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If you are not located in the United States, you'll have -to check the laws of the country where you are located before using this ebook. - - - - -Title: Die organische Chemie in ihrer Anwendung auf Physiologie und Pathologie - - -Author: Justus, Freiherr von Liebig - - - -Release Date: August 30, 2017 [eBook #55462] - -Language: German - -Character set encoding: UTF-8 - - -***START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE ORGANISCHE CHEMIE IN IHRER -ANWENDUNG AUF PHYSIOLOGIE UND PATHOLOGIE*** - - -E-text prepared by Peter Becker, Harry Lamé, and the Online Distributed -Proofreading Team (http://www.pgdp.net) from page images generously made -available by Internet Archive (https://archive.org) - - - -Note: Images of the original pages are available through - Internet Archive. See - https://archive.org/details/dieorganischeche1842lieb - - Some characters might not display properly in this UTF-8 - text file (e.g., empty squares). If so, the reader should - consult the html version - (http://www.gutenberg.org/files/55462/55462-h/55462-h.htm) - or - (http://www.gutenberg.org/files/55462/55462-h.zip) - or the original page images noted above. - - -Anmerkungen zur Transkription - - =Text= und _Text_ repräsentieren fett gedruckten bzw. - gesperrten Text. - - Das Originalwerk wurde in Fraktur gedruckt, außer den - hier als ~Text~ markierten Texten. - - Weitere Anmerkungen befinden sich am Ende dieses Textes. - - - - - -Die -=organische Chemie= -in -ihrer Anwendung -auf -=Physiologie und Pathologie.= - - -Druck und Papier -von Fr. Vieweg und Sohn -in Braunschweig - - -Die -=organische Chemie= -in -ihrer Anwendung -auf -=Physiologie und Pathologie.= - -Von - -Justus Liebig, -~Dr.~ der Medizin und Philosophie, -Professor der Chemie an der Ludwigs-Universität zu Gießen, -Ritter des Großherzogl. Hessischen Ludwigsordens und des Kaiserl. -Russischen St. Annenordens 3ter Klasse, auswärtiges Mitglied der -Königl. Akademie der Wissenschaften zu Stockholm, der ~Royal -Society~ zu London, Ehrenmitglied der ~British association for the -advancement of Science~, Ehrenmitglied der Königlichen Akademie zu -Dublin, correspondirendes Mitglied der Königlichen Akademieen der -Wissenschaften zu Berlin, München und St. Petersburg, des Königlichen -Institutes zu Amsterdam, der Königlichen Societät der Wissenschaften -zu Göttingen, der naturforschenden Gesellschaft zu Heidelberg -&c. &c. &c. - - - - - - -Braunschweig, -Verlag von Friedrich Vieweg und Sohn. -1842. - - - - -Vorwort. - - -Durch die Uebertragung der Methoden, welche die Physiker seit -Jahrhunderten in der Ermittelung der Ursachen der Naturerscheinungen -befolgen, auf die Chemie, durch Beachtung von Maß und Gewicht, ist von -_Lavoisier_ der Grundstein einer neuen Wissenschaft gelegt worden, -welche durch die Pflege ausgezeichneter Männer in außerordentlich kurzer -Zeit einen hohen Grad von Vollendung erhalten hat. - -Es war die Aufsuchung und das Festhalten aller Bedingungen, die sich zu -einer Beobachtung vereinigen müssen, es war die Erkenntniß der -richtigeren Grundsätze zu Forschungen, welche die Chemiker vor -Irrthümern schützten und sie auf einem ebenso einfachen als sicheren -Wege zu Entdeckungen führten, welche in die früher dunkelsten und -unbegreiflichsten Naturerscheinungen Licht und Klarheit brachten. - -Die nützlichsten Anwendungen auf Künste und Industrie und alle der -Chemie verwandten Zweige des Wissens, ergaben sich aus den von ihnen -erforschten Gesetzen und dieser Einfluß zeigte sich nicht erst, nachdem -die Chemie den erreichbaren Grad von Vollendung erhalten hatte, sondern -er machte sich mit jeder einzelnen neuen Erfahrung geltend. - -Alle in den anderen Fächern bereits vorhandenen Erfahrungen und -Beobachtungen wirkten in ganz gleicher Weise fördernd, auf die -Ausbildung und Entwicklung der Chemie zurück, so daß sie eben so viel -von der Metallurgie und Industrie empfing, als sie gegeben hatte; indem -sie zusammen an Reichthum zunahmen, bildeten sie sich mit und neben -einander aus. - -Nach der allmäligen Vervollkommnung der Mineralchemie wandten sich die -Arbeiten der Chemiker einer andern Richtung zu; aus der Untersuchung der -Bestandtheile der Pflanzen und Thiere sind neue und veränderte Ansichten -hervorgegangen; das vorliegende Werk ist ein Versuch zu ihrer Anwendung -in der Physiologie und Pathologie. - -In früheren Zeiten hat man, in vielen Fällen mit großem Erfolg, die aus -der Bekanntschaft mit den chemischen Erfahrungen erworbenen Ansichten -auf die Zwecke der Heilwissenschaft anzuwenden versucht; ja, die großen -Aerzte, welche zu Ende des siebenzehnten Jahrhunderts lebten, waren die -ausschließlichen Kenner und Begründer der Chemie; das phlogistische -System der Chemie, mit allen seinen Unvollkommenheiten, erschien als die -Morgenröthe eines neuen Tages, es war der Sieg der Philosophie über die -roheste Experimentirkunst. - -Die neuere Chemie hat mit allen ihren Entdeckungen der Physiologie und -Pathologie nur unbedeutende Dienste geleistet, und Niemand kann sich -über die Ursache dieser Theilnahmlosigkeit täuschen, wer in Erwägung -zieht, daß alle in dem Gebiete der anorganischen Chemie erworbenen -Erfahrungen, die Kenntniß des Verhaltens der einfachen Körper und ihrer -in Laboratorien darstellbaren Verbindungen mit dem lebendigen -Thierkörper und dem Verhalten seiner Bestandtheile in keine Art von -Beziehung gebracht werden konnten. - -Die Physiologie nahm keinen Theil an den Fortschritten der Chemie, weil -sie lange Zeit hindurch, zu ihrer eigenen Förderung, nichts von dieser -Wissenschaft zu empfangen hatte. Dieser Zustand hat sich seit -fünfundzwanzig Jahren geändert; allein auch in der Physiologie sind in -dieser Zeit neue Wege und Mittel zu Forschungen in ihrem eigenen Gebiete -gewonnen worden, und erst mit der Erschöpfung dieser Quellen von -Entdeckungen ließ sich einer neuen Richtung in den Arbeiten der -Physiologen entgegensehen. Auch diese Zeit liegt uns nahe, und ein -Weiterschreiten auf dem eingeschlagenen Wege würde jetzt das Gebiet der -Physiologie, aus dem sich sehr bald fühlbar machenden Mangel an frischen -Anhaltspunkten zu Forschungen, nur breiter, aber weder tiefer noch -gründlicher machen. - -Niemand wird den Muth haben zu behaupten, daß die Ermittelung der Formen -und der Bewegungserscheinungen nicht nothwendig oder nützlich wäre, sie -muß im Gegentheil als durchaus unentbehrlich zur Erkenntniß der -Lebensprocesse angesehen werden; allein sie umfaßt nur eine einzige -Klasse von Bedingungen zur Erkenntniß, und diese reichen für sich allein -nicht dazu hin. - -Die Erforschung der Zwecke und Functionen der einzelnen Organe und ihres -gegenseitigen Verbandes im Thierkörper, war in früherer Zeit der -Hauptgegenstand der physiologischen Untersuchungen; er ist in der neuern -Zeit in den Hintergrund getreten. Die größte Masse aller neueren -Entdeckungen hat die vergleichende Anatomie weit mehr als die -Physiologie bereichert. - -Für die Erkennung der ungleichen Formen und Zustände im gesunden und -kranken Organismus geben diese Arbeiten ohne Zweifel die werthvollsten -Resultate, allein für eine tiefere Einsicht in das Wesen der vitalen -Acte bieten sie keine Aufschlüsse dar. - -Durch die genaueste, anatomische Kenntniß der Gebilde kann man zuletzt -nicht erfahren, zu welchem Zwecke sie dienen, und mit der -mikroskopischen Untersuchung der feinsten Verzweigungen der Gefäßnetze -wird man nicht mehr von ihren Verrichtungen wissen, als man über den -Gesichtssinn durch das Zählen der Flächen auf dem Auge einer -Stubenfliege erfahren hat. Die schönste und erhabenste Aufgabe des -menschlichen Geistes, die Erforschung der Gesetze des Lebens, kann nicht -gelös’t, sie kann nicht gedacht werden, ohne eine genaue Kenntniß der -chemischen Kräfte, der Kräfte nämlich, die nicht in Entfernungen wirken, -die in einer ähnlichen Weise zur Aeußerung gelangen, wie die letzten -Ursachen, von welchen die Lebenserscheinungen bedingt werden, die sich -überall thätig zeigen, wo sich differente Materien berühren. - -Die Pathologie versucht noch heutzutage, wiewohl ganz nach dem Muster -der phlogistischen Chemiker (der qualitativen Methode), Anwendung von -chemischen Erfahrungen zur Beseitigung von Krankheitszuständen zu -machen, allein den Ursachen und dem Wesen der Krankheit ist man mit -allen diesen zahllosen Versuchen um keinen Schritt näher gekommen. - -Ohne bestimmte Fragen zu stellen, hat man Blut, Harn und alle -Bestandtheile des gesunden und kranken Organismus mit Alkalien und -Säuren und allen Arten von chemischen Reagentien in Berührung gebracht -und aus der Kenntniß der vorgegangenen Aenderungen Rückschlüsse auf ihr -Verhalten im Körper gemacht. - -Auf diesem Wege konnte der Zufall vielleicht zu nützlichen Heilmitteln -führen, allein eine rationelle Pathologie kann auf Reactionen nicht -begründet, der lebendige Thierkörper kann nicht für ein chemisches -Laboratorium angesehen werden. - -Bei krankhaften Zuständen, in dessen Folge das Blut eine dickflüssige -Beschaffenheit erhält, kann diese nicht durch eine chemische Wirkung auf -die in den Blutkanälen circulirende Flüssigkeit dauernd gehoben werden; -die Abscheidung von Sedimenten im Harn läßt sich vielleicht durch -Alkalien verhindern, ohne daß damit nur entfernt die Krankheitsursache -beseitigt sein kann; und wenn man im Typhus unlösliche Ammoniaksalze in -den Faeces und eine ähnliche Aenderung der Beschaffenheit der -Blutkörperchen beobachtet, so wie sie durch Ammoniakflüssigkeit -künstlich im Blute hervorgebracht werden kann, so darf deshalb das im -Körper vorhandene Ammoniak nicht als die Ursache, sondern stets nur als -der Effect einer Ursache angesehen werden. - -So hat die Medizin, nach dem Vorbilde der aristotelischen Philosophie, -sich Vorstellungen geschaffen über Ernährung und Blutbildung, man hat -die Speisen classificirt in nahrhafte und nichtnahrhafte; aber auf -Beobachtungen gestützt, denen die wesentlichsten Erfordernisse zu -richtigen Schlüssen mangelten, konnten diese Theorien nicht als -Ausdrücke der Wahrheit gelten. - -In welcher Klarheit erscheinen uns jetzt die Beziehungen der Speisen zu -den Zwecken, zu welchen sie im Thierkörper dienen, seitdem die -organische Chemie ihre quantitative Untersuchungsmethode auf ihre -Ermittelung in Anwendung brachte! - -Wenn eine magere 4 Pfund wiegende Gans in 36 Tagen, während welchen sie -mit 24 Pfund Welschkorn (Mays) gemästet worden ist, 5 Pfund über ihr -ursprüngliches Gewicht zunimmt und man 3¹/₂ Pfund reines Fett aus ihr -gewinnt, so kann dieses Fett nicht fertig gebildet in der Nahrung -gewesen sein, da diese noch nicht den tausendsten Theil an Fett oder -fettähnlichen Materien enthält. Und wenn eine gewisse Anzahl Bienen, -deren Gewicht man genau kennt, mit reinem, wachsfreiem Honig gefüttert, -für je 20 Theile verbrauchten Honigs einen Theil Wachs liefern, ohne daß -sich sonst in ihrem Gesundheitszustande oder in ihrem Gewichte etwas -ändert, so kann man über die Erzeugung von Fett in dem Thierkörper aus -Zucker nicht im Zweifel sein. - -Ganz ähnlich wie bei der Entscheidung der Frage über die Fettbildung, -verhält es sich mit der Erforschung des Ursprungs und der Veränderung -der Secrete und anderer Erscheinungen im Thierkörper. Von dem -Augenblick, wo man anfängt die Antworten auf Fragen, mit Ernst und -Gewissenhaftigkeit zu suchen, wo man sich die Mühe nimmt, durch Maß und -Gewicht die Beobachtungen festzuhalten und in Gleichungen auszudrücken, -ergeben sich die Antworten von selbst. - -Durch eine noch so große Anzahl von Beobachtungen, welche nur die eine -Seite der Frage erläutern, wird man niemals im Stande sein, das Wesen -einer Naturerscheinung in seiner ganzen Bedeutung zu erforschen; sie -müssen nothwendig, wenn sie Nutzen schaffen sollen, nach einem ganz -bestimmten Zweck und Ziel gerichtet sein, sie müssen einen organischen -Zusammenhang besitzen. - -Mit Recht schreiben die Physiker und Chemiker ihren Forschungsmethoden -den größten Theil des Erfolgs in ihren Arbeiten zu. Jede chemische oder -physikalische Arbeit, welche einigermaßen den Stempel der Vollendung an -sich trägt, läßt sich im Resultate in wenigen Worten wiedergeben. Allein -diese wenigen Worte sind unvergängliche Wahrheiten, zu deren Auffindung -zahllose Versuche und Fragen erforderlich waren; die Arbeiten selbst, -die mühsamen Versuche und verwickelten Apparate fallen der Vergessenheit -anheim, sobald die Wahrheit ermittelt ist; es sind die Leitern, die -Schachte und Werkzeuge, welche nicht entbehrt werden konnten, um zu dem -reichen Erzgang zu gelangen; es sind die Stollen und Luftzüge, welche -die Gruben von Wasser und bösen Wettern frei hielten. - -Eine jede, auch die kleinste chemische oder physikalische Arbeit, wenn -sie auf Beachtung Ansprüche macht, muß heutzutage diesen Character an -sich tragen; aus einer gewissen Anzahl von Beobachtungen muß ein Schluß, -gleichgültig ob er viel oder wenig umfaßt, gezogen werden können. - -Es kann nur in der Methode, nur in ihrer Untersuchungsweise liegen, daß -seit einem halben Jahrhundert in Beziehung auf eine tiefere Einsicht in -die Functionen der wichtigsten Organe, der Milz, der Leber und -zahlreichen Drüsen, von den Physiologen so wenig neue feststehende -Wahrheiten gewonnen worden sind, und sicher wird die unvollkommene -Bekanntschaft mit den Forschungsmethoden der Chemie das Haupthinderniß -bleiben, was den Fortschritten der Physiologie entgegensteht, der -Hauptvorwurf, den sie nicht zu beseitigen vermag. - -Die Chemie stand der Physik vor _Lavoisier_, _Scheele_ und _Priestley_ -nicht näher, als heutzutage der Physiologie; sie ist jetzt mit der -Physik so innig verschmolzen, daß es schwer halten dürfte, zwischen -beiden eine scharfe Grenzlinie zu ziehen; ganz dasselbe Band vereinigt -die Chemie mit der Physiologie, und in einem halben Jahrhundert wird man -ihre Trennung für ebenso unmöglich halten. - -Unsere Fragen und Versuche durchschneiden in unzähligen krummen Linien -die grade Linie, die zur Wahrheit führt, es sind die Kreuzungspunkte, -die uns die wahre Richtung erkennen lassen; es liegt in der -Unvollkommenheit des menschlichen Geistes, daß die krummen Linien -gemacht werden müssen. Die Chemiker und Physiker behalten stets ihr -Ziel im Auge, dem einen gelingt es, streckenweise den geraden Weg zu -verfolgen, allein alle sind auf die Umwege vorbereitet; des Erfolgs -ihrer Anstrengungen bei Beharrlichkeit und Ausdauer gewiß, wächst die -Begierde und ihr Muth mit den Schwierigkeiten. - -Einzelne Beobachtungen ohne Zusammenhang sind auf einer Ebene zerstreute -Punkte, die uns nicht gestatten, einen bestimmten Weg zu wählen. In der -Chemie hatte man Jahrhunderte lang nichts als diese Punkte, deren -Zwischenräume auszufüllen Mittel genug in Anwendung kamen; allein -bleibende Entdeckungen, wahre Fortschritte wurden erst dann gemacht, als -man ihre Verknüpfung nicht mehr der Phantasie überließ. - -Ich habe den Zweck gehabt, die Kreuzungspunkte der Physiologie und -Chemie in diesem Buche hervorzuheben und die Stellen anzudeuten, wo -beide Wissenschaften gegenseitig in einander greifen. Es enthält eine -Sammlung von Aufgaben, so wie sie gegenwärtig von der Chemie gestellt -werden, und eine Anzahl von Schlüssen, die nach ihren Regeln aus den -vorhandenen Erfahrungen sich ergeben. - -Diese Fragen und Aufgaben werden ihre Lösung erhalten, und kein Zweifel -kann darüber sein, daß wir alsdann eine neue Physiologie und eine -rationelle Pathologie haben werden. Gewiß ist unser Senkblei nicht lang -genug, um die Tiefe des Meeres zu messen, allein es verliert deshalb -seinen Werth für uns nicht; wenn es uns vorläufig nur hilft, um die -Klippen und Sandbänke zu vermeiden, so ist dieser Nutzen groß genug. In -der Hand des Physiologen muß die organische Chemie zu einem geistigen -Hilfsmittel werden, mit dem er im Stande sein wird, die Ursachen von -Erscheinungen zu erforschen, die das leibliche Auge nicht mehr erkennt; -und wenn von den Resultaten, die ich in diesem Buche entwickelt oder -angedeutet habe, nur ein Einziges eine nützliche Anwendung zuläßt, so -halte ich den Zweck, für den es geschrieben ist, für vollkommen -erreicht. Der Weg, der dazu geführt hat, wird andere Wege bahnen, und -dies betrachte ich als den höchsten Gewinn. - - _Gießen_, im April 1842. - - ~Dr.~ _Justus Liebig_. - - - - -_Erster Theil_. - - _Der chemische Proceß_ - der - =_Respiration und Ernährung_.= - - -~I.~ - -In dem Thierei, in dem Samen einer Pflanze erkennen wir eine merkwürdige -Thätigkeit, eine Ursache der Zunahme an Masse, des Ersatzes an -verbrauchtem Stoff, eine Kraft in dem Zustande der Ruhe. Durch äußere -Bedingungen, durch die Begattung, durch Gegenwart von Feuchtigkeit und -Luft wird der Zustand des statischen Gleichgewichtes dieser Thätigkeit -aufgehoben; die in Bewegung übergehende Kraft äußert sich in einer Reihe -von Formbildungen, welche, wenn auch zuweilen durch grade Linien -eingeschlossen, doch weit entfernt von geometrischen Gestalten sind, so -wie wir sie beim krystallisirenden Minerale beobachten. Diese Kraft -heißt _Lebenskraft_. - -Die Zunahme an Masse in einer Pflanze wird durch den Akt einer -Zersetzung bedingt, die in gewissen Pflanzentheilen durch die Einwirkung -des Lichts und der Wärme vor sich geht. - -Dieser Zersetzung unterliegen in dem Lebensproceß der Pflanze -ausschließlich nur anorganische Materien, und wenn man mit -ausgezeichneten Mineralogen die Luft und gewisse andere Gase als -Mineralien gelten läßt, so kann man sagen, daß die vegetative -Lebensthätigkeit die Verwandlung des Minerals in einen mit Leben -begabten Organismus bewirkt, das Mineral wird Theil eines Trägers der -Lebenskraft. - -Die Zunahme an Masse in einer lebenden Pflanze setzt voraus, daß gewisse -Bestandtheile der Nahrung zu Bestandtheilen des Pflanzenkörpers werden, -und eine Vergleichung der chemischen Zusammensetzung von beiden, zeigt -mit unzweifelhafter Gewißheit, welche von den Bestandtheilen der Nahrung -ausgetreten, welche assimilirt worden sind. - -Die Beobachtungen der Pflanzenphysiologen und die Untersuchungen der -Chemiker, sie haben gegenseitig dazu gedient, um den Beweis zu führen, -daß das Wachsthum und die Entwickelung der Pflanze abhängig sind von -einer Ausscheidung von Sauerstoff, der sich von den Bestandtheilen ihrer -Nahrungsmittel trennt. - -Im geraden Gegensatz zu dem Pflanzenleben äußert sich das Thierleben in -einer nie aufhörenden Einsaugung und Verbindung des Sauerstoffs der Luft -mit gewissen Bestandtheilen des Thierkörpers. - -Während kein Theil eines organischen Wesens zur Nahrung einer Pflanze -dienen kann, wenn er nicht vorher, in Folge von Fäulniß und -Verwesungsprocessen, die Form eines anorganischen Körpers angenommen -hat, bedarf der thierische Organismus zu seiner Erhaltung und -Entwickelung höher organisirter Atome. Die Nahrungsmittel aller Thiere -sind unter allen Umständen Theile von Organismen. - -Durch ihre Fähigkeit, den Ort zu wechseln, und im Allgemeinen durch die -Sinne unterscheidet sich das Thier von der Pflanze. - -Alle diese Thätigkeiten gehen von gewissen Werkzeugen aus, die in der -Pflanze fehlen. Die vergleichende Anatomie zeigt, daß die Bewegungs- und -Gefühlsäußerungen von gewissen Apparaten abhängig sind, die mit einander -in keinem andern Zusammenhange stehen, als daß sie sich in einem -gemeinschaftlichen Centrum vereinigen. Die Substanz des Rückenmarks, der -Nerven, der Gehirnmaterie sind in ihrer Zusammensetzung und ihrem -chemischen Verhalten wesentlich von der Substanz der Zellen, Membranen, -Muskeln und der Haut verschieden. - -Alles, was im Thierorganismus _Bewegung_ genannt werden kann, geht von -den Nervenapparaten aus. Die Bewegungserscheinungen in den Pflanzen, die -Saftcirculation, die man in manchen Charen beobachtet hat, das Schließen -der Blüthen und Blätter hängt von physikalischen und mechanischen -Ursachen ab. Eine Pflanze enthält keine Nerven. Wärme und Licht sind die -entfernteren Ursachen der Bewegungen in Pflanzen, in den Thieren -erkennen wir in den Nervenapparaten eine Quelle von Kraft, die sich in -jedem Zeitmomente ihres Lebens wieder zu erneuern vermag. - -Aehnlich wie die Assimilation der Nahrungsmittel in den Pflanzen, ihr -ganzer Bildungsproceß, abhängig ist von gewissen äußeren Ursachen, -welche die Bewegungen vermitteln, ist die Entwickelung des -Thierorganismus bis zu einem gewissen Grade unabhängig von diesen -äußeren Ursachen, eben weil er in sich selbst durch ein besonderes -System von Apparaten die zu dem Lebensproceß unentbehrliche Kraft der -Bewegung erzeugt. - -Der Bildungsproceß, die Assimilation, der Uebergang des in Bewegung -befindlichen Stoffs in den Zustand der Ruhe geht bei Pflanzen und -Thieren in einerlei Weise vor sich, es ist die nämliche Ursache, die in -beiden die Zunahme an Masse bedingt, es ist dies das eigentliche -vegetative Leben, es äußert sich ohne Bewußtsein. - -In der Pflanze giebt sich die vegetative Lebensthätigkeit unter -Mitwirkung von äußeren Kräften, in Thieren durch Thätigkeiten kund, die -sich in ihrem Organismus erzeugen. Die Verdauung, der Blutumlauf, die -Absonderung der Säfte, sie stehen jedenfalls unter der Herrschaft des -Nervensystems, allein es ist ein und dieselbe Kraft, welche dem Keim, -dem Blatt, der Wurzelfaser die nämlichen wunderbaren Eigenschaften -giebt, welche die secernirende Haut, die Drüse besitzen, welche jedes -Organ im Thier befähigt, seinen eigenen Funktionen vorzustehen; nur die -Ursachen der Bewegungen sind in beiden verschieden. - -Während wir in den niedrigsten Thierklassen die Apparate der Bewegung, -wie im befruchteten Keim des Thierei’s, in dem sie sich zu allererst -entwickeln, nie vermissen, finden wir in höheren Thierklassen besondere -Apparate des Gefühls und Empfindens, des Bewußtseins und des höheren -geistigen Lebens. - -Der Patholog zeigt uns, daß das eigentlich vegetative Leben keineswegs -an das Vorhandensein dieser Apparate geknüpft ist, daß der -Nutritionsproceß in den Theilen des Körpers, wo diejenigen Nerven -gelähmt sind, welche das Gefühl oder die willkürlichen Bewegungen -vermitteln, in der nämlichen Form vor sich geht, wie in anderen, in -denen sie sich in normalem Zustande befinden, so wie auf der andern -Seite die kräftigste Energie des Willens auf die Zusammenziehung des -Herzens, auf die Bewegung der Eingeweide und die Secretionsprocesse -keinen Einfluß auszuüben vermag. - -Die Erscheinungen des höheren geistigen Lebens, sie können auf dem -gegenwärtigen Standpunkt der Wissenschaft nicht auf ihre nächsten, viel -weniger auf ihre letzten Ursachen zurückgeführt werden, wir wissen -weiter nichts davon, als daß sie vorhanden sind; wir schreiben sie einer -immateriellen Thätigkeit zu, und zwar insofern ihre Aeußerungen an die -Materie sich gebunden finden, einer Kraft, welche durchaus verschieden -ist und nichts gemein hat mit der Lebenskraft. - -Diese eigenthümliche Kraft übt, wie nicht geleugnet werden kann, einen -gewissen Einfluß auf die vegetative Lebensthätigkeit aus, ähnlich wie -dies von anderen immateriellen Potenzen, von Licht, Elektricität, Wärme -und Magnetismus geschieht, allein dieser Einfluß ist nicht bedingender -Art, sondern er äußert sich nur als eine Beschleunigung, Störung oder -Verlangsamung der vegetativen Lebensprocesse; auf eine ganz ähnliche -Weise übt die vegetative Lebensthätigkeit rückwärts gewisse Wirkungen -auf das bewußte geistige Leben aus. - -Es sind zwei Kräfte, die sich neben einander in Aktion befinden, allein -Bewußtsein und Geist, sie fehlen im Thiere und der lebendigen Pflanze, -ohne daß wir in diesen etwas Anderes vermissen, als den Mangel einer -besondern Ursache der Steigerung oder Störung; abgesehen davon, gehen -alle vitalchemischen Processe im Menschen und Thiere auf einerlei Weise -vor sich. - -Das unaufhörlich sich erneuernde Streben, die Beziehungen der Psyche zu -dem animalischen Leben ermitteln zu wollen, hat von jeher die -Fortschritte der Physiologie aufgehalten, es war ein beständiges -Heraustreten aus dem Gebiete der Naturforschung in das Reich der -phantastischen Gebilde; denn die begeisterten Physiologen, sie waren -weit davon entfernt, die Gesetze des rein thierischen Lebens zu kennen. -Keiner von ihnen hatte eine klare Vorstellung über den Entwickelungs- -und Ernährungsproceß, keiner von der wahren Ursache des Todes. Sie -erklärten die verborgensten psychischen Erscheinungen und waren nicht im -Stande zu sagen, was Fieber ist und in welcher Weise das Chinin bei -seiner Heilung wirkt! - -Um die Gesetze der Bewegungen im Thierkörper zu ermitteln, war nur die -eine Bedingung, die Kenntniß der Apparate erforscht, welche die -Bewegungen vermitteln, aber die Substanz der Organe, die Veränderungen, -welche die Nahrungsmittel im lebenden Körper erfahren, ihr Uebergang zu -Bestandtheilen der Organe und rückwärts wieder in leblose Verbindungen, -der Antheil, den die Atmosphäre an den Lebensprocessen nimmt, alle diese -Grundlagen zu weiteren Schlüssen waren noch nicht gegeben. - -Was hat die Psyche, was hat Bewußtsein und Geist mit der Entwickelung -des menschlichen Fötus, mit der des Fötus im Hühnerei zu schaffen? gewiß -nicht mehr als sie Antheil nimmt an der Entwickelung des Samens einer -Pflanze! Suchen wir vor der Hand die nicht psychischen Erscheinungen auf -ihre letzten Ursachen zurückzuführen, und hüten wir uns vor Schlüssen, -ehe wir eine Grundlage haben. Wir kennen genau den Mechanismus des -Auges, allein weder die Anatomie, noch Chemie wird uns jemals Aufschluß -geben, wie der Lichtstrahl zum Bewußtsein gelangt. Die Naturforschung -hat eine bestimmte Grenze, die sie nicht überschreiten darf, sie muß -sich stets daran erinnern, daß mit allen Entdeckungen nicht in Erfahrung -gebracht werden kann, was Licht, Elektricität und Magnetismus für Dinge -sind, eben weil der menschliche Geist nur Vorstellungen hat für Dinge, -welche Materialität besitzen. Wir können aber die Gesetze ihres Zustands -der Ruhe und der Bewegung erforschen, eben weil sie sich in -Erscheinungen äußern. So können zweifellos die Gesetze des Lebens und -Alles, was sie stört, befördert oder ändert, erforscht werden, ohne daß -man jemals wissen wird, was das Leben ist; so führte die Erforschung der -Gesetze des Falles und der Bewegung der Himmelskörper auf eine vorher -nie gedachte Vorstellung über ihre Ursache. Diese Vorstellung konnte in -ihrer Klarheit nicht entstehen ohne die Kenntniß der Erscheinungen, aus -denen sie sich entwickelte: an und für sich ist ja die Schwerkraft, wie -das Licht für einen Blindgebornen, ein bloßes Wort. - -Die neue Wissenschaft der Physiologie hat die Methode des Aristoteles -verlassen, sie erfindet keinen ~horror vacui~, keine ~Quinta essentia~ -mehr, um den gläubigen Zuhörern Aufschlüsse und Erklärungen von -Erscheinungen zu geben, deren eigentlicher Verband mit anderen, deren -letzte Ursache nicht ermittelt ist, zum Heil der Wissenschaft, muß man -hinzusetzen, und zum Segen für die Menschheit. - -Wenn wir festhalten, daß alle Erscheinungen in dem Organismus der -Pflanzen und des Thieres einer ganz eigenthümlichen Ursache -zugeschrieben werden müssen, welche in ihren Aeußerungen durchaus -verschieden ist von allen anderen Ursachen, die Zustandsänderungen oder -Bewegungen bedingen, wenn wir die Lebenskraft also gelten lassen für -eine für sich bestehende Kraft, so haben wir in den Erscheinungen des -organischen Lebens, wie in allen anderen Erscheinungen, welche Kräften -zugeschrieben werden müssen, eine _Statik_ (Zustand des Gleichgewichtes, -bedingt durch einen Widerstand) und eine _Dynamik_ der Lebenskraft. - -Alle Theile des Thierkörpers bilden sich aus einer eigenthümlichen, in -seinem Organismus circulirenden Flüssigkeit, in Folge einer, jeder -Zelle, jedem Organe oder Theile eines Organs inwohnenden Thätigkeit. Die -Physiologie lehrt, daß alle Bestandtheile des Körpers ursprünglich Blut -waren, oder daß sie wenigstens den entstehenden Organen durch diese -Flüssigkeit zugeführt worden sind. - -Die gewöhnlichsten Erfahrungen geben ferner zu erkennen, daß in jedem -Momente des Lebens in dem Thierorganismus ein fortdauernder, mehr oder -minder beschleunigter Stoffwechsel vor sich geht, daß ein Theil der -Gebilde sich zu formlosen Stoffen umsetzt, daß sie ihren Zustand des -Lebens verlieren und wieder erneuert werden müssen. Die Physiologie hat -entscheidende Gründe genug für die Meinung, daß jede Bewegung, jede -Kraftäußerung die Folge einer Umsetzung der Gebilde oder der Substanz -derselben ist, daß jede Vorstellung, jeder Affekt Veränderungen in der -chemischen Beschaffenheit der abgesonderten Säfte zur Folge hat, daß -jeder Gedanke, jede Empfindung von einer Aenderung in der -Zusammensetzung der Gehirnsubstanz begleitet ist. - -Zur Unterhaltung der Lebenserscheinungen im Thiere gehören gewisse -Stoffe, Theile von Organismen, die man _Nahrungsmittel_ nennt; in Folge -einer Reihe von Veränderungen dienen sie entweder zur Vermehrung seiner -Masse (zur Ernährung), oder zum Ersatze an verbrauchtem Stoff -(Reproduktion), oder sie dienen zur Hervorbringung von Kraft. - - -~II.~ - -Wenn wir die Aufnahme von Nahrungsmitteln als die eine Bedingung des -Lebens bezeichnen, so ist die zweite eine fortdauernde Einsaugung von -Sauerstoff aus der atmosphärischen Luft. - -Von dem Standpunkte des Naturforschers aus zeigt sich das Thierleben in -einer Reihe von Erscheinungen, deren Zusammenhang und Wiederkehr -vermittelt wird durch eine in dem Organismus vorgehende Veränderung, -welche die Nahrungsmittel und der eingesaugte atmosphärische Sauerstoff -unter der Mitwirkung der Lebenskraft erleiden. - -Alle vitalen Thätigkeiten entspringen aus der Wechselwirkung des -Sauerstoffs der Luft und der Bestandtheile der Nahrungsmittel. - -In der Ernährung und Reproduktion erkennen wir den Uebergang des Stoffs -aus dem Zustande der Bewegung in den Zustand der Ruhe (des statischen -Gleichgewichts); durch den Einfluß des Nervensystems gelangt dieser -Stoff in den Zustand der Bewegung. Die letzten Ursachen dieser Zustände -der Lebenskraft sind die chemischen Kräfte. - -Die Ursache des Zustandes der Ruhe ist ein Widerstand, welcher bedingt -wird durch eine Kraft der Anziehung (Verbindung), welche zwischen den -kleinsten Theilchen der Materie wirkt und nur bei unmittelbarer -Berührung, oder in unmeßbar kleinen Entfernungen sich thätig zeigt. - -Diese besondere Art der Anziehung, man kann ihr natürlich die -verschiedensten Namen geben, der Chemiker nennt sie aber _Affinität_. - -Die Bedingung des Zustandes der Bewegung liegt in einer Reihe von -Veränderungen, welche die Nahrungsmittel in dem Organismus erleiden, in -Folge also von Zersetzungsprocessen, welche die Nahrungsmittel an und -für sich, oder die daraus entsprungenen Gebilde, oder Bestandtheile der -Organe erleiden. - -Der Hauptcharacter des vegetativen Lebens ist ein steter Uebergang des -in Bewegung gesetzten Stoffs in den Zustand des statischen -Gleichgewichtes. So lange die Pflanze lebt, ist kein Stillstand in der -Zunahme bemerklich, kein Theil eines Organs der Pflanze nimmt an Masse -ab. Wenn eine Zersetzung erfolgt, so ist sie eine Folge der -Assimilation. Eine Pflanze erzeugt in sich selbst keine Kraft der -Bewegung, kein Theil ihrer Gebilde verliert, durch eine in ihrem -Organismus vorhandene Ursache, den Zustand des Lebens und geht in -formlose Verbindungen über, in ihr findet kein Verbrauch statt. Der -Verbrauch im Thier ist eine Aenderung des Zustandes und der -Zusammensetzung gewisser Bestandtheile des Thierkörpers, er geht mithin -vor sich in Folge chemischer Actionen. Der Einfluß der Gifte, der -Arzneimittel auf den lebenden thierischen Körper zeigt auf eine evidente -Weise, daß der Act der chemischen Zersetzung und Verbindung im -Thierkörper, die sich uns in der Form von Lebenserscheinungen zu -erkennen geben, daß sie durch _ähnlich_ wirkende chemische Kräfte -gesteigert, durch _entgegengesetzt_ wirkende verlangsamt und aufgehoben -werden können, daß wir auf jeden Theil eines Organs durch Stoffe, die -eine bestimmte chemische Action besitzen, eine Wirkung auszuüben -vermögen. - -Aehnlich also wie in der geschlossenen galvanischen Säule durch gewisse -Veränderungen, welche ein anorganischer Körper, ein Metall, bei seiner -Berührung mit einer Säure, erleidet, ein gewisses Etwas für unsere Sinne -wahrnehmbar wird, was wir mit einem Strome electrischer Materie -bezeichnen, entstehen in Folge von Umsetzungen und Veränderungen von -Materien, die früher Theile von Organismen waren, gewisse Bewegungs- und -Thätigkeitsäußerungen, die wir Leben nennen. - -Der electrische Strom giebt sich uns zu erkennen durch gewisse -Erscheinungen der Anziehung und Abstoßung, welche andere, an und für -sich bewegungslose, Materien durch ihn empfangen, durch Erscheinungen -der Bildung und Zersetzung chemischer Verbindungen, die sich überall -äußern, wo der Widerstand die Bewegung nicht aufhebt. - -Von diesem Standpunkte allein und von keinem andern aus darf die Chemie -die Lebenserscheinungen studiren. Wunder finden wir überall; die Bildung -eines Krystalls, eines Octaeders ist nicht minder unbegreiflich, wie die -Entstehung eines Blatts oder einer Muskelfaser, und die Entstehung des -Zinnobers aus Quecksilber und Schwefel ist ein ebenso großes Räthsel, -wie die Bildung eines Auges aus der Substanz des Blutes. - -Aufnahme von Nahrungsmitteln und Sauerstoff sind die ersten Bedingungen -des thierischen Lebens. - -In jedem Zeittheilchen seines Lebens nimmt der Mensch durch die Organe -der Respiration Sauerstoff auf; nie ist, so lange das Thier lebt, ein -Stillstand bemerklich. - -Die Beobachtungen der Physiologen zeigen, daß der Körper eines -erwachsenen Menschen, nach 24 Stunden, bei hinlänglicher Nahrung, am -Gewicht weder zu- noch abgenommen hat, dennoch ist die Menge von -Sauerstoff, die in dieser Zeit in seinen Organismus aufgenommen wurde, -höchst beträchtlich. - -Nach _Lavoisier’s_ Versuchen werden von einem erwachsenen Manne in einem -Jahre 746 Pfd., nach _Menzies_ 837 Pfd. Sauerstoffgas aus der Atmosphäre -in seinen Körper aufgenommen, und dennoch finden wir sein Gewicht zu -Anfang und Ende des Jahres entweder ganz unverändert, oder die Ab- und -Zunahme bewegt sich um wenige Pfunde[E1]. - -Wo ist, kann man fragen, dieses enorme Gewicht an Sauerstoff -hingekommen, was ein Individuum im Verlaufe eines Jahres in sich -aufnimmt? - -Diese Frage ist mit befriedigender Sicherheit gelös’t; kein Theil des -aufgenommenen Sauerstoffs bleibt im Körper, sondern er tritt in der Form -einer Kohlenstoff- oder einer Wasserstoffverbindung wieder aus. - -Der Kohlenstoff und Wasserstoff von gewissen Bestandtheilen des -Thierkörpers haben sich mit dem durch die Haut und Lunge aufgenommenen -Sauerstoff verbunden, sie sind als Kohlensäure und Wasserdampf wieder -ausgetreten. - -Mit jedem Athemzuge, in jedem Lebensmomente trennen sich von dem -Thierorganismus gewisse Mengen seiner Bestandtheile, nachdem sie mit dem -Sauerstoff der atmosphärischen Luft eine Verbindung in dem Körper selbst -eingegangen sind. - -Wenn wir, um einen Anhaltspunkt zu einer Rechnung zu haben, mit -_Lavoisier_ und _Seguin_ annehmen, daß der erwachsene Mensch täglich 65 -Loth Sauerstoff (46037 Cubikzoll = 15661 Gran fr. Gew.) in sich -aufnimmt, und wir seine Blutmasse zu 24 Pfund, bei einem Wassergehalt -von 80 ~pCt.~ annehmen, so ergiebt sich aus der bekannten -Zusammensetzung des Blutes, daß zu einer völligen Verwandlung des -Kohlenstoffs und Wasserstoffs im Blut, in Kohlensäure und Wasser 64103 -Gran Sauerstoff nöthig sind, die in 4 Tagen und 5 Stunden in den Körper -eines erwachsenen Menschen aufgenommen werden[E2]. - -Gleichgültig ob der Sauerstoff an die Bestandtheile des Bluts tritt oder -an andere kohlen- und wasserstoffreiche Materien im Körper, es kann dem -Schlusse nichts entgegengesetzt werden, daß dem menschlichen Körper, -welcher 65 Loth Sauerstoff täglich einathmet, in 4 Tagen und 5 Stunden -so viel an Kohlenstoff und Wasserstoff in seinen Nahrungsmitteln wieder -zugeführt werden muß, als nöthig wäre, 24 Pfund Blut mit diesen -Bestandtheilen zu versehen, vorausgesetzt, daß das Gewicht des Körpers -sich nicht ändere, daß er seine normale Beschaffenheit behaupten soll. - -Diese Zufuhr geschieht durch die _Speisen_. - -Aus der genauen Bestimmung der Kohlenstoffmenge, welche durch die -Speisen in den Körper aufgenommen werden, so wie durch die Ausmittelung -derjenigen Quantität, welche durch die Faeces und den Urin unverbrannt, -oder wenn man will, in einer andern Form, als in der Form einer -Sauerstoffverbindung, wieder austritt, ergiebt sich, daß ein erwachsener -Mann, im Zustande mäßiger Bewegung, täglich 27,8 Loth Kohlenstoff -verzehrt[E3]. - -Diese 27⁸/₁₀ Loth Kohlenstoff entweichen aus Haut und Lunge in der Form -von kohlensaurem Gas. - -Zur Verwandlung in kohlensaures Gas bedürfen diese 27,8 Loth Kohlenstoff -74 Loth Sauerstoff. - -Nach den analytischen Bestimmungen von _Boussingault_ (~Annales de chim. -et de phys. LXX.~ 1. ~S.~ 136) verzehrt ein Pferd in 24 Stunden 158¹/₄ -Loth Kohlenstoff, eine milchgebende Kuh 141¹/₂ Loth[E4]. - -Die hier angeführten Kohlenstoffmengen sind als Kohlensäure aus ihrem -Körper getreten, das Pferd hat in 24 Stunden für die Ueberführung des -Kohlenstoffs in Kohlensäure 13⁷/₃₂ Pfd. und die Kuh 11²/₃ Pfd. -Sauerstoff verbraucht. - -Da kein Theil des aufgenommenen Sauerstoffs in einer andern Form als in -der einer Kohlenstoff- oder Wasserstoffverbindung wieder aus dem Körper -tritt, da ferner bei normalem Gesundheitszustande der ausgetretene -Kohlenstoff und Wasserstoff wieder ersetzt wird durch Kohlenstoff und -Wasserstoff, den wir in den Speisen zuführen, so ist klar, daß die Menge -von Nahrung, welche der thierische Organismus zu seiner Erhaltung -bedarf, in geradem Verhältniß steht zu der Menge des aufgenommenen -Sauerstoffs. - -Zwei Thiere, die in gleichen Zeiten ungleiche Mengen von Sauerstoff -durch Haut und Lunge in sich aufnehmen, verzehren in einem ähnlichen -Verhältniß ein ungleiches Gewicht von der nämlichen Speise. - -In gleichen Zeiten ist der Sauerstoffverbrauch ausdrückbar durch die -Anzahl der Athemzüge; es ist klar, daß bei einem und demselben Thiere -die Menge der zu genießenden Nahrung wechselt, je nach der Stärke und -Anzahl der Athemzüge. - -Ein Kind, dessen Respirationswerkzeuge sich in größerer Thätigkeit -befinden, muß häufiger und verhältnißmäßig mehr Nahrung zu sich nehmen, -als ein Erwachsener, es kann den Hunger weniger leicht ertragen. Ein -Vogel stirbt bei Mangel an Nahrung den dritten Tag; eine Schlange, die -in einer Stunde, unter einer Glasglocke athmend, kaum so viel Sauerstoff -verzehrt, daß die davon erzeugte Kohlensäure wahrnehmbar ist, lebt drei -Monate und länger ohne Nahrung. - -Im Zustand der Ruhe beträgt die Anzahl der Athemzüge weniger als im -Zustand der Bewegung und Arbeit. Die Menge der in beiden Zuständen -nothwendigen Nahrung muß in dem nämlichen Verhältniß stehen. - -Ein Ueberfluß von Nahrung und Mangel an eingeathmetem Sauerstoff (an -Bewegung), so wie starke Bewegung (die zu einem größeren Maaß von -Nahrung zwingt) und schwache Verdauungsorgane sind unverträglich mit -einander. - -Die Menge des Sauerstoffs, welche ein Thier durch die Lunge aufnimmt, -ist aber nicht allein abhängig von der Anzahl der Athemzüge, sondern -auch von der Temperatur und der Dichtigkeit der eingeathmeten Luft. - -Die Brusthöhle eines Thieres hat eine unveränderliche Größe, mit jedem -Athemzuge tritt eine gewisse Menge Luft ein, die in Beziehung auf ihr -Volumen als gleichbleibend angesehen werden kann. Aber ihr Gewicht und -damit das Gewicht des darin enthaltenen Sauerstoffs bleibt sich nicht -gleich. In der Wärme dehnt sich die Luft aus, in der Kälte zieht sie -sich zusammen. In einem gleichen Volum kalter und warmer Luft haben wir -ein ungleiches Gewicht Sauerstoff. Im Sommer enthält die atmosphärische -Luft Wassergas, im Winter ist sie trocken; der Raum, den das Wassergas -in der warmen Luft einnimmt, wird im Winter durch Luft eingenommen, d. -h. sie enthält bei gleichem Volum im Winter mehr Sauerstoff. - -Im Sommer und Winter, am Pole und Aequator athmen wir ein gleiches -Luftvolumen ein. Die kalte Luft erwärmt sich beim Einathmen in der -Luftröhre und den Lungenzellen, und nimmt die Temperatur des Körpers an. -Um ein gewisses Sauerstoffvolumen in die Lunge zu bringen, ist im Winter -ein geringerer Kraftaufwand nöthig, als im Sommer; für denselben -Kraftverbrauch athmet man im Winter mehr Sauerstoff ein. - -Es ist einleuchtend, daß wir bei einer gleichen Anzahl von Athemzügen an -dem Ufer des Meeres eine größere Menge von Sauerstoff verzehren, als auf -Bergen; daß die Menge der austretenden Kohlensäure, so wie das -eingesaugte Sauerstoffgas mit dem Barometerstande sich ändert. - -Das aufgenommene Sauerstoffgas tritt im Sommer und Winter in ähnlicher -Weise verändert wieder aus, wir athmen in niederer Temperatur und -höherem Luftdrucke mehr Kohlenstoff aus wie in höherer, und wir müssen -in dem nämlichen Verhältniß mehr oder weniger Kohlenstoff in den -Speisen genießen, in Schweden mehr wie in Sicilien, in unsern Gegenden -im Winter ein ganzes Achtel mehr wie im Sommer. - -Selbst wenn wir dem Gewicht nach gleiche Quantitäten Speise in kalten -und warmen Gegenden genießen, so hat eine unendliche Weisheit die -Einrichtung getroffen, daß diese Speisen höchst ungleich in ihrem -Kohlenstoffgehalte sind. Die Früchte, welche der Südländer genießt, -enthalten im frischen Zustande nicht über 12 ~pCt.~ Kohlenstoff, während -der Speck und Thran des Polarländers 66 bis 80 ~pCt.~ Kohlenstoff -enthalten. - -Es ist keine schwere Aufgabe, sich in warmen Gegenden der Mäßigkeit zu -befleißigen, oder lange Zeit den Hunger unter dem Aequator zu ertragen, -allein Kälte und Hunger reiben in kurzer Zeit den Körper auf. - -Die Wechselwirkung der Bestandtheile der Speisen und des durch die -Blutcirculation im Körper verbreiteten Sauerstoffs ist _die Quelle der -thierischen Wärme_. - - -~III.~ - -Alle lebenden Wesen, deren Existenz auf einer Einsaugung von Sauerstoff -beruht, besitzen eine von der Umgebung unabhängige Wärmequelle. - -Diese Wahrheit bezieht sich auf alle Thiere, sie erstreckt sich auf den -keimenden Samen, auf die Blüthe der Pflanze und auf die reifende Frucht. - -Nur in den Theilen des Thieres, zu welchen arterielles Blut, und durch -dieses der in dem Athmungsproceß aufgenommene Sauerstoff gelangen kann, -wird Wärme erzeugt. Haare, Wolle, Federn besitzen keine eigenthümliche -Temperatur. - -Diese höhere Temperatur des Thierkörpers oder, wenn man will, -Wärmeausscheidung ist überall und unter allen Umständen die Folge der -Verbindung einer brennbaren Substanz mit Sauerstoff. - -In welcher Form sich auch der Kohlenstoff mit Sauerstoff verbinden mag, -der Akt der Verbindung kann nicht vor sich gehen, ohne von Entwicklung -von Wärme begleitet zu seyn, gleichgültig, ob sie langsam oder rasch -erfolgt, ob sie in höherer oder niederer Temperatur vor sich geht, stets -bleibt die freigewordene Wärmemenge eine unveränderliche Größe. - -Der Kohlenstoff der Speisen, der sich im Thierkörper in Kohlensäure -verwandelt, muß ebenso viel Wärme entwickeln, als wenn er in der Luft -oder im Sauerstoff direct verbrannt worden wäre; der einzige Unterschied -ist der, daß die erzeugte Wärmemenge sich auf ungleiche Zeiten -vertheilt; in reinem Sauerstoffgas geht die Verbrennung schneller vor -sich, die Temperatur ist höher, in der Luft langsamer, die Temperatur -ist niedriger, sie hält aber länger an. - -Es ist klar, daß mit der Menge des in gleichen Zeiten durch den -Athmungsproceß zugeführten Sauerstoffs die Anzahl der freigewordenen -Wärmegrade zu- oder abnehmen muß. Thiere, welche rasch und schnell -athmen und demzufolge viel Sauerstoff verzehren, besitzen eine höhere -Temperatur als andere, die in derselben Zeit, bei gleichem Volum des zu -erwärmenden Körpers, weniger in sich aufnehmen; ein Kind mehr (39°) als -ein erwachsener Mensch (37,5°), ein Vogel mehr (40-41°) wie ein -vierfüßiges Thier (37-38°), wie ein Fisch oder Amphibium, dessen -Eigentemperatur sich 1¹/₂ bis 2° über das umgebende Medium erhebt[E5]. -Alle Thiere sind warmblütig, allein nur bei denen, welche durch Lungen -athmen, ist die Eigenwärme ganz unabhängig von der Temperatur der -Umgebung. - -Die zuverlässigsten Beobachtungen beweisen, daß in allen Klimaten, in -der gemäßigten Zone sowohl wie am Aequator oder an den Polen, die -Temperatur des Menschen, so wie die aller sogenannten warmblütigen -Thiere, niemals wechselt; allein wie verschieden sind die Zustände, in -denen sie leben. - -Der Thierkörper ist ein erwärmter Körper, der sich zu seiner Umgebung -verhält wie alle warmen Körper; er empfängt Wärme, wenn die äußere -Temperatur höher, er giebt Wärme ab, wenn sie niedriger ist, als seine -eigene Temperatur. - -Wir wissen, daß die Schnelligkeit der Abkühlung eines warmen Körpers -wächst mit der Differenz seiner eignen Temperatur und der des Mediums, -worin er sich befindet, d. h. je kälter die Umgebung ist, in desto -kürzerer Zeit kühlt sich der warme Körper ab. - -Wie ungleich ist aber der Wärmeverlust, den ein Mensch in Palermo -erleidet, wo die äußere Temperatur nahe gleich ist der Temperatur des -Körpers, und der eines Menschen, der am Pole lebt, wo die Temperatur -40-50 Grade niedriger ist. - -Trotzt diesem so höchst ungleichen Wärmeverlust, zeigt die Erfahrung, -daß das Blut des Polarländers keine niedrigere Temperatur besitzt, als -das des Südländers, der in einer so verschiedenen Umgebung lebt. - -Diese Thatsache ihrer wahren Bedeutung nach anerkannt, beweis’t, daß die -nach Außen hin abgegebene Wärme in dem Thierkörper mit großer -Schnelligkeit ersetzt wird; im Winter erfolgt diese Erneuerung schneller -wie im Sommer, am Pole rascher wie am Aequator. - -In verschiedenen Klimaten wechselt nun die Menge des durch die -Respiration in den Körper tretenden Sauerstoffs nach der Temperatur der -äußern Luft; mit dem Wärmeverlust durch Abkühlung steigt die Menge des -eingeathmeten Sauerstoffs; die zur Verbindung mit diesem Sauerstoff -nöthige Menge Kohlenstoff oder Wasserstoff, sie muß in einem ähnlichen -Verhältniß zunehmen. - -Es ist klar, daß der Wärmeersatz bewirkt wird durch die Wechselwirkung -der Bestandtheile der Speisen, die sich mit dem eingeathmeten Sauerstoff -verbinden. Um einen trivialen aber deswegen nicht minder richtigen -Vergleich anzuwenden, verhält sich in dieser Beziehung der Thierkörper, -wie ein Ofen, den wir mit Brennmaterial versehen. Gleichgültig, welche -Formen die Speisen nach und nach im Körper annehmen, welche -Veränderungen sie auch erleiden mögen, die letzte Veränderung, die sie -erfahren, ist eine Verwandlung ihres Kohlenstoffs in Kohlensäure, ihres -Wasserstoffs in Wasser; der Stickstoff und der unverbrannte Kohlenstoff, -sie werden in dem Urin und den festen Excrementen abgeschieden. Um eine -constante Temperatur im Ofen zu haben, müssen wir, je nach der äußern -Temperatur wechselnd, eine ungleiche Menge von Brennmaterial -einschieben. - -In Beziehung auf den Thierkörper sind die Speisen das Brennmaterial; bei -gehörigem Sauerstoffzutritt erhalten wir die durch ihre Oxydation -freiwerdende Wärme. Im Winter, bei Bewegung in kalter Luft, wo die Menge -des eingeathmeten Sauerstoffs zunimmt, wächst in dem nämlichen -Verhältniß das Bedürfniß nach kohlen- und wasserstoffreichen -Nahrungsmitteln, und in Befriedigung dieses Bedürfnisses erhalten wir -den wirksamsten Schutz gegen die grimmigste Kälte. Ein Hungernder -friert. Jedermann weiß, daß die Raubthiere der nördlichen Klimate an -Gefräßigkeit weit den in südlichen Gegenden voranstehen. - -In der kalten und temperirten Zone treibt uns die Luft, die ohne -Aufhören den Körper zu verzehren strebt, zur Arbeit und Anstrengung, um -uns die Mittel zum Widerstande gegen diese Einwirkung zu schaffen, -während in heißen Klimaten die Anforderungen zur Herbeischaffung an -Speise bei weitem nicht so dringend sind. - -Unsere Kleider sind nur Aequivalente für die Speisen; je wärmer wir uns -kleiden, desto mehr vermindert sich das Bedürfniß zu essen, eben weil -der Wärmeverlust, die Abkühlung und damit der nöthige Ersatz durch -Speisen kleiner wird. - -Gingen wir nackt wie der Indianer, oder wären wir beim Jagen und Fischen -denselben Kältegraden ausgesetzt wie der Samojede, so würden wir 10 -Pfund Fisch oder Fleisch und noch obendrein ein Dutzend Talglichter -bewältigen können, wie uns warmbekleidete Reisende mit Verwunderung -erzählt haben; wir würden dieselbe Menge Branntwein oder Thran ohne -Nachtheil genießen können, eben weil ihr Kohlenstoff- und -Wasserstoffgehalt dazu dient, um ein Gleichgewicht mit der äußeren -Temperatur hervorzubringen. - -Die Menge der zu genießenden Speisen richtet sich nach den -vorhergehenden Auseinandersetzungen, nach der Anzahl der Athemzüge, nach -der Temperatur der Luft, die wir einathmen und nach dem Wärmequantum, -was wir nach außen hin abgeben. - -Keine isolirte, entgegenstehende Thatsache kann die Wahrheit dieses -Naturgesetzes ändern. Ohne der Gesundheit einen vorübergehenden oder -bleibenden Nachtheil zuzufügen, kann der Neapolitaner nicht mehr -Kohlenstoff und Wasserstoff in den Speisen zu sich nehmen, als er -ausathmet, und kein Nordländer kann mehr Kohlenstoff und Wasserstoff -ausathmen, als er in den Speisen zu sich genommen hat, wenn nicht im -Zustand der Krankheit, oder wenn er hungert, Zustände, die wir näher -beleuchten werden. - -Der Engländer sieht mit Bedauern seinen Appetit, der ihm einen häufig -wiederkehrenden Genuß darbietet, in Jamaica schwinden, und es gelingt -ihm in der That, durch Cayennepfeffer und die kräftigsten Reizmittel die -nämliche Menge von Speisen zu sich zu nehmen wie in seiner Heimath; -allein der in den Körper übergegangene Kohlenstoff dieser Speisen, er -wird nicht verbraucht, die Temperatur der Luft ist zu hoch und eine -erschlaffende Hitze erlaubt nicht die Anzahl der Athemzüge (durch -Bewegung und Anstrengung) zu steigern, den Verbrauch also mit dem, was -er zu sich genommen, in Verhältniß zu setzen. - -Im Gegensatz hierzu sendet England seine Patienten, deren kranken -Verdauungsorganen die Fähigkeit abgeht oder vermindert ist, die Speisen -in den Zustand zu versetzen, in welchem sie sich zur Verbindung mit dem -Sauerstoff eignen, welche also weniger Widerstand produziren, als das -_Klima_, die Temperatur ihrer Heimath verlangt, nach südlichen Gegenden, -wo die Menge des eingeathmeten Sauerstoffs in einem so großen Verhältniß -sich vermindert, und das Resultat, eine Verbesserung des -Gesundheitzustandes, ist sichtbar. Die kranken Verdauungsorgane haben -Kraft genug, um die geringere Menge von Speise in Verhältniß zu setzen -mit dem verbrauchten Sauerstoff; in dem kälteren Klima wurden die -Respirationsorgane selbst zu diesem Widerstande dienen müssen. - -Im Sommer sind bei uns die Leberkrankheiten (Kohlenstoffkrankheiten), im -Winter die Lungenkrankheiten (Sauerstoffkrankheiten) vorherrschend. - -Die Abkühlung des Körpers, durch welche Ursache es auch sei, bedingt -eine größeres Maaß von Speise. Der bloße Aufenthalt in freier Luft, -gleichgültig ob im Reisewagen oder auf dem Verdecke von Schiffen, erhöht -durch Strahlung und gesteigerte Verdunstung den Wärmeverlust, selbst -ohne vermehrte Bewegung; er zwingt uns mehr wie gewöhnlich zu essen. -Dasselbe muß für Personen gelten, welche gewohnt sind große Quantitäten -kaltes Wasser zu trinken, welches auf 37° erwärmt wieder abgeht, es -vermehrt den Appetit, und schwächliche Constitutionen müssen durch -anhaltende Bewegung den zum Ersatz der an das kalte Wasser abgegebenen -Wärme nöthigen Sauerstoff dem Körper hinzuführen. Starkes und -anhaltendes Sprechen und Singen, das Schreien der Kinder, feuchte Luft, -alles dieses übt einen bestimmten nachweisbaren Einfluß auf die zu -genießenden Speisen aus. - - -~IV.~ - -In dem Vorhergehenden ist angenommen worden, daß vorzüglich der -Kohlenstoff und Wasserstoff zur Verbindung mit dem Sauerstoff und zur -Hervorbringung der animalischen Wärme dient; die einfachsten -Beobachtungen zeigen in der That, daß der Wasserstoff der Speisen eine -nicht minder wichtige Rolle wie der Kohlenstoff spielt. - -Der ganze Respirationsproceß erscheint in völliger Klarheit, wenn wir -den Zustand eines Menschen oder Thieres, bei Enthaltung aller Speise, -ins Auge fassen. Die Athembewegungen bleiben ungeändert, es wird nach -wie vor Sauerstoff aus der Atmosphäre aufgenommen und Kohlensäure und -Wasserdampf ausgeathmet. Wir wissen mit unzweifelhafter Bestimmtheit, -woher der Kohlenstoff und Wasserstoff stammt, denn mit der Dauer des -Hungers sehen wir den Kohlenstoff und Wasserstoff des Körpers sich -vermindern. - -Die erste Wirkung des Hungers ist ein Verschwinden des Fettes; dieses -Fett ist weder in den sparsamen Faeces, noch im Urin nachweisbar, sein -Kohlenstoff und Wasserstoff sind durch Haut und Lunge in der Form von -Sauerstoffverbindungen ausgetreten; es ist klar, diese Bestandtheile -haben zur Respiration gedient. - -Jeden Tag treten 65 Loth Sauerstoff ein und nehmen beim Austreten einen -Theil von dem Körper des Hungernden mit. (_Currie_ sah einen Kranken, -der nicht schlingen konnte, während eines Monates über 100 Pfd. an -seinem Gewichte verlieren, und ein fettes Schwein, was durch einen -Bergsturz verschüttet wurde, lebte 160 Tage ohne Nahrung, und hatte über -120 Pfd. am Gewichte verloren.) (_Martell_ in den ~Transactions of the -Linnéan Soc. Vol. XI. p.~ 411.) Das Verhalten der Winterschläfer, so wie -die periodenweise Ansammlung von Fett bei andern Thieren, von Fett, was -in andern Perioden ihres Lebens wieder verschwindet, ohne eine Spur zu -hinterlassen, alle diese wohlbekannten Thatsachen beweisen, daß der -Sauerstoff in dem Respirationsproceß keine Auswahl unter den Stoffen -trifft, die sich zu einer Verbindung mit ihm eignen. Der Sauerstoff -verbindet sich mit allem, was ihm dargeboten wird, und nur Mangel an -Wasserstoff ist der Grund, warum sich überhaupt Kohlensäure bildet, eben -weil bei der Temperatur des Körpers die Verwandtschaft des Wasserstoffs -zum Sauerstoff bei weitem die des Kohlenstoffs übertrifft. - -Wir wissen in der That, daß die grasfressenden Thiere ein dem -eingeathmeten Sauerstoff gleiches Volum Kohlensäure wieder ausathmen, -während bei den Fleischfressern, der einzigen Thierklasse, welche Fett -in ihrer Nahrung genießt, mehr Sauerstoff aufgenommen wird, als dem -ausgeathmeten Kohlensäurevolum entspricht; bestimmte Versuche haben -dargethan, daß in manchen Fällen nur die Hälfte von dem Volumen des -Sauerstoffs an Kohlensäuregas ausgeathmet wird. Diese Beobachtungen sind -keiner Widerlegung fähig, sie sind überzeugender, als alle die künstlich -und willkürlich hervorgerufenen Erscheinungen, die man Versuche nennt, -Versuche, welche, völlig entbehrlich, alles Gegengewichtes ermangeln, -wenn die Gelegenheit zur Beobachtung in der Natur sich darbietet und -diese Gelegenheit verständig benutzt wird. - -Bei Hungernden verschwindet aber nicht allein das Fett, sondern nach und -nach alle der Löslichkeit fähigen, festen Stoffe. In dem völlig -abgezehrten Körper der Verhungerten sind die Muskeln dünn und mürbe, der -Contractibilität beraubt, alle Theile des Körpers, welche fähig waren, -in den Zustand der Bewegung überzugehen, sie haben dazu gedient, um den -Rest der Gebilde vor der alles zerstörenden Wirkung der Atmosphäre zu -schützen; zuletzt nehmen die Bestandtheile des Gehirns Antheil an diesem -Oxydationsproceß, es erfolgt Wahnsinn, Irrereden und der Tod, das heißt, -aller Widerstand hört völlig auf, es tritt der chemische Proceß der -Verwesung ein, alle Theile des Körpers verbinden sich mit dem Sauerstoff -der Luft. - -Die Zeit, in welcher ein Verhungernder stirbt, richtet sich nach dem -Zustand der Fettleibigkeit, nach dem Zustand der Bewegung (Anstrengung -und Arbeit), nach der Temperatur der Luft, und ist zuletzt abhängig von -der Gegenwart oder Abwesenheit des Wassers. Durch die Haut und Lunge -verdunstet eine gewisse Menge Wasser, durch deren Austreten, als die -Bedingung aller Vermittelung von Bewegungen, der Tod beschleunigt wird. -Es giebt Fälle, wo bei ungeschmälertem Wassergenuß der Tod erst nach 20, -in einem Fall erst nach 60 Tagen erfolgte. - -In allen chronischen Krankheiten erfolgt der Tod durch die nämliche -Ursache, durch die Einwirkung der Atmosphäre. Wenn die Stoffe fehlen, -welche in dem Organismus zur Unterhaltung des Respirationsprocesses -bestimmt sind, wenn die Organe des Kranken ihre Funktion versagen, wenn -sie die Fähigkeit verlieren, zu ihrem eignen Schutz die genossenen -Speisen in den Zustand zu versetzen, in dem sich ihre Bestandtheile mit -dem Sauerstoff der Luft zu verbinden vermögen, so wird ihre eigne -Substanz, das Fett, das Gehirn, die Substanz der Muskeln und Nerven dazu -verwendet[F1]. - - [1] In Beziehung auf den wahren Vorgang verweise ich auf die - Betrachtung des Stoffwechsels in dem Körper der Carnivoren (s. im - Folgenden). - -Die eigentliche Ursache des Todes ist in diesen Fällen der -Respirationsproceß, die Einwirkung der Atmosphäre. Mangel an Nahrung, -an Fähigkeit, sie zu Bestandtheilen des Organismus zu machen, ist Mangel -an Widerstand, es ist die negative Ursache des Aufhörens der -Lebensthätigkeit. Die Flamme geht aus, weil das Oel verzehrt ist; es ist -der Sauerstoff der Luft, der es verzehrt hat. - -In manchen Krankheitszuständen erzeugen sich Stoffe, die zur -Assimilation nicht verwendbar sind, durch bloße Enthaltung von Speisen -werden sie aus dem Körper entfernt, sie verschwinden, ohne eine Spur zu -hinterlassen, indem ihre Bestandtheile mit dem Sauerstoff der Luft in -Verbindung treten. - -Von dem Augenblicke an, wo die Funktion der Haut oder Lunge eine Störung -erleidet, erscheinen kohlenstoffreichere Stoffe im Urin, der seine -gewöhnliche Farbe in braun umändert. Von der ganzen Oberfläche des -menschlichen Körpers wird Sauerstoff aus der Luft aufgenommen, der sich -mit allen Materien verbindet, die seiner Action keinen Widerstand -entgegensetzen; an allen Stellen des Körpers, wo der Zutritt des -Sauerstoffs gehemmt ist, unter den Achselhöhlen und an den Füßen z. B., -bemerken wir eine Ausscheidung von Stoffen, die sich durch ihren Zustand -oder durch den Geruch den Sinnen zu erkennen geben. - -Die Respiration ist das fallende Gewicht, die gespannte Feder, welche -das Uhrwerk in Bewegung erhält, die Athemzüge sind die Pendelschläge, -die es reguliren. Wir kennen bei unseren gewöhnlichen Uhren mit -mathematischer Schärfe die Aenderungen, welche durch die Länge des -Pendels oder durch äußere Temperaturen ausgeübt werden, auf ihren -regelmäßigen Gang; allein nur von Wenigen ist in seiner Klarheit der -Einfluß erkannt, den Luft und Temperatur auf den Gesundheitszustand des -menschlichen Körpers ausüben, und doch ist die Ausmittelung der -Bedingungen, um ihn im normalen Zustand zu erhalten, nicht schwieriger, -wie bei einer gewöhnlichen Uhr. - - -~V.~ - -Der Mangel an einer richtigen Ansicht von Kraft und Wirkung und dem -Zusammenhang der Naturerscheinungen hat die Chemiker dahin geführt, -einen Theil der im Thierorganismus sich erzeugenden Wärme den Wirkungen -des Nervensystems zuzuschreiben. Wenn man damit einen Stoffwechsel als -Bedingung der Nervenwirkungen ausschließt, so will dies nichts anders -sagen, als das Vorhandensein einer Bewegung, die Aeußerung einer -Thätigkeit hervorgehen zu machen aus Nichts. Allein aus Nichts kann -keine Kraft, keine Thätigkeit entstehen. - -Niemand wird ernstlich den Antheil läugnen, welchen die Nervenapparate -an dem Respirationsproceß nehmen, keine Art von Zustandsänderung kann im -Thierkörper vor sich gehen, ohne die Nerven, denn sie sind die Bedinger -aller Bewegungen. Durch sie, durch ihre Mitwirkung produciren die -Eingeweide die Stoffe, welche als Mittel zum Widerstande gegen die -Einwirkung des Sauerstoffs zur Hervorbringung der animalischen Wärme -dienen, und mit dem Aufhören ihrer Funktionen muß der ganze Akt der -Sauerstoffaufnahme eine andere Form annehmen. Beim Durchschneiden des -Gehirns von Hunden beim ~Pons varolii~, bei Contusionen gegen Scheitel -und Hinterhaupt fährt das Thier eine Zeitlang zu athmen fort, oft -rascher und lebhafter, wie im gesunden Zustande, die Schnelligkeit des -Blutumlaufs nimmt in der ersten Zeit eher zu als ab, allein das Thier -erkaltet, wie wenn ein plötzlicher Tod eingetreten wäre, der dann auch -unabwendbar erfolgt; ganz ähnliche Erfahrungen hat man bei -Durchschneidung des Rückenmarks, des ~Nervus vagus~ gemacht. Die -Athembewegungen dauern eine Zeitlang fort, allein der Sauerstoff findet -die Stoffe auf seinem Wege nicht vor, mit denen er sich im normalen -Zustande verbunden haben würde, weil sie ihm von den gelähmten -Unterleibsorganen nicht geliefert werden können. Die sonderbare Ansicht -über die Erzeugung der thierischen Wärme durch die Nerven, sie ist, wie -man leicht bemerkt, aus der Vorstellung hervorgegangen, daß das -eingesaugte Sauerstoffgas in dem Blute selbst zu Kohlensäure werde, in -welchem Fall, in obigen Versuchen, freilich die Temperatur des Körpers -nicht abnehmen dürfte, allein es kann, wie später entwickelt werden -soll, keinen größeren Irrthum geben. - -Aehnlich wie bei Durchschneidung der pneumogastrischen Nerven die -Bewegung des Magens und die Secretion des Magensaftes aufgehoben und -damit dem Verdauungsproceß eine unmittelbare Gränze gesetzt wird, ändert -die Lähmung der Bewegungsorgane des Unterleibs den Respirationsproceß; -beide stehen in dem engsten Zusammenhang mit einander; eine jede -Störung des Nervensystems, der Verdauungsnerven übt rückwärts einen -wahrnehmbaren Einfluß auf den Respirationsproceß aus. - -Man hat zuletzt die Beobachtung gemacht, daß durch die Contraction der -Muskeln Wärme erzeugt wird, ähnlich wie in einem Stücke Kautschuck, was -man, rasch aus einander gezogen, sich wieder contrahiren läßt. Man ist -so weit gegangen, einen Theil der thierischen Wärme den mechanischen -Bewegungen im Körper zuzuschreiben, als ob die Bewegungen selbst -entstehen könnten, ohne einen gewissen Aufwand von Kraft, welche durch -diese Bewegungen verzehrt wird. Durch was aber, kann man hier fragen, -wird diese Kraft erzeugt? - -Durch verbrennenden Kohlenstoff, durch Auflösung eines Metalls in einer -Säure, durch die Vereinigung der beiden Elektricitäten, durch Einsaugung -von Licht entsteht Wärme. Gleichermaßen entsteht Wärme, wenn wir zwei -Stücke eines festen Körpers mit einer gewissen Geschwindigkeit auf -einander reiben. - -Durch eine Menge in ihren Aeußerungen höchst verschiedener Ursachen -können wir einerlei Effekt hervorbringen. Wir haben in der Verbrennung -und in der Elektricitätserzeugung einen Stoffwechsel, oder, wie in dem -Licht und der Reibungswärme, die Verwandlung einer vorhandenen Bewegung -in eine neue, die auf eine andere Weise auf unsere Sinne wirkt. Wir -haben ein Substrat, etwas Gegebenes, was die Form eines andern -Substrates annimmt, in allen Fällen eine Kraft und eine Wirkung. Wir -können durch Feuer unter einer Dampfmaschine alle möglichen Arten von -Bewegungen, und durch ein gegebenes Maaß von Bewegung Feuer -hervorbringen. - -Ein Stück Zucker, das wir auf einem Reibeisen reiben, erleidet an den -Berührungsflächen des Eisens die nämliche Veränderung, wie durch eine -hohe Temperatur, und zwei Stücke Eis schmelzen an den Punkten, wo sie -sich reibend berühren. - -Man muß sich nur erinnern, daß die ausgezeichnetsten Physiker die -Erscheinungen der Wärme nur als Bewegungserscheinungen gelten lassen, -eben weil der Begriff der _Erzeugung_ einer Materie, wenn auch einer -gewichtslosen, schlechterdings nicht vereinbar ist mit ihrer Entstehung -durch mechanische Ursachen, wie durch Reibung und Bewegung. - -Alles zugegeben, was von elektrischen und magnetischen Störungen in dem -Thierkörper Antheil nehmen mag an den Funktionen seiner Organe, die -letzte Ursache aller dieser Thätigkeiten ist ein Stoffwechsel, -ausdrückbar durch einen in einer gewissen Zeit stattfindenden Uebergang -der Bestandtheile der Speisen in Sauerstoffverbindungen; diejenigen -unter ihnen, welche diesen allmähligen Verbrennungsproceß nicht -erfahren, sie werden unverbrannt oder unverbrennlich in der Form von -Excrementen ausgestoßen. - -Es ist nun schlechterdings unmöglich, daß eine gegebene Menge -Kohlenstoff oder Wasserstoff, welche verschiedene Formen sie auch im -Laufe der Verbrennung annehmen mögen, mehr Wärme hervorzubringen fähig -ist, als wie sie liefert, wenn sie im Sauerstoffgas oder in der Luft -direkt verbrannt wird. - -Wenn wir Feuer unter eine Dampfmaschine machen und die erhaltene Kraft -benutzen, um durch Reibung Wärme hervorzubringen, so kann diese in -keiner Weise jemals größer sein, als die Wärme, die wir nöthig gehabt -haben, um den Dampfkessel zu heizen, und wenn wir in einer galvanischen -Säule den Strom zur Hervorbringung von Wärme benutzen, so ist diese -unter allen Umständen nicht größer, als wir sie haben können durch die -Verbrennung des Zinks, was sich in der Säure anflös’t. - -Die Contraction der Muskeln erzeugt Wärme, die hierzu nöthige Kraft -äußert sich durch die Organe der Bewegung, die sie durch einen -Stoffwechsel empfangen. Die letzte Ursache der erzeugten Wärme kann -natürlich nur dieser Stoffwechsel sein. - -Durch die Auflösung eines Metalls in einer Säure entsteht ein -elektrischer Strom; durch einen Draht geleitet, wird dieser zu einem -Magneten, durch den wir verschiedene Effekte hervorzubringen vermögen. -Die Ursache aller erzeugten Erscheinungen ist der Magnetismus, die -Ursache der magnetischen Wirkungen suchen wir in dem elektrischen Strom, -und die letzte Ursache des elektrischen Stromes, wir finden sie in einem -Stoffwechsel, in einer chemischen Action. - -Es giebt verschiedene Ursachen der Krafterzeugung; eine gespannte Feder, -ein Luftstrom, eine fallende Wassermasse, Feuer, was unter einem -Dampfkessel brennt, ein Metall, was sich in einer Säure lös’t, durch -alle diese verschiedenen Ursachen der Bewegung läßt sich einerlei Effekt -hervorbringen. In dem thierischen Körper erkennen wir aber als die -letzte Ursache aller Krafterzeugung nur _eine_, und diese ist die -Wechselwirkung, welche die Bestandtheile der Speisen und der Sauerstoff -der Luft auf einander ausüben. Die einzige bekannte und letzte Ursache -der Lebensthätigkeit im Thier sowohl, wie in der Pflanze ist ein -chemischer Proceß; schließen wir ihn aus, so stellen sich die -Lebensäußerungen nicht ein, oder sie hören auf, wahrnehmbar zu sein; -hindern wir die chemische Action, so nehmen die Lebenserscheinungen -andere Formen an. - -Nach den Versuchen von _Despretz_ entwickelt 1 Loth Kohlenstoff bei -seiner Verbrennung so viel Wärme, daß damit 105 Loth Wasser von 0° auf -75° erwärmt werden können, im Ganzen also 105mal 75° = 7875° Wärme. Die -27,8 Loth Kohlenstoff, welche sich in dem Körper eines Soldaten in -Kohlensäure verwandeln, entwickeln mithin 27,8mal 7875° Wärme = 218825° -Wärme. Mit dieser Wärmemenge kann man 1 Loth Wasser auf diese Temperatur -erheben oder 68⁴/₁₀ Pfd. Wasser zum Sieden oder 185 Pfd. auf 37° -erhitzen, oder 12 Pfd. Wasser bei 37° in Dampf verwandeln. - -Wenn wir nun annehmen, daß die Ausdünstung durch Haut und Lunge in 24 -Stunden 48 Unzen (3 Pfd.) betrage, so bleiben, die hierzu nöthige -Wärmemenge abgezogen, 162093 Grad Wärme, welche durch Strahlung, durch -Erwärmung der ausgeathmeten Luft, durch Faeces und Urin aus dem Körper -treten. - -Es ist in dieser Rechnung die durch den verbrennenden Wasserstoff, durch -seinen Uebergang in Wasser, erzeugte Wärmemenge nicht in Anschlag -gebracht. Wenn man sich nun erinnert, daß die specifische Wärme der -Knochen, des Fettes, der Substanz der Organe weit geringer ist, als die -des Wassers, daß sie also, um auf 37° erwärmt zu werden, weit weniger -Wärme bedürfen, als ein gleiches Gewicht Wasser, so kann es keinem -Zweifel unterliegen, daß, alle diese Verhältnisse mit in Rechnung -gezogen, die durch den Verbrennungsproceß erzeugte Wärme vollkommen -hinreicht, um die constante Temperatur des Körpers und die Verdunstung -zu erklären. - - -~VI.~ - -Alle Versuche der Physiker über die Sauerstoffmenge, die ein Thier in -einer gegebenen Zeit verzehrt, so wie die Schlüsse, die man daraus auf -die Entstehung der animalischen Wärme gezogen hat, sind völlig -bedeutungslos, denn diese Sauerstoffmengen wechseln, nach der Temperatur -und der Dichtigkeit der Luft, nach dem Zustand der Bewegung, Arbeit und -Anstrengung, sie ändern sich nach der Menge und Qualität der genossenen -Nahrung, mit der mehr oder weniger warmen Kleidung, nach der Zeit, in -welcher die Speise verzehrt wurde. Die Gefangenen in dem Zuchthaus -(Arbeitshaus) zu Marienschloß verzehren nicht über 21 Loth Kohlenstoff, -die in dem Arresthaus zu Gießen, denen alle Bewegung mangelt, nicht -über 17 Loth[E6] und in einer mir bekannten Haushaltung verzehrten 9 -Personen (4 Kinder, 5 Erwachsene) durchschnittlich nicht über 19 Loth -Kohlenstoff[F2]. Annäherungsweise kann angenommen werden, daß die -aufgenommenen Sauerstoffmengen sich wie diese Zahlen verhalten, allein -durch Fleisch, Wein und Fettgenuß ändern sich diese Verhältnisse in -Folge des ausgetretenen Wasserstoffs dieser Nahrungsmittel, der in -seiner Verwandlung in Wasser bei gleichem Gewichte eine weit größere -Wärmemenge hervorbringt. - - [2] In dieser Haushaltung wurden im Monat verbraucht 151 Pfd. - Schwarzbrod, 70 Pfd. Weißbrod, 132 Pfd. Fleisch, 19 Pfd. Zucker, 15,9 - Pfd. Butter, 57 Maaß Milch, der Kohlenstoff der Gemüse und Kartoffeln, - des Wildbrets, Geflügels und Weins für die Excremente angeschlagen. - -Die Versuche über die Bestimmung der Wärmemenge, die sich für einen -gegebenen Sauerstoffverbrauch aus einem Thier entwickelt, sind nicht -minder bedeutungslos. Man hat Thiere in geschlossenen, mit kaltem Wasser -umgebenen Räumen athmen lassen, die Wärmezunahme der Umgebung durch den -Thermometer gemessen und die Menge des verschwundenen Sauerstoffgases, -so wie die erzeugte Kohlensäure durch die Analyse der ein- und -ausgetretenen Luft bestimmt. In diesen Versuchen hat man gefunden, daß -das Thier mehr Wärme verlor, als dem verzehrten Sauerstoff entsprach, -und zwar ¹/₁₀ mehr, und wenn man dem Thiere die Luftröhre zugebunden -haben würde, so wäre das merkwürdige Verhältniß eingetreten, daß das -umgebende Wasser durch das erkaltende Thier Wärme empfangen hätte, ohne -allen Verbrauch von Sauerstoff. Die Temperatur des Thiers war 38°, die -des umgebenden Wassers in den Versuchen von _Despretz_ 8,5°. Diese -Versuche beweisen also, daß bei einer großen Differenz der Temperatur -des Körpers und der der Umgebung, beim Mangel aller Bewegung, mehr Wärme -entweicht, als dem eingeathmeten Sauerstoff entspricht; in gleichen -Zeiten bei freier ungehinderter Bewegung würde eine weit größere Menge -Sauerstoff aufgenommen worden sein, ohne bemerkbare Erhöhung des -Wärmeverlustes. Dieser Zustand tritt bei Menschen und Thieren zu -gewissen Jahreszeiten ein, und wir sagen in diesem Fall, daß wir -frieren. Es ist klar, daß, wenn wir einen Menschen mit einem -metallischen Kleide umgeben, der Wärmeverlust, wenn wir ihm Hände und -Füße binden, bei gleichem Sauerstoffverbrauch weit größer sein wird, als -wenn wir ihn in Pelz und Wolle stecken, ja wir finden sogar, daß er in -dem letztern Fall anfängt zu schwitzen, daß warmes Wasser quellenweise -aus den feinen Schweißlöchern seiner Haut tritt. - -Wenn man hinzunimmt, daß ganz bestimmte Beobachtungen vorliegen, wo -Thiere, die gebunden in einer unnatürlichen Stellung, z. B. auf dem -Rücken liegend, athmeten, daß die Temperatur ihres Körpers durch den -Thermometer meßbar abnimmt, so kann man wohl schwerlich über die -Schlüsse, die man aus diesen Versuchen gezogen hat, im Zweifel sein. - -Diese Schlüsse haben für die Meinung, daß eine andere unbekannte Quelle -der Wärme in dem thierischen Körper existire, nicht den allergeringsten -Werth. - - -~VII.~ - -Wenn wir die Erzeugung von Kraft, die Bewegungserscheinungen mit -_Nervenleben_, und den Widerstand, den Zustand des statischen -Gleichgewichtes mit _vegetativem Leben_ bezeichnen, so ist klar, daß im -jugendlichen Alter bei allen Thierklassen das letztere, nämlich das -vegetative Leben, das Nervenleben überwiegt. - -Der Uebergang des in Bewegung befindlichen Stoffs in den Zustand der -Ruhe zeigt sich in einer Zunahme an Masse, in einem Ersatz an -verbrauchtem Stoffe; die Bewegung selbst, die Krafterzeugung stellt sich -dar als ein Verbrauch an Stoff. - -In dem jugendlichen Thiere ist der Verbrauch kleiner, als die Zunahme, -und diesen Zustand eines intensiveren vegetativen Lebens behält das -weibliche Thier bis zu einem gewissen Lebensalter unverändert bei, es -erreicht nicht, wie beim männlichen Thiere, mit der Ausbildung aller -Organe eine Gränze. - -Das weibliche Thier ist zu gewissen Perioden des Jahrs der Fortpflanzung -fähig, durch äußere Bedingungen, Temperatur, Nahrung &c. wird das -vegetative Leben in seinem Organismus gesteigert, er producirt mehr als -er verwendet; diese Fähigkeit zeigt sich in der Fortpflanzung. -Unabhängig von äußeren Bedingungen der Steigerung des vegetativen -Lebens ist das Weib des Menschen, mit der Ausbildung aller seiner -Organe, zu jeder Zeit der Fortpflanzung fähig, die Empfängniß ist an -keine Periode gebunden, und eine wunderbare Weisheit hat in seinen -Körper die Fähigkeit gelegt, bis zu einem bestimmten Lebensalter alle -Bestandtheile seiner Organe in größerer Menge zu erzeugen, als sie zur -Reproduktion der umgesetzten Gebilde erforderlich sind. Dieses Erzeugniß -enthält nachweisbar alle Elemente eines ihm gleichen Wesens, es vermehrt -sich in jedem Lebensmomente und wird, bis es Verwendung findet, -periodenweise aus dem Körper abgeschieden. Mit der Befruchtung des Ei’s -hört diese Abscheidung auf, jeder Tropfen des mehrerzeugten Blutes formt -sich zu einem der Mutter ähnlichen Organismus. - -Durch Bewegung und Anstrengung wird die Menge des abgeschiedenen Blutes -geringer, und bei krankhafter Unterdrückung der Menstruation zeigt sich -das vegetative Leben in einer gesteigerten Fettbildung. Wird das -Gleichgewicht des vegetativen und Nervenlebens bei dem Manne gestört, -wird die Intensität des letztern, wie bei den Castraten, verringert, so -zeigt sich das Uebergewicht des erstern in einer gleichen Form, in einer -Steigerung der Fettbildung. - - -~VIII.~ - -Wenn wir festhalten, daß die Zunahme an Masse in dem thierischen Körper, -daß die Ausbildung seiner Organe und ihrer Reproduktion aus dem Blute, -d. h. aus den Bestandtheilen des Blutes, geschieht, so können nur -diejenigen Materien Nahrungsmittel genannt werden, welche fähig sind zu -Blut zu werden. Die Untersuchung der Stoffe, die sich hierzu eignen, -beschränkt sich hiernach auf die Ausmittelung der Zusammensetzung der -Nahrungsmittel und ihrer Vergleichung mit der Zusammensetzung der -Bestandtheile des Blutes. - -Zwei Materien sind als Hauptbestandtheile des Blutes vorzüglich in -Betracht zu ziehen. Die eine davon scheidet sich augenblicklich aus dem -Blute ab, sobald es aus der Circulation genommen wird. Jedermann weiß, -daß das Blut in diesem Fall gerinnt, es trennt sich in eine gelbliche -Flüssigkeit, in _Blutserum_, und eine gallertartige Masse, die sich in -weichen, zähen elastischen Fäden an einen Stab oder eine Ruthe anhängt, -mit denen man das frische Blut während seines Gerinnens peitscht oder -schlägt. Dieser Körper ist das _Fibrin_, Blutfaserstoff, er ist -identisch in seinen Eigenschaften mit der von allen anderen Materien -befreiten Muskelfaser. - -Der zweite Hauptbestandtheil des Blutes ist im Blutserum enthalten, er -ertheilt dieser Flüssigkeit alle Eigenschaften des weißen Theils des -Hühnerei’s, indem er identisch mit diesem Bestandtheil aller Eier ist. -Er gerinnt in der Hitze zu einer weißen elastischen Masse; dieser -gerinnende Bestandtheil hat den Namen _Albumin_ erhalten. - -Fibrin und Albumin, die Hauptbestandtheile des Blutes, enthalten im -Ganzen 7 chemische Elemente, unter welche namentlich Stickstoff, -Phosphor und Schwefel, so wie die Substanz der Knochen gehört. In dem -Serum befinden sich Kochsalz und Salze in Auflösung, welche Kali, Natron -als Basen enthalten, sie sind mit Kohlensäure, Phosphorsäure und -Schwefelsäure verbunden. Die Blutkörperchen enthalten Fibrin und -Albumin, sowie einen rothen Farbstoff, in welchem Eisen einen nie -fehlenden Bestandtheil ausmacht. Außer diesen enthält das Blut noch -einige fette Körper in geringer Menge, die sich von den gewöhnlichen -Fetten durch verschiedene Eigenschaften unterscheiden. - -Die chemische Analyse hat zu dem merkwürdigen Resultate geführt, daß -Fibrin und Albumin einerlei organische Elemente und zwar in dem -nämlichen Gewichtsverhältniß enthalten, in der Art also, daß, wenn man -zwei Analysen, die eine von Fibrin, die andere von Albumin neben -einander stellt, wir keinen größeren Unterschied in der procentischen -Zusammensetzung wahrnehmen, wie in zwei Analysen von Fibrin, oder in -zwei Analysen von Albumin. - -In beiden Blutbestandtheilen sind offenbar, dies zeigt ihr verschiedener -Zustand, die Elemente auf verschiedene Weise geordnet, allein ihrer -Zusammensetzung nach sind sie identisch. - -Dieser Schluß ist neuerdings aufs Schönste dadurch bestätigt worden, daß -es einem ausgezeichneten Physiologen (P. _Denis_) gelang, Fibrin in den -Zustand von Albumin künstlich überzuführen, ihm also die Löslichkeit und -Gerinnbarkeit zu geben, die das Eiweiß charakterisirt. - -Neben der gleichen Zusammensetzung haben sie noch die chemische -Eigenschaft mit einander gemein, daß sie sich beide in starker Salzsäure -zu einer intensiv indigblauen Flüssigkeit lösen, welche gegen alle -Materien, die man damit zusammenbringt, ein ganz gleiches Verhalten -zeigt. - -Albumin und Fibrin können beide in dem Ernährungsprocesse zu Muskelfaser -werden, und Muskelfaser kann rückwärts wieder in Blut übergehen. Dieser -Uebergang ist von den Physiologen längst außer allen Zweifel gestellt, -und die Chemie hat also nur nachgewiesen, daß die Metamorphose rückwärts -und vorwärts erfolgen kann, kraft einer einwirkenden Thätigkeit, ohne -Zuhülfenahme eines dritten Körpers oder seiner Bestandtheile, ohne daß -also ein fremdes Element aufgenommen zu werden oder ein in Verbindung -vorhandenes auszutreten braucht. - -Wenn wir nun die Zusammensetzung aller Gebilde mit der des Fibrins und -Albumins im Blute vergleichen, so ergeben sich folgende Beziehungen. - -Alle Theile des Thierkörpers, die eine bestimmte Form besitzen, welche -Bestandtheile von Organen sind, enthalten Stickstoff. Kein Theil oder -Bestandtheil eines Organs, welches Bewegung und Leben besitzt, ist frei -von Stickstoff, alle enthalten Kohlenstoff und die Elemente des Wassers, -wiewohl diese letzteren _nie_ in dem Verhältniß, wie im Wasser. - -Die Hauptbestandtheile des Blutes enthalten nahe an 17 ~pCt.~ -Stickstoff, kein Theil eines Organs enthält weniger, wie siebzehn -Procent Stickstoff[E7]. - -Die entscheidendsten Versuche und Beobachtungen haben bewiesen, daß der -thierische Organismus durchaus unfähig ist, ein chemisches Element, -Kohlenstoff oder Stickstoff, aus anderen Materien, in denen diese Körper -fehlen, hervorzubringen, und es ist hiernach einleuchtend, daß alle -Nahrungsmittel, die zur Blutbildung oder zur Bildung von Zellen, -Membranen, Haut, Haaren, Muskelfaser dienen sollen, eine gewisse Portion -Stickstoff enthalten müssen, eben weil dieser einen Bestandtheil der -genannten Organe ausmacht, diese aus anderen Elementen, die man ihnen -darbietet, keinen Stickstoff erzeugen können und weil kein Stickstoff -aus der Atmosphäre in dem Lebensproceß verwendet wird. - -Der thierische Körper enthält in der Nerven- und Gehirnsubstanz eine -große Menge Albumin und außer diesem zwei eigenthümliche fette Säuren, -die sich von allen anderen Fetten durch einen Gehalt von -Phosphor(-säure?) unterscheiden (_Frémy_). Eins dieser Fette enthält -Stickstoff. - -Wasser und Fett machen zuletzt die stickstofffreien Bestandtheile des -Thierkörpers aus, beide sind formlos und nehmen nur in sofern Antheil an -dem Lebensproceß, als durch sie die Lebensfunktionen vermittelt werden. -Die nicht-organischen Bestandtheile des Thierkörpers sind Eisen, Kalk, -Bittererde, Kochsalz, sowie die Alkalien. - - -~IX.~ - -Die Ernährung der Fleischfresser nimmt unter allen Thierklassen die -einfachste Form an; sie leben vom Blut und Fleisch der gras- und -körnerfressenden Thiere, allein dieses Blut und Fleisch ist identisch in -allen seinen Eigenschaften mit ihrem eigenen Blut und Fleisch, weder -chemisch, noch physiologisch ist ein Unterschied wahrnehmbar. - -Die Nahrung der fleischfressenden Thiere ist aus Blut entstanden, sie -wird in ihrem Magen flüssig und überführbar in andere Körpertheile, sie -wird in ihrem Leibe wieder zu Blut, und aus diesem Blut erzeugen sich -alle Theile ihres Körpers wieder, die eine Veränderung oder Umsetzung -erlitten haben. - -Bis auf Klauen, Haare, Federn und Knochenerde ist kein Bestandtheil der -Nahrung der Carnivoren unassimilirbar. - -In chemischem Sinne kann man also sagen, daß das fleischfressende Thier -zur Erhaltung seiner Lebensprocesse sich selbst verzehrt. - -Dasjenige, was zu seiner Ernährung dient, ist identisch mit den -Bestandtheilen seiner Organe, welche erneuert werden sollen. - -Ganz anders stellt sich dem Anschein nach der Ernährungsproceß der -pflanzenfressenden Thiere dar; ihre Verdauungsorgane sind minder einfach -und ihre Nahrung besteht aus Vegetabilien, die ihrer Hauptmasse nach nur -sehr wenig Stickstoff enthalten. - -Aus welchen Stoffen, kann man fragen, entsteht bei ihnen das Blut, aus -dem sich ihre Organe entwickeln? - -Diese Frage läßt sich mit genügender Sicherheit beantworten. - -Die chemischen Untersuchungen haben dargethan, daß alle Theile von -Pflanzen, welche Thieren zur Nahrung dienen, gewisse Bestandtheile -enthalten, welche reich sind an Stickstoff, und die gewöhnlichsten -Erfahrungen beweisen, daß die Thiere zu ihrer Erhaltung und Ernährung -der Quantität nach um so weniger von diesen Pflanzentheilen bedürfen, je -reicher sie an diesen stickstoffhaltigen Stoffen sind; sie können nicht -mit Materien ernährt werden, worin sie fehlen. - -In vorzüglicher Menge sind diese Erzeugnisse der Pflanzen in den Samen -der Getreidearten, der Erbsen, Linsen, Bohnen, in Wurzeln und in den -Säften der sogenannten Gemüspflanzen enthalten, sie fehlen übrigens in -keiner einzigen Pflanze, in keinem ihrer Theile. - -Diese stickstoffhaltigen Nahrungsstoffe lassen sich im Ganzen auf drei -Materien zurückführen, die ihrer äußern Beschaffenheit nach leicht von -einander zu unterscheiden sind. Zwei davon sind im Wasser löslich, der -dritte wird davon nicht aufgenommen. - -Wenn man frisch ausgepreßte Pflanzensäfte sich selbst überläßt, so tritt -nach wenigen Minuten eine Scheidung ein, es sondert sich ein gelatinöser -Niederschlag ab, gewöhnlich von grüner Farbe, welcher, mit Flüssigkeiten -behandelt, die den Farbestoff lösen, eine grauweiße Materie hinterläßt. -Diese Substanz ist unter dem Namen _grünes Satzmehl_ der Pflanzensäfte -den Pharmaceuten wohl bekannt. Dieß ist der eine von den -stickstoffhaltigen Nahrungsmitteln der Thiere, er hat den Namen -_Pflanzenfibrin_ erhalten. Der Saft der Gräser ist vorzüglich reich an -diesem Bestandtheil, er ist in reichlichster Menge in dem Weizensamen, -so wie überhaupt in den Samen der Cerealien enthalten, und kann aus dem -Weizenmehl durch eine mechanische Operation ziemlich rein erhalten -werden. In diesem Zustande heißt er _Kleber_, allein die klebenden -Eigenschaften gehören ihm nicht an, sondern einer geringen Menge eines -beigemischten fremden Körpers, der in den Samen der übrigen -Getreidearten fehlt. - -Wie sich aus der Art seiner Darstellung ergiebt, ist das Pflanzenfibrin -im Wasser nicht löslich, obwohl man nicht zweifeln kann, daß es in der -lebenden Pflanze im Safte gelös’t vorhanden war, aus dem es sich, -ähnlich wie das Fibrin aus Blut, erst später abschied. - -Der zweite stickstoffhaltige Nahrungsstoff ist in dem Safte der Pflanzen -gelös’t, er scheidet sich daraus bei gewöhnlicher Temperatur nicht ab, -wohl aber, wenn der Pflanzensaft zum Sieden erhitzt wird. - -Bringt man den ausgepreßten klaren Saft, am besten von Gemüspflanzen, -von Blumenkohl, Spargel, Kohlrüben, weißen Rüben u. s. w. zum Sieden, so -entsteht darin ein Coagulum, welches in seiner äußern Beschaffenheit und -seinen Eigenschaften schlechterdings nicht zu unterscheiden ist von dem -Körper, der sich als Gerinnsel abscheidet, wenn man mit Wasser -verdünntes Blutserum oder Eiweiß der Siedhitze aussetzt. Dies ist das -_Pflanzenalbumin_; in vorzüglicher Menge findet sich dieser Körper in -gewissen Samen, in Nüssen, Mandeln und anderen, in denen das Amylon der -Getreidesamen sich vertreten findet durch Oel oder Fett. - -Der dritte stickstoffhaltige Nahrungsstoff, den die Pflanzen produciren, -das _Pflanzencasein_, findet sich hauptsächlich in den Samenlappen der -Erbsen, Linsen und Bohnen, er ist wie das Pflanzenalbumin im Wasser -löslich, unterscheidet sich aber von ihm dadurch, daß seine Auflösung -durch Hitze nicht coagulirt wird; beim Abdampfen und Erhitzen zieht sie -an der Oberfläche eine Haut, und, mit Säuren versetzt, entsteht darin -ein Gerinnsel wie in der Thiermilch. - -Diese drei Stoffe, Pflanzen-Fibrin, -Albumin und -Casein, sind die -eigentlichen stickstoffhaltigen Nahrungsstoffe der pflanzenfressenden -Thiere, alle anderen in Pflanzen vorkommenden stickstoffhaltigen -Materien werden entweder, wie die Stoffe in den Giftpflanzen und -Medizinalpflanzen, von den Thieren nicht genossen, oder sie sind ihrer -Nahrung in so außerordentlich kleinen Mengen beigemischt, daß sie zur -Vermehrung der Masse ihres Körpers nicht beizutragen vermögen. - -Die chemische Untersuchung der drei genannten Substanzen hat zu dem -interessanten Resultate geführt, daß sie einerlei organische Elemente in -dem nämlichen Gewichts-Verhältnisse enthalten, und was noch weit -merkwürdiger ist, es hat sich ergeben, daß sie identisch sind in ihrer -Zusammensetzung mit den Hauptbestandtheilen des Blutes, mit Fibrin und -Albumin. Sie lösen sich alle drei in concentrirter Salzsäure mit der -nämlichen indigblauen Farbe auf, und auch in ihren physikalischen -Eigenschaften sind Thierfibrin und Thieralbumin von Pflanzenfibrin und -Pflanzenalbumin in keiner Weise verschieden. Es verdient ganz besonders -hervorgehoben zu werden, daß hier unter einer gleichen Zusammensetzung -nicht bloß eine ähnliche gemeint ist, sondern es ist auch in Beziehung -auf ihren Gehalt an Phosphor, Schwefel, Knochenerde und Alkalien kein -Unterschied wahrnehmbar[E8]. - -In welcher bewundernswürdigen Einfachheit erscheint nach diesen -Entdeckungen der Bildungsproceß im Thiere, die Entstehung seiner Organe, -der Hauptträger der Lebensthätigkeit. Die Pflanzenstoffe, welche in den -Thieren zur Blutbildung verwendet werden, enthalten die -Hauptbestandtheile des Blutes, Fibrin und Albumin, fertig gebildet allen -ihren Elementen nach, alle Pflanzen enthalten noch überdies eine gewisse -Menge Eisen, was wir im Blutfarbestoff wiederfinden. Pflanzenfibrin und -Thierfibrin, Pflanzenalbumin und Thieralbumin sind kaum der Form nach -verschieden; wenn diese Stoffe in der Nahrung der Thiere fehlen, so hört -die Ernährung der Thiere auf, und wenn sie darin gegeben werden, so -empfängt das pflanzenfressende Thier die nämlichen Materien, auf welche -die fleischfressenden zu ihrer Erhaltung beschränkt sind. - -Die Pflanzen erzeugen in ihrem Organismus das Blut aller Thiere, denn in -dem Blut und Fleisch der pflanzenfressenden verzehren die -fleischfressenden im eigentlichen Sinne nur die Pflanzenstoffe, von -denen die ersteren sich ernährt haben; Pflanzenfibrin und -Albumin -nehmen in dem Magen des pflanzenfressenden Thiers genau die nämliche -Form an, wie Thierfibrin und Thieralbumin in dem Magen der Carnivoren. - -Aus dem Vorhergehenden ergiebt sich, daß die Entwickelung der Organe -eines Thiers, ihre Vergrößerung und Zunahme an Masse an die Aufnahme -gewisser Stoffe geknüpft ist, die identisch sind mit den -Hauptbestandtheilen ihres Blutes. - -In diesem Sinne kann man sagen, daß der Thierorganismus sein Blut nur -der Form nach schafft, daß ihm die Fähigkeit mangelt, es aus anderen -Stoffen zu erzeugen, die nicht identisch sind mit seinen -Hauptbestandtheilen. Damit kann freilich nicht behauptet werden, daß ihm -die Fähigkeit, andere Verbindungen zu erzeugen, abgehe, wir wissen im -Gegentheil, daß sein Organismus eine große Reihe von seinen -Blutbestandtheilen in ihrer Zusammensetzung abweichender Verbindungen -hervorbringt, aber den Anfangspunkt der Reihe, seine Blutbestandtheile, -diese kann er sich nicht bilden. - -Der Thierorganismus ist eine höhere Pflanze, deren Entwickelung mit -denjenigen Materien beginnt, mit deren Erzeugung das Leben der -gewöhnlichen Pflanze aufhört; sobald diese Samen getragen hat, stirbt -sie ab, oder es hört damit eine Periode ihres Lebens auf. - -In der unendlichen Reihe von Verbindungen, welche mit den -Nahrungsstoffen der Pflanzen, mit Kohlensäure und Ammoniak und Wasser -anfängt, bis zu den zusammengesetztesten Bestandtheilen des Gehirns im -Thierkörper finden wir keine Lücke, keine Unterbrechung. Der erste -Nahrungsstoff des Thieres ist das letzte Produkt der schaffenden -Thätigkeit der Pflanze. - -Die Substanz der Zellen und Membranen, der Nerven und des Gehirns -erzeugt die Pflanze nicht. - -Das Wunderbare in der schaffenden Thätigkeit der Pflanze verliert sich, -wenn man erwägt, daß die Erzeugung der Blutbestandtheile nicht -auffallender erscheinen kann, als wenn wir Ochsentalg und Hammelstalg -(in den Kakaobohnen), oder Menschenschmalz (im Olivenöl), oder die -Hauptbestandtheile der Kuhbutter (Palmbutter) auf Bäumen wachsend -finden, daß wir das Pferdefett und den Fischthran in den ölreichen Samen -entstehen sehen. - - -~X.~ - -So wenig man nun auch, wie sich aus dem Vorhergehenden ergiebt, über die -Art und Weise in Ungewißheit sein kann, wie die Zunahme in der Masse der -Organe eines Thieres vor sich geht, so bleibt immer noch eine überaus -wichtige Frage zu lösen, die Rolle nämlich auszumitteln, welche die -stickstofffreien Substanzen, Zucker, Amylon, Gummi, Pectin u. s. w. in -dem thierischen Körper spielen. - -Die größte aller Thierklassen kann ohne diese Materien nicht leben, ihre -Nahrung muß eine gewisse Menge davon enthalten, und wir sehen ihrem -Leben ein rasches Ziel gesetzt, wenn sie in ihr fehlen. - -Diese wichtige Frage erstreckt sich gleichfalls auf die Bestandtheile -der Nahrung des fleischfressenden Thieres in der frühsten Periode seines -Lebens, denn auch diese Nahrung enthält gewisse Bestandtheile, welche -sein Körper zu seiner Erhaltung im erwachsenen Zustande nicht bedarf. - -In dem jugendlichen Körper der Fleischfresser geschieht offenbar die -Ernährung in einer ähnlichen Weise, wie in dem Körper der -pflanzenfressenden Thiere; seine Entwickelung ist an die Aufnahme einer -Flüssigkeit gebunden, welche der Leib der Mutter in der Form der Milch -absondert. - -Die Milch enthält nur einen stickstoffhaltigen Bestandtheil, den -sogenannten Käsestoff, Casein; außer diesem sind ihre Hauptbestandtheile -Butter (Fett) und Milchzucker. - -Aus dem stickstoffhaltigen Bestandtheil der Milch muß das Blut des -jungen Thieres, seine Muskelfaser, Zellen und Nervensubstanz und seine -Knochen, erzeugt worden sein, denn Butter und Milchzucker enthalten -keinen Stickstoff. - -Die Untersuchung des Caseins hat nun zu dem Resultate geführt, was nach -dem Vorhergehenden kaum mehr überraschen kann, daß auch dieser Stoff -identisch ist in seiner Zusammensetzung mit den Hauptbestandtheilen des -Blutes, mit Fibrin und Albumin, ja was noch mehr ist, die Vergleichung -seiner Eigenschaften mit denen des Pflanzencaseins hat gezeigt, daß er -mit diesem auch identisch ist in allen seinen Eigenschaften, in der Art -also, daß gewisse Pflanzen wie die Erbsen, Bohnen, Linsen, den -nämlichen Körper zu erzeugen vermögen, welcher aus dem Blute der Mutter -entsteht und zur Blutbildung in dem Körper des jungen Thieres verwendet -wird[E9]. - -In dem Casein, das sich durch seine außerordentliche Löslichkeit und -Nichtgerinnbarkeit in der Wärme von dem Fibrin und Albumin -unterscheidet, empfängt demnach das junge Thier, seinem -Hauptbestandtheil nach, das Blut seiner Mutter; zu seinem Uebergang in -Blut gehört kein dritter Stoff, und keiner der Bestandtheile des Blutes -seiner Mutter trennt sich davon bei ihrem Uebergang in Casein. In -chemischer Verbindung enthält das Casein der Milch eine weit größere -Quantität von Knochenerde, als wie das Blut, und zwar in höchst -löslichem Zustande, überführbar also in alle Körpertheile. Auch in der -frühsten Periode ihres Lebens ist die Entwickelung und Ausbildung der -Träger der Lebensthätigkeit im jungen Thiere an die Aufnahme einer -Materie gebunden, welche in Beziehung auf seine organischen -Bestandtheile identisch ist in ihrer Zusammensetzung mit den -Hauptbestandtheilen seines Blutes. - -Wozu dient nun aber das Fett der Butter, der Milchzucker? Was ist der -Grund, warum sie zu dem Leben der jungen Thiere unentbehrlich sind? - -Butter und Milchzucker enthalten keine fixen Basen, keinen Kalk, kein -Natron, kein Kali; der Milchzucker besitzt eine den gewöhnlichen -Zuckerarten, dem Amylon, dem Gummi ähnliche Zusammensetzung, sie -bestehen aus Kohlenstoff und den Elementen des Wassers, und zwar genau -in dem nämlichen Verhältnisse, wie im Wasser. - -Durch diese stickstofffreien Stoffe ist also ihren stickstoffhaltigen -eine gewisse Menge von Kohlenstoff, oder, wie in der Butter, von -Kohlenstoff und Wasserstoff zugesetzt, ein Ueberschuß von Elementen -also, der zur Blutbildung schlechterdings nicht verwendet werden kann, -eben weil ihre stickstoffhaltigen Nahrungsmittel genau die -Kohlenstoffmengen schon enthalten, welche zur Bildung von Fibrin und -Albumin nöthig sind. - -Man kann, wie aus den folgenden Betrachtungen sich ergeben wird, kaum -einen Zweifel hegen, daß dieser Ueberschuß an Kohlenstoff allein, oder -an Kohlen- und Wasserstoff zur Hervorbringung der animalischen Wärme, -daß er zum Widerstand gegen die äußere Einwirkung des Sauerstoffs -verwendet wird. - - -~XI.~ - -Betrachten wir zuförderst, um zu einer klareren Einsicht in das Wesen -des Ernährungsprocesses in den beiden Thierklassen zu gelangen, die -Veränderungen, welche die Nahrung des fleischfressenden Thieres in -seinem Organismus erfährt. - -Wir geben einer erwachsenen Schlange eine Ziege, ein Kaninchen oder -einen Vogel zu verzehren und finden, daß die Haare, Klauen, Federn, -Knochen dieser Thiere scheinbar unverändert ausgeworfen werden, denn sie -haben ihre Form und natürliche Beschaffenheit behalten, sie sind -zerbrechlich, weil sie von allen nur den der Auflösung fähigen -Bestandtheil (Leimsubstanz) verloren haben. Eigentliche Faeces gehen von -der Schlange so wenig, wie von den fleischfressenden Vögeln ab. - -Das Fleisch, das Fett, das Blut, die Gehirn- und Nervensubstanz des -verzehrten Thieres, alles übrige ist, wenn die Schlange ihr -ursprüngliches Gewicht wieder erhalten hat, verschwunden. - -Als das einzige Excrement finden wir eine Materie, welche durch die -Harnwege ausgeleert wird; im trocknen Zustande ist sie blendend weiß wie -Kreide, sie ist sehr reich an Stickstoff, und enthält nur kohlensauren -und phosphorsauren Kalk beigemischt. - -Dieses Excrement ist harnsaures Ammoniak, eine chemische Verbindung, in -welcher sich der Stickstoff zum Kohlenstoff in dem nämlichen Verhältniß -befindet, wie im sauren kohlensauren Ammoniak, sie enthält auf 1 Aeq. -Stickstoff 2 Aeq. Kohlenstoff. - -Die Muskelfaser, das Blut, die Membranen und Häute enthielten aber auf -die nämliche Quantität Stickstoff viermal so viel Kohlenstoff, nämlich 8 -Aequivalente, und wenn man hierzu den Kohlenstoff des genossenen Fettes, -der Nerven- und Gehirnsubstanz hinzurechnet, so ist klar, daß die -Schlange auf 1 Aeq. Stickstoff weit mehr als 8 Aeq. Kohlenstoff verzehrt -hat. - -Wenn wir nun annehmen, daß das harnsaure Ammoniak allen Stickstoff des -verzehrten Thieres enthält, so sind offenbar im geringsten Falle 6 Aeq. -Kohlenstoff, die mit diesem Stickstoff verbunden waren, in einer andern -Form ausgetreten, wie die übrigen zwei Atome, die wir im harnsauren -Ammoniak wiederfinden. - -Wir wissen nun mit zweifelloser Gewißheit, daß dieser Kohlenstoff aus -Haut und Lunge ausgetreten ist, und zwar konnte dies nur geschehen in -der Form einer Sauerstoffverbindung. - -Die Excremente eines Bussards, der mit Rindfleisch gefüttert worden, aus -der Kloake genommen, bestanden der Untersuchung nach (L. _Gmelin_ u. -_Tiedemann_) aus harnsaurem Ammoniak. Ebenso sind die Faeces bei Löwen -und Tiegern sparsam und trocken, sie enthalten der Hauptsache nach -Knochenerde und nur Spuren von kohlenstoffhaltigen Materien, aber ihr -Harn enthält kein harnsaures Ammoniak, sondern Harnstoff, eine -Verbindung, welche Stickstoff und Kohlenstoff im Verhältniß wie im -neutralen kohlensauren Ammoniak enthält. - -Angenommen, daß ihre Nahrung (Fleisch &c.) Stickstoff und Kohlenstoff in -dem Verhältniß wie 1 : 8 enthielt, so finden wir in dem Harn beide nur -in dem Verhältniß wie 1 : 1 wieder, ein kleineres Verhältniß von -Kohlenstoff also, wie bei den Schlangen, in denen der Respirationsakt -bei weitem weniger thätig ist. - -Aller Kohlenstoff und Wasserstoff, den die Nahrung dieser Thiere mehr -enthielt, als wir in ihren Excrementen wieder finden, sie sind, als -Kohlensäure und Wasser, durch den Respirationsproceß verschwunden. - -Hätten wir das verzehrte Thier in einem Ofen verbrannt, so würde die -vorgegangene Veränderung nur der Form der Stickstoffverbindungen nach -eine andere gewesen sein. - -Den Stickstoff würden wir als kohlensaures Ammoniak, den übrigen -Kohlenstoff als Kohlensäure, den übrigen Wasserstoff als Wasser -wiederbekommen haben. Es würden die unverbrennlichen Theile als Asche, -die unverbrannten als Ruß übrig geblieben sein. Die festen Excremente -sind aber nichts anders als die im Thierkörper unverbrennlichen, oder -unvollkommen verbrannten Theile der Nahrung. - -In dem Vorhergehenden ist angenommen worden, daß die Bestandtheile der -von dem Thiere genossenen Nahrungsmittel in seinem Organismus, in Folge -des durch Lunge und Haut aufgenommenen Sauerstoffs, ihr Kohlenstoff in -Kohlensäure, ihr Wasserstoff und ihr Stickstoff in eine chemische -Verbindung, welche die Elemente des kohlensauren Ammoniaks enthält, -übergehen. - -Diese Voraussetzung ist nur der äußeren Erscheinung nach wahr, in der -That erlangt nach einer gewissen Zeit der Thierkörper sein -ursprüngliches Gewicht wieder, sein Gehalt an Kohlenstoff und den andern -Elementen hat in seinem Körper nicht zugenommen, es ist genau so viel -Kohlenstoff, Stickstoff, Wasserstoff &c. wieder ausgetreten, als ihm -davon in der Speise zugeführt wurde. Aber nichts kann gewisser sein, als -daß der ausgetretene Kohlenstoff, Stickstoff und Wasserstoff nicht von -der Speise herrührt, wenn sie auch, der Quantität nach, den dadurch -zugeführten gleich waren. - -Es wäre aller Vernunft entgegen, wenn man annehmen wollte, die Stillung -des Hungers, das Bedürfniß nach Speise habe keinen andern Zweck, als die -Erzeugung von Harnstoff, Harnsäure, Kohlensäure und den andern -Excrementen, von Materien, die der Körper ausstößt, in seiner -Haushaltung also zu nichts verwendet. - -Die Speisen dienen in dem erwachsenen Thiere zum Ersatz an verbrauchtem -Stoff, gewisse Theile der Organe haben ihren Zustand des Lebens -verloren, sie sind aus der Substanz der Organe ausgetreten, sie haben -sich zu neuen und zwar formlosen Verbindungen umgesetzt. - -Die Speise des Fleischfressers wurde zur Blutbildung verwendet und aus -dem neuerzeugten Blute haben sich die umgesetzten Organe wieder neu -gebildet. Der Kohlenstoff und Stickstoff der Nahrung sind zu -Bestandtheilen des Organismus geworden. - -Eben so viel Kohlenstoff und Stickstoff als die Organe abgegeben haben, -genau so viel ist ihnen durch das Blut und in letzter Form durch die -Speise wieder ersetzt worden. - -Wo sind denn aber, kann man fragen, die neuen Verbindungen hingekommen, -welche durch die Umsetzung der Bestandtheile der Organe, der -Muskelfaser, der Substanz der Membranen und Zellen, der Nerven- und -Gehirnsubstanz, entstanden sind? - -Diese neuen Verbindungen, sie konnten keinen Moment, insofern sie -löslich waren, an dem Platze beharren, wo sie entstanden sind, denn eine -sehr wohlbekannte Thätigkeit, die Blutcirculation nämlich, widersetzt -sich diesem Beharren. - -Durch die Erweiterung des Herzens, in dem sich zwei Systeme von Kanälen -vereinigen, welche sich in ein unendlich feines Netzwerk von Röhrchen -durch alle Theile des Thierkörpers hin verzweigen, entsteht abwechselnd -ein luftleerer Raum, in dessen unmittelbarer Folge, durch den äußern -atmosphärischen Druck, alle Flüssigkeiten, die in dieses Röhrensystem -gelangen können, nach der einen Seite des Herzens hin mit großer Gewalt -getrieben werden. Diese Bewegung wird bei der Zusammenziehung des -Herzens durch einen von dem Gewichte der Atmosphäre unabhängigen Druck -aufs kräftigste unterstützt. - -Wir haben mit einem Worte in dem Herzen eine Druckpumpe, durch welche -arterielles Blut in alle Theile des Körpers getrieben wird, und eine -Saugpumpe, durch welche alle Flüssigkeiten, von welcher Beschaffenheit -sie auch sein mögen, sobald sie in das Röhrensystem der Saugadern, die -sich mit den Venen vereinigen, gelangen können, nach dem Herzen hin -geführt werden. Diese Aufsaugung, in Folge des im Herzen entstandenen -luftleeren Raums, ist ein rein mechanischer Act, der sich, wie bemerkt, -auf flüssige Stoffe jeder Art, Salzauflösungen, Gifte &c. erstreckt. Es -ist nun einleuchtend, daß durch das Einströmen des arteriellen Blutes in -die Capillargefäße alle dort vorhandenen Flüssigkeiten, sagen wir die -löslichen Verbindungen, die durch die Umsetzung der Gebilde entstanden -sind, eine Bewegung nach dem Herzen hin empfangen müssen. - -Diese Materien können zur Neubildung der nämlichen Organe, aus denen -sie entstanden sind, nicht verwendet werden; sie gelangen durch das -Saug- und Lymphgefäßsystem in die Venen, wo ihre Anhäufung dem -Ernährungsproceß eine sehr rasche Grenze setzen würde, wenn sich dieser -Ansammlung nicht zwei, ganz besonders zu diesem Zwecke eingerichtete, -Filtrirapparate widersetzen würden. - -Das venöse Blut nimmt, ehe es zum Herzen gelangt, seinen Weg durch die -Leber, das arterielle Blut geht durch die Nieren, welche alle für den -Ernährungsproceß untauglichen Stoffe davon scheiden. - -Die neuentstandenen Verbindungen, welche den Stickstoff der umgesetzten -Organe enthalten, sammeln sich in der Harnblase an und treten, indem sie -einer weiteren Verwendung durchaus unfähig sind, aus dem Körper aus. - -Alle anderen, welche den Kohlenstoff der umgesetzten Gebilde enthalten, -sammeln sich in Gestalt einer löslichen, mit Wasser in allen -Verhältnissen mischbaren Natronverbindung in der Gallenblase an, aus der -sie sich im Duodenum mit dem Speisebrei wieder mischen. Alle Theile der -Galle, die ihre Löslichkeit in dem Verdauungsproceß nicht verlieren, -kehren während der Verdauung frisch genossener Nahrung im unendlich fein -zertheilten Zustande wieder in den Körper zurück. Das Natron der Galle, -so wie alle durch schwache Säure nicht fällbaren, kohlenstoffreichen -Bestandtheile (diese betragen ⁹⁹/₁₀₀ aller übrigen), behalten ihre -Fähigkeit, durch die Saugadern des Dünndarms und Dickdarms wieder -resorbirt zu werden, unverändert bei. Ja diese Fähigkeit ist direct -beweisbar durch gallehaltige Klystiere, deren Gallegehalt mit der -Flüssigkeit im Mastdarm verschwindet. - -Die stickstoffhaltigen Verbindungen, welche in Folge der Umsetzung der -Gebilde entstanden, wir wissen genau, daß sie, durch die Nieren von dem -arteriellem Blute geschieden, als einer weiteren Veränderung durchaus -unfähig, aus dem Körper treten, aber die kohlenstoffreichen Produkte, -sie kehren in den Körper des fleischfressenden Thieres zurück. - -Die Nahrung des fleischfressenden Thieres ist identisch mit den -Hauptbestandtheilen seines Körpers; die Metamorphosen, welche seine -Gebilde erfahren, sie müssen identisch sein mit den Veränderungen, -welche in ihren Lebensakten ihre Nahrungsmittel erleiden. - -Das verzehrte Fleisch und Blut giebt seinen Kohlenstoff zur Unterhaltung -des Respirationsprocesses her, seinen Stickstoff erhalten wir als -Harnstoff oder Harnsäure wieder. Ehe aber diese letzte Veränderung -erfolgt, wird das todte Fleisch und Blut zu lebendigem Fleisch und Blut, -und es ist im eigentlichen Sinne der Kohlenstoff der durch Umsetzung der -lebenden Gebilde entstandenen Verbindungen, welcher zur Hervorbringung -der thierischen Wärme dient. - -Die Speise des Fleischfressers verwandelt sich in Blut, das Blut ist -bestimmt zur Reproduktion der Organe, durch die Blutcirculation wird ein -Strom von Sauerstoff allen Theilen des Körpers zugeführt. Die Träger -dieses Sauerstoffs, die Blutkörperchen, welche nachweisbar keinen -Antheil an dem Nutritionsprocesse nehmen, geben ihn beim Durchgang -durch die Capillargefäße wieder ab. Dieser Sauerstoffstrom begegnet auf -diesem Wege den durch die Umsetzung der Gebilde entstandenen -Verbindungen, er verbindet sich mit ihrem Kohlenstoff zu Kohlensäure, -mit ihrem Wasserstoff zu Wasser, und alles, was diesen Oxydationsproceß -nicht erlitten hat, kehrt in der Form von Galle wieder in den Körper -zurück, wo sie nach und nach völlig verschwindet. - -Bei den Fleischfressern enthält die Galle den Kohlenstoff der -umgesetzten Gebilde, dieser Kohlenstoff verschwindet in dem thierischen -Körper, die Galle verschwindet in dem Lebensproceß, ihr Kohlenstoff -tritt als Kohlensäure, ihr Wasserstoff als Wasser durch Haut und Lunge -aus; es ist klar, die Bestandtheile der Galle dienen zur Respiration und -zur Hervorbringung der animalischen Wärme. Alle Theile der Nahrung der -Fleischfresser sind fähig in Blut überzugehen, ihre Excremente enthalten -nur anorganische Substanz (Knochenerde &c.), und was wir an organischen -Stoffen diesen beigemischt finden, sind lediglich Excretionen, welche -den Durchgang durch die Eingeweide vermitteln. Bei den fleischfressenden -Thieren enthalten die Excremente keine Galle, kein Natron; keine Spur -einer der Galle ähnlichen Substanz wird von Wasser daraus aufgenommen, -die Galle ist aber in allen Verhältnissen darin löslich und damit -mischbar. - -Ueber den Ursprung der Bestandtheile des Harns und der Galle können die -Physiologen nicht im Zweifel sein; wenn der Magen bei Enthaltung aller -Speise sich darmartig zusammenzieht, kann sich aus der Gallenblase, da -sie keine Bewegung empfängt, keine Galle ergießen; in dem Körper der -Verhungerten finden wir die Gallenblase straff und voll. Wir beobachten -Galle- und Harnsekretion bei den Winterschläfern, wir wissen, daß der -Harn der Thiere (Hunde), die während 18 bis 20 Tagen keine andere -Nahrung als reinen Zucker bekamen, ebensoviel an dem stickstoffreichsten -Produkt des Thierkörpers, ebensoviel Harnstoff enthielt, als im gesunden -Zustande (_Marchand_, _Erdm_. J. ~XIV.~ ~p.~ 495.). Unterschiede in der -Menge des secernirten Harnstoffs erklären sich in diesen und ähnlichen -Versuchen durch den Mangel oder die Gestattung der natürlichen -Bewegungen. Eine jede Bewegung steigert den Umsatz der Gebilde, nach -einem jeden Spaziergang vermehrt sich beim Menschen die Harnsekretion. - -Der Harn der Säugethiere, Vögel, der Amphibien enthält Harnsäure oder -Harnstoff, der Koth der Weichthiere, der Insecten, der Canthariden, des -Seidenwurm-Schmetterlings enthält harnsaures Ammoniak; die Beständigkeit -des Vorkommens einer oder zweier Stickstoff-Verbindungen in den -Ausleerungen der Thiere, bei einer so großen Verschiedenheit in der -genossenen Nahrung, zeigt mit Bestimmtheit an, daß sie aus einer und -derselben Quelle entspringen. - -Ebensowenig zweifelhaft kann man über die Rolle sein, welche die Galle -in dem Lebensproceß übernimmt. Wenn man sich erinnert, daß essigsaures -Kali, in der Form eines Klystiers oder als Fußbad genommen, den Harn im -hohen Grade alkalisch macht (_Rehberger_ in _Tiedemann’s_ Zeitschrift -für Physiologie ~II.~ 149.), daß die Umwandlung, welche hier die -Essigsäure erfährt, nicht ohne ein Hinzutreten von Sauerstoff gedacht -werden kann, so ist klar, daß die löslichen Bestandtheile der Galle, -veränderlich im hohen Grade, so wie wir sie kennen, _welche_ durch die -Eingeweide in den Organismus wieder zurückkehren, da sie zur Blutbildung -nicht verwendet werden können, der Einwirkung des Sauerstoffs in einer -ganz ähnlichen Weise unterliegen müssen. Die Galle ist eine -Natronverbindung, deren Bestandtheile in dem Körper des -fleischfressenden Thieres bis auf das Natron verschwinden. - -Nach der Ansicht vieler der ausgezeichnetsten Physiologen ist die Galle -zur Ausleerung bestimmt, und nichts kann gewisser sein, als daß eine an -Stickstoff so arme Materie in dem Nutritionsproceß keine Rolle -übernimmt, allein die quantitative Physiologie muß die Ansicht, daß sie -zu keinerlei Zwecken dient, daß sie unfähig zu weiteren Veränderungen -ist, mit Entschiedenheit zurückweisen. - -Kein Bestandtheil eines Organs enthält Natron, nur in dem Blute -(~Serum~), in dem Gehirnfett und in der Galle haben wir -Natronverbindungen. Wenn die Natronverbindungen des Bluts in -Muskelfaser, in Membranen und Zellen übergehen, so muß ihr Natron in -eine neue, in eine andere Verbindung treten; das in Muskelfaser, in -Membranen übergehende Blut giebt sein Natron an Verbindungen ab, welche -durch die Umsetzung der Gebilde entstanden sind. Eine dieser neuen -Natronverbindungen erhalten wir in der Galle wieder. - -Wäre die Galle zur Ausleerung bestimmt, so müßten wir sie verändert -oder unverändert, wir müßten das Natron in den festen Excrementen -wiederfinden. Aber bis auf gewisse Mengen von Kochsalz und -schwefelsauren Salzen, welche Bestandtheile aller thierischen -Flüssigkeiten sind, finden wir in den festen Excrementen nur Spuren von -Natronverbindungen. Das Natron der Galle ist aber jedenfalls aus den -Eingeweiden in den Organismus wieder zurückgekehrt, und das nämliche muß -von den organischen Stoffen gelten, die mit diesem Natron verbunden -bleiben. - -Ein Mensch secernirt nach den Beobachtungen der Physiologen 17-24 Unzen -Galle, ein großer Hund 36 Unzen, ein Ochse 37 Pfd. Galle (_Burdach’s_ -Physiologie 5r Band S. 260.) Die festen Excremente eines Menschen wiegen -aber durchschnittlich nicht über 5¹/₂ Unzen, die eines Pferdes 28¹/₂ -Pfd. _Boussingault_ (7¹/₂ Pfd. trockne Substanz und 21 Pfd. Wasser). Die -letzteren geben mit Alkohol behandelt nur ¹/₇₆ ihres Gewichts lösliche -Theile ab. Dieser sechsundsiebzigste Theil von dem Gewicht der festen -Excremente des Pferdes müßte Galle sein. - -Den Wassergehalt der Galle zu 90 ~pCt.~ angenommen, secernirt ein Pferd -täglich 592 Unzen Galle, welche 59,2 Unzen feste Substanz enthalten, -während aus 120 Unzen trockner Excremente (7¹/₂ Pfd.) nur 6 Unzen einer -Substanz ausziehbar sind, die man für Galle nehmen könnte. Aber das, was -der Alkohol aus den Excrementen auflös’t, ist keine Galle mehr, von dem -Weingeist befreit bleibt ein weicher, ölartiger Rückstand, welcher seine -Löslichkeit im Wasser gänzlich eingebüßt hat, er hinterläßt nach dem -Verbrennen keine alkalische Asche, kein Natron[E10]. - -Während dem Verdauungsproceß ist also das Natron der Galle und mit ihm -alle Bestandtheile derselben, die ihre Löslichkeit nicht verloren haben, -in den Organismus zurückgekehrt; wir finden dieses Natron in dem -neugebildeten Blute wieder, wir finden es zuletzt in der Form von -phosphorsaurem, kohlensaurem und hippursaurem Natron im Urin. In 1000 -Theilen fester, frischer Menschenexcremente fand _Berzelius_ nur 9 -Theile einer der Galle ähnlichen Substanz, fünf Unzen würden hiernach -nur 21 Gran fester Galle enthalten, entsprechend mit ihrem Wassergehalte -200 Gr. Galle im natürlichen Zustande; es werden aber beim Menschen 9640 -bis 11520 Gran Galle täglich secernirt, also 45- bis 56mal mehr als man -in den durch den Darmkanal ausgeleerten Stoffen nachzuweisen vermag. - -Welche Vorstellung man nun auch hegen mag über die Richtigkeit der -physiologischen Versuche in Beziehung auf die Menge der in verschiedenen -Thierklassen secernirten Galle, so viel ist vollkommen gewiß, daß auch -das Maximum derselben noch nicht den Kohlenstoff enthält, den ein Mensch -oder ein Pferd in 24 Stunden ausathmet. Mit allen ihren Gemeng- oder -Bestandtheilen an Fett &c. enthalten 100 Theile fester Galle nicht über -69 ~pCt.~ Kohlenstoff; in 37 Pfd. Galle, die ein Pferd secernirt, sind -demnach nur 80 Loth Kohlenstoff enthalten. Das Pferd athmet aber täglich -nahe doppelt soviel Kohlenstoff in der Form von Kohlensäure aus. Ein -ganz ähnliches Verhältniß findet bei dem Menschen statt. - -Mit dem zur Neubildung und Reproduction bestimmten Stoff wird durch die -Blutcirculation allen Theilen des Körpers Sauerstoff zugeführt. Welche -Verbindung dieser Sauerstoff in dem Blut auch eingegangen sein mag, es -muß als gewiß angenommen werden, daß diejenigen Bestandtheile, welche -zur Reproduktion verwendet werden, keine wesentliche Veränderung durch -ihn erlitten haben, in der Muskelfaser finden wir das Fibrin mit allen -seinen Eigenschaften, die es im venösen Blute besitzt, wieder vor, das -Albumin im Blut nimmt kein Sauerstoffgas auf; der im Blute aufgenommene -Sauerstoff mag dazu gedient haben, um gewisse unbekannte Bestandtheile -des Blutes in Gaszustand zu versetzen, aber die zur Ernährung und -Reproduktion dienenden bekannten Hauptbestandtheile desselben, sie -können von der Natur nicht dazu bestimmt sein, um den Respirationsproceß -zu unterhalten, keine ihre Eigenschaften rechtfertigt eine solche -Vorstellung. - -Ohne die Frage über den Antheil, den die Galle an den Lebensprocessen -nimmt, hier einer erschöpfenden Erörterung zu unterwerfen, geht, wie -bemerkt, aus der einfachen Vergleichung der assimilirbaren Bestandtheile -der Nahrung eines fleischfressenden Thieres mit den letzten Producten, -in die sie verwandelt wird, hervor, daß aller Kohlenstoff derselben, der -sich nicht im Harne befindet, in der Form von Kohlensäure ausgetreten -ist. - -Dieser Kohlenstoff stammte aber von der Substanz der umgesetzten -Gebilde und, dieses festgesetzt, lös’t sich die Frage über die -Nothwendigkeit des Vorhandenseins von kohlenstoffreichen und -stickstofflosen Materien in der Nahrung der jugendlichen Carnivoren und -der pflanzenfressenden Thiere auf eine höchst einfache Weise. - - -~XII.~ - -Es ist eine unbestreitbare Thatsache, daß in einem _erwachsenen_ -fleischfressenden Thiere, was an Gewicht von Tag zu Tag weder merklich -zunimmt, noch abnimmt, Nahrung, Umsetzung der Gebilde und -Sauerstoffverbrauch in einem ganz bestimmten Verhältniß zu einander -stehen. - -Der Kohlenstoff der entwichenen Kohlensäure, der des Harns, der -Stickstoff des Harns und der Wasserstoff, welcher als Ammoniak und -Wasser austritt, diese Elemente zusammengenommen müssen dem Gewicht nach -vollkommen gleich sein dem Kohlenstoff, Wasserstoff und Stickstoff der -umgesetzten Gebilde, und, insofern diese durch die Nahrung genau ersetzt -worden sind, dem Kohlenstoff, Stickstoff und Wasserstoff der Nahrung. -Wäre dies nicht der Fall, so würde das Gewicht des Thieres sich nicht -gleich bleiben können. - -Das Gewicht des sich entwickelnden jungen fleischfressenden Thieres -bleibt sich aber nicht gleich, es nimmt im Gegentheile von Tag zu Tag um -eine bestimmbare Größe zu. - -Diese Thatsache setzt voraus, daß der Assimilationsproceß in dem -jugendlichen Thiere stärker, intensiver ist, als der Proceß der -Umsetzung der vorhandenen Gebilde. Wären beide Thätigkeiten gleich, so -könnte ihr Gewicht nicht zunehmen, wäre der Verbrauch größer, so müßte -sich ihr Gewicht vermindern. - -Der Blutumlauf ist in dem jungen Thiere aber nicht schwächer, er ist im -Gegentheil beschleunigter, die Athembewegungen sind rascher, und bei -gleichem Körper-Volum muß der Sauerstoffverbrauch eher größer als -kleiner sein, wie bei erwachsenen Thieren. Aber da die Umsetzung der -Gebilde langsamer vor sich geht, so würde es an denjenigen Materien -fehlen, deren Kohlenstoff und Wasserstoff sich zur Verbindung mit dem -Sauerstoff eignet, denn es sind ja bei den fleischfressenden Thieren die -neuen Verbindungen, die aus der Umsetzung der Organe entstanden, welche -die Natur zum Widerstande gegen den einwirkenden Sauerstoff und zur -Hervorbringung der animalischen Wärme bestimmt hat. Was also an diesem -Widerstande fehlt, setzt eine bewunderungswürdige Weisheit dem jungen -Thiere in seiner Nahrung zu. - -Der Kohlenstoff und Wasserstoff der Butter, der Kohlenstoff des -Milchzuckers, aus welchen kein Bestandtheil zu Blut, zu Fibrin und -Albumin werden kann, sie sind zur Unterhaltung des Respirationsprocesses -in einem Lebensalter bestimmt, wo ein stärkerer Widerstand sich der -Metamorphose der vorhandenen Gebilde entgegensetzt, der Erzeugung von -Stoffen also, welche im erwachsenen Zustande in völlig zur Respiration -ausreichender Menge produzirt werden. - -Das junge Thier empfängt seine Blutbestandtheile in dem Casein der -Milch, eine Umsetzung der vorhandenen Gebilde geht vor sich, denn -Gallen- und Harnsekretion finden statt, die Substanz der umgesetzten -Gebilde tritt in der Form von Harn und von Kohlensäure und Wasser aus -ihrem Körper, allein die Butter und der Milchzucker der Milch sind -ebenfalls verschwunden, sie lassen sich in den Faeces nicht nachweisen. - -Butter und Milchzucker sind in der Form von Wasser und Kohlensäure -ausgetreten und ihre Verwandlung, in Sauerstoffverbindungen beweist aufs -klarste, daß weit mehr Sauerstoff aufgenommen wurde, als nöthig war, um -mit dem Kohlenstoff und Wasserstoff der umgesetzten Gebilde Kohlensäure -und Wasser zu bilden. - -Die in dem Lebensproceß des jungen Thieres vor sich gehende Veränderung -und Umsetzung der Gebilde liefert demgemäß, in einer gegebenen Zeit, -weit weniger Kohlenstoff und Wasserstoff in der zur Respiration -geeigneten Form, als dem aufgenommenen Sauerstoff entspricht, die -Substanz ihrer Organe würde einen rascheren Stoffwechsel erfahren, sie -würde der Einwirkung des Sauerstoffs unterliegen müssen, wenn der -fehlende Kohlenstoff und Wasserstoff von einer andern Quelle nicht -geliefert werden würde. - -Die fortschreitende Zunahme an Masse, die freie und ungehinderte -Entwickelung der Organe des jungen Thieres, sie wird also durch die -Gegenwart fremder Materien bedingt, die in dem Ernährungsproceß keine -andere Rolle spielen, als daß sie die neu sich bildenden Organe vor der -Einwirkung des Sauerstoffs schützen, ihre Bestandtheile sind es, die -sich mit dem Sauerstoff verbinden; ohne zu unterliegen, würden die -Organe selbst diesen Widerstand nicht übernehmen können, d. h. eine -Zunahme an Masse, bei gleichem Sauerstoffverbrauch, würde -schlechterdings unmöglich seyn. - -Ueber den Zweck, zu welchem die Natur der Nahrung der jungen Säugthiere -stickstofffreie Materien zugesetzt hat, die ihr Organismus zur -eigentlichen Ernährung, zu Blutbildung nicht verwenden kann, Materien, -die zur Unterhaltung ihrer Lebensfunktionen in erwachsenem Zustande -völlig entbehrlich sind, kann man nach dem Vorhergehenden nicht -zweifelhaft seyn. Bei den fleischfressenden Vögeln ist der Mangel aller -Bewegung offenbar ein Grund eines verminderten Stoffwechsels. - -Der Ernährungsproceß der fleischfressenden Thiere stellt sich mithin in -zwei Formen dar, von denen wir die eine Form in den gras- und -körnerfressenden Thieren wiederkehren sehen. - - -~XIII.~ - -Bei dieser Thierklasse beobachten wir, daß während ihrer ganzen -Lebensdauer ihre Existenz an die Aufnahme von Stoffen geknüpft ist, -welche eine dem Milchzucker gleiche oder ähnliche Zusammensetzung -besitzen. Allem was sie genießen, ist jederzeit eine gewisse Quantität -von Amylon (Stärke), oder Gummi, oder Zucker beigemischt. - -Die am meisten verbreitete Substanz dieser Klasse ist das Amylon; es -findet sich in Wurzeln, Samen, in den Stengeln, in dem Holzkörper, -abgelagert in der Form von rundlichen oder ovalen Körnchen, welche nur -in der Größe, aber keineswegs in der chemischen Zusammensetzung[E11] von -einander abweichen. Wir finden in einer und derselben Pflanze, in den -Erbsen z. B., Stärkemehl von ungleicher Größe, in dem ausgepreßten Saft -von Erbsenstengeln haben die sich absetzenden Stärkekörnchen einen -Durchmesser von ¹/₂₀₀ bis ¹/₁₅₀ Millimeter, während die Stärkekörnchen -der Samenlappen drei- bis viermal größer sind. Vor allen andern sind die -Stärkekörnchen der Pfeilwurzel und der Kartoffel ausgezeichnet durch -ihre Größe, die des Reises und des Weitzens durch ihre Kleinheit. - -Es ist wohlbekannt, daß durch sehr verschiedene Einwirkungen das -Stärkemehl übergeführt werden kann in Zucker; dies geschieht in dem -Keimungsproceß (in dem Malzproceß), und namentlich durch die Einwirkung -von Säuren. Die Ueberführung des Stärkemehls in Zucker wird, wie sich -durch die Analyse darthun läßt, durch eine einfache Aufnahme der -Bestandtheile des Wassers bewirkt[E12]. - -Allen Kohlenstoff der Stärke, wir bekommen ihn in dem Zucker wieder, es -ist keiner ihrer Bestandtheile ausgetreten, und außer den Elementen des -Wassers ist kein fremdes Element hinzugetreten. - -In sehr vielen, namentlich fleischigen Früchten, die im unreifen -Zustande sauer und herbe, im reifen hingegen süß sind, wie in den -Aepfeln und Birnen, entsteht der Zucker aus dem Amylon, was diese -Früchte enthalten. - -Wenn man unreife Aepfel oder Birnen auf einem Reibeisen in einen Brei -verwandelt und diesen auf einem feinen Sieb mit Wasser auswäscht, so -setzt sich aus der trüben ablaufenden Flüssigkeit ein höchst feines -Stärkmehl ab, von dem man in den sogenannten reifen Früchten keine Spur -mehr wahrnimmt. Manche von diesen Obstsorten werden auf dem Baume süß -(Sommer-Birnen, -Aepfel), andere hingegen erst einige Zeit nachher, wenn -sie, vom Baume genommen, aufbewahrt werden. Dieses sogenannte -Nachreifen, wie man dieses Süßwerden nennt, ist ein rein chemischer -Proceß, der mit dem Pflanzenleben nichts zu thun hat. Mit dem Aufhören -der Vegetation ist die Frucht zur Fortpflanzung geeignet, d. h. der Kern -ist völlig reif, allein die fleischige Hülle unterliegt von diesem -Zeitpunkte an der Einwirkung der Atmosphäre, sie nimmt wie alle -verwesenden Substanzen Sauerstoff auf, und es trennt sich von ihrer -Substanz eine gewisse Menge kohlensaures Gas. - -Aehnlich nun wie die Stärke in faulendem Kleister oder durch verwesenden -Kleber in Zucker übergeführt wird, verwandelt sich das Amylon der -genannten verwesenden Früchte in Traubenzucker, sie werden in dem -Verhältniß süßer, als sie mehr Stärke enthielten. - -Zwischen Amylon und Zucker findet nach dem Vorerwähnten ein ganz -bestimmter Zusammenhang statt; durch eine Menge chemischer Actionen, -welche auf die Elemente des Amylons keine andere Wirkung äußern, als daß -sie die Richtung ihrer gegenseitigen Anziehung ändern, sind wir im -Stande, das Amylon in Zucker und zwar in Traubenzucker überzuführen. - -Der Milchzucker[E13] verhält sich in vielen Beziehungen ähnlich wie das -Amylon, er ist für sich der weingeistigen Gährung nicht fähig, er -erlangt aber die Eigenschaft in Alkohol und Kohlensäure zu zerfallen, -wenn er mit einer gährenden Materie (dem faulenden Käse in der Milch) -bei Gegenwart von Wasser einer höheren Temperatur ausgesetzt wird. In -diesem Fall verwandelt er sich zuerst in Traubenzucker; die nämliche -Verwandlung erfährt der Milchzucker, wenn er mit Säuren, mit -Schwefelsäure z. B., bei gewöhnlicher Temperatur in Berührung gelassen -wird. - -Das Gummi hat eine dem Rohrzucker gleiche procentische -Zusammensetzung[E14], es unterscheidet sich von den Zuckerarten und dem -Amylon, insofern ihm die Fähigkeit abgeht, durch den Proceß der Fäulniß -in Weingeist und Kohlensäure zu zerfallen; gährenden Substanzen -zugesetzt, erleidet es keine merkliche Veränderung, woraus man mit -einiger Wahrscheinlichkeit schließen kann, daß seine Elemente in der -Ordnung, in welcher sie vereinigt sind, mit einer stärkeren Kraft -zusammengehalten sind, wie die Elemente der verschiedenen Zuckerarten. - -Einen gewissen Zusammenhang zeigt das Gummi übrigens mit dem -Milchzucker, beide geben nämlich bei Behandlung mit Salpetersäure -einerlei Oxydationsproducte, nämlich Schleimsäure, die sich unter -denselben Bedingungen aus den Zuckerarten nicht darstellen läßt. - -Wenn wir, um die Aehnlichkeit in der Zusammensetzung dieser -verschiedenen Materien, welche in dem Ernährungsproceß der -pflanzenfressenden Thiere eine so wichtige Rolle übernehmen, noch mehr -hervortreten zu machen, 1 Aequivalent Kohlenstoff mit ~C~ (= 75,8 -Kohlenstoff) und 1 Aequivalent Wasser mit ~aqua~ (= 112,4) bezeichnen, -so erhalten wir für die Zusammensetzung der genannten Substanzen -folgende Ausdrücke: - - Amylon = 12 ~C~ + 10 ~aq.~ - Rohrzucker = 12 ~C~ + 10 ~aq.~ + ~aq.~ - Gummi = 12 ~C~ + 10 ~aq.~ + ~aq.~ - Milchzucker = 12 ~C~ + 10 ~aq.~ + 2 ~aq.~ - Traubenzucker = 12 ~C~ + 10 ~aq.~ + 4 ~aq.~ - -Auf die nämliche Anzahl von Aequivalenten Kohlenstoff enthält also das -Amylon 10 Aeq. Wasser, der Rohrzucker und das Gummi 11 Aequivalente, der -Milchzucker 12 und der krystallisirte Traubenzucker 14 Aequivalente -Wasser, oder der Bestandtheile des Wassers. - - -~XIV.~ - -In diesen verschiedenen Substanzen, welche in der Nahrung -der pflanzenfressenden Thiere niemals fehlen, ist also den -stickstoffhaltigen Bestandtheilen derselben, dem Pflanzen-Albumin, --Fibrin, -Casein, woraus sich ihr Blut bildet, im strengsten Sinne nur -eine gewisse Quantität Kohlenstoff im Ueberschusse zugesetzt, der in -ihrem Organismus zur Erzeugung von Fibrin und Albumin schlechterdings -nicht verwendet werden kann, weil ihre stickstoffhaltigen Nahrungsstoffe -den zur Blutbildung erforderlichen Kohlenstoff schon enthalten und das -Blut in dem Leibe der fleischfressenden Thiere erzeugt wird, ohne -Mitwirkung dieses Ueberschusses von Kohlenstoff. - -Auf eine klare und überzeugende Weise stellt sich der Antheil heraus, -den diese stickstofffreien Materien an dem Nutritionsproceß der -pflanzenfressenden Thiere nehmen, wenn wir die verhältnißmäßig so -geringe Menge Kohlenstoff in Betrachtung ziehen, die sie in ihren -stickstoffhaltigen Nahrungsmitteln genießen; sie steht durchaus in -keinem Verhältniß zu dem durch Lunge und Haut aufgenommenen und -verbrauchten Sauerstoff. - -Ein Pferd kann z. B. in vollkommen gutem Zustande erhalten werden, wenn -ihm täglich 15 Pfd. Heu und 4¹/₂ Pfd. Hafer zur Nahrung gegeben werden. -Wenn wir uns nun den ganzen Gehalt dieser Nahrungsstoffe an Stickstoff, -so wie ihn die Elementaranalyse festgesetzt hat (Heu 1,5 ~pCt.~, Hafer -2,2 ~pCt.~)[E15] rückwärts in Blut, nämlich in Fibrin und Albumin, mit -dem ganzen Wassergehalt des Blutes (80 ~pCt.~) verwandelt denken, so -empfängt das Pferd täglich nur 8⁹/₁₀ Loth Stickstoff, welche etwas über -8 Pfd. Blut entsprechen. Mit diesem Stickstoff hat aber das Thier, von -den andern Bestandtheilen, welche damit verbunden waren, nur 28⁹/₁₀ Loth -Kohlenstoff empfangen. Nur 15⁹/₁₀ Loth von diesen 28⁹/₁₀ Loth -Kohlenstoff konnten zur Respiration verwendet worden sein, denn mit dem -Stickstoff, der durch den Harn ausgeleert wird, treten in der Form von -Harnstoff 6 Lothe und in der Form von Hippursäure 7 weitere Lothe wieder -aus. - -Ohne weitere Rechnung anzustellen, wird Jedermann zugeben, daß das -Luftvolum, was ein Pferd ein- und ausathmet, daß die Menge des von ihm -verzehrten Sauerstoffgases und in dessen Folge die Menge des -ausgetretenen Kohlenstoffs, weit größer ist, wie beim Respirationsproceß -des Menschen. Nun verbraucht aber ein erwachsener Mensch täglich nahe an -28 Loth Kohlenstoff, und die Bestimmung von _Boussingault_, wonach ein -Pferd täglich 158 Loth ausathmet, kann von der Wahrheit nicht sehr -entfernt sein. - -In den stickstoffhaltigen Bestandtheilen seiner Nahrung erhält das Pferd -mithin nur etwas mehr, wie den fünften Theil des Kohlenstoffs, den sein -Organismus zur Unterhaltung des Respirationsprocesses bedarf, und wir -sehen, daß die Weisheit des Schöpfers allen seinen Nahrungsmitteln ohne -Ausnahme die übrigen ⁴/₅ Kohlenstoff, welche in den stickstoffhaltigen -Bestandtheilen fehlen, in mannigfaltigen Formen, als Amylon, Zucker u. -s. w. zugesetzt hat, welche das Thier, ohne der Einwirkung des -Sauerstoffs zu unterliegen, nicht entbehren kann. - -Es ist offenbar, daß in dem Organismus des pflanzenfressenden Thieres, -dessen Nahrung eine verhältnißmäßig so kleine Menge seiner -Blutbestandtheile enthält, der Akt der Umsetzung der vorhandenen -Gebilde, daß demzufolge ihre Erneuerung, die Reproduktion derselben, bei -weitem minder rasch vor sich geht, wie bei den fleischfressenden -Thieren, denn wäre dies der Fall, so würde eine tausendmal reichere -Vegetation zu ihrer Ernährung nicht hinreichen; Zucker, Gummi, Amylon -würden keine Bedingungen zur Erhaltung ihres Lebens sein, eben weil die -kohlenstoffhaltigen Produkte der Umsetzung ihrer Organe für den -Respirationsproceß hinreichen würden. - -Der fleischessende Mensch bedarf zu seiner Erhaltung und Ernährung eines -ungeheuren Gebietes, weiter und ausgedehnter noch, wie der Löwe und -Tiger, weil er, wenn die Gelegenheit sich darbietet, tödtet, ohne zu -genießen. - -Eine Nation von Jägern auf einem begrenzten Flächenraum ist der -Vermehrung durchaus unfähig, der zum Athmen unentbehrliche Kohlenstoff -muß von den Thieren genommen werden, von denen auf der gegebenen Fläche -nur eine beschränkte Anzahl leben kann. Diese Thiere sammeln von den -Pflanzen die Bestandtheile ihrer Organe und ihres Blutes, und liefern -sie den von der Jagd lebenden Indianern, die sie unbegleitet von den -stickstofffreien Substanzen genießen, welche während der Lebensdauer des -Thieres seinen Respirationsproceß unterhielten; es ist bei dem -fleischessenden Menschen der Kohlenstoff des Fleisches, welcher das -Amylon, den Zucker ersetzen muß. - -In fünfzehn Pfund Fleisch ist aber nicht mehr Kohlenstoff enthalten, wie -in 4 Pfund Amylon[E16] und während der Indianer mit einem einzigen Thier -und einem ihm gleichen Gewichte Amylon eine gewisse Anzahl von Tagen -hindurch sein Leben und seine Gesundheit würde erhalten können, muß er, -um den für diese Zeit, für seine Respiration unentbehrlichen Kohlenstoff -zu erhalten, 5 Thiere verzehren. - -Man sieht leicht, in welchem engen Verbande die Vermehrung des -Menschengeschlechtes mit dem Ackerbau steht. Der Anbau der -Culturpflanzen hat zuletzt keinen andern Zweck, als die Hervorbringung -eines Maximums der zur Assimilation und Respiration dienenden Stoffe, -auf dem möglichst kleinsten Raume. Die Getreide- und Gemüsepflanzen -liefern uns in dem Amylon, dem Zucker, Gummi, nicht nur den Kohlenstoff, -der unsere Organe vor der Einwirkung des Sauerstoffs schützt, und in dem -Organismus die zum Leben unentbehrliche Wärme erzeugt, sondern in dem -Pflanzenfibrin, -Albumin und -Casein noch überdies unser Blut, aus dem -sich die übrigen Bestandtheile des Körpers entwickeln. - -Der fleischessende Mensch athmet wie das fleischfressende Thier auf -Kosten der Materien, die durch die Umsetzung seiner Organe entstanden -sind, und ähnlich wie der Löwe, der Tiger, die Hyäne in den Kasten -unserer Menagerien durch unaufhörliche Bewegung den Umsatz ihrer Gebilde -beschleunigen müssen, um den zur Respiration nöthigen Stoff zu erzeugen, -muß sich der Indianer, des nämlichen Zweckes wegen, den größten -Anstrengungen und mühevollsten Beschwerden unterziehen; er muß Kraft -verbrauchen, lediglich um Stoff zum Athmen zu schaffen. - -Die Cultur ist die Oekonomie der Kraft; die Wissenschaft lehrt uns die -einfachsten Mittel erkennen, um mit dem geringsten Aufwand von Kraft den -größten Effect zu erzielen, und mit gegebenen Mitteln ein Maximum von -Kraft hervorzubringen. Eine jede unnütze Kraftäußerung, eine jede -Kraftverschwendung in der Agricultur, in der Industrie und der -Wissenschaft, so wie im Staate, characterisirt die Rohheit oder den -Mangel an Cultur. - - -~XV.~ - -Die Vergleichung der Zusammensetzung des Urins der fleisch- und -pflanzenfressenden Thiere zeigt auf eine evidente Weise, daß der Act der -Umsetzung der Gebilde in beiden in der Zeit und Form verschieden ist. - -Der Harn der fleischfressenden Thiere ist sauer, wir haben darin -alkalische Basen mit Harnsäure, mit Phosphorsäure und Schwefelsäure -vereinigt. Wir wissen genau, aus welcher Quelle diese beiden Säuren -stammen. Alle Gebilde, bis auf Zellen und Membranen, enthalten -Phosphorsäure und Schwefel, der durch den Sauerstoff des arteriellen -Blutes in Schwefelsäure verwandelt wird. In den verschiedenen -Flüssigkeiten des Thierkörpers finden wir nur Spuren von phosphorsauren -oder schwefelsauren Salzen, aber in dem Harn finden wir beide in -reichlicher Menge. Es ist klar, sie stammen beide von dem Phosphor und -Schwefel der Gebilde, die sich umgesetzt haben; sie gelangen als -lösliche Salze in das Blut und werden bei ihrem Durchgang durch die -Nieren davon geschieden. - -Der Harn der grasfressenden Thiere ist alkalisch; er enthält -kohlensaures Alkali in überwiegender Menge und eine so geringe Menge von -phosphorsaurem Alkali, daß sie von den meisten Beobachtern übersehen -worden ist. - -Der Mangel, oder, wenn man will, die Abwesenheit der phosphorsauren -Alkalien in dem Harn der grasfressenden Thiere zeigt offenbar, daß diese -löslichen Salze zu bestimmten Zwecken verwendet werden; denn wenn wir -annehmen, ein Pferd verzehre eine dem Gehalte des Stickstoffs (8⁹/₁₀ -Loth) in seinen Nahrungsmitteln entsprechende Menge Pflanzenfibrin oder --Albumin, und wenn wir den umgesetzten Theil der Gebilde gleichsetzen -dem neugebildeten, so ist die Quantität der Phosphorsäure, die wir in -dem Urin (in 3 Pfund, dem täglichen Abgang nach _Boussingault_) finden -müßten, nicht so klein, daß sie nicht mit Leichtigkeit durch die Analyse -nachweisbar wäre (sie betrüge nach dieser Voraussetzung nahe an 0,8 -~pCt.~), allein, wie bemerkt, die meisten Beobachter haben keine -Phosphorsäure darin auffinden können. - -Die Phosphorsäure, welche in Folge der Umsetzung der Gebilde in der Form -von löslichem phosphorsauren Alkali erzeugt wird, kehrt offenbar bei -diesen Thieren in den Organismus zurück, der sie zur Bildung der Gehirn- -und Nervensubstanz nicht entbehren kann. - -Bei den pflanzenfressenden Thieren, die eine verhältnißmäßig so kleine -Quantität von Phosphor oder phosphorsauren Salzen genießen, sammelt der -Organismus offenbar alle durch die Umsetzung der Gebilde erzeugten -löslichen phosphorsauren Salze, und verwendet sie zur Ausbildung der -Knochen und der phosphorhaltigen Bestandtheile des Gehirns; die -Secretionsorgane scheiden sie von dem Blute nicht ab. Die durch -Stoffwechsel in Freiheit gesetzte Phosphorsäure tritt nicht als -phosphorsaures Natron aus; wir finden sie in den festen Excrementen in -der Form von unlöslichen phosphorsauren Erden. - - -~XVI.~ - -Vergleichen wir die Fähigkeit der Zunahme an Masse, die Kraft der -Assimilation in den gras- und fleischfressenden Thieren, so führen die -gewöhnlichsten Beobachtungen auf einen großen Unterschied. - -Eine Spinne, welche mit dem größten Heißhunger das Blut der ersten -Fliege aussaugt, wird durch die zweite und dritte Fliege in ihrer Ruhe -nicht gestört; eine Katze frißt die erste, vielleicht die zweite Maus, -und wenn sie auch die dritte tödtet, sie wird von ihr nicht verzehrt. -Ganz ähnliche Beobachtungen hat man an Löwen und Tigern gemacht; sie -verzehren ihre Beute erst dann, wenn sich in ihnen das Bedürfniß des -Hungers regt. Zur bloßen Erhaltung bedürfen die fleischfressenden Thiere -an sich einer geringeren Menge von Nahrung schon deshalb, weil ihre Haut -keine Schweißporen hat, weil sie also bei gleichem Volum weit weniger -Wärme verlieren, als die Grasfresser, welche die verlorne Wärme durch -die Nahrung ersetzen müssen. - -Wie ganz anders zeigt sich die Stärke und Intensität des vegetativen -Lebens bei den pflanzenfressenden Thieren! Ein Schaf, eine Kuh auf der -Weide, sie fressen mit geringer Unterbrechung so lange die Sonne am -Himmel steht. Ihr Organismus besitzt die Fähigkeit, alle Nahrung, die -sie mehr genießen, als sie zur Reproduction bedürfen, in Bestandtheile -ihres Körpers zu verwandeln. - -Alles Blut, was mehr erzeugt wird, als zum Ersatz an verbrauchtem Stoff -erforderlich ist, wird zur Zelle und Muskelfaser; das pflanzenfressende -Thier wird bei gesteigerter Nahrung fleischig oder feist, während das -Fleisch des fleischfressenden ungenießbar, zähe und sehnenartig bleibt. - -Denken wir uns nur einen Hirsch, ein Reh oder einen Hasen, welche -ähnliche Nahrungsmittel genießen, wie das Rindvieh oder Schaf, so ist es -evident, daß bei Ueberfluß an Nahrung ihre Zunahme an Masse (ihr -Feistwerden) abhängig ist von der Menge des genossenen Pflanzenalbumins, --Fibrins oder -Caseins. Bei einer freien ungehinderten Bewegung nehmen -sie Sauerstoff genug auf, um den Kohlenstoff des genossenen Gummi’s, des -Amylons, des Zuckers und überhaupt aller löslichen stickstofffreien -Nahrungsmittel verschwinden zu machen. - -Ganz anders stellt sich dieses Verhältniß bei unseren Hausthieren, wenn -wir bei reichlicher Nahrung die Abkühlung und Exhalationsprocesse -hindern, wenn wir sie in unseren Ställen füttern, wo die freie Bewegung -unterdrückt ist. - -Das Thier, welches den Stall nicht verläßt, frißt und ruht bloß, um zu -verdauen, es nimmt in der Form von stickstoffhaltigen Stoffen weit mehr -Nahrung auf, als es zur Reproduktion bedarf, und in gleicher Zeit mit -diesen genießt es weit mehr stickstofffreie Substanzen, als zur -Unterhaltung des Reproductionsprocesses und zum Ersatz an verlorner -Wärme nöthig sind. Mangel an Bewegung und Abkühlung ist aber -gleichbedeutend einem Mangel an Zufuhr von Sauerstoff; es nimmt, da -diese vermindert sind, bei weitem weniger Sauerstoff auf, als zur -Verwandlung des in der stickstofffreien Nahrung genossenen Kohlenstoffs -in Kohlensäure erforderlich ist. Nur ein kleiner Theil dieses -Ueberschusses von Kohlenstoff tritt aus dem Körper bei Pferden und dem -Rindvieh in der Form von Hippursäure aus, alles übrige wird zur -Erzeugung einer Materie verwendet, die sich nur in kleinen Quantitäten -als Bestandtheil der Nerven und des Gehirns vorfindet. - -Im normalen Zustand der Bewegung und Arbeit enthält der Urin des -Rindviehs und Pferdes Benzoesäure (mit 14 At. Kohlenstoff), sobald es -ruhig im Stalle steht, hingegen Hippursäure (mit 18 At. Kohlenstoff). - -Das Fleisch der wilden Thiere ist fettlos, die Hausthiere dagegen -bedecken sich bei der Mästung mit Fett. - -Lassen wir das fette Thier in freier Luft sich bewegen oder schwere -Lasten ziehen, so verschwindet wieder das Fett. - -Es ist offenbar, die Fettbildung im Thierkörper wird bedingt durch ein -Mißverhältniß in der Menge der genossenen Nahrungsmittel und des durch -Lunge und Haut aufgenommenen Sauerstoffs. - -Ein Schwein wird bei Mästung mit stickstoffreichen Nahrungsmitteln -feist; bei Kartoffel- (Amylon-) Fütterung erhält es wenig Fleisch, aber -eine Decke von Speck. Die Milch einer Kuh, welche bei Stall-Fütterung -eine reichliche Menge Butter enthält, wird auf freier Weide an Käsestoff -reicher und an Fett und Milchzucker in dem nämlichen Verhältniß ärmer. -Durch Bier und amylonhaltige Nahrung wächst der Buttergehalt der -Frauenmilch; Fleischnahrung giebt weniger, aber an Käsestoff reichere -Milch. - -Wenn man erwägt, daß in der ganzen Thierklasse der Carnivoren, die außer -dem verzehrten Fett kein stickstofffreies Nahrungsmittel genießen, die -Fettbildung im Körper höchst unbedeutend ist, daß sie auch bei diesen -zunimmt (wie bei Katzen und Hunden), wenn sie gemischte Nahrung -genießen, daß wir bei den andern Hausthieren die Fettbildung steigern -können und zwar nur durch stickstofffreie Nahrungsmittel, so kann man -kaum einen Zweifel hegen, daß die letzteren in einer ganz bestimmten -Beziehung stehen müssen zur Fettbildung. - -Dem natürlichen Gange der Naturforschung gemäß erschließen wir rückwärts -aus den genossenen Nahrungsmitteln die entstandenen Gebilde, aus den -stickstoffhaltigen Pflanzenstoffen die stickstoffhaltigen Bestandtheile -des Blutes, und es ist diesem Gange völlig angemessen, die Beziehungen -der stickstofffreien Nahrungsmittel zu den stickstofffreien -Bestandtheilen des Thierkörpers festzustellen; ein enger Zusammenhang -zwischen beiden kann nicht verkannt werden. - -Vergleichen wir die Zusammensetzung des Milchzuckers, des Amylons und -der andern Zuckerarten mit denen des Hammeltalges, Ochsentalges, -Menschenfettes, so finden wir, daß sie einerlei Verhältniß Kohlenstoff -und Wasserstoff enthalten und lediglich in dem Gehalte an Sauerstoff von -einander abweichen. - -Hammeltalg, Menschenfett, Schweineschmalz enthalten nach den Analysen -_Chevreul’s_ 79 ~pCt.~ Kohlenstoff auf 11,1 ~pCt.~, 11,4 ~pCt.~, 11,7 -~pCt.~ Wasserstoff[E17]. - -Das Amylon enthält auf 44,91 Kohlenstoff 6,11 Wasserstoff; der Zucker -und das Gummi 42,58 Kohlenstoff 6,37 Wasserstoff[E18]. - -Nun ist aber aus dem Folgenden einleuchtend, daß diese Zahlen, welche -das relative Gewichtsverhältniß des Kohlenstoffs und Wasserstoffs im -Amylon, im Zucker und im Gummi ausdrücken, zu einander in dem nämlichen -Verhältniß stehen, wie der Kohlenstoff und Wasserstoff in den -verschiedenen Fetten. - - 44,91 : 6,11 = 79 : 10,99 - 42,58 : 6,37 = 79 : 11,8. - -Es ist hieraus klar, daß durch ein einfaches Austreten von Sauerstoff, -Amylon, Zucker und Gummi übergehen können in Fett, oder, wenn man will, -in einen Körper, welcher genau die Zusammensetzung des Fetts besitzt. -Nehmen wir in der That von der Formel des Amylon 9 Atome Sauerstoff -hinweg, so haben wir in 100 Theilen: - - ~C₁₂~ 79,4 - ~H₂₀~ 10,8 - ~O~ 9,8. - -Die nächste empirische Formel des Fetts ist ~C₁₁H₂₀O~; sie giebt in 100 -Theilen: - - ~C₁₁~ 78,9 - ~H₂₀~ 11,6 - ~O~ 9,5. - -Nach dieser Formel würden sich von dem Amylon die Elemente von 1 Atom -Kohlensäure und 7 Atome Sauerstoff getrennt haben. - -Mit diesen beiden Formeln stimmt aber sehr nahe die von allen -verseifbaren fetten Körpern überein. - -Nehmen wir von drei Atomen Milchzucker ~C₅₆H₇₂O₃₆~ die Elemente hinweg -von 4 Atomen Wasser und lassen wir 31 Atome Sauerstoff austreten, so -haben wir ~C₃₆H₆₄O~, eine Formel, welche ein genauer Ausdruck ist für -die Zusammensetzung des Cholsterins[E19]. - -Gleichgültig, welche Ansicht man auch über die Entstehung der fetten -Bestandtheile des Thierkörpers haben mag, soviel ist unläugbar gewiß, -daß die Wurzeln und Kräuter, welche die Kuh verzehrt, keine Butter -enthalten, daß in dem Heu und der Nahrung des Rindviehs kein Ochsentalg, -in der Kartoffelschlempe, welche die Schweine bekommen, kein -Schweineschmalz und in dem Futter der Gänse und des Geflügels kein -Gänsefett oder Kapaunenfett enthalten ist. Die großen Massen von Fett in -dem Körper dieser Thiere erzeugt ihr Organismus, und aus dieser -Thatsache, ihrem wahren Werthe nach anerkannt, muß geschlossen werden, -daß von den Bestandtheilen der genossenen Nahrung eine gewisse Quantität -Sauerstoff in irgend einer Form austritt, denn ohne eine solche -Ausscheidung von Sauerstoff kann kein Fett aus irgend einem Bestandtheil -der Nahrung gebildet werden. - -Die chemische Analyse giebt auf die bestimmteste Weise zu erkennen, daß -in den Nahrungsmitteln, die ein Thier verzehrt, sich eine gewisse Menge -Kohlenstoff und Sauerstoff befinden, die, in Aequivalenten ausgedrückt, -folgende Reihe bilden. - - Im Pflanzenfibrin, -Albumin, -Casein - sind enthalten auf 120 Aeq. Kohlenstoff 36 Aeq. Sauerstoff - Im Amylon „ „ „ 120 „ „ 100 „ „ - Im Rohr- - zucker „ „ „ 120 „ „ 110 „ „ - Im Trauben- - zucker „ „ „ 120 „ „ 140 „ „ - Im Gummi „ „ „ 120 „ „ 110 „ „ - Im Milch- - zucker „ „ „ 120 „ „ 120 „ „ - -Nun sind aber in allen fetten Substanzen im Mittel _auf 120 Aeq. -Kohlenstoff nur 10 Aeq. Sauerstoff enthalten_. - -Da nun der Kohlenstoff der fetten Bestandtheile des Thierkörpers von den -Nahrungsmitteln stammt, indem es keine andere Quelle giebt, die ihn -liefern könnte, so ist klar, in der Voraussetzung, das Fett entstehe aus -Albumin, Fibrin oder Casein, daß für je 120 Aeq. Kohlenstoff, die sich -als Fett abgelagert haben, 26 Aeq. Sauerstoff von den Bestandtheilen -dieser Nahrungsmittel austreten müssen, es ist ferner klar, daß, wenn -wir annehmen, das Fett entstehe aus Amylon, 90 Aeq., aus Zucker 100 und -aus Milchzucker 110 Aeq. Sauerstoff abgeschieden werden müssen. - -Es giebt also nur einen einzigen Weg, auf welchem die Fettbildung im -Thierkörper möglich ist, und dieser ist absolut der nämliche, auf -welchem die Fettbildung in den Pflanzen vor sich geht, es ist eine -Scheidung und Trennung des Sauerstoffs von den Bestandtheilen der -Nahrungsmittel. - -Der Kohlenstoff, den wir in den Samen und Früchten der Pflanzen in der -Form von Oel und Fett abgelagert finden, er war früher ein Bestandtheil -der Atmosphäre, er wurde als Kohlensäure von der Pflanze aufgenommen. -Sein Uebergang in Fett wurde unter Mitwirkung des Lichtes durch die -vegetative Lebensthätigkeit bewirkt, der größte Theil des Sauerstoffs -dieser Kohlensäure kehrte als Sauerstoffgas in die Luft zurück[F3][E20]. - - [3] Ueber die Bildung des Wachses aus Honig bei den Bienen siehe - Anhang. - -Im Gegensatz zu dieser Lebensäußerung in der Pflanze wissen wir, daß der -Thierorganismus Sauerstoff aus der Luft aufsaugt und daß dieser -Sauerstoff in der Form einer Kohlenstoff- oder Wasserstoffverbindung -wieder austritt, wir wissen, daß durch den Akt der Bildung von -Kohlensäure und Wasser die constante Temperatur des Körpers -hervorgebracht wird, daß ein Oxydationsproceß die einzige und -Hauptquelle der animalischen Wärme ist. - -Mag das Fett in Folge einer Zersetzung des Fibrins oder Albumins, der -Hauptbestandtheile des Blutes gebildet werden, mag es aus Amylon, aus -Zucker, aus Gummi oder Milchzucker entstehen, das Resultat der -Zersetzung muß begleitet seyn, von einer Ausscheidung des Sauerstoffs, -von den Bestandtheilen dieser Nahrungsmittel, aber dieser Sauerstoff -tritt nicht als Sauerstoffgas aus dem Thierkörper aus, eben weil er in -dem Organismus selbst, Stoffe vorfindet, welche die Fähigkeit haben, -eine Verbindung mit ihm einzugehen; er tritt in der nämlichen Form aus, -wie der durch Lunge und Haut aus der Luft aufgenommene Sauerstoff. - -Man beobachtet leicht, in welchem merkwürdigen Zusammenhange die -Fettbildung mit dem Respirationsproceß steht. - - -~XVII.~ - -Der abnorme Zustand, durch den Ablagerung von Fett in dem Thierkörper -bewirkt wird, beruht, wie früher erwähnt worden, auf einem Mißverhältniß -in der Menge des genossenen Kohlenstoffs und dem durch Haut und Lunge -aufgenommenen Sauerstoff. Im normalen Zustande wird eben so viel -Kohlenstoff ausgeführt wie eingeführt, der Körper erhält kein -Uebergewicht an kohlenstoffreichen und stickstofflosen Bestandtheilen. - -Steigern wir die Zufuhr der kohlenstoffreichen Nahrungsmittel, so bleibt -nur in dem Fall das normale Verhältniß, wenn durch Bewegung und -Anstrengung der Umsatz befördert, wenn in gleichem Grade die Zufuhr an -Sauerstoff vermehrt wird. - -Jede Art von Fettbildung ist stets die Folge eines Mangels an -Sauerstoff, der zur Vergasung des im Ueberschusse zugeführten -Kohlenstoffs unbedingt erforderlich ist. Dieser als Fett sich ablagernde -Kohlenstoff, er zeigt sich bei dem Beduinen, bei dem Araber der Wüste -nicht, der mit Stolz seine muskelstarken, magern, fettfreien, -sehnenartigen Glieder dem Reisenden zeigt und in Liedern besingt, er -zeigt sich aber bei der kärglichen Nahrung in den Kerkern und -Gefängnissen als Aufgedunsenheit, er zeigt sich in dem Weibe des Orients -und in den wohlbekannten Bedingungen des Mästens bei unseren -Hausthieren. - -Die Erzeugung von Fett beruht auf einem Mangel an Sauerstoff, allein in -ihr, in der Fettbildung selbst, öffnet sich dem Organismus eine Quelle -von Sauerstoff, eine neue Ursache der Wärmeerzeugung. - -Der in Folge der Fettbildung freiwerdende Sauerstoff, er tritt aus dem -Körper als eine Kohlenstoff- oder Wasserstoffverbindung aus, mag nun -dieser Kohlenstoff oder Wasserstoff von der Substanz selbst, die auch -den Sauerstoff zuführte, oder mag er von einer andern Verbindung -genommen worden sein, es muß durch diese Kohlensäure- oder Wasserbildung -ebensoviel Wärme entwickelt werden, wie wenn wir eine gleiche Menge -Kohlenstoff oder Wasserstoff in der Luft oder im Sauerstoffgas verbrannt -hätten. - -Wenn wir uns denken, daß sich von 2 Aeq. Amylon 18 Aeq. Sauerstoff -trennen, daß sich diese 18 Aeq. Sauerstoff mit 9 Aeq. Kohlenstoff aus -der Galle, z. B. zu Kohlensäure, verbunden hätten, so ist niemand -zweifelhaft darüber, daß in diesem Fall gerade so viel Wärme entwickelt -werden muß, wie wenn wir diese 9 Atome Kohlenstoff direct verbrannt -hätten. In dieser Form wäre also die Wärmeentwickelung in Folge der -Fettbildung nicht bestreitbar; sie kann also nur für den Fall -hypothetisch sein, wo sich von einer und derselben Substanz Kohlenstoff -und Sauerstoff in den Verhältnissen, wie in der Kohlensäure, trennen. - -Wenn wir z. B. voraussetzen, daß sich von 2 At. Amylon, ~C₂₄H₄₀O₂₀~ die -Elemente von 9 At. Kohlensäure abscheiden, so würden wir eine Verbindung -übrig behalten, welche auf 15 At. Kohlenstoff, 40 At. Wasserstoff und 2 -At. Sauerstoff enthält: - - ~C₁₅H₄₀O₂~ + ~C₉O₁₈~ = ~C₂₄H₄₀O₂₀~. - -Oder wenn wir annehmen, daß Sauerstoff aus Amylon in der Form von -Kohlensäure und Wasser austritt, so würden wir bei Abscheidung der -Bestandtheile von 6 At. Wasser und 6 At. Kohlensäure die Verbindung -~C₁₈H₂₃O₂~ übrig behalten. - -Diese Form der Ausscheidung des Sauerstoffs festgestellt, bleibt zu -entscheiden übrig, ob die auftretende Kohlensäure und das Wasser in dem -Amylon als solche enthalten waren oder nicht. - -War die Kohlensäure und das Wasser fertig gebildet in dem Amylon, so -konnte die Trennung vor sich gehen, ohne von einer Wärmeentwickelung -begleitet zu sein, war hingegen der Kohlenstoff und Wasserstoff in einer -andern Form in dem Amylon (oder der Verbindung, aus der sich das Fett -gebildet haben mag) zugegen, so ist klar, daß eine Aenderung in der -Anordnung der Atome vor sich gegangen ist, in deren Folge sich die Atome -des Kohlenstoffs und Wasserstoffs mit den Atomen des Sauerstoffs zu -Kohlensäure und Wasser vereinigt haben. - -So weit nun chemische Forschungen reichen, kann aus dem bekannten -Verhalten des Amylons und der Zuckerarten kein anderer Schluß gezogen -werden, als daß sie keine fertig gebildete Kohlensäure enthalten. - -Wir kennen nun eine große Anzahl von Umsetzungsprocessen ähnlicher Art, -wo sich die Elemente der Kohlensäure und des Wassers von gewissen -vorhandenen Verbindungen trennen, und wir wissen mit Bestimmtheit, daß -alle diese Zersetzungsweisen begleitet sind von einer Wärmeentwickelung, -gerade so, wie wenn sich Kohlenstoff und Wasserstoff direct mit -Sauerstoff verbinden. - -Ein solches Austreten von Kohlensäure haben wir in allen Gährungs- und -Fäulnißprocessen, sie sind ohne Ausnahme begleitet von einer -Entwickelung von Wärme. - -In der Gährung einer zuckerhaltigen Flüssigkeit tritt in Folge einer -Umsetzung der Elemente des Zuckers eine gewisse Menge seines -Kohlenstoffs und Sauerstoffs zu Kohlensäure zusammen, welche sich -gasförmig abscheidet, und als Resultat dieser Zersetzung haben wir eine -sauerstoffarme, flüchtige, brennbare Flüssigkeit, nämlich Alkohol. - -Wenn wir zu zwei Atomen Zucker die Elemente treten lassen von 12 At. -Wasser und von der erhaltenen Summe der Atome 24 Atome Sauerstoff -hinwegnehmen, so haben wir 6 At. Alkohol (~C₂₄H₄₈O₂₄~ + ~H₂₄O₁₂~) - -~O₂₄~ = ~C₂₄H₇₂O₁₂~ = 6 At. Alkohol. - -Diese 24 At. Sauerstoff reichen hin, um ein drittes Atom Zucker -vollkommen zu verbrennen, seinen Kohlenstoff in Kohlensäure zu -verwandeln, und wir erhalten durch diese Verbrennung die 12 At. Wasser -wieder, die wir hinzutreten ließen, gerade so, als ob sie keine Rolle -hierbei gespielt hätten. - - ~C₁₂H₂₄O₁₂~ + ~O₂₄~ = 12 ~CO₂~ + 12 ~H₂O~. - -Nach der gewöhnlichen Ansicht trennen sich von 3 At. Zucker 12 Atome -Kohlenstoff in der Form von Kohlensäure: wir bekommen 6 At. Alkohol, in -beiden also dieselben Produkte, wie wenn der eine Theil Zucker an den -andern Theil Sauerstoff abgegeben hätte und dessen Bestandtheile auf -Kosten dieses Sauerstoffs verbrannt worden wären. - - ~C₃₆H₇₂O₃₆~ = ~C₂₄H₇₂O₁₂~ + 12 ~CO₂~[F4]. - - [4] In Beziehung auf das Verständniß der Formeln siehe die Einleitung - zum Anhang. - -Man beobachtet leicht, daß die Spaltung eines Körpers in Kohlensäure und -eine an Sauerstoff arme Verbindung völlig gleichbedeutend ist in ihrem -Resultate einer Ausscheidung von Sauerstoff und einer Verbrennung von -einem Theile der Substanz auf Kosten dieses Sauerstoffs. - -Es ist wohlbekannt, daß sich die Temperatur einer gährenden Flüssigkeit -erhöht, und wenn wir annehmen, daß ein Stückfaß Most = 600 Darmstädter -Maaß = 1200 Litres = 2400 Pfund, 16 ~pCt.~ Zucker, im Ganzen also 384 -Pfund Zucker enthalte, so muß während der Gährung dieses Zuckers eine -Wärmemenge frei werden, welche derjenigen gleich ist, die sich bei der -Verbrennung von 51 Pfund Kohlenstoff entwickelt. - -Dies ist ausdrückbar durch eine Wärmequantität, wodurch jedes Pfund der -Flüssigkeit auf 165¹/₂ Grad erhoben werden kann, vorausgesetzt, daß die -Zersetzung des Zuckers in einem unmeßbaren Zeittheilchen vor sich ginge. -Dies ist bekanntlich nicht der Fall, die Gährung dauert 5-6 Tage und die -165¹/₂ Wärmegrade empfängt jedes Pfund Flüssigkeit während eines -Zeitraums von 120 Stunden. In der Stunde wird also eine Wärmemenge -entwickelt, durch welche jedes Pfund Flüssigkeit um 1⁴/₁₀ Grad an -Temperatur zunimmt, eine Erhöhung, welche durch äußere Abkühlung im -Keller, durch Verdunstung von Wasser und Alkohol beträchtlich -herabgestimmt wird. - - -~XVIII.~ - -Die Fettbildung, mit bekannten analogen Erscheinungen der Trennung von -Sauerstoff verglichen, ist demnach von einer Wärmeentwicklung begleitet; -sie ersetzt dem thierischen Körper eine gewisse Menge des zu den vitalen -Processen unentbehrlichen, atmosphärischen Sauerstoffs, und zwar in -allen denjenigen Fällen, wo der durch Haut und Lunge eingeathmete -Sauerstoff nicht hinreicht, um den vorhandenen und dazu geeigneten -Kohlenstoff in Kohlensäure zu verwandeln. - -Dieser Ueberschuß von Kohlenstoff, welcher in dem Körper zu einem -Bestandtheil der Organe nicht verwendet werden kann, lagert sich in der -Form von Talg oder Oel in Zellen ab. - -In jedem Momente des Lebens eines Thieres tritt Fettbildung ein, wo ein -Mißverhältniß zwischen dem durch die Nahrung zugeführten Kohlenstoff und -dem eingeathmeten Sauerstoff statt hat; es trennt sich Sauerstoff in -Folge einer Umsetzung von vorhandenen Verbindungen, und dieser -Sauerstoff tritt als Kohlensäure oder Wasser aus dem Körper aus. Die -hierbei entwickelte Wärme trägt dazu bei, um die constante Temperatur -des Körpers zu erhalten. Ein jedes Pfund Kohlenstoff, welches seinen -Sauerstoff, mit dem es Kohlensäure bildet, von Materien erhielt, die in -Fett übergingen, muß so viel Wärme entwickeln, daß man damit 200 Pfunde -Wasser auf 39 Grade erheben kann. - -In der Fettbildung schafft die Lebenskraft sich selbst ein Mittel, um -dem Mangel an Sauerstoff und an der zu den vitalen Processen nöthigen -Wärme zu begegnen. - -Die Erfahrung zeigt, daß das Anbinden der Füße bei dem Geflügel und eine -mittlere Temperatur ein Maximum von Fettbildung nach sich zieht. Diese -Thiere sind in diesem Zustande einer Pflanze vergleichbar, die im -eminenten Grade die Fähigkeit besitzt, alle Nahrungsstoffe in Theile -ihrer selbst zu verwandeln. Die im Ueberschuß zugeführten -Blutbestandtheile werden zu Fleisch, zu Bestandtheilen der Gebilde, -Amylon und die stickstofffreien Materien verwandeln sich in Fett. Bei -dem Fettwerden auf Kosten stickstofffreier Nahrungsstoffe nehmen nur -gewisse Theile des Organismus an Volumen zu; so ist die Leber einer -gemästeten Gans 4-5mal größer, wie die einer ungemästeten, ohne daß man -damit sagen kann, daß die Substanz der Leber selbst eine Zunahme -erfahren hat. Während die Leber der ungemästeten Gans fest und elastisch -ist, zeigt die der gemästeten eine weiche schwammige Beschaffenheit; der -Unterschied liegt lediglich in einer mehr oder minderen Erweiterung der -Zellen, ausgefüllt durch Fett. - -In einigen Krankheiten erleiden nachweisbar die amylonreichen -Stoffe diejenigen Veränderungen nicht, die sie befähigen, den -Respirationsproceß zu unterhalten oder in Fett überzugehen. In dem -~diabetes mellitus~ wird das Amylon nicht weiter als in Zucker -verwandelt, der ohne eine Verwendung zu finden aus dem Körper entfernt -wird. - -Wir finden ferner in andern Krankheiten, bei Leberentzündungen z. B., -das Blut reich an Oel und Fett, und mit der Vorstellung, daß unter -gewissen Bedingungen gewisse Bestandtheile der Galle in Fett -metamorphosirt werden, steht die Zusammensetzung der Galle nicht in -Widerspruch. - - -~XIX.~ - -Nach dem Vorgehenden lassen sich die Nahrungsmittel der Menschen -eintheilen in zwei Klassen: in _stickstoffhaltige_ und in -_stickstofffreie_. Die ersteren besitzen die Fähigkeit, in Blut -überzugehen, den andern geht diese Eigenschaft ab. - -Aus den Nahrungsmitteln, welche sich zur Blutbildung eignen, entstehen -die Bestandtheile der Organe, die andern dienen im normalen Zustande der -Gesundheit zur Unterhaltung des Respirationsprocesses. Die -stickstoffhaltigen bezeichnen wir als _plastische Nahrungsmittel_, die -stickstofffreien nennen wir _Respirationsmittel_. - - Plastische Nahrungsmittel sind: Respirationsmittel sind: - - Pflanzenfibrin Fett - Pflanzenalbumin Amylon - Pflanzencasein Gummi - Fleisch und Blut der Thiere die Zuckerarten - Pectin - Bassorin &c. - Wein - Bier - Branntwein. - - -~XX.~ - -Als eine ganz allgemeine Thatsache, welcher bis jetzt keine einzige -Erfahrung entgegensteht, haben die Untersuchungen ergeben, daß alle -stickstoffhaltigen Bestandtheile der Pflanzen eine mit den -Hauptbestandtheilen des Blutes gleiche Zusammensetzung besitzen. - -Kein stickstoffhaltiger Körper, dessen Zusammensetzung abweicht von der -des Fibrins, Albumins und Caseins, ist vermögend, den Lebensproceß im -Thiere zu unterhalten. - -Der Thierorganismus besitzt ohnstreitig die Kraft, aus den -Bestandtheilen seines Blutes die Substanz seiner Membranen und Zellen, -der Nerven und des Gehirns, die organischen Bestandtheile der Rippen, -Knorpel und Knochen zu erzeugen, allein sein Blut muß ihm, bis auf die -Form, fertig gebildet dargeboten werden, und wenn dies nicht geschieht, -so ist damit der Blutbildung und dem Leben eine Grenze gesetzt. - -Von diesem Gesichtspunkte aufgefaßt, ist es leicht erklärlich, woher es -kommt, daß die leimgebenden Gebilde, die Gallerte der Knochen und Häute, -zur Ernährung und zur Unterhaltung des Lebensprocesses sich nicht -eignen, denn ihre Zusammensetzung ist ungleich der des Fibrins und -Albumins im Blute. Dies will natürlich nichts anders sagen, als daß die -Organe in dem Thierkörper, welche die Blutbildung vermitteln, die Kraft -nicht besitzen, um eine Metamorphose in der Anordnung der Elemente der -Gallerte (leim- und chondringebenden Gebilde) zu bewirken. Die -Leimgebilde, die Gallerte der Knochen, Membranen, Zellen und Häute -erleiden in dem Thierkörper durch den Einfluß des Sauerstoffs und der -Feuchtigkeit eine fortdauernde Veränderung, ein Theil davon tritt aus -und muß aus dem Blute wieder erneuert werden, aber diese Verwandlung und -Wiederherstellung ist offenbar in sehr enge Grenzen eingeschlossen. - -Während in dem Körper des Verhungernden und Kranken das Fett -verschwindet und die Muskelsubstanz die Form von Blut wieder annimmt, -sehen wir die Sehnen und Membranen ihren Zustand behaupten, alle Glieder -des Todten behalten ihren Zusammenhang, den sie diesen Gebilden -verdanken. - -Auf der andern Seite sehen wir, daß von einem Knochen, den ein Hund -verschluckt hat, nur die Knochenerde wieder abgeht, daß die Gallerte in -seinem Körper völlig verschwunden ist; die nämliche Beobachtung machen -wir an Menschen, die als Nahrungsmittel verhältnißmäßig mehr Gallerte -(in Fleischbrühe) als andere Stoffe genießen, daß sie weder in dem Urin, -noch in den Faeces austritt; sie hat also offenbar eine Veränderung -erlitten und in dem Körper zu gewissen Zwecken gedient. - -Es ist klar, daß sie in einer andern Form aus dem Körper wieder -austritt, als die ist, in welcher sie genossen worden ist. - -Für den Uebergang des Albumins in Blut, zu einem Bestandtheil eines -fibrinhaltigen Organs, läßt sich in der gleichen Zusammensetzung beider -kein Widerspruch entnehmen. Wir finden im Gegentheile die Verwandlung -eines löslichen und gelös’ten Stoffes in einen nichtlöslichen Träger der -Lebensthätigkeit begreiflich und in chemischer Beziehung erklärt, eben -weil sie in ihrer Zusammensetzung identisch sind. So ist denn die -Meinung einer näheren Begründung nicht unwürdig, daß die in Auflösung -genossene Gallerte in dem Organismus wieder zur Zelle und zu Membranen, -zu einem Bestandtheil der Knochen wird; daß sie dazu dienen kann, um die -leimgebenden Gebilde, welche eine Veränderung erlitten haben, zu -erneuern und ihre Masse zu vermehren. - -Und wenn die Kraft zur Reproduction im ganzen Körper sich mit dem -Zustand der Gesundheit ändert, so muß, wenn auch die Fähigkeit der -Blutbildung die nämliche bliebe, die organische Kraft, durch welche die -Bestandtheile des Bluts zu Membranen und Zellen werden, im Zustand der -Krankheit nothwendig abgenommen haben; die Intensität der Lebenskraft, -ihre Fähigkeit, Metamorphosen überhaupt zu bewirken, sie nimmt im -Kranken, in seinem Magen sowohl, wie in allen Theilen seines Körpers ab. -In diesem Zustande zeigt die practische Medizin, daß die löslich -gemachten leimgebenden Gebilde einen ganz entschiedenen Einfluß auf das -Befinden des Körpers äußern; in einer Form dargeboten, in der sie sich -zur Assimilation eignen, dienen sie zur Ersparung von Kraft, ähnlich so -wie es für den Magen durch zweckmäßig zubereitete Speise geschieht. Die -Knochenbrüchigkeit bei den grasfressenden Thieren ist offenbar die Folge -einer Schwäche in denjenigen Theilen des Organismus, welche bestimmt -sind, die Metamorphosen der Blutbestandtheile in Zellensubstanz zu -bewirken, und wenn die Angaben von Aerzten, die sich im Oriente -aufgehalten haben, Vertrauen verdienen, so haben die türkischen Weiber -in der Reisnahrung und in den häufigen Klystieren von Fleischbrühe die -Bedingungen vereinigt zur Zellen- und Fettbildung. - - - - -Zweiter Theil. - - Die - Metamorphosen der Gebilde. - - -~I.~ - -1. Die absolute Gleichheit in der Zusammensetzung der Hauptbestandtheile -des Bluts und der stickstoffhaltigen Nahrungsmittel der Thiere wäre vor -wenigen Jahren noch ein Argument gewesen, um das Resultat der chemischen -Analyse zu leugnen, zu einer Zeit, wo man noch nicht die Erfahrung -gemacht hatte, daß es eine Menge stickstoffhaltiger und stickstofffreier -Körper giebt, die bei einer großen Verschiedenheit in ihren -physikalischen Eigenschaften eine vollkommen gleiche procentische -Zusammensetzung besitzen, von denen manche sogar die nämliche Anzahl von -Atomen an Elementen enthalten. - -2. Wir kennen z. B. in der _Cyanursäure_ einen stickstoffhaltigen -Körper, welcher in schönen klaren Octaedern krystallisirt, die sich in -Wasser und Säuren mit Leichtigkeit lösen, in dem _Cyamelid_ haben wir -einen zweiten Körper, welcher in Wasser und Säuren absolut -unlöslich, weiß, zusammenhängend und undurchsichtig wie Porzellan oder -locker wie Bittererde ist, eine dritte Substanz kennen wir in dem -_Cyansäurehydrat_, welche flüchtiger wie starke Essigsäure, auf der Haut -Blasen zieht und mit Wasser nicht zusammengebracht werden kann, ohne -augenblicklich in neue Produkte zerlegt zu werden. Diese drei Stoffe -zeigen nicht allein in der Analyse ein absolut gleiches -Gewichtsverhältniß an Elementen, sondern sie können auch der eine in den -andern vorwärts und rückwärts verwandelt werden und zwar in hermetisch -geschlossenen Gefäßen, ohne daß also an dieser Verwandlung ein Stoff von -Außen Antheil nimmt[E21]. Unter den stickstofffreien Substanzen kennen -wir in dem _Aldehyd_ eine mit Wasser mischbare brennbare Flüssigkeit, -welche in der Wärme der Hand schon siedet, mit großer Begierde -Sauerstoff aus der Luft anzieht und sich in Essigsäure verwandelt. -Dieser Aldehyd läßt sich selbst in zugeschmolzenen Gefäßen nicht -aufbewahren, schon nach Stunden oder Tagen ändert sich seine -Beschaffenheit, seine Flüchtigkeit, seine Fähigkeit Sauerstoff -anzuziehen; es setzen sich lange farblose, harte Nadeln darin ab, welche -bei Siedhitze des Wassers noch nicht flüchtig sind, und die Flüssigkeit, -in welcher es geschieht, ist kein Aldehyd mehr, sie siedet erst bei 60°, -mischt sich nicht mehr mit Wasser und krystallisirt in eisähnlichen -Nadeln bei einem geringen Kältegrade. Nichtsdestoweniger hat die Analyse -dargethan, daß diese drei so verschiedenen Substanzen identisch in ihrer -Zusammensetzung sind[E22]. - -3. Einer ähnlichen Dreiheit begegnen wir in dem Albumin, Fibrin und -Casein. Bis auf ihre physikalischen Eigenschaften weichen sie in ihrem -Gehalte an organischen Elementen nicht von einander ab. - -Wenn man Thieralbumin, -Fibrin und -Casein in einer mäßig starken -Kalilauge lös’t und diese Flüssigkeit eine Zeitlang einer höhern -Temperatur aussetzt, so werden diese Materien zerlegt. Durch Zusatz von -Essigsäure scheidet sich aus diesen Auflösungen ein gelatinöser, halb -durchscheinender Niederschlag ab, welcher einerlei Beschaffenheit und -Zusammensetzung zeigt, von welcher der genannten drei Thiersubstanzen -derselbe auch dargestellt werden mag. - -_Mulder_, dem wir die Entdeckung dieses Körpers verdanken, fand durch -genaue und sorgfältig ausgeführte Analysen, daß diese Substanz die -nämlichen organischen Elemente, und zwar in demselben relativen -Verhältnisse enthält, wie die Thierstoffe, aus denen sie erhalten worden -war, in der Art also, daß, wenn man von Albumin, Fibrin und Casein die -Aschenbestandtheile, den Schwefel und Phosphor, den sie enthalten, -abzieht, und den Rest der Bestandtheile auf 100 Theile berechnet, man zu -den nämlichen Zahlenverhältnissen, zu denen die Analyse des durch Kali -erhaltenen Zersetzungsproduktes führt, gelangt[E23]. - -Von diesem Gesichtspunkte aus lassen sich die Hauptbestandtheile des -Blutes und der stickstoffhaltigen Nahrungsstoffe der Thiermilch als -Verbindungen von phosphorsauren und andern Salzen, von Phosphor und -Schwefel, mit einem aus Stickstoff, Kohlenstoff, Wasserstoff und -Sauerstoff bestehenden Körper betrachten, in welchem das relative -Verhältniß dieser Elemente nicht wechselt, und dieser Körper läßt sich -als Anfangs- und Ausgangspunkt der ganzen Reihe der übrigen Thiergebilde -ansehen, eben weil sie alle aus dem Blute erzeugt werden. - -Diese Betrachtungsweise veranlaßte _Mulder_, dem erwähnten -Zersetzungsprodukt den Namen _Protein_ zu geben, von πρωτευω »ich nehme -den ersten Platz ein,« und das Blut, oder die Bestandtheile des Blutes -sind hiernach Verbindungen dieses Protein’s mit wechselnden Mengen von -andern nicht organischen Substanzen. - -_Mulder_ fand ferner, daß der in Wasser unlösliche stickstoffhaltige -Bestandtheil des Weizenmehls, das Pflanzenfibrin, durch Behandlung mit -Kali dasselbe Zersetzungsprodukt, nämlich Protein, liefert, und es hat -sich zuletzt ergeben, daß Pflanzenalbumin und Pflanzencasein sich gegen -Kali genau so verhalten, wie Thieralbumin und Thiercasein. - -4. Soweit als unsere Forschungen reichen, kann man es demnach als ein -Erfahrungsgesetz betrachten, daß die Pflanzen in ihrem Organismus -Proteinverbindungen erzeugen und daß sich aus diesen Proteinverbindungen -die zahlreichen Gebilde und Bestandtheile des Thierkörpers unter -Mitwirkung des Sauerstoffs der Luft und der Bestandtheile des Wassers -durch die Lebenskraft entwickeln[F5]. - - [5] Die Erfahrung von _Tiedemann_ und L. _Gmelin_, welche Gänse mit - gekochtem Eiweiß nicht am Leben erhalten konnten, erklärt sich leicht, - wenn man erwägt, daß ein körnerfressendes Thier in der Substanz seiner - umgesetzten Organe, wenn ihm überdies Bewegung mangelt, nicht - Kohlenstoff genug zum Respirationsproceß vorfindet. Zwei Pfunde Eiweiß - enthalten nur 7 Loth Kohlenstoff, von denen in dem letzten Produkt des - Stoffwechsels der vierte Theil und zwar in der Form von Harnsäure - wieder abgeht. - -Obwohl es nun nicht bewiesen werden kann, daß das Protein fertig -gebildet in diesen stickstoffhaltigen Pflanzenstoffen und -Thiersubstanzen enthalten ist, indem die Verschiedenheit ihrer -Eigenschaften darauf hinzudeuten scheint, daß ihre Elemente nicht auf -gleiche Weise mit einander vereinigt sind, so gewährt dennoch, als -Ausgangspunkt für die Entwickelung und Vergleichung ihrer Eigenschaften, -die Annahme der Präexistenz des Proteins viele Bequemlichkeit. -Jedenfalls ordnen sich die organischen Elemente der genannten Substanzen -auf einerlei Weise, wenn sie bei einer höhern Temperatur mit kaustischem -Kali in Berührung gebracht werden. - -Alle organischen stickstoffhaltigen Bestandtheile des Thierkörpers, so -verschieden sie auch in ihrer Zusammensetzung sich darstellen mögen, -stammen vom Protein ab; sie sind daraus gebildet worden durch Aus- oder -Hinzutreten der Bestandtheile des Wassers oder des Sauerstoffs und durch -Spaltung in zwei oder mehrere neue Verbindungen. - -5. Dieser Satz muß als eine unleugbare Wahrheit angenommen werden, wenn -man sich an die Entwickelung des jungen Thieres im Hühnerei erinnert. -Nachweisbar enthält das Hühnerei außer dem Albumin keinen anderen -stickstoffhaltigen Bestandtheil, das Albumin des Dotters ist identisch -mit dem Albumin des Weißen im Ei[E24]; der Dotter enthält ein gelb -gefärbtes Fett, in dem sich Cholsterin und Eisen als Bestandtheile -nachweisen lassen. Wir sehen nun, daß in der Bebrütung des Eies, wo bis -auf den Sauerstoff der Luft kein Nahrungsstoff, keine Materie von Außen -Antheil an dem Entwickelungsproceß nehmen kann, daß sich aus dem -Albumin, Federn, Klauen, Blutkörperchen, Fibrin, Membranen und Zellen, -Arterien und Venen erzeugen; an der Bildung der Gehirn- und -Nervensubstanz mag das Fett des Ei’s einen gewissen Antheil genommen -haben, allein zur Erzeugung der stickstoffhaltigen Träger der -Lebensthätigkeit konnte sein Kohlenstoff nicht verwendet werden, eben -weil das Albumin des Weißen und Dotters im Ei auf den gegebenen -Stickstoffgehalt die zur Hervorbringung der Gebilde nöthige -Kohlenstoffmenge schon enthält. - -6. Der eigentliche Ausgangspunkt aller Gebilde im Thierkörper ist -hiernach das Albumin; alle stickstoffhaltigen Nahrungsstoffe, -gleichgültig, ob sie von Thieren und Pflanzen stammen, verwandeln sich, -ehe sie Theil an dem Nutritionsproceß nehmen, in Albumin. - -Alle Nahrungsstoffe, welche das Thier genießt, werden in seinem Magen -löslich und überführbar in das Blut. An diesem Löslichwerden nimmt außer -dem Sauerstoff der Luft nur eine Flüssigkeit Antheil, welche von den -Wänden des Magens abgesondert wird. - -Die entscheidendsten Versuche der Physiologen haben dargethan, daß der -Verdauungsproceß unabhängig ist von der Lebensthätigkeit, er geht vor -sich in Folge einer rein chemischen Aktion, ganz ähnlich den -Zersetzungs- oder Umsetzungsprocessen, die man mit Fäulniß, Gährung oder -Verwesung bezeichnet. - -7. In der einfachsten Form ausgedrückt ist Gährung und Fäulniß der -Vorgang der Umsetzung (neuen Lagerung) der Elementartheile (Atome) einer -Verbindung, zu einer oder zu mehreren neuen Gruppen (Verbindungen), -welche bewirkt wird durch die Berührung mit andern Körpern, deren -Elementartheile sich selbst im Zustand der Umsetzung (Zersetzung) -befinden. Es ist eine Uebertragung und Mittheilung eines Zustandes der -Bewegung, welche die Atome eines sich in Bewegung befindlichen Körpers -in andern Materien hervorzubringen vermögen, deren Elementartheile nur -mit einer geringen Kraft zusammengehalten sind. - -8. So enthält denn der klare Magensaft eine im Zustand der Umsetzung -befindliche Materie, durch deren Berührung mit den an und für sich im -Wasser unlöslichen Bestandtheilen der Speise, diese die Fähigkeit sich -zu lösen, in Folge einer neuen Gruppirung ihrer Elementartheile, -empfangen. Während der Verdauung enthält der abgesonderte Magensaft eine -freie Mineralsäure, durch deren Gegenwart eine jede weitere Veränderung -aufgehalten wird. - -Daß die Löslichwerdung der Speisen unabhängig von der Lebensthätigkeit -der Verdauungsorgane ist, haben die Physiologen aufs klarste durch eine -Menge der schönsten Versuche dargethan. Speisen, in metallene -durchlöcherte Röhren eingeschlossen, so daß sie mit den Wänden des -Magens nicht in Berührung kommen konnten, verschwinden ebenso leicht und -schnell, sie werden eben so gut verdaut, wie wenn diese Hülle nicht -vorhanden gewesen wäre, und frisch aus dem Körper genommener Magensaft, -in dem man gekochtes Eiweiß, Muskelfleisch bei der Temperatur des -Thierkörpers eine Zeitlang erhält, bewirkt, daß sie ihre feste -Beschaffenheit verlieren; sie lösen sich in der Flüssigkeit auf. - -9. Die in dem Magensaft vorhandene, im Zustand der Veränderung -befindliche Materie ist, wie man kaum bezweifeln kann, ein Produkt der -Umsetzung des Magens selbst. Keine mehr wie die Produkte, welche durch -die fortschreitende Zersetzung der Leim- (Chondrin-?) gebenden Gebilde -erzeugt werden, besitzen in so hohem Grade die Fähigkeit, in andern -Stoffen eine Umsetzung ihrer Bestandtheile hervorzurufen. Wenn man die -Membranen des Magens irgend eines Thieres (den Labmagen des Kalbes z. -B.) durch anhaltendes Waschen mit Wasser reinigt, so zeigt er keine Art -von Wirkung, wenn er mit Zucker, Milch und andern Substanzen -zusammengebracht wird; läßt man dieselben Membranen eine Zeitlang an der -Luft liegen, oder trocknet man sie und bringt sie mit Wasser und den -genannten Substanzen in Berührung, so verwandelt sich der Zucker, je -nach dem Zustand der Zersetzung, in der sich die Thiersubstanz befindet, -in Milchsäure oder in Schleim und Mannit oder in Alkohol und -Kohlensäure; die Milch wird davon augenblicklich zum Gerinnen gebracht. -Eine gewöhnliche Thierblase behauptet in trocknem Zustande ihren Zustand -und alle ihre Eigenschaften unverändert, aber bei Gegenwart von -Feuchtigkeit und Luft geht sie einer Veränderung entgegen, ohne daß man -diese durch besondere äußere Zeichen wahrnimmt; wird sie in diesem -Zustande in eine Auflösung von Milchzucker gelegt, so verwandelt sich -dieser in kurzer Zeit in Milchsäure. - -10. Frischer Labmagen des Kalbes, mit schwacher Salzsäure in Berührung, -ertheilt dieser Flüssigkeit nicht die geringste Fähigkeit, gekochtes -Fleisch oder Eiweiß aufzulösen; war aber der Labmagen vorher getrocknet -worden, oder läßt man ihn eine Zeitlang im Wasser liegen, so lös’t mit -Salzsäure angesäuertes Wasser eine Materie in höchst geringer Menge -daraus auf, deren Zustand der Zersetzung sich in der Auflösung -vollendet; durch die Uebertragung des Aktes der Zersetzung auf das -coagulirte Eiweiß wird es an den Rändern zuerst durchscheinend, dann -schleimig und lös’t sich zuletzt bis auf trübende fette Gemengtheile -völlig auf. Sauerstoff wird durch das arterielle Blut allen Theilen des -Thierkörpers zugeführt, überall befindet sich Feuchtigkeit, in beiden -finden wir die Hauptbedingungen aller Veränderungen im Thierkörper -vereinigt. - -Aehnlich also wie der im Keimungsproceß der Samen in einem Zustande der -Umsetzung seiner Bestandtheile befindliche Körper, dem man den Namen -_Diastase_ gegeben hat, die Löslichwerdung des Amylons (seine -Verwandlung in Zucker) bewirkt, veranlaßt ein Produkt der Metamorphose -der Substanz der Verdauungsorgane, indem sich seine Zersetzung im Magen -vollendet, die Verflüssigung aller der Lösung fähigen Bestandtheile der -Speisen. In gewissen Krankheitszuständen erzeugen sich aus den -stickstofffreien Bestandtheilen der Speisen, aus Amylon und Zucker, -Milchsäure[E25] und Schleim, die nämlichen Produkte, die wir durch -Membranen, welche sich im Zustande der Zersetzung befinden, außerhalb -des Magens hervorbringen können; allein im normalen Zustande der -Gesundheit wird im Magen keine Milchsäure gebildet. - -11. Die Eigenschaft vieler Respirationsmittel, des Amylons und der -Zuckerarten, bei Berührung mit Thiersubstanzen, die sich im Zustande der -Zersetzung befinden, in Milchsäure überzugehen, hat einen Grund bei den -Physiologen abgegeben, um ihre Entstehung während der Verdauung ohne -weiteres anzunehmen, und ihre Fähigkeit, den phosphorsauren Kalk -aufzulösen, veranlaßte sie, der Milchsäure die Rolle eines allgemeinen -Auflösungsmittels zuzuschreiben. Allein es gelang weder _Prout_ noch -_Braconnot_, Milchsäure im Magensafte nachzuweisen, und selbst _Lehmann_ -(s. sein Lehrbuch der physiologischen Chemie I. Bd. S. 285) erhielt aus -dem Magensaft einer Katze nur mikroskopisch erkennbare Krystalle, die er -für milchsaures Zinkoxyd erklärt, obwohl ihr chemischer Charakter nicht -ausgemittelt werden konnte. - -Das Vorhandensein von freier Salzsäure im Magensafte, was _Prout_ zuerst -beobachtete, ist später von allen Chemikern, die sich mit seiner -Untersuchung beschäftigt haben, bestätigt worden. Diese Salzsäure stammt -offenbar von dem Kochsalz her, dessen Natron bei dem Uebergang des -Fibrins und Caseins in Blut eine ganz bestimmte Rolle übernimmt. - -In ihrem Vermögen, Knochenerde aufzulösen, wird die Salzsäure von keiner -organischen Säure übertroffen, und Essigsäure steht in dieser -Eigenschaft der Milchsäure gleich. Von einer Nothwendigkeit der -Gegenwart der Milchsäure während des Verdauungsprocesses kann hiernach -keine Rede sein; mit Bestimmtheit weiß man, daß sie in dem künstlichen -Verdauungsproceß nicht erzeugt wird. _Berzelius_ hat zwar milchsaure -Salze im Blut und Fleisch der Thiere gefunden, allein damals war die -außerordentliche Leichtigkeit und Schnelligkeit noch nicht bekannt, mit -welcher diese Säure bei Gegenwart von Thierstoffen aus einer Menge von -Materien zu entstehen vermag, welche die Elemente der Milchsäure -enthalten. - -In dem Magensafte eines Hundes fand _Braconnot_, neben Salzsäure, -nachweisbare Spuren eines Eisensalzes, was er anfänglich für einen -zufälligen Bestandtheil ansah, dessen Gegenwart sich aber in dem -Magensafte eines zweiten Hundes, den man mit der nöthigen Vorsicht -gewonnen hatte, bestätigte (~Ann. d. chim. et d. phys. T.~ 59. ~S.~ -349). Dieser Eisengehalt ist für die Blutbildung bedeutungsvoll. - -12. An der Wirkung des Magensaftes auf die Speisen nimmt, außer Wasser, -kein anderes Element als der Sauerstoff nachweisbaren Antheil. Dieser -Sauerstoff wird aus der atmosphärischen Luft dem Magen zugeführt. -Während des Kauens der Speisen wird im Munde, durch besonders dazu -bestimmte Organe, eine Flüssigkeit abgesondert, welche die -ausgezeichnete Fähigkeit, Luft schaumartig einzuschließen, in weit -höherem Grade noch wie Seifenwasser besitzt. Diese Luft gelangt durch -den Speichel mit den Speisen in den Magen, wo ihr Sauerstoff eine -Verbindung eingeht; der Stickstoff dieser Luft wird durch Haut und Lunge -ausgeathmet. Je länger die Verdauung dauert, je größeren Widerstand die -Speisen der auflösenden Aktion entgegensetzen, desto mehr Speichel, und -mit ihm desto mehr Luft gelangt in den Magen. Das Wiederkäuen bei -gewissen grasfressenden Thieren hat offenbar noch den Zweck einer neuen -und wiederholten Hinzuführung von Sauerstoff, denn eine vollkommnere -mechanische Zertheilung verkürzt nur die Zeit, in welcher die Auflösung -vor sich geht. - -Aus der ungleichen Menge von Luft, welche bei verschiedenen Thierklassen -bei dem Kauen der Speisen mit dem Speichel in den Magen gelangt, -erklären sich die wohlbegründeten Beobachtungen der Physiologen, welche -die Thatsache außer Zweifel gestellt haben, daß die Thiere durch Haut -und Lunge reines Stickgas ausathmen, eine Erfahrung, die um so wichtiger -ist, da sie in sich selbst den entscheidendsten Beweis trägt, daß der -Stickstoff der Luft in der thierischen Oekonomie keine Verwendung -findet. - -Das Austreten von Stickgas aus Haut und Lunge erklärt sich durch das -Vermögen der Thiergewebe Gase aller Art durchzulassen, was sich durch -die einfachsten Versuche darthun läßt. Eine Blase, die man, mit -kohlensaurem Gas, Stickgas oder Wasserstoffgas gefüllt, wohlverschlossen -in die Luft hängt, verliert in 24 Stunden ihren ganzen Gehalt an diesen -Gasen; durch eine Art von Austausch sind sie nach Außen hin in die -Atmosphäre entwichen, ihren Platz finden wir von atmosphärischer Luft -eingenommen. Ein Darm, ein Magen oder eine Haut, die wir mit diesen -Gasen füllen, verhält sich ganz ähnlich wie die Blase; dieses -Durchlassen der Gase ist eine physikalische Eigenschaft, die allen -thierischen Geweben angehört; wir beobachten sie in dem lebenden Körper -in gleichem Grade wie an den todten Substanzen. - -Man weiß, daß bei Lungenverletzungen nicht selten ein eigenthümlicher -Zustand entsteht, wo beim Athmen die atmosphärische Luft von den -Luftwegen aus in das angränzende Zellgewebe eindringt. Diese Luft wird -durch die Respirationsbewegungen von der Wundstelle aus in dem -Zellgewebe immer weiter fortgetrieben und bildet so den unter dem Namen -Emphysem bekannten Krankheitszustand. Sobald das fernere Eindringen der -atmosphärischen Luft in das Zellgewebe frühzeitig genug verhindert wird, -verliert sich dieser Zustand allmälig von selbst wieder, der Sauerstoff -dieser Luft ist, wie man nicht zweifeln kann, in Verbindung getreten, -das Stickstoffgas ist durch Haut und Lunge ausgeathmet worden. - -Es ist ferner bekannt, daß bei vielen grasfressenden Thieren, wenn sie -sich im Genuße frischer saftiger Pflanzen die Verdauungswerkzeuge -überladen haben, diese Stoffe in dem Magen selbst der nämlichen -Zersetzung unterliegen, die sie außerhalb des Körpers in gleicher -Temperatur erfahren; sie gehen in Gährung und Fäulniß über, wobei sich -eine so große Menge kohlensaures und entzündliches Gas entwickelt, daß -diese Organe auf eine ungewöhnliche Weise (zuweilen bis zum Zersprengen) -aufgetrieben werden. Nach der Einrichtung ihres Magens oder ihrer Mägen, -können diese Gase durch den Schlund nicht entweichen, man sieht aber -nach einigen Stunden schon den aufgetriebenen Leib kleiner werden, und -nach 24 Stunden ist von allem Gase keine Spur mehr vorhanden[E26]. - -Erinnert man sich zuletzt an die tödtlichen Zufälle, die in Weinländern -so häufig durch den Genuß von sogenanntem federweißen Wein veranlaßt -werden, so kann man nicht den geringsten Zweifel hegen, daß Gase jeder -Art, im Wasser lösliche oder unlösliche, das Vermögen besitzen, die -thierischen Gewebe zu durchdringen, ähnlich wie Wasser von ungeleimtem -Papier durchgelassen wird. Der federweiße Wein ist in Gährung -begriffener Wein, welche durch die Temperatur des Magens gesteigert -wird; das entwickelte kohlensaure Gas dringt durch die Wände des Magens, -des Zwerchfelles, durch alle Häute in die Lungenzellen, und verdrängt -aus diesen die atmosphärische Luft. Der Mensch stirbt mit allen Zeichen -der Erstickung in einem irrespirablen Gase, und der sicherste Beweis für -ihr Vorhandensein in der Lunge ist unstreitig der Umstand, daß das -Einathmen von Ammoniakgas als das beste Gegenmittel gegen diesen -Krankheitszustand anerkannt ist. - -Die Kohlensäure der moussirenden Weine, welche in den Magen gelangt, die -Kohlensäure, die man im Wasser, was damit gesättigt ist, in der Form -eines Klystiers zu sich nimmt, sie treten durch Haut und Lunge wieder -aus, und in gleichem Grade muß dies von dem Stickgas gelten, was durch -den Speichel in den Magen gelangt. - -Gewiß mag ein Theil dieser Gase durch das Saug- und Lymphgefäßsystem in -das venöse Blut und von da in die Lunge gelangen, wo sie abdunsten, -allein ihrem directen Eindringen in die Brusthöhle und Lunge steht in -den Membranen selbst, nicht das geringste Hinderniß im Wege. Es ist in -der That schwer zu glauben, daß die Saug- und Lymphgefäße ein besonderes -Bestreben haben, Luft, Stickgas, Wasserstoffgas &c. aufzusaugen und dem -Blute zuzuführen, da die Eingeweide, der Magen, alle Räume, die nicht -mit festen oder flüssigen Stoffen ausgefüllt sind, Gase enthalten, die -nur bei einer gewissen Volumsvergrößerung ihren Platz verlassen, die -also nicht aufgesaugt werden. Von dem Stickgas im besondern, mit dem -sich das Blut bei seinem Durchgange durch die Lunge, wie eine jede -andere Flüssigkeit sättigt, d. h. von dem es so viel aufnimmt, als -seinem Auflösungsvermögen entspricht, muß angenommen werden, daß es -nicht durch den Kreislauf des Blutes, sondern auf einem directeren Wege -wieder aus dem Magen tritt. Durch die Athembewegungen werden alle Gase, -welche die leeren Räume ausfüllen, nach der Brusthöhle hingetrieben, -indem durch die Bewegung des Zwergfelles und die Erweiterung der -Brusthöhle ein luftverdünnter Raum entsteht, in dessen Folge, durch den -atmosphärischen Luftdruck, Luft von allen Seiten her in die Lungen -eingetrieben wird; es findet freilich das Maximum der Ausgleichung durch -die Luftröhre statt, aber auch von Innen her müssen alle Gase eine -Bewegung nach der Brusthöhle und Lunge hin empfangen. Bei den Vögeln und -Schildkröten ist dieses Verhältniß umgekehrt. Wenn wir annehmen, daß ein -Mensch in einer Minute nur ¹/₈ Kubikzoll Luft mit dem Speichel seinem -Magen zuführt, so macht dies in 18 Stunden 135 Kubikzoll aus, wenn wir -den fünften Theil davon als Sauerstoff abrechnen, so bleiben immer noch -108 Kubikzoll Stickgas, welche den Raum von drei Pfund (hessische) -Wasser einnehmen. So wenig oder so viel die verschluckte Stickstoffmenge -nun auch betragen mag, gewiß ist, daß dieses Gas durch den Mund, Nase -oder Haut wieder austritt, und wenn wir die große Menge Stickgas in -Betrachtung ziehen, welche von _Magendie_ in den Eingeweiden -Hingerichteter nachgewiesen worden ist, so wie die Abwesenheit von allem -Sauerstoffgas in den nämlichen Organen[E27], so muß angenommen werden, -daß auch in Folge der Resorbtion durch die Haut Luft, d. h. Stickgas, -eintritt, welches durch die Lunge wieder ausgeathmet wird. - -Bei dem Athmen der Thiere in Gasen, die keinen Stickstoff enthalten, -wird mehr Stickgas ausgeathmet, eben weil sich in diesem Falle das -Stickgas im Körper gegen den Raum außerhalb verhält, wie wenn dieser -Raum luftleer wäre. (S. _Graham_ über die Diffusion der Gase.) - -Die Unterschiede in der Menge des ausgeathmeten Stickgases von -verschiedenen Thierklassen erklären sich hiernach leicht; die Herbivoren -verschlucken mit dem Speichel mehr Luft wie die Carnivoren; sie athmen -mehr Stickgas aus, beim Fasten weniger wie nach frisch genossener -Nahrung. - -13. Aehnlich wie die aus dem Leibe genommene Muskelfaser den Zustand der -Zersetzung und Umsetzung, in welchem sich ihre Bestandtheile befinden, -dem Wasserstoffhyperoxyde überträgt, wirkt ein durch den organischen -Proceß, in Folge der Umsetzung der Bestandtheile des Magens und der -Verdauungsorgane, entstehendes Product, indem sich seine Metamorphose im -Magen vollendet, auf die Bestandtheile der genossenen Speisen. Die -unlöslichen erhalten die Fähigkeit sich zu lösen, sie werden verdaut. - -Es ist gewiß bemerkenswerth, daß gekochtes Eiweiß oder Fibrin, wenn sie -durch gewisse Flüssigkeiten, durch organische Säuren oder schwache -alkalische Laugen, löslich gemacht werden, daß alle ihre übrigen -Eigenschaften bis auf die Form (den Cohäsionszustand) nicht die -geringste Aenderung erfahren, ihre Elementartheile ordnen sich sicher -auf eine andere Art, allein sie theilen sich nicht in zwei oder mehre -Gruppen, in zwei oder mehre neue Verbindungen, sondern sie bleiben -zusammen vereinigt. - -Ganz dasselbe findet in dem Verdauungsprocesse statt; im -gesunden Zustande erleiden die Speisen nur eine Aufhebung ihres -Cohäsionszustandes. - -Das größte Hinderniß, was sich der klaren Auffassung des -Verdauungsprocesses, der in dem Vorhergehenden zu den chemischen -Metamorphosen gerechnet worden ist, die man Gährung und Fäulniß nennt, -entgegenstellt, beruht auf der unwillkührlichen Erinnerung und in der -Festhaltung der Erscheinungen, welche die Gährung des Zuckers und der -Thiersubstanzen (Fäulniß) begleiten, allein es giebt zahllose Fälle, wo -eine Umsetzung der Bestandtheile einer Verbindung vor sich geht, ohne -die geringste Gasentwickelung, und es sind hauptsächlich diese, welche -man ins Auge zu fassen hat, wenn man den chemischen Begriff der -Verdauung frei von Irrthum in sich aufnehmen will. - -Alle Materien, welche die Erscheinungen der Gährung und Fäulniß in -Flüssigkeiten aufzuheben vermögen, stören, in den verdauenden Magen -gebracht, die Verdauung. Die Wirkung der brenzlichen, empyreumatischen -Stoffe von Caffee, Tabacksdampf, Kreosot, Quecksilbermittel u. s. w. -verdienen in dieser Beziehung für Dietätik eine besondere Beachtung. - -Durch die Gleichheit in der Zusammensetzung der Bestandtheile des Bluts -mit den stickstoffhaltigen, vegetabilischen Nahrungsstoffen haben wir, -gewiß auf eine sehr unerwartete Weise, erfahren, warum faulendes Blut, -Eiweiß, Fleisch, Käse in Zuckerwasser die nämliche Veränderung -hervorbringen, wie Hefe, warum Zucker damit in Berührung je nach dem -Zustande der Zersetzung, in welchem sich die faulenden Materien -befinden, bald in Alkohol und Kohlensäure, bald in Milchsäure und -Schleim sich zerlegt. Die Ursache liegt einfach darin, daß die Materie, -welche man Hefe (Ferment) genannt hat, im Zustande der Zersetzung -begriffenes Pflanzenalbumin, -Fibrin oder -Casein ist, Substanzen, -welche identisch sind mit den Bestandtheilen des Fleisches oder des -Blutes. Die Fäulniß der genannten Thiersubstanzen ist in ihrem Vorgang -identisch mit dem Proceß der Metamorphose der ihnen identischen -Pflanzenstoffe, es ist ein Zerfallen in minder complexe neue -Verbindungen. Und wenn man die Umsetzung der Bestandtheile des -Thierkörpers (den Verbrauch an Stoff vom Thiere) als einen chemischen -Proceß betrachtet, welcher unter dem Einflusse der Lebensthätigkeit vor -sich geht, so ist die Fäulniß derselben außerhalb des Thierkörpers ein -Zerfallen in einfachere Verbindungen, an welchen die Lebenskraft keinen -Antheil nimmt. Die Action ist in beiden Fällen die nämliche, nur die -Producte sind verschieden. Die practische Medicin hat über die Wirkung -empyreumatischer Stoffe (Holzessig und anderer) auf bösartige Wunden und -Geschwüre die schönsten und interessantesten Beobachtungen gemacht. In -diesen Krankheitserscheinungen gehen zwei Actionen neben einander vor -sich, eine Metamorphose, welche unter dem Einfluß der Lebensthätigkeit -sich zu vollenden strebt, und eine zweite, welche unabhängig von ihr -ist. Die letztere ist ein chemischer Proceß, welcher durch -empyreumatische Substanzen gänzlich unterdrückt und aufgehoben wird; es -ist der reine Gegensatz von der schädlichen Einwirkung, welche faulendes -Blut, auf frische Wunden gelegt, in dem Organismus hervorbringt. - - -~II.~ - -14. Den nächsten Ausdruck für die Zusammensetzung des Proteins oder die -relativen Verhältnisse der organischen Bestandtheile des Bluts, so wie -sie durch die Analyse festgestellt worden sind, giebt die Formel -~C₄₈H₇₂N₁₂O₁₄~[F6]. Albumin, Fibrin, Casein enthalten Protein; das -Casein enthält Schwefel, keinen Phosphor; Albumin und Fibrin enthalten -beide Substanzen in chemischer Verbindung, das erstere mehr Schwefel als -wie das Fibrin. In welcher Form der Phosphor in diesen Materien -vorhanden ist, kann direct nicht entschieden werden, aber man hat -bestimmte Beweise dafür, daß der Schwefel nicht im oxydirten Zustande -darin enthalten sein kann. Alle diese Materien geben nämlich mit einer -mäßig starken Kalilauge erhitzt den Schwefel ab, den man in der -Flüssigkeit als Schwefelkalium wiederfindet; mit einer Säure versetzt -entwickelt er sich daraus als Schwefelwasserstoff. Lös’t man reines -Fibrin oder gewöhnliches Eiweiß in schwacher Kalilauge auf, setzt -essigsaures Bleioxyd mit der Vorsicht hinzu, daß alles Bleioxyd in der -alkalischen Lauge gelös’t bleibt, und erhitzt nun zum Sieden, so wird -die Flüssigkeit schwarz wie Dinte und es schlägt sich Schwefelblei als -feines Pulver nieder. - - [6] Ueber die Verwandlung dieser und der folgenden Formeln in Procente - siehe Anhang. - -Es ist außerordentlich wahrscheinlich, daß durch die Einwirkung des -Alkali’s der Schwefel als Schwefelwasserstoff, der Phosphor als -Phosphorsäure hinweggenommen wird. Da nun in diesem Falle Schwefel und -Phosphor auf der einen Seite, Wasserstoff und Sauerstoff auf der andern -austreten, so sollte man denken, daß Fibrin und Albumin mit ihrem -Schwefel und Phosphor mehr Wasserstoff und Sauerstoff in der Analyse -geben müßten, als das Protein. Allein dies läßt sich thatsächlich durch -die Analyse nicht darthun. Man hat z. B. in dem Fibrin 0,36 ~pCt.~ -Schwefel gefunden. Angenommen nun, der Schwefel trete mit Wasserstoff -aus, so würde das Protein 0,0225 ~pCt.~ Wasserstoff weniger enthalten, -wie das Fibrin, anstatt den mittleren Gehalt von 7,062 ~pCt.~ -Wasserstoff würde man im Protein also 7,04 ~pCt.~ bekommen müssen. In -einer ähnlichen Weise würde durch das Austreten vom Sauerstoff mit dem -Phosphor der Sauerstoffgehalt des Fibrins von 22,715 ~pCt.~ oder 22,00 -auf 22,5 oder 21,8 ~pCt.~ in dem Protein zurückgeführt werden. Die -Fehlergrenzen unserer Analysen sind aber im Durchschnitt größer als ein -Zehntel Procent in der Wasserstoffbestimmung, und über ⁴/₁₀ ~pCt.~ in -der Sauerstoffbestimmung; in den angegebenen Fällen würde der -Unterschied in dem Wasserstoffgehalte nur ¹/₄₈ ~pCt.~ betragen. - -Wenn man zuletzt bedenkt, daß das Austreten von Sauerstoff und -Wasserstoff mit dem Phosphor und Schwefel ein Hinzutreten der -Bestandtheile des Wassers nicht ausschließt, wenn wir annehmen, daß mit -den organischen Bestandtheilen des Albumins und Fibrins eine gewisse -Menge Wasser in Verbindung tritt, um Protein zu bilden, so hört alle -Wahrscheinlichkeit völlig auf, durch die chemische Analyse darüber zu -einer bestimmten Ansicht zu gelangen. - -Man hat von der Bildung des Schwefelkaliums rückwärts Schlüsse auf das -Vorhandensein von nicht oxydirtem Phosphor in dem Fibrin und Albumin -gezogen, indem man annahm, daß der Sauerstoff des Kalis dazu gedient -habe, um mit dem Phosphor Phosphorsäure zu bilden; allein das Casein, in -welchem kein Phosphor zugegen ist, verhält sich gegen Kali ganz den -anderen gleich; es entsteht nämlich Schwefelkalium, dessen Bildung ohne -ein Austreten von Schwefelwasserstoff nicht erklärbar ist. Beim bloßen -Kochen von Fleisch, bei der Bereitung von Fleischbrühe, entwickelt sich, -wie _Chevreul_ gefunden hat, Schwefelwasserstoff. - -Zuletzt sind die Schwefelmengen im Fibrin und Albumin auf dieselbe -Phosphormenge nicht gleich, woraus man keinen andern Schluß ziehen kann, -als daß die Bildung des Schwefelkaliums zu diesem Phosphorgehalt in -keiner Beziehung steht; es bildet sich Schwefelkalium aus Casein, in -welchem man keinen freien (als Säure ungebundenen?) Phosphor voraussetzt -und ebenso aus Albumin, was nur halb so viel Phosphor enthält wie das -Fibrin. - -Eine jede Bemühung, die wahre Anzahl der Atome des Fibrins und Albumins -in einer rationellen Formel festzusetzen, in welcher Schwefel und -Phosphor zu ganzen Atomzahlen aufgenommen sind, wird immer unfruchtbar -bleiben, weil uns schlechterdings alle Mittel fehlen, um mit absoluter -Genauigkeit die so äußerst geringen Mengen von Schwefel und Phosphor in -den Thiersubstanzen bestimmen zu können, und eine Abweichung, welche -kleiner ist als die gewöhnlichen Grenzen der Beobachtungsfehler, um 10 -und mehr Atome, die Anzahl der Atome des Kohlenstoffs, Wasserstoffs und -Sauerstoffs in der Formel ändert. - -Man muß sich in dieser Hinsicht über das, was die chemische Analyse zu -leisten vermögend ist, keiner Täuschung hingeben, mit Gewißheit wissen -wir, daß die Zahlenverhältnisse der Analysen vom Fibrin und Albumin -nicht von einander abweichen, und wir erschließen hieraus die gleiche -Zusammensetzung. Dieser Schluß verliert von seiner Wahrheit nichts, -obwohl wir die Anzahl der Atome ihrer Elemente nicht kennen, welche zu -dem zusammengesetzten Atome sich vereinigt haben. - -15. Eine Formel für Protein ist für uns nichts weiter wie der genaueste -und nächste Ausdruck der Analyse, einer Erfahrung, über die wir alle -Zweifel als beseitigt betrachten. Dies allein hat vorläufig Werth für -uns. - -Wenn wir uns nun denken, daß aus dem Albumin und Fibrin im Blute alle -andern Gebilde entsprungen sind, so ist vollkommen sicher, daß dies nur -auf zwei Weisen geschehen kann. Es sind nämlich entweder gewisse -Elemente hinzu-, oder es sind von ihren Bestandtheilen gewisse Mengen -ausgetreten. - -Suchen wir nun z. B. für die Zellen und leimgebenden Gebilde, Sehnen, -Haare, Horn und die übrigen, einen analytischen Ausdruck auf, in welchem -die Anzahl der Atome des Kohlenstoffs als eine unveränderliche Größe -festgesetzt wird, so giebt sich auf den ersten Blick zu erkennen, in -welcher Art und Weise sich das Verhältniß der andern Elemente geändert -hat; dies umfaßt aber alles, was die Physiologie bedarf, um Einsicht in -das Wesen des Bildungs- und Ernährungsprocesses im Thierkörper zu -erlangen. - -16. Aus den Untersuchungen von _Mulder_ und _Scherer_[E28] ergeben sich -folgende empirische Formeln: - - Bestandtheile der organischen Gebilde. - - Albumin ~C₄₈N₁₂H₇₂O₁₄~ + ~P~ + ~S~[F7] - Fibrin ~C₄₈N₁₂H₇₂O₁₄~ + ~P~ + 2 ~S~ - Casein ~C₄₈N₁₂H₇₂O₁₄~ + ~S~ - Leimgebilde, Sehnen ~C₄₈N₁₅H₈₂O₁₈~ - Chondrin &c. ~C₄₈N₁₂H₈₀O₂₀~ - Arterienhaut ~C₄₈N₁₂H₇₆O₁₆~ - Haare, Horn ~C₄₈N₁₄H₇₈O₁₅~. - - [7] Die hier als ~P~ und ~S~ angeführten Phosphor- und Schwefelmengen - drücken nicht Atomgewichte aus, sondern bezeichnen nur die relativen - durch die Analyse gefundenen Verhältnisse. - -Die Vergleichung dieser Formeln zeigt, daß bei dem Uebergang des -Proteins in Chondrin (Substanz der Rippenknorpeln) die Bestandtheile von -Wasser und Sauerstoff, bei der Bildung der serösen Membranen, Zellen und -Sehnen außer diesen Elementen noch Stickstoff hinzugetreten ist. - -Bezeichnen wir die Formel des Proteins ~C₄₈N₁₂H₇₂O₁₄~ mit ~Pr~, so sind -Stickstoff, Wasserstoff und Sauerstoff, in der Form von bekannten -Verbindungen geordnet, bei der Bildung der Leimsubstanzen, Haare, Horn, -Arterienhaut hinzugetreten. - - Protein. Ammoniak. Wasser. Sauerstoff. - Fibrin } ~Pr~ - Albumin } - Arterienhaut ~Pr~ + 2 ~H₂O~ - Chondrin ~Pr~ + 4 ~H₂O~ + 2 ~O~ - Haare, Horn ~Pr~ + ~N₂H₆~ + 3 ~O~ - Membranen, Zellen 2 ~Pr~ + 3 ~N₂H₆~ + ~H₂O~ + 7 ~O~. - -17. Aus dieser Uebersicht geht hervor, daß alle Gebilde des Thierkörpers -auf eine gleiche Anzahl von Kohlenstoffatomen mehr Sauerstoff enthalten -als die Bestandtheile des Bluts; bei ihrer Entstehung ist ohne Zweifel -Sauerstoff aus der Atmosphäre oder durch die Elemente des Wassers zu den -Bestandtheilen des Proteins hinzugetreten; wir finden in den Haaren und -Membranen mehr Stickstoff und Wasserstoff, und zwar beide im Verhältniß -wie im Ammoniak. - -Die Chemiker sind bekanntlich heute noch nicht einig über die Art und -Weise, wie die Bestandtheile des schwefelsauren Kali’s geordnet sind, es -wäre deshalb dem Chemismus zu viel eingeräumt, wenn man die Arterienhaut -für ein Hydrat, das Chondrin für das Oxyd des Proteinhydrats, wenn wir -Haare und Membranen für Oxyde des Proteins in Verbindung mit Ammoniak -ansehen wollten. - -Diese Formeln drücken mit Bestimmtheit die Verschiedenheit in der -Zusammensetzung der Hauptbestandtheile der Thiere aus, sie zeigen, daß -auf einen gleichen Kohlenstoffgehalt das relative Verhältniß ihrer -Elemente abweicht, wieviel der eine Stoff mehr Sauerstoff oder -Stickstoff enthält wie der andere. - -18. Es kann daraus gefolgert werden, wie sie aus den Bestandtheilen des -Bluts entstehen; aber die Erklärung ihrer Entstehung nimmt zwei Formen -an, von denen zu entscheiden ist, welche der Wahrheit am nächsten -kommt. - -Auf einen gleichen Kohlenstoffgehalt enthalten die Membranen und die -leimgebenden Gebilde mehr Stickstoff, Sauerstoff und Wasserstoff wie das -Protein; es ist denkbar, daß sie aus Albumin entstanden sind durch -Hinzutreten von Sauerstoff, der Bestandtheile des Wassers und des -Ammoniaks und durch Austreten von Phosphor und Schwefel; jedenfalls ist -ihre Zusammensetzung von der der Hauptbestandtheile des Bluts durchaus -verschieden. - -Das Verhalten der Leimgebilde gegen ätzende Alkalien zeigt mit -Bestimmtheit, daß sie kein Protein mehr enthalten, auf keine Weise kann -Protein daraus erhalten werden, alle durch die Einwirkung des Alkali’s -erzeugten Producte weichen von den Producten, welche die -Protein-Verbindungen unter den nämlichen Bedingungen liefern, durchaus -ab; mag fertig gebildetes Protein in dem Fibrin, Casein und Albumin -enthalten sein oder nicht, gewiß ist, daß sich ihre Elemente durch die -Einwirkung des Alkali’s zu Protein ordnen; diese Fähigkeit geht den -Elementen der Leimsubstanz ab. - -Zur zweiten Form der Bildung der Leimsubstanz und zwar zur -wahrscheinlicheren gelangt man, wenn seine Bildung abhängig gedacht wird -von einem Austreten von Kohlenstoff. - -Angenommen, der Stickstoffgehalt des Proteins bleibe in der -Leimsubstanz, so würde die Zusammensetzung der letztern (auf 12 At. -Stickstoff berechnet) durch die Formel ~C₃₈N₁₂H₆₄O₁₄~ ausgedrückt werden -müssen. Diese Formel stimmt am nächsten mit der Analyse von _Scherer_, -wiewohl sie kein genauer Ausdruck dafür ist. Eine den Analysen -entsprechendere Formel ist ~C₃₂H₅₄N₁₀O₁₂~ oder, nach _Mulder’s_ Analyse -berechnet, die Formel ~C₅₄H₈₄N₁₈O₂₀~[F8]. - - [8] Die Formel, welche _Mulder_ angenommen hat, ~C₅₂H₈₀N₁₆O₂₀~ giebt - in der berechneten procentischen Zusammensetzung zu wenig Stickstoff. - -Nach der ersten Formel wäre Kohlenstoff und Wasserstoff, nach den beiden -andern wäre ein gewisses Verhältniß aller Elemente ausgetreten. - -19. Als das für uns wichtigste Resultat in der Betrachtung der -Zusammensetzung der Leimsubstanz muß als eine unleugbare Wahrheit -angenommen werden, daß sie, obwohl aus Protein-Verbindungen entstanden, -aus der Reihe der Protein-Verbindungen herausgetreten ist. Ihr -chemisches Verhalten und ihre Zusammensetzung rechtfertigt diesen -Schluß. - -Keine Beobachtung steht dem Erfahrungsgesetz entgegen, wonach die Natur -ausschließlich nur Protein-Verbindungen zur Blutbildung bestimmt. In den -Vegetabilien existirt kein der Leimsubstanz ähnlicher Körper, sie ist -keine Protein-Verbindung, sie enthält keinen Phosphor, keinen Schwefel, -sie enthält mehr Stickstoff oder weniger Kohlenstoff wie das Protein. -Durch die Lebensthätigkeit der zur Blutbildung bestimmten Organe -nehmen die Protein-Verbindungen eine neue Form an, aber in ihrer -Zusammensetzung erleiden sie keine Veränderung; diese Organe -besitzen, soweit unsere Erfahrungen reichen, das Vermögen nicht, -Protein-Verbindungen kraft einer einwirkenden Thätigkeit zu erzeugen -aus Stoffen, die kein Protein enthalten. Thiere mit Leimsubstanz, mit -dem stickstoffreichsten Bestandtheil der Nahrung der Carnivoren -ausschließlich ernährt, starben den Hungerstod; die Leimsubstanzen sind -unfähig zu Blut zu werden. - -Aber es unterliegt keinem Zweifel, sie wird aus den Bestandtheilen des -Bluts erzeugt und kaum läßt sich die Vorstellung zurückweisen, daß das -Fibrin des venösen Bluts, indem es zu arteriösem Fibrin wird, sich auf -der ersten Stufe der Umbildung zur Leimsubstanz befindet. Mit einiger -Wahrscheinlichkeit kann man kaum den Membranen und Sehnen die Fähigkeit -zuschreiben, sich selbst aus Stoffen zu bilden, die ihnen durch das Blut -zugeführt werden; wie könnte in der That ein Stoff zur Zelle werden, -kraft einer einwirkenden Thätigkeit, welche noch keinen Träger hat; eine -schon bestehende Zelle mag die Fähigkeit besitzen, sich zu erhalten oder -zu vervielfältigen, allein zu beidem gehören Stoffe, welche identisch in -ihrer Zusammensetzung mit der Substanz der Zellen sind. Diese Stoffe -werden in dem Organismus erzeugt, und keiner kann sich mehr zu ihrer -Bildung eignen als die Zellen und Membranen selbst, die in dem Magen des -Thiers in dem Proceß der Verdauung löslich geworden sind, oder welche -der Mensch im löslichen Zustande genießt. - -20. Ich gebe in dem Folgenden einen Versuch zur analytischen Entwicklung -der in dem thierischen Körper vorgehenden Haupt-Metamorphosen, und zwar, -um allen und jeden Mißverständnissen vorzubeugen, mit der ausdrücklichen -Verwahrung gegen alle Schlüsse und Folgerungen, die man jetzt oder zu -irgend einer Zeit gegen die Ansichten daraus ziehen könnte, welche ich -in dem Vorhergehenden, mit dem sie in keinerlei Verbindung stehen, -entwickelt habe. Die Resultate, zu denen ich gelangt bin, befremden mich -nicht minder und flößten mir die nämlichen Zweifel ein, die sie in -Andern erwecken werden, allein sie sind keine Schöpfungen der Phantasie, -und ich gebe sie, weil ich die Ueberzeugung hege, daß der Weg, der zu -ihrer Ermittelung geführt hat, der einzige ist, auf welchem wir hoffen -können, Einsicht in die organischen Processe zu erlangen. - -Alle die zahllosen qualitativen Untersuchungen thierischer Substanzen -sind absolut werthlos für die Physiologie sowohl, wie für die Chemie, so -lange ihnen nicht ein ganz bestimmter Zweck, eine deutlich ausgedrückte -Frage unterlegt wird. - -Wenn wir in einem Satze, den wir entziffern wollen, die Buchstaben -auseinander nehmen und in eine Reihe stellen, so sind wir dem Sinne um -keinen Schritt näher gekommen. Um ein Räthsel zu lösen, müssen wir -völlig klar über die Aufgabe sein. Es giebt freilich viele Wege, um die -höchste Kuppe eines Berges zu erklimmen, allein nur diejenigen haben -Hoffnung, dem Ziele sich zu nähern, welche die Spitze im Auge behalten. -Mit aller Arbeit und Anstrengung in einem Sumpfe erreicht man nichts -weiter, als daß man sich immer mehr mit Schlamm und Koth beladet, das -Höhersteigen wird durch selbstgeschaffene Schwierigkeiten immer -mühevoller und auch die größte Kraft muß zuletzt unter diesem Unrath -erliegen. - -21. Wenn es wahr ist, daß aus dem Blute oder den Bestandtheilen des -Bluts alle Theile des Thierkörpers entwickelt und gebildet werden, daß -die vorhandenen Organe in jedem Zeitmomente des Lebens sich durch den -Einfluß des zugeführten Sauerstoffs in neue Verbindungen umsetzen, so -müssen die Secrete des Thierkörpers nothwendig die Producte der -umgesetzten Gebilde enthalten. - -22. Wenn der Schluß ferner wahr ist, daß der Harn die stickstoffhaltigen -und die Galle die kohlenstoffreichen Producte aller Gebilde enthält, die -in dem Lebensproceß sich in anorganische Verbindungen umgesetzt haben, -so ist klar, daß die Bestandtheile der Galle und des Harns -zusammengenommen gleich sein müssen, in ihrem relativen Verhältnisse, -der Zusammensetzung des Bluts. - -23. Aus dem Blute sind die Organe entstanden, die Organe enthalten die -Bestandtheile des Bluts; sie haben sich in neue Verbindungen umgesetzt, -zu diesen neuen Verbindungen ist außer Sauerstoff und Wasser kein -anderer Körper hinzugekommen, das relative Verhältniß ihres Kohlenstoffs -und Stickstoffs muß gleich sein dem relativen Verhältniß des -Kohlenstoffs und Stickstoffs im Blute. - -Wenn wir also von der Zusammensetzung des Bluts die Bestandtheile des -Harns abziehen, so müssen wir, den hinzugekommenen Sauerstoff und das -Wasser abgerechnet, die Zusammensetzung der Galle bekommen. - -Oder wenn wir von den Bestandtheilen des Bluts abziehen die -Bestandtheile der Galle, so müssen wir harnsaures Ammoniak oder -Harnstoff und Kohlensäure übrig behalten. - -Man wird es vielleicht bemerkenswerth finden, daß diese -Betrachtungsweise auf die wahre Formel der Galle, oder richtiger, auf -den empirischen Ausdruck für ihre Zusammensetzung geführt hat, auf den -Schlüssel zur Erklärung ihrer Metamorphosen durch Säuren und Alkalien, -den man bis jetzt ohne Erfolg zu suchen bemüht war. - -24. Wenn man frisches Blut über eine 60° heiße Silberplatte fließen -läßt, so trocknet es zu einem rothen firnißartigen Ueberzug ein, der -sich leicht pulverisiren läßt; anfänglich in gelinder Wärme, zuletzt bei -100°, trocknet frisches fettfreies Muskelfleisch zu einer braunen -pulverisirbaren Masse ein. - -Die Analysen von _Playfair_ und _Boeckmann_[E29] führen als den nächsten -Ausdruck der erhaltenen Gewichtsverhältnisse ihrer Elemente für das -Muskelfleisch (Fibrin, Albumin, Zellen und Nerven) und für das Blut zu -einer und derselben empirischen Formel, sie ist: - - ~C₄₈N₁₂H₇₈O₁₅~ (empirische Formel des Bluts). - -25. Der Hauptbestandtheil der Galle ist nach den Untersuchungen von -_Demarçay_ eine den Seifen ähnliche Verbindung von Natron mit einer -eigenthümlichen Materie, welche den Namen _Choleinsäure_ erhalten hat; -sie wird in Verbindung mit Bleioxyd gefällt, wenn man eine durch Alkohol -von allen darin unlöslichen Stoffen befreite Galle, mit essigsaurem -Bleioxyd vermischt. - -Diese Choleinsäure wird durch Salzsäure zerlegt in _Taurin_, _Salmiak_ -und in eine neue stickstofffreie Säure, in _Choloidinsäure_. - -Durch Kochen mit ätzendem Kali zerfällt sie in Kohlensäure, Ammoniak und -in _Cholinsäure_ (verschieden von _Gmelin’s_ Cholsäure). - -Es ist nun klar, daß die wahre Formel der Choleinsäure den analytischen -Ausdruck für diese Zersetzungsweisen in sich schließen, daß sie erlauben -muß, die Zusammensetzung der entstandenen Producte in eine ganz -bestimmte und einfache Beziehung zu der Zusammensetzung der Choleinsäure -zu bringen. Dieser Ausdruck verliert an seiner Wahrheit nichts, wenn -sich auch ergeben sollte, daß die Choleinsäure und Choloidinsäure, wie -aus den Untersuchungen von _Berzelius_ hervorzugehen scheint, Gemenge -von mehreren verschiedenartigen Verbindungen sind, die relative Anzahl -der Atome kann hierdurch in keiner Weise geändert werden. - -26. Zur Entwickelung der Metamorphosen, welche die Choleinsäure durch -Säuren und Alkalien erleidet, kann als empirischer Ausdruck ihrer -Zusammensetzung nur die folgende Formel angenommen werden: - - Formel der Choleinsäure: ~C₇₅H₁₃₂N₄O₂₂~[E30]. - -Ich wiederhole es, diese Formel kann der Ausdruck sein für die -Zusammensetzung von zwei oder mehreren Verbindungen, gleichgültig, wie -viel es auch sein mögen, sie enthält die relative Anzahl aller ihrer -Elemente zusammengenommen. - -Nehmen wir von den Elementen der Choleinsäure die durch Einwirkung der -Salzsäure entstehenden Producte, Ammoniak und Taurin, hinweg, so -gelangen wir zur empirischen Formel der Choloidinsäure. - - Formel der Choleinsäure ~C₇₆H₁₃₂N₄O₂₂~ - ab - 1 At. Taurin ~C₄H₁₄N₂O₁₀~ } - } - ~C₄ H₂₀ N₄O₁₀~ - 1 Aeq. Ammoniak ~H₆N₂~ } - -------------- - Bleibt die Formel der Choloidinsäure ~C₇₂H₁₁₂ O₁₂~ [E31]. - -27. Werden ferner von den Elementen der Choleinsäure die Bestandtheile -von Harnstoff und 2 At. Wasser (2 At. Kohlensäure und 2 Aeq. Ammoniak) -hinweggenommen, so haben wir die Formel und Zusammensetzung der -Cholinsäure. - - Formel der Choleinsäure ~C₇₆H₁₃₂N₄O₂₂~ - ab - 2 At. Kohlensäure ~C₂~ ~O₄~ } - } - ~C₂ H₁₂ N₄O₄~ - 2 Aeq. Ammoniak ~N₄~ ~H₁₂~ } - -------------- - Formel der Cholinsäure ~C₇₄H₁₂₀ O₁₈~ [E32]. - -Wenn man die so große Uebereinstimmung der Zahlenresultate der Analysen -[E30][E31][E32] mit den obigen Formeln ins Auge faßt, so wird man kaum -zweifeln können, daß die aufgefundene Formel der Choleinsäure so nahe, -wie man bei Analysen dieser Art Substanzen nur erwarten kann, die -relative Anzahl der Atome ihrer Elemente ausdrückt, gleichgültig, in -wieviel verschiedenen Formen sie auch darin vereinigt sein mögen. - -28. Addiren wir nun die Hälfte der Zahlen, welche die relativen -Verhältnisse der Elemente der Choleinsäure ausdrücken, zu den -Bestandtheilen des Harns der Schlangen, zu den Elementen des neutralen -harnsauren Ammoniaks, so erhalten wir: - - Formel der Choleinsäure ~C₃₈H₆₆N₂ O₁₁~ - hierzu - 1 Aeq. Harnsäure ~C₁₀H₈N₈O₆~ } - } + ~C₁₀H₁₄N₁₀O₆~ - 1 „ Ammoniak ~H₆N₂~ } - -------------- - ~in Summa~ ~C₄₈H₈₀N₁₂O₁₇~. - -29. Diese Formel drückt aber aus die Zusammensetzung des Bluts, zu -welchem die Elemente von 1 At. Wasser und 1 At. Sauerstoff getreten -sind. - - Formel des Bluts ~C₄₈H₇₈N₁₂O₁₅~ - hierzu - 1 At. Wasser ~H₂O~ } - } + ~H₂ O₂~ - 1 „ Sauerstoff ~O~ } - -------------- - ~in Summa~ ~C₄₈H₈₀N₁₂O₁₇~. - -30. Wenn wir ferner zu den Elementen des Proteins die Elemente treten -lassen von 3 At. Wasser, so haben wir, bis auf 2 At. Wasserstoff, genau -die Elemente der Choleinsäure und des harnsauren Ammoniaks. - - 1 At. Protein ~C₄₈H₇₂N₁₂O₁₄~ - 3 „ Wasser ~H₆ O₃~ - -------------- - ~C₄₈H₇₈N₁₂O₁₇~. - -31. Betrachten wir also die Choleinsäure und das harnsaure Ammoniak als -die Producte der Umsetzung der Muskelfaser, indem es keine andern -Gebilde im Thierkörper giebt, welche Protein enthalten (Albumin geht in -Gebilde über, ohne daß man sagen kann, daß es im Lebensproceß direct -eine Umsetzung in Harnsäure und Choleinsäure erfährt), so haben wir -darin mit Zuziehung der Bestandtheile des Wassers alle zu der -Metamorphose nöthigen Elemente; bis auf den Schwefel und Phosphor, die -sich beide oxydirt haben mögen, ist kein anderes Element ausgetreten. - -Diese Art der Metamorphose bezieht sich auf die Umsetzung in den -niedrigen Thierklassen der Amphibien und vielleicht der Würmer und -Insecten. In den höhern Thierklassen verschwindet in dem Harn die -Harnsäure, an ihrer Stelle finden wir Harnstoff. - -Das Verschwinden der Harnsäure und die Erzeugung von Harnstoff steht -offenbar in sehr enger Beziehung zu dem durch den Respirationsproceß -aufgenommenen Sauerstoff und zu der Menge von Wasser, welche -verschiedene Thiere in einer gegebenen Zeit genießen. - -Wenn wir der Harnsäure Sauerstoff zuführen, so zerlegt sie sich, wie man -weiß, zuerst in Alloxan[E33] und Harnstoff, eine neue Quantität -Sauerstoff dem Alloxan zugeführt, macht, daß es entweder in Oxalsäure -und Harnstoff, Oxalursäure und Parabansäure[E34] oder in Kohlensäure und -Harnstoff zerfällt. - -32. Wir finden in den sogenannten Maulbeersteinen oxalsauren Kalk, in -den andern Harnsteinen harnsaures Ammoniak und zwar stets bei Personen, -in denen durch Mangel an Bewegung und Anstrengung, oder durch andere -Ursachen die Sauerstoffzuführung gemindert ist. Nie finden sich -Harnsteine, welche Harnsäure oder Oxalsäure enthalten, bei -Schwindsüchtigen (siehe S. 24); und es ist eine gewöhnliche Erfahrung in -Frankreich bei Personen, welche an Steinbeschwerden leiden, sobald sie -sich auf das Land begeben, wo sie sich mehr Bewegung machen, daß die in -der Blase während ihres Aufenthaltes in der Stadt sich absetzenden -harnsauren Verbindungen (durch die vergrößerte Sauerstoffaufnahme) in -oxalsaure Salze (in Maulbeersteine) übergehen; bei noch mehr Sauerstoff -würde sich wie bei gesunden Menschen nur das letzte Oxydationsprodukt -des Kohlenstoffs, nämlich nur Kohlensäure, haben bilden können. - -Die falsche Interpretation der unleugbaren Beobachtungen, daß durch die -Nieren alle von dem Organismus nicht verwendbaren Substanzen verändert -oder unverändert abgeschieden und in dem Harn ausgeleert werden, hat die -praktische Medizin zu der Ansicht geführt, daß die Nahrung und -namentlich stickstoffhaltige Nahrungsstoffe einen directen Einfluß haben -können auf die Erzeugung der Harnsteine. Es giebt keine Gründe, diese -Meinung zu stützen, es giebt unzählige, die sie widerlegen. Möglich ist -es, daß in den Speisen eine Menge durch die Kochkunst umgewandelter -Stoffe genossen werden, welche, als für Blutbildung nicht mehr tauglich, -durch den Respirationsproceß mehr oder weniger verändert, aus dem Harn -ausgestoßen werden, allein Braten und Kochen ändern in keiner Weise die -Zusammensetzung der Fleischspeisen[E35]. - -Das gekochte und gebratene Fleisch wird zu Blut, die Harnsäure und der -Harnstoff stammen von den umgesetzten Gebilden. Die Menge dieser -Produkte steigt mit der Schnelligkeit der Umsetzung in der gegebenen -Zeit, sie steht in keiner Beziehung zu der in dem nämlichen Zeitraume -genossenen Nahrung. Bei einem Hungernden, welcher sich einer starken und -anhaltenden Bewegung hingeben muß, wird mehr Harnstoff secernirt, als -bei dem wohlgenährtesten Menschen im Zustande der Ruhe; in Fiebern bei -rascher Abmagerung ist der Harn harnstoffreicher als im Zustande der -Gesundheit (_Prout_). - -33. Aehnlich also wie die in dem Urin des ruhenden Pferdes vorhandene -Hippursäure in benzoesaures Ammoniak und Kohlensäure verwandelt wird, -sobald es sich in Arbeit und Bewegung befindet, verschwindet die -Harnsäure in dem Harn des Menschen, der durch Haut und Lunge eine zur -Oxydation der Produkte der umgesetzten Gebilde hinreichende Menge -Sauerstoff in sich aufnimmt; der Genuß von Wein und Fett, die in dem -Organismus nur insofern sich weiter verändern als sie Sauerstoff -aufnehmen, hat einen entschiedenen Einfluß auf die Bildung von -Harnsäure. Nach dem Genuß von fetten Speisen ist der Harn trübe und -setzt beim Erkalten kleine Krystalle von Harnsäure ab (_Prout_). -Dasselbe beobachtet man nach dem Genuß von Weinen (nie bei -Rheinweinen), in denen das zur Löslicherhaltung der Harnsäure -nothwendige Alkali fehlt. - -Bei Thieren, welche größere Mengen Wasser genießen, wodurch die -schwerlösliche Harnsäure in Auflösung erhalten wird, so daß der -eingeathmete Sauerstoff darauf wirken kann, finden wir im Harn keine -Harnsäure, sondern Harnstoff. Bei Vögeln ist als Secretionsproduct die -Harnsäure vorherrschend. - -Wenn wir zu 1 Atom Harnsäure 6 Atome Sauerstoff und 4 Atome Wasser -hinzutreten lassen, so zerlegt sie sich in Harnstoff und Kohlensäure - - 1 At. Harnsäure ~C₁₀N₈H₈ O₆~ } { 2 At. Harnstoff ~C₄ N₈H₁₆O₄~ - 4 „ Wasser } ~H₈ O₁₀~ } = { 6 „ Kohlensäure ~C₆ O₁₂~ - 6 „ Sauerstoff } } { - ------------- ------------- - ~C₁₀N₈H₁₆O₁₆~ ~C₁₀N₈H₁₆O₁₆~ - -34. Der Harn der Gras fressenden Thiere enthält keine Harnsäure, wohl -aber Ammoniak, Harnstoff und Hippursäure, oder Benzoesäure. Bei einem -Hinzutreten von 9 Atomen Sauerstoff zu der empirischen Formel ihres -Blutes, fünf mal genommen, haben wir darin die Elemente von 6 Atomen -Hippursäure, 9 At. Harnstoff, 3 At. Choleinsäure, 3 At. Wasser und 3 At. -Ammoniak; oder wenn wir uns denken, daß während der Metamorphose dieses -Blutes 45 Atome Sauerstoff hinzutreten, so haben wir 6 At. Benzoesäure, -13¹/₂ At. Harnstoff, 3 At. Choleinsäure, 15 At. Kohlensäure und 12 At. -Wasser. - - 5 (~C₄₈N₁₂H₇₈O₁₅~) + 9 ~O~ = ~C₂₄₀N₆₀H₃₉₀O₈₄~ = - - { 6 At. Hippursäure 6 (~C₁₈N₂H₁₆O₅~ ) = ~C₁₀₈N₁₂H₉₆ O₃₀~ - { 9 „ Harnstoff 9 (~C₂ N₄H₈ O₂~ ) = ~C₁₈ N₃₆H₇₂ O₁₈~ - ={ 3 „ Choleinsäure 3 (~C₃₈N₂H₆₆O₁₁~) = ~C₁₁₄N₆ H₁₉₈O₃₃~ - { 3 „ Ammoniak ( ~N₂H₆~ ) = ~N₆ H₁₈~ - { 3 „ Wasser 3 ( ~H₂ O~ ) = ~H₆ O₃~ - ---------------- - ~C₂₄₀N₆₀H₃₉₀O₈₄~ - -oder - - 5 (~C₄₈N₁₂H₇₈O₁₅~) + ~O₄₅~ = ~C₂₄₀N₆₀H₃₉₀O₁₂₀~ = - - { 6 At. Benzoesäure 6 (~C₁₄ H₁₀O₃~ ) = ~C₈₄ H₆₀ O₁₈~ - { ²⁷/₂ „ Harnstoff 27 (~C N₂H₄ O~ ) = ~C₂₇ N₅₄H₁₀₈O₂₇~ - ={ 3 „ Choleinsäure 3 (~C₃₈N₂H₆₆O₁₁~) = ~C₁₁₄N₆ H₁₉₈O₃₃~ - { 15 „ Kohlensäure 15 (~C O₂~ ) = ~C₁₅ O₃₀~ - { 12 „ Wasser 12 ( ~H₂ O~ ) = ~H₂₄ O₁₂~ - ----------------- - ~Summa~ ~C₂₄₀N₆₀H₃₉₀O₁₂₀~ - -35. Verfolgen wir zuletzt die Metamorphose der Gebilde in dem Foetus der -Kuh und betrachten wir das im Blute der Mutter zugeführte Protein als -den Stoff, welcher eine Umsetzung erleidet oder erlitten hat, so ergiebt -sich, daß 2 At. Protein ohne Hinzutreten von Sauerstoff oder einer -fremden Substanz die Elemente enthalten von 3 At. Allantoin, 4 At. -Wasser und 1 At. Choloidinsäure, (Kindspech, Meconium??). - - 2 At. Protein = 2 (~C₄₈N₁₂H₇₂O₁₄~) + 2 At. Wasser = - ~C₉₆N₂₄H₁₄₈O₃₀~ = - - = { 3 At. Allantoin 3 (~C₈N₈H₁₂O₆~) = ~C₂₄N₂₄H₃₆ O₁₈~ - { 1 „ Choloidinsäure ~C₇₂ H₁₁₂O₁₂~ - --------------- - ~C₉₆N₂₄H₁₄₈O₃₀~ - -36. Die Elemente von drei Atomen Allantoin, die in obiger Formel -aufgeführt sind, entsprechen aber genau der Anzahl der Elemente von 2 -At. Harnsäure, 2 At. Harnstoff und 2 Atomen Wasser. - - - 3 At. Allantoin = ~C₂₄N₂₄H₃₆O₁₈~ = - - { 2 At. Harnsäure ~C₂₀N₁₆H₁₆O₁₂~ - = { 2 „ Harnstoff ~C₄ N₈ H₁₆O₄~ - { 2 „ Wasser ~H₄ O₂~ - -------------- - ~C₂₄N₂₄H₃₆O₁₈~ - -Die Beziehungen des Allantoins, in dem Harn des Foetus der Kuh, zu den -stickstoffhaltigen Bestandtheilen des Harns bei athmenden Thieren sind, -wie aus der Nebeneinanderstellung beider Formeln hervorgeht, -unverkennbar. In dem Allantoin befinden sich die Elemente der Harnsäure -und des Harnstoffs, das heißt der stickstoffhaltigen Umsetzungsproducte -der Proteinverbindungen. - -37. Wenn wir ferner zu der Formel des Proteins, dreimal genommen, -hinzutreten lassen die Elemente von 4 Atomen Wasser und von der ganzen -Anzahl aller Bestandtheile die Hälfte der Elemente der Choloidinsäure -hinwegnehmen, so bleibt eine Formel, welche außerordentlich nahe die -Zusammensetzung des Leims ausdrückt. - - 3 (~C₄₈N₁₂H₇₂O₁₄~) + 4 ~H₂O~ = ~C₁₄₄N₃₆H₂₂₄O₄₆~ = - ab ¹/₂At. Choloidinsäure = ~C₃₆ H₅₆ O₆~ - ---------------- - bleibt = ~C₁₀₈N₃₆H₁₆₈O₄₀~ - - oder 4 (~C₂₇N₉H₄₂O₁₀~)[E36]. - -38. Nehmen wir von dieser Formel des Leims die Bestandtheile von 2 At. -Protein hinweg, so bleiben uns die Elemente des Harnstoffs, der -Harnsäure und des Wassers, oder 3 At. Allantoin und 3 At. Wasser. - - Formel des Leims nach _Mulder_ ~C₁₀₈H₁₆₈N₃₆O₄₀~ - ab 2 Protein ~C₉₆ H₁₄₄N₂₄O₂₈~ - ------------------- - bleiben ~C₁₂ H₂₄ N₁₂O₁₂~ = - - 1 At. Harnsäure ~C₁₀H₈ N₈ O₆~ } { - 1 „ Harnstoff ~C₂ H₈ N₄ O₂~ } = { 3 At. Allantoin ~C₁₂H₁₈N₁₂O₉~ - 4 „ Wasser ~H₈ O₄~ } { 3 „ Wasser ~H₆ O₃~ - -------------- -------------- - ~C₁₂H₂₄N₁₂O₁₂~ ~C₁₂H₂₄N₁₂O₁₂~ - -39. Abgesehen von dem größeren Stickstoffgehalt, in welchem diese -Zahlenverhältnisse von _Mulder’s_ und _Scherer’s_ Analysen abweichen, -geht aus der gegebenen Auseinandersetzung hervor, daß, wenn wir zu den -Elementen von 2 At. Protein hinzutreten lassen die Bestandtheile der -stickstoffhaltigen Umsetzungsproducte von einem dritten Atom Protein, -von Harnstoff, Harnsäure und Wasser, oder wenn wir von drei Atomen -Protein hinwegnehmen die Bestandtheile eines stickstofffreien Körpers, -den wir als Zersetzungsproduct der Choleinsäure ebenfalls erhalten -können, daß wir in beiden Fällen eine der Zusammensetzung der -Leimsubstanz nahe kommende Formel erhalten. Man darf diesen Formeln, wie -ich wiederholt in Erinnerung bringe, keinen höheren Werth beilegen als -sie verdienen; sie sollen zu weiter nichts als zu Anknüpfungspunkten -dienen, um zu richtigeren Vorstellungen über das Entstehen und Zerfallen -der Substanzen zu gelangen, woraus die thierischen Gebilde bestehen. Es -sind die ersten Versuche zur Auffindung des Weges, den wir einzuschlagen -haben, um das vorgesteckte Ziel zu erreichen, und dieses Ziel, nach dem -wir streben, es kann und muß erreichbar sein. - -Die Erfahrungen von Allen, die sich mit der Erforschung der -Naturerscheinungen beschäftigt haben, kommen zuletzt darin überein, daß -diese durch weit einfachere Mittel und Ursachen bedingt und -hervorgebracht werden, als man sich gedacht hat oder als wir uns denken, -und gerade ihre Einfachheit müssen wir als das größte Wunder betrachten. - -Die Leimsubstanz entsteht aus Blut, aus Proteinverbindungen, sie kann -durch Hinzutreten von Ammoniak und Sauerstoff oder von Wasser, Harnstoff -und Harnsäure zu den Elementen des Proteins, oder durch Austreten einer -stickstofffreien Materie gebildet worden sein. Die Lösung aller dieser -Aufgaben wird minder schwierig, wenn die Fragen zur Beantwortung reif -und klar gestellt sind. Eine jede Verneinung derselben ist der -Anfangspunkt einer neuen Frage, deren Ermittelung zuletzt die -nothwendige Folge der ersten Fragestellung ist. - -40. In dem Vorhergehenden ist außer der Choleinsäure keiner der andern -Bestandtheile der Galle in Rechnung gezogen worden, und zwar deswegen, -weil man nur bei dieser Säure mit Bestimmtheit weiß, daß sie Stickstoff -enthält. Wenn nun vorausgesetzt wird, daß ihr Stickstoffgehalt von den -Gebilden herrührt, die sich umgesetzt haben, so ist es nicht -unwahrscheinlich, daß der Kohlenstoff und die übrigen Bestandtheile, die -wir damit vereinigt finden, aus der nämlichen Quelle entsprungen sind. - -Bei den fleischfressenden Thieren ist es nicht dem geringsten Zweifel -unterworfen, daß die Bestandtheile ihres Harns und ihrer Galle Produkte -der Umsetzung von Proteinverbindungen sind, denn außer Fett genießen sie -nur Stoffe, welche Protein enthalten oder welche aus Protein entstanden -sind; ihre Nahrung ist identisch mit ihrem Blute, und es ist vollkommen -gleichgültig, welche von beiden als Ausgangspunkt der chemischen -Entwickelung ihrer Metamorphosen gewählt werden. - -Für den Proceß der Ernährung kann es keinen größern Widerspruch geben, -als wenn vorausgesetzt wird, daß der Stickstoff der Nahrungsmittel fähig -wäre, in den Harn als Harnstoff überzugehen, ohne vorher zu einem -Bestandtheil der Gebilde geworden zu sein, denn Albumin, der einzige -Bestandtheil des Bluts, der seinem Gewichte nach in Betracht kommen -kann, kann bei seinem Durchgange durch die Leber nicht die geringste -Veränderung erlitten haben, da wir es in allen Theilen des Körpers von -gleicher Beschaffenheit und Eigenschaften wieder finden. Diese Organe -können zu einer Metamorphose, zu einer Veränderung oder Zersetzung des -Stoffes nicht geeignet sein, aus dem sich alle übrigen entwickeln. - -41. Aus dem Verhalten des Chylus und der Lymphe geht mit Zuverlässigkeit -hervor, daß die löslichen Bestandtheile der Speisen oder des Chymus die -Form von Albumin erhalten. Das gekochte Eiweiß, der gekochte oder -geronnene Faserstoff, welche in dem Magen wieder löslich geworden, ihre -Gerinnbarkeit an der Luft oder durch die Hitze aber verloren hatten, -erhalten diese Eigenschaften nach und nach wieder. In den Chylusgefäßen -ist die saure Reaction des Chymus bereits in die schwach alkalische des -Blutes übergegangen, nach seinem Durchgange durch die Drüsen des -Mesenteriums, in dem Ductus thoracicus angelangt, enthält er in der -Hitze gerinnendes Albumin und scheidet, sich selbst überlassen, Fibrin -ab. Alle Proteinverbindungen, welche beim Durchgange des Chymus durch -die Eingeweide aufgesaugt wurden, werden zu Albumin, welches, wie die -Erfahrung beim Bebrüten des Hühnerei’s ergiebt, bis auf den Eisengehalt, -der von andern Seiten her geliefert wird, die Grundbestandtheile aller -übrigen Organe enthält. - -Die Frage, was beim Menschen aus den im Ueberschuß zugeführten -Proteinverbindungen wird, welche Verwandlung die überreichliche -stickstoffhaltige Speise erfährt, hat die practische Medicin längst -entschieden. Die Blutgefäße zeigen sich mit Blut, die übrigen mit Säften -überfüllt, und wenn die Zufuhr an Speisen fortdauert und das Blut oder -die Säfte, die sich zur Blutbildung eignen, keine Verwendung finden, -wenn die löslichen Materien von den dazu bestimmten Organen nicht -aufgenommen werden, so entwickeln sich in den Eingeweiden, wie bei -Fäulnißprocessen, Gase mannigfaltiger Art, die festen Ausleerungen -nehmen in Farbe, Geruch u. s. w. eine veränderte Beschaffenheit an, und -wenn die Säfte in dem Saug- und Lymphgefäßsystem eine ähnliche Umsetzung -erfahren, so ist dies sogleich in der Blutmischung sichtbar, und durch -dieses nimmt alsdann der Ernährungsproceß andere Formen an. - -42. Keine von allen diesen Erscheinungen dürfte sich zeigen, wenn Nieren -und Leber fähig wären, eine Zersetzung der löslich gewordenen, im -Ueberschuß zugeführten, Proteinverbindungen in Harnstoff, Harnsäure und -Galle zu bewirken. Durch alle Beobachtungen, die man hinsichtlich des -Einflusses der stickstoffhaltigen Nahrung auf die Bestandtheile des -Harns gemacht hat, ist diese Voraussetzung nicht im entferntesten -bewiesen, denn dieser Einfluß ist einer andern und weit einfacheren -Interpretation fähig, wenn man mit der Nahrung die Lebensweise und -Gewohnheiten der Personen in Betracht zieht, welche zu Gegenständen der -Beobachtung gedient haben. Harngries und Harnsteine finden sich bei -Personen, welche sehr wenig animalische Kost genießen. Nie sind bis -jetzt Harnsäure-haltige Concretionen bei Fleisch-fressenden -Säugethieren, welche im freien, wilden Zustande leben, beobachtet -worden[F9], und bei Nationen, welche keine andere Nahrung als -Fleischspeisen genießen, sind Ablagerungen von Harnsäure-haltigen -Concretionen an den Gliedern oder in der Harnblase völlig unbekannt. - - [9] Das Vorkommen des harnsauren Ammoniaks in dem Harnstein von einem - Hunde, der von _Lassaigne_ untersucht wurde, muß bezweifelt werden, - wenn er ihn nicht eigenhändig aus der Blase des Hundes genommen hat. - -43. Was in Beziehung auf den Ursprung der Galle, oder richtiger -vielleicht, der Choleinsäure bei den Fleisch-fressenden Thieren als eine -unleugbare Wahrheit angesehen werden muß, kann in keiner Weise für alle -Bestandtheile der Galle gelten, welche von der Leber der Gras- und -Körner-fressenden Thiere secernirt werden, denn es ist bei der so großen -Menge Galle, die von der Leber eines Ochsen secernirt wird, -schlechterdings unmöglich anzunehmen, daß aller Kohlenstoff derselben -von der Substanz der umgesetzten Gebilde stammt. - -Nehmen wir an, daß die 59 Unzen trockner Galle (von 37 Pfunden -secernirter Galle) den nämlichen Stickstoffgehalt enthielten, wie die -Choleinsäure (3,86 ~p. c.~), so würden wir darin nahe an 4¹/₂ Loth -Stickstoff haben, und wenn dieser Stickstoff von der Substanz der -umgesetzten Gebilde stammt, so könnte sich im höchsten Fall, wenn aller -Kohlenstoff derselben in die Galle übergehen würde, nur eine dem Gewicht -von 14³/₁₀ Loth Kohlenstoff entsprechende Menge Galle bilden, dies ist -aber weit unter derjenigen Quantität, welche den Beobachtungen nach, -secernirt wird. - -44. Es müssen nothwendiger Weise, außer den Protein-Verbindungen, noch -Materien anderer Art, an der Bildung der Galle in dem Organismus des -Gras- und Körner-fressenden Thieres Antheil nehmen, und diese können nur -die stickstofffreien Nahrungsmittel sein. - -45. Der Gallenzucker _Gmelin’s_ (_Picromel_, _Bilin_ nach _Berzelius_), -welchen _Berzelius_ als den Hauptbestandtheil der Galle betrachtet, -während ihn _Demarçay_ im Wesentlichen für Choleinsäure hält, brennt an -der Luft erhitzt wie Harz, liefert ammoniakalische Produkte und giebt, -mit Säuren behandelt, Taurin und die Zersetzungsproducte der -Choleinsäure, mit Alkalien liefert er Ammoniak und Cholinsäure. -Jedenfalls enthält diese Substanz Stickstoff als Bestandtheil, ein weit -kleineres Verhältniß von Sauerstoff wie Amylon oder Zucker und eine -größere Menge wie die fetten Säuren. Wenn wir in der Metamorphose des -Gallenzuckers oder der Choleinsäure durch ätzende Alkalien den -Stickstoff austreten machen, so erhalten wir eine krystallisirte, den -fetten Säuren außerordentlich ähnliche Säure (Cholinsäure), fähig mit -den Basen Salze zu bilden, welche die Haupteigenschaften mit den Seifen -gemein haben. Ja wir können sogar diese Hauptbestandtheile der Galle als -Verbindungen von fetten Säuren mit organischen Oxyden betrachten, -ähnlich den gewöhnlichen Fetten, und nur in sofern von ihnen -verschieden, als sich kein Glyceryloxyd darin befindet. Die Choleinsäure -z. B. läßt sich betrachten als eine Verbindung von Choloidinsäure mit -den Elementen des Allantoins und des Wassers. - - _Choloidinsäure_. _Allantoin_. _Wasser_. _Choleinsäure_. - ~C₇₂H₁₁₂O₁₂~ + ~C₄N₄H₆O₃~ + ~H₁₄O₇~ = ~C₇₆N₄H₁₃₂O₂₂~ - -oder von Cholinsäure, Harnstoff und Wasser: - - _Cholinsäure_. _Harnstoff_. _Wasser_. - ~C₇₄H₁₂₀O₁₈~ + ~C₂N₄H₈O₂~ + ~H₄O₂~ = Choleinsäure. - -46. Wenn nun in der That, woran man kaum zweifeln kann, die -Bestandtheile der stickstofffreien Nahrungsmittel an der Bildung der -Galle in dem Körper der Gras-fressenden Thiere Antheil nehmen, so steht -dieser Ansicht, in der Zusammensetzung der Hauptbestandtheile der Galle, -nach dem gegenwärtigen Zustande unserer Kenntnisse, kein Hinderniß -entgegen. - -Wenn das Amylon hierbei die Hauptrolle übernimmt, so kann dies in keiner -andern Weise geschehen, als daß sich, ganz ähnlich wie bei seinem -Uebergang in Fett, von seinen Elementen eine gewisse Quantität -Sauerstoff trennt, denn es enthält auf die gleiche Anzahl an -Kohlenstoffatomen (auf 72 At.) fünfmal so viel Sauerstoff wie die -Choloidinsäure. - -Ohne ein Austreten von Sauerstoff, von den Elementen des Amylon’s, ist -hiernach sein Uebergang in Galle nicht denkbar und, dies vorausgesetzt, -ist die chemische Entwickelung seiner Verwandlung in eine zwischen -seiner eignen und der Zusammensetzung der fetten Säuren stehenden -Verbindung keinerlei Schwierigkeit unterworfen. - -47. Um diese Auseinandersetzung nicht zu einem müssigen Spiele mit -Formeln zu machen und um den Hauptzweck nicht aus den Augen zu -verlieren, führt also die Betrachtung des quantitativen Verhältnisses -der in dem Körper der Gras-fressenden Thiere abgesonderten Galle zu -folgenden Schlüssen: - -Die Hauptbestandtheile der Galle der Gras-fressenden Thiere enthalten -Stickstoff; dieser Stickstoff stammt von Protein-Verbindungen. - -Sie enthält eine größere Menge Kohlenstoff als der genossenen -stickstoffhaltigen Nahrung, oder der Substanz ihrer Gebilde entspricht, -die in ihrem Lebensprocesse eine Veränderung erlitten haben. - -Ein Theil dieses Kohlenstoffs _muß_ demnach von den stickstofffreien -Nahrungsmitteln geliefert werden und, um in einen _stickstoffhaltigen_ -Bestandtheil der Galle überzugehen, _müssen_ sich nothwendig eine -gewisse Anzahl ihrer Elemente verbunden haben _mit einem -stickstoffhaltigen Körper, der aus einer Proteinverbindung entstanden -ist_. - -Für diesen Schluß ist es ganz gleichgültig, ob man annimmt, daß die -Protein-Verbindung von der Nahrung oder den Gebilden stammt. - -48. Es ist neuerlichst von _Ure_ angegeben worden, daß Benzoesäure -innerlich gegeben, in dem Harn als Hippursäure wieder erscheint. - -Wenn sich diese Beobachtung bestätigen sollte[F10], so erlangt sie eine -große physiologische Bedeutung, weil sie offenbar beweisen würde, daß -der Akt der Umsetzung der Gebilde im Thierkörper, durch gewisse, in den -Speisen genossene Materien, eine andere Form in Beziehung auf die -neugebildeten Verbindungen annimmt, denn die Hippursäure enthält die -Elemente des milchsauren Harnstoffs, in dessen Zusammensetzung die -Elemente der Benzoesäure eingetreten sind. - - 1 At. Harnstoff ~C₂ N₄H₈ O₂~ } { - 1 „ Milchsäure ~C₆ H₈ O₄~ } { = 2 At. kryst. Hippursäure. - 2 „ Benzoesäure ~C₂₈ H₂₀O₆~ } { = 2 (~C₁₈N₂H₁₈O₆~) - ------------- - ~C₃₆N₄H₃₆O₁₂~. - - [10] Die Analyse der aus dem Harn beim Zusatz von Salzsäure sich - abscheidenden Krystalle ist nicht gemacht worden. Ure’s Angabe, daß in - Salpetersäure aufgelös’te Hippursäure beim Zusatz von Ammoniak sich - röthet, ist übrigens falsch, sie beweis’t, daß die von ihm erhaltenen - Krystalle Harnsäure enthielten. - -49. Wenn wir uns den Akt der Umsetzung der Gebilde in dem Körper der -Gras-fressenden Thiere, auf eine ähnliche Weise denken, wie bei den -Fleisch-fressenden, so wird ihr Blut, in den letzten Produkten der -Umsetzung, von allen Organen zusammengenommen, Choleinsäure, Harnsäure -und Ammoniak (S. 138) liefern müssen, und wenn wir der Harnsäure eine -ähnliche Wirkung zuschreiben wie der Benzoesäure in _Ure’s_ Beobachtung, -daß nämlich durch ihre Gegenwart die weitere Umsetzung eine andere Form -annimmt, insofern ihre Elemente in die neuentstehenden Produkte mit -aufgenommen werden, so ergiebt sich z. B., daß 2 At. Protein, zu welchen -die Elemente von 3 At. Harnsäure und zwei Atome Sauerstoff treten, zur -Bildung von Hippursäure und Harnstoff Veranlassung geben können. - - 2 At. Protein 2 (~C₄₈N₁₂H₇₂O₁₄~) = ~C₉₆ N₂₄H₁₄₄O₂₈~ - 3 „ Harnsäure 3 (~C₁₀N₈ H₈ O₆~) = ~C₃₀ N₂₄H₂₄ O₁₈~ - 2 „ Sauerstoff ~O₂~ - ---------------- - ~in Summa~ ~C₁₂₆N₄₈H₁₆₈O₄₈~ = - - = { 6 At. Hippursäure 6 (~C₁₈N₂H₁₆O₅~) = ~C₁₀₈N₁₂H₉₆ O₃₀~ - { 9 „ Harnstoff 9 (~C₂ N₄H₈ O₂~) = ~C₁₈ N₃₆H₇₂ O₁₈~ - ---------------- - ~C₁₂₆N₄₈H₁₆₈O₄₈~. - -50. Wenn wir zuletzt festhalten, daß bei den Gras-fressenden Thieren, -die stickstofffreien Nahrungsmittel (Amylon u. s. w.) eine bestimmte -Rolle in der Bildung der Galle spielen müssen, daß zu ihren Elementen -ein stickstoffhaltiger Körper nothwendig treten muß, um die -stickstoffhaltigen Bestandtheile der Galle hervorzubringen, so ergiebt -sich als das bemerkenswertheste Resultat dieser Combinationen, daß die -Elemente des Amylons und die der Hippursäure, gleich sind, den Elementen -der Choleinsäure, plus einer gewissen Menge Kohlensäure. - - 2 At. Hippursäure 2 (~C₁₈N₂H₁₆O₅~) = ~C₃₆N₄H₃₂ O₁₀~ - 5 „ Amylon 5 (~C₁₂ H₂₀O₁₀~) = ~C₆₀ H₁₀₀O₅₀~ - 2 „ Sauerstoff ~O₂~ - -------------- - ~C₉₆N₄H₁₃₂O₆₂~ - - = { 2 At. Choleinsäure ~C₇₆N₄H₁₃₂O₂₂~ - { 20 „ Kohlensäure ~C₂₀ O₄₀~ - -------------- - ~C₉₆N₄H₁₃₂O₆₂~. - -51. Da nun die Hippursäure neben Harnstoff aus den Proteinverbindungen -entstehen kann, wenn in die Zusammensetzung derselben die Elemente der -Harnsäure aufgenommen werden (S. 154), da ferner Harnsäure, Ammoniak und -Choleinsäure (S. 138) die Elemente des Proteins in einer nahe gleichen -Anzahl von Elementen enthalten, so ist klar, daß, wenn beim Hinzutritt -von Sauerstoff und den Elementen des Wassers, von 5 At. Protein die -Bestandtheile der Choleinsäure und Ammoniak austreten, wir die Elemente -der Hippursäure und des Harnstoffs übrig behalten, und wenn ferner bei -diesem Austreten und der weiter vorgehenden Umsetzung die Elemente von -Amylon sich gegenwärtig befinden und in die neu entstehenden -Verbindungen eintreten, so erhalten wir eine neue Menge Choleinsäure, -sowie eine gewisse Quantität gasförmige Kohlensäure. - -_Dies will also sagen, daß, wenn die Elemente von Protein und Amylon -sich bei Gegenwart von Sauerstoff und Wasser neben und mit einander -umsetzen, wir als Produkte dieser Umsetzung Harnstoff, Choleinsäure, -Ammoniak und Kohlensäure und außer diesen kein anderes Produkt -erhalten_. - - Die Elemente von - - 5 At. Protein } { 9 At. Choleinsäure. - 15 „ Amylon } = { 9 „ Harnstoff. - 12 „ Wasser } { 60 „ Kohlensäure. - 5 „ Sauerstoff } { 6 „ Ammoniak. - - Es sind nemlich: - - 5 At. Protein = 5 (~C₄₈N₁₂H₇₂O₁₄~) = ~C₂₄₀N₆₀H₃₆₀O₇₀~ - 15 „ Amylon = 15 (~C₁₂ H₂₀O₁₀~) = ~C₁₈₀ H₃₀₀O₁₅₀~ - 12 „ Wasser = 12 ( ~H₂ O~ ) = ~H₂₄ O₁₂~ - 5 „ Sauerstoff = 5 ( ~O~ ) = ~O₅~ - ----------------- - ~in Summa~ = ~C₄₂₀N₆₀H₆₈₄O₂₃₇~ - - { 9 At. Choleinsäure = 9 (~C₃₈N₂H₆₆O₁₁~) = ~C₃₄₂N₁₈H₅₉₄O₉₉~ - = { 9 „ Harnstoff = 9 (~C₂ N₄H₈ O₂~ ) = ~C₁₈ N₃₆H₇₂ O₁₈~ - { 60 „ Kohlensäure = 60 (~C O₂~ ) = ~C₆₀ O₁₂₀~ - { 6 „ Ammoniak = 6 ( ~N H₃~ ) = ~N₆ H₁₈~ - ----------------- - ~in Summa~ = ~C₄₂₀N₆₀H₆₈₄O₂₃₇~. - -Die Umsetzung der in dem Thierkörper vorhandenen Protein-Verbindungen -wird bewirkt durch den im arteriellen Blut zugeführten Sauerstoff, und -wenn die Bestandtheile des in dem Magen des Thieres löslich gewordenen -und in allen Theilen des Körpers verbreiteten Amylons in die neu -entstandenen Verbindungen mit aufgenommen werden, so erhalten wir die -Hauptbestandtheile der Se- und Excretionen des Thierkörpers; Kohlensäure -als Excretion der Lunge, Harnstoff und kohlensaures Ammoniak als -Excretion der Nieren, Choleinsäure als Secret der Leber. - -Der Ansicht, daß ein Theil des Kohlenstoffs der stickstofffreien -Nahrungsmittel in die Galle übergehen kann, steht mithin in der -chemischen Zusammensetzung der Stoffe, welche denkbarer Weise an dem -Stoffwechsel im Thier Antheil nehmen können, kein Hinderniß entgegen. - -52. Das Fett verschwindet in dem Thierkörper bei gehöriger Zufuhr von -Sauerstoff, beim Mangel an Sauerstoff kann die Choleinsäure übergehen in -Hippursäure, Lithofellinsäure und Wasser. Die Lithofellinsäure[E37] ist -bekanntlich der Hauptbestandtheil der in gewissen Gras-fressenden -Thieren vorkommenden Bezoare. - - 2 At. Choleinsäure ~C₇₆N₄H₁₃₂O₂₂~ } - 10 „ Sauerstoff ~O₁₀~ } - -------------- - ~C₇₆N₄H₁₃₂O₃₂~ - - { 2 At. Hippursäure ~C₃₆N₄H₃₂ O₁₀~ - { 1 „ Lithofellinsäure ~C₄₀ H₇₂ O₈~ - { 14 „ Wasser ~H₂₈ O₁₄~ - -------------- - ~C₇₆N₄H₁₃₂O₃₂~ - - -53. Zur Erzeugung von Galle im Thierkörper gehört unter allen Umständen -eine gewisse Quantität Natron, ohne die Gegenwart einer Natronverbindung -kann sich keine Galle bilden. Bei Abwesenheit von Natron kann sich durch -Umsetzung der Proteingebilde nur Fett und Harnstoff bilden. Denken wir -uns das Fett nach der empirischen Formel ~C₁₁ H₂₀ O~ zusammengesetzt, so -haben wir beim Hinzutreten von Wasser und Sauerstoff zu den Elementen -des Proteins die Bestandtheile des Fettes, der Kohlensäure und des -Harnstoffs. - - Protein. Wasser. Sauerstoff. - 2 (~C₄₈N₁₂H₇₂O₁₄~) + 12 ~H₂O~ + 14 ~O~ = ~C₉₆N₂₄H₁₆₈O₅₄~ = - - { 6 At. Harnstoff = ~C₁₂N₂₄H₄₈ O₁₂~ - = { Fett = ~C₆₆ H₁₂₀O₆~ - { 18 Kohlensäure = ~C₁₈ O₃₆~ - --------------- - ~C₉₆N₂₄H₁₆₈O₅₄~. - -Die Zusammensetzung aller Fette liegt zwischen den empirischen Formeln -~C₁₁H₂₀O~ oder ~C₁₂H₂₀O~. Gehen wir von der letzteren aus, so geben die -Elemente von Protein (2 ~Pr.~) beim Hinzutreten von 2 At. Sauerstoff und -12 At. Wasser, 6 At. Harnstoff, Fett (~C₇₂H₁₂₀O₆~) und 12 At. -Kohlensäure. - -Bemerkenswerth in Beziehung auf die Bildung des Fettes bleibt es immer, -daß die Abwesenheit des Kochsalzes (eine Natrium-Verbindung, welche dem -Organismus das Natron liefert) die Fettbildung begünstigt, daß das -Mästen eines Thieres unmöglich gemacht wird, wenn wir seiner Nahrung -einen Ueberfluß von Kochsalz, wiewohl weniger als nöthig wäre, um -Purgiren zu bewirken, zusetzen. - -54. Als eine Art von Ueberblick über die Metamorphosen der -stickstoffhaltigen Secrete des Thierkörpers, ist es hier ganz an seinem -Orte, die Aufmerksamkeit darauf hinzulenken, daß die stickstoffhaltigen -Producte der Metamorphose der Galle, identisch sind mit den -Bestandtheilen des Harns, mit welchen die Elemente des Wassers in -Verbindung getreten sind. - - 1 At. Harnsäure ~C₁₀N₈H₈ O₆~ } { 3 At. Taurin ~C₁₂N₆ H₄₂O₃₀~ - 1 „ Harnstoff ~C₂ N₄H₈ O₂~ } = { 3 „ Ammoniak ~N₆ H₁₈~ - 22 „ Wasser ~H₄₄O₂₂~ } { - -------------- -------------- - ~C₁₂N₁₂H₆₀O₃₀~ ~C₁₂N₁₂H₆₀O₃₀~. - - 1 At. Allantoin ~C₄N₄H₆ O₃~ } = { 1 At. Taurin ~C₄N₂H₁₄O₁₀~ - 7 „ Wasser ~H₁₄O₇~ } { 1 Aeq. Ammoniak ~N₂H₆~ - ------------ ------------ - ~C₄N₄H₂₀O₁₀~ ~C₄N₄H₂₀O₁₀~. - -55. Für die Metamorphosen der Harnsäure und der stickstoffhaltigen -Umsetzungsproducte der Galle, ist es nicht minder bedeutungsvoll, daß -beim Hinzutreten von Sauerstoff und Wasser zu den Bestandtheilen der -Harnsäure, Taurin und Harnstoff, oder Taurin, Kohlensäure und Ammoniak -entstehen kann. - - 1 At. Harnsäure ~C₁₀N₈H₈ O₆~ } { 2 At. Taurin ~C₈N₄H₂₈O₂₀~ - 14 „ Wasser ~H₂₈O₁₄~ } = { 1 „ Harnstoff ~C₂N₄H₈ O₂~ - 2 „ Sauerstoff ~O₂~ } ------------- - -------------- ~C₁₀N₈H₃₆O₂₂~ - Hierzu ~C₁₀N₈H₃₆O₂₂~ } = { 2 At. Taurin ~C₈ N₄H₂₈O₂₀~ - 2 At. Wasser ~H₄ O₂~ } { 2 „ Kohlensäure ~C₂ O₄~ - ------------- { 2 „ Ammoniak ~N₄H₁₂~ - ~C₁₀N₈H₄₀O₂₄~ ------------- - ~C₁₀N₈H₄₀O₂₄~. - -56. Alloxan plus einer gewissen Menge Wasser, ist in seiner -Zusammensetzung gleich der des Taurin, das letztere enthält zuletzt die -Elemente des sauren oxalsauren Ammoniaks. - - _Taurin_. - 1 At. Alloxan[F11] ~C₈N₄H₈ O₁₀~ } = 2 (~C₄N₂H₁₄O₁₀~) - 10 „ Wasser ~H₂₀O₁₀~ } - - { 2 At. Oxalsäure ~C₄ O₆~ - 1 At. Taurin ~C₄N₂H₁₄O₁₀~ = { 1 „ Ammoniak ~N₂H₆~ - { 4 „ Wasser ~H₈ O₄~ - ------------ - ~C₄N₂H₁₄O₁₀~ - - [11] Es wäre von großem Interesse, die Wirkung des Alloxans auf den - menschlichen Körper zu untersuchen; zwei bis drei Drachmen im - krystallisirten Zustande Kaninchen gegeben, gaben keine schädlichen - Wirkungen zu erkennen. Beim Menschen schien eine starke Dosis nur auf - die Urinsecretion von Einfluß zu sein. Bei gewissen Krankheiten der - Leber dürfte das Alloxan eins der wichtigsten Arzneimittel abgeben. - -57. Die Vergleichung des Kohlenstoffgehaltes der in dem Körper eines -Gras-fressenden Thieres secernirten Galle, mit der Kohlenstoffmenge -seiner Gebilde oder seiner stickstoffhaltigen Nahrungsmittel, welche in -Folge des Stoffwechsels in Galle übergehen können, führt, wie sich aus -dem Vorhergehenden ergiebt, auf einen großen Unterschied. - -Die Kohlenstoffmenge der secernirten Galle beträgt im geringsten Falle -mehr wie das 5fache, von dem was durch den Stoffwechsel ihrer Gebilde -oder die stickstoffhaltigen Bestandtheile ihrer Nahrung der Leber -zugeführt werden kann, und der Schluß, daß an der Bildung der Galle bei -diesen Thieren, die stickstofffreien Bestandtheile ihrer Nahrung einen -ganz bestimmten Antheil nehmen, darf als wohlbegründet angesehen werden, -denn es giebt keine Erfahrung oder Beobachtung, die seiner Richtigkeit -entgegenstände. - -58. Es ist in dem Obigen der analytische Beweis niedergelegt, daß aus -allen Bestandtheilen des Harns, aus Hippursäure, Harnsäure und -Allantoin, die stickstoffhaltigen Producte der Umsetzung der Galle, -nämlich Ammoniak und Taurin entstehen können, und wenn wir uns daran -erinnern, daß durch ein bloßes Austreten von Sauerstoff und Wasser, aus -den Bestandtheilen des Amylon, Choloidinsäure gebildet werden kann, - - 6 At. Amylon = 6 (~C₁₂H₂₀O₁₀~) = ~C₇₂H₁₂₀O₆₀~ - hiervon ab - 44 At. Sauerstoff } ~H₈ O₄₈~ - 4 „ Wasser } - ------------ - bleibt Choloidinsäure = ~C₇₂H₁₁₂O₁₂~ - -daß zuletzt die Choloidinsäure, das Ammoniak und Taurin die Elemente der -Choleinsäure in sich schließen, - - 1 At. Choloidinsäure ~C₇₂ H₁₁₂O₁₂~ - 1 „ Taurin ~C₄ N₂H₁₄ O₁₀~ - 2 „ Ammoniak ~N₂H₆~ - -------------- - Choleinsäure = ~C₇₆N₄H₁₃₂O₂₂~ - -so wird durch die Kenntniß dieser Thatsachen, ein jeder Widerspruch -gegen die Möglichkeit dieser Vorgänge entfernt. - -59. Die chemische Analyse sowohl wie die Beobachtung des lebenden -Thierkörpers unterstützen sich alle gegenseitig; sie führen beide zu dem -Schlusse, daß eine gewisse Quantität des Kohlenstoffs der -stickstofffreien Nahrungsstoffe (Respirationsstoffe) von der Leber in -der Form von Galle secernirt wird, daß ferner die stickstoffhaltigen -Producte der Umsetzung der Gebilde der Gras-fressenden Thiere nicht -direct und unmittelbar wie bei den Fleischfressern zu den Nieren -gelangen, sondern daß sie vor ihrem Austreten durch die Harnblase, in -gewissen anderen Processen, und namentlich in der Bildung der Galle eine -Rolle übernehmen. - -Mit den Elementen der stickstofffreien Nahrungsstoffe werden sie der -Leber zugeführt, sie kehren in der Form von Galle wieder in den Körper -zurück und werden erst zuletzt, wenn sie zur Bildung des allgemeinsten -Respirationsmittels gedient haben, durch die Nieren aus dem Körper -entfernt. - -60. Wenn wir den Harn sich selbst überlassen, so verwandelt sich der -darin enthaltene Harnstoff in kohlensaures Ammoniak; seine Elemente sind -genau in dem Verhältniß zugegen, daß mit dem Hinzutreten der Elemente -des Wassers aller Kohlenstoff in Kohlensäure, aller Wasserstoff in -Ammoniak übergehen kann. - - 1 At. Harnstoff ~C₂N₄H₈O₂~ } = { 2 At. Kohlensäure ~C₂ O₄~ - 2 „ Wasser ~H₄O₂~ } { 2 Aeq. Ammonia ~N₄H₁₂~ - -61. Wären wir im Stande, aus Harnsäure oder Allantoin geradezu Taurin -und Ammoniak darzustellen, so möchte dies wohl als ein weiterer Beweis -für den Antheil angesehen werden dürfen, welcher diesen Materien an der -Bildung der Galle zugeschrieben worden ist, allein es darf nicht als -Einwurf betrachtet werden, wenn diese Verwandlung mit den Mitteln, die -uns zu Gebote stehen, nicht bewirkt werden kann. Ein solcher Einwurf -verliert seine Bedeutung, wenn man berücksichtigt, daß das Vorhandensein -von Taurin und Ammoniak in der Galle schlechterdings nicht vorausgesetzt -werden kann, ja daß es sogar nicht einmal wahrscheinlich ist, daß sie in -der Form, wie wir sie als Zersetzungsproducte der Galle bekommen, -wirkliche Bestandtheile davon ausmachen. - -Durch die Einwirkung der Salzsäure auf Galle zwingen wir gewissermaßen -ihre Elemente in solchen Formen zusammenzutreten, welche durch den -nämlichen einwirkenden Körper keiner weiteren Veränderung mehr fähig -sind, und wenn wir uns anstatt der Salzsäure des Kali’s bedienen, so -erhalten wir die nämlichen Elemente, wiewohl in einer andern und ganz -verschiedenen Weise geordnet. Wäre Taurin als solches in der Galle -vorhanden, so müßte man durch Alkalien die nämlichen Producte erhalten, -wie durch Säuren. Alles dies ist gegen die Erfahrung. - -Wenn wir also auch im Stande wären, das Allantoin oder Harnsäure und -Harnstoff, in Taurin und Ammoniak überzuführen, so würden wir an -Einsicht in den wahren Vorgang nicht reicher sein, eben weil die -Präexistenz von Ammoniak und Taurin in der Galle bezweifelt werden muß, -und weil wir keinen Grund haben zu glauben, daß Harnstoff als Harnstoff, -Allantoin als Allantoin zur Bildung der Galle vom Organismus verwendet -wird; wir können darthun, daß ihre Elemente zu diesem Zwecke dienen, -allein es ist uns gänzlich unbekannt, in welcher Weise diese Elemente -eingetreten sind, welchen chemischen Charakter die stickstoffhaltige -Verbindung besitzt, die sich mit den Elementen des Amylons zu Galle oder -vielmehr zu Choleinsäure vereinigt. - -62. Choleinsäure kann entstehen aus den Elementen des Amylons, der -Harnsäure und des Harnstoffs, oder des Allantoins, oder der Harnsäure, -oder des Alloxan’s, oder der Oxalsäure und des Ammoniaks, oder der -Hippursäure; diese verschiedenen Formen von Stickstoffverbindungen -zeigen an und für sich schon, daß sich alle stickstoffhaltigen Producte -des Stoffwechsels im Thierkörper zur Bildung von Galle eignen, ohne daß -wir damit wissen, in welcher Weise sie dazu verwendet werden. - -Wir können durch Behandlung mit kaustischen Alkalien das Allantoin -zerlegen in Oxalsäure und Ammoniak; die nämlichen Producte erhalten wir -aus dem Oxamid, ohne daß wir aus der Gleichheit derselben einen Schluß -rückwärts auf ihre Identität, auf eine gleiche Constitution dieser -Verbindungen machen können. So gestatten uns denn die Producte, die wir -aus Choleinsäure durch die Einwirkung von Säuren erhalten, in keiner -Weise einen Schluß über die Art und Weise, wie ihre Elemente sich darin -geordnet befinden. - -63. Wenn die Aufgabe der organischen Chemie in der Untersuchung der -Veränderungen besteht, welche die Nahrungsmittel im Thierkörper -erfahren, so hat sie darzuthun, welche Elemente hinzu-, welche -ausgetreten sind, um die Verwandlung einer gegebenen Verbindung in eine -zweite und dritte zu bewirken oder überhaupt möglich zu machen, allein -synthetische Beweise können von ihr nicht erwartet werden, weil alle -Vorgänge im Organismus unter dem Einfluß einer immateriellen Thätigkeit -stehen, über welche der Chemiker nicht nach Willkühr verfügen kann. - -Die Beobachtung der Erscheinungen, welche die Metamorphosen der -Nahrungsmittel im Organismus begleiten, die Ermittelung des Antheils, -den die Atmosphäre oder die Bestandtheile des Wassers an diesen -Veränderungen nehmen, führen von selbst auf die Bedingungen, welche sich -zur Entstehung eines Secretes oder eines Theiles oder Bestandtheiles -eines Organs vereinigen müssen. - -64. Das Vorhandensein von freier Salzsäure im Magen, sowie der -Natrongehalt des Blutes setzen die Nothwendigkeit des Kochsalzes für -den organischen Proceß außer allen Zweifel, allein die Quantität von -Natron, welche verschiedene Thierklassen zur Unterhaltung der vitalen -Processe bedürfen, ist außerordentlich ungleich. - -Wenn wir uns denken, daß eine gegebene Menge Blut als Natronverbindung -betrachtet, in dem Körper eines Fleisch-fressenden Thieres in Folge des -Stoffwechsels in eine neue Natronverbindung, in Galle nämlich, übergeht, -so muß vorausgesetzt werden, daß im normalen Zustande der Gesundheit der -Natrongehalt des Blutes vollkommen hinreicht, um mit den entstandenen -Producten der Umsetzung Galle zu bilden. Das zu den vitalen Processen -verbrauchte oder überflüssige Natron wird, durch die Nieren von dem -Blute geschieden, in der Form eines Salzes austreten müssen. - -Wenn es nun wahr ist, daß in dem Körper eines Gras-fressenden Thieres -eine weit größere Menge Galle gebildet wird, als der Quantität des -erzeugten oder umgesetzten Blutes entspricht, daß der größte Theil ihrer -Galle von gewissen Bestandtheilen ihrer Nahrung stammt, so kann das -Natron des zu Gebilden gewordenen (assimilirten, umgesetzten) Blutes bei -weitem nicht hinreichen, um den zur Bildung von Galle täglich nöthigen -Bedarf an Natron zu liefern. Das Natron der Galle der Gras-fressenden -Thiere muß demzufolge direct von den Nahrungsmitteln geliefert werden; -ihr Organismus muß die Fähigkeit haben, alle in den Speisen vorhandenen -und von dem Organismus zerlegbaren Natronverbindungen unmittelbar zur -Bildung von Galle zu verwenden. Alles Natron im Thierkörper stammt, wie -sich von selbst versteht, von den Speisen, allein die Speise des -Fleisch-fressenden Thieres enthält im Maximo nur die zur Blutbildung -erforderliche Menge Natron; in den meisten Fällen kann man bei dieser -Thierklasse voraussetzen, daß nur eine der Menge des zur Blutbildung -verwendeten Natrons entsprechende Quantität durch ihren Harn wieder -austritt. - -Wenn sie eine zur Blutbildung hinreichende Quantität Natron zu sich -nehmen, so wird eine dieser gleiche Menge durch den Harn ausgeleert, -genießen sie weniger, so behält ihr Organismus einen Theil des zur -Ausleerung bestimmten Natronsalzes zurück. - -Ueber alle diese Verhältnisse giebt die Zusammensetzung des Harns der -verschiedenen Thierklassen die unzweideutigsten Belege. - -65. Als letztes Product der Veränderung aller Natronverbindungen im -Thierkörper erhalten wir im Harn, das Natron in der Form eines Salzes, -den Stickstoff als Ammoniak oder Harnstoff. - -Das Natron in dem Harn der Fleisch-fressenden Thiere finden wir an -Schwefelsäure und Phosphorsäure gebunden, nie fehlt neben diesen -Natronsalzen eine gewisse Menge eines Ammoniaksalzes, Salmiak oder -phosphorsaures Ammoniak. Es kann keinen entscheidenderen Beweis für die -Meinung abgeben, daß das Natron ihrer Galle oder ihrer umgesetzten -Blutbestandtheile bei weitem nicht hinreicht, um die austretenden Säuren -zu neutralisiren, als wie die Gegenwart dieser Ammoniaksalze im Harn; -dieser Harn reagirt sauer. - -Im graden Gegensatz hierzu finden wir in dem Harn der Gras-fressenden -Thiere eine überwiegende Menge von Natron und zwar nicht an -Schwefelsäure oder Phosphorsäure gebunden, sondern an Kohlensäure, -Benzoesäure oder Hippursäure. - -66. Diese wohlbegründeten Erfahrungen beweisen, daß die Gras-fressenden -Thiere eine weit größere Menge Natron genießen als zur Neubildung ihres -täglichen Bedarfes an Blut erforderlich ist. In ihrer Nahrung finden wir -alle Bedingungen vereinigt zur Erzeugung einer zweiten Natronverbindung, -welche zum Respirationsmittel bestimmt ist, und nur eine geringe -Erfahrung in dem Wesen der mit so großer Weisheit geordneten -Natureinrichtungen dürfte den Natrongehalt der Speise und des Harns der -Gras-fressenden Thiere für zufällig erklären. - -Es kann kein Zufall sein, daß das Leben, die Entwickelung einer Pflanze -abhängig ist von der Gegenwart der Alkalien, die sie dem Boden entzieht; -diese Pflanze dient zur Nahrung einer großen Thierklasse, deren vitale -Processe aufs engste an die Gegenwart dieser Alkalien geknüpft ist. Wir -finden diese Alkalien in der Galle, ihre Gegenwart im Thierkörper ist -die unerläßliche Bedingung zur Erzeugung des ersten Nahrungsstoffs des -jungen Thieres, ohne eine reichliche Menge Kali kann die Bildung der -Milch nicht gedacht werden. - -67. Alle Beobachtungen führen, wie sich aus dem Vorhergehenden ergiebt, -zu der Ansicht, daß gewisse stickstofffreie Bestandtheile der Nahrung -der Gras-fressenden Thiere (Amylon, Zucker, Gummi &c.) die Form einer -Natronverbindung erhalten, welche in ihrem Körper zu den nämlichen -Zwecken dient, wozu, wie wir mit Bestimmtheit wissen, die Galle (das -kohlenstoffreichste Product der Umsetzung ihrer Gebilde) in dem Körper -des Fleisch-fressenden Thieres verwendet wird. Sie dienen zur -Unterhaltung gewisser vitalen Processe, und werden zuletzt zur -Hervorbringung der animalischen Wärme, zum Widerstand gegen die -Einwirkung der Atmosphäre verbraucht; bei den Fleischfressern ist der -rasche Umsatz ihrer Gebilde eine Bedingung ihres Bestehens, eben weil -erst in Folge des Stoffwechsels die Materien gebildet werden müssen, -welche zur Verbindung mit dem Sauerstoff der Luft bestimmt sind; in -diesem Sinne kann man sagen, daß die stickstofffreien Nahrungsmittel den -Stoffwechsel hindern, daß sie ihn verlangsamen und eine ebenso rasche -Beschleunigung wie bei den Fleischfressern jedenfalls unnöthig machen. - -68. Mit dieser Fähigkeit der stickstofffreien Nahrungsstoffe, -als Respirationsmaterie zu dienen, steht die verhältnißmäßig so -geringe Menge von stickstoffhaltiger Nahrung, die sie zur -Unterhaltung ihrer Lebensfunctionen bedürfen, in dem engsten -Zusammenhang, und es dürfte vielleicht sich herausstellen, daß die -Nothwendigkeit zusammengesetzterer Verdauungsorgane in dem Körper der -Pflanzen-fressenden Thiere weit mehr durch die Schwierigkeit bedingt -ist, gewisse stickstofffreie Nahrungsmittel (Gummi? stärkemehlartige -Faser?) löslich und geschickt zu machen, an den vitalen Processen -Antheil zu nehmen, als die Ueberführung und Verwandlung des -Pflanzen-Fibrins, -Albumins und -Caseins in Blut zu bewirken, denn für -diesen Zweck finden wir die minder zusammengesetzten Apparate der -Carnivoren vollkommen ausreichend. - -69. Wenn in dem Körper des Menschen, der an gemischte Nahrung gewöhnt -ist, das Amylon eine ähnliche Rolle übernimmt, wie in dem Körper der -Gras- und Körner-fressenden Thiere, wenn also vorausgesetzt wird, daß -ihre Elemente an der Bildung ihrer Galle einen ebenso bestimmten -Antheil nehmen, so folgt hieraus von selbst, daß ein Theil der -stickstoffhaltigen Producte der Umsetzung ihrer Organe, ehe sie durch -die Harnblase austreten, von der Leber aus, in der Form von Galle, in -den Kreislauf zurückkehren und erst als letztes Product des -Respirationsprocesses durch die Nieren von dem Blute geschieden werden. - -70. Beim Mangel an stickstofffreien Substanzen in der Nahrung des -Menschen wird diese Form der Gallenbildung nicht stattfinden können, die -Secrete müssen in diesem Fall eine andere Beschaffenheit besitzen, und -das Erscheinen von Harnsäure im Harn in gewissen Krankheiten, die -Ablagerung von Harnsäure in den Gliedern und in der Harnblase, sowie der -Einfluß, den ein Ueberfluß von Fleischnahrung, der als gleichbedeutend -angesehen werden muß einem Mangel an Amylon, auf die Absonderung der -Harnsäure bei gewissen Individuen ausübt, dürfte hierin seine Erklärung -finden. Fehlt es an Amylon, an Zucker &c., so wird ein Theil der durch -den Stoffwechsel gebildeten oder sich bildenden Stickstoffverbindungen -entweder an dem Orte beharren, wo sie erzeugt worden sind, sie werden -nicht von der Leber aus als Respirationsmittel in den Organismus -zurückkehren, und durch die Einwirkung des Sauerstoffs die letzten -Veränderungen erfahren, die sie überhaupt zu erleiden fähig sind, -sondern von den Nieren in irgend einer andern Form abgeschieden werden -müssen. - -71. In dem Vorhergehenden ist der Beweis zu führen versucht worden, daß -die stickstofffreien Nahrungsmittel einen ganz bestimmten Einfluß auf -die Natur und Beschaffenheit der Secrete des Thierkörpers ausüben; ob -dies direct geschieht, ob ihre Elemente nämlich unmittelbar an dem Acte -der Umsetzung der Gebilde Antheil nehmen, oder indirect, möchte durch -sorgfältige und umsichtige Versuche und Beobachtungen entschieden werden -können. Möglich ist es, daß die stickstofffreien Nahrungsmittel, in -irgend einer Weise verändert, von den Eingeweiden aus gradezu der Leber -zugeführt werden, daß sie in diesem Organ, wo sie mit den Producten der -umgesetzten Gebilde zusammentreten, die Verwandlung in Galle erfahren -und dann erst ihren Kreislauf im Körper vollenden. - -Diese Meinung gewinnt an Wahrscheinlichkeit, wenn man in Betracht zieht, -daß in dem arteriellen Blute bis jetzt noch niemals weder eine Spur -Amylon noch Zucker aufgefunden worden ist, selbst nicht bei Thieren, die -man ausschließlich mit diesen Materien zu ernähren versuchte. Diesen -Materien kann man demnach, da sie in dem arteriellen Blute fehlen, -keinen Antheil an dem Ernährungsprocesse zuschreiben, und das Erscheinen -von Zucker im Harne Diabetischer, von Zucker, welcher, nach allen -Beobachtungen, von der Nahrung stammt, sowie die völlige Abwesenheit -dieses Zuckers in dem Blute der an dieser Krankheit Leidenden, beweis’t -offenbar, daß Amylon und Zucker als solche in die Blutcirculation nicht -aufgenommen werden. - -72. Ueber die Anwesenheit gewisser Bestandtheile der Galle im Blute des -gesunden Menschen findet man in den Schriften der Physiologen viele -Belege, wiewohl sie quantitativ schwerlich bestimmbar darin ist; denken -wir uns in der That, daß in einer Minute zehn Pfund Blut (120 Unzen) -durch die Leber gehen und von diesem Blute 2 Tropfen Galle (zu drei Gran -den Tropfen) abgesondert wurden, so macht dies ¹/₉₆₀₀ von dem Gewichte -der Blutmasse aus, ein Gehalt, der durch die Analyse nicht mehr -festgestellt werden kann. - -73. Der größte Theil der Galle entsteht nach dem Vorhergehenden in dem -Körper der Gras- und Körner-fressenden Thiere, sowie in dem des -Menschen, der an gemischte Nahrung gewöhnt ist, aus den Bestandtheilen -seiner stickstofffreien Nahrungsmittel; ihre Bildung kann aber nicht -gedacht werden, ohne ein Hinzutreten eines stickstoffhaltigen Körpers, -denn die Galle ist eine Stickstoffverbindung. Alle bis jetzt -untersuchten Gallen geben bei der trocknen Destillation Ammoniak und -stickstoffhaltige Producte; aus der Ochsengalle hat man Taurin und -Ammoniak dargestellt; der Beweis, daß diese beiden Producte aus allen -anderen Gallen darstellbar sind, ist nur deshalb nicht geführt worden, -weil es schwer hält, sich von anderen Thieren hinlängliche Mengen von -Galle zu verschaffen. - -Mag nun die stickstoffhaltige Verbindung, die sich mit den -Bestandtheilen des Amylons zu Galle vereinigt, von den Speisen oder von -der Substanz der umgesetzten Gebilde stammen, der Schluß, daß die -Gegenwart derselben als eine Bedingung der Gallensecretion anzusehen -ist, kann nicht in Zweifel gezogen werden. - -Da nun die Gras- und Körner-fressenden Thiere in ihren Nahrungsmitteln -nur solche stickstoffhaltige Materien genießen, welche identisch sind -mit ihren Blutbestandtheilen, so stammt der stickstoffhaltige -Bestandtheil, den wir in der Galle finden, jedenfalls von einer -Proteinverbindung ab, er ist entweder durch eine Veränderung entstanden, -welche die Proteinverbindungen der Speise erlitten haben, oder er ist -aus dem Blute oder aus der Substanz der Gebilde in Folge des -Stoffwechsels erzeugt worden. - -74. Wenn nun der Schluß wahr ist, daß stickstoffhaltige Verbindungen, -gleichgültig, ob sie von der Substanz des Blutes oder den -stickstoffhaltigen Nahrungsmitteln stammen, an der Bildung der Secrete -und namentlich an der Bildung der Galle einen bestimmten Antheil zu -nehmen vermögen, so ist klar, daß der Organismus die Fähigkeit besitzen -muß, fremde Materien, welche weder Theile, noch Bestandtheile der Träger -der Lebensthätigkeit ausmachen, zu gewissen vitalen Zwecken dienen zu -machen; alle stickstoffhaltigen, der Auflösung fähigen Substanzen ohne -Unterschied dem Blute oder den Verdauungsorganen zugeführt, wenn sie -sich durch ihre Zusammensetzung zu diesen Zwecken eignen, werden von dem -Organismus in ähnlicher Weise dazu verwendet werden müssen, wie die -stickstoffhaltigen Producte, die sich durch den Stoffwechsel gebildet -haben. - -Wir kennen eine Menge Materien, welche auf den Akt der Umsetzung der -Gebilde, sowie auf den Ernährungsproceß einen ganz bestimmten Einfluß -ausüben, ohne daß ihre Elemente an den vor sich gehenden Veränderungen -Antheil nehmen, es sind dies lauter solche Substanzen, deren Theile sich -in einem gewissen Zustand der Zersetzung befinden, der sich allen -Theilen des Organismus überträgt, welche fähig sind, eine ähnliche -Umsetzung zu erfahren. - -75. Die Arzneistoffe und Gifte umfassen eine zweite außerordentlich -zahlreiche Klasse von Verbindungen, welche die Fähigkeit haben, durch -ihre Elemente direct oder indirect Antheil an den Secretionsprocessen -oder dem Stoffwechsel zu nehmen. Sie lassen sich in drei große Klassen -eintheilen, von denen die eine (wozu die metallischen Gifte gerechnet -werden müssen) eine chemische Verbindung mit gewissen Theilen oder -Bestandtheilen des animalischen Körpers eingeht, welche durch die -Lebensthätigkeit nicht aufgehoben wird. Die zweite Klasse (ätherische -Oele, Camphor, empyreumatische Materien, Antiseptica &c.) besitzt die -Eigenschaft, den Zustand der Umsetzung ihrer Elementartheile, welchen -gewisse sehr zusammengesetzte, organische Atome zu erleiden vermögen -(Umsetzungsprocesse, die man, wenn sie außerhalb des Thierkörpers vor -sich gehen, gewöhnlich mit Gährung und Fäulniß bezeichnet) zu hindern -oder zu verlangsamen. - -Die dritte Klasse von Arzneistoffen nimmt durch ihre Elemente an den im -Thierkörper vor sich gehenden Veränderungen einen directen Antheil; dem -Organismus zugeführt, steigern und erhöhen sie die vitale Thätigkeit -einzelner oder mehrerer Organe, sie bringen im gesunden Körper -Krankheitserscheinungen hervor; alle üben schon in verhältnißmäßig sehr -kleinen Gaben eine bemerkbare Wirkung aus, viele wirken in größeren -Massen als Gifte. Von keinem dieser Körper läßt sich behaupten, daß er -in dem Ernährungsprocesse eine entschiedene Rolle spiele, daß er von dem -Organismus zur Blutbildung verwendet werden könne, theils, weil ihre -Zusammensetzung von der der Blutbestandtheile abweicht, theils, weil die -Masse, in der sie die Wirkung äußern, gegen die Blutmasse verschwindend -klein ist. - -In die Blutcirculation aufgenommen, ändern sie, wie man gewöhnlich sagt, -die Qualität des Bluts, und um durch den Magen in die Blutgefäße mit -ihrer ganzen Wirksamkeit überzugehen, muß vorausgesetzt werden, daß sie -durch die organische Thätigkeit, welche dieses Organ besitzt, keine -Veränderung in ihrer Zusammensetzung erfahren, sie werden im -unlöslichen Zustande darin löslich gemacht (verdaut), aber nicht -zerstört, denn in letzterem Fall würden sie keine Wirkung ausüben -können. - -76. Das Blut besitzt im normalen Zustande der Gesundheit zwei -Qualitäten, welche mit einander in engem Zusammenhange stehen, obwohl -eine von der andern als ganz unabhängig gedacht werden kann. - -In den Blutkörperchen enthält das Blut die Träger des zur Neubildung -gewisser Theile des Thierkörpers, sowie zur Hervorbringung der -animalischen Wärme dienenden Sauerstoffs; durch die Fähigkeit dieser -Blutkörperchen, den in der Lunge aufgenommenen Sauerstoff wieder -abzugeben, ohne daß sie damit ihren Character verlieren, bedingen sie im -Allgemeinen den Stoffwechsel. - -Die zweite Qualität des Blutes, seine Fähigkeit, zu Bestandtheilen von -Organen zu werden, sich für die Zunahme an Masse und Neubildung der -Organe, sowie zum Ersatz von verbrauchtem Stoff zu eignen, verdankt es -vorzugsweise dem in Auflösung vorhandenen Fibrin und Albumin. Diese -beiden Hauptbestandtheile, welche zur Nutrition und Reproduction dienen, -sättigen sich bei ihrem Durchgang durch die Lunge mit Sauerstoff, sie -nehmen jedenfalls soviel davon aus der Atmosphäre auf, daß sie die -Fähigkeit völlig verlieren, den anderen Materien, die sich im Blute -befinden, Sauerstoff zu entziehen. - -Mit Bestimmtheit wissen wir, daß die Blutkörperchen des venösen Blutes -in der Lunge, bei ihrer Berührung mit der Atmosphäre, ihre Farbe -ändern, daß dieser Farbenwechsel begleitet ist von einer Absorbtion von -Sauerstoff; alle Bestandtheile des Blutes, welche die Fähigkeit -überhaupt besitzen, sich mit Sauerstoff zu verbinden, nehmen in der -Lunge Sauerstoff auf und sättigen sich damit. Neben diesen anderen -Materien behalten die Blutkörperchen ihre hochrothe Farbe bis in die -feinsten Verzweigungen der Arterien, erst bei ihrem Durchgange durch die -Capillargefäße beobachten wir, daß sie dieselbe wechseln und die -dunkelrothe Farbe annehmen, welche die Blutkörperchen des venösen Blutes -characterisirt. Aus diesen Thatsachen muß gefolgert werden, daß den -Bestandtheilen des arteriellen Blutes die Fähigkeit völlig abgeht, den -Sauerstoff der im arteriellen Blute circulirenden Blutkörperchen, -welchen sie aus der Luft aufgenommen haben, zu entziehen, und aus der in -den Capillargefäßen stattfindenden Farbenveränderung läßt sich kein -anderer Schluß ziehen, als daß sie (die Blutkörperchen des arteriellen -Blutes) während diesem Durchgang, in den Zustand zurückkehren, den sie -im venösen Blut besitzen, daß sie also den in der Lunge aufgenommenen -Sauerstoff abgegeben und damit das Vermögen wieder erlangt haben, sich -mit Sauerstoff aufs Neue zu verbinden. - -78. Wir finden demnach in dem arteriellen Blut Albumin, was sich, wie -alle anderen Bestandtheile, bei seinem Durchgange durch die Lunge mit -Sauerstoff gesättigt hat, und Sauerstoffgas, was jedem Körpertheilchen -durch die Blutkörperchen in chemischer Verbindung zugeführt wird. So -weit unsere Beobachtungen (bei der Bebrütung des Ei’s) reichen, -vereinigen sich darin die Bedingungen zur Erzeugung aller Gebilde; der -zur Neubildung oder in dem Proceß der Reproduction nicht verbrauchte -Sauerstoff vereinigt sich mit der Substanz der belebten Körpertheilchen, -er bedingt, indem er in ihre Elemente aufgenommen wird, den Act der -Umsetzung, den wir mit Stoffwechsel bezeichnet haben. - -79. Es ist klar, daß alle in den Capillargefäßen vorhandenen oder -abgeschiedenen oder durch Endosmose oder Imbibition zugeführten Stoffe, -welcher Art sie auch sein mögen, wenn ihnen die Fähigkeit nicht völlig -abgeht, sich mit Sauerstoff zu vereinigen, daß sie, bei Berührung mit -den Trägern des Sauerstoffs, sich ähnlich verhalten müssen, wie die -lebendigen Körpertheilchen selbst, sie werden, oder ihre Elemente werden -mit diesem Sauerstoff in Verbindung treten, es wird in diesem Fall -entweder kein Stoffwechsel stattfinden, oder er wird sich in einer -andern Form, in der Bildung von Producten anderer Art, zu erkennen -geben. - -80. Der Begriff einer Aenderung der beiden in dem Vorhergehenden -berührten Qualitäten des Blutes durch einen in dem Blute enthaltenen -oder aufgenommenen fremden Stoff (Arzneistoff) setzt demnach zweierlei -Wirkungsweisen voraus. - -Angenommen, daß der Arzneistoff keine, der Lebensthätigkeit eine Grenze -setzende, chemische Verbindung mit den Bestandtheilen des Blutes -einzugehen vermag, daß er ferner sich nicht im Zustande einer Umsetzung -befindet, die sich auf die Bestandtheile des Blutes oder der Organe -fortpflanzen und übertragen kann, daß ihm die Fähigkeit abgeht, durch -seinen Contact mit den lebenden Körpertheilchen ihren Stoffwechsel, die -Umsetzung ihrer Elemente, zu hindern, so bleibt für diese Art von -Stoffen, um ihre Wirkungsweise erklärlich zu finden, nichts anders -übrig, als anzunehmen, daß ihre Elemente an der Erzeugung gewisser -Bestandtheile des lebenden Thierkörpers oder an der Bildung gewisser -Secrete Antheil nehmen. - -81. Insoweit der vitale Act der Secretion mit dem Chemismus in Beziehung -steht, ist er in dem Vorhergehenden einer Untersuchung unterworfen -worden; bei den Fleisch-fressenden Thieren haben wir Grund zu glauben, -daß ohne Hinzutreten eines fremden Stoffes von Außen, die Galle und die -Bestandtheile des Harns an dem Orte gebildet werden, wo der Stoffwechsel -vor sich geht; bei den anderen Thierclassen hingegen kann angenommen -werden, daß in dem Secretionsorgan selbst, aus gewissen zugeführten -Stoffen (bei den Gras-fressenden Thieren aus den Bestandtheilen des -Amylons und einem stickstoffhaltigen Product der umgesetzten Organe) die -Erzeugung der Secrete vermittelt wird. Diese Vorstellung schließt die -Meinung übrigens nicht aus, daß bei den Fleisch-fressenden Thieren die -Producte der umgesetzten Organe, eine Spaltung in Galle, Harnsäure oder -Harnstoff, erst in den Secretionsorganen erleiden, oder daß die -Bestandtheile der stickstofffreien Nahrungsstoffe, direct den -Körpertheilen zugeführt, wo Stoffwechsel stattfindet, mit den Elementen -der umgesetzten Gebilde zu den Bestandtheilen des Harns und der Galle -zusammentreten. - -82. Wenn nun vorausgesetzt wird, daß gewisse Arzneimittel zu -Bestandtheilen von Secreten werden können, so kann dies nur auf -zweierlei Weise geschehen; entweder gelangen sie in die Blutcirculation -und nehmen an dem Stoffwechsel directen Antheil, insofern ihre Elemente -in die Zusammensetzung der neuen Producte eintreten, oder sie werden den -Secretionsorganen zugeführt, wo sie auf die Bildung oder auf die -Beschaffenheit des Secretes einen Einfluß durch Hinzutreten ihrer -Elemente äußern. - -In beiden Fällen müssen sie in dem Organismus ihren chemischen Character -verlieren, und wir wissen mit genügender Sicherheit, daß diese Classe -von Arzneistoffen spurlos im Körper verschwindet. Schreibt man ihnen in -der That eine Wirkung zu, so können sie durch den Magen ihre -Eigenthümlichkeit nicht verlieren, sie können durch den Verdauungsproceß -nicht zerstört worden sein; ihr Verschwinden setzt also voraus, daß sie -zu gewissen Zwecken verwendet worden sind, was ohne Aenderung ihrer -Zusammensetzung nicht denkbar ist. - -83. So wenig man nun auch, bis auf die Galle, mit der Zusammensetzung -der übrigen Secrete bekannt sein mag, mit Bestimmtheit weiß man, daß -alle Secrete Stickstoff in chemischer Verbindung enthalten; sie gehen in -stinkende Fäulniß über und liefern entweder in diesem Zersetzungsproceß -oder bei der trocknen Destillation ammoniakhaltige Producte; selbst der -Speichel, mit Kalihydrat zusammengebracht, entwickelt reichlich -Ammoniak. - -84. Durch ihre Zusammensetzung theilen sich die Arzneimittel in zwei -Klassen, in stickstoffhaltige und in stickstofffreie. Vor allen -ausgezeichnet durch ihre medizinischen Wirkungen auf den Organismus sind -die stickstoffhaltigen Pflanzenstoffe, deren Zusammensetzung von den -eigentlichen, stickstoffhaltigen Nahrungsstoffen, welche der Organismus -der Pflanze ebenfalls erzeugt, abweicht. - -Die Arzneiwirkungen dieser Materien sind außerordentlich verschieden; -von der mildesten Form der Wirkung der Aloe bis zum furchtbarsten Gifte, -dem Strychnin, beobachten wir Unterschiede der mannigfaltigsten Art. - -Bis auf drei Verbindungen, bringen alle diese Materien im gesunden -Organismus Krankheitszustände hervor und wirken in gewissen Gaben -giftig, die meisten besitzen den chemischen Character der Basen. - -Kein stickstofffreies Arzneimittel übt in gleichen Gaben eine giftige -Wirkung aus[F12]. - - [12] Diese Betrachtung oder Vergleichung hat zu einer neuen und - genaueren Untersuchung des Picrotoxins geführt und Herr _Francis_ hat - einen bis jetzt übersehenen Stickstoffgehalt darin unzweifelhaft - dargethan und seine Menge bestimmt. - -85. Die arzneiliche oder giftige Wirkung der stickstoffhaltigen -Pflanzenstoffe steht mit ihrer Zusammensetzung in einer bestimmten -Beziehung, sie kann nicht unabhängig von ihrem Stickstoffgehalte gedacht -werden, allein sie steht keineswegs in directem Zusammenhang mit diesem -Stickstoffgehalte. - -Das Solanin[E38], das Picrotoxin[E39], welche die geringste -Stickstoffmenge enthalten, sind starke Gifte, Chinin[E40] enthält mehr -Stickstoff wie Morphin[E41]; Caffein[E42] und Theobromin[E43], die -stickstoffreichsten Pflanzenstoffe, die man kennt, sind nicht giftig. - -86. Ein stickstoffhaltiger Körper, der durch seine Elemente auf die -Bildung oder die Qualität eines Secretes eine Wirkung äußert, muß in -Beziehung auf seinen chemischen Character die Rolle übernehmen können, -welche die stickstoffhaltigen Producte des Thierkörpers in der Bildung -der Galle spielen, die Rolle also eines Productes des Lebensprocesses. -Ein stickstofffreies Arzneimittel, insofern seine Wirkung sich in den -Secreten äußert, muß in dem Thierkörper dieselbe Rolle spielen können, -die wir den stickstofffreien Nahrungsstoffen zugeschrieben haben. - -Wenn wir uns also denken, daß die Elemente der Hippur- oder Harnsäure -von den Trägern der Lebensthätigkeit stammen, daß sie als Producte ihrer -Umsetzung den Character des Lebens, aber keineswegs die Fähigkeit -verlieren, Veränderungen durch den eingeathmeten Sauerstoff oder durch -die Einwirkung der Secretionsapparate zu erleiden, so läßt sich kaum ein -Zweifel hegen, daß Stickstoffverbindungen ähnlicher Art, Producte des -Lebensprocesses der Pflanzen, in den Thierkörper gebracht, wenn sie sich -zu gleichen Zwecken eignen, ganz auf die nämliche Weise von dem -Thierorganismus verwendet werden können, wie die stickstoffhaltigen -Producte der Metamorphosen der Thiergebilde selbst; und wenn Hippur- -oder Harnsäure oder eins ihrer Elemente Antheil z. B. zu nehmen -vermögen an der Bildung und Erzeugung von Galle, so muß anderen -stickstoffhaltigen Substanzen ein ähnliches Vermögen zugeschrieben -werden. - -Unerforschlich wird es immer bleiben, wie die Menschen auf den Genuß -eines heißen Aufgusses von Blättern gewisser Stauden oder der Abkochung -gerösteter Samen gekommen sind; es muß eine Ursache geben, welche -erklärt, wie er ganzen Nationen zu einem Lebensbedürfniß geworden ist. -Noch weit merkwürdiger ist es gewiß, daß die wohlthätigen Wirkungen auf -die Gesundheit, in beiden Pflanzenstoffen, einer und derselben Materie -zugeschrieben werden müssen, deren Vorhandensein in zwei Pflanzen, -welche verschiedenen Pflanzenfamilien und Welttheilen angehören, die -kühnste Phantasie nicht voraussetzen konnte. - -Nicht minder bemerkenswerth ist es gewiß, daß der Fleisch-essende -Indianer in dem Tabacksrauchen ein Mittel entdeckte, welches den Umsatz -seiner Gebilde verlangsamt und damit den Hunger erträglicher macht, daß -er dem Genusse des Branntweins nicht zu widerstehen vermag, der in -seinem Körper als Respirationsmittel dient und die Function seiner -umgesetzten Gebilde übernimmt. Thee und Caffee treffen wir ursprünglich -bei Nationen an, welche vorzugsweise vegetabilische Nahrung genießen. - -87. Ohne auf die medicinischen Wirkungen des Caffeins und Theins -einzugehen, wird man es jedenfalls, selbst wenn man sich darin gefallen -sollte, ihren Einfluß auf den Secretionsproceß zu leugnen, höchst -auffallend finden, daß Caffein und Thein, durch ein Hinzutreten von -Wasser und Sauerstoff in Taurin, in den der Galle eigenthümlichen -stickstoffhaltigen Bestandtheil übergehen können. - - 1 At. Caffein, Thein ~C₈N₄H₁₀O₂~ - 9 „ Wasser ~H₁₈O₉~ - 9 „ Sauerstoff ~O₉~ - ------------ - 2 „ Taurin 2 (~C₄N₂H₁₄O₁₀~) - -Eine ganz ähnliche Beziehung beobachten wir in dem Hauptbestandtheil der -Spargeln, dem Althäin oder Asparagin; beim Hinzutreten von Sauerstoff -und Wasser bekommen wir ebenfalls die Elemente des Taurin’s. - - 1 At. Asparagin ~C₈N₄H₁₆O₆~ - 6 „ Wasser ~H₁₂O₆~ - 8 „ Sauerstoff ~O₈~ - ------------ - 2 „ Taurin 2 (~C₄N₂H₁₄O₁₀~) - -Beim Hinzutreten der Elemente des Wassers und einer gewissen Menge -Sauerstoff zu den Elementen des Theobromins, des Hauptbestandtheils der -Cacaobohnen, haben wir Harnstoff und Taurin oder Harnsäure, Taurin und -Wasser. - - 1 At. Theobromin ~C₁₈N₁₂H₂₀O₄~ } { 4 At. Taurin ~C₁₆N₈ H₅₆O₄₀~ - 22 „ Wasser ~H₄₄O₂₂~ } = { 1 „ Harnstoff ~C₂ N₄ H₈ O₂~ - 16 „ Sauerstoff ~O₁₆~ } - ----------------- -------------- - ~C₁₈N₁₂H₆₄O₄₂~ ~C₁₈N₁₂H₆₄O₄₂~ - -oder: - - 1 At. Theobromin ~C₁₈N₁₂H₂₀O₄~ } {4 At. Taurin ~C₁₆N₈ H₅₆O₄₀~ - 24 „ Wasser ~H₄₈O₂₄~} = {2 „ Kohlensäure ~C₂ O₄~ - 16 „ Sauerstoff ~O₁₆~} {2 „ Ammoniak ~N₄ H₁₂~ - -------------- -------------- - ~C₁₈N₁₂H₆₈O₄₄~ ~C₁₈N₁₂H₆₈O₄₄~ - -oder: - - 1 At. Theobromin ~C₁₈N₁₂H₂₀O₄~ } { 2 At. Taurin ~C₈ N₄ H₂₈O₂₀~ - 8 „ Wasser ~H₁₆O₈~ } = { 1 „ Harnsäure ~C₁₀N₈ H₈ O₆~ - 14 „ Sauerstoff ~O₁₄~ } { - -------------- -------------- - ~C₁₈N₁₂H₃₆O₂₆~ ~C₁₈N₁₂H₃₆O₂₆~ - -88. Um die Wirkung des Caffeins, Asparagins &c. auf den Organismus -erklärlich zu finden, muß man sich erinnern, daß der Hauptbestandtheil -der Galle nur 3,8 ~pCt.~ Stickstoff enthält, von dem nur die Hälfte dem -Taurin angehört (1,9 ~pCt.~). - -Die Galle enthält im natürlichen Zustande 80 Theile Wasser und 10 Theile -feste Substanz. Nehmen wir nun an, diese 10 Theile seien Choleinsäure -mit 3,87 ~pCt.~ Stickstoff, so enthalten 100 Gewichtstheile Galle im -natürlichen Zustande in der Form von Taurin 0,171 Gewichtstheile -Stickstoff. Diese Quantität Stickstoff ist aber in 0,6 Caffein enthalten -oder 2⁸/₁₀ Gran Caffein können in der Form von Taurin, einer Unze Galle -den Stickstoff liefern, und wenn ein Theeaufguß auch nur den zehnten -Theil eines Grans Thein enthält, so kann, wenn es überhaupt zur -Gallenbildung beiträgt, seine Wirkung nicht gleich Null gesetzt werden. -Man wird eben so wenig leugnen können, daß bei einem Ueberfluß von -stickstofffreien Nahrungsmitteln und bei Mangel an Bewegung, welche den -Umsatz der Gebilde bedingt und die zur Gallenbildung nöthige -Stickstoffverbindung liefert, daß in diesem Zustande der Genuß von -Stoffen der Gesundheit zuträglich sein mag, welche die Rolle der zur -Respirationsmaterie unentbehrlichen Stickstoffverbindung, die der -Körper erzeugt, zu übernehmen vermögen. In chemischer Beziehung und dies -allein soll mit Obigem dargethan werden, eignen sich Thein, Caffein, -Theobromin, Asparagin mehr, wie alle anderen stickstoffhaltigen -Pflanzenstoffe, ihrer Zusammensetzung nach, zu dieser Verwendungsweise. -Ihre Wirkungen sind für die gewöhnlichen Zustände nicht in die Augen -fallend, wiewohl unleugbar vorhanden. - -89. Was die Wirkung der andern stickstoffhaltigen Pflanzenstoffe -betrifft, des Chinins, der Bestandtheile des Opiums &c. &c., die sich -nicht in den Secretionsprocessen, sondern in anderen Erscheinungen -äußert, so sind die Physiologen und Pathologen nicht zweifelhaft, daß -sie vorzugsweise auf die Nerven und das Gehirn gerichtet ist; sie ist, -wie man gewöhnlich sagt, dynamischer Art, was ausdrücken will, daß sie -die Bewegungserscheinungen des Thierlebens entweder beschleunigt oder -verlangsamt, oder in irgend einer Form ändert. Beachtet man nun, daß die -Wirkung materiellen, mit der Hand greifbaren und wägbaren Stoffen -angehört, daß sie in dem Organismus verschwinden, daß eine doppelte -Portion stärker wirkt, wie eine einfache, daß nach einiger Zeit eine -neue Dosis gegeben werden muß, wenn man die Wirkung zum zweitenmal -hervorbringen will, so läßt dies Verhalten, in chemischer Beziehung, nur -eine einzige Form von Erklärung, die Vorstellung nämlich zu, daß sie -durch ihre Elemente Theil an der Bildung oder Umsetzung der Gehirn- und -Nervensubstanz nehmen. - -So sonderbar nun auch der Gedanke auf den ersten Blick zu sein scheint, -daß die Bestandtheile des Opiums, oder der Chinarinde, die Elemente des -Codeins, Morphins, Chinins &c. in Bestandtheile der Gehirn- und -Nervensubstanz, zu Trägern der Thätigkeit übergehen, von denen aus die -Bewegungen der Organe im Thierkörper vermittelt werden, daß sie zu einem -Bestandtheil der Substanz werden, mit deren Hinwegnahme der Sitz des -geistigen Lebens, des Gefühls und des Bewußtseins vernichtet wird, so -bleibt nicht minder gewiß, daß alle diese Fähigkeiten und Thätigkeiten -auf’s engste mit der Existenz und einer gewissen Beschaffenheit der -Gehirn-, Rückenmark- und Nervensubstanz im Zusammenhange stehen, in der -Art, daß alle Aeußerungen des Lebens dieser Stoffe, die in der -Erscheinung sich als Bewegung, Empfindung, Gefühl zu erkennen geben, -eine andere Form annehmen, so wie ihre Zusammensetzung sich ändert. Die -Gehirn- und Nervensubstanz erzeugte der Organismus des Thieres aus -Materien, die ihm von den Pflanzen geliefert wurden; es sind die -Bestandtheile ihrer Nahrung, welche in Folge einer Reihe von -Veränderungen die Eigenschaften und die Beschaffenheit annehmen, die wir -an ihnen kennen. - -90. Wenn nun als eine unbestreitbare Wahrheit angesehen werden muß, daß -aus den Bestandtheilen des Pflanzen-Fibrins, -Caseins, -Albumins allein, -oder mit Zuhülfenahme der Bestandtheile der stickstofffreien -Nahrungsmittel, oder des daraus gebildeten Fettes die Gehirn- und -Nervensubstanz erzeugt wird, so hat die Meinung nichts Absurdes, daß -andere Bestandtheile der Vegetabilien, die in ihrer Zusammensetzung -zwischen beiden (den Fetten nämlich und den Proteinverbindungen) stehen, -daß diese in dem Organismus zu gleichem Zwecke verwendet werden können. - -91. Nach _Frémy’s_ Untersuchung ist der Hauptbestandtheil des -Gehirnfettes die Natronverbindung von einer eigenthümlichen Säure, der -Cerebrinsäure, welche in 100 Th. enthält: - - Kohlenstoff 66,7 - Wasserstoff 10,6 - Stickstoff 2,3 - Phosphor 0,9 - Sauerstoff 19,5 - -Wie man leicht bemerkt, weicht die Zusammensetzung der Cerebrinsäure von -der der fetten Körper und der stickstoffhaltigen Bestandtheile des -Blutes gänzlich ab; die Fette sind frei von Stickstoff, die -Proteinverbindungen enthalten nahe an 17 ~pCt.~ Stickstoff. Bis auf den -Phosphor(säure?)gehalt kann die Zusammensetzung der Gehirnsubstanz am -nächsten nur mit der Zusammensetzung der Choleinsäure verglichen werden, -obwohl beide mit einander nicht verwechselt werden können. - -92. Die Gehirn- und Nervensubstanz sind jedenfalls auf eine ähnliche -Weise entstanden wie die Galle, entweder durch Austreten einer -stickstoffreichen Materie aus den Bestandtheilen des Blutes, oder durch -Zusammentreten eines stickstoffhaltigen Productes des Lebensprocesses -mit einem stickstofffreien (einem fetten!) Körper. Alles was in dem -Vorhergehenden über die verschiedene Art und Weise der Entstehung der -Galle gesagt worden ist, alle Schlüsse, zu denen wir über die Mitwirkung -stickstoffhaltiger oder stickstofffreier Nahrungsstoffe gelangt sind, -lassen sich mit gleichem Rechte oder mit gleicher Wahrscheinlichkeit auf -die Bildung und Erzeugung der Gehirn- und Nervensubstanz anwenden. - -Man darf nicht aus den Augen verlieren, daß, wie man auch die vitalen -Vorgänge betrachten mag, die Entstehung der Gehirnsubstanz aus Blut eine -Aenderung in der Zusammensetzung und den Qualitäten der -Blutbestandtheile voraussetzt; diese Aenderung findet eben so gewiß -statt, als die Existenz der Gehirnsubstanz nicht geleugnet werden kann. -In diesem Sinne muß angenommen werden, daß aus einer Proteinverbindung -ein erstes, zweites, drittes &c. Product hervorgeht, ehe eine gewisse -Anzahl ihrer Elemente zu Bestandtheilen der Gehirnsubstanz werden -können, und es muß als vollkommen gewiß angesehen werden, daß ein -Product des Lebensprocesses einer Pflanze, dem Blute zugeführt, die -Rolle der ersten, zweiten, dritten Producte der Veränderung der -Proteinverbindung übernehmen wird, wenn ihre Zusammensetzung sich zu -diesem Zwecke eignet. Es kann in der That nicht als zufällig angesehen -werden, daß die Zusammensetzung der wirksamsten Arzneistoffe, der -organischen Basen, mit keinem Bestandtheil des Thierkörpers außer mit -der Gehirnsubstanz in Beziehung gebracht werden kann; alle enthalten -eine gewisse Menge Stickstoff; sie stehen, in Beziehung auf ihre -Elemente, in der Mitte zwischen den Proteinverbindungen und den Fetten. - -93. Im Gegensatz zu ihrem chemischen Charakter finden wir in der -Gehirnsubstanz die Eigenschaft einer Säure; sie enthält eine weit -größere Menge von Sauerstoff wie die organischen Basen. Wir beobachten, -daß Chinin und Cinchonin, Morphin und Codein, Strychnin und Brucin, die -sich in ihrer Zusammensetzung so nahe stehen, wenn nicht eine gleiche -Wirkung äußern, doch darin sich näher stehen, als den anderen, welche -größere Unterschiede in ihrer Zusammensetzung zeigen. Wir finden, daß -mit ihrem Sauerstoffgehalte (wie beim Narcotin) ihre energische Wirkung -abnimmt, daß im strengsten Sinne keine durch die andere vollkommen -ersetzt werden kann. Es giebt aber keinen entscheidenderen Beweis für -die Art und Weise ihrer Wirkung, als das letztere Verhalten, sie muß in -der engsten Beziehung zu ihrer Zusammensetzung stehen. Wenn diese Stoffe -in der That eine Rolle in Beziehung auf die Bildung oder Aenderung der -Qualitäten der Gehirn- und Nervensubstanz ausüben, so erklären sich ihre -Wirkungen auf den gesunden so wie auf den kranken Organismus auf eine -überraschend einfache Weise, und wenn man nicht versucht ist zu leugnen, -daß der Hauptbestandtheil der Fleischbrühe in dem Körper des Menschen -oder der organische Bestandtheil der Knochen in dem Leibe eines Hundes, -obwohl sie zur Blutbildung schlechterdings nicht geeignet sind, daß also -Stickstoffverbindungen, welche den Proteinverbindungen durchaus -unähnlich sind, eine ihrer Zusammensetzung entsprechende Verwendung -finden, so werden wir daraus schließen dürfen, daß ein anderes, dem -Protein ebenfalls unähnliches, aber einem Bestandtheil des Thierkörpers -ähnliches Product des Pflanzenlebens in dem Organismus des Thieres eine -ähnliche Verwendung findet, wie das Product, welches durch die vitale -Thätigkeit seiner Organe ursprünglich ebenfalls aus einer -Pflanzensubstanz erzeugt worden ist. - -Die Zeit ist noch nicht lange vorübergegangen, wo man über die Ursache -der verschiedenartigen Wirkungen des Opiums nicht die allergeringste -Vorstellung hatte, wo die Wirkung der Chinarinde in ein unbegreifliches -Dunkel gehüllt schien. Jetzt, wo man weiß, daß sie kristallisirbaren, -chemischen Verbindungen angehört, welche in ihrer Zusammensetzung ebenso -verschieden sind, wie sie in ihrer Wirkung auf den Organismus von -einander abweichen, jetzt also, wo man die Stoffe kennt, denen die -arzneiliche oder giftige Wirkung zukommt, kann nur der Unverstand ihren -Antheil an dem Lebensproceß für unerforschbar halten; sie deshalb, wie -Manche gethan haben, für unerforschbar erklären, weil sie in kleinen -Gaben wirken, ist eben so ungereimt, wie wenn man die Schärfe eines -Rasirmessers beurtheilen wollte nach seinem Gewichte. - -94. Es wäre völlig zwecklos, diesen Schlüssen eine größere Ausdehnung zu -geben, sie verdienen, so hypothetisch sie sich auch darstellen mögen, -nur in so fern Beachtung, als sie den Weg andeuten, den die Chemie -verfolgt, oder den sie nicht verlassen darf, wenn sie in der That der -Physiologie und Pathologie Dienste leisten soll. Die Combinationen des -Chemikers beziehen sich stets auf den Stoffwechsel vorwärts und -rückwärts, auf den Uebergang der Nahrung in die mannigfaltigen Gebilde -und Secrete und ihrer Umsetzung in leblose Verbindungen; seine -Untersuchungen sollen zeigen, was im Körper vor sich gegangen ist, und -was vor sich gehen kann. Sonderbarer Weise sehen wir die Arzneiwirkungen -alle abhängig von gewissen Stoffen, die sich in ihrer Zusammensetzung -nicht ähnlich sind, und wenn durch die Hinzuführung eines Stoffes -gewisse abnormale Zustände zu normalen werden, so wird man die Ansicht -nicht zurückweisen können, daß diese Erscheinung in einer Aenderung der -Zusammensetzung der Bestandtheile des kranken Organismus beruht, an -welcher die Elemente des Arzneimittels einen bestimmten Antheil haben, -einen ähnlichen Antheil, wie der ist, den die Bestandtheile der Pflanzen -an der Bildung des Fettes und der Membranen, des Speichels, der -spermatischen Materie &c. genommen haben; ihr Kohlenstoff, ihr -Wasserstoff, Stickstoff, oder was sonst zu ihrer Zusammensetzung gehört, -sie stammen ja von dem Organismus der Pflanze ab; die Wirkungen des -Chinins, des Morphins, der vegetabilischen Gifte sind zuletzt keine -Hypothesen. - -95. Aehnlich also wie man in gewissem Sinne von Caffein, Thein, -Asparagin, so wie von den stickstofffreien Nahrungsstoffen sagen kann, -daß sie Nahrungsstoffe für die Leber sind, indem sie die Elemente -enthalten, durch deren Gegenwart dieses Organ befähigt wird, seinen -Functionen vorzustehen, lassen sich die stickstoffhaltigen, durch ihre -Wirkung auf das Gehirn und die Substanz der Bewegungsapparate so -merkwürdigen Arzneistoffe als Nahrungsstoffe für die unbekannten Organe -betrachten, welche zur Metamorphose der Blutbestandtheile in Gehirn- und -Nervensubstanz bestimmt sind, Organe, die in dem Thierkörper nicht -fehlen können, und wenn im Zustande der Krankheit ein abnormaler Proceß -der Bildung oder Umsetzung der Bestandtheile der Nerven- und -Gehirnsubstanz sich eingestellt hat, wenn in den dazu bestimmten Organen -die Fähigkeit vermindert ist, aus den Blutbestandtheilen Nerven- und -Gehirnsubstanz zu erzeugen, oder einer abnormalen Umsetzung Widerstand -zu leisten, so steht der Ansicht in chemischer Beziehung kein Hinderniß -entgegen, daß Materien von einer der Gehirn- und Nervensubstanz -ähnlichen Zusammensetzung, die sich für die Bildung derselben eignen, -statt der aus dem Blute erzeugten zum Widerstand oder zur Herstellung -des normalen Zustandes verwendet werden können. Beide sind Producte des -Lebensprocesses; die Blutbestandtheile sowohl, wie die Körper, welche -wir Arzneimittel nennen, stammen von den Pflanzen, nur in ihrer Form -zeigen sie Verschiedenheiten. - -96. Einige Physiologen und Chemiker haben die Eigenthümlichkeit der -Cerebrinsäure, welche ihrem Kohlenstoff- und Wasserstoffgehalte und -ihren physikalischen Eigenschaften nach einer stickstoffhaltigen fetten -Säure gleicht, in Zweifel gezogen; ein stickstoffhaltiges Fett, was -einen sauren Charakter besitzt, ist aber in der That keine Anomalie. Die -Hippursäure ist in manchen ihrer Eigenschaften den fetten Säuren sehr -ähnlich, sie ist aber durch ihren Stickstoffgehalt wesentlich davon -unterschieden; die organischen Bestandtheile der Galle, sie gleichen in -ihren physikalischen Eigenschaften den sauren Harzen und sind ebenfalls -stickstoffhaltig; die organischen Basen stehen in ihren physikalischen -Eigenschaften zwischen den fetten Körpern und den Harzen, alle sind -stickstoffhaltig; eine stickstoffhaltige fette Säure ist eben so wenig -unwahrscheinlich, wie die Existenz eines stickstoffhaltigen Harzes, was -die Eigenschaften einer Salzbase besitzt. - -97. Ein genaues Studium möchte wahrscheinlich in der Substanz des -Gehirns, des Rückenmarks und der Nerven Verschiedenheiten darthun. Nach -den Beobachtungen von _Valentin_ ändert sich die Beschaffenheit der -Gehirn- und Nervensubstanz von dem Tode an, mit großer Schnelligkeit, -und ganz besondere Sorgfalt müßte auf die Sonderung fremder, der Mark- -und Gehirnsubstanz nicht angehörender Materien zu verwenden sein. So -groß nun auch die Schwierigkeiten sich darstellen mögen, so scheint die -Untersuchung dennoch ausführbar. Vorläufig wissen wir, daß gegen einen -großen Kohlenstoff- und Wasserstoffgehalt in der Gehirnsubstanz alle -Erfahrungen sprechen; die _Abwesenheit_ von Stickstoff als Bestandtheil -der Nerven- und Gehirnsubstanz erscheint jedenfalls unwahrscheinlich. -Sie darf ferner nicht zu den Fetten gerechnet werden, denn wir finden -sie mit Natron vereinigt; alle Fette sind aber Glycerylverbindungen. -Was den Phosphorgehalt der Gehirnsubstanz betrifft, so haben wir über -den Zustand, in welchem der Phosphor darin enthalten ist, nur -Vermuthungen. _Walchner_ beobachtete vor Kurzem, daß sich aus einem -Brunnentroge in Carlsruhe, auf dessen Boden Fische faulten, -selbstentzündliches Phosphorwasserstoffgas in Blasen entwickelte, und -auch in der Fäulniß der Gehirnsubstanz sind phosphorreiche Gase -beobachtet worden[F13]. - - [13] Das Museum zu Genf übergab eine große Portion Weingeist, der zur - Aufbewahrung von Thieren (Fischen) gedient hatte, an Herrn Leroyer, - Apotheker, der seine Reinigung übernahm. Er destillirte denselben über - ein Gemenge von Chlorcalcium mit gebranntem Kalk und dampfte den - Rückstand an der Luft über Feuer ab. Sobald die Masse eine gewisse - Consistenz und eine höhere Temperatur angenommen hatte, entwickelte - sich eine außerordentliche Menge entzündliches Phosphorwasserstoffgas - (_Dumas_ ~V.~ 267.) - - - - -Dritter Theil. - - Die - Bewegungserscheinungen - im - Thierorganismus. - - -~I.~ - -Die zahllosen Bilder, welche sich der menschliche Geist über die Natur -und das Wesen der eigenthümlichen Ursache geschaffen hat, welche als der -letzte Grund der Erscheinungen angesehen werden muß, die das Thier- und -Pflanzenleben characterisiren, mit einem neuen zu vermehren, dürfte -nicht der Beachtung werth gehalten werden, wenn sich nicht aus den -Vorstellungen über diese Ursache, welche im Eingang zum ersten Theil -dieser Schrift entwickelt worden sind, gewisse Begriffe als nothwendige -Folgerungen ergäben, deren nähere Erörterung in dem Folgenden versucht -werden soll. - -Von vorne herein muß zugegeben werden, daß alle diese Folgerungen ihre -Bedeutung verlieren, wenn der Beweis geführt werden kann, daß die -Ursache der Lebensthätigkeit mit anderen bekannten Ursachen, welche -Bewegung oder Form- und Beschaffenheitsänderungen der Materie bewirken, -in ihren Aeußerungen nichts gemein hat. - -Eine Vergleichung ihrer Eigenthümlichkeiten mit der Wirkungsweise dieser -anderen Ursachen, kann übrigens schon deshalb keinen Nachtheil bringen, -weil die Natur und das Wesen einer Naturerscheinung nicht durch -Abstraction, sondern nur durch vergleichende Beobachtungen erkennbar -sind. - -Wenn die Lebenserscheinungen nämlich als Aeußerungen einer -eigenthümlichen Kraft angesehen werden, so müssen die Wirkungen dieser -Kraft an gewisse erforschbare Gesetze gebunden sein, die mit den -allgemeinsten Gesetzen des Widerstandes und der Bewegung im Einklange -sind, welche die Weltkörper und Weltkörpersysteme in ihren Bahnen -erhalten, wodurch Form- und Beschaffenheitsänderungen in den Körpern -bedingt werden, ganz abgesehen von dem Stoff, welcher als Träger der -Lebenskraft sich darstellt, oder der Form, in der sich die Lebenskraft -äußert. - -Die Lebenskraft giebt sich in einem belebten Körpertheil als eine -Ursache der Zunahme an Masse, sowie des Widerstandes gegen äußere -Thätigkeiten zu erkennen, welche die Form, Beschaffenheit und -Zusammensetzung der Elementartheilchen ihres Trägers zu ändern streben. - -Als eine Kraft der Bewegung, Form- und Beschaffenheitsänderung der -Materie zeigt sie sich durch Störung und Aufhebung des Zustandes der -Ruhe, in dem sich die chemischen Kräfte befinden, durch welche die -Bestandtheile der ihren Trägern zugeführten Verbindungen, die wir als -Nahrungsstoffe kennen, zusammengehalten werden. - -Die Lebenskraft bewirkt eine Zersetzung dieser Nahrungsstoffe, sie hebt -die Kraft der Anziehung auf, die zwischen ihren kleinsten Theilchen -unausgesetzt thätig ist, sie ändert die Richtung der chemischen Kräfte -in der Art, daß die Elemente der Nahrungsstoffe sich in einer andern -Weise ordnen, daß sie zu neuen, den Trägern der Lebenskraft gleichen -oder unähnlichen Verbindungen zusammentreten; sie ändert die Richtung -und Stärke der Cohäsionskraft, sie hebt den Cohäsionszustand der -Nahrungsmittel auf und zwingt die neuen Verbindungen, zu Formen -zusammenzutreten, welche keine Aehnlichkeit mit den Formen haben, welche -durch die frei (ohne Widerstand) wirkende Cohäsionskraft gebildet -werden. - -Die Lebenskraft äußert sich als eine Kraft der Anziehung, insofern die -durch die Form- und Beschaffenheitsänderung des Nahrungsstoffes neu -gebildete Verbindung, bei gleicher Zusammensetzung mit ihrem Träger, zu -einem Bestandtheil dieses Trägers wird. - -Die dem Träger der Lebenskraft unähnlichen, neuerzeugten Verbindungen -treten aus dem Körpertheile aus, sie erleiden in der Form gewisser -Secretionen, anderen Körpertheilen zugeführt, bei ihrer Berührung damit, -eine Reihe ähnlicher Veränderungen. - -Als Widerstand giebt sich die Lebenskraft in belebten Körpertheilen zu -erkennen, insofern durch sie, durch ihr Vorhandensein in ihren Trägern, -die Elemente derselben das Vermögen erlangen, Störungen und Aenderungen -in ihrer Form und Zusammensetzung durch äußere Thätigkeiten zu -widerstehen, eine Fähigkeit, die sie für sich als chemische Verbindungen -nicht besitzen. - -Wie bei anderen Kräften umfaßt der Begriff einer ungleichen Intensität -der Lebenskraft in einem belebten Körpertheil nicht nur die ungleiche -Fähigkeit der Zunahme an Masse und der Ueberwindung von (chemischen) -Widerständen, sondern man bezeichnet damit auch gradezu die -Verschiedenheit in der Größe des Widerstandes selbst, den die Theile -oder Bestandtheile eines belebten Körpertheils einer Aenderung in der -Form und Zusammensetzung durch neue äußere einwirkende Ursachen -entgegensetzen; ganz ähnlich wie die Stärke der Cohäsionskraft oder der -Affinität in gradem Verhältniß steht zu dem Widerstande, den diese -Kräfte einer äußern mechanischen oder chemischen Ursache entgegensetzen, -welche die Theile einer Verbindung von einander zu trennen strebt. - -Die Aeußerungen der Lebenskraft sind abhängig von einer gewissen Form -ihrer Träger und einer bestimmten Zusammensetzung der Substanz des -lebendigen Körpertheils. - -Die Fähigkeit der Zunahme an Masse in einem belebten Körpertheil wird -bedingt durch die unmittelbare Berührung mit Stoffen, die sich zu einer -Zersetzung eignen, oder deren Elementartheile zu Bestandtheilen des -Trägers der Lebensthätigkeit übergehen können. - -Die Aeußerung der Zunahme setzt voraus, daß die einwirkende Lebenskraft -mächtiger ist, als der Widerstand, den die chemische Kraft einer -Zersetzung oder Umsetzung der Elementartheile der Nahrungsstoffe ihr -entgegensetzt. - -Die Aeußerungen der Lebenskraft sind abhängig von einer gewissen -Temperatur; weder in einer Pflanze, noch in einem Thiere zeigen sich -Lebenserscheinungen, wenn die Temperatur in gewissen Verhältnissen -abnimmt. - -Die Lebenserscheinungen eines belebten Organismus nehmen an Stärke und -Intensität durch Wärmeentziehung ab, wenn die Temperatur, welche er -besitzt, nicht durch andere Ursachen wieder erneuert wird. - -Entziehung von Nahrungsstoff setzt allen Lebensäußerungen eine bestimmte -Grenze. - -Der Contact der belebten Körpertheile mit Nahrungsstoff wird in dem -Thierorganismus bedingt durch eine mechanische Kraft, welche in ihm -selbst erzeugt wird und gewissen Organen die Fähigkeit giebt, -Ortsveränderungen zu bewirken, eine mechanische Bewegung -hervorzubringen, mechanische Widerstände aufzuheben. - -Man kann einem ruhenden Körper eine gewisse Bewegung ertheilen durch -eine Menge in ihren Aeußerungen höchst verschiedener Kräfte; wir setzen -ein Uhrwerk in Bewegung durch ein fallendes Gewicht (durch die Schwere), -durch eine gespannte Feder (durch Elasticität). Wir bringen jede Art von -Bewegungen hervor durch die elektrische oder magnetische Kraft, sowie -durch die chemischen Kräfte, ohne daß wir im Stande sind zu sagen, wenn -wir die Aeußerung dieser Thätigkeiten nur in ihrer Erscheinung ins Auge -fassen, durch welche von diesen verschiedenen Ursachen des Ortswechsels -der ruhende Körper die Bewegung oder Geschwindigkeit empfangen hat. - -In dem Organismus des Thieres kennen wir nur eine Quelle der bewegenden -Kraft, und diese Quelle ist die nämliche Ursache, welche die Zunahme -belebter Körpertheile an Masse bedingt, welche ihnen das Vermögen -giebt, äußeren Actionen Widerstand zu leisten, es ist die _Lebenskraft_. - -Um zu einer klaren Einsicht dieser in ihrer Form so verschiedenen -Aeußerungen der Lebenskraft zu gelangen, muß man sich erinnern, daß eine -jede Kraft sich in einer Materie durch zwei für die Beobachtung durchaus -verschiedene Zustände der Thätigkeit zu erkennen giebt. - -Die in den Theilchen eines Steins vorhandene Kraft der Schwere ertheilt -ihnen ein unausgesetztes Streben, sich nach dem Mittelpunkte der Erde -hinzubewegen. - -Für die Wahrnehmung verschwindet diese Thätigkeit, wenn der Stein z. B. -auf einem Tische liegt, dessen Theile der Aeußerung seiner Schwere einen -Widerstand entgegensetzen. Die auf ihn wirkende Kraft ist stets -vorhanden, sie äußert sich als Druck auf die Unterlage, allein er bleibt -auf seinem Platze, er besitzt keine Bewegung. Mit Gewicht bezeichnen wir -die Aeußerung seiner Schwere im Zustande der Ruhe. - -Was den Stein am Fallen hindert, ist ein Widerstand, welcher bewirkt -wird durch eine Kraft der Anziehung, mit welcher die Theilchen des -Holzes zusammenhängen; eine Wassermasse würde ihn am Fallen nicht -gehindert haben. - -Wenn die Kraft, welche die Theilchen des Steins nach dem Mittelpunkte -der Erde hintreibt, größer wäre als die Kraft, womit die Holztheilchen -zusammenhängen, so würde die Cohäsionskraft überwunden werden, sie würde -den Stein am Fallen nicht hindern können. - -Nehmen wir den Tisch und damit die Kraft hinweg, welche die Aeußerung -der Schwere aufgehoben hatte, so zeigt sich die letztere als die Ursache -der Ortsveränderung des Steins, er kommt in Bewegung, d. h. er fällt: -Widerstand ist stets eine Kraft. - -Je nachdem wir ihn kürzere oder längere Zeit fallen lassen, erlangt er -Fähigkeiten, die er im ruhenden Zustande nicht besaß, er erhält nämlich -das Vermögen, schwächere oder stärkere Widerstände (Kräfte) aufzuheben, -oder ruhenden Körpern Bewegung mitzutheilen. - -Von einer gewissen Höhe herabfallend macht er einen bleibenden Eindruck -an dem Orte, den er berührt, von einer noch größern Höhe (längere Zeit) -fallend, macht er ein Loch in die Tischplatte; seine eigene Bewegung -theilt sich einer gewissen Anzahl Holztheilchen mit, die nun mit dem -Steine selbst fallen. Keine dieser Eigenschaften besaß der ruhende -Stein. - -Die erlangte Geschwindigkeit ist stets die Wirkung der bewegenden Kraft. -Sie ist unter sonst gleichen Umständen dem Druck proportional. - -Ein frei fallender Körper gewinnt nach einer Sekunde eine -Geschwindigkeit von 30 Fuß. Derselbe Körper auf dem Monde fallend, würde -in einer Sekunde nur eine Geschwindigkeit von ³⁰/₃₆₀₀ = 0,1 Zoll -gewinnen, weil dort die Intensität der Schwere (der Druck, welcher auf -den Körper wirkt, die bewegende Kraft) 3600 mal kleiner ist. - -Wenn der Druck gleichförmig fortwirkt, so steht die Geschwindigkeit -genau im Verhältniß zum Druck, dergestalt, daß z. B. der 3600mal -langsamer fallende Körper nach 3600 Sekunden dieselbe Geschwindigkeit -annimmt, wie der andere nach einer Sekunde. - -Die Wirkung ist folglich nicht der bewegenden Kraft allein, noch der -Zeit allein, sondern dem Druck, multiplicirt mit der Zeit = -_Kraftmoment_, proportional. - -In zwei gleichen Körpermassen bezeichnet die Geschwindigkeit das -Kraftmoment. Unter dem Einfluß desselben Drucks bewegt sich aber ein -Körper um so langsamer, je größer seine Masse; die doppelte Masse -braucht, um in gleicher Zeit eine gleiche Geschwindigkeit zu erlangen, -einen doppelten Druck, oder sie muß unter dem einfachen Drucke eine -doppelt so lange Zeit in Bewegung bleiben. - -Um einen Ausdruck für die ganze eingetretene Wirkung zu haben, muß man -daher, die Masse mit ihrer Geschwindigkeit multipliciren. - -Dieses Product heißt _Bewegungsgröße_. - -Die Größe der Bewegung eines Körpers muß in allen Fällen dem Kraftmoment -genau entsprechen. - -Größe der Bewegung und Kraftmoment wird auch schlechtweg mit _Kraft_ -bezeichnet, weil man sich vorstellt, daß ein kleiner Druck, der z. B. 10 -Sekunden gewirkt hat, ebensoviel werth ist, als ein zehnmal größerer -Druck, der nur eine Sekunde thätig war. - -_Bewegungsmoment_ heißt in der Mechanik die Wirkung einer Kraft ohne -Rücksicht auf die Zeit (Geschwindigkeit), in welcher sie zur Aeußerung -kam. -- Wenn ein Mann z. B. dreißig Pfunde 100 Fuß hoch hebt, ein -zweiter dreißig Pfund auf 200 Fuß Höhe, so hat der zweite doppelt so -viel Kraft wie der erste verwendet; ein dritter welcher 60 Pfund auf 50 -Fuß Höhe gehoben hat, verbraucht dazu nicht mehr Kraft wie der erste, um -30 Pfund 100 Fuß hoch zu heben. Die Bewegungsmomente des ersten (30 × -100) und des dritten (60 × 50) sind sich gleich, das Bewegungsmoment des -zweiten (30 × 200) ist doppelt so groß. - -_Kraftmomente_ und _Bewegungsmomente_ sind demnach in der Mechanik -Ausdrücke oder Maßstäbe für Kraftwirkungen, die sich auf eine in -gegebener Zeit erlangte Geschwindigkeit oder auf einen gegebenen Raum -beziehen; in diesem Sinne lassen sie sich auf die Wirkungen aller -anderen Ursachen der Bewegung, Form- und Beschaffenheitsveränderung -übertragen, wie groß oder wie klein auch der Raum oder die Zeit sein -mag, in der sich ihre Wirkung für die Sinne offenbart. - -Eine jede Kraft äußert sich demnach in der Materie als Widerstand gegen -äußere Ursachen der Orts- (Form- und Beschaffenheits-) Veränderung; als -Bewegung-erzeugende Kraft zeigt sie sich, wenn ihr keine Widerstände -entgegenstehen oder in der Ueberwindung von Widerständen. - -Eine und dieselbe Kraft wirkt Bewegung mittheilend und Bewegungen -vernichtend; in dem einen Falle, wenn ihrer Thätigkeitsäußerung keine -Widerstände entgegenstehen; in dem andern, wenn sie selbst die Aeußerung -einer andern Ursache der Bewegung (Form- und Beschaffenheits-Aenderung) -aufhebt. Gleichgewicht (oder Ruhe) heißt der Zustand der Thätigkeit, wo -ein Kraft- oder Bewegungsmoment, durch ein entgegengesetztes Kraft- oder -Bewegungsmoment aufgehoben ist. - -Beide Thätigkeitsäußerungen beobachten wir an der Kraft, welche den -belebten Körpertheilen ihre eigenthümlichen Eigenschaften giebt. - -Durch Aufhebung der zwischen den Bestandtheilen der Nahrungsstoffe -wirkenden chemischen Kräfte (der Cohäsion und Affinität), durch -Aenderung der Lage oder des Ortes, in welchem sich ihre -Elementartheilchen befinden, giebt sich die Lebenskraft als bewegende -Kraft zu erkennen; sie äußert sich als Bewegung erzeugende Kraft durch -Ueberwindung der chemischen Anziehung der Bestandtheile der -Nahrungsstoffe und als die Ursache, die sie zwingt, sich in einer neuen -Ordnung mit einander zu vereinigen. - -Es ist klar, daß einem belebten Körpertheil, welcher also die Fähigkeit -besitzt, Widerstände aufzuheben und den Elementartheilchen der -Nahrungsstoffe eine Bewegung mitzutheilen durch die in ihm frei sich -äußernde Lebenskraft, ein Bewegungsmoment zukommen muß, was ja nichts -anderes ist, als das Maß der eingetretenen Bewegung, Form- und -Beschaffenheits-Aenderung. - -Wir wissen, daß dieses Bewegungsmoment der Lebenskraft in einem belebten -Körpertheil verwendbar ist, um ruhenden Materien Bewegung zu ertheilen -(Zersetzung zu bewirken, Widerstände aufzuheben), und wenn die -Lebenskraft in ihren Aeußerungen sich ähnlich verhält wie andere -Kräfte, so muß dieses Bewegungsmoment mitgetheilt oder fortgepflanzt -werden können durch Materien, die in sich selbst durch eine -entgegenwirkende Thätigkeit seine freie Aeußerung nicht aufheben. - -Die durch irgend eine Ursache gewonnene Bewegung eines Stoffes oder -einer Materie kann in sich selbst nicht vernichtet werden, sie kann zwar -für die Wahrnehmung verschwinden, allein auch aufgehoben durch -Widerstände (durch entgegengesetzte Kraftwirkungen) wird ihr Effect -nicht vernichtet. Der fallende Stein übt durch seine im Fallen gewonnene -Bewegungsgröße, auf dem Tische angelangt, eine Wirkung aus; der -hervorgebrachte Eindruck auf das Holz, die Geschwindigkeit, welche von -der seinigen sich auf die Holztheile überträgt, ist sein Effect. - -Uebertragen wir die Begriffe von Bewegung, Gleichgewicht und Widerstand -auf die chemischen Kräfte, die in ihrer Wirkungsweise der Lebenskraft -unendlich näher stehen, als die Schwere, so wissen wir mit der größten -Bestimmtheit, daß sie nur bei unmittelbarer Berührung sich thätig -zeigen; wir wissen, daß die ungleiche Fähigkeit chemischer Verbindungen, -Widerstand gegen äußere Störungen zu leisten, gegen die Einwirkung der -Wärme, der elektrischen Kraft, die ihre Theilchen zu trennen streben, so -wie ihr Vermögen Widerstände in anderen Verbindungen aufzuheben -(Zersetzung zu bewirken), daß mit einem Worte die in einer Verbindung -thätige Kraft, abhängig ist von einer gewissen Ordnung, in welcher sich -ihre Elementartheilchen berühren. - -Die nämlichen Elemente in einer andern Ordnung mit einander vereinigt, -äußern mit anderen Verbindungen in Berührung eine höchst ungleiche -Fähigkeit Widerstand zu leisten oder Widerstände aufzuheben, in der -einen Form ist die zur Aeußerung gelangte Kraft verwendbar (der Körper -ist activ, eine Säure z. B.), in der andern nicht (er ist indifferent), -in einer dritten Form ist sein Kraftmoment der ersten entgegengesetzt -(er ist activ, aber eine Basis). - -Aendern wir die Ordnung der Elemente, so sind wir im Stande, die -Bestandtheile einer Verbindung durch einen andern activen Körper zu -trennen, die, in einer andern Form vereinigt, seiner Action einen -unüberwindlichen Widerstand entgegensetzten. - -Aehnlich wie zwei gleiche unelastische Massen von gleicher -Geschwindigkeit, die aus entgegengesetzter Richtung getrieben, mit -einander in Berührung kommend, zur Ruhe gelangen, ähnlich also wie zwei -gleiche aber entgegengesetzte Bewegungsmomente sich gegenseitig -aufheben, kann das Kraftmoment einer chemischen Verbindung, durch ein -gleiches aber entgegengesetztes Kraftmoment einer zweiten Verbindung -ganz oder zum Theil aufgehoben, allein es kann nicht vernichtet werden, -so lange die Ordnung nicht gestört wird, durch welche die in ihnen -wohnende Kraft zur Aeußerung gelangt ist. - -Die chemische Kraft der Schwefelsäure ist im Gyps eben so ungeschwächt -vorhanden, als im Vitriolöl, aber für die Wahrnehmung ist sie -verschwunden; nehmen wir die Ursache hinweg, die ihre Aeußerung auf -andere Materien aufhob, so zeigt sie sich in ihrem Träger mit ihrer -ganzen Stärke. - -So kann die Cohäsionskraft eines festen Körpers durch eine chemische -Kraft (in der Auflösung), durch Wärme (beim Schmelzen), für die -Beobachtung völlig verschwinden, ohne daß sie nur entfernt geschwächt -oder vernichtet wäre. Entfernen wir die ihr entgegenwirkende -Kraftäußerung (den Widerstand), so zeigt sie sich in der Krystallisation -unverändert. - -Durch die elektrische Kraft, durch die Wärme, sind wir im Stande, der -chemischen Kraft in ihren Aeußerungen die mannigfaltigsten Richtungen zu -geben; wir stellen damit die Ordnung fest, in welcher sich die -Elementartheilchen vereinigen sollen. Nehmen wir die Ursache hinweg -(Wärme, elektrische Kraft), die ihrer schwächeren Anziehung nach der -einen Richtung hin das Uebergewicht gab, so wird die stärkere Anziehung -nach einer andern Richtung hin sich unausgesetzt thätig zeigen, und wenn -diese stärkere Anziehung das Beharrungsvermögen der Elementartheilchen -überwinden kann, so werden sich die Elementartheile in einer neuen Form -mit einander vereinigen, das ist, es wird eine neue Verbindung von -veränderten Eigenschaften gebildet werden müssen. - -In Verbindungen dieser Art, in welchen also die freie Aeußerung der -chemischen Kraft, durch andere Kräfte gehindert wurde, kann ein Stoß, -eine mechanische Reibung, die Berührung mit einer Materie, deren -Elementartheile sich im Zustande der Bewegung (Umsetzung, Zersetzung) -befinden, irgend eine Ursache von Außen, deren Thätigkeit sich der -stärkeren Anziehung der Elementartheilchen nach einer andern Richtung -hinzufügt, hinreichen, um dieser stärkeren Anziehung das Uebergewicht zu -geben, das Beharrungsvermögen zu überwinden, ihre Form und -Beschaffenheit, welche sie der Mitwirkung fremder Ursachen verdanken, zu -ändern, ein Zerfallen der Verbindung in eine oder mehrere neue Körper -von veränderten Eigenschaften zu bewirken. - -Umsetzungen, oder wenn man will, Bewegungserscheinungen, können in -Verbindungen dieser Classe, bewirkt werden durch die in einer andern -chemischen Verbindung frei und verwendbar wirkende chemische Kraft, und -zwar ohne daß ihre Aeußerung durch Widerstände erschöpft oder aufgehoben -wird. So wird das Gleichgewicht in der Anziehung der Elemente des -Rohrzuckers, durch Berührung mit einer sehr kleinen Menge Schwefelsäure -aufgehoben; er verwandelt sich in Traubenzucker; ganz ähnlich sehen wir -die Elemente des Amylons sich mit den Elementen des Wassers zu einer -neuen Form ordnen, ohne daß die Schwefelsäure, welche gedient hatte, um -diese Umsetzung zu bewirken, ihren chemischen Charakter verliert, sie -bleibt in Bezug auf andere Materien, auf die sie eine Wirkung äußert, -ebenso activ als wie vorher, grade so, als wenn sie keine Art von -Wirkung auf das Amylon ausgeübt hätte. - -Ganz verschieden von der Aeußerung der sogenannten mechanischen -Kräfte haben wir in den chemischen Kräften Ursachen von -Bewegungserscheinungen, von Form- und Beschaffenheitsänderungen, ohne -wahrnehmbare Erschöpfung der Kraft, wodurch sie hervorgerufen werden, -erkannt; allein der Grund der fortdauernden Thätigkeitsäußerung bleibt -stets derselbe, es ist der Mangel einer entgegengesetzten Thätigkeit -(eines Widerstandes), der sie aufzuheben oder ins Gleichgewicht zu -setzen fähig ist. - -Aehnlich wie die Aeußerungen der chemischen Kräfte (das Kraftmoment -einer chemischen Verbindung) abhängig erscheinen von einer bestimmten -Ordnung, in der sich ihre Elementartheilchen berühren, zeigt die -Erfahrung, daß die Lebenserscheinungen unzertrennlich von der Materie -sind, daß die Aeußerungen der Lebenskraft in einem belebten Körpertheil -bedingt werden durch eine gewisse Form des Trägers und durch eine -gewisse Ordnungsweise seiner Elementartheilchen; heben wir die Form oder -Zusammensetzung des Organs auf, so verschwinden alle Lebensäußerungen. - -Nichts hindert uns, die Lebenskraft als eine besondere Eigenschaft zu -betrachten, die gewissen Materien zukommt, und wahrnehmbar wird, wenn -ihre Elementartheilchen zu einer gewissen Form zusammengetreten sind. - -Diese Vorstellung nimmt den Lebenserscheinungen nichts von ihrer -wunderbaren Eigenthümlichkeit, man kann sie als einen Anhaltspunkt -betrachten, von dem aus sich eine Untersuchung derselben, sowie die -Erforschung ihrer Gesetze anknüpfen läßt, ganz so wie man die -Eigenschaften und Gesetze der Bewegungen des Lichts, als abhängig von -einer Lichtmaterie, oder einem Aether betrachtet, der mit den -erforschten Gesetzen nichts weiter zu thun hat. - -In dieser Form gedacht, vereinigt die Lebenskraft in ihren Aeußerungen -alle Eigenthümlichkeiten der chemischen Kräfte und der nicht minder -wunderbaren Ursache, die wir als den letzten Grund der elektrischen -Erscheinungen ansehen. - -Die Lebenskraft äußert sich nicht wie die Schwerkraft oder magnetische -Kraft in unendlichen Entfernungen, sondern sie ist, wie die chemischen -Kräfte, nur bei unmittelbarer Berührung thätig, sie wird durch einen -Complex materieller Theile wahrnehmbar. - -Ein belebter Körpertheil erhält nach obiger Voraussetzung die Fähigkeit, -Widerstand zu leisten und Widerstände aufzuheben, durch das -Zusammentreten seiner Elementartheilchen in einer gewissen Form und er -muß, so lange diese Form und Ordnung durch entgegengesetzte Kräfte nicht -aufgehoben wird, seine Kraft unausgesetzt zu behaupten vermögen. - -Wenn durch den Act der Thätigkeitsäußerung eines belebten Körpertheils -die Elemente der Nahrungsstoffe in der ihm gleichen Form und -Beschaffenheit zusammengetreten sind, so erlangen sie eine ihm gleiche -Fähigkeit; es gelangt durch dieses Zusammentreten die in ihnen wohnende -Lebenskraft zur freien Aeußerung, sie wird in gleicher Weise verwendbar. - -Wenn man sich nun erinnert, daß alle Nahrungsstoffe belebter Organismen -Verbindungen zweier oder mehrerer Elemente sind, welche durch chemische -Kräfte zusammengehalten werden, wenn man erwägt, daß in dem Act der -Thätigkeitsäußerung eines belebten Körpertheils die Elemente der -Nahrungsstoffe in einer andern Ordnung zusammentreten, so ist völlig -gewiß, daß das Kraft- oder Bewegungsmoment der Lebenskraft stärker war, -als die zwischen den Elementen der Nahrung sich äußernde chemische -Anziehung[F14]. - - [14] Die Hände eines Mannes, welcher mit einem Seile 30 Pfund 100 Fuß - hoch hebt, legen einen Weg von 100 Fuß zurück, während seine - Muskelthätigkeit einem Widerstand (Druck) von 30 Pfunden das - Gleichgewicht hält. Wäre die von dem Manne anwendbare Kraft nicht - größer, als um dem Druck von dreißig Pfunden das Gleichgewicht zu - halten, so würde er nicht vermögend sein, das Gewicht zu der - angegebenen Höhe zu heben. - -Die chemische Kraft, welche die Bestandtheile zusammenhielt, wirkte -gleich einem Widerstande, welcher überwunden wurde durch die active -Lebenskraft. - -Wären beide gleich gewesen, so würde keine Art von wahrnehmbarer Wirkung -eingetreten sein; bei überwiegender chemischer Action würde der belebte -Körpertheil eine Veränderung erlitten haben. - -Wenn wir uns nun denken, daß eine gewisse Quantität von Lebenskraft dazu -verwendet werden mußte, um sich mit der chemischen Kraft ins -Gleichgewicht zu setzen, so bleibt immer noch ein Ueberschuß von Kraft, -durch welchen die Zersetzung bewirkt wurde; in diesem Ueberschuß besteht -das Kraftmoment des belebten Körpertheils, durch den die Zersetzung -bewerkstelligt wurde; er erhält durch ihn ein dauerndes Vermögen, -weitere Zersetzungen zu bewirken und seinen Zustand, seine Form und -Beschaffenheit gegen äußere Actionen zu behaupten. - -Wir können uns denken, daß dieser Ueberschuß hinweggenommen und in einer -andern Weise verwendet werden kann; das Bestehen des belebten -Körpertheils würde dadurch nicht gefährdet werden, eben weil in diesem -Falle ein Ruhe- und Gleichgewichtszustand eintreten würde; allein mit -der Hinwegnahme dieses Ueberschusses würde er seine Fähigkeit der -Zunahme an Masse, sein Vermögen weitere Zersetzungen zu bewirken, -äußeren Ursachen von Störungen zu widerstehen, verlieren. Wenn ihm in -diesem Gleichgewichtszustande Sauerstoff (eine chemische Action) -zugeführt werden würde, so würde dessen Streben, sich mit einem Elemente -des belebten Körpertheils zu vereinigen, kein Hinderniß entgegenstehen, -eben weil ihm das Vermögen, Widerstand zu leisten, durch anderweitige -Verwendung von Lebenskraft genommen worden ist. Je nach der Menge des -zugeführten Sauerstoffs würde eine entsprechende Menge des belebten -Körpertheils seinen Zustand des Lebens verlieren und die Form einer -chemischen Verbindung erhalten von einer dem belebten Stoff unähnlichen -Zusammensetzung, es würde mit einem Worte ein Wechsel in den -Eigenschaften der belebten Verbindung, ein Stoffwechsel entstehen. - -Wenn wir erwägen, daß die Fähigkeit der Zunahme an Masse in der Pflanze -beinahe keine Grenze hat, daß hundert Weidenzweige, von einem Baume -genommen, zu hundert Bäumen werden, so kann man kaum einen Zweifel -hegen, daß mit dem Zusammentreten der Elemente des Nahrungsstoffs zu -einem Bestandtheil der Pflanze, zu dem vorhandenen Kraftmoment, in dem -neugebildeten Pflanzentheile ein neues Kraftmoment hinzukommt, in der -Art, daß mit der Zunahme an Masse die Summe von Lebenskraft wächst. - -Je nach der Quantität verwendbarer Lebenskraft ändern sich die Producte, -die durch ihre Thätigkeit aus dem zugeführten Nahrungsstoff gebildet -werden. Die Bestandtheile der Knospe, der Wurzelfaser, des Blattes, der -Blüthe und Frucht sind höchst verschieden; die chemische Kraft, wodurch -ihre Elemente zusammen gehalten werden, ist sehr ungleich. - -Von den stickstofffreien Bestandtheilen der Pflanzen kann man behaupten, -daß kein Theil des Kraftmomentes verwendet wird, um ihre Form und -Beschaffenheit zu behaupten, sobald ihre Elemente einmal in der Ordnung -zusammengetreten sind, in der sie zu Trägern der Lebenskraft werden. - -Ganz verschieden verhalten sich die stickstoffhaltigen Pflanzenstoffe, -denn sie gehen, wie man gewöhnlich sagt, von der Pflanze getrennt, von -selbst in Gährung und Fäulniß über. Die Ursache dieser Zersetzung oder -Umsetzung ihrer Elemente ist die chemische Action, welche der Sauerstoff -auf einen ihrer Bestandtheile ausübt. Wir wissen nun, daß, so lange die -Pflanze Lebenserscheinungen zeigt, Sauerstoffgas von ihrer Oberfläche -abgeschieden wird, daß dieser Sauerstoff ohne alle Wirkung ist auf die -Bestandtheile der lebendigen Pflanze, zu denen er sonst die größte -Anziehung besitzt, und es ist klar, daß eine gewisse Quantität -Lebenskraft verwendet werden muß, theils um die Elemente der complexen -stickstoffhaltigen Bestandtheile, in der Form, Beschaffenheit und -Ordnung zu erhalten, die ihnen zukommt, theils als Widerstand gegen die -unaufhörliche Einwirkung des Sauerstoffs der Luft auf ihre Elemente, so -wie des Sauerstoffs, der in ihrem Organismus durch den Lebensproceß -abgeschieden wird. - -Mit der Zunahme an diesen veränderlichen Bestandtheilen, in der Blüthe -z. B. und in der Frucht, wächst die Summe von chemischer Kraft, deren -freie Aeußerung durch ein entsprechendes Maß von Lebenskraft im -Gleichgewicht gehalten, als Widerstand verbraucht wird. - -Die Pflanze nimmt so lange an Masse zu, bis sich die in ihr wohnende -Lebenskraft mit allen äußeren Ursachen, die ihrer Aeußerung -entgegenwirken, ins Gleichgewicht gesetzt hat, eine jede neue Ursache -von Störung, die sich den vorhandenen hinzufügt (Temperaturwechsel &c.), -nimmt ihr jetzt die Fähigkeit, Widerstand zu leisten, sie stirbt ab. - -In den perennirenden Pflanzen (den Holzpflanzen z. B.) ist die Masse der -veränderlichen Bestandtheile (der stickstoffhaltigen), verglichen mit -den stickstofffreien, so klein, daß von der ganzen Summe von Kraft, als -Widerstand, nur ein verschwindendes Moment verbraucht wird; bei den -jährigen Pflanzen ist dieses Verhältniß umgekehrt. - -In allen Perioden des Lebens einer Pflanze wird die vorhandene active -(durch Widerstände nicht aufgehobene) Lebenskraft nur zu einer Form von -Lebensäußerung verwendet, zur Zunahme an Masse nämlich, zur -Ueberwindung von Widerständen; kein Theil der Kraft wird zu anderen -Zwecken verbraucht. - -In dem Organismus des Thieres zeigt sich die Lebenskraft, wie in der -Pflanze in der Fähigkeit der Zunahme an Masse, als die Ursache des -Widerstandes gegen äußere Einwirkungen, allein die Zunahme so wie der -Widerstand sind in gewisse Grenzen eingeschlossen. - -Wir beobachten nämlich, daß der Uebergang der Nahrungsstoffe in Blut, -die Berührung des Blutes mit den belebten Körpertheilen bedingt wird von -einer mechanischen Kraft, deren Aeußerung von besonderen Organen ausgeht -und vermittelt wird durch ein besonderes System von Apparaten, denen die -Fähigkeit zukommt, die empfangene Bewegung fortzupflanzen und zu -verbreiten; von einem zweiten Systeme ähnlicher Apparate finden wir das -Vermögen des Thieres abhängig, den Ort zu wechseln und durch seine -Glieder mechanische Effecte hervorzubringen. Diese Apparate, so wie die -von ihnen ausgehenden Bewegungserscheinungen, fehlen in der Pflanze. - -Um sich ein klares Bild über den Ursprung und die Quelle der -mechanischen Bewegungen im Thierkörper zu verschaffen, dürfte es eine -Erleichterung sein, sich an die Wirkungsweise anderer Kräfte zu -erinnern, welche der Lebenskraft in ihren Aeußerungen am nächsten -stehen. - -Wenn wir eine Anzahl Zink- und Kupferplatten in einer gewissen Weise -geordnet mit einer Säure in Berührung bringen, so tritt, wenn man die -beiden äußersten Punkte des Apparates mit einem Metalldraht in -Verbindung setzt, eine chemische Action an den Zinkplatten ein, und der -Draht erhält in Folge dieser Action die merkwürdigsten und wunderbarsten -Eigenschaften. - -Dieser Draht zeigt sich nämlich als der Träger einer Kraft, welche durch -ihn mit außerordentlicher Schnelligkeit nach allen Richtungen -hingeleitet und fortgepflanzt werden kann; er ist der Leiter oder -Fortpflanzer einer ununterbrochenen Reihe von Thätigkeits-Aeußerungen. - -Eine solche Fortpflanzung von Bewegung ist nicht denkbar, wenn in dem -Drahte eine Ursache des Widerstandes zu überwinden wäre, jeder -Widerstand würde einen Theil der bewegenden Kraft zur ruhenden machen. - -Wird der Draht in der Mitte zerschnitten, sein Zusammenhang -unterbrochen, so hört damit die Fortpflanzung der Kraft auf, und wir -sehen, daß in diesem Falle die Action der Säure auf das Zink -augenblicklich aufhört. - -Stellen wir die Verbindung wieder her, so tritt die verschwundene Action -mit ihrer ganzen Energie wieder ein. - -Wir können durch die in dem Drahte vorhandene Thätigkeit eine Menge der -verschiedenartigsten Effecte bewirken, Widerstände aller Art -überwältigen, Lasten heben, Schiffe in Bewegung setzen, und, was noch -weit merkwürdiger ist, dieser Draht verhält sich wie eine hohle Röhre, -in welcher ein Strom von chemischer Kraft frei und ohne Hinderniß -circulirt. - -Die Eigenschaften, die wir als festgekettet an gewisse Materien mit dem -Ausdruck der stärksten und energischsten Verwandtschaft bezeichnen, wir -finden sie, dem Anschein nach, frei und ungebunden an diesem Drahte -wieder, wir können sie, von ihm aus, auf andere Materien übertragen und -ihnen damit eine Affinität (die Fähigkeit, Verbindungen einzugehen) -ertheilen, die ihnen für sich nicht zukommt; je nach der Quantität der -Kraft, die in dem Drahte circulirt, können wir damit Verbindungen -zerlegen, deren Elemente die mächtigste Verwandtschaft zu einander -haben, und an allen diesen Thätigkeitsäußerungen nimmt die Substanz des -Drahtes nicht den geringsten Antheil, er ist nur der Leiter der Kraft. - -An diesem Drahte beobachten wir noch überdies Erscheinungen der -Anziehung und Abstoßung, die wir dem aufgehobenen Gleichgewichtszustande -der elektrischen und magnetischen Kraft zuschreiben müssen, und es -stellen sich bei der Wiederherstellung des Gleichgewichts des gestörten -elektrischen Zustandes, Licht und Wärme, als ihre nie fehlenden -Begleiter ein. - -Alle diese merkwürdigen Erscheinungen werden hervorgerufen durch die -chemische Action, welche Säure und Zink auf einander ausüben, sie sind -begleitet von einer Form- und Beschaffenheitsänderung, welche beide -erleiden. - -Die Säure verliert ihren chemischen Character, das Zink geht eine -Verbindung mit ihr ein. Die in dem Metalldrahte hervorgerufenen -Thätigkeitsäußerungen, sie sind eine unmittelbare Folge des Wechsels in -ihren Eigenschaften. - -Ein Theilchen Säure nach dem andern verliert seine, ihm zukommenden, -chemischen Eigenschaften und wir sehen, daß in eben diesem Grade der -Draht eine chemische, mechanische, galvanische oder magnetische Kraft, -oder wie man sie nennen will, empfängt; je nach der Anzahl von Theilchen -der Säure, welche in einer und derselben Zeit diese Veränderung erfahren -(je nach der Oberfläche des Zinks), empfängt der Draht eine größere oder -geringere Quantität von diesen Kräften. - -Die Fortdauer des Stromes von Kraft hängt ab von der Fortdauer der -chemischen Action, die Fortdauer der chemischen Action ist aufs engste -geknüpft, an die Ableitung der Kraft. - -Hindern wir die Fortpflanzung der Kraft, so behält die Säure ihren -chemischen Character; wird sie zur Ueberwindung von chemischen oder -mechanischen Widerständen verbraucht, zur Zersetzung chemischer -Verbindungen oder zur mechanischen Bewegung, so dauert die chemische -Action fort, das heißt, ein Theilchen Säure nach dem andern wechselt -seine Eigenschaften. - -Wir haben in dem Vorhergehenden diese merkwürdigen Erscheinungen in -einer Form aufgefaßt, welche unabhängig von den Erklärungen der Schule -ist. Ist die in dem Drahte circulirende Kraft, die elektrische Kraft? -ist es Affinität? pflanzt sie sich in dem Leiter wie eine in Bewegung -gesetzte Flüssigkeit, oder als eine Reihe von Bewegungsmomenten, wie -der Schall, das Licht, von einem Theilchen des Leiters zu dem andern -fort? Alles dieses weiß man nicht, und wird es nie ermitteln. Auf die -Wahrheit der Erscheinungen haben alle Vorstellungen, die man ihnen als -Erklärungen unterlegt, nicht den geringsten Einfluß, denn sie beziehen -sich lediglich auf die Form, in welcher sie sich äußern. - -Nur darüber ist man nicht im Zweifel, daß nämlich alle Effecte, welche -durch den Draht hervorgebracht werden können, bedingt werden von dem -Wechsel in den Eigenschaften des Zinks und der Säure, denn der -Ausdruck »chemische Action« bezeichnet ja nicht mehr und nicht weniger, -als den Act ihrer Veränderung; daß sie abhängig sind, von dem -Vorhandensein eines Leiters, einer Substanz, welche die eintretende -Thätigkeitsäußerung, das Kraftmoment, fortpflanzt nach allen Richtungen -hin, wo es durch Widerstände nicht aufgehoben wird, daß es also in ein -Bewegungsmoment übergeht, mit dem man mechanische Bewegungen -hervorbringen kann, was, auf andere Körper übertragen, diesen alle -Eigenschaften giebt, deren letzte Ursache die chemische Kraft selbst -ist; sie erhalten das Vermögen, Zersetzungen und Verbindungen zu -bewirken, was ihnen, ohne Zufuhr an Kraft, durch den Leiter, völlig -abgehen würde. - -Wenn wir diese wohlbekannten Erfahrungen als Mittel benutzen, um, durch -sie geführt, die letzte Ursache der mechanischen Effecte im -Thierorganismus zu erforschen, so giebt die Beobachtung zu erkennen, daß -die Bewegung des Blutes und der Säfte von ganz bestimmten Organen -ausgeht, welche, wie das Herz und die Eingeweide, die bewegende Kraft -nicht in sich selbst erzeugen, sondern von anderen Seiten her empfangen. - -Wir kennen mit zweifelloser Gewißheit in den Nerven die Leiter und -Verbreiter mechanischer Effecte, wir wissen, daß durch sie die Bewegung -nach allen Seiten hin fortgepflanzt wird. Für jede Bewegung kennen wir -einen besondern Nerven, einen besondern Leiter, mit dessen -Leitungsvermögen, mit dessen Unterbrechung sich die Fortpflanzung -verändert oder eine Grenze findet. - -Durch die Nerven empfangen alle Theile des Thierkörpers, die Glieder, -die zu ihren Functionen, zum Ortswechsel, zur Hervorbringung -mechanischer Effecte unentbehrliche Kraft der Bewegung, wo die Nerven -fehlen, vermissen wir Bewegung; die an einem Orte im Ueberfluß erzeugte -Kraft wird den anderen durch die Nerven zugeleitet, was das eine Organ -in sich selbst an Kraft nicht zu erzeugen vermag, wird ihm von anderen -Seiten zugeführt, was ihm an Lebenskraft fehlt, um Widerstand zu leisten -gegen äußere Ursachen von Störungen, um Widerstände aufzuheben, empfängt -es als Ueberschuß von einem andern Organe, welches ihn für sich selbst -nicht zu verwenden vermag. - -Wir beobachten ferner, daß die willkührlichen und unwillkührlichen -Bewegungen, daß alle mechanischen Effecte im Thierorganismus begleitet, -daß sie abhängig sind von einer eigenthümlichen Form- und -Beschaffenheitsänderung in der Substanz gewisser belebter Körpertheile, -deren Zu- oder Abnahme im engsten Zusammenhange steht mit dem Maß von -Bewegung oder mit der Quantität von Kraft, welche durch die Bewegungen -verzehrt worden ist. - -Als eine unmittelbare Folge der zur Aeußerung gelangten, mechanischen -Kraft sehen wir, daß ein Theil der Muskelsubstanz ihre vitalen -Eigenschaften, ihren Character des Lebens verliert, daß sie aus dem -belebten Körpertheile austritt, daß dieser Theil seine Fähigkeit der -Zunahme an Masse, sein Vermögen Widerstand zu leisten, einbüßt; wir -finden, daß dieser Wechsel in den Eigenschaften begleitet ist von der -Aufnahme eines fremden Elementes, des Sauerstoffs, in die -Zusammensetzung der belebten Muskelsubstanz (ähnlich wie die Säure ihren -chemischen Character durch Aufnahme von Zink verlor), und alle -Erfahrungen beweisen, daß dieser Uebergang der belebten Muskelsubstanz, -in Verbindungen ohne alle Lebensäußerungen, beschleunigt oder -verlangsamt wird, je nach der Quantität der verbrauchten Kraft zur -Bewegung; ja daß sie sich gegenseitig proportional sind, daß ein rascher -Uebergang der Muskelsubstanz, sagen wir, ein rascher Stoffwechsel, eine -größere Quantität von mechanischer Kraft und ein größeres Maß von -mechanischer Bewegung (verbrauchter, mechanischer Kraft) einen rascheren -Stoffwechsel gegenseitig bedingen. - -Aus diesem ganz bestimmten Zusammenhange des Stoffwechsels im -Thierkörper mit der durch mechanische Bewegungen verzehrten Kraft kann -kein anderer Schluß gezogen werden, als daß die in gewissen, belebten -Körpertheilen active oder verwendbare Lebenskraft die Ursache ist der -mechanischen Effecte des Thierkörpers. - -Die bewegende Kraft stammt zweifellos von belebten Körpertheilen, sie -besaßen ein Kraft- oder Bewegungsmoment, was sie in eben dem Grade -verloren, als andere ein Kraft- oder Bewegungsmoment empfangen haben; -sie verlieren ihre Fähigkeit der Zunahme an Masse, ihr Vermögen, -Widerstand gegen äußere Ursachen von Störungen zu leisten; es ist klar, -die letzte Ursache, die Lebenskraft, von denen sie diese Eigenschaften -erhielten, sie hat zur Hervorbringung der mechanischen Kraft gedient, -sie ist als Bewegung verzehrt worden. - -Wie ließe sich in der That einsehen, daß ein belebter Körpertheil den -Zustand des Lebens verliert, daß er unfähig wird, der Einwirkung des im -arteriellen Blute ihm zugeführten Sauerstoffs zu widerstehen, daß er das -Vermögen einbüßt, chemische Widerstände aufzuheben, wenn das Kraftmoment -der Lebenskraft, was ihm alle diese Eigenschaften gab, nicht zu anderen -Zwecken verwendet worden wäre! - -Durch das Vermögen der Leiter (der Nerven), das Kraftmoment eines -belebten Körpertheils, den Effect, den die in ihm thätige Lebenskraft -auf alle seine Umgebungen äußert, fortzupflanzen nach anderen Orten hin, -wo die Kraft (d. h. ihr Bewegungsmoment) ohne alle Widerstände verzehrt -wird (ohne Bewegung tritt kein Stoffwechsel ein, ist die Bewegung -eingetreten, so steht ihr kein Widerstand entgegen), wird offenbar in -dem belebten Körpertheil ein Gleichgewichtszustand zwischen den -chemischen Kräften und der noch in ihm wohnenden Lebenskraft -herbeigeführt, der ohne diesen Verbrauch an Lebenskraft zur mechanischen -Bewegung nicht eingetreten wäre. - -Eine jede dem Organismus fremde Ursache, welche auf die Form, -Beschaffenheit und Zusammensetzung des Organs eine Wirkung auszuüben -vermag, findet jetzt keinen Widerstand mehr. Ohne die Ableitung der -Kraft und ihre Verwendung zu anderen Zwecken, ohne das Hinzutreten von -Sauerstoff würde das Organ seinen Zustand, aber ohne alle Lebensäußerung -behauptet haben, erst durch die chemische Action des Sauerstoffs findet -der Stoffwechsel, d. h. das Austreten in der Form einer unbelebten -Verbindung statt. - -Stoffwechsel, mechanische Kraftäußerung und Sauerstoffaufnahme, stehen -in dem Thierkörper in so enger Beziehung zu einander, daß man die -Quantität von Bewegung, die Menge des umgesetzten, belebten Stoffes, in -einerlei Verhältniß setzen kann mit einer gewissen Menge, des, von dem -Thiere, in einer gegebenen Zeit aufgenommenen und verbrauchten -Sauerstoffs. Für ein bestimmtes Maß von Bewegung, für eine Proportion -als mechanische Kraft verbrauchter Lebenskraft, gelangt ein Aequivalent -von chemischer Kraft zur Aeußerung, d. h. es wird ein Aequivalent -Sauerstoff zum Bestandtheil des Organs, was die Lebenskraft verlor, und -ein ihm gleiches Verhältniß von der Materie dieses Organs tritt aus dem -Körpertheil, in der Form einer Sauerstoffverbindung aus. - -Alle Theile des Thierkörpers, welche die Natur zum Stoffwechsel (zur -Hervorbringung von mechanischer Kraft) bestimmt hat, sind nach allen -Richtungen hin von den feinsten Kanälen durchzogen, in denen -unausgesetzt ein Strom von Sauerstoff in der Form von arteriellem Blut -circulirt, der zum Austreten ihrer Bestandtheile (zur Störung des -Gleichgewichtes) unumgänglich nöthig ist. - -So lange die Lebenskraft dieser Körpertheile nicht zu anderen Zwecken -verbraucht und abgeleitet wird, äußert der Sauerstoff des arteriellen -Blutes nicht die geringste Wirkung auf ihre Substanz und stets wird nur -eine der Ableitung entsprechende (den hervorgebrachten mechanischen -Effecten correspondirende) Menge davon aufgenommen. - -Der Sauerstoff der Atmosphäre ist die von außen her wirkende Ursache des -Verbrauchs an Stoff im Thierkörper, er wirkt wie eine Kraft, welche die -Aeußerung der Lebenskraft in jedem Zeitmomente stört und aufzuheben -strebt; als chemische Action wird aber seine Einwirkung, die von ihm -ausgehende Störung, im Gleichgewicht gehalten durch die in dem belebten -Körpertheile frei wirkende Lebenskraft, oder sie wird vernichtet durch -eine der seinigen entgegengesetzte, chemische Thätigkeit, deren -Aeußerung immer als abhängig angesehen werden muß von der Lebenskraft. - -Nach chemischen Begriffen heißt die chemische Action des Sauerstoffs -vernichten, ihm Stoffe darbieten, Theile von Materien, die sich mit ihm -zu verbinden vermögen. - -Die Action des Sauerstoffs (Affinität) wird entweder durch die -Bestandtheile des Organs (nach Ableitung der Lebenskraft), die sich mit -ihm zu verbinden vermögen, ausgeglichen, oder das Organ setzt ihr (der -Action des Sauerstoffs) die Producte von anderen Organen, oder gewisse -Stoffe entgegen, welche aus den Bestandtheilen der Nahrung, in Folge der -vitalen Thätigkeit gewisser Apparate entstanden sind. - -Nur das Muskularsystem producirt in diesem Sinne, in sich selbst, einen -Widerstand gegen die chemische Action des Sauerstoffs und gleicht sie -vollständig aus. - -Die Substanz der Zellen, Membranen und Häute, deren kleinste Theilchen -sich nicht im unmittelbaren Contact mit arteriellem Blut (mit -Sauerstoff) befinden, ist nicht zum Stoffwechsel bestimmt. Welche Art -von Veränderungen sie auch im Lebensprocesse erleiden mag, sie treffen -unter allen Umständen nur ihre Oberfläche. - -Die Leimgebilde, Schleimhäute, Sehnen &c. sind nicht zur Hervorbringung -von mechanischer Kraft bestimmt, sie enthalten in ihrer Substanz keine -Leiter der mechanischen Effecte. Das Muskularsystem ist mit zahllosen -Nerven durchwebt. Die Substanz des Uterus ist von der übrigen -Muskelsubstanz chemisch, in keiner Weise verschieden, allein sie ist -nicht zum Stoffwechsel, zur Krafterzeugung bestimmt, sie enthält keine -Ableiter der bewegenden Kraft. - -Den Membranen, Schleimhäuten und Zellen geht das Vermögen, sich bei -Gegenwart von Feuchtigkeit mit Sauerstoff zu verbinden, keineswegs ab, -wir wissen, daß sie im feuchten Zustande mit Sauerstoff nicht in -Berührung gebracht werden können, ohne eine fortschreitende Veränderung -zu erfahren. Die eine Oberfläche der Eingeweide, die Lungenzellen, sind -aber unausgesetzt in Berührung mit Sauerstoff; es ist klar, daß sie eine -eben so rasche Umsetzung, Veränderung durch seine chemische Action -erfahren müßten, wenn in dem Organismus selbst, nicht eine Quelle von -Widerstand existirte, der die Einwirkung des Sauerstoffs völlig -vernichtete. Unter diesem Widerstande lassen sich alle Materien -zusammenfassen, welche die Fähigkeit haben oder unter dem Einfluß der -Lebenskraft erhalten, sich mit Sauerstoff zu verbinden und in ihrem -Vermögen seine chemische Action auszugleichen, die Substanz der -Leimgebilde übertreffen. - -Alle Bestandtheile des Thierkörpers, welche in sich selbst durch die -Lebenskraft, der Einwirkung des Sauerstoffs nicht zu widerstehen -vermögen, müssen sich zu diesem Zwecke weit mehr eignen, wie die unter -dem Einfluß der Lebenskraft, wenn auch nur durch die Nerven, stehenden -Gebilde; die Bedeutung der Galle für die Substanz der Eingeweide, der -Lungenzellen, so wie die des Fettes, Schleimes und der Secretionen -überhaupt, kann nach dieser Betrachtung nicht verkannt werden. - -Wenn die Membranen durch ihre eigne Substanz Widerstand gegen die -Einwirkung des Sauerstoffs produciren müssen, wenn es also an den -Stoffen fehlt, welche die Natur zu ihrem Schutze bestimmt hat, so werden -sie, da ihre Erneuerung in enge Grenzen eingeschlossen ist, der -chemischen Action unterliegen müssen. Eingeweide und Lunge werden immer -gleichzeitig abnormale Veränderungen erfahren. - -In dem Stoffwechsel selbst, in der Umsetzung der belebten Substanz des -Muskularsystems, erhalten diese Organe den zu ihrem Bestehen -unentbehrlichen Widerstand gegen die Einwirkung des Sauerstoffs; je nach -seiner Beschleunigung nimmt die Quantität der secernirten Galle zu, die -Menge des vorhandenen Fettes nimmt in gradem Verhältniß ab. - -Zur Unterhaltung der unwillkürlichen Bewegungen im Thierkörper wird in -jedem Zeitmomente seines Lebens eine gewisse Quantität Lebenskraft -verbraucht und es findet deshalb ein unaufhörlicher Stoffwechsel statt, -allein die Menge der Substanz, welche in Folge der verbrauchten Kraft -ihren Zustand des Lebens, ihre Fähigkeit der Zunahme an Masse verliert, -ist in enge Grenzen eingeschlossen; sie steht in gradem Verhältniß zu -der, zu diesen Bewegungen, nöthigen Kraft. - -Wenn wir uns nun auch denken können, daß die belebte Muskelsubstanz bei -hinreichender Zufuhr an Nahrung ihre Fähigkeit der Zunahme in keinem -Zeitmomente verliert, daß sich diese Form der Lebens-Aeußerung -unausgesetzt geltend macht, so kann dies keineswegs für diejenigen -Körpertheile angenommen werden, deren frei wirkende Lebenskraft zur -mechanischen Bewegung verbraucht worden ist. Der Verbrauch an Stoff -durch Bewegung und Anstrengung ist bei je zwei Individuen höchst -verschieden. - -Wenn man nun erwägt, daß die unmerklichste Bewegung eines Fingers und -der Glieder Kraft verbraucht, daß, in Folge der verzehrten mechanischen -Kraft, ein correspondirender Theil der Muskeln an Volumen abnimmt, so -ist klar, daß _ein Gleichgewicht im Ersatz und Verbrauch_ an Stoff (an -belebten Körpertheilen) nur dann sich herstellen kann, wenn der -ausgetretene Körpertheil in dem nämlichen Augenblicke, wo er seinen -Zustand des Lebens verliert, wieder an einer andern Stelle erneuert -wird. - -Die Fähigkeit der Zunahme an Masse ist abhängig von dem, einem jeden -Körpertheile zukommenden Kraftmomente, sie muß sich unausgesetzt äußern -können, so lange (bei hinlänglicher Zufuhr von Nahrungsstoff) er dieses -Kraftmoment nicht verliert (durch Verwendung z. B. zur mechanischen -Bewegung). - -Unter allen Umständen ist die Zunahme selbst an die Zeit gebunden, d. h. -sie kann für eine begrenzte Zeit nicht unbegrenzt sein. - -In dem nämlichen Augenblick, in welchem ein belebter Körpertheil seinen -Zustand des Lebens verliert und aus dem Organ in der Form einer -unbelebten Verbindung austritt, kann dieser Theil nicht zunehmen, seine -Masse, seine Volumen nehmen ja ab. - -Durch die fortdauernde Verwendung der Kraftmomente belebter Körpertheile -zu mechanischen Effecten, wird demnach ein fortdauerndes Austreten von -Masse bedingt, und erst von dem Augenblicke an, wo die Ursache des -Verbrauchs nicht mehr wirkt, kann sich die Fähigkeit der Zunahme wieder -äußern. - -Da nun verschiedene Individuen in 24 Stunden, je nach der zur -Hervorbringung willkürlicher, mechanischer Effecte verwendeten Kraft, -eine ungleiche Menge von ihren belebten Körpertheilen verbrauchen, so -muß für ein jedes, wenn die Bewegungserscheinungen nicht ihre Grenze -finden sollen, ein Zustand eintreten, in welchem alle willkürlichen -Bewegungen völlig unterdrückt sind, wo also für diese kein Verbrauch -stattfindet. Dieser Zustand heißt _Schlaf_. - -Auf die Fähigkeit der Zunahme an Masse eines Körpertheils, dem sein -Kraftmoment nicht genommen worden ist, kann der Verbrauch desselben zu -mechanischen Effecten in einem andern Körpertheil, nicht den geringsten -Einfluß äußern (der eine kann an Masse zunehmen, während der andere -abnimmt, ohne daß sich beide Actionen stören), der Verbrauch in dem -einen kann den Ersatz in dem andern nicht vermindern und nicht steigern. - -Da nun der Verbrauch an mechanischer Kraft zu den unwillkürlichen -Bewegungen im Schlafe fortdauert, so ist klar, daß auch ein Verbrauch an -Stoff im Schlafe fortdauert, und es muß, wenn das ursprüngliche -Gleichgewicht wieder eintreten soll, vorausgesetzt werden, daß während -des Schlafes eine eben so große Quantität von Kraft (in der Form -belebter Körpertheile) sich wieder sammelt, als in der vorhergegangenen -Zeit des Wachens zu den willkürlichen und unwillkürlichen mechanischen -Effecten verwendet worden ist. - -Wird das Gleichgewicht in Ersatz und Verbrauch von Stoff im mindesten -gestört, so giebt sich dies sogleich in einem Unterschied von -verwendbarer Kraft zu mechanischen Effecten zu erkennen. - -Es ist ferner klar, daß wenn ein Mißverhältniß in der Leitungsfähigkeit -der Nerven der willkürlichen und unwillkürlichen Bewegungen stattfindet, -so wird nach dem Grade, in welchem die einen oder die anderen dies -Bewegungsmoment, was sie durch Stoffwechsel empfangen haben, -fortzupflanzen vermögen, der Unterschied in den Bewegungserscheinungen -selbst bemerklich sein. Mit der Zunahme der Blutbewegung und der -Bewegung der Eingeweide wird die Hervorbringung mechanischer Effecte -durch die Glieder in gradem Verhältniß abnehmen müssen (wie bei den -sogenannten Fressern), und wenn in einer gegebenen Zeit für mechanische -Bewegung (durch Anstrengung, Laufen, Tanzen &c.) mehr Lebenskraft -verbraucht wird, als für die willkürlichen und unwillkürlichen -Bewegungen überhaupt verwendbar ist (als sich in der gegebenen Zeit an -Stoff umsetzen kann), so wird zur Ausgleichung der für die willkürlichen -Bewegungen mehrverbrauchten mechanischen Kraft ein Theil der Kraft, die -zu den unwillkürlichen Bewegungen nöthig ist, verwendet werden müssen. -Die Bewegung des Herzens, der Eingeweide muß verlangsamt werden oder sie -hört gänzlich auf. - -Von dem ungleichen Grade der Leitungsfähigkeit der Nerven müssen die -Zustände abgeleitet werden, die man mit _Lähmung_, _Ohnmacht_, _Krampf_ -bezeichnet. Die _Lähmung_ der Nerven der willkürlichen Bewegung kann -für sich keine Abmagerung nach sich ziehen; häufig wiederkehrende -epileptische Anfälle (Verbrauch von Lebenskraft zu mechanischen -Effecten) sind stets von einer außerordentlich raschen Abmagerung -begleitet. - -Es muß die höchste Bewunderung erwecken, wenn man erwägt, mit welcher -unendlichen Weisheit der Schöpfer die Mittel vertheilt hat, die das -Thier, die Pflanze, zu seinen Functionen, zu seinen ihm eigenthümlichen -Lebensäußerungen befähigen. - -Die ganze Richtung, die ganze Stärke der Lebenskraft behält der belebte -Pflanzentheil durch die Abwesenheit aller Leiter der Kraft. Durch sie -wird das Blatt befähigt, die stärksten chemischen Anziehungen zu -überwinden, die Kohlensäure zu zerlegen und sich die Bestandtheile ihrer -Nahrungsstoffe anzueignen. - -Nur in der Blüthe der Pflanze findet ein dem Stoffwechsel im Thierkörper -ähnlicher Proceß statt, es zeigen sich Bewegungserscheinungen, allein -die mechanischen Effecte pflanzen sich nicht fort aus Mangel an Leitern -der Kraft. - -Die nämliche Lebenskraft, die wir in der Pflanze als eine beinahe -unbegrenzte Fähigkeit der Zunahme an Masse kennen, verwandelt sich in -dem Thierkörper in bewegende Kraft (in einen Strom von Lebenskraft), und -eine wunderbare und weise Oekonomie bestimmt zur Ernährung des Thieres -nur solche Stoffe, die eine mit den Organen der Krafterzeugung (dem -Muskularsystem) identische Zusammensetzung besitzen. Der Aufwand von -Kraft, den ihre belebten Theile bedürfen, um aus dem Blute sich selbst -wiederzuerzeugen, der Widerstand der chemischen Kraft, welcher in den -Bestandtheilen der stickstoffhaltigen Nahrungsstoffe durch die -Lebensthätigkeit der Organe überwunden werden muß, welche bestimmt sind, -sie zu Bestandtheilen des Blutes zu machen, ist für nichts zu achten -gegen die Kraft und Energie, mit welcher die Bestandtheile der -Kohlensäure zusammenhängen. Eine gewisse Quantität Kraft könnte nicht in -bewegende Kraft übergehen, wenn sie zur Ueberwindung der chemischen -Kräfte verwendet werden müßte; das Bewegungsmoment der Lebenskraft wird -durch alle Widerstände verringert. Der Uebergang der Bestandtheile des -Blutes in Muskelfaser (in ein Organ der Krafterzeugung) ist nur eine -Formänderung, beide sind gleich zusammengesetzt; das Blut ist flüssig, -die Muskelfaser ist festes Blut; man kann sich denken, daß er vor sich -geht ohne allen Verbrauch von Lebenskraft, denn bei dem Uebergang eines -flüssigen Körpers in einen festen bedarf es keiner Kraftäußerung, -sondern nur der Beseitigung von Hindernissen (Wärme z. B.), die sich der -Kraft, welche der Zustand bedingt (der Cohäsionskraft), in ihren -Aeußerungen entgegensetzen. - -In welcher Form, auf welche Weise die Lebenskraft die mechanischen -Effecte im Thierkörper bewirkt, ist gänzlich unbekannt und wird durch -Versuche so wenig ermittelt werden können, wie der Zusammenhang der -chemischen Action mit den Bewegungserscheinungen, die wir mit der -galvanischen Säule hervorzubringen vermögen; alle Erklärungen, die man -zu geben versucht hat, sind immer nur Bilder der Erscheinung, es sind -mehr oder weniger genaue Beschreibungen und Vergleichungen bekannter -Erscheinungen mit diesen unbekannten; es geht uns in dieser Beziehung -wie dem Unkundigen, dem das Aufundniedersteigen eines eisernen Stempels -in einem Gefäße, worin das Auge nichts Sichtbares erkennen kann, und -sein Zusammenhang mit dem Drehen und Bewegen von Tausenden von Rädern, -die sich in einer gewissen Entfernung von dem Stempel befinden, -unbegreiflich erscheint. - -Wir wissen nicht, wie ein an sich unsichtbares, unwägbares Etwas, die -Wärme, gewissen Materien die Fähigkeit ertheilt, den ungeheuersten Druck -auf ihre Umgebungen zu äußern, wie überhaupt dieses Etwas hervorgebracht -wird, wenn wir Holz oder Kohlen verbrennen. - -So ist es denn auch mit der Lebenskraft und den Erscheinungen, welche -belebte Körper darbieten; ihre Ursache ist nicht chemische Kraft, nicht -Elektricität, nicht Magnetismus, es ist eine Kraft, welche die -allgemeinsten Eigenschaften aller Ursachen der Bewegung, Form- und -Beschaffenheitsänderung der Materie besitzt, und eine eigenthümliche -Kraft, weil ihr Aeußerungen zukommen, welche keine der anderen Kräfte an -sich trägt. - - -~II.~ - -In der belebten Pflanze überwiegt die Intensität der Lebenskraft bei -weitem die chemische Action des Sauerstoffs. - -Wir wissen mit der größten Bestimmtheit, daß der Sauerstoff durch den -Einfluß der Lebenskraft von Elementen abgeschieden wird, zu denen er die -stärkste Affinität besitzt; daß er in Gasform austritt, ohne die -geringste Einwirkung auf die Bestandtheile der Säfte auszuüben. - -Wie groß muß in der That der Widerstand erscheinen, den die Lebenskraft -dem terpentinöl- oder gerbsäurehaltigen Blatte verleiht, wenn wir die -Verwandtschaft in Betracht ziehen, welche der Sauerstoff zu diesen -Bestandtheilen besitzt! - -Diese Intensität der Wirkung oder des Widerstandes erhält das belebte -Blatt durch das Sonnenlicht, dessen Einfluß in chemischen Actionen mit -der eines hohen Wärmegrades (einer schwachen Glühhitze) vergleichbar ist -und verglichen wird. - -In der Nacht zeigt sich in der lebendigen Pflanze ein entgegengesetzter -Proceß, wir sehen, daß sich die Bestandtheile der Blätter und grünen -Theile mit dem Sauerstoff der Luft verbinden, eine Fähigkeit, die ihnen -im Lichte abging. - -Man kann hieraus keinen andern Schluß ziehen, als daß die Intensität der -Lebenskraft mit der Abnahme des Lichts sich vermindert, daß mit der -kommenden Nacht ein Gleichgewichtszustand eintritt und bei völliger -Abwesenheit des Lichts alle Theile der Pflanze, die während des Tages -die Fähigkeit besaßen, den Sauerstoff aus chemischen Verbindungen -auszuscheiden oder seiner Einwirkung Widerstand zu leisten, diese -Fähigkeit völlig verlieren. - -Eine ganz ähnliche Erscheinung beobachten wir bei den Thieren. - -Nur in gewissen Temperaturen zeigt der belebte Thierkörper die ihm -zukommenden Lebensäußerungen. Einem bestimmten Kältegrade ausgesetzt, -hören sie völlig auf. - -Eine Entziehung von Wärme muß deshalb völlig gleichbedeutend angesehen -werden, einer Verminderung der Lebensthätigkeit; der Widerstand, den die -Lebenskraft belebten Körpertheilen gegen äußere Ursachen von Störungen -verleiht, muß in gewissen Temperaturen in dem nämlichen Verhältniß -abnehmen, wie die Fähigkeit ihrer Elementartheile zunimmt, sich mit dem -Sauerstoff der Luft zu verbinden. - -Durch die Verbindung des Sauerstoffs mit den Bestandtheilen der Gebilde, -die sich umgesetzt haben, wird bei den fleischfressenden Thieren die zur -Aeußerung der Lebensthätigkeit nöthige Temperatur erzeugt. Bei den -grasfressenden Thieren wird eine gewisse Menge Wärme durch die -Bestandtheile ihrer stickstofffreien Nahrungsmittel entwickelt, welche -die Fähigkeit haben, eine Verbindung mit dem Sauerstoff einzugehen. - -Es ist klar, daß die Temperatur eines Thierkörpers sich nicht ändern -kann, wenn die Menge des eingeathmeten Sauerstoffs mit dem Wärmeverlust -durch äußere Abkühlung in gradem Verhältniß zunimmt. - -Zwei Individuen von gleichem Gewichte, welche ungleichen Kältegraden -ausgesetzt sind, verlieren in einer gegebenen Zeit, nach Außen hin, eine -ungleiche Menge Wärme. Die Erfahrung lehrt, daß sie, wenn die ihnen -eigenthümliche Temperatur und ihr ursprüngliches Gewicht sich nicht -ändern soll, einer ungleichen Menge Speise bedürfen; in der niedrigern -Temperatur mehr Speise wie in der höhern. - -Das Gleichbleiben des Gewichts bei ungleicher Quantität genossener -Nahrung setzt, wie sich von selbst versteht, voraus, daß in derselben -Zeit eine der Temperatur proportionale Menge Sauerstoff aufgenommen -worden ist, in der niedern Temperatur mehr wie in der höhern. - -Wir finden, daß das Gewicht beider Individuen nach 24 Stunden gleich ist -dem ursprünglichen Gewichte; angenommen, daß die Nahrung zu Blut wird, -daß das Blut zur Ernährung gedient hat, so ist klar, daß mit der -Wiederkehr des ursprünglichen Gewichtes ein den Bestandtheilen der -Speise gleiches Gewicht von den Bestandtheilen des Körpers seinen -Zustand des Lebens verloren und mit dem Sauerstoff verbunden wieder -ausgetreten ist. - -Das eine Individuum, was bei dem höhern Kältegrade mehr Speise zu sich -nahm, hat auch mehr Sauerstoff aufgenommen, es ist eine größere Menge -seiner Körpertheile mit diesem Sauerstoff ausgetreten und in Folge der -Verbindung des Sauerstoffs mit den umgesetzten Bestandtheilen ist ein -größeres Maß von Wärme frei geworden, wodurch die entführte Wärme wieder -ersetzt und die seinem Organismus zukommende Temperatur erhalten wurde. - -Durch die Wärmeentziehung muß demnach, bei hinreichender Nahrung und -ungehindertem Sauerstoffzutritt, der Stoffwechsel beschleunigt werden -und mit der, in einer gegebenen Zeit beschleunigten Umsetzung der -belebten Körpertheile muß gleichzeitig ein größeres Maß von Lebenskraft -zu mechanischen Effecten verwendbar geworden sein. - -Mit der äußern Abkühlung verstärken sich die Athembewegungen, mit der -niedern Temperatur wird ein größeres Gewicht Sauerstoff dem Blute -zugeführt, der Verbrauch an Stoff nimmt zu und wenn der Ersatz mit -diesem Verbrauch nicht im Gleichgewicht (durch Zufuhr an Speise) -erhalten wird, so nimmt die Temperatur des Körpers allmählig ab. - -In einer gegebenen Zeit kann aber keine unbegrenzte Menge Sauerstoff in -den Körper aufgenommen, es kann nur eine gewisse Quantität des belebten -Stoffs seinen Zustand des Lebens verlieren, es kann nur ein begrenztes -Maß von Lebenskraft als mechanische Kraft zur Aeußerung gelangen. Nur in -dem Falle wird also die Temperatur des Thierkörpers sich nicht ändern, -wenn Abkühlung, Krafterzeugung und Sauerstoffaufnahme sich einander im -Gleichgewichte halten. Nimmt die Wärmeentziehung über einen bestimmten -Punkt hinaus zu, so nehmen die Lebenserscheinungen in dem nämlichen -Verhältnisse ab, denn die Temperatur nimmt ab, welche als eine sich -gleichbleibende Bedingung, zu ihrer Aeußerung angesehen werden muß. - -Die Erfahrung zeigt nun, daß bei der Abnahme der Temperatur des Körpers, -das Vermögen der Glieder, mechanische Effecte hervorzubringen (die zu -den willkürlichen Bewegungen nöthige Kraft) ebenfalls abnimmt, es tritt -der Zustand ein, den man Schlaf nennt, zuletzt hören alle -unwillkürlichen Bewegungen (des Herzens, der Eingeweide) auf, es tritt -ein Scheintod ein. - -Es ist klar, daß die Ursache der Krafterzeugung, der Stoffwechsel -nämlich, deshalb abnimmt, weil mit der Entziehung von Wärme, ähnlich wie -durch Abnahme des Lichtes bei der Pflanze, die Intensität der -Lebenskraft sich vermindert; es ist klar, daß das Kraftmoment eines -belebten Körpertheils abhängig ist von der ihm zukommenden Temperatur, -ganz ähnlich, wie der Effect eines fallenden Körpers in einer bestimmten -Beziehung steht zu gewissen andern Bedingungen, die man Masse nennt oder -Geschwindigkeit. - -Nimmt die Temperatur ab, so nimmt die Lebensthätigkeit ab; mit dem -Steigen der Temperatur muß das Kraftmoment belebter Körpertheile in -seiner ganzen Intensität wieder hergestellt werden. - -Krafterzeugung zu mechanischen Effecten und Temperatur müssen deshalb, -in einer ganz bestimmten Beziehung stehen, zu der Menge des in einer -gegebenen Zeit von dem Thierkörper aufnehmbaren Sauerstoffs. - -Die Menge von Sauerstoff, welche ein Wallfisch und ein Fuhrmannspferd -in einer gleichen Zeit einzuathmen vermögen, ist sehr ungleich. Die -Temperatur, sowie die Menge des Sauerstoffs, ist bei dem Pferde weit -größer. - -Die mechanische Kraft, welche ein harpunirter Wallfisch entwickelt, -dessen Körper von dem umgebenden Medium getragen wird, so wie die Kraft -eines Fuhrmannspferdes, was seinen eigenen Körper und eine schwere Last -8-10 Stunden lang fortzubewegen hat, muß mit dem von beiden verzehrten -Sauerstoff in einerlei Verhältniß stehen. Wenn man die Zeit beachtet, in -welcher die Kraft zur Aeußerung gelangt, so ist sie offenbar bei dem -Pferde weit größer. - -Beim Besteigen hoher Berge, wo durch das Einathmen einer sehr verdünnten -Luft, in gleichen Zeiten, weit weniger Sauerstoff dem Blute zugeführt -wird, wie in Thälern oder an dem Ufer des Meeres, nimmt der Stoffwechsel -in dem nämlichen Verhältniß und damit die zu mechanischen Effecten -verwendbare Kraft, ab; Neigung zum Schlaf, Mangel an Kraft für die -willkürlichen Bewegungen stellt sich meistens ein; nach zwanzig oder -dreißig Schritten zwingt die Ermüdung zu neuer Ansammlung von Kraft -durch Ruhe (Einsaugung von Sauerstoff, ohne Verbrauch an Kraft für -willkürliche Bewegungen). - -Durch die Aufnahme von Sauerstoff in die Substanz belebter Körpertheile -verlieren sie ihren Zustand des Lebens und treten als formlose -Verbindungen aus, allein nicht aller eingeathmete Sauerstoff wird zu -dieser Umsetzung verwendet; der größte Theil dient zur Vergasung, zur -Entfernung aller dem Organismus nicht mehr angehörenden Stoffe, und wie -erwähnt, wird in Folge der Verbindung ihrer Elemente mit diesem -Sauerstoff, die dem Organismus zukommende Temperatur erzeugt. - -Wärmeerzeugung und Stoffwechsel stehen in enger Beziehung zu einander, -allein obwohl im Thierkörper Wärme hervorgebracht werden kann ohne allen -Stoffwechsel, so kann der letztere dennoch nicht unabhängig von der -Mitwirkung des Sauerstoffs gedacht werden. - -Nach allen bis jetzt gemachten Beobachtungen enthält nach dem Genuß von -geistigen Getränken, weder die ausgeathmete Luft, noch der Schweiß, noch -der Urin, Spuren von Alkohol, und es kann keinem Zweifel unterliegen, -daß seine Bestandtheile sich im Thierkörper mit Sauerstoff verbinden, -daß sein Kohlenstoff und Wasserstoff als Kohlensäure und Wasser wieder -austreten. - -Der Sauerstoff, welcher diese Verwandlung bewirkt, muß nothwendig von -dem arteriellen Blute genommen worden sein, denn wir kennen keinen -andern Weg als die Blutcirculation, auf welchem Sauerstoff in das Innere -des Körpers gelangen kann. - -Vermöge seiner Flüchtigkeit und der Leichtigkeit, womit der Alkoholdampf -von den Membranen und thierischen Geweben durchgelassen wird, kann er -sich überall nach allen Orten im Körper hin verbreiten. - -Wäre die Fähigkeit der Bestandtheile des Alkohols, sich mit Sauerstoff -zu vereinigen, nicht größer, als die der Verbindungen, welche durch den -Stoffwechsel gebildet werden, oder als die der Substanz der belebten -Körpertheile ist, so würden sie (die Bestandtheile des Alkohols) sich -mit Sauerstoff nicht verbinden können. - -Es ist deßhalb einleuchtend, daß durch den Genuß von Alkohol, dem -Stoffwechsel in gewissen Körpertheilen, eine rasche Grenze gesetzt -werden muß. Der Sauerstoff des arteriellen Blutes, der sich ohne die -Gegenwart des Alkohols mit belebtem Stoff verbunden haben würde, tritt -jetzt an die Bestandtheile des Alkohols, ein Theil des arteriellen -Blutes wird zu venösem Blut, ohne daß die Muskelsubstanz an dieser -Umwandlung Antheil nimmt. - -Wir beobachten nun, daß die Wärmeentwickelung im Organismus nach dem -Genuß von Wein eher zu- als abnimmt, ohne daß damit ein entsprechendes -größeres Maß von mechanischer Kraft zur Aeußerung gelangt. - -Eine mäßige Quantität Wein bedingt bei Frauen und Kindern, welche an -Weingenuß nicht gewöhnt sind, ganz im Gegentheil eine Abnahme der zu den -willkürlichen Bewegungen nöthigen Kraft; Müdigkeit, Abgeschlagenheit der -Glieder, Neigung zum Schlaf geben offenbar zu erkennen, daß die zu -mechanischen Effecten verwendbare Kraft, dies will sagen, daß der -Stoffwechsel abgenommen hat. - -Gewiß kann an diesen Symptomen eine Verminderung der Leitungsfähigkeit -der willkürlichen Bewegungsnerven einen gewissen Antheil haben, allein -dies muß auf die Summe von verwendbarer Kraft ohne allen Einfluß sein. - -Was die Leiter der willkürlichen Bewegungen an Krafteffecten nicht -fortzupflanzen vermögen, wird von den Leitern der unwillkürlichen -Bewegungen aufgenommen und dem Herzen, den Eingeweiden zugeführt werden -müssen. Die Blutbewegung wird in diesem Fall, auf Kosten der zu -willkürlichen Bewegungen durch die Glieder verwendbaren Kraft -beschleunigt erscheinen, ohne daß aber, wie bemerkt, durch den -Oxydationsproceß des Alkohols ein größers Maaß von mechanischer Kraft -erzeugt worden ist. - -Wir beobachten zuletzt bei den Winterschläfern, daß während ihres -Winterschlafs die Fähigkeit der Zunahme an Masse (eine der -Hauptäußerungen der Lebenskraft), durch den Ausschluß aller Speise, -völlig unterdrückt ist; bei manchen tritt in Folge der niedern -Temperatur und der hierdurch herabgestimmten Lebensthätigkeit ein -Scheintod ein, bei anderen dauern die unwillkürlichen Bewegungen fort; -das Thier behält eine von der Umgebung unabhängige Temperatur. Die -Athembewegungen dauern fort, nach wie vor wird Sauerstoff als der -Bedinger der Wärme- und Krafterzeugung aufgenommen; wir finden vor dem -Winterschlaf alle Theile ihres Körpers, die in sich selbst keinen -Widerstand gegen die Einwirkung des Sauerstoffs zu produciren vermögen, -welche wie die Eingeweide und Membranen nicht zum Stoffwechsel bestimmt -sind, mit Fett bedeckt, mit einer Materie umgeben, welche diesen -Widerstand übernimmt. - -Wenn wir uns nun denken, daß der während des Winterschlafs aufgenommene -Sauerstoff nicht in die Zusammensetzung der belebten Körpertheile, -sondern mit den Bestandtheilen des Fettes in Verbindung tritt, so wird -der belebte Körpertheil, obwohl ein gewisses Bewegungsmoment zu der -Unterhaltung des Blutumlaufs verwendet worden ist, nicht austreten. - -Mit der höhern Temperatur wächst in gleichem Grade die Fähigkeit der -Zunahme an Masse, die Blutbewegung nimmt mit der Sauerstoffaufnahme zu. -Manche dieser Thiere magern während dem Winterschlafe, andere erst mit -dem Erwachen aus dem Winterschlafe ab. - -Bei den Winterschläfern wird die in den belebten Körpertheilen thätige -Kraft ausschließlich nur zur Unterhaltung der _unwillkürlichen_ -Bewegungen verbraucht, alle Kraftverwendung zu willkürlichen Bewegungen -ist völlig unterdrückt. - -Im Gegensatz zu diesen Erscheinungen wissen wir, daß bei Uebermaß von -Bewegung und Anstrengung, die in den belebten Körpertheilen thätige -Kraft ausschließlich und vollständig zur Hervorbringung _willkürlicher_ -mechanischer Effecte verzehrt werden kann, in der Art, daß für die -unwillkürlichen Bewegungen keine Kraft mehr zu verwenden übrig bleibt. -Ein Hirsch kann zu Tode gehetzt werden, aber dies kann nicht geschehen -ohne Umsetzung aller belebten Theile seines Muskularsystems, sein -Fleisch ist nicht genießbar; der Zustand der Umsetzung, in den es durch -einen enormen Kraft- und Sauerstoffverbrauch übergegangen ist, setzt -sich mit dem Aufhören aller Bewegungserscheinungen fort; in seinen -belebten Körpertheilen ist aller Widerstand der Lebenskraft gegen -äußere Ursachen und Störungen völlig aufgehoben. - -So eng mit einander verknüpft nun auch die Bedingungen der Wärme- und -Krafterzeugung zu mechanischen Effecten sich der Beobachtung darstellen -mögen, so kann die Wärmeentwicklung für sich allein in keiner Weise als -die Ursache der mechanischen Effecte angesehen werden. - -Alle Erfahrungen beweisen, daß es im Organismus nur eine Quelle von -mechanischer Kraft giebt und diese Quelle ist der Uebergang belebter -Körpertheile in leblose Verbindungen. - -Von dieser Wahrheit ausgehend, welche unabhängig ist von jeder Theorie, -läßt sich das animalische Leben als bedingt durch die Wechselwirkung -entgegengesetzter Kräfte betrachten, von denen die einen als _Ursachen -der Zunahme_ (des Ersatzes an Stoff), die andern als _Ursachen der -Abnahme_ (des Verbrauchs an Stoff) angesehen werden müssen. - -Die Zunahme an Masse wird in belebten Körpertheilen bewirkt durch die -_Lebenskraft_; ihre Aeußerung ist abhängig von der _Wärme_ (von einer -gewissen einem jeden Organismus eigenthümlichen Temperatur). - -Die Ursache des Verbrauchs ist die _chemische Action des Sauerstoffs_, -ihre Aeußerung ist abhängig von einer Entziehung von Wärme, so wie von -der Verwendung der Lebenskraft zu _mechanischen Effecten_. - -_Der Act des Verbrauchs heißt Stoffwechsel, er tritt ein in Folge der -Aufnahme von Sauerstoff in die Substanz belebter Körpertheile; diese -Aufnahme von Sauerstoff findet nur dann statt, wenn der Widerstand, -welchen die Lebenskraft belebter Körpertheile der chemischen Action des -Sauerstoffs entgegensetzt, kleiner ist als diese chemische Action -selbst, und dieser schwächere Widerstand wird bedingt durch Entziehung -von Wärme oder durch Verwendung der in den Körpertheilen thätigen Kraft -zu mechanischen Bewegungen_. - -In Folge der Verbindung des im arteriellen Blute zugeführten Sauerstoffs -mit allen Bestandtheilen des Thierkörpers, die seiner chemischen Action -keinen Widerstand entgegensetzen, wird die zur Aeußerung der -Lebensthätigkeit nöthige Temperatur erzeugt. - -Aus den Beziehungen des Sauerstoffverbrauches zu dem Stoffwechsel und -zur Wärmeentwickelung im Thierkörper ergeben sich die folgenden -allgemeinen Regeln. - -Für jedes Verhältniß Sauerstoff, was in dem Körper in Verbindung tritt, -muß eine entsprechende Menge Wärme erzeugt werden. - -Die Summe der zu mechanischen Effecten verwendbaren Kraft muß gleich -sein der Summe von Lebenskraft aller zum Stoffwechsel geeigneten -Gebilde. - -Wenn in gleichen Zeiten eine ungleiche Menge von Sauerstoff verzehrt -worden ist, so zeigt sich dies in einem ungleichen Maß von -freigewordener Wärme und mechanischer Kraft. - -Ein ungleiches Maß von verbrauchter mechanischer Kraft oder von Wärme -bedingt die Aufnahme einer entsprechenden Menge Sauerstoff. - -Zum Uebergang belebter Körpertheile in leblose Verbindungen, sowie zur -Verbindung des Sauerstoffs mit den Bestandtheilen des Thierkörpers, -welche Verwandtschaft zu ihm haben, gehört _Zeit_. - -In einer gegebenen Zeit kann nur ein begrenztes Maß von mechanischen -Effecten zur Aeußerung gelangen, es kann nur eine begrenzte Menge von -Wärme in Freiheit gesetzt werden. - -Was in den mechanischen Effecten an Geschwindigkeit verbraucht wird, -geht an Zeit ab, d. h. je rascher die hervorgebrachten Bewegungen sind, -desto schneller wird die Kraft erschöpft. - -Die Summe der im Thierkörper in einer gegebenen Zeit erzeugten -mechanischen Kraft ist gleich der Summe der in der nämlichen Zeit zur -Hervorbringung der willkürlichen und unwillkürlichen Bewegungen nöthigen -Kraft, d. h. alle Kraft, welche das Herz, die Eingeweide &c. zu ihren -Bewegungen bedürfen, geht für die willkürlichen Bewegungen verloren. - -Die Menge der zur Herstellung des Gleichgewichts zwischen Verbrauch und -Ersatz nöthigen, stickstoffhaltigen Speise steht im graden Verhältniß zu -der Menge der umgesetzten Gebilde. - -Die Menge des belebten Stoffs, welcher in dem Thierkörper seinen Zustand -des Lebens verliert, steht bei gleichen Temperaturen in geradem -Verhältniß zu den in der gegebenen Zeit hervorgebrachten mechanischen -Effecten. - -Die Quantität der in einer gegebenen Zeit umgesetzten Gebilde ist meßbar -durch den Stickstoffgehalt des Harns. - -Die Summe der bei gleichen Temperaturen in zwei Individuen -hervorgebrachten mechanischen Effecte ist proportional dem -Stickstoffgehalt ihres Harns, gleichgültig ob die mechanische Kraft zu -den willkürlichen oder unwillkürlichen Bewegungen verwendet, ob sie -durch die Glieder, oder das Herz und die Eingeweide verzehrt worden ist. - -Der Zustand des Thierkörpers, den man mit _Gesundheit_ bezeichnet, -umfaßt den Begriff eines Gleichgewichts zwischen allen Ursachen des -Verbrauchs und den Ursachen des Ersatzes, und das Thierleben giebt sich -hiernach zu erkennen als die Wechselwirkung beider Ursachen, es zeigt -sich als eine sich wiederholende Aufhebung und Wiederherstellung des -Gleichgewichtszustandes. - -Der Masse nach ist in den verschiedenen Lebensaltern der Ersatz und -Verbrauch an Stoff ungleich, allein im Zustand der Gesundheit muß die -verwendbare Lebenskraft stets als eine der Summe der belebten -Körpertheile entsprechende, unveränderliche Größe angesehen werden. - -Die Zunahme an Masse steht in jedem Lebensalter in einem ganz bestimmten -Verhältniß zu der als bewegende Kraft verbrauchten Lebenskraft. - -Die Lebenskraft, welche zu mechanischen Effecten verwendet wird, geht -von der Summe an Kraft ab, welche zur Zunahme verwendbar ist. - -Die thätige Kraft, welche in dem Thierkörper zur Ueberwindung von -Widerständen, sagen wir zu _Bildungseffecten_ (zur Zunahme an Masse), -verwendet wird, ist gleichzeitig _nicht_ zur Hervorbringung mechanischer -Effecte verwendbar. - -Hieraus folgt von selbst, daß wenn der Masse nach, wie in dem -Kindesalter, der Ersatz (die Zunahme an Masse) größer ist, als der -Verbrauch, daß die hervorgebrachten mechanischen Effecte in demselben -Verhältniß kleiner gewesen sein müssen. - -Mit der Steigerung der mechanischen Effecte vermindert sich in dem -nämlichen Verhältniß die Fähigkeit der Zunahme oder des Ersatzes an -belebten Körpertheilen. - -Ein vollkommnes Gleichgewicht in dem Verbrauch der Lebenskraft zu -Bildungseffecten und mechanischen Effecten findet demnach nur in dem -erwachsenen Zustande statt; es zeigt sich unverkennbar an dem -vollkommnen Ersatz von verbrauchtem Stoff. Im Greisenalter wird mehr -verbraucht, im Kindesalter wird mehr ersetzt als verbraucht. - -Die zu mechanischen Effecten von einem erwachsenen Manne verwendbare -Kraft wird in der Mechanik zu einem Fünftel seines eigenen Gewichts -angenommen, was er acht Stunden lang mit einer Geschwindigkeit von 5 Fuß -in zwei Secunden fortbewegen kann. - -Nehmen wir das Gewicht eines Mannes zu 150 Pfund an, so ist seine Kraft -gleich einem Gewicht von 30 Pfunden, die er 72000 Fuß weit trägt. Für -jede Secunde ist sein Kraftmoment 30 × 2,5 = 75 und für die ganze -Tageszeit sein Bewegungsmoment 30 × 72000 = 216000. - -Durch die Wiederherstellung seines Körpergewichts sammelt der Mann nun -eine Summe von Kraft wieder an, die ihm den zweiten Tag gestattet, ohne -Erschöpfung eine gleiche Anzahl von mechanischen Effecten -hervorzubringen. - -_Dieser Ersatz an Kraft geschieht in einem siebenstündigen Schlaf_. - -In den Fabriken von gewalztem Eisen kommt es häufig vor, daß für den -gewöhnlichen Gang der Maschine ihr Druck nicht stark genug ist, um eine -Eisenstange von einer gewissen Dicke durch die Cylinder der Walze -durchgehen zu machen. Man hilft sich in diesem Fall, indem man die ganze -Kraft des Dampfs auf das Schwungrad wirken läßt und alsdann erst, wenn -dieses eine große Geschwindigkeit erlangt hat, die Eisenstange unter die -Walze bringt, wo sie dann (während das Schwungrad seine Geschwindigkeit -verliert) mit großer Leichtigkeit zu einer Tafel zusammengepreßt wird. -Was das Schwungrad an Geschwindigkeit zunahm, gewann die Walze an Kraft; -durch dieses Verfahren ist offenbar in der Geschwindigkeit Kraft -angesammelt worden; allein in diesem Sinne häuft sich im lebendigen -Organismus keine Kraft an. - -Die Wiederherstellung der Kraft geschieht im Thierkörper durch die -Neubildung der ausgetretenen, zur Krafterzeugung bestimmten -Körpertheile, durch die Verwendung der thätigen Lebenskraft zu -_Bildungseffecten_ und mit der Wiederherstellung der ausgetretenen -Körpertheile, erhält der Organismus eine der verwendeten, gleiche Kraft -zurück. - -Es ist einleuchtend, daß die während des Schlafs in Bildungseffecten -sich äußernde Lebenskraft, gleich sein muß, der ganzen Summe der im -wachenden Zustande zu allen mechanischen Effecten zusammengenommenen -verwendeten bewegenden Kraft, plus einer gewissen Quantität von Kraft, -welche zur Unterhaltung der im Schlafe fortdauernden, unwillkürlichen -Bewegungen erforderlich war. - -Von Tag zu Tag erhält der arbeitende Mann bei hinlänglicher Nahrung -durch sieben Stunden Schlaf diese ganze Summe von Kraft zurück, und -abgesehen von der zu den unwillkürlichen Bewegungen nöthigen Kraft, die -in allen Individuen gleich ist, kann man annehmen, daß die zur Arbeit -verwendbare, mechanische Kraft in gradem Verhältniß steht zu der Anzahl -von Stunden Schlaf. - -Der Mann schläft 7 und wacht 17 Stunden; bei _Wiederherstellung des -Gleichgewichtes_ nach 24 Stunden sind demnach die in 17 Stunden -geäußerten mechanischen Effecte gleich den in 7 Schlafstunden -verwendeten Bildungseffecten. - -Wenn ein Greis nur 3¹/₂ Stunden schläft und alles übrige gleich wie bei -dem Manne gesetzt wird, so würde er jedenfalls nur die Hälfte der -mechanischen Effecte hervorzubringen vermögen, wie der Mann von gleichem -Gewicht, er würde nur 15 Pfund die nämliche Strecke weit tragen können. - -Der Säugling schläft 20 Stunden und wacht 4 Stunden; die in ihm thätige -Kraft, welche zu Bildungseffecten verwendet wird, verhält sich zu der, -welche zu mechanischen Effecten (zur Bewegung der Glieder) verwendet -wird, wie 20 : 4; aber seine Glieder besitzen kein Kraftmoment, denn er -kann seinen eigenen Körper noch nicht tragen. Nehmen wir an, der Greis -und Säugling verbrauche zu mechanischen Effecten eine dem Verhältniß, -der von dem Manne verwendbaren, entsprechende Menge Kraft, so stehen die -mechanischen Effecte im Verhältniß zu der Anzahl der Stunden des -Wachens, die Bildungseffecte im Verhältniß zu der Anzahl der Stunden -Schlaf, und wir haben: - - Kraftverbrauch Kraftverbrauch - zu zu - _mechanischen Effecten_ _Bildungseffecten_ - beim Mann 17 7 - beim Säugling 4 20 - beim Greis 20,5 3,5 - -Bei dem Manne findet zwischen Verbrauch und Ersatz ein vollkommnes -Gleichgewicht statt, beim Säugling und Greis weichen Ersatz und -Verbrauch von einander ab. Setzen wir den Kraftverbrauch in den siebzehn -Stunden des Wachens gleich dem Kraftverbrauch zur Wiederherstellung des -Gleichgewichts im Schlaf = 100 = 17 Wachestunden = 7 Schlafstunden, so -ergeben sich folgende Verhältnisse. - -Die mechanischen Effecte verhalten sich zu den Bildungseffecten - - beim Mann = 100 : 100 - beim Säugling = 25 : 250 - beim Greis = 125 : 50 - -oder die Zunahme zur Abnahme - - beim Erwachsenen = 100 : 100 - beim Säugling = 100 : 10 - beim Greis = 100 : 250 - -Es ist hiernach klar, daß wenn der Greis eine den Schlafstunden des -Mannes proportionale Arbeit verrichtet, so wird der Verbrauch größer -sein wie der Ersatz, d. h. sein Körper wird rasch abnehmen, im Fall er -15 Pfund, mit einer Geschwindigkeit von 2¹/₂ Fuß in der Sekunde 72000 -Fuß weit trägt, aber 6 Pfund Last wird er diese Strecke weit fortbewegen -können. - -Beim Kinde verhält sich die Zunahme zur Abnahme wie 10 : 1 und wenn wir -den Verbrauch an mechanischen Effecten bei ihm also um das zehnfache -steigern, so wird erst dann ein Gleichgewicht an Ersatz und Verbrauch -eintreten; das Kind wird in diesem Fall freilich nicht an Masse -zunehmen, allein es wird daran auch nicht abnehmen. - -Wenn bei dem Erwachsenen der Kraftverbrauch zu mechanischen Effecten in -24 Stunden, über die in 7 Schlafstunden ersetzbare Quantität gesteigert -wird, so muß, wenn das Gleichgewicht sich wiederherstellen soll, in den -folgenden 24 Stunden, in dem nämlichen Verhältniß, weniger Kraft zu -mechanischen Effecten verwendet werden, im entgegengesetzten Fall nimmt -die Masse des Körpers ab und es tritt mehr oder weniger schnell der -Zustand ein, welcher das Greisenalter characterisirt. - -Mit jeder Stunde Schlaf mehrt sich beim Greise die Summe der -verwendbaren Krafteffecte, oder nähert sich dem Gleichgewichtsverhältniß -an Ersatz und Verbrauch wie beim erwachsenen Menschen. - -Es ist ferner klar, daß wenn ein Theil der Kraft, welche zu mechanischen -Bewegungen ohne Störung des Gleichgewichtes verwendbar ist, zur Bewegung -der Glieder, Hebung von Lasten, Arbeit &c. nicht verzehrt wird, so wird -sie durch die unwillkürlichen Bewegungen verwendbar sein. Wenn die -Bewegung des Herzens und der Säfte, der Eingeweide (der Blutumlauf und -die Verdauung) sich in dem nämlichen Verhältniß beschleunigt findet, wie -zu mechanischen Effecten durch die Glieder weniger Kraft verbraucht -wird, so wird das Gewicht des Körpers in 24 Stunden weder zu- noch -abnehmen; der Körper nimmt an Masse also nur dann zu, wenn die in den -Schlafstunden gesammelte und zu mechanischen Effecten verwendbare Kraft -weder für die willkürlichen, noch unwillkürlichen Bewegungen verzehrt -wird. - -Die angeführten approximativen Zahlenwerthe für den Kraftverbrauch im -Organismus des Menschen beziehen sich, wie ausdrücklich hervorgehoben -worden, nur auf eine gegebene, unveränderliche Temperatur; in ungleicher -Temperatur und bei Mangel an Nahrung müssen sich alle diese -Verhältnisse ändern. - -Wenn wir einen Körpertheil mit Eis und Schnee umgeben, während die -übrigen in ihrer gewöhnlichen Beschaffenheit bleiben, so tritt mehr oder -weniger schnell in Folge der Entziehung von Wärme, ein rascherer -Stoffwechsel an der abgekühlten Stelle ein. - -Der Widerstand der belebten Körpertheile gegen die Einwirkung des -Sauerstoffs an der abgekühlten Stelle ist kleiner, als an allen übrigen -Orten, was im Resultate ganz gleich ist einer Erhöhung des Widerstandes -an diesen andern Orten. - -Das Kraftmoment der Lebenskraft an den nicht abgekühlten Stellen wird -nach wie vor zur mechanischen Bewegung verbraucht, allein die ganze -Wirkung des eingeathmeten Sauerstoffs wendet sich der abgekühlten Stelle -zu. - -Denken wir uns einen Cylinder von Eisen, in den wir Dampf unter einem -gewissen Drucke einströmen lassen, so wird, wenn die Kraft, mit welcher -die Theile des Eisens zusammenhängen, gleich ist der Kraft, welche sie -zu trennen strebt, ein Gleichgewichtszustand eintreten, d. h. die ganze -Wirkung des Dampfes wird durch den Widerstand aufgehoben. Wenn aber eine -der Wände des Cylinders beweglich ist, ein Stempel z. B., dem Druck des -Dampfes also einen geringeren Widerstand entgegensetzt, als die anderen -Wände, so wird der ganze Druck in der Bewegung dieser einen Wand, in der -Hebung des Stempels, verzehrt. Wenn wir nicht neuen Dampf (neue Kraft) -hinzuströmen lassen, so wird sich bald ein Gleichgewichtszustand -einstellen. Einen gewissen Druck hält die Wand aus ohne sich zu bewegen, -durch einen größeren Druck wird der Stempel gehoben; wenn dieser -Ueberschuß von Kraft verzehrt ist durch die Bewegung, so wird er nicht -weiter gehoben werden; wenn immer neuer Dampf hinzuströmt, so wird seine -Bewegung fortdauern. - -An der abgekühlten Stelle setzen die belebten Körpertheile der -chemischen Action des Sauerstoffs ein kleineres Hinderniß entgegen; -seine Fähigkeit, mit ihren Bestandtheilen eine Verbindung einzugehen, -ist an diesem Orte erhöht; einmal ausgetreten hört aller Widerstand -völlig auf, und in Folge der Verbindung des Sauerstoffs mit den -Bestandtheilen der umgesetzten Gebilde wird ein größeres Maß von Wärme -frei. - -Für eine gegebene Quantität Sauerstoff bleibt sich die erzeugte -Wärmemenge völlig gleich; an der abgekühlten Stelle nimmt der -Stoffwechsel und damit die Wärmeentwicklung zu, an den anderen nimmt der -Stoffwechsel (die Wärmeentwicklung) ab. Hat aber die abgekühlte Stelle, -durch die Verbindung des Sauerstoffs mit den ausgetretenen -Körpertheilen, ihre ursprüngliche Temperatur wiedererhalten, so nimmt -damit der Widerstand ihrer belebten Körpertheile gegen den -nachströmenden Sauerstoff wieder zu, an allen übrigen Orten ist aber nun -der Widerstand kleiner geworden, d. h. es tritt nun auch an diesen ein -rascherer Stoffwechsel, eine Erhöhung der Temperatur ein, und mit dieser -wird, wenn die Ursache des Stoffwechsels fortdauert, ein größeres Maß -von Lebenskraft zu mechanischen Effekten verwendbar. - -Denken wir uns nun, daß der ganzen Oberfläche des Körpers Wärme entzogen -wird, so wird die ganze Wirkung des Sauerstoffs der Haut zugelenkt -werden, in kurzer Zeit muß der Stoffwechsel im ganzen Körper zunehmen; -das Fett, so wie alle Bestandtheile des Thierkörpers, welche die -Fähigkeit haben, mit dem in größerer Quantität zugeführten Sauerstoff -sich zu verbinden, werden in der Form von Sauerstoffverbindungen aus dem -Körper treten. - - -Theorie der Krankheit. - -Ein jeder Stoff oder Materie, eine jede chemische oder mechanische -Thätigkeit, welche die Wiederherstellung des Gleichgewichtes in den -Aeußerungen der Ursachen des Verbrauches und Ersatzes in der Art ändert -oder stört, daß sich ihre Wirkung den Ursachen des Verbrauches -hinzufügt, heißt _Krankheits-Ursache_; es entsteht _Krankheit_, wenn die -Summe von Lebenskraft, welche alle Ursachen von Störungen aufzuheben -strebt (wenn also der Widerstand der Lebenskraft), kleiner ist, als die -einwirkende, störende Thätigkeit. - -_Tod_ heißt der Zustand, wo aller Widerstand der Lebenskraft völlig -aufhört; so lange dieser Zustand nicht eintritt, äußern die belebten -Körpertheile stets noch einen Widerstand. - -In der Beobachtung zeigt sich die Wirkung einer Krankheitsursache in dem -gestörten Verhältnisse zwischen dem, einem jeden Lebensalter -zukommenden, Verbrauch und Ersatz. In der Heilkunde heißt Krankheit -jeder abnorme Zustand des Ersatzes oder Verbrauchs, in allen -Körpertheilen oder in einem einzelnen Körpertheil. - -Es ist klar, daß eine und dieselbe Krankheitsursache auf den Organismus, -je nach dem Lebensalter, eine höchst ungleiche Wirkung äußern muß, daß -ein gewisses Maß von Störung, welche Krankheit in dem erwachsenen -Zustande bewirkt, ohne Einfluß auf die Lebensäußerungen im Kindes- oder -Greisenalter sein kann. Eine Krankheitsursache kann im Greisenalter, -wenn sie sich der Wirkung der Ursache des Verbrauchs hinzufügt, den Tod -bewirken (allen Widerstand der Lebenskraft vernichten), während sie im -reifen Lebensalter nur ein Mißverhältniß im Verbrauch und Ersatz -(Krankheit), und im Kindesalter nur ein Gleichgewichtsverhältniß -zwischen Verbrauch und Ersatz, das ist, den abstracten Zustand von -Gesundheit, hervorbringt. - -Eine Krankheitsursache, welche die Ursache des Ersatzes verstärkt, -entweder direct, oder insofern die Ursache des Verbrauchs in ihrer -Wirkung dadurch geschwächt wird, hebt den relativ normalen -Gesundheitszustand im Kindesalter und im reifen Alter auf, und setzt im -Greisenalter Verbrauch und Ersatz in’s Gleichgewicht. - -Ein Kind erträgt, leicht gekleidet, Abkühlung durch hohe Kältegrade -ohne Störung seiner Gesundheit, seine zu mechanischen Effekten -verwendbare Kraft, so wie seine Temperatur nehmen mit dem durch -Abkühlung sich einstellenden Stoffwechsel zu, während ein hoher -Wärmegrad, welcher den Stoffwechsel hindert, einen krankhaften Zustand -nach sich zieht. - -Wir sehen im Gegensatze hierzu in den Hospitälern und in den -wohlthätigen Anstalten (in Brüssel &c.), in welchen alte Leute ihre -letzten Lebenstage zubringen, daß, wenn die Temperatur des Schlafraums -(im Winter) zwei bis drei Grade unter die erwartete Temperatur fällt, -daß durch diese schwache Abkühlung der Tod von den ältesten und an sich -schwächsten Greisen und Greisinnen herbeigeführt wird; man findet sie in -ihren Betten ruhig liegend ohne die geringsten Symptome von Krankheit -oder anderen erkennbaren Ursachen des Todes. - -Mangel an Widerstand eines belebten Körpertheils gegen die Ursachen des -Verbrauchs ist, wie sich von selbst versteht, Mangel an Widerstand gegen -die Einwirkung des atmosphärischen Sauerstoffs. - -Wenn nun durch irgend eine Ursache der Störung in einem belebten -Körpertheil dieser Widerstand abnimmt, so nimmt in gleichem Grade der -Stoffwechsel zu. - -Da nun die Bewegungserscheinungen in dem Thierkörper abhängig sind von -dem Stoffwechsel, so folgt mit der Steigerung des Stoffwechsels in -irgend einem Körpertheil, von selbst, eine Beschleunigung aller -Bewegungen; je nach der Fortpflanzungsfähigkeit der Nerven vertheilt -sich die verwendbare Kraft auf die Leiter der unwillkürlichen -Bewegungen allein oder auf alle zusammengenommen. - -Wird demnach in Folge einer krankhaften Umsetzung der belebten -Körpertheile ein größeres Maß von Kraft erzeugt, als zur Hervorbringung -der normalen Bewegung erforderlich ist, so zeigt sich dies in einer -Beschleunigung aller oder einzelner, unwillkürlichen Bewegungen, so wie -in einer höheren Temperatur des kranken Körpertheils. - -_Dieser Zustand heißt Fieber_. - -Bei einem Uebermaß von Krafterzeugung durch Stoffwechsel überträgt sich -die Kraft (da sie nur durch Bewegung verzehrt werden kann), auf die -Apparate der willkürlichen Bewegung. - -_Dieser Zustand heißt Fieberparoxysmus_. - -In Folge der durch den Fieberzustand beschleunigten Blutbewegung wird in -einer gegebenen Zeit dem kranken Ort sowohl, wie allen anderen Orten, -ein größeres Maß arterielles Blut und damit Sauerstoff hinzugeführt, und -wenn die thätige Kraft an den gesunden Orten in ihrer Aeußerung sich -gleich bleibt, so muß die ganze Wirkung des mehr hinzugeführten -Sauerstoffs sich auf den kranken Ort allein erstrecken. - -Je nachdem ein einzelnes Organ oder ein System von Organen, krank ist, -erstreckt sich der Stoffwechsel auf einen einzelnen Ort, oder auf das -ganze ergriffene System. - -Entstehen an den kranken Orten in Folge des Stoffwechsels aus den -Bestandtheilen des Gebildes oder Blutes neue Producte, welche die -nächstliegenden Theile zu ihren eigenen vitalen Function nicht verwenden -können, sind ihre Umgebungen unfähig, sie anderen Orten, wo sie eine -Veränderung erfahren können, zuzuführen, so erleiden sie an dem Orte -selbst, wo sie sich gebildet haben, einen der Verwesung, Fäulniß oder -Gährung ähnlichen Umsetzungsproceß. - -In gewissen Fällen beseitigt die Heilkunde diese Krankheitszustände, -indem sie in der Nähe des kranken, oder an irgend einem andern passenden -Ort, einen künstlichen Krankheitszustand (Blasenpflaster, Senfpflaster, -Haarseil &c.) hervorbringt, indem sie an diesen Orten den Widerstand der -Lebensthätigkeit durch künstliche Störungen vermindert; es gelingt dem -Arzte, den ursprünglichen Krankheitszustand zu heben, wenn die -hervorgebrachte Störung (der verringerte Widerstand) die zu besiegende -Krankheitsstörung überwiegt. - -Der raschere Stoffwechsel und die höhere Temperatur an dem kranken Orte -zeigt, daß der Widerstand der Lebensthätigkeit an dem kranken Orte gegen -den Sauerstoff schwächer ist, wie im gesunden Zustande, aber erst mit -dem Tode hört er völlig auf. Durch die künstliche Verminderung des -Widerstandes an einem andern Körpertheil wird der Widerstand des -ursprünglich kranken Theils zwar direct nicht verstärkt, allein die -chemische Action (die Ursache des Stoffwechsels) nimmt an dem kranken -Körpertheil ab, indem sie einem andern Orte zugelenkt wird, wo es der -Kunst des Arztes gelungen ist, einen noch geringern Widerstand gegen -Stoffwechsel (gegen die Einwirkung des Sauerstoffs) hervorzubringen. Es -tritt eine vollkommne Hebung der ursprünglichen Krankheit ein, wenn -Widerstand und Einwirkung an dem kranken Körpertheil ins Gleichgewicht -gebracht sind. Es erfolgt Gesundheit, Wiederherstellung des kranken -Körpertheils in seinem ursprünglichen Zustande, wenn es gelingt, die -störende Action des Sauerstoffs durch irgend ein Mittel so weit zu -schwächen, daß sie kleiner wird, als der Widerstand der unausgesetzt -vorhandenen, wiewohl verminderten Lebensthätigkeit; denn dies ist die -Bedingung der Zunahme an Masse im lebendigen Organismus überhaupt. - -In Fällen anderer Art, wo die äußeren künstlichen Störungen ohne Wirkung -sind, schlägt der praktische Arzt, um den Widerstand der -Lebensthätigkeit zu erhöhen, andere indirecte Wege ein, auf welche die -vollendetste Theorie, weder scharfsichtiger noch richtiger, hätte führen -können; er vermindert nämlich durch Blutentziehung die Anzahl der Träger -des Sauerstoffs und damit die Bedingung des Stoffwechsels; er schließt -in der Speise alle Stoffe aus, welche die Fähigkeit besitzen, zu Blut zu -werden; er giebt ausschließlich oder vorzugsweise nur stickstofffreie -Nahrung, welche den Respirationsproceß unterhält, so wie Obst und Theile -von Vegetabilien, welche die zu den Secreten nöthigen Alkalien -enthalten. - -Gelingt es ihm, die Einwirkung des Sauerstoffs im Blute auf den kranken -Körpertheil so weit zu vermindern, daß die Lebensthätigkeit des -letztern, sein Widerstand, die chemische Action nur etwas überwiegt, und -geschieht dies, ohne den Functionen der anderen Organe eine Grenze zu -setzen, so ist die Wiederherstellung gewiß. - -Zu der in diesen Fällen mit Geschick und Beobachtungsgabe angewendeten -Heilmethode fügt sich, man kann sagen zur Hülfe des kranken -Körpertheils, die Lebenskraft der übrigen, nicht ergriffenen Theile -hinzu, denn durch Blutentziehung, durch Ausschluß der zur Blutbildung -nöthigen Speise, nimmt ja auch auf sie die äußere Ursache der Störung -ab, welche ihre eigne Lebenskraft im Gleichgewicht erhielt; ihre eigne -Thätigkeit erhält ein Uebergewicht; der Stoffwechsel nimmt zwar im -ganzen Körper ab, und damit die Bewegungserscheinungen, allein die Summe -aller Widerstände zusammengenommen nimmt zu in dem Grade, wie der auf -sie in dem Blute einwirkende Sauerstoff sich vermindert. In dem Gefühl -von _Hunger_ gelangt gewissermaßen dieser Widerstand zum Bewußtsein, und -die überwiegende Lebensthätigkeit zeigt sich bei vielen Verhungernden in -einer abnormalen Zunahme oder einer abnormalen Umsetzung gewisser Theile -von Organen. _Mitleidenschaft_ heißt eine Uebertragung des geringern -Widerstandes der Lebensthätigkeit von einem kranken Körpertheil nicht -gerade auf die zunächstliegenden, sondern auf andere Organe, wenn die -Functionen beider sich gegenseitig bedingen. Wenn die Verrichtungen des -kranken Organs mit denen eines andern in Verbindung stehen, wenn das -eine z. B. die Materien nicht mehr producirt, welche zur vitalen -Function des andern gehören, so überträgt sich auf diese, wiewohl nur -scheinbar, der Krankheitszustand. - -Ueber die Natur und das Wesen der Lebenskraft kann man sich wohl keiner -selbstgeschaffenen Täuschung hingeben, wenn man beachtet, daß sie sich -in allen ihren Aeußerungen ganz ähnlich wie andere Naturkräfte verhält, -daß sie ohne Bewußtsein, völlig willenlos, einem Blasenpflaster -untergeordnet ist. - -Die Nerven, welche die willkürlichen und unwillkürlichen Bewegungen im -Thierkörper vermitteln, sind, nach dem Vorhergehenden, nicht die -Erzeuger, sondern nur die Leiter der Lebenskraft; sie pflanzen die -Bewegung fort und verhalten sich gegen andere Ursachen von Bewegungen, -welche in ihren Aeußerungen der Lebenskraft ähnlich sind, gegen einen -elektrischen Strom z. B. auf eine völlig gleiche Weise, sie gestatten -ihm den Durchgang und bieten als Leiter der Elektricität alle -Erscheinungen dar, welche ihnen als Leitern der Lebenskraft -zukommen. Niemandem wird es wohl, nach dem gegenwärtigen Zustande -unserer Kenntnisse, in den Sinn kommen, als die Ursache der -Bewegungserscheinungen in dem Thierkörper die Elektricität anzusehen, -allein die medicinischen Wirkungen der Elektricität, so wie die eines -Magneten, der in Berührung mit dem Körper die Entstehung eines -elektrischen Stromes vermittelt, können nicht geleugnet werden. Denn zu -der vorhandenen Kraft der Bewegung und Störung addirt sich in dem -elektrischen Strome eine neue Ursache von Bewegung, Form- und -Beschaffenheitsänderung, deren Wirkungen nicht gleich Null gesetzt -werden dürfen. - -Auf eine höchst rationelle Weise wendet die praktische Medicin in -manchen Krankheiten die Kälte als Mittel an, um den Stoffwechsel auf -eine ungewöhnliche Weise zu steigern und zu beschleunigen. Dies -geschieht namentlich bei gewissen krankhaften Zuständen der Substanz des -Centrums der Bewegungsapparate, wenn eine glühende Hitze und ein rascher -Strom von Blut nach dem Kopfe, eine abnormale Umsetzung des Gehirns -erkennen lassen. Wenn dieser Zustand über eine gewisse Zeit hindurch -dauert, so giebt die Erfahrung zu erkennen, daß alle Bewegungen im -Thierkörper aufhören; wenn sich der Stoffwechsel auf das Gehirn -vorzugsweise beschränkt, so nimmt der Stoffwechsel, die Krafterzeugung, -in allen anderen Theilen ab; durch Umgebung dieses Körpertheils mit Eis -wird die Temperatur herabgestimmt, allein die Ursache der -Wärmeentwicklung dauert fort; der Widerstand der Lebensthätigkeit wird -vermindert, die Umsetzung, die Entscheidung über den Ausgang der -Krankheit, wird auf eine kürzere Zeitdauer beschränkt. Man darf nicht -vergessen, daß das Eis schmilzt und Wärme aus dem kranken Körpertheil -aufnimmt, daß mit der Entfernung des Eises, vor dem Verlauf der -Umsetzung, die höhere Temperatur wieder sich einstellt, daß man durch -Umgebung mit Eis weit mehr Wärme entzieht, als durch Umhüllung mit einem -schlechten Wärmeleiter; es ist offenbar in der gleichen Zeit eine -größere Menge Wärme frei geworden, was nur durch gesteigerte Zufuhr von -Sauerstoff, der eine raschere Umsetzung bedingen mußte, möglich ist. - -Ein nicht ganz unpassendes Bild für die Vorgänge im Thierkörper geben -die sich selbst regulirenden Dampfmaschinen ab, an denen zur -Hervorbringung einer gleichförmigen Bewegung der menschliche Geist den -bewundernswürdigsten Scharfsinn bethätigt hat. - -Jedermann weiß, daß in dem Rohre, was den Dampf zu dem Cylinder führt, -in welchem ein Stempel in die Höhe gehoben werden soll, ein -durchbrochener Hahn angebracht ist, durch dessen Oeffnung aller Dampf -seinen Weg nehmen muß; durch eine mit dem Schwungrad in Verbindung -stehende Vorrichtung öffnet sich dieser Hahn, wenn das Rad langsamer, es -schließt sich mehr oder weniger, wenn es geschwinder geht, als zur -gleichförmigen Bewegung erforderlich ist. Mit dem Oeffnen des Hahns -strömt mehr Dampf zu (mehr Kraft), die Bewegung der Maschine wird -beschleunigt; mit dem Schließen des Hahns wird der hinzuströmende Dampf -mehr oder weniger abgeschlossen, die Kraft, welche auf den Stempel -wirkt, nimmt ab, die Spannung des Dampfes im Kessel nimmt zu; sie wird -zu einer spätern Verwendung aufgespart. Die Spannung des Dampfes, die -Kraft, wenn man will, wird hervorgebracht durch Stoffwechsel, durch -Verbrennung von Kohlen unter dem Heerde der Maschine. Die Kraft steigt -(die Menge des entwickelten Dampfes und seine Spannung nehmen zu) mit -der Temperatur des Heerdes, welche abhängig ist von Zufuhr an Kohlen und -Luft. Es finden sich an diesen Maschinen andere Vorrichtungen, welche -beide zu reguliren bestimmt sind. Steigt die Spannung des Dampfes im -Kessel, so schließen sich die Luftzüge, die Verbrennung wird -verlangsamt, die Zufuhr an Kraft (an Dampf) vermindert; geht die -Maschine langsamer, so strömt ihr mehr Dampf zu, die Luftzüge öffnen -sich und die Ursache der Wärmeentwicklung (Krafterzeugung) nimmt zu, -eine letzte Vorrichtung wirft dem Heerde ohne Unterlaß _Kohlen_ zu. - -Wenn wir nun an irgend einer Stelle des Dampfkessels die Temperatur -erniedrigen, so nimmt seine Spannung ab; dies giebt sich sogleich an den -Regulatoren der Kraft zu erkennen, die nun ganz die Functionen -verrichten, wie wenn wir eine gewisse Quantität Dampf (Kraft) aus dem -Kessel hätten heraustreten lassen; der Dampfregulator, die Luftzüge -öffnen sich, die Maschine wirft sich selbst eine größere Menge Kohlen -zu. - -Ganz ähnlich wie in diesen Maschinen, verhält es sich im Thierkörper -hinsichtlich der Wärme und Krafterzeugung. Mit der Abnahme der äußern -Temperatur verstärken sich die Athembewegungen, es wird Sauerstoff -häufiger und in verdichteterem Zustande zugeführt, der Stoffwechsel -erhöht sich, es muß mehr Nahrungsstoff zugeführt werden, wenn die -Temperatur nicht wechseln soll. - -Es bedarf wohl keiner Erinnerung, daß ein gespannter Dampf in dem -Thierkörper, so wenig wie ein elektrischer, Strom, als die Ursache der -Krafterzeugung angesehen werden kann. - -Aus der in dem Obigen entwickelten Theorie der Krankheit ergiebt sich -von selbst, daß ein ausgebildeter Krankheitszustand in einem Körpertheil -durch die chemische Action eines Arzneimittels nicht zum Verschwinden -gebracht werden kann. - -Einem abnormalen Umsetzungsproceß kann durch Arzneimittel eine Grenze -gesetzt werden, er kann beschleunigt oder verlangsamt werden, allein -damit ist der Normal- (Gesundheits-) Zustand nicht zurückgekehrt. - -Die Kunst des Arztes besteht in der Kenntniß der Mittel, die ihm -gestatten, einen Einfluß auf den Verlauf der Krankheit auszuüben, und in -der Beseitigung und Entfernung aller störenden Ursachen, deren Wirkung -sich der Wirkung der Krankheitsursache hinzufügt. - -Eine jede Theorie bringt nur durch die richtige Anwendung ihrer -Principien einen wirklichen Nutzen. Eine und dieselbe Heilmethode kann -dem einen Individuum die Gesundheit wiedergeben, während sie, auf ein -anderes angewandt, den sichern Tod nach sich zieht. So hat in gewissen, -entzündlichen Krankheiten, bei muskelreichen Personen, die -antiphlogistische Behandlung ihren entschiedenen Werth, während -Blutentziehung bei anderen von nachtheiligen Folgen begleitet ist. Das -belebende Blut bleibt immer die wichtigste Bedingung zur -Wiederherstellung eines aufgehobenen Gleichgewichts-Zustandes, welche -stets an den Gewinn von Zeit geknüpft ist; es muß als die letzte und -wichtigste Ursache eines dauernden, vitalen Widerstandes der kranken -sowohl, wie der nicht ergriffenen Körpertheile angesehen und im Auge -behalten werden. - -Es ist ferner klar, daß in allen Krankheiten, wo das Fieber die Bildung -von Ansteckungsstoffen und Exenthemen begleitet, zwei Krankheitszustände -sich neben einander vollenden, und daß das Blut (Fieber) als der Träger -des Stoffs (Sauerstoffs), ohne dessen Mitwirkung die krankhaften -Erzeugnisse nicht unschädlich gemacht, zerstört und aus dem Körper -entfernt werden können, reaktionell als Heilmittel auftritt, durch -dessen Mitwirkung zuletzt eine Ausgleichung bewirkt wird. - - -Theorie der Respiration. - -Bei dem Durchgang des venösen Blutes durch die Lunge ändern die -Blutkörperchen ihre Farbe, mit diesem Farbewechsel beobachten wir, daß -Sauerstoff aus der Luft aufgenommen, daß für jedes Volumen Sauerstoff in -den meisten Fällen, ein ihm gleiches Volumen Kohlensäure abgeschieden -wird. - -Die Blutkörperchen enthalten _eine Eisenverbindung_, kein anderer -Bestandtheil der lebendigen Körpertheile enthält Eisen. - -Welche Art von Veränderung auch die übrigen Bestandtheile des Blutes in -der Lunge erleiden mögen, gewiß ist, daß die Blutkörperchen des venösen -Blutes einen Farbewechsel erfahren, welcher abhängig ist von der -Einwirkung des Sauerstoffs. - -Wir sehen nun, daß die Blutkörperchen des arteriellen Blutes in den -weiten Kanälen ihre Farbe bewahren, daß sie sie erst bei dem Durchgange -durch die Capillargefäße verlieren. Alle Bestandtheile des venösen -Blutes, welche die Fähigkeit hatten sich mit Sauerstoff zu verbinden, -nehmen in der Lunge einen entsprechenden Theil davon auf; Versuche mit -Serum zeigen, daß es mit reinem Sauerstoff in Berührung dessen Volumen -nicht merklich ändert. Venöses Blut mit Sauerstoff in Berührung röthet -sich unter Absorption des Sauerstoffs; es wird hierbei eine -entsprechende Menge Kohlensäure gebildet. - -Es ist klar, der Farbewechsel der Blutkörperchen hängt von der -Verbindung von irgend einem ihrer Bestandtheile mit dem Sauerstoff ab, -und mit dieser Sauerstoffaufnahme tritt eine gewisse Quantität -Kohlensäure aus. - -Von dem Serum scheidet sich diese Kohlensäure nicht ab, denn es besitzt -nicht die Fähigkeit, bei Berührung mit Sauerstoff Kohlensäure abzugeben; -das Blut von den Blutkörperchen getrennt (das Serum) absorbirt sein -halbes bis gleiches Volumen Kohlensäure (siehe den Artikel _Blut_ in dem -Handwörterbuche der Chemie von _Poggendorff_, _Wöhler_ und _Liebig_, -Seite 877), es ist bei gewöhnlicher Temperatur nicht mit Kohlensäure -gesättigt. - -Das arterielle Blut geht, von dem Thiere genommen, unausgesetzt einer -Veränderung entgegen, seine hochrothe Farbe wird schwarzroth; das -hochrothe Blut, was seine Farbe den Blutkörperchen verdankt, wird -schwarzroth durch Kohlensäure; diese Farbeänderung trifft die -Blutkörperchen; es absorbirt eine Menge Gase, welche sich in der -Blutflüssigkeit (ohne Blutkörperchen) nicht lösen; _es ist klar, die -Blutkörperchen haben das Vermögen, sich mit Gasen zu verbinden_. - -Die Blutkörperchen ändern ihre Farbe in verschiedenen Gasen; dieser -Wechsel kann von zwei Ursachen, einer Verbindung oder einer Zersetzung -herrühren. - -Durch Schwefelwasserstoff werden sie schwarzgrün und zuletzt schwarz, -die ursprüngliche rothe Farbe kann durch Contact mit Sauerstoffgas nicht -wieder hervorgebracht werden; es ist offenbar hier eine Zersetzung vor -sich gegangen. - -Die durch Kohlensäure schwarzroth gewordenen Blutkörperchen werden beim -Contact mit Sauerstoff unter Abscheidung von Kohlensäure wieder -hochroth, ähnlich verhalten sie sich gegen Stickoxydulgas; es ist klar, -daß sie keine Zersetzung erfahren hatten; sie besitzen also die -Fähigkeit, eine Verbindung mit Gasen einzugehen, _ihre Verbindung mit -Kohlensäure wird durch Sauerstoff wieder aufgehoben_; sich selbst -überlassen, wird außerhalb des Thierkörpers die Sauerstoffverbindung -wieder schwarzroth, ohne durch Sauerstoff wieder hochroth zu werden. - -Die Blutkörperchen enthalten eine Eisenverbindung. - -Aus dem nie fehlenden Eisengehalt des rothen Blutes muß geschlossen -werden, daß er unbedingt für das animalische Leben nothwendig sei, und -seitdem die Physiologie bewiesen hat, daß die Blutkörperchen an dem -Ernährungsprocesse keinen Antheil nehmen, kann es keinem Zweifel -unterliegen, daß sie in dem Respirationsproceß eine Rolle übernehmen. - -Die Eisenverbindung in den Blutkörperchen verhält sich wie eine -Sauerstoffverbindung, denn durch Schwefelwasserstoff wird sie ganz auf -dieselbe Weise zerlegt, wie die Eisenoxyde oder die ihnen ähnlichen -Eisenverbindungen. Durch verdünnte Mineralsäuren läßt sich aus frischem -oder getrocknetem Blutroth Eisenoxyd, bei gewöhnlicher Temperatur -ausziehen. - -Das Verhalten der Eisenverbindungen giebt vielleicht Aufschluß über die -Rolle, welche das Eisen in dem Respirationsprocesse spielt; kein -einziges Metall kann in Beziehung auf merkwürdige Eigenschaften mit den -Eisenverbindungen verglichen werden. - -Die Eisenoxydulverbindungen besitzen das Vermögen anderen -Sauerstoffverbindungen Sauerstoff zu entziehen; die -Eisenoxydverbindungen geben Sauerstoff unter anderen Bedingungen mit der -allergrößten Leichtigkeit wieder ab. - -Eisenoxydhydrat in Berührung mit schwefelfreien organischen Materien -verwandelt sich in kohlensaures Eisenoxydul. - -Kohlensaures Eisenoxydul in Berührung mit Wasser und Sauerstoff wird -zersetzt, alle Kohlensäure, die es enthält, entweicht; durch -Aufnahme von Sauerstoff verwandelt es sich in Eisenoxydhydrat, was -durch reducirende Materien wieder zurückführbar ist in eine -Eisenoxydulverbindung. - -Aber nicht bloß die Sauerstoffverbindungen des Eisens, sondern auch die -Cyanverbindungen zeigen ein ähnliches Verhalten. In dem Berlinerblau -haben wir Eisen in Verbindung mit allen organischen Bestandtheilen des -Thierkörpers: Wasserstoff und Sauerstoff (Wasser), Kohlenstoff und -Stickstoff (Cyan). - -Dem Lichte ausgesetzt, entweicht Cyan, es wird weiß, im Dunkeln zieht es -Sauerstoff an und wird wieder blau. - -Alle diese Beobachtungen zusammengenommen führen zu der Meinung, daß die -Blutkörperchen des arteriellen Blutes eine mit Sauerstoff gesättigte -Eisenverbindung enthalten, welche im lebendigen Blute beim Durchgang -durch die Capillargefäße ihren Sauerstoff verliert; dasselbe geschieht, -wenn das Blut vom Körper genommen sich zu zersetzen anfängt (zu faulen -beginnt); die an Sauerstoff reiche Verbindung geht also durch -Sauerstoffabgabe (Reduction) in eine sauerstoffarme Verbindung über. -Eins der Oxydationsproducte, welches hierbei gebildet wird, ist -Kohlensäure. Die Eisenverbindung des venösen Bluts besitzt die -Fähigkeit, sich mit Kohlensäure zu verbinden; es ist klar, daß die -Blutkörperchen des arteriellen Blutes, wenn sie nach Abgabe von einem -Theile ihres Sauerstoffs Kohlensäure vorfinden, sich mit dieser -Kohlensäure verbinden werden. - -In der Lunge angelangt werden sie den verlornen Sauerstoff wieder -aufnehmen, für jedes Volumen Sauerstoff wird eine entsprechende Menge -Kohlensäure wieder austreten, sie werden in ihren ursprünglichen Zustand -wieder zurückkehren, d. h. das Vermögen wieder erhalten, Sauerstoff -abzugeben. - -Für jedes Volum Sauerstoff, was die Blutkörperchen abzugeben vermögen, -wird (da die Kohlensäure ihr gleiches Volum Sauerstoff ohne Condensation -enthält) nicht mehr und nicht weniger als ein Volumen kohlensaures Gas -gebildet werden können; für jedes Volumen Sauerstoff, was sie -aufzunehmen fähig sind, kann nicht mehr Kohlensäure abgeschieden werden, -als überhaupt aus diesem Volum Sauerstoff erzeugbar ist. - -Wenn ein kohlensaures Eisenoxydul durch Aufnahme von Sauerstoff in -Eisenoxyd übergeht, so werden für jedes Volum Sauerstoff, was zum -Uebergang in Eisenoxyd gehört, vier Volumina Kohlensäure abgeschieden. - -Für ein Volumen Sauerstoff kann sich aber nur ein Volumen Kohlensäure -bilden, es kann also auch nicht mehr abgeschieden werden; die ihres -Sauerstoffs beraubte Verbindung muß aber die Fähigkeit haben, noch -Kohlensäure aufzunehmen, und wir sehen in der That, daß das Blut in -keinem Zustande des Lebens mit Kohlensäure gesättigt ist, daß es zu der -Kohlensäure, die es schon enthält, noch eine Menge Kohlensäure -aufzunehmen vermag, ohne daß damit die Function der Blutkörperchen -gestört erscheint. (Nach dem Trinken von moussirenden Weinen, Bier, -Mineralwasser muß nothwendig mehr Kohlensäure ausgeathmet werden.) In -allen Fällen, wo der Sauerstoff der Blutkörperchen nicht zur Bildung von -Kohlensäure gedient hat, wird stets nur eine der erzeugten Kohlensäure -entsprechende Menge ausgeathmet werden können; bei Genuß von Fett und -Wein jedenfalls weniger, wie nach dem Genuß von Champagner. - -Nach der so eben entwickelten Vorstellung geben die Blutkörperchen des -arteriellen Blutes, bei ihrem Durchgang durch die Capillargefäße, -Sauerstoff an gewisse Bestandtheile des Thierkörpers ab. Ein kleiner -Theil dieses Sauerstoffs dient zur Hervorbringung des Stoffwechsels und -bedingt das Austreten belebter Körpertheile, so wie die Bildung und -Erzeugung der Secrete, der größte Theil dieses Sauerstoffs wird zur -Verwandlung der, den belebten Körpertheilen nicht mehr angehörenden -Substanzen, in Sauerstoffverbindungen verwendet. - -Auf ihrem Wege nach dem Herzen hin, verbinden sich die Blutkörperchen, -welche ihren Sauerstoff abgegeben haben, mit Kohlensäuregas zu venösem -Blut, in der Lunge angelangt, findet ein Austausch statt. - -Die organische Eisenverbindung des venösen Blutes nimmt in der Lunge und -der Luft den verlornen Sauerstoff wieder auf, und in Folge dieser -Sauerstoffaufnahme scheidet sich alle damit verbundene Kohlensäure -wieder ab. - -Alle in dem venösen Blute vorhandenen Materien, welche Verwandtschaft -zum Sauerstoff besitzen, verwandeln sich in der Lunge, ähnlich wie die -Blutkörperchen, in höhere Sauerstoffverbindungen, es entsteht eine -gewisse Quantität Kohlensäure, von der stets ein Theil in der -Blutflüssigkeit gelös’t bleibt. - -Die Quantität der gelös’ten (oder der an Natron gebundenen) Kohlensäure -muß in beiden Blutarten, da sie einerlei Temperatur besitzen, gleich -sein, allein das arterielle Blut muß, sich selbst überlassen, nach -kurzer Zeit eine größere Menge Kohlensäure enthalten, wie das venöse, -weil der aufgenommene Sauerstoff zur Bildung von Kohlensäure verwendet -wird. - -In dem Organismus des Thieres finden mithin zwei Oxydationsprocesse -statt, der eine in der Lunge, der andere in den Capillargefäßen. Durch -den erstern wird, trotz der starken Abkühlung und gesteigerten -Verdunstung, die constante Temperatur der Lunge, durch den andern die -constante Temperatur in den übrigen Körpertheilen hervorgebracht. - -Ein Mensch, welcher täglich 27,8 Loth Kohlenstoff in der Form von -Kohlensäure ausathmet, verzehrt in 24 Stunden 74 Loth Sauerstoff (64 -Loth = 1 Kilogramm), welche den Raum von 807 Litres = 51648 hessische -Kubikzoll (64 = 1 Litre) einnehmen. - -Rechnet man auf die Minute 18 Athemzüge, so haben wir in 24 Stunden -25920 Athemzüge und bei jedem Athemzug werden demnach ⁵¹⁶⁸⁴/₂₅₉₂₀ = 1,99 -Kubikzoll Sauerstoff in das Blut aufgenommen. - -In einer Minute treten 18 × 1,99 = 35,8 Kubikzoll Sauerstoff zu den -Bestandtheilen des Blutes, welche bei gewöhnlicher Temperatur etwas -weniger wie 12 Gran (802,8 Milligramm) wiegen. - -Nehmen wir nun an, daß in einer Minute 10 Pfund Blut (5 Kilogramm) -(Müller, Physiologie Bd ~I.~ S. 345) durch die Lunge gehen und diese den -Raum von 320 Kubikzoll einnehmen, so verbindet sich 1 Kubikzoll -Sauerstoff sehr nahe mit 9 Kubikzoll Blut. - -Nach den Untersuchungen von _Denis_, _Richardson_, _Nasse_ -(Handwörterbuch der Physiologie Bd. I. S. 138) enthalten 10000 Blut 8 -Theile Eisenoxyd. 76800 Gran (10 Pfd.) Blut enthalten demnach 61,54 Gran -Eisen_oxyd_ im arteriellen oder 55,14 Eisen_oxydul_ im venösen Blut. - -Nehmen wir nun an, das Eisen in den Blutkörperchen des venösen Blutes -sei als Eisenoxydul, das im arteriellen Blut als Eisenoxyd enthalten, so -nehmen 55,14 Gran Eisenoxydul bei ihrem Durchgang durch die Lunge in -einer Minute 6,40 Gran Sauerstoff auf; da nun in dieser Zeit im Ganzen -von 10 Pfund Blut 12 Gran Sauerstoff aufgenommen werden, so treten von -diesen 12 Gran, 5,6 Gran an die anderen Bestandtheile des Blutes. - -55,14 Gran Eisenoxydul verbinden sich nun mit 34,8 Gran Kohlensäure, -welche den Raum von 73 Kubikzoll einnehmen. Es ist deshalb klar, daß die -in dem Blute vorhandene Menge Eisen, als Eisenoxydul gedacht, hinreicht, -um den Träger der doppelten Menge Kohlensäure abzugeben, welche -überhaupt auf Kosten alles in der Lunge aufgenommenen Sauerstoffs -erzeugbar ist. - -Die eben entwickelte Hypothese stützt sich auf die bekannten -Beobachtungen und zwar erklärt sie den Respirationsproceß, soweit er von -den Blutkörperchen abhängig ist, vollkommen, sie schließt die Meinung -nicht aus, daß auch auf anderen Wegen Kohlensäure in die Lunge gelangen, -daß gewisse andere Bestandtheile des Bluts zur Bildung von Kohlensäure -in der Lunge Veranlassung geben können; allein alles dies steht in -keiner Beziehung zu dem vitalen Proceß, durch welchen in allen Theilchen -des Körpers die zu seinem Bestehen nöthige Wärme erzeugt wird. Dies -allein kann aber vorläufig nur als ein würdiger Gegenstand der -Untersuchung betrachtet werden; warum dunkelrothes Blut durch Salpeter, -Kochsalz &c. hellroth wird, ist eine nicht uninteressante Frage, die -aber mit dem Athmungsproceß in keinem Zusammenhange steht. - -Die furchtbare Wirkung des Schwefelwasserstoffs; der Blausäure, welche -beim Einathmen in wenigen Secunden allen Bewegungserscheinungen im -Thierkörper eine Grenze setzen, erklären sich aus den bekannten -Veränderungen, welche alle Eisenverbindungen bei Gegenwart von Alkalien, -die im Blute nicht fehlen, durch diese Stoffe erleiden, auf eine -ungezwungene Weise. - -Denken wir uns, daß die Blutkörperchen ihre Fähigkeit verlieren, -Sauerstoff aufzunehmen, diesen Sauerstoff wieder abzugeben und die -gebildete Kohlensäure fortzuführen, so wird ein solcher hypothetischer -Krankheitszustand augenblicklich an der Temperatur und den -Bewegungserscheinungen im Thierkörper erkennbar sein. Es wird nämlich -kein Stoffwechsel stattfinden, ohne daß damit die Bewegungen selbst eine -unmittelbare Grenze finden. - -Die Leiter der Kraft werden den Eingeweiden, dem Herzen, nach wie vor, -die zu ihren Functionen nöthige Kraft zuführen, sie werden sie von dem -Muskularsystem erhalten, ohne aber daß aus diesen ein Bestandtheil -austritt; Galle- und Harnsecretion können nicht stattfinden; die -Temperatur des Körpers muß abnehmen. - -Dem Ernährungsproceß wird durch diesen Zustand eine Grenze gesetzt und -in kürzerer oder längerer Zeit muß der Tod eintreten, ohne, was hier das -Wichtigste ist, von Fiebererscheinungen begleitet zu sein. - -Dieses Beispiel soll dazu dienen, um Veranlassung zu einer Untersuchung -des Bluts in Krankheitszuständen ähnlicher Art, zu geben, denn es kann -nicht dem geringsten Zweifel unterliegen, daß die Rolle, welche den -Blutkörperchen zugeschrieben worden ist, als vollkommen ausgemittelt und -aufgeklärt betrachtet werden kann, wenn sich in solchen Zuständen eine -Abweichung in der Form, Beschaffenheit und dem Verhalten der -Blutkörperchen ergiebt, die durch geeignete Reagentien erkennbar sein -muß. - -Wenn die Kraft, welche die Lebenserscheinungen bedingt, als eine -Eigenschaft gewisser Materien angesehen wird, so führt diese Vorstellung -von selbst auf eine neue und schärfere Betrachtungsweise gewisser -räthselhafter Erscheinungen, welche die nämlichen Substanzen in -Zuständen darbieten, wo sie keine Bestandtheile belebter Organismen mehr -ausmachen. - - - - - Analytische Belege - zu - dem chemischen Proceß - der - _=Respiration und Ernährung=_ - so wie - zu dem chemischen Proceß - der - _=Umsetzung der Gebilde=_. - - - Die Noten correspondiren mit den in den Abschnitten im Texte - aufgeführten Nummern. - - Alle mit * bezeichneten Zahlenresultate der Analysen sind in dem - chemischen Laboratorium in Gießen ausgeführt. - - -Anhang. - - -Seite 1. Einleitung zu den Analysen. - - -Erklärung der Formeln. - -Die frühere Darstellung der Verschiedenheit in der Zusammensetzung der -Stoffe, die Angabe des Gehaltes in ihren Bestandtheilen nach Procenten, -ist von den Chemikern längst verlassen, weil sie keine Einsicht in die -Beziehungen gestattet, welche zwischen zwei und mehr Verbindungen -stattfinden. Um hiervon einige Beispiele zu geben, soll die -Zusammensetzung der Essigsäure und des Aldehyds, des Bittermandelöls und -der Benzoesäure hier erwähnt werden. - - Essigsäure Aldehyd* Benzoesäure* Bittermandelöl* - Kohlenstoff 40,00 55,024 69,25 79,56 - Wasserstoff 6,67 8,983 4,86 5,56 - Sauerstoff 53,33 35,993 25,89 14,88 - -Aldehyd verwandelt sich nun in Essigsäure, Bittermandelöl in Benzoesäure -durch Aufnahme von Sauerstoff, ohne daß sich an ihren Elementen sonst -irgend etwas ändert. In den bloßen Zahlenverhältnissen läßt sich diese -Beziehung nicht erkennen, drücken wir aber die Zusammensetzung beider in -einer Formel aus, so fällt der Zusammenhang zwischen diesen Materien -auch demjenigen in die Augen, welcher von der Chemie nichts weiß, als -daß der Buchstabe ~C~ ein Aequivalent Kohlenstoff, ~H~ 1 Aeq. -Wasserstoff, ~N~ 1 Aeq. Stickstoff und ~O~ 1 Aeq. Sauerstoff bedeutet. - - Formel Formel - /--------------------\ /----------------------------\ - der des der des - Essigsäure Aldehyds Benzoesäure Bittermandelöls - ~C₄H₈O₄~ ~C₄H₈O₂~ ~C₁₄H₁₂O₄~ ~C₁₄H₁₂O₂~ - -Diese Formeln sind genaue Ausdrücke der Analysen, die, man kann es sich -so denken, sich auf eine unveränderliche Kohlenstoffquantität beziehen; -sie zeigen, daß Essigsäure und Aldehyd, Benzoesäure und Bittermandelöl -nur in dem Sauerstoffgehalt von einander abweichen, daß sie von den -übrigen Elementen einerlei Verhältnisse enthalten. Das Verständniß der -folgenden Formeln ist nicht minder einfach. - - Cyamelid 1 At. Cyanursäure 3 At. Cyansäurehydrat - ~C₆N₆H₆O₆~ ~Cy₆~(= ~C₆N₆~)~O₃~ + 3~H₂O~ = 3(~Cy₂O~ + ~H₂O~) = - = ~Summa~ ~C₆N₆H₆O₆~ = ~Summa~ ~C₆N₆H₆O₆~ - -Die erste Formel ist eine sogenannte empirische Formel, in der man wohl -das relative Verhältniß der Elemente genau kennt, aber nicht die -Ordnung, in welcher sie zusammengetreten sind. Die zweite Formel drückt -aus, daß 6 At. Cyan oder 6 At. Stickstoff und 6 At. Kohlenstoff zu -_einem_ zusammengesetzten Atom sich vereinigt haben, das mit 3 At. -Sauerstoff und 3 At. Wasser Cyanursäurehydrat gebildet hat; die letzte -drückt aus die Art und Weise der Ordnung der Atome in dem -Cyansäurehydrat, dreimal genommen; dieselbe Anzahl von Elementen, wie -in der Cyanursäure ist zu 3 Atomen Cyansäurehydrat zusammengetreten. Wie -man verfährt, um die procentische Zusammensetzung eines Körpers in einer -Formel auszudrücken, gehört nicht hierher; es soll nur erwähnt werden, -wie man verfahren muß, um aus einer jeden Formel rückwärts die -procentische Zusammensetzung zu finden. Für diesen Zweck muß man -beachten, daß der Buchstabe ~C~ in einer chemischen Formel ein Gewicht -von 76,437 Kohlenstoff (nach den neuesten Bestimmungen 75,8 oder 75, -eine Abweichung, welche auf die angeführten Formeln, da sie alle nach -der Zahl 76,437 berechnet sind, ohne den geringsten Einfluß ist) -bedeutet, der Buchstabe ~H~ ein Gewicht von 6,239 Wasserstoff, der -Buchstabe ~N~ = 88,52 Stickstoff, und zuletzt der Buchstabe ~O~, ein -Gewicht von 100 Sauerstoff. - -Die Formel des Proteins ~C₄₈N₁₂H₇₂O₁₄~ drückt also aus: - - 48 mal 76,437 = 3668,88 Kohlenstoff - 12 „ 88,52 = 1062,24 Stickstoff - 72 „ 6,239 = 449,26 Wasserstoff - 14 „ 100,00 = 1400,00 Sauerstoff - ------- - ~in Summa~ das Gewicht von 6580,38 Protein. - - in 100 - Theilen - In 6580,38 Theilen Protein sind enthalten 3668,88 Kohlenstoff 55,742 - In 6580,38 „ „ „ „ 1062,24 Stickstoff 16,143 - In 6580,38 „ „ „ „ 449,26 Wasserstoff 6,827 - In 6580,38 „ „ „ „ 1400,00 Sauerstoff 21,288 - ------- - 100,000 - - -Note 1. Seite 13. - -_Sauerstoffverbrauch des erwachsenen Mannes_. - - Ein erwachsener Mann - /-----------------------------\ - verbraucht erzeugt im kohlens. - in 24 Stunden in 24 Stunden Gas - an Sauerstoff- an kohlensaurem enthaltener - nach gas Gas Kohlenstoff - /------------\ /-------------\ - W. Zoll Gran W. Zoll Gran Gran - Lavoisier u. Seguin 46037 15661 14930 8584 2820 franz. - Menzies 51480 17625 engl. - Davy 45504 15751 31680 17811 4853 engl. - Allen u. Pepys 39600 13464 39600 18612 5148 engl. - -(Aus L. _Gmelins_ Handbuch der theor. Chemie.) - - -Note 2. Seite 14. - -_Zusammensetzung des Bluts_: (Siehe Note 29.) - - in 100 Theilen in 4,8 Pfd. = 36864 Gran - - Kohlenstoff 51,96 19154,5 - Wasserstoff 7,25 2672,7 - Stickstoff 15,07 5555,4 - Sauerstoff 21,30 7852,0 - Asche 4,42 1629,4 - --------- ------- - 100,000 36864,0 - - Gran Gran - 19154,5 Kohlenstoff bildet mit 50539,5 Sauerstoff Kohlensäure - 2672,7 Wasserstoff „ „ 21415,8 „ Wasser - ---------------- - ~Summa~ = 71955,3 Sauerstoff - Hiervon ab vorhandener Sauerstoff = 7852,0 - -------------------- - bleiben 64103,3 Gran - -Sauerstoff, welche zur vollständigen Verbrennung von 4,8 Pfd. Blut -erforderlich sind. - -In obiger Rechnung ist angenommen worden, daß 24 Pfd. Blut 4,8 Pfd. -trocknen Rückstand (80 ~pCt.~) hinterlassen. - - -Note 3. Seite 14. - -Bestimmung der Menge des ausgeathmeten Kohlenstoffs. - - _Faeces_: - 2,356 trockene Faeces hinterließen 0,320 Asche (13,58 ~pCt.~). - 0,352 Faeces gaben 0,576 Kohlensäure und 0,218 Wasser. - - _Linsen_: - 0,566 bei 100° getrocknete Linsen gaben 0,910 Kohlensäure und 0,336 - Wasser. - - _Erbsen_: - 1,060 hinterließen 0,037 Asche - 0,416 gaben 0,642 Kohlensäure und 0,241 Wasser. - - _Kartoffeln_: - 0,443 trockene Kartoffeln gaben 0,704 Kohlensäure und 0,248 Wasser. - - _Schwarzbrod_: - 0,302 trocknes Schwarzbrod gaben 0,496 Kohlensäure und 0,175 Wasser - 0,241 „ „ „ 0,393 „ „ 0,142 „ - - _Zusammensetzung_ - der des Schwarz- der Kartoffeln (des Fleisches - Faeces brods s. Note 29.) - Playfair* Boeckmann* Boussin- Boeck- - gault mann* - Kohlenstoff 45,24 45,09 45,41 44,1 43,944 - Wasserstoff 6,88 6,54 6,45 5,8 6,222 - Stickstoff } 34,73 35,12 34,89 45,1 44,919 - Sauerstoff } - Asche 13,15 3,25 3,25 5,0 4,915 - -------------------------------------------------------- - 100,00 100,00 100,00 100,0 100,000 - Wasser 300, - ------ - 400,00 - - Erbsen Linsen Bohnen - - Playfair* Playfair* Playfair* - - Kohlenstoff 35,743 37,38 38,24 - Wasserstoff 5,401 5,54 5,84 - Stickstoff } 39,366 37,98 38,10 - Sauerstoff } - Asche 3,490 3,20 3,71 - Wasser 16,000 15,90 14,11 - ------------------------------- - 100,000 100,000 100,000 - - - Frisches Kartoffeln Schwarzbrod, - Fleisch einen Tag alt - Boeck- Boussingault Boeck- Boeck- - mann* mann* mann* - /---------\ /-----------\ /--------------\ - Wasser 75 74,8 72,2 73,2 33 31,418 - Trockne Substanz 25 25,2 27,8 26,8 67 68,582 - ----------------------------------------- - 100 100,0 100,0 100,0 100 100,000 - - -_Berechnung des von einem erwachsenen Menschen ausgeathmeten -Kohlenstoffs_. - -_Fleisch_. Das fettlose Muskelfleisch, zu 74 Wasser und 26 ~pCt.~ fester -Substanz angenommen, enthält in 100 Theilen 13,6 Kohlenstoff. Das -gewöhnliche Fleisch enthält Muskelfleisch, Zellgewebe und Fett. Die -beiden letzteren machen im Durchschnitt ¹/₇ vom Gewicht des im -Fleischladen erkauften Fleisches aus. Die Anzahl der verzehrten Lothe -(64 Loth = 1 Kilogramm) beträgt 8896, welche bestehen aus: - - 7625 Loth fettloses Muskelfleisch enthalten Kohlenstoff 1037 Loth - 1271 „ Zellgewebe mit Fett „ „ 898 „ - ---- - in Summe Kohlenstoff 1935 Loth - -Mit den Knochen enthält das gekaufte Fleisch 29 ~pCt.~ feste Substanz, -und 278 Pfd. Fleisch 28 Pfd. trockne Knochen, sie sind nicht in Rechnung -genommen, obwohl sie beim Kochen 8-10 ~pCt.~ Leimsubstanz verlieren, -welche mit als Nahrung genossen wird. - -_Fett_. Es sind verzehrt worden 112 Loth Fett, welche zu 80 ~pCt.~ -Kohlenstoff in Summa 89,6 Loth Kohlenstoff enthalten. - - -_Kohlenstoffgehalt der verzehrten Linsen, Bohnen und Erbsen._ - -Es sind verzehrt worden 107 Loth Linsen, 436 Loth Bohnen und 371 Loth -Erbsen, im Ganzen 914 Loth; bei einem Gehalte von 37 ~pCt.~ Kohlenstoff -sind verzehrt worden 338,2 Loth Kohlenstoff. - -_Kartoffeln_. 100 Theile frische Kartoffeln enthalten 12,2 Kohlenstoff; -in den verzehrten 31752 Loth sind enthalten 3873,7 Kohlenstoff. - -_Brod_. 855 Mann essen täglich 855 × 64 Loth, dazu noch 36 Pfd. -Suppenbrod macht zusammen 55872 Loth. 100 Loth frisches Brod enthalten -durchschnittlich 30,15 Loth Kohlenstoff, es sind mithin im Brod verzehrt -worden 17543 Loth Kohlenstoff. - -Im Ganzen sind verzehrt worden: - - im Fleisch 1935 Loth Kohlenstoff - Fett 89,6 „ „ - Bohnen, Erbsen, Linsen 338,2 „ „ - Kartoffeln 3873,7 „ „ - Brod 17543,0 „ „ - ------- - von 855 Mann 23779,5 Loth Kohlenstoff - ------- - von 1 Mann 27,8 Loth Kohlenstoff - -Die Faeces eines Soldaten wiegen 11 Loth (5¹/₂ Unze); sie enthalten mit -ihrem ganzen Wassergehalt 11 ~pCt.~ Kohlenstoff; für 86 Kreuzer Gemüse, -Weißkraut, Kohlrabi, Gelberüben &c. erhält man durchschnittlich 172 -Pfd.; 25 Maas Sauerkraut wiegen 100 Pfd. Für 48¹/₂ Kreuzer Zwiebeln, -Lauch, Sellerie erhält man auf dem Markte durchschnittlich 24¹/₄ Pfd. -Dem Gewicht nach haben 855 Mann Soldaten verzehrt: - - an grünem Gemüse 5604 Loth - an Sauerkraut 3200 „ - an Zwiebeln &c. 776 „ - ---- - 9580 Loth - ---- - ein Mann täglich 11,2 Loth - -Der Kohlenstoffgehalt des verzehrten Gemüses ist gleich dem -Kohlenstoffgehalt der Faeces angenommen. Wurst, Branntwein, Bier, -überhaupt was im Wirthshaus verzehrt worden, nicht gerechnet. - -Die Zahlen, welche den vorhergehenden Berechnungen zu Grunde gelegt -wurden, sind durchschnittlich dem Verbrauch von 855 Mann casernirter -Soldaten entnommen, deren Speisen (Brod, Kartoffeln, Fleisch, Linsen, -Erbsen, Bohnen &c.) während eines Monats bis auf Pfeffer, Salz und -Butter, mit der größten Genauigkeit gewogen und jedes einzelne der -Elementaranalyse unterworfen worden war (siehe Tabelle). Eine Ausnahme -hiervon machten drei Gardisten, welche außer dem vorschriftsmäßigen -Brodquantum (2 Pfd. täglich) in jeder Löhnungsperiode ¹/₂ Laib = 2¹/₂ -Pfd. mehr bekamen und ein Tambour, der ¹/₂ Laib übrig behielt. Nach -einem annähernden Ueberschlage des Feldwebels verzehrt jeder Soldat -täglich durchschnittlich 6 Loth Wurst, 1¹/₂ Loth Butter, ¹/₂ Schoppen -(¹/₄ Litr.) Bier und ¹/₁₀ Schoppen Branntwein, deren Kohlenstoffgehalt -mehr als das Doppelte beträgt, von dem Kohlenstoffgehalt der Faeces und -des Urins zusammengenommen. Die Faeces betragen bei einem Soldaten -durchschnittlich 11 Loth, sie enthalten 75 ~pCt.~ Wasser und der trockne -Rückstand 45,24 ~pCt.~ Kohlenstoff und 13,15 ~pCt.~ Asche. 100 Theile -frische Faeces enthalten hiernach 11,31 Kohlenstoff, sehr nahe so viel -als ein gleiches Gewicht frisches Fleisch. In obiger Rechnung ist der -Kohlenstoff der Faeces und der des Urins gleichgesetzt worden dem -Kohlenstoffgehalt der frischen Gemüse und der anderen Speisen, welche im -Wirthshause verzehrt wurden. - - -Großherzogl. Leib-Compagnie. - -_Uebersicht der im Monate November 1840 für die Menage obiger Compagnie -verbrauchten Victualien_. - - =======+======+=======+=========+======+========+========+========+ - 1840. | | | | | | | | - Novem- | Es |Ochsen-| Schwei- | Kar- | Erbsen | Bohnen | Linsen | - ber. |haben |fleisch| ne- | tof- | | | | - |geges-| | fleisch | feln | | | | - In der | sen | | | | | | | - Periode| | | | | | | | - vom | Mann | ℔ | ℔ |Kümpfe|Gescheid|Gescheid|Gescheid| - -------+------+-------+---------+------+--------+--------+--------+ - 1- 5 | 139 | 36 | 9 |12 | 1¹/₂ | 1 | -- | - 6-10 | 145 | 37 | 9 |13¹/₂ | -- | -- | -- | - 11-15 | 136 | 36 | 9 |12¹/₂ | -- | 1 | -- | - 16-20 | 136 | 37 | 9 |14¹/₂ | 1 | 1 | -- | - | | |Bratwurst| | | | | - 21-25 | 147 | 39 | 7¹/₂ |14 | -- | -- | 1 | - 26-30 | 152 | 30 | 19¹/₂ |14¹/₂ | 1 | 1 | -- | - -------+------+-------+---------+------+--------+--------+--------+ - ~Summa~| 855 | 215 | 63 |81 | 3¹/₂ | 4 | 1 | - -------+------+-------+---------+------+--------+--------+--------+ - | | | | | | | | - Im }monat-| 7³¹/₅₇| 2¹²/₅₇ |2⁴⁸/₅₇| ⁷/₅₇ | ⁸/₅₇ | ²/₅₇ | - Durch- } lich | ℔ | ℔ | | | | | - schnitt}------+-------+---------+------+--------+--------+--------+ - essen } täg- | 8⁸/₁₇₁| 2³⁰⁶/₈₅₅|⁸¹/₈₅₅|⁸⁷/₁₇₁₀ | ⁴/₈₅₅ | ¹/₈₅₅ | - daher } lich | Lth. | Lth. | | | | | - täglich}------+-------+---------+------+--------+--------+--------+ - 28¹/₂ } |10³⁴⁶/₈₅₅ Loth | | \----------------------/ | - Mann } | täglich | - und es } - erhält } - ein } - Mann } - - =======+======+======+======+======+=======+=======+========+====== - 1840. | | | | | | | | - Novem- |Sauer-| Ge- | | | Zwie- | | | - ber. |kraut | müse | Brod | Salz | beln |Pfeffer| Fett |Essig - | | | | | und | | | - In der | | | | |Grünes | | | - Periode| | | | | | | |Schop- - vom | Maaß | kr. | ℔ | ℔ | kr. | kr. | Loth. | pen - -------+------+------+------+------+-------+-------+--------+------ - 1- 5 | 5 | 6 | 5 | 4¹/₂| 8 | 2¹/₂ | 26²/₃ | -- - 6-10 | 4 | 35 | 7¹/₂| 5 | 6¹/₂| 2¹/₂ | 21²/₃ | -- - 11-15 | 4 | 21 | 7¹/₂| 4¹/₂| 7 | 2 | 16 | -- - 16-20 | 4 | 6 | 6 | 4¹/₂| 8¹/₂| 3¹/₂ | 26²/₃ | -- - | | | | | | | | - 21-25 | -- | 18 | 7¹/₂| 5¹/₂| 11 | 2¹/₂ | 10²/₃ | 1¹/₂ - 26-30 | 8 | -- | 2¹/₂| 4 | 7¹/₂| 2¹/₂ | 10²/₃ | -- - -------+------+------+------+------+-------+-------+--------+------ - ~Summa~| 25 | 86 | 36 | 28 | 48¹/₂| 15¹/₂ | 112 | 1¹/₂ - -------+------+------+------+------+-------+-------+--------+------ - | | | | | | | | - Im } ⁵⁰/₅₇| 3¹/₅₇|1¹⁵/₅₇|⁵⁶/₅₇ | 1⁴⁰/₅₇| ³¹/₅₇ |3¹⁵⁹/₁₇₁| ³/₅₇ - Durch- } | | | | | | | - schnitt}------+------+------+------+-------+-------+--------+------ - essen } ⁵/₁₇₁|⁸⁶/₈₅₅|³⁶/₈₅₅|²⁹/₈₅₅|⁹⁷/₁₇₁₀|³¹/₁₇₁₀| ¹¹²/₈₅₅|³/₁₇₁₀ - daher } | | | | | | | - täglich}------+------+------+------+-------+-------+--------+------ - 28¹/₂ } | | | | | | | - Mann } | | | | | | | - und es } - erhält } - ein } - Mann } - - 1 Gescheid Bohnen wiegt 3 ℔ 15 Loth - 1 „ Linsen „ 3 „ 11 „ - 1 „ Erbsen „ 3 „ 10 „ - 1 Kumpf Kartoffeln „ 12 „ 8 „ - - -Note 4. Seite 15. - -_Nahrungsmittel eines Pferdes_, - -in 24 Stunden verzehrt. - - ========+==========+==========+=======+=======+======+======+====== - _Nah- |Gewicht im|Gewicht im| | | | |Salze - rungs- | feuchten |trockenen |Kohlen-|Wasser-|Sauer-|Stick-| und - mittel_.|Zustande. |Zustande. |stoff. |stoff. |stoff.|stoff.|Erden. - --------+----------+----------+-------+-------+------+------+------ - Heu | 7500 | 6465 | 2961,0| 323,2 |2502,0| 97,0|581,8 - Hafer | 2270 | 1927 | 977,0| 123,3 | 707,2| 42,4| 77,1 - Wasser | 16000 | -- | -- | -- | -- | -- | 13,3 - --------+----------+----------+-------+-------+------+------+------ - ~Summa~ | 25770 | 8392 | 3938,0| 446,5 |3209,2| 139,4|672,2 - -_Producte eines Pferdes_ - -in 24 Stunden[F15]. - - ==========+==========+==========+=======+=======+======+======+====== - _Nah- |Gewicht im|Gewicht im| | | | |Salze - rungs- | feuchten |trockenen |Kohlen-|Wasser-|Sauer-|Stick-| und - mittel_. |Zustande. |Zustande. |stoff. |stoff. |stoff.|stoff.|Erden. - ----------+----------+----------+-------+-------+------+------+------ - Harn | 1330 | 302 | 108,7| 11,5 | 34,1| 37,8| 109,9 - Excremente| 14250 | 3525 | 1364,4| 179,8 |1328,9| 77,6| 574,6 - ----------+----------+----------+-------+-------+------+------+------ - ~Summa~ | 15580 | 3827 | 1472,9| 191,3 |1363,0| 115,4| 684,5 - Totalge- | | | | | | | - wichte des| | | | | | | - ersten | | | | | | | - Theils | | | | | | | - diesser | | | | | | | - Tafel | 25770 | 8392 | 3938,0| 446,5 |3209,2| 139,4| 672,2 - ----------+----------+----------+-------+-------+------+------+------ - Differenz | 10190 | 4565 | 2465,1| 255,2 |1846,2| 24,0| 12,3 - Richtung | | | | | | | - der Diffe-| | | | | | | - renz | - | - | - | - | - | - | + - - [15] ~Ann. de Chim. et de phys. T. LXX. p.~ 136. - -_Nahrungsmittel einer Kuh_, - -in 24 Stunden verzehrt. - - ==========+==========+==========+=======+=======+======+======+======= - _Nah- |Gewicht im|Gewicht im| | | | | Salze - rungs- | feuchten |trockenen |Kohlen-|Wasser-|Sauer-|Stick-|und er- - mittel_. |Zustande. |Zustande. |stoff. |stoff. |stoff.|stoff.| dige - | | | | | | | Mate- - | | | | | | | rien. - ----------+----------+----------+-------+-------+------+------+------- - Kartoffel | 15000 | 4170 | 1839,0| 241,9 |1830,6| 50,0| 208,5 - Grummet | 7500 | 6315 | 2974,4| 353,6 |2204,0| 151,5| 631,5 - Wasser | 60000 | -- | -- | -- | -- | -- | 50,0 - ----------+----------+----------+-------+-------+------+------+------- - ~Summa~ | 82500 | 10485 | 4813,4| 595,5 |4034,6| 201,5| 889,0 - -_Producte einer Kuh_ - -in 24 Stunden[F16]. - - ==========+==========+==========+=======+=======+======+======+======= - _Nah- |Gewicht im|Gewicht im| | | | | Salze - rungs- | feuchten |trockenen |Kohlen-|Wasser-|Sauer-|Stick-|und er- - mittel_. |Zustande. |Zustande. |stoff. |stoff. |stoff.|stoff.| dige - | | | | | | | Mate- - | | | | | | | rien. - ----------+----------+----------+-------+-------+------+------+------- - Excremente| 28413 | 4000,0 | 1712,0| 208,0 |1508,0| 92,0| 480,0 - Harn | 8200 | 960,8 | 261,4| 25,0 | 253,7| 36,5| 384,2 - Milch | 8539 | 1150,6 | 628,2| 99,0 | 321,0| 46,0| 56,4 - ----------+----------+----------+-------+-------+------+------+------- - ~Summa~ | 45152 | 6111,4 | 2601,6| 332,0 |2082,7| 174,5| 920,6 - Totalge- | | | | | | | - wichte des| | | | | | | - ersten | | | | | | | - Theils | | | | | | | - dieser | | | | | | | - Tafel | 82500 | 10485,0 | 4813,4| 595,5 |4034,6| 201,5| 889,0 - ----------+----------+----------+-------+-------+------+------+------- - Differenz | 37348 | 4374,6 | 2211,8| 263,5 |1951,9| 27,0| 31,6 - Richtung | | | | | | | - der Diffe-| | | | | | | - renz | - | - | - | - | - | - | + - - [16] ~Ann. de Chim. et de phys. T. LXX. p.~ 136. - - -Note 5. Seite 20. - -_Temperatur und Bewegung des Bluts._ - - _Nach Prevost und Dumas_ - die mittlere die Anzahl die Anzahl - ist bei der Temperatur der Pulsschläge der Athemzüge - in der Minute - /---------------------\ - Taube 42° C 136 34 - Huhn 41,5 140 30 - Ente 42,5 170 21 - Rabe 42,5 110 21 - Lerche 44,0 200 22 - Simia Callitriche 35,5 90 30 - Meerschwein 38,0 140 36 - Hund 37,4 90 28 - Katze 38,5 100 24 - Ziege 39,2 84 24 - Hase 38,0 120 36 - Pferd 36,8 56 16 - Mensch 37,0 72 18 - ----- --- -- - Mensch Mann (~J. L.~) 36,5* 65 17 - Mensch Weib (~J. L.~) 36,8* 60 15 - -Temperatur des Kindes 39°. - -Die Wärme des Menschen beträgt in den inneren Theilen, welche zunächst -zugänglich sind, wie Mund, Mastdarm 29,20-29,60° R. = 36,50-37° C. Die -Wärme des Blutes (_Magendie_) 30,5-31° R. = 38,1-38,7° C. Als mittlere -Temperatur ist ~p.~ 20 37,5° C. angenommen. - - -Note 6. Seite 37. - -Die Gefangenen in dem Arresthaus in Gießen erhalten täglich 1¹/₂ Pfd. -Brod (48 Loth), welche 14¹/₂ Loth Kohlenstoff enthalten. Sie erhalten -ferner 1 Pfd. Suppe und in je zwei Tagen 1 Pfd. Kartoffeln. - - 1¹/₂ Pfund Brod enthalten 14,5 Loth Kohlenstoff - 1 „ Suppe „ 1,5 „ „ - ¹/₂ „ Kartoffeln „ 2,00 „ „ - ----- - 17,00 Loth Kohlenstoff - - -Note 7. Seite 43. - -_Zusammensetzung des Blut-Fibrins und -Albumins_[F17]. - - Albumin aus Blutserum Fibrin - Scherer* Scherer* Mulder - /------------------------\ /---------------\ - ~I.~ ~II.~ ~III.~ ~I.~ ~II.~ ~III.~ - - Kohlenstoff 53,850 55,461 55,097 53,671 54,454 54,56 - Wasserstoff 6,983 7,201 6,880 6,878 7,069 6,90 - Stickstoff 15,673 15,673 15,681 15,763 15,762 15,72 - Sauerstoff } - Schwefel } 23,494 21,655 22,342 23,688 22,715 22,82 - Phosphor } - -Die weiteren Analysen des Thier-Albumins und Fibrins siehe in der Note -28 S. 319, so wie auch die Analysen der Organe oder ihrer Theile. - - [17] Annal. der Chemie u. Pharm. Bd. ~XXVIII.~ S. 74 u. Bd. ~XL.~ S. - 33 u. 36. - - -Note 8. Seite 49. - -_Zusammensetzung des Pflanzen-Fibrins, -Albumins, -Caseins und -Leims_. - -_Pflanzenfibrin_ - - Roher - Kleber a. Weizenmehl - Scherer[F18]* Jones Marcet Boussin- - /------------------------\ [F19]* [F20] gault - ~I.~ ~II.~ ~III.~ - Kohlenstoff 53,064 54,603 54,617 53,83 55,7 53,5 - Wasserstoff 7,132 7,302 7,491 7,02 14,5 15,0 - Stickstoff 15,359 15,810 15,809 15,58 7,8 7,0 - Sauerstoff } - Schwefel } 24,445 22,285 22,083 23,56 22,0 24,5 - Phosphor } - - [18] Ann. d. Chem. u. Pharm. Bd. ~XL.~ S. 7. - - [19] Ebendaselbst. S. 65. - - [20] L. Gmelin’s th. Chem. Bd. ~II.~ S. 1092. - -_Pflanzenalbumin_[F21] - - a. a. a. a. - Roggen Weizen Pflanzenleim Mandeln - Jones* Varrentrapp Jones* - u. Will* - Kohlenstoff 54,74 55,01 54,85 57,03 - Wasserstoff 7,77 7,23 6,96 7,53 - Stickstoff 15,85 15,92 15,88 13,45 - Sauerstoff } - Schwefel } 21,64 21,84 22,39 21,96 - Phosphor } - - [21] Ann. der Chem. u. Pharm. Bd. ~XL.~ S. 66. u. Bd. ~XXXIX.~ S. 291. - - Boussingault. Varrentrapp - u. Will.* - Kohlenstoff 52,7 -- - Wasserstoff 6,9 -- - Stickstoff 18,4 15,70 - Sauerstoff 22,0 -- - -_Pflanzencasein_[F22] - - schwefelsaures - Caseinkali - Scherer* Jones* Varrentrapp - u. Will* - /--------------\ - Kohlenstoff 54,138 55,05 51,41 51,24 - Wasserstoff 7,156 7,59 7,83 6,77 - Stickstoff 15,672 15,89 14,48 13,23 - Sauerstoff u. s. w. 23,034 21,47 -- -- - - [22] Ann. der Chem. u. Pharm. Bd. ~XXXIX.~ S. 291 und Bd. ~XL.~ S. 8 - u. 67. - -_Pflanzenleim_ - - Jones Boussingault - [F23]* /------------\ - ~I.~ ~II.~ - Kohlenstoff 55,22 54,2 52,3 - Wasserstoff 7,42 7,5 6,5 - Stickstoff 15,98 13,9 18,9 - Sauerstoff u. s. w. 21,38 24,4 22,3 - - [23] Ann. d. Chem. u. Pharm. Bd. ~XL.~ S. 66. - - -Note 9. Seite 53. - -_Zusammensetzung des Thier-Caseins_. - - Scherer[F24]* - /-------------------------------------------\ - a. a. a. - frisch. saur. Milch m. Zieger - Milch Milch Essigs. - /---------------\ - ~I.~ ~II.~ ~III.~ ~IV.~ ~V.~ - Kohlenstoff 54,825 54,721 54,665 54,580 54,507 - Wasserstoff 7,153 7,239 7,465 7,352 6,913 - Stickstoff 15,628 15,724 15,724 15,696 15,670 - Sauerstoff } 22,394 22,316 22,146 22,372 22,910 - Schwefel } - - [24] Annal. d. Chem. n. Pharm. Bd. ~XL.~ S. 40 u. s. f. - - _Mulder_[F25] - Kohlenstoff 54,96 - Wasserstoff 7,15 - Stickstoff 15,80 - Sauerstoff 21,73 - Schwefel 0,36 - - [25] Die Analyse des Pflanzencaseins siehe in der vorhergehenden Note. - - -Note 10. Seite 66. - -_Gehalt der festen Excremente an in Alkohol löslichen Bestandtheilen_ -(_Will*_). - -18,3 Grm. bei 100° getrocknete Pferdexcremente verloren durch Behandlung -mit Alkohol 0,995 am Gewichte, der trockne Rückstand besaß die -Beschaffenheit von ausgekochten Sägespänen. - -14,98 Grm. trockner Kuhexcremente verloren durch die nämliche Behandlung -0,625 Grm. - - -Note 11. S. 72. - -_Zusammensetzung des Amylons_[F26]. - - Strecker* - /--------------------------------------------------\ - berechnet - ~C₁₂H₂₀O₁₀~ aus Erbsen Linsen Bohnen Heidekorn - Kohlenstoff 44,91 44,33 44,46 44,16 44,23 - Wasserstoff 6,11 6,57 6,54 6,69 6,40 - Sauerstoff 48,98 49,09 49,00 49,15 49,37 - - Strecker* - /-----------------------------------\ - Roß- - aus Mais kastanien Weizen Roggen - Kohlenstoff 44,27 44,44 44,26 44,16 - Wasserstoff 6,67 6,47 6,70 6,64 - Sauerstoff 49,06 49,08 49,04 49,20 - - Strecker* - /-----------------------------------\ - Dahlien- unreif. unreif. - aus Reis wurzel Aepfeln Birnen - Kohlenstoff 44,69 44,13 44,10 44,14 - Wasserstoff 6,36 6,56 6,57 6,75 - Sauerstoff 48,95 49,31 49,33 49,11 - - - aus Kartoffeln a. Pfeil- a. Yams- - wurzeln wurzeln - /-------------------\ - Berze- Gay-Lussac Prout Ortigosa* - lius u. Thénard - Kohlenstoff 44,250 43,55 44,40 44,2 - Wasserstoff 6,674 6,77 6,18 6,5 - Sauerstoff 49,076 49,68 49,42 49,3 - - [26] Die in den Analysen von _Strecker_ und _Ortigosa_ verwendete - Stärke wurde in dem Laboratorium zu Gießen aus den Samen, Knollen und - Früchten dargestellt. - - -Note 12. Seite 72. - -_Zusammensetzung des Trauben- (Stärke-)zuckers_. - - Trauben Stärke Honig - [F27] [F28] [F29] berechn. - Saussure Prout ~C₁₂H₂₈O₁₄~ - /-------------\ - Kohlenstoff 36,71 37,29 36,36 36,80 - Wasserstoff 6,78 6,84 7,09 7,01 - Sauerstoff 56,51 55,87 56,55 56,19 - - [27] ~Ann. de Chim.~ Bd. ~XI.~ S. 381. - - [28] ~Ann. of Philosoph. T. VI. p.~ 426. - - [29] ~Philos. Transact.~ 1827 ~p.~ 373. - - -Note 13. Seite 73. - -_Zusammensetzung des Milchzuckers_. - - Gay-L. Ber- berechnet - u. Thén. Prout Brunn. zelius J. L.* ~C₁₂H₂₄O₁₂~ - Kohlenstoff 38,825 40,00 40,437 39,474 40,00 40,46 - Wasserstoff 7,341 6,66 6,711 7,167 6,73 6,61 - Sauerstoff 53,834 53,34 52,852 53,359 53,27 52,93 - - -Note 14. Seite 74. - -_Zusammensetzung des Gummis_. - - Gay-Luss. Ber- berechnet - u. Thén. Goebel zelius ~C₁₂H₂₂O₁₁~ - Kohlenstoff 42,23 42,2 42,682 42,58 - Wasserstoff 6,93 6,6 6,374 6,37 - Sauerstoff 50,84 15,2 50,944 51,05 - - -Note 15. Seite 76. - -_Analyse des Hafers nach Boussingault_[F30]. - - 100 Theile Hafer enthalten trockne Substanz 84,9 - Wasser 17,1 - ----- - 100,0 - - 100 Theile trockner Hafer = 117,7 lufttrocknem enthalten: - Kohlenstoff 50,7 - Wasserstoff 6,4 - Sauerstoff 36,7 - Stickstoff 2,2 - Asche 4,0 - ------ - 100,0 - 17,7 Wasser - ------ - lufttrockner Hafer 117,7 in 100 Theilen 1,867 Stickstoff. - - [30] ~Ann. de Chim. et de Phys. T. LXXI. p.~ 130. - -_Analyse des Heu’s_[F31]. - - 100 Theile Heu enthalten lufttrocken 86 trockne Substanz - 14 Wasser - --- - 100 - - 100 Th. bei 100° getrocknetes Heu = 116,2 lufttrocknes Heu enthalten: - Kohlenstoff 45,8 - Wasserstoff 5,0 - Sauerstoff 38,7 - Stickstoff 1,5 - Asche 9,0 - -------- - 100,0 - Hierzu 16,2 Wasser - -------- - 116,2 lufttrocknes Heu. - - 100,0 lufttrocknes Heu enthalten 1,29 Stickstoff - - 480 Loth Heu lufttrocken = 15 Pfund enthalten 6,19 Loth Stickstoff - 144 „ Hafer „ = 4¹/₂ „ „ 2,68 „ „ - ----- - Zusammen 8,87 Loth Stickstoff. - - [31] ~Ann. de Chim. et de Phys. T. LXXI. p.~ 129. - - -Note 16. Seite 78. - -_Kohlenstoffgehalt des Fleisches und Amylons_. - - 100 Loth Amylon enthalten 44 Loth Kohlenstoff, 128 Loth (4 Pfund) - enthalten 56,32 Loth Kohlenstoff. - 100 Loth frisches Fleisch enthalten 13,6 Loth Kohlenstoff (siehe - Note 3) - 480 „ „ „ (15 Pfund) mithin 55,28 Loth. - - -Note 17. Seite 85. - - _Zusammensetzung des_ - Schweine- Hammels- Menschen- - schmalzes talges fettes[F32] - Chevreul - /--------------------------\ - Kohlenstoff 79,098 78,996 79,000 - Wasserstoff 11,146 11,700 11,416 - Sauerstoff 9,756 9,304 9,584 - - [32] ~Recherch. chim. sur les corps gras. Paris~ 1823. - - -Note 18. Seite 85. - - _Zusammensetzung_ - des Rohrzuckers nach den Analysen - von - Ber- W. Lie- Gay-L. berechnet - zelius Prout Crum big* u. Thén. ~C₂₀H₂₂O₁₁~ - Kohlenstoff 42,225 42,86 42,14 42,301 42,47 42,58 - Wasserstoff 6,600 6,35 6,42 6,384 6,90 6,37 - Sauerstoff 51,175 50,79 51,44 51,315 50,63 51,05 - -Die Zusammensetzung des Gummis und der Stärke siehe Note 14 u. 11. - - -Note 19. Seite 86. - -_Zusammensetzung des Cholsterins_. - - Chevreul Couerbe Mar- berechnet - [F33] [F34] chand ~C₃₆H₆₄O~ - Kohlenstoff 85,095 84,895 84,90 84,641 - Wasserstoff 11,880 12,099 12,00 12,282 - Sauerstoff 3,025 3,006 3,10 3,077 - - [33] ~Recherch. sur les corps gras. p.~ 185. - - [34] ~Ann. de Chim. et de Phys. T. LVI. p.~ 164. - - -Note 20. Seite 88. - -_Die Entstehung des Wachses aus Zucker_[F35]. - -Sobald die Bienen ihren Magen oder die sogenannte Honigblase mit Honig -angefüllt haben, und diesen nicht ablegen können, geht derselbe in Menge -nach und nach in den Darmkanal, wird hier verdauet, der größte Theil -davon als Excremente ausgeschieden und der andere in die Säfte der -Bienen übergeführt. Durch diesen großen Zufluß von Säften bildet sich -ein Fett, welches auf den vorn erwähnten acht Fleckchen, die sich an den -untern 4 Schuppen der Bauchringel befinden, als eine flüssige Masse -hervorquillt und bald als Wachsblättchen erhärtet; während, wenn die -Biene den Honig ablegen kann, nur so viel in den Darmkanal übergeht, als -zur Ernährung derselben nöthig ist. Die Honigblase der Bienen braucht -kaum 40 Stunden mit Honig angefüllt zu sein, um auf den 8 Fleckchen, 8 -Wachsblättchen vollkommen zur Reife zu bringen, so daß diese abfallen. -Ich machte den Versuch und gab Bienen, die ich am Ende des Monats -September mit ihrer Königin in ein Kästchen setzte, statt Honig -aufgelös’ten Candiszucker. Es bildeten sich auch davon Wachsblättchen; -aber sie wollten nicht recht abspringen, sondern die weiter ausquellende -Masse blieb an den oberen Wachsblättchen bei den meisten Bienen hängen, -so daß die Blättchen so dick wurden, als es sonst viere zusammen sind. -Die Schuppen der Bienen wurden dadurch ganz in die Höhe gehoben, und die -Blättchen ragten hervor. Beim Nachsehen fand ich, daß diese dicken -Blättchen, welche unter der Lupe mehrere Lamellen zeigten, nach dem -Kopfe der Biene hin von oben nach unten, und nach der Schwanzspitze hin -von unten nach oben eine schiefe Fläche hatten. Es war also das sich -zuerst gebildete Blättchen durch das nächstfolgende, und weil da, wo die -Schuppen an der Fugenhaut festsitzen, kein Raum für 2 Blättchen -vorhanden ist, etwas abgeschoben worden, und so war es denn auch mit dem -dritten Blättchen gegangen, wodurch die schiefen Flächen an den Seiten -der Blättchen nach vorn und hinten entstanden waren. Ich habe hieraus -recht deutlich ersehen, daß die Wachsblättchen durch die nächstfolgend -sich bildenden Blättchen abgeschoben werden. Der Zuckersaft war von den -Bienen auch in Wachs zersetzt worden; allein es scheint doch, daß die -Bildung irgend eine Unvollkommenheit erlitten hatte, indem die reifen -Wachsblättchen sich nicht ablös’ten, sondern an den nächstfolgenden -hängen blieben. Zum Wachsausschwitzen bedürfen die Bienen keines -Blumenstaubes, sondern nur Honig. Ich habe schon im October Bienen in -ein leeres Kästchen gebracht und ihnen Honig untergesetzt, und sie -bauten bald Waben, obschon das Wetter so war, daß sie gar nicht fliegen -konnten. Ich kann deßhalb gar nicht glauben, daß der Blumenstaub eine -Nahrung für die Bienen abgebe, sondern ich glaube, daß sie ihn nur -verschlucken, um mit Honig und Wasser vermischt, den Nahrungssaft für -die Maden daraus zu bereiten. Die Bienen verhungern auch oft noch im -April, wenn ihr Honigvorrath aufgezehrt ist, und sie Blumenstaub in -Menge, aber keinen Honig eintragen können. Sie reißen in der Noth die -Nymphen aus den Zellen und zernagen diese, um durch den süßen Saft, den -sie in diesen finden, sich das Leben zu fristen. Werden sie aber in -dieser Lage nicht gefüttert, oder tritt nicht alsbald Nahrung auf dem -Felde ein, so sterben sie in wenigen Tagen. Wäre nun aber der -Blumenstaub eine wirkliche Nahrung für die Bienen, so müßten sie doch -wohl von diesem, mit Wasser vermischt, sich ihr Leben fristen können. - - [35] Aus Ferdinand Wilhelm _Gundlach’s_ Naturgeschichte der Bienen, S. - 15. ff. Cassel 1842 bei Bohne. -- Wir kennen keinen schöneren und - überzeugenderen Beweis der Fettbildung aus Zucker, als den folgenden, - aus der Beobachtung entnommenen, Proceß der Wachsbildung bei den - Bienen. - -Die Bienen bauen nie Waben, wenn sie nicht eine Königin haben, oder -nicht mit Brut versehen sind, aus welcher sie sich eine Königin erziehen -können. Sperrt man aber Bienen ohne Königin in ein Kästchen und füttert -sie mit Honig, so sieht man, daß sie nach 48 Stunden Wachsblättchen auf -den Schuppen haben, und daß deren auch schon einige abgefallen sind. Das -Wabenbauen ist also etwas Willkürliches und an gewisse Bedingungen -geknüpft; das Wachsausschwitzen aber etwas Unwillkürliches. - -Man sollte glauben, daß eine große Menge dieser Wachsblättchen verloren -gingen, da sie ja den Bienen eben so gut außer dem Stocke als in -demselben abfallen könnten; allein der Schöpfer hat weise dafür gesorgt, -daß solche nicht verloren gehen. Stellt man den Bienen, welche im Bauen -begriffen sind, Honig in einem flachen Gefäße unter und bedeckt diesen, -damit die Bienen nicht in den Honig einsinken, mit einem durchlöcherten -Papier, so sieht man am andern Morgen, daß der Honig aufgetragen ist, -und daß auf dem Papier eine große Menge Wachsblättchen liegen. Man -sollte wohl glauben, daß die Bienen, welche den Honig aufgetragen haben, -diese Blättchen hätten fallen lassen; allein es ist nicht so. Legt man -über das Honiggefäß zwei dünne Stäbchen und auf diese ein Brett, welches -das Gefäß von allen Seiten überragt, so also, daß die Bienen unter dem -Brette durchkriechen und den Honig holen können, aber nichts von oben -aus dem Stocke auf den Honig fallen kann, so findet man am andern Morgen -den Honig aufgetragen, aber keine Wachsblättchen auf dem Papier liegen; -wohl aber liegen deren auf dem das Gefäß überragenden Brettchen. Die -Bienen, welche den Honig holen, lassen also keine Blättchen fallen, -sondern es thun dieses nur die Bienen, welche oben im Stocke hängen. -Wiederholte Versuche dieser Art haben mich überzeugt, daß die Bienen, -sobald ihre Wachsblättchen zum Abfallen reif sind, sich in den Stock -zurückziehen und der Ruhe pflegen, eben so wie die Raupen es thun, wenn -sie sich häuten wollen. Bei einem Schwarme, der stark baut, sieht man -Tausende von Bienen, welche ganz unthätig oben im Stocke hängen; es sind -dies lauter Bienen, deren Wachsblättchen zum Abfallen reif sind; haben -sie sich abgelöset, so erwacht wieder die Thätigkeit der Biene, und ihre -Stelle wird nun von einer andern zu gleichem Zwecke eingenommen. - - Seite 28. derselben Schrift. Um zu ermitteln, wie viel Honig die - Bienen zur Erzeugung des Wachses nöthig haben, und wie oft, bei einem - im Bauen begriffenen Schwarme, die Wachsblättchen ihre Reife erhalten - und abfallen, machte ich folgenden, wie ich glaube, nicht - uninteressanten Versuch. - -Am 29sten August d. J., zu einer Zeit, wo hier kein Honig mehr für die -Bienen auf dem Felde zu finden war, trieb ich einen kleinen Bienenstock -ab, that die Bienen in einen kleinen, aus Holz angefertigten, -Bienenkasten, suchte aber vorher die Königin aus und sperrte diese in -eine mit Drahtgitter versehene Büchse, welche ich in das Stopfenloch des -Bienenkastens einfügte, damit keine Brut in die Zellen kommen konnte, -und stellte sodann, um die Bienen genau beobachten zu können, dieses -Stöckchen in ein Fenster auf meinen Boden. Des Nachmittags um 6 Uhr gab -ich den Bienen 12 Loth aus zugespundeten Zellen ausgelaufenen Honig, der -also ganz die Consistenz des fertigen Honigs hatte. Dieser war am -andern Morgen von den Bienen aufgeleckt. Am 30sten August des Abends gab -ich den Bienen wieder 12 Loth, der am andern Morgen ebenfalls aufgeleckt -war; es lagen aber auch schon einige Wachsblättchen auf dem -durchlöcherten Papiere, womit ich den Honig bedeckt hatte. Am 31sten -August und 1sten September erhielten die Bienen des Abends 20 Loth und -am 3ten September des Abends 14 Loth; in Summa also 1 Pfund 26 Loth -Honig, der aus Zellen, welche die Bienen schon zugespundet hatten, kalt -ausgelaufen war. Am 5ten September betäubte ich die Bienen, indem ich -sie durch Bovist herabfallen ließ. Ich zählte solche, und fand 2765 -Bienen; sie wogen 20 Loth. Nun wog ich das Kästchen, dessen darin -befindliche Waben sehr mit Honig angefüllt, jedoch die Zellen noch nicht -bedeckelt waren, bemerkte mir das Gewicht und ließ nun von einem starken -Stocke den Honig auftragen, was in ein Paar Stunden geschehen war. Ich -wog jetzt das Kästchen wieder und fand, daß es 24 Loth leichter geworden -war; folglich hatten die Bienen 24 Loth Honig von dem ihnen gegebenen 1 -Pfund 26 Loth noch im Stocke gehabt. Nun brach ich die kleinen Waben aus -und fand, daß sie 1¹/₄ Loth wogen. Ich ließ die Bienen in einem andern -Kästchen erwachen, welches mit leeren Waben versehen war, und fütterte -sie mit ganz ähnlichem Honig. In den ersten paar Tagen verloren sie -täglich über 2 Loth an Gewicht, nachher aber jeden Tag 1 Loth, was daher -kam, daß der Darmkanal der Bienen in Folge der Verdauung des vielen -Honigs voll von Excrementen war, denn 1170 Bienen wiegen im Herbste, -wenn sie noch nicht lange eingesessen haben, 8 Loth; mithin müßten 2765 -Bienen etwa 18 Loth wiegen. Sie wogen aber 20 Loth und hatten deßhalb 2 -Loth Excremente bei sich, denn ihre Honigblasen waren leer. Des Nachts -verminderte sich das Gewicht des Stöckchens gar nicht, weil der wenige -Honig, den die Bienen im Stöckchen hatten, und weil derselbe schon die -nöthige Consistenz erlangt hatte, keinen merkbaren Verlust des Gewichts -durch das Verdunsten erlitt und die Bienen keine Excremente von sich -geben konnten; daher geschah die Verminderung des Gewichts nur jedesmal -von des Morgens bis zum Abend. Hatten nun die Bienen in den 7 Tagen 7 -Loth Honig zur Ernährung ihres Körpers bedurft, so hatten sie zur -Bildung von 1¹/₄ Loth Wachs 27 Loth Honig verbraucht, und mithin sind -zur Bildung eines Pfundes Wachses an 20 Pfund Honig nöthig. Daher kommt -es auch, daß die stärksten Schwärme bei der ergiebigsten Honigerndte, wo -andere Stöcke, die nicht zu bauen brauchen, oft in einem Tage 3-4 Pfunde -zunehmen, fast gar nicht schwerer werden, obschon ihre Thätigkeit ohne -Grenzen ist; es wird alles Gewonnene zu Wachs verwendet. Es ist dieses -ein Wink für die Bienenhalter, den Wachsbau einzuschränken. _Cnauf_ -empfahl dieses schon, obgleich ihm das eigentliche Verhältniß unbekannt -war. Von einem Loth Wachs können die Bienen so viel Zellen bauen, daß -sie darin 1 Pfund Honig aufbewahren können. - -100 Wachsblättchen wiegen 0,024 Gramm, folglich gehen auf ein Kilogramm -4,166,666 Wachsblättchen, 50 Kilogramm sind gleich 106 Pfund Cöllnisch -Gewicht, 1 Pfund gleich 32 Loth. Es gehen daher auf 1¹/₄ Loth 81,367 -Wachsblättchen. Diese waren von 2765 Bienen in 6 Tagen ausgeschwitzt -worden; es kommen daher auf jede Biene in 24 Stunden 5 Blättchen, und -mithin bedarf die Biene zur Bildung ihrer 8 Blättchen etwa 38 Stunden; -was auch mit meinen Beobachtungen sehr genau übereinstimmt. Die -ausgeschwitzten Wachsblättchen sind vollkommen so weiß, als gut -gebleichtes Wachs. Auch die Waben sind anfänglich ganz weiß, sie werden -aber durch den Honig und besonders durch den Blumenstaub gelb gefärbt. -Sowie es anfängt kalt zu werden, ziehen sich die Bienen in dem Stocke -unter dem Honig zusammen und zehren nun von ihrem Vorrathe. - -S. 54. Viele glauben, die Bienen hätten einen Winterschlaf; allein -dieses ist ganz falsch. Die Bienen sind den ganzen Winter über munter; -es bleibt immer warm in ihrem Stocke, durch die Wärme, welche sie selbst -entwickeln. Je mehr Bienen in einem Stocke sind, desto mehr Wärme wird -entwickelt, und deßhalb können starke Stöcke der heftigsten Kälte -trotzen. Ich hatte den Fall, daß ich vergessen hatte, einem Stocke, -welchem ich im Juli zur Verminderung der Hitze ein durchlöchertes Blech -auf das sehr weite Stopfenloch geheftet hatte, dieses im Herbste -abzunehmen; und obschon der Winter ungemein heftig war, und die Kälte -mehrere Tage über -18° betrug, kam dieser Stock doch sehr gut durch den -Winter; ich hatte aber im Herbste zu diesem Stocke das Volk von 2 -anderen Stöcken gethan! Wird die Kälte sehr heftig, so fangen die Bienen -an zu brausen; dadurch wird der Respirationsproceß erhöht, und die -Wärmeentwicklung vermehrt. Sperrt man im Sommer Bienen ohne Königin in -einen Glaskasten, so werden diese unruhig und fangen an zu brausen; -dadurch entwickelt sich eine solche Hitze, daß die Glasscheiben ganz -heiß werden. Oeffnet man in diesem Falle nicht das Flugloch, oder sucht -den Bienen mehr Luft zu verschaffen, und durch Wasser die Glasscheiben -abzukühlen, so ersticken die Bienen bald. - -_Zusammensetzung des Bienenwachses_. - - Gay-L. Saus- - u. Thén. sure Opperm. Ettl. Heß berechnet - [F36] [F37] [F38]* [F39]* [F40] ~C₂₀H₄₀O~ - Kohlenstoff 81,784 81,607 81,291 81,15 81,52 81,38 - Wasserstoff 12,672 13,859 14,073 13,75 13,23 13,28 - Sauerstoff 5,544 4,534 4,636 5,09 5,25 5,34 - - [36] ~Traité de Chim. par Thénard~, 6^{~me~} ~éd. IV. p.~ 477. - - [37] ~Ann. de Chim. et de Phys. T. XIII. p.~ 310. - - [38] ~Ibid. T. XLIX. p.~ 224. - - [39] Annal. der Pharm. Bd. ~II~. S. 267. - - [40] ~Ibid.~ Bd. ~XXVII.~ S. 6. - - -Note 21. S. 106. - -_Zusammensetzung der Cyanursäure, des Cyamelids und des -Cyansäurehydrats, nach den Analysen von_ - -Wöhler und Liebig[F41]* - - Cyanursäure, Cyamelid, Cyansäurehydrat - \------------------------------------/ - Kohlenstoff 28,19 - Wasserstoff 2,30 - Stickstoff 32,63 - Sauerstoff 36,87 - - [41] Poggend. Annal. Bd. ~XX~. S. 375 u. s. f. - - -Note 22. Seite 106. - -_Zusammensetzung des Aldehyds, Metaldehyds, Elaldehyds_[F42]. - - Met- El- - Aldehyd aldehyd aldehyd berechnet - Liebig* Fehling* ~C₄H₈O₂~ - /------------------------\ - Kohlenstoff 55,024 54,511 54,620 54,467 55,024 - Wasserstoff 8,983 9,054 9,248 9,075 8,983 - Sauerstoff 35,993 36,435 36,132 36,458 35,993 - - [42] Ann. der Pharm. Bd ~XIV~. S. 142 u. Bd. ~XXVII~. S. 319. - - -Note 23. Seite 107. - -_Zusammensetzung des Proteins_ - - aus - Krystal- aus aus - linse Albumin Fibrin - Scherer[F43]* - /----------------------------\ - ~I.~ ~II.~ ~III.~ - Kohlenstoff 55,300 55,160 54,848 - Wasserstoff 6,940 7,055 6,959 - Stickstoff 16,216 15,966 15,847 - Sauerstoff 21,544 21,819 22,346 - - Scherer* - /-----------------------------------------------\ - berechnet - aus Haaren aus Horn ~C₄₈H₇₂N₁₂O₁₄~ - /---------------\ /---------------\ - Kohlenstoff 54,746 55,150 55,408 54,291 55,742 - Wasserstoff 7,129 7,197 7,238 7,082 6,827 - Stickstoff 15,727 15,727 15,593 15,593 16,143 - Sauerstoff 22,398 21,926 21,761 23,034 21,288 - - [43] Annal. der Chem. u. Pharm. Bd. ~XL~. S. 43. - - aus - Pflanzen- aus aus aus - eiweiß Fibrin Albumin Käse - Mulder[F44] - /---------------------------------\ - Kohlenstoff 54,99 55,44 55,30 55,159 - Wasserstoff 6,87 6,95 6,94 7,176 - Stickstoff 15,66 16,05 16,02 15,857 - Sauerstoff 22,48 21,56 21,74 21,808 - - [44] Annal. der Pharm. Bd. ~XXVIII.~ S. 75. - - -Note 24. Seite 109. - -_Zusammensetzung des Albumins aus dem Dotter und Weißen des Ei’s_[F45]. - - aus Eigelb aus Eiweiß - Jones* Scherer* - /--------------\ - ~I.~ ~II.~ - Kohlenstoff 53,72 53,45 55,000 - Wasserstoff 7,55 7,66 7,073 - Stickstoff 13,60 13,34 15,920 - Sauerstoff } - Schwefel } 25,13 25,55 22,007 - Phosphor } - - [45] Annal. der Chem. u. Pharm. Bd. ~XL.~ S. 36 u. 67. - - -Note 25. S. 113. - -_Zusammensetzung der Milchsäure._ - - ~C₆H₁₀O₅~ - Kohlenstoff 44,90 - Wasserstoff 6,11 - Sauerstoff 48,99 - - -Note 26. Seite 117. - -_Gas aus dem Unterleib von Kühen, nach dem Genuß von zu vielem Klee -durch Punctur erhalten_: - -~a~) untersucht von _Lameyran_ u. _Frémy_ ~b~) von _Vogel_ ~c~) von -_Pflüger_. - - brenn- Schwefel- - kohlensaures bares wasserstoff- - Luft Gas Gas gas(?) - \------------------/ - - /------------------\ - ~a~) 5 5 -- 15 80 Vol. - ~b~) 25 -- 27 48 -- - ~c~) -- -- 60 40 -- - ~c~) -- -- 20 80 -- - - -Note 27. Seite 120. - -_Magendie fand in dem Magen und den Eingeweiden Hingerichteter_: - -bei einem Individuum ~a~) welches eine Stunde, ~b~) bei einem zweiten -Individuum, welches 2 Stunden und ~c~) bei einem dritten Individuum, -welches 4 Stunden vor der Hinrichtung eine leichte Mahlzeit zu sich -genommen hatte, - - in 100 Volum-Theilen befanden sich: - Sauerstoff- Stick- kohlens. brennb. - gas gas Gas Gas - { im Magen 11,00 Vol. auf 71,45 14,00 3,55 - ~a~ { im Dünndarm 00,00 „ „ 20,03 24,39 55,53 - { im dicken Darm 00,00 „ „ 51,03 43,50 5,47 - {im Magen 00,00 „ „ 00,00 00,00 00,00 - ~b~ {im Dünndarm 00,00 „ „ 8,85 40,00 51,15 - {im Dickdarm 00,00 „ „ 18,4 70,00 11,6 - { im Magen 00,00 „ „ 00,00 00,00 00,00 - ~c~ { im Dünndarm 00,00 „ „ 66,6 25,0 8,4 - { im Mastdarm 00,00 „ „ 45,96 42,86 11,18 - - -Note 28. S. 127. - -_Zusammensetzung des Thieralbumins_. - - aus - aus Blutserum Eiern aus Eigelb - Scherer[F46]* Jones[F47]* - /--------------------------------\ /-------------\ - ~I.~ ~II.~ ~III.~ ~IV.~ ~V.~ ~VI.~ - Kohlenstoff 53,850 55,461 55,097 55,000 53,72 53,45 - Wasserstoff 6,983 7,201 6,880 7,073 7,55 7,66 - Stickstoff 15,673 15,673 15,681 15,920 13,60 13,34 - Sauerstoff } - Schwefel } 23,494 21,655 22,342 22,007 25,13 25,55 - Phosphor } - -In den Analysen ~V.~ u. ~VI.~ ist das Verhältniß des Stickstoffs zum -Kohlenstoff gleich 1 : 8. - - [46] Annal. der Chem. u. Pharm. Bd. ~XL.~ S. 36. - - [47] Ebendas. S. 67. - - Jones* Scherer* - /----------------------------------------------\ - Albumin aus - Conges- hydro- - Gehirn- Hydro- tions- Eiter pisch. - albumin cele absceß /---------------\ Flüss. - ~VII.~ ~VIII.~ ~IX.~ ~X.~ ~XI.~ ~XII.~ - Kohlenstoff 55,50 54,921 54,757 54,663 54,101 54,302 - Wasserstoff 7,19 7,077 7,171 7,022 6,947 7,176 - Stickstoff 16,31 15,465 15,848 15,839 15,660 15,717 - Sauerstoff } - Schwefel } 21,00 22,537 22,224 22,476 23,292 22,805 - Phosphor } - - Mulder[F48] - Kohlenstoff 54,84 - Wasserstoff 7,09 - Stickstoff 15,83 - Sauerstoff 21,23 - Schwefel 0,68 - Phosphor 0,33 - - [48] Annal. der Pharm. Bd. ~XXVIII.~ S. 74. - -_Zusammensetzung des Thierfibrins_. - - Scherer[F49]* - /------------------------------------------------------\ - ~I.~ ~II.~ ~III.~ ~IV.~ ~V.~ ~VI.~ ~VII.~ - Kohlenstoff 53,671 54,454 55,002 54,967 53,471 54,686 54,844 - Wasserstoff 6,878 7,069 7,216 6,867 6,895 6,835 7,219 - Stickstoff 15,763 15,762 15,817 15,913 15,720 15,720 16,065 - Sauerstoff} - Schwefel } 23,688 22,715 21,965 22,244 23,814 22,759 21,872 - Phosphor } - - [49] Annal. der Chemie u. Pharm. Bd. ~XL.~ S. 33. - - Mulder[F50] - Kohlenstoff 54,56 - Wasserstoff 6,90 - Stickstoff 15,72 - Sauerstoff 22,13 - Schwefel 0,33 - Phosphor 0,36 - - [50] Annal. der Pharm. Bd. ~XXIII.~ S. 74. - -Ueber die Zusammensetzung des Thier-Caseins vergl. Note 9. - -_Zusammensetzung der leimgebenden Gewebe_. - - Scherer[F51]* - /------------------------------------------------------\ - Hausen- Scle- berechnet - blase Kalbsfußsehnen rotica ~C₄₈H₈₂N₁₅O₁₈~ - Kohlenstoff 50,557 49,563 50,960 50,774 50,995 50,207 - Wasserstoff 6,903 7,148 7,188 7,152 7,075 7,001 - Stickstoff 18,790 18,470 18,320 18,320 18,723 18,170 - Sauerstoff 23,750 24,819 23,532 23,754 23,207 24,622 - - [51] Annal. der Chem. u. Pharm. Bd. ~XL.~ S. 46. - - Mulder - /--------------\ - Kohlenstoff 50,048 50,048 - Wasserstoff 6,477 6,643 - Stickstoff 18,350 18,388 - Sauerstoff 25,125 24,921 - -_Zusammensetzung der Chondrin-gebenden Gewebe_. - - Kalbsrippen- berechnet - knorpel Cornea ~C₄₈H₈₀N₁₂O₂₀~ - /--------------\ - Scherer[F52]* Mulder - /------------------------\ - Kohlenstoff 49,496 50,895 49,522 50,745 50,607 - Wasserstoff 7,133 6,962 7,097 6,904 6,578 - Stickstoff 14,908 14,908 14,399 14,692 14,437 - Sauerstoff 28,463 27,235 28,982 27,659 28,378 - - [52] Annal. der Chem. u. Pharm. Bd. ~XL.~ S. 49. - -_Zusammensetzung der mittleren Arterienhaut_. - - Scherer[F53]* - /---------------\ - berechnet - ~I.~ ~II.~ ~C₄₈H₇₆N₁₂O₁₆~ - Kohlenstoff 53,750 53,393 53,91 - Wasserstoff 7,079 6,973 6,96 - Stickstoff 15,360 15,360 15,60 - Sauerstoff 23,811 24,274 23,53 - - [53] Annal. d. Chem. u. Pharm. Bd. ~XL.~ S. 51. - -_Zusammensetzung der Horngebilde_. - - Scherer[F54]* - /-------------------------------------------------------\ - Oberhaut d. Bart- Kopf- - Fußsohle haare haare blonde braune schwarze - Kohlenstoff 51,036 50,752 51,529 50,652 49,345 50,622 49,935 - Wasserstoff 6,801 6,761 6,687 6,769 6,576 6,613 6,631 - Stickstoff 17,225 17,225 17,936 17,936 17,936 17,936 17,936 - Sauerstoff } 24,938 25,262 23,848 24,643 26,143 24,829 25,498 - Schwefel } - - berechnet - Büffelhorn Nägel Wolle ~C₄₈H₇₈N₁₄O₁₇~ - /---------------------------\ - Kohlenstoff 51,990 51,162 51,620 51,540 51,089 50,653 51,718 - Wasserstoff 6,717 6,597 6,754 6,779 6,824 7,029 6,860 - Stickstoff 17,284 17,284 17,284 17,284 16,901 17,710 17,469 - Sauerstoff }24,009 24,957 24,342 24,397 25,186 24,608 23,953 - Schwefel } - - [54] Annal. d. Chem. u. Pharm. Bd. ~XL.~ S. 53. - -Hiermit stimmt nahe die Zusammensetzung der die innere Schale des -Hühnerei’s auskleidenden Haut; - - sie enthält nach _Scherer_[F55]* - Kohlenstoff 50,674 - Wasserstoff 6,608 - Stickstoff 16,761 - Sauerstoff } 25,957 - Schwefel } - - [55] Annal. d. Chem. u. Pharm. Bd. ~XL~. S. 60. - -_Zusammensetzung der Federn_. - - Scherer[F56]* - /---------------\ - Feder- Feder- berechnet - fahne spule ~C₄₈H₇₈N₁₄O₁₆~ - Kohlenstoff 50,434 52,427 52,457 - Wasserstoff 7,110 7,213 6,958 - Stickstoff 17,682 17,893 17,719 - Sauerstoff 24,774 22,467 22,866 - - [56] Annal. der Chem. u. Pharm. Bd. ~XL~. S. 61. - -_Zusammensetzung des Augenschwarzes_. - - Scherer[F57]* - /--------------------------\ - ~I.~ ~II.~ ~III.~ - Kohlenstoff 58,273 58,672 57,908 - Wasserstoff 5,973 5,962 5,817 - Stickstoff 13,768 13,768 13,768 - Sauerstoff 21,986 21,598 22,507 - - [57] Annal. der Chem. u. Pharm. Bd. ~XL~. S. 63. - - -Note 29. S. 135. - -Nach den Analysen von _Playfair_ und _Boeckmann_* gaben - - 0,452 trocknes Muskelfleisch 0,836 Kohlensäure - 0,407 „ „ 0,279 Wasser - 0,242 „ „ 0,450 Kohlensäure u. 0,164 Wasser - 0,191 „ „ 0,360 „ 0,130 „ - - _Blut_ - - 0,305 Substanz gaben 0,575 Kohlensäure u. 0,202 Wasser - 0,214 „ „ 0,402 „ 0,138 „ - 1,471 Blut hinterließen 0,065 Asche. - - Ochsenfleisch Ochsenblut Mittel - Playfair* Boeckmann* Playfair* Boeckmann* - Kohlenstoff 51,83 51,89 51,95 51,96 51,96 - Wasserstoff 7,57 7,59 7,17 7,33 7,25 - Stickstoff 15,01 15,05 15,07 15,08 15,07 - Sauerstoff 21,37 21,24 21,39 21,21 21,30 - Asche 4,23 4,23 4,42 4,42 4,42 - -Zieht man den Aschengehalt ab, so ist die Zusammensetzung des -organischen Theils des - - Ochsenfleischs Ochsenbluts - Playfair* Boeckmann* Playfair* Boeckmann* - Kohlenstoff 54,12 54,18 54,19 54,20 - Wasserstoff 7,89 7,93 7,48 7,65 - Stickstoff 15,67 15,71 15,72 15,73 - Sauerstoff 22,32 22,18 22,31 22,12 - -Dieser Zusammensetzung entspricht die Formel: - - ~C₄₈~ 54,62 - ~H₇₈~ 7,24 - ~N₁₂~ 15,81 - ~O₁₅~ 22,33 - - -Note 30. S. 137. - -_Zusammensetzung der Choleinsäure_[F58]. - - berechnet - Demarçay Dumas ~C₇₆H₁₃₂N₄O₂₂~ - Kohlenstoff 63,707 63,5 63,24 - Wasserstoff 8,821 9,3 8,97 - Stickstoff 3,255 3,3 3,86 - Sauerstoff 24,217 23,9 23,95 - - [58] Annal. der Pharm. Bd. ~XXVII~. S. 284 u. 293. - - -Note 31. S. 137. - -_Zusammensetzung des Taurins und der Choloidinsäure_. - -Taurin[F59]. - - berechnet - Demarçay Dumas ~C₄H₁₄N₂O₁₀~ - Kohlenstoff 19,24 19,26 19,48 - Wasserstoff 5,78 5,66 5,57 - Stickstoff 11,29 11,19 11,27 - Sauerstoff 63,69 63,89 63,68 - - [59] Annal. der Pharm. Bd. ~XXVII~. S. 287 u. 292. - -_Choloidinsäure_[F60]. - - berechnet - Demarçay Dumas ~C₇₂H₁₁₂O₁₂~ - /---------------\ - Kohlenstoff 73,301 73,522 73,3 74,4 - Wasserstoff 9,511 9,577 9,7 9,4 - Sauerstoff 17,188 16,901 17,0 16,2 - - [60] Ebendas. S. 289 u. S. 293. - -Ich habe zu den Untersuchungen von Demarçay Folgendes zu bemerken: - -Der Stoff, den ich als Choleinsäure bezeichnet habe, ist die Galle -selbst, getrennt von den anorganischen Bestandtheilen (Salze u. s. w.), -die sie enthält; durch Bleiessig, bei Gegenwart von Ammoniak, treten -alle ihre organischen Bestandtheile an Bleioxyd, indem sie sich damit zu -einem unlöslichen, harzartigen Niederschlage verbinden; der mit dem -Bleioxyd verbundene Körper enthält allen Kohlenstoff und Stickstoff der -Galle. Was ich mit Choloidinsäure bezeichnet habe, ist die Substanz, -welche man erhält, wenn die durch Alkohol von den darin unlöslichen -Stoffen befreite Galle mit einem Uebermaße von Salzsäure im Sieden -erhalten wird. Diese Substanz enthält allen Kohlenstoff und Wasserstoff -der Galle, bis auf diejenige Mengen dieser Elemente, welche in der Form -von Taurin und Ammoniak ausgetreten sind. Die Cholinsäure enthält die -Bestandtheile der Galle, von denen sich die Elemente des kohlensauren -Ammoniaks getrennt haben. - -Diese drei Stoffe enthalten also die Producte der Metamorphose der -ganzen Galle, ihre Formeln drücken die Anzahl der Elemente ihrer -Bestandtheile aus. Keiner davon ist in der Form, in der wir ihn -gewinnen, fertig gebildet in der Galle enthalten; ihre Elemente sind in -einer andern Weise mit einander verbunden wie in der Galle, allein die -Art, wie sie geordnet sind, hat auf die Festsetzung ihres relativen -Verhältnisses durch die Analyse nicht den geringsten Einfluß. In der -Formel selbst liegt demnach keine Hypothese, sie ist ein reiner Ausdruck -der Analyse. Aus wieviel verschiedenen Substanzen die Choleinsäure, -Choloidinsäure u. s. w. auch bestehen mag, die relative Anzahl ihrer -Elemente zusammengenommen wird durch die aufgefundene Formel -ausgedrückt. - -Die Untersuchung der Producte, welche aus der Galle durch die Einwirkung -der Luft und chemischer Agentien hervorgebracht werden, können für -pathologische Zustände von Wichtigkeit werden, allein bis auf das -allgemeine Verhalten der Galle ist die Kenntniß dieser Producte dem -Physiologen völlig unnütz, es ist eine Last, die ihm das Voranschreiten -erschwert. Von keinem einzigen der 38 oder 40 Stoffe, in die man die -Galle zerlegt hat, läßt sich mit Gewißheit behaupten, daß er fertig -gebildet darin enthalten ist, von den meisten weiß man mit Bestimmtheit, -daß sie Erzeugnisse der Materien sind, die man darauf einwirken ließ. - -Die Galle enthält Natron, allein sie ist eine Natronverbindung der -merkwürdigsten Art; wenn wir ihre in Alkohol löslichen organischen -Bestandtheile an Bleioxyd binden und das Bleioxyd wieder davon scheiden, -so haben wir einen Körper (Choleinsäure), der mit Natron -zusammengebracht eine der Galle dem Geschmacke nach ähnliche Verbindung -wieder bildet, allein es ist keine Galle mehr; die Galle kann mit -Pflanzensäuren, ja mit verdünnten Mineralsäuren, vermischt werden, ohne -Trübung, ohne einen Niederschlag zu bilden, während die ebenerwähnte -Verbindung der Choleinsäure durch die schwächsten Säuren zersetzt und -alle Choleinsäure wieder abgeschieden wird. Die Galle ist demnach -keineswegs als choleinsaures Natron zu betrachten. In welchem Zustande, -kann man weiter fragen, ist das Cholsterin, die Margarin- und Talgsäure, -die man darin nachweis’t, in der Galle enthalten? Das Cholsterin ist in -Wasser nicht löslich, mit Alkalien nicht verseifbar, die Verbindungen -der genannten, fetten Säuren mit Alkalien, wären sie wirklich als Seifen -in der Galle enthalten, sie müßten durch Säuren mit der größten -Leichtigkeit abgeschieden werden. Allein es erfolgt durch verdünnte -Säuren keine Abscheidung von Margarin- oder Talgsäure. - -Es ist möglich, daß in neuen und wiederholten Untersuchungen -Abweichungen in der procentischen Zusammensetzung, von der in den -analytischen Entwicklungen gegebenen sich herausstellen werden, allein -auf die Formel selbst kann dies nur von geringem Einfluß sein; wenn das -relative Verhältniß des Kohlenstoffs zum Stickstoff sich nicht ändert, -so werden sich diese Abweichungen auf den Sauerstoff und -Wasserstoffgehalt beschränken; man wird alsdann für die -Auseinandersetzungen in Formeln annehmen müssen, daß mehr Wasser oder -mehr Sauerstoff, oder weniger Wasser und weniger Sauerstoff an der -Metamorphose der Gebilde Antheil nehmen, allein die Wahrheit der -Entwicklungen selbst wird hierdurch nicht gefährdet. - - -Note 32. Seite 137. - -_Zusammensetzung der Cholinsäure_[F61]. - - berechnet - Dumas ~C₇₄H₁₂₀O₁₈~ - Kohlenstoff 68,5 68,9 - Wasserstoff 9,7 9,2 - Sauerstoff 21,8 21,9 - - [61] Ebendaselbst Bd. ~XXVII.~ S. 295. - - -Note 33. S. 139. - -_Zusammensetzung der Hauptbestandtheile des Harns der Menschen und -Thiere_. - -_Harnsäure_. - - Liebig Mitscher- berechnet - [F62]* lich[F63] ~C₁₀H₈N₈O₆~ - Kohlenstoff 36,083 35,82 36,00 - Wasserstoff 2,441 2,38 2,36 - Stickstoff 33,361 34,60 33,37 - Sauerstoff 28,126 27,20 28,27 - - [62] Annal. der Pharm. Bd. ~X.~ S. 47. - - [63] Poggend. Annal. Bd. ~XXXIII.~ S. 335. - -_Alloxan_[F64]. - -Product der Oxydation der Harnsäure. - - berechnet - Wöhler u. Liebig* ~C₈H₈N₄O₁₀~ - /--------------\ - Kohlenstoff 30,38 30,18 30,34 - Wasserstoff 2,57 2,48 2,47 - Stickstoff 17,96 17,96 17,55 - Sauerstoff 49,09 49,38 49,64 - - [64] Annal. der Pharm. Bd. ~XXVI.~ S. 260. - -_Harnstoff_. - - Wöhler u. - Prout Liebig berechnet - [F65] [F66] ~C₂N₄H₈O₄~ - Kohlenstoff 19,99 20,02 20,192 - Wasserstoff 6,65 6,71 6,595 - Stickstoff 46,65 46,73 46,782 - Sauerstoff 26,63 26,54 26,425 - - [65] ~Thoms. Ann. T. XI. p.~ 352. - - [66] Poggend. Ann. Bd. ~XX.~ S. 375. - -_Krystallisirte Hippursäure_. - - Mitscher- - Liebig Dumas lich berechnet - [F67]* [F68] [F69] ~C₁₈N₂H₁₆O₅~ - Kohlenstoff 60,742 60,5 60,63 60,76 - Wasserstoff 4,959 4,9 4,98 4,92 - Stickstoff 7,816 7,7 7,90 7,82 - Sauerstoff 26,483 26,9 26,49 26,50 - - [67] Annal. d. Pharm. Bd. ~XII.~ S. 20. - - [68] ~Ann. de Chim. et de Phys. T. LVII. p.~ 327. - - [69] Pogg. Ann. Bd. ~XXXIII.~ S. 335. - -_Allantoin_[F70]. - - Wöhler u. berechnet - Liebig* ~C₈N₈H₁₂O₆~ - Kohlenstoff 30,60 30,66 - Wasserstoff 3,83 3,75 - Stickstoff 35,45 35,50 - Sauerstoff 30,12 30,09 - - [70] Ann. der Pharm. Bd. ~XXVI.~ S. 215. - -_Harnoxyd_[F71]. - - - Wöhler u. berechnet - Liebig* ~C₅H₄N₄O₂~ - Kohlenstoff 39,28 39,86 - Wasserstoff 2,95 2,60 - Stickstoff 36,35 37,72 - Sauerstoff 21,24 20,82 - - [71] Annal. der Pharm. Bd. ~XXVI.~ S. 344. - -_Cysticoxyd_[F72]. - - berechnet - Thaulow* ~C₆N₂H₁₂O₄S₂~ - Kohlenstoff 30,01 30,31 - Wasserstoff 5,10 4,94 - Stickstoff 11,00 11,70 - Sauerstoff 28,38 46,47 - Schwefel 25,51 26,58 - - [72] Annal. der Pharm. Bd. ~XXVII.~ S. 200. - -Das Cystic-Oxyd ist durch seinen Schwefelgehalt ganz besonders -ausgezeichnet vor allen anderen in der Harnblase vorkommenden -Concretionen. Es läßt sich mit Bestimmtheit darthun, daß der Schwefel -in diesem Körper weder im oxydirten Zustande noch in der Form einer -Cyanverbindung enthalten ist, und in dieser Beziehung ist die Bemerkung -vielleicht nicht ohne Interesse, daß 4 Atome Cystic-Oxyd die Elemente -von Harnsäure, Benzoesäure, Schwefelwasserstoff und Wasser enthalten, -lauter Substanzen, deren Erzeugbarkeit im Thierorganismus keinem Zweifel -unterliegt. - - 1 At. Harnsäure ~C₁₀N₈H₈ O₆~ - 1 „ Benzoesäure ~C₁₄ H₁₀O₃~ - 8 „ Schwefelwasserstoff ~H₁₆ S₈~ - 7 „ Wasser ~H₁₄O₇~ - --------------- - 1 At. Cysticoxyd = ~C₂₄N₈H₄₈O₁₆S₈~ = 4(~C₆N₂H₁₂O₄S₂~) - -Ein vortreffliches Mittel, um bei Harnsteinen die Gegenwart des -Cysticoxyds darzuthun ist folgendes: - -Man lös’t den fraglichen Harnstein in starker Kalilauge auf und setzt -einige Tropfen essigsaures Bleioxyd hinzu, nicht mehr als Bleioxyd in -Auflösung erhalten werden kann. Beim Kochen dieser Mischung entsteht ein -schwarzer Niederschlag von Schwefelblei, der ihr das Ansehen von Dinte -giebt. Es entwickelt sich hierbei eine reichliche Menge Ammoniak; die -alkalische Flüssigkeit enthält unter anderen Producten Oxalsäure. - - -Note 34. Seite 139. - -_Zusammensetzung der Oxalsäure, Oxalursäure und der Parabansäure_. - -_Oxalsäure_. - - Gay-Luss. berechnet - u. Thénard Bertholl. ~C₂H₂O₄~ - Kohlenstoff 26,566 25,13 26,66 - Wasserstoff 2,745 3,09 2,22 - Sauerstoff 70,689 71,78 71,12 - -_Oxalursäure_[F73]. - - berechnet - Wöhler u. Liebig* ~C₆H₈N₄O₈~ - /-----------------\ - Kohlenstoff 27,600 27,318 27,59 - Wasserstoff 3,122 3,072 3,00 - Stickstoff 21,218 21,218 21,29 - Sauerstoff 48,060 48,392 48,12 - - [73] Annal. der Pharm. Bd. ~XXVI.~ S. 289. - -_Parabansäure_[F74]. - - berechnet - Wöhler u. Liebig* ~C₆H₄N₄O₆~ - /-----------------\ - Kohlenstoff 31,95 31,940 31,91 - Wasserstoff 2,09 1,876 1,73 - Stickstoff 24,66 24,650 24,62 - Sauerstoff 41,30 41,534 41,74 - - [74] Ebendaselbst S. 286. - - -Note 35. S. 141. - -_Zusammensetzung des gebratenen Fleisch’s_. - - (1) 0,307 Substanz gaben 0,584 Kohlensäure und 0,206 Wasserstoff - (2) 0,255 „ „ 0,485 „ „ 0,181 „ - (3) 0,179 „ „ 0,340 „ „ 0,125 „ - - Reh- Ochsen Kalb- - fleisch (1) fleisch (2) fleisch (3) - Boeckmann* Playfair* - /------------------\ - Kohlenstoff 52,60 52,590 52,52 - Wasserstoff 7,45 7,886 7,87 - Stickstoff 15,23 15,214 14,70 - Sauerstoff } 24,72 24,310 24,91 - Asche } - - -Note 36. S. 144. - -Die Formel ~C₂₇H₄₂N₉O₁₀~ giebt nämlich in 100 Theilen: - - ~C₂₇~ 50,07 - ~H₄₂~ 6,35 - ~N₉~ 19,32 - ~O₁₀~ 24,26 - -Die Zusammensetzung des Leims s. Note 28. - - -Note 37. S. 158. - -_Zusammensetzung der Lithofellinsäure_[F75]. - - berechnet - Ettling u. Will* Wöhler ~C₄₀H₇₂O₈~ - /-----------------------\ - Kohlenstoff 71,19 70,80 70,23 70,83 70,83 - Wasserstoff 10,85 10,78 10,95 10,60 10,48 - Stickstoff 17,96 18,42 18,92 18,57 18,69 - - [75] Annal. der Chem. u. Pharm. Bd. ~XXXIX.~ S. 242. Bd. ~XLI.~ S. - 154. - - -Note 38. Seite 181. - -_Zusammensetzung des Solanins aus Kartoffelkeimen_[F76]. - - Blanchet* - Kohlenstoff 62,11 - Wasserstoff 8,92 - Stickstoff 1,64 - Sauerstoff 27,33 - - [76] Annal. der Pharm. Bd. ~V.~ S. 150. - - -Note 39. Seite 181. - -_Zusammensetzung des Picrotoxins_[F77]. - - Francis* - Kohlenstoff 60,26 - Wasserstoff 5,70 - Stickstoff 1,30 - Sauerstoff 32,74 - - [77] In einer andern Analyse erhielt _Francis_ 0,75 ~pCt.~ Stickstoff. - Das zu den Analysen verwandte Picrotoxin war theilweise aus der Fabrik - des Herrn _Merck_ in Darmstadt, theils von Herrn _Francis_ - dargestellt; es war vollkommen weiß und schon krystallisirt. -- - _Regnault_ fand bekanntlich keinen Stickstoff in dem Picrotoxin. - - -Note 40. Seite 181. - -_Zusammensetzung des Chinins_. - - berechnet - Liebig* ~C₂₀H₂₄N₂O₂~ - Kohlenstoff 75,76 74,39 - Wasserstoff 7,52 7,25 - Stickstoff 8,11 8,62 - Sauerstoff 8,62 9,64 - - -Note 41. Seite 182. - -_Zusammensetzung des Morphins_[F78]. - - berechnet - Liebig* Regnault ~C₃₅H₄₀N₂O₆~ - /--------------\ - Kohlenstoff 72,340 72,87 72,41 72,28 - Wasserstoff 6,366 6,86 6,84 6,74 - Stickstoff 4,995 5,01 5,01 4,80 - Sauerstoff 16,299 15,26 15,74 16,18 - - [78] Annal. der Pharm. Bd. ~XXVI.~ S. 23. - - -Note 42. Seite 182. - -_Zusammensetzung des Caffeins, Theins und Guaranins_[F79]. - - Caffein Thein Guaranin - Pfaff u. berechnet - Liebig* Jobst Martius ~C₈H₁₀N₄O₂~ - Kohlenstoff 49,77 50,101 49,679 49,798 - Wasserstoff 5,33 5,214 5,139 5,082 - Stickstoff 28,78 29,009 29,180 28,832 - Sauerstoff 16,12 15,676 16,002 16,288 - - [79] Annal. d. Pharm. Bd. ~I.~ S. 17, Bd. ~XXV.~ S. 63 u. Bd. ~XXVI.~ - S. 95. - - -Note 43. Seite 182. - -_Zusammensetzung des Theobromins_[F80]. - - berechnet - Woskresensky ~C₉H₁₀N₆O₂~ - /-----------------------\ - Kohlenstoff 47,21 46,97 46,71 46,43 - Wasserstoff 4,53 4,61 4,52 4,21 - Stickstoff 35,38 35,38 35,38 35,85 - Sauerstoff 12,88 13,04 13,39 13,51 - - [80] Annal. der Chem. u. Pharm. Bd. ~XLI.~ S. 125. - -_Zusammensetzung des Asparagins_[F81]. - - berechnet - ~C₈H₁₆N₄O₆~ - Liebig* + 2 ~aq.~ - Kohlenstoff 32,351 32,35 - Wasserstoff 6,844 6,60 - Stickstoff 18,734 18,73 - Sauerstoff 42,021 42,32 - - [81] Annal. der Pharm. Bd. ~VII.~ S. 146. - - - - - Ueber - =Verwandlung der Benzoesäure in Hippursäure[F82].= - - Von - - _Wilhelm Keller_ aus Grosheim. - - (Aus den Annalen der Chemie und Pharmacie.) - - -Schon in der früheren Ausgabe von _Berzelius_’ Lehrbuch der Chemie (1831 -Bd. ~IV.~ S. 376) hatte Herr Professor _Wöhler_ die Vermuthung -ausgesprochen, daß die Benzoesäure bei der Verdauung wahrscheinlich in -Hippursäure umgewandelt werde. Diese Vermuthung gründete sich auf einen -Versuch, den derselbe über den Uebergang der Benzoesäure in den Harn -angestellt hatte. Er fand in dem Harne eines Hundes, der mit dem Futter -¹/₂ Drachme Benzoesäure gefressen hatte, eine in nadelförmigen Prismen -krystallisirende Säure, die im Allgemeinen die Eigenschaften der -Benzoesäure hatte und die er auch für solche hielt (_Tiedemann’s_ -Zeitschrift für Physiologie Bd. ~I.~ S. 142). Indessen waren diese -Krystalle offenbar Hippursäure, wie aus der Angabe, daß sie wie Salpeter -ausgesehen und bei der Sublimation Kohle hinterlassen hätten, deutlich -hervorgeht. Allein die Hippursäure war damals noch nicht entdeckt und es -ist bekannt, daß sie bis 1829, wo sie zuerst von _Liebig_ unterschieden -wurde, allgemein mit der Benzoesäure verwechselt worden ist. - - [82] Zu den Beweisen, welche _Ure_ für die Umwandlung der Benzoesäure - in Hippursäure im menschlichen Körper angegeben hat, sind durch Herrn - _Keller_ einige ganz entscheidende gekommen, die ich ihrer - physiologischen Wichtigkeit wegen diesem Buche beigebe. Die Versuche - des Herrn _Keller_ sind in dem Laboratorium des Herrn Prof. _Wöhler_ - in Göttingen angestellt worden; sie setzen die Thatsache außer allen - Zweifel, daß ein in der Nahrung genossener stickstofffreier Körper an - dem Act der Umsetzung der thierischen Gebilde und an der Bildung eines - Secretes durch seine Bestandtheile Antheil nehmen kann. Diese - Thatsache verbreitet auf die Wirkung der meisten Arzneimittel ein - unzweideutiges Licht, und wenn sich der Einfluß des Caffeins auf die - Bildung des Harnstoffs oder der Harnsäure in einer ähnlichen Weise - nachweisen läßt, so ist damit der Schlüssel zu der Wirkung des Chinins - und der anderen organischen Basen gegeben. - - J. L. - -Die neuerlich publicirte Angabe von _Ure_[F83], daß er in dem Harne -eines Patienten, der Benzoesäure eingenommen hatte, wirklich Hippursäure -gefunden habe, brachte dieses in physiologischer Hinsicht so wichtige -Verhalten wieder in Erinnerung und gab zu den folgenden Versuchen -Veranlassung, die ich auf den Vorschlag des Herrn Professors _Wöhler_ an -mir selbst angestellt habe. Seine Vermuthung ist dadurch unzweideutig -bestätigt worden. - - [83] Pharmac. Centralblatt No. 46, aus ~Prov. med. and surg. Journ.~ - 1841. - -Ich nahm Abends vor dem Schlafengehen mit Zuckersyrup 2 Gramme (ungefähr -32 Gran) reine Benzoesäure. In der Nacht gerieth ich in Schweiß, was -wohl eine Wirkung dieser Säure sein mochte, da ich sonst nur sehr schwer -in stärkere Transpiration komme. Eine andere Wirkung konnte ich nicht -wahrnehmen, selbst als ich auch an den folgenden Tagen dieselbe Dosis -dreimal täglich zu mir nahm, wo auch nicht einmal der Schweiß wieder -eintrat. - -Der am Morgen gelassene Harn reagirte ungewöhnlich stark sauer und zwar -selbst noch, nachdem er abgedampft worden war und 12 Stunden lang -gestanden hatte. Er setzte dabei nur das gewöhnliche Sediment von -Erdsalzen ab. Als er aber mit Salzsäure vermischt und stehen gelassen -wurde, bildeten sich darin lange, prismatische, braungefärbte Krystalle -in großer Menge, die schon dem Ansehen nach nicht für Benzoesäure zu -halten waren. Ein anderer Theil, der durch Abdampfen bis zur Syrupsdicke -concentrirt war, verwandelte sich beim Vermischen mit Salzsäure in ein -Magma von Krystallblättchen. Diese so erhaltene krystallinische Substanz -wurde ausgepreßt, in siedendem Wasser gelös’t, mit Thierkohle behandelt -und umkrystallisirt. Sie wurde dadurch in farblosen, zolllangen Prismen -erhalten. - -Diese Krystalle waren reine _Hippursäure_. Beim Erhitzen schmolzen sie -leicht, bei etwas stärkerer Hitze verkohlte sich die Masse unter -Entwicklung eines Geruchs nach Bittermandelöl und unter Sublimation von -Benzoesäure. Um jeden Zweifel zu beseitigen, bestimmte ich ihren -Kohlenstoffgehalt, 0,3 Grm. gaben 60,4 ~pCt.~ Kohlenstoff. Nach der -Formel ~C₁₈H₁₆N₂O₅~ + ~aq.~ enthält die krystallisirte Hippursäure -60,67 ~pCt.~ Kohlenstoff, die krystallisirte Benzoesäure dagegen enthält -69,10 ~pCt.~ Kohlenstoff. - -So lange ich das Einnehmen der Benzoesäure fortsetzte, konnte ich aus -dem Harne mit Leichtigkeit und in Menge Hippursäure darstellen, und da -die Benzoesäure so ohne allen Nachtheil für die Gesundheit zu sein -scheint, so wäre es leicht, sich auf diese Weise größere Mengen von -Hippursäure zu verschaffen. Man könnte sich dazu eine Person halten, die -Wochen lang diese Fabrication fortsetzen müßte. - -Es war wichtig, den Harn, welcher Hippursäure enthielt, auf seine beiden -normalen Hauptbestandtheile, den Harnstoff und die Harnsäure, zu -untersuchen. Sie waren beide darin enthalten, und, dem Anschein nach, in -keiner andern Quantität, als im normalen Harn. - -Als der durch Abdampfen concentrirte Harn, aus dem durch Salzsäure die -Hippursäure geschieden war, mit Salpetersäure vermischt wurde, setzte er -eine große Menge salpetersauren Harnstoff ab. Schon vorher hatte er ein -pulveriges Sediment fallen lassen, dessen Auflösung in Salpetersäure bei -dem Abdampfen auf Porzellan die bekannte, purpurrothe Reaction der -Harnsäure gab. Diese Beobachtung widerspricht der Angabe von _Ure_, und -es ist daher wohl etwas zu voreilig, wenn er die Benzoesäure als Mittel -gegen die aus Harnsäure bestehenden Gicht- und Harn-Concretionen -empfiehlt; er scheint sich vorzustellen, daß die Harnsäure zur -Umwandlung der Benzoesäure in Hippursäure verwendet werde. Da er seine -Beobachtung an dem Harn einer Arthritischen machte, so ist anzunehmen, -daß dieser Harn auch ohne den innern Gebrauch der Benzoesäure keine -Harnsäure enthalten haben würde. -- Uebrigens ist es klar, daß die -Hippursäure, da sie sich erst nach Zusatz einer Säure abscheidet, an -eine Basis gebunden, im Harne enthalten ist. - - - - -Druckfehler. - - - Seite 61 Zeile 5 v. o. anstatt _venösem_ setze _arteriellem_. - „ 65 „ 12 v. o. anstatt _Pferd_ lese man _Ochse_. - - - - - * * * * * * - - - - -Anmerkungen zur Transkription - -Der gedruckte Text des Originalwerkes ist wörtlich beibehalten, -einschließlich inkonsistenter und ungewöhnlicher Rechtschreibung, -außer wenn unten erwähnt (siehe Änderungen). - -In Abhängigkeit von der verwendeten Hard- und Software und deren -Einstellungen werden möglicherweise nicht alle Elemente des Textes -gezeigt wie beabsichtigt. - -In den Fuß- und Endnoten bedeutet E Endnote (siehe den Anhang am Ende -des Textes) und F Fußnote (siehe direkt unter den Absatz, Tafel, -u.s.w.). - -Nicht alle Resultate der Berechnungen sind recht; sie sind nicht -korrigiert worden. - -S. 301, erste Tafel: die Tabellenüberschrift fehlt im Originalwerke, -möglicherweise ist diese Tabelle eine Vorsetzung der vorherigen. - -S. 343: die Druckfehler sind bereits im Texte korrigiert worden. - -Änderungen - -Einige Interpunktionsfehler sind stillschweigend korrigiert worden. - -Folgende Schreibweisen sind standardisiert worden: ~pCt.~, Frémy, -Gay-Lussac, Thénard. - -Chemische und Zusammensetzungsformeln wurden ohne Leerzeichen -transkribiert, außer wo diese für Tabelle erforderlich waren. - -S. 7: Bewußsein --> Bewußtsein -S. 26: ) eingefügt nach ... am Gewichte verloren. -S. 52: stickhoffhaltigen --> stickstoffhaltigen -S. 83: löschen --> löslichen -S. 118: atmospärische --> atmosphärische -S. 119: Lymphgegefäße --> Lymphgefäße -S. 137: Formel Choleinsäure ~C₇₅~ --> ~C₇₆~ -S. 138: Erste Berechnung: = --> +; zweite Berechnung: + eingefügt -S. 315, Fußnote [36]: ed. --> éd. - - - -***END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE ORGANISCHE CHEMIE IN IHRER -ANWENDUNG AUF PHYSIOLOGIE UND PATHOLOGIE*** - - -******* This file should be named 55462-0.txt or 55462-0.zip ******* - - -This and all associated files of various formats will be found in: -http://www.gutenberg.org/dirs/5/5/4/6/55462 - - -Updated editions will replace the previous one--the old editions will -be renamed. - -Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright -law means that no one owns a United States copyright in these works, -so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United -States without permission and without paying copyright -royalties. 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Email contact links and up to -date contact information can be found at the Foundation's web site and -official page at www.gutenberg.org/contact - -For additional contact information: - - Dr. Gregory B. Newby - Chief Executive and Director - gbnewby@pglaf.org - -Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg -Literary Archive Foundation - -Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide -spread public support and donations to carry out its mission of -increasing the number of public domain and licensed works that can be -freely distributed in machine readable form accessible by the widest -array of equipment including outdated equipment. Many small donations -($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt -status with the IRS. - -The Foundation is committed to complying with the laws regulating -charities and charitable donations in all 50 states of the United -States. 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You may copy it, give it away or re-use it -under the terms of the Project Gutenberg License included with this -eBook or online at <a -href="http://www.gutenberg.org">www.gutenberg.org</a>. If you are not -located in the United States, you'll have to check the laws of the -country where you are located before using this ebook.</p> -<p>Title: Die organische Chemie in ihrer Anwendung auf Physiologie und Pathologie</p> -<p>Author: Justus, Freiherr von Liebig</p> -<p>Release Date: August 30, 2017 [eBook #55462]</p> -<p>Language: German</p> -<p>Character set encoding: ISO-8859-1</p> -<p>***START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE ORGANISCHE CHEMIE IN IHRER ANWENDUNG AUF PHYSIOLOGIE UND PATHOLOGIE***</p> -<p> </p> -<h4>E-text prepared by Peter Becker, Harry Lam,<br /> - and the Online Distributed Proofreading Team<br /> - (<a href="http://www.pgdp.net">http://www.pgdp.net</a>)<br /> - from page images generously made available by<br /> - Internet Archive<br /> - (<a href="https://archive.org">https://archive.org</a>)</h4> -<p> </p> -<table border="0" style="background-color: #ccccff;margin: 0 auto; text-align: left;" cellpadding="10"> - <tr> - <td valign="top"> - Note: - </td> - <td> - Images of the original pages are available through - Internet Archive. See - <a href="https://archive.org/details/dieorganischeche1842lieb"> - https://archive.org/details/dieorganischeche1842lieb</a> - </td> - </tr> -</table> -<p> </p> -<div class="tnbox"> -<p class="center"><a href="#TN">Anmerkungen zur Transkription</a> befinden sich am Ende dieses Textes.</p> -</div> -<p> </p> -<hr class="full" /> -<p> </p> -<p> </p> -<p> </p> -<p> </p> - -<div class="scr"> -<div class="figcenter"> -<img src="images/cover_sm.jpg" alt="Umschlag" width="450" height="600" /> -</div> -</div> - -<hr class="chap" /> - -<h1><span class="fsize125">Die</span><br /> -<span class="gesp2 fsize200"><b>organische Chemie</b></span><br /> -in<br /> -ihrer Anwendung<br /> -auf<br /> -<span class="fsize175"><b>Physiologie und Pathologie.</b></span></h1> - -<hr class="chap" /> - -<div class="druck"> - -<p>Druck und Papier<br /> -von <span class="gesp2">Fr. Vieweg und Sohn</span><br /> -in Braunschweig</p> - -</div><!--druck--> - -<div class="titpag"> - -<p class="title"> -<span class="fsize125">Die</span><br /> -<span class="gesp2 fsize200"><b>organische Chemie</b></span><br /> -in<br /> -ihrer Anwendung<br /> -auf<br /> -<span class="fsize175"><b>Physiologie und Pathologie.</b></span></p> - -<hr class="sec" /> - -<p class="center highline2 blankbefore2">Von<br /> -Justus Liebig,</p> - -<p class="noindent fsize70 blankbefore15"><span class="antiqua">Dr.</span> der Medizin und Philosophie, -Professor der Chemie an der Ludwigs-Universität zu Gießen, -Ritter des Großherzogl. Hessischen Ludwigsordens und des Kaiserl. Russischen St. Annenordens 3ter Klasse, -auswärtiges Mitglied der Königl. Akademie der Wissenschaften zu Stockholm, der -<span class="antiqua">Royal Society</span> zu London, -Ehrenmitglied der <span class="antiqua">British association for the advancement of Science</span>, Ehrenmitglied der Königlichen -Akademie zu Dublin, correspondirendes Mitglied der Königlichen Akademieen der Wissenschaften -zu Berlin, München und St. Petersburg, des Königlichen Institutes zu Amsterdam, -der Königlichen Societät der Wissenschaften zu Göttingen, der -naturforschenden Gesellschaft zu Heidelberg &c. &c. &c.</p> - -<hr class="chap" /> - -<p class="center highline2 blankbefore2">Braunschweig,<br /> -<span class="gesp2 fsize80">Verlag von Friedrich Vieweg und Sohn</span>.<br /> -<span class="gesp2">1842</span>.</p> - -</div><!--titpag--> - -<hr class="chap" /> - -<p><span class="pagenum" id="Pagevii">[VII]</span></p> - -<h2 class="gesp2">Vorwort.</h2> - -<p><span class="fsize150"><b>D</b></span>urch die Uebertragung der Methoden, welche die Physiker -seit Jahrhunderten in der Ermittelung der Ursachen der -Naturerscheinungen befolgen, auf die Chemie, durch Beachtung -von Maß und Gewicht, ist von <span class="gesp2">Lavoisier</span> der Grundstein -einer neuen Wissenschaft gelegt worden, welche durch -die Pflege ausgezeichneter Männer in außerordentlich kurzer -Zeit einen hohen Grad von Vollendung erhalten hat.</p> - -<p>Es war die Aufsuchung und das Festhalten aller Bedingungen, -die sich zu einer Beobachtung vereinigen müssen, es -war die Erkenntniß der richtigeren Grundsätze zu Forschungen, -welche die Chemiker vor Irrthümern schützten und sie -auf einem ebenso einfachen als sicheren Wege zu Entdeckungen -führten, welche in die früher dunkelsten und unbegreiflichsten -Naturerscheinungen Licht und Klarheit brachten.</p> - -<p>Die nützlichsten Anwendungen auf Künste und Industrie -und alle der Chemie verwandten Zweige des Wissens, ergaben -sich aus den von ihnen erforschten Gesetzen und dieser -Einfluß zeigte sich nicht erst, nachdem die Chemie den erreichbaren -Grad von Vollendung erhalten hatte, sondern er machte -sich mit jeder einzelnen neuen Erfahrung geltend.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Pageviii">[VIII]</span></p> - -<p>Alle in den anderen Fächern bereits vorhandenen Erfahrungen -und Beobachtungen wirkten in ganz gleicher Weise -fördernd, auf die Ausbildung und Entwicklung der Chemie -zurück, so daß sie eben so viel von der Metallurgie und Industrie -empfing, als sie gegeben hatte; indem sie zusammen -an Reichthum zunahmen, bildeten sie sich mit und neben -einander aus.</p> - -<p>Nach der allmäligen Vervollkommnung der Mineralchemie -wandten sich die Arbeiten der Chemiker einer andern Richtung -zu; aus der Untersuchung der Bestandtheile der Pflanzen -und Thiere sind neue und veränderte Ansichten hervorgegangen; -das vorliegende Werk ist ein Versuch zu ihrer -Anwendung in der Physiologie und Pathologie.</p> - -<p>In früheren Zeiten hat man, in vielen Fällen mit großem -Erfolg, die aus der Bekanntschaft mit den chemischen -Erfahrungen erworbenen Ansichten auf die Zwecke der Heilwissenschaft -anzuwenden versucht; ja, die großen Aerzte, -welche zu Ende des siebenzehnten Jahrhunderts lebten, waren -die ausschließlichen Kenner und Begründer der Chemie; das -phlogistische System der Chemie, mit allen seinen Unvollkommenheiten, -erschien als die Morgenröthe eines neuen Tages, -es war der Sieg der Philosophie über die roheste Experimentirkunst.</p> - -<p>Die neuere Chemie hat mit allen ihren Entdeckungen der -Physiologie und Pathologie nur unbedeutende Dienste geleistet, -und Niemand kann sich über die Ursache dieser Theilnahmlosigkeit -täuschen, wer in Erwägung zieht, daß alle in<span class="pagenum" id="Pageix">[IX]</span> -dem Gebiete der anorganischen Chemie erworbenen Erfahrungen, -die Kenntniß des Verhaltens der einfachen Körper -und ihrer in Laboratorien darstellbaren Verbindungen mit -dem lebendigen Thierkörper und dem Verhalten seiner Bestandtheile -in keine Art von Beziehung gebracht werden -konnten.</p> - -<p>Die Physiologie nahm keinen Theil an den Fortschritten -der Chemie, weil sie lange Zeit hindurch, zu ihrer eigenen -Förderung, nichts von dieser Wissenschaft zu empfangen hatte. -Dieser Zustand hat sich seit fünfundzwanzig Jahren geändert; -allein auch in der Physiologie sind in dieser Zeit neue Wege -und Mittel zu Forschungen in ihrem eigenen Gebiete gewonnen -worden, und erst mit der Erschöpfung dieser Quellen -von Entdeckungen ließ sich einer neuen Richtung in den -Arbeiten der Physiologen entgegensehen. Auch diese Zeit -liegt uns nahe, und ein Weiterschreiten auf dem eingeschlagenen -Wege würde jetzt das Gebiet der Physiologie, -aus dem sich sehr bald fühlbar machenden Mangel an frischen -Anhaltspunkten zu Forschungen, nur breiter, aber weder -tiefer noch gründlicher machen.</p> - -<p>Niemand wird den Muth haben zu behaupten, daß die -Ermittelung der Formen und der Bewegungserscheinungen -nicht nothwendig oder nützlich wäre, sie muß im Gegentheil -als durchaus unentbehrlich zur Erkenntniß der Lebensprocesse -angesehen werden; allein sie umfaßt nur eine einzige Klasse -von Bedingungen zur Erkenntniß, und diese reichen für sich -allein nicht dazu hin.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Pagex">[X]</span></p> - -<p>Die Erforschung der Zwecke und Functionen der einzelnen -Organe und ihres gegenseitigen Verbandes im Thierkörper, -war in früherer Zeit der Hauptgegenstand der physiologischen -Untersuchungen; er ist in der neuern Zeit in den -Hintergrund getreten. Die größte Masse aller neueren Entdeckungen -hat die vergleichende Anatomie weit mehr als die -Physiologie bereichert.</p> - -<p>Für die Erkennung der ungleichen Formen und Zustände -im gesunden und kranken Organismus geben diese Arbeiten -ohne Zweifel die werthvollsten Resultate, allein für eine tiefere -Einsicht in das Wesen der vitalen Acte bieten sie keine -Aufschlüsse dar.</p> - -<p>Durch die genaueste, anatomische Kenntniß der Gebilde -kann man zuletzt nicht erfahren, zu welchem Zwecke sie dienen, -und mit der mikroskopischen Untersuchung der feinsten -Verzweigungen der Gefäßnetze wird man nicht mehr von ihren -Verrichtungen wissen, als man über den Gesichtssinn -durch das Zählen der Flächen auf dem Auge einer Stubenfliege -erfahren hat. Die schönste und erhabenste Aufgabe des -menschlichen Geistes, die Erforschung der Gesetze des Lebens, -kann nicht gelös’t, sie kann nicht gedacht werden, ohne eine -genaue Kenntniß der chemischen Kräfte, der Kräfte nämlich, -die nicht in Entfernungen wirken, die in einer ähnlichen Weise -zur Aeußerung gelangen, wie die letzten Ursachen, von welchen -die Lebenserscheinungen bedingt werden, die sich überall thätig -zeigen, wo sich differente Materien berühren.</p> - -<p>Die Pathologie versucht noch heutzutage, wiewohl ganz<span class="pagenum" id="Pagexi">[XI]</span> -nach dem Muster der phlogistischen Chemiker (der qualitativen -Methode), Anwendung von chemischen Erfahrungen zur -Beseitigung von Krankheitszuständen zu machen, allein den -Ursachen und dem Wesen der Krankheit ist man mit allen -diesen zahllosen Versuchen um keinen Schritt näher gekommen.</p> - -<p>Ohne bestimmte Fragen zu stellen, hat man Blut, Harn -und alle Bestandtheile des gesunden und kranken Organismus -mit Alkalien und Säuren und allen Arten von chemischen -Reagentien in Berührung gebracht und aus der Kenntniß -der vorgegangenen Aenderungen Rückschlüsse auf ihr -Verhalten im Körper gemacht.</p> - -<p>Auf diesem Wege konnte der Zufall vielleicht zu nützlichen -Heilmitteln führen, allein eine rationelle Pathologie kann -auf Reactionen nicht begründet, der lebendige Thierkörper -kann nicht für ein chemisches Laboratorium angesehen werden.</p> - -<p>Bei krankhaften Zuständen, in dessen Folge das Blut eine -dickflüssige Beschaffenheit erhält, kann diese nicht durch eine chemische -Wirkung auf die in den Blutkanälen circulirende Flüssigkeit -dauernd gehoben werden; die Abscheidung von Sedimenten -im Harn läßt sich vielleicht durch Alkalien verhindern, -ohne daß damit nur entfernt die Krankheitsursache beseitigt -sein kann; und wenn man im Typhus unlösliche Ammoniaksalze -in den Faeces und eine ähnliche Aenderung der Beschaffenheit -der Blutkörperchen beobachtet, so wie sie durch -Ammoniakflüssigkeit künstlich im Blute hervorgebracht werden -kann, so darf deshalb das im Körper vorhandene Ammoniak<span class="pagenum" id="Pagexii">[XII]</span> -nicht als die Ursache, sondern stets nur als der Effect einer -Ursache angesehen werden.</p> - -<p>So hat die Medizin, nach dem Vorbilde der aristotelischen -Philosophie, sich Vorstellungen geschaffen über Ernährung und -Blutbildung, man hat die Speisen classificirt in nahrhafte und -nichtnahrhafte; aber auf Beobachtungen gestützt, denen die -wesentlichsten Erfordernisse zu richtigen Schlüssen mangelten, -konnten diese Theorien nicht als Ausdrücke der Wahrheit gelten.</p> - -<p>In welcher Klarheit erscheinen uns jetzt die Beziehungen -der Speisen zu den Zwecken, zu welchen sie im Thierkörper -dienen, seitdem die organische Chemie ihre quantitative Untersuchungsmethode -auf ihre Ermittelung in Anwendung brachte!</p> - -<p>Wenn eine magere 4 Pfund wiegende Gans in 36 Tagen, -während welchen sie mit 24 Pfund Welschkorn (Mays) -gemästet worden ist, 5 Pfund über ihr ursprüngliches Gewicht -zunimmt und man 3<sup>1</sup>⁄<sub>2</sub> Pfund reines Fett aus ihr gewinnt, -so kann dieses Fett nicht fertig gebildet in der Nahrung -gewesen sein, da diese noch nicht den tausendsten Theil -an Fett oder fettähnlichen Materien enthält. Und wenn eine -gewisse Anzahl Bienen, deren Gewicht man genau kennt, -mit reinem, wachsfreiem Honig gefüttert, für je 20 Theile -verbrauchten Honigs einen Theil Wachs liefern, ohne daß -sich sonst in ihrem Gesundheitszustande oder in ihrem Gewichte -etwas ändert, so kann man über die Erzeugung von -Fett in dem Thierkörper aus Zucker nicht im Zweifel sein.</p> - -<p>Ganz ähnlich wie bei der Entscheidung der Frage über -die Fettbildung, verhält es sich mit der Erforschung des Ursprungs<span class="pagenum" id="Pagexiii">[XIII]</span> -und der Veränderung der Secrete und anderer Erscheinungen -im Thierkörper. Von dem Augenblick, wo man -anfängt die Antworten auf Fragen, mit Ernst und Gewissenhaftigkeit -zu suchen, wo man sich die Mühe nimmt, durch -Maß und Gewicht die Beobachtungen festzuhalten und in Gleichungen -auszudrücken, ergeben sich die Antworten von selbst.</p> - -<p>Durch eine noch so große Anzahl von Beobachtungen, -welche nur die eine Seite der Frage erläutern, wird man niemals -im Stande sein, das Wesen einer Naturerscheinung in -seiner ganzen Bedeutung zu erforschen; sie müssen nothwendig, -wenn sie Nutzen schaffen sollen, nach einem ganz bestimmten -Zweck und Ziel gerichtet sein, sie müssen einen organischen -Zusammenhang besitzen.</p> - -<p>Mit Recht schreiben die Physiker und Chemiker ihren -Forschungsmethoden den größten Theil des Erfolgs in ihren -Arbeiten zu. Jede chemische oder physikalische Arbeit, -welche einigermaßen den Stempel der Vollendung an sich -trägt, läßt sich im Resultate in wenigen Worten wiedergeben. -Allein diese wenigen Worte sind unvergängliche Wahrheiten, -zu deren Auffindung zahllose Versuche und Fragen -erforderlich waren; die Arbeiten selbst, die mühsamen Versuche -und verwickelten Apparate fallen der Vergessenheit anheim, -sobald die Wahrheit ermittelt ist; es sind die Leitern, -die Schachte und Werkzeuge, welche nicht entbehrt werden -konnten, um zu dem reichen Erzgang zu gelangen; es sind -die Stollen und Luftzüge, welche die Gruben von Wasser -und bösen Wettern frei hielten.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Pagexiv">[XIV]</span></p> - -<p>Eine jede, auch die kleinste chemische oder physikalische -Arbeit, wenn sie auf Beachtung Ansprüche macht, muß heutzutage -diesen Character an sich tragen; aus einer gewissen -Anzahl von Beobachtungen muß ein Schluß, gleichgültig -ob er viel oder wenig umfaßt, gezogen werden können.</p> - -<p>Es kann nur in der Methode, nur in ihrer Untersuchungsweise -liegen, daß seit einem halben Jahrhundert in Beziehung -auf eine tiefere Einsicht in die Functionen der wichtigsten -Organe, der Milz, der Leber und zahlreichen Drüsen, von -den Physiologen so wenig neue feststehende Wahrheiten gewonnen -worden sind, und sicher wird die unvollkommene Bekanntschaft -mit den Forschungsmethoden der Chemie das -Haupthinderniß bleiben, was den Fortschritten der Physiologie -entgegensteht, der Hauptvorwurf, den sie nicht zu beseitigen -vermag.</p> - -<p>Die Chemie stand der Physik vor <span class="gesp2">Lavoisier</span>, <span class="gesp2">Scheele</span> -und <span class="gesp2">Priestley</span> nicht näher, als heutzutage der Physiologie; -sie ist jetzt mit der Physik so innig verschmolzen, -daß es schwer halten dürfte, zwischen beiden eine scharfe -Grenzlinie zu ziehen; ganz dasselbe Band vereinigt die Chemie -mit der Physiologie, und in einem halben Jahrhundert wird -man ihre Trennung für ebenso unmöglich halten.</p> - -<p>Unsere Fragen und Versuche durchschneiden in unzähligen -krummen Linien die grade Linie, die zur Wahrheit führt, -es sind die Kreuzungspunkte, die uns die wahre Richtung -erkennen lassen; es liegt in der Unvollkommenheit des menschlichen -Geistes, daß die krummen Linien gemacht werden<span class="pagenum" id="Pagexv">[XV]</span> -müssen. Die Chemiker und Physiker behalten stets ihr Ziel -im Auge, dem einen gelingt es, streckenweise den geraden -Weg zu verfolgen, allein alle sind auf die Umwege vorbereitet; -des Erfolgs ihrer Anstrengungen bei Beharrlichkeit -und Ausdauer gewiß, wächst die Begierde und ihr Muth -mit den Schwierigkeiten.</p> - -<p>Einzelne Beobachtungen ohne Zusammenhang sind auf -einer Ebene zerstreute Punkte, die uns nicht gestatten, einen -bestimmten Weg zu wählen. In der Chemie hatte man -Jahrhunderte lang nichts als diese Punkte, deren Zwischenräume -auszufüllen Mittel genug in Anwendung kamen; allein -bleibende Entdeckungen, wahre Fortschritte wurden erst dann -gemacht, als man ihre Verknüpfung nicht mehr der Phantasie -überließ.</p> - -<p>Ich habe den Zweck gehabt, die Kreuzungspunkte der Physiologie -und Chemie in diesem Buche hervorzuheben und die -Stellen anzudeuten, wo beide Wissenschaften gegenseitig in -einander greifen. Es enthält eine Sammlung von Aufgaben, -so wie sie gegenwärtig von der Chemie gestellt werden, -und eine Anzahl von Schlüssen, die nach ihren Regeln aus -den vorhandenen Erfahrungen sich ergeben.</p> - -<p>Diese Fragen und Aufgaben werden ihre Lösung erhalten, -und kein Zweifel kann darüber sein, daß wir alsdann -eine neue Physiologie und eine rationelle Pathologie haben -werden. Gewiß ist unser Senkblei nicht lang genug, um die -Tiefe des Meeres zu messen, allein es verliert deshalb seinen -Werth für uns nicht; wenn es uns vorläufig nur hilft, um<span class="pagenum" id="Pagexvi">[XVI]</span> -die Klippen und Sandbänke zu vermeiden, so ist dieser Nutzen -groß genug. In der Hand des Physiologen muß die organische -Chemie zu einem geistigen Hilfsmittel werden, mit -dem er im Stande sein wird, die Ursachen von Erscheinungen -zu erforschen, die das leibliche Auge nicht mehr erkennt; und -wenn von den Resultaten, die ich in diesem Buche entwickelt -oder angedeutet habe, nur ein Einziges eine nützliche Anwendung -zuläßt, so halte ich den Zweck, für den es geschrieben -ist, für vollkommen erreicht. Der Weg, der dazu geführt -hat, wird andere Wege bahnen, und dies betrachte ich als den -höchsten Gewinn.</p> - -<p class="blankbefore2 padl6"><span class="gesp2">Gießen</span>, im April 1842.</p> - -<p class="right blankbefore2 padr6"><span class="antiqua">Dr.</span> <span class="gesp2">Justus Liebig</span>.</p> - -<hr class="chap" /> - -<h2 class="theil"><span class="gesp2">Erster Theil</span>.<br /> -<span class="gesp2">Der chemische Proceß</span><br /> -<span class="fsize70">der</span><br /> -<b><span class="gesp2">Respiration und Ernährung</span>.</b></h2> - -<hr class="chap" /> - -<p><span class="pagenum" id="Page1">[1]</span></p> - -<h3><span class="antiqua">I.</span></h3> - -<p class="noindent"><span class="fsize150"><b>I</b></span>n dem Thierei, in dem Samen einer Pflanze erkennen -wir eine merkwürdige Thätigkeit, eine Ursache der Zunahme -an Masse, des Ersatzes an verbrauchtem Stoff, eine Kraft in -dem Zustande der Ruhe. Durch äußere Bedingungen, durch die -Begattung, durch Gegenwart von Feuchtigkeit und Luft wird -der Zustand des statischen Gleichgewichtes dieser Thätigkeit aufgehoben; -die in Bewegung übergehende Kraft äußert sich in einer -Reihe von Formbildungen, welche, wenn auch zuweilen durch -grade Linien eingeschlossen, doch weit entfernt von geometrischen -Gestalten sind, so wie wir sie beim krystallisirenden -Minerale beobachten. Diese Kraft heißt <span class="gesp2">Lebenskraft</span>.</p> - -<p>Die Zunahme an Masse in einer Pflanze wird durch den -Akt einer Zersetzung bedingt, die in gewissen Pflanzentheilen -durch die Einwirkung des Lichts und der Wärme vor -sich geht.</p> - -<p>Dieser Zersetzung unterliegen in dem Lebensproceß der -Pflanze ausschließlich nur anorganische Materien, und wenn -man mit ausgezeichneten Mineralogen die Luft und gewisse -andere Gase als Mineralien gelten läßt, so kann man sagen, -daß die vegetative Lebensthätigkeit die Verwandlung<span class="pagenum" id="Page2">[2]</span> -des Minerals in einen mit Leben begabten Organismus bewirkt, -das Mineral wird Theil eines Trägers der Lebenskraft.</p> - -<p>Die Zunahme an Masse in einer lebenden Pflanze setzt -voraus, daß gewisse Bestandtheile der Nahrung zu Bestandtheilen -des Pflanzenkörpers werden, und eine Vergleichung -der chemischen Zusammensetzung von beiden, zeigt mit unzweifelhafter -Gewißheit, welche von den Bestandtheilen der -Nahrung ausgetreten, welche assimilirt worden sind.</p> - -<p>Die Beobachtungen der Pflanzenphysiologen und die Untersuchungen -der Chemiker, sie haben gegenseitig dazu gedient, -um den Beweis zu führen, daß das Wachsthum und -die Entwickelung der Pflanze abhängig sind von einer Ausscheidung -von Sauerstoff, der sich von den Bestandtheilen -ihrer Nahrungsmittel trennt.</p> - -<p>Im geraden Gegensatz zu dem Pflanzenleben äußert sich -das Thierleben in einer nie aufhörenden Einsaugung und -Verbindung des Sauerstoffs der Luft mit gewissen Bestandtheilen -des Thierkörpers.</p> - -<p>Während kein Theil eines organischen Wesens zur Nahrung -einer Pflanze dienen kann, wenn er nicht vorher, in -Folge von Fäulniß und Verwesungsprocessen, die Form eines -anorganischen Körpers angenommen hat, bedarf der thierische -Organismus zu seiner Erhaltung und Entwickelung -höher organisirter Atome. Die Nahrungsmittel aller Thiere -sind unter allen Umständen Theile von Organismen.</p> - -<p>Durch ihre Fähigkeit, den Ort zu wechseln, und im Allgemeinen<span class="pagenum" id="Page3">[3]</span> -durch die Sinne unterscheidet sich das Thier von -der Pflanze.</p> - -<p>Alle diese Thätigkeiten gehen von gewissen Werkzeugen -aus, die in der Pflanze fehlen. Die vergleichende Anatomie -zeigt, daß die Bewegungs- und Gefühlsäußerungen von gewissen -Apparaten abhängig sind, die mit einander in keinem -andern Zusammenhange stehen, als daß sie sich in einem gemeinschaftlichen -Centrum vereinigen. Die Substanz des Rückenmarks, -der Nerven, der Gehirnmaterie sind in ihrer Zusammensetzung -und ihrem chemischen Verhalten wesentlich von -der Substanz der Zellen, Membranen, Muskeln und der -Haut verschieden.</p> - -<p>Alles, was im Thierorganismus <span class="gesp2">Bewegung</span> genannt -werden kann, geht von den Nervenapparaten aus. Die Bewegungserscheinungen -in den Pflanzen, die Saftcirculation, -die man in manchen Charen beobachtet hat, das Schließen -der Blüthen und Blätter hängt von physikalischen und mechanischen -Ursachen ab. Eine Pflanze enthält keine Nerven. -Wärme und Licht sind die entfernteren Ursachen der Bewegungen -in Pflanzen, in den Thieren erkennen wir in den -Nervenapparaten eine Quelle von Kraft, die sich in jedem -Zeitmomente ihres Lebens wieder zu erneuern vermag.</p> - -<p>Aehnlich wie die Assimilation der Nahrungsmittel in den -Pflanzen, ihr ganzer Bildungsproceß, abhängig ist von gewissen -äußeren Ursachen, welche die Bewegungen vermitteln, -ist die Entwickelung des Thierorganismus bis zu einem gewissen -Grade unabhängig von diesen äußeren Ursachen, eben<span class="pagenum" id="Page4">[4]</span> -weil er in sich selbst durch ein besonderes System von Apparaten -die zu dem Lebensproceß unentbehrliche Kraft der -Bewegung erzeugt.</p> - -<p>Der Bildungsproceß, die Assimilation, der Uebergang des -in Bewegung befindlichen Stoffs in den Zustand der Ruhe -geht bei Pflanzen und Thieren in einerlei Weise vor sich, -es ist die nämliche Ursache, die in beiden die Zunahme an -Masse bedingt, es ist dies das eigentliche vegetative Leben, -es äußert sich ohne Bewußtsein.</p> - -<p>In der Pflanze giebt sich die vegetative Lebensthätigkeit -unter Mitwirkung von äußeren Kräften, in Thieren durch -Thätigkeiten kund, die sich in ihrem Organismus erzeugen. -Die Verdauung, der Blutumlauf, die Absonderung der Säfte, -sie stehen jedenfalls unter der Herrschaft des Nervensystems, -allein es ist ein und dieselbe Kraft, welche dem Keim, dem -Blatt, der Wurzelfaser die nämlichen wunderbaren Eigenschaften -giebt, welche die secernirende Haut, die Drüse besitzen, -welche jedes Organ im Thier befähigt, seinen eigenen -Funktionen vorzustehen; nur die Ursachen der Bewegungen -sind in beiden verschieden.</p> - -<p>Während wir in den niedrigsten Thierklassen die Apparate -der Bewegung, wie im befruchteten Keim des Thierei’s, in -dem sie sich zu allererst entwickeln, nie vermissen, finden wir -in höheren Thierklassen besondere Apparate des Gefühls und -Empfindens, des Bewußtseins und des höheren geistigen Lebens.</p> - -<p>Der Patholog zeigt uns, daß das eigentlich vegetative -Leben keineswegs an das Vorhandensein dieser Apparate geknüpft<span class="pagenum" id="Page5">[5]</span> -ist, daß der Nutritionsproceß in den Theilen des Körpers, -wo diejenigen Nerven gelähmt sind, welche das Gefühl -oder die willkürlichen Bewegungen vermitteln, in der nämlichen -Form vor sich geht, wie in anderen, in denen sie -sich in normalem Zustande befinden, so wie auf der andern -Seite die kräftigste Energie des Willens auf die Zusammenziehung -des Herzens, auf die Bewegung der Eingeweide und -die Secretionsprocesse keinen Einfluß auszuüben vermag.</p> - -<p>Die Erscheinungen des höheren geistigen Lebens, sie können -auf dem gegenwärtigen Standpunkt der Wissenschaft -nicht auf ihre nächsten, viel weniger auf ihre letzten Ursachen -zurückgeführt werden, wir wissen weiter nichts davon, -als daß sie vorhanden sind; wir schreiben sie einer immateriellen -Thätigkeit zu, und zwar insofern ihre Aeußerungen -an die Materie sich gebunden finden, einer Kraft, welche -durchaus verschieden ist und nichts gemein hat mit der Lebenskraft.</p> - -<p>Diese eigenthümliche Kraft übt, wie nicht geleugnet werden -kann, einen gewissen Einfluß auf die vegetative Lebensthätigkeit -aus, ähnlich wie dies von anderen immateriellen -Potenzen, von Licht, Elektricität, Wärme und Magnetismus -geschieht, allein dieser Einfluß ist nicht bedingender Art, sondern -er äußert sich nur als eine Beschleunigung, Störung oder -Verlangsamung der vegetativen Lebensprocesse; auf eine ganz -ähnliche Weise übt die vegetative Lebensthätigkeit rückwärts -gewisse Wirkungen auf das bewußte geistige Leben aus.</p> - -<p>Es sind zwei Kräfte, die sich neben einander in Aktion<span class="pagenum" id="Page6">[6]</span> -befinden, allein Bewußtsein und Geist, sie fehlen im Thiere -und der lebendigen Pflanze, ohne daß wir in diesen etwas -Anderes vermissen, als den Mangel einer besondern Ursache -der Steigerung oder Störung; abgesehen davon, gehen alle -vitalchemischen Processe im Menschen und Thiere auf einerlei -Weise vor sich.</p> - -<p>Das unaufhörlich sich erneuernde Streben, die Beziehungen -der Psyche zu dem animalischen Leben ermitteln zu wollen, -hat von jeher die Fortschritte der Physiologie aufgehalten, -es war ein beständiges Heraustreten aus dem Gebiete -der Naturforschung in das Reich der phantastischen Gebilde; -denn die begeisterten Physiologen, sie waren weit davon entfernt, -die Gesetze des rein thierischen Lebens zu kennen. -Keiner von ihnen hatte eine klare Vorstellung über den Entwickelungs- -und Ernährungsproceß, keiner von der wahren -Ursache des Todes. Sie erklärten die verborgensten psychischen -Erscheinungen und waren nicht im Stande zu sagen, was Fieber -ist und in welcher Weise das Chinin bei seiner Heilung wirkt!</p> - -<p>Um die Gesetze der Bewegungen im Thierkörper zu ermitteln, -war nur die eine Bedingung, die Kenntniß der Apparate -erforscht, welche die Bewegungen vermitteln, aber die -Substanz der Organe, die Veränderungen, welche die Nahrungsmittel -im lebenden Körper erfahren, ihr Uebergang zu -Bestandtheilen der Organe und rückwärts wieder in leblose -Verbindungen, der Antheil, den die Atmosphäre an den Lebensprocessen -nimmt, alle diese Grundlagen zu weiteren -Schlüssen waren noch nicht gegeben.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page7">[7]</span></p> - -<p>Was hat die Psyche, was hat Bewußtsein und Geist mit -der Entwickelung des menschlichen Fötus, mit der des Fötus -im Hühnerei zu schaffen? gewiß nicht mehr als sie Antheil -nimmt an der Entwickelung des Samens einer Pflanze! -Suchen wir vor der Hand die nicht psychischen Erscheinungen -auf ihre letzten Ursachen zurückzuführen, und hüten wir -uns vor Schlüssen, ehe wir eine Grundlage haben. Wir -kennen genau den Mechanismus des Auges, allein weder -die Anatomie, noch Chemie wird uns jemals Aufschluß geben, -wie der Lichtstrahl zum Bewußtsein gelangt. Die Naturforschung -hat eine bestimmte Grenze, die sie nicht überschreiten -darf, sie muß sich stets daran erinnern, daß mit allen -Entdeckungen nicht in Erfahrung gebracht werden kann, -was Licht, Elektricität und Magnetismus für Dinge sind, -eben weil der menschliche Geist nur Vorstellungen hat für -Dinge, welche Materialität besitzen. Wir können aber die -Gesetze ihres Zustands der Ruhe und der Bewegung erforschen, -eben weil sie sich in Erscheinungen äußern. So können -zweifellos die Gesetze des Lebens und Alles, was sie -stört, befördert oder ändert, erforscht werden, ohne daß man -jemals wissen wird, was das Leben ist; so führte die Erforschung -der Gesetze des Falles und der Bewegung der -Himmelskörper auf eine vorher nie gedachte Vorstellung über -ihre Ursache. Diese Vorstellung konnte in ihrer Klarheit -nicht entstehen ohne die Kenntniß der Erscheinungen, aus -denen sie sich entwickelte: an und für sich ist ja die Schwerkraft, -wie das Licht für einen Blindgebornen, ein bloßes Wort.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page8">[8]</span></p> - -<p>Die neue Wissenschaft der Physiologie hat die Methode -des Aristoteles verlassen, sie erfindet keinen <span class="antiqua">horror vacui</span>, -keine <span class="antiqua">Quinta essentia</span> mehr, um den gläubigen Zuhörern -Aufschlüsse und Erklärungen von Erscheinungen zu geben, -deren eigentlicher Verband mit anderen, deren letzte Ursache -nicht ermittelt ist, zum Heil der Wissenschaft, muß man hinzusetzen, -und zum Segen für die Menschheit.</p> - -<p>Wenn wir festhalten, daß alle Erscheinungen in dem -Organismus der Pflanzen und des Thieres einer ganz eigenthümlichen -Ursache zugeschrieben werden müssen, welche -in ihren Aeußerungen durchaus verschieden ist von allen anderen -Ursachen, die Zustandsänderungen oder Bewegungen -bedingen, wenn wir die Lebenskraft also gelten lassen für -eine für sich bestehende Kraft, so haben wir in den Erscheinungen -des organischen Lebens, wie in allen anderen Erscheinungen, -welche Kräften zugeschrieben werden müssen, -eine <span class="gesp2">Statik</span> (Zustand des Gleichgewichtes, bedingt durch -einen Widerstand) und eine <span class="gesp2">Dynamik</span> der Lebenskraft.</p> - -<p>Alle Theile des Thierkörpers bilden sich aus einer eigenthümlichen, -in seinem Organismus circulirenden Flüssigkeit, -in Folge einer, jeder Zelle, jedem Organe oder Theile eines -Organs inwohnenden Thätigkeit. Die Physiologie lehrt, -daß alle Bestandtheile des Körpers ursprünglich Blut waren, -oder daß sie wenigstens den entstehenden Organen durch -diese Flüssigkeit zugeführt worden sind.</p> - -<p>Die gewöhnlichsten Erfahrungen geben ferner zu erkennen, -daß in jedem Momente des Lebens in dem Thierorganismus<span class="pagenum" id="Page9">[9]</span> -ein fortdauernder, mehr oder minder beschleunigter -Stoffwechsel vor sich geht, daß ein Theil der Gebilde sich -zu formlosen Stoffen umsetzt, daß sie ihren Zustand des Lebens -verlieren und wieder erneuert werden müssen. Die -Physiologie hat entscheidende Gründe genug für die Meinung, -daß jede Bewegung, jede Kraftäußerung die Folge -einer Umsetzung der Gebilde oder der Substanz derselben -ist, daß jede Vorstellung, jeder Affekt Veränderungen in der -chemischen Beschaffenheit der abgesonderten Säfte zur Folge -hat, daß jeder Gedanke, jede Empfindung von einer Aenderung -in der Zusammensetzung der Gehirnsubstanz begleitet ist.</p> - -<p>Zur Unterhaltung der Lebenserscheinungen im Thiere gehören -gewisse Stoffe, Theile von Organismen, die man -<span class="gesp2">Nahrungsmittel</span> nennt; in Folge einer Reihe von Veränderungen -dienen sie entweder zur Vermehrung seiner Masse -(zur Ernährung), oder zum Ersatze an verbrauchtem Stoff -(Reproduktion), oder sie dienen zur Hervorbringung von -Kraft.</p> - -<h3><span class="antiqua">II.</span></h3> - -<p>Wenn wir die Aufnahme von Nahrungsmitteln als die -eine Bedingung des Lebens bezeichnen, so ist die zweite eine -fortdauernde Einsaugung von Sauerstoff aus der atmosphärischen -Luft.</p> - -<p>Von dem Standpunkte des Naturforschers aus zeigt sich -das Thierleben in einer Reihe von Erscheinungen, deren Zusammenhang<span class="pagenum" id="Page10">[10]</span> -und Wiederkehr vermittelt wird durch eine in -dem Organismus vorgehende Veränderung, welche die Nahrungsmittel -und der eingesaugte atmosphärische Sauerstoff -unter der Mitwirkung der Lebenskraft erleiden.</p> - -<p>Alle vitalen Thätigkeiten entspringen aus der Wechselwirkung -des Sauerstoffs der Luft und der Bestandtheile der -Nahrungsmittel.</p> - -<p>In der Ernährung und Reproduktion erkennen wir den -Uebergang des Stoffs aus dem Zustande der Bewegung in -den Zustand der Ruhe (des statischen Gleichgewichts); durch -den Einfluß des Nervensystems gelangt dieser Stoff in den -Zustand der Bewegung. Die letzten Ursachen dieser Zustände -der Lebenskraft sind die chemischen Kräfte.</p> - -<p>Die Ursache des Zustandes der Ruhe ist ein Widerstand, -welcher bedingt wird durch eine Kraft der Anziehung (Verbindung), -welche zwischen den kleinsten Theilchen der Materie -wirkt und nur bei unmittelbarer Berührung, oder in -unmeßbar kleinen Entfernungen sich thätig zeigt.</p> - -<p>Diese besondere Art der Anziehung, man kann ihr natürlich -die verschiedensten Namen geben, der Chemiker nennt -sie aber <span class="gesp2">Affinität</span>.</p> - -<p>Die Bedingung des Zustandes der Bewegung liegt in -einer Reihe von Veränderungen, welche die Nahrungsmittel -in dem Organismus erleiden, in Folge also von Zersetzungsprocessen, -welche die Nahrungsmittel an und für sich, oder -die daraus entsprungenen Gebilde, oder Bestandtheile der -Organe erleiden.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page11">[11]</span></p> - -<p>Der Hauptcharacter des vegetativen Lebens ist ein steter -Uebergang des in Bewegung gesetzten Stoffs in den Zustand -des statischen Gleichgewichtes. So lange die Pflanze lebt, ist -kein Stillstand in der Zunahme bemerklich, kein Theil eines -Organs der Pflanze nimmt an Masse ab. Wenn eine Zersetzung -erfolgt, so ist sie eine Folge der Assimilation. Eine -Pflanze erzeugt in sich selbst keine Kraft der Bewegung, kein -Theil ihrer Gebilde verliert, durch eine in ihrem Organismus -vorhandene Ursache, den Zustand des Lebens und geht in -formlose Verbindungen über, in ihr findet kein Verbrauch -statt. Der Verbrauch im Thier ist eine Aenderung des Zustandes -und der Zusammensetzung gewisser Bestandtheile des -Thierkörpers, er geht mithin vor sich in Folge chemischer -Actionen. Der Einfluß der Gifte, der Arzneimittel auf den -lebenden thierischen Körper zeigt auf eine evidente Weise, daß -der Act der chemischen Zersetzung und Verbindung im Thierkörper, -die sich uns in der Form von Lebenserscheinungen zu -erkennen geben, daß sie durch <span class="gesp2">ähnlich</span> wirkende chemische Kräfte -gesteigert, durch <span class="gesp2">entgegengesetzt</span> wirkende verlangsamt und -aufgehoben werden können, daß wir auf jeden Theil eines -Organs durch Stoffe, die eine bestimmte chemische Action -besitzen, eine Wirkung auszuüben vermögen.</p> - -<p>Aehnlich also wie in der geschlossenen galvanischen Säule -durch gewisse Veränderungen, welche ein anorganischer Körper, -ein Metall, bei seiner Berührung mit einer Säure, erleidet, -ein gewisses Etwas für unsere Sinne wahrnehmbar wird, -was wir mit einem Strome electrischer Materie bezeichnen,<span class="pagenum" id="Page12">[12]</span> -entstehen in Folge von Umsetzungen und Veränderungen von -Materien, die früher Theile von Organismen waren, gewisse -Bewegungs- und Thätigkeitsäußerungen, die wir Leben -nennen.</p> - -<p>Der electrische Strom giebt sich uns zu erkennen durch -gewisse Erscheinungen der Anziehung und Abstoßung, welche -andere, an und für sich bewegungslose, Materien durch ihn -empfangen, durch Erscheinungen der Bildung und Zersetzung -chemischer Verbindungen, die sich überall äußern, wo der Widerstand -die Bewegung nicht aufhebt.</p> - -<p>Von diesem Standpunkte allein und von keinem andern -aus darf die Chemie die Lebenserscheinungen studiren. Wunder -finden wir überall; die Bildung eines Krystalls, eines Octaeders -ist nicht minder unbegreiflich, wie die Entstehung eines -Blatts oder einer Muskelfaser, und die Entstehung des Zinnobers -aus Quecksilber und Schwefel ist ein ebenso großes -Räthsel, wie die Bildung eines Auges aus der Substanz des -Blutes.</p> - -<p>Aufnahme von Nahrungsmitteln und Sauerstoff sind die -ersten Bedingungen des thierischen Lebens.</p> - -<p>In jedem Zeittheilchen seines Lebens nimmt der Mensch -durch die Organe der Respiration Sauerstoff auf; nie ist, so -lange das Thier lebt, ein Stillstand bemerklich.</p> - -<p>Die Beobachtungen der Physiologen zeigen, daß der Körper -eines erwachsenen Menschen, nach 24 Stunden, bei hinlänglicher -Nahrung, am Gewicht weder zu- noch abgenommen -hat, dennoch ist die Menge von Sauerstoff, die in dieser<span class="pagenum" id="Page13">[13]</span> -Zeit in seinen Organismus aufgenommen wurde, höchst beträchtlich.</p> - -<p>Nach <span class="gesp2">Lavoisier’s</span> Versuchen werden von einem erwachsenen -Manne in einem Jahre 746 Pfd., nach <span class="gesp2">Menzies</span> -837 Pfd. Sauerstoffgas aus der Atmosphäre in seinen Körper -aufgenommen, und dennoch finden wir sein Gewicht zu -Anfang und Ende des Jahres entweder ganz unverändert, -oder die Ab- und Zunahme bewegt sich um wenige -<span class="nowrap">Pfunde<a id="ENanchor1"></a><a href="#Endnote1" class="enanchor">[E1]</a></span>.</p> - -<p>Wo ist, kann man fragen, dieses enorme Gewicht an -Sauerstoff hingekommen, was ein Individuum im Verlaufe -eines Jahres in sich aufnimmt?</p> - -<p>Diese Frage ist mit befriedigender Sicherheit gelös’t; -kein Theil des aufgenommenen Sauerstoffs bleibt im Körper, -sondern er tritt in der Form einer Kohlenstoff- oder einer -Wasserstoffverbindung wieder aus.</p> - -<p>Der Kohlenstoff und Wasserstoff von gewissen Bestandtheilen -des Thierkörpers haben sich mit dem durch die Haut -und Lunge aufgenommenen Sauerstoff verbunden, sie sind als -Kohlensäure und Wasserdampf wieder ausgetreten.</p> - -<p>Mit jedem Athemzuge, in jedem Lebensmomente trennen -sich von dem Thierorganismus gewisse Mengen seiner Bestandtheile, -nachdem sie mit dem Sauerstoff der atmosphärischen -Luft eine Verbindung in dem Körper selbst eingegangen -sind.</p> - -<p>Wenn wir, um einen Anhaltspunkt zu einer Rechnung -zu haben, mit <span class="gesp2">Lavoisier</span> und <span class="gesp2">Seguin</span> annehmen, daß der -erwachsene Mensch täglich 65 Loth Sauerstoff (46037 Cubikzoll<span class="pagenum" id="Page14">[14]</span> -= 15661 Gran fr. Gew.) in sich aufnimmt, und -wir seine Blutmasse zu 24 Pfund, bei einem Wassergehalt -von 80 <span class="antiqua">pCt.</span> annehmen, so ergiebt sich aus der bekannten -Zusammensetzung des Blutes, daß zu einer völligen Verwandlung -des Kohlenstoffs und Wasserstoffs im Blut, in -Kohlensäure und Wasser 64103 Gran Sauerstoff nöthig sind, -die in 4 Tagen und 5 Stunden in den Körper eines erwachsenen -Menschen aufgenommen <span class="nowrap">werden<a id="ENanchor2"></a><a href="#Endnote2" class="enanchor">[E2]</a></span>.</p> - -<p>Gleichgültig ob der Sauerstoff an die Bestandtheile des -Bluts tritt oder an andere kohlen- und wasserstoffreiche Materien -im Körper, es kann dem Schlusse nichts entgegengesetzt -werden, daß dem menschlichen Körper, welcher 65 -Loth Sauerstoff täglich einathmet, in 4 Tagen und 5 -Stunden so viel an Kohlenstoff und Wasserstoff in seinen -Nahrungsmitteln wieder zugeführt werden muß, als nöthig -wäre, 24 Pfund Blut mit diesen Bestandtheilen zu versehen, -vorausgesetzt, daß das Gewicht des Körpers sich nicht ändere, -daß er seine normale Beschaffenheit behaupten soll.</p> - -<p>Diese Zufuhr geschieht durch die <span class="gesp2">Speisen</span>.</p> - -<p>Aus der genauen Bestimmung der Kohlenstoffmenge, welche -durch die Speisen in den Körper aufgenommen werden, so -wie durch die Ausmittelung derjenigen Quantität, welche -durch die Faeces und den Urin unverbrannt, oder wenn man -will, in einer andern Form, als in der Form einer Sauerstoffverbindung, -wieder austritt, ergiebt sich, daß ein erwachsener -Mann, im Zustande mäßiger Bewegung, täglich 27,8 -Loth Kohlenstoff <span class="nowrap">verzehrt<a id="ENanchor3"></a><a href="#Endnote3" class="enanchor">[E3]</a></span>.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page15">[15]</span></p> - -<p>Diese 27<sup>8</sup>⁄<sub>10</sub> Loth Kohlenstoff entweichen aus Haut und -Lunge in der Form von kohlensaurem Gas.</p> - -<p>Zur Verwandlung in kohlensaures Gas bedürfen diese -27,8 Loth Kohlenstoff 74 Loth Sauerstoff.</p> - -<p>Nach den analytischen Bestimmungen von <span class="gesp2">Boussingault</span> -(<span class="antiqua">Annales de chim. et de phys. LXX.</span> 1. <span class="antiqua">S.</span> 136) verzehrt -ein Pferd in 24 Stunden 158<sup>1</sup>⁄<sub>4</sub> Loth Kohlenstoff, eine milchgebende -Kuh 141<sup>1</sup>⁄<sub>2</sub> -<span class="nowrap">Loth<a id="ENanchor4"></a><a href="#Endnote4" class="enanchor">[E4]</a></span>.</p> - -<p>Die hier angeführten Kohlenstoffmengen sind als Kohlensäure -aus ihrem Körper getreten, das Pferd hat in 24 Stunden -für die Ueberführung des Kohlenstoffs in Kohlensäure -13<sup>7</sup>⁄<sub>32</sub> Pfd. und die Kuh 11<sup>2</sup>⁄<sub>3</sub> Pfd. Sauerstoff verbraucht.</p> - -<p>Da kein Theil des aufgenommenen Sauerstoffs in einer -andern Form als in der einer Kohlenstoff- oder Wasserstoffverbindung -wieder aus dem Körper tritt, da ferner bei normalem -Gesundheitszustande der ausgetretene Kohlenstoff und -Wasserstoff wieder ersetzt wird durch Kohlenstoff und Wasserstoff, -den wir in den Speisen zuführen, so ist klar, daß die -Menge von Nahrung, welche der thierische Organismus zu -seiner Erhaltung bedarf, in geradem Verhältniß steht zu der -Menge des aufgenommenen Sauerstoffs.</p> - -<p>Zwei Thiere, die in gleichen Zeiten ungleiche Mengen -von Sauerstoff durch Haut und Lunge in sich aufnehmen, -verzehren in einem ähnlichen Verhältniß ein ungleiches Gewicht -von der nämlichen Speise.</p> - -<p>In gleichen Zeiten ist der Sauerstoffverbrauch ausdrückbar -durch die Anzahl der Athemzüge; es ist klar, daß bei<span class="pagenum" id="Page16">[16]</span> -einem und demselben Thiere die Menge der zu genießenden -Nahrung wechselt, je nach der Stärke und Anzahl der -Athemzüge.</p> - -<p>Ein Kind, dessen Respirationswerkzeuge sich in größerer -Thätigkeit befinden, muß häufiger und verhältnißmäßig mehr -Nahrung zu sich nehmen, als ein Erwachsener, es kann den -Hunger weniger leicht ertragen. Ein Vogel stirbt bei Mangel -an Nahrung den dritten Tag; eine Schlange, die in -einer Stunde, unter einer Glasglocke athmend, kaum so viel -Sauerstoff verzehrt, daß die davon erzeugte Kohlensäure wahrnehmbar -ist, lebt drei Monate und länger ohne Nahrung.</p> - -<p>Im Zustand der Ruhe beträgt die Anzahl der Athemzüge -weniger als im Zustand der Bewegung und Arbeit. Die -Menge der in beiden Zuständen nothwendigen Nahrung muß -in dem nämlichen Verhältniß stehen.</p> - -<p>Ein Ueberfluß von Nahrung und Mangel an eingeathmetem -Sauerstoff (an Bewegung), so wie starke Bewegung -(die zu einem größeren Maaß von Nahrung zwingt) -und schwache Verdauungsorgane sind unverträglich mit -einander.</p> - -<p>Die Menge des Sauerstoffs, welche ein Thier durch die -Lunge aufnimmt, ist aber nicht allein abhängig von der Anzahl -der Athemzüge, sondern auch von der Temperatur und -der Dichtigkeit der eingeathmeten Luft.</p> - -<p>Die Brusthöhle eines Thieres hat eine unveränderliche -Größe, mit jedem Athemzuge tritt eine gewisse Menge Luft -ein, die in Beziehung auf ihr Volumen als gleichbleibend<span class="pagenum" id="Page17">[17]</span> -angesehen werden kann. Aber ihr Gewicht und damit das -Gewicht des darin enthaltenen Sauerstoffs bleibt sich nicht -gleich. In der Wärme dehnt sich die Luft aus, in der Kälte -zieht sie sich zusammen. In einem gleichen Volum kalter -und warmer Luft haben wir ein ungleiches Gewicht Sauerstoff. -Im Sommer enthält die atmosphärische Luft Wassergas, -im Winter ist sie trocken; der Raum, den das Wassergas -in der warmen Luft einnimmt, wird im Winter durch -Luft eingenommen, d. h. sie enthält bei gleichem Volum im -Winter mehr Sauerstoff.</p> - -<p>Im Sommer und Winter, am Pole und Aequator athmen -wir ein gleiches Luftvolumen ein. Die kalte Luft erwärmt -sich beim Einathmen in der Luftröhre und den Lungenzellen, -und nimmt die Temperatur des Körpers an. Um -ein gewisses Sauerstoffvolumen in die Lunge zu bringen, ist -im Winter ein geringerer Kraftaufwand nöthig, als im -Sommer; für denselben Kraftverbrauch athmet man im Winter -mehr Sauerstoff ein.</p> - -<p>Es ist einleuchtend, daß wir bei einer gleichen Anzahl -von Athemzügen an dem Ufer des Meeres eine größere -Menge von Sauerstoff verzehren, als auf Bergen; daß die -Menge der austretenden Kohlensäure, so wie das eingesaugte -Sauerstoffgas mit dem Barometerstande sich ändert.</p> - -<p>Das aufgenommene Sauerstoffgas tritt im Sommer und -Winter in ähnlicher Weise verändert wieder aus, wir athmen -in niederer Temperatur und höherem Luftdrucke mehr Kohlenstoff -aus wie in höherer, und wir müssen in dem nämlichen<span class="pagenum" id="Page18">[18]</span> -Verhältniß mehr oder weniger Kohlenstoff in den Speisen -genießen, in Schweden mehr wie in Sicilien, in unsern Gegenden -im Winter ein ganzes Achtel mehr wie im Sommer.</p> - -<p>Selbst wenn wir dem Gewicht nach gleiche Quantitäten -Speise in kalten und warmen Gegenden genießen, so hat eine -unendliche Weisheit die Einrichtung getroffen, daß diese Speisen -höchst ungleich in ihrem Kohlenstoffgehalte sind. Die -Früchte, welche der Südländer genießt, enthalten im frischen -Zustande nicht über 12 <span class="antiqua">pCt.</span> Kohlenstoff, während der Speck und -Thran des Polarländers 66 bis 80 <span class="antiqua">pCt.</span> Kohlenstoff enthalten.</p> - -<p>Es ist keine schwere Aufgabe, sich in warmen Gegenden -der Mäßigkeit zu befleißigen, oder lange Zeit den Hunger -unter dem Aequator zu ertragen, allein Kälte und Hunger -reiben in kurzer Zeit den Körper auf.</p> - -<p>Die Wechselwirkung der Bestandtheile der Speisen und -des durch die Blutcirculation im Körper verbreiteten Sauerstoffs -ist <span class="gesp2">die Quelle der thierischen Wärme</span>.</p> - -<h3><span class="antiqua">III.</span></h3> - -<p>Alle lebenden Wesen, deren Existenz auf einer Einsaugung -von Sauerstoff beruht, besitzen eine von der Umgebung -unabhängige Wärmequelle.</p> - -<p>Diese Wahrheit bezieht sich auf alle Thiere, sie erstreckt -sich auf den keimenden Samen, auf die Blüthe der Pflanze -und auf die reifende Frucht.</p> - -<p>Nur in den Theilen des Thieres, zu welchen arterielles<span class="pagenum" id="Page19">[19]</span> -Blut, und durch dieses der in dem Athmungsproceß aufgenommene -Sauerstoff gelangen kann, wird Wärme erzeugt. -Haare, Wolle, Federn besitzen keine eigenthümliche Temperatur.</p> - -<p>Diese höhere Temperatur des Thierkörpers oder, wenn -man will, Wärmeausscheidung ist überall und unter allen -Umständen die Folge der Verbindung einer brennbaren Substanz -mit Sauerstoff.</p> - -<p>In welcher Form sich auch der Kohlenstoff mit Sauerstoff -verbinden mag, der Akt der Verbindung kann nicht vor -sich gehen, ohne von Entwicklung von Wärme begleitet zu -seyn, gleichgültig, ob sie langsam oder rasch erfolgt, ob sie -in höherer oder niederer Temperatur vor sich geht, stets -bleibt die freigewordene Wärmemenge eine unveränderliche -Größe.</p> - -<p>Der Kohlenstoff der Speisen, der sich im Thierkörper in -Kohlensäure verwandelt, muß ebenso viel Wärme entwickeln, -als wenn er in der Luft oder im Sauerstoff direct verbrannt -worden wäre; der einzige Unterschied ist der, daß die erzeugte -Wärmemenge sich auf ungleiche Zeiten vertheilt; in reinem -Sauerstoffgas geht die Verbrennung schneller vor sich, die -Temperatur ist höher, in der Luft langsamer, die Temperatur -ist niedriger, sie hält aber länger an.</p> - -<p>Es ist klar, daß mit der Menge des in gleichen Zeiten -durch den Athmungsproceß zugeführten Sauerstoffs die Anzahl -der freigewordenen Wärmegrade zu- oder abnehmen muß. -Thiere, welche rasch und schnell athmen und demzufolge viel -Sauerstoff verzehren, besitzen eine höhere Temperatur als<span class="pagenum" id="Page20">[20]</span> -andere, die in derselben Zeit, bei gleichem Volum des zu -erwärmenden Körpers, weniger in sich aufnehmen; ein Kind -mehr (39°) als ein erwachsener Mensch (37,5°), ein Vogel -mehr (40-41°) wie ein vierfüßiges Thier (37-38°), wie -ein Fisch oder Amphibium, dessen Eigentemperatur sich 1<sup>1</sup>⁄<sub>2</sub> -bis 2° über das umgebende Medium <span class="nowrap">erhebt<a id="ENanchor5"></a><a href="#Endnote5" -class="enanchor">[E5]</a></span>. Alle Thiere -sind warmblütig, allein nur bei denen, welche durch Lungen -athmen, ist die Eigenwärme ganz unabhängig von der Temperatur -der Umgebung.</p> - -<p>Die zuverlässigsten Beobachtungen beweisen, daß in allen -Klimaten, in der gemäßigten Zone sowohl wie am Aequator -oder an den Polen, die Temperatur des Menschen, so wie -die aller sogenannten warmblütigen Thiere, niemals wechselt; -allein wie verschieden sind die Zustände, in denen sie -leben.</p> - -<p>Der Thierkörper ist ein erwärmter Körper, der sich zu -seiner Umgebung verhält wie alle warmen Körper; er empfängt -Wärme, wenn die äußere Temperatur höher, er giebt Wärme -ab, wenn sie niedriger ist, als seine eigene Temperatur.</p> - -<p>Wir wissen, daß die Schnelligkeit der Abkühlung eines -warmen Körpers wächst mit der Differenz seiner eignen Temperatur -und der des Mediums, worin er sich befindet, d. h. -je kälter die Umgebung ist, in desto kürzerer Zeit kühlt sich -der warme Körper ab.</p> - -<p>Wie ungleich ist aber der Wärmeverlust, den ein Mensch -in Palermo erleidet, wo die äußere Temperatur nahe gleich -ist der Temperatur des Körpers, und der eines Menschen,<span class="pagenum" id="Page21">[21]</span> -der am Pole lebt, wo die Temperatur 40-50 Grade niedriger -ist.</p> - -<p>Trotzt diesem so höchst ungleichen Wärmeverlust, zeigt -die Erfahrung, daß das Blut des Polarländers keine niedrigere -Temperatur besitzt, als das des Südländers, der in -einer so verschiedenen Umgebung lebt.</p> - -<p>Diese Thatsache ihrer wahren Bedeutung nach anerkannt, -beweis’t, daß die nach Außen hin abgegebene Wärme in -dem Thierkörper mit großer Schnelligkeit ersetzt wird; im -Winter erfolgt diese Erneuerung schneller wie im Sommer, -am Pole rascher wie am Aequator.</p> - -<p>In verschiedenen Klimaten wechselt nun die Menge des -durch die Respiration in den Körper tretenden Sauerstoffs -nach der Temperatur der äußern Luft; mit dem Wärmeverlust -durch Abkühlung steigt die Menge des eingeathmeten Sauerstoffs; -die zur Verbindung mit diesem Sauerstoff nöthige -Menge Kohlenstoff oder Wasserstoff, sie muß in einem ähnlichen -Verhältniß zunehmen.</p> - -<p>Es ist klar, daß der Wärmeersatz bewirkt wird durch die -Wechselwirkung der Bestandtheile der Speisen, die sich mit -dem eingeathmeten Sauerstoff verbinden. Um einen trivialen -aber deswegen nicht minder richtigen Vergleich anzuwenden, -verhält sich in dieser Beziehung der Thierkörper, wie ein -Ofen, den wir mit Brennmaterial versehen. Gleichgültig, -welche Formen die Speisen nach und nach im Körper annehmen, -welche Veränderungen sie auch erleiden mögen, die -letzte Veränderung, die sie erfahren, ist eine Verwandlung<span class="pagenum" id="Page22">[22]</span> -ihres Kohlenstoffs in Kohlensäure, ihres Wasserstoffs in -Wasser; der Stickstoff und der unverbrannte Kohlenstoff, sie -werden in dem Urin und den festen Excrementen abgeschieden. -Um eine constante Temperatur im Ofen zu haben, müssen -wir, je nach der äußern Temperatur wechselnd, eine ungleiche -Menge von Brennmaterial einschieben.</p> - -<p>In Beziehung auf den Thierkörper sind die Speisen das -Brennmaterial; bei gehörigem Sauerstoffzutritt erhalten wir -die durch ihre Oxydation freiwerdende Wärme. Im Winter, -bei Bewegung in kalter Luft, wo die Menge des eingeathmeten -Sauerstoffs zunimmt, wächst in dem nämlichen Verhältniß -das Bedürfniß nach kohlen- und wasserstoffreichen -Nahrungsmitteln, und in Befriedigung dieses Bedürfnisses erhalten -wir den wirksamsten Schutz gegen die grimmigste -Kälte. Ein Hungernder friert. Jedermann weiß, daß die -Raubthiere der nördlichen Klimate an Gefräßigkeit weit den -in südlichen Gegenden voranstehen.</p> - -<p>In der kalten und temperirten Zone treibt uns die Luft, -die ohne Aufhören den Körper zu verzehren strebt, zur Arbeit -und Anstrengung, um uns die Mittel zum Widerstande -gegen diese Einwirkung zu schaffen, während in heißen Klimaten -die Anforderungen zur Herbeischaffung an Speise bei -weitem nicht so dringend sind.</p> - -<p>Unsere Kleider sind nur Aequivalente für die Speisen; -je wärmer wir uns kleiden, desto mehr vermindert sich das -Bedürfniß zu essen, eben weil der Wärmeverlust, die Abkühlung -und damit der nöthige Ersatz durch Speisen kleiner wird.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page23">[23]</span></p> - -<p>Gingen wir nackt wie der Indianer, oder wären wir -beim Jagen und Fischen denselben Kältegraden ausgesetzt -wie der Samojede, so würden wir 10 Pfund Fisch oder Fleisch -und noch obendrein ein Dutzend Talglichter bewältigen können, -wie uns warmbekleidete Reisende mit Verwunderung erzählt -haben; wir würden dieselbe Menge Branntwein oder Thran -ohne Nachtheil genießen können, eben weil ihr Kohlenstoff- -und Wasserstoffgehalt dazu dient, um ein Gleichgewicht mit -der äußeren Temperatur hervorzubringen.</p> - -<p>Die Menge der zu genießenden Speisen richtet sich nach -den vorhergehenden Auseinandersetzungen, nach der Anzahl -der Athemzüge, nach der Temperatur der Luft, die wir einathmen -und nach dem Wärmequantum, was wir nach außen -hin abgeben.</p> - -<p>Keine isolirte, entgegenstehende Thatsache kann die Wahrheit -dieses Naturgesetzes ändern. Ohne der Gesundheit einen -vorübergehenden oder bleibenden Nachtheil zuzufügen, kann -der Neapolitaner nicht mehr Kohlenstoff und Wasserstoff in -den Speisen zu sich nehmen, als er ausathmet, und kein -Nordländer kann mehr Kohlenstoff und Wasserstoff ausathmen, -als er in den Speisen zu sich genommen hat, wenn -nicht im Zustand der Krankheit, oder wenn er hungert, Zustände, -die wir näher beleuchten werden.</p> - -<p>Der Engländer sieht mit Bedauern seinen Appetit, der -ihm einen häufig wiederkehrenden Genuß darbietet, in Jamaica -schwinden, und es gelingt ihm in der That, durch -Cayennepfeffer und die kräftigsten Reizmittel die nämliche<span class="pagenum" id="Page24">[24]</span> -Menge von Speisen zu sich zu nehmen wie in seiner Heimath; -allein der in den Körper übergegangene Kohlenstoff -dieser Speisen, er wird nicht verbraucht, die Temperatur der -Luft ist zu hoch und eine erschlaffende Hitze erlaubt nicht die -Anzahl der Athemzüge (durch Bewegung und Anstrengung) -zu steigern, den Verbrauch also mit dem, was er zu sich genommen, -in Verhältniß zu setzen.</p> - -<p>Im Gegensatz hierzu sendet England seine Patienten, -deren kranken Verdauungsorganen die Fähigkeit abgeht oder -vermindert ist, die Speisen in den Zustand zu versetzen, in -welchem sie sich zur Verbindung mit dem Sauerstoff eignen, -welche also weniger Widerstand produziren, als das <span class="gesp2">Klima</span>, -die Temperatur ihrer Heimath verlangt, nach südlichen Gegenden, -wo die Menge des eingeathmeten Sauerstoffs in einem -so großen Verhältniß sich vermindert, und das Resultat, -eine Verbesserung des Gesundheitzustandes, ist sichtbar. Die -kranken Verdauungsorgane haben Kraft genug, um die geringere -Menge von Speise in Verhältniß zu setzen mit dem -verbrauchten Sauerstoff; in dem kälteren Klima wurden die -Respirationsorgane selbst zu diesem Widerstande dienen müssen.</p> - -<p>Im Sommer sind bei uns die Leberkrankheiten (Kohlenstoffkrankheiten), -im Winter die Lungenkrankheiten (Sauerstoffkrankheiten) -vorherrschend.</p> - -<p>Die Abkühlung des Körpers, durch welche Ursache es -auch sei, bedingt eine größeres Maaß von Speise. Der -bloße Aufenthalt in freier Luft, gleichgültig ob im Reisewagen -oder auf dem Verdecke von Schiffen, erhöht durch<span class="pagenum" id="Page25">[25]</span> -Strahlung und gesteigerte Verdunstung den Wärmeverlust, -selbst ohne vermehrte Bewegung; er zwingt uns mehr wie -gewöhnlich zu essen. Dasselbe muß für Personen gelten, -welche gewohnt sind große Quantitäten kaltes Wasser zu -trinken, welches auf 37° erwärmt wieder abgeht, es vermehrt -den Appetit, und schwächliche Constitutionen müssen durch anhaltende -Bewegung den zum Ersatz der an das kalte Wasser -abgegebenen Wärme nöthigen Sauerstoff dem Körper -hinzuführen. Starkes und anhaltendes Sprechen und Singen, -das Schreien der Kinder, feuchte Luft, alles dieses übt -einen bestimmten nachweisbaren Einfluß auf die zu genießenden -Speisen aus.</p> - -<h3><span class="antiqua">IV.</span></h3> - -<p>In dem Vorhergehenden ist angenommen worden, daß -vorzüglich der Kohlenstoff und Wasserstoff zur Verbindung -mit dem Sauerstoff und zur Hervorbringung der animalischen -Wärme dient; die einfachsten Beobachtungen zeigen in der -That, daß der Wasserstoff der Speisen eine nicht minder -wichtige Rolle wie der Kohlenstoff spielt.</p> - -<p>Der ganze Respirationsproceß erscheint in völliger Klarheit, -wenn wir den Zustand eines Menschen oder Thieres, -bei Enthaltung aller Speise, ins Auge fassen. Die Athembewegungen -bleiben ungeändert, es wird nach wie vor Sauerstoff -aus der Atmosphäre aufgenommen und Kohlensäure und -Wasserdampf ausgeathmet. Wir wissen mit unzweifelhafter<span class="pagenum" id="Page26">[26]</span> -Bestimmtheit, woher der Kohlenstoff und Wasserstoff stammt, -denn mit der Dauer des Hungers sehen wir den Kohlenstoff -und Wasserstoff des Körpers sich vermindern.</p> - -<p>Die erste Wirkung des Hungers ist ein Verschwinden des -Fettes; dieses Fett ist weder in den sparsamen Faeces, noch -im Urin nachweisbar, sein Kohlenstoff und Wasserstoff sind -durch Haut und Lunge in der Form von Sauerstoffverbindungen -ausgetreten; es ist klar, diese Bestandtheile haben zur -Respiration gedient.</p> - -<p>Jeden Tag treten 65 Loth Sauerstoff ein und nehmen -beim Austreten einen Theil von dem Körper des Hungernden -mit. (<span class="gesp2">Currie</span> sah einen Kranken, der nicht schlingen konnte, -während eines Monates über 100 Pfd. an seinem Gewichte -verlieren, und ein fettes Schwein, was durch einen Bergsturz -verschüttet wurde, lebte 160 Tage ohne Nahrung, und -hatte über 120 Pfd. am Gewichte verloren.) (<span class="gesp2">Martell</span> in -den <span class="antiqua">Transactions of the Linnéan Soc. Vol. XI. p.</span> 411.) -Das Verhalten der Winterschläfer, so wie die periodenweise -Ansammlung von Fett bei andern Thieren, von Fett, was in -andern Perioden ihres Lebens wieder verschwindet, ohne eine -Spur zu hinterlassen, alle diese wohlbekannten Thatsachen -beweisen, daß der Sauerstoff in dem Respirationsproceß keine -Auswahl unter den Stoffen trifft, die sich zu einer Verbindung -mit ihm eignen. Der Sauerstoff verbindet sich mit -allem, was ihm dargeboten wird, und nur Mangel an Wasserstoff -ist der Grund, warum sich überhaupt Kohlensäure bildet, -eben weil bei der Temperatur des Körpers die Verwandtschaft<span class="pagenum" id="Page27">[27]</span> -des Wasserstoffs zum Sauerstoff bei weitem die -des Kohlenstoffs übertrifft.</p> - -<p>Wir wissen in der That, daß die grasfressenden Thiere -ein dem eingeathmeten Sauerstoff gleiches Volum Kohlensäure -wieder ausathmen, während bei den Fleischfressern, der -einzigen Thierklasse, welche Fett in ihrer Nahrung genießt, -mehr Sauerstoff aufgenommen wird, als dem ausgeathmeten -Kohlensäurevolum entspricht; bestimmte Versuche haben dargethan, -daß in manchen Fällen nur die Hälfte von dem Volumen -des Sauerstoffs an Kohlensäuregas ausgeathmet wird. -Diese Beobachtungen sind keiner Widerlegung fähig, sie sind -überzeugender, als alle die künstlich und willkürlich hervorgerufenen -Erscheinungen, die man Versuche nennt, Versuche, -welche, völlig entbehrlich, alles Gegengewichtes ermangeln, -wenn die Gelegenheit zur Beobachtung in der Natur sich -darbietet und diese Gelegenheit verständig benutzt wird.</p> - -<p>Bei Hungernden verschwindet aber nicht allein das Fett, -sondern nach und nach alle der Löslichkeit fähigen, festen -Stoffe. In dem völlig abgezehrten Körper der Verhungerten -sind die Muskeln dünn und mürbe, der Contractibilität -beraubt, alle Theile des Körpers, welche fähig waren, in -den Zustand der Bewegung überzugehen, sie haben dazu gedient, -um den Rest der Gebilde vor der alles zerstörenden -Wirkung der Atmosphäre zu schützen; zuletzt nehmen die Bestandtheile -des Gehirns Antheil an diesem Oxydationsproceß, -es erfolgt Wahnsinn, Irrereden und der Tod, das heißt, -aller Widerstand hört völlig auf, es tritt der chemische Proceß<span class="pagenum" id="Page28">[28]</span> -der Verwesung ein, alle Theile des Körpers verbinden -sich mit dem Sauerstoff der Luft.</p> - -<p>Die Zeit, in welcher ein Verhungernder stirbt, richtet -sich nach dem Zustand der Fettleibigkeit, nach dem Zustand -der Bewegung (Anstrengung und Arbeit), nach der Temperatur -der Luft, und ist zuletzt abhängig von der Gegenwart -oder Abwesenheit des Wassers. Durch die Haut und Lunge -verdunstet eine gewisse Menge Wasser, durch deren Austreten, -als die Bedingung aller Vermittelung von Bewegungen, -der Tod beschleunigt wird. Es giebt Fälle, wo bei -ungeschmälertem Wassergenuß der Tod erst nach 20, in einem -Fall erst nach 60 Tagen erfolgte.</p> - -<p>In allen chronischen Krankheiten erfolgt der Tod durch -die nämliche Ursache, durch die Einwirkung der Atmosphäre. -Wenn die Stoffe fehlen, welche in dem Organismus zur -Unterhaltung des Respirationsprocesses bestimmt sind, wenn -die Organe des Kranken ihre Funktion versagen, wenn sie -die Fähigkeit verlieren, zu ihrem eignen Schutz die genossenen -Speisen in den Zustand zu versetzen, in dem sich ihre -Bestandtheile mit dem Sauerstoff der Luft zu verbinden vermögen, -so wird ihre eigne Substanz, das Fett, das Gehirn, -die Substanz der Muskeln und Nerven dazu <span class="nowrap">verwendet<a id="FNanchor1"></a><a href="#Footnote1" -class="fnanchor">[F1]</a></span>.</p> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote1"><a href="#FNanchor1"><span class="label">[1]</span></a> -In Beziehung auf den wahren Vorgang verweise ich auf die Betrachtung -des Stoffwechsels in dem Körper der Carnivoren (s. im -Folgenden).</p> - -</div><!--footnote--> - -<p>Die eigentliche Ursache des Todes ist in diesen Fällen -der Respirationsproceß, die Einwirkung der Atmosphäre.<span class="pagenum" id="Page29">[29]</span> -Mangel an Nahrung, an Fähigkeit, sie zu Bestandtheilen des -Organismus zu machen, ist Mangel an Widerstand, es ist -die negative Ursache des Aufhörens der Lebensthätigkeit. -Die Flamme geht aus, weil das Oel verzehrt ist; es ist -der Sauerstoff der Luft, der es verzehrt hat.</p> - -<p>In manchen Krankheitszuständen erzeugen sich Stoffe, die -zur Assimilation nicht verwendbar sind, durch bloße Enthaltung -von Speisen werden sie aus dem Körper entfernt, sie -verschwinden, ohne eine Spur zu hinterlassen, indem ihre -Bestandtheile mit dem Sauerstoff der Luft in Verbindung treten.</p> - -<p>Von dem Augenblicke an, wo die Funktion der Haut -oder Lunge eine Störung erleidet, erscheinen kohlenstoffreichere -Stoffe im Urin, der seine gewöhnliche Farbe in braun -umändert. Von der ganzen Oberfläche des menschlichen Körpers -wird Sauerstoff aus der Luft aufgenommen, der sich -mit allen Materien verbindet, die seiner Action keinen Widerstand -entgegensetzen; an allen Stellen des Körpers, wo -der Zutritt des Sauerstoffs gehemmt ist, unter den Achselhöhlen -und an den Füßen z. B., bemerken wir eine Ausscheidung -von Stoffen, die sich durch ihren Zustand oder -durch den Geruch den Sinnen zu erkennen geben.</p> - -<p>Die Respiration ist das fallende Gewicht, die gespannte -Feder, welche das Uhrwerk in Bewegung erhält, die Athemzüge -sind die Pendelschläge, die es reguliren. Wir kennen -bei unseren gewöhnlichen Uhren mit mathematischer Schärfe -die Aenderungen, welche durch die Länge des Pendels oder -durch äußere Temperaturen ausgeübt werden, auf ihren -regelmäßigen<span class="pagenum" id="Page30">[30]</span> -Gang; allein nur von Wenigen ist in seiner Klarheit -der Einfluß erkannt, den Luft und Temperatur auf -den Gesundheitszustand des menschlichen Körpers ausüben, -und doch ist die Ausmittelung der Bedingungen, um ihn im -normalen Zustand zu erhalten, nicht schwieriger, wie bei einer -gewöhnlichen Uhr.</p> - -<h3><span class="antiqua">V.</span></h3> - -<p>Der Mangel an einer richtigen Ansicht von Kraft und -Wirkung und dem Zusammenhang der Naturerscheinungen -hat die Chemiker dahin geführt, einen Theil der im Thierorganismus -sich erzeugenden Wärme den Wirkungen des Nervensystems -zuzuschreiben. Wenn man damit einen Stoffwechsel -als Bedingung der Nervenwirkungen ausschließt, so -will dies nichts anders sagen, als das Vorhandensein einer -Bewegung, die Aeußerung einer Thätigkeit hervorgehen zu -machen aus Nichts. Allein aus Nichts kann keine Kraft, -keine Thätigkeit entstehen.</p> - -<p>Niemand wird ernstlich den Antheil läugnen, welchen die -Nervenapparate an dem Respirationsproceß nehmen, keine -Art von Zustandsänderung kann im Thierkörper vor sich gehen, -ohne die Nerven, denn sie sind die Bedinger aller Bewegungen. -Durch sie, durch ihre Mitwirkung produciren -die Eingeweide die Stoffe, welche als Mittel zum Widerstande -gegen die Einwirkung des Sauerstoffs zur Hervorbringung -der animalischen Wärme dienen, und mit dem Aufhören -ihrer Funktionen muß der ganze Akt der Sauerstoffaufnahme<span class="pagenum" id="Page31">[31]</span> -eine andere Form annehmen. Beim Durchschneiden -des Gehirns von Hunden beim <span class="antiqua">Pons varolii</span>, bei Contusionen -gegen Scheitel und Hinterhaupt fährt das Thier -eine Zeitlang zu athmen fort, oft rascher und lebhafter, wie -im gesunden Zustande, die Schnelligkeit des Blutumlaufs -nimmt in der ersten Zeit eher zu als ab, allein das Thier -erkaltet, wie wenn ein plötzlicher Tod eingetreten wäre, der -dann auch unabwendbar erfolgt; ganz ähnliche Erfahrungen -hat man bei Durchschneidung des Rückenmarks, des <span class="antiqua">Nervus -vagus</span> gemacht. Die Athembewegungen dauern eine Zeitlang -fort, allein der Sauerstoff findet die Stoffe auf seinem Wege -nicht vor, mit denen er sich im normalen Zustande verbunden -haben würde, weil sie ihm von den gelähmten Unterleibsorganen -nicht geliefert werden können. Die sonderbare -Ansicht über die Erzeugung der thierischen Wärme durch die -Nerven, sie ist, wie man leicht bemerkt, aus der Vorstellung -hervorgegangen, daß das eingesaugte Sauerstoffgas in dem -Blute selbst zu Kohlensäure werde, in welchem Fall, in obigen -Versuchen, freilich die Temperatur des Körpers nicht -abnehmen dürfte, allein es kann, wie später entwickelt werden -soll, keinen größeren Irrthum geben.</p> - -<p>Aehnlich wie bei Durchschneidung der pneumogastrischen -Nerven die Bewegung des Magens und die Secretion des -Magensaftes aufgehoben und damit dem Verdauungsproceß -eine unmittelbare Gränze gesetzt wird, ändert die Lähmung -der Bewegungsorgane des Unterleibs den Respirationsproceß; -beide stehen in dem engsten Zusammenhang mit einander;<span class="pagenum" id="Page32">[32]</span> -eine jede Störung des Nervensystems, der Verdauungsnerven -übt rückwärts einen wahrnehmbaren Einfluß auf den -Respirationsproceß aus.</p> - -<p>Man hat zuletzt die Beobachtung gemacht, daß durch die -Contraction der Muskeln Wärme erzeugt wird, ähnlich wie -in einem Stücke Kautschuck, was man, rasch aus einander -gezogen, sich wieder contrahiren läßt. Man ist so weit gegangen, -einen Theil der thierischen Wärme den mechanischen -Bewegungen im Körper zuzuschreiben, als ob die Bewegungen -selbst entstehen könnten, ohne einen gewissen Aufwand -von Kraft, welche durch diese Bewegungen verzehrt wird. -Durch was aber, kann man hier fragen, wird diese Kraft erzeugt?</p> - -<p>Durch verbrennenden Kohlenstoff, durch Auflösung eines -Metalls in einer Säure, durch die Vereinigung der beiden -Elektricitäten, durch Einsaugung von Licht entsteht Wärme. -Gleichermaßen entsteht Wärme, wenn wir zwei Stücke eines -festen Körpers mit einer gewissen Geschwindigkeit auf einander -reiben.</p> - -<p>Durch eine Menge in ihren Aeußerungen höchst verschiedener -Ursachen können wir einerlei Effekt hervorbringen. -Wir haben in der Verbrennung und in der Elektricitätserzeugung -einen Stoffwechsel, oder, wie in dem Licht -und der Reibungswärme, die Verwandlung einer vorhandenen -Bewegung in eine neue, die auf eine andere Weise auf -unsere Sinne wirkt. Wir haben ein Substrat, etwas Gegebenes, -was die Form eines andern Substrates annimmt, -in allen Fällen eine Kraft und eine Wirkung. Wir können<span class="pagenum" id="Page33">[33]</span> -durch Feuer unter einer Dampfmaschine alle möglichen Arten -von Bewegungen, und durch ein gegebenes Maaß von -Bewegung Feuer hervorbringen.</p> - -<p>Ein Stück Zucker, das wir auf einem Reibeisen reiben, -erleidet an den Berührungsflächen des Eisens die nämliche -Veränderung, wie durch eine hohe Temperatur, und zwei -Stücke Eis schmelzen an den Punkten, wo sie sich reibend -berühren.</p> - -<p>Man muß sich nur erinnern, daß die ausgezeichnetsten -Physiker die Erscheinungen der Wärme nur als Bewegungserscheinungen -gelten lassen, eben weil der Begriff der <span class="gesp2">Erzeugung</span> -einer Materie, wenn auch einer gewichtslosen, -schlechterdings nicht vereinbar ist mit ihrer Entstehung durch -mechanische Ursachen, wie durch Reibung und Bewegung.</p> - -<p>Alles zugegeben, was von elektrischen und magnetischen -Störungen in dem Thierkörper Antheil nehmen mag an den -Funktionen seiner Organe, die letzte Ursache aller dieser -Thätigkeiten ist ein Stoffwechsel, ausdrückbar durch einen -in einer gewissen Zeit stattfindenden Uebergang der Bestandtheile -der Speisen in Sauerstoffverbindungen; diejenigen unter -ihnen, welche diesen allmähligen Verbrennungsproceß nicht -erfahren, sie werden unverbrannt oder unverbrennlich in der -Form von Excrementen ausgestoßen.</p> - -<p>Es ist nun schlechterdings unmöglich, daß eine gegebene -Menge Kohlenstoff oder Wasserstoff, welche verschiedene -Formen sie auch im Laufe der Verbrennung annehmen mögen, -mehr Wärme hervorzubringen fähig ist, als wie sie<span class="pagenum" id="Page34">[34]</span> -liefert, wenn sie im Sauerstoffgas oder in der Luft direkt -verbrannt wird.</p> - -<p>Wenn wir Feuer unter eine Dampfmaschine machen und -die erhaltene Kraft benutzen, um durch Reibung Wärme hervorzubringen, -so kann diese in keiner Weise jemals größer -sein, als die Wärme, die wir nöthig gehabt haben, um den -Dampfkessel zu heizen, und wenn wir in einer galvanischen -Säule den Strom zur Hervorbringung von Wärme benutzen, -so ist diese unter allen Umständen nicht größer, als wir sie -haben können durch die Verbrennung des Zinks, was sich in -der Säure anflös’t.</p> - -<p>Die Contraction der Muskeln erzeugt Wärme, die hierzu -nöthige Kraft äußert sich durch die Organe der Bewegung, -die sie durch einen Stoffwechsel empfangen. Die letzte Ursache -der erzeugten Wärme kann natürlich nur dieser Stoffwechsel -sein.</p> - -<p>Durch die Auflösung eines Metalls in einer Säure entsteht -ein elektrischer Strom; durch einen Draht geleitet, wird -dieser zu einem Magneten, durch den wir verschiedene Effekte -hervorzubringen vermögen. Die Ursache aller erzeugten Erscheinungen -ist der Magnetismus, die Ursache der magnetischen -Wirkungen suchen wir in dem elektrischen Strom, und -die letzte Ursache des elektrischen Stromes, wir finden sie in -einem Stoffwechsel, in einer chemischen Action.</p> - -<p>Es giebt verschiedene Ursachen der Krafterzeugung; eine -gespannte Feder, ein Luftstrom, eine fallende Wassermasse, Feuer, -was unter einem Dampfkessel brennt, ein Metall, was sich in einer<span class="pagenum" id="Page35">[35]</span> -Säure lös’t, durch alle diese verschiedenen Ursachen der Bewegung -läßt sich einerlei Effekt hervorbringen. In dem thierischen -Körper erkennen wir aber als die letzte Ursache aller Krafterzeugung -nur <span class="gesp2">eine</span>, und diese ist die Wechselwirkung, welche -die Bestandtheile der Speisen und der Sauerstoff der Luft -auf einander ausüben. Die einzige bekannte und letzte Ursache -der Lebensthätigkeit im Thier sowohl, wie in der -Pflanze ist ein chemischer Proceß; schließen wir ihn aus, so -stellen sich die Lebensäußerungen nicht ein, oder sie hören -auf, wahrnehmbar zu sein; hindern wir die chemische Action, -so nehmen die Lebenserscheinungen andere Formen an.</p> - -<p>Nach den Versuchen von <span class="gesp2">Despretz</span> entwickelt 1 Loth -Kohlenstoff bei seiner Verbrennung so viel Wärme, daß damit -105 Loth Wasser von 0° auf 75° erwärmt werden können, im -Ganzen also 105mal 75° = 7875° Wärme. Die 27,8 Loth -Kohlenstoff, welche sich in dem Körper eines Soldaten in -Kohlensäure verwandeln, entwickeln mithin 27,8mal 7875° -Wärme = 218825° Wärme. Mit dieser Wärmemenge kann -man 1 Loth Wasser auf diese Temperatur erheben oder 68<sup>4</sup>⁄<sub>10</sub> -Pfd. Wasser zum Sieden oder 185 Pfd. auf 37° erhitzen, -oder 12 Pfd. Wasser bei 37° in Dampf verwandeln.</p> - -<p>Wenn wir nun annehmen, daß die Ausdünstung durch -Haut und Lunge in 24 Stunden 48 Unzen (3 Pfd.) betrage, -so bleiben, die hierzu nöthige Wärmemenge abgezogen, 162093 -Grad Wärme, welche durch Strahlung, durch Erwärmung -der ausgeathmeten Luft, durch Faeces und Urin aus dem -Körper treten.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page36">[36]</span></p> - -<p>Es ist in dieser Rechnung die durch den verbrennenden -Wasserstoff, durch seinen Uebergang in Wasser, erzeugte Wärmemenge -nicht in Anschlag gebracht. Wenn man sich nun -erinnert, daß die specifische Wärme der Knochen, des Fettes, -der Substanz der Organe weit geringer ist, als die des -Wassers, daß sie also, um auf 37° erwärmt zu werden, -weit weniger Wärme bedürfen, als ein gleiches Gewicht -Wasser, so kann es keinem Zweifel unterliegen, daß, alle -diese Verhältnisse mit in Rechnung gezogen, die durch den -Verbrennungsproceß erzeugte Wärme vollkommen hinreicht, -um die constante Temperatur des Körpers und die Verdunstung -zu erklären.</p> - -<h3><span class="antiqua">VI.</span></h3> - -<p>Alle Versuche der Physiker über die Sauerstoffmenge, die -ein Thier in einer gegebenen Zeit verzehrt, so wie die -Schlüsse, die man daraus auf die Entstehung der animalischen -Wärme gezogen hat, sind völlig bedeutungslos, denn -diese Sauerstoffmengen wechseln, nach der Temperatur und der -Dichtigkeit der Luft, nach dem Zustand der Bewegung, Arbeit -und Anstrengung, sie ändern sich nach der Menge und Qualität -der genossenen Nahrung, mit der mehr oder weniger warmen -Kleidung, nach der Zeit, in welcher die Speise verzehrt wurde. -Die Gefangenen in dem Zuchthaus (Arbeitshaus) zu Marienschloß -verzehren nicht über 21 Loth Kohlenstoff, die in -dem Arresthaus zu Gießen, denen alle Bewegung mangelt,<span class="pagenum" id="Page37">[37]</span> -nicht über 17 <span class="nowrap">Loth<a id="ENanchor6"></a><a href="#Endnote6" class="enanchor">[E6]</a></span> -und in einer mir bekannten Haushaltung -verzehrten 9 Personen (4 Kinder, 5 Erwachsene) durchschnittlich -nicht über 19 Loth <span class="nowrap">Kohlenstoff<a id="FNanchor2"></a><a href="#Footnote2" -class="fnanchor">[F2]</a></span>. Annäherungsweise -kann angenommen werden, daß die aufgenommenen Sauerstoffmengen -sich wie diese Zahlen verhalten, allein durch -Fleisch, Wein und Fettgenuß ändern sich diese Verhältnisse -in Folge des ausgetretenen Wasserstoffs dieser Nahrungsmittel, -der in seiner Verwandlung in Wasser bei gleichem -Gewichte eine weit größere Wärmemenge hervorbringt.</p> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote2"><a href="#FNanchor2"><span class="label">[2]</span></a> -In dieser Haushaltung wurden im Monat verbraucht 151 Pfd. Schwarzbrod, -70 Pfd. Weißbrod, 132 Pfd. Fleisch, 19 Pfd. Zucker, 15,9 Pfd. -Butter, 57 Maaß Milch, der Kohlenstoff der Gemüse und Kartoffeln, -des Wildbrets, Geflügels und Weins für die Excremente angeschlagen.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p>Die Versuche über die Bestimmung der Wärmemenge, -die sich für einen gegebenen Sauerstoffverbrauch aus einem -Thier entwickelt, sind nicht minder bedeutungslos. Man hat -Thiere in geschlossenen, mit kaltem Wasser umgebenen Räumen -athmen lassen, die Wärmezunahme der Umgebung durch -den Thermometer gemessen und die Menge des verschwundenen -Sauerstoffgases, so wie die erzeugte Kohlensäure durch -die Analyse der ein- und ausgetretenen Luft bestimmt. In -diesen Versuchen hat man gefunden, daß das Thier mehr -Wärme verlor, als dem verzehrten Sauerstoff entsprach, und -zwar <sup>1</sup>⁄<sub>10</sub> mehr, und wenn man dem Thiere die Luftröhre -zugebunden haben würde, so wäre das merkwürdige Verhältniß -eingetreten, daß das umgebende Wasser durch das -erkaltende Thier Wärme empfangen hätte, ohne allen Verbrauch<span class="pagenum" id="Page38">[38]</span> -von Sauerstoff. Die Temperatur des Thiers war -38°, die des umgebenden Wassers in den Versuchen von -<span class="gesp2">Despretz</span> 8,5°. Diese Versuche beweisen also, daß bei einer -großen Differenz der Temperatur des Körpers und der -der Umgebung, beim Mangel aller Bewegung, mehr Wärme -entweicht, als dem eingeathmeten Sauerstoff entspricht; in -gleichen Zeiten bei freier ungehinderter Bewegung würde -eine weit größere Menge Sauerstoff aufgenommen worden -sein, ohne bemerkbare Erhöhung des Wärmeverlustes. -Dieser Zustand tritt bei Menschen und Thieren zu gewissen -Jahreszeiten ein, und wir sagen in diesem Fall, -daß wir frieren. Es ist klar, daß, wenn wir einen -Menschen mit einem metallischen Kleide umgeben, der Wärmeverlust, -wenn wir ihm Hände und Füße binden, bei gleichem -Sauerstoffverbrauch weit größer sein wird, als wenn -wir ihn in Pelz und Wolle stecken, ja wir finden sogar, -daß er in dem letztern Fall anfängt zu schwitzen, daß warmes -Wasser quellenweise aus den feinen Schweißlöchern seiner -Haut tritt.</p> - -<p>Wenn man hinzunimmt, daß ganz bestimmte Beobachtungen -vorliegen, wo Thiere, die gebunden in einer unnatürlichen -Stellung, z. B. auf dem Rücken liegend, athmeten, -daß die Temperatur ihres Körpers durch den Thermometer -meßbar abnimmt, so kann man wohl schwerlich über die -Schlüsse, die man aus diesen Versuchen gezogen hat, im -Zweifel sein.</p> - -<p>Diese Schlüsse haben für die Meinung, daß eine andere<span class="pagenum" id="Page39">[39]</span> -unbekannte Quelle der Wärme in dem thierischen Körper -existire, nicht den allergeringsten Werth.</p> - -<h3><span class="antiqua">VII.</span></h3> - -<p>Wenn wir die Erzeugung von Kraft, die Bewegungserscheinungen -mit <span class="gesp2">Nervenleben</span>, und den Widerstand, den -Zustand des statischen Gleichgewichtes mit <span class="gesp2">vegetativem -Leben</span> bezeichnen, so ist klar, daß im jugendlichen Alter bei -allen Thierklassen das letztere, nämlich das vegetative Leben, -das Nervenleben überwiegt.</p> - -<p>Der Uebergang des in Bewegung befindlichen Stoffs in -den Zustand der Ruhe zeigt sich in einer Zunahme an Masse, -in einem Ersatz an verbrauchtem Stoffe; die Bewegung selbst, -die Krafterzeugung stellt sich dar als ein Verbrauch an Stoff.</p> - -<p>In dem jugendlichen Thiere ist der Verbrauch kleiner, -als die Zunahme, und diesen Zustand eines intensiveren vegetativen -Lebens behält das weibliche Thier bis zu einem -gewissen Lebensalter unverändert bei, es erreicht nicht, wie -beim männlichen Thiere, mit der Ausbildung aller Organe -eine Gränze.</p> - -<p>Das weibliche Thier ist zu gewissen Perioden des Jahrs -der Fortpflanzung fähig, durch äußere Bedingungen, Temperatur, -Nahrung &c. wird das vegetative Leben in seinem -Organismus gesteigert, er producirt mehr als er verwendet; -diese Fähigkeit zeigt sich in der Fortpflanzung. Unabhängig -von äußeren Bedingungen der Steigerung des vegetativen<span class="pagenum" id="Page40">[40]</span> -Lebens ist das Weib des Menschen, mit der Ausbildung aller -seiner Organe, zu jeder Zeit der Fortpflanzung fähig, -die Empfängniß ist an keine Periode gebunden, und eine wunderbare -Weisheit hat in seinen Körper die Fähigkeit gelegt, -bis zu einem bestimmten Lebensalter alle Bestandtheile seiner -Organe in größerer Menge zu erzeugen, als sie zur Reproduktion -der umgesetzten Gebilde erforderlich sind. Dieses -Erzeugniß enthält nachweisbar alle Elemente eines ihm gleichen -Wesens, es vermehrt sich in jedem Lebensmomente und -wird, bis es Verwendung findet, periodenweise aus dem -Körper abgeschieden. Mit der Befruchtung des Ei’s hört -diese Abscheidung auf, jeder Tropfen des mehrerzeugten Blutes -formt sich zu einem der Mutter ähnlichen Organismus.</p> - -<p>Durch Bewegung und Anstrengung wird die Menge des -abgeschiedenen Blutes geringer, und bei krankhafter Unterdrückung -der Menstruation zeigt sich das vegetative Leben in -einer gesteigerten Fettbildung. Wird das Gleichgewicht des -vegetativen und Nervenlebens bei dem Manne gestört, wird -die Intensität des letztern, wie bei den Castraten, verringert, -so zeigt sich das Uebergewicht des erstern in einer gleichen -Form, in einer Steigerung der Fettbildung.</p> - -<h3><span class="antiqua">VIII.</span></h3> - -<p>Wenn wir festhalten, daß die Zunahme an Masse in -dem thierischen Körper, daß die Ausbildung seiner Organe -und ihrer Reproduktion aus dem Blute, d. h. aus den Bestandtheilen<span class="pagenum" id="Page41">[41]</span> -des Blutes, geschieht, so können nur diejenigen -Materien Nahrungsmittel genannt werden, welche fähig -sind zu Blut zu werden. Die Untersuchung der Stoffe, die -sich hierzu eignen, beschränkt sich hiernach auf die Ausmittelung -der Zusammensetzung der Nahrungsmittel und ihrer -Vergleichung mit der Zusammensetzung der Bestandtheile des -Blutes.</p> - -<p>Zwei Materien sind als Hauptbestandtheile des Blutes -vorzüglich in Betracht zu ziehen. Die eine davon scheidet -sich augenblicklich aus dem Blute ab, sobald es aus der Circulation -genommen wird. Jedermann weiß, daß das Blut -in diesem Fall gerinnt, es trennt sich in eine gelbliche Flüssigkeit, -in <span class="gesp2">Blutserum</span>, und eine gallertartige Masse, die -sich in weichen, zähen elastischen Fäden an einen Stab oder -eine Ruthe anhängt, mit denen man das frische Blut während -seines Gerinnens peitscht oder schlägt. Dieser Körper -ist das <span class="gesp2">Fibrin</span>, Blutfaserstoff, er ist identisch in seinen Eigenschaften -mit der von allen anderen Materien befreiten -Muskelfaser.</p> - -<p>Der zweite Hauptbestandtheil des Blutes ist im Blutserum -enthalten, er ertheilt dieser Flüssigkeit alle Eigenschaften -des weißen Theils des Hühnerei’s, indem er identisch -mit diesem Bestandtheil aller Eier ist. Er gerinnt in der -Hitze zu einer weißen elastischen Masse; dieser gerinnende -Bestandtheil hat den Namen <span class="gesp2">Albumin</span> erhalten.</p> - -<p>Fibrin und Albumin, die Hauptbestandtheile des Blutes, -enthalten im Ganzen 7 chemische Elemente, unter welche<span class="pagenum" id="Page42">[42]</span> -namentlich Stickstoff, Phosphor und Schwefel, so wie die -Substanz der Knochen gehört. In dem Serum befinden sich -Kochsalz und Salze in Auflösung, welche Kali, Natron als -Basen enthalten, sie sind mit Kohlensäure, Phosphorsäure -und Schwefelsäure verbunden. Die Blutkörperchen enthalten -Fibrin und Albumin, sowie einen rothen Farbstoff, in -welchem Eisen einen nie fehlenden Bestandtheil ausmacht. -Außer diesen enthält das Blut noch einige fette Körper in -geringer Menge, die sich von den gewöhnlichen Fetten durch -verschiedene Eigenschaften unterscheiden.</p> - -<p>Die chemische Analyse hat zu dem merkwürdigen Resultate -geführt, daß Fibrin und Albumin einerlei organische Elemente -und zwar in dem nämlichen Gewichtsverhältniß enthalten, -in der Art also, daß, wenn man zwei Analysen, die eine von -Fibrin, die andere von Albumin neben einander stellt, wir -keinen größeren Unterschied in der procentischen Zusammensetzung -wahrnehmen, wie in zwei Analysen von Fibrin, oder -in zwei Analysen von Albumin.</p> - -<p>In beiden Blutbestandtheilen sind offenbar, dies zeigt ihr -verschiedener Zustand, die Elemente auf verschiedene Weise -geordnet, allein ihrer Zusammensetzung nach sind sie identisch.</p> - -<p>Dieser Schluß ist neuerdings aufs Schönste dadurch bestätigt -worden, daß es einem ausgezeichneten Physiologen -(P. <span class="gesp2">Denis</span>) gelang, Fibrin in den Zustand von Albumin -künstlich überzuführen, ihm also die Löslichkeit und Gerinnbarkeit -zu geben, die das Eiweiß charakterisirt.</p> - -<p>Neben der gleichen Zusammensetzung haben sie noch die<span class="pagenum" id="Page43">[43]</span> -chemische Eigenschaft mit einander gemein, daß sie sich beide -in starker Salzsäure zu einer intensiv indigblauen Flüssigkeit -lösen, welche gegen alle Materien, die man damit zusammenbringt, -ein ganz gleiches Verhalten zeigt.</p> - -<p>Albumin und Fibrin können beide in dem Ernährungsprocesse -zu Muskelfaser werden, und Muskelfaser kann rückwärts -wieder in Blut übergehen. Dieser Uebergang ist von -den Physiologen längst außer allen Zweifel gestellt, und die -Chemie hat also nur nachgewiesen, daß die Metamorphose -rückwärts und vorwärts erfolgen kann, kraft einer einwirkenden -Thätigkeit, ohne Zuhülfenahme eines dritten Körpers -oder seiner Bestandtheile, ohne daß also ein fremdes Element -aufgenommen zu werden oder ein in Verbindung vorhandenes -auszutreten braucht.</p> - -<p>Wenn wir nun die Zusammensetzung aller Gebilde mit -der des Fibrins und Albumins im Blute vergleichen, so ergeben -sich folgende Beziehungen.</p> - -<p>Alle Theile des Thierkörpers, die eine bestimmte Form -besitzen, welche Bestandtheile von Organen sind, enthalten -Stickstoff. Kein Theil oder Bestandtheil eines Organs, welches -Bewegung und Leben besitzt, ist frei von Stickstoff, alle -enthalten Kohlenstoff und die Elemente des Wassers, wiewohl -diese letzteren <span class="gesp2">nie</span> in dem Verhältniß, wie im Wasser.</p> - -<p>Die Hauptbestandtheile des Blutes enthalten nahe an -17 <span class="antiqua">pCt.</span> Stickstoff, kein Theil eines Organs enthält weniger, -wie siebzehn Procent <span class="nowrap">Stickstoff<a id="ENanchor7"></a><a href="#Endnote7" class="enanchor">[E7]</a></span>.</p> - -<p>Die entscheidendsten Versuche und Beobachtungen haben<span class="pagenum" id="Page44">[44]</span> -bewiesen, daß der thierische Organismus durchaus unfähig -ist, ein chemisches Element, Kohlenstoff oder Stickstoff, aus -anderen Materien, in denen diese Körper fehlen, hervorzubringen, -und es ist hiernach einleuchtend, daß alle Nahrungsmittel, -die zur Blutbildung oder zur Bildung von Zellen, -Membranen, Haut, Haaren, Muskelfaser dienen sollen, eine -gewisse Portion Stickstoff enthalten müssen, eben weil dieser -einen Bestandtheil der genannten Organe ausmacht, diese -aus anderen Elementen, die man ihnen darbietet, keinen -Stickstoff erzeugen können und weil kein Stickstoff aus der -Atmosphäre in dem Lebensproceß verwendet wird.</p> - -<p>Der thierische Körper enthält in der Nerven- und Gehirnsubstanz -eine große Menge Albumin und außer diesem -zwei eigenthümliche fette Säuren, die sich von allen anderen -Fetten durch einen Gehalt von Phosphor(-säure?) unterscheiden -(<span class="gesp2">Frémy</span>). Eins dieser Fette enthält Stickstoff.</p> - -<p>Wasser und Fett machen zuletzt die stickstofffreien Bestandtheile -des Thierkörpers aus, beide sind formlos und -nehmen nur in sofern Antheil an dem Lebensproceß, als -durch sie die Lebensfunktionen vermittelt werden. Die nicht-organischen -Bestandtheile des Thierkörpers sind Eisen, Kalk, -Bittererde, Kochsalz, sowie die Alkalien.</p> - -<h3><span class="antiqua">IX.</span></h3> - -<p>Die Ernährung der Fleischfresser nimmt unter allen Thierklassen -die einfachste Form an; sie leben vom Blut und Fleisch<span class="pagenum" id="Page45">[45]</span> -der gras- und körnerfressenden Thiere, allein dieses Blut -und Fleisch ist identisch in allen seinen Eigenschaften mit ihrem -eigenen Blut und Fleisch, weder chemisch, noch physiologisch -ist ein Unterschied wahrnehmbar.</p> - -<p>Die Nahrung der fleischfressenden Thiere ist aus Blut -entstanden, sie wird in ihrem Magen flüssig und überführbar -in andere Körpertheile, sie wird in ihrem Leibe wieder zu -Blut, und aus diesem Blut erzeugen sich alle Theile ihres -Körpers wieder, die eine Veränderung oder Umsetzung erlitten -haben.</p> - -<p>Bis auf Klauen, Haare, Federn und Knochenerde ist kein -Bestandtheil der Nahrung der Carnivoren unassimilirbar.</p> - -<p>In chemischem Sinne kann man also sagen, daß das -fleischfressende Thier zur Erhaltung seiner Lebensprocesse sich -selbst verzehrt.</p> - -<p>Dasjenige, was zu seiner Ernährung dient, ist identisch -mit den Bestandtheilen seiner Organe, welche erneuert werden -sollen.</p> - -<p>Ganz anders stellt sich dem Anschein nach der Ernährungsproceß -der pflanzenfressenden Thiere dar; ihre Verdauungsorgane -sind minder einfach und ihre Nahrung besteht -aus Vegetabilien, die ihrer Hauptmasse nach nur sehr wenig -Stickstoff enthalten.</p> - -<p>Aus welchen Stoffen, kann man fragen, entsteht bei ihnen -das Blut, aus dem sich ihre Organe entwickeln?</p> - -<p>Diese Frage läßt sich mit genügender Sicherheit beantworten.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page46">[46]</span></p> - -<p>Die chemischen Untersuchungen haben dargethan, daß alle -Theile von Pflanzen, welche Thieren zur Nahrung dienen, -gewisse Bestandtheile enthalten, welche reich sind an Stickstoff, -und die gewöhnlichsten Erfahrungen beweisen, daß die -Thiere zu ihrer Erhaltung und Ernährung der Quantität -nach um so weniger von diesen Pflanzentheilen bedürfen, je -reicher sie an diesen stickstoffhaltigen Stoffen sind; sie können -nicht mit Materien ernährt werden, worin sie fehlen.</p> - -<p>In vorzüglicher Menge sind diese Erzeugnisse der Pflanzen -in den Samen der Getreidearten, der Erbsen, Linsen, -Bohnen, in Wurzeln und in den Säften der sogenannten -Gemüspflanzen enthalten, sie fehlen übrigens in keiner einzigen -Pflanze, in keinem ihrer Theile.</p> - -<p>Diese stickstoffhaltigen Nahrungsstoffe lassen sich im Ganzen -auf drei Materien zurückführen, die ihrer äußern Beschaffenheit -nach leicht von einander zu unterscheiden sind. -Zwei davon sind im Wasser löslich, der dritte wird davon -nicht aufgenommen.</p> - -<p>Wenn man frisch ausgepreßte Pflanzensäfte sich selbst -überläßt, so tritt nach wenigen Minuten eine Scheidung -ein, es sondert sich ein gelatinöser Niederschlag ab, gewöhnlich -von grüner Farbe, welcher, mit Flüssigkeiten behandelt, -die den Farbestoff lösen, eine grauweiße Materie hinterläßt. -Diese Substanz ist unter dem Namen <span class="gesp2">grünes Satzmehl</span> -der Pflanzensäfte den Pharmaceuten wohl bekannt. Dieß -ist der eine von den stickstoffhaltigen Nahrungsmitteln der -Thiere, er hat den Namen <span class="gesp2">Pflanzenfibrin</span> erhalten. Der<span class="pagenum" id="Page47">[47]</span> -Saft der Gräser ist vorzüglich reich an diesem Bestandtheil, -er ist in reichlichster Menge in dem Weizensamen, so wie -überhaupt in den Samen der Cerealien enthalten, und kann -aus dem Weizenmehl durch eine mechanische Operation ziemlich -rein erhalten werden. In diesem Zustande heißt er -<span class="gesp2">Kleber</span>, allein die klebenden Eigenschaften gehören ihm nicht -an, sondern einer geringen Menge eines beigemischten fremden -Körpers, der in den Samen der übrigen Getreidearten -fehlt.</p> - -<p>Wie sich aus der Art seiner Darstellung ergiebt, ist das -Pflanzenfibrin im Wasser nicht löslich, obwohl man nicht -zweifeln kann, daß es in der lebenden Pflanze im Safte -gelös’t vorhanden war, aus dem es sich, ähnlich wie das -Fibrin aus Blut, erst später abschied.</p> - -<p>Der zweite stickstoffhaltige Nahrungsstoff ist in dem Safte -der Pflanzen gelös’t, er scheidet sich daraus bei gewöhnlicher -Temperatur nicht ab, wohl aber, wenn der Pflanzensaft zum -Sieden erhitzt wird.</p> - -<p>Bringt man den ausgepreßten klaren Saft, am besten -von Gemüspflanzen, von Blumenkohl, Spargel, Kohlrüben, -weißen Rüben u. s. w. zum Sieden, so entsteht darin ein -Coagulum, welches in seiner äußern Beschaffenheit und seinen -Eigenschaften schlechterdings nicht zu unterscheiden ist -von dem Körper, der sich als Gerinnsel abscheidet, wenn -man mit Wasser verdünntes Blutserum oder Eiweiß der -Siedhitze aussetzt. Dies ist das <span class="gesp2">Pflanzenalbumin</span>; in -vorzüglicher Menge findet sich dieser Körper in gewissen Samen,<span class="pagenum" id="Page48">[48]</span> -in Nüssen, Mandeln und anderen, in denen das Amylon -der Getreidesamen sich vertreten findet durch Oel oder -Fett.</p> - -<p>Der dritte stickstoffhaltige Nahrungsstoff, den die Pflanzen -produciren, das <span class="gesp2">Pflanzencasein</span>, findet sich hauptsächlich -in den Samenlappen der Erbsen, Linsen und Bohnen, -er ist wie das Pflanzenalbumin im Wasser löslich, unterscheidet -sich aber von ihm dadurch, daß seine Auflösung -durch Hitze nicht coagulirt wird; beim Abdampfen und Erhitzen -zieht sie an der Oberfläche eine Haut, und, mit Säuren -versetzt, entsteht darin ein Gerinnsel wie in der Thiermilch.</p> - -<p>Diese drei Stoffe, Pflanzen-Fibrin, -Albumin und -Casein, -sind die eigentlichen stickstoffhaltigen Nahrungsstoffe der -pflanzenfressenden Thiere, alle anderen in Pflanzen vorkommenden -stickstoffhaltigen Materien werden entweder, wie die -Stoffe in den Giftpflanzen und Medizinalpflanzen, von den -Thieren nicht genossen, oder sie sind ihrer Nahrung in so -außerordentlich kleinen Mengen beigemischt, daß sie zur Vermehrung -der Masse ihres Körpers nicht beizutragen vermögen.</p> - -<p>Die chemische Untersuchung der drei genannten Substanzen -hat zu dem interessanten Resultate geführt, daß sie einerlei -organische Elemente in dem nämlichen Gewichts-Verhältnisse -enthalten, und was noch weit merkwürdiger ist, es -hat sich ergeben, daß sie identisch sind in ihrer Zusammensetzung -mit den Hauptbestandtheilen des Blutes, mit Fibrin<span class="pagenum" id="Page49">[49]</span> -und Albumin. Sie lösen sich alle drei in concentrirter Salzsäure -mit der nämlichen indigblauen Farbe auf, und auch in -ihren physikalischen Eigenschaften sind Thierfibrin und Thieralbumin -von Pflanzenfibrin und Pflanzenalbumin in keiner -Weise verschieden. Es verdient ganz besonders hervorgehoben -zu werden, daß hier unter einer gleichen Zusammensetzung -nicht bloß eine ähnliche gemeint ist, sondern es ist auch in -Beziehung auf ihren Gehalt an Phosphor, Schwefel, Knochenerde -und Alkalien kein Unterschied <span class="nowrap">wahrnehmbar<a id="ENanchor8"></a><a -href="#Endnote8" class="enanchor">[E8]</a></span>.</p> - -<p>In welcher bewundernswürdigen Einfachheit erscheint nach -diesen Entdeckungen der Bildungsproceß im Thiere, die Entstehung -seiner Organe, der Hauptträger der Lebensthätigkeit. -Die Pflanzenstoffe, welche in den Thieren zur Blutbildung -verwendet werden, enthalten die Hauptbestandtheile des Blutes, -Fibrin und Albumin, fertig gebildet allen ihren Elementen -nach, alle Pflanzen enthalten noch überdies eine gewisse -Menge Eisen, was wir im Blutfarbestoff wiederfinden. -Pflanzenfibrin und Thierfibrin, Pflanzenalbumin und Thieralbumin -sind kaum der Form nach verschieden; wenn diese -Stoffe in der Nahrung der Thiere fehlen, so hört die Ernährung -der Thiere auf, und wenn sie darin gegeben werden, -so empfängt das pflanzenfressende Thier die nämlichen -Materien, auf welche die fleischfressenden zu ihrer Erhaltung -beschränkt sind.</p> - -<p>Die Pflanzen erzeugen in ihrem Organismus das Blut -aller Thiere, denn in dem Blut und Fleisch der pflanzenfressenden -verzehren die fleischfressenden im eigentlichen Sinne<span class="pagenum" id="Page50">[50]</span> -nur die Pflanzenstoffe, von denen die ersteren sich ernährt -haben; Pflanzenfibrin und -Albumin nehmen in dem Magen -des pflanzenfressenden Thiers genau die nämliche Form an, -wie Thierfibrin und Thieralbumin in dem Magen der Carnivoren.</p> - -<p>Aus dem Vorhergehenden ergiebt sich, daß die Entwickelung -der Organe eines Thiers, ihre Vergrößerung und Zunahme -an Masse an die Aufnahme gewisser Stoffe geknüpft -ist, die identisch sind mit den Hauptbestandtheilen ihres Blutes.</p> - -<p>In diesem Sinne kann man sagen, daß der Thierorganismus -sein Blut nur der Form nach schafft, daß ihm die -Fähigkeit mangelt, es aus anderen Stoffen zu erzeugen, die -nicht identisch sind mit seinen Hauptbestandtheilen. Damit -kann freilich nicht behauptet werden, daß ihm die Fähigkeit, -andere Verbindungen zu erzeugen, abgehe, wir wissen -im Gegentheil, daß sein Organismus eine große Reihe -von seinen Blutbestandtheilen in ihrer Zusammensetzung -abweichender Verbindungen hervorbringt, aber den Anfangspunkt -der Reihe, seine Blutbestandtheile, diese kann er sich -nicht bilden.</p> - -<p>Der Thierorganismus ist eine höhere Pflanze, deren Entwickelung -mit denjenigen Materien beginnt, mit deren Erzeugung -das Leben der gewöhnlichen Pflanze aufhört; sobald -diese Samen getragen hat, stirbt sie ab, oder es hört -damit eine Periode ihres Lebens auf.</p> - -<p>In der unendlichen Reihe von Verbindungen, welche mit -den Nahrungsstoffen der Pflanzen, mit Kohlensäure und Ammoniak<span class="pagenum" id="Page51">[51]</span> -und Wasser anfängt, bis zu den zusammengesetztesten -Bestandtheilen des Gehirns im Thierkörper finden wir keine -Lücke, keine Unterbrechung. Der erste Nahrungsstoff des -Thieres ist das letzte Produkt der schaffenden Thätigkeit der -Pflanze.</p> - -<p>Die Substanz der Zellen und Membranen, der Nerven -und des Gehirns erzeugt die Pflanze nicht.</p> - -<p>Das Wunderbare in der schaffenden Thätigkeit der Pflanze -verliert sich, wenn man erwägt, daß die Erzeugung der -Blutbestandtheile nicht auffallender erscheinen kann, als wenn -wir Ochsentalg und Hammelstalg (in den Kakaobohnen), oder -Menschenschmalz (im Olivenöl), oder die Hauptbestandtheile -der Kuhbutter (Palmbutter) auf Bäumen wachsend finden, -daß wir das Pferdefett und den Fischthran in den ölreichen -Samen entstehen sehen.</p> - -<h3><span class="antiqua">X.</span></h3> - -<p>So wenig man nun auch, wie sich aus dem Vorhergehenden -ergiebt, über die Art und Weise in Ungewißheit sein -kann, wie die Zunahme in der Masse der Organe eines -Thieres vor sich geht, so bleibt immer noch eine überaus -wichtige Frage zu lösen, die Rolle nämlich auszumitteln, -welche die stickstofffreien Substanzen, Zucker, Amylon, Gummi, -Pectin u. s. w. in dem thierischen Körper spielen.</p> - -<p>Die größte aller Thierklassen kann ohne diese Materien -nicht leben, ihre Nahrung muß eine gewisse Menge davon<span class="pagenum" id="Page52">[52]</span> -enthalten, und wir sehen ihrem Leben ein rasches Ziel gesetzt, -wenn sie in ihr fehlen.</p> - -<p>Diese wichtige Frage erstreckt sich gleichfalls auf die Bestandtheile -der Nahrung des fleischfressenden Thieres in der -frühsten Periode seines Lebens, denn auch diese Nahrung -enthält gewisse Bestandtheile, welche sein Körper zu seiner -Erhaltung im erwachsenen Zustande nicht bedarf.</p> - -<p>In dem jugendlichen Körper der Fleischfresser geschieht -offenbar die Ernährung in einer ähnlichen Weise, wie in -dem Körper der pflanzenfressenden Thiere; seine Entwickelung -ist an die Aufnahme einer Flüssigkeit gebunden, welche -der Leib der Mutter in der Form der Milch absondert.</p> - -<p>Die Milch enthält nur einen stickstoffhaltigen Bestandtheil, -den sogenannten Käsestoff, Casein; außer diesem sind -ihre Hauptbestandtheile Butter (Fett) und Milchzucker.</p> - -<p>Aus dem stickstoffhaltigen Bestandtheil der Milch muß -das Blut des jungen Thieres, seine Muskelfaser, Zellen -und Nervensubstanz und seine Knochen, erzeugt worden sein, -denn Butter und Milchzucker enthalten keinen Stickstoff.</p> - -<p>Die Untersuchung des Caseins hat nun zu dem Resultate -geführt, was nach dem Vorhergehenden kaum mehr überraschen -kann, daß auch dieser Stoff identisch ist in seiner -Zusammensetzung mit den Hauptbestandtheilen des Blutes, -mit Fibrin und Albumin, ja was noch mehr ist, die Vergleichung -seiner Eigenschaften mit denen des Pflanzencaseins -hat gezeigt, daß er mit diesem auch identisch ist in allen -seinen Eigenschaften, in der Art also, daß gewisse Pflanzen<span class="pagenum" id="Page53">[53]</span> -wie die Erbsen, Bohnen, Linsen, den nämlichen Körper zu -erzeugen vermögen, welcher aus dem Blute der Mutter entsteht -und zur Blutbildung in dem Körper des jungen Thieres -verwendet <span class="nowrap">wird<a id="ENanchor9"></a><a href="#Endnote9" class="enanchor">[E9]</a></span>.</p> - -<p>In dem Casein, das sich durch seine außerordentliche -Löslichkeit und Nichtgerinnbarkeit in der Wärme von dem -Fibrin und Albumin unterscheidet, empfängt demnach das -junge Thier, seinem Hauptbestandtheil nach, das Blut seiner -Mutter; zu seinem Uebergang in Blut gehört kein dritter -Stoff, und keiner der Bestandtheile des Blutes seiner Mutter -trennt sich davon bei ihrem Uebergang in Casein. In -chemischer Verbindung enthält das Casein der Milch eine -weit größere Quantität von Knochenerde, als wie das Blut, -und zwar in höchst löslichem Zustande, überführbar also in -alle Körpertheile. Auch in der frühsten Periode ihres Lebens -ist die Entwickelung und Ausbildung der Träger der -Lebensthätigkeit im jungen Thiere an die Aufnahme einer -Materie gebunden, welche in Beziehung auf seine organischen -Bestandtheile identisch ist in ihrer Zusammensetzung mit den -Hauptbestandtheilen seines Blutes.</p> - -<p>Wozu dient nun aber das Fett der Butter, der Milchzucker? -Was ist der Grund, warum sie zu dem Leben der -jungen Thiere unentbehrlich sind?</p> - -<p>Butter und Milchzucker enthalten keine fixen Basen, keinen -Kalk, kein Natron, kein Kali; der Milchzucker besitzt -eine den gewöhnlichen Zuckerarten, dem Amylon, dem -Gummi ähnliche Zusammensetzung, sie bestehen aus Kohlenstoff<span class="pagenum" id="Page54">[54]</span> -und den Elementen des Wassers, und zwar genau -in dem nämlichen Verhältnisse, wie im Wasser.</p> - -<p>Durch diese stickstofffreien Stoffe ist also ihren stickstoffhaltigen -eine gewisse Menge von Kohlenstoff, oder, wie in der -Butter, von Kohlenstoff und Wasserstoff zugesetzt, ein Ueberschuß -von Elementen also, der zur Blutbildung schlechterdings -nicht verwendet werden kann, eben weil ihre stickstoffhaltigen -Nahrungsmittel genau die Kohlenstoffmengen schon enthalten, -welche zur Bildung von Fibrin und Albumin nöthig sind.</p> - -<p>Man kann, wie aus den folgenden Betrachtungen sich -ergeben wird, kaum einen Zweifel hegen, daß dieser Ueberschuß -an Kohlenstoff allein, oder an Kohlen- und Wasserstoff -zur Hervorbringung der animalischen Wärme, daß er zum -Widerstand gegen die äußere Einwirkung des Sauerstoffs -verwendet wird.</p> - -<h3><span class="antiqua">XI.</span></h3> - -<p>Betrachten wir zuförderst, um zu einer klareren Einsicht -in das Wesen des Ernährungsprocesses in den beiden Thierklassen -zu gelangen, die Veränderungen, welche die Nahrung -des fleischfressenden Thieres in seinem Organismus erfährt.</p> - -<p>Wir geben einer erwachsenen Schlange eine Ziege, ein -Kaninchen oder einen Vogel zu verzehren und finden, daß -die Haare, Klauen, Federn, Knochen dieser Thiere scheinbar -unverändert ausgeworfen werden, denn sie haben ihre Form -und natürliche Beschaffenheit behalten, sie sind zerbrechlich,<span class="pagenum" id="Page55">[55]</span> -weil sie von allen nur den der Auflösung fähigen Bestandtheil -(Leimsubstanz) verloren haben. Eigentliche Faeces gehen -von der Schlange so wenig, wie von den fleischfressenden -Vögeln ab.</p> - -<p>Das Fleisch, das Fett, das Blut, die Gehirn- und Nervensubstanz -des verzehrten Thieres, alles übrige ist, wenn -die Schlange ihr ursprüngliches Gewicht wieder erhalten hat, -verschwunden.</p> - -<p>Als das einzige Excrement finden wir eine Materie, welche -durch die Harnwege ausgeleert wird; im trocknen Zustande -ist sie blendend weiß wie Kreide, sie ist sehr reich an Stickstoff, -und enthält nur kohlensauren und phosphorsauren Kalk -beigemischt.</p> - -<p>Dieses Excrement ist harnsaures Ammoniak, eine chemische -Verbindung, in welcher sich der Stickstoff zum Kohlenstoff -in dem nämlichen Verhältniß befindet, wie im sauren kohlensauren -Ammoniak, sie enthält auf 1 Aeq. Stickstoff 2 Aeq. -Kohlenstoff.</p> - -<p>Die Muskelfaser, das Blut, die Membranen und Häute -enthielten aber auf die nämliche Quantität Stickstoff viermal -so viel Kohlenstoff, nämlich 8 Aequivalente, und wenn -man hierzu den Kohlenstoff des genossenen Fettes, der Nerven- -und Gehirnsubstanz hinzurechnet, so ist klar, daß die -Schlange auf 1 Aeq. Stickstoff weit mehr als 8 Aeq. Kohlenstoff -verzehrt hat.</p> - -<p>Wenn wir nun annehmen, daß das harnsaure Ammoniak -allen Stickstoff des verzehrten Thieres enthält, so sind offenbar<span class="pagenum" id="Page56">[56]</span> -im geringsten Falle 6 Aeq. Kohlenstoff, die mit diesem -Stickstoff verbunden waren, in einer andern Form ausgetreten, -wie die übrigen zwei Atome, die wir im harnsauren -Ammoniak wiederfinden.</p> - -<p>Wir wissen nun mit zweifelloser Gewißheit, daß dieser Kohlenstoff -aus Haut und Lunge ausgetreten ist, und zwar konnte -dies nur geschehen in der Form einer Sauerstoffverbindung.</p> - -<p>Die Excremente eines Bussards, der mit Rindfleisch gefüttert -worden, aus der Kloake genommen, bestanden der -Untersuchung nach (L. <span class="gesp2">Gmelin</span> u. <span class="gesp2">Tiedemann</span>) aus harnsaurem -Ammoniak. Ebenso sind die Faeces bei Löwen und -Tiegern sparsam und trocken, sie enthalten der Hauptsache -nach Knochenerde und nur Spuren von kohlenstoffhaltigen -Materien, aber ihr Harn enthält kein harnsaures Ammoniak, -sondern Harnstoff, eine Verbindung, welche Stickstoff und -Kohlenstoff im Verhältniß wie im neutralen kohlensauren -Ammoniak enthält.</p> - -<p>Angenommen, daß ihre Nahrung (Fleisch &c.) Stickstoff -und Kohlenstoff in dem Verhältniß wie 1 : 8 enthielt, so -finden wir in dem Harn beide nur in dem Verhältniß wie -1 : 1 wieder, ein kleineres Verhältniß von Kohlenstoff also, -wie bei den Schlangen, in denen der Respirationsakt bei -weitem weniger thätig ist.</p> - -<p>Aller Kohlenstoff und Wasserstoff, den die Nahrung dieser -Thiere mehr enthielt, als wir in ihren Excrementen wieder -finden, sie sind, als Kohlensäure und Wasser, durch den Respirationsproceß -verschwunden.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page57">[57]</span></p> - -<p>Hätten wir das verzehrte Thier in einem Ofen verbrannt, -so würde die vorgegangene Veränderung nur der Form -der Stickstoffverbindungen nach eine andere gewesen sein.</p> - -<p>Den Stickstoff würden wir als kohlensaures Ammoniak, -den übrigen Kohlenstoff als Kohlensäure, den übrigen Wasserstoff -als Wasser wiederbekommen haben. Es würden die -unverbrennlichen Theile als Asche, die unverbrannten als -Ruß übrig geblieben sein. Die festen Excremente sind aber -nichts anders als die im Thierkörper unverbrennlichen, oder -unvollkommen verbrannten Theile der Nahrung.</p> - -<p>In dem Vorhergehenden ist angenommen worden, daß -die Bestandtheile der von dem Thiere genossenen Nahrungsmittel -in seinem Organismus, in Folge des durch Lunge -und Haut aufgenommenen Sauerstoffs, ihr Kohlenstoff in -Kohlensäure, ihr Wasserstoff und ihr Stickstoff in eine chemische -Verbindung, welche die Elemente des kohlensauren Ammoniaks -enthält, übergehen.</p> - -<p>Diese Voraussetzung ist nur der äußeren Erscheinung -nach wahr, in der That erlangt nach einer gewissen Zeit -der Thierkörper sein ursprüngliches Gewicht wieder, sein Gehalt -an Kohlenstoff und den andern Elementen hat in seinem -Körper nicht zugenommen, es ist genau so viel Kohlenstoff, -Stickstoff, Wasserstoff &c. wieder ausgetreten, als ihm davon -in der Speise zugeführt wurde. Aber nichts kann gewisser -sein, als daß der ausgetretene Kohlenstoff, Stickstoff und -Wasserstoff nicht von der Speise herrührt, wenn sie auch, der -Quantität nach, den dadurch zugeführten gleich waren.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page58">[58]</span></p> - -<p>Es wäre aller Vernunft entgegen, wenn man annehmen -wollte, die Stillung des Hungers, das Bedürfniß nach Speise -habe keinen andern Zweck, als die Erzeugung von Harnstoff, -Harnsäure, Kohlensäure und den andern Excrementen, von -Materien, die der Körper ausstößt, in seiner Haushaltung -also zu nichts verwendet.</p> - -<p>Die Speisen dienen in dem erwachsenen Thiere zum Ersatz -an verbrauchtem Stoff, gewisse Theile der Organe haben -ihren Zustand des Lebens verloren, sie sind aus der -Substanz der Organe ausgetreten, sie haben sich zu neuen -und zwar formlosen Verbindungen umgesetzt.</p> - -<p>Die Speise des Fleischfressers wurde zur Blutbildung verwendet -und aus dem neuerzeugten Blute haben sich die umgesetzten -Organe wieder neu gebildet. Der Kohlenstoff und -Stickstoff der Nahrung sind zu Bestandtheilen des Organismus -geworden.</p> - -<p>Eben so viel Kohlenstoff und Stickstoff als die Organe -abgegeben haben, genau so viel ist ihnen durch das Blut und -in letzter Form durch die Speise wieder ersetzt worden.</p> - -<p>Wo sind denn aber, kann man fragen, die neuen Verbindungen -hingekommen, welche durch die Umsetzung der Bestandtheile -der Organe, der Muskelfaser, der Substanz der -Membranen und Zellen, der Nerven- und Gehirnsubstanz, -entstanden sind?</p> - -<p>Diese neuen Verbindungen, sie konnten keinen Moment, -insofern sie löslich waren, an dem Platze beharren, wo sie -entstanden sind, denn eine sehr wohlbekannte Thätigkeit, die<span class="pagenum" id="Page59">[59]</span> -Blutcirculation nämlich, widersetzt sich diesem Beharren.</p> - -<p>Durch die Erweiterung des Herzens, in dem sich zwei -Systeme von Kanälen vereinigen, welche sich in ein unendlich -feines Netzwerk von Röhrchen durch alle Theile des Thierkörpers -hin verzweigen, entsteht abwechselnd ein luftleerer -Raum, in dessen unmittelbarer Folge, durch den äußern -atmosphärischen Druck, alle Flüssigkeiten, die in dieses Röhrensystem -gelangen können, nach der einen Seite des Herzens -hin mit großer Gewalt getrieben werden. Diese Bewegung -wird bei der Zusammenziehung des Herzens durch einen von -dem Gewichte der Atmosphäre unabhängigen Druck aufs -kräftigste unterstützt.</p> - -<p>Wir haben mit einem Worte in dem Herzen eine Druckpumpe, -durch welche arterielles Blut in alle Theile des Körpers -getrieben wird, und eine Saugpumpe, durch welche alle Flüssigkeiten, -von welcher Beschaffenheit sie auch sein mögen, sobald -sie in das Röhrensystem der Saugadern, die sich mit den Venen -vereinigen, gelangen können, nach dem Herzen hin geführt -werden. Diese Aufsaugung, in Folge des im Herzen entstandenen -luftleeren Raums, ist ein rein mechanischer Act, der -sich, wie bemerkt, auf flüssige Stoffe jeder Art, Salzauflösungen, -Gifte &c. erstreckt. Es ist nun einleuchtend, daß durch -das Einströmen des arteriellen Blutes in die Capillargefäße -alle dort vorhandenen Flüssigkeiten, sagen wir die löslichen -Verbindungen, die durch die Umsetzung der Gebilde entstanden -sind, eine Bewegung nach dem Herzen hin empfangen müssen.</p> - -<p>Diese Materien können zur Neubildung der nämlichen<span class="pagenum" id="Page60">[60]</span> -Organe, aus denen sie entstanden sind, nicht verwendet werden; -sie gelangen durch das Saug- und Lymphgefäßsystem in -die Venen, wo ihre Anhäufung dem Ernährungsproceß eine -sehr rasche Grenze setzen würde, wenn sich dieser Ansammlung -nicht zwei, ganz besonders zu diesem Zwecke eingerichtete, -Filtrirapparate widersetzen würden.</p> - -<p>Das venöse Blut nimmt, ehe es zum Herzen gelangt, -seinen Weg durch die Leber, das arterielle Blut geht durch -die Nieren, welche alle für den Ernährungsproceß untauglichen -Stoffe davon scheiden.</p> - -<p>Die neuentstandenen Verbindungen, welche den Stickstoff -der umgesetzten Organe enthalten, sammeln sich in der -Harnblase an und treten, indem sie einer weiteren Verwendung -durchaus unfähig sind, aus dem Körper aus.</p> - -<p>Alle anderen, welche den Kohlenstoff der umgesetzten Gebilde -enthalten, sammeln sich in Gestalt einer löslichen, mit -Wasser in allen Verhältnissen mischbaren Natronverbindung -in der Gallenblase an, aus der sie sich im Duodenum mit -dem Speisebrei wieder mischen. Alle Theile der Galle, die ihre -Löslichkeit in dem Verdauungsproceß nicht verlieren, kehren -während der Verdauung frisch genossener Nahrung im unendlich -fein zertheilten Zustande wieder in den Körper zurück. -Das Natron der Galle, so wie alle durch schwache Säure -nicht fällbaren, kohlenstoffreichen Bestandtheile (diese betragen -<sup>99</sup>⁄<sub>100</sub> aller übrigen), behalten ihre Fähigkeit, durch die Saugadern -des Dünndarms und Dickdarms wieder resorbirt zu -werden, unverändert bei. Ja diese Fähigkeit ist direct beweisbar<span class="pagenum" id="Page61">[61]</span> -durch gallehaltige Klystiere, deren Gallegehalt mit -der Flüssigkeit im Mastdarm verschwindet.</p> - -<p>Die stickstoffhaltigen Verbindungen, welche in Folge der -Umsetzung der Gebilde entstanden, wir wissen genau, daß sie, -durch die Nieren von dem arteriellem Blute geschieden, als einer -weiteren Veränderung durchaus unfähig, aus dem Körper -treten, aber die kohlenstoffreichen Produkte, sie kehren in den -Körper des fleischfressenden Thieres zurück.</p> - -<p>Die Nahrung des fleischfressenden Thieres ist identisch -mit den Hauptbestandtheilen seines Körpers; die Metamorphosen, -welche seine Gebilde erfahren, sie müssen identisch -sein mit den Veränderungen, welche in ihren Lebensakten -ihre Nahrungsmittel erleiden.</p> - -<p>Das verzehrte Fleisch und Blut giebt seinen Kohlenstoff -zur Unterhaltung des Respirationsprocesses her, seinen Stickstoff -erhalten wir als Harnstoff oder Harnsäure wieder. Ehe -aber diese letzte Veränderung erfolgt, wird das todte Fleisch -und Blut zu lebendigem Fleisch und Blut, und es ist im -eigentlichen Sinne der Kohlenstoff der durch Umsetzung der -lebenden Gebilde entstandenen Verbindungen, welcher zur -Hervorbringung der thierischen Wärme dient.</p> - -<p>Die Speise des Fleischfressers verwandelt sich in Blut, -das Blut ist bestimmt zur Reproduktion der Organe, durch -die Blutcirculation wird ein Strom von Sauerstoff allen -Theilen des Körpers zugeführt. Die Träger dieses Sauerstoffs, -die Blutkörperchen, welche nachweisbar keinen Antheil -an dem Nutritionsprocesse nehmen, geben ihn beim Durchgang<span class="pagenum" id="Page62">[62]</span> -durch die Capillargefäße wieder ab. Dieser Sauerstoffstrom -begegnet auf diesem Wege den durch die Umsetzung -der Gebilde entstandenen Verbindungen, er verbindet sich mit -ihrem Kohlenstoff zu Kohlensäure, mit ihrem Wasserstoff zu -Wasser, und alles, was diesen Oxydationsproceß nicht erlitten -hat, kehrt in der Form von Galle wieder in den Körper -zurück, wo sie nach und nach völlig verschwindet.</p> - -<p>Bei den Fleischfressern enthält die Galle den Kohlenstoff -der umgesetzten Gebilde, dieser Kohlenstoff verschwindet in -dem thierischen Körper, die Galle verschwindet in dem Lebensproceß, -ihr Kohlenstoff tritt als Kohlensäure, ihr Wasserstoff -als Wasser durch Haut und Lunge aus; es ist -klar, die Bestandtheile der Galle dienen zur Respiration und -zur Hervorbringung der animalischen Wärme. Alle Theile -der Nahrung der Fleischfresser sind fähig in Blut überzugehen, -ihre Excremente enthalten nur anorganische Substanz -(Knochenerde &c.), und was wir an organischen Stoffen diesen -beigemischt finden, sind lediglich Excretionen, welche den -Durchgang durch die Eingeweide vermitteln. Bei den fleischfressenden -Thieren enthalten die Excremente keine Galle, kein -Natron; keine Spur einer der Galle ähnlichen Substanz -wird von Wasser daraus aufgenommen, die Galle ist aber -in allen Verhältnissen darin löslich und damit mischbar.</p> - -<p>Ueber den Ursprung der Bestandtheile des Harns und der -Galle können die Physiologen nicht im Zweifel sein; wenn -der Magen bei Enthaltung aller Speise sich darmartig zusammenzieht, -kann sich aus der Gallenblase, da sie keine Bewegung<span class="pagenum" id="Page63">[63]</span> -empfängt, keine Galle ergießen; in dem Körper der -Verhungerten finden wir die Gallenblase straff und voll. Wir -beobachten Galle- und Harnsekretion bei den Winterschläfern, -wir wissen, daß der Harn der Thiere (Hunde), die während -18 bis 20 Tagen keine andere Nahrung als reinen Zucker -bekamen, ebensoviel an dem stickstoffreichsten Produkt des -Thierkörpers, ebensoviel Harnstoff enthielt, als im gesunden -Zustande (<span class="gesp2">Marchand</span>, <span class="gesp2">Erdm</span>. J. <span class="antiqua">XIV.</span> -<span class="antiqua">p.</span> 495.). Unterschiede -in der Menge des secernirten Harnstoffs erklären sich -in diesen und ähnlichen Versuchen durch den Mangel oder -die Gestattung der natürlichen Bewegungen. Eine jede Bewegung -steigert den Umsatz der Gebilde, nach einem jeden -Spaziergang vermehrt sich beim Menschen die Harnsekretion.</p> - -<p>Der Harn der Säugethiere, Vögel, der Amphibien enthält -Harnsäure oder Harnstoff, der Koth der Weichthiere, -der Insecten, der Canthariden, des Seidenwurm-Schmetterlings -enthält harnsaures Ammoniak; die Beständigkeit des -Vorkommens einer oder zweier Stickstoff-Verbindungen in -den Ausleerungen der Thiere, bei einer so großen Verschiedenheit -in der genossenen Nahrung, zeigt mit Bestimmtheit -an, daß sie aus einer und derselben Quelle entspringen.</p> - -<p>Ebensowenig zweifelhaft kann man über die Rolle sein, -welche die Galle in dem Lebensproceß übernimmt. Wenn -man sich erinnert, daß essigsaures Kali, in der Form eines -Klystiers oder als Fußbad genommen, den Harn im hohen -Grade alkalisch macht (<span class="gesp2">Rehberger</span> in <span class="gesp2">Tiedemann’s</span> Zeitschrift -für Physiologie <span class="antiqua">II.</span> 149.), -daß die Umwandlung, welche<span class="pagenum" id="Page64">[64]</span> -hier die Essigsäure erfährt, nicht ohne ein Hinzutreten von -Sauerstoff gedacht werden kann, so ist klar, daß die löslichen -Bestandtheile der Galle, veränderlich im hohen Grade, so wie -wir sie kennen, <span class="gesp2">welche</span> durch die Eingeweide in den Organismus -wieder zurückkehren, da sie zur Blutbildung nicht verwendet -werden können, der Einwirkung des Sauerstoffs in -einer ganz ähnlichen Weise unterliegen müssen. Die Galle -ist eine Natronverbindung, deren Bestandtheile in dem Körper -des fleischfressenden Thieres bis auf das Natron verschwinden.</p> - -<p>Nach der Ansicht vieler der ausgezeichnetsten Physiologen -ist die Galle zur Ausleerung bestimmt, und nichts kann gewisser -sein, als daß eine an Stickstoff so arme Materie in -dem Nutritionsproceß keine Rolle übernimmt, allein die quantitative -Physiologie muß die Ansicht, daß sie zu keinerlei -Zwecken dient, daß sie unfähig zu weiteren Veränderungen -ist, mit Entschiedenheit zurückweisen.</p> - -<p>Kein Bestandtheil eines Organs enthält Natron, nur in -dem Blute (<span class="antiqua">Serum</span>), in dem Gehirnfett und in der Galle -haben wir Natronverbindungen. Wenn die Natronverbindungen -des Bluts in Muskelfaser, in Membranen und Zellen -übergehen, so muß ihr Natron in eine neue, in eine andere -Verbindung treten; das in Muskelfaser, in Membranen übergehende -Blut giebt sein Natron an Verbindungen ab, welche -durch die Umsetzung der Gebilde entstanden sind. Eine dieser -neuen Natronverbindungen erhalten wir in der Galle -wieder.</p> - -<p>Wäre die Galle zur Ausleerung bestimmt, so müßten<span class="pagenum" id="Page65">[65]</span> -wir sie verändert oder unverändert, wir müßten das Natron -in den festen Excrementen wiederfinden. Aber bis auf gewisse -Mengen von Kochsalz und schwefelsauren Salzen, welche -Bestandtheile aller thierischen Flüssigkeiten sind, finden wir -in den festen Excrementen nur Spuren von Natronverbindungen. -Das Natron der Galle ist aber jedenfalls aus den -Eingeweiden in den Organismus wieder zurückgekehrt, und -das nämliche muß von den organischen Stoffen gelten, die -mit diesem Natron verbunden bleiben.</p> - -<p>Ein Mensch secernirt nach den Beobachtungen der Physiologen -17-24 Unzen Galle, ein großer Hund 36 Unzen, -ein Ochse 37 Pfd. Galle (<span class="gesp2">Burdach’s</span> Physiologie 5r -Band S. 260.) Die festen Excremente eines Menschen wiegen -aber durchschnittlich nicht über 5<sup>1</sup>⁄<sub>2</sub> Unzen, die eines -Pferdes 28<sup>1</sup>⁄<sub>2</sub> Pfd. <span class="gesp2">Boussingault</span> -(7<sup>1</sup>⁄<sub>2</sub> Pfd. trockne Substanz -und 21 Pfd. Wasser). Die letzteren geben mit Alkohol -behandelt nur <sup>1</sup>⁄<sub>76</sub> ihres Gewichts lösliche Theile ab. Dieser -sechsundsiebzigste Theil von dem Gewicht der festen Excremente -des Pferdes müßte Galle sein.</p> - -<p>Den Wassergehalt der Galle zu 90 <span class="antiqua">pCt.</span> angenommen, -secernirt ein Pferd täglich 592 Unzen Galle, welche 59,2 Unzen -feste Substanz enthalten, während aus 120 Unzen trockner -Excremente (7<sup>1</sup>⁄<sub>2</sub> Pfd.) nur 6 Unzen einer Substanz -ausziehbar sind, die man für Galle nehmen könnte. Aber -das, was der Alkohol aus den Excrementen auflös’t, ist keine -Galle mehr, von dem Weingeist befreit bleibt ein weicher, -ölartiger Rückstand, welcher seine Löslichkeit im Wasser gänzlich<span class="pagenum" id="Page66">[66]</span> -eingebüßt hat, er hinterläßt nach dem Verbrennen keine -alkalische Asche, kein <span class="nowrap">Natron<a id="ENanchor10"></a><a href="#Endnote10" class="enanchor">[E10]</a></span>.</p> - -<p>Während dem Verdauungsproceß ist also das Natron der -Galle und mit ihm alle Bestandtheile derselben, die ihre Löslichkeit -nicht verloren haben, in den Organismus zurückgekehrt; -wir finden dieses Natron in dem neugebildeten Blute -wieder, wir finden es zuletzt in der Form von phosphorsaurem, -kohlensaurem und hippursaurem Natron im Urin. In -1000 Theilen fester, frischer Menschenexcremente fand <span class="gesp2">Berzelius</span> -nur 9 Theile einer der Galle ähnlichen Substanz, fünf -Unzen würden hiernach nur 21 Gran fester Galle enthalten, -entsprechend mit ihrem Wassergehalte 200 Gr. Galle im natürlichen -Zustande; es werden aber beim Menschen 9640 bis -11520 Gran Galle täglich secernirt, also 45- bis 56mal -mehr als man in den durch den Darmkanal ausgeleerten -Stoffen nachzuweisen vermag.</p> - -<p>Welche Vorstellung man nun auch hegen mag über die -Richtigkeit der physiologischen Versuche in Beziehung auf -die Menge der in verschiedenen Thierklassen secernirten Galle, -so viel ist vollkommen gewiß, daß auch das Maximum derselben -noch nicht den Kohlenstoff enthält, den ein Mensch -oder ein Pferd in 24 Stunden ausathmet. Mit allen ihren -Gemeng- oder Bestandtheilen an Fett &c. enthalten 100 Theile -fester Galle nicht über 69 <span class="antiqua">pCt.</span> Kohlenstoff; in 37 Pfd. Galle, -die ein Pferd secernirt, sind demnach nur 80 Loth Kohlenstoff -enthalten. Das Pferd athmet aber täglich nahe doppelt -soviel Kohlenstoff in der Form von Kohlensäure aus. Ein<span class="pagenum" id="Page67">[67]</span> -ganz ähnliches Verhältniß findet bei dem Menschen statt.</p> - -<p>Mit dem zur Neubildung und Reproduction bestimmten -Stoff wird durch die Blutcirculation allen Theilen -des Körpers Sauerstoff zugeführt. Welche Verbindung -dieser Sauerstoff in dem Blut auch eingegangen sein -mag, es muß als gewiß angenommen werden, daß diejenigen -Bestandtheile, welche zur Reproduktion verwendet -werden, keine wesentliche Veränderung durch ihn erlitten -haben, in der Muskelfaser finden wir das Fibrin mit allen -seinen Eigenschaften, die es im venösen Blute besitzt, wieder -vor, das Albumin im Blut nimmt kein Sauerstoffgas -auf; der im Blute aufgenommene Sauerstoff mag dazu gedient -haben, um gewisse unbekannte Bestandtheile des Blutes -in Gaszustand zu versetzen, aber die zur Ernährung und -Reproduktion dienenden bekannten Hauptbestandtheile desselben, -sie können von der Natur nicht dazu bestimmt sein, um -den Respirationsproceß zu unterhalten, keine ihre Eigenschaften -rechtfertigt eine solche Vorstellung.</p> - -<p>Ohne die Frage über den Antheil, den die Galle an den -Lebensprocessen nimmt, hier einer erschöpfenden Erörterung -zu unterwerfen, geht, wie bemerkt, aus der einfachen Vergleichung -der assimilirbaren Bestandtheile der Nahrung eines -fleischfressenden Thieres mit den letzten Producten, in die sie -verwandelt wird, hervor, daß aller Kohlenstoff derselben, -der sich nicht im Harne befindet, in der Form von Kohlensäure -ausgetreten ist.</p> - -<p>Dieser Kohlenstoff stammte aber von der Substanz der<span class="pagenum" id="Page68">[68]</span> -umgesetzten Gebilde und, dieses festgesetzt, lös’t sich die Frage -über die Nothwendigkeit des Vorhandenseins von kohlenstoffreichen -und stickstofflosen Materien in der Nahrung der -jugendlichen Carnivoren und der pflanzenfressenden Thiere -auf eine höchst einfache Weise.</p> - -<h3><span class="antiqua">XII.</span></h3> - -<p>Es ist eine unbestreitbare Thatsache, daß in einem <span class="gesp2">erwachsenen</span> -fleischfressenden Thiere, was an Gewicht von -Tag zu Tag weder merklich zunimmt, noch abnimmt, Nahrung, -Umsetzung der Gebilde und Sauerstoffverbrauch in einem -ganz bestimmten Verhältniß zu einander stehen.</p> - -<p>Der Kohlenstoff der entwichenen Kohlensäure, der des -Harns, der Stickstoff des Harns und der Wasserstoff, welcher -als Ammoniak und Wasser austritt, diese Elemente zusammengenommen -müssen dem Gewicht nach vollkommen gleich -sein dem Kohlenstoff, Wasserstoff und Stickstoff der umgesetzten -Gebilde, und, insofern diese durch die Nahrung genau -ersetzt worden sind, dem Kohlenstoff, Stickstoff und Wasserstoff -der Nahrung. Wäre dies nicht der Fall, so würde das -Gewicht des Thieres sich nicht gleich bleiben können.</p> - -<p>Das Gewicht des sich entwickelnden jungen fleischfressenden -Thieres bleibt sich aber nicht gleich, es nimmt im Gegentheile -von Tag zu Tag um eine bestimmbare Größe zu.</p> - -<p>Diese Thatsache setzt voraus, daß der Assimilationsproceß -in dem jugendlichen Thiere stärker, intensiver ist, als der<span class="pagenum" id="Page69">[69]</span> -Proceß der Umsetzung der vorhandenen Gebilde. Wären beide -Thätigkeiten gleich, so könnte ihr Gewicht nicht zunehmen, -wäre der Verbrauch größer, so müßte sich ihr Gewicht vermindern.</p> - -<p>Der Blutumlauf ist in dem jungen Thiere aber nicht -schwächer, er ist im Gegentheil beschleunigter, die Athembewegungen -sind rascher, und bei gleichem Körper-Volum muß der -Sauerstoffverbrauch eher größer als kleiner sein, wie bei erwachsenen -Thieren. Aber da die Umsetzung der Gebilde -langsamer vor sich geht, so würde es an denjenigen Materien -fehlen, deren Kohlenstoff und Wasserstoff sich zur Verbindung -mit dem Sauerstoff eignet, denn es sind ja bei den fleischfressenden -Thieren die neuen Verbindungen, die aus der Umsetzung -der Organe entstanden, welche die Natur zum Widerstande -gegen den einwirkenden Sauerstoff und zur Hervorbringung der -animalischen Wärme bestimmt hat. Was also an diesem Widerstande -fehlt, setzt eine bewunderungswürdige Weisheit dem -jungen Thiere in seiner Nahrung zu.</p> - -<p>Der Kohlenstoff und Wasserstoff der Butter, der Kohlenstoff -des Milchzuckers, aus welchen kein Bestandtheil zu Blut, zu -Fibrin und Albumin werden kann, sie sind zur Unterhaltung -des Respirationsprocesses in einem Lebensalter bestimmt, wo -ein stärkerer Widerstand sich der Metamorphose der vorhandenen -Gebilde entgegensetzt, der Erzeugung von Stoffen also, -welche im erwachsenen Zustande in völlig zur Respiration ausreichender -Menge produzirt werden.</p> - -<p>Das junge Thier empfängt seine Blutbestandtheile in dem<span class="pagenum" id="Page70">[70]</span> -Casein der Milch, eine Umsetzung der vorhandenen Gebilde -geht vor sich, denn Gallen- und Harnsekretion finden statt, die -Substanz der umgesetzten Gebilde tritt in der Form von Harn -und von Kohlensäure und Wasser aus ihrem Körper, allein die -Butter und der Milchzucker der Milch sind ebenfalls verschwunden, -sie lassen sich in den Faeces nicht nachweisen.</p> - -<p>Butter und Milchzucker sind in der Form von Wasser und -Kohlensäure ausgetreten und ihre Verwandlung, in Sauerstoffverbindungen -beweist aufs klarste, daß weit mehr Sauerstoff aufgenommen -wurde, als nöthig war, um mit dem Kohlenstoff und -Wasserstoff der umgesetzten Gebilde Kohlensäure und Wasser -zu bilden.</p> - -<p>Die in dem Lebensproceß des jungen Thieres vor sich gehende -Veränderung und Umsetzung der Gebilde liefert demgemäß, -in einer gegebenen Zeit, weit weniger Kohlenstoff und -Wasserstoff in der zur Respiration geeigneten Form, als dem -aufgenommenen Sauerstoff entspricht, die Substanz ihrer Organe -würde einen rascheren Stoffwechsel erfahren, sie würde -der Einwirkung des Sauerstoffs unterliegen müssen, wenn der -fehlende Kohlenstoff und Wasserstoff von einer andern Quelle -nicht geliefert werden würde.</p> - -<p>Die fortschreitende Zunahme an Masse, die freie und ungehinderte -Entwickelung der Organe des jungen Thieres, sie wird -also durch die Gegenwart fremder Materien bedingt, die in dem -Ernährungsproceß keine andere Rolle spielen, als daß sie die -neu sich bildenden Organe vor der Einwirkung des Sauerstoffs -schützen, ihre Bestandtheile sind es, die sich mit dem Sauerstoff<span class="pagenum" id="Page71">[71]</span> -verbinden; ohne zu unterliegen, würden die Organe selbst diesen -Widerstand nicht übernehmen können, d. h. eine Zunahme -an Masse, bei gleichem Sauerstoffverbrauch, würde schlechterdings -unmöglich seyn.</p> - -<p>Ueber den Zweck, zu welchem die Natur der Nahrung der -jungen Säugthiere stickstofffreie Materien zugesetzt hat, die ihr -Organismus zur eigentlichen Ernährung, zu Blutbildung nicht -verwenden kann, Materien, die zur Unterhaltung ihrer Lebensfunktionen -in erwachsenem Zustande völlig entbehrlich sind, kann -man nach dem Vorhergehenden nicht zweifelhaft seyn. Bei den -fleischfressenden Vögeln ist der Mangel aller Bewegung offenbar -ein Grund eines verminderten Stoffwechsels.</p> - -<p>Der Ernährungsproceß der fleischfressenden Thiere stellt -sich mithin in zwei Formen dar, von denen wir die eine Form -in den gras- und körnerfressenden Thieren wiederkehren sehen.</p> - -<h3><span class="antiqua">XIII.</span></h3> - -<p>Bei dieser Thierklasse beobachten wir, daß während ihrer -ganzen Lebensdauer ihre Existenz an die Aufnahme von Stoffen -geknüpft ist, welche eine dem Milchzucker gleiche oder ähnliche -Zusammensetzung besitzen. Allem was sie genießen, ist jederzeit -eine gewisse Quantität von Amylon (Stärke), oder Gummi, -oder Zucker beigemischt.</p> - -<p>Die am meisten verbreitete Substanz dieser Klasse ist das -Amylon; es findet sich in Wurzeln, Samen, in den Stengeln, -in dem Holzkörper, abgelagert in der Form von rundlichen oder<span class="pagenum" id="Page72">[72]</span> -ovalen Körnchen, welche nur in der Größe, aber keineswegs -in der chemischen <span class="nowrap">Zusammensetzung<a id="ENanchor11"></a><a href="#Endnote11" -class="enanchor">[E11]</a></span> von einander abweichen. -Wir finden in einer und derselben Pflanze, in den Erbsen z. B., -Stärkemehl von ungleicher Größe, in dem ausgepreßten Saft -von Erbsenstengeln haben die sich absetzenden Stärkekörnchen -einen Durchmesser von <sup>1</sup>⁄<sub>200</sub> bis <sup>1</sup>⁄<sub>150</sub> Millimeter, während die -Stärkekörnchen der Samenlappen drei- bis viermal größer sind. -Vor allen andern sind die Stärkekörnchen der Pfeilwurzel und -der Kartoffel ausgezeichnet durch ihre Größe, die des Reises -und des Weitzens durch ihre Kleinheit.</p> - -<p>Es ist wohlbekannt, daß durch sehr verschiedene Einwirkungen -das Stärkemehl übergeführt werden kann in Zucker; dies -geschieht in dem Keimungsproceß (in dem Malzproceß), und -namentlich durch die Einwirkung von Säuren. Die Ueberführung -des Stärkemehls in Zucker wird, wie sich durch die Analyse -darthun läßt, durch eine einfache Aufnahme der Bestandtheile -des Wassers <span class="nowrap">bewirkt<a id="ENanchor12"></a><a href="#Endnote12" class="enanchor">[E12]</a></span>.</p> - -<p>Allen Kohlenstoff der Stärke, wir bekommen ihn in dem -Zucker wieder, es ist keiner ihrer Bestandtheile ausgetreten, -und außer den Elementen des Wassers ist kein fremdes Element -hinzugetreten.</p> - -<p>In sehr vielen, namentlich fleischigen Früchten, die im unreifen -Zustande sauer und herbe, im reifen hingegen süß sind, -wie in den Aepfeln und Birnen, entsteht der Zucker aus dem -Amylon, was diese Früchte enthalten.</p> - -<p>Wenn man unreife Aepfel oder Birnen auf einem Reibeisen -in einen Brei verwandelt und diesen auf einem feinen Sieb mit<span class="pagenum" id="Page73">[73]</span> -Wasser auswäscht, so setzt sich aus der trüben ablaufenden -Flüssigkeit ein höchst feines Stärkmehl ab, von dem man in den -sogenannten reifen Früchten keine Spur mehr wahrnimmt. -Manche von diesen Obstsorten werden auf dem Baume süß -(Sommer-Birnen, -Aepfel), andere hingegen erst einige Zeit -nachher, wenn sie, vom Baume genommen, aufbewahrt werden. -Dieses sogenannte Nachreifen, wie man dieses Süßwerden nennt, -ist ein rein chemischer Proceß, der mit dem Pflanzenleben nichts -zu thun hat. Mit dem Aufhören der Vegetation ist die Frucht -zur Fortpflanzung geeignet, d. h. der Kern ist völlig reif, allein -die fleischige Hülle unterliegt von diesem Zeitpunkte an der -Einwirkung der Atmosphäre, sie nimmt wie alle verwesenden -Substanzen Sauerstoff auf, und es trennt sich von ihrer Substanz -eine gewisse Menge kohlensaures Gas.</p> - -<p>Aehnlich nun wie die Stärke in faulendem Kleister oder durch -verwesenden Kleber in Zucker übergeführt wird, verwandelt sich das -Amylon der genannten verwesenden Früchte in Traubenzucker, sie -werden in dem Verhältniß süßer, als sie mehr Stärke enthielten.</p> - -<p>Zwischen Amylon und Zucker findet nach dem Vorerwähnten -ein ganz bestimmter Zusammenhang statt; durch eine Menge -chemischer Actionen, welche auf die Elemente des Amylons -keine andere Wirkung äußern, als daß sie die Richtung ihrer -gegenseitigen Anziehung ändern, sind wir im Stande, das Amylon -in Zucker und zwar in Traubenzucker überzuführen.</p> - -<p>Der <span class="nowrap">Milchzucker<a id="ENanchor13"></a><a href="#Endnote13" class="enanchor">[E13]</a></span> -verhält sich in vielen Beziehungen ähnlich -wie das Amylon, er ist für sich der weingeistigen Gährung -nicht fähig, er erlangt aber die Eigenschaft in Alkohol und Kohlensäure<span class="pagenum" id="Page74">[74]</span> -zu zerfallen, wenn er mit einer gährenden Materie -(dem faulenden Käse in der Milch) bei Gegenwart von Wasser -einer höheren Temperatur ausgesetzt wird. In diesem Fall verwandelt -er sich zuerst in Traubenzucker; die nämliche Verwandlung -erfährt der Milchzucker, wenn er mit Säuren, mit Schwefelsäure -z. B., bei gewöhnlicher Temperatur in Berührung gelassen wird.</p> - -<p>Das Gummi hat eine dem Rohrzucker gleiche procentische -<span class="nowrap">Zusammensetzung<a id="ENanchor14"></a><a href="#Endnote14" -class="enanchor">[E14]</a></span>, es unterscheidet sich von den Zuckerarten -und dem Amylon, insofern ihm die Fähigkeit abgeht, durch -den Proceß der Fäulniß in Weingeist und Kohlensäure zu zerfallen; -gährenden Substanzen zugesetzt, erleidet es keine merkliche -Veränderung, woraus man mit einiger Wahrscheinlichkeit -schließen kann, daß seine Elemente in der Ordnung, in welcher -sie vereinigt sind, mit einer stärkeren Kraft zusammengehalten -sind, wie die Elemente der verschiedenen Zuckerarten.</p> - -<p>Einen gewissen Zusammenhang zeigt das Gummi übrigens -mit dem Milchzucker, beide geben nämlich bei Behandlung mit -Salpetersäure einerlei Oxydationsproducte, nämlich Schleimsäure, -die sich unter denselben Bedingungen aus den Zuckerarten nicht -darstellen läßt.</p> - -<p>Wenn wir, um die Aehnlichkeit in der Zusammensetzung -dieser verschiedenen Materien, welche in dem Ernährungsproceß -der pflanzenfressenden Thiere eine so wichtige Rolle übernehmen, -noch mehr hervortreten zu machen, 1 Aequivalent Kohlenstoff -mit <span class="antiqua">C</span> (= 75,8 Kohlenstoff) und 1 Aequivalent Wasser -mit <span class="antiqua">aqua</span> (= 112,4) bezeichnen, so erhalten wir für die Zusammensetzung -der genannten Substanzen folgende Ausdrücke:</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page75">[75]</span></p> - -<table class="zusammens" summary="Zusammensetzungen"> - -<tr> -<td class="left">Amylon</td> -<td class="center padl1 padr1">=</td> -<td class="left">12 <span class="antiqua">C</span> + 10 <span class="antiqua">aq.</span></td> -</tr> - -<tr> -<td class="left">Rohrzucker</td> -<td class="center padl1 padr1">=</td> -<td class="left">12 <span class="antiqua">C</span> + 10 <span class="antiqua">aq.</span> + <span class="antiqua">aq.</span></td> -</tr> - -<tr> -<td class="left">Gummi</td> -<td class="center padl1 padr1">=</td> -<td class="left">12 <span class="antiqua">C</span> + 10 <span class="antiqua">aq.</span> + <span class="antiqua">aq.</span></td> -</tr> - -<tr> -<td class="left">Milchzucker</td> -<td class="center padl1 padr1">=</td> -<td class="left">12 <span class="antiqua">C</span> + 10 <span class="antiqua">aq.</span> + 2 <span class="antiqua">aq.</span></td> -</tr> - -<tr> -<td class="left">Traubenzucker</td> -<td class="center padl1 padr1">=</td> -<td class="left">12 <span class="antiqua">C</span> + 10 <span class="antiqua">aq.</span> + 4 <span class="antiqua">aq.</span></td> -</tr> - -</table> - -<p>Auf die nämliche Anzahl von Aequivalenten Kohlenstoff enthält -also das Amylon 10 Aeq. Wasser, der Rohrzucker und -das Gummi 11 Aequivalente, der Milchzucker 12 und der krystallisirte -Traubenzucker 14 Aequivalente Wasser, oder der Bestandtheile -des Wassers.</p> - -<h3><span class="antiqua">XIV.</span></h3> - -<p>In diesen verschiedenen Substanzen, welche in der Nahrung -der pflanzenfressenden Thiere niemals fehlen, ist also den stickstoffhaltigen -Bestandtheilen derselben, dem Pflanzen-Albumin, --Fibrin, -Casein, woraus sich ihr Blut bildet, im strengsten -Sinne nur eine gewisse Quantität Kohlenstoff im Ueberschusse -zugesetzt, der in ihrem Organismus zur Erzeugung von Fibrin -und Albumin schlechterdings nicht verwendet werden kann, weil -ihre stickstoffhaltigen Nahrungsstoffe den zur Blutbildung erforderlichen -Kohlenstoff schon enthalten und das Blut in dem Leibe -der fleischfressenden Thiere erzeugt wird, ohne Mitwirkung -dieses Ueberschusses von Kohlenstoff.</p> - -<p>Auf eine klare und überzeugende Weise stellt sich der Antheil -heraus, den diese stickstofffreien Materien an dem Nutritionsproceß<span class="pagenum" id="Page76">[76]</span> -der pflanzenfressenden Thiere nehmen, wenn wir -die verhältnißmäßig so geringe Menge Kohlenstoff in Betrachtung -ziehen, die sie in ihren stickstoffhaltigen Nahrungsmitteln -genießen; sie steht durchaus in keinem Verhältniß zu dem durch -Lunge und Haut aufgenommenen und verbrauchten Sauerstoff.</p> - -<p>Ein Pferd kann z. B. in vollkommen gutem Zustande erhalten -werden, wenn ihm täglich 15 Pfd. Heu und 4<sup>1</sup>⁄<sub>2</sub> Pfd. Hafer -zur Nahrung gegeben werden. Wenn wir uns nun den ganzen -Gehalt dieser Nahrungsstoffe an Stickstoff, so wie ihn die -Elementaranalyse festgesetzt hat (Heu 1,5 <span class="antiqua">pCt.</span>, -Hafer 2,2 <span class="nowrap"><span class="antiqua">pCt.</span>)<a id="ENanchor15"></a><a -href="#Endnote15" class="enanchor">[E15]</a></span> -rückwärts in Blut, nämlich in Fibrin und Albumin, mit dem -ganzen Wassergehalt des Blutes (80 <span class="antiqua">pCt.</span>) verwandelt denken, -so empfängt das Pferd täglich nur 8<sup>9</sup>⁄<sub>10</sub> Loth Stickstoff, welche -etwas über 8 Pfd. Blut entsprechen. Mit diesem Stickstoff hat -aber das Thier, von den andern Bestandtheilen, welche damit -verbunden waren, nur 28<sup>9</sup>⁄<sub>10</sub> Loth Kohlenstoff empfangen. -Nur 15<sup>9</sup>⁄<sub>10</sub> Loth von diesen 28<sup>9</sup>⁄<sub>10</sub> Loth Kohlenstoff konnten -zur Respiration verwendet worden sein, denn mit dem Stickstoff, -der durch den Harn ausgeleert wird, treten in der Form -von Harnstoff 6 Lothe und in der Form von Hippursäure 7 -weitere Lothe wieder aus.</p> - -<p>Ohne weitere Rechnung anzustellen, wird Jedermann zugeben, -daß das Luftvolum, was ein Pferd ein- und ausathmet, -daß die Menge des von ihm verzehrten Sauerstoffgases und in -dessen Folge die Menge des ausgetretenen Kohlenstoffs, weit -größer ist, wie beim Respirationsproceß des Menschen. Nun -verbraucht aber ein erwachsener Mensch täglich nahe an 28<span class="pagenum" id="Page77">[77]</span> -Loth Kohlenstoff, und die Bestimmung von <span class="gesp2">Boussingault</span>, -wonach ein Pferd täglich 158 Loth ausathmet, kann von der -Wahrheit nicht sehr entfernt sein.</p> - -<p>In den stickstoffhaltigen Bestandtheilen seiner Nahrung erhält -das Pferd mithin nur etwas mehr, wie den fünften Theil -des Kohlenstoffs, den sein Organismus zur Unterhaltung des -Respirationsprocesses bedarf, und wir sehen, daß die Weisheit -des Schöpfers allen seinen Nahrungsmitteln ohne Ausnahme -die übrigen <sup>4</sup>⁄<sub>5</sub> Kohlenstoff, welche in den stickstoffhaltigen Bestandtheilen -fehlen, in mannigfaltigen Formen, als Amylon, -Zucker u. s. w. zugesetzt hat, welche das Thier, ohne der Einwirkung -des Sauerstoffs zu unterliegen, nicht entbehren kann.</p> - -<p>Es ist offenbar, daß in dem Organismus des pflanzenfressenden -Thieres, dessen Nahrung eine verhältnißmäßig so kleine -Menge seiner Blutbestandtheile enthält, der Akt der Umsetzung -der vorhandenen Gebilde, daß demzufolge ihre Erneuerung, die -Reproduktion derselben, bei weitem minder rasch vor sich geht, -wie bei den fleischfressenden Thieren, denn wäre dies der Fall, -so würde eine tausendmal reichere Vegetation zu ihrer Ernährung -nicht hinreichen; Zucker, Gummi, Amylon würden -keine Bedingungen zur Erhaltung ihres Lebens sein, eben weil -die kohlenstoffhaltigen Produkte der Umsetzung ihrer Organe -für den Respirationsproceß hinreichen würden.</p> - -<p>Der fleischessende Mensch bedarf zu seiner Erhaltung und -Ernährung eines ungeheuren Gebietes, weiter und ausgedehnter -noch, wie der Löwe und Tiger, weil er, wenn die Gelegenheit -sich darbietet, tödtet, ohne zu genießen.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page78">[78]</span></p> - -<p>Eine Nation von Jägern auf einem begrenzten Flächenraum -ist der Vermehrung durchaus unfähig, der zum Athmen unentbehrliche -Kohlenstoff muß von den Thieren genommen werden, -von denen auf der gegebenen Fläche nur eine beschränkte Anzahl -leben kann. Diese Thiere sammeln von den Pflanzen die -Bestandtheile ihrer Organe und ihres Blutes, und liefern sie den -von der Jagd lebenden Indianern, die sie unbegleitet von den -stickstofffreien Substanzen genießen, welche während der Lebensdauer -des Thieres seinen Respirationsproceß unterhielten; -es ist bei dem fleischessenden Menschen der Kohlenstoff des -Fleisches, welcher das Amylon, den Zucker ersetzen muß.</p> - -<p>In fünfzehn Pfund Fleisch ist aber nicht mehr Kohlenstoff -enthalten, wie in 4 Pfund <span class="nowrap">Amylon<a id="ENanchor16"></a><a href="#Endnote16" class="enanchor">[E16]</a></span> -und während der Indianer -mit einem einzigen Thier und einem ihm gleichen Gewichte -Amylon eine gewisse Anzahl von Tagen hindurch sein Leben -und seine Gesundheit würde erhalten können, muß er, um den -für diese Zeit, für seine Respiration unentbehrlichen Kohlenstoff -zu erhalten, 5 Thiere verzehren.</p> - -<p>Man sieht leicht, in welchem engen Verbande die Vermehrung -des Menschengeschlechtes mit dem Ackerbau steht. Der -Anbau der Culturpflanzen hat zuletzt keinen andern Zweck, als -die Hervorbringung eines Maximums der zur Assimilation und -Respiration dienenden Stoffe, auf dem möglichst kleinsten Raume. -Die Getreide- und Gemüsepflanzen liefern uns in dem Amylon, -dem Zucker, Gummi, nicht nur den Kohlenstoff, der unsere Organe -vor der Einwirkung des Sauerstoffs schützt, und in dem -Organismus die zum Leben unentbehrliche Wärme erzeugt, sondern<span class="pagenum" id="Page79">[79]</span> -in dem Pflanzenfibrin, -Albumin und -Casein noch überdies -unser Blut, aus dem sich die übrigen Bestandtheile des -Körpers entwickeln.</p> - -<p>Der fleischessende Mensch athmet wie das fleischfressende -Thier auf Kosten der Materien, die durch die Umsetzung seiner -Organe entstanden sind, und ähnlich wie der Löwe, der Tiger, -die Hyäne in den Kasten unserer Menagerien durch unaufhörliche -Bewegung den Umsatz ihrer Gebilde beschleunigen müssen, -um den zur Respiration nöthigen Stoff zu erzeugen, muß sich -der Indianer, des nämlichen Zweckes wegen, den größten Anstrengungen -und mühevollsten Beschwerden unterziehen; er muß -Kraft verbrauchen, lediglich um Stoff zum Athmen zu schaffen.</p> - -<p>Die Cultur ist die Oekonomie der Kraft; die Wissenschaft -lehrt uns die einfachsten Mittel erkennen, um mit dem geringsten -Aufwand von Kraft den größten Effect zu erzielen, und -mit gegebenen Mitteln ein Maximum von Kraft hervorzubringen. -Eine jede unnütze Kraftäußerung, eine jede Kraftverschwendung -in der Agricultur, in der Industrie und der -Wissenschaft, so wie im Staate, characterisirt die Rohheit -oder den Mangel an Cultur.</p> - -<h3><span class="antiqua">XV.</span></h3> - -<p>Die Vergleichung der Zusammensetzung des Urins der -fleisch- und pflanzenfressenden Thiere zeigt auf eine evidente -Weise, daß der Act der Umsetzung der Gebilde in beiden in -der Zeit und Form verschieden ist.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page80">[80]</span></p> - -<p>Der Harn der fleischfressenden Thiere ist sauer, wir haben -darin alkalische Basen mit Harnsäure, mit Phosphorsäure -und Schwefelsäure vereinigt. Wir wissen genau, aus welcher -Quelle diese beiden Säuren stammen. Alle Gebilde, bis -auf Zellen und Membranen, enthalten Phosphorsäure und -Schwefel, der durch den Sauerstoff des arteriellen Blutes in -Schwefelsäure verwandelt wird. In den verschiedenen Flüssigkeiten -des Thierkörpers finden wir nur Spuren von phosphorsauren -oder schwefelsauren Salzen, aber in dem Harn -finden wir beide in reichlicher Menge. Es ist klar, sie stammen -beide von dem Phosphor und Schwefel der Gebilde, -die sich umgesetzt haben; sie gelangen als lösliche Salze in -das Blut und werden bei ihrem Durchgang durch die Nieren -davon geschieden.</p> - -<p>Der Harn der grasfressenden Thiere ist alkalisch; er enthält -kohlensaures Alkali in überwiegender Menge und eine -so geringe Menge von phosphorsaurem Alkali, daß sie von -den meisten Beobachtern übersehen worden ist.</p> - -<p>Der Mangel, oder, wenn man will, die Abwesenheit der -phosphorsauren Alkalien in dem Harn der grasfressenden -Thiere zeigt offenbar, daß diese löslichen Salze zu bestimmten -Zwecken verwendet werden; denn wenn wir annehmen, -ein Pferd verzehre eine dem Gehalte des Stickstoffs (8<sup>9</sup>⁄<sub>10</sub> -Loth) in seinen Nahrungsmitteln entsprechende Menge Pflanzenfibrin -oder -Albumin, und wenn wir den umgesetzten -Theil der Gebilde gleichsetzen dem neugebildeten, so ist die -Quantität der Phosphorsäure, die wir in dem Urin (in<span class="pagenum" id="Page81">[81]</span> -3 Pfund, dem täglichen Abgang nach <span class="gesp2">Boussingault</span>) -finden müßten, nicht so klein, daß sie nicht mit Leichtigkeit -durch die Analyse nachweisbar wäre (sie betrüge nach dieser -Voraussetzung nahe an 0,8 <span class="antiqua">pCt.</span>), allein, wie bemerkt, die -meisten Beobachter haben keine Phosphorsäure darin auffinden -können.</p> - -<p>Die Phosphorsäure, welche in Folge der Umsetzung der -Gebilde in der Form von löslichem phosphorsauren Alkali -erzeugt wird, kehrt offenbar bei diesen Thieren in den -Organismus zurück, der sie zur Bildung der Gehirn- und -Nervensubstanz nicht entbehren kann.</p> - -<p>Bei den pflanzenfressenden Thieren, die eine verhältnißmäßig -so kleine Quantität von Phosphor oder phosphorsauren -Salzen genießen, sammelt der Organismus offenbar -alle durch die Umsetzung der Gebilde erzeugten löslichen -phosphorsauren Salze, und verwendet sie zur Ausbildung -der Knochen und der phosphorhaltigen Bestandtheile des -Gehirns; die Secretionsorgane scheiden sie von dem Blute -nicht ab. Die durch Stoffwechsel in Freiheit gesetzte Phosphorsäure -tritt nicht als phosphorsaures Natron aus; wir -finden sie in den festen Excrementen in der Form von unlöslichen -phosphorsauren Erden.</p> - -<h3><span class="antiqua">XVI.</span></h3> - -<p>Vergleichen wir die Fähigkeit der Zunahme an Masse, -die Kraft der Assimilation in den gras- und fleischfressenden<span class="pagenum" id="Page82">[82]</span> -Thieren, so führen die gewöhnlichsten Beobachtungen auf -einen großen Unterschied.</p> - -<p>Eine Spinne, welche mit dem größten Heißhunger das -Blut der ersten Fliege aussaugt, wird durch die zweite und -dritte Fliege in ihrer Ruhe nicht gestört; eine Katze frißt -die erste, vielleicht die zweite Maus, und wenn sie auch die -dritte tödtet, sie wird von ihr nicht verzehrt. Ganz ähnliche -Beobachtungen hat man an Löwen und Tigern gemacht; sie -verzehren ihre Beute erst dann, wenn sich in ihnen das Bedürfniß -des Hungers regt. Zur bloßen Erhaltung bedürfen -die fleischfressenden Thiere an sich einer geringeren Menge -von Nahrung schon deshalb, weil ihre Haut keine Schweißporen -hat, weil sie also bei gleichem Volum weit weniger -Wärme verlieren, als die Grasfresser, welche die verlorne -Wärme durch die Nahrung ersetzen müssen.</p> - -<p>Wie ganz anders zeigt sich die Stärke und Intensität des -vegetativen Lebens bei den pflanzenfressenden Thieren! Ein -Schaf, eine Kuh auf der Weide, sie fressen mit geringer Unterbrechung -so lange die Sonne am Himmel steht. Ihr Organismus -besitzt die Fähigkeit, alle Nahrung, die sie mehr -genießen, als sie zur Reproduction bedürfen, in Bestandtheile -ihres Körpers zu verwandeln.</p> - -<p>Alles Blut, was mehr erzeugt wird, als zum Ersatz an -verbrauchtem Stoff erforderlich ist, wird zur Zelle und -Muskelfaser; das pflanzenfressende Thier wird bei gesteigerter -Nahrung fleischig oder feist, während das Fleisch des -fleischfressenden ungenießbar, zähe und sehnenartig bleibt.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page83">[83]</span></p> - -<p>Denken wir uns nur einen Hirsch, ein Reh oder einen Hasen, -welche ähnliche Nahrungsmittel genießen, wie das Rindvieh -oder Schaf, so ist es evident, daß bei Ueberfluß an Nahrung -ihre Zunahme an Masse (ihr Feistwerden) abhängig ist -von der Menge des genossenen Pflanzenalbumins, -Fibrins oder --Caseins. Bei einer freien ungehinderten Bewegung nehmen -sie Sauerstoff genug auf, um den Kohlenstoff des genossenen -Gummi’s, des Amylons, des Zuckers und überhaupt aller löslichen -stickstofffreien Nahrungsmittel verschwinden zu machen.</p> - -<p>Ganz anders stellt sich dieses Verhältniß bei unseren Hausthieren, -wenn wir bei reichlicher Nahrung die Abkühlung und -Exhalationsprocesse hindern, wenn wir sie in unseren Ställen -füttern, wo die freie Bewegung unterdrückt ist.</p> - -<p>Das Thier, welches den Stall nicht verläßt, frißt und ruht -bloß, um zu verdauen, es nimmt in der Form von stickstoffhaltigen -Stoffen weit mehr Nahrung auf, als es zur Reproduktion -bedarf, und in gleicher Zeit mit diesen genießt es weit -mehr stickstofffreie Substanzen, als zur Unterhaltung des Reproductionsprocesses -und zum Ersatz an verlorner Wärme nöthig -sind. Mangel an Bewegung und Abkühlung ist aber -gleichbedeutend einem Mangel an Zufuhr von Sauerstoff; es -nimmt, da diese vermindert sind, bei weitem weniger Sauerstoff -auf, als zur Verwandlung des in der stickstofffreien Nahrung -genossenen Kohlenstoffs in Kohlensäure erforderlich ist. -Nur ein kleiner Theil dieses Ueberschusses von Kohlenstoff -tritt aus dem Körper bei Pferden und dem Rindvieh in der -Form von Hippursäure aus, alles übrige wird zur Erzeugung<span class="pagenum" id="Page84">[84]</span> -einer Materie verwendet, die sich nur in kleinen Quantitäten -als Bestandtheil der Nerven und des Gehirns vorfindet.</p> - -<p>Im normalen Zustand der Bewegung und Arbeit enthält -der Urin des Rindviehs und Pferdes Benzoesäure (mit 14 At. -Kohlenstoff), sobald es ruhig im Stalle steht, hingegen Hippursäure -(mit 18 At. Kohlenstoff).</p> - -<p>Das Fleisch der wilden Thiere ist fettlos, die Hausthiere -dagegen bedecken sich bei der Mästung mit Fett.</p> - -<p>Lassen wir das fette Thier in freier Luft sich bewegen -oder schwere Lasten ziehen, so verschwindet wieder das Fett.</p> - -<p>Es ist offenbar, die Fettbildung im Thierkörper wird bedingt -durch ein Mißverhältniß in der Menge der genossenen -Nahrungsmittel und des durch Lunge und Haut aufgenommenen -Sauerstoffs.</p> - -<p>Ein Schwein wird bei Mästung mit stickstoffreichen Nahrungsmitteln -feist; bei Kartoffel- (Amylon-) Fütterung erhält -es wenig Fleisch, aber eine Decke von Speck. Die Milch -einer Kuh, welche bei Stall-Fütterung eine reichliche Menge -Butter enthält, wird auf freier Weide an Käsestoff reicher -und an Fett und Milchzucker in dem nämlichen Verhältniß -ärmer. Durch Bier und amylonhaltige Nahrung wächst der -Buttergehalt der Frauenmilch; Fleischnahrung giebt weniger, -aber an Käsestoff reichere Milch.</p> - -<p>Wenn man erwägt, daß in der ganzen Thierklasse der -Carnivoren, die außer dem verzehrten Fett kein stickstofffreies -Nahrungsmittel genießen, die Fettbildung im Körper höchst -unbedeutend ist, daß sie auch bei diesen zunimmt (wie bei<span class="pagenum" id="Page85">[85]</span> -Katzen und Hunden), wenn sie gemischte Nahrung genießen, -daß wir bei den andern Hausthieren die Fettbildung steigern -können und zwar nur durch stickstofffreie Nahrungsmittel, so -kann man kaum einen Zweifel hegen, daß die letzteren in einer -ganz bestimmten Beziehung stehen müssen zur Fettbildung.</p> - -<p>Dem natürlichen Gange der Naturforschung gemäß erschließen -wir rückwärts aus den genossenen Nahrungsmitteln -die entstandenen Gebilde, aus den stickstoffhaltigen Pflanzenstoffen -die stickstoffhaltigen Bestandtheile des Blutes, und es -ist diesem Gange völlig angemessen, die Beziehungen der -stickstofffreien Nahrungsmittel zu den stickstofffreien Bestandtheilen -des Thierkörpers festzustellen; ein enger Zusammenhang -zwischen beiden kann nicht verkannt werden.</p> - -<p>Vergleichen wir die Zusammensetzung des Milchzuckers, des -Amylons und der andern Zuckerarten mit denen des Hammeltalges, -Ochsentalges, Menschenfettes, so finden wir, daß sie -einerlei Verhältniß Kohlenstoff und Wasserstoff enthalten und -lediglich in dem Gehalte an Sauerstoff von einander abweichen.</p> - -<p>Hammeltalg, Menschenfett, Schweineschmalz enthalten nach -den Analysen <span class="gesp2">Chevreul’s</span> 79 <span class="antiqua">pCt.</span> -Kohlenstoff auf 11,1 <span class="antiqua">pCt.</span>, -11,4 <span class="antiqua">pCt.</span>, 11,7 <span class="antiqua">pCt.</span> -<span class="nowrap">Wasserstoff<a id="ENanchor17"></a><a href="#Endnote17" class="enanchor">[E17]</a></span>.</p> - -<p>Das Amylon enthält auf 44,91 Kohlenstoff 6,11 Wasserstoff; -der Zucker und das Gummi 42,58 Kohlenstoff 6,37 Wasserstoff<a id="ENanchor18"></a><a href="#Endnote18" class="enanchor">[E18]</a>.</p> - -<p>Nun ist aber aus dem Folgenden einleuchtend, daß diese -Zahlen, welche das relative Gewichtsverhältniß des Kohlenstoffs -und Wasserstoffs im Amylon, im Zucker und im Gummi -ausdrücken, zu einander in dem nämlichen Verhältniß stehen,<span class="pagenum" id="Page86">[86]</span> -wie der Kohlenstoff und Wasserstoff in den verschiedenen Fetten.</p> - -<table class="fsize90" summary="Verhaeltnisse"> - -<tr> -<td class="left">44,91 : 6,11</td> -<td class="center padl1 padr1">=</td> -<td class="left">79 : 10,99</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left">42,58 : 6,37</td> -<td class="center padl1 padr1">=</td> -<td class="left">79 : 11,8.</td> -</tr> - -</table> - -<p>Es ist hieraus klar, daß durch ein einfaches Austreten -von Sauerstoff, Amylon, Zucker und Gummi übergehen können -in Fett, oder, wenn man will, in einen Körper, welcher -genau die Zusammensetzung des Fetts besitzt. Nehmen wir -in der That von der Formel des Amylon 9 Atome Sauerstoff -hinweg, so haben wir in 100 Theilen:</p> - -<table class="fsize90" summary="zusammensetzung"> - -<tr> -<td class="left padr3"><span class="antiqua">C</span><sub>12</sub></td> -<td class="right">79,4</td> -<td rowspan="2"> </td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3"><span class="antiqua">H</span><sub>20</sub></td> -<td class="right">10,8</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3"><span class="antiqua">O</span></td> -<td class="right padr0">9,8</td> -<td class="left padl0">.</td> -</tr> - -</table> - -<p>Die nächste empirische Formel des Fetts ist -<span class="antiqua">C</span><sub>11</sub><span class="antiqua">H</span><sub>20</sub><span class="antiqua">O</span>; -sie giebt in 100 Theilen:</p> - -<table class="fsize90" summary="zusammensetzung"> - -<tr> -<td class="left padr3"><span class="antiqua">C</span><sub>11</sub></td> -<td class="right padr0">78,9</td> -<td rowspan="2"> </td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3"><span class="antiqua">H</span><sub>20</sub></td> -<td class="right padr0">11,6</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3"><span class="antiqua">O</span></td> -<td class="right padr0">9,5</td> -<td class="left padl0">.</td> -</tr> - -</table> - -<p>Nach dieser Formel würden sich von dem Amylon die -Elemente von 1 Atom Kohlensäure und 7 Atome Sauerstoff -getrennt haben.</p> - -<p>Mit diesen beiden Formeln stimmt aber sehr nahe die -von allen verseifbaren fetten Körpern überein.</p> - -<p>Nehmen wir von drei Atomen Milchzucker <span class="antiqua">C</span><sub>56</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>72</sub><span class="antiqua">O</span><sub>36</sub> die -Elemente hinweg von 4 Atomen Wasser und lassen wir -31 Atome Sauerstoff austreten, so haben wir <span class="antiqua">C</span><sub>36</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>64</sub><span class="antiqua">O</span>, -eine Formel, welche ein genauer Ausdruck ist für die Zusammensetzung -des <span class="nowrap">Cholsterins<a id="ENanchor19"></a><a href="#Endnote19" class="enanchor">[E19]</a></span>.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page87">[87]</span></p> - -<p>Gleichgültig, welche Ansicht man auch über die Entstehung -der fetten Bestandtheile des Thierkörpers haben mag, soviel -ist unläugbar gewiß, daß die Wurzeln und Kräuter, welche -die Kuh verzehrt, keine Butter enthalten, daß in dem Heu -und der Nahrung des Rindviehs kein Ochsentalg, in der -Kartoffelschlempe, welche die Schweine bekommen, kein Schweineschmalz -und in dem Futter der Gänse und des Geflügels -kein Gänsefett oder Kapaunenfett enthalten ist. Die großen -Massen von Fett in dem Körper dieser Thiere erzeugt ihr -Organismus, und aus dieser Thatsache, ihrem wahren Werthe -nach anerkannt, muß geschlossen werden, daß von den Bestandtheilen -der genossenen Nahrung eine gewisse Quantität -Sauerstoff in irgend einer Form austritt, denn ohne eine -solche Ausscheidung von Sauerstoff kann kein Fett aus irgend -einem Bestandtheil der Nahrung gebildet werden.</p> - -<p>Die chemische Analyse giebt auf die bestimmteste Weise -zu erkennen, daß in den Nahrungsmitteln, die ein Thier verzehrt, -sich eine gewisse Menge Kohlenstoff und Sauerstoff befinden, -die, in Aequivalenten ausgedrückt, folgende Reihe -bilden.</p> - -<table class="analyse" summary="Analyse"> - -<tr> -<td colspan="10" class="left">Im Pflanzenfibrin, -Albumin, -Casein</td> -</tr> - -<tr> -<td> </td> -<td class="center padl02 padr02">sind</td> -<td class="center">enthalten</td> -<td class="center padl02 padr02">auf</td> -<td class="center">120</td> -<td class="center padl02 padr02">Aeq.</td> -<td class="center">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl02 padr02">36</td> -<td class="center">Aeq.</td> -<td class="center padl02">Sauerstoff</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Im Amylon</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">120</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">100</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">„</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Im Rohrzucker</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">120</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">110</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">„</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Im Traubenzucker</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">120</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">140</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">„</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Im Gummi</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">120</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">110</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">„</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Im Milchzucker</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">120</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">120</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">„</td> -</tr> - -</table> - -<p><span class="pagenum" id="Page88">[88]</span></p> - -<p>Nun sind aber in allen fetten Substanzen im Mittel <span class="gesp2">auf 120 -Aeq. Kohlenstoff nur 10 Aeq. Sauerstoff enthalten</span>.</p> - -<p>Da nun der Kohlenstoff der fetten Bestandtheile des Thierkörpers -von den Nahrungsmitteln stammt, indem es keine -andere Quelle giebt, die ihn liefern könnte, so ist klar, in -der Voraussetzung, das Fett entstehe aus Albumin, Fibrin -oder Casein, daß für je 120 Aeq. Kohlenstoff, die sich als -Fett abgelagert haben, 26 Aeq. Sauerstoff von den Bestandtheilen -dieser Nahrungsmittel austreten müssen, es ist ferner -klar, daß, wenn wir annehmen, das Fett entstehe aus Amylon, -90 Aeq., aus Zucker 100 und aus Milchzucker 110 Aeq. -Sauerstoff abgeschieden werden müssen.</p> - -<p>Es giebt also nur einen einzigen Weg, auf welchem die -Fettbildung im Thierkörper möglich ist, und dieser ist absolut -der nämliche, auf welchem die Fettbildung in den Pflanzen -vor sich geht, es ist eine Scheidung und Trennung des Sauerstoffs -von den Bestandtheilen der Nahrungsmittel.</p> - -<p>Der Kohlenstoff, den wir in den Samen und Früchten -der Pflanzen in der Form von Oel und Fett abgelagert -finden, er war früher ein Bestandtheil der Atmosphäre, er -wurde als Kohlensäure von der Pflanze aufgenommen. Sein -Uebergang in Fett wurde unter Mitwirkung des Lichtes durch -die vegetative Lebensthätigkeit bewirkt, der größte Theil des -Sauerstoffs dieser Kohlensäure kehrte als Sauerstoffgas in -die Luft <span class="nowrap">zurück<a id="FNanchor3"></a><a href="#Footnote3" -class="fnanchor">[F3]</a><a id="ENanchor20"></a><a href="#Endnote20" class="enanchor">[E20]</a></span>.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page89">[89]</span></p> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote3"><a href="#FNanchor3"><span class="label">[3]</span></a> -Ueber die Bildung des Wachses aus Honig bei den Bienen siehe <a href="#Endnote20">Anhang</a>.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p>Im Gegensatz zu dieser Lebensäußerung in der Pflanze -wissen wir, daß der Thierorganismus Sauerstoff aus der -Luft aufsaugt und daß dieser Sauerstoff in der Form einer -Kohlenstoff- oder Wasserstoffverbindung wieder austritt, wir -wissen, daß durch den Akt der Bildung von Kohlensäure -und Wasser die constante Temperatur des Körpers hervorgebracht -wird, daß ein Oxydationsproceß die einzige und -Hauptquelle der animalischen Wärme ist.</p> - -<p>Mag das Fett in Folge einer Zersetzung des Fibrins -oder Albumins, der Hauptbestandtheile des Blutes gebildet -werden, mag es aus Amylon, aus Zucker, aus Gummi oder -Milchzucker entstehen, das Resultat der Zersetzung muß begleitet -seyn, von einer Ausscheidung des Sauerstoffs, von den -Bestandtheilen dieser Nahrungsmittel, aber dieser Sauerstoff -tritt nicht als Sauerstoffgas aus dem Thierkörper aus, eben -weil er in dem Organismus selbst, Stoffe vorfindet, welche -die Fähigkeit haben, eine Verbindung mit ihm einzugehen; -er tritt in der nämlichen Form aus, wie der durch Lunge -und Haut aus der Luft aufgenommene Sauerstoff.</p> - -<p>Man beobachtet leicht, in welchem merkwürdigen Zusammenhange -die Fettbildung mit dem Respirationsproceß steht.</p> - -<h3><span class="antiqua">XVII.</span></h3> - -<p>Der abnorme Zustand, durch den Ablagerung von Fett -in dem Thierkörper bewirkt wird, beruht, wie früher erwähnt -worden, auf einem Mißverhältniß in der Menge des genossenen<span class="pagenum" id="Page90">[90]</span> -Kohlenstoffs und dem durch Haut und Lunge aufgenommenen -Sauerstoff. Im normalen Zustande wird eben so viel -Kohlenstoff ausgeführt wie eingeführt, der Körper erhält -kein Uebergewicht an kohlenstoffreichen und stickstofflosen Bestandtheilen.</p> - -<p>Steigern wir die Zufuhr der kohlenstoffreichen Nahrungsmittel, -so bleibt nur in dem Fall das normale Verhältniß, -wenn durch Bewegung und Anstrengung der Umsatz befördert, -wenn in gleichem Grade die Zufuhr an Sauerstoff vermehrt -wird.</p> - -<p>Jede Art von Fettbildung ist stets die Folge eines Mangels -an Sauerstoff, der zur Vergasung des im Ueberschusse -zugeführten Kohlenstoffs unbedingt erforderlich ist. Dieser -als Fett sich ablagernde Kohlenstoff, er zeigt sich bei dem -Beduinen, bei dem Araber der Wüste nicht, der mit Stolz -seine muskelstarken, magern, fettfreien, sehnenartigen Glieder -dem Reisenden zeigt und in Liedern besingt, er zeigt sich aber -bei der kärglichen Nahrung in den Kerkern und Gefängnissen -als Aufgedunsenheit, er zeigt sich in dem Weibe des Orients -und in den wohlbekannten Bedingungen des Mästens bei -unseren Hausthieren.</p> - -<p>Die Erzeugung von Fett beruht auf einem Mangel an -Sauerstoff, allein in ihr, in der Fettbildung selbst, öffnet sich -dem Organismus eine Quelle von Sauerstoff, eine neue Ursache -der Wärmeerzeugung.</p> - -<p>Der in Folge der Fettbildung freiwerdende Sauerstoff, -er tritt aus dem Körper als eine Kohlenstoff- oder Wasserstoffverbindung<span class="pagenum" id="Page91">[91]</span> -aus, mag nun dieser Kohlenstoff oder Wasserstoff -von der Substanz selbst, die auch den Sauerstoff zuführte, -oder mag er von einer andern Verbindung genommen -worden sein, es muß durch diese Kohlensäure- oder Wasserbildung -ebensoviel Wärme entwickelt werden, wie wenn wir -eine gleiche Menge Kohlenstoff oder Wasserstoff in der Luft -oder im Sauerstoffgas verbrannt hätten.</p> - -<p>Wenn wir uns denken, daß sich von 2 Aeq. Amylon -18 Aeq. Sauerstoff trennen, daß sich diese 18 Aeq. Sauerstoff -mit 9 Aeq. Kohlenstoff aus der Galle, z. B. zu Kohlensäure, -verbunden hätten, so ist niemand zweifelhaft darüber, -daß in diesem Fall gerade so viel Wärme entwickelt werden -muß, wie wenn wir diese 9 Atome Kohlenstoff direct verbrannt -hätten. In dieser Form wäre also die Wärmeentwickelung -in Folge der Fettbildung nicht bestreitbar; sie kann -also nur für den Fall hypothetisch sein, wo sich von einer -und derselben Substanz Kohlenstoff und Sauerstoff in den -Verhältnissen, wie in der Kohlensäure, trennen.</p> - -<p>Wenn wir z. B. voraussetzen, daß sich von 2 At. Amylon, -<span class="antiqua">C</span><sub>24</sub><span class="antiqua">H</span><sub>40</sub><span class="antiqua">O</span><sub>20</sub> -die Elemente von 9 At. Kohlensäure abscheiden, -so würden wir eine Verbindung übrig behalten, -welche auf 15 At. Kohlenstoff, 40 At. Wasserstoff und 2 At. -Sauerstoff enthält:</p> - -<p class="formula"><span class="antiqua">C</span><sub>15</sub><span class="antiqua">H</span><sub>40</sub><span -class="antiqua">O</span><sub>2</sub> + <span class="antiqua">C</span><sub>9</sub><span class="antiqua">O</span><sub>18</sub> -= <span class="antiqua">C</span><sub>24</sub><span class="antiqua">H</span><sub>40</sub><span -class="antiqua">O</span><sub>20</sub>.</p> - -<p>Oder wenn wir annehmen, daß Sauerstoff aus Amylon -in der Form von Kohlensäure und Wasser austritt, so würden -wir bei Abscheidung der Bestandtheile von 6 At. Wasser<span class="pagenum" id="Page92">[92]</span> -und 6 At. Kohlensäure die Verbindung <span class="antiqua">C</span><sub>18</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>23</sub><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub> -übrig behalten.</p> - -<p>Diese Form der Ausscheidung des Sauerstoffs festgestellt, -bleibt zu entscheiden übrig, ob die auftretende Kohlensäure -und das Wasser in dem Amylon als solche enthalten waren -oder nicht.</p> - -<p>War die Kohlensäure und das Wasser fertig gebildet in -dem Amylon, so konnte die Trennung vor sich gehen, ohne -von einer Wärmeentwickelung begleitet zu sein, war hingegen -der Kohlenstoff und Wasserstoff in einer andern Form -in dem Amylon (oder der Verbindung, aus der sich das Fett -gebildet haben mag) zugegen, so ist klar, daß eine Aenderung -in der Anordnung der Atome vor sich gegangen ist, -in deren Folge sich die Atome des Kohlenstoffs und Wasserstoffs -mit den Atomen des Sauerstoffs zu Kohlensäure -und Wasser vereinigt haben.</p> - -<p>So weit nun chemische Forschungen reichen, kann aus -dem bekannten Verhalten des Amylons und der Zuckerarten -kein anderer Schluß gezogen werden, als daß sie keine fertig -gebildete Kohlensäure enthalten.</p> - -<p>Wir kennen nun eine große Anzahl von Umsetzungsprocessen -ähnlicher Art, wo sich die Elemente der Kohlensäure -und des Wassers von gewissen vorhandenen Verbindungen -trennen, und wir wissen mit Bestimmtheit, daß alle diese -Zersetzungsweisen begleitet sind von einer Wärmeentwickelung, -gerade so, wie wenn sich Kohlenstoff und Wasserstoff -direct mit Sauerstoff verbinden.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page93">[93]</span></p> - -<p>Ein solches Austreten von Kohlensäure haben wir in -allen Gährungs- und Fäulnißprocessen, sie sind ohne Ausnahme -begleitet von einer Entwickelung von Wärme.</p> - -<p>In der Gährung einer zuckerhaltigen Flüssigkeit tritt in -Folge einer Umsetzung der Elemente des Zuckers eine gewisse -Menge seines Kohlenstoffs und Sauerstoffs zu Kohlensäure -zusammen, welche sich gasförmig abscheidet, und als -Resultat dieser Zersetzung haben wir eine sauerstoffarme, -flüchtige, brennbare Flüssigkeit, nämlich Alkohol.</p> - -<p>Wenn wir zu zwei Atomen Zucker die Elemente treten -lassen von 12 At. Wasser und von der erhaltenen Summe -der Atome 24 Atome Sauerstoff hinwegnehmen, so haben -wir 6 At. Alkohol (<span class="antiqua">C</span><sub>24</sub><span class="antiqua">H</span><sub>48</sub><span -class="antiqua">O</span><sub>24</sub> + <span class="antiqua">H</span><sub>24</sub><span class="antiqua">O</span><sub>12</sub>) - -<span class="antiqua">O</span><sub>24</sub> = -<span class="antiqua">C</span><sub>24</sub><span class="antiqua">H</span><sub>72</sub><span -class="antiqua">O</span><sub>12</sub> = 6 At. Alkohol.</p> - -<p>Diese 24 At. Sauerstoff reichen hin, um ein drittes -Atom Zucker vollkommen zu verbrennen, seinen Kohlenstoff -in Kohlensäure zu verwandeln, und wir erhalten durch diese -Verbrennung die 12 At. Wasser wieder, die wir hinzutreten -ließen, gerade so, als ob sie keine Rolle hierbei gespielt -hätten.</p> - -<p class="formula"><span class="antiqua">C</span><sub>12</sub><span class="antiqua">H</span><sub>24</sub><span -class="antiqua">O</span><sub>12</sub> + <span class="antiqua">O</span><sub>24</sub> = 12 -<span class="antiqua">CO</span><sub>2</sub> + 12 <span class="antiqua">H</span><sub>2</sub><span class="antiqua">O</span>.</p> - -<p>Nach der gewöhnlichen Ansicht trennen sich von 3 At. -Zucker 12 Atome Kohlenstoff in der Form von Kohlensäure: -wir bekommen 6 At. Alkohol, in beiden also dieselben -Produkte, wie wenn der eine Theil Zucker an den andern -Theil Sauerstoff abgegeben hätte und dessen Bestandtheile auf -Kosten dieses Sauerstoffs verbrannt worden wären.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page94">[94]</span></p> - -<p class="formula"><span class="antiqua">C</span><sub>36</sub> <span class="antiqua">H</span><sub>72</sub> -<span class="antiqua">O</span><sub>36</sub> = <span class="antiqua">C</span><sub>24</sub> -<span class="antiqua">H</span><sub>72</sub> <span class="antiqua">O</span><sub>12</sub> + 12 -<span class="nowrap"><span class="antiqua">CO</span><sub>2</sub><a id="FNanchor4"></a><a href="#Footnote4" -class="fnanchor">[F4]</a></span>.</p> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote4"><a href="#FNanchor4"><span class="label">[4]</span></a> -In Beziehung auf das Verständniß der Formeln siehe die <a href="#Page285">Einleitung</a> -zum Anhang.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p>Man beobachtet leicht, daß die Spaltung eines Körpers -in Kohlensäure und eine an Sauerstoff arme Verbindung -völlig gleichbedeutend ist in ihrem Resultate einer Ausscheidung -von Sauerstoff und einer Verbrennung von einem -Theile der Substanz auf Kosten dieses Sauerstoffs.</p> - -<p>Es ist wohlbekannt, daß sich die Temperatur einer gährenden -Flüssigkeit erhöht, und wenn wir annehmen, daß -ein Stückfaß Most = 600 Darmstädter Maaß = 1200 -Litres = 2400 Pfund, 16 <span class="antiqua">pCt.</span> Zucker, im Ganzen also 384 -Pfund Zucker enthalte, so muß während der Gährung dieses -Zuckers eine Wärmemenge frei werden, welche derjenigen -gleich ist, die sich bei der Verbrennung von 51 Pfund Kohlenstoff -entwickelt.</p> - -<p>Dies ist ausdrückbar durch eine Wärmequantität, wodurch -jedes Pfund der Flüssigkeit auf 165<sup>1</sup>⁄<sub>2</sub> Grad erhoben werden -kann, vorausgesetzt, daß die Zersetzung des Zuckers in -einem unmeßbaren Zeittheilchen vor sich ginge. Dies ist -bekanntlich nicht der Fall, die Gährung dauert 5-6 Tage -und die 165<sup>1</sup>⁄<sub>2</sub> Wärmegrade empfängt jedes Pfund Flüssigkeit -während eines Zeitraums von 120 Stunden. In der -Stunde wird also eine Wärmemenge entwickelt, durch welche -jedes Pfund Flüssigkeit um 1<sup>4</sup>⁄<sub>10</sub> Grad an Temperatur zunimmt, -eine Erhöhung, welche durch äußere Abkühlung im<span class="pagenum" id="Page95">[95]</span> -Keller, durch Verdunstung von Wasser und Alkohol beträchtlich -herabgestimmt wird.</p> - -<h3><span class="antiqua">XVIII.</span></h3> - -<p>Die Fettbildung, mit bekannten analogen Erscheinungen -der Trennung von Sauerstoff verglichen, ist demnach von -einer Wärmeentwicklung begleitet; sie ersetzt dem thierischen -Körper eine gewisse Menge des zu den vitalen Processen unentbehrlichen, -atmosphärischen Sauerstoffs, und zwar in allen -denjenigen Fällen, wo der durch Haut und Lunge eingeathmete -Sauerstoff nicht hinreicht, um den vorhandenen und -dazu geeigneten Kohlenstoff in Kohlensäure zu verwandeln.</p> - -<p>Dieser Ueberschuß von Kohlenstoff, welcher in dem Körper -zu einem Bestandtheil der Organe nicht verwendet werden -kann, lagert sich in der Form von Talg oder Oel in -Zellen ab.</p> - -<p>In jedem Momente des Lebens eines Thieres tritt Fettbildung -ein, wo ein Mißverhältniß zwischen dem durch die -Nahrung zugeführten Kohlenstoff und dem eingeathmeten -Sauerstoff statt hat; es trennt sich Sauerstoff in Folge einer -Umsetzung von vorhandenen Verbindungen, und dieser Sauerstoff -tritt als Kohlensäure oder Wasser aus dem Körper aus. -Die hierbei entwickelte Wärme trägt dazu bei, um die constante -Temperatur des Körpers zu erhalten. Ein jedes -Pfund Kohlenstoff, welches seinen Sauerstoff, mit dem es<span class="pagenum" id="Page96">[96]</span> -Kohlensäure bildet, von Materien erhielt, die in Fett übergingen, -muß so viel Wärme entwickeln, daß man damit 200 -Pfunde Wasser auf 39 Grade erheben kann.</p> - -<p>In der Fettbildung schafft die Lebenskraft sich selbst ein -Mittel, um dem Mangel an Sauerstoff und an der zu den -vitalen Processen nöthigen Wärme zu begegnen.</p> - -<p>Die Erfahrung zeigt, daß das Anbinden der Füße bei -dem Geflügel und eine mittlere Temperatur ein Maximum -von Fettbildung nach sich zieht. Diese Thiere sind in diesem -Zustande einer Pflanze vergleichbar, die im eminenten -Grade die Fähigkeit besitzt, alle Nahrungsstoffe in Theile -ihrer selbst zu verwandeln. Die im Ueberschuß zugeführten -Blutbestandtheile werden zu Fleisch, zu Bestandtheilen der -Gebilde, Amylon und die stickstofffreien Materien verwandeln -sich in Fett. Bei dem Fettwerden auf Kosten stickstofffreier -Nahrungsstoffe nehmen nur gewisse Theile des Organismus -an Volumen zu; so ist die Leber einer gemästeten Gans -4-5mal größer, wie die einer ungemästeten, ohne daß man -damit sagen kann, daß die Substanz der Leber selbst eine -Zunahme erfahren hat. Während die Leber der ungemästeten -Gans fest und elastisch ist, zeigt die der gemästeten eine -weiche schwammige Beschaffenheit; der Unterschied liegt lediglich -in einer mehr oder minderen Erweiterung der Zellen, -ausgefüllt durch Fett.</p> - -<p>In einigen Krankheiten erleiden nachweisbar die amylonreichen -Stoffe diejenigen Veränderungen nicht, die sie befähigen, -den Respirationsproceß zu unterhalten oder in Fett<span class="pagenum" id="Page97">[97]</span> -überzugehen. In dem <span class="antiqua">diabetes mellitus</span> wird das Amylon -nicht weiter als in Zucker verwandelt, der ohne eine Verwendung -zu finden aus dem Körper entfernt wird.</p> - -<p>Wir finden ferner in andern Krankheiten, bei Leberentzündungen -z. B., das Blut reich an Oel und Fett, -und mit der Vorstellung, daß unter gewissen Bedingungen -gewisse Bestandtheile der Galle in Fett metamorphosirt -werden, steht die Zusammensetzung der Galle nicht in -Widerspruch.</p> - -<h3><span class="antiqua">XIX.</span></h3> - -<p>Nach dem Vorgehenden lassen sich die Nahrungsmittel -der Menschen eintheilen in zwei Klassen: in <span class="gesp2">stickstoffhaltige</span> -und in <span class="gesp2">stickstofffreie</span>. Die ersteren besitzen die Fähigkeit, -in Blut überzugehen, den andern geht diese Eigenschaft -ab.</p> - -<p>Aus den Nahrungsmitteln, welche sich zur Blutbildung -eignen, entstehen die Bestandtheile der Organe, die andern -dienen im normalen Zustande der Gesundheit zur Unterhaltung -des Respirationsprocesses. Die stickstoffhaltigen bezeichnen -wir als <span class="gesp2">plastische Nahrungsmittel</span>, die stickstofffreien -nennen wir <span class="gesp2">Respirationsmittel</span>.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page98">[98]</span></p> - -<p class="center highline2">Plastische Nahrungsmittel sind:</p> - -<div class="centerblock"> - -<ul class="mittel"> - -<li>Pflanzenfibrin</li> -<li>Pflanzenalbumin</li> -<li>Pflanzencasein</li> -<li>Fleisch und Blut der Thiere</li> - -</ul> - -</div><!--centerblock--> - -<p class="center highline2">Respirationsmittel sind:</p> - -<div class="centerblock"> - -<ul class="mittel"> - -<li>Fett</li> -<li>Amylon</li> -<li>Gummi</li> -<li>die Zuckerarten</li> -<li>Pectin</li> -<li>Bassorin &c.</li> -<li>Wein</li> -<li>Bier</li> -<li>Branntwein.</li> - -</ul> - -</div><!--centerblock--> - -<h3><span class="antiqua">XX.</span></h3> - -<p>Als eine ganz allgemeine Thatsache, welcher bis jetzt -keine einzige Erfahrung entgegensteht, haben die Untersuchungen -ergeben, daß alle stickstoffhaltigen Bestandtheile der -Pflanzen eine mit den Hauptbestandtheilen des Blutes gleiche -Zusammensetzung besitzen.</p> - -<p>Kein stickstoffhaltiger Körper, dessen Zusammensetzung abweicht -von der des Fibrins, Albumins und Caseins, ist vermögend, -den Lebensproceß im Thiere zu unterhalten.</p> - -<p>Der Thierorganismus besitzt ohnstreitig die Kraft, aus -den Bestandtheilen seines Blutes die Substanz seiner Membranen -und Zellen, der Nerven und des Gehirns, die organischen -Bestandtheile der Rippen, Knorpel und Knochen zu -erzeugen, allein sein Blut muß ihm, bis auf die Form, -fertig gebildet dargeboten werden, und wenn dies nicht geschieht,<span class="pagenum" id="Page99">[99]</span> -so ist damit der Blutbildung und dem Leben eine -Grenze gesetzt.</p> - -<p>Von diesem Gesichtspunkte aufgefaßt, ist es leicht erklärlich, -woher es kommt, daß die leimgebenden Gebilde, die -Gallerte der Knochen und Häute, zur Ernährung und zur -Unterhaltung des Lebensprocesses sich nicht eignen, denn -ihre Zusammensetzung ist ungleich der des Fibrins und Albumins -im Blute. Dies will natürlich nichts anders sagen, -als daß die Organe in dem Thierkörper, welche die Blutbildung -vermitteln, die Kraft nicht besitzen, um eine Metamorphose -in der Anordnung der Elemente der Gallerte -(leim- und chondringebenden Gebilde) zu bewirken. Die -Leimgebilde, die Gallerte der Knochen, Membranen, Zellen -und Häute erleiden in dem Thierkörper durch den Einfluß -des Sauerstoffs und der Feuchtigkeit eine fortdauernde Veränderung, -ein Theil davon tritt aus und muß aus dem -Blute wieder erneuert werden, aber diese Verwandlung und -Wiederherstellung ist offenbar in sehr enge Grenzen eingeschlossen.</p> - -<p>Während in dem Körper des Verhungernden und Kranken -das Fett verschwindet und die Muskelsubstanz die Form -von Blut wieder annimmt, sehen wir die Sehnen und Membranen -ihren Zustand behaupten, alle Glieder des Todten -behalten ihren Zusammenhang, den sie diesen Gebilden verdanken.</p> - -<p>Auf der andern Seite sehen wir, daß von einem Knochen, -den ein Hund verschluckt hat, nur die Knochenerde<span class="pagenum" id="Page100">[100]</span> -wieder abgeht, daß die Gallerte in seinem Körper völlig -verschwunden ist; die nämliche Beobachtung machen wir an -Menschen, die als Nahrungsmittel verhältnißmäßig mehr -Gallerte (in Fleischbrühe) als andere Stoffe genießen, -daß sie weder in dem Urin, noch in den Faeces austritt; sie -hat also offenbar eine Veränderung erlitten und in dem -Körper zu gewissen Zwecken gedient.</p> - -<p>Es ist klar, daß sie in einer andern Form aus dem -Körper wieder austritt, als die ist, in welcher sie genossen -worden ist.</p> - -<p>Für den Uebergang des Albumins in Blut, zu einem -Bestandtheil eines fibrinhaltigen Organs, läßt sich in der -gleichen Zusammensetzung beider kein Widerspruch entnehmen. -Wir finden im Gegentheile die Verwandlung eines -löslichen und gelös’ten Stoffes in einen nichtlöslichen Träger -der Lebensthätigkeit begreiflich und in chemischer Beziehung -erklärt, eben weil sie in ihrer Zusammensetzung identisch -sind. So ist denn die Meinung einer näheren Begründung -nicht unwürdig, daß die in Auflösung genossene -Gallerte in dem Organismus wieder zur Zelle und zu Membranen, -zu einem Bestandtheil der Knochen wird; daß sie -dazu dienen kann, um die leimgebenden Gebilde, welche eine -Veränderung erlitten haben, zu erneuern und ihre Masse zu -vermehren.</p> - -<p>Und wenn die Kraft zur Reproduction im ganzen Körper -sich mit dem Zustand der Gesundheit ändert, so muß, wenn -auch die Fähigkeit der Blutbildung die nämliche bliebe, die<span class="pagenum" id="Page101">[101]</span> -organische Kraft, durch welche die Bestandtheile des Bluts -zu Membranen und Zellen werden, im Zustand der Krankheit -nothwendig abgenommen haben; die Intensität der Lebenskraft, -ihre Fähigkeit, Metamorphosen überhaupt zu bewirken, -sie nimmt im Kranken, in seinem Magen sowohl, -wie in allen Theilen seines Körpers ab. In diesem Zustande -zeigt die practische Medizin, daß die löslich gemachten leimgebenden -Gebilde einen ganz entschiedenen Einfluß auf das -Befinden des Körpers äußern; in einer Form dargeboten, -in der sie sich zur Assimilation eignen, dienen sie zur Ersparung -von Kraft, ähnlich so wie es für den Magen durch -zweckmäßig zubereitete Speise geschieht. Die Knochenbrüchigkeit -bei den grasfressenden Thieren ist offenbar die Folge -einer Schwäche in denjenigen Theilen des Organismus, -welche bestimmt sind, die Metamorphosen der Blutbestandtheile -in Zellensubstanz zu bewirken, und wenn die Angaben -von Aerzten, die sich im Oriente aufgehalten haben, Vertrauen -verdienen, so haben die türkischen Weiber in der -Reisnahrung und in den häufigen Klystieren von Fleischbrühe -die Bedingungen vereinigt zur Zellen- und Fettbildung.</p> - -<hr class="chap" /> - -<p><span class="pagenum" id="Page102">[102]<br /><a id="Page103"></a>[103]</span></p> - -<h2 class="theil"><span class="gesp2">Zweiter Theil</span>.<br /> -<span class="fsize70">Die</span><br /> -<span class="gesp2"><b>Metamorphosen der Gebilde.</b></span></h2> - -<hr class="chap" /> - -<p><span class="pagenum" id="Page104">[104]<br /><a id="Page105"></a>[105]</span></p> - -<h3><span class="antiqua">I.</span></h3> - -<p class="noindent">1. <span class="fsize150"><b>D</b></span>ie absolute Gleichheit in der Zusammensetzung der Hauptbestandtheile -des Bluts und der stickstoffhaltigen Nahrungsmittel -der Thiere wäre vor wenigen Jahren noch ein Argument -gewesen, um das Resultat der chemischen Analyse zu leugnen, -zu einer Zeit, wo man noch nicht die Erfahrung gemacht hatte, -daß es eine Menge stickstoffhaltiger und stickstofffreier Körper -giebt, die bei einer großen Verschiedenheit in ihren physikalischen -Eigenschaften eine vollkommen gleiche procentische Zusammensetzung -besitzen, von denen manche sogar die nämliche Anzahl -von Atomen an Elementen enthalten.</p> - -<p>2. Wir kennen z. B. in der <span class="gesp2">Cyanursäure</span> einen stickstoffhaltigen -Körper, welcher in schönen klaren Octaedern krystallisirt, die -sich in Wasser und Säuren mit Leichtigkeit lösen, in dem <span class="gesp2">Cyamelid</span> -haben wir einen zweiten Körper, welcher in Wasser -und Säuren absolut unlöslich, weiß, zusammenhängend und -undurchsichtig wie Porzellan oder locker wie Bittererde ist, -eine dritte Substanz kennen wir in dem <span class="gesp2">Cyansäurehydrat</span>, -welche flüchtiger wie starke Essigsäure, auf der Haut Blasen -zieht und mit Wasser nicht zusammengebracht werden -kann, ohne augenblicklich in neue Produkte zerlegt zu werden.<span class="pagenum" id="Page106">[106]</span> -Diese drei Stoffe zeigen nicht allein in der Analyse ein absolut -gleiches Gewichtsverhältniß an Elementen, sondern sie können -auch der eine in den andern vorwärts und rückwärts verwandelt -werden und zwar in hermetisch geschlossenen Gefäßen, -ohne daß also an dieser Verwandlung ein Stoff von Außen -Antheil <span class="nowrap">nimmt<a id="ENanchor21"></a><a href="#Endnote21" -class="enanchor">[E21]</a></span>. Unter den stickstofffreien Substanzen -kennen wir in dem <span class="gesp2">Aldehyd</span> eine mit Wasser mischbare -brennbare Flüssigkeit, welche in der Wärme der Hand schon -siedet, mit großer Begierde Sauerstoff aus der Luft anzieht -und sich in Essigsäure verwandelt. Dieser Aldehyd läßt sich -selbst in zugeschmolzenen Gefäßen nicht aufbewahren, schon -nach Stunden oder Tagen ändert sich seine Beschaffenheit, seine -Flüchtigkeit, seine Fähigkeit Sauerstoff anzuziehen; es setzen sich -lange farblose, harte Nadeln darin ab, welche bei Siedhitze -des Wassers noch nicht flüchtig sind, und die Flüssigkeit, in -welcher es geschieht, ist kein Aldehyd mehr, sie siedet erst bei -60°, mischt sich nicht mehr mit Wasser und krystallisirt in eisähnlichen -Nadeln bei einem geringen Kältegrade. Nichtsdestoweniger -hat die Analyse dargethan, daß diese drei so verschiedenen -Substanzen identisch in ihrer Zusammensetzung <span class="nowrap">sind<a id="ENanchor22"></a><a -href="#Endnote22" class="enanchor">[E22]</a></span>.</p> - -<p>3. Einer ähnlichen Dreiheit begegnen wir in dem Albumin, -Fibrin und Casein. Bis auf ihre physikalischen Eigenschaften -weichen sie in ihrem Gehalte an organischen Elementen nicht -von einander ab.</p> - -<p>Wenn man Thieralbumin, -Fibrin und -Casein in einer -mäßig starken Kalilauge lös’t und diese Flüssigkeit eine Zeitlang -einer höhern Temperatur aussetzt, so werden diese Materien<span class="pagenum" id="Page107">[107]</span> -zerlegt. Durch Zusatz von Essigsäure scheidet sich aus -diesen Auflösungen ein gelatinöser, halb durchscheinender Niederschlag -ab, welcher einerlei Beschaffenheit und Zusammensetzung -zeigt, von welcher der genannten drei Thiersubstanzen -derselbe auch dargestellt werden mag.</p> - -<p><span class="gesp2">Mulder</span>, dem wir die Entdeckung dieses Körpers verdanken, -fand durch genaue und sorgfältig ausgeführte Analysen, -daß diese Substanz die nämlichen organischen Elemente, und -zwar in demselben relativen Verhältnisse enthält, wie die Thierstoffe, -aus denen sie erhalten worden war, in der Art also, -daß, wenn man von Albumin, Fibrin und Casein die Aschenbestandtheile, -den Schwefel und Phosphor, den sie enthalten, -abzieht, und den Rest der Bestandtheile auf 100 Theile berechnet, -man zu den nämlichen Zahlenverhältnissen, zu denen -die Analyse des durch Kali erhaltenen Zersetzungsproduktes -führt, <span class="nowrap">gelangt<a id="ENanchor23"></a><a href="#Endnote23" class="enanchor">[E23]</a></span>.</p> - -<p>Von diesem Gesichtspunkte aus lassen sich die Hauptbestandtheile -des Blutes und der stickstoffhaltigen Nahrungsstoffe -der Thiermilch als Verbindungen von phosphorsauren und -andern Salzen, von Phosphor und Schwefel, mit einem aus -Stickstoff, Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff bestehenden -Körper betrachten, in welchem das relative Verhältniß dieser -Elemente nicht wechselt, und dieser Körper läßt sich als Anfangs- -und Ausgangspunkt der ganzen Reihe der übrigen Thiergebilde -ansehen, eben weil sie alle aus dem Blute erzeugt -werden.</p> - -<p>Diese Betrachtungsweise veranlaßte <span class="gesp2">Mulder</span>, -dem erwähnten<span class="pagenum" id="Page108">[108]</span> -Zersetzungsprodukt den Namen <span class="gesp2">Protein</span> zu geben, von -πρωτευω »ich nehme den ersten Platz ein,« und das Blut, -oder die Bestandtheile des Blutes sind hiernach Verbindungen -dieses Protein’s mit wechselnden Mengen von andern nicht organischen -Substanzen.</p> - -<p><span class="gesp2">Mulder</span> fand ferner, daß der in Wasser unlösliche stickstoffhaltige -Bestandtheil des Weizenmehls, das Pflanzenfibrin, durch -Behandlung mit Kali dasselbe Zersetzungsprodukt, nämlich -Protein, liefert, und es hat sich zuletzt ergeben, daß Pflanzenalbumin -und Pflanzencasein sich gegen Kali genau so verhalten, -wie Thieralbumin und Thiercasein.</p> - -<p>4. Soweit als unsere Forschungen reichen, kann man es demnach -als ein Erfahrungsgesetz betrachten, daß die Pflanzen in ihrem -Organismus Proteinverbindungen erzeugen und daß sich aus -diesen Proteinverbindungen die zahlreichen Gebilde und Bestandtheile -des Thierkörpers unter Mitwirkung des Sauerstoffs -der Luft und der Bestandtheile des Wassers durch die Lebenskraft -<span class="nowrap">entwickeln<a id="FNanchor5"></a><a href="#Footnote5" class="fnanchor">[F5]</a></span>.</p> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote5"><a href="#FNanchor5"><span class="label">[5]</span></a> -Die Erfahrung von <span class="gesp2">Tiedemann</span> und L. <span class="gesp2">Gmelin</span>, welche Gänse mit -gekochtem Eiweiß nicht am Leben erhalten konnten, erklärt sich leicht, -wenn man erwägt, daß ein körnerfressendes Thier in der Substanz -seiner umgesetzten Organe, wenn ihm überdies Bewegung mangelt, -nicht Kohlenstoff genug zum Respirationsproceß vorfindet. Zwei -Pfunde Eiweiß enthalten nur 7 Loth Kohlenstoff, von denen in dem -letzten Produkt des Stoffwechsels der vierte Theil und zwar in der -Form von Harnsäure wieder abgeht.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p>Obwohl es nun nicht bewiesen werden kann, daß das Protein -fertig gebildet in diesen stickstoffhaltigen Pflanzenstoffen und<span class="pagenum" id="Page109">[109]</span> -Thiersubstanzen enthalten ist, indem die Verschiedenheit ihrer -Eigenschaften darauf hinzudeuten scheint, daß ihre Elemente -nicht auf gleiche Weise mit einander vereinigt sind, so gewährt -dennoch, als Ausgangspunkt für die Entwickelung und Vergleichung -ihrer Eigenschaften, die Annahme der Präexistenz des -Proteins viele Bequemlichkeit. Jedenfalls ordnen sich die organischen -Elemente der genannten Substanzen auf einerlei Weise, -wenn sie bei einer höhern Temperatur mit kaustischem Kali in -Berührung gebracht werden.</p> - -<p>Alle organischen stickstoffhaltigen Bestandtheile des Thierkörpers, -so verschieden sie auch in ihrer Zusammensetzung sich -darstellen mögen, stammen vom Protein ab; sie sind daraus -gebildet worden durch Aus- oder Hinzutreten der Bestandtheile -des Wassers oder des Sauerstoffs und durch Spaltung -in zwei oder mehrere neue Verbindungen.</p> - -<p>5. Dieser Satz muß als eine unleugbare Wahrheit angenommen -werden, wenn man sich an die Entwickelung des jungen -Thieres im Hühnerei erinnert. Nachweisbar enthält das Hühnerei -außer dem Albumin keinen anderen stickstoffhaltigen Bestandtheil, -das Albumin des Dotters ist identisch mit dem -Albumin des Weißen im <span class="nowrap">Ei<a id="ENanchor24"></a><a href="#Endnote24" -class="enanchor">[E24]</a></span>; der Dotter enthält ein gelb gefärbtes -Fett, in dem sich Cholsterin und Eisen als Bestandtheile -nachweisen lassen. Wir sehen nun, daß in der Bebrütung -des Eies, wo bis auf den Sauerstoff der Luft kein Nahrungsstoff, -keine Materie von Außen Antheil an dem Entwickelungsproceß -nehmen kann, daß sich aus dem Albumin, Federn, Klauen, -Blutkörperchen, Fibrin, Membranen und Zellen, Arterien und<span class="pagenum" id="Page110">[110]</span> -Venen erzeugen; an der Bildung der Gehirn- und Nervensubstanz -mag das Fett des Ei’s einen gewissen Antheil genommen -haben, allein zur Erzeugung der stickstoffhaltigen Träger -der Lebensthätigkeit konnte sein Kohlenstoff nicht verwendet werden, -eben weil das Albumin des Weißen und Dotters im Ei -auf den gegebenen Stickstoffgehalt die zur Hervorbringung der -Gebilde nöthige Kohlenstoffmenge schon enthält.</p> - -<p>6. Der eigentliche Ausgangspunkt aller Gebilde im Thierkörper -ist hiernach das Albumin; alle stickstoffhaltigen Nahrungsstoffe, -gleichgültig, ob sie von Thieren und Pflanzen stammen, -verwandeln sich, ehe sie Theil an dem Nutritionsproceß nehmen, -in Albumin.</p> - -<p>Alle Nahrungsstoffe, welche das Thier genießt, werden in -seinem Magen löslich und überführbar in das Blut. An -diesem Löslichwerden nimmt außer dem Sauerstoff der Luft -nur eine Flüssigkeit Antheil, welche von den Wänden des -Magens abgesondert wird.</p> - -<p>Die entscheidendsten Versuche der Physiologen haben dargethan, -daß der Verdauungsproceß unabhängig ist von der -Lebensthätigkeit, er geht vor sich in Folge einer rein chemischen -Aktion, ganz ähnlich den Zersetzungs- oder Umsetzungsprocessen, -die man mit Fäulniß, Gährung oder Verwesung -bezeichnet.</p> - -<p>7. In der einfachsten Form ausgedrückt ist Gährung und -Fäulniß der Vorgang der Umsetzung (neuen Lagerung) der Elementartheile -(Atome) einer Verbindung, zu einer oder zu -mehreren neuen Gruppen (Verbindungen), welche bewirkt<span class="pagenum" id="Page111">[111]</span> -wird durch die Berührung mit andern Körpern, deren Elementartheile -sich selbst im Zustand der Umsetzung (Zersetzung) -befinden. Es ist eine Uebertragung und Mittheilung eines -Zustandes der Bewegung, welche die Atome eines sich -in Bewegung befindlichen Körpers in andern Materien hervorzubringen -vermögen, deren Elementartheile nur mit einer -geringen Kraft zusammengehalten sind.</p> - -<p>8. So enthält denn der klare Magensaft eine im Zustand -der Umsetzung befindliche Materie, durch deren Berührung -mit den an und für sich im Wasser unlöslichen Bestandtheilen -der Speise, diese die Fähigkeit sich zu lösen, in Folge einer -neuen Gruppirung ihrer Elementartheile, empfangen. Während -der Verdauung enthält der abgesonderte Magensaft eine -freie Mineralsäure, durch deren Gegenwart eine jede weitere -Veränderung aufgehalten wird.</p> - -<p>Daß die Löslichwerdung der Speisen unabhängig von der -Lebensthätigkeit der Verdauungsorgane ist, haben die Physiologen -aufs klarste durch eine Menge der schönsten Versuche dargethan. -Speisen, in metallene durchlöcherte Röhren eingeschlossen, -so daß sie mit den Wänden des Magens nicht in Berührung -kommen konnten, verschwinden ebenso leicht und schnell, sie werden -eben so gut verdaut, wie wenn diese Hülle nicht vorhanden -gewesen wäre, und frisch aus dem Körper genommener Magensaft, -in dem man gekochtes Eiweiß, Muskelfleisch bei der -Temperatur des Thierkörpers eine Zeitlang erhält, bewirkt, -daß sie ihre feste Beschaffenheit verlieren; sie lösen sich in -der Flüssigkeit auf.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page112">[112]</span></p> - -<p>9. Die in dem Magensaft vorhandene, im Zustand der Veränderung -befindliche Materie ist, wie man kaum bezweifeln kann, -ein Produkt der Umsetzung des Magens selbst. Keine mehr wie -die Produkte, welche durch die fortschreitende Zersetzung der -Leim- (Chondrin-?) gebenden Gebilde erzeugt werden, besitzen in -so hohem Grade die Fähigkeit, in andern Stoffen eine Umsetzung -ihrer Bestandtheile hervorzurufen. Wenn man die Membranen -des Magens irgend eines Thieres (den Labmagen des -Kalbes z. B.) durch anhaltendes Waschen mit Wasser reinigt, -so zeigt er keine Art von Wirkung, wenn er mit Zucker, Milch -und andern Substanzen zusammengebracht wird; läßt man -dieselben Membranen eine Zeitlang an der Luft liegen, oder -trocknet man sie und bringt sie mit Wasser und den genannten -Substanzen in Berührung, so verwandelt sich der Zucker, -je nach dem Zustand der Zersetzung, in der sich die Thiersubstanz -befindet, in Milchsäure oder in Schleim und Mannit -oder in Alkohol und Kohlensäure; die Milch wird davon augenblicklich -zum Gerinnen gebracht. Eine gewöhnliche Thierblase -behauptet in trocknem Zustande ihren Zustand und alle -ihre Eigenschaften unverändert, aber bei Gegenwart von -Feuchtigkeit und Luft geht sie einer Veränderung entgegen, -ohne daß man diese durch besondere äußere Zeichen wahrnimmt; -wird sie in diesem Zustande in eine Auflösung von -Milchzucker gelegt, so verwandelt sich dieser in kurzer Zeit -in Milchsäure.</p> - -<p>10. Frischer Labmagen des Kalbes, mit schwacher Salzsäure -in Berührung, ertheilt dieser Flüssigkeit nicht die geringste<span class="pagenum" id="Page113">[113]</span> -Fähigkeit, gekochtes Fleisch oder Eiweiß aufzulösen; war -aber der Labmagen vorher getrocknet worden, oder läßt man -ihn eine Zeitlang im Wasser liegen, so lös’t mit Salzsäure angesäuertes -Wasser eine Materie in höchst geringer Menge daraus -auf, deren Zustand der Zersetzung sich in der Auflösung vollendet; -durch die Uebertragung des Aktes der Zersetzung auf das -coagulirte Eiweiß wird es an den Rändern zuerst durchscheinend, -dann schleimig und lös’t sich zuletzt bis auf trübende fette Gemengtheile -völlig auf. Sauerstoff wird durch das arterielle -Blut allen Theilen des Thierkörpers zugeführt, überall befindet -sich Feuchtigkeit, in beiden finden wir die Hauptbedingungen -aller Veränderungen im Thierkörper vereinigt.</p> - -<p>Aehnlich also wie der im Keimungsproceß der Samen -in einem Zustande der Umsetzung seiner Bestandtheile befindliche -Körper, dem man den Namen <span class="gesp2">Diastase</span> gegeben hat, -die Löslichwerdung des Amylons (seine Verwandlung in Zucker) -bewirkt, veranlaßt ein Produkt der Metamorphose der Substanz -der Verdauungsorgane, indem sich seine Zersetzung im -Magen vollendet, die Verflüssigung aller der Lösung fähigen -Bestandtheile der Speisen. In gewissen Krankheitszuständen -erzeugen sich aus den stickstofffreien Bestandtheilen der Speisen, -aus Amylon und Zucker, <span class="nowrap">Milchsäure<a id="ENanchor25"></a><a -href="#Endnote25" class="enanchor">[E25]</a></span> und Schleim, die -nämlichen Produkte, die wir durch Membranen, welche sich -im Zustande der Zersetzung befinden, außerhalb des Magens -hervorbringen können; allein im normalen Zustande der Gesundheit -wird im Magen keine Milchsäure gebildet.</p> - -<p>11. Die Eigenschaft vieler Respirationsmittel, des Amylons<span class="pagenum" id="Page114">[114]</span> -und der Zuckerarten, bei Berührung mit Thiersubstanzen, -die sich im Zustande der Zersetzung befinden, in Milchsäure -überzugehen, hat einen Grund bei den Physiologen -abgegeben, um ihre Entstehung während der Verdauung ohne -weiteres anzunehmen, und ihre Fähigkeit, den phosphorsauren -Kalk aufzulösen, veranlaßte sie, der Milchsäure die -Rolle eines allgemeinen Auflösungsmittels zuzuschreiben. -Allein es gelang weder <span class="gesp2">Prout</span> noch <span class="gesp2">Braconnot</span>, Milchsäure -im Magensafte nachzuweisen, und selbst <span class="gesp2">Lehmann</span> -(s. sein Lehrbuch der physiologischen Chemie I. Bd. S. 285) -erhielt aus dem Magensaft einer Katze nur mikroskopisch -erkennbare Krystalle, die er für milchsaures Zinkoxyd erklärt, -obwohl ihr chemischer Charakter nicht ausgemittelt werden -konnte.</p> - -<p>Das Vorhandensein von freier Salzsäure im Magensafte, -was <span class="gesp2">Prout</span> zuerst beobachtete, ist später von allen -Chemikern, die sich mit seiner Untersuchung beschäftigt haben, -bestätigt worden. Diese Salzsäure stammt offenbar von -dem Kochsalz her, dessen Natron bei dem Uebergang des -Fibrins und Caseins in Blut eine ganz bestimmte Rolle übernimmt.</p> - -<p>In ihrem Vermögen, Knochenerde aufzulösen, wird die -Salzsäure von keiner organischen Säure übertroffen, und -Essigsäure steht in dieser Eigenschaft der Milchsäure gleich. -Von einer Nothwendigkeit der Gegenwart der Milchsäure -während des Verdauungsprocesses kann hiernach keine Rede -sein; mit Bestimmtheit weiß man, daß sie in dem künstlichen<span class="pagenum" id="Page115">[115]</span> -Verdauungsproceß nicht erzeugt wird. <span class="gesp2">Berzelius</span> hat -zwar milchsaure Salze im Blut und Fleisch der Thiere gefunden, -allein damals war die außerordentliche Leichtigkeit -und Schnelligkeit noch nicht bekannt, mit welcher diese -Säure bei Gegenwart von Thierstoffen aus einer Menge von -Materien zu entstehen vermag, welche die Elemente der -Milchsäure enthalten.</p> - -<p>In dem Magensafte eines Hundes fand <span class="gesp2">Braconnot</span>, -neben Salzsäure, nachweisbare Spuren eines Eisensalzes, -was er anfänglich für einen zufälligen Bestandtheil ansah, -dessen Gegenwart sich aber in dem Magensafte eines zweiten -Hundes, den man mit der nöthigen Vorsicht gewonnen hatte, -bestätigte (<span class="antiqua">Ann. d. chim. et d. phys. T.</span> 59. <span class="antiqua">S.</span> 349). Dieser -Eisengehalt ist für die Blutbildung bedeutungsvoll.</p> - -<p>12. An der Wirkung des Magensaftes auf die Speisen nimmt, -außer Wasser, kein anderes Element als der Sauerstoff -nachweisbaren Antheil. Dieser Sauerstoff wird aus der -atmosphärischen Luft dem Magen zugeführt. Während des -Kauens der Speisen wird im Munde, durch besonders dazu -bestimmte Organe, eine Flüssigkeit abgesondert, welche die -ausgezeichnete Fähigkeit, Luft schaumartig einzuschließen, in -weit höherem Grade noch wie Seifenwasser besitzt. Diese -Luft gelangt durch den Speichel mit den Speisen in den -Magen, wo ihr Sauerstoff eine Verbindung eingeht; der -Stickstoff dieser Luft wird durch Haut und Lunge ausgeathmet. -Je länger die Verdauung dauert, je größeren Widerstand -die Speisen der auflösenden Aktion entgegensetzen,<span class="pagenum" id="Page116">[116]</span> -desto mehr Speichel, und mit ihm desto mehr Luft gelangt -in den Magen. Das Wiederkäuen bei gewissen grasfressenden -Thieren hat offenbar noch den Zweck einer neuen und wiederholten -Hinzuführung von Sauerstoff, denn eine vollkommnere -mechanische Zertheilung verkürzt nur die Zeit, in welcher die -Auflösung vor sich geht.</p> - -<p>Aus der ungleichen Menge von Luft, welche bei verschiedenen -Thierklassen bei dem Kauen der Speisen mit dem -Speichel in den Magen gelangt, erklären sich die wohlbegründeten -Beobachtungen der Physiologen, welche die Thatsache -außer Zweifel gestellt haben, daß die Thiere durch Haut -und Lunge reines Stickgas ausathmen, eine Erfahrung, die -um so wichtiger ist, da sie in sich selbst den entscheidendsten -Beweis trägt, daß der Stickstoff der Luft in der thierischen -Oekonomie keine Verwendung findet.</p> - -<p>Das Austreten von Stickgas aus Haut und Lunge erklärt -sich durch das Vermögen der Thiergewebe Gase aller -Art durchzulassen, was sich durch die einfachsten Versuche -darthun läßt. Eine Blase, die man, mit kohlensaurem Gas, -Stickgas oder Wasserstoffgas gefüllt, wohlverschlossen in die -Luft hängt, verliert in 24 Stunden ihren ganzen Gehalt -an diesen Gasen; durch eine Art von Austausch sind sie -nach Außen hin in die Atmosphäre entwichen, ihren Platz -finden wir von atmosphärischer Luft eingenommen. Ein Darm, -ein Magen oder eine Haut, die wir mit diesen Gasen füllen, -verhält sich ganz ähnlich wie die Blase; dieses Durchlassen -der Gase ist eine physikalische Eigenschaft, die allen thierischen<span class="pagenum" id="Page117">[117]</span> -Geweben angehört; wir beobachten sie in dem lebenden Körper -in gleichem Grade wie an den todten Substanzen.</p> - -<p>Man weiß, daß bei Lungenverletzungen nicht selten ein -eigenthümlicher Zustand entsteht, wo beim Athmen die atmosphärische -Luft von den Luftwegen aus in das angränzende -Zellgewebe eindringt. Diese Luft wird durch die Respirationsbewegungen -von der Wundstelle aus in dem Zellgewebe -immer weiter fortgetrieben und bildet so den unter dem -Namen Emphysem bekannten Krankheitszustand. Sobald das -fernere Eindringen der atmosphärischen Luft in das Zellgewebe -frühzeitig genug verhindert wird, verliert sich dieser -Zustand allmälig von selbst wieder, der Sauerstoff dieser -Luft ist, wie man nicht zweifeln kann, in Verbindung getreten, -das Stickstoffgas ist durch Haut und Lunge ausgeathmet worden.</p> - -<p>Es ist ferner bekannt, daß bei vielen grasfressenden Thieren, -wenn sie sich im Genuße frischer saftiger Pflanzen die -Verdauungswerkzeuge überladen haben, diese Stoffe in dem -Magen selbst der nämlichen Zersetzung unterliegen, die sie außerhalb -des Körpers in gleicher Temperatur erfahren; sie gehen -in Gährung und Fäulniß über, wobei sich eine so große Menge -kohlensaures und entzündliches Gas entwickelt, daß diese Organe -auf eine ungewöhnliche Weise (zuweilen bis zum Zersprengen) -aufgetrieben werden. Nach der Einrichtung ihres -Magens oder ihrer Mägen, können diese Gase durch den -Schlund nicht entweichen, man sieht aber nach einigen Stunden -schon den aufgetriebenen Leib kleiner werden, und nach 24 -Stunden ist von allem Gase keine Spur mehr <span class="nowrap">vorhanden<a -id="ENanchor26"></a><a href="#Endnote26" class="enanchor">[E26]</a></span>.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page118">[118]</span></p> - -<p>Erinnert man sich zuletzt an die tödtlichen Zufälle, die in -Weinländern so häufig durch den Genuß von sogenanntem -federweißen Wein veranlaßt werden, so kann man nicht -den geringsten Zweifel hegen, daß Gase jeder Art, im Wasser -lösliche oder unlösliche, das Vermögen besitzen, die thierischen -Gewebe zu durchdringen, ähnlich wie Wasser von ungeleimtem -Papier durchgelassen wird. Der federweiße Wein -ist in Gährung begriffener Wein, welche durch die Temperatur -des Magens gesteigert wird; das entwickelte kohlensaure -Gas dringt durch die Wände des Magens, des Zwerchfelles, -durch alle Häute in die Lungenzellen, und verdrängt aus diesen -die atmosphärische Luft. Der Mensch stirbt mit allen Zeichen -der Erstickung in einem irrespirablen Gase, und der -sicherste Beweis für ihr Vorhandensein in der Lunge ist unstreitig -der Umstand, daß das Einathmen von Ammoniakgas -als das beste Gegenmittel gegen diesen Krankheitszustand -anerkannt ist.</p> - -<p>Die Kohlensäure der moussirenden Weine, welche in den -Magen gelangt, die Kohlensäure, die man im Wasser, was -damit gesättigt ist, in der Form eines Klystiers zu sich nimmt, -sie treten durch Haut und Lunge wieder aus, und in gleichem -Grade muß dies von dem Stickgas gelten, was durch -den Speichel in den Magen gelangt.</p> - -<p>Gewiß mag ein Theil dieser Gase durch das Saug- und -Lymphgefäßsystem in das venöse Blut und von da in die -Lunge gelangen, wo sie abdunsten, allein ihrem directen Eindringen -in die Brusthöhle und Lunge steht in den Membranen<span class="pagenum" id="Page119">[119]</span> -selbst, nicht das geringste Hinderniß im Wege. Es ist in -der That schwer zu glauben, daß die Saug- und Lymphgefäße -ein besonderes Bestreben haben, Luft, Stickgas, Wasserstoffgas -&c. aufzusaugen und dem Blute zuzuführen, da -die Eingeweide, der Magen, alle Räume, die nicht mit festen -oder flüssigen Stoffen ausgefüllt sind, Gase enthalten, die -nur bei einer gewissen Volumsvergrößerung ihren Platz verlassen, -die also nicht aufgesaugt werden. Von dem Stickgas -im besondern, mit dem sich das Blut bei seinem Durchgange -durch die Lunge, wie eine jede andere Flüssigkeit sättigt, d. h. -von dem es so viel aufnimmt, als seinem Auflösungsvermögen -entspricht, muß angenommen werden, daß es nicht durch -den Kreislauf des Blutes, sondern auf einem directeren Wege -wieder aus dem Magen tritt. Durch die Athembewegungen -werden alle Gase, welche die leeren Räume ausfüllen, nach der -Brusthöhle hingetrieben, indem durch die Bewegung des -Zwergfelles und die Erweiterung der Brusthöhle ein luftverdünnter -Raum entsteht, in dessen Folge, durch den atmosphärischen -Luftdruck, Luft von allen Seiten her in die Lungen -eingetrieben wird; es findet freilich das Maximum der -Ausgleichung durch die Luftröhre statt, aber auch von Innen -her müssen alle Gase eine Bewegung nach der Brusthöhle -und Lunge hin empfangen. Bei den Vögeln und Schildkröten -ist dieses Verhältniß umgekehrt. Wenn wir annehmen, -daß ein Mensch in einer Minute nur <sup>1</sup>⁄<sub>8</sub> Kubikzoll Luft mit -dem Speichel seinem Magen zuführt, so macht dies in 18 Stunden -135 Kubikzoll aus, wenn wir den fünften Theil davon<span class="pagenum" id="Page120">[120]</span> -als Sauerstoff abrechnen, so bleiben immer noch 108 Kubikzoll -Stickgas, welche den Raum von drei Pfund (hessische) -Wasser einnehmen. So wenig oder so viel die verschluckte -Stickstoffmenge nun auch betragen mag, gewiß ist, daß dieses -Gas durch den Mund, Nase oder Haut wieder austritt, und -wenn wir die große Menge Stickgas in Betrachtung ziehen, -welche von <span class="gesp2">Magendie</span> in den Eingeweiden Hingerichteter nachgewiesen -worden ist, so wie die Abwesenheit von allem Sauerstoffgas -in den nämlichen <span class="nowrap">Organen<a id="ENanchor27"></a><a href="#Endnote27" -class="enanchor">[E27]</a></span>, so muß angenommen -werden, daß auch in Folge der Resorbtion durch die Haut -Luft, d. h. Stickgas, eintritt, welches durch die Lunge wieder -ausgeathmet wird.</p> - -<p>Bei dem Athmen der Thiere in Gasen, die keinen Stickstoff -enthalten, wird mehr Stickgas ausgeathmet, eben weil -sich in diesem Falle das Stickgas im Körper gegen den -Raum außerhalb verhält, wie wenn dieser Raum luftleer -wäre. (S. <span class="gesp2">Graham</span> über die Diffusion der Gase.)</p> - -<p>Die Unterschiede in der Menge des ausgeathmeten Stickgases -von verschiedenen Thierklassen erklären sich hiernach -leicht; die Herbivoren verschlucken mit dem Speichel mehr -Luft wie die Carnivoren; sie athmen mehr Stickgas aus, -beim Fasten weniger wie nach frisch genossener Nahrung.</p> - -<p>13. Aehnlich wie die aus dem Leibe genommene Muskelfaser -den Zustand der Zersetzung und Umsetzung, in welchem -sich ihre Bestandtheile befinden, dem Wasserstoffhyperoxyde -überträgt, wirkt ein durch den organischen Proceß, in Folge<span class="pagenum" id="Page121">[121]</span> -der Umsetzung der Bestandtheile des Magens und der Verdauungsorgane, -entstehendes Product, indem sich seine Metamorphose -im Magen vollendet, auf die Bestandtheile der -genossenen Speisen. Die unlöslichen erhalten die Fähigkeit -sich zu lösen, sie werden verdaut.</p> - -<p>Es ist gewiß bemerkenswerth, daß gekochtes Eiweiß oder -Fibrin, wenn sie durch gewisse Flüssigkeiten, durch organische -Säuren oder schwache alkalische Laugen, löslich gemacht -werden, daß alle ihre übrigen Eigenschaften bis auf -die Form (den Cohäsionszustand) nicht die geringste Aenderung -erfahren, ihre Elementartheile ordnen sich sicher auf -eine andere Art, allein sie theilen sich nicht in zwei oder -mehre Gruppen, in zwei oder mehre neue Verbindungen, -sondern sie bleiben zusammen vereinigt.</p> - -<p>Ganz dasselbe findet in dem Verdauungsprocesse statt; -im gesunden Zustande erleiden die Speisen nur eine Aufhebung -ihres Cohäsionszustandes.</p> - -<p>Das größte Hinderniß, was sich der klaren Auffassung des -Verdauungsprocesses, der in dem Vorhergehenden zu den chemischen -Metamorphosen gerechnet worden ist, die man Gährung -und Fäulniß nennt, entgegenstellt, beruht auf der unwillkührlichen -Erinnerung und in der Festhaltung der Erscheinungen, -welche die Gährung des Zuckers und der Thiersubstanzen -(Fäulniß) begleiten, allein es giebt zahllose Fälle, wo eine -Umsetzung der Bestandtheile einer Verbindung vor sich geht, -ohne die geringste Gasentwickelung, und es sind hauptsächlich -diese, welche man ins Auge zu fassen hat, wenn man<span class="pagenum" id="Page122">[122]</span> -den chemischen Begriff der Verdauung frei von Irrthum in -sich aufnehmen will.</p> - -<p>Alle Materien, welche die Erscheinungen der Gährung -und Fäulniß in Flüssigkeiten aufzuheben vermögen, stören, -in den verdauenden Magen gebracht, die Verdauung. Die -Wirkung der brenzlichen, empyreumatischen Stoffe von Caffee, -Tabacksdampf, Kreosot, Quecksilbermittel u. s. w. verdienen -in dieser Beziehung für Dietätik eine besondere Beachtung.</p> - -<p>Durch die Gleichheit in der Zusammensetzung der Bestandtheile -des Bluts mit den stickstoffhaltigen, vegetabilischen -Nahrungsstoffen haben wir, gewiß auf eine sehr unerwartete -Weise, erfahren, warum faulendes Blut, Eiweiß, Fleisch, -Käse in Zuckerwasser die nämliche Veränderung hervorbringen, -wie Hefe, warum Zucker damit in Berührung je nach -dem Zustande der Zersetzung, in welchem sich die faulenden -Materien befinden, bald in Alkohol und Kohlensäure, bald -in Milchsäure und Schleim sich zerlegt. Die Ursache liegt -einfach darin, daß die Materie, welche man Hefe (Ferment) -genannt hat, im Zustande der Zersetzung begriffenes Pflanzenalbumin, --Fibrin oder -Casein ist, Substanzen, welche -identisch sind mit den Bestandtheilen des Fleisches oder des -Blutes. Die Fäulniß der genannten Thiersubstanzen ist in -ihrem Vorgang identisch mit dem Proceß der Metamorphose -der ihnen identischen Pflanzenstoffe, es ist ein Zerfallen in -minder complexe neue Verbindungen. Und wenn man die -Umsetzung der Bestandtheile des Thierkörpers (den Verbrauch -an Stoff vom Thiere) als einen chemischen Proceß betrachtet,<span class="pagenum" id="Page123">[123]</span> -welcher unter dem Einflusse der Lebensthätigkeit vor -sich geht, so ist die Fäulniß derselben außerhalb des Thierkörpers -ein Zerfallen in einfachere Verbindungen, an welchen -die Lebenskraft keinen Antheil nimmt. Die Action ist in -beiden Fällen die nämliche, nur die Producte sind verschieden. -Die practische Medicin hat über die Wirkung empyreumatischer -Stoffe (Holzessig und anderer) auf bösartige -Wunden und Geschwüre die schönsten und interessantesten -Beobachtungen gemacht. In diesen Krankheitserscheinungen -gehen zwei Actionen neben einander vor sich, eine Metamorphose, -welche unter dem Einfluß der Lebensthätigkeit sich zu -vollenden strebt, und eine zweite, welche unabhängig von -ihr ist. Die letztere ist ein chemischer Proceß, welcher durch -empyreumatische Substanzen gänzlich unterdrückt und aufgehoben -wird; es ist der reine Gegensatz von der schädlichen -Einwirkung, welche faulendes Blut, auf frische Wunden gelegt, -in dem Organismus hervorbringt.</p> - -<h3><span class="antiqua">II.</span></h3> - -<p>14. Den nächsten Ausdruck für die Zusammensetzung des -Proteins oder die relativen Verhältnisse der organischen -Bestandtheile des Bluts, so wie sie durch die Analyse festgestellt -worden sind, giebt die Formel <span class="antiqua">C</span><sub>48</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>72</sub><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub> -<span class="nowrap"><span class="antiqua">O</span><sub>14</sub><a id="FNanchor6"></a><a -href="#Footnote6" class="fnanchor">[F6]</a></span>. Albumin,<span class="pagenum" id="Page124">[124]</span> -Fibrin, Casein enthalten Protein; das Casein enthält -Schwefel, keinen Phosphor; Albumin und Fibrin enthalten -beide Substanzen in chemischer Verbindung, das erstere mehr -Schwefel als wie das Fibrin. In welcher Form der Phosphor -in diesen Materien vorhanden ist, kann direct nicht -entschieden werden, aber man hat bestimmte Beweise dafür, -daß der Schwefel nicht im oxydirten Zustande darin enthalten -sein kann. Alle diese Materien geben nämlich mit einer -mäßig starken Kalilauge erhitzt den Schwefel ab, den man -in der Flüssigkeit als Schwefelkalium wiederfindet; mit einer -Säure versetzt entwickelt er sich daraus als Schwefelwasserstoff. -Lös’t man reines Fibrin oder gewöhnliches Eiweiß -in schwacher Kalilauge auf, setzt essigsaures Bleioxyd mit -der Vorsicht hinzu, daß alles Bleioxyd in der alkalischen -Lauge gelös’t bleibt, und erhitzt nun zum Sieden, so wird -die Flüssigkeit schwarz wie Dinte und es schlägt sich Schwefelblei -als feines Pulver nieder.</p> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote6"><a href="#FNanchor6"><span class="label">[6]</span></a> -Ueber die Verwandlung dieser und der folgenden Formeln in Procente -siehe <a href="#Page285">Anhang</a>.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p>Es ist außerordentlich wahrscheinlich, daß durch die Einwirkung -des Alkali’s der Schwefel als Schwefelwasserstoff, -der Phosphor als Phosphorsäure hinweggenommen wird. -Da nun in diesem Falle Schwefel und Phosphor auf der -einen Seite, Wasserstoff und Sauerstoff auf der andern austreten, -so sollte man denken, daß Fibrin und Albumin mit -ihrem Schwefel und Phosphor mehr Wasserstoff und Sauerstoff -in der Analyse geben müßten, als das Protein. Allein -dies läßt sich thatsächlich durch die Analyse nicht darthun. -Man hat z. B. in dem Fibrin 0,36 <span class="antiqua">pCt.</span> Schwefel gefunden.<span class="pagenum" id="Page125">[125]</span> -Angenommen nun, der Schwefel trete mit Wasserstoff -aus, so würde das Protein 0,0225 <span class="antiqua">pCt.</span> Wasserstoff weniger -enthalten, wie das Fibrin, anstatt den mittleren Gehalt -von 7,062 <span class="antiqua">pCt.</span> Wasserstoff würde man im Protein also -7,04 <span class="antiqua">pCt.</span> bekommen müssen. In einer ähnlichen Weise -würde durch das Austreten vom Sauerstoff mit dem Phosphor -der Sauerstoffgehalt des Fibrins von 22,715 <span class="antiqua">pCt.</span> -oder 22,00 auf 22,5 oder 21,8 <span class="antiqua">pCt.</span> in dem Protein zurückgeführt -werden. Die Fehlergrenzen unserer Analysen sind -aber im Durchschnitt größer als ein Zehntel Procent in der -Wasserstoffbestimmung, und über <sup>4</sup>⁄<sub>10</sub> <span class="antiqua">pCt.</span> in der Sauerstoffbestimmung; -in den angegebenen Fällen würde der Unterschied -in dem Wasserstoffgehalte nur <sup>1</sup>⁄<sub>48</sub> <span class="antiqua">pCt.</span> betragen.</p> - -<p>Wenn man zuletzt bedenkt, daß das Austreten von Sauerstoff -und Wasserstoff mit dem Phosphor und Schwefel ein -Hinzutreten der Bestandtheile des Wassers nicht ausschließt, -wenn wir annehmen, daß mit den organischen Bestandtheilen -des Albumins und Fibrins eine gewisse Menge Wasser in -Verbindung tritt, um Protein zu bilden, so hört alle Wahrscheinlichkeit -völlig auf, durch die chemische Analyse darüber -zu einer bestimmten Ansicht zu gelangen.</p> - -<p>Man hat von der Bildung des Schwefelkaliums rückwärts -Schlüsse auf das Vorhandensein von nicht oxydirtem -Phosphor in dem Fibrin und Albumin gezogen, indem man -annahm, daß der Sauerstoff des Kalis dazu gedient habe, -um mit dem Phosphor Phosphorsäure zu bilden; allein das -Casein, in welchem kein Phosphor zugegen ist, verhält sich<span class="pagenum" id="Page126">[126]</span> -gegen Kali ganz den anderen gleich; es entsteht nämlich -Schwefelkalium, dessen Bildung ohne ein Austreten von -Schwefelwasserstoff nicht erklärbar ist. Beim bloßen Kochen -von Fleisch, bei der Bereitung von Fleischbrühe, entwickelt -sich, wie <span class="gesp2">Chevreul</span> gefunden hat, Schwefelwasserstoff.</p> - -<p>Zuletzt sind die Schwefelmengen im Fibrin und Albumin -auf dieselbe Phosphormenge nicht gleich, woraus man keinen -andern Schluß ziehen kann, als daß die Bildung des Schwefelkaliums -zu diesem Phosphorgehalt in keiner Beziehung -steht; es bildet sich Schwefelkalium aus Casein, in welchem -man keinen freien (als Säure ungebundenen?) Phosphor -voraussetzt und ebenso aus Albumin, was nur halb so viel -Phosphor enthält wie das Fibrin.</p> - -<p>Eine jede Bemühung, die wahre Anzahl der Atome des -Fibrins und Albumins in einer rationellen Formel festzusetzen, -in welcher Schwefel und Phosphor zu ganzen Atomzahlen -aufgenommen sind, wird immer unfruchtbar bleiben, weil -uns schlechterdings alle Mittel fehlen, um mit absoluter Genauigkeit -die so äußerst geringen Mengen von Schwefel und -Phosphor in den Thiersubstanzen bestimmen zu können, -und eine Abweichung, welche kleiner ist als die gewöhnlichen -Grenzen der Beobachtungsfehler, um 10 und mehr -Atome, die Anzahl der Atome des Kohlenstoffs, Wasserstoffs -und Sauerstoffs in der Formel ändert.</p> - -<p>Man muß sich in dieser Hinsicht über das, was die -chemische Analyse zu leisten vermögend ist, keiner Täuschung -hingeben, mit Gewißheit wissen wir, daß die Zahlenverhältnisse<span class="pagenum" id="Page127">[127]</span> -der Analysen vom Fibrin und Albumin nicht von -einander abweichen, und wir erschließen hieraus die gleiche -Zusammensetzung. Dieser Schluß verliert von seiner Wahrheit -nichts, obwohl wir die Anzahl der Atome ihrer Elemente -nicht kennen, welche zu dem zusammengesetzten Atome -sich vereinigt haben.</p> - -<p>15. Eine Formel für Protein ist für uns nichts weiter wie -der genaueste und nächste Ausdruck der Analyse, einer Erfahrung, -über die wir alle Zweifel als beseitigt betrachten. -Dies allein hat vorläufig Werth für uns.</p> - -<p>Wenn wir uns nun denken, daß aus dem Albumin -und Fibrin im Blute alle andern Gebilde entsprungen sind, -so ist vollkommen sicher, daß dies nur auf zwei Weisen geschehen -kann. Es sind nämlich entweder gewisse Elemente -hinzu-, oder es sind von ihren Bestandtheilen gewisse Mengen -ausgetreten.</p> - -<p>Suchen wir nun z. B. für die Zellen und leimgebenden -Gebilde, Sehnen, Haare, Horn und die übrigen, einen -analytischen Ausdruck auf, in welchem die Anzahl der Atome -des Kohlenstoffs als eine unveränderliche Größe festgesetzt -wird, so giebt sich auf den ersten Blick zu erkennen, in -welcher Art und Weise sich das Verhältniß der andern Elemente -geändert hat; dies umfaßt aber alles, was die Physiologie -bedarf, um Einsicht in das Wesen des Bildungs- -und Ernährungsprocesses im Thierkörper zu erlangen.</p> - -<p>16. Aus den Untersuchungen von <span class="gesp2">Mulder</span> und -<span class="nowrap"><span class="gesp2">Scherer</span><a id="ENanchor28"></a><a href="#Endnote28" class="enanchor">[E28]</a></span> -ergeben sich folgende empirische Formeln:</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page128">[128]</span></p> - -<p class="center highline2 fsize90">Bestandtheile der organischen Gebilde.</p> - -<table class="analyse2" summary="analyse"> - -<tr> -<td class="left padr3">Albumin</td> -<td class="left"><span class="antiqua">C</span><sub>48</sub><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>72</sub><span class="antiqua">O</span><sub>14</sub> + <span class="antiqua">P</span> -+ <span class="nowrap"><span class="antiqua">S</span><a id="FNanchor7"></a><a href="#Footnote7" -class="fnanchor">[F7]</a></span><br /></td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Fibrin</td> -<td class="left"><span class="antiqua">C</span><sub>48</sub><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>72</sub><span class="antiqua">O</span><sub>14</sub> + <span class="antiqua">P</span> -+ 2 <span class="antiqua">S</span><br /></td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Casein</td> -<td class="left"><span class="antiqua">C</span><sub>48</sub><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>72</sub><span class="antiqua">O</span><sub>14</sub> + <span class="antiqua">S</span><br /></td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Leimgebilde, Sehnen</td> -<td class="left"><span class="antiqua">C</span><sub>48</sub><span class="antiqua">N</span><sub>15</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>82</sub><span class="antiqua">O</span><sub>18</sub><br /></td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Chondrin &c.</td> -<td class="left"><span class="antiqua">C</span><sub>48</sub><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>80</sub><span class="antiqua">O</span><sub>20</sub><br /></td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Arterienhaut</td> -<td class="left"><span class="antiqua">C</span><sub>48</sub><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>76</sub><span class="antiqua">O</span><sub>16</sub><br /></td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Haare, Horn</td> -<td class="left"><span class="antiqua">C</span><sub>48</sub><span class="antiqua">N</span><sub>14</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>78</sub><span class="antiqua">O</span><sub>15</sub>.<br /></td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote7"><a href="#FNanchor7"><span class="label">[7]</span></a> -Die hier als <span class="antiqua">P</span> und <span class="antiqua">S</span> angeführten Phosphor- und Schwefelmengen -drücken nicht Atomgewichte aus, sondern bezeichnen nur die relativen -durch die Analyse gefundenen Verhältnisse.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p>Die Vergleichung dieser Formeln zeigt, daß bei dem -Uebergang des Proteins in Chondrin (Substanz der Rippenknorpeln) -die Bestandtheile von Wasser und Sauerstoff, bei -der Bildung der serösen Membranen, Zellen und Sehnen -außer diesen Elementen noch Stickstoff hinzugetreten ist.</p> - -<p>Bezeichnen wir die Formel des Proteins <span class="antiqua">C</span><sub>48</sub><span -class="antiqua">N</span><sub>12</sub><span class="antiqua">H</span><sub>72</sub><span class="antiqua">O</span><sub>14</sub> -mit <span class="antiqua">Pr</span>, so sind Stickstoff, Wasserstoff und Sauerstoff, in der -Form von bekannten Verbindungen geordnet, bei der Bildung -der Leimsubstanzen, Haare, Horn, Arterienhaut hinzugetreten.</p> - -<table class="analyse" summary="analyse"> - -<tr> -<th colspan="3"> </th> -<th colspan="2">Protein.</th> -<th colspan="2">Ammoniak.</th> -<th colspan="2">Wasser.</th> -<th colspan="2">Sauer-<br />stoff.</th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Fibrin</td> -<td rowspan="2" class="brace bt br bb"> </td> -<td rowspan="2" class="brace"><span class="padl0">-</span></td> -<td rowspan="2" class="w2m"> </td> -<td rowspan="2" class="center w2m"><span class="antiqua">Pr</span><br /></td> -<td rowspan="2" class="w2m"> </td> -<td rowspan="2" class="center w2m"> </td> -<td rowspan="2" class="w2m"> </td> -<td rowspan="2" class="center w2m"> </td> -<td rowspan="2" class="w2m"> </td> -<td rowspan="2" class="center w2m"> </td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Albumin</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Arterienhaut</td> -<td> </td> -<td class="center"><span class="antiqua">Pr</span></td> -<td colspan="2" class="center"> </td> -<td class="left padl1">+ 2</td> -<td class="center"><span class="antiqua">H</span><sub>2</sub><span class="antiqua">O</span></td> -<td colspan="2" class="center"> </td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Chondrin</td> -<td> </td> -<td class="center"><span class="antiqua">Pr</span></td> -<td> </td> -<td class="center"> </td> -<td class="left padl1">+ 4</td> -<td class="center"><span class="antiqua">H</span><sub>2</sub><span class="antiqua">O</span></td> -<td class="left padl1">+ 2</td> -<td class="center"><span class="antiqua padr03">O</span></td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Haare, Horn</td> -<td> </td> -<td class="center"><span class="antiqua">Pr</span></td> -<td class="left padl1">+</td> -<td class="center"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub><span class="antiqua">H</span><sub>6</sub></td> -<td> </td> -<td class="center"> </td> -<td class="left padl1">+ 3</td> -<td class="center"><span class="antiqua padr03">O</span></td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Membranen, Zellen</td> -<td class="left padl1">2</td> -<td class="center"><span class="antiqua">Pr</span></td> -<td class="left padl1">+ 3</td> -<td class="center"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub><span class="antiqua">H</span><sub>6</sub></td> -<td class="left padl1">+</td> -<td class="center"><span class="antiqua">H</span><sub>2</sub><span class="antiqua">O</span></td> -<td class="left padl1">+ 7</td> -<td class="center"><span class="antiqua">O</span>.</td> -</tr> - -</table> - -<p><span class="pagenum" id="Page129">[129]</span></p> - -<p>17. Aus dieser Uebersicht geht hervor, daß alle Gebilde -des Thierkörpers auf eine gleiche Anzahl von Kohlenstoffatomen -mehr Sauerstoff enthalten als die Bestandtheile des -Bluts; bei ihrer Entstehung ist ohne Zweifel Sauerstoff aus -der Atmosphäre oder durch die Elemente des Wassers zu -den Bestandtheilen des Proteins hinzugetreten; wir finden -in den Haaren und Membranen mehr Stickstoff und Wasserstoff, -und zwar beide im Verhältniß wie im Ammoniak.</p> - -<p>Die Chemiker sind bekanntlich heute noch nicht einig über -die Art und Weise, wie die Bestandtheile des schwefelsauren -Kali’s geordnet sind, es wäre deshalb dem Chemismus zu -viel eingeräumt, wenn man die Arterienhaut für ein Hydrat, -das Chondrin für das Oxyd des Proteinhydrats, wenn wir -Haare und Membranen für Oxyde des Proteins in Verbindung -mit Ammoniak ansehen wollten.</p> - -<p>Diese Formeln drücken mit Bestimmtheit die Verschiedenheit -in der Zusammensetzung der Hauptbestandtheile der -Thiere aus, sie zeigen, daß auf einen gleichen Kohlenstoffgehalt -das relative Verhältniß ihrer Elemente abweicht, wieviel -der eine Stoff mehr Sauerstoff oder Stickstoff enthält -wie der andere.</p> - -<p>18. Es kann daraus gefolgert werden, wie sie aus den -Bestandtheilen des Bluts entstehen; aber die Erklärung ihrer -Entstehung nimmt zwei Formen an, von denen zu entscheiden -ist, welche der Wahrheit am nächsten kommt.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page130">[130]</span></p> - -<p>Auf einen gleichen Kohlenstoffgehalt enthalten die Membranen -und die leimgebenden Gebilde mehr Stickstoff, Sauerstoff -und Wasserstoff wie das Protein; es ist denkbar, daß sie aus -Albumin entstanden sind durch Hinzutreten von Sauerstoff, -der Bestandtheile des Wassers und des Ammoniaks und durch -Austreten von Phosphor und Schwefel; jedenfalls ist ihre -Zusammensetzung von der der Hauptbestandtheile des Bluts -durchaus verschieden.</p> - -<p>Das Verhalten der Leimgebilde gegen ätzende Alkalien -zeigt mit Bestimmtheit, daß sie kein Protein mehr enthalten, -auf keine Weise kann Protein daraus erhalten werden, alle -durch die Einwirkung des Alkali’s erzeugten Producte weichen -von den Producten, welche die Protein-Verbindungen -unter den nämlichen Bedingungen liefern, durchaus ab; mag -fertig gebildetes Protein in dem Fibrin, Casein und Albumin -enthalten sein oder nicht, gewiß ist, daß sich ihre Elemente -durch die Einwirkung des Alkali’s zu Protein ordnen; -diese Fähigkeit geht den Elementen der Leimsubstanz ab.</p> - -<p>Zur zweiten Form der Bildung der Leimsubstanz und -zwar zur wahrscheinlicheren gelangt man, wenn seine Bildung -abhängig gedacht wird von einem Austreten von Kohlenstoff.</p> - -<p>Angenommen, der Stickstoffgehalt des Proteins bleibe in -der Leimsubstanz, so würde die Zusammensetzung der letztern -(auf 12 At. Stickstoff berechnet) durch die Formel <span class="antiqua">C</span><sub>38</sub><span -class="antiqua">N</span><sub>12</sub><span class="antiqua">H</span><sub>64</sub><span class="antiqua">O</span><sub>14</sub> -ausgedrückt werden müssen. Diese Formel stimmt am nächsten -mit der Analyse von <span class="gesp2">Scherer</span>, wiewohl sie kein genauer<span class="pagenum" id="Page131">[131]</span> -Ausdruck dafür ist. Eine den Analysen entsprechendere -Formel ist <span class="antiqua">C</span><sub>32</sub><span class="antiqua">H</span><sub>54</sub><span -class="antiqua">N</span><sub>10</sub><span class="antiqua">O</span><sub>12</sub> oder, nach -<span class="gesp2">Mulder’s</span> Analyse -berechnet, die Formel <span class="antiqua">C</span><sub>54</sub><span class="antiqua">H</span><sub>84</sub><span -class="antiqua">N</span><sub>18</sub><span class="nowrap"><span class="antiqua">O</span><sub>20</sub><a -id="FNanchor8"></a><a href="#Footnote8" class="fnanchor">[F8]</a></span>.</p> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote8"><a href="#FNanchor8"><span class="label">[8]</span></a> -Die Formel, welche <span class="gesp2">Mulder</span> angenommen hat, -<span class="antiqua">C</span><sub>52</sub><span class="antiqua">H</span><sub>80</sub><span -class="antiqua">N</span><sub>16</sub><span class="antiqua">O</span><sub>20</sub> -giebt in der berechneten procentischen Zusammensetzung zu wenig -Stickstoff.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p>Nach der ersten Formel wäre Kohlenstoff und Wasserstoff, -nach den beiden andern wäre ein gewisses Verhältniß -aller Elemente ausgetreten.</p> - -<p>19. Als das für uns wichtigste Resultat in der Betrachtung -der Zusammensetzung der Leimsubstanz muß als eine unleugbare -Wahrheit angenommen werden, daß sie, obwohl aus -Protein-Verbindungen entstanden, aus der Reihe der Protein-Verbindungen -herausgetreten ist. Ihr chemisches Verhalten -und ihre Zusammensetzung rechtfertigt diesen Schluß.</p> - -<p>Keine Beobachtung steht dem Erfahrungsgesetz entgegen, -wonach die Natur ausschließlich nur Protein-Verbindungen -zur Blutbildung bestimmt. In den Vegetabilien existirt -kein der Leimsubstanz ähnlicher Körper, sie ist keine Protein-Verbindung, -sie enthält keinen Phosphor, keinen Schwefel, -sie enthält mehr Stickstoff oder weniger Kohlenstoff wie -das Protein. Durch die Lebensthätigkeit der zur Blutbildung -bestimmten Organe nehmen die Protein-Verbindungen -eine neue Form an, aber in ihrer Zusammensetzung erleiden -sie keine Veränderung; diese Organe besitzen, soweit unsere -Erfahrungen reichen, das Vermögen nicht, Protein-Verbindungen -kraft einer einwirkenden Thätigkeit zu erzeugen<span class="pagenum" id="Page132">[132]</span> -aus Stoffen, die kein Protein enthalten. Thiere mit Leimsubstanz, -mit dem stickstoffreichsten Bestandtheil der Nahrung -der Carnivoren ausschließlich ernährt, starben den Hungerstod; -die Leimsubstanzen sind unfähig zu Blut zu werden.</p> - -<p>Aber es unterliegt keinem Zweifel, sie wird aus den -Bestandtheilen des Bluts erzeugt und kaum läßt sich die -Vorstellung zurückweisen, daß das Fibrin des venösen Bluts, -indem es zu arteriösem Fibrin wird, sich auf der ersten -Stufe der Umbildung zur Leimsubstanz befindet. Mit einiger -Wahrscheinlichkeit kann man kaum den Membranen und -Sehnen die Fähigkeit zuschreiben, sich selbst aus Stoffen zu -bilden, die ihnen durch das Blut zugeführt werden; wie -könnte in der That ein Stoff zur Zelle werden, kraft einer -einwirkenden Thätigkeit, welche noch keinen Träger hat; -eine schon bestehende Zelle mag die Fähigkeit besitzen, sich -zu erhalten oder zu vervielfältigen, allein zu beidem gehören -Stoffe, welche identisch in ihrer Zusammensetzung mit der -Substanz der Zellen sind. Diese Stoffe werden in dem -Organismus erzeugt, und keiner kann sich mehr zu ihrer -Bildung eignen als die Zellen und Membranen selbst, die -in dem Magen des Thiers in dem Proceß der Verdauung -löslich geworden sind, oder welche der Mensch im löslichen -Zustande genießt.</p> - -<p>20. Ich gebe in dem Folgenden einen Versuch zur analytischen -Entwicklung der in dem thierischen Körper vorgehenden -Haupt-Metamorphosen, und zwar, um allen und jeden Mißverständnissen -vorzubeugen, mit der ausdrücklichen Verwahrung<span class="pagenum" id="Page133">[133]</span> -gegen alle Schlüsse und Folgerungen, die man jetzt -oder zu irgend einer Zeit gegen die Ansichten daraus -ziehen könnte, welche ich in dem Vorhergehenden, mit dem -sie in keinerlei Verbindung stehen, entwickelt habe. Die -Resultate, zu denen ich gelangt bin, befremden mich nicht -minder und flößten mir die nämlichen Zweifel ein, die sie -in Andern erwecken werden, allein sie sind keine Schöpfungen -der Phantasie, und ich gebe sie, weil ich die Ueberzeugung -hege, daß der Weg, der zu ihrer Ermittelung geführt -hat, der einzige ist, auf welchem wir hoffen können, -Einsicht in die organischen Processe zu erlangen.</p> - -<p>Alle die zahllosen qualitativen Untersuchungen thierischer -Substanzen sind absolut werthlos für die Physiologie sowohl, -wie für die Chemie, so lange ihnen nicht ein ganz -bestimmter Zweck, eine deutlich ausgedrückte Frage unterlegt -wird.</p> - -<p>Wenn wir in einem Satze, den wir entziffern wollen, -die Buchstaben auseinander nehmen und in eine Reihe stellen, -so sind wir dem Sinne um keinen Schritt näher gekommen. -Um ein Räthsel zu lösen, müssen wir völlig klar -über die Aufgabe sein. Es giebt freilich viele Wege, um -die höchste Kuppe eines Berges zu erklimmen, allein nur diejenigen -haben Hoffnung, dem Ziele sich zu nähern, welche -die Spitze im Auge behalten. Mit aller Arbeit und Anstrengung -in einem Sumpfe erreicht man nichts weiter, als -daß man sich immer mehr mit Schlamm und Koth beladet, -das Höhersteigen wird durch selbstgeschaffene Schwierigkeiten<span class="pagenum" id="Page134">[134]</span> -immer mühevoller und auch die größte Kraft muß zuletzt -unter diesem Unrath erliegen.</p> - -<p>21. Wenn es wahr ist, daß aus dem Blute oder den -Bestandtheilen des Bluts alle Theile des Thierkörpers entwickelt -und gebildet werden, daß die vorhandenen Organe in jedem -Zeitmomente des Lebens sich durch den Einfluß des zugeführten -Sauerstoffs in neue Verbindungen umsetzen, so müssen -die Secrete des Thierkörpers nothwendig die Producte -der umgesetzten Gebilde enthalten.</p> - -<p>22. Wenn der Schluß ferner wahr ist, daß der Harn die -stickstoffhaltigen und die Galle die kohlenstoffreichen Producte -aller Gebilde enthält, die in dem Lebensproceß sich in -anorganische Verbindungen umgesetzt haben, so ist klar, daß -die Bestandtheile der Galle und des Harns zusammengenommen -gleich sein müssen, in ihrem relativen Verhältnisse, der -Zusammensetzung des Bluts.</p> - -<p>23. Aus dem Blute sind die Organe entstanden, die Organe -enthalten die Bestandtheile des Bluts; sie haben sich in -neue Verbindungen umgesetzt, zu diesen neuen Verbindungen -ist außer Sauerstoff und Wasser kein anderer Körper hinzugekommen, -das relative Verhältniß ihres Kohlenstoffs und -Stickstoffs muß gleich sein dem relativen Verhältniß des -Kohlenstoffs und Stickstoffs im Blute.</p> - -<p>Wenn wir also von der Zusammensetzung des Bluts die -Bestandtheile des Harns abziehen, so müssen wir, den hinzugekommenen -Sauerstoff und das Wasser abgerechnet, die Zusammensetzung -der Galle bekommen.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page135">[135]</span></p> - -<p>Oder wenn wir von den Bestandtheilen des Bluts abziehen -die Bestandtheile der Galle, so müssen wir harnsaures -Ammoniak oder Harnstoff und Kohlensäure übrig behalten.</p> - -<p>Man wird es vielleicht bemerkenswerth finden, daß diese -Betrachtungsweise auf die wahre Formel der Galle, oder -richtiger, auf den empirischen Ausdruck für ihre Zusammensetzung -geführt hat, auf den Schlüssel zur Erklärung ihrer -Metamorphosen durch Säuren und Alkalien, den man bis -jetzt ohne Erfolg zu suchen bemüht war.</p> - -<p>24. Wenn man frisches Blut über eine 60° heiße Silberplatte -fließen läßt, so trocknet es zu einem rothen firnißartigen -Ueberzug ein, der sich leicht pulverisiren läßt; anfänglich -in gelinder Wärme, zuletzt bei 100°, trocknet frisches fettfreies -Muskelfleisch zu einer braunen pulverisirbaren Masse ein.</p> - -<p>Die Analysen von <span class="gesp2">Playfair</span> und <span class="nowrap"><span -class="gesp2">Boeckmann</span><a id="ENanchor29"></a><a href="#Endnote29" class="enanchor">[E29]</a></span> -führen als den nächsten Ausdruck der erhaltenen Gewichtsverhältnisse -ihrer Elemente für das Muskelfleisch (Fibrin, -Albumin, Zellen und Nerven) und für das Blut zu einer -und derselben empirischen Formel, sie ist:</p> - -<p class="formula"><span class="antiqua">C</span><sub>48</sub><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>78</sub><span class="antiqua">O</span><sub>15</sub> (empirische Formel des Bluts).</p> - -<p>25. Der Hauptbestandtheil der Galle ist nach den Untersuchungen -von <span class="gesp2">Demarçay</span> eine den Seifen ähnliche Verbindung -von Natron mit einer eigenthümlichen Materie, welche -den Namen <span class="gesp2">Choleinsäure</span> erhalten hat; sie wird in Verbindung -mit Bleioxyd gefällt, wenn man eine durch Alkohol -von allen darin unlöslichen Stoffen befreite Galle, mit essigsaurem -Bleioxyd vermischt.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page136">[136]</span></p> - -<p>Diese Choleinsäure wird durch Salzsäure zerlegt in -<span class="gesp2">Taurin</span>, <span class="gesp2">Salmiak</span> und in eine neue stickstofffreie Säure, -in <span class="gesp2">Choloidinsäure</span>.</p> - -<p>Durch Kochen mit ätzendem Kali zerfällt sie in Kohlensäure, -Ammoniak und in <span class="gesp2">Cholinsäure</span> (verschieden von -<span class="gesp2">Gmelin’s</span> Cholsäure).</p> - -<p>Es ist nun klar, daß die wahre Formel der Choleinsäure -den analytischen Ausdruck für diese Zersetzungsweisen -in sich schließen, daß sie erlauben muß, die Zusammensetzung -der entstandenen Producte in eine ganz bestimmte und einfache -Beziehung zu der Zusammensetzung der Choleinsäure -zu bringen. Dieser Ausdruck verliert an seiner Wahrheit -nichts, wenn sich auch ergeben sollte, daß die Choleinsäure -und Choloidinsäure, wie aus den Untersuchungen von <span class="gesp2">Berzelius</span> -hervorzugehen scheint, Gemenge von mehreren verschiedenartigen -Verbindungen sind, die relative Anzahl der -Atome kann hierdurch in keiner Weise geändert werden.</p> - -<p>26. Zur Entwickelung der Metamorphosen, welche die Choleinsäure -durch Säuren und Alkalien erleidet, kann als empirischer -Ausdruck ihrer Zusammensetzung nur die folgende -Formel angenommen werden:</p> - -<p class="formula">Formel der Choleinsäure: <span class="antiqua">C</span><sub>75</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>132</sub><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub><span -class="nowrap"><span class="antiqua">O</span><sub>22</sub><a id="ENanchor30" href="#Endnote30" class="enanchor">[E30]</a></span>.</p> - -<p>Ich wiederhole es, diese Formel kann der Ausdruck sein -für die Zusammensetzung von zwei oder mehreren Verbindungen, -gleichgültig, wie viel es auch sein mögen, sie enthält die -relative Anzahl aller ihrer Elemente zusammengenommen.</p> - -<p>Nehmen wir von den Elementen der Choleinsäure die<span class="pagenum" id="Page137">[137]</span> -durch Einwirkung der Salzsäure entstehenden Producte, Ammoniak -und Taurin, hinweg, so gelangen wir zur empirischen -Formel der Choloidinsäure.</p> - -<table class="chemsum" summary="chemische Summe"> - -<tr> -<td colspan="8" class="text">Formel der Choleinsäure</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>76</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>132</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>22</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="8" class="center">ab</td> -<td colspan="4"> </td> -</tr> - -<tr> -<td class="text">1 At. Taurin</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>4</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>14</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></td> -<td rowspan="2" class="brace bt br bb"> </td> -<td rowspan="2" class="brace padl0">-</td> -<td rowspan="2" class="function mid">-</td> -<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">C</span><sub>4</sub></td> -<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">H</span><sub>20</sub></td> -<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td> -<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="text">1 Aeq. Ammoniak</td> -<td> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>6</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub></td> -<td> </td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="8" class="text total">Bleibt die Formel der Choloidinsäure</td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>72</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>112</sub></td> -<td class="bt"> </td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>12</sub><a href="#Endnote31" id="ENanchor31" class="enanchor">[E31]</a>.</td> -</tr> - -</table> - -<p>27. Werden ferner von den Elementen der Choleinsäure die -Bestandtheile von Harnstoff und 2 At. Wasser (2 At. Kohlensäure -und 2 Aeq. Ammoniak) hinweggenommen, so haben -wir die Formel und Zusammensetzung der Cholinsäure.</p> - -<table class="chemsum" summary="chemische Summe"> - -<tr> -<td colspan="8" class="text">Formel der Choleinsäure</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>76</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>132</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>22</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="8" class="center">ab</td> -<td colspan="4"> </td> -</tr> - -<tr> -<td class="text">2 At. Kohlensäure</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>2</sub></td> -<td> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>4</sub></td> -<td> </td> -<td rowspan="2" class="brace bt br bb"> </td> -<td rowspan="2" class="brace padl0 mid">-</td> -<td rowspan="2" class="function mid">-</td> -<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">C</span><sub>2</sub></td> -<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">H</span><sub>12</sub></td> -<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td> -<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">O</span><sub>4</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="text">2 Aeq. Ammoniak</td> -<td> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td> -<td> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>12</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="8" class="text total">Formel der Cholinsäure </td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>74</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>120</sub></td> -<td class="bt"> </td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>18</sub><a id="ENanchor32"></a><a -href="#Endnote32" class="enanchor">[E32]</a>.</td> -</tr> - -</table> - -<p>Wenn man die so große Uebereinstimmung der Zahlenresultate -der <span class="nowrap">Analysen<a href="#Endnote30" class="enanchor">[E30]</a><a href="#Endnote31" class="enanchor">[E31]</a> -<a href="#Endnote32" class="enanchor">[E32]</a></span> mit den obigen Formeln ins Auge -faßt, so wird man kaum zweifeln können, daß die aufgefundene -Formel der Choleinsäure so nahe, wie man bei Analysen -dieser Art Substanzen nur erwarten kann, die relative -Anzahl der Atome ihrer Elemente ausdrückt, gleichgültig, in -wieviel verschiedenen Formen sie auch darin vereinigt sein -mögen.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page138">[138]</span></p> - -<p>28. Addiren wir nun die Hälfte der Zahlen, welche die -relativen Verhältnisse der Elemente der Choleinsäure ausdrücken, -zu den Bestandtheilen des Harns der Schlangen, zu den -Elementen des neutralen harnsauren Ammoniaks, so erhalten wir:</p> - -<table class="chemsum" summary="chemische Summe"> - -<tr> -<td colspan="11" class="text">Formel der Choleinsäure</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>38</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>66</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>11</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="11" class="center">hierzu</td> -<td colspan="4"> </td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">1</td> -<td class="center w2m">Aeq.</td> -<td colspan="2" class="text">Harnsäure</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>10</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>8</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub></td> -<td rowspan="2" class="brace bt br bb"> </td> -<td rowspan="2" class="brace padr0 mid">-</td> -<td rowspan="2" class="function mid">+</td> -<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">C</span><sub>10</sub></td> -<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">H</span><sub>14</sub></td> -<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">N</span><sub>10</sub></td> -<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">1</td> -<td class="center">„</td> -<td colspan="2" class="text">Ammoniak</td> -<td> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>6</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub></td> -<td> </td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="11" class="text total"><span class="antiqua">in Summa</span></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>48</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>80</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>17</sub>.</td> -</tr> - -</table> - -<p>29. Diese Formel drückt aber aus die Zusammensetzung -des Bluts, zu welchem die Elemente von 1 At. Wasser und -1 At. Sauerstoff getreten sind.</p> - -<table class="chemsum" summary="chemische Summe"> - -<tr> -<td colspan="8" class="text">Formel des Bluts</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>48</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>78</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>15</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="8" class="center">hierzu</td> -<td colspan="4"> </td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">1</td> -<td class="center">At.</td> -<td class="text">Wasser</td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>2</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span></td> -<td rowspan="2" class="brace bt br bb"> </td> -<td rowspan="2" class="brace padl0 mid">-</td> -<td rowspan="2" class="function mid">+</td> -<td rowspan="2"> </td> -<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">H</span><sub>2</sub></td> -<td rowspan="2"> </td> -<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">1</td> -<td class="center">„</td> -<td colspan="2" class="text">Sauerstoff</td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span></td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="8" class="text total"><span class="antiqua">in Summa</span></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>48</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>80</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>17</sub>.</td> -</tr> - -</table> - -<p>30. Wenn wir ferner zu den Elementen des Proteins die -Elemente treten lassen von 3 At. Wasser, so haben wir, bis -auf 2 At. Wasserstoff, genau die Elemente der Choleinsäure -und des harnsauren Ammoniaks.</p> - -<table class="chemsum" summary="chemische Summe"> - -<tr> -<td class="atoms">1</td> -<td class="center">At.</td> -<td class="text">Protein</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>48</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>72</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>14</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">3</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Wasser</td> -<td> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>6</sub></td> -<td> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>3</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3"> </td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>48</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>78</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>17</sub>.</td> -</tr> - -</table> - -<p><span class="pagenum" id="Page139">[139]</span></p> - -<p>31. Betrachten wir also die Choleinsäure und das harnsaure -Ammoniak als die Producte der Umsetzung der Muskelfaser, -indem es keine andern Gebilde im Thierkörper giebt, welche -Protein enthalten (Albumin geht in Gebilde über, ohne daß -man sagen kann, daß es im Lebensproceß direct eine Umsetzung -in Harnsäure und Choleinsäure erfährt), so haben wir -darin mit Zuziehung der Bestandtheile des Wassers alle zu -der Metamorphose nöthigen Elemente; bis auf den Schwefel -und Phosphor, die sich beide oxydirt haben mögen, ist -kein anderes Element ausgetreten.</p> - -<p>Diese Art der Metamorphose bezieht sich auf die Umsetzung -in den niedrigen Thierklassen der Amphibien und vielleicht -der Würmer und Insecten. In den höhern Thierklassen -verschwindet in dem Harn die Harnsäure, an ihrer -Stelle finden wir Harnstoff.</p> - -<p>Das Verschwinden der Harnsäure und die Erzeugung -von Harnstoff steht offenbar in sehr enger Beziehung zu -dem durch den Respirationsproceß aufgenommenen Sauerstoff -und zu der Menge von Wasser, welche verschiedene -Thiere in einer gegebenen Zeit genießen.</p> - -<p>Wenn wir der Harnsäure Sauerstoff zuführen, so zerlegt -sie sich, wie man weiß, zuerst in <span class="nowrap">Alloxan<a id="ENanchor33"></a><a -href="#Endnote33" class="enanchor">[E33]</a></span> und Harnstoff, -eine neue Quantität Sauerstoff dem Alloxan zugeführt, -macht, daß es entweder in Oxalsäure und Harnstoff, Oxalursäure -und <span class="nowrap">Parabansäure<a id="ENanchor34"></a><a href="#Endnote34" -class="enanchor">[E34]</a></span> oder in Kohlensäure und Harnstoff -zerfällt.</p> - -<p>32. Wir finden in den sogenannten Maulbeersteinen oxalsauren<span class="pagenum" id="Page140">[140]</span> -Kalk, in den andern Harnsteinen harnsaures Ammoniak -und zwar stets bei Personen, in denen durch Mangel an Bewegung -und Anstrengung, oder durch andere Ursachen die Sauerstoffzuführung -gemindert ist. Nie finden sich Harnsteine, welche -Harnsäure oder Oxalsäure enthalten, bei Schwindsüchtigen -(siehe <a href="#Page24">S. 24</a>); und es ist eine gewöhnliche Erfahrung in -Frankreich bei Personen, welche an Steinbeschwerden leiden, -sobald sie sich auf das Land begeben, wo sie sich mehr Bewegung -machen, daß die in der Blase während ihres Aufenthaltes -in der Stadt sich absetzenden harnsauren Verbindungen -(durch die vergrößerte Sauerstoffaufnahme) in -oxalsaure Salze (in Maulbeersteine) übergehen; bei noch -mehr Sauerstoff würde sich wie bei gesunden Menschen nur -das letzte Oxydationsprodukt des Kohlenstoffs, nämlich nur -Kohlensäure, haben bilden können.</p> - -<p>Die falsche Interpretation der unleugbaren Beobachtungen, -daß durch die Nieren alle von dem Organismus nicht verwendbaren -Substanzen verändert oder unverändert abgeschieden -und in dem Harn ausgeleert werden, hat die praktische -Medizin zu der Ansicht geführt, daß die Nahrung und namentlich -stickstoffhaltige Nahrungsstoffe einen directen Einfluß haben -können auf die Erzeugung der Harnsteine. Es giebt keine Gründe, -diese Meinung zu stützen, es giebt unzählige, die sie widerlegen. -Möglich ist es, daß in den Speisen eine Menge -durch die Kochkunst umgewandelter Stoffe genossen werden, -welche, als für Blutbildung nicht mehr tauglich, durch den -Respirationsproceß mehr oder weniger verändert, aus dem<span class="pagenum" id="Page141">[141]</span> -Harn ausgestoßen werden, allein Braten und Kochen -ändern in keiner Weise die Zusammensetzung der <span class="nowrap">Fleischspeisen<a -id="ENanchor35"></a><a href="#Endnote35" class="enanchor">[E35]</a></span>.</p> - -<p>Das gekochte und gebratene Fleisch wird zu Blut, die -Harnsäure und der Harnstoff stammen von den umgesetzten -Gebilden. Die Menge dieser Produkte steigt mit der Schnelligkeit -der Umsetzung in der gegebenen Zeit, sie steht in -keiner Beziehung zu der in dem nämlichen Zeitraume genossenen -Nahrung. Bei einem Hungernden, welcher sich einer -starken und anhaltenden Bewegung hingeben muß, wird -mehr Harnstoff secernirt, als bei dem wohlgenährtesten Menschen -im Zustande der Ruhe; in Fiebern bei rascher Abmagerung -ist der Harn harnstoffreicher als im Zustande der -Gesundheit (<span class="gesp2">Prout</span>).</p> - -<p>33. Aehnlich also wie die in dem Urin des ruhenden Pferdes -vorhandene Hippursäure in benzoesaures Ammoniak und -Kohlensäure verwandelt wird, sobald es sich in Arbeit und -Bewegung befindet, verschwindet die Harnsäure in dem Harn -des Menschen, der durch Haut und Lunge eine zur Oxydation -der Produkte der umgesetzten Gebilde hinreichende -Menge Sauerstoff in sich aufnimmt; der Genuß von Wein -und Fett, die in dem Organismus nur insofern sich weiter -verändern als sie Sauerstoff aufnehmen, hat einen entschiedenen -Einfluß auf die Bildung von Harnsäure. Nach dem -Genuß von fetten Speisen ist der Harn trübe und setzt beim -Erkalten kleine Krystalle von Harnsäure ab (<span class="gesp2">Prout</span>). Dasselbe -beobachtet man nach dem Genuß von Weinen (nie bei<span class="pagenum" id="Page142">[142]</span> -Rheinweinen), in denen das zur Löslicherhaltung der Harnsäure -nothwendige Alkali fehlt.</p> - -<p>Bei Thieren, welche größere Mengen Wasser genießen, -wodurch die schwerlösliche Harnsäure in Auflösung erhalten -wird, so daß der eingeathmete Sauerstoff darauf wirken -kann, finden wir im Harn keine Harnsäure, sondern Harnstoff. -Bei Vögeln ist als Secretionsproduct die Harnsäure -vorherrschend.</p> - -<p>Wenn wir zu 1 Atom Harnsäure 6 Atome Sauerstoff und -4 Atome Wasser hinzutreten lassen, so zerlegt sie sich in -Harnstoff und Kohlensäure</p> - -<table class="chemsum" summary="chemische Summe"> - -<tr> -<td class="atoms">1</td> -<td class="center">At.</td> -<td colspan="3" class="text">Harnsäure</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>10</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>8</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub></td> -<td rowspan="3" class="brace bt br bb"> </td> -<td rowspan="3" class="brace padl0">-</td> -<td rowspan="3" class="function mid">=</td> -<td rowspan="3" class="brace padr0">-</td> -<td rowspan="3" class="brace bt bl bb"> </td> -<td class="atoms">2</td> -<td class="center">At.</td> -<td class="text">Harnstoff</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>4</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>8</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>16</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>4</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">4</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Wasser</td> -<td rowspan="2" class="brace bt br bb"> </td> -<td rowspan="2" class="brace padl0">-</td> -<td rowspan="2" colspan="2"> </td> -<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub></td> -<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></td> -<td rowspan="2" class="atoms">6</td> -<td rowspan="2" class="center">„</td> -<td rowspan="2" class="text mid">Kohlensäure</td> -<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">C</span><sub>6</sub></td> -<td rowspan="2" colspan="2"> </td> -<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">O</span><sub>12</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">6</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Sauerstoff</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="21" class="thinline"> </td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="5"> </td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>10</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>8</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>16</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>16</sub></td> -<td colspan="8"> </td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>10</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>8</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>16</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>16</sub></td> -</tr> - -</table> - -<p>34. Der Harn der Gras fressenden Thiere enthält keine -Harnsäure, wohl aber Ammoniak, Harnstoff und Hippursäure, -oder Benzoesäure. Bei einem Hinzutreten von 9 Atomen -Sauerstoff zu der empirischen Formel ihres Blutes, fünf -mal genommen, haben wir darin die Elemente von 6 Atomen -Hippursäure, 9 At. Harnstoff, 3 At. Choleinsäure, 3 At. -Wasser und 3 At. Ammoniak; oder wenn wir uns denken, -daß während der Metamorphose dieses Blutes 45 Atome -Sauerstoff hinzutreten, so haben wir 6 At. Benzoesäure, -13<sup>1</sup>⁄<sub>2</sub> At. Harnstoff, 3 At. Choleinsäure, 15 At. Kohlensäure -und 12 At. Wasser.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page143">[143]</span></p> - -<table class="chemsum" summary="chemische Summe"> - -<tr> -<td colspan="18" class="center">5 (<span class="antiqua">C</span><sub>48</sub><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>78</sub><span class="antiqua">O</span><sub>15</sub>) + 9 <span class="antiqua">O</span> = -<span class="antiqua">C</span><sub>240</sub><span class="antiqua">N</span><sub>60</sub><span class="antiqua">H</span><sub>390</sub><span -class="antiqua">O</span><sub>84</sub> =</td> -</tr> - -<tr> -<td rowspan="5" class="function mid">=</td> -<td rowspan="5" class="brace padr0">-</td> -<td rowspan="5" class="brace bt bb bl"> </td> -<td class="w1m">6</td> -<td class="center">At.</td> -<td class="text">Hippursäure</td> -<td class="w1m">6</td> -<td class="bracketopen">(</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>18</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>16</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>5</sub></td> -<td class="bracketclose">)</td> -<td class="function">=</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>108</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>96</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>30</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="w1m">9</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Harnstoff</td> -<td class="w1m">9</td> -<td class="bracketopen">(</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>2</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></td> -<td class="bracketclose">)</td> -<td class="function">=</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>18</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>36</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>72</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>18</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="w1m">3</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Choleinsäure</td> -<td class="w1m">3</td> -<td class="bracketopen">(</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>38</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>66</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>11</sub></td> -<td class="bracketclose">)</td> -<td class="function">=</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>114</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>6</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>198</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>33</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="w1m">3</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Ammoniak</td> -<td class="w1m">3</td> -<td class="bracketopen">(</td> -<td> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>6</sub></td> -<td> </td> -<td class="bracketclose">)</td> -<td class="function">=</td> -<td> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>6</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>18</sub></td> -<td> </td> -</tr> - -<tr> -<td class="w1m">3</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Wasser</td> -<td class="w1m">3</td> -<td class="bracketopen">(</td> -<td> </td> -<td> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>2</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span></td> -<td class="bracketclose">)</td> -<td class="function">=</td> -<td> </td> -<td> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>6</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>3</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="14"> </td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>240</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>60</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>390</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>84</sub></td> -</tr> - -</table> - -<p class="padl6">oder</p> - -<table class="chemsum" summary="chemische Summe"> - -<tr> -<td colspan="18" class="center">5 <span class="antiqua">C</span><sub>48</sub><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>78</sub><span class="antiqua">O</span><sub>15</sub>) + <span class="antiqua">O</span><sub>45</sub> -= <span class="antiqua">C</span><sub>240</sub><span class="antiqua">N</span><sub>60</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>390</sub><span class="antiqua">O</span><sub>120</sub> =</td> -</tr> - -<tr> -<td rowspan="5" class="function mid">=</td> -<td rowspan="5" class="brace padr0">-</td> -<td rowspan="5" class="brace bt bb bl"> </td> -<td class="right w2m">6</td> -<td class="center">At.</td> -<td class="text">Benzoesäure</td> -<td class="right right w05m">6</td> -<td class="bracketopen">(</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>14</sub></td> -<td> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>10</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>3</sub></td> -<td class="bracketclose">)</td> -<td class="function">=</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>84</sub></td> -<td> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>60</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>18</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="right w2m"><sup>27</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Harnstoff</td> -<td class="right right w05m">27</td> -<td class="bracketopen">(</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>4</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span></td> -<td class="bracketclose">)</td> -<td class="function">=</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>27</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>54</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>108</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>27</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="right w2m">3</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Choleinsäure</td> -<td class="right right w05m">3</td> -<td class="bracketopen">(</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>38</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>66</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>11</sub></td> -<td class="bracketclose">)</td> -<td class="function">=</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>114</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>6</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>198</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>33</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="right w2m">15</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Kohlensäure</td> -<td class="right right w05m">15</td> -<td class="bracketopen">(</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span></td> -<td colspan="2"> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></td> -<td class="bracketclose">)</td> -<td class="function">=</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>15</sub></td> -<td colspan="2"> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>30</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="right w2m">12</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Wasser</td> -<td class="right right w05m">12</td> -<td class="bracketopen">(</td> -<td colspan="2"> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>2</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span></td> -<td class="bracketclose">)</td> -<td class="function">=</td> -<td colspan="2"> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>24</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>12</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="10"> </td> -<td colspan="4" class="text total"><span class="antiqua">Summa</span></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>240</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>60</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>390</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>120</sub></td> -</tr> - -</table> - -<p>35. Verfolgen wir zuletzt die Metamorphose der Gebilde -in dem Foetus der Kuh und betrachten wir das im Blute der -Mutter zugeführte Protein als den Stoff, welcher eine -Umsetzung erleidet oder erlitten hat, so ergiebt sich, daß -2 At. Protein ohne Hinzutreten von Sauerstoff oder einer -fremden Substanz die Elemente enthalten von 3 At. Allantoin, -4 At. Wasser und 1 At. Choloidinsäure, (Kindspech, -Meconium??).</p> - -<table class="chemsum" summary="chemische Summe"> - -<tr> -<td colspan="18" class="center">2 At. Protein = 2 (<span class="antiqua">C</span><sub>48</sub><span -class="antiqua">N</span><sub>12</sub><span class="antiqua">H</span><sub>72</sub><span class="antiqua">O</span><sub>14</sub>) -+ 2 At. Wasser =<br /><span class="antiqua">C</span><sub>96</sub><span class="antiqua">N</span><sub>24</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>148</sub><span class="antiqua">O</span><sub>30</sub> =<br /></td> -</tr> - -<tr> -<td rowspan="2" class="function mid">=</td> -<td rowspan="2" class="brace padr0">-</td> -<td rowspan="2" class="brace bt bb bl"> </td> -<td class="atoms">3</td> -<td class="center">At.</td> -<td class="text">Allantoin</td> -<td class="atoms">3</td> -<td class="bracketopen">(</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>8</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>8</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>12</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub></td> -<td class="bracketclose">)</td> -<td class="function">=</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>24</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>24</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>36</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>18</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">1</td> -<td class="center">„</td> -<td colspan="9" class="text">Choloidinsäure</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>72</sub></td> -<td> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>112</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>12</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="14"> </td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>96</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>24</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>148</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>30</sub></td> -</tr> - -</table> - -<p><span class="pagenum" id="Page144">[144]</span></p> - -<p>36. Die Elemente von drei Atomen Allantoin, die in obiger -Formel aufgeführt sind, entsprechen aber genau der Anzahl -der Elemente von 2 At. Harnsäure, 2 At. Harnstoff und -2 Atomen Wasser.</p> - -<table class="chemsum" summary="chemische Summe"> - -<tr> -<td rowspan="3" class="right w05m mid">3</td> -<td rowspan="3" class="center">At.</td> -<td rowspan="3" class="text mid">Allantoin</td> -<td rowspan="3" class="function mid">=</td> -<td rowspan="3" class="element mid"><span class="antiqua">C</span><sub>24</sub></td> -<td rowspan="3" class="element mid"><span class="antiqua">N</span><sub>24</sub></td> -<td rowspan="3" class="element mid"><span class="antiqua">H</span><sub>36</sub></td> -<td rowspan="3" class="element mid"><span class="antiqua">O</span><sub>18</sub></td> -<td rowspan="3" class="function mid">=</td> -<td rowspan="3" class="brace padr0">-</td> -<td rowspan="3" class="brace bt bb bl"> </td> -<td class="atoms">2</td> -<td class="center">At.</td> -<td class="text">Harnsäure</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>20</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>16</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>16</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>12</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">2</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Harnstoff</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>4</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>8</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>16</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>4</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">2</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Wasser</td> -<td colspan="2"> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>4</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="14"> </td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>24</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>24</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>36</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>18</sub></td> -</tr> - -</table> - -<p>Die Beziehungen des Allantoins, in dem Harn des Foetus -der Kuh, zu den stickstoffhaltigen Bestandtheilen des Harns -bei athmenden Thieren sind, wie aus der Nebeneinanderstellung -beider Formeln hervorgeht, unverkennbar. In dem Allantoin -befinden sich die Elemente der Harnsäure und des Harnstoffs, -das heißt der stickstoffhaltigen Umsetzungsproducte der Proteinverbindungen.</p> - -<p>37. Wenn wir ferner zu der Formel des Proteins, dreimal -genommen, hinzutreten lassen die Elemente von 4 Atomen -Wasser und von der ganzen Anzahl aller Bestandtheile die -Hälfte der Elemente der Choloidinsäure hinwegnehmen, so -bleibt eine Formel, welche außerordentlich nahe die Zusammensetzung -des Leims ausdrückt.</p> - -<table class="chemsum" summary="chemische Summe"> - -<tr> -<td class="atoms">3</td> -<td class="bracketopen">(</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>48</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>72</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>14</sub></td> -<td class="bracketclose">)</td> -<td class="function">+</td> -<td class="atoms">4</td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>2</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span></td> -<td class="function">=</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>144</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>36</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>224</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>46</sub></td> -<td class="function">=</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="11" class="right">ab <sup>1</sup>⁄<sub>2</sub> At. Choloidinsäure</td> -<td class="function">=</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>36</sub></td> -<td> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>56</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub></td> -<td rowspan="2"> </td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="11" class="right padr9">bleibt</td> -<td class="function">=</td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>108</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>36</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>168</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>40</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="10" class="right padr7">oder</td> -<td class="atoms">4</td> -<td class="bracketopen">(</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>27</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>9</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>42</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></td> -<td class="bracketclose">)</td> -<td class="left padl0"><a id="ENanchor36"></a><a href="#Endnote36" class="enanchor">[E36]</a>.</td> -</tr> - -</table> - -<p><span class="pagenum" id="Page145">[145]</span></p> - -<p>38. Nehmen wir von dieser Formel des Leims die Bestandtheile -von 2 At. Protein hinweg, so bleiben uns die Elemente -des Harnstoffs, der Harnsäure und des Wassers, oder -3 At. Allantoin und 3 At. Wasser.</p> - -<table class="chemsum nobot" summary="chemische Summe"> - -<tr> -<td class="text nowrap">Formel des Leims nach <span class="gesp2">Mulder</span></td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>108</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>168</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>36</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>40</sub></td> -<td rowspan="2"> </td> -</tr> - -<tr> -<td class="center">ab 2 Protein</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>96</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>144</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>24</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>28</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="center">bleiben</td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>12</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>24</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>12</sub></td> -<td class="function">=</td> -</tr> - -</table> - -<table class="chemsum" summary="chemische Summe"> - -<tr> -<td class="atoms">1</td> -<td class="center">At.</td> -<td class="text">Harnsäure</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>10</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>8</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub></td> -<td rowspan="3" class="brace bt br bb"> </td> -<td rowspan="3" class="brace padl0">-</td> -<td rowspan="3" class="function mid">=</td> -<td rowspan="3" class="brace padr0">-</td> -<td rowspan="3" class="brace bt bb bl"> </td> -<td class="atoms">3</td> -<td class="center">At.</td> -<td class="text">Allantoin</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>12</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>18</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>9</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">1</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Harnstoff</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>2</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></td> -<td colspan="7"> </td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">4</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Wasser</td> -<td> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub></td> -<td> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>4</sub></td> -<td class="atoms">3</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Wasser</td> -<td> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>6</sub></td> -<td> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>3</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="19" class="thinline"> </td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3"> </td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>12</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>24</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>12</sub></td> -<td colspan="8"> </td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>12</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>24</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>12</sub></td> -</tr> - -</table> - -<p>39. Abgesehen von dem größeren Stickstoffgehalt, in welchem -diese Zahlenverhältnisse von <span class="gesp2">Mulder’s</span> und <span class="gesp2">Scherer’s</span> -Analysen abweichen, geht aus der gegebenen Auseinandersetzung -hervor, daß, wenn wir zu den Elementen von 2 At. -Protein hinzutreten lassen die Bestandtheile der stickstoffhaltigen -Umsetzungsproducte von einem dritten Atom Protein, -von Harnstoff, Harnsäure und Wasser, oder wenn wir von -drei Atomen Protein hinwegnehmen die Bestandtheile eines -stickstofffreien Körpers, den wir als Zersetzungsproduct der -Choleinsäure ebenfalls erhalten können, daß wir in beiden -Fällen eine der Zusammensetzung der Leimsubstanz nahe -kommende Formel erhalten. Man darf diesen Formeln, wie -ich wiederholt in Erinnerung bringe, keinen höheren Werth -beilegen als sie verdienen; sie sollen zu weiter nichts als<span class="pagenum" id="Page146">[146]</span> -zu Anknüpfungspunkten dienen, um zu richtigeren Vorstellungen -über das Entstehen und Zerfallen der Substanzen zu -gelangen, woraus die thierischen Gebilde bestehen. Es sind -die ersten Versuche zur Auffindung des Weges, den wir einzuschlagen -haben, um das vorgesteckte Ziel zu erreichen, und -dieses Ziel, nach dem wir streben, es kann und muß erreichbar -sein.</p> - -<p>Die Erfahrungen von Allen, die sich mit der Erforschung -der Naturerscheinungen beschäftigt haben, kommen zuletzt -darin überein, daß diese durch weit einfachere Mittel und -Ursachen bedingt und hervorgebracht werden, als man sich -gedacht hat oder als wir uns denken, und gerade ihre Einfachheit -müssen wir als das größte Wunder betrachten.</p> - -<p>Die Leimsubstanz entsteht aus Blut, aus Proteinverbindungen, -sie kann durch Hinzutreten von Ammoniak und -Sauerstoff oder von Wasser, Harnstoff und Harnsäure zu -den Elementen des Proteins, oder durch Austreten einer stickstofffreien -Materie gebildet worden sein. Die Lösung aller -dieser Aufgaben wird minder schwierig, wenn die Fragen -zur Beantwortung reif und klar gestellt sind. Eine jede -Verneinung derselben ist der Anfangspunkt einer neuen -Frage, deren Ermittelung zuletzt die nothwendige Folge der -ersten Fragestellung ist.</p> - -<p>40. In dem Vorhergehenden ist außer der Choleinsäure -keiner der andern Bestandtheile der Galle in Rechnung gezogen -worden, und zwar deswegen, weil man nur bei dieser Säure -mit Bestimmtheit weiß, daß sie Stickstoff enthält. Wenn<span class="pagenum" id="Page147">[147]</span> -nun vorausgesetzt wird, daß ihr Stickstoffgehalt von den -Gebilden herrührt, die sich umgesetzt haben, so ist es nicht -unwahrscheinlich, daß der Kohlenstoff und die übrigen Bestandtheile, -die wir damit vereinigt finden, aus der nämlichen -Quelle entsprungen sind.</p> - -<p>Bei den fleischfressenden Thieren ist es nicht dem geringsten -Zweifel unterworfen, daß die Bestandtheile ihres Harns -und ihrer Galle Produkte der Umsetzung von Proteinverbindungen -sind, denn außer Fett genießen sie nur Stoffe, -welche Protein enthalten oder welche aus Protein entstanden -sind; ihre Nahrung ist identisch mit ihrem Blute, und -es ist vollkommen gleichgültig, welche von beiden als Ausgangspunkt -der chemischen Entwickelung ihrer Metamorphosen -gewählt werden.</p> - -<p>Für den Proceß der Ernährung kann es keinen größern -Widerspruch geben, als wenn vorausgesetzt wird, daß der -Stickstoff der Nahrungsmittel fähig wäre, in den Harn als -Harnstoff überzugehen, ohne vorher zu einem Bestandtheil -der Gebilde geworden zu sein, denn Albumin, der einzige -Bestandtheil des Bluts, der seinem Gewichte nach in Betracht -kommen kann, kann bei seinem Durchgange durch die Leber -nicht die geringste Veränderung erlitten haben, da wir es -in allen Theilen des Körpers von gleicher Beschaffenheit -und Eigenschaften wieder finden. Diese Organe können zu -einer Metamorphose, zu einer Veränderung oder Zersetzung -des Stoffes nicht geeignet sein, aus dem sich alle übrigen -entwickeln.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page148">[148]</span></p> - -<p>41. Aus dem Verhalten des Chylus und der Lymphe geht -mit Zuverlässigkeit hervor, daß die löslichen Bestandtheile -der Speisen oder des Chymus die Form von Albumin erhalten. -Das gekochte Eiweiß, der gekochte oder geronnene -Faserstoff, welche in dem Magen wieder löslich geworden, -ihre Gerinnbarkeit an der Luft oder durch die Hitze aber -verloren hatten, erhalten diese Eigenschaften nach und nach -wieder. In den Chylusgefäßen ist die saure Reaction des -Chymus bereits in die schwach alkalische des Blutes übergegangen, -nach seinem Durchgange durch die Drüsen des -Mesenteriums, in dem Ductus thoracicus angelangt, enthält -er in der Hitze gerinnendes Albumin und scheidet, sich selbst -überlassen, Fibrin ab. Alle Proteinverbindungen, welche -beim Durchgange des Chymus durch die Eingeweide aufgesaugt -wurden, werden zu Albumin, welches, wie die Erfahrung -beim Bebrüten des Hühnerei’s ergiebt, bis auf den -Eisengehalt, der von andern Seiten her geliefert wird, die -Grundbestandtheile aller übrigen Organe enthält.</p> - -<p>Die Frage, was beim Menschen aus den im Ueberschuß -zugeführten Proteinverbindungen wird, welche Verwandlung -die überreichliche stickstoffhaltige Speise erfährt, hat die -practische Medicin längst entschieden. Die Blutgefäße zeigen -sich mit Blut, die übrigen mit Säften überfüllt, und wenn -die Zufuhr an Speisen fortdauert und das Blut oder die -Säfte, die sich zur Blutbildung eignen, keine Verwendung -finden, wenn die löslichen Materien von den dazu bestimmten -Organen nicht aufgenommen werden, so entwickeln<span class="pagenum" id="Page149">[149]</span> -sich in den Eingeweiden, wie bei Fäulnißprocessen, Gase -mannigfaltiger Art, die festen Ausleerungen nehmen in -Farbe, Geruch u. s. w. eine veränderte Beschaffenheit an, und -wenn die Säfte in dem Saug- und Lymphgefäßsystem -eine ähnliche Umsetzung erfahren, so ist dies sogleich in der -Blutmischung sichtbar, und durch dieses nimmt alsdann der -Ernährungsproceß andere Formen an.</p> - -<p>42. Keine von allen diesen Erscheinungen dürfte sich zeigen, -wenn Nieren und Leber fähig wären, eine Zersetzung der -löslich gewordenen, im Ueberschuß zugeführten, Proteinverbindungen -in Harnstoff, Harnsäure und Galle zu bewirken. -Durch alle Beobachtungen, die man hinsichtlich des Einflusses -der stickstoffhaltigen Nahrung auf die Bestandtheile des -Harns gemacht hat, ist diese Voraussetzung nicht im entferntesten -bewiesen, denn dieser Einfluß ist einer andern und -weit einfacheren Interpretation fähig, wenn man mit der -Nahrung die Lebensweise und Gewohnheiten der Personen -in Betracht zieht, welche zu Gegenständen der Beobachtung -gedient haben. Harngries und Harnsteine finden sich bei -Personen, welche sehr wenig animalische Kost genießen. Nie -sind bis jetzt Harnsäure-haltige Concretionen bei Fleisch-fressenden -Säugethieren, welche im freien, wilden Zustande -leben, beobachtet <span class="nowrap">worden<a id="FNanchor9"></a><a -href="#Footnote9" class="fnanchor">[F9]</a></span>, und bei Nationen, welche keine -andere Nahrung als Fleischspeisen genießen, sind Ablagerungen<span class="pagenum" id="Page150">[150]</span> -von Harnsäure-haltigen Concretionen an den Gliedern -oder in der Harnblase völlig unbekannt.</p> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote9"><a href="#FNanchor9"><span class="label">[9]</span></a> -Das Vorkommen des harnsauren Ammoniaks in dem Harnstein von einem -Hunde, der von <span class="gesp2">Lassaigne</span> untersucht wurde, muß bezweifelt werden, -wenn er ihn nicht eigenhändig aus der Blase des Hundes genommen hat.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p>43. Was in Beziehung auf den Ursprung der Galle, oder -richtiger vielleicht, der Choleinsäure bei den Fleisch-fressenden -Thieren als eine unleugbare Wahrheit angesehen werden -muß, kann in keiner Weise für alle Bestandtheile der Galle -gelten, welche von der Leber der Gras- und Körner-fressenden -Thiere secernirt werden, denn es ist bei der so großen -Menge Galle, die von der Leber eines Ochsen secernirt -wird, schlechterdings unmöglich anzunehmen, daß aller Kohlenstoff -derselben von der Substanz der umgesetzten Gebilde -stammt.</p> - -<p>Nehmen wir an, daß die 59 Unzen trockner Galle (von -37 Pfunden secernirter Galle) den nämlichen Stickstoffgehalt -enthielten, wie die Choleinsäure (3,86 <span class="antiqua">p. c.</span>), so würden -wir darin nahe an 4<sup>1</sup>⁄<sub>2</sub> Loth Stickstoff haben, und wenn -dieser Stickstoff von der Substanz der umgesetzten Gebilde -stammt, so könnte sich im höchsten Fall, wenn aller Kohlenstoff -derselben in die Galle übergehen würde, nur eine dem -Gewicht von 14<sup>3</sup>⁄<sub>10</sub> Loth Kohlenstoff entsprechende Menge -Galle bilden, dies ist aber weit unter derjenigen Quantität, -welche den Beobachtungen nach, secernirt wird.</p> - -<p>44. Es müssen nothwendiger Weise, außer den Protein-Verbindungen, -noch Materien anderer Art, an der Bildung -der Galle in dem Organismus des Gras- und Körner-fressenden -Thieres Antheil nehmen, und diese können nur die stickstofffreien -Nahrungsmittel sein.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page151">[151]</span></p> - -<p>45. Der Gallenzucker <span class="gesp2">Gmelin’s</span> (<span class="gesp2">Picromel</span>, <span class="gesp2">Bilin</span> -nach <span class="gesp2">Berzelius</span>), welchen <span class="gesp2">Berzelius</span> als den Hauptbestandtheil -der Galle betrachtet, während ihn <span class="gesp2">Demarçay</span> im -Wesentlichen für Choleinsäure hält, brennt an der Luft -erhitzt wie Harz, liefert ammoniakalische Produkte und giebt, -mit Säuren behandelt, Taurin und die Zersetzungsproducte -der Choleinsäure, mit Alkalien liefert er Ammoniak und -Cholinsäure. Jedenfalls enthält diese Substanz Stickstoff -als Bestandtheil, ein weit kleineres Verhältniß von -Sauerstoff wie Amylon oder Zucker und eine größere Menge -wie die fetten Säuren. Wenn wir in der Metamorphose -des Gallenzuckers oder der Choleinsäure durch ätzende Alkalien -den Stickstoff austreten machen, so erhalten wir -eine krystallisirte, den fetten Säuren außerordentlich ähnliche -Säure (Cholinsäure), fähig mit den Basen Salze zu -bilden, welche die Haupteigenschaften mit den Seifen gemein -haben. Ja wir können sogar diese Hauptbestandtheile der -Galle als Verbindungen von fetten Säuren mit organischen -Oxyden betrachten, ähnlich den gewöhnlichen Fetten, und -nur in sofern von ihnen verschieden, als sich kein Glyceryloxyd -darin befindet. Die Choleinsäure z. B. läßt sich betrachten -als eine Verbindung von Choloidinsäure mit den -Elementen des Allantoins und des Wassers.</p> - -<table class="reaction2lines" summary="reaktion"> - -<tr> -<td><span class="gesp2">Choloidinsäure</span>.</td> -<td> </td> -<td><span class="gesp2">Allantoin</span>.</td> -<td> </td> -<td><span class="gesp2">Wasser</span>.</td> -<td> </td> -<td><span class="gesp2">Choleinsäure</span>.</td> -</tr> - -<tr> -<td><span class="antiqua">C</span><sub>72</sub><span class="antiqua">H</span><sub>112</sub><span class="antiqua">O</span><sub>12</sub></td> -<td>+</td> -<td><span class="antiqua">C</span><sub>4</sub><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub><span class="antiqua">H</span><sub>6</sub><span -class="antiqua">O</span><sub>3</sub></td> -<td>+</td> -<td><span class="antiqua">H</span><sub>14</sub><span class="antiqua">O</span><sub>7</sub></td> -<td>=</td> -<td><span class="antiqua">C</span><sub>76</sub><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub><span class="antiqua">H</span><sub>132</sub><span -class="antiqua">O</span><sub>22</sub></td> -</tr> - -</table> - -<p class="noindent">oder von Cholinsäure, Harnstoff und Wasser:</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page152">[152]</span></p> - -<table class="reaction2lines" summary="reaktion"> - -<tr> -<td><span class="gesp2">Cholinsäure</span>.</td> -<td> </td> -<td><span class="gesp2">Harnstoff</span>.</td> -<td> </td> -<td><span class="gesp2">Wasser</span>.</td> -<td colspan="2"> </td> -</tr> - -<tr> -<td><span class="antiqua">C</span><sub>74</sub><span class="antiqua">H</span><sub>120</sub><span -class="antiqua">O</span><sub>18</sub></td> -<td>+</td> -<td><span class="antiqua">C</span><sub>2</sub><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>8</sub><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></td> -<td>+</td> -<td><span class="antiqua">H</span><sub>4</sub><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></td> -<td>=</td> -<td>Choleinsäure.</td> -</tr> - -</table> - -<p>46. Wenn nun in der That, woran man kaum zweifeln -kann, die Bestandtheile der stickstofffreien Nahrungsmittel an -der Bildung der Galle in dem Körper der Gras-fressenden -Thiere Antheil nehmen, so steht dieser Ansicht, in der Zusammensetzung -der Hauptbestandtheile der Galle, nach dem -gegenwärtigen Zustande unserer Kenntnisse, kein Hinderniß -entgegen.</p> - -<p>Wenn das Amylon hierbei die Hauptrolle übernimmt, so -kann dies in keiner andern Weise geschehen, als daß sich, -ganz ähnlich wie bei seinem Uebergang in Fett, von seinen -Elementen eine gewisse Quantität Sauerstoff trennt, denn -es enthält auf die gleiche Anzahl an Kohlenstoffatomen (auf -72 At.) fünfmal so viel Sauerstoff wie die Choloidinsäure.</p> - -<p>Ohne ein Austreten von Sauerstoff, von den Elementen -des Amylon’s, ist hiernach sein Uebergang in Galle nicht denkbar -und, dies vorausgesetzt, ist die chemische Entwickelung -seiner Verwandlung in eine zwischen seiner eignen und der Zusammensetzung -der fetten Säuren stehenden Verbindung keinerlei -Schwierigkeit unterworfen.</p> - -<p>47. Um diese Auseinandersetzung nicht zu einem müssigen -Spiele mit Formeln zu machen und um den Hauptzweck -nicht aus den Augen zu verlieren, führt also die Betrachtung -des quantitativen Verhältnisses der in dem Körper der Gras-fressenden -Thiere abgesonderten Galle zu folgenden Schlüssen:</p> - -<p>Die Hauptbestandtheile der Galle der Gras-fressenden<span class="pagenum" id="Page153">[153]</span> -Thiere enthalten Stickstoff; dieser Stickstoff stammt von Protein-Verbindungen.</p> - -<p>Sie enthält eine größere Menge Kohlenstoff als der -genossenen stickstoffhaltigen Nahrung, oder der Substanz ihrer -Gebilde entspricht, die in ihrem Lebensprocesse eine Veränderung -erlitten haben.</p> - -<p>Ein Theil dieses Kohlenstoffs <span class="gesp2">muß</span> demnach von den -stickstofffreien Nahrungsmitteln geliefert werden und, um in -einen <span class="gesp2">stickstoffhaltigen</span> Bestandtheil der Galle überzugehen, -<span class="gesp2">müssen</span> sich nothwendig eine gewisse Anzahl ihrer Elemente -verbunden haben <span class="gesp2">mit einem stickstoffhaltigen Körper, -der aus einer Proteinverbindung entstanden ist</span>.</p> - -<p>Für diesen Schluß ist es ganz gleichgültig, ob man annimmt, -daß die Protein-Verbindung von der Nahrung oder -den Gebilden stammt.</p> - -<p>48. Es ist neuerlichst von <span class="gesp2">Ure</span> angegeben worden, daß -Benzoesäure innerlich gegeben, in dem Harn als Hippursäure -wieder erscheint.</p> - -<p>Wenn sich diese Beobachtung bestätigen <span class="nowrap">sollte<a -id="FNanchor10"></a><a href="#Footnote10" class="fnanchor">[F10]</a></span>, so erlangt -sie eine große physiologische Bedeutung, weil sie offenbar -beweisen würde, daß der Akt der Umsetzung der Gebilde im -Thierkörper, durch gewisse, in den Speisen genossene Materien,<span class="pagenum" id="Page154">[154]</span> -eine andere Form in Beziehung auf die neugebildeten -Verbindungen annimmt, denn die Hippursäure enthält die -Elemente des milchsauren Harnstoffs, in dessen Zusammensetzung -die Elemente der Benzoesäure eingetreten sind.</p> - -<table class="chemsum" summary="chemische Summe"> - -<tr> -<td class="atoms">1</td> -<td class="center">At.</td> -<td class="text">Harnstoff</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>2</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></td> -<td rowspan="3" class="brace bt br bb"> </td> -<td rowspan="3" class="brace padl0">-</td> -<td rowspan="3"> </td> -<td rowspan="3" class="brace padr0">-</td> -<td rowspan="3" class="brace bt bb bl"> </td> -<td class="function">=</td> -<td class="atoms">2</td> -<td colspan="2" class="text">At. kryst. Hippursäure.</td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">1</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Milchsäure</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>6</sub></td> -<td> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>4</sub></td> -<td colspan="2"> </td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">2</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Benzoesäure</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>28</sub></td> -<td> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>20</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub></td> -<td class="function">=</td> -<td class="atoms">2</td> -<td class="text"><span class="antiqua">C</span><sub>18</sub> <span class="antiqua padl1">N</span><sub>2</sub> -<span class="antiqua padl1">H</span><sub>18</sub><span class="antiqua padl1">O</span><sub>6</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="15" class="thinline"> </td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3"> </td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>36</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>36</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>12</sub>.</td> -<td colspan="8"> </td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote10"><a href="#FNanchor10"><span class="label">[10]</span></a> -Die Analyse der aus dem Harn beim Zusatz von Salzsäure sich -abscheidenden Krystalle ist nicht gemacht worden. Ure’s Angabe, daß in -Salpetersäure aufgelös’te Hippursäure beim Zusatz von Ammoniak sich -röthet, ist übrigens falsch, sie beweis’t, daß die von ihm erhaltenen Krystalle -Harnsäure enthielten.</p> - -</div><!--blockquote--> - -<p>49. Wenn wir uns den Akt der Umsetzung der Gebilde -in dem Körper der Gras-fressenden Thiere, auf eine ähnliche -Weise denken, wie bei den Fleisch-fressenden, so wird ihr -Blut, in den letzten Produkten der Umsetzung, von allen -Organen zusammengenommen, Choleinsäure, Harnsäure und -Ammoniak (<a href="#Page138">S. 138</a>) liefern müssen, und wenn wir der Harnsäure -eine ähnliche Wirkung zuschreiben wie der Benzoesäure -in <span class="gesp2">Ure’s</span> Beobachtung, daß nämlich durch ihre Gegenwart -die weitere Umsetzung eine andere Form annimmt, -insofern ihre Elemente in die neuentstehenden Produkte -mit aufgenommen werden, so ergiebt sich z. B., daß -2 At. Protein, zu welchen die Elemente von 3 At. Harnsäure -und zwei Atome Sauerstoff treten, zur Bildung von -Hippursäure und Harnstoff Veranlassung geben können.</p> - -<table class="chemsum" summary="chemische Summe"> - -<tr> -<td rowspan="4" colspan="3"> </td> -<td class="atoms">2</td> -<td class="center">At.</td> -<td class="text">Protein</td> -<td class="atoms">2</td> -<td class="bracketopen">(</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>48</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>72</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>14</sub></td> -<td class="bracketclose">)</td> -<td class="function">=</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>96</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>24</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>144</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>28</sub></td> -<td rowspan="3"> </td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">3</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Harnsäure</td> -<td class="atoms">3</td> -<td class="bracketopen">(</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>10</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>8</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub></td> -<td class="bracketclose">)</td> -<td class="function">=</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>30</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>24</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>24</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>18</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">2</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Sauerstoff</td> -<td colspan="11"> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="11" class="right padr1"><span class="antiqua">in Summa</span></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>126</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>48</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>168</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>48</sub></td> -<td class="function">=</td> -</tr> - -</table> - -<p><span class="pagenum" id="Page155">[155]</span></p> - -<table class="chemsum" summary="chemische Summe"> - -<tr> -<td rowspan="2" class="function mid">=</td> -<td rowspan="2" class="brace padr0">-</td> -<td rowspan="2" class="brace bt bb bl"> </td> -<td class="atoms">6</td> -<td class="center">At.</td> -<td class="text">Hippursäure</td> -<td class="atoms">6</td> -<td class="bracketopen">(</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>18</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>16</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>5</sub></td> -<td class="bracketclose">)</td> -<td class="function">=</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>108</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>96</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>30</sub></td> -<td rowspan="3"> </td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">9</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Harnstoff</td> -<td class="atoms">9</td> -<td class="bracketopen">(</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>2</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></td> -<td class="bracketclose">)</td> -<td class="function">=</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>18</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>36</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>72</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>18</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="14"> </td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>126</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>48</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>168</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>48</sub>.</td> -</tr> - -</table> - -<p>50. Wenn wir zuletzt festhalten, daß bei den Gras-fressenden -Thieren, die stickstofffreien Nahrungsmittel (Amylon u. s. w.) -eine bestimmte Rolle in der Bildung der Galle spielen müssen, -daß zu ihren Elementen ein stickstoffhaltiger Körper nothwendig -treten muß, um die stickstoffhaltigen Bestandtheile -der Galle hervorzubringen, so ergiebt sich als das bemerkenswertheste -Resultat dieser Combinationen, daß die Elemente -des Amylons und die der Hippursäure, gleich sind, den Elementen -der Choleinsäure, plus einer gewissen Menge Kohlensäure.</p> - -<table class="chemsum" summary="chemische Summe"> - -<tr> -<td class="atoms">2</td> -<td class="center">At.</td> -<td class="text">Hippursäure</td> -<td class="atoms">2</td> -<td class="bracketopen">(</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>18</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>16</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>5</sub></td> -<td class="bracketclose">)</td> -<td class="function">=</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>36</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>32</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">5</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Amylon</td> -<td class="atoms">5</td> -<td class="bracketopen">(</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>12</sub></td> -<td> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>20</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></td> -<td class="bracketclose">)</td> -<td class="function">=</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>60</sub></td> -<td> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>100</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>50</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">2</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Sauerstoff</td> -<td colspan="11"> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="11"> </td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>96</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>132</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>62</sub></td> -</tr> - -</table> - -<table class="chemsum" summary="chemische Summe"> - -<tr> -<td rowspan="2" class="function mid">=</td> -<td rowspan="2" class="brace padr0">-</td> -<td rowspan="2" class="brace bt bb bl"> </td> -<td class="atoms">2</td> -<td class="center">At.</td> -<td class="text">Choleinsäure</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>76</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>132</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>22</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">20</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Kohlensäure</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>20</sub></td> -<td colspan="2"> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>40</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="6"> </td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>96</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>132</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>62</sub>.</td> -</tr> - -</table> - -<p>51. Da nun die Hippursäure neben Harnstoff aus den -Proteinverbindungen entstehen kann, wenn in die Zusammensetzung -derselben die Elemente der Harnsäure aufgenommen -werden (<a href="#Page154">S. 154</a>), da ferner Harnsäure, Ammoniak und Choleinsäure -(<a href="#Page138">S. 138</a>) die Elemente des Proteins in einer nahe gleichen -Anzahl von Elementen enthalten, so ist klar, daß, wenn<span class="pagenum" id="Page156">[156]</span> -beim Hinzutritt von Sauerstoff und den Elementen des -Wassers, von 5 At. Protein die Bestandtheile der Choleinsäure -und Ammoniak austreten, wir die Elemente der Hippursäure -und des Harnstoffs übrig behalten, und wenn ferner -bei diesem Austreten und der weiter vorgehenden Umsetzung -die Elemente von Amylon sich gegenwärtig befinden und in -die neu entstehenden Verbindungen eintreten, so erhalten wir -eine neue Menge Choleinsäure, sowie eine gewisse Quantität -gasförmige Kohlensäure.</p> - -<p><span class="gesp2">Dies will also sagen, daß, wenn die Elemente -von Protein und Amylon sich bei Gegenwart von -Sauerstoff und Wasser neben und mit einander -umsetzen, wir als Produkte dieser Umsetzung -Harnstoff, Choleinsäure, Ammoniak und Kohlensäure -und außer diesen kein anderes Produkt -erhalten</span>.</p> - -<table class="chemsum" summary="chemische Summe"> - -<tr> -<td colspan="11" class="center highline2">Die Elemente von</td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">5</td> -<td class="center">At.</td> -<td class="text">Protein</td> -<td rowspan="4" class="brace bt br bb"> </td> -<td rowspan="4" class="brace padr0">-</td> -<td rowspan="4" class="function mid">=</td> -<td rowspan="4" class="brace padl0">-</td> -<td rowspan="4" class="brace bt bb bl"> </td> -<td class="atoms">9</td> -<td class="center">At.</td> -<td class="text">Choleinsäure.</td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">15</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Amylon</td> -<td class="atoms">9</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Harnstoff.</td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">12</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Wasser</td> -<td class="atoms">60</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Kohlensäure.</td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">5</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Sauerstoff</td> -<td class="atoms">6</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Ammoniak.</td> -</tr> - -</table> - -<table class="chemsum" summary="chemische Summe"> - -<tr> -<td colspan="2"> </td> -<td colspan="14" class="text highline2"><span class="padl1">Es sind nemlich:</span></td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">5</td> -<td class="center">At.</td> -<td class="text">Protein</td> -<td class="function">=</td> -<td class="atoms">5</td> -<td class="bracketopen">(</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>48</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>72</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>14</sub></td> -<td class="bracketclose">)</td> -<td class="function">=</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>240</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>60</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>360</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>70</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">15</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Amylon</td> -<td class="function">=</td> -<td class="atoms">15</td> -<td class="bracketopen">(</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>12</sub></td> -<td> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>20</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></td> -<td class="bracketclose">)</td> -<td class="function">=</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>180</sub></td> -<td> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>300</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>150</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">12</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Wasser</td> -<td class="function">=</td> -<td class="atoms">12</td> -<td class="bracketopen">(</td> -<td colspan="2"> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>2</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span></td> -<td class="bracketclose">)</td> -<td class="function">=</td> -<td colspan="2"> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>24</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>12</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">5</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Sauerstoff</td> -<td class="function">=</td> -<td class="atoms">5</td> -<td class="bracketopen">(</td> -<td colspan="3"> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span></td> -<td class="bracketclose">)</td> -<td class="function">=</td> -<td colspan="3"> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>5</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="10" class="right"><span class="antiqua">in Summa</span></td> -<td> </td> -<td class="function">=</td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>420</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>60</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>684</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>237</sub></td> -</tr> - -</table> - -<p><span class="pagenum" id="Page157">[157]</span></p> - -<table class="chemsum" summary="chemische Summe"> - -<tr> -<td rowspan="4" class="function mid">=</td> -<td rowspan="4" class="brace padr0">-</td> -<td rowspan="4" class="brace bt bb bl"> </td> -<td class="atoms">9</td> -<td class="center">At.</td> -<td class="text">Choleinsäure</td> -<td class="function">=</td> -<td class="atoms">9</td> -<td class="bracketopen">(</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>38</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>66</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>11</sub></td> -<td class="bracketclose">)</td> -<td class="function">=</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>342</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>18</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>594</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>99</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">9</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Harnstoff</td> -<td class="function">=</td> -<td class="atoms">9</td> -<td class="bracketopen">(</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>2</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></td> -<td class="bracketclose">)</td> -<td class="function">=</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>18</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>36</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>72</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>18</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">60</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Kohlensäure</td> -<td class="function">=</td> -<td class="atoms">60</td> -<td class="bracketopen">(</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span></td> -<td colspan="2"> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></td> -<td class="bracketclose">)</td> -<td class="function">=</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>60</sub></td> -<td colspan="2"> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>120</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">6</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Ammoniak</td> -<td class="function">=</td> -<td class="atoms">6</td> -<td class="bracketopen">(</td> -<td> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>3</sub></td> -<td> </td> -<td class="bracketclose">)</td> -<td class="function">=</td> -<td> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>6</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>18</sub></td> -<td> </td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="13" class="right"><span class="antiqua">in Summa</span></td> -<td> </td> -<td class="function">=</td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>420</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>60</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>684</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>237</sub>.</td> -</tr> - -</table> - -<p>Die Umsetzung der in dem Thierkörper vorhandenen -Protein-Verbindungen wird bewirkt durch den im arteriellen -Blut zugeführten Sauerstoff, und wenn die Bestandtheile des -in dem Magen des Thieres löslich gewordenen und in allen -Theilen des Körpers verbreiteten Amylons in die neu entstandenen -Verbindungen mit aufgenommen werden, so erhalten -wir die Hauptbestandtheile der Se- und Excretionen -des Thierkörpers; Kohlensäure als Excretion der Lunge, -Harnstoff und kohlensaures Ammoniak als Excretion der -Nieren, Choleinsäure als Secret der Leber.</p> - -<p>Der Ansicht, daß ein Theil des Kohlenstoffs der stickstofffreien -Nahrungsmittel in die Galle übergehen kann, steht -mithin in der chemischen Zusammensetzung der Stoffe, welche -denkbarer Weise an dem Stoffwechsel im Thier Antheil nehmen -können, kein Hinderniß entgegen.</p> - -<p>52. Das Fett verschwindet in dem Thierkörper bei gehöriger -Zufuhr von Sauerstoff, beim Mangel an Sauerstoff -kann die Choleinsäure übergehen in Hippursäure, Lithofellinsäure -und Wasser. Die <span class="nowrap">Lithofellinsäure<a id="ENanchor37"></a><a href="#Endnote37" -class="enanchor">[E37]</a></span> ist bekanntlich -der Hauptbestandtheil der in gewissen Gras-fressenden Thieren -vorkommenden Bezoare.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page158">[158]</span></p> - -<table class="chemsum" summary="chemische Summe"> - -<tr> -<td class="atoms">2</td> -<td class="center">At.</td> -<td class="text">Choleinsäure</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>76</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>132</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>22</sub></td> -<td rowspan="3" class="brace bt br bb"> </td> -<td rowspan="3" class="brace padl0">-</td> -<td class="atoms">2</td> -<td class="center">At.</td> -<td class="text">Hippursäure</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>36</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>32</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="7"> </td> -<td class="atoms">1</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Lithofellinsäure</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>40</sub></td> -<td> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>72</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>8</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">10</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Sauerstoff</td> -<td colspan="3"> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></td> -<td class="atoms">14</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Wasser</td> -<td colspan="2"> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>28</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>14</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="16" class="thinline"> </td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3"> </td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>76</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>132</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>32</sub></td> -<td colspan="5"> </td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>76</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>132</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>32</sub></td> -</tr> - -</table> - -<p>53. Zur Erzeugung von Galle im Thierkörper gehört -unter allen Umständen eine gewisse Quantität Natron, ohne -die Gegenwart einer Natronverbindung kann sich keine Galle -bilden. Bei Abwesenheit von Natron kann sich durch Umsetzung -der Proteingebilde nur Fett und Harnstoff bilden. -Denken wir uns das Fett nach der empirischen Formel -<span class="antiqua">C</span><sub>11</sub><span class="antiqua">H</span><sub>20</sub><span class="antiqua">O</span> -zusammengesetzt, so haben wir beim Hinzutreten -von Wasser und Sauerstoff zu den Elementen des Proteins -die Bestandtheile des Fettes, der Kohlensäure und des -Harnstoffs.</p> - -<table class="chemsum" summary="chemische Summe"> - -<tr> -<td colspan="2" class="center">Protein.</td> -<td> </td> -<td colspan="2" class="center">Wasser.</td> -<td> </td> -<td colspan="2" class="center">Sauer-<br />stoff.</td> -<td colspan="3"> </td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">2</td> -<td class="center">(<span class="antiqua">C</span><sub>48</sub><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>72</sub><span class="antiqua">O</span><sub>14</sub>)</td> -<td class="function">+</td> -<td class="atoms">12</td> -<td class="center"><span class="antiqua">H</span><sub>2</sub><span class="antiqua">O</span></td> -<td class="function">+</td> -<td class="atoms">14</td> -<td class="center"><span class="antiqua">O</span></td> -<td class="function">=</td> -<td class="center"><span class="antiqua">C</span><sub>96</sub><span class="antiqua">N</span><sub>24</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>168</sub><span class="antiqua">O</span><sub>54</sub></td> -<td class="function">=</td> -</tr> - -</table> - -<table class="chemsum notop" summary="chemische Summe"> - -<tr> -<td rowspan="3" class="function mid">=</td> -<td rowspan="3" class="brace padr0">-</td> -<td rowspan="3" class="brace bt bb bl"> </td> -<td class="atoms">6</td> -<td class="center">At.</td> -<td class="text">Harnstoff</td> -<td class="function">=</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>12</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>24</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>48</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>12</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="text">Fett</td> -<td class="function">=</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>66</sub></td> -<td> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>120</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">18</td> -<td colspan="2" class="text">Kohlensäure</td> -<td class="function">=</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>18</sub></td> -<td colspan="2"> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>36</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="7"> </td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>96</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>24</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>168</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>54</sub>.</td> -</tr> - -</table> - -<p>Die Zusammensetzung aller Fette liegt zwischen den empirischen -Formeln <span class="antiqua">C</span><sub>11</sub><span class="antiqua">H</span><sub>20</sub><span class="antiqua">O</span> -oder <span class="antiqua">C</span><sub>12</sub><span class="antiqua">H</span><sub>20</sub><span class="antiqua">O</span>. Gehen wir -von der letzteren aus, so geben die Elemente von Protein -(2 <span class="antiqua">Pr.</span>) beim Hinzutreten von 2 At. Sauerstoff und 12 At. -Wasser, 6 At. Harnstoff, Fett (<span class="antiqua">C</span><sub>72</sub><span class="antiqua">H</span><sub>120</sub><span -class="antiqua">O</span><sub>6</sub>) und 12 At. -Kohlensäure.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page159">[159]</span></p> - -<p>Bemerkenswerth in Beziehung auf die Bildung des Fettes -bleibt es immer, daß die Abwesenheit des Kochsalzes -(eine Natrium-Verbindung, welche dem Organismus das -Natron liefert) die Fettbildung begünstigt, daß das Mästen -eines Thieres unmöglich gemacht wird, wenn wir seiner -Nahrung einen Ueberfluß von Kochsalz, wiewohl weniger als -nöthig wäre, um Purgiren zu bewirken, zusetzen.</p> - -<p>54. Als eine Art von Ueberblick über die Metamorphosen -der stickstoffhaltigen Secrete des Thierkörpers, ist es hier -ganz an seinem Orte, die Aufmerksamkeit darauf hinzulenken, -daß die stickstoffhaltigen Producte der Metamorphose der -Galle, identisch sind mit den Bestandtheilen des Harns, mit -welchen die Elemente des Wassers in Verbindung getreten sind.</p> - -<table class="chemsum" summary="chemische Summe"> - -<tr> -<td class="atoms">1</td> -<td class="center">At.</td> -<td class="text">Harnsäure</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>10</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>8</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub></td> -<td rowspan="3" class="brace bt br bb"> </td> -<td rowspan="3" class="brace padl0">-</td> -<td rowspan="3" class="function mid">=</td> -<td rowspan="3" class="brace padl0">-</td> -<td rowspan="3" class="brace bt bb bl"> </td> -<td class="atoms">3</td> -<td class="center">At.</td> -<td class="text">Taurin</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>12</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>6</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>42</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>30</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">1</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Harnstoff</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>2</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">22</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Wasser</td> -<td colspan="2"> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>44</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>22</sub></td> -<td class="atoms">3</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Ammoniak</td> -<td> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>6</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>18</sub></td> -<td> </td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="19" class="thinline"> </td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3"> </td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>12</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>60</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>30</sub></td> -<td colspan="8"> </td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>12</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>60</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>30</sub>.</td> -</tr> - -</table> - -<table class="chemsum" summary="chemische Summe"> - -<tr> -<td class="atoms">1</td> -<td class="center">At.</td> -<td class="text">Allantoin</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>4</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>6</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>3</sub></td> -<td rowspan="2" class="brace bt br bb"> </td> -<td rowspan="2" class="brace padl0">-</td> -<td rowspan="2" class="function mid">=</td> -<td rowspan="2" class="brace padr0">-</td> -<td rowspan="2" class="brace bt bb bl"> </td> -<td class="atoms">1</td> -<td class="center">At.</td> -<td class="text">Taurin</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>4</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>14</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">7</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Wasser</td> -<td colspan="2"> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>14</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>7</sub></td> -<td class="atoms">1</td> -<td class="center">Aeq.</td> -<td class="text">Ammoniak</td> -<td> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>6</sub></td> -<td> </td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="19" class="thinline"> </td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3"> </td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>4</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>20</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></td> -<td colspan="8"> </td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>4</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>20</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub>.</td> -</tr> - -</table> - -<p>55. Für die Metamorphosen der Harnsäure und der -stickstoffhaltigen Umsetzungsproducte der Galle, ist es nicht -minder bedeutungsvoll, daß beim Hinzutreten von Sauerstoff -und Wasser zu den Bestandtheilen der Harnsäure, Taurin und -Harnstoff, oder Taurin, Kohlensäure und Ammoniak entstehen -kann.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page160">[160]</span></p> - -<table class="chemsum" summary="chemische Summe"> - -<tr> -<td rowspan="5"> </td> -<td class="atoms">1</td> -<td class="center">At.</td> -<td class="text">Harnsäure</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>10</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>8</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub></td> -<td rowspan="9" class="zerowidth"> </td> -<td rowspan="3" class="brace bt br bb"> </td> -<td rowspan="3" class="brace padl0">-</td> -<td rowspan="3" class="function mid">=</td> -<td rowspan="2" class="brace padr0">-</td> -<td rowspan="2" class="bt bb bl"> </td> -<td rowspan="9" class="zerowidth"> </td> -<td class="atoms">2</td> -<td class="center">At.</td> -<td class="text">Taurin</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>8</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>28</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>20</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">14</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Wasser</td> -<td colspan="2"> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>28</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>14</sub></td> -<td class="atoms">1</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Harnstoff</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>2</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">2</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Sauerstoff</td> -<td colspan="3"> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></td> -<td colspan="2"> </td> -<td colspan="3"> </td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>10</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>8</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>36</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>22</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="7" class="thinline"> </td> -<td colspan="5" class="thinline"> </td> -<td colspan="7" class="thinline"> </td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3"> </td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>10</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>8</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>36</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>22</sub></td> -<td rowspan="2" class="brace bt br bb"> </td> -<td rowspan="2" class="brace padl0">-</td> -<td rowspan="4" class="function mid">=</td> -<td rowspan="4" class="brace padr0">-</td> -<td rowspan="4" class="brace bt bb bl"> </td> -<td class="atoms">2</td> -<td class="center">At.</td> -<td class="text">Taurin</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>8</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>28</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>20</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="text">Hierzu</td> -<td class="atoms">2</td> -<td class="center">At.</td> -<td class="text">Wasser</td> -<td colspan="2"> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>4</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></td> -<td class="atoms">2</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Kohlensäure</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>2</sub></td> -<td colspan="2"> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>4</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="8" class="thinline"> </td> -<td colspan="2" class="thinline"> </td> -<td colspan="7" class="thinline"> </td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="4"> </td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>10</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>8</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>40</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>24</sub></td> -<td colspan="2"> </td> -<td class="atoms">2</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Ammoniak</td> -<td> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>12</sub></td> -<td> </td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="8"> </td> -<td colspan="5"> </td> -<td colspan="3"> </td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>10</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>8</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>40</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>24</sub></td> -</tr> - -</table> - -<p>56. Alloxan plus einer gewissen Menge Wasser, ist in seiner -Zusammensetzung gleich der des Taurin, das letztere enthält -zuletzt die Elemente des sauren oxalsauren Ammoniaks.</p> - -<table class="chemsum" summary="chemische Summe"> - -<tr> -<td colspan="10"> </td> -<td colspan="7" class="center"><span class="gesp2">Taurin</span>.</td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">1</td> -<td class="center">At.</td> -<td class="text"><span class="nowrap">Alloxan<a id="FNanchor11"></a><a href="#Footnote11" class="fnanchor">[F11]</a></span></td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>8</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></td> -<td rowspan="2" class="brace bt br bb"> </td> -<td rowspan="2" class="brace padl0">-</td> -<td rowspan="2" class="function mid">=</td> -<td rowspan="2" class="atoms">2</td> -<td rowspan="2" class="bracketopen">(</td> -<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">C</span><sub>4</sub></td> -<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub></td> -<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">H</span><sub>14</sub></td> -<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></td> -<td rowspan="2" class="bracketclose">)</td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">10</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Wasser</td> -<td colspan="2"> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>20</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></td> -</tr> - -</table> - -<table class="chemsum" summary="chemische Summe"> - -<tr> -<td rowspan="3" class="atoms">1</td> -<td rowspan="3" class="center">At.</td> -<td rowspan="3" class="text mid">Taurin</td> -<td rowspan="3" class="element mid"><span class="antiqua">C</span><sub>4</sub></td> -<td rowspan="3" class="element mid"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub></td> -<td rowspan="3" class="element mid"><span class="antiqua">H</span><sub>14</sub></td> -<td rowspan="3" class="element mid"><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></td> -<td rowspan="3" class="function mid">=</td> -<td rowspan="3" class="brace padr0">-</td> -<td rowspan="3" class="brace bt bb bl"> </td> -<td class="atoms">2</td> -<td class="center">At.</td> -<td class="text">Oxalsäure</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>4</sub></td> -<td colspan="2"> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">1</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Ammoniak</td> -<td> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>6</sub></td> -<td> </td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">4</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Wasser</td> -<td colspan="2"> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>4</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="13"> </td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>4</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>14</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote11"><a href="#FNanchor11"><span class="label">[11]</span></a> -Es wäre von großem Interesse, die Wirkung des Alloxans auf -den menschlichen Körper zu untersuchen; zwei bis drei Drachmen im -krystallisirten Zustande Kaninchen gegeben, gaben keine schädlichen Wirkungen -zu erkennen. Beim Menschen schien eine starke Dosis nur auf die Urinsecretion -von Einfluß zu sein. Bei gewissen Krankheiten der Leber dürfte -das Alloxan eins der wichtigsten Arzneimittel abgeben.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p>57. Die Vergleichung des Kohlenstoffgehaltes der in dem -Körper eines Gras-fressenden Thieres secernirten Galle, -mit der Kohlenstoffmenge seiner Gebilde oder seiner stickstoffhaltigen -Nahrungsmittel, welche in Folge des Stoffwechsels -in Galle übergehen können, führt, wie sich aus dem Vorhergehenden -ergiebt, auf einen großen Unterschied.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page161">[161]</span></p> - -<p>Die Kohlenstoffmenge der secernirten Galle beträgt im -geringsten Falle mehr wie das 5fache, von dem was durch -den Stoffwechsel ihrer Gebilde oder die stickstoffhaltigen Bestandtheile -ihrer Nahrung der Leber zugeführt werden kann, -und der Schluß, daß an der Bildung der Galle bei diesen -Thieren, die stickstofffreien Bestandtheile ihrer Nahrung einen -ganz bestimmten Antheil nehmen, darf als wohlbegründet -angesehen werden, denn es giebt keine Erfahrung oder Beobachtung, -die seiner Richtigkeit entgegenstände.</p> - -<p>58. Es ist in dem Obigen der analytische Beweis niedergelegt, -daß aus allen Bestandtheilen des Harns, aus Hippursäure, -Harnsäure und Allantoin, die stickstoffhaltigen Producte -der Umsetzung der Galle, nämlich Ammoniak und Taurin -entstehen können, und wenn wir uns daran erinnern, daß -durch ein bloßes Austreten von Sauerstoff und Wasser, aus -den Bestandtheilen des Amylon, Choloidinsäure gebildet werden -kann,</p> - -<table class="chemsum" summary="chemische Summe"> - -<tr> -<td class="atoms">6</td> -<td class="center">At.</td> -<td colspan="3" class="text">Amylon</td> -<td class="function">=</td> -<td class="atoms">6</td> -<td class="bracketopen">(</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>12</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>20</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></td> -<td class="bracketclose">)</td> -<td class="function">=</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>72</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>120</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>60</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="2"> </td> -<td colspan="3" class="text">hiervon ab</td> -<td colspan="11"> </td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">44</td> -<td class="center">At.</td> -<td class="text">Sauerstoff</td> -<td rowspan="2" class="brace bt br bb"> </td> -<td rowspan="2" class="brace padl0">-</td> -<td rowspan="2" colspan="9"> </td> -<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub></td> -<td rowspan="2" class="element mid"><span class="antiqua">O</span><sub>48</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">4</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Wasser</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="2"> </td> -<td colspan="10" class="text">bleibt Choloidinsäure</td> -<td class="function">=</td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>72</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>112</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>12</sub></td> -</tr> - -</table> - -<p class="noindent">daß zuletzt die Choloidinsäure, das Ammoniak und Taurin -die Elemente der Choleinsäure in sich schließen,</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page162">[162]</span></p> - -<table class="chemsum" summary="chemische Summe"> - -<tr> -<td class="atoms">1</td> -<td class="center">At.</td> -<td colspan="2" class="text">Choloidinsäure</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>72</sub></td> -<td> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>112</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>12</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">1</td> -<td class="center">„</td> -<td colspan="2" class="text">Taurin</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>4</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>14</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">2</td> -<td class="center">„</td> -<td colspan="2" class="text">Ammoniak</td> -<td> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>6</sub></td> -<td> </td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="2"> </td> -<td class="text">Choleinsäure</td> -<td class="function">=</td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>76</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>132</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>22</sub></td> -</tr> - -</table> - -<p class="noindent">so wird durch die Kenntniß dieser Thatsachen, ein jeder -Widerspruch gegen die Möglichkeit dieser Vorgänge entfernt.</p> - -<p>59. Die chemische Analyse sowohl wie die Beobachtung des -lebenden Thierkörpers unterstützen sich alle gegenseitig; sie -führen beide zu dem Schlusse, daß eine gewisse Quantität -des Kohlenstoffs der stickstofffreien Nahrungsstoffe (Respirationsstoffe) -von der Leber in der Form von Galle secernirt -wird, daß ferner die stickstoffhaltigen Producte der Umsetzung -der Gebilde der Gras-fressenden Thiere nicht direct und unmittelbar -wie bei den Fleischfressern zu den Nieren gelangen, -sondern daß sie vor ihrem Austreten durch die Harnblase, -in gewissen anderen Processen, und namentlich in der -Bildung der Galle eine Rolle übernehmen.</p> - -<p>Mit den Elementen der stickstofffreien Nahrungsstoffe -werden sie der Leber zugeführt, sie kehren in der Form von -Galle wieder in den Körper zurück und werden erst zuletzt, -wenn sie zur Bildung des allgemeinsten Respirationsmittels -gedient haben, durch die Nieren aus dem Körper entfernt.</p> - -<p>60. Wenn wir den Harn sich selbst überlassen, so verwandelt -sich der darin enthaltene Harnstoff in kohlensaures Ammoniak; -seine Elemente sind genau in dem Verhältniß zugegen, -daß mit dem Hinzutreten der Elemente des Wassers<span class="pagenum" id="Page163">[163]</span> -aller Kohlenstoff in Kohlensäure, aller Wasserstoff in Ammoniak -übergehen kann.</p> - -<table class="chemsum" summary="chemische Summe"> - -<tr> -<td class="atoms">1</td> -<td class="center">At.</td> -<td class="text">Harnstoff</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>2</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></td> -<td rowspan="2" class="brace bt br bb"> </td> -<td rowspan="2" class="brace padl0">-</td> -<td rowspan="2" class="function mid">=</td> -<td rowspan="2" class="brace padr0">-</td> -<td rowspan="2" class="brace bt bb bl"> </td> -<td class="atoms">2</td> -<td class="center">At.</td> -<td class="text">Kohlensäure</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>2</sub></td> -<td colspan="2"> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>4</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">2</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Wasser</td> -<td colspan="2"> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>4</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></td> -<td class="atoms">2</td> -<td class="center">Aeq.</td> -<td class="text">Ammoniak</td> -<td> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>12</sub></td> -<td> </td> -</tr> - -</table> - -<p>61. Wären wir im Stande, aus Harnsäure oder Allantoin -geradezu Taurin und Ammoniak darzustellen, so möchte dies -wohl als ein weiterer Beweis für den Antheil angesehen -werden dürfen, welcher diesen Materien an der Bildung der -Galle zugeschrieben worden ist, allein es darf nicht als Einwurf -betrachtet werden, wenn diese Verwandlung mit den -Mitteln, die uns zu Gebote stehen, nicht bewirkt werden -kann. Ein solcher Einwurf verliert seine Bedeutung, wenn -man berücksichtigt, daß das Vorhandensein von Taurin und -Ammoniak in der Galle schlechterdings nicht vorausgesetzt -werden kann, ja daß es sogar nicht einmal wahrscheinlich -ist, daß sie in der Form, wie wir sie als Zersetzungsproducte -der Galle bekommen, wirkliche Bestandtheile davon -ausmachen.</p> - -<p>Durch die Einwirkung der Salzsäure auf Galle zwingen -wir gewissermaßen ihre Elemente in solchen Formen zusammenzutreten, -welche durch den nämlichen einwirkenden -Körper keiner weiteren Veränderung mehr fähig sind, und -wenn wir uns anstatt der Salzsäure des Kali’s bedienen, -so erhalten wir die nämlichen Elemente, wiewohl in einer -andern und ganz verschiedenen Weise geordnet. Wäre Taurin -als solches in der Galle vorhanden, so müßte man durch<span class="pagenum" id="Page164">[164]</span> -Alkalien die nämlichen Producte erhalten, wie durch Säuren. -Alles dies ist gegen die Erfahrung.</p> - -<p>Wenn wir also auch im Stande wären, das Allantoin -oder Harnsäure und Harnstoff, in Taurin und Ammoniak -überzuführen, so würden wir an Einsicht in den wahren -Vorgang nicht reicher sein, eben weil die Präexistenz von -Ammoniak und Taurin in der Galle bezweifelt werden muß, -und weil wir keinen Grund haben zu glauben, daß Harnstoff -als Harnstoff, Allantoin als Allantoin zur Bildung -der Galle vom Organismus verwendet wird; wir können -darthun, daß ihre Elemente zu diesem Zwecke dienen, allein -es ist uns gänzlich unbekannt, in welcher Weise diese Elemente -eingetreten sind, welchen chemischen Charakter die -stickstoffhaltige Verbindung besitzt, die sich mit den Elementen -des Amylons zu Galle oder vielmehr zu Choleinsäure vereinigt.</p> - -<p>62. Choleinsäure kann entstehen aus den Elementen des -Amylons, der Harnsäure und des Harnstoffs, oder des Allantoins, -oder der Harnsäure, oder des Alloxan’s, oder der -Oxalsäure und des Ammoniaks, oder der Hippursäure; -diese verschiedenen Formen von Stickstoffverbindungen zeigen -an und für sich schon, daß sich alle stickstoffhaltigen Producte -des Stoffwechsels im Thierkörper zur Bildung von -Galle eignen, ohne daß wir damit wissen, in welcher Weise -sie dazu verwendet werden.</p> - -<p>Wir können durch Behandlung mit kaustischen Alkalien -das Allantoin zerlegen in Oxalsäure und Ammoniak; die<span class="pagenum" id="Page165">[165]</span> -nämlichen Producte erhalten wir aus dem Oxamid, ohne -daß wir aus der Gleichheit derselben einen Schluß rückwärts -auf ihre Identität, auf eine gleiche Constitution dieser Verbindungen -machen können. So gestatten uns denn die Producte, -die wir aus Choleinsäure durch die Einwirkung -von Säuren erhalten, in keiner Weise einen Schluß über -die Art und Weise, wie ihre Elemente sich darin geordnet -befinden.</p> - -<p>63. Wenn die Aufgabe der organischen Chemie in der Untersuchung -der Veränderungen besteht, welche die Nahrungsmittel -im Thierkörper erfahren, so hat sie darzuthun, welche -Elemente hinzu-, welche ausgetreten sind, um die Verwandlung -einer gegebenen Verbindung in eine zweite und dritte -zu bewirken oder überhaupt möglich zu machen, allein synthetische -Beweise können von ihr nicht erwartet werden, -weil alle Vorgänge im Organismus unter dem Einfluß einer -immateriellen Thätigkeit stehen, über welche der Chemiker -nicht nach Willkühr verfügen kann.</p> - -<p>Die Beobachtung der Erscheinungen, welche die Metamorphosen -der Nahrungsmittel im Organismus begleiten, -die Ermittelung des Antheils, den die Atmosphäre oder die -Bestandtheile des Wassers an diesen Veränderungen nehmen, -führen von selbst auf die Bedingungen, welche sich zur Entstehung -eines Secretes oder eines Theiles oder Bestandtheiles -eines Organs vereinigen müssen.</p> - -<p>64. Das Vorhandensein von freier Salzsäure im Magen, -sowie der Natrongehalt des Blutes setzen die Nothwendigkeit<span class="pagenum" id="Page166">[166]</span> -des Kochsalzes für den organischen Proceß außer allen -Zweifel, allein die Quantität von Natron, welche verschiedene -Thierklassen zur Unterhaltung der vitalen Processe bedürfen, -ist außerordentlich ungleich.</p> - -<p>Wenn wir uns denken, daß eine gegebene Menge Blut -als Natronverbindung betrachtet, in dem Körper eines Fleisch-fressenden -Thieres in Folge des Stoffwechsels in eine neue -Natronverbindung, in Galle nämlich, übergeht, so muß -vorausgesetzt werden, daß im normalen Zustande der Gesundheit -der Natrongehalt des Blutes vollkommen hinreicht, -um mit den entstandenen Producten der Umsetzung Galle zu -bilden. Das zu den vitalen Processen verbrauchte oder überflüssige -Natron wird, durch die Nieren von dem Blute geschieden, -in der Form eines Salzes austreten müssen.</p> - -<p>Wenn es nun wahr ist, daß in dem Körper eines Gras-fressenden -Thieres eine weit größere Menge Galle gebildet -wird, als der Quantität des erzeugten oder umgesetzten Blutes -entspricht, daß der größte Theil ihrer Galle von gewissen -Bestandtheilen ihrer Nahrung stammt, so kann das Natron -des zu Gebilden gewordenen (assimilirten, umgesetzten) -Blutes bei weitem nicht hinreichen, um den zur Bildung von -Galle täglich nöthigen Bedarf an Natron zu liefern. Das Natron -der Galle der Gras-fressenden Thiere muß demzufolge -direct von den Nahrungsmitteln geliefert werden; ihr Organismus -muß die Fähigkeit haben, alle in den Speisen vorhandenen -und von dem Organismus zerlegbaren Natronverbindungen -unmittelbar zur Bildung von Galle zu verwenden.<span class="pagenum" id="Page167">[167]</span> -Alles Natron im Thierkörper stammt, wie sich von -selbst versteht, von den Speisen, allein die Speise des -Fleisch-fressenden Thieres enthält im Maximo nur die zur -Blutbildung erforderliche Menge Natron; in den meisten -Fällen kann man bei dieser Thierklasse voraussetzen, daß -nur eine der Menge des zur Blutbildung verwendeten Natrons -entsprechende Quantität durch ihren Harn wieder austritt.</p> - -<p>Wenn sie eine zur Blutbildung hinreichende Quantität -Natron zu sich nehmen, so wird eine dieser gleiche Menge -durch den Harn ausgeleert, genießen sie weniger, so behält -ihr Organismus einen Theil des zur Ausleerung bestimmten -Natronsalzes zurück.</p> - -<p>Ueber alle diese Verhältnisse giebt die Zusammensetzung -des Harns der verschiedenen Thierklassen die unzweideutigsten -Belege.</p> - -<p>65. Als letztes Product der Veränderung aller Natronverbindungen -im Thierkörper erhalten wir im Harn, das -Natron in der Form eines Salzes, den Stickstoff als Ammoniak -oder Harnstoff.</p> - -<p>Das Natron in dem Harn der Fleisch-fressenden Thiere -finden wir an Schwefelsäure und Phosphorsäure gebunden, -nie fehlt neben diesen Natronsalzen eine gewisse Menge -eines Ammoniaksalzes, Salmiak oder phosphorsaures Ammoniak. -Es kann keinen entscheidenderen Beweis für die -Meinung abgeben, daß das Natron ihrer Galle oder ihrer -umgesetzten Blutbestandtheile bei weitem nicht hinreicht, um -die austretenden Säuren zu neutralisiren, als wie die Gegenwart<span class="pagenum" id="Page168">[168]</span> -dieser Ammoniaksalze im Harn; dieser Harn reagirt -sauer.</p> - -<p>Im graden Gegensatz hierzu finden wir in dem Harn -der Gras-fressenden Thiere eine überwiegende Menge von -Natron und zwar nicht an Schwefelsäure oder Phosphorsäure -gebunden, sondern an Kohlensäure, Benzoesäure oder -Hippursäure.</p> - -<p>66. Diese wohlbegründeten Erfahrungen beweisen, daß -die Gras-fressenden Thiere eine weit größere Menge Natron -genießen als zur Neubildung ihres täglichen Bedarfes an -Blut erforderlich ist. In ihrer Nahrung finden wir alle -Bedingungen vereinigt zur Erzeugung einer zweiten Natronverbindung, -welche zum Respirationsmittel bestimmt ist, und -nur eine geringe Erfahrung in dem Wesen der mit so -großer Weisheit geordneten Natureinrichtungen dürfte den -Natrongehalt der Speise und des Harns der Gras-fressenden -Thiere für zufällig erklären.</p> - -<p>Es kann kein Zufall sein, daß das Leben, die Entwickelung -einer Pflanze abhängig ist von der Gegenwart der Alkalien, -die sie dem Boden entzieht; diese Pflanze dient zur -Nahrung einer großen Thierklasse, deren vitale Processe aufs -engste an die Gegenwart dieser Alkalien geknüpft ist. Wir -finden diese Alkalien in der Galle, ihre Gegenwart im Thierkörper -ist die unerläßliche Bedingung zur Erzeugung des -ersten Nahrungsstoffs des jungen Thieres, ohne eine reichliche -Menge Kali kann die Bildung der Milch nicht gedacht -werden.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page169">[169]</span></p> - -<p>67. Alle Beobachtungen führen, wie sich aus dem Vorhergehenden -ergiebt, zu der Ansicht, daß gewisse stickstofffreie -Bestandtheile der Nahrung der Gras-fressenden Thiere -(Amylon, Zucker, Gummi &c.) die Form einer Natronverbindung -erhalten, welche in ihrem Körper zu den nämlichen -Zwecken dient, wozu, wie wir mit Bestimmtheit wissen, die -Galle (das kohlenstoffreichste Product der Umsetzung ihrer -Gebilde) in dem Körper des Fleisch-fressenden Thieres verwendet -wird. Sie dienen zur Unterhaltung gewisser vitalen -Processe, und werden zuletzt zur Hervorbringung der animalischen -Wärme, zum Widerstand gegen die Einwirkung -der Atmosphäre verbraucht; bei den Fleischfressern ist der -rasche Umsatz ihrer Gebilde eine Bedingung ihres Bestehens, -eben weil erst in Folge des Stoffwechsels die Materien gebildet -werden müssen, welche zur Verbindung mit dem Sauerstoff -der Luft bestimmt sind; in diesem Sinne kann man -sagen, daß die stickstofffreien Nahrungsmittel den Stoffwechsel -hindern, daß sie ihn verlangsamen und eine ebenso -rasche Beschleunigung wie bei den Fleischfressern jedenfalls -unnöthig machen.</p> - -<p>68. Mit dieser Fähigkeit der stickstofffreien Nahrungsstoffe, -als Respirationsmaterie zu dienen, steht die verhältnißmäßig -so geringe Menge von stickstoffhaltiger Nahrung, die sie -zur Unterhaltung ihrer Lebensfunctionen bedürfen, in dem -engsten Zusammenhang, und es dürfte vielleicht sich herausstellen, -daß die Nothwendigkeit zusammengesetzterer Verdauungsorgane -in dem Körper der Pflanzen-fressenden Thiere weit<span class="pagenum" id="Page170">[170]</span> -mehr durch die Schwierigkeit bedingt ist, gewisse stickstofffreie -Nahrungsmittel (Gummi? stärkemehlartige Faser?) -löslich und geschickt zu machen, an den vitalen Processen -Antheil zu nehmen, als die Ueberführung und Verwandlung -des Pflanzen-Fibrins, -Albumins und -Caseins in Blut zu -bewirken, denn für diesen Zweck finden wir die minder zusammengesetzten -Apparate der Carnivoren vollkommen ausreichend.</p> - -<p>69. Wenn in dem Körper des Menschen, der an gemischte -Nahrung gewöhnt ist, das Amylon eine ähnliche Rolle übernimmt, -wie in dem Körper der Gras- und Körner-fressenden -Thiere, wenn also vorausgesetzt wird, daß ihre Elemente -an der Bildung ihrer Galle einen ebenso bestimmten -Antheil nehmen, so folgt hieraus von selbst, daß ein Theil -der stickstoffhaltigen Producte der Umsetzung ihrer Organe, -ehe sie durch die Harnblase austreten, von der Leber aus, in -der Form von Galle, in den Kreislauf zurückkehren und erst -als letztes Product des Respirationsprocesses durch die Nieren -von dem Blute geschieden werden.</p> - -<p>70. Beim Mangel an stickstofffreien Substanzen in der -Nahrung des Menschen wird diese Form der Gallenbildung -nicht stattfinden können, die Secrete müssen in diesem Fall eine -andere Beschaffenheit besitzen, und das Erscheinen von Harnsäure -im Harn in gewissen Krankheiten, die Ablagerung von -Harnsäure in den Gliedern und in der Harnblase, sowie der -Einfluß, den ein Ueberfluß von Fleischnahrung, der als -gleichbedeutend angesehen werden muß einem Mangel an<span class="pagenum" id="Page171">[171]</span> -Amylon, auf die Absonderung der Harnsäure bei gewissen -Individuen ausübt, dürfte hierin seine Erklärung finden. -Fehlt es an Amylon, an Zucker &c., so wird ein Theil der -durch den Stoffwechsel gebildeten oder sich bildenden Stickstoffverbindungen -entweder an dem Orte beharren, wo sie -erzeugt worden sind, sie werden nicht von der Leber aus als -Respirationsmittel in den Organismus zurückkehren, und -durch die Einwirkung des Sauerstoffs die letzten Veränderungen -erfahren, die sie überhaupt zu erleiden fähig sind, -sondern von den Nieren in irgend einer andern Form abgeschieden -werden müssen.</p> - -<p>71. In dem Vorhergehenden ist der Beweis zu führen -versucht worden, daß die stickstofffreien Nahrungsmittel einen -ganz bestimmten Einfluß auf die Natur und Beschaffenheit -der Secrete des Thierkörpers ausüben; ob dies direct geschieht, -ob ihre Elemente nämlich unmittelbar an dem Acte -der Umsetzung der Gebilde Antheil nehmen, oder indirect, -möchte durch sorgfältige und umsichtige Versuche und Beobachtungen -entschieden werden können. Möglich ist es, daß -die stickstofffreien Nahrungsmittel, in irgend einer Weise verändert, -von den Eingeweiden aus gradezu der Leber zugeführt -werden, daß sie in diesem Organ, wo sie mit den -Producten der umgesetzten Gebilde zusammentreten, die Verwandlung -in Galle erfahren und dann erst ihren Kreislauf -im Körper vollenden.</p> - -<p>Diese Meinung gewinnt an Wahrscheinlichkeit, wenn -man in Betracht zieht, daß in dem arteriellen Blute bis<span class="pagenum" id="Page172">[172]</span> -jetzt noch niemals weder eine Spur Amylon noch Zucker -aufgefunden worden ist, selbst nicht bei Thieren, die man -ausschließlich mit diesen Materien zu ernähren versuchte. -Diesen Materien kann man demnach, da sie in dem arteriellen -Blute fehlen, keinen Antheil an dem Ernährungsprocesse -zuschreiben, und das Erscheinen von Zucker im Harne Diabetischer, -von Zucker, welcher, nach allen Beobachtungen, von -der Nahrung stammt, sowie die völlige Abwesenheit dieses -Zuckers in dem Blute der an dieser Krankheit Leidenden, -beweis’t offenbar, daß Amylon und Zucker als solche in die -Blutcirculation nicht aufgenommen werden.</p> - -<p>72. Ueber die Anwesenheit gewisser Bestandtheile der Galle -im Blute des gesunden Menschen findet man in den Schriften -der Physiologen viele Belege, wiewohl sie quantitativ -schwerlich bestimmbar darin ist; denken wir uns in der That, -daß in einer Minute zehn Pfund Blut (120 Unzen) durch -die Leber gehen und von diesem Blute 2 Tropfen Galle (zu -drei Gran den Tropfen) abgesondert wurden, so macht dies -<sup>1</sup>⁄<sub>9600</sub> von dem Gewichte der Blutmasse aus, ein Gehalt, der -durch die Analyse nicht mehr festgestellt werden kann.</p> - -<p>73. Der größte Theil der Galle entsteht nach dem Vorhergehenden -in dem Körper der Gras- und Körner-fressenden -Thiere, sowie in dem des Menschen, der an gemischte Nahrung -gewöhnt ist, aus den Bestandtheilen seiner stickstofffreien -Nahrungsmittel; ihre Bildung kann aber nicht gedacht -werden, ohne ein Hinzutreten eines stickstoffhaltigen Körpers, -denn die Galle ist eine Stickstoffverbindung. Alle bis<span class="pagenum" id="Page173">[173]</span> -jetzt untersuchten Gallen geben bei der trocknen Destillation -Ammoniak und stickstoffhaltige Producte; aus der Ochsengalle -hat man Taurin und Ammoniak dargestellt; der Beweis, daß -diese beiden Producte aus allen anderen Gallen darstellbar -sind, ist nur deshalb nicht geführt worden, weil es schwer -hält, sich von anderen Thieren hinlängliche Mengen von -Galle zu verschaffen.</p> - -<p>Mag nun die stickstoffhaltige Verbindung, die sich mit -den Bestandtheilen des Amylons zu Galle vereinigt, von -den Speisen oder von der Substanz der umgesetzten Gebilde -stammen, der Schluß, daß die Gegenwart derselben als eine -Bedingung der Gallensecretion anzusehen ist, kann nicht in -Zweifel gezogen werden.</p> - -<p>Da nun die Gras- und Körner-fressenden Thiere in -ihren Nahrungsmitteln nur solche stickstoffhaltige Materien -genießen, welche identisch sind mit ihren Blutbestandtheilen, -so stammt der stickstoffhaltige Bestandtheil, den wir in der -Galle finden, jedenfalls von einer Proteinverbindung ab, er -ist entweder durch eine Veränderung entstanden, welche die -Proteinverbindungen der Speise erlitten haben, oder er ist -aus dem Blute oder aus der Substanz der Gebilde in Folge -des Stoffwechsels erzeugt worden.</p> - -<p>74. Wenn nun der Schluß wahr ist, daß stickstoffhaltige -Verbindungen, gleichgültig, ob sie von der Substanz des Blutes -oder den stickstoffhaltigen Nahrungsmitteln stammen, an der -Bildung der Secrete und namentlich an der Bildung der -Galle einen bestimmten Antheil zu nehmen vermögen, so ist<span class="pagenum" id="Page174">[174]</span> -klar, daß der Organismus die Fähigkeit besitzen muß, fremde -Materien, welche weder Theile, noch Bestandtheile der Träger -der Lebensthätigkeit ausmachen, zu gewissen vitalen Zwecken -dienen zu machen; alle stickstoffhaltigen, der Auflösung -fähigen Substanzen ohne Unterschied dem Blute oder den -Verdauungsorganen zugeführt, wenn sie sich durch ihre Zusammensetzung -zu diesen Zwecken eignen, werden von dem -Organismus in ähnlicher Weise dazu verwendet werden müssen, -wie die stickstoffhaltigen Producte, die sich durch den -Stoffwechsel gebildet haben.</p> - -<p>Wir kennen eine Menge Materien, welche auf den Akt -der Umsetzung der Gebilde, sowie auf den Ernährungsproceß -einen ganz bestimmten Einfluß ausüben, ohne daß ihre -Elemente an den vor sich gehenden Veränderungen Antheil -nehmen, es sind dies lauter solche Substanzen, deren Theile -sich in einem gewissen Zustand der Zersetzung befinden, der -sich allen Theilen des Organismus überträgt, welche fähig -sind, eine ähnliche Umsetzung zu erfahren.</p> - -<p>75. Die Arzneistoffe und Gifte umfassen eine zweite außerordentlich -zahlreiche Klasse von Verbindungen, welche die -Fähigkeit haben, durch ihre Elemente direct oder indirect -Antheil an den Secretionsprocessen oder dem Stoffwechsel -zu nehmen. Sie lassen sich in drei große Klassen eintheilen, -von denen die eine (wozu die metallischen Gifte gerechnet -werden müssen) eine chemische Verbindung mit gewissen -Theilen oder Bestandtheilen des animalischen Körpers eingeht, -welche durch die Lebensthätigkeit nicht aufgehoben<span class="pagenum" id="Page175">[175]</span> -wird. Die zweite Klasse (ätherische Oele, Camphor, empyreumatische -Materien, Antiseptica &c.) besitzt die Eigenschaft, -den Zustand der Umsetzung ihrer Elementartheile, welchen gewisse -sehr zusammengesetzte, organische Atome zu erleiden -vermögen (Umsetzungsprocesse, die man, wenn sie außerhalb -des Thierkörpers vor sich gehen, gewöhnlich mit Gährung -und Fäulniß bezeichnet) zu hindern oder zu verlangsamen.</p> - -<p>Die dritte Klasse von Arzneistoffen nimmt durch ihre -Elemente an den im Thierkörper vor sich gehenden Veränderungen -einen directen Antheil; dem Organismus zugeführt, -steigern und erhöhen sie die vitale Thätigkeit einzelner oder -mehrerer Organe, sie bringen im gesunden Körper Krankheitserscheinungen -hervor; alle üben schon in verhältnißmäßig -sehr kleinen Gaben eine bemerkbare Wirkung aus, viele -wirken in größeren Massen als Gifte. Von keinem dieser -Körper läßt sich behaupten, daß er in dem Ernährungsprocesse -eine entschiedene Rolle spiele, daß er von dem Organismus -zur Blutbildung verwendet werden könne, theils, -weil ihre Zusammensetzung von der der Blutbestandtheile -abweicht, theils, weil die Masse, in der sie die Wirkung äußern, -gegen die Blutmasse verschwindend klein ist.</p> - -<p>In die Blutcirculation aufgenommen, ändern sie, wie -man gewöhnlich sagt, die Qualität des Bluts, und um durch -den Magen in die Blutgefäße mit ihrer ganzen Wirksamkeit -überzugehen, muß vorausgesetzt werden, daß sie durch die -organische Thätigkeit, welche dieses Organ besitzt, keine Veränderung -in ihrer Zusammensetzung erfahren, sie werden im<span class="pagenum" id="Page176">[176]</span> -unlöslichen Zustande darin löslich gemacht (verdaut), aber -nicht zerstört, denn in letzterem Fall würden sie keine Wirkung -ausüben können.</p> - -<p>76. Das Blut besitzt im normalen Zustande der Gesundheit -zwei Qualitäten, welche mit einander in engem Zusammenhange -stehen, obwohl eine von der andern als ganz unabhängig -gedacht werden kann.</p> - -<p>In den Blutkörperchen enthält das Blut die Träger des -zur Neubildung gewisser Theile des Thierkörpers, sowie zur -Hervorbringung der animalischen Wärme dienenden Sauerstoffs; -durch die Fähigkeit dieser Blutkörperchen, den in der -Lunge aufgenommenen Sauerstoff wieder abzugeben, ohne -daß sie damit ihren Character verlieren, bedingen sie im Allgemeinen -den Stoffwechsel.</p> - -<p>Die zweite Qualität des Blutes, seine Fähigkeit, zu Bestandtheilen -von Organen zu werden, sich für die Zunahme -an Masse und Neubildung der Organe, sowie zum Ersatz -von verbrauchtem Stoff zu eignen, verdankt es vorzugsweise -dem in Auflösung vorhandenen Fibrin und Albumin. Diese -beiden Hauptbestandtheile, welche zur Nutrition und Reproduction -dienen, sättigen sich bei ihrem Durchgang durch die -Lunge mit Sauerstoff, sie nehmen jedenfalls soviel davon -aus der Atmosphäre auf, daß sie die Fähigkeit völlig verlieren, -den anderen Materien, die sich im Blute befinden, Sauerstoff -zu entziehen.</p> - -<p>Mit Bestimmtheit wissen wir, daß die Blutkörperchen -des venösen Blutes in der Lunge, bei ihrer Berührung mit<span class="pagenum" id="Page177">[177]</span> -der Atmosphäre, ihre Farbe ändern, daß dieser Farbenwechsel -begleitet ist von einer Absorbtion von Sauerstoff; alle Bestandtheile -des Blutes, welche die Fähigkeit überhaupt besitzen, sich -mit Sauerstoff zu verbinden, nehmen in der Lunge Sauerstoff auf -und sättigen sich damit. Neben diesen anderen Materien behalten -die Blutkörperchen ihre hochrothe Farbe bis in die feinsten -Verzweigungen der Arterien, erst bei ihrem Durchgange durch -die Capillargefäße beobachten wir, daß sie dieselbe wechseln -und die dunkelrothe Farbe annehmen, welche die Blutkörperchen -des venösen Blutes characterisirt. Aus diesen Thatsachen muß -gefolgert werden, daß den Bestandtheilen des arteriellen Blutes -die Fähigkeit völlig abgeht, den Sauerstoff der im arteriellen -Blute circulirenden Blutkörperchen, welchen sie aus der -Luft aufgenommen haben, zu entziehen, und aus der in den -Capillargefäßen stattfindenden Farbenveränderung läßt sich -kein anderer Schluß ziehen, als daß sie (die Blutkörperchen -des arteriellen Blutes) während diesem Durchgang, in den -Zustand zurückkehren, den sie im venösen Blut besitzen, daß -sie also den in der Lunge aufgenommenen Sauerstoff abgegeben -und damit das Vermögen wieder erlangt haben, sich -mit Sauerstoff aufs Neue zu verbinden.</p> - -<p>78. Wir finden demnach in dem arteriellen Blut Albumin, -was sich, wie alle anderen Bestandtheile, bei seinem Durchgange -durch die Lunge mit Sauerstoff gesättigt hat, und -Sauerstoffgas, was jedem Körpertheilchen durch die Blutkörperchen -in chemischer Verbindung zugeführt wird. So weit -unsere Beobachtungen (bei der Bebrütung des Ei’s) reichen,<span class="pagenum" id="Page178">[178]</span> -vereinigen sich darin die Bedingungen zur Erzeugung aller -Gebilde; der zur Neubildung oder in dem Proceß der Reproduction -nicht verbrauchte Sauerstoff vereinigt sich mit der -Substanz der belebten Körpertheilchen, er bedingt, indem er -in ihre Elemente aufgenommen wird, den Act der Umsetzung, -den wir mit Stoffwechsel bezeichnet haben.</p> - -<p>79. Es ist klar, daß alle in den Capillargefäßen vorhandenen -oder abgeschiedenen oder durch Endosmose oder Imbibition -zugeführten Stoffe, welcher Art sie auch sein mögen, wenn -ihnen die Fähigkeit nicht völlig abgeht, sich mit Sauerstoff -zu vereinigen, daß sie, bei Berührung mit den Trägern des -Sauerstoffs, sich ähnlich verhalten müssen, wie die lebendigen -Körpertheilchen selbst, sie werden, oder ihre Elemente -werden mit diesem Sauerstoff in Verbindung treten, es wird -in diesem Fall entweder kein Stoffwechsel stattfinden, oder -er wird sich in einer andern Form, in der Bildung von -Producten anderer Art, zu erkennen geben.</p> - -<p>80. Der Begriff einer Aenderung der beiden in dem Vorhergehenden -berührten Qualitäten des Blutes durch einen in -dem Blute enthaltenen oder aufgenommenen fremden Stoff -(Arzneistoff) setzt demnach zweierlei Wirkungsweisen voraus.</p> - -<p>Angenommen, daß der Arzneistoff keine, der Lebensthätigkeit -eine Grenze setzende, chemische Verbindung mit den -Bestandtheilen des Blutes einzugehen vermag, daß er ferner -sich nicht im Zustande einer Umsetzung befindet, die sich auf -die Bestandtheile des Blutes oder der Organe fortpflanzen -und übertragen kann, daß ihm die Fähigkeit abgeht, durch<span class="pagenum" id="Page179">[179]</span> -seinen Contact mit den lebenden Körpertheilchen ihren Stoffwechsel, -die Umsetzung ihrer Elemente, zu hindern, so bleibt -für diese Art von Stoffen, um ihre Wirkungsweise erklärlich -zu finden, nichts anders übrig, als anzunehmen, daß -ihre Elemente an der Erzeugung gewisser Bestandtheile des -lebenden Thierkörpers oder an der Bildung gewisser Secrete -Antheil nehmen.</p> - -<p>81. Insoweit der vitale Act der Secretion mit dem Chemismus -in Beziehung steht, ist er in dem Vorhergehenden einer -Untersuchung unterworfen worden; bei den Fleisch-fressenden -Thieren haben wir Grund zu glauben, daß ohne Hinzutreten -eines fremden Stoffes von Außen, die Galle und die -Bestandtheile des Harns an dem Orte gebildet werden, wo -der Stoffwechsel vor sich geht; bei den anderen Thierclassen -hingegen kann angenommen werden, daß in dem Secretionsorgan -selbst, aus gewissen zugeführten Stoffen (bei den Gras-fressenden -Thieren aus den Bestandtheilen des Amylons und -einem stickstoffhaltigen Product der umgesetzten Organe) die -Erzeugung der Secrete vermittelt wird. Diese Vorstellung -schließt die Meinung übrigens nicht aus, daß bei den Fleisch-fressenden -Thieren die Producte der umgesetzten Organe, eine -Spaltung in Galle, Harnsäure oder Harnstoff, erst in -den Secretionsorganen erleiden, oder daß die Bestandtheile -der stickstofffreien Nahrungsstoffe, direct den Körpertheilen -zugeführt, wo Stoffwechsel stattfindet, mit den Elementen -der umgesetzten Gebilde zu den Bestandtheilen des Harns -und der Galle zusammentreten.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page180">[180]</span></p> - -<p>82. Wenn nun vorausgesetzt wird, daß gewisse Arzneimittel -zu Bestandtheilen von Secreten werden können, so kann dies -nur auf zweierlei Weise geschehen; entweder gelangen sie in -die Blutcirculation und nehmen an dem Stoffwechsel directen -Antheil, insofern ihre Elemente in die Zusammensetzung der -neuen Producte eintreten, oder sie werden den Secretionsorganen -zugeführt, wo sie auf die Bildung oder auf die -Beschaffenheit des Secretes einen Einfluß durch Hinzutreten -ihrer Elemente äußern.</p> - -<p>In beiden Fällen müssen sie in dem Organismus ihren -chemischen Character verlieren, und wir wissen mit genügender -Sicherheit, daß diese Classe von Arzneistoffen spurlos im -Körper verschwindet. Schreibt man ihnen in der That eine -Wirkung zu, so können sie durch den Magen ihre Eigenthümlichkeit -nicht verlieren, sie können durch den Verdauungsproceß -nicht zerstört worden sein; ihr Verschwinden setzt also -voraus, daß sie zu gewissen Zwecken verwendet worden sind, -was ohne Aenderung ihrer Zusammensetzung nicht denkbar ist.</p> - -<p>83. So wenig man nun auch, bis auf die Galle, mit der -Zusammensetzung der übrigen Secrete bekannt sein mag, mit -Bestimmtheit weiß man, daß alle Secrete Stickstoff in chemischer -Verbindung enthalten; sie gehen in stinkende Fäulniß -über und liefern entweder in diesem Zersetzungsproceß -oder bei der trocknen Destillation ammoniakhaltige Producte; -selbst der Speichel, mit Kalihydrat zusammengebracht, entwickelt -reichlich Ammoniak.</p> - -<p>84. Durch ihre Zusammensetzung theilen sich die Arzneimittel<span class="pagenum" id="Page181">[181]</span> -in zwei Klassen, in stickstoffhaltige und in stickstofffreie. -Vor allen ausgezeichnet durch ihre medizinischen Wirkungen auf -den Organismus sind die stickstoffhaltigen Pflanzenstoffe, deren -Zusammensetzung von den eigentlichen, stickstoffhaltigen -Nahrungsstoffen, welche der Organismus der Pflanze ebenfalls -erzeugt, abweicht.</p> - -<p>Die Arzneiwirkungen dieser Materien sind außerordentlich -verschieden; von der mildesten Form der Wirkung der -Aloe bis zum furchtbarsten Gifte, dem Strychnin, beobachten -wir Unterschiede der mannigfaltigsten Art.</p> - -<p>Bis auf drei Verbindungen, bringen alle diese Materien -im gesunden Organismus Krankheitszustände hervor und -wirken in gewissen Gaben giftig, die meisten besitzen den -chemischen Character der Basen.</p> - -<p>Kein stickstofffreies Arzneimittel übt in gleichen Gaben -eine giftige Wirkung <span class="nowrap">aus<a id="FNanchor12"></a><a href="#Footnote12" class="fnanchor">[F12]</a></span>.</p> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote12"><a href="#FNanchor12"><span class="label">[12]</span></a> -Diese Betrachtung oder Vergleichung hat zu einer neuen und genaueren -Untersuchung des Picrotoxins geführt und Herr <span class="gesp2">Francis</span> hat -einen bis jetzt übersehenen Stickstoffgehalt darin unzweifelhaft dargethan -und seine Menge bestimmt.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p>85. Die arzneiliche oder giftige Wirkung der stickstoffhaltigen -Pflanzenstoffe steht mit ihrer Zusammensetzung in einer -bestimmten Beziehung, sie kann nicht unabhängig von ihrem -Stickstoffgehalte gedacht werden, allein sie steht keineswegs -in directem Zusammenhang mit diesem Stickstoffgehalte.</p> - -<p>Das <span class="nowrap">Solanin<a id="ENanchor38"></a><a href="#Endnote38" class="enanchor">[E38]</a></span>, -das <span class="nowrap">Picrotoxin<a id="ENanchor39"></a><a href="#Endnote39" class="enanchor">[E39]</a></span>, welche die geringste -Stickstoffmenge enthalten, sind starke Gifte, <span class="nowrap">Chinin<a id="ENanchor40"></a><a href="#Endnote40" -class="enanchor">[E40]</a></span> enthält<span class="pagenum" id="Page182">[182]</span> -mehr Stickstoff wie <span class="nowrap">Morphin<a id="ENanchor41"></a><a href="#Endnote41" class="enanchor">[E41]</a></span>; -<span class="nowrap">Caffein<a id="ENanchor42"></a><a href="#Endnote42" class="enanchor">[E42]</a></span> und -<span class="nowrap">Theobromin<a id="ENanchor43"></a><a href="#Endnote43" class="enanchor">[E43]</a></span>, -die stickstoffreichsten Pflanzenstoffe, die man kennt, sind nicht -giftig.</p> - -<p>86. Ein stickstoffhaltiger Körper, der durch seine Elemente -auf die Bildung oder die Qualität eines Secretes eine Wirkung -äußert, muß in Beziehung auf seinen chemischen Character -die Rolle übernehmen können, welche die stickstoffhaltigen -Producte des Thierkörpers in der Bildung der -Galle spielen, die Rolle also eines Productes des Lebensprocesses. -Ein stickstofffreies Arzneimittel, insofern seine -Wirkung sich in den Secreten äußert, muß in dem Thierkörper -dieselbe Rolle spielen können, die wir den stickstofffreien -Nahrungsstoffen zugeschrieben haben.</p> - -<p>Wenn wir uns also denken, daß die Elemente der Hippur- -oder Harnsäure von den Trägern der Lebensthätigkeit -stammen, daß sie als Producte ihrer Umsetzung den Character -des Lebens, aber keineswegs die Fähigkeit verlieren, Veränderungen -durch den eingeathmeten Sauerstoff oder durch -die Einwirkung der Secretionsapparate zu erleiden, so läßt -sich kaum ein Zweifel hegen, daß Stickstoffverbindungen ähnlicher -Art, Producte des Lebensprocesses der Pflanzen, in -den Thierkörper gebracht, wenn sie sich zu gleichen Zwecken -eignen, ganz auf die nämliche Weise von dem Thierorganismus -verwendet werden können, wie die stickstoffhaltigen Producte -der Metamorphosen der Thiergebilde selbst; und wenn -Hippur- oder Harnsäure oder eins ihrer Elemente Antheil -z. B. zu nehmen vermögen an der Bildung und Erzeugung<span class="pagenum" id="Page183">[183]</span> -von Galle, so muß anderen stickstoffhaltigen Substanzen ein -ähnliches Vermögen zugeschrieben werden.</p> - -<p>Unerforschlich wird es immer bleiben, wie die Menschen -auf den Genuß eines heißen Aufgusses von Blättern gewisser -Stauden oder der Abkochung gerösteter Samen gekommen -sind; es muß eine Ursache geben, welche erklärt, wie er -ganzen Nationen zu einem Lebensbedürfniß geworden ist. -Noch weit merkwürdiger ist es gewiß, daß die wohlthätigen -Wirkungen auf die Gesundheit, in beiden Pflanzenstoffen, einer -und derselben Materie zugeschrieben werden müssen, -deren Vorhandensein in zwei Pflanzen, welche verschiedenen -Pflanzenfamilien und Welttheilen angehören, die kühnste -Phantasie nicht voraussetzen konnte.</p> - -<p>Nicht minder bemerkenswerth ist es gewiß, daß der -Fleisch-essende Indianer in dem Tabacksrauchen ein Mittel -entdeckte, welches den Umsatz seiner Gebilde verlangsamt -und damit den Hunger erträglicher macht, daß er dem Genusse -des Branntweins nicht zu widerstehen vermag, der in -seinem Körper als Respirationsmittel dient und die Function -seiner umgesetzten Gebilde übernimmt. Thee und -Caffee treffen wir ursprünglich bei Nationen an, welche vorzugsweise -vegetabilische Nahrung genießen.</p> - -<p>87. Ohne auf die medicinischen Wirkungen des Caffeins -und Theins einzugehen, wird man es jedenfalls, selbst -wenn man sich darin gefallen sollte, ihren Einfluß auf den -Secretionsproceß zu leugnen, höchst auffallend finden, daß -Caffein und Thein, durch ein Hinzutreten von Wasser und<span class="pagenum" id="Page184">[184]</span> -Sauerstoff in Taurin, in den der Galle eigenthümlichen -stickstoffhaltigen Bestandtheil übergehen können.</p> - -<table class="chemsum" summary="chemische Summe"> - -<tr> -<td class="atoms">1</td> -<td class="center">At.</td> -<td class="text">Caffein, Thein</td> -<td colspan="2"> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>8</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>10</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></td> -<td rowspan="3"> </td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">9</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Wasser</td> -<td colspan="4"> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>18</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>9</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">9</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Sauerstoff</td> -<td colspan="5"> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>9</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">2</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Taurin</td> -<td class="atoms bt">2</td> -<td class="bracketopen bt">(</td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>4</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>14</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></td> -<td class="bracketclose bt">)</td> -</tr> - -</table> - -<p>Eine ganz ähnliche Beziehung beobachten wir in dem -Hauptbestandtheil der Spargeln, dem Althäin oder Asparagin; -beim Hinzutreten von Sauerstoff und Wasser bekommen wir -ebenfalls die Elemente des Taurin’s.</p> - -<table class="chemsum" summary="chemische Summe"> - -<tr> -<td class="atoms">1</td> -<td class="center">At.</td> -<td class="text">Asparagin</td> -<td colspan="2"> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>8</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>16</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub></td> -<td rowspan="3"> </td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">6</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Wasser</td> -<td colspan="4"> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>12</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">8</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Sauerstoff</td> -<td colspan="5"> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>8</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">2</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Taurin</td> -<td class="atoms bt">2</td> -<td class="bracketopen bt">(</td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>4</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>14</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></td> -<td class="bracketclose bt">)</td> -</tr> - -</table> - -<p>Beim Hinzutreten der Elemente des Wassers und einer -gewissen Menge Sauerstoff zu den Elementen des Theobromins, -des Hauptbestandtheils der Cacaobohnen, haben wir -Harnstoff und Taurin oder Harnsäure, Taurin und Wasser.</p> - -<table class="chemsum" summary="chemische Summe"> - -<tr> -<td class="atoms">1</td> -<td class="center">At.</td> -<td class="text">Theobromin</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>18</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>20</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>4</sub></td> -<td rowspan="3" class="brace bt br bb"> </td> -<td rowspan="3" class="brace padl0">-</td> -<td rowspan="3" class="function mid">=</td> -<td rowspan="3" class="brace padr0">-</td> -<td rowspan="3" class="brace bt bb bl"> </td> -<td class="atoms">4</td> -<td class="center">At.</td> -<td class="text">Taurin</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>16</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>8</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>56</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>40</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">22</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Wasser</td> -<td colspan="2"> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>44</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>22</sub></td> -<td colspan="7"> </td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">16</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Sauerstoff</td> -<td colspan="3"> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>16</sub></td> -<td class="atoms">1</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Harnstoff</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>2</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="19" class="thinline"> </td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3"> </td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>18</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>64</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>42</sub></td> -<td colspan="8"> </td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>18</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>64</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>42</sub></td> -</tr> - -</table> - -<p class="padl6">oder:</p> - -<table class="chemsum" summary="chemische Summe"> - -<tr> -<td class="atoms">1</td> -<td class="center">At.</td> -<td class="text">Theobromin</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>18</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>20</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>4</sub></td> -<td rowspan="3" class="brace bt br bb"> </td> -<td rowspan="3" class="brace padl0">-</td> -<td rowspan="3" class="function mid">=</td> -<td rowspan="3" class="brace padr0">-</td> -<td rowspan="3" class="brace bt bb bl"> </td> -<td class="atoms">4</td> -<td class="center">At.</td> -<td class="text">Taurin</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>16</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>8</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>56</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>40</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">24</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Wasser</td> -<td colspan="2"> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>48</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>24</sub></td> -<td class="atoms">2</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Kohlensäure</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>2</sub></td> -<td colspan="2"> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>4</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">16</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Sauerstoff</td> -<td colspan="3"> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>16</sub></td> -<td class="atoms">2</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Ammoniak</td> -<td> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>12</sub></td> -<td colspan="2"> </td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="19" class="thinline"> </td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3"> </td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>18</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>68</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>44</sub></td> -<td colspan="8"> </td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>18</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>68</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>44</sub></td> -</tr> - -</table> - -<p><span class="pagenum" id="Page185">[185]</span></p> - -<p class="padl6">oder:</p> - -<table class="chemsum" summary="chemische Summe"> - -<tr> -<td class="atoms">1</td> -<td class="center">At.</td> -<td class="text">Theobromin</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>18</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>20</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>4</sub></td> -<td rowspan="3" class="brace bt br bb"> </td> -<td rowspan="3" class="brace padl0">-</td> -<td rowspan="3" class="function mid">=</td> -<td rowspan="3" class="brace padr0">-</td> -<td rowspan="3" class="brace bt bb bl"> </td> -<td class="atoms">2</td> -<td class="center">At.</td> -<td class="text">Taurin</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>8</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>28</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>20</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">8</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Wasser</td> -<td colspan="2"> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>16</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>8</sub></td> -<td colspan="7"> </td> -</tr> - -<tr> -<td class="atoms">14</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Sauerstoff</td> -<td colspan="3"> </td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>14</sub></td> -<td class="atoms">1</td> -<td class="center">„</td> -<td class="text">Harnsäure</td> -<td class="element"><span class="antiqua">C</span><sub>10</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">N</span><sub>8</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub></td> -<td class="element"><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="19" class="thinline"> </td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3"> </td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>18</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>36</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>26</sub></td> -<td colspan="8"> </td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">C</span><sub>18</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">H</span><sub>36</sub></td> -<td class="element bt"><span class="antiqua">O</span><sub>26</sub></td> -</tr> - -</table> - -<p>88. Um die Wirkung des Caffeins, Asparagins &c. auf den -Organismus erklärlich zu finden, muß man sich erinnern, -daß der Hauptbestandtheil der Galle nur 3,8 <span class="antiqua">pCt.</span> Stickstoff -enthält, von dem nur die Hälfte dem Taurin angehört -(1,9 <span class="antiqua">pCt.</span>).</p> - -<p>Die Galle enthält im natürlichen Zustande 80 Theile Wasser -und 10 Theile feste Substanz. Nehmen wir nun an, diese -10 Theile seien Choleinsäure mit 3,87 <span class="antiqua">pCt.</span> Stickstoff, so -enthalten 100 Gewichtstheile Galle im natürlichen Zustande -in der Form von Taurin 0,171 Gewichtstheile Stickstoff. -Diese Quantität Stickstoff ist aber in 0,6 Caffein enthalten -oder 2<sup>8</sup>⁄<sub>10</sub> Gran Caffein können in der Form von Taurin, einer -Unze Galle den Stickstoff liefern, und wenn ein Theeaufguß -auch nur den zehnten Theil eines Grans Thein enthält, -so kann, wenn es überhaupt zur Gallenbildung beiträgt, -seine Wirkung nicht gleich Null gesetzt werden. Man -wird eben so wenig leugnen können, daß bei einem Ueberfluß -von stickstofffreien Nahrungsmitteln und bei Mangel an -Bewegung, welche den Umsatz der Gebilde bedingt und die -zur Gallenbildung nöthige Stickstoffverbindung liefert, daß -in diesem Zustande der Genuß von Stoffen der Gesundheit -zuträglich sein mag, welche die Rolle der zur Respirationsmaterie<span class="pagenum" id="Page186">[186]</span> -unentbehrlichen Stickstoffverbindung, die der Körper -erzeugt, zu übernehmen vermögen. In chemischer Beziehung -und dies allein soll mit Obigem dargethan werden, eignen -sich Thein, Caffein, Theobromin, Asparagin mehr, wie -alle anderen stickstoffhaltigen Pflanzenstoffe, ihrer Zusammensetzung -nach, zu dieser Verwendungsweise. Ihre Wirkungen sind -für die gewöhnlichen Zustände nicht in die Augen fallend, -wiewohl unleugbar vorhanden.</p> - -<p>89. Was die Wirkung der andern stickstoffhaltigen Pflanzenstoffe -betrifft, des Chinins, der Bestandtheile des Opiums &c. &c., -die sich nicht in den Secretionsprocessen, sondern in anderen -Erscheinungen äußert, so sind die Physiologen und Pathologen -nicht zweifelhaft, daß sie vorzugsweise auf die Nerven -und das Gehirn gerichtet ist; sie ist, wie man gewöhnlich -sagt, dynamischer Art, was ausdrücken will, daß sie die Bewegungserscheinungen -des Thierlebens entweder beschleunigt oder -verlangsamt, oder in irgend einer Form ändert. Beachtet man -nun, daß die Wirkung materiellen, mit der Hand greifbaren -und wägbaren Stoffen angehört, daß sie in dem Organismus -verschwinden, daß eine doppelte Portion stärker wirkt, -wie eine einfache, daß nach einiger Zeit eine neue Dosis -gegeben werden muß, wenn man die Wirkung zum zweitenmal -hervorbringen will, so läßt dies Verhalten, in chemischer -Beziehung, nur eine einzige Form von Erklärung, die -Vorstellung nämlich zu, daß sie durch ihre Elemente Theil -an der Bildung oder Umsetzung der Gehirn- und Nervensubstanz -nehmen.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page187">[187]</span></p> - -<p>So sonderbar nun auch der Gedanke auf den ersten -Blick zu sein scheint, daß die Bestandtheile des Opiums, -oder der Chinarinde, die Elemente des Codeins, Morphins, -Chinins &c. in Bestandtheile der Gehirn- und Nervensubstanz, -zu Trägern der Thätigkeit übergehen, von denen aus -die Bewegungen der Organe im Thierkörper vermittelt werden, -daß sie zu einem Bestandtheil der Substanz werden, -mit deren Hinwegnahme der Sitz des geistigen Lebens, des -Gefühls und des Bewußtseins vernichtet wird, so bleibt -nicht minder gewiß, daß alle diese Fähigkeiten und Thätigkeiten -auf’s engste mit der Existenz und einer gewissen Beschaffenheit -der Gehirn-, Rückenmark- und Nervensubstanz im Zusammenhange -stehen, in der Art, daß alle Aeußerungen des -Lebens dieser Stoffe, die in der Erscheinung sich als Bewegung, -Empfindung, Gefühl zu erkennen geben, eine andere -Form annehmen, so wie ihre Zusammensetzung sich -ändert. Die Gehirn- und Nervensubstanz erzeugte der Organismus -des Thieres aus Materien, die ihm von den -Pflanzen geliefert wurden; es sind die Bestandtheile ihrer -Nahrung, welche in Folge einer Reihe von Veränderungen -die Eigenschaften und die Beschaffenheit annehmen, die wir -an ihnen kennen.</p> - -<p>90. Wenn nun als eine unbestreitbare Wahrheit angesehen -werden muß, daß aus den Bestandtheilen des Pflanzen-Fibrins, --Caseins, -Albumins allein, oder mit Zuhülfenahme -der Bestandtheile der stickstofffreien Nahrungsmittel, oder des -daraus gebildeten Fettes die Gehirn- und Nervensubstanz erzeugt<span class="pagenum" id="Page188">[188]</span> -wird, so hat die Meinung nichts Absurdes, daß andere -Bestandtheile der Vegetabilien, die in ihrer Zusammensetzung -zwischen beiden (den Fetten nämlich und den Proteinverbindungen) -stehen, daß diese in dem Organismus zu -gleichem Zwecke verwendet werden können.</p> - -<p>91. Nach <span class="gesp2">Frémy’s</span> Untersuchung ist der Hauptbestandtheil -des Gehirnfettes die Natronverbindung von einer eigenthümlichen -Säure, der Cerebrinsäure, welche in 100 Th. -enthält:</p> - -<table class="fsize90" summary="Gehirnfett"> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right">66,7</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right">10,6</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right">2,3</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Phosphor</td> -<td class="right">0,9</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right">19,5</td> -</tr> - -</table> - -<p>Wie man leicht bemerkt, weicht die Zusammensetzung -der Cerebrinsäure von der der fetten Körper und der stickstoffhaltigen -Bestandtheile des Blutes gänzlich ab; die Fette -sind frei von Stickstoff, die Proteinverbindungen enthalten -nahe an 17 <span class="antiqua">pCt.</span> Stickstoff. Bis auf den Phosphor(säure?)gehalt -kann die Zusammensetzung der Gehirnsubstanz am nächsten -nur mit der Zusammensetzung der Choleinsäure verglichen -werden, obwohl beide mit einander nicht verwechselt werden -können.</p> - -<p>92. Die Gehirn- und Nervensubstanz sind jedenfalls auf -eine ähnliche Weise entstanden wie die Galle, entweder durch -Austreten einer stickstoffreichen Materie aus den Bestandtheilen -des Blutes, oder durch Zusammentreten eines stickstoffhaltigen<span class="pagenum" id="Page189">[189]</span> -Productes des Lebensprocesses mit einem stickstofffreien -(einem fetten!) Körper. Alles was in dem Vorhergehenden -über die verschiedene Art und Weise der Entstehung -der Galle gesagt worden ist, alle Schlüsse, zu denen -wir über die Mitwirkung stickstoffhaltiger oder stickstofffreier -Nahrungsstoffe gelangt sind, lassen sich mit gleichem -Rechte oder mit gleicher Wahrscheinlichkeit auf die Bildung -und Erzeugung der Gehirn- und Nervensubstanz anwenden.</p> - -<p>Man darf nicht aus den Augen verlieren, daß, wie -man auch die vitalen Vorgänge betrachten mag, die Entstehung -der Gehirnsubstanz aus Blut eine Aenderung in -der Zusammensetzung und den Qualitäten der Blutbestandtheile -voraussetzt; diese Aenderung findet eben so gewiß -statt, als die Existenz der Gehirnsubstanz nicht geleugnet -werden kann. In diesem Sinne muß angenommen werden, -daß aus einer Proteinverbindung ein erstes, zweites, drittes &c. -Product hervorgeht, ehe eine gewisse Anzahl ihrer Elemente -zu Bestandtheilen der Gehirnsubstanz werden können, und es -muß als vollkommen gewiß angesehen werden, daß ein Product -des Lebensprocesses einer Pflanze, dem Blute zugeführt, -die Rolle der ersten, zweiten, dritten Producte der Veränderung -der Proteinverbindung übernehmen wird, wenn ihre -Zusammensetzung sich zu diesem Zwecke eignet. Es kann in -der That nicht als zufällig angesehen werden, daß die Zusammensetzung -der wirksamsten Arzneistoffe, der organischen Basen, -mit keinem Bestandtheil des Thierkörpers außer mit der -Gehirnsubstanz in Beziehung gebracht werden kann; alle enthalten<span class="pagenum" id="Page190">[190]</span> -eine gewisse Menge Stickstoff; sie stehen, in Beziehung -auf ihre Elemente, in der Mitte zwischen den Proteinverbindungen -und den Fetten.</p> - -<p>93. Im Gegensatz zu ihrem chemischen Charakter finden -wir in der Gehirnsubstanz die Eigenschaft einer Säure; sie enthält -eine weit größere Menge von Sauerstoff wie die organischen -Basen. Wir beobachten, daß Chinin und Cinchonin, -Morphin und Codein, Strychnin und Brucin, die sich in -ihrer Zusammensetzung so nahe stehen, wenn nicht eine gleiche -Wirkung äußern, doch darin sich näher stehen, als -den anderen, welche größere Unterschiede in ihrer Zusammensetzung -zeigen. Wir finden, daß mit ihrem Sauerstoffgehalte -(wie beim Narcotin) ihre energische Wirkung abnimmt, -daß im strengsten Sinne keine durch die andere vollkommen -ersetzt werden kann. Es giebt aber keinen entscheidenderen -Beweis für die Art und Weise ihrer Wirkung, als -das letztere Verhalten, sie muß in der engsten Beziehung zu -ihrer Zusammensetzung stehen. Wenn diese Stoffe in der That -eine Rolle in Beziehung auf die Bildung oder Aenderung -der Qualitäten der Gehirn- und Nervensubstanz ausüben, -so erklären sich ihre Wirkungen auf den gesunden so wie -auf den kranken Organismus auf eine überraschend einfache -Weise, und wenn man nicht versucht ist zu leugnen, daß der -Hauptbestandtheil der Fleischbrühe in dem Körper des Menschen -oder der organische Bestandtheil der Knochen in dem -Leibe eines Hundes, obwohl sie zur Blutbildung schlechterdings -nicht geeignet sind, daß also Stickstoffverbindungen,<span class="pagenum" id="Page191">[191]</span> -welche den Proteinverbindungen durchaus unähnlich sind, eine -ihrer Zusammensetzung entsprechende Verwendung finden, -so werden wir daraus schließen dürfen, daß ein anderes, -dem Protein ebenfalls unähnliches, aber einem Bestandtheil -des Thierkörpers ähnliches Product des Pflanzenlebens in -dem Organismus des Thieres eine ähnliche Verwendung -findet, wie das Product, welches durch die vitale Thätigkeit -seiner Organe ursprünglich ebenfalls aus einer Pflanzensubstanz -erzeugt worden ist.</p> - -<p>Die Zeit ist noch nicht lange vorübergegangen, wo man -über die Ursache der verschiedenartigen Wirkungen des Opiums -nicht die allergeringste Vorstellung hatte, wo die Wirkung -der Chinarinde in ein unbegreifliches Dunkel gehüllt schien. -Jetzt, wo man weiß, daß sie kristallisirbaren, chemischen Verbindungen -angehört, welche in ihrer Zusammensetzung ebenso -verschieden sind, wie sie in ihrer Wirkung auf den Organismus -von einander abweichen, jetzt also, wo man die Stoffe -kennt, denen die arzneiliche oder giftige Wirkung zukommt, -kann nur der Unverstand ihren Antheil an dem Lebensproceß -für unerforschbar halten; sie deshalb, wie Manche gethan -haben, für unerforschbar erklären, weil sie in kleinen -Gaben wirken, ist eben so ungereimt, wie wenn man die -Schärfe eines Rasirmessers beurtheilen wollte nach seinem -Gewichte.</p> - -<p>94. Es wäre völlig zwecklos, diesen Schlüssen eine -größere Ausdehnung zu geben, sie verdienen, so hypothetisch -sie sich auch darstellen mögen, nur in so fern Beachtung,<span class="pagenum" id="Page192">[192]</span> -als sie den Weg andeuten, den die Chemie verfolgt, -oder den sie nicht verlassen darf, wenn sie in der That der -Physiologie und Pathologie Dienste leisten soll. Die Combinationen -des Chemikers beziehen sich stets auf den Stoffwechsel -vorwärts und rückwärts, auf den Uebergang der Nahrung -in die mannigfaltigen Gebilde und Secrete und ihrer Umsetzung -in leblose Verbindungen; seine Untersuchungen sollen -zeigen, was im Körper vor sich gegangen ist, und was vor -sich gehen kann. Sonderbarer Weise sehen wir die Arzneiwirkungen -alle abhängig von gewissen Stoffen, die sich in -ihrer Zusammensetzung nicht ähnlich sind, und wenn durch -die Hinzuführung eines Stoffes gewisse abnormale Zustände -zu normalen werden, so wird man die Ansicht nicht zurückweisen -können, daß diese Erscheinung in einer Aenderung -der Zusammensetzung der Bestandtheile des kranken Organismus -beruht, an welcher die Elemente des Arzneimittels -einen bestimmten Antheil haben, einen ähnlichen Antheil, wie der -ist, den die Bestandtheile der Pflanzen an der Bildung des Fettes -und der Membranen, des Speichels, der spermatischen Materie -&c. genommen haben; ihr Kohlenstoff, ihr Wasserstoff, -Stickstoff, oder was sonst zu ihrer Zusammensetzung gehört, -sie stammen ja von dem Organismus der Pflanze ab; -die Wirkungen des Chinins, des Morphins, der vegetabilischen -Gifte sind zuletzt keine Hypothesen.</p> - -<p>95. Aehnlich also wie man in gewissem Sinne von Caffein, -Thein, Asparagin, so wie von den stickstofffreien Nahrungsstoffen -sagen kann, daß sie Nahrungsstoffe für die Leber sind,<span class="pagenum" id="Page193">[193]</span> -indem sie die Elemente enthalten, durch deren Gegenwart -dieses Organ befähigt wird, seinen Functionen vorzustehen, -lassen sich die stickstoffhaltigen, durch ihre Wirkung -auf das Gehirn und die Substanz der Bewegungsapparate -so merkwürdigen Arzneistoffe als Nahrungsstoffe für -die unbekannten Organe betrachten, welche zur Metamorphose -der Blutbestandtheile in Gehirn- und Nervensubstanz -bestimmt sind, Organe, die in dem Thierkörper nicht fehlen -können, und wenn im Zustande der Krankheit ein abnormaler -Proceß der Bildung oder Umsetzung der Bestandtheile der -Nerven- und Gehirnsubstanz sich eingestellt hat, wenn in den -dazu bestimmten Organen die Fähigkeit vermindert ist, aus den -Blutbestandtheilen Nerven- und Gehirnsubstanz zu erzeugen, -oder einer abnormalen Umsetzung Widerstand zu leisten, so -steht der Ansicht in chemischer Beziehung kein Hinderniß entgegen, -daß Materien von einer der Gehirn- und Nervensubstanz -ähnlichen Zusammensetzung, die sich für die Bildung -derselben eignen, statt der aus dem Blute erzeugten zum -Widerstand oder zur Herstellung des normalen Zustandes verwendet -werden können. Beide sind Producte des Lebensprocesses; -die Blutbestandtheile sowohl, wie die Körper, welche -wir Arzneimittel nennen, stammen von den Pflanzen, nur -in ihrer Form zeigen sie Verschiedenheiten.</p> - -<p>96. Einige Physiologen und Chemiker haben die Eigenthümlichkeit -der Cerebrinsäure, welche ihrem Kohlenstoff- und -Wasserstoffgehalte und ihren physikalischen Eigenschaften nach -einer stickstoffhaltigen fetten Säure gleicht, in Zweifel gezogen;<span class="pagenum" id="Page194">[194]</span> -ein stickstoffhaltiges Fett, was einen sauren Charakter -besitzt, ist aber in der That keine Anomalie. Die Hippursäure -ist in manchen ihrer Eigenschaften den fetten Säuren -sehr ähnlich, sie ist aber durch ihren Stickstoffgehalt -wesentlich davon unterschieden; die organischen Bestandtheile -der Galle, sie gleichen in ihren physikalischen Eigenschaften den -sauren Harzen und sind ebenfalls stickstoffhaltig; die organischen -Basen stehen in ihren physikalischen Eigenschaften zwischen -den fetten Körpern und den Harzen, alle sind stickstoffhaltig; -eine stickstoffhaltige fette Säure ist eben so wenig unwahrscheinlich, -wie die Existenz eines stickstoffhaltigen Harzes, was die -Eigenschaften einer Salzbase besitzt.</p> - -<p>97. Ein genaues Studium möchte wahrscheinlich in der -Substanz des Gehirns, des Rückenmarks und der Nerven Verschiedenheiten -darthun. Nach den Beobachtungen von <span class="gesp2">Valentin</span> -ändert sich die Beschaffenheit der Gehirn- und Nervensubstanz -von dem Tode an, mit großer Schnelligkeit, und -ganz besondere Sorgfalt müßte auf die Sonderung fremder, -der Mark- und Gehirnsubstanz nicht angehörender Materien -zu verwenden sein. So groß nun auch die Schwierigkeiten -sich darstellen mögen, so scheint die Untersuchung dennoch -ausführbar. Vorläufig wissen wir, daß gegen einen großen -Kohlenstoff- und Wasserstoffgehalt in der Gehirnsubstanz alle -Erfahrungen sprechen; die <span class="gesp2">Abwesenheit</span> von Stickstoff als -Bestandtheil der Nerven- und Gehirnsubstanz erscheint jedenfalls -unwahrscheinlich. Sie darf ferner nicht zu den Fetten -gerechnet werden, denn wir finden sie mit Natron vereinigt;<span class="pagenum" id="Page195">[195]</span> -alle Fette sind aber Glycerylverbindungen. Was den Phosphorgehalt -der Gehirnsubstanz betrifft, so haben wir über -den Zustand, in welchem der Phosphor darin enthalten ist, -nur Vermuthungen. <span class="gesp2">Walchner</span> beobachtete vor Kurzem, -daß sich aus einem Brunnentroge in Carlsruhe, auf dessen -Boden Fische faulten, selbstentzündliches Phosphorwasserstoffgas -in Blasen entwickelte, und auch in der Fäulniß der -Gehirnsubstanz sind phosphorreiche Gase beobachtet -<span class="nowrap">worden<a id="FNanchor13"></a><a href="#Footnote13" class="fnanchor">[F13]</a></span>.</p> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote13"><a href="#FNanchor13"><span class="label">[13]</span></a> -Das Museum zu Genf übergab eine große Portion Weingeist, der -zur Aufbewahrung von Thieren (Fischen) gedient hatte, an Herrn -Leroyer, Apotheker, der seine Reinigung übernahm. Er destillirte denselben -über ein Gemenge von Chlorcalcium mit gebranntem Kalk und -dampfte den Rückstand an der Luft über Feuer ab. Sobald die -Masse eine gewisse Consistenz und eine höhere Temperatur angenommen -hatte, entwickelte sich eine außerordentliche Menge entzündliches -Phosphorwasserstoffgas (<span class="gesp2">Dumas</span> <span class="antiqua">V.</span> 267.)</p> - -</div><!--footnote--> - -<p><span class="pagenum" id="Page196">[196]<br /><a id="Page197"></a>[197]</span></p> - -<hr class="chap" /> - -<h2 class="theil"><span class="gesp2">Dritter Theil</span>.<br /> -<span class="fsize70">Die</span><br /> -<span class="gesp2"><b>Bewegungserscheinungen</b></span><br /> -<span class="fsize70">im</span><br /> -<span class="fsize80 gesp1"><b>Thierorganismus.</b></span></h2> - -<hr class="chap" /> - -<p><span class="pagenum" id="Page198">[198]<br /><a id="Page199"></a>[199]</span></p> - -<h3><span class="antiqua">I.</span></h3> - -<p class="noindent"><span class="fsize150"><b>D</b></span>ie zahllosen Bilder, welche sich der menschliche Geist über -die Natur und das Wesen der eigenthümlichen Ursache geschaffen -hat, welche als der letzte Grund der Erscheinungen -angesehen werden muß, die das Thier- und Pflanzenleben -characterisiren, mit einem neuen zu vermehren, dürfte nicht -der Beachtung werth gehalten werden, wenn sich nicht aus -den Vorstellungen über diese Ursache, welche im Eingang -zum ersten Theil dieser Schrift entwickelt worden sind, gewisse -Begriffe als nothwendige Folgerungen ergäben, deren -nähere Erörterung in dem Folgenden versucht werden soll.</p> - -<p>Von vorne herein muß zugegeben werden, daß alle diese -Folgerungen ihre Bedeutung verlieren, wenn der Beweis -geführt werden kann, daß die Ursache der Lebensthätigkeit -mit anderen bekannten Ursachen, welche Bewegung oder Form- -und Beschaffenheitsänderungen der Materie bewirken, in ihren -Aeußerungen nichts gemein hat.</p> - -<p>Eine Vergleichung ihrer Eigenthümlichkeiten mit der -Wirkungsweise dieser anderen Ursachen, kann übrigens schon -deshalb keinen Nachtheil bringen, weil die Natur und das -Wesen einer Naturerscheinung nicht durch Abstraction, sondern<span class="pagenum" id="Page200">[200]</span> -nur durch vergleichende Beobachtungen erkennbar sind.</p> - -<p>Wenn die Lebenserscheinungen nämlich als Aeußerungen -einer eigenthümlichen Kraft angesehen werden, so müssen die -Wirkungen dieser Kraft an gewisse erforschbare Gesetze gebunden -sein, die mit den allgemeinsten Gesetzen des Widerstandes -und der Bewegung im Einklange sind, welche die -Weltkörper und Weltkörpersysteme in ihren Bahnen erhalten, -wodurch Form- und Beschaffenheitsänderungen in den Körpern -bedingt werden, ganz abgesehen von dem Stoff, welcher -als Träger der Lebenskraft sich darstellt, oder der Form, -in der sich die Lebenskraft äußert.</p> - -<p>Die Lebenskraft giebt sich in einem belebten Körpertheil -als eine Ursache der Zunahme an Masse, sowie des Widerstandes -gegen äußere Thätigkeiten zu erkennen, welche die -Form, Beschaffenheit und Zusammensetzung der Elementartheilchen -ihres Trägers zu ändern streben.</p> - -<p>Als eine Kraft der Bewegung, Form- und Beschaffenheitsänderung -der Materie zeigt sie sich durch Störung und -Aufhebung des Zustandes der Ruhe, in dem sich die chemischen -Kräfte befinden, durch welche die Bestandtheile der ihren -Trägern zugeführten Verbindungen, die wir als Nahrungsstoffe -kennen, zusammengehalten werden.</p> - -<p>Die Lebenskraft bewirkt eine Zersetzung dieser Nahrungsstoffe, -sie hebt die Kraft der Anziehung auf, die zwischen -ihren kleinsten Theilchen unausgesetzt thätig ist, sie ändert -die Richtung der chemischen Kräfte in der Art, daß die Elemente -der Nahrungsstoffe sich in einer andern Weise ordnen,<span class="pagenum" id="Page201">[201]</span> -daß sie zu neuen, den Trägern der Lebenskraft gleichen oder -unähnlichen Verbindungen zusammentreten; sie ändert die -Richtung und Stärke der Cohäsionskraft, sie hebt den Cohäsionszustand -der Nahrungsmittel auf und zwingt die neuen -Verbindungen, zu Formen zusammenzutreten, welche keine -Aehnlichkeit mit den Formen haben, welche durch die frei -(ohne Widerstand) wirkende Cohäsionskraft gebildet werden.</p> - -<p>Die Lebenskraft äußert sich als eine Kraft der Anziehung, -insofern die durch die Form- und Beschaffenheitsänderung -des Nahrungsstoffes neu gebildete Verbindung, bei -gleicher Zusammensetzung mit ihrem Träger, zu einem Bestandtheil -dieses Trägers wird.</p> - -<p>Die dem Träger der Lebenskraft unähnlichen, neuerzeugten -Verbindungen treten aus dem Körpertheile aus, sie erleiden -in der Form gewisser Secretionen, anderen Körpertheilen -zugeführt, bei ihrer Berührung damit, eine Reihe ähnlicher -Veränderungen.</p> - -<p>Als Widerstand giebt sich die Lebenskraft in belebten -Körpertheilen zu erkennen, insofern durch sie, durch ihr Vorhandensein -in ihren Trägern, die Elemente derselben das -Vermögen erlangen, Störungen und Aenderungen in ihrer -Form und Zusammensetzung durch äußere Thätigkeiten zu -widerstehen, eine Fähigkeit, die sie für sich als chemische -Verbindungen nicht besitzen.</p> - -<p>Wie bei anderen Kräften umfaßt der Begriff einer ungleichen -Intensität der Lebenskraft in einem belebten Körpertheil -nicht nur die ungleiche Fähigkeit der Zunahme an<span class="pagenum" id="Page202">[202]</span> -Masse und der Ueberwindung von (chemischen) Widerständen, -sondern man bezeichnet damit auch gradezu die Verschiedenheit -in der Größe des Widerstandes selbst, den die -Theile oder Bestandtheile eines belebten Körpertheils einer -Aenderung in der Form und Zusammensetzung durch neue -äußere einwirkende Ursachen entgegensetzen; ganz ähnlich -wie die Stärke der Cohäsionskraft oder der Affinität in -gradem Verhältniß steht zu dem Widerstande, den diese -Kräfte einer äußern mechanischen oder chemischen Ursache -entgegensetzen, welche die Theile einer Verbindung von einander -zu trennen strebt.</p> - -<p>Die Aeußerungen der Lebenskraft sind abhängig von einer -gewissen Form ihrer Träger und einer bestimmten Zusammensetzung -der Substanz des lebendigen Körpertheils.</p> - -<p>Die Fähigkeit der Zunahme an Masse in einem belebten -Körpertheil wird bedingt durch die unmittelbare Berührung -mit Stoffen, die sich zu einer Zersetzung eignen, oder deren -Elementartheile zu Bestandtheilen des Trägers der Lebensthätigkeit -übergehen können.</p> - -<p>Die Aeußerung der Zunahme setzt voraus, daß die einwirkende -Lebenskraft mächtiger ist, als der Widerstand, den -die chemische Kraft einer Zersetzung oder Umsetzung der Elementartheile -der Nahrungsstoffe ihr entgegensetzt.</p> - -<p>Die Aeußerungen der Lebenskraft sind abhängig von einer -gewissen Temperatur; weder in einer Pflanze, noch in -einem Thiere zeigen sich Lebenserscheinungen, wenn die Temperatur -in gewissen Verhältnissen abnimmt.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page203">[203]</span></p> - -<p>Die Lebenserscheinungen eines belebten Organismus nehmen -an Stärke und Intensität durch Wärmeentziehung ab, -wenn die Temperatur, welche er besitzt, nicht durch andere -Ursachen wieder erneuert wird.</p> - -<p>Entziehung von Nahrungsstoff setzt allen Lebensäußerungen -eine bestimmte Grenze.</p> - -<p>Der Contact der belebten Körpertheile mit Nahrungsstoff -wird in dem Thierorganismus bedingt durch eine mechanische -Kraft, welche in ihm selbst erzeugt wird und gewissen -Organen die Fähigkeit giebt, Ortsveränderungen zu -bewirken, eine mechanische Bewegung hervorzubringen, mechanische -Widerstände aufzuheben.</p> - -<p>Man kann einem ruhenden Körper eine gewisse Bewegung -ertheilen durch eine Menge in ihren Aeußerungen -höchst verschiedener Kräfte; wir setzen ein Uhrwerk in Bewegung -durch ein fallendes Gewicht (durch die Schwere), -durch eine gespannte Feder (durch Elasticität). Wir bringen -jede Art von Bewegungen hervor durch die elektrische oder -magnetische Kraft, sowie durch die chemischen Kräfte, ohne -daß wir im Stande sind zu sagen, wenn wir die Aeußerung -dieser Thätigkeiten nur in ihrer Erscheinung ins Auge fassen, -durch welche von diesen verschiedenen Ursachen des -Ortswechsels der ruhende Körper die Bewegung oder Geschwindigkeit -empfangen hat.</p> - -<p>In dem Organismus des Thieres kennen wir nur eine -Quelle der bewegenden Kraft, und diese Quelle ist die nämliche -Ursache, welche die Zunahme belebter Körpertheile an<span class="pagenum" id="Page204">[204]</span> -Masse bedingt, welche ihnen das Vermögen giebt, äußeren -Actionen Widerstand zu leisten, es ist die <span class="gesp2">Lebenskraft</span>.</p> - -<p>Um zu einer klaren Einsicht dieser in ihrer Form so -verschiedenen Aeußerungen der Lebenskraft zu gelangen, muß -man sich erinnern, daß eine jede Kraft sich in einer Materie -durch zwei für die Beobachtung durchaus verschiedene Zustände -der Thätigkeit zu erkennen giebt.</p> - -<p>Die in den Theilchen eines Steins vorhandene Kraft der -Schwere ertheilt ihnen ein unausgesetztes Streben, sich nach -dem Mittelpunkte der Erde hinzubewegen.</p> - -<p>Für die Wahrnehmung verschwindet diese Thätigkeit, -wenn der Stein z. B. auf einem Tische liegt, dessen Theile -der Aeußerung seiner Schwere einen Widerstand entgegensetzen. -Die auf ihn wirkende Kraft ist stets vorhanden, sie -äußert sich als Druck auf die Unterlage, allein er bleibt -auf seinem Platze, er besitzt keine Bewegung. Mit Gewicht -bezeichnen wir die Aeußerung seiner Schwere im Zustande -der Ruhe.</p> - -<p>Was den Stein am Fallen hindert, ist ein Widerstand, -welcher bewirkt wird durch eine Kraft der Anziehung, mit -welcher die Theilchen des Holzes zusammenhängen; eine -Wassermasse würde ihn am Fallen nicht gehindert haben.</p> - -<p>Wenn die Kraft, welche die Theilchen des Steins nach -dem Mittelpunkte der Erde hintreibt, größer wäre als die -Kraft, womit die Holztheilchen zusammenhängen, so würde -die Cohäsionskraft überwunden werden, sie würde den Stein -am Fallen nicht hindern können.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page205">[205]</span></p> - -<p>Nehmen wir den Tisch und damit die Kraft hinweg, -welche die Aeußerung der Schwere aufgehoben hatte, so -zeigt sich die letztere als die Ursache der Ortsveränderung -des Steins, er kommt in Bewegung, d. h. er fällt: Widerstand -ist stets eine Kraft.</p> - -<p>Je nachdem wir ihn kürzere oder längere Zeit fallen -lassen, erlangt er Fähigkeiten, die er im ruhenden Zustande -nicht besaß, er erhält nämlich das Vermögen, schwächere -oder stärkere Widerstände (Kräfte) aufzuheben, oder ruhenden -Körpern Bewegung mitzutheilen.</p> - -<p>Von einer gewissen Höhe herabfallend macht er einen -bleibenden Eindruck an dem Orte, den er berührt, von einer -noch größern Höhe (längere Zeit) fallend, macht er ein -Loch in die Tischplatte; seine eigene Bewegung theilt sich -einer gewissen Anzahl Holztheilchen mit, die nun mit dem -Steine selbst fallen. Keine dieser Eigenschaften besaß der -ruhende Stein.</p> - -<p>Die erlangte Geschwindigkeit ist stets die Wirkung der -bewegenden Kraft. Sie ist unter sonst gleichen Umständen -dem Druck proportional.</p> - -<p>Ein frei fallender Körper gewinnt nach einer Sekunde -eine Geschwindigkeit von 30 Fuß. Derselbe Körper auf -dem Monde fallend, würde in einer Sekunde nur eine Geschwindigkeit -von <sup>30</sup>⁄<sub>3600</sub> = 0,1 Zoll gewinnen, weil dort die -Intensität der Schwere (der Druck, welcher auf den Körper -wirkt, die bewegende Kraft) 3600 mal kleiner ist.</p> - -<p>Wenn der Druck gleichförmig fortwirkt, so steht die Geschwindigkeit<span class="pagenum" id="Page206">[206]</span> -genau im Verhältniß zum Druck, dergestalt, daß -z. B. der 3600mal langsamer fallende Körper nach 3600 Sekunden -dieselbe Geschwindigkeit annimmt, wie der andere -nach einer Sekunde.</p> - -<p>Die Wirkung ist folglich nicht der bewegenden Kraft allein, -noch der Zeit allein, sondern dem Druck, multiplicirt mit der -Zeit = <span class="gesp2">Kraftmoment</span>, proportional.</p> - -<p>In zwei gleichen Körpermassen bezeichnet die Geschwindigkeit -das Kraftmoment. Unter dem Einfluß desselben Drucks -bewegt sich aber ein Körper um so langsamer, je größer seine -Masse; die doppelte Masse braucht, um in gleicher Zeit eine -gleiche Geschwindigkeit zu erlangen, einen doppelten Druck, -oder sie muß unter dem einfachen Drucke eine doppelt so -lange Zeit in Bewegung bleiben.</p> - -<p>Um einen Ausdruck für die ganze eingetretene Wirkung -zu haben, muß man daher, die Masse mit ihrer Geschwindigkeit -multipliciren.</p> - -<p>Dieses Product heißt <span class="gesp2">Bewegungsgröße</span>.</p> - -<p>Die Größe der Bewegung eines Körpers muß in allen -Fällen dem Kraftmoment genau entsprechen.</p> - -<p>Größe der Bewegung und Kraftmoment wird auch schlechtweg -mit <span class="gesp2">Kraft</span> bezeichnet, weil man sich vorstellt, daß ein -kleiner Druck, der z. B. 10 Sekunden gewirkt hat, ebensoviel -werth ist, als ein zehnmal größerer Druck, der nur eine -Sekunde thätig war.</p> - -<p><span class="gesp2">Bewegungsmoment</span> heißt in der Mechanik die Wirkung -einer Kraft ohne Rücksicht auf die Zeit (Geschwindigkeit),<span class="pagenum" id="Page207">[207]</span> -in welcher sie zur Aeußerung kam. — Wenn ein Mann -z. B. dreißig Pfunde 100 Fuß hoch hebt, ein zweiter dreißig -Pfund auf 200 Fuß Höhe, so hat der zweite doppelt so viel -Kraft wie der erste verwendet; ein dritter welcher 60 Pfund -auf 50 Fuß Höhe gehoben hat, verbraucht dazu nicht mehr -Kraft wie der erste, um 30 Pfund 100 Fuß hoch zu heben. -Die Bewegungsmomente des ersten (30 × 100) und des -dritten (60 × 50) sind sich gleich, das Bewegungsmoment -des zweiten (30 × 200) ist doppelt so groß.</p> - -<p><span class="gesp2">Kraftmomente</span> und <span class="gesp2">Bewegungsmomente</span> sind -demnach in der Mechanik Ausdrücke oder Maßstäbe für -Kraftwirkungen, die sich auf eine in gegebener Zeit erlangte -Geschwindigkeit oder auf einen gegebenen Raum beziehen; in -diesem Sinne lassen sie sich auf die Wirkungen aller anderen -Ursachen der Bewegung, Form- und Beschaffenheitsveränderung -übertragen, wie groß oder wie klein auch der Raum -oder die Zeit sein mag, in der sich ihre Wirkung für die -Sinne offenbart.</p> - -<p>Eine jede Kraft äußert sich demnach in der Materie als -Widerstand gegen äußere Ursachen der Orts- (Form- und -Beschaffenheits-) Veränderung; als Bewegung-erzeugende -Kraft zeigt sie sich, wenn ihr keine Widerstände entgegenstehen -oder in der Ueberwindung von Widerständen.</p> - -<p>Eine und dieselbe Kraft wirkt Bewegung mittheilend -und Bewegungen vernichtend; in dem einen Falle, wenn -ihrer Thätigkeitsäußerung keine Widerstände entgegenstehen; -in dem andern, wenn sie selbst die Aeußerung einer<span class="pagenum" id="Page208">[208]</span> -andern Ursache der Bewegung (Form- und Beschaffenheits-Aenderung) -aufhebt. Gleichgewicht (oder Ruhe) heißt der -Zustand der Thätigkeit, wo ein Kraft- oder Bewegungsmoment, -durch ein entgegengesetztes Kraft- oder Bewegungsmoment -aufgehoben ist.</p> - -<p>Beide Thätigkeitsäußerungen beobachten wir an der -Kraft, welche den belebten Körpertheilen ihre eigenthümlichen -Eigenschaften giebt.</p> - -<p>Durch Aufhebung der zwischen den Bestandtheilen der -Nahrungsstoffe wirkenden chemischen Kräfte (der Cohäsion -und Affinität), durch Aenderung der Lage oder des Ortes, -in welchem sich ihre Elementartheilchen befinden, giebt sich -die Lebenskraft als bewegende Kraft zu erkennen; sie äußert -sich als Bewegung erzeugende Kraft durch Ueberwindung -der chemischen Anziehung der Bestandtheile der Nahrungsstoffe -und als die Ursache, die sie zwingt, sich in einer neuen -Ordnung mit einander zu vereinigen.</p> - -<p>Es ist klar, daß einem belebten Körpertheil, welcher also -die Fähigkeit besitzt, Widerstände aufzuheben und den Elementartheilchen -der Nahrungsstoffe eine Bewegung mitzutheilen durch -die in ihm frei sich äußernde Lebenskraft, ein Bewegungsmoment -zukommen muß, was ja nichts anderes ist, als das Maß der -eingetretenen Bewegung, Form- und Beschaffenheits-Aenderung.</p> - -<p>Wir wissen, daß dieses Bewegungsmoment der Lebenskraft -in einem belebten Körpertheil verwendbar ist, um ruhenden -Materien Bewegung zu ertheilen (Zersetzung zu bewirken, -Widerstände aufzuheben), und wenn die Lebenskraft<span class="pagenum" id="Page209">[209]</span> -in ihren Aeußerungen sich ähnlich verhält wie andere Kräfte, -so muß dieses Bewegungsmoment mitgetheilt oder fortgepflanzt -werden können durch Materien, die in sich selbst durch eine -entgegenwirkende Thätigkeit seine freie Aeußerung nicht aufheben.</p> - -<p>Die durch irgend eine Ursache gewonnene Bewegung -eines Stoffes oder einer Materie kann in sich selbst nicht -vernichtet werden, sie kann zwar für die Wahrnehmung -verschwinden, allein auch aufgehoben durch Widerstände -(durch entgegengesetzte Kraftwirkungen) wird ihr Effect -nicht vernichtet. Der fallende Stein übt durch seine im -Fallen gewonnene Bewegungsgröße, auf dem Tische angelangt, -eine Wirkung aus; der hervorgebrachte Eindruck -auf das Holz, die Geschwindigkeit, welche von der seinigen -sich auf die Holztheile überträgt, ist sein Effect.</p> - -<p>Uebertragen wir die Begriffe von Bewegung, Gleichgewicht -und Widerstand auf die chemischen Kräfte, die in ihrer Wirkungsweise -der Lebenskraft unendlich näher stehen, als die -Schwere, so wissen wir mit der größten Bestimmtheit, daß -sie nur bei unmittelbarer Berührung sich thätig zeigen; wir -wissen, daß die ungleiche Fähigkeit chemischer Verbindungen, -Widerstand gegen äußere Störungen zu leisten, gegen die -Einwirkung der Wärme, der elektrischen Kraft, die ihre Theilchen -zu trennen streben, so wie ihr Vermögen Widerstände -in anderen Verbindungen aufzuheben (Zersetzung zu bewirken), -daß mit einem Worte die in einer Verbindung thätige Kraft, -abhängig ist von einer gewissen Ordnung, in welcher sich ihre -Elementartheilchen berühren.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page210">[210]</span></p> - -<p>Die nämlichen Elemente in einer andern Ordnung mit -einander vereinigt, äußern mit anderen Verbindungen in Berührung -eine höchst ungleiche Fähigkeit Widerstand zu leisten -oder Widerstände aufzuheben, in der einen Form ist die zur -Aeußerung gelangte Kraft verwendbar (der Körper ist activ, -eine Säure z. B.), in der andern nicht (er ist indifferent), -in einer dritten Form ist sein Kraftmoment der ersten entgegengesetzt -(er ist activ, aber eine Basis).</p> - -<p>Aendern wir die Ordnung der Elemente, so sind wir -im Stande, die Bestandtheile einer Verbindung durch einen -andern activen Körper zu trennen, die, in einer andern Form -vereinigt, seiner Action einen unüberwindlichen Widerstand -entgegensetzten.</p> - -<p>Aehnlich wie zwei gleiche unelastische Massen von gleicher -Geschwindigkeit, die aus entgegengesetzter Richtung getrieben, -mit einander in Berührung kommend, zur Ruhe gelangen, ähnlich -also wie zwei gleiche aber entgegengesetzte Bewegungsmomente -sich gegenseitig aufheben, kann das Kraftmoment einer chemischen -Verbindung, durch ein gleiches aber entgegengesetztes Kraftmoment -einer zweiten Verbindung ganz oder zum Theil aufgehoben, -allein es kann nicht vernichtet werden, so lange -die Ordnung nicht gestört wird, durch welche die in ihnen -wohnende Kraft zur Aeußerung gelangt ist.</p> - -<p>Die chemische Kraft der Schwefelsäure ist im Gyps eben -so ungeschwächt vorhanden, als im Vitriolöl, aber für die -Wahrnehmung ist sie verschwunden; nehmen wir die Ursache -hinweg, die ihre Aeußerung auf andere Materien aufhob,<span class="pagenum" id="Page211">[211]</span> -so zeigt sie sich in ihrem Träger mit ihrer ganzen Stärke.</p> - -<p>So kann die Cohäsionskraft eines festen Körpers durch -eine chemische Kraft (in der Auflösung), durch Wärme (beim -Schmelzen), für die Beobachtung völlig verschwinden, ohne -daß sie nur entfernt geschwächt oder vernichtet wäre. Entfernen -wir die ihr entgegenwirkende Kraftäußerung (den -Widerstand), so zeigt sie sich in der Krystallisation unverändert.</p> - -<p>Durch die elektrische Kraft, durch die Wärme, sind wir -im Stande, der chemischen Kraft in ihren Aeußerungen die -mannigfaltigsten Richtungen zu geben; wir stellen damit -die Ordnung fest, in welcher sich die Elementartheilchen vereinigen -sollen. Nehmen wir die Ursache hinweg (Wärme, -elektrische Kraft), die ihrer schwächeren Anziehung nach der -einen Richtung hin das Uebergewicht gab, so wird die stärkere -Anziehung nach einer andern Richtung hin sich unausgesetzt -thätig zeigen, und wenn diese stärkere Anziehung -das Beharrungsvermögen der Elementartheilchen überwinden -kann, so werden sich die Elementartheile in einer -neuen Form mit einander vereinigen, das ist, es wird eine -neue Verbindung von veränderten Eigenschaften gebildet -werden müssen.</p> - -<p>In Verbindungen dieser Art, in welchen also die freie -Aeußerung der chemischen Kraft, durch andere Kräfte gehindert -wurde, kann ein Stoß, eine mechanische Reibung, -die Berührung mit einer Materie, deren Elementartheile -sich im Zustande der Bewegung (Umsetzung, Zersetzung) befinden,<span class="pagenum" id="Page212">[212]</span> -irgend eine Ursache von Außen, deren Thätigkeit -sich der stärkeren Anziehung der Elementartheilchen nach einer -andern Richtung hinzufügt, hinreichen, um dieser stärkeren -Anziehung das Uebergewicht zu geben, das Beharrungsvermögen -zu überwinden, ihre Form und Beschaffenheit, -welche sie der Mitwirkung fremder Ursachen verdanken, zu -ändern, ein Zerfallen der Verbindung in eine oder mehrere -neue Körper von veränderten Eigenschaften zu bewirken.</p> - -<p>Umsetzungen, oder wenn man will, Bewegungserscheinungen, -können in Verbindungen dieser Classe, bewirkt -werden durch die in einer andern chemischen Verbindung frei -und verwendbar wirkende chemische Kraft, und zwar ohne daß -ihre Aeußerung durch Widerstände erschöpft oder aufgehoben -wird. So wird das Gleichgewicht in der Anziehung der -Elemente des Rohrzuckers, durch Berührung mit einer sehr -kleinen Menge Schwefelsäure aufgehoben; er verwandelt sich -in Traubenzucker; ganz ähnlich sehen wir die Elemente des -Amylons sich mit den Elementen des Wassers zu einer neuen -Form ordnen, ohne daß die Schwefelsäure, welche gedient -hatte, um diese Umsetzung zu bewirken, ihren chemischen -Charakter verliert, sie bleibt in Bezug auf andere Materien, -auf die sie eine Wirkung äußert, ebenso activ als -wie vorher, grade so, als wenn sie keine Art von Wirkung -auf das Amylon ausgeübt hätte.</p> - -<p>Ganz verschieden von der Aeußerung der sogenannten -mechanischen Kräfte haben wir in den chemischen Kräften<span class="pagenum" id="Page213">[213]</span> -Ursachen von Bewegungserscheinungen, von Form- und Beschaffenheitsänderungen, -ohne wahrnehmbare Erschöpfung der -Kraft, wodurch sie hervorgerufen werden, erkannt; allein -der Grund der fortdauernden Thätigkeitsäußerung bleibt -stets derselbe, es ist der Mangel einer entgegengesetzten Thätigkeit -(eines Widerstandes), der sie aufzuheben oder ins Gleichgewicht -zu setzen fähig ist.</p> - -<p>Aehnlich wie die Aeußerungen der chemischen Kräfte (das -Kraftmoment einer chemischen Verbindung) abhängig erscheinen -von einer bestimmten Ordnung, in der sich ihre Elementartheilchen -berühren, zeigt die Erfahrung, daß die Lebenserscheinungen -unzertrennlich von der Materie sind, daß die -Aeußerungen der Lebenskraft in einem belebten Körpertheil -bedingt werden durch eine gewisse Form des Trägers und -durch eine gewisse Ordnungsweise seiner Elementartheilchen; -heben wir die Form oder Zusammensetzung des Organs auf, -so verschwinden alle Lebensäußerungen.</p> - -<p>Nichts hindert uns, die Lebenskraft als eine besondere -Eigenschaft zu betrachten, die gewissen Materien zukommt, -und wahrnehmbar wird, wenn ihre Elementartheilchen zu -einer gewissen Form zusammengetreten sind.</p> - -<p>Diese Vorstellung nimmt den Lebenserscheinungen nichts -von ihrer wunderbaren Eigenthümlichkeit, man kann sie als -einen Anhaltspunkt betrachten, von dem aus sich eine Untersuchung -derselben, sowie die Erforschung ihrer Gesetze -anknüpfen läßt, ganz so wie man die Eigenschaften und Gesetze -der Bewegungen des Lichts, als abhängig von einer<span class="pagenum" id="Page214">[214]</span> -Lichtmaterie, oder einem Aether betrachtet, der mit den erforschten -Gesetzen nichts weiter zu thun hat.</p> - -<p>In dieser Form gedacht, vereinigt die Lebenskraft in -ihren Aeußerungen alle Eigenthümlichkeiten der chemischen -Kräfte und der nicht minder wunderbaren Ursache, die wir -als den letzten Grund der elektrischen Erscheinungen ansehen.</p> - -<p>Die Lebenskraft äußert sich nicht wie die Schwerkraft -oder magnetische Kraft in unendlichen Entfernungen, sondern -sie ist, wie die chemischen Kräfte, nur bei unmittelbarer -Berührung thätig, sie wird durch einen Complex materieller -Theile wahrnehmbar.</p> - -<p>Ein belebter Körpertheil erhält nach obiger Voraussetzung -die Fähigkeit, Widerstand zu leisten und Widerstände aufzuheben, -durch das Zusammentreten seiner Elementartheilchen in einer -gewissen Form und er muß, so lange diese Form und Ordnung -durch entgegengesetzte Kräfte nicht aufgehoben wird, -seine Kraft unausgesetzt zu behaupten vermögen.</p> - -<p>Wenn durch den Act der Thätigkeitsäußerung eines belebten -Körpertheils die Elemente der Nahrungsstoffe in der -ihm gleichen Form und Beschaffenheit zusammengetreten sind, -so erlangen sie eine ihm gleiche Fähigkeit; es gelangt -durch dieses Zusammentreten die in ihnen wohnende Lebenskraft -zur freien Aeußerung, sie wird in gleicher Weise verwendbar.</p> - -<p>Wenn man sich nun erinnert, daß alle Nahrungsstoffe -belebter Organismen Verbindungen zweier oder mehrerer -Elemente sind, welche durch chemische Kräfte zusammengehalten<span class="pagenum" id="Page215">[215]</span> -werden, wenn man erwägt, daß in dem Act der Thätigkeitsäußerung -eines belebten Körpertheils die Elemente der -Nahrungsstoffe in einer andern Ordnung zusammentreten, so -ist völlig gewiß, daß das Kraft- oder Bewegungsmoment -der Lebenskraft stärker war, als die zwischen den Elementen -der Nahrung sich äußernde chemische <span class="nowrap">Anziehung<a -id="FNanchor14"></a><a href="#Footnote14" class="fnanchor">[F14]</a></span>.</p> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote14"><a href="#FNanchor14"><span class="label">[14]</span></a> -Die Hände eines Mannes, welcher mit einem Seile 30 Pfund 100 -Fuß hoch hebt, legen einen Weg von 100 Fuß zurück, während seine -Muskelthätigkeit einem Widerstand (Druck) von 30 Pfunden das Gleichgewicht -hält. Wäre die von dem Manne anwendbare Kraft nicht -größer, als um dem Druck von dreißig Pfunden das Gleichgewicht -zu halten, so würde er nicht vermögend sein, das Gewicht zu der angegebenen -Höhe zu heben.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p>Die chemische Kraft, welche die Bestandtheile zusammenhielt, -wirkte gleich einem Widerstande, welcher überwunden -wurde durch die active Lebenskraft.</p> - -<p>Wären beide gleich gewesen, so würde keine Art von -wahrnehmbarer Wirkung eingetreten sein; bei überwiegender -chemischer Action würde der belebte Körpertheil eine -Veränderung erlitten haben.</p> - -<p>Wenn wir uns nun denken, daß eine gewisse Quantität -von Lebenskraft dazu verwendet werden mußte, um sich mit -der chemischen Kraft ins Gleichgewicht zu setzen, so bleibt -immer noch ein Ueberschuß von Kraft, durch welchen die -Zersetzung bewirkt wurde; in diesem Ueberschuß besteht das -Kraftmoment des belebten Körpertheils, durch den die Zersetzung -bewerkstelligt wurde; er erhält durch ihn ein dauerndes -Vermögen, weitere Zersetzungen zu bewirken und seinen<span class="pagenum" id="Page216">[216]</span> -Zustand, seine Form und Beschaffenheit gegen äußere Actionen -zu behaupten.</p> - -<p>Wir können uns denken, daß dieser Ueberschuß hinweggenommen -und in einer andern Weise verwendet werden -kann; das Bestehen des belebten Körpertheils würde dadurch -nicht gefährdet werden, eben weil in diesem Falle ein Ruhe- -und Gleichgewichtszustand eintreten würde; allein mit der -Hinwegnahme dieses Ueberschusses würde er seine Fähigkeit -der Zunahme an Masse, sein Vermögen weitere Zersetzungen -zu bewirken, äußeren Ursachen von Störungen zu widerstehen, -verlieren. Wenn ihm in diesem Gleichgewichtszustande -Sauerstoff (eine chemische Action) zugeführt werden -würde, so würde dessen Streben, sich mit einem Elemente -des belebten Körpertheils zu vereinigen, kein Hinderniß entgegenstehen, -eben weil ihm das Vermögen, Widerstand zu -leisten, durch anderweitige Verwendung von Lebenskraft genommen -worden ist. Je nach der Menge des zugeführten -Sauerstoffs würde eine entsprechende Menge des belebten -Körpertheils seinen Zustand des Lebens verlieren und die -Form einer chemischen Verbindung erhalten von einer dem -belebten Stoff unähnlichen Zusammensetzung, es würde mit -einem Worte ein Wechsel in den Eigenschaften der belebten -Verbindung, ein Stoffwechsel entstehen.</p> - -<p>Wenn wir erwägen, daß die Fähigkeit der Zunahme an -Masse in der Pflanze beinahe keine Grenze hat, daß hundert -Weidenzweige, von einem Baume genommen, zu hundert -Bäumen werden, so kann man kaum einen Zweifel hegen,<span class="pagenum" id="Page217">[217]</span> -daß mit dem Zusammentreten der Elemente des Nahrungsstoffs -zu einem Bestandtheil der Pflanze, zu dem vorhandenen -Kraftmoment, in dem neugebildeten Pflanzentheile ein -neues Kraftmoment hinzukommt, in der Art, daß mit der -Zunahme an Masse die Summe von Lebenskraft wächst.</p> - -<p>Je nach der Quantität verwendbarer Lebenskraft ändern -sich die Producte, die durch ihre Thätigkeit aus dem zugeführten -Nahrungsstoff gebildet werden. Die Bestandtheile -der Knospe, der Wurzelfaser, des Blattes, der Blüthe und -Frucht sind höchst verschieden; die chemische Kraft, wodurch -ihre Elemente zusammen gehalten werden, ist sehr ungleich.</p> - -<p>Von den stickstofffreien Bestandtheilen der Pflanzen kann -man behaupten, daß kein Theil des Kraftmomentes verwendet -wird, um ihre Form und Beschaffenheit zu behaupten, -sobald ihre Elemente einmal in der Ordnung zusammengetreten -sind, in der sie zu Trägern der Lebenskraft werden.</p> - -<p>Ganz verschieden verhalten sich die stickstoffhaltigen Pflanzenstoffe, -denn sie gehen, wie man gewöhnlich sagt, von der -Pflanze getrennt, von selbst in Gährung und Fäulniß über. -Die Ursache dieser Zersetzung oder Umsetzung ihrer Elemente -ist die chemische Action, welche der Sauerstoff auf einen -ihrer Bestandtheile ausübt. Wir wissen nun, daß, so -lange die Pflanze Lebenserscheinungen zeigt, Sauerstoffgas -von ihrer Oberfläche abgeschieden wird, daß dieser Sauerstoff -ohne alle Wirkung ist auf die Bestandtheile der lebendigen -Pflanze, zu denen er sonst die größte Anziehung besitzt, -und es ist klar, daß eine gewisse Quantität Lebenskraft<span class="pagenum" id="Page218">[218]</span> -verwendet werden muß, theils um die Elemente der complexen -stickstoffhaltigen Bestandtheile, in der Form, Beschaffenheit -und Ordnung zu erhalten, die ihnen zukommt, theils -als Widerstand gegen die unaufhörliche Einwirkung des -Sauerstoffs der Luft auf ihre Elemente, so wie des Sauerstoffs, -der in ihrem Organismus durch den Lebensproceß -abgeschieden wird.</p> - -<p>Mit der Zunahme an diesen veränderlichen Bestandtheilen, -in der Blüthe z. B. und in der Frucht, wächst die -Summe von chemischer Kraft, deren freie Aeußerung durch -ein entsprechendes Maß von Lebenskraft im Gleichgewicht -gehalten, als Widerstand verbraucht wird.</p> - -<p>Die Pflanze nimmt so lange an Masse zu, bis sich die -in ihr wohnende Lebenskraft mit allen äußeren Ursachen, -die ihrer Aeußerung entgegenwirken, ins Gleichgewicht gesetzt -hat, eine jede neue Ursache von Störung, die sich den -vorhandenen hinzufügt (Temperaturwechsel &c.), nimmt ihr -jetzt die Fähigkeit, Widerstand zu leisten, sie stirbt ab.</p> - -<p>In den perennirenden Pflanzen (den Holzpflanzen z. B.) -ist die Masse der veränderlichen Bestandtheile (der stickstoffhaltigen), -verglichen mit den stickstofffreien, so klein, daß -von der ganzen Summe von Kraft, als Widerstand, nur -ein verschwindendes Moment verbraucht wird; bei den jährigen -Pflanzen ist dieses Verhältniß umgekehrt.</p> - -<p>In allen Perioden des Lebens einer Pflanze wird die -vorhandene active (durch Widerstände nicht aufgehobene) Lebenskraft -nur zu einer Form von Lebensäußerung verwendet,<span class="pagenum" id="Page219">[219]</span> -zur Zunahme an Masse nämlich, zur Ueberwindung von -Widerständen; kein Theil der Kraft wird zu anderen Zwecken -verbraucht.</p> - -<p>In dem Organismus des Thieres zeigt sich die Lebenskraft, -wie in der Pflanze in der Fähigkeit der Zunahme an -Masse, als die Ursache des Widerstandes gegen äußere Einwirkungen, -allein die Zunahme so wie der Widerstand sind -in gewisse Grenzen eingeschlossen.</p> - -<p>Wir beobachten nämlich, daß der Uebergang der Nahrungsstoffe -in Blut, die Berührung des Blutes mit den -belebten Körpertheilen bedingt wird von einer mechanischen -Kraft, deren Aeußerung von besonderen Organen ausgeht -und vermittelt wird durch ein besonderes System von Apparaten, -denen die Fähigkeit zukommt, die empfangene Bewegung -fortzupflanzen und zu verbreiten; von einem zweiten -Systeme ähnlicher Apparate finden wir das Vermögen des -Thieres abhängig, den Ort zu wechseln und durch seine -Glieder mechanische Effecte hervorzubringen. Diese Apparate, -so wie die von ihnen ausgehenden Bewegungserscheinungen, -fehlen in der Pflanze.</p> - -<p>Um sich ein klares Bild über den Ursprung und die -Quelle der mechanischen Bewegungen im Thierkörper zu -verschaffen, dürfte es eine Erleichterung sein, sich an die -Wirkungsweise anderer Kräfte zu erinnern, welche der Lebenskraft -in ihren Aeußerungen am nächsten stehen.</p> - -<p>Wenn wir eine Anzahl Zink- und Kupferplatten in einer -gewissen Weise geordnet mit einer Säure in Berührung<span class="pagenum" id="Page220">[220]</span> -bringen, so tritt, wenn man die beiden äußersten Punkte des -Apparates mit einem Metalldraht in Verbindung setzt, eine -chemische Action an den Zinkplatten ein, und der Draht erhält -in Folge dieser Action die merkwürdigsten und wunderbarsten -Eigenschaften.</p> - -<p>Dieser Draht zeigt sich nämlich als der Träger einer -Kraft, welche durch ihn mit außerordentlicher Schnelligkeit -nach allen Richtungen hingeleitet und fortgepflanzt werden -kann; er ist der Leiter oder Fortpflanzer einer ununterbrochenen -Reihe von Thätigkeits-Aeußerungen.</p> - -<p>Eine solche Fortpflanzung von Bewegung ist nicht denkbar, -wenn in dem Drahte eine Ursache des Widerstandes -zu überwinden wäre, jeder Widerstand würde einen Theil -der bewegenden Kraft zur ruhenden machen.</p> - -<p>Wird der Draht in der Mitte zerschnitten, sein Zusammenhang -unterbrochen, so hört damit die Fortpflanzung der -Kraft auf, und wir sehen, daß in diesem Falle die Action -der Säure auf das Zink augenblicklich aufhört.</p> - -<p>Stellen wir die Verbindung wieder her, so tritt die verschwundene -Action mit ihrer ganzen Energie wieder ein.</p> - -<p>Wir können durch die in dem Drahte vorhandene Thätigkeit -eine Menge der verschiedenartigsten Effecte bewirken, -Widerstände aller Art überwältigen, Lasten heben, Schiffe -in Bewegung setzen, und, was noch weit merkwürdiger ist, -dieser Draht verhält sich wie eine hohle Röhre, in welcher -ein Strom von chemischer Kraft frei und ohne Hinderniß -circulirt.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page221">[221]</span></p> - -<p>Die Eigenschaften, die wir als festgekettet an gewisse -Materien mit dem Ausdruck der stärksten und energischsten -Verwandtschaft bezeichnen, wir finden sie, dem Anschein nach, -frei und ungebunden an diesem Drahte wieder, wir können -sie, von ihm aus, auf andere Materien übertragen und ihnen -damit eine Affinität (die Fähigkeit, Verbindungen einzugehen) -ertheilen, die ihnen für sich nicht zukommt; je nach -der Quantität der Kraft, die in dem Drahte circulirt, können -wir damit Verbindungen zerlegen, deren Elemente die -mächtigste Verwandtschaft zu einander haben, und an allen -diesen Thätigkeitsäußerungen nimmt die Substanz des Drahtes -nicht den geringsten Antheil, er ist nur der Leiter der -Kraft.</p> - -<p>An diesem Drahte beobachten wir noch überdies Erscheinungen -der Anziehung und Abstoßung, die wir dem aufgehobenen -Gleichgewichtszustande der elektrischen und magnetischen -Kraft zuschreiben müssen, und es stellen sich bei der -Wiederherstellung des Gleichgewichts des gestörten elektrischen -Zustandes, Licht und Wärme, als ihre nie fehlenden Begleiter -ein.</p> - -<p>Alle diese merkwürdigen Erscheinungen werden hervorgerufen -durch die chemische Action, welche Säure und Zink auf -einander ausüben, sie sind begleitet von einer Form- und -Beschaffenheitsänderung, welche beide erleiden.</p> - -<p>Die Säure verliert ihren chemischen Character, das Zink -geht eine Verbindung mit ihr ein. Die in dem Metalldrahte -hervorgerufenen Thätigkeitsäußerungen, sie sind eine<span class="pagenum" id="Page222">[222]</span> -unmittelbare Folge des Wechsels in ihren Eigenschaften.</p> - -<p>Ein Theilchen Säure nach dem andern verliert seine, -ihm zukommenden, chemischen Eigenschaften und wir sehen, -daß in eben diesem Grade der Draht eine chemische, mechanische, -galvanische oder magnetische Kraft, oder wie man sie -nennen will, empfängt; je nach der Anzahl von Theilchen -der Säure, welche in einer und derselben Zeit diese Veränderung -erfahren (je nach der Oberfläche des Zinks), empfängt -der Draht eine größere oder geringere Quantität -von diesen Kräften.</p> - -<p>Die Fortdauer des Stromes von Kraft hängt ab von -der Fortdauer der chemischen Action, die Fortdauer der chemischen -Action ist aufs engste geknüpft, an die Ableitung der -Kraft.</p> - -<p>Hindern wir die Fortpflanzung der Kraft, so behält die -Säure ihren chemischen Character; wird sie zur Ueberwindung -von chemischen oder mechanischen Widerständen verbraucht, -zur Zersetzung chemischer Verbindungen oder zur -mechanischen Bewegung, so dauert die chemische Action fort, -das heißt, ein Theilchen Säure nach dem andern wechselt -seine Eigenschaften.</p> - -<p>Wir haben in dem Vorhergehenden diese merkwürdigen -Erscheinungen in einer Form aufgefaßt, welche unabhängig -von den Erklärungen der Schule ist. Ist die in dem Drahte -circulirende Kraft, die elektrische Kraft? ist es Affinität? -pflanzt sie sich in dem Leiter wie eine in Bewegung gesetzte -Flüssigkeit, oder als eine Reihe von Bewegungsmomenten,<span class="pagenum" id="Page223">[223]</span> -wie der Schall, das Licht, von einem Theilchen des Leiters -zu dem andern fort? Alles dieses weiß man nicht, und -wird es nie ermitteln. Auf die Wahrheit der Erscheinungen -haben alle Vorstellungen, die man ihnen als Erklärungen -unterlegt, nicht den geringsten Einfluß, denn sie beziehen sich -lediglich auf die Form, in welcher sie sich äußern.</p> - -<p>Nur darüber ist man nicht im Zweifel, daß nämlich alle -Effecte, welche durch den Draht hervorgebracht werden können, -bedingt werden von dem Wechsel in den Eigenschaften -des Zinks und der Säure, denn der Ausdruck »chemische -Action« bezeichnet ja nicht mehr und nicht weniger, als den -Act ihrer Veränderung; daß sie abhängig sind, von dem Vorhandensein -eines Leiters, einer Substanz, welche die eintretende -Thätigkeitsäußerung, das Kraftmoment, fortpflanzt -nach allen Richtungen hin, wo es durch Widerstände nicht -aufgehoben wird, daß es also in ein Bewegungsmoment -übergeht, mit dem man mechanische Bewegungen hervorbringen -kann, was, auf andere Körper übertragen, diesen alle -Eigenschaften giebt, deren letzte Ursache die chemische Kraft -selbst ist; sie erhalten das Vermögen, Zersetzungen und Verbindungen -zu bewirken, was ihnen, ohne Zufuhr an Kraft, -durch den Leiter, völlig abgehen würde.</p> - -<p>Wenn wir diese wohlbekannten Erfahrungen als Mittel -benutzen, um, durch sie geführt, die letzte Ursache der mechanischen -Effecte im Thierorganismus zu erforschen, so giebt -die Beobachtung zu erkennen, daß die Bewegung des Blutes -und der Säfte von ganz bestimmten Organen ausgeht,<span class="pagenum" id="Page224">[224]</span> -welche, wie das Herz und die Eingeweide, die bewegende -Kraft nicht in sich selbst erzeugen, sondern von anderen Seiten -her empfangen.</p> - -<p>Wir kennen mit zweifelloser Gewißheit in den Nerven die -Leiter und Verbreiter mechanischer Effecte, wir wissen, daß -durch sie die Bewegung nach allen Seiten hin fortgepflanzt -wird. Für jede Bewegung kennen wir einen besondern Nerven, -einen besondern Leiter, mit dessen Leitungsvermögen, -mit dessen Unterbrechung sich die Fortpflanzung verändert -oder eine Grenze findet.</p> - -<p>Durch die Nerven empfangen alle Theile des Thierkörpers, -die Glieder, die zu ihren Functionen, zum Ortswechsel, -zur Hervorbringung mechanischer Effecte unentbehrliche -Kraft der Bewegung, wo die Nerven fehlen, vermissen wir -Bewegung; die an einem Orte im Ueberfluß erzeugte Kraft -wird den anderen durch die Nerven zugeleitet, was das eine -Organ in sich selbst an Kraft nicht zu erzeugen vermag, wird -ihm von anderen Seiten zugeführt, was ihm an Lebenskraft -fehlt, um Widerstand zu leisten gegen äußere Ursachen von -Störungen, um Widerstände aufzuheben, empfängt es als -Ueberschuß von einem andern Organe, welches ihn für sich -selbst nicht zu verwenden vermag.</p> - -<p>Wir beobachten ferner, daß die willkührlichen und unwillkührlichen -Bewegungen, daß alle mechanischen Effecte im -Thierorganismus begleitet, daß sie abhängig sind von einer -eigenthümlichen Form- und Beschaffenheitsänderung in der -Substanz gewisser belebter Körpertheile, deren Zu- oder Abnahme<span class="pagenum" id="Page225">[225]</span> -im engsten Zusammenhange steht mit dem Maß von -Bewegung oder mit der Quantität von Kraft, welche durch -die Bewegungen verzehrt worden ist.</p> - -<p>Als eine unmittelbare Folge der zur Aeußerung gelangten, -mechanischen Kraft sehen wir, daß ein Theil der Muskelsubstanz -ihre vitalen Eigenschaften, ihren Character des Lebens -verliert, daß sie aus dem belebten Körpertheile austritt, -daß dieser Theil seine Fähigkeit der Zunahme an Masse, -sein Vermögen Widerstand zu leisten, einbüßt; wir finden, -daß dieser Wechsel in den Eigenschaften begleitet ist von der -Aufnahme eines fremden Elementes, des Sauerstoffs, in die -Zusammensetzung der belebten Muskelsubstanz (ähnlich wie -die Säure ihren chemischen Character durch Aufnahme von -Zink verlor), und alle Erfahrungen beweisen, daß dieser -Uebergang der belebten Muskelsubstanz, in Verbindungen ohne -alle Lebensäußerungen, beschleunigt oder verlangsamt wird, -je nach der Quantität der verbrauchten Kraft zur Bewegung; -ja daß sie sich gegenseitig proportional sind, daß ein rascher -Uebergang der Muskelsubstanz, sagen wir, ein rascher Stoffwechsel, -eine größere Quantität von mechanischer Kraft und -ein größeres Maß von mechanischer Bewegung (verbrauchter, -mechanischer Kraft) einen rascheren Stoffwechsel gegenseitig -bedingen.</p> - -<p>Aus diesem ganz bestimmten Zusammenhange des Stoffwechsels -im Thierkörper mit der durch mechanische Bewegungen -verzehrten Kraft kann kein anderer Schluß gezogen -werden, als daß die in gewissen, belebten Körpertheilen active<span class="pagenum" id="Page226">[226]</span> -oder verwendbare Lebenskraft die Ursache ist der mechanischen -Effecte des Thierkörpers.</p> - -<p>Die bewegende Kraft stammt zweifellos von belebten -Körpertheilen, sie besaßen ein Kraft- oder Bewegungsmoment, -was sie in eben dem Grade verloren, als andere ein Kraft- -oder Bewegungsmoment empfangen haben; sie verlieren ihre -Fähigkeit der Zunahme an Masse, ihr Vermögen, Widerstand -gegen äußere Ursachen von Störungen zu leisten; -es ist klar, die letzte Ursache, die Lebenskraft, von denen sie -diese Eigenschaften erhielten, sie hat zur Hervorbringung -der mechanischen Kraft gedient, sie ist als Bewegung verzehrt -worden.</p> - -<p>Wie ließe sich in der That einsehen, daß ein belebter -Körpertheil den Zustand des Lebens verliert, daß er unfähig -wird, der Einwirkung des im arteriellen Blute ihm zugeführten -Sauerstoffs zu widerstehen, daß er das Vermögen -einbüßt, chemische Widerstände aufzuheben, wenn das Kraftmoment -der Lebenskraft, was ihm alle diese Eigenschaften -gab, nicht zu anderen Zwecken verwendet worden wäre!</p> - -<p>Durch das Vermögen der Leiter (der Nerven), das Kraftmoment -eines belebten Körpertheils, den Effect, den die in -ihm thätige Lebenskraft auf alle seine Umgebungen äußert, -fortzupflanzen nach anderen Orten hin, wo die Kraft (d. h. -ihr Bewegungsmoment) ohne alle Widerstände verzehrt wird -(ohne Bewegung tritt kein Stoffwechsel ein, ist die Bewegung -eingetreten, so steht ihr kein Widerstand entgegen), -wird offenbar in dem belebten Körpertheil ein Gleichgewichtszustand<span class="pagenum" id="Page227">[227]</span> -zwischen den chemischen Kräften und der noch in ihm -wohnenden Lebenskraft herbeigeführt, der ohne diesen Verbrauch -an Lebenskraft zur mechanischen Bewegung nicht eingetreten -wäre.</p> - -<p>Eine jede dem Organismus fremde Ursache, welche auf -die Form, Beschaffenheit und Zusammensetzung des Organs -eine Wirkung auszuüben vermag, findet jetzt keinen Widerstand -mehr. Ohne die Ableitung der Kraft und ihre Verwendung -zu anderen Zwecken, ohne das Hinzutreten von -Sauerstoff würde das Organ seinen Zustand, aber ohne alle -Lebensäußerung behauptet haben, erst durch die chemische -Action des Sauerstoffs findet der Stoffwechsel, d. h. das -Austreten in der Form einer unbelebten Verbindung statt.</p> - -<p>Stoffwechsel, mechanische Kraftäußerung und Sauerstoffaufnahme, -stehen in dem Thierkörper in so enger Beziehung zu einander, -daß man die Quantität von Bewegung, die Menge -des umgesetzten, belebten Stoffes, in einerlei Verhältniß setzen -kann mit einer gewissen Menge, des, von dem Thiere, in einer -gegebenen Zeit aufgenommenen und verbrauchten Sauerstoffs. -Für ein bestimmtes Maß von Bewegung, für eine Proportion -als mechanische Kraft verbrauchter Lebenskraft, gelangt ein -Aequivalent von chemischer Kraft zur Aeußerung, d. h. es -wird ein Aequivalent Sauerstoff zum Bestandtheil des Organs, -was die Lebenskraft verlor, und ein ihm gleiches Verhältniß -von der Materie dieses Organs tritt aus dem Körpertheil, -in der Form einer Sauerstoffverbindung aus.</p> - -<p>Alle Theile des Thierkörpers, welche die Natur zum<span class="pagenum" id="Page228">[228]</span> -Stoffwechsel (zur Hervorbringung von mechanischer Kraft) -bestimmt hat, sind nach allen Richtungen hin von den feinsten -Kanälen durchzogen, in denen unausgesetzt ein Strom -von Sauerstoff in der Form von arteriellem Blut circulirt, -der zum Austreten ihrer Bestandtheile (zur Störung des -Gleichgewichtes) unumgänglich nöthig ist.</p> - -<p>So lange die Lebenskraft dieser Körpertheile nicht zu -anderen Zwecken verbraucht und abgeleitet wird, äußert der -Sauerstoff des arteriellen Blutes nicht die geringste Wirkung -auf ihre Substanz und stets wird nur eine der Ableitung -entsprechende (den hervorgebrachten mechanischen Effecten -correspondirende) Menge davon aufgenommen.</p> - -<p>Der Sauerstoff der Atmosphäre ist die von außen her -wirkende Ursache des Verbrauchs an Stoff im Thierkörper, -er wirkt wie eine Kraft, welche die Aeußerung der Lebenskraft -in jedem Zeitmomente stört und aufzuheben strebt; als -chemische Action wird aber seine Einwirkung, die von ihm -ausgehende Störung, im Gleichgewicht gehalten durch die -in dem belebten Körpertheile frei wirkende Lebenskraft, oder -sie wird vernichtet durch eine der seinigen entgegengesetzte, -chemische Thätigkeit, deren Aeußerung immer als abhängig -angesehen werden muß von der Lebenskraft.</p> - -<p>Nach chemischen Begriffen heißt die chemische Action des -Sauerstoffs vernichten, ihm Stoffe darbieten, Theile von -Materien, die sich mit ihm zu verbinden vermögen.</p> - -<p>Die Action des Sauerstoffs (Affinität) wird entweder -durch die Bestandtheile des Organs (nach Ableitung der<span class="pagenum" id="Page229">[229]</span> -Lebenskraft), die sich mit ihm zu verbinden vermögen, ausgeglichen, -oder das Organ setzt ihr (der Action des Sauerstoffs) -die Producte von anderen Organen, oder gewisse -Stoffe entgegen, welche aus den Bestandtheilen der Nahrung, -in Folge der vitalen Thätigkeit gewisser Apparate -entstanden sind.</p> - -<p>Nur das Muskularsystem producirt in diesem Sinne, in sich -selbst, einen Widerstand gegen die chemische Action des Sauerstoffs -und gleicht sie vollständig aus.</p> - -<p>Die Substanz der Zellen, Membranen und Häute, deren -kleinste Theilchen sich nicht im unmittelbaren Contact mit -arteriellem Blut (mit Sauerstoff) befinden, ist nicht zum -Stoffwechsel bestimmt. Welche Art von Veränderungen sie -auch im Lebensprocesse erleiden mag, sie treffen unter allen -Umständen nur ihre Oberfläche.</p> - -<p>Die Leimgebilde, Schleimhäute, Sehnen &c. sind nicht -zur Hervorbringung von mechanischer Kraft bestimmt, sie -enthalten in ihrer Substanz keine Leiter der mechanischen -Effecte. Das Muskularsystem ist mit zahllosen Nerven durchwebt. -Die Substanz des Uterus ist von der übrigen Muskelsubstanz -chemisch, in keiner Weise verschieden, allein sie ist -nicht zum Stoffwechsel, zur Krafterzeugung bestimmt, sie -enthält keine Ableiter der bewegenden Kraft.</p> - -<p>Den Membranen, Schleimhäuten und Zellen geht das -Vermögen, sich bei Gegenwart von Feuchtigkeit mit Sauerstoff -zu verbinden, keineswegs ab, wir wissen, daß sie -im feuchten Zustande mit Sauerstoff nicht in Berührung<span class="pagenum" id="Page230">[230]</span> -gebracht werden können, ohne eine fortschreitende Veränderung -zu erfahren. Die eine Oberfläche der Eingeweide, die -Lungenzellen, sind aber unausgesetzt in Berührung mit Sauerstoff; -es ist klar, daß sie eine eben so rasche Umsetzung, -Veränderung durch seine chemische Action erfahren müßten, -wenn in dem Organismus selbst, nicht eine Quelle von -Widerstand existirte, der die Einwirkung des Sauerstoffs -völlig vernichtete. Unter diesem Widerstande lassen sich alle -Materien zusammenfassen, welche die Fähigkeit haben oder -unter dem Einfluß der Lebenskraft erhalten, sich mit Sauerstoff -zu verbinden und in ihrem Vermögen seine chemische -Action auszugleichen, die Substanz der Leimgebilde -übertreffen.</p> - -<p>Alle Bestandtheile des Thierkörpers, welche in sich selbst -durch die Lebenskraft, der Einwirkung des Sauerstoffs nicht -zu widerstehen vermögen, müssen sich zu diesem Zwecke weit -mehr eignen, wie die unter dem Einfluß der Lebenskraft, -wenn auch nur durch die Nerven, stehenden Gebilde; die -Bedeutung der Galle für die Substanz der Eingeweide, der -Lungenzellen, so wie die des Fettes, Schleimes und der Secretionen -überhaupt, kann nach dieser Betrachtung nicht verkannt -werden.</p> - -<p>Wenn die Membranen durch ihre eigne Substanz Widerstand -gegen die Einwirkung des Sauerstoffs produciren -müssen, wenn es also an den Stoffen fehlt, welche die Natur -zu ihrem Schutze bestimmt hat, so werden sie, da ihre -Erneuerung in enge Grenzen eingeschlossen ist, der chemischen<span class="pagenum" id="Page231">[231]</span> -Action unterliegen müssen. Eingeweide und Lunge werden -immer gleichzeitig abnormale Veränderungen erfahren.</p> - -<p>In dem Stoffwechsel selbst, in der Umsetzung der belebten -Substanz des Muskularsystems, erhalten diese Organe -den zu ihrem Bestehen unentbehrlichen Widerstand gegen die -Einwirkung des Sauerstoffs; je nach seiner Beschleunigung -nimmt die Quantität der secernirten Galle zu, die Menge -des vorhandenen Fettes nimmt in gradem Verhältniß ab.</p> - -<p>Zur Unterhaltung der unwillkürlichen Bewegungen im -Thierkörper wird in jedem Zeitmomente seines Lebens eine -gewisse Quantität Lebenskraft verbraucht und es findet deshalb -ein unaufhörlicher Stoffwechsel statt, allein die Menge -der Substanz, welche in Folge der verbrauchten Kraft ihren -Zustand des Lebens, ihre Fähigkeit der Zunahme an Masse -verliert, ist in enge Grenzen eingeschlossen; sie steht in gradem -Verhältniß zu der, zu diesen Bewegungen, nöthigen Kraft.</p> - -<p>Wenn wir uns nun auch denken können, daß die belebte -Muskelsubstanz bei hinreichender Zufuhr an Nahrung ihre -Fähigkeit der Zunahme in keinem Zeitmomente verliert, -daß sich diese Form der Lebens-Aeußerung unausgesetzt geltend -macht, so kann dies keineswegs für diejenigen Körpertheile -angenommen werden, deren frei wirkende Lebenskraft -zur mechanischen Bewegung verbraucht worden ist. Der -Verbrauch an Stoff durch Bewegung und Anstrengung ist bei -je zwei Individuen höchst verschieden.</p> - -<p>Wenn man nun erwägt, daß die unmerklichste Bewegung -eines Fingers und der Glieder Kraft verbraucht, daß, in<span class="pagenum" id="Page232">[232]</span> -Folge der verzehrten mechanischen Kraft, ein correspondirender -Theil der Muskeln an Volumen abnimmt, so ist klar, -daß <span class="gesp2">ein Gleichgewicht im Ersatz und Verbrauch</span> -an Stoff (an belebten Körpertheilen) nur dann sich herstellen -kann, wenn der ausgetretene Körpertheil in dem nämlichen -Augenblicke, wo er seinen Zustand des Lebens verliert, -wieder an einer andern Stelle erneuert wird.</p> - -<p>Die Fähigkeit der Zunahme an Masse ist abhängig von -dem, einem jeden Körpertheile zukommenden Kraftmomente, -sie muß sich unausgesetzt äußern können, so lange (bei hinlänglicher -Zufuhr von Nahrungsstoff) er dieses Kraftmoment -nicht verliert (durch Verwendung z. B. zur mechanischen Bewegung).</p> - -<p>Unter allen Umständen ist die Zunahme selbst an die Zeit -gebunden, d. h. sie kann für eine begrenzte Zeit nicht unbegrenzt -sein.</p> - -<p>In dem nämlichen Augenblick, in welchem ein belebter -Körpertheil seinen Zustand des Lebens verliert und aus dem -Organ in der Form einer unbelebten Verbindung austritt, -kann dieser Theil nicht zunehmen, seine Masse, seine Volumen -nehmen ja ab.</p> - -<p>Durch die fortdauernde Verwendung der Kraftmomente -belebter Körpertheile zu mechanischen Effecten, wird demnach -ein fortdauerndes Austreten von Masse bedingt, und erst von -dem Augenblicke an, wo die Ursache des Verbrauchs nicht -mehr wirkt, kann sich die Fähigkeit der Zunahme wieder -äußern.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page233">[233]</span></p> - -<p>Da nun verschiedene Individuen in 24 Stunden, je nach der -zur Hervorbringung willkürlicher, mechanischer Effecte verwendeten -Kraft, eine ungleiche Menge von ihren belebten Körpertheilen -verbrauchen, so muß für ein jedes, wenn die Bewegungserscheinungen -nicht ihre Grenze finden sollen, ein Zustand -eintreten, in welchem alle willkürlichen Bewegungen -völlig unterdrückt sind, wo also für diese kein Verbrauch -stattfindet. Dieser Zustand heißt <span class="gesp2">Schlaf</span>.</p> - -<p>Auf die Fähigkeit der Zunahme an Masse eines Körpertheils, -dem sein Kraftmoment nicht genommen worden ist, kann der -Verbrauch desselben zu mechanischen Effecten in einem andern -Körpertheil, nicht den geringsten Einfluß äußern (der eine -kann an Masse zunehmen, während der andere abnimmt, ohne -daß sich beide Actionen stören), der Verbrauch in dem einen -kann den Ersatz in dem andern nicht vermindern und nicht -steigern.</p> - -<p>Da nun der Verbrauch an mechanischer Kraft zu den unwillkürlichen -Bewegungen im Schlafe fortdauert, so ist klar, -daß auch ein Verbrauch an Stoff im Schlafe fortdauert, und -es muß, wenn das ursprüngliche Gleichgewicht wieder eintreten -soll, vorausgesetzt werden, daß während des Schlafes eine -eben so große Quantität von Kraft (in der Form belebter -Körpertheile) sich wieder sammelt, als in der vorhergegangenen -Zeit des Wachens zu den willkürlichen und unwillkürlichen -mechanischen Effecten verwendet worden ist.</p> - -<p>Wird das Gleichgewicht in Ersatz und Verbrauch von -Stoff im mindesten gestört, so giebt sich dies sogleich in<span class="pagenum" id="Page234">[234]</span> -einem Unterschied von verwendbarer Kraft zu mechanischen -Effecten zu erkennen.</p> - -<p>Es ist ferner klar, daß wenn ein Mißverhältniß in der -Leitungsfähigkeit der Nerven der willkürlichen und unwillkürlichen -Bewegungen stattfindet, so wird nach dem Grade, -in welchem die einen oder die anderen dies Bewegungsmoment, -was sie durch Stoffwechsel empfangen haben, fortzupflanzen -vermögen, der Unterschied in den Bewegungserscheinungen -selbst bemerklich sein. Mit der Zunahme der -Blutbewegung und der Bewegung der Eingeweide wird die -Hervorbringung mechanischer Effecte durch die Glieder in -gradem Verhältniß abnehmen müssen (wie bei den sogenannten -Fressern), und wenn in einer gegebenen Zeit für mechanische -Bewegung (durch Anstrengung, Laufen, Tanzen &c.) -mehr Lebenskraft verbraucht wird, als für die willkürlichen -und unwillkürlichen Bewegungen überhaupt verwendbar ist -(als sich in der gegebenen Zeit an Stoff umsetzen kann), -so wird zur Ausgleichung der für die willkürlichen Bewegungen -mehrverbrauchten mechanischen Kraft ein Theil der -Kraft, die zu den unwillkürlichen Bewegungen nöthig ist, -verwendet werden müssen. Die Bewegung des Herzens, -der Eingeweide muß verlangsamt werden oder sie hört gänzlich -auf.</p> - -<p>Von dem ungleichen Grade der Leitungsfähigkeit der -Nerven müssen die Zustände abgeleitet werden, die man mit -<span class="gesp2">Lähmung</span>, <span class="gesp2">Ohnmacht</span>, -<span class="gesp2">Krampf</span> bezeichnet. Die <span class="gesp2">Lähmung</span> -der Nerven der willkürlichen Bewegung kann für<span class="pagenum" id="Page235">[235]</span> -sich keine Abmagerung nach sich ziehen; häufig wiederkehrende -epileptische Anfälle (Verbrauch von Lebenskraft zu mechanischen -Effecten) sind stets von einer außerordentlich raschen -Abmagerung begleitet.</p> - -<p>Es muß die höchste Bewunderung erwecken, wenn man -erwägt, mit welcher unendlichen Weisheit der Schöpfer die -Mittel vertheilt hat, die das Thier, die Pflanze, zu seinen -Functionen, zu seinen ihm eigenthümlichen Lebensäußerungen -befähigen.</p> - -<p>Die ganze Richtung, die ganze Stärke der Lebenskraft -behält der belebte Pflanzentheil durch die Abwesenheit aller -Leiter der Kraft. Durch sie wird das Blatt befähigt, die -stärksten chemischen Anziehungen zu überwinden, die Kohlensäure -zu zerlegen und sich die Bestandtheile ihrer Nahrungsstoffe -anzueignen.</p> - -<p>Nur in der Blüthe der Pflanze findet ein dem Stoffwechsel -im Thierkörper ähnlicher Proceß statt, es zeigen sich -Bewegungserscheinungen, allein die mechanischen Effecte pflanzen -sich nicht fort aus Mangel an Leitern der Kraft.</p> - -<p>Die nämliche Lebenskraft, die wir in der Pflanze als -eine beinahe unbegrenzte Fähigkeit der Zunahme an Masse -kennen, verwandelt sich in dem Thierkörper in bewegende -Kraft (in einen Strom von Lebenskraft), und eine wunderbare -und weise Oekonomie bestimmt zur Ernährung des -Thieres nur solche Stoffe, die eine mit den Organen der -Krafterzeugung (dem Muskularsystem) identische Zusammensetzung -besitzen. Der Aufwand von Kraft, den ihre belebten<span class="pagenum" id="Page236">[236]</span> -Theile bedürfen, um aus dem Blute sich selbst wiederzuerzeugen, -der Widerstand der chemischen Kraft, welcher in den -Bestandtheilen der stickstoffhaltigen Nahrungsstoffe durch die -Lebensthätigkeit der Organe überwunden werden muß, welche -bestimmt sind, sie zu Bestandtheilen des Blutes zu machen, -ist für nichts zu achten gegen die Kraft und Energie, mit -welcher die Bestandtheile der Kohlensäure zusammenhängen. -Eine gewisse Quantität Kraft könnte nicht in bewegende -Kraft übergehen, wenn sie zur Ueberwindung der chemischen -Kräfte verwendet werden müßte; das Bewegungsmoment -der Lebenskraft wird durch alle Widerstände verringert. -Der Uebergang der Bestandtheile des Blutes in Muskelfaser -(in ein Organ der Krafterzeugung) ist nur eine Formänderung, -beide sind gleich zusammengesetzt; das Blut ist flüssig, -die Muskelfaser ist festes Blut; man kann sich denken, daß -er vor sich geht ohne allen Verbrauch von Lebenskraft, denn -bei dem Uebergang eines flüssigen Körpers in einen festen -bedarf es keiner Kraftäußerung, sondern nur der Beseitigung -von Hindernissen (Wärme z. B.), die sich der Kraft, welche -der Zustand bedingt (der Cohäsionskraft), in ihren Aeußerungen -entgegensetzen.</p> - -<p>In welcher Form, auf welche Weise die Lebenskraft die -mechanischen Effecte im Thierkörper bewirkt, ist gänzlich unbekannt -und wird durch Versuche so wenig ermittelt werden -können, wie der Zusammenhang der chemischen Action mit -den Bewegungserscheinungen, die wir mit der galvanischen -Säule hervorzubringen vermögen; alle Erklärungen, die man<span class="pagenum" id="Page237">[237]</span> -zu geben versucht hat, sind immer nur Bilder der Erscheinung, -es sind mehr oder weniger genaue Beschreibungen -und Vergleichungen bekannter Erscheinungen mit diesen -unbekannten; es geht uns in dieser Beziehung wie dem Unkundigen, -dem das Aufundniedersteigen eines eisernen Stempels -in einem Gefäße, worin das Auge nichts Sichtbares -erkennen kann, und sein Zusammenhang mit dem Drehen und -Bewegen von Tausenden von Rädern, die sich in einer gewissen -Entfernung von dem Stempel befinden, unbegreiflich -erscheint.</p> - -<p>Wir wissen nicht, wie ein an sich unsichtbares, unwägbares -Etwas, die Wärme, gewissen Materien die Fähigkeit ertheilt, -den ungeheuersten Druck auf ihre Umgebungen zu -äußern, wie überhaupt dieses Etwas hervorgebracht wird, -wenn wir Holz oder Kohlen verbrennen.</p> - -<p>So ist es denn auch mit der Lebenskraft und den Erscheinungen, -welche belebte Körper darbieten; ihre Ursache -ist nicht chemische Kraft, nicht Elektricität, nicht Magnetismus, -es ist eine Kraft, welche die allgemeinsten Eigenschaften -aller Ursachen der Bewegung, Form- und Beschaffenheitsänderung -der Materie besitzt, und eine eigenthümliche -Kraft, weil ihr Aeußerungen zukommen, welche keine der -anderen Kräfte an sich trägt.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page238">[238]</span></p> - -<h3><span class="antiqua">II.</span></h3> - -<p>In der belebten Pflanze überwiegt die Intensität der Lebenskraft -bei weitem die chemische Action des Sauerstoffs.</p> - -<p>Wir wissen mit der größten Bestimmtheit, daß der Sauerstoff -durch den Einfluß der Lebenskraft von Elementen abgeschieden -wird, zu denen er die stärkste Affinität besitzt; daß -er in Gasform austritt, ohne die geringste Einwirkung auf -die Bestandtheile der Säfte auszuüben.</p> - -<p>Wie groß muß in der That der Widerstand erscheinen, -den die Lebenskraft dem terpentinöl- oder gerbsäurehaltigen -Blatte verleiht, wenn wir die Verwandtschaft in Betracht -ziehen, welche der Sauerstoff zu diesen Bestandtheilen -besitzt!</p> - -<p>Diese Intensität der Wirkung oder des Widerstandes erhält -das belebte Blatt durch das Sonnenlicht, dessen Einfluß -in chemischen Actionen mit der eines hohen Wärmegrades -(einer schwachen Glühhitze) vergleichbar ist und verglichen -wird.</p> - -<p>In der Nacht zeigt sich in der lebendigen Pflanze ein -entgegengesetzter Proceß, wir sehen, daß sich die Bestandtheile -der Blätter und grünen Theile mit dem Sauerstoff -der Luft verbinden, eine Fähigkeit, die ihnen im Lichte abging.</p> - -<p>Man kann hieraus keinen andern Schluß ziehen, als daß -die Intensität der Lebenskraft mit der Abnahme des Lichts<span class="pagenum" id="Page239">[239]</span> -sich vermindert, daß mit der kommenden Nacht ein Gleichgewichtszustand -eintritt und bei völliger Abwesenheit des -Lichts alle Theile der Pflanze, die während des Tages die -Fähigkeit besaßen, den Sauerstoff aus chemischen Verbindungen -auszuscheiden oder seiner Einwirkung Widerstand zu -leisten, diese Fähigkeit völlig verlieren.</p> - -<p>Eine ganz ähnliche Erscheinung beobachten wir bei den -Thieren.</p> - -<p>Nur in gewissen Temperaturen zeigt der belebte Thierkörper -die ihm zukommenden Lebensäußerungen. Einem bestimmten -Kältegrade ausgesetzt, hören sie völlig auf.</p> - -<p>Eine Entziehung von Wärme muß deshalb völlig gleichbedeutend -angesehen werden, einer Verminderung der Lebensthätigkeit; -der Widerstand, den die Lebenskraft belebten Körpertheilen -gegen äußere Ursachen von Störungen verleiht, -muß in gewissen Temperaturen in dem nämlichen Verhältniß -abnehmen, wie die Fähigkeit ihrer Elementartheile zunimmt, -sich mit dem Sauerstoff der Luft zu verbinden.</p> - -<p>Durch die Verbindung des Sauerstoffs mit den Bestandtheilen -der Gebilde, die sich umgesetzt haben, wird bei den -fleischfressenden Thieren die zur Aeußerung der Lebensthätigkeit -nöthige Temperatur erzeugt. Bei den grasfressenden -Thieren wird eine gewisse Menge Wärme durch die Bestandtheile -ihrer stickstofffreien Nahrungsmittel entwickelt, -welche die Fähigkeit haben, eine Verbindung mit dem Sauerstoff -einzugehen.</p> - -<p>Es ist klar, daß die Temperatur eines Thierkörpers sich<span class="pagenum" id="Page240">[240]</span> -nicht ändern kann, wenn die Menge des eingeathmeten Sauerstoffs -mit dem Wärmeverlust durch äußere Abkühlung in -gradem Verhältniß zunimmt.</p> - -<p>Zwei Individuen von gleichem Gewichte, welche ungleichen -Kältegraden ausgesetzt sind, verlieren in einer gegebenen -Zeit, nach Außen hin, eine ungleiche Menge Wärme. Die -Erfahrung lehrt, daß sie, wenn die ihnen eigenthümliche -Temperatur und ihr ursprüngliches Gewicht sich nicht ändern -soll, einer ungleichen Menge Speise bedürfen; in der -niedrigern Temperatur mehr Speise wie in der höhern.</p> - -<p>Das Gleichbleiben des Gewichts bei ungleicher Quantität -genossener Nahrung setzt, wie sich von selbst versteht, -voraus, daß in derselben Zeit eine der Temperatur proportionale -Menge Sauerstoff aufgenommen worden ist, in der -niedern Temperatur mehr wie in der höhern.</p> - -<p>Wir finden, daß das Gewicht beider Individuen nach -24 Stunden gleich ist dem ursprünglichen Gewichte; angenommen, -daß die Nahrung zu Blut wird, daß das Blut -zur Ernährung gedient hat, so ist klar, daß mit der -Wiederkehr des ursprünglichen Gewichtes ein den Bestandtheilen -der Speise gleiches Gewicht von den Bestandtheilen -des Körpers seinen Zustand des Lebens verloren und -mit dem Sauerstoff verbunden wieder ausgetreten ist.</p> - -<p>Das eine Individuum, was bei dem höhern Kältegrade -mehr Speise zu sich nahm, hat auch mehr Sauerstoff aufgenommen, -es ist eine größere Menge seiner Körpertheile mit -diesem Sauerstoff ausgetreten und in Folge der Verbindung<span class="pagenum" id="Page241">[241]</span> -des Sauerstoffs mit den umgesetzten Bestandtheilen ist ein -größeres Maß von Wärme frei geworden, wodurch die -entführte Wärme wieder ersetzt und die seinem Organismus -zukommende Temperatur erhalten wurde.</p> - -<p>Durch die Wärmeentziehung muß demnach, bei hinreichender -Nahrung und ungehindertem Sauerstoffzutritt, der -Stoffwechsel beschleunigt werden und mit der, in einer gegebenen -Zeit beschleunigten Umsetzung der belebten Körpertheile -muß gleichzeitig ein größeres Maß von Lebenskraft zu mechanischen -Effecten verwendbar geworden sein.</p> - -<p>Mit der äußern Abkühlung verstärken sich die Athembewegungen, -mit der niedern Temperatur wird ein größeres -Gewicht Sauerstoff dem Blute zugeführt, der Verbrauch an -Stoff nimmt zu und wenn der Ersatz mit diesem Verbrauch -nicht im Gleichgewicht (durch Zufuhr an Speise) erhalten -wird, so nimmt die Temperatur des Körpers allmählig ab.</p> - -<p>In einer gegebenen Zeit kann aber keine unbegrenzte -Menge Sauerstoff in den Körper aufgenommen, es kann -nur eine gewisse Quantität des belebten Stoffs seinen Zustand -des Lebens verlieren, es kann nur ein begrenztes Maß -von Lebenskraft als mechanische Kraft zur Aeußerung gelangen. -Nur in dem Falle wird also die Temperatur des Thierkörpers -sich nicht ändern, wenn Abkühlung, Krafterzeugung -und Sauerstoffaufnahme sich einander im Gleichgewichte halten. -Nimmt die Wärmeentziehung über einen bestimmten -Punkt hinaus zu, so nehmen die Lebenserscheinungen in dem -nämlichen Verhältnisse ab, denn die Temperatur nimmt ab,<span class="pagenum" id="Page242">[242]</span> -welche als eine sich gleichbleibende Bedingung, zu ihrer -Aeußerung angesehen werden muß.</p> - -<p>Die Erfahrung zeigt nun, daß bei der Abnahme der Temperatur -des Körpers, das Vermögen der Glieder, mechanische -Effecte hervorzubringen (die zu den willkürlichen Bewegungen -nöthige Kraft) ebenfalls abnimmt, es tritt der Zustand -ein, den man Schlaf nennt, zuletzt hören alle unwillkürlichen -Bewegungen (des Herzens, der Eingeweide) auf, es tritt ein -Scheintod ein.</p> - -<p>Es ist klar, daß die Ursache der Krafterzeugung, der -Stoffwechsel nämlich, deshalb abnimmt, weil mit der Entziehung -von Wärme, ähnlich wie durch Abnahme des Lichtes -bei der Pflanze, die Intensität der Lebenskraft sich vermindert; -es ist klar, daß das Kraftmoment eines belebten -Körpertheils abhängig ist von der ihm zukommenden Temperatur, -ganz ähnlich, wie der Effect eines fallenden Körpers -in einer bestimmten Beziehung steht zu gewissen andern -Bedingungen, die man Masse nennt oder Geschwindigkeit.</p> - -<p>Nimmt die Temperatur ab, so nimmt die Lebensthätigkeit -ab; mit dem Steigen der Temperatur muß das Kraftmoment -belebter Körpertheile in seiner ganzen Intensität -wieder hergestellt werden.</p> - -<p>Krafterzeugung zu mechanischen Effecten und Temperatur -müssen deshalb, in einer ganz bestimmten Beziehung stehen, -zu der Menge des in einer gegebenen Zeit von dem -Thierkörper aufnehmbaren Sauerstoffs.</p> - -<p>Die Menge von Sauerstoff, welche ein Wallfisch und<span class="pagenum" id="Page243">[243]</span> -ein Fuhrmannspferd in einer gleichen Zeit einzuathmen vermögen, -ist sehr ungleich. Die Temperatur, sowie die Menge -des Sauerstoffs, ist bei dem Pferde weit größer.</p> - -<p>Die mechanische Kraft, welche ein harpunirter Wallfisch -entwickelt, dessen Körper von dem umgebenden Medium -getragen wird, so wie die Kraft eines Fuhrmannspferdes, -was seinen eigenen Körper und eine schwere Last 8-10 -Stunden lang fortzubewegen hat, muß mit dem von beiden -verzehrten Sauerstoff in einerlei Verhältniß stehen. Wenn -man die Zeit beachtet, in welcher die Kraft zur Aeußerung -gelangt, so ist sie offenbar bei dem Pferde weit größer.</p> - -<p>Beim Besteigen hoher Berge, wo durch das Einathmen -einer sehr verdünnten Luft, in gleichen Zeiten, weit weniger -Sauerstoff dem Blute zugeführt wird, wie in Thälern oder -an dem Ufer des Meeres, nimmt der Stoffwechsel in -dem nämlichen Verhältniß und damit die zu mechanischen -Effecten verwendbare Kraft, ab; Neigung zum Schlaf, Mangel -an Kraft für die willkürlichen Bewegungen stellt sich -meistens ein; nach zwanzig oder dreißig Schritten zwingt -die Ermüdung zu neuer Ansammlung von Kraft durch Ruhe -(Einsaugung von Sauerstoff, ohne Verbrauch an Kraft für -willkürliche Bewegungen).</p> - -<p>Durch die Aufnahme von Sauerstoff in die Substanz -belebter Körpertheile verlieren sie ihren Zustand des Lebens -und treten als formlose Verbindungen aus, allein nicht aller -eingeathmete Sauerstoff wird zu dieser Umsetzung verwendet; -der größte Theil dient zur Vergasung, zur Entfernung<span class="pagenum" id="Page244">[244]</span> -aller dem Organismus nicht mehr angehörenden Stoffe, und -wie erwähnt, wird in Folge der Verbindung ihrer Elemente -mit diesem Sauerstoff, die dem Organismus zukommende -Temperatur erzeugt.</p> - -<p>Wärmeerzeugung und Stoffwechsel stehen in enger Beziehung -zu einander, allein obwohl im Thierkörper Wärme -hervorgebracht werden kann ohne allen Stoffwechsel, so kann -der letztere dennoch nicht unabhängig von der Mitwirkung -des Sauerstoffs gedacht werden.</p> - -<p>Nach allen bis jetzt gemachten Beobachtungen enthält -nach dem Genuß von geistigen Getränken, weder die ausgeathmete -Luft, noch der Schweiß, noch der Urin, Spuren von -Alkohol, und es kann keinem Zweifel unterliegen, daß seine -Bestandtheile sich im Thierkörper mit Sauerstoff verbinden, -daß sein Kohlenstoff und Wasserstoff als Kohlensäure und -Wasser wieder austreten.</p> - -<p>Der Sauerstoff, welcher diese Verwandlung bewirkt, -muß nothwendig von dem arteriellen Blute genommen worden -sein, denn wir kennen keinen andern Weg als die Blutcirculation, -auf welchem Sauerstoff in das Innere des Körpers -gelangen kann.</p> - -<p>Vermöge seiner Flüchtigkeit und der Leichtigkeit, womit -der Alkoholdampf von den Membranen und thierischen Geweben -durchgelassen wird, kann er sich überall nach allen -Orten im Körper hin verbreiten.</p> - -<p>Wäre die Fähigkeit der Bestandtheile des Alkohols, sich -mit Sauerstoff zu vereinigen, nicht größer, als die der<span class="pagenum" id="Page245">[245]</span> -Verbindungen, welche durch den Stoffwechsel gebildet werden, -oder als die der Substanz der belebten Körpertheile -ist, so würden sie (die Bestandtheile des Alkohols) -sich mit Sauerstoff nicht verbinden können.</p> - -<p>Es ist deßhalb einleuchtend, daß durch den Genuß von -Alkohol, dem Stoffwechsel in gewissen Körpertheilen, eine -rasche Grenze gesetzt werden muß. Der Sauerstoff des arteriellen -Blutes, der sich ohne die Gegenwart des Alkohols -mit belebtem Stoff verbunden haben würde, tritt jetzt an die -Bestandtheile des Alkohols, ein Theil des arteriellen Blutes -wird zu venösem Blut, ohne daß die Muskelsubstanz an -dieser Umwandlung Antheil nimmt.</p> - -<p>Wir beobachten nun, daß die Wärmeentwickelung im Organismus -nach dem Genuß von Wein eher zu- als abnimmt, -ohne daß damit ein entsprechendes größeres Maß von mechanischer -Kraft zur Aeußerung gelangt.</p> - -<p>Eine mäßige Quantität Wein bedingt bei Frauen und -Kindern, welche an Weingenuß nicht gewöhnt sind, ganz -im Gegentheil eine Abnahme der zu den willkürlichen Bewegungen -nöthigen Kraft; Müdigkeit, Abgeschlagenheit der -Glieder, Neigung zum Schlaf geben offenbar zu erkennen, -daß die zu mechanischen Effecten verwendbare Kraft, dies -will sagen, daß der Stoffwechsel abgenommen hat.</p> - -<p>Gewiß kann an diesen Symptomen eine Verminderung der -Leitungsfähigkeit der willkürlichen Bewegungsnerven einen -gewissen Antheil haben, allein dies muß auf die Summe -von verwendbarer Kraft ohne allen Einfluß sein.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page246">[246]</span></p> - -<p>Was die Leiter der willkürlichen Bewegungen an Krafteffecten -nicht fortzupflanzen vermögen, wird von den Leitern -der unwillkürlichen Bewegungen aufgenommen und dem Herzen, -den Eingeweiden zugeführt werden müssen. Die Blutbewegung -wird in diesem Fall, auf Kosten der zu willkürlichen -Bewegungen durch die Glieder verwendbaren Kraft -beschleunigt erscheinen, ohne daß aber, wie bemerkt, durch -den Oxydationsproceß des Alkohols ein größers Maaß von -mechanischer Kraft erzeugt worden ist.</p> - -<p>Wir beobachten zuletzt bei den Winterschläfern, daß während -ihres Winterschlafs die Fähigkeit der Zunahme an Masse -(eine der Hauptäußerungen der Lebenskraft), durch den Ausschluß -aller Speise, völlig unterdrückt ist; bei manchen tritt -in Folge der niedern Temperatur und der hierdurch herabgestimmten -Lebensthätigkeit ein Scheintod ein, bei anderen -dauern die unwillkürlichen Bewegungen fort; das Thier behält -eine von der Umgebung unabhängige Temperatur. Die -Athembewegungen dauern fort, nach wie vor wird Sauerstoff -als der Bedinger der Wärme- und Krafterzeugung aufgenommen; -wir finden vor dem Winterschlaf alle Theile ihres -Körpers, die in sich selbst keinen Widerstand gegen die -Einwirkung des Sauerstoffs zu produciren vermögen, welche -wie die Eingeweide und Membranen nicht zum Stoffwechsel -bestimmt sind, mit Fett bedeckt, mit einer Materie umgeben, -welche diesen Widerstand übernimmt.</p> - -<p>Wenn wir uns nun denken, daß der während des Winterschlafs -aufgenommene Sauerstoff nicht in die Zusammensetzung<span class="pagenum" id="Page247">[247]</span> -der belebten Körpertheile, sondern mit den Bestandtheilen -des Fettes in Verbindung tritt, so wird der belebte -Körpertheil, obwohl ein gewisses Bewegungsmoment zu der -Unterhaltung des Blutumlaufs verwendet worden ist, nicht -austreten.</p> - -<p>Mit der höhern Temperatur wächst in gleichem Grade -die Fähigkeit der Zunahme an Masse, die Blutbewegung -nimmt mit der Sauerstoffaufnahme zu. Manche dieser Thiere -magern während dem Winterschlafe, andere erst mit dem -Erwachen aus dem Winterschlafe ab.</p> - -<p>Bei den Winterschläfern wird die in den belebten Körpertheilen -thätige Kraft ausschließlich nur zur Unterhaltung -der <span class="gesp2">unwillkürlichen</span> Bewegungen verbraucht, alle Kraftverwendung -zu willkürlichen Bewegungen ist völlig unterdrückt.</p> - -<p>Im Gegensatz zu diesen Erscheinungen wissen wir, daß -bei Uebermaß von Bewegung und Anstrengung, die in den -belebten Körpertheilen thätige Kraft ausschließlich und vollständig -zur Hervorbringung <span class="gesp2">willkürlicher</span> mechanischer Effecte -verzehrt werden kann, in der Art, daß für die unwillkürlichen -Bewegungen keine Kraft mehr zu verwenden übrig -bleibt. Ein Hirsch kann zu Tode gehetzt werden, aber dies kann -nicht geschehen ohne Umsetzung aller belebten Theile seines -Muskularsystems, sein Fleisch ist nicht genießbar; der Zustand -der Umsetzung, in den es durch einen enormen Kraft- und -Sauerstoffverbrauch übergegangen ist, setzt sich mit dem Aufhören -aller Bewegungserscheinungen fort; in seinen belebten<span class="pagenum" id="Page248">[248]</span> -Körpertheilen ist aller Widerstand der Lebenskraft gegen äußere -Ursachen und Störungen völlig aufgehoben.</p> - -<p>So eng mit einander verknüpft nun auch die Bedingungen -der Wärme- und Krafterzeugung zu mechanischen Effecten -sich der Beobachtung darstellen mögen, so kann die Wärmeentwicklung -für sich allein in keiner Weise als die Ursache -der mechanischen Effecte angesehen werden.</p> - -<p>Alle Erfahrungen beweisen, daß es im Organismus nur -eine Quelle von mechanischer Kraft giebt und diese Quelle -ist der Uebergang belebter Körpertheile in leblose Verbindungen.</p> - -<p>Von dieser Wahrheit ausgehend, welche unabhängig ist -von jeder Theorie, läßt sich das animalische Leben als bedingt -durch die Wechselwirkung entgegengesetzter Kräfte betrachten, -von denen die einen als <span class="gesp2">Ursachen der Zunahme</span> -(des Ersatzes an Stoff), die andern als <span class="gesp2">Ursachen -der Abnahme</span> (des Verbrauchs an Stoff) angesehen -werden müssen.</p> - -<p>Die Zunahme an Masse wird in belebten Körpertheilen -bewirkt durch die <span class="gesp2">Lebenskraft</span>; ihre Aeußerung ist abhängig -von der <span class="gesp2">Wärme</span> (von einer gewissen einem jeden Organismus -eigenthümlichen Temperatur).</p> - -<p>Die Ursache des Verbrauchs ist die <span class="gesp2">chemische Action -des Sauerstoffs</span>, ihre Aeußerung ist abhängig von einer -Entziehung von Wärme, so wie von der Verwendung der -Lebenskraft zu <span class="gesp2">mechanischen Effecten</span>.</p> - -<p><span class="gesp2">Der Act des Verbrauchs heißt Stoffwechsel,<span class="pagenum" id="Page249">[249]</span> -er tritt ein in Folge der Aufnahme von Sauerstoff -in die Substanz belebter Körpertheile; diese -Aufnahme von Sauerstoff findet nur dann statt, -wenn der Widerstand, welchen die Lebenskraft -belebter Körpertheile der chemischen Action des -Sauerstoffs entgegensetzt, kleiner ist als diese -chemische Action selbst, und dieser schwächere Widerstand -wird bedingt durch Entziehung von -Wärme oder durch Verwendung der in den Körpertheilen -thätigen Kraft zu mechanischen Bewegungen</span>.</p> - -<p>In Folge der Verbindung des im arteriellen Blute zugeführten -Sauerstoffs mit allen Bestandtheilen des Thierkörpers, -die seiner chemischen Action keinen Widerstand entgegensetzen, -wird die zur Aeußerung der Lebensthätigkeit nöthige -Temperatur erzeugt.</p> - -<p>Aus den Beziehungen des Sauerstoffverbrauches zu dem -Stoffwechsel und zur Wärmeentwickelung im Thierkörper -ergeben sich die folgenden allgemeinen Regeln.</p> - -<p>Für jedes Verhältniß Sauerstoff, was in dem Körper in -Verbindung tritt, muß eine entsprechende Menge Wärme erzeugt -werden.</p> - -<p>Die Summe der zu mechanischen Effecten verwendbaren -Kraft muß gleich sein der Summe von Lebenskraft aller zum -Stoffwechsel geeigneten Gebilde.</p> - -<p>Wenn in gleichen Zeiten eine ungleiche Menge von Sauerstoff -verzehrt worden ist, so zeigt sich dies in einem ungleichen<span class="pagenum" id="Page250">[250]</span> -Maß von freigewordener Wärme und mechanischer Kraft.</p> - -<p>Ein ungleiches Maß von verbrauchter mechanischer Kraft -oder von Wärme bedingt die Aufnahme einer entsprechenden -Menge Sauerstoff.</p> - -<p>Zum Uebergang belebter Körpertheile in leblose Verbindungen, -sowie zur Verbindung des Sauerstoffs mit den Bestandtheilen -des Thierkörpers, welche Verwandtschaft zu ihm -haben, gehört <span class="gesp2">Zeit</span>.</p> - -<p>In einer gegebenen Zeit kann nur ein begrenztes Maß -von mechanischen Effecten zur Aeußerung gelangen, es kann -nur eine begrenzte Menge von Wärme in Freiheit gesetzt -werden.</p> - -<p>Was in den mechanischen Effecten an Geschwindigkeit -verbraucht wird, geht an Zeit ab, d. h. je rascher die hervorgebrachten -Bewegungen sind, desto schneller wird die Kraft -erschöpft.</p> - -<p>Die Summe der im Thierkörper in einer gegebenen Zeit -erzeugten mechanischen Kraft ist gleich der Summe der in der -nämlichen Zeit zur Hervorbringung der willkürlichen und -unwillkürlichen Bewegungen nöthigen Kraft, d. h. alle -Kraft, welche das Herz, die Eingeweide &c. zu ihren Bewegungen -bedürfen, geht für die willkürlichen Bewegungen -verloren.</p> - -<p>Die Menge der zur Herstellung des Gleichgewichts zwischen -Verbrauch und Ersatz nöthigen, stickstoffhaltigen Speise -steht im graden Verhältniß zu der Menge der umgesetzten -Gebilde.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page251">[251]</span></p> - -<p>Die Menge des belebten Stoffs, welcher in dem Thierkörper -seinen Zustand des Lebens verliert, steht bei gleichen -Temperaturen in geradem Verhältniß zu den in der gegebenen -Zeit hervorgebrachten mechanischen Effecten.</p> - -<p>Die Quantität der in einer gegebenen Zeit umgesetzten -Gebilde ist meßbar durch den Stickstoffgehalt des Harns.</p> - -<p>Die Summe der bei gleichen Temperaturen in zwei Individuen -hervorgebrachten mechanischen Effecte ist proportional -dem Stickstoffgehalt ihres Harns, gleichgültig ob die -mechanische Kraft zu den willkürlichen oder unwillkürlichen -Bewegungen verwendet, ob sie durch die Glieder, oder das -Herz und die Eingeweide verzehrt worden ist.</p> - -<p>Der Zustand des Thierkörpers, den man mit <span class="gesp2">Gesundheit</span> -bezeichnet, umfaßt den Begriff eines Gleichgewichts -zwischen allen Ursachen des Verbrauchs und den Ursachen -des Ersatzes, und das Thierleben giebt sich hiernach zu erkennen -als die Wechselwirkung beider Ursachen, es zeigt sich -als eine sich wiederholende Aufhebung und Wiederherstellung -des Gleichgewichtszustandes.</p> - -<p>Der Masse nach ist in den verschiedenen Lebensaltern der -Ersatz und Verbrauch an Stoff ungleich, allein im Zustand -der Gesundheit muß die verwendbare Lebenskraft stets als -eine der Summe der belebten Körpertheile entsprechende, unveränderliche -Größe angesehen werden.</p> - -<p>Die Zunahme an Masse steht in jedem Lebensalter in -einem ganz bestimmten Verhältniß zu der als bewegende -Kraft verbrauchten Lebenskraft.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page252">[252]</span></p> - -<p>Die Lebenskraft, welche zu mechanischen Effecten verwendet -wird, geht von der Summe an Kraft ab, welche zur -Zunahme verwendbar ist.</p> - -<p>Die thätige Kraft, welche in dem Thierkörper zur Ueberwindung -von Widerständen, sagen wir zu <span class="gesp2">Bildungseffecten</span> -(zur Zunahme an Masse), verwendet wird, ist gleichzeitig -<span class="gesp2">nicht</span> zur Hervorbringung mechanischer Effecte verwendbar.</p> - -<p>Hieraus folgt von selbst, daß wenn der Masse nach, wie -in dem Kindesalter, der Ersatz (die Zunahme an Masse) -größer ist, als der Verbrauch, daß die hervorgebrachten mechanischen -Effecte in demselben Verhältniß kleiner gewesen -sein müssen.</p> - -<p>Mit der Steigerung der mechanischen Effecte vermindert -sich in dem nämlichen Verhältniß die Fähigkeit der Zunahme -oder des Ersatzes an belebten Körpertheilen.</p> - -<p>Ein vollkommnes Gleichgewicht in dem Verbrauch der -Lebenskraft zu Bildungseffecten und mechanischen Effecten findet -demnach nur in dem erwachsenen Zustande statt; es zeigt -sich unverkennbar an dem vollkommnen Ersatz von verbrauchtem -Stoff. Im Greisenalter wird mehr verbraucht, im -Kindesalter wird mehr ersetzt als verbraucht.</p> - -<p>Die zu mechanischen Effecten von einem erwachsenen -Manne verwendbare Kraft wird in der Mechanik zu einem -Fünftel seines eigenen Gewichts angenommen, was er acht -Stunden lang mit einer Geschwindigkeit von 5 Fuß in zwei -Secunden fortbewegen kann.</p> - -<p>Nehmen wir das Gewicht eines Mannes zu 150 Pfund<span class="pagenum" id="Page253">[253]</span> -an, so ist seine Kraft gleich einem Gewicht von 30 Pfunden, -die er 72000 Fuß weit trägt. Für jede Secunde -ist sein Kraftmoment 30 × 2,5 = 75 und für die -ganze Tageszeit sein Bewegungsmoment 30 × 72000 = -216000.</p> - -<p>Durch die Wiederherstellung seines Körpergewichts sammelt -der Mann nun eine Summe von Kraft wieder an, die -ihm den zweiten Tag gestattet, ohne Erschöpfung eine gleiche -Anzahl von mechanischen Effecten hervorzubringen.</p> - -<p><span class="gesp2">Dieser Ersatz an Kraft geschieht in einem siebenstündigen -Schlaf</span>.</p> - -<p>In den Fabriken von gewalztem Eisen kommt es häufig -vor, daß für den gewöhnlichen Gang der Maschine ihr -Druck nicht stark genug ist, um eine Eisenstange von einer -gewissen Dicke durch die Cylinder der Walze durchgehen zu -machen. Man hilft sich in diesem Fall, indem man die -ganze Kraft des Dampfs auf das Schwungrad wirken läßt -und alsdann erst, wenn dieses eine große Geschwindigkeit -erlangt hat, die Eisenstange unter die Walze bringt, wo sie -dann (während das Schwungrad seine Geschwindigkeit verliert) -mit großer Leichtigkeit zu einer Tafel zusammengepreßt -wird. Was das Schwungrad an Geschwindigkeit zunahm, -gewann die Walze an Kraft; durch dieses Verfahren ist offenbar -in der Geschwindigkeit Kraft angesammelt worden; -allein in diesem Sinne häuft sich im lebendigen Organismus -keine Kraft an.</p> - -<p>Die Wiederherstellung der Kraft geschieht im Thierkörper<span class="pagenum" id="Page254">[254]</span> -durch die Neubildung der ausgetretenen, zur Krafterzeugung -bestimmten Körpertheile, durch die Verwendung der -thätigen Lebenskraft zu <span class="gesp2">Bildungseffecten</span> und mit der -Wiederherstellung der ausgetretenen Körpertheile, erhält der -Organismus eine der verwendeten, gleiche Kraft zurück.</p> - -<p>Es ist einleuchtend, daß die während des Schlafs in -Bildungseffecten sich äußernde Lebenskraft, gleich sein muß, -der ganzen Summe der im wachenden Zustande zu allen mechanischen -Effecten zusammengenommenen verwendeten bewegenden -Kraft, plus einer gewissen Quantität von Kraft, welche -zur Unterhaltung der im Schlafe fortdauernden, unwillkürlichen -Bewegungen erforderlich war.</p> - -<p>Von Tag zu Tag erhält der arbeitende Mann bei hinlänglicher -Nahrung durch sieben Stunden Schlaf diese ganze -Summe von Kraft zurück, und abgesehen von der zu den -unwillkürlichen Bewegungen nöthigen Kraft, die in allen -Individuen gleich ist, kann man annehmen, daß die zur Arbeit -verwendbare, mechanische Kraft in gradem Verhältniß -steht zu der Anzahl von Stunden Schlaf.</p> - -<p>Der Mann schläft 7 und wacht 17 Stunden; bei <span class="gesp2">Wiederherstellung -des Gleichgewichtes</span> nach 24 Stunden -sind demnach die in 17 Stunden geäußerten mechanischen Effecte -gleich den in 7 Schlafstunden verwendeten Bildungseffecten.</p> - -<p>Wenn ein Greis nur 3<sup>1</sup>⁄<sub>2</sub> Stunden schläft und alles übrige -gleich wie bei dem Manne gesetzt wird, so würde er jedenfalls -nur die Hälfte der mechanischen Effecte hervorzubringen -vermögen, wie der Mann von gleichem Gewicht, er würde<span class="pagenum" id="Page255">[255]</span> -nur 15 Pfund die nämliche Strecke weit tragen können.</p> - -<p>Der Säugling schläft 20 Stunden und wacht 4 Stunden; -die in ihm thätige Kraft, welche zu Bildungseffecten -verwendet wird, verhält sich zu der, welche zu mechanischen -Effecten (zur Bewegung der Glieder) verwendet wird, wie -20 : 4; aber seine Glieder besitzen kein Kraftmoment, denn -er kann seinen eigenen Körper noch nicht tragen. Nehmen -wir an, der Greis und Säugling verbrauche zu mechanischen -Effecten eine dem Verhältniß, der von dem Manne verwendbaren, -entsprechende Menge Kraft, so stehen die mechanischen -Effecte im Verhältniß zu der Anzahl der Stunden des -Wachens, die Bildungseffecte im Verhältniß zu der Anzahl -der Stunden Schlaf, und wir haben:</p> - -<table class="dontwrap fsize90" summary="Kraftverbrauch"> - -<tr> -<th> </th> -<th colspan="2" class="padl1 padr1">Kraftverbrauch zu<br /><span class="gesp2">mechanischen<br />Effecten</span></th> -<th colspan="2" class="padl1 padr1">Kraftverbrauch zu<br /><span class="gesp2">Bildungs-<br />effecten</span></th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">beim Mann</td> -<td class="right padr0">17</td> -<td rowspan="2"> </td> -<td class="right padr0">7</td> -<td rowspan="2"> </td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">beim Säugling</td> -<td class="right padr0">4</td> -<td class="right padr0">20</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">beim Greis</td> -<td class="right padr0">20</td> -<td class="left padl0">,5</td> -<td class="right padr0">3</td> -<td class="left padl0">,5</td> -</tr> - -</table> - -<p>Bei dem Manne findet zwischen Verbrauch und Ersatz ein -vollkommnes Gleichgewicht statt, beim Säugling und Greis -weichen Ersatz und Verbrauch von einander ab. Setzen wir -den Kraftverbrauch in den siebzehn Stunden des Wachens -gleich dem Kraftverbrauch zur Wiederherstellung des Gleichgewichts -im Schlaf = 100 = 17 Wachestunden = 7 -Schlafstunden, so ergeben sich folgende Verhältnisse.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page256">[256]</span></p> - -<p>Die mechanischen Effecte verhalten sich zu den Bildungseffecten</p> - -<table class="dontwrap fsize90" summary="Effectverhätnisse"> - -<tr> -<td class="left padr3">beim Mann</td> -<td class="center padl1 padr1">=</td> -<td class="right">100</td> -<td class="center padl1 padr1">:</td> -<td class="right">100</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">beim Säugling</td> -<td class="center padl1 padr1">=</td> -<td class="right">25</td> -<td class="center padl1 padr1">:</td> -<td class="right">250</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">beim Greis</td> -<td class="center padl1 padr1">=</td> -<td class="right">125</td> -<td class="center padl1 padr1">:</td> -<td class="right">50</td> -</tr> - -</table> - -<p class="center highline2">oder die Zunahme zur Abnahme</p> - -<table class="dontwrap fsize90" summary="Effectverhätnisse"> - -<tr> -<td class="left padr3">beim Erwachsenen</td> -<td class="center padl1 padr1">=</td> -<td class="right">100</td> -<td class="center padl1 padr1">:</td> -<td class="right">100</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">beim Säugling</td> -<td class="center padl1 padr1">=</td> -<td class="right">100</td> -<td class="center padl1 padr1">:</td> -<td class="right">10</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">beim Greis</td> -<td class="center padl1 padr1">=</td> -<td class="right">100</td> -<td class="center padl1 padr1">:</td> -<td class="right">250</td> -</tr> - -</table> - -<p>Es ist hiernach klar, daß wenn der Greis eine den -Schlafstunden des Mannes proportionale Arbeit verrichtet, -so wird der Verbrauch größer sein wie der Ersatz, d. h. sein -Körper wird rasch abnehmen, im Fall er 15 Pfund, mit -einer Geschwindigkeit von 2<sup>1</sup>⁄<sub>2</sub> Fuß in der Sekunde 72000 -Fuß weit trägt, aber 6 Pfund Last wird er diese Strecke -weit fortbewegen können.</p> - -<p>Beim Kinde verhält sich die Zunahme zur Abnahme wie -10 : 1 und wenn wir den Verbrauch an mechanischen Effecten -bei ihm also um das zehnfache steigern, so wird erst dann -ein Gleichgewicht an Ersatz und Verbrauch eintreten; das -Kind wird in diesem Fall freilich nicht an Masse zunehmen, -allein es wird daran auch nicht abnehmen.</p> - -<p>Wenn bei dem Erwachsenen der Kraftverbrauch zu mechanischen -Effecten in 24 Stunden, über die in 7 Schlafstunden -ersetzbare Quantität gesteigert wird, so muß, wenn das -Gleichgewicht sich wiederherstellen soll, in den folgenden 24<span class="pagenum" id="Page257">[257]</span> -Stunden, in dem nämlichen Verhältniß, weniger Kraft zu mechanischen -Effecten verwendet werden, im entgegengesetzten -Fall nimmt die Masse des Körpers ab und es tritt mehr -oder weniger schnell der Zustand ein, welcher das Greisenalter -characterisirt.</p> - -<p>Mit jeder Stunde Schlaf mehrt sich beim Greise die -Summe der verwendbaren Krafteffecte, oder nähert sich dem -Gleichgewichtsverhältniß an Ersatz und Verbrauch wie beim -erwachsenen Menschen.</p> - -<p>Es ist ferner klar, daß wenn ein Theil der Kraft, welche -zu mechanischen Bewegungen ohne Störung des Gleichgewichtes -verwendbar ist, zur Bewegung der Glieder, Hebung -von Lasten, Arbeit &c. nicht verzehrt wird, so wird sie -durch die unwillkürlichen Bewegungen verwendbar sein. -Wenn die Bewegung des Herzens und der Säfte, der -Eingeweide (der Blutumlauf und die Verdauung) sich in dem -nämlichen Verhältniß beschleunigt findet, wie zu mechanischen -Effecten durch die Glieder weniger Kraft verbraucht wird, -so wird das Gewicht des Körpers in 24 Stunden weder zu- -noch abnehmen; der Körper nimmt an Masse also nur dann -zu, wenn die in den Schlafstunden gesammelte und zu mechanischen -Effecten verwendbare Kraft weder für die willkürlichen, -noch unwillkürlichen Bewegungen verzehrt wird.</p> - -<p>Die angeführten approximativen Zahlenwerthe für den -Kraftverbrauch im Organismus des Menschen beziehen sich, -wie ausdrücklich hervorgehoben worden, nur auf eine gegebene, -unveränderliche Temperatur; in ungleicher Temperatur<span class="pagenum" id="Page258">[258]</span> -und bei Mangel an Nahrung müssen sich alle diese Verhältnisse -ändern.</p> - -<p>Wenn wir einen Körpertheil mit Eis und Schnee umgeben, -während die übrigen in ihrer gewöhnlichen Beschaffenheit -bleiben, so tritt mehr oder weniger schnell in Folge -der Entziehung von Wärme, ein rascherer Stoffwechsel an -der abgekühlten Stelle ein.</p> - -<p>Der Widerstand der belebten Körpertheile gegen die Einwirkung -des Sauerstoffs an der abgekühlten Stelle ist kleiner, -als an allen übrigen Orten, was im Resultate ganz -gleich ist einer Erhöhung des Widerstandes an diesen andern -Orten.</p> - -<p>Das Kraftmoment der Lebenskraft an den nicht abgekühlten -Stellen wird nach wie vor zur mechanischen Bewegung -verbraucht, allein die ganze Wirkung des eingeathmeten Sauerstoffs -wendet sich der abgekühlten Stelle zu.</p> - -<p>Denken wir uns einen Cylinder von Eisen, in den wir -Dampf unter einem gewissen Drucke einströmen lassen, so -wird, wenn die Kraft, mit welcher die Theile des Eisens zusammenhängen, -gleich ist der Kraft, welche sie zu trennen -strebt, ein Gleichgewichtszustand eintreten, d. h. die ganze -Wirkung des Dampfes wird durch den Widerstand aufgehoben. -Wenn aber eine der Wände des Cylinders beweglich -ist, ein Stempel z. B., dem Druck des Dampfes also einen -geringeren Widerstand entgegensetzt, als die anderen Wände, -so wird der ganze Druck in der Bewegung dieser einen Wand, -in der Hebung des Stempels, verzehrt. Wenn wir nicht<span class="pagenum" id="Page259">[259]</span> -neuen Dampf (neue Kraft) hinzuströmen lassen, so wird sich -bald ein Gleichgewichtszustand einstellen. Einen gewissen Druck -hält die Wand aus ohne sich zu bewegen, durch einen größeren -Druck wird der Stempel gehoben; wenn dieser Ueberschuß -von Kraft verzehrt ist durch die Bewegung, so wird -er nicht weiter gehoben werden; wenn immer neuer Dampf -hinzuströmt, so wird seine Bewegung fortdauern.</p> - -<p>An der abgekühlten Stelle setzen die belebten Körpertheile -der chemischen Action des Sauerstoffs ein kleineres Hinderniß -entgegen; seine Fähigkeit, mit ihren Bestandtheilen eine Verbindung -einzugehen, ist an diesem Orte erhöht; einmal ausgetreten -hört aller Widerstand völlig auf, und in Folge der -Verbindung des Sauerstoffs mit den Bestandtheilen der umgesetzten -Gebilde wird ein größeres Maß von Wärme frei.</p> - -<p>Für eine gegebene Quantität Sauerstoff bleibt sich die -erzeugte Wärmemenge völlig gleich; an der abgekühlten Stelle -nimmt der Stoffwechsel und damit die Wärmeentwicklung -zu, an den anderen nimmt der Stoffwechsel (die Wärmeentwicklung) -ab. Hat aber die abgekühlte Stelle, durch die -Verbindung des Sauerstoffs mit den ausgetretenen Körpertheilen, -ihre ursprüngliche Temperatur wiedererhalten, so -nimmt damit der Widerstand ihrer belebten Körpertheile gegen -den nachströmenden Sauerstoff wieder zu, an allen übrigen -Orten ist aber nun der Widerstand kleiner geworden, -d. h. es tritt nun auch an diesen ein rascherer Stoffwechsel, -eine Erhöhung der Temperatur ein, und mit dieser wird, -wenn die Ursache des Stoffwechsels fortdauert, ein größeres<span class="pagenum" id="Page260">[260]</span> -Maß von Lebenskraft zu mechanischen Effekten verwendbar.</p> - -<p>Denken wir uns nun, daß der ganzen Oberfläche des -Körpers Wärme entzogen wird, so wird die ganze Wirkung -des Sauerstoffs der Haut zugelenkt werden, in kurzer Zeit -muß der Stoffwechsel im ganzen Körper zunehmen; das Fett, -so wie alle Bestandtheile des Thierkörpers, welche die Fähigkeit -haben, mit dem in größerer Quantität zugeführten Sauerstoff -sich zu verbinden, werden in der Form von Sauerstoffverbindungen -aus dem Körper treten.</p> - -<hr class="h4top" /> - -<h4 class="theil3">Theorie der Krankheit.</h4> - -<hr class="h4bot" /> - -<p>Ein jeder Stoff oder Materie, eine jede chemische oder -mechanische Thätigkeit, welche die Wiederherstellung des Gleichgewichtes -in den Aeußerungen der Ursachen des Verbrauches -und Ersatzes in der Art ändert oder stört, daß sich ihre -Wirkung den Ursachen des Verbrauches hinzufügt, heißt -<span class="gesp2">Krankheits-Ursache</span>; es entsteht <span class="gesp2">Krankheit</span>, wenn die -Summe von Lebenskraft, welche alle Ursachen von Störungen -aufzuheben strebt (wenn also der Widerstand der Lebenskraft), -kleiner ist, als die einwirkende, störende Thätigkeit.</p> - -<p><span class="gesp2">Tod</span> heißt der Zustand, wo aller Widerstand der Lebenskraft -völlig aufhört; so lange dieser Zustand nicht eintritt,<span class="pagenum" id="Page261">[261]</span> -äußern die belebten Körpertheile stets noch einen Widerstand.</p> - -<p>In der Beobachtung zeigt sich die Wirkung einer Krankheitsursache -in dem gestörten Verhältnisse zwischen dem, einem -jeden Lebensalter zukommenden, Verbrauch und Ersatz. -In der Heilkunde heißt Krankheit jeder abnorme Zustand des -Ersatzes oder Verbrauchs, in allen Körpertheilen oder in einem -einzelnen Körpertheil.</p> - -<p>Es ist klar, daß eine und dieselbe Krankheitsursache auf -den Organismus, je nach dem Lebensalter, eine höchst ungleiche -Wirkung äußern muß, daß ein gewisses Maß von Störung, -welche Krankheit in dem erwachsenen Zustande bewirkt, ohne -Einfluß auf die Lebensäußerungen im Kindes- oder Greisenalter -sein kann. Eine Krankheitsursache kann im Greisenalter, -wenn sie sich der Wirkung der Ursache des Verbrauchs -hinzufügt, den Tod bewirken (allen Widerstand der Lebenskraft -vernichten), während sie im reifen Lebensalter nur ein -Mißverhältniß im Verbrauch und Ersatz (Krankheit), und im -Kindesalter nur ein Gleichgewichtsverhältniß zwischen Verbrauch -und Ersatz, das ist, den abstracten Zustand von Gesundheit, -hervorbringt.</p> - -<p>Eine Krankheitsursache, welche die Ursache des Ersatzes -verstärkt, entweder direct, oder insofern die Ursache des Verbrauchs -in ihrer Wirkung dadurch geschwächt wird, hebt den -relativ normalen Gesundheitszustand im Kindesalter und im -reifen Alter auf, und setzt im Greisenalter Verbrauch und -Ersatz in’s Gleichgewicht.</p> - -<p>Ein Kind erträgt, leicht gekleidet, Abkühlung durch hohe<span class="pagenum" id="Page262">[262]</span> -Kältegrade ohne Störung seiner Gesundheit, seine zu mechanischen -Effekten verwendbare Kraft, so wie seine Temperatur -nehmen mit dem durch Abkühlung sich einstellenden Stoffwechsel -zu, während ein hoher Wärmegrad, welcher den Stoffwechsel -hindert, einen krankhaften Zustand nach sich zieht.</p> - -<p>Wir sehen im Gegensatze hierzu in den Hospitälern und -in den wohlthätigen Anstalten (in Brüssel &c.), in welchen -alte Leute ihre letzten Lebenstage zubringen, daß, wenn die -Temperatur des Schlafraums (im Winter) zwei bis drei -Grade unter die erwartete Temperatur fällt, daß durch diese -schwache Abkühlung der Tod von den ältesten und an sich -schwächsten Greisen und Greisinnen herbeigeführt wird; man -findet sie in ihren Betten ruhig liegend ohne die geringsten -Symptome von Krankheit oder anderen erkennbaren Ursachen -des Todes.</p> - -<p>Mangel an Widerstand eines belebten Körpertheils gegen -die Ursachen des Verbrauchs ist, wie sich von selbst versteht, -Mangel an Widerstand gegen die Einwirkung des atmosphärischen -Sauerstoffs.</p> - -<p>Wenn nun durch irgend eine Ursache der Störung in -einem belebten Körpertheil dieser Widerstand abnimmt, so -nimmt in gleichem Grade der Stoffwechsel zu.</p> - -<p>Da nun die Bewegungserscheinungen in dem Thierkörper -abhängig sind von dem Stoffwechsel, so folgt mit der -Steigerung des Stoffwechsels in irgend einem Körpertheil, -von selbst, eine Beschleunigung aller Bewegungen; je nach -der Fortpflanzungsfähigkeit der Nerven vertheilt sich die verwendbare<span class="pagenum" id="Page263">[263]</span> -Kraft auf die Leiter der unwillkürlichen Bewegungen -allein oder auf alle zusammengenommen.</p> - -<p>Wird demnach in Folge einer krankhaften Umsetzung der -belebten Körpertheile ein größeres Maß von Kraft erzeugt, -als zur Hervorbringung der normalen Bewegung erforderlich -ist, so zeigt sich dies in einer Beschleunigung aller oder -einzelner, unwillkürlichen Bewegungen, so wie in einer höheren -Temperatur des kranken Körpertheils.</p> - -<p><span class="gesp2">Dieser Zustand heißt Fieber</span>.</p> - -<p>Bei einem Uebermaß von Krafterzeugung durch Stoffwechsel -überträgt sich die Kraft (da sie nur durch Bewegung -verzehrt werden kann), auf die Apparate der willkürlichen -Bewegung.</p> - -<p><span class="gesp2">Dieser Zustand heißt Fieberparoxysmus</span>.</p> - -<p>In Folge der durch den Fieberzustand beschleunigten -Blutbewegung wird in einer gegebenen Zeit dem kranken -Ort sowohl, wie allen anderen Orten, ein größeres Maß -arterielles Blut und damit Sauerstoff hinzugeführt, und -wenn die thätige Kraft an den gesunden Orten in ihrer -Aeußerung sich gleich bleibt, so muß die ganze Wirkung des -mehr hinzugeführten Sauerstoffs sich auf den kranken Ort -allein erstrecken.</p> - -<p>Je nachdem ein einzelnes Organ oder ein System von -Organen, krank ist, erstreckt sich der Stoffwechsel auf einen -einzelnen Ort, oder auf das ganze ergriffene System.</p> - -<p>Entstehen an den kranken Orten in Folge des Stoffwechsels -aus den Bestandtheilen des Gebildes oder Blutes<span class="pagenum" id="Page264">[264]</span> -neue Producte, welche die nächstliegenden Theile zu ihren -eigenen vitalen Function nicht verwenden können, sind ihre -Umgebungen unfähig, sie anderen Orten, wo sie eine Veränderung -erfahren können, zuzuführen, so erleiden sie an dem -Orte selbst, wo sie sich gebildet haben, einen der Verwesung, -Fäulniß oder Gährung ähnlichen Umsetzungsproceß.</p> - -<p>In gewissen Fällen beseitigt die Heilkunde diese Krankheitszustände, -indem sie in der Nähe des kranken, oder an -irgend einem andern passenden Ort, einen künstlichen Krankheitszustand -(Blasenpflaster, Senfpflaster, Haarseil &c.) hervorbringt, -indem sie an diesen Orten den Widerstand der -Lebensthätigkeit durch künstliche Störungen vermindert; es gelingt -dem Arzte, den ursprünglichen Krankheitszustand zu heben, -wenn die hervorgebrachte Störung (der verringerte Widerstand) -die zu besiegende Krankheitsstörung überwiegt.</p> - -<p>Der raschere Stoffwechsel und die höhere Temperatur -an dem kranken Orte zeigt, daß der Widerstand der Lebensthätigkeit -an dem kranken Orte gegen den Sauerstoff schwächer -ist, wie im gesunden Zustande, aber erst mit dem Tode -hört er völlig auf. Durch die künstliche Verminderung des -Widerstandes an einem andern Körpertheil wird der Widerstand -des ursprünglich kranken Theils zwar direct nicht -verstärkt, allein die chemische Action (die Ursache des Stoffwechsels) -nimmt an dem kranken Körpertheil ab, indem sie -einem andern Orte zugelenkt wird, wo es der Kunst des -Arztes gelungen ist, einen noch geringern Widerstand gegen -Stoffwechsel (gegen die Einwirkung des Sauerstoffs) hervorzubringen.<span class="pagenum" id="Page265">[265]</span> -Es tritt eine vollkommne Hebung der ursprünglichen -Krankheit ein, wenn Widerstand und Einwirkung an dem kranken -Körpertheil ins Gleichgewicht gebracht sind. Es erfolgt Gesundheit, -Wiederherstellung des kranken Körpertheils in seinem -ursprünglichen Zustande, wenn es gelingt, die störende -Action des Sauerstoffs durch irgend ein Mittel so weit zu -schwächen, daß sie kleiner wird, als der Widerstand der unausgesetzt -vorhandenen, wiewohl verminderten Lebensthätigkeit; -denn dies ist die Bedingung der Zunahme an Masse -im lebendigen Organismus überhaupt.</p> - -<p>In Fällen anderer Art, wo die äußeren künstlichen Störungen -ohne Wirkung sind, schlägt der praktische Arzt, um -den Widerstand der Lebensthätigkeit zu erhöhen, andere indirecte -Wege ein, auf welche die vollendetste Theorie, weder -scharfsichtiger noch richtiger, hätte führen können; er vermindert -nämlich durch Blutentziehung die Anzahl der Träger -des Sauerstoffs und damit die Bedingung des Stoffwechsels; -er schließt in der Speise alle Stoffe aus, welche -die Fähigkeit besitzen, zu Blut zu werden; er giebt ausschließlich -oder vorzugsweise nur stickstofffreie Nahrung, welche den -Respirationsproceß unterhält, so wie Obst und Theile von -Vegetabilien, welche die zu den Secreten nöthigen Alkalien -enthalten.</p> - -<p>Gelingt es ihm, die Einwirkung des Sauerstoffs im Blute -auf den kranken Körpertheil so weit zu vermindern, daß die -Lebensthätigkeit des letztern, sein Widerstand, die chemische -Action nur etwas überwiegt, und geschieht dies, ohne den<span class="pagenum" id="Page266">[266]</span> -Functionen der anderen Organe eine Grenze zu setzen, so ist -die Wiederherstellung gewiß.</p> - -<p>Zu der in diesen Fällen mit Geschick und Beobachtungsgabe -angewendeten Heilmethode fügt sich, man kann sagen -zur Hülfe des kranken Körpertheils, die Lebenskraft der übrigen, -nicht ergriffenen Theile hinzu, denn durch Blutentziehung, -durch Ausschluß der zur Blutbildung nöthigen Speise, -nimmt ja auch auf sie die äußere Ursache der Störung ab, -welche ihre eigne Lebenskraft im Gleichgewicht erhielt; ihre -eigne Thätigkeit erhält ein Uebergewicht; der Stoffwechsel -nimmt zwar im ganzen Körper ab, und damit die Bewegungserscheinungen, -allein die Summe aller Widerstände zusammengenommen -nimmt zu in dem Grade, wie der auf sie in -dem Blute einwirkende Sauerstoff sich vermindert. In dem -Gefühl von <span class="gesp2">Hunger</span> gelangt gewissermaßen dieser Widerstand -zum Bewußtsein, und die überwiegende Lebensthätigkeit -zeigt sich bei vielen Verhungernden in einer abnormalen -Zunahme oder einer abnormalen Umsetzung gewisser Theile -von Organen. <span class="gesp2">Mitleidenschaft</span> heißt eine Uebertragung -des geringern Widerstandes der Lebensthätigkeit von einem -kranken Körpertheil nicht gerade auf die zunächstliegenden, -sondern auf andere Organe, wenn die Functionen beider sich -gegenseitig bedingen. Wenn die Verrichtungen des kranken -Organs mit denen eines andern in Verbindung stehen, wenn -das eine z. B. die Materien nicht mehr producirt, welche -zur vitalen Function des andern gehören, so überträgt sich -auf diese, wiewohl nur scheinbar, der Krankheitszustand.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page267">[267]</span></p> - -<p>Ueber die Natur und das Wesen der Lebenskraft kann -man sich wohl keiner selbstgeschaffenen Täuschung hingeben, -wenn man beachtet, daß sie sich in allen ihren Aeußerungen -ganz ähnlich wie andere Naturkräfte verhält, daß sie ohne -Bewußtsein, völlig willenlos, einem Blasenpflaster untergeordnet -ist.</p> - -<p>Die Nerven, welche die willkürlichen und unwillkürlichen -Bewegungen im Thierkörper vermitteln, sind, nach dem Vorhergehenden, -nicht die Erzeuger, sondern nur die Leiter der -Lebenskraft; sie pflanzen die Bewegung fort und verhalten -sich gegen andere Ursachen von Bewegungen, welche in ihren -Aeußerungen der Lebenskraft ähnlich sind, gegen einen -elektrischen Strom z. B. auf eine völlig gleiche Weise, sie -gestatten ihm den Durchgang und bieten als Leiter der Elektricität -alle Erscheinungen dar, welche ihnen als Leitern der -Lebenskraft zukommen. Niemandem wird es wohl, nach dem -gegenwärtigen Zustande unserer Kenntnisse, in den Sinn -kommen, als die Ursache der Bewegungserscheinungen in dem -Thierkörper die Elektricität anzusehen, allein die medicinischen -Wirkungen der Elektricität, so wie die eines Magneten, -der in Berührung mit dem Körper die Entstehung eines -elektrischen Stromes vermittelt, können nicht geleugnet -werden. Denn zu der vorhandenen Kraft der Bewegung -und Störung addirt sich in dem elektrischen Strome eine -neue Ursache von Bewegung, Form- und Beschaffenheitsänderung, -deren Wirkungen nicht gleich Null gesetzt werden -dürfen.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page268">[268]</span></p> - -<p>Auf eine höchst rationelle Weise wendet die praktische -Medicin in manchen Krankheiten die Kälte als Mittel -an, um den Stoffwechsel auf eine ungewöhnliche Weise zu -steigern und zu beschleunigen. Dies geschieht namentlich bei -gewissen krankhaften Zuständen der Substanz des Centrums -der Bewegungsapparate, wenn eine glühende Hitze und ein -rascher Strom von Blut nach dem Kopfe, eine abnormale -Umsetzung des Gehirns erkennen lassen. Wenn dieser Zustand -über eine gewisse Zeit hindurch dauert, so giebt die Erfahrung -zu erkennen, daß alle Bewegungen im Thierkörper aufhören; -wenn sich der Stoffwechsel auf das Gehirn vorzugsweise -beschränkt, so nimmt der Stoffwechsel, die Krafterzeugung, -in allen anderen Theilen ab; durch Umgebung dieses -Körpertheils mit Eis wird die Temperatur herabgestimmt, -allein die Ursache der Wärmeentwicklung dauert fort; der -Widerstand der Lebensthätigkeit wird vermindert, die Umsetzung, -die Entscheidung über den Ausgang der Krankheit, -wird auf eine kürzere Zeitdauer beschränkt. Man darf nicht -vergessen, daß das Eis schmilzt und Wärme aus dem kranken -Körpertheil aufnimmt, daß mit der Entfernung des Eises, -vor dem Verlauf der Umsetzung, die höhere Temperatur -wieder sich einstellt, daß man durch Umgebung mit Eis weit -mehr Wärme entzieht, als durch Umhüllung mit einem -schlechten Wärmeleiter; es ist offenbar in der gleichen Zeit -eine größere Menge Wärme frei geworden, was nur durch -gesteigerte Zufuhr von Sauerstoff, der eine raschere Umsetzung -bedingen mußte, möglich ist.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page269">[269]</span></p> - -<p>Ein nicht ganz unpassendes Bild für die Vorgänge im -Thierkörper geben die sich selbst regulirenden Dampfmaschinen -ab, an denen zur Hervorbringung einer gleichförmigen -Bewegung der menschliche Geist den bewundernswürdigsten -Scharfsinn bethätigt hat.</p> - -<p>Jedermann weiß, daß in dem Rohre, was den Dampf -zu dem Cylinder führt, in welchem ein Stempel in die Höhe -gehoben werden soll, ein durchbrochener Hahn angebracht ist, -durch dessen Oeffnung aller Dampf seinen Weg nehmen -muß; durch eine mit dem Schwungrad in Verbindung stehende -Vorrichtung öffnet sich dieser Hahn, wenn das Rad -langsamer, es schließt sich mehr oder weniger, wenn es geschwinder -geht, als zur gleichförmigen Bewegung erforderlich -ist. Mit dem Oeffnen des Hahns strömt mehr Dampf zu -(mehr Kraft), die Bewegung der Maschine wird beschleunigt; -mit dem Schließen des Hahns wird der hinzuströmende -Dampf mehr oder weniger abgeschlossen, die Kraft, welche -auf den Stempel wirkt, nimmt ab, die Spannung des Dampfes -im Kessel nimmt zu; sie wird zu einer spätern Verwendung -aufgespart. Die Spannung des Dampfes, die -Kraft, wenn man will, wird hervorgebracht durch Stoffwechsel, -durch Verbrennung von Kohlen unter dem Heerde -der Maschine. Die Kraft steigt (die Menge des entwickelten -Dampfes und seine Spannung nehmen zu) mit der Temperatur -des Heerdes, welche abhängig ist von Zufuhr an -Kohlen und Luft. Es finden sich an diesen Maschinen andere -Vorrichtungen, welche beide zu reguliren bestimmt sind.<span class="pagenum" id="Page270">[270]</span> -Steigt die Spannung des Dampfes im Kessel, so schließen -sich die Luftzüge, die Verbrennung wird verlangsamt, die Zufuhr -an Kraft (an Dampf) vermindert; geht die Maschine langsamer, -so strömt ihr mehr Dampf zu, die Luftzüge öffnen sich und -die Ursache der Wärmeentwicklung (Krafterzeugung) nimmt -zu, eine letzte Vorrichtung wirft dem Heerde ohne Unterlaß -<span class="gesp2">Kohlen</span> zu.</p> - -<p>Wenn wir nun an irgend einer Stelle des Dampfkessels die -Temperatur erniedrigen, so nimmt seine Spannung ab; dies -giebt sich sogleich an den Regulatoren der Kraft zu erkennen, -die nun ganz die Functionen verrichten, wie wenn wir -eine gewisse Quantität Dampf (Kraft) aus dem Kessel hätten -heraustreten lassen; der Dampfregulator, die Luftzüge -öffnen sich, die Maschine wirft sich selbst eine größere Menge -Kohlen zu.</p> - -<p>Ganz ähnlich wie in diesen Maschinen, verhält es sich im -Thierkörper hinsichtlich der Wärme und Krafterzeugung. Mit -der Abnahme der äußern Temperatur verstärken sich die -Athembewegungen, es wird Sauerstoff häufiger und in verdichteterem -Zustande zugeführt, der Stoffwechsel erhöht sich, -es muß mehr Nahrungsstoff zugeführt werden, wenn die -Temperatur nicht wechseln soll.</p> - -<p>Es bedarf wohl keiner Erinnerung, daß ein gespannter -Dampf in dem Thierkörper, so wenig wie ein elektrischer, -Strom, als die Ursache der Krafterzeugung angesehen werden -kann.</p> - -<p>Aus der in dem Obigen entwickelten Theorie der Krankheit<span class="pagenum" id="Page271">[271]</span> -ergiebt sich von selbst, daß ein ausgebildeter Krankheitszustand -in einem Körpertheil durch die chemische Action eines -Arzneimittels nicht zum Verschwinden gebracht werden kann.</p> - -<p>Einem abnormalen Umsetzungsproceß kann durch Arzneimittel -eine Grenze gesetzt werden, er kann beschleunigt oder -verlangsamt werden, allein damit ist der Normal- (Gesundheits-) -Zustand nicht zurückgekehrt.</p> - -<p>Die Kunst des Arztes besteht in der Kenntniß der Mittel, -die ihm gestatten, einen Einfluß auf den Verlauf der -Krankheit auszuüben, und in der Beseitigung und Entfernung -aller störenden Ursachen, deren Wirkung sich der Wirkung -der Krankheitsursache hinzufügt.</p> - -<p>Eine jede Theorie bringt nur durch die richtige Anwendung -ihrer Principien einen wirklichen Nutzen. Eine und -dieselbe Heilmethode kann dem einen Individuum die Gesundheit -wiedergeben, während sie, auf ein anderes angewandt, -den sichern Tod nach sich zieht. So hat in gewissen, -entzündlichen Krankheiten, bei muskelreichen Personen, die -antiphlogistische Behandlung ihren entschiedenen Werth, -während Blutentziehung bei anderen von nachtheiligen Folgen -begleitet ist. Das belebende Blut bleibt immer die -wichtigste Bedingung zur Wiederherstellung eines aufgehobenen -Gleichgewichts-Zustandes, welche stets an den Gewinn -von Zeit geknüpft ist; es muß als die letzte und wichtigste -Ursache eines dauernden, vitalen Widerstandes der kranken -sowohl, wie der nicht ergriffenen Körpertheile angesehen und -im Auge behalten werden.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page272">[272]</span></p> - -<p>Es ist ferner klar, daß in allen Krankheiten, wo das -Fieber die Bildung von Ansteckungsstoffen und Exenthemen -begleitet, zwei Krankheitszustände sich neben einander vollenden, -und daß das Blut (Fieber) als der Träger des Stoffs -(Sauerstoffs), ohne dessen Mitwirkung die krankhaften Erzeugnisse -nicht unschädlich gemacht, zerstört und aus dem Körper entfernt -werden können, reaktionell als Heilmittel auftritt, durch -dessen Mitwirkung zuletzt eine Ausgleichung bewirkt wird.</p> - -<hr class="h4top" /> - -<h4 class="theil3">Theorie der Respiration.</h4> - -<hr class="h4bot" /> - -<p>Bei dem Durchgang des venösen Blutes durch die Lunge -ändern die Blutkörperchen ihre Farbe, mit diesem Farbewechsel -beobachten wir, daß Sauerstoff aus der Luft aufgenommen, -daß für jedes Volumen Sauerstoff in den meisten Fällen, -ein ihm gleiches Volumen Kohlensäure abgeschieden wird.</p> - -<p>Die Blutkörperchen enthalten <span class="gesp2">eine Eisenverbindung</span>, -kein anderer Bestandtheil der lebendigen Körpertheile enthält -Eisen.</p> - -<p>Welche Art von Veränderung auch die übrigen Bestandtheile -des Blutes in der Lunge erleiden mögen, gewiß ist, -daß die Blutkörperchen des venösen Blutes einen Farbewechsel -erfahren, welcher abhängig ist von der Einwirkung des -Sauerstoffs.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page273">[273]</span></p> - -<p>Wir sehen nun, daß die Blutkörperchen des arteriellen -Blutes in den weiten Kanälen ihre Farbe bewahren, -daß sie sie erst bei dem Durchgange durch die Capillargefäße -verlieren. Alle Bestandtheile des venösen Blutes, welche die -Fähigkeit hatten sich mit Sauerstoff zu verbinden, nehmen in -der Lunge einen entsprechenden Theil davon auf; Versuche -mit Serum zeigen, daß es mit reinem Sauerstoff in Berührung -dessen Volumen nicht merklich ändert. Venöses Blut -mit Sauerstoff in Berührung röthet sich unter Absorption -des Sauerstoffs; es wird hierbei eine entsprechende Menge -Kohlensäure gebildet.</p> - -<p>Es ist klar, der Farbewechsel der Blutkörperchen hängt -von der Verbindung von irgend einem ihrer Bestandtheile -mit dem Sauerstoff ab, und mit dieser Sauerstoffaufnahme -tritt eine gewisse Quantität Kohlensäure aus.</p> - -<p>Von dem Serum scheidet sich diese Kohlensäure nicht ab, -denn es besitzt nicht die Fähigkeit, bei Berührung mit Sauerstoff -Kohlensäure abzugeben; das Blut von den Blutkörperchen -getrennt (das Serum) absorbirt sein halbes bis gleiches -Volumen Kohlensäure (siehe den Artikel <span class="gesp2">Blut</span> in dem Handwörterbuche -der Chemie von <span class="gesp2">Poggendorff</span>, <span class="gesp2">Wöhler</span> und -<span class="gesp2">Liebig</span>, Seite 877), es ist bei gewöhnlicher Temperatur -nicht mit Kohlensäure gesättigt.</p> - -<p>Das arterielle Blut geht, von dem Thiere genommen, -unausgesetzt einer Veränderung entgegen, seine hochrothe -Farbe wird schwarzroth; das hochrothe Blut, was seine -Farbe den Blutkörperchen verdankt, wird schwarzroth durch<span class="pagenum" id="Page274">[274]</span> -Kohlensäure; diese Farbeänderung trifft die Blutkörperchen; -es absorbirt eine Menge Gase, welche sich in der Blutflüssigkeit -(ohne Blutkörperchen) nicht lösen; <span class="gesp2">es ist klar, die -Blutkörperchen haben das Vermögen, sich mit -Gasen zu verbinden</span>.</p> - -<p>Die Blutkörperchen ändern ihre Farbe in verschiedenen -Gasen; dieser Wechsel kann von zwei Ursachen, einer Verbindung -oder einer Zersetzung herrühren.</p> - -<p>Durch Schwefelwasserstoff werden sie schwarzgrün und -zuletzt schwarz, die ursprüngliche rothe Farbe kann durch -Contact mit Sauerstoffgas nicht wieder hervorgebracht werden; -es ist offenbar hier eine Zersetzung vor sich gegangen.</p> - -<p>Die durch Kohlensäure schwarzroth gewordenen Blutkörperchen -werden beim Contact mit Sauerstoff unter Abscheidung -von Kohlensäure wieder hochroth, ähnlich verhalten sie -sich gegen Stickoxydulgas; es ist klar, daß sie keine Zersetzung -erfahren hatten; sie besitzen also die Fähigkeit, eine -Verbindung mit Gasen einzugehen, <span class="gesp2">ihre Verbindung mit -Kohlensäure wird durch Sauerstoff wieder aufgehoben</span>; -sich selbst überlassen, wird außerhalb des Thierkörpers -die Sauerstoffverbindung wieder schwarzroth, ohne durch -Sauerstoff wieder hochroth zu werden.</p> - -<p>Die Blutkörperchen enthalten eine Eisenverbindung.</p> - -<p>Aus dem nie fehlenden Eisengehalt des rothen Blutes -muß geschlossen werden, daß er unbedingt für das animalische -Leben nothwendig sei, und seitdem die Physiologie bewiesen -hat, daß die Blutkörperchen an dem Ernährungsprocesse<span class="pagenum" id="Page275">[275]</span> -keinen Antheil nehmen, kann es keinem Zweifel unterliegen, -daß sie in dem Respirationsproceß eine Rolle übernehmen.</p> - -<p>Die Eisenverbindung in den Blutkörperchen verhält sich -wie eine Sauerstoffverbindung, denn durch Schwefelwasserstoff -wird sie ganz auf dieselbe Weise zerlegt, wie die Eisenoxyde -oder die ihnen ähnlichen Eisenverbindungen. Durch -verdünnte Mineralsäuren läßt sich aus frischem oder getrocknetem -Blutroth Eisenoxyd, bei gewöhnlicher Temperatur ausziehen.</p> - -<p>Das Verhalten der Eisenverbindungen giebt vielleicht -Aufschluß über die Rolle, welche das Eisen in dem Respirationsprocesse -spielt; kein einziges Metall kann in Beziehung -auf merkwürdige Eigenschaften mit den Eisenverbindungen -verglichen werden.</p> - -<p>Die Eisenoxydulverbindungen besitzen das Vermögen anderen -Sauerstoffverbindungen Sauerstoff zu entziehen; die Eisenoxydverbindungen -geben Sauerstoff unter anderen Bedingungen -mit der allergrößten Leichtigkeit wieder ab.</p> - -<p>Eisenoxydhydrat in Berührung mit schwefelfreien organischen -Materien verwandelt sich in kohlensaures Eisenoxydul.</p> - -<p>Kohlensaures Eisenoxydul in Berührung mit Wasser und -Sauerstoff wird zersetzt, alle Kohlensäure, die es enthält, -entweicht; durch Aufnahme von Sauerstoff verwandelt es sich -in Eisenoxydhydrat, was durch reducirende Materien wieder -zurückführbar ist in eine Eisenoxydulverbindung.</p> - -<p>Aber nicht bloß die Sauerstoffverbindungen des Eisens, -sondern auch die Cyanverbindungen zeigen ein ähnliches Verhalten.<span class="pagenum" id="Page276">[276]</span> -In dem Berlinerblau haben wir Eisen in Verbindung -mit allen organischen Bestandtheilen des Thierkörpers: -Wasserstoff und Sauerstoff (Wasser), Kohlenstoff und Stickstoff -(Cyan).</p> - -<p>Dem Lichte ausgesetzt, entweicht Cyan, es wird weiß, -im Dunkeln zieht es Sauerstoff an und wird wieder blau.</p> - -<p>Alle diese Beobachtungen zusammengenommen führen zu -der Meinung, daß die Blutkörperchen des arteriellen Blutes -eine mit Sauerstoff gesättigte Eisenverbindung enthalten, -welche im lebendigen Blute beim Durchgang durch die Capillargefäße -ihren Sauerstoff verliert; dasselbe geschieht, wenn -das Blut vom Körper genommen sich zu zersetzen anfängt -(zu faulen beginnt); die an Sauerstoff reiche Verbindung -geht also durch Sauerstoffabgabe (Reduction) in eine sauerstoffarme -Verbindung über. Eins der Oxydationsproducte, -welches hierbei gebildet wird, ist Kohlensäure. Die Eisenverbindung -des venösen Bluts besitzt die Fähigkeit, sich mit Kohlensäure -zu verbinden; es ist klar, daß die Blutkörperchen des -arteriellen Blutes, wenn sie nach Abgabe von einem Theile -ihres Sauerstoffs Kohlensäure vorfinden, sich mit dieser -Kohlensäure verbinden werden.</p> - -<p>In der Lunge angelangt werden sie den verlornen Sauerstoff -wieder aufnehmen, für jedes Volumen Sauerstoff wird -eine entsprechende Menge Kohlensäure wieder austreten, sie -werden in ihren ursprünglichen Zustand wieder zurückkehren, -d. h. das Vermögen wieder erhalten, Sauerstoff abzugeben.</p> - -<p>Für jedes Volum Sauerstoff, was die Blutkörperchen<span class="pagenum" id="Page277">[277]</span> -abzugeben vermögen, wird (da die Kohlensäure ihr gleiches -Volum Sauerstoff ohne Condensation enthält) nicht mehr -und nicht weniger als ein Volumen kohlensaures Gas gebildet -werden können; für jedes Volumen Sauerstoff, was -sie aufzunehmen fähig sind, kann nicht mehr Kohlensäure -abgeschieden werden, als überhaupt aus diesem Volum Sauerstoff -erzeugbar ist.</p> - -<p>Wenn ein kohlensaures Eisenoxydul durch Aufnahme von -Sauerstoff in Eisenoxyd übergeht, so werden für jedes Volum -Sauerstoff, was zum Uebergang in Eisenoxyd gehört, vier -Volumina Kohlensäure abgeschieden.</p> - -<p>Für ein Volumen Sauerstoff kann sich aber nur ein Volumen -Kohlensäure bilden, es kann also auch nicht mehr abgeschieden -werden; die ihres Sauerstoffs beraubte Verbindung -muß aber die Fähigkeit haben, noch Kohlensäure aufzunehmen, -und wir sehen in der That, daß das Blut in keinem -Zustande des Lebens mit Kohlensäure gesättigt ist, daß -es zu der Kohlensäure, die es schon enthält, noch eine Menge -Kohlensäure aufzunehmen vermag, ohne daß damit die Function -der Blutkörperchen gestört erscheint. (Nach dem Trinken -von moussirenden Weinen, Bier, Mineralwasser muß -nothwendig mehr Kohlensäure ausgeathmet werden.) In -allen Fällen, wo der Sauerstoff der Blutkörperchen nicht zur -Bildung von Kohlensäure gedient hat, wird stets nur eine -der erzeugten Kohlensäure entsprechende Menge ausgeathmet -werden können; bei Genuß von Fett und Wein jedenfalls -weniger, wie nach dem Genuß von Champagner.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page278">[278]</span></p> - -<p>Nach der so eben entwickelten Vorstellung geben die -Blutkörperchen des arteriellen Blutes, bei ihrem Durchgang -durch die Capillargefäße, Sauerstoff an gewisse Bestandtheile -des Thierkörpers ab. Ein kleiner Theil dieses Sauerstoffs -dient zur Hervorbringung des Stoffwechsels und bedingt -das Austreten belebter Körpertheile, so wie die Bildung -und Erzeugung der Secrete, der größte Theil dieses -Sauerstoffs wird zur Verwandlung der, den belebten Körpertheilen -nicht mehr angehörenden Substanzen, in Sauerstoffverbindungen -verwendet.</p> - -<p>Auf ihrem Wege nach dem Herzen hin, verbinden sich -die Blutkörperchen, welche ihren Sauerstoff abgegeben haben, -mit Kohlensäuregas zu venösem Blut, in der Lunge angelangt, -findet ein Austausch statt.</p> - -<p>Die organische Eisenverbindung des venösen Blutes -nimmt in der Lunge und der Luft den verlornen Sauerstoff -wieder auf, und in Folge dieser Sauerstoffaufnahme scheidet -sich alle damit verbundene Kohlensäure wieder ab.</p> - -<p>Alle in dem venösen Blute vorhandenen Materien, welche -Verwandtschaft zum Sauerstoff besitzen, verwandeln sich in -der Lunge, ähnlich wie die Blutkörperchen, in höhere Sauerstoffverbindungen, -es entsteht eine gewisse Quantität Kohlensäure, -von der stets ein Theil in der Blutflüssigkeit gelös’t -bleibt.</p> - -<p>Die Quantität der gelös’ten (oder der an Natron gebundenen) -Kohlensäure muß in beiden Blutarten, da sie einerlei -Temperatur besitzen, gleich sein, allein das arterielle<span class="pagenum" id="Page279">[279]</span> -Blut muß, sich selbst überlassen, nach kurzer Zeit eine größere -Menge Kohlensäure enthalten, wie das venöse, weil -der aufgenommene Sauerstoff zur Bildung von Kohlensäure -verwendet wird.</p> - -<p>In dem Organismus des Thieres finden mithin zwei -Oxydationsprocesse statt, der eine in der Lunge, der andere -in den Capillargefäßen. Durch den erstern wird, trotz der -starken Abkühlung und gesteigerten Verdunstung, die constante -Temperatur der Lunge, durch den andern die constante -Temperatur in den übrigen Körpertheilen hervorgebracht.</p> - -<p>Ein Mensch, welcher täglich 27,8 Loth Kohlenstoff in -der Form von Kohlensäure ausathmet, verzehrt in 24 Stunden -74 Loth Sauerstoff (64 Loth = 1 Kilogramm), welche -den Raum von 807 Litres = 51648 hessische Kubikzoll -(64 = 1 Litre) einnehmen.</p> - -<p>Rechnet man auf die Minute 18 Athemzüge, so haben -wir in 24 Stunden 25920 Athemzüge und bei jedem Athemzug -werden demnach <span class="horsplit"><span class="top">51648</span><span class="bot">25920</span></span> = 1,99 Kubikzoll Sauerstoff in -das Blut aufgenommen.</p> - -<p>In einer Minute treten 18 × 1,99 = 35,8 Kubikzoll -Sauerstoff zu den Bestandtheilen des Blutes, welche bei -gewöhnlicher Temperatur etwas weniger wie 12 Gran -(802,8 Milligramm) wiegen.</p> - -<p>Nehmen wir nun an, daß in einer Minute 10 Pfund -Blut (5 Kilogramm) (Müller, Physiologie Bd <span class="antiqua">I.</span> S. 345) -durch die Lunge gehen und diese den Raum von 320 Kubikzoll<span class="pagenum" id="Page280">[280]</span> -einnehmen, so verbindet sich 1 Kubikzoll Sauerstoff -sehr nahe mit 9 Kubikzoll Blut.</p> - -<p>Nach den Untersuchungen von <span class="gesp2">Denis</span>, <span class="gesp2">Richardson</span>, -<span class="gesp2">Nasse</span> (Handwörterbuch der Physiologie Bd. I. S. 138) -enthalten 10000 Blut 8 Theile Eisenoxyd. 76800 Gran -(10 Pfd.) Blut enthalten demnach 61,54 Gran Eisen<span class="gesp2">oxyd</span> -im arteriellen oder 55,14 Eisen<span class="gesp2">oxydul</span> im venösen Blut.</p> - -<p>Nehmen wir nun an, das Eisen in den Blutkörperchen -des venösen Blutes sei als Eisenoxydul, das im arteriellen -Blut als Eisenoxyd enthalten, so nehmen 55,14 Gran Eisenoxydul -bei ihrem Durchgang durch die Lunge in einer -Minute 6,40 Gran Sauerstoff auf; da nun in dieser Zeit -im Ganzen von 10 Pfund Blut 12 Gran Sauerstoff aufgenommen -werden, so treten von diesen 12 Gran, 5,6 Gran -an die anderen Bestandtheile des Blutes.</p> - -<p>55,14 Gran Eisenoxydul verbinden sich nun mit 34,8 -Gran Kohlensäure, welche den Raum von 73 Kubikzoll einnehmen. -Es ist deshalb klar, daß die in dem Blute vorhandene -Menge Eisen, als Eisenoxydul gedacht, hinreicht, -um den Träger der doppelten Menge Kohlensäure abzugeben, -welche überhaupt auf Kosten alles in der Lunge aufgenommenen -Sauerstoffs erzeugbar ist.</p> - -<p>Die eben entwickelte Hypothese stützt sich auf die bekannten -Beobachtungen und zwar erklärt sie den Respirationsproceß, -soweit er von den Blutkörperchen abhängig ist, vollkommen, -sie schließt die Meinung nicht aus, daß auch auf -anderen Wegen Kohlensäure in die Lunge gelangen, daß gewisse<span class="pagenum" id="Page281">[281]</span> -andere Bestandtheile des Bluts zur Bildung von Kohlensäure -in der Lunge Veranlassung geben können; allein alles dies -steht in keiner Beziehung zu dem vitalen Proceß, durch welchen -in allen Theilchen des Körpers die zu seinem Bestehen -nöthige Wärme erzeugt wird. Dies allein kann aber vorläufig -nur als ein würdiger Gegenstand der Untersuchung -betrachtet werden; warum dunkelrothes Blut durch Salpeter, -Kochsalz &c. hellroth wird, ist eine nicht uninteressante Frage, -die aber mit dem Athmungsproceß in keinem Zusammenhange -steht.</p> - -<p>Die furchtbare Wirkung des Schwefelwasserstoffs; der -Blausäure, welche beim Einathmen in wenigen Secunden -allen Bewegungserscheinungen im Thierkörper eine Grenze -setzen, erklären sich aus den bekannten Veränderungen, welche -alle Eisenverbindungen bei Gegenwart von Alkalien, die im -Blute nicht fehlen, durch diese Stoffe erleiden, auf eine ungezwungene -Weise.</p> - -<p>Denken wir uns, daß die Blutkörperchen ihre Fähigkeit -verlieren, Sauerstoff aufzunehmen, diesen Sauerstoff -wieder abzugeben und die gebildete Kohlensäure fortzuführen, -so wird ein solcher hypothetischer Krankheitszustand -augenblicklich an der Temperatur und den Bewegungserscheinungen -im Thierkörper erkennbar sein. Es wird -nämlich kein Stoffwechsel stattfinden, ohne daß damit die -Bewegungen selbst eine unmittelbare Grenze finden.</p> - -<p>Die Leiter der Kraft werden den Eingeweiden, dem Herzen, -nach wie vor, die zu ihren Functionen nöthige Kraft<span class="pagenum" id="Page282">[282]</span> -zuführen, sie werden sie von dem Muskularsystem erhalten, -ohne aber daß aus diesen ein Bestandtheil austritt; Galle- -und Harnsecretion können nicht stattfinden; die Temperatur -des Körpers muß abnehmen.</p> - -<p>Dem Ernährungsproceß wird durch diesen Zustand eine -Grenze gesetzt und in kürzerer oder längerer Zeit muß der -Tod eintreten, ohne, was hier das Wichtigste ist, von Fiebererscheinungen -begleitet zu sein.</p> - -<p>Dieses Beispiel soll dazu dienen, um Veranlassung zu -einer Untersuchung des Bluts in Krankheitszuständen ähnlicher -Art, zu geben, denn es kann nicht dem geringsten -Zweifel unterliegen, daß die Rolle, welche den Blutkörperchen -zugeschrieben worden ist, als vollkommen ausgemittelt -und aufgeklärt betrachtet werden kann, wenn sich in solchen -Zuständen eine Abweichung in der Form, Beschaffenheit und -dem Verhalten der Blutkörperchen ergiebt, die durch geeignete -Reagentien erkennbar sein muß.</p> - -<p>Wenn die Kraft, welche die Lebenserscheinungen bedingt, -als eine Eigenschaft gewisser Materien angesehen wird, so -führt diese Vorstellung von selbst auf eine neue und schärfere -Betrachtungsweise gewisser räthselhafter Erscheinungen, -welche die nämlichen Substanzen in Zuständen darbieten, wo -sie keine Bestandtheile belebter Organismen mehr ausmachen.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page283">[283]</span></p> - -<hr class="chap" /> - -<h2 class="theil"><span class="fsize125 gesp1">Analytische Belege</span><br /> -<span class="fsize80">zu</span><br /> -dem chemischen Proceß<br /> -<span class="fsize80">der</span><br /> -<span class="fsize125 gesp2"><b>Respiration und Ernährung</b></span><br /> -<span class="fsize80">so wie</span><br /> -zu dem chemischen Proceß<br /> -<span class="fsize80">der</span><br /> -<span class="fsize125 gesp2"><b>Umsetzung der Gebilde.</b></span></h2> - -<hr class="chap" /> - -<p class="noindent fsize80">Die Noten correspondiren mit den in den Abschnitten im Texte aufgeführten Nummern.</p> - -<p class="noindent fsize80">Alle mit * bezeichneten Zahlenresultate der Analysen sind in dem chemischen Laboratorium in -Gießen ausgeführt.</p> - -<hr class="sec" /> - -<p><span class="pagenum" id="Page284">[284]<br /><a id="Page285"></a>[285]</span></p> - -<h3><span class="gesp4">Anhang</span>.</h3> - -<hr class="sec" /> - -<p class="anhangnote"><a href="#Page1">Seite 1</a>. Einleitung zu den Analysen.</p> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Erklärung der Formeln.</span></p> - -<p>Die frühere Darstellung der Verschiedenheit in der Zusammensetzung -der Stoffe, die Angabe des Gehaltes in ihren -Bestandtheilen nach Procenten, ist von den Chemikern -längst verlassen, weil sie keine Einsicht in die Beziehungen -gestattet, welche zwischen zwei und mehr Verbindungen stattfinden. -Um hiervon einige Beispiele zu geben, soll die Zusammensetzung -der Essigsäure und des Aldehyds, des Bittermandelöls -und der Benzoesäure hier erwähnt werden.</p> - -<table class="zusammens" summary="zusammenzetzung"> - -<tr> -<th> </th> -<th class="padl1 padr1">Essig-<br />säure</th> -<th class="padl1 padr1">Alde-<br />hyd*</th> -<th class="padl1 padr1">Benzoe-<br />säure*</th> -<th class="padl1 padr1">Bitter-<br />mandel-<br />öl*</th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padr1">40,00</td> -<td class="right padr1">55,024</td> -<td class="right padr2">69,25</td> -<td class="right padr2">79,56</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padr1">6,67</td> -<td class="right padr1">8,983</td> -<td class="right padr2">4,86</td> -<td class="right padr2">5,56</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padr1">53,33</td> -<td class="right padr1">35,993</td> -<td class="right padr2">25,89</td> -<td class="right padr2">14,88</td> -</tr> - -</table> - -<p>Aldehyd verwandelt sich nun in Essigsäure, Bittermandelöl -in Benzoesäure durch Aufnahme von Sauerstoff, ohne -daß sich an ihren Elementen sonst irgend etwas ändert. In -den bloßen Zahlenverhältnissen läßt sich diese Beziehung nicht -erkennen, drücken wir aber die Zusammensetzung beider in -einer Formel aus, so fällt der Zusammenhang zwischen diesen<span class="pagenum" id="Page286">[286]</span> -Materien auch demjenigen in die Augen, welcher von der -Chemie nichts weiß, als daß der Buchstabe <span class="antiqua">C</span> ein Aequivalent -Kohlenstoff, <span class="antiqua">H</span> 1 Aeq. Wasserstoff, <span class="antiqua">N</span> 1 Aeq. Stickstoff -und <span class="antiqua">O</span> 1 Aeq. Sauerstoff bedeutet.</p> - -<table class="s286_1" summary="Formel"> - -<tr> -<th colspan="2">Formel</th> -<th rowspan="4" class="zerowidth"> </th> -<th colspan="2">Formel</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="2" class="vertline">╷</th> -<th colspan="2" class="vertline">╷</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="2" class="horbrace bl bt br"> </th> -<th colspan="2" class="horbrace bl bt br"> </th> -</tr> - -<tr> -<th>der<br />Essigsäure</th> -<th>des<br />Aldehyds</th> -<th>der<br />Benzoesäure</th> -<th>des<br />Bittermandelöls</th> -</tr> - -<tr> -<td class="chemform"><span class="antiqua">C</span><sub>4</sub><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub><span -class="antiqua">O</span><sub>4</sub></td> -<td class="chemform"><span class="antiqua">C</span><sub>4</sub><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub><span -class="antiqua">O</span><sub>2</sub></td> -<td class="zerowidth"> </td> -<td class="chemform"><span class="antiqua">C</span><sub>14</sub><span class="antiqua">H</span><sub>12</sub><span -class="antiqua">O</span><sub>4</sub></td> -<td class="chemform"><span class="antiqua">C</span><sub>14</sub><span class="antiqua">H</span><sub>12</sub><span -class="antiqua">O</span><sub>2</sub></td> -</tr> - -</table> - -<p>Diese Formeln sind genaue Ausdrücke der Analysen, die, -man kann es sich so denken, sich auf eine unveränderliche -Kohlenstoffquantität beziehen; sie zeigen, daß Essigsäure und -Aldehyd, Benzoesäure und Bittermandelöl nur in dem Sauerstoffgehalt -von einander abweichen, daß sie von den übrigen -Elementen einerlei Verhältnisse enthalten. Das Verständniß -der folgenden Formeln ist nicht minder einfach.</p> - -<table class="s286_2" summary="Formel"> - -<tr> -<th class="center">Cyamelid</th> -<th class="center">1 At. Cyanursäure</th> -<th class="center">3 At. Cyansäurehydrat</th> -</tr> - -<tr> -<td class="center padl1 padr1"><span class="antiqua">C</span><sub>6</sub><span class="antiqua">N</span><sub>6</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>6</sub><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub></td> -<td class="center padl1 padr1"><span class="antiqua">Cy</span><sub>6</sub>(= <span class="antiqua">C</span><sub>6</sub><span -class="antiqua">N</span><sub>6</sub>)<span class="antiqua">O</span><sub>3</sub> + 3<span class="antiqua">H</span><sub>2</sub><span -class="antiqua">O</span> =</td> -<td class="center padl1 padr1">3(<span class="antiqua">Cy</span><sub>2</sub>O + <span class="antiqua">H</span><sub>2</sub><span -class="antiqua">O</span>) =</td> -</tr> - -<tr> -<td class="center padl1 padr1"> </td> -<td class="center padl1 padr1">= <span class="antiqua">Summa</span> <span class="antiqua">C</span><sub>6</sub><span -class="antiqua">N</span><sub>6</sub><span class="antiqua">H</span><sub>6</sub><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub></td> -<td class="center padl1 padr1">= <span class="antiqua">Summa</span> <span class="antiqua">C</span><sub>6</sub><span -class="antiqua">N</span><sub>6</sub><span class="antiqua">H</span><sub>6</sub><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub></td> -</tr> - -</table> - -<p>Die erste Formel ist eine sogenannte empirische Formel, -in der man wohl das relative Verhältniß der Elemente genau -kennt, aber nicht die Ordnung, in welcher sie zusammengetreten -sind. Die zweite Formel drückt aus, daß 6 At. -Cyan oder 6 At. Stickstoff und 6 At. Kohlenstoff zu <span class="gesp2">einem</span> -zusammengesetzten Atom sich vereinigt haben, das mit -3 At. Sauerstoff und 3 At. Wasser Cyanursäurehydrat gebildet -hat; die letzte drückt aus die Art und Weise der Ordnung -der Atome in dem Cyansäurehydrat, dreimal genommen;<span class="pagenum" id="Page287">[287]</span> -dieselbe Anzahl von Elementen, wie in der Cyanursäure -ist zu 3 Atomen Cyansäurehydrat zusammengetreten. -Wie man verfährt, um die procentische Zusammensetzung eines -Körpers in einer Formel auszudrücken, gehört nicht hierher; -es soll nur erwähnt werden, wie man verfahren muß, -um aus einer jeden Formel rückwärts die procentische Zusammensetzung -zu finden. Für diesen Zweck muß man beachten, -daß der Buchstabe <span class="antiqua">C</span> in einer chemischen Formel ein -Gewicht von 76,437 Kohlenstoff (nach den neuesten Bestimmungen -75,8 oder 75, eine Abweichung, welche auf die -angeführten Formeln, da sie alle nach der Zahl 76,437 berechnet -sind, ohne den geringsten Einfluß ist) bedeutet, der -Buchstabe <span class="antiqua">H</span> ein Gewicht von 6,239 Wasserstoff, der Buchstabe -<span class="antiqua">N</span> = 88,52 Stickstoff, und zuletzt der Buchstabe <span class="antiqua">O</span>, -ein Gewicht von 100 Sauerstoff.</p> - -<p class="blankbefore1">Die Formel des Proteins <span class="antiqua">C</span><sub>48</sub><span -class="antiqua">N</span><sub>12</sub><span class="antiqua">H</span><sub>72</sub><span class="antiqua">O</span><sub>14</sub> -drückt also aus:</p> - -<table class="dontwrap fsize90" summary="Elemente"> - -<tr> -<td class="right">48</td> -<td class="center padl1 padr1">mal</td> -<td class="right padr0">76,</td> -<td class="left padl0">437</td> -<td class="center padl1 padr1">=</td> -<td class="right">3668,88</td> -<td class="left padl1">Kohlenstoff</td> -</tr> - -<tr> -<td class="right">12</td> -<td class="center padl1 padr1">„</td> -<td class="right padr0">88,</td> -<td class="left padl0">52</td> -<td class="center padl1 padr1">=</td> -<td class="right">1062,24</td> -<td class="left padl1">Stickstoff</td> -</tr> - -<tr> -<td class="right">72</td> -<td class="center padl1 padr1">„</td> -<td class="right padr0">6,</td> -<td class="left padl0">239</td> -<td class="center padl1 padr1">=</td> -<td class="right">449,26</td> -<td class="left padl1">Wasserstoff</td> -</tr> - -<tr> -<td class="right">14</td> -<td class="center padl1 padr1">„</td> -<td class="right padr0">100,</td> -<td class="left padl0">00</td> -<td class="center padl1 padr1">=</td> -<td class="right bb">1400,00</td> -<td class="left padl1">Sauerstoff</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="5" class="right padr1"><span class="antiqua">in Summa</span> das<br />Gewicht von</td> -<td class="right bot">6580,38</td> -<td class="left bot padl1">Protein.</td> -</tr> - -</table> - -<table class="dontwrap fsize90" summary="Elemente"> - -<tr> -<th colspan="8"> </th> -<th class="center">in 100<br />Theilen</th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr1">In</td> -<td class="right">6580,38</td> -<td class="left padr1">Theilen</td> -<td class="left padr1">Protein</td> -<td class="left padr1">sind</td> -<td class="left padr1">enthalten</td> -<td class="right padr1">3668,88</td> -<td class="left padr1">Kohlenstoff</td> -<td class="right">55,742</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr1">In</td> -<td class="right">6580,38</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">„</td> -<td class="right padr1">1062,24</td> -<td class="left padr1">Stickstoff</td> -<td class="right">16,143</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr1">In</td> -<td class="right">6580,38</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">„</td> -<td class="right padr1">449,26</td> -<td class="left padr1">Wasserstoff</td> -<td class="right">6,827</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr1">In</td> -<td class="right">6580,38</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">„</td> -<td class="right padr1">1400,00</td> -<td class="left padr1">Sauerstoff</td> -<td class="right">21,288</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="8"> </td> -<td class="right bt">100,000</td> -</tr> - -</table> - -<p><span class="pagenum" id="Page288">[288]</span></p> - -<p class="anhangnote" id="Endnote1"><a href="#ENanchor1">Note 1</a>. <a href="#Page13">Seite 13</a>.</p> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Sauerstoffverbrauch des erwachsenen Mannes</span>.</p> - -<table class="note1" summary="Sauerstoffverbrauch"> - -<tr> -<th rowspan="6"> </th> -<th colspan="5" class="center gesp2">Ein erwachsener Mann</th> -<th rowspan="7" class="zerowidth"> </th> -<th rowspan="3" colspan="2"> </th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="5" class="vertline">╷</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="5" class="horbrace bt br bl"> </th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="2" class="thline2">verbraucht in 24<br />Stunden an<br />Sauerstoffgas</th> -<th rowspan="4" class="zerowidth"> </th> -<th colspan="2" class="thline2">erzeugt in 24<br />Stunden an<br />kohlensaurem Gas</th> -<th colspan="2" class="thline2">im kohlens. Gas<br />enthaltener<br />Kohlenstoff</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="2" class="vertline">╷</th> -<th colspan="2" class="vertline">╷</th> -<th rowspan="2" colspan="2"> </th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="2" class="horbrace bt br bl"> </th> -<th colspan="2" class="horbrace bt br bl"> </th> -</tr> - -<tr> -<th>nach</th> -<th class="thline3">W. Zoll</th> -<th class="thline3">Gran</th> -<th class="thline3">W. Zoll</th> -<th class="thline3">Gran</th> -<th class="thline3">Gran</th> -<th> </th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Lavoisier u. Seguin</td> -<td class="center">46037</td> -<td class="center">15661</td> -<td rowspan="4" class="zerowidth"> </td> -<td class="center">14930</td> -<td class="center">8584</td> -<td rowspan="4" class="zerowidth"> </td> -<td class="center">2820</td> -<td class="left">franz.</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Menzies</td> -<td class="center">51480</td> -<td class="center">17625</td> -<td colspan="2"> </td> -<td> </td> -<td class="left">engl.</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Davy</td> -<td class="center">45504</td> -<td class="center">15751</td> -<td class="center">31680</td> -<td class="center">17811</td> -<td class="center">4853</td> -<td class="left">engl.</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Allen u. Pepys</td> -<td class="center">39600</td> -<td class="center">13464</td> -<td class="center">39600</td> -<td class="center">18612</td> -<td class="center">5148</td> -<td class="left">engl.</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="9" class="left padl4">(Aus L. <span class="gesp2">Gmelins</span> Handbuch der theor. Chemie.)</td> -</tr> - -</table> - -<p class="anhangnote" id="Endnote2"><a href="#ENanchor2">Note 2</a>. <a href="#Page14">Seite 14</a>.</p> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des Bluts</span>: <span class="fsize90">(Siehe -<a href="#Endnote29">Note 29</a>.)</span></p> - -<table class="dontwrap fsize90" summary="Blut"> - -<tr> -<th> </th> -<th colspan="2" class="center padl2 padr2">in 100<br />Theilen</th> -<th class="center padl2 padr2">in 4,8 Pfd.<br />=<br />36864 Gran</th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padr0">51,</td> -<td class="left padl0">96</td> -<td class="right padr3">19154,5</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padr0">7,</td> -<td class="left padl0">25</td> -<td class="right padr3">2672,7</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padr0">15,</td> -<td class="left padl0">07</td> -<td class="right padr3">5555,4</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padr0">21,</td> -<td class="left padl0">30</td> -<td class="right padr3">7852,0</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Asche</td> -<td class="right padr0">4,</td> -<td class="left padl0">42</td> -<td class="right padr3">1629,4</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3"> </td> -<td class="right padr0"><span class="bt">100,</span></td> -<td class="left padl0"><span class="bt">000</span></td> -<td class="right padr3"><span class="bt">36864,0</span></td> -</tr> - -</table> - -<table class="dontwrap fsize90" summary="Blut"> - -<tr> -<th rowspan="4" class="w2m"> </th> -<th class="center">Gran</th> -<th colspan="3"> </th> -<th class="center">Gran</th> -<th colspan="2"> </th> -</tr> - -<tr> -<td class="right">19154,5</td> -<td class="center padl1 padr1">Kohlenstoff</td> -<td class="center">bildet</td> -<td class="center padl1 padr1">mit</td> -<td class="right">50539,5</td> -<td class="center padl1 padr1">Sauerstoff</td> -<td class="left">Kohlensäure</td> -</tr> - -<tr> -<td class="right">2672,7</td> -<td class="center padl1 padr1">Wasserstoff</td> -<td class="center padl1 padr1">„</td> -<td class="center padl1 padr1">„</td> -<td class="right">21415,8</td> -<td class="center padl1 padr1">„</td> -<td class="left">Wasser</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="right"><span class="antiqua">Summa</span></td> -<td class="center">=</td> -<td class="right bt">71955,3</td> -<td class="center padl1 padr1">Sauerstoff</td> -<td rowspan="3"> </td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="4" class="right">Hiervon ab vorhandener Sauerstoff</td> -<td class="center">=</td> -<td class="right">7852,0</td> -<td> </td> -</tr> - -<tr> -<td> </td> -<td colspan="4" class="right padr1">bleiben</td> -<td class="right bt">64103,3</td> -<td class="left padl1">Gran</td> -</tr> - -</table> - -<p class="noindent">Sauerstoff, welche zur vollständigen Verbrennung von 4,8 Pfd. -Blut erforderlich sind.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page289">[289]</span></p> - -<p>In obiger Rechnung ist angenommen worden, daß 24 Pfd. -Blut 4,8 Pfd. trocknen Rückstand (80 <span class="antiqua">pCt.</span>) hinterlassen.</p> - -<p class="anhangnote" id="Endnote3"><a href="#ENanchor3">Note 3</a>. <a href="#Page14">Seite 14</a>.</p> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Bestimmung der Menge des ausgeathmeten Kohlenstoffs</span>.</p> - -<table class="dontwrap fsize90" summary="Kohlenstoff"> - -<tr> -<td colspan="9" class="left padl4"><span class="gesp2">Faeces</span>:</td> -</tr> - -<tr> -<td class="right padr1">2,356</td> -<td colspan="9" class="left">trockene Faeces hinterließen 0,320 Asche (13,58 <span class="antiqua">pCt.</span>).</td> -</tr> - -<tr> -<td class="right padr1">0,352</td> -<td colspan="9" class="left">Faeces gaben 0,576 Kohlensäure und 0,218 Wasser.</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="9" class="left padl4"><span class="gesp2">Linsen</span>:</td> -</tr> - -<tr> -<td class="right padr1">0,566</td> -<td colspan="9" class="left">bei 100° getrocknete Linsen gaben 0,910 Kohlensäure und 0,336 Wasser.</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="9" class="left padl4"><span class="gesp2">Erbsen</span>:</td> -</tr> - -<tr> -<td class="right padr1">1,060</td> -<td colspan="9" class="left">hinterließen 0,037 Asche</td> -</tr> - -<tr> -<td class="right padr1">0,416</td> -<td colspan="9" class="left">gaben 0,642 Kohlensäure und 0,241 Wasser.</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="9" class="left padl4"><span class="gesp2">Kartoffeln</span>:</td> -</tr> - -<tr> -<td class="right padr1">0,443</td> -<td colspan="9" class="left">trockene Kartoffeln gaben 0,704 Kohlensäure und 0,248 Wasser.</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="9" class="left padl4"><span class="gesp2">Schwarzbrod</span>:</td> -</tr> - -<tr> -<td class="right padr1">0,302</td> -<td class="left padr1">trocknes</td> -<td class="left padr1">Schwarzbrod</td> -<td class="left padr1">gaben</td> -<td class="left padr1">0,496</td> -<td class="left padr1">Kohlensäure</td> -<td class="left padr1">und</td> -<td class="left padr1">0,175</td> -<td class="left padr1">Wasser</td> -</tr> - -<tr> -<td class="right padr1">0,241</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">„</td> -<td class="left padr1">0,393</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">„</td> -<td class="left padr1">0,142</td> -<td class="center">„</td> -</tr> - -</table> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung</span></p> - -<table class="note3_2" summary="Zusammensetzung"> - -<tr> -<th colspan="3"> </th> -<th class="center">der<br />Faeces</th> -<th colspan="2" class="center">des<br />Schwarzbrods</th> -<th colspan="2" class="center">der<br />Kartoffeln</th> -<th class="center">(des<br />Fleisches<br />s. <a href="#Endnote29">Note 29</a>.)</th> -</tr> - -<tr> -<th rowspan="2" colspan="6" class="vertline"> </th> -<th colspan="2" class="vertline">╷</th> -<th rowspan="2" colspan="2" class="vertline"> </th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="2" class="horbrace bl bt br"> </th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="3"> </th> -<th class="thline2">Playfair*</th> -<th class="thline2 right padr0">Boeck</th> -<th class="thline2 left padl0">mann*</th> -<th class="thline2">Boussin-<br />gault</th> -<th class="thline2">Boeck-<br />mann*</th> -<th class="thline2"> </th> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padr2">45,24</td> -<td class="right padr2">45,09</td> -<td class="right padr2">45,41</td> -<td class="right padr2">44,1</td> -<td class="right padr2">43,944</td> -<td rowspan="5"> </td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padr2">6,88</td> -<td class="right padr2">6,54</td> -<td class="right padr2">6,45</td> -<td class="right padr2">5,8</td> -<td class="right padr2">6,222</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Stickstoff</td> -<td rowspan="2" class="brace bt br bb"> </td> -<td rowspan="2" class="brace padl0">-</td> -<td rowspan="2" class="right padr2">34,73</td> -<td rowspan="2" class="right padr2">35,12</td> -<td rowspan="2" class="right padr2">34,89</td> -<td rowspan="2" class="right padr2">45,1</td> -<td rowspan="2" class="right padr2">44,919</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Asche</td> -<td class="right padr2">13,15</td> -<td class="right padr2">3,25</td> -<td class="right padr2">3,25</td> -<td class="right padr2">5,0</td> -<td class="right padr2">4,915</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3"> </td> -<td class="right padr2 bt">100,00</td> -<td class="right padr2 bt">100,00</td> -<td class="right padr2 bt">100,00</td> -<td class="right padr2 bt">100,0</td> -<td class="right padr2 bt">100,000</td> -<td class="bt"> </td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Wasser</td> -<td class="right padr2">300,  </td> -<td colspan="5" rowspan="2"> </td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3"> </td> -<td class="right padr2 bt">400,00</td> -</tr> - -</table> - -<p><span class="pagenum" id="Page290">[290]</span></p> - -<table class="dontwrap fsize90" summary="Zusammensetzung"> - -<tr> -<th colspan="3"> </th> -<th class="center padl1 padr1">Erbsen</th> -<th class="center padl1 padr1">Linsen</th> -<th class="center padl1 padr1">Bohnen</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="3"> </th> -<th class="center padl1 padr1 fsize80">Playfair*</th> -<th class="center padl1 padr1 fsize80">Playfair*</th> -<th class="center padl1 padr1 fsize80">Playfair*</th> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padr1">35,743</td> -<td class="right padr2">37,38</td> -<td class="right padr2">38,24</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padr1">5,401</td> -<td class="right padr2">5,54</td> -<td class="right padr2">5,84</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left">Stickstoff</td> -<td rowspan="2" class="brace bt br bb"> </td> -<td rowspan="2" class="brace padl0">-</td> -<td rowspan="2" class="right padr1">39,366</td> -<td rowspan="2" class="right padr2">37,98</td> -<td rowspan="2" class="right padr2">38,10</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left">Sauerstoff</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Asche</td> -<td class="right padr1">3,490</td> -<td class="right padr2">3,20</td> -<td class="right padr2">3,71</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Wasser</td> -<td class="right padr1">16,000</td> -<td class="right padr2">15,90</td> -<td class="right padr2">14,11</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3"> </td> -<td class="right padr1 bt">100,000</td> -<td class="right padr2 bt">100,000</td> -<td class="right padr2 bt">100,000</td> -</tr> - -</table> - -<table class="note3_4" summary="Zusammensetzung"> - -<tr> -<th> </th> -<th colspan="2" class="center">Frisches Fleisch</th> -<th rowspan="4" class="zerowidth"> </th> -<th colspan="2" class="center">Kartoffeln</th> -<th rowspan="4" class="zerowidth"> </th> -<th colspan="2" class="center">Schwarzbrod,<br />einen Tag alt</th> -</tr> - -<tr> -<th class="thline2"> </th> -<th colspan="2" class="thline2">Boeckmann*</th> -<th class="thline2">Boussin-<br />gault</th> -<th class="thline2">Boeck-<br />mann*</th> -<th colspan="2" class="thline2">Boeckmann*</th> -</tr> - -<tr> -<th rowspan="2" class="vertline"> </th> -<th colspan="2" class="vertline">╷</th> -<th colspan="2" class="vertline">╷</th> -<th colspan="2" class="vertline">╷</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="2" class="horbrace bl bt br"> </th> -<th colspan="2" class="horbrace bl bt br"> </th> -<th colspan="2" class="horbrace bl bt br"> </th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasser</td> -<td class="right padr2">75</td> -<td class="right padr2">74,8</td> -<td rowspan="2" class="zerowidth"> </td> -<td class="right padr2">72,2</td> -<td class="right padr2">73,2</td> -<td rowspan="2" class="zerowidth"> </td> -<td class="right padr2">33</td> -<td class="right padr1">31,418</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Trockne Substanz</td> -<td class="right padr2">25</td> -<td class="right padr2">25,2</td> -<td class="right padr2">27,8</td> -<td class="right padr2">26,8</td> -<td class="right padr2">67</td> -<td class="right padr1">68,582</td> -</tr> - -<tr> -<td> </td> -<td class="right padr2 bt">100</td> -<td class="right padr2 bt">100,0</td> -<td class="zerowidth"> </td> -<td class="right padr2 bt">100,0</td> -<td class="right padr2 bt">100,0</td> -<td class="zerowidth"> </td> -<td class="right padr2 bt">100</td> -<td class="right padr1 bt">100,000</td> -</tr> - -</table> - -<p class="center blankbefore1"><span class="gesp2">Berechnung des von einem erwachsenen Menschen -ausgeathmeten Kohlenstoffs</span>.</p> - -<p><span class="gesp2">Fleisch</span>. Das fettlose Muskelfleisch, zu 74 Wasser und -26 <span class="antiqua">pCt.</span> fester Substanz angenommen, enthält in 100 Theilen -13,6 Kohlenstoff. Das gewöhnliche Fleisch enthält Muskelfleisch, -Zellgewebe und Fett. Die beiden letzteren machen -im Durchschnitt <sup>1</sup>⁄<sub>7</sub> vom Gewicht des im Fleischladen erkauften -Fleisches aus. Die Anzahl der verzehrten Lothe (64 -Loth = 1 Kilogramm) beträgt 8896, welche bestehen aus:</p> - -<table class="dontwrap fsize90" summary="Fleisch"> - -<tr> -<td class="right padr1">7625</td> -<td class="left padr1">Loth</td> -<td class="left padr1">fettloses Muskelfleisch</td> -<td class="left padr1">enthalten</td> -<td class="left padr1">Kohlenstoff</td> -<td class="right padr1">1037</td> -<td class="left padr1">Loth</td> -</tr> - -<tr> -<td class="right padr1">1271</td> -<td class="center padr1">„</td> -<td class="left padr1">Zellgewebe mit Fett</td> -<td class="center padr1">„</td> -<td class="center">„</td> -<td class="right padr1">898</td> -<td class="center padr1">„</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="5" class="right padr1">in Summe Kohlenstoff</td> -<td class="right padr1"><span class="bt">1935</span></td> -<td class="left padr1">Loth</td> -</tr> - -</table> - -<p><span class="pagenum" id="Page291">[291]</span></p> - -<p>Mit den Knochen enthält das gekaufte Fleisch 29 <span class="antiqua">pCt.</span> -feste Substanz, und 278 Pfd. Fleisch 28 Pfd. trockne Knochen, -sie sind nicht in Rechnung genommen, obwohl sie beim -Kochen 8-10 <span class="antiqua">pCt.</span> Leimsubstanz verlieren, welche mit als -Nahrung genossen wird.</p> - -<p><span class="gesp2">Fett</span>. Es sind verzehrt worden 112 Loth Fett, welche -zu 80 <span class="antiqua">pCt.</span> Kohlenstoff in Summa 89,6 Loth Kohlenstoff -enthalten.</p> - -<p class="center blankbefore1"><span class="gesp2">Kohlenstoffgehalt der verzehrten Linsen, Bohnen -und Erbsen</span>.</p> - -<p>Es sind verzehrt worden 107 Loth Linsen, 436 Loth -Bohnen und 371 Loth Erbsen, im Ganzen 914 Loth; bei -einem Gehalte von 37 <span class="antiqua">pCt.</span> Kohlenstoff sind verzehrt worden -338,2 Loth Kohlenstoff.</p> - -<p><span class="gesp2">Kartoffeln</span>. 100 Theile frische Kartoffeln enthalten -12,2 Kohlenstoff; in den verzehrten 31752 Loth sind enthalten -3873,7 Kohlenstoff.</p> - -<p><span class="gesp2">Brod</span>. 855 Mann essen täglich 855 × 64 Loth, dazu -noch 36 Pfd. Suppenbrod macht zusammen 55872 Loth. -100 Loth frisches Brod enthalten durchschnittlich 30,15 Loth -Kohlenstoff, es sind mithin im Brod verzehrt worden 17543 -Loth Kohlenstoff.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page292">[292]</span></p> - -<p>Im Ganzen sind verzehrt worden:</p> - -<table class="dontwrap fsize90" summary="Verzehrung"> - -<tr> -<td class="left padr3">im Fleisch</td> -<td class="right padl1 padr0">1935</td> -<td> </td> -<td class="left padr1">Loth</td> -<td class="left">Kohlenstoff</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Fett</td> -<td class="right padl1 padr0">89</td> -<td class="left padl0 padr1">,6</td> -<td class="center padr1">„</td> -<td class="center padr1">„</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Bohnen, Erbsen, Linsen</td> -<td class="right padl1 padr0">338</td> -<td class="left padl0 padr1">,2</td> -<td class="center padr1">„</td> -<td class="center padr1">„</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kartoffeln</td> -<td class="right padl1 padr0">3873</td> -<td class="left padl0 padr1">,7</td> -<td class="center padr1">„</td> -<td class="center padr1">„</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Brod</td> -<td class="right padl1 padr0">17543</td> -<td class="left padl0 padr1">,0</td> -<td class="center padr1">„</td> -<td class="center padr1">„</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">von 855 Mann</td> -<td class="right padl1 padr0 bt">23779</td> -<td class="left padl0 padr1 bt">,5</td> -<td class="left padr1">Loth</td> -<td class="left">Kohlenstoff</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">von 1 Mann</td> -<td class="right padl1 padr0 bt">27</td> -<td class="left padl0 padr1 bt">,8</td> -<td class="left padr1">Loth</td> -<td class="left">Kohlenstoff</td> -</tr> - -</table> - -<p>Die Faeces eines Soldaten wiegen 11 Loth (5<sup>1</sup>⁄<sub>2</sub> Unze); -sie enthalten mit ihrem ganzen Wassergehalt 11 <span class="antiqua">pCt.</span> Kohlenstoff; -für 86 Kreuzer Gemüse, Weißkraut, Kohlrabi, Gelberüben -&c. erhält man durchschnittlich 172 Pfd.; 25 Maas -Sauerkraut wiegen 100 Pfd. Für 48<sup>1</sup>⁄<sub>2</sub> Kreuzer Zwiebeln, -Lauch, Sellerie erhält man auf dem Markte durchschnittlich -24<sup>1</sup>⁄<sub>4</sub> Pfd. Dem Gewicht nach haben 855 Mann Soldaten -verzehrt:</p> - -<table class="fsize90 dontwrap" summary="Verzehrung"> - -<tr> -<td class="left padr3">an grünem Gemüse</td> -<td class="right padr1">5604</td> -<td class="left">Loth</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">an Sauerkraut</td> -<td class="right padr1">3200</td> -<td class="center">„</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">an Zwiebeln &c.</td> -<td class="right padr1">776</td> -<td class="center">„</td> -</tr> - -<tr> -<td> </td> -<td class="right padr1"><span class="bt bb">9580</span></td> -<td class="left">Loth</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">ein Mann täglich</td> -<td class="right padr1">11,2</td> -<td class="left">Loth</td> -</tr> - -</table> - -<p>Der Kohlenstoffgehalt des verzehrten Gemüses ist gleich -dem Kohlenstoffgehalt der Faeces angenommen. Wurst, -Branntwein, Bier, überhaupt was im Wirthshaus verzehrt -worden, nicht gerechnet.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page293">[293]</span></p> - -<p>Die Zahlen, welche den vorhergehenden Berechnungen zu -Grunde gelegt wurden, sind durchschnittlich dem Verbrauch -von 855 Mann casernirter Soldaten entnommen, deren Speisen -(Brod, Kartoffeln, Fleisch, Linsen, Erbsen, Bohnen &c.) -während eines Monats bis auf Pfeffer, Salz und Butter, -mit der größten Genauigkeit gewogen und jedes einzelne der -Elementaranalyse unterworfen worden war (siehe <a href="#Page294">Tabelle</a>). -Eine Ausnahme hiervon machten drei Gardisten, welche außer -dem vorschriftsmäßigen Brodquantum (2 Pfd. täglich) in jeder -Löhnungsperiode <sup>1</sup>⁄<sub>2</sub> Laib = 2<sup>1</sup>⁄<sub>2</sub> Pfd. mehr bekamen und -ein Tambour, der <sup>1</sup>⁄<sub>2</sub> Laib übrig behielt. Nach einem annähernden -Ueberschlage des Feldwebels verzehrt jeder Soldat -täglich durchschnittlich 6 Loth Wurst, 1<sup>1</sup>⁄<sub>2</sub> Loth Butter, <sup>1</sup>⁄<sub>2</sub> -Schoppen (<sup>1</sup>⁄<sub>4</sub> Litr.) Bier und <sup>1</sup>⁄<sub>10</sub> Schoppen Branntwein, -deren Kohlenstoffgehalt mehr als das Doppelte beträgt, von -dem Kohlenstoffgehalt der Faeces und des Urins zusammengenommen. -Die Faeces betragen bei einem Soldaten durchschnittlich -11 Loth, sie enthalten 75 <span class="antiqua">pCt.</span> Wasser und der -trockne Rückstand 45,24 <span class="antiqua">pCt.</span> Kohlenstoff und 13,15 <span class="antiqua">pCt.</span> -Asche. 100 Theile frische Faeces enthalten hiernach 11,31 -Kohlenstoff, sehr nahe so viel als ein gleiches Gewicht -frisches Fleisch. In obiger Rechnung ist der Kohlenstoff der -Faeces und der des Urins gleichgesetzt worden dem Kohlenstoffgehalt -der frischen Gemüse und der anderen Speisen, -welche im Wirthshause verzehrt wurden.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page294">[294]</span><br /><span class="pagenum" id="Page295">[295]</span></p> - -<p class="center blankbefore1"><span class="padl3 padr3 bb2">Großherzogl. Leib-Compagnie.</span></p> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Uebersicht der im Monate November 1840 für die Menage obiger -Compagnie verbrauchten Victualien</span>.</p> - -<div class="scr"> - -<table class="victualien" summary="Victualien"> - -<tr> -<th colspan="36" class="thinline bt2 bb"> </th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="6" rowspan="2" class="br">1840.<br />Novem-<br />ber.<br />In der<br />Periode<br />vom</th> -<th colspan="2" class="br">Es<br />haben<br />ge-<br />gessen</th> -<th colspan="2" class="br">Och-<br />sen-<br />fleisch</th> -<th colspan="2" class="br">Schwei-<br />ne-<br />fleisch</th> -<th colspan="2" class="br">Kar-<br />tof-<br />feln</th> -<th colspan="2" class="br">Erb-<br />sen</th> -<th colspan="2" class="br">Boh-<br />nen</th> -<th colspan="2" class="br">Lin-<br />sen</th> -<th colspan="2" class="br">Sauer-<br />kraut</th> -<th colspan="2" class="br">Ge-<br />müse</th> -<th colspan="2" class="br">Brod</th> -<th colspan="2" class="br">Salz</th> -<th colspan="2" class="br">Zwie-<br />beln<br />und<br />Grünes</th> -<th colspan="2" class="br">Pfef-<br />fer</th> -<th colspan="2" class="br">Fett</th> -<th colspan="2">Essig</th> -</tr> - -<tr class="bb"> -<th colspan="2" class="line2 br">Mann</th> -<th colspan="2" class="line2 br">℔</th> -<th colspan="2" class="line2 br">℔</th> -<th colspan="2" class="line2 br">Kümpfe</th> -<th colspan="2" class="line2 br">Ge-<br />scheid</th> -<th colspan="2" class="line2 br">Ge-<br />scheid</th> -<th colspan="2" class="line2 br">Ge-<br />scheid</th> -<th colspan="2" class="line2 br">Maaß</th> -<th colspan="2" class="line2 br">kr.</th> -<th colspan="2" class="line2 br">℔</th> -<th colspan="2" class="line2 br">℔</th> -<th colspan="2" class="line2 br">kr.</th> -<th colspan="2" class="line2 br">kr.</th> -<th colspan="2" class="line2 br">Loth.</th> -<th colspan="2" class="line2">Schop-<br />pen</th> -</tr> - -<tr> -<td class="right w1m">1</td> -<td class="center w1m">-</td> -<td class="right w1m">5</td> -<td rowspan="7" colspan="3" class="br"> </td> -<td class="right padr0">139</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">36</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">9</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">12</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">1</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="right padr0">1</td> -<td class="br"> </td> -<td colspan="2" class="center br">—</td> -<td class="right padr0">5</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">6</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">5</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">4</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="right padr0">8</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">2</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="right padr0">26</td> -<td class="left padl0 br"><sup>2</sup>⁄<sub>3</sub></td> -<td colspan="2" class="center">—</td> -</tr> - -<tr> -<td class="right w1m">6</td> -<td class="center w1m">-</td> -<td class="right w1m">10</td> -<td class="right padr0">145</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">37</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">9</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">13</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td colspan="2" class="center br">—</td> -<td colspan="2" class="center br">—</td> -<td colspan="2" class="center br">—</td> -<td class="right padr0">4</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">35</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">7</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="right padr0">5</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">6</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="right padr0">2</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="right padr0">21</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>3</sub></td> -<td colspan="2" class="center">—</td> -</tr> - -<tr> -<td class="right w1m">11</td> -<td class="center w1m">-</td> -<td class="right w1m">15</td> -<td class="right padr0">136</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">36</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">9</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">12</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td colspan="2" class="center br">—</td> -<td class="right padr0">1</td> -<td class="br"> </td> -<td colspan="2" class="center br">—</td> -<td class="right padr0">4</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">21</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">7</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="right padr0">4</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="right padr0">7</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">2</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">16</td> -<td class="br"> </td> -<td colspan="2" class="center">—</td> -</tr> - -<tr> -<td class="right w1m">16</td> -<td class="center w1m">-</td> -<td class="right w1m">20</td> -<td class="right padr0">136</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">37</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">9</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">14</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="right padr0">1</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">1</td> -<td class="br"> </td> -<td colspan="2" class="center br">—</td> -<td class="right padr0">4</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">6</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">6</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">4</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="right padr0">8</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="right padr0">3</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="right padr0">26</td> -<td class="left padl0 br"><sup>2</sup>⁄<sub>3</sub></td> -<td colspan="2" class="center">—</td> -</tr> - -<tr> -<td rowspan="2" class="right w1m">21</td> -<td rowspan="2" class="center w1m">-</td> -<td rowspan="2" class="right w1m">25</td> -<td rowspan="2" class="right padr0">147</td> -<td rowspan="2" class="br"> </td> -<td rowspan="2" class="right padr0">39</td> -<td rowspan="2" class="br"> </td> -<td colspan="2" class="center br">Brat-<br />wurst</td> -<td rowspan="2" class="right padr0">14</td> -<td rowspan="2" class="br"> </td> -<td rowspan="2" colspan="2" class="center br">—</td> -<td rowspan="2" colspan="2" class="center br">—</td> -<td rowspan="2" class="right padr0">1</td> -<td rowspan="2" class="br"> </td> -<td rowspan="2" colspan="2" class="center br">—</td> -<td rowspan="2" class="right padr0">18</td> -<td rowspan="2" class="br"> </td> -<td rowspan="2" class="right padr0">7</td> -<td rowspan="2" class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td rowspan="2" class="right padr0">5</td> -<td rowspan="2" class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td rowspan="2" class="right padr0">11</td> -<td rowspan="2" class="br"> </td> -<td rowspan="2" class="right padr0">2</td> -<td rowspan="2" class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td rowspan="2" class="right padr0">10</td> -<td rowspan="2" class="left padl0 br"><sup>2</sup>⁄<sub>3</sub></td> -<td rowspan="2" class="right padr0">1</td> -<td rowspan="2" class="left padl0"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td class="right padr0">7</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -</tr> - -<tr class="bb"> -<td class="right w1m">26</td> -<td class="center w1m">-</td> -<td class="right w1m">30</td> -<td class="right padr0">152</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">30</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">19</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="right padr0">14</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="right padr0">1</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">1</td> -<td class="br"> </td> -<td colspan="2" class="center br">—</td> -<td class="right padr0">8</td> -<td class="br"> </td> -<td colspan="2" class="center br">—</td> -<td class="right padr0">2</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="right padr0">4</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">7</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="right padr0">2</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="right padr0">10</td> -<td class="left padl0 br"><sup>2</sup>⁄<sub>3</sub></td> -<td colspan="2" class="center">—</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="6" class="left br"><span class="antiqua">Summa</span></td> -<td class="right padr0">855</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">215</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">63</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">81</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">3</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="right padr0">4</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">1</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">25</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">86</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">36</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">28</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">48</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="right padr0">15</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="right padr0">112</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">1</td> -<td class="left padl0"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -</tr> - -<tr class="bt"> -<td colspan="6" class="thinline br"> </td> -<td colspan="2" class="thinline br"> </td> -<td colspan="2" class="thinline br"> </td> -<td colspan="2" class="thinline br"> </td> -<td colspan="2" class="thinline br"> </td> -<td colspan="2" class="thinline br"> </td> -<td colspan="2" class="thinline br"> </td> -<td colspan="2" class="thinline br"> </td> -<td colspan="2" class="thinline br"> </td> -<td colspan="2" class="thinline br"> </td> -<td colspan="2" class="thinline br"> </td> -<td colspan="2" class="thinline br"> </td> -<td colspan="2" class="thinline br"> </td> -<td colspan="2" class="thinline br"> </td> -<td colspan="2" class="thinline br"> </td> -<td colspan="2" class="thinline"> </td> -</tr> - -<tr class="bb"> -<td rowspan="3" colspan="3" class="left">Im Durch-<br />schnitt<br />essen<br />daher täg-<br />lich -28<sup>1</sup>⁄<sub>2</sub><br />Mann und<br />es erhält<br />ein Mann</td> -<td rowspan="3" class="brace bt br bb"> </td> -<td rowspan="3" class="left padl0">-</td> -<td rowspan="3" class="br"> </td> -<td colspan="2" class="center br">mo-<br />nat-<br />lich</td> -<td colspan="2" class="center br">7<sup>31</sup>⁄<sub>57</sub><br />℔</td> -<td colspan="2" class="center br">2<sup>12</sup>⁄<sub>57</sub><br />℔</td> -<td colspan="2" class="center br">2<sup>48</sup>⁄<sub>57</sub></td> -<td colspan="2" class="center br"><sup>7</sup>⁄<sub>57</sub></td> -<td colspan="2" class="center br"><sup>8</sup>⁄<sub>57</sub></td> -<td colspan="2" class="center br"><sup>2</sup>⁄<sub>57</sub></td> -<td colspan="2" class="center br"><sup>50</sup>⁄<sub>57</sub></td> -<td colspan="2" class="center br">3<sup>1</sup>⁄<sub>57</sub></td> -<td colspan="2" class="center br">1<sup>15</sup>⁄<sub>57</sub></td> -<td colspan="2" class="center br"><sup>56</sup>⁄<sub>57</sub></td> -<td colspan="2" class="center br">1<sup>40</sup>⁄<sub>57</sub></td> -<td colspan="2" class="center br"><sup>31</sup>⁄<sub>57</sub></td> -<td colspan="2" class="center br">3<sup>159</sup>⁄<sub>171</sub></td> -<td colspan="2" class="center"><sup>3</sup>⁄<sub>57</sub></td> -</tr> - -<tr class="bb"> -<td colspan="2" class="center br">täg-<br />lich</td> -<td colspan="2" class="center br">8<sup>8</sup>⁄<sub>171</sub><br />Lth.</td> -<td colspan="2" class="center br">2<sup>306</sup>⁄<sub>855</sub><br />Lth.</td> -<td colspan="2" class="center br"><sup>81</sup>⁄<sub>855</sub></td> -<td colspan="2" class="center br"><sup>87</sup>⁄<sub>1710</sub></td> -<td colspan="2" class="center br"><sup>4</sup>⁄<sub>855</sub></td> -<td colspan="2" class="center br"><sup>1</sup>⁄<sub>855</sub></td> -<td colspan="2" class="center br"><sup>5</sup>⁄<sub>171</sub></td> -<td colspan="2" class="center br"><sup>86</sup>⁄<sub>855</sub></td> -<td colspan="2" class="center br"><sup>36</sup>⁄<sub>855</sub></td> -<td colspan="2" class="center br"><sup>29</sup>⁄<sub>855</sub></td> -<td colspan="2" class="center br"><sup>97</sup>⁄<sub>1710</sub></td> -<td colspan="2" class="center br"><sup>31</sup>⁄<sub>1710</sub></td> -<td colspan="2" class="center br"><sup>112</sup>⁄<sub>855</sub></td> -<td colspan="2" class="center"><sup>3</sup>⁄<sub>1710</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="2" class="br"> </td> -<td colspan="4" class="center br">10<sup>346</sup>⁄<sub>855</sub> Loth<br />täglich</td> -<td colspan="2" class="br"> </td> -<td colspan="6" class="br"> </td> -<td colspan="2" class="br"> </td> -<td colspan="2" class="br"> </td> -<td colspan="2" class="br"> </td> -<td colspan="2" class="br"> </td> -<td colspan="2" class="br"> </td> -<td colspan="2" class="br"> </td> -<td colspan="2" class="br"> </td> -<td colspan="2"> </td> -</tr> - -</table> - -</div><!--scr--> - -<div class="hh"> - -<table class="victualien" summary="Victualien"> - -<tr> -<th colspan="20" class="thinline bt2 bb"> </th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="6" rowspan="2" class="br">1840.<br />Novem-<br />ber.<br />In der<br />Periode<br />vom</th> -<th colspan="2" class="br">Es<br />haben<br />ge-<br />gessen</th> -<th colspan="2" class="br">Och-<br />sen-<br />fleisch</th> -<th colspan="2" class="br">Schwei-<br />ne-<br />fleisch</th> -<th colspan="2" class="br">Kar-<br />tof-<br />feln</th> -<th colspan="2" class="br">Erb-<br />sen</th> -<th colspan="2" class="br">Boh-<br />nen</th> -<th colspan="2">Lin-<br />sen</th> -</tr> - -<tr class="bb"> -<th colspan="2" class="line2 br">Mann</th> -<th colspan="2" class="line2 br">℔</th> -<th colspan="2" class="line2 br">℔</th> -<th colspan="2" class="line2 br">Kümpfe</th> -<th colspan="2" class="line2 br">Ge-<br />scheid</th> -<th colspan="2" class="line2 br">Ge-<br />scheid</th> -<th colspan="2" class="line2">Ge-<br />scheid</th> -</tr> - -<tr> -<td class="right w1m">1</td> -<td class="center w1m">-</td> -<td class="right w1m">5</td> -<td rowspan="7" colspan="3" class="br"> </td> -<td class="right padr0">139</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">36</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">9</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">12</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">1</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="right padr0">1</td> -<td class="br"> </td> -<td colspan="2" class="center">—</td> -</tr> - -<tr> -<td class="right w1m">6</td> -<td class="center w1m">-</td> -<td class="right w1m">10</td> -<td class="right padr0">145</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">37</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">9</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">13</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td colspan="2" class="center br">—</td> -<td colspan="2" class="center br">—</td> -<td colspan="2" class="center">—</td> -</tr> - -<tr> -<td class="right w1m">11</td> -<td class="center w1m">-</td> -<td class="right w1m">15</td> -<td class="right padr0">136</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">36</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">9</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">12</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td colspan="2" class="center br">—</td> -<td class="right padr0">1</td> -<td class="br"> </td> -<td colspan="2" class="center">—</td> -</tr> - -<tr> -<td class="right w1m">16</td> -<td class="center w1m">-</td> -<td class="right w1m">20</td> -<td class="right padr0">136</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">37</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">9</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">14</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="right padr0">1</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">1</td> -<td class="br"> </td> -<td colspan="2" class="center">—</td> -</tr> - -<tr> -<td rowspan="2" class="right w1m">21</td> -<td rowspan="2" class="center w1m">-</td> -<td rowspan="2" class="right w1m">25</td> -<td rowspan="2" class="right padr0">147</td> -<td rowspan="2" class="br"> </td> -<td rowspan="2" class="right padr0">39</td> -<td rowspan="2" class="br"> </td> -<td colspan="2" class="center br">Brat-<br />wurst</td> -<td rowspan="2" class="right padr0">14</td> -<td rowspan="2" class="br"> </td> -<td rowspan="2" colspan="2" class="center br">—</td> -<td rowspan="2" colspan="2" class="center br">—</td> -<td rowspan="2" class="right padr0">1</td> -<td rowspan="2"> </td> -</tr> - -<tr> -<td class="right padr0">7</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -</tr> - -<tr class="bb"> -<td class="right w1m">26</td> -<td class="center w1m">-</td> -<td class="right w1m">30</td> -<td class="right padr0">152</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">30</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">19</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="right padr0">14</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="right padr0">1</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">1</td> -<td class="br"> </td> -<td colspan="2" class="center">—</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="6" class="left br"><span class="antiqua">Summa</span></td> -<td class="right padr0">855</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">215</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">63</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">81</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">3</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="right padr0">4</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">1</td> -<td> </td> -</tr> - -<tr class="bt"> -<td colspan="6" class="thinline br"> </td> -<td colspan="2" class="thinline br"> </td> -<td colspan="2" class="thinline br"> </td> -<td colspan="2" class="thinline br"> </td> -<td colspan="2" class="thinline br"> </td> -<td colspan="2" class="thinline br"> </td> -<td colspan="2" class="thinline br"> </td> -<td colspan="2" class="thinline"> </td> -</tr> - -<tr class="bb"> -<td rowspan="3" colspan="3" class="left">Im Durch-<br />schnitt<br />essen<br />daher täg-<br />lich -28<sup>1</sup>⁄<sub>2</sub><br />Mann und<br />es erhält<br />ein Mann</td> -<td rowspan="3" class="brace bt br bb"> </td> -<td rowspan="3" class="left padl0">-</td> -<td rowspan="3" class="br"> </td> -<td colspan="2" class="center br">mo-<br />nat-<br />lich</td> -<td colspan="2" class="center br">7<sup>31</sup>⁄<sub>57</sub><br />℔</td> -<td colspan="2" class="center br">2<sup>12</sup>⁄<sub>57</sub><br />℔</td> -<td colspan="2" class="center br">2<sup>48</sup>⁄<sub>57</sub></td> -<td colspan="2" class="center br"><sup>7</sup>⁄<sub>57</sub></td> -<td colspan="2" class="center br"><sup>8</sup>⁄<sub>57</sub></td> -<td colspan="2" class="center"><sup>2</sup>⁄<sub>57</sub></td> -</tr> - -<tr class="bb"> -<td colspan="2" class="center br">täg-<br />lich</td> -<td colspan="2" class="center br">8<sup>8</sup>⁄<sub>171</sub><br />Lth.</td> -<td colspan="2" class="center br">2<sup>306</sup>⁄<sub>855</sub><br />Lth.</td> -<td colspan="2" class="center br"><sup>81</sup>⁄<sub>855</sub></td> -<td colspan="2" class="center br"><sup>87</sup>⁄<sub>1710</sub></td> -<td colspan="2" class="center br"><sup>4</sup>⁄<sub>855</sub></td> -<td colspan="2" class="center"><sup>1</sup>⁄<sub>855</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="2" class="br"> </td> -<td colspan="4" class="center br">10<sup>346</sup>⁄<sub>855</sub> Loth<br />täglich</td> -<td colspan="2" class="br"> </td> -<td colspan="6"> </td> -</tr> - -</table> - -<table class="victualien" summary="Victualien"> - -<tr> -<th colspan="24" class="thinline bt2 bb"> </th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="6" rowspan="2" class="br">1840.<br />Novem-<br />ber.<br />In der<br />Periode<br />vom</th> -<th colspan="2" class="br">Es<br />haben<br />ge-<br />gessen</th> -<th colspan="2" class="br">Sauer-<br />kraut</th> -<th colspan="2" class="br">Ge-<br />müse</th> -<th colspan="2" class="br">Brod</th> -<th colspan="2" class="br">Salz</th> -<th colspan="2" class="br">Zwie-<br />beln<br />und<br />Grünes</th> -<th colspan="2" class="br">Pfef-<br />fer</th> -<th colspan="2" class="br">Fett</th> -<th colspan="2">Essig</th> -</tr> - -<tr class="bb"> -<th colspan="2" class="line2 br">Mann</th> -<th colspan="2" class="line2 br">Maaß</th> -<th colspan="2" class="line2 br">kr.</th> -<th colspan="2" class="line2 br">℔</th> -<th colspan="2" class="line2 br">℔</th> -<th colspan="2" class="line2 br">kr.</th> -<th colspan="2" class="line2 br">kr.</th> -<th colspan="2" class="line2 br">Loth.</th> -<th colspan="2" class="line2">Schop-<br />pen</th> -</tr> - -<tr> -<td class="right w1m">1</td> -<td class="center w1m">-</td> -<td class="right w1m">5</td> -<td rowspan="7" colspan="3" class="br"> </td> -<td class="right padr0">139</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">5</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">6</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">5</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">4</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="right padr0">8</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">2</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="right padr0">26</td> -<td class="left padl0 br"><sup>2</sup>⁄<sub>3</sub></td> -<td colspan="2" class="center">—</td> -</tr> - -<tr> -<td class="right w1m">6</td> -<td class="center w1m">-</td> -<td class="right w1m">10</td> -<td class="right padr0">145</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">4</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">35</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">7</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="right padr0">5</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">6</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="right padr0">2</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="right padr0">21</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>3</sub></td> -<td colspan="2" class="center">—</td> -</tr> - -<tr> -<td class="right w1m">11</td> -<td class="center w1m">-</td> -<td class="right w1m">15</td> -<td class="right padr0">136</td> -<td class="left padl0 br"> </td> -<td class="right padr0">4</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">21</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">7</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="right padr0">4</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="right padr0">7</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">2</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">16</td> -<td class="br"> </td> -<td colspan="2" class="center">—</td> -</tr> - -<tr> -<td class="right w1m">16</td> -<td class="center w1m">-</td> -<td class="right w1m">20</td> -<td class="right padr0">136</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">4</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">6</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">6</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">4</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="right padr0">8</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="right padr0">3</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="right padr0">26</td> -<td class="left padl0 br"><sup>2</sup>⁄<sub>3</sub></td> -<td colspan="2" class="center">—</td> -</tr> - -<tr> -<td class="right w1m">21</td> -<td class="center w1m">-</td> -<td class="right w1m">25</td> -<td class="right padr0">147</td> -<td class="br"> </td> -<td colspan="2" class="center br">—</td> -<td class="right padr0">18</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">7</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="right padr0">5</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="right padr0">11</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">2</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="right padr0">10</td> -<td class="left padl0 br"><sup>2</sup>⁄<sub>3</sub></td> -<td class="right padr0">1</td> -<td class="left padl0"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -</tr> - -<tr class="bb"> -<td class="right w1m">26</td> -<td class="center w1m">-</td> -<td class="right w1m">30</td> -<td class="right padr0">152</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">8</td> -<td class="br"> </td> -<td colspan="2" class="center br">—</td> -<td class="right padr0">2</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="right padr0">4</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">7</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="right padr0">2</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="right padr0">10</td> -<td class="left padl0 br"><sup>2</sup>⁄<sub>3</sub></td> -<td colspan="2" class="center">—</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="6" class="left br"><span class="antiqua">Summa</span></td> -<td class="right padr0">855</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">25</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">86</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">36</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">28</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">48</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="right padr0">15</td> -<td class="left padl0 br"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="right padr0">112</td> -<td class="br"> </td> -<td class="right padr0">1</td> -<td class="left padl0"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -</tr> - -<tr class="bt"> -<td colspan="6" class="thinline br"> </td> -<td colspan="2" class="thinline br"> </td> -<td colspan="2" class="thinline br"> </td> -<td colspan="2" class="thinline br"> </td> -<td colspan="2" class="thinline br"> </td> -<td colspan="2" class="thinline br"> </td> -<td colspan="2" class="thinline br"> </td> -<td colspan="2" class="thinline br"> </td> -<td colspan="2" class="thinline br"> </td> -<td colspan="2" class="thinline br"> </td> -</tr> - -<tr class="bb"> -<td rowspan="3" colspan="3" class="left">Im Durch-<br />schnitt<br />essen<br />daher täg-<br />lich -28<sup>1</sup>⁄<sub>2</sub><br />Mann und<br />es erhält<br />ein Mann</td> -<td rowspan="3" class="brace bt br bb"> </td> -<td rowspan="3" class="left padl0">-</td> -<td rowspan="3" class="br"> </td> -<td colspan="2" class="center br">mo-<br />nat-<br />lich</td> -<td colspan="2" class="center br"><sup>50</sup>⁄<sub>57</sub></td> -<td colspan="2" class="center br">3<sup>1</sup>⁄<sub>57</sub></td> -<td colspan="2" class="center br">1<sup>15</sup>⁄<sub>57</sub></td> -<td colspan="2" class="center br"><sup>56</sup>⁄<sub>57</sub></td> -<td colspan="2" class="center br">1<sup>40</sup>⁄<sub>57</sub></td> -<td colspan="2" class="center br"><sup>31</sup>⁄<sub>57</sub></td> -<td colspan="2" class="center br">3<sup>159</sup>⁄<sub>171</sub></td> -<td colspan="2" class="center"><sup>3</sup>⁄<sub>57</sub></td> -</tr> - -<tr class="bb"> -<td colspan="2" class="center br">täg-<br />lich</td> -<td colspan="2" class="center br"><sup>5</sup>⁄<sub>171</sub></td> -<td colspan="2" class="center br"><sup>86</sup>⁄<sub>855</sub></td> -<td colspan="2" class="center br"><sup>36</sup>⁄<sub>855</sub></td> -<td colspan="2" class="center br"><sup>29</sup>⁄<sub>855</sub></td> -<td colspan="2" class="center br"><sup>97</sup>⁄<sub>1710</sub></td> -<td colspan="2" class="center br"><sup>31</sup>⁄<sub>1710</sub></td> -<td colspan="2" class="center br"><sup>112</sup>⁄<sub>855</sub></td> -<td colspan="2" class="center"><sup>3</sup>⁄<sub>1710</sub></td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="2" class="br"> </td> -<td colspan="2" class="br"> </td> -<td colspan="2" class="br"> </td> -<td colspan="2" class="br"> </td> -<td colspan="2" class="br"> </td> -<td colspan="2" class="br"> </td> -<td colspan="2" class="br"> </td> -<td colspan="2" class="br"> </td> -<td colspan="2"> </td> -</tr> - -</table> - -</div><!--hh--> - -<table class="dontwrap fsize90" summary="Gewichte"> - -<tr> -<td class="right padr1">1</td> -<td class="left padr1">Gescheid</td> -<td class="left padr1">Bohnen</td> -<td class="left padr1">wiegt</td> -<td class="right padr1">3</td> -<td class="center padr1">℔</td> -<td class="right padr1">15</td> -<td class="left padr1">Loth</td> -</tr> - -<tr> -<td class="right padr1">1</td> -<td class="center padr1">„</td> -<td class="left padr1">Linsen</td> -<td class="center padr1">„</td> -<td class="right padr1">3</td> -<td class="center padr1">„</td> -<td class="right padr1">11</td> -<td class="center padr1">„</td> -</tr> - -<tr> -<td class="right padr1">1</td> -<td class="center padr1">„</td> -<td class="left padr1">Erbsen</td> -<td class="center padr1">„</td> -<td class="right padr1">3</td> -<td class="center padr1">„</td> -<td class="right padr1">10</td> -<td class="center padr1">„</td> -</tr> - -<tr> -<td class="right padr1">1</td> -<td colspan="2" class="left padr1">Kumpf Kartoffeln</td> -<td class="center padr1">„</td> -<td class="right padr1">12</td> -<td class="center padr1">„</td> -<td class="right padr1">8</td> -<td class="center padr1">„</td> -</tr> - -</table> - -<p><span class="pagenum" id="Page296">[296]</span></p> - -<p class="anhangnote" id="Endnote4"><a href="#ENanchor4">Note 4</a>. <a href="#Page15">Seite 15</a>.</p> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Nahrungsmittel eines Pferdes</span>,<br /> -<span class="fsize90">in 24 Stunden verzehrt.</span></p> - -<table class="note4" summary="Nahrungsmittel"> - -<tr> -<th colspan="8" class="thinline bt2 bb"> </th> -</tr> - -<tr> -<th rowspan="3" class="br"><span class="gesp2">Nahrungs-<br />mittel</span>.</th> -<th colspan="2" class="br">Gewicht im</th> -<th rowspan="3" class="br">Kohlen-<br />stoff.</th> -<th rowspan="3" class="br">Wasser-<br />stoff.</th> -<th rowspan="3" class="br">Sauer-<br />stoff.</th> -<th rowspan="3" class="br">Stick-<br />stoff.</th> -<th rowspan="3">Salze<br />und<br />Erden.</th> -</tr> - -<tr> -<th class="br">feuch-<br />ten</th> -<th class="br">trocke-<br />nen</th> -</tr> - -<tr class="bb"> -<th colspan="2" class="br">Zustande.</th> -</tr> - -<tr> -<td class="material">Heu</td> -<td class="data br">7500</td> -<td class="data br">6465</td> -<td class="data br">2961,0</td> -<td class="data br">323,2</td> -<td class="data br">2502,0</td> -<td class="data br">97,0</td> -<td class="data">581,8</td> -</tr> - -<tr> -<td class="material">Hafer</td> -<td class="data br">2270</td> -<td class="data br">1927</td> -<td class="data br">977,0</td> -<td class="data br">123,3</td> -<td class="data br">707,2</td> -<td class="data br">42,4</td> -<td class="data">77,1</td> -</tr> - -<tr class="bb"> -<td class="material">Wasser</td> -<td class="data br">16000</td> -<td class="center br">—</td> -<td class="center br">—</td> -<td class="center br">—</td> -<td class="center br">—</td> -<td class="center br">—</td> -<td class="data">13,3</td> -</tr> - -<tr> -<td class="summa"><span class="antiqua">Summa</span></td> -<td class="data br">25770</td> -<td class="data br">8392</td> -<td class="data br">3938,0</td> -<td class="data br">446,5</td> -<td class="data br">3209,2</td> -<td class="data br">139,4</td> -<td class="data">672,2</td> -</tr> - -</table> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Producte eines Pferdes</span><br /> -<span class="fsize90">in 24 <span class="nowrap">Stunden<a id="FNanchor15"></a><a href="#Footnote15" -class="fnanchor">[F15]</a></span>.</span></p> - -<table class="note4" summary="Produktion"> - -<tr> -<th colspan="8" class="thinline bt2 bb"> </th> -</tr> - -<tr> -<th rowspan="3" class="br"><span class="gesp2">Producte</span>.</th> -<th colspan="2" class="br">Gewicht im</th> -<th rowspan="3" class="br">Kohlen-<br />stoff.</th> -<th rowspan="3" class="br">Wasser-<br />stoff.</th> -<th rowspan="3" class="br">Sauer-<br />stoff.</th> -<th rowspan="3" class="br">Stick-<br />stoff.</th> -<th rowspan="3">Salze<br />und<br />Erden.</th> -</tr> - -<tr> -<th class="br">feuch-<br />ten</th> -<th class="br">trocke-<br />nen</th> -</tr> - -<tr class="bb"> -<th colspan="2" class="br">Zustande.</th> -</tr> - -<tr> -<td class="material">Harn</td> -<td class="data br">1330</td> -<td class="data br">302</td> -<td class="data br">108,7</td> -<td class="data br">11,5</td> -<td class="data br">34,1</td> -<td class="data br">37,8</td> -<td class="data">109,9</td> -</tr> - -<tr class="bb"> -<td class="material">Excremente</td> -<td class="data br">14250</td> -<td class="data br">3525</td> -<td class="data br">1364,4</td> -<td class="data br">179,8</td> -<td class="data br">1328,9</td> -<td class="data br">77,6</td> -<td class="data">574,6</td> -</tr> - -<tr> -<td class="summa"><span class="antiqua">Summa</span></td> -<td class="data br">15580</td> -<td class="data br">3827</td> -<td class="data br">1472,9</td> -<td class="data br">191,3</td> -<td class="data br">1363,0</td> -<td class="data br">115,4</td> -<td class="data">684,5</td> -</tr> - -<tr class="bb"> -<td class="material">Totalgewichte des ersten<br />Theils dieser Tafel</td> -<td class="data br">25770</td> -<td class="data br">8392</td> -<td class="data br">3938,0</td> -<td class="data br">446,5</td> -<td class="data br">3209,2</td> -<td class="data br">139,4</td> -<td class="data">672,2</td> -</tr> - -<tr> -<td class="material">Differenz</td> -<td class="data br">10190</td> -<td class="data br">4565</td> -<td class="data br">2465,1</td> -<td class="data br">255,2</td> -<td class="data br">1846,2</td> -<td class="data br">24,0</td> -<td class="data">12,3</td> -</tr> - -<tr> -<td class="material">Richtung der Differenz</td> -<td class="center br">-</td> -<td class="center br">-</td> -<td class="center br">-</td> -<td class="center br">-</td> -<td class="center br">-</td> -<td class="center br">-</td> -<td class="center">+</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote15"><a href="#FNanchor15"><span class="label">[15]</span></a> -<span class="antiqua">Ann. de Chim. et de phys. T. LXX. p.</span> 136.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p><span class="pagenum" id="Page297">[297]</span></p> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Nahrungsmittel einer Kuh</span>,<br /> -<span class="fsize90">in 24 Stunden verzehrt.</span></p> - -<table class="note4" summary="Nahrungsmittel"> - -<tr> -<th colspan="8" class="thinline bt2 bb"> </th> -</tr> - -<tr> -<th rowspan="3" class="br"><span class="gesp2">Nahrungs-<br />mittel</span>.</th> -<th colspan="2" class="br">Gewicht im</th> -<th rowspan="3" class="br">Kohlen-<br />stoff.</th> -<th rowspan="3" class="br">Wasser-<br />stoff.</th> -<th rowspan="3" class="br">Sauer-<br />stoff.</th> -<th rowspan="3" class="br">Stick-<br />stoff.</th> -<th rowspan="3">Salze<br />und<br />erdige<br />Mate-<br />rien.</th> -</tr> - -<tr> -<th class="br">feuch-<br />ten</th> -<th class="br">trocke-<br />nen</th> -</tr> - -<tr class="bb"> -<th colspan="2" class="br">Zustande.</th> -</tr> - -<tr> -<td class="material">Kartoffel</td> -<td class="data br">15000</td> -<td class="data br">4170</td> -<td class="data br">1839,0</td> -<td class="data br">241,9</td> -<td class="data br">1830,6</td> -<td class="data br">50,0</td> -<td class="data">208,5</td> -</tr> - -<tr> -<td class="material">Grummet</td> -<td class="data br">7500</td> -<td class="data br">6315</td> -<td class="data br">2974,4</td> -<td class="data br">353,6</td> -<td class="data br">2204,0</td> -<td class="data br">151,5</td> -<td class="data">631,5</td> -</tr> - -<tr class="bb"> -<td class="material">Wasser</td> -<td class="data br">60000</td> -<td class="center br">—</td> -<td class="center br">—</td> -<td class="center br">—</td> -<td class="center br">—</td> -<td class="center br">—</td> -<td class="data">50,0</td> -</tr> - -<tr> -<td class="summa"><span class="antiqua">Summa</span></td> -<td class="data br">82500</td> -<td class="data br">10485</td> -<td class="data br">4813,4</td> -<td class="data br">595,5</td> -<td class="data br">4034,6</td> -<td class="data br">201,5</td> -<td class="data">889,0</td> -</tr> - -</table> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Producte einer Kuh</span><br /> -<span class="fsize90">in 24 <span class="nowrap">Stunden<a id="FNanchor16"></a><a href="#Footnote16" -class="fnanchor">[F16]</a></span>.</span></p> - -<table class="note4" summary="Produkte"> - -<tr> -<th colspan="8" class="thinline bt2 bb"> </th> -</tr> - -<tr> -<th rowspan="3" class="br"><span class="gesp2">Nahrungs-<br />mittel</span>.</th> -<th colspan="2" class="br">Gewicht im</th> -<th rowspan="3" class="br">Kohlen-<br />stoff.</th> -<th rowspan="3" class="br">Wasser-<br />stoff.</th> -<th rowspan="3" class="br">Sauer-<br />stoff.</th> -<th rowspan="3" class="br">Stick-<br />stoff.</th> -<th rowspan="3">Salze<br />und<br />erdige<br />Mate-<br />rien.</th> -</tr> - -<tr> -<th class="br">feuch-<br />ten</th> -<th class="br">trocke-<br />nen</th> -</tr> - -<tr class="bb"> -<th colspan="2" class="br">Zustande.</th> -</tr> - -<tr> -<td class="material">Excremente</td> -<td class="data br">28413</td> -<td class="data br">4000,0</td> -<td class="data br">1712,0</td> -<td class="data br">208,0</td> -<td class="data br">1508,0</td> -<td class="data br">92,0</td> -<td class="data">480,0</td> -</tr> - -<tr> -<td class="material">Harn</td> -<td class="data br">8200</td> -<td class="data br">960,8</td> -<td class="data br">261,4</td> -<td class="data br">25,0</td> -<td class="data br">253,7</td> -<td class="data br">36,5</td> -<td class="data">384,2</td> -</tr> - -<tr class="bb"> -<td class="material">Milch</td> -<td class="data br">8539</td> -<td class="data br">1150,6</td> -<td class="data br">628,2</td> -<td class="data br">99,0</td> -<td class="data br">321,0</td> -<td class="data br">46,0</td> -<td class="data">56,4</td> -</tr> - -<tr> -<td class="summa"><span class="antiqua">Summa</span></td> -<td class="data br">45152</td> -<td class="data br">6111,4</td> -<td class="data br">2601,6</td> -<td class="data br">332,0</td> -<td class="data br">2082,7</td> -<td class="data br">174,5</td> -<td class="data">920,6</td> -</tr> - -<tr class="bb"> -<td class="material">Totalgewichte des ersten<br />Theils dieser Tafel</td> -<td class="data br">82500</td> -<td class="data br">10485,0</td> -<td class="data br">4813,4</td> -<td class="data br">595,5</td> -<td class="data br">4034,6</td> -<td class="data br">201,5</td> -<td class="data">889,0</td> -</tr> - -<tr> -<td class="material">Differenz</td> -<td class="data br">37348</td> -<td class="data br">4374,6</td> -<td class="data br">2211,8</td> -<td class="data br">263,5</td> -<td class="data br">1951,9</td> -<td class="data br">27,0</td> -<td class="data">31,6</td> -</tr> - -<tr> -<td class="material">Richtung der Differenz</td> -<td class="center br">-</td> -<td class="center br">-</td> -<td class="center br">-</td> -<td class="center br">-</td> -<td class="center br">-</td> -<td class="center br">-</td> -<td class="center">+</td> -</tr> - -</table> - -<p><span class="pagenum" id="Page298">[298]</span></p> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote16"><a href="#FNanchor16"><span class="label">[16]</span></a> -<span class="antiqua">Ann. de Chim. et de phys. T. LXX. p.</span> 136.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p class="anhangnote" id="Endnote5"><a href="#ENanchor5">Note 5</a>. <a href="#Page20">Seite 20</a>.</p> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Temperatur und Bewegung des Bluts</span>.</p> - -<table class="note5to43" summary="Blut"> - -<tr> -<th> </th> -<th colspan="5" class="center"><span class="gesp2">Nach Prevost und Dumas</span></th> -</tr> - -<tr> -<th class="left bot fsize80">ist bei der</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">die<br />mittlere<br />Temperatur</th> -<th class="center padl1 padr1 fsize80">die Anzahl<br />der<br />Pulsschläge</th> -<th class="center padl1 padr1 fsize80">die Anzahl<br />der<br />Athemzüge</th> -</tr> - -<tr> -<th rowspan="3" colspan="3"> </th> -<th colspan="2" class="center fsize80">in der Minute</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="2" class="vertline">╷</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="2" class="horbrace bl bt br"> </th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Taube</td> -<td class="right">42° </td> -<td class="left padl0 padr1">C</td> -<td class="right padr3">136</td> -<td class="right padr4">34</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Huhn</td> -<td class="right">41,5</td> -<td rowspan="12"> </td> -<td class="right padr3">140</td> -<td class="right padr4">30</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Ente</td> -<td class="right">42,5</td> -<td class="right padr3">170</td> -<td class="right padr4">21</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Rabe</td> -<td class="right">42,5</td> -<td class="right padr3">110</td> -<td class="right padr4">21</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Lerche</td> -<td class="right">44,0</td> -<td class="right padr3">200</td> -<td class="right padr4">22</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Simia Callitriche</td> -<td class="right">35,5</td> -<td class="right padr3">90</td> -<td class="right padr4">30</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Meerschwein</td> -<td class="right">38,0</td> -<td class="right padr3">140</td> -<td class="right padr4">36</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Hund</td> -<td class="right">37,4</td> -<td class="right padr3">90</td> -<td class="right padr4">28</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Katze</td> -<td class="right">38,5</td> -<td class="right padr3">100</td> -<td class="right padr4">24</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Ziege</td> -<td class="right">39,2</td> -<td class="right padr3">84</td> -<td class="right padr4">24</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Hase</td> -<td class="right">38,0</td> -<td class="right padr3">120</td> -<td class="right padr4">36</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Pferd</td> -<td class="right">36,8</td> -<td class="right padr3">56</td> -<td class="right padr4">16</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Mensch</td> -<td class="right">37,0</td> -<td class="right padr3">72</td> -<td class="right padr4">18</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Mensch Mann (<span class="antiqua">J. L.</span>)</td> -<td class="right bt">36,5</td> -<td class="left padl0 bt">*</td> -<td class="right padr3 bt">65</td> -<td class="right padr4 bt">17</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Mensch Weib (<span class="antiqua">J. L.</span>)</td> -<td class="right">36,8</td> -<td class="left padl0">*</td> -<td class="right padr3">60</td> -<td class="right padr4">15</td> -</tr> - -</table> - -<p>Temperatur des Kindes 39°.</p> - -<p>Die Wärme des Menschen beträgt in den inneren Theilen, -welche zunächst zugänglich sind, wie Mund, Mastdarm -29,20-29,60° R. = 36,50-37° C. Die Wärme des -Blutes (<span class="gesp2">Magendie</span>) 30,5-31° R. = 38,1-38,7° C. -Als mittlere Temperatur ist <a href="#Page20"><span class="antiqua">p.</span> 20</a> 37,5° C. angenommen.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page299">[299]</span></p> - -<p class="anhangnote" id="Endnote6"><a href="#ENanchor6">Note 6</a>. <a href="#Page37">Seite 37</a>.</p> - -<p>Die Gefangenen in dem Arresthaus in Gießen erhalten -täglich 1<sup>1</sup>⁄<sub>2</sub> Pfd. Brod (48 Loth), welche 14<sup>1</sup>⁄<sub>2</sub> Loth Kohlenstoff -enthalten. Sie erhalten ferner 1 Pfd. Suppe und -in je zwei Tagen 1 Pfd. Kartoffeln.</p> - -<table class="dontwrap fsize90" summary="Giessen"> - -<tr> -<td class="right padr0">1</td> -<td class="left padl0 padr1"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="left padr1">Pfund</td> -<td class="left padr1">Brod</td> -<td class="left padr1">enthalten</td> -<td class="right padr0">14</td> -<td class="left padl0 padr1">,5</td> -<td class="left padr1">Loth</td> -<td class="left">Kohlenstoff</td> -</tr> - -<tr> -<td class="right padr0">1</td> -<td> </td> -<td class="center padr1">„</td> -<td class="left padr1">Suppe</td> -<td class="center padr1">„</td> -<td class="right padr0">1</td> -<td class="left padl0 padr1">,5</td> -<td class="center padr1">„</td> -<td class="center padr1">„</td> -</tr> - -<tr> -<td> </td> -<td class="left padl0 padr1"><sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="center padr1">„</td> -<td class="left padr1">Kartoffeln</td> -<td class="center padr1">„</td> -<td class="right padr0">2</td> -<td class="left padl0 padr1">,00</td> -<td class="center padr1">„</td> -<td class="center padr1">„</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="5"> </td> -<td class="right padr0 bt">17</td> -<td class="left padl0 bt">,00</td> -<td class="left padr1 bt">Loth</td> -<td class="left padr1 bt">Kohlenstoff</td> -</tr> - -</table> - -<p class="anhangnote" id="Endnote7"><a href="#ENanchor7">Note 7</a>. <a href="#Page43">Seite 43</a>.</p> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des Blut-Fibrins und -<span class="nowrap">-Albumins<a id="FNanchor17"></a><a href="#Footnote17" class="fnanchor">[F17]</a></span>.</span></p> - -<table class="note5to43" summary="Blut"> - -<tr> -<th rowspan="5" colspan="3"> </th> -<th colspan="6" class="center padl1 padr1">Albumin aus Blutserum</th> -<th rowspan="5" class="zerowidth"> </th> -<th colspan="6" class="center padl1 padr1">Fibrin</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="6" class="center padl1 padr1 fsize80">Scherer*</th> -<th colspan="4" class="center padl1 padr1 fsize80">Scherer*</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Mulder</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="6" class="vertline">╷</th> -<th colspan="4" class="vertline">╷</th> -<th rowspan="2" colspan="2"> </th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="6" class="horbrace bl bt br"> </th> -<th colspan="4" class="horbrace bl bt br"> </th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="antiqua">I.</span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="antiqua">II.</span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="antiqua">III.</span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="antiqua">I.</span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="antiqua">II.</span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="antiqua">III.</span></th> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padr0 padl1">53</td> -<td class="left padl0 padr1">,850</td> -<td class="right padr0 padl1">55</td> -<td class="left padl0 padr1">,461</td> -<td class="right padr0 padl1">55</td> -<td class="left padl0 padr1">,097</td> -<td rowspan="6" class="zerowidth"> </td> -<td class="right padr0 padl1">53</td> -<td class="left padl0 padr1">,671</td> -<td class="right padr0 padl1">54</td> -<td class="left padl0 padr1">,454</td> -<td class="right padr0 padl1">54</td> -<td class="left padl0 padr1">,56</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padr0 padl1">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,983</td> -<td class="right padr0 padl1">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,201</td> -<td class="right padr0 padl1">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,880</td> -<td class="right padr0 padl1">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,878</td> -<td class="right padr0 padl1">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,069</td> -<td class="right padr0 padl1">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,90</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padr0 padl1">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,673</td> -<td class="right padr0 padl1">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,673</td> -<td class="right padr0 padl1">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,681</td> -<td class="right padr0 padl1">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,763</td> -<td class="right padr0 padl1">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,762</td> -<td class="right padr0 padl1">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,72</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td rowspan="3" class="brace bt br bb"> </td> -<td rowspan="3" class="brace padl0">-</td> -<td rowspan="3" class="right padr0 padl1">23</td> -<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,494</td> -<td rowspan="3" class="right padr0 padl1">21</td> -<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,655</td> -<td rowspan="3" class="right padr0 padl1">22</td> -<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,342</td> -<td rowspan="3" class="right padr0 padl1">23</td> -<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,688</td> -<td rowspan="3" class="right padr0 padl1">22</td> -<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,715</td> -<td rowspan="3" class="right padr0 padl1">22</td> -<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,82</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Schwefel</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Phosphor</td> -</tr> - -</table> - -<p>Die weiteren Analysen des Thier-Albumins und Fibrins -siehe in der <a href="#Endnote28">Note 28</a> <a href="#Page319">S. 319</a>, so wie auch die Analysen der -Organe oder ihrer Theile.</p> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote17"><a href="#FNanchor17"><span class="label">[17]</span></a> -Annal. der Chemie u. Pharm. Bd. <span class="antiqua">XXVIII.</span> S. 74 u. Bd. <span class="antiqua">XL.</span> -S. 33 u. 36.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p><span class="pagenum" id="Page300">[300]</span></p> - -<p class="anhangnote" id="Endnote8"><a href="#ENanchor8">Note 8</a>. <a href="#Page49">Seite 49</a>.</p> - -<p class="center blankbefore1"><span class="gesp2">Zusammensetzung des Pflanzen-Fibrins, -Albumins, --Caseins und -Leims</span>.</p> - -<p class="center blankbefore2 gesp2">Pflanzenfibrin</p> - -<table class="note5to43" summary="Pflanzenfibrin"> - -<tr> -<th colspan="11"> </th> -<th colspan="4" class="center">Roher Kleber<br />a. Weizenmehl</th> -</tr> - -<tr> -<th rowspan="4" colspan="3"> </th> -<th colspan="6" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="nowrap">Scherer<a id="FNanchor18"></a><a href="#Footnote18" -class="fnanchor">[F18]</a>*</span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="nowrap">Jones<a id="FNanchor19"></a><a href="#Footnote19" -class="fnanchor">[F19]</a>*</span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="nowrap">Marcet<a id="FNanchor20"></a><a href="#Footnote20" -class="fnanchor">[F20]</a></span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Boussingault</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="6" class="vertline">╷</th> -<th rowspan="3" colspan="6"> </th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="6" class="horbrace bl bt br"> </th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">I.</span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">II.</span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">III.</span></th> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">53</td> -<td class="left padl0 padr1">,064</td> -<td class="right padl1 padr0">54</td> -<td class="left padl0 padr1">,603</td> -<td class="right padl1 padr0">54</td> -<td class="left padl0 padr1">,617</td> -<td class="right padl1 padr0">53</td> -<td class="left padl0 padr1">,83</td> -<td class="right padl1 padr0">55</td> -<td class="left padl0 padr1">,7</td> -<td class="right padl1 padr0">53</td> -<td class="left padl0 padr1">,5</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,132</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,302</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,491</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,02</td> -<td class="right padl1 padr0">14</td> -<td class="left padl0 padr1">,5</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,0</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,359</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,810</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,809</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,58</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,8</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,0</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td rowspan="3" class="brace bt br bb"> </td> -<td rowspan="3" class="brace padl0">-</td> -<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">24</td> -<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,445</td> -<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">22</td> -<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,285</td> -<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">22</td> -<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,083</td> -<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">23</td> -<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,56</td> -<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">22</td> -<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,0</td> -<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">24</td> -<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,5</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Schwefel</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Phosphor</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote18"><a href="#FNanchor18"><span class="label">[18]</span></a> -Ann. d. Chem. u. Pharm. Bd. <span class="antiqua">XL.</span> S. 7.</p> - -<p id="Footnote19"><a href="#FNanchor19"><span class="label">[19]</span></a> Ebendaselbst. S. 65.</p> - -<p id="Footnote20"><a href="#FNanchor20"><span class="label">[20]</span></a> -L. Gmelin’s th. Chem. Bd. <span class="antiqua">II.</span> S. 1092.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p class="center blankbefore2 gesp2"><span class="nowrap">Pflanzenalbumin<a id="FNanchor21"></a><a href="#Footnote21" -class="fnanchor">[F21]</a></span></p> - -<table class="note5to43" summary="Pflanzenalbumin"> - -<tr> -<th rowspan="2" colspan="3"> </th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">a. Roggen</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">a. Weizen</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">a. Pflanzen-<br />leim</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">a. Mandeln</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Jones*</th> -<th colspan="2"> </th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Varrentrapp<br />u. Will*</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Jones*</th> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">54</td> -<td class="left padl0 padr1">,74</td> -<td class="right padl1 padr0">55</td> -<td class="left padl0 padr1">,01</td> -<td class="right padl1 padr0">54</td> -<td class="left padl0 padr1">,85</td> -<td class="right padl1 padr0">57</td> -<td class="left padl0 padr1">,03</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,77</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,23</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,96</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,53</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,85</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,92</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,88</td> -<td class="right padl1 padr0">13</td> -<td class="left padl0 padr1">,45</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td rowspan="3" class="brace bt br bb"> </td> -<td rowspan="3" class="brace padl0">-</td> -<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">21</td> -<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,64</td> -<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">21</td> -<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,84</td> -<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">22</td> -<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,39</td> -<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">21</td> -<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,96</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Schwefel</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Phosphor</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote21"><a href="#FNanchor21"><span class="label">[21]</span></a> -Ann. der Chem. u. Pharm. Bd. <span class="antiqua">XL.</span> S. 66. u. Bd. <span class="antiqua">XXXIX.</span> S. 291.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p><span class="pagenum" id="Page301">[301]</span></p> - -<table class="note5to43" summary="Unbekannt"> - -<tr> -<th> </th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Boussingault.</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Varrentrapp<br />u. Will.*</th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">52</td> -<td class="left padl0 padr1">,7</td> -<td colspan="2" class="center">—</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,9</td> -<td colspan="2" class="center">—</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">18</td> -<td class="left padl0 padr1">,4</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,70</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">22</td> -<td class="left padl0 padr1">,0</td> -<td colspan="2" class="center">—</td> -</tr> - -</table> - -<p class="center blankbefore2 gesp2"><span class="nowrap">Pflanzencasein<a id="FNanchor22"></a><a -href="#Footnote22" class="fnanchor">[F22]</a></span></p> - -<table class="note5to43" summary="Pflanzencasein"> - -<tr> -<th colspan="5"> </th> -<th colspan="4" class="center padl1 padr1">schwefelsaures<br />Caseinkali</th> -</tr> - -<tr> -<th> </th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Scherer*</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Jones*</th> -<th colspan="4" class="center padl1 padr1 fsize80">Varrentrapp<br />u. Will*</th> -</tr> - -<tr> -<th rowspan="2" colspan="5"> </th> -<th colspan="4" class="vertline">╷</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="4" class="horbrace bl bt br"> </th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">54</td> -<td class="left padl0 padr1">,138</td> -<td class="right padl1 padr0">55</td> -<td class="left padl0 padr1">,05</td> -<td class="right padl1 padr0">51</td> -<td class="left padl0 padr1">,41</td> -<td class="right padl1 padr0">51</td> -<td class="left padl0 padr1">,24</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,156</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,59</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,83</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,77</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,672</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,89</td> -<td class="right padl1 padr0">14</td> -<td class="left padl0 padr1">,48</td> -<td class="right padl1 padr0">13</td> -<td class="left padl0 padr1">,23</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff u. s. w.</td> -<td class="right padl1 padr0">23</td> -<td class="left padl0 padr1">,034</td> -<td class="right padl1 padr0">21</td> -<td class="left padl0 padr1">,47</td> -<td colspan="2" class="center">—</td> -<td colspan="2" class="center">—</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote22"><a href="#FNanchor22"><span class="label">[22]</span></a> -Ann. der Chem. u. Pharm. Bd. <span class="antiqua">XXXIX.</span> S. 291 und Bd. <span class="antiqua">XL.</span> -S. 8 u. 67.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Pflanzenleim</span></p> - -<table class="note5to43" summary="Pflanzenleim"> - -<tr> -<th> </th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="nowrap">Jones<a id="FNanchor23"></a><a href="#Footnote23" -class="fnanchor">[F23]</a>*</span></th> -<th colspan="4" class="center padl1 padr1">Boussingault</th> -</tr> - -<tr> -<th rowspan="3" colspan="3"> </th> -<th colspan="4" class="vertline">╷</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="4" class="horbrace bl bt br"> </th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="2" class="center"><span class="antiqua">I.</span></th> -<th colspan="2" class="center"><span class="antiqua">II.</span></th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">55</td> -<td class="left padl0 padr1">,22</td> -<td class="right padl1 padr0">54</td> -<td class="left padl0 padr1">,2</td> -<td class="right padl1 padr0">52</td> -<td class="left padl0 padr1">,3</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,42</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,5</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,5</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,98</td> -<td class="right padl1 padr0">13</td> -<td class="left padl0 padr1">,9</td> -<td class="right padl1 padr0">18</td> -<td class="left padl0 padr1">,9</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff u. s. w.</td> -<td class="right padl1 padr0">21</td> -<td class="left padl0 padr1">,38</td> -<td class="right padl1 padr0">24</td> -<td class="left padl0 padr1">,4</td> -<td class="right padl1 padr0">22</td> -<td class="left padl0 padr1">,3</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote23"><a href="#FNanchor23"><span class="label">[23]</span></a> Ann. d. Chem. u. -Pharm. Bd. <span class="antiqua">XL.</span> S. 66.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p><span class="pagenum" id="Page302">[302]</span></p> - -<p class="anhangnote" id="Endnote9"><a href="#ENanchor9">Note 9</a>. <a href="#Page53">Seite 53</a>.</p> - -<p class="center highline2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des Thier-Caseins</span>.</p> - -<table class="note5to43" summary="Thier-Casein"> - -<tr> -<th rowspan="7" colspan="3"> </th> -<th colspan="10" class="center"><span class="nowrap">Scherer<a id="FNanchor24"></a><a href="#Footnote24" -class="fnanchor">[F24]</a>*</span></th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="10" class="vertline">╷</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="10" class="horbrace bl bt br"> </th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">a. frisch.<br />Milch</th> -<th colspan="4" class="center padl1 padr1">a. saur.<br />Milch</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">a. Milch<br />m.<br />Essigs.</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Zieger</th> -</tr> - -<tr> -<th rowspan="2" colspan="2"> </th> -<th colspan="4" class="vertline">╷</th> -<th rowspan="2" colspan="4"> </th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="4" class="horbrace bl bt br"> </th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="antiqua">I.</span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="antiqua">II.</span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="antiqua">III.</span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="antiqua">IV.</span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="antiqua">V.</span></th> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">54</td> -<td class="left padl0 padr1">,825</td> -<td class="right padl1 padr0">54</td> -<td class="left padl0 padr1">,721</td> -<td class="right padl1 padr0">54</td> -<td class="left padl0 padr1">,665</td> -<td class="right padl1 padr0">54</td> -<td class="left padl0 padr1">,580</td> -<td class="right padl1 padr0">54</td> -<td class="left padl0 padr1">,507</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,153</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,239</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,465</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,352</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,913</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,628</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,724</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,724</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,696</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,670</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td rowspan="2" class="brace bt br bb"> </td> -<td rowspan="2" class="brace padl0">-</td> -<td rowspan="2" class="right padl1 padr0">22</td> -<td rowspan="2" class="left padl0 padr1">,394</td> -<td rowspan="2" class="right padl1 padr0">22</td> -<td rowspan="2" class="left padl0 padr1">,316</td> -<td rowspan="2" class="right padl1 padr0">22</td> -<td rowspan="2" class="left padl0 padr1">,146</td> -<td rowspan="2" class="right padl1 padr0">22</td> -<td rowspan="2" class="left padl0 padr1">,372</td> -<td rowspan="2" class="right padl1 padr0">22</td> -<td rowspan="2" class="left padl0 padr1">,910</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Schwefel</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote24"><a href="#FNanchor24"><span class="label">[24]</span></a> Annal. d. Chem. n. Pharm. Bd. -<span class="antiqua">XL.</span> S. 40 u. s. f.</p> - -</div><!--footnote--> - -<table class="note5to43" summary="Thier-Casein"> - -<tr> -<th> </th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="nowrap"><span class="gesp2">Mulder</span><a id="FNanchor25"></a><a -href="#Footnote25" class="fnanchor">[F25]</a></span></th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">54</td> -<td class="left padl0 padr1">,96</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,15</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,80</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">21</td> -<td class="left padl0 padr1">,73</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Schwefel</td> -<td class="right padl1 padr0">0</td> -<td class="left padl0 padr1">,36</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote25"><a href="#FNanchor25"><span class="label">[25]</span></a> -Die Analyse des Pflanzencaseins siehe in der <a href="#Endnote8">vorhergehenden Note</a>.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p class="anhangnote" id="Endnote10"><a href="#ENanchor10">Note 10</a>. <a href="#Page66">Seite 66</a>.</p> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Gehalt der festen Excremente an in Alkohol -löslichen Bestandtheilen</span> (<span class="gesp2">Will*</span>).</p> - -<p>18,3 Grm. bei 100° getrocknete Pferdexcremente verloren -durch Behandlung mit Alkohol 0,995 am Gewichte, der -trockne Rückstand besaß die Beschaffenheit von ausgekochten -Sägespänen.</p> - -<p>14,98 Grm. trockner Kuhexcremente verloren durch die -nämliche Behandlung 0,625 Grm.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page303">[303]</span></p> - -<p class="anhangnote" id="Endnote11"><a href="#ENanchor11">Note 11</a>. <a href="#Page72">S. 72</a>.</p> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des <span class="nowrap">Amylons<a id="FNanchor26"></a><a -href="#Footnote26" class="fnanchor">[F26]</a></span>.</span></p> - -<table class="note5to43" summary="Amylon"> - -<tr> -<th rowspan="4"> </th> -<th colspan="10" class="center fsize80">Strecker*</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="10" class="vertline">╷</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="10" class="horbrace bl bt br"> </th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>12</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>20</sub><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">aus<br />Erbsen</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Linsen</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Bohnen</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Heide-<br />korn</th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">44</td> -<td class="left padl0 padr1">,91</td> -<td class="right padl1 padr0">44</td> -<td class="left padl0 padr1">,33</td> -<td class="right padl1 padr0">44</td> -<td class="left padl0 padr1">,46</td> -<td class="right padl1 padr0">44</td> -<td class="left padl0 padr1">,16</td> -<td class="right padl1 padr0">44</td> -<td class="left padl0 padr1">,23</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,11</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,57</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,54</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,69</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,40</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">48</td> -<td class="left padl0 padr1">,98</td> -<td class="right padl1 padr0">49</td> -<td class="left padl0 padr1">,09</td> -<td class="right padl1 padr0">49</td> -<td class="left padl0 padr1">,00</td> -<td class="right padl1 padr0">49</td> -<td class="left padl0 padr1">,15</td> -<td class="right padl1 padr0">49</td> -<td class="left padl0 padr1">,37</td> -</tr> - -</table> - -<table class="note5to43" summary="Amylon"> - -<tr> -<th rowspan="4"> </th> -<th colspan="10" class="center fsize80">Strecker*</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="10" class="vertline">╷</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="10" class="horbrace bl bt br"> </th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">aus<br />Mais</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Roß-<br />kastanien</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Weizen</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Roggen</th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">44</td> -<td class="left padl0 padr1">,27</td> -<td class="right padl1 padr0">44</td> -<td class="left padl0 padr1">,44</td> -<td class="right padl1 padr0">44</td> -<td class="left padl0 padr1">,26</td> -<td class="right padl1 padr0">44</td> -<td class="left padl0 padr1">,16</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,67</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,47</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,70</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,64</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">49</td> -<td class="left padl0 padr1">,06</td> -<td class="right padl1 padr0">49</td> -<td class="left padl0 padr1">,08</td> -<td class="right padl1 padr0">49</td> -<td class="left padl0 padr1">,04</td> -<td class="right padl1 padr0">49</td> -<td class="left padl0 padr1">,20</td> -</tr> - -</table> - -<table class="note5to43" summary="Amylon"> - -<tr> -<th rowspan="4"> </th> -<th colspan="10" class="center fsize80">Strecker*</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="10" class="vertline">╷</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="10" class="horbrace bl bt br"> </th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">aus<br />Reis</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Dahlien-<br />wurzel</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">unreif.<br />Aepfeln</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">unreif.<br />Birnen</th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">44</td> -<td class="left padl0 padr1">,69</td> -<td class="right padl1 padr0">44</td> -<td class="left padl0 padr1">,13</td> -<td class="right padl1 padr0">44</td> -<td class="left padl0 padr1">,10</td> -<td class="right padl1 padr0">44</td> -<td class="left padl0 padr1">,14</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,36</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,56</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,57</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,75</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">48</td> -<td class="left padl0 padr1">,95</td> -<td class="right padl1 padr0">49</td> -<td class="left padl0 padr1">,31</td> -<td class="right padl1 padr0">49</td> -<td class="left padl0 padr1">,33</td> -<td class="right padl1 padr0">49</td> -<td class="left padl0 padr1">,11</td> -</tr> - -</table> - -<table class="note5to43" summary="Amylon"> - -<tr> -<th rowspan="4"> </th> -<th colspan="4" class="center padl1 padr1">aus<br />Kartoffeln</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">a. Pfeil-<br />wurzeln</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">a. Yams-<br />wurzeln</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="4" class="vertline">╷</th> -<th colspan="4" rowspan="2"> </th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="4" class="horbrace bl bt br"> </th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Berzelius<br />u. Thénard</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Gay-<br />Lussac</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Prout</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Orti-<br />gosa*</th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">44</td> -<td class="left padl0 padr1">,250</td> -<td class="right padl1 padr0">43</td> -<td class="left padl0 padr1">,55</td> -<td class="right padl1 padr0">44</td> -<td class="left padl0 padr1">,40</td> -<td class="right padl1 padr0">44</td> -<td class="left padl0 padr1">,2</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,674</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,77</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,18</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,5</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">49</td> -<td class="left padl0 padr1">,076</td> -<td class="right padl1 padr0">49</td> -<td class="left padl0 padr1">,68</td> -<td class="right padl1 padr0">49</td> -<td class="left padl0 padr1">,42</td> -<td class="right padl1 padr0">49</td> -<td class="left padl0 padr1">,3</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote26"><a href="#FNanchor26"><span class="label">[26]</span></a> -Die in den Analysen von <span class="gesp2">Strecker</span> und <span class="gesp2">Ortigosa</span> verwendete -Stärke wurde in dem Laboratorium zu Gießen aus den Samen, Knollen -und Früchten dargestellt.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p><span class="pagenum" id="Page304">[304]</span></p> - -<p class="anhangnote" id="Endnote12"><a href="#ENanchor12">Note 12</a>. <a href="#Page72">Seite 72</a>.</p> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des Trauben- (Stärke-)zuckers</span>.</p> - -<table class="note5to43" summary="Zucker"> - -<tr> -<th rowspan="4"> </th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">a.<br /><span class="nowrap">Trauben<a id="FNanchor27"></a><a -href="#Footnote27" class="fnanchor">[F27]</a></span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">a.<br /><span class="nowrap">Stärke<a id="FNanchor28"></a><a -href="#Footnote28" class="fnanchor">[F28]</a></span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">a.<br /><span class="nowrap">Honig<a id="FNanchor29"></a><a href="#Footnote29" -class="fnanchor">[F29]</a></span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">berechn.<br /><span class="antiqua">C</span><sub>12</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>28</sub><span class="antiqua">O</span><sub>14</sub></th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="4" class="center padl1 padr1 fsize80">Saussure</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Prout</th> -<th rowspan="3" colspan="2"> </th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="4" class="vertline">╷</th> -<th rowspan="2" colspan="2"> </th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="4" class="horbrace bl bt br"> </th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">36</td> -<td class="left padl0 padr1">,71</td> -<td class="right padl1 padr0">37</td> -<td class="left padl0 padr1">,29</td> -<td class="right padl1 padr0">36</td> -<td class="left padl0 padr1">,36</td> -<td class="right padl1 padr0">36</td> -<td class="left padl0 padr1">,80</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,78</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,84</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,09</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,01</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">56</td> -<td class="left padl0 padr1">,51</td> -<td class="right padl1 padr0">55</td> -<td class="left padl0 padr1">,87</td> -<td class="right padl1 padr0">56</td> -<td class="left padl0 padr1">,55</td> -<td class="right padl1 padr0">56</td> -<td class="left padl0 padr1">,19</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote27"><a href="#FNanchor27"><span class="label">[27]</span></a> <span class="antiqua">Ann. -de Chim.</span> Bd. <span class="antiqua">XI.</span> S. 381.</p> - -<p id="Footnote28"><a href="#FNanchor28"><span class="label">[28]</span></a> -<span class="antiqua">Ann. of Philosoph. T. VI. p.</span> 426.</p> - -<p id="Footnote29"><a href="#FNanchor29"><span class="label">[29]</span></a> -<span class="antiqua">Philos. Transact.</span> 1827 <span class="antiqua">p.</span> 373.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p class="anhangnote" id="Endnote13"><a href="#ENanchor13">Note 13</a>. <a href="#Page73">Seite 73</a>.</p> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des Milchzuckers</span>.</p> - -<table class="note5to43" summary="Milchzucker"> - -<tr> -<th> </th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Gay-L.<br />u. Thén.</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Prout</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Brunn.</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Ber-<br />zelius</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">J. L.*</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">berech-<br />net<br /><span class="antiqua">C</span><sub>12</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>24</sub><span class="antiqua">O</span><sub>12</sub></th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">38</td> -<td class="left padl0 padr1">,825</td> -<td class="right padl1 padr0">40</td> -<td class="left padl0 padr1">,00</td> -<td class="right padl1 padr0">40</td> -<td class="left padl0 padr1">,437</td> -<td class="right padl1 padr0">39</td> -<td class="left padl0 padr1">,474</td> -<td class="right padl1 padr0">40</td> -<td class="left padl0 padr1">,00</td> -<td class="right padl1 padr0">40</td> -<td class="left padl0 padr1">,46</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,341</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,66</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,711</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,167</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,73</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,61</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">53</td> -<td class="left padl0 padr1">,834</td> -<td class="right padl1 padr0">53</td> -<td class="left padl0 padr1">,34</td> -<td class="right padl1 padr0">52</td> -<td class="left padl0 padr1">,852</td> -<td class="right padl1 padr0">53</td> -<td class="left padl0 padr1">,359</td> -<td class="right padl1 padr0">53</td> -<td class="left padl0 padr1">,27</td> -<td class="right padl1 padr0">52</td> -<td class="left padl0 padr1">,93</td> -</tr> - -</table> - -<p class="anhangnote" id="Endnote14"><a href="#ENanchor14">Note 14</a>. <a href="#Page74">Seite 74</a>.</p> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des Gummis</span>.</p> - -<table class="note5to43" summary="Gummi"> - -<tr> -<th> </th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Gay-Luss.<br />u. Thén.</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Goebel</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Ber-<br />zelius</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>12</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>22</sub><span class="antiqua">O</span><sub>11</sub></th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">42</td> -<td class="left padl0 padr1">,23</td> -<td class="right padl1 padr0">42</td> -<td class="left padl0 padr1">,2</td> -<td class="right padl1 padr0">42</td> -<td class="left padl0 padr1">,682</td> -<td class="right padl1 padr0">42</td> -<td class="left padl0 padr1">,58</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,93</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,6</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,374</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,37</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">50</td> -<td class="left padl0 padr1">,84</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,2</td> -<td class="right padl1 padr0">50</td> -<td class="left padl0 padr1">,944</td> -<td class="right padl1 padr0">51</td> -<td class="left padl0 padr1">,05</td> -</tr> - -</table> - -<p><span class="pagenum" id="Page305">[305]</span></p> - -<p class="anhangnote" id="Endnote15"><a href="#ENanchor15">Note 15</a>. <a href="#Page76">Seite 76</a>.</p> - -<p class="center highline2"><span class="gesp2">Analyse des Hafers nach <span class="nowrap">Boussingault<a -id="FNanchor30"></a><a href="#Footnote30" class="fnanchor">[F30]</a></span></span>.</p> - -<table class="dontwrap fsize90" summary="Hafer"> - -<tr> -<td class="right">100 Theile Hafer enthalten trockne Substanz</td> -<td class="right">84,9</td> -</tr> - -<tr> -<td class="right">Wasser</td> -<td class="right">17,1</td> -</tr> - -<tr> -<td> </td> -<td class="right bt">100,0</td> -</tr> - -</table> - -<p class="center fsize90">100 Theile trockner Hafer = 117,7 lufttrocknem enthalten:</p> - -<table class="dontwrap notop fsize90" summary="Hafer"> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right">50,7</td> -<td rowspan="6"> </td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right">6,4</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right">36,7</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right">2,2</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Asche</td> -<td class="right">4,0</td> -</tr> - -<tr> -<td> </td> -<td class="right bt">100,0</td> -</tr> - -<tr> -<td> </td> -<td class="right">17,7</td> -<td class="left padl1">Wasser</td> -</tr> - -<tr> -<td class="right">lufttrockner Hafer</td> -<td class="right bt">117,7</td> -<td class="left padl1">in 100 Theilen 1,867 Stickstoff.</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote30"><a href="#FNanchor30"><span class="label">[30]</span></a> -<span class="antiqua">Ann. de Chim. et de Phys. T. LXXI. p.</span> 130.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Analyse des <span class="nowrap">Heu’s<a id="FNanchor31"></a><a -href="#Footnote31" class="fnanchor">[F31]</a></span></span>.</p> - -<table class="dontwrap fsize90" summary="Heu"> - -<tr> -<td class="left">100 Theile Heu enthalten lufttrocken</td> -<td class="right">86</td> -<td class="left padl1">trockne Substanz</td> -</tr> - -<tr> -<td> </td> -<td class="right">14</td> -<td class="left padl1">Wasser</td> -</tr> - -<tr> -<td> </td> -<td class="right bt">100</td> -<td> </td> -</tr> - -</table> - -<p class="center fsize90">100 Th. bei 100° getrocknetes Heu = 116,2 lufttrocknes Heu enthalten:</p> - -<table class="dontwrap fsize90 notop" summary="Heu"> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right">45,8</td> -<td rowspan="6"> </td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right">5,0</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right">38,7</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right">1,5</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Asche</td> -<td class="right">9,0</td> -</tr> - -<tr> -<td> </td> -<td class="right bt">100,0</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Hierzu</td> -<td class="right">16,2</td> -<td class="left padl1">Wasser</td> -</tr> - -<tr> -<td> </td> -<td class="right bt">116,2</td> -<td class="left padl1">lufttrocknes Heu.</td> -</tr> - -</table> - -<p><span class="pagenum" id="Page306">[306]</span></p> - -<table class="dontwrap fsize90" summary="Heu und Hafer"> - -<tr> -<td colspan="11" class="center">100,0 lufttrocknes Heu enthalten 1,29 Stickstoff</td> -</tr> - -<tr> -<td class="right">480</td> -<td class="center padl1 padr1">Loth</td> -<td class="left">Heu</td> -<td class="left padl1">lufttrocken</td> -<td class="center padl1 padr1">=</td> -<td class="right">15</td> -<td class="center padl1 padr1">Pfund</td> -<td class="left">enthalten</td> -<td class="right padl1 padr1">6,19</td> -<td class="left">Loth</td> -<td class="left padl1">Stickstoff</td> -</tr> - -<tr> -<td class="right">144</td> -<td class="center">„</td> -<td class="left">Hafer</td> -<td class="center padl1">„</td> -<td class="center">=</td> -<td class="right">4<sup>1</sup>⁄<sub>2</sub></td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">„</td> -<td class="right padl1 padr1">2,68</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center padl1">„</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="6"> </td> -<td colspan="2" class="left">Zusammen</td> -<td class="right padl1 padr1"><span class="bt">8,87</span></td> -<td class="left">Loth</td> -<td class="left padl1">Stickstoff.</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote31"><a href="#FNanchor31"><span class="label">[31]</span></a> -<span class="antiqua">Ann. de Chim. et de Phys. T. LXXI. p.</span> 129.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p class="anhangnote" id="Endnote16"><a href="#ENanchor16">Note 16</a>. <a href="#Page78">Seite 78</a>.</p> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Kohlenstoffgehalt des Fleisches und Amylons</span>.</p> - -<table class="note5to43" summary="Fleisch und Amylon"> - -<tr> -<td class="right">100</td> -<td colspan="4" class="note16line1">Loth Amylon enthalten 44 Loth Kohlenstoff, 128 Loth (4 Pfund) enthalten 56,32 Loth Kohlenstoff.</td> -</tr> - -<tr> -<td class="right">100</td> -<td class="left padl1 padr1 w2m">Loth</td> -<td class="center w2m">frisches</td> -<td class="center padl1 padr1 w2m">Fleisch</td> -<td class="left">enthalten 13,6 Loth Kohlenstoff (siehe <a href="#Endnote3">Note 3</a>)</td> -</tr> - -<tr> -<td class="right">480</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">„</td> -<td class="left">(15 Pfund) mithin 55,28 Loth.</td> -</tr> - -</table> - -<p class="anhangnote" id="Endnote17"><a href="#ENanchor17">Note 17</a>. <a href="#Page85">Seite 85</a>.</p> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des</span></p> - -<table class="note5to43" summary="Fette"> - -<tr> -<th rowspan="4"> </th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Schweine-<br />schmalzes</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Hammels-<br />talges</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="nowrap">Menschen-<br />fettes<a -id="FNanchor32"></a><a href="#Footnote32" class="fnanchor">[F32]</a></span></th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="6" class="center fsize80">Chevreul</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="6" class="vertline">╷</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="6" -class="horbrace bl bt br"> </th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">79</td> -<td class="left padl0 padr1">,098</td> -<td class="right padl1 padr0">78</td> -<td class="left padl0 padr1">,996</td> -<td class="right padl1 padr0">79</td> -<td class="left padl0 padr1">,000</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">11</td> -<td class="left padl0 padr1">,146</td> -<td class="right padl1 padr0">11</td> -<td class="left padl0 padr1">,700</td> -<td class="right padl1 padr0">11</td> -<td class="left padl0 padr1">,416</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">9</td> -<td class="left padl0 padr1">,756</td> -<td class="right padl1 padr0">9</td> -<td class="left padl0 padr1">,304</td> -<td class="right padl1 padr0">9</td> -<td class="left padl0 padr1">,584</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote32"><a href="#FNanchor32"><span class="label">[32]</span></a> -<span class="antiqua">Recherch. chim. sur les corps gras. Paris</span> 1823.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p class="anhangnote" id="Endnote18"><a href="#ENanchor18">Note 18</a>. <a href="#Page85">Seite 85</a>.</p> - -<p class="center highline2"><span class="gesp2">Zusammensetzung</span></p> - -<table class="note5to43 notop" summary="Rohrzucker"> - -<tr> -<th rowspan="3"> </th> -<th colspan="12" class="center">des Rohrzuckers nach den Analysen</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="10" class="center"><span class="fsize80">von</span></th> -<th rowspan="2" colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /> -<span class="antiqua">C</span><sub>20</sub><span class="antiqua">H</span><sub>22</sub><span class="antiqua">O</span><sub>11</sub></th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Berze-<br />ius</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Prout</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">W. Crum</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Liebig*</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Gay-L.<br />u. Thén.</th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">42</td> -<td class="left padl0 padr1">,225</td> -<td class="right padl1 padr0">42</td> -<td class="left padl0 padr1">,86</td> -<td class="right padl1 padr0">42</td> -<td class="left padl0 padr1">,14</td> -<td class="right padl1 padr0">42</td> -<td class="left padl0 padr1">,301</td> -<td class="right padl1 padr0">42</td> -<td class="left padl0 padr1">,47</td> -<td class="right padl1 padr0">42</td> -<td class="left padl0 padr1">,58</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,600</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,35</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,42</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,384</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,90</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,37</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">51</td> -<td class="left padl0 padr1">,175</td> -<td class="right padl1 padr0">50</td> -<td class="left padl0 padr1">,79</td> -<td class="right padl1 padr0">51</td> -<td class="left padl0 padr1">,44</td> -<td class="right padl1 padr0">51</td> -<td class="left padl0 padr1">,315</td> -<td class="right padl1 padr0">50</td> -<td class="left padl0 padr1">,63</td> -<td class="right padl1 padr0">51</td> -<td class="left padl0 padr1">,05</td> -</tr> - -</table> - -<p class="center highline2">Die Zusammensetzung des Gummis und der Stärke siehe -<a href="#Endnote14">Note 14</a> u. <a href="#Endnote11">11</a>.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page307">[307]</span></p> - -<p class="anhangnote" id="Endnote19"><a href="#ENanchor19">Note 19</a>. <a href="#Page86">Seite 86</a>.</p> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des Cholsterins</span>.</p> - -<table class="note5to43" summary="Cholsterin"> - -<tr> -<th> </th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="nowrap">Chevreul<a id="FNanchor33"></a><a href="#Footnote33" class="fnanchor">[F33]</a></span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="nowrap">Couerbe<a id="FNanchor34"></a><a href="#Footnote34" class="fnanchor">[F34]</a></span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Marchand</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>36</sub><span class="antiqua">H</span><sub>64</sub><span class="antiqua">O</span></th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">85</td> -<td class="left padl0 padr1">,095</td> -<td class="right padl1 padr0">84</td> -<td class="left padl0 padr1">,895</td> -<td class="right padl1 padr0">84</td> -<td class="left padl0 padr1">,90</td> -<td class="right padl1 padr0">84</td> -<td class="left padl0 padr1">,641</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">11</td> -<td class="left padl0 padr1">,880</td> -<td class="right padl1 padr0">12</td> -<td class="left padl0 padr1">,099</td> -<td class="right padl1 padr0">12</td> -<td class="left padl0 padr1">,00</td> -<td class="right padl1 padr0">12</td> -<td class="left padl0 padr1">,282</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">3</td> -<td class="left padl0 padr1">,025</td> -<td class="right padl1 padr0">3</td> -<td class="left padl0 padr1">,006</td> -<td class="right padl1 padr0">3</td> -<td class="left padl0 padr1">,10</td> -<td class="right padl1 padr0">3</td> -<td class="left padl0 padr1">,077</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote33"><a href="#FNanchor33"><span class="label">[33]</span></a> -<span class="antiqua">Recherch. sur les corps gras. p.</span> 185.</p> - -<p id="Footnote34"><a href="#FNanchor34"><span class="label">[34]</span></a> -<span class="antiqua">Ann. de Chim. et de Phys. T. LVI. p.</span> 164.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p class="anhangnote" id="Endnote20"><a href="#ENanchor20">Note 20</a>. <a href="#Page88">Seite 88</a>.</p> - -<p class="center highline3"><span class="gesp2">Die Entstehung des Wachses aus -<span class="nowrap">Zucker</span><a id="FNanchor35"></a><a href="#Footnote35" class="fnanchor">[F35]</a></span>.</p> - -<p>Sobald die Bienen ihren Magen oder die sogenannte -Honigblase mit Honig angefüllt haben, und diesen nicht ablegen -können, geht derselbe in Menge nach und nach in den -Darmkanal, wird hier verdauet, der größte Theil davon -als Excremente ausgeschieden und der andere in die Säfte -der Bienen übergeführt. Durch diesen großen Zufluß von -Säften bildet sich ein Fett, welches auf den vorn erwähnten -acht Fleckchen, die sich an den untern 4 Schuppen der -Bauchringel befinden, als eine flüssige Masse hervorquillt -und bald als Wachsblättchen erhärtet; während, wenn die<span class="pagenum" id="Page308">[308]</span> -Biene den Honig ablegen kann, nur so viel in den Darmkanal -übergeht, als zur Ernährung derselben nöthig ist. -Die Honigblase der Bienen braucht kaum 40 Stunden mit -Honig angefüllt zu sein, um auf den 8 Fleckchen, 8 Wachsblättchen -vollkommen zur Reife zu bringen, so daß diese abfallen. -Ich machte den Versuch und gab Bienen, die ich am -Ende des Monats September mit ihrer Königin in ein Kästchen -setzte, statt Honig aufgelös’ten Candiszucker. Es bildeten -sich auch davon Wachsblättchen; aber sie wollten nicht -recht abspringen, sondern die weiter ausquellende Masse blieb -an den oberen Wachsblättchen bei den meisten Bienen hängen, -so daß die Blättchen so dick wurden, als es sonst viere zusammen -sind. Die Schuppen der Bienen wurden dadurch -ganz in die Höhe gehoben, und die Blättchen ragten hervor. -Beim Nachsehen fand ich, daß diese dicken Blättchen, welche -unter der Lupe mehrere Lamellen zeigten, nach dem Kopfe -der Biene hin von oben nach unten, und nach der Schwanzspitze -hin von unten nach oben eine schiefe Fläche hatten. -Es war also das sich zuerst gebildete Blättchen durch das -nächstfolgende, und weil da, wo die Schuppen an der Fugenhaut -festsitzen, kein Raum für 2 Blättchen vorhanden ist, -etwas abgeschoben worden, und so war es denn auch mit -dem dritten Blättchen gegangen, wodurch die schiefen Flächen -an den Seiten der Blättchen nach vorn und hinten entstanden -waren. Ich habe hieraus recht deutlich ersehen, daß -die Wachsblättchen durch die nächstfolgend sich bildenden Blättchen -abgeschoben werden. Der Zuckersaft war von den Bienen<span class="pagenum" id="Page309">[309]</span> -auch in Wachs zersetzt worden; allein es scheint doch, -daß die Bildung irgend eine Unvollkommenheit erlitten hatte, -indem die reifen Wachsblättchen sich nicht ablös’ten, sondern -an den nächstfolgenden hängen blieben. Zum Wachsausschwitzen -bedürfen die Bienen keines Blumenstaubes, sondern -nur Honig. Ich habe schon im October Bienen in ein leeres -Kästchen gebracht und ihnen Honig untergesetzt, und sie -bauten bald Waben, obschon das Wetter so war, daß sie -gar nicht fliegen konnten. Ich kann deßhalb gar nicht glauben, -daß der Blumenstaub eine Nahrung für die Bienen abgebe, -sondern ich glaube, daß sie ihn nur verschlucken, um -mit Honig und Wasser vermischt, den Nahrungssaft für die -Maden daraus zu bereiten. Die Bienen verhungern auch -oft noch im April, wenn ihr Honigvorrath aufgezehrt ist, -und sie Blumenstaub in Menge, aber keinen Honig eintragen -können. Sie reißen in der Noth die Nymphen aus den -Zellen und zernagen diese, um durch den süßen Saft, den -sie in diesen finden, sich das Leben zu fristen. Werden sie -aber in dieser Lage nicht gefüttert, oder tritt nicht alsbald -Nahrung auf dem Felde ein, so sterben sie in wenigen Tagen. -Wäre nun aber der Blumenstaub eine wirkliche Nahrung -für die Bienen, so müßten sie doch wohl von diesem, -mit Wasser vermischt, sich ihr Leben fristen können.</p> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote35"><a href="#FNanchor35"><span class="label">[35]</span></a> -Aus Ferdinand Wilhelm <span class="gesp2">Gundlach’s</span> Naturgeschichte der Bienen, -S. 15. ff. Cassel 1842 bei Bohne. — Wir kennen keinen schöneren -und überzeugenderen Beweis der Fettbildung aus Zucker, als den -folgenden, aus der Beobachtung entnommenen, Proceß der Wachsbildung -bei den Bienen.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p>Die Bienen bauen nie Waben, wenn sie nicht eine Königin -haben, oder nicht mit Brut versehen sind, aus welcher -sie sich eine Königin erziehen können. Sperrt man aber -Bienen ohne Königin in ein Kästchen und füttert sie mit<span class="pagenum" id="Page310">[310]</span> -Honig, so sieht man, daß sie nach 48 Stunden Wachsblättchen -auf den Schuppen haben, und daß deren auch schon -einige abgefallen sind. Das Wabenbauen ist also etwas Willkürliches -und an gewisse Bedingungen geknüpft; das Wachsausschwitzen -aber etwas Unwillkürliches.</p> - -<p>Man sollte glauben, daß eine große Menge dieser Wachsblättchen -verloren gingen, da sie ja den Bienen eben so gut -außer dem Stocke als in demselben abfallen könnten; allein -der Schöpfer hat weise dafür gesorgt, daß solche nicht verloren -gehen. Stellt man den Bienen, welche im Bauen begriffen -sind, Honig in einem flachen Gefäße unter und bedeckt -diesen, damit die Bienen nicht in den Honig einsinken, -mit einem durchlöcherten Papier, so sieht man am andern -Morgen, daß der Honig aufgetragen ist, und daß auf dem -Papier eine große Menge Wachsblättchen liegen. Man sollte -wohl glauben, daß die Bienen, welche den Honig aufgetragen -haben, diese Blättchen hätten fallen lassen; allein es ist -nicht so. Legt man über das Honiggefäß zwei dünne Stäbchen -und auf diese ein Brett, welches das Gefäß von allen -Seiten überragt, so also, daß die Bienen unter dem Brette -durchkriechen und den Honig holen können, aber nichts von -oben aus dem Stocke auf den Honig fallen kann, so findet -man am andern Morgen den Honig aufgetragen, aber keine -Wachsblättchen auf dem Papier liegen; wohl aber liegen -deren auf dem das Gefäß überragenden Brettchen. Die Bienen, -welche den Honig holen, lassen also keine Blättchen -fallen, sondern es thun dieses nur die Bienen, welche oben<span class="pagenum" id="Page311">[311]</span> -im Stocke hängen. Wiederholte Versuche dieser Art haben -mich überzeugt, daß die Bienen, sobald ihre Wachsblättchen -zum Abfallen reif sind, sich in den Stock zurückziehen und -der Ruhe pflegen, eben so wie die Raupen es thun, wenn -sie sich häuten wollen. Bei einem Schwarme, der stark baut, -sieht man Tausende von Bienen, welche ganz unthätig oben -im Stocke hängen; es sind dies lauter Bienen, deren Wachsblättchen -zum Abfallen reif sind; haben sie sich abgelöset, so -erwacht wieder die Thätigkeit der Biene, und ihre Stelle -wird nun von einer andern zu gleichem Zwecke eingenommen.</p> - -<div class="sidenote"><p>Seite 28. derselben Schrift.</p></div> - -<p class="noindent">Um zu ermitteln, wie viel Honig -die Bienen zur Erzeugung des Wachses nöthig haben, -und wie oft, bei einem im Bauen begriffenen Schwarme, -die Wachsblättchen ihre Reife erhalten und abfallen, machte -ich folgenden, wie ich glaube, nicht uninteressanten Versuch.</p> - -<p>Am 29sten August d. J., zu einer Zeit, wo hier kein Honig -mehr für die Bienen auf dem Felde zu finden war, trieb -ich einen kleinen Bienenstock ab, that die Bienen in einen -kleinen, aus Holz angefertigten, Bienenkasten, suchte aber -vorher die Königin aus und sperrte diese in eine mit Drahtgitter -versehene Büchse, welche ich in das Stopfenloch des -Bienenkastens einfügte, damit keine Brut in die Zellen kommen -konnte, und stellte sodann, um die Bienen genau beobachten -zu können, dieses Stöckchen in ein Fenster auf meinen -Boden. Des Nachmittags um 6 Uhr gab ich den Bienen -12 Loth aus zugespundeten Zellen ausgelaufenen Honig, -der also ganz die Consistenz des fertigen Honigs hatte. Dieser<span class="pagenum" id="Page312">[312]</span> -war am andern Morgen von den Bienen aufgeleckt. -Am 30sten August des Abends gab ich den Bienen wieder -12 Loth, der am andern Morgen ebenfalls aufgeleckt war; -es lagen aber auch schon einige Wachsblättchen auf dem durchlöcherten -Papiere, womit ich den Honig bedeckt hatte. Am -31sten August und 1sten September erhielten die Bienen des -Abends 20 Loth und am 3ten September des Abends -14 Loth; in Summa also 1 Pfund 26 Loth Honig, der aus -Zellen, welche die Bienen schon zugespundet hatten, kalt ausgelaufen -war. Am 5ten September betäubte ich die Bienen, -indem ich sie durch Bovist herabfallen ließ. Ich zählte solche, -und fand 2765 Bienen; sie wogen 20 Loth. Nun wog ich -das Kästchen, dessen darin befindliche Waben sehr mit Honig -angefüllt, jedoch die Zellen noch nicht bedeckelt waren, bemerkte -mir das Gewicht und ließ nun von einem starken -Stocke den Honig auftragen, was in ein Paar Stunden geschehen -war. Ich wog jetzt das Kästchen wieder und fand, -daß es 24 Loth leichter geworden war; folglich hatten die -Bienen 24 Loth Honig von dem ihnen gegebenen 1 Pfund -26 Loth noch im Stocke gehabt. Nun brach ich die kleinen -Waben aus und fand, daß sie 1<sup>1</sup>⁄<sub>4</sub> Loth wogen. Ich ließ -die Bienen in einem andern Kästchen erwachen, welches mit -leeren Waben versehen war, und fütterte sie mit ganz ähnlichem -Honig. In den ersten paar Tagen verloren sie täglich -über 2 Loth an Gewicht, nachher aber jeden Tag 1 Loth, -was daher kam, daß der Darmkanal der Bienen in Folge -der Verdauung des vielen Honigs voll von Excrementen<span class="pagenum" id="Page313">[313]</span> -war, denn 1170 Bienen wiegen im Herbste, wenn sie -noch nicht lange eingesessen haben, 8 Loth; mithin müßten -2765 Bienen etwa 18 Loth wiegen. Sie wogen aber 20 Loth -und hatten deßhalb 2 Loth Excremente bei sich, denn ihre -Honigblasen waren leer. Des Nachts verminderte sich das -Gewicht des Stöckchens gar nicht, weil der wenige Honig, -den die Bienen im Stöckchen hatten, und weil derselbe schon -die nöthige Consistenz erlangt hatte, keinen merkbaren Verlust -des Gewichts durch das Verdunsten erlitt und die Bienen -keine Excremente von sich geben konnten; daher geschah -die Verminderung des Gewichts nur jedesmal von des Morgens -bis zum Abend. Hatten nun die Bienen in den 7 Tagen -7 Loth Honig zur Ernährung ihres Körpers bedurft, so -hatten sie zur Bildung von 1<sup>1</sup>⁄<sub>4</sub> Loth Wachs 27 Loth Honig -verbraucht, und mithin sind zur Bildung eines Pfundes -Wachses an 20 Pfund Honig nöthig. Daher kommt es auch, -daß die stärksten Schwärme bei der ergiebigsten Honigerndte, -wo andere Stöcke, die nicht zu bauen brauchen, oft in einem -Tage 3-4 Pfunde zunehmen, fast gar nicht schwerer werden, -obschon ihre Thätigkeit ohne Grenzen ist; es wird alles -Gewonnene zu Wachs verwendet. Es ist dieses ein -Wink für die Bienenhalter, den Wachsbau einzuschränken. -<span class="gesp2">Cnauf</span> empfahl dieses schon, obgleich ihm das eigentliche -Verhältniß unbekannt war. Von einem Loth Wachs können -die Bienen so viel Zellen bauen, daß sie darin 1 Pfund Honig -aufbewahren können.</p> - -<p>100 Wachsblättchen wiegen 0,024 Gramm, folglich gehen<span class="pagenum" id="Page314">[314]</span> -auf ein Kilogramm 4,166,666 Wachsblättchen, 50 Kilogramm -sind gleich 106 Pfund Cöllnisch Gewicht, 1 Pfund -gleich 32 Loth. Es gehen daher auf 1<sup>1</sup>⁄<sub>4</sub> Loth 81,367 -Wachsblättchen. Diese waren von 2765 Bienen in 6 Tagen -ausgeschwitzt worden; es kommen daher auf jede Biene -in 24 Stunden 5 Blättchen, und mithin bedarf die Biene -zur Bildung ihrer 8 Blättchen etwa 38 Stunden; was auch -mit meinen Beobachtungen sehr genau übereinstimmt. Die -ausgeschwitzten Wachsblättchen sind vollkommen so weiß, als -gut gebleichtes Wachs. Auch die Waben sind anfänglich -ganz weiß, sie werden aber durch den Honig und besonders -durch den Blumenstaub gelb gefärbt. Sowie es anfängt kalt -zu werden, ziehen sich die Bienen in dem Stocke unter dem -Honig zusammen und zehren nun von ihrem Vorrathe.</p> - -<p>S. 54. Viele glauben, die Bienen hätten einen Winterschlaf; -allein dieses ist ganz falsch. Die Bienen sind den ganzen -Winter über munter; es bleibt immer warm in ihrem Stocke, -durch die Wärme, welche sie selbst entwickeln. Je mehr Bienen -in einem Stocke sind, desto mehr Wärme wird entwickelt, -und deßhalb können starke Stöcke der heftigsten Kälte trotzen. -Ich hatte den Fall, daß ich vergessen hatte, einem Stocke, -welchem ich im Juli zur Verminderung der Hitze ein durchlöchertes -Blech auf das sehr weite Stopfenloch geheftet hatte, -dieses im Herbste abzunehmen; und obschon der Winter ungemein -heftig war, und die Kälte mehrere Tage über -18° -betrug, kam dieser Stock doch sehr gut durch den Winter; -ich hatte aber im Herbste zu diesem Stocke das Volk von<span class="pagenum" id="Page315">[315]</span> -2 anderen Stöcken gethan! Wird die Kälte sehr heftig, so fangen -die Bienen an zu brausen; dadurch wird der Respirationsproceß -erhöht, und die Wärmeentwicklung vermehrt. -Sperrt man im Sommer Bienen ohne Königin in einen -Glaskasten, so werden diese unruhig und fangen an zu brausen; -dadurch entwickelt sich eine solche Hitze, daß die Glasscheiben -ganz heiß werden. Oeffnet man in diesem Falle -nicht das Flugloch, oder sucht den Bienen mehr Luft zu -verschaffen, und durch Wasser die Glasscheiben abzukühlen, -so ersticken die Bienen bald.</p> - - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des Bienenwachses</span>.</p> - -<table class="note5to43" summary="Bienenwachs"> - -<tr> -<th> </th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Gay-L. u.<br /> -<span class="nowrap">Thén.<a id="FNanchor36"></a><a href="#Footnote36" class="fnanchor">[F36]</a></span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="nowrap">Saussure<a id="FNanchor37"></a><a -href="#Footnote37" class="fnanchor">[F37]</a></span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="nowrap">Opperm.<a id="FNanchor38"></a><a -href="#Footnote38" class="fnanchor">[F38]</a>*</span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="nowrap">Ettl.<a id="FNanchor39"></a><a -href="#Footnote39" class="fnanchor">[F39]</a>*</span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="nowrap">Heß<a id="FNanchor40"></a><a -href="#Footnote40" class="fnanchor">[F40]</a></span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>20</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>40</sub><span class="antiqua">O</span></th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">81</td> -<td class="left padl0 padr1">,784</td> -<td class="right padl1 padr0">81</td> -<td class="left padl0 padr1">,607</td> -<td class="right padl1 padr0">81</td> -<td class="left padl0 padr1">,291</td> -<td class="right padl1 padr0">81</td> -<td class="left padl0 padr1">,15</td> -<td class="right padl1 padr0">81</td> -<td class="left padl0 padr1">,52</td> -<td class="right padl1 padr0">81</td> -<td class="left padl0 padr1">,38</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">12</td> -<td class="left padl0 padr1">,672</td> -<td class="right padl1 padr0">13</td> -<td class="left padl0 padr1">,859</td> -<td class="right padl1 padr0">14</td> -<td class="left padl0 padr1">,073</td> -<td class="right padl1 padr0">13</td> -<td class="left padl0 padr1">,75</td> -<td class="right padl1 padr0">13</td> -<td class="left padl0 padr1">,23</td> -<td class="right padl1 padr0">13</td> -<td class="left padl0 padr1">,28</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">5</td> -<td class="left padl0 padr1">,544</td> -<td class="right padl1 padr0">4</td> -<td class="left padl0 padr1">,534</td> -<td class="right padl1 padr0">4</td> -<td class="left padl0 padr1">,636</td> -<td class="right padl1 padr0">5</td> -<td class="left padl0 padr1">,09</td> -<td class="right padl1 padr0">5</td> -<td class="left padl0 padr1">,25</td> -<td class="right padl1 padr0">5</td> -<td class="left padl0 padr1">,34</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote36"><a href="#FNanchor36"><span class="label">[36]</span></a> -<span class="antiqua">Traité de Chim. par Thénard,</span> -6<span class="antiqua"><sup class="lg">me</sup> éd. IV. p.</span> 477.</p> - -<p id="Footnote37"><a href="#FNanchor37"><span class="label">[37]</span></a> -<span class="antiqua">Ann. de Chim. et de Phys. T. XIII. p.</span> 310.</p> - -<p id="Footnote38"><a href="#FNanchor38"><span class="label">[38]</span></a> -<span class="antiqua">Ibid. T. XLIX. p.</span> 224.</p> - -<p id="Footnote39"><a href="#FNanchor39"><span class="label">[39]</span></a> -Annal. der Pharm. Bd. <span class="antiqua">II</span>. S. 267.</p> - -<p id="Footnote40"><a href="#FNanchor40"><span class="label">[40]</span></a> -<span class="antiqua">Ibid.</span> Bd. <span class="antiqua">XXVII.</span> S. 6.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p><span class="pagenum" id="Page316">[316]</span></p> - -<p class="anhangnote" id="Endnote21"><a href="#ENanchor21">Note 21</a>. <a href="#Page106">S. 106</a>.</p> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung der Cyanursäure, des Cyamelids und des -Cyansäurehydrats, nach den Analysen von</span><br /> -<span class="fsize80">Wöhler und Liebig<a id="FNanchor41"></a><a href="#Footnote41" class="fnanchor">[F41]</a></span>*</p> - -<table class="note5to43" summary="Cyanursure etc."> - -<tr> -<th rowspan="3"> </th> -<th class="center">Cyanursäure, Cyamelid, Cyansäurehydrat</th> -</tr> - -<tr> -<th class="horbrace bl bb br"> </th> -</tr> - -<tr> -<th class="vertline">╵</th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="center">28,19</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="center"> 2,30</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="center">32,63</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="center">36,87</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote41"><a href="#FNanchor41"><span class="label">[41]</span></a> -Poggend. Annal. Bd. <span class="antiqua">XX</span>. S. 375 u. s. f.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p class="anhangnote" id="Endnote22"><a href="#ENanchor22">Note 22</a>. <a href="#Page106">Seite 106</a>.</p> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des Aldehyds, Metaldehyds, -<span class="nowrap">Elaldehyds<a id="FNanchor42"></a><a href="#Footnote42" class="fnanchor">[F42]</a></span></span>.</p> - -<table class="note5to43" summary="Aldehyd etc."> - -<tr> -<th rowspan="4"> </th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Al-<br />dehyd</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Metal-<br />dehyd</th> -<th colspan="4" class="center padl1 padr1">Elal-<br />dehyd</th> -<th rowspan="4" colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /> -<span class="antiqua">C</span><sub>4</sub><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Liebig*</th> -<th colspan="6" class="center padl1 padr1 fsize80">Fehling*</th> -</tr> - -<tr> -<th rowspan="2" colspan="2"> </th> -<th colspan="6" class="vertline">╷</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="6" class="horbrace bl bt br"> </th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">55</td> -<td class="left padl0 padr1">,024</td> -<td class="right padl1 padr0">54</td> -<td class="left padl0 padr1">,511</td> -<td class="right padl1 padr0">54</td> -<td class="left padl0 padr1">,620</td> -<td class="right padl1 padr0">54</td> -<td class="left padl0 padr1">,467</td> -<td class="right padl1 padr0">55</td> -<td class="left padl0 padr1">,024</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">8</td> -<td class="left padl0 padr1">,983</td> -<td class="right padl1 padr0">9</td> -<td class="left padl0 padr1">,054</td> -<td class="right padl1 padr0">9</td> -<td class="left padl0 padr1">,248</td> -<td class="right padl1 padr0">9</td> -<td class="left padl0 padr1">,075</td> -<td class="right padl1 padr0">8</td> -<td class="left padl0 padr1">,983</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">35</td> -<td class="left padl0 padr1">,993</td> -<td class="right padl1 padr0">36</td> -<td class="left padl0 padr1">,435</td> -<td class="right padl1 padr0">36</td> -<td class="left padl0 padr1">,132</td> -<td class="right padl1 padr0">36</td> -<td class="left padl0 padr1">,458</td> -<td class="right padl1 padr0">35</td> -<td class="left padl0 padr1">,993</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote42"><a href="#FNanchor42"><span class="label">[42]</span></a> -Ann. der Pharm. Bd <span class="antiqua">XIV</span>. S. 142 u. Bd. <span class="antiqua">XXVII</span>. S. 319.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p class="anhangnote" id="Endnote23"><a href="#ENanchor23">Note 23</a>. <a href="#Page107">Seite 107</a>.</p> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des Proteins</span>.</p> - -<table class="note5to43" summary="Protein"> - -<tr> -<th rowspan="5"> </th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">aus<br />Krystal-<br />linse</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">aus<br />Albumin</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">aus<br />Fibrin</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="6" class="center padl1 padr1"><span class="nowrap"><span class="fsize80">Scherer</span><a id="FNanchor43"></a><a -href="#Footnote43" class="fnanchor">[F43]</a>*</span></th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="6" class="vertline">╷</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="6" class="horbrace bl bt br"> </th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">I.</span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">II.</span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">III.</span></th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">55</td> -<td class="left padl0 padr1">,300</td> -<td class="right padl1 padr0">55</td> -<td class="left padl0 padr1">,160</td> -<td class="right padl1 padr0">54</td> -<td class="left padl0 padr1">,848</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,940</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,055</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,959</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">16</td> -<td class="left padl0 padr1">,216</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,966</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,847</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">21</td> -<td class="left padl0 padr1">,544</td> -<td class="right padl1 padr0">21</td> -<td class="left padl0 padr1">,819</td> -<td class="right padl1 padr0">22</td> -<td class="left padl0 padr1">,346</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote43"><a href="#FNanchor43"><span class="label">[43]</span></a> -Annal. der Chem. u. Pharm. Bd. <span class="antiqua">XL</span>. S. 43.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p><span class="pagenum" id="Page317">[317]</span></p> - -<table class="note5to43" summary="Protein"> - -<tr> -<th rowspan="6"> </th> -<th colspan="11" class="center fsize80">Scherer*</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="11" class="vertline">╷</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="11" class="horbrace bl bt br"> </th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="4" class="center padl1 padr1">aus Haaren</th> -<th rowspan="3" class="zerowidth"> </th> -<th colspan="4" class="center padl1 padr1">aus Horn</th> -<th rowspan="3" colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>48</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>72</sub><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub><span class="antiqua">O</span><sub>14</sub></th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="4" class="vertline">╷</th> -<th colspan="4" class="vertline">╷</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="4" class="horbrace bl bt br"> </th> -<th colspan="4" class="horbrace bl bt br"> </th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">54</td> -<td class="left padl0 padr1">,746</td> -<td class="right padl1 padr0">55</td> -<td class="left padl0 padr1">,150</td> -<td rowspan="4" class="zerowidth"> </td> -<td class="right padl1 padr0">55</td> -<td class="left padl0 padr1">,408</td> -<td class="right padl1 padr0">54</td> -<td class="left padl0 padr1">,291</td> -<td class="right padl1 padr0">55</td> -<td class="left padl0 padr1">,742</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,129</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,197</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,238</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,082</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,827</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,727</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,727</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,593</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,593</td> -<td class="right padl1 padr0">16</td> -<td class="left padl0 padr1">,143</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">22</td> -<td class="left padl0 padr1">,398</td> -<td class="right padl1 padr0">21</td> -<td class="left padl0 padr1">,926</td> -<td class="right padl1 padr0">21</td> -<td class="left padl0 padr1">,761</td> -<td class="right padl1 padr0">23</td> -<td class="left padl0 padr1">,034</td> -<td class="right padl1 padr0">21</td> -<td class="left padl0 padr1">,288</td> -</tr> - -</table> - -<table class="note5to43" summary="Protein"> - -<tr> -<th rowspan="4"> </th> -<th colspan="2" class="center padr1">aus<br />Pflanzen-<br />eiweiß</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">aus<br />Fibrin</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">aus<br />Albumin</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">aus<br />Käse</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="8" class="center"><span class="nowrap"><span class="fsize80">Mulder</span><a id="FNanchor44"></a><a -href="#Footnote44" class="fnanchor">[F44]</a></span></th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="8" class="vertline">╷</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="8" class="horbrace bl bt br"> </th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">54</td> -<td class="left padl0 padr1">,99</td> -<td class="right padl1 padr0">55</td> -<td class="left padl0 padr1">,44</td> -<td class="right padl1 padr0">55</td> -<td class="left padl0 padr1">,30</td> -<td class="right padl1 padr0">55</td> -<td class="left padl0 padr1">,159</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,87</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,95</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,94</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,176</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,66</td> -<td class="right padl1 padr0">16</td> -<td class="left padl0 padr1">,05</td> -<td class="right padl1 padr0">16</td> -<td class="left padl0 padr1">,02</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,857</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">22</td> -<td class="left padl0 padr1">,48</td> -<td class="right padl1 padr0">21</td> -<td class="left padl0 padr1">,56</td> -<td class="right padl1 padr0">21</td> -<td class="left padl0 padr1">,74</td> -<td class="right padl1 padr0">21</td> -<td class="left padl0 padr1">,808</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote44"><a href="#FNanchor44"><span class="label">[44]</span></a> -Annal. der Pharm. Bd. <span class="antiqua">XXVIII.</span> S. 75.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p class="anhangnote" id="Endnote24"><a href="#ENanchor24">Note 24</a>. <a href="#Page109">Seite 109</a>.</p> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des Albumins aus dem Dotter -und Weißen des <span class="nowrap">Ei’s</span><a id="FNanchor45"></a><a href="#Footnote45" -class="fnanchor">[F45]</a></span>.</p> - -<table class="note5to43" summary="Protein aus Eier"> - -<tr> -<th rowspan="5" colspan="3"> </th> -<th colspan="4" class="center padl1 padr1">aus<br />Eigelb</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">aus<br />Eiweiß</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="4" class="center padl1 padr1 fsize80">Jones*</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Scherer*</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="4" class="vertline">╷</th> -<th rowspan="3" colspan="2"> </th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="4" class="horbrace bl bt br"> </th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">I.</span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">II.</span></th> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">53</td> -<td class="left padl0 padr1">,72</td> -<td class="right padl1 padr0">53</td> -<td class="left padl0 padr1">,45</td> -<td class="right padl1 padr0">55</td> -<td class="left padl0 padr1">,000</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,55</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,66</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,073</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">13</td> -<td class="left padl0 padr1">,60</td> -<td class="right padl1 padr0">13</td> -<td class="left padl0 padr1">,34</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,920</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td rowspan="3" class="brace bt br bb"> </td> -<td rowspan="3" class="brace padl0">-</td> -<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">25</td> -<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,13</td> -<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">25</td> -<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,55</td> -<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">22</td> -<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,007</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Schwefel</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Phosphor</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote45"><a href="#FNanchor45"><span class="label">[45]</span></a> -Annal. der Chem. u. Pharm. Bd. <span class="antiqua">XL.</span> S. 36 u. 67.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p><span class="pagenum" id="Page318">[318]</span></p> - -<p class="anhangnote" id="Endnote25"><a href="#ENanchor25">Note 25</a>. <a href="#Page113">Seite 113</a>.</p> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung der Milchsäure</span>.</p> - -<table class="note5to43" summary="Milchsaure"> - -<tr> -<th> </th> -<th colspan="2" class="center"><span class="antiqua">C</span><sub>6</sub><span class="antiqua">H</span><sub>10</sub><span -class="antiqua">O</span><sub>5</sub></th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">44</td> -<td class="left padl0 padr1">,90</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,11</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">48</td> -<td class="left padl0 padr1">,99</td> -</tr> - -</table> - -<p class="anhangnote" id="Endnote26"><a href="#ENanchor26">Note 26</a>. <a href="#Page117">Seite 117</a>.</p> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Gas aus dem Unterleib von Kühen, nach dem Genuß von -zu vielem Klee durch Punctur erhalten</span>:</p> - -<p class="center blankbefore2 fsize80"><span class="antiqua">a</span>) untersucht von <span class="gesp2">Lameyran</span> u. -<span class="gesp2">Frémy</span> <span class="antiqua">b</span>) von <span class="gesp2">Vogel</span> -<span class="antiqua">c</span>) von <span class="gesp2">Pflüger</span>.</p> - -<table class="note5to43" summary="Gas"> - -<tr> -<th rowspan="5"> </th> -<th class="center padl1 padr1">Luft</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">kohlen-<br />saures<br />Gas</th> -<th class="center padl1 padr1">brenn-<br />bares<br />Gas</th> -<th class="center padl1 padr1">Schwefel-<br />wasser-<br />stoff-<br />gas(?)</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="3" class="horbrace bl bb br"> </th> -<th rowspan="4" colspan="2"> </th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="3" class="vertline">╵</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="3" class="vertline">╷</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="3" class="horbrace bl bt br"> </th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3"><span class="antiqua">a</span>)</td> -<td class="right padr2">5</td> -<td class="center padl1 padr1">5</td> -<td class="center padl1 padr1">—</td> -<td class="center">15</td> -<td class="center padl1 padr1">80 Vol.</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3"><span class="antiqua">b</span>)</td> -<td class="right padr2">25</td> -<td class="center padl1 padr1">—</td> -<td class="center padl1 padr1">27</td> -<td class="center padl1 padr1">48</td> -<td class="center padl1 padr1">—</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3"><span class="antiqua">c</span>)</td> -<td class="center padl1 padr1">—</td> -<td class="center padl1 padr1">—</td> -<td class="center padl1 padr1">60</td> -<td class="center padl1 padr1">40</td> -<td class="center padl1 padr1">—</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3"><span class="antiqua">c</span>)</td> -<td class="center padl1 padr1">—</td> -<td class="center padl1 padr1">—</td> -<td class="center padl1 padr1">20</td> -<td class="center padl1 padr1">80</td> -<td class="center padl1 padr1">—</td> -</tr> - -</table> - -<p class="anhangnote" id="Endnote27"><a href="#ENanchor27">Note 27</a>. <a href="#Page120">Seite 120</a>.</p> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Magendie fand in dem Magen und den Eingeweiden -Hingerichteter</span>:</p> - -<p class="noindent fsize90 blankbefore1">bei einem Individuum <span class="antiqua">a</span>) welches eine Stunde, -<span class="antiqua">b</span>) bei einem zweiten Individuum, -welches 2 Stunden und <span class="antiqua">c</span>) bei einem dritten Individuum, welches -4 Stunden vor der Hinrichtung eine leichte Mahlzeit zu sich genommen hatte,</p> - -<table class="note5to43" summary="Hingerichtete"> - -<tr> -<th rowspan="2" colspan="4"> </th> -<th colspan="10" class="center">in 100 Volum-Theilen befanden sich:</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Sauer-<br />stoff-<br />gas</th> -<th colspan="2"> </th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Stick-<br />gas</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">koh-<br />lens.<br />Gas</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">brenn-<br />b.<br />Gas</th> -</tr> - -<tr> -<td rowspan="3" class="center padl0 padr0"><span class="antiqua">a</span></td> -<td rowspan="3" class="brace padr0">-</td> -<td rowspan="3" class="brace bt bb bl"> </td> -<td class="left padr3">im Magen</td> -<td class="right padl1 padr0">11</td> -<td class="left padl0 padr1">,00</td> -<td class="center">Vol.</td> -<td class="center padl1 padr1">auf</td> -<td class="right padl1 padr0">71</td> -<td class="left padl0 padr1">,45</td> -<td class="right padl1 padr0">14</td> -<td class="left padl0 padr1">,00</td> -<td class="right padl1 padr0">3</td> -<td class="left padl0 padr1">,55</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">im Dünndarm</td> -<td class="right padl1 padr0">00</td> -<td class="left padl0 padr1">,00</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">„</td> -<td class="right padl1 padr0">20</td> -<td class="left padl0 padr1">,03</td> -<td class="right padl1 padr0">24</td> -<td class="left padl0 padr1">,39</td> -<td class="right padl1 padr0">55</td> -<td class="left padl0 padr1">,53</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">im dicken Darm</td> -<td class="right padl1 padr0">00</td> -<td class="left padl0 padr1">,00</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">„</td> -<td class="right padl1 padr0">51</td> -<td class="left padl0 padr1">,03</td> -<td class="right padl1 padr0">43</td> -<td class="left padl0 padr1">,50</td> -<td class="right padl1 padr0">5</td> -<td class="left padl0 padr1">,47</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="14" class="thinline"> </td> -</tr> - -<tr> -<td rowspan="3" class="center padl0 padr0"><span class="antiqua">b</span></td> -<td rowspan="3" class="brace padr0">-</td> -<td rowspan="3" class="brace bt bb bl"> </td> -<td class="left padr3">im Magen</td> -<td class="right padl1 padr0">00</td> -<td class="left padl0 padr1">,00</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">„</td> -<td class="right padl1 padr0">00</td> -<td class="left padl0 padr1">,00</td> -<td class="right padl1 padr0">00</td> -<td class="left padl0 padr1">,00</td> -<td class="right padl1 padr0">00</td> -<td class="left padl0 padr1">,00</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">im Dünndarm</td> -<td class="right padl1 padr0">00</td> -<td class="left padl0 padr1">,00</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">„</td> -<td class="right padl1 padr0">8</td> -<td class="left padl0 padr1">,85</td> -<td class="right padl1 padr0">40</td> -<td class="left padl0 padr1">,00</td> -<td class="right padl1 padr0">51</td> -<td class="left padl0 padr1">,15</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">im Dickdarm</td> -<td class="right padl1 padr0">00</td> -<td class="left padl0 padr1">,00</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">„</td> -<td class="right padl1 padr0">18</td> -<td class="left padl0 padr1">,4</td> -<td class="right padl1 padr0">70</td> -<td class="left padl0 padr1">,00</td> -<td class="right padl1 padr0">11</td> -<td class="left padl0 padr1">,6</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="14" class="thinline"> </td> -</tr> - -<tr> -<td rowspan="3" class="center padl0 padr0"><span class="antiqua">c</span></td> -<td rowspan="3" class="brace padr0">-</td> -<td rowspan="3" class="brace bt bb bl"> </td> -<td class="left padr3">im Magen<span class="pagenum" id="Page319">[319]</span></td> -<td class="right padl1 padr0">00</td> -<td class="left padl0 padr1">,00</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">„</td> -<td class="right padl1 padr0">00</td> -<td class="left padl0 padr1">,00</td> -<td class="right padl1 padr0">00</td> -<td class="left padl0 padr1">,00</td> -<td class="right padl1 padr0">00</td> -<td class="left padl0 padr1">,00</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">im Dünndarm</td> -<td class="right padl1 padr0">00</td> -<td class="left padl0 padr1">,00</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">„</td> -<td class="right padl1 padr0">66</td> -<td class="left padl0 padr1">,6</td> -<td class="right padl1 padr0">25</td> -<td class="left padl0 padr1">,0</td> -<td class="right padl1 padr0">8</td> -<td class="left padl0 padr1">,4</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">im Mastdarm</td> -<td class="right padl1 padr0">00</td> -<td class="left padl0 padr1">,00</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center">„</td> -<td class="right padl1 padr0">45</td> -<td class="left padl0 padr1">,96</td> -<td class="right padl1 padr0">42</td> -<td class="left padl0 padr1">,86</td> -<td class="right padl1 padr0">11</td> -<td class="left padl0 padr1">,18</td> -</tr> - -</table> - -<p class="anhangnote" id="Endnote28"><a href="#ENanchor28">Note 28</a>. <a href="#Page127">S. 127</a>.</p> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des Thieralbumins</span>.</p> - -<table class="note5to43" summary="Thieralbumin"> - -<tr> -<th rowspan="5" colspan="3"> </th> -<th colspan="6" class="center padl1 padr1">aus Blutserum</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">aus Eiern</th> -<th rowspan="5" class="zerowidth"> </th> -<th colspan="4" class="center padl1 padr1">aus Eigelb</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="8" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Scherer</span><a -id="FNanchor46"></a><a href="#Footnote46" class="fnanchor">[F46]</a>*</th> -<th colspan="4" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Jones</span><a -id="FNanchor47"></a><a href="#Footnote47" class="fnanchor">[F47]</a>*</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="8" class="vertline">╷</th> -<th colspan="4" class="vertline">╷</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="8" class="horbrace bl bt br"> </th> -<th colspan="4" class="horbrace bl bt br"> </th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">I.</span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">II.</span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">III.</span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">IV.</span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">V.</span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">VI.</span></th> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">53</td> -<td class="left padl0 padr1">,850</td> -<td class="right padl1 padr0">55</td> -<td class="left padl0 padr1">,461</td> -<td class="right padl1 padr0">55</td> -<td class="left padl0 padr1">,097</td> -<td class="right padl1 padr0">55</td> -<td class="left padl0 padr1">,000</td> -<td rowspan="6" class="zerowidth"> </td> -<td class="right padl1 padr0">53</td> -<td class="left padl0 padr1">,72</td> -<td class="right padl1 padr0">53</td> -<td class="left padl0 padr1">,45</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,983</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,201</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,880</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,073</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,55</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,66</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,673</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,673</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,681</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,920</td> -<td class="right padl1 padr0">13</td> -<td class="left padl0 padr1">,60</td> -<td class="right padl1 padr0">13</td> -<td class="left padl0 padr1">,34</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td rowspan="3" class="brace bt br bb"> </td> -<td rowspan="3" class="brace padl0">-</td> -<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">23</td> -<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,494</td> -<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">21</td> -<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,655</td> -<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">22</td> -<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,342</td> -<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">22</td> -<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,007</td> -<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">25</td> -<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,13</td> -<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">25</td> -<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,55</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Schwefel</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Phosphor</td> -</tr> - -</table> - -<p>In den Analysen <span class="antiqua">V.</span> u. <span class="antiqua">VI.</span> ist das Verhältniß des Stickstoffs zum -Kohlenstoff gleich 1 : 8.</p> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote46"><a href="#FNanchor46"><span class="label">[46]</span></a> -Annal. der Chem. u. Pharm. Bd. <span class="antiqua">XL.</span> S. 36.</p> - -<p id="Footnote47"><a href="#FNanchor47"><span class="label">[47]</span></a> Ebendas. S. 67.</p> - -</div><!--footnote--> - -<table class="note5to43" summary="Thieralbumin"> - -<tr> -<th rowspan="8" colspan="3"> </th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Jones*</th> -<th colspan="10" class="center padl1 padr1 fsize80">Scherer*</th> -</tr> - -<tr> -<th rowspan="2" colspan="2"> </th> -<th colspan="12" class="vertline">╷</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="12" class="horbrace bl bt br"> </th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="12" class="center">Albumin aus</th> -</tr> - -<tr> -<th rowspan="3" colspan="2" class="center padl1 padr1">Gehirn-<br />albumin</th> -<th rowspan="3" colspan="2" class="center padl1 padr1">Hydro-<br />cele</th> -<th rowspan="3" colspan="2" class="center padl1 padr1">Con-<br />gestions-<br />absceß</th> -<th colspan="4" class="center padl1 padr1">Eiter</th> -<th rowspan="3" colspan="2" class="center padl1 padr1">hydro-<br />pisch.<br />Flüss.</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="4" class="vertline">╷</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="4" class="horbrace bl bt br"> </th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">VII.</span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">VIII.</span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">IX.</span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">X.</span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">XI.</span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">XII.</span></th> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">55</td> -<td class="left padl0 padr1">,50</td> -<td class="right padl1 padr0">54</td> -<td class="left padl0 padr1">,921</td> -<td class="right padl1 padr0">54</td> -<td class="left padl0 padr1">,757</td> -<td class="right padl1 padr0">54</td> -<td class="left padl0 padr1">,663</td> -<td class="right padl1 padr0">54</td> -<td class="left padl0 padr1">,101</td> -<td class="right padl1 padr0">54</td> -<td class="left padl0 padr1">,302</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,19</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,077</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,171</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,022</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,947</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,176</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">16</td> -<td class="left padl0 padr1">,31</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,465</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,848</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,839</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,660</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,717</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td rowspan="3" class="brace bt br bb"> </td> -<td rowspan="3" class="brace padl0">-</td> -<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">21</td> -<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,00</td> -<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">22</td> -<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,537</td> -<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">22</td> -<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,224</td> -<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">22</td> -<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,476</td> -<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">23</td> -<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,292</td> -<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">22</td> -<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,805</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Schwefel</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Phosphor</td> -</tr> - -</table> - -<p><span class="pagenum" id="Page320">[320]</span></p> - -<table class="note5to43" summary="Thieralbumin"> - -<tr> -<th> </th> -<th colspan="2" class="center"><span class="fsize80">Mulder</span><a id="FNanchor48"></a><a -href="#Footnote48" class="fnanchor">[F48]</a></th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">54</td> -<td class="left padl0 padr1">,84</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,09</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,83</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">21</td> -<td class="left padl0 padr1">,23</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Schwefel</td> -<td class="right padl1 padr0">0</td> -<td class="left padl0 padr1">,68</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Phosphor</td> -<td class="right padl1 padr0">0</td> -<td class="left padl0 padr1">,33</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote48"><a href="#FNanchor48"><span class="label">[48]</span></a> -Annal. der Pharm. Bd. <span class="antiqua">XXVIII.</span> S. 74.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des Thierfibrins</span>.</p> - -<table class="note5to43" summary="Thierfibrin"> - -<tr> -<th rowspan="4" colspan="3" class="fsize80"> </th> -<th colspan="14" class="center"><span class="fsize80">Scherer</span><a -id="FNanchor49"></a><a href="#Footnote49" class="fnanchor">[F49]</a>*</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="14" class="vertline">╷</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="14" class="horbrace bl bt br"> </th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">I.</span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">II.</span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">III.</span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">IV.</span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">V.</span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">VI.</span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">VII.</span></th> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">53</td> -<td class="left padl0 padr1">,671</td> -<td class="right padl1 padr0">54</td> -<td class="left padl0 padr1">,454</td> -<td class="right padl1 padr0">55</td> -<td class="left padl0 padr1">,002</td> -<td class="right padl1 padr0">54</td> -<td class="left padl0 padr1">,967</td> -<td class="right padl1 padr0">53</td> -<td class="left padl0 padr1">,471</td> -<td class="right padl1 padr0">54</td> -<td class="left padl0 padr1">,686</td> -<td class="right padl1 padr0">54</td> -<td class="left padl0 padr1">,844</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,878</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,069</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,216</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,867</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,895</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,835</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,219</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,763</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,762</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,817</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,913</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,720</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,720</td> -<td class="right padl1 padr0">16</td> -<td class="left padl0 padr1">,065</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td rowspan="3" class="brace bt br bb"> </td> -<td rowspan="3" class="brace padl0">-</td> -<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">23</td> -<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,688</td> -<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">22</td> -<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,715</td> -<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">21</td> -<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,965</td> -<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">22</td> -<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,244</td> -<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">23</td> -<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,814</td> -<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">22</td> -<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,759</td> -<td rowspan="3" class="right padl1 padr0">21</td> -<td rowspan="3" class="left padl0 padr1">,872</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Schwefel</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Phosphor</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote49"><a href="#FNanchor49"><span class="label">[49]</span></a> -Annal. der Chemie u. Pharm. Bd. <span class="antiqua">XL.</span> S. 33.</p> - -</div><!--footnote--> - -<table class="note5to43" summary="Thierfibrin"> - -<tr> -<th> </th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Mulder</span><a -id="FNanchor50"></a><a href="#Footnote50" class="fnanchor">[F50]</a></th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">54</td> -<td class="left padl0 padr1">,56</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,90</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,72</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">22</td> -<td class="left padl0 padr1">,13</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Schwefel</td> -<td class="right padl1 padr0">0</td> -<td class="left padl0 padr1">,33</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Phosphor</td> -<td class="right padl1 padr0">0</td> -<td class="left padl0 padr1">,36</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote50"><a href="#FNanchor50"><span class="label">[50]</span></a> -Annal. der Pharm. Bd. <span class="antiqua">XXIII.</span> S. 74.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p>Ueber die Zusammensetzung des Thier-Caseins vergl. <a href="#Endnote9">Note 9</a>.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page321">[321]</span></p> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung der leimgebenden Gewebe</span>.</p> - -<table class="note5to43" summary="leimgebende Gewebe"> - -<tr> -<th rowspan="6"> </th> -<th colspan="10" class="center"><span class="fsize80">Scherer</span><a id="FNanchor51"></a><a href="#Footnote51" -class="fnanchor">[F51]</a>*</th> -<th rowspan="6" colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>48</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>82</sub><span class="antiqua">N</span><sub>15</sub><span class="antiqua">O</span><sub>18</sub></th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="10" class="vertline">╷</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="10" class="horbrace bl bt br"> </th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Hausen-<br />blase</th> -<th colspan="6" class="center padl1 padr1">Kalbsfußsehnen</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Scle-<br />rotica</th> -</tr> - -<tr> -<th rowspan="2" colspan="2"> </th> -<th colspan="6" class="vertline">╷</th> -<th rowspan="2" colspan="2"> </th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="6" class="horbrace bl bt br"> </th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">50</td> -<td class="left padl0 padr1">,557</td> -<td class="right padl1 padr0">49</td> -<td class="left padl0 padr1">,563</td> -<td class="right padl1 padr0">50</td> -<td class="left padl0 padr1">,960</td> -<td class="right padl1 padr0">50</td> -<td class="left padl0 padr1">,774</td> -<td class="right padl1 padr0">50</td> -<td class="left padl0 padr1">,995</td> -<td class="right padl1 padr0">50</td> -<td class="left padl0 padr1">,207</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,903</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,148</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,188</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,152</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,075</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,001</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">18</td> -<td class="left padl0 padr1">,790</td> -<td class="right padl1 padr0">18</td> -<td class="left padl0 padr1">,470</td> -<td class="right padl1 padr0">18</td> -<td class="left padl0 padr1">,320</td> -<td class="right padl1 padr0">18</td> -<td class="left padl0 padr1">,320</td> -<td class="right padl1 padr0">18</td> -<td class="left padl0 padr1">,723</td> -<td class="right padl1 padr0">18</td> -<td class="left padl0 padr1">,170</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">23</td> -<td class="left padl0 padr1">,750</td> -<td class="right padl1 padr0">24</td> -<td class="left padl0 padr1">,819</td> -<td class="right padl1 padr0">23</td> -<td class="left padl0 padr1">,532</td> -<td class="right padl1 padr0">23</td> -<td class="left padl0 padr1">,754</td> -<td class="right padl1 padr0">23</td> -<td class="left padl0 padr1">,207</td> -<td class="right padl1 padr0">24</td> -<td class="left padl0 padr1">,622</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote51"><a href="#FNanchor51"><span class="label">[51]</span></a> -Annal. der Chem. u. Pharm. Bd. <span class="antiqua">XL.</span> S. 46.</p> - -</div><!--footnote--> - -<table class="note5to43" summary="leimgebende Gewebe"> - -<tr> -<th rowspan="3"> </th> -<th colspan="4" class="center fsize80">Mulder</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="4" class="vertline">╷</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="4" class="horbrace bl bt br"> </th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">50</td> -<td class="left padl0 padr1">,048</td> -<td class="right padl1 padr0">50</td> -<td class="left padl0 padr1">,048</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,477</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,643</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">18</td> -<td class="left padl0 padr1">,350</td> -<td class="right padl1 padr0">18</td> -<td class="left padl0 padr1">,388</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">25</td> -<td class="left padl0 padr1">,125</td> -<td class="right padl1 padr0">24</td> -<td class="left padl0 padr1">,921</td> -</tr> - -</table> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung der Chondrin-gebenden -Gewebe</span>.</p> - -<table class="note5to43" summary="Chondrin"> - -<tr> -<th rowspan="6"> </th> -<th colspan="4" class="center padl1 padr1">Kalbsrippen-<br />knorpel</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Cornea</th> -<th rowspan="6" colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>48</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>80</sub><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub><span class="antiqua">O</span><sub>20</sub></th> -<th rowspan="3" colspan="2"> </th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="4" class="vertline">╷</th> -<th rowspan="2" colspan="2"> </th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="4" class="horbrace bl bt br"> </th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="6" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Scherer</span><a -id="FNanchor52"></a><a href="#Footnote52" class="fnanchor">[F52]</a>*</th> -<th colspan="4" class="center padl1 padr1 fsize80">Mulder</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="6" class="vertline">╷</th> -<th rowspan="2" colspan="2"> </th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="6" class="horbrace bl bt br"> </th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">49</td> -<td class="left padl0 padr1">,496</td> -<td class="right padl1 padr0">50</td> -<td class="left padl0 padr1">,895</td> -<td class="right padl1 padr0">49</td> -<td class="left padl0 padr1">,522</td> -<td class="right padl1 padr0">50</td> -<td class="left padl0 padr1">,745</td> -<td class="right padl1 padr0">50</td> -<td class="left padl0 padr1">,607</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,133</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,962</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,097</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,904</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,578</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">14</td> -<td class="left padl0 padr1">,908</td> -<td class="right padl1 padr0">14</td> -<td class="left padl0 padr1">,908</td> -<td class="right padl1 padr0">14</td> -<td class="left padl0 padr1">,399</td> -<td class="right padl1 padr0">14</td> -<td class="left padl0 padr1">,692</td> -<td class="right padl1 padr0">14</td> -<td class="left padl0 padr1">,437</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">28</td> -<td class="left padl0 padr1">,463</td> -<td class="right padl1 padr0">27</td> -<td class="left padl0 padr1">,235</td> -<td class="right padl1 padr0">28</td> -<td class="left padl0 padr1">,982</td> -<td class="right padl1 padr0">27</td> -<td class="left padl0 padr1">,659</td> -<td class="right padl1 padr0">28</td> -<td class="left padl0 padr1">,378</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote52"><a href="#FNanchor52"><span class="label">[52]</span></a> -Annal. der Chem. u. Pharm. Bd. <span class="antiqua">XL.</span> S. 49.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p><span class="pagenum" id="Page322">[322]</span></p> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung der mittleren Arterienhaut</span>.</p> - -<table class="note5to43" summary="Arterienhaut"> - -<tr> -<th rowspan="4"> </th> -<th colspan="4" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Scherer</span><a id="FNanchor53"></a><a -href="#Footnote53" class="fnanchor">[F53]</a>*</th> -<th rowspan="4" colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>48</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>76</sub><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub><span class="antiqua">O</span><sub>16</sub></th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="4" class="vertline">╷</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="4" class="horbrace bl bt br"> </th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="2" class="center fsize80"><span class="antiqua">I.</span></th> -<th colspan="2" class="center fsize80"><span class="antiqua">II.</span></th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">53</td> -<td class="left padl0 padr1">,750</td> -<td class="right padl1 padr0">53</td> -<td class="left padl0 padr1">,393</td> -<td class="right padl1 padr0">53</td> -<td class="left padl0 padr1">,91</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,079</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,973</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,96</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,360</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,360</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,60</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">23</td> -<td class="left padl0 padr1">,811</td> -<td class="right padl1 padr0">24</td> -<td class="left padl0 padr1">,274</td> -<td class="right padl1 padr0">23</td> -<td class="left padl0 padr1">,53</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote53"><a href="#FNanchor53"><span class="label">[53]</span></a> -Annal. d. Chem. u. Pharm. Bd. <span class="antiqua">XL.</span> S. 51.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung der Horngebilde</span>.</p> - -<table class="note5to43" summary="Horn"> - -<tr> -<th rowspan="4" colspan="3"> </th> -<th colspan="14" class="center"><span class="fsize80">Scherer</span><a id="FNanchor54"></a><a -href="#Footnote54" class="fnanchor">[F54]</a>*</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="14" class="vertline">╷</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="14" class="horbrace bl bt br"> </th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="4" class="center padl1 padr1">Oberhaut d.<br />Fußsohle</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Bart-<br />haare</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Kopf-<br />haare</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">blonde</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">braune</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">schwarze</th> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">51</td> -<td class="left padl0 padr1">,036</td> -<td class="right padl1 padr0">50</td> -<td class="left padl0 padr1">,752</td> -<td class="right padl1 padr0">51</td> -<td class="left padl0 padr1">,529</td> -<td class="right padl1 padr0">50</td> -<td class="left padl0 padr1">,652</td> -<td class="right padl1 padr0">49</td> -<td class="left padl0 padr1">,345</td> -<td class="right padl1 padr0">50</td> -<td class="left padl0 padr1">,622</td> -<td class="right padl1 padr0">49</td> -<td class="left padl0 padr1">,935</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,801</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,761</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,687</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,769</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,576</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,613</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,631</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">17</td> -<td class="left padl0 padr1">,225</td> -<td class="right padl1 padr0">17</td> -<td class="left padl0 padr1">,225</td> -<td class="right padl1 padr0">17</td> -<td class="left padl0 padr1">,936</td> -<td class="right padl1 padr0">17</td> -<td class="left padl0 padr1">,936</td> -<td class="right padl1 padr0">17</td> -<td class="left padl0 padr1">,936</td> -<td class="right padl1 padr0">17</td> -<td class="left padl0 padr1">,936</td> -<td class="right padl1 padr0">17</td> -<td class="left padl0 padr1">,936</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td rowspan="2" class="brace bt br bb"> </td> -<td rowspan="2" class="brace padl0">-</td> -<td rowspan="2" class="right padl1 padr0">24</td> -<td rowspan="2" class="left padl0 padr1">,938</td> -<td rowspan="2" class="right padl1 padr0">25</td> -<td rowspan="2" class="left padl0 padr1">,262</td> -<td rowspan="2" class="right padl1 padr0">23</td> -<td rowspan="2" class="left padl0 padr1">,848</td> -<td rowspan="2" class="right padl1 padr0">24</td> -<td rowspan="2" class="left padl0 padr1">,643</td> -<td rowspan="2" class="right padl1 padr0">26</td> -<td rowspan="2" class="left padl0 padr1">,143</td> -<td rowspan="2" class="right padl1 padr0">24</td> -<td rowspan="2" class="left padl0 padr1">,829</td> -<td rowspan="2" class="right padl1 padr0">25</td> -<td rowspan="2" class="left padl0 padr1">,498</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Schwefel</td> -</tr> - -</table> - -<table class="note5to43" summary="Horn"> - -<tr> -<th rowspan="3" colspan="3"> </th> -<th colspan="8" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Büffelhorn</span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Nägel</span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Wolle</span></th> -<th rowspan="3" colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>48</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>78</sub><span class="antiqua">N</span><sub>14</sub><span class="antiqua">O</span><sub>17</sub></th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="8" class="vertline">╷</th> -<th rowspan="2" colspan="4"> </th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="8" class="horbrace bl bt br"> </th> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">51</td> -<td class="left padl0 padr1">,990</td> -<td class="right padl1 padr0">51</td> -<td class="left padl0 padr1">,162</td> -<td class="right padl1 padr0">51</td> -<td class="left padl0 padr1">,620</td> -<td class="right padl1 padr0">51</td> -<td class="left padl0 padr1">,540</td> -<td class="right padl1 padr0">51</td> -<td class="left padl0 padr1">,089</td> -<td class="right padl1 padr0">50</td> -<td class="left padl0 padr1">,653</td> -<td class="right padl1 padr0">51</td> -<td class="left padl0 padr1">,718</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,717</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,597</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,754</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,779</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,824</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,029</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,860</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">17</td> -<td class="left padl0 padr1">,284</td> -<td class="right padl1 padr0">17</td> -<td class="left padl0 padr1">,284</td> -<td class="right padl1 padr0">17</td> -<td class="left padl0 padr1">,284</td> -<td class="right padl1 padr0">17</td> -<td class="left padl0 padr1">,284</td> -<td class="right padl1 padr0">16</td> -<td class="left padl0 padr1">,901</td> -<td class="right padl1 padr0">17</td> -<td class="left padl0 padr1">,710</td> -<td class="right padl1 padr0">17</td> -<td class="left padl0 padr1">,469</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td rowspan="2" class="brace bt br bb"> </td> -<td rowspan="2" class="brace padl0">-</td> -<td rowspan="2" class="right padl1 padr0">24</td> -<td rowspan="2" class="left padl0 padr1">,009</td> -<td rowspan="2" class="right padl1 padr0">24</td> -<td rowspan="2" class="left padl0 padr1">,957</td> -<td rowspan="2" class="right padl1 padr0">24</td> -<td rowspan="2" class="left padl0 padr1">,342</td> -<td rowspan="2" class="right padl1 padr0">24</td> -<td rowspan="2" class="left padl0 padr1">,397</td> -<td rowspan="2" class="right padl1 padr0">25</td> -<td rowspan="2" class="left padl0 padr1">,186</td> -<td rowspan="2" class="right padl1 padr0">24</td> -<td rowspan="2" class="left padl0 padr1">,608</td> -<td rowspan="2" class="right padl1 padr0">23</td> -<td rowspan="2" class="left padl0 padr1">,953</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Schwefel</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote54"><a href="#FNanchor54"><span class="label">[54]</span></a> -Annal. d. Chem. u. Pharm. Bd. <span class="antiqua">XL.</span> S. 53.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p><span class="pagenum" id="Page323">[323]</span></p> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Hiermit stimmt nahe die Zusammensetzung der die innere -Schale des Hühnerei’s auskleidenden Haut</span>;</p> - -<p class="center highline2"><span class="fsize80">sie enthält nach</span> <span class="nowrap"><span -class="gesp2 fsize80">Scherer</span><a id="FNanchor55"></a><a href="#Footnote55" class="fnanchor">[F55]</a>*</span></p> - -<table class="note5to43" summary="Haut der Eierschale"> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padr0">50</td> -<td class="left padl0">,674</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padr0">6</td> -<td class="left padl0">,608</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padr0">16</td> -<td class="left padl0">,761</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td rowspan="2" class="brace bt br bb"> </td> -<td rowspan="2" class="brace padl0">-</td> -<td rowspan="2" class="right padr0">25</td> -<td rowspan="2" class="left padl0">,957</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Schwefel</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote55"><a href="#FNanchor55"><span class="label">[55]</span></a> -Annal. d. Chem. u. Pharm. Bd. <span class="antiqua">XL</span>. S. 60.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung der Federn</span>.</p> - -<table class="note5to43" summary="Federn"> - -<tr> -<th rowspan="4"> </th> -<th colspan="4" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Scherer</span><a id="FNanchor56"></a><a -href="#Footnote56" class="fnanchor">[F56]</a>*</th> -<th rowspan="4" colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>48</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>78</sub><span class="antiqua">N</span><sub>14</sub><span class="antiqua">O</span><sub>16</sub></th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="4" class="vertline">╷</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="4" class="horbrace bl bt br"> </th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Feder-<br />fahne</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Feder-<br />spule</th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">50</td> -<td class="left padl0 padr1">,434</td> -<td class="right padl1 padr0">52</td> -<td class="left padl0 padr1">,427</td> -<td class="right padl1 padr0">52</td> -<td class="left padl0 padr1">,457</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,110</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,213</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,958</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">17</td> -<td class="left padl0 padr1">,682</td> -<td class="right padl1 padr0">17</td> -<td class="left padl0 padr1">,893</td> -<td class="right padl1 padr0">17</td> -<td class="left padl0 padr1">,719</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">24</td> -<td class="left padl0 padr1">,774</td> -<td class="right padl1 padr0">22</td> -<td class="left padl0 padr1">,467</td> -<td class="right padl1 padr0">22</td> -<td class="left padl0 padr1">,866</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote56"><a href="#FNanchor56"><span class="label">[56]</span></a> -Annal. der Chem. u. Pharm. Bd. <span class="antiqua">XL</span>. S. 61.</p> - -</div><!--footnote--> - - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des Augenschwarzes</span>.</p> - -<table class="note5to43" summary="Augenschwarz"> - -<tr> -<th rowspan="4"> </th> -<th colspan="6" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Scherer</span><a id="FNanchor57"></a><a -href="#Footnote57" class="fnanchor">[F57]</a>*</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="6" class="vertline">╷</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="6" class="horbrace bl bt br"> </th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">I.</span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">II.</span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80"><span class="antiqua">III.</span></th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">58</td> -<td class="left padl0 padr1">,273</td> -<td class="right padl1 padr0">58</td> -<td class="left padl0 padr1">,672</td> -<td class="right padl1 padr0">57</td> -<td class="left padl0 padr1">,908</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">5</td> -<td class="left padl0 padr1">,973</td> -<td class="right padl1 padr0">5</td> -<td class="left padl0 padr1">,962</td> -<td class="right padl1 padr0">5</td> -<td class="left padl0 padr1">,817</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">13</td> -<td class="left padl0 padr1">,768</td> -<td class="right padl1 padr0">13</td> -<td class="left padl0 padr1">,768</td> -<td class="right padl1 padr0">13</td> -<td class="left padl0 padr1">,768</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">21</td> -<td class="left padl0 padr1">,986</td> -<td class="right padl1 padr0">21</td> -<td class="left padl0 padr1">,598</td> -<td class="right padl1 padr0">22</td> -<td class="left padl0 padr1">,507</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote57"><a href="#FNanchor57"><span class="label">[57]</span></a> -Annal. der Chem. u. Pharm. Bd. <span class="antiqua">XL</span>. S. 63.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p><span class="pagenum" id="Page324">[324]</span></p> - -<p class="anhangnote" id="Endnote29"><a href="#ENanchor29">Note 29</a>. <a href="#Page135">S. 135</a>.</p> - -<p class="center blankbefore2">Nach den Analysen von <span class="gesp2">Playfair</span> und -<span class="gesp2">Boeckmann</span>* gaben</p> - -<table class="note5to43" summary="Muskelfleisch"> - -<tr> -<td class="center">0,452</td> -<td class="center padl1 padr1">trocknes</td> -<td class="center">Muskelfleisch</td> -<td class="center padl1 padr1">0,836</td> -<td colspan="3" class="left padl0">Kohlensäure</td> -</tr> - -<tr> -<td class="center">0,407</td> -<td class="center padl1 padr1">„</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center padl1 padr1">0,279</td> -<td colspan="3" class="left padl0">Wasser</td> -</tr> - -<tr> -<td class="center">0,242</td> -<td class="center padl1 padr1">„</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center padl1 padr1">0,450</td> -<td class="center">Kohlensäure u.</td> -<td class="center padl1 padr1">0,164</td> -<td class="center">Wasser</td> -</tr> - -<tr> -<td class="center">0,191</td> -<td class="center padl1 padr1">„</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center padl1 padr1">0,360</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center padl1 padr1">0,130</td> -<td class="center">„</td> -</tr> - -</table> - -<table class="note5to43" summary="Blut"> - -<tr> -<th colspan="7" class="center"><span class="gesp2">Blut</span></th> -</tr> - -<tr> -<td class="center">0,305</td> -<td class="center padl1 padr1">Substanz</td> -<td class="center">gaben</td> -<td class="center padl1 padr1">0,575</td> -<td class="center">Kohlensäure u.</td> -<td class="center padl1 padr1">0,202</td> -<td class="center">Wasser</td> -</tr> - -<tr> -<td class="center">0,214</td> -<td class="center padl1 padr1">„</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center padl1 padr1">0,402</td> -<td class="center">„</td> -<td class="center padl1 padr1">0,138</td> -<td class="center">„</td> -</tr> - -<tr> -<td class="center">1,471</td> -<td class="center padl1 padr1">Blut</td> -<td class="center">hinterließen</td> -<td class="center padl1 padr1">0,065</td> -<td colspan="3" class="left">Asche.</td> -</tr> - -</table> - -<table class="note5to43" summary="Ochsenblut und -fleisch"> - -<tr> -<th rowspan="2"> </th> -<th colspan="4" class="center padl1 padr1">Ochsenfleisch</th> -<th colspan="4" class="center padl1 padr1">Ochsenblut</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Mittel</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Play-<br />fair*</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Boeck-<br />mann*</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Play-<br />fair*</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Boeck-<br />mann*</th> -<th colspan="2"> </th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">51</td> -<td class="left padl0 padr1">,83</td> -<td class="right padl1 padr0">51</td> -<td class="left padl0 padr1">,89</td> -<td class="right padl1 padr0">51</td> -<td class="left padl0 padr1">,95</td> -<td class="right padl1 padr0">51</td> -<td class="left padl0 padr1">,96</td> -<td class="right padl1 padr0">51</td> -<td class="left padl0 padr1">,96</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,57</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,59</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,17</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,33</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,25</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,01</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,05</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,07</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,08</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,07</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">21</td> -<td class="left padl0 padr1">,37</td> -<td class="right padl1 padr0">21</td> -<td class="left padl0 padr1">,24</td> -<td class="right padl1 padr0">21</td> -<td class="left padl0 padr1">,39</td> -<td class="right padl1 padr0">21</td> -<td class="left padl0 padr1">,21</td> -<td class="right padl1 padr0">21</td> -<td class="left padl0 padr1">,30</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Asche</td> -<td class="right padl1 padr0">4</td> -<td class="left padl0 padr1">,23</td> -<td class="right padl1 padr0">4</td> -<td class="left padl0 padr1">,23</td> -<td class="right padl1 padr0">4</td> -<td class="left padl0 padr1">,42</td> -<td class="right padl1 padr0">4</td> -<td class="left padl0 padr1">,42</td> -<td class="right padl1 padr0">4</td> -<td class="left padl0 padr1">,42</td> -</tr> - -</table> - -<p>Zieht man den Aschengehalt ab, so ist die Zusammensetzung des organischen -Theils des</p> - -<table class="note5to43" summary="Ochsenblut und -fleisch"> - -<tr> -<th rowspan="2"> </th> -<th colspan="4" class="center padl1 padr1">Ochsenfleischs</th> -<th colspan="4" class="center padl1 padr1">Ochsenbluts</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Play-<br />fair*</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Boeck-<br />mann*</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Play-<br />fair*</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Boeck-<br />mann*</th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">54</td> -<td class="left padl0 padr1">,12</td> -<td class="right padl1 padr0">54</td> -<td class="left padl0 padr1">,18</td> -<td class="right padl1 padr0">54</td> -<td class="left padl0 padr1">,19</td> -<td class="right padl1 padr0">54</td> -<td class="left padl0 padr1">,20</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,89</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,93</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,48</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,65</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,67</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,71</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,72</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,73</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">22</td> -<td class="left padl0 padr1">,32</td> -<td class="right padl1 padr0">22</td> -<td class="left padl0 padr1">,18</td> -<td class="right padl1 padr0">22</td> -<td class="left padl0 padr1">,31</td> -<td class="right padl1 padr0">22</td> -<td class="left padl0 padr1">,12</td> -</tr> - -</table> - -<p><span class="pagenum" id="Page325">[325]</span></p> - -<p class="center fsize90">Dieser Zusammensetzung entspricht die Formel:</p> - -<table class="note5to43" summary="Zusammensetzung"> - -<tr> -<td class="left padr3"><span class="antiqua">C</span><sub>48</sub></td> -<td class="right padl1 padr0">54</td> -<td class="left padl0 padr1">,62</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3"><span class="antiqua">H</span><sub>78</sub></td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,24</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3"><span class="antiqua">N</span><sub>12</sub></td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,81</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3"><span class="antiqua">O</span><sub>15</sub></td> -<td class="right padl1 padr0">22</td> -<td class="left padl0 padr1">,33</td> -</tr> - -</table> - -<p class="anhangnote" id="Endnote30"><a href="#ENanchor30">Note 30</a>. <a href="#Page137">S. 137</a>.</p> - -<p class="center blankbefore2"><span class="nowrap"><span class="gesp2">Zusammensetzung der Choleinsäure</span><a -id="FNanchor58"></a><a href="#Footnote58" class="fnanchor">[F58]</a>.</span></p> - -<table class="note5to43" summary="Choleinsäre"> - -<tr> -<th> </th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Demarçay</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Dumas</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>76</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>132</sub><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub><span class="antiqua">O</span><sub>22</sub></th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">63</td> -<td class="left padl0 padr1">,707</td> -<td class="right padl1 padr0">63</td> -<td class="left padl0 padr1">,5</td> -<td class="right padl1 padr0">63</td> -<td class="left padl0 padr1">,24</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">8</td> -<td class="left padl0 padr1">,821</td> -<td class="right padl1 padr0">9</td> -<td class="left padl0 padr1">,3</td> -<td class="right padl1 padr0">8</td> -<td class="left padl0 padr1">,97</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">3</td> -<td class="left padl0 padr1">,255</td> -<td class="right padl1 padr0">3</td> -<td class="left padl0 padr1">,3</td> -<td class="right padl1 padr0">3</td> -<td class="left padl0 padr1">,86</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">24</td> -<td class="left padl0 padr1">,217</td> -<td class="right padl1 padr0">23</td> -<td class="left padl0 padr1">,9</td> -<td class="right padl1 padr0">23</td> -<td class="left padl0 padr1">,95</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote58"><a href="#FNanchor58"><span class="label">[58]</span></a> -Annal. der Pharm. Bd. <span class="antiqua">XXVII</span>. S. 284 u. 293.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p class="anhangnote" id="Endnote31"><a href="#ENanchor31">Note 31</a>. <a href="#Page137">S. 137</a>.</p> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des Taurins und der -Choloidinsäure</span>.</p> - -<p class="center blankbefore2 fsize90">Taurin<a id="FNanchor59"></a><a href="#Footnote59" class="fnanchor">[F59]</a>.</p> - -<table class="note5to43" summary="Taurin"> - -<tr> -<th> </th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Demarçay</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Dumas</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>4</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>14</sub><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">19</td> -<td class="left padl0 padr1">,24</td> -<td class="right padl1 padr0">19</td> -<td class="left padl0 padr1">,26</td> -<td class="right padl1 padr0">19</td> -<td class="left padl0 padr1">,48</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">5</td> -<td class="left padl0 padr1">,78</td> -<td class="right padl1 padr0">5</td> -<td class="left padl0 padr1">,66</td> -<td class="right padl1 padr0">5</td> -<td class="left padl0 padr1">,57</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">11</td> -<td class="left padl0 padr1">,29</td> -<td class="right padl1 padr0">11</td> -<td class="left padl0 padr1">,19</td> -<td class="right padl1 padr0">11</td> -<td class="left padl0 padr1">,27</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">63</td> -<td class="left padl0 padr1">,69</td> -<td class="right padl1 padr0">63</td> -<td class="left padl0 padr1">,89</td> -<td class="right padl1 padr0">63</td> -<td class="left padl0 padr1">,68</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote59"><a href="#FNanchor59"><span class="label">[59]</span></a> -Annal. der Pharm. Bd. <span class="antiqua">XXVII</span>. S. 287 u. 292.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p><span class="pagenum" id="Page326">[326]</span></p> - -<p class="center blankbefore2 fsize90">Choloidinsäure<a id="FNanchor60"></a><a -href="#Footnote60" class="fnanchor">[F60]</a>.</p> - -<table class="note5to43" summary="Choloidinsäure"> - -<tr> -<th rowspan="3"> </th> -<th colspan="4" class="center padl1 padr1 fsize80">Demarçay</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Dumas</th> -<th rowspan="3" colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /> -<span class="antiqua">C</span><sub>72</sub><span class="antiqua">H</span><sub>112</sub><span class="antiqua">O</span><sub>12</sub></th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="4" class="vertline">╷</th> -<th rowspan="2" colspan="2"> </th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="4" class="horbrace bl bt br"> </th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">73</td> -<td class="left padl0 padr1">,301</td> -<td class="right padl1 padr0">73</td> -<td class="left padl0 padr1">,522</td> -<td class="right padl1 padr0">73</td> -<td class="left padl0 padr1">,3</td> -<td class="right padl1 padr0">74</td> -<td class="left padl0 padr1">,4</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">9</td> -<td class="left padl0 padr1">,511</td> -<td class="right padl1 padr0">9</td> -<td class="left padl0 padr1">,577</td> -<td class="right padl1 padr0">9</td> -<td class="left padl0 padr1">,7</td> -<td class="right padl1 padr0">9</td> -<td class="left padl0 padr1">,4</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">17</td> -<td class="left padl0 padr1">,188</td> -<td class="right padl1 padr0">16</td> -<td class="left padl0 padr1">,901</td> -<td class="right padl1 padr0">17</td> -<td class="left padl0 padr1">,0</td> -<td class="right padl1 padr0">16</td> -<td class="left padl0 padr1">,2</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote60"><a href="#FNanchor60"><span class="label">[60]</span></a> Ebendas. S. 289 u. S. 293.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p>Ich habe zu den Untersuchungen von Demarçay Folgendes -zu bemerken:</p> - -<p>Der Stoff, den ich als Choleinsäure bezeichnet habe, ist -die Galle selbst, getrennt von den anorganischen Bestandtheilen -(Salze u. s. w.), die sie enthält; durch Bleiessig, bei -Gegenwart von Ammoniak, treten alle ihre organischen Bestandtheile -an Bleioxyd, indem sie sich damit zu einem unlöslichen, -harzartigen Niederschlage verbinden; der mit dem -Bleioxyd verbundene Körper enthält allen Kohlenstoff und -Stickstoff der Galle. Was ich mit Choloidinsäure bezeichnet -habe, ist die Substanz, welche man erhält, wenn die durch -Alkohol von den darin unlöslichen Stoffen befreite Galle -mit einem Uebermaße von Salzsäure im Sieden erhalten -wird. Diese Substanz enthält allen Kohlenstoff und Wasserstoff -der Galle, bis auf diejenige Mengen dieser Elemente, -welche in der Form von Taurin und Ammoniak ausgetreten -sind. Die Cholinsäure enthält die Bestandtheile der Galle, -von denen sich die Elemente des kohlensauren Ammoniaks -getrennt haben.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page327">[327]</span></p> - -<p>Diese drei Stoffe enthalten also die Producte der Metamorphose -der ganzen Galle, ihre Formeln drücken die Anzahl -der Elemente ihrer Bestandtheile aus. Keiner davon -ist in der Form, in der wir ihn gewinnen, fertig gebildet -in der Galle enthalten; ihre Elemente sind in einer andern -Weise mit einander verbunden wie in der Galle, allein die -Art, wie sie geordnet sind, hat auf die Festsetzung ihres relativen -Verhältnisses durch die Analyse nicht den geringsten -Einfluß. In der Formel selbst liegt demnach keine Hypothese, -sie ist ein reiner Ausdruck der Analyse. Aus wieviel -verschiedenen Substanzen die Choleinsäure, Choloidinsäure -u. s. w. auch bestehen mag, die relative Anzahl ihrer Elemente -zusammengenommen wird durch die aufgefundene Formel -ausgedrückt.</p> - -<p>Die Untersuchung der Producte, welche aus der Galle -durch die Einwirkung der Luft und chemischer Agentien hervorgebracht -werden, können für pathologische Zustände von -Wichtigkeit werden, allein bis auf das allgemeine Verhalten -der Galle ist die Kenntniß dieser Producte dem Physiologen -völlig unnütz, es ist eine Last, die ihm das Voranschreiten -erschwert. Von keinem einzigen der 38 oder 40 Stoffe, in -die man die Galle zerlegt hat, läßt sich mit Gewißheit behaupten, -daß er fertig gebildet darin enthalten ist, von den -meisten weiß man mit Bestimmtheit, daß sie Erzeugnisse der -Materien sind, die man darauf einwirken ließ.</p> - -<p>Die Galle enthält Natron, allein sie ist eine Natronverbindung -der merkwürdigsten Art; wenn wir ihre in Alkohol<span class="pagenum" id="Page328">[328]</span> -löslichen organischen Bestandtheile an Bleioxyd binden und -das Bleioxyd wieder davon scheiden, so haben wir einen -Körper (Choleinsäure), der mit Natron zusammengebracht eine -der Galle dem Geschmacke nach ähnliche Verbindung wieder bildet, -allein es ist keine Galle mehr; die Galle kann mit Pflanzensäuren, -ja mit verdünnten Mineralsäuren, vermischt werden, -ohne Trübung, ohne einen Niederschlag zu bilden, während die -ebenerwähnte Verbindung der Choleinsäure durch die schwächsten -Säuren zersetzt und alle Choleinsäure wieder abgeschieden -wird. Die Galle ist demnach keineswegs als choleinsaures -Natron zu betrachten. In welchem Zustande, kann -man weiter fragen, ist das Cholsterin, die Margarin- und -Talgsäure, die man darin nachweis’t, in der Galle enthalten? -Das Cholsterin ist in Wasser nicht löslich, mit Alkalien nicht -verseifbar, die Verbindungen der genannten, fetten Säuren -mit Alkalien, wären sie wirklich als Seifen in der Galle -enthalten, sie müßten durch Säuren mit der größten Leichtigkeit -abgeschieden werden. Allein es erfolgt durch verdünnte -Säuren keine Abscheidung von Margarin- oder Talgsäure.</p> - -<p>Es ist möglich, daß in neuen und wiederholten Untersuchungen -Abweichungen in der procentischen Zusammensetzung, -von der in den analytischen Entwicklungen gegebenen -sich herausstellen werden, allein auf die Formel selbst kann -dies nur von geringem Einfluß sein; wenn das relative Verhältniß -des Kohlenstoffs zum Stickstoff sich nicht ändert, so -werden sich diese Abweichungen auf den Sauerstoff und Wasserstoffgehalt -beschränken; man wird alsdann für die Auseinandersetzungen<span class="pagenum" id="Page329">[329]</span> -in Formeln annehmen müssen, daß mehr Wasser -oder mehr Sauerstoff, oder weniger Wasser und weniger -Sauerstoff an der Metamorphose der Gebilde Antheil nehmen, -allein die Wahrheit der Entwicklungen selbst wird -hierdurch nicht gefährdet.</p> - -<p class="anhangnote" id="Endnote32"><a href="#ENanchor32">Note 32</a>. <a href="#Page137">Seite 137</a>.</p> - -<p class="center blankbefore2"><span class="nowrap"><span class="gesp2">Zusammensetzung der Cholinsäure</span><a -id="FNanchor61"></a><a href="#Footnote61" class="fnanchor">[F61]</a></span>.</p> - -<table class="note5to43" summary="Cholinsäure;"> - -<tr> -<th> </th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1 fsize80">Dumas</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>74</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>120</sub><span class="antiqua">O</span><sub>18</sub></th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">68</td> -<td class="left padl0 padr1">,5</td> -<td class="right padl1 padr0">68</td> -<td class="left padl0 padr1">,9</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">9</td> -<td class="left padl0 padr1">,7</td> -<td class="right padl1 padr0">9</td> -<td class="left padl0 padr1">,2</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">21</td> -<td class="left padl0 padr1">,8</td> -<td class="right padl1 padr0">21</td> -<td class="left padl0 padr1">,9</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote61"><a href="#FNanchor61"><span class="label">[61]</span></a> -Ebendaselbst Bd. <span class="antiqua">XXVII.</span> S. 295.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p class="anhangnote" id="Endnote33"><a href="#ENanchor33">Note 33</a>. <a href="#Page139">S. 139</a>.</p> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung der Hauptbestandtheile des -Harns der Menschen und Thiere</span>.</p> - -<p class="center blankbefore2 fsize90"><span class="gesp2">Harnsäure</span>.</p> - -<table class="note5to43" summary="Harnsäure"> - -<tr> -<th> </th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Liebig</span><br /><a id="FNanchor62"></a><a -href="#Footnote62" class="fnanchor">[F62]</a>*</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Mitscher-<br />lich</span><a id="FNanchor63"></a><a -href="#Footnote63" class="fnanchor">[F63]</a></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>10</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>8</sub><span class="antiqua">N</span><sub>8</sub><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub></th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">36</td> -<td class="left padl0 padr1">,083</td> -<td class="right padl1 padr0">35</td> -<td class="left padl0 padr1">,82</td> -<td class="right padl1 padr0">36</td> -<td class="left padl0 padr1">,00</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">2</td> -<td class="left padl0 padr1">,441</td> -<td class="right padl1 padr0">2</td> -<td class="left padl0 padr1">,38</td> -<td class="right padl1 padr0">2</td> -<td class="left padl0 padr1">,36</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">33</td> -<td class="left padl0 padr1">,361</td> -<td class="right padl1 padr0">34</td> -<td class="left padl0 padr1">,60</td> -<td class="right padl1 padr0">33</td> -<td class="left padl0 padr1">,37</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">28</td> -<td class="left padl0 padr1">,126</td> -<td class="right padl1 padr0">27</td> -<td class="left padl0 padr1">,20</td> -<td class="right padl1 padr0">28</td> -<td class="left padl0 padr1">,27</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote62"><a href="#FNanchor62"><span class="label">[62]</span></a> -Annal. der Pharm. Bd. <span class="antiqua">X.</span> S. 47.</p> - -<p id="Footnote63"><a href="#FNanchor63"><span class="label">[63]</span></a> -Poggend. Annal. Bd. <span class="antiqua">XXXIII.</span> S. 335.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p><span class="pagenum" id="Page330">[330]</span></p> - -<p class="center blankbefore2 fsize90"><span class="gesp2">Alloxan</span><a id="FNanchor64"></a><a -href="#Footnote64" class="fnanchor">[F64]</a>.<br /> -Product der Oxydation der Harnsäure.</p> - -<table class="note5to43" summary="Alloxan"> - -<tr> -<th rowspan="3"> </th> -<th colspan="4" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Wöhler u.<br />Liebig</span>*</th> -<th rowspan="3" colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>8</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>8</sub><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="4" class="vertline">╷</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="4" class="horbrace bl bt br"> </th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">30</td> -<td class="left padl0 padr1">,38</td> -<td class="right padl1 padr0">30</td> -<td class="left padl0 padr1">,18</td> -<td class="right padl1 padr0">30</td> -<td class="left padl0 padr1">,34</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">2</td> -<td class="left padl0 padr1">,57</td> -<td class="right padl1 padr0">2</td> -<td class="left padl0 padr1">,48</td> -<td class="right padl1 padr0">2</td> -<td class="left padl0 padr1">,47</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">17</td> -<td class="left padl0 padr1">,96</td> -<td class="right padl1 padr0">17</td> -<td class="left padl0 padr1">,96</td> -<td class="right padl1 padr0">17</td> -<td class="left padl0 padr1">,55</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">49</td> -<td class="left padl0 padr1">,09</td> -<td class="right padl1 padr0">49</td> -<td class="left padl0 padr1">,38</td> -<td class="right padl1 padr0">49</td> -<td class="left padl0 padr1">,64</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote64"><a href="#FNanchor64"><span class="label">[64]</span></a> -Annal. der Pharm. Bd. <span class="antiqua">XXVI.</span> S. 260.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p class="center blankbefore2 fsize90"><span class="gesp2">Harnstoff</span>.</p> - -<table class="note5to43" summary="Harnstoff"> - -<tr> -<th> </th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Prout</span><br /><a id="FNanchor65"></a><a -href="#Footnote65" class="fnanchor">[F65]</a></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Wöhler u.<br />Liebig</span><br /><a -id="FNanchor66"></a><a href="#Footnote66" class="fnanchor">[F66]</a></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>2</sub><span -class="antiqua">N</span><sub>4</sub><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub><span class="antiqua">O</span><sub>4</sub></th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">19</td> -<td class="left padl0 padr1">,99</td> -<td class="right padl1 padr0">20</td> -<td class="left padl0 padr1">,02</td> -<td class="right padl1 padr0">20</td> -<td class="left padl0 padr1">,192</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,65</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,71</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,595</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">46</td> -<td class="left padl0 padr1">,65</td> -<td class="right padl1 padr0">46</td> -<td class="left padl0 padr1">,73</td> -<td class="right padl1 padr0">46</td> -<td class="left padl0 padr1">,782</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">26</td> -<td class="left padl0 padr1">,63</td> -<td class="right padl1 padr0">26</td> -<td class="left padl0 padr1">,54</td> -<td class="right padl1 padr0">26</td> -<td class="left padl0 padr1">,425</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote65"><a href="#FNanchor65"><span class="label">[65]</span></a> -<span class="antiqua">Thoms. Ann. T. XI. p.</span> 352.</p> - -<p id="Footnote66"><a href="#FNanchor66"><span class="label">[66]</span></a> -Poggend. Ann. Bd. <span class="antiqua">XX.</span> S. 375.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p class="center blankbefore2 fsize90"><span class="gesp2">Krystallisirte Hippursäure</span>.</p> - -<table class="note5to43" summary="Hippursäure"> - -<tr> -<th> </th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Liebig<br /></span><a id="FNanchor67"></a><a -href="#Footnote67" class="fnanchor">[F67]</a>*</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Dumas<br /></span><a id="FNanchor68"></a><a -href="#Footnote68" class="fnanchor">[F68]</a></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Mitscher-<br />lich</span><br /><a -id="FNanchor69"></a><a href="#Footnote69" class="fnanchor">[F69]</a></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>18</sub><span -class="antiqua">N</span><sub>2</sub><span class="antiqua">H</span><sub>16</sub><span class="antiqua">O</span><sub>5</sub></th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">60</td> -<td class="left padl0 padr1">,742</td> -<td class="right padl1 padr0">60</td> -<td class="left padl0 padr1">,5</td> -<td class="right padl1 padr0">60</td> -<td class="left padl0 padr1">,63</td> -<td class="right padl1 padr0">60</td> -<td class="left padl0 padr1">,76</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">4</td> -<td class="left padl0 padr1">,959</td> -<td class="right padl1 padr0">4</td> -<td class="left padl0 padr1">,9</td> -<td class="right padl1 padr0">4</td> -<td class="left padl0 padr1">,98</td> -<td class="right padl1 padr0">4</td> -<td class="left padl0 padr1">,92</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,816</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,7</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,90</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,82</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">26</td> -<td class="left padl0 padr1">,483</td> -<td class="right padl1 padr0">26</td> -<td class="left padl0 padr1">,9</td> -<td class="right padl1 padr0">26</td> -<td class="left padl0 padr1">,49</td> -<td class="right padl1 padr0">26</td> -<td class="left padl0 padr1">,50</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote67"><a href="#FNanchor67"><span class="label">[67]</span></a> -Annal. d. Pharm. Bd. <span class="antiqua">XII.</span> S. 20.</p> - -<p id="Footnote68"><a href="#FNanchor68"><span class="label">[68]</span></a> -<span class="antiqua">Ann. de Chim. et de Phys. T. LVII. p.</span> 327.</p> - -<p id="Footnote69"><a href="#FNanchor69"><span class="label">[69]</span></a> Pogg. -Ann. Bd. <span class="antiqua">XXXIII.</span> S. 335.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p><span class="pagenum" id="Page331">[331]</span></p> - -<p class="center blankbefore2 fsize90"><span class="gesp2">Allantoin</span><a id="FNanchor70"></a><a -href="#Footnote70" class="fnanchor">[F70]</a>.</p> - -<table class="note5to43" summary="Allantoin"> - -<tr> -<th> </th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Wöhler u.<br />Liebig*</span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>8</sub><span -class="antiqua">N</span><sub>8</sub><span class="antiqua">H</span><sub>12</sub><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub></th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">30</td> -<td class="left padl0 padr1">,60</td> -<td class="right padl1 padr0">30</td> -<td class="left padl0 padr1">,66</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">3</td> -<td class="left padl0 padr1">,83</td> -<td class="right padl1 padr0">3</td> -<td class="left padl0 padr1">,75</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">35</td> -<td class="left padl0 padr1">,45</td> -<td class="right padl1 padr0">35</td> -<td class="left padl0 padr1">,50</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">30</td> -<td class="left padl0 padr1">,12</td> -<td class="right padl1 padr0">30</td> -<td class="left padl0 padr1">,09</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote70"><a href="#FNanchor70"><span class="label">[70]</span></a> -Ann. der Pharm. Bd. <span class="antiqua">XXVI.</span> S. 215.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p class="center blankbefore2 fsize90"><span class="gesp2">Harnoxyd</span><a id="FNanchor71"></a><a -href="#Footnote71" class="fnanchor">[F71]</a>.</p> - -<table class="note5to43" summary="Harnoxyd"> - -<tr> -<th> </th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Wöhler u.<br />Liebig*</span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>5</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>4</sub><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">39</td> -<td class="left padl0 padr1">,28</td> -<td class="right padl1 padr0">39</td> -<td class="left padl0 padr1">,86</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">2</td> -<td class="left padl0 padr1">,95</td> -<td class="right padl1 padr0">2</td> -<td class="left padl0 padr1">,60</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">36</td> -<td class="left padl0 padr1">,35</td> -<td class="right padl1 padr0">37</td> -<td class="left padl0 padr1">,72</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">21</td> -<td class="left padl0 padr1">,24</td> -<td class="right padl1 padr0">20</td> -<td class="left padl0 padr1">,82</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote71"><a href="#FNanchor71"><span class="label">[71]</span></a> -Annal. der Pharm. Bd. <span class="antiqua">XXVI.</span> S. 344.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p class="center blankbefore2 fsize90"><span class="gesp2">Cysticoxyd</span><a id="FNanchor72"></a><a -href="#Footnote72" class="fnanchor">[F72]</a>.</p> - -<table class="note5to43" summary="Cysticoxyd"> - -<tr> -<th> </th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Thau-<br />low*</span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>6</sub><span -class="antiqua">N</span><sub>2</sub><span class="antiqua">H</span><sub>12</sub><span class="antiqua">O</span><sub>4</sub><span -class="antiqua">S</span><sub>2</sub></th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">30</td> -<td class="left padl0 padr1">,01</td> -<td class="right padl1 padr0">30</td> -<td class="left padl0 padr1">,31</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">5</td> -<td class="left padl0 padr1">,10</td> -<td class="right padl1 padr0">4</td> -<td class="left padl0 padr1">,94</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">11</td> -<td class="left padl0 padr1">,00</td> -<td class="right padl1 padr0">11</td> -<td class="left padl0 padr1">,70</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">28</td> -<td class="left padl0 padr1">,38</td> -<td class="right padl1 padr0">46</td> -<td class="left padl0 padr1">,47</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Schwefel</td> -<td class="right padl1 padr0">25</td> -<td class="left padl0 padr1">,51</td> -<td class="right padl1 padr0">26</td> -<td class="left padl0 padr1">,58</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote72"><a href="#FNanchor72"><span class="label">[72]</span></a> -Annal. der Pharm. Bd. <span class="antiqua">XXVII.</span> S. 200.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p>Das Cystic-Oxyd ist durch seinen Schwefelgehalt ganz -besonders ausgezeichnet vor allen anderen in der Harnblase -vorkommenden Concretionen. Es läßt sich mit Bestimmtheit<span class="pagenum" id="Page332">[332]</span> -darthun, daß der Schwefel in diesem Körper weder im oxydirten -Zustande noch in der Form einer Cyanverbindung enthalten -ist, und in dieser Beziehung ist die Bemerkung vielleicht -nicht ohne Interesse, daß 4 Atome Cystic-Oxyd die -Elemente von Harnsäure, Benzoesäure, Schwefelwasserstoff -und Wasser enthalten, lauter Substanzen, deren Erzeugbarkeit -im Thierorganismus keinem Zweifel unterliegt.</p> - -<table class="note5to43" summary="Cysticoxyd"> - -<tr> -<td class="right">1</td> -<td class="center padl1 padr1">At.</td> -<td class="left padr3">Harnsäure</td> -<td rowspan="4"> </td> -<td class="left"><span class="antiqua">C</span><sub>10</sub></td> -<td class="left"><span class="antiqua">N</span><sub>8</sub></td> -<td class="left"><span class="antiqua">H</span><sub>8</sub></td> -<td class="left"><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub><br /></td> -<td> </td> -<td rowspan="4" colspan="6"> </td> -</tr> - -<tr> -<td class="right">1</td> -<td class="center padl1 padr1">„</td> -<td class="left padr3">Benzoesäure</td> -<td class="left"><span class="antiqua">C</span><sub>14</sub></td> -<td> </td> -<td class="left"><span class="antiqua">H</span><sub>10</sub></td> -<td class="left"><span class="antiqua">O</span><sub>3</sub><br /></td> -<td> </td> -</tr> - -<tr> -<td class="right">8</td> -<td class="center padl1 padr1">„</td> -<td class="left padr3">Schwefelwasserstoff</td> -<td> </td> -<td> </td> -<td class="left"><span class="antiqua">H</span><sub>16</sub></td> -<td> </td> -<td class="left"><span class="antiqua">S</span><sub>8</sub><br /></td> -</tr> - -<tr> -<td class="right">7</td> -<td class="center padl1 padr1">„</td> -<td class="left padr3">Wasser</td> -<td> </td> -<td> </td> -<td class="left"><span class="antiqua">H</span><sub>14</sub></td> -<td class="left"><span class="antiqua">O</span><sub>7</sub></td> -<td> </td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="right">1 At. Cysticoxyd</td> -<td class="center padl1 padr1">=</td> -<td class="left bt"><span class="antiqua">C</span><sub>24</sub></td> -<td class="left bt"><span class="antiqua">N</span><sub>8</sub></td> -<td class="left bt"><span class="antiqua">H</span><sub>48</sub></td> -<td class="left bt"><span class="antiqua">O</span><sub>16</sub></td> -<td class="left bt"><span class="antiqua">S</span><sub>8</sub></td> -<td class="center padl1 padr1">=</td> -<td class="left">4(<span class="antiqua">C</span><sub>6</sub></td> -<td class="left"><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub></td> -<td class="left"><span class="antiqua">H</span><sub>12</sub></td> -<td class="left"><span class="antiqua">O</span><sub>4</sub></td> -<td class="left"><span class="antiqua">S</span><sub>2</sub>)</td> -</tr> - -</table> - -<p>Ein vortreffliches Mittel, um bei Harnsteinen die Gegenwart -des Cysticoxyds darzuthun ist folgendes:</p> - -<p>Man lös’t den fraglichen Harnstein in starker Kalilauge -auf und setzt einige Tropfen essigsaures Bleioxyd hinzu, nicht -mehr als Bleioxyd in Auflösung erhalten werden kann. -Beim Kochen dieser Mischung entsteht ein schwarzer Niederschlag -von Schwefelblei, der ihr das Ansehen von Dinte -giebt. Es entwickelt sich hierbei eine reichliche Menge Ammoniak; -die alkalische Flüssigkeit enthält unter anderen Producten -Oxalsäure.</p> - -<p><span class="pagenum" id="Page333">[333]</span></p> - -<p class="anhangnote" id="Endnote34"><a href="#ENanchor34">Note 34</a>. <a href="#Page139">Seite 139</a>.</p> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung der Oxalsäure, Oxalursäure -und der Parabansäure</span>.</p> - -<p class="center blankbefore2 fsize90"><span class="gesp2">Oxalsäure</span>.</p> - -<table class="note5to43" summary="Oxalsäure"> - -<tr> -<th> </th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Gay-Luss.<br />u.<br />Thénard</span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Bertholl.</span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>2</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>2</sub><span class="antiqua">O</span><sub>4</sub></th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">26</td> -<td class="left padl0 padr1">,566</td> -<td class="right padl1 padr0">25</td> -<td class="left padl0 padr1">,13</td> -<td class="right padl1 padr0">26</td> -<td class="left padl0 padr1">,66</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">2</td> -<td class="left padl0 padr1">,745</td> -<td class="right padl1 padr0">3</td> -<td class="left padl0 padr1">,09</td> -<td class="right padl1 padr0">2</td> -<td class="left padl0 padr1">,22</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">70</td> -<td class="left padl0 padr1">,689</td> -<td class="right padl1 padr0">71</td> -<td class="left padl0 padr1">,78</td> -<td class="right padl1 padr0">71</td> -<td class="left padl0 padr1">,12</td> -</tr> - -</table> - -<p class="center blankbefore2 fsize90"><span class="gesp2">Oxalursäure</span><a id="FNanchor73"></a><a -href="#Footnote73" class="fnanchor">[F73]</a>.</p> - -<table class="note5to43" summary="Oxalursäure"> - -<tr> -<th rowspan="3"> </th> -<th colspan="4" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Wöhler u. Liebig</span>*</th> -<th rowspan="3" colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>6</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>8</sub><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub><span class="antiqua">O</span><sub>8</sub></th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="4" class="vertline">╷</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="4" class="horbrace bl bt br"> </th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">27</td> -<td class="left padl0 padr1">,600</td> -<td class="right padl1 padr0">27</td> -<td class="left padl0 padr1">,318</td> -<td class="right padl1 padr0">27</td> -<td class="left padl0 padr1">,59</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">3</td> -<td class="left padl0 padr1">,122</td> -<td class="right padl1 padr0">3</td> -<td class="left padl0 padr1">,072</td> -<td class="right padl1 padr0">3</td> -<td class="left padl0 padr1">,00</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">21</td> -<td class="left padl0 padr1">,218</td> -<td class="right padl1 padr0">21</td> -<td class="left padl0 padr1">,218</td> -<td class="right padl1 padr0">21</td> -<td class="left padl0 padr1">,29</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">48</td> -<td class="left padl0 padr1">,060</td> -<td class="right padl1 padr0">48</td> -<td class="left padl0 padr1">,392</td> -<td class="right padl1 padr0">48</td> -<td class="left padl0 padr1">,12</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote73"><a href="#FNanchor73"><span class="label">[73]</span></a> -Annal. der Pharm. Bd. <span class="antiqua">XXVI.</span> S. 289.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p class="center blankbefore2 fsize90"><span class="gesp2">Parabansäure</span><a id="FNanchor74"></a><a -href="#Footnote74" class="fnanchor">[F74]</a>.</p> - -<table class="note5to43" summary="Parabansäure"> - -<tr> -<th rowspan="3"> </th> -<th colspan="4" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Wöhler u. Liebig</span>*</th> -<th rowspan="3" colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>6</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>4</sub><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub></th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="4" class="vertline">╷</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="4" class="horbrace bl bt br"> </th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">31</td> -<td class="left padl0 padr1">,95</td> -<td class="right padl1 padr0">31</td> -<td class="left padl0 padr1">,940</td> -<td class="right padl1 padr0">31</td> -<td class="left padl0 padr1">,91</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">2</td> -<td class="left padl0 padr1">,09</td> -<td class="right padl1 padr0">1</td> -<td class="left padl0 padr1">,876</td> -<td class="right padl1 padr0">1</td> -<td class="left padl0 padr1">,73</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">24</td> -<td class="left padl0 padr1">,66</td> -<td class="right padl1 padr0">24</td> -<td class="left padl0 padr1">,650</td> -<td class="right padl1 padr0">24</td> -<td class="left padl0 padr1">,62</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">41</td> -<td class="left padl0 padr1">,30</td> -<td class="right padl1 padr0">41</td> -<td class="left padl0 padr1">,534</td> -<td class="right padl1 padr0">41</td> -<td class="left padl0 padr1">,74</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote74"><a href="#FNanchor74"><span class="label">[74]</span></a> Ebendaselbst S. 286.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p><span class="pagenum" id="Page334">[334]</span></p> - -<p class="anhangnote" id="Endnote35"><a href="#ENanchor35">Note 35</a>. <a href="#Page141">S. 141</a>.</p> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des gebratenen Fleisch’s</span>.</p> - -<table class="note5to43" summary="gebratenes Fleisch"> - -<tr> -<td class="left padr3">(1)</td> -<td class="right padl1 padr0">0</td> -<td class="left padl0 padr1">,307</td> -<td class="padl1 padr1">Substanz</td> -<td class="padl1 padr1">gaben</td> -<td class="right padl1 padr0">0</td> -<td class="left padl0 padr1">,584</td> -<td class="padl1 padr1">Kohlensäure</td> -<td class="padl1 padr1">und</td> -<td class="right padl1 padr0">0</td> -<td class="left padl0 padr1">,206</td> -<td class="padl1 padr1">Wasserstoff</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">(2)</td> -<td class="right padl1 padr0">0</td> -<td class="left padl0 padr1">,255</td> -<td class="padl1 padr1">„</td> -<td class="padl1 padr1">„</td> -<td class="right padl1 padr0">0</td> -<td class="left padl0 padr1">,485</td> -<td class="padl1 padr1">„</td> -<td class="padl1 padr1">„</td> -<td class="right padl1 padr0">0</td> -<td class="left padl0 padr1">,181</td> -<td class="padl1 padr1">„</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">(3)</td> -<td class="right padl1 padr0">0</td> -<td class="left padl0 padr1">,179</td> -<td class="padl1 padr1">„</td> -<td class="padl1 padr1">„</td> -<td class="right padl1 padr0">0</td> -<td class="left padl0 padr1">,340</td> -<td class="padl1 padr1">„</td> -<td class="padl1 padr1">„</td> -<td class="right padl1 padr0">0</td> -<td class="left padl0 padr1">,125</td> -<td class="padl1 padr1">„</td> -</tr> - -</table> - -<table class="note5to43" summary="gebratenes Fleisch"> - -<tr> -<th rowspan="4" colspan="3"> </th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Reh-<br />fleisch<br />(1)</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Ochsen-<br />fleisch<br />(2)</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Kalb-<br />fleisch<br />(3)</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Boeck-<br />mann</span>*</th> -<th colspan="4" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Playfair</span>*</th> -</tr> - -<tr> -<th rowspan="2" colspan="2"> </th> -<th colspan="4" class="vertline">╷</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="4" class="horbrace bl bt br"> </th> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">52</td> -<td class="left padl0 padr1">,60</td> -<td class="right padl1 padr0">52</td> -<td class="left padl0 padr1">,590</td> -<td class="right padl1 padr0">52</td> -<td class="left padl0 padr1">,52</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,45</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,886</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,87</td> -</tr> - -<tr> -<td colspan="3" class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,23</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,214</td> -<td class="right padl1 padr0">14</td> -<td class="left padl0 padr1">,70</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td rowspan="2" class="brace bt br bb"> </td> -<td rowspan="2" class="brace padl0">-</td> -<td rowspan="2" class="right padl1 padr0">24</td> -<td rowspan="2" class="left padl0 padr1">,72</td> -<td rowspan="2" class="right padl1 padr0">24</td> -<td rowspan="2" class="left padl0 padr1">,310</td> -<td rowspan="2" class="right padl1 padr0">24</td> -<td rowspan="2" class="left padl0 padr1">,91</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Asche</td> -</tr> - -</table> - -<p class="anhangnote" id="Endnote36"><a href="#ENanchor36">Note 36</a>. <a href="#Page144">S. 144</a>.</p> - -<p class="center blankbefore2">Die Formel <span class="antiqua">C</span><sub>27</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>42</sub><span class="antiqua">N</span><sub>9</sub><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub> -giebt nämlich in 100 Theilen:</p> - -<table class="note5to43" summary="C27H42N9O"> - -<tr> -<td class="left padr3"><span class="antiqua">C</span><sub>27</sub></td> -<td class="right padl1 padr0">50</td> -<td class="left padl0 padr1">,07</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3"><span class="antiqua">H</span><sub>42</sub></td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,35</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3"><span class="antiqua">N</span><sub>9</sub></td> -<td class="right padl1 padr0">19</td> -<td class="left padl0 padr1">,32</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3"><span class="antiqua">O</span><sub>10</sub></td> -<td class="right padl1 padr0">24</td> -<td class="left padl0 padr1">,26</td> -</tr> - -</table> - -<p class="center">Die Zusammensetzung des Leims s. <a href="#Endnote28">Note 28</a>.</p> - -<p class="anhangnote" id="Endnote37"><a href="#ENanchor37">Note 37</a>. <a href="#Page158">S. 158</a>.</p> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung der Lithofellinsäure</span><a -id="FNanchor75"></a><a href="#Footnote75" class="fnanchor">[F75]</a></p> - -<table class="note5to43" summary="Lithofellinsäure"> - -<tr> -<th rowspan="3"> </th> -<th colspan="6" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Ettling u. Will</span>*</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Wöhler</span></th> -<th rowspan="3" colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>40</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>72</sub><span class="antiqua">O</span><sub>8</sub></th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="6" class="vertline">╷</th> -<th rowspan="2" colspan="2"> </th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="6" class="horbrace bl bt br"> </th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">71</td> -<td class="left padl0 padr1">,19</td> -<td class="right padl1 padr0">70</td> -<td class="left padl0 padr1">,80</td> -<td class="right padl1 padr0">70</td> -<td class="left padl0 padr1">,23</td> -<td class="right padl1 padr0">70</td> -<td class="left padl0 padr1">,83</td> -<td class="right padl1 padr0">70</td> -<td class="left padl0 padr1">,83</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">10</td> -<td class="left padl0 padr1">,85</td> -<td class="right padl1 padr0">10</td> -<td class="left padl0 padr1">,78</td> -<td class="right padl1 padr0">10</td> -<td class="left padl0 padr1">,95</td> -<td class="right padl1 padr0">10</td> -<td class="left padl0 padr1">,60</td> -<td class="right padl1 padr0">10</td> -<td class="left padl0 padr1">,48</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">17</td> -<td class="left padl0 padr1">,96</td> -<td class="right padl1 padr0">18</td> -<td class="left padl0 padr1">,42</td> -<td class="right padl1 padr0">18</td> -<td class="left padl0 padr1">,92</td> -<td class="right padl1 padr0">18</td> -<td class="left padl0 padr1">,57</td> -<td class="right padl1 padr0">18</td> -<td class="left padl0 padr1">,69</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote75"><a href="#FNanchor75"><span class="label">[75]</span></a> -Annal. der Chem. u. Pharm. Bd. <span class="antiqua">XXXIX.</span> S. 242. Bd. <span class="antiqua">XLI.</span> S. 154.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p><span class="pagenum" id="Page335">[335]</span></p> - -<p class="anhangnote" id="Endnote38"><a href="#ENanchor38">Note 38</a>. <a href="#Page181">Seite 181</a>.</p> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des Solanins aus Kartoffelkeimen</span><a -id="FNanchor76"></a><a href="#Footnote76" class="fnanchor">[F76]</a>.</p> - -<table class="note5to43" summary="Solanin"> - -<tr> -<th> </th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Blanchet</span>*</th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">62</td> -<td class="left padl0 padr1">,11</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">8</td> -<td class="left padl0 padr1">,92</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">1</td> -<td class="left padl0 padr1">,64</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">27</td> -<td class="left padl0 padr1">,33</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote76"><a href="#FNanchor76"><span class="label">[76]</span></a> -Annal. der Pharm. Bd. <span class="antiqua">V.</span> S. 150.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p class="anhangnote" id="Endnote39"><a href="#ENanchor39">Note 39</a>. <a href="#Page181">Seite 181</a>.</p> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des Picrotoxins</span><a -id="FNanchor77"></a><a href="#Footnote77" class="fnanchor">[F77]</a>.</p> - -<table class="note5to43" summary="Picrotoxin"> - -<tr> -<th> </th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Francis</span>*</th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">60</td> -<td class="left padl0 padr1">,26</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">5</td> -<td class="left padl0 padr1">,70</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">1</td> -<td class="left padl0 padr1">,30</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">32</td> -<td class="left padl0 padr1">,74</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote77"><a href="#FNanchor77"><span class="label">[77]</span></a> In einer andern Analyse erhielt -<span class="gesp2">Francis</span> 0,75 <span class="antiqua">pCt.</span> Stickstoff. Das -zu den Analysen verwandte Picrotoxin war theilweise aus der Fabrik -des Herrn <span class="gesp2">Merck</span> in Darmstadt, theils von Herrn <span class="gesp2">Francis</span> dargestellt; -es war vollkommen weiß und schon krystallisirt. — <span class="gesp2">Regnault</span> -fand bekanntlich keinen Stickstoff in dem Picrotoxin.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p class="anhangnote" id="Endnote40"><a href="#ENanchor40">Note 40</a>. <a href="#Page181">Seite 181</a>.</p> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des Chinins</span>.</p> - -<table class="note5to43" summary="Chinin"> - -<tr> -<th> </th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Liebig</span>*</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>20</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>24</sub><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">75</td> -<td class="left padl0 padr1">,76</td> -<td class="right padl1 padr0">74</td> -<td class="left padl0 padr1">,39</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,52</td> -<td class="right padl1 padr0">7</td> -<td class="left padl0 padr1">,25</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">8</td> -<td class="left padl0 padr1">,11</td> -<td class="right padl1 padr0">8</td> -<td class="left padl0 padr1">,62</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">8</td> -<td class="left padl0 padr1">,62</td> -<td class="right padl1 padr0">9</td> -<td class="left padl0 padr1">,64</td> -</tr> - -</table> - -<p><span class="pagenum" id="Page336">[336]</span></p> - -<p class="anhangnote" id="Endnote41"><a href="#ENanchor41">Note 41</a>. <a href="#Page182">Seite 182</a>.</p> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des Morphins</span><a -id="FNanchor78"></a><a href="#Footnote78" class="fnanchor">[F78]</a>.</p> - -<table class="note5to43" summary="Morphin"> - -<tr> -<th rowspan="3"> </th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Liebig</span>*</th> -<th colspan="4" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Regnault</span></th> -<th rowspan="3" colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>35</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>40</sub><span class="antiqua">N</span><sub>2</sub><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub></th> -</tr> - -<tr> -<th rowspan="2" colspan="2"> </th> -<th colspan="4" class="vertline">╷</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="4" class="horbrace bl bt br"> </th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">72</td> -<td class="left padl0 padr1">,340</td> -<td class="right padl1 padr0">72</td> -<td class="left padl0 padr1">,87</td> -<td class="right padl1 padr0">72</td> -<td class="left padl0 padr1">,41</td> -<td class="right padl1 padr0">72</td> -<td class="left padl0 padr1">,28</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,366</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,86</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,84</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,74</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">4</td> -<td class="left padl0 padr1">,995</td> -<td class="right padl1 padr0">5</td> -<td class="left padl0 padr1">,01</td> -<td class="right padl1 padr0">5</td> -<td class="left padl0 padr1">,01</td> -<td class="right padl1 padr0">4</td> -<td class="left padl0 padr1">,80</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">16</td> -<td class="left padl0 padr1">,299</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,26</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,74</td> -<td class="right padl1 padr0">16</td> -<td class="left padl0 padr1">,18</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote78"><a href="#FNanchor78"><span class="label">[78]</span></a> -Annal. der Pharm. Bd. <span class="antiqua">XXVI.</span> S. 23.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p class="anhangnote" id="Endnote42"><a href="#ENanchor42">Note 42</a>. <a href="#Page182">Seite 182</a>.</p> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des Caffeins, Theins und -Guaranins</span><a id="FNanchor79"></a><a href="#Footnote79" class="fnanchor">[F79]</a>.</p> - -<table class="note5to43" summary="Caffein Thein Guaranin"> - -<tr> -<th rowspan="2"> </th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Caffein</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Thein</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">Guaranin</th> -<th rowspan="2" colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>8</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>10</sub><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Pfaff u.<br />Liebig</span>*</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Jobst</span></th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Martius</span></th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">49</td> -<td class="left padl0 padr1">,77</td> -<td class="right padl1 padr0">50</td> -<td class="left padl0 padr1">,101</td> -<td class="right padl1 padr0">49</td> -<td class="left padl0 padr1">,679</td> -<td class="right padl1 padr0">49</td> -<td class="left padl0 padr1">,798</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">5</td> -<td class="left padl0 padr1">,33</td> -<td class="right padl1 padr0">5</td> -<td class="left padl0 padr1">,214</td> -<td class="right padl1 padr0">5</td> -<td class="left padl0 padr1">,139</td> -<td class="right padl1 padr0">5</td> -<td class="left padl0 padr1">,082</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">28</td> -<td class="left padl0 padr1">,78</td> -<td class="right padl1 padr0">29</td> -<td class="left padl0 padr1">,009</td> -<td class="right padl1 padr0">29</td> -<td class="left padl0 padr1">,180</td> -<td class="right padl1 padr0">28</td> -<td class="left padl0 padr1">,832</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">16</td> -<td class="left padl0 padr1">,12</td> -<td class="right padl1 padr0">15</td> -<td class="left padl0 padr1">,676</td> -<td class="right padl1 padr0">16</td> -<td class="left padl0 padr1">,002</td> -<td class="right padl1 padr0">16</td> -<td class="left padl0 padr1">,288</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote79"><a href="#FNanchor79"><span class="label">[79]</span></a> -Annal. d. Pharm. Bd. <span class="antiqua">I.</span> S. 17, Bd. <span class="antiqua">XXV.</span> -S. 63 u. Bd. <span class="antiqua">XXVI.</span> S. 95.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p class="anhangnote" id="Endnote43"><a href="#ENanchor43">Note 43</a>. <a href="#Page182">Seite 182</a>.</p> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des Theobromins</span><a -id="FNanchor80"></a><a href="#Footnote80" class="fnanchor">[F80]</a>.</p> - -<table class="note5to43" summary="Theobromin"> - -<tr> -<th rowspan="3"> </th> -<th colspan="6" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Woskresensky</span></th> -<th rowspan="3" colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>9</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>10</sub><span class="antiqua">N</span><sub>6</sub><span class="antiqua">O</span><sub>2</sub></th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="6" class="vertline">╷</th> -</tr> - -<tr> -<th colspan="6" class="horbrace bl bt br"> </th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">47</td> -<td class="left padl0 padr1">,21</td> -<td class="right padl1 padr0">46</td> -<td class="left padl0 padr1">,97</td> -<td class="right padl1 padr0">46</td> -<td class="left padl0 padr1">,71</td> -<td class="right padl1 padr0">46</td> -<td class="left padl0 padr1">,43</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">4</td> -<td class="left padl0 padr1">,53</td> -<td class="right padl1 padr0">4</td> -<td class="left padl0 padr1">,61</td> -<td class="right padl1 padr0">4</td> -<td class="left padl0 padr1">,52</td> -<td class="right padl1 padr0">4</td> -<td class="left padl0 padr1">,21</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">35</td> -<td class="left padl0 padr1">,38</td> -<td class="right padl1 padr0">35</td> -<td class="left padl0 padr1">,38</td> -<td class="right padl1 padr0">35</td> -<td class="left padl0 padr1">,38</td> -<td class="right padl1 padr0">35</td> -<td class="left padl0 padr1">,85</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">12</td> -<td class="left padl0 padr1">,88</td> -<td class="right padl1 padr0">13</td> -<td class="left padl0 padr1">,04</td> -<td class="right padl1 padr0">13</td> -<td class="left padl0 padr1">,39</td> -<td class="right padl1 padr0">13</td> -<td class="left padl0 padr1">,51</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote80"><a href="#FNanchor80"><span class="label">[80]</span></a> -Annal. der Chem. u. Pharm. Bd. <span class="antiqua">XLI.</span> S. 125.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p><span class="pagenum" id="Page337">[337]</span></p> - -<p class="center blankbefore2"><span class="gesp2">Zusammensetzung des Asparagins</span><a -id="FNanchor81"></a><a href="#Footnote81" class="fnanchor">[F81]</a>.</p> - -<table class="note5to43" summary="Asparagin"> - -<tr> -<th> </th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1"><span class="fsize80">Liebig</span>*</th> -<th colspan="2" class="center padl1 padr1">berechnet<br /><span class="antiqua">C</span><sub>8</sub><span -class="antiqua">H</span><sub>16</sub><span class="antiqua">N</span><sub>4</sub><span class="antiqua">O</span><sub>6</sub><br />+ -2 <span class="antiqua">aq.</span></th> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Kohlenstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">32</td> -<td class="left padl0 padr1">,351</td> -<td class="right padl1 padr0">32</td> -<td class="left padl0 padr1">,35</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Wasserstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,844</td> -<td class="right padl1 padr0">6</td> -<td class="left padl0 padr1">,60</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Stickstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">18</td> -<td class="left padl0 padr1">,734</td> -<td class="right padl1 padr0">18</td> -<td class="left padl0 padr1">,73</td> -</tr> - -<tr> -<td class="left padr3">Sauerstoff</td> -<td class="right padl1 padr0">42</td> -<td class="left padl0 padr1">,021</td> -<td class="right padl1 padr0">42</td> -<td class="left padl0 padr1">,32</td> -</tr> - -</table> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote81"><a href="#FNanchor81"><span class="label">[81]</span></a> -Annal. der Pharm. Bd. <span class="antiqua">VII.</span> S. 146.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p><span class="pagenum" id="Page338">[338]</span></p> - -<hr class="chap" /> - -<h2 class="keller">Ueber<br /> -<b>Verwandlung der Benzoesäure in</b> <span class="nowrap"><b>Hippursäure</b><a id="FNanchor82"></a><a -href="#Footnote82" class="fnanchor">[F82]</a></span>.</h2> - -<p class="center highline3 fsize80">Von</p> - -<p class="center highline2"><span class="gesp2">Wilhelm Keller</span> aus Grosheim.</p> - -<p class="center fsize80">(Aus den Annalen der Chemie und Pharmacie.)</p> - -<p class="blankbefore2">Schon in der früheren Ausgabe von <span class="gesp2">Berzelius</span>’ Lehrbuch -der Chemie (1831 Bd. <span class="antiqua">IV.</span> S. 376) hatte Herr Professor -<span class="gesp2">Wöhler</span> die Vermuthung ausgesprochen, daß die -Benzoesäure bei der Verdauung wahrscheinlich in Hippursäure<span class="pagenum" id="Page339">[339]</span> -umgewandelt werde. Diese Vermuthung gründete sich -auf einen Versuch, den derselbe über den Uebergang der -Benzoesäure in den Harn angestellt hatte. Er fand in dem -Harne eines Hundes, der mit dem Futter <sup>1</sup>⁄<sub>2</sub> Drachme Benzoesäure -gefressen hatte, eine in nadelförmigen Prismen krystallisirende -Säure, die im Allgemeinen die Eigenschaften der -Benzoesäure hatte und die er auch für solche hielt (<span class="gesp2">Tiedemann’s</span> -Zeitschrift für Physiologie Bd. <span class="antiqua">I.</span> S. 142). Indessen -waren diese Krystalle offenbar Hippursäure, wie aus -der Angabe, daß sie wie Salpeter ausgesehen und bei der -Sublimation Kohle hinterlassen hätten, deutlich hervorgeht. -Allein die Hippursäure war damals noch nicht entdeckt und -es ist bekannt, daß sie bis 1829, wo sie zuerst von <span class="gesp2">Liebig</span> -unterschieden wurde, allgemein mit der Benzoesäure verwechselt -worden ist.</p> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote82"><a href="#FNanchor82"><span class="label">[82]</span></a> -Zu den Beweisen, welche <span class="gesp2">Ure</span> für die Umwandlung der Benzoesäure -in Hippursäure im menschlichen Körper angegeben hat, sind durch -Herrn <span class="gesp2">Keller</span> einige ganz entscheidende gekommen, die ich ihrer -physiologischen Wichtigkeit wegen diesem Buche beigebe. Die Versuche -des Herrn <span class="gesp2">Keller</span> sind in dem Laboratorium des Herrn Prof. -<span class="gesp2">Wöhler</span> in Göttingen angestellt worden; sie setzen die Thatsache -außer allen Zweifel, daß ein in der Nahrung genossener stickstofffreier -Körper an dem Act der Umsetzung der thierischen Gebilde und an -der Bildung eines Secretes durch seine Bestandtheile Antheil nehmen -kann. Diese Thatsache verbreitet auf die Wirkung der meisten -Arzneimittel ein unzweideutiges Licht, und wenn sich der Einfluß -des Caffeins auf die Bildung des Harnstoffs oder der Harnsäure -in einer ähnlichen Weise nachweisen läßt, so ist damit der Schlüssel -zu der Wirkung des Chinins und der anderen organischen Basen gegeben. -<span class="righttext padr2">J. L.</span></p> - -</div><!--footnote--> - -<p>Die neuerlich publicirte Angabe von <span class="nowrap"><span class="gesp2">Ure</span><a -id="FNanchor83"></a><a href="#Footnote83" class="fnanchor">[F83]</a></span>, daß er in -dem Harne eines Patienten, der Benzoesäure eingenommen -hatte, wirklich Hippursäure gefunden habe, brachte dieses in -physiologischer Hinsicht so wichtige Verhalten wieder in Erinnerung -und gab zu den folgenden Versuchen Veranlassung, -die ich auf den Vorschlag des Herrn Professors <span class="gesp2">Wöhler</span> -an mir selbst angestellt habe. Seine Vermuthung ist dadurch -unzweideutig bestätigt worden.</p> - -<div class="footnote"> - -<p id="Footnote83"><a href="#FNanchor83"><span class="label">[83]</span></a> -Pharmac. Centralblatt No. 46, aus <span class="antiqua">Prov. med. and surg. Journ.</span> 1841.</p> - -</div><!--footnote--> - -<p>Ich nahm Abends vor dem Schlafengehen mit Zuckersyrup -2 Gramme (ungefähr 32 Gran) reine Benzoesäure.<span class="pagenum" id="Page340">[340]</span> -In der Nacht gerieth ich in Schweiß, was wohl eine Wirkung -dieser Säure sein mochte, da ich sonst nur sehr schwer -in stärkere Transpiration komme. Eine andere Wirkung -konnte ich nicht wahrnehmen, selbst als ich auch an den folgenden -Tagen dieselbe Dosis dreimal täglich zu mir nahm, -wo auch nicht einmal der Schweiß wieder eintrat.</p> - -<p>Der am Morgen gelassene Harn reagirte ungewöhnlich -stark sauer und zwar selbst noch, nachdem er abgedampft -worden war und 12 Stunden lang gestanden hatte. Er setzte -dabei nur das gewöhnliche Sediment von Erdsalzen ab. Als -er aber mit Salzsäure vermischt und stehen gelassen wurde, -bildeten sich darin lange, prismatische, braungefärbte Krystalle -in großer Menge, die schon dem Ansehen nach nicht -für Benzoesäure zu halten waren. Ein anderer Theil, der -durch Abdampfen bis zur Syrupsdicke concentrirt war, verwandelte -sich beim Vermischen mit Salzsäure in ein Magma -von Krystallblättchen. Diese so erhaltene krystallinische Substanz -wurde ausgepreßt, in siedendem Wasser gelös’t, mit -Thierkohle behandelt und umkrystallisirt. Sie wurde dadurch -in farblosen, zolllangen Prismen erhalten.</p> - -<p>Diese Krystalle waren reine <span class="gesp2">Hippursäure</span>. Beim Erhitzen -schmolzen sie leicht, bei etwas stärkerer Hitze verkohlte -sich die Masse unter Entwicklung eines Geruchs nach Bittermandelöl -und unter Sublimation von Benzoesäure. Um -jeden Zweifel zu beseitigen, bestimmte ich ihren Kohlenstoffgehalt, -0,3 Grm. gaben 60,4 <span class="antiqua">pCt.</span> Kohlenstoff. Nach der -Formel <span class="antiqua">C</span><sub>18</sub><span class="antiqua">H</span><sub>16</sub><span -class="antiqua">N</span><sub>2</sub><span class="antiqua">O</span><sub>5</sub> + <span -class="antiqua">aq.</span> enthält die krystallisirte Hippursäure<span class="pagenum" id="Page341">[341]</span> -60,67 <span class="antiqua">pCt.</span> Kohlenstoff, die krystallisirte Benzoesäure -dagegen enthält 69,10 <span class="antiqua">pCt.</span> Kohlenstoff.</p> - -<p>So lange ich das Einnehmen der Benzoesäure fortsetzte, -konnte ich aus dem Harne mit Leichtigkeit und in Menge -Hippursäure darstellen, und da die Benzoesäure so ohne allen -Nachtheil für die Gesundheit zu sein scheint, so wäre -es leicht, sich auf diese Weise größere Mengen von Hippursäure -zu verschaffen. Man könnte sich dazu eine Person -halten, die Wochen lang diese Fabrication fortsetzen müßte.</p> - -<p>Es war wichtig, den Harn, welcher Hippursäure enthielt, -auf seine beiden normalen Hauptbestandtheile, den Harnstoff -und die Harnsäure, zu untersuchen. Sie waren beide darin -enthalten, und, dem Anschein nach, in keiner andern Quantität, -als im normalen Harn.</p> - -<p>Als der durch Abdampfen concentrirte Harn, aus dem -durch Salzsäure die Hippursäure geschieden war, mit Salpetersäure -vermischt wurde, setzte er eine große Menge salpetersauren -Harnstoff ab. Schon vorher hatte er ein -pulveriges Sediment fallen lassen, dessen Auflösung in Salpetersäure -bei dem Abdampfen auf Porzellan die bekannte, -purpurrothe Reaction der Harnsäure gab. Diese Beobachtung -widerspricht der Angabe von <span class="gesp2">Ure</span>, und es ist daher -wohl etwas zu voreilig, wenn er die Benzoesäure als Mittel -gegen die aus Harnsäure bestehenden Gicht- und Harn-Concretionen -empfiehlt; er scheint sich vorzustellen, daß die Harnsäure -zur Umwandlung der Benzoesäure in Hippursäure verwendet -werde. Da er seine Beobachtung an dem Harn einer<span class="pagenum" id="Page342">[342]</span> -Arthritischen machte, so ist anzunehmen, daß dieser Harn -auch ohne den innern Gebrauch der Benzoesäure keine Harnsäure -enthalten haben würde. — Uebrigens ist es klar, -daß die Hippursäure, da sie sich erst nach Zusatz einer -Säure abscheidet, an eine Basis gebunden, im Harne enthalten -ist.</p> - -<hr class="chap" /> - -<p><span class="pagenum" id="Page343">[343]</span></p> - -<h2>Druckfehler.</h2> - -<table class="dontwrap" summary="druckfehler"> - -<tr> -<td class="left">Seite</td> -<td class="right padl1 padr1">61</td> -<td class="left">Zeile</td> -<td class="right padl1 padr1">5</td> -<td class="left">v. o. anstatt <span class="gesp2">venösem</span> setze <span class="gesp2">arteriellem</span>.</td> -</tr> - -<tr> -<td class="center padl1 padr1">„</td> -<td class="right padl1 padr1">65</td> -<td class="center padl1 padr1">„</td> -<td class="right padl1 padr1">12</td> -<td class="left">v. o. anstatt <span class="gesp2">Pferd</span> lese man <span class="gesp2">Ochse</span>.</td> -</tr> - -</table> - -<p> </p> -<hr class="chap" /> -<p> </p> - -<div class="tnbot" id="TN"> - -<h2>Anmerkungen zur Transkription</h2> - -<p>Der gedruckte Text des Originalwerkes ist wörtlich beibehalten, einschließlich inkonsistenter und -ungewöhnlicher Rechtschreibung, außer wenn unten erwähnt (siehe Änderungen).</p> - -<p>In Abhängigkeit von der verwendeten Hard- und Software und deren Einstellungen werden möglicherweise -nicht alle Elemente des Textes gezeigt wie beabsichtigt.</p> - -<p>Texte, die im Originalwerke in Antiqua gedruckt wurden, sind als <span class="antiqua">Sans-Serif</span> dargestellt.</p> - -<p>In den Fuß- und Endnoten bedeutet E Endnote (siehe den Anhang am Ende des Textes) und F Fußnote -(siehe direkt unter den Absatz, Tafel, u.s.w.).</p> - -<p>Nicht alle Resultate der Berechnungen sind recht; sie sind nicht korrigiert worden.</p> - -<p>Der Buchumschlag wurde fr dieses E-Buch erstellt und ist frei von Urheberrechten.</p> - -<p>S. 301, erste Tafel: die Tabellenüberschrift fehlt im Originalwerke, möglicherweise ist diese Tabelle -eine Vorsetzung der vorherigen.</p> - -<p>S. 343: die Druckfehler sind bereits im Texte korrigiert worden.</p> - -<p class="blankbefore1"><b>Änderungen:</b></p> - -<p>Einige Interpunktionsfehler sind stillschweigend korrigiert worden.</p> - -<p>Folgende Schreibweisen sind standardisiert worden: <span class="antiqua">pCt.</span>, Frémy, Gay-Lussac, Thénard.</p> - -<p>Chemische und Zusammensetzungsformeln wurden ohne Leerzeichen transkribiert, außer wo diese fr Tabelle erforderlich waren.</p> - -<p>S. 7: Bewußsein --> Bewußtsein</p> -<p>S. 26: ) eingefügt nach ... am Gewichte verloren.</p> -<p>S. 52: stickhoffhaltigen --> stickstoffhaltigen</p> -<p>S. 83: löschen --> löslichen</p> -<p>S. 118: atmospärische --> atmosphärische</p> -<p>S. 119: Lymphgegefäße --> Lymphgefäße</p> -<p>S. 137: Formel Choleinsäure <span class="antiqua">C</span><sub>75</sub> --> <span class="antiqua">C</span><sub>76</sub></p> -<p>S. 138: Erste Berechnung: = --> +; zweite Berechnung: + eingefügt</p> -<p>S. 315, Fußnote [36]: ed. --> éd.</p> -<p>S. 316: Seitennummer korrigiert (war 216)</p> - -</div><!--tnbot--> - -<p> </p> -<p> </p> -<hr class="full" /> -<p>***END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE ORGANISCHE CHEMIE IN IHRER ANWENDUNG AUF PHYSIOLOGIE UND PATHOLOGIE***</p> -<p>******* This file should be named 55462-h.htm or 55462-h.zip *******</p> -<p>This and all associated files of various formats will be found in:<br /> -<a href="http://www.gutenberg.org/dirs/5/5/4/6/55462">http://www.gutenberg.org/5/5/4/6/55462</a></p> -<p> -Updated editions will replace the previous one--the old editions will -be renamed.</p> - -<p>Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright -law means that no one owns a United States copyright in these works, -so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United -States without permission and without paying copyright -royalties. 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Redistribution is subject to the -trademark license, especially commercial redistribution. -</p> - -<h2>START: FULL LICENSE<br /> -<br /> -THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE<br /> -PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK</h2> - -<p>To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free -distribution of electronic works, by using or distributing this work -(or any other work associated in any way with the phrase "Project -Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full -Project Gutenberg-tm License available with this file or online at -www.gutenberg.org/license.</p> - -<h3>Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project -Gutenberg-tm electronic works</h3> - -<p>1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm -electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to -and accept all the terms of this license and intellectual property -(trademark/copyright) agreement. 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Contact the Foundation as set forth in Section 3 below.</p> - -<p>1.F.</p> - -<p>1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable -effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread -works not protected by U.S. copyright law in creating the Project -Gutenberg-tm collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm -electronic works, and the medium on which they may be stored, may -contain "Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate -or corrupt data, transcription errors, a copyright or other -intellectual property infringement, a defective or damaged disk or -other medium, a computer virus, or computer codes that damage or -cannot be read by your equipment.</p> - -<p>1.F.2. 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