre Richtung
-erkennen lassen; es liegt in der Unvollkommenheit des menschlichen
-Geistes, da&szlig; die krummen Linien gemacht werden<span class="pagenum" id="Pagexv">[XV]</span>
-m&uuml;ssen. Die Chemiker und Physiker behalten stets ihr Ziel
-im Auge, dem einen gelingt es, streckenweise den geraden
-Weg zu verfolgen, allein alle sind auf die Umwege vorbereitet;
-des Erfolgs ihrer Anstrengungen bei Beharrlichkeit
-und Ausdauer gewi&szlig;, w&auml;chst die Begierde und ihr Muth
-mit den Schwierigkeiten.</p>
-
-<p>Einzelne Beobachtungen ohne Zusammenhang sind auf
-einer Ebene zerstreute Punkte, die uns nicht gestatten, einen
-bestimmten Weg zu w&auml;hlen. In der Chemie hatte man
-Jahrhunderte lang nichts als diese Punkte, deren Zwischenr&auml;ume
-auszuf&uuml;llen Mittel genug in Anwendung kamen; allein
-bleibende Entdeckungen, wahre Fortschritte wurden erst dann
-gemacht, als man ihre Verkn&uuml;pfung nicht mehr der Phantasie
-&uuml;berlie&szlig;.</p>
-
-<p>Ich habe den Zweck gehabt, die Kreuzungspunkte der Physiologie
-und Chemie in diesem Buche hervorzuheben und die
-Stellen anzudeuten, wo beide Wissenschaften gegenseitig in
-einander greifen. Es enth&auml;lt eine Sammlung von Aufgaben,
-so wie sie gegenw&auml;rtig von der Chemie gestellt werden,
-und eine Anzahl von Schl&uuml;ssen, die nach ihren Regeln aus
-den vorhandenen Erfahrungen sich ergeben.</p>
-
-<p>Diese Fragen und Aufgaben werden ihre L&ouml;sung erhalten,
-und kein Zweifel kann dar&uuml;ber sein, da&szlig; wir alsdann
-eine neue Physiologie und eine rationelle Pathologie haben
-werden. Gewi&szlig; ist unser Senkblei nicht lang genug, um die
-Tiefe des Meeres zu messen, allein es verliert deshalb seinen
-Werth f&uuml;r uns nicht; wenn es uns vorl&auml;ufig nur hilft, um<span class="pagenum" id="Pagexvi">[XVI]</span>
-die Klippen und Sandb&auml;nke zu vermeiden, so ist dieser Nutzen
-gro&szlig; genug. In der Hand des Physiologen mu&szlig; die organische
-Chemie zu einem geistigen Hilfsmittel werden, mit
-dem er im Stande sein wird, die Ursachen von Erscheinungen
-zu erforschen, die das leibliche Auge nicht mehr erkennt; und
-wenn von den Resultaten, die ich in diesem Buche entwickelt
-oder angedeutet habe, nur ein Einziges eine n&uuml;tzliche Anwendung
-zul&auml;&szlig;t, so halte ich den Zweck, f&uuml;r den es geschrieben
-ist, f&uuml;r vollkommen erreicht. Der Weg, der dazu gef&uuml;hrt
-hat, wird andere Wege bahnen, und dies betrachte ich als den
-h&ouml;chsten Gewinn.</p>
-
-<p class="blankbefore2 padl6"><span class="gesp2">Gie&szlig;en</span>, im April 1842.</p>
-
-<p class="right blankbefore2 padr6"><span class="antiqua">Dr.</span> <span class="gesp2">Justus Liebig</span>.</p>
-
-<hr class="chap" />
-
-<h2 class="theil"><span class="gesp2">Erster Theil</span>.<br />
-<span class="gesp2">Der chemische Proce&szlig;</span><br />
-<span class="fsize70">der</span><br />
-<b><span class="gesp2">Respiration und Ern&auml;hrung</span>.</b></h2>
-
-<hr class="chap" />
-
-<p><span class="pagenum" id="Page1">[1]</span></p>
-
-<h3><span class="antiqua">I.</span></h3>
-
-<p class="noindent"><span class="fsize150"><b>I</b></span>n dem Thierei, in dem Samen einer Pflanze erkennen
-wir eine merkw&uuml;rdige Th&auml;tigkeit, eine Ursache der Zunahme
-an Masse, des Ersatzes an verbrauchtem Stoff, eine Kraft in
-dem Zustande der Ruhe. Durch &auml;u&szlig;ere Bedingungen, durch die
-Begattung, durch Gegenwart von Feuchtigkeit und Luft wird
-der Zustand des statischen Gleichgewichtes dieser Th&auml;tigkeit aufgehoben;
-die in Bewegung &uuml;bergehende Kraft &auml;u&szlig;ert sich in einer
-Reihe von Formbildungen, welche, wenn auch zuweilen durch
-grade Linien eingeschlossen, doch weit entfernt von geometrischen
-Gestalten sind, so wie wir sie beim krystallisirenden
-Minerale beobachten. Diese Kraft hei&szlig;t <span class="gesp2">Lebenskraft</span>.</p>
-
-<p>Die Zunahme an Masse in einer Pflanze wird durch den
-Akt einer Zersetzung bedingt, die in gewissen Pflanzentheilen
-durch die Einwirkung des Lichts und der W&auml;rme vor
-sich geht.</p>
-
-<p>Dieser Zersetzung unterliegen in dem Lebensproce&szlig; der
-Pflanze ausschlie&szlig;lich nur anorganische Materien, und wenn
-man mit ausgezeichneten Mineralogen die Luft und gewisse
-andere Gase als Mineralien gelten l&auml;&szlig;t, so kann man sagen,
-da&szlig; die vegetative Lebensth&auml;tigkeit die Verwandlung<span class="pagenum" id="Page2">[2]</span>
-des Minerals in einen mit Leben begabten Organismus bewirkt,
-das Mineral wird Theil eines Tr&auml;gers der Lebenskraft.</p>
-
-<p>Die Zunahme an Masse in einer lebenden Pflanze setzt
-voraus, da&szlig; gewisse Bestandtheile der Nahrung zu Bestandtheilen
-des Pflanzenk&ouml;rpers werden, und eine Vergleichung
-der chemischen Zusammensetzung von beiden, zeigt mit unzweifelhafter
-Gewi&szlig;heit, welche von den Bestandtheilen der
-Nahrung ausgetreten, welche assimilirt worden sind.</p>
-
-<p>Die Beobachtungen der Pflanzenphysiologen und die Untersuchungen
-der Chemiker, sie haben gegenseitig dazu gedient,
-um den Beweis zu f&uuml;hren, da&szlig; das Wachsthum und
-die Entwickelung der Pflanze abh&auml;ngig sind von einer Ausscheidung
-von Sauerstoff, der sich von den Bestandtheilen
-ihrer Nahrungsmittel trennt.</p>
-
-<p>Im geraden Gegensatz zu dem Pflanzenleben &auml;u&szlig;ert sich
-das Thierleben in einer nie aufh&ouml;renden Einsaugung und
-Verbindung des Sauerstoffs der Luft mit gewissen Bestandtheilen
-des Thierk&ouml;rpers.</p>
-
-<p>W&auml;hrend kein Theil eines organischen Wesens zur Nahrung
-einer Pflanze dienen kann, wenn er nicht vorher, in
-Folge von F&auml;ulni&szlig; und Verwesungsprocessen, die Form eines
-anorganischen K&ouml;rpers angenommen hat, bedarf der thierische
-Organismus zu seiner Erhaltung und Entwickelung
-h&ouml;her organisirter Atome. Die Nahrungsmittel aller Thiere
-sind unter allen Umst&auml;nden Theile von Organismen.</p>
-
-<p>Durch ihre F&auml;higkeit, den Ort zu wechseln, und im Allgemeinen<span class="pagenum" id="Page3">[3]</span>
-durch die Sinne unterscheidet sich das Thier von
-der Pflanze.</p>
-
-<p>Alle diese Th&auml;tigkeiten gehen von gewissen Werkzeugen
-aus, die in der Pflanze fehlen. Die vergleichende Anatomie
-zeigt, da&szlig; die Bewegungs- und Gef&uuml;hls&auml;u&szlig;erungen von gewissen
-Apparaten abh&auml;ngig sind, die mit einander in keinem
-andern Zusammenhange stehen, als da&szlig; sie sich in einem gemeinschaftlichen
-Centrum vereinigen. Die Substanz des R&uuml;ckenmarks,
-der Nerven, der Gehirnmaterie sind in ihrer Zusammensetzung
-und ihrem chemischen Verhalten wesentlich von
-der Substanz der Zellen, Membranen, Muskeln und der
-Haut verschieden.</p>
-
-<p>Alles, was im Thierorganismus <span class="gesp2">Bewegung</span> genannt
-werden kann, geht von den Nervenapparaten aus. Die Bewegungserscheinungen
-in den Pflanzen, die Saftcirculation,
-die man in manchen Charen beobachtet hat, das Schlie&szlig;en
-der Bl&uuml;then und Bl&auml;tter h&auml;ngt von physikalischen und mechanischen
-Ursachen ab. Eine Pflanze enth&auml;lt keine Nerven.
-W&auml;rme und Licht sind die entfernteren Ursachen der Bewegungen
-in Pflanzen, in den Thieren erkennen wir in den
-Nervenapparaten eine Quelle von Kraft, die sich in jedem
-Zeitmomente ihres Lebens wieder zu erneuern vermag.</p>
-
-<p>Aehnlich wie die Assimilation der Nahrungsmittel in den
-Pflanzen, ihr ganzer Bildungsproce&szlig;, abh&auml;ngig ist von gewissen
-&auml;u&szlig;eren Ursachen, welche die Bewegungen vermitteln,
-ist die Entwickelung des Thierorganismus bis zu einem gewissen
-Grade unabh&auml;ngig von diesen &auml;u&szlig;eren Ursachen, eben<span class="pagenum" id="Page4">[4]</span>
-weil er in sich selbst durch ein besonderes System von Apparaten
-die zu dem Lebensproce&szlig; unentbehrliche Kraft der
-Bewegung erzeugt.</p>
-
-<p>Der Bildungsproce&szlig;, die Assimilation, der Uebergang des
-in Bewegung befindlichen Stoffs in den Zustand der Ruhe
-geht bei Pflanzen und Thieren in einerlei Weise vor sich,
-es ist die n&auml;mliche Ursache, die in beiden die Zunahme an
-Masse bedingt, es ist dies das eigentliche vegetative Leben,
-es &auml;u&szlig;ert sich ohne Bewu&szlig;tsein.</p>
-
-<p>In der Pflanze giebt sich die vegetative Lebensth&auml;tigkeit
-unter Mitwirkung von &auml;u&szlig;eren Kr&auml;ften, in Thieren durch
-Th&auml;tigkeiten kund, die sich in ihrem Organismus erzeugen.
-Die Verdauung, der Blutumlauf, die Absonderung der S&auml;fte,
-sie stehen jedenfalls unter der Herrschaft des Nervensystems,
-allein es ist ein und dieselbe Kraft, welche dem Keim, dem
-Blatt, der Wurzelfaser die n&auml;mlichen wunderbaren Eigenschaften
-giebt, welche die secernirende Haut, die Dr&uuml;se besitzen,
-welche jedes Organ im Thier bef&auml;higt, seinen eigenen
-Funktionen vorzustehen; nur die Ursachen der Bewegungen
-sind in beiden verschieden.</p>
-
-<p>W&auml;hrend wir in den niedrigsten Thierklassen die Apparate
-der Bewegung, wie im befruchteten Keim des Thierei&#8217;s, in
-dem sie sich zu allererst entwickeln, nie vermissen, finden wir
-in h&ouml;heren Thierklassen besondere Apparate des Gef&uuml;hls und
-Empfindens, des Bewu&szlig;tseins und des h&ouml;heren geistigen Lebens.</p>
-
-<p>Der Patholog zeigt uns, da&szlig; das eigentlich vegetative
-Leben keineswegs an das Vorhandensein dieser Apparate gekn&uuml;pft<span class="pagenum" id="Page5">[5]</span>
-ist, da&szlig; der Nutritionsproce&szlig; in den Theilen des K&ouml;rpers,
-wo diejenigen Nerven gel&auml;hmt sind, welche das Gef&uuml;hl
-oder die willk&uuml;rlichen Bewegungen vermitteln, in der n&auml;mlichen
-Form vor sich geht, wie in anderen, in denen sie
-sich in normalem Zustande befinden, so wie auf der andern
-Seite die kr&auml;ftigste Energie des Willens auf die Zusammenziehung
-des Herzens, auf die Bewegung der Eingeweide und
-die Secretionsprocesse keinen Einflu&szlig; auszu&uuml;ben vermag.</p>
-
-<p>Die Erscheinungen des h&ouml;heren geistigen Lebens, sie k&ouml;nnen
-auf dem gegenw&auml;rtigen Standpunkt der Wissenschaft
-nicht auf ihre n&auml;chsten, viel weniger auf ihre letzten Ursachen
-zur&uuml;ckgef&uuml;hrt werden, wir wissen weiter nichts davon,
-als da&szlig; sie vorhanden sind; wir schreiben sie einer immateriellen
-Th&auml;tigkeit zu, und zwar insofern ihre Aeu&szlig;erungen
-an die Materie sich gebunden finden, einer Kraft, welche
-durchaus verschieden ist und nichts gemein hat mit der Lebenskraft.</p>
-
-<p>Diese eigenth&uuml;mliche Kraft &uuml;bt, wie nicht geleugnet werden
-kann, einen gewissen Einflu&szlig; auf die vegetative Lebensth&auml;tigkeit
-aus, &auml;hnlich wie dies von anderen immateriellen
-Potenzen, von Licht, Elektricit&auml;t, W&auml;rme und Magnetismus
-geschieht, allein dieser Einflu&szlig; ist nicht bedingender Art, sondern
-er &auml;u&szlig;ert sich nur als eine Beschleunigung, St&ouml;rung oder
-Verlangsamung der vegetativen Lebensprocesse; auf eine ganz
-&auml;hnliche Weise &uuml;bt die vegetative Lebensth&auml;tigkeit r&uuml;ckw&auml;rts
-gewisse Wirkungen auf das bewu&szlig;te geistige Leben aus.</p>
-
-<p>Es sind zwei Kr&auml;fte, die sich neben einander in Aktion<span class="pagenum" id="Page6">[6]</span>
-befinden, allein Bewu&szlig;tsein und Geist, sie fehlen im Thiere
-und der lebendigen Pflanze, ohne da&szlig; wir in diesen etwas
-Anderes vermissen, als den Mangel einer besondern Ursache
-der Steigerung oder St&ouml;rung; abgesehen davon, gehen alle
-vitalchemischen Processe im Menschen und Thiere auf einerlei
-Weise vor sich.</p>
-
-<p>Das unaufh&ouml;rlich sich erneuernde Streben, die Beziehungen
-der Psyche zu dem animalischen Leben ermitteln zu wollen,
-hat von jeher die Fortschritte der Physiologie aufgehalten,
-es war ein best&auml;ndiges Heraustreten aus dem Gebiete
-der Naturforschung in das Reich der phantastischen Gebilde;
-denn die begeisterten Physiologen, sie waren weit davon entfernt,
-die Gesetze des rein thierischen Lebens zu kennen.
-Keiner von ihnen hatte eine klare Vorstellung &uuml;ber den Entwickelungs-
-und Ern&auml;hrungsproce&szlig;, keiner von der wahren
-Ursache des Todes. Sie erkl&auml;rten die verborgensten psychischen
-Erscheinungen und waren nicht im Stande zu sagen, was Fieber
-ist und in welcher Weise das Chinin bei seiner Heilung wirkt!</p>
-
-<p>Um die Gesetze der Bewegungen im Thierk&ouml;rper zu ermitteln,
-war nur die eine Bedingung, die Kenntni&szlig; der Apparate
-erforscht, welche die Bewegungen vermitteln, aber die
-Substanz der Organe, die Ver&auml;nderungen, welche die Nahrungsmittel
-im lebenden K&ouml;rper erfahren, ihr Uebergang zu
-Bestandtheilen der Organe und r&uuml;ckw&auml;rts wieder in leblose
-Verbindungen, der Antheil, den die Atmosph&auml;re an den Lebensprocessen
-nimmt, alle diese Grundlagen zu weiteren
-Schl&uuml;ssen waren noch nicht gegeben.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page7">[7]</span></p>
-
-<p>Was hat die Psyche, was hat Bewu&szlig;tsein und Geist mit
-der Entwickelung des menschlichen F&ouml;tus, mit der des F&ouml;tus
-im H&uuml;hnerei zu schaffen? gewi&szlig; nicht mehr als sie Antheil
-nimmt an der Entwickelung des Samens einer Pflanze!
-Suchen wir vor der Hand die nicht psychischen Erscheinungen
-auf ihre letzten Ursachen zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, und h&uuml;ten wir
-uns vor Schl&uuml;ssen, ehe wir eine Grundlage haben. Wir
-kennen genau den Mechanismus des Auges, allein weder
-die Anatomie, noch Chemie wird uns jemals Aufschlu&szlig; geben,
-wie der Lichtstrahl zum Bewu&szlig;tsein gelangt. Die Naturforschung
-hat eine bestimmte Grenze, die sie nicht &uuml;berschreiten
-darf, sie mu&szlig; sich stets daran erinnern, da&szlig; mit allen
-Entdeckungen nicht in Erfahrung gebracht werden kann,
-was Licht, Elektricit&auml;t und Magnetismus f&uuml;r Dinge sind,
-eben weil der menschliche Geist nur Vorstellungen hat f&uuml;r
-Dinge, welche Materialit&auml;t besitzen. Wir k&ouml;nnen aber die
-Gesetze ihres Zustands der Ruhe und der Bewegung erforschen,
-eben weil sie sich in Erscheinungen &auml;u&szlig;ern. So k&ouml;nnen
-zweifellos die Gesetze des Lebens und Alles, was sie
-st&ouml;rt, bef&ouml;rdert oder &auml;ndert, erforscht werden, ohne da&szlig; man
-jemals wissen wird, was das Leben ist; so f&uuml;hrte die Erforschung
-der Gesetze des Falles und der Bewegung der
-Himmelsk&ouml;rper auf eine vorher nie gedachte Vorstellung &uuml;ber
-ihre Ursache. Diese Vorstellung konnte in ihrer Klarheit
-nicht entstehen ohne die Kenntni&szlig; der Erscheinungen, aus
-denen sie sich entwickelte: an und f&uuml;r sich ist ja die Schwerkraft,
-wie das Licht f&uuml;r einen Blindgebornen, ein blo&szlig;es Wort.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page8">[8]</span></p>
-
-<p>Die neue Wissenschaft der Physiologie hat die Methode
-des Aristoteles verlassen, sie erfindet keinen <span class="antiqua">horror vacui</span>,
-keine <span class="antiqua">Quinta essentia</span> mehr, um den gl&auml;ubigen Zuh&ouml;rern
-Aufschl&uuml;sse und Erkl&auml;rungen von Erscheinungen zu geben,
-deren eigentlicher Verband mit anderen, deren letzte Ursache
-nicht ermittelt ist, zum Heil der Wissenschaft, mu&szlig; man hinzusetzen,
-und zum Segen f&uuml;r die Menschheit.</p>
-
-<p>Wenn wir festhalten, da&szlig; alle Erscheinungen in dem
-Organismus der Pflanzen und des Thieres einer ganz eigenth&uuml;mlichen
-Ursache zugeschrieben werden m&uuml;ssen, welche
-in ihren Aeu&szlig;erungen durchaus verschieden ist von allen anderen
-Ursachen, die Zustands&auml;nderungen oder Bewegungen
-bedingen, wenn wir die Lebenskraft also gelten lassen f&uuml;r
-eine f&uuml;r sich bestehende Kraft, so haben wir in den Erscheinungen
-des organischen Lebens, wie in allen anderen Erscheinungen,
-welche Kr&auml;ften zugeschrieben werden m&uuml;ssen,
-eine <span class="gesp2">Statik</span> (Zustand des Gleichgewichtes, bedingt durch
-einen Widerstand) und eine <span class="gesp2">Dynamik</span> der Lebenskraft.</p>
-
-<p>Alle Theile des Thierk&ouml;rpers bilden sich aus einer eigenth&uuml;mlichen,
-in seinem Organismus circulirenden Fl&uuml;ssigkeit,
-in Folge einer, jeder Zelle, jedem Organe oder Theile eines
-Organs inwohnenden Th&auml;tigkeit. Die Physiologie lehrt,
-da&szlig; alle Bestandtheile des K&ouml;rpers urspr&uuml;nglich Blut waren,
-oder da&szlig; sie wenigstens den entstehenden Organen durch
-diese Fl&uuml;ssigkeit zugef&uuml;hrt worden sind.</p>
-
-<p>Die gew&ouml;hnlichsten Erfahrungen geben ferner zu erkennen,
-da&szlig; in jedem Momente des Lebens in dem Thierorganismus<span class="pagenum" id="Page9">[9]</span>
-ein fortdauernder, mehr oder minder beschleunigter
-Stoffwechsel vor sich geht, da&szlig; ein Theil der Gebilde sich
-zu formlosen Stoffen umsetzt, da&szlig; sie ihren Zustand des Lebens
-verlieren und wieder erneuert werden m&uuml;ssen. Die
-Physiologie hat entscheidende Gr&uuml;nde genug f&uuml;r die Meinung,
-da&szlig; jede Bewegung, jede Kraft&auml;u&szlig;erung die Folge
-einer Umsetzung der Gebilde oder der Substanz derselben
-ist, da&szlig; jede Vorstellung, jeder Affekt Ver&auml;nderungen in der
-chemischen Beschaffenheit der abgesonderten S&auml;fte zur Folge
-hat, da&szlig; jeder Gedanke, jede Empfindung von einer Aenderung
-in der Zusammensetzung der Gehirnsubstanz begleitet ist.</p>
-
-<p>Zur Unterhaltung der Lebenserscheinungen im Thiere geh&ouml;ren
-gewisse Stoffe, Theile von Organismen, die man
-<span class="gesp2">Nahrungsmittel</span> nennt; in Folge einer Reihe von Ver&auml;nderungen
-dienen sie entweder zur Vermehrung seiner Masse
-(zur Ern&auml;hrung), oder zum Ersatze an verbrauchtem Stoff
-(Reproduktion), oder sie dienen zur Hervorbringung von
-Kraft.</p>
-
-<h3><span class="antiqua">II.</span></h3>
-
-<p>Wenn wir die Aufnahme von Nahrungsmitteln als die
-eine Bedingung des Lebens bezeichnen, so ist die zweite eine
-fortdauernde Einsaugung von Sauerstoff aus der atmosph&auml;rischen
-Luft.</p>
-
-<p>Von dem Standpunkte des Naturforschers aus zeigt sich
-das Thierleben in einer Reihe von Erscheinungen, deren Zusammenhang<span class="pagenum" id="Page10">[10]</span>
-und Wiederkehr vermittelt wird durch eine in
-dem Organismus vorgehende Ver&auml;nderung, welche die Nahrungsmittel
-und der eingesaugte atmosph&auml;rische Sauerstoff
-unter der Mitwirkung der Lebenskraft erleiden.</p>
-
-<p>Alle vitalen Th&auml;tigkeiten entspringen aus der Wechselwirkung
-des Sauerstoffs der Luft und der Bestandtheile der
-Nahrungsmittel.</p>
-
-<p>In der Ern&auml;hrung und Reproduktion erkennen wir den
-Uebergang des Stoffs aus dem Zustande der Bewegung in
-den Zustand der Ruhe (des statischen Gleichgewichts); durch
-den Einflu&szlig; des Nervensystems gelangt dieser Stoff in den
-Zustand der Bewegung. Die letzten Ursachen dieser Zust&auml;nde
-der Lebenskraft sind die chemischen Kr&auml;fte.</p>
-
-<p>Die Ursache des Zustandes der Ruhe ist ein Widerstand,
-welcher bedingt wird durch eine Kraft der Anziehung (Verbindung),
-welche zwischen den kleinsten Theilchen der Materie
-wirkt und nur bei unmittelbarer Ber&uuml;hrung, oder in
-unme&szlig;bar kleinen Entfernungen sich th&auml;tig zeigt.</p>
-
-<p>Diese besondere Art der Anziehung, man kann ihr nat&uuml;rlich
-die verschiedensten Namen geben, der Chemiker nennt
-sie aber <span class="gesp2">Affinit&auml;t</span>.</p>
-
-<p>Die Bedingung des Zustandes der Bewegung liegt in
-einer Reihe von Ver&auml;nderungen, welche die Nahrungsmittel
-in dem Organismus erleiden, in Folge also von Zersetzungsprocessen,
-welche die Nahrungsmittel an und f&uuml;r sich, oder
-die daraus entsprungenen Gebilde, oder Bestandtheile der
-Organe erleiden.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page11">[11]</span></p>
-
-<p>Der Hauptcharacter des vegetativen Lebens ist ein steter
-Uebergang des in Bewegung gesetzten Stoffs in den Zustand
-des statischen Gleichgewichtes. So lange die Pflanze lebt, ist
-kein Stillstand in der Zunahme bemerklich, kein Theil eines
-Organs der Pflanze nimmt an Masse ab. Wenn eine Zersetzung
-erfolgt, so ist sie eine Folge der Assimilation. Eine
-Pflanze erzeugt in sich selbst keine Kraft der Bewegung, kein
-Theil ihrer Gebilde verliert, durch eine in ihrem Organismus
-vorhandene Ursache, den Zustand des Lebens und geht in
-formlose Verbindungen &uuml;ber, in ihr findet kein Verbrauch
-statt. Der Verbrauch im Thier ist eine Aenderung des Zustandes
-und der Zusammensetzung gewisser Bestandtheile des
-Thierk&ouml;rpers, er geht mithin vor sich in Folge chemischer
-Actionen. Der Einflu&szlig; der Gifte, der Arzneimittel auf den
-lebenden thierischen K&ouml;rper zeigt auf eine evidente Weise, da&szlig;
-der Act der chemischen Zersetzung und Verbindung im Thierk&ouml;rper,
-die sich uns in der Form von Lebenserscheinungen zu
-erkennen geben, da&szlig; sie durch <span class="gesp2">&auml;hnlich</span> wirkende chemische Kr&auml;fte
-gesteigert, durch <span class="gesp2">entgegengesetzt</span> wirkende verlangsamt und
-aufgehoben werden k&ouml;nnen, da&szlig; wir auf jeden Theil eines
-Organs durch Stoffe, die eine bestimmte chemische Action
-besitzen, eine Wirkung auszu&uuml;ben verm&ouml;gen.</p>
-
-<p>Aehnlich also wie in der geschlossenen galvanischen S&auml;ule
-durch gewisse Ver&auml;nderungen, welche ein anorganischer K&ouml;rper,
-ein Metall, bei seiner Ber&uuml;hrung mit einer S&auml;ure, erleidet,
-ein gewisses Etwas f&uuml;r unsere Sinne wahrnehmbar wird,
-was wir mit einem Strome electrischer Materie bezeichnen,<span class="pagenum" id="Page12">[12]</span>
-entstehen in Folge von Umsetzungen und Ver&auml;nderungen von
-Materien, die fr&uuml;her Theile von Organismen waren, gewisse
-Bewegungs- und Th&auml;tigkeits&auml;u&szlig;erungen, die wir Leben
-nennen.</p>
-
-<p>Der electrische Strom giebt sich uns zu erkennen durch
-gewisse Erscheinungen der Anziehung und Absto&szlig;ung, welche
-andere, an und f&uuml;r sich bewegungslose, Materien durch ihn
-empfangen, durch Erscheinungen der Bildung und Zersetzung
-chemischer Verbindungen, die sich &uuml;berall &auml;u&szlig;ern, wo der Widerstand
-die Bewegung nicht aufhebt.</p>
-
-<p>Von diesem Standpunkte allein und von keinem andern
-aus darf die Chemie die Lebenserscheinungen studiren. Wunder
-finden wir &uuml;berall; die Bildung eines Krystalls, eines Octaeders
-ist nicht minder unbegreiflich, wie die Entstehung eines
-Blatts oder einer Muskelfaser, und die Entstehung des Zinnobers
-aus Quecksilber und Schwefel ist ein ebenso gro&szlig;es
-R&auml;thsel, wie die Bildung eines Auges aus der Substanz des
-Blutes.</p>
-
-<p>Aufnahme von Nahrungsmitteln und Sauerstoff sind die
-ersten Bedingungen des thierischen Lebens.</p>
-
-<p>In jedem Zeittheilchen seines Lebens nimmt der Mensch
-durch die Organe der Respiration Sauerstoff auf; nie ist, so
-lange das Thier lebt, ein Stillstand bemerklich.</p>
-
-<p>Die Beobachtungen der Physiologen zeigen, da&szlig; der K&ouml;rper
-eines erwachsenen Menschen, nach 24 Stunden, bei hinl&auml;nglicher
-Nahrung, am Gewicht weder zu- noch abgenommen
-hat, dennoch ist die Menge von Sauerstoff, die in dieser<span class="pagenum" id="Page13">[13]</span>
-Zeit in seinen Organismus aufgenommen wurde, h&ouml;chst betr&auml;chtlich.</p>
-
-<p>Nach <span class="gesp2">Lavoisier&#8217;s</span> Versuchen werden von einem erwachsenen
-Manne in einem Jahre 746 Pfd., nach <span class="gesp2">Menzies</span>
-837 Pfd. Sauerstoffgas aus der Atmosph&auml;re in seinen K&ouml;rper
-aufgenommen, und dennoch finden wir sein Gewicht zu
-Anfang und Ende des Jahres entweder ganz unver&auml;ndert,
-oder die Ab- und Zunahme bewegt sich um wenige
-<span class="nowrap">Pfunde<a id="ENanchor1"></a><a href="#Endnote1" class="enanchor">[E1]</a></span>.</p>
-
-<p>Wo ist, kann man fragen, dieses enorme Gewicht an
-Sauerstoff hingekommen, was ein Individuum im Verlaufe
-eines Jahres in sich aufnimmt?</p>
-
-<p>Diese Frage ist mit befriedigender Sicherheit gel&ouml;s&#8217;t;
-kein Theil des aufgenommenen Sauerstoffs bleibt im K&ouml;rper,
-sondern er tritt in der Form einer Kohlenstoff- oder einer
-Wasserstoffverbindung wieder aus.</p>
-
-<p>Der Kohlenstoff und Wasserstoff von gewissen Bestandtheilen
-des Thierk&ouml;rpers haben sich mit dem durch die Haut
-und Lunge aufgenommenen Sauerstoff verbunden, sie sind als
-Kohlens&auml;ure und Wasserdampf wieder ausgetreten.</p>
-
-<p>Mit jedem Athemzuge, in jedem Lebensmomente trennen
-sich von dem Thierorganismus gewisse Mengen seiner Bestandtheile,
-nachdem sie mit dem Sauerstoff der atmosph&auml;rischen
-Luft eine Verbindung in dem K&ouml;rper selbst eingegangen
-sind.</p>
-
-<p>Wenn wir, um einen Anhaltspunkt zu einer Rechnung
-zu haben, mit <span class="gesp2">Lavoisier</span> und <span class="gesp2">Seguin</span> annehmen, da&szlig; der
-erwachsene Mensch t&auml;glich 65 Loth Sauerstoff (46037 Cubikzoll<span class="pagenum" id="Page14">[14]</span>
-= 15661 Gran fr. Gew.) in sich aufnimmt, und
-wir seine Blutmasse zu 24 Pfund, bei einem Wassergehalt
-von 80 <span class="antiqua">pCt.</span> annehmen, so ergiebt sich aus der bekannten
-Zusammensetzung des Blutes, da&szlig; zu einer v&ouml;lligen Verwandlung
-des Kohlenstoffs und Wasserstoffs im Blut, in
-Kohlens&auml;ure und Wasser 64103 Gran Sauerstoff n&ouml;thig sind,
-die in 4 Tagen und 5 Stunden in den K&ouml;rper eines erwachsenen
-Menschen aufgenommen <span class="nowrap">werden<a id="ENanchor2"></a><a href="#Endnote2" class="enanchor">[E2]</a></span>.</p>
-
-<p>Gleichg&uuml;ltig ob der Sauerstoff an die Bestandtheile des
-Bluts tritt oder an andere kohlen- und wasserstoffreiche Materien
-im K&ouml;rper, es kann dem Schlusse nichts entgegengesetzt
-werden, da&szlig; dem menschlichen K&ouml;rper, welcher 65
-Loth Sauerstoff t&auml;glich einathmet, in 4 Tagen und 5
-Stunden so viel an Kohlenstoff und Wasserstoff in seinen
-Nahrungsmitteln wieder zugef&uuml;hrt werden mu&szlig;, als n&ouml;thig
-w&auml;re, 24 Pfund Blut mit diesen Bestandtheilen zu versehen,
-vorausgesetzt, da&szlig; das Gewicht des K&ouml;rpers sich nicht &auml;ndere,
-da&szlig; er seine normale Beschaffenheit behaupten soll.</p>
-
-<p>Diese Zufuhr geschieht durch die <span class="gesp2">Speisen</span>.</p>
-
-<p>Aus der genauen Bestimmung der Kohlenstoffmenge, welche
-durch die Speisen in den K&ouml;rper aufgenommen werden, so
-wie durch die Ausmittelung derjenigen Quantit&auml;t, welche
-durch die Faeces und den Urin unverbrannt, oder wenn man
-will, in einer andern Form, als in der Form einer Sauerstoffverbindung,
-wieder austritt, ergiebt sich, da&szlig; ein erwachsener
-Mann, im Zustande m&auml;&szlig;iger Bewegung, t&auml;glich 27,8
-Loth Kohlenstoff <span class="nowrap">verzehrt<a id="ENanchor3"></a><a href="#Endnote3" class="enanchor">[E3]</a></span>.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page15">[15]</span></p>
-
-<p>Diese 27<sup>8</sup>&#8260;<sub>10</sub> Loth Kohlenstoff entweichen aus Haut und
-Lunge in der Form von kohlensaurem Gas.</p>
-
-<p>Zur Verwandlung in kohlensaures Gas bed&uuml;rfen diese
-27,8 Loth Kohlenstoff 74 Loth Sauerstoff.</p>
-
-<p>Nach den analytischen Bestimmungen von <span class="gesp2">Boussingault</span>
-(<span class="antiqua">Annales de chim. et de phys. LXX.</span> 1. <span class="antiqua">S.</span> 136) verzehrt
-ein Pferd in 24 Stunden 158<sup>1</sup>&#8260;<sub>4</sub> Loth Kohlenstoff, eine milchgebende
-Kuh 141<sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub>
-<span class="nowrap">Loth<a id="ENanchor4"></a><a href="#Endnote4" class="enanchor">[E4]</a></span>.</p>
-
-<p>Die hier angef&uuml;hrten Kohlenstoffmengen sind als Kohlens&auml;ure
-aus ihrem K&ouml;rper getreten, das Pferd hat in 24 Stunden
-f&uuml;r die Ueberf&uuml;hrung des Kohlenstoffs in Kohlens&auml;ure
-13<sup>7</sup>&#8260;<sub>32</sub> Pfd. und die Kuh 11<sup>2</sup>&#8260;<sub>3</sub> Pfd. Sauerstoff verbraucht.</p>
-
-<p>Da kein Theil des aufgenommenen Sauerstoffs in einer
-andern Form als in der einer Kohlenstoff- oder Wasserstoffverbindung
-wieder aus dem K&ouml;rper tritt, da ferner bei normalem
-Gesundheitszustande der ausgetretene Kohlenstoff und
-Wasserstoff wieder ersetzt wird durch Kohlenstoff und Wasserstoff,
-den wir in den Speisen zuf&uuml;hren, so ist klar, da&szlig; die
-Menge von Nahrung, welche der thierische Organismus zu
-seiner Erhaltung bedarf, in geradem Verh&auml;ltni&szlig; steht zu der
-Menge des aufgenommenen Sauerstoffs.</p>
-
-<p>Zwei Thiere, die in gleichen Zeiten ungleiche Mengen
-von Sauerstoff durch Haut und Lunge in sich aufnehmen,
-verzehren in einem &auml;hnlichen Verh&auml;ltni&szlig; ein ungleiches Gewicht
-von der n&auml;mlichen Speise.</p>
-
-<p>In gleichen Zeiten ist der Sauerstoffverbrauch ausdr&uuml;ckbar
-durch die Anzahl der Athemz&uuml;ge; es ist klar, da&szlig; bei<span class="pagenum" id="Page16">[16]</span>
-einem und demselben Thiere die Menge der zu genie&szlig;enden
-Nahrung wechselt, je nach der St&auml;rke und Anzahl der
-Athemz&uuml;ge.</p>
-
-<p>Ein Kind, dessen Respirationswerkzeuge sich in gr&ouml;&szlig;erer
-Th&auml;tigkeit befinden, mu&szlig; h&auml;ufiger und verh&auml;ltni&szlig;m&auml;&szlig;ig mehr
-Nahrung zu sich nehmen, als ein Erwachsener, es kann den
-Hunger weniger leicht ertragen. Ein Vogel stirbt bei Mangel
-an Nahrung den dritten Tag; eine Schlange, die in
-einer Stunde, unter einer Glasglocke athmend, kaum so viel
-Sauerstoff verzehrt, da&szlig; die davon erzeugte Kohlens&auml;ure wahrnehmbar
-ist, lebt drei Monate und l&auml;nger ohne Nahrung.</p>
-
-<p>Im Zustand der Ruhe betr&auml;gt die Anzahl der Athemz&uuml;ge
-weniger als im Zustand der Bewegung und Arbeit. Die
-Menge der in beiden Zust&auml;nden nothwendigen Nahrung mu&szlig;
-in dem n&auml;mlichen Verh&auml;ltni&szlig; stehen.</p>
-
-<p>Ein Ueberflu&szlig; von Nahrung und Mangel an eingeathmetem
-Sauerstoff (an Bewegung), so wie starke Bewegung
-(die zu einem gr&ouml;&szlig;eren Maa&szlig; von Nahrung zwingt)
-und schwache Verdauungsorgane sind unvertr&auml;glich mit
-einander.</p>
-
-<p>Die Menge des Sauerstoffs, welche ein Thier durch die
-Lunge aufnimmt, ist aber nicht allein abh&auml;ngig von der Anzahl
-der Athemz&uuml;ge, sondern auch von der Temperatur und
-der Dichtigkeit der eingeathmeten Luft.</p>
-
-<p>Die Brusth&ouml;hle eines Thieres hat eine unver&auml;nderliche
-Gr&ouml;&szlig;e, mit jedem Athemzuge tritt eine gewisse Menge Luft
-ein, die in Beziehung auf ihr Volumen als gleichbleibend<span class="pagenum" id="Page17">[17]</span>
-angesehen werden kann. Aber ihr Gewicht und damit das
-Gewicht des darin enthaltenen Sauerstoffs bleibt sich nicht
-gleich. In der W&auml;rme dehnt sich die Luft aus, in der K&auml;lte
-zieht sie sich zusammen. In einem gleichen Volum kalter
-und warmer Luft haben wir ein ungleiches Gewicht Sauerstoff.
-Im Sommer enth&auml;lt die atmosph&auml;rische Luft Wassergas,
-im Winter ist sie trocken; der Raum, den das Wassergas
-in der warmen Luft einnimmt, wird im Winter durch
-Luft eingenommen, d. h. sie enth&auml;lt bei gleichem Volum im
-Winter mehr Sauerstoff.</p>
-
-<p>Im Sommer und Winter, am Pole und Aequator athmen
-wir ein gleiches Luftvolumen ein. Die kalte Luft erw&auml;rmt
-sich beim Einathmen in der Luftr&ouml;hre und den Lungenzellen,
-und nimmt die Temperatur des K&ouml;rpers an. Um
-ein gewisses Sauerstoffvolumen in die Lunge zu bringen, ist
-im Winter ein geringerer Kraftaufwand n&ouml;thig, als im
-Sommer; f&uuml;r denselben Kraftverbrauch athmet man im Winter
-mehr Sauerstoff ein.</p>
-
-<p>Es ist einleuchtend, da&szlig; wir bei einer gleichen Anzahl
-von Athemz&uuml;gen an dem Ufer des Meeres eine gr&ouml;&szlig;ere
-Menge von Sauerstoff verzehren, als auf Bergen; da&szlig; die
-Menge der austretenden Kohlens&auml;ure, so wie das eingesaugte
-Sauerstoffgas mit dem Barometerstande sich &auml;ndert.</p>
-
-<p>Das aufgenommene Sauerstoffgas tritt im Sommer und
-Winter in &auml;hnlicher Weise ver&auml;ndert wieder aus, wir athmen
-in niederer Temperatur und h&ouml;herem Luftdrucke mehr Kohlenstoff
-aus wie in h&ouml;herer, und wir m&uuml;ssen in dem n&auml;mlichen<span class="pagenum" id="Page18">[18]</span>
-Verh&auml;ltni&szlig; mehr oder weniger Kohlenstoff in den Speisen
-genie&szlig;en, in Schweden mehr wie in Sicilien, in unsern Gegenden
-im Winter ein ganzes Achtel mehr wie im Sommer.</p>
-
-<p>Selbst wenn wir dem Gewicht nach gleiche Quantit&auml;ten
-Speise in kalten und warmen Gegenden genie&szlig;en, so hat eine
-unendliche Weisheit die Einrichtung getroffen, da&szlig; diese Speisen
-h&ouml;chst ungleich in ihrem Kohlenstoffgehalte sind. Die
-Fr&uuml;chte, welche der S&uuml;dl&auml;nder genie&szlig;t, enthalten im frischen
-Zustande nicht &uuml;ber 12 <span class="antiqua">pCt.</span> Kohlenstoff, w&auml;hrend der Speck und
-Thran des Polarl&auml;nders 66 bis 80 <span class="antiqua">pCt.</span> Kohlenstoff enthalten.</p>
-
-<p>Es ist keine schwere Aufgabe, sich in warmen Gegenden
-der M&auml;&szlig;igkeit zu beflei&szlig;igen, oder lange Zeit den Hunger
-unter dem Aequator zu ertragen, allein K&auml;lte und Hunger
-reiben in kurzer Zeit den K&ouml;rper auf.</p>
-
-<p>Die Wechselwirkung der Bestandtheile der Speisen und
-des durch die Blutcirculation im K&ouml;rper verbreiteten Sauerstoffs
-ist <span class="gesp2">die Quelle der thierischen W&auml;rme</span>.</p>
-
-<h3><span class="antiqua">III.</span></h3>
-
-<p>Alle lebenden Wesen, deren Existenz auf einer Einsaugung
-von Sauerstoff beruht, besitzen eine von der Umgebung
-unabh&auml;ngige W&auml;rmequelle.</p>
-
-<p>Diese Wahrheit bezieht sich auf alle Thiere, sie erstreckt
-sich auf den keimenden Samen, auf die Bl&uuml;the der Pflanze
-und auf die reifende Frucht.</p>
-
-<p>Nur in den Theilen des Thieres, zu welchen arterielles<span class="pagenum" id="Page19">[19]</span>
-Blut, und durch dieses der in dem Athmungsproce&szlig; aufgenommene
-Sauerstoff gelangen kann, wird W&auml;rme erzeugt.
-Haare, Wolle, Federn besitzen keine eigenth&uuml;mliche Temperatur.</p>
-
-<p>Diese h&ouml;here Temperatur des Thierk&ouml;rpers oder, wenn
-man will, W&auml;rmeausscheidung ist &uuml;berall und unter allen
-Umst&auml;nden die Folge der Verbindung einer brennbaren Substanz
-mit Sauerstoff.</p>
-
-<p>In welcher Form sich auch der Kohlenstoff mit Sauerstoff
-verbinden mag, der Akt der Verbindung kann nicht vor
-sich gehen, ohne von Entwicklung von W&auml;rme begleitet zu
-seyn, gleichg&uuml;ltig, ob sie langsam oder rasch erfolgt, ob sie
-in h&ouml;herer oder niederer Temperatur vor sich geht, stets
-bleibt die freigewordene W&auml;rmemenge eine unver&auml;nderliche
-Gr&ouml;&szlig;e.</p>
-
-<p>Der Kohlenstoff der Speisen, der sich im Thierk&ouml;rper in
-Kohlens&auml;ure verwandelt, mu&szlig; ebenso viel W&auml;rme entwickeln,
-als wenn er in der Luft oder im Sauerstoff direct verbrannt
-worden w&auml;re; der einzige Unterschied ist der, da&szlig; die erzeugte
-W&auml;rmemenge sich auf ungleiche Zeiten vertheilt; in reinem
-Sauerstoffgas geht die Verbrennung schneller vor sich, die
-Temperatur ist h&ouml;her, in der Luft langsamer, die Temperatur
-ist niedriger, sie h&auml;lt aber l&auml;nger an.</p>
-
-<p>Es ist klar, da&szlig; mit der Menge des in gleichen Zeiten
-durch den Athmungsproce&szlig; zugef&uuml;hrten Sauerstoffs die Anzahl
-der freigewordenen W&auml;rmegrade zu- oder abnehmen mu&szlig;.
-Thiere, welche rasch und schnell athmen und demzufolge viel
-Sauerstoff verzehren, besitzen eine h&ouml;here Temperatur als<span class="pagenum" id="Page20">[20]</span>
-andere, die in derselben Zeit, bei gleichem Volum des zu
-erw&auml;rmenden K&ouml;rpers, weniger in sich aufnehmen; ein Kind
-mehr (39&deg;) als ein erwachsener Mensch (37,5&deg;), ein Vogel
-mehr (40-41&deg;) wie ein vierf&uuml;&szlig;iges Thier (37-38&deg;), wie
-ein Fisch oder Amphibium, dessen Eigentemperatur sich 1<sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub>
-bis 2&deg; &uuml;ber das umgebende Medium <span class="nowrap">erhebt<a id="ENanchor5"></a><a href="#Endnote5"
-class="enanchor">[E5]</a></span>. Alle Thiere
-sind warmbl&uuml;tig, allein nur bei denen, welche durch Lungen
-athmen, ist die Eigenw&auml;rme ganz unabh&auml;ngig von der Temperatur
-der Umgebung.</p>
-
-<p>Die zuverl&auml;ssigsten Beobachtungen beweisen, da&szlig; in allen
-Klimaten, in der gem&auml;&szlig;igten Zone sowohl wie am Aequator
-oder an den Polen, die Temperatur des Menschen, so wie
-die aller sogenannten warmbl&uuml;tigen Thiere, niemals wechselt;
-allein wie verschieden sind die Zust&auml;nde, in denen sie
-leben.</p>
-
-<p>Der Thierk&ouml;rper ist ein erw&auml;rmter K&ouml;rper, der sich zu
-seiner Umgebung verh&auml;lt wie alle warmen K&ouml;rper; er empf&auml;ngt
-W&auml;rme, wenn die &auml;u&szlig;ere Temperatur h&ouml;her, er giebt W&auml;rme
-ab, wenn sie niedriger ist, als seine eigene Temperatur.</p>
-
-<p>Wir wissen, da&szlig; die Schnelligkeit der Abk&uuml;hlung eines
-warmen K&ouml;rpers w&auml;chst mit der Differenz seiner eignen Temperatur
-und der des Mediums, worin er sich befindet, d. h.
-je k&auml;lter die Umgebung ist, in desto k&uuml;rzerer Zeit k&uuml;hlt sich
-der warme K&ouml;rper ab.</p>
-
-<p>Wie ungleich ist aber der W&auml;rmeverlust, den ein Mensch
-in Palermo erleidet, wo die &auml;u&szlig;ere Temperatur nahe gleich
-ist der Temperatur des K&ouml;rpers, und der eines Menschen,<span class="pagenum" id="Page21">[21]</span>
-der am Pole lebt, wo die Temperatur 40-50 Grade niedriger
-ist.</p>
-
-<p>Trotzt diesem so h&ouml;chst ungleichen W&auml;rmeverlust, zeigt
-die Erfahrung, da&szlig; das Blut des Polarl&auml;nders keine niedrigere
-Temperatur besitzt, als das des S&uuml;dl&auml;nders, der in
-einer so verschiedenen Umgebung lebt.</p>
-
-<p>Diese Thatsache ihrer wahren Bedeutung nach anerkannt,
-beweis&#8217;t, da&szlig; die nach Au&szlig;en hin abgegebene W&auml;rme in
-dem Thierk&ouml;rper mit gro&szlig;er Schnelligkeit ersetzt wird; im
-Winter erfolgt diese Erneuerung schneller wie im Sommer,
-am Pole rascher wie am Aequator.</p>
-
-<p>In verschiedenen Klimaten wechselt nun die Menge des
-durch die Respiration in den K&ouml;rper tretenden Sauerstoffs
-nach der Temperatur der &auml;u&szlig;ern Luft; mit dem W&auml;rmeverlust
-durch Abk&uuml;hlung steigt die Menge des eingeathmeten Sauerstoffs;
-die zur Verbindung mit diesem Sauerstoff n&ouml;thige
-Menge Kohlenstoff oder Wasserstoff, sie mu&szlig; in einem &auml;hnlichen
-Verh&auml;ltni&szlig; zunehmen.</p>
-
-<p>Es ist klar, da&szlig; der W&auml;rmeersatz bewirkt wird durch die
-Wechselwirkung der Bestandtheile der Speisen, die sich mit
-dem eingeathmeten Sauerstoff verbinden. Um einen trivialen
-aber deswegen nicht minder richtigen Vergleich anzuwenden,
-verh&auml;lt sich in dieser Beziehung der Thierk&ouml;rper, wie ein
-Ofen, den wir mit Brennmaterial versehen. Gleichg&uuml;ltig,
-welche Formen die Speisen nach und nach im K&ouml;rper annehmen,
-welche Ver&auml;nderungen sie auch erleiden m&ouml;gen, die
-letzte Ver&auml;nderung, die sie erfahren, ist eine Verwandlung<span class="pagenum" id="Page22">[22]</span>
-ihres Kohlenstoffs in Kohlens&auml;ure, ihres Wasserstoffs in
-Wasser; der Stickstoff und der unverbrannte Kohlenstoff, sie
-werden in dem Urin und den festen Excrementen abgeschieden.
-Um eine constante Temperatur im Ofen zu haben, m&uuml;ssen
-wir, je nach der &auml;u&szlig;ern Temperatur wechselnd, eine ungleiche
-Menge von Brennmaterial einschieben.</p>
-
-<p>In Beziehung auf den Thierk&ouml;rper sind die Speisen das
-Brennmaterial; bei geh&ouml;rigem Sauerstoffzutritt erhalten wir
-die durch ihre Oxydation freiwerdende W&auml;rme. Im Winter,
-bei Bewegung in kalter Luft, wo die Menge des eingeathmeten
-Sauerstoffs zunimmt, w&auml;chst in dem n&auml;mlichen Verh&auml;ltni&szlig;
-das Bed&uuml;rfni&szlig; nach kohlen- und wasserstoffreichen
-Nahrungsmitteln, und in Befriedigung dieses Bed&uuml;rfnisses erhalten
-wir den wirksamsten Schutz gegen die grimmigste
-K&auml;lte. Ein Hungernder friert. Jedermann wei&szlig;, da&szlig; die
-Raubthiere der n&ouml;rdlichen Klimate an Gefr&auml;&szlig;igkeit weit den
-in s&uuml;dlichen Gegenden voranstehen.</p>
-
-<p>In der kalten und temperirten Zone treibt uns die Luft,
-die ohne Aufh&ouml;ren den K&ouml;rper zu verzehren strebt, zur Arbeit
-und Anstrengung, um uns die Mittel zum Widerstande
-gegen diese Einwirkung zu schaffen, w&auml;hrend in hei&szlig;en Klimaten
-die Anforderungen zur Herbeischaffung an Speise bei
-weitem nicht so dringend sind.</p>
-
-<p>Unsere Kleider sind nur Aequivalente f&uuml;r die Speisen;
-je w&auml;rmer wir uns kleiden, desto mehr vermindert sich das
-Bed&uuml;rfni&szlig; zu essen, eben weil der W&auml;rmeverlust, die Abk&uuml;hlung
-und damit der n&ouml;thige Ersatz durch Speisen kleiner wird.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page23">[23]</span></p>
-
-<p>Gingen wir nackt wie der Indianer, oder w&auml;ren wir
-beim Jagen und Fischen denselben K&auml;ltegraden ausgesetzt
-wie der Samojede, so w&uuml;rden wir 10 Pfund Fisch oder Fleisch
-und noch obendrein ein Dutzend Talglichter bew&auml;ltigen k&ouml;nnen,
-wie uns warmbekleidete Reisende mit Verwunderung erz&auml;hlt
-haben; wir w&uuml;rden dieselbe Menge Branntwein oder Thran
-ohne Nachtheil genie&szlig;en k&ouml;nnen, eben weil ihr Kohlenstoff-
-und Wasserstoffgehalt dazu dient, um ein Gleichgewicht mit
-der &auml;u&szlig;eren Temperatur hervorzubringen.</p>
-
-<p>Die Menge der zu genie&szlig;enden Speisen richtet sich nach
-den vorhergehenden Auseinandersetzungen, nach der Anzahl
-der Athemz&uuml;ge, nach der Temperatur der Luft, die wir einathmen
-und nach dem W&auml;rmequantum, was wir nach au&szlig;en
-hin abgeben.</p>
-
-<p>Keine isolirte, entgegenstehende Thatsache kann die Wahrheit
-dieses Naturgesetzes &auml;ndern. Ohne der Gesundheit einen
-vor&uuml;bergehenden oder bleibenden Nachtheil zuzuf&uuml;gen, kann
-der Neapolitaner nicht mehr Kohlenstoff und Wasserstoff in
-den Speisen zu sich nehmen, als er ausathmet, und kein
-Nordl&auml;nder kann mehr Kohlenstoff und Wasserstoff ausathmen,
-als er in den Speisen zu sich genommen hat, wenn
-nicht im Zustand der Krankheit, oder wenn er hungert, Zust&auml;nde,
-die wir n&auml;her beleuchten werden.</p>
-
-<p>Der Engl&auml;nder sieht mit Bedauern seinen Appetit, der
-ihm einen h&auml;ufig wiederkehrenden Genu&szlig; darbietet, in Jamaica
-schwinden, und es gelingt ihm in der That, durch
-Cayennepfeffer und die kr&auml;ftigsten Reizmittel die n&auml;mliche<span class="pagenum" id="Page24">[24]</span>
-Menge von Speisen zu sich zu nehmen wie in seiner Heimath;
-allein der in den K&ouml;rper &uuml;bergegangene Kohlenstoff
-dieser Speisen, er wird nicht verbraucht, die Temperatur der
-Luft ist zu hoch und eine erschlaffende Hitze erlaubt nicht die
-Anzahl der Athemz&uuml;ge (durch Bewegung und Anstrengung)
-zu steigern, den Verbrauch also mit dem, was er zu sich genommen,
-in Verh&auml;ltni&szlig; zu setzen.</p>
-
-<p>Im Gegensatz hierzu sendet England seine Patienten,
-deren kranken Verdauungsorganen die F&auml;higkeit abgeht oder
-vermindert ist, die Speisen in den Zustand zu versetzen, in
-welchem sie sich zur Verbindung mit dem Sauerstoff eignen,
-welche also weniger Widerstand produziren, als das <span class="gesp2">Klima</span>,
-die Temperatur ihrer Heimath verlangt, nach s&uuml;dlichen Gegenden,
-wo die Menge des eingeathmeten Sauerstoffs in einem
-so gro&szlig;en Verh&auml;ltni&szlig; sich vermindert, und das Resultat,
-eine Verbesserung des Gesundheitzustandes, ist sichtbar. Die
-kranken Verdauungsorgane haben Kraft genug, um die geringere
-Menge von Speise in Verh&auml;ltni&szlig; zu setzen mit dem
-verbrauchten Sauerstoff; in dem k&auml;lteren Klima wurden die
-Respirationsorgane selbst zu diesem Widerstande dienen m&uuml;ssen.</p>
-
-<p>Im Sommer sind bei uns die Leberkrankheiten (Kohlenstoffkrankheiten),
-im Winter die Lungenkrankheiten (Sauerstoffkrankheiten)
-vorherrschend.</p>
-
-<p>Die Abk&uuml;hlung des K&ouml;rpers, durch welche Ursache es
-auch sei, bedingt eine gr&ouml;&szlig;eres Maa&szlig; von Speise. Der
-blo&szlig;e Aufenthalt in freier Luft, gleichg&uuml;ltig ob im Reisewagen
-oder auf dem Verdecke von Schiffen, erh&ouml;ht durch<span class="pagenum" id="Page25">[25]</span>
-Strahlung und gesteigerte Verdunstung den W&auml;rmeverlust,
-selbst ohne vermehrte Bewegung; er zwingt uns mehr wie
-gew&ouml;hnlich zu essen. Dasselbe mu&szlig; f&uuml;r Personen gelten,
-welche gewohnt sind gro&szlig;e Quantit&auml;ten kaltes Wasser zu
-trinken, welches auf 37&deg; erw&auml;rmt wieder abgeht, es vermehrt
-den Appetit, und schw&auml;chliche Constitutionen m&uuml;ssen durch anhaltende
-Bewegung den zum Ersatz der an das kalte Wasser
-abgegebenen W&auml;rme n&ouml;thigen Sauerstoff dem K&ouml;rper
-hinzuf&uuml;hren. Starkes und anhaltendes Sprechen und Singen,
-das Schreien der Kinder, feuchte Luft, alles dieses &uuml;bt
-einen bestimmten nachweisbaren Einflu&szlig; auf die zu genie&szlig;enden
-Speisen aus.</p>
-
-<h3><span class="antiqua">IV.</span></h3>
-
-<p>In dem Vorhergehenden ist angenommen worden, da&szlig;
-vorz&uuml;glich der Kohlenstoff und Wasserstoff zur Verbindung
-mit dem Sauerstoff und zur Hervorbringung der animalischen
-W&auml;rme dient; die einfachsten Beobachtungen zeigen in der
-That, da&szlig; der Wasserstoff der Speisen eine nicht minder
-wichtige Rolle wie der Kohlenstoff spielt.</p>
-
-<p>Der ganze Respirationsproce&szlig; erscheint in v&ouml;lliger Klarheit,
-wenn wir den Zustand eines Menschen oder Thieres,
-bei Enthaltung aller Speise, ins Auge fassen. Die Athembewegungen
-bleiben unge&auml;ndert, es wird nach wie vor Sauerstoff
-aus der Atmosph&auml;re aufgenommen und Kohlens&auml;ure und
-Wasserdampf ausgeathmet. Wir wissen mit unzweifelhafter<span class="pagenum" id="Page26">[26]</span>
-Bestimmtheit, woher der Kohlenstoff und Wasserstoff stammt,
-denn mit der Dauer des Hungers sehen wir den Kohlenstoff
-und Wasserstoff des K&ouml;rpers sich vermindern.</p>
-
-<p>Die erste Wirkung des Hungers ist ein Verschwinden des
-Fettes; dieses Fett ist weder in den sparsamen Faeces, noch
-im Urin nachweisbar, sein Kohlenstoff und Wasserstoff sind
-durch Haut und Lunge in der Form von Sauerstoffverbindungen
-ausgetreten; es ist klar, diese Bestandtheile haben zur
-Respiration gedient.</p>
-
-<p>Jeden Tag treten 65 Loth Sauerstoff ein und nehmen
-beim Austreten einen Theil von dem K&ouml;rper des Hungernden
-mit. (<span class="gesp2">Currie</span> sah einen Kranken, der nicht schlingen konnte,
-w&auml;hrend eines Monates &uuml;ber 100 Pfd. an seinem Gewichte
-verlieren, und ein fettes Schwein, was durch einen Bergsturz
-versch&uuml;ttet wurde, lebte 160 Tage ohne Nahrung, und
-hatte &uuml;ber 120 Pfd. am Gewichte verloren.) (<span class="gesp2">Martell</span> in
-den <span class="antiqua">Transactions of the Linn&eacute;an Soc. Vol. XI. p.</span> 411.)
-Das Verhalten der Winterschl&auml;fer, so wie die periodenweise
-Ansammlung von Fett bei andern Thieren, von Fett, was in
-andern Perioden ihres Lebens wieder verschwindet, ohne eine
-Spur zu hinterlassen, alle diese wohlbekannten Thatsachen
-beweisen, da&szlig; der Sauerstoff in dem Respirationsproce&szlig; keine
-Auswahl unter den Stoffen trifft, die sich zu einer Verbindung
-mit ihm eignen. Der Sauerstoff verbindet sich mit
-allem, was ihm dargeboten wird, und nur Mangel an Wasserstoff
-ist der Grund, warum sich &uuml;berhaupt Kohlens&auml;ure bildet,
-eben weil bei der Temperatur des K&ouml;rpers die Verwandtschaft<span class="pagenum" id="Page27">[27]</span>
-des Wasserstoffs zum Sauerstoff bei weitem die
-des Kohlenstoffs &uuml;bertrifft.</p>
-
-<p>Wir wissen in der That, da&szlig; die grasfressenden Thiere
-ein dem eingeathmeten Sauerstoff gleiches Volum Kohlens&auml;ure
-wieder ausathmen, w&auml;hrend bei den Fleischfressern, der
-einzigen Thierklasse, welche Fett in ihrer Nahrung genie&szlig;t,
-mehr Sauerstoff aufgenommen wird, als dem ausgeathmeten
-Kohlens&auml;urevolum entspricht; bestimmte Versuche haben dargethan,
-da&szlig; in manchen F&auml;llen nur die H&auml;lfte von dem Volumen
-des Sauerstoffs an Kohlens&auml;uregas ausgeathmet wird.
-Diese Beobachtungen sind keiner Widerlegung f&auml;hig, sie sind
-&uuml;berzeugender, als alle die k&uuml;nstlich und willk&uuml;rlich hervorgerufenen
-Erscheinungen, die man Versuche nennt, Versuche,
-welche, v&ouml;llig entbehrlich, alles Gegengewichtes ermangeln,
-wenn die Gelegenheit zur Beobachtung in der Natur sich
-darbietet und diese Gelegenheit verst&auml;ndig benutzt wird.</p>
-
-<p>Bei Hungernden verschwindet aber nicht allein das Fett,
-sondern nach und nach alle der L&ouml;slichkeit f&auml;higen, festen
-Stoffe. In dem v&ouml;llig abgezehrten K&ouml;rper der Verhungerten
-sind die Muskeln d&uuml;nn und m&uuml;rbe, der Contractibilit&auml;t
-beraubt, alle Theile des K&ouml;rpers, welche f&auml;hig waren, in
-den Zustand der Bewegung &uuml;berzugehen, sie haben dazu gedient,
-um den Rest der Gebilde vor der alles zerst&ouml;renden
-Wirkung der Atmosph&auml;re zu sch&uuml;tzen; zuletzt nehmen die Bestandtheile
-des Gehirns Antheil an diesem Oxydationsproce&szlig;,
-es erfolgt Wahnsinn, Irrereden und der Tod, das hei&szlig;t,
-aller Widerstand h&ouml;rt v&ouml;llig auf, es tritt der chemische Proce&szlig;<span class="pagenum" id="Page28">[28]</span>
-der Verwesung ein, alle Theile des K&ouml;rpers verbinden
-sich mit dem Sauerstoff der Luft.</p>
-
-<p>Die Zeit, in welcher ein Verhungernder stirbt, richtet
-sich nach dem Zustand der Fettleibigkeit, nach dem Zustand
-der Bewegung (Anstrengung und Arbeit), nach der Temperatur
-der Luft, und ist zuletzt abh&auml;ngig von der Gegenwart
-oder Abwesenheit des Wassers. Durch die Haut und Lunge
-verdunstet eine gewisse Menge Wasser, durch deren Austreten,
-als die Bedingung aller Vermittelung von Bewegungen,
-der Tod beschleunigt wird. Es giebt F&auml;lle, wo bei
-ungeschm&auml;lertem Wassergenu&szlig; der Tod erst nach 20, in einem
-Fall erst nach 60 Tagen erfolgte.</p>
-
-<p>In allen chronischen Krankheiten erfolgt der Tod durch
-die n&auml;mliche Ursache, durch die Einwirkung der Atmosph&auml;re.
-Wenn die Stoffe fehlen, welche in dem Organismus zur
-Unterhaltung des Respirationsprocesses bestimmt sind, wenn
-die Organe des Kranken ihre Funktion versagen, wenn sie
-die F&auml;higkeit verlieren, zu ihrem eignen Schutz die genossenen
-Speisen in den Zustand zu versetzen, in dem sich ihre
-Bestandtheile mit dem Sauerstoff der Luft zu verbinden verm&ouml;gen,
-so wird ihre eigne Substanz, das Fett, das Gehirn,
-die Substanz der Muskeln und Nerven dazu <span class="nowrap">verwendet<a id="FNanchor1"></a><a href="#Footnote1"
-class="fnanchor">[F1]</a></span>.</p>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote1"><a href="#FNanchor1"><span class="label">[1]</span></a>
-In Beziehung auf den wahren Vorgang verweise ich auf die Betrachtung
-des Stoffwechsels in dem K&ouml;rper der Carnivoren (s. im
-Folgenden).</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p>Die eigentliche Ursache des Todes ist in diesen F&auml;llen
-der Respirationsproce&szlig;, die Einwirkung der Atmosph&auml;re.<span class="pagenum" id="Page29">[29]</span>
-Mangel an Nahrung, an F&auml;higkeit, sie zu Bestandtheilen des
-Organismus zu machen, ist Mangel an Widerstand, es ist
-die negative Ursache des Aufh&ouml;rens der Lebensth&auml;tigkeit.
-Die Flamme geht aus, weil das Oel verzehrt ist; es ist
-der Sauerstoff der Luft, der es verzehrt hat.</p>
-
-<p>In manchen Krankheitszust&auml;nden erzeugen sich Stoffe, die
-zur Assimilation nicht verwendbar sind, durch blo&szlig;e Enthaltung
-von Speisen werden sie aus dem K&ouml;rper entfernt, sie
-verschwinden, ohne eine Spur zu hinterlassen, indem ihre
-Bestandtheile mit dem Sauerstoff der Luft in Verbindung treten.</p>
-
-<p>Von dem Augenblicke an, wo die Funktion der Haut
-oder Lunge eine St&ouml;rung erleidet, erscheinen kohlenstoffreichere
-Stoffe im Urin, der seine gew&ouml;hnliche Farbe in braun
-um&auml;ndert. Von der ganzen Oberfl&auml;che des menschlichen K&ouml;rpers
-wird Sauerstoff aus der Luft aufgenommen, der sich
-mit allen Materien verbindet, die seiner Action keinen Widerstand
-entgegensetzen; an allen Stellen des K&ouml;rpers, wo
-der Zutritt des Sauerstoffs gehemmt ist, unter den Achselh&ouml;hlen
-und an den F&uuml;&szlig;en z. B., bemerken wir eine Ausscheidung
-von Stoffen, die sich durch ihren Zustand oder
-durch den Geruch den Sinnen zu erkennen geben.</p>
-
-<p>Die Respiration ist das fallende Gewicht, die gespannte
-Feder, welche das Uhrwerk in Bewegung erh&auml;lt, die Athemz&uuml;ge
-sind die Pendelschl&auml;ge, die es reguliren. Wir kennen
-bei unseren gew&ouml;hnlichen Uhren mit mathematischer Sch&auml;rfe
-die Aenderungen, welche durch die L&auml;nge des Pendels oder
-durch &auml;u&szlig;ere Temperaturen ausge&uuml;bt werden, auf ihren
-regelm&auml;&szlig;igen<span class="pagenum" id="Page30">[30]</span>
-Gang; allein nur von Wenigen ist in seiner Klarheit
-der Einflu&szlig; erkannt, den Luft und Temperatur auf
-den Gesundheitszustand des menschlichen K&ouml;rpers aus&uuml;ben,
-und doch ist die Ausmittelung der Bedingungen, um ihn im
-normalen Zustand zu erhalten, nicht schwieriger, wie bei einer
-gew&ouml;hnlichen Uhr.</p>
-
-<h3><span class="antiqua">V.</span></h3>
-
-<p>Der Mangel an einer richtigen Ansicht von Kraft und
-Wirkung und dem Zusammenhang der Naturerscheinungen
-hat die Chemiker dahin gef&uuml;hrt, einen Theil der im Thierorganismus
-sich erzeugenden W&auml;rme den Wirkungen des Nervensystems
-zuzuschreiben. Wenn man damit einen Stoffwechsel
-als Bedingung der Nervenwirkungen ausschlie&szlig;t, so
-will dies nichts anders sagen, als das Vorhandensein einer
-Bewegung, die Aeu&szlig;erung einer Th&auml;tigkeit hervorgehen zu
-machen aus Nichts. Allein aus Nichts kann keine Kraft,
-keine Th&auml;tigkeit entstehen.</p>
-
-<p>Niemand wird ernstlich den Antheil l&auml;ugnen, welchen die
-Nervenapparate an dem Respirationsproce&szlig; nehmen, keine
-Art von Zustands&auml;nderung kann im Thierk&ouml;rper vor sich gehen,
-ohne die Nerven, denn sie sind die Bedinger aller Bewegungen.
-Durch sie, durch ihre Mitwirkung produciren
-die Eingeweide die Stoffe, welche als Mittel zum Widerstande
-gegen die Einwirkung des Sauerstoffs zur Hervorbringung
-der animalischen W&auml;rme dienen, und mit dem Aufh&ouml;ren
-ihrer Funktionen mu&szlig; der ganze Akt der Sauerstoffaufnahme<span class="pagenum" id="Page31">[31]</span>
-eine andere Form annehmen. Beim Durchschneiden
-des Gehirns von Hunden beim <span class="antiqua">Pons varolii</span>, bei Contusionen
-gegen Scheitel und Hinterhaupt f&auml;hrt das Thier
-eine Zeitlang zu athmen fort, oft rascher und lebhafter, wie
-im gesunden Zustande, die Schnelligkeit des Blutumlaufs
-nimmt in der ersten Zeit eher zu als ab, allein das Thier
-erkaltet, wie wenn ein pl&ouml;tzlicher Tod eingetreten w&auml;re, der
-dann auch unabwendbar erfolgt; ganz &auml;hnliche Erfahrungen
-hat man bei Durchschneidung des R&uuml;ckenmarks, des <span class="antiqua">Nervus
-vagus</span> gemacht. Die Athembewegungen dauern eine Zeitlang
-fort, allein der Sauerstoff findet die Stoffe auf seinem Wege
-nicht vor, mit denen er sich im normalen Zustande verbunden
-haben w&uuml;rde, weil sie ihm von den gel&auml;hmten Unterleibsorganen
-nicht geliefert werden k&ouml;nnen. Die sonderbare
-Ansicht &uuml;ber die Erzeugung der thierischen W&auml;rme durch die
-Nerven, sie ist, wie man leicht bemerkt, aus der Vorstellung
-hervorgegangen, da&szlig; das eingesaugte Sauerstoffgas in dem
-Blute selbst zu Kohlens&auml;ure werde, in welchem Fall, in obigen
-Versuchen, freilich die Temperatur des K&ouml;rpers nicht
-abnehmen d&uuml;rfte, allein es kann, wie sp&auml;ter entwickelt werden
-soll, keinen gr&ouml;&szlig;eren Irrthum geben.</p>
-
-<p>Aehnlich wie bei Durchschneidung der pneumogastrischen
-Nerven die Bewegung des Magens und die Secretion des
-Magensaftes aufgehoben und damit dem Verdauungsproce&szlig;
-eine unmittelbare Gr&auml;nze gesetzt wird, &auml;ndert die L&auml;hmung
-der Bewegungsorgane des Unterleibs den Respirationsproce&szlig;;
-beide stehen in dem engsten Zusammenhang mit einander;<span class="pagenum" id="Page32">[32]</span>
-eine jede St&ouml;rung des Nervensystems, der Verdauungsnerven
-&uuml;bt r&uuml;ckw&auml;rts einen wahrnehmbaren Einflu&szlig; auf den
-Respirationsproce&szlig; aus.</p>
-
-<p>Man hat zuletzt die Beobachtung gemacht, da&szlig; durch die
-Contraction der Muskeln W&auml;rme erzeugt wird, &auml;hnlich wie
-in einem St&uuml;cke Kautschuck, was man, rasch aus einander
-gezogen, sich wieder contrahiren l&auml;&szlig;t. Man ist so weit gegangen,
-einen Theil der thierischen W&auml;rme den mechanischen
-Bewegungen im K&ouml;rper zuzuschreiben, als ob die Bewegungen
-selbst entstehen k&ouml;nnten, ohne einen gewissen Aufwand
-von Kraft, welche durch diese Bewegungen verzehrt wird.
-Durch was aber, kann man hier fragen, wird diese Kraft erzeugt?</p>
-
-<p>Durch verbrennenden Kohlenstoff, durch Aufl&ouml;sung eines
-Metalls in einer S&auml;ure, durch die Vereinigung der beiden
-Elektricit&auml;ten, durch Einsaugung von Licht entsteht W&auml;rme.
-Gleicherma&szlig;en entsteht W&auml;rme, wenn wir zwei St&uuml;cke eines
-festen K&ouml;rpers mit einer gewissen Geschwindigkeit auf einander
-reiben.</p>
-
-<p>Durch eine Menge in ihren Aeu&szlig;erungen h&ouml;chst verschiedener
-Ursachen k&ouml;nnen wir einerlei Effekt hervorbringen.
-Wir haben in der Verbrennung und in der Elektricit&auml;tserzeugung
-einen Stoffwechsel, oder, wie in dem Licht
-und der Reibungsw&auml;rme, die Verwandlung einer vorhandenen
-Bewegung in eine neue, die auf eine andere Weise auf
-unsere Sinne wirkt. Wir haben ein Substrat, etwas Gegebenes,
-was die Form eines andern Substrates annimmt,
-in allen F&auml;llen eine Kraft und eine Wirkung. Wir k&ouml;nnen<span class="pagenum" id="Page33">[33]</span>
-durch Feuer unter einer Dampfmaschine alle m&ouml;glichen Arten
-von Bewegungen, und durch ein gegebenes Maa&szlig; von
-Bewegung Feuer hervorbringen.</p>
-
-<p>Ein St&uuml;ck Zucker, das wir auf einem Reibeisen reiben,
-erleidet an den Ber&uuml;hrungsfl&auml;chen des Eisens die n&auml;mliche
-Ver&auml;nderung, wie durch eine hohe Temperatur, und zwei
-St&uuml;cke Eis schmelzen an den Punkten, wo sie sich reibend
-ber&uuml;hren.</p>
-
-<p>Man mu&szlig; sich nur erinnern, da&szlig; die ausgezeichnetsten
-Physiker die Erscheinungen der W&auml;rme nur als Bewegungserscheinungen
-gelten lassen, eben weil der Begriff der <span class="gesp2">Erzeugung</span>
-einer Materie, wenn auch einer gewichtslosen,
-schlechterdings nicht vereinbar ist mit ihrer Entstehung durch
-mechanische Ursachen, wie durch Reibung und Bewegung.</p>
-
-<p>Alles zugegeben, was von elektrischen und magnetischen
-St&ouml;rungen in dem Thierk&ouml;rper Antheil nehmen mag an den
-Funktionen seiner Organe, die letzte Ursache aller dieser
-Th&auml;tigkeiten ist ein Stoffwechsel, ausdr&uuml;ckbar durch einen
-in einer gewissen Zeit stattfindenden Uebergang der Bestandtheile
-der Speisen in Sauerstoffverbindungen; diejenigen unter
-ihnen, welche diesen allm&auml;hligen Verbrennungsproce&szlig; nicht
-erfahren, sie werden unverbrannt oder unverbrennlich in der
-Form von Excrementen ausgesto&szlig;en.</p>
-
-<p>Es ist nun schlechterdings unm&ouml;glich, da&szlig; eine gegebene
-Menge Kohlenstoff oder Wasserstoff, welche verschiedene
-Formen sie auch im Laufe der Verbrennung annehmen m&ouml;gen,
-mehr W&auml;rme hervorzubringen f&auml;hig ist, als wie sie<span class="pagenum" id="Page34">[34]</span>
-liefert, wenn sie im Sauerstoffgas oder in der Luft direkt
-verbrannt wird.</p>
-
-<p>Wenn wir Feuer unter eine Dampfmaschine machen und
-die erhaltene Kraft benutzen, um durch Reibung W&auml;rme hervorzubringen,
-so kann diese in keiner Weise jemals gr&ouml;&szlig;er
-sein, als die W&auml;rme, die wir n&ouml;thig gehabt haben, um den
-Dampfkessel zu heizen, und wenn wir in einer galvanischen
-S&auml;ule den Strom zur Hervorbringung von W&auml;rme benutzen,
-so ist diese unter allen Umst&auml;nden nicht gr&ouml;&szlig;er, als wir sie
-haben k&ouml;nnen durch die Verbrennung des Zinks, was sich in
-der S&auml;ure anfl&ouml;s&#8217;t.</p>
-
-<p>Die Contraction der Muskeln erzeugt W&auml;rme, die hierzu
-n&ouml;thige Kraft &auml;u&szlig;ert sich durch die Organe der Bewegung,
-die sie durch einen Stoffwechsel empfangen. Die letzte Ursache
-der erzeugten W&auml;rme kann nat&uuml;rlich nur dieser Stoffwechsel
-sein.</p>
-
-<p>Durch die Aufl&ouml;sung eines Metalls in einer S&auml;ure entsteht
-ein elektrischer Strom; durch einen Draht geleitet, wird
-dieser zu einem Magneten, durch den wir verschiedene Effekte
-hervorzubringen verm&ouml;gen. Die Ursache aller erzeugten Erscheinungen
-ist der Magnetismus, die Ursache der magnetischen
-Wirkungen suchen wir in dem elektrischen Strom, und
-die letzte Ursache des elektrischen Stromes, wir finden sie in
-einem Stoffwechsel, in einer chemischen Action.</p>
-
-<p>Es giebt verschiedene Ursachen der Krafterzeugung; eine
-gespannte Feder, ein Luftstrom, eine fallende Wassermasse, Feuer,
-was unter einem Dampfkessel brennt, ein Metall, was sich in einer<span class="pagenum" id="Page35">[35]</span>
-S&auml;ure l&ouml;s&#8217;t, durch alle diese verschiedenen Ursachen der Bewegung
-l&auml;&szlig;t sich einerlei Effekt hervorbringen. In dem thierischen
-K&ouml;rper erkennen wir aber als die letzte Ursache aller Krafterzeugung
-nur <span class="gesp2">eine</span>, und diese ist die Wechselwirkung, welche
-die Bestandtheile der Speisen und der Sauerstoff der Luft
-auf einander aus&uuml;ben. Die einzige bekannte und letzte Ursache
-der Lebensth&auml;tigkeit im Thier sowohl, wie in der
-Pflanze ist ein chemischer Proce&szlig;; schlie&szlig;en wir ihn aus, so
-stellen sich die Lebens&auml;u&szlig;erungen nicht ein, oder sie h&ouml;ren
-auf, wahrnehmbar zu sein; hindern wir die chemische Action,
-so nehmen die Lebenserscheinungen andere Formen an.</p>
-
-<p>Nach den Versuchen von <span class="gesp2">Despretz</span> entwickelt 1 Loth
-Kohlenstoff bei seiner Verbrennung so viel W&auml;rme, da&szlig; damit
-105 Loth Wasser von 0&deg; auf 75&deg; erw&auml;rmt werden k&ouml;nnen, im
-Ganzen also 105mal 75&deg; = 7875&deg; W&auml;rme. Die 27,8 Loth
-Kohlenstoff, welche sich in dem K&ouml;rper eines Soldaten in
-Kohlens&auml;ure verwandeln, entwickeln mithin 27,8mal 7875&deg;
-W&auml;rme = 218825&deg; W&auml;rme. Mit dieser W&auml;rmemenge kann
-man 1 Loth Wasser auf diese Temperatur erheben oder 68<sup>4</sup>&#8260;<sub>10</sub>
-Pfd. Wasser zum Sieden oder 185 Pfd. auf 37&deg; erhitzen,
-oder 12 Pfd. Wasser bei 37&deg; in Dampf verwandeln.</p>
-
-<p>Wenn wir nun annehmen, da&szlig; die Ausd&uuml;nstung durch
-Haut und Lunge in 24 Stunden 48 Unzen (3 Pfd.) betrage,
-so bleiben, die hierzu n&ouml;thige W&auml;rmemenge abgezogen, 162093
-Grad W&auml;rme, welche durch Strahlung, durch Erw&auml;rmung
-der ausgeathmeten Luft, durch Faeces und Urin aus dem
-K&ouml;rper treten.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page36">[36]</span></p>
-
-<p>Es ist in dieser Rechnung die durch den verbrennenden
-Wasserstoff, durch seinen Uebergang in Wasser, erzeugte W&auml;rmemenge
-nicht in Anschlag gebracht. Wenn man sich nun
-erinnert, da&szlig; die specifische W&auml;rme der Knochen, des Fettes,
-der Substanz der Organe weit geringer ist, als die des
-Wassers, da&szlig; sie also, um auf 37&deg; erw&auml;rmt zu werden,
-weit weniger W&auml;rme bed&uuml;rfen, als ein gleiches Gewicht
-Wasser, so kann es keinem Zweifel unterliegen, da&szlig;, alle
-diese Verh&auml;ltnisse mit in Rechnung gezogen, die durch den
-Verbrennungsproce&szlig; erzeugte W&auml;rme vollkommen hinreicht,
-um die constante Temperatur des K&ouml;rpers und die Verdunstung
-zu erkl&auml;ren.</p>
-
-<h3><span class="antiqua">VI.</span></h3>
-
-<p>Alle Versuche der Physiker &uuml;ber die Sauerstoffmenge, die
-ein Thier in einer gegebenen Zeit verzehrt, so wie die
-Schl&uuml;sse, die man daraus auf die Entstehung der animalischen
-W&auml;rme gezogen hat, sind v&ouml;llig bedeutungslos, denn
-diese Sauerstoffmengen wechseln, nach der Temperatur und der
-Dichtigkeit der Luft, nach dem Zustand der Bewegung, Arbeit
-und Anstrengung, sie &auml;ndern sich nach der Menge und Qualit&auml;t
-der genossenen Nahrung, mit der mehr oder weniger warmen
-Kleidung, nach der Zeit, in welcher die Speise verzehrt wurde.
-Die Gefangenen in dem Zuchthaus (Arbeitshaus) zu Marienschlo&szlig;
-verzehren nicht &uuml;ber 21 Loth Kohlenstoff, die in
-dem Arresthaus zu Gie&szlig;en, denen alle Bewegung mangelt,<span class="pagenum" id="Page37">[37]</span>
-nicht &uuml;ber 17 <span class="nowrap">Loth<a id="ENanchor6"></a><a href="#Endnote6" class="enanchor">[E6]</a></span>
-und in einer mir bekannten Haushaltung
-verzehrten 9 Personen (4 Kinder, 5 Erwachsene) durchschnittlich
-nicht &uuml;ber 19 Loth <span class="nowrap">Kohlenstoff<a id="FNanchor2"></a><a href="#Footnote2"
-class="fnanchor">[F2]</a></span>. Ann&auml;herungsweise
-kann angenommen werden, da&szlig; die aufgenommenen Sauerstoffmengen
-sich wie diese Zahlen verhalten, allein durch
-Fleisch, Wein und Fettgenu&szlig; &auml;ndern sich diese Verh&auml;ltnisse
-in Folge des ausgetretenen Wasserstoffs dieser Nahrungsmittel,
-der in seiner Verwandlung in Wasser bei gleichem
-Gewichte eine weit gr&ouml;&szlig;ere W&auml;rmemenge hervorbringt.</p>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote2"><a href="#FNanchor2"><span class="label">[2]</span></a>
-In dieser Haushaltung wurden im Monat verbraucht 151 Pfd. Schwarzbrod,
-70 Pfd. Wei&szlig;brod, 132 Pfd. Fleisch, 19 Pfd. Zucker, 15,9 Pfd.
-Butter, 57 Maa&szlig; Milch, der Kohlenstoff der Gem&uuml;se und Kartoffeln,
-des Wildbrets, Gefl&uuml;gels und Weins f&uuml;r die Excremente angeschlagen.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p>Die Versuche &uuml;ber die Bestimmung der W&auml;rmemenge,
-die sich f&uuml;r einen gegebenen Sauerstoffverbrauch aus einem
-Thier entwickelt, sind nicht minder bedeutungslos. Man hat
-Thiere in geschlossenen, mit kaltem Wasser umgebenen R&auml;umen
-athmen lassen, die W&auml;rmezunahme der Umgebung durch
-den Thermometer gemessen und die Menge des verschwundenen
-Sauerstoffgases, so wie die erzeugte Kohlens&auml;ure durch
-die Analyse der ein- und ausgetretenen Luft bestimmt. In
-diesen Versuchen hat man gefunden, da&szlig; das Thier mehr
-W&auml;rme verlor, als dem verzehrten Sauerstoff entsprach, und
-zwar <sup>1</sup>&#8260;<sub>10</sub> mehr, und wenn man dem Thiere die Luftr&ouml;hre
-zugebunden haben w&uuml;rde, so w&auml;re das merkw&uuml;rdige Verh&auml;ltni&szlig;
-eingetreten, da&szlig; das umgebende Wasser durch das
-erkaltende Thier W&auml;rme empfangen h&auml;tte, ohne allen Verbrauch<span class="pagenum" id="Page38">[38]</span>
-von Sauerstoff. Die Temperatur des Thiers war
-38&deg;, die des umgebenden Wassers in den Versuchen von
-<span class="gesp2">Despretz</span> 8,5&deg;. Diese Versuche beweisen also, da&szlig; bei einer
-gro&szlig;en Differenz der Temperatur des K&ouml;rpers und der
-der Umgebung, beim Mangel aller Bewegung, mehr W&auml;rme
-entweicht, als dem eingeathmeten Sauerstoff entspricht; in
-gleichen Zeiten bei freier ungehinderter Bewegung w&uuml;rde
-eine weit gr&ouml;&szlig;ere Menge Sauerstoff aufgenommen worden
-sein, ohne bemerkbare Erh&ouml;hung des W&auml;rmeverlustes.
-Dieser Zustand tritt bei Menschen und Thieren zu gewissen
-Jahreszeiten ein, und wir sagen in diesem Fall,
-da&szlig; wir frieren. Es ist klar, da&szlig;, wenn wir einen
-Menschen mit einem metallischen Kleide umgeben, der W&auml;rmeverlust,
-wenn wir ihm H&auml;nde und F&uuml;&szlig;e binden, bei gleichem
-Sauerstoffverbrauch weit gr&ouml;&szlig;er sein wird, als wenn
-wir ihn in Pelz und Wolle stecken, ja wir finden sogar,
-da&szlig; er in dem letztern Fall anf&auml;ngt zu schwitzen, da&szlig; warmes
-Wasser quellenweise aus den feinen Schwei&szlig;l&ouml;chern seiner
-Haut tritt.</p>
-
-<p>Wenn man hinzunimmt, da&szlig; ganz bestimmte Beobachtungen
-vorliegen, wo Thiere, die gebunden in einer unnat&uuml;rlichen
-Stellung, z. B. auf dem R&uuml;cken liegend, athmeten,
-da&szlig; die Temperatur ihres K&ouml;rpers durch den Thermometer
-me&szlig;bar abnimmt, so kann man wohl schwerlich &uuml;ber die
-Schl&uuml;sse, die man aus diesen Versuchen gezogen hat, im
-Zweifel sein.</p>
-
-<p>Diese Schl&uuml;sse haben f&uuml;r die Meinung, da&szlig; eine andere<span class="pagenum" id="Page39">[39]</span>
-unbekannte Quelle der W&auml;rme in dem thierischen K&ouml;rper
-existire, nicht den allergeringsten Werth.</p>
-
-<h3><span class="antiqua">VII.</span></h3>
-
-<p>Wenn wir die Erzeugung von Kraft, die Bewegungserscheinungen
-mit <span class="gesp2">Nervenleben</span>, und den Widerstand, den
-Zustand des statischen Gleichgewichtes mit <span class="gesp2">vegetativem
-Leben</span> bezeichnen, so ist klar, da&szlig; im jugendlichen Alter bei
-allen Thierklassen das letztere, n&auml;mlich das vegetative Leben,
-das Nervenleben &uuml;berwiegt.</p>
-
-<p>Der Uebergang des in Bewegung befindlichen Stoffs in
-den Zustand der Ruhe zeigt sich in einer Zunahme an Masse,
-in einem Ersatz an verbrauchtem Stoffe; die Bewegung selbst,
-die Krafterzeugung stellt sich dar als ein Verbrauch an Stoff.</p>
-
-<p>In dem jugendlichen Thiere ist der Verbrauch kleiner,
-als die Zunahme, und diesen Zustand eines intensiveren vegetativen
-Lebens beh&auml;lt das weibliche Thier bis zu einem
-gewissen Lebensalter unver&auml;ndert bei, es erreicht nicht, wie
-beim m&auml;nnlichen Thiere, mit der Ausbildung aller Organe
-eine Gr&auml;nze.</p>
-
-<p>Das weibliche Thier ist zu gewissen Perioden des Jahrs
-der Fortpflanzung f&auml;hig, durch &auml;u&szlig;ere Bedingungen, Temperatur,
-Nahrung &amp;c. wird das vegetative Leben in seinem
-Organismus gesteigert, er producirt mehr als er verwendet;
-diese F&auml;higkeit zeigt sich in der Fortpflanzung. Unabh&auml;ngig
-von &auml;u&szlig;eren Bedingungen der Steigerung des vegetativen<span class="pagenum" id="Page40">[40]</span>
-Lebens ist das Weib des Menschen, mit der Ausbildung aller
-seiner Organe, zu jeder Zeit der Fortpflanzung f&auml;hig,
-die Empf&auml;ngni&szlig; ist an keine Periode gebunden, und eine wunderbare
-Weisheit hat in seinen K&ouml;rper die F&auml;higkeit gelegt,
-bis zu einem bestimmten Lebensalter alle Bestandtheile seiner
-Organe in gr&ouml;&szlig;erer Menge zu erzeugen, als sie zur Reproduktion
-der umgesetzten Gebilde erforderlich sind. Dieses
-Erzeugni&szlig; enth&auml;lt nachweisbar alle Elemente eines ihm gleichen
-Wesens, es vermehrt sich in jedem Lebensmomente und
-wird, bis es Verwendung findet, periodenweise aus dem
-K&ouml;rper abgeschieden. Mit der Befruchtung des Ei&#8217;s h&ouml;rt
-diese Abscheidung auf, jeder Tropfen des mehrerzeugten Blutes
-formt sich zu einem der Mutter &auml;hnlichen Organismus.</p>
-
-<p>Durch Bewegung und Anstrengung wird die Menge des
-abgeschiedenen Blutes geringer, und bei krankhafter Unterdr&uuml;ckung
-der Menstruation zeigt sich das vegetative Leben in
-einer gesteigerten Fettbildung. Wird das Gleichgewicht des
-vegetativen und Nervenlebens bei dem Manne gest&ouml;rt, wird
-die Intensit&auml;t des letztern, wie bei den Castraten, verringert,
-so zeigt sich das Uebergewicht des erstern in einer gleichen
-Form, in einer Steigerung der Fettbildung.</p>
-
-<h3><span class="antiqua">VIII.</span></h3>
-
-<p>Wenn wir festhalten, da&szlig; die Zunahme an Masse in
-dem thierischen K&ouml;rper, da&szlig; die Ausbildung seiner Organe
-und ihrer Reproduktion aus dem Blute, d. h. aus den Bestandtheilen<span class="pagenum" id="Page41">[41]</span>
-des Blutes, geschieht, so k&ouml;nnen nur diejenigen
-Materien Nahrungsmittel genannt werden, welche f&auml;hig
-sind zu Blut zu werden. Die Untersuchung der Stoffe, die
-sich hierzu eignen, beschr&auml;nkt sich hiernach auf die Ausmittelung
-der Zusammensetzung der Nahrungsmittel und ihrer
-Vergleichung mit der Zusammensetzung der Bestandtheile des
-Blutes.</p>
-
-<p>Zwei Materien sind als Hauptbestandtheile des Blutes
-vorz&uuml;glich in Betracht zu ziehen. Die eine davon scheidet
-sich augenblicklich aus dem Blute ab, sobald es aus der Circulation
-genommen wird. Jedermann wei&szlig;, da&szlig; das Blut
-in diesem Fall gerinnt, es trennt sich in eine gelbliche Fl&uuml;ssigkeit,
-in <span class="gesp2">Blutserum</span>, und eine gallertartige Masse, die
-sich in weichen, z&auml;hen elastischen F&auml;den an einen Stab oder
-eine Ruthe anh&auml;ngt, mit denen man das frische Blut w&auml;hrend
-seines Gerinnens peitscht oder schl&auml;gt. Dieser K&ouml;rper
-ist das <span class="gesp2">Fibrin</span>, Blutfaserstoff, er ist identisch in seinen Eigenschaften
-mit der von allen anderen Materien befreiten
-Muskelfaser.</p>
-
-<p>Der zweite Hauptbestandtheil des Blutes ist im Blutserum
-enthalten, er ertheilt dieser Fl&uuml;ssigkeit alle Eigenschaften
-des wei&szlig;en Theils des H&uuml;hnerei&#8217;s, indem er identisch
-mit diesem Bestandtheil aller Eier ist. Er gerinnt in der
-Hitze zu einer wei&szlig;en elastischen Masse; dieser gerinnende
-Bestandtheil hat den Namen <span class="gesp2">Albumin</span> erhalten.</p>
-
-<p>Fibrin und Albumin, die Hauptbestandtheile des Blutes,
-enthalten im Ganzen 7 chemische Elemente, unter welche<span class="pagenum" id="Page42">[42]</span>
-namentlich Stickstoff, Phosphor und Schwefel, so wie die
-Substanz der Knochen geh&ouml;rt. In dem Serum befinden sich
-Kochsalz und Salze in Aufl&ouml;sung, welche Kali, Natron als
-Basen enthalten, sie sind mit Kohlens&auml;ure, Phosphors&auml;ure
-und Schwefels&auml;ure verbunden. Die Blutk&ouml;rperchen enthalten
-Fibrin und Albumin, sowie einen rothen Farbstoff, in
-welchem Eisen einen nie fehlenden Bestandtheil ausmacht.
-Au&szlig;er diesen enth&auml;lt das Blut noch einige fette K&ouml;rper in
-geringer Menge, die sich von den gew&ouml;hnlichen Fetten durch
-verschiedene Eigenschaften unterscheiden.</p>
-
-<p>Die chemische Analyse hat zu dem merkw&uuml;rdigen Resultate
-gef&uuml;hrt, da&szlig; Fibrin und Albumin einerlei organische Elemente
-und zwar in dem n&auml;mlichen Gewichtsverh&auml;ltni&szlig; enthalten,
-in der Art also, da&szlig;, wenn man zwei Analysen, die eine von
-Fibrin, die andere von Albumin neben einander stellt, wir
-keinen gr&ouml;&szlig;eren Unterschied in der procentischen Zusammensetzung
-wahrnehmen, wie in zwei Analysen von Fibrin, oder
-in zwei Analysen von Albumin.</p>
-
-<p>In beiden Blutbestandtheilen sind offenbar, dies zeigt ihr
-verschiedener Zustand, die Elemente auf verschiedene Weise
-geordnet, allein ihrer Zusammensetzung nach sind sie identisch.</p>
-
-<p>Dieser Schlu&szlig; ist neuerdings aufs Sch&ouml;nste dadurch best&auml;tigt
-worden, da&szlig; es einem ausgezeichneten Physiologen
-(P. <span class="gesp2">Denis</span>) gelang, Fibrin in den Zustand von Albumin
-k&uuml;nstlich &uuml;berzuf&uuml;hren, ihm also die L&ouml;slichkeit und Gerinnbarkeit
-zu geben, die das Eiwei&szlig; charakterisirt.</p>
-
-<p>Neben der gleichen Zusammensetzung haben sie noch die<span class="pagenum" id="Page43">[43]</span>
-chemische Eigenschaft mit einander gemein, da&szlig; sie sich beide
-in starker Salzs&auml;ure zu einer intensiv indigblauen Fl&uuml;ssigkeit
-l&ouml;sen, welche gegen alle Materien, die man damit zusammenbringt,
-ein ganz gleiches Verhalten zeigt.</p>
-
-<p>Albumin und Fibrin k&ouml;nnen beide in dem Ern&auml;hrungsprocesse
-zu Muskelfaser werden, und Muskelfaser kann r&uuml;ckw&auml;rts
-wieder in Blut &uuml;bergehen. Dieser Uebergang ist von
-den Physiologen l&auml;ngst au&szlig;er allen Zweifel gestellt, und die
-Chemie hat also nur nachgewiesen, da&szlig; die Metamorphose
-r&uuml;ckw&auml;rts und vorw&auml;rts erfolgen kann, kraft einer einwirkenden
-Th&auml;tigkeit, ohne Zuh&uuml;lfenahme eines dritten K&ouml;rpers
-oder seiner Bestandtheile, ohne da&szlig; also ein fremdes Element
-aufgenommen zu werden oder ein in Verbindung vorhandenes
-auszutreten braucht.</p>
-
-<p>Wenn wir nun die Zusammensetzung aller Gebilde mit
-der des Fibrins und Albumins im Blute vergleichen, so ergeben
-sich folgende Beziehungen.</p>
-
-<p>Alle Theile des Thierk&ouml;rpers, die eine bestimmte Form
-besitzen, welche Bestandtheile von Organen sind, enthalten
-Stickstoff. Kein Theil oder Bestandtheil eines Organs, welches
-Bewegung und Leben besitzt, ist frei von Stickstoff, alle
-enthalten Kohlenstoff und die Elemente des Wassers, wiewohl
-diese letzteren <span class="gesp2">nie</span> in dem Verh&auml;ltni&szlig;, wie im Wasser.</p>
-
-<p>Die Hauptbestandtheile des Blutes enthalten nahe an
-17 <span class="antiqua">pCt.</span> Stickstoff, kein Theil eines Organs enth&auml;lt weniger,
-wie siebzehn Procent <span class="nowrap">Stickstoff<a id="ENanchor7"></a><a href="#Endnote7" class="enanchor">[E7]</a></span>.</p>
-
-<p>Die entscheidendsten Versuche und Beobachtungen haben<span class="pagenum" id="Page44">[44]</span>
-bewiesen, da&szlig; der thierische Organismus durchaus unf&auml;hig
-ist, ein chemisches Element, Kohlenstoff oder Stickstoff, aus
-anderen Materien, in denen diese K&ouml;rper fehlen, hervorzubringen,
-und es ist hiernach einleuchtend, da&szlig; alle Nahrungsmittel,
-die zur Blutbildung oder zur Bildung von Zellen,
-Membranen, Haut, Haaren, Muskelfaser dienen sollen, eine
-gewisse Portion Stickstoff enthalten m&uuml;ssen, eben weil dieser
-einen Bestandtheil der genannten Organe ausmacht, diese
-aus anderen Elementen, die man ihnen darbietet, keinen
-Stickstoff erzeugen k&ouml;nnen und weil kein Stickstoff aus der
-Atmosph&auml;re in dem Lebensproce&szlig; verwendet wird.</p>
-
-<p>Der thierische K&ouml;rper enth&auml;lt in der Nerven- und Gehirnsubstanz
-eine gro&szlig;e Menge Albumin und au&szlig;er diesem
-zwei eigenth&uuml;mliche fette S&auml;uren, die sich von allen anderen
-Fetten durch einen Gehalt von Phosphor(-s&auml;ure?) unterscheiden
-(<span class="gesp2">Fr&eacute;my</span>). Eins dieser Fette enth&auml;lt Stickstoff.</p>
-
-<p>Wasser und Fett machen zuletzt die stickstofffreien Bestandtheile
-des Thierk&ouml;rpers aus, beide sind formlos und
-nehmen nur in sofern Antheil an dem Lebensproce&szlig;, als
-durch sie die Lebensfunktionen vermittelt werden. Die nicht-organischen
-Bestandtheile des Thierk&ouml;rpers sind Eisen, Kalk,
-Bittererde, Kochsalz, sowie die Alkalien.</p>
-
-<h3><span class="antiqua">IX.</span></h3>
-
-<p>Die Ern&auml;hrung der Fleischfresser nimmt unter allen Thierklassen
-die einfachste Form an; sie leben vom Blut und Fleisch<span class="pagenum" id="Page45">[45]</span>
-der gras- und k&ouml;rnerfressenden Thiere, allein dieses Blut
-und Fleisch ist identisch in allen seinen Eigenschaften mit ihrem
-eigenen Blut und Fleisch, weder chemisch, noch physiologisch
-ist ein Unterschied wahrnehmbar.</p>
-
-<p>Die Nahrung der fleischfressenden Thiere ist aus Blut
-entstanden, sie wird in ihrem Magen fl&uuml;ssig und &uuml;berf&uuml;hrbar
-in andere K&ouml;rpertheile, sie wird in ihrem Leibe wieder zu
-Blut, und aus diesem Blut erzeugen sich alle Theile ihres
-K&ouml;rpers wieder, die eine Ver&auml;nderung oder Umsetzung erlitten
-haben.</p>
-
-<p>Bis auf Klauen, Haare, Federn und Knochenerde ist kein
-Bestandtheil der Nahrung der Carnivoren unassimilirbar.</p>
-
-<p>In chemischem Sinne kann man also sagen, da&szlig; das
-fleischfressende Thier zur Erhaltung seiner Lebensprocesse sich
-selbst verzehrt.</p>
-
-<p>Dasjenige, was zu seiner Ern&auml;hrung dient, ist identisch
-mit den Bestandtheilen seiner Organe, welche erneuert werden
-sollen.</p>
-
-<p>Ganz anders stellt sich dem Anschein nach der Ern&auml;hrungsproce&szlig;
-der pflanzenfressenden Thiere dar; ihre Verdauungsorgane
-sind minder einfach und ihre Nahrung besteht
-aus Vegetabilien, die ihrer Hauptmasse nach nur sehr wenig
-Stickstoff enthalten.</p>
-
-<p>Aus welchen Stoffen, kann man fragen, entsteht bei ihnen
-das Blut, aus dem sich ihre Organe entwickeln?</p>
-
-<p>Diese Frage l&auml;&szlig;t sich mit gen&uuml;gender Sicherheit beantworten.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page46">[46]</span></p>
-
-<p>Die chemischen Untersuchungen haben dargethan, da&szlig; alle
-Theile von Pflanzen, welche Thieren zur Nahrung dienen,
-gewisse Bestandtheile enthalten, welche reich sind an Stickstoff,
-und die gew&ouml;hnlichsten Erfahrungen beweisen, da&szlig; die
-Thiere zu ihrer Erhaltung und Ern&auml;hrung der Quantit&auml;t
-nach um so weniger von diesen Pflanzentheilen bed&uuml;rfen, je
-reicher sie an diesen stickstoffhaltigen Stoffen sind; sie k&ouml;nnen
-nicht mit Materien ern&auml;hrt werden, worin sie fehlen.</p>
-
-<p>In vorz&uuml;glicher Menge sind diese Erzeugnisse der Pflanzen
-in den Samen der Getreidearten, der Erbsen, Linsen,
-Bohnen, in Wurzeln und in den S&auml;ften der sogenannten
-Gem&uuml;spflanzen enthalten, sie fehlen &uuml;brigens in keiner einzigen
-Pflanze, in keinem ihrer Theile.</p>
-
-<p>Diese stickstoffhaltigen Nahrungsstoffe lassen sich im Ganzen
-auf drei Materien zur&uuml;ckf&uuml;hren, die ihrer &auml;u&szlig;ern Beschaffenheit
-nach leicht von einander zu unterscheiden sind.
-Zwei davon sind im Wasser l&ouml;slich, der dritte wird davon
-nicht aufgenommen.</p>
-
-<p>Wenn man frisch ausgepre&szlig;te Pflanzens&auml;fte sich selbst
-&uuml;berl&auml;&szlig;t, so tritt nach wenigen Minuten eine Scheidung
-ein, es sondert sich ein gelatin&ouml;ser Niederschlag ab, gew&ouml;hnlich
-von gr&uuml;ner Farbe, welcher, mit Fl&uuml;ssigkeiten behandelt,
-die den Farbestoff l&ouml;sen, eine grauwei&szlig;e Materie hinterl&auml;&szlig;t.
-Diese Substanz ist unter dem Namen <span class="gesp2">gr&uuml;nes Satzmehl</span>
-der Pflanzens&auml;fte den Pharmaceuten wohl bekannt. Die&szlig;
-ist der eine von den stickstoffhaltigen Nahrungsmitteln der
-Thiere, er hat den Namen <span class="gesp2">Pflanzenfibrin</span> erhalten. Der<span class="pagenum" id="Page47">[47]</span>
-Saft der Gr&auml;ser ist vorz&uuml;glich reich an diesem Bestandtheil,
-er ist in reichlichster Menge in dem Weizensamen, so wie
-&uuml;berhaupt in den Samen der Cerealien enthalten, und kann
-aus dem Weizenmehl durch eine mechanische Operation ziemlich
-rein erhalten werden. In diesem Zustande hei&szlig;t er
-<span class="gesp2">Kleber</span>, allein die klebenden Eigenschaften geh&ouml;ren ihm nicht
-an, sondern einer geringen Menge eines beigemischten fremden
-K&ouml;rpers, der in den Samen der &uuml;brigen Getreidearten
-fehlt.</p>
-
-<p>Wie sich aus der Art seiner Darstellung ergiebt, ist das
-Pflanzenfibrin im Wasser nicht l&ouml;slich, obwohl man nicht
-zweifeln kann, da&szlig; es in der lebenden Pflanze im Safte
-gel&ouml;s&#8217;t vorhanden war, aus dem es sich, &auml;hnlich wie das
-Fibrin aus Blut, erst sp&auml;ter abschied.</p>
-
-<p>Der zweite stickstoffhaltige Nahrungsstoff ist in dem Safte
-der Pflanzen gel&ouml;s&#8217;t, er scheidet sich daraus bei gew&ouml;hnlicher
-Temperatur nicht ab, wohl aber, wenn der Pflanzensaft zum
-Sieden erhitzt wird.</p>
-
-<p>Bringt man den ausgepre&szlig;ten klaren Saft, am besten
-von Gem&uuml;spflanzen, von Blumenkohl, Spargel, Kohlr&uuml;ben,
-wei&szlig;en R&uuml;ben u. s. w. zum Sieden, so entsteht darin ein
-Coagulum, welches in seiner &auml;u&szlig;ern Beschaffenheit und seinen
-Eigenschaften schlechterdings nicht zu unterscheiden ist
-von dem K&ouml;rper, der sich als Gerinnsel abscheidet, wenn
-man mit Wasser verd&uuml;nntes Blutserum oder Eiwei&szlig; der
-Siedhitze aussetzt. Dies ist das <span class="gesp2">Pflanzenalbumin</span>; in
-vorz&uuml;glicher Menge findet sich dieser K&ouml;rper in gewissen Samen,<span class="pagenum" id="Page48">[48]</span>
-in N&uuml;ssen, Mandeln und anderen, in denen das Amylon
-der Getreidesamen sich vertreten findet durch Oel oder
-Fett.</p>
-
-<p>Der dritte stickstoffhaltige Nahrungsstoff, den die Pflanzen
-produciren, das <span class="gesp2">Pflanzencasein</span>, findet sich haupts&auml;chlich
-in den Samenlappen der Erbsen, Linsen und Bohnen,
-er ist wie das Pflanzenalbumin im Wasser l&ouml;slich, unterscheidet
-sich aber von ihm dadurch, da&szlig; seine Aufl&ouml;sung
-durch Hitze nicht coagulirt wird; beim Abdampfen und Erhitzen
-zieht sie an der Oberfl&auml;che eine Haut, und, mit S&auml;uren
-versetzt, entsteht darin ein Gerinnsel wie in der Thiermilch.</p>
-
-<p>Diese drei Stoffe, Pflanzen-Fibrin, -Albumin und -Casein,
-sind die eigentlichen stickstoffhaltigen Nahrungsstoffe der
-pflanzenfressenden Thiere, alle anderen in Pflanzen vorkommenden
-stickstoffhaltigen Materien werden entweder, wie die
-Stoffe in den Giftpflanzen und Medizinalpflanzen, von den
-Thieren nicht genossen, oder sie sind ihrer Nahrung in so
-au&szlig;erordentlich kleinen Mengen beigemischt, da&szlig; sie zur Vermehrung
-der Masse ihres K&ouml;rpers nicht beizutragen verm&ouml;gen.</p>
-
-<p>Die chemische Untersuchung der drei genannten Substanzen
-hat zu dem interessanten Resultate gef&uuml;hrt, da&szlig; sie einerlei
-organische Elemente in dem n&auml;mlichen Gewichts-Verh&auml;ltnisse
-enthalten, und was noch weit merkw&uuml;rdiger ist, es
-hat sich ergeben, da&szlig; sie identisch sind in ihrer Zusammensetzung
-mit den Hauptbestandtheilen des Blutes, mit Fibrin<span class="pagenum" id="Page49">[49]</span>
-und Albumin. Sie l&ouml;sen sich alle drei in concentrirter Salzs&auml;ure
-mit der n&auml;mlichen indigblauen Farbe auf, und auch in
-ihren physikalischen Eigenschaften sind Thierfibrin und Thieralbumin
-von Pflanzenfibrin und Pflanzenalbumin in keiner
-Weise verschieden. Es verdient ganz besonders hervorgehoben
-zu werden, da&szlig; hier unter einer gleichen Zusammensetzung
-nicht blo&szlig; eine &auml;hnliche gemeint ist, sondern es ist auch in
-Beziehung auf ihren Gehalt an Phosphor, Schwefel, Knochenerde
-und Alkalien kein Unterschied <span class="nowrap">wahrnehmbar<a id="ENanchor8"></a><a
-href="#Endnote8" class="enanchor">[E8]</a></span>.</p>
-
-<p>In welcher bewundernsw&uuml;rdigen Einfachheit erscheint nach
-diesen Entdeckungen der Bildungsproce&szlig; im Thiere, die Entstehung
-seiner Organe, der Haupttr&auml;ger der Lebensth&auml;tigkeit.
-Die Pflanzenstoffe, welche in den Thieren zur Blutbildung
-verwendet werden, enthalten die Hauptbestandtheile des Blutes,
-Fibrin und Albumin, fertig gebildet allen ihren Elementen
-nach, alle Pflanzen enthalten noch &uuml;berdies eine gewisse
-Menge Eisen, was wir im Blutfarbestoff wiederfinden.
-Pflanzenfibrin und Thierfibrin, Pflanzenalbumin und Thieralbumin
-sind kaum der Form nach verschieden; wenn diese
-Stoffe in der Nahrung der Thiere fehlen, so h&ouml;rt die Ern&auml;hrung
-der Thiere auf, und wenn sie darin gegeben werden,
-so empf&auml;ngt das pflanzenfressende Thier die n&auml;mlichen
-Materien, auf welche die fleischfressenden zu ihrer Erhaltung
-beschr&auml;nkt sind.</p>
-
-<p>Die Pflanzen erzeugen in ihrem Organismus das Blut
-aller Thiere, denn in dem Blut und Fleisch der pflanzenfressenden
-verzehren die fleischfressenden im eigentlichen Sinne<span class="pagenum" id="Page50">[50]</span>
-nur die Pflanzenstoffe, von denen die ersteren sich ern&auml;hrt
-haben; Pflanzenfibrin und -Albumin nehmen in dem Magen
-des pflanzenfressenden Thiers genau die n&auml;mliche Form an,
-wie Thierfibrin und Thieralbumin in dem Magen der Carnivoren.</p>
-
-<p>Aus dem Vorhergehenden ergiebt sich, da&szlig; die Entwickelung
-der Organe eines Thiers, ihre Vergr&ouml;&szlig;erung und Zunahme
-an Masse an die Aufnahme gewisser Stoffe gekn&uuml;pft
-ist, die identisch sind mit den Hauptbestandtheilen ihres Blutes.</p>
-
-<p>In diesem Sinne kann man sagen, da&szlig; der Thierorganismus
-sein Blut nur der Form nach schafft, da&szlig; ihm die
-F&auml;higkeit mangelt, es aus anderen Stoffen zu erzeugen, die
-nicht identisch sind mit seinen Hauptbestandtheilen. Damit
-kann freilich nicht behauptet werden, da&szlig; ihm die F&auml;higkeit,
-andere Verbindungen zu erzeugen, abgehe, wir wissen
-im Gegentheil, da&szlig; sein Organismus eine gro&szlig;e Reihe
-von seinen Blutbestandtheilen in ihrer Zusammensetzung
-abweichender Verbindungen hervorbringt, aber den Anfangspunkt
-der Reihe, seine Blutbestandtheile, diese kann er sich
-nicht bilden.</p>
-
-<p>Der Thierorganismus ist eine h&ouml;here Pflanze, deren Entwickelung
-mit denjenigen Materien beginnt, mit deren Erzeugung
-das Leben der gew&ouml;hnlichen Pflanze aufh&ouml;rt; sobald
-diese Samen getragen hat, stirbt sie ab, oder es h&ouml;rt
-damit eine Periode ihres Lebens auf.</p>
-
-<p>In der unendlichen Reihe von Verbindungen, welche mit
-den Nahrungsstoffen der Pflanzen, mit Kohlens&auml;ure und Ammoniak<span class="pagenum" id="Page51">[51]</span>
-und Wasser anf&auml;ngt, bis zu den zusammengesetztesten
-Bestandtheilen des Gehirns im Thierk&ouml;rper finden wir keine
-L&uuml;cke, keine Unterbrechung. Der erste Nahrungsstoff des
-Thieres ist das letzte Produkt der schaffenden Th&auml;tigkeit der
-Pflanze.</p>
-
-<p>Die Substanz der Zellen und Membranen, der Nerven
-und des Gehirns erzeugt die Pflanze nicht.</p>
-
-<p>Das Wunderbare in der schaffenden Th&auml;tigkeit der Pflanze
-verliert sich, wenn man erw&auml;gt, da&szlig; die Erzeugung der
-Blutbestandtheile nicht auffallender erscheinen kann, als wenn
-wir Ochsentalg und Hammelstalg (in den Kakaobohnen), oder
-Menschenschmalz (im Oliven&ouml;l), oder die Hauptbestandtheile
-der Kuhbutter (Palmbutter) auf B&auml;umen wachsend finden,
-da&szlig; wir das Pferdefett und den Fischthran in den &ouml;lreichen
-Samen entstehen sehen.</p>
-
-<h3><span class="antiqua">X.</span></h3>
-
-<p>So wenig man nun auch, wie sich aus dem Vorhergehenden
-ergiebt, &uuml;ber die Art und Weise in Ungewi&szlig;heit sein
-kann, wie die Zunahme in der Masse der Organe eines
-Thieres vor sich geht, so bleibt immer noch eine &uuml;beraus
-wichtige Frage zu l&ouml;sen, die Rolle n&auml;mlich auszumitteln,
-welche die stickstofffreien Substanzen, Zucker, Amylon, Gummi,
-Pectin u. s. w. in dem thierischen K&ouml;rper spielen.</p>
-
-<p>Die gr&ouml;&szlig;te aller Thierklassen kann ohne diese Materien
-nicht leben, ihre Nahrung mu&szlig; eine gewisse Menge davon<span class="pagenum" id="Page52">[52]</span>
-enthalten, und wir sehen ihrem Leben ein rasches Ziel gesetzt,
-wenn sie in ihr fehlen.</p>
-
-<p>Diese wichtige Frage erstreckt sich gleichfalls auf die Bestandtheile
-der Nahrung des fleischfressenden Thieres in der
-fr&uuml;hsten Periode seines Lebens, denn auch diese Nahrung
-enth&auml;lt gewisse Bestandtheile, welche sein K&ouml;rper zu seiner
-Erhaltung im erwachsenen Zustande nicht bedarf.</p>
-
-<p>In dem jugendlichen K&ouml;rper der Fleischfresser geschieht
-offenbar die Ern&auml;hrung in einer &auml;hnlichen Weise, wie in
-dem K&ouml;rper der pflanzenfressenden Thiere; seine Entwickelung
-ist an die Aufnahme einer Fl&uuml;ssigkeit gebunden, welche
-der Leib der Mutter in der Form der Milch absondert.</p>
-
-<p>Die Milch enth&auml;lt nur einen stickstoffhaltigen Bestandtheil,
-den sogenannten K&auml;sestoff, Casein; au&szlig;er diesem sind
-ihre Hauptbestandtheile Butter (Fett) und Milchzucker.</p>
-
-<p>Aus dem stickstoffhaltigen Bestandtheil der Milch mu&szlig;
-das Blut des jungen Thieres, seine Muskelfaser, Zellen
-und Nervensubstanz und seine Knochen, erzeugt worden sein,
-denn Butter und Milchzucker enthalten keinen Stickstoff.</p>
-
-<p>Die Untersuchung des Caseins hat nun zu dem Resultate
-gef&uuml;hrt, was nach dem Vorhergehenden kaum mehr &uuml;berraschen
-kann, da&szlig; auch dieser Stoff identisch ist in seiner
-Zusammensetzung mit den Hauptbestandtheilen des Blutes,
-mit Fibrin und Albumin, ja was noch mehr ist, die Vergleichung
-seiner Eigenschaften mit denen des Pflanzencaseins
-hat gezeigt, da&szlig; er mit diesem auch identisch ist in allen
-seinen Eigenschaften, in der Art also, da&szlig; gewisse Pflanzen<span class="pagenum" id="Page53">[53]</span>
-wie die Erbsen, Bohnen, Linsen, den n&auml;mlichen K&ouml;rper zu
-erzeugen verm&ouml;gen, welcher aus dem Blute der Mutter entsteht
-und zur Blutbildung in dem K&ouml;rper des jungen Thieres
-verwendet <span class="nowrap">wird<a id="ENanchor9"></a><a href="#Endnote9" class="enanchor">[E9]</a></span>.</p>
-
-<p>In dem Casein, das sich durch seine au&szlig;erordentliche
-L&ouml;slichkeit und Nichtgerinnbarkeit in der W&auml;rme von dem
-Fibrin und Albumin unterscheidet, empf&auml;ngt demnach das
-junge Thier, seinem Hauptbestandtheil nach, das Blut seiner
-Mutter; zu seinem Uebergang in Blut geh&ouml;rt kein dritter
-Stoff, und keiner der Bestandtheile des Blutes seiner Mutter
-trennt sich davon bei ihrem Uebergang in Casein. In
-chemischer Verbindung enth&auml;lt das Casein der Milch eine
-weit gr&ouml;&szlig;ere Quantit&auml;t von Knochenerde, als wie das Blut,
-und zwar in h&ouml;chst l&ouml;slichem Zustande, &uuml;berf&uuml;hrbar also in
-alle K&ouml;rpertheile. Auch in der fr&uuml;hsten Periode ihres Lebens
-ist die Entwickelung und Ausbildung der Tr&auml;ger der
-Lebensth&auml;tigkeit im jungen Thiere an die Aufnahme einer
-Materie gebunden, welche in Beziehung auf seine organischen
-Bestandtheile identisch ist in ihrer Zusammensetzung mit den
-Hauptbestandtheilen seines Blutes.</p>
-
-<p>Wozu dient nun aber das Fett der Butter, der Milchzucker?
-Was ist der Grund, warum sie zu dem Leben der
-jungen Thiere unentbehrlich sind?</p>
-
-<p>Butter und Milchzucker enthalten keine fixen Basen, keinen
-Kalk, kein Natron, kein Kali; der Milchzucker besitzt
-eine den gew&ouml;hnlichen Zuckerarten, dem Amylon, dem
-Gummi &auml;hnliche Zusammensetzung, sie bestehen aus Kohlenstoff<span class="pagenum" id="Page54">[54]</span>
-und den Elementen des Wassers, und zwar genau
-in dem n&auml;mlichen Verh&auml;ltnisse, wie im Wasser.</p>
-
-<p>Durch diese stickstofffreien Stoffe ist also ihren stickstoffhaltigen
-eine gewisse Menge von Kohlenstoff, oder, wie in der
-Butter, von Kohlenstoff und Wasserstoff zugesetzt, ein Ueberschu&szlig;
-von Elementen also, der zur Blutbildung schlechterdings
-nicht verwendet werden kann, eben weil ihre stickstoffhaltigen
-Nahrungsmittel genau die Kohlenstoffmengen schon enthalten,
-welche zur Bildung von Fibrin und Albumin n&ouml;thig sind.</p>
-
-<p>Man kann, wie aus den folgenden Betrachtungen sich
-ergeben wird, kaum einen Zweifel hegen, da&szlig; dieser Ueberschu&szlig;
-an Kohlenstoff allein, oder an Kohlen- und Wasserstoff
-zur Hervorbringung der animalischen W&auml;rme, da&szlig; er zum
-Widerstand gegen die &auml;u&szlig;ere Einwirkung des Sauerstoffs
-verwendet wird.</p>
-
-<h3><span class="antiqua">XI.</span></h3>
-
-<p>Betrachten wir zuf&ouml;rderst, um zu einer klareren Einsicht
-in das Wesen des Ern&auml;hrungsprocesses in den beiden Thierklassen
-zu gelangen, die Ver&auml;nderungen, welche die Nahrung
-des fleischfressenden Thieres in seinem Organismus erf&auml;hrt.</p>
-
-<p>Wir geben einer erwachsenen Schlange eine Ziege, ein
-Kaninchen oder einen Vogel zu verzehren und finden, da&szlig;
-die Haare, Klauen, Federn, Knochen dieser Thiere scheinbar
-unver&auml;ndert ausgeworfen werden, denn sie haben ihre Form
-und nat&uuml;rliche Beschaffenheit behalten, sie sind zerbrechlich,<span class="pagenum" id="Page55">[55]</span>
-weil sie von allen nur den der Aufl&ouml;sung f&auml;higen Bestandtheil
-(Leimsubstanz) verloren haben. Eigentliche Faeces gehen
-von der Schlange so wenig, wie von den fleischfressenden
-V&ouml;geln ab.</p>
-
-<p>Das Fleisch, das Fett, das Blut, die Gehirn- und Nervensubstanz
-des verzehrten Thieres, alles &uuml;brige ist, wenn
-die Schlange ihr urspr&uuml;ngliches Gewicht wieder erhalten hat,
-verschwunden.</p>
-
-<p>Als das einzige Excrement finden wir eine Materie, welche
-durch die Harnwege ausgeleert wird; im trocknen Zustande
-ist sie blendend wei&szlig; wie Kreide, sie ist sehr reich an Stickstoff,
-und enth&auml;lt nur kohlensauren und phosphorsauren Kalk
-beigemischt.</p>
-
-<p>Dieses Excrement ist harnsaures Ammoniak, eine chemische
-Verbindung, in welcher sich der Stickstoff zum Kohlenstoff
-in dem n&auml;mlichen Verh&auml;ltni&szlig; befindet, wie im sauren kohlensauren
-Ammoniak, sie enth&auml;lt auf 1 Aeq. Stickstoff 2 Aeq.
-Kohlenstoff.</p>
-
-<p>Die Muskelfaser, das Blut, die Membranen und H&auml;ute
-enthielten aber auf die n&auml;mliche Quantit&auml;t Stickstoff viermal
-so viel Kohlenstoff, n&auml;mlich 8 Aequivalente, und wenn
-man hierzu den Kohlenstoff des genossenen Fettes, der Nerven-
-und Gehirnsubstanz hinzurechnet, so ist klar, da&szlig; die
-Schlange auf 1 Aeq. Stickstoff weit mehr als 8 Aeq. Kohlenstoff
-verzehrt hat.</p>
-
-<p>Wenn wir nun annehmen, da&szlig; das harnsaure Ammoniak
-allen Stickstoff des verzehrten Thieres enth&auml;lt, so sind offenbar<span class="pagenum" id="Page56">[56]</span>
-im geringsten Falle 6 Aeq. Kohlenstoff, die mit diesem
-Stickstoff verbunden waren, in einer andern Form ausgetreten,
-wie die &uuml;brigen zwei Atome, die wir im harnsauren
-Ammoniak wiederfinden.</p>
-
-<p>Wir wissen nun mit zweifelloser Gewi&szlig;heit, da&szlig; dieser Kohlenstoff
-aus Haut und Lunge ausgetreten ist, und zwar konnte
-dies nur geschehen in der Form einer Sauerstoffverbindung.</p>
-
-<p>Die Excremente eines Bussards, der mit Rindfleisch gef&uuml;ttert
-worden, aus der Kloake genommen, bestanden der
-Untersuchung nach (L. <span class="gesp2">Gmelin</span> u. <span class="gesp2">Tiedemann</span>) aus harnsaurem
-Ammoniak. Ebenso sind die Faeces bei L&ouml;wen und
-Tiegern sparsam und trocken, sie enthalten der Hauptsache
-nach Knochenerde und nur Spuren von kohlenstoffhaltigen
-Materien, aber ihr Harn enth&auml;lt kein harnsaures Ammoniak,
-sondern Harnstoff, eine Verbindung, welche Stickstoff und
-Kohlenstoff im Verh&auml;ltni&szlig; wie im neutralen kohlensauren
-Ammoniak enth&auml;lt.</p>
-
-<p>Angenommen, da&szlig; ihre Nahrung (Fleisch &amp;c.) Stickstoff
-und Kohlenstoff in dem Verh&auml;ltni&szlig; wie 1&nbsp;: 8 enthielt, so
-finden wir in dem Harn beide nur in dem Verh&auml;ltni&szlig; wie
-1&nbsp;: 1 wieder, ein kleineres Verh&auml;ltni&szlig; von Kohlenstoff also,
-wie bei den Schlangen, in denen der Respirationsakt bei
-weitem weniger th&auml;tig ist.</p>
-
-<p>Aller Kohlenstoff und Wasserstoff, den die Nahrung dieser
-Thiere mehr enthielt, als wir in ihren Excrementen wieder
-finden, sie sind, als Kohlens&auml;ure und Wasser, durch den Respirationsproce&szlig;
-verschwunden.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page57">[57]</span></p>
-
-<p>H&auml;tten wir das verzehrte Thier in einem Ofen verbrannt,
-so w&uuml;rde die vorgegangene Ver&auml;nderung nur der Form
-der Stickstoffverbindungen nach eine andere gewesen sein.</p>
-
-<p>Den Stickstoff w&uuml;rden wir als kohlensaures Ammoniak,
-den &uuml;brigen Kohlenstoff als Kohlens&auml;ure, den &uuml;brigen Wasserstoff
-als Wasser wiederbekommen haben. Es w&uuml;rden die
-unverbrennlichen Theile als Asche, die unverbrannten als
-Ru&szlig; &uuml;brig geblieben sein. Die festen Excremente sind aber
-nichts anders als die im Thierk&ouml;rper unverbrennlichen, oder
-unvollkommen verbrannten Theile der Nahrung.</p>
-
-<p>In dem Vorhergehenden ist angenommen worden, da&szlig;
-die Bestandtheile der von dem Thiere genossenen Nahrungsmittel
-in seinem Organismus, in Folge des durch Lunge
-und Haut aufgenommenen Sauerstoffs, ihr Kohlenstoff in
-Kohlens&auml;ure, ihr Wasserstoff und ihr Stickstoff in eine chemische
-Verbindung, welche die Elemente des kohlensauren Ammoniaks
-enth&auml;lt, &uuml;bergehen.</p>
-
-<p>Diese Voraussetzung ist nur der &auml;u&szlig;eren Erscheinung
-nach wahr, in der That erlangt nach einer gewissen Zeit
-der Thierk&ouml;rper sein urspr&uuml;ngliches Gewicht wieder, sein Gehalt
-an Kohlenstoff und den andern Elementen hat in seinem
-K&ouml;rper nicht zugenommen, es ist genau so viel Kohlenstoff,
-Stickstoff, Wasserstoff &amp;c. wieder ausgetreten, als ihm davon
-in der Speise zugef&uuml;hrt wurde. Aber nichts kann gewisser
-sein, als da&szlig; der ausgetretene Kohlenstoff, Stickstoff und
-Wasserstoff nicht von der Speise herr&uuml;hrt, wenn sie auch, der
-Quantit&auml;t nach, den dadurch zugef&uuml;hrten gleich waren.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page58">[58]</span></p>
-
-<p>Es w&auml;re aller Vernunft entgegen, wenn man annehmen
-wollte, die Stillung des Hungers, das Bed&uuml;rfni&szlig; nach Speise
-habe keinen andern Zweck, als die Erzeugung von Harnstoff,
-Harns&auml;ure, Kohlens&auml;ure und den andern Excrementen, von
-Materien, die der K&ouml;rper ausst&ouml;&szlig;t, in seiner Haushaltung
-also zu nichts verwendet.</p>
-
-<p>Die Speisen dienen in dem erwachsenen Thiere zum Ersatz
-an verbrauchtem Stoff, gewisse Theile der Organe haben
-ihren Zustand des Lebens verloren, sie sind aus der
-Substanz der Organe ausgetreten, sie haben sich zu neuen
-und zwar formlosen Verbindungen umgesetzt.</p>
-
-<p>Die Speise des Fleischfressers wurde zur Blutbildung verwendet
-und aus dem neuerzeugten Blute haben sich die umgesetzten
-Organe wieder neu gebildet. Der Kohlenstoff und
-Stickstoff der Nahrung sind zu Bestandtheilen des Organismus
-geworden.</p>
-
-<p>Eben so viel Kohlenstoff und Stickstoff als die Organe
-abgegeben haben, genau so viel ist ihnen durch das Blut und
-in letzter Form durch die Speise wieder ersetzt worden.</p>
-
-<p>Wo sind denn aber, kann man fragen, die neuen Verbindungen
-hingekommen, welche durch die Umsetzung der Bestandtheile
-der Organe, der Muskelfaser, der Substanz der
-Membranen und Zellen, der Nerven- und Gehirnsubstanz,
-entstanden sind?</p>
-
-<p>Diese neuen Verbindungen, sie konnten keinen Moment,
-insofern sie l&ouml;slich waren, an dem Platze beharren, wo sie
-entstanden sind, denn eine sehr wohlbekannte Th&auml;tigkeit, die<span class="pagenum" id="Page59">[59]</span>
-Blutcirculation n&auml;mlich, widersetzt sich diesem Beharren.</p>
-
-<p>Durch die Erweiterung des Herzens, in dem sich zwei
-Systeme von Kan&auml;len vereinigen, welche sich in ein unendlich
-feines Netzwerk von R&ouml;hrchen durch alle Theile des Thierk&ouml;rpers
-hin verzweigen, entsteht abwechselnd ein luftleerer
-Raum, in dessen unmittelbarer Folge, durch den &auml;u&szlig;ern
-atmosph&auml;rischen Druck, alle Fl&uuml;ssigkeiten, die in dieses R&ouml;hrensystem
-gelangen k&ouml;nnen, nach der einen Seite des Herzens
-hin mit gro&szlig;er Gewalt getrieben werden. Diese Bewegung
-wird bei der Zusammenziehung des Herzens durch einen von
-dem Gewichte der Atmosph&auml;re unabh&auml;ngigen Druck aufs
-kr&auml;ftigste unterst&uuml;tzt.</p>
-
-<p>Wir haben mit einem Worte in dem Herzen eine Druckpumpe,
-durch welche arterielles Blut in alle Theile des K&ouml;rpers
-getrieben wird, und eine Saugpumpe, durch welche alle Fl&uuml;ssigkeiten,
-von welcher Beschaffenheit sie auch sein m&ouml;gen, sobald
-sie in das R&ouml;hrensystem der Saugadern, die sich mit den Venen
-vereinigen, gelangen k&ouml;nnen, nach dem Herzen hin gef&uuml;hrt
-werden. Diese Aufsaugung, in Folge des im Herzen entstandenen
-luftleeren Raums, ist ein rein mechanischer Act, der
-sich, wie bemerkt, auf fl&uuml;ssige Stoffe jeder Art, Salzaufl&ouml;sungen,
-Gifte &amp;c. erstreckt. Es ist nun einleuchtend, da&szlig; durch
-das Einstr&ouml;men des arteriellen Blutes in die Capillargef&auml;&szlig;e
-alle dort vorhandenen Fl&uuml;ssigkeiten, sagen wir die l&ouml;slichen
-Verbindungen, die durch die Umsetzung der Gebilde entstanden
-sind, eine Bewegung nach dem Herzen hin empfangen m&uuml;ssen.</p>
-
-<p>Diese Materien k&ouml;nnen zur Neubildung der n&auml;mlichen<span class="pagenum" id="Page60">[60]</span>
-Organe, aus denen sie entstanden sind, nicht verwendet werden;
-sie gelangen durch das Saug- und Lymphgef&auml;&szlig;system in
-die Venen, wo ihre Anh&auml;ufung dem Ern&auml;hrungsproce&szlig; eine
-sehr rasche Grenze setzen w&uuml;rde, wenn sich dieser Ansammlung
-nicht zwei, ganz besonders zu diesem Zwecke eingerichtete,
-Filtrirapparate widersetzen w&uuml;rden.</p>
-
-<p>Das ven&ouml;se Blut nimmt, ehe es zum Herzen gelangt,
-seinen Weg durch die Leber, das arterielle Blut geht durch
-die Nieren, welche alle f&uuml;r den Ern&auml;hrungsproce&szlig; untauglichen
-Stoffe davon scheiden.</p>
-
-<p>Die neuentstandenen Verbindungen, welche den Stickstoff
-der umgesetzten Organe enthalten, sammeln sich in der
-Harnblase an und treten, indem sie einer weiteren Verwendung
-durchaus unf&auml;hig sind, aus dem K&ouml;rper aus.</p>
-
-<p>Alle anderen, welche den Kohlenstoff der umgesetzten Gebilde
-enthalten, sammeln sich in Gestalt einer l&ouml;slichen, mit
-Wasser in allen Verh&auml;ltnissen mischbaren Natronverbindung
-in der Gallenblase an, aus der sie sich im Duodenum mit
-dem Speisebrei wieder mischen. Alle Theile der Galle, die ihre
-L&ouml;slichkeit in dem Verdauungsproce&szlig; nicht verlieren, kehren
-w&auml;hrend der Verdauung frisch genossener Nahrung im unendlich
-fein zertheilten Zustande wieder in den K&ouml;rper zur&uuml;ck.
-Das Natron der Galle, so wie alle durch schwache S&auml;ure
-nicht f&auml;llbaren, kohlenstoffreichen Bestandtheile (diese betragen
-<sup>99</sup>&#8260;<sub>100</sub> aller &uuml;brigen), behalten ihre F&auml;higkeit, durch die Saugadern
-des D&uuml;nndarms und Dickdarms wieder resorbirt zu
-werden, unver&auml;ndert bei. Ja diese F&auml;higkeit ist direct beweisbar<span class="pagenum" id="Page61">[61]</span>
-durch gallehaltige Klystiere, deren Gallegehalt mit
-der Fl&uuml;ssigkeit im Mastdarm verschwindet.</p>
-
-<p>Die stickstoffhaltigen Verbindungen, welche in Folge der
-Umsetzung der Gebilde entstanden, wir wissen genau, da&szlig; sie,
-durch die Nieren von dem arteriellem Blute geschieden, als einer
-weiteren Ver&auml;nderung durchaus unf&auml;hig, aus dem K&ouml;rper
-treten, aber die kohlenstoffreichen Produkte, sie kehren in den
-K&ouml;rper des fleischfressenden Thieres zur&uuml;ck.</p>
-
-<p>Die Nahrung des fleischfressenden Thieres ist identisch
-mit den Hauptbestandtheilen seines K&ouml;rpers; die Metamorphosen,
-welche seine Gebilde erfahren, sie m&uuml;ssen identisch
-sein mit den Ver&auml;nderungen, welche in ihren Lebensakten
-ihre Nahrungsmittel erleiden.</p>
-
-<p>Das verzehrte Fleisch und Blut giebt seinen Kohlenstoff
-zur Unterhaltung des Respirationsprocesses her, seinen Stickstoff
-erhalten wir als Harnstoff oder Harns&auml;ure wieder. Ehe
-aber diese letzte Ver&auml;nderung erfolgt, wird das todte Fleisch
-und Blut zu lebendigem Fleisch und Blut, und es ist im
-eigentlichen Sinne der Kohlenstoff der durch Umsetzung der
-lebenden Gebilde entstandenen Verbindungen, welcher zur
-Hervorbringung der thierischen W&auml;rme dient.</p>
-
-<p>Die Speise des Fleischfressers verwandelt sich in Blut,
-das Blut ist bestimmt zur Reproduktion der Organe, durch
-die Blutcirculation wird ein Strom von Sauerstoff allen
-Theilen des K&ouml;rpers zugef&uuml;hrt. Die Tr&auml;ger dieses Sauerstoffs,
-die Blutk&ouml;rperchen, welche nachweisbar keinen Antheil
-an dem Nutritionsprocesse nehmen, geben ihn beim Durchgang<span class="pagenum" id="Page62">[62]</span>
-durch die Capillargef&auml;&szlig;e wieder ab. Dieser Sauerstoffstrom
-begegnet auf diesem Wege den durch die Umsetzung
-der Gebilde entstandenen Verbindungen, er verbindet sich mit
-ihrem Kohlenstoff zu Kohlens&auml;ure, mit ihrem Wasserstoff zu
-Wasser, und alles, was diesen Oxydationsproce&szlig; nicht erlitten
-hat, kehrt in der Form von Galle wieder in den K&ouml;rper
-zur&uuml;ck, wo sie nach und nach v&ouml;llig verschwindet.</p>
-
-<p>Bei den Fleischfressern enth&auml;lt die Galle den Kohlenstoff
-der umgesetzten Gebilde, dieser Kohlenstoff verschwindet in
-dem thierischen K&ouml;rper, die Galle verschwindet in dem Lebensproce&szlig;,
-ihr Kohlenstoff tritt als Kohlens&auml;ure, ihr Wasserstoff
-als Wasser durch Haut und Lunge aus; es ist
-klar, die Bestandtheile der Galle dienen zur Respiration und
-zur Hervorbringung der animalischen W&auml;rme. Alle Theile
-der Nahrung der Fleischfresser sind f&auml;hig in Blut &uuml;berzugehen,
-ihre Excremente enthalten nur anorganische Substanz
-(Knochenerde &amp;c.), und was wir an organischen Stoffen diesen
-beigemischt finden, sind lediglich Excretionen, welche den
-Durchgang durch die Eingeweide vermitteln. Bei den fleischfressenden
-Thieren enthalten die Excremente keine Galle, kein
-Natron; keine Spur einer der Galle &auml;hnlichen Substanz
-wird von Wasser daraus aufgenommen, die Galle ist aber
-in allen Verh&auml;ltnissen darin l&ouml;slich und damit mischbar.</p>
-
-<p>Ueber den Ursprung der Bestandtheile des Harns und der
-Galle k&ouml;nnen die Physiologen nicht im Zweifel sein; wenn
-der Magen bei Enthaltung aller Speise sich darmartig zusammenzieht,
-kann sich aus der Gallenblase, da sie keine Bewegung<span class="pagenum" id="Page63">[63]</span>
-empf&auml;ngt, keine Galle ergie&szlig;en; in dem K&ouml;rper der
-Verhungerten finden wir die Gallenblase straff und voll. Wir
-beobachten Galle- und Harnsekretion bei den Winterschl&auml;fern,
-wir wissen, da&szlig; der Harn der Thiere (Hunde), die w&auml;hrend
-18 bis 20 Tagen keine andere Nahrung als reinen Zucker
-bekamen, ebensoviel an dem stickstoffreichsten Produkt des
-Thierk&ouml;rpers, ebensoviel Harnstoff enthielt, als im gesunden
-Zustande (<span class="gesp2">Marchand</span>, <span class="gesp2">Erdm</span>. J. <span class="antiqua">XIV.</span>
-<span class="antiqua">p.</span> 495.). Unterschiede
-in der Menge des secernirten Harnstoffs erkl&auml;ren sich
-in diesen und &auml;hnlichen Versuchen durch den Mangel oder
-die Gestattung der nat&uuml;rlichen Bewegungen. Eine jede Bewegung
-steigert den Umsatz der Gebilde, nach einem jeden
-Spaziergang vermehrt sich beim Menschen die Harnsekretion.</p>
-
-<p>Der Harn der S&auml;ugethiere, V&ouml;gel, der Amphibien enth&auml;lt
-Harns&auml;ure oder Harnstoff, der Koth der Weichthiere,
-der Insecten, der Canthariden, des Seidenwurm-Schmetterlings
-enth&auml;lt harnsaures Ammoniak; die Best&auml;ndigkeit des
-Vorkommens einer oder zweier Stickstoff-Verbindungen in
-den Ausleerungen der Thiere, bei einer so gro&szlig;en Verschiedenheit
-in der genossenen Nahrung, zeigt mit Bestimmtheit
-an, da&szlig; sie aus einer und derselben Quelle entspringen.</p>
-
-<p>Ebensowenig zweifelhaft kann man &uuml;ber die Rolle sein,
-welche die Galle in dem Lebensproce&szlig; &uuml;bernimmt. Wenn
-man sich erinnert, da&szlig; essigsaures Kali, in der Form eines
-Klystiers oder als Fu&szlig;bad genommen, den Harn im hohen
-Grade alkalisch macht (<span class="gesp2">Rehberger</span> in <span class="gesp2">Tiedemann&#8217;s</span> Zeitschrift
-f&uuml;r Physiologie <span class="antiqua">II.</span> 149.),
-da&szlig; die Umwandlung, welche<span class="pagenum" id="Page64">[64]</span>
-hier die Essigs&auml;ure erf&auml;hrt, nicht ohne ein Hinzutreten von
-Sauerstoff gedacht werden kann, so ist klar, da&szlig; die l&ouml;slichen
-Bestandtheile der Galle, ver&auml;nderlich im hohen Grade, so wie
-wir sie kennen, <span class="gesp2">welche</span> durch die Eingeweide in den Organismus
-wieder zur&uuml;ckkehren, da sie zur Blutbildung nicht verwendet
-werden k&ouml;nnen, der Einwirkung des Sauerstoffs in
-einer ganz &auml;hnlichen Weise unterliegen m&uuml;ssen. Die Galle
-ist eine Natronverbindung, deren Bestandtheile in dem K&ouml;rper
-des fleischfressenden Thieres bis auf das Natron verschwinden.</p>
-
-<p>Nach der Ansicht vieler der ausgezeichnetsten Physiologen
-ist die Galle zur Ausleerung bestimmt, und nichts kann gewisser
-sein, als da&szlig; eine an Stickstoff so arme Materie in
-dem Nutritionsproce&szlig; keine Rolle &uuml;bernimmt, allein die quantitative
-Physiologie mu&szlig; die Ansicht, da&szlig; sie zu keinerlei
-Zwecken dient, da&szlig; sie unf&auml;hig zu weiteren Ver&auml;nderungen
-ist, mit Entschiedenheit zur&uuml;ckweisen.</p>
-
-<p>Kein Bestandtheil eines Organs enth&auml;lt Natron, nur in
-dem Blute (<span class="antiqua">Serum</span>), in dem Gehirnfett und in der Galle
-haben wir Natronverbindungen. Wenn die Natronverbindungen
-des Bluts in Muskelfaser, in Membranen und Zellen
-&uuml;bergehen, so mu&szlig; ihr Natron in eine neue, in eine andere
-Verbindung treten; das in Muskelfaser, in Membranen &uuml;bergehende
-Blut giebt sein Natron an Verbindungen ab, welche
-durch die Umsetzung der Gebilde entstanden sind. Eine dieser
-neuen Natronverbindungen erhalten wir in der Galle
-wieder.</p>
-
-<p>W&auml;re die Galle zur Ausleerung bestimmt, so m&uuml;&szlig;ten<span class="pagenum" id="Page65">[65]</span>
-wir sie ver&auml;ndert oder unver&auml;ndert, wir m&uuml;&szlig;ten das Natron
-in den festen Excrementen wiederfinden. Aber bis auf gewisse
-Mengen von Kochsalz und schwefelsauren Salzen, welche
-Bestandtheile aller thierischen Fl&uuml;ssigkeiten sind, finden wir
-in den festen Excrementen nur Spuren von Natronverbindungen.
-Das Natron der Galle ist aber jedenfalls aus den
-Eingeweiden in den Organismus wieder zur&uuml;ckgekehrt, und
-das n&auml;mliche mu&szlig; von den organischen Stoffen gelten, die
-mit diesem Natron verbunden bleiben.</p>
-
-<p>Ein Mensch secernirt nach den Beobachtungen der Physiologen
-17-24 Unzen Galle, ein gro&szlig;er Hund 36 Unzen,
-ein Ochse 37 Pfd. Galle (<span class="gesp2">Burdach&#8217;s</span> Physiologie 5r
-Band S. 260.) Die festen Excremente eines Menschen wiegen
-aber durchschnittlich nicht &uuml;ber 5<sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub> Unzen, die eines
-Pferdes 28<sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub> Pfd. <span class="gesp2">Boussingault</span>
-(7<sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub> Pfd. trockne Substanz
-und 21 Pfd. Wasser). Die letzteren geben mit Alkohol
-behandelt nur <sup>1</sup>&#8260;<sub>76</sub> ihres Gewichts l&ouml;sliche Theile ab. Dieser
-sechsundsiebzigste Theil von dem Gewicht der festen Excremente
-des Pferdes m&uuml;&szlig;te Galle sein.</p>
-
-<p>Den Wassergehalt der Galle zu 90 <span class="antiqua">pCt.</span> angenommen,
-secernirt ein Pferd t&auml;glich 592 Unzen Galle, welche 59,2 Unzen
-feste Substanz enthalten, w&auml;hrend aus 120 Unzen trockner
-Excremente (7<sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub> Pfd.) nur 6 Unzen einer Substanz
-ausziehbar sind, die man f&uuml;r Galle nehmen k&ouml;nnte. Aber
-das, was der Alkohol aus den Excrementen aufl&ouml;s&#8217;t, ist keine
-Galle mehr, von dem Weingeist befreit bleibt ein weicher,
-&ouml;lartiger R&uuml;ckstand, welcher seine L&ouml;slichkeit im Wasser g&auml;nzlich<span class="pagenum" id="Page66">[66]</span>
-eingeb&uuml;&szlig;t hat, er hinterl&auml;&szlig;t nach dem Verbrennen keine
-alkalische Asche, kein <span class="nowrap">Natron<a id="ENanchor10"></a><a href="#Endnote10" class="enanchor">[E10]</a></span>.</p>
-
-<p>W&auml;hrend dem Verdauungsproce&szlig; ist also das Natron der
-Galle und mit ihm alle Bestandtheile derselben, die ihre L&ouml;slichkeit
-nicht verloren haben, in den Organismus zur&uuml;ckgekehrt;
-wir finden dieses Natron in dem neugebildeten Blute
-wieder, wir finden es zuletzt in der Form von phosphorsaurem,
-kohlensaurem und hippursaurem Natron im Urin. In
-1000 Theilen fester, frischer Menschenexcremente fand <span class="gesp2">Berzelius</span>
-nur 9 Theile einer der Galle &auml;hnlichen Substanz, f&uuml;nf
-Unzen w&uuml;rden hiernach nur 21 Gran fester Galle enthalten,
-entsprechend mit ihrem Wassergehalte 200 Gr. Galle im nat&uuml;rlichen
-Zustande; es werden aber beim Menschen 9640 bis
-11520 Gran Galle t&auml;glich secernirt, also 45- bis 56mal
-mehr als man in den durch den Darmkanal ausgeleerten
-Stoffen nachzuweisen vermag.</p>
-
-<p>Welche Vorstellung man nun auch hegen mag &uuml;ber die
-Richtigkeit der physiologischen Versuche in Beziehung auf
-die Menge der in verschiedenen Thierklassen secernirten Galle,
-so viel ist vollkommen gewi&szlig;, da&szlig; auch das Maximum derselben
-noch nicht den Kohlenstoff enth&auml;lt, den ein Mensch
-oder ein Pferd in 24 Stunden ausathmet. Mit allen ihren
-Gemeng- oder Bestandtheilen an Fett &amp;c. enthalten 100 Theile
-fester Galle nicht &uuml;ber 69 <span class="antiqua">pCt.</span> Kohlenstoff; in 37 Pfd. Galle,
-die ein Pferd secernirt, sind demnach nur 80 Loth Kohlenstoff
-enthalten. Das Pferd athmet aber t&auml;glich nahe doppelt
-soviel Kohlenstoff in der Form von Kohlens&auml;ure aus. Ein<span class="pagenum" id="Page67">[67]</span>
-ganz &auml;hnliches Verh&auml;ltni&szlig; findet bei dem Menschen statt.</p>
-
-<p>Mit dem zur Neubildung und Reproduction bestimmten
-Stoff wird durch die Blutcirculation allen Theilen
-des K&ouml;rpers Sauerstoff zugef&uuml;hrt. Welche Verbindung
-dieser Sauerstoff in dem Blut auch eingegangen sein
-mag, es mu&szlig; als gewi&szlig; angenommen werden, da&szlig; diejenigen
-Bestandtheile, welche zur Reproduktion verwendet
-werden, keine wesentliche Ver&auml;nderung durch ihn erlitten
-haben, in der Muskelfaser finden wir das Fibrin mit allen
-seinen Eigenschaften, die es im ven&ouml;sen Blute besitzt, wieder
-vor, das Albumin im Blut nimmt kein Sauerstoffgas
-auf; der im Blute aufgenommene Sauerstoff mag dazu gedient
-haben, um gewisse unbekannte Bestandtheile des Blutes
-in Gaszustand zu versetzen, aber die zur Ern&auml;hrung und
-Reproduktion dienenden bekannten Hauptbestandtheile desselben,
-sie k&ouml;nnen von der Natur nicht dazu bestimmt sein, um
-den Respirationsproce&szlig; zu unterhalten, keine ihre Eigenschaften
-rechtfertigt eine solche Vorstellung.</p>
-
-<p>Ohne die Frage &uuml;ber den Antheil, den die Galle an den
-Lebensprocessen nimmt, hier einer ersch&ouml;pfenden Er&ouml;rterung
-zu unterwerfen, geht, wie bemerkt, aus der einfachen Vergleichung
-der assimilirbaren Bestandtheile der Nahrung eines
-fleischfressenden Thieres mit den letzten Producten, in die sie
-verwandelt wird, hervor, da&szlig; aller Kohlenstoff derselben,
-der sich nicht im Harne befindet, in der Form von Kohlens&auml;ure
-ausgetreten ist.</p>
-
-<p>Dieser Kohlenstoff stammte aber von der Substanz der<span class="pagenum" id="Page68">[68]</span>
-umgesetzten Gebilde und, dieses festgesetzt, l&ouml;s&#8217;t sich die Frage
-&uuml;ber die Nothwendigkeit des Vorhandenseins von kohlenstoffreichen
-und stickstofflosen Materien in der Nahrung der
-jugendlichen Carnivoren und der pflanzenfressenden Thiere
-auf eine h&ouml;chst einfache Weise.</p>
-
-<h3><span class="antiqua">XII.</span></h3>
-
-<p>Es ist eine unbestreitbare Thatsache, da&szlig; in einem <span class="gesp2">erwachsenen</span>
-fleischfressenden Thiere, was an Gewicht von
-Tag zu Tag weder merklich zunimmt, noch abnimmt, Nahrung,
-Umsetzung der Gebilde und Sauerstoffverbrauch in einem
-ganz bestimmten Verh&auml;ltni&szlig; zu einander stehen.</p>
-
-<p>Der Kohlenstoff der entwichenen Kohlens&auml;ure, der des
-Harns, der Stickstoff des Harns und der Wasserstoff, welcher
-als Ammoniak und Wasser austritt, diese Elemente zusammengenommen
-m&uuml;ssen dem Gewicht nach vollkommen gleich
-sein dem Kohlenstoff, Wasserstoff und Stickstoff der umgesetzten
-Gebilde, und, insofern diese durch die Nahrung genau
-ersetzt worden sind, dem Kohlenstoff, Stickstoff und Wasserstoff
-der Nahrung. W&auml;re dies nicht der Fall, so w&uuml;rde das
-Gewicht des Thieres sich nicht gleich bleiben k&ouml;nnen.</p>
-
-<p>Das Gewicht des sich entwickelnden jungen fleischfressenden
-Thieres bleibt sich aber nicht gleich, es nimmt im Gegentheile
-von Tag zu Tag um eine bestimmbare Gr&ouml;&szlig;e zu.</p>
-
-<p>Diese Thatsache setzt voraus, da&szlig; der Assimilationsproce&szlig;
-in dem jugendlichen Thiere st&auml;rker, intensiver ist, als der<span class="pagenum" id="Page69">[69]</span>
-Proce&szlig; der Umsetzung der vorhandenen Gebilde. W&auml;ren beide
-Th&auml;tigkeiten gleich, so k&ouml;nnte ihr Gewicht nicht zunehmen,
-w&auml;re der Verbrauch gr&ouml;&szlig;er, so m&uuml;&szlig;te sich ihr Gewicht vermindern.</p>
-
-<p>Der Blutumlauf ist in dem jungen Thiere aber nicht
-schw&auml;cher, er ist im Gegentheil beschleunigter, die Athembewegungen
-sind rascher, und bei gleichem K&ouml;rper-Volum mu&szlig; der
-Sauerstoffverbrauch eher gr&ouml;&szlig;er als kleiner sein, wie bei erwachsenen
-Thieren. Aber da die Umsetzung der Gebilde
-langsamer vor sich geht, so w&uuml;rde es an denjenigen Materien
-fehlen, deren Kohlenstoff und Wasserstoff sich zur Verbindung
-mit dem Sauerstoff eignet, denn es sind ja bei den fleischfressenden
-Thieren die neuen Verbindungen, die aus der Umsetzung
-der Organe entstanden, welche die Natur zum Widerstande
-gegen den einwirkenden Sauerstoff und zur Hervorbringung der
-animalischen W&auml;rme bestimmt hat. Was also an diesem Widerstande
-fehlt, setzt eine bewunderungsw&uuml;rdige Weisheit dem
-jungen Thiere in seiner Nahrung zu.</p>
-
-<p>Der Kohlenstoff und Wasserstoff der Butter, der Kohlenstoff
-des Milchzuckers, aus welchen kein Bestandtheil zu Blut, zu
-Fibrin und Albumin werden kann, sie sind zur Unterhaltung
-des Respirationsprocesses in einem Lebensalter bestimmt, wo
-ein st&auml;rkerer Widerstand sich der Metamorphose der vorhandenen
-Gebilde entgegensetzt, der Erzeugung von Stoffen also,
-welche im erwachsenen Zustande in v&ouml;llig zur Respiration ausreichender
-Menge produzirt werden.</p>
-
-<p>Das junge Thier empf&auml;ngt seine Blutbestandtheile in dem<span class="pagenum" id="Page70">[70]</span>
-Casein der Milch, eine Umsetzung der vorhandenen Gebilde
-geht vor sich, denn Gallen- und Harnsekretion finden statt, die
-Substanz der umgesetzten Gebilde tritt in der Form von Harn
-und von Kohlens&auml;ure und Wasser aus ihrem K&ouml;rper, allein die
-Butter und der Milchzucker der Milch sind ebenfalls verschwunden,
-sie lassen sich in den Faeces nicht nachweisen.</p>
-
-<p>Butter und Milchzucker sind in der Form von Wasser und
-Kohlens&auml;ure ausgetreten und ihre Verwandlung, in Sauerstoffverbindungen
-beweist aufs klarste, da&szlig; weit mehr Sauerstoff aufgenommen
-wurde, als n&ouml;thig war, um mit dem Kohlenstoff und
-Wasserstoff der umgesetzten Gebilde Kohlens&auml;ure und Wasser
-zu bilden.</p>
-
-<p>Die in dem Lebensproce&szlig; des jungen Thieres vor sich gehende
-Ver&auml;nderung und Umsetzung der Gebilde liefert demgem&auml;&szlig;,
-in einer gegebenen Zeit, weit weniger Kohlenstoff und
-Wasserstoff in der zur Respiration geeigneten Form, als dem
-aufgenommenen Sauerstoff entspricht, die Substanz ihrer Organe
-w&uuml;rde einen rascheren Stoffwechsel erfahren, sie w&uuml;rde
-der Einwirkung des Sauerstoffs unterliegen m&uuml;ssen, wenn der
-fehlende Kohlenstoff und Wasserstoff von einer andern Quelle
-nicht geliefert werden w&uuml;rde.</p>
-
-<p>Die fortschreitende Zunahme an Masse, die freie und ungehinderte
-Entwickelung der Organe des jungen Thieres, sie wird
-also durch die Gegenwart fremder Materien bedingt, die in dem
-Ern&auml;hrungsproce&szlig; keine andere Rolle spielen, als da&szlig; sie die
-neu sich bildenden Organe vor der Einwirkung des Sauerstoffs
-sch&uuml;tzen, ihre Bestandtheile sind es, die sich mit dem Sauerstoff<span class="pagenum" id="Page71">[71]</span>
-verbinden; ohne zu unterliegen, w&uuml;rden die Organe selbst diesen
-Widerstand nicht &uuml;bernehmen k&ouml;nnen, d. h. eine Zunahme
-an Masse, bei gleichem Sauerstoffverbrauch, w&uuml;rde schlechterdings
-unm&ouml;glich seyn.</p>
-
-<p>Ueber den Zweck, zu welchem die Natur der Nahrung der
-jungen S&auml;ugthiere stickstofffreie Materien zugesetzt hat, die ihr
-Organismus zur eigentlichen Ern&auml;hrung, zu Blutbildung nicht
-verwenden kann, Materien, die zur Unterhaltung ihrer Lebensfunktionen
-in erwachsenem Zustande v&ouml;llig entbehrlich sind, kann
-man nach dem Vorhergehenden nicht zweifelhaft seyn. Bei den
-fleischfressenden V&ouml;geln ist der Mangel aller Bewegung offenbar
-ein Grund eines verminderten Stoffwechsels.</p>
-
-<p>Der Ern&auml;hrungsproce&szlig; der fleischfressenden Thiere stellt
-sich mithin in zwei Formen dar, von denen wir die eine Form
-in den gras- und k&ouml;rnerfressenden Thieren wiederkehren sehen.</p>
-
-<h3><span class="antiqua">XIII.</span></h3>
-
-<p>Bei dieser Thierklasse beobachten wir, da&szlig; w&auml;hrend ihrer
-ganzen Lebensdauer ihre Existenz an die Aufnahme von Stoffen
-gekn&uuml;pft ist, welche eine dem Milchzucker gleiche oder &auml;hnliche
-Zusammensetzung besitzen. Allem was sie genie&szlig;en, ist jederzeit
-eine gewisse Quantit&auml;t von Amylon (St&auml;rke), oder Gummi,
-oder Zucker beigemischt.</p>
-
-<p>Die am meisten verbreitete Substanz dieser Klasse ist das
-Amylon; es findet sich in Wurzeln, Samen, in den Stengeln,
-in dem Holzk&ouml;rper, abgelagert in der Form von rundlichen oder<span class="pagenum" id="Page72">[72]</span>
-ovalen K&ouml;rnchen, welche nur in der Gr&ouml;&szlig;e, aber keineswegs
-in der chemischen <span class="nowrap">Zusammensetzung<a id="ENanchor11"></a><a href="#Endnote11"
-class="enanchor">[E11]</a></span> von einander abweichen.
-Wir finden in einer und derselben Pflanze, in den Erbsen z. B.,
-St&auml;rkemehl von ungleicher Gr&ouml;&szlig;e, in dem ausgepre&szlig;ten Saft
-von Erbsenstengeln haben die sich absetzenden St&auml;rkek&ouml;rnchen
-einen Durchmesser von <sup>1</sup>&#8260;<sub>200</sub> bis <sup>1</sup>&#8260;<sub>150</sub> Millimeter, w&auml;hrend die
-St&auml;rkek&ouml;rnchen der Samenlappen drei- bis viermal gr&ouml;&szlig;er sind.
-Vor allen andern sind die St&auml;rkek&ouml;rnchen der Pfeilwurzel und
-der Kartoffel ausgezeichnet durch ihre Gr&ouml;&szlig;e, die des Reises
-und des Weitzens durch ihre Kleinheit.</p>
-
-<p>Es ist wohlbekannt, da&szlig; durch sehr verschiedene Einwirkungen
-das St&auml;rkemehl &uuml;bergef&uuml;hrt werden kann in Zucker; dies
-geschieht in dem Keimungsproce&szlig; (in dem Malzproce&szlig;), und
-namentlich durch die Einwirkung von S&auml;uren. Die Ueberf&uuml;hrung
-des St&auml;rkemehls in Zucker wird, wie sich durch die Analyse
-darthun l&auml;&szlig;t, durch eine einfache Aufnahme der Bestandtheile
-des Wassers <span class="nowrap">bewirkt<a id="ENanchor12"></a><a href="#Endnote12" class="enanchor">[E12]</a></span>.</p>
-
-<p>Allen Kohlenstoff der St&auml;rke, wir bekommen ihn in dem
-Zucker wieder, es ist keiner ihrer Bestandtheile ausgetreten,
-und au&szlig;er den Elementen des Wassers ist kein fremdes Element
-hinzugetreten.</p>
-
-<p>In sehr vielen, namentlich fleischigen Fr&uuml;chten, die im unreifen
-Zustande sauer und herbe, im reifen hingegen s&uuml;&szlig; sind,
-wie in den Aepfeln und Birnen, entsteht der Zucker aus dem
-Amylon, was diese Fr&uuml;chte enthalten.</p>
-
-<p>Wenn man unreife Aepfel oder Birnen auf einem Reibeisen
-in einen Brei verwandelt und diesen auf einem feinen Sieb mit<span class="pagenum" id="Page73">[73]</span>
-Wasser ausw&auml;scht, so setzt sich aus der tr&uuml;ben ablaufenden
-Fl&uuml;ssigkeit ein h&ouml;chst feines St&auml;rkmehl ab, von dem man in den
-sogenannten reifen Fr&uuml;chten keine Spur mehr wahrnimmt.
-Manche von diesen Obstsorten werden auf dem Baume s&uuml;&szlig;
-(Sommer-Birnen, -Aepfel), andere hingegen erst einige Zeit
-nachher, wenn sie, vom Baume genommen, aufbewahrt werden.
-Dieses sogenannte Nachreifen, wie man dieses S&uuml;&szlig;werden nennt,
-ist ein rein chemischer Proce&szlig;, der mit dem Pflanzenleben nichts
-zu thun hat. Mit dem Aufh&ouml;ren der Vegetation ist die Frucht
-zur Fortpflanzung geeignet, d. h. der Kern ist v&ouml;llig reif, allein
-die fleischige H&uuml;lle unterliegt von diesem Zeitpunkte an der
-Einwirkung der Atmosph&auml;re, sie nimmt wie alle verwesenden
-Substanzen Sauerstoff auf, und es trennt sich von ihrer Substanz
-eine gewisse Menge kohlensaures Gas.</p>
-
-<p>Aehnlich nun wie die St&auml;rke in faulendem Kleister oder durch
-verwesenden Kleber in Zucker &uuml;bergef&uuml;hrt wird, verwandelt sich das
-Amylon der genannten verwesenden Fr&uuml;chte in Traubenzucker, sie
-werden in dem Verh&auml;ltni&szlig; s&uuml;&szlig;er, als sie mehr St&auml;rke enthielten.</p>
-
-<p>Zwischen Amylon und Zucker findet nach dem Vorerw&auml;hnten
-ein ganz bestimmter Zusammenhang statt; durch eine Menge
-chemischer Actionen, welche auf die Elemente des Amylons
-keine andere Wirkung &auml;u&szlig;ern, als da&szlig; sie die Richtung ihrer
-gegenseitigen Anziehung &auml;ndern, sind wir im Stande, das Amylon
-in Zucker und zwar in Traubenzucker &uuml;berzuf&uuml;hren.</p>
-
-<p>Der <span class="nowrap">Milchzucker<a id="ENanchor13"></a><a href="#Endnote13" class="enanchor">[E13]</a></span>
-verh&auml;lt sich in vielen Beziehungen &auml;hnlich
-wie das Amylon, er ist f&uuml;r sich der weingeistigen G&auml;hrung
-nicht f&auml;hig, er erlangt aber die Eigenschaft in Alkohol und Kohlens&auml;ure<span class="pagenum" id="Page74">[74]</span>
-zu zerfallen, wenn er mit einer g&auml;hrenden Materie
-(dem faulenden K&auml;se in der Milch) bei Gegenwart von Wasser
-einer h&ouml;heren Temperatur ausgesetzt wird. In diesem Fall verwandelt
-er sich zuerst in Traubenzucker; die n&auml;mliche Verwandlung
-erf&auml;hrt der Milchzucker, wenn er mit S&auml;uren, mit Schwefels&auml;ure
-z. B., bei gew&ouml;hnlicher Temperatur in Ber&uuml;hrung gelassen wird.</p>
-
-<p>Das Gummi hat eine dem Rohrzucker gleiche procentische
-<span class="nowrap">Zusammensetzung<a id="ENanchor14"></a><a href="#Endnote14"
-class="enanchor">[E14]</a></span>, es unterscheidet sich von den Zuckerarten
-und dem Amylon, insofern ihm die F&auml;higkeit abgeht, durch
-den Proce&szlig; der F&auml;ulni&szlig; in Weingeist und Kohlens&auml;ure zu zerfallen;
-g&auml;hrenden Substanzen zugesetzt, erleidet es keine merkliche
-Ver&auml;nderung, woraus man mit einiger Wahrscheinlichkeit
-schlie&szlig;en kann, da&szlig; seine Elemente in der Ordnung, in welcher
-sie vereinigt sind, mit einer st&auml;rkeren Kraft zusammengehalten
-sind, wie die Elemente der verschiedenen Zuckerarten.</p>
-
-<p>Einen gewissen Zusammenhang zeigt das Gummi &uuml;brigens
-mit dem Milchzucker, beide geben n&auml;mlich bei Behandlung mit
-Salpeters&auml;ure einerlei Oxydationsproducte, n&auml;mlich Schleims&auml;ure,
-die sich unter denselben Bedingungen aus den Zuckerarten nicht
-darstellen l&auml;&szlig;t.</p>
-
-<p>Wenn wir, um die Aehnlichkeit in der Zusammensetzung
-dieser verschiedenen Materien, welche in dem Ern&auml;hrungsproce&szlig;
-der pflanzenfressenden Thiere eine so wichtige Rolle &uuml;bernehmen,
-noch mehr hervortreten zu machen, 1 Aequivalent Kohlenstoff
-mit <span class="antiqua">C</span> (= 75,8 Kohlenstoff) und 1 Aequivalent Wasser
-mit <span class="antiqua">aqua</span> (= 112,4) bezeichnen, so erhalten wir f&uuml;r die Zusammensetzung
-der genannten Substanzen folgende Ausdr&uuml;cke:</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page75">[75]</span></p>
-
-<table class="zusammens" summary="Zusammensetzungen">
-
-<tr>
-<td class="left">Amylon</td>
-<td class="center padl1 padr1">=</td>
-<td class="left">12 <span class="antiqua">C</span> + 10 <span class="antiqua">aq.</span></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left">Rohrzucker</td>
-<td class="center padl1 padr1">=</td>
-<td class="left">12 <span class="antiqua">C</span> + 10 <span class="antiqua">aq.</span> + <span class="antiqua">aq.</span></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left">Gummi</td>
-<td class="center padl1 padr1">=</td>
-<td class="left">12 <span class="antiqua">C</span> + 10 <span class="antiqua">aq.</span> + <span class="antiqua">aq.</span></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left">Milchzucker</td>
-<td class="center padl1 padr1">=</td>
-<td class="left">12 <span class="antiqua">C</span> + 10 <span class="antiqua">aq.</span> + 2 <span class="antiqua">aq.</span></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left">Traubenzucker</td>
-<td class="center padl1 padr1">=</td>
-<td class="left">12 <span class="antiqua">C</span> + 10 <span class="antiqua">aq.</span> + 4 <span class="antiqua">aq.</span></td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p>Auf die n&auml;mliche Anzahl von Aequivalenten Kohlenstoff enth&auml;lt
-also das Amylon 10 Aeq. Wasser, der Rohrzucker und
-das Gummi 11 Aequivalente, der Milchzucker 12 und der krystallisirte
-Traubenzucker 14 Aequivalente Wasser, oder der Bestandtheile
-des Wassers.</p>
-
-<h3><span class="antiqua">XIV.</span></h3>
-
-<p>In diesen verschiedenen Substanzen, welche in der Nahrung
-der pflanzenfressenden Thiere niemals fehlen, ist also den stickstoffhaltigen
-Bestandtheilen derselben, dem Pflanzen-Albumin,
--Fibrin, -Casein, woraus sich ihr Blut bildet, im strengsten
-Sinne nur eine gewisse Quantit&auml;t Kohlenstoff im Ueberschusse
-zugesetzt, der in ihrem Organismus zur Erzeugung von Fibrin
-und Albumin schlechterdings nicht verwendet werden kann, weil
-ihre stickstoffhaltigen Nahrungsstoffe den zur Blutbildung erforderlichen
-Kohlenstoff schon enthalten und das Blut in dem Leibe
-der fleischfressenden Thiere erzeugt wird, ohne Mitwirkung
-dieses Ueberschusses von Kohlenstoff.</p>
-
-<p>Auf eine klare und &uuml;berzeugende Weise stellt sich der Antheil
-heraus, den diese stickstofffreien Materien an dem Nutritionsproce&szlig;<span class="pagenum" id="Page76">[76]</span>
-der pflanzenfressenden Thiere nehmen, wenn wir
-die verh&auml;ltni&szlig;m&auml;&szlig;ig so geringe Menge Kohlenstoff in Betrachtung
-ziehen, die sie in ihren stickstoffhaltigen Nahrungsmitteln
-genie&szlig;en; sie steht durchaus in keinem Verh&auml;ltni&szlig; zu dem durch
-Lunge und Haut aufgenommenen und verbrauchten Sauerstoff.</p>
-
-<p>Ein Pferd kann z. B. in vollkommen gutem Zustande erhalten
-werden, wenn ihm t&auml;glich 15 Pfd. Heu und 4<sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub> Pfd. Hafer
-zur Nahrung gegeben werden. Wenn wir uns nun den ganzen
-Gehalt dieser Nahrungsstoffe an Stickstoff, so wie ihn die
-Elementaranalyse festgesetzt hat (Heu 1,5 <span class="antiqua">pCt.</span>,
-Hafer 2,2 <span class="nowrap"><span class="antiqua">pCt.</span>)<a id="ENanchor15"></a><a
-href="#Endnote15" class="enanchor">[E15]</a></span>
-r&uuml;ckw&auml;rts in Blut, n&auml;mlich in Fibrin und Albumin, mit dem
-ganzen Wassergehalt des Blutes (80 <span class="antiqua">pCt.</span>) verwandelt denken,
-so empf&auml;ngt das Pferd t&auml;glich nur 8<sup>9</sup>&#8260;<sub>10</sub> Loth Stickstoff, welche
-etwas &uuml;ber 8 Pfd. Blut entsprechen. Mit diesem Stickstoff hat
-aber das Thier, von den andern Bestandtheilen, welche damit
-verbunden waren, nur 28<sup>9</sup>&#8260;<sub>10</sub> Loth Kohlenstoff empfangen.
-Nur 15<sup>9</sup>&#8260;<sub>10</sub> Loth von diesen 28<sup>9</sup>&#8260;<sub>10</sub> Loth Kohlenstoff konnten
-zur Respiration verwendet worden sein, denn mit dem Stickstoff,
-der durch den Harn ausgeleert wird, treten in der Form
-von Harnstoff 6 Lothe und in der Form von Hippurs&auml;ure 7
-weitere Lothe wieder aus.</p>
-
-<p>Ohne weitere Rechnung anzustellen, wird Jedermann zugeben,
-da&szlig; das Luftvolum, was ein Pferd ein- und ausathmet,
-da&szlig; die Menge des von ihm verzehrten Sauerstoffgases und in
-dessen Folge die Menge des ausgetretenen Kohlenstoffs, weit
-gr&ouml;&szlig;er ist, wie beim Respirationsproce&szlig; des Menschen. Nun
-verbraucht aber ein erwachsener Mensch t&auml;glich nahe an 28<span class="pagenum" id="Page77">[77]</span>
-Loth Kohlenstoff, und die Bestimmung von <span class="gesp2">Boussingault</span>,
-wonach ein Pferd t&auml;glich 158 Loth ausathmet, kann von der
-Wahrheit nicht sehr entfernt sein.</p>
-
-<p>In den stickstoffhaltigen Bestandtheilen seiner Nahrung erh&auml;lt
-das Pferd mithin nur etwas mehr, wie den f&uuml;nften Theil
-des Kohlenstoffs, den sein Organismus zur Unterhaltung des
-Respirationsprocesses bedarf, und wir sehen, da&szlig; die Weisheit
-des Sch&ouml;pfers allen seinen Nahrungsmitteln ohne Ausnahme
-die &uuml;brigen <sup>4</sup>&#8260;<sub>5</sub> Kohlenstoff, welche in den stickstoffhaltigen Bestandtheilen
-fehlen, in mannigfaltigen Formen, als Amylon,
-Zucker u. s. w. zugesetzt hat, welche das Thier, ohne der Einwirkung
-des Sauerstoffs zu unterliegen, nicht entbehren kann.</p>
-
-<p>Es ist offenbar, da&szlig; in dem Organismus des pflanzenfressenden
-Thieres, dessen Nahrung eine verh&auml;ltni&szlig;m&auml;&szlig;ig so kleine
-Menge seiner Blutbestandtheile enth&auml;lt, der Akt der Umsetzung
-der vorhandenen Gebilde, da&szlig; demzufolge ihre Erneuerung, die
-Reproduktion derselben, bei weitem minder rasch vor sich geht,
-wie bei den fleischfressenden Thieren, denn w&auml;re dies der Fall,
-so w&uuml;rde eine tausendmal reichere Vegetation zu ihrer Ern&auml;hrung
-nicht hinreichen; Zucker, Gummi, Amylon w&uuml;rden
-keine Bedingungen zur Erhaltung ihres Lebens sein, eben weil
-die kohlenstoffhaltigen Produkte der Umsetzung ihrer Organe
-f&uuml;r den Respirationsproce&szlig; hinreichen w&uuml;rden.</p>
-
-<p>Der fleischessende Mensch bedarf zu seiner Erhaltung und
-Ern&auml;hrung eines ungeheuren Gebietes, weiter und ausgedehnter
-noch, wie der L&ouml;we und Tiger, weil er, wenn die Gelegenheit
-sich darbietet, t&ouml;dtet, ohne zu genie&szlig;en.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page78">[78]</span></p>
-
-<p>Eine Nation von J&auml;gern auf einem begrenzten Fl&auml;chenraum
-ist der Vermehrung durchaus unf&auml;hig, der zum Athmen unentbehrliche
-Kohlenstoff mu&szlig; von den Thieren genommen werden,
-von denen auf der gegebenen Fl&auml;che nur eine beschr&auml;nkte Anzahl
-leben kann. Diese Thiere sammeln von den Pflanzen die
-Bestandtheile ihrer Organe und ihres Blutes, und liefern sie den
-von der Jagd lebenden Indianern, die sie unbegleitet von den
-stickstofffreien Substanzen genie&szlig;en, welche w&auml;hrend der Lebensdauer
-des Thieres seinen Respirationsproce&szlig; unterhielten;
-es ist bei dem fleischessenden Menschen der Kohlenstoff des
-Fleisches, welcher das Amylon, den Zucker ersetzen mu&szlig;.</p>
-
-<p>In f&uuml;nfzehn Pfund Fleisch ist aber nicht mehr Kohlenstoff
-enthalten, wie in 4 Pfund <span class="nowrap">Amylon<a id="ENanchor16"></a><a href="#Endnote16" class="enanchor">[E16]</a></span>
-und w&auml;hrend der Indianer
-mit einem einzigen Thier und einem ihm gleichen Gewichte
-Amylon eine gewisse Anzahl von Tagen hindurch sein Leben
-und seine Gesundheit w&uuml;rde erhalten k&ouml;nnen, mu&szlig; er, um den
-f&uuml;r diese Zeit, f&uuml;r seine Respiration unentbehrlichen Kohlenstoff
-zu erhalten, 5 Thiere verzehren.</p>
-
-<p>Man sieht leicht, in welchem engen Verbande die Vermehrung
-des Menschengeschlechtes mit dem Ackerbau steht. Der
-Anbau der Culturpflanzen hat zuletzt keinen andern Zweck, als
-die Hervorbringung eines Maximums der zur Assimilation und
-Respiration dienenden Stoffe, auf dem m&ouml;glichst kleinsten Raume.
-Die Getreide- und Gem&uuml;sepflanzen liefern uns in dem Amylon,
-dem Zucker, Gummi, nicht nur den Kohlenstoff, der unsere Organe
-vor der Einwirkung des Sauerstoffs sch&uuml;tzt, und in dem
-Organismus die zum Leben unentbehrliche W&auml;rme erzeugt, sondern<span class="pagenum" id="Page79">[79]</span>
-in dem Pflanzenfibrin, -Albumin und -Casein noch &uuml;berdies
-unser Blut, aus dem sich die &uuml;brigen Bestandtheile des
-K&ouml;rpers entwickeln.</p>
-
-<p>Der fleischessende Mensch athmet wie das fleischfressende
-Thier auf Kosten der Materien, die durch die Umsetzung seiner
-Organe entstanden sind, und &auml;hnlich wie der L&ouml;we, der Tiger,
-die Hy&auml;ne in den Kasten unserer Menagerien durch unaufh&ouml;rliche
-Bewegung den Umsatz ihrer Gebilde beschleunigen m&uuml;ssen,
-um den zur Respiration n&ouml;thigen Stoff zu erzeugen, mu&szlig; sich
-der Indianer, des n&auml;mlichen Zweckes wegen, den gr&ouml;&szlig;ten Anstrengungen
-und m&uuml;hevollsten Beschwerden unterziehen; er mu&szlig;
-Kraft verbrauchen, lediglich um Stoff zum Athmen zu schaffen.</p>
-
-<p>Die Cultur ist die Oekonomie der Kraft; die Wissenschaft
-lehrt uns die einfachsten Mittel erkennen, um mit dem geringsten
-Aufwand von Kraft den gr&ouml;&szlig;ten Effect zu erzielen, und
-mit gegebenen Mitteln ein Maximum von Kraft hervorzubringen.
-Eine jede unn&uuml;tze Kraft&auml;u&szlig;erung, eine jede Kraftverschwendung
-in der Agricultur, in der Industrie und der
-Wissenschaft, so wie im Staate, characterisirt die Rohheit
-oder den Mangel an Cultur.</p>
-
-<h3><span class="antiqua">XV.</span></h3>
-
-<p>Die Vergleichung der Zusammensetzung des Urins der
-fleisch- und pflanzenfressenden Thiere zeigt auf eine evidente
-Weise, da&szlig; der Act der Umsetzung der Gebilde in beiden in
-der Zeit und Form verschieden ist.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page80">[80]</span></p>
-
-<p>Der Harn der fleischfressenden Thiere ist sauer, wir haben
-darin alkalische Basen mit Harns&auml;ure, mit Phosphors&auml;ure
-und Schwefels&auml;ure vereinigt. Wir wissen genau, aus welcher
-Quelle diese beiden S&auml;uren stammen. Alle Gebilde, bis
-auf Zellen und Membranen, enthalten Phosphors&auml;ure und
-Schwefel, der durch den Sauerstoff des arteriellen Blutes in
-Schwefels&auml;ure verwandelt wird. In den verschiedenen Fl&uuml;ssigkeiten
-des Thierk&ouml;rpers finden wir nur Spuren von phosphorsauren
-oder schwefelsauren Salzen, aber in dem Harn
-finden wir beide in reichlicher Menge. Es ist klar, sie stammen
-beide von dem Phosphor und Schwefel der Gebilde,
-die sich umgesetzt haben; sie gelangen als l&ouml;sliche Salze in
-das Blut und werden bei ihrem Durchgang durch die Nieren
-davon geschieden.</p>
-
-<p>Der Harn der grasfressenden Thiere ist alkalisch; er enth&auml;lt
-kohlensaures Alkali in &uuml;berwiegender Menge und eine
-so geringe Menge von phosphorsaurem Alkali, da&szlig; sie von
-den meisten Beobachtern &uuml;bersehen worden ist.</p>
-
-<p>Der Mangel, oder, wenn man will, die Abwesenheit der
-phosphorsauren Alkalien in dem Harn der grasfressenden
-Thiere zeigt offenbar, da&szlig; diese l&ouml;slichen Salze zu bestimmten
-Zwecken verwendet werden; denn wenn wir annehmen,
-ein Pferd verzehre eine dem Gehalte des Stickstoffs (8<sup>9</sup>&#8260;<sub>10</sub>
-Loth) in seinen Nahrungsmitteln entsprechende Menge Pflanzenfibrin
-oder -Albumin, und wenn wir den umgesetzten
-Theil der Gebilde gleichsetzen dem neugebildeten, so ist die
-Quantit&auml;t der Phosphors&auml;ure, die wir in dem Urin (in<span class="pagenum" id="Page81">[81]</span>
-3 Pfund, dem t&auml;glichen Abgang nach <span class="gesp2">Boussingault</span>)
-finden m&uuml;&szlig;ten, nicht so klein, da&szlig; sie nicht mit Leichtigkeit
-durch die Analyse nachweisbar w&auml;re (sie betr&uuml;ge nach dieser
-Voraussetzung nahe an 0,8 <span class="antiqua">pCt.</span>), allein, wie bemerkt, die
-meisten Beobachter haben keine Phosphors&auml;ure darin auffinden
-k&ouml;nnen.</p>
-
-<p>Die Phosphors&auml;ure, welche in Folge der Umsetzung der
-Gebilde in der Form von l&ouml;slichem phosphorsauren Alkali
-erzeugt wird, kehrt offenbar bei diesen Thieren in den
-Organismus zur&uuml;ck, der sie zur Bildung der Gehirn- und
-Nervensubstanz nicht entbehren kann.</p>
-
-<p>Bei den pflanzenfressenden Thieren, die eine verh&auml;ltni&szlig;m&auml;&szlig;ig
-so kleine Quantit&auml;t von Phosphor oder phosphorsauren
-Salzen genie&szlig;en, sammelt der Organismus offenbar
-alle durch die Umsetzung der Gebilde erzeugten l&ouml;slichen
-phosphorsauren Salze, und verwendet sie zur Ausbildung
-der Knochen und der phosphorhaltigen Bestandtheile des
-Gehirns; die Secretionsorgane scheiden sie von dem Blute
-nicht ab. Die durch Stoffwechsel in Freiheit gesetzte Phosphors&auml;ure
-tritt nicht als phosphorsaures Natron aus; wir
-finden sie in den festen Excrementen in der Form von unl&ouml;slichen
-phosphorsauren Erden.</p>
-
-<h3><span class="antiqua">XVI.</span></h3>
-
-<p>Vergleichen wir die F&auml;higkeit der Zunahme an Masse,
-die Kraft der Assimilation in den gras- und fleischfressenden<span class="pagenum" id="Page82">[82]</span>
-Thieren, so f&uuml;hren die gew&ouml;hnlichsten Beobachtungen auf
-einen gro&szlig;en Unterschied.</p>
-
-<p>Eine Spinne, welche mit dem gr&ouml;&szlig;ten Hei&szlig;hunger das
-Blut der ersten Fliege aussaugt, wird durch die zweite und
-dritte Fliege in ihrer Ruhe nicht gest&ouml;rt; eine Katze fri&szlig;t
-die erste, vielleicht die zweite Maus, und wenn sie auch die
-dritte t&ouml;dtet, sie wird von ihr nicht verzehrt. Ganz &auml;hnliche
-Beobachtungen hat man an L&ouml;wen und Tigern gemacht; sie
-verzehren ihre Beute erst dann, wenn sich in ihnen das Bed&uuml;rfni&szlig;
-des Hungers regt. Zur blo&szlig;en Erhaltung bed&uuml;rfen
-die fleischfressenden Thiere an sich einer geringeren Menge
-von Nahrung schon deshalb, weil ihre Haut keine Schwei&szlig;poren
-hat, weil sie also bei gleichem Volum weit weniger
-W&auml;rme verlieren, als die Grasfresser, welche die verlorne
-W&auml;rme durch die Nahrung ersetzen m&uuml;ssen.</p>
-
-<p>Wie ganz anders zeigt sich die St&auml;rke und Intensit&auml;t des
-vegetativen Lebens bei den pflanzenfressenden Thieren! Ein
-Schaf, eine Kuh auf der Weide, sie fressen mit geringer Unterbrechung
-so lange die Sonne am Himmel steht. Ihr Organismus
-besitzt die F&auml;higkeit, alle Nahrung, die sie mehr
-genie&szlig;en, als sie zur Reproduction bed&uuml;rfen, in Bestandtheile
-ihres K&ouml;rpers zu verwandeln.</p>
-
-<p>Alles Blut, was mehr erzeugt wird, als zum Ersatz an
-verbrauchtem Stoff erforderlich ist, wird zur Zelle und
-Muskelfaser; das pflanzenfressende Thier wird bei gesteigerter
-Nahrung fleischig oder feist, w&auml;hrend das Fleisch des
-fleischfressenden ungenie&szlig;bar, z&auml;he und sehnenartig bleibt.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page83">[83]</span></p>
-
-<p>Denken wir uns nur einen Hirsch, ein Reh oder einen Hasen,
-welche &auml;hnliche Nahrungsmittel genie&szlig;en, wie das Rindvieh
-oder Schaf, so ist es evident, da&szlig; bei Ueberflu&szlig; an Nahrung
-ihre Zunahme an Masse (ihr Feistwerden) abh&auml;ngig ist
-von der Menge des genossenen Pflanzenalbumins, -Fibrins oder
--Caseins. Bei einer freien ungehinderten Bewegung nehmen
-sie Sauerstoff genug auf, um den Kohlenstoff des genossenen
-Gummi&#8217;s, des Amylons, des Zuckers und &uuml;berhaupt aller l&ouml;slichen
-stickstofffreien Nahrungsmittel verschwinden zu machen.</p>
-
-<p>Ganz anders stellt sich dieses Verh&auml;ltni&szlig; bei unseren Hausthieren,
-wenn wir bei reichlicher Nahrung die Abk&uuml;hlung und
-Exhalationsprocesse hindern, wenn wir sie in unseren St&auml;llen
-f&uuml;ttern, wo die freie Bewegung unterdr&uuml;ckt ist.</p>
-
-<p>Das Thier, welches den Stall nicht verl&auml;&szlig;t, fri&szlig;t und ruht
-blo&szlig;, um zu verdauen, es nimmt in der Form von stickstoffhaltigen
-Stoffen weit mehr Nahrung auf, als es zur Reproduktion
-bedarf, und in gleicher Zeit mit diesen genie&szlig;t es weit
-mehr stickstofffreie Substanzen, als zur Unterhaltung des Reproductionsprocesses
-und zum Ersatz an verlorner W&auml;rme n&ouml;thig
-sind. Mangel an Bewegung und Abk&uuml;hlung ist aber
-gleichbedeutend einem Mangel an Zufuhr von Sauerstoff; es
-nimmt, da diese vermindert sind, bei weitem weniger Sauerstoff
-auf, als zur Verwandlung des in der stickstofffreien Nahrung
-genossenen Kohlenstoffs in Kohlens&auml;ure erforderlich ist.
-Nur ein kleiner Theil dieses Ueberschusses von Kohlenstoff
-tritt aus dem K&ouml;rper bei Pferden und dem Rindvieh in der
-Form von Hippurs&auml;ure aus, alles &uuml;brige wird zur Erzeugung<span class="pagenum" id="Page84">[84]</span>
-einer Materie verwendet, die sich nur in kleinen Quantit&auml;ten
-als Bestandtheil der Nerven und des Gehirns vorfindet.</p>
-
-<p>Im normalen Zustand der Bewegung und Arbeit enth&auml;lt
-der Urin des Rindviehs und Pferdes Benzoes&auml;ure (mit 14 At.
-Kohlenstoff), sobald es ruhig im Stalle steht, hingegen Hippurs&auml;ure
-(mit 18 At. Kohlenstoff).</p>
-
-<p>Das Fleisch der wilden Thiere ist fettlos, die Hausthiere
-dagegen bedecken sich bei der M&auml;stung mit Fett.</p>
-
-<p>Lassen wir das fette Thier in freier Luft sich bewegen
-oder schwere Lasten ziehen, so verschwindet wieder das Fett.</p>
-
-<p>Es ist offenbar, die Fettbildung im Thierk&ouml;rper wird bedingt
-durch ein Mi&szlig;verh&auml;ltni&szlig; in der Menge der genossenen
-Nahrungsmittel und des durch Lunge und Haut aufgenommenen
-Sauerstoffs.</p>
-
-<p>Ein Schwein wird bei M&auml;stung mit stickstoffreichen Nahrungsmitteln
-feist; bei Kartoffel- (Amylon-) F&uuml;tterung erh&auml;lt
-es wenig Fleisch, aber eine Decke von Speck. Die Milch
-einer Kuh, welche bei Stall-F&uuml;tterung eine reichliche Menge
-Butter enth&auml;lt, wird auf freier Weide an K&auml;sestoff reicher
-und an Fett und Milchzucker in dem n&auml;mlichen Verh&auml;ltni&szlig;
-&auml;rmer. Durch Bier und amylonhaltige Nahrung w&auml;chst der
-Buttergehalt der Frauenmilch; Fleischnahrung giebt weniger,
-aber an K&auml;sestoff reichere Milch.</p>
-
-<p>Wenn man erw&auml;gt, da&szlig; in der ganzen Thierklasse der
-Carnivoren, die au&szlig;er dem verzehrten Fett kein stickstofffreies
-Nahrungsmittel genie&szlig;en, die Fettbildung im K&ouml;rper h&ouml;chst
-unbedeutend ist, da&szlig; sie auch bei diesen zunimmt (wie bei<span class="pagenum" id="Page85">[85]</span>
-Katzen und Hunden), wenn sie gemischte Nahrung genie&szlig;en,
-da&szlig; wir bei den andern Hausthieren die Fettbildung steigern
-k&ouml;nnen und zwar nur durch stickstofffreie Nahrungsmittel, so
-kann man kaum einen Zweifel hegen, da&szlig; die letzteren in einer
-ganz bestimmten Beziehung stehen m&uuml;ssen zur Fettbildung.</p>
-
-<p>Dem nat&uuml;rlichen Gange der Naturforschung gem&auml;&szlig; erschlie&szlig;en
-wir r&uuml;ckw&auml;rts aus den genossenen Nahrungsmitteln
-die entstandenen Gebilde, aus den stickstoffhaltigen Pflanzenstoffen
-die stickstoffhaltigen Bestandtheile des Blutes, und es
-ist diesem Gange v&ouml;llig angemessen, die Beziehungen der
-stickstofffreien Nahrungsmittel zu den stickstofffreien Bestandtheilen
-des Thierk&ouml;rpers festzustellen; ein enger Zusammenhang
-zwischen beiden kann nicht verkannt werden.</p>
-
-<p>Vergleichen wir die Zusammensetzung des Milchzuckers, des
-Amylons und der andern Zuckerarten mit denen des Hammeltalges,
-Ochsentalges, Menschenfettes, so finden wir, da&szlig; sie
-einerlei Verh&auml;ltni&szlig; Kohlenstoff und Wasserstoff enthalten und
-lediglich in dem Gehalte an Sauerstoff von einander abweichen.</p>
-
-<p>Hammeltalg, Menschenfett, Schweineschmalz enthalten nach
-den Analysen <span class="gesp2">Chevreul&#8217;s</span> 79 <span class="antiqua">pCt.</span>
-Kohlenstoff auf 11,1 <span class="antiqua">pCt.</span>,
-11,4 <span class="antiqua">pCt.</span>, 11,7 <span class="antiqua">pCt.</span>
-<span class="nowrap">Wasserstoff<a id="ENanchor17"></a><a href="#Endnote17" class="enanchor">[E17]</a></span>.</p>
-
-<p>Das Amylon enth&auml;lt auf&nbsp; 44,91 Kohlenstoff 6,11 Wasserstoff;
-der Zucker und das Gummi 42,58 Kohlenstoff 6,37 Wasserstoff<a id="ENanchor18"></a><a href="#Endnote18" class="enanchor">[E18]</a>.</p>
-
-<p>Nun ist aber aus dem Folgenden einleuchtend, da&szlig; diese
-Zahlen, welche das relative Gewichtsverh&auml;ltni&szlig; des Kohlenstoffs
-und Wasserstoffs im Amylon, im Zucker und im Gummi
-ausdr&uuml;cken, zu einander in dem n&auml;mlichen Verh&auml;ltni&szlig; stehen,<span class="pagenum" id="Page86">[86]</span>
-wie der Kohlenstoff und Wasserstoff in den verschiedenen Fetten.</p>
-
-<table class="fsize90" summary="Verhaeltnisse">
-
-<tr>
-<td class="left">44,91 : 6,11</td>
-<td class="center padl1 padr1">=</td>
-<td class="left">79 : 10,99</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left">42,58 : 6,37</td>
-<td class="center padl1 padr1">=</td>
-<td class="left">79 : 11,8.</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p>Es ist hieraus klar, da&szlig; durch ein einfaches Austreten
-von Sauerstoff, Amylon, Zucker und Gummi &uuml;bergehen k&ouml;nnen
-in Fett, oder, wenn man will, in einen K&ouml;rper, welcher
-genau die Zusammensetzung des Fetts besitzt. Nehmen wir
-in der That von der Formel des Amylon 9 Atome Sauerstoff
-hinweg, so haben wir in 100 Theilen:</p>
-
-<table class="fsize90" summary="zusammensetzung">
-
-<tr>
-<td class="left padr3"><span class="antiqua">C</span><sub>12</sub></td>
-<td class="right">79,4</td>
-<td rowspan="2">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3"><span class="antiqua">H</span><sub>20</sub></td>
-<td class="right">10,8</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3"><span class="antiqua">O</span></td>
-<td class="right padr0">9,8</td>
-<td class="left padl0">.</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p>Die n&auml;chste empirische Formel des Fetts ist
-<span class="antiqua">C</span><sub>11</sub><span class="antiqua">H</span><sub>20</sub><span class="antiqua">O</span>;
-sie giebt in 100 Theilen:</p>
-
-<table class="fsize90" summary="zusammensetzung">
-
-<tr>
-<td class="left padr3"><span class="antiqua">C</span><sub>11</sub></td>
-<td class="right padr0">78,9</td>
-<td rowspan="2">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3"><span class="antiqua">H</span><sub>20</sub></td>
-<td class="right padr0">11,6</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3"><span class="antiqua">O</span></td>
-<td class="right padr0">9,5</td>
-<td class="left padl0">.</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p>Nach dieser Formel w&uuml;rden sich von dem Amylon die
-Elemente von 1 Atom Kohlens&auml;ure und 7 Atome Sauerstoff
-getrennt haben.</p>
-
-<p>Mit diesen beiden Formeln stimmt aber sehr nahe die
-von allen verseifbaren fetten K&ouml;rpern &uuml;berein.</p>
-
-<p>Nehmen wir von drei Atomen Milchzucker <span class="antiqua">C</span><sub>56</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>72</sub><span class="antiqua">O</span><sub>36</sub> die
-Elemente hinweg von 4 Atomen Wasser und lassen wir
-31 Atome Sauerstoff austreten, so haben wir <span class="antiqua">C</span><sub>36</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>64</sub><span class="antiqua">O</span>,
-eine Formel, welche ein genauer Ausdruck ist f&uuml;r die Zusammensetzung
-des <span class="nowrap">Cholsterins<a id="ENanchor19"></a><a href="#Endnote19" class="enanchor">[E19]</a></span>.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page87">[87]</span></p>
-
-<p>Gleichg&uuml;ltig, welche Ansicht man auch &uuml;ber die Entstehung
-der fetten Bestandtheile des Thierk&ouml;rpers haben mag, soviel
-ist unl&auml;ugbar gewi&szlig;, da&szlig; die Wurzeln und Kr&auml;uter, welche
-die Kuh verzehrt, keine Butter enthalten, da&szlig; in dem Heu
-und der Nahrung des Rindviehs kein Ochsentalg, in der
-Kartoffelschlempe, welche die Schweine bekommen, kein Schweineschmalz
-und in dem Futter der G&auml;nse und des Gefl&uuml;gels
-kein G&auml;nsefett oder Kapaunenfett enthalten ist. Die gro&szlig;en
-Massen von Fett in dem K&ouml;rper dieser Thiere erzeugt ihr
-Organismus, und aus dieser Thatsache, ihrem wahren Werthe
-nach anerkannt, mu&szlig; geschlossen werden, da&szlig; von den Bestandtheilen
-der genossenen Nahrung eine gewisse Quantit&auml;t
-Sauerstoff in irgend einer Form austritt, denn ohne eine
-solche Ausscheidung von Sauerstoff kann kein Fett aus irgend
-einem Bestandtheil der Nahrung gebildet werden.</p>
-
-<p>Die chemische Analyse giebt auf die bestimmteste Weise
-zu erkennen, da&szlig; in den Nahrungsmitteln, die ein Thier verzehrt,
-sich eine gewisse Menge Kohlenstoff und Sauerstoff befinden,
-die, in Aequivalenten ausgedr&uuml;ckt, folgende Reihe
-bilden.</p>
-
-<table class="analyse" summary="Analyse">
-
-<tr>
-<td colspan="10" class="left">Im Pflanzenfibrin, -Albumin, -Casein</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="center padl02 padr02">sind</td>
-<td class="center">enthalten</td>
-<td class="center padl02 padr02">auf</td>
-<td class="center">120</td>
-<td class="center padl02 padr02">Aeq.</td>
-<td class="center">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl02 padr02">36</td>
-<td class="center">Aeq.</td>
-<td class="center padl02">Sauerstoff</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Im Amylon</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">120</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">100</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Im Rohrzucker</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">120</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">110</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Im Traubenzucker</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">120</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">140</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Im Gummi</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">120</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">110</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Im Milchzucker</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">120</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">120</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page88">[88]</span></p>
-
-<p>Nun sind aber in allen fetten Substanzen im Mittel <span class="gesp2">auf 120
-Aeq. Kohlenstoff nur 10 Aeq. Sauerstoff enthalten</span>.</p>
-
-<p>Da nun der Kohlenstoff der fetten Bestandtheile des Thierk&ouml;rpers
-von den Nahrungsmitteln stammt, indem es keine
-andere Quelle giebt, die ihn liefern k&ouml;nnte, so ist klar, in
-der Voraussetzung, das Fett entstehe aus Albumin, Fibrin
-oder Casein, da&szlig; f&uuml;r je 120 Aeq. Kohlenstoff, die sich als
-Fett abgelagert haben, 26 Aeq. Sauerstoff von den Bestandtheilen
-dieser Nahrungsmittel austreten m&uuml;ssen, es ist ferner
-klar, da&szlig;, wenn wir annehmen, das Fett entstehe aus Amylon,
-90 Aeq., aus Zucker 100 und aus Milchzucker 110 Aeq.
-Sauerstoff abgeschieden werden m&uuml;ssen.</p>
-
-<p>Es giebt also nur einen einzigen Weg, auf welchem die
-Fettbildung im Thierk&ouml;rper m&ouml;glich ist, und dieser ist absolut
-der n&auml;mliche, auf welchem die Fettbildung in den Pflanzen
-vor sich geht, es ist eine Scheidung und Trennung des Sauerstoffs
-von den Bestandtheilen der Nahrungsmittel.</p>
-
-<p>Der Kohlenstoff, den wir in den Samen und Fr&uuml;chten
-der Pflanzen in der Form von Oel und Fett abgelagert
-finden, er war fr&uuml;her ein Bestandtheil der Atmosph&auml;re, er
-wurde als Kohlens&auml;ure von der Pflanze aufgenommen. Sein
-Uebergang in Fett wurde unter Mitwirkung des Lichtes durch
-die vegetative Lebensth&auml;tigkeit bewirkt, der gr&ouml;&szlig;te Theil des
-Sauerstoffs dieser Kohlens&auml;ure kehrte als Sauerstoffgas in
-die Luft <span class="nowrap">zur&uuml;ck<a id="FNanchor3"></a><a href="#Footnote3"
-class="fnanchor">[F3]</a><a id="ENanchor20"></a><a href="#Endnote20" class="enanchor">[E20]</a></span>.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page89">[89]</span></p>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote3"><a href="#FNanchor3"><span class="label">[3]</span></a>
-Ueber die Bildung des Wachses aus Honig bei den Bienen siehe <a href="#Endnote20">Anhang</a>.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p>Im Gegensatz zu dieser Lebens&auml;u&szlig;erung in der Pflanze
-wissen wir, da&szlig; der Thierorganismus Sauerstoff aus der
-Luft aufsaugt und da&szlig; dieser Sauerstoff in der Form einer
-Kohlenstoff- oder Wasserstoffverbindung wieder austritt, wir
-wissen, da&szlig; durch den Akt der Bildung von Kohlens&auml;ure
-und Wasser die constante Temperatur des K&ouml;rpers hervorgebracht
-wird, da&szlig; ein Oxydationsproce&szlig; die einzige und
-Hauptquelle der animalischen W&auml;rme ist.</p>
-
-<p>Mag das Fett in Folge einer Zersetzung des Fibrins
-oder Albumins, der Hauptbestandtheile des Blutes gebildet
-werden, mag es aus Amylon, aus Zucker, aus Gummi oder
-Milchzucker entstehen, das Resultat der Zersetzung mu&szlig; begleitet
-seyn, von einer Ausscheidung des Sauerstoffs, von den
-Bestandtheilen dieser Nahrungsmittel, aber dieser Sauerstoff
-tritt nicht als Sauerstoffgas aus dem Thierk&ouml;rper aus, eben
-weil er in dem Organismus selbst, Stoffe vorfindet, welche
-die F&auml;higkeit haben, eine Verbindung mit ihm einzugehen;
-er tritt in der n&auml;mlichen Form aus, wie der durch Lunge
-und Haut aus der Luft aufgenommene Sauerstoff.</p>
-
-<p>Man beobachtet leicht, in welchem merkw&uuml;rdigen Zusammenhange
-die Fettbildung mit dem Respirationsproce&szlig; steht.</p>
-
-<h3><span class="antiqua">XVII.</span></h3>
-
-<p>Der abnorme Zustand, durch den Ablagerung von Fett
-in dem Thierk&ouml;rper bewirkt wird, beruht, wie fr&uuml;her erw&auml;hnt
-worden, auf einem Mi&szlig;verh&auml;ltni&szlig; in der Menge des genossenen<span class="pagenum" id="Page90">[90]</span>
-Kohlenstoffs und dem durch Haut und Lunge aufgenommenen
-Sauerstoff. Im normalen Zustande wird eben so viel
-Kohlenstoff ausgef&uuml;hrt wie eingef&uuml;hrt, der K&ouml;rper erh&auml;lt
-kein Uebergewicht an kohlenstoffreichen und stickstofflosen Bestandtheilen.</p>
-
-<p>Steigern wir die Zufuhr der kohlenstoffreichen Nahrungsmittel,
-so bleibt nur in dem Fall das normale Verh&auml;ltni&szlig;,
-wenn durch Bewegung und Anstrengung der Umsatz bef&ouml;rdert,
-wenn in gleichem Grade die Zufuhr an Sauerstoff vermehrt
-wird.</p>
-
-<p>Jede Art von Fettbildung ist stets die Folge eines Mangels
-an Sauerstoff, der zur Vergasung des im Ueberschusse
-zugef&uuml;hrten Kohlenstoffs unbedingt erforderlich ist. Dieser
-als Fett sich ablagernde Kohlenstoff, er zeigt sich bei dem
-Beduinen, bei dem Araber der W&uuml;ste nicht, der mit Stolz
-seine muskelstarken, magern, fettfreien, sehnenartigen Glieder
-dem Reisenden zeigt und in Liedern besingt, er zeigt sich aber
-bei der k&auml;rglichen Nahrung in den Kerkern und Gef&auml;ngnissen
-als Aufgedunsenheit, er zeigt sich in dem Weibe des Orients
-und in den wohlbekannten Bedingungen des M&auml;stens bei
-unseren Hausthieren.</p>
-
-<p>Die Erzeugung von Fett beruht auf einem Mangel an
-Sauerstoff, allein in ihr, in der Fettbildung selbst, &ouml;ffnet sich
-dem Organismus eine Quelle von Sauerstoff, eine neue Ursache
-der W&auml;rmeerzeugung.</p>
-
-<p>Der in Folge der Fettbildung freiwerdende Sauerstoff,
-er tritt aus dem K&ouml;rper als eine Kohlenstoff- oder Wasserstoffverbindung<span class="pagenum" id="Page91">[91]</span>
-aus, mag nun dieser Kohlenstoff oder Wasserstoff
-von der Substanz selbst, die auch den Sauerstoff zuf&uuml;hrte,
-oder mag er von einer andern Verbindung genommen
-worden sein, es mu&szlig; durch diese Kohlens&auml;ure- oder Wasserbildung
-ebensoviel W&auml;rme entwickelt werden, wie wenn wir
-eine gleiche Menge Kohlenstoff oder Wasserstoff in der Luft
-oder im Sauerstoffgas verbrannt h&auml;tten.</p>
-
-<p>Wenn wir uns denken, da&szlig; sich von 2 Aeq. Amylon
-18 Aeq. Sauerstoff trennen, da&szlig; sich diese 18 Aeq. Sauerstoff
-mit 9 Aeq. Kohlenstoff aus der Galle, z. B. zu Kohlens&auml;ure,
-verbunden h&auml;tten, so ist niemand zweifelhaft dar&uuml;ber,
-da&szlig; in diesem Fall gerade so viel W&auml;rme entwickelt werden
-mu&szlig;, wie wenn wir diese 9 Atome Kohlenstoff direct verbrannt
-h&auml;tten. In dieser Form w&auml;re also die W&auml;rmeentwickelung
-in Folge der Fettbildung nicht bestreitbar; sie kann
-also nur f&uuml;r den Fall hypothetisch sein, wo sich von einer
-und derselben Substanz Kohlenstoff und Sauerstoff in den
-Verh&auml;ltnissen, wie in der Kohlens&auml;ure, trennen.</p>
-
-<p>Wenn wir z. B. voraussetzen, da&szlig; sich von 2 At. Amylon,
-<span class="antiqua">C</span><sub>24</sub><span class="antiqua">H</span><sub>40</sub><span class="antiqua">O</span><sub>20</sub>
-die Elemente von 9 At. Kohlens&auml;ure abscheiden,
-so w&uuml;rden wir eine Verbindung &uuml;brig behalten,
-welche auf 15 At. Kohlenstoff, 40 At. Wasserstoff und 2 At.
-Sauerstoff enth&auml;lt:</p>
-
-<p class="formula"><span class="antiqua">C</span><sub>15</sub><span class="antiqua">H</span><sub>40</sub><span
-class="antiqua">O</span><sub>2</sub> + <span class="antiqua">C</span><sub>9</sub><span class="antiqua">O</span><sub>18</sub>
-= <span class="antiqua">C</span><sub>24</sub><span class="antiqua">H</span><sub>40</sub><span
-class="antiqua">O</span><sub>20</sub>.</p>
-
-<p>Oder wenn wir annehmen, da&szlig; Sauerstoff aus Amylon
-in der Form von Kohlens&auml;ure und Wasser austritt, so w&uuml;rden
-wir bei Abscheidung der Bestandtheile von 6 At. Wasser<span class="pagenum" id="Page92">[92]</span>
-und 6 At. Kohlens&auml;ure die Verbindung <span class="antiqua">C</span><sub>18</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>23</sub><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub>
-&uuml;brig behalten.</p>
-
-<p>Diese Form der Ausscheidung des Sauerstoffs festgestellt,
-bleibt zu entscheiden &uuml;brig, ob die auftretende Kohlens&auml;ure
-und das Wasser in dem Amylon als solche enthalten waren
-oder nicht.</p>
-
-<p>War die Kohlens&auml;ure und das Wasser fertig gebildet in
-dem Amylon, so konnte die Trennung vor sich gehen, ohne
-von einer W&auml;rmeentwickelung begleitet zu sein, war hingegen
-der Kohlenstoff und Wasserstoff in einer andern Form
-in dem Amylon (oder der Verbindung, aus der sich das Fett
-gebildet haben mag) zugegen, so ist klar, da&szlig; eine Aenderung
-in der Anordnung der Atome vor sich gegangen ist,
-in deren Folge sich die Atome des Kohlenstoffs und Wasserstoffs
-mit den Atomen des Sauerstoffs zu Kohlens&auml;ure
-und Wasser vereinigt haben.</p>
-
-<p>So weit nun chemische Forschungen reichen, kann aus
-dem bekannten Verhalten des Amylons und der Zuckerarten
-kein anderer Schlu&szlig; gezogen werden, als da&szlig; sie keine fertig
-gebildete Kohlens&auml;ure enthalten.</p>
-
-<p>Wir kennen nun eine gro&szlig;e Anzahl von Umsetzungsprocessen
-&auml;hnlicher Art, wo sich die Elemente der Kohlens&auml;ure
-und des Wassers von gewissen vorhandenen Verbindungen
-trennen, und wir wissen mit Bestimmtheit, da&szlig; alle diese
-Zersetzungsweisen begleitet sind von einer W&auml;rmeentwickelung,
-gerade so, wie wenn sich Kohlenstoff und Wasserstoff
-direct mit Sauerstoff verbinden.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page93">[93]</span></p>
-
-<p>Ein solches Austreten von Kohlens&auml;ure haben wir in
-allen G&auml;hrungs- und F&auml;ulni&szlig;processen, sie sind ohne Ausnahme
-begleitet von einer Entwickelung von W&auml;rme.</p>
-
-<p>In der G&auml;hrung einer zuckerhaltigen Fl&uuml;ssigkeit tritt in
-Folge einer Umsetzung der Elemente des Zuckers eine gewisse
-Menge seines Kohlenstoffs und Sauerstoffs zu Kohlens&auml;ure
-zusammen, welche sich gasf&ouml;rmig abscheidet, und als
-Resultat dieser Zersetzung haben wir eine sauerstoffarme,
-fl&uuml;chtige, brennbare Fl&uuml;ssigkeit, n&auml;mlich Alkohol.</p>
-
-<p>Wenn wir zu zwei Atomen Zucker die Elemente treten
-lassen von 12 At. Wasser und von der erhaltenen Summe
-der Atome 24 Atome Sauerstoff hinwegnehmen, so haben
-wir 6 At. Alkohol (<span class="antiqua">C</span><sub>24</sub><span class="antiqua">H</span><sub>48</sub><span
-class="antiqua">O</span><sub>24</sub> + <span class="antiqua">H</span><sub>24</sub><span class="antiqua">O</span><sub>12</sub>) -
-<span class="antiqua">O</span><sub>24</sub> =
-<span class="antiqua">C</span><sub>24</sub><span class="antiqua">H</span><sub>72</sub><span
-class="antiqua">O</span><sub>12</sub> = 6 At. Alkohol.</p>
-
-<p>Diese 24 At. Sauerstoff reichen hin, um ein drittes
-Atom Zucker vollkommen zu verbrennen, seinen Kohlenstoff
-in Kohlens&auml;ure zu verwandeln, und wir erhalten durch diese
-Verbrennung die 12 At. Wasser wieder, die wir hinzutreten
-lie&szlig;en, gerade so, als ob sie keine Rolle hierbei gespielt
-h&auml;tten.</p>
-
-<p class="formula"><span class="antiqua">C</span><sub>12</sub><span class="antiqua">H</span><sub>24</sub><span
-class="antiqua">O</span><sub>12</sub> + <span class="antiqua">O</span><sub>24</sub> = 12
-<span class="antiqua">CO</span><sub>2</sub> + 12 <span class="antiqua">H</span><sub>2</sub><span class="antiqua">O</span>.</p>
-
-<p>Nach der gew&ouml;hnlichen Ansicht trennen sich von 3 At.
-Zucker 12 Atome Kohlenstoff in der Form von Kohlens&auml;ure:
-wir bekommen 6 At. Alkohol, in beiden also dieselben
-Produkte, wie wenn der eine Theil Zucker an den andern
-Theil Sauerstoff abgegeben h&auml;tte und dessen Bestandtheile auf
-Kosten dieses Sauerstoffs verbrannt worden w&auml;ren.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page94">[94]</span></p>
-
-<p class="formula"><span class="antiqua">C</span><sub>36</sub> <span class="antiqua">H</span><sub>72</sub>
-<span class="antiqua">O</span><sub>36</sub> = <span class="antiqua">C</span><sub>24</sub>
-<span class="antiqua">H</span><sub>72</sub> <span class="antiqua">O</span><sub>12</sub> + 12
-<span class="nowrap"><span class="antiqua">CO</span><sub>2</sub><a id="FNanchor4"></a><a href="#Footnote4"
-class="fnanchor">[F4]</a></span>.</p>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote4"><a href="#FNanchor4"><span class="label">[4]</span></a>
-In Beziehung auf das Verst&auml;ndni&szlig; der Formeln siehe die <a href="#Page285">Einleitung</a>
-zum Anhang.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p>Man beobachtet leicht, da&szlig; die Spaltung eines K&ouml;rpers
-in Kohlens&auml;ure und eine an Sauerstoff arme Verbindung
-v&ouml;llig gleichbedeutend ist in ihrem Resultate einer Ausscheidung
-von Sauerstoff und einer Verbrennung von einem
-Theile der Substanz auf Kosten dieses Sauerstoffs.</p>
-
-<p>Es ist wohlbekannt, da&szlig; sich die Temperatur einer g&auml;hrenden
-Fl&uuml;ssigkeit erh&ouml;ht, und wenn wir annehmen, da&szlig;
-ein St&uuml;ckfa&szlig; Most = 600 Darmst&auml;dter Maa&szlig; = 1200
-Litres = 2400 Pfund, 16 <span class="antiqua">pCt.</span> Zucker, im Ganzen also 384
-Pfund Zucker enthalte, so mu&szlig; w&auml;hrend der G&auml;hrung dieses
-Zuckers eine W&auml;rmemenge frei werden, welche derjenigen
-gleich ist, die sich bei der Verbrennung von 51 Pfund Kohlenstoff
-entwickelt.</p>
-
-<p>Dies ist ausdr&uuml;ckbar durch eine W&auml;rmequantit&auml;t, wodurch
-jedes Pfund der Fl&uuml;ssigkeit auf 165<sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub> Grad erhoben werden
-kann, vorausgesetzt, da&szlig; die Zersetzung des Zuckers in
-einem unme&szlig;baren Zeittheilchen vor sich ginge. Dies ist
-bekanntlich nicht der Fall, die G&auml;hrung dauert 5-6 Tage
-und die 165<sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub> W&auml;rmegrade empf&auml;ngt jedes Pfund Fl&uuml;ssigkeit
-w&auml;hrend eines Zeitraums von 120 Stunden. In der
-Stunde wird also eine W&auml;rmemenge entwickelt, durch welche
-jedes Pfund Fl&uuml;ssigkeit um 1<sup>4</sup>&#8260;<sub>10</sub> Grad an Temperatur zunimmt,
-eine Erh&ouml;hung, welche durch &auml;u&szlig;ere Abk&uuml;hlung im<span class="pagenum" id="Page95">[95]</span>
-Keller, durch Verdunstung von Wasser und Alkohol betr&auml;chtlich
-herabgestimmt wird.</p>
-
-<h3><span class="antiqua">XVIII.</span></h3>
-
-<p>Die Fettbildung, mit bekannten analogen Erscheinungen
-der Trennung von Sauerstoff verglichen, ist demnach von
-einer W&auml;rmeentwicklung begleitet; sie ersetzt dem thierischen
-K&ouml;rper eine gewisse Menge des zu den vitalen Processen unentbehrlichen,
-atmosph&auml;rischen Sauerstoffs, und zwar in allen
-denjenigen F&auml;llen, wo der durch Haut und Lunge eingeathmete
-Sauerstoff nicht hinreicht, um den vorhandenen und
-dazu geeigneten Kohlenstoff in Kohlens&auml;ure zu verwandeln.</p>
-
-<p>Dieser Ueberschu&szlig; von Kohlenstoff, welcher in dem K&ouml;rper
-zu einem Bestandtheil der Organe nicht verwendet werden
-kann, lagert sich in der Form von Talg oder Oel in
-Zellen ab.</p>
-
-<p>In jedem Momente des Lebens eines Thieres tritt Fettbildung
-ein, wo ein Mi&szlig;verh&auml;ltni&szlig; zwischen dem durch die
-Nahrung zugef&uuml;hrten Kohlenstoff und dem eingeathmeten
-Sauerstoff statt hat; es trennt sich Sauerstoff in Folge einer
-Umsetzung von vorhandenen Verbindungen, und dieser Sauerstoff
-tritt als Kohlens&auml;ure oder Wasser aus dem K&ouml;rper aus.
-Die hierbei entwickelte W&auml;rme tr&auml;gt dazu bei, um die constante
-Temperatur des K&ouml;rpers zu erhalten. Ein jedes
-Pfund Kohlenstoff, welches seinen Sauerstoff, mit dem es<span class="pagenum" id="Page96">[96]</span>
-Kohlens&auml;ure bildet, von Materien erhielt, die in Fett &uuml;bergingen,
-mu&szlig; so viel W&auml;rme entwickeln, da&szlig; man damit 200
-Pfunde Wasser auf 39 Grade erheben kann.</p>
-
-<p>In der Fettbildung schafft die Lebenskraft sich selbst ein
-Mittel, um dem Mangel an Sauerstoff und an der zu den
-vitalen Processen n&ouml;thigen W&auml;rme zu begegnen.</p>
-
-<p>Die Erfahrung zeigt, da&szlig; das Anbinden der F&uuml;&szlig;e bei
-dem Gefl&uuml;gel und eine mittlere Temperatur ein Maximum
-von Fettbildung nach sich zieht. Diese Thiere sind in diesem
-Zustande einer Pflanze vergleichbar, die im eminenten
-Grade die F&auml;higkeit besitzt, alle Nahrungsstoffe in Theile
-ihrer selbst zu verwandeln. Die im Ueberschu&szlig; zugef&uuml;hrten
-Blutbestandtheile werden zu Fleisch, zu Bestandtheilen der
-Gebilde, Amylon und die stickstofffreien Materien verwandeln
-sich in Fett. Bei dem Fettwerden auf Kosten stickstofffreier
-Nahrungsstoffe nehmen nur gewisse Theile des Organismus
-an Volumen zu; so ist die Leber einer gem&auml;steten Gans
-4-5mal gr&ouml;&szlig;er, wie die einer ungem&auml;steten, ohne da&szlig; man
-damit sagen kann, da&szlig; die Substanz der Leber selbst eine
-Zunahme erfahren hat. W&auml;hrend die Leber der ungem&auml;steten
-Gans fest und elastisch ist, zeigt die der gem&auml;steten eine
-weiche schwammige Beschaffenheit; der Unterschied liegt lediglich
-in einer mehr oder minderen Erweiterung der Zellen,
-ausgef&uuml;llt durch Fett.</p>
-
-<p>In einigen Krankheiten erleiden nachweisbar die amylonreichen
-Stoffe diejenigen Ver&auml;nderungen nicht, die sie bef&auml;higen,
-den Respirationsproce&szlig; zu unterhalten oder in Fett<span class="pagenum" id="Page97">[97]</span>
-&uuml;berzugehen. In dem <span class="antiqua">diabetes mellitus</span> wird das Amylon
-nicht weiter als in Zucker verwandelt, der ohne eine Verwendung
-zu finden aus dem K&ouml;rper entfernt wird.</p>
-
-<p>Wir finden ferner in andern Krankheiten, bei Leberentz&uuml;ndungen
-z. B., das Blut reich an Oel und Fett,
-und mit der Vorstellung, da&szlig; unter gewissen Bedingungen
-gewisse Bestandtheile der Galle in Fett metamorphosirt
-werden, steht die Zusammensetzung der Galle nicht in
-Widerspruch.</p>
-
-<h3><span class="antiqua">XIX.</span></h3>
-
-<p>Nach dem Vorgehenden lassen sich die Nahrungsmittel
-der Menschen eintheilen in zwei Klassen: in <span class="gesp2">stickstoffhaltige</span>
-und in <span class="gesp2">stickstofffreie</span>. Die ersteren besitzen die F&auml;higkeit,
-in Blut &uuml;berzugehen, den andern geht diese Eigenschaft
-ab.</p>
-
-<p>Aus den Nahrungsmitteln, welche sich zur Blutbildung
-eignen, entstehen die Bestandtheile der Organe, die andern
-dienen im normalen Zustande der Gesundheit zur Unterhaltung
-des Respirationsprocesses. Die stickstoffhaltigen bezeichnen
-wir als <span class="gesp2">plastische Nahrungsmittel</span>, die stickstofffreien
-nennen wir <span class="gesp2">Respirationsmittel</span>.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page98">[98]</span></p>
-
-<p class="center highline2">Plastische Nahrungsmittel sind:</p>
-
-<div class="centerblock">
-
-<ul class="mittel">
-
-<li>Pflanzenfibrin</li>
-<li>Pflanzenalbumin</li>
-<li>Pflanzencasein</li>
-<li>Fleisch und Blut der Thiere</li>
-
-</ul>
-
-</div><!--centerblock-->
-
-<p class="center highline2">Respirationsmittel sind:</p>
-
-<div class="centerblock">
-
-<ul class="mittel">
-
-<li>Fett</li>
-<li>Amylon</li>
-<li>Gummi</li>
-<li>die Zuckerarten</li>
-<li>Pectin</li>
-<li>Bassorin &amp;c.</li>
-<li>Wein</li>
-<li>Bier</li>
-<li>Branntwein.</li>
-
-</ul>
-
-</div><!--centerblock-->
-
-<h3><span class="antiqua">XX.</span></h3>
-
-<p>Als eine ganz allgemeine Thatsache, welcher bis jetzt
-keine einzige Erfahrung entgegensteht, haben die Untersuchungen
-ergeben, da&szlig; alle stickstoffhaltigen Bestandtheile der
-Pflanzen eine mit den Hauptbestandtheilen des Blutes gleiche
-Zusammensetzung besitzen.</p>
-
-<p>Kein stickstoffhaltiger K&ouml;rper, dessen Zusammensetzung abweicht
-von der des Fibrins, Albumins und Caseins, ist verm&ouml;gend,
-den Lebensproce&szlig; im Thiere zu unterhalten.</p>
-
-<p>Der Thierorganismus besitzt ohnstreitig die Kraft, aus
-den Bestandtheilen seines Blutes die Substanz seiner Membranen
-und Zellen, der Nerven und des Gehirns, die organischen
-Bestandtheile der Rippen, Knorpel und Knochen zu
-erzeugen, allein sein Blut mu&szlig; ihm, bis auf die Form,
-fertig gebildet dargeboten werden, und wenn dies nicht geschieht,<span class="pagenum" id="Page99">[99]</span>
-so ist damit der Blutbildung und dem Leben eine
-Grenze gesetzt.</p>
-
-<p>Von diesem Gesichtspunkte aufgefa&szlig;t, ist es leicht erkl&auml;rlich,
-woher es kommt, da&szlig; die leimgebenden Gebilde, die
-Gallerte der Knochen und H&auml;ute, zur Ern&auml;hrung und zur
-Unterhaltung des Lebensprocesses sich nicht eignen, denn
-ihre Zusammensetzung ist ungleich der des Fibrins und Albumins
-im Blute. Dies will nat&uuml;rlich nichts anders sagen,
-als da&szlig; die Organe in dem Thierk&ouml;rper, welche die Blutbildung
-vermitteln, die Kraft nicht besitzen, um eine Metamorphose
-in der Anordnung der Elemente der Gallerte
-(leim- und chondringebenden Gebilde) zu bewirken. Die
-Leimgebilde, die Gallerte der Knochen, Membranen, Zellen
-und H&auml;ute erleiden in dem Thierk&ouml;rper durch den Einflu&szlig;
-des Sauerstoffs und der Feuchtigkeit eine fortdauernde Ver&auml;nderung,
-ein Theil davon tritt aus und mu&szlig; aus dem
-Blute wieder erneuert werden, aber diese Verwandlung und
-Wiederherstellung ist offenbar in sehr enge Grenzen eingeschlossen.</p>
-
-<p>W&auml;hrend in dem K&ouml;rper des Verhungernden und Kranken
-das Fett verschwindet und die Muskelsubstanz die Form
-von Blut wieder annimmt, sehen wir die Sehnen und Membranen
-ihren Zustand behaupten, alle Glieder des Todten
-behalten ihren Zusammenhang, den sie diesen Gebilden verdanken.</p>
-
-<p>Auf der andern Seite sehen wir, da&szlig; von einem Knochen,
-den ein Hund verschluckt hat, nur die Knochenerde<span class="pagenum" id="Page100">[100]</span>
-wieder abgeht, da&szlig; die Gallerte in seinem K&ouml;rper v&ouml;llig
-verschwunden ist; die n&auml;mliche Beobachtung machen wir an
-Menschen, die als Nahrungsmittel verh&auml;ltni&szlig;m&auml;&szlig;ig mehr
-Gallerte (in Fleischbr&uuml;he) als andere Stoffe genie&szlig;en,
-da&szlig; sie weder in dem Urin, noch in den Faeces austritt; sie
-hat also offenbar eine Ver&auml;nderung erlitten und in dem
-K&ouml;rper zu gewissen Zwecken gedient.</p>
-
-<p>Es ist klar, da&szlig; sie in einer andern Form aus dem
-K&ouml;rper wieder austritt, als die ist, in welcher sie genossen
-worden ist.</p>
-
-<p>F&uuml;r den Uebergang des Albumins in Blut, zu einem
-Bestandtheil eines fibrinhaltigen Organs, l&auml;&szlig;t sich in der
-gleichen Zusammensetzung beider kein Widerspruch entnehmen.
-Wir finden im Gegentheile die Verwandlung eines
-l&ouml;slichen und gel&ouml;s&#8217;ten Stoffes in einen nichtl&ouml;slichen Tr&auml;ger
-der Lebensth&auml;tigkeit begreiflich und in chemischer Beziehung
-erkl&auml;rt, eben weil sie in ihrer Zusammensetzung identisch
-sind. So ist denn die Meinung einer n&auml;heren Begr&uuml;ndung
-nicht unw&uuml;rdig, da&szlig; die in Aufl&ouml;sung genossene
-Gallerte in dem Organismus wieder zur Zelle und zu Membranen,
-zu einem Bestandtheil der Knochen wird; da&szlig; sie
-dazu dienen kann, um die leimgebenden Gebilde, welche eine
-Ver&auml;nderung erlitten haben, zu erneuern und ihre Masse zu
-vermehren.</p>
-
-<p>Und wenn die Kraft zur Reproduction im ganzen K&ouml;rper
-sich mit dem Zustand der Gesundheit &auml;ndert, so mu&szlig;, wenn
-auch die F&auml;higkeit der Blutbildung die n&auml;mliche bliebe, die<span class="pagenum" id="Page101">[101]</span>
-organische Kraft, durch welche die Bestandtheile des Bluts
-zu Membranen und Zellen werden, im Zustand der Krankheit
-nothwendig abgenommen haben; die Intensit&auml;t der Lebenskraft,
-ihre F&auml;higkeit, Metamorphosen &uuml;berhaupt zu bewirken,
-sie nimmt im Kranken, in seinem Magen sowohl,
-wie in allen Theilen seines K&ouml;rpers ab. In diesem Zustande
-zeigt die practische Medizin, da&szlig; die l&ouml;slich gemachten leimgebenden
-Gebilde einen ganz entschiedenen Einflu&szlig; auf das
-Befinden des K&ouml;rpers &auml;u&szlig;ern; in einer Form dargeboten,
-in der sie sich zur Assimilation eignen, dienen sie zur Ersparung
-von Kraft, &auml;hnlich so wie es f&uuml;r den Magen durch
-zweckm&auml;&szlig;ig zubereitete Speise geschieht. Die Knochenbr&uuml;chigkeit
-bei den grasfressenden Thieren ist offenbar die Folge
-einer Schw&auml;che in denjenigen Theilen des Organismus,
-welche bestimmt sind, die Metamorphosen der Blutbestandtheile
-in Zellensubstanz zu bewirken, und wenn die Angaben
-von Aerzten, die sich im Oriente aufgehalten haben, Vertrauen
-verdienen, so haben die t&uuml;rkischen Weiber in der
-Reisnahrung und in den h&auml;ufigen Klystieren von Fleischbr&uuml;he
-die Bedingungen vereinigt zur Zellen- und Fettbildung.</p>
-
-<hr class="chap" />
-
-<p><span class="pagenum" id="Page102">[102]<br /><a id="Page103"></a>[103]</span></p>
-
-<h2 class="theil"><span class="gesp2">Zweiter Theil</span>.<br />
-<span class="fsize70">Die</span><br />
-<span class="gesp2"><b>Metamorphosen der Gebilde.</b></span></h2>
-
-<hr class="chap" />
-
-<p><span class="pagenum" id="Page104">[104]<br /><a id="Page105"></a>[105]</span></p>
-
-<h3><span class="antiqua">I.</span></h3>
-
-<p class="noindent">1. <span class="fsize150"><b>D</b></span>ie absolute Gleichheit in der Zusammensetzung der Hauptbestandtheile
-des Bluts und der stickstoffhaltigen Nahrungsmittel
-der Thiere w&auml;re vor wenigen Jahren noch ein Argument
-gewesen, um das Resultat der chemischen Analyse zu leugnen,
-zu einer Zeit, wo man noch nicht die Erfahrung gemacht hatte,
-da&szlig; es eine Menge stickstoffhaltiger und stickstofffreier K&ouml;rper
-giebt, die bei einer gro&szlig;en Verschiedenheit in ihren physikalischen
-Eigenschaften eine vollkommen gleiche procentische Zusammensetzung
-besitzen, von denen manche sogar die n&auml;mliche Anzahl
-von Atomen an Elementen enthalten.</p>
-
-<p>2. Wir kennen z. B. in der <span class="gesp2">Cyanurs&auml;ure</span> einen stickstoffhaltigen
-K&ouml;rper, welcher in sch&ouml;nen klaren Octaedern krystallisirt, die
-sich in Wasser und S&auml;uren mit Leichtigkeit l&ouml;sen, in dem <span class="gesp2">Cyamelid</span>
-haben wir einen zweiten K&ouml;rper, welcher in Wasser
-und S&auml;uren absolut unl&ouml;slich, wei&szlig;, zusammenh&auml;ngend und
-undurchsichtig wie Porzellan oder locker wie Bittererde ist,
-eine dritte Substanz kennen wir in dem <span class="gesp2">Cyans&auml;urehydrat</span>,
-welche fl&uuml;chtiger wie starke Essigs&auml;ure, auf der Haut Blasen
-zieht und mit Wasser nicht zusammengebracht werden
-kann, ohne augenblicklich in neue Produkte zerlegt zu werden.<span class="pagenum" id="Page106">[106]</span>
-Diese drei Stoffe zeigen nicht allein in der Analyse ein absolut
-gleiches Gewichtsverh&auml;ltni&szlig; an Elementen, sondern sie k&ouml;nnen
-auch der eine in den andern vorw&auml;rts und r&uuml;ckw&auml;rts verwandelt
-werden und zwar in hermetisch geschlossenen Gef&auml;&szlig;en,
-ohne da&szlig; also an dieser Verwandlung ein Stoff von Au&szlig;en
-Antheil <span class="nowrap">nimmt<a id="ENanchor21"></a><a href="#Endnote21"
-class="enanchor">[E21]</a></span>. Unter den stickstofffreien Substanzen
-kennen wir in dem <span class="gesp2">Aldehyd</span> eine mit Wasser mischbare
-brennbare Fl&uuml;ssigkeit, welche in der W&auml;rme der Hand schon
-siedet, mit gro&szlig;er Begierde Sauerstoff aus der Luft anzieht
-und sich in Essigs&auml;ure verwandelt. Dieser Aldehyd l&auml;&szlig;t sich
-selbst in zugeschmolzenen Gef&auml;&szlig;en nicht aufbewahren, schon
-nach Stunden oder Tagen &auml;ndert sich seine Beschaffenheit, seine
-Fl&uuml;chtigkeit, seine F&auml;higkeit Sauerstoff anzuziehen; es setzen sich
-lange farblose, harte Nadeln darin ab, welche bei Siedhitze
-des Wassers noch nicht fl&uuml;chtig sind, und die Fl&uuml;ssigkeit, in
-welcher es geschieht, ist kein Aldehyd mehr, sie siedet erst bei
-60&deg;, mischt sich nicht mehr mit Wasser und krystallisirt in eis&auml;hnlichen
-Nadeln bei einem geringen K&auml;ltegrade. Nichtsdestoweniger
-hat die Analyse dargethan, da&szlig; diese drei so verschiedenen
-Substanzen identisch in ihrer Zusammensetzung <span class="nowrap">sind<a id="ENanchor22"></a><a
-href="#Endnote22" class="enanchor">[E22]</a></span>.</p>
-
-<p>3. Einer &auml;hnlichen Dreiheit begegnen wir in dem Albumin,
-Fibrin und Casein. Bis auf ihre physikalischen Eigenschaften
-weichen sie in ihrem Gehalte an organischen Elementen nicht
-von einander ab.</p>
-
-<p>Wenn man Thieralbumin, -Fibrin und -Casein in einer
-m&auml;&szlig;ig starken Kalilauge l&ouml;s&#8217;t und diese Fl&uuml;ssigkeit eine Zeitlang
-einer h&ouml;hern Temperatur aussetzt, so werden diese Materien<span class="pagenum" id="Page107">[107]</span>
-zerlegt. Durch Zusatz von Essigs&auml;ure scheidet sich aus
-diesen Aufl&ouml;sungen ein gelatin&ouml;ser, halb durchscheinender Niederschlag
-ab, welcher einerlei Beschaffenheit und Zusammensetzung
-zeigt, von welcher der genannten drei Thiersubstanzen
-derselbe auch dargestellt werden mag.</p>
-
-<p><span class="gesp2">Mulder</span>, dem wir die Entdeckung dieses K&ouml;rpers verdanken,
-fand durch genaue und sorgf&auml;ltig ausgef&uuml;hrte Analysen,
-da&szlig; diese Substanz die n&auml;mlichen organischen Elemente, und
-zwar in demselben relativen Verh&auml;ltnisse enth&auml;lt, wie die Thierstoffe,
-aus denen sie erhalten worden war, in der Art also,
-da&szlig;, wenn man von Albumin, Fibrin und Casein die Aschenbestandtheile,
-den Schwefel und Phosphor, den sie enthalten,
-abzieht, und den Rest der Bestandtheile auf 100 Theile berechnet,
-man zu den n&auml;mlichen Zahlenverh&auml;ltnissen, zu denen
-die Analyse des durch Kali erhaltenen Zersetzungsproduktes
-f&uuml;hrt, <span class="nowrap">gelangt<a id="ENanchor23"></a><a href="#Endnote23" class="enanchor">[E23]</a></span>.</p>
-
-<p>Von diesem Gesichtspunkte aus lassen sich die Hauptbestandtheile
-des Blutes und der stickstoffhaltigen Nahrungsstoffe
-der Thiermilch als Verbindungen von phosphorsauren und
-andern Salzen, von Phosphor und Schwefel, mit einem aus
-Stickstoff, Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff bestehenden
-K&ouml;rper betrachten, in welchem das relative Verh&auml;ltni&szlig; dieser
-Elemente nicht wechselt, und dieser K&ouml;rper l&auml;&szlig;t sich als Anfangs-
-und Ausgangspunkt der ganzen Reihe der &uuml;brigen Thiergebilde
-ansehen, eben weil sie alle aus dem Blute erzeugt
-werden.</p>
-
-<p>Diese Betrachtungsweise veranla&szlig;te <span class="gesp2">Mulder</span>,
-dem erw&auml;hnten<span class="pagenum" id="Page108">[108]</span>
-Zersetzungsprodukt den Namen <span class="gesp2">Protein</span> zu geben, von
-&#960;&#961;&#969;&#964;&#949;&#965;&#969; &raquo;ich nehme den ersten Platz ein,&laquo; und das Blut,
-oder die Bestandtheile des Blutes sind hiernach Verbindungen
-dieses Protein&#8217;s mit wechselnden Mengen von andern nicht organischen
-Substanzen.</p>
-
-<p><span class="gesp2">Mulder</span> fand ferner, da&szlig; der in Wasser unl&ouml;sliche stickstoffhaltige
-Bestandtheil des Weizenmehls, das Pflanzenfibrin, durch
-Behandlung mit Kali dasselbe Zersetzungsprodukt, n&auml;mlich
-Protein, liefert, und es hat sich zuletzt ergeben, da&szlig; Pflanzenalbumin
-und Pflanzencasein sich gegen Kali genau so verhalten,
-wie Thieralbumin und Thiercasein.</p>
-
-<p>4. Soweit als unsere Forschungen reichen, kann man es demnach
-als ein Erfahrungsgesetz betrachten, da&szlig; die Pflanzen in ihrem
-Organismus Proteinverbindungen erzeugen und da&szlig; sich aus
-diesen Proteinverbindungen die zahlreichen Gebilde und Bestandtheile
-des Thierk&ouml;rpers unter Mitwirkung des Sauerstoffs
-der Luft und der Bestandtheile des Wassers durch die Lebenskraft
-<span class="nowrap">entwickeln<a id="FNanchor5"></a><a href="#Footnote5" class="fnanchor">[F5]</a></span>.</p>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote5"><a href="#FNanchor5"><span class="label">[5]</span></a>
-Die Erfahrung von <span class="gesp2">Tiedemann</span> und L. <span class="gesp2">Gmelin</span>, welche G&auml;nse mit
-gekochtem Eiwei&szlig; nicht am Leben erhalten konnten, erkl&auml;rt sich leicht,
-wenn man erw&auml;gt, da&szlig; ein k&ouml;rnerfressendes Thier in der Substanz
-seiner umgesetzten Organe, wenn ihm &uuml;berdies Bewegung mangelt,
-nicht Kohlenstoff genug zum Respirationsproce&szlig; vorfindet. Zwei
-Pfunde Eiwei&szlig; enthalten nur 7 Loth Kohlenstoff, von denen in dem
-letzten Produkt des Stoffwechsels der vierte Theil und zwar in der
-Form von Harns&auml;ure wieder abgeht.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p>Obwohl es nun nicht bewiesen werden kann, da&szlig; das Protein
-fertig gebildet in diesen stickstoffhaltigen Pflanzenstoffen und<span class="pagenum" id="Page109">[109]</span>
-Thiersubstanzen enthalten ist, indem die Verschiedenheit ihrer
-Eigenschaften darauf hinzudeuten scheint, da&szlig; ihre Elemente
-nicht auf gleiche Weise mit einander vereinigt sind, so gew&auml;hrt
-dennoch, als Ausgangspunkt f&uuml;r die Entwickelung und Vergleichung
-ihrer Eigenschaften, die Annahme der Pr&auml;existenz des
-Proteins viele Bequemlichkeit. Jedenfalls ordnen sich die organischen
-Elemente der genannten Substanzen auf einerlei Weise,
-wenn sie bei einer h&ouml;hern Temperatur mit kaustischem Kali in
-Ber&uuml;hrung gebracht werden.</p>
-
-<p>Alle organischen stickstoffhaltigen Bestandtheile des Thierk&ouml;rpers,
-so verschieden sie auch in ihrer Zusammensetzung sich
-darstellen m&ouml;gen, stammen vom Protein ab; sie sind daraus
-gebildet worden durch Aus- oder Hinzutreten der Bestandtheile
-des Wassers oder des Sauerstoffs und durch Spaltung
-in zwei oder mehrere neue Verbindungen.</p>
-
-<p>5. Dieser Satz mu&szlig; als eine unleugbare Wahrheit angenommen
-werden, wenn man sich an die Entwickelung des jungen
-Thieres im H&uuml;hnerei erinnert. Nachweisbar enth&auml;lt das H&uuml;hnerei
-au&szlig;er dem Albumin keinen anderen stickstoffhaltigen Bestandtheil,
-das Albumin des Dotters ist identisch mit dem
-Albumin des Wei&szlig;en im <span class="nowrap">Ei<a id="ENanchor24"></a><a href="#Endnote24"
-class="enanchor">[E24]</a></span>; der Dotter enth&auml;lt ein gelb gef&auml;rbtes
-Fett, in dem sich Cholsterin und Eisen als Bestandtheile
-nachweisen lassen. Wir sehen nun, da&szlig; in der Bebr&uuml;tung
-des Eies, wo bis auf den Sauerstoff der Luft kein Nahrungsstoff,
-keine Materie von Au&szlig;en Antheil an dem Entwickelungsproce&szlig;
-nehmen kann, da&szlig; sich aus dem Albumin, Federn, Klauen,
-Blutk&ouml;rperchen, Fibrin, Membranen und Zellen, Arterien und<span class="pagenum" id="Page110">[110]</span>
-Venen erzeugen; an der Bildung der Gehirn- und Nervensubstanz
-mag das Fett des Ei&#8217;s einen gewissen Antheil genommen
-haben, allein zur Erzeugung der stickstoffhaltigen Tr&auml;ger
-der Lebensth&auml;tigkeit konnte sein Kohlenstoff nicht verwendet werden,
-eben weil das Albumin des Wei&szlig;en und Dotters im Ei
-auf den gegebenen Stickstoffgehalt die zur Hervorbringung der
-Gebilde n&ouml;thige Kohlenstoffmenge schon enth&auml;lt.</p>
-
-<p>6. Der eigentliche Ausgangspunkt aller Gebilde im Thierk&ouml;rper
-ist hiernach das Albumin; alle stickstoffhaltigen Nahrungsstoffe,
-gleichg&uuml;ltig, ob sie von Thieren und Pflanzen stammen,
-verwandeln sich, ehe sie Theil an dem Nutritionsproce&szlig; nehmen,
-in Albumin.</p>
-
-<p>Alle Nahrungsstoffe, welche das Thier genie&szlig;t, werden in
-seinem Magen l&ouml;slich und &uuml;berf&uuml;hrbar in das Blut. An
-diesem L&ouml;slichwerden nimmt au&szlig;er dem Sauerstoff der Luft
-nur eine Fl&uuml;ssigkeit Antheil, welche von den W&auml;nden des
-Magens abgesondert wird.</p>
-
-<p>Die entscheidendsten Versuche der Physiologen haben dargethan,
-da&szlig; der Verdauungsproce&szlig; unabh&auml;ngig ist von der
-Lebensth&auml;tigkeit, er geht vor sich in Folge einer rein chemischen
-Aktion, ganz &auml;hnlich den Zersetzungs- oder Umsetzungsprocessen,
-die man mit F&auml;ulni&szlig;, G&auml;hrung oder Verwesung
-bezeichnet.</p>
-
-<p>7. In der einfachsten Form ausgedr&uuml;ckt ist G&auml;hrung und
-F&auml;ulni&szlig; der Vorgang der Umsetzung (neuen Lagerung) der Elementartheile
-(Atome) einer Verbindung, zu einer oder zu
-mehreren neuen Gruppen (Verbindungen), welche bewirkt<span class="pagenum" id="Page111">[111]</span>
-wird durch die Ber&uuml;hrung mit andern K&ouml;rpern, deren Elementartheile
-sich selbst im Zustand der Umsetzung (Zersetzung)
-befinden. Es ist eine Uebertragung und Mittheilung eines
-Zustandes der Bewegung, welche die Atome eines sich
-in Bewegung befindlichen K&ouml;rpers in andern Materien hervorzubringen
-verm&ouml;gen, deren Elementartheile nur mit einer
-geringen Kraft zusammengehalten sind.</p>
-
-<p>8. So enth&auml;lt denn der klare Magensaft eine im Zustand
-der Umsetzung befindliche Materie, durch deren Ber&uuml;hrung
-mit den an und f&uuml;r sich im Wasser unl&ouml;slichen Bestandtheilen
-der Speise, diese die F&auml;higkeit sich zu l&ouml;sen, in Folge einer
-neuen Gruppirung ihrer Elementartheile, empfangen. W&auml;hrend
-der Verdauung enth&auml;lt der abgesonderte Magensaft eine
-freie Minerals&auml;ure, durch deren Gegenwart eine jede weitere
-Ver&auml;nderung aufgehalten wird.</p>
-
-<p>Da&szlig; die L&ouml;slichwerdung der Speisen unabh&auml;ngig von der
-Lebensth&auml;tigkeit der Verdauungsorgane ist, haben die Physiologen
-aufs klarste durch eine Menge der sch&ouml;nsten Versuche dargethan.
-Speisen, in metallene durchl&ouml;cherte R&ouml;hren eingeschlossen,
-so da&szlig; sie mit den W&auml;nden des Magens nicht in Ber&uuml;hrung
-kommen konnten, verschwinden ebenso leicht und schnell, sie werden
-eben so gut verdaut, wie wenn diese H&uuml;lle nicht vorhanden
-gewesen w&auml;re, und frisch aus dem K&ouml;rper genommener Magensaft,
-in dem man gekochtes Eiwei&szlig;, Muskelfleisch bei der
-Temperatur des Thierk&ouml;rpers eine Zeitlang erh&auml;lt, bewirkt,
-da&szlig; sie ihre feste Beschaffenheit verlieren; sie l&ouml;sen sich in
-der Fl&uuml;ssigkeit auf.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page112">[112]</span></p>
-
-<p>9. Die in dem Magensaft vorhandene, im Zustand der Ver&auml;nderung
-befindliche Materie ist, wie man kaum bezweifeln kann,
-ein Produkt der Umsetzung des Magens selbst. Keine mehr wie
-die Produkte, welche durch die fortschreitende Zersetzung der
-Leim- (Chondrin-?) gebenden Gebilde erzeugt werden, besitzen in
-so hohem Grade die F&auml;higkeit, in andern Stoffen eine Umsetzung
-ihrer Bestandtheile hervorzurufen. Wenn man die Membranen
-des Magens irgend eines Thieres (den Labmagen des
-Kalbes z. B.) durch anhaltendes Waschen mit Wasser reinigt,
-so zeigt er keine Art von Wirkung, wenn er mit Zucker, Milch
-und andern Substanzen zusammengebracht wird; l&auml;&szlig;t man
-dieselben Membranen eine Zeitlang an der Luft liegen, oder
-trocknet man sie und bringt sie mit Wasser und den genannten
-Substanzen in Ber&uuml;hrung, so verwandelt sich der Zucker,
-je nach dem Zustand der Zersetzung, in der sich die Thiersubstanz
-befindet, in Milchs&auml;ure oder in Schleim und Mannit
-oder in Alkohol und Kohlens&auml;ure; die Milch wird davon augenblicklich
-zum Gerinnen gebracht. Eine gew&ouml;hnliche Thierblase
-behauptet in trocknem Zustande ihren Zustand und alle
-ihre Eigenschaften unver&auml;ndert, aber bei Gegenwart von
-Feuchtigkeit und Luft geht sie einer Ver&auml;nderung entgegen,
-ohne da&szlig; man diese durch besondere &auml;u&szlig;ere Zeichen wahrnimmt;
-wird sie in diesem Zustande in eine Aufl&ouml;sung von
-Milchzucker gelegt, so verwandelt sich dieser in kurzer Zeit
-in Milchs&auml;ure.</p>
-
-<p>10. Frischer Labmagen des Kalbes, mit schwacher Salzs&auml;ure
-in Ber&uuml;hrung, ertheilt dieser Fl&uuml;ssigkeit nicht die geringste<span class="pagenum" id="Page113">[113]</span>
-F&auml;higkeit, gekochtes Fleisch oder Eiwei&szlig; aufzul&ouml;sen; war
-aber der Labmagen vorher getrocknet worden, oder l&auml;&szlig;t man
-ihn eine Zeitlang im Wasser liegen, so l&ouml;s&#8217;t mit Salzs&auml;ure anges&auml;uertes
-Wasser eine Materie in h&ouml;chst geringer Menge daraus
-auf, deren Zustand der Zersetzung sich in der Aufl&ouml;sung vollendet;
-durch die Uebertragung des Aktes der Zersetzung auf das
-coagulirte Eiwei&szlig; wird es an den R&auml;ndern zuerst durchscheinend,
-dann schleimig und l&ouml;s&#8217;t sich zuletzt bis auf tr&uuml;bende fette Gemengtheile
-v&ouml;llig auf. Sauerstoff wird durch das arterielle
-Blut allen Theilen des Thierk&ouml;rpers zugef&uuml;hrt, &uuml;berall befindet
-sich Feuchtigkeit, in beiden finden wir die Hauptbedingungen
-aller Ver&auml;nderungen im Thierk&ouml;rper vereinigt.</p>
-
-<p>Aehnlich also wie der im Keimungsproce&szlig; der Samen
-in einem Zustande der Umsetzung seiner Bestandtheile befindliche
-K&ouml;rper, dem man den Namen <span class="gesp2">Diastase</span> gegeben hat,
-die L&ouml;slichwerdung des Amylons (seine Verwandlung in Zucker)
-bewirkt, veranla&szlig;t ein Produkt der Metamorphose der Substanz
-der Verdauungsorgane, indem sich seine Zersetzung im
-Magen vollendet, die Verfl&uuml;ssigung aller der L&ouml;sung f&auml;higen
-Bestandtheile der Speisen. In gewissen Krankheitszust&auml;nden
-erzeugen sich aus den stickstofffreien Bestandtheilen der Speisen,
-aus Amylon und Zucker, <span class="nowrap">Milchs&auml;ure<a id="ENanchor25"></a><a
-href="#Endnote25" class="enanchor">[E25]</a></span> und Schleim, die
-n&auml;mlichen Produkte, die wir durch Membranen, welche sich
-im Zustande der Zersetzung befinden, au&szlig;erhalb des Magens
-hervorbringen k&ouml;nnen; allein im normalen Zustande der Gesundheit
-wird im Magen keine Milchs&auml;ure gebildet.</p>
-
-<p>11. Die Eigenschaft vieler Respirationsmittel, des Amylons<span class="pagenum" id="Page114">[114]</span>
-und der Zuckerarten, bei Ber&uuml;hrung mit Thiersubstanzen,
-die sich im Zustande der Zersetzung befinden, in Milchs&auml;ure
-&uuml;berzugehen, hat einen Grund bei den Physiologen
-abgegeben, um ihre Entstehung w&auml;hrend der Verdauung ohne
-weiteres anzunehmen, und ihre F&auml;higkeit, den phosphorsauren
-Kalk aufzul&ouml;sen, veranla&szlig;te sie, der Milchs&auml;ure die
-Rolle eines allgemeinen Aufl&ouml;sungsmittels zuzuschreiben.
-Allein es gelang weder <span class="gesp2">Prout</span> noch <span class="gesp2">Braconnot</span>, Milchs&auml;ure
-im Magensafte nachzuweisen, und selbst <span class="gesp2">Lehmann</span>
-(s. sein Lehrbuch der physiologischen Chemie I. Bd. S. 285)
-erhielt aus dem Magensaft einer Katze nur mikroskopisch
-erkennbare Krystalle, die er f&uuml;r milchsaures Zinkoxyd erkl&auml;rt,
-obwohl ihr chemischer Charakter nicht ausgemittelt werden
-konnte.</p>
-
-<p>Das Vorhandensein von freier Salzs&auml;ure im Magensafte,
-was <span class="gesp2">Prout</span> zuerst beobachtete, ist sp&auml;ter von allen
-Chemikern, die sich mit seiner Untersuchung besch&auml;ftigt haben,
-best&auml;tigt worden. Diese Salzs&auml;ure stammt offenbar von
-dem Kochsalz her, dessen Natron bei dem Uebergang des
-Fibrins und Caseins in Blut eine ganz bestimmte Rolle &uuml;bernimmt.</p>
-
-<p>In ihrem Verm&ouml;gen, Knochenerde aufzul&ouml;sen, wird die
-Salzs&auml;ure von keiner organischen S&auml;ure &uuml;bertroffen, und
-Essigs&auml;ure steht in dieser Eigenschaft der Milchs&auml;ure gleich.
-Von einer Nothwendigkeit der Gegenwart der Milchs&auml;ure
-w&auml;hrend des Verdauungsprocesses kann hiernach keine Rede
-sein; mit Bestimmtheit wei&szlig; man, da&szlig; sie in dem k&uuml;nstlichen<span class="pagenum" id="Page115">[115]</span>
-Verdauungsproce&szlig; nicht erzeugt wird. <span class="gesp2">Berzelius</span> hat
-zwar milchsaure Salze im Blut und Fleisch der Thiere gefunden,
-allein damals war die au&szlig;erordentliche Leichtigkeit
-und Schnelligkeit noch nicht bekannt, mit welcher diese
-S&auml;ure bei Gegenwart von Thierstoffen aus einer Menge von
-Materien zu entstehen vermag, welche die Elemente der
-Milchs&auml;ure enthalten.</p>
-
-<p>In dem Magensafte eines Hundes fand <span class="gesp2">Braconnot</span>,
-neben Salzs&auml;ure, nachweisbare Spuren eines Eisensalzes,
-was er anf&auml;nglich f&uuml;r einen zuf&auml;lligen Bestandtheil ansah,
-dessen Gegenwart sich aber in dem Magensafte eines zweiten
-Hundes, den man mit der n&ouml;thigen Vorsicht gewonnen hatte,
-best&auml;tigte (<span class="antiqua">Ann. d. chim. et d. phys. T.</span> 59. <span class="antiqua">S.</span> 349). Dieser
-Eisengehalt ist f&uuml;r die Blutbildung bedeutungsvoll.</p>
-
-<p>12. An der Wirkung des Magensaftes auf die Speisen nimmt,
-au&szlig;er Wasser, kein anderes Element als der Sauerstoff
-nachweisbaren Antheil. Dieser Sauerstoff wird aus der
-atmosph&auml;rischen Luft dem Magen zugef&uuml;hrt. W&auml;hrend des
-Kauens der Speisen wird im Munde, durch besonders dazu
-bestimmte Organe, eine Fl&uuml;ssigkeit abgesondert, welche die
-ausgezeichnete F&auml;higkeit, Luft schaumartig einzuschlie&szlig;en, in
-weit h&ouml;herem Grade noch wie Seifenwasser besitzt. Diese
-Luft gelangt durch den Speichel mit den Speisen in den
-Magen, wo ihr Sauerstoff eine Verbindung eingeht; der
-Stickstoff dieser Luft wird durch Haut und Lunge ausgeathmet.
-Je l&auml;nger die Verdauung dauert, je gr&ouml;&szlig;eren Widerstand
-die Speisen der aufl&ouml;senden Aktion entgegensetzen,<span class="pagenum" id="Page116">[116]</span>
-desto mehr Speichel, und mit ihm desto mehr Luft gelangt
-in den Magen. Das Wiederk&auml;uen bei gewissen grasfressenden
-Thieren hat offenbar noch den Zweck einer neuen und wiederholten
-Hinzuf&uuml;hrung von Sauerstoff, denn eine vollkommnere
-mechanische Zertheilung verk&uuml;rzt nur die Zeit, in welcher die
-Aufl&ouml;sung vor sich geht.</p>
-
-<p>Aus der ungleichen Menge von Luft, welche bei verschiedenen
-Thierklassen bei dem Kauen der Speisen mit dem
-Speichel in den Magen gelangt, erkl&auml;ren sich die wohlbegr&uuml;ndeten
-Beobachtungen der Physiologen, welche die Thatsache
-au&szlig;er Zweifel gestellt haben, da&szlig; die Thiere durch Haut
-und Lunge reines Stickgas ausathmen, eine Erfahrung, die
-um so wichtiger ist, da sie in sich selbst den entscheidendsten
-Beweis tr&auml;gt, da&szlig; der Stickstoff der Luft in der thierischen
-Oekonomie keine Verwendung findet.</p>
-
-<p>Das Austreten von Stickgas aus Haut und Lunge erkl&auml;rt
-sich durch das Verm&ouml;gen der Thiergewebe Gase aller
-Art durchzulassen, was sich durch die einfachsten Versuche
-darthun l&auml;&szlig;t. Eine Blase, die man, mit kohlensaurem Gas,
-Stickgas oder Wasserstoffgas gef&uuml;llt, wohlverschlossen in die
-Luft h&auml;ngt, verliert in 24 Stunden ihren ganzen Gehalt
-an diesen Gasen; durch eine Art von Austausch sind sie
-nach Au&szlig;en hin in die Atmosph&auml;re entwichen, ihren Platz
-finden wir von atmosph&auml;rischer Luft eingenommen. Ein Darm,
-ein Magen oder eine Haut, die wir mit diesen Gasen f&uuml;llen,
-verh&auml;lt sich ganz &auml;hnlich wie die Blase; dieses Durchlassen
-der Gase ist eine physikalische Eigenschaft, die allen thierischen<span class="pagenum" id="Page117">[117]</span>
-Geweben angeh&ouml;rt; wir beobachten sie in dem lebenden K&ouml;rper
-in gleichem Grade wie an den todten Substanzen.</p>
-
-<p>Man wei&szlig;, da&szlig; bei Lungenverletzungen nicht selten ein
-eigenth&uuml;mlicher Zustand entsteht, wo beim Athmen die atmosph&auml;rische
-Luft von den Luftwegen aus in das angr&auml;nzende
-Zellgewebe eindringt. Diese Luft wird durch die Respirationsbewegungen
-von der Wundstelle aus in dem Zellgewebe
-immer weiter fortgetrieben und bildet so den unter dem
-Namen Emphysem bekannten Krankheitszustand. Sobald das
-fernere Eindringen der atmosph&auml;rischen Luft in das Zellgewebe
-fr&uuml;hzeitig genug verhindert wird, verliert sich dieser
-Zustand allm&auml;lig von selbst wieder, der Sauerstoff dieser
-Luft ist, wie man nicht zweifeln kann, in Verbindung getreten,
-das Stickstoffgas ist durch Haut und Lunge ausgeathmet worden.</p>
-
-<p>Es ist ferner bekannt, da&szlig; bei vielen grasfressenden Thieren,
-wenn sie sich im Genu&szlig;e frischer saftiger Pflanzen die
-Verdauungswerkzeuge &uuml;berladen haben, diese Stoffe in dem
-Magen selbst der n&auml;mlichen Zersetzung unterliegen, die sie au&szlig;erhalb
-des K&ouml;rpers in gleicher Temperatur erfahren; sie gehen
-in G&auml;hrung und F&auml;ulni&szlig; &uuml;ber, wobei sich eine so gro&szlig;e Menge
-kohlensaures und entz&uuml;ndliches Gas entwickelt, da&szlig; diese Organe
-auf eine ungew&ouml;hnliche Weise (zuweilen bis zum Zersprengen)
-aufgetrieben werden. Nach der Einrichtung ihres
-Magens oder ihrer M&auml;gen, k&ouml;nnen diese Gase durch den
-Schlund nicht entweichen, man sieht aber nach einigen Stunden
-schon den aufgetriebenen Leib kleiner werden, und nach 24
-Stunden ist von allem Gase keine Spur mehr <span class="nowrap">vorhanden<a
-id="ENanchor26"></a><a href="#Endnote26" class="enanchor">[E26]</a></span>.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page118">[118]</span></p>
-
-<p>Erinnert man sich zuletzt an die t&ouml;dtlichen Zuf&auml;lle, die in
-Weinl&auml;ndern so h&auml;ufig durch den Genu&szlig; von sogenanntem
-federwei&szlig;en Wein veranla&szlig;t werden, so kann man nicht
-den geringsten Zweifel hegen, da&szlig; Gase jeder Art, im Wasser
-l&ouml;sliche oder unl&ouml;sliche, das Verm&ouml;gen besitzen, die thierischen
-Gewebe zu durchdringen, &auml;hnlich wie Wasser von ungeleimtem
-Papier durchgelassen wird. Der federwei&szlig;e Wein
-ist in G&auml;hrung begriffener Wein, welche durch die Temperatur
-des Magens gesteigert wird; das entwickelte kohlensaure
-Gas dringt durch die W&auml;nde des Magens, des Zwerchfelles,
-durch alle H&auml;ute in die Lungenzellen, und verdr&auml;ngt aus diesen
-die atmosph&auml;rische Luft. Der Mensch stirbt mit allen Zeichen
-der Erstickung in einem irrespirablen Gase, und der
-sicherste Beweis f&uuml;r ihr Vorhandensein in der Lunge ist unstreitig
-der Umstand, da&szlig; das Einathmen von Ammoniakgas
-als das beste Gegenmittel gegen diesen Krankheitszustand
-anerkannt ist.</p>
-
-<p>Die Kohlens&auml;ure der moussirenden Weine, welche in den
-Magen gelangt, die Kohlens&auml;ure, die man im Wasser, was
-damit ges&auml;ttigt ist, in der Form eines Klystiers zu sich nimmt,
-sie treten durch Haut und Lunge wieder aus, und in gleichem
-Grade mu&szlig; dies von dem Stickgas gelten, was durch
-den Speichel in den Magen gelangt.</p>
-
-<p>Gewi&szlig; mag ein Theil dieser Gase durch das Saug- und
-Lymphgef&auml;&szlig;system in das ven&ouml;se Blut und von da in die
-Lunge gelangen, wo sie abdunsten, allein ihrem directen Eindringen
-in die Brusth&ouml;hle und Lunge steht in den Membranen<span class="pagenum" id="Page119">[119]</span>
-selbst, nicht das geringste Hinderni&szlig; im Wege. Es ist in
-der That schwer zu glauben, da&szlig; die Saug- und Lymphgef&auml;&szlig;e
-ein besonderes Bestreben haben, Luft, Stickgas, Wasserstoffgas
-&amp;c. aufzusaugen und dem Blute zuzuf&uuml;hren, da
-die Eingeweide, der Magen, alle R&auml;ume, die nicht mit festen
-oder fl&uuml;ssigen Stoffen ausgef&uuml;llt sind, Gase enthalten, die
-nur bei einer gewissen Volumsvergr&ouml;&szlig;erung ihren Platz verlassen,
-die also nicht aufgesaugt werden. Von dem Stickgas
-im besondern, mit dem sich das Blut bei seinem Durchgange
-durch die Lunge, wie eine jede andere Fl&uuml;ssigkeit s&auml;ttigt, d. h.
-von dem es so viel aufnimmt, als seinem Aufl&ouml;sungsverm&ouml;gen
-entspricht, mu&szlig; angenommen werden, da&szlig; es nicht durch
-den Kreislauf des Blutes, sondern auf einem directeren Wege
-wieder aus dem Magen tritt. Durch die Athembewegungen
-werden alle Gase, welche die leeren R&auml;ume ausf&uuml;llen, nach der
-Brusth&ouml;hle hingetrieben, indem durch die Bewegung des
-Zwergfelles und die Erweiterung der Brusth&ouml;hle ein luftverd&uuml;nnter
-Raum entsteht, in dessen Folge, durch den atmosph&auml;rischen
-Luftdruck, Luft von allen Seiten her in die Lungen
-eingetrieben wird; es findet freilich das Maximum der
-Ausgleichung durch die Luftr&ouml;hre statt, aber auch von Innen
-her m&uuml;ssen alle Gase eine Bewegung nach der Brusth&ouml;hle
-und Lunge hin empfangen. Bei den V&ouml;geln und Schildkr&ouml;ten
-ist dieses Verh&auml;ltni&szlig; umgekehrt. Wenn wir annehmen,
-da&szlig; ein Mensch in einer Minute nur <sup>1</sup>&#8260;<sub>8</sub> Kubikzoll Luft mit
-dem Speichel seinem Magen zuf&uuml;hrt, so macht dies in 18 Stunden
-135 Kubikzoll aus, wenn wir den f&uuml;nften Theil davon<span class="pagenum" id="Page120">[120]</span>
-als Sauerstoff abrechnen, so bleiben immer noch 108 Kubikzoll
-Stickgas, welche den Raum von drei Pfund (hessische)
-Wasser einnehmen. So wenig oder so viel die verschluckte
-Stickstoffmenge nun auch betragen mag, gewi&szlig; ist, da&szlig; dieses
-Gas durch den Mund, Nase oder Haut wieder austritt, und
-wenn wir die gro&szlig;e Menge Stickgas in Betrachtung ziehen,
-welche von <span class="gesp2">Magendie</span> in den Eingeweiden Hingerichteter nachgewiesen
-worden ist, so wie die Abwesenheit von allem Sauerstoffgas
-in den n&auml;mlichen <span class="nowrap">Organen<a id="ENanchor27"></a><a href="#Endnote27"
-class="enanchor">[E27]</a></span>, so mu&szlig; angenommen
-werden, da&szlig; auch in Folge der Resorbtion durch die Haut
-Luft, d. h. Stickgas, eintritt, welches durch die Lunge wieder
-ausgeathmet wird.</p>
-
-<p>Bei dem Athmen der Thiere in Gasen, die keinen Stickstoff
-enthalten, wird mehr Stickgas ausgeathmet, eben weil
-sich in diesem Falle das Stickgas im K&ouml;rper gegen den
-Raum au&szlig;erhalb verh&auml;lt, wie wenn dieser Raum luftleer
-w&auml;re. (S. <span class="gesp2">Graham</span> &uuml;ber die Diffusion der Gase.)</p>
-
-<p>Die Unterschiede in der Menge des ausgeathmeten Stickgases
-von verschiedenen Thierklassen erkl&auml;ren sich hiernach
-leicht; die Herbivoren verschlucken mit dem Speichel mehr
-Luft wie die Carnivoren; sie athmen mehr Stickgas aus,
-beim Fasten weniger wie nach frisch genossener Nahrung.</p>
-
-<p>13. Aehnlich wie die aus dem Leibe genommene Muskelfaser
-den Zustand der Zersetzung und Umsetzung, in welchem
-sich ihre Bestandtheile befinden, dem Wasserstoffhyperoxyde
-&uuml;bertr&auml;gt, wirkt ein durch den organischen Proce&szlig;, in Folge<span class="pagenum" id="Page121">[121]</span>
-der Umsetzung der Bestandtheile des Magens und der Verdauungsorgane,
-entstehendes Product, indem sich seine Metamorphose
-im Magen vollendet, auf die Bestandtheile der
-genossenen Speisen. Die unl&ouml;slichen erhalten die F&auml;higkeit
-sich zu l&ouml;sen, sie werden verdaut.</p>
-
-<p>Es ist gewi&szlig; bemerkenswerth, da&szlig; gekochtes Eiwei&szlig; oder
-Fibrin, wenn sie durch gewisse Fl&uuml;ssigkeiten, durch organische
-S&auml;uren oder schwache alkalische Laugen, l&ouml;slich gemacht
-werden, da&szlig; alle ihre &uuml;brigen Eigenschaften bis auf
-die Form (den Coh&auml;sionszustand) nicht die geringste Aenderung
-erfahren, ihre Elementartheile ordnen sich sicher auf
-eine andere Art, allein sie theilen sich nicht in zwei oder
-mehre Gruppen, in zwei oder mehre neue Verbindungen,
-sondern sie bleiben zusammen vereinigt.</p>
-
-<p>Ganz dasselbe findet in dem Verdauungsprocesse statt;
-im gesunden Zustande erleiden die Speisen nur eine Aufhebung
-ihres Coh&auml;sionszustandes.</p>
-
-<p>Das gr&ouml;&szlig;te Hinderni&szlig;, was sich der klaren Auffassung des
-Verdauungsprocesses, der in dem Vorhergehenden zu den chemischen
-Metamorphosen gerechnet worden ist, die man G&auml;hrung
-und F&auml;ulni&szlig; nennt, entgegenstellt, beruht auf der unwillk&uuml;hrlichen
-Erinnerung und in der Festhaltung der Erscheinungen,
-welche die G&auml;hrung des Zuckers und der Thiersubstanzen
-(F&auml;ulni&szlig;) begleiten, allein es giebt zahllose F&auml;lle, wo eine
-Umsetzung der Bestandtheile einer Verbindung vor sich geht,
-ohne die geringste Gasentwickelung, und es sind haupts&auml;chlich
-diese, welche man ins Auge zu fassen hat, wenn man<span class="pagenum" id="Page122">[122]</span>
-den chemischen Begriff der Verdauung frei von Irrthum in
-sich aufnehmen will.</p>
-
-<p>Alle Materien, welche die Erscheinungen der G&auml;hrung
-und F&auml;ulni&szlig; in Fl&uuml;ssigkeiten aufzuheben verm&ouml;gen, st&ouml;ren,
-in den verdauenden Magen gebracht, die Verdauung. Die
-Wirkung der brenzlichen, empyreumatischen Stoffe von Caffee,
-Tabacksdampf, Kreosot, Quecksilbermittel u. s. w. verdienen
-in dieser Beziehung f&uuml;r Diet&auml;tik eine besondere Beachtung.</p>
-
-<p>Durch die Gleichheit in der Zusammensetzung der Bestandtheile
-des Bluts mit den stickstoffhaltigen, vegetabilischen
-Nahrungsstoffen haben wir, gewi&szlig; auf eine sehr unerwartete
-Weise, erfahren, warum faulendes Blut, Eiwei&szlig;, Fleisch,
-K&auml;se in Zuckerwasser die n&auml;mliche Ver&auml;nderung hervorbringen,
-wie Hefe, warum Zucker damit in Ber&uuml;hrung je nach
-dem Zustande der Zersetzung, in welchem sich die faulenden
-Materien befinden, bald in Alkohol und Kohlens&auml;ure, bald
-in Milchs&auml;ure und Schleim sich zerlegt. Die Ursache liegt
-einfach darin, da&szlig; die Materie, welche man Hefe (Ferment)
-genannt hat, im Zustande der Zersetzung begriffenes Pflanzenalbumin,
--Fibrin oder -Casein ist, Substanzen, welche
-identisch sind mit den Bestandtheilen des Fleisches oder des
-Blutes. Die F&auml;ulni&szlig; der genannten Thiersubstanzen ist in
-ihrem Vorgang identisch mit dem Proce&szlig; der Metamorphose
-der ihnen identischen Pflanzenstoffe, es ist ein Zerfallen in
-minder complexe neue Verbindungen. Und wenn man die
-Umsetzung der Bestandtheile des Thierk&ouml;rpers (den Verbrauch
-an Stoff vom Thiere) als einen chemischen Proce&szlig; betrachtet,<span class="pagenum" id="Page123">[123]</span>
-welcher unter dem Einflusse der Lebensth&auml;tigkeit vor
-sich geht, so ist die F&auml;ulni&szlig; derselben au&szlig;erhalb des Thierk&ouml;rpers
-ein Zerfallen in einfachere Verbindungen, an welchen
-die Lebenskraft keinen Antheil nimmt. Die Action ist in
-beiden F&auml;llen die n&auml;mliche, nur die Producte sind verschieden.
-Die practische Medicin hat &uuml;ber die Wirkung empyreumatischer
-Stoffe (Holzessig und anderer) auf b&ouml;sartige
-Wunden und Geschw&uuml;re die sch&ouml;nsten und interessantesten
-Beobachtungen gemacht. In diesen Krankheitserscheinungen
-gehen zwei Actionen neben einander vor sich, eine Metamorphose,
-welche unter dem Einflu&szlig; der Lebensth&auml;tigkeit sich zu
-vollenden strebt, und eine zweite, welche unabh&auml;ngig von
-ihr ist. Die letztere ist ein chemischer Proce&szlig;, welcher durch
-empyreumatische Substanzen g&auml;nzlich unterdr&uuml;ckt und aufgehoben
-wird; es ist der reine Gegensatz von der sch&auml;dlichen
-Einwirkung, welche faulendes Blut, auf frische Wunden gelegt,
-in dem Organismus hervorbringt.</p>
-
-<h3><span class="antiqua">II.</span></h3>
-
-<p>14. Den n&auml;chsten Ausdruck f&uuml;r die Zusammensetzung des
-Proteins oder die relativen Verh&auml;ltnisse der organischen
-Bestandtheile des Bluts, so wie sie durch die Analyse festgestellt
-worden sind, giebt die Formel <span class="antiqua">C</span><sub>48</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>72</sub><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub>
-<span class="nowrap"><span class="antiqua">O</span><sub>14</sub><a id="FNanchor6"></a><a
-href="#Footnote6" class="fnanchor">[F6]</a></span>. Albumin,<span class="pagenum" id="Page124">[124]</span>
-Fibrin, Casein enthalten Protein; das Casein enth&auml;lt
-Schwefel, keinen Phosphor; Albumin und Fibrin enthalten
-beide Substanzen in chemischer Verbindung, das erstere mehr
-Schwefel als wie das Fibrin. In welcher Form der Phosphor
-in diesen Materien vorhanden ist, kann direct nicht
-entschieden werden, aber man hat bestimmte Beweise daf&uuml;r,
-da&szlig; der Schwefel nicht im oxydirten Zustande darin enthalten
-sein kann. Alle diese Materien geben n&auml;mlich mit einer
-m&auml;&szlig;ig starken Kalilauge erhitzt den Schwefel ab, den man
-in der Fl&uuml;ssigkeit als Schwefelkalium wiederfindet; mit einer
-S&auml;ure versetzt entwickelt er sich daraus als Schwefelwasserstoff.
-L&ouml;s&#8217;t man reines Fibrin oder gew&ouml;hnliches Eiwei&szlig;
-in schwacher Kalilauge auf, setzt essigsaures Bleioxyd mit
-der Vorsicht hinzu, da&szlig; alles Bleioxyd in der alkalischen
-Lauge gel&ouml;s&#8217;t bleibt, und erhitzt nun zum Sieden, so wird
-die Fl&uuml;ssigkeit schwarz wie Dinte und es schl&auml;gt sich Schwefelblei
-als feines Pulver nieder.</p>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote6"><a href="#FNanchor6"><span class="label">[6]</span></a>
-Ueber die Verwandlung dieser und der folgenden Formeln in Procente
-siehe <a href="#Page285">Anhang</a>.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p>Es ist au&szlig;erordentlich wahrscheinlich, da&szlig; durch die Einwirkung
-des Alkali&#8217;s der Schwefel als Schwefelwasserstoff,
-der Phosphor als Phosphors&auml;ure hinweggenommen wird.
-Da nun in diesem Falle Schwefel und Phosphor auf der
-einen Seite, Wasserstoff und Sauerstoff auf der andern austreten,
-so sollte man denken, da&szlig; Fibrin und Albumin mit
-ihrem Schwefel und Phosphor mehr Wasserstoff und Sauerstoff
-in der Analyse geben m&uuml;&szlig;ten, als das Protein. Allein
-dies l&auml;&szlig;t sich thats&auml;chlich durch die Analyse nicht darthun.
-Man hat z. B. in dem Fibrin 0,36 <span class="antiqua">pCt.</span> Schwefel gefunden.<span class="pagenum" id="Page125">[125]</span>
-Angenommen nun, der Schwefel trete mit Wasserstoff
-aus, so w&uuml;rde das Protein 0,0225 <span class="antiqua">pCt.</span> Wasserstoff weniger
-enthalten, wie das Fibrin, anstatt den mittleren Gehalt
-von 7,062 <span class="antiqua">pCt.</span> Wasserstoff w&uuml;rde man im Protein also
-7,04 <span class="antiqua">pCt.</span> bekommen m&uuml;ssen. In einer &auml;hnlichen Weise
-w&uuml;rde durch das Austreten vom Sauerstoff mit dem Phosphor
-der Sauerstoffgehalt des Fibrins von 22,715 <span class="antiqua">pCt.</span>
-oder 22,00 auf 22,5 oder 21,8 <span class="antiqua">pCt.</span> in dem Protein zur&uuml;ckgef&uuml;hrt
-werden. Die Fehlergrenzen unserer Analysen sind
-aber im Durchschnitt gr&ouml;&szlig;er als ein Zehntel Procent in der
-Wasserstoffbestimmung, und &uuml;ber <sup>4</sup>&#8260;<sub>10</sub> <span class="antiqua">pCt.</span> in der Sauerstoffbestimmung;
-in den angegebenen F&auml;llen w&uuml;rde der Unterschied
-in dem Wasserstoffgehalte nur <sup>1</sup>&#8260;<sub>48</sub> <span class="antiqua">pCt.</span> betragen.</p>
-
-<p>Wenn man zuletzt bedenkt, da&szlig; das Austreten von Sauerstoff
-und Wasserstoff mit dem Phosphor und Schwefel ein
-Hinzutreten der Bestandtheile des Wassers nicht ausschlie&szlig;t,
-wenn wir annehmen, da&szlig; mit den organischen Bestandtheilen
-des Albumins und Fibrins eine gewisse Menge Wasser in
-Verbindung tritt, um Protein zu bilden, so h&ouml;rt alle Wahrscheinlichkeit
-v&ouml;llig auf, durch die chemische Analyse dar&uuml;ber
-zu einer bestimmten Ansicht zu gelangen.</p>
-
-<p>Man hat von der Bildung des Schwefelkaliums r&uuml;ckw&auml;rts
-Schl&uuml;sse auf das Vorhandensein von nicht oxydirtem
-Phosphor in dem Fibrin und Albumin gezogen, indem man
-annahm, da&szlig; der Sauerstoff des Kalis dazu gedient habe,
-um mit dem Phosphor Phosphors&auml;ure zu bilden; allein das
-Casein, in welchem kein Phosphor zugegen ist, verh&auml;lt sich<span class="pagenum" id="Page126">[126]</span>
-gegen Kali ganz den anderen gleich; es entsteht n&auml;mlich
-Schwefelkalium, dessen Bildung ohne ein Austreten von
-Schwefelwasserstoff nicht erkl&auml;rbar ist. Beim blo&szlig;en Kochen
-von Fleisch, bei der Bereitung von Fleischbr&uuml;he, entwickelt
-sich, wie <span class="gesp2">Chevreul</span> gefunden hat, Schwefelwasserstoff.</p>
-
-<p>Zuletzt sind die Schwefelmengen im Fibrin und Albumin
-auf dieselbe Phosphormenge nicht gleich, woraus man keinen
-andern Schlu&szlig; ziehen kann, als da&szlig; die Bildung des Schwefelkaliums
-zu diesem Phosphorgehalt in keiner Beziehung
-steht; es bildet sich Schwefelkalium aus Casein, in welchem
-man keinen freien (als S&auml;ure ungebundenen?) Phosphor
-voraussetzt und ebenso aus Albumin, was nur halb so viel
-Phosphor enth&auml;lt wie das Fibrin.</p>
-
-<p>Eine jede Bem&uuml;hung, die wahre Anzahl der Atome des
-Fibrins und Albumins in einer rationellen Formel festzusetzen,
-in welcher Schwefel und Phosphor zu ganzen Atomzahlen
-aufgenommen sind, wird immer unfruchtbar bleiben, weil
-uns schlechterdings alle Mittel fehlen, um mit absoluter Genauigkeit
-die so &auml;u&szlig;erst geringen Mengen von Schwefel und
-Phosphor in den Thiersubstanzen bestimmen zu k&ouml;nnen,
-und eine Abweichung, welche kleiner ist als die gew&ouml;hnlichen
-Grenzen der Beobachtungsfehler, um 10 und mehr
-Atome, die Anzahl der Atome des Kohlenstoffs, Wasserstoffs
-und Sauerstoffs in der Formel &auml;ndert.</p>
-
-<p>Man mu&szlig; sich in dieser Hinsicht &uuml;ber das, was die
-chemische Analyse zu leisten verm&ouml;gend ist, keiner T&auml;uschung
-hingeben, mit Gewi&szlig;heit wissen wir, da&szlig; die Zahlenverh&auml;ltnisse<span class="pagenum" id="Page127">[127]</span>
-der Analysen vom Fibrin und Albumin nicht von
-einander abweichen, und wir erschlie&szlig;en hieraus die gleiche
-Zusammensetzung. Dieser Schlu&szlig; verliert von seiner Wahrheit
-nichts, obwohl wir die Anzahl der Atome ihrer Elemente
-nicht kennen, welche zu dem zusammengesetzten Atome
-sich vereinigt haben.</p>
-
-<p>15. Eine Formel f&uuml;r Protein ist f&uuml;r uns nichts weiter wie
-der genaueste und n&auml;chste Ausdruck der Analyse, einer Erfahrung,
-&uuml;ber die wir alle Zweifel als beseitigt betrachten.
-Dies allein hat vorl&auml;ufig Werth f&uuml;r uns.</p>
-
-<p>Wenn wir uns nun denken, da&szlig; aus dem Albumin
-und Fibrin im Blute alle andern Gebilde entsprungen sind,
-so ist vollkommen sicher, da&szlig; dies nur auf zwei Weisen geschehen
-kann. Es sind n&auml;mlich entweder gewisse Elemente
-hinzu-, oder es sind von ihren Bestandtheilen gewisse Mengen
-ausgetreten.</p>
-
-<p>Suchen wir nun z. B. f&uuml;r die Zellen und leimgebenden
-Gebilde, Sehnen, Haare, Horn und die &uuml;brigen, einen
-analytischen Ausdruck auf, in welchem die Anzahl der Atome
-des Kohlenstoffs als eine unver&auml;nderliche Gr&ouml;&szlig;e festgesetzt
-wird, so giebt sich auf den ersten Blick zu erkennen, in
-welcher Art und Weise sich das Verh&auml;ltni&szlig; der andern Elemente
-ge&auml;ndert hat; dies umfa&szlig;t aber alles, was die Physiologie
-bedarf, um Einsicht in das Wesen des Bildungs-
-und Ern&auml;hrungsprocesses im Thierk&ouml;rper zu erlangen.</p>
-
-<p>16. Aus den Untersuchungen von <span class="gesp2">Mulder</span> und
-<span class="nowrap"><span class="gesp2">Scherer</span><a id="ENanchor28"></a><a href="#Endnote28" class="enanchor">[E28]</a></span>
-ergeben sich folgende empirische Formeln:</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page128">[128]</span></p>
-
-<p class="center highline2 fsize90">Bestandtheile der organischen Gebilde.</p>
-
-<table class="analyse2" summary="analyse">
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Albumin</td>
-<td class="left"><span class="antiqua">C</span><sub>48</sub><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>72</sub><span class="antiqua">O</span><sub>14</sub> + <span class="antiqua">P</span>
-+ <span class="nowrap"><span class="antiqua">S</span><a id="FNanchor7"></a><a href="#Footnote7"
-class="fnanchor">[F7]</a></span><br /></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Fibrin</td>
-<td class="left"><span class="antiqua">C</span><sub>48</sub><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>72</sub><span class="antiqua">O</span><sub>14</sub> + <span class="antiqua">P</span>
-+ 2 <span class="antiqua">S</span><br /></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Casein</td>
-<td class="left"><span class="antiqua">C</span><sub>48</sub><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>72</sub><span class="antiqua">O</span><sub>14</sub> + <span class="antiqua">S</span><br /></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Leimgebilde, Sehnen</td>
-<td class="left"><span class="antiqua">C</span><sub>48</sub><span class="antiqua">N</span><sub>15</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>82</sub><span class="antiqua">O</span><sub>18</sub><br /></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Chondrin &amp;c.</td>
-<td class="left"><span class="antiqua">C</span><sub>48</sub><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>80</sub><span class="antiqua">O</span><sub>20</sub><br /></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Arterienhaut</td>
-<td class="left"><span class="antiqua">C</span><sub>48</sub><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>76</sub><span class="antiqua">O</span><sub>16</sub><br /></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Haare, Horn</td>
-<td class="left"><span class="antiqua">C</span><sub>48</sub><span class="antiqua">N</span><sub>14</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>78</sub><span class="antiqua">O</span><sub>15</sub>.<br /></td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote7"><a href="#FNanchor7"><span class="label">[7]</span></a>
-Die hier als <span class="antiqua">P</span> und <span class="antiqua">S</span> angef&uuml;hrten Phosphor- und Schwefelmengen
-dr&uuml;cken nicht Atomgewichte aus, sondern bezeichnen nur die relativen
-durch die Analyse gefundenen Verh&auml;ltnisse.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p>Die Vergleichung dieser Formeln zeigt, da&szlig; bei dem
-Uebergang des Proteins in Chondrin (Substanz der Rippenknorpeln)
-die Bestandtheile von Wasser und Sauerstoff, bei
-der Bildung der ser&ouml;sen Membranen, Zellen und Sehnen
-au&szlig;er diesen Elementen noch Stickstoff hinzugetreten ist.</p>
-
-<p>Bezeichnen wir die Formel des Proteins <span class="antiqua">C</span><sub>48</sub><span
-class="antiqua">N</span><sub>12</sub><span class="antiqua">H</span><sub>72</sub><span class="antiqua">O</span><sub>14</sub>
-mit <span class="antiqua">Pr</span>, so sind Stickstoff, Wasserstoff und Sauerstoff, in der
-Form von bekannten Verbindungen geordnet, bei der Bildung
-der Leimsubstanzen, Haare, Horn, Arterienhaut hinzugetreten.</p>
-
-<table class="analyse" summary="analyse">
-
-<tr>
-<th colspan="3">&nbsp;</th>
-<th colspan="2">Protein.</th>
-<th colspan="2">Ammoniak.</th>
-<th colspan="2">Wasser.</th>
-<th colspan="2">Sauer-<br />stoff.</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Fibrin</td>
-<td rowspan="2" class="brace bt br bb">&nbsp;</td>
-<td rowspan="2" class="brace"><span class="padl0">-</span></td>
-<td rowspan="2" class="w2m">&nbsp;</td>
-<td rowspan="2" class="center w2m"><span class="antiqua">Pr</span><br /></td>
-<td rowspan="2" class="w2m">&nbsp;</td>
-<td rowspan="2" class="center w2m">&nbsp;</td>
-<td rowspan="2" class="w2m">&nbsp;</td>
-<td rowspan="2" class="center w2m">&nbsp;</td>
-<td rowspan="2" class="w2m">&nbsp;</td>
-<td rowspan="2" class="center w2m">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Albumin</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Arterienhaut</td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="center"><span class="antiqua">Pr</span></td>
-<td colspan="2" class="center">&nbsp;</td>
-<td class="left padl1">+ 2</td>
-<td class="center"><span class="antiqua">H</span><sub>2</sub><span class="antiqua">O</span></td>
-<td colspan="2" class="center">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Chondrin</td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="center"><span class="antiqua">Pr</span></td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="center">&nbsp;</td>
-<td class="left padl1">+ 4</td>
-<td class="center"><span class="antiqua">H</span><sub>2</sub><span class="antiqua">O</span></td>
-<td class="left padl1">+ 2</td>
-<td class="center"><span class="antiqua padr03">O</span></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Haare, Horn</td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="center"><span class="antiqua">Pr</span></td>
-<td class="left padl1">+</td>
-<td class="center"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub><span class="antiqua">H</span><sub>6</sub></td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="center">&nbsp;</td>
-<td class="left padl1">+ 3</td>
-<td class="center"><span class="antiqua padr03">O</span></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Membranen, Zellen</td>
-<td class="left padl1">2</td>
-<td class="center"><span class="antiqua">Pr</span></td>
-<td class="left padl1">+ 3</td>
-<td class="center"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub><span class="antiqua">H</span><sub>6</sub></td>
-<td class="left padl1">+</td>
-<td class="center"><span class="antiqua">H</span><sub>2</sub><span class="antiqua">O</span></td>
-<td class="left padl1">+ 7</td>
-<td class="center"><span class="antiqua">O</span>.</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page129">[129]</span></p>
-
-<p>17. Aus dieser Uebersicht geht hervor, da&szlig; alle Gebilde
-des Thierk&ouml;rpers auf eine gleiche Anzahl von Kohlenstoffatomen
-mehr Sauerstoff enthalten als die Bestandtheile des
-Bluts; bei ihrer Entstehung ist ohne Zweifel Sauerstoff aus
-der Atmosph&auml;re oder durch die Elemente des Wassers zu
-den Bestandtheilen des Proteins hinzugetreten; wir finden
-in den Haaren und Membranen mehr Stickstoff und Wasserstoff,
-und zwar beide im Verh&auml;ltni&szlig; wie im Ammoniak.</p>
-
-<p>Die Chemiker sind bekanntlich heute noch nicht einig &uuml;ber
-die Art und Weise, wie die Bestandtheile des schwefelsauren
-Kali&#8217;s geordnet sind, es w&auml;re deshalb dem Chemismus zu
-viel einger&auml;umt, wenn man die Arterienhaut f&uuml;r ein Hydrat,
-das Chondrin f&uuml;r das Oxyd des Proteinhydrats, wenn wir
-Haare und Membranen f&uuml;r Oxyde des Proteins in Verbindung
-mit Ammoniak ansehen wollten.</p>
-
-<p>Diese Formeln dr&uuml;cken mit Bestimmtheit die Verschiedenheit
-in der Zusammensetzung der Hauptbestandtheile der
-Thiere aus, sie zeigen, da&szlig; auf einen gleichen Kohlenstoffgehalt
-das relative Verh&auml;ltni&szlig; ihrer Elemente abweicht, wieviel
-der eine Stoff mehr Sauerstoff oder Stickstoff enth&auml;lt
-wie der andere.</p>
-
-<p>18. Es kann daraus gefolgert werden, wie sie aus den
-Bestandtheilen des Bluts entstehen; aber die Erkl&auml;rung ihrer
-Entstehung nimmt zwei Formen an, von denen zu entscheiden
-ist, welche der Wahrheit am n&auml;chsten kommt.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page130">[130]</span></p>
-
-<p>Auf einen gleichen Kohlenstoffgehalt enthalten die Membranen
-und die leimgebenden Gebilde mehr Stickstoff, Sauerstoff
-und Wasserstoff wie das Protein; es ist denkbar, da&szlig; sie aus
-Albumin entstanden sind durch Hinzutreten von Sauerstoff,
-der Bestandtheile des Wassers und des Ammoniaks und durch
-Austreten von Phosphor und Schwefel; jedenfalls ist ihre
-Zusammensetzung von der der Hauptbestandtheile des Bluts
-durchaus verschieden.</p>
-
-<p>Das Verhalten der Leimgebilde gegen &auml;tzende Alkalien
-zeigt mit Bestimmtheit, da&szlig; sie kein Protein mehr enthalten,
-auf keine Weise kann Protein daraus erhalten werden, alle
-durch die Einwirkung des Alkali&#8217;s erzeugten Producte weichen
-von den Producten, welche die Protein-Verbindungen
-unter den n&auml;mlichen Bedingungen liefern, durchaus ab; mag
-fertig gebildetes Protein in dem Fibrin, Casein und Albumin
-enthalten sein oder nicht, gewi&szlig; ist, da&szlig; sich ihre Elemente
-durch die Einwirkung des Alkali&#8217;s zu Protein ordnen;
-diese F&auml;higkeit geht den Elementen der Leimsubstanz ab.</p>
-
-<p>Zur zweiten Form der Bildung der Leimsubstanz und
-zwar zur wahrscheinlicheren gelangt man, wenn seine Bildung
-abh&auml;ngig gedacht wird von einem Austreten von Kohlenstoff.</p>
-
-<p>Angenommen, der Stickstoffgehalt des Proteins bleibe in
-der Leimsubstanz, so w&uuml;rde die Zusammensetzung der letztern
-(auf 12 At. Stickstoff berechnet) durch die Formel <span class="antiqua">C</span><sub>38</sub><span
-class="antiqua">N</span><sub>12</sub><span class="antiqua">H</span><sub>64</sub><span class="antiqua">O</span><sub>14</sub>
-ausgedr&uuml;ckt werden m&uuml;ssen. Diese Formel stimmt am n&auml;chsten
-mit der Analyse von <span class="gesp2">Scherer</span>, wiewohl sie kein genauer<span class="pagenum" id="Page131">[131]</span>
-Ausdruck daf&uuml;r ist. Eine den Analysen entsprechendere
-Formel ist <span class="antiqua">C</span><sub>32</sub><span class="antiqua">H</span><sub>54</sub><span
-class="antiqua">N</span><sub>10</sub><span class="antiqua">O</span><sub>12</sub> oder, nach
-<span class="gesp2">Mulder&#8217;s</span> Analyse
-berechnet, die Formel <span class="antiqua">C</span><sub>54</sub><span class="antiqua">H</span><sub>84</sub><span
-class="antiqua">N</span><sub>18</sub><span class="nowrap"><span class="antiqua">O</span><sub>20</sub><a
-id="FNanchor8"></a><a href="#Footnote8" class="fnanchor">[F8]</a></span>.</p>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote8"><a href="#FNanchor8"><span class="label">[8]</span></a>
-Die Formel, welche <span class="gesp2">Mulder</span> angenommen hat,
-<span class="antiqua">C</span><sub>52</sub><span class="antiqua">H</span><sub>80</sub><span
-class="antiqua">N</span><sub>16</sub><span class="antiqua">O</span><sub>20</sub>
-giebt in der berechneten procentischen Zusammensetzung zu wenig
-Stickstoff.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p>Nach der ersten Formel w&auml;re Kohlenstoff und Wasserstoff,
-nach den beiden andern w&auml;re ein gewisses Verh&auml;ltni&szlig;
-aller Elemente ausgetreten.</p>
-
-<p>19. Als das f&uuml;r uns wichtigste Resultat in der Betrachtung
-der Zusammensetzung der Leimsubstanz mu&szlig; als eine unleugbare
-Wahrheit angenommen werden, da&szlig; sie, obwohl aus
-Protein-Verbindungen entstanden, aus der Reihe der Protein-Verbindungen
-herausgetreten ist. Ihr chemisches Verhalten
-und ihre Zusammensetzung rechtfertigt diesen Schlu&szlig;.</p>
-
-<p>Keine Beobachtung steht dem Erfahrungsgesetz entgegen,
-wonach die Natur ausschlie&szlig;lich nur Protein-Verbindungen
-zur Blutbildung bestimmt. In den Vegetabilien existirt
-kein der Leimsubstanz &auml;hnlicher K&ouml;rper, sie ist keine Protein-Verbindung,
-sie enth&auml;lt keinen Phosphor, keinen Schwefel,
-sie enth&auml;lt mehr Stickstoff oder weniger Kohlenstoff wie
-das Protein. Durch die Lebensth&auml;tigkeit der zur Blutbildung
-bestimmten Organe nehmen die Protein-Verbindungen
-eine neue Form an, aber in ihrer Zusammensetzung erleiden
-sie keine Ver&auml;nderung; diese Organe besitzen, soweit unsere
-Erfahrungen reichen, das Verm&ouml;gen nicht, Protein-Verbindungen
-kraft einer einwirkenden Th&auml;tigkeit zu erzeugen<span class="pagenum" id="Page132">[132]</span>
-aus Stoffen, die kein Protein enthalten. Thiere mit Leimsubstanz,
-mit dem stickstoffreichsten Bestandtheil der Nahrung
-der Carnivoren ausschlie&szlig;lich ern&auml;hrt, starben den Hungerstod;
-die Leimsubstanzen sind unf&auml;hig zu Blut zu werden.</p>
-
-<p>Aber es unterliegt keinem Zweifel, sie wird aus den
-Bestandtheilen des Bluts erzeugt und kaum l&auml;&szlig;t sich die
-Vorstellung zur&uuml;ckweisen, da&szlig; das Fibrin des ven&ouml;sen Bluts,
-indem es zu arteri&ouml;sem Fibrin wird, sich auf der ersten
-Stufe der Umbildung zur Leimsubstanz befindet. Mit einiger
-Wahrscheinlichkeit kann man kaum den Membranen und
-Sehnen die F&auml;higkeit zuschreiben, sich selbst aus Stoffen zu
-bilden, die ihnen durch das Blut zugef&uuml;hrt werden; wie
-k&ouml;nnte in der That ein Stoff zur Zelle werden, kraft einer
-einwirkenden Th&auml;tigkeit, welche noch keinen Tr&auml;ger hat;
-eine schon bestehende Zelle mag die F&auml;higkeit besitzen, sich
-zu erhalten oder zu vervielf&auml;ltigen, allein zu beidem geh&ouml;ren
-Stoffe, welche identisch in ihrer Zusammensetzung mit der
-Substanz der Zellen sind. Diese Stoffe werden in dem
-Organismus erzeugt, und keiner kann sich mehr zu ihrer
-Bildung eignen als die Zellen und Membranen selbst, die
-in dem Magen des Thiers in dem Proce&szlig; der Verdauung
-l&ouml;slich geworden sind, oder welche der Mensch im l&ouml;slichen
-Zustande genie&szlig;t.</p>
-
-<p>20. Ich gebe in dem Folgenden einen Versuch zur analytischen
-Entwicklung der in dem thierischen K&ouml;rper vorgehenden
-Haupt-Metamorphosen, und zwar, um allen und jeden Mi&szlig;verst&auml;ndnissen
-vorzubeugen, mit der ausdr&uuml;cklichen Verwahrung<span class="pagenum" id="Page133">[133]</span>
-gegen alle Schl&uuml;sse und Folgerungen, die man jetzt
-oder zu irgend einer Zeit gegen die Ansichten daraus
-ziehen k&ouml;nnte, welche ich in dem Vorhergehenden, mit dem
-sie in keinerlei Verbindung stehen, entwickelt habe. Die
-Resultate, zu denen ich gelangt bin, befremden mich nicht
-minder und fl&ouml;&szlig;ten mir die n&auml;mlichen Zweifel ein, die sie
-in Andern erwecken werden, allein sie sind keine Sch&ouml;pfungen
-der Phantasie, und ich gebe sie, weil ich die Ueberzeugung
-hege, da&szlig; der Weg, der zu ihrer Ermittelung gef&uuml;hrt
-hat, der einzige ist, auf welchem wir hoffen k&ouml;nnen,
-Einsicht in die organischen Processe zu erlangen.</p>
-
-<p>Alle die zahllosen qualitativen Untersuchungen thierischer
-Substanzen sind absolut werthlos f&uuml;r die Physiologie sowohl,
-wie f&uuml;r die Chemie, so lange ihnen nicht ein ganz
-bestimmter Zweck, eine deutlich ausgedr&uuml;ckte Frage unterlegt
-wird.</p>
-
-<p>Wenn wir in einem Satze, den wir entziffern wollen,
-die Buchstaben auseinander nehmen und in eine Reihe stellen,
-so sind wir dem Sinne um keinen Schritt n&auml;her gekommen.
-Um ein R&auml;thsel zu l&ouml;sen, m&uuml;ssen wir v&ouml;llig klar
-&uuml;ber die Aufgabe sein. Es giebt freilich viele Wege, um
-die h&ouml;chste Kuppe eines Berges zu erklimmen, allein nur diejenigen
-haben Hoffnung, dem Ziele sich zu n&auml;hern, welche
-die Spitze im Auge behalten. Mit aller Arbeit und Anstrengung
-in einem Sumpfe erreicht man nichts weiter, als
-da&szlig; man sich immer mehr mit Schlamm und Koth beladet,
-das H&ouml;hersteigen wird durch selbstgeschaffene Schwierigkeiten<span class="pagenum" id="Page134">[134]</span>
-immer m&uuml;hevoller und auch die gr&ouml;&szlig;te Kraft mu&szlig; zuletzt
-unter diesem Unrath erliegen.</p>
-
-<p>21. Wenn es wahr ist, da&szlig; aus dem Blute oder den
-Bestandtheilen des Bluts alle Theile des Thierk&ouml;rpers entwickelt
-und gebildet werden, da&szlig; die vorhandenen Organe in jedem
-Zeitmomente des Lebens sich durch den Einflu&szlig; des zugef&uuml;hrten
-Sauerstoffs in neue Verbindungen umsetzen, so m&uuml;ssen
-die Secrete des Thierk&ouml;rpers nothwendig die Producte
-der umgesetzten Gebilde enthalten.</p>
-
-<p>22. Wenn der Schlu&szlig; ferner wahr ist, da&szlig; der Harn die
-stickstoffhaltigen und die Galle die kohlenstoffreichen Producte
-aller Gebilde enth&auml;lt, die in dem Lebensproce&szlig; sich in
-anorganische Verbindungen umgesetzt haben, so ist klar, da&szlig;
-die Bestandtheile der Galle und des Harns zusammengenommen
-gleich sein m&uuml;ssen, in ihrem relativen Verh&auml;ltnisse, der
-Zusammensetzung des Bluts.</p>
-
-<p>23. Aus dem Blute sind die Organe entstanden, die Organe
-enthalten die Bestandtheile des Bluts; sie haben sich in
-neue Verbindungen umgesetzt, zu diesen neuen Verbindungen
-ist au&szlig;er Sauerstoff und Wasser kein anderer K&ouml;rper hinzugekommen,
-das relative Verh&auml;ltni&szlig; ihres Kohlenstoffs und
-Stickstoffs mu&szlig; gleich sein dem relativen Verh&auml;ltni&szlig; des
-Kohlenstoffs und Stickstoffs im Blute.</p>
-
-<p>Wenn wir also von der Zusammensetzung des Bluts die
-Bestandtheile des Harns abziehen, so m&uuml;ssen wir, den hinzugekommenen
-Sauerstoff und das Wasser abgerechnet, die Zusammensetzung
-der Galle bekommen.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page135">[135]</span></p>
-
-<p>Oder wenn wir von den Bestandtheilen des Bluts abziehen
-die Bestandtheile der Galle, so m&uuml;ssen wir harnsaures
-Ammoniak oder Harnstoff und Kohlens&auml;ure &uuml;brig behalten.</p>
-
-<p>Man wird es vielleicht bemerkenswerth finden, da&szlig; diese
-Betrachtungsweise auf die wahre Formel der Galle, oder
-richtiger, auf den empirischen Ausdruck f&uuml;r ihre Zusammensetzung
-gef&uuml;hrt hat, auf den Schl&uuml;ssel zur Erkl&auml;rung ihrer
-Metamorphosen durch S&auml;uren und Alkalien, den man bis
-jetzt ohne Erfolg zu suchen bem&uuml;ht war.</p>
-
-<p>24. Wenn man frisches Blut &uuml;ber eine 60&deg; hei&szlig;e Silberplatte
-flie&szlig;en l&auml;&szlig;t, so trocknet es zu einem rothen firni&szlig;artigen
-Ueberzug ein, der sich leicht pulverisiren l&auml;&szlig;t; anf&auml;nglich
-in gelinder W&auml;rme, zuletzt bei 100&deg;, trocknet frisches fettfreies
-Muskelfleisch zu einer braunen pulverisirbaren Masse ein.</p>
-
-<p>Die Analysen von <span class="gesp2">Playfair</span> und <span class="nowrap"><span
-class="gesp2">Boeckmann</span><a id="ENanchor29"></a><a href="#Endnote29" class="enanchor">[E29]</a></span>
-f&uuml;hren als den n&auml;chsten Ausdruck der erhaltenen Gewichtsverh&auml;ltnisse
-ihrer Elemente f&uuml;r das Muskelfleisch (Fibrin,
-Albumin, Zellen und Nerven) und f&uuml;r das Blut zu einer
-und derselben empirischen Formel, sie ist:</p>
-
-<p class="formula"><span class="antiqua">C</span><sub>48</sub><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>78</sub><span class="antiqua">O</span><sub>15</sub> (empirische Formel des Bluts).</p>
-
-<p>25. Der Hauptbestandtheil der Galle ist nach den Untersuchungen
-von <span class="gesp2">Demar&ccedil;ay</span> eine den Seifen &auml;hnliche Verbindung
-von Natron mit einer eigenth&uuml;mlichen Materie, welche
-den Namen <span class="gesp2">Choleins&auml;ure</span> erhalten hat; sie wird in Verbindung
-mit Bleioxyd gef&auml;llt, wenn man eine durch Alkohol
-von allen darin unl&ouml;slichen Stoffen befreite Galle, mit essigsaurem
-Bleioxyd vermischt.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page136">[136]</span></p>
-
-<p>Diese Choleins&auml;ure wird durch Salzs&auml;ure zerlegt in
-<span class="gesp2">Taurin</span>, <span class="gesp2">Salmiak</span> und in eine neue stickstofffreie S&auml;ure,
-in <span class="gesp2">Choloidins&auml;ure</span>.</p>
-
-<p>Durch Kochen mit &auml;tzendem Kali zerf&auml;llt sie in Kohlens&auml;ure,
-Ammoniak und in <span class="gesp2">Cholins&auml;ure</span> (verschieden von
-<span class="gesp2">Gmelin&#8217;s</span> Chols&auml;ure).</p>
-
-<p>Es ist nun klar, da&szlig; die wahre Formel der Choleins&auml;ure
-den analytischen Ausdruck f&uuml;r diese Zersetzungsweisen
-in sich schlie&szlig;en, da&szlig; sie erlauben mu&szlig;, die Zusammensetzung
-der entstandenen Producte in eine ganz bestimmte und einfache
-Beziehung zu der Zusammensetzung der Choleins&auml;ure
-zu bringen. Dieser Ausdruck verliert an seiner Wahrheit
-nichts, wenn sich auch ergeben sollte, da&szlig; die Choleins&auml;ure
-und Choloidins&auml;ure, wie aus den Untersuchungen von <span class="gesp2">Berzelius</span>
-hervorzugehen scheint, Gemenge von mehreren verschiedenartigen
-Verbindungen sind, die relative Anzahl der
-Atome kann hierdurch in keiner Weise ge&auml;ndert werden.</p>
-
-<p>26. Zur Entwickelung der Metamorphosen, welche die Choleins&auml;ure
-durch S&auml;uren und Alkalien erleidet, kann als empirischer
-Ausdruck ihrer Zusammensetzung nur die folgende
-Formel angenommen werden:</p>
-
-<p class="formula">Formel der Choleins&auml;ure: <span class="antiqua">C</span><sub>75</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>132</sub><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub><span
-class="nowrap"><span class="antiqua">O</span><sub>22</sub><a id="ENanchor30" href="#Endnote30" class="enanchor">[E30]</a></span>.</p>
-
-<p>Ich wiederhole es, diese Formel kann der Ausdruck sein
-f&uuml;r die Zusammensetzung von zwei oder mehreren Verbindungen,
-gleichg&uuml;ltig, wie viel es auch sein m&ouml;gen, sie enth&auml;lt die
-relative Anzahl aller ihrer Elemente zusammengenommen.</p>
-
-<p>Nehmen wir von den Elementen der Choleins&auml;ure die<span class="pagenum" id="Page137">[137]</span>
-durch Einwirkung der Salzs&auml;ure entstehenden Producte, Ammoniak
-und Taurin, hinweg, so gelangen wir zur empirischen
-Formel der Choloidins&auml;ure.</p>
-
-<table class="chemsum" summary="chemische Summe">
-
-<tr>
-<td colspan="8" class="text">Formel der Choleins&auml;ure</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>76</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>132</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>22</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="8" class="center">ab</td>
-<td colspan="4">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="text">1 At. Taurin</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>14</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></td>
-<td rowspan="2" class="brace bt br bb">&nbsp;</td>
-<td rowspan="2" class="brace padl0">-</td>
-<td rowspan="2" class="function mid">-</td>
-<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">C</span><sub>4</sub></td>
-<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">H</span><sub>20</sub></td>
-<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td>
-<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="text">1 Aeq. Ammoniak</td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>6</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub></td>
-<td>&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="8" class="text total">Bleibt die Formel der Choloidins&auml;ure</td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>72</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>112</sub></td>
-<td class="bt">&nbsp;</td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>12</sub><a href="#Endnote31" id="ENanchor31" class="enanchor">[E31]</a>.</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p>27. Werden ferner von den Elementen der Choleins&auml;ure die
-Bestandtheile von Harnstoff und 2 At. Wasser (2 At. Kohlens&auml;ure
-und 2 Aeq. Ammoniak) hinweggenommen, so haben
-wir die Formel und Zusammensetzung der Cholins&auml;ure.</p>
-
-<table class="chemsum" summary="chemische Summe">
-
-<tr>
-<td colspan="8" class="text">Formel der Choleins&auml;ure</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>76</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>132</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>22</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="8" class="center">ab</td>
-<td colspan="4">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="text">2 At. Kohlens&auml;ure</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>2</sub></td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>4</sub></td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td rowspan="2" class="brace bt br bb">&nbsp;</td>
-<td rowspan="2" class="brace padl0 mid">-</td>
-<td rowspan="2" class="function mid">-</td>
-<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">C</span><sub>2</sub></td>
-<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">H</span><sub>12</sub></td>
-<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td>
-<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">O</span><sub>4</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="text">2 Aeq. Ammoniak</td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>12</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="8" class="text total">Formel der Cholins&auml;ure&nbsp;</td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>74</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>120</sub></td>
-<td class="bt">&nbsp;</td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>18</sub><a id="ENanchor32"></a><a
-href="#Endnote32" class="enanchor">[E32]</a>.</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p>Wenn man die so gro&szlig;e Uebereinstimmung der Zahlenresultate
-der <span class="nowrap">Analysen<a href="#Endnote30" class="enanchor">[E30]</a><a href="#Endnote31" class="enanchor">[E31]</a>
-<a href="#Endnote32" class="enanchor">[E32]</a></span> mit den obigen Formeln ins Auge
-fa&szlig;t, so wird man kaum zweifeln k&ouml;nnen, da&szlig; die aufgefundene
-Formel der Choleins&auml;ure so nahe, wie man bei Analysen
-dieser Art Substanzen nur erwarten kann, die relative
-Anzahl der Atome ihrer Elemente ausdr&uuml;ckt, gleichg&uuml;ltig, in
-wieviel verschiedenen Formen sie auch darin vereinigt sein
-m&ouml;gen.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page138">[138]</span></p>
-
-<p>28. Addiren wir nun die H&auml;lfte der Zahlen, welche die
-relativen Verh&auml;ltnisse der Elemente der Choleins&auml;ure ausdr&uuml;cken,
-zu den Bestandtheilen des Harns der Schlangen, zu den
-Elementen des neutralen harnsauren Ammoniaks, so erhalten wir:</p>
-
-<table class="chemsum" summary="chemische Summe">
-
-<tr>
-<td colspan="11" class="text">Formel der Choleins&auml;ure</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>38</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>66</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>11</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="11" class="center">hierzu</td>
-<td colspan="4">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">1</td>
-<td class="center w2m">Aeq.</td>
-<td colspan="2" class="text">Harns&auml;ure</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>10</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>8</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub></td>
-<td rowspan="2" class="brace bt br bb">&nbsp;</td>
-<td rowspan="2" class="brace padr0 mid">-</td>
-<td rowspan="2" class="function mid">+</td>
-<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">C</span><sub>10</sub></td>
-<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">H</span><sub>14</sub></td>
-<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">N</span><sub>10</sub></td>
-<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">1</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td colspan="2" class="text">Ammoniak</td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>6</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub></td>
-<td>&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="11" class="text total"><span class="antiqua">in Summa</span></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>48</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>80</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>17</sub>.</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p>29. Diese Formel dr&uuml;ckt aber aus die Zusammensetzung
-des Bluts, zu welchem die Elemente von 1 At. Wasser und
-1 At. Sauerstoff getreten sind.</p>
-
-<table class="chemsum" summary="chemische Summe">
-
-<tr>
-<td colspan="8" class="text">Formel des Bluts</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>48</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>78</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>15</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="8" class="center">hierzu</td>
-<td colspan="4">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">1</td>
-<td class="center">At.</td>
-<td class="text">Wasser</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>2</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span></td>
-<td rowspan="2" class="brace bt br bb">&nbsp;</td>
-<td rowspan="2" class="brace padl0 mid">-</td>
-<td rowspan="2" class="function mid">+</td>
-<td rowspan="2">&nbsp;</td>
-<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">H</span><sub>2</sub></td>
-<td rowspan="2">&nbsp;</td>
-<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">1</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td colspan="2" class="text">Sauerstoff</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="8" class="text total"><span class="antiqua">in Summa</span></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>48</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>80</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>17</sub>.</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p>30. Wenn wir ferner zu den Elementen des Proteins die
-Elemente treten lassen von 3 At. Wasser, so haben wir, bis
-auf 2 At. Wasserstoff, genau die Elemente der Choleins&auml;ure
-und des harnsauren Ammoniaks.</p>
-
-<table class="chemsum" summary="chemische Summe">
-
-<tr>
-<td class="atoms">1</td>
-<td class="center">At.</td>
-<td class="text">Protein</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>48</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>72</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>14</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">3</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Wasser</td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>6</sub></td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>3</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3">&nbsp;</td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>48</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>78</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>17</sub>.</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page139">[139]</span></p>
-
-<p>31. Betrachten wir also die Choleins&auml;ure und das harnsaure
-Ammoniak als die Producte der Umsetzung der Muskelfaser,
-indem es keine andern Gebilde im Thierk&ouml;rper giebt, welche
-Protein enthalten (Albumin geht in Gebilde &uuml;ber, ohne da&szlig;
-man sagen kann, da&szlig; es im Lebensproce&szlig; direct eine Umsetzung
-in Harns&auml;ure und Choleins&auml;ure erf&auml;hrt), so haben wir
-darin mit Zuziehung der Bestandtheile des Wassers alle zu
-der Metamorphose n&ouml;thigen Elemente; bis auf den Schwefel
-und Phosphor, die sich beide oxydirt haben m&ouml;gen, ist
-kein anderes Element ausgetreten.</p>
-
-<p>Diese Art der Metamorphose bezieht sich auf die Umsetzung
-in den niedrigen Thierklassen der Amphibien und vielleicht
-der W&uuml;rmer und Insecten. In den h&ouml;hern Thierklassen
-verschwindet in dem Harn die Harns&auml;ure, an ihrer
-Stelle finden wir Harnstoff.</p>
-
-<p>Das Verschwinden der Harns&auml;ure und die Erzeugung
-von Harnstoff steht offenbar in sehr enger Beziehung zu
-dem durch den Respirationsproce&szlig; aufgenommenen Sauerstoff
-und zu der Menge von Wasser, welche verschiedene
-Thiere in einer gegebenen Zeit genie&szlig;en.</p>
-
-<p>Wenn wir der Harns&auml;ure Sauerstoff zuf&uuml;hren, so zerlegt
-sie sich, wie man wei&szlig;, zuerst in <span class="nowrap">Alloxan<a id="ENanchor33"></a><a
-href="#Endnote33" class="enanchor">[E33]</a></span> und Harnstoff,
-eine neue Quantit&auml;t Sauerstoff dem Alloxan zugef&uuml;hrt,
-macht, da&szlig; es entweder in Oxals&auml;ure und Harnstoff, Oxalurs&auml;ure
-und <span class="nowrap">Parabans&auml;ure<a id="ENanchor34"></a><a href="#Endnote34"
-class="enanchor">[E34]</a></span> oder in Kohlens&auml;ure und Harnstoff
-zerf&auml;llt.</p>
-
-<p>32. Wir finden in den sogenannten Maulbeersteinen oxalsauren<span class="pagenum" id="Page140">[140]</span>
-Kalk, in den andern Harnsteinen harnsaures Ammoniak
-und zwar stets bei Personen, in denen durch Mangel an Bewegung
-und Anstrengung, oder durch andere Ursachen die Sauerstoffzuf&uuml;hrung
-gemindert ist. Nie finden sich Harnsteine, welche
-Harns&auml;ure oder Oxals&auml;ure enthalten, bei Schwinds&uuml;chtigen
-(siehe <a href="#Page24">S. 24</a>); und es ist eine gew&ouml;hnliche Erfahrung in
-Frankreich bei Personen, welche an Steinbeschwerden leiden,
-sobald sie sich auf das Land begeben, wo sie sich mehr Bewegung
-machen, da&szlig; die in der Blase w&auml;hrend ihres Aufenthaltes
-in der Stadt sich absetzenden harnsauren Verbindungen
-(durch die vergr&ouml;&szlig;erte Sauerstoffaufnahme) in
-oxalsaure Salze (in Maulbeersteine) &uuml;bergehen; bei noch
-mehr Sauerstoff w&uuml;rde sich wie bei gesunden Menschen nur
-das letzte Oxydationsprodukt des Kohlenstoffs, n&auml;mlich nur
-Kohlens&auml;ure, haben bilden k&ouml;nnen.</p>
-
-<p>Die falsche Interpretation der unleugbaren Beobachtungen,
-da&szlig; durch die Nieren alle von dem Organismus nicht verwendbaren
-Substanzen ver&auml;ndert oder unver&auml;ndert abgeschieden
-und in dem Harn ausgeleert werden, hat die praktische
-Medizin zu der Ansicht gef&uuml;hrt, da&szlig; die Nahrung und namentlich
-stickstoffhaltige Nahrungsstoffe einen directen Einflu&szlig; haben
-k&ouml;nnen auf die Erzeugung der Harnsteine. Es giebt keine Gr&uuml;nde,
-diese Meinung zu st&uuml;tzen, es giebt unz&auml;hlige, die sie widerlegen.
-M&ouml;glich ist es, da&szlig; in den Speisen eine Menge
-durch die Kochkunst umgewandelter Stoffe genossen werden,
-welche, als f&uuml;r Blutbildung nicht mehr tauglich, durch den
-Respirationsproce&szlig; mehr oder weniger ver&auml;ndert, aus dem<span class="pagenum" id="Page141">[141]</span>
-Harn ausgesto&szlig;en werden, allein Braten und Kochen
-&auml;ndern in keiner Weise die Zusammensetzung der <span class="nowrap">Fleischspeisen<a
-id="ENanchor35"></a><a href="#Endnote35" class="enanchor">[E35]</a></span>.</p>
-
-<p>Das gekochte und gebratene Fleisch wird zu Blut, die
-Harns&auml;ure und der Harnstoff stammen von den umgesetzten
-Gebilden. Die Menge dieser Produkte steigt mit der Schnelligkeit
-der Umsetzung in der gegebenen Zeit, sie steht in
-keiner Beziehung zu der in dem n&auml;mlichen Zeitraume genossenen
-Nahrung. Bei einem Hungernden, welcher sich einer
-starken und anhaltenden Bewegung hingeben mu&szlig;, wird
-mehr Harnstoff secernirt, als bei dem wohlgen&auml;hrtesten Menschen
-im Zustande der Ruhe; in Fiebern bei rascher Abmagerung
-ist der Harn harnstoffreicher als im Zustande der
-Gesundheit (<span class="gesp2">Prout</span>).</p>
-
-<p>33. Aehnlich also wie die in dem Urin des ruhenden Pferdes
-vorhandene Hippurs&auml;ure in benzoesaures Ammoniak und
-Kohlens&auml;ure verwandelt wird, sobald es sich in Arbeit und
-Bewegung befindet, verschwindet die Harns&auml;ure in dem Harn
-des Menschen, der durch Haut und Lunge eine zur Oxydation
-der Produkte der umgesetzten Gebilde hinreichende
-Menge Sauerstoff in sich aufnimmt; der Genu&szlig; von Wein
-und Fett, die in dem Organismus nur insofern sich weiter
-ver&auml;ndern als sie Sauerstoff aufnehmen, hat einen entschiedenen
-Einflu&szlig; auf die Bildung von Harns&auml;ure. Nach dem
-Genu&szlig; von fetten Speisen ist der Harn tr&uuml;be und setzt beim
-Erkalten kleine Krystalle von Harns&auml;ure ab (<span class="gesp2">Prout</span>). Dasselbe
-beobachtet man nach dem Genu&szlig; von Weinen (nie bei<span class="pagenum" id="Page142">[142]</span>
-Rheinweinen), in denen das zur L&ouml;slicherhaltung der Harns&auml;ure
-nothwendige Alkali fehlt.</p>
-
-<p>Bei Thieren, welche gr&ouml;&szlig;ere Mengen Wasser genie&szlig;en,
-wodurch die schwerl&ouml;sliche Harns&auml;ure in Aufl&ouml;sung erhalten
-wird, so da&szlig; der eingeathmete Sauerstoff darauf wirken
-kann, finden wir im Harn keine Harns&auml;ure, sondern Harnstoff.
-Bei V&ouml;geln ist als Secretionsproduct die Harns&auml;ure
-vorherrschend.</p>
-
-<p>Wenn wir zu 1 Atom Harns&auml;ure 6 Atome Sauerstoff und
-4 Atome Wasser hinzutreten lassen, so zerlegt sie sich in
-Harnstoff und Kohlens&auml;ure</p>
-
-<table class="chemsum" summary="chemische Summe">
-
-<tr>
-<td class="atoms">1</td>
-<td class="center">At.</td>
-<td colspan="3" class="text">Harns&auml;ure</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>10</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>8</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub></td>
-<td rowspan="3" class="brace bt br bb">&nbsp;</td>
-<td rowspan="3" class="brace padl0">-</td>
-<td rowspan="3" class="function mid">=</td>
-<td rowspan="3" class="brace padr0">-</td>
-<td rowspan="3" class="brace bt bl bb">&nbsp;</td>
-<td class="atoms">2</td>
-<td class="center">At.</td>
-<td class="text">Harnstoff</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>8</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>16</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>4</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">4</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Wasser</td>
-<td rowspan="2" class="brace bt br bb">&nbsp;</td>
-<td rowspan="2" class="brace padl0">-</td>
-<td rowspan="2" colspan="2">&nbsp;</td>
-<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub></td>
-<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></td>
-<td rowspan="2" class="atoms">6</td>
-<td rowspan="2" class="center">&#8222;</td>
-<td rowspan="2" class="text mid">Kohlens&auml;ure</td>
-<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">C</span><sub>6</sub></td>
-<td rowspan="2" colspan="2">&nbsp;</td>
-<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">O</span><sub>12</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">6</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Sauerstoff</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="21" class="thinline">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="5">&nbsp;</td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>10</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>8</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>16</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>16</sub></td>
-<td colspan="8">&nbsp;</td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>10</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>8</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>16</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>16</sub></td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p>34. Der Harn der Gras fressenden Thiere enth&auml;lt keine
-Harns&auml;ure, wohl aber Ammoniak, Harnstoff und Hippurs&auml;ure,
-oder Benzoes&auml;ure. Bei einem Hinzutreten von 9 Atomen
-Sauerstoff zu der empirischen Formel ihres Blutes, f&uuml;nf
-mal genommen, haben wir darin die Elemente von 6 Atomen
-Hippurs&auml;ure, 9 At. Harnstoff, 3 At. Choleins&auml;ure, 3 At.
-Wasser und 3 At. Ammoniak; oder wenn wir uns denken,
-da&szlig; w&auml;hrend der Metamorphose dieses Blutes 45 Atome
-Sauerstoff hinzutreten, so haben wir 6 At. Benzoes&auml;ure,
-13<sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub> At. Harnstoff, 3 At. Choleins&auml;ure, 15 At. Kohlens&auml;ure
-und 12 At. Wasser.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page143">[143]</span></p>
-
-<table class="chemsum" summary="chemische Summe">
-
-<tr>
-<td colspan="18" class="center">5 (<span class="antiqua">C</span><sub>48</sub><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>78</sub><span class="antiqua">O</span><sub>15</sub>) + 9 <span class="antiqua">O</span> =
-<span class="antiqua">C</span><sub>240</sub><span class="antiqua">N</span><sub>60</sub><span class="antiqua">H</span><sub>390</sub><span
-class="antiqua">O</span><sub>84</sub> =</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td rowspan="5" class="function mid">=</td>
-<td rowspan="5" class="brace padr0">-</td>
-<td rowspan="5" class="brace bt bb bl">&nbsp;</td>
-<td class="w1m">6</td>
-<td class="center">At.</td>
-<td class="text">Hippurs&auml;ure</td>
-<td class="w1m">6</td>
-<td class="bracketopen">(</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>18</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>16</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>5</sub></td>
-<td class="bracketclose">)</td>
-<td class="function">=</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>108</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>96</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>30</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="w1m">9</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Harnstoff</td>
-<td class="w1m">9</td>
-<td class="bracketopen">(</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>2</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></td>
-<td class="bracketclose">)</td>
-<td class="function">=</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>18</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>36</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>72</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>18</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="w1m">3</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Choleins&auml;ure</td>
-<td class="w1m">3</td>
-<td class="bracketopen">(</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>38</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>66</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>11</sub></td>
-<td class="bracketclose">)</td>
-<td class="function">=</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>114</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>6</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>198</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>33</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="w1m">3</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Ammoniak</td>
-<td class="w1m">3</td>
-<td class="bracketopen">(</td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>6</sub></td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="bracketclose">)</td>
-<td class="function">=</td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>6</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>18</sub></td>
-<td>&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="w1m">3</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Wasser</td>
-<td class="w1m">3</td>
-<td class="bracketopen">(</td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>2</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span></td>
-<td class="bracketclose">)</td>
-<td class="function">=</td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>6</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>3</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="14">&nbsp;</td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>240</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>60</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>390</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>84</sub></td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p class="padl6">oder</p>
-
-<table class="chemsum" summary="chemische Summe">
-
-<tr>
-<td colspan="18" class="center">5 <span class="antiqua">C</span><sub>48</sub><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>78</sub><span class="antiqua">O</span><sub>15</sub>) + <span class="antiqua">O</span><sub>45</sub>
-= <span class="antiqua">C</span><sub>240</sub><span class="antiqua">N</span><sub>60</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>390</sub><span class="antiqua">O</span><sub>120</sub> =</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td rowspan="5" class="function mid">=</td>
-<td rowspan="5" class="brace padr0">-</td>
-<td rowspan="5" class="brace bt bb bl">&nbsp;</td>
-<td class="right w2m">6</td>
-<td class="center">At.</td>
-<td class="text">Benzoes&auml;ure</td>
-<td class="right right w05m">6</td>
-<td class="bracketopen">(</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>14</sub></td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>10</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>3</sub></td>
-<td class="bracketclose">)</td>
-<td class="function">=</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>84</sub></td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>60</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>18</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="right w2m"><sup>27</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Harnstoff</td>
-<td class="right right w05m">27</td>
-<td class="bracketopen">(</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span></td>
-<td class="bracketclose">)</td>
-<td class="function">=</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>27</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>54</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>108</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>27</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="right w2m">3</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Choleins&auml;ure</td>
-<td class="right right w05m">3</td>
-<td class="bracketopen">(</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>38</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>66</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>11</sub></td>
-<td class="bracketclose">)</td>
-<td class="function">=</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>114</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>6</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>198</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>33</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="right w2m">15</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Kohlens&auml;ure</td>
-<td class="right right w05m">15</td>
-<td class="bracketopen">(</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span></td>
-<td colspan="2">&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></td>
-<td class="bracketclose">)</td>
-<td class="function">=</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>15</sub></td>
-<td colspan="2">&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>30</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="right w2m">12</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Wasser</td>
-<td class="right right w05m">12</td>
-<td class="bracketopen">(</td>
-<td colspan="2">&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>2</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span></td>
-<td class="bracketclose">)</td>
-<td class="function">=</td>
-<td colspan="2">&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>24</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>12</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="10">&nbsp;</td>
-<td colspan="4" class="text total"><span class="antiqua">Summa</span></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>240</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>60</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>390</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>120</sub></td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p>35. Verfolgen wir zuletzt die Metamorphose der Gebilde
-in dem Foetus der Kuh und betrachten wir das im Blute der
-Mutter zugef&uuml;hrte Protein als den Stoff, welcher eine
-Umsetzung erleidet oder erlitten hat, so ergiebt sich, da&szlig;
-2 At. Protein ohne Hinzutreten von Sauerstoff oder einer
-fremden Substanz die Elemente enthalten von 3 At. Allantoin,
-4 At. Wasser und 1 At. Choloidins&auml;ure, (Kindspech,
-Meconium??).</p>
-
-<table class="chemsum" summary="chemische Summe">
-
-<tr>
-<td colspan="18" class="center">2 At. Protein = 2 (<span class="antiqua">C</span><sub>48</sub><span
-class="antiqua">N</span><sub>12</sub><span class="antiqua">H</span><sub>72</sub><span class="antiqua">O</span><sub>14</sub>)
-+ 2 At. Wasser =<br /><span class="antiqua">C</span><sub>96</sub><span class="antiqua">N</span><sub>24</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>148</sub><span class="antiqua">O</span><sub>30</sub> =<br /></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td rowspan="2" class="function mid">=</td>
-<td rowspan="2" class="brace padr0">-</td>
-<td rowspan="2" class="brace bt bb bl">&nbsp;</td>
-<td class="atoms">3</td>
-<td class="center">At.</td>
-<td class="text">Allantoin</td>
-<td class="atoms">3</td>
-<td class="bracketopen">(</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>8</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>8</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>12</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub></td>
-<td class="bracketclose">)</td>
-<td class="function">=</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>24</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>24</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>36</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>18</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">1</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td colspan="9" class="text">Choloidins&auml;ure</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>72</sub></td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>112</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>12</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="14">&nbsp;</td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>96</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>24</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>148</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>30</sub></td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page144">[144]</span></p>
-
-<p>36. Die Elemente von drei Atomen Allantoin, die in obiger
-Formel aufgef&uuml;hrt sind, entsprechen aber genau der Anzahl
-der Elemente von 2 At. Harns&auml;ure, 2 At. Harnstoff und
-2 Atomen Wasser.</p>
-
-<table class="chemsum" summary="chemische Summe">
-
-<tr>
-<td rowspan="3" class="right w05m mid">3</td>
-<td rowspan="3" class="center">At.</td>
-<td rowspan="3" class="text mid">Allantoin</td>
-<td rowspan="3" class="function mid">=</td>
-<td rowspan="3" class="element mid"><span class="antiqua">C</span><sub>24</sub></td>
-<td rowspan="3" class="element mid"><span class="antiqua">N</span><sub>24</sub></td>
-<td rowspan="3" class="element mid"><span class="antiqua">H</span><sub>36</sub></td>
-<td rowspan="3" class="element mid"><span class="antiqua">O</span><sub>18</sub></td>
-<td rowspan="3" class="function mid">=</td>
-<td rowspan="3" class="brace padr0">-</td>
-<td rowspan="3" class="brace bt bb bl">&nbsp;</td>
-<td class="atoms">2</td>
-<td class="center">At.</td>
-<td class="text">Harns&auml;ure</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>20</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>16</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>16</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>12</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">2</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Harnstoff</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>8</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>16</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>4</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">2</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Wasser</td>
-<td colspan="2">&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="14">&nbsp;</td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>24</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>24</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>36</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>18</sub></td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p>Die Beziehungen des Allantoins, in dem Harn des Foetus
-der Kuh, zu den stickstoffhaltigen Bestandtheilen des Harns
-bei athmenden Thieren sind, wie aus der Nebeneinanderstellung
-beider Formeln hervorgeht, unverkennbar. In dem Allantoin
-befinden sich die Elemente der Harns&auml;ure und des Harnstoffs,
-das hei&szlig;t der stickstoffhaltigen Umsetzungsproducte der Proteinverbindungen.</p>
-
-<p>37. Wenn wir ferner zu der Formel des Proteins, dreimal
-genommen, hinzutreten lassen die Elemente von 4 Atomen
-Wasser und von der ganzen Anzahl aller Bestandtheile die
-H&auml;lfte der Elemente der Choloidins&auml;ure hinwegnehmen, so
-bleibt eine Formel, welche au&szlig;erordentlich nahe die Zusammensetzung
-des Leims ausdr&uuml;ckt.</p>
-
-<table class="chemsum" summary="chemische Summe">
-
-<tr>
-<td class="atoms">3</td>
-<td class="bracketopen">(</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>48</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>72</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>14</sub></td>
-<td class="bracketclose">)</td>
-<td class="function">+</td>
-<td class="atoms">4</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>2</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span></td>
-<td class="function">=</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>144</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>36</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>224</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>46</sub></td>
-<td class="function">=</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="11" class="right">ab <sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub> At. Choloidins&auml;ure</td>
-<td class="function">=</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>36</sub></td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>56</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub></td>
-<td rowspan="2">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="11" class="right padr9">bleibt</td>
-<td class="function">=</td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>108</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>36</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>168</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>40</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="10" class="right padr7">oder</td>
-<td class="atoms">4</td>
-<td class="bracketopen">(</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>27</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>9</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>42</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></td>
-<td class="bracketclose">)</td>
-<td class="left padl0"><a id="ENanchor36"></a><a href="#Endnote36" class="enanchor">[E36]</a>.</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page145">[145]</span></p>
-
-<p>38. Nehmen wir von dieser Formel des Leims die Bestandtheile
-von 2 At. Protein hinweg, so bleiben uns die Elemente
-des Harnstoffs, der Harns&auml;ure und des Wassers, oder
-3 At. Allantoin und 3 At. Wasser.</p>
-
-<table class="chemsum nobot" summary="chemische Summe">
-
-<tr>
-<td class="text nowrap">Formel des Leims nach <span class="gesp2">Mulder</span></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>108</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>168</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>36</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>40</sub></td>
-<td rowspan="2">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="center">ab 2 Protein</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>96</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>144</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>24</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>28</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="center">bleiben</td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>12</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>24</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>12</sub></td>
-<td class="function">=</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<table class="chemsum" summary="chemische Summe">
-
-<tr>
-<td class="atoms">1</td>
-<td class="center">At.</td>
-<td class="text">Harns&auml;ure</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>10</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>8</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub></td>
-<td rowspan="3" class="brace bt br bb">&nbsp;</td>
-<td rowspan="3" class="brace padl0">-</td>
-<td rowspan="3" class="function mid">=</td>
-<td rowspan="3" class="brace padr0">-</td>
-<td rowspan="3" class="brace bt bb bl">&nbsp;</td>
-<td class="atoms">3</td>
-<td class="center">At.</td>
-<td class="text">Allantoin</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>12</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>18</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>9</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">1</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Harnstoff</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>2</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></td>
-<td colspan="7">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">4</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Wasser</td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub></td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>4</sub></td>
-<td class="atoms">3</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Wasser</td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>6</sub></td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>3</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="19" class="thinline">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3">&nbsp;</td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>12</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>24</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>12</sub></td>
-<td colspan="8">&nbsp;</td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>12</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>24</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>12</sub></td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p>39. Abgesehen von dem gr&ouml;&szlig;eren Stickstoffgehalt, in welchem
-diese Zahlenverh&auml;ltnisse von <span class="gesp2">Mulder&#8217;s</span> und <span class="gesp2">Scherer&#8217;s</span>
-Analysen abweichen, geht aus der gegebenen Auseinandersetzung
-hervor, da&szlig;, wenn wir zu den Elementen von 2 At.
-Protein hinzutreten lassen die Bestandtheile der stickstoffhaltigen
-Umsetzungsproducte von einem dritten Atom Protein,
-von Harnstoff, Harns&auml;ure und Wasser, oder wenn wir von
-drei Atomen Protein hinwegnehmen die Bestandtheile eines
-stickstofffreien K&ouml;rpers, den wir als Zersetzungsproduct der
-Choleins&auml;ure ebenfalls erhalten k&ouml;nnen, da&szlig; wir in beiden
-F&auml;llen eine der Zusammensetzung der Leimsubstanz nahe
-kommende Formel erhalten. Man darf diesen Formeln, wie
-ich wiederholt in Erinnerung bringe, keinen h&ouml;heren Werth
-beilegen als sie verdienen; sie sollen zu weiter nichts als<span class="pagenum" id="Page146">[146]</span>
-zu Ankn&uuml;pfungspunkten dienen, um zu richtigeren Vorstellungen
-&uuml;ber das Entstehen und Zerfallen der Substanzen zu
-gelangen, woraus die thierischen Gebilde bestehen. Es sind
-die ersten Versuche zur Auffindung des Weges, den wir einzuschlagen
-haben, um das vorgesteckte Ziel zu erreichen, und
-dieses Ziel, nach dem wir streben, es kann und mu&szlig; erreichbar
-sein.</p>
-
-<p>Die Erfahrungen von Allen, die sich mit der Erforschung
-der Naturerscheinungen besch&auml;ftigt haben, kommen zuletzt
-darin &uuml;berein, da&szlig; diese durch weit einfachere Mittel und
-Ursachen bedingt und hervorgebracht werden, als man sich
-gedacht hat oder als wir uns denken, und gerade ihre Einfachheit
-m&uuml;ssen wir als das gr&ouml;&szlig;te Wunder betrachten.</p>
-
-<p>Die Leimsubstanz entsteht aus Blut, aus Proteinverbindungen,
-sie kann durch Hinzutreten von Ammoniak und
-Sauerstoff oder von Wasser, Harnstoff und Harns&auml;ure zu
-den Elementen des Proteins, oder durch Austreten einer stickstofffreien
-Materie gebildet worden sein. Die L&ouml;sung aller
-dieser Aufgaben wird minder schwierig, wenn die Fragen
-zur Beantwortung reif und klar gestellt sind. Eine jede
-Verneinung derselben ist der Anfangspunkt einer neuen
-Frage, deren Ermittelung zuletzt die nothwendige Folge der
-ersten Fragestellung ist.</p>
-
-<p>40. In dem Vorhergehenden ist au&szlig;er der Choleins&auml;ure
-keiner der andern Bestandtheile der Galle in Rechnung gezogen
-worden, und zwar deswegen, weil man nur bei dieser S&auml;ure
-mit Bestimmtheit wei&szlig;, da&szlig; sie Stickstoff enth&auml;lt. Wenn<span class="pagenum" id="Page147">[147]</span>
-nun vorausgesetzt wird, da&szlig; ihr Stickstoffgehalt von den
-Gebilden herr&uuml;hrt, die sich umgesetzt haben, so ist es nicht
-unwahrscheinlich, da&szlig; der Kohlenstoff und die &uuml;brigen Bestandtheile,
-die wir damit vereinigt finden, aus der n&auml;mlichen
-Quelle entsprungen sind.</p>
-
-<p>Bei den fleischfressenden Thieren ist es nicht dem geringsten
-Zweifel unterworfen, da&szlig; die Bestandtheile ihres Harns
-und ihrer Galle Produkte der Umsetzung von Proteinverbindungen
-sind, denn au&szlig;er Fett genie&szlig;en sie nur Stoffe,
-welche Protein enthalten oder welche aus Protein entstanden
-sind; ihre Nahrung ist identisch mit ihrem Blute, und
-es ist vollkommen gleichg&uuml;ltig, welche von beiden als Ausgangspunkt
-der chemischen Entwickelung ihrer Metamorphosen
-gew&auml;hlt werden.</p>
-
-<p>F&uuml;r den Proce&szlig; der Ern&auml;hrung kann es keinen gr&ouml;&szlig;ern
-Widerspruch geben, als wenn vorausgesetzt wird, da&szlig; der
-Stickstoff der Nahrungsmittel f&auml;hig w&auml;re, in den Harn als
-Harnstoff &uuml;berzugehen, ohne vorher zu einem Bestandtheil
-der Gebilde geworden zu sein, denn Albumin, der einzige
-Bestandtheil des Bluts, der seinem Gewichte nach in Betracht
-kommen kann, kann bei seinem Durchgange durch die Leber
-nicht die geringste Ver&auml;nderung erlitten haben, da wir es
-in allen Theilen des K&ouml;rpers von gleicher Beschaffenheit
-und Eigenschaften wieder finden. Diese Organe k&ouml;nnen zu
-einer Metamorphose, zu einer Ver&auml;nderung oder Zersetzung
-des Stoffes nicht geeignet sein, aus dem sich alle &uuml;brigen
-entwickeln.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page148">[148]</span></p>
-
-<p>41. Aus dem Verhalten des Chylus und der Lymphe geht
-mit Zuverl&auml;ssigkeit hervor, da&szlig; die l&ouml;slichen Bestandtheile
-der Speisen oder des Chymus die Form von Albumin erhalten.
-Das gekochte Eiwei&szlig;, der gekochte oder geronnene
-Faserstoff, welche in dem Magen wieder l&ouml;slich geworden,
-ihre Gerinnbarkeit an der Luft oder durch die Hitze aber
-verloren hatten, erhalten diese Eigenschaften nach und nach
-wieder. In den Chylusgef&auml;&szlig;en ist die saure Reaction des
-Chymus bereits in die schwach alkalische des Blutes &uuml;bergegangen,
-nach seinem Durchgange durch die Dr&uuml;sen des
-Mesenteriums, in dem Ductus thoracicus angelangt, enth&auml;lt
-er in der Hitze gerinnendes Albumin und scheidet, sich selbst
-&uuml;berlassen, Fibrin ab. Alle Proteinverbindungen, welche
-beim Durchgange des Chymus durch die Eingeweide aufgesaugt
-wurden, werden zu Albumin, welches, wie die Erfahrung
-beim Bebr&uuml;ten des H&uuml;hnerei&#8217;s ergiebt, bis auf den
-Eisengehalt, der von andern Seiten her geliefert wird, die
-Grundbestandtheile aller &uuml;brigen Organe enth&auml;lt.</p>
-
-<p>Die Frage, was beim Menschen aus den im Ueberschu&szlig;
-zugef&uuml;hrten Proteinverbindungen wird, welche Verwandlung
-die &uuml;berreichliche stickstoffhaltige Speise erf&auml;hrt, hat die
-practische Medicin l&auml;ngst entschieden. Die Blutgef&auml;&szlig;e zeigen
-sich mit Blut, die &uuml;brigen mit S&auml;ften &uuml;berf&uuml;llt, und wenn
-die Zufuhr an Speisen fortdauert und das Blut oder die
-S&auml;fte, die sich zur Blutbildung eignen, keine Verwendung
-finden, wenn die l&ouml;slichen Materien von den dazu bestimmten
-Organen nicht aufgenommen werden, so entwickeln<span class="pagenum" id="Page149">[149]</span>
-sich in den Eingeweiden, wie bei F&auml;ulni&szlig;processen, Gase
-mannigfaltiger Art, die festen Ausleerungen nehmen in
-Farbe, Geruch u. s. w. eine ver&auml;nderte Beschaffenheit an, und
-wenn die S&auml;fte in dem Saug- und Lymphgef&auml;&szlig;system
-eine &auml;hnliche Umsetzung erfahren, so ist dies sogleich in der
-Blutmischung sichtbar, und durch dieses nimmt alsdann der
-Ern&auml;hrungsproce&szlig; andere Formen an.</p>
-
-<p>42. Keine von allen diesen Erscheinungen d&uuml;rfte sich zeigen,
-wenn Nieren und Leber f&auml;hig w&auml;ren, eine Zersetzung der
-l&ouml;slich gewordenen, im Ueberschu&szlig; zugef&uuml;hrten, Proteinverbindungen
-in Harnstoff, Harns&auml;ure und Galle zu bewirken.
-Durch alle Beobachtungen, die man hinsichtlich des Einflusses
-der stickstoffhaltigen Nahrung auf die Bestandtheile des
-Harns gemacht hat, ist diese Voraussetzung nicht im entferntesten
-bewiesen, denn dieser Einflu&szlig; ist einer andern und
-weit einfacheren Interpretation f&auml;hig, wenn man mit der
-Nahrung die Lebensweise und Gewohnheiten der Personen
-in Betracht zieht, welche zu Gegenst&auml;nden der Beobachtung
-gedient haben. Harngries und Harnsteine finden sich bei
-Personen, welche sehr wenig animalische Kost genie&szlig;en. Nie
-sind bis jetzt Harns&auml;ure-haltige Concretionen bei Fleisch-fressenden
-S&auml;ugethieren, welche im freien, wilden Zustande
-leben, beobachtet <span class="nowrap">worden<a id="FNanchor9"></a><a
-href="#Footnote9" class="fnanchor">[F9]</a></span>, und bei Nationen, welche keine
-andere Nahrung als Fleischspeisen genie&szlig;en, sind Ablagerungen<span class="pagenum" id="Page150">[150]</span>
-von Harns&auml;ure-haltigen Concretionen an den Gliedern
-oder in der Harnblase v&ouml;llig unbekannt.</p>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote9"><a href="#FNanchor9"><span class="label">[9]</span></a>
-Das Vorkommen des harnsauren Ammoniaks in dem Harnstein von einem
-Hunde, der von <span class="gesp2">Lassaigne</span> untersucht wurde, mu&szlig; bezweifelt werden,
-wenn er ihn nicht eigenh&auml;ndig aus der Blase des Hundes genommen hat.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p>43. Was in Beziehung auf den Ursprung der Galle, oder
-richtiger vielleicht, der Choleins&auml;ure bei den Fleisch-fressenden
-Thieren als eine unleugbare Wahrheit angesehen werden
-mu&szlig;, kann in keiner Weise f&uuml;r alle Bestandtheile der Galle
-gelten, welche von der Leber der Gras- und K&ouml;rner-fressenden
-Thiere secernirt werden, denn es ist bei der so gro&szlig;en
-Menge Galle, die von der Leber eines Ochsen secernirt
-wird, schlechterdings unm&ouml;glich anzunehmen, da&szlig; aller Kohlenstoff
-derselben von der Substanz der umgesetzten Gebilde
-stammt.</p>
-
-<p>Nehmen wir an, da&szlig; die 59 Unzen trockner Galle (von
-37 Pfunden secernirter Galle) den n&auml;mlichen Stickstoffgehalt
-enthielten, wie die Choleins&auml;ure (3,86 <span class="antiqua">p. c.</span>), so w&uuml;rden
-wir darin nahe an 4<sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub> Loth Stickstoff haben, und wenn
-dieser Stickstoff von der Substanz der umgesetzten Gebilde
-stammt, so k&ouml;nnte sich im h&ouml;chsten Fall, wenn aller Kohlenstoff
-derselben in die Galle &uuml;bergehen w&uuml;rde, nur eine dem
-Gewicht von 14<sup>3</sup>&#8260;<sub>10</sub> Loth Kohlenstoff entsprechende Menge
-Galle bilden, dies ist aber weit unter derjenigen Quantit&auml;t,
-welche den Beobachtungen nach, secernirt wird.</p>
-
-<p>44. Es m&uuml;ssen nothwendiger Weise, au&szlig;er den Protein-Verbindungen,
-noch Materien anderer Art, an der Bildung
-der Galle in dem Organismus des Gras- und K&ouml;rner-fressenden
-Thieres Antheil nehmen, und diese k&ouml;nnen nur die stickstofffreien
-Nahrungsmittel sein.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page151">[151]</span></p>
-
-<p>45. Der Gallenzucker <span class="gesp2">Gmelin&#8217;s</span> (<span class="gesp2">Picromel</span>, <span class="gesp2">Bilin</span>
-nach <span class="gesp2">Berzelius</span>), welchen <span class="gesp2">Berzelius</span> als den Hauptbestandtheil
-der Galle betrachtet, w&auml;hrend ihn <span class="gesp2">Demar&ccedil;ay</span> im
-Wesentlichen f&uuml;r Choleins&auml;ure h&auml;lt, brennt an der Luft
-erhitzt wie Harz, liefert ammoniakalische Produkte und giebt,
-mit S&auml;uren behandelt, Taurin und die Zersetzungsproducte
-der Choleins&auml;ure, mit Alkalien liefert er Ammoniak und
-Cholins&auml;ure. Jedenfalls enth&auml;lt diese Substanz Stickstoff
-als Bestandtheil, ein weit kleineres Verh&auml;ltni&szlig; von
-Sauerstoff wie Amylon oder Zucker und eine gr&ouml;&szlig;ere Menge
-wie die fetten S&auml;uren. Wenn wir in der Metamorphose
-des Gallenzuckers oder der Choleins&auml;ure durch &auml;tzende Alkalien
-den Stickstoff austreten machen, so erhalten wir
-eine krystallisirte, den fetten S&auml;uren au&szlig;erordentlich &auml;hnliche
-S&auml;ure (Cholins&auml;ure), f&auml;hig mit den Basen Salze zu
-bilden, welche die Haupteigenschaften mit den Seifen gemein
-haben. Ja wir k&ouml;nnen sogar diese Hauptbestandtheile der
-Galle als Verbindungen von fetten S&auml;uren mit organischen
-Oxyden betrachten, &auml;hnlich den gew&ouml;hnlichen Fetten, und
-nur in sofern von ihnen verschieden, als sich kein Glyceryloxyd
-darin befindet. Die Choleins&auml;ure z. B. l&auml;&szlig;t sich betrachten
-als eine Verbindung von Choloidins&auml;ure mit den
-Elementen des Allantoins und des Wassers.</p>
-
-<table class="reaction2lines" summary="reaktion">
-
-<tr>
-<td><span class="gesp2">Choloidins&auml;ure</span>.</td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td><span class="gesp2">Allantoin</span>.</td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td><span class="gesp2">Wasser</span>.</td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td><span class="gesp2">Choleins&auml;ure</span>.</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td><span class="antiqua">C</span><sub>72</sub><span class="antiqua">H</span><sub>112</sub><span class="antiqua">O</span><sub>12</sub></td>
-<td>+</td>
-<td><span class="antiqua">C</span><sub>4</sub><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub><span class="antiqua">H</span><sub>6</sub><span
-class="antiqua">O</span><sub>3</sub></td>
-<td>+</td>
-<td><span class="antiqua">H</span><sub>14</sub><span class="antiqua">O</span><sub>7</sub></td>
-<td>=</td>
-<td><span class="antiqua">C</span><sub>76</sub><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub><span class="antiqua">H</span><sub>132</sub><span
-class="antiqua">O</span><sub>22</sub></td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p class="noindent">oder von Cholins&auml;ure, Harnstoff und Wasser:</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page152">[152]</span></p>
-
-<table class="reaction2lines" summary="reaktion">
-
-<tr>
-<td><span class="gesp2">Cholins&auml;ure</span>.</td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td><span class="gesp2">Harnstoff</span>.</td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td><span class="gesp2">Wasser</span>.</td>
-<td colspan="2">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td><span class="antiqua">C</span><sub>74</sub><span class="antiqua">H</span><sub>120</sub><span
-class="antiqua">O</span><sub>18</sub></td>
-<td>+</td>
-<td><span class="antiqua">C</span><sub>2</sub><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>8</sub><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></td>
-<td>+</td>
-<td><span class="antiqua">H</span><sub>4</sub><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></td>
-<td>=</td>
-<td>Choleins&auml;ure.</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p>46. Wenn nun in der That, woran man kaum zweifeln
-kann, die Bestandtheile der stickstofffreien Nahrungsmittel an
-der Bildung der Galle in dem K&ouml;rper der Gras-fressenden
-Thiere Antheil nehmen, so steht dieser Ansicht, in der Zusammensetzung
-der Hauptbestandtheile der Galle, nach dem
-gegenw&auml;rtigen Zustande unserer Kenntnisse, kein Hinderni&szlig;
-entgegen.</p>
-
-<p>Wenn das Amylon hierbei die Hauptrolle &uuml;bernimmt, so
-kann dies in keiner andern Weise geschehen, als da&szlig; sich,
-ganz &auml;hnlich wie bei seinem Uebergang in Fett, von seinen
-Elementen eine gewisse Quantit&auml;t Sauerstoff trennt, denn
-es enth&auml;lt auf die gleiche Anzahl an Kohlenstoffatomen (auf
-72 At.) f&uuml;nfmal so viel Sauerstoff wie die Choloidins&auml;ure.</p>
-
-<p>Ohne ein Austreten von Sauerstoff, von den Elementen
-des Amylon&#8217;s, ist hiernach sein Uebergang in Galle nicht denkbar
-und, dies vorausgesetzt, ist die chemische Entwickelung
-seiner Verwandlung in eine zwischen seiner eignen und der Zusammensetzung
-der fetten S&auml;uren stehenden Verbindung keinerlei
-Schwierigkeit unterworfen.</p>
-
-<p>47. Um diese Auseinandersetzung nicht zu einem m&uuml;ssigen
-Spiele mit Formeln zu machen und um den Hauptzweck
-nicht aus den Augen zu verlieren, f&uuml;hrt also die Betrachtung
-des quantitativen Verh&auml;ltnisses der in dem K&ouml;rper der Gras-fressenden
-Thiere abgesonderten Galle zu folgenden Schl&uuml;ssen:</p>
-
-<p>Die Hauptbestandtheile der Galle der Gras-fressenden<span class="pagenum" id="Page153">[153]</span>
-Thiere enthalten Stickstoff; dieser Stickstoff stammt von Protein-Verbindungen.</p>
-
-<p>Sie enth&auml;lt eine gr&ouml;&szlig;ere Menge Kohlenstoff als der
-genossenen stickstoffhaltigen Nahrung, oder der Substanz ihrer
-Gebilde entspricht, die in ihrem Lebensprocesse eine Ver&auml;nderung
-erlitten haben.</p>
-
-<p>Ein Theil dieses Kohlenstoffs <span class="gesp2">mu&szlig;</span> demnach von den
-stickstofffreien Nahrungsmitteln geliefert werden und, um in
-einen <span class="gesp2">stickstoffhaltigen</span> Bestandtheil der Galle &uuml;berzugehen,
-<span class="gesp2">m&uuml;ssen</span> sich nothwendig eine gewisse Anzahl ihrer Elemente
-verbunden haben <span class="gesp2">mit einem stickstoffhaltigen K&ouml;rper,
-der aus einer Proteinverbindung entstanden ist</span>.</p>
-
-<p>F&uuml;r diesen Schlu&szlig; ist es ganz gleichg&uuml;ltig, ob man annimmt,
-da&szlig; die Protein-Verbindung von der Nahrung oder
-den Gebilden stammt.</p>
-
-<p>48. Es ist neuerlichst von <span class="gesp2">Ure</span> angegeben worden, da&szlig;
-Benzoes&auml;ure innerlich gegeben, in dem Harn als Hippurs&auml;ure
-wieder erscheint.</p>
-
-<p>Wenn sich diese Beobachtung best&auml;tigen <span class="nowrap">sollte<a
-id="FNanchor10"></a><a href="#Footnote10" class="fnanchor">[F10]</a></span>, so erlangt
-sie eine gro&szlig;e physiologische Bedeutung, weil sie offenbar
-beweisen w&uuml;rde, da&szlig; der Akt der Umsetzung der Gebilde im
-Thierk&ouml;rper, durch gewisse, in den Speisen genossene Materien,<span class="pagenum" id="Page154">[154]</span>
-eine andere Form in Beziehung auf die neugebildeten
-Verbindungen annimmt, denn die Hippurs&auml;ure enth&auml;lt die
-Elemente des milchsauren Harnstoffs, in dessen Zusammensetzung
-die Elemente der Benzoes&auml;ure eingetreten sind.</p>
-
-<table class="chemsum" summary="chemische Summe">
-
-<tr>
-<td class="atoms">1</td>
-<td class="center">At.</td>
-<td class="text">Harnstoff</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>2</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></td>
-<td rowspan="3" class="brace bt br bb">&nbsp;</td>
-<td rowspan="3" class="brace padl0">-</td>
-<td rowspan="3">&nbsp;</td>
-<td rowspan="3" class="brace padr0">-</td>
-<td rowspan="3" class="brace bt bb bl">&nbsp;</td>
-<td class="function">=</td>
-<td class="atoms">2</td>
-<td colspan="2" class="text">At. kryst. Hippurs&auml;ure.</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">1</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Milchs&auml;ure</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>6</sub></td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>4</sub></td>
-<td colspan="2">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">2</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Benzoes&auml;ure</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>28</sub></td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>20</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub></td>
-<td class="function">=</td>
-<td class="atoms">2</td>
-<td class="text"><span class="antiqua">C</span><sub>18</sub> <span class="antiqua padl1">N</span><sub>2</sub>
-<span class="antiqua padl1">H</span><sub>18</sub><span class="antiqua padl1">O</span><sub>6</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="15" class="thinline">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3">&nbsp;</td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>36</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>36</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>12</sub>.</td>
-<td colspan="8">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote10"><a href="#FNanchor10"><span class="label">[10]</span></a>
-Die Analyse der aus dem Harn beim Zusatz von Salzs&auml;ure sich
-abscheidenden Krystalle ist nicht gemacht worden. Ure&#8217;s Angabe, da&szlig; in
-Salpeters&auml;ure aufgel&ouml;s&#8217;te Hippurs&auml;ure beim Zusatz von Ammoniak sich
-r&ouml;thet, ist &uuml;brigens falsch, sie beweis&#8217;t, da&szlig; die von ihm erhaltenen Krystalle
-Harns&auml;ure enthielten.</p>
-
-</div><!--blockquote-->
-
-<p>49. Wenn wir uns den Akt der Umsetzung der Gebilde
-in dem K&ouml;rper der Gras-fressenden Thiere, auf eine &auml;hnliche
-Weise denken, wie bei den Fleisch-fressenden, so wird ihr
-Blut, in den letzten Produkten der Umsetzung, von allen
-Organen zusammengenommen, Choleins&auml;ure, Harns&auml;ure und
-Ammoniak (<a href="#Page138">S. 138</a>) liefern m&uuml;ssen, und wenn wir der Harns&auml;ure
-eine &auml;hnliche Wirkung zuschreiben wie der Benzoes&auml;ure
-in <span class="gesp2">Ure&#8217;s</span> Beobachtung, da&szlig; n&auml;mlich durch ihre Gegenwart
-die weitere Umsetzung eine andere Form annimmt,
-insofern ihre Elemente in die neuentstehenden Produkte
-mit aufgenommen werden, so ergiebt sich z. B., da&szlig;
-2 At. Protein, zu welchen die Elemente von 3 At. Harns&auml;ure
-und zwei Atome Sauerstoff treten, zur Bildung von
-Hippurs&auml;ure und Harnstoff Veranlassung geben k&ouml;nnen.</p>
-
-<table class="chemsum" summary="chemische Summe">
-
-<tr>
-<td rowspan="4" colspan="3">&nbsp;</td>
-<td class="atoms">2</td>
-<td class="center">At.</td>
-<td class="text">Protein</td>
-<td class="atoms">2</td>
-<td class="bracketopen">(</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>48</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>72</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>14</sub></td>
-<td class="bracketclose">)</td>
-<td class="function">=</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>96</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>24</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>144</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>28</sub></td>
-<td rowspan="3">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">3</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Harns&auml;ure</td>
-<td class="atoms">3</td>
-<td class="bracketopen">(</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>10</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>8</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub></td>
-<td class="bracketclose">)</td>
-<td class="function">=</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>30</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>24</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>24</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>18</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">2</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Sauerstoff</td>
-<td colspan="11">&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="11" class="right padr1"><span class="antiqua">in Summa</span></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>126</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>48</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>168</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>48</sub></td>
-<td class="function">=</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page155">[155]</span></p>
-
-<table class="chemsum" summary="chemische Summe">
-
-<tr>
-<td rowspan="2" class="function mid">=</td>
-<td rowspan="2" class="brace padr0">-</td>
-<td rowspan="2" class="brace bt bb bl">&nbsp;</td>
-<td class="atoms">6</td>
-<td class="center">At.</td>
-<td class="text">Hippurs&auml;ure</td>
-<td class="atoms">6</td>
-<td class="bracketopen">(</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>18</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>16</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>5</sub></td>
-<td class="bracketclose">)</td>
-<td class="function">=</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>108</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>96</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>30</sub></td>
-<td rowspan="3">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">9</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Harnstoff</td>
-<td class="atoms">9</td>
-<td class="bracketopen">(</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>2</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></td>
-<td class="bracketclose">)</td>
-<td class="function">=</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>18</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>36</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>72</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>18</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="14">&nbsp;</td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>126</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>48</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>168</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>48</sub>.</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p>50. Wenn wir zuletzt festhalten, da&szlig; bei den Gras-fressenden
-Thieren, die stickstofffreien Nahrungsmittel (Amylon u. s. w.)
-eine bestimmte Rolle in der Bildung der Galle spielen m&uuml;ssen,
-da&szlig; zu ihren Elementen ein stickstoffhaltiger K&ouml;rper nothwendig
-treten mu&szlig;, um die stickstoffhaltigen Bestandtheile
-der Galle hervorzubringen, so ergiebt sich als das bemerkenswertheste
-Resultat dieser Combinationen, da&szlig; die Elemente
-des Amylons und die der Hippurs&auml;ure, gleich sind, den Elementen
-der Choleins&auml;ure, plus einer gewissen Menge Kohlens&auml;ure.</p>
-
-<table class="chemsum" summary="chemische Summe">
-
-<tr>
-<td class="atoms">2</td>
-<td class="center">At.</td>
-<td class="text">Hippurs&auml;ure</td>
-<td class="atoms">2</td>
-<td class="bracketopen">(</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>18</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>16</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>5</sub></td>
-<td class="bracketclose">)</td>
-<td class="function">=</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>36</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>32</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">5</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Amylon</td>
-<td class="atoms">5</td>
-<td class="bracketopen">(</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>12</sub></td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>20</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></td>
-<td class="bracketclose">)</td>
-<td class="function">=</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>60</sub></td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>100</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>50</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">2</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Sauerstoff</td>
-<td colspan="11">&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="11">&nbsp;</td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>96</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>132</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>62</sub></td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<table class="chemsum" summary="chemische Summe">
-
-<tr>
-<td rowspan="2" class="function mid">=</td>
-<td rowspan="2" class="brace padr0">-</td>
-<td rowspan="2" class="brace bt bb bl">&nbsp;</td>
-<td class="atoms">2</td>
-<td class="center">At.</td>
-<td class="text">Choleins&auml;ure</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>76</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>132</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>22</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">20</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Kohlens&auml;ure</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>20</sub></td>
-<td colspan="2">&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>40</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="6">&nbsp;</td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>96</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>132</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>62</sub>.</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p>51. Da nun die Hippurs&auml;ure neben Harnstoff aus den
-Proteinverbindungen entstehen kann, wenn in die Zusammensetzung
-derselben die Elemente der Harns&auml;ure aufgenommen
-werden (<a href="#Page154">S. 154</a>), da ferner Harns&auml;ure, Ammoniak und Choleins&auml;ure
-(<a href="#Page138">S. 138</a>) die Elemente des Proteins in einer nahe gleichen
-Anzahl von Elementen enthalten, so ist klar, da&szlig;, wenn<span class="pagenum" id="Page156">[156]</span>
-beim Hinzutritt von Sauerstoff und den Elementen des
-Wassers, von 5 At. Protein die Bestandtheile der Choleins&auml;ure
-und Ammoniak austreten, wir die Elemente der Hippurs&auml;ure
-und des Harnstoffs &uuml;brig behalten, und wenn ferner
-bei diesem Austreten und der weiter vorgehenden Umsetzung
-die Elemente von Amylon sich gegenw&auml;rtig befinden und in
-die neu entstehenden Verbindungen eintreten, so erhalten wir
-eine neue Menge Choleins&auml;ure, sowie eine gewisse Quantit&auml;t
-gasf&ouml;rmige Kohlens&auml;ure.</p>
-
-<p><span class="gesp2">Dies will also sagen, da&szlig;, wenn die Elemente
-von Protein und Amylon sich bei Gegenwart von
-Sauerstoff und Wasser neben und mit einander
-umsetzen, wir als Produkte dieser Umsetzung
-Harnstoff, Choleins&auml;ure, Ammoniak und Kohlens&auml;ure
-und au&szlig;er diesen kein anderes Produkt
-erhalten</span>.</p>
-
-<table class="chemsum" summary="chemische Summe">
-
-<tr>
-<td colspan="11" class="center highline2">Die Elemente von</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">5</td>
-<td class="center">At.</td>
-<td class="text">Protein</td>
-<td rowspan="4" class="brace bt br bb">&nbsp;</td>
-<td rowspan="4" class="brace padr0">-</td>
-<td rowspan="4" class="function mid">=</td>
-<td rowspan="4" class="brace padl0">-</td>
-<td rowspan="4" class="brace bt bb bl">&nbsp;</td>
-<td class="atoms">9</td>
-<td class="center">At.</td>
-<td class="text">Choleins&auml;ure.</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">15</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Amylon</td>
-<td class="atoms">9</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Harnstoff.</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">12</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Wasser</td>
-<td class="atoms">60</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Kohlens&auml;ure.</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">5</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Sauerstoff</td>
-<td class="atoms">6</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Ammoniak.</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<table class="chemsum" summary="chemische Summe">
-
-<tr>
-<td colspan="2">&nbsp;</td>
-<td colspan="14" class="text highline2"><span class="padl1">Es sind nemlich:</span></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">5</td>
-<td class="center">At.</td>
-<td class="text">Protein</td>
-<td class="function">=</td>
-<td class="atoms">5</td>
-<td class="bracketopen">(</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>48</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>72</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>14</sub></td>
-<td class="bracketclose">)</td>
-<td class="function">=</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>240</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>60</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>360</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>70</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">15</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Amylon</td>
-<td class="function">=</td>
-<td class="atoms">15</td>
-<td class="bracketopen">(</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>12</sub></td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>20</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></td>
-<td class="bracketclose">)</td>
-<td class="function">=</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>180</sub></td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>300</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>150</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">12</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Wasser</td>
-<td class="function">=</td>
-<td class="atoms">12</td>
-<td class="bracketopen">(</td>
-<td colspan="2">&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>2</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span></td>
-<td class="bracketclose">)</td>
-<td class="function">=</td>
-<td colspan="2">&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>24</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>12</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">5</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Sauerstoff</td>
-<td class="function">=</td>
-<td class="atoms">5</td>
-<td class="bracketopen">(</td>
-<td colspan="3">&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span></td>
-<td class="bracketclose">)</td>
-<td class="function">=</td>
-<td colspan="3">&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>5</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="10" class="right"><span class="antiqua">in Summa</span></td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="function">=</td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>420</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>60</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>684</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>237</sub></td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page157">[157]</span></p>
-
-<table class="chemsum" summary="chemische Summe">
-
-<tr>
-<td rowspan="4" class="function mid">=</td>
-<td rowspan="4" class="brace padr0">-</td>
-<td rowspan="4" class="brace bt bb bl">&nbsp;</td>
-<td class="atoms">9</td>
-<td class="center">At.</td>
-<td class="text">Choleins&auml;ure</td>
-<td class="function">=</td>
-<td class="atoms">9</td>
-<td class="bracketopen">(</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>38</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>66</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>11</sub></td>
-<td class="bracketclose">)</td>
-<td class="function">=</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>342</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>18</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>594</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>99</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">9</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Harnstoff</td>
-<td class="function">=</td>
-<td class="atoms">9</td>
-<td class="bracketopen">(</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>2</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></td>
-<td class="bracketclose">)</td>
-<td class="function">=</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>18</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>36</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>72</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>18</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">60</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Kohlens&auml;ure</td>
-<td class="function">=</td>
-<td class="atoms">60</td>
-<td class="bracketopen">(</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span></td>
-<td colspan="2">&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></td>
-<td class="bracketclose">)</td>
-<td class="function">=</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>60</sub></td>
-<td colspan="2">&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>120</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">6</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Ammoniak</td>
-<td class="function">=</td>
-<td class="atoms">6</td>
-<td class="bracketopen">(</td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>3</sub></td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="bracketclose">)</td>
-<td class="function">=</td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>6</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>18</sub></td>
-<td>&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="13" class="right"><span class="antiqua">in Summa</span></td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="function">=</td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>420</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>60</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>684</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>237</sub>.</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p>Die Umsetzung der in dem Thierk&ouml;rper vorhandenen
-Protein-Verbindungen wird bewirkt durch den im arteriellen
-Blut zugef&uuml;hrten Sauerstoff, und wenn die Bestandtheile des
-in dem Magen des Thieres l&ouml;slich gewordenen und in allen
-Theilen des K&ouml;rpers verbreiteten Amylons in die neu entstandenen
-Verbindungen mit aufgenommen werden, so erhalten
-wir die Hauptbestandtheile der Se- und Excretionen
-des Thierk&ouml;rpers; Kohlens&auml;ure als Excretion der Lunge,
-Harnstoff und kohlensaures Ammoniak als Excretion der
-Nieren, Choleins&auml;ure als Secret der Leber.</p>
-
-<p>Der Ansicht, da&szlig; ein Theil des Kohlenstoffs der stickstofffreien
-Nahrungsmittel in die Galle &uuml;bergehen kann, steht
-mithin in der chemischen Zusammensetzung der Stoffe, welche
-denkbarer Weise an dem Stoffwechsel im Thier Antheil nehmen
-k&ouml;nnen, kein Hinderni&szlig; entgegen.</p>
-
-<p>52. Das Fett verschwindet in dem Thierk&ouml;rper bei geh&ouml;riger
-Zufuhr von Sauerstoff, beim Mangel an Sauerstoff
-kann die Choleins&auml;ure &uuml;bergehen in Hippurs&auml;ure, Lithofellins&auml;ure
-und Wasser. Die <span class="nowrap">Lithofellins&auml;ure<a id="ENanchor37"></a><a href="#Endnote37"
-class="enanchor">[E37]</a></span> ist bekanntlich
-der Hauptbestandtheil der in gewissen Gras-fressenden Thieren
-vorkommenden Bezoare.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page158">[158]</span></p>
-
-<table class="chemsum" summary="chemische Summe">
-
-<tr>
-<td class="atoms">2</td>
-<td class="center">At.</td>
-<td class="text">Choleins&auml;ure</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>76</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>132</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>22</sub></td>
-<td rowspan="3" class="brace bt br bb">&nbsp;</td>
-<td rowspan="3" class="brace padl0">-</td>
-<td class="atoms">2</td>
-<td class="center">At.</td>
-<td class="text">Hippurs&auml;ure</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>36</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>32</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="7">&nbsp;</td>
-<td class="atoms">1</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Lithofellins&auml;ure</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>40</sub></td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>72</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>8</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">10</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Sauerstoff</td>
-<td colspan="3">&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></td>
-<td class="atoms">14</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Wasser</td>
-<td colspan="2">&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>28</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>14</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="16" class="thinline">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3">&nbsp;</td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>76</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>132</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>32</sub></td>
-<td colspan="5">&nbsp;</td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>76</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>132</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>32</sub></td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p>53. Zur Erzeugung von Galle im Thierk&ouml;rper geh&ouml;rt
-unter allen Umst&auml;nden eine gewisse Quantit&auml;t Natron, ohne
-die Gegenwart einer Natronverbindung kann sich keine Galle
-bilden. Bei Abwesenheit von Natron kann sich durch Umsetzung
-der Proteingebilde nur Fett und Harnstoff bilden.
-Denken wir uns das Fett nach der empirischen Formel
-<span class="antiqua">C</span><sub>11</sub><span class="antiqua">H</span><sub>20</sub><span class="antiqua">O</span>
-zusammengesetzt, so haben wir beim Hinzutreten
-von Wasser und Sauerstoff zu den Elementen des Proteins
-die Bestandtheile des Fettes, der Kohlens&auml;ure und des
-Harnstoffs.</p>
-
-<table class="chemsum" summary="chemische Summe">
-
-<tr>
-<td colspan="2" class="center">Protein.</td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="center">Wasser.</td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="center">Sauer-<br />stoff.</td>
-<td colspan="3">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">2</td>
-<td class="center">(<span class="antiqua">C</span><sub>48</sub><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>72</sub><span class="antiqua">O</span><sub>14</sub>)</td>
-<td class="function">+</td>
-<td class="atoms">12</td>
-<td class="center"><span class="antiqua">H</span><sub>2</sub><span class="antiqua">O</span></td>
-<td class="function">+</td>
-<td class="atoms">14</td>
-<td class="center"><span class="antiqua">O</span></td>
-<td class="function">=</td>
-<td class="center"><span class="antiqua">C</span><sub>96</sub><span class="antiqua">N</span><sub>24</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>168</sub><span class="antiqua">O</span><sub>54</sub></td>
-<td class="function">=</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<table class="chemsum notop" summary="chemische Summe">
-
-<tr>
-<td rowspan="3" class="function mid">=</td>
-<td rowspan="3" class="brace padr0">-</td>
-<td rowspan="3" class="brace bt bb bl">&nbsp;</td>
-<td class="atoms">6</td>
-<td class="center">At.</td>
-<td class="text">Harnstoff</td>
-<td class="function">=</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>12</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>24</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>48</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>12</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="text">Fett</td>
-<td class="function">=</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>66</sub></td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>120</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">18</td>
-<td colspan="2" class="text">Kohlens&auml;ure</td>
-<td class="function">=</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>18</sub></td>
-<td colspan="2">&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>36</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="7">&nbsp;</td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>96</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>24</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>168</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>54</sub>.</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p>Die Zusammensetzung aller Fette liegt zwischen den empirischen
-Formeln <span class="antiqua">C</span><sub>11</sub><span class="antiqua">H</span><sub>20</sub><span class="antiqua">O</span>
-oder <span class="antiqua">C</span><sub>12</sub><span class="antiqua">H</span><sub>20</sub><span class="antiqua">O</span>. Gehen wir
-von der letzteren aus, so geben die Elemente von Protein
-(2 <span class="antiqua">Pr.</span>) beim Hinzutreten von 2 At. Sauerstoff und 12 At.
-Wasser, 6 At. Harnstoff, Fett (<span class="antiqua">C</span><sub>72</sub><span class="antiqua">H</span><sub>120</sub><span
-class="antiqua">O</span><sub>6</sub>) und 12 At.
-Kohlens&auml;ure.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page159">[159]</span></p>
-
-<p>Bemerkenswerth in Beziehung auf die Bildung des Fettes
-bleibt es immer, da&szlig; die Abwesenheit des Kochsalzes
-(eine Natrium-Verbindung, welche dem Organismus das
-Natron liefert) die Fettbildung beg&uuml;nstigt, da&szlig; das M&auml;sten
-eines Thieres unm&ouml;glich gemacht wird, wenn wir seiner
-Nahrung einen Ueberflu&szlig; von Kochsalz, wiewohl weniger als
-n&ouml;thig w&auml;re, um Purgiren zu bewirken, zusetzen.</p>
-
-<p>54. Als eine Art von Ueberblick &uuml;ber die Metamorphosen
-der stickstoffhaltigen Secrete des Thierk&ouml;rpers, ist es hier
-ganz an seinem Orte, die Aufmerksamkeit darauf hinzulenken,
-da&szlig; die stickstoffhaltigen Producte der Metamorphose der
-Galle, identisch sind mit den Bestandtheilen des Harns, mit
-welchen die Elemente des Wassers in Verbindung getreten sind.</p>
-
-<table class="chemsum" summary="chemische Summe">
-
-<tr>
-<td class="atoms">1</td>
-<td class="center">At.</td>
-<td class="text">Harns&auml;ure</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>10</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>8</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub></td>
-<td rowspan="3" class="brace bt br bb">&nbsp;</td>
-<td rowspan="3" class="brace padl0">-</td>
-<td rowspan="3" class="function mid">=</td>
-<td rowspan="3" class="brace padl0">-</td>
-<td rowspan="3" class="brace bt bb bl">&nbsp;</td>
-<td class="atoms">3</td>
-<td class="center">At.</td>
-<td class="text">Taurin</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>12</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>6</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>42</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>30</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">1</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Harnstoff</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>2</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">22</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Wasser</td>
-<td colspan="2">&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>44</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>22</sub></td>
-<td class="atoms">3</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Ammoniak</td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>6</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>18</sub></td>
-<td>&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="19" class="thinline">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3">&nbsp;</td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>12</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>60</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>30</sub></td>
-<td colspan="8">&nbsp;</td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>12</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>60</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>30</sub>.</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<table class="chemsum" summary="chemische Summe">
-
-<tr>
-<td class="atoms">1</td>
-<td class="center">At.</td>
-<td class="text">Allantoin</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>6</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>3</sub></td>
-<td rowspan="2" class="brace bt br bb">&nbsp;</td>
-<td rowspan="2" class="brace padl0">-</td>
-<td rowspan="2" class="function mid">=</td>
-<td rowspan="2" class="brace padr0">-</td>
-<td rowspan="2" class="brace bt bb bl">&nbsp;</td>
-<td class="atoms">1</td>
-<td class="center">At.</td>
-<td class="text">Taurin</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>14</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">7</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Wasser</td>
-<td colspan="2">&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>14</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>7</sub></td>
-<td class="atoms">1</td>
-<td class="center">Aeq.</td>
-<td class="text">Ammoniak</td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>6</sub></td>
-<td>&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="19" class="thinline">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3">&nbsp;</td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>20</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></td>
-<td colspan="8">&nbsp;</td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>20</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub>.</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p>55. F&uuml;r die Metamorphosen der Harns&auml;ure und der
-stickstoffhaltigen Umsetzungsproducte der Galle, ist es nicht
-minder bedeutungsvoll, da&szlig; beim Hinzutreten von Sauerstoff
-und Wasser zu den Bestandtheilen der Harns&auml;ure, Taurin und
-Harnstoff, oder Taurin, Kohlens&auml;ure und Ammoniak entstehen
-kann.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page160">[160]</span></p>
-
-<table class="chemsum" summary="chemische Summe">
-
-<tr>
-<td rowspan="5">&nbsp;</td>
-<td class="atoms">1</td>
-<td class="center">At.</td>
-<td class="text">Harns&auml;ure</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>10</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>8</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub></td>
-<td rowspan="9" class="zerowidth">&nbsp;</td>
-<td rowspan="3" class="brace bt br bb">&nbsp;</td>
-<td rowspan="3" class="brace padl0">-</td>
-<td rowspan="3" class="function mid">=</td>
-<td rowspan="2" class="brace padr0">-</td>
-<td rowspan="2" class="bt bb bl">&nbsp;</td>
-<td rowspan="9" class="zerowidth">&nbsp;</td>
-<td class="atoms">2</td>
-<td class="center">At.</td>
-<td class="text">Taurin</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>8</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>28</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>20</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">14</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Wasser</td>
-<td colspan="2">&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>28</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>14</sub></td>
-<td class="atoms">1</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Harnstoff</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>2</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">2</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Sauerstoff</td>
-<td colspan="3">&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></td>
-<td colspan="2">&nbsp;</td>
-<td colspan="3">&nbsp;</td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>10</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>8</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>36</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>22</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="7" class="thinline">&nbsp;</td>
-<td colspan="5" class="thinline">&nbsp;</td>
-<td colspan="7" class="thinline">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3">&nbsp;</td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>10</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>8</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>36</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>22</sub></td>
-<td rowspan="2" class="brace bt br bb">&nbsp;</td>
-<td rowspan="2" class="brace padl0">-</td>
-<td rowspan="4" class="function mid">=</td>
-<td rowspan="4" class="brace padr0">-</td>
-<td rowspan="4" class="brace bt bb bl">&nbsp;</td>
-<td class="atoms">2</td>
-<td class="center">At.</td>
-<td class="text">Taurin</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>8</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>28</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>20</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="text">Hierzu</td>
-<td class="atoms">2</td>
-<td class="center">At.</td>
-<td class="text">Wasser</td>
-<td colspan="2">&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></td>
-<td class="atoms">2</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Kohlens&auml;ure</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>2</sub></td>
-<td colspan="2">&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>4</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="8" class="thinline">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="thinline">&nbsp;</td>
-<td colspan="7" class="thinline">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="4">&nbsp;</td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>10</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>8</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>40</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>24</sub></td>
-<td colspan="2">&nbsp;</td>
-<td class="atoms">2</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Ammoniak</td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>12</sub></td>
-<td>&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="8">&nbsp;</td>
-<td colspan="5">&nbsp;</td>
-<td colspan="3">&nbsp;</td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>10</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>8</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>40</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>24</sub></td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p>56. Alloxan plus einer gewissen Menge Wasser, ist in seiner
-Zusammensetzung gleich der des Taurin, das letztere enth&auml;lt
-zuletzt die Elemente des sauren oxalsauren Ammoniaks.</p>
-
-<table class="chemsum" summary="chemische Summe">
-
-<tr>
-<td colspan="10">&nbsp;</td>
-<td colspan="7" class="center"><span class="gesp2">Taurin</span>.</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">1</td>
-<td class="center">At.</td>
-<td class="text"><span class="nowrap">Alloxan<a id="FNanchor11"></a><a href="#Footnote11" class="fnanchor">[F11]</a></span></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>8</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></td>
-<td rowspan="2" class="brace bt br bb">&nbsp;</td>
-<td rowspan="2" class="brace padl0">-</td>
-<td rowspan="2" class="function mid">=</td>
-<td rowspan="2" class="atoms">2</td>
-<td rowspan="2" class="bracketopen">(</td>
-<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">C</span><sub>4</sub></td>
-<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub></td>
-<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">H</span><sub>14</sub></td>
-<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></td>
-<td rowspan="2" class="bracketclose">)</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">10</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Wasser</td>
-<td colspan="2">&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>20</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<table class="chemsum" summary="chemische Summe">
-
-<tr>
-<td rowspan="3" class="atoms">1</td>
-<td rowspan="3" class="center">At.</td>
-<td rowspan="3" class="text mid">Taurin</td>
-<td rowspan="3" class="element mid"><span class="antiqua">C</span><sub>4</sub></td>
-<td rowspan="3" class="element mid"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub></td>
-<td rowspan="3" class="element mid"><span class="antiqua">H</span><sub>14</sub></td>
-<td rowspan="3" class="element mid"><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></td>
-<td rowspan="3" class="function mid">=</td>
-<td rowspan="3" class="brace padr0">-</td>
-<td rowspan="3" class="brace bt bb bl">&nbsp;</td>
-<td class="atoms">2</td>
-<td class="center">At.</td>
-<td class="text">Oxals&auml;ure</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>4</sub></td>
-<td colspan="2">&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">1</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Ammoniak</td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>6</sub></td>
-<td>&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">4</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Wasser</td>
-<td colspan="2">&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>4</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="13">&nbsp;</td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>14</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote11"><a href="#FNanchor11"><span class="label">[11]</span></a>
-Es w&auml;re von gro&szlig;em Interesse, die Wirkung des Alloxans auf
-den menschlichen K&ouml;rper zu untersuchen; zwei bis drei Drachmen im
-krystallisirten Zustande Kaninchen gegeben, gaben keine sch&auml;dlichen Wirkungen
-zu erkennen. Beim Menschen schien eine starke Dosis nur auf die Urinsecretion
-von Einflu&szlig; zu sein. Bei gewissen Krankheiten der Leber d&uuml;rfte
-das Alloxan eins der wichtigsten Arzneimittel abgeben.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p>57. Die Vergleichung des Kohlenstoffgehaltes der in dem
-K&ouml;rper eines Gras-fressenden Thieres secernirten Galle,
-mit der Kohlenstoffmenge seiner Gebilde oder seiner stickstoffhaltigen
-Nahrungsmittel, welche in Folge des Stoffwechsels
-in Galle &uuml;bergehen k&ouml;nnen, f&uuml;hrt, wie sich aus dem Vorhergehenden
-ergiebt, auf einen gro&szlig;en Unterschied.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page161">[161]</span></p>
-
-<p>Die Kohlenstoffmenge der secernirten Galle betr&auml;gt im
-geringsten Falle mehr wie das 5fache, von dem was durch
-den Stoffwechsel ihrer Gebilde oder die stickstoffhaltigen Bestandtheile
-ihrer Nahrung der Leber zugef&uuml;hrt werden kann,
-und der Schlu&szlig;, da&szlig; an der Bildung der Galle bei diesen
-Thieren, die stickstofffreien Bestandtheile ihrer Nahrung einen
-ganz bestimmten Antheil nehmen, darf als wohlbegr&uuml;ndet
-angesehen werden, denn es giebt keine Erfahrung oder Beobachtung,
-die seiner Richtigkeit entgegenst&auml;nde.</p>
-
-<p>58. Es ist in dem Obigen der analytische Beweis niedergelegt,
-da&szlig; aus allen Bestandtheilen des Harns, aus Hippurs&auml;ure,
-Harns&auml;ure und Allantoin, die stickstoffhaltigen Producte
-der Umsetzung der Galle, n&auml;mlich Ammoniak und Taurin
-entstehen k&ouml;nnen, und wenn wir uns daran erinnern, da&szlig;
-durch ein blo&szlig;es Austreten von Sauerstoff und Wasser, aus
-den Bestandtheilen des Amylon, Choloidins&auml;ure gebildet werden
-kann,</p>
-
-<table class="chemsum" summary="chemische Summe">
-
-<tr>
-<td class="atoms">6</td>
-<td class="center">At.</td>
-<td colspan="3" class="text">Amylon</td>
-<td class="function">=</td>
-<td class="atoms">6</td>
-<td class="bracketopen">(</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>12</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>20</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></td>
-<td class="bracketclose">)</td>
-<td class="function">=</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>72</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>120</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>60</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="2">&nbsp;</td>
-<td colspan="3" class="text">hiervon ab</td>
-<td colspan="11">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">44</td>
-<td class="center">At.</td>
-<td class="text">Sauerstoff</td>
-<td rowspan="2" class="brace bt br bb">&nbsp;</td>
-<td rowspan="2" class="brace padl0">-</td>
-<td rowspan="2" colspan="9">&nbsp;</td>
-<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub></td>
-<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">O</span><sub>48</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">4</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Wasser</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="2">&nbsp;</td>
-<td colspan="10" class="text">bleibt Choloidins&auml;ure</td>
-<td class="function">=</td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>72</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>112</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>12</sub></td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p class="noindent">da&szlig; zuletzt die Choloidins&auml;ure, das Ammoniak und Taurin
-die Elemente der Choleins&auml;ure in sich schlie&szlig;en,</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page162">[162]</span></p>
-
-<table class="chemsum" summary="chemische Summe">
-
-<tr>
-<td class="atoms">1</td>
-<td class="center">At.</td>
-<td colspan="2" class="text">Choloidins&auml;ure</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>72</sub></td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>112</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>12</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">1</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td colspan="2" class="text">Taurin</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>14</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">2</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td colspan="2" class="text">Ammoniak</td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>6</sub></td>
-<td>&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="2">&nbsp;</td>
-<td class="text">Choleins&auml;ure</td>
-<td class="function">=</td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>76</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>132</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>22</sub></td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p class="noindent">so wird durch die Kenntni&szlig; dieser Thatsachen, ein jeder
-Widerspruch gegen die M&ouml;glichkeit dieser Vorg&auml;nge entfernt.</p>
-
-<p>59. Die chemische Analyse sowohl wie die Beobachtung des
-lebenden Thierk&ouml;rpers unterst&uuml;tzen sich alle gegenseitig; sie
-f&uuml;hren beide zu dem Schlusse, da&szlig; eine gewisse Quantit&auml;t
-des Kohlenstoffs der stickstofffreien Nahrungsstoffe (Respirationsstoffe)
-von der Leber in der Form von Galle secernirt
-wird, da&szlig; ferner die stickstoffhaltigen Producte der Umsetzung
-der Gebilde der Gras-fressenden Thiere nicht direct und unmittelbar
-wie bei den Fleischfressern zu den Nieren gelangen,
-sondern da&szlig; sie vor ihrem Austreten durch die Harnblase,
-in gewissen anderen Processen, und namentlich in der
-Bildung der Galle eine Rolle &uuml;bernehmen.</p>
-
-<p>Mit den Elementen der stickstofffreien Nahrungsstoffe
-werden sie der Leber zugef&uuml;hrt, sie kehren in der Form von
-Galle wieder in den K&ouml;rper zur&uuml;ck und werden erst zuletzt,
-wenn sie zur Bildung des allgemeinsten Respirationsmittels
-gedient haben, durch die Nieren aus dem K&ouml;rper entfernt.</p>
-
-<p>60. Wenn wir den Harn sich selbst &uuml;berlassen, so verwandelt
-sich der darin enthaltene Harnstoff in kohlensaures Ammoniak;
-seine Elemente sind genau in dem Verh&auml;ltni&szlig; zugegen,
-da&szlig; mit dem Hinzutreten der Elemente des Wassers<span class="pagenum" id="Page163">[163]</span>
-aller Kohlenstoff in Kohlens&auml;ure, aller Wasserstoff in Ammoniak
-&uuml;bergehen kann.</p>
-
-<table class="chemsum" summary="chemische Summe">
-
-<tr>
-<td class="atoms">1</td>
-<td class="center">At.</td>
-<td class="text">Harnstoff</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>2</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></td>
-<td rowspan="2" class="brace bt br bb">&nbsp;</td>
-<td rowspan="2" class="brace padl0">-</td>
-<td rowspan="2" class="function mid">=</td>
-<td rowspan="2" class="brace padr0">-</td>
-<td rowspan="2" class="brace bt bb bl">&nbsp;</td>
-<td class="atoms">2</td>
-<td class="center">At.</td>
-<td class="text">Kohlens&auml;ure</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>2</sub></td>
-<td colspan="2">&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>4</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">2</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Wasser</td>
-<td colspan="2">&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></td>
-<td class="atoms">2</td>
-<td class="center">Aeq.</td>
-<td class="text">Ammoniak</td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>12</sub></td>
-<td>&nbsp;</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p>61. W&auml;ren wir im Stande, aus Harns&auml;ure oder Allantoin
-geradezu Taurin und Ammoniak darzustellen, so m&ouml;chte dies
-wohl als ein weiterer Beweis f&uuml;r den Antheil angesehen
-werden d&uuml;rfen, welcher diesen Materien an der Bildung der
-Galle zugeschrieben worden ist, allein es darf nicht als Einwurf
-betrachtet werden, wenn diese Verwandlung mit den
-Mitteln, die uns zu Gebote stehen, nicht bewirkt werden
-kann. Ein solcher Einwurf verliert seine Bedeutung, wenn
-man ber&uuml;cksichtigt, da&szlig; das Vorhandensein von Taurin und
-Ammoniak in der Galle schlechterdings nicht vorausgesetzt
-werden kann, ja da&szlig; es sogar nicht einmal wahrscheinlich
-ist, da&szlig; sie in der Form, wie wir sie als Zersetzungsproducte
-der Galle bekommen, wirkliche Bestandtheile davon
-ausmachen.</p>
-
-<p>Durch die Einwirkung der Salzs&auml;ure auf Galle zwingen
-wir gewisserma&szlig;en ihre Elemente in solchen Formen zusammenzutreten,
-welche durch den n&auml;mlichen einwirkenden
-K&ouml;rper keiner weiteren Ver&auml;nderung mehr f&auml;hig sind, und
-wenn wir uns anstatt der Salzs&auml;ure des Kali&#8217;s bedienen,
-so erhalten wir die n&auml;mlichen Elemente, wiewohl in einer
-andern und ganz verschiedenen Weise geordnet. W&auml;re Taurin
-als solches in der Galle vorhanden, so m&uuml;&szlig;te man durch<span class="pagenum" id="Page164">[164]</span>
-Alkalien die n&auml;mlichen Producte erhalten, wie durch S&auml;uren.
-Alles dies ist gegen die Erfahrung.</p>
-
-<p>Wenn wir also auch im Stande w&auml;ren, das Allantoin
-oder Harns&auml;ure und Harnstoff, in Taurin und Ammoniak
-&uuml;berzuf&uuml;hren, so w&uuml;rden wir an Einsicht in den wahren
-Vorgang nicht reicher sein, eben weil die Pr&auml;existenz von
-Ammoniak und Taurin in der Galle bezweifelt werden mu&szlig;,
-und weil wir keinen Grund haben zu glauben, da&szlig; Harnstoff
-als Harnstoff, Allantoin als Allantoin zur Bildung
-der Galle vom Organismus verwendet wird; wir k&ouml;nnen
-darthun, da&szlig; ihre Elemente zu diesem Zwecke dienen, allein
-es ist uns g&auml;nzlich unbekannt, in welcher Weise diese Elemente
-eingetreten sind, welchen chemischen Charakter die
-stickstoffhaltige Verbindung besitzt, die sich mit den Elementen
-des Amylons zu Galle oder vielmehr zu Choleins&auml;ure vereinigt.</p>
-
-<p>62. Choleins&auml;ure kann entstehen aus den Elementen des
-Amylons, der Harns&auml;ure und des Harnstoffs, oder des Allantoins,
-oder der Harns&auml;ure, oder des Alloxan&#8217;s, oder der
-Oxals&auml;ure und des Ammoniaks, oder der Hippurs&auml;ure;
-diese verschiedenen Formen von Stickstoffverbindungen zeigen
-an und f&uuml;r sich schon, da&szlig; sich alle stickstoffhaltigen Producte
-des Stoffwechsels im Thierk&ouml;rper zur Bildung von
-Galle eignen, ohne da&szlig; wir damit wissen, in welcher Weise
-sie dazu verwendet werden.</p>
-
-<p>Wir k&ouml;nnen durch Behandlung mit kaustischen Alkalien
-das Allantoin zerlegen in Oxals&auml;ure und Ammoniak; die<span class="pagenum" id="Page165">[165]</span>
-n&auml;mlichen Producte erhalten wir aus dem Oxamid, ohne
-da&szlig; wir aus der Gleichheit derselben einen Schlu&szlig; r&uuml;ckw&auml;rts
-auf ihre Identit&auml;t, auf eine gleiche Constitution dieser Verbindungen
-machen k&ouml;nnen. So gestatten uns denn die Producte,
-die wir aus Choleins&auml;ure durch die Einwirkung
-von S&auml;uren erhalten, in keiner Weise einen Schlu&szlig; &uuml;ber
-die Art und Weise, wie ihre Elemente sich darin geordnet
-befinden.</p>
-
-<p>63. Wenn die Aufgabe der organischen Chemie in der Untersuchung
-der Ver&auml;nderungen besteht, welche die Nahrungsmittel
-im Thierk&ouml;rper erfahren, so hat sie darzuthun, welche
-Elemente hinzu-, welche ausgetreten sind, um die Verwandlung
-einer gegebenen Verbindung in eine zweite und dritte
-zu bewirken oder &uuml;berhaupt m&ouml;glich zu machen, allein synthetische
-Beweise k&ouml;nnen von ihr nicht erwartet werden,
-weil alle Vorg&auml;nge im Organismus unter dem Einflu&szlig; einer
-immateriellen Th&auml;tigkeit stehen, &uuml;ber welche der Chemiker
-nicht nach Willk&uuml;hr verf&uuml;gen kann.</p>
-
-<p>Die Beobachtung der Erscheinungen, welche die Metamorphosen
-der Nahrungsmittel im Organismus begleiten,
-die Ermittelung des Antheils, den die Atmosph&auml;re oder die
-Bestandtheile des Wassers an diesen Ver&auml;nderungen nehmen,
-f&uuml;hren von selbst auf die Bedingungen, welche sich zur Entstehung
-eines Secretes oder eines Theiles oder Bestandtheiles
-eines Organs vereinigen m&uuml;ssen.</p>
-
-<p>64. Das Vorhandensein von freier Salzs&auml;ure im Magen,
-sowie der Natrongehalt des Blutes setzen die Nothwendigkeit<span class="pagenum" id="Page166">[166]</span>
-des Kochsalzes f&uuml;r den organischen Proce&szlig; au&szlig;er allen
-Zweifel, allein die Quantit&auml;t von Natron, welche verschiedene
-Thierklassen zur Unterhaltung der vitalen Processe bed&uuml;rfen,
-ist au&szlig;erordentlich ungleich.</p>
-
-<p>Wenn wir uns denken, da&szlig; eine gegebene Menge Blut
-als Natronverbindung betrachtet, in dem K&ouml;rper eines Fleisch-fressenden
-Thieres in Folge des Stoffwechsels in eine neue
-Natronverbindung, in Galle n&auml;mlich, &uuml;bergeht, so mu&szlig;
-vorausgesetzt werden, da&szlig; im normalen Zustande der Gesundheit
-der Natrongehalt des Blutes vollkommen hinreicht,
-um mit den entstandenen Producten der Umsetzung Galle zu
-bilden. Das zu den vitalen Processen verbrauchte oder &uuml;berfl&uuml;ssige
-Natron wird, durch die Nieren von dem Blute geschieden,
-in der Form eines Salzes austreten m&uuml;ssen.</p>
-
-<p>Wenn es nun wahr ist, da&szlig; in dem K&ouml;rper eines Gras-fressenden
-Thieres eine weit gr&ouml;&szlig;ere Menge Galle gebildet
-wird, als der Quantit&auml;t des erzeugten oder umgesetzten Blutes
-entspricht, da&szlig; der gr&ouml;&szlig;te Theil ihrer Galle von gewissen
-Bestandtheilen ihrer Nahrung stammt, so kann das Natron
-des zu Gebilden gewordenen (assimilirten, umgesetzten)
-Blutes bei weitem nicht hinreichen, um den zur Bildung von
-Galle t&auml;glich n&ouml;thigen Bedarf an Natron zu liefern. Das Natron
-der Galle der Gras-fressenden Thiere mu&szlig; demzufolge
-direct von den Nahrungsmitteln geliefert werden; ihr Organismus
-mu&szlig; die F&auml;higkeit haben, alle in den Speisen vorhandenen
-und von dem Organismus zerlegbaren Natronverbindungen
-unmittelbar zur Bildung von Galle zu verwenden.<span class="pagenum" id="Page167">[167]</span>
-Alles Natron im Thierk&ouml;rper stammt, wie sich von
-selbst versteht, von den Speisen, allein die Speise des
-Fleisch-fressenden Thieres enth&auml;lt im Maximo nur die zur
-Blutbildung erforderliche Menge Natron; in den meisten
-F&auml;llen kann man bei dieser Thierklasse voraussetzen, da&szlig;
-nur eine der Menge des zur Blutbildung verwendeten Natrons
-entsprechende Quantit&auml;t durch ihren Harn wieder austritt.</p>
-
-<p>Wenn sie eine zur Blutbildung hinreichende Quantit&auml;t
-Natron zu sich nehmen, so wird eine dieser gleiche Menge
-durch den Harn ausgeleert, genie&szlig;en sie weniger, so beh&auml;lt
-ihr Organismus einen Theil des zur Ausleerung bestimmten
-Natronsalzes zur&uuml;ck.</p>
-
-<p>Ueber alle diese Verh&auml;ltnisse giebt die Zusammensetzung
-des Harns der verschiedenen Thierklassen die unzweideutigsten
-Belege.</p>
-
-<p>65. Als letztes Product der Ver&auml;nderung aller Natronverbindungen
-im Thierk&ouml;rper erhalten wir im Harn, das
-Natron in der Form eines Salzes, den Stickstoff als Ammoniak
-oder Harnstoff.</p>
-
-<p>Das Natron in dem Harn der Fleisch-fressenden Thiere
-finden wir an Schwefels&auml;ure und Phosphors&auml;ure gebunden,
-nie fehlt neben diesen Natronsalzen eine gewisse Menge
-eines Ammoniaksalzes, Salmiak oder phosphorsaures Ammoniak.
-Es kann keinen entscheidenderen Beweis f&uuml;r die
-Meinung abgeben, da&szlig; das Natron ihrer Galle oder ihrer
-umgesetzten Blutbestandtheile bei weitem nicht hinreicht, um
-die austretenden S&auml;uren zu neutralisiren, als wie die Gegenwart<span class="pagenum" id="Page168">[168]</span>
-dieser Ammoniaksalze im Harn; dieser Harn reagirt
-sauer.</p>
-
-<p>Im graden Gegensatz hierzu finden wir in dem Harn
-der Gras-fressenden Thiere eine &uuml;berwiegende Menge von
-Natron und zwar nicht an Schwefels&auml;ure oder Phosphors&auml;ure
-gebunden, sondern an Kohlens&auml;ure, Benzoes&auml;ure oder
-Hippurs&auml;ure.</p>
-
-<p>66. Diese wohlbegr&uuml;ndeten Erfahrungen beweisen, da&szlig;
-die Gras-fressenden Thiere eine weit gr&ouml;&szlig;ere Menge Natron
-genie&szlig;en als zur Neubildung ihres t&auml;glichen Bedarfes an
-Blut erforderlich ist. In ihrer Nahrung finden wir alle
-Bedingungen vereinigt zur Erzeugung einer zweiten Natronverbindung,
-welche zum Respirationsmittel bestimmt ist, und
-nur eine geringe Erfahrung in dem Wesen der mit so
-gro&szlig;er Weisheit geordneten Natureinrichtungen d&uuml;rfte den
-Natrongehalt der Speise und des Harns der Gras-fressenden
-Thiere f&uuml;r zuf&auml;llig erkl&auml;ren.</p>
-
-<p>Es kann kein Zufall sein, da&szlig; das Leben, die Entwickelung
-einer Pflanze abh&auml;ngig ist von der Gegenwart der Alkalien,
-die sie dem Boden entzieht; diese Pflanze dient zur
-Nahrung einer gro&szlig;en Thierklasse, deren vitale Processe aufs
-engste an die Gegenwart dieser Alkalien gekn&uuml;pft ist. Wir
-finden diese Alkalien in der Galle, ihre Gegenwart im Thierk&ouml;rper
-ist die unerl&auml;&szlig;liche Bedingung zur Erzeugung des
-ersten Nahrungsstoffs des jungen Thieres, ohne eine reichliche
-Menge Kali kann die Bildung der Milch nicht gedacht
-werden.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page169">[169]</span></p>
-
-<p>67. Alle Beobachtungen f&uuml;hren, wie sich aus dem Vorhergehenden
-ergiebt, zu der Ansicht, da&szlig; gewisse stickstofffreie
-Bestandtheile der Nahrung der Gras-fressenden Thiere
-(Amylon, Zucker, Gummi &amp;c.) die Form einer Natronverbindung
-erhalten, welche in ihrem K&ouml;rper zu den n&auml;mlichen
-Zwecken dient, wozu, wie wir mit Bestimmtheit wissen, die
-Galle (das kohlenstoffreichste Product der Umsetzung ihrer
-Gebilde) in dem K&ouml;rper des Fleisch-fressenden Thieres verwendet
-wird. Sie dienen zur Unterhaltung gewisser vitalen
-Processe, und werden zuletzt zur Hervorbringung der animalischen
-W&auml;rme, zum Widerstand gegen die Einwirkung
-der Atmosph&auml;re verbraucht; bei den Fleischfressern ist der
-rasche Umsatz ihrer Gebilde eine Bedingung ihres Bestehens,
-eben weil erst in Folge des Stoffwechsels die Materien gebildet
-werden m&uuml;ssen, welche zur Verbindung mit dem Sauerstoff
-der Luft bestimmt sind; in diesem Sinne kann man
-sagen, da&szlig; die stickstofffreien Nahrungsmittel den Stoffwechsel
-hindern, da&szlig; sie ihn verlangsamen und eine ebenso
-rasche Beschleunigung wie bei den Fleischfressern jedenfalls
-unn&ouml;thig machen.</p>
-
-<p>68. Mit dieser F&auml;higkeit der stickstofffreien Nahrungsstoffe,
-als Respirationsmaterie zu dienen, steht die verh&auml;ltni&szlig;m&auml;&szlig;ig
-so geringe Menge von stickstoffhaltiger Nahrung, die sie
-zur Unterhaltung ihrer Lebensfunctionen bed&uuml;rfen, in dem
-engsten Zusammenhang, und es d&uuml;rfte vielleicht sich herausstellen,
-da&szlig; die Nothwendigkeit zusammengesetzterer Verdauungsorgane
-in dem K&ouml;rper der Pflanzen-fressenden Thiere weit<span class="pagenum" id="Page170">[170]</span>
-mehr durch die Schwierigkeit bedingt ist, gewisse stickstofffreie
-Nahrungsmittel (Gummi? st&auml;rkemehlartige Faser?)
-l&ouml;slich und geschickt zu machen, an den vitalen Processen
-Antheil zu nehmen, als die Ueberf&uuml;hrung und Verwandlung
-des Pflanzen-Fibrins, -Albumins und -Caseins in Blut zu
-bewirken, denn f&uuml;r diesen Zweck finden wir die minder zusammengesetzten
-Apparate der Carnivoren vollkommen ausreichend.</p>
-
-<p>69. Wenn in dem K&ouml;rper des Menschen, der an gemischte
-Nahrung gew&ouml;hnt ist, das Amylon eine &auml;hnliche Rolle &uuml;bernimmt,
-wie in dem K&ouml;rper der Gras- und K&ouml;rner-fressenden
-Thiere, wenn also vorausgesetzt wird, da&szlig; ihre Elemente
-an der Bildung ihrer Galle einen ebenso bestimmten
-Antheil nehmen, so folgt hieraus von selbst, da&szlig; ein Theil
-der stickstoffhaltigen Producte der Umsetzung ihrer Organe,
-ehe sie durch die Harnblase austreten, von der Leber aus, in
-der Form von Galle, in den Kreislauf zur&uuml;ckkehren und erst
-als letztes Product des Respirationsprocesses durch die Nieren
-von dem Blute geschieden werden.</p>
-
-<p>70. Beim Mangel an stickstofffreien Substanzen in der
-Nahrung des Menschen wird diese Form der Gallenbildung
-nicht stattfinden k&ouml;nnen, die Secrete m&uuml;ssen in diesem Fall eine
-andere Beschaffenheit besitzen, und das Erscheinen von Harns&auml;ure
-im Harn in gewissen Krankheiten, die Ablagerung von
-Harns&auml;ure in den Gliedern und in der Harnblase, sowie der
-Einflu&szlig;, den ein Ueberflu&szlig; von Fleischnahrung, der als
-gleichbedeutend angesehen werden mu&szlig; einem Mangel an<span class="pagenum" id="Page171">[171]</span>
-Amylon, auf die Absonderung der Harns&auml;ure bei gewissen
-Individuen aus&uuml;bt, d&uuml;rfte hierin seine Erkl&auml;rung finden.
-Fehlt es an Amylon, an Zucker &amp;c., so wird ein Theil der
-durch den Stoffwechsel gebildeten oder sich bildenden Stickstoffverbindungen
-entweder an dem Orte beharren, wo sie
-erzeugt worden sind, sie werden nicht von der Leber aus als
-Respirationsmittel in den Organismus zur&uuml;ckkehren, und
-durch die Einwirkung des Sauerstoffs die letzten Ver&auml;nderungen
-erfahren, die sie &uuml;berhaupt zu erleiden f&auml;hig sind,
-sondern von den Nieren in irgend einer andern Form abgeschieden
-werden m&uuml;ssen.</p>
-
-<p>71. In dem Vorhergehenden ist der Beweis zu f&uuml;hren
-versucht worden, da&szlig; die stickstofffreien Nahrungsmittel einen
-ganz bestimmten Einflu&szlig; auf die Natur und Beschaffenheit
-der Secrete des Thierk&ouml;rpers aus&uuml;ben; ob dies direct geschieht,
-ob ihre Elemente n&auml;mlich unmittelbar an dem Acte
-der Umsetzung der Gebilde Antheil nehmen, oder indirect,
-m&ouml;chte durch sorgf&auml;ltige und umsichtige Versuche und Beobachtungen
-entschieden werden k&ouml;nnen. M&ouml;glich ist es, da&szlig;
-die stickstofffreien Nahrungsmittel, in irgend einer Weise ver&auml;ndert,
-von den Eingeweiden aus gradezu der Leber zugef&uuml;hrt
-werden, da&szlig; sie in diesem Organ, wo sie mit den
-Producten der umgesetzten Gebilde zusammentreten, die Verwandlung
-in Galle erfahren und dann erst ihren Kreislauf
-im K&ouml;rper vollenden.</p>
-
-<p>Diese Meinung gewinnt an Wahrscheinlichkeit, wenn
-man in Betracht zieht, da&szlig; in dem arteriellen Blute bis<span class="pagenum" id="Page172">[172]</span>
-jetzt noch niemals weder eine Spur Amylon noch Zucker
-aufgefunden worden ist, selbst nicht bei Thieren, die man
-ausschlie&szlig;lich mit diesen Materien zu ern&auml;hren versuchte.
-Diesen Materien kann man demnach, da sie in dem arteriellen
-Blute fehlen, keinen Antheil an dem Ern&auml;hrungsprocesse
-zuschreiben, und das Erscheinen von Zucker im Harne Diabetischer,
-von Zucker, welcher, nach allen Beobachtungen, von
-der Nahrung stammt, sowie die v&ouml;llige Abwesenheit dieses
-Zuckers in dem Blute der an dieser Krankheit Leidenden,
-beweis&#8217;t offenbar, da&szlig; Amylon und Zucker als solche in die
-Blutcirculation nicht aufgenommen werden.</p>
-
-<p>72. Ueber die Anwesenheit gewisser Bestandtheile der Galle
-im Blute des gesunden Menschen findet man in den Schriften
-der Physiologen viele Belege, wiewohl sie quantitativ
-schwerlich bestimmbar darin ist; denken wir uns in der That,
-da&szlig; in einer Minute zehn Pfund Blut (120 Unzen) durch
-die Leber gehen und von diesem Blute 2 Tropfen Galle (zu
-drei Gran den Tropfen) abgesondert wurden, so macht dies
-<sup>1</sup>&#8260;<sub>9600</sub> von dem Gewichte der Blutmasse aus, ein Gehalt, der
-durch die Analyse nicht mehr festgestellt werden kann.</p>
-
-<p>73. Der gr&ouml;&szlig;te Theil der Galle entsteht nach dem Vorhergehenden
-in dem K&ouml;rper der Gras- und K&ouml;rner-fressenden
-Thiere, sowie in dem des Menschen, der an gemischte Nahrung
-gew&ouml;hnt ist, aus den Bestandtheilen seiner stickstofffreien
-Nahrungsmittel; ihre Bildung kann aber nicht gedacht
-werden, ohne ein Hinzutreten eines stickstoffhaltigen K&ouml;rpers,
-denn die Galle ist eine Stickstoffverbindung. Alle bis<span class="pagenum" id="Page173">[173]</span>
-jetzt untersuchten Gallen geben bei der trocknen Destillation
-Ammoniak und stickstoffhaltige Producte; aus der Ochsengalle
-hat man Taurin und Ammoniak dargestellt; der Beweis, da&szlig;
-diese beiden Producte aus allen anderen Gallen darstellbar
-sind, ist nur deshalb nicht gef&uuml;hrt worden, weil es schwer
-h&auml;lt, sich von anderen Thieren hinl&auml;ngliche Mengen von
-Galle zu verschaffen.</p>
-
-<p>Mag nun die stickstoffhaltige Verbindung, die sich mit
-den Bestandtheilen des Amylons zu Galle vereinigt, von
-den Speisen oder von der Substanz der umgesetzten Gebilde
-stammen, der Schlu&szlig;, da&szlig; die Gegenwart derselben als eine
-Bedingung der Gallensecretion anzusehen ist, kann nicht in
-Zweifel gezogen werden.</p>
-
-<p>Da nun die Gras- und K&ouml;rner-fressenden Thiere in
-ihren Nahrungsmitteln nur solche stickstoffhaltige Materien
-genie&szlig;en, welche identisch sind mit ihren Blutbestandtheilen,
-so stammt der stickstoffhaltige Bestandtheil, den wir in der
-Galle finden, jedenfalls von einer Proteinverbindung ab, er
-ist entweder durch eine Ver&auml;nderung entstanden, welche die
-Proteinverbindungen der Speise erlitten haben, oder er ist
-aus dem Blute oder aus der Substanz der Gebilde in Folge
-des Stoffwechsels erzeugt worden.</p>
-
-<p>74. Wenn nun der Schlu&szlig; wahr ist, da&szlig; stickstoffhaltige
-Verbindungen, gleichg&uuml;ltig, ob sie von der Substanz des Blutes
-oder den stickstoffhaltigen Nahrungsmitteln stammen, an der
-Bildung der Secrete und namentlich an der Bildung der
-Galle einen bestimmten Antheil zu nehmen verm&ouml;gen, so ist<span class="pagenum" id="Page174">[174]</span>
-klar, da&szlig; der Organismus die F&auml;higkeit besitzen mu&szlig;, fremde
-Materien, welche weder Theile, noch Bestandtheile der Tr&auml;ger
-der Lebensth&auml;tigkeit ausmachen, zu gewissen vitalen Zwecken
-dienen zu machen; alle stickstoffhaltigen, der Aufl&ouml;sung
-f&auml;higen Substanzen ohne Unterschied dem Blute oder den
-Verdauungsorganen zugef&uuml;hrt, wenn sie sich durch ihre Zusammensetzung
-zu diesen Zwecken eignen, werden von dem
-Organismus in &auml;hnlicher Weise dazu verwendet werden m&uuml;ssen,
-wie die stickstoffhaltigen Producte, die sich durch den
-Stoffwechsel gebildet haben.</p>
-
-<p>Wir kennen eine Menge Materien, welche auf den Akt
-der Umsetzung der Gebilde, sowie auf den Ern&auml;hrungsproce&szlig;
-einen ganz bestimmten Einflu&szlig; aus&uuml;ben, ohne da&szlig; ihre
-Elemente an den vor sich gehenden Ver&auml;nderungen Antheil
-nehmen, es sind dies lauter solche Substanzen, deren Theile
-sich in einem gewissen Zustand der Zersetzung befinden, der
-sich allen Theilen des Organismus &uuml;bertr&auml;gt, welche f&auml;hig
-sind, eine &auml;hnliche Umsetzung zu erfahren.</p>
-
-<p>75. Die Arzneistoffe und Gifte umfassen eine zweite au&szlig;erordentlich
-zahlreiche Klasse von Verbindungen, welche die
-F&auml;higkeit haben, durch ihre Elemente direct oder indirect
-Antheil an den Secretionsprocessen oder dem Stoffwechsel
-zu nehmen. Sie lassen sich in drei gro&szlig;e Klassen eintheilen,
-von denen die eine (wozu die metallischen Gifte gerechnet
-werden m&uuml;ssen) eine chemische Verbindung mit gewissen
-Theilen oder Bestandtheilen des animalischen K&ouml;rpers eingeht,
-welche durch die Lebensth&auml;tigkeit nicht aufgehoben<span class="pagenum" id="Page175">[175]</span>
-wird. Die zweite Klasse (&auml;therische Oele, Camphor, empyreumatische
-Materien, Antiseptica &amp;c.) besitzt die Eigenschaft,
-den Zustand der Umsetzung ihrer Elementartheile, welchen gewisse
-sehr zusammengesetzte, organische Atome zu erleiden
-verm&ouml;gen (Umsetzungsprocesse, die man, wenn sie au&szlig;erhalb
-des Thierk&ouml;rpers vor sich gehen, gew&ouml;hnlich mit G&auml;hrung
-und F&auml;ulni&szlig; bezeichnet) zu hindern oder zu verlangsamen.</p>
-
-<p>Die dritte Klasse von Arzneistoffen nimmt durch ihre
-Elemente an den im Thierk&ouml;rper vor sich gehenden Ver&auml;nderungen
-einen directen Antheil; dem Organismus zugef&uuml;hrt,
-steigern und erh&ouml;hen sie die vitale Th&auml;tigkeit einzelner oder
-mehrerer Organe, sie bringen im gesunden K&ouml;rper Krankheitserscheinungen
-hervor; alle &uuml;ben schon in verh&auml;ltni&szlig;m&auml;&szlig;ig
-sehr kleinen Gaben eine bemerkbare Wirkung aus, viele
-wirken in gr&ouml;&szlig;eren Massen als Gifte. Von keinem dieser
-K&ouml;rper l&auml;&szlig;t sich behaupten, da&szlig; er in dem Ern&auml;hrungsprocesse
-eine entschiedene Rolle spiele, da&szlig; er von dem Organismus
-zur Blutbildung verwendet werden k&ouml;nne, theils,
-weil ihre Zusammensetzung von der der Blutbestandtheile
-abweicht, theils, weil die Masse, in der sie die Wirkung &auml;u&szlig;ern,
-gegen die Blutmasse verschwindend klein ist.</p>
-
-<p>In die Blutcirculation aufgenommen, &auml;ndern sie, wie
-man gew&ouml;hnlich sagt, die Qualit&auml;t des Bluts, und um durch
-den Magen in die Blutgef&auml;&szlig;e mit ihrer ganzen Wirksamkeit
-&uuml;berzugehen, mu&szlig; vorausgesetzt werden, da&szlig; sie durch die
-organische Th&auml;tigkeit, welche dieses Organ besitzt, keine Ver&auml;nderung
-in ihrer Zusammensetzung erfahren, sie werden im<span class="pagenum" id="Page176">[176]</span>
-unl&ouml;slichen Zustande darin l&ouml;slich gemacht (verdaut), aber
-nicht zerst&ouml;rt, denn in letzterem Fall w&uuml;rden sie keine Wirkung
-aus&uuml;ben k&ouml;nnen.</p>
-
-<p>76. Das Blut besitzt im normalen Zustande der Gesundheit
-zwei Qualit&auml;ten, welche mit einander in engem Zusammenhange
-stehen, obwohl eine von der andern als ganz unabh&auml;ngig
-gedacht werden kann.</p>
-
-<p>In den Blutk&ouml;rperchen enth&auml;lt das Blut die Tr&auml;ger des
-zur Neubildung gewisser Theile des Thierk&ouml;rpers, sowie zur
-Hervorbringung der animalischen W&auml;rme dienenden Sauerstoffs;
-durch die F&auml;higkeit dieser Blutk&ouml;rperchen, den in der
-Lunge aufgenommenen Sauerstoff wieder abzugeben, ohne
-da&szlig; sie damit ihren Character verlieren, bedingen sie im Allgemeinen
-den Stoffwechsel.</p>
-
-<p>Die zweite Qualit&auml;t des Blutes, seine F&auml;higkeit, zu Bestandtheilen
-von Organen zu werden, sich f&uuml;r die Zunahme
-an Masse und Neubildung der Organe, sowie zum Ersatz
-von verbrauchtem Stoff zu eignen, verdankt es vorzugsweise
-dem in Aufl&ouml;sung vorhandenen Fibrin und Albumin. Diese
-beiden Hauptbestandtheile, welche zur Nutrition und Reproduction
-dienen, s&auml;ttigen sich bei ihrem Durchgang durch die
-Lunge mit Sauerstoff, sie nehmen jedenfalls soviel davon
-aus der Atmosph&auml;re auf, da&szlig; sie die F&auml;higkeit v&ouml;llig verlieren,
-den anderen Materien, die sich im Blute befinden, Sauerstoff
-zu entziehen.</p>
-
-<p>Mit Bestimmtheit wissen wir, da&szlig; die Blutk&ouml;rperchen
-des ven&ouml;sen Blutes in der Lunge, bei ihrer Ber&uuml;hrung mit<span class="pagenum" id="Page177">[177]</span>
-der Atmosph&auml;re, ihre Farbe &auml;ndern, da&szlig; dieser Farbenwechsel
-begleitet ist von einer Absorbtion von Sauerstoff; alle Bestandtheile
-des Blutes, welche die F&auml;higkeit &uuml;berhaupt besitzen, sich
-mit Sauerstoff zu verbinden, nehmen in der Lunge Sauerstoff auf
-und s&auml;ttigen sich damit. Neben diesen anderen Materien behalten
-die Blutk&ouml;rperchen ihre hochrothe Farbe bis in die feinsten
-Verzweigungen der Arterien, erst bei ihrem Durchgange durch
-die Capillargef&auml;&szlig;e beobachten wir, da&szlig; sie dieselbe wechseln
-und die dunkelrothe Farbe annehmen, welche die Blutk&ouml;rperchen
-des ven&ouml;sen Blutes characterisirt. Aus diesen Thatsachen mu&szlig;
-gefolgert werden, da&szlig; den Bestandtheilen des arteriellen Blutes
-die F&auml;higkeit v&ouml;llig abgeht, den Sauerstoff der im arteriellen
-Blute circulirenden Blutk&ouml;rperchen, welchen sie aus der
-Luft aufgenommen haben, zu entziehen, und aus der in den
-Capillargef&auml;&szlig;en stattfindenden Farbenver&auml;nderung l&auml;&szlig;t sich
-kein anderer Schlu&szlig; ziehen, als da&szlig; sie (die Blutk&ouml;rperchen
-des arteriellen Blutes) w&auml;hrend diesem Durchgang, in den
-Zustand zur&uuml;ckkehren, den sie im ven&ouml;sen Blut besitzen, da&szlig;
-sie also den in der Lunge aufgenommenen Sauerstoff abgegeben
-und damit das Verm&ouml;gen wieder erlangt haben, sich
-mit Sauerstoff aufs Neue zu verbinden.</p>
-
-<p>78. Wir finden demnach in dem arteriellen Blut Albumin,
-was sich, wie alle anderen Bestandtheile, bei seinem Durchgange
-durch die Lunge mit Sauerstoff ges&auml;ttigt hat, und
-Sauerstoffgas, was jedem K&ouml;rpertheilchen durch die Blutk&ouml;rperchen
-in chemischer Verbindung zugef&uuml;hrt wird. So weit
-unsere Beobachtungen (bei der Bebr&uuml;tung des Ei&#8217;s) reichen,<span class="pagenum" id="Page178">[178]</span>
-vereinigen sich darin die Bedingungen zur Erzeugung aller
-Gebilde; der zur Neubildung oder in dem Proce&szlig; der Reproduction
-nicht verbrauchte Sauerstoff vereinigt sich mit der
-Substanz der belebten K&ouml;rpertheilchen, er bedingt, indem er
-in ihre Elemente aufgenommen wird, den Act der Umsetzung,
-den wir mit Stoffwechsel bezeichnet haben.</p>
-
-<p>79. Es ist klar, da&szlig; alle in den Capillargef&auml;&szlig;en vorhandenen
-oder abgeschiedenen oder durch Endosmose oder Imbibition
-zugef&uuml;hrten Stoffe, welcher Art sie auch sein m&ouml;gen, wenn
-ihnen die F&auml;higkeit nicht v&ouml;llig abgeht, sich mit Sauerstoff
-zu vereinigen, da&szlig; sie, bei Ber&uuml;hrung mit den Tr&auml;gern des
-Sauerstoffs, sich &auml;hnlich verhalten m&uuml;ssen, wie die lebendigen
-K&ouml;rpertheilchen selbst, sie werden, oder ihre Elemente
-werden mit diesem Sauerstoff in Verbindung treten, es wird
-in diesem Fall entweder kein Stoffwechsel stattfinden, oder
-er wird sich in einer andern Form, in der Bildung von
-Producten anderer Art, zu erkennen geben.</p>
-
-<p>80. Der Begriff einer Aenderung der beiden in dem Vorhergehenden
-ber&uuml;hrten Qualit&auml;ten des Blutes durch einen in
-dem Blute enthaltenen oder aufgenommenen fremden Stoff
-(Arzneistoff) setzt demnach zweierlei Wirkungsweisen voraus.</p>
-
-<p>Angenommen, da&szlig; der Arzneistoff keine, der Lebensth&auml;tigkeit
-eine Grenze setzende, chemische Verbindung mit den
-Bestandtheilen des Blutes einzugehen vermag, da&szlig; er ferner
-sich nicht im Zustande einer Umsetzung befindet, die sich auf
-die Bestandtheile des Blutes oder der Organe fortpflanzen
-und &uuml;bertragen kann, da&szlig; ihm die F&auml;higkeit abgeht, durch<span class="pagenum" id="Page179">[179]</span>
-seinen Contact mit den lebenden K&ouml;rpertheilchen ihren Stoffwechsel,
-die Umsetzung ihrer Elemente, zu hindern, so bleibt
-f&uuml;r diese Art von Stoffen, um ihre Wirkungsweise erkl&auml;rlich
-zu finden, nichts anders &uuml;brig, als anzunehmen, da&szlig;
-ihre Elemente an der Erzeugung gewisser Bestandtheile des
-lebenden Thierk&ouml;rpers oder an der Bildung gewisser Secrete
-Antheil nehmen.</p>
-
-<p>81. Insoweit der vitale Act der Secretion mit dem Chemismus
-in Beziehung steht, ist er in dem Vorhergehenden einer
-Untersuchung unterworfen worden; bei den Fleisch-fressenden
-Thieren haben wir Grund zu glauben, da&szlig; ohne Hinzutreten
-eines fremden Stoffes von Au&szlig;en, die Galle und die
-Bestandtheile des Harns an dem Orte gebildet werden, wo
-der Stoffwechsel vor sich geht; bei den anderen Thierclassen
-hingegen kann angenommen werden, da&szlig; in dem Secretionsorgan
-selbst, aus gewissen zugef&uuml;hrten Stoffen (bei den Gras-fressenden
-Thieren aus den Bestandtheilen des Amylons und
-einem stickstoffhaltigen Product der umgesetzten Organe) die
-Erzeugung der Secrete vermittelt wird. Diese Vorstellung
-schlie&szlig;t die Meinung &uuml;brigens nicht aus, da&szlig; bei den Fleisch-fressenden
-Thieren die Producte der umgesetzten Organe, eine
-Spaltung in Galle, Harns&auml;ure oder Harnstoff, erst in
-den Secretionsorganen erleiden, oder da&szlig; die Bestandtheile
-der stickstofffreien Nahrungsstoffe, direct den K&ouml;rpertheilen
-zugef&uuml;hrt, wo Stoffwechsel stattfindet, mit den Elementen
-der umgesetzten Gebilde zu den Bestandtheilen des Harns
-und der Galle zusammentreten.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page180">[180]</span></p>
-
-<p>82. Wenn nun vorausgesetzt wird, da&szlig; gewisse Arzneimittel
-zu Bestandtheilen von Secreten werden k&ouml;nnen, so kann dies
-nur auf zweierlei Weise geschehen; entweder gelangen sie in
-die Blutcirculation und nehmen an dem Stoffwechsel directen
-Antheil, insofern ihre Elemente in die Zusammensetzung der
-neuen Producte eintreten, oder sie werden den Secretionsorganen
-zugef&uuml;hrt, wo sie auf die Bildung oder auf die
-Beschaffenheit des Secretes einen Einflu&szlig; durch Hinzutreten
-ihrer Elemente &auml;u&szlig;ern.</p>
-
-<p>In beiden F&auml;llen m&uuml;ssen sie in dem Organismus ihren
-chemischen Character verlieren, und wir wissen mit gen&uuml;gender
-Sicherheit, da&szlig; diese Classe von Arzneistoffen spurlos im
-K&ouml;rper verschwindet. Schreibt man ihnen in der That eine
-Wirkung zu, so k&ouml;nnen sie durch den Magen ihre Eigenth&uuml;mlichkeit
-nicht verlieren, sie k&ouml;nnen durch den Verdauungsproce&szlig;
-nicht zerst&ouml;rt worden sein; ihr Verschwinden setzt also
-voraus, da&szlig; sie zu gewissen Zwecken verwendet worden sind,
-was ohne Aenderung ihrer Zusammensetzung nicht denkbar ist.</p>
-
-<p>83. So wenig man nun auch, bis auf die Galle, mit der
-Zusammensetzung der &uuml;brigen Secrete bekannt sein mag, mit
-Bestimmtheit wei&szlig; man, da&szlig; alle Secrete Stickstoff in chemischer
-Verbindung enthalten; sie gehen in stinkende F&auml;ulni&szlig;
-&uuml;ber und liefern entweder in diesem Zersetzungsproce&szlig;
-oder bei der trocknen Destillation ammoniakhaltige Producte;
-selbst der Speichel, mit Kalihydrat zusammengebracht, entwickelt
-reichlich Ammoniak.</p>
-
-<p>84. Durch ihre Zusammensetzung theilen sich die Arzneimittel<span class="pagenum" id="Page181">[181]</span>
-in zwei Klassen, in stickstoffhaltige und in stickstofffreie.
-Vor allen ausgezeichnet durch ihre medizinischen Wirkungen auf
-den Organismus sind die stickstoffhaltigen Pflanzenstoffe, deren
-Zusammensetzung von den eigentlichen, stickstoffhaltigen
-Nahrungsstoffen, welche der Organismus der Pflanze ebenfalls
-erzeugt, abweicht.</p>
-
-<p>Die Arzneiwirkungen dieser Materien sind au&szlig;erordentlich
-verschieden; von der mildesten Form der Wirkung der
-Aloe bis zum furchtbarsten Gifte, dem Strychnin, beobachten
-wir Unterschiede der mannigfaltigsten Art.</p>
-
-<p>Bis auf drei Verbindungen, bringen alle diese Materien
-im gesunden Organismus Krankheitszust&auml;nde hervor und
-wirken in gewissen Gaben giftig, die meisten besitzen den
-chemischen Character der Basen.</p>
-
-<p>Kein stickstofffreies Arzneimittel &uuml;bt in gleichen Gaben
-eine giftige Wirkung <span class="nowrap">aus<a id="FNanchor12"></a><a href="#Footnote12" class="fnanchor">[F12]</a></span>.</p>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote12"><a href="#FNanchor12"><span class="label">[12]</span></a>
-Diese Betrachtung oder Vergleichung hat zu einer neuen und genaueren
-Untersuchung des Picrotoxins gef&uuml;hrt und Herr <span class="gesp2">Francis</span> hat
-einen bis jetzt &uuml;bersehenen Stickstoffgehalt darin unzweifelhaft dargethan
-und seine Menge bestimmt.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p>85. Die arzneiliche oder giftige Wirkung der stickstoffhaltigen
-Pflanzenstoffe steht mit ihrer Zusammensetzung in einer
-bestimmten Beziehung, sie kann nicht unabh&auml;ngig von ihrem
-Stickstoffgehalte gedacht werden, allein sie steht keineswegs
-in directem Zusammenhang mit diesem Stickstoffgehalte.</p>
-
-<p>Das <span class="nowrap">Solanin<a id="ENanchor38"></a><a href="#Endnote38" class="enanchor">[E38]</a></span>,
-das <span class="nowrap">Picrotoxin<a id="ENanchor39"></a><a href="#Endnote39" class="enanchor">[E39]</a></span>, welche die geringste
-Stickstoffmenge enthalten, sind starke Gifte, <span class="nowrap">Chinin<a id="ENanchor40"></a><a href="#Endnote40"
-class="enanchor">[E40]</a></span> enth&auml;lt<span class="pagenum" id="Page182">[182]</span>
-mehr Stickstoff wie <span class="nowrap">Morphin<a id="ENanchor41"></a><a href="#Endnote41" class="enanchor">[E41]</a></span>;
-<span class="nowrap">Caffein<a id="ENanchor42"></a><a href="#Endnote42" class="enanchor">[E42]</a></span> und
-<span class="nowrap">Theobromin<a id="ENanchor43"></a><a href="#Endnote43" class="enanchor">[E43]</a></span>,
-die stickstoffreichsten Pflanzenstoffe, die man kennt, sind nicht
-giftig.</p>
-
-<p>86. Ein stickstoffhaltiger K&ouml;rper, der durch seine Elemente
-auf die Bildung oder die Qualit&auml;t eines Secretes eine Wirkung
-&auml;u&szlig;ert, mu&szlig; in Beziehung auf seinen chemischen Character
-die Rolle &uuml;bernehmen k&ouml;nnen, welche die stickstoffhaltigen
-Producte des Thierk&ouml;rpers in der Bildung der
-Galle spielen, die Rolle also eines Productes des Lebensprocesses.
-Ein stickstofffreies Arzneimittel, insofern seine
-Wirkung sich in den Secreten &auml;u&szlig;ert, mu&szlig; in dem Thierk&ouml;rper
-dieselbe Rolle spielen k&ouml;nnen, die wir den stickstofffreien
-Nahrungsstoffen zugeschrieben haben.</p>
-
-<p>Wenn wir uns also denken, da&szlig; die Elemente der Hippur-
-oder Harns&auml;ure von den Tr&auml;gern der Lebensth&auml;tigkeit
-stammen, da&szlig; sie als Producte ihrer Umsetzung den Character
-des Lebens, aber keineswegs die F&auml;higkeit verlieren, Ver&auml;nderungen
-durch den eingeathmeten Sauerstoff oder durch
-die Einwirkung der Secretionsapparate zu erleiden, so l&auml;&szlig;t
-sich kaum ein Zweifel hegen, da&szlig; Stickstoffverbindungen &auml;hnlicher
-Art, Producte des Lebensprocesses der Pflanzen, in
-den Thierk&ouml;rper gebracht, wenn sie sich zu gleichen Zwecken
-eignen, ganz auf die n&auml;mliche Weise von dem Thierorganismus
-verwendet werden k&ouml;nnen, wie die stickstoffhaltigen Producte
-der Metamorphosen der Thiergebilde selbst; und wenn
-Hippur- oder Harns&auml;ure oder eins ihrer Elemente Antheil
-z. B. zu nehmen verm&ouml;gen an der Bildung und Erzeugung<span class="pagenum" id="Page183">[183]</span>
-von Galle, so mu&szlig; anderen stickstoffhaltigen Substanzen ein
-&auml;hnliches Verm&ouml;gen zugeschrieben werden.</p>
-
-<p>Unerforschlich wird es immer bleiben, wie die Menschen
-auf den Genu&szlig; eines hei&szlig;en Aufgusses von Bl&auml;ttern gewisser
-Stauden oder der Abkochung ger&ouml;steter Samen gekommen
-sind; es mu&szlig; eine Ursache geben, welche erkl&auml;rt, wie er
-ganzen Nationen zu einem Lebensbed&uuml;rfni&szlig; geworden ist.
-Noch weit merkw&uuml;rdiger ist es gewi&szlig;, da&szlig; die wohlth&auml;tigen
-Wirkungen auf die Gesundheit, in beiden Pflanzenstoffen, einer
-und derselben Materie zugeschrieben werden m&uuml;ssen,
-deren Vorhandensein in zwei Pflanzen, welche verschiedenen
-Pflanzenfamilien und Welttheilen angeh&ouml;ren, die k&uuml;hnste
-Phantasie nicht voraussetzen konnte.</p>
-
-<p>Nicht minder bemerkenswerth ist es gewi&szlig;, da&szlig; der
-Fleisch-essende Indianer in dem Tabacksrauchen ein Mittel
-entdeckte, welches den Umsatz seiner Gebilde verlangsamt
-und damit den Hunger ertr&auml;glicher macht, da&szlig; er dem Genusse
-des Branntweins nicht zu widerstehen vermag, der in
-seinem K&ouml;rper als Respirationsmittel dient und die Function
-seiner umgesetzten Gebilde &uuml;bernimmt. Thee und
-Caffee treffen wir urspr&uuml;nglich bei Nationen an, welche vorzugsweise
-vegetabilische Nahrung genie&szlig;en.</p>
-
-<p>87. Ohne auf die medicinischen Wirkungen des Caffeins
-und Theins einzugehen, wird man es jedenfalls, selbst
-wenn man sich darin gefallen sollte, ihren Einflu&szlig; auf den
-Secretionsproce&szlig; zu leugnen, h&ouml;chst auffallend finden, da&szlig;
-Caffein und Thein, durch ein Hinzutreten von Wasser und<span class="pagenum" id="Page184">[184]</span>
-Sauerstoff in Taurin, in den der Galle eigenth&uuml;mlichen
-stickstoffhaltigen Bestandtheil &uuml;bergehen k&ouml;nnen.</p>
-
-<table class="chemsum" summary="chemische Summe">
-
-<tr>
-<td class="atoms">1</td>
-<td class="center">At.</td>
-<td class="text">Caffein, Thein</td>
-<td colspan="2">&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>8</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>10</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></td>
-<td rowspan="3">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">9</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Wasser</td>
-<td colspan="4">&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>18</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>9</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">9</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Sauerstoff</td>
-<td colspan="5">&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>9</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">2</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Taurin</td>
-<td class="atoms bt">2</td>
-<td class="bracketopen bt">(</td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>14</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></td>
-<td class="bracketclose bt">)</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p>Eine ganz &auml;hnliche Beziehung beobachten wir in dem
-Hauptbestandtheil der Spargeln, dem Alth&auml;in oder Asparagin;
-beim Hinzutreten von Sauerstoff und Wasser bekommen wir
-ebenfalls die Elemente des Taurin&#8217;s.</p>
-
-<table class="chemsum" summary="chemische Summe">
-
-<tr>
-<td class="atoms">1</td>
-<td class="center">At.</td>
-<td class="text">Asparagin</td>
-<td colspan="2">&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>8</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>16</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub></td>
-<td rowspan="3">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">6</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Wasser</td>
-<td colspan="4">&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>12</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">8</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Sauerstoff</td>
-<td colspan="5">&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>8</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">2</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Taurin</td>
-<td class="atoms bt">2</td>
-<td class="bracketopen bt">(</td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>14</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></td>
-<td class="bracketclose bt">)</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p>Beim Hinzutreten der Elemente des Wassers und einer
-gewissen Menge Sauerstoff zu den Elementen des Theobromins,
-des Hauptbestandtheils der Cacaobohnen, haben wir
-Harnstoff und Taurin oder Harns&auml;ure, Taurin und Wasser.</p>
-
-<table class="chemsum" summary="chemische Summe">
-
-<tr>
-<td class="atoms">1</td>
-<td class="center">At.</td>
-<td class="text">Theobromin</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>18</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>20</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>4</sub></td>
-<td rowspan="3" class="brace bt br bb">&nbsp;</td>
-<td rowspan="3" class="brace padl0">-</td>
-<td rowspan="3" class="function mid">=</td>
-<td rowspan="3" class="brace padr0">-</td>
-<td rowspan="3" class="brace bt bb bl">&nbsp;</td>
-<td class="atoms">4</td>
-<td class="center">At.</td>
-<td class="text">Taurin</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>16</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>8</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>56</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>40</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">22</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Wasser</td>
-<td colspan="2">&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>44</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>22</sub></td>
-<td colspan="7">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">16</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Sauerstoff</td>
-<td colspan="3">&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>16</sub></td>
-<td class="atoms">1</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Harnstoff</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>2</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="19" class="thinline">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3">&nbsp;</td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>18</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>64</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>42</sub></td>
-<td colspan="8">&nbsp;</td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>18</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>64</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>42</sub></td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p class="padl6">oder:</p>
-
-<table class="chemsum" summary="chemische Summe">
-
-<tr>
-<td class="atoms">1</td>
-<td class="center">At.</td>
-<td class="text">Theobromin</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>18</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>20</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>4</sub></td>
-<td rowspan="3" class="brace bt br bb">&nbsp;</td>
-<td rowspan="3" class="brace padl0">-</td>
-<td rowspan="3" class="function mid">=</td>
-<td rowspan="3" class="brace padr0">-</td>
-<td rowspan="3" class="brace bt bb bl">&nbsp;</td>
-<td class="atoms">4</td>
-<td class="center">At.</td>
-<td class="text">Taurin</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>16</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>8</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>56</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>40</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">24</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Wasser</td>
-<td colspan="2">&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>48</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>24</sub></td>
-<td class="atoms">2</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Kohlens&auml;ure</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>2</sub></td>
-<td colspan="2">&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>4</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">16</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Sauerstoff</td>
-<td colspan="3">&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>16</sub></td>
-<td class="atoms">2</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Ammoniak</td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>12</sub></td>
-<td colspan="2">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="19" class="thinline">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3">&nbsp;</td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>18</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>68</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>44</sub></td>
-<td colspan="8">&nbsp;</td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>18</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>68</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>44</sub></td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page185">[185]</span></p>
-
-<p class="padl6">oder:</p>
-
-<table class="chemsum" summary="chemische Summe">
-
-<tr>
-<td class="atoms">1</td>
-<td class="center">At.</td>
-<td class="text">Theobromin</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>18</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>20</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>4</sub></td>
-<td rowspan="3" class="brace bt br bb">&nbsp;</td>
-<td rowspan="3" class="brace padl0">-</td>
-<td rowspan="3" class="function mid">=</td>
-<td rowspan="3" class="brace padr0">-</td>
-<td rowspan="3" class="brace bt bb bl">&nbsp;</td>
-<td class="atoms">2</td>
-<td class="center">At.</td>
-<td class="text">Taurin</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>8</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>28</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>20</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">8</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Wasser</td>
-<td colspan="2">&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>16</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>8</sub></td>
-<td colspan="7">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="atoms">14</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Sauerstoff</td>
-<td colspan="3">&nbsp;</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>14</sub></td>
-<td class="atoms">1</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="text">Harns&auml;ure</td>
-<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>10</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>8</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub></td>
-<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="19" class="thinline">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3">&nbsp;</td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>18</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>36</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>26</sub></td>
-<td colspan="8">&nbsp;</td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>18</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>36</sub></td>
-<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>26</sub></td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p>88. Um die Wirkung des Caffeins, Asparagins &amp;c. auf den
-Organismus erkl&auml;rlich zu finden, mu&szlig; man sich erinnern,
-da&szlig; der Hauptbestandtheil der Galle nur 3,8 <span class="antiqua">pCt.</span> Stickstoff
-enth&auml;lt, von dem nur die H&auml;lfte dem Taurin angeh&ouml;rt
-(1,9 <span class="antiqua">pCt.</span>).</p>
-
-<p>Die Galle enth&auml;lt im nat&uuml;rlichen Zustande 80 Theile Wasser
-und 10 Theile feste Substanz. Nehmen wir nun an, diese
-10 Theile seien Choleins&auml;ure mit 3,87 <span class="antiqua">pCt.</span> Stickstoff, so
-enthalten 100 Gewichtstheile Galle im nat&uuml;rlichen Zustande
-in der Form von Taurin 0,171 Gewichtstheile Stickstoff.
-Diese Quantit&auml;t Stickstoff ist aber in 0,6 Caffein enthalten
-oder 2<sup>8</sup>&#8260;<sub>10</sub> Gran Caffein k&ouml;nnen in der Form von Taurin, einer
-Unze Galle den Stickstoff liefern, und wenn ein Theeaufgu&szlig;
-auch nur den zehnten Theil eines Grans Thein enth&auml;lt,
-so kann, wenn es &uuml;berhaupt zur Gallenbildung beitr&auml;gt,
-seine Wirkung nicht gleich Null gesetzt werden. Man
-wird eben so wenig leugnen k&ouml;nnen, da&szlig; bei einem Ueberflu&szlig;
-von stickstofffreien Nahrungsmitteln und bei Mangel an
-Bewegung, welche den Umsatz der Gebilde bedingt und die
-zur Gallenbildung n&ouml;thige Stickstoffverbindung liefert, da&szlig;
-in diesem Zustande der Genu&szlig; von Stoffen der Gesundheit
-zutr&auml;glich sein mag, welche die Rolle der zur Respirationsmaterie<span class="pagenum" id="Page186">[186]</span>
-unentbehrlichen Stickstoffverbindung, die der K&ouml;rper
-erzeugt, zu &uuml;bernehmen verm&ouml;gen. In chemischer Beziehung
-und dies allein soll mit Obigem dargethan werden, eignen
-sich Thein, Caffein, Theobromin, Asparagin mehr, wie
-alle anderen stickstoffhaltigen Pflanzenstoffe, ihrer Zusammensetzung
-nach, zu dieser Verwendungsweise. Ihre Wirkungen sind
-f&uuml;r die gew&ouml;hnlichen Zust&auml;nde nicht in die Augen fallend,
-wiewohl unleugbar vorhanden.</p>
-
-<p>89. Was die Wirkung der andern stickstoffhaltigen Pflanzenstoffe
-betrifft, des Chinins, der Bestandtheile des Opiums &amp;c. &amp;c.,
-die sich nicht in den Secretionsprocessen, sondern in anderen
-Erscheinungen &auml;u&szlig;ert, so sind die Physiologen und Pathologen
-nicht zweifelhaft, da&szlig; sie vorzugsweise auf die Nerven
-und das Gehirn gerichtet ist; sie ist, wie man gew&ouml;hnlich
-sagt, dynamischer Art, was ausdr&uuml;cken will, da&szlig; sie die Bewegungserscheinungen
-des Thierlebens entweder beschleunigt oder
-verlangsamt, oder in irgend einer Form &auml;ndert. Beachtet man
-nun, da&szlig; die Wirkung materiellen, mit der Hand greifbaren
-und w&auml;gbaren Stoffen angeh&ouml;rt, da&szlig; sie in dem Organismus
-verschwinden, da&szlig; eine doppelte Portion st&auml;rker wirkt,
-wie eine einfache, da&szlig; nach einiger Zeit eine neue Dosis
-gegeben werden mu&szlig;, wenn man die Wirkung zum zweitenmal
-hervorbringen will, so l&auml;&szlig;t dies Verhalten, in chemischer
-Beziehung, nur eine einzige Form von Erkl&auml;rung, die
-Vorstellung n&auml;mlich zu, da&szlig; sie durch ihre Elemente Theil
-an der Bildung oder Umsetzung der Gehirn- und Nervensubstanz
-nehmen.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page187">[187]</span></p>
-
-<p>So sonderbar nun auch der Gedanke auf den ersten
-Blick zu sein scheint, da&szlig; die Bestandtheile des Opiums,
-oder der Chinarinde, die Elemente des Codeins, Morphins,
-Chinins &amp;c. in Bestandtheile der Gehirn- und Nervensubstanz,
-zu Tr&auml;gern der Th&auml;tigkeit &uuml;bergehen, von denen aus
-die Bewegungen der Organe im Thierk&ouml;rper vermittelt werden,
-da&szlig; sie zu einem Bestandtheil der Substanz werden,
-mit deren Hinwegnahme der Sitz des geistigen Lebens, des
-Gef&uuml;hls und des Bewu&szlig;tseins vernichtet wird, so bleibt
-nicht minder gewi&szlig;, da&szlig; alle diese F&auml;higkeiten und Th&auml;tigkeiten
-auf&#8217;s engste mit der Existenz und einer gewissen Beschaffenheit
-der Gehirn-, R&uuml;ckenmark- und Nervensubstanz im Zusammenhange
-stehen, in der Art, da&szlig; alle Aeu&szlig;erungen des
-Lebens dieser Stoffe, die in der Erscheinung sich als Bewegung,
-Empfindung, Gef&uuml;hl zu erkennen geben, eine andere
-Form annehmen, so wie ihre Zusammensetzung sich
-&auml;ndert. Die Gehirn- und Nervensubstanz erzeugte der Organismus
-des Thieres aus Materien, die ihm von den
-Pflanzen geliefert wurden; es sind die Bestandtheile ihrer
-Nahrung, welche in Folge einer Reihe von Ver&auml;nderungen
-die Eigenschaften und die Beschaffenheit annehmen, die wir
-an ihnen kennen.</p>
-
-<p>90. Wenn nun als eine unbestreitbare Wahrheit angesehen
-werden mu&szlig;, da&szlig; aus den Bestandtheilen des Pflanzen-Fibrins,
--Caseins, -Albumins allein, oder mit Zuh&uuml;lfenahme
-der Bestandtheile der stickstofffreien Nahrungsmittel, oder des
-daraus gebildeten Fettes die Gehirn- und Nervensubstanz erzeugt<span class="pagenum" id="Page188">[188]</span>
-wird, so hat die Meinung nichts Absurdes, da&szlig; andere
-Bestandtheile der Vegetabilien, die in ihrer Zusammensetzung
-zwischen beiden (den Fetten n&auml;mlich und den Proteinverbindungen)
-stehen, da&szlig; diese in dem Organismus zu
-gleichem Zwecke verwendet werden k&ouml;nnen.</p>
-
-<p>91. Nach <span class="gesp2">Fr&eacute;my&#8217;s</span> Untersuchung ist der Hauptbestandtheil
-des Gehirnfettes die Natronverbindung von einer eigenth&uuml;mlichen
-S&auml;ure, der Cerebrins&auml;ure, welche in 100 Th.
-enth&auml;lt:</p>
-
-<table class="fsize90" summary="Gehirnfett">
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right">66,7</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right">10,6</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right">2,3</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Phosphor</td>
-<td class="right">0,9</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right">19,5</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p>Wie man leicht bemerkt, weicht die Zusammensetzung
-der Cerebrins&auml;ure von der der fetten K&ouml;rper und der stickstoffhaltigen
-Bestandtheile des Blutes g&auml;nzlich ab; die Fette
-sind frei von Stickstoff, die Proteinverbindungen enthalten
-nahe an 17 <span class="antiqua">pCt.</span> Stickstoff. Bis auf den Phosphor(s&auml;ure?)gehalt
-kann die Zusammensetzung der Gehirnsubstanz am n&auml;chsten
-nur mit der Zusammensetzung der Choleins&auml;ure verglichen
-werden, obwohl beide mit einander nicht verwechselt werden
-k&ouml;nnen.</p>
-
-<p>92. Die Gehirn- und Nervensubstanz sind jedenfalls auf
-eine &auml;hnliche Weise entstanden wie die Galle, entweder durch
-Austreten einer stickstoffreichen Materie aus den Bestandtheilen
-des Blutes, oder durch Zusammentreten eines stickstoffhaltigen<span class="pagenum" id="Page189">[189]</span>
-Productes des Lebensprocesses mit einem stickstofffreien
-(einem fetten!) K&ouml;rper. Alles was in dem Vorhergehenden
-&uuml;ber die verschiedene Art und Weise der Entstehung
-der Galle gesagt worden ist, alle Schl&uuml;sse, zu denen
-wir &uuml;ber die Mitwirkung stickstoffhaltiger oder stickstofffreier
-Nahrungsstoffe gelangt sind, lassen sich mit gleichem
-Rechte oder mit gleicher Wahrscheinlichkeit auf die Bildung
-und Erzeugung der Gehirn- und Nervensubstanz anwenden.</p>
-
-<p>Man darf nicht aus den Augen verlieren, da&szlig;, wie
-man auch die vitalen Vorg&auml;nge betrachten mag, die Entstehung
-der Gehirnsubstanz aus Blut eine Aenderung in
-der Zusammensetzung und den Qualit&auml;ten der Blutbestandtheile
-voraussetzt; diese Aenderung findet eben so gewi&szlig;
-statt, als die Existenz der Gehirnsubstanz nicht geleugnet
-werden kann. In diesem Sinne mu&szlig; angenommen werden,
-da&szlig; aus einer Proteinverbindung ein erstes, zweites, drittes &amp;c.
-Product hervorgeht, ehe eine gewisse Anzahl ihrer Elemente
-zu Bestandtheilen der Gehirnsubstanz werden k&ouml;nnen, und es
-mu&szlig; als vollkommen gewi&szlig; angesehen werden, da&szlig; ein Product
-des Lebensprocesses einer Pflanze, dem Blute zugef&uuml;hrt,
-die Rolle der ersten, zweiten, dritten Producte der Ver&auml;nderung
-der Proteinverbindung &uuml;bernehmen wird, wenn ihre
-Zusammensetzung sich zu diesem Zwecke eignet. Es kann in
-der That nicht als zuf&auml;llig angesehen werden, da&szlig; die Zusammensetzung
-der wirksamsten Arzneistoffe, der organischen Basen,
-mit keinem Bestandtheil des Thierk&ouml;rpers au&szlig;er mit der
-Gehirnsubstanz in Beziehung gebracht werden kann; alle enthalten<span class="pagenum" id="Page190">[190]</span>
-eine gewisse Menge Stickstoff; sie stehen, in Beziehung
-auf ihre Elemente, in der Mitte zwischen den Proteinverbindungen
-und den Fetten.</p>
-
-<p>93. Im Gegensatz zu ihrem chemischen Charakter finden
-wir in der Gehirnsubstanz die Eigenschaft einer S&auml;ure; sie enth&auml;lt
-eine weit gr&ouml;&szlig;ere Menge von Sauerstoff wie die organischen
-Basen. Wir beobachten, da&szlig; Chinin und Cinchonin,
-Morphin und Codein, Strychnin und Brucin, die sich in
-ihrer Zusammensetzung so nahe stehen, wenn nicht eine gleiche
-Wirkung &auml;u&szlig;ern, doch darin sich n&auml;her stehen, als
-den anderen, welche gr&ouml;&szlig;ere Unterschiede in ihrer Zusammensetzung
-zeigen. Wir finden, da&szlig; mit ihrem Sauerstoffgehalte
-(wie beim Narcotin) ihre energische Wirkung abnimmt,
-da&szlig; im strengsten Sinne keine durch die andere vollkommen
-ersetzt werden kann. Es giebt aber keinen entscheidenderen
-Beweis f&uuml;r die Art und Weise ihrer Wirkung, als
-das letztere Verhalten, sie mu&szlig; in der engsten Beziehung zu
-ihrer Zusammensetzung stehen. Wenn diese Stoffe in der That
-eine Rolle in Beziehung auf die Bildung oder Aenderung
-der Qualit&auml;ten der Gehirn- und Nervensubstanz aus&uuml;ben,
-so erkl&auml;ren sich ihre Wirkungen auf den gesunden so wie
-auf den kranken Organismus auf eine &uuml;berraschend einfache
-Weise, und wenn man nicht versucht ist zu leugnen, da&szlig; der
-Hauptbestandtheil der Fleischbr&uuml;he in dem K&ouml;rper des Menschen
-oder der organische Bestandtheil der Knochen in dem
-Leibe eines Hundes, obwohl sie zur Blutbildung schlechterdings
-nicht geeignet sind, da&szlig; also Stickstoffverbindungen,<span class="pagenum" id="Page191">[191]</span>
-welche den Proteinverbindungen durchaus un&auml;hnlich sind, eine
-ihrer Zusammensetzung entsprechende Verwendung finden,
-so werden wir daraus schlie&szlig;en d&uuml;rfen, da&szlig; ein anderes,
-dem Protein ebenfalls un&auml;hnliches, aber einem Bestandtheil
-des Thierk&ouml;rpers &auml;hnliches Product des Pflanzenlebens in
-dem Organismus des Thieres eine &auml;hnliche Verwendung
-findet, wie das Product, welches durch die vitale Th&auml;tigkeit
-seiner Organe urspr&uuml;nglich ebenfalls aus einer Pflanzensubstanz
-erzeugt worden ist.</p>
-
-<p>Die Zeit ist noch nicht lange vor&uuml;bergegangen, wo man
-&uuml;ber die Ursache der verschiedenartigen Wirkungen des Opiums
-nicht die allergeringste Vorstellung hatte, wo die Wirkung
-der Chinarinde in ein unbegreifliches Dunkel geh&uuml;llt schien.
-Jetzt, wo man wei&szlig;, da&szlig; sie kristallisirbaren, chemischen Verbindungen
-angeh&ouml;rt, welche in ihrer Zusammensetzung ebenso
-verschieden sind, wie sie in ihrer Wirkung auf den Organismus
-von einander abweichen, jetzt also, wo man die Stoffe
-kennt, denen die arzneiliche oder giftige Wirkung zukommt,
-kann nur der Unverstand ihren Antheil an dem Lebensproce&szlig;
-f&uuml;r unerforschbar halten; sie deshalb, wie Manche gethan
-haben, f&uuml;r unerforschbar erkl&auml;ren, weil sie in kleinen
-Gaben wirken, ist eben so ungereimt, wie wenn man die
-Sch&auml;rfe eines Rasirmessers beurtheilen wollte nach seinem
-Gewichte.</p>
-
-<p>94. Es w&auml;re v&ouml;llig zwecklos, diesen Schl&uuml;ssen eine
-gr&ouml;&szlig;ere Ausdehnung zu geben, sie verdienen, so hypothetisch
-sie sich auch darstellen m&ouml;gen, nur in so fern Beachtung,<span class="pagenum" id="Page192">[192]</span>
-als sie den Weg andeuten, den die Chemie verfolgt,
-oder den sie nicht verlassen darf, wenn sie in der That der
-Physiologie und Pathologie Dienste leisten soll. Die Combinationen
-des Chemikers beziehen sich stets auf den Stoffwechsel
-vorw&auml;rts und r&uuml;ckw&auml;rts, auf den Uebergang der Nahrung
-in die mannigfaltigen Gebilde und Secrete und ihrer Umsetzung
-in leblose Verbindungen; seine Untersuchungen sollen
-zeigen, was im K&ouml;rper vor sich gegangen ist, und was vor
-sich gehen kann. Sonderbarer Weise sehen wir die Arzneiwirkungen
-alle abh&auml;ngig von gewissen Stoffen, die sich in
-ihrer Zusammensetzung nicht &auml;hnlich sind, und wenn durch
-die Hinzuf&uuml;hrung eines Stoffes gewisse abnormale Zust&auml;nde
-zu normalen werden, so wird man die Ansicht nicht zur&uuml;ckweisen
-k&ouml;nnen, da&szlig; diese Erscheinung in einer Aenderung
-der Zusammensetzung der Bestandtheile des kranken Organismus
-beruht, an welcher die Elemente des Arzneimittels
-einen bestimmten Antheil haben, einen &auml;hnlichen Antheil, wie der
-ist, den die Bestandtheile der Pflanzen an der Bildung des Fettes
-und der Membranen, des Speichels, der spermatischen Materie
-&amp;c. genommen haben; ihr Kohlenstoff, ihr Wasserstoff,
-Stickstoff, oder was sonst zu ihrer Zusammensetzung geh&ouml;rt,
-sie stammen ja von dem Organismus der Pflanze ab;
-die Wirkungen des Chinins, des Morphins, der vegetabilischen
-Gifte sind zuletzt keine Hypothesen.</p>
-
-<p>95. Aehnlich also wie man in gewissem Sinne von Caffein,
-Thein, Asparagin, so wie von den stickstofffreien Nahrungsstoffen
-sagen kann, da&szlig; sie Nahrungsstoffe f&uuml;r die Leber sind,<span class="pagenum" id="Page193">[193]</span>
-indem sie die Elemente enthalten, durch deren Gegenwart
-dieses Organ bef&auml;higt wird, seinen Functionen vorzustehen,
-lassen sich die stickstoffhaltigen, durch ihre Wirkung
-auf das Gehirn und die Substanz der Bewegungsapparate
-so merkw&uuml;rdigen Arzneistoffe als Nahrungsstoffe f&uuml;r
-die unbekannten Organe betrachten, welche zur Metamorphose
-der Blutbestandtheile in Gehirn- und Nervensubstanz
-bestimmt sind, Organe, die in dem Thierk&ouml;rper nicht fehlen
-k&ouml;nnen, und wenn im Zustande der Krankheit ein abnormaler
-Proce&szlig; der Bildung oder Umsetzung der Bestandtheile der
-Nerven- und Gehirnsubstanz sich eingestellt hat, wenn in den
-dazu bestimmten Organen die F&auml;higkeit vermindert ist, aus den
-Blutbestandtheilen Nerven- und Gehirnsubstanz zu erzeugen,
-oder einer abnormalen Umsetzung Widerstand zu leisten, so
-steht der Ansicht in chemischer Beziehung kein Hinderni&szlig; entgegen,
-da&szlig; Materien von einer der Gehirn- und Nervensubstanz
-&auml;hnlichen Zusammensetzung, die sich f&uuml;r die Bildung
-derselben eignen, statt der aus dem Blute erzeugten zum
-Widerstand oder zur Herstellung des normalen Zustandes verwendet
-werden k&ouml;nnen. Beide sind Producte des Lebensprocesses;
-die Blutbestandtheile sowohl, wie die K&ouml;rper, welche
-wir Arzneimittel nennen, stammen von den Pflanzen, nur
-in ihrer Form zeigen sie Verschiedenheiten.</p>
-
-<p>96. Einige Physiologen und Chemiker haben die Eigenth&uuml;mlichkeit
-der Cerebrins&auml;ure, welche ihrem Kohlenstoff- und
-Wasserstoffgehalte und ihren physikalischen Eigenschaften nach
-einer stickstoffhaltigen fetten S&auml;ure gleicht, in Zweifel gezogen;<span class="pagenum" id="Page194">[194]</span>
-ein stickstoffhaltiges Fett, was einen sauren Charakter
-besitzt, ist aber in der That keine Anomalie. Die Hippurs&auml;ure
-ist in manchen ihrer Eigenschaften den fetten S&auml;uren
-sehr &auml;hnlich, sie ist aber durch ihren Stickstoffgehalt
-wesentlich davon unterschieden; die organischen Bestandtheile
-der Galle, sie gleichen in ihren physikalischen Eigenschaften den
-sauren Harzen und sind ebenfalls stickstoffhaltig; die organischen
-Basen stehen in ihren physikalischen Eigenschaften zwischen
-den fetten K&ouml;rpern und den Harzen, alle sind stickstoffhaltig;
-eine stickstoffhaltige fette S&auml;ure ist eben so wenig unwahrscheinlich,
-wie die Existenz eines stickstoffhaltigen Harzes, was die
-Eigenschaften einer Salzbase besitzt.</p>
-
-<p>97. Ein genaues Studium m&ouml;chte wahrscheinlich in der
-Substanz des Gehirns, des R&uuml;ckenmarks und der Nerven Verschiedenheiten
-darthun. Nach den Beobachtungen von <span class="gesp2">Valentin</span>
-&auml;ndert sich die Beschaffenheit der Gehirn- und Nervensubstanz
-von dem Tode an, mit gro&szlig;er Schnelligkeit, und
-ganz besondere Sorgfalt m&uuml;&szlig;te auf die Sonderung fremder,
-der Mark- und Gehirnsubstanz nicht angeh&ouml;render Materien
-zu verwenden sein. So gro&szlig; nun auch die Schwierigkeiten
-sich darstellen m&ouml;gen, so scheint die Untersuchung dennoch
-ausf&uuml;hrbar. Vorl&auml;ufig wissen wir, da&szlig; gegen einen gro&szlig;en
-Kohlenstoff- und Wasserstoffgehalt in der Gehirnsubstanz alle
-Erfahrungen sprechen; die <span class="gesp2">Abwesenheit</span> von Stickstoff als
-Bestandtheil der Nerven- und Gehirnsubstanz erscheint jedenfalls
-unwahrscheinlich. Sie darf ferner nicht zu den Fetten
-gerechnet werden, denn wir finden sie mit Natron vereinigt;<span class="pagenum" id="Page195">[195]</span>
-alle Fette sind aber Glycerylverbindungen. Was den Phosphorgehalt
-der Gehirnsubstanz betrifft, so haben wir &uuml;ber
-den Zustand, in welchem der Phosphor darin enthalten ist,
-nur Vermuthungen. <span class="gesp2">Walchner</span> beobachtete vor Kurzem,
-da&szlig; sich aus einem Brunnentroge in Carlsruhe, auf dessen
-Boden Fische faulten, selbstentz&uuml;ndliches Phosphorwasserstoffgas
-in Blasen entwickelte, und auch in der F&auml;ulni&szlig; der
-Gehirnsubstanz sind phosphorreiche Gase beobachtet
-<span class="nowrap">worden<a id="FNanchor13"></a><a href="#Footnote13" class="fnanchor">[F13]</a></span>.</p>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote13"><a href="#FNanchor13"><span class="label">[13]</span></a>
-Das Museum zu Genf &uuml;bergab eine gro&szlig;e Portion Weingeist, der
-zur Aufbewahrung von Thieren (Fischen) gedient hatte, an Herrn
-Leroyer, Apotheker, der seine Reinigung &uuml;bernahm. Er destillirte denselben
-&uuml;ber ein Gemenge von Chlorcalcium mit gebranntem Kalk und
-dampfte den R&uuml;ckstand an der Luft &uuml;ber Feuer ab. Sobald die
-Masse eine gewisse Consistenz und eine h&ouml;here Temperatur angenommen
-hatte, entwickelte sich eine au&szlig;erordentliche Menge entz&uuml;ndliches
-Phosphorwasserstoffgas (<span class="gesp2">Dumas</span> <span class="antiqua">V.</span> 267.)</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p><span class="pagenum" id="Page196">[196]<br /><a id="Page197"></a>[197]</span></p>
-
-<hr class="chap" />
-
-<h2 class="theil"><span class="gesp2">Dritter Theil</span>.<br />
-<span class="fsize70">Die</span><br />
-<span class="gesp2"><b>Bewegungserscheinungen</b></span><br />
-<span class="fsize70">im</span><br />
-<span class="fsize80 gesp1"><b>Thierorganismus.</b></span></h2>
-
-<hr class="chap" />
-
-<p><span class="pagenum" id="Page198">[198]<br /><a id="Page199"></a>[199]</span></p>
-
-<h3><span class="antiqua">I.</span></h3>
-
-<p class="noindent"><span class="fsize150"><b>D</b></span>ie zahllosen Bilder, welche sich der menschliche Geist &uuml;ber
-die Natur und das Wesen der eigenth&uuml;mlichen Ursache geschaffen
-hat, welche als der letzte Grund der Erscheinungen
-angesehen werden mu&szlig;, die das Thier- und Pflanzenleben
-characterisiren, mit einem neuen zu vermehren, d&uuml;rfte nicht
-der Beachtung werth gehalten werden, wenn sich nicht aus
-den Vorstellungen &uuml;ber diese Ursache, welche im Eingang
-zum ersten Theil dieser Schrift entwickelt worden sind, gewisse
-Begriffe als nothwendige Folgerungen erg&auml;ben, deren
-n&auml;here Er&ouml;rterung in dem Folgenden versucht werden soll.</p>
-
-<p>Von vorne herein mu&szlig; zugegeben werden, da&szlig; alle diese
-Folgerungen ihre Bedeutung verlieren, wenn der Beweis
-gef&uuml;hrt werden kann, da&szlig; die Ursache der Lebensth&auml;tigkeit
-mit anderen bekannten Ursachen, welche Bewegung oder Form-
-und Beschaffenheits&auml;nderungen der Materie bewirken, in ihren
-Aeu&szlig;erungen nichts gemein hat.</p>
-
-<p>Eine Vergleichung ihrer Eigenth&uuml;mlichkeiten mit der
-Wirkungsweise dieser anderen Ursachen, kann &uuml;brigens schon
-deshalb keinen Nachtheil bringen, weil die Natur und das
-Wesen einer Naturerscheinung nicht durch Abstraction, sondern<span class="pagenum" id="Page200">[200]</span>
-nur durch vergleichende Beobachtungen erkennbar sind.</p>
-
-<p>Wenn die Lebenserscheinungen n&auml;mlich als Aeu&szlig;erungen
-einer eigenth&uuml;mlichen Kraft angesehen werden, so m&uuml;ssen die
-Wirkungen dieser Kraft an gewisse erforschbare Gesetze gebunden
-sein, die mit den allgemeinsten Gesetzen des Widerstandes
-und der Bewegung im Einklange sind, welche die
-Weltk&ouml;rper und Weltk&ouml;rpersysteme in ihren Bahnen erhalten,
-wodurch Form- und Beschaffenheits&auml;nderungen in den K&ouml;rpern
-bedingt werden, ganz abgesehen von dem Stoff, welcher
-als Tr&auml;ger der Lebenskraft sich darstellt, oder der Form,
-in der sich die Lebenskraft &auml;u&szlig;ert.</p>
-
-<p>Die Lebenskraft giebt sich in einem belebten K&ouml;rpertheil
-als eine Ursache der Zunahme an Masse, sowie des Widerstandes
-gegen &auml;u&szlig;ere Th&auml;tigkeiten zu erkennen, welche die
-Form, Beschaffenheit und Zusammensetzung der Elementartheilchen
-ihres Tr&auml;gers zu &auml;ndern streben.</p>
-
-<p>Als eine Kraft der Bewegung, Form- und Beschaffenheits&auml;nderung
-der Materie zeigt sie sich durch St&ouml;rung und
-Aufhebung des Zustandes der Ruhe, in dem sich die chemischen
-Kr&auml;fte befinden, durch welche die Bestandtheile der ihren
-Tr&auml;gern zugef&uuml;hrten Verbindungen, die wir als Nahrungsstoffe
-kennen, zusammengehalten werden.</p>
-
-<p>Die Lebenskraft bewirkt eine Zersetzung dieser Nahrungsstoffe,
-sie hebt die Kraft der Anziehung auf, die zwischen
-ihren kleinsten Theilchen unausgesetzt th&auml;tig ist, sie &auml;ndert
-die Richtung der chemischen Kr&auml;fte in der Art, da&szlig; die Elemente
-der Nahrungsstoffe sich in einer andern Weise ordnen,<span class="pagenum" id="Page201">[201]</span>
-da&szlig; sie zu neuen, den Tr&auml;gern der Lebenskraft gleichen oder
-un&auml;hnlichen Verbindungen zusammentreten; sie &auml;ndert die
-Richtung und St&auml;rke der Coh&auml;sionskraft, sie hebt den Coh&auml;sionszustand
-der Nahrungsmittel auf und zwingt die neuen
-Verbindungen, zu Formen zusammenzutreten, welche keine
-Aehnlichkeit mit den Formen haben, welche durch die frei
-(ohne Widerstand) wirkende Coh&auml;sionskraft gebildet werden.</p>
-
-<p>Die Lebenskraft &auml;u&szlig;ert sich als eine Kraft der Anziehung,
-insofern die durch die Form- und Beschaffenheits&auml;nderung
-des Nahrungsstoffes neu gebildete Verbindung, bei
-gleicher Zusammensetzung mit ihrem Tr&auml;ger, zu einem Bestandtheil
-dieses Tr&auml;gers wird.</p>
-
-<p>Die dem Tr&auml;ger der Lebenskraft un&auml;hnlichen, neuerzeugten
-Verbindungen treten aus dem K&ouml;rpertheile aus, sie erleiden
-in der Form gewisser Secretionen, anderen K&ouml;rpertheilen
-zugef&uuml;hrt, bei ihrer Ber&uuml;hrung damit, eine Reihe &auml;hnlicher
-Ver&auml;nderungen.</p>
-
-<p>Als Widerstand giebt sich die Lebenskraft in belebten
-K&ouml;rpertheilen zu erkennen, insofern durch sie, durch ihr Vorhandensein
-in ihren Tr&auml;gern, die Elemente derselben das
-Verm&ouml;gen erlangen, St&ouml;rungen und Aenderungen in ihrer
-Form und Zusammensetzung durch &auml;u&szlig;ere Th&auml;tigkeiten zu
-widerstehen, eine F&auml;higkeit, die sie f&uuml;r sich als chemische
-Verbindungen nicht besitzen.</p>
-
-<p>Wie bei anderen Kr&auml;ften umfa&szlig;t der Begriff einer ungleichen
-Intensit&auml;t der Lebenskraft in einem belebten K&ouml;rpertheil
-nicht nur die ungleiche F&auml;higkeit der Zunahme an<span class="pagenum" id="Page202">[202]</span>
-Masse und der Ueberwindung von (chemischen) Widerst&auml;nden,
-sondern man bezeichnet damit auch gradezu die Verschiedenheit
-in der Gr&ouml;&szlig;e des Widerstandes selbst, den die
-Theile oder Bestandtheile eines belebten K&ouml;rpertheils einer
-Aenderung in der Form und Zusammensetzung durch neue
-&auml;u&szlig;ere einwirkende Ursachen entgegensetzen; ganz &auml;hnlich
-wie die St&auml;rke der Coh&auml;sionskraft oder der Affinit&auml;t in
-gradem Verh&auml;ltni&szlig; steht zu dem Widerstande, den diese
-Kr&auml;fte einer &auml;u&szlig;ern mechanischen oder chemischen Ursache
-entgegensetzen, welche die Theile einer Verbindung von einander
-zu trennen strebt.</p>
-
-<p>Die Aeu&szlig;erungen der Lebenskraft sind abh&auml;ngig von einer
-gewissen Form ihrer Tr&auml;ger und einer bestimmten Zusammensetzung
-der Substanz des lebendigen K&ouml;rpertheils.</p>
-
-<p>Die F&auml;higkeit der Zunahme an Masse in einem belebten
-K&ouml;rpertheil wird bedingt durch die unmittelbare Ber&uuml;hrung
-mit Stoffen, die sich zu einer Zersetzung eignen, oder deren
-Elementartheile zu Bestandtheilen des Tr&auml;gers der Lebensth&auml;tigkeit
-&uuml;bergehen k&ouml;nnen.</p>
-
-<p>Die Aeu&szlig;erung der Zunahme setzt voraus, da&szlig; die einwirkende
-Lebenskraft m&auml;chtiger ist, als der Widerstand, den
-die chemische Kraft einer Zersetzung oder Umsetzung der Elementartheile
-der Nahrungsstoffe ihr entgegensetzt.</p>
-
-<p>Die Aeu&szlig;erungen der Lebenskraft sind abh&auml;ngig von einer
-gewissen Temperatur; weder in einer Pflanze, noch in
-einem Thiere zeigen sich Lebenserscheinungen, wenn die Temperatur
-in gewissen Verh&auml;ltnissen abnimmt.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page203">[203]</span></p>
-
-<p>Die Lebenserscheinungen eines belebten Organismus nehmen
-an St&auml;rke und Intensit&auml;t durch W&auml;rmeentziehung ab,
-wenn die Temperatur, welche er besitzt, nicht durch andere
-Ursachen wieder erneuert wird.</p>
-
-<p>Entziehung von Nahrungsstoff setzt allen Lebens&auml;u&szlig;erungen
-eine bestimmte Grenze.</p>
-
-<p>Der Contact der belebten K&ouml;rpertheile mit Nahrungsstoff
-wird in dem Thierorganismus bedingt durch eine mechanische
-Kraft, welche in ihm selbst erzeugt wird und gewissen
-Organen die F&auml;higkeit giebt, Ortsver&auml;nderungen zu
-bewirken, eine mechanische Bewegung hervorzubringen, mechanische
-Widerst&auml;nde aufzuheben.</p>
-
-<p>Man kann einem ruhenden K&ouml;rper eine gewisse Bewegung
-ertheilen durch eine Menge in ihren Aeu&szlig;erungen
-h&ouml;chst verschiedener Kr&auml;fte; wir setzen ein Uhrwerk in Bewegung
-durch ein fallendes Gewicht (durch die Schwere),
-durch eine gespannte Feder (durch Elasticit&auml;t). Wir bringen
-jede Art von Bewegungen hervor durch die elektrische oder
-magnetische Kraft, sowie durch die chemischen Kr&auml;fte, ohne
-da&szlig; wir im Stande sind zu sagen, wenn wir die Aeu&szlig;erung
-dieser Th&auml;tigkeiten nur in ihrer Erscheinung ins Auge fassen,
-durch welche von diesen verschiedenen Ursachen des
-Ortswechsels der ruhende K&ouml;rper die Bewegung oder Geschwindigkeit
-empfangen hat.</p>
-
-<p>In dem Organismus des Thieres kennen wir nur eine
-Quelle der bewegenden Kraft, und diese Quelle ist die n&auml;mliche
-Ursache, welche die Zunahme belebter K&ouml;rpertheile an<span class="pagenum" id="Page204">[204]</span>
-Masse bedingt, welche ihnen das Verm&ouml;gen giebt, &auml;u&szlig;eren
-Actionen Widerstand zu leisten, es ist die <span class="gesp2">Lebenskraft</span>.</p>
-
-<p>Um zu einer klaren Einsicht dieser in ihrer Form so
-verschiedenen Aeu&szlig;erungen der Lebenskraft zu gelangen, mu&szlig;
-man sich erinnern, da&szlig; eine jede Kraft sich in einer Materie
-durch zwei f&uuml;r die Beobachtung durchaus verschiedene Zust&auml;nde
-der Th&auml;tigkeit zu erkennen giebt.</p>
-
-<p>Die in den Theilchen eines Steins vorhandene Kraft der
-Schwere ertheilt ihnen ein unausgesetztes Streben, sich nach
-dem Mittelpunkte der Erde hinzubewegen.</p>
-
-<p>F&uuml;r die Wahrnehmung verschwindet diese Th&auml;tigkeit,
-wenn der Stein z. B. auf einem Tische liegt, dessen Theile
-der Aeu&szlig;erung seiner Schwere einen Widerstand entgegensetzen.
-Die auf ihn wirkende Kraft ist stets vorhanden, sie
-&auml;u&szlig;ert sich als Druck auf die Unterlage, allein er bleibt
-auf seinem Platze, er besitzt keine Bewegung. Mit Gewicht
-bezeichnen wir die Aeu&szlig;erung seiner Schwere im Zustande
-der Ruhe.</p>
-
-<p>Was den Stein am Fallen hindert, ist ein Widerstand,
-welcher bewirkt wird durch eine Kraft der Anziehung, mit
-welcher die Theilchen des Holzes zusammenh&auml;ngen; eine
-Wassermasse w&uuml;rde ihn am Fallen nicht gehindert haben.</p>
-
-<p>Wenn die Kraft, welche die Theilchen des Steins nach
-dem Mittelpunkte der Erde hintreibt, gr&ouml;&szlig;er w&auml;re als die
-Kraft, womit die Holztheilchen zusammenh&auml;ngen, so w&uuml;rde
-die Coh&auml;sionskraft &uuml;berwunden werden, sie w&uuml;rde den Stein
-am Fallen nicht hindern k&ouml;nnen.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page205">[205]</span></p>
-
-<p>Nehmen wir den Tisch und damit die Kraft hinweg,
-welche die Aeu&szlig;erung der Schwere aufgehoben hatte, so
-zeigt sich die letztere als die Ursache der Ortsver&auml;nderung
-des Steins, er kommt in Bewegung, d. h. er f&auml;llt: Widerstand
-ist stets eine Kraft.</p>
-
-<p>Je nachdem wir ihn k&uuml;rzere oder l&auml;ngere Zeit fallen
-lassen, erlangt er F&auml;higkeiten, die er im ruhenden Zustande
-nicht besa&szlig;, er erh&auml;lt n&auml;mlich das Verm&ouml;gen, schw&auml;chere
-oder st&auml;rkere Widerst&auml;nde (Kr&auml;fte) aufzuheben, oder ruhenden
-K&ouml;rpern Bewegung mitzutheilen.</p>
-
-<p>Von einer gewissen H&ouml;he herabfallend macht er einen
-bleibenden Eindruck an dem Orte, den er ber&uuml;hrt, von einer
-noch gr&ouml;&szlig;ern H&ouml;he (l&auml;ngere Zeit) fallend, macht er ein
-Loch in die Tischplatte; seine eigene Bewegung theilt sich
-einer gewissen Anzahl Holztheilchen mit, die nun mit dem
-Steine selbst fallen. Keine dieser Eigenschaften besa&szlig; der
-ruhende Stein.</p>
-
-<p>Die erlangte Geschwindigkeit ist stets die Wirkung der
-bewegenden Kraft. Sie ist unter sonst gleichen Umst&auml;nden
-dem Druck proportional.</p>
-
-<p>Ein frei fallender K&ouml;rper gewinnt nach einer Sekunde
-eine Geschwindigkeit von 30 Fu&szlig;. Derselbe K&ouml;rper auf
-dem Monde fallend, w&uuml;rde in einer Sekunde nur eine Geschwindigkeit
-von <sup>30</sup>&#8260;<sub>3600</sub> = 0,1 Zoll gewinnen, weil dort die
-Intensit&auml;t der Schwere (der Druck, welcher auf den K&ouml;rper
-wirkt, die bewegende Kraft) 3600 mal kleiner ist.</p>
-
-<p>Wenn der Druck gleichf&ouml;rmig fortwirkt, so steht die Geschwindigkeit<span class="pagenum" id="Page206">[206]</span>
-genau im Verh&auml;ltni&szlig; zum Druck, dergestalt, da&szlig;
-z. B. der 3600mal langsamer fallende K&ouml;rper nach 3600 Sekunden
-dieselbe Geschwindigkeit annimmt, wie der andere
-nach einer Sekunde.</p>
-
-<p>Die Wirkung ist folglich nicht der bewegenden Kraft allein,
-noch der Zeit allein, sondern dem Druck, multiplicirt mit der
-Zeit = <span class="gesp2">Kraftmoment</span>, proportional.</p>
-
-<p>In zwei gleichen K&ouml;rpermassen bezeichnet die Geschwindigkeit
-das Kraftmoment. Unter dem Einflu&szlig; desselben Drucks
-bewegt sich aber ein K&ouml;rper um so langsamer, je gr&ouml;&szlig;er seine
-Masse; die doppelte Masse braucht, um in gleicher Zeit eine
-gleiche Geschwindigkeit zu erlangen, einen doppelten Druck,
-oder sie mu&szlig; unter dem einfachen Drucke eine doppelt so
-lange Zeit in Bewegung bleiben.</p>
-
-<p>Um einen Ausdruck f&uuml;r die ganze eingetretene Wirkung
-zu haben, mu&szlig; man daher, die Masse mit ihrer Geschwindigkeit
-multipliciren.</p>
-
-<p>Dieses Product hei&szlig;t <span class="gesp2">Bewegungsgr&ouml;&szlig;e</span>.</p>
-
-<p>Die Gr&ouml;&szlig;e der Bewegung eines K&ouml;rpers mu&szlig; in allen
-F&auml;llen dem Kraftmoment genau entsprechen.</p>
-
-<p>Gr&ouml;&szlig;e der Bewegung und Kraftmoment wird auch schlechtweg
-mit <span class="gesp2">Kraft</span> bezeichnet, weil man sich vorstellt, da&szlig; ein
-kleiner Druck, der z. B. 10 Sekunden gewirkt hat, ebensoviel
-werth ist, als ein zehnmal gr&ouml;&szlig;erer Druck, der nur eine
-Sekunde th&auml;tig war.</p>
-
-<p><span class="gesp2">Bewegungsmoment</span> hei&szlig;t in der Mechanik die Wirkung
-einer Kraft ohne R&uuml;cksicht auf die Zeit (Geschwindigkeit),<span class="pagenum" id="Page207">[207]</span>
-in welcher sie zur Aeu&szlig;erung kam. &mdash; Wenn ein Mann
-z. B. drei&szlig;ig Pfunde 100 Fu&szlig; hoch hebt, ein zweiter drei&szlig;ig
-Pfund auf 200 Fu&szlig; H&ouml;he, so hat der zweite doppelt so viel
-Kraft wie der erste verwendet; ein dritter welcher 60 Pfund
-auf 50 Fu&szlig; H&ouml;he gehoben hat, verbraucht dazu nicht mehr
-Kraft wie der erste, um 30 Pfund 100 Fu&szlig; hoch zu heben.
-Die Bewegungsmomente des ersten (30 &times; 100) und des
-dritten (60 &times; 50) sind sich gleich, das Bewegungsmoment
-des zweiten (30 &times; 200) ist doppelt so gro&szlig;.</p>
-
-<p><span class="gesp2">Kraftmomente</span> und <span class="gesp2">Bewegungsmomente</span> sind
-demnach in der Mechanik Ausdr&uuml;cke oder Ma&szlig;st&auml;be f&uuml;r
-Kraftwirkungen, die sich auf eine in gegebener Zeit erlangte
-Geschwindigkeit oder auf einen gegebenen Raum beziehen; in
-diesem Sinne lassen sie sich auf die Wirkungen aller anderen
-Ursachen der Bewegung, Form- und Beschaffenheitsver&auml;nderung
-&uuml;bertragen, wie gro&szlig; oder wie klein auch der Raum
-oder die Zeit sein mag, in der sich ihre Wirkung f&uuml;r die
-Sinne offenbart.</p>
-
-<p>Eine jede Kraft &auml;u&szlig;ert sich demnach in der Materie als
-Widerstand gegen &auml;u&szlig;ere Ursachen der Orts- (Form- und
-Beschaffenheits-) Ver&auml;nderung; als Bewegung-erzeugende
-Kraft zeigt sie sich, wenn ihr keine Widerst&auml;nde entgegenstehen
-oder in der Ueberwindung von Widerst&auml;nden.</p>
-
-<p>Eine und dieselbe Kraft wirkt Bewegung mittheilend
-und Bewegungen vernichtend; in dem einen Falle, wenn
-ihrer Th&auml;tigkeits&auml;u&szlig;erung keine Widerst&auml;nde entgegenstehen;
-in dem andern, wenn sie selbst die Aeu&szlig;erung einer<span class="pagenum" id="Page208">[208]</span>
-andern Ursache der Bewegung (Form- und Beschaffenheits-Aenderung)
-aufhebt. Gleichgewicht (oder Ruhe) hei&szlig;t der
-Zustand der Th&auml;tigkeit, wo ein Kraft- oder Bewegungsmoment,
-durch ein entgegengesetztes Kraft- oder Bewegungsmoment
-aufgehoben ist.</p>
-
-<p>Beide Th&auml;tigkeits&auml;u&szlig;erungen beobachten wir an der
-Kraft, welche den belebten K&ouml;rpertheilen ihre eigenth&uuml;mlichen
-Eigenschaften giebt.</p>
-
-<p>Durch Aufhebung der zwischen den Bestandtheilen der
-Nahrungsstoffe wirkenden chemischen Kr&auml;fte (der Coh&auml;sion
-und Affinit&auml;t), durch Aenderung der Lage oder des Ortes,
-in welchem sich ihre Elementartheilchen befinden, giebt sich
-die Lebenskraft als bewegende Kraft zu erkennen; sie &auml;u&szlig;ert
-sich als Bewegung erzeugende Kraft durch Ueberwindung
-der chemischen Anziehung der Bestandtheile der Nahrungsstoffe
-und als die Ursache, die sie zwingt, sich in einer neuen
-Ordnung mit einander zu vereinigen.</p>
-
-<p>Es ist klar, da&szlig; einem belebten K&ouml;rpertheil, welcher also
-die F&auml;higkeit besitzt, Widerst&auml;nde aufzuheben und den Elementartheilchen
-der Nahrungsstoffe eine Bewegung mitzutheilen durch
-die in ihm frei sich &auml;u&szlig;ernde Lebenskraft, ein Bewegungsmoment
-zukommen mu&szlig;, was ja nichts anderes ist, als das Ma&szlig; der
-eingetretenen Bewegung, Form- und Beschaffenheits-Aenderung.</p>
-
-<p>Wir wissen, da&szlig; dieses Bewegungsmoment der Lebenskraft
-in einem belebten K&ouml;rpertheil verwendbar ist, um ruhenden
-Materien Bewegung zu ertheilen (Zersetzung zu bewirken,
-Widerst&auml;nde aufzuheben), und wenn die Lebenskraft<span class="pagenum" id="Page209">[209]</span>
-in ihren Aeu&szlig;erungen sich &auml;hnlich verh&auml;lt wie andere Kr&auml;fte,
-so mu&szlig; dieses Bewegungsmoment mitgetheilt oder fortgepflanzt
-werden k&ouml;nnen durch Materien, die in sich selbst durch eine
-entgegenwirkende Th&auml;tigkeit seine freie Aeu&szlig;erung nicht aufheben.</p>
-
-<p>Die durch irgend eine Ursache gewonnene Bewegung
-eines Stoffes oder einer Materie kann in sich selbst nicht
-vernichtet werden, sie kann zwar f&uuml;r die Wahrnehmung
-verschwinden, allein auch aufgehoben durch Widerst&auml;nde
-(durch entgegengesetzte Kraftwirkungen) wird ihr Effect
-nicht vernichtet. Der fallende Stein &uuml;bt durch seine im
-Fallen gewonnene Bewegungsgr&ouml;&szlig;e, auf dem Tische angelangt,
-eine Wirkung aus; der hervorgebrachte Eindruck
-auf das Holz, die Geschwindigkeit, welche von der seinigen
-sich auf die Holztheile &uuml;bertr&auml;gt, ist sein Effect.</p>
-
-<p>Uebertragen wir die Begriffe von Bewegung, Gleichgewicht
-und Widerstand auf die chemischen Kr&auml;fte, die in ihrer Wirkungsweise
-der Lebenskraft unendlich n&auml;her stehen, als die
-Schwere, so wissen wir mit der gr&ouml;&szlig;ten Bestimmtheit, da&szlig;
-sie nur bei unmittelbarer Ber&uuml;hrung sich th&auml;tig zeigen; wir
-wissen, da&szlig; die ungleiche F&auml;higkeit chemischer Verbindungen,
-Widerstand gegen &auml;u&szlig;ere St&ouml;rungen zu leisten, gegen die
-Einwirkung der W&auml;rme, der elektrischen Kraft, die ihre Theilchen
-zu trennen streben, so wie ihr Verm&ouml;gen Widerst&auml;nde
-in anderen Verbindungen aufzuheben (Zersetzung zu bewirken),
-da&szlig; mit einem Worte die in einer Verbindung th&auml;tige Kraft,
-abh&auml;ngig ist von einer gewissen Ordnung, in welcher sich ihre
-Elementartheilchen ber&uuml;hren.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page210">[210]</span></p>
-
-<p>Die n&auml;mlichen Elemente in einer andern Ordnung mit
-einander vereinigt, &auml;u&szlig;ern mit anderen Verbindungen in Ber&uuml;hrung
-eine h&ouml;chst ungleiche F&auml;higkeit Widerstand zu leisten
-oder Widerst&auml;nde aufzuheben, in der einen Form ist die zur
-Aeu&szlig;erung gelangte Kraft verwendbar (der K&ouml;rper ist activ,
-eine S&auml;ure z. B.), in der andern nicht (er ist indifferent),
-in einer dritten Form ist sein Kraftmoment der ersten entgegengesetzt
-(er ist activ, aber eine Basis).</p>
-
-<p>Aendern wir die Ordnung der Elemente, so sind wir
-im Stande, die Bestandtheile einer Verbindung durch einen
-andern activen K&ouml;rper zu trennen, die, in einer andern Form
-vereinigt, seiner Action einen un&uuml;berwindlichen Widerstand
-entgegensetzten.</p>
-
-<p>Aehnlich wie zwei gleiche unelastische Massen von gleicher
-Geschwindigkeit, die aus entgegengesetzter Richtung getrieben,
-mit einander in Ber&uuml;hrung kommend, zur Ruhe gelangen, &auml;hnlich
-also wie zwei gleiche aber entgegengesetzte Bewegungsmomente
-sich gegenseitig aufheben, kann das Kraftmoment einer chemischen
-Verbindung, durch ein gleiches aber entgegengesetztes Kraftmoment
-einer zweiten Verbindung ganz oder zum Theil aufgehoben,
-allein es kann nicht vernichtet werden, so lange
-die Ordnung nicht gest&ouml;rt wird, durch welche die in ihnen
-wohnende Kraft zur Aeu&szlig;erung gelangt ist.</p>
-
-<p>Die chemische Kraft der Schwefels&auml;ure ist im Gyps eben
-so ungeschw&auml;cht vorhanden, als im Vitriol&ouml;l, aber f&uuml;r die
-Wahrnehmung ist sie verschwunden; nehmen wir die Ursache
-hinweg, die ihre Aeu&szlig;erung auf andere Materien aufhob,<span class="pagenum" id="Page211">[211]</span>
-so zeigt sie sich in ihrem Tr&auml;ger mit ihrer ganzen St&auml;rke.</p>
-
-<p>So kann die Coh&auml;sionskraft eines festen K&ouml;rpers durch
-eine chemische Kraft (in der Aufl&ouml;sung), durch W&auml;rme (beim
-Schmelzen), f&uuml;r die Beobachtung v&ouml;llig verschwinden, ohne
-da&szlig; sie nur entfernt geschw&auml;cht oder vernichtet w&auml;re. Entfernen
-wir die ihr entgegenwirkende Kraft&auml;u&szlig;erung (den
-Widerstand), so zeigt sie sich in der Krystallisation unver&auml;ndert.</p>
-
-<p>Durch die elektrische Kraft, durch die W&auml;rme, sind wir
-im Stande, der chemischen Kraft in ihren Aeu&szlig;erungen die
-mannigfaltigsten Richtungen zu geben; wir stellen damit
-die Ordnung fest, in welcher sich die Elementartheilchen vereinigen
-sollen. Nehmen wir die Ursache hinweg (W&auml;rme,
-elektrische Kraft), die ihrer schw&auml;cheren Anziehung nach der
-einen Richtung hin das Uebergewicht gab, so wird die st&auml;rkere
-Anziehung nach einer andern Richtung hin sich unausgesetzt
-th&auml;tig zeigen, und wenn diese st&auml;rkere Anziehung
-das Beharrungsverm&ouml;gen der Elementartheilchen &uuml;berwinden
-kann, so werden sich die Elementartheile in einer
-neuen Form mit einander vereinigen, das ist, es wird eine
-neue Verbindung von ver&auml;nderten Eigenschaften gebildet
-werden m&uuml;ssen.</p>
-
-<p>In Verbindungen dieser Art, in welchen also die freie
-Aeu&szlig;erung der chemischen Kraft, durch andere Kr&auml;fte gehindert
-wurde, kann ein Sto&szlig;, eine mechanische Reibung,
-die Ber&uuml;hrung mit einer Materie, deren Elementartheile
-sich im Zustande der Bewegung (Umsetzung, Zersetzung) befinden,<span class="pagenum" id="Page212">[212]</span>
-irgend eine Ursache von Au&szlig;en, deren Th&auml;tigkeit
-sich der st&auml;rkeren Anziehung der Elementartheilchen nach einer
-andern Richtung hinzuf&uuml;gt, hinreichen, um dieser st&auml;rkeren
-Anziehung das Uebergewicht zu geben, das Beharrungsverm&ouml;gen
-zu &uuml;berwinden, ihre Form und Beschaffenheit,
-welche sie der Mitwirkung fremder Ursachen verdanken, zu
-&auml;ndern, ein Zerfallen der Verbindung in eine oder mehrere
-neue K&ouml;rper von ver&auml;nderten Eigenschaften zu bewirken.</p>
-
-<p>Umsetzungen, oder wenn man will, Bewegungserscheinungen,
-k&ouml;nnen in Verbindungen dieser Classe, bewirkt
-werden durch die in einer andern chemischen Verbindung frei
-und verwendbar wirkende chemische Kraft, und zwar ohne da&szlig;
-ihre Aeu&szlig;erung durch Widerst&auml;nde ersch&ouml;pft oder aufgehoben
-wird. So wird das Gleichgewicht in der Anziehung der
-Elemente des Rohrzuckers, durch Ber&uuml;hrung mit einer sehr
-kleinen Menge Schwefels&auml;ure aufgehoben; er verwandelt sich
-in Traubenzucker; ganz &auml;hnlich sehen wir die Elemente des
-Amylons sich mit den Elementen des Wassers zu einer neuen
-Form ordnen, ohne da&szlig; die Schwefels&auml;ure, welche gedient
-hatte, um diese Umsetzung zu bewirken, ihren chemischen
-Charakter verliert, sie bleibt in Bezug auf andere Materien,
-auf die sie eine Wirkung &auml;u&szlig;ert, ebenso activ als
-wie vorher, grade so, als wenn sie keine Art von Wirkung
-auf das Amylon ausge&uuml;bt h&auml;tte.</p>
-
-<p>Ganz verschieden von der Aeu&szlig;erung der sogenannten
-mechanischen Kr&auml;fte haben wir in den chemischen Kr&auml;ften<span class="pagenum" id="Page213">[213]</span>
-Ursachen von Bewegungserscheinungen, von Form- und Beschaffenheits&auml;nderungen,
-ohne wahrnehmbare Ersch&ouml;pfung der
-Kraft, wodurch sie hervorgerufen werden, erkannt; allein
-der Grund der fortdauernden Th&auml;tigkeits&auml;u&szlig;erung bleibt
-stets derselbe, es ist der Mangel einer entgegengesetzten Th&auml;tigkeit
-(eines Widerstandes), der sie aufzuheben oder ins Gleichgewicht
-zu setzen f&auml;hig ist.</p>
-
-<p>Aehnlich wie die Aeu&szlig;erungen der chemischen Kr&auml;fte (das
-Kraftmoment einer chemischen Verbindung) abh&auml;ngig erscheinen
-von einer bestimmten Ordnung, in der sich ihre Elementartheilchen
-ber&uuml;hren, zeigt die Erfahrung, da&szlig; die Lebenserscheinungen
-unzertrennlich von der Materie sind, da&szlig; die
-Aeu&szlig;erungen der Lebenskraft in einem belebten K&ouml;rpertheil
-bedingt werden durch eine gewisse Form des Tr&auml;gers und
-durch eine gewisse Ordnungsweise seiner Elementartheilchen;
-heben wir die Form oder Zusammensetzung des Organs auf,
-so verschwinden alle Lebens&auml;u&szlig;erungen.</p>
-
-<p>Nichts hindert uns, die Lebenskraft als eine besondere
-Eigenschaft zu betrachten, die gewissen Materien zukommt,
-und wahrnehmbar wird, wenn ihre Elementartheilchen zu
-einer gewissen Form zusammengetreten sind.</p>
-
-<p>Diese Vorstellung nimmt den Lebenserscheinungen nichts
-von ihrer wunderbaren Eigenth&uuml;mlichkeit, man kann sie als
-einen Anhaltspunkt betrachten, von dem aus sich eine Untersuchung
-derselben, sowie die Erforschung ihrer Gesetze
-ankn&uuml;pfen l&auml;&szlig;t, ganz so wie man die Eigenschaften und Gesetze
-der Bewegungen des Lichts, als abh&auml;ngig von einer<span class="pagenum" id="Page214">[214]</span>
-Lichtmaterie, oder einem Aether betrachtet, der mit den erforschten
-Gesetzen nichts weiter zu thun hat.</p>
-
-<p>In dieser Form gedacht, vereinigt die Lebenskraft in
-ihren Aeu&szlig;erungen alle Eigenth&uuml;mlichkeiten der chemischen
-Kr&auml;fte und der nicht minder wunderbaren Ursache, die wir
-als den letzten Grund der elektrischen Erscheinungen ansehen.</p>
-
-<p>Die Lebenskraft &auml;u&szlig;ert sich nicht wie die Schwerkraft
-oder magnetische Kraft in unendlichen Entfernungen, sondern
-sie ist, wie die chemischen Kr&auml;fte, nur bei unmittelbarer
-Ber&uuml;hrung th&auml;tig, sie wird durch einen Complex materieller
-Theile wahrnehmbar.</p>
-
-<p>Ein belebter K&ouml;rpertheil erh&auml;lt nach obiger Voraussetzung
-die F&auml;higkeit, Widerstand zu leisten und Widerst&auml;nde aufzuheben,
-durch das Zusammentreten seiner Elementartheilchen in einer
-gewissen Form und er mu&szlig;, so lange diese Form und Ordnung
-durch entgegengesetzte Kr&auml;fte nicht aufgehoben wird,
-seine Kraft unausgesetzt zu behaupten verm&ouml;gen.</p>
-
-<p>Wenn durch den Act der Th&auml;tigkeits&auml;u&szlig;erung eines belebten
-K&ouml;rpertheils die Elemente der Nahrungsstoffe in der
-ihm gleichen Form und Beschaffenheit zusammengetreten sind,
-so erlangen sie eine ihm gleiche F&auml;higkeit; es gelangt
-durch dieses Zusammentreten die in ihnen wohnende Lebenskraft
-zur freien Aeu&szlig;erung, sie wird in gleicher Weise verwendbar.</p>
-
-<p>Wenn man sich nun erinnert, da&szlig; alle Nahrungsstoffe
-belebter Organismen Verbindungen zweier oder mehrerer
-Elemente sind, welche durch chemische Kr&auml;fte zusammengehalten<span class="pagenum" id="Page215">[215]</span>
-werden, wenn man erw&auml;gt, da&szlig; in dem Act der Th&auml;tigkeits&auml;u&szlig;erung
-eines belebten K&ouml;rpertheils die Elemente der
-Nahrungsstoffe in einer andern Ordnung zusammentreten, so
-ist v&ouml;llig gewi&szlig;, da&szlig; das Kraft- oder Bewegungsmoment
-der Lebenskraft st&auml;rker war, als die zwischen den Elementen
-der Nahrung sich &auml;u&szlig;ernde chemische <span class="nowrap">Anziehung<a
-id="FNanchor14"></a><a href="#Footnote14" class="fnanchor">[F14]</a></span>.</p>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote14"><a href="#FNanchor14"><span class="label">[14]</span></a>
-Die H&auml;nde eines Mannes, welcher mit einem Seile 30 Pfund 100
-Fu&szlig; hoch hebt, legen einen Weg von 100 Fu&szlig; zur&uuml;ck, w&auml;hrend seine
-Muskelth&auml;tigkeit einem Widerstand (Druck) von 30 Pfunden das Gleichgewicht
-h&auml;lt. W&auml;re die von dem Manne anwendbare Kraft nicht
-gr&ouml;&szlig;er, als um dem Druck von drei&szlig;ig Pfunden das Gleichgewicht
-zu halten, so w&uuml;rde er nicht verm&ouml;gend sein, das Gewicht zu der angegebenen
-H&ouml;he zu heben.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p>Die chemische Kraft, welche die Bestandtheile zusammenhielt,
-wirkte gleich einem Widerstande, welcher &uuml;berwunden
-wurde durch die active Lebenskraft.</p>
-
-<p>W&auml;ren beide gleich gewesen, so w&uuml;rde keine Art von
-wahrnehmbarer Wirkung eingetreten sein; bei &uuml;berwiegender
-chemischer Action w&uuml;rde der belebte K&ouml;rpertheil eine
-Ver&auml;nderung erlitten haben.</p>
-
-<p>Wenn wir uns nun denken, da&szlig; eine gewisse Quantit&auml;t
-von Lebenskraft dazu verwendet werden mu&szlig;te, um sich mit
-der chemischen Kraft ins Gleichgewicht zu setzen, so bleibt
-immer noch ein Ueberschu&szlig; von Kraft, durch welchen die
-Zersetzung bewirkt wurde; in diesem Ueberschu&szlig; besteht das
-Kraftmoment des belebten K&ouml;rpertheils, durch den die Zersetzung
-bewerkstelligt wurde; er erh&auml;lt durch ihn ein dauerndes
-Verm&ouml;gen, weitere Zersetzungen zu bewirken und seinen<span class="pagenum" id="Page216">[216]</span>
-Zustand, seine Form und Beschaffenheit gegen &auml;u&szlig;ere Actionen
-zu behaupten.</p>
-
-<p>Wir k&ouml;nnen uns denken, da&szlig; dieser Ueberschu&szlig; hinweggenommen
-und in einer andern Weise verwendet werden
-kann; das Bestehen des belebten K&ouml;rpertheils w&uuml;rde dadurch
-nicht gef&auml;hrdet werden, eben weil in diesem Falle ein Ruhe-
-und Gleichgewichtszustand eintreten w&uuml;rde; allein mit der
-Hinwegnahme dieses Ueberschusses w&uuml;rde er seine F&auml;higkeit
-der Zunahme an Masse, sein Verm&ouml;gen weitere Zersetzungen
-zu bewirken, &auml;u&szlig;eren Ursachen von St&ouml;rungen zu widerstehen,
-verlieren. Wenn ihm in diesem Gleichgewichtszustande
-Sauerstoff (eine chemische Action) zugef&uuml;hrt werden
-w&uuml;rde, so w&uuml;rde dessen Streben, sich mit einem Elemente
-des belebten K&ouml;rpertheils zu vereinigen, kein Hinderni&szlig; entgegenstehen,
-eben weil ihm das Verm&ouml;gen, Widerstand zu
-leisten, durch anderweitige Verwendung von Lebenskraft genommen
-worden ist. Je nach der Menge des zugef&uuml;hrten
-Sauerstoffs w&uuml;rde eine entsprechende Menge des belebten
-K&ouml;rpertheils seinen Zustand des Lebens verlieren und die
-Form einer chemischen Verbindung erhalten von einer dem
-belebten Stoff un&auml;hnlichen Zusammensetzung, es w&uuml;rde mit
-einem Worte ein Wechsel in den Eigenschaften der belebten
-Verbindung, ein Stoffwechsel entstehen.</p>
-
-<p>Wenn wir erw&auml;gen, da&szlig; die F&auml;higkeit der Zunahme an
-Masse in der Pflanze beinahe keine Grenze hat, da&szlig; hundert
-Weidenzweige, von einem Baume genommen, zu hundert
-B&auml;umen werden, so kann man kaum einen Zweifel hegen,<span class="pagenum" id="Page217">[217]</span>
-da&szlig; mit dem Zusammentreten der Elemente des Nahrungsstoffs
-zu einem Bestandtheil der Pflanze, zu dem vorhandenen
-Kraftmoment, in dem neugebildeten Pflanzentheile ein
-neues Kraftmoment hinzukommt, in der Art, da&szlig; mit der
-Zunahme an Masse die Summe von Lebenskraft w&auml;chst.</p>
-
-<p>Je nach der Quantit&auml;t verwendbarer Lebenskraft &auml;ndern
-sich die Producte, die durch ihre Th&auml;tigkeit aus dem zugef&uuml;hrten
-Nahrungsstoff gebildet werden. Die Bestandtheile
-der Knospe, der Wurzelfaser, des Blattes, der Bl&uuml;the und
-Frucht sind h&ouml;chst verschieden; die chemische Kraft, wodurch
-ihre Elemente zusammen gehalten werden, ist sehr ungleich.</p>
-
-<p>Von den stickstofffreien Bestandtheilen der Pflanzen kann
-man behaupten, da&szlig; kein Theil des Kraftmomentes verwendet
-wird, um ihre Form und Beschaffenheit zu behaupten,
-sobald ihre Elemente einmal in der Ordnung zusammengetreten
-sind, in der sie zu Tr&auml;gern der Lebenskraft werden.</p>
-
-<p>Ganz verschieden verhalten sich die stickstoffhaltigen Pflanzenstoffe,
-denn sie gehen, wie man gew&ouml;hnlich sagt, von der
-Pflanze getrennt, von selbst in G&auml;hrung und F&auml;ulni&szlig; &uuml;ber.
-Die Ursache dieser Zersetzung oder Umsetzung ihrer Elemente
-ist die chemische Action, welche der Sauerstoff auf einen
-ihrer Bestandtheile aus&uuml;bt. Wir wissen nun, da&szlig;, so
-lange die Pflanze Lebenserscheinungen zeigt, Sauerstoffgas
-von ihrer Oberfl&auml;che abgeschieden wird, da&szlig; dieser Sauerstoff
-ohne alle Wirkung ist auf die Bestandtheile der lebendigen
-Pflanze, zu denen er sonst die gr&ouml;&szlig;te Anziehung besitzt,
-und es ist klar, da&szlig; eine gewisse Quantit&auml;t Lebenskraft<span class="pagenum" id="Page218">[218]</span>
-verwendet werden mu&szlig;, theils um die Elemente der complexen
-stickstoffhaltigen Bestandtheile, in der Form, Beschaffenheit
-und Ordnung zu erhalten, die ihnen zukommt, theils
-als Widerstand gegen die unaufh&ouml;rliche Einwirkung des
-Sauerstoffs der Luft auf ihre Elemente, so wie des Sauerstoffs,
-der in ihrem Organismus durch den Lebensproce&szlig;
-abgeschieden wird.</p>
-
-<p>Mit der Zunahme an diesen ver&auml;nderlichen Bestandtheilen,
-in der Bl&uuml;the z. B. und in der Frucht, w&auml;chst die
-Summe von chemischer Kraft, deren freie Aeu&szlig;erung durch
-ein entsprechendes Ma&szlig; von Lebenskraft im Gleichgewicht
-gehalten, als Widerstand verbraucht wird.</p>
-
-<p>Die Pflanze nimmt so lange an Masse zu, bis sich die
-in ihr wohnende Lebenskraft mit allen &auml;u&szlig;eren Ursachen,
-die ihrer Aeu&szlig;erung entgegenwirken, ins Gleichgewicht gesetzt
-hat, eine jede neue Ursache von St&ouml;rung, die sich den
-vorhandenen hinzuf&uuml;gt (Temperaturwechsel &amp;c.), nimmt ihr
-jetzt die F&auml;higkeit, Widerstand zu leisten, sie stirbt ab.</p>
-
-<p>In den perennirenden Pflanzen (den Holzpflanzen z. B.)
-ist die Masse der ver&auml;nderlichen Bestandtheile (der stickstoffhaltigen),
-verglichen mit den stickstofffreien, so klein, da&szlig;
-von der ganzen Summe von Kraft, als Widerstand, nur
-ein verschwindendes Moment verbraucht wird; bei den j&auml;hrigen
-Pflanzen ist dieses Verh&auml;ltni&szlig; umgekehrt.</p>
-
-<p>In allen Perioden des Lebens einer Pflanze wird die
-vorhandene active (durch Widerst&auml;nde nicht aufgehobene) Lebenskraft
-nur zu einer Form von Lebens&auml;u&szlig;erung verwendet,<span class="pagenum" id="Page219">[219]</span>
-zur Zunahme an Masse n&auml;mlich, zur Ueberwindung von
-Widerst&auml;nden; kein Theil der Kraft wird zu anderen Zwecken
-verbraucht.</p>
-
-<p>In dem Organismus des Thieres zeigt sich die Lebenskraft,
-wie in der Pflanze in der F&auml;higkeit der Zunahme an
-Masse, als die Ursache des Widerstandes gegen &auml;u&szlig;ere Einwirkungen,
-allein die Zunahme so wie der Widerstand sind
-in gewisse Grenzen eingeschlossen.</p>
-
-<p>Wir beobachten n&auml;mlich, da&szlig; der Uebergang der Nahrungsstoffe
-in Blut, die Ber&uuml;hrung des Blutes mit den
-belebten K&ouml;rpertheilen bedingt wird von einer mechanischen
-Kraft, deren Aeu&szlig;erung von besonderen Organen ausgeht
-und vermittelt wird durch ein besonderes System von Apparaten,
-denen die F&auml;higkeit zukommt, die empfangene Bewegung
-fortzupflanzen und zu verbreiten; von einem zweiten
-Systeme &auml;hnlicher Apparate finden wir das Verm&ouml;gen des
-Thieres abh&auml;ngig, den Ort zu wechseln und durch seine
-Glieder mechanische Effecte hervorzubringen. Diese Apparate,
-so wie die von ihnen ausgehenden Bewegungserscheinungen,
-fehlen in der Pflanze.</p>
-
-<p>Um sich ein klares Bild &uuml;ber den Ursprung und die
-Quelle der mechanischen Bewegungen im Thierk&ouml;rper zu
-verschaffen, d&uuml;rfte es eine Erleichterung sein, sich an die
-Wirkungsweise anderer Kr&auml;fte zu erinnern, welche der Lebenskraft
-in ihren Aeu&szlig;erungen am n&auml;chsten stehen.</p>
-
-<p>Wenn wir eine Anzahl Zink- und Kupferplatten in einer
-gewissen Weise geordnet mit einer S&auml;ure in Ber&uuml;hrung<span class="pagenum" id="Page220">[220]</span>
-bringen, so tritt, wenn man die beiden &auml;u&szlig;ersten Punkte des
-Apparates mit einem Metalldraht in Verbindung setzt, eine
-chemische Action an den Zinkplatten ein, und der Draht erh&auml;lt
-in Folge dieser Action die merkw&uuml;rdigsten und wunderbarsten
-Eigenschaften.</p>
-
-<p>Dieser Draht zeigt sich n&auml;mlich als der Tr&auml;ger einer
-Kraft, welche durch ihn mit au&szlig;erordentlicher Schnelligkeit
-nach allen Richtungen hingeleitet und fortgepflanzt werden
-kann; er ist der Leiter oder Fortpflanzer einer ununterbrochenen
-Reihe von Th&auml;tigkeits-Aeu&szlig;erungen.</p>
-
-<p>Eine solche Fortpflanzung von Bewegung ist nicht denkbar,
-wenn in dem Drahte eine Ursache des Widerstandes
-zu &uuml;berwinden w&auml;re, jeder Widerstand w&uuml;rde einen Theil
-der bewegenden Kraft zur ruhenden machen.</p>
-
-<p>Wird der Draht in der Mitte zerschnitten, sein Zusammenhang
-unterbrochen, so h&ouml;rt damit die Fortpflanzung der
-Kraft auf, und wir sehen, da&szlig; in diesem Falle die Action
-der S&auml;ure auf das Zink augenblicklich aufh&ouml;rt.</p>
-
-<p>Stellen wir die Verbindung wieder her, so tritt die verschwundene
-Action mit ihrer ganzen Energie wieder ein.</p>
-
-<p>Wir k&ouml;nnen durch die in dem Drahte vorhandene Th&auml;tigkeit
-eine Menge der verschiedenartigsten Effecte bewirken,
-Widerst&auml;nde aller Art &uuml;berw&auml;ltigen, Lasten heben, Schiffe
-in Bewegung setzen, und, was noch weit merkw&uuml;rdiger ist,
-dieser Draht verh&auml;lt sich wie eine hohle R&ouml;hre, in welcher
-ein Strom von chemischer Kraft frei und ohne Hinderni&szlig;
-circulirt.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page221">[221]</span></p>
-
-<p>Die Eigenschaften, die wir als festgekettet an gewisse
-Materien mit dem Ausdruck der st&auml;rksten und energischsten
-Verwandtschaft bezeichnen, wir finden sie, dem Anschein nach,
-frei und ungebunden an diesem Drahte wieder, wir k&ouml;nnen
-sie, von ihm aus, auf andere Materien &uuml;bertragen und ihnen
-damit eine Affinit&auml;t (die F&auml;higkeit, Verbindungen einzugehen)
-ertheilen, die ihnen f&uuml;r sich nicht zukommt; je nach
-der Quantit&auml;t der Kraft, die in dem Drahte circulirt, k&ouml;nnen
-wir damit Verbindungen zerlegen, deren Elemente die
-m&auml;chtigste Verwandtschaft zu einander haben, und an allen
-diesen Th&auml;tigkeits&auml;u&szlig;erungen nimmt die Substanz des Drahtes
-nicht den geringsten Antheil, er ist nur der Leiter der
-Kraft.</p>
-
-<p>An diesem Drahte beobachten wir noch &uuml;berdies Erscheinungen
-der Anziehung und Absto&szlig;ung, die wir dem aufgehobenen
-Gleichgewichtszustande der elektrischen und magnetischen
-Kraft zuschreiben m&uuml;ssen, und es stellen sich bei der
-Wiederherstellung des Gleichgewichts des gest&ouml;rten elektrischen
-Zustandes, Licht und W&auml;rme, als ihre nie fehlenden Begleiter
-ein.</p>
-
-<p>Alle diese merkw&uuml;rdigen Erscheinungen werden hervorgerufen
-durch die chemische Action, welche S&auml;ure und Zink auf
-einander aus&uuml;ben, sie sind begleitet von einer Form- und
-Beschaffenheits&auml;nderung, welche beide erleiden.</p>
-
-<p>Die S&auml;ure verliert ihren chemischen Character, das Zink
-geht eine Verbindung mit ihr ein. Die in dem Metalldrahte
-hervorgerufenen Th&auml;tigkeits&auml;u&szlig;erungen, sie sind eine<span class="pagenum" id="Page222">[222]</span>
-unmittelbare Folge des Wechsels in ihren Eigenschaften.</p>
-
-<p>Ein Theilchen S&auml;ure nach dem andern verliert seine,
-ihm zukommenden, chemischen Eigenschaften und wir sehen,
-da&szlig; in eben diesem Grade der Draht eine chemische, mechanische,
-galvanische oder magnetische Kraft, oder wie man sie
-nennen will, empf&auml;ngt; je nach der Anzahl von Theilchen
-der S&auml;ure, welche in einer und derselben Zeit diese Ver&auml;nderung
-erfahren (je nach der Oberfl&auml;che des Zinks), empf&auml;ngt
-der Draht eine gr&ouml;&szlig;ere oder geringere Quantit&auml;t
-von diesen Kr&auml;ften.</p>
-
-<p>Die Fortdauer des Stromes von Kraft h&auml;ngt ab von
-der Fortdauer der chemischen Action, die Fortdauer der chemischen
-Action ist aufs engste gekn&uuml;pft, an die Ableitung der
-Kraft.</p>
-
-<p>Hindern wir die Fortpflanzung der Kraft, so beh&auml;lt die
-S&auml;ure ihren chemischen Character; wird sie zur Ueberwindung
-von chemischen oder mechanischen Widerst&auml;nden verbraucht,
-zur Zersetzung chemischer Verbindungen oder zur
-mechanischen Bewegung, so dauert die chemische Action fort,
-das hei&szlig;t, ein Theilchen S&auml;ure nach dem andern wechselt
-seine Eigenschaften.</p>
-
-<p>Wir haben in dem Vorhergehenden diese merkw&uuml;rdigen
-Erscheinungen in einer Form aufgefa&szlig;t, welche unabh&auml;ngig
-von den Erkl&auml;rungen der Schule ist. Ist die in dem Drahte
-circulirende Kraft, die elektrische Kraft? ist es Affinit&auml;t?
-pflanzt sie sich in dem Leiter wie eine in Bewegung gesetzte
-Fl&uuml;ssigkeit, oder als eine Reihe von Bewegungsmomenten,<span class="pagenum" id="Page223">[223]</span>
-wie der Schall, das Licht, von einem Theilchen des Leiters
-zu dem andern fort? Alles dieses wei&szlig; man nicht, und
-wird es nie ermitteln. Auf die Wahrheit der Erscheinungen
-haben alle Vorstellungen, die man ihnen als Erkl&auml;rungen
-unterlegt, nicht den geringsten Einflu&szlig;, denn sie beziehen sich
-lediglich auf die Form, in welcher sie sich &auml;u&szlig;ern.</p>
-
-<p>Nur dar&uuml;ber ist man nicht im Zweifel, da&szlig; n&auml;mlich alle
-Effecte, welche durch den Draht hervorgebracht werden k&ouml;nnen,
-bedingt werden von dem Wechsel in den Eigenschaften
-des Zinks und der S&auml;ure, denn der Ausdruck &raquo;chemische
-Action&laquo; bezeichnet ja nicht mehr und nicht weniger, als den
-Act ihrer Ver&auml;nderung; da&szlig; sie abh&auml;ngig sind, von dem Vorhandensein
-eines Leiters, einer Substanz, welche die eintretende
-Th&auml;tigkeits&auml;u&szlig;erung, das Kraftmoment, fortpflanzt
-nach allen Richtungen hin, wo es durch Widerst&auml;nde nicht
-aufgehoben wird, da&szlig; es also in ein Bewegungsmoment
-&uuml;bergeht, mit dem man mechanische Bewegungen hervorbringen
-kann, was, auf andere K&ouml;rper &uuml;bertragen, diesen alle
-Eigenschaften giebt, deren letzte Ursache die chemische Kraft
-selbst ist; sie erhalten das Verm&ouml;gen, Zersetzungen und Verbindungen
-zu bewirken, was ihnen, ohne Zufuhr an Kraft,
-durch den Leiter, v&ouml;llig abgehen w&uuml;rde.</p>
-
-<p>Wenn wir diese wohlbekannten Erfahrungen als Mittel
-benutzen, um, durch sie gef&uuml;hrt, die letzte Ursache der mechanischen
-Effecte im Thierorganismus zu erforschen, so giebt
-die Beobachtung zu erkennen, da&szlig; die Bewegung des Blutes
-und der S&auml;fte von ganz bestimmten Organen ausgeht,<span class="pagenum" id="Page224">[224]</span>
-welche, wie das Herz und die Eingeweide, die bewegende
-Kraft nicht in sich selbst erzeugen, sondern von anderen Seiten
-her empfangen.</p>
-
-<p>Wir kennen mit zweifelloser Gewi&szlig;heit in den Nerven die
-Leiter und Verbreiter mechanischer Effecte, wir wissen, da&szlig;
-durch sie die Bewegung nach allen Seiten hin fortgepflanzt
-wird. F&uuml;r jede Bewegung kennen wir einen besondern Nerven,
-einen besondern Leiter, mit dessen Leitungsverm&ouml;gen,
-mit dessen Unterbrechung sich die Fortpflanzung ver&auml;ndert
-oder eine Grenze findet.</p>
-
-<p>Durch die Nerven empfangen alle Theile des Thierk&ouml;rpers,
-die Glieder, die zu ihren Functionen, zum Ortswechsel,
-zur Hervorbringung mechanischer Effecte unentbehrliche
-Kraft der Bewegung, wo die Nerven fehlen, vermissen wir
-Bewegung; die an einem Orte im Ueberflu&szlig; erzeugte Kraft
-wird den anderen durch die Nerven zugeleitet, was das eine
-Organ in sich selbst an Kraft nicht zu erzeugen vermag, wird
-ihm von anderen Seiten zugef&uuml;hrt, was ihm an Lebenskraft
-fehlt, um Widerstand zu leisten gegen &auml;u&szlig;ere Ursachen von
-St&ouml;rungen, um Widerst&auml;nde aufzuheben, empf&auml;ngt es als
-Ueberschu&szlig; von einem andern Organe, welches ihn f&uuml;r sich
-selbst nicht zu verwenden vermag.</p>
-
-<p>Wir beobachten ferner, da&szlig; die willk&uuml;hrlichen und unwillk&uuml;hrlichen
-Bewegungen, da&szlig; alle mechanischen Effecte im
-Thierorganismus begleitet, da&szlig; sie abh&auml;ngig sind von einer
-eigenth&uuml;mlichen Form- und Beschaffenheits&auml;nderung in der
-Substanz gewisser belebter K&ouml;rpertheile, deren Zu- oder Abnahme<span class="pagenum" id="Page225">[225]</span>
-im engsten Zusammenhange steht mit dem Ma&szlig; von
-Bewegung oder mit der Quantit&auml;t von Kraft, welche durch
-die Bewegungen verzehrt worden ist.</p>
-
-<p>Als eine unmittelbare Folge der zur Aeu&szlig;erung gelangten,
-mechanischen Kraft sehen wir, da&szlig; ein Theil der Muskelsubstanz
-ihre vitalen Eigenschaften, ihren Character des Lebens
-verliert, da&szlig; sie aus dem belebten K&ouml;rpertheile austritt,
-da&szlig; dieser Theil seine F&auml;higkeit der Zunahme an Masse,
-sein Verm&ouml;gen Widerstand zu leisten, einb&uuml;&szlig;t; wir finden,
-da&szlig; dieser Wechsel in den Eigenschaften begleitet ist von der
-Aufnahme eines fremden Elementes, des Sauerstoffs, in die
-Zusammensetzung der belebten Muskelsubstanz (&auml;hnlich wie
-die S&auml;ure ihren chemischen Character durch Aufnahme von
-Zink verlor), und alle Erfahrungen beweisen, da&szlig; dieser
-Uebergang der belebten Muskelsubstanz, in Verbindungen ohne
-alle Lebens&auml;u&szlig;erungen, beschleunigt oder verlangsamt wird,
-je nach der Quantit&auml;t der verbrauchten Kraft zur Bewegung;
-ja da&szlig; sie sich gegenseitig proportional sind, da&szlig; ein rascher
-Uebergang der Muskelsubstanz, sagen wir, ein rascher Stoffwechsel,
-eine gr&ouml;&szlig;ere Quantit&auml;t von mechanischer Kraft und
-ein gr&ouml;&szlig;eres Ma&szlig; von mechanischer Bewegung (verbrauchter,
-mechanischer Kraft) einen rascheren Stoffwechsel gegenseitig
-bedingen.</p>
-
-<p>Aus diesem ganz bestimmten Zusammenhange des Stoffwechsels
-im Thierk&ouml;rper mit der durch mechanische Bewegungen
-verzehrten Kraft kann kein anderer Schlu&szlig; gezogen
-werden, als da&szlig; die in gewissen, belebten K&ouml;rpertheilen active<span class="pagenum" id="Page226">[226]</span>
-oder verwendbare Lebenskraft die Ursache ist der mechanischen
-Effecte des Thierk&ouml;rpers.</p>
-
-<p>Die bewegende Kraft stammt zweifellos von belebten
-K&ouml;rpertheilen, sie besa&szlig;en ein Kraft- oder Bewegungsmoment,
-was sie in eben dem Grade verloren, als andere ein Kraft-
-oder Bewegungsmoment empfangen haben; sie verlieren ihre
-F&auml;higkeit der Zunahme an Masse, ihr Verm&ouml;gen, Widerstand
-gegen &auml;u&szlig;ere Ursachen von St&ouml;rungen zu leisten;
-es ist klar, die letzte Ursache, die Lebenskraft, von denen sie
-diese Eigenschaften erhielten, sie hat zur Hervorbringung
-der mechanischen Kraft gedient, sie ist als Bewegung verzehrt
-worden.</p>
-
-<p>Wie lie&szlig;e sich in der That einsehen, da&szlig; ein belebter
-K&ouml;rpertheil den Zustand des Lebens verliert, da&szlig; er unf&auml;hig
-wird, der Einwirkung des im arteriellen Blute ihm zugef&uuml;hrten
-Sauerstoffs zu widerstehen, da&szlig; er das Verm&ouml;gen
-einb&uuml;&szlig;t, chemische Widerst&auml;nde aufzuheben, wenn das Kraftmoment
-der Lebenskraft, was ihm alle diese Eigenschaften
-gab, nicht zu anderen Zwecken verwendet worden w&auml;re!</p>
-
-<p>Durch das Verm&ouml;gen der Leiter (der Nerven), das Kraftmoment
-eines belebten K&ouml;rpertheils, den Effect, den die in
-ihm th&auml;tige Lebenskraft auf alle seine Umgebungen &auml;u&szlig;ert,
-fortzupflanzen nach anderen Orten hin, wo die Kraft (d. h.
-ihr Bewegungsmoment) ohne alle Widerst&auml;nde verzehrt wird
-(ohne Bewegung tritt kein Stoffwechsel ein, ist die Bewegung
-eingetreten, so steht ihr kein Widerstand entgegen),
-wird offenbar in dem belebten K&ouml;rpertheil ein Gleichgewichtszustand<span class="pagenum" id="Page227">[227]</span>
-zwischen den chemischen Kr&auml;ften und der noch in ihm
-wohnenden Lebenskraft herbeigef&uuml;hrt, der ohne diesen Verbrauch
-an Lebenskraft zur mechanischen Bewegung nicht eingetreten
-w&auml;re.</p>
-
-<p>Eine jede dem Organismus fremde Ursache, welche auf
-die Form, Beschaffenheit und Zusammensetzung des Organs
-eine Wirkung auszu&uuml;ben vermag, findet jetzt keinen Widerstand
-mehr. Ohne die Ableitung der Kraft und ihre Verwendung
-zu anderen Zwecken, ohne das Hinzutreten von
-Sauerstoff w&uuml;rde das Organ seinen Zustand, aber ohne alle
-Lebens&auml;u&szlig;erung behauptet haben, erst durch die chemische
-Action des Sauerstoffs findet der Stoffwechsel, d. h. das
-Austreten in der Form einer unbelebten Verbindung statt.</p>
-
-<p>Stoffwechsel, mechanische Kraft&auml;u&szlig;erung und Sauerstoffaufnahme,
-stehen in dem Thierk&ouml;rper in so enger Beziehung zu einander,
-da&szlig; man die Quantit&auml;t von Bewegung, die Menge
-des umgesetzten, belebten Stoffes, in einerlei Verh&auml;ltni&szlig; setzen
-kann mit einer gewissen Menge, des, von dem Thiere, in einer
-gegebenen Zeit aufgenommenen und verbrauchten Sauerstoffs.
-F&uuml;r ein bestimmtes Ma&szlig; von Bewegung, f&uuml;r eine Proportion
-als mechanische Kraft verbrauchter Lebenskraft, gelangt ein
-Aequivalent von chemischer Kraft zur Aeu&szlig;erung, d. h. es
-wird ein Aequivalent Sauerstoff zum Bestandtheil des Organs,
-was die Lebenskraft verlor, und ein ihm gleiches Verh&auml;ltni&szlig;
-von der Materie dieses Organs tritt aus dem K&ouml;rpertheil,
-in der Form einer Sauerstoffverbindung aus.</p>
-
-<p>Alle Theile des Thierk&ouml;rpers, welche die Natur zum<span class="pagenum" id="Page228">[228]</span>
-Stoffwechsel (zur Hervorbringung von mechanischer Kraft)
-bestimmt hat, sind nach allen Richtungen hin von den feinsten
-Kan&auml;len durchzogen, in denen unausgesetzt ein Strom
-von Sauerstoff in der Form von arteriellem Blut circulirt,
-der zum Austreten ihrer Bestandtheile (zur St&ouml;rung des
-Gleichgewichtes) unumg&auml;nglich n&ouml;thig ist.</p>
-
-<p>So lange die Lebenskraft dieser K&ouml;rpertheile nicht zu
-anderen Zwecken verbraucht und abgeleitet wird, &auml;u&szlig;ert der
-Sauerstoff des arteriellen Blutes nicht die geringste Wirkung
-auf ihre Substanz und stets wird nur eine der Ableitung
-entsprechende (den hervorgebrachten mechanischen Effecten
-correspondirende) Menge davon aufgenommen.</p>
-
-<p>Der Sauerstoff der Atmosph&auml;re ist die von au&szlig;en her
-wirkende Ursache des Verbrauchs an Stoff im Thierk&ouml;rper,
-er wirkt wie eine Kraft, welche die Aeu&szlig;erung der Lebenskraft
-in jedem Zeitmomente st&ouml;rt und aufzuheben strebt; als
-chemische Action wird aber seine Einwirkung, die von ihm
-ausgehende St&ouml;rung, im Gleichgewicht gehalten durch die
-in dem belebten K&ouml;rpertheile frei wirkende Lebenskraft, oder
-sie wird vernichtet durch eine der seinigen entgegengesetzte,
-chemische Th&auml;tigkeit, deren Aeu&szlig;erung immer als abh&auml;ngig
-angesehen werden mu&szlig; von der Lebenskraft.</p>
-
-<p>Nach chemischen Begriffen hei&szlig;t die chemische Action des
-Sauerstoffs vernichten, ihm Stoffe darbieten, Theile von
-Materien, die sich mit ihm zu verbinden verm&ouml;gen.</p>
-
-<p>Die Action des Sauerstoffs (Affinit&auml;t) wird entweder
-durch die Bestandtheile des Organs (nach Ableitung der<span class="pagenum" id="Page229">[229]</span>
-Lebenskraft), die sich mit ihm zu verbinden verm&ouml;gen, ausgeglichen,
-oder das Organ setzt ihr (der Action des Sauerstoffs)
-die Producte von anderen Organen, oder gewisse
-Stoffe entgegen, welche aus den Bestandtheilen der Nahrung,
-in Folge der vitalen Th&auml;tigkeit gewisser Apparate
-entstanden sind.</p>
-
-<p>Nur das Muskularsystem producirt in diesem Sinne, in sich
-selbst, einen Widerstand gegen die chemische Action des Sauerstoffs
-und gleicht sie vollst&auml;ndig aus.</p>
-
-<p>Die Substanz der Zellen, Membranen und H&auml;ute, deren
-kleinste Theilchen sich nicht im unmittelbaren Contact mit
-arteriellem Blut (mit Sauerstoff) befinden, ist nicht zum
-Stoffwechsel bestimmt. Welche Art von Ver&auml;nderungen sie
-auch im Lebensprocesse erleiden mag, sie treffen unter allen
-Umst&auml;nden nur ihre Oberfl&auml;che.</p>
-
-<p>Die Leimgebilde, Schleimh&auml;ute, Sehnen &amp;c. sind nicht
-zur Hervorbringung von mechanischer Kraft bestimmt, sie
-enthalten in ihrer Substanz keine Leiter der mechanischen
-Effecte. Das Muskularsystem ist mit zahllosen Nerven durchwebt.
-Die Substanz des Uterus ist von der &uuml;brigen Muskelsubstanz
-chemisch, in keiner Weise verschieden, allein sie ist
-nicht zum Stoffwechsel, zur Krafterzeugung bestimmt, sie
-enth&auml;lt keine Ableiter der bewegenden Kraft.</p>
-
-<p>Den Membranen, Schleimh&auml;uten und Zellen geht das
-Verm&ouml;gen, sich bei Gegenwart von Feuchtigkeit mit Sauerstoff
-zu verbinden, keineswegs ab, wir wissen, da&szlig; sie
-im feuchten Zustande mit Sauerstoff nicht in Ber&uuml;hrung<span class="pagenum" id="Page230">[230]</span>
-gebracht werden k&ouml;nnen, ohne eine fortschreitende Ver&auml;nderung
-zu erfahren. Die eine Oberfl&auml;che der Eingeweide, die
-Lungenzellen, sind aber unausgesetzt in Ber&uuml;hrung mit Sauerstoff;
-es ist klar, da&szlig; sie eine eben so rasche Umsetzung,
-Ver&auml;nderung durch seine chemische Action erfahren m&uuml;&szlig;ten,
-wenn in dem Organismus selbst, nicht eine Quelle von
-Widerstand existirte, der die Einwirkung des Sauerstoffs
-v&ouml;llig vernichtete. Unter diesem Widerstande lassen sich alle
-Materien zusammenfassen, welche die F&auml;higkeit haben oder
-unter dem Einflu&szlig; der Lebenskraft erhalten, sich mit Sauerstoff
-zu verbinden und in ihrem Verm&ouml;gen seine chemische
-Action auszugleichen, die Substanz der Leimgebilde
-&uuml;bertreffen.</p>
-
-<p>Alle Bestandtheile des Thierk&ouml;rpers, welche in sich selbst
-durch die Lebenskraft, der Einwirkung des Sauerstoffs nicht
-zu widerstehen verm&ouml;gen, m&uuml;ssen sich zu diesem Zwecke weit
-mehr eignen, wie die unter dem Einflu&szlig; der Lebenskraft,
-wenn auch nur durch die Nerven, stehenden Gebilde; die
-Bedeutung der Galle f&uuml;r die Substanz der Eingeweide, der
-Lungenzellen, so wie die des Fettes, Schleimes und der Secretionen
-&uuml;berhaupt, kann nach dieser Betrachtung nicht verkannt
-werden.</p>
-
-<p>Wenn die Membranen durch ihre eigne Substanz Widerstand
-gegen die Einwirkung des Sauerstoffs produciren
-m&uuml;ssen, wenn es also an den Stoffen fehlt, welche die Natur
-zu ihrem Schutze bestimmt hat, so werden sie, da ihre
-Erneuerung in enge Grenzen eingeschlossen ist, der chemischen<span class="pagenum" id="Page231">[231]</span>
-Action unterliegen m&uuml;ssen. Eingeweide und Lunge werden
-immer gleichzeitig abnormale Ver&auml;nderungen erfahren.</p>
-
-<p>In dem Stoffwechsel selbst, in der Umsetzung der belebten
-Substanz des Muskularsystems, erhalten diese Organe
-den zu ihrem Bestehen unentbehrlichen Widerstand gegen die
-Einwirkung des Sauerstoffs; je nach seiner Beschleunigung
-nimmt die Quantit&auml;t der secernirten Galle zu, die Menge
-des vorhandenen Fettes nimmt in gradem Verh&auml;ltni&szlig; ab.</p>
-
-<p>Zur Unterhaltung der unwillk&uuml;rlichen Bewegungen im
-Thierk&ouml;rper wird in jedem Zeitmomente seines Lebens eine
-gewisse Quantit&auml;t Lebenskraft verbraucht und es findet deshalb
-ein unaufh&ouml;rlicher Stoffwechsel statt, allein die Menge
-der Substanz, welche in Folge der verbrauchten Kraft ihren
-Zustand des Lebens, ihre F&auml;higkeit der Zunahme an Masse
-verliert, ist in enge Grenzen eingeschlossen; sie steht in gradem
-Verh&auml;ltni&szlig; zu der, zu diesen Bewegungen, n&ouml;thigen Kraft.</p>
-
-<p>Wenn wir uns nun auch denken k&ouml;nnen, da&szlig; die belebte
-Muskelsubstanz bei hinreichender Zufuhr an Nahrung ihre
-F&auml;higkeit der Zunahme in keinem Zeitmomente verliert,
-da&szlig; sich diese Form der Lebens-Aeu&szlig;erung unausgesetzt geltend
-macht, so kann dies keineswegs f&uuml;r diejenigen K&ouml;rpertheile
-angenommen werden, deren frei wirkende Lebenskraft
-zur mechanischen Bewegung verbraucht worden ist. Der
-Verbrauch an Stoff durch Bewegung und Anstrengung ist bei
-je zwei Individuen h&ouml;chst verschieden.</p>
-
-<p>Wenn man nun erw&auml;gt, da&szlig; die unmerklichste Bewegung
-eines Fingers und der Glieder Kraft verbraucht, da&szlig;, in<span class="pagenum" id="Page232">[232]</span>
-Folge der verzehrten mechanischen Kraft, ein correspondirender
-Theil der Muskeln an Volumen abnimmt, so ist klar,
-da&szlig; <span class="gesp2">ein Gleichgewicht im Ersatz und Verbrauch</span>
-an Stoff (an belebten K&ouml;rpertheilen) nur dann sich herstellen
-kann, wenn der ausgetretene K&ouml;rpertheil in dem n&auml;mlichen
-Augenblicke, wo er seinen Zustand des Lebens verliert,
-wieder an einer andern Stelle erneuert wird.</p>
-
-<p>Die F&auml;higkeit der Zunahme an Masse ist abh&auml;ngig von
-dem, einem jeden K&ouml;rpertheile zukommenden Kraftmomente,
-sie mu&szlig; sich unausgesetzt &auml;u&szlig;ern k&ouml;nnen, so lange (bei hinl&auml;nglicher
-Zufuhr von Nahrungsstoff) er dieses Kraftmoment
-nicht verliert (durch Verwendung z. B. zur mechanischen Bewegung).</p>
-
-<p>Unter allen Umst&auml;nden ist die Zunahme selbst an die Zeit
-gebunden, d. h. sie kann f&uuml;r eine begrenzte Zeit nicht unbegrenzt
-sein.</p>
-
-<p>In dem n&auml;mlichen Augenblick, in welchem ein belebter
-K&ouml;rpertheil seinen Zustand des Lebens verliert und aus dem
-Organ in der Form einer unbelebten Verbindung austritt,
-kann dieser Theil nicht zunehmen, seine Masse, seine Volumen
-nehmen ja ab.</p>
-
-<p>Durch die fortdauernde Verwendung der Kraftmomente
-belebter K&ouml;rpertheile zu mechanischen Effecten, wird demnach
-ein fortdauerndes Austreten von Masse bedingt, und erst von
-dem Augenblicke an, wo die Ursache des Verbrauchs nicht
-mehr wirkt, kann sich die F&auml;higkeit der Zunahme wieder
-&auml;u&szlig;ern.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page233">[233]</span></p>
-
-<p>Da nun verschiedene Individuen in 24 Stunden, je nach der
-zur Hervorbringung willk&uuml;rlicher, mechanischer Effecte verwendeten
-Kraft, eine ungleiche Menge von ihren belebten K&ouml;rpertheilen
-verbrauchen, so mu&szlig; f&uuml;r ein jedes, wenn die Bewegungserscheinungen
-nicht ihre Grenze finden sollen, ein Zustand
-eintreten, in welchem alle willk&uuml;rlichen Bewegungen
-v&ouml;llig unterdr&uuml;ckt sind, wo also f&uuml;r diese kein Verbrauch
-stattfindet. Dieser Zustand hei&szlig;t <span class="gesp2">Schlaf</span>.</p>
-
-<p>Auf die F&auml;higkeit der Zunahme an Masse eines K&ouml;rpertheils,
-dem sein Kraftmoment nicht genommen worden ist, kann der
-Verbrauch desselben zu mechanischen Effecten in einem andern
-K&ouml;rpertheil, nicht den geringsten Einflu&szlig; &auml;u&szlig;ern (der eine
-kann an Masse zunehmen, w&auml;hrend der andere abnimmt, ohne
-da&szlig; sich beide Actionen st&ouml;ren), der Verbrauch in dem einen
-kann den Ersatz in dem andern nicht vermindern und nicht
-steigern.</p>
-
-<p>Da nun der Verbrauch an mechanischer Kraft zu den unwillk&uuml;rlichen
-Bewegungen im Schlafe fortdauert, so ist klar,
-da&szlig; auch ein Verbrauch an Stoff im Schlafe fortdauert, und
-es mu&szlig;, wenn das urspr&uuml;ngliche Gleichgewicht wieder eintreten
-soll, vorausgesetzt werden, da&szlig; w&auml;hrend des Schlafes eine
-eben so gro&szlig;e Quantit&auml;t von Kraft (in der Form belebter
-K&ouml;rpertheile) sich wieder sammelt, als in der vorhergegangenen
-Zeit des Wachens zu den willk&uuml;rlichen und unwillk&uuml;rlichen
-mechanischen Effecten verwendet worden ist.</p>
-
-<p>Wird das Gleichgewicht in Ersatz und Verbrauch von
-Stoff im mindesten gest&ouml;rt, so giebt sich dies sogleich in<span class="pagenum" id="Page234">[234]</span>
-einem Unterschied von verwendbarer Kraft zu mechanischen
-Effecten zu erkennen.</p>
-
-<p>Es ist ferner klar, da&szlig; wenn ein Mi&szlig;verh&auml;ltni&szlig; in der
-Leitungsf&auml;higkeit der Nerven der willk&uuml;rlichen und unwillk&uuml;rlichen
-Bewegungen stattfindet, so wird nach dem Grade,
-in welchem die einen oder die anderen dies Bewegungsmoment,
-was sie durch Stoffwechsel empfangen haben, fortzupflanzen
-verm&ouml;gen, der Unterschied in den Bewegungserscheinungen
-selbst bemerklich sein. Mit der Zunahme der
-Blutbewegung und der Bewegung der Eingeweide wird die
-Hervorbringung mechanischer Effecte durch die Glieder in
-gradem Verh&auml;ltni&szlig; abnehmen m&uuml;ssen (wie bei den sogenannten
-Fressern), und wenn in einer gegebenen Zeit f&uuml;r mechanische
-Bewegung (durch Anstrengung, Laufen, Tanzen &amp;c.)
-mehr Lebenskraft verbraucht wird, als f&uuml;r die willk&uuml;rlichen
-und unwillk&uuml;rlichen Bewegungen &uuml;berhaupt verwendbar ist
-(als sich in der gegebenen Zeit an Stoff umsetzen kann),
-so wird zur Ausgleichung der f&uuml;r die willk&uuml;rlichen Bewegungen
-mehrverbrauchten mechanischen Kraft ein Theil der
-Kraft, die zu den unwillk&uuml;rlichen Bewegungen n&ouml;thig ist,
-verwendet werden m&uuml;ssen. Die Bewegung des Herzens,
-der Eingeweide mu&szlig; verlangsamt werden oder sie h&ouml;rt g&auml;nzlich
-auf.</p>
-
-<p>Von dem ungleichen Grade der Leitungsf&auml;higkeit der
-Nerven m&uuml;ssen die Zust&auml;nde abgeleitet werden, die man mit
-<span class="gesp2">L&auml;hmung</span>, <span class="gesp2">Ohnmacht</span>,
-<span class="gesp2">Krampf</span> bezeichnet. Die <span class="gesp2">L&auml;hmung</span>
-der Nerven der willk&uuml;rlichen Bewegung kann f&uuml;r<span class="pagenum" id="Page235">[235]</span>
-sich keine Abmagerung nach sich ziehen; h&auml;ufig wiederkehrende
-epileptische Anf&auml;lle (Verbrauch von Lebenskraft zu mechanischen
-Effecten) sind stets von einer au&szlig;erordentlich raschen
-Abmagerung begleitet.</p>
-
-<p>Es mu&szlig; die h&ouml;chste Bewunderung erwecken, wenn man
-erw&auml;gt, mit welcher unendlichen Weisheit der Sch&ouml;pfer die
-Mittel vertheilt hat, die das Thier, die Pflanze, zu seinen
-Functionen, zu seinen ihm eigenth&uuml;mlichen Lebens&auml;u&szlig;erungen
-bef&auml;higen.</p>
-
-<p>Die ganze Richtung, die ganze St&auml;rke der Lebenskraft
-beh&auml;lt der belebte Pflanzentheil durch die Abwesenheit aller
-Leiter der Kraft. Durch sie wird das Blatt bef&auml;higt, die
-st&auml;rksten chemischen Anziehungen zu &uuml;berwinden, die Kohlens&auml;ure
-zu zerlegen und sich die Bestandtheile ihrer Nahrungsstoffe
-anzueignen.</p>
-
-<p>Nur in der Bl&uuml;the der Pflanze findet ein dem Stoffwechsel
-im Thierk&ouml;rper &auml;hnlicher Proce&szlig; statt, es zeigen sich
-Bewegungserscheinungen, allein die mechanischen Effecte pflanzen
-sich nicht fort aus Mangel an Leitern der Kraft.</p>
-
-<p>Die n&auml;mliche Lebenskraft, die wir in der Pflanze als
-eine beinahe unbegrenzte F&auml;higkeit der Zunahme an Masse
-kennen, verwandelt sich in dem Thierk&ouml;rper in bewegende
-Kraft (in einen Strom von Lebenskraft), und eine wunderbare
-und weise Oekonomie bestimmt zur Ern&auml;hrung des
-Thieres nur solche Stoffe, die eine mit den Organen der
-Krafterzeugung (dem Muskularsystem) identische Zusammensetzung
-besitzen. Der Aufwand von Kraft, den ihre belebten<span class="pagenum" id="Page236">[236]</span>
-Theile bed&uuml;rfen, um aus dem Blute sich selbst wiederzuerzeugen,
-der Widerstand der chemischen Kraft, welcher in den
-Bestandtheilen der stickstoffhaltigen Nahrungsstoffe durch die
-Lebensth&auml;tigkeit der Organe &uuml;berwunden werden mu&szlig;, welche
-bestimmt sind, sie zu Bestandtheilen des Blutes zu machen,
-ist f&uuml;r nichts zu achten gegen die Kraft und Energie, mit
-welcher die Bestandtheile der Kohlens&auml;ure zusammenh&auml;ngen.
-Eine gewisse Quantit&auml;t Kraft k&ouml;nnte nicht in bewegende
-Kraft &uuml;bergehen, wenn sie zur Ueberwindung der chemischen
-Kr&auml;fte verwendet werden m&uuml;&szlig;te; das Bewegungsmoment
-der Lebenskraft wird durch alle Widerst&auml;nde verringert.
-Der Uebergang der Bestandtheile des Blutes in Muskelfaser
-(in ein Organ der Krafterzeugung) ist nur eine Form&auml;nderung,
-beide sind gleich zusammengesetzt; das Blut ist fl&uuml;ssig,
-die Muskelfaser ist festes Blut; man kann sich denken, da&szlig;
-er vor sich geht ohne allen Verbrauch von Lebenskraft, denn
-bei dem Uebergang eines fl&uuml;ssigen K&ouml;rpers in einen festen
-bedarf es keiner Kraft&auml;u&szlig;erung, sondern nur der Beseitigung
-von Hindernissen (W&auml;rme z. B.), die sich der Kraft, welche
-der Zustand bedingt (der Coh&auml;sionskraft), in ihren Aeu&szlig;erungen
-entgegensetzen.</p>
-
-<p>In welcher Form, auf welche Weise die Lebenskraft die
-mechanischen Effecte im Thierk&ouml;rper bewirkt, ist g&auml;nzlich unbekannt
-und wird durch Versuche so wenig ermittelt werden
-k&ouml;nnen, wie der Zusammenhang der chemischen Action mit
-den Bewegungserscheinungen, die wir mit der galvanischen
-S&auml;ule hervorzubringen verm&ouml;gen; alle Erkl&auml;rungen, die man<span class="pagenum" id="Page237">[237]</span>
-zu geben versucht hat, sind immer nur Bilder der Erscheinung,
-es sind mehr oder weniger genaue Beschreibungen
-und Vergleichungen bekannter Erscheinungen mit diesen
-unbekannten; es geht uns in dieser Beziehung wie dem Unkundigen,
-dem das Aufundniedersteigen eines eisernen Stempels
-in einem Gef&auml;&szlig;e, worin das Auge nichts Sichtbares
-erkennen kann, und sein Zusammenhang mit dem Drehen und
-Bewegen von Tausenden von R&auml;dern, die sich in einer gewissen
-Entfernung von dem Stempel befinden, unbegreiflich
-erscheint.</p>
-
-<p>Wir wissen nicht, wie ein an sich unsichtbares, unw&auml;gbares
-Etwas, die W&auml;rme, gewissen Materien die F&auml;higkeit ertheilt,
-den ungeheuersten Druck auf ihre Umgebungen zu
-&auml;u&szlig;ern, wie &uuml;berhaupt dieses Etwas hervorgebracht wird,
-wenn wir Holz oder Kohlen verbrennen.</p>
-
-<p>So ist es denn auch mit der Lebenskraft und den Erscheinungen,
-welche belebte K&ouml;rper darbieten; ihre Ursache
-ist nicht chemische Kraft, nicht Elektricit&auml;t, nicht Magnetismus,
-es ist eine Kraft, welche die allgemeinsten Eigenschaften
-aller Ursachen der Bewegung, Form- und Beschaffenheits&auml;nderung
-der Materie besitzt, und eine eigenth&uuml;mliche
-Kraft, weil ihr Aeu&szlig;erungen zukommen, welche keine der
-anderen Kr&auml;fte an sich tr&auml;gt.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page238">[238]</span></p>
-
-<h3><span class="antiqua">II.</span></h3>
-
-<p>In der belebten Pflanze &uuml;berwiegt die Intensit&auml;t der Lebenskraft
-bei weitem die chemische Action des Sauerstoffs.</p>
-
-<p>Wir wissen mit der gr&ouml;&szlig;ten Bestimmtheit, da&szlig; der Sauerstoff
-durch den Einflu&szlig; der Lebenskraft von Elementen abgeschieden
-wird, zu denen er die st&auml;rkste Affinit&auml;t besitzt; da&szlig;
-er in Gasform austritt, ohne die geringste Einwirkung auf
-die Bestandtheile der S&auml;fte auszu&uuml;ben.</p>
-
-<p>Wie gro&szlig; mu&szlig; in der That der Widerstand erscheinen,
-den die Lebenskraft dem terpentin&ouml;l- oder gerbs&auml;urehaltigen
-Blatte verleiht, wenn wir die Verwandtschaft in Betracht
-ziehen, welche der Sauerstoff zu diesen Bestandtheilen
-besitzt!</p>
-
-<p>Diese Intensit&auml;t der Wirkung oder des Widerstandes erh&auml;lt
-das belebte Blatt durch das Sonnenlicht, dessen Einflu&szlig;
-in chemischen Actionen mit der eines hohen W&auml;rmegrades
-(einer schwachen Gl&uuml;hhitze) vergleichbar ist und verglichen
-wird.</p>
-
-<p>In der Nacht zeigt sich in der lebendigen Pflanze ein
-entgegengesetzter Proce&szlig;, wir sehen, da&szlig; sich die Bestandtheile
-der Bl&auml;tter und gr&uuml;nen Theile mit dem Sauerstoff
-der Luft verbinden, eine F&auml;higkeit, die ihnen im Lichte abging.</p>
-
-<p>Man kann hieraus keinen andern Schlu&szlig; ziehen, als da&szlig;
-die Intensit&auml;t der Lebenskraft mit der Abnahme des Lichts<span class="pagenum" id="Page239">[239]</span>
-sich vermindert, da&szlig; mit der kommenden Nacht ein Gleichgewichtszustand
-eintritt und bei v&ouml;lliger Abwesenheit des
-Lichts alle Theile der Pflanze, die w&auml;hrend des Tages die
-F&auml;higkeit besa&szlig;en, den Sauerstoff aus chemischen Verbindungen
-auszuscheiden oder seiner Einwirkung Widerstand zu
-leisten, diese F&auml;higkeit v&ouml;llig verlieren.</p>
-
-<p>Eine ganz &auml;hnliche Erscheinung beobachten wir bei den
-Thieren.</p>
-
-<p>Nur in gewissen Temperaturen zeigt der belebte Thierk&ouml;rper
-die ihm zukommenden Lebens&auml;u&szlig;erungen. Einem bestimmten
-K&auml;ltegrade ausgesetzt, h&ouml;ren sie v&ouml;llig auf.</p>
-
-<p>Eine Entziehung von W&auml;rme mu&szlig; deshalb v&ouml;llig gleichbedeutend
-angesehen werden, einer Verminderung der Lebensth&auml;tigkeit;
-der Widerstand, den die Lebenskraft belebten K&ouml;rpertheilen
-gegen &auml;u&szlig;ere Ursachen von St&ouml;rungen verleiht,
-mu&szlig; in gewissen Temperaturen in dem n&auml;mlichen Verh&auml;ltni&szlig;
-abnehmen, wie die F&auml;higkeit ihrer Elementartheile zunimmt,
-sich mit dem Sauerstoff der Luft zu verbinden.</p>
-
-<p>Durch die Verbindung des Sauerstoffs mit den Bestandtheilen
-der Gebilde, die sich umgesetzt haben, wird bei den
-fleischfressenden Thieren die zur Aeu&szlig;erung der Lebensth&auml;tigkeit
-n&ouml;thige Temperatur erzeugt. Bei den grasfressenden
-Thieren wird eine gewisse Menge W&auml;rme durch die Bestandtheile
-ihrer stickstofffreien Nahrungsmittel entwickelt,
-welche die F&auml;higkeit haben, eine Verbindung mit dem Sauerstoff
-einzugehen.</p>
-
-<p>Es ist klar, da&szlig; die Temperatur eines Thierk&ouml;rpers sich<span class="pagenum" id="Page240">[240]</span>
-nicht &auml;ndern kann, wenn die Menge des eingeathmeten Sauerstoffs
-mit dem W&auml;rmeverlust durch &auml;u&szlig;ere Abk&uuml;hlung in
-gradem Verh&auml;ltni&szlig; zunimmt.</p>
-
-<p>Zwei Individuen von gleichem Gewichte, welche ungleichen
-K&auml;ltegraden ausgesetzt sind, verlieren in einer gegebenen
-Zeit, nach Au&szlig;en hin, eine ungleiche Menge W&auml;rme. Die
-Erfahrung lehrt, da&szlig; sie, wenn die ihnen eigenth&uuml;mliche
-Temperatur und ihr urspr&uuml;ngliches Gewicht sich nicht &auml;ndern
-soll, einer ungleichen Menge Speise bed&uuml;rfen; in der
-niedrigern Temperatur mehr Speise wie in der h&ouml;hern.</p>
-
-<p>Das Gleichbleiben des Gewichts bei ungleicher Quantit&auml;t
-genossener Nahrung setzt, wie sich von selbst versteht,
-voraus, da&szlig; in derselben Zeit eine der Temperatur proportionale
-Menge Sauerstoff aufgenommen worden ist, in der
-niedern Temperatur mehr wie in der h&ouml;hern.</p>
-
-<p>Wir finden, da&szlig; das Gewicht beider Individuen nach
-24 Stunden gleich ist dem urspr&uuml;nglichen Gewichte; angenommen,
-da&szlig; die Nahrung zu Blut wird, da&szlig; das Blut
-zur Ern&auml;hrung gedient hat, so ist klar, da&szlig; mit der
-Wiederkehr des urspr&uuml;nglichen Gewichtes ein den Bestandtheilen
-der Speise gleiches Gewicht von den Bestandtheilen
-des K&ouml;rpers seinen Zustand des Lebens verloren und
-mit dem Sauerstoff verbunden wieder ausgetreten ist.</p>
-
-<p>Das eine Individuum, was bei dem h&ouml;hern K&auml;ltegrade
-mehr Speise zu sich nahm, hat auch mehr Sauerstoff aufgenommen,
-es ist eine gr&ouml;&szlig;ere Menge seiner K&ouml;rpertheile mit
-diesem Sauerstoff ausgetreten und in Folge der Verbindung<span class="pagenum" id="Page241">[241]</span>
-des Sauerstoffs mit den umgesetzten Bestandtheilen ist ein
-gr&ouml;&szlig;eres Ma&szlig; von W&auml;rme frei geworden, wodurch die
-entf&uuml;hrte W&auml;rme wieder ersetzt und die seinem Organismus
-zukommende Temperatur erhalten wurde.</p>
-
-<p>Durch die W&auml;rmeentziehung mu&szlig; demnach, bei hinreichender
-Nahrung und ungehindertem Sauerstoffzutritt, der
-Stoffwechsel beschleunigt werden und mit der, in einer gegebenen
-Zeit beschleunigten Umsetzung der belebten K&ouml;rpertheile
-mu&szlig; gleichzeitig ein gr&ouml;&szlig;eres Ma&szlig; von Lebenskraft zu mechanischen
-Effecten verwendbar geworden sein.</p>
-
-<p>Mit der &auml;u&szlig;ern Abk&uuml;hlung verst&auml;rken sich die Athembewegungen,
-mit der niedern Temperatur wird ein gr&ouml;&szlig;eres
-Gewicht Sauerstoff dem Blute zugef&uuml;hrt, der Verbrauch an
-Stoff nimmt zu und wenn der Ersatz mit diesem Verbrauch
-nicht im Gleichgewicht (durch Zufuhr an Speise) erhalten
-wird, so nimmt die Temperatur des K&ouml;rpers allm&auml;hlig ab.</p>
-
-<p>In einer gegebenen Zeit kann aber keine unbegrenzte
-Menge Sauerstoff in den K&ouml;rper aufgenommen, es kann
-nur eine gewisse Quantit&auml;t des belebten Stoffs seinen Zustand
-des Lebens verlieren, es kann nur ein begrenztes Ma&szlig;
-von Lebenskraft als mechanische Kraft zur Aeu&szlig;erung gelangen.
-Nur in dem Falle wird also die Temperatur des Thierk&ouml;rpers
-sich nicht &auml;ndern, wenn Abk&uuml;hlung, Krafterzeugung
-und Sauerstoffaufnahme sich einander im Gleichgewichte halten.
-Nimmt die W&auml;rmeentziehung &uuml;ber einen bestimmten
-Punkt hinaus zu, so nehmen die Lebenserscheinungen in dem
-n&auml;mlichen Verh&auml;ltnisse ab, denn die Temperatur nimmt ab,<span class="pagenum" id="Page242">[242]</span>
-welche als eine sich gleichbleibende Bedingung, zu ihrer
-Aeu&szlig;erung angesehen werden mu&szlig;.</p>
-
-<p>Die Erfahrung zeigt nun, da&szlig; bei der Abnahme der Temperatur
-des K&ouml;rpers, das Verm&ouml;gen der Glieder, mechanische
-Effecte hervorzubringen (die zu den willk&uuml;rlichen Bewegungen
-n&ouml;thige Kraft) ebenfalls abnimmt, es tritt der Zustand
-ein, den man Schlaf nennt, zuletzt h&ouml;ren alle unwillk&uuml;rlichen
-Bewegungen (des Herzens, der Eingeweide) auf, es tritt ein
-Scheintod ein.</p>
-
-<p>Es ist klar, da&szlig; die Ursache der Krafterzeugung, der
-Stoffwechsel n&auml;mlich, deshalb abnimmt, weil mit der Entziehung
-von W&auml;rme, &auml;hnlich wie durch Abnahme des Lichtes
-bei der Pflanze, die Intensit&auml;t der Lebenskraft sich vermindert;
-es ist klar, da&szlig; das Kraftmoment eines belebten
-K&ouml;rpertheils abh&auml;ngig ist von der ihm zukommenden Temperatur,
-ganz &auml;hnlich, wie der Effect eines fallenden K&ouml;rpers
-in einer bestimmten Beziehung steht zu gewissen andern
-Bedingungen, die man Masse nennt oder Geschwindigkeit.</p>
-
-<p>Nimmt die Temperatur ab, so nimmt die Lebensth&auml;tigkeit
-ab; mit dem Steigen der Temperatur mu&szlig; das Kraftmoment
-belebter K&ouml;rpertheile in seiner ganzen Intensit&auml;t
-wieder hergestellt werden.</p>
-
-<p>Krafterzeugung zu mechanischen Effecten und Temperatur
-m&uuml;ssen deshalb, in einer ganz bestimmten Beziehung stehen,
-zu der Menge des in einer gegebenen Zeit von dem
-Thierk&ouml;rper aufnehmbaren Sauerstoffs.</p>
-
-<p>Die Menge von Sauerstoff, welche ein Wallfisch und<span class="pagenum" id="Page243">[243]</span>
-ein Fuhrmannspferd in einer gleichen Zeit einzuathmen verm&ouml;gen,
-ist sehr ungleich. Die Temperatur, sowie die Menge
-des Sauerstoffs, ist bei dem Pferde weit gr&ouml;&szlig;er.</p>
-
-<p>Die mechanische Kraft, welche ein harpunirter Wallfisch
-entwickelt, dessen K&ouml;rper von dem umgebenden Medium
-getragen wird, so wie die Kraft eines Fuhrmannspferdes,
-was seinen eigenen K&ouml;rper und eine schwere Last 8-10
-Stunden lang fortzubewegen hat, mu&szlig; mit dem von beiden
-verzehrten Sauerstoff in einerlei Verh&auml;ltni&szlig; stehen. Wenn
-man die Zeit beachtet, in welcher die Kraft zur Aeu&szlig;erung
-gelangt, so ist sie offenbar bei dem Pferde weit gr&ouml;&szlig;er.</p>
-
-<p>Beim Besteigen hoher Berge, wo durch das Einathmen
-einer sehr verd&uuml;nnten Luft, in gleichen Zeiten, weit weniger
-Sauerstoff dem Blute zugef&uuml;hrt wird, wie in Th&auml;lern oder
-an dem Ufer des Meeres, nimmt der Stoffwechsel in
-dem n&auml;mlichen Verh&auml;ltni&szlig; und damit die zu mechanischen
-Effecten verwendbare Kraft, ab; Neigung zum Schlaf, Mangel
-an Kraft f&uuml;r die willk&uuml;rlichen Bewegungen stellt sich
-meistens ein; nach zwanzig oder drei&szlig;ig Schritten zwingt
-die Erm&uuml;dung zu neuer Ansammlung von Kraft durch Ruhe
-(Einsaugung von Sauerstoff, ohne Verbrauch an Kraft f&uuml;r
-willk&uuml;rliche Bewegungen).</p>
-
-<p>Durch die Aufnahme von Sauerstoff in die Substanz
-belebter K&ouml;rpertheile verlieren sie ihren Zustand des Lebens
-und treten als formlose Verbindungen aus, allein nicht aller
-eingeathmete Sauerstoff wird zu dieser Umsetzung verwendet;
-der gr&ouml;&szlig;te Theil dient zur Vergasung, zur Entfernung<span class="pagenum" id="Page244">[244]</span>
-aller dem Organismus nicht mehr angeh&ouml;renden Stoffe, und
-wie erw&auml;hnt, wird in Folge der Verbindung ihrer Elemente
-mit diesem Sauerstoff, die dem Organismus zukommende
-Temperatur erzeugt.</p>
-
-<p>W&auml;rmeerzeugung und Stoffwechsel stehen in enger Beziehung
-zu einander, allein obwohl im Thierk&ouml;rper W&auml;rme
-hervorgebracht werden kann ohne allen Stoffwechsel, so kann
-der letztere dennoch nicht unabh&auml;ngig von der Mitwirkung
-des Sauerstoffs gedacht werden.</p>
-
-<p>Nach allen bis jetzt gemachten Beobachtungen enth&auml;lt
-nach dem Genu&szlig; von geistigen Getr&auml;nken, weder die ausgeathmete
-Luft, noch der Schwei&szlig;, noch der Urin, Spuren von
-Alkohol, und es kann keinem Zweifel unterliegen, da&szlig; seine
-Bestandtheile sich im Thierk&ouml;rper mit Sauerstoff verbinden,
-da&szlig; sein Kohlenstoff und Wasserstoff als Kohlens&auml;ure und
-Wasser wieder austreten.</p>
-
-<p>Der Sauerstoff, welcher diese Verwandlung bewirkt,
-mu&szlig; nothwendig von dem arteriellen Blute genommen worden
-sein, denn wir kennen keinen andern Weg als die Blutcirculation,
-auf welchem Sauerstoff in das Innere des K&ouml;rpers
-gelangen kann.</p>
-
-<p>Verm&ouml;ge seiner Fl&uuml;chtigkeit und der Leichtigkeit, womit
-der Alkoholdampf von den Membranen und thierischen Geweben
-durchgelassen wird, kann er sich &uuml;berall nach allen
-Orten im K&ouml;rper hin verbreiten.</p>
-
-<p>W&auml;re die F&auml;higkeit der Bestandtheile des Alkohols, sich
-mit Sauerstoff zu vereinigen, nicht gr&ouml;&szlig;er, als die der<span class="pagenum" id="Page245">[245]</span>
-Verbindungen, welche durch den Stoffwechsel gebildet werden,
-oder als die der Substanz der belebten K&ouml;rpertheile
-ist, so w&uuml;rden sie (die Bestandtheile des Alkohols)
-sich mit Sauerstoff nicht verbinden k&ouml;nnen.</p>
-
-<p>Es ist de&szlig;halb einleuchtend, da&szlig; durch den Genu&szlig; von
-Alkohol, dem Stoffwechsel in gewissen K&ouml;rpertheilen, eine
-rasche Grenze gesetzt werden mu&szlig;. Der Sauerstoff des arteriellen
-Blutes, der sich ohne die Gegenwart des Alkohols
-mit belebtem Stoff verbunden haben w&uuml;rde, tritt jetzt an die
-Bestandtheile des Alkohols, ein Theil des arteriellen Blutes
-wird zu ven&ouml;sem Blut, ohne da&szlig; die Muskelsubstanz an
-dieser Umwandlung Antheil nimmt.</p>
-
-<p>Wir beobachten nun, da&szlig; die W&auml;rmeentwickelung im Organismus
-nach dem Genu&szlig; von Wein eher zu- als abnimmt,
-ohne da&szlig; damit ein entsprechendes gr&ouml;&szlig;eres Ma&szlig; von mechanischer
-Kraft zur Aeu&szlig;erung gelangt.</p>
-
-<p>Eine m&auml;&szlig;ige Quantit&auml;t Wein bedingt bei Frauen und
-Kindern, welche an Weingenu&szlig; nicht gew&ouml;hnt sind, ganz
-im Gegentheil eine Abnahme der zu den willk&uuml;rlichen Bewegungen
-n&ouml;thigen Kraft; M&uuml;digkeit, Abgeschlagenheit der
-Glieder, Neigung zum Schlaf geben offenbar zu erkennen,
-da&szlig; die zu mechanischen Effecten verwendbare Kraft, dies
-will sagen, da&szlig; der Stoffwechsel abgenommen hat.</p>
-
-<p>Gewi&szlig; kann an diesen Symptomen eine Verminderung der
-Leitungsf&auml;higkeit der willk&uuml;rlichen Bewegungsnerven einen
-gewissen Antheil haben, allein dies mu&szlig; auf die Summe
-von verwendbarer Kraft ohne allen Einflu&szlig; sein.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page246">[246]</span></p>
-
-<p>Was die Leiter der willk&uuml;rlichen Bewegungen an Krafteffecten
-nicht fortzupflanzen verm&ouml;gen, wird von den Leitern
-der unwillk&uuml;rlichen Bewegungen aufgenommen und dem Herzen,
-den Eingeweiden zugef&uuml;hrt werden m&uuml;ssen. Die Blutbewegung
-wird in diesem Fall, auf Kosten der zu willk&uuml;rlichen
-Bewegungen durch die Glieder verwendbaren Kraft
-beschleunigt erscheinen, ohne da&szlig; aber, wie bemerkt, durch
-den Oxydationsproce&szlig; des Alkohols ein gr&ouml;&szlig;ers Maa&szlig; von
-mechanischer Kraft erzeugt worden ist.</p>
-
-<p>Wir beobachten zuletzt bei den Winterschl&auml;fern, da&szlig; w&auml;hrend
-ihres Winterschlafs die F&auml;higkeit der Zunahme an Masse
-(eine der Haupt&auml;u&szlig;erungen der Lebenskraft), durch den Ausschlu&szlig;
-aller Speise, v&ouml;llig unterdr&uuml;ckt ist; bei manchen tritt
-in Folge der niedern Temperatur und der hierdurch herabgestimmten
-Lebensth&auml;tigkeit ein Scheintod ein, bei anderen
-dauern die unwillk&uuml;rlichen Bewegungen fort; das Thier beh&auml;lt
-eine von der Umgebung unabh&auml;ngige Temperatur. Die
-Athembewegungen dauern fort, nach wie vor wird Sauerstoff
-als der Bedinger der W&auml;rme- und Krafterzeugung aufgenommen;
-wir finden vor dem Winterschlaf alle Theile ihres
-K&ouml;rpers, die in sich selbst keinen Widerstand gegen die
-Einwirkung des Sauerstoffs zu produciren verm&ouml;gen, welche
-wie die Eingeweide und Membranen nicht zum Stoffwechsel
-bestimmt sind, mit Fett bedeckt, mit einer Materie umgeben,
-welche diesen Widerstand &uuml;bernimmt.</p>
-
-<p>Wenn wir uns nun denken, da&szlig; der w&auml;hrend des Winterschlafs
-aufgenommene Sauerstoff nicht in die Zusammensetzung<span class="pagenum" id="Page247">[247]</span>
-der belebten K&ouml;rpertheile, sondern mit den Bestandtheilen
-des Fettes in Verbindung tritt, so wird der belebte
-K&ouml;rpertheil, obwohl ein gewisses Bewegungsmoment zu der
-Unterhaltung des Blutumlaufs verwendet worden ist, nicht
-austreten.</p>
-
-<p>Mit der h&ouml;hern Temperatur w&auml;chst in gleichem Grade
-die F&auml;higkeit der Zunahme an Masse, die Blutbewegung
-nimmt mit der Sauerstoffaufnahme zu. Manche dieser Thiere
-magern w&auml;hrend dem Winterschlafe, andere erst mit dem
-Erwachen aus dem Winterschlafe ab.</p>
-
-<p>Bei den Winterschl&auml;fern wird die in den belebten K&ouml;rpertheilen
-th&auml;tige Kraft ausschlie&szlig;lich nur zur Unterhaltung
-der <span class="gesp2">unwillk&uuml;rlichen</span> Bewegungen verbraucht, alle Kraftverwendung
-zu willk&uuml;rlichen Bewegungen ist v&ouml;llig unterdr&uuml;ckt.</p>
-
-<p>Im Gegensatz zu diesen Erscheinungen wissen wir, da&szlig;
-bei Ueberma&szlig; von Bewegung und Anstrengung, die in den
-belebten K&ouml;rpertheilen th&auml;tige Kraft ausschlie&szlig;lich und vollst&auml;ndig
-zur Hervorbringung <span class="gesp2">willk&uuml;rlicher</span> mechanischer Effecte
-verzehrt werden kann, in der Art, da&szlig; f&uuml;r die unwillk&uuml;rlichen
-Bewegungen keine Kraft mehr zu verwenden &uuml;brig
-bleibt. Ein Hirsch kann zu Tode gehetzt werden, aber dies kann
-nicht geschehen ohne Umsetzung aller belebten Theile seines
-Muskularsystems, sein Fleisch ist nicht genie&szlig;bar; der Zustand
-der Umsetzung, in den es durch einen enormen Kraft- und
-Sauerstoffverbrauch &uuml;bergegangen ist, setzt sich mit dem Aufh&ouml;ren
-aller Bewegungserscheinungen fort; in seinen belebten<span class="pagenum" id="Page248">[248]</span>
-K&ouml;rpertheilen ist aller Widerstand der Lebenskraft gegen &auml;u&szlig;ere
-Ursachen und St&ouml;rungen v&ouml;llig aufgehoben.</p>
-
-<p>So eng mit einander verkn&uuml;pft nun auch die Bedingungen
-der W&auml;rme- und Krafterzeugung zu mechanischen Effecten
-sich der Beobachtung darstellen m&ouml;gen, so kann die W&auml;rmeentwicklung
-f&uuml;r sich allein in keiner Weise als die Ursache
-der mechanischen Effecte angesehen werden.</p>
-
-<p>Alle Erfahrungen beweisen, da&szlig; es im Organismus nur
-eine Quelle von mechanischer Kraft giebt und diese Quelle
-ist der Uebergang belebter K&ouml;rpertheile in leblose Verbindungen.</p>
-
-<p>Von dieser Wahrheit ausgehend, welche unabh&auml;ngig ist
-von jeder Theorie, l&auml;&szlig;t sich das animalische Leben als bedingt
-durch die Wechselwirkung entgegengesetzter Kr&auml;fte betrachten,
-von denen die einen als <span class="gesp2">Ursachen der Zunahme</span>
-(des Ersatzes an Stoff), die andern als <span class="gesp2">Ursachen
-der Abnahme</span> (des Verbrauchs an Stoff) angesehen
-werden m&uuml;ssen.</p>
-
-<p>Die Zunahme an Masse wird in belebten K&ouml;rpertheilen
-bewirkt durch die <span class="gesp2">Lebenskraft</span>; ihre Aeu&szlig;erung ist abh&auml;ngig
-von der <span class="gesp2">W&auml;rme</span> (von einer gewissen einem jeden Organismus
-eigenth&uuml;mlichen Temperatur).</p>
-
-<p>Die Ursache des Verbrauchs ist die <span class="gesp2">chemische Action
-des Sauerstoffs</span>, ihre Aeu&szlig;erung ist abh&auml;ngig von einer
-Entziehung von W&auml;rme, so wie von der Verwendung der
-Lebenskraft zu <span class="gesp2">mechanischen Effecten</span>.</p>
-
-<p><span class="gesp2">Der Act des Verbrauchs hei&szlig;t Stoffwechsel,<span class="pagenum" id="Page249">[249]</span>
-er tritt ein in Folge der Aufnahme von Sauerstoff
-in die Substanz belebter K&ouml;rpertheile; diese
-Aufnahme von Sauerstoff findet nur dann statt,
-wenn der Widerstand, welchen die Lebenskraft
-belebter K&ouml;rpertheile der chemischen Action des
-Sauerstoffs entgegensetzt, kleiner ist als diese
-chemische Action selbst, und dieser schw&auml;chere Widerstand
-wird bedingt durch Entziehung von
-W&auml;rme oder durch Verwendung der in den K&ouml;rpertheilen
-th&auml;tigen Kraft zu mechanischen Bewegungen</span>.</p>
-
-<p>In Folge der Verbindung des im arteriellen Blute zugef&uuml;hrten
-Sauerstoffs mit allen Bestandtheilen des Thierk&ouml;rpers,
-die seiner chemischen Action keinen Widerstand entgegensetzen,
-wird die zur Aeu&szlig;erung der Lebensth&auml;tigkeit n&ouml;thige
-Temperatur erzeugt.</p>
-
-<p>Aus den Beziehungen des Sauerstoffverbrauches zu dem
-Stoffwechsel und zur W&auml;rmeentwickelung im Thierk&ouml;rper
-ergeben sich die folgenden allgemeinen Regeln.</p>
-
-<p>F&uuml;r jedes Verh&auml;ltni&szlig; Sauerstoff, was in dem K&ouml;rper in
-Verbindung tritt, mu&szlig; eine entsprechende Menge W&auml;rme erzeugt
-werden.</p>
-
-<p>Die Summe der zu mechanischen Effecten verwendbaren
-Kraft mu&szlig; gleich sein der Summe von Lebenskraft aller zum
-Stoffwechsel geeigneten Gebilde.</p>
-
-<p>Wenn in gleichen Zeiten eine ungleiche Menge von Sauerstoff
-verzehrt worden ist, so zeigt sich dies in einem ungleichen<span class="pagenum" id="Page250">[250]</span>
-Ma&szlig; von freigewordener W&auml;rme und mechanischer Kraft.</p>
-
-<p>Ein ungleiches Ma&szlig; von verbrauchter mechanischer Kraft
-oder von W&auml;rme bedingt die Aufnahme einer entsprechenden
-Menge Sauerstoff.</p>
-
-<p>Zum Uebergang belebter K&ouml;rpertheile in leblose Verbindungen,
-sowie zur Verbindung des Sauerstoffs mit den Bestandtheilen
-des Thierk&ouml;rpers, welche Verwandtschaft zu ihm
-haben, geh&ouml;rt <span class="gesp2">Zeit</span>.</p>
-
-<p>In einer gegebenen Zeit kann nur ein begrenztes Ma&szlig;
-von mechanischen Effecten zur Aeu&szlig;erung gelangen, es kann
-nur eine begrenzte Menge von W&auml;rme in Freiheit gesetzt
-werden.</p>
-
-<p>Was in den mechanischen Effecten an Geschwindigkeit
-verbraucht wird, geht an Zeit ab, d. h. je rascher die hervorgebrachten
-Bewegungen sind, desto schneller wird die Kraft
-ersch&ouml;pft.</p>
-
-<p>Die Summe der im Thierk&ouml;rper in einer gegebenen Zeit
-erzeugten mechanischen Kraft ist gleich der Summe der in der
-n&auml;mlichen Zeit zur Hervorbringung der willk&uuml;rlichen und
-unwillk&uuml;rlichen Bewegungen n&ouml;thigen Kraft, d. h. alle
-Kraft, welche das Herz, die Eingeweide &amp;c. zu ihren Bewegungen
-bed&uuml;rfen, geht f&uuml;r die willk&uuml;rlichen Bewegungen
-verloren.</p>
-
-<p>Die Menge der zur Herstellung des Gleichgewichts zwischen
-Verbrauch und Ersatz n&ouml;thigen, stickstoffhaltigen Speise
-steht im graden Verh&auml;ltni&szlig; zu der Menge der umgesetzten
-Gebilde.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page251">[251]</span></p>
-
-<p>Die Menge des belebten Stoffs, welcher in dem Thierk&ouml;rper
-seinen Zustand des Lebens verliert, steht bei gleichen
-Temperaturen in geradem Verh&auml;ltni&szlig; zu den in der gegebenen
-Zeit hervorgebrachten mechanischen Effecten.</p>
-
-<p>Die Quantit&auml;t der in einer gegebenen Zeit umgesetzten
-Gebilde ist me&szlig;bar durch den Stickstoffgehalt des Harns.</p>
-
-<p>Die Summe der bei gleichen Temperaturen in zwei Individuen
-hervorgebrachten mechanischen Effecte ist proportional
-dem Stickstoffgehalt ihres Harns, gleichg&uuml;ltig ob die
-mechanische Kraft zu den willk&uuml;rlichen oder unwillk&uuml;rlichen
-Bewegungen verwendet, ob sie durch die Glieder, oder das
-Herz und die Eingeweide verzehrt worden ist.</p>
-
-<p>Der Zustand des Thierk&ouml;rpers, den man mit <span class="gesp2">Gesundheit</span>
-bezeichnet, umfa&szlig;t den Begriff eines Gleichgewichts
-zwischen allen Ursachen des Verbrauchs und den Ursachen
-des Ersatzes, und das Thierleben giebt sich hiernach zu erkennen
-als die Wechselwirkung beider Ursachen, es zeigt sich
-als eine sich wiederholende Aufhebung und Wiederherstellung
-des Gleichgewichtszustandes.</p>
-
-<p>Der Masse nach ist in den verschiedenen Lebensaltern der
-Ersatz und Verbrauch an Stoff ungleich, allein im Zustand
-der Gesundheit mu&szlig; die verwendbare Lebenskraft stets als
-eine der Summe der belebten K&ouml;rpertheile entsprechende, unver&auml;nderliche
-Gr&ouml;&szlig;e angesehen werden.</p>
-
-<p>Die Zunahme an Masse steht in jedem Lebensalter in
-einem ganz bestimmten Verh&auml;ltni&szlig; zu der als bewegende
-Kraft verbrauchten Lebenskraft.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page252">[252]</span></p>
-
-<p>Die Lebenskraft, welche zu mechanischen Effecten verwendet
-wird, geht von der Summe an Kraft ab, welche zur
-Zunahme verwendbar ist.</p>
-
-<p>Die th&auml;tige Kraft, welche in dem Thierk&ouml;rper zur Ueberwindung
-von Widerst&auml;nden, sagen wir zu <span class="gesp2">Bildungseffecten</span>
-(zur Zunahme an Masse), verwendet wird, ist gleichzeitig
-<span class="gesp2">nicht</span> zur Hervorbringung mechanischer Effecte verwendbar.</p>
-
-<p>Hieraus folgt von selbst, da&szlig; wenn der Masse nach, wie
-in dem Kindesalter, der Ersatz (die Zunahme an Masse)
-gr&ouml;&szlig;er ist, als der Verbrauch, da&szlig; die hervorgebrachten mechanischen
-Effecte in demselben Verh&auml;ltni&szlig; kleiner gewesen
-sein m&uuml;ssen.</p>
-
-<p>Mit der Steigerung der mechanischen Effecte vermindert
-sich in dem n&auml;mlichen Verh&auml;ltni&szlig; die F&auml;higkeit der Zunahme
-oder des Ersatzes an belebten K&ouml;rpertheilen.</p>
-
-<p>Ein vollkommnes Gleichgewicht in dem Verbrauch der
-Lebenskraft zu Bildungseffecten und mechanischen Effecten findet
-demnach nur in dem erwachsenen Zustande statt; es zeigt
-sich unverkennbar an dem vollkommnen Ersatz von verbrauchtem
-Stoff. Im Greisenalter wird mehr verbraucht, im
-Kindesalter wird mehr ersetzt als verbraucht.</p>
-
-<p>Die zu mechanischen Effecten von einem erwachsenen
-Manne verwendbare Kraft wird in der Mechanik zu einem
-F&uuml;nftel seines eigenen Gewichts angenommen, was er acht
-Stunden lang mit einer Geschwindigkeit von 5 Fu&szlig; in zwei
-Secunden fortbewegen kann.</p>
-
-<p>Nehmen wir das Gewicht eines Mannes zu 150 Pfund<span class="pagenum" id="Page253">[253]</span>
-an, so ist seine Kraft gleich einem Gewicht von 30 Pfunden,
-die er 72000 Fu&szlig; weit tr&auml;gt. F&uuml;r jede Secunde
-ist sein Kraftmoment 30 &times; 2,5 = 75 und f&uuml;r die
-ganze Tageszeit sein Bewegungsmoment 30 &times; 72000 =
-216000.</p>
-
-<p>Durch die Wiederherstellung seines K&ouml;rpergewichts sammelt
-der Mann nun eine Summe von Kraft wieder an, die
-ihm den zweiten Tag gestattet, ohne Ersch&ouml;pfung eine gleiche
-Anzahl von mechanischen Effecten hervorzubringen.</p>
-
-<p><span class="gesp2">Dieser Ersatz an Kraft geschieht in einem siebenst&uuml;ndigen
-Schlaf</span>.</p>
-
-<p>In den Fabriken von gewalztem Eisen kommt es h&auml;ufig
-vor, da&szlig; f&uuml;r den gew&ouml;hnlichen Gang der Maschine ihr
-Druck nicht stark genug ist, um eine Eisenstange von einer
-gewissen Dicke durch die Cylinder der Walze durchgehen zu
-machen. Man hilft sich in diesem Fall, indem man die
-ganze Kraft des Dampfs auf das Schwungrad wirken l&auml;&szlig;t
-und alsdann erst, wenn dieses eine gro&szlig;e Geschwindigkeit
-erlangt hat, die Eisenstange unter die Walze bringt, wo sie
-dann (w&auml;hrend das Schwungrad seine Geschwindigkeit verliert)
-mit gro&szlig;er Leichtigkeit zu einer Tafel zusammengepre&szlig;t
-wird. Was das Schwungrad an Geschwindigkeit zunahm,
-gewann die Walze an Kraft; durch dieses Verfahren ist offenbar
-in der Geschwindigkeit Kraft angesammelt worden;
-allein in diesem Sinne h&auml;uft sich im lebendigen Organismus
-keine Kraft an.</p>
-
-<p>Die Wiederherstellung der Kraft geschieht im Thierk&ouml;rper<span class="pagenum" id="Page254">[254]</span>
-durch die Neubildung der ausgetretenen, zur Krafterzeugung
-bestimmten K&ouml;rpertheile, durch die Verwendung der
-th&auml;tigen Lebenskraft zu <span class="gesp2">Bildungseffecten</span> und mit der
-Wiederherstellung der ausgetretenen K&ouml;rpertheile, erh&auml;lt der
-Organismus eine der verwendeten, gleiche Kraft zur&uuml;ck.</p>
-
-<p>Es ist einleuchtend, da&szlig; die w&auml;hrend des Schlafs in
-Bildungseffecten sich &auml;u&szlig;ernde Lebenskraft, gleich sein mu&szlig;,
-der ganzen Summe der im wachenden Zustande zu allen mechanischen
-Effecten zusammengenommenen verwendeten bewegenden
-Kraft, plus einer gewissen Quantit&auml;t von Kraft, welche
-zur Unterhaltung der im Schlafe fortdauernden, unwillk&uuml;rlichen
-Bewegungen erforderlich war.</p>
-
-<p>Von Tag zu Tag erh&auml;lt der arbeitende Mann bei hinl&auml;nglicher
-Nahrung durch sieben Stunden Schlaf diese ganze
-Summe von Kraft zur&uuml;ck, und abgesehen von der zu den
-unwillk&uuml;rlichen Bewegungen n&ouml;thigen Kraft, die in allen
-Individuen gleich ist, kann man annehmen, da&szlig; die zur Arbeit
-verwendbare, mechanische Kraft in gradem Verh&auml;ltni&szlig;
-steht zu der Anzahl von Stunden Schlaf.</p>
-
-<p>Der Mann schl&auml;ft 7 und wacht 17 Stunden; bei <span class="gesp2">Wiederherstellung
-des Gleichgewichtes</span> nach 24 Stunden
-sind demnach die in 17 Stunden ge&auml;u&szlig;erten mechanischen Effecte
-gleich den in 7 Schlafstunden verwendeten Bildungseffecten.</p>
-
-<p>Wenn ein Greis nur 3<sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub> Stunden schl&auml;ft und alles &uuml;brige
-gleich wie bei dem Manne gesetzt wird, so w&uuml;rde er jedenfalls
-nur die H&auml;lfte der mechanischen Effecte hervorzubringen
-verm&ouml;gen, wie der Mann von gleichem Gewicht, er w&uuml;rde<span class="pagenum" id="Page255">[255]</span>
-nur 15 Pfund die n&auml;mliche Strecke weit tragen k&ouml;nnen.</p>
-
-<p>Der S&auml;ugling schl&auml;ft 20 Stunden und wacht 4 Stunden;
-die in ihm th&auml;tige Kraft, welche zu Bildungseffecten
-verwendet wird, verh&auml;lt sich zu der, welche zu mechanischen
-Effecten (zur Bewegung der Glieder) verwendet wird, wie
-20&nbsp;: 4; aber seine Glieder besitzen kein Kraftmoment, denn
-er kann seinen eigenen K&ouml;rper noch nicht tragen. Nehmen
-wir an, der Greis und S&auml;ugling verbrauche zu mechanischen
-Effecten eine dem Verh&auml;ltni&szlig;, der von dem Manne verwendbaren,
-entsprechende Menge Kraft, so stehen die mechanischen
-Effecte im Verh&auml;ltni&szlig; zu der Anzahl der Stunden des
-Wachens, die Bildungseffecte im Verh&auml;ltni&szlig; zu der Anzahl
-der Stunden Schlaf, und wir haben:</p>
-
-<table class="dontwrap fsize90" summary="Kraftverbrauch">
-
-<tr>
-<th>&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="padl1 padr1">Kraftverbrauch zu<br /><span class="gesp2">mechanischen<br />Effecten</span></th>
-<th colspan="2" class="padl1 padr1">Kraftverbrauch zu<br /><span class="gesp2">Bildungs-<br />effecten</span></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">beim Mann</td>
-<td class="right padr0">17</td>
-<td rowspan="2">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">7</td>
-<td rowspan="2">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">beim S&auml;ugling</td>
-<td class="right padr0">4</td>
-<td class="right padr0">20</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">beim Greis</td>
-<td class="right padr0">20</td>
-<td class="left padl0">,5</td>
-<td class="right padr0">3</td>
-<td class="left padl0">,5</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p>Bei dem Manne findet zwischen Verbrauch und Ersatz ein
-vollkommnes Gleichgewicht statt, beim S&auml;ugling und Greis
-weichen Ersatz und Verbrauch von einander ab. Setzen wir
-den Kraftverbrauch in den siebzehn Stunden des Wachens
-gleich dem Kraftverbrauch zur Wiederherstellung des Gleichgewichts
-im Schlaf = 100 = 17 Wachestunden = 7
-Schlafstunden, so ergeben sich folgende Verh&auml;ltnisse.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page256">[256]</span></p>
-
-<p>Die mechanischen Effecte verhalten sich zu den Bildungseffecten</p>
-
-<table class="dontwrap fsize90" summary="Effectverh&auml;tnisse">
-
-<tr>
-<td class="left padr3">beim Mann</td>
-<td class="center padl1 padr1">=</td>
-<td class="right">100</td>
-<td class="center padl1 padr1">:</td>
-<td class="right">100</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">beim S&auml;ugling</td>
-<td class="center padl1 padr1">=</td>
-<td class="right">25</td>
-<td class="center padl1 padr1">:</td>
-<td class="right">250</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">beim Greis</td>
-<td class="center padl1 padr1">=</td>
-<td class="right">125</td>
-<td class="center padl1 padr1">:</td>
-<td class="right">50</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p class="center highline2">oder die Zunahme zur Abnahme</p>
-
-<table class="dontwrap fsize90" summary="Effectverh&auml;tnisse">
-
-<tr>
-<td class="left padr3">beim Erwachsenen</td>
-<td class="center padl1 padr1">=</td>
-<td class="right">100</td>
-<td class="center padl1 padr1">:</td>
-<td class="right">100</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">beim S&auml;ugling</td>
-<td class="center padl1 padr1">=</td>
-<td class="right">100</td>
-<td class="center padl1 padr1">:</td>
-<td class="right">10</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">beim Greis</td>
-<td class="center padl1 padr1">=</td>
-<td class="right">100</td>
-<td class="center padl1 padr1">:</td>
-<td class="right">250</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p>Es ist hiernach klar, da&szlig; wenn der Greis eine den
-Schlafstunden des Mannes proportionale Arbeit verrichtet,
-so wird der Verbrauch gr&ouml;&szlig;er sein wie der Ersatz, d. h. sein
-K&ouml;rper wird rasch abnehmen, im Fall er 15 Pfund, mit
-einer Geschwindigkeit von 2<sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub> Fu&szlig; in der Sekunde 72000
-Fu&szlig; weit tr&auml;gt, aber 6 Pfund Last wird er diese Strecke
-weit fortbewegen k&ouml;nnen.</p>
-
-<p>Beim Kinde verh&auml;lt sich die Zunahme zur Abnahme wie
-10&nbsp;: 1 und wenn wir den Verbrauch an mechanischen Effecten
-bei ihm also um das zehnfache steigern, so wird erst dann
-ein Gleichgewicht an Ersatz und Verbrauch eintreten; das
-Kind wird in diesem Fall freilich nicht an Masse zunehmen,
-allein es wird daran auch nicht abnehmen.</p>
-
-<p>Wenn bei dem Erwachsenen der Kraftverbrauch zu mechanischen
-Effecten in 24 Stunden, &uuml;ber die in 7 Schlafstunden
-ersetzbare Quantit&auml;t gesteigert wird, so mu&szlig;, wenn das
-Gleichgewicht sich wiederherstellen soll, in den folgenden 24<span class="pagenum" id="Page257">[257]</span>
-Stunden, in dem n&auml;mlichen Verh&auml;ltni&szlig;, weniger Kraft zu mechanischen
-Effecten verwendet werden, im entgegengesetzten
-Fall nimmt die Masse des K&ouml;rpers ab und es tritt mehr
-oder weniger schnell der Zustand ein, welcher das Greisenalter
-characterisirt.</p>
-
-<p>Mit jeder Stunde Schlaf mehrt sich beim Greise die
-Summe der verwendbaren Krafteffecte, oder n&auml;hert sich dem
-Gleichgewichtsverh&auml;ltni&szlig; an Ersatz und Verbrauch wie beim
-erwachsenen Menschen.</p>
-
-<p>Es ist ferner klar, da&szlig; wenn ein Theil der Kraft, welche
-zu mechanischen Bewegungen ohne St&ouml;rung des Gleichgewichtes
-verwendbar ist, zur Bewegung der Glieder, Hebung
-von Lasten, Arbeit &amp;c. nicht verzehrt wird, so wird sie
-durch die unwillk&uuml;rlichen Bewegungen verwendbar sein.
-Wenn die Bewegung des Herzens und der S&auml;fte, der
-Eingeweide (der Blutumlauf und die Verdauung) sich in dem
-n&auml;mlichen Verh&auml;ltni&szlig; beschleunigt findet, wie zu mechanischen
-Effecten durch die Glieder weniger Kraft verbraucht wird,
-so wird das Gewicht des K&ouml;rpers in 24 Stunden weder zu-
-noch abnehmen; der K&ouml;rper nimmt an Masse also nur dann
-zu, wenn die in den Schlafstunden gesammelte und zu mechanischen
-Effecten verwendbare Kraft weder f&uuml;r die willk&uuml;rlichen,
-noch unwillk&uuml;rlichen Bewegungen verzehrt wird.</p>
-
-<p>Die angef&uuml;hrten approximativen Zahlenwerthe f&uuml;r den
-Kraftverbrauch im Organismus des Menschen beziehen sich,
-wie ausdr&uuml;cklich hervorgehoben worden, nur auf eine gegebene,
-unver&auml;nderliche Temperatur; in ungleicher Temperatur<span class="pagenum" id="Page258">[258]</span>
-und bei Mangel an Nahrung m&uuml;ssen sich alle diese Verh&auml;ltnisse
-&auml;ndern.</p>
-
-<p>Wenn wir einen K&ouml;rpertheil mit Eis und Schnee umgeben,
-w&auml;hrend die &uuml;brigen in ihrer gew&ouml;hnlichen Beschaffenheit
-bleiben, so tritt mehr oder weniger schnell in Folge
-der Entziehung von W&auml;rme, ein rascherer Stoffwechsel an
-der abgek&uuml;hlten Stelle ein.</p>
-
-<p>Der Widerstand der belebten K&ouml;rpertheile gegen die Einwirkung
-des Sauerstoffs an der abgek&uuml;hlten Stelle ist kleiner,
-als an allen &uuml;brigen Orten, was im Resultate ganz
-gleich ist einer Erh&ouml;hung des Widerstandes an diesen andern
-Orten.</p>
-
-<p>Das Kraftmoment der Lebenskraft an den nicht abgek&uuml;hlten
-Stellen wird nach wie vor zur mechanischen Bewegung
-verbraucht, allein die ganze Wirkung des eingeathmeten Sauerstoffs
-wendet sich der abgek&uuml;hlten Stelle zu.</p>
-
-<p>Denken wir uns einen Cylinder von Eisen, in den wir
-Dampf unter einem gewissen Drucke einstr&ouml;men lassen, so
-wird, wenn die Kraft, mit welcher die Theile des Eisens zusammenh&auml;ngen,
-gleich ist der Kraft, welche sie zu trennen
-strebt, ein Gleichgewichtszustand eintreten, d. h. die ganze
-Wirkung des Dampfes wird durch den Widerstand aufgehoben.
-Wenn aber eine der W&auml;nde des Cylinders beweglich
-ist, ein Stempel z. B., dem Druck des Dampfes also einen
-geringeren Widerstand entgegensetzt, als die anderen W&auml;nde,
-so wird der ganze Druck in der Bewegung dieser einen Wand,
-in der Hebung des Stempels, verzehrt. Wenn wir nicht<span class="pagenum" id="Page259">[259]</span>
-neuen Dampf (neue Kraft) hinzustr&ouml;men lassen, so wird sich
-bald ein Gleichgewichtszustand einstellen. Einen gewissen Druck
-h&auml;lt die Wand aus ohne sich zu bewegen, durch einen gr&ouml;&szlig;eren
-Druck wird der Stempel gehoben; wenn dieser Ueberschu&szlig;
-von Kraft verzehrt ist durch die Bewegung, so wird
-er nicht weiter gehoben werden; wenn immer neuer Dampf
-hinzustr&ouml;mt, so wird seine Bewegung fortdauern.</p>
-
-<p>An der abgek&uuml;hlten Stelle setzen die belebten K&ouml;rpertheile
-der chemischen Action des Sauerstoffs ein kleineres Hinderni&szlig;
-entgegen; seine F&auml;higkeit, mit ihren Bestandtheilen eine Verbindung
-einzugehen, ist an diesem Orte erh&ouml;ht; einmal ausgetreten
-h&ouml;rt aller Widerstand v&ouml;llig auf, und in Folge der
-Verbindung des Sauerstoffs mit den Bestandtheilen der umgesetzten
-Gebilde wird ein gr&ouml;&szlig;eres Ma&szlig; von W&auml;rme frei.</p>
-
-<p>F&uuml;r eine gegebene Quantit&auml;t Sauerstoff bleibt sich die
-erzeugte W&auml;rmemenge v&ouml;llig gleich; an der abgek&uuml;hlten Stelle
-nimmt der Stoffwechsel und damit die W&auml;rmeentwicklung
-zu, an den anderen nimmt der Stoffwechsel (die W&auml;rmeentwicklung)
-ab. Hat aber die abgek&uuml;hlte Stelle, durch die
-Verbindung des Sauerstoffs mit den ausgetretenen K&ouml;rpertheilen,
-ihre urspr&uuml;ngliche Temperatur wiedererhalten, so
-nimmt damit der Widerstand ihrer belebten K&ouml;rpertheile gegen
-den nachstr&ouml;menden Sauerstoff wieder zu, an allen &uuml;brigen
-Orten ist aber nun der Widerstand kleiner geworden,
-d. h. es tritt nun auch an diesen ein rascherer Stoffwechsel,
-eine Erh&ouml;hung der Temperatur ein, und mit dieser wird,
-wenn die Ursache des Stoffwechsels fortdauert, ein gr&ouml;&szlig;eres<span class="pagenum" id="Page260">[260]</span>
-Ma&szlig; von Lebenskraft zu mechanischen Effekten verwendbar.</p>
-
-<p>Denken wir uns nun, da&szlig; der ganzen Oberfl&auml;che des
-K&ouml;rpers W&auml;rme entzogen wird, so wird die ganze Wirkung
-des Sauerstoffs der Haut zugelenkt werden, in kurzer Zeit
-mu&szlig; der Stoffwechsel im ganzen K&ouml;rper zunehmen; das Fett,
-so wie alle Bestandtheile des Thierk&ouml;rpers, welche die F&auml;higkeit
-haben, mit dem in gr&ouml;&szlig;erer Quantit&auml;t zugef&uuml;hrten Sauerstoff
-sich zu verbinden, werden in der Form von Sauerstoffverbindungen
-aus dem K&ouml;rper treten.</p>
-
-<hr class="h4top" />
-
-<h4 class="theil3">Theorie der Krankheit.</h4>
-
-<hr class="h4bot" />
-
-<p>Ein jeder Stoff oder Materie, eine jede chemische oder
-mechanische Th&auml;tigkeit, welche die Wiederherstellung des Gleichgewichtes
-in den Aeu&szlig;erungen der Ursachen des Verbrauches
-und Ersatzes in der Art &auml;ndert oder st&ouml;rt, da&szlig; sich ihre
-Wirkung den Ursachen des Verbrauches hinzuf&uuml;gt, hei&szlig;t
-<span class="gesp2">Krankheits-Ursache</span>; es entsteht <span class="gesp2">Krankheit</span>, wenn die
-Summe von Lebenskraft, welche alle Ursachen von St&ouml;rungen
-aufzuheben strebt (wenn also der Widerstand der Lebenskraft),
-kleiner ist, als die einwirkende, st&ouml;rende Th&auml;tigkeit.</p>
-
-<p><span class="gesp2">Tod</span> hei&szlig;t der Zustand, wo aller Widerstand der Lebenskraft
-v&ouml;llig aufh&ouml;rt; so lange dieser Zustand nicht eintritt,<span class="pagenum" id="Page261">[261]</span>
-&auml;u&szlig;ern die belebten K&ouml;rpertheile stets noch einen Widerstand.</p>
-
-<p>In der Beobachtung zeigt sich die Wirkung einer Krankheitsursache
-in dem gest&ouml;rten Verh&auml;ltnisse zwischen dem, einem
-jeden Lebensalter zukommenden, Verbrauch und Ersatz.
-In der Heilkunde hei&szlig;t Krankheit jeder abnorme Zustand des
-Ersatzes oder Verbrauchs, in allen K&ouml;rpertheilen oder in einem
-einzelnen K&ouml;rpertheil.</p>
-
-<p>Es ist klar, da&szlig; eine und dieselbe Krankheitsursache auf
-den Organismus, je nach dem Lebensalter, eine h&ouml;chst ungleiche
-Wirkung &auml;u&szlig;ern mu&szlig;, da&szlig; ein gewisses Ma&szlig; von St&ouml;rung,
-welche Krankheit in dem erwachsenen Zustande bewirkt, ohne
-Einflu&szlig; auf die Lebens&auml;u&szlig;erungen im Kindes- oder Greisenalter
-sein kann. Eine Krankheitsursache kann im Greisenalter,
-wenn sie sich der Wirkung der Ursache des Verbrauchs
-hinzuf&uuml;gt, den Tod bewirken (allen Widerstand der Lebenskraft
-vernichten), w&auml;hrend sie im reifen Lebensalter nur ein
-Mi&szlig;verh&auml;ltni&szlig; im Verbrauch und Ersatz (Krankheit), und im
-Kindesalter nur ein Gleichgewichtsverh&auml;ltni&szlig; zwischen Verbrauch
-und Ersatz, das ist, den abstracten Zustand von Gesundheit,
-hervorbringt.</p>
-
-<p>Eine Krankheitsursache, welche die Ursache des Ersatzes
-verst&auml;rkt, entweder direct, oder insofern die Ursache des Verbrauchs
-in ihrer Wirkung dadurch geschw&auml;cht wird, hebt den
-relativ normalen Gesundheitszustand im Kindesalter und im
-reifen Alter auf, und setzt im Greisenalter Verbrauch und
-Ersatz in&#8217;s Gleichgewicht.</p>
-
-<p>Ein Kind ertr&auml;gt, leicht gekleidet, Abk&uuml;hlung durch hohe<span class="pagenum" id="Page262">[262]</span>
-K&auml;ltegrade ohne St&ouml;rung seiner Gesundheit, seine zu mechanischen
-Effekten verwendbare Kraft, so wie seine Temperatur
-nehmen mit dem durch Abk&uuml;hlung sich einstellenden Stoffwechsel
-zu, w&auml;hrend ein hoher W&auml;rmegrad, welcher den Stoffwechsel
-hindert, einen krankhaften Zustand nach sich zieht.</p>
-
-<p>Wir sehen im Gegensatze hierzu in den Hospit&auml;lern und
-in den wohlth&auml;tigen Anstalten (in Br&uuml;ssel &amp;c.), in welchen
-alte Leute ihre letzten Lebenstage zubringen, da&szlig;, wenn die
-Temperatur des Schlafraums (im Winter) zwei bis drei
-Grade unter die erwartete Temperatur f&auml;llt, da&szlig; durch diese
-schwache Abk&uuml;hlung der Tod von den &auml;ltesten und an sich
-schw&auml;chsten Greisen und Greisinnen herbeigef&uuml;hrt wird; man
-findet sie in ihren Betten ruhig liegend ohne die geringsten
-Symptome von Krankheit oder anderen erkennbaren Ursachen
-des Todes.</p>
-
-<p>Mangel an Widerstand eines belebten K&ouml;rpertheils gegen
-die Ursachen des Verbrauchs ist, wie sich von selbst versteht,
-Mangel an Widerstand gegen die Einwirkung des atmosph&auml;rischen
-Sauerstoffs.</p>
-
-<p>Wenn nun durch irgend eine Ursache der St&ouml;rung in
-einem belebten K&ouml;rpertheil dieser Widerstand abnimmt, so
-nimmt in gleichem Grade der Stoffwechsel zu.</p>
-
-<p>Da nun die Bewegungserscheinungen in dem Thierk&ouml;rper
-abh&auml;ngig sind von dem Stoffwechsel, so folgt mit der
-Steigerung des Stoffwechsels in irgend einem K&ouml;rpertheil,
-von selbst, eine Beschleunigung aller Bewegungen; je nach
-der Fortpflanzungsf&auml;higkeit der Nerven vertheilt sich die verwendbare<span class="pagenum" id="Page263">[263]</span>
-Kraft auf die Leiter der unwillk&uuml;rlichen Bewegungen
-allein oder auf alle zusammengenommen.</p>
-
-<p>Wird demnach in Folge einer krankhaften Umsetzung der
-belebten K&ouml;rpertheile ein gr&ouml;&szlig;eres Ma&szlig; von Kraft erzeugt,
-als zur Hervorbringung der normalen Bewegung erforderlich
-ist, so zeigt sich dies in einer Beschleunigung aller oder
-einzelner, unwillk&uuml;rlichen Bewegungen, so wie in einer h&ouml;heren
-Temperatur des kranken K&ouml;rpertheils.</p>
-
-<p><span class="gesp2">Dieser Zustand hei&szlig;t Fieber</span>.</p>
-
-<p>Bei einem Ueberma&szlig; von Krafterzeugung durch Stoffwechsel
-&uuml;bertr&auml;gt sich die Kraft (da sie nur durch Bewegung
-verzehrt werden kann), auf die Apparate der willk&uuml;rlichen
-Bewegung.</p>
-
-<p><span class="gesp2">Dieser Zustand hei&szlig;t Fieberparoxysmus</span>.</p>
-
-<p>In Folge der durch den Fieberzustand beschleunigten
-Blutbewegung wird in einer gegebenen Zeit dem kranken
-Ort sowohl, wie allen anderen Orten, ein gr&ouml;&szlig;eres Ma&szlig;
-arterielles Blut und damit Sauerstoff hinzugef&uuml;hrt, und
-wenn die th&auml;tige Kraft an den gesunden Orten in ihrer
-Aeu&szlig;erung sich gleich bleibt, so mu&szlig; die ganze Wirkung des
-mehr hinzugef&uuml;hrten Sauerstoffs sich auf den kranken Ort
-allein erstrecken.</p>
-
-<p>Je nachdem ein einzelnes Organ oder ein System von
-Organen, krank ist, erstreckt sich der Stoffwechsel auf einen
-einzelnen Ort, oder auf das ganze ergriffene System.</p>
-
-<p>Entstehen an den kranken Orten in Folge des Stoffwechsels
-aus den Bestandtheilen des Gebildes oder Blutes<span class="pagenum" id="Page264">[264]</span>
-neue Producte, welche die n&auml;chstliegenden Theile zu ihren
-eigenen vitalen Function nicht verwenden k&ouml;nnen, sind ihre
-Umgebungen unf&auml;hig, sie anderen Orten, wo sie eine Ver&auml;nderung
-erfahren k&ouml;nnen, zuzuf&uuml;hren, so erleiden sie an dem
-Orte selbst, wo sie sich gebildet haben, einen der Verwesung,
-F&auml;ulni&szlig; oder G&auml;hrung &auml;hnlichen Umsetzungsproce&szlig;.</p>
-
-<p>In gewissen F&auml;llen beseitigt die Heilkunde diese Krankheitszust&auml;nde,
-indem sie in der N&auml;he des kranken, oder an
-irgend einem andern passenden Ort, einen k&uuml;nstlichen Krankheitszustand
-(Blasenpflaster, Senfpflaster, Haarseil &amp;c.) hervorbringt,
-indem sie an diesen Orten den Widerstand der
-Lebensth&auml;tigkeit durch k&uuml;nstliche St&ouml;rungen vermindert; es gelingt
-dem Arzte, den urspr&uuml;nglichen Krankheitszustand zu heben,
-wenn die hervorgebrachte St&ouml;rung (der verringerte Widerstand)
-die zu besiegende Krankheitsst&ouml;rung &uuml;berwiegt.</p>
-
-<p>Der raschere Stoffwechsel und die h&ouml;here Temperatur
-an dem kranken Orte zeigt, da&szlig; der Widerstand der Lebensth&auml;tigkeit
-an dem kranken Orte gegen den Sauerstoff schw&auml;cher
-ist, wie im gesunden Zustande, aber erst mit dem Tode
-h&ouml;rt er v&ouml;llig auf. Durch die k&uuml;nstliche Verminderung des
-Widerstandes an einem andern K&ouml;rpertheil wird der Widerstand
-des urspr&uuml;nglich kranken Theils zwar direct nicht
-verst&auml;rkt, allein die chemische Action (die Ursache des Stoffwechsels)
-nimmt an dem kranken K&ouml;rpertheil ab, indem sie
-einem andern Orte zugelenkt wird, wo es der Kunst des
-Arztes gelungen ist, einen noch geringern Widerstand gegen
-Stoffwechsel (gegen die Einwirkung des Sauerstoffs) hervorzubringen.<span class="pagenum" id="Page265">[265]</span>
-Es tritt eine vollkommne Hebung der urspr&uuml;nglichen
-Krankheit ein, wenn Widerstand und Einwirkung an dem kranken
-K&ouml;rpertheil ins Gleichgewicht gebracht sind. Es erfolgt Gesundheit,
-Wiederherstellung des kranken K&ouml;rpertheils in seinem
-urspr&uuml;nglichen Zustande, wenn es gelingt, die st&ouml;rende
-Action des Sauerstoffs durch irgend ein Mittel so weit zu
-schw&auml;chen, da&szlig; sie kleiner wird, als der Widerstand der unausgesetzt
-vorhandenen, wiewohl verminderten Lebensth&auml;tigkeit;
-denn dies ist die Bedingung der Zunahme an Masse
-im lebendigen Organismus &uuml;berhaupt.</p>
-
-<p>In F&auml;llen anderer Art, wo die &auml;u&szlig;eren k&uuml;nstlichen St&ouml;rungen
-ohne Wirkung sind, schl&auml;gt der praktische Arzt, um
-den Widerstand der Lebensth&auml;tigkeit zu erh&ouml;hen, andere indirecte
-Wege ein, auf welche die vollendetste Theorie, weder
-scharfsichtiger noch richtiger, h&auml;tte f&uuml;hren k&ouml;nnen; er vermindert
-n&auml;mlich durch Blutentziehung die Anzahl der Tr&auml;ger
-des Sauerstoffs und damit die Bedingung des Stoffwechsels;
-er schlie&szlig;t in der Speise alle Stoffe aus, welche
-die F&auml;higkeit besitzen, zu Blut zu werden; er giebt ausschlie&szlig;lich
-oder vorzugsweise nur stickstofffreie Nahrung, welche den
-Respirationsproce&szlig; unterh&auml;lt, so wie Obst und Theile von
-Vegetabilien, welche die zu den Secreten n&ouml;thigen Alkalien
-enthalten.</p>
-
-<p>Gelingt es ihm, die Einwirkung des Sauerstoffs im Blute
-auf den kranken K&ouml;rpertheil so weit zu vermindern, da&szlig; die
-Lebensth&auml;tigkeit des letztern, sein Widerstand, die chemische
-Action nur etwas &uuml;berwiegt, und geschieht dies, ohne den<span class="pagenum" id="Page266">[266]</span>
-Functionen der anderen Organe eine Grenze zu setzen, so ist
-die Wiederherstellung gewi&szlig;.</p>
-
-<p>Zu der in diesen F&auml;llen mit Geschick und Beobachtungsgabe
-angewendeten Heilmethode f&uuml;gt sich, man kann sagen
-zur H&uuml;lfe des kranken K&ouml;rpertheils, die Lebenskraft der &uuml;brigen,
-nicht ergriffenen Theile hinzu, denn durch Blutentziehung,
-durch Ausschlu&szlig; der zur Blutbildung n&ouml;thigen Speise,
-nimmt ja auch auf sie die &auml;u&szlig;ere Ursache der St&ouml;rung ab,
-welche ihre eigne Lebenskraft im Gleichgewicht erhielt; ihre
-eigne Th&auml;tigkeit erh&auml;lt ein Uebergewicht; der Stoffwechsel
-nimmt zwar im ganzen K&ouml;rper ab, und damit die Bewegungserscheinungen,
-allein die Summe aller Widerst&auml;nde zusammengenommen
-nimmt zu in dem Grade, wie der auf sie in
-dem Blute einwirkende Sauerstoff sich vermindert. In dem
-Gef&uuml;hl von <span class="gesp2">Hunger</span> gelangt gewisserma&szlig;en dieser Widerstand
-zum Bewu&szlig;tsein, und die &uuml;berwiegende Lebensth&auml;tigkeit
-zeigt sich bei vielen Verhungernden in einer abnormalen
-Zunahme oder einer abnormalen Umsetzung gewisser Theile
-von Organen. <span class="gesp2">Mitleidenschaft</span> hei&szlig;t eine Uebertragung
-des geringern Widerstandes der Lebensth&auml;tigkeit von einem
-kranken K&ouml;rpertheil nicht gerade auf die zun&auml;chstliegenden,
-sondern auf andere Organe, wenn die Functionen beider sich
-gegenseitig bedingen. Wenn die Verrichtungen des kranken
-Organs mit denen eines andern in Verbindung stehen, wenn
-das eine z. B. die Materien nicht mehr producirt, welche
-zur vitalen Function des andern geh&ouml;ren, so &uuml;bertr&auml;gt sich
-auf diese, wiewohl nur scheinbar, der Krankheitszustand.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page267">[267]</span></p>
-
-<p>Ueber die Natur und das Wesen der Lebenskraft kann
-man sich wohl keiner selbstgeschaffenen T&auml;uschung hingeben,
-wenn man beachtet, da&szlig; sie sich in allen ihren Aeu&szlig;erungen
-ganz &auml;hnlich wie andere Naturkr&auml;fte verh&auml;lt, da&szlig; sie ohne
-Bewu&szlig;tsein, v&ouml;llig willenlos, einem Blasenpflaster untergeordnet
-ist.</p>
-
-<p>Die Nerven, welche die willk&uuml;rlichen und unwillk&uuml;rlichen
-Bewegungen im Thierk&ouml;rper vermitteln, sind, nach dem Vorhergehenden,
-nicht die Erzeuger, sondern nur die Leiter der
-Lebenskraft; sie pflanzen die Bewegung fort und verhalten
-sich gegen andere Ursachen von Bewegungen, welche in ihren
-Aeu&szlig;erungen der Lebenskraft &auml;hnlich sind, gegen einen
-elektrischen Strom z. B. auf eine v&ouml;llig gleiche Weise, sie
-gestatten ihm den Durchgang und bieten als Leiter der Elektricit&auml;t
-alle Erscheinungen dar, welche ihnen als Leitern der
-Lebenskraft zukommen. Niemandem wird es wohl, nach dem
-gegenw&auml;rtigen Zustande unserer Kenntnisse, in den Sinn
-kommen, als die Ursache der Bewegungserscheinungen in dem
-Thierk&ouml;rper die Elektricit&auml;t anzusehen, allein die medicinischen
-Wirkungen der Elektricit&auml;t, so wie die eines Magneten,
-der in Ber&uuml;hrung mit dem K&ouml;rper die Entstehung eines
-elektrischen Stromes vermittelt, k&ouml;nnen nicht geleugnet
-werden. Denn zu der vorhandenen Kraft der Bewegung
-und St&ouml;rung addirt sich in dem elektrischen Strome eine
-neue Ursache von Bewegung, Form- und Beschaffenheits&auml;nderung,
-deren Wirkungen nicht gleich Null gesetzt werden
-d&uuml;rfen.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page268">[268]</span></p>
-
-<p>Auf eine h&ouml;chst rationelle Weise wendet die praktische
-Medicin in manchen Krankheiten die K&auml;lte als Mittel
-an, um den Stoffwechsel auf eine ungew&ouml;hnliche Weise zu
-steigern und zu beschleunigen. Dies geschieht namentlich bei
-gewissen krankhaften Zust&auml;nden der Substanz des Centrums
-der Bewegungsapparate, wenn eine gl&uuml;hende Hitze und ein
-rascher Strom von Blut nach dem Kopfe, eine abnormale
-Umsetzung des Gehirns erkennen lassen. Wenn dieser Zustand
-&uuml;ber eine gewisse Zeit hindurch dauert, so giebt die Erfahrung
-zu erkennen, da&szlig; alle Bewegungen im Thierk&ouml;rper aufh&ouml;ren;
-wenn sich der Stoffwechsel auf das Gehirn vorzugsweise
-beschr&auml;nkt, so nimmt der Stoffwechsel, die Krafterzeugung,
-in allen anderen Theilen ab; durch Umgebung dieses
-K&ouml;rpertheils mit Eis wird die Temperatur herabgestimmt,
-allein die Ursache der W&auml;rmeentwicklung dauert fort; der
-Widerstand der Lebensth&auml;tigkeit wird vermindert, die Umsetzung,
-die Entscheidung &uuml;ber den Ausgang der Krankheit,
-wird auf eine k&uuml;rzere Zeitdauer beschr&auml;nkt. Man darf nicht
-vergessen, da&szlig; das Eis schmilzt und W&auml;rme aus dem kranken
-K&ouml;rpertheil aufnimmt, da&szlig; mit der Entfernung des Eises,
-vor dem Verlauf der Umsetzung, die h&ouml;here Temperatur
-wieder sich einstellt, da&szlig; man durch Umgebung mit Eis weit
-mehr W&auml;rme entzieht, als durch Umh&uuml;llung mit einem
-schlechten W&auml;rmeleiter; es ist offenbar in der gleichen Zeit
-eine gr&ouml;&szlig;ere Menge W&auml;rme frei geworden, was nur durch
-gesteigerte Zufuhr von Sauerstoff, der eine raschere Umsetzung
-bedingen mu&szlig;te, m&ouml;glich ist.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page269">[269]</span></p>
-
-<p>Ein nicht ganz unpassendes Bild f&uuml;r die Vorg&auml;nge im
-Thierk&ouml;rper geben die sich selbst regulirenden Dampfmaschinen
-ab, an denen zur Hervorbringung einer gleichf&ouml;rmigen
-Bewegung der menschliche Geist den bewundernsw&uuml;rdigsten
-Scharfsinn beth&auml;tigt hat.</p>
-
-<p>Jedermann wei&szlig;, da&szlig; in dem Rohre, was den Dampf
-zu dem Cylinder f&uuml;hrt, in welchem ein Stempel in die H&ouml;he
-gehoben werden soll, ein durchbrochener Hahn angebracht ist,
-durch dessen Oeffnung aller Dampf seinen Weg nehmen
-mu&szlig;; durch eine mit dem Schwungrad in Verbindung stehende
-Vorrichtung &ouml;ffnet sich dieser Hahn, wenn das Rad
-langsamer, es schlie&szlig;t sich mehr oder weniger, wenn es geschwinder
-geht, als zur gleichf&ouml;rmigen Bewegung erforderlich
-ist. Mit dem Oeffnen des Hahns str&ouml;mt mehr Dampf zu
-(mehr Kraft), die Bewegung der Maschine wird beschleunigt;
-mit dem Schlie&szlig;en des Hahns wird der hinzustr&ouml;mende
-Dampf mehr oder weniger abgeschlossen, die Kraft, welche
-auf den Stempel wirkt, nimmt ab, die Spannung des Dampfes
-im Kessel nimmt zu; sie wird zu einer sp&auml;tern Verwendung
-aufgespart. Die Spannung des Dampfes, die
-Kraft, wenn man will, wird hervorgebracht durch Stoffwechsel,
-durch Verbrennung von Kohlen unter dem Heerde
-der Maschine. Die Kraft steigt (die Menge des entwickelten
-Dampfes und seine Spannung nehmen zu) mit der Temperatur
-des Heerdes, welche abh&auml;ngig ist von Zufuhr an
-Kohlen und Luft. Es finden sich an diesen Maschinen andere
-Vorrichtungen, welche beide zu reguliren bestimmt sind.<span class="pagenum" id="Page270">[270]</span>
-Steigt die Spannung des Dampfes im Kessel, so schlie&szlig;en
-sich die Luftz&uuml;ge, die Verbrennung wird verlangsamt, die Zufuhr
-an Kraft (an Dampf) vermindert; geht die Maschine langsamer,
-so str&ouml;mt ihr mehr Dampf zu, die Luftz&uuml;ge &ouml;ffnen sich und
-die Ursache der W&auml;rmeentwicklung (Krafterzeugung) nimmt
-zu, eine letzte Vorrichtung wirft dem Heerde ohne Unterla&szlig;
-<span class="gesp2">Kohlen</span> zu.</p>
-
-<p>Wenn wir nun an irgend einer Stelle des Dampfkessels die
-Temperatur erniedrigen, so nimmt seine Spannung ab; dies
-giebt sich sogleich an den Regulatoren der Kraft zu erkennen,
-die nun ganz die Functionen verrichten, wie wenn wir
-eine gewisse Quantit&auml;t Dampf (Kraft) aus dem Kessel h&auml;tten
-heraustreten lassen; der Dampfregulator, die Luftz&uuml;ge
-&ouml;ffnen sich, die Maschine wirft sich selbst eine gr&ouml;&szlig;ere Menge
-Kohlen zu.</p>
-
-<p>Ganz &auml;hnlich wie in diesen Maschinen, verh&auml;lt es sich im
-Thierk&ouml;rper hinsichtlich der W&auml;rme und Krafterzeugung. Mit
-der Abnahme der &auml;u&szlig;ern Temperatur verst&auml;rken sich die
-Athembewegungen, es wird Sauerstoff h&auml;ufiger und in verdichteterem
-Zustande zugef&uuml;hrt, der Stoffwechsel erh&ouml;ht sich,
-es mu&szlig; mehr Nahrungsstoff zugef&uuml;hrt werden, wenn die
-Temperatur nicht wechseln soll.</p>
-
-<p>Es bedarf wohl keiner Erinnerung, da&szlig; ein gespannter
-Dampf in dem Thierk&ouml;rper, so wenig wie ein elektrischer,
-Strom, als die Ursache der Krafterzeugung angesehen werden
-kann.</p>
-
-<p>Aus der in dem Obigen entwickelten Theorie der Krankheit<span class="pagenum" id="Page271">[271]</span>
-ergiebt sich von selbst, da&szlig; ein ausgebildeter Krankheitszustand
-in einem K&ouml;rpertheil durch die chemische Action eines
-Arzneimittels nicht zum Verschwinden gebracht werden kann.</p>
-
-<p>Einem abnormalen Umsetzungsproce&szlig; kann durch Arzneimittel
-eine Grenze gesetzt werden, er kann beschleunigt oder
-verlangsamt werden, allein damit ist der Normal- (Gesundheits-)
-Zustand nicht zur&uuml;ckgekehrt.</p>
-
-<p>Die Kunst des Arztes besteht in der Kenntni&szlig; der Mittel,
-die ihm gestatten, einen Einflu&szlig; auf den Verlauf der
-Krankheit auszu&uuml;ben, und in der Beseitigung und Entfernung
-aller st&ouml;renden Ursachen, deren Wirkung sich der Wirkung
-der Krankheitsursache hinzuf&uuml;gt.</p>
-
-<p>Eine jede Theorie bringt nur durch die richtige Anwendung
-ihrer Principien einen wirklichen Nutzen. Eine und
-dieselbe Heilmethode kann dem einen Individuum die Gesundheit
-wiedergeben, w&auml;hrend sie, auf ein anderes angewandt,
-den sichern Tod nach sich zieht. So hat in gewissen,
-entz&uuml;ndlichen Krankheiten, bei muskelreichen Personen, die
-antiphlogistische Behandlung ihren entschiedenen Werth,
-w&auml;hrend Blutentziehung bei anderen von nachtheiligen Folgen
-begleitet ist. Das belebende Blut bleibt immer die
-wichtigste Bedingung zur Wiederherstellung eines aufgehobenen
-Gleichgewichts-Zustandes, welche stets an den Gewinn
-von Zeit gekn&uuml;pft ist; es mu&szlig; als die letzte und wichtigste
-Ursache eines dauernden, vitalen Widerstandes der kranken
-sowohl, wie der nicht ergriffenen K&ouml;rpertheile angesehen und
-im Auge behalten werden.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page272">[272]</span></p>
-
-<p>Es ist ferner klar, da&szlig; in allen Krankheiten, wo das
-Fieber die Bildung von Ansteckungsstoffen und Exenthemen
-begleitet, zwei Krankheitszust&auml;nde sich neben einander vollenden,
-und da&szlig; das Blut (Fieber) als der Tr&auml;ger des Stoffs
-(Sauerstoffs), ohne dessen Mitwirkung die krankhaften Erzeugnisse
-nicht unsch&auml;dlich gemacht, zerst&ouml;rt und aus dem K&ouml;rper entfernt
-werden k&ouml;nnen, reaktionell als Heilmittel auftritt, durch
-dessen Mitwirkung zuletzt eine Ausgleichung bewirkt wird.</p>
-
-<hr class="h4top" />
-
-<h4 class="theil3">Theorie der Respiration.</h4>
-
-<hr class="h4bot" />
-
-<p>Bei dem Durchgang des ven&ouml;sen Blutes durch die Lunge
-&auml;ndern die Blutk&ouml;rperchen ihre Farbe, mit diesem Farbewechsel
-beobachten wir, da&szlig; Sauerstoff aus der Luft aufgenommen,
-da&szlig; f&uuml;r jedes Volumen Sauerstoff in den meisten F&auml;llen,
-ein ihm gleiches Volumen Kohlens&auml;ure abgeschieden wird.</p>
-
-<p>Die Blutk&ouml;rperchen enthalten <span class="gesp2">eine Eisenverbindung</span>,
-kein anderer Bestandtheil der lebendigen K&ouml;rpertheile enth&auml;lt
-Eisen.</p>
-
-<p>Welche Art von Ver&auml;nderung auch die &uuml;brigen Bestandtheile
-des Blutes in der Lunge erleiden m&ouml;gen, gewi&szlig; ist,
-da&szlig; die Blutk&ouml;rperchen des ven&ouml;sen Blutes einen Farbewechsel
-erfahren, welcher abh&auml;ngig ist von der Einwirkung des
-Sauerstoffs.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page273">[273]</span></p>
-
-<p>Wir sehen nun, da&szlig; die Blutk&ouml;rperchen des arteriellen
-Blutes in den weiten Kan&auml;len ihre Farbe bewahren,
-da&szlig; sie sie erst bei dem Durchgange durch die Capillargef&auml;&szlig;e
-verlieren. Alle Bestandtheile des ven&ouml;sen Blutes, welche die
-F&auml;higkeit hatten sich mit Sauerstoff zu verbinden, nehmen in
-der Lunge einen entsprechenden Theil davon auf; Versuche
-mit Serum zeigen, da&szlig; es mit reinem Sauerstoff in Ber&uuml;hrung
-dessen Volumen nicht merklich &auml;ndert. Ven&ouml;ses Blut
-mit Sauerstoff in Ber&uuml;hrung r&ouml;thet sich unter Absorption
-des Sauerstoffs; es wird hierbei eine entsprechende Menge
-Kohlens&auml;ure gebildet.</p>
-
-<p>Es ist klar, der Farbewechsel der Blutk&ouml;rperchen h&auml;ngt
-von der Verbindung von irgend einem ihrer Bestandtheile
-mit dem Sauerstoff ab, und mit dieser Sauerstoffaufnahme
-tritt eine gewisse Quantit&auml;t Kohlens&auml;ure aus.</p>
-
-<p>Von dem Serum scheidet sich diese Kohlens&auml;ure nicht ab,
-denn es besitzt nicht die F&auml;higkeit, bei Ber&uuml;hrung mit Sauerstoff
-Kohlens&auml;ure abzugeben; das Blut von den Blutk&ouml;rperchen
-getrennt (das Serum) absorbirt sein halbes bis gleiches
-Volumen Kohlens&auml;ure (siehe den Artikel <span class="gesp2">Blut</span> in dem Handw&ouml;rterbuche
-der Chemie von <span class="gesp2">Poggendorff</span>, <span class="gesp2">W&ouml;hler</span> und
-<span class="gesp2">Liebig</span>, Seite 877), es ist bei gew&ouml;hnlicher Temperatur
-nicht mit Kohlens&auml;ure ges&auml;ttigt.</p>
-
-<p>Das arterielle Blut geht, von dem Thiere genommen,
-unausgesetzt einer Ver&auml;nderung entgegen, seine hochrothe
-Farbe wird schwarzroth; das hochrothe Blut, was seine
-Farbe den Blutk&ouml;rperchen verdankt, wird schwarzroth durch<span class="pagenum" id="Page274">[274]</span>
-Kohlens&auml;ure; diese Farbe&auml;nderung trifft die Blutk&ouml;rperchen;
-es absorbirt eine Menge Gase, welche sich in der Blutfl&uuml;ssigkeit
-(ohne Blutk&ouml;rperchen) nicht l&ouml;sen; <span class="gesp2">es ist klar, die
-Blutk&ouml;rperchen haben das Verm&ouml;gen, sich mit
-Gasen zu verbinden</span>.</p>
-
-<p>Die Blutk&ouml;rperchen &auml;ndern ihre Farbe in verschiedenen
-Gasen; dieser Wechsel kann von zwei Ursachen, einer Verbindung
-oder einer Zersetzung herr&uuml;hren.</p>
-
-<p>Durch Schwefelwasserstoff werden sie schwarzgr&uuml;n und
-zuletzt schwarz, die urspr&uuml;ngliche rothe Farbe kann durch
-Contact mit Sauerstoffgas nicht wieder hervorgebracht werden;
-es ist offenbar hier eine Zersetzung vor sich gegangen.</p>
-
-<p>Die durch Kohlens&auml;ure schwarzroth gewordenen Blutk&ouml;rperchen
-werden beim Contact mit Sauerstoff unter Abscheidung
-von Kohlens&auml;ure wieder hochroth, &auml;hnlich verhalten sie
-sich gegen Stickoxydulgas; es ist klar, da&szlig; sie keine Zersetzung
-erfahren hatten; sie besitzen also die F&auml;higkeit, eine
-Verbindung mit Gasen einzugehen, <span class="gesp2">ihre Verbindung mit
-Kohlens&auml;ure wird durch Sauerstoff wieder aufgehoben</span>;
-sich selbst &uuml;berlassen, wird au&szlig;erhalb des Thierk&ouml;rpers
-die Sauerstoffverbindung wieder schwarzroth, ohne durch
-Sauerstoff wieder hochroth zu werden.</p>
-
-<p>Die Blutk&ouml;rperchen enthalten eine Eisenverbindung.</p>
-
-<p>Aus dem nie fehlenden Eisengehalt des rothen Blutes
-mu&szlig; geschlossen werden, da&szlig; er unbedingt f&uuml;r das animalische
-Leben nothwendig sei, und seitdem die Physiologie bewiesen
-hat, da&szlig; die Blutk&ouml;rperchen an dem Ern&auml;hrungsprocesse<span class="pagenum" id="Page275">[275]</span>
-keinen Antheil nehmen, kann es keinem Zweifel unterliegen,
-da&szlig; sie in dem Respirationsproce&szlig; eine Rolle &uuml;bernehmen.</p>
-
-<p>Die Eisenverbindung in den Blutk&ouml;rperchen verh&auml;lt sich
-wie eine Sauerstoffverbindung, denn durch Schwefelwasserstoff
-wird sie ganz auf dieselbe Weise zerlegt, wie die Eisenoxyde
-oder die ihnen &auml;hnlichen Eisenverbindungen. Durch
-verd&uuml;nnte Minerals&auml;uren l&auml;&szlig;t sich aus frischem oder getrocknetem
-Blutroth Eisenoxyd, bei gew&ouml;hnlicher Temperatur ausziehen.</p>
-
-<p>Das Verhalten der Eisenverbindungen giebt vielleicht
-Aufschlu&szlig; &uuml;ber die Rolle, welche das Eisen in dem Respirationsprocesse
-spielt; kein einziges Metall kann in Beziehung
-auf merkw&uuml;rdige Eigenschaften mit den Eisenverbindungen
-verglichen werden.</p>
-
-<p>Die Eisenoxydulverbindungen besitzen das Verm&ouml;gen anderen
-Sauerstoffverbindungen Sauerstoff zu entziehen; die Eisenoxydverbindungen
-geben Sauerstoff unter anderen Bedingungen
-mit der allergr&ouml;&szlig;ten Leichtigkeit wieder ab.</p>
-
-<p>Eisenoxydhydrat in Ber&uuml;hrung mit schwefelfreien organischen
-Materien verwandelt sich in kohlensaures Eisenoxydul.</p>
-
-<p>Kohlensaures Eisenoxydul in Ber&uuml;hrung mit Wasser und
-Sauerstoff wird zersetzt, alle Kohlens&auml;ure, die es enth&auml;lt,
-entweicht; durch Aufnahme von Sauerstoff verwandelt es sich
-in Eisenoxydhydrat, was durch reducirende Materien wieder
-zur&uuml;ckf&uuml;hrbar ist in eine Eisenoxydulverbindung.</p>
-
-<p>Aber nicht blo&szlig; die Sauerstoffverbindungen des Eisens,
-sondern auch die Cyanverbindungen zeigen ein &auml;hnliches Verhalten.<span class="pagenum" id="Page276">[276]</span>
-In dem Berlinerblau haben wir Eisen in Verbindung
-mit allen organischen Bestandtheilen des Thierk&ouml;rpers:
-Wasserstoff und Sauerstoff (Wasser), Kohlenstoff und Stickstoff
-(Cyan).</p>
-
-<p>Dem Lichte ausgesetzt, entweicht Cyan, es wird wei&szlig;,
-im Dunkeln zieht es Sauerstoff an und wird wieder blau.</p>
-
-<p>Alle diese Beobachtungen zusammengenommen f&uuml;hren zu
-der Meinung, da&szlig; die Blutk&ouml;rperchen des arteriellen Blutes
-eine mit Sauerstoff ges&auml;ttigte Eisenverbindung enthalten,
-welche im lebendigen Blute beim Durchgang durch die Capillargef&auml;&szlig;e
-ihren Sauerstoff verliert; dasselbe geschieht, wenn
-das Blut vom K&ouml;rper genommen sich zu zersetzen anf&auml;ngt
-(zu faulen beginnt); die an Sauerstoff reiche Verbindung
-geht also durch Sauerstoffabgabe (Reduction) in eine sauerstoffarme
-Verbindung &uuml;ber. Eins der Oxydationsproducte,
-welches hierbei gebildet wird, ist Kohlens&auml;ure. Die Eisenverbindung
-des ven&ouml;sen Bluts besitzt die F&auml;higkeit, sich mit Kohlens&auml;ure
-zu verbinden; es ist klar, da&szlig; die Blutk&ouml;rperchen des
-arteriellen Blutes, wenn sie nach Abgabe von einem Theile
-ihres Sauerstoffs Kohlens&auml;ure vorfinden, sich mit dieser
-Kohlens&auml;ure verbinden werden.</p>
-
-<p>In der Lunge angelangt werden sie den verlornen Sauerstoff
-wieder aufnehmen, f&uuml;r jedes Volumen Sauerstoff wird
-eine entsprechende Menge Kohlens&auml;ure wieder austreten, sie
-werden in ihren urspr&uuml;nglichen Zustand wieder zur&uuml;ckkehren,
-d. h. das Verm&ouml;gen wieder erhalten, Sauerstoff abzugeben.</p>
-
-<p>F&uuml;r jedes Volum Sauerstoff, was die Blutk&ouml;rperchen<span class="pagenum" id="Page277">[277]</span>
-abzugeben verm&ouml;gen, wird (da die Kohlens&auml;ure ihr gleiches
-Volum Sauerstoff ohne Condensation enth&auml;lt) nicht mehr
-und nicht weniger als ein Volumen kohlensaures Gas gebildet
-werden k&ouml;nnen; f&uuml;r jedes Volumen Sauerstoff, was
-sie aufzunehmen f&auml;hig sind, kann nicht mehr Kohlens&auml;ure
-abgeschieden werden, als &uuml;berhaupt aus diesem Volum Sauerstoff
-erzeugbar ist.</p>
-
-<p>Wenn ein kohlensaures Eisenoxydul durch Aufnahme von
-Sauerstoff in Eisenoxyd &uuml;bergeht, so werden f&uuml;r jedes Volum
-Sauerstoff, was zum Uebergang in Eisenoxyd geh&ouml;rt, vier
-Volumina Kohlens&auml;ure abgeschieden.</p>
-
-<p>F&uuml;r ein Volumen Sauerstoff kann sich aber nur ein Volumen
-Kohlens&auml;ure bilden, es kann also auch nicht mehr abgeschieden
-werden; die ihres Sauerstoffs beraubte Verbindung
-mu&szlig; aber die F&auml;higkeit haben, noch Kohlens&auml;ure aufzunehmen,
-und wir sehen in der That, da&szlig; das Blut in keinem
-Zustande des Lebens mit Kohlens&auml;ure ges&auml;ttigt ist, da&szlig;
-es zu der Kohlens&auml;ure, die es schon enth&auml;lt, noch eine Menge
-Kohlens&auml;ure aufzunehmen vermag, ohne da&szlig; damit die Function
-der Blutk&ouml;rperchen gest&ouml;rt erscheint. (Nach dem Trinken
-von moussirenden Weinen, Bier, Mineralwasser mu&szlig;
-nothwendig mehr Kohlens&auml;ure ausgeathmet werden.) In
-allen F&auml;llen, wo der Sauerstoff der Blutk&ouml;rperchen nicht zur
-Bildung von Kohlens&auml;ure gedient hat, wird stets nur eine
-der erzeugten Kohlens&auml;ure entsprechende Menge ausgeathmet
-werden k&ouml;nnen; bei Genu&szlig; von Fett und Wein jedenfalls
-weniger, wie nach dem Genu&szlig; von Champagner.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page278">[278]</span></p>
-
-<p>Nach der so eben entwickelten Vorstellung geben die
-Blutk&ouml;rperchen des arteriellen Blutes, bei ihrem Durchgang
-durch die Capillargef&auml;&szlig;e, Sauerstoff an gewisse Bestandtheile
-des Thierk&ouml;rpers ab. Ein kleiner Theil dieses Sauerstoffs
-dient zur Hervorbringung des Stoffwechsels und bedingt
-das Austreten belebter K&ouml;rpertheile, so wie die Bildung
-und Erzeugung der Secrete, der gr&ouml;&szlig;te Theil dieses
-Sauerstoffs wird zur Verwandlung der, den belebten K&ouml;rpertheilen
-nicht mehr angeh&ouml;renden Substanzen, in Sauerstoffverbindungen
-verwendet.</p>
-
-<p>Auf ihrem Wege nach dem Herzen hin, verbinden sich
-die Blutk&ouml;rperchen, welche ihren Sauerstoff abgegeben haben,
-mit Kohlens&auml;uregas zu ven&ouml;sem Blut, in der Lunge angelangt,
-findet ein Austausch statt.</p>
-
-<p>Die organische Eisenverbindung des ven&ouml;sen Blutes
-nimmt in der Lunge und der Luft den verlornen Sauerstoff
-wieder auf, und in Folge dieser Sauerstoffaufnahme scheidet
-sich alle damit verbundene Kohlens&auml;ure wieder ab.</p>
-
-<p>Alle in dem ven&ouml;sen Blute vorhandenen Materien, welche
-Verwandtschaft zum Sauerstoff besitzen, verwandeln sich in
-der Lunge, &auml;hnlich wie die Blutk&ouml;rperchen, in h&ouml;here Sauerstoffverbindungen,
-es entsteht eine gewisse Quantit&auml;t Kohlens&auml;ure,
-von der stets ein Theil in der Blutfl&uuml;ssigkeit gel&ouml;s&#8217;t
-bleibt.</p>
-
-<p>Die Quantit&auml;t der gel&ouml;s&#8217;ten (oder der an Natron gebundenen)
-Kohlens&auml;ure mu&szlig; in beiden Blutarten, da sie einerlei
-Temperatur besitzen, gleich sein, allein das arterielle<span class="pagenum" id="Page279">[279]</span>
-Blut mu&szlig;, sich selbst &uuml;berlassen, nach kurzer Zeit eine gr&ouml;&szlig;ere
-Menge Kohlens&auml;ure enthalten, wie das ven&ouml;se, weil
-der aufgenommene Sauerstoff zur Bildung von Kohlens&auml;ure
-verwendet wird.</p>
-
-<p>In dem Organismus des Thieres finden mithin zwei
-Oxydationsprocesse statt, der eine in der Lunge, der andere
-in den Capillargef&auml;&szlig;en. Durch den erstern wird, trotz der
-starken Abk&uuml;hlung und gesteigerten Verdunstung, die constante
-Temperatur der Lunge, durch den andern die constante
-Temperatur in den &uuml;brigen K&ouml;rpertheilen hervorgebracht.</p>
-
-<p>Ein Mensch, welcher t&auml;glich 27,8 Loth Kohlenstoff in
-der Form von Kohlens&auml;ure ausathmet, verzehrt in 24 Stunden
-74 Loth Sauerstoff (64 Loth = 1 Kilogramm), welche
-den Raum von 807 Litres = 51648 hessische Kubikzoll
-(64 = 1 Litre) einnehmen.</p>
-
-<p>Rechnet man auf die Minute 18 Athemz&uuml;ge, so haben
-wir in 24 Stunden 25920 Athemz&uuml;ge und bei jedem Athemzug
-werden demnach <span class="horsplit"><span class="top">51648</span><span class="bot">25920</span></span> = 1,99 Kubikzoll Sauerstoff in
-das Blut aufgenommen.</p>
-
-<p>In einer Minute treten 18 &times; 1,99 = 35,8 Kubikzoll
-Sauerstoff zu den Bestandtheilen des Blutes, welche bei
-gew&ouml;hnlicher Temperatur etwas weniger wie 12 Gran
-(802,8 Milligramm) wiegen.</p>
-
-<p>Nehmen wir nun an, da&szlig; in einer Minute 10 Pfund
-Blut (5 Kilogramm) (M&uuml;ller, Physiologie Bd <span class="antiqua">I.</span> S. 345)
-durch die Lunge gehen und diese den Raum von 320 Kubikzoll<span class="pagenum" id="Page280">[280]</span>
-einnehmen, so verbindet sich 1 Kubikzoll Sauerstoff
-sehr nahe mit 9 Kubikzoll Blut.</p>
-
-<p>Nach den Untersuchungen von <span class="gesp2">Denis</span>, <span class="gesp2">Richardson</span>,
-<span class="gesp2">Nasse</span> (Handw&ouml;rterbuch der Physiologie Bd. I. S. 138)
-enthalten 10000 Blut 8 Theile Eisenoxyd. 76800 Gran
-(10 Pfd.) Blut enthalten demnach 61,54 Gran Eisen<span class="gesp2">oxyd</span>
-im arteriellen oder 55,14 Eisen<span class="gesp2">oxydul</span> im ven&ouml;sen Blut.</p>
-
-<p>Nehmen wir nun an, das Eisen in den Blutk&ouml;rperchen
-des ven&ouml;sen Blutes sei als Eisenoxydul, das im arteriellen
-Blut als Eisenoxyd enthalten, so nehmen 55,14 Gran Eisenoxydul
-bei ihrem Durchgang durch die Lunge in einer
-Minute 6,40 Gran Sauerstoff auf; da nun in dieser Zeit
-im Ganzen von 10 Pfund Blut 12 Gran Sauerstoff aufgenommen
-werden, so treten von diesen 12 Gran, 5,6 Gran
-an die anderen Bestandtheile des Blutes.</p>
-
-<p>55,14 Gran Eisenoxydul verbinden sich nun mit 34,8
-Gran Kohlens&auml;ure, welche den Raum von 73 Kubikzoll einnehmen.
-Es ist deshalb klar, da&szlig; die in dem Blute vorhandene
-Menge Eisen, als Eisenoxydul gedacht, hinreicht,
-um den Tr&auml;ger der doppelten Menge Kohlens&auml;ure abzugeben,
-welche &uuml;berhaupt auf Kosten alles in der Lunge aufgenommenen
-Sauerstoffs erzeugbar ist.</p>
-
-<p>Die eben entwickelte Hypothese st&uuml;tzt sich auf die bekannten
-Beobachtungen und zwar erkl&auml;rt sie den Respirationsproce&szlig;,
-soweit er von den Blutk&ouml;rperchen abh&auml;ngig ist, vollkommen,
-sie schlie&szlig;t die Meinung nicht aus, da&szlig; auch auf
-anderen Wegen Kohlens&auml;ure in die Lunge gelangen, da&szlig; gewisse<span class="pagenum" id="Page281">[281]</span>
-andere Bestandtheile des Bluts zur Bildung von Kohlens&auml;ure
-in der Lunge Veranlassung geben k&ouml;nnen; allein alles dies
-steht in keiner Beziehung zu dem vitalen Proce&szlig;, durch welchen
-in allen Theilchen des K&ouml;rpers die zu seinem Bestehen
-n&ouml;thige W&auml;rme erzeugt wird. Dies allein kann aber vorl&auml;ufig
-nur als ein w&uuml;rdiger Gegenstand der Untersuchung
-betrachtet werden; warum dunkelrothes Blut durch Salpeter,
-Kochsalz &amp;c. hellroth wird, ist eine nicht uninteressante Frage,
-die aber mit dem Athmungsproce&szlig; in keinem Zusammenhange
-steht.</p>
-
-<p>Die furchtbare Wirkung des Schwefelwasserstoffs; der
-Blaus&auml;ure, welche beim Einathmen in wenigen Secunden
-allen Bewegungserscheinungen im Thierk&ouml;rper eine Grenze
-setzen, erkl&auml;ren sich aus den bekannten Ver&auml;nderungen, welche
-alle Eisenverbindungen bei Gegenwart von Alkalien, die im
-Blute nicht fehlen, durch diese Stoffe erleiden, auf eine ungezwungene
-Weise.</p>
-
-<p>Denken wir uns, da&szlig; die Blutk&ouml;rperchen ihre F&auml;higkeit
-verlieren, Sauerstoff aufzunehmen, diesen Sauerstoff
-wieder abzugeben und die gebildete Kohlens&auml;ure fortzuf&uuml;hren,
-so wird ein solcher hypothetischer Krankheitszustand
-augenblicklich an der Temperatur und den Bewegungserscheinungen
-im Thierk&ouml;rper erkennbar sein. Es wird
-n&auml;mlich kein Stoffwechsel stattfinden, ohne da&szlig; damit die
-Bewegungen selbst eine unmittelbare Grenze finden.</p>
-
-<p>Die Leiter der Kraft werden den Eingeweiden, dem Herzen,
-nach wie vor, die zu ihren Functionen n&ouml;thige Kraft<span class="pagenum" id="Page282">[282]</span>
-zuf&uuml;hren, sie werden sie von dem Muskularsystem erhalten,
-ohne aber da&szlig; aus diesen ein Bestandtheil austritt; Galle-
-und Harnsecretion k&ouml;nnen nicht stattfinden; die Temperatur
-des K&ouml;rpers mu&szlig; abnehmen.</p>
-
-<p>Dem Ern&auml;hrungsproce&szlig; wird durch diesen Zustand eine
-Grenze gesetzt und in k&uuml;rzerer oder l&auml;ngerer Zeit mu&szlig; der
-Tod eintreten, ohne, was hier das Wichtigste ist, von Fiebererscheinungen
-begleitet zu sein.</p>
-
-<p>Dieses Beispiel soll dazu dienen, um Veranlassung zu
-einer Untersuchung des Bluts in Krankheitszust&auml;nden &auml;hnlicher
-Art, zu geben, denn es kann nicht dem geringsten
-Zweifel unterliegen, da&szlig; die Rolle, welche den Blutk&ouml;rperchen
-zugeschrieben worden ist, als vollkommen ausgemittelt
-und aufgekl&auml;rt betrachtet werden kann, wenn sich in solchen
-Zust&auml;nden eine Abweichung in der Form, Beschaffenheit und
-dem Verhalten der Blutk&ouml;rperchen ergiebt, die durch geeignete
-Reagentien erkennbar sein mu&szlig;.</p>
-
-<p>Wenn die Kraft, welche die Lebenserscheinungen bedingt,
-als eine Eigenschaft gewisser Materien angesehen wird, so
-f&uuml;hrt diese Vorstellung von selbst auf eine neue und sch&auml;rfere
-Betrachtungsweise gewisser r&auml;thselhafter Erscheinungen,
-welche die n&auml;mlichen Substanzen in Zust&auml;nden darbieten, wo
-sie keine Bestandtheile belebter Organismen mehr ausmachen.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page283">[283]</span></p>
-
-<hr class="chap" />
-
-<h2 class="theil"><span class="fsize125 gesp1">Analytische Belege</span><br />
-<span class="fsize80">zu</span><br />
-dem chemischen Proce&szlig;<br />
-<span class="fsize80">der</span><br />
-<span class="fsize125 gesp2"><b>Respiration und Ern&auml;hrung</b></span><br />
-<span class="fsize80">so wie</span><br />
-zu dem chemischen Proce&szlig;<br />
-<span class="fsize80">der</span><br />
-<span class="fsize125 gesp2"><b>Umsetzung der Gebilde.</b></span></h2>
-
-<hr class="chap" />
-
-<p class="noindent fsize80">Die Noten correspondiren mit den in den Abschnitten im Texte aufgef&uuml;hrten Nummern.</p>
-
-<p class="noindent fsize80">Alle mit * bezeichneten Zahlenresultate der Analysen sind in dem chemischen Laboratorium in
-Gie&szlig;en ausgef&uuml;hrt.</p>
-
-<hr class="sec" />
-
-<p><span class="pagenum" id="Page284">[284]<br /><a id="Page285"></a>[285]</span></p>
-
-<h3><span class="gesp4">Anhang</span>.</h3>
-
-<hr class="sec" />
-
-<p class="anhangnote"><a href="#Page1">Seite 1</a>. Einleitung zu den Analysen.</p>
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Erkl&auml;rung der Formeln.</span></p>
-
-<p>Die fr&uuml;here Darstellung der Verschiedenheit in der Zusammensetzung
-der Stoffe, die Angabe des Gehaltes in ihren
-Bestandtheilen nach Procenten, ist von den Chemikern
-l&auml;ngst verlassen, weil sie keine Einsicht in die Beziehungen
-gestattet, welche zwischen zwei und mehr Verbindungen stattfinden.
-Um hiervon einige Beispiele zu geben, soll die Zusammensetzung
-der Essigs&auml;ure und des Aldehyds, des Bittermandel&ouml;ls
-und der Benzoes&auml;ure hier erw&auml;hnt werden.</p>
-
-<table class="zusammens" summary="zusammenzetzung">
-
-<tr>
-<th>&nbsp;</th>
-<th class="padl1 padr1">Essig-<br />s&auml;ure</th>
-<th class="padl1 padr1">Alde-<br />hyd*</th>
-<th class="padl1 padr1">Benzoe-<br />s&auml;ure*</th>
-<th class="padl1 padr1">Bitter-<br />mandel-<br />&ouml;l*</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padr1">40,00</td>
-<td class="right padr1">55,024</td>
-<td class="right padr2">69,25</td>
-<td class="right padr2">79,56</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padr1">6,67</td>
-<td class="right padr1">8,983</td>
-<td class="right padr2">4,86</td>
-<td class="right padr2">5,56</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padr1">53,33</td>
-<td class="right padr1">35,993</td>
-<td class="right padr2">25,89</td>
-<td class="right padr2">14,88</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p>Aldehyd verwandelt sich nun in Essigs&auml;ure, Bittermandel&ouml;l
-in Benzoes&auml;ure durch Aufnahme von Sauerstoff, ohne
-da&szlig; sich an ihren Elementen sonst irgend etwas &auml;ndert. In
-den blo&szlig;en Zahlenverh&auml;ltnissen l&auml;&szlig;t sich diese Beziehung nicht
-erkennen, dr&uuml;cken wir aber die Zusammensetzung beider in
-einer Formel aus, so f&auml;llt der Zusammenhang zwischen diesen<span class="pagenum" id="Page286">[286]</span>
-Materien auch demjenigen in die Augen, welcher von der
-Chemie nichts wei&szlig;, als da&szlig; der Buchstabe <span class="antiqua">C</span> ein Aequivalent
-Kohlenstoff, <span class="antiqua">H</span> 1 Aeq. Wasserstoff, <span class="antiqua">N</span> 1 Aeq. Stickstoff
-und <span class="antiqua">O</span> 1 Aeq. Sauerstoff bedeutet.</p>
-
-<table class="s286_1" summary="Formel">
-
-<tr>
-<th colspan="2">Formel</th>
-<th rowspan="4" class="zerowidth">&nbsp;</th>
-<th colspan="2">Formel</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="2" class="vertline">&#9591;</th>
-<th colspan="2" class="vertline">&#9591;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="2" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th>der<br />Essigs&auml;ure</th>
-<th>des<br />Aldehyds</th>
-<th>der<br />Benzoes&auml;ure</th>
-<th>des<br />Bittermandel&ouml;ls</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="chemform"><span class="antiqua">C</span><sub>4</sub><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub><span
-class="antiqua">O</span><sub>4</sub></td>
-<td class="chemform"><span class="antiqua">C</span><sub>4</sub><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub><span
-class="antiqua">O</span><sub>2</sub></td>
-<td class="zerowidth">&nbsp;</td>
-<td class="chemform"><span class="antiqua">C</span><sub>14</sub><span class="antiqua">H</span><sub>12</sub><span
-class="antiqua">O</span><sub>4</sub></td>
-<td class="chemform"><span class="antiqua">C</span><sub>14</sub><span class="antiqua">H</span><sub>12</sub><span
-class="antiqua">O</span><sub>2</sub></td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p>Diese Formeln sind genaue Ausdr&uuml;cke der Analysen, die,
-man kann es sich so denken, sich auf eine unver&auml;nderliche
-Kohlenstoffquantit&auml;t beziehen; sie zeigen, da&szlig; Essigs&auml;ure und
-Aldehyd, Benzoes&auml;ure und Bittermandel&ouml;l nur in dem Sauerstoffgehalt
-von einander abweichen, da&szlig; sie von den &uuml;brigen
-Elementen einerlei Verh&auml;ltnisse enthalten. Das Verst&auml;ndni&szlig;
-der folgenden Formeln ist nicht minder einfach.</p>
-
-<table class="s286_2" summary="Formel">
-
-<tr>
-<th class="center">Cyamelid</th>
-<th class="center">1 At. Cyanurs&auml;ure</th>
-<th class="center">3 At. Cyans&auml;urehydrat</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="center padl1 padr1"><span class="antiqua">C</span><sub>6</sub><span class="antiqua">N</span><sub>6</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>6</sub><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub></td>
-<td class="center padl1 padr1"><span class="antiqua">Cy</span><sub>6</sub>(= <span class="antiqua">C</span><sub>6</sub><span
-class="antiqua">N</span><sub>6</sub>)<span class="antiqua">O</span><sub>3</sub> + 3<span class="antiqua">H</span><sub>2</sub><span
-class="antiqua">O</span> =</td>
-<td class="center padl1 padr1">3(<span class="antiqua">Cy</span><sub>2</sub>O + <span class="antiqua">H</span><sub>2</sub><span
-class="antiqua">O</span>) =</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="center padl1 padr1">&nbsp;</td>
-<td class="center padl1 padr1">= <span class="antiqua">Summa</span> <span class="antiqua">C</span><sub>6</sub><span
-class="antiqua">N</span><sub>6</sub><span class="antiqua">H</span><sub>6</sub><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub></td>
-<td class="center padl1 padr1">= <span class="antiqua">Summa</span> <span class="antiqua">C</span><sub>6</sub><span
-class="antiqua">N</span><sub>6</sub><span class="antiqua">H</span><sub>6</sub><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub></td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p>Die erste Formel ist eine sogenannte empirische Formel,
-in der man wohl das relative Verh&auml;ltni&szlig; der Elemente genau
-kennt, aber nicht die Ordnung, in welcher sie zusammengetreten
-sind. Die zweite Formel dr&uuml;ckt aus, da&szlig; 6 At.
-Cyan oder 6 At. Stickstoff und 6 At. Kohlenstoff zu <span class="gesp2">einem</span>
-zusammengesetzten Atom sich vereinigt haben, das mit
-3 At. Sauerstoff und 3 At. Wasser Cyanurs&auml;urehydrat gebildet
-hat; die letzte dr&uuml;ckt aus die Art und Weise der Ordnung
-der Atome in dem Cyans&auml;urehydrat, dreimal genommen;<span class="pagenum" id="Page287">[287]</span>
-dieselbe Anzahl von Elementen, wie in der Cyanurs&auml;ure
-ist zu 3 Atomen Cyans&auml;urehydrat zusammengetreten.
-Wie man verf&auml;hrt, um die procentische Zusammensetzung eines
-K&ouml;rpers in einer Formel auszudr&uuml;cken, geh&ouml;rt nicht hierher;
-es soll nur erw&auml;hnt werden, wie man verfahren mu&szlig;,
-um aus einer jeden Formel r&uuml;ckw&auml;rts die procentische Zusammensetzung
-zu finden. F&uuml;r diesen Zweck mu&szlig; man beachten,
-da&szlig; der Buchstabe <span class="antiqua">C</span> in einer chemischen Formel ein
-Gewicht von 76,437 Kohlenstoff (nach den neuesten Bestimmungen
-75,8 oder 75, eine Abweichung, welche auf die
-angef&uuml;hrten Formeln, da sie alle nach der Zahl 76,437 berechnet
-sind, ohne den geringsten Einflu&szlig; ist) bedeutet, der
-Buchstabe <span class="antiqua">H</span> ein Gewicht von 6,239 Wasserstoff, der Buchstabe
-<span class="antiqua">N</span> = 88,52 Stickstoff, und zuletzt der Buchstabe <span class="antiqua">O</span>,
-ein Gewicht von 100 Sauerstoff.</p>
-
-<p class="blankbefore1">Die Formel des Proteins <span class="antiqua">C</span><sub>48</sub><span
-class="antiqua">N</span><sub>12</sub><span class="antiqua">H</span><sub>72</sub><span class="antiqua">O</span><sub>14</sub>
-dr&uuml;ckt also aus:</p>
-
-<table class="dontwrap fsize90" summary="Elemente">
-
-<tr>
-<td class="right">48</td>
-<td class="center padl1 padr1">mal</td>
-<td class="right padr0">76,</td>
-<td class="left padl0">437</td>
-<td class="center padl1 padr1">=</td>
-<td class="right">3668,88</td>
-<td class="left padl1">Kohlenstoff</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="right">12</td>
-<td class="center padl1 padr1">&#8222;</td>
-<td class="right padr0">88,</td>
-<td class="left padl0">52</td>
-<td class="center padl1 padr1">=</td>
-<td class="right">1062,24</td>
-<td class="left padl1">Stickstoff</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="right">72</td>
-<td class="center padl1 padr1">&#8222;</td>
-<td class="right padr0">6,</td>
-<td class="left padl0">239</td>
-<td class="center padl1 padr1">=</td>
-<td class="right">449,26</td>
-<td class="left padl1">Wasserstoff</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="right">14</td>
-<td class="center padl1 padr1">&#8222;</td>
-<td class="right padr0">100,</td>
-<td class="left padl0">00</td>
-<td class="center padl1 padr1">=</td>
-<td class="right bb">1400,00</td>
-<td class="left padl1">Sauerstoff</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="5" class="right padr1"><span class="antiqua">in Summa</span> das<br />Gewicht von</td>
-<td class="right bot">6580,38</td>
-<td class="left bot padl1">Protein.</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<table class="dontwrap fsize90" summary="Elemente">
-
-<tr>
-<th colspan="8">&nbsp;</th>
-<th class="center">in 100<br />Theilen</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr1">In</td>
-<td class="right">6580,38</td>
-<td class="left padr1">Theilen</td>
-<td class="left padr1">Protein</td>
-<td class="left padr1">sind</td>
-<td class="left padr1">enthalten</td>
-<td class="right padr1">3668,88</td>
-<td class="left padr1">Kohlenstoff</td>
-<td class="right">55,742</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr1">In</td>
-<td class="right">6580,38</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="right padr1">1062,24</td>
-<td class="left padr1">Stickstoff</td>
-<td class="right">16,143</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr1">In</td>
-<td class="right">6580,38</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="right padr1">449,26</td>
-<td class="left padr1">Wasserstoff</td>
-<td class="right">6,827</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr1">In</td>
-<td class="right">6580,38</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="right padr1">1400,00</td>
-<td class="left padr1">Sauerstoff</td>
-<td class="right">21,288</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="8">&nbsp;</td>
-<td class="right bt">100,000</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page288">[288]</span></p>
-
-<p class="anhangnote" id="Endnote1"><a href="#ENanchor1">Note 1</a>. <a href="#Page13">Seite 13</a>.</p>
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Sauerstoffverbrauch des erwachsenen Mannes</span>.</p>
-
-<table class="note1" summary="Sauerstoffverbrauch">
-
-<tr>
-<th rowspan="6">&nbsp;</th>
-<th colspan="5" class="center gesp2">Ein erwachsener Mann</th>
-<th rowspan="7" class="zerowidth">&nbsp;</th>
-<th rowspan="3" colspan="2">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="5" class="vertline">&#9591;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="5" class="horbrace bt br bl">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="2" class="thline2">verbraucht in 24<br />Stunden an<br />Sauerstoffgas</th>
-<th rowspan="4" class="zerowidth">&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="thline2">erzeugt in 24<br />Stunden an<br />kohlensaurem Gas</th>
-<th colspan="2" class="thline2">im kohlens. Gas<br />enthaltener<br />Kohlenstoff</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="2" class="vertline">&#9591;</th>
-<th colspan="2" class="vertline">&#9591;</th>
-<th rowspan="2" colspan="2">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="2" class="horbrace bt br bl">&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="horbrace bt br bl">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th>nach</th>
-<th class="thline3">W. Zoll</th>
-<th class="thline3">Gran</th>
-<th class="thline3">W. Zoll</th>
-<th class="thline3">Gran</th>
-<th class="thline3">Gran</th>
-<th>&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Lavoisier u. Seguin</td>
-<td class="center">46037</td>
-<td class="center">15661</td>
-<td rowspan="4" class="zerowidth">&nbsp;</td>
-<td class="center">14930</td>
-<td class="center">8584</td>
-<td rowspan="4" class="zerowidth">&nbsp;</td>
-<td class="center">2820</td>
-<td class="left">franz.</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Menzies</td>
-<td class="center">51480</td>
-<td class="center">17625</td>
-<td colspan="2">&nbsp;</td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="left">engl.</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Davy</td>
-<td class="center">45504</td>
-<td class="center">15751</td>
-<td class="center">31680</td>
-<td class="center">17811</td>
-<td class="center">4853</td>
-<td class="left">engl.</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Allen u. Pepys</td>
-<td class="center">39600</td>
-<td class="center">13464</td>
-<td class="center">39600</td>
-<td class="center">18612</td>
-<td class="center">5148</td>
-<td class="left">engl.</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="9" class="left padl4">(Aus L. <span class="gesp2">Gmelins</span> Handbuch der theor. Chemie.)</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p class="anhangnote" id="Endnote2"><a href="#ENanchor2">Note 2</a>. <a href="#Page14">Seite 14</a>.</p>
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des Bluts</span>: <span class="fsize90">(Siehe
-<a href="#Endnote29">Note 29</a>.)</span></p>
-
-<table class="dontwrap fsize90" summary="Blut">
-
-<tr>
-<th>&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="center padl2 padr2">in 100<br />Theilen</th>
-<th class="center padl2 padr2">in 4,8 Pfd.<br />=<br />36864 Gran</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padr0">51,</td>
-<td class="left padl0">96</td>
-<td class="right padr3">19154,5</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padr0">7,</td>
-<td class="left padl0">25</td>
-<td class="right padr3">2672,7</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padr0">15,</td>
-<td class="left padl0">07</td>
-<td class="right padr3">5555,4</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padr0">21,</td>
-<td class="left padl0">30</td>
-<td class="right padr3">7852,0</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Asche</td>
-<td class="right padr0">4,</td>
-<td class="left padl0">42</td>
-<td class="right padr3">1629,4</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0"><span class="bt">100,</span></td>
-<td class="left padl0"><span class="bt">000</span></td>
-<td class="right padr3"><span class="bt">36864,0</span></td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<table class="dontwrap fsize90" summary="Blut">
-
-<tr>
-<th rowspan="4" class="w2m">&nbsp;</th>
-<th class="center">Gran</th>
-<th colspan="3">&nbsp;</th>
-<th class="center">Gran</th>
-<th colspan="2">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="right">19154,5</td>
-<td class="center padl1 padr1">Kohlenstoff</td>
-<td class="center">bildet</td>
-<td class="center padl1 padr1">mit</td>
-<td class="right">50539,5</td>
-<td class="center padl1 padr1">Sauerstoff</td>
-<td class="left">Kohlens&auml;ure</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="right">2672,7</td>
-<td class="center padl1 padr1">Wasserstoff</td>
-<td class="center padl1 padr1">&#8222;</td>
-<td class="center padl1 padr1">&#8222;</td>
-<td class="right">21415,8</td>
-<td class="center padl1 padr1">&#8222;</td>
-<td class="left">Wasser</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="right"><span class="antiqua">Summa</span></td>
-<td class="center">=</td>
-<td class="right bt">71955,3</td>
-<td class="center padl1 padr1">Sauerstoff</td>
-<td rowspan="3">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="4" class="right">Hiervon ab vorhandener Sauerstoff</td>
-<td class="center">=</td>
-<td class="right">7852,0</td>
-<td>&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td>&nbsp;</td>
-<td colspan="4" class="right padr1">bleiben</td>
-<td class="right bt">64103,3</td>
-<td class="left padl1">Gran</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p class="noindent">Sauerstoff, welche zur vollst&auml;ndigen Verbrennung von 4,8 Pfd.
-Blut erforderlich sind.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page289">[289]</span></p>
-
-<p>In obiger Rechnung ist angenommen worden, da&szlig; 24 Pfd.
-Blut 4,8 Pfd. trocknen R&uuml;ckstand (80 <span class="antiqua">pCt.</span>) hinterlassen.</p>
-
-<p class="anhangnote" id="Endnote3"><a href="#ENanchor3">Note 3</a>. <a href="#Page14">Seite 14</a>.</p>
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Bestimmung der Menge des ausgeathmeten Kohlenstoffs</span>.</p>
-
-<table class="dontwrap fsize90" summary="Kohlenstoff">
-
-<tr>
-<td colspan="9" class="left padl4"><span class="gesp2">Faeces</span>:</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="right padr1">2,356</td>
-<td colspan="9" class="left">trockene Faeces hinterlie&szlig;en 0,320 Asche (13,58 <span class="antiqua">pCt.</span>).</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="right padr1">0,352</td>
-<td colspan="9" class="left">Faeces gaben 0,576 Kohlens&auml;ure und 0,218 Wasser.</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="9" class="left padl4"><span class="gesp2">Linsen</span>:</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="right padr1">0,566</td>
-<td colspan="9" class="left">bei 100&deg; getrocknete Linsen gaben 0,910 Kohlens&auml;ure und 0,336 Wasser.</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="9" class="left padl4"><span class="gesp2">Erbsen</span>:</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="right padr1">1,060</td>
-<td colspan="9" class="left">hinterlie&szlig;en 0,037 Asche</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="right padr1">0,416</td>
-<td colspan="9" class="left">gaben 0,642 Kohlens&auml;ure und 0,241 Wasser.</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="9" class="left padl4"><span class="gesp2">Kartoffeln</span>:</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="right padr1">0,443</td>
-<td colspan="9" class="left">trockene Kartoffeln gaben 0,704 Kohlens&auml;ure und 0,248 Wasser.</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="9" class="left padl4"><span class="gesp2">Schwarzbrod</span>:</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="right padr1">0,302</td>
-<td class="left padr1">trocknes</td>
-<td class="left padr1">Schwarzbrod</td>
-<td class="left padr1">gaben</td>
-<td class="left padr1">0,496</td>
-<td class="left padr1">Kohlens&auml;ure</td>
-<td class="left padr1">und</td>
-<td class="left padr1">0,175</td>
-<td class="left padr1">Wasser</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="right padr1">0,241</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="left padr1">0,393</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="left padr1">0,142</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung</span></p>
-
-<table class="note3_2" summary="Zusammensetzung">
-
-<tr>
-<th colspan="3">&nbsp;</th>
-<th class="center">der<br />Faeces</th>
-<th colspan="2" class="center">des<br />Schwarzbrods</th>
-<th colspan="2" class="center">der<br />Kartoffeln</th>
-<th class="center">(des<br />Fleisches<br />s. <a href="#Endnote29">Note 29</a>.)</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th rowspan="2" colspan="6" class="vertline">&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="vertline">&#9591;</th>
-<th rowspan="2" colspan="2" class="vertline">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="2" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="3">&nbsp;</th>
-<th class="thline2">Playfair*</th>
-<th class="thline2 right padr0">Boeck</th>
-<th class="thline2 left padl0">mann*</th>
-<th class="thline2">Boussin-<br />gault</th>
-<th class="thline2">Boeck-<br />mann*</th>
-<th class="thline2">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padr2">45,24</td>
-<td class="right padr2">45,09</td>
-<td class="right padr2">45,41</td>
-<td class="right padr2">44,1</td>
-<td class="right padr2">43,944</td>
-<td rowspan="5">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padr2">6,88</td>
-<td class="right padr2">6,54</td>
-<td class="right padr2">6,45</td>
-<td class="right padr2">5,8</td>
-<td class="right padr2">6,222</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td rowspan="2" class="brace bt br bb">&nbsp;</td>
-<td rowspan="2" class="brace padl0">-</td>
-<td rowspan="2" class="right padr2">34,73</td>
-<td rowspan="2" class="right padr2">35,12</td>
-<td rowspan="2" class="right padr2">34,89</td>
-<td rowspan="2" class="right padr2">45,1</td>
-<td rowspan="2" class="right padr2">44,919</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Asche</td>
-<td class="right padr2">13,15</td>
-<td class="right padr2">3,25</td>
-<td class="right padr2">3,25</td>
-<td class="right padr2">5,0</td>
-<td class="right padr2">4,915</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">&nbsp;</td>
-<td class="right padr2 bt">100,00</td>
-<td class="right padr2 bt">100,00</td>
-<td class="right padr2 bt">100,00</td>
-<td class="right padr2 bt">100,0</td>
-<td class="right padr2 bt">100,000</td>
-<td class="bt">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Wasser</td>
-<td class="right padr2">300,&#8199;&#8199;</td>
-<td colspan="5" rowspan="2">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">&nbsp;</td>
-<td class="right padr2 bt">400,00</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page290">[290]</span></p>
-
-<table class="dontwrap fsize90" summary="Zusammensetzung">
-
-<tr>
-<th colspan="3">&nbsp;</th>
-<th class="center padl1 padr1">Erbsen</th>
-<th class="center padl1 padr1">Linsen</th>
-<th class="center padl1 padr1">Bohnen</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="3">&nbsp;</th>
-<th class="center padl1 padr1 fsize80">Playfair*</th>
-<th class="center padl1 padr1 fsize80">Playfair*</th>
-<th class="center padl1 padr1 fsize80">Playfair*</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padr1">35,743</td>
-<td class="right padr2">37,38</td>
-<td class="right padr2">38,24</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padr1">5,401</td>
-<td class="right padr2">5,54</td>
-<td class="right padr2">5,84</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left">Stickstoff</td>
-<td rowspan="2" class="brace bt br bb">&nbsp;</td>
-<td rowspan="2" class="brace padl0">-</td>
-<td rowspan="2" class="right padr1">39,366</td>
-<td rowspan="2" class="right padr2">37,98</td>
-<td rowspan="2" class="right padr2">38,10</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left">Sauerstoff</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Asche</td>
-<td class="right padr1">3,490</td>
-<td class="right padr2">3,20</td>
-<td class="right padr2">3,71</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Wasser</td>
-<td class="right padr1">16,000</td>
-<td class="right padr2">15,90</td>
-<td class="right padr2">14,11</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3">&nbsp;</td>
-<td class="right padr1 bt">100,000</td>
-<td class="right padr2 bt">100,000</td>
-<td class="right padr2 bt">100,000</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<table class="note3_4" summary="Zusammensetzung">
-
-<tr>
-<th>&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="center">Frisches Fleisch</th>
-<th rowspan="4" class="zerowidth">&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="center">Kartoffeln</th>
-<th rowspan="4" class="zerowidth">&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="center">Schwarzbrod,<br />einen Tag alt</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th class="thline2">&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="thline2">Boeckmann*</th>
-<th class="thline2">Boussin-<br />gault</th>
-<th class="thline2">Boeck-<br />mann*</th>
-<th colspan="2" class="thline2">Boeckmann*</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th rowspan="2" class="vertline">&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="vertline">&#9591;</th>
-<th colspan="2" class="vertline">&#9591;</th>
-<th colspan="2" class="vertline">&#9591;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="2" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasser</td>
-<td class="right padr2">75</td>
-<td class="right padr2">74,8</td>
-<td rowspan="2" class="zerowidth">&nbsp;</td>
-<td class="right padr2">72,2</td>
-<td class="right padr2">73,2</td>
-<td rowspan="2" class="zerowidth">&nbsp;</td>
-<td class="right padr2">33</td>
-<td class="right padr1">31,418</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Trockne Substanz</td>
-<td class="right padr2">25</td>
-<td class="right padr2">25,2</td>
-<td class="right padr2">27,8</td>
-<td class="right padr2">26,8</td>
-<td class="right padr2">67</td>
-<td class="right padr1">68,582</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="right padr2 bt">100</td>
-<td class="right padr2 bt">100,0</td>
-<td class="zerowidth">&nbsp;</td>
-<td class="right padr2 bt">100,0</td>
-<td class="right padr2 bt">100,0</td>
-<td class="zerowidth">&nbsp;</td>
-<td class="right padr2 bt">100</td>
-<td class="right padr1 bt">100,000</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p class="center blankbefore1"><span class="gesp2">Berechnung des von einem erwachsenen Menschen
-ausgeathmeten Kohlenstoffs</span>.</p>
-
-<p><span class="gesp2">Fleisch</span>. Das fettlose Muskelfleisch, zu 74 Wasser und
-26 <span class="antiqua">pCt.</span> fester Substanz angenommen, enth&auml;lt in 100 Theilen
-13,6 Kohlenstoff. Das gew&ouml;hnliche Fleisch enth&auml;lt Muskelfleisch,
-Zellgewebe und Fett. Die beiden letzteren machen
-im Durchschnitt <sup>1</sup>&#8260;<sub>7</sub> vom Gewicht des im Fleischladen erkauften
-Fleisches aus. Die Anzahl der verzehrten Lothe (64
-Loth = 1 Kilogramm) betr&auml;gt 8896, welche bestehen aus:</p>
-
-<table class="dontwrap fsize90" summary="Fleisch">
-
-<tr>
-<td class="right padr1">7625</td>
-<td class="left padr1">Loth</td>
-<td class="left padr1">fettloses Muskelfleisch</td>
-<td class="left padr1">enthalten</td>
-<td class="left padr1">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padr1">1037</td>
-<td class="left padr1">Loth</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="right padr1">1271</td>
-<td class="center padr1">&#8222;</td>
-<td class="left padr1">Zellgewebe mit Fett</td>
-<td class="center padr1">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="right padr1">898</td>
-<td class="center padr1">&#8222;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="5" class="right padr1">in Summe Kohlenstoff</td>
-<td class="right padr1"><span class="bt">1935</span></td>
-<td class="left padr1">Loth</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page291">[291]</span></p>
-
-<p>Mit den Knochen enth&auml;lt das gekaufte Fleisch 29 <span class="antiqua">pCt.</span>
-feste Substanz, und 278 Pfd. Fleisch 28 Pfd. trockne Knochen,
-sie sind nicht in Rechnung genommen, obwohl sie beim
-Kochen 8-10 <span class="antiqua">pCt.</span> Leimsubstanz verlieren, welche mit als
-Nahrung genossen wird.</p>
-
-<p><span class="gesp2">Fett</span>. Es sind verzehrt worden 112 Loth Fett, welche
-zu 80 <span class="antiqua">pCt.</span> Kohlenstoff in Summa 89,6 Loth Kohlenstoff
-enthalten.</p>
-
-<p class="center blankbefore1"><span class="gesp2">Kohlenstoffgehalt der verzehrten Linsen, Bohnen
-und Erbsen</span>.</p>
-
-<p>Es sind verzehrt worden 107 Loth Linsen, 436 Loth
-Bohnen und 371 Loth Erbsen, im Ganzen 914 Loth; bei
-einem Gehalte von 37 <span class="antiqua">pCt.</span> Kohlenstoff sind verzehrt worden
-338,2 Loth Kohlenstoff.</p>
-
-<p><span class="gesp2">Kartoffeln</span>. 100 Theile frische Kartoffeln enthalten
-12,2 Kohlenstoff; in den verzehrten 31752 Loth sind enthalten
-3873,7 Kohlenstoff.</p>
-
-<p><span class="gesp2">Brod</span>. 855 Mann essen t&auml;glich 855 &times; 64 Loth, dazu
-noch 36 Pfd. Suppenbrod macht zusammen 55872 Loth.
-100 Loth frisches Brod enthalten durchschnittlich 30,15 Loth
-Kohlenstoff, es sind mithin im Brod verzehrt worden 17543
-Loth Kohlenstoff.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page292">[292]</span></p>
-
-<p>Im Ganzen sind verzehrt worden:</p>
-
-<table class="dontwrap fsize90" summary="Verzehrung">
-
-<tr>
-<td class="left padr3">im Fleisch</td>
-<td class="right padl1 padr0">1935</td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="left padr1">Loth</td>
-<td class="left">Kohlenstoff</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Fett</td>
-<td class="right padl1 padr0">89</td>
-<td class="left padl0 padr1">,6</td>
-<td class="center padr1">&#8222;</td>
-<td class="center padr1">&#8222;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Bohnen, Erbsen, Linsen</td>
-<td class="right padl1 padr0">338</td>
-<td class="left padl0 padr1">,2</td>
-<td class="center padr1">&#8222;</td>
-<td class="center padr1">&#8222;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kartoffeln</td>
-<td class="right padl1 padr0">3873</td>
-<td class="left padl0 padr1">,7</td>
-<td class="center padr1">&#8222;</td>
-<td class="center padr1">&#8222;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Brod</td>
-<td class="right padl1 padr0">17543</td>
-<td class="left padl0 padr1">,0</td>
-<td class="center padr1">&#8222;</td>
-<td class="center padr1">&#8222;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">von 855 Mann</td>
-<td class="right padl1 padr0 bt">23779</td>
-<td class="left padl0 padr1 bt">,5</td>
-<td class="left padr1">Loth</td>
-<td class="left">Kohlenstoff</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">von 1 Mann</td>
-<td class="right padl1 padr0 bt">27</td>
-<td class="left padl0 padr1 bt">,8</td>
-<td class="left padr1">Loth</td>
-<td class="left">Kohlenstoff</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p>Die Faeces eines Soldaten wiegen 11 Loth (5<sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub> Unze);
-sie enthalten mit ihrem ganzen Wassergehalt 11 <span class="antiqua">pCt.</span> Kohlenstoff;
-f&uuml;r 86 Kreuzer Gem&uuml;se, Wei&szlig;kraut, Kohlrabi, Gelber&uuml;ben
-&amp;c. erh&auml;lt man durchschnittlich 172 Pfd.; 25 Maas
-Sauerkraut wiegen 100 Pfd. F&uuml;r 48<sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub> Kreuzer Zwiebeln,
-Lauch, Sellerie erh&auml;lt man auf dem Markte durchschnittlich
-24<sup>1</sup>&#8260;<sub>4</sub> Pfd. Dem Gewicht nach haben 855 Mann Soldaten
-verzehrt:</p>
-
-<table class="fsize90 dontwrap" summary="Verzehrung">
-
-<tr>
-<td class="left padr3">an gr&uuml;nem Gem&uuml;se</td>
-<td class="right padr1">5604</td>
-<td class="left">Loth</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">an Sauerkraut</td>
-<td class="right padr1">3200</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">an Zwiebeln &amp;c.</td>
-<td class="right padr1">776</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="right padr1"><span class="bt bb">9580</span></td>
-<td class="left">Loth</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">ein Mann t&auml;glich</td>
-<td class="right padr1">11,2</td>
-<td class="left">Loth</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p>Der Kohlenstoffgehalt des verzehrten Gem&uuml;ses ist gleich
-dem Kohlenstoffgehalt der Faeces angenommen. Wurst,
-Branntwein, Bier, &uuml;berhaupt was im Wirthshaus verzehrt
-worden, nicht gerechnet.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page293">[293]</span></p>
-
-<p>Die Zahlen, welche den vorhergehenden Berechnungen zu
-Grunde gelegt wurden, sind durchschnittlich dem Verbrauch
-von 855 Mann casernirter Soldaten entnommen, deren Speisen
-(Brod, Kartoffeln, Fleisch, Linsen, Erbsen, Bohnen &amp;c.)
-w&auml;hrend eines Monats bis auf Pfeffer, Salz und Butter,
-mit der gr&ouml;&szlig;ten Genauigkeit gewogen und jedes einzelne der
-Elementaranalyse unterworfen worden war (siehe <a href="#Page294">Tabelle</a>).
-Eine Ausnahme hiervon machten drei Gardisten, welche au&szlig;er
-dem vorschriftsm&auml;&szlig;igen Brodquantum (2 Pfd. t&auml;glich) in jeder
-L&ouml;hnungsperiode <sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub> Laib = 2<sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub> Pfd. mehr bekamen und
-ein Tambour, der <sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub> Laib &uuml;brig behielt. Nach einem ann&auml;hernden
-Ueberschlage des Feldwebels verzehrt jeder Soldat
-t&auml;glich durchschnittlich 6 Loth Wurst, 1<sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub> Loth Butter, <sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub>
-Schoppen (<sup>1</sup>&#8260;<sub>4</sub> Litr.) Bier und <sup>1</sup>&#8260;<sub>10</sub> Schoppen Branntwein,
-deren Kohlenstoffgehalt mehr als das Doppelte betr&auml;gt, von
-dem Kohlenstoffgehalt der Faeces und des Urins zusammengenommen.
-Die Faeces betragen bei einem Soldaten durchschnittlich
-11 Loth, sie enthalten 75 <span class="antiqua">pCt.</span> Wasser und der
-trockne R&uuml;ckstand 45,24 <span class="antiqua">pCt.</span> Kohlenstoff und 13,15 <span class="antiqua">pCt.</span>
-Asche. 100 Theile frische Faeces enthalten hiernach 11,31
-Kohlenstoff, sehr nahe so viel als ein gleiches Gewicht
-frisches Fleisch. In obiger Rechnung ist der Kohlenstoff der
-Faeces und der des Urins gleichgesetzt worden dem Kohlenstoffgehalt
-der frischen Gem&uuml;se und der anderen Speisen,
-welche im Wirthshause verzehrt wurden.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page294">[294]</span><br /><span class="pagenum" id="Page295">[295]</span></p>
-
-<p class="center blankbefore1"><span class="padl3 padr3 bb2">Gro&szlig;herzogl. Leib-Compagnie.</span></p>
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Uebersicht der im Monate November 1840 f&uuml;r die Menage obiger
-Compagnie verbrauchten Victualien</span>.</p>
-
-<div class="scr">
-
-<table class="victualien" summary="Victualien">
-
-<tr>
-<th colspan="36" class="thinline bt2 bb">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="6" rowspan="2" class="br">1840.<br />Novem-<br />ber.<br />In der<br />Periode<br />vom</th>
-<th colspan="2" class="br">Es<br />haben<br />ge-<br />gessen</th>
-<th colspan="2" class="br">Och-<br />sen-<br />fleisch</th>
-<th colspan="2" class="br">Schwei-<br />ne-<br />fleisch</th>
-<th colspan="2" class="br">Kar-<br />tof-<br />feln</th>
-<th colspan="2" class="br">Erb-<br />sen</th>
-<th colspan="2" class="br">Boh-<br />nen</th>
-<th colspan="2" class="br">Lin-<br />sen</th>
-<th colspan="2" class="br">Sauer-<br />kraut</th>
-<th colspan="2" class="br">Ge-<br />m&uuml;se</th>
-<th colspan="2" class="br">Brod</th>
-<th colspan="2" class="br">Salz</th>
-<th colspan="2" class="br">Zwie-<br />beln<br />und<br />Gr&uuml;nes</th>
-<th colspan="2" class="br">Pfef-<br />fer</th>
-<th colspan="2" class="br">Fett</th>
-<th colspan="2">Essig</th>
-</tr>
-
-<tr class="bb">
-<th colspan="2" class="line2 br">Mann</th>
-<th colspan="2" class="line2 br">&#8468;</th>
-<th colspan="2" class="line2 br">&#8468;</th>
-<th colspan="2" class="line2 br">K&uuml;mpfe</th>
-<th colspan="2" class="line2 br">Ge-<br />scheid</th>
-<th colspan="2" class="line2 br">Ge-<br />scheid</th>
-<th colspan="2" class="line2 br">Ge-<br />scheid</th>
-<th colspan="2" class="line2 br">Maa&szlig;</th>
-<th colspan="2" class="line2 br">kr.</th>
-<th colspan="2" class="line2 br">&#8468;</th>
-<th colspan="2" class="line2 br">&#8468;</th>
-<th colspan="2" class="line2 br">kr.</th>
-<th colspan="2" class="line2 br">kr.</th>
-<th colspan="2" class="line2 br">Loth.</th>
-<th colspan="2" class="line2">Schop-<br />pen</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="right w1m">1</td>
-<td class="center w1m">-</td>
-<td class="right w1m">5</td>
-<td rowspan="7" colspan="3" class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">139</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">36</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">9</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">12</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">1</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="right padr0">1</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="center br">&mdash;</td>
-<td class="right padr0">5</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">6</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">5</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">4</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="right padr0">8</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">2</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="right padr0">26</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>2</sup>&#8260;<sub>3</sub></td>
-<td colspan="2" class="center">&mdash;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="right w1m">6</td>
-<td class="center w1m">-</td>
-<td class="right w1m">10</td>
-<td class="right padr0">145</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">37</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">9</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">13</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td colspan="2" class="center br">&mdash;</td>
-<td colspan="2" class="center br">&mdash;</td>
-<td colspan="2" class="center br">&mdash;</td>
-<td class="right padr0">4</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">35</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">7</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="right padr0">5</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">6</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="right padr0">2</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="right padr0">21</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>3</sub></td>
-<td colspan="2" class="center">&mdash;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="right w1m">11</td>
-<td class="center w1m">-</td>
-<td class="right w1m">15</td>
-<td class="right padr0">136</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">36</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">9</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">12</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td colspan="2" class="center br">&mdash;</td>
-<td class="right padr0">1</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="center br">&mdash;</td>
-<td class="right padr0">4</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">21</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">7</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="right padr0">4</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="right padr0">7</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">2</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">16</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="center">&mdash;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="right w1m">16</td>
-<td class="center w1m">-</td>
-<td class="right w1m">20</td>
-<td class="right padr0">136</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">37</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">9</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">14</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="right padr0">1</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">1</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="center br">&mdash;</td>
-<td class="right padr0">4</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">6</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">6</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">4</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="right padr0">8</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="right padr0">3</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="right padr0">26</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>2</sup>&#8260;<sub>3</sub></td>
-<td colspan="2" class="center">&mdash;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td rowspan="2" class="right w1m">21</td>
-<td rowspan="2" class="center w1m">-</td>
-<td rowspan="2" class="right w1m">25</td>
-<td rowspan="2" class="right padr0">147</td>
-<td rowspan="2" class="br">&nbsp;</td>
-<td rowspan="2" class="right padr0">39</td>
-<td rowspan="2" class="br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="center br">Brat-<br />wurst</td>
-<td rowspan="2" class="right padr0">14</td>
-<td rowspan="2" class="br">&nbsp;</td>
-<td rowspan="2" colspan="2" class="center br">&mdash;</td>
-<td rowspan="2" colspan="2" class="center br">&mdash;</td>
-<td rowspan="2" class="right padr0">1</td>
-<td rowspan="2" class="br">&nbsp;</td>
-<td rowspan="2" colspan="2" class="center br">&mdash;</td>
-<td rowspan="2" class="right padr0">18</td>
-<td rowspan="2" class="br">&nbsp;</td>
-<td rowspan="2" class="right padr0">7</td>
-<td rowspan="2" class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td rowspan="2" class="right padr0">5</td>
-<td rowspan="2" class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td rowspan="2" class="right padr0">11</td>
-<td rowspan="2" class="br">&nbsp;</td>
-<td rowspan="2" class="right padr0">2</td>
-<td rowspan="2" class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td rowspan="2" class="right padr0">10</td>
-<td rowspan="2" class="left padl0 br"><sup>2</sup>&#8260;<sub>3</sub></td>
-<td rowspan="2" class="right padr0">1</td>
-<td rowspan="2" class="left padl0"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="right padr0">7</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-</tr>
-
-<tr class="bb">
-<td class="right w1m">26</td>
-<td class="center w1m">-</td>
-<td class="right w1m">30</td>
-<td class="right padr0">152</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">30</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">19</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="right padr0">14</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="right padr0">1</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">1</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="center br">&mdash;</td>
-<td class="right padr0">8</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="center br">&mdash;</td>
-<td class="right padr0">2</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="right padr0">4</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">7</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="right padr0">2</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="right padr0">10</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>2</sup>&#8260;<sub>3</sub></td>
-<td colspan="2" class="center">&mdash;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="6" class="left br"><span class="antiqua">Summa</span></td>
-<td class="right padr0">855</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">215</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">63</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">81</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">3</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="right padr0">4</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">1</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">25</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">86</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">36</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">28</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">48</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="right padr0">15</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="right padr0">112</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">1</td>
-<td class="left padl0"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-</tr>
-
-<tr class="bt">
-<td colspan="6" class="thinline br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="thinline br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="thinline br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="thinline br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="thinline br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="thinline br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="thinline br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="thinline br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="thinline br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="thinline br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="thinline br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="thinline br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="thinline br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="thinline br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="thinline br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="thinline">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr class="bb">
-<td rowspan="3" colspan="3" class="left">Im Durch-<br />schnitt<br />essen<br />daher t&auml;g-<br />lich
-28<sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub><br />Mann und<br />es erh&auml;lt<br />ein Mann</td>
-<td rowspan="3" class="brace bt br bb">&nbsp;</td>
-<td rowspan="3" class="left padl0">-</td>
-<td rowspan="3" class="br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="center br">mo-<br />nat-<br />lich</td>
-<td colspan="2" class="center br">7<sup>31</sup>&#8260;<sub>57</sub><br />&#8468;</td>
-<td colspan="2" class="center br">2<sup>12</sup>&#8260;<sub>57</sub><br />&#8468;</td>
-<td colspan="2" class="center br">2<sup>48</sup>&#8260;<sub>57</sub></td>
-<td colspan="2" class="center br"><sup>7</sup>&#8260;<sub>57</sub></td>
-<td colspan="2" class="center br"><sup>8</sup>&#8260;<sub>57</sub></td>
-<td colspan="2" class="center br"><sup>2</sup>&#8260;<sub>57</sub></td>
-<td colspan="2" class="center br"><sup>50</sup>&#8260;<sub>57</sub></td>
-<td colspan="2" class="center br">3<sup>1</sup>&#8260;<sub>57</sub></td>
-<td colspan="2" class="center br">1<sup>15</sup>&#8260;<sub>57</sub></td>
-<td colspan="2" class="center br"><sup>56</sup>&#8260;<sub>57</sub></td>
-<td colspan="2" class="center br">1<sup>40</sup>&#8260;<sub>57</sub></td>
-<td colspan="2" class="center br"><sup>31</sup>&#8260;<sub>57</sub></td>
-<td colspan="2" class="center br">3<sup>159</sup>&#8260;<sub>171</sub></td>
-<td colspan="2" class="center"><sup>3</sup>&#8260;<sub>57</sub></td>
-</tr>
-
-<tr class="bb">
-<td colspan="2" class="center br">t&auml;g-<br />lich</td>
-<td colspan="2" class="center br">8<sup>8</sup>&#8260;<sub>171</sub><br />Lth.</td>
-<td colspan="2" class="center br">2<sup>306</sup>&#8260;<sub>855</sub><br />Lth.</td>
-<td colspan="2" class="center br"><sup>81</sup>&#8260;<sub>855</sub></td>
-<td colspan="2" class="center br"><sup>87</sup>&#8260;<sub>1710</sub></td>
-<td colspan="2" class="center br"><sup>4</sup>&#8260;<sub>855</sub></td>
-<td colspan="2" class="center br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>855</sub></td>
-<td colspan="2" class="center br"><sup>5</sup>&#8260;<sub>171</sub></td>
-<td colspan="2" class="center br"><sup>86</sup>&#8260;<sub>855</sub></td>
-<td colspan="2" class="center br"><sup>36</sup>&#8260;<sub>855</sub></td>
-<td colspan="2" class="center br"><sup>29</sup>&#8260;<sub>855</sub></td>
-<td colspan="2" class="center br"><sup>97</sup>&#8260;<sub>1710</sub></td>
-<td colspan="2" class="center br"><sup>31</sup>&#8260;<sub>1710</sub></td>
-<td colspan="2" class="center br"><sup>112</sup>&#8260;<sub>855</sub></td>
-<td colspan="2" class="center"><sup>3</sup>&#8260;<sub>1710</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="2" class="br">&nbsp;</td>
-<td colspan="4" class="center br">10<sup>346</sup>&#8260;<sub>855</sub> Loth<br />t&auml;glich</td>
-<td colspan="2" class="br">&nbsp;</td>
-<td colspan="6" class="br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-</div><!--scr-->
-
-<div class="hh">
-
-<table class="victualien" summary="Victualien">
-
-<tr>
-<th colspan="20" class="thinline bt2 bb">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="6" rowspan="2" class="br">1840.<br />Novem-<br />ber.<br />In der<br />Periode<br />vom</th>
-<th colspan="2" class="br">Es<br />haben<br />ge-<br />gessen</th>
-<th colspan="2" class="br">Och-<br />sen-<br />fleisch</th>
-<th colspan="2" class="br">Schwei-<br />ne-<br />fleisch</th>
-<th colspan="2" class="br">Kar-<br />tof-<br />feln</th>
-<th colspan="2" class="br">Erb-<br />sen</th>
-<th colspan="2" class="br">Boh-<br />nen</th>
-<th colspan="2">Lin-<br />sen</th>
-</tr>
-
-<tr class="bb">
-<th colspan="2" class="line2 br">Mann</th>
-<th colspan="2" class="line2 br">&#8468;</th>
-<th colspan="2" class="line2 br">&#8468;</th>
-<th colspan="2" class="line2 br">K&uuml;mpfe</th>
-<th colspan="2" class="line2 br">Ge-<br />scheid</th>
-<th colspan="2" class="line2 br">Ge-<br />scheid</th>
-<th colspan="2" class="line2">Ge-<br />scheid</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="right w1m">1</td>
-<td class="center w1m">-</td>
-<td class="right w1m">5</td>
-<td rowspan="7" colspan="3" class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">139</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">36</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">9</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">12</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">1</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="right padr0">1</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="center">&mdash;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="right w1m">6</td>
-<td class="center w1m">-</td>
-<td class="right w1m">10</td>
-<td class="right padr0">145</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">37</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">9</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">13</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td colspan="2" class="center br">&mdash;</td>
-<td colspan="2" class="center br">&mdash;</td>
-<td colspan="2" class="center">&mdash;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="right w1m">11</td>
-<td class="center w1m">-</td>
-<td class="right w1m">15</td>
-<td class="right padr0">136</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">36</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">9</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">12</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td colspan="2" class="center br">&mdash;</td>
-<td class="right padr0">1</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="center">&mdash;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="right w1m">16</td>
-<td class="center w1m">-</td>
-<td class="right w1m">20</td>
-<td class="right padr0">136</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">37</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">9</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">14</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="right padr0">1</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">1</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="center">&mdash;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td rowspan="2" class="right w1m">21</td>
-<td rowspan="2" class="center w1m">-</td>
-<td rowspan="2" class="right w1m">25</td>
-<td rowspan="2" class="right padr0">147</td>
-<td rowspan="2" class="br">&nbsp;</td>
-<td rowspan="2" class="right padr0">39</td>
-<td rowspan="2" class="br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="center br">Brat-<br />wurst</td>
-<td rowspan="2" class="right padr0">14</td>
-<td rowspan="2" class="br">&nbsp;</td>
-<td rowspan="2" colspan="2" class="center br">&mdash;</td>
-<td rowspan="2" colspan="2" class="center br">&mdash;</td>
-<td rowspan="2" class="right padr0">1</td>
-<td rowspan="2">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="right padr0">7</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-</tr>
-
-<tr class="bb">
-<td class="right w1m">26</td>
-<td class="center w1m">-</td>
-<td class="right w1m">30</td>
-<td class="right padr0">152</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">30</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">19</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="right padr0">14</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="right padr0">1</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">1</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="center">&mdash;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="6" class="left br"><span class="antiqua">Summa</span></td>
-<td class="right padr0">855</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">215</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">63</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">81</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">3</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="right padr0">4</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">1</td>
-<td>&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr class="bt">
-<td colspan="6" class="thinline br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="thinline br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="thinline br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="thinline br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="thinline br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="thinline br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="thinline br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="thinline">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr class="bb">
-<td rowspan="3" colspan="3" class="left">Im Durch-<br />schnitt<br />essen<br />daher t&auml;g-<br />lich
-28<sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub><br />Mann und<br />es erh&auml;lt<br />ein Mann</td>
-<td rowspan="3" class="brace bt br bb">&nbsp;</td>
-<td rowspan="3" class="left padl0">-</td>
-<td rowspan="3" class="br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="center br">mo-<br />nat-<br />lich</td>
-<td colspan="2" class="center br">7<sup>31</sup>&#8260;<sub>57</sub><br />&#8468;</td>
-<td colspan="2" class="center br">2<sup>12</sup>&#8260;<sub>57</sub><br />&#8468;</td>
-<td colspan="2" class="center br">2<sup>48</sup>&#8260;<sub>57</sub></td>
-<td colspan="2" class="center br"><sup>7</sup>&#8260;<sub>57</sub></td>
-<td colspan="2" class="center br"><sup>8</sup>&#8260;<sub>57</sub></td>
-<td colspan="2" class="center"><sup>2</sup>&#8260;<sub>57</sub></td>
-</tr>
-
-<tr class="bb">
-<td colspan="2" class="center br">t&auml;g-<br />lich</td>
-<td colspan="2" class="center br">8<sup>8</sup>&#8260;<sub>171</sub><br />Lth.</td>
-<td colspan="2" class="center br">2<sup>306</sup>&#8260;<sub>855</sub><br />Lth.</td>
-<td colspan="2" class="center br"><sup>81</sup>&#8260;<sub>855</sub></td>
-<td colspan="2" class="center br"><sup>87</sup>&#8260;<sub>1710</sub></td>
-<td colspan="2" class="center br"><sup>4</sup>&#8260;<sub>855</sub></td>
-<td colspan="2" class="center"><sup>1</sup>&#8260;<sub>855</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="2" class="br">&nbsp;</td>
-<td colspan="4" class="center br">10<sup>346</sup>&#8260;<sub>855</sub> Loth<br />t&auml;glich</td>
-<td colspan="2" class="br">&nbsp;</td>
-<td colspan="6">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<table class="victualien" summary="Victualien">
-
-<tr>
-<th colspan="24" class="thinline bt2 bb">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="6" rowspan="2" class="br">1840.<br />Novem-<br />ber.<br />In der<br />Periode<br />vom</th>
-<th colspan="2" class="br">Es<br />haben<br />ge-<br />gessen</th>
-<th colspan="2" class="br">Sauer-<br />kraut</th>
-<th colspan="2" class="br">Ge-<br />m&uuml;se</th>
-<th colspan="2" class="br">Brod</th>
-<th colspan="2" class="br">Salz</th>
-<th colspan="2" class="br">Zwie-<br />beln<br />und<br />Gr&uuml;nes</th>
-<th colspan="2" class="br">Pfef-<br />fer</th>
-<th colspan="2" class="br">Fett</th>
-<th colspan="2">Essig</th>
-</tr>
-
-<tr class="bb">
-<th colspan="2" class="line2 br">Mann</th>
-<th colspan="2" class="line2 br">Maa&szlig;</th>
-<th colspan="2" class="line2 br">kr.</th>
-<th colspan="2" class="line2 br">&#8468;</th>
-<th colspan="2" class="line2 br">&#8468;</th>
-<th colspan="2" class="line2 br">kr.</th>
-<th colspan="2" class="line2 br">kr.</th>
-<th colspan="2" class="line2 br">Loth.</th>
-<th colspan="2" class="line2">Schop-<br />pen</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="right w1m">1</td>
-<td class="center w1m">-</td>
-<td class="right w1m">5</td>
-<td rowspan="7" colspan="3" class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">139</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">5</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">6</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">5</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">4</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="right padr0">8</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">2</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="right padr0">26</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>2</sup>&#8260;<sub>3</sub></td>
-<td colspan="2" class="center">&mdash;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="right w1m">6</td>
-<td class="center w1m">-</td>
-<td class="right w1m">10</td>
-<td class="right padr0">145</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">4</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">35</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">7</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="right padr0">5</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">6</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="right padr0">2</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="right padr0">21</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>3</sub></td>
-<td colspan="2" class="center">&mdash;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="right w1m">11</td>
-<td class="center w1m">-</td>
-<td class="right w1m">15</td>
-<td class="right padr0">136</td>
-<td class="left padl0 br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">4</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">21</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">7</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="right padr0">4</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="right padr0">7</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">2</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">16</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="center">&mdash;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="right w1m">16</td>
-<td class="center w1m">-</td>
-<td class="right w1m">20</td>
-<td class="right padr0">136</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">4</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">6</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">6</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">4</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="right padr0">8</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="right padr0">3</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="right padr0">26</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>2</sup>&#8260;<sub>3</sub></td>
-<td colspan="2" class="center">&mdash;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="right w1m">21</td>
-<td class="center w1m">-</td>
-<td class="right w1m">25</td>
-<td class="right padr0">147</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="center br">&mdash;</td>
-<td class="right padr0">18</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">7</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="right padr0">5</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="right padr0">11</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">2</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="right padr0">10</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>2</sup>&#8260;<sub>3</sub></td>
-<td class="right padr0">1</td>
-<td class="left padl0"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-</tr>
-
-<tr class="bb">
-<td class="right w1m">26</td>
-<td class="center w1m">-</td>
-<td class="right w1m">30</td>
-<td class="right padr0">152</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">8</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="center br">&mdash;</td>
-<td class="right padr0">2</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="right padr0">4</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">7</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="right padr0">2</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="right padr0">10</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>2</sup>&#8260;<sub>3</sub></td>
-<td colspan="2" class="center">&mdash;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="6" class="left br"><span class="antiqua">Summa</span></td>
-<td class="right padr0">855</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">25</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">86</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">36</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">28</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">48</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="right padr0">15</td>
-<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="right padr0">112</td>
-<td class="br">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0">1</td>
-<td class="left padl0"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-</tr>
-
-<tr class="bt">
-<td colspan="6" class="thinline br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="thinline br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="thinline br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="thinline br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="thinline br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="thinline br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="thinline br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="thinline br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="thinline br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="thinline br">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr class="bb">
-<td rowspan="3" colspan="3" class="left">Im Durch-<br />schnitt<br />essen<br />daher t&auml;g-<br />lich
-28<sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub><br />Mann und<br />es erh&auml;lt<br />ein Mann</td>
-<td rowspan="3" class="brace bt br bb">&nbsp;</td>
-<td rowspan="3" class="left padl0">-</td>
-<td rowspan="3" class="br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="center br">mo-<br />nat-<br />lich</td>
-<td colspan="2" class="center br"><sup>50</sup>&#8260;<sub>57</sub></td>
-<td colspan="2" class="center br">3<sup>1</sup>&#8260;<sub>57</sub></td>
-<td colspan="2" class="center br">1<sup>15</sup>&#8260;<sub>57</sub></td>
-<td colspan="2" class="center br"><sup>56</sup>&#8260;<sub>57</sub></td>
-<td colspan="2" class="center br">1<sup>40</sup>&#8260;<sub>57</sub></td>
-<td colspan="2" class="center br"><sup>31</sup>&#8260;<sub>57</sub></td>
-<td colspan="2" class="center br">3<sup>159</sup>&#8260;<sub>171</sub></td>
-<td colspan="2" class="center"><sup>3</sup>&#8260;<sub>57</sub></td>
-</tr>
-
-<tr class="bb">
-<td colspan="2" class="center br">t&auml;g-<br />lich</td>
-<td colspan="2" class="center br"><sup>5</sup>&#8260;<sub>171</sub></td>
-<td colspan="2" class="center br"><sup>86</sup>&#8260;<sub>855</sub></td>
-<td colspan="2" class="center br"><sup>36</sup>&#8260;<sub>855</sub></td>
-<td colspan="2" class="center br"><sup>29</sup>&#8260;<sub>855</sub></td>
-<td colspan="2" class="center br"><sup>97</sup>&#8260;<sub>1710</sub></td>
-<td colspan="2" class="center br"><sup>31</sup>&#8260;<sub>1710</sub></td>
-<td colspan="2" class="center br"><sup>112</sup>&#8260;<sub>855</sub></td>
-<td colspan="2" class="center"><sup>3</sup>&#8260;<sub>1710</sub></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="2" class="br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="br">&nbsp;</td>
-<td colspan="2">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-</div><!--hh-->
-
-<table class="dontwrap fsize90" summary="Gewichte">
-
-<tr>
-<td class="right padr1">1</td>
-<td class="left padr1">Gescheid</td>
-<td class="left padr1">Bohnen</td>
-<td class="left padr1">wiegt</td>
-<td class="right padr1">3</td>
-<td class="center padr1">&#8468;</td>
-<td class="right padr1">15</td>
-<td class="left padr1">Loth</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="right padr1">1</td>
-<td class="center padr1">&#8222;</td>
-<td class="left padr1">Linsen</td>
-<td class="center padr1">&#8222;</td>
-<td class="right padr1">3</td>
-<td class="center padr1">&#8222;</td>
-<td class="right padr1">11</td>
-<td class="center padr1">&#8222;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="right padr1">1</td>
-<td class="center padr1">&#8222;</td>
-<td class="left padr1">Erbsen</td>
-<td class="center padr1">&#8222;</td>
-<td class="right padr1">3</td>
-<td class="center padr1">&#8222;</td>
-<td class="right padr1">10</td>
-<td class="center padr1">&#8222;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="right padr1">1</td>
-<td colspan="2" class="left padr1">Kumpf Kartoffeln</td>
-<td class="center padr1">&#8222;</td>
-<td class="right padr1">12</td>
-<td class="center padr1">&#8222;</td>
-<td class="right padr1">8</td>
-<td class="center padr1">&#8222;</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page296">[296]</span></p>
-
-<p class="anhangnote" id="Endnote4"><a href="#ENanchor4">Note 4</a>. <a href="#Page15">Seite 15</a>.</p>
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Nahrungsmittel eines Pferdes</span>,<br />
-<span class="fsize90">in 24 Stunden verzehrt.</span></p>
-
-<table class="note4" summary="Nahrungsmittel">
-
-<tr>
-<th colspan="8" class="thinline bt2 bb">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th rowspan="3" class="br"><span class="gesp2">Nahrungs-<br />mittel</span>.</th>
-<th colspan="2" class="br">Gewicht im</th>
-<th rowspan="3" class="br">Kohlen-<br />stoff.</th>
-<th rowspan="3" class="br">Wasser-<br />stoff.</th>
-<th rowspan="3" class="br">Sauer-<br />stoff.</th>
-<th rowspan="3" class="br">Stick-<br />stoff.</th>
-<th rowspan="3">Salze<br />und<br />Erden.</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th class="br">feuch-<br />ten</th>
-<th class="br">trocke-<br />nen</th>
-</tr>
-
-<tr class="bb">
-<th colspan="2" class="br">Zustande.</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="material">Heu</td>
-<td class="data br">7500</td>
-<td class="data br">6465</td>
-<td class="data br">2961,0</td>
-<td class="data br">323,2</td>
-<td class="data br">2502,0</td>
-<td class="data br">97,0</td>
-<td class="data">581,8</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="material">Hafer</td>
-<td class="data br">2270</td>
-<td class="data br">1927</td>
-<td class="data br">977,0</td>
-<td class="data br">123,3</td>
-<td class="data br">707,2</td>
-<td class="data br">42,4</td>
-<td class="data">77,1</td>
-</tr>
-
-<tr class="bb">
-<td class="material">Wasser</td>
-<td class="data br">16000</td>
-<td class="center br">&mdash;</td>
-<td class="center br">&mdash;</td>
-<td class="center br">&mdash;</td>
-<td class="center br">&mdash;</td>
-<td class="center br">&mdash;</td>
-<td class="data">13,3</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="summa"><span class="antiqua">Summa</span></td>
-<td class="data br">25770</td>
-<td class="data br">8392</td>
-<td class="data br">3938,0</td>
-<td class="data br">446,5</td>
-<td class="data br">3209,2</td>
-<td class="data br">139,4</td>
-<td class="data">672,2</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Producte eines Pferdes</span><br />
-<span class="fsize90">in 24 <span class="nowrap">Stunden<a id="FNanchor15"></a><a href="#Footnote15"
-class="fnanchor">[F15]</a></span>.</span></p>
-
-<table class="note4" summary="Produktion">
-
-<tr>
-<th colspan="8" class="thinline bt2 bb">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th rowspan="3" class="br"><span class="gesp2">Producte</span>.</th>
-<th colspan="2" class="br">Gewicht im</th>
-<th rowspan="3" class="br">Kohlen-<br />stoff.</th>
-<th rowspan="3" class="br">Wasser-<br />stoff.</th>
-<th rowspan="3" class="br">Sauer-<br />stoff.</th>
-<th rowspan="3" class="br">Stick-<br />stoff.</th>
-<th rowspan="3">Salze<br />und<br />Erden.</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th class="br">feuch-<br />ten</th>
-<th class="br">trocke-<br />nen</th>
-</tr>
-
-<tr class="bb">
-<th colspan="2" class="br">Zustande.</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="material">Harn</td>
-<td class="data br">1330</td>
-<td class="data br">302</td>
-<td class="data br">108,7</td>
-<td class="data br">11,5</td>
-<td class="data br">34,1</td>
-<td class="data br">37,8</td>
-<td class="data">109,9</td>
-</tr>
-
-<tr class="bb">
-<td class="material">Excremente</td>
-<td class="data br">14250</td>
-<td class="data br">3525</td>
-<td class="data br">1364,4</td>
-<td class="data br">179,8</td>
-<td class="data br">1328,9</td>
-<td class="data br">77,6</td>
-<td class="data">574,6</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="summa"><span class="antiqua">Summa</span></td>
-<td class="data br">15580</td>
-<td class="data br">3827</td>
-<td class="data br">1472,9</td>
-<td class="data br">191,3</td>
-<td class="data br">1363,0</td>
-<td class="data br">115,4</td>
-<td class="data">684,5</td>
-</tr>
-
-<tr class="bb">
-<td class="material">Totalgewichte des ersten<br />Theils dieser Tafel</td>
-<td class="data br">25770</td>
-<td class="data br">8392</td>
-<td class="data br">3938,0</td>
-<td class="data br">446,5</td>
-<td class="data br">3209,2</td>
-<td class="data br">139,4</td>
-<td class="data">672,2</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="material">Differenz</td>
-<td class="data br">10190</td>
-<td class="data br">4565</td>
-<td class="data br">2465,1</td>
-<td class="data br">255,2</td>
-<td class="data br">1846,2</td>
-<td class="data br">24,0</td>
-<td class="data">12,3</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="material">Richtung der Differenz</td>
-<td class="center br">-</td>
-<td class="center br">-</td>
-<td class="center br">-</td>
-<td class="center br">-</td>
-<td class="center br">-</td>
-<td class="center br">-</td>
-<td class="center">+</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote15"><a href="#FNanchor15"><span class="label">[15]</span></a>
-<span class="antiqua">Ann. de Chim. et de phys. T. LXX. p.</span> 136.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p><span class="pagenum" id="Page297">[297]</span></p>
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Nahrungsmittel einer Kuh</span>,<br />
-<span class="fsize90">in 24 Stunden verzehrt.</span></p>
-
-<table class="note4" summary="Nahrungsmittel">
-
-<tr>
-<th colspan="8" class="thinline bt2 bb">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th rowspan="3" class="br"><span class="gesp2">Nahrungs-<br />mittel</span>.</th>
-<th colspan="2" class="br">Gewicht im</th>
-<th rowspan="3" class="br">Kohlen-<br />stoff.</th>
-<th rowspan="3" class="br">Wasser-<br />stoff.</th>
-<th rowspan="3" class="br">Sauer-<br />stoff.</th>
-<th rowspan="3" class="br">Stick-<br />stoff.</th>
-<th rowspan="3">Salze<br />und<br />erdige<br />Mate-<br />rien.</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th class="br">feuch-<br />ten</th>
-<th class="br">trocke-<br />nen</th>
-</tr>
-
-<tr class="bb">
-<th colspan="2" class="br">Zustande.</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="material">Kartoffel</td>
-<td class="data br">15000</td>
-<td class="data br">4170</td>
-<td class="data br">1839,0</td>
-<td class="data br">241,9</td>
-<td class="data br">1830,6</td>
-<td class="data br">50,0</td>
-<td class="data">208,5</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="material">Grummet</td>
-<td class="data br">7500</td>
-<td class="data br">6315</td>
-<td class="data br">2974,4</td>
-<td class="data br">353,6</td>
-<td class="data br">2204,0</td>
-<td class="data br">151,5</td>
-<td class="data">631,5</td>
-</tr>
-
-<tr class="bb">
-<td class="material">Wasser</td>
-<td class="data br">60000</td>
-<td class="center br">&mdash;</td>
-<td class="center br">&mdash;</td>
-<td class="center br">&mdash;</td>
-<td class="center br">&mdash;</td>
-<td class="center br">&mdash;</td>
-<td class="data">50,0</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="summa"><span class="antiqua">Summa</span></td>
-<td class="data br">82500</td>
-<td class="data br">10485</td>
-<td class="data br">4813,4</td>
-<td class="data br">595,5</td>
-<td class="data br">4034,6</td>
-<td class="data br">201,5</td>
-<td class="data">889,0</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Producte einer Kuh</span><br />
-<span class="fsize90">in 24 <span class="nowrap">Stunden<a id="FNanchor16"></a><a href="#Footnote16"
-class="fnanchor">[F16]</a></span>.</span></p>
-
-<table class="note4" summary="Produkte">
-
-<tr>
-<th colspan="8" class="thinline bt2 bb">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th rowspan="3" class="br"><span class="gesp2">Nahrungs-<br />mittel</span>.</th>
-<th colspan="2" class="br">Gewicht im</th>
-<th rowspan="3" class="br">Kohlen-<br />stoff.</th>
-<th rowspan="3" class="br">Wasser-<br />stoff.</th>
-<th rowspan="3" class="br">Sauer-<br />stoff.</th>
-<th rowspan="3" class="br">Stick-<br />stoff.</th>
-<th rowspan="3">Salze<br />und<br />erdige<br />Mate-<br />rien.</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th class="br">feuch-<br />ten</th>
-<th class="br">trocke-<br />nen</th>
-</tr>
-
-<tr class="bb">
-<th colspan="2" class="br">Zustande.</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="material">Excremente</td>
-<td class="data br">28413</td>
-<td class="data br">4000,0</td>
-<td class="data br">1712,0</td>
-<td class="data br">208,0</td>
-<td class="data br">1508,0</td>
-<td class="data br">92,0</td>
-<td class="data">480,0</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="material">Harn</td>
-<td class="data br">8200</td>
-<td class="data br">960,8</td>
-<td class="data br">261,4</td>
-<td class="data br">25,0</td>
-<td class="data br">253,7</td>
-<td class="data br">36,5</td>
-<td class="data">384,2</td>
-</tr>
-
-<tr class="bb">
-<td class="material">Milch</td>
-<td class="data br">8539</td>
-<td class="data br">1150,6</td>
-<td class="data br">628,2</td>
-<td class="data br">99,0</td>
-<td class="data br">321,0</td>
-<td class="data br">46,0</td>
-<td class="data">56,4</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="summa"><span class="antiqua">Summa</span></td>
-<td class="data br">45152</td>
-<td class="data br">6111,4</td>
-<td class="data br">2601,6</td>
-<td class="data br">332,0</td>
-<td class="data br">2082,7</td>
-<td class="data br">174,5</td>
-<td class="data">920,6</td>
-</tr>
-
-<tr class="bb">
-<td class="material">Totalgewichte des ersten<br />Theils dieser Tafel</td>
-<td class="data br">82500</td>
-<td class="data br">10485,0</td>
-<td class="data br">4813,4</td>
-<td class="data br">595,5</td>
-<td class="data br">4034,6</td>
-<td class="data br">201,5</td>
-<td class="data">889,0</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="material">Differenz</td>
-<td class="data br">37348</td>
-<td class="data br">4374,6</td>
-<td class="data br">2211,8</td>
-<td class="data br">263,5</td>
-<td class="data br">1951,9</td>
-<td class="data br">27,0</td>
-<td class="data">31,6</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="material">Richtung der Differenz</td>
-<td class="center br">-</td>
-<td class="center br">-</td>
-<td class="center br">-</td>
-<td class="center br">-</td>
-<td class="center br">-</td>
-<td class="center br">-</td>
-<td class="center">+</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page298">[298]</span></p>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote16"><a href="#FNanchor16"><span class="label">[16]</span></a>
-<span class="antiqua">Ann. de Chim. et de phys. T. LXX. p.</span> 136.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p class="anhangnote" id="Endnote5"><a href="#ENanchor5">Note 5</a>. <a href="#Page20">Seite 20</a>.</p>
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Temperatur und Bewegung des Bluts</span>.</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Blut">
-
-<tr>
-<th>&nbsp;</th>
-<th colspan="5" class="center"><span class="gesp2">Nach Prevost und Dumas</span></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th class="left bot fsize80">ist bei der</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">die<br />mittlere<br />Temperatur</th>
-<th class="center padl1 padr1 fsize80">die Anzahl<br />der<br />Pulsschl&auml;ge</th>
-<th class="center padl1 padr1 fsize80">die Anzahl<br />der<br />Athemz&uuml;ge</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th rowspan="3" colspan="3">&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="center fsize80">in der Minute</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="2" class="vertline">&#9591;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="2" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Taube</td>
-<td class="right">42&deg;&nbsp;</td>
-<td class="left padl0 padr1">C</td>
-<td class="right padr3">136</td>
-<td class="right padr4">34</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Huhn</td>
-<td class="right">41,5</td>
-<td rowspan="12">&nbsp;</td>
-<td class="right padr3">140</td>
-<td class="right padr4">30</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Ente</td>
-<td class="right">42,5</td>
-<td class="right padr3">170</td>
-<td class="right padr4">21</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Rabe</td>
-<td class="right">42,5</td>
-<td class="right padr3">110</td>
-<td class="right padr4">21</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Lerche</td>
-<td class="right">44,0</td>
-<td class="right padr3">200</td>
-<td class="right padr4">22</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Simia Callitriche</td>
-<td class="right">35,5</td>
-<td class="right padr3">90</td>
-<td class="right padr4">30</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Meerschwein</td>
-<td class="right">38,0</td>
-<td class="right padr3">140</td>
-<td class="right padr4">36</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Hund</td>
-<td class="right">37,4</td>
-<td class="right padr3">90</td>
-<td class="right padr4">28</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Katze</td>
-<td class="right">38,5</td>
-<td class="right padr3">100</td>
-<td class="right padr4">24</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Ziege</td>
-<td class="right">39,2</td>
-<td class="right padr3">84</td>
-<td class="right padr4">24</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Hase</td>
-<td class="right">38,0</td>
-<td class="right padr3">120</td>
-<td class="right padr4">36</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Pferd</td>
-<td class="right">36,8</td>
-<td class="right padr3">56</td>
-<td class="right padr4">16</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Mensch</td>
-<td class="right">37,0</td>
-<td class="right padr3">72</td>
-<td class="right padr4">18</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Mensch Mann (<span class="antiqua">J. L.</span>)</td>
-<td class="right bt">36,5</td>
-<td class="left padl0 bt">*</td>
-<td class="right padr3 bt">65</td>
-<td class="right padr4 bt">17</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Mensch Weib (<span class="antiqua">J. L.</span>)</td>
-<td class="right">36,8</td>
-<td class="left padl0">*</td>
-<td class="right padr3">60</td>
-<td class="right padr4">15</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p>Temperatur des Kindes 39&deg;.</p>
-
-<p>Die W&auml;rme des Menschen betr&auml;gt in den inneren Theilen,
-welche zun&auml;chst zug&auml;nglich sind, wie Mund, Mastdarm
-29,20-29,60&deg; R. = 36,50-37&deg; C. Die W&auml;rme des
-Blutes (<span class="gesp2">Magendie</span>) 30,5-31&deg; R. = 38,1-38,7&deg; C.
-Als mittlere Temperatur ist <a href="#Page20"><span class="antiqua">p.</span> 20</a> 37,5&deg; C. angenommen.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page299">[299]</span></p>
-
-<p class="anhangnote" id="Endnote6"><a href="#ENanchor6">Note 6</a>. <a href="#Page37">Seite 37</a>.</p>
-
-<p>Die Gefangenen in dem Arresthaus in Gie&szlig;en erhalten
-t&auml;glich 1<sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub> Pfd. Brod (48 Loth), welche 14<sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub> Loth Kohlenstoff
-enthalten. Sie erhalten ferner 1 Pfd. Suppe und
-in je zwei Tagen 1 Pfd. Kartoffeln.</p>
-
-<table class="dontwrap fsize90" summary="Giessen">
-
-<tr>
-<td class="right padr0">1</td>
-<td class="left padl0 padr1"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="left padr1">Pfund</td>
-<td class="left padr1">Brod</td>
-<td class="left padr1">enthalten</td>
-<td class="right padr0">14</td>
-<td class="left padl0 padr1">,5</td>
-<td class="left padr1">Loth</td>
-<td class="left">Kohlenstoff</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="right padr0">1</td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="center padr1">&#8222;</td>
-<td class="left padr1">Suppe</td>
-<td class="center padr1">&#8222;</td>
-<td class="right padr0">1</td>
-<td class="left padl0 padr1">,5</td>
-<td class="center padr1">&#8222;</td>
-<td class="center padr1">&#8222;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="left padl0 padr1"><sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="center padr1">&#8222;</td>
-<td class="left padr1">Kartoffeln</td>
-<td class="center padr1">&#8222;</td>
-<td class="right padr0">2</td>
-<td class="left padl0 padr1">,00</td>
-<td class="center padr1">&#8222;</td>
-<td class="center padr1">&#8222;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="5">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0 bt">17</td>
-<td class="left padl0 bt">,00</td>
-<td class="left padr1 bt">Loth</td>
-<td class="left padr1 bt">Kohlenstoff</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p class="anhangnote" id="Endnote7"><a href="#ENanchor7">Note 7</a>. <a href="#Page43">Seite 43</a>.</p>
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des Blut-Fibrins und
-<span class="nowrap">-Albumins<a id="FNanchor17"></a><a href="#Footnote17" class="fnanchor">[F17]</a></span>.</span></p>
-
-<table class="note5to43" summary="Blut">
-
-<tr>
-<th rowspan="5" colspan="3">&nbsp;</th>
-<th colspan="6" class="center padl1 padr1">Albumin aus Blutserum</th>
-<th rowspan="5" class="zerowidth">&nbsp;</th>
-<th colspan="6" class="center padl1 padr1">Fibrin</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="6" class="center padl1 padr1 fsize80">Scherer*</th>
-<th colspan="4" class="center padl1 padr1 fsize80">Scherer*</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Mulder</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="6" class="vertline">&#9591;</th>
-<th colspan="4" class="vertline">&#9591;</th>
-<th rowspan="2" colspan="2">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="6" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-<th colspan="4" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="antiqua">I.</span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="antiqua">II.</span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="antiqua">III.</span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="antiqua">I.</span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="antiqua">II.</span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="antiqua">III.</span></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padr0 padl1">53</td>
-<td class="left padl0 padr1">,850</td>
-<td class="right padr0 padl1">55</td>
-<td class="left padl0 padr1">,461</td>
-<td class="right padr0 padl1">55</td>
-<td class="left padl0 padr1">,097</td>
-<td rowspan="6" class="zerowidth">&nbsp;</td>
-<td class="right padr0 padl1">53</td>
-<td class="left padl0 padr1">,671</td>
-<td class="right padr0 padl1">54</td>
-<td class="left padl0 padr1">,454</td>
-<td class="right padr0 padl1">54</td>
-<td class="left padl0 padr1">,56</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padr0 padl1">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,983</td>
-<td class="right padr0 padl1">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,201</td>
-<td class="right padr0 padl1">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,880</td>
-<td class="right padr0 padl1">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,878</td>
-<td class="right padr0 padl1">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,069</td>
-<td class="right padr0 padl1">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,90</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padr0 padl1">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,673</td>
-<td class="right padr0 padl1">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,673</td>
-<td class="right padr0 padl1">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,681</td>
-<td class="right padr0 padl1">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,763</td>
-<td class="right padr0 padl1">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,762</td>
-<td class="right padr0 padl1">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,72</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td rowspan="3" class="brace bt br bb">&nbsp;</td>
-<td rowspan="3" class="brace padl0">-</td>
-<td rowspan="3" class="right padr0 padl1">23</td>
-<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,494</td>
-<td rowspan="3" class="right padr0 padl1">21</td>
-<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,655</td>
-<td rowspan="3" class="right padr0 padl1">22</td>
-<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,342</td>
-<td rowspan="3" class="right padr0 padl1">23</td>
-<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,688</td>
-<td rowspan="3" class="right padr0 padl1">22</td>
-<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,715</td>
-<td rowspan="3" class="right padr0 padl1">22</td>
-<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,82</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Schwefel</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Phosphor</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p>Die weiteren Analysen des Thier-Albumins und Fibrins
-siehe in der <a href="#Endnote28">Note 28</a> <a href="#Page319">S. 319</a>, so wie auch die Analysen der
-Organe oder ihrer Theile.</p>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote17"><a href="#FNanchor17"><span class="label">[17]</span></a>
-Annal. der Chemie u. Pharm. Bd. <span class="antiqua">XXVIII.</span> S. 74 u. Bd. <span class="antiqua">XL.</span>
-S. 33 u. 36.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p><span class="pagenum" id="Page300">[300]</span></p>
-
-<p class="anhangnote" id="Endnote8"><a href="#ENanchor8">Note 8</a>. <a href="#Page49">Seite 49</a>.</p>
-
-<p class="center blankbefore1"><span class="gesp2">Zusammensetzung des Pflanzen-Fibrins, -Albumins,
--Caseins und -Leims</span>.</p>
-
-<p class="center blankbefore2 gesp2">Pflanzenfibrin</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Pflanzenfibrin">
-
-<tr>
-<th colspan="11">&nbsp;</th>
-<th colspan="4" class="center">Roher Kleber<br />a. Weizenmehl</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th rowspan="4" colspan="3">&nbsp;</th>
-<th colspan="6" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="nowrap">Scherer<a id="FNanchor18"></a><a href="#Footnote18"
-class="fnanchor">[F18]</a>*</span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="nowrap">Jones<a id="FNanchor19"></a><a href="#Footnote19"
-class="fnanchor">[F19]</a>*</span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="nowrap">Marcet<a id="FNanchor20"></a><a href="#Footnote20"
-class="fnanchor">[F20]</a></span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Boussingault</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="6" class="vertline">&#9591;</th>
-<th rowspan="3" colspan="6">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="6" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">I.</span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">II.</span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">III.</span></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">53</td>
-<td class="left padl0 padr1">,064</td>
-<td class="right padl1 padr0">54</td>
-<td class="left padl0 padr1">,603</td>
-<td class="right padl1 padr0">54</td>
-<td class="left padl0 padr1">,617</td>
-<td class="right padl1 padr0">53</td>
-<td class="left padl0 padr1">,83</td>
-<td class="right padl1 padr0">55</td>
-<td class="left padl0 padr1">,7</td>
-<td class="right padl1 padr0">53</td>
-<td class="left padl0 padr1">,5</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,132</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,302</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,491</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,02</td>
-<td class="right padl1 padr0">14</td>
-<td class="left padl0 padr1">,5</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,0</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,359</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,810</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,809</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,58</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,8</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,0</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td rowspan="3" class="brace bt br bb">&nbsp;</td>
-<td rowspan="3" class="brace padl0">-</td>
-<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">24</td>
-<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,445</td>
-<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">22</td>
-<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,285</td>
-<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">22</td>
-<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,083</td>
-<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">23</td>
-<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,56</td>
-<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">22</td>
-<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,0</td>
-<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">24</td>
-<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,5</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Schwefel</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Phosphor</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote18"><a href="#FNanchor18"><span class="label">[18]</span></a>
-Ann. d. Chem. u. Pharm. Bd. <span class="antiqua">XL.</span> S. 7.</p>
-
-<p id="Footnote19"><a href="#FNanchor19"><span class="label">[19]</span></a> Ebendaselbst. S. 65.</p>
-
-<p id="Footnote20"><a href="#FNanchor20"><span class="label">[20]</span></a>
-L. Gmelin&#8217;s th. Chem. Bd. <span class="antiqua">II.</span> S. 1092.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p class="center blankbefore2 gesp2"><span class="nowrap">Pflanzenalbumin<a id="FNanchor21"></a><a href="#Footnote21"
-class="fnanchor">[F21]</a></span></p>
-
-<table class="note5to43" summary="Pflanzenalbumin">
-
-<tr>
-<th rowspan="2" colspan="3">&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">a. Roggen</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">a. Weizen</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">a. Pflanzen-<br />leim</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">a. Mandeln</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Jones*</th>
-<th colspan="2">&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Varrentrapp<br />u. Will*</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Jones*</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">54</td>
-<td class="left padl0 padr1">,74</td>
-<td class="right padl1 padr0">55</td>
-<td class="left padl0 padr1">,01</td>
-<td class="right padl1 padr0">54</td>
-<td class="left padl0 padr1">,85</td>
-<td class="right padl1 padr0">57</td>
-<td class="left padl0 padr1">,03</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,77</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,23</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,96</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,53</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,85</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,92</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,88</td>
-<td class="right padl1 padr0">13</td>
-<td class="left padl0 padr1">,45</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td rowspan="3" class="brace bt br bb">&nbsp;</td>
-<td rowspan="3" class="brace padl0">-</td>
-<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">21</td>
-<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,64</td>
-<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">21</td>
-<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,84</td>
-<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">22</td>
-<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,39</td>
-<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">21</td>
-<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,96</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Schwefel</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Phosphor</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote21"><a href="#FNanchor21"><span class="label">[21]</span></a>
-Ann. der Chem. u. Pharm. Bd. <span class="antiqua">XL.</span> S. 66. u. Bd. <span class="antiqua">XXXIX.</span> S. 291.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p><span class="pagenum" id="Page301">[301]</span></p>
-
-<table class="note5to43" summary="Unbekannt">
-
-<tr>
-<th>&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Boussingault.</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Varrentrapp<br />u. Will.*</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">52</td>
-<td class="left padl0 padr1">,7</td>
-<td colspan="2" class="center">&mdash;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,9</td>
-<td colspan="2" class="center">&mdash;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">18</td>
-<td class="left padl0 padr1">,4</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,70</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">22</td>
-<td class="left padl0 padr1">,0</td>
-<td colspan="2" class="center">&mdash;</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p class="center blankbefore2 gesp2"><span class="nowrap">Pflanzencasein<a id="FNanchor22"></a><a
-href="#Footnote22" class="fnanchor">[F22]</a></span></p>
-
-<table class="note5to43" summary="Pflanzencasein">
-
-<tr>
-<th colspan="5">&nbsp;</th>
-<th colspan="4" class="center padl1 padr1">schwefelsaures<br />Caseinkali</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th>&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Scherer*</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Jones*</th>
-<th colspan="4" class="center padl1 padr1 fsize80">Varrentrapp<br />u. Will*</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th rowspan="2" colspan="5">&nbsp;</th>
-<th colspan="4" class="vertline">&#9591;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="4" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">54</td>
-<td class="left padl0 padr1">,138</td>
-<td class="right padl1 padr0">55</td>
-<td class="left padl0 padr1">,05</td>
-<td class="right padl1 padr0">51</td>
-<td class="left padl0 padr1">,41</td>
-<td class="right padl1 padr0">51</td>
-<td class="left padl0 padr1">,24</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,156</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,59</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,83</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,77</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,672</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,89</td>
-<td class="right padl1 padr0">14</td>
-<td class="left padl0 padr1">,48</td>
-<td class="right padl1 padr0">13</td>
-<td class="left padl0 padr1">,23</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff u. s. w.</td>
-<td class="right padl1 padr0">23</td>
-<td class="left padl0 padr1">,034</td>
-<td class="right padl1 padr0">21</td>
-<td class="left padl0 padr1">,47</td>
-<td colspan="2" class="center">&mdash;</td>
-<td colspan="2" class="center">&mdash;</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote22"><a href="#FNanchor22"><span class="label">[22]</span></a>
-Ann. der Chem. u. Pharm. Bd. <span class="antiqua">XXXIX.</span> S. 291 und Bd. <span class="antiqua">XL.</span>
-S. 8 u. 67.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Pflanzenleim</span></p>
-
-<table class="note5to43" summary="Pflanzenleim">
-
-<tr>
-<th>&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="nowrap">Jones<a id="FNanchor23"></a><a href="#Footnote23"
-class="fnanchor">[F23]</a>*</span></th>
-<th colspan="4" class="center padl1 padr1">Boussingault</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th rowspan="3" colspan="3">&nbsp;</th>
-<th colspan="4" class="vertline">&#9591;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="4" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="2" class="center"><span class="antiqua">I.</span></th>
-<th colspan="2" class="center"><span class="antiqua">II.</span></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">55</td>
-<td class="left padl0 padr1">,22</td>
-<td class="right padl1 padr0">54</td>
-<td class="left padl0 padr1">,2</td>
-<td class="right padl1 padr0">52</td>
-<td class="left padl0 padr1">,3</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,42</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,5</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,5</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,98</td>
-<td class="right padl1 padr0">13</td>
-<td class="left padl0 padr1">,9</td>
-<td class="right padl1 padr0">18</td>
-<td class="left padl0 padr1">,9</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff u. s. w.</td>
-<td class="right padl1 padr0">21</td>
-<td class="left padl0 padr1">,38</td>
-<td class="right padl1 padr0">24</td>
-<td class="left padl0 padr1">,4</td>
-<td class="right padl1 padr0">22</td>
-<td class="left padl0 padr1">,3</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote23"><a href="#FNanchor23"><span class="label">[23]</span></a> Ann. d. Chem. u.
-Pharm. Bd. <span class="antiqua">XL.</span> S. 66.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p><span class="pagenum" id="Page302">[302]</span></p>
-
-<p class="anhangnote" id="Endnote9"><a href="#ENanchor9">Note 9</a>. <a href="#Page53">Seite 53</a>.</p>
-
-<p class="center highline2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des Thier-Caseins</span>.</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Thier-Casein">
-
-<tr>
-<th rowspan="7" colspan="3">&nbsp;</th>
-<th colspan="10" class="center"><span class="nowrap">Scherer<a id="FNanchor24"></a><a href="#Footnote24"
-class="fnanchor">[F24]</a>*</span></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="10" class="vertline">&#9591;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="10" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">a. frisch.<br />Milch</th>
-<th colspan="4" class="center padl1 padr1">a. saur.<br />Milch</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">a. Milch<br />m.<br />Essigs.</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Zieger</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th rowspan="2" colspan="2">&nbsp;</th>
-<th colspan="4" class="vertline">&#9591;</th>
-<th rowspan="2" colspan="4">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="4" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="antiqua">I.</span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="antiqua">II.</span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="antiqua">III.</span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="antiqua">IV.</span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="antiqua">V.</span></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">54</td>
-<td class="left padl0 padr1">,825</td>
-<td class="right padl1 padr0">54</td>
-<td class="left padl0 padr1">,721</td>
-<td class="right padl1 padr0">54</td>
-<td class="left padl0 padr1">,665</td>
-<td class="right padl1 padr0">54</td>
-<td class="left padl0 padr1">,580</td>
-<td class="right padl1 padr0">54</td>
-<td class="left padl0 padr1">,507</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,153</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,239</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,465</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,352</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,913</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,628</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,724</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,724</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,696</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,670</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td rowspan="2" class="brace bt br bb">&nbsp;</td>
-<td rowspan="2" class="brace padl0">-</td>
-<td rowspan="2" class="right padl1 padr0">22</td>
-<td rowspan="2" class="left padl0 padr1">,394</td>
-<td rowspan="2" class="right padl1 padr0">22</td>
-<td rowspan="2" class="left padl0 padr1">,316</td>
-<td rowspan="2" class="right padl1 padr0">22</td>
-<td rowspan="2" class="left padl0 padr1">,146</td>
-<td rowspan="2" class="right padl1 padr0">22</td>
-<td rowspan="2" class="left padl0 padr1">,372</td>
-<td rowspan="2" class="right padl1 padr0">22</td>
-<td rowspan="2" class="left padl0 padr1">,910</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Schwefel</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote24"><a href="#FNanchor24"><span class="label">[24]</span></a> Annal. d. Chem. n. Pharm. Bd.
-<span class="antiqua">XL.</span> S. 40 u. s. f.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<table class="note5to43" summary="Thier-Casein">
-
-<tr>
-<th>&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="nowrap"><span class="gesp2">Mulder</span><a id="FNanchor25"></a><a
-href="#Footnote25" class="fnanchor">[F25]</a></span></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">54</td>
-<td class="left padl0 padr1">,96</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,15</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,80</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">21</td>
-<td class="left padl0 padr1">,73</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Schwefel</td>
-<td class="right padl1 padr0">0</td>
-<td class="left padl0 padr1">,36</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote25"><a href="#FNanchor25"><span class="label">[25]</span></a>
-Die Analyse des Pflanzencaseins siehe in der <a href="#Endnote8">vorhergehenden Note</a>.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p class="anhangnote" id="Endnote10"><a href="#ENanchor10">Note 10</a>. <a href="#Page66">Seite 66</a>.</p>
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Gehalt der festen Excremente an in Alkohol
-l&ouml;slichen Bestandtheilen</span> (<span class="gesp2">Will*</span>).</p>
-
-<p>18,3 Grm. bei 100&deg; getrocknete Pferdexcremente verloren
-durch Behandlung mit Alkohol 0,995 am Gewichte, der
-trockne R&uuml;ckstand besa&szlig; die Beschaffenheit von ausgekochten
-S&auml;gesp&auml;nen.</p>
-
-<p>14,98 Grm. trockner Kuhexcremente verloren durch die
-n&auml;mliche Behandlung 0,625 Grm.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page303">[303]</span></p>
-
-<p class="anhangnote" id="Endnote11"><a href="#ENanchor11">Note 11</a>. <a href="#Page72">S. 72</a>.</p>
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des <span class="nowrap">Amylons<a id="FNanchor26"></a><a
-href="#Footnote26" class="fnanchor">[F26]</a></span>.</span></p>
-
-<table class="note5to43" summary="Amylon">
-
-<tr>
-<th rowspan="4">&nbsp;</th>
-<th colspan="10" class="center fsize80">Strecker*</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="10" class="vertline">&#9591;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="10" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>12</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>20</sub><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">aus<br />Erbsen</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Linsen</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Bohnen</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Heide-<br />korn</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">44</td>
-<td class="left padl0 padr1">,91</td>
-<td class="right padl1 padr0">44</td>
-<td class="left padl0 padr1">,33</td>
-<td class="right padl1 padr0">44</td>
-<td class="left padl0 padr1">,46</td>
-<td class="right padl1 padr0">44</td>
-<td class="left padl0 padr1">,16</td>
-<td class="right padl1 padr0">44</td>
-<td class="left padl0 padr1">,23</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,11</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,57</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,54</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,69</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,40</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">48</td>
-<td class="left padl0 padr1">,98</td>
-<td class="right padl1 padr0">49</td>
-<td class="left padl0 padr1">,09</td>
-<td class="right padl1 padr0">49</td>
-<td class="left padl0 padr1">,00</td>
-<td class="right padl1 padr0">49</td>
-<td class="left padl0 padr1">,15</td>
-<td class="right padl1 padr0">49</td>
-<td class="left padl0 padr1">,37</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<table class="note5to43" summary="Amylon">
-
-<tr>
-<th rowspan="4">&nbsp;</th>
-<th colspan="10" class="center fsize80">Strecker*</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="10" class="vertline">&#9591;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="10" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">aus<br />Mais</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Ro&szlig;-<br />kastanien</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Weizen</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Roggen</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">44</td>
-<td class="left padl0 padr1">,27</td>
-<td class="right padl1 padr0">44</td>
-<td class="left padl0 padr1">,44</td>
-<td class="right padl1 padr0">44</td>
-<td class="left padl0 padr1">,26</td>
-<td class="right padl1 padr0">44</td>
-<td class="left padl0 padr1">,16</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,67</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,47</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,70</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,64</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">49</td>
-<td class="left padl0 padr1">,06</td>
-<td class="right padl1 padr0">49</td>
-<td class="left padl0 padr1">,08</td>
-<td class="right padl1 padr0">49</td>
-<td class="left padl0 padr1">,04</td>
-<td class="right padl1 padr0">49</td>
-<td class="left padl0 padr1">,20</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<table class="note5to43" summary="Amylon">
-
-<tr>
-<th rowspan="4">&nbsp;</th>
-<th colspan="10" class="center fsize80">Strecker*</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="10" class="vertline">&#9591;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="10" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">aus<br />Reis</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Dahlien-<br />wurzel</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">unreif.<br />Aepfeln</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">unreif.<br />Birnen</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">44</td>
-<td class="left padl0 padr1">,69</td>
-<td class="right padl1 padr0">44</td>
-<td class="left padl0 padr1">,13</td>
-<td class="right padl1 padr0">44</td>
-<td class="left padl0 padr1">,10</td>
-<td class="right padl1 padr0">44</td>
-<td class="left padl0 padr1">,14</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,36</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,56</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,57</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,75</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">48</td>
-<td class="left padl0 padr1">,95</td>
-<td class="right padl1 padr0">49</td>
-<td class="left padl0 padr1">,31</td>
-<td class="right padl1 padr0">49</td>
-<td class="left padl0 padr1">,33</td>
-<td class="right padl1 padr0">49</td>
-<td class="left padl0 padr1">,11</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<table class="note5to43" summary="Amylon">
-
-<tr>
-<th rowspan="4">&nbsp;</th>
-<th colspan="4" class="center padl1 padr1">aus<br />Kartoffeln</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">a. Pfeil-<br />wurzeln</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">a. Yams-<br />wurzeln</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="4" class="vertline">&#9591;</th>
-<th colspan="4" rowspan="2">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="4" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Berzelius<br />u. Th&eacute;nard</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Gay-<br />Lussac</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Prout</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Orti-<br />gosa*</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">44</td>
-<td class="left padl0 padr1">,250</td>
-<td class="right padl1 padr0">43</td>
-<td class="left padl0 padr1">,55</td>
-<td class="right padl1 padr0">44</td>
-<td class="left padl0 padr1">,40</td>
-<td class="right padl1 padr0">44</td>
-<td class="left padl0 padr1">,2</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,674</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,77</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,18</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,5</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">49</td>
-<td class="left padl0 padr1">,076</td>
-<td class="right padl1 padr0">49</td>
-<td class="left padl0 padr1">,68</td>
-<td class="right padl1 padr0">49</td>
-<td class="left padl0 padr1">,42</td>
-<td class="right padl1 padr0">49</td>
-<td class="left padl0 padr1">,3</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote26"><a href="#FNanchor26"><span class="label">[26]</span></a>
-Die in den Analysen von <span class="gesp2">Strecker</span> und <span class="gesp2">Ortigosa</span> verwendete
-St&auml;rke wurde in dem Laboratorium zu Gie&szlig;en aus den Samen, Knollen
-und Fr&uuml;chten dargestellt.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p><span class="pagenum" id="Page304">[304]</span></p>
-
-<p class="anhangnote" id="Endnote12"><a href="#ENanchor12">Note 12</a>. <a href="#Page72">Seite 72</a>.</p>
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des Trauben- (St&auml;rke-)zuckers</span>.</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Zucker">
-
-<tr>
-<th rowspan="4">&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">a.<br /><span class="nowrap">Trauben<a id="FNanchor27"></a><a
-href="#Footnote27" class="fnanchor">[F27]</a></span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">a.<br /><span class="nowrap">St&auml;rke<a id="FNanchor28"></a><a
-href="#Footnote28" class="fnanchor">[F28]</a></span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">a.<br /><span class="nowrap">Honig<a id="FNanchor29"></a><a href="#Footnote29"
-class="fnanchor">[F29]</a></span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">berechn.<br /><span class="antiqua">C</span><sub>12</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>28</sub><span class="antiqua">O</span><sub>14</sub></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="4" class="center padl1 padr1 fsize80">Saussure</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Prout</th>
-<th rowspan="3" colspan="2">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="4" class="vertline">&#9591;</th>
-<th rowspan="2" colspan="2">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="4" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">36</td>
-<td class="left padl0 padr1">,71</td>
-<td class="right padl1 padr0">37</td>
-<td class="left padl0 padr1">,29</td>
-<td class="right padl1 padr0">36</td>
-<td class="left padl0 padr1">,36</td>
-<td class="right padl1 padr0">36</td>
-<td class="left padl0 padr1">,80</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,78</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,84</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,09</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,01</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">56</td>
-<td class="left padl0 padr1">,51</td>
-<td class="right padl1 padr0">55</td>
-<td class="left padl0 padr1">,87</td>
-<td class="right padl1 padr0">56</td>
-<td class="left padl0 padr1">,55</td>
-<td class="right padl1 padr0">56</td>
-<td class="left padl0 padr1">,19</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote27"><a href="#FNanchor27"><span class="label">[27]</span></a> <span class="antiqua">Ann.
-de Chim.</span> Bd. <span class="antiqua">XI.</span> S. 381.</p>
-
-<p id="Footnote28"><a href="#FNanchor28"><span class="label">[28]</span></a>
-<span class="antiqua">Ann. of Philosoph. T. VI. p.</span> 426.</p>
-
-<p id="Footnote29"><a href="#FNanchor29"><span class="label">[29]</span></a>
-<span class="antiqua">Philos. Transact.</span> 1827 <span class="antiqua">p.</span> 373.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p class="anhangnote" id="Endnote13"><a href="#ENanchor13">Note 13</a>. <a href="#Page73">Seite 73</a>.</p>
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des Milchzuckers</span>.</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Milchzucker">
-
-<tr>
-<th>&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Gay-L.<br />u. Th&eacute;n.</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Prout</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Brunn.</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Ber-<br />zelius</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">J. L.*</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">berech-<br />net<br /><span class="antiqua">C</span><sub>12</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>24</sub><span class="antiqua">O</span><sub>12</sub></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">38</td>
-<td class="left padl0 padr1">,825</td>
-<td class="right padl1 padr0">40</td>
-<td class="left padl0 padr1">,00</td>
-<td class="right padl1 padr0">40</td>
-<td class="left padl0 padr1">,437</td>
-<td class="right padl1 padr0">39</td>
-<td class="left padl0 padr1">,474</td>
-<td class="right padl1 padr0">40</td>
-<td class="left padl0 padr1">,00</td>
-<td class="right padl1 padr0">40</td>
-<td class="left padl0 padr1">,46</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,341</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,66</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,711</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,167</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,73</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,61</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">53</td>
-<td class="left padl0 padr1">,834</td>
-<td class="right padl1 padr0">53</td>
-<td class="left padl0 padr1">,34</td>
-<td class="right padl1 padr0">52</td>
-<td class="left padl0 padr1">,852</td>
-<td class="right padl1 padr0">53</td>
-<td class="left padl0 padr1">,359</td>
-<td class="right padl1 padr0">53</td>
-<td class="left padl0 padr1">,27</td>
-<td class="right padl1 padr0">52</td>
-<td class="left padl0 padr1">,93</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p class="anhangnote" id="Endnote14"><a href="#ENanchor14">Note 14</a>. <a href="#Page74">Seite 74</a>.</p>
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des Gummis</span>.</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Gummi">
-
-<tr>
-<th>&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Gay-Luss.<br />u. Th&eacute;n.</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Goebel</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Ber-<br />zelius</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>12</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>22</sub><span class="antiqua">O</span><sub>11</sub></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">42</td>
-<td class="left padl0 padr1">,23</td>
-<td class="right padl1 padr0">42</td>
-<td class="left padl0 padr1">,2</td>
-<td class="right padl1 padr0">42</td>
-<td class="left padl0 padr1">,682</td>
-<td class="right padl1 padr0">42</td>
-<td class="left padl0 padr1">,58</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,93</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,6</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,374</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,37</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">50</td>
-<td class="left padl0 padr1">,84</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,2</td>
-<td class="right padl1 padr0">50</td>
-<td class="left padl0 padr1">,944</td>
-<td class="right padl1 padr0">51</td>
-<td class="left padl0 padr1">,05</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page305">[305]</span></p>
-
-<p class="anhangnote" id="Endnote15"><a href="#ENanchor15">Note 15</a>. <a href="#Page76">Seite 76</a>.</p>
-
-<p class="center highline2"><span class="gesp2">Analyse des Hafers nach <span class="nowrap">Boussingault<a
-id="FNanchor30"></a><a href="#Footnote30" class="fnanchor">[F30]</a></span></span>.</p>
-
-<table class="dontwrap fsize90" summary="Hafer">
-
-<tr>
-<td class="right">100 Theile Hafer enthalten trockne Substanz</td>
-<td class="right">84,9</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="right">Wasser</td>
-<td class="right">17,1</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="right bt">100,0</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p class="center fsize90">100 Theile trockner Hafer = 117,7 lufttrocknem enthalten:</p>
-
-<table class="dontwrap notop fsize90" summary="Hafer">
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right">50,7</td>
-<td rowspan="6">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right">6,4</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right">36,7</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right">2,2</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Asche</td>
-<td class="right">4,0</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="right bt">100,0</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="right">17,7</td>
-<td class="left padl1">Wasser</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="right">lufttrockner Hafer</td>
-<td class="right bt">117,7</td>
-<td class="left padl1">in 100 Theilen 1,867 Stickstoff.</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote30"><a href="#FNanchor30"><span class="label">[30]</span></a>
-<span class="antiqua">Ann. de Chim. et de Phys. T. LXXI. p.</span> 130.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Analyse des <span class="nowrap">Heu&#8217;s<a id="FNanchor31"></a><a
-href="#Footnote31" class="fnanchor">[F31]</a></span></span>.</p>
-
-<table class="dontwrap fsize90" summary="Heu">
-
-<tr>
-<td class="left">100 Theile Heu enthalten lufttrocken</td>
-<td class="right">86</td>
-<td class="left padl1">trockne Substanz</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="right">14</td>
-<td class="left padl1">Wasser</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="right bt">100</td>
-<td>&nbsp;</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p class="center fsize90">100 Th. bei 100&deg; getrocknetes Heu = 116,2 lufttrocknes Heu enthalten:</p>
-
-<table class="dontwrap fsize90 notop" summary="Heu">
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right">45,8</td>
-<td rowspan="6">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right">5,0</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right">38,7</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right">1,5</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Asche</td>
-<td class="right">9,0</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="right bt">100,0</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Hierzu</td>
-<td class="right">16,2</td>
-<td class="left padl1">Wasser</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="right bt">116,2</td>
-<td class="left padl1">lufttrocknes Heu.</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page306">[306]</span></p>
-
-<table class="dontwrap fsize90" summary="Heu und Hafer">
-
-<tr>
-<td colspan="11" class="center">100,0 lufttrocknes Heu enthalten 1,29 Stickstoff</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="right">480</td>
-<td class="center padl1 padr1">Loth</td>
-<td class="left">Heu</td>
-<td class="left padl1">lufttrocken</td>
-<td class="center padl1 padr1">=</td>
-<td class="right">15</td>
-<td class="center padl1 padr1">Pfund</td>
-<td class="left">enthalten</td>
-<td class="right padl1 padr1">6,19</td>
-<td class="left">Loth</td>
-<td class="left padl1">Stickstoff</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="right">144</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="left">Hafer</td>
-<td class="center padl1">&#8222;</td>
-<td class="center">=</td>
-<td class="right">4<sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub></td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="right padl1 padr1">2,68</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center padl1">&#8222;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="6">&nbsp;</td>
-<td colspan="2" class="left">Zusammen</td>
-<td class="right padl1 padr1"><span class="bt">8,87</span></td>
-<td class="left">Loth</td>
-<td class="left padl1">Stickstoff.</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote31"><a href="#FNanchor31"><span class="label">[31]</span></a>
-<span class="antiqua">Ann. de Chim. et de Phys. T. LXXI. p.</span> 129.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p class="anhangnote" id="Endnote16"><a href="#ENanchor16">Note 16</a>. <a href="#Page78">Seite 78</a>.</p>
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Kohlenstoffgehalt des Fleisches und Amylons</span>.</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Fleisch und Amylon">
-
-<tr>
-<td class="right">100</td>
-<td colspan="4" class="note16line1">Loth Amylon enthalten 44 Loth Kohlenstoff, 128 Loth (4 Pfund) enthalten 56,32 Loth Kohlenstoff.</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="right">100</td>
-<td class="left padl1 padr1 w2m">Loth</td>
-<td class="center w2m">frisches</td>
-<td class="center padl1 padr1 w2m">Fleisch</td>
-<td class="left">enthalten 13,6 Loth Kohlenstoff (siehe <a href="#Endnote3">Note 3</a>)</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="right">480</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="left">(15 Pfund) mithin 55,28 Loth.</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p class="anhangnote" id="Endnote17"><a href="#ENanchor17">Note 17</a>. <a href="#Page85">Seite 85</a>.</p>
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des</span></p>
-
-<table class="note5to43" summary="Fette">
-
-<tr>
-<th rowspan="4">&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Schweine-<br />schmalzes</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Hammels-<br />talges</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="nowrap">Menschen-<br />fettes<a
-id="FNanchor32"></a><a href="#Footnote32" class="fnanchor">[F32]</a></span></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="6" class="center fsize80">Chevreul</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="6" class="vertline">&#9591;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="6"
-class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">79</td>
-<td class="left padl0 padr1">,098</td>
-<td class="right padl1 padr0">78</td>
-<td class="left padl0 padr1">,996</td>
-<td class="right padl1 padr0">79</td>
-<td class="left padl0 padr1">,000</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">11</td>
-<td class="left padl0 padr1">,146</td>
-<td class="right padl1 padr0">11</td>
-<td class="left padl0 padr1">,700</td>
-<td class="right padl1 padr0">11</td>
-<td class="left padl0 padr1">,416</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">9</td>
-<td class="left padl0 padr1">,756</td>
-<td class="right padl1 padr0">9</td>
-<td class="left padl0 padr1">,304</td>
-<td class="right padl1 padr0">9</td>
-<td class="left padl0 padr1">,584</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote32"><a href="#FNanchor32"><span class="label">[32]</span></a>
-<span class="antiqua">Recherch. chim. sur les corps gras. Paris</span> 1823.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p class="anhangnote" id="Endnote18"><a href="#ENanchor18">Note 18</a>. <a href="#Page85">Seite 85</a>.</p>
-
-<p class="center highline2"><span class="gesp2">Zusammensetzung</span></p>
-
-<table class="note5to43 notop" summary="Rohrzucker">
-
-<tr>
-<th rowspan="3">&nbsp;</th>
-<th colspan="12" class="center">des Rohrzuckers nach den Analysen</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="10" class="center"><span class="fsize80">von</span></th>
-<th rowspan="2" colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br />
-<span class="antiqua">C</span><sub>20</sub><span class="antiqua">H</span><sub>22</sub><span class="antiqua">O</span><sub>11</sub></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Berze-<br />ius</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Prout</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">W. Crum</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Liebig*</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Gay-L.<br />u. Th&eacute;n.</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">42</td>
-<td class="left padl0 padr1">,225</td>
-<td class="right padl1 padr0">42</td>
-<td class="left padl0 padr1">,86</td>
-<td class="right padl1 padr0">42</td>
-<td class="left padl0 padr1">,14</td>
-<td class="right padl1 padr0">42</td>
-<td class="left padl0 padr1">,301</td>
-<td class="right padl1 padr0">42</td>
-<td class="left padl0 padr1">,47</td>
-<td class="right padl1 padr0">42</td>
-<td class="left padl0 padr1">,58</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,600</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,35</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,42</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,384</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,90</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,37</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">51</td>
-<td class="left padl0 padr1">,175</td>
-<td class="right padl1 padr0">50</td>
-<td class="left padl0 padr1">,79</td>
-<td class="right padl1 padr0">51</td>
-<td class="left padl0 padr1">,44</td>
-<td class="right padl1 padr0">51</td>
-<td class="left padl0 padr1">,315</td>
-<td class="right padl1 padr0">50</td>
-<td class="left padl0 padr1">,63</td>
-<td class="right padl1 padr0">51</td>
-<td class="left padl0 padr1">,05</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p class="center highline2">Die Zusammensetzung des Gummis und der St&auml;rke siehe
-<a href="#Endnote14">Note 14</a> u. <a href="#Endnote11">11</a>.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page307">[307]</span></p>
-
-<p class="anhangnote" id="Endnote19"><a href="#ENanchor19">Note 19</a>. <a href="#Page86">Seite 86</a>.</p>
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des Cholsterins</span>.</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Cholsterin">
-
-<tr>
-<th>&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="nowrap">Chevreul<a id="FNanchor33"></a><a href="#Footnote33" class="fnanchor">[F33]</a></span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="nowrap">Couerbe<a id="FNanchor34"></a><a href="#Footnote34" class="fnanchor">[F34]</a></span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Marchand</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>36</sub><span class="antiqua">H</span><sub>64</sub><span class="antiqua">O</span></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">85</td>
-<td class="left padl0 padr1">,095</td>
-<td class="right padl1 padr0">84</td>
-<td class="left padl0 padr1">,895</td>
-<td class="right padl1 padr0">84</td>
-<td class="left padl0 padr1">,90</td>
-<td class="right padl1 padr0">84</td>
-<td class="left padl0 padr1">,641</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">11</td>
-<td class="left padl0 padr1">,880</td>
-<td class="right padl1 padr0">12</td>
-<td class="left padl0 padr1">,099</td>
-<td class="right padl1 padr0">12</td>
-<td class="left padl0 padr1">,00</td>
-<td class="right padl1 padr0">12</td>
-<td class="left padl0 padr1">,282</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">3</td>
-<td class="left padl0 padr1">,025</td>
-<td class="right padl1 padr0">3</td>
-<td class="left padl0 padr1">,006</td>
-<td class="right padl1 padr0">3</td>
-<td class="left padl0 padr1">,10</td>
-<td class="right padl1 padr0">3</td>
-<td class="left padl0 padr1">,077</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote33"><a href="#FNanchor33"><span class="label">[33]</span></a>
-<span class="antiqua">Recherch. sur les corps gras. p.</span> 185.</p>
-
-<p id="Footnote34"><a href="#FNanchor34"><span class="label">[34]</span></a>
-<span class="antiqua">Ann. de Chim. et de Phys. T. LVI. p.</span> 164.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p class="anhangnote" id="Endnote20"><a href="#ENanchor20">Note 20</a>. <a href="#Page88">Seite 88</a>.</p>
-
-<p class="center highline3"><span class="gesp2">Die Entstehung des Wachses aus
-<span class="nowrap">Zucker</span><a id="FNanchor35"></a><a href="#Footnote35" class="fnanchor">[F35]</a></span>.</p>
-
-<p>Sobald die Bienen ihren Magen oder die sogenannte
-Honigblase mit Honig angef&uuml;llt haben, und diesen nicht ablegen
-k&ouml;nnen, geht derselbe in Menge nach und nach in den
-Darmkanal, wird hier verdauet, der gr&ouml;&szlig;te Theil davon
-als Excremente ausgeschieden und der andere in die S&auml;fte
-der Bienen &uuml;bergef&uuml;hrt. Durch diesen gro&szlig;en Zuflu&szlig; von
-S&auml;ften bildet sich ein Fett, welches auf den vorn erw&auml;hnten
-acht Fleckchen, die sich an den untern 4 Schuppen der
-Bauchringel befinden, als eine fl&uuml;ssige Masse hervorquillt
-und bald als Wachsbl&auml;ttchen erh&auml;rtet; w&auml;hrend, wenn die<span class="pagenum" id="Page308">[308]</span>
-Biene den Honig ablegen kann, nur so viel in den Darmkanal
-&uuml;bergeht, als zur Ern&auml;hrung derselben n&ouml;thig ist.
-Die Honigblase der Bienen braucht kaum 40 Stunden mit
-Honig angef&uuml;llt zu sein, um auf den 8 Fleckchen, 8 Wachsbl&auml;ttchen
-vollkommen zur Reife zu bringen, so da&szlig; diese abfallen.
-Ich machte den Versuch und gab Bienen, die ich am
-Ende des Monats September mit ihrer K&ouml;nigin in ein K&auml;stchen
-setzte, statt Honig aufgel&ouml;s&#8217;ten Candiszucker. Es bildeten
-sich auch davon Wachsbl&auml;ttchen; aber sie wollten nicht
-recht abspringen, sondern die weiter ausquellende Masse blieb
-an den oberen Wachsbl&auml;ttchen bei den meisten Bienen h&auml;ngen,
-so da&szlig; die Bl&auml;ttchen so dick wurden, als es sonst viere zusammen
-sind. Die Schuppen der Bienen wurden dadurch
-ganz in die H&ouml;he gehoben, und die Bl&auml;ttchen ragten hervor.
-Beim Nachsehen fand ich, da&szlig; diese dicken Bl&auml;ttchen, welche
-unter der Lupe mehrere Lamellen zeigten, nach dem Kopfe
-der Biene hin von oben nach unten, und nach der Schwanzspitze
-hin von unten nach oben eine schiefe Fl&auml;che hatten.
-Es war also das sich zuerst gebildete Bl&auml;ttchen durch das
-n&auml;chstfolgende, und weil da, wo die Schuppen an der Fugenhaut
-festsitzen, kein Raum f&uuml;r 2 Bl&auml;ttchen vorhanden ist,
-etwas abgeschoben worden, und so war es denn auch mit
-dem dritten Bl&auml;ttchen gegangen, wodurch die schiefen Fl&auml;chen
-an den Seiten der Bl&auml;ttchen nach vorn und hinten entstanden
-waren. Ich habe hieraus recht deutlich ersehen, da&szlig;
-die Wachsbl&auml;ttchen durch die n&auml;chstfolgend sich bildenden Bl&auml;ttchen
-abgeschoben werden. Der Zuckersaft war von den Bienen<span class="pagenum" id="Page309">[309]</span>
-auch in Wachs zersetzt worden; allein es scheint doch,
-da&szlig; die Bildung irgend eine Unvollkommenheit erlitten hatte,
-indem die reifen Wachsbl&auml;ttchen sich nicht abl&ouml;s&#8217;ten, sondern
-an den n&auml;chstfolgenden h&auml;ngen blieben. Zum Wachsausschwitzen
-bed&uuml;rfen die Bienen keines Blumenstaubes, sondern
-nur Honig. Ich habe schon im October Bienen in ein leeres
-K&auml;stchen gebracht und ihnen Honig untergesetzt, und sie
-bauten bald Waben, obschon das Wetter so war, da&szlig; sie
-gar nicht fliegen konnten. Ich kann de&szlig;halb gar nicht glauben,
-da&szlig; der Blumenstaub eine Nahrung f&uuml;r die Bienen abgebe,
-sondern ich glaube, da&szlig; sie ihn nur verschlucken, um
-mit Honig und Wasser vermischt, den Nahrungssaft f&uuml;r die
-Maden daraus zu bereiten. Die Bienen verhungern auch
-oft noch im April, wenn ihr Honigvorrath aufgezehrt ist,
-und sie Blumenstaub in Menge, aber keinen Honig eintragen
-k&ouml;nnen. Sie rei&szlig;en in der Noth die Nymphen aus den
-Zellen und zernagen diese, um durch den s&uuml;&szlig;en Saft, den
-sie in diesen finden, sich das Leben zu fristen. Werden sie
-aber in dieser Lage nicht gef&uuml;ttert, oder tritt nicht alsbald
-Nahrung auf dem Felde ein, so sterben sie in wenigen Tagen.
-W&auml;re nun aber der Blumenstaub eine wirkliche Nahrung
-f&uuml;r die Bienen, so m&uuml;&szlig;ten sie doch wohl von diesem,
-mit Wasser vermischt, sich ihr Leben fristen k&ouml;nnen.</p>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote35"><a href="#FNanchor35"><span class="label">[35]</span></a>
-Aus Ferdinand Wilhelm <span class="gesp2">Gundlach&#8217;s</span> Naturgeschichte der Bienen,
-S. 15. ff. Cassel 1842 bei Bohne. &mdash; Wir kennen keinen sch&ouml;neren
-und &uuml;berzeugenderen Beweis der Fettbildung aus Zucker, als den
-folgenden, aus der Beobachtung entnommenen, Proce&szlig; der Wachsbildung
-bei den Bienen.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p>Die Bienen bauen nie Waben, wenn sie nicht eine K&ouml;nigin
-haben, oder nicht mit Brut versehen sind, aus welcher
-sie sich eine K&ouml;nigin erziehen k&ouml;nnen. Sperrt man aber
-Bienen ohne K&ouml;nigin in ein K&auml;stchen und f&uuml;ttert sie mit<span class="pagenum" id="Page310">[310]</span>
-Honig, so sieht man, da&szlig; sie nach 48 Stunden Wachsbl&auml;ttchen
-auf den Schuppen haben, und da&szlig; deren auch schon
-einige abgefallen sind. Das Wabenbauen ist also etwas Willk&uuml;rliches
-und an gewisse Bedingungen gekn&uuml;pft; das Wachsausschwitzen
-aber etwas Unwillk&uuml;rliches.</p>
-
-<p>Man sollte glauben, da&szlig; eine gro&szlig;e Menge dieser Wachsbl&auml;ttchen
-verloren gingen, da sie ja den Bienen eben so gut
-au&szlig;er dem Stocke als in demselben abfallen k&ouml;nnten; allein
-der Sch&ouml;pfer hat weise daf&uuml;r gesorgt, da&szlig; solche nicht verloren
-gehen. Stellt man den Bienen, welche im Bauen begriffen
-sind, Honig in einem flachen Gef&auml;&szlig;e unter und bedeckt
-diesen, damit die Bienen nicht in den Honig einsinken,
-mit einem durchl&ouml;cherten Papier, so sieht man am andern
-Morgen, da&szlig; der Honig aufgetragen ist, und da&szlig; auf dem
-Papier eine gro&szlig;e Menge Wachsbl&auml;ttchen liegen. Man sollte
-wohl glauben, da&szlig; die Bienen, welche den Honig aufgetragen
-haben, diese Bl&auml;ttchen h&auml;tten fallen lassen; allein es ist
-nicht so. Legt man &uuml;ber das Honiggef&auml;&szlig; zwei d&uuml;nne St&auml;bchen
-und auf diese ein Brett, welches das Gef&auml;&szlig; von allen
-Seiten &uuml;berragt, so also, da&szlig; die Bienen unter dem Brette
-durchkriechen und den Honig holen k&ouml;nnen, aber nichts von
-oben aus dem Stocke auf den Honig fallen kann, so findet
-man am andern Morgen den Honig aufgetragen, aber keine
-Wachsbl&auml;ttchen auf dem Papier liegen; wohl aber liegen
-deren auf dem das Gef&auml;&szlig; &uuml;berragenden Brettchen. Die Bienen,
-welche den Honig holen, lassen also keine Bl&auml;ttchen
-fallen, sondern es thun dieses nur die Bienen, welche oben<span class="pagenum" id="Page311">[311]</span>
-im Stocke h&auml;ngen. Wiederholte Versuche dieser Art haben
-mich &uuml;berzeugt, da&szlig; die Bienen, sobald ihre Wachsbl&auml;ttchen
-zum Abfallen reif sind, sich in den Stock zur&uuml;ckziehen und
-der Ruhe pflegen, eben so wie die Raupen es thun, wenn
-sie sich h&auml;uten wollen. Bei einem Schwarme, der stark baut,
-sieht man Tausende von Bienen, welche ganz unth&auml;tig oben
-im Stocke h&auml;ngen; es sind dies lauter Bienen, deren Wachsbl&auml;ttchen
-zum Abfallen reif sind; haben sie sich abgel&ouml;set, so
-erwacht wieder die Th&auml;tigkeit der Biene, und ihre Stelle
-wird nun von einer andern zu gleichem Zwecke eingenommen.</p>
-
-<div class="sidenote"><p>Seite 28. derselben Schrift.</p></div>
-
-<p class="noindent">Um zu ermitteln, wie viel Honig
-die Bienen zur Erzeugung des Wachses n&ouml;thig haben,
-und wie oft, bei einem im Bauen begriffenen Schwarme,
-die Wachsbl&auml;ttchen ihre Reife erhalten und abfallen, machte
-ich folgenden, wie ich glaube, nicht uninteressanten Versuch.</p>
-
-<p>Am 29sten August d. J., zu einer Zeit, wo hier kein Honig
-mehr f&uuml;r die Bienen auf dem Felde zu finden war, trieb
-ich einen kleinen Bienenstock ab, that die Bienen in einen
-kleinen, aus Holz angefertigten, Bienenkasten, suchte aber
-vorher die K&ouml;nigin aus und sperrte diese in eine mit Drahtgitter
-versehene B&uuml;chse, welche ich in das Stopfenloch des
-Bienenkastens einf&uuml;gte, damit keine Brut in die Zellen kommen
-konnte, und stellte sodann, um die Bienen genau beobachten
-zu k&ouml;nnen, dieses St&ouml;ckchen in ein Fenster auf meinen
-Boden. Des Nachmittags um 6 Uhr gab ich den Bienen
-12 Loth aus zugespundeten Zellen ausgelaufenen Honig,
-der also ganz die Consistenz des fertigen Honigs hatte. Dieser<span class="pagenum" id="Page312">[312]</span>
-war am andern Morgen von den Bienen aufgeleckt.
-Am 30sten August des Abends gab ich den Bienen wieder
-12 Loth, der am andern Morgen ebenfalls aufgeleckt war;
-es lagen aber auch schon einige Wachsbl&auml;ttchen auf dem durchl&ouml;cherten
-Papiere, womit ich den Honig bedeckt hatte. Am
-31sten August und 1sten September erhielten die Bienen des
-Abends 20 Loth und am 3ten September des Abends
-14 Loth; in Summa also 1 Pfund 26 Loth Honig, der aus
-Zellen, welche die Bienen schon zugespundet hatten, kalt ausgelaufen
-war. Am 5ten September bet&auml;ubte ich die Bienen,
-indem ich sie durch Bovist herabfallen lie&szlig;. Ich z&auml;hlte solche,
-und fand 2765 Bienen; sie wogen 20 Loth. Nun wog ich
-das K&auml;stchen, dessen darin befindliche Waben sehr mit Honig
-angef&uuml;llt, jedoch die Zellen noch nicht bedeckelt waren, bemerkte
-mir das Gewicht und lie&szlig; nun von einem starken
-Stocke den Honig auftragen, was in ein Paar Stunden geschehen
-war. Ich wog jetzt das K&auml;stchen wieder und fand,
-da&szlig; es 24 Loth leichter geworden war; folglich hatten die
-Bienen 24 Loth Honig von dem ihnen gegebenen 1 Pfund
-26 Loth noch im Stocke gehabt. Nun brach ich die kleinen
-Waben aus und fand, da&szlig; sie 1<sup>1</sup>&#8260;<sub>4</sub> Loth wogen. Ich lie&szlig;
-die Bienen in einem andern K&auml;stchen erwachen, welches mit
-leeren Waben versehen war, und f&uuml;tterte sie mit ganz &auml;hnlichem
-Honig. In den ersten paar Tagen verloren sie t&auml;glich
-&uuml;ber 2 Loth an Gewicht, nachher aber jeden Tag 1 Loth,
-was daher kam, da&szlig; der Darmkanal der Bienen in Folge
-der Verdauung des vielen Honigs voll von Excrementen<span class="pagenum" id="Page313">[313]</span>
-war, denn 1170 Bienen wiegen im Herbste, wenn sie
-noch nicht lange eingesessen haben, 8 Loth; mithin m&uuml;&szlig;ten
-2765 Bienen etwa 18 Loth wiegen. Sie wogen aber 20 Loth
-und hatten de&szlig;halb 2 Loth Excremente bei sich, denn ihre
-Honigblasen waren leer. Des Nachts verminderte sich das
-Gewicht des St&ouml;ckchens gar nicht, weil der wenige Honig,
-den die Bienen im St&ouml;ckchen hatten, und weil derselbe schon
-die n&ouml;thige Consistenz erlangt hatte, keinen merkbaren Verlust
-des Gewichts durch das Verdunsten erlitt und die Bienen
-keine Excremente von sich geben konnten; daher geschah
-die Verminderung des Gewichts nur jedesmal von des Morgens
-bis zum Abend. Hatten nun die Bienen in den 7 Tagen
-7 Loth Honig zur Ern&auml;hrung ihres K&ouml;rpers bedurft, so
-hatten sie zur Bildung von 1<sup>1</sup>&#8260;<sub>4</sub> Loth Wachs 27 Loth Honig
-verbraucht, und mithin sind zur Bildung eines Pfundes
-Wachses an 20 Pfund Honig n&ouml;thig. Daher kommt es auch,
-da&szlig; die st&auml;rksten Schw&auml;rme bei der ergiebigsten Honigerndte,
-wo andere St&ouml;cke, die nicht zu bauen brauchen, oft in einem
-Tage 3-4 Pfunde zunehmen, fast gar nicht schwerer werden,
-obschon ihre Th&auml;tigkeit ohne Grenzen ist; es wird alles
-Gewonnene zu Wachs verwendet. Es ist dieses ein
-Wink f&uuml;r die Bienenhalter, den Wachsbau einzuschr&auml;nken.
-<span class="gesp2">Cnauf</span> empfahl dieses schon, obgleich ihm das eigentliche
-Verh&auml;ltni&szlig; unbekannt war. Von einem Loth Wachs k&ouml;nnen
-die Bienen so viel Zellen bauen, da&szlig; sie darin 1 Pfund Honig
-aufbewahren k&ouml;nnen.</p>
-
-<p>100 Wachsbl&auml;ttchen wiegen 0,024 Gramm, folglich gehen<span class="pagenum" id="Page314">[314]</span>
-auf ein Kilogramm 4,166,666 Wachsbl&auml;ttchen, 50 Kilogramm
-sind gleich 106 Pfund C&ouml;llnisch Gewicht, 1 Pfund
-gleich 32 Loth. Es gehen daher auf 1<sup>1</sup>&#8260;<sub>4</sub> Loth 81,367
-Wachsbl&auml;ttchen. Diese waren von 2765 Bienen in 6 Tagen
-ausgeschwitzt worden; es kommen daher auf jede Biene
-in 24 Stunden 5 Bl&auml;ttchen, und mithin bedarf die Biene
-zur Bildung ihrer 8 Bl&auml;ttchen etwa 38 Stunden; was auch
-mit meinen Beobachtungen sehr genau &uuml;bereinstimmt. Die
-ausgeschwitzten Wachsbl&auml;ttchen sind vollkommen so wei&szlig;, als
-gut gebleichtes Wachs. Auch die Waben sind anf&auml;nglich
-ganz wei&szlig;, sie werden aber durch den Honig und besonders
-durch den Blumenstaub gelb gef&auml;rbt. Sowie es anf&auml;ngt kalt
-zu werden, ziehen sich die Bienen in dem Stocke unter dem
-Honig zusammen und zehren nun von ihrem Vorrathe.</p>
-
-<p>S. 54. Viele glauben, die Bienen h&auml;tten einen Winterschlaf;
-allein dieses ist ganz falsch. Die Bienen sind den ganzen
-Winter &uuml;ber munter; es bleibt immer warm in ihrem Stocke,
-durch die W&auml;rme, welche sie selbst entwickeln. Je mehr Bienen
-in einem Stocke sind, desto mehr W&auml;rme wird entwickelt,
-und de&szlig;halb k&ouml;nnen starke St&ouml;cke der heftigsten K&auml;lte trotzen.
-Ich hatte den Fall, da&szlig; ich vergessen hatte, einem Stocke,
-welchem ich im Juli zur Verminderung der Hitze ein durchl&ouml;chertes
-Blech auf das sehr weite Stopfenloch geheftet hatte,
-dieses im Herbste abzunehmen; und obschon der Winter ungemein
-heftig war, und die K&auml;lte mehrere Tage &uuml;ber -18&deg;
-betrug, kam dieser Stock doch sehr gut durch den Winter;
-ich hatte aber im Herbste zu diesem Stocke das Volk von<span class="pagenum" id="Page315">[315]</span>
-2 anderen St&ouml;cken gethan! Wird die K&auml;lte sehr heftig, so fangen
-die Bienen an zu brausen; dadurch wird der Respirationsproce&szlig;
-erh&ouml;ht, und die W&auml;rmeentwicklung vermehrt.
-Sperrt man im Sommer Bienen ohne K&ouml;nigin in einen
-Glaskasten, so werden diese unruhig und fangen an zu brausen;
-dadurch entwickelt sich eine solche Hitze, da&szlig; die Glasscheiben
-ganz hei&szlig; werden. Oeffnet man in diesem Falle
-nicht das Flugloch, oder sucht den Bienen mehr Luft zu
-verschaffen, und durch Wasser die Glasscheiben abzuk&uuml;hlen,
-so ersticken die Bienen bald.</p>
-
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des Bienenwachses</span>.</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Bienenwachs">
-
-<tr>
-<th>&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Gay-L. u.<br />
-<span class="nowrap">Th&eacute;n.<a id="FNanchor36"></a><a href="#Footnote36" class="fnanchor">[F36]</a></span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="nowrap">Saussure<a id="FNanchor37"></a><a
-href="#Footnote37" class="fnanchor">[F37]</a></span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="nowrap">Opperm.<a id="FNanchor38"></a><a
-href="#Footnote38" class="fnanchor">[F38]</a>*</span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="nowrap">Ettl.<a id="FNanchor39"></a><a
-href="#Footnote39" class="fnanchor">[F39]</a>*</span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="nowrap">He&szlig;<a id="FNanchor40"></a><a
-href="#Footnote40" class="fnanchor">[F40]</a></span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>20</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>40</sub><span class="antiqua">O</span></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">81</td>
-<td class="left padl0 padr1">,784</td>
-<td class="right padl1 padr0">81</td>
-<td class="left padl0 padr1">,607</td>
-<td class="right padl1 padr0">81</td>
-<td class="left padl0 padr1">,291</td>
-<td class="right padl1 padr0">81</td>
-<td class="left padl0 padr1">,15</td>
-<td class="right padl1 padr0">81</td>
-<td class="left padl0 padr1">,52</td>
-<td class="right padl1 padr0">81</td>
-<td class="left padl0 padr1">,38</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">12</td>
-<td class="left padl0 padr1">,672</td>
-<td class="right padl1 padr0">13</td>
-<td class="left padl0 padr1">,859</td>
-<td class="right padl1 padr0">14</td>
-<td class="left padl0 padr1">,073</td>
-<td class="right padl1 padr0">13</td>
-<td class="left padl0 padr1">,75</td>
-<td class="right padl1 padr0">13</td>
-<td class="left padl0 padr1">,23</td>
-<td class="right padl1 padr0">13</td>
-<td class="left padl0 padr1">,28</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">5</td>
-<td class="left padl0 padr1">,544</td>
-<td class="right padl1 padr0">4</td>
-<td class="left padl0 padr1">,534</td>
-<td class="right padl1 padr0">4</td>
-<td class="left padl0 padr1">,636</td>
-<td class="right padl1 padr0">5</td>
-<td class="left padl0 padr1">,09</td>
-<td class="right padl1 padr0">5</td>
-<td class="left padl0 padr1">,25</td>
-<td class="right padl1 padr0">5</td>
-<td class="left padl0 padr1">,34</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote36"><a href="#FNanchor36"><span class="label">[36]</span></a>
-<span class="antiqua">Trait&eacute; de Chim. par Th&eacute;nard,</span>
-6<span class="antiqua"><sup class="lg">me</sup> &eacute;d. IV. p.</span> 477.</p>
-
-<p id="Footnote37"><a href="#FNanchor37"><span class="label">[37]</span></a>
-<span class="antiqua">Ann. de Chim. et de Phys. T. XIII. p.</span> 310.</p>
-
-<p id="Footnote38"><a href="#FNanchor38"><span class="label">[38]</span></a>
-<span class="antiqua">Ibid. T. XLIX. p.</span> 224.</p>
-
-<p id="Footnote39"><a href="#FNanchor39"><span class="label">[39]</span></a>
-Annal. der Pharm. Bd. <span class="antiqua">II</span>. S. 267.</p>
-
-<p id="Footnote40"><a href="#FNanchor40"><span class="label">[40]</span></a>
-<span class="antiqua">Ibid.</span> Bd. <span class="antiqua">XXVII.</span> S. 6.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p><span class="pagenum" id="Page316">[316]</span></p>
-
-<p class="anhangnote" id="Endnote21"><a href="#ENanchor21">Note 21</a>. <a href="#Page106">S. 106</a>.</p>
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung der Cyanurs&auml;ure, des Cyamelids und des
-Cyans&auml;urehydrats, nach den Analysen von</span><br />
-<span class="fsize80">W&ouml;hler und Liebig<a id="FNanchor41"></a><a href="#Footnote41" class="fnanchor">[F41]</a></span>*</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Cyanursure etc.">
-
-<tr>
-<th rowspan="3">&nbsp;</th>
-<th class="center">Cyanurs&auml;ure, Cyamelid, Cyans&auml;urehydrat</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th class="horbrace bl bb br">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th class="vertline">&#9589;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="center">28,19</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="center">&#8199;2,30</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="center">32,63</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="center">36,87</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote41"><a href="#FNanchor41"><span class="label">[41]</span></a>
-Poggend. Annal. Bd. <span class="antiqua">XX</span>. S. 375 u. s. f.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p class="anhangnote" id="Endnote22"><a href="#ENanchor22">Note 22</a>. <a href="#Page106">Seite 106</a>.</p>
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des Aldehyds, Metaldehyds,
-<span class="nowrap">Elaldehyds<a id="FNanchor42"></a><a href="#Footnote42" class="fnanchor">[F42]</a></span></span>.</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Aldehyd etc.">
-
-<tr>
-<th rowspan="4">&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Al-<br />dehyd</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Metal-<br />dehyd</th>
-<th colspan="4" class="center padl1 padr1">Elal-<br />dehyd</th>
-<th rowspan="4" colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br />
-<span class="antiqua">C</span><sub>4</sub><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Liebig*</th>
-<th colspan="6" class="center padl1 padr1 fsize80">Fehling*</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th rowspan="2" colspan="2">&nbsp;</th>
-<th colspan="6" class="vertline">&#9591;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="6" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">55</td>
-<td class="left padl0 padr1">,024</td>
-<td class="right padl1 padr0">54</td>
-<td class="left padl0 padr1">,511</td>
-<td class="right padl1 padr0">54</td>
-<td class="left padl0 padr1">,620</td>
-<td class="right padl1 padr0">54</td>
-<td class="left padl0 padr1">,467</td>
-<td class="right padl1 padr0">55</td>
-<td class="left padl0 padr1">,024</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">8</td>
-<td class="left padl0 padr1">,983</td>
-<td class="right padl1 padr0">9</td>
-<td class="left padl0 padr1">,054</td>
-<td class="right padl1 padr0">9</td>
-<td class="left padl0 padr1">,248</td>
-<td class="right padl1 padr0">9</td>
-<td class="left padl0 padr1">,075</td>
-<td class="right padl1 padr0">8</td>
-<td class="left padl0 padr1">,983</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">35</td>
-<td class="left padl0 padr1">,993</td>
-<td class="right padl1 padr0">36</td>
-<td class="left padl0 padr1">,435</td>
-<td class="right padl1 padr0">36</td>
-<td class="left padl0 padr1">,132</td>
-<td class="right padl1 padr0">36</td>
-<td class="left padl0 padr1">,458</td>
-<td class="right padl1 padr0">35</td>
-<td class="left padl0 padr1">,993</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote42"><a href="#FNanchor42"><span class="label">[42]</span></a>
-Ann. der Pharm. Bd <span class="antiqua">XIV</span>. S. 142 u. Bd. <span class="antiqua">XXVII</span>. S. 319.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p class="anhangnote" id="Endnote23"><a href="#ENanchor23">Note 23</a>. <a href="#Page107">Seite 107</a>.</p>
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des Proteins</span>.</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Protein">
-
-<tr>
-<th rowspan="5">&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">aus<br />Krystal-<br />linse</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">aus<br />Albumin</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">aus<br />Fibrin</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="6" class="center padl1 padr1"><span class="nowrap"><span class="fsize80">Scherer</span><a id="FNanchor43"></a><a
-href="#Footnote43" class="fnanchor">[F43]</a>*</span></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="6" class="vertline">&#9591;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="6" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">I.</span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">II.</span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">III.</span></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">55</td>
-<td class="left padl0 padr1">,300</td>
-<td class="right padl1 padr0">55</td>
-<td class="left padl0 padr1">,160</td>
-<td class="right padl1 padr0">54</td>
-<td class="left padl0 padr1">,848</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,940</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,055</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,959</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">16</td>
-<td class="left padl0 padr1">,216</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,966</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,847</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">21</td>
-<td class="left padl0 padr1">,544</td>
-<td class="right padl1 padr0">21</td>
-<td class="left padl0 padr1">,819</td>
-<td class="right padl1 padr0">22</td>
-<td class="left padl0 padr1">,346</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote43"><a href="#FNanchor43"><span class="label">[43]</span></a>
-Annal. der Chem. u. Pharm. Bd. <span class="antiqua">XL</span>. S. 43.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p><span class="pagenum" id="Page317">[317]</span></p>
-
-<table class="note5to43" summary="Protein">
-
-<tr>
-<th rowspan="6">&nbsp;</th>
-<th colspan="11" class="center fsize80">Scherer*</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="11" class="vertline">&#9591;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="11" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="4" class="center padl1 padr1">aus Haaren</th>
-<th rowspan="3" class="zerowidth">&nbsp;</th>
-<th colspan="4" class="center padl1 padr1">aus Horn</th>
-<th rowspan="3" colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>48</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>72</sub><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub><span class="antiqua">O</span><sub>14</sub></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="4" class="vertline">&#9591;</th>
-<th colspan="4" class="vertline">&#9591;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="4" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-<th colspan="4" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">54</td>
-<td class="left padl0 padr1">,746</td>
-<td class="right padl1 padr0">55</td>
-<td class="left padl0 padr1">,150</td>
-<td rowspan="4" class="zerowidth">&nbsp;</td>
-<td class="right padl1 padr0">55</td>
-<td class="left padl0 padr1">,408</td>
-<td class="right padl1 padr0">54</td>
-<td class="left padl0 padr1">,291</td>
-<td class="right padl1 padr0">55</td>
-<td class="left padl0 padr1">,742</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,129</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,197</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,238</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,082</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,827</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,727</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,727</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,593</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,593</td>
-<td class="right padl1 padr0">16</td>
-<td class="left padl0 padr1">,143</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">22</td>
-<td class="left padl0 padr1">,398</td>
-<td class="right padl1 padr0">21</td>
-<td class="left padl0 padr1">,926</td>
-<td class="right padl1 padr0">21</td>
-<td class="left padl0 padr1">,761</td>
-<td class="right padl1 padr0">23</td>
-<td class="left padl0 padr1">,034</td>
-<td class="right padl1 padr0">21</td>
-<td class="left padl0 padr1">,288</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<table class="note5to43" summary="Protein">
-
-<tr>
-<th rowspan="4">&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="center padr1">aus<br />Pflanzen-<br />eiwei&szlig;</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">aus<br />Fibrin</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">aus<br />Albumin</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">aus<br />K&auml;se</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="8" class="center"><span class="nowrap"><span class="fsize80">Mulder</span><a id="FNanchor44"></a><a
-href="#Footnote44" class="fnanchor">[F44]</a></span></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="8" class="vertline">&#9591;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="8" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">54</td>
-<td class="left padl0 padr1">,99</td>
-<td class="right padl1 padr0">55</td>
-<td class="left padl0 padr1">,44</td>
-<td class="right padl1 padr0">55</td>
-<td class="left padl0 padr1">,30</td>
-<td class="right padl1 padr0">55</td>
-<td class="left padl0 padr1">,159</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,87</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,95</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,94</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,176</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,66</td>
-<td class="right padl1 padr0">16</td>
-<td class="left padl0 padr1">,05</td>
-<td class="right padl1 padr0">16</td>
-<td class="left padl0 padr1">,02</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,857</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">22</td>
-<td class="left padl0 padr1">,48</td>
-<td class="right padl1 padr0">21</td>
-<td class="left padl0 padr1">,56</td>
-<td class="right padl1 padr0">21</td>
-<td class="left padl0 padr1">,74</td>
-<td class="right padl1 padr0">21</td>
-<td class="left padl0 padr1">,808</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote44"><a href="#FNanchor44"><span class="label">[44]</span></a>
-Annal. der Pharm. Bd. <span class="antiqua">XXVIII.</span> S. 75.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p class="anhangnote" id="Endnote24"><a href="#ENanchor24">Note 24</a>. <a href="#Page109">Seite 109</a>.</p>
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des Albumins aus dem Dotter
-und Wei&szlig;en des <span class="nowrap">Ei&#8217;s</span><a id="FNanchor45"></a><a href="#Footnote45"
-class="fnanchor">[F45]</a></span>.</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Protein aus Eier">
-
-<tr>
-<th rowspan="5" colspan="3">&nbsp;</th>
-<th colspan="4" class="center padl1 padr1">aus<br />Eigelb</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">aus<br />Eiwei&szlig;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="4" class="center padl1 padr1 fsize80">Jones*</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Scherer*</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="4" class="vertline">&#9591;</th>
-<th rowspan="3" colspan="2">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="4" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">I.</span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">II.</span></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">53</td>
-<td class="left padl0 padr1">,72</td>
-<td class="right padl1 padr0">53</td>
-<td class="left padl0 padr1">,45</td>
-<td class="right padl1 padr0">55</td>
-<td class="left padl0 padr1">,000</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,55</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,66</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,073</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">13</td>
-<td class="left padl0 padr1">,60</td>
-<td class="right padl1 padr0">13</td>
-<td class="left padl0 padr1">,34</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,920</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td rowspan="3" class="brace bt br bb">&nbsp;</td>
-<td rowspan="3" class="brace padl0">-</td>
-<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">25</td>
-<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,13</td>
-<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">25</td>
-<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,55</td>
-<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">22</td>
-<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,007</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Schwefel</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Phosphor</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote45"><a href="#FNanchor45"><span class="label">[45]</span></a>
-Annal. der Chem. u. Pharm. Bd. <span class="antiqua">XL.</span> S. 36 u. 67.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p><span class="pagenum" id="Page318">[318]</span></p>
-
-<p class="anhangnote" id="Endnote25"><a href="#ENanchor25">Note 25</a>. <a href="#Page113">Seite 113</a>.</p>
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung der Milchs&auml;ure</span>.</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Milchsaure">
-
-<tr>
-<th>&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="center"><span class="antiqua">C</span><sub>6</sub><span class="antiqua">H</span><sub>10</sub><span
-class="antiqua">O</span><sub>5</sub></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">44</td>
-<td class="left padl0 padr1">,90</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,11</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">48</td>
-<td class="left padl0 padr1">,99</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p class="anhangnote" id="Endnote26"><a href="#ENanchor26">Note 26</a>. <a href="#Page117">Seite 117</a>.</p>
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Gas aus dem Unterleib von K&uuml;hen, nach dem Genu&szlig; von
-zu vielem Klee durch Punctur erhalten</span>:</p>
-
-<p class="center blankbefore2 fsize80"><span class="antiqua">a</span>) untersucht von <span class="gesp2">Lameyran</span> u.
-<span class="gesp2">Fr&eacute;my</span> <span class="antiqua">b</span>) von <span class="gesp2">Vogel</span>
-<span class="antiqua">c</span>) von <span class="gesp2">Pfl&uuml;ger</span>.</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Gas">
-
-<tr>
-<th rowspan="5">&nbsp;</th>
-<th class="center padl1 padr1">Luft</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">kohlen-<br />saures<br />Gas</th>
-<th class="center padl1 padr1">brenn-<br />bares<br />Gas</th>
-<th class="center padl1 padr1">Schwefel-<br />wasser-<br />stoff-<br />gas(?)</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="3" class="horbrace bl bb br">&nbsp;</th>
-<th rowspan="4" colspan="2">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="3" class="vertline">&#9589;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="3" class="vertline">&#9591;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="3" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3"><span class="antiqua">a</span>)</td>
-<td class="right padr2">5</td>
-<td class="center padl1 padr1">5</td>
-<td class="center padl1 padr1">&mdash;</td>
-<td class="center">15</td>
-<td class="center padl1 padr1">80 Vol.</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3"><span class="antiqua">b</span>)</td>
-<td class="right padr2">25</td>
-<td class="center padl1 padr1">&mdash;</td>
-<td class="center padl1 padr1">27</td>
-<td class="center padl1 padr1">48</td>
-<td class="center padl1 padr1">&mdash;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3"><span class="antiqua">c</span>)</td>
-<td class="center padl1 padr1">&mdash;</td>
-<td class="center padl1 padr1">&mdash;</td>
-<td class="center padl1 padr1">60</td>
-<td class="center padl1 padr1">40</td>
-<td class="center padl1 padr1">&mdash;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3"><span class="antiqua">c</span>)</td>
-<td class="center padl1 padr1">&mdash;</td>
-<td class="center padl1 padr1">&mdash;</td>
-<td class="center padl1 padr1">20</td>
-<td class="center padl1 padr1">80</td>
-<td class="center padl1 padr1">&mdash;</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p class="anhangnote" id="Endnote27"><a href="#ENanchor27">Note 27</a>. <a href="#Page120">Seite 120</a>.</p>
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Magendie fand in dem Magen und den Eingeweiden
-Hingerichteter</span>:</p>
-
-<p class="noindent fsize90 blankbefore1">bei einem Individuum <span class="antiqua">a</span>) welches eine Stunde,
-<span class="antiqua">b</span>) bei einem zweiten Individuum,
-welches 2 Stunden und <span class="antiqua">c</span>) bei einem dritten Individuum, welches
-4 Stunden vor der Hinrichtung eine leichte Mahlzeit zu sich genommen hatte,</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Hingerichtete">
-
-<tr>
-<th rowspan="2" colspan="4">&nbsp;</th>
-<th colspan="10" class="center">in 100 Volum-Theilen befanden sich:</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Sauer-<br />stoff-<br />gas</th>
-<th colspan="2">&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Stick-<br />gas</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">koh-<br />lens.<br />Gas</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">brenn-<br />b.<br />Gas</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td rowspan="3" class="center padl0 padr0"><span class="antiqua">a</span></td>
-<td rowspan="3" class="brace padr0">-</td>
-<td rowspan="3" class="brace bt bb bl">&nbsp;</td>
-<td class="left padr3">im Magen</td>
-<td class="right padl1 padr0">11</td>
-<td class="left padl0 padr1">,00</td>
-<td class="center">Vol.</td>
-<td class="center padl1 padr1">auf</td>
-<td class="right padl1 padr0">71</td>
-<td class="left padl0 padr1">,45</td>
-<td class="right padl1 padr0">14</td>
-<td class="left padl0 padr1">,00</td>
-<td class="right padl1 padr0">3</td>
-<td class="left padl0 padr1">,55</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">im D&uuml;nndarm</td>
-<td class="right padl1 padr0">00</td>
-<td class="left padl0 padr1">,00</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="right padl1 padr0">20</td>
-<td class="left padl0 padr1">,03</td>
-<td class="right padl1 padr0">24</td>
-<td class="left padl0 padr1">,39</td>
-<td class="right padl1 padr0">55</td>
-<td class="left padl0 padr1">,53</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">im dicken Darm</td>
-<td class="right padl1 padr0">00</td>
-<td class="left padl0 padr1">,00</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="right padl1 padr0">51</td>
-<td class="left padl0 padr1">,03</td>
-<td class="right padl1 padr0">43</td>
-<td class="left padl0 padr1">,50</td>
-<td class="right padl1 padr0">5</td>
-<td class="left padl0 padr1">,47</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="14" class="thinline">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td rowspan="3" class="center padl0 padr0"><span class="antiqua">b</span></td>
-<td rowspan="3" class="brace padr0">-</td>
-<td rowspan="3" class="brace bt bb bl">&nbsp;</td>
-<td class="left padr3">im Magen</td>
-<td class="right padl1 padr0">00</td>
-<td class="left padl0 padr1">,00</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="right padl1 padr0">00</td>
-<td class="left padl0 padr1">,00</td>
-<td class="right padl1 padr0">00</td>
-<td class="left padl0 padr1">,00</td>
-<td class="right padl1 padr0">00</td>
-<td class="left padl0 padr1">,00</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">im D&uuml;nndarm</td>
-<td class="right padl1 padr0">00</td>
-<td class="left padl0 padr1">,00</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="right padl1 padr0">8</td>
-<td class="left padl0 padr1">,85</td>
-<td class="right padl1 padr0">40</td>
-<td class="left padl0 padr1">,00</td>
-<td class="right padl1 padr0">51</td>
-<td class="left padl0 padr1">,15</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">im Dickdarm</td>
-<td class="right padl1 padr0">00</td>
-<td class="left padl0 padr1">,00</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="right padl1 padr0">18</td>
-<td class="left padl0 padr1">,4</td>
-<td class="right padl1 padr0">70</td>
-<td class="left padl0 padr1">,00</td>
-<td class="right padl1 padr0">11</td>
-<td class="left padl0 padr1">,6</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="14" class="thinline">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td rowspan="3" class="center padl0 padr0"><span class="antiqua">c</span></td>
-<td rowspan="3" class="brace padr0">-</td>
-<td rowspan="3" class="brace bt bb bl">&nbsp;</td>
-<td class="left padr3">im Magen<span class="pagenum" id="Page319">[319]</span></td>
-<td class="right padl1 padr0">00</td>
-<td class="left padl0 padr1">,00</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="right padl1 padr0">00</td>
-<td class="left padl0 padr1">,00</td>
-<td class="right padl1 padr0">00</td>
-<td class="left padl0 padr1">,00</td>
-<td class="right padl1 padr0">00</td>
-<td class="left padl0 padr1">,00</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">im D&uuml;nndarm</td>
-<td class="right padl1 padr0">00</td>
-<td class="left padl0 padr1">,00</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="right padl1 padr0">66</td>
-<td class="left padl0 padr1">,6</td>
-<td class="right padl1 padr0">25</td>
-<td class="left padl0 padr1">,0</td>
-<td class="right padl1 padr0">8</td>
-<td class="left padl0 padr1">,4</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">im Mastdarm</td>
-<td class="right padl1 padr0">00</td>
-<td class="left padl0 padr1">,00</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="right padl1 padr0">45</td>
-<td class="left padl0 padr1">,96</td>
-<td class="right padl1 padr0">42</td>
-<td class="left padl0 padr1">,86</td>
-<td class="right padl1 padr0">11</td>
-<td class="left padl0 padr1">,18</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p class="anhangnote" id="Endnote28"><a href="#ENanchor28">Note 28</a>. <a href="#Page127">S. 127</a>.</p>
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des Thieralbumins</span>.</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Thieralbumin">
-
-<tr>
-<th rowspan="5" colspan="3">&nbsp;</th>
-<th colspan="6" class="center padl1 padr1">aus Blutserum</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">aus Eiern</th>
-<th rowspan="5" class="zerowidth">&nbsp;</th>
-<th colspan="4" class="center padl1 padr1">aus Eigelb</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="8" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Scherer</span><a
-id="FNanchor46"></a><a href="#Footnote46" class="fnanchor">[F46]</a>*</th>
-<th colspan="4" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Jones</span><a
-id="FNanchor47"></a><a href="#Footnote47" class="fnanchor">[F47]</a>*</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="8" class="vertline">&#9591;</th>
-<th colspan="4" class="vertline">&#9591;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="8" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-<th colspan="4" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">I.</span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">II.</span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">III.</span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">IV.</span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">V.</span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">VI.</span></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">53</td>
-<td class="left padl0 padr1">,850</td>
-<td class="right padl1 padr0">55</td>
-<td class="left padl0 padr1">,461</td>
-<td class="right padl1 padr0">55</td>
-<td class="left padl0 padr1">,097</td>
-<td class="right padl1 padr0">55</td>
-<td class="left padl0 padr1">,000</td>
-<td rowspan="6" class="zerowidth">&nbsp;</td>
-<td class="right padl1 padr0">53</td>
-<td class="left padl0 padr1">,72</td>
-<td class="right padl1 padr0">53</td>
-<td class="left padl0 padr1">,45</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,983</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,201</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,880</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,073</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,55</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,66</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,673</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,673</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,681</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,920</td>
-<td class="right padl1 padr0">13</td>
-<td class="left padl0 padr1">,60</td>
-<td class="right padl1 padr0">13</td>
-<td class="left padl0 padr1">,34</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td rowspan="3" class="brace bt br bb">&nbsp;</td>
-<td rowspan="3" class="brace padl0">-</td>
-<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">23</td>
-<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,494</td>
-<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">21</td>
-<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,655</td>
-<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">22</td>
-<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,342</td>
-<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">22</td>
-<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,007</td>
-<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">25</td>
-<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,13</td>
-<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">25</td>
-<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,55</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Schwefel</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Phosphor</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p>In den Analysen <span class="antiqua">V.</span> u. <span class="antiqua">VI.</span> ist das Verh&auml;ltni&szlig; des Stickstoffs zum
-Kohlenstoff gleich 1&nbsp;: 8.</p>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote46"><a href="#FNanchor46"><span class="label">[46]</span></a>
-Annal. der Chem. u. Pharm. Bd. <span class="antiqua">XL.</span> S. 36.</p>
-
-<p id="Footnote47"><a href="#FNanchor47"><span class="label">[47]</span></a> Ebendas. S. 67.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<table class="note5to43" summary="Thieralbumin">
-
-<tr>
-<th rowspan="8" colspan="3">&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Jones*</th>
-<th colspan="10" class="center padl1 padr1 fsize80">Scherer*</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th rowspan="2" colspan="2">&nbsp;</th>
-<th colspan="12" class="vertline">&#9591;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="12" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="12" class="center">Albumin aus</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th rowspan="3" colspan="2" class="center padl1 padr1">Gehirn-<br />albumin</th>
-<th rowspan="3" colspan="2" class="center padl1 padr1">Hydro-<br />cele</th>
-<th rowspan="3" colspan="2" class="center padl1 padr1">Con-<br />gestions-<br />absce&szlig;</th>
-<th colspan="4" class="center padl1 padr1">Eiter</th>
-<th rowspan="3" colspan="2" class="center padl1 padr1">hydro-<br />pisch.<br />Fl&uuml;ss.</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="4" class="vertline">&#9591;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="4" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">VII.</span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">VIII.</span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">IX.</span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">X.</span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">XI.</span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">XII.</span></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">55</td>
-<td class="left padl0 padr1">,50</td>
-<td class="right padl1 padr0">54</td>
-<td class="left padl0 padr1">,921</td>
-<td class="right padl1 padr0">54</td>
-<td class="left padl0 padr1">,757</td>
-<td class="right padl1 padr0">54</td>
-<td class="left padl0 padr1">,663</td>
-<td class="right padl1 padr0">54</td>
-<td class="left padl0 padr1">,101</td>
-<td class="right padl1 padr0">54</td>
-<td class="left padl0 padr1">,302</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,19</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,077</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,171</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,022</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,947</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,176</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">16</td>
-<td class="left padl0 padr1">,31</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,465</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,848</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,839</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,660</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,717</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td rowspan="3" class="brace bt br bb">&nbsp;</td>
-<td rowspan="3" class="brace padl0">-</td>
-<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">21</td>
-<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,00</td>
-<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">22</td>
-<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,537</td>
-<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">22</td>
-<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,224</td>
-<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">22</td>
-<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,476</td>
-<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">23</td>
-<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,292</td>
-<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">22</td>
-<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,805</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Schwefel</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Phosphor</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page320">[320]</span></p>
-
-<table class="note5to43" summary="Thieralbumin">
-
-<tr>
-<th>&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="center"><span class="fsize80">Mulder</span><a id="FNanchor48"></a><a
-href="#Footnote48" class="fnanchor">[F48]</a></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">54</td>
-<td class="left padl0 padr1">,84</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,09</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,83</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">21</td>
-<td class="left padl0 padr1">,23</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Schwefel</td>
-<td class="right padl1 padr0">0</td>
-<td class="left padl0 padr1">,68</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Phosphor</td>
-<td class="right padl1 padr0">0</td>
-<td class="left padl0 padr1">,33</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote48"><a href="#FNanchor48"><span class="label">[48]</span></a>
-Annal. der Pharm. Bd. <span class="antiqua">XXVIII.</span> S. 74.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des Thierfibrins</span>.</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Thierfibrin">
-
-<tr>
-<th rowspan="4" colspan="3" class="fsize80">&nbsp;</th>
-<th colspan="14" class="center"><span class="fsize80">Scherer</span><a
-id="FNanchor49"></a><a href="#Footnote49" class="fnanchor">[F49]</a>*</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="14" class="vertline">&#9591;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="14" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">I.</span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">II.</span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">III.</span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">IV.</span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">V.</span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">VI.</span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">VII.</span></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">53</td>
-<td class="left padl0 padr1">,671</td>
-<td class="right padl1 padr0">54</td>
-<td class="left padl0 padr1">,454</td>
-<td class="right padl1 padr0">55</td>
-<td class="left padl0 padr1">,002</td>
-<td class="right padl1 padr0">54</td>
-<td class="left padl0 padr1">,967</td>
-<td class="right padl1 padr0">53</td>
-<td class="left padl0 padr1">,471</td>
-<td class="right padl1 padr0">54</td>
-<td class="left padl0 padr1">,686</td>
-<td class="right padl1 padr0">54</td>
-<td class="left padl0 padr1">,844</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,878</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,069</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,216</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,867</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,895</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,835</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,219</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,763</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,762</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,817</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,913</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,720</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,720</td>
-<td class="right padl1 padr0">16</td>
-<td class="left padl0 padr1">,065</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td rowspan="3" class="brace bt br bb">&nbsp;</td>
-<td rowspan="3" class="brace padl0">-</td>
-<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">23</td>
-<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,688</td>
-<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">22</td>
-<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,715</td>
-<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">21</td>
-<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,965</td>
-<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">22</td>
-<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,244</td>
-<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">23</td>
-<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,814</td>
-<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">22</td>
-<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,759</td>
-<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">21</td>
-<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,872</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Schwefel</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Phosphor</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote49"><a href="#FNanchor49"><span class="label">[49]</span></a>
-Annal. der Chemie u. Pharm. Bd. <span class="antiqua">XL.</span> S. 33.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<table class="note5to43" summary="Thierfibrin">
-
-<tr>
-<th>&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Mulder</span><a
-id="FNanchor50"></a><a href="#Footnote50" class="fnanchor">[F50]</a></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">54</td>
-<td class="left padl0 padr1">,56</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,90</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,72</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">22</td>
-<td class="left padl0 padr1">,13</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Schwefel</td>
-<td class="right padl1 padr0">0</td>
-<td class="left padl0 padr1">,33</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Phosphor</td>
-<td class="right padl1 padr0">0</td>
-<td class="left padl0 padr1">,36</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote50"><a href="#FNanchor50"><span class="label">[50]</span></a>
-Annal. der Pharm. Bd. <span class="antiqua">XXIII.</span> S. 74.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p>Ueber die Zusammensetzung des Thier-Caseins vergl. <a href="#Endnote9">Note 9</a>.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page321">[321]</span></p>
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung der leimgebenden Gewebe</span>.</p>
-
-<table class="note5to43" summary="leimgebende Gewebe">
-
-<tr>
-<th rowspan="6">&nbsp;</th>
-<th colspan="10" class="center"><span class="fsize80">Scherer</span><a id="FNanchor51"></a><a href="#Footnote51"
-class="fnanchor">[F51]</a>*</th>
-<th rowspan="6" colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>48</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>82</sub><span class="antiqua">N</span><sub>15</sub><span class="antiqua">O</span><sub>18</sub></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="10" class="vertline">&#9591;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="10" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Hausen-<br />blase</th>
-<th colspan="6" class="center padl1 padr1">Kalbsfu&szlig;sehnen</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Scle-<br />rotica</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th rowspan="2" colspan="2">&nbsp;</th>
-<th colspan="6" class="vertline">&#9591;</th>
-<th rowspan="2" colspan="2">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="6" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">50</td>
-<td class="left padl0 padr1">,557</td>
-<td class="right padl1 padr0">49</td>
-<td class="left padl0 padr1">,563</td>
-<td class="right padl1 padr0">50</td>
-<td class="left padl0 padr1">,960</td>
-<td class="right padl1 padr0">50</td>
-<td class="left padl0 padr1">,774</td>
-<td class="right padl1 padr0">50</td>
-<td class="left padl0 padr1">,995</td>
-<td class="right padl1 padr0">50</td>
-<td class="left padl0 padr1">,207</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,903</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,148</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,188</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,152</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,075</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,001</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">18</td>
-<td class="left padl0 padr1">,790</td>
-<td class="right padl1 padr0">18</td>
-<td class="left padl0 padr1">,470</td>
-<td class="right padl1 padr0">18</td>
-<td class="left padl0 padr1">,320</td>
-<td class="right padl1 padr0">18</td>
-<td class="left padl0 padr1">,320</td>
-<td class="right padl1 padr0">18</td>
-<td class="left padl0 padr1">,723</td>
-<td class="right padl1 padr0">18</td>
-<td class="left padl0 padr1">,170</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">23</td>
-<td class="left padl0 padr1">,750</td>
-<td class="right padl1 padr0">24</td>
-<td class="left padl0 padr1">,819</td>
-<td class="right padl1 padr0">23</td>
-<td class="left padl0 padr1">,532</td>
-<td class="right padl1 padr0">23</td>
-<td class="left padl0 padr1">,754</td>
-<td class="right padl1 padr0">23</td>
-<td class="left padl0 padr1">,207</td>
-<td class="right padl1 padr0">24</td>
-<td class="left padl0 padr1">,622</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote51"><a href="#FNanchor51"><span class="label">[51]</span></a>
-Annal. der Chem. u. Pharm. Bd. <span class="antiqua">XL.</span> S. 46.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<table class="note5to43" summary="leimgebende Gewebe">
-
-<tr>
-<th rowspan="3">&nbsp;</th>
-<th colspan="4" class="center fsize80">Mulder</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="4" class="vertline">&#9591;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="4" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">50</td>
-<td class="left padl0 padr1">,048</td>
-<td class="right padl1 padr0">50</td>
-<td class="left padl0 padr1">,048</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,477</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,643</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">18</td>
-<td class="left padl0 padr1">,350</td>
-<td class="right padl1 padr0">18</td>
-<td class="left padl0 padr1">,388</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">25</td>
-<td class="left padl0 padr1">,125</td>
-<td class="right padl1 padr0">24</td>
-<td class="left padl0 padr1">,921</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung der Chondrin-gebenden
-Gewebe</span>.</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Chondrin">
-
-<tr>
-<th rowspan="6">&nbsp;</th>
-<th colspan="4" class="center padl1 padr1">Kalbsrippen-<br />knorpel</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Cornea</th>
-<th rowspan="6" colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>48</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>80</sub><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub><span class="antiqua">O</span><sub>20</sub></th>
-<th rowspan="3" colspan="2">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="4" class="vertline">&#9591;</th>
-<th rowspan="2" colspan="2">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="4" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="6" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Scherer</span><a
-id="FNanchor52"></a><a href="#Footnote52" class="fnanchor">[F52]</a>*</th>
-<th colspan="4" class="center padl1 padr1 fsize80">Mulder</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="6" class="vertline">&#9591;</th>
-<th rowspan="2" colspan="2">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="6" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">49</td>
-<td class="left padl0 padr1">,496</td>
-<td class="right padl1 padr0">50</td>
-<td class="left padl0 padr1">,895</td>
-<td class="right padl1 padr0">49</td>
-<td class="left padl0 padr1">,522</td>
-<td class="right padl1 padr0">50</td>
-<td class="left padl0 padr1">,745</td>
-<td class="right padl1 padr0">50</td>
-<td class="left padl0 padr1">,607</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,133</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,962</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,097</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,904</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,578</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">14</td>
-<td class="left padl0 padr1">,908</td>
-<td class="right padl1 padr0">14</td>
-<td class="left padl0 padr1">,908</td>
-<td class="right padl1 padr0">14</td>
-<td class="left padl0 padr1">,399</td>
-<td class="right padl1 padr0">14</td>
-<td class="left padl0 padr1">,692</td>
-<td class="right padl1 padr0">14</td>
-<td class="left padl0 padr1">,437</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">28</td>
-<td class="left padl0 padr1">,463</td>
-<td class="right padl1 padr0">27</td>
-<td class="left padl0 padr1">,235</td>
-<td class="right padl1 padr0">28</td>
-<td class="left padl0 padr1">,982</td>
-<td class="right padl1 padr0">27</td>
-<td class="left padl0 padr1">,659</td>
-<td class="right padl1 padr0">28</td>
-<td class="left padl0 padr1">,378</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote52"><a href="#FNanchor52"><span class="label">[52]</span></a>
-Annal. der Chem. u. Pharm. Bd. <span class="antiqua">XL.</span> S. 49.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p><span class="pagenum" id="Page322">[322]</span></p>
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung der mittleren Arterienhaut</span>.</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Arterienhaut">
-
-<tr>
-<th rowspan="4">&nbsp;</th>
-<th colspan="4" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Scherer</span><a id="FNanchor53"></a><a
-href="#Footnote53" class="fnanchor">[F53]</a>*</th>
-<th rowspan="4" colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>48</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>76</sub><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub><span class="antiqua">O</span><sub>16</sub></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="4" class="vertline">&#9591;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="4" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="2" class="center fsize80"><span class="antiqua">I.</span></th>
-<th colspan="2" class="center fsize80"><span class="antiqua">II.</span></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">53</td>
-<td class="left padl0 padr1">,750</td>
-<td class="right padl1 padr0">53</td>
-<td class="left padl0 padr1">,393</td>
-<td class="right padl1 padr0">53</td>
-<td class="left padl0 padr1">,91</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,079</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,973</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,96</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,360</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,360</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,60</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">23</td>
-<td class="left padl0 padr1">,811</td>
-<td class="right padl1 padr0">24</td>
-<td class="left padl0 padr1">,274</td>
-<td class="right padl1 padr0">23</td>
-<td class="left padl0 padr1">,53</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote53"><a href="#FNanchor53"><span class="label">[53]</span></a>
-Annal. d. Chem. u. Pharm. Bd. <span class="antiqua">XL.</span> S. 51.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung der Horngebilde</span>.</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Horn">
-
-<tr>
-<th rowspan="4" colspan="3">&nbsp;</th>
-<th colspan="14" class="center"><span class="fsize80">Scherer</span><a id="FNanchor54"></a><a
-href="#Footnote54" class="fnanchor">[F54]</a>*</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="14" class="vertline">&#9591;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="14" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="4" class="center padl1 padr1">Oberhaut d.<br />Fu&szlig;sohle</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Bart-<br />haare</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Kopf-<br />haare</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">blonde</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">braune</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">schwarze</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">51</td>
-<td class="left padl0 padr1">,036</td>
-<td class="right padl1 padr0">50</td>
-<td class="left padl0 padr1">,752</td>
-<td class="right padl1 padr0">51</td>
-<td class="left padl0 padr1">,529</td>
-<td class="right padl1 padr0">50</td>
-<td class="left padl0 padr1">,652</td>
-<td class="right padl1 padr0">49</td>
-<td class="left padl0 padr1">,345</td>
-<td class="right padl1 padr0">50</td>
-<td class="left padl0 padr1">,622</td>
-<td class="right padl1 padr0">49</td>
-<td class="left padl0 padr1">,935</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,801</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,761</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,687</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,769</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,576</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,613</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,631</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">17</td>
-<td class="left padl0 padr1">,225</td>
-<td class="right padl1 padr0">17</td>
-<td class="left padl0 padr1">,225</td>
-<td class="right padl1 padr0">17</td>
-<td class="left padl0 padr1">,936</td>
-<td class="right padl1 padr0">17</td>
-<td class="left padl0 padr1">,936</td>
-<td class="right padl1 padr0">17</td>
-<td class="left padl0 padr1">,936</td>
-<td class="right padl1 padr0">17</td>
-<td class="left padl0 padr1">,936</td>
-<td class="right padl1 padr0">17</td>
-<td class="left padl0 padr1">,936</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td rowspan="2" class="brace bt br bb">&nbsp;</td>
-<td rowspan="2" class="brace padl0">-</td>
-<td rowspan="2" class="right padl1 padr0">24</td>
-<td rowspan="2" class="left padl0 padr1">,938</td>
-<td rowspan="2" class="right padl1 padr0">25</td>
-<td rowspan="2" class="left padl0 padr1">,262</td>
-<td rowspan="2" class="right padl1 padr0">23</td>
-<td rowspan="2" class="left padl0 padr1">,848</td>
-<td rowspan="2" class="right padl1 padr0">24</td>
-<td rowspan="2" class="left padl0 padr1">,643</td>
-<td rowspan="2" class="right padl1 padr0">26</td>
-<td rowspan="2" class="left padl0 padr1">,143</td>
-<td rowspan="2" class="right padl1 padr0">24</td>
-<td rowspan="2" class="left padl0 padr1">,829</td>
-<td rowspan="2" class="right padl1 padr0">25</td>
-<td rowspan="2" class="left padl0 padr1">,498</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Schwefel</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<table class="note5to43" summary="Horn">
-
-<tr>
-<th rowspan="3" colspan="3">&nbsp;</th>
-<th colspan="8" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">B&uuml;ffelhorn</span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">N&auml;gel</span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Wolle</span></th>
-<th rowspan="3" colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>48</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>78</sub><span class="antiqua">N</span><sub>14</sub><span class="antiqua">O</span><sub>17</sub></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="8" class="vertline">&#9591;</th>
-<th rowspan="2" colspan="4">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="8" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">51</td>
-<td class="left padl0 padr1">,990</td>
-<td class="right padl1 padr0">51</td>
-<td class="left padl0 padr1">,162</td>
-<td class="right padl1 padr0">51</td>
-<td class="left padl0 padr1">,620</td>
-<td class="right padl1 padr0">51</td>
-<td class="left padl0 padr1">,540</td>
-<td class="right padl1 padr0">51</td>
-<td class="left padl0 padr1">,089</td>
-<td class="right padl1 padr0">50</td>
-<td class="left padl0 padr1">,653</td>
-<td class="right padl1 padr0">51</td>
-<td class="left padl0 padr1">,718</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,717</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,597</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,754</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,779</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,824</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,029</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,860</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">17</td>
-<td class="left padl0 padr1">,284</td>
-<td class="right padl1 padr0">17</td>
-<td class="left padl0 padr1">,284</td>
-<td class="right padl1 padr0">17</td>
-<td class="left padl0 padr1">,284</td>
-<td class="right padl1 padr0">17</td>
-<td class="left padl0 padr1">,284</td>
-<td class="right padl1 padr0">16</td>
-<td class="left padl0 padr1">,901</td>
-<td class="right padl1 padr0">17</td>
-<td class="left padl0 padr1">,710</td>
-<td class="right padl1 padr0">17</td>
-<td class="left padl0 padr1">,469</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td rowspan="2" class="brace bt br bb">&nbsp;</td>
-<td rowspan="2" class="brace padl0">-</td>
-<td rowspan="2" class="right padl1 padr0">24</td>
-<td rowspan="2" class="left padl0 padr1">,009</td>
-<td rowspan="2" class="right padl1 padr0">24</td>
-<td rowspan="2" class="left padl0 padr1">,957</td>
-<td rowspan="2" class="right padl1 padr0">24</td>
-<td rowspan="2" class="left padl0 padr1">,342</td>
-<td rowspan="2" class="right padl1 padr0">24</td>
-<td rowspan="2" class="left padl0 padr1">,397</td>
-<td rowspan="2" class="right padl1 padr0">25</td>
-<td rowspan="2" class="left padl0 padr1">,186</td>
-<td rowspan="2" class="right padl1 padr0">24</td>
-<td rowspan="2" class="left padl0 padr1">,608</td>
-<td rowspan="2" class="right padl1 padr0">23</td>
-<td rowspan="2" class="left padl0 padr1">,953</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Schwefel</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote54"><a href="#FNanchor54"><span class="label">[54]</span></a>
-Annal. d. Chem. u. Pharm. Bd. <span class="antiqua">XL.</span> S. 53.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p><span class="pagenum" id="Page323">[323]</span></p>
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Hiermit stimmt nahe die Zusammensetzung der die innere
-Schale des H&uuml;hnerei&#8217;s auskleidenden Haut</span>;</p>
-
-<p class="center highline2"><span class="fsize80">sie enth&auml;lt nach</span> <span class="nowrap"><span
-class="gesp2 fsize80">Scherer</span><a id="FNanchor55"></a><a href="#Footnote55" class="fnanchor">[F55]</a>*</span></p>
-
-<table class="note5to43" summary="Haut der Eierschale">
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padr0">50</td>
-<td class="left padl0">,674</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padr0">6</td>
-<td class="left padl0">,608</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padr0">16</td>
-<td class="left padl0">,761</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td rowspan="2" class="brace bt br bb">&nbsp;</td>
-<td rowspan="2" class="brace padl0">-</td>
-<td rowspan="2" class="right padr0">25</td>
-<td rowspan="2" class="left padl0">,957</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Schwefel</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote55"><a href="#FNanchor55"><span class="label">[55]</span></a>
-Annal. d. Chem. u. Pharm. Bd. <span class="antiqua">XL</span>. S. 60.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung der Federn</span>.</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Federn">
-
-<tr>
-<th rowspan="4">&nbsp;</th>
-<th colspan="4" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Scherer</span><a id="FNanchor56"></a><a
-href="#Footnote56" class="fnanchor">[F56]</a>*</th>
-<th rowspan="4" colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>48</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>78</sub><span class="antiqua">N</span><sub>14</sub><span class="antiqua">O</span><sub>16</sub></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="4" class="vertline">&#9591;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="4" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Feder-<br />fahne</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Feder-<br />spule</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">50</td>
-<td class="left padl0 padr1">,434</td>
-<td class="right padl1 padr0">52</td>
-<td class="left padl0 padr1">,427</td>
-<td class="right padl1 padr0">52</td>
-<td class="left padl0 padr1">,457</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,110</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,213</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,958</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">17</td>
-<td class="left padl0 padr1">,682</td>
-<td class="right padl1 padr0">17</td>
-<td class="left padl0 padr1">,893</td>
-<td class="right padl1 padr0">17</td>
-<td class="left padl0 padr1">,719</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">24</td>
-<td class="left padl0 padr1">,774</td>
-<td class="right padl1 padr0">22</td>
-<td class="left padl0 padr1">,467</td>
-<td class="right padl1 padr0">22</td>
-<td class="left padl0 padr1">,866</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote56"><a href="#FNanchor56"><span class="label">[56]</span></a>
-Annal. der Chem. u. Pharm. Bd. <span class="antiqua">XL</span>. S. 61.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des Augenschwarzes</span>.</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Augenschwarz">
-
-<tr>
-<th rowspan="4">&nbsp;</th>
-<th colspan="6" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Scherer</span><a id="FNanchor57"></a><a
-href="#Footnote57" class="fnanchor">[F57]</a>*</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="6" class="vertline">&#9591;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="6" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">I.</span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">II.</span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">III.</span></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">58</td>
-<td class="left padl0 padr1">,273</td>
-<td class="right padl1 padr0">58</td>
-<td class="left padl0 padr1">,672</td>
-<td class="right padl1 padr0">57</td>
-<td class="left padl0 padr1">,908</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">5</td>
-<td class="left padl0 padr1">,973</td>
-<td class="right padl1 padr0">5</td>
-<td class="left padl0 padr1">,962</td>
-<td class="right padl1 padr0">5</td>
-<td class="left padl0 padr1">,817</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">13</td>
-<td class="left padl0 padr1">,768</td>
-<td class="right padl1 padr0">13</td>
-<td class="left padl0 padr1">,768</td>
-<td class="right padl1 padr0">13</td>
-<td class="left padl0 padr1">,768</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">21</td>
-<td class="left padl0 padr1">,986</td>
-<td class="right padl1 padr0">21</td>
-<td class="left padl0 padr1">,598</td>
-<td class="right padl1 padr0">22</td>
-<td class="left padl0 padr1">,507</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote57"><a href="#FNanchor57"><span class="label">[57]</span></a>
-Annal. der Chem. u. Pharm. Bd. <span class="antiqua">XL</span>. S. 63.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p><span class="pagenum" id="Page324">[324]</span></p>
-
-<p class="anhangnote" id="Endnote29"><a href="#ENanchor29">Note 29</a>. <a href="#Page135">S. 135</a>.</p>
-
-<p class="center blankbefore2">Nach den Analysen von <span class="gesp2">Playfair</span> und
-<span class="gesp2">Boeckmann</span>* gaben</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Muskelfleisch">
-
-<tr>
-<td class="center">0,452</td>
-<td class="center padl1 padr1">trocknes</td>
-<td class="center">Muskelfleisch</td>
-<td class="center padl1 padr1">0,836</td>
-<td colspan="3" class="left padl0">Kohlens&auml;ure</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="center">0,407</td>
-<td class="center padl1 padr1">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center padl1 padr1">0,279</td>
-<td colspan="3" class="left padl0">Wasser</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="center">0,242</td>
-<td class="center padl1 padr1">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center padl1 padr1">0,450</td>
-<td class="center">Kohlens&auml;ure u.</td>
-<td class="center padl1 padr1">0,164</td>
-<td class="center">Wasser</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="center">0,191</td>
-<td class="center padl1 padr1">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center padl1 padr1">0,360</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center padl1 padr1">0,130</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<table class="note5to43" summary="Blut">
-
-<tr>
-<th colspan="7" class="center"><span class="gesp2">Blut</span></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="center">0,305</td>
-<td class="center padl1 padr1">Substanz</td>
-<td class="center">gaben</td>
-<td class="center padl1 padr1">0,575</td>
-<td class="center">Kohlens&auml;ure u.</td>
-<td class="center padl1 padr1">0,202</td>
-<td class="center">Wasser</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="center">0,214</td>
-<td class="center padl1 padr1">&#8222;</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center padl1 padr1">0,402</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-<td class="center padl1 padr1">0,138</td>
-<td class="center">&#8222;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="center">1,471</td>
-<td class="center padl1 padr1">Blut</td>
-<td class="center">hinterlie&szlig;en</td>
-<td class="center padl1 padr1">0,065</td>
-<td colspan="3" class="left">Asche.</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<table class="note5to43" summary="Ochsenblut und -fleisch">
-
-<tr>
-<th rowspan="2">&nbsp;</th>
-<th colspan="4" class="center padl1 padr1">Ochsenfleisch</th>
-<th colspan="4" class="center padl1 padr1">Ochsenblut</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Mittel</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Play-<br />fair*</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Boeck-<br />mann*</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Play-<br />fair*</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Boeck-<br />mann*</th>
-<th colspan="2">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">51</td>
-<td class="left padl0 padr1">,83</td>
-<td class="right padl1 padr0">51</td>
-<td class="left padl0 padr1">,89</td>
-<td class="right padl1 padr0">51</td>
-<td class="left padl0 padr1">,95</td>
-<td class="right padl1 padr0">51</td>
-<td class="left padl0 padr1">,96</td>
-<td class="right padl1 padr0">51</td>
-<td class="left padl0 padr1">,96</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,57</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,59</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,17</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,33</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,25</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,01</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,05</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,07</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,08</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,07</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">21</td>
-<td class="left padl0 padr1">,37</td>
-<td class="right padl1 padr0">21</td>
-<td class="left padl0 padr1">,24</td>
-<td class="right padl1 padr0">21</td>
-<td class="left padl0 padr1">,39</td>
-<td class="right padl1 padr0">21</td>
-<td class="left padl0 padr1">,21</td>
-<td class="right padl1 padr0">21</td>
-<td class="left padl0 padr1">,30</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Asche</td>
-<td class="right padl1 padr0">4</td>
-<td class="left padl0 padr1">,23</td>
-<td class="right padl1 padr0">4</td>
-<td class="left padl0 padr1">,23</td>
-<td class="right padl1 padr0">4</td>
-<td class="left padl0 padr1">,42</td>
-<td class="right padl1 padr0">4</td>
-<td class="left padl0 padr1">,42</td>
-<td class="right padl1 padr0">4</td>
-<td class="left padl0 padr1">,42</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p>Zieht man den Aschengehalt ab, so ist die Zusammensetzung des organischen
-Theils des</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Ochsenblut und -fleisch">
-
-<tr>
-<th rowspan="2">&nbsp;</th>
-<th colspan="4" class="center padl1 padr1">Ochsenfleischs</th>
-<th colspan="4" class="center padl1 padr1">Ochsenbluts</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Play-<br />fair*</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Boeck-<br />mann*</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Play-<br />fair*</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Boeck-<br />mann*</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">54</td>
-<td class="left padl0 padr1">,12</td>
-<td class="right padl1 padr0">54</td>
-<td class="left padl0 padr1">,18</td>
-<td class="right padl1 padr0">54</td>
-<td class="left padl0 padr1">,19</td>
-<td class="right padl1 padr0">54</td>
-<td class="left padl0 padr1">,20</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,89</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,93</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,48</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,65</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,67</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,71</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,72</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,73</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">22</td>
-<td class="left padl0 padr1">,32</td>
-<td class="right padl1 padr0">22</td>
-<td class="left padl0 padr1">,18</td>
-<td class="right padl1 padr0">22</td>
-<td class="left padl0 padr1">,31</td>
-<td class="right padl1 padr0">22</td>
-<td class="left padl0 padr1">,12</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page325">[325]</span></p>
-
-<p class="center fsize90">Dieser Zusammensetzung entspricht die Formel:</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Zusammensetzung">
-
-<tr>
-<td class="left padr3"><span class="antiqua">C</span><sub>48</sub></td>
-<td class="right padl1 padr0">54</td>
-<td class="left padl0 padr1">,62</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3"><span class="antiqua">H</span><sub>78</sub></td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,24</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,81</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3"><span class="antiqua">O</span><sub>15</sub></td>
-<td class="right padl1 padr0">22</td>
-<td class="left padl0 padr1">,33</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p class="anhangnote" id="Endnote30"><a href="#ENanchor30">Note 30</a>. <a href="#Page137">S. 137</a>.</p>
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="nowrap"><span class="gesp2">Zusammensetzung der Choleins&auml;ure</span><a
-id="FNanchor58"></a><a href="#Footnote58" class="fnanchor">[F58]</a>.</span></p>
-
-<table class="note5to43" summary="Choleins&auml;re">
-
-<tr>
-<th>&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Demar&ccedil;ay</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Dumas</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>76</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>132</sub><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub><span class="antiqua">O</span><sub>22</sub></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">63</td>
-<td class="left padl0 padr1">,707</td>
-<td class="right padl1 padr0">63</td>
-<td class="left padl0 padr1">,5</td>
-<td class="right padl1 padr0">63</td>
-<td class="left padl0 padr1">,24</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">8</td>
-<td class="left padl0 padr1">,821</td>
-<td class="right padl1 padr0">9</td>
-<td class="left padl0 padr1">,3</td>
-<td class="right padl1 padr0">8</td>
-<td class="left padl0 padr1">,97</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">3</td>
-<td class="left padl0 padr1">,255</td>
-<td class="right padl1 padr0">3</td>
-<td class="left padl0 padr1">,3</td>
-<td class="right padl1 padr0">3</td>
-<td class="left padl0 padr1">,86</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">24</td>
-<td class="left padl0 padr1">,217</td>
-<td class="right padl1 padr0">23</td>
-<td class="left padl0 padr1">,9</td>
-<td class="right padl1 padr0">23</td>
-<td class="left padl0 padr1">,95</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote58"><a href="#FNanchor58"><span class="label">[58]</span></a>
-Annal. der Pharm. Bd. <span class="antiqua">XXVII</span>. S. 284 u. 293.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p class="anhangnote" id="Endnote31"><a href="#ENanchor31">Note 31</a>. <a href="#Page137">S. 137</a>.</p>
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des Taurins und der
-Choloidins&auml;ure</span>.</p>
-
-<p class="center blankbefore2 fsize90">Taurin<a id="FNanchor59"></a><a href="#Footnote59" class="fnanchor">[F59]</a>.</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Taurin">
-
-<tr>
-<th>&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Demar&ccedil;ay</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Dumas</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>4</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>14</sub><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">19</td>
-<td class="left padl0 padr1">,24</td>
-<td class="right padl1 padr0">19</td>
-<td class="left padl0 padr1">,26</td>
-<td class="right padl1 padr0">19</td>
-<td class="left padl0 padr1">,48</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">5</td>
-<td class="left padl0 padr1">,78</td>
-<td class="right padl1 padr0">5</td>
-<td class="left padl0 padr1">,66</td>
-<td class="right padl1 padr0">5</td>
-<td class="left padl0 padr1">,57</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">11</td>
-<td class="left padl0 padr1">,29</td>
-<td class="right padl1 padr0">11</td>
-<td class="left padl0 padr1">,19</td>
-<td class="right padl1 padr0">11</td>
-<td class="left padl0 padr1">,27</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">63</td>
-<td class="left padl0 padr1">,69</td>
-<td class="right padl1 padr0">63</td>
-<td class="left padl0 padr1">,89</td>
-<td class="right padl1 padr0">63</td>
-<td class="left padl0 padr1">,68</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote59"><a href="#FNanchor59"><span class="label">[59]</span></a>
-Annal. der Pharm. Bd. <span class="antiqua">XXVII</span>. S. 287 u. 292.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p><span class="pagenum" id="Page326">[326]</span></p>
-
-<p class="center blankbefore2 fsize90">Choloidins&auml;ure<a id="FNanchor60"></a><a
-href="#Footnote60" class="fnanchor">[F60]</a>.</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Choloidins&auml;ure">
-
-<tr>
-<th rowspan="3">&nbsp;</th>
-<th colspan="4" class="center padl1 padr1 fsize80">Demar&ccedil;ay</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Dumas</th>
-<th rowspan="3" colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br />
-<span class="antiqua">C</span><sub>72</sub><span class="antiqua">H</span><sub>112</sub><span class="antiqua">O</span><sub>12</sub></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="4" class="vertline">&#9591;</th>
-<th rowspan="2" colspan="2">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="4" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">73</td>
-<td class="left padl0 padr1">,301</td>
-<td class="right padl1 padr0">73</td>
-<td class="left padl0 padr1">,522</td>
-<td class="right padl1 padr0">73</td>
-<td class="left padl0 padr1">,3</td>
-<td class="right padl1 padr0">74</td>
-<td class="left padl0 padr1">,4</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">9</td>
-<td class="left padl0 padr1">,511</td>
-<td class="right padl1 padr0">9</td>
-<td class="left padl0 padr1">,577</td>
-<td class="right padl1 padr0">9</td>
-<td class="left padl0 padr1">,7</td>
-<td class="right padl1 padr0">9</td>
-<td class="left padl0 padr1">,4</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">17</td>
-<td class="left padl0 padr1">,188</td>
-<td class="right padl1 padr0">16</td>
-<td class="left padl0 padr1">,901</td>
-<td class="right padl1 padr0">17</td>
-<td class="left padl0 padr1">,0</td>
-<td class="right padl1 padr0">16</td>
-<td class="left padl0 padr1">,2</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote60"><a href="#FNanchor60"><span class="label">[60]</span></a> Ebendas. S. 289 u. S. 293.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p>Ich habe zu den Untersuchungen von Demar&ccedil;ay Folgendes
-zu bemerken:</p>
-
-<p>Der Stoff, den ich als Choleins&auml;ure bezeichnet habe, ist
-die Galle selbst, getrennt von den anorganischen Bestandtheilen
-(Salze u. s. w.), die sie enth&auml;lt; durch Bleiessig, bei
-Gegenwart von Ammoniak, treten alle ihre organischen Bestandtheile
-an Bleioxyd, indem sie sich damit zu einem unl&ouml;slichen,
-harzartigen Niederschlage verbinden; der mit dem
-Bleioxyd verbundene K&ouml;rper enth&auml;lt allen Kohlenstoff und
-Stickstoff der Galle. Was ich mit Choloidins&auml;ure bezeichnet
-habe, ist die Substanz, welche man erh&auml;lt, wenn die durch
-Alkohol von den darin unl&ouml;slichen Stoffen befreite Galle
-mit einem Ueberma&szlig;e von Salzs&auml;ure im Sieden erhalten
-wird. Diese Substanz enth&auml;lt allen Kohlenstoff und Wasserstoff
-der Galle, bis auf diejenige Mengen dieser Elemente,
-welche in der Form von Taurin und Ammoniak ausgetreten
-sind. Die Cholins&auml;ure enth&auml;lt die Bestandtheile der Galle,
-von denen sich die Elemente des kohlensauren Ammoniaks
-getrennt haben.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page327">[327]</span></p>
-
-<p>Diese drei Stoffe enthalten also die Producte der Metamorphose
-der ganzen Galle, ihre Formeln dr&uuml;cken die Anzahl
-der Elemente ihrer Bestandtheile aus. Keiner davon
-ist in der Form, in der wir ihn gewinnen, fertig gebildet
-in der Galle enthalten; ihre Elemente sind in einer andern
-Weise mit einander verbunden wie in der Galle, allein die
-Art, wie sie geordnet sind, hat auf die Festsetzung ihres relativen
-Verh&auml;ltnisses durch die Analyse nicht den geringsten
-Einflu&szlig;. In der Formel selbst liegt demnach keine Hypothese,
-sie ist ein reiner Ausdruck der Analyse. Aus wieviel
-verschiedenen Substanzen die Choleins&auml;ure, Choloidins&auml;ure
-u. s. w. auch bestehen mag, die relative Anzahl ihrer Elemente
-zusammengenommen wird durch die aufgefundene Formel
-ausgedr&uuml;ckt.</p>
-
-<p>Die Untersuchung der Producte, welche aus der Galle
-durch die Einwirkung der Luft und chemischer Agentien hervorgebracht
-werden, k&ouml;nnen f&uuml;r pathologische Zust&auml;nde von
-Wichtigkeit werden, allein bis auf das allgemeine Verhalten
-der Galle ist die Kenntni&szlig; dieser Producte dem Physiologen
-v&ouml;llig unn&uuml;tz, es ist eine Last, die ihm das Voranschreiten
-erschwert. Von keinem einzigen der 38 oder 40 Stoffe, in
-die man die Galle zerlegt hat, l&auml;&szlig;t sich mit Gewi&szlig;heit behaupten,
-da&szlig; er fertig gebildet darin enthalten ist, von den
-meisten wei&szlig; man mit Bestimmtheit, da&szlig; sie Erzeugnisse der
-Materien sind, die man darauf einwirken lie&szlig;.</p>
-
-<p>Die Galle enth&auml;lt Natron, allein sie ist eine Natronverbindung
-der merkw&uuml;rdigsten Art; wenn wir ihre in Alkohol<span class="pagenum" id="Page328">[328]</span>
-l&ouml;slichen organischen Bestandtheile an Bleioxyd binden und
-das Bleioxyd wieder davon scheiden, so haben wir einen
-K&ouml;rper (Choleins&auml;ure), der mit Natron zusammengebracht eine
-der Galle dem Geschmacke nach &auml;hnliche Verbindung wieder bildet,
-allein es ist keine Galle mehr; die Galle kann mit Pflanzens&auml;uren,
-ja mit verd&uuml;nnten Minerals&auml;uren, vermischt werden,
-ohne Tr&uuml;bung, ohne einen Niederschlag zu bilden, w&auml;hrend die
-ebenerw&auml;hnte Verbindung der Choleins&auml;ure durch die schw&auml;chsten
-S&auml;uren zersetzt und alle Choleins&auml;ure wieder abgeschieden
-wird. Die Galle ist demnach keineswegs als choleinsaures
-Natron zu betrachten. In welchem Zustande, kann
-man weiter fragen, ist das Cholsterin, die Margarin- und
-Talgs&auml;ure, die man darin nachweis&#8217;t, in der Galle enthalten?
-Das Cholsterin ist in Wasser nicht l&ouml;slich, mit Alkalien nicht
-verseifbar, die Verbindungen der genannten, fetten S&auml;uren
-mit Alkalien, w&auml;ren sie wirklich als Seifen in der Galle
-enthalten, sie m&uuml;&szlig;ten durch S&auml;uren mit der gr&ouml;&szlig;ten Leichtigkeit
-abgeschieden werden. Allein es erfolgt durch verd&uuml;nnte
-S&auml;uren keine Abscheidung von Margarin- oder Talgs&auml;ure.</p>
-
-<p>Es ist m&ouml;glich, da&szlig; in neuen und wiederholten Untersuchungen
-Abweichungen in der procentischen Zusammensetzung,
-von der in den analytischen Entwicklungen gegebenen
-sich herausstellen werden, allein auf die Formel selbst kann
-dies nur von geringem Einflu&szlig; sein; wenn das relative Verh&auml;ltni&szlig;
-des Kohlenstoffs zum Stickstoff sich nicht &auml;ndert, so
-werden sich diese Abweichungen auf den Sauerstoff und Wasserstoffgehalt
-beschr&auml;nken; man wird alsdann f&uuml;r die Auseinandersetzungen<span class="pagenum" id="Page329">[329]</span>
-in Formeln annehmen m&uuml;ssen, da&szlig; mehr Wasser
-oder mehr Sauerstoff, oder weniger Wasser und weniger
-Sauerstoff an der Metamorphose der Gebilde Antheil nehmen,
-allein die Wahrheit der Entwicklungen selbst wird
-hierdurch nicht gef&auml;hrdet.</p>
-
-<p class="anhangnote" id="Endnote32"><a href="#ENanchor32">Note 32</a>. <a href="#Page137">Seite 137</a>.</p>
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="nowrap"><span class="gesp2">Zusammensetzung der Cholins&auml;ure</span><a
-id="FNanchor61"></a><a href="#Footnote61" class="fnanchor">[F61]</a></span>.</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Cholins&auml;ure;">
-
-<tr>
-<th>&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Dumas</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>74</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>120</sub><span class="antiqua">O</span><sub>18</sub></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">68</td>
-<td class="left padl0 padr1">,5</td>
-<td class="right padl1 padr0">68</td>
-<td class="left padl0 padr1">,9</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">9</td>
-<td class="left padl0 padr1">,7</td>
-<td class="right padl1 padr0">9</td>
-<td class="left padl0 padr1">,2</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">21</td>
-<td class="left padl0 padr1">,8</td>
-<td class="right padl1 padr0">21</td>
-<td class="left padl0 padr1">,9</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote61"><a href="#FNanchor61"><span class="label">[61]</span></a>
-Ebendaselbst Bd. <span class="antiqua">XXVII.</span> S. 295.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p class="anhangnote" id="Endnote33"><a href="#ENanchor33">Note 33</a>. <a href="#Page139">S. 139</a>.</p>
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung der Hauptbestandtheile des
-Harns der Menschen und Thiere</span>.</p>
-
-<p class="center blankbefore2 fsize90"><span class="gesp2">Harns&auml;ure</span>.</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Harns&auml;ure">
-
-<tr>
-<th>&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Liebig</span><br /><a id="FNanchor62"></a><a
-href="#Footnote62" class="fnanchor">[F62]</a>*</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Mitscher-<br />lich</span><a id="FNanchor63"></a><a
-href="#Footnote63" class="fnanchor">[F63]</a></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>10</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>8</sub><span class="antiqua">N</span><sub>8</sub><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">36</td>
-<td class="left padl0 padr1">,083</td>
-<td class="right padl1 padr0">35</td>
-<td class="left padl0 padr1">,82</td>
-<td class="right padl1 padr0">36</td>
-<td class="left padl0 padr1">,00</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">2</td>
-<td class="left padl0 padr1">,441</td>
-<td class="right padl1 padr0">2</td>
-<td class="left padl0 padr1">,38</td>
-<td class="right padl1 padr0">2</td>
-<td class="left padl0 padr1">,36</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">33</td>
-<td class="left padl0 padr1">,361</td>
-<td class="right padl1 padr0">34</td>
-<td class="left padl0 padr1">,60</td>
-<td class="right padl1 padr0">33</td>
-<td class="left padl0 padr1">,37</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">28</td>
-<td class="left padl0 padr1">,126</td>
-<td class="right padl1 padr0">27</td>
-<td class="left padl0 padr1">,20</td>
-<td class="right padl1 padr0">28</td>
-<td class="left padl0 padr1">,27</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote62"><a href="#FNanchor62"><span class="label">[62]</span></a>
-Annal. der Pharm. Bd. <span class="antiqua">X.</span> S. 47.</p>
-
-<p id="Footnote63"><a href="#FNanchor63"><span class="label">[63]</span></a>
-Poggend. Annal. Bd. <span class="antiqua">XXXIII.</span> S. 335.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p><span class="pagenum" id="Page330">[330]</span></p>
-
-<p class="center blankbefore2 fsize90"><span class="gesp2">Alloxan</span><a id="FNanchor64"></a><a
-href="#Footnote64" class="fnanchor">[F64]</a>.<br />
-Product der Oxydation der Harns&auml;ure.</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Alloxan">
-
-<tr>
-<th rowspan="3">&nbsp;</th>
-<th colspan="4" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">W&ouml;hler u.<br />Liebig</span>*</th>
-<th rowspan="3" colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>8</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>8</sub><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="4" class="vertline">&#9591;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="4" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">30</td>
-<td class="left padl0 padr1">,38</td>
-<td class="right padl1 padr0">30</td>
-<td class="left padl0 padr1">,18</td>
-<td class="right padl1 padr0">30</td>
-<td class="left padl0 padr1">,34</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">2</td>
-<td class="left padl0 padr1">,57</td>
-<td class="right padl1 padr0">2</td>
-<td class="left padl0 padr1">,48</td>
-<td class="right padl1 padr0">2</td>
-<td class="left padl0 padr1">,47</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">17</td>
-<td class="left padl0 padr1">,96</td>
-<td class="right padl1 padr0">17</td>
-<td class="left padl0 padr1">,96</td>
-<td class="right padl1 padr0">17</td>
-<td class="left padl0 padr1">,55</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">49</td>
-<td class="left padl0 padr1">,09</td>
-<td class="right padl1 padr0">49</td>
-<td class="left padl0 padr1">,38</td>
-<td class="right padl1 padr0">49</td>
-<td class="left padl0 padr1">,64</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote64"><a href="#FNanchor64"><span class="label">[64]</span></a>
-Annal. der Pharm. Bd. <span class="antiqua">XXVI.</span> S. 260.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p class="center blankbefore2 fsize90"><span class="gesp2">Harnstoff</span>.</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Harnstoff">
-
-<tr>
-<th>&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Prout</span><br /><a id="FNanchor65"></a><a
-href="#Footnote65" class="fnanchor">[F65]</a></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">W&ouml;hler u.<br />Liebig</span><br /><a
-id="FNanchor66"></a><a href="#Footnote66" class="fnanchor">[F66]</a></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>2</sub><span
-class="antiqua">N</span><sub>4</sub><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub><span class="antiqua">O</span><sub>4</sub></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">19</td>
-<td class="left padl0 padr1">,99</td>
-<td class="right padl1 padr0">20</td>
-<td class="left padl0 padr1">,02</td>
-<td class="right padl1 padr0">20</td>
-<td class="left padl0 padr1">,192</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,65</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,71</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,595</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">46</td>
-<td class="left padl0 padr1">,65</td>
-<td class="right padl1 padr0">46</td>
-<td class="left padl0 padr1">,73</td>
-<td class="right padl1 padr0">46</td>
-<td class="left padl0 padr1">,782</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">26</td>
-<td class="left padl0 padr1">,63</td>
-<td class="right padl1 padr0">26</td>
-<td class="left padl0 padr1">,54</td>
-<td class="right padl1 padr0">26</td>
-<td class="left padl0 padr1">,425</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote65"><a href="#FNanchor65"><span class="label">[65]</span></a>
-<span class="antiqua">Thoms. Ann. T. XI. p.</span> 352.</p>
-
-<p id="Footnote66"><a href="#FNanchor66"><span class="label">[66]</span></a>
-Poggend. Ann. Bd. <span class="antiqua">XX.</span> S. 375.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p class="center blankbefore2 fsize90"><span class="gesp2">Krystallisirte Hippurs&auml;ure</span>.</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Hippurs&auml;ure">
-
-<tr>
-<th>&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Liebig<br /></span><a id="FNanchor67"></a><a
-href="#Footnote67" class="fnanchor">[F67]</a>*</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Dumas<br /></span><a id="FNanchor68"></a><a
-href="#Footnote68" class="fnanchor">[F68]</a></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Mitscher-<br />lich</span><br /><a
-id="FNanchor69"></a><a href="#Footnote69" class="fnanchor">[F69]</a></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>18</sub><span
-class="antiqua">N</span><sub>2</sub><span class="antiqua">H</span><sub>16</sub><span class="antiqua">O</span><sub>5</sub></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">60</td>
-<td class="left padl0 padr1">,742</td>
-<td class="right padl1 padr0">60</td>
-<td class="left padl0 padr1">,5</td>
-<td class="right padl1 padr0">60</td>
-<td class="left padl0 padr1">,63</td>
-<td class="right padl1 padr0">60</td>
-<td class="left padl0 padr1">,76</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">4</td>
-<td class="left padl0 padr1">,959</td>
-<td class="right padl1 padr0">4</td>
-<td class="left padl0 padr1">,9</td>
-<td class="right padl1 padr0">4</td>
-<td class="left padl0 padr1">,98</td>
-<td class="right padl1 padr0">4</td>
-<td class="left padl0 padr1">,92</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,816</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,7</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,90</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,82</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">26</td>
-<td class="left padl0 padr1">,483</td>
-<td class="right padl1 padr0">26</td>
-<td class="left padl0 padr1">,9</td>
-<td class="right padl1 padr0">26</td>
-<td class="left padl0 padr1">,49</td>
-<td class="right padl1 padr0">26</td>
-<td class="left padl0 padr1">,50</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote67"><a href="#FNanchor67"><span class="label">[67]</span></a>
-Annal. d. Pharm. Bd. <span class="antiqua">XII.</span> S. 20.</p>
-
-<p id="Footnote68"><a href="#FNanchor68"><span class="label">[68]</span></a>
-<span class="antiqua">Ann. de Chim. et de Phys. T. LVII. p.</span> 327.</p>
-
-<p id="Footnote69"><a href="#FNanchor69"><span class="label">[69]</span></a> Pogg.
-Ann. Bd. <span class="antiqua">XXXIII.</span> S. 335.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p><span class="pagenum" id="Page331">[331]</span></p>
-
-<p class="center blankbefore2 fsize90"><span class="gesp2">Allantoin</span><a id="FNanchor70"></a><a
-href="#Footnote70" class="fnanchor">[F70]</a>.</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Allantoin">
-
-<tr>
-<th>&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">W&ouml;hler u.<br />Liebig*</span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>8</sub><span
-class="antiqua">N</span><sub>8</sub><span class="antiqua">H</span><sub>12</sub><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">30</td>
-<td class="left padl0 padr1">,60</td>
-<td class="right padl1 padr0">30</td>
-<td class="left padl0 padr1">,66</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">3</td>
-<td class="left padl0 padr1">,83</td>
-<td class="right padl1 padr0">3</td>
-<td class="left padl0 padr1">,75</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">35</td>
-<td class="left padl0 padr1">,45</td>
-<td class="right padl1 padr0">35</td>
-<td class="left padl0 padr1">,50</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">30</td>
-<td class="left padl0 padr1">,12</td>
-<td class="right padl1 padr0">30</td>
-<td class="left padl0 padr1">,09</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote70"><a href="#FNanchor70"><span class="label">[70]</span></a>
-Ann. der Pharm. Bd. <span class="antiqua">XXVI.</span> S. 215.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p class="center blankbefore2 fsize90"><span class="gesp2">Harnoxyd</span><a id="FNanchor71"></a><a
-href="#Footnote71" class="fnanchor">[F71]</a>.</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Harnoxyd">
-
-<tr>
-<th>&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">W&ouml;hler u.<br />Liebig*</span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>5</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>4</sub><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">39</td>
-<td class="left padl0 padr1">,28</td>
-<td class="right padl1 padr0">39</td>
-<td class="left padl0 padr1">,86</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">2</td>
-<td class="left padl0 padr1">,95</td>
-<td class="right padl1 padr0">2</td>
-<td class="left padl0 padr1">,60</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">36</td>
-<td class="left padl0 padr1">,35</td>
-<td class="right padl1 padr0">37</td>
-<td class="left padl0 padr1">,72</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">21</td>
-<td class="left padl0 padr1">,24</td>
-<td class="right padl1 padr0">20</td>
-<td class="left padl0 padr1">,82</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote71"><a href="#FNanchor71"><span class="label">[71]</span></a>
-Annal. der Pharm. Bd. <span class="antiqua">XXVI.</span> S. 344.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p class="center blankbefore2 fsize90"><span class="gesp2">Cysticoxyd</span><a id="FNanchor72"></a><a
-href="#Footnote72" class="fnanchor">[F72]</a>.</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Cysticoxyd">
-
-<tr>
-<th>&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Thau-<br />low*</span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>6</sub><span
-class="antiqua">N</span><sub>2</sub><span class="antiqua">H</span><sub>12</sub><span class="antiqua">O</span><sub>4</sub><span
-class="antiqua">S</span><sub>2</sub></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">30</td>
-<td class="left padl0 padr1">,01</td>
-<td class="right padl1 padr0">30</td>
-<td class="left padl0 padr1">,31</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">5</td>
-<td class="left padl0 padr1">,10</td>
-<td class="right padl1 padr0">4</td>
-<td class="left padl0 padr1">,94</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">11</td>
-<td class="left padl0 padr1">,00</td>
-<td class="right padl1 padr0">11</td>
-<td class="left padl0 padr1">,70</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">28</td>
-<td class="left padl0 padr1">,38</td>
-<td class="right padl1 padr0">46</td>
-<td class="left padl0 padr1">,47</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Schwefel</td>
-<td class="right padl1 padr0">25</td>
-<td class="left padl0 padr1">,51</td>
-<td class="right padl1 padr0">26</td>
-<td class="left padl0 padr1">,58</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote72"><a href="#FNanchor72"><span class="label">[72]</span></a>
-Annal. der Pharm. Bd. <span class="antiqua">XXVII.</span> S. 200.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p>Das Cystic-Oxyd ist durch seinen Schwefelgehalt ganz
-besonders ausgezeichnet vor allen anderen in der Harnblase
-vorkommenden Concretionen. Es l&auml;&szlig;t sich mit Bestimmtheit<span class="pagenum" id="Page332">[332]</span>
-darthun, da&szlig; der Schwefel in diesem K&ouml;rper weder im oxydirten
-Zustande noch in der Form einer Cyanverbindung enthalten
-ist, und in dieser Beziehung ist die Bemerkung vielleicht
-nicht ohne Interesse, da&szlig; 4 Atome Cystic-Oxyd die
-Elemente von Harns&auml;ure, Benzoes&auml;ure, Schwefelwasserstoff
-und Wasser enthalten, lauter Substanzen, deren Erzeugbarkeit
-im Thierorganismus keinem Zweifel unterliegt.</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Cysticoxyd">
-
-<tr>
-<td class="right">1</td>
-<td class="center padl1 padr1">At.</td>
-<td class="left padr3">Harns&auml;ure</td>
-<td rowspan="4">&nbsp;</td>
-<td class="left"><span class="antiqua">C</span><sub>10</sub></td>
-<td class="left"><span class="antiqua">N</span><sub>8</sub></td>
-<td class="left"><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub></td>
-<td class="left"><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub><br /></td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td rowspan="4" colspan="6">&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="right">1</td>
-<td class="center padl1 padr1">&#8222;</td>
-<td class="left padr3">Benzoes&auml;ure</td>
-<td class="left"><span class="antiqua">C</span><sub>14</sub></td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="left"><span class="antiqua">H</span><sub>10</sub></td>
-<td class="left"><span class="antiqua">O</span><sub>3</sub><br /></td>
-<td>&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="right">8</td>
-<td class="center padl1 padr1">&#8222;</td>
-<td class="left padr3">Schwefelwasserstoff</td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="left"><span class="antiqua">H</span><sub>16</sub></td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="left"><span class="antiqua">S</span><sub>8</sub><br /></td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="right">7</td>
-<td class="center padl1 padr1">&#8222;</td>
-<td class="left padr3">Wasser</td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="left"><span class="antiqua">H</span><sub>14</sub></td>
-<td class="left"><span class="antiqua">O</span><sub>7</sub></td>
-<td>&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="right">1 At. Cysticoxyd</td>
-<td class="center padl1 padr1">=</td>
-<td class="left bt"><span class="antiqua">C</span><sub>24</sub></td>
-<td class="left bt"><span class="antiqua">N</span><sub>8</sub></td>
-<td class="left bt"><span class="antiqua">H</span><sub>48</sub></td>
-<td class="left bt"><span class="antiqua">O</span><sub>16</sub></td>
-<td class="left bt"><span class="antiqua">S</span><sub>8</sub></td>
-<td class="center padl1 padr1">=</td>
-<td class="left">4(<span class="antiqua">C</span><sub>6</sub></td>
-<td class="left"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub></td>
-<td class="left"><span class="antiqua">H</span><sub>12</sub></td>
-<td class="left"><span class="antiqua">O</span><sub>4</sub></td>
-<td class="left"><span class="antiqua">S</span><sub>2</sub>)</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p>Ein vortreffliches Mittel, um bei Harnsteinen die Gegenwart
-des Cysticoxyds darzuthun ist folgendes:</p>
-
-<p>Man l&ouml;s&#8217;t den fraglichen Harnstein in starker Kalilauge
-auf und setzt einige Tropfen essigsaures Bleioxyd hinzu, nicht
-mehr als Bleioxyd in Aufl&ouml;sung erhalten werden kann.
-Beim Kochen dieser Mischung entsteht ein schwarzer Niederschlag
-von Schwefelblei, der ihr das Ansehen von Dinte
-giebt. Es entwickelt sich hierbei eine reichliche Menge Ammoniak;
-die alkalische Fl&uuml;ssigkeit enth&auml;lt unter anderen Producten
-Oxals&auml;ure.</p>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page333">[333]</span></p>
-
-<p class="anhangnote" id="Endnote34"><a href="#ENanchor34">Note 34</a>. <a href="#Page139">Seite 139</a>.</p>
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung der Oxals&auml;ure, Oxalurs&auml;ure
-und der Parabans&auml;ure</span>.</p>
-
-<p class="center blankbefore2 fsize90"><span class="gesp2">Oxals&auml;ure</span>.</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Oxals&auml;ure">
-
-<tr>
-<th>&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Gay-Luss.<br />u.<br />Th&eacute;nard</span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Bertholl.</span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>2</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>2</sub><span class="antiqua">O</span><sub>4</sub></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">26</td>
-<td class="left padl0 padr1">,566</td>
-<td class="right padl1 padr0">25</td>
-<td class="left padl0 padr1">,13</td>
-<td class="right padl1 padr0">26</td>
-<td class="left padl0 padr1">,66</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">2</td>
-<td class="left padl0 padr1">,745</td>
-<td class="right padl1 padr0">3</td>
-<td class="left padl0 padr1">,09</td>
-<td class="right padl1 padr0">2</td>
-<td class="left padl0 padr1">,22</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">70</td>
-<td class="left padl0 padr1">,689</td>
-<td class="right padl1 padr0">71</td>
-<td class="left padl0 padr1">,78</td>
-<td class="right padl1 padr0">71</td>
-<td class="left padl0 padr1">,12</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p class="center blankbefore2 fsize90"><span class="gesp2">Oxalurs&auml;ure</span><a id="FNanchor73"></a><a
-href="#Footnote73" class="fnanchor">[F73]</a>.</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Oxalurs&auml;ure">
-
-<tr>
-<th rowspan="3">&nbsp;</th>
-<th colspan="4" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">W&ouml;hler u. Liebig</span>*</th>
-<th rowspan="3" colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>6</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>8</sub><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub><span class="antiqua">O</span><sub>8</sub></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="4" class="vertline">&#9591;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="4" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">27</td>
-<td class="left padl0 padr1">,600</td>
-<td class="right padl1 padr0">27</td>
-<td class="left padl0 padr1">,318</td>
-<td class="right padl1 padr0">27</td>
-<td class="left padl0 padr1">,59</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">3</td>
-<td class="left padl0 padr1">,122</td>
-<td class="right padl1 padr0">3</td>
-<td class="left padl0 padr1">,072</td>
-<td class="right padl1 padr0">3</td>
-<td class="left padl0 padr1">,00</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">21</td>
-<td class="left padl0 padr1">,218</td>
-<td class="right padl1 padr0">21</td>
-<td class="left padl0 padr1">,218</td>
-<td class="right padl1 padr0">21</td>
-<td class="left padl0 padr1">,29</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">48</td>
-<td class="left padl0 padr1">,060</td>
-<td class="right padl1 padr0">48</td>
-<td class="left padl0 padr1">,392</td>
-<td class="right padl1 padr0">48</td>
-<td class="left padl0 padr1">,12</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote73"><a href="#FNanchor73"><span class="label">[73]</span></a>
-Annal. der Pharm. Bd. <span class="antiqua">XXVI.</span> S. 289.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p class="center blankbefore2 fsize90"><span class="gesp2">Parabans&auml;ure</span><a id="FNanchor74"></a><a
-href="#Footnote74" class="fnanchor">[F74]</a>.</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Parabans&auml;ure">
-
-<tr>
-<th rowspan="3">&nbsp;</th>
-<th colspan="4" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">W&ouml;hler u. Liebig</span>*</th>
-<th rowspan="3" colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>6</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>4</sub><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="4" class="vertline">&#9591;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="4" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">31</td>
-<td class="left padl0 padr1">,95</td>
-<td class="right padl1 padr0">31</td>
-<td class="left padl0 padr1">,940</td>
-<td class="right padl1 padr0">31</td>
-<td class="left padl0 padr1">,91</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">2</td>
-<td class="left padl0 padr1">,09</td>
-<td class="right padl1 padr0">1</td>
-<td class="left padl0 padr1">,876</td>
-<td class="right padl1 padr0">1</td>
-<td class="left padl0 padr1">,73</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">24</td>
-<td class="left padl0 padr1">,66</td>
-<td class="right padl1 padr0">24</td>
-<td class="left padl0 padr1">,650</td>
-<td class="right padl1 padr0">24</td>
-<td class="left padl0 padr1">,62</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">41</td>
-<td class="left padl0 padr1">,30</td>
-<td class="right padl1 padr0">41</td>
-<td class="left padl0 padr1">,534</td>
-<td class="right padl1 padr0">41</td>
-<td class="left padl0 padr1">,74</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote74"><a href="#FNanchor74"><span class="label">[74]</span></a> Ebendaselbst S. 286.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p><span class="pagenum" id="Page334">[334]</span></p>
-
-<p class="anhangnote" id="Endnote35"><a href="#ENanchor35">Note 35</a>. <a href="#Page141">S. 141</a>.</p>
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des gebratenen Fleisch&#8217;s</span>.</p>
-
-<table class="note5to43" summary="gebratenes Fleisch">
-
-<tr>
-<td class="left padr3">(1)</td>
-<td class="right padl1 padr0">0</td>
-<td class="left padl0 padr1">,307</td>
-<td class="padl1 padr1">Substanz</td>
-<td class="padl1 padr1">gaben</td>
-<td class="right padl1 padr0">0</td>
-<td class="left padl0 padr1">,584</td>
-<td class="padl1 padr1">Kohlens&auml;ure</td>
-<td class="padl1 padr1">und</td>
-<td class="right padl1 padr0">0</td>
-<td class="left padl0 padr1">,206</td>
-<td class="padl1 padr1">Wasserstoff</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">(2)</td>
-<td class="right padl1 padr0">0</td>
-<td class="left padl0 padr1">,255</td>
-<td class="padl1 padr1">&#8222;</td>
-<td class="padl1 padr1">&#8222;</td>
-<td class="right padl1 padr0">0</td>
-<td class="left padl0 padr1">,485</td>
-<td class="padl1 padr1">&#8222;</td>
-<td class="padl1 padr1">&#8222;</td>
-<td class="right padl1 padr0">0</td>
-<td class="left padl0 padr1">,181</td>
-<td class="padl1 padr1">&#8222;</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">(3)</td>
-<td class="right padl1 padr0">0</td>
-<td class="left padl0 padr1">,179</td>
-<td class="padl1 padr1">&#8222;</td>
-<td class="padl1 padr1">&#8222;</td>
-<td class="right padl1 padr0">0</td>
-<td class="left padl0 padr1">,340</td>
-<td class="padl1 padr1">&#8222;</td>
-<td class="padl1 padr1">&#8222;</td>
-<td class="right padl1 padr0">0</td>
-<td class="left padl0 padr1">,125</td>
-<td class="padl1 padr1">&#8222;</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<table class="note5to43" summary="gebratenes Fleisch">
-
-<tr>
-<th rowspan="4" colspan="3">&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Reh-<br />fleisch<br />(1)</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Ochsen-<br />fleisch<br />(2)</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Kalb-<br />fleisch<br />(3)</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Boeck-<br />mann</span>*</th>
-<th colspan="4" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Playfair</span>*</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th rowspan="2" colspan="2">&nbsp;</th>
-<th colspan="4" class="vertline">&#9591;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="4" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">52</td>
-<td class="left padl0 padr1">,60</td>
-<td class="right padl1 padr0">52</td>
-<td class="left padl0 padr1">,590</td>
-<td class="right padl1 padr0">52</td>
-<td class="left padl0 padr1">,52</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,45</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,886</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,87</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td colspan="3" class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,23</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,214</td>
-<td class="right padl1 padr0">14</td>
-<td class="left padl0 padr1">,70</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td rowspan="2" class="brace bt br bb">&nbsp;</td>
-<td rowspan="2" class="brace padl0">-</td>
-<td rowspan="2" class="right padl1 padr0">24</td>
-<td rowspan="2" class="left padl0 padr1">,72</td>
-<td rowspan="2" class="right padl1 padr0">24</td>
-<td rowspan="2" class="left padl0 padr1">,310</td>
-<td rowspan="2" class="right padl1 padr0">24</td>
-<td rowspan="2" class="left padl0 padr1">,91</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Asche</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p class="anhangnote" id="Endnote36"><a href="#ENanchor36">Note 36</a>. <a href="#Page144">S. 144</a>.</p>
-
-<p class="center blankbefore2">Die Formel <span class="antiqua">C</span><sub>27</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>42</sub><span class="antiqua">N</span><sub>9</sub><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub>
-giebt n&auml;mlich in 100 Theilen:</p>
-
-<table class="note5to43" summary="C27H42N9O">
-
-<tr>
-<td class="left padr3"><span class="antiqua">C</span><sub>27</sub></td>
-<td class="right padl1 padr0">50</td>
-<td class="left padl0 padr1">,07</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3"><span class="antiqua">H</span><sub>42</sub></td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,35</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3"><span class="antiqua">N</span><sub>9</sub></td>
-<td class="right padl1 padr0">19</td>
-<td class="left padl0 padr1">,32</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3"><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></td>
-<td class="right padl1 padr0">24</td>
-<td class="left padl0 padr1">,26</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p class="center">Die Zusammensetzung des Leims s. <a href="#Endnote28">Note 28</a>.</p>
-
-<p class="anhangnote" id="Endnote37"><a href="#ENanchor37">Note 37</a>. <a href="#Page158">S. 158</a>.</p>
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung der Lithofellins&auml;ure</span><a
-id="FNanchor75"></a><a href="#Footnote75" class="fnanchor">[F75]</a></p>
-
-<table class="note5to43" summary="Lithofellins&auml;ure">
-
-<tr>
-<th rowspan="3">&nbsp;</th>
-<th colspan="6" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Ettling u. Will</span>*</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">W&ouml;hler</span></th>
-<th rowspan="3" colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>40</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>72</sub><span class="antiqua">O</span><sub>8</sub></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="6" class="vertline">&#9591;</th>
-<th rowspan="2" colspan="2">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="6" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">71</td>
-<td class="left padl0 padr1">,19</td>
-<td class="right padl1 padr0">70</td>
-<td class="left padl0 padr1">,80</td>
-<td class="right padl1 padr0">70</td>
-<td class="left padl0 padr1">,23</td>
-<td class="right padl1 padr0">70</td>
-<td class="left padl0 padr1">,83</td>
-<td class="right padl1 padr0">70</td>
-<td class="left padl0 padr1">,83</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">10</td>
-<td class="left padl0 padr1">,85</td>
-<td class="right padl1 padr0">10</td>
-<td class="left padl0 padr1">,78</td>
-<td class="right padl1 padr0">10</td>
-<td class="left padl0 padr1">,95</td>
-<td class="right padl1 padr0">10</td>
-<td class="left padl0 padr1">,60</td>
-<td class="right padl1 padr0">10</td>
-<td class="left padl0 padr1">,48</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">17</td>
-<td class="left padl0 padr1">,96</td>
-<td class="right padl1 padr0">18</td>
-<td class="left padl0 padr1">,42</td>
-<td class="right padl1 padr0">18</td>
-<td class="left padl0 padr1">,92</td>
-<td class="right padl1 padr0">18</td>
-<td class="left padl0 padr1">,57</td>
-<td class="right padl1 padr0">18</td>
-<td class="left padl0 padr1">,69</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote75"><a href="#FNanchor75"><span class="label">[75]</span></a>
-Annal. der Chem. u. Pharm. Bd. <span class="antiqua">XXXIX.</span> S. 242. Bd. <span class="antiqua">XLI.</span> S. 154.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p><span class="pagenum" id="Page335">[335]</span></p>
-
-<p class="anhangnote" id="Endnote38"><a href="#ENanchor38">Note 38</a>. <a href="#Page181">Seite 181</a>.</p>
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des Solanins aus Kartoffelkeimen</span><a
-id="FNanchor76"></a><a href="#Footnote76" class="fnanchor">[F76]</a>.</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Solanin">
-
-<tr>
-<th>&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Blanchet</span>*</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">62</td>
-<td class="left padl0 padr1">,11</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">8</td>
-<td class="left padl0 padr1">,92</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">1</td>
-<td class="left padl0 padr1">,64</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">27</td>
-<td class="left padl0 padr1">,33</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote76"><a href="#FNanchor76"><span class="label">[76]</span></a>
-Annal. der Pharm. Bd. <span class="antiqua">V.</span> S. 150.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p class="anhangnote" id="Endnote39"><a href="#ENanchor39">Note 39</a>. <a href="#Page181">Seite 181</a>.</p>
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des Picrotoxins</span><a
-id="FNanchor77"></a><a href="#Footnote77" class="fnanchor">[F77]</a>.</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Picrotoxin">
-
-<tr>
-<th>&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Francis</span>*</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">60</td>
-<td class="left padl0 padr1">,26</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">5</td>
-<td class="left padl0 padr1">,70</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">1</td>
-<td class="left padl0 padr1">,30</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">32</td>
-<td class="left padl0 padr1">,74</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote77"><a href="#FNanchor77"><span class="label">[77]</span></a> In einer andern Analyse erhielt
-<span class="gesp2">Francis</span> 0,75 <span class="antiqua">pCt.</span> Stickstoff. Das
-zu den Analysen verwandte Picrotoxin war theilweise aus der Fabrik
-des Herrn <span class="gesp2">Merck</span> in Darmstadt, theils von Herrn <span class="gesp2">Francis</span> dargestellt;
-es war vollkommen wei&szlig; und schon krystallisirt. &mdash; <span class="gesp2">Regnault</span>
-fand bekanntlich keinen Stickstoff in dem Picrotoxin.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p class="anhangnote" id="Endnote40"><a href="#ENanchor40">Note 40</a>. <a href="#Page181">Seite 181</a>.</p>
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des Chinins</span>.</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Chinin">
-
-<tr>
-<th>&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Liebig</span>*</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>20</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>24</sub><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">75</td>
-<td class="left padl0 padr1">,76</td>
-<td class="right padl1 padr0">74</td>
-<td class="left padl0 padr1">,39</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,52</td>
-<td class="right padl1 padr0">7</td>
-<td class="left padl0 padr1">,25</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">8</td>
-<td class="left padl0 padr1">,11</td>
-<td class="right padl1 padr0">8</td>
-<td class="left padl0 padr1">,62</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">8</td>
-<td class="left padl0 padr1">,62</td>
-<td class="right padl1 padr0">9</td>
-<td class="left padl0 padr1">,64</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p><span class="pagenum" id="Page336">[336]</span></p>
-
-<p class="anhangnote" id="Endnote41"><a href="#ENanchor41">Note 41</a>. <a href="#Page182">Seite 182</a>.</p>
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des Morphins</span><a
-id="FNanchor78"></a><a href="#Footnote78" class="fnanchor">[F78]</a>.</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Morphin">
-
-<tr>
-<th rowspan="3">&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Liebig</span>*</th>
-<th colspan="4" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Regnault</span></th>
-<th rowspan="3" colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>35</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>40</sub><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th rowspan="2" colspan="2">&nbsp;</th>
-<th colspan="4" class="vertline">&#9591;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="4" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">72</td>
-<td class="left padl0 padr1">,340</td>
-<td class="right padl1 padr0">72</td>
-<td class="left padl0 padr1">,87</td>
-<td class="right padl1 padr0">72</td>
-<td class="left padl0 padr1">,41</td>
-<td class="right padl1 padr0">72</td>
-<td class="left padl0 padr1">,28</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,366</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,86</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,84</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,74</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">4</td>
-<td class="left padl0 padr1">,995</td>
-<td class="right padl1 padr0">5</td>
-<td class="left padl0 padr1">,01</td>
-<td class="right padl1 padr0">5</td>
-<td class="left padl0 padr1">,01</td>
-<td class="right padl1 padr0">4</td>
-<td class="left padl0 padr1">,80</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">16</td>
-<td class="left padl0 padr1">,299</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,26</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,74</td>
-<td class="right padl1 padr0">16</td>
-<td class="left padl0 padr1">,18</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote78"><a href="#FNanchor78"><span class="label">[78]</span></a>
-Annal. der Pharm. Bd. <span class="antiqua">XXVI.</span> S. 23.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p class="anhangnote" id="Endnote42"><a href="#ENanchor42">Note 42</a>. <a href="#Page182">Seite 182</a>.</p>
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des Caffeins, Theins und
-Guaranins</span><a id="FNanchor79"></a><a href="#Footnote79" class="fnanchor">[F79]</a>.</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Caffein Thein Guaranin">
-
-<tr>
-<th rowspan="2">&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Caffein</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Thein</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Guaranin</th>
-<th rowspan="2" colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>8</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>10</sub><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Pfaff u.<br />Liebig</span>*</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Jobst</span></th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Martius</span></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">49</td>
-<td class="left padl0 padr1">,77</td>
-<td class="right padl1 padr0">50</td>
-<td class="left padl0 padr1">,101</td>
-<td class="right padl1 padr0">49</td>
-<td class="left padl0 padr1">,679</td>
-<td class="right padl1 padr0">49</td>
-<td class="left padl0 padr1">,798</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">5</td>
-<td class="left padl0 padr1">,33</td>
-<td class="right padl1 padr0">5</td>
-<td class="left padl0 padr1">,214</td>
-<td class="right padl1 padr0">5</td>
-<td class="left padl0 padr1">,139</td>
-<td class="right padl1 padr0">5</td>
-<td class="left padl0 padr1">,082</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">28</td>
-<td class="left padl0 padr1">,78</td>
-<td class="right padl1 padr0">29</td>
-<td class="left padl0 padr1">,009</td>
-<td class="right padl1 padr0">29</td>
-<td class="left padl0 padr1">,180</td>
-<td class="right padl1 padr0">28</td>
-<td class="left padl0 padr1">,832</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">16</td>
-<td class="left padl0 padr1">,12</td>
-<td class="right padl1 padr0">15</td>
-<td class="left padl0 padr1">,676</td>
-<td class="right padl1 padr0">16</td>
-<td class="left padl0 padr1">,002</td>
-<td class="right padl1 padr0">16</td>
-<td class="left padl0 padr1">,288</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote79"><a href="#FNanchor79"><span class="label">[79]</span></a>
-Annal. d. Pharm. Bd. <span class="antiqua">I.</span> S. 17, Bd. <span class="antiqua">XXV.</span>
-S. 63 u. Bd. <span class="antiqua">XXVI.</span> S. 95.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p class="anhangnote" id="Endnote43"><a href="#ENanchor43">Note 43</a>. <a href="#Page182">Seite 182</a>.</p>
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des Theobromins</span><a
-id="FNanchor80"></a><a href="#Footnote80" class="fnanchor">[F80]</a>.</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Theobromin">
-
-<tr>
-<th rowspan="3">&nbsp;</th>
-<th colspan="6" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Woskresensky</span></th>
-<th rowspan="3" colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>9</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>10</sub><span class="antiqua">N</span><sub>6</sub><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="6" class="vertline">&#9591;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<th colspan="6" class="horbrace bl bt br">&nbsp;</th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">47</td>
-<td class="left padl0 padr1">,21</td>
-<td class="right padl1 padr0">46</td>
-<td class="left padl0 padr1">,97</td>
-<td class="right padl1 padr0">46</td>
-<td class="left padl0 padr1">,71</td>
-<td class="right padl1 padr0">46</td>
-<td class="left padl0 padr1">,43</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">4</td>
-<td class="left padl0 padr1">,53</td>
-<td class="right padl1 padr0">4</td>
-<td class="left padl0 padr1">,61</td>
-<td class="right padl1 padr0">4</td>
-<td class="left padl0 padr1">,52</td>
-<td class="right padl1 padr0">4</td>
-<td class="left padl0 padr1">,21</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">35</td>
-<td class="left padl0 padr1">,38</td>
-<td class="right padl1 padr0">35</td>
-<td class="left padl0 padr1">,38</td>
-<td class="right padl1 padr0">35</td>
-<td class="left padl0 padr1">,38</td>
-<td class="right padl1 padr0">35</td>
-<td class="left padl0 padr1">,85</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">12</td>
-<td class="left padl0 padr1">,88</td>
-<td class="right padl1 padr0">13</td>
-<td class="left padl0 padr1">,04</td>
-<td class="right padl1 padr0">13</td>
-<td class="left padl0 padr1">,39</td>
-<td class="right padl1 padr0">13</td>
-<td class="left padl0 padr1">,51</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote80"><a href="#FNanchor80"><span class="label">[80]</span></a>
-Annal. der Chem. u. Pharm. Bd. <span class="antiqua">XLI.</span> S. 125.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p><span class="pagenum" id="Page337">[337]</span></p>
-
-<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des Asparagins</span><a
-id="FNanchor81"></a><a href="#Footnote81" class="fnanchor">[F81]</a>.</p>
-
-<table class="note5to43" summary="Asparagin">
-
-<tr>
-<th>&nbsp;</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Liebig</span>*</th>
-<th colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>8</sub><span
-class="antiqua">H</span><sub>16</sub><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub><br />+
-2 <span class="antiqua">aq.</span></th>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Kohlenstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">32</td>
-<td class="left padl0 padr1">,351</td>
-<td class="right padl1 padr0">32</td>
-<td class="left padl0 padr1">,35</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Wasserstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,844</td>
-<td class="right padl1 padr0">6</td>
-<td class="left padl0 padr1">,60</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Stickstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">18</td>
-<td class="left padl0 padr1">,734</td>
-<td class="right padl1 padr0">18</td>
-<td class="left padl0 padr1">,73</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="left padr3">Sauerstoff</td>
-<td class="right padl1 padr0">42</td>
-<td class="left padl0 padr1">,021</td>
-<td class="right padl1 padr0">42</td>
-<td class="left padl0 padr1">,32</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote81"><a href="#FNanchor81"><span class="label">[81]</span></a>
-Annal. der Pharm. Bd. <span class="antiqua">VII.</span> S. 146.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p><span class="pagenum" id="Page338">[338]</span></p>
-
-<hr class="chap" />
-
-<h2 class="keller">Ueber<br />
-<b>Verwandlung der Benzoes&auml;ure in</b> <span class="nowrap"><b>Hippurs&auml;ure</b><a id="FNanchor82"></a><a
-href="#Footnote82" class="fnanchor">[F82]</a></span>.</h2>
-
-<p class="center highline3 fsize80">Von</p>
-
-<p class="center highline2"><span class="gesp2">Wilhelm Keller</span> aus Grosheim.</p>
-
-<p class="center fsize80">(Aus den Annalen der Chemie und Pharmacie.)</p>
-
-<p class="blankbefore2">Schon in der fr&uuml;heren Ausgabe von <span class="gesp2">Berzelius</span>&#8217; Lehrbuch
-der Chemie (1831 Bd. <span class="antiqua">IV.</span> S. 376) hatte Herr Professor
-<span class="gesp2">W&ouml;hler</span> die Vermuthung ausgesprochen, da&szlig; die
-Benzoes&auml;ure bei der Verdauung wahrscheinlich in Hippurs&auml;ure<span class="pagenum" id="Page339">[339]</span>
-umgewandelt werde. Diese Vermuthung gr&uuml;ndete sich
-auf einen Versuch, den derselbe &uuml;ber den Uebergang der
-Benzoes&auml;ure in den Harn angestellt hatte. Er fand in dem
-Harne eines Hundes, der mit dem Futter <sup>1</sup>&#8260;<sub>2</sub> Drachme Benzoes&auml;ure
-gefressen hatte, eine in nadelf&ouml;rmigen Prismen krystallisirende
-S&auml;ure, die im Allgemeinen die Eigenschaften der
-Benzoes&auml;ure hatte und die er auch f&uuml;r solche hielt (<span class="gesp2">Tiedemann&#8217;s</span>
-Zeitschrift f&uuml;r Physiologie Bd. <span class="antiqua">I.</span> S. 142). Indessen
-waren diese Krystalle offenbar Hippurs&auml;ure, wie aus
-der Angabe, da&szlig; sie wie Salpeter ausgesehen und bei der
-Sublimation Kohle hinterlassen h&auml;tten, deutlich hervorgeht.
-Allein die Hippurs&auml;ure war damals noch nicht entdeckt und
-es ist bekannt, da&szlig; sie bis 1829, wo sie zuerst von <span class="gesp2">Liebig</span>
-unterschieden wurde, allgemein mit der Benzoes&auml;ure verwechselt
-worden ist.</p>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote82"><a href="#FNanchor82"><span class="label">[82]</span></a>
-Zu den Beweisen, welche <span class="gesp2">Ure</span> f&uuml;r die Umwandlung der Benzoes&auml;ure
-in Hippurs&auml;ure im menschlichen K&ouml;rper angegeben hat, sind durch
-Herrn <span class="gesp2">Keller</span> einige ganz entscheidende gekommen, die ich ihrer
-physiologischen Wichtigkeit wegen diesem Buche beigebe. Die Versuche
-des Herrn <span class="gesp2">Keller</span> sind in dem Laboratorium des Herrn Prof.
-<span class="gesp2">W&ouml;hler</span> in G&ouml;ttingen angestellt worden; sie setzen die Thatsache
-au&szlig;er allen Zweifel, da&szlig; ein in der Nahrung genossener stickstofffreier
-K&ouml;rper an dem Act der Umsetzung der thierischen Gebilde und an
-der Bildung eines Secretes durch seine Bestandtheile Antheil nehmen
-kann. Diese Thatsache verbreitet auf die Wirkung der meisten
-Arzneimittel ein unzweideutiges Licht, und wenn sich der Einflu&szlig;
-des Caffeins auf die Bildung des Harnstoffs oder der Harns&auml;ure
-in einer &auml;hnlichen Weise nachweisen l&auml;&szlig;t, so ist damit der Schl&uuml;ssel
-zu der Wirkung des Chinins und der anderen organischen Basen gegeben.
-<span class="righttext padr2">J. L.</span></p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p>Die neuerlich publicirte Angabe von <span class="nowrap"><span class="gesp2">Ure</span><a
-id="FNanchor83"></a><a href="#Footnote83" class="fnanchor">[F83]</a></span>, da&szlig; er in
-dem Harne eines Patienten, der Benzoes&auml;ure eingenommen
-hatte, wirklich Hippurs&auml;ure gefunden habe, brachte dieses in
-physiologischer Hinsicht so wichtige Verhalten wieder in Erinnerung
-und gab zu den folgenden Versuchen Veranlassung,
-die ich auf den Vorschlag des Herrn Professors <span class="gesp2">W&ouml;hler</span>
-an mir selbst angestellt habe. Seine Vermuthung ist dadurch
-unzweideutig best&auml;tigt worden.</p>
-
-<div class="footnote">
-
-<p id="Footnote83"><a href="#FNanchor83"><span class="label">[83]</span></a>
-Pharmac. Centralblatt No. 46, aus <span class="antiqua">Prov. med. and surg. Journ.</span> 1841.</p>
-
-</div><!--footnote-->
-
-<p>Ich nahm Abends vor dem Schlafengehen mit Zuckersyrup
-2 Gramme (ungef&auml;hr 32 Gran) reine Benzoes&auml;ure.<span class="pagenum" id="Page340">[340]</span>
-In der Nacht gerieth ich in Schwei&szlig;, was wohl eine Wirkung
-dieser S&auml;ure sein mochte, da ich sonst nur sehr schwer
-in st&auml;rkere Transpiration komme. Eine andere Wirkung
-konnte ich nicht wahrnehmen, selbst als ich auch an den folgenden
-Tagen dieselbe Dosis dreimal t&auml;glich zu mir nahm,
-wo auch nicht einmal der Schwei&szlig; wieder eintrat.</p>
-
-<p>Der am Morgen gelassene Harn reagirte ungew&ouml;hnlich
-stark sauer und zwar selbst noch, nachdem er abgedampft
-worden war und 12 Stunden lang gestanden hatte. Er setzte
-dabei nur das gew&ouml;hnliche Sediment von Erdsalzen ab. Als
-er aber mit Salzs&auml;ure vermischt und stehen gelassen wurde,
-bildeten sich darin lange, prismatische, braungef&auml;rbte Krystalle
-in gro&szlig;er Menge, die schon dem Ansehen nach nicht
-f&uuml;r Benzoes&auml;ure zu halten waren. Ein anderer Theil, der
-durch Abdampfen bis zur Syrupsdicke concentrirt war, verwandelte
-sich beim Vermischen mit Salzs&auml;ure in ein Magma
-von Krystallbl&auml;ttchen. Diese so erhaltene krystallinische Substanz
-wurde ausgepre&szlig;t, in siedendem Wasser gel&ouml;s&#8217;t, mit
-Thierkohle behandelt und umkrystallisirt. Sie wurde dadurch
-in farblosen, zolllangen Prismen erhalten.</p>
-
-<p>Diese Krystalle waren reine <span class="gesp2">Hippurs&auml;ure</span>. Beim Erhitzen
-schmolzen sie leicht, bei etwas st&auml;rkerer Hitze verkohlte
-sich die Masse unter Entwicklung eines Geruchs nach Bittermandel&ouml;l
-und unter Sublimation von Benzoes&auml;ure. Um
-jeden Zweifel zu beseitigen, bestimmte ich ihren Kohlenstoffgehalt,
-0,3 Grm. gaben 60,4 <span class="antiqua">pCt.</span> Kohlenstoff. Nach der
-Formel <span class="antiqua">C</span><sub>18</sub><span class="antiqua">H</span><sub>16</sub><span
-class="antiqua">N</span><sub>2</sub><span class="antiqua">O</span><sub>5</sub> + <span
-class="antiqua">aq.</span> enth&auml;lt die krystallisirte Hippurs&auml;ure<span class="pagenum" id="Page341">[341]</span>
-60,67 <span class="antiqua">pCt.</span> Kohlenstoff, die krystallisirte Benzoes&auml;ure
-dagegen enth&auml;lt 69,10 <span class="antiqua">pCt.</span> Kohlenstoff.</p>
-
-<p>So lange ich das Einnehmen der Benzoes&auml;ure fortsetzte,
-konnte ich aus dem Harne mit Leichtigkeit und in Menge
-Hippurs&auml;ure darstellen, und da die Benzoes&auml;ure so ohne allen
-Nachtheil f&uuml;r die Gesundheit zu sein scheint, so w&auml;re
-es leicht, sich auf diese Weise gr&ouml;&szlig;ere Mengen von Hippurs&auml;ure
-zu verschaffen. Man k&ouml;nnte sich dazu eine Person
-halten, die Wochen lang diese Fabrication fortsetzen m&uuml;&szlig;te.</p>
-
-<p>Es war wichtig, den Harn, welcher Hippurs&auml;ure enthielt,
-auf seine beiden normalen Hauptbestandtheile, den Harnstoff
-und die Harns&auml;ure, zu untersuchen. Sie waren beide darin
-enthalten, und, dem Anschein nach, in keiner andern Quantit&auml;t,
-als im normalen Harn.</p>
-
-<p>Als der durch Abdampfen concentrirte Harn, aus dem
-durch Salzs&auml;ure die Hippurs&auml;ure geschieden war, mit Salpeters&auml;ure
-vermischt wurde, setzte er eine gro&szlig;e Menge salpetersauren
-Harnstoff ab. Schon vorher hatte er ein
-pulveriges Sediment fallen lassen, dessen Aufl&ouml;sung in Salpeters&auml;ure
-bei dem Abdampfen auf Porzellan die bekannte,
-purpurrothe Reaction der Harns&auml;ure gab. Diese Beobachtung
-widerspricht der Angabe von <span class="gesp2">Ure</span>, und es ist daher
-wohl etwas zu voreilig, wenn er die Benzoes&auml;ure als Mittel
-gegen die aus Harns&auml;ure bestehenden Gicht- und Harn-Concretionen
-empfiehlt; er scheint sich vorzustellen, da&szlig; die Harns&auml;ure
-zur Umwandlung der Benzoes&auml;ure in Hippurs&auml;ure verwendet
-werde. Da er seine Beobachtung an dem Harn einer<span class="pagenum" id="Page342">[342]</span>
-Arthritischen machte, so ist anzunehmen, da&szlig; dieser Harn
-auch ohne den innern Gebrauch der Benzoes&auml;ure keine Harns&auml;ure
-enthalten haben w&uuml;rde. &mdash; Uebrigens ist es klar,
-da&szlig; die Hippurs&auml;ure, da sie sich erst nach Zusatz einer
-S&auml;ure abscheidet, an eine Basis gebunden, im Harne enthalten
-ist.</p>
-
-<hr class="chap" />
-
-<p><span class="pagenum" id="Page343">[343]</span></p>
-
-<h2>Druckfehler.</h2>
-
-<table class="dontwrap" summary="druckfehler">
-
-<tr>
-<td class="left">Seite</td>
-<td class="right padl1 padr1">61</td>
-<td class="left">Zeile</td>
-<td class="right padl1 padr1">5</td>
-<td class="left">v. o. anstatt <span class="gesp2">ven&ouml;sem</span> setze <span class="gesp2">arteriellem</span>.</td>
-</tr>
-
-<tr>
-<td class="center padl1 padr1">&#8222;</td>
-<td class="right padl1 padr1">65</td>
-<td class="center padl1 padr1">&#8222;</td>
-<td class="right padl1 padr1">12</td>
-<td class="left">v. o. anstatt <span class="gesp2">Pferd</span> lese man <span class="gesp2">Ochse</span>.</td>
-</tr>
-
-</table>
-
-<p>&nbsp;</p>
-<hr class="chap" />
-<p>&nbsp;</p>
-
-<div class="tnbot" id="TN">
-
-<h2>Anmerkungen zur Transkription</h2>
-
-<p>Der gedruckte Text des Originalwerkes ist w&ouml;rtlich beibehalten, einschlie&szlig;lich inkonsistenter und
-ungew&ouml;hnlicher Rechtschreibung, au&szlig;er wenn unten erw&auml;hnt (siehe &Auml;nderungen).</p>
-
-<p>In Abh&auml;ngigkeit von der verwendeten Hard- und Software und deren Einstellungen werden m&ouml;glicherweise
-nicht alle Elemente des Textes gezeigt wie beabsichtigt.</p>
-
-<p>Texte, die im Originalwerke in Antiqua gedruckt wurden, sind als <span class="antiqua">Sans-Serif</span> dargestellt.</p>
-
-<p>In den Fu&szlig;- und Endnoten bedeutet E Endnote (siehe den Anhang am Ende des Textes) und F Fu&szlig;note
-(siehe direkt unter den Absatz, Tafel, u.s.w.).</p>
-
-<p>Nicht alle Resultate der Berechnungen sind recht; sie sind nicht korrigiert worden.</p>
-
-<p>Der Buchumschlag wurde fr dieses E-Buch erstellt und ist frei von Urheberrechten.</p>
-
-<p>S. 301, erste Tafel: die Tabellen&uuml;berschrift fehlt im Originalwerke, m&ouml;glicherweise ist diese Tabelle
-eine Vorsetzung der vorherigen.</p>
-
-<p>S. 343: die Druckfehler sind bereits im Texte korrigiert worden.</p>
-
-<p class="blankbefore1"><b>&Auml;nderungen:</b></p>
-
-<p>Einige Interpunktionsfehler sind stillschweigend korrigiert worden.</p>
-
-<p>Folgende Schreibweisen sind standardisiert worden: <span class="antiqua">pCt.</span>, Fr&eacute;my, Gay-Lussac, Th&eacute;nard.</p>
-
-<p>Chemische und Zusammensetzungsformeln wurden ohne Leerzeichen transkribiert, au&szlig;er wo diese fr Tabelle erforderlich waren.</p>
-
-<p>S. 7: Bewu&szlig;sein --> Bewu&szlig;tsein</p>
-<p>S. 26: ) eingef&uuml;gt nach ... am Gewichte verloren.</p>
-<p>S. 52: stickhoffhaltigen --> stickstoffhaltigen</p>
-<p>S. 83: l&ouml;schen --> l&ouml;slichen</p>
-<p>S. 118: atmosp&auml;rische --> atmosph&auml;rische</p>
-<p>S. 119: Lymphgegef&auml;&szlig;e --> Lymphgef&auml;&szlig;e</p>
-<p>S. 137: Formel Choleins&auml;ure <span class="antiqua">C</span><sub>75</sub> --> <span class="antiqua">C</span><sub>76</sub></p>
-<p>S. 138: Erste Berechnung: = --> +; zweite Berechnung: + eingef&uuml;gt</p>
-<p>S. 315, Fu&szlig;note [36]: ed. --> &eacute;d.</p>
-<p>S. 316: Seitennummer korrigiert (war 216)</p>
-
-</div><!--tnbot-->
-
-<p>&nbsp;</p>
-<p>&nbsp;</p>
-<hr class="full" />
-<p>***END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE ORGANISCHE CHEMIE IN IHRER ANWENDUNG AUF PHYSIOLOGIE UND PATHOLOGIE***</p>
-<p>******* This file should be named 55462-h.htm or 55462-h.zip *******</p>
-<p>This and all associated files of various formats will be found in:<br />
-<a href="http://www.gutenberg.org/dirs/5/5/4/6/55462">http://www.gutenberg.org/5/5/4/6/55462</a></p>
-<p>
-Updated editions will replace the previous one--the old editions will
-be renamed.</p>
-
-<p>Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright
-law means that no one owns a United States copyright in these works,
-so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United
-States without permission and without paying copyright
-royalties. Special rules, set forth in the General Terms of Use part
-of this license, apply to copying and distributing Project
-Gutenberg-tm electronic works to protect the PROJECT GUTENBERG-tm
-concept and trademark. Project Gutenberg is a registered trademark,
-and may not be used if you charge for the eBooks, unless you receive
-specific permission. If you do not charge anything for copies of this
-eBook, complying with the rules is very easy. You may use this eBook
-for nearly any purpose such as creation of derivative works, reports,
-performances and research. They may be modified and printed and given
-away--you may do practically ANYTHING in the United States with eBooks
-not protected by U.S. copyright law. Redistribution is subject to the
-trademark license, especially commercial redistribution.
-</p>
-
-<h2>START: FULL LICENSE<br />
-<br />
-THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE<br />
-PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK</h2>
-
-<p>To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free
-distribution of electronic works, by using or distributing this work
-(or any other work associated in any way with the phrase "Project
-Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full
-Project Gutenberg-tm License available with this file or online at
-www.gutenberg.org/license.</p>
-
-<h3>Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project
-Gutenberg-tm electronic works</h3>
-
-<p>1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm
-electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to
-and accept all the terms of this license and intellectual property
-(trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all
-the terms of this agreement, you must cease using and return or
-destroy all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your
-possession. If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a
-Project Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound
-by the terms of this agreement, you may obtain a refund from the
-person or entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph
-1.E.8.</p>
-
-<p>1.B. "Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be
-used on or associated in any way with an electronic work by people who
-agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few
-things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works
-even without complying with the full terms of this agreement. See
-paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project
-Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this
-agreement and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm
-electronic works. See paragraph 1.E below.</p>
-
-<p>1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the
-Foundation" or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection
-of Project Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual
-works in the collection are in the public domain in the United
-States. If an individual work is unprotected by copyright law in the
-United States and you are located in the United States, we do not
-claim a right to prevent you from copying, distributing, performing,
-displaying or creating derivative works based on the work as long as
-all references to Project Gutenberg are removed. Of course, we hope
-that you will support the Project Gutenberg-tm mission of promoting
-free access to electronic works by freely sharing Project Gutenberg-tm
-works in compliance with the terms of this agreement for keeping the
-Project Gutenberg-tm name associated with the work. You can easily
-comply with the terms of this agreement by keeping this work in the
-same format with its attached full Project Gutenberg-tm License when
-you share it without charge with others.</p>
-
-<p>1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern
-what you can do with this work. Copyright laws in most countries are
-in a constant state of change. If you are outside the United States,
-check the laws of your country in addition to the terms of this
-agreement before downloading, copying, displaying, performing,
-distributing or creating derivative works based on this work or any
-other Project Gutenberg-tm work. The Foundation makes no
-representations concerning the copyright status of any work in any
-country outside the United States.</p>
-
-<p>1.E. Unless you have removed all references to Project Gutenberg:</p>
-
-<p>1.E.1. The following sentence, with active links to, or other
-immediate access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear
-prominently whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work
-on which the phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the
-phrase "Project Gutenberg" is associated) is accessed, displayed,
-performed, viewed, copied or distributed:</p>
-
-<blockquote><p>This eBook is for the use of anyone anywhere in the United
- States and most other parts of the world at no cost and with almost
- no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or re-use
- it under the terms of the Project Gutenberg License included with
- this eBook or online
- at <a href="http://www.gutenberg.org">www.gutenberg.org</a>. If you
- are not located in the United States, you'll have to check the laws
- of the country where you are located before using this
- ebook.</p></blockquote>
-
-<p>1.E.2. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is
-derived from texts not protected by U.S. copyright law (does not
-contain a notice indicating that it is posted with permission of the
-copyright holder), the work can be copied and distributed to anyone in
-the United States without paying any fees or charges. If you are
-redistributing or providing access to a work with the phrase "Project
-Gutenberg" associated with or appearing on the work, you must comply
-either with the requirements of paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 or
-obtain permission for the use of the work and the Project Gutenberg-tm
-trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or 1.E.9.</p>
-
-<p>1.E.3. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted
-with the permission of the copyright holder, your use and distribution
-must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any
-additional terms imposed by the copyright holder. Additional terms
-will be linked to the Project Gutenberg-tm License for all works
-posted with the permission of the copyright holder found at the
-beginning of this work.</p>
-
-<p>1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm
-License terms from this work, or any files containing a part of this
-work or any other work associated with Project Gutenberg-tm.</p>
-
-<p>1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this
-electronic work, or any part of this electronic work, without
-prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with
-active links or immediate access to the full terms of the Project
-Gutenberg-tm License.</p>
-
-<p>1.E.6. You may convert to and distribute this work in any binary,
-compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including
-any word processing or hypertext form. However, if you provide access
-to or distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format
-other than "Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official
-version posted on the official Project Gutenberg-tm web site
-(www.gutenberg.org), you must, at no additional cost, fee or expense
-to the user, provide a copy, a means of exporting a copy, or a means
-of obtaining a copy upon request, of the work in its original "Plain
-Vanilla ASCII" or other form. Any alternate format must include the
-full Project Gutenberg-tm License as specified in paragraph 1.E.1.</p>
-
-<p>1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying,
-performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works
-unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9.</p>
-
-<p>1.E.8. You may charge a reasonable fee for copies of or providing
-access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works
-provided that</p>
-
-<ul>
-<li>You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from
- the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method
- you already use to calculate your applicable taxes. The fee is owed
- to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he has
- agreed to donate royalties under this paragraph to the Project
- Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments must be paid
- within 60 days following each date on which you prepare (or are
- legally required to prepare) your periodic tax returns. Royalty
- payments should be clearly marked as such and sent to the Project
- Gutenberg Literary Archive Foundation at the address specified in
- Section 4, "Information about donations to the Project Gutenberg
- Literary Archive Foundation."</li>
-
-<li>You provide a full refund of any money paid by a user who notifies
- you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he
- does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm
- License. You must require such a user to return or destroy all
- copies of the works possessed in a physical medium and discontinue
- all use of and all access to other copies of Project Gutenberg-tm
- works.</li>
-
-<li>You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of
- any money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the
- electronic work is discovered and reported to you within 90 days of
- receipt of the work.</li>
-
-<li>You comply with all other terms of this agreement for free
- distribution of Project Gutenberg-tm works.</li>
-</ul>
-
-<p>1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project
-Gutenberg-tm electronic work or group of works on different terms than
-are set forth in this agreement, you must obtain permission in writing
-from both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and The
-Project Gutenberg Trademark LLC, the owner of the Project Gutenberg-tm
-trademark. Contact the Foundation as set forth in Section 3 below.</p>
-
-<p>1.F.</p>
-
-<p>1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable
-effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread
-works not protected by U.S. copyright law in creating the Project
-Gutenberg-tm collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm
-electronic works, and the medium on which they may be stored, may
-contain "Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate
-or corrupt data, transcription errors, a copyright or other
-intellectual property infringement, a defective or damaged disk or
-other medium, a computer virus, or computer codes that damage or
-cannot be read by your equipment.</p>
-
-<p>1.F.2. LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right
-of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project
-Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project
-Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project
-Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all
-liability to you for damages, costs and expenses, including legal
-fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT
-LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE
-PROVIDED IN PARAGRAPH 1.F.3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE
-TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE
-LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR
-INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH
-DAMAGE.</p>
-
-<p>1.F.3. LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a
-defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can
-receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a
-written explanation to the person you received the work from. If you
-received the work on a physical medium, you must return the medium
-with your written explanation. The person or entity that provided you
-with the defective work may elect to provide a replacement copy in
-lieu of a refund. If you received the work electronically, the person
-or entity providing it to you may choose to give you a second
-opportunity to receive the work electronically in lieu of a refund. If
-the second copy is also defective, you may demand a refund in writing
-without further opportunities to fix the problem.</p>
-
-<p>1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth
-in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS', WITH NO
-OTHER WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT
-LIMITED TO WARRANTIES OF MERCHANTABILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.</p>
-
-<p>1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied
-warranties or the exclusion or limitation of certain types of
-damages. If any disclaimer or limitation set forth in this agreement
-violates the law of the state applicable to this agreement, the
-agreement shall be interpreted to make the maximum disclaimer or
-limitation permitted by the applicable state law. The invalidity or
-unenforceability of any provision of this agreement shall not void the
-remaining provisions.</p>
-
-<p>1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the
-trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone
-providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in
-accordance with this agreement, and any volunteers associated with the
-production, promotion and distribution of Project Gutenberg-tm
-electronic works, harmless from all liability, costs and expenses,
-including legal fees, that arise directly or indirectly from any of
-the following which you do or cause to occur: (a) distribution of this
-or any Project Gutenberg-tm work, (b) alteration, modification, or
-additions or deletions to any Project Gutenberg-tm work, and (c) any
-Defect you cause. </p>
-
-<h3>Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm</h3>
-
-<p>Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
-electronic works in formats readable by the widest variety of
-computers including obsolete, old, middle-aged and new computers. It
-exists because of the efforts of hundreds of volunteers and donations
-from people in all walks of life.</p>
-
-<p>Volunteers and financial support to provide volunteers with the
-assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
-goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
-remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
-Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
-and permanent future for Project Gutenberg-tm and future
-generations. To learn more about the Project Gutenberg Literary
-Archive Foundation and how your efforts and donations can help, see
-Sections 3 and 4 and the Foundation information page at
-www.gutenberg.org.</p>
-
-<h3>Section 3. Information about the Project Gutenberg
-Literary Archive Foundation</h3>
-
-<p>The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
-501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
-state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
-Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
-number is 64-6221541. Contributions to the Project Gutenberg Literary
-Archive Foundation are tax deductible to the full extent permitted by
-U.S. federal laws and your state's laws.</p>
-
-<p>The Foundation's principal office is in Fairbanks, Alaska, with the
-mailing address: PO Box 750175, Fairbanks, AK 99775, but its
-volunteers and employees are scattered throughout numerous
-locations. Its business office is located at 809 North 1500 West, Salt
-Lake City, UT 84116, (801) 596-1887. Email contact links and up to
-date contact information can be found at the Foundation's web site and
-official page at www.gutenberg.org/contact</p>
-
-<p>For additional contact information:</p>
-
-<p> Dr. Gregory B. Newby<br />
- Chief Executive and Director<br />
- gbnewby@pglaf.org</p>
-
-<h3>Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
-Literary Archive Foundation</h3>
-
-<p>Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
-spread public support and donations to carry out its mission of
-increasing the number of public domain and licensed works that can be
-freely distributed in machine readable form accessible by the widest
-array of equipment including outdated equipment. Many small donations
-($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
-status with the IRS.</p>
-
-<p>The Foundation is committed to complying with the laws regulating
-charities and charitable donations in all 50 states of the United
-States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
-considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
-with these requirements. We do not solicit donations in locations
-where we have not received written confirmation of compliance. To SEND
-DONATIONS or determine the status of compliance for any particular
-state visit <a href="http://www.gutenberg.org/donate">www.gutenberg.org/donate</a>.</p>
-
-<p>While we cannot and do not solicit contributions from states where we
-have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
-against accepting unsolicited donations from donors in such states who
-approach us with offers to donate.</p>
-
-<p>International donations are gratefully accepted, but we cannot make
-any statements concerning tax treatment of donations received from
-outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.</p>
-
-<p>Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
-methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
-ways including checks, online payments and credit card donations. To
-donate, please visit: www.gutenberg.org/donate</p>
-
-<h3>Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic works.</h3>
-
-<p>Professor Michael S. Hart was the originator of the Project
-Gutenberg-tm concept of a library of electronic works that could be
-freely shared with anyone. For forty years, he produced and
-distributed Project Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of
-volunteer support.</p>
-
-<p>Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
-editions, all of which are confirmed as not protected by copyright in
-the U.S. unless a copyright notice is included. Thus, we do not
-necessarily keep eBooks in compliance with any particular paper
-edition.</p>
-
-<p>Most people start at our Web site which has the main PG search
-facility: www.gutenberg.org</p>
-
-<p>This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
-including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
-Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
-subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.</p>
-
-</body>
-</html>
-
diff --git a/old/55462-h/images/cover.jpg b/old/55462-h/images/cover.jpg
deleted file mode 100644
index 3f5b2aa..0000000
--- a/old/55462-h/images/cover.jpg
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/55462-h/images/cover_sm.jpg b/old/55462-h/images/cover_sm.jpg
deleted file mode 100644
index 6578b50..0000000
--- a/old/55462-h/images/cover_sm.jpg
+++ /dev/null
Binary files differ