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Band - Türkische, arabische, berberische, maltesische, - sizilianische, kalabrische, kroatische, serbische und - griechische Märlein und - -Author: Albert Wesselski - -Release Date: May 10, 2017 [EBook #54691] - -Language: German - -Character set encoding: UTF-8 - -*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER HODSCHA NASREDDIN II. BAND *** - - - - -Produced by Turgut Dincer and The Online Distributed -Proofreading Team at http://www.pgdp.net (This file was -produced from images generously made available by The -Internet Archive/Canadian Libraries) - - - - - - - ————————————————————————————————————————————— - Transcriber’s note: - Gesperrt text is surrounded by tilde (~) sign - ————————————————————————————————————————————— - - - NARREN, GAUKLER UND VOLKSLIEBLINGE - HERAUSGEGEBEN VON ALBERT WESSELSKI - VIERTER BAND: DER HODSCHA NASREDDIN II - -[Illustration] - - - - - DER HODSCHA - NASREDDIN - - Türkische, arabische, berberische, - maltesische, sizilianische, kalabrische, - kroatische, serbische und griechische - Märlein und Schwänke - - Gesammelt und herausgegeben von - - Albert Wesselski - - - II. Band - - - Alexander Duncker Verlag - Weimar MCMXI - -Alle Rechte vorbehalten. - - - - -Inhalt des II. Bandes - - Seite - - II. Arabische Überlieferungen 1 - - 1. Aus dem Nawadir el chodscha nasr ed-din - effendi dschoha 3 - - 2. Aus der von Mardrus besorgten Ausgabe von - Tausend und einer Nacht 19 - - 3. Volkserzählungen aus Tripolis und Tunis 25 - - III. Berberische Überlieferungen 49 - - IV. Maltesische Überlieferungen 91 - - V. Sizilianische Überlieferungen 101 - - VI. Kalabrische Überlieferungen 115 - - VII. Kroatische Überlieferungen 131 - - VIII. Serbische Überlieferungen 139 - - IX. Griechische Überlieferungen 159 - - Anmerkungen literatur- und stoffgeschichtlichen Inhalts 179 - - Tür hüten 182 - - Verscheuchung von Dieben 183, 211 und 215 - - Vertauschung eines Toten gegen einen Hammel 183 - - Regen eßbarer Dinge 184, 195 und 204 - - Prangerritt der Ehebrecherin 185 - - Esel (Kalb) an der Stelle des Ehebrechers 187 - - Nur miteinander verkaufen 188 - - »Wenn der Berg nicht zum Propheten kommen - will« usw. 190 - - Zoll auf verschiedene Gebrechen 194 - - Die drei Dummen (Braut und ihre Eltern) 194 - - Heller in fremdes Geld geworfen 197 - - Unibosmärchen 197, 199 und 201 - - Brandmarkung 198 - - Der Schuldner stellt sich tot 199 - - Goldmistende Tiere 201 - - Verschleuderung wertvoller Dinge durch einen - Dummkopf 201 - - Seltsame Teilung 202 - - Aristoteles und die Königin 203 - - Mitbieten eines falschen Käufers 204 - - Verkauf an einen Vogel (einen Baum, eine - Statue usw.) 204 - - Fleischverkauf an Hunde 206 und 211 - - Die Königstochter lachen gemacht 206 - - Der Schakal (Fuchs) hat zehn Listen 207 - - Anbauen von Salz, Geld, Kuhschwänzen usw. 209 - - Nur an Leute verkaufen, die wenig reden 211 - - Fleischverkauf an Fliegen 211 - - Verkehrte Ansprache oder Begrüßung 213 - - Herauslockung eines Tieres 213 - - Mehrfache Ausnützung eines Leichnams 214 - - Heilung durch Lachen 214 - - Bestreichung der Erde mit Butter 215 - - Unkenntnis vom Wesen des Kindsschädels 215 - - Entweder ...., oder ....! 217 - - Ist das Ernst oder Spaß? 219 - - Lügenschnurren 219 und 220 - - Zwecklosigkeit der Strafe nach dem Vergehn 231 - - Anhang 235 - - Für die Nachkommen pflanzen 235 - - Drei Fragen (Kaiser und Abt) 238 - - Prediger mit der Eselsstimme 243 - - Traumbrot 243 - - Asinus vulgi 244 - - Dit de perdriz 245 - - Einen Esel reden (lesen) lehren 247 - - Einem Esel das Essen abgewöhnen 249 - - Index 255 - - - - -II. - -Arabische Überlieferungen - - - - -1. Aus dem Nawadir el chodscha nasr ed-din effendi dschoha - - -339. - -Man fragte Nasreddin: »Kannst du rechnen?« »Freilich,« antwortete er; -»darüber gibts keinen Zweifel.« »Wie würdest du also vier Dirhem unter -drei Personen gleichmäßig verteilen?« »Zweien von ihnen gäbe ich jedem -zwei Dirhem, der dritte bekäme nichts und müßte warten, bis noch zwei -Dirhem dawären; dann nähme er diese und so hätten alle drei gleich -viel.« - - -340. - -Nasreddin, der Pfirsiche in der Tasche hatte, kam bei etlichen Leuten -vorbei und sagte zu ihnen: »Wer es errät, was ich in der Tasche -habe, bekommt den größten Pfirsich.« Sie antworteten ihm: »Es sind -Pfirsiche.« Er sagte: »Ja, wer hat euch denn das gesagt? das muß ein -rechter Hurensohn sein.« - - -341. - -Eines Tages ging Nasreddin mit einer Flasche zum Bache, um Wasser zu -holen; sie fiel ihm aus der Hand und sank unter. Da setzte er sich am -Ufer nieder. Ein Freund von ihm kam vorbei und sagte: »Was sitzst du -da, Dschoha?« - -»Eine meinige Flasche ist ertrunken; ich warte, bis sie aufquillt und -an die Oberfläche kommt.« - - -342. - -Eines Tages brachte Nasreddin Korn in die Mühle; dort begann er dann -das Korn aus den Körben der andern Leute zu nehmen und es in den -seinigen zu tun. Endlich sagte der Müller zu ihm: »Was machst du da?« -»Ich bin ein Narr.« »Warum nimmst du dann nicht das Korn aus deinem -Korbe und tust es in die der andern?« »Ich bin ein einfacher Narr; -täte ich das, was du sagst, wäre ich ein doppelter Narr.« - -Der Müller begann zu lachen und ließ ihn laufen. - - -343. - -Das Maultier Nasreddin Dschohas nahm einmal einen andern Weg, als er -gewollt hätte. Einer seiner Freunde, der ihm begegnete, fragte ihn: -»Wohin, Dschoha?« »Wohin mein Maultier will.« - - -344. - -Dschoha brachte eines Tages einen löcherigen Kessel auf den Markt, um -ihn zu verkaufen; aber man sagte ihm: »Er hat ein Loch, er ist nichts -wert.« Er antwortete: »Bei Gott, das ist nicht wahr, er hat kein Loch; -meine Mutter hatte Baumwolle drinnen, und er hat nicht geronnen.« - - -345. - -Einmal ging die Mutter Si Dschohas zu einer Lustbarkeit und sagte zu -ihm: »Hüte die Tür.« Da setzte er sich nieder, mit dem Rücken an die -Tür gelehnt. Als es ihm dann langweilig wurde, stand er auf und ging -weg, trug aber dabei die Tür auf dem Kopfe. Einer seiner Freunde sah -ihn und sagte: »Was soll das heißen?« Er antwortete: »Meine Mutter hat -mir gesagt, ich soll die Tür hüten.« - - -346. - -Eines Tages knackte Dschoha eine Mandel auf und der Kern entschlüpfte -ihm; da sagte er: »Wie wunderbar! alles flieht vor dem Tode, sogar die -unvernünftigen Wesen.« - - -347. - -Einmal ging Dschoha in den Vorraum seines Hauses hinaus und fand dort -einen Ermordeten. Er warf ihn in den Brunnen und sagte es seinem Vater. -Der nahm den Leichnam wieder heraus und begrub ihn; dann erwürgte er -einen Hammel und warf ihn in den Brunnen. Die Verwandten des Toten -durchliefen alle Straßen und fragten um den Leichnam; Dschoha begegnete -ihnen und sagte zu ihnen: »Bei uns ist ein Ermordeter; kommt nachsehn, -ob es euer Mann ist.« Sie gingen zu ihm und ließen ihn in den Brunnen -steigen; als er den Hammel sah, rief er zu ihnen hinauf: »Hat euer Mann -Hörner gehabt?« - - -348. - -Dschoha hatte drei Pfund Fleisch gekauft und sagte zu seiner Frau: -»Koch uns ein wenig Fleisch.« Sie kochte es, aß es aber mit ihrem -Geliebten. Dschoha kam heim und fragte: »Wo ist das Fleisch?« Die Frau -antwortete: »Ich war in der Küche beschäftigt; unterdessen hat es die -Katze gefressen.« - -Dschoha stand auf, nahm die Katze und wog sie; da hatte sie gerade drei -Pfund. Und er schrie: »Du Metze, wenn das die Katze ist, wo ist das -Fleisch? und wenn das das Fleisch ist, wo ist die Katze?« - - -349. - -Dschoha gab seiner Frau drei Dirhem und sagte zu ihr: »Kauf dafür -Fleisch, laß es aber nicht wieder die Katze fressen wie neulich.« Sie -ging es kaufen und traf einen von ihren Liebhabern; den nahm sie mit -sich nach Hause. Die Nachbarn sahen das und führten beide vor den -Richter. Der Richter befahl, die Frau auf einen Bullen zu setzen und -sie also durch die Stadt zu führen. Als Dschoha die Zeit lang wurde, -ging er sie suchen; da sah er sie in dieser Verfassung und sagte zu -ihr: »Du Metze, was heißt das?« - -Sie antwortete: »Nun, nun, was denn? Geh nur nach Hause; ich habe nur -noch den Markt der Essenzenverkäufer und der Tuchhändler, dann gehe ich -das Fleisch kaufen und komme heim.« - - -350. - -Die Frau Dschohas pflegte in der Nacht wegzulaufen und sich mit ihrem -Geliebten zu treffen; deswegen wurde Dschoha von seinen Nachbarn -gehänselt. Da hielt er sich einmal wach, bis sie wegging; dann stand -er auf, verschloß die Tür und setzte sich dahinter. Als die Frau -zurückkam, fand sie die Tür versperrt. Sie begann ihn zu bitten, -er möge sich ihrer erbarmen, aber er beschimpfte sie. Als sie jede -Hoffnung auf einen günstigen Ausgang aufgegeben hatte, sagte sie zu -ihm: »Wenn du mir nicht öffnest, springe ich in den Brunnen.« Dann nahm -sie einen großen Stein und warf ihn hinein. Voll Reue lief er hinaus, -um zu sehn, was es gebe. Augenblicklich schlüpfte die Frau ins Haus und -verschloß die Tür. Er gab sich alle Mühe, sie zur Nachgiebigkeit zu -bestimmen, aber sie hörte nicht auf, ihn zu beschimpfen und zu ihm zu -sagen: »Da hat mans, wie du dich aufführst; die ganze Nacht steckst du -bei den Trunkenbolden.« So gelang es ihr denn, ihn vor den Nachbarn mit -Schande zu bedecken. - - -351. - -Einer, der die Frau Dschohas liebte, sagte eines Tages zu seinem -Diener, einem bartlosen und wohlgewachsenen Knaben: »Geh zu ihr und sag -ihr, daß ich sie bald besuchen werde.« Der Knabe ging hin. Sie konnte -sich nicht enthalten, ihn zu umarmen und ihn an ihre Brust zu drücken, -bis sie schließlich ihre Gelüste stillte. Der Herr des Knaben fand, daß -der zu lange ausblieb; er machte sich also selber auf den Weg zum Hause -Dschohas. Als ihn die Frau kommen hörte, verbarg sie den Knaben unter -dem Bette, und ihn empfing sie wie gewöhnlich. In diesem Augenblicke -klopfte Dschoha an die Tür. Da sagte sie zu ihrem Geliebten: »Steh -auf, lauf mit blankem Schwerte in den Hof und stoße Schmähungen gegen -mich aus.« Er tat es. Dschoha trat ein und fragte seine Frau: »Was -will der Mensch?« »Ach, Mann,« sagte sie, »das ist unser Nachbar: sein -Diener ist ihm entlaufen und hat sich zu uns geflüchtet; er wollte auf -ihn los, um ihn zu töten, aber ich habe ihn unter das Bett gesteckt.« -Dschoha sagte zu dem Knaben: »Komm nur hervor, mein Kind, und bete zu -Gott für diese ehrsame Frau, die dir diesen großen Dienst geleistet -hat; Gott möge ihn ihr lohnen.« - - -352. - -Die Frau Dschohas ging mitten in der Nacht weg. Es begegnete ihr einer -und der sagte zu ihr: »Du gehst um diese Stunde aus?« »Das kümmert mich -nichts,« antwortete sie: »treffe ich einen Mann, so ist das das, was -ich suche; begegnet mir ein Teufel, so werde ich ihm gehorchen.« - - -353. - -Man sagte zu Dschoha: »Nun bist du alt geworden und weißt von der -ganzen Überlieferung nichts auswendig.« Er antwortete: »Niemand von -euch hat von Ikrimah das sagen hören, was ich von ihm gehört habe.« -»Sag es uns.« »Ich habe gehört, wie Ikrimah nach ibn Abbas[1], der -es von dem Propheten hatte, folgendes verkündete: ›Es gibt zwei -Eigenschaften, die bei niemand sonst als bei den Gläubigen vereint -sind.‹ Aber Ikrimah hat die eine vergessen gehabt und ich habe die -andere vergessen.« - - -354. - -Dschoha war gerade beim Essen, als ein Bettler vor seiner Tür stehn -blieb und sagte: »Muselmanen, Brüder!« Dschoha sagte: »Es soll keine -Verwandtschaft unter ihnen gelten und sie sollen sich nicht aneinander -mit Bitten wenden.[2]« Der Bettler antwortete: »Hab Mitleid mit mir!« -Dschoha sagte: »Eher brauchte ich dein Mitleid.« Der Bettler: »Höre -mich doch an!« Dschoha: »Ich hätte dich angehört, wenn du dich an einen -Lebenden gewandt hättest.« Der Bettler: »Wie weitschweifig sind deine -Worte, und wie trügerisch deine Handlungen! Möge Gott deine Hoffnungen -zu Schanden machen!« - - -355. - -Dschoha brachte seiner Frau ein Stück Fleisch und fragte sie: »Was kann -man daraus machen?« Sie antwortete: »Mit gutem Fleische lassen sich -alle möglichen guten Sachen kochen.« »Gut,« sagte Dschoha, »koch mir -alle möglichen guten Sachen.« - - -356. - -Dschoha hatte einen Kamelhengst bestiegen; auf dem Wege warf ihn der -ab und entwich. Dschoha verfolgte ihn, bis er ihn schließlich in einer -Stadt einholte; und er sagte zu den Einwohnern der Stadt: »Habt ihr den -Schuft gesehn, der mich hat umbringen wollen? Bringt den Metzger her, -damit er den Verfluchten schlachte.« Der Metzger schlachtete das Kamel -und Dschoha verteilte das Fleisch an die Einwohner der Stadt. - - -357. - -Einer lud Dschoha zu Tische und sagte zu seiner Sklavin: »Bereite uns -Feigen.« Aber sie vergaß es und er ebenso. Später sagte er zu Dschoha: -»Lies uns einen Abschnitt aus dem Koran.« Dschoha willigte ein und -begann: »Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen! Bei dem -Ölbaume und dem Berge Sinaï ....«[3] Der Gastgeber sagte: »Wo bleibt -die Feige?« Dschoha antwortete: »Die habt ihr, du und deine Sklavin, -seit Anbruch der Nacht vergessen.« - - -358. - -Dschoha heiratete eine Frau, die schielte. Um die Essensstunde -brachte er zwei Brote; sie sah vier. Dann brachte er eine Schüssel -mit Speise; sie sah zwei und sagte zu ihm: »Was sollen wir mit zwei -Schüsseln machen? eine ist genug.« Er sagte bei sich: »Was für eine -ausgezeichnete Frau, die alles doppelt sieht!« Als er sich dann mit -ihr zu Tische setzte, warf sie ihm die Schüssel an den Kopf und sagte: -»Bin ich denn eine Dirne, daß du einen andern Mann zu mir führst?« -»Liebste,« sagte Dschoha, »bitte, sieh alles doppelt, nur deinen Mann -nicht!« - - -359. - -Dschoha war bei einem großen Herrn zu Tische und es gab Nugat. Da -fragte ihn einer: »Was ist das?« Er antwortete: »Ich weiß es nicht; -aber ich habe sagen hören, das Bad sei eines der köstlichsten irdischen -Dinge, und so denke ich, daß das ein Bad ist.« - - -360. - -Dschoha sah auf dem Tische eines Geizigen ein Huhn, das niemand -anrührte; man hatte es zugleich mit dem Kuskussu[4] gebracht und nach -dem Essen wurde es wieder zurückgetragen. Da sagte er: »Bei Gott, -dieses Huhn hat nach seinem Tode ein längers Dasein als zu seinen -Lebzeiten.« - - -361. - -Dschoha aß bei einem großen Herrn; es gab eine Fleischpastete und -die verschlang er mit vollem Munde. Einer sagte zu ihm: »Dschoha, iß -nicht zu viel; wer sich daran übernimmt, muß sterben.« Er hielt einen -Augenblick inne, dann klatschte er seine fünf Finger zusammen und -sagte: »Nehmt euch meiner Familie an; ich befehle sie euch.« - - -362. - -Dschoha traf einen Christen, der in der christlichen Fastenzeit -Fleisch aß; da setzte er sich zu ihm, um an seinem Mahle teilzunehmen. -Der Christ sagte zu ihm: »Dschoha, das Fleisch von Tieren, die wir -geschlachtet haben, ist euch Muselmanen nicht erlaubt.« Dschoha -antwortete: »Ich bin unter den Muselmanen das, was du unter den -Christen bist.« - - -363. - -Die Frau Dschohas erzählt: Mein Geliebter hatte Lust nach einer -Schüssel gedünstetes Fleisch, und ich verlangte die Sachen dazu von -meinem Manne. Als alles nötige bereit war, kochte ich das Gericht -und aß es mit meinem Geliebten und tat eine Gurke in den Topf. Mein -Mann kam heim und ich setzte ihm diese vor; er kostete sie und sagte: -»Das schmeckt ja wie eine Gurke.« Ich stellte sie noch einmal zu, bis -sie eingetrocknet war. Er aß sie und ging weg. Mein Geliebter kam -zum zweiten Male, aber er war noch kaum recht eingetreten, als ihn -mein Mann ertappte; er packte ihn und steckte ihn in eine Truhe und -verschloß sie. Dann ging er meine Verwandten holen. Sofort, als er -draußen war, machte ich mich an das Schloß, öffnete es und ließ meinen -Geliebten heraus. Unser Nachbar hatte einen Esel; den nahm ich und -steckte ihn in die Truhe. Da trat auch schon mein Mann mit meinem Vater -und meinem Bruder ein. Sie öffneten die Truhe und fanden einen Esel. -Und sie sagten zu Dschoha: »Bist du närrisch?« Er sah mich an und -sagte: »Dirne! du hast eine Gurke in Fleisch verwandelt; kein Wunder, -daß du einen Menschen in einen Esel verwandelst.« - - -364. - -Die Frau Dschohas erzählt weiter: Eines Tages kam mein Mann nach -Hause und mein Geliebter war da; ich versteckte ihn im Keller. Mein -Mann brachte dreißig Eieräpfel mit und legte sie in den Keller. -Mein Geliebter aß einen. Dann ging mein Mann die Äpfel zählen; mein -Geliebter gab sie ihm einzeln, und er bildete sich ein, es sei seine -eigene Hand, die sie ihm von innen reichte. Als er fand, daß einer -fehlte, ging er hinein; da traf er meinen Geliebten. Er fragte ihn: -»Wer bist du?« Und mein Geliebter antwortete: »Ich bin ein Eierapfel.« -Nun sagte mein Mann zu mir: »Schau, was für ein Spitzbube der Händler -ist! er hat mir den da für einen Apfel zugezählt, und dabei habe ich -zu ihm gesagt: ›Welcher ists denn, wenn nicht der da, der den Korb so -schwer macht?‹« Dann führte er ihn zu dem Apfelhändler und sagte zu -ihm: »Hast du denn keine Furcht vor Gott? wie kannst du mir den zu den -Äpfeln zuwägen?« Der Händler, der ein Schalk war, nahm meinen Geliebten -beim Ohre und sagte zu ihm: »Wie oft habe ich dir schon gesagt: ›Bleib -bei den Rüben und komme nicht immer unter die Eieräpfel!‹« Dann gab er -meinem Manne an seiner statt einen Eierapfel. - - -365. - -Dschoha erhielt von seinem Vater einen Dirhem, um dafür einen -Hammelkopf zu kaufen. Er kaufte ihn, aß aber alles Fleisch herunter -und brachte seinem Vater den nackten Schädel. Der Vater sagte: »Schuft, -was ist das?« »Ein Hammelkopf.« »Wo sind die Ohren?« »Er war taub.« -»Und die Zunge?« »Er war stumm.« »Und das Fleisch am Kopfe?« »Er war -kahl.« - - -366. - -Einer lud eines Tages Dschoha ein, um ihn zu hänseln, und als Dschoha -zu Tische kam, war nur ein Brot da; Dschoha stand auf und lief eiligst -weg. Der andere sagte: »Wohin denn, Dschoha?« Dschoha antwortete: »Ich -werde am Opfertage wiederkommen; vielleicht gibts dann bei dir Fleisch.« - - -367. - -Dschoha war gerade dabei, ein Huhn mit Brot zu essen, als einer bei -ihm vorbeikam; der sagte zu ihm: »Gib mir ein Stückchen.« Aber Dschoha -sagte: »Bei Gott, Bruder, das Huhn gehört nicht mir; es gehört meiner -Frau und sie hat es mir gegeben, damit ich es esse.« - - -368. - -Dschoha fragte einen Geizhals: »Warum lädst du mich nicht ein?« »Weil -du große Bissen nimmst und sie gierig verschlingst; während du den -einen ißt, bereitest du dir schon den andern vor.« »Aber Bruder,« -entgegnete Dschoha, »möchtest du denn, daß ich jedesmal zwischen zwei -Bissen zwei Kniebeugungen machte?« - - -369. - -Eines Tages sagte Dschoha zu seiner Frau, als er mit ihr aß: »Nichts -könnte lieblicher sein als diese Speise, wenn sie nur nicht so knapp -wäre.« »Wieso denn knapp?« sagte sie; »wir sind doch allein, du und -ich.« »Mir wäre es am liebsten,« sagte er, »wenn nur der Topf und ich -dawären, und sonst niemand.« - - -370. - -Dschohas Esel hatte sich verlaufen; da schwur Dschoha, ihn, wenn er ihn -finden werde, für einen Dinar zu verkaufen. Als er ihn aber gefunden -hatte, nahm er eine Katze, setzte sie dem Esel auf den Hals und führte -beide Tiere auf den Markt und schrie: »Wer will einen Esel um einen -Dinar und eine Katze um hundert Dinar? eines ohne das andere verkaufe -ich aber nicht.« - - -371. - -Eines Tages war Dschoha in dem neugebauten Hause eines Freundes; er -setzte sich einen Augenblick nieder, bekam aber nichts zu essen. Da -stand er auf und begann das Haus von einer Ecke zur andern mit seinem -Fuße auszumessen. Der Eigentümer sagte: »Was machst du da, Dschoha?« -»Ich will mir ein Haus bauen lassen wie dieses da; ein Haus, wo nichts -zu trinken und nichts zu essen ist, muß ja leicht zu bauen sein.« - - -372. - -Dschoha wollte für heilig gelten. Er wurde gefragt: »Wo sind deine -Wunder?« und er sagte: »Ich werde einem Baume, gleichgültig welchem, -befehlen, zu mir zu kommen, und er wird mir gehorchen.« »Sag es dem -Palmbaum da.« »Komm,« sagte Dschoha; aber der Palmbaum rührte sich -nicht, auch nicht, als er ihn dreimal angerufen hatte. Nun stand -Dschoha auf; man fragte ihn: »Wohin, Dschoha?« Er sagte: »Die Propheten -Gottes und die Heiligen kennen weder Hochmut, noch Verblendung; da der -Palmbaum nicht zu mir kommt, werde ich zum Palmbaum gehn.« - - -373. - -Eines Tages stieg Dschoha auf das Minaret der Moschee und rief zum -Gebete; und er verwunderte sich über seine Stimme. Alsbald stieg er -hinunter und begann hastig davonzulaufen. Man fragte ihn: »Wohin, -Dschoha?« Und er antwortete: »Ich will wissen, bis wohin meine Stimme -reicht.« - - -374. - -Eines Tages ging der Hodscha mit einem seiner Freunde auf die Jagd. Sie -sahen einen Wolf, und den wollten sie fangen; sie verfolgten ihn, bis -er sich unter einen Felsen verkroch. Der Gesell Dschohas steckte seinen -Kopf hinein, um ihn zu packen, aber der Wolf riß ihm ihn ab. Dschoha -wartete länger als eine Stunde; als er schließlich sah, daß sich sein -Gesell nicht wieder erhob, zog er ihn heraus, und da sah er, daß er -keinen Kopf hatte. Er fragte sich, ob er einen gehabt habe oder nicht; -dann ging er in die Stadt und fragte die Frau seines Freundes: »Hat -dein Mann, als er heute weggegangen ist, seinen Kopf bei sich gehabt -oder nicht?« - - -375. - -Eines Tages trug Dschoha einen Sack Korn in die Mühle. Auf dem Wege -dachte er, wie schön es wäre, wenn Gott das Korn in seinem Sacke in -Gold verwandeln möchte, und schließlich glaubte er, daß sein Wunsch -erhört sei. Er streckte die Hand aus, um zu sehn, ob es Gold geworden -sei oder nicht, aber der Sack legte sich um. Da wandte er den Blick -gen Himmel und sagte: »Herr, du hast mich betrogen.« - - -376. - -Einer lud Dschoha ein in der Absicht, ihn zu hänseln; er brachte -Rosinen in einer zugedeckten Schüssel, worein er auch Mistkäfer getan -hatte. Als der Deckel abgenommen wurde, liefen die Käfer davon; aber -Dschoha machte sich daran, sie aufzulesen und zu essen. Der Hausherr -fragte ihn: »Was tust du denn?« Und Dschoha antwortete: »Ich fange -vorerst die Ausreißer; die Rosinen rühren sich ja nicht von der -Stelle.« - - - - -2. Aus der von Mardrus besorgten Ausgabe von Tausend und einer Nacht - - -377. - -In den Jahrbüchern der alten Weisen, o König der Zeit, und in den -Schriften der Gelehrten wird erzählt und durch die Überlieferung -ist auf uns gekommen, daß in der Stadt Kairo, diesem Sitze des -Frohsinns und des Geistes, ein Mann gewesen ist, der wie ein -Dummkopf aussah, aber unter dem Äußern eines ungewöhnlichen Narren -einen unvergleichlichen Kern von Verschlagenheit, Scharfsinn, Witz -und Weisheit verbarg, ganz zu geschweigen, daß er sicherlich der -vergnüglichste, unterrichtetste und geistreichste Mensch seiner Zeit -war; mit seinem Namen hieß er Dschoha, und von Beruf war er nichts, -gar nichts, wenn er auch gelegentlich in den Moscheen das Predigeramt -ausübte. - -Eines Tages sagten nun seine Freunde zu ihm: »Schämst du dich denn -nicht, Dschoha, daß du dein Leben im Müßiggange verbringst und deine -Hände samt den zehn Fingern zu nichts anderm brauchst, als um sie voll -zum Munde zu führen? Und denkst du nicht, daß es die höchste Zeit wäre, -dein Luderleben aufzugeben und dich den Sitten aller Welt zu fügen?« - -Dschoha antwortete darauf nichts. Aber eines Tages fing er einen -großen, schönen Storch mit herrlichen Flügeln, die ihn hoch in den -Himmel trugen, mit einem wunderbaren Schnabel, dem Schrecken der Vögel, -und mit zwei Lilienstengeln als Beinen. Und nachdem er ihn gefangen -hatte, stieg er mit denen, die ihm Vorwürfe gemacht hatten, auf das -Dach seines Hauses, und dort schnitt er dem Storche mit einem Messer -die herrlichen Federn der Flügel und den wunderbaren langen Schnabel -und die hübschen, so zierlichen Beine ab, stieß ihn mit dem Fuße -hinaus und sagte: »Fliege! fliege!« - -Entrüstet schrien ihn seine Freunde an: »Daß dich Allah verfluche, -Dschoha! Warum diese Verrücktheit?« - -Und er antwortete ihnen: »Dieser Storch hat mich geärgert und hat meine -Augen verdrossen, weil er nicht so war wie die andern Vögel; jetzt aber -habe ich ihn den andern ähnlich gemacht.« - - -378. - -Und einmal kam sein Nachbar zu Dschoha, um ihn zu einem Mahle -einzuladen, und sagte zu ihm: »Komm zu mir essen, Dschoha.« Und Dschoha -nahm die Einladung an. Und als sie alle beide vor dem Eßbrette saßen, -wurde ihnen eine Henne aufgetragen. Und Dschoha gab es nach mehrern -Kauversuchen auf, sich mit dieser Henne zu befassen, die eine alte war -unter den allerältesten Hennen, und deren Fleisch zäh war wie Leder; -und er begnügte sich, ein wenig von der Suppe, worin sie gekocht war, -zu sich zu nehmen. Dann stand er auf, nahm die Henne, stellte sie in -die Richtung nach Mekka und schickte sich an, sein Gebet über ihr -zu sprechen. Und sein Wirt sagte betreten zu ihm: »Was willst du, -Ungläubiger? Seit wann beten die Muselmanen über den Hühnern?« - -Und Dschoha antwortete: »Du täuschest dich, Oheim. Diese Henne, über -der ich beten will, ist keine Henne: sie hat nur die Gestalt einer -Henne; denn in Wirklichkeit ist sie eine alte heilige Frau, die in -eine Henne verwandelt worden ist, oder ein verehrungswürdiger frommer -Mönch! denn sie war im Feuer, und das Feuer hat sie verschont.« - - -379. - -Ein andermal war Dschoha mit einer Karawane ausgezogen und der -Mundvorrat war gar spärlich und der Hunger der Reisenden war -beträchtlich; und er wurde von seinem Magen so gepeinigt, daß er gern -das Futter der Kamele verschlungen hätte. Als sie sich nun beim ersten -Halt alle niedergesetzt hatten, um zu essen, zeigte Dschoha so viel -Zurückhaltung und Bescheidenheit, daß sich seine Gefährten nicht genug -wundern konnten. Sie drangen in ihn, das Brot und das harte Ei, das ihm -zukam, zu nehmen, aber er antwortete: »Nein, bei Allah! eßt nur und -seid zufrieden; ich wäre nicht imstande, ein ganzes Brot und ein Ei -aufzuessen. Nehmt nur jeder euer Brot und euer Ei; mir gebt dann, wenn -es euch beliebt, jeder die Hälfte von seinem Brot und seinem Ei: mehr -verträgt mein Magen nicht, der ziemlich schwach ist.« - - -380. - -Ein andermal, an einem sehr heißen Tage, hatte sich Dschoha in der -ärgsten Sonnenglut auf den Weg gelegt und hielt seinen Freudenstifter -entblößt in der Hand. Da kam einer vorbei, und der sagte zu ihm: -»Schande über dich, Dschoha! was machst du da?« - -Und Dschoha antwortete: »Schweige, Mann, und geh mir aus meinem Winde! -siehst du nicht, daß ich meinen Kleinen Luft schöpfen lasse zu seiner -Erfrischung?« - - - - -3. Volkserzählungen aus Tripolis und Tunis - - -381. - -Einmal kam ein Mann zu Dschuha und sprach zu ihm: »Ich habe eine Kuh -und möchte sie verkaufen, aber niemand will sie mir abkaufen.« Dschuha -antwortete: »Ich werde den Verkauf besorgen. Bring sie morgen auf den -Markt; da will ich sie an den Mann bringen.« Dschuha ging zu seiner -Mutter und erzählte es ihr, und sie sagte zu ihm: »Weißt du auch, mein -Sohn, wie du die Kuh teuer verkaufen kannst?« »Sag mirs.« »Sag: ›Das -ist eine sehr schöne Kuh; sie ist noch jung, ist aber schon im sechsten -Monate trächtig.‹« »Schön,« antwortete Dschuha. - -Am nächsten Morgen brachte ihm der Mann die Kuh; Dschuha trieb sie auf -den Markt und begann sie auszurufen. Man fragte ihn: »Dschuha, ist -das eine gute Kuh?« Er antwortete: »Eine sehr gute; ich weiß, daß sie -sehr gut ist.« »Wieso weißt du das?« »Sie ist noch jung und ist schon -trächtig im sechsten Monate.« »Ja dann ist sie gut.« Dschuha verkaufte -sie in der Tat sehr teuer. Dann ging er nach Hause. - -Nun hatte er eine junge Tochter, und um die warben eben Leute, als er -nach Hause kam. Und ihre Mutter sagte zu den Leuten: »Da kommt ihr -Vater. Bittet ihn um sie; er wird sie euch schon geben.« »Was wollt -ihr?« fragte Dschuha. »Wir wollen deine Tochter haben.« Er sagte: »Ja -die ist gut: ihr Verstand ist gut entwickelt, ihre Augen sind hübsch, -ihre Augenbrauen sind zierlich, ihr Haar ist schön genug, und überdies -ist sie im sechsten Monate schwanger.« Die Leute begannen zu lachen, -wandten sich zur Tür und gingen weg. - -Nun sagte die Frau zu Dschuha: »Schämst du dich nicht?« »Warum denn?« -»Wie kannst du zu Leuten, die um deine Tochter werben kommen, sagen, -sie sei im sechsten Monate schwanger?« »Nun, bei der Kuh war es doch -heute gut, die gar nichts wert war. Niemand hat sie mir abnehmen -wollen, bis ich den Leuten gesagt habe, sie sei im sechsten Monate -trächtig; da haben sie sie sofort genommen. Na, und wenn einer etwas -kaufen will, ists da besser, er erhält ein Ding oder gleich zwei?« - -Dschuha ging nun weg von seiner Frau. Auf der Straße kam er wieder mit -den Leuten zusammen, die bei ihm um seine Tochter geworben hatten, und -die sagten zu ihm: »Wie hast du uns nur sagen können, deine Tochter -sei eine Jungfrau, und dann behaupten, sie sei im sechsten Monate -schwanger?« Dschuha antwortete: »Das will ich euch erklären. Wenn du -zum Beispiel reisest und irgendwohin willst, ist es da besser, wenn -du in neun Stunden hinkommst oder in drei?« »Natürlich ist es in drei -Stunden besser.« »Nun, das trifft auch bei meiner Tochter zu; ist es -besser, wenn sie ihrem Gatten in drei Monaten ein Kind schenken kann, -oder wenn das erst in neun Monaten möglich ist?« Da lachten die Leute -und gingen weg. - - -382. - -Dschuha kam einst zu König Jachja; der mochte ihn gut leiden und sagte -zu ihm: »Verlange, was du willst.« Dschuha antwortete: »Wer Jachja -heißt, soll mir einen Piaster geben, wer am frühen Morgen ausgeht, -desgleichen, wer auf seine Frau hört, desgleichen, ebenso wer einen -langen Bart hat, und schließlich wer grindig ist.« Der König befahl: -»Fertigt ihm die Gewährung seiner Bitte schriftlich aus.« Dschuha nahm -den Bescheid und ging. - -Eines Tages ging er früh ums Morgengrauen zu einem Stadttore und setzte -sich dort nieder. Da kam ein Beduine vorbei, der Brennreisig in die -Stadt bringen wollte. Dschuha hielt ihn an und sagte zu ihm: »Gib -mir einen Piaster.« Der Beduine fragte: »Warum?« Dschuha antwortete: -»Weil du am frühen Morgen ausgehst.« Der Beduine blickte auf und -sagte: »Hätte ich nicht auf meine Frau gehört, wäre ich nicht früh -aufgestanden.« Da sagte Dschuha: »Jetzt mußt du mir zwei Piaster -geben.« Der Beduine wurde zornig und sagte: »Weg! laß mich in Ruh; -sonst kannst du den Stock da von der Hand Hadsch Jachjas zu kosten -bekommen!« Da sagte Dschuha: »Jetzt machts drei Piaster.« Sie begannen -zu streiten: der eine sagte: »Gib her,« und der andere: »Ich gebe -dir nichts,« bis sie sich zu prügeln anfingen. Da wurde der Bart des -Beduinen sichtbar, und Dschuha sah, daß er lang war; da sagte er: »Vier -Piaster.« Sie prügelten sich weiter, und da wurde auch der Kopf des -Beduinen bloß; Dschuha sah, daß er grindig war, und so sagte er sofort: -»Fünf Piaster.« Der Streit wurde immer heftiger und schließlich wurden -sie vor den Sultan geführt. - -Der Sultan antwortete: »Was soll das heißen, Dschuha?« Dschuha -antwortete: »Hier ist der treffliche Bescheid, den du mir gegeben hast. -Bei diesem Manne habe ich die fünf Eigenschaften getroffen, die in dem -Bescheide verzeichnet sind: er heißt Jachja, geht am frühen Morgen aus, -hört auf den Rat seiner Frau, hat einen langen Bart und ist grindig.« -Der Sultan sagte zu dem Beduinen: »Geh nur ruhig nach Hause; du bist -ein armer Mann und bist hergekommen, um dir etwas zu verdienen, und -Dschuha hat dich abgehalten.« Und er gab ihm ein Geschenk und sagte: -»Geh jetzt.« Dschuha sah König Jachja an und sagte: »Es mangelt doch -einem jeden, der Jachja heißt, am Verstande.« Darüber erboste sich -König Jachja und ereiferte sich immer mehr; endlich rief er: »Bei Gott, -wenn du mir niemand ausfindig machst, der Jachja heißt und dem es am -Verstande mangelt, so lasse ich dir den Kopf abschlagen.« Dschuha -antwortete: »Gib mir hundert Piaster und gewähre mir neun Tage Frist.« -Der König ließ ihm das Geld geben und gewährte ihm die gewünschte -Frist, erklärte aber nochmals: »Wenn du mir nicht binnen neun Tagen -einen Menschen, wie beschrieben, bringst, so lasse ich dir den Kopf -abschlagen.« - -Dschuha verließ den Palast und ging auf den Schafmarkt; dort kaufte -er einen hübschen Hammel. Den trieb er in den Basar der Gewürzkrämer. -Er fragte einen Mann: »Ist vielleicht in dem Basar da ein Mann, der -Jachja heißt?« Der Mann sagte: »Der in dem Laden dort heißt Jachja.« -Dschuha ging zu dem ihm bezeichneten und sagte zu ihm: »Friede sei -über dir!« Der Gewürzkrämer antwortete: »Über dir sei der Friede,« -und bewillkommnete Dschuha. Der sagte: »Du heißt Jachja?« Der Krämer -antwortete: »Jawohl.« Dschuha sagte: »Ich habe dir ein Geschenk -gebracht.« Der Krämer fragte: »Von wem denn?« Dschuha antwortete: -»Diesen Hammel hat dir der Erzengel Gabriel geschickt.« Der Alte -freute sich und rief: »Lob sei Gott, der sich meiner erinnert und mir -durch den Engel Gabriel einen Hammel geschickt hat.[5]« Dschuha sagte -ihm noch: »Ich warne dich aber vor einem: dieser Hammel erzählt alles -weiter, was er zu hören und zu sehn bekommt; er ist ein Plauderer.« Der -alte Jachja nahm den Hammel mit nach Hause und band ihn in der Küche an. - -Nun hatte der Alte einen Sohn, der eben geheiratet hatte. Die junge -Frau mußte auf einmal auf den Abtritt gehn, und dort ließ sie einen -fahren; ach, da sah sie, daß der Hammel herguckte. Sie schämte sich -heftig und sprach bei sich: »Der sagt es jetzt meinem Manne und stellt -mich vor ihm bloß.« Drum sagte sie zu dem Hammel: »Bitte, sag nichts.« -»Bäh, bäh.« »Versprich mir, daß du nichts sagen wirst.« »Määh.« Da -zog sie ihr Leibchen aus und bat den Hammel: »Nimm es, aber sage -meinem Manne nichts.« Und so zog sie sich ein Kleidungsstück nach dem -andern aus, um es dem Hammel hinzugeben, bis sie splitternackt auf -dem Abtritte dasaß. Ihre Mutter vermißte sie und fand sie endlich auf -dem Abtritte; da sie sah, daß sie nackt und bloß war, fragte sie sie: -»Dir fehlt doch nichts?« »Ach, Mütterchen, ich habe einen streichen -lassen, und der Hammel hat es gehört, und ich ängstige mich, daß ers -weitererzählt; und er will mir nichts versprechen.« Da zog sich die -Alte auch aus und saß schließlich auch nackt auf dem Abtritte. Die -Mutter des jungen Gatten vermißte die beiden und ging ihnen nach; und -sie sagte zu ihnen: »Warum sitzt ihr denn nackt und bloß da?« Die -Mutter der jungen Frau begann: »Mein Töchterchen hat einen streichen -lassen, und wir haben Angst, der Hammel erzählts ihrem Manne.« Da zog -sich die Mutter des jungen Gatten auch aus und gab auch alle ihre -Kleider dem Hammel und sagte zu ihm: »Mein Söhnchen, bitte, sags nicht -weiter.« - -So standen die Dinge, als der alte Jachja sein Haus betrat. Er rief -hinein: »Chaddidscha! Fatima!«, aber niemand antwortete ihm. Da suchte -er das ganze Haus ab, bis er auf den Abtritt kam und die drei Frauen -sah; er fragte sie: »Was ists mit euch?« Sie schwiegen; denn sie -schämten sich. Er sagte: »Sagt es mir nur.« Nun sagten sie: »Die junge -Frau hat früher einen streichen lassen, und wir haben uns geängstigt, -daß es der Hammel ihrem Manne erzählen werde.« Da begann sich der alte -Jachja auch zu entkleiden: er gab dem Hammel Turban, Rock und Kaftan -und saß schließlich nackt wie die drei Frauen auf dem Abtritte. - -Endlich kam der junge Ehemann, der Sohn des alten Jachja, heim; er -fand das Haus öde und leer. Er rief: »Mutter! Frau!«, aber niemand -antwortete ihm. Als er dann vom Abtritte her ein Geräusch hörte, ging -er hin, und dort fand er die ganze Gesellschaft nackt: Vater, Mutter, -Frau und Schwiegermutter. »Gottes Wunder!« sagte er; »was ist denn los -mit euch?« Sie schwiegen und schlugen ihre Augen zu Boden; dann trat -sein Vater vor und sagte zu ihm: »Deine junge Frau, mein Sohn, hat -einen fahren lassen, und wir hatten Angst, der Hammel könnte es dir -erzählen.« - -Lassen wir jetzt diese Leute und ihre Sachen und wenden wir uns wieder -zu Dschuha. Was tat also Dschuha? Dschuha hielt sich eine Woche lang -fern vom alten Jachja; dann aber ging er wieder in seinen Laden. Der -Alte bewillkommnete ihn freudig und sagte: »Sei gegrüßt!« Dschuha -sagte: »Komm her! ich will dir etwas anvertrauen, was ein Geheimnis -zwischen uns bleiben soll.« Jachja sagte: »Sag es.« Dschuha sagte: »Ich -bin der Engel Asrael und heute Nacht wird mich Gott zu dir senden, -um deinen Geist zu holen.« Jachja sagte: »Freund, was habe ich denn -verbrochen?« Dschuha antwortete: »Du magst etwas verbrochen haben -oder nicht: wer vor seinem Ende steht, muß den Fuß langstrecken. Geh -hin und nimm von allen deinen Angehörigen, Verwandten und Bekannten -Abschied.« Der alte Jachja erwiderte: »Ich will aber nicht sterben.« -Dschuha sagte: »Was soll das heißen? Das Geschenk ist dir recht, aber -vom Sterben willst du nichts hören? Nimm nur dein Leichentuch und geh -nach Hause. Ich werde gegen Abend zu dir kommen und zwar mit zwei -andern Engeln, nämlich Michael und Gabriel.« Damit verließ er den -alten Jachja. Der dachte nun: »Heute Nacht muß ich also sterben.« Dann -nahm er sein Leichentuch und ging nach Hause. Er wusch sich und betete -zwei Abschnitte; und zu den seinigen sagte er: »Niemand soll das Haus -verlassen.« Hierauf ging er zu seinen Freunden und Verwandten und sagte -zu ihnen: »Verzeiht mir alles schlechte.« Sie fragten ihn: »Was ists -mit dir?« und er antwortete: »Heute Nacht muß ich sterben.« Der eine -sagte: »Jachja ist verrückt geworden«, der andere: »Vielleicht hat er -seinen Tod vorausgesehn.« Dann ging Jachja wieder nach Hause. Seine -Frau und seine Schwiegertochter kamen ihm entgegen und sagten zu ihm: -»Sei gegrüßt!«; er aber entgegnete: »Weder gegrüßt, noch sonst etwas. -Verzeihet mir alles; denn heute Nacht muß ich sterben.« - -Dschuha ging wieder zum Könige und sagte zu ihm: »Nun habe ich einen -ausfindig gemacht, der Jachja heißt wie du und dem es am Verstande -fehlt.« Er brachte zwei Kapuzenmäntel und der König und der Wesir zogen -sie an; er tat das gleiche. Und um die Zeit des Abendgebetes ging er -mit ihnen zu dem alten Jachja; sie fanden die Haustür offen. Als sie -eintraten, flohen die weiblichen Familienmitglieder, indem sie riefen: -»Das ist der König Tod; er will vielleicht auch uns töten.« Die drei -traten ein und sagten zum alten Jachja: »Friede sei über dir.« Er -antwortete ihnen mit matter Stimme: »Über euch sei der Friede.« Nun -befahl ihm Dschuha: »Lege dich hin und strecke dich lang.« Jachja legte -sich hin und streckte sich lang. Dschuha befahl ihm weiter: »Sag dein -Glaubensbekenntnis.« Dann begann er den Alten von unten an zu quetschen -und zu zwicken: mit dem Beine fing er an und zwar mit der großen Zehe; -dann kam er ihm an den Bauch, an die Brust und schließlich an den Hals. -Als er ihm tüchtig an den Hals griff, wurde Jachja ohnmächtig. Drauf -deckte ihm Dschuha das Gesicht zu und sagte zum Sultan und zum Vesir: -»Laßt uns wieder gehn.« Und als er das Haus verließ, sagte er zu den -Angehörigen des alten Jachja: »Wer sich muckst oder gar schreit, dessen -Geist hole ich.« Zum Sultan aber und zum Wesir sagte er: »Morgen sollt -ihr mit mir dem Begräbnisse beiwohnen.« - -Am nächsten Morgen ging der Sohn des alten Jachja aus und holte die -Sänger und die Bahre. Man wusch den Alten und hüllte ihn in das -Leichentuch, legte ihn, ohnmächtig, wie er noch immer war, auf die -Bahre und zog zum Friedhofe. Unter den Leuten, die dem Begräbnisse -beiwohnten, waren der Sultan und der Wesir und auch Dschuha. Dem -begegnete ein altes Weib und er sagte zu ihr: »Komm her; da ist ein -Goldstück. Geh an die Bahre, tritt zu den Trägern und sage zu ihnen, -was ich dir sagen werde.« Und er sagte ihr, was sie zu sagen haben -werde. Sie trat auf die Träger zu und sagte zu ihnen nach dem Wortlaute -Dschuhas: »Wer ist der Tote?« Man antwortete ihr: »Der alte Jachja vom -Basar der Gewürzkrämer.« Sie sagte: »Gott sei ihm nicht gnädig! Ich -habe bei ihm, als ich meine Tochter verheiraten wollte, ein Pfündchen -Ambra gekauft; da hat er mich um vier Unzen betrogen.« Als das der alte -Jachja hörte, richtete er sich auf der Bahre auf und rief: »Ich bin ein -Betrüger, du schlechtes Weib? Mich kennt man als einen Dieb?« Da warfen -die Träger die Bahre zu Boden und entflohen; alle Leute aber begannen -zu lachen und der Sultan und der Wesir stimmten mit ein. Nun wandte -sich Dschuha an den Sultan und sagte zu ihm: »Habe ich dir nicht -gesagt, daß es jedem, der Jachja heißt, am Verstande fehlt?« Der Sultan -antwortete: »Ich verzeihe dir; verlange von mir, was du willst.« - - -383. - -Dschuha pflegte mit seiner Mutter unter einem Tuche zu schlafen, und -allmorgendlich, wann der Muezzin auf das Minaret stieg, um zum Gebete -zu rufen, stand seine Mutter auf und nahm das Tuch um, so daß Dschuha -in der Kälte bloß liegen mußte. Eines Tages sprach er bei sich: »Dieser -Muezzin ist doch ein nichtswürdiger Mensch; jede Nacht stört er mich.« -Er ging zu ihm hinauf aufs Minaret; und während der Muezzin zum Gebete -rief, erschlug er ihn. Und er schnitt ihm den Kopf ab und warf ihn in -den Brunnen seines Hauses. Dann ging er zu seiner Mutter und sagte zu -ihr: »Jetzt habe ich dir glücklich Ruhe vor dem Muezzin verschafft; ich -habe ihn getötet und ihm den Kopf abgeschnitten.« Die Mutter fragte -ihn: »Wo ist denn der Kopf?« Dschuha antwortete: »Ich habe ihn in -unsern Brunnen geworfen.« Nun sagte die Mutter: »Geh jetzt hinein und -leg dich schlafen; sonst wird man kommen und dich festnehmen.« Dschuha -ging ins Zimmer und legte sich schlafen und die Mutter deckte ihn zu. - -Sie schlachtete ein Hämmelchen, das sie hatte, und warf den Kopf in den -Brunnen; das Netz und den Magen nahm sie her und machte Würste daraus. -Die kochte sie, ging damit zu Dschuha und warf sie auf den Boden; dann -sagte sie zu ihm: »Steh auf, Dschuha, es hat Würste geregnet.« Dschuha -erhob sich, las die Würste auf und aß sie. Hierauf ging er aus; er -fand die Moschee voller Menschen und die fragten einander: »Was ist -das? der Muezzin hat keinen Kopf; wer hat ihn getötet?« Dschuha sagte -zu ihnen: »Ich habe ihn getötet.« Sie fragten ihn: »Wo ist sein Kopf?« -Er sagte: »Den habe ich in unsern Brunnen geworfen.« Nun hieß es: »Wir -müssen zu Dschuha gehn, damit wir sehn, ob das wahr oder gelogen ist.« -Man ließ Dschuha in den Brunnen hinab, damit er den Kopf des Muezzins -heraufhole. Als er nun im Wasser herumtastete, kamen ihm die Hörner des -Hammels in die Hand; da sah er hinauf und rief denen oben zu: »Hat euer -Muezzin Hörner gehabt oder nicht?« Sie sagten: »Was soll das heißen? -Wann hast du ihn übrigens getötet?« Dschuha antwortete: »In der Nacht, -wo es Würste geregnet hat.« Da sahen sich die Leute an und sagten: -»Ach, das ist ja der verrückte Dschuha!« - - -384. - -Dschuha hatte einen Oheim von Vaters Seite, und in dessen Frau war er -verliebt und sie gewährte ihm auch ihre Gunst; da verstieß sie der -Oheim und nahm eine andere Frau und die warnte er mit den Worten: -»Dschuha ist ein Taugenichts; hüte dich ja, daß er dir zu nahe kommt -und du ihm irgendeine Gunst gewährst.« Dschuha war der Schafhirt seines -Oheims; und wenn er abends heimkam und die Frau anzureden versuchte, -so wies sie ihn allemal schnöde ab. Als er aber einmal die Schafe -weidete, kam er zu einem unterirdischen Gewölbe; dahinein trieb er -die Schafherde, und den Eingang verrammelte er. Er ging zu seinem -Onkel und sagte zu ihm: »Die Schafe sind weg.« Sein Oheim, der Ärmste, -machte sich auf und suchte mit seiner Frau die Schafe; die waren in -dem Gewölbe. Als die Suchenden dort in die Nähe kamen, begann auf -einmal Dschuha für sich zu sprechen. Sein Oheim sagte: »Was redest und -sprichst du da?« Dschuha antwortete: »Die Vögel sprechen mit mir.« Der -Oheim fragte weiter: »Was sagen sie dir denn?« Dschuha antwortete: -»Was mir die Vögel sagen, kann ich dir nicht wiedersagen; es schickt -sich nicht.« Der Oheim dachte eine Weile nach; dann sagte er: »Sag es -mir; es tut weiter nichts.« Dschuha antwortete: »Die Vögel haben zu -mir gesagt: ›Wenn du die Frau deines Oheims wirst küssen, wirst du -die Schafe finden müssen.‹« Da sagte der Oheim: »Also, Dschuha, ich -soll die Schafe finden, wenn ich dir meine Frau überlasse?« Dschuha -antwortete: »Ja, bei Gott. Wahrhaftig.« Nun sagte der Oheim: »Wohlan -denn, nimm sie dort ins Gebüsch und küsse dich satt an ihr.« Dschuha -nahm sie ins Gebüsch und küßte sich satt an ihr. Dann kam er aus -dem Gebüsche hervor und begann wieder ein Selbstgespräch. Der Oheim -fragte ihn: »Was hat dir der Vogel jetzt gesagt?« »Er hat mir gesagt, -wo die Schafherde ist, nämlich dort in dem unterirdischen Gewölbe.« -Der Oheim fragte ihn wieder: »Wirklich? oder lügst du mir etwas vor?« -Bald waren sie bei dem Gewölbe und Dschuha öffnete es und ließ die -Schafe heraus; und er sagte: »Nun, Oheim, da haben wir also die Schafe -wiedergefunden.« Als sie dann zu Hause waren, sagte Dschuhas Oheim zu -seiner Frau: »Dieser Dschuha ist ein Taugenichts; er verspottet uns -und macht sich über uns lustig.« Und damit jagte er Dschuha weg. - - -385. - -Dschuha hatte einen kleinen Esel. Den entdeckten etliche lose Buben und -nahmen ihn weg; und als sie ihn gestohlen und verkauft hatten, kamen -sie wieder zu Dschuha und sagten zu ihm: »Dschuha, dein Esel ist Kadi -geworden.« Dschuha antwortete: »Wahrhaftig?« Sie beteuerten es: »Wir -haben ein Buch vor uns hingelegt und zu lesen begonnen, und da hat er -uns zugehört.« Dschuha nahm einen Futtersack und ging damit zum Kadi. -Der Kadi sprach gerade Recht; da hielt ihm Dschuha den Futtersack hin -und sagte zu ihm: »Komm, friß Gerste; du bist doch ein Esel.« Der Kadi -blickte auf und sagte: »Was soll das heißen? du machst mich zu einem -Esel, verfluchter Junge? Greift ihn und verabreicht ihm zweihundert -Hiebe.« Dschuha erhielt also von den Dienern die Hiebe; aber er schrie: -»Ach, ich werde dir keine Gerste und kein Stroh mehr geben; wann ich -aber wieder frei bin, werde ich dirs schon zeigen.« Der Kadi blickte -auf und sagte: »Der Mensch ist verrückt; was war dein Esel wert, mein -Junge?« Dschuha antwortete: »Hundert Piaster.« Der Kadi befahl: »Gebt -ihm hundert Piaster und jagt ihn weg.« Aber Dschuha begann wieder: -»Wenn du nun nicht mein Esel bist, wo ist denn dann mein Esel?« Der -Kadi fragte ihn: »Was war es mit deinem Esel?« Dschuha sagte: »Ich -suchte ihn, konnte ihn aber nicht finden. Da sind mir etliche Leute -begegnet und die haben zu mir gesagt: ›Dein Esel ist Kadi geworden.‹ -Da bin ich zu dir gekommen und du hast mir zu dem nötigen verholfen. -Drum bist du wirklich ein Kadi und kein Esel.« Der Kadi ließ die Leute -holen, die diese Geschichte angestiftet hatten; man brachte sie und -der Kadi befahl: »Gebt jedem zweihundert Hiebe.« Und dann sagte er zu -ihnen: »Ihr müßt Dschuha seinen Esel wieder verschaffen.« - - -386. - -Dschuhas Familie hatte als Nachbarn in der Gasse sehr angesehne Leute, -und in dem Nachbarhause war eine Frau, die einen Einäugigen zum -Liebhaber hatte; den sah Dschuha täglich das Haus betreten. Was tat nun -Dschuha? Er kaufte sich eine ganz magere Ziege und die schlachtete er; -dann versammelte er die Hunde des Stadtviertels um sich und schnitt -ihnen das Fleisch der Ziege zurecht und gab es ihnen zu fressen. So -kam auch ein einäugiger Hund dazu. Die andern Hunde hatte er schon -alle satt gemacht und sie waren wieder weggelaufen; nun nahm er den -einäugigen Hund her, der darauf wartete, daß er ihm zu fressen gebe: -er jagte ihn in die enge Gasse hinein und schlug auf ihn los, bis -schließlich der Hund in das Haus floh, wo die Frau mit ihrem einäugigen -Liebhaber war. Der Hund lief also in die Tür und verkroch sich im -Hausflur. Dschuha trat nun auch ins Haus, ging in den Hausflur und -rief: »Hinaus mit dir, Einäugiger! Du frißt die Sachen der Leute und -nimmst Reißaus und versteckst dich bei Fremden im Hausflur.« Die Frau -hörte das, die Ärmste, kam von innen heraus und fragte: »Was gibts mit -dem Einäugigen?« Dschuha antwortete: »Ich habe ihn mit eigenem Auge -hineingehn sehn; er ist ein Hund und Hundesohn.« Da sagte die Frau -bittend: »Da sind hundert Piaster; geh aber weg: du verursachst mir -einen Lärm vor der Haustür.« Dschuha handelte mit ihr um den Betrag, -bis sie ihm schließlich fünfhundert gab. Als er dann das Geld in der -Hand hatte, sagte er zu ihr: »Dort im Hausflur steckt der Hund; jag -mir ihn heraus.« Da blickte sie hin und sah den Hund, und sie sah, -daß er einäugig war wie ihr Geliebter; und sie rief: »Ach, dieser -nichtsnutzige Dschuha hat mich angeführt!« Damit jagte sie den Hund -hinaus und Dschuha ging mit ihm weg. - - -387. - -Dschuha pflegte die Kühe seiner Verwandten von Mutterseite auf die -Weide zu treiben; ihm selber gehörte von der Herde nur ein Kalb. Die -Kühe waren alle mager, Dschuhas Kalb hingegen fett; als er nun einmal -auf das Kalb nicht achtgab, ersahen seine Verwandten die Gelegenheit -und schlachteten es. Sie waren gerade dabei, es zu verzehren, als -Dschuha heimkam; da sagten sie einfach zu ihm: »Dein Kalb hat uns so -gefallen, daß wir es geschlachtet haben; jetzt essen wir es.« Dschuha -bat sie und sagte: »Gebt mir wenigstens die Haut.« Sie gaben sie ihm. -Er ging damit weg und bot sie im Basar zum Verkaufe aus. Den ganzen -Tag bot er sie aus; schließlich verkaufte er sie um einen Heller. Er -überlegte und sagte sich: »Was tu ich mit dem Heller?« Dann machte -er ein Loch in den Heller, zog einen Faden durch und wickelte sich -den Faden um den Finger und machte sich auf den Weg nach Hause. Da -sah er vor sich zwei Männer auf der Straße; die hatten einen Kasten -voll Goldstücke gefunden und waren eben dabei, sie mit einem Maße -zu messen und sie zu teilen. Dschuha schlich sich von hinten an sie -heran und warf seinen Heller mitten unter die Goldstücke; und er -sagte zu ihnen: »Seid gegrüßt!« Sie fragten ihn: »Was ists mit dir?« -Er antwortete: »Und was ists mit euch? Teilt ihr das Geld anderer -Leute?« Sie antworteten: »Diesen Schatz hat uns Gott geschenkt; wir -haben ihn regelrecht durch Zauberei gehoben.« Dschuha aber sagte: »Der -Schatz gehört mir.« Sie fragten: »Wieso denn?« Dschuha antwortete: -»Ich habe ihn gekennzeichnet, und zwar mit einem Heller, durch den -ein roter Faden gezogen ist.« Sie suchten nach und fanden den Heller -wirklich; nun sagten sie zu Dschuha: »Du hast recht; da müssen wir ihn -unter uns drei teilen.« Dschuha aber erwiderte: »Nein; nehmt ihr eine -Hälfte, und ich will die andere nehmen.« Und er nahm die Hälfte von den -Goldstücken, und die andern nahmen die Hälfte. Er steckte sein Geld in -den Bausch seines Burnus und ging heim. - - -388. - -Dschuha ging zu seinen Verwandten und öffnete seinen Burnus; da -erstaunten sie und fragten ihn: »Woher hast du das viele Geld?« -Er antwortete: »Wißt ihr das nicht? das ist ja das Geld für die -Kalbshaut.« Sie sagten: »Da wollen wir doch auch unsere Kühe schlachten -und die Häute verkaufen.« Dschuha sagte: »Schlachtet sie nur; ihr -werdet reich daran werden.« Sie schlachteten also ihre Kühe und zogen -ihnen die Häute ab. Dschuha hatte ihnen aber noch geraten: »Laßt die -Häute stinkend werden; salzt sie nicht ein.« Als nun diese Bauern -ihre Kühe geschlachtet, das Fleisch verzehrt und auch die Hunde damit -gefüttert hatten, ließen sie die Häute liegen, bis sie zu stinken -begannen. Nach drei oder vier Tagen sah Dschuha nach, und da fand er, -daß aus den stinkenden Häuten Würmer herauskrochen; er ging wieder -zu seinen Verwandten und sagte zu ihnen: »Nehmt jetzt die Häute und -verkauft sie.« Sie gingen in den Basar und boten die Häute aus. Es -kamen die Schuster und sahen sich die Häute an, und sie sahen, daß -Würmer herauskrochen und daß sie entsetzlich stanken. Da sagten sie -untereinander: »Sie wollen uns zum besten haben!« Damit nahmen sie die -unglückseligen Verkäufer her und versetzten ihnen Faustschläge; und -sie schrien: »Nehmt euer Aas wieder und werft es weg!« Die Verwandten -Dschuhas zogen ab und entwichen; und sie sagten: »Wenn wir Dschuha -nicht heute Nacht töten, so macht er uns noch ganz arm.« - - -389. - -Sie gingen zu Dschuha, nahmen ihn fest und banden ihn und sagten zu -ihm: »Du hast uns also arm gemacht.« Dschuha sah sie an und sagte zu -ihnen: »Ihr habt es also geglaubt, daß man stinkende Kuhhäute kauft? -Ich habe euch ja nur zum besten gehabt.« Sie nahmen ihn also fest, -fesselten ihn und steckten ihn in einen Sack; den banden sie zu und -wollten also Dschuha ins Meer werfen. Als sie ans Ufer kamen, sahen -sie einen Schafhirten auf der Weide; nun sagten sie untereinander: -»Wir wollen den Sack einstweilen niederlegen und bei dem Hirten Milch -trinken.« Sie gingen zu dem Hirten und fragten ihn: »Hast du einen -Trunk Milch?« Er gab ihnen Milch in einem Schlauche und sie tranken -sie. Dann setzten sie sich zu dem Hirten, den Kopf auf die Ellbogen -gestützt; sie begannen schläfrig zu werden und schließlich übermannte -sie der Schlaf. Der Hirt ließ sie ruhig schlafen und ging seine Schafe -zurücktreiben; dabei sah er den zugebundenen Sack und er stieß mit -seinem Stabe daran. Dschuha sagte im Sacke: »Laß mich in Frieden.« Der -Hirt erschrak und sagte: »Ist das ein Mensch oder ein Geist? Was ists -mit dir in dem Sacke da?« Dschuha antwortete: »Man will mich zu meinem -Meister bringen, der mich unterrichten soll; und wen mein Meister -unterrichtet, der sieht das Schicksalsbuch, das Gott verwahrt.« Da -sagte der Hirt: »Ach, ich möchte gern an deiner statt hingehn.« Dschuha -sagte: »Nein, damit bin ich nicht einverstanden.« Er stellte sich -abgeneigt, obwohl er es gar zu gern gehabt hätte, wenn der andere seine -Stelle eingenommen hätte. Aber der Hirt ließ nicht ab, Dschuha um diese -Gunst zu bitten, bis Dschuha endlich nachgab und sagte: »Gut denn; -binde den Sack auf, damit ich heraus kann.« Der Hirt machte den Sack -auf und Dschuha kroch heraus; dann befahl er dem Hirten: »Zieh deine -Kleider aus.« Er zog die Kleider des Hirten an und gab ihm die seinigen -und die zog der Hirt alsbald an; dann steckte er ihn in den Sack und -band den zu. Dann trieb er die Schafe vor sich her, und kehrte so ins -Dorf zurück; vorher hatte er aber noch dem Hirten eingeschärft: »Wenn -man dich fortträgt, so verhalte dich still; denn wenn du sprichst, -wird man dich in die Tiefe des Meeres werfen.« Dschuhas Verwandte -standen nach einiger Zeit, als Dschuha schon mit seiner Herde weit -weg war, vom Schlafe auf, nahmen den Sack und warfen ihn ins Meer; -dann sagten sie untereinander: »Jetzt sind wir ihn los.« Nun gingen -sie heim, aber auf einem kürzern Wege als Dschuha, der erst in der -Nacht ins Dorf kam. Alle Frauen im Dorfe waren frohen Muts und riefen: -»Dschuha ist tot! wir sind ihn los!« Aber nach Sonnenuntergang, da -kommt auf einmal Dschuha mit einer Schafherde ins Dorf! und die Frauen -riefen: »Da ist ja Dschuha wieder! er lebt ja noch und ist gar noch -nicht tot! und ihr habt gesagt: ›Wir haben Dschuha ins Meer geworfen, -wir sind ihn los!‹« - - -390. - -Nun wurde Dschuha gefragt: »Woher hast du denn die Schafherde?« Und -Dschuha antwortete: »Die habe ich aus dem Meere heraufgebracht: -das Meer hängt am Himmel, und unterm Meere weiden die Schafe.« Sie -sagten: »Rate uns, Dschuha, wie wir es anstellen sollen.« Dschuha -sagte: »Bindet euere Kinder, fesselt sie, wie ihr mich gefesselt -habt, steckt sie in Säcke und werft sie ins Meer; dann werden auch -sie gegen Sonnenuntergang Schafe bringen wie ich.« Da nahm ein jeder -sein Kind und steckte es in einen Sack; und sie trugen die Kinder zum -Meere und warfen sie hinein. Nun war in dem Dorfe auch eine Witwe; -die wandte sich an Dschuha und sagte zu ihm: »Ich habe keine Kinder.« -Dschuha sagte: »Nimm deinen Hund und wirf ihn den Kindern nach; er -wird dir schon gegen Sonnenuntergang Schafe bringen.« Die Witwe warf -den Hund ins Meer; aber er schwamm natürlich wieder heraus. Dschuha -saß versteckt auf der Spitze eines Hügels, besah sich die Sache und -lachte für sich und rief dem Hunde zu: »Bring nur deiner Herrin schöne -Hammel und Lämmer!« Der Hund schwamm aber immer wieder zurück ans -Ufer zu seiner Herrin, ohne Schafe oder sonst etwas mitzubringen. Da -rief die Frau Dschuha herbei und sagte: »Mein Hund da hat mir keine -Schafe gebracht.« Dschuha antwortete: »Weil er nicht untergetaucht ist; -hätte er getaucht, so hätte er dir welche gebracht. Die andern werden, -weil sie untergetaucht sind, gegen Abend Schafe bringen; binde ihm -doch einen Stein an den Hals, damit er ordentlich untertaucht.« Als -die Sonne unterging und die Kinder noch nicht kamen, sahen sich die -Leute an und sagten zu ihm: »Dschuha, die Kinder sind nicht gekommen.« -Dschuha antwortete: »Bis die Dunkelheit einbricht.« Es wurde dunkel, -aber die Kinder kamen nicht wieder. Die Leute wurden unruhig und sagten -zu Dschuha: »Die Kinder sind noch immer nicht gekommen.« Dschuha sagte: -»Ja, habt ihr denn wirklich geglaubt, daß es in der See Schafe gibt? an -euern Kindern haben sich heute die Fische gütlich getan.« Da begannen -sie über ihre Kinder zu wehklagen und zu weinen; dann aber nahmen sie -Dschuha fest, fesselten ihn und sagten: »Für den gibt es nur das eine, -daß wir ihn in die gefährliche Einöde bringen und an eine Olive binden, -damit ein Löwe kommt und ihn frißt.« - - -391. - -Sie nahmen Dschuha und brachten ihn in die Einöde; sie banden ihn nahe -der Straße an eine Olive und verließen ihn. So an den Baum gefesselt, -sah er einen Reiter kommen, einen Kaid, der beim Bei in Tunis gewesen -war. Der Reiter kam heran und sagte: »Friede sei über dir.« Dschuha -antwortete, als wäre er gar nicht geneigt gewesen, zu sprechen: »Über -dir sei der Friede.« Der Reiter fragte ihn: »Warum bist du gefesselt?« -Dschuha antwortete: »Geh, laß mich in Ruh! was fragst du mich?« Der -Greis sagte: »Ist denn Fragen ein Verbrechen oder etwas unrechtes?« -Dschuha antwortete: »Du wirst mich sicher wieder zu dem machen, was -ich früher war.« Der Greis fragte ihn: »Was warst du denn früher?« -Dschuha antwortete: »Ich war früher hundert Jahre alt: da man mich aber -gefesselt und an den Baum Sidi Abd Elkaders gebunden hat, bin ich zu -einem Dreißigjährigen geworden; denn jeder alte Mann, den man an diesen -Baum fesselt und der sich still und stumm verhält, wird wieder jung.« -Da sagte der Greis: »Freund, bei Gott, ist das so?« Dschuha antwortete: -»Bei Gott.« Nun bat ihn der Greis: »Laß mich an deinen Platz«, und -schließlich sagte Dschuha: »So binde mich denn los.« Der Greis band -Dschuha los und der befahl ihm: »Leg deine Kleider ab; denn ich kann -dir nur das Hemd auf dem Leibe lassen.« Der Greis zog seine Sachen -aus und legte die Burnusse ab, die Seidenschale und das Turbantuch; -und Dschuha zog, nachdem er ihn an seiner statt an die Olive gebunden -hatte, seine Kleider an und bestieg seine Stute und ritt hinein ins -Dorf. Nichts ahnend saßen die Leute da, als auf einmal Dschuha -herangesprengt kam auf einer schönen Stute und in kostbaren Kleidern; -sie fragten ihn: »Dschuha, woher hast du die Stute?« Er antwortete: »In -der Schlucht dort laufen überall Pferde umher.« Sie sagten zu ihm: »Bei -Gott, du lügst, du Taugenichts! wen hast du wieder zum besten gehabt?« - - - - -III. - -Berberische Überlieferungen - - -392. - -Dschuha hatte einen Esel; den fütterte er, bis er hübsch dick wurde. -Seine Stadtviertelsgenossen sagten zu ihm: »Verkauf uns den Esel.« -»Der ist zu teuer für euch,« antwortete Dschuha. Sie sagten: »Sage uns -du, wie hoch sein Preis sein soll; wir werden ihn dir schon bezahlen.« -Dschuha antwortete: »Ich werde es nicht sagen; aber wir wollen ihn auf -den Eselsmarkt bringen, und für das, was er dort gilt, verkaufe ich ihn -euch.« »Gut,« sagten sie. Am nächsten Morgen ging er mit dem Esel früh -auf den Markt, stopfte ihm den Hintern mit Goldstücken voll und übergab -ihn dem Ausrufer. - -Die, die den Esel kaufen wollten, kamen herbei und musterten ihn, ob -er ihnen wohl gefalle und sie auf ihn bieten sollten. Der Ausrufer -bestieg ihn und ließ ihn lustig galoppieren, und der Esel lief hurtig -dahin und blies seinen Wind, während ihm die Goldstücke aus dem Hintern -fielen. Die Leute, die zusahen, hoben die Goldstücke auf und begannen -einander zuzuraunen: »Der Esel Dschuhas mistet Gold.« So kam es, -daß auch die, die ihn eigentlich nicht hatten kaufen wollen, darauf -loszubieten begannen. Man überbot sich gegenseitig, bis der Esel auf -zehntausend Franken kam. Da verkaufte ihn Dschuha und nahm das Geld -in Empfang. Er trat zu dem, der den Esel gekauft hatte, und sagte zu -ihm: »Ich habe dir etwas verkauft, das der verkörperte Reichtum ist.« -Der Käufer antwortete: »Sage mir, worin sein Futter besteht.« Dschuha -antwortete: »Du mußt ihm genügend Gerste und Gras geben und ihn auch -täglich zweimal tränken; und wenn du ihn in den Stall schließt, so -laß ihn dort nicht so ohne weiteres: wenn du vielmehr willst, daß er -gehörig viele Goldstücke zur Welt befördert, so bring ihn auf deinem -eigenen Lager unter, decke ein Moskitonetz über ihn und feßle ihm die -Füße, damit ihm bis Tagesanbruch nichts vom Lager heruntergleitet. Mit -Tagesanbruch aber geh zu seinem Lager; da wirst du zwei Körbe voll -Goldstücke finden.« - -Der Käufer des Esels wachte die ganze Nacht in froher Hoffnung, daß es -Tag werde. Früh ging er zum Zimmer und öffnete es; und freudig sprach -er bei sich: »Heute werde ich durch Dschuhas Esel ein reicher Mann.« -Er hob das Netz auf, und nun fand er, daß der Esel zwei ganze Körbe -Mist ins Bett gemacht hatte, während sein Urin auf dem Boden unter dem -Bette eine lustige Pfütze bildet. Er warf den Esel vom Bette herunter -und begann den Mist zu durchwühlen, fand aber auch nicht ein Goldstück. -Nun ging er mit dem Esel zu Dschuha und sagte zu ihm: »Ich habe mit -dem Esel alles so gemacht, wie du mir gesagt hast, habe aber nicht -entdeckt, daß er mir etwas andres verschafft hätte als zwei Körbe Mist; -und das Bett hat er mir in einen netten Zustand versetzt. Und nicht ein -einziges Goldstück habe ich gefunden.« Dschuha antwortete: »Wie? Habe -ich dir denn gesagt, du solltest ihn in dein Bett legen?« Der Käufer -antwortete: »In mein Bett habe ich ihn genommen, weil ich Angst hatte, -die Nachbarn könnten mir die Goldstücke stehlen, die er misten werde; -deshalb habe ich ihn in das Bett gelegt.« Dschuha antwortete: »Darum -hat er dir auch keine Goldstücke gemistet. Deine Gesinnung gegen die -Nachbarn war nicht edel; darum hat dir Gott nichts schenken wollen.« -Nun sagte der Mann: »Gib mir mein Geld zurück und nimm deinen Esel.« -Dschuha antwortete: »Nein, ich gebe dir nichts zurück; du hast den Esel -auf dem Basar gekauft, wo Recht und Gesetz gilt.« - -Darauf sagte der Käufer: »Wohlan, wir wollen zum Richter gehn.« Dschuha -antwortete: »Ich gehe nicht mit dir; verklage nur erst den Esel, und -ich werde dann schon kommen.« Der Mann ging hin und verklagte Dschuha; -dann nahm er einen Schergen mit zu Dschuha. Sie kamen zu ihm und -der Scherge sagte: »Steh auf, der Richter läßt dich rufen.« »Gut,« -antwortete Dschuha und ging mit ihm. Als er und sein Gegner vor den -Richter traten, gebot ihnen der, zu sprechen. Der Käufer begann: »Ich -habe von Dschuha einen Esel gekauft, der Goldstücke misten sollte. Als -ich ihn kaufte, fragte ich Dschuha: ›Was gibst du ihm zu fressen?‹ -Er antwortete mir: ›Gib ihm genügend Gerste und Gras und tränke ihn -zweimal des Tages. Laß ihn auch in dein Bett steigen und feßle ihm die -Füße, damit du am Morgen neben ihm findest, was er setzen soll.‹ Ich -tat so, wie er mich geheißen hatte. Am Morgen ging ich zum Esel, fand -aber dort nichts als einen Haufen Mistbatzen.« Da sagte der Richter -zu ihm: »Du bist verrückt; gibt es denn auf der Welt einen Esel, der -Goldstücke mistet? Dschuha ist ganz in seinem Rechte; dir jedoch fehlt -es am Verstande.« - -Nun wurde der Mann sehr zornig. Er ging mit seinem Esel heim und -prügelte ihn zu Tode. - - -393. - -Einst sagten Männer zu Schaha, daß er heiraten solle; er antwortete -ihnen, er werde nicht heiraten, bis der Fluß eine Frau bringe. Sie -sagten: »Wie wäre es möglich, daß der Fluß eine Frau brächte?« Schaha -antwortet kurz: »So sage ich euch.« - -Als dann eine Zeit verstrichen war, sah Schaha eines Tages am Stadttore -eine Frau aus der Fremde; er fragte sie: »Wer bist du?« Sie antwortete -ihm: »Ich bin aus dem und dem Lande.« »Wohin gehst du?« »In diese -Stadt.« »Was willst du da tun?« »Ich will dableiben.« Er fragte weiter: -»Hast du Kinder?« Sie antwortete: »Ich habe eines geboren, aber es ist -gestorben, als es noch ganz klein war.« Er sagte: »Ich fürchte, daß mir -seine Krankheit Schaden bringen wird.« Sie antwortete: »Aber wie sollte -dir denn die Krankheit, woran der Knabe gestorben ist, als er noch -klein war, Schaden bringen können?« Er sagte zu ihr: »Liebst du mich? -willst du, daß ich dich heirate?« Sie antwortete: »Ich liebe dich.« - -Darauf gingen sie in die Stadt, um sich von einem Priester trauen zu -lassen, und nachdem sie geheiratet hatten, blieb er daheim bis zur -Regenzeit. Als dann alle Leute hinausgingen, um das Feld zu bestellen, -ging auch er zur Arbeit; dabei fand er einen Schatz, einen Topf voll -Gold. Diesen Topf grub er aus; für einen Teil des Goldes kaufte er -Weizen, Datteln und Butter, und den Rest versteckte er in einem alten -Wasserschlauche. - -Darauf lebte er mit seiner Frau bis zu der Zeit, wo die Pilger kamen. -Von diesen kam ein armer zu seiner Frau und bat sie um einen alten -Schlauch, um darin Wasser aufzubewahren. Sie sagte, sie habe keinen, -aber eine Nachbarin machte sie darauf aufmerksam, daß im obern Teile -des Hauses ein alter Schlauch sei. Nun stieg sie hinauf, holte ihn und -gab ihn dem Armen. Der sagte: »Gott möge dich noch in deinen Kindern -segnen.« Sie antwortete: »Ich habe keine; ich habe nur eines geboren, -und das ist gestorben, als es noch klein war.« Er sagte: »Möge Gott mit -ihm Erbarmen haben.« - -Eines Tages stieg Schaha, der in der Stadt geblieben war, in den obern -Teil des Hauses, um den alten Schlauch mit dem Golde zu suchen; der -war aber nicht da. Er fragte seine Frau, wo der Schlauch sei, der oben -gewesen sei, und sie sagte: »Ein armer Mann ist zu mir gekommen und hat -ihn verlangt. Er hat Gott um Barmherzigkeit für mein Kind angefleht, -und ich bin hinaufgestiegen, habe ihn geholt und habe ihn ihm gegeben.« -Schaha sagte: »Habe ich es dir nicht gesagt gehabt, daß mir die -Krankheit deines Kindes, obwohl es tot ist, Schaden bringen werde? Und -du hast mir erwidert: ›Wie soll dir die Krankheit des verstorbenen -Kindes Schaden bringen können?‹« - -Schaha ging weg und kaufte einen großen schönen Schlauch; damit ging -er in den Straßen umher und fragte: »Wer tauscht einen neuen Schlauch -gegen einen alten um?« Da sagte ein Armer zu ihm: »Nimm meinen alten -Schlauch und gib mir den neuen.« Und er gab ihm den, der das Gold -enthielt. Schaha nahm den Schlauch, wo das Gold war, von dem der Arme -nichts wußte. - -Dann ging Schaha nach Hause und schied sich von seiner Frau. - - -394. - -Eines Tages ging Si Dscheha auf den Markt, um einen Esel zu kaufen. Ihm -begegnete einer und der sagte zu ihm: »Wohin, Si Dscheha?« »Auf den -Markt, einen Esel kaufen.« Der Mann erwiderte: »Sag: ›So Gott will‹, Si -Dscheha.« Dscheha antwortete: »Warum sollte ich sagen: ›So Gott will‹? -ich habe Geld bei mir und auf dem Markte sind Esel.« Damit ging er -weiter. - -Als er auf dem Markte angelangt war, kam ein Mann daher; der benützte -einen Augenblick der Unaufmerksamkeit Dschehas und stahl ihm sein Geld. -Si Dscheha machte sich auf den Heimweg, ohne einen Esel gekauft zu -haben. Der besagte Freund begegnete ihm wieder und sagte zu ihm: »Was -hast du gekauft, Si Dscheha?« Dscheha antwortete: »Mein Geld ist mir -gestohlen worden, so Gott will; dein Vater sei verflucht, so Gott will.« - - -395. - -Eines Tages ging Si Dscheha zu einem andern essen, und der setzte ihm -ein gebratenes Zicklein vor. Dscheha packte das Zicklein und begann es -zu verschlingen wie ein Wolf. Da sagte sein Wirt: »Weshalb hast du denn -eine solche Wut auf das Zicklein? seine Mutter hat dich wohl einmal mit -den Hörnern gestoßen?« - -»Und du,« versetzte Dscheha, »du bist so mitleidig mit ihm, als ob -seine Mutter deine Amme gewesen wäre.« - - -396. - -Seine Freunde hatten gehört, daß er krank sei, und kamen ihn besuchen. -Er lag im Bette. Sie schwatzten alles mögliche und ließen ihn nicht -schlafen. Da stand er auf, nahm sein Kissen und sagte zu ihnen: »Ihr -könnt jetzt gehn; ich bin gesund: Gott selber ists, der mich gesund -gemacht hat.« - - -397. - -Eines Tages kam er bei etlichen Leuten vorbei, die gerade beim Essen -waren. Er sagte zu ihnen: »Das Heil sei mit euch, ihr Geizigen!« - -Sie antworteten: »Bei Gott, wir sind nicht geizig.« - -»Ach Herrgott,« schrie Dscheha, »gib, daß sie nicht lügen; gib, daß ich -es bin, der gelogen hat.« - - -398. - -Si Dscheha kochte Fleisch und es kamen zwei Freunde zu ihm. Der eine -nahm ein Stück Fleisch und sagte: »Dieses Fleisch braucht Salz.« - -Der andere nahm auch ein Stück und sagte: »Dieses Fleisch braucht -Essig.« - -Si Dscheha packte alles, was noch übrig war, und sagte: »Der Topf da -braucht Fleisch.« - - -399. - -Einmal trieben Dscheha und zwei Freunde von ihm zwei Schafe und einen -Hammel heim, die sie auf dem Markte gekauft hatten. Als sie zu Hause -angelangt waren, sagten seine Freunde zu ihm: »Si Dscheha, wie teilen -wir sie?« - -»Ihr zwei«, antwortete Dscheha, »nehmt das eine Schaf; ich und der -Hammel nehmen das andere.« - -400. - -Eines Tages verkaufte Dscheha sein Haus, und er sagte zu dem Käufer: -»Freund, das Haus habe ich dir verkauft; den Nagel aber, der in der -Wand steckt, habe ich dir nicht verkauft. Daß du mir nicht morgen -sagst: ›Du hast mir auch den Nagel verkauft.‹ Ich habe ihn dir nicht -verkauft; ich habe dir nichts verkauft als das Haus.« - -»Es ist gut,« antwortete der Käufer. »Ich habe dir das Haus abgekauft; -den Nagel, der in der Mauer steckt, habe ich dir nicht abgekauft.« - -Der Käufer dachte: Der Nagel ist mir gleichgültig. Ich habe das Haus -gekauft; an dem Nagel liegt wenig. - -Si Dscheha suchte seine Mutter auf und sagte zu ihr: »Mutter, wie lange -leiden wir schon Hunger! Heute habe ich das Haus verkauft.« - -»Was?« sagte sie, »du hast das Haus verkauft? wo wollen wir wohnen? -Außer Hunger zu leiden, werden wir jetzt auch noch unter freiem Himmel -schlafen müssen.« - -»Hab keine Angst, Mutter,« antwortete Dscheha. »Ich habe ihm das Haus -verkauft, habe mir aber einen Nagel vorbehalten, den ich in die Wand -geschlagen habe; den habe ich ihm nicht verkauft. Und mit diesem Nagel -will ich ihm das Haus wieder abnehmen. Wir sterben vor Hunger; darum -habe ich mir diese List ausgedacht, damit uns der Käufer Geld gibt und -wir essen können. Was das Haus betrifft, so wird er bald draußen sein.« - -»Was?« sagte sie; »du hast ihm das Haus verkauft und sagst, daß er -wieder herausgehn wird? Wie sollte er denn wieder herausgehn, wo er -dir doch sicherlich das Geld vor Zeugen gegeben hat?« - -»Sei nur ruhig,« antwortete Dscheha. »Ich werde schon einen Plan -aushecken, damit er herausgehn muß.« - -Und sie sagte: »Tu, was du willst.« - -Si Dscheha ging Tierhäute kaufen; die trug er hin und hing sie an -den Nagel. Auch Därme hängte er hin. Und da die Häute und Därme dort -blieben, begannen sie nach einem oder zwei Tagen zu stinken. Dscheha -kam hin, ließ sie aber, wie sie waren. - -Der, der das Haus gekauft hatte, kam zu ihm und sagte: »Was ist das für -ein Handel, Si Dscheha? Du hast Häute und Därme gebracht und sie im -Hause aufgehängt! Sie stinken. Wie kann ich denn da wohnen?« - -»Freund,« antwortete Dscheha, »ich habe dir nur das Haus verkauft, -nicht wahr? Den Nagel habe ich mir behalten, und ich habe dir gesagt, -daß ich ihn dir nicht verkaufe. Du hast jetzt nichts mehr zu sagen.« - -Nun sagte der Käufer zu ihm: »Geh in dein Haus. Ich verlasse es. Ich -lasse dir das Geld und das Haus. Ich kann nicht länger drinnen wohnen. -Es ist ein fürchterlicher Gestank, und das Haus selber ist vergiftet.« - -»Gut,« sagte Dscheha; »wenn du ausziehen willst, so zieh. Das Geld, das -habe ich ausgegeben, und du bekommst keinen Heller zurück.« - -»Ich schenke dir das Haus und das Geld,« sagte der Käufer. - -Si Dscheha verließ ihn und zog wieder in sein Haus; und der andere -machte sich auf die Suche nach einer neuen Wohnung. - - -401. - -Si Dscheha ging im Felde und hatte Hunger. Da sah er einen Araber, der -aß. In der Meinung, daß ihn der einladen werde, mitzuessen, ging er -hin; aber er wurde keineswegs eingeladen, sondern der Araber fragte ihn -nur: »Woher bist du, Bruder?« - -»Aus deinem Dorfe,« antwortete Dscheha. - -»Dann bringst du uns gute Nachrichten.« - -»Ich bringe dir alle guten Nachrichten, die du willst.« - -»Hast du Nachrichten von unserm Dorfe?« - -»Ja.« - -»Hast du Nachrichten von Omm Othman?« — Das war die Frau des Arabers. — - -»Oh,« sagte Dscheha, »sie wiegt sich wie ein Pfau.« - -»Und wie geht’s meinem Sohne Othman?« - -»Gewöhnlich spielt er Ball mit seinen Kameraden.« - -»Wie geht es dem Kamel?« - -»Das wird bald zerplatzen, so feist ist es.« - -»Und was ists mit unserm Hunde Titu?« - -»Er ist sehr scharf, und das will etwas heißen. Die Diebe fürchten ihn, -so daß der Pferch vor ihnen sicher ist.« - -»Und unser Haus, wie steht es damit?« - -»Es ist wie eine Festung.« - -Nun schwieg der Araber. Er aß, ohne Si Dscheha einzuladen, und der -stand auf, um wegzugehn. Der Araber fragte ihn: »Wohin, Bruder?« - -»Ins Dorf,« antwortete Dscheha. »Seid Titus Tod wimmelts dort von -Dieben.« - -»Titu ist tot?« - -»Ja.« - -»Woran ist er gestorben?« - -»Er hat von dem Fleische des Kamels zu viel gefressen, und daran ist er -gestorben.« - -»Das Kamel ist also auch tot?« - -»Ja.« - -»Woran ist es gestorben?« - -»Es ist über das Grab Omm Othmans gestolpert.« - -»Omm Othman ist gestorben?« - -»Ja.« - -»Woran?« - -»An dem Kummer über den Tod Othmans.« - -»Othman ist gestorben?« - -»Ja.« - -»Wieso?« - -»Das Haus hat ihn erschlagen, als es einstürzte.« - -Bei diesen Worten sprang der Araber wie ein Narr auf und lief in der -Richtung seines Dorfes davon, sein Essen im Stiche lassend. Si Dscheha -aß alles, was noch da war. - - -402. - -Der Kaid von Dschehas Stamm liebte die Frauen leidenschaftlich, und -Dscheha, der ihn oft besuchte, machte ihm Vorstellungen. »Wie kannst du -denn,« sagte er zu ihm, »du, ein Kaid, gar so in die Frauen vernarrt -sein? Nimm doch ein wenig Vernunft an. Fürchte den Herrn. Es ist eine -Schande für dich.« Diese Worte drangen dem Kaid bis auf den Grund -seines Herzens. - -Nun hatte der Kaid eine Magd, die eine Frau von großer Schönheit war, -und die sagte zu ihm, als sie seine Niedergeschlagenheit bemerkte: »Was -drückt dich, Herr?« - -Der Kaid antwortete: »Dscheha hat mir dasunddas gesagt.« - -»Sonst nichts?« sagte sie. »Nun, gib mir die Erlaubnis zu ihm zu gehn. -Du bleibst noch eine Weile hier, und kommst dann unversehens zu Dscheha -nach. Du wirst schauen, was ich tun werde, und wirst dich wundern, in -was für einer Verfassung du ihn finden wirst.« - -»Geh,« sagte der Kaid zu ihr, und sie ging. Sie kam zu Dscheha und -setzte sich mit ihm in seinem Hause nieder. Als Dscheha sie sah, wurde -er sterblich verliebt in sie. Er rückte näher zu ihr, aber sie schlug -ihn zurück; er verfolgte sie, und wohin immer sie sich setzte, er kam -zu ihr. »Bleib auf deinem Platze, Si Dscheha,« sagte sie zu ihm, »und -komm mir nicht zu nahe. Wenn du aber herankommen willst, so laß mich -auf dir reiten; du wirst mit mir auf dem Rücken auf allen vieren gehn.« - -»Komm,« sagte Dscheha, und sie legte ihm einen Sattel auf und einen -Zaum an und setzte sich rittlings auf ihn; er begann auf allen vieren -zu kriechen. - -Unversehens kam der Kaid, und der sagte zu ihm: »Si Dscheha, mir hast -du verboten, die Frauen zu lieben, und du, sieh nur, in was für einer -Verfassung du bist!« - -»Herr,« antwortete Si Dscheha, »ich hatte Angst, dich zu einem solchen -Esel werden zu sehn, wie ich einer bin.« - -Der Kaid begann zu lachen und machte ihm ein Geschenk. - - -403. - -Es war ein Jude, der täglich also zum Herrgott betete: »O mein Gott, -zeige dich mir«; und er betete unter einem Baume. Eines Tages hörte -ihn Dscheha, als er lustwandelte. Am nächsten Tage ging er hin und war -noch vor dem Juden dort; er stieg auf den Baum und verbarg sich im -Laube. Der Jude kam und betete wie gewöhnlich. Si Dscheha rief ihn an -und sagte: »O mein Anbeter, nimm hundert Dinar und gib sie der Frau -Dschehas. Dann komm sofort hieher zurück, und du wirst mich sehn.« - -Als der Jude diese Worte hörte, war er auf dem Gipfel der Freude. -Er ging nach Hause, holte hundert Goldstücke und gab sie der Frau -Dschehas. Dann kam er zum Baume zurück und sagte: »O mein Gott, -ich habe getan, was du mir gesagt hast.« Si Dscheha warf ihm einen -Strick zu, indem er sagte: »Fasse diesen Strick und du wirst zu mir -emporsteigen.« Der Jude ergriff den Strick und Si Dscheha zog ihn -herauf; als er ihn aber einigermaßen in der Höhe hatte, ließ er den -Strick los. Der Jude fiel herunter und schlug sich ein Loch in den -Kopf. »O mein Gott,« sagte er, »du bist unersättlich! Du nimmst mein -Geld und schlägst mir überdies ein Loch in den Kopf!« - - -404. - -Man wußte sich keinen Rat mehr, um Dscheha sein Schmarotzerhandwerk zu -legen. Als nun eines Tages die vornehmen Leute zu einem Manne essen -gingen, der einen Festschmaus vorbereitet hatte, schloß sich ihnen -Dscheha an; da sagten sie untereinander: »Was machen wir nur mit Si -Dscheha?« Und einige sagten: »Wann die Schüsseln aufgetragen werden, -wollen wir zu ihm sagen: ›Si Dscheha, in deinem Dorfe brennt es‹, damit -er nichts ißt. Unsere Worte werden ihn so beschäftigen, daß er nichts -ißt.« - -Als die Speise kam, sagten sie zu ihm: »Si Dscheha, in deinem Dorfe -brennt es.« - -»Unser Haus ist davor bewahrt geblieben?« fragte Dscheha. - -Während sie sich darauf beschränkten, zu sprechen, aß Dscheha. Sie -sagten: »Das Feuer ist schon bei deinem Hause.« - -»Nun, mich hat es noch nicht erreicht.« - -»Jetzt hat es deine Kleider erfaßt.« - -»Mein Kopf brennt noch nicht, nicht wahr?« antwortete Dscheha. »Meine -Füße mag es verschlingen, wenn es mir nur den Kopf in Ruhe läßt.« - -Und er aß immerzu. Als dann die andern desgleichen tun wollten, stellte -es sich heraus, daß Dscheha alles aufgegessen hatte; und sie sagten -untereinander: »Si Dscheha hat uns zum besten gehabt.« - - -405. - -Si Dscheha kaufte auf dem Markte eine Ziege um zehn Duro. Er trieb sie -heim, schlachtete sie und häutete sie. »Diese Ziege kostet uns viel -Geld,« sagte er zu seiner Mutter, und sie erwiderte: »Was willst du -tun, mein Sohn?« - -»Für den Augenblick das Fleisch kochen; späterhin werden wir sehn, was -zu tun ist. Am nächsten Markttage werde ich die Haut auf den Markt -bringen; du wirst hingehn und sie in der Hand halten. Ich werde immer -um dich herum sein, und du wirst tun, als ob du mich nicht kenntest; -ebenso werde ich tun, als ob ich dich nicht kennte. Ich werde um die -Haut handeln, und welchen Preis immer ich dir biete, weigerst du dich, -sie mir zu verkaufen. Ich werde sie spannenweise messen. Du sagst zu -mir: ›Ich verkaufe sie nicht.‹ Ich werde dir zwanzig, dreißig, vierzig, -fünfzig Duro bis zu hundert Duro bieten. Unter den Fremden, die -dazukommen werden, wird einer sein, der dir mehr bieten wird, und dem -verkaufst du sie. Gib acht jetzt! Merk dir wohl, wie ich dich empfehlen -will!« - -Sie machten sich auf den Weg und kamen auf den Markt. Si Dscheha ging -abseits, und seine Mutter hielt die Ziegenhaut. Si Dscheha kam und -sagte zu ihr: »Wie viel hat man dir für die Haut da geboten?« Und auf -ihre Antwort: »Zehn Duro« begann er sie spannenweise zu messen. Alle -Welt sammelte sich um sie. »Die Haut, die du da mißt,« sagte einer zu -ihm, »wozu kann sie dir dienen?« - -»Sie wird gut zu verwenden sein,« antwortete Dscheha; »sie gibt eine -große Trommel oder eine kleine.« - -Er zog sich zurück, kam aber einen Augenblick später wieder, ging -wieder zu seiner Mutter und sagte zu ihr: »Nun, altes Frauchen, was -ists mit der Haut?« - -»Mein Sohn,« antwortete die Alte, »man hat mir zwanzig Duro gegeben.« - -»Verkaufst du sie um fünfzig?« - -»Nein.« - -Si Dscheha maß die Haut noch einmal und ging weg. Die Leute liefen -zusammen und sagten einander: »Si Dscheha ist verrückt. Wie geht es zu, -daß er, der sonst so durchtrieben ist, sich so täuschen läßt?« - -Dscheha kam zurück und sagte zu seiner Mutter: »Mutter, wie viel hat -man dir für die Haut geboten?« - -»Sie ist noch auf fünfzig Duro, mein Sohn.« - -»Ich will sie messen, ob sie zu meinem Zwecke taugt oder nicht.« Er maß -sie, und als er damit fertig war, sagte er zu seiner Mutter: »Wenn du -sie verkaufen willst, so gebe ich dir hundert Duro.« - -»Ich verkaufe sie nicht,« antwortete sie, und Dscheha entfernte sich -und beobachtete sie von weitem. - -Ein Mann, der auf den Markt gekommen war, kam und sagte zu der Mutter -Dschehas: »Altes Frauchen, verkaufe sie mir. Ich gebe dir um zehn Duro -mehr als der Mann.« - -»Gib das Geld her, bevor er kommt; er könnte mir sonst Vorwürfe machen, -daß ich einem andern den Vorzug gegeben habe.« - -Er gab der Alten das Geld, und die machte sich auf den Heimweg und Si -Dscheha gesellte sich zu ihr; sie gingen, bis sie dorthin kamen, wo sie -wohnten, und dort blieben sie. - -Die Alte hatte aber dem Käufer der Haut gesagt: »Diese Haut ist gar -kostbar; lege sie in die Sonne: sie wird trocknen, und du wirst sehn, -was für einen Nutzen du finden wirst.« - -Er breitete also die Haut an der Sonne aus. Zwei oder drei Tage darauf -ging er nachsehn und fand sie vollständig ausgetrocknet. Er nahm sie -zwischen die Hände und rieb sie; da zerfiel sie. Nun ging er die Frau -suchen, die sie ihm verkauft hatte. Er traf die Mutter Dschehas und -sagte zu ihr: »Altes Frauchen, bist du nicht die, die mir die Haut -verkauft hat?« - -»Sag so etwas nicht noch einmal,« sagte die Alte. »Ich, Häute -verkaufen! ich bin die Mutter Si Dschehas.« - -»Schon recht,« sagte der Mann; »sieh nur selber, wer mich betrogen -haben kann, wenn du es nicht bist.« - -»Mein Sohn,« erwiderte die Alte, »das habe ich nie getan.« - -Der Mann ging heim, ohne sie erkannt zu haben. Die Ziegenhaut verblieb -ihm und er warf sie den Hunden hin. - - -406. - -Eines Tages sagte die Mutter zu Si Dscheha: »Ich gehe Holz machen.« Er -bildete sich ein, das sei wahr; sie ging aber irgendwohin, setzte sich -nieder und legte einen Fuß über den andern. Dscheha kam und sah, daß -sie die Füße übereinander geschlagen hatte. - -Am nächsten Tage sagte sie zu ihm: »Sohn, das Barfußgehn bringt mich -um; kaufe mir doch Schuhe.« - -Dscheha holte Baumwolle und machte ihr daraus Schuhe; »da, Mutter,« -sagte er, »da sind deine Schuhe.« - -»Aber,« sagte sie, »wie lange werden die denn halten?« - -»Mutter,« antwortete Dscheha, »wenn du immer so viel gehst wie -gestern, werden sie halten, bis du stirbst.« - - -407. - -Als Si Dscheha noch klein war, war er ein wenig dumm und unwissend; -erst als er ein wenig größer war, erwachte sein Geist. - -Eines Tages, es war der Tag, wo sein Vater starb, war er allein auf der -Welt; er hatte niemand mehr als seine Mutter. Nun nahm er einmal einen -Ochsen, um ihn zu verkaufen. Auf dem Wege traf er eine Eule, und er -sagte zu ihr: »Kaufst du meinen Ochsen?« - -Die Eule schrie: »Imiaruf.« - -»Gibst du mir fünfzehn Realen?« fuhr Dscheha fort. - -»Imiaruf,« wiederholte die Eule. - -»Du gibst mir zwanzig?« - -»Imiaruf.« - -»Du gibst mir fünfundzwanzig?« - -»Imiaruf.« - -»Da hast du deinen Ochsen.« Und er fügte bei: »Und das Geld?« - -»Imiaruf.« - -»Beim nächsten Markte?« - -»Imiaruf,« sang die Eule. - -»Gut; da ist der Ochse. Das Geld werde ich am nächsten Markttage holen.« - -»Imiaruf.« - -Dscheha ließ den Ochsen dort und ging. Als er daheim angelangt war, -sagte seine Mutter zu ihm: »Und der Ochse, mein Sohn?« - -»Den habe ich verkauft,« antwortete er; »um fünfundzwanzig Realen. Was -das Geld betrifft, so warte ich darauf bis zum nächsten Markte.« - -Als der nächste Markttag gekommen war, ging er an den Ort, wo er den -Ochsen gelassen hatte; dort traf er die Eule und die sang wie am ersten -Tage. »Und das Geld?« sagte er. - -»Imiaruf.« - -»Heute will ich mein Geld haben.« - -»Imiaruf.« - -Dscheha ging auf sie zu, indem er sagte: »Ich muß heute mein Geld -haben.« Die Eule flog gegen ein altes Gemäuer hin; Dscheha folgte ihr -und sagte: »Du mußt mir mein Geld geben.« - -»Imiaruf,« schrie die Eule. - -Dscheha verfolgte sie immer weiter, bis er sie in dem Gemäuer vor sich -hatte. Sie entwischte ihm wieder; aber Dscheha fand in dem Gemäuer -einen Schatz. - -»Du glaubst,« sagte er nun zu der Eule, »daß ich ein Dieb bin wie du? -ich, ich stehle nicht; ich werde nur nehmen, was mir gebührt.« Und er -zählte seine fünfundzwanzig Realen ab und steckte sie zu sich; dann -ging er heim. - -Als er zu Hause angelangt war, sagte er zu seiner Mutter: »Mutter, das -ist das Geld von dem, dem ich den Ochsen verkauft habe.« Und er fügte -bei: »Ich selber habe mit meinen eigenen Händen die fünfundzwanzig -Realen aus dem Schatze genommen.« - -»Mein Sohn,« sagte die Mutter, »gehn wir zu ihm.« - -»Mutter, wenn du willst, so gehn wir hin; ich fürchte aber, daß du ihn -bestehlen wirst.« - -»Pfui, mein Sohn! Deinem Freunde, zu dem wir als Gäste kommen, dem -werde ich etwas stehlen!« - -»Also gut; komm, gehn wir.« - -In aller Eile kochte sie nun Bohnen und Eier und buk Kuchen. Als sie -dann das Dörfchen verließen, warf sie die Bohnen über Dscheha; er las -sie auf und sagte: »Mutter, es regnet Bohnen.« - -»Lies sie auf, mein Sohn.« Dscheha las sie auf und aß sie. Seine Mutter -ging immer weiter; und als sie an dem bewußten Orte angekommen waren, -sagte sie zu ihm: »Nun, mein Sohn, wo ist das Haus deines Freundes?« - -»Da,« antwortete Dscheha. - -»Zeig es mir doch.« - -»Nun hier.« - -»Das da?« - -»Komm, ich werde es dir zeigen.« - -Als er sie hingeführt hatte und sie den Schatz sah, warf sie Kuchen -in die Höhe, so daß sie auf Dscheha niederfielen; und er sagte: »Ach, -Mutter, es regnet Kuchen.« Er begann sie aufzulesen und sie zu essen. -Seine Mutter bemächtigte sich des Schatzes und er sagte zu ihr: »Hüte -dich, Mutter, etwas zu nehmen.« - -»Ich nehme nichts, mein Sohn.« Aber sie hob den Schatz und wickelte ihn -in ein großes Baumwolltuch, um ihn wegzutragen; und zu Dscheha sagte -sie: »Komm, mein Kind, gehn wir.« - -Sie gingen. Als sie ins Dörfchen kamen, warf sie die Eier über ihn. -»Mutter,« sagte er, »es regnet Eier.« Er las sie auf und aß sie, und -sie kamen nach Hause. - -An diesem Abende ging Dscheha dorthin, wo die Leute zusammenkamen, -und sagte zu ihnen: »Heute haben meine Mutter und ich einen Schatz -heimgetragen.« - -Sie fragten ihn: »Wann?« - -»Wir sind weggegangen,« antwortete Dscheha, »als es Bohnen regnete. -Als dann der Kuchenregen gekommen ist, sind wir bei dem Schatze -eingetroffen, den meine Mutter weggetragen hat. Ins Dorf sind wir -zurückgekommen in dem Augenblicke, wo es Eier regnete.« - -»Bah,« sagten sie untereinander, »der Junge ist ein Tölpel; nehmt seine -Worte doch nicht ernst.« - -Warum hatte nun die Mutter Dschehas die Bohnen und die Eier gesotten -und die Kuchen gebacken? Weil sie nicht zweifelte, daß der Dummkopf von -ihrem Sohne alles ausplaudern werde; darum hat sie ihm die Bohnen und -die Eier gesotten und die Kuchen gebacken. Sie hatte es sich an den -Fingern abgezählt, daß Dscheha, wenn er den andern sagen werde: »Wir -haben einen Schatz heimgebracht«, beifügen werde: »als es Bohnen und -dann Kuchen und dann Eier regnete«; und sie wußte, daß also niemand -seine Worte ernst nehmen werde. - - -408. - -Si Dscheha konnte kein Pferd besteigen, aber ein guter Fußgänger war -er. Eines Tages ließ ihn nun der Kaid des Dorfes rufen und sagte zu -ihm: »Si Dscheha, du mußt mir diesen Brief zum Bei von Algier bringen; -steig auf mein Pferd und spute dich.« - -Das Pferd des Kaids war aber ein hitziges Tier, das niemand besteigen -konnte außer seinem Herrn. Si Dscheha, der das wußte, zog sich mit -einem einzigen Worte aus dem Handel; er fragte: »Ist es eilig, Herr -Kaid?« - -»Sehr eilig,« antwortete der Kaid. - -»Dann«, sagte Dscheha, »geh ich zu Fuß; ich werde so viel schneller -dort sein, als wenn ich zu Pferde stiege.« - -Alle schüttelten sich vor Lachen, als sie ihn so reden hörten. Der -Kaid, der Si Dscheha nur einen Streich hatte spielen wollen, sagte: -»Bleib da; du wirst mit mir essen.« - - -409. - -Si Dscheha hatte einen Feind, der ein Eierhändler war. Den traf er -eines Tages, als er auf den Markt ging; er trat auf ihn zu und sagte: -»Du hast da wirklich schöne Eier.« - -»Laß den Spott,« sagte der Händler. »Willst du welche kaufen, so kauf; -wenn nicht, so geh deines Weges.« - -Dscheha kaufte zwei Eier und steckte geschickt in jedes ein Goldstück. -Dann sagte er zu seinem Feinde: »Höre; ich will jetzt Frieden machen -mit dir, und darum will ich dir einen guten Rat geben.« - -»Wir werden sehn,« sagte der Händler; »sprich.« - -Nun sagte ihm Dscheha ins Ohr: »Verkaufe diese Eier nicht; alle -enthalten sie Goldstücke!« - -»Pack dich,« schrie der Händler; »du lügst.« - -»Ich lüge?« sagte Dscheha; »also gut: sieh her.« Und er schlug vor -ihm die zwei Eier auf, die er gekauft hatte. Der Händler stand ganz -verdutzt da, als er die zwei Goldstücke sah, die zum Vorscheine kamen. -Dscheha las sie auf, schob sie in seine Tasche und ging heim. - -Alsbald nahm der Händler seine Eier und schlug sie alle ohne Ausnahme -auf. Goldstücke aber fand er nicht ein einziges, und er schrie: »Gott -verderbe die Augen Si Dschehas, so wie ich alle meine Eier verdorben -habe!« - - -410. - -Si Dscheha hatte in einem Hause, das auch der Eigentümer bewohnte, -eine Kammer gemietet. Er bezahlte nie die Miete und lärmte die ganze -Nacht in seiner Kammer. Der Eigentümer, der dieses Lärms halber -nicht schlafen konnte, sagte eines Tages zu ihm: »Warum verübst du -allnächtlich einen solchen Lärm in deiner Kammer?« - -»Mein Sohn,« antwortete Dscheha, »ich richte Schlangen ab, um sie den -Aissawa[6] zu verkaufen.« - -»Du züchtest Schlangen in meinem Hause?« schrie der Eigentümer. »Gut -also; du kannst jetzt ziehen. Die Miete schenke ich dir, aber räume das -Haus noch heute.« - -»Das ists ja, was ich wollte,« dachte Dscheha. »Auf diese Weise brauche -ich keine Miete zu zahlen.« - - -411. - -Eines Tages war Si Dscheha bei seiner Mutter zu Hause geblieben. Da -sie nichts zu essen hatten, sagte er zu ihr: »Warte, ich hole etwas zu -essen.« - -Er ging zu den Schülern, die er alle beisammen fand, und sagte zu -ihnen: »Kommt, ihr sollt heute bei mir essen.« Er war nämlich ihr -Mitschüler, war aber an diesem Morgen nicht zur Schule gegangen. Als -er ihnen nun sagte: »Kommt heute zu mir essen«, antworteten sie: »Si -Dscheha, du bist arm.« - -Er antwortete: »Das ist Brauch bei uns: wenn ein Schüler den ganzen -Koran auswendig kann, muß er seinen Mitschülern zu essen geben.« - -»Gut ists,« sagten sie. »Geh und richte das Mahl her; wir werden -kommen.« - -»Steht auf und kommt mit,« sagte Dscheha; »das Mahl ist schon kalt.« - -Sie standen auf und gingen mit ihm. Als sie in seinem Hause angelangt -waren, ließ er sie in eine Kammer treten. Dann nahm er ihre Schuhe, die -sie an der Tür gelassen hatten, und steckte sie in einen Sack; hierauf -ging er zu den Schülern zurück und sagte zu ihnen: »Wartet ein bißchen; -ich komme sofort wieder.« Er ging aber weg und nahm den Sack mit ihren -Schuhen mit; er kam zu einem Garkoch. - -»Gib mir etwas um zwei Franken,« sagte er zu ihm, »und nimm dafür dies -Paar Schuhe.« - -Dann ging er zu einem Fleischer und hielt ihm dieselbe Rede, dann zu -dem Kuskussuverkäufer; und als er so alle Schuhe der Schüler verteilt -hatte, ging er, mit köstlichen Mundvorräten beladen, nach Hause. Sofort -nach seiner Heimkehr setzte er alles den Schülern vor, und sie ließen -es sich trefflich schmecken. Dann erhoben sie sich, um in ihre Schule -zu gehn. Als sie ihre Schuhe suchten, sagte Dscheha zu ihnen: »Kommt -mit mir; ich habe sie versteckt.« - -Sie gingen mit ihm. Einen führte er zum Garkoch und sagte zu ihm: -»Gib ihm zwei Franken; er wird dir deine Schuhe geben.« So zeigte er -schließlich allen, wo er ihre Schuhe verpfändet hatte, und die armen -Schüler gaben Geld her, um sie wiederzubekommen. Er blieb bei seiner -Mutter; und von den Speisen hatten sie noch zwei Tage zu essen. - - -412. - -Als sein Vater starb, trug ihn Dscheha auf den Markt und beerdigte -ihn dort; aber einen Fuß des Toten ließ er außerhalb der Erde. Die -Leute sagten zu ihm: »Was, Si Dscheha? du läßt den Fuß deines Vaters -außerhalb der Erde? was ist das für ein Begräbnis?« - -»Nun,« antwortete er, »jedermann weiß, wie er seinen Vater zu begraben -hat. Dieser Platz ist das Grab meines Vaters, nicht wahr? Wenn ich also -auf den Markt komme, werde ich meinen Esel an den Fuß meines Vaters -binden, und niemand wird mir etwas sagen dürfen.« - -Eines Tages ging Dscheha auf den Markt; er band seinen Esel an den Fuß -seines Vaters und ging dann einen Fleischhandel anfangen. Er kaufte -einen magern Ochsen, tötete ihn, deckte ihn ab, zerstückelte ihn und -legte die Fleischstücke auf einen großen Stein. Alle andern Fleischer -töteten fette Tiere. Sie verkauften und gingen weg; Dscheha blieb -zurück. Alle, die bei ihm vorbeikamen, spien aus und setzten ihren Weg -fort. - -Als es Abend wurde, war er allein noch da. Die Hunde umgaben ihn und er -sagte zu ihnen: »Wollt ihr es kaufen?« - -Sie begannen alle zu knurren. Dscheha wandte sich zu dem größten im -Rudel: »Wenn du für sie bürgst, so verkaufe ich ihnen meinen Ochsen.« -Der Hund knurrte. »Ich weiß,« sagte Dscheha, »daß du mir für mein Geld -gut bist«, und überließ den Hunden das Feld. Sie fraßen das Fleisch des -Ochsen und Dscheha ging. - -Am nächsten Markttage kam er wieder und ging sofort zum Grabe seines -Vaters. Er sah, daß dort einer sein Maultier angebunden hatte; er -fragte: »Wer ist das, der sein Maultier hier angebunden hat?« - -Der Herr des Maultiers erhob sich und antwortete: »Ich bins.« - -»Was?« sagte Dscheha. »Das ist das Grab meines Vaters. Ich habe seinen -Fuß heraußen gelassen, damit alle Welt weiß, daß der Platz mein ist; -denn man sieht sehr wohl, daß das das Grab meines Vaters ist, und alle, -die herkommen, sollten sich sagen: ›Der Platz gehört Si Dscheha.‹ Hier -hat niemand etwas zu suchen.« - -Der Eigentümer des Maultiers sagte zu ihm: »Ich habe nicht gewußt, -Freund, daß das der Fuß deines Vaters ist; ich habe ihn für ein Stück -Holz gehalten.« - -Dscheha antwortete: »Von heute an gib acht, nicht wieder hieher zu -kommen.« - -Von diesem Tage an wurde der Platz Eigentum Dschehas. - - -413. - -Als der Eigentümer des Maultiers und Dscheha auseinander gegangen -waren, begann Dscheha den Hund zu suchen, der die Bürgschaft für die -andern Hunde übernommen hatte. Als er ihn gefunden hatte, sagte er zu -ihm: »Jetzt will ich mein Geld von dir haben.« Der Hund riß aus, aber -Dscheha verfolgte ihn, indem er sagte: »Die Flucht wird dir nichts -nützen.« - -Er hatte die Absicht, mit diesen Hunden eine gewisse List ins Werk zu -setzen; er hatte nämlich sagen hören, die Tochter des Sultans habe seit -dem Tage ihrer Geburt weder gelacht, noch gesprochen, und hatte sagen -hören, der Sultan habe gesagt: »Ich werde meine Tochter dem geben, der -sie zum sprechen bringt.« - -Dscheha ging einen Strick kaufen, und den knüpfte er an einen Baum. -Dann lief er, um die Hunde zusammenzufangen. Alle, deren er habhaft -werden konnte, band er an diesen Strick; und als er sie alle angebunden -hatte, ging er mit einem Stocke auf sie los, wobei er in einem fort -sagte: »Gebt mir mein Geld.« - -Das Haus des Sultans war gegenüber von dem Baume, woran er die Hunde -gebunden hatte, und die Tochter des Sultans betrachtete das Schauspiel -von ihrem Fenster aus. Dscheha verfolgte die Hunde ununterbrochen; wenn -er von der einen Seite her auf sie eindrang, retteten sie sich auf die -andere, und wenn er sie verfolgte, liefen sie in einer andern Richtung. - -Darob begann die Tochter des Sultans zu lachen. Das hörte die Negerin -und ging zum Sultan und sagte: »Herr, meine Gebieterin lacht.« Hastig -lief der Sultan hin, und als er bei seiner Tochter war, fragte er -sie: »Tochter, warum lachst du? Zeit deines Lebens hast du noch nicht -gelacht. Heute hat Gott dein Herz erschlossen.« - -»Vater,« antwortete sie, »du siehst, was der Mann dort mit den Hunden -treibt; das ist der einzige Grund, daß ich lache.« - -Der Sultan sagte zu seinem Sklaven: »Geh zu dem Manne dort, der die -Hunde gefangen hat, und sag ihm: ›Wohlan, schenke den Hunden die -Freiheit; der Sultan sagt dir: komm.‹« Der Neger ging. Als er bei -Dscheha war, wiederholte er ihm die Worte des Sultans. - -»Ich werde sie nicht freilassen,« erklärte Dscheha; »ich habe ihnen -auf dem letzten Markt einen Ochsen verkauft, und heute haben sie sich -geweigert, mich zu bezahlen.« - -»Komm doch zum Sultan, Narr, der du bist,« sagte wieder der Neger. -»Er wird dich, so Gott will, reich machen. Er selber hat mir gesagt: -,Sag ihm, er soll kommen und die Hunde laufen lassen; ich will ihn -bezahlen.‹« - -Dscheha ließ die Hunde laufen, sagte aber zu dem Neger: »Vielleicht -hast du mich zum besten, und dann habe ichs.« - -Dscheha ging also mit ihm, und als er vor dem Sultan stand, sagte -dieser zu ihm: »Was hast du mit den Hunden gehabt?« - -»Am letzten Markte«, antwortete Dscheha, »habe ich ihnen einen ganzen -Ochsen verkauft, und sie haben ihn gefressen. Heute habe ich zu ihnen -gesagt: ›Gebt mir mein Geld.‹ Sie haben sich geweigert. Dann habe ich -sie gefangen.« - -»Wie viel forderst du?« - -»Zwanzig Duro.« - -»Komm,« sagte der Sultan und ließ Dscheha in ein Zimmer treten. Dscheha -sah, daß es voll Gold war. - -»Also,« sagte der Herrscher, »nimm dir, was du willst.« - -»Das ist es nicht, was ich will,« sagte Dscheha. »Laß mich nur gehn und -meine Schuldner wieder fangen.« - -Die Tochter des Sultans war dabei; da sie zu lachen begann, sagte -Dscheha zu ihr: »Du hast recht, dich über mich lustig zu machen; denn -nachdem ich alle beisammen gehabt habe, die mir Geld schuldig sind, -bin ich von euch zum Narren gehalten worden. Dein Vater hat den Schwur -vergessen, den er deinetwegen geschworen hat. Laß mich jetzt wenigstens -gehn, um meine Widersacher zu verfolgen.« - -Da der Sultan gesehn hatte, daß Dscheha ein sehr schmutziger Mensch -war, hatte er nicht vom Anfang an zu ihm sagen wollen: »Ich gebe dir -meine Tochter«; indem aber Dscheha das Wort Schwur aussprach, rief er -dem Sultan die Sache ins Gedächtnis, und nun sagte dieser: »Wohlan, so -heirate meine Tochter.« - -»Ich werde sie nicht heiraten,« antwortete Dscheha, und das zu dem -Zwecke, für einen gewichtigen Mann angesehn zu werden. - -»Warum willst du sie nicht heiraten?« - -»Weil ich, wenn ihr mich auch jetzt sehr schmutzig seht, immerhin der -Sohn eines Sultans bin; gebt acht, daß ihr euch nicht in mir täuscht.« - -»Das ist gerade das,« sagte der Sultan, »was auch mein Wunsch war; es -war mir darum zu tun, daß meine Tochter einen Sultanssohn und nicht -irgendeinen schmutzigen Bauer heirate.« - -Er gab ihm seine Tochter und Dscheha heiratete sie. Und der Sultan -sagte zu ihm: »Nun, mein Schwiegersohn, wirst du bei mir wohnen oder -in deinem Hause?« - -»Bei dir will ich nicht wohnen,« antwortete Dscheha; »ich habe ein -Haus.« - -»Also, da ist deine Frau, nimm sie; nimm auch alles Geld, alle Kamele, -alle Pferde und alle Maultiere, die du willst.« - -Dscheha führte seine Frau weg und nahm überdies diese unendlichen -Reichtümer mit. - - -414. - -Dscheha führte also seine Frau heim; aber als sie ankam, gefiel ihr das -Haus gar nicht, weil sie es voller Schmutz fand. »Was?« sagte sie sich; -»dieser Mensch hat mich zum besten gehabt. Er hat mir gesagt: ›Ich bin -ein Sultanssohn, ich bin aus einem großen Hause‹; jetzt sieht man, wie -schlecht es mit seinem Hause bestellt ist.« Aber sie verschloß diese -Gedanken in ihrem Herzen und wollte sie niemand kundtun. - -Es kam das Fest heran, und sie sah Dscheha zur Arbeit gehn, obwohl alle -Welt dem Feste zu Ehren feierte. »Si Dscheha,« sagte sie zu ihm, »was -tust du? alle Welt feiert des Festes halber, und du gehst arbeiten! -Hast du mir nicht seinerzeit gesagt: ›Mein Vater ist Sultan‹, und -wieder: ›Ich habe ein schönes Haus, ich bin aus einem großen Hause‹?« - -»Meine Liebe,« antwortete Dscheha, »es ist wahr, ich habe das gesagt, -und ich habe nicht gelogen; ich will jetzt nur eine kleine Arbeit -verrichten.« - -»Kein Mensch verrichtet in der Festzeit eine Arbeit, weder eine kleine, -noch eine große; man arbeitet an den andern Tagen genug.« - -»Das ist wahr, meine Liebe. Aber wenn mich die Dorfleute feiern sehn, -feiern sie; sehn sie mich zur Arbeit gehn, gehn auch sie. Ich, ich bin -wohl in der Lage, nichts zu tun; mir wird es an nichts mangeln. Daß ich -öffentlich so tue, geschieht nur, damit nicht die Kinder des Volkes -unaufhörlich im Hunger leben.« - -Ein andermal sagte sie zu ihm: »Si Dscheha, wie ist nur das Kleid, -das du trägst, zugeschnitten? warum kleidest du dich nicht wie die -Sultanssöhne?« - -»Meine Liebe,« antwortete er, »auf schöne Kleider gebe ich nichts -der Leute halber; sie machen alles, was ich mache: gehe ich ihnen im -Müßiggang voran, so arbeiten sie auch nichts mehr; gebe ich ihnen ein -Beispiel mit schönen Kleidern, so werden auch sie sich, wenn sie ein -paar Groschen haben, solche kaufen, und die ganze Familie wird Hunger -leiden.« - -»Wieso ist es möglich gewesen, Si Dscheha, daß du mir gesagt hast: -›Ich bin Sultan‹? Ich sehe dich doch niemals das Herrscheramt ausüben. -Niemand im Volke nennt dich Sultan oder Sultanssohn. Du hast mich -belogen; du bist sicherlich nichts sonst als ein Bettler und legst dir -die Eigenschaft eines Sultans fälschlich bei.« - -»Ich frage dich,« antwortete Dscheha, »was deine Absicht ist. Hast -du die Absicht, hier zu bleiben, so mach nicht die Närrin und bleib -in deinem Hause. Wenn du merkst, daß du den Verstand verloren hast -und meiner vielleicht überdrüssig bist, so geh wieder heim zu deinem -Vater. Ich liebe keine Leute, die sich, obwohl von geringem Stande, -doch besser dünken als die andern. Ich für meine Person bin der Sultan -meiner Brüder, und es ist mir unmöglich, jemand unrecht zu tun, wer -immer es sei.« - -»Ich glaube es nicht eher, daß du Sultan bist, als bis du den Muezzin -getötet hast, der mich jeden Morgen so zeitlich früh weckt.« - -»Morgen werde ich ihn töten,« sagte Dscheha. »Ich werde dir seinen -Kopf bringen, und du wirst so erkennen, ob ich ein Sultan bin oder ein -Betrüger.« - - -415. - -Am nächsten Morgen ließ Dscheha den Muezzin bis auf die Spitze des -Minarets steigen; dann ging er ihm nach und schlug ihm den Kopf ab. Den -gab er seiner Frau mit den Worten: »Da hast du den Kopf des Menschen, -der dich alle Morgen früh geweckt hat.« - -Und sie sagte: »Nun sehe ich, daß du Sultan bist.« - -Dscheha ging einen Hammel kaufen, und den kehlte er ab. Den Kopf des -Muezzins warf er in den Brunnen; den Kopf des Hammels, den er getötet -hatte, versteckte er und legte ihn unter eine große Holzschüssel. - -Gegen Mittag begannen die Leute den Muezzin zu suchen, konnten ihn aber -nicht finden. Endlich stiegen sie aufs Minaret, und dort fanden sie ihn -tot mit abgeschlagenem Kopfe. Und sie sagten: »Wer hat unsern Muezzin -getötet?« Einer nahm das Wort und sagte: »Si Dscheha habe ich heute -zeitlich früh hier heraufsteigen sehn; der hat ihn vielleicht getötet.« - -Sie gingen zu Si Dscheha und sagten zu ihm: »Si Dscheha, hast du den -Muezzin getötet?« - -»Nein,« antwortete er. »Was hat er mir getan, daß ich ihn hätte töten -sollen? Seht nach, wer mit ihm auf schlechtem Fuße gestanden ist; der -hat ihn auch getötet. Ich war es nicht.« - -»Der Mann, der dich hat aufs Minaret steigen sehn, hat gesagt, du hast -ihn getötet. Du belügst uns. Wir wollen dein Haus durchsuchen, ob wir -nicht seinen Kopf finden.« - -»Kommt und sucht,« sagte Dscheha. - -Sie traten ein und begannen zu suchen; sie stöberten das ganze Haus -durch, fanden aber nichts. Da fiel einem die große Holzschüssel auf, -die verkehrt dalag, und er ging hin, und hob sie auf; und er fand -darunter den Hammelkopf. Nun sagte er zu seinen Gesellen: »An dieser -Stelle, die uns verdächtig war, finde ich einen Hammelkopf. Es ist also -wahrscheinlich, daß es nicht Dscheha war, der den Muezzin getötet hat.« - -Darauf gingen sie alle nach Hause, und Dscheha war gerettet. - - -416. - -Dscheha traf im Walde einen Schakal und zu dem sagte er: »Du Schakal, -wie bist du denn eigentlich geartet? Du tust Tag und Nacht nichts -andres, als im Walde herumzulaufen. Komm, geh mit mir nach Hause, und -wir werden miteinander wohnen; was ich esse, wirst du essen, und wenn -ich nichts tue, wirst du nicht mehr tun.« - -»Gott hat mich erschaffen,« antwortete der Schakal, »damit ich im -Busche herumlaufe, und es ist mir unmöglich, in einem Hause zu -verweilen.« - -»Meine Absicht ist,« erwiderte Dscheha, »dir gutes zu tun.« - -»Du bist listig,« sagte der Schakal; »aber wenn du eine List hast, so -habe ich ihrer zehn. Darum wird es dir nie gelingen, mich zu foppen.« - -»Mein lieber Freund, ich habe auch nicht eine einzige List; du bist -eben mißtrauisch. Ich will nur, daß du mit mir nach Hause essen und -trinken kommst. Das ist besser, als so durch den Wald zu schweifen, -ausgesetzt den Dörnern, der Kälte und dem Hunger.« - -»Ich wiederhole dir,« sagte der Schakal, »daß du ein großer Schurke -bist; ich bin es auch. Wir werden also niemals zusammenkommen.« - -»Und warum nicht?« sagte Dscheha; »sind wir nicht Brüder? Ich bin von -Mitleid für dich bewegt gewesen; sonst hätte ich nicht so mit dir -gesprochen.« - -»Ich habe es dir gesagt und ich wiederhole es dir, daß ich nicht -mitgehn werde; sobald du aber darauf bestehst, gut, so gehe ich mit.« - -Der Schakal begleitete also Dscheha. Und als sie dann zu Hause -angelangt waren, sagte er: »Ins Haus gehe ich nicht; ich werde vor der -Tür schlafen.« - -»Warum willst du nicht im Hause schlafen?« fragte ihn Dscheha; »da -heraußen ist es ja kalt.« - -»Ich will hier bleiben; ich bin an die Kälte gewöhnt. Ins Haus gehe ich -nicht.« - -»Meinetwegen,« sagte Dscheha; »bleib also da.« - -Der Schakal hielt sich nun gewöhnlich draußen auf und Dscheha im Hause. -Zu Mittag brachte ihm Dscheha das Mittagessen, am Abende das Nachtmahl. -Schließlich mußte aber Dscheha einmal weggehn, und da gab er seiner -Frau folgende Aufträge und sagte zu ihr: »Gib acht; laß deinen Sohn -nicht heraus.« Er wußte, daß man vor dem Schakal auf der Hut sein -mußte. Dann entfernte er sich, und seine Frau ging ihren gewöhnlichen -Beschäftigungen nach. Der kleine Knabe trat vor die Tür. Als ihn der -Schakal sah, stürzte er sich auf ihn und fraß ihn. Dann leckte er alles -Blut auf und ließ nichts übrig, was ihn hätte verraten können. - -Die Mutter des Knaben kam heraus, um ihn zu suchen. Als sie ihn nicht -fand, ging sie zum Schakal und sagte zu ihm: »Hast du vielleicht mein -Kind gefressen?« - -»Das ist sehr gut,« sagte der Schakal; »so also steht es? Warum hat -mich denn dein Mann hergebracht? Vielleicht deswegen, damit ich mich -heute über dein Gezeter ärgern soll?« - -Dscheha, der in diesem Augenblicke zurückkam, blieb auf der Straße -stehn; als er seine Frau weinen hörte, lief er herbei und sagte: »Was -hast du?« - -»Der Schakal, den du hergebracht hast, hat deinen Sohn gefressen.« - -Der Schakal tat, als ob er zornig wäre, und sagte zu Dscheha: »Ich -habe es dir am ersten Tage gesagt: laß mich, ich gehe nicht her. Dann -hast du mich aber gezwungen zu kommen. Jetzt segne dich Gott! So also -handeln Freunde an ihren Freunden? Laß mich augenblicklich gehn.« - -»Bleib nur,« sagte Dscheha, »und mache dir nichts aus den Reden einer -Frau.« - -Er ging zu seiner Frau und sagte zu ihr: »Schweig, sage ich dir, damit -er bleibt und nicht geht. Daß er meinen Sohn gefressen hat, bezweifle -ich nicht; vorderhand aber wollen wir ihn dabehalten, damit ich ihn -töte, ihn, der mein Kind gefressen hat.« - -Der Schakal erriet alles. Si Dscheha dachte bei sich, daß er auf den -Schakal, nachdem er ihn habe einschlafen lassen, losgehn und ihn -abkehlen werde; aber der Schakal, der voraussah, was ihm geschehn -sollte, ließ seine Wirte einschlafen, sprang über die Mauer und suchte -das Weite. - -Si Dscheha und seine Frau standen auf und er ging an den Ort des -Schakals; aber er fand, daß der Schakal nicht mehr da war. Er kehrte -zu seiner Frau zurück und sagte zu ihr: »Du bist schuld daran, daß er -gegangen ist. Hättest du nicht mit ihm gesprochen, so hätte er sich -nicht geflüchtet und wir hätten ihn getötet; nach dem Auftritte aber, -den du ihm gemacht hast, hat er fortgehn müssen.« - - -417. - -Als Dscheha alt wurde, ließ sein Gesicht nach, und er sah nicht mehr -so gut wie in seinen jungen Jahren: einst hatte er ein Rebhuhn oder -einen Hasen auf fünfhundert Schritt gesehn und mit jedem Pfeil, den -er abschoß, sein Ziel getroffen; jetzt aber zitterten seine Hände -und er sah nicht mehr so gut. Als seine Freunde diese Zeichen des -Greisenalters bemerkten, machten sie sich lustig über ihn. Um ihnen nun -den Mund zu stopfen, dachte er sich eine List aus, die wir erzählen -wollen. - -Er kaufte einen jungen Hund, den er Packan nannte, und richtete ihn auf -jede Jagd ab; und er lehrte ihn alles bringen, was er ihm angab. Oft -versteckte er am Morgen einen toten Hasen im Gebirge; er zeigte dem -Hunde den Ort, wo er ihn hinlegte, und ging mit ihm zurück nach Hause. -Gegen Mittag sagte er dann dem Hunde: »Such.« Packan lief ins Gebirge -und kam im Nu mit dem Hasen im Maule zurück. Schließlich war der Hund -ausgezeichnet abgerichtet. Dscheha wartete den Tag des großen Festes -ab, um die Dorfleute zu verblüffen. - -An diesem Tage legte er am Morgen einen toten Hasen neben einen Baum, -der mehr als fünfhundert Schritt vom Dorfe entfernt war, und zeigte -ihn seinem Hunde. Zu Mittag lud er seine Nachbarn ein, den Kaffee vor -seiner Tür zu nehmen. Es kamen Leute von allen Seiten, und es war eine -große Menge da, als sich Si Dscheha plötzlich erhob und schrie: »He, -Freunde! seht ihr dort unten den Hasen neben dem Baume?« Alle machte -große Augen und blickten angestrengt hin; da sie nichts sahen, sagten -sie zu Dscheha: »Du bist ein Narr; wieso könntest du denn einen Hasen -auf diese Entfernung sehn?« - -»Ich begreife,« antwortete Dscheha, »daß ihr ihn mit euerm schwachen -Gesichte nicht bemerken könnt; aber ich sehe ihn.« Dann wandte er sich -an seine Frau: »Bring mir meinen Bogen und meine Pfeile. Ich will -einmal diesen jungen Leuten zeigen, daß weder mein Auge, noch mein Arm -schwach geworden ist.« Er nahm einen Pfeil und schoß ihn ins Blaue -ab. »Ich habe ihn getroffen!« schrie er. Und zu seinem Hunde: »Lauf, -Packan, und bring den Hasen; heute Abend wollen wir ihn essen.« Der -Hund sprang auf und lief davon. Einen Augenblick später kam er zurück, -im Maule einen bluttriefenden Hasen. - -Alle Welt war verdutzt. Von nun an machte man sich nicht mehr über Si -Dscheha lustig, der das Stückchen noch drei- oder viermal aufführte. -Ausnahmslos waren alle überzeugt, daß Dschehas Schießfertigkeit und -Sehschärfe verblüffend waren. Und von diesem Tage an ehrte ihn das Volk -noch mehr als früher. - - -418. - -Dscheha hatte einen Freund, und das war der einzige Mensch auf der -Welt, zu dem er ein volles Vertrauen hatte; er aß und trank sehr häufig -bei ihm. Allen andern Menschen mißtraute er. - -Eines Tages kam nun sein Freund und sagte zu ihm: »Komm mit mir -spazieren gehn.« - -»Mein Freund,« antwortete Dscheha, »ich bin nicht frei. Da du jedoch -selber gekommen bist, so lasse ich meine Geschäfte und begleite dich. -Wäre ein anderer zu mir gekommen, und hätte er mir alle Güter der Erde -gegeben, ich hätte ihn nicht begleitet. Da aber du es bist, so kann ich -dich nicht also verabschieden.« - -Er ging und begleitete seinen Freund, und der sagte, als sie bei seinem -Hause waren: »Komm mit hinein, Si Dscheha.« - -»Mein Freund,« sagte Dscheha, »das sind die Gemächer der Frauen; zu -den Frauen uns zu setzen, schickt sich nicht. Gehn wir lieber in ein -Zimmer, wo wir allein sind.« - -Nun hatte dieser Freund für Si Dscheha in den Frauengemächern eine -Grube gegraben; Dscheha wußte davon nichts. Als Dscheha geantwortet -hatte: »Gehn wir zwei ganz allein ins Zimmer,« sagte der andere zu -ihm: »Warum sollen wir uns nicht im Hause einrichten? es ist leer. -Das Zimmer ist klein, und nicht einmal ein einzelner Mann hätte genug -Platz, sich zu setzen.« - -»Gut,« sagte Dscheha, »gehn wir, wohin du willst.« - -Dieser Freund, auf den Dscheha so viel Vertrauen setzte, hatte ihn -verraten und Geld von Leuten genommen, denen Dscheha geschadet hatte. - -Er führte also Dscheha ins Haus. Dscheha versah sich keineswegs von -diesem Manne, daß er ihn töten würde, da er sein vertrauter Freund war; -darum eben kam ihm der Gedanke nicht, als er ins Haus trat. Der Freund -hatte über die Grube eine Matte gespannt und darüber noch einen Teppich -gebreitet. - -Als Dscheha beim Eintritte den Teppich sah, dachte er, das sei eine -Aufmerksamkeit, die ihm sein Freund erweise; er ging vorwärts, um auf -dem Teppich Platz zu nehmen, und fiel in die Grube. - -Augenblicklich lief der Verräter zu denen, die ihm Geld gegeben und -zu ihm gesagt hatten: »Du wirst Si Dscheha töten; denn er hat uns -viel geschädigt.« An diesem Tage kam er nun ihnen sagen: »Ich habe Si -Dscheha getötet.« - -»Wir gehn mit dir,« sagten sie, »um zu sehn, wie du ihn getötet hast.« -Und sie gingen mit ihm. - -Im Hause angelangt, beugten sie sich über die Grube und sahen auf ihrem -Grunde Si Dscheha. »Si Dscheha,« sagten sie zu ihm, »hast du es nun -satt, alles nur nach deinem Kopfe machen zu wollen? Jetzt, nicht wahr, -wirst du uns keinen Schaden mehr zufügen.« - -»Wahrhaftig,« sagte Dscheha, »ihr seid es nicht, die meinen Untergang -herbeigeführt haben; mein Freund ist es, mit dem ich oft Brot und Salz -gegessen habe; sooft er mit mir aß, sooft aß ich mit ihm. Bis jetzt -habe ich ihm nie etwas böses getan; er hat es mir zuerst getan, Gott -Lob!« - -Die Männer kehrten sich zu dem, der ihn also in die Grube gestürzt -hatte, und sagten zu ihm: »Er ist nicht tot. Es ist möglich, daß er -wieder herauskommt. Ist er nicht der schlaueste von allen Menschen? -Er wird die Wände untergraben, bis so viel Erde herunterfällt, daß er -heraufkommen kann; dann wird er uns alle töten, dich so wie uns.« - -»Da ist eine Flinte,« sagte der Mann; »einer von euch soll auf ihn -schießen.« Er gab ihnen die Flinte. - -Der eine trat vor, um zu schießen, aber Si Dscheha stieß einen -mächtigen Schrei wider ihn aus. Von Schrecken gepackt, fiel der Mann zu -Dscheha in die Grube und fiel sich zu Tode. Die Flinte ging von selber -los und die Kugel durchbohrte Si Dscheha. - -Der Freund dessen, der, als er auf Dscheha feuern wollte, in die Grube -gefallen war, sagte nun zu dem Manne, der Dscheha hinuntergestürzt -hatte: »Dscheha, ists nicht wahr, hat einen Streich geführt und den -einen von uns getroffen.«[7] - -Der Verräter blieb daheim und der andere ging nach Hause; Si Dscheha -und sein Gesell lagen beide tot auf dem Grunde der Grube. - - - - -IV. - -Maltesische Überlieferungen - - -419. - -Als die Mutter Dschahans eines Tages krank war, befahl ihm der Arzt, -etwas Urin von ihr aufzuheben; am nächsten Tage werde er kommen und den -Urin untersuchen. Der Arzt kam auch, und Dschahan beeilte sich, ihm -das Gefäß zu zeigen. Der Arzt wunderte sich, es bis zum Rande voll zu -finden, aber Dschahan erklärte ihm die Sache, indem er sagte: »Meiner -ist auch dabei; der meinige ist oben.« - - -420. - -Dschahan war einmal mit einer Henne in der Hand auf dem Wege zu seinem -Herrn, um sie ihm zu schenken; aber etliche Räuber rissen sie ihm aus -der Hand und entflohen. Dschahan nahm sich vor, sich zu rächen. Nachdem -er den Ort, wo sie wohnten, ausfindig gemacht hatte, ging er, als -Mädchen verkleidet, hin, und es gelang ihm, in ihrem Hause als Magd -Aufnahme zu finden. - -Als nun die Räuber eines Tages ausgegangen waren, stieg er auf das -flache Dach, stellte dort eine Strohpuppe auf, die ihm ähnlich war, -bestrich die Stufen der Stiege, die zum Dache führte, bis hinunter -mit Seife, belud sich mit einer Menge kostbarer Dinge, die die Räuber -besaßen, verließ das Haus, schloß die Tür ab und lief heim. - -Nachdem die Räuber bei ihrer Rückkehr vergebens gerufen hatten, daß -ihnen geöffnet werden solle, traten sie die Tür ein und stürzten -blindlings die Stiege hinauf, entschlossen, sich an der frechen Dirne -zu rächen, die noch immer auf dem Dache stand, als ob sie sich über sie -lustig machen wollte; aber sie glitten allesamt aus und fielen einer -auf den andern, und so war die Rache Dschahans erfüllt.[8] - - -421. - -Es war einmal ein Junge, der Dschahan hieß, und der sagte zu seiner -Mutter: »Gib mir einen Centime.« Sie antwortete: »Wozu?« »Damit ich -mir Bohnen kaufe.« »Bohnen haben Schalen.« »Dann werde ich mir Nüsse -kaufen.« »Die haben auch Schalen.« »Dann werde ich mir Erbsen kaufen.« -»Gut,« sagte die Mutter und gab ihrem Dschahan drei Centimes; und er -ging hin und kaufte sich Erbsen. - -Nun aß er darauf los, bis er nur noch eine Erbse hatte. Diese gab er, -da er noch keine Messe gehört hatte, einer Frau und bat sie: »Heb sie -mir auf; ich will zur Messe gehn.« Die Frau antwortete: »Leg sie nur -auf den Sims.« Aber ein Huhn fraß die Erbse, und als Dschahan zurückkam -und sagte: »Ich komme um die Erbse«, antwortete die Frau: »Deine Erbse -hat die Henne gefressen.« Da begann Dschahan zu schreien: »Entweder die -Erbse oder die Henne!« Und die Frau sagte: »Nimm die Henne«, und gab -sie ihm. - -Wieder hörte Dschahan zur Messe läuten; er sah eine alte Großmutter, -die spann, und zu der sagte er: »Großmutter, erlaube, daß ich die Henne -dalasse; ich werde sie bald wieder abholen.« Als dann die Messe zu Ende -war, wollte er sie abholen, aber die Frau sagte zu ihm: »Geh dorthin -zu den Truthühnern; dort ist sie.« Dschahan schrie: »Aber sie ist ja -tot! Die Truthenne hat sie getötet!« Und weiter schrie er: »Entweder -die Henne oder die Truthenne!« Da gab ihm die alte Frau die Truthenne. - -Wieder hörte Dschahan zur Messe läuten; er sah unter einer Haustür eine -Frau, und zu der sagte er: »Darf ich die Truthenne dalassen?« Die Frau -antwortete: »Geh und laß sie bei den Schweinen.« Als er dann von der -Messe zurückkam, wollte er die Truthenne wieder haben, aber die Frau -sagte zu ihm: »Die Sau hat sie dir getötet.« Da begann er zu schreien: -»Mir ist alles einerlei! entweder die Truthenne oder die Sau!« Und die -Frau gab ihm die Sau. - -Wieder hörte Dschahan zur Messe läuten, und als er eine Frau unter -ihrer Haustür sah, sagte er zu ihr: »Darf ich die Sau für einen -Augenblick dalassen?« Die Frau sagte: »Steck sie zur Stute.« Als er -dann von der Messe zurückkam und zu der Frau sagte: »Gib mir meine -Sau«, antwortete sie ihm: »Die hat die Stute getötet.« Da sagte -Dschahan: »Das ist mir einerlei! entweder die Sau oder die Stute!« Und -die Frau sagte zu ihm: »Nimm dir die Stute.« - -Dschahan ging zu einer andern Frau und bat sie: »Laß mich die Stute -dalassen.« Die Frau sagte: »Ja; laß sie da.« Nun mistete die Stute auf -den Boden; die Frau hatte aber eine junge Tochter und die sagte zu ihr: -»Was hast du denn da hereingebracht?«, und begann mit ihr zu zanken, -weil sie den Boden eben gewaschen hatte. Und da sie ihn so beschmutzt -sah, nahm sie eine Stange und begann die Stute zu prügeln, bis sie tot -war. Da kam Dschahan um seine Stute und fragte: »Wo ist sie?« Die Frau -antwortete: »Das Mädchen hat sie getötet.« Und die Frau schenkte ihm -die Tochter und Dschahan steckte sie in einen Sack und ging damit weg. - -Wieder hörte er zur Messe läuten; er sah eine alte Großmutter und zu -der sagte er: »Erlaube mir, daß ich den Sack für ein wenig dalasse.« -Die Alte antwortete: »Leg ihn auf den Sims da«, und Dschahan legte ihn -hin. Da aber die Alte sah, daß sich der Sack bewegte, öffnete sie ihn; -und sie fand das Mädchen darinnen. Sie nahm es und versteckte es, und -den Sack füllte sie mit Scherben. Und damit ist die Geschichte aus. - - -422. - -Dschahan wollte einmal Matrose werden; darum ging er auf ein Schiff. -Der Kapitän sprach zu ihm: »Dschahan, was kannst du leisten?« »Herr -Kapitän, ich kann von unten nach oben steigen und von oben nach unten.« -Da sagte der Kapitän: »Gut; klettere den Mastbaum hinauf.« »Nein, Herr -Kapitän; der ist mir zu hoch. Ich kann nicht hinaufsteigen; aber ich -werde dir zeigen, wie man etwas im Hinuntersteigen leistet. Laß mir -einen Kessel Suppe holen.« Man brachte den Kessel, und Dschahan, der -ein Vielfraß war, aß alles auf. Als der Boden des Kessels sichtbar -wurde, rief er: »Seht ihrs nun? Auch das Hinuntersteigen — mit dem -Löffel — ist eine Leistung.« - - -423. - -Dschahan hatte schon öfters darüber nachgedacht, wo wohl die Schweine -wüchsen, und auf welchen Bäumen. Und gar zu gern hätte er so einen -mit kleinen Schweinchen behangenen Baum gesehn: vielleicht könnte er -dann auch ein kleines Zweiglein erhaschen, das, in die Erde gesteckt, -mit der Zeit zu einem großen Schweinchenbaum wachsen würde. Aber nie -gelang es ihm, einen solchen Baum zu sehn, und darum ersann er ein -andres Mittel. Er fragte einen alten Mann: »Großvater, was tut ihr -mit dem geschlachteten Schweine?« »Junge, wir salzen es ein und tun -das Fleisch in einen Kübel.« »Ach, dann macht ihr es also wie mit den -Oleanderbäumen?« »Du Lamm, sei so gut und laß mich in Ruhe; ich muß -arbeiten.« Dschahan entfernte sich und dachte: »Also, wie mit den -Oleanderbäumen muß es gemacht werden, um die Schweine fortzupflanzen; -ich werde mir einen solchen Schweinebaumsetzling verschaffen.« - -Hierauf lief er heim, und da seine Mutter auf dem Felde arbeitete, -so war er ganz ungestört: er ging in den Stall, nahm das alte fette -Schwein heraus, schlachtete es, rieb es mit Salz ein, steckte es -in einen alten Kübel, tat Erde darüber und stellte ihn in den Hof. -Dschahans Mutter kam alsbald nach Hause; da sie das Tier vermißte, so -fragte sie Dschahan nach seinem Verbleibe. Er erwiderte: »Mutter, hab -keine Sorge; diesmal habe ich sicher nichts unrechtes getan. Für das -eine Schwein wirst du eine Unmenge von kleinen Schweinchen erhalten. -Die kannst du dann verkaufen; und einen Teil von ihnen ziehst du auf, -und wir werden fürderhin keinen Mangel an Schweinefleisch haben.« Da -gab sich die Mutter zufrieden und forschte nicht weiter nach. - -Aber es vergingen Tage, Wochen, Monate, und das Schwein im Kübel -wollte keine Schößlinge treiben. Es zeigten sich noch immer keine -grünen Spitzen. Der arme Dschahan wurde immer betrübter, umsomehr -als die Mutter täglich nach dem alten Schwein und den versprochenen -Ferkelchen fragte. Als sie endlich die volle Wahrheit darüber -wissen wollte, was mit dem alten Schweine geschehn sei, da rief -Dschahan verzweifelt aus: »Das dumme Schwein will keine Schößlinge -treiben.« »Was? Schößlinge treiben?« »Es will nicht keimen und -keinen Schweinebaum sprossen lassen, von dem wir Ferkelchen pflücken -könnten! Mein Gott, schon seit vier Monaten liegt das dumme Tier im -Oleanderkübel; vielleicht war es nicht genug eingesalzen.« Da begriff -die Mutter. Tobend und fluchend zerrte sie den armen Dschahan hin, -wo der Kübel stand, und hieß ihn die Erde herausnehmen. Aber kaum -entfernte Dschahan die oberen Erdschollen, als sich ein unausstehlicher -Geruch bemerkbar machte: das Schwein war in Fäulnis übergegangen und -stank wie Pestilenz. Daß der arme Dschahan diesmal mehr Prügel erhielt -als gewöhnlich, brauchen wir nicht erst zu sagen. - - -424. - -Die Mutter Dschahans hatte ein mageres Schweinchen; Dschahan aber -hatte großen Appetit auf Schweinfleisch und fragte beständig: »Mutter, -wann schlachten wir denn eigentlich das Tier, das Borsten hat und -grunzt?« Da antwortete die Mutter immer: »Sobald ihm das Fett vom -Hintern tropft.« Da aber Dschahan dies nie sah, ärgerte er sich über -das faule Tier; er ging hin, kaufte Fett und bestrich das Schwein in -einer Weise, daß das Fett hinten abtropfen mußte. Als er diese Arbeit -verrichtet hatte, lief er hin zur Mutter und teilte ihr mit, daß das -Fett anfange, hinten am Schweinchen abzutropfen. Die Mutter überzeugte -sich davon und schlachtete das Tier. Dschahan fragte jetzt: »Mutter, -wie wird das Fleisch nun zubereitet?« Die Mutter antwortete: »Im Acker -stehen Kohlköpfe: auf jeden Kohlkopf eine Schnitte Fleisch.« Als nun -Dschahan einmal allein im Hause war, nahm er den Steintopf, in dem das -Fleisch eingesalzen lag, und trug ihn hinaus auf den Krautacker. Dort -steckte er in jeden Kohlkopf eine Schnitte Fleisch und sah zu, wie die -Hunde, Katzen und Feldmäuse davon fraßen. Den nächsten Tag wollte die -Mutter von dem Schweinefleische kochen, konnte aber den Topf nicht -finden. Als sie nun Dschahan befragte, antwortete dieser: »Ach, du -hättest nur sehen sollen, wie sich die Hunde, die Katzen und die Mäuse -satt gefressen haben! kein Schnittchen ist übrig geblieben; und jeder -Krautkopf hat seine Fleischschnitte gehabt! Wie sie herumrasten, diese -Fresser, wenn sie einander herumbissen!« Da rief die Mutter: »Also bist -du wirklich ein Dschahan! Und darum müssen alle Leute sagen: ›Dumm ist -Dschahan, ein Esel ist er, Verstand hat er keinen, ein Tropf ist er!‹« - - -425. - -Dschahan fuhr einst mit seinem Gemüsekarren zur Stadt. Auf dem Wege sah -er vor sich einen Herrn, der keine Anstalten machte, ihm auszuweichen. -Dschahan rief etliche Male laut: »Geh aus dem Wege!«; aber der Herr -rührte sich nicht, und Dschahan konnte nicht mit seinem Gefährte -ausweichen, da der Weg abschüssig und schmal war. Drum warf Dschahans -Karren den Herrn um, und so kam es, daß Dschahan eines Tages zum -Gerichte vorgeladen wurde. Dort antwortete er nun auf keine Frage der -Richter, und diese sagten zu dem Kläger: »Der Angeklagte ist ja stumm; -gegen einen Stummen gehn wir nicht vor.« Doch der Ankläger entgegnete: -»Das ist doch wohl eine Finte dieses boshaften Menschen, da ich ganz -genau weiß, daß er sprechen kann. Er rief mir ja damals, bevor er mich -überfuhr, zu: ›Geh aus dem Wege!‹ und nicht nur einmal, sondern mehrere -Male.« Aber da stand der Richter auf und schrie den Kläger an: »Was -suchst du uns dann auf? wir haben andere Sachen zu tun, als Leuten wie -dir zu helfen! Warum bist du nicht ausgewichen, als er dich angerufen -hat? Jetzt mußt du die Gerichtskosten bezahlen.« Dschahan aber ging -straflos heim. - - - - -V. - -Sizilianische Überlieferungen - - -426. - -Es wird erzählt, daß einmal eine Mutter war, die einen Sohn hatte, -Giufà mit Namen, und sie war sehr arm; dieser Giufà war ein Tölpel und -ein fauler Lümmel und ein Schelm. Seine Mutter hatte etwas Leinwand und -da sagte sie zu Giufà: »Wir nehmen etwas Leinwand, und du gehst sie -in einem weit entfernten Dorfe verkaufen; sie darf aber nur an Leute -verkauft werden, die wenig reden.« Giufà warf sich die Leinwand über -die Schulter und ging sie verkaufen. - -In einem Dorfe angelangt, begann er zu schreien: »Wer will die -Leinwand?« Die Leute riefen ihn und fingen viel zu reden an; der eine -meinte, sie sei zu grob, der andere, zu teuer. Giufà meinte, sie -redeten zu viel, und wollte sie ihnen nicht geben. Wie er nun dahin -und dorthin ging, kam er in einen Hof; dort war kein Mensch, aber eine -gipserne Statue sah er, und zu der sagte er: »Wollt Ihr die Leinwand -kaufen?« Die Statue sagte kein Wort, und so sah er, daß sie wenig -redete. »Da muß ich die Leinwand also Euch verkaufen, weil Ihr wenig -redet.« Er nahm die Leinwand und hängte ihr sie um: »Morgen komme ich -dann um das Geld.« Und damit ging er. - -Als es tagte, ging er um das Geld; die Leinwand war nicht mehr da, und -er sagte: »Gib mir das Geld für die Leinwand.« Die Statue antwortete -nichts. »Da du mir das Geld nicht geben willst, werde ich dir zeigen, -wer ich bin.« Er holte sich ein Beil und schlug auf die Statue los, -bis sie zusammenstürzte; und in ihrem Bauche fand er einen Krug voll -Geld. Er steckte das Geld in den Sack und ging heim zu seiner Mutter; -angekommen, sagte er zu ihr: »Ich habe die Leinwand einem verkauft, der -nichts redete, und am Abende hat er mir kein Geld gegeben; da bin ich -am Morgen mit einem Beile hingegangen und habe ihn erschlagen und zur -Erde geworfen, und da hat er mir dieses Geld gegeben.« Die Mutter, die -eine kluge Frau war, sagte zu ihm: »Sag niemand etwas; das Geld wollen -wir langsam verzehren.« - - -427. - -Ein andermal sagte die Mutter zu ihm: »Giufà, ich habe da ein Stück -Leinwand, das muß ich färben lassen; geh damit zum Färber und laß es -ihm dort, er soll es dunkelgrün färben.« Giufà warf die Leinwand über -die Schulter und ging. Unterwegs sah er eine schöne, große Eidechse; -da er sah, daß sie grün war, sagte er: »Meine Mutter schickt mich und -sie will diese Leinwand gefärbt haben.« Und dabei legte er sie nieder. -»Morgen komme ich sie holen.« - -Als er heimkam und seine Mutter die Geschichte hörte, begann sie sich -die Haare auszuraufen und zu jammern: »Du elender Kerl! was für einen -Schaden machst du mir! Lauf, und schau, ob sie noch dort ist!« Giufà -ging zurück, aber die Leinwand war verschwunden. - - -428. - -Man erzählt, daß Giufà eines Morgens Kräuter sammeln gegangen ist, und -dabei hat ihn die Nacht im Freien überrascht; wie er so dahinschritt, -war da der Mond, und der war umwölkt und kam zum Vorschein und -verschwand wieder. Giufà setzte sich auf einen Felsen und schaute zu, -wie der Mond kam und ging; und wann er kam, sagte er: »Komm! komm!« -und wann er ging: »Geh! geh!« Und er hörte nicht auf, zu sagen: »Komm! -komm! Geh! geh!« - -Nun waren unten am Wege zwei Diebe, die ein Kalb häuteten, das sie -gestohlen hatten. Da die sagen hörten: »Komm! Geh!«, befiel sie die -Angst, daß die Häscher kämen; sie nahmen Reißaus und ließen das Fleisch -liegen. Als Giufà die zwei Diebe laufen sah, ging er nachsehn, was es -gebe, und da fand er das gehäutete Kalb; er nahm das Messer, schnitt -tüchtig Fleisch herunter, füllte damit seinen Sack und ging. Zu Hause -angekommen, sagte er: »Mutter, macht auf!« Seine Mutter sagte zu -ihm: »Warum kommst du so spät in der Nacht?« »Ich bin in der Nacht -gekommen, weil ich Fleisch gebracht habe, und das müßt Ihr morgen alles -verkaufen; das Geld wird mir trefflich zustatten kommen.« Seine Mutter -sagte zu ihm: »Morgen gehst du wieder hinaus, und ich verkaufe das -Fleisch.« Als es Tag geworden war, ging Giufà hinaus, und seine Mutter -verkaufte das ganze Fleisch. - -Am Abende kam Giufà und sagte zu ihr: »Mutter, habt Ihr das Fleisch -verkauft?« »Ja, ich habe es den Fliegen auf Kredit verkauft.« »Und wann -sollen sie Euch das Geld geben?« »Wann sie es haben.« Es vergingen -acht Tage und die Fliegen brachten kein Geld; da machte sich Giufà -auf und ging zum Richter und sagte zu ihm: »Herr Richter, ich will -Gerechtigkeit haben; ich habe das Fleisch den Fliegen auf Kredit -verkauft, und sie sind mich nicht bezahlen gekommen.« Der Richter sagte -zu ihm: »Ich gebe dir den Spruch, daß du jede, die du nur siehst, -töten darfst.« Just in diesem Augenblicke setzte sich eine Fliege -auf des Richters Kopf; Giufà schlug mit der Faust auf sie los und -zertrümmerte dem Richter den Schädel. - - -429. - -Von der Arbeit wollte Giufà nichts wissen, aber essen, trinken und -nichtstun gefiel ihm. Er aß, und dann ging er weg und trieb sich hier -und dort herum. Seine Mutter war darüber ärgerlich, und immer sagte -sie zu ihm: »Giufà, was für ein Lebenswandel ist das? Du machst ja -keine Anstalt, ein Handwerk zu ergreifen: du ißt, du lebst, und was aus -dir wird, das ist die Frage.... Jetzt dulde ich das aber nicht mehr: -entweder du gehst dir dein Brot verdienen, oder ich werfe dich auf die -Straße.« - -Nun ging Giufà einmal in die Cassarustraße[9], um sich Kleider zu -verschaffen. Bei dem einen Händler nahm er das eine, das andere bei dem -andern, bis er ganz neu gekleidet war, sogar auch mit einer schönen -roten Mütze — damals gingen alle mit Mützen; jetzt geht der schäbigste -Handwerker mit einem Seidenhut oder wenigstens mit einem Filzhut. -Aber Giufà bezahlte die Sachen nicht, weil er kein Geld hatte; er -sagte: »Borg mir; dieser Tage komme ich zahlen.« Und so sagte er allen -Händlern. - -Als er sich ordentlich herausstaffiert hatte, sagte er: »Nun also, -jetzt wären wir so weit; jetzt kann meine Mutter nicht mehr sagen, ich -sei ein Taugenichts! Aber wie soll ich es mit der Bezahlung der Händler -machen? .... Ich werde mich tot stellen, und wir werden sehn, wie es -ausgeht ...« Er warf sich aufs Bett: »Ich sterbe! ich sterbe! .... Ich -bin gestorben!« Und er kreuzte die Hände und streckte die Beine. »Sohn, -Sohn! was für ein Unglück!« Seine Mutter raufte sich vor Schmerz die -Haare aus. »Wie ist denn das Unglück geschehn? O mein Sohn!« Als die -Leute diesen Lärm hörten, liefen sie herbei, und alle bemitleideten -die arme Mutter. Die Kunde verbreitete sich, und die Kaufleute kamen -nachsehn, und die sagten, als sie ihn tot sahen: »Armer Giufà! Er war -mir — sagen wir — sechs Tari schuldig, weil ich ihm ein Paar Schuhe -verkauft habe .... Aber ich schenke sie ihm!« Und alle gingen und -schenkten ihm ihre Guthaben, so daß Giufà aller seiner Schulden ledig -war. Der von der roten Mütze jedoch hatte, ich weiß nicht, was für -einen Ärger; er sagte: »Ich aber lasse ihm die Mütze nicht.« Er ging -hin und fand die Mütze nagelneu auf seinem Kopfe. Und was hat er getan? -Am Abende, als die Leichenknechte Giufà nahmen und ihn in die Kirche -trugen, um ihn dann zu begraben, ging er hinterdrein und ging, ohne von -jemand bemerkt zu werden, in die Kirche. Nach einer Weile, es mochte so -gegen Mitternacht gewesen sein, schlichen etliche Diebe in die Kirche; -sie kamen, um einen Sack Geld zu teilen, den sie gestohlen hatten. -Giufà rührte sich nicht von seiner Bahre, und der von der Mütze verbarg -sich hinter einer Tür und wagte kaum zu atmen. Die Diebe leerten das -Geld auf einen Tisch, so daß er ganz voll wurde von Gold und Silber -— denn zu jener Zeit lief das Silber wie das Wasser — und machten so -viel Häufchen, wie sie Leute waren. Ein Dutzend Tari blieb über, und -nun wußten sie nicht, wer es sich nehmen sollte. »Um einen Streit zu -vermeiden,« sagte einer, »wollen wir es so machen: da ist ein Toter, -und auf den wollen wir schießen, und wer ihn auf den Mund trifft, soll -die zwölf Tari haben.« Alle billigten diesen Vorschlag: »Sehr gut! sehr -gut!«; und schon hatten sie sich vorbereitet, um auf Giufà zu schießen. -Als das Giufà sah, erhob er sich auf der Bahre und stieß ein Gebrüll -aus: »Auf, ihr Toten, allesamt!« Was brauchte es bei den Dieben mehr? -Sie ließen alles im Stich, und hilf mir, heiliger Reißaus, sie laufen -noch immer. Als sich Giufà allein sah, stand er auf und eilte, um sich -der Häufchen zu bemächtigen. Da kam aber auch schon der von der Mütze -hervor, der sich, ohne sich zu mucksen, verkrochen gehabt hatte, und -lief zu dem Tische hin, um das Geld zu packen. Genug: auf jeden kam die -Hälfte und sie teilten das Geld. Ein Fünfgranistück blieb übrig; Giufà -rief: »Das nehme ich mir!« »Nein, der Fünfer gehört mir.« »Mir gehört -er.« »Pack dich, das ist nichts für dich; die fünf Grani sind mein.« -Giufà erwischte eine Stange und stellte sich, um sie dem von der Mütze -um den Schädel zu schlagen; er sagte: »Her mit den fünf Grani! die fünf -Grani will ich!« In diesem Augenblicke kamen die Räuber zurück, um zu -sehn, was die Toten machten; denn es däuchte sie allzu schmerzlich, das -ganze Geld einzubüßen. Sie stellten sich hinter die Kirchentür, und da -hörten sie diesen Wortwechsel und mächtigen Lärm wegen der fünf Grani. -Sie sagten: »Dummköpfe! fünf Grani kommen auf einen, und dazu reicht -das Geld nicht aus. Wer weiß, wie viel Tote aus dem Grabe gekommen -sind!« Damit nahmen sie die Beine in die Hand und entflohen. - -Giufà nahm die fünf Grani, lud sich seinen Geldsack auf und ging nach -Hause. - - -430. - -Giufà hörte einmal am Morgen, als es dämmerte und er im Bette lag, -die Pfeife blasen, und da fragte er seine Mutter: »Mutter, wer ist -denn der, der vorbeigeht?« Seine Mutter sagte zu ihm: »Das ist der -Morgensänger.« Dieser Morgensänger kam allmorgendlich vorbei. Eines -Morgens stand nun Giufà auf und ging und tötete den Morgensänger, der -ein Mann war, der die Pfeife blies; dann ging er zu seiner Mutter -und sagte zu ihr: »Mutter, den Morgensänger habe ich getötet.« Seine -Mutter, die begriff, daß er den Mann getötet hatte, der die Pfeife -geblasen hatte, nahm den Toten, trug ihn ins Haus und warf ihn in den -Brunnen, der gerade ohne Wasser war. - -Als Giufà den Mann tötete, war er von einem beobachtet worden, und der -ging hin und erzählte es dessen Verwandten; alsbald machten sich die -auf und führten bei Gericht Klage, daß Giufà den Morgensänger getötet -habe. - -Der Mutter Giufàs, die klug war, fiel es ein, daß sie einen Hammel -hatte; den tötete sie und warf ihn in den Brunnen. Das Gericht kam zu -Giufà, um den Totschlag zu bewähren, und die Verwandten des Toten kamen -allesamt mit. Der Richter sagte zu Giufà: »Wohin hast du den Toten -gebracht?« Giufà antwortete in seiner Dummheit: »In den Brunnen habe -ich ihn geworfen.« Sie banden Giufà an einen Strick und ließen ihn in -den Brunnen hinab; auf dem Boden angekommen, machte er sich ans Suchen. -Er stieß und tappte auf Wolle, und da sagte er zu den Söhnen des Toten: -»Hatte dein Vater Wolle?« »Mein Vater hatte keine Wolle.« »Der da hat -Wolle; es ist dein Vater nicht.« Dann traf er auf den Schwanz: »Hatte -dein Vater einen Schwanz?« »Mein Vater hatte keinen Schwanz.« »Dann -ist das nicht dein Vater.« Dann fand er, daß der im Brunnen vier Füße -hatte, und sagte: »Wie viel Füße hatte dein Vater?« »Mein Vater hatte -zwei Füße.« Giufà antwortete: »Der da hat vier Füße; er ist dein Vater -nicht.« Dann tastete er an den Kopf: »Hatte dein Vater Hörner?« Die -Söhne antworteten: »Mein Vater hatte keine Hörner.« Giufà antwortete: -»Der da hat Hörner; er ist dein Vater nicht.« Der Richter antwortete: -»Giufà, ob mit den Hörnern, ob mit der Wolle, bring ihn herauf.« Sie -zogen Giufà herauf und er hatte den Hammel auf der Schulter; das -Gericht sah, daß es wirklich ein Hammel war, und sprach Giufà frei. - - -431. - -Die Mutter Giufàs hatte ein kleines Mädchen, und das hütete sie wie -ihren Augapfel. Als sie nun eines Tages zur Messe gehn mußte, sagte sie -zu ihrem Sohne: »Giufà, schau, ich gehe zur Messe: die Kleine schläft; -koch ihr den Griesbrei und gib ihn ihr zu essen.« Giufà kochte einen -großen Topf Griesbrei, und als der gekocht war, nahm er einen großen -Löffel voll und stopfte ihn der Kleinen in den Mund. Das Kind fing -mächtig zu schreien an, weil es sich arg verbrannt hatte, und nach zwei -Tagen starb es, da der Mund brandig wurde. Die Mutter wußte sich keinen -Rat mehr mit diesem Sohne; sie nahm einen Stock und verprügelte ihn -tüchtig. - - -432. - -Da Giufà ein halber Tölpel war, tat ihm niemand etwas zuliebe, wie -ihn einzuladen oder ihm einen Bissen zukommen zu lassen. Einmal kam -er in ein Pächterhaus, wo er etwas zu erhalten hoffte. Aber als ihn -die Pächtersleute so zerlumpt sahen, so fehlte wenig und sie hätten -die Hunde auf ihn gehetzt; und sie behandelten ihn so, daß er mehr -krumm als gerade von dannen ging. Seine Mutter begriff die Sache und -besorgte ihm schöne Hosen, ein Paar Strümpfe und eine Samtweste. Nun -ging Giufà als Bauer gekleidet in dasselbe Pächterhaus; da hättet ihr -Ehrenbezeigungen sehn können! Sie luden ihn zu Tische und überhäuften -ihn alle mit Aufmerksamkeiten. Obwohl aber Giufà sonst nicht bis fünf -zählen konnte, war er doch schlau genug, sich mit einer Hand den Wanst -zu füllen und mit der andern das, was übrig blieb, in die Taschen zu -stecken; und sooft er etwas einsteckte, sagte er: »Eßt nur, meine -lieben Kleider; ihr seid es ja, die eingeladen worden sind.« - - -433. - -Es war einmal ein gewisser Giufà; zu dem sagte seine Mutter, als sie -zur Messe ging: »Giufà, schau, ich gehe jetzt zur Messe: schau, da ist -die Henne, die muß die Eier ausbrüten; nimm sie, füttere sie mit dem -Mansch und setze sie dann wieder auf die Eier, damit sie nicht kalt -werden.« Giufà bereitete also den Mansch aus Brot und Wein, nahm die -Henne und fütterte sie, und fütterte sie auf die Weise, daß er ihr -den Mansch mit dem Finger hineinstopfte; und dabei erstickte er sie -und sie verendete. Als er sah, daß es mit ihr aus war, sagte er: »Wie -soll ich es denn nun anstellen, daß die Eier nicht kalt werden? jetzt -setze ich mich selber drauf.« Er zog sich Hosen und Hemd aus und setzte -sich auf die Eier. Als dann seine Mutter heimkam, rief sie: »Giufà! -Giufà!« Giufà antwortete: »Gluck, gluck, ich kann nicht kommen; ich -bin jetzt die Henne und sitze auf den Eiern.« Seine Mutter schrie: »Du -Nichtsnutz, du Nichtsnutz! du hast mir ja alle Eier zerdrückt.« Giufà -stand auf, und die Eier waren ein Brei. - - -434. - -Es war einmal ein großer Herr, und der hatte einen seltsamen Einfall. -Er sagte zur Winterszeit zu einem armen Teufel: »Wenn du dich getraust, -es eine Nacht lang, so wie du aus dem Leibe deiner Mutter gekommen -bist, am Ufer des Meeres auszuhalten, so gebe ich dir, wenn du am -Morgen noch lebst, hundert Unzen; bist du am Morgen tot, so hast du die -Wette verloren.« Dieserhalb wurden Wachen aufgestellt: »Gebt acht auf -den da!« - -In der Nacht fuhr nun ein Schiff vorüber. Der arme Wicht, der am -Strande war, streckte die Hände aus, als ob er sich hätte an dem Lichte -des Schiffes wärmen wollen. Der Morgen brach an, und die Wächter -meldeten dem Herrn: »Herr, er hat die ganze Nacht nackt verbracht; um -Mitternacht aber kam in einer Entfernung von hundert Meilen im Meere -ein Schiff mit dem Lichte vorbei, und daran hat er sich gewärmt.« Da -sagte der Herr zu dem, mit dem er gewettet hatte: »Ihr habt verloren; -Ihr habt Euch gewärmt, und damit habt Ihr die Wette verloren.« - -Der, der die Wette verloren hatte, ging zu Giucà. Giucà sagte: »Warum -weinst du denn?« Er antwortete: »Heute Nacht bin ich demunddem auf -seinen seltsamen Einfall eingegangen; und weil ich, als ein Schiff -vorübergefahren ist, mit den Händen so gemacht habe, sagte er, ich -hätte mich gewärmt. Wie wäre das möglich? ... Und jetzt habe ich die -Wette verloren.« Giucà antwortete: »Hab keine Angst; bin ja ich da! -Aber sag mir, teilen wir das Geld, wenn ich dir den Sieg verschaffe?« -»Ja.« Nun versah sich Giucà mit einem Sack Kohlen und einem Hammel und -zündete die Kohlen an dem einen Ende von Trapani bei den Kapuzinern -an; dann nahm er einen Rost und stellte ihn in der Richtung über das -Kloster bei der Loggia auf. Er nahm den Hammel und legte ihn auf den -Rost, und das Feuer hatte er bei den Kapuzinern; und also begann er den -Hammel ohne Feuer zu braten. Alle Leute, die dieses törichte Treiben -sahen, den Hammel bei der Loggia und das Feuer bei den Kapuzinern, -fragten ihn, was er tue; und Giucà sagte zu ihnen: »Ich brate diesen -Hammel.« - -Da kam auf einmal auch der von der Wette vorbei, und der sagte: »Was -tust du, Giucà?« »Ich brate diesen Hammel.« »Ja wo ist denn das Feuer?« -»Bei den Kapuzinern.« »Was soll das heißen? wie dumm!« »Verrückt -freilich und dumm,« sagte Giucà; »wie hat sich aber dann der da an dem -Lichte des Schiffes wärmen können, das doch hundert Meilen entfernt -war? Wie man den Hammel hier nicht braten kann, so hat sich auch der da -dort nicht wärmen können.« - -Und nun erzählte Giucà den Leuten die ganze Geschichte, und der Herr -mußte die Wette bezahlen. - - - - -VI. - -Kalabrische Überlieferungen - - -435. - -Es war also einmal ein gewisser Hiohà. Der Vater und die Mutter wollten -ihm gut: sie hielten ihn für etwas ganz besonders; aber Hiohà war ein -Dummkopf. Was hat er nicht alles getan, dieser Hiohà! - -Einmal schickten ihn der Vater und die Mutter, die sehr arm waren, -Kutteln waschen. »Gib acht,« sagte die Mutter, als er wegging, »gib -acht, daß du sie dort wäschst, wo viel Wasser ist.« - -Nun begann Hiohà zu wandern. Er wanderte und wanderte, sah einen Bach -und machte nicht halt. Er wanderte und wanderte, sah einen Fluß und -machte noch immer nicht halt. Erratet ihr, wo er halt gemacht hat? Er -ist bis ans Meer gegangen. Dort begann er die Kutteln zu waschen und -abzureiben. Nachdem er sie eine Stunde abgerieben und gewaschen hatte, -wußte er nicht, ob sie gut gewaschen seien. - -Wen hätte er fragen sollen? Wen hätte er nur fragen sollen? Er sah in -der Ferne ein Schiff mit Seeleuten drinnen. Da begann er zu pfeifen und -mit den Händen Zeichen zu machen. Als die Seeleute diese Bewegungen -sahen, kamen sie, weil sie nicht wußten, was es gebe, mit dem Schiffe -zum Ufer. »Was willst du?« sagten sie zu ihm, und Hiohà sagte zu ihnen: -»Sind diese Kutteln gut gewaschen oder nicht?« - -»Der Teufel soll dich holen!« begannen die Seeleute; »der und jener -soll dich holen! Und wegen so etwas hast du uns gerufen? Der Teufel -soll dich holen!« Und damit gaben sie ihm eine Tracht Prügel, wirklich -eine ordentliche Tracht. - -Nun begann Hiohà zu weinen und sagte: »Was habe ich euch getan, daß -ihr mich schlagt? Wie hätte ich denn sagen sollen, als ich das Schiff -gesehn habe?« - -»Du hättest sagen sollen,« sagten die Seeleute zu ihm: »Guten Wind! -Guten Wind!« - -Und so machte sich Hiohà davon. - - -436. - -Eines Tages sagte Juvadi zur Mutter: »Geh du aufs Feld arbeiten; ich -bleibe zu Hause.« Und die Mutter antwortete: »Verrichte du alles; ich -gehe aufs Feld. Laß die Katze nicht zu den Speisen, bring das Bett in -Ordnung, gib acht auf die Gluckhenne und geh zum Flusse und besorge die -Wäsche.« Juvadi antwortete: »Ja, ja, Mutter.« - -Und so ging sie aufs Feld. Aber anstatt das Bett in Ordnung zu bringen, -riß es Juvadi auseinander, nahm Polster und Strohsäcke und warf sie -mitten ins Haus; und er füllte eine Schwinge mit Mist und beutelte ihn -im Hause aus. Dann sagte er: »Ich bin hungrig.« Und er nahm und aß alle -Speisen; hierauf nahm er einen Kessel und sott die Gluckhenne samt den -Küchlein und aß sie. Dann tat er die Wäsche in einen Tragkorb und ging -damit zum Flusse; er warf sie ins Wasser und ging. - -Wie er so dahinging, traf er einen Esel, und den packte er beim -Schwanz; der Esel schlug aus und verletzte ihn am Bein. Unter -bitterlichen Tränen ging Juvadi nach Hause; er verschloß die Tür und -setzte sich auf den Herd. - -Am Abende kam die Mutter heim und rief an der Tür: »Juva’, mach mir -auf.« Er antwortete: »Nein.« »Ist dir etwas geschehn?« »Ja.« »Und -was ist dir denn geschehn?« »Die Katze hat die Speisen gefressen.« -»Das macht weiter nichts; wir kaufen andere. Mach mir auf, Juva’.« -»Nein.« »Warum denn? ist dir noch etwas geschehn?« »Ja.« »Und was -denn?« »Die Gluckhenne und die Küchlein sind weg.« »Das macht weiter -nichts; mach mir nur auf.« »Nein.« »Und warum denn nicht? ist dir noch -etwas geschehn?« »Ja.« »Und was ist dir denn geschehn?« »Ich bin zum -Flusse waschen gegangen, und das Wasser hat die Wäsche weggeschwemmt.« -»Ach das macht weiter nichts; öffne mir.« »Nein.« »Was ist dir denn -geschehn?« »Ein Esel hat mich am Beine verletzt.« - -Nun erbrach die Mutter die Tür, und da fand sie das ganze Haus -verwüstet. Sie wäre bald vor Schreck gestorben; aber dann nahm sie -einen Stock, prügelte Juvadi tüchtig durch und jagte ihn aus dem Hause. - - -437. - -Juvadi sagte zur Mutter: »Ich gehe auf den Markt.« Die Mutter -antwortete: »Kaufe einen Farren.« Sie gab ihm das Geld und Juvadi ging -auf den Markt. Er kaufte einen schönen Farren und ging mit ihm nach -Hause. Er kam bei den Mönchen vorbei und traf sie auf der Straße; kaum -hatten sie ihn gesehn, so sagten sie: »Juva’, wo bist du gewesen?« -Und Juvadi antwortete: »Ich bin auf dem Markte gewesen und habe einen -Farren gekauft.« Die Mönche antworteten einer nach dem andern: »Ist es -ein Farre oder ein Bock?« »Es ist ein Farre.« Es kam ein anderer Mönch -dazu: »Juva’, was ist das?« »Es ist ein Farre.« »Ist es ein Farre oder -ein Bock?« »Es ist ein Farre und kein Bock; ich habe ihn mit zwanzig -Dukaten bezahlt.« Der Guardian sagte: »Willst du ihn mir verkaufen? -ich gebe dir zehn Dukaten.« »Wenn es ein Bock ist, so nehmt ihn.« So -gab ihm der Guardian zehn Dukaten und er ging nach Hause. Die Mutter -sagte: »Was hast du gemacht?« »Ich habe das gemacht: Ich habe einen -schönen Farren gekauft, bin bei den Mönchen vorbeigekommen und sie -haben mir gesagt, es sei ein Bock; sie haben mir ihn abgekauft und mir -zehn Dukaten gegeben.« Die Mutter nahm einen Stock, prügelte Juvadi -durch und sagte: »Der Teufel soll dich holen! du hast dich also von den -Mönchen beschwatzen lassen?« - -Nun verkleidete sich Juvadi als Frau, mit einem Rosenkranze in der -Hand, und ging in die Kapuzinerkirche und blieb dort. Als es Nacht -geworden war, kam der Sakristan und sagte: »Geh jetzt; ich muß die -Kirche schließen.« Er antwortete: »Laß mich aus Barmherzigkeit da -schlafen.« »Ich gehe es dem Guardian sagen.« Er ging und der Guardian -sagte: »Ja, ja, laß sie da schlafen.« Als es Mitternacht geworden war, -ging er sachte, sachte in die Zelle des Guardians, stellte sich vor -das Bett, zog einen Knüttel, den er unter dem Kleide verborgen hatte, -hervor und begann den Guardian zu verprügeln, indem er sagte: »Ist es -ein Farre oder ein Bock? ha? ist es ein Farre oder ein Bock? ha?« Und -dabei schlug er tüchtig zu, bis der Guardian halbtot dalag; dann ging -er. Am Morgen kamen die Mönche und da fanden sie den Guardian totelend. -Alsbald liefen sie um Ärzte, um zu sehn, was es sei. - -Juvadi ging nach Hause, kleidete sich als Arzt und ging weg, um vor -den Kapuzinern herumzuschlendern. Ein Laienbruder kam heraus und sagte -zu ihm: »Wer ist Euere Herrlichkeit?« Juvadi antwortete: »Ich bin ein -fremder Arzt; ist hier jemand krank?« Der Mönch ging augenblicklich -hinein, es seinen Brüdern sagen, und die ließen ihn hereinkommen. Als -er drinnen war und seinen Kranken betrachtet hatte, sagte er: »Der hat -Schläge bekommen.« - -Nun schickte er alle Mönche, die dort waren, hinaus; der eine ging -Kaffee machen, der andere Heilmittel holen. Als Juvadi ganz allein war, -zog er den Knüttel unter dem Oberkleide hervor und begann den Guardian -zu prügeln und sagte: »Ist es ein Farre oder ein Bock? ha? ist es ein -Farre oder ein Bock? ha?« Und er ließ nicht eher von dem Guardian -ab, als bis der schier tot war. Dann entwich er. Als die Mönche -zurückkehrten und den Guardian in diesem Zustande sahen, begannen sie -zu jammern und fragten ihn: »Wer hat dich geschlagen?« Der Guardian -antwortete: »Der, der hier war.« Die Mönche sagten: »Wir wollen ihn -suchen gehn.« - -Und so setzten sie den Guardian auf einen Sessel und machten sich an -die Verfolgung Juvadis. Der sah sie von weitem; da sagte er zu einem -Manne, der mit dem Karste arbeitete: »Guter Mann, schau wie viel Leute -dich prügeln kommen.« Der erschrak, warf den Karst weg und entfloh; -nun nahm Juvadi den Karst und begann zu ackern. Die Mönche holten -den andern ein und prügelten ihn weidlich durch; und der arme Teufel -schrie: »Warum schlagt ihr mich? ich habe euch doch nichts getan.« -Juvadi lachte von weitem, warf den Karst weg und ging nach Hause und -sagte: »Nun habe ich mich für meinen Farren bezahlt gemacht.« - - -438. - -Es war Fastnacht. Juvadis Mutter schlachtete einen Hahn und kochte -ihn mit Makkaroni; als Juvadi kam, aßen sie ihn. Nach dem Essen sagte -Juvadi zur Mutter: »Mutter, wie heißt das, was wir gegessen haben?« Die -Mutter antwortete: »Das war ein Morgensänger.« - -Nun hörte Juvadi einen Mann, der auf der Straße sang; er ging hin, -tötete ihn und brachte ihn der Mutter. Die Mutter begann zu schreien: -»Du Tölpel, das war ein Mensch und kein Morgensänger.« Juvadi sagte: -»Macht nichts, Mutter; ich stecke ihn in einen Sack und gehe ihn in -eine Schlucht werfen.« - -Auf dem Wege begegnete er einem Manne, der auch einen Sack trug, und zu -dem sagte er: »Freund, was trägst du da in dem Sacke?« Der antwortete: -»Ein Schwein.« Juvadi sagte: »Wollen wir tauschen?« Der Unglückselige -sagte: »Ja«, und sie tauschten. Juvadi ging zu seiner Mutter nach Hause -und sagte zu ihr: »Mutter, bring einen Kessel, damit wir das Schwein -abbrühen. Schließ die Tür; ich muß einen Botengang machen.« Und er ging -zu dem, dem er den Sack mit dem Toten gegeben hatte, und sagte zu ihm: -»Was hast du getan? jetzt gehe ich zum Richter und zeige dich an.« Der -andere sagte unter Tränen: »Sag nichts; ich gebe dir fünfzig Dukaten.« -So nahm Juvadi den Toten und die fünfzig Dukaten. Dann ging er zu -der Tür der Mönche, stellte den Toten auf die Füße und läutete an; -der Sakristan öffnete die Tür von innen und der Tote fiel nieder. Der -Sakristan sagte: »Steh auf! steh auf! was ist dir geschehn?« Juvadi kam -hervor und sagte: »So also werden die Leute umgebracht?« Der Sakristan -sagte: »Sag nichts; ich gebe dir fünfzig Dukaten.« Und Juvadi: »Wenn -du willst, daß ich nichts sage, mußt du mir fünfzig Dukaten, eine -Mönchskutte und den Toten geben.« Juvadi nahm den Toten, zog ihm die -Kutte an, steckte ihm eine Pfeife in den Mund, setzte ihn auf den -Abtritt der Mönche und kauerte sich nieder. Es kam der Guardian, um -ein Bedürfnis zu verrichten; da fand er den, der dort saß, und er -sagte: »Steh auf; ich muß ein Bedürfnis verrichten.« Dann packte er -ihn und stieß ihn, und der fiel nieder. Der arme Guardian sagte: »Auf! -auf! was habe ich dir denn getan?« Juvadi kam hervor und sagte: »So -also werden die Leute umgebracht? jetzt gehe ich zum Richter und sag -ihms.« Erschrocken sagte der Guardian: »Sei barmherzig und sag nichts; -ich gebe dir hundert Dukaten, und wir begraben ihn.« Juvadi nahm die -hundert Dukaten und sie legten den Toten ins Grab. Dann ging Juvadi -voll Fröhlichkeit mit den zweihundert Dukaten nach Hause und sagte zur -Mutter: »Mutter, wie viel hat mir der Morgensänger eingebracht! Jetzt -bin ich reich geworden!« - - -439. - -Eines Tages ging Juvadi um Reisig, und da fand er einen Eichenast -mit Eicheln dran; den nahm er auf die Arme und trug ihn mit viel -Achtsamkeit weg. Als er nahe beim Orte war, setzte er sich darauf -wie auf ein Pferd und zog ihn so weiter. An einem Fenster des Königs -stand die kleine Prinzessin, und die begann aus vollem Halse zu -lachen. Juvadi sah sie an und sagte: »Du sollst schwanger sein von -mir.« Alsbald wurde sie schwanger, und nach neun Monaten gebar sie -ein Mädchen. Der König war darüber so aufgebracht, daß er den Rat -zusammenrief und sagte: »Ratet mir, was ich mit der machen soll, von -der diese Schande kommt; ich kann es gar nicht glauben, was sie sagen.« -Der Rat antwortete: »Lassen wir alle Männer des Reiches kommen, und -da werden wir sehn, wen es Babba ruft.« Da befahl der König, daß sich -alle Männer in seinem Hause einfänden. So kamen seine Barone, Fürsten, -Ritter, Bürger und Bauern; aber das Kind rief niemand Babba. Nur -Juvadi, der nicht kommen wollte, war übrig geblieben; aber der König -zwang ihn, zu kommen. Kaum hatte ihn das Kind gesehn, als es sich auch -schon in seine Arme warf und ihn Babba nannte. Nun rief der König -den Rat von neuem zusammen und sagte: »Was für eine Strafe soll die -erhalten, von der diese Schande kommt?« Sie antworteten: »Schließen wir -sie in ein Faß und rollen wir es einen Abhang hinunter.« So ließen sie -ein Faß machen und die Königin legte einen Sack mit Feigen und Rosinen -hinein; und sie schlossen die Prinzessin, ihre Tochter und Juvadi -hinein und gingen es von einem Abhange hinunterstürzen. Als es rollte, -sagte Juvadi: »Laß mich heraus, laß mich heraus; ich gebe dir Feigen -und Rosinen.« Und er warf Händevoll Feigen und Rosinen aus dem Fasse. -Das blieb in einer Ebene stehn; Juvadi zerbrach es und sie gingen -heraus. - -In der Nähe war eine Hexe, die lachte so heftig, daß ihr eine -Halsgeschwulst, die sie hatte, verging. Darüber ganz glücklich, sagte -sie zu Juvadi: »Was willst du? ich kann alles und tue dir gutes.« -Juvadi antwortete: »Schaff mir ein Haus; denn wir haben keine Wohnung.« -Die Hexe nahm eine Gerte, machte einen Kreis rundum und sagte: -»Hier soll ein Palast werden mit aller Bequemlichkeit der Welt.« So -wurde dort ein schöner Palast und Juvadi ging ganz vergnügt mit der -Prinzessin und der Tochter hinein. Und die Prinzessin sagte zu Juvadi: -»Du mußt noch behext werden, damit dir deine Dummheit ausgetrieben -wird.« - - -440. - -Eines Morgens hatte die Prinzessin Juvadi verloren; sie schrie in allen -Gemächern und fand ihn endlich an einem Fenster. Dort pustete er mit -dem Munde und machte Bu, bu ... bu, bu ... bu. Sie schrie: »Was machst -du da?« Juvadi antwortete: »Ich puste auf die Fliegen und Wespen da, -damit sie nicht hereinkommen; sie könnten uns beißen und wir müßten -sterben.« - - -441. - -Juvadi war wieder einmal verloren und die Prinzessin konnte ihn nicht -finden. Am Tage darauf fand sie ihn, wie er mit einem Kuhschwanze -in der Hand in die Luft starrte und Bu, bu ... bu, bu ... bu, bu -pustete. Sie sagte: »Juva’, was machst du da?« Und Juvadi lachte aus -vollem Halse: »Ich habe ein Wildschwein getötet, und dann ist ein Wind -gekommen und hat mich in die Höhe gehoben; ich habe mich aber so -kräftig gewehrt, daß mir beim Hinundherreißen der Schwanz in der Hand -geblieben ist.« - - -442. - -Ein andermal sagte Juvadi: »Ich gehe in den Hühnerstall, Eier holen.« -Er ging, nahm ein Messer, tötete alle Hühner und hängte sie ringsum -an die Wände. Sie gingen ihn suchen, fanden den Schaden und schrien: -»Warum hast du das getan?« Und Juvadi: »Ich bin ein Metzger geworden. -Was wollt ihr?« - -Die Prinzessin nahm einen Stock und prügelte Juvadi weidlich durch; -dann jagte sie ihn wegen all dieser dummen Streiche aus dem Hause. - - -443. - -Juvadi hatte ein Gärtchen, und dort war ein einzelner Kirschbaum. Er -pflegte ihn mit aller Sorgfalt, aber der Baum trug nicht eine einzige -Kirsche. Eines Tages verlor Juvadi die Geduld und sagte: »Jetzt will -ich diesen vermaledeiten Baum fällen, der nichts trägt.« Er fällte -den Kirschbaum und machte ein Kreuz daraus; das pflanzte er in das -Gärtchen. Er glaubte, wenn er zu Jesus Christus beten werde, werde ihm -der alle Gnaden erweisen; aber er mochte heute beten oder morgen oder -übermorgen, eine Gnade sah er niemals. Da packte er erbost das Kreuz, -warf es zur Erde, daß es in tausend Stücke zersprang, und sagte: »Dich -kenne ich schon, wie du noch ein Kirschbaum warst.« - - -444. - -Man erzählt, daß Juvadi eines schönen Tages einen Gevatter besuchen -gegangen ist. Der Gevatter, dessen Weib gerade Brot bereitete, -sagte zu ihm: »Willkommen, Juva’; bleib bei uns und hilf uns das -Brot bereiten.« Während die Frau in der Küche war, um das Essen zu -kochen, ging Juvadi nachsehn, ob der Teig aufgegangen sei; er kam -in eine Kammer, deren Wände überall Ritzen hatten, durch die der -Wind einundausging, und sagte: »Da machen sie Brot und das Haus ist -voller Löcher; aber ich will das in Ordnung bringen.« Er nahm den -Teig und besserte alle Wände aus, indem er alle Löcher verschmierte. -Als die Gevatterin diesen Schaden sah, begann sie zu schreien: »Um -Gotteswillen, um Gotteswillen! was tust du? wenn mein Mann kommt, -bringt er mich um.« Juvadi sagte ganz entrüstet: »Statt mir zu danken, -weil das Haus löchrig war, gibst du mir böse Worte.« Und er entwich. - - -445. - -Einmal ging Juvadi eine Gevatterin besuchen. Als sie ihn sah, sagte sie -vergnügt: »Willkommen, Gevatter; es wird mir eine Freude sein, wenn du -heute Morgen bei mir bleibst. Gib mir acht auf das Kindchen, das ich -niedergelegt habe, und ich verrichte indessen die häusliche Arbeit.« -Juvadi nahm das Kind; da er sah, daß sein Kopf ganz weich war, nahm -er eine Nadel und stach hinein, so daß das Gehirn heraustrat. Und er -sagte: »Madonna mia! da hat das Kind ein Geschwür und niemand denkt -daran.« Als die Mutter das Kind tot sah, war sie ganz weg vor Schmerz -und schrie: »Mein ... Kind ... mein ... Kind, ich habe dich einem -Tölpel anvertraut.« Juvadi sagte: »Für mein gutes Werk erhalte ich -einen schlechten Lohn.« Und er ging. - - -446. - -Eines Tages ging Juvadi hinaus, stieg auf einen Felsen, begann zu -pissen und sagte zu den einzelnen Bächlein: »Du gehst dorthin, du -dahin, du gehst rechts und du gehst links.« Eine Bande von Räubern, -die unter dem Felsen waren und viel Silbergeld teilten, hörten ihn so -reden; sie glaubten, die Häscher seien da, und entflohen. Juvadi stieg -hinab, nahm alles Silber und kehrte, mit Geld beladen, heim. - - -447. - -Eines Tages ging Juvadi mit seinem Esel um Holz. Er saß auf einer -Eiche und schnitt gerade an einem Aste, als ein Mann vorbeikam und zu -ihm sagte: »Juva’, paß auf, du fällst herunter, wenn der Ast bricht.« -Juvadi antwortete: »Kümmere dich nicht darum; ich sterbe noch nicht.« -Aber als er das sagte, fiel er auch schon herunter, und es fehlte -wenig, so wäre er tot gewesen. Nun sagte er zu dem Manne: »Guter Mann, -wann werde ich denn sterben?« »Wann dein Esel drei Fürze tut.« Juvadi -glaubte es und vergaß es keineswegs. Er mußte eine Anhöhe ersteigen, -und der Esel, der zu schwer beladen war, ließ einen Furz. »Oh, jetzt -geht es böse,« sagte Juvadi, »nun muß ich bald sterben.« Er ging weiter -und hörte wieder, wie der Esel einen Furz ließ, und er zitterte noch -mehr vor Angst. Als er dann den letzten hörte, wurde er ohnmächtig -und fiel wie ein Toter zu Boden; und er blieb auf dem Wege liegen. -Der Esel, der den Weg, wer weiß, wie oft gemacht hatte, ging mit dem -Holze, aber ohne Juvadi, nach Hause. Als die Mutter den Esel ohne -den Sohn kommen sah, erschrak sie und ging weg, um zu sehn, was ihm -geschehn sei; sie fand Juvadi mit dem Gesichte nach oben auf dem Wege -liegen. Und sie holte den Geistlichen, einen Bruder mit dem Kreuze, den -Sakristan mit dem Weihwasser und vier Männer mit der Bahre. Sie luden -ihn auf; aber sie klagten, weil er sehr schwer war, und setzten ihn -alle zehn Schritte nieder. Als sie an eine Stelle des Weges gekommen -waren, hob Juvadi den Kopf und schrie: »Dorthin geht.« Die, die ihn -trugen, warfen ihn vor Angst, weil sie ihn tot glaubten, zu Boden, und -der arme Juvadi zerschlug sich den Kopf und starb nun wirklich. - - - - -VII. - -Kroatische Überlieferungen - - -448. - -Einmal war Nasreddin schwer krank und lag still und hilflos da. Seine -Frau, die bei ihm saß, weinte, und das machte ihn unruhig. Da kam ihm -ein Einfall, und er sagte zu ihr mit schwacher Stimme: »O weh, o weh! -Hör auf zu weinen; zieh dich schön an, nimm deine besten Sachen und -deinen ganzen Schmuck und mach dich so hübsch, wie du kannst.« - -»Ach Effendi,« sagte sie und begann noch mehr zu weinen, »wie könnte -ich das, wo du so krank bist?« - -»Wenn du mich liebst,« bat der Hodscha, »dann tust du, was ich dir -gesagt habe.« - -Nun wurde in ihr die weibliche Neugier rege. »Nein,« sagte sie -entschieden; »ich werde es nicht früher tun, als bis du mir gesagt -hast, warum du es von mir verlangst.« - -»Ich möchte es dir ja sagen, aber ich fürchte, du wirst dich dann über -mich ärgern.« - -»Nein, wahrhaftig nein.« Und zum Beweise schwor sie ihm, daß sie alles -machen werde, wann sie den Grund gehört haben werde. - -Und der Hodscha sagte: »Denkst du denn nicht auch, liebes Weib, daß -Asrael, wenn er um meine Seele kommen und dich so schön gekleidet und -geschmückt sehn wird, lieber dich mitnehmen wird als mich?« - -In diesem Augenblicke hörte die Frau zu weinen auf. - - -449. - -Der Hodscha saß vor seinem Hause und rauchte. Da kam sein nächster -Nachbar und sagte nach dem gewöhnlichen Gruße: »Aber Hodscha, warum -brällt denn dein Esel schon seit dem frühen Morgen?« - -»Warum fragst du mich? frag ihn.« - - -450. - -Einmal ging der Hodscha Nasreddin spazieren; ein junger Zigeuner lief -ihm nach und bettelte, er solle ihm etwas schenken. Dem Hodscha, der -die Zigeuner haßte, fiels nicht ein, sich umzudrehn, geschweige denn -ihm etwas zu geben. Plötzlich schrie der Zigeuner aus vollem Halse: -»Schenk mir etwas, Herr, sonst werde ich etwas tun, was ich noch nie -getan habe!« - -Nasreddin drehte sich um, warf ihm einen Para zu und fragte ihn, was er -zu tun beabsichtigt hätte. Darauf antwortete der Zigeuner: »Ja, Herr, -hättest du mir nichts geschenkt, so hätte ich arbeiten müssen, und das -habe ich noch nie getan.« - - -451. - -Einmal kam wieder sein nächster Nachbar zum Hodscha und fragte ihn, -warum er seinen Hund habe die ganze Nacht bellen lassen, so daß er und -die Seinigen im Schlafe gestört worden seien. - -Nasreddin, der wohl zugehört hatte, lachte und antwortete: »Ich glaube, -du wirst doch nicht von mir verlangen wollen, daß ich bellen soll.« - - -452. - -Als Nasreddin einmal besonders gut aufgelegt war, erzählte er in einer -Gesellschaft, daß er, als er in Stambul gewesen sei und in dem Garten -des Sultans, dort Bienen gesehn habe, so groß wie Schafe. - -Da fragte ihn einer von den Zuhörern: »Wie groß waren denn dann die -Bienenstöcke?« - -Nasreddin antwortete: »Gerade so groß wie bei uns.« - -»Wie konnten denn da die Bienen hinein und heraus?« - -»Ich bin gerade dazu gekommen, als sie hinein wollten; als sie mich -aber bemerkt haben, sind sie erschrocken und weggeflogen. Deshalb kann -ich euch nicht recht sagen, wie sie es anstellen, um hineinzukommen.« - - -453. - -Nasreddin ging einmal in den Garten, legte sich unter einen alten -Birnbaum und schlief ein. Unterdessen kam ein Freund von ihm mit der -Nachricht, daß seine Mutter gestorben sei. Nasreddins Sohn führte den -Freund in den Garten, weckte den Vater und sagte zu ihm: »Vater, steh -auf; Mujkan[10] Djehaić ist gekommen und hat die Nachricht gebracht, -daß deine Mutter gestorben ist.« - -»O, o,« sagte der Hodscha, »das ist ein bitterer Schmerz; und wie -bitter wird er erst morgen sein, wenn ich aufwache!« - -Damit drehte er sich auf die andere Seite und schlief weiter. - - -454. - -Auf einem Spaziergange erzählten einander zwei Schüler Nasreddins -merkwürdige Geschichten und suchten sich gegenseitig durch Lügen zu -übertrumpfen. Unter anderm sagte der eine: »Als ich einmal in Stambul -war, habe ich einen Kohlkopf gesehn, unter dem sich dreihundert Leute -verstecken konnten.« - -Darauf antwortete ihm der andere: »Aber Bruder, das ist gar nichts -gegen das, was ich in Athen gesehn habe, als ich dort war. Dort habe -ich nämlich einen großen Kessel gesehn, an dem schmiedeten dreihundert -Leute, und die standen so weit von einander, daß einer den andern nicht -hören konnte.« - -Nun sagte der erste: »Wozu soll denn so ein großer Kessel dienen?« - -»Aber Bruderherz, wie kannst du nur so dumm fragen? um den großen -Kohlkopf zu kochen, den du gesehn hast.« - - -455. - -Eines Abends zankten sich Nasreddin und seine Frau, und er sagte zu -ihr: »Ich war wahrhaftig blind, als ich dich mit deiner Häßlichkeit -genommen habe.« Deswegen schimpfte sie ihn zusammen, was sie nur -konnte, und sagte schließlich zu ihm: »Die Eule hat auch an der Lerche -etwas auszusetzen gehabt! Wie kannst du mir sagen, daß ich häßlich sei, -wo du doch weit und breit der häßlichste Kerl bist!« - -Das war für den stolzen Nasreddin zu viel, und er beschloß, ein Mittel -zu suchen, um schöner zu werden. Nachdem er überall herumgefragt hatte, -wandte er auch einige Salben und Pulver an, aber sein Ziel konnte er -nicht erreichen. - -Nun kamen eines Tages etliche Zigeunerinnen zu ihm, und die sagten ihm, -sie würden ihn in ein paar Stunden so jung und schön machen, daß ihn -jedermann bewundern werde. Voller Freude machte er die Sache mit ihnen -ab. - -Am nächsten Morgen stand er früh auf und schickte sein ganzes Gesinde -aufs Feld und seine Frau zu ihrer Mutter; dann setzte er sich vors -Haus, um die Zigeunerinnen zu erwarten. Um neun Uhr kamen sie. Sie -gingen um ihn herum und besprachen ihn und redeten ihm ein, er werde -noch an diesem Tage schön wie die Sonne werden, nur müsse er ihre -Anordnungen befolgen. Er ließ sich täuschen und holte ein Faß, das sie -ihm gezeigt hatten, und stellte es mitten ins Zimmer; sie befahlen ihm, -unter dieses Faß zu kriechen, worauf sie ihn damit bedecken und dann -herumgehn und ihn besprechen würden. - -Als er ihnen gehorcht hatte und unter dem Fasse war, legten sie noch -einige schwere Steine darauf; dann begannen sie, herumzugehn und -dabei zu murmeln. Während aber einige um das Faß herumgingen und ihre -Besprechungen vornahmen, machten die andern die Kisten und Kasten auf -und nahmen alles, was sie wollten, im Zimmer sowohl, als auch in der -Küche; und dann schlichen sie alle leise hinaus und liefen davon. - -Als es nun völlig still geworden war, rief Nasreddin, sie sollten das -Faß aufheben und ihn herauslassen; aber vergebens: es meldete sich -niemand. Und seine ganze Stärke nutzte ihm nichts; er mußte warten, -bis jemand nach Hause kommen werde. Erst in der Dämmerung kamen die -Frau und die andern heim, und sie hatten eine schwere Mühe, daß sie die -Steine vom Fasse herunterbekamen; und sie erstaunten, wie gründlich das -Haus durchstöbert und ausgeplündert worden war. Nasreddin war, als er -aus seinem Kerker befreit wurde, schier ohnmächtig, weil er nicht Luft -genug gehabt und den ganzen Tag nichts gegessen hatte. - -Im Gesichte war er, wie er gewesen war, und die schönsten Sachen waren -gestohlen und weggetragen, und von den Zigeunerinnen war keine Spur und -kein Laut. Jetzt sah er ein, daß er samt seiner Schlauheit der Gefoppte -war. - - - - -VIII. - -Serbische Überlieferungen - - -456. - -Die Frau Nasreddins bekam einmal einen Anfall von Schüttelfrost, und da -bat sie ihn, einen Arzt zu holen; er sprang sofort auf und ging. Als er -aber schon im Flur war, rief ihm die Frau aus dem Fenster zu: »Es ist -nicht mehr notwendig, den Arzt zu rufen; ich bin nicht mehr krank.« - -Der Hodscha ging jedoch trotzdem zu dem Arzte und sagte zu ihm: »Meine -Frau ist krank geworden und hat mich gebeten, einen Arzt zu holen. -Als ich dann schon im Flur war, hat sie mir zugerufen, daß sie keines -Arztes mehr bedarf. Ich bin aber trotzdem gekommen, um dir zu sagen, -daß du nicht mehr zu kommen brauchst.« - - -457. - -Als die Frau des Hodschas Nasreddin gestorben war, konnte man ihm keine -Trauer anmerken. Nach einiger Zeit verendete ihm aber ein Pferd, und -das machte ihn so traurig, daß er längere Zeit nicht aus dem Hause ging. - -Da kamen die Leute zu ihm und fragten ihn, warum ihm um das Pferd -mehr leid sei, als um die Frau, und er antwortete ihnen: »Als mir die -Frau gestorben ist, sind die Nachbarn gekommen und haben mir Trost -zugesprochen: ›Freund, mach dir nichts daraus, daß deine Frau tot ist; -wir werden dir eine bessere und schönere finden‹, und was weiß ich -noch. Seit mir aber mein Pferd fehlt, ist noch niemand gekommen, der -mir gesagt hätte, er werde mir ein bessers Pferd verschaffen. Drum ist -mir um mein Pferd mehr leid als um meine Frau.« - - -458. - -Eines Tages wurde der Hodscha Nasreddin auf dem Wege von Räubern -angefallen; sie nahmen ihm sein Pferd, seine Kleider und sein Geld und -dann begannen sie ihn zu schlagen. - -»Warum schlagt ihr mich?« fragte sie Nasreddin; »ich habe wohl zu wenig -Geld bei mir, oder ihr habt etwa zu lange auf mich warten müssen?« - - -459. - -Einmal fiel Nasreddin in eine Kotlache und bemühte sich vergebens -herauszukommen. Schließlich sprach er bei sich: »Ich werde da nie -herauskommen können, wenn ich mich nicht bei den Haaren packe und mich -herausziehe.« - - -460. - -Eines Nachts wurde Nasreddin von seiner Frau aus dem tiefsten Schlafe -geweckt, und sie sagte zu ihm: »Das Kind weint schon seit einer Stunde. -Wiege es ein wenig; eine Hälfte des Kindes gehört doch dir.« - -»Meine Hälfte soll weiter weinen,« antwortete Nasreddin; »wiege du nur -deine Hälfte.« Damit kehrte er sich zur Wand und schlief ein. - - -461. - -Nasreddin begegnete einmal einem Freunde, den er schon lange nicht -gesehn hatte, und der fragte ihn im Gespräche: »Wie gehts dir denn -jetzt.« - -Nasreddin antwortete: »Nun, ganz gut; mein ganzes Geld steckt in -Getreide, was ich an Getreide habe, steckt in Mehl, was ich an Mehl -habe, steckt in Brot, und was ich an Brot habe, ist alles in meinem -Bauche.« - - -462. - -Als der Hodscha Nasreddin eines Tages in der Moschee auf die Kanzel -stieg, richtete einer, in der Meinung, der Hodscha werde antworten -können, eine Frage an ihn; aber Nasreddin antwortete ihm, daß er es -nicht wisse. Darauf sagte der Fragesteller: »Wenn du das nicht weißt, -warum bist du dann so hoch hinaufgestiegen?« - -Und Nasreddin gab ihm zur Antwort: »Ich bin so hoch hinaufgestiegen -nach dem Maße dessen, was ich weiß; sollte ich aber nach dem -hinaufsteigen, was ich nicht weiß, dann, Bruder, würde ich bis in den -Himmel kommen.« - - -463. - -Eines Nachts hatte der Hodscha einen wunderbaren Traum, und am Morgen -ging er sofort zum Kadi. Auf dessen Frage, warum er gekommen sei, -antwortete er: »Ich habe heute Nacht einen wunderbaren Traum gehabt.« - -»Ists möglich? ists möglich?« staunte der Kadi; »was hast du denn -geträumt?« - -»Mir hat geträumt, daß du und ich unsere Häuser getauscht haben, und -ich habe dir hundert Asper aufgezahlt. Da nun heute alles verkehrt zu -verstehn ist, so bleibt mir mein Haus und dir das deine, und ich bitte -dich, daß du mir die hundert Asper gibst.« - - -464. - -Einmal pflanzte der Hodscha Zwiebeln, und da bespuckte er jede Knolle, -bevor er sie in die Erde steckte. Als man ihn fragte, warum er das -mache, antwortete er: »Nun, ich begieße sie, und das bekommen sie von -mir mit; das übrige sollen sie vom Herrgott verlangen.« - - -465. - -Der Hodscha ging einmal ins Dorf zu einem Freunde und saß bei ihm von -Mittag bis Mitternacht; niemand kümmerte sich dort um ihn, und nicht -das geringste wurde ihm angeboten. Da fing er zu gähnen an und setzte -das so lange fort, bis ihn sein Freund fragte: »Hodscha, woher kommt -das Gähnen?« - -»Es sind da zwei Ursachen,« antwortete Nasreddin: »die eine ist der -Hunger, die andere ist die Schläfrigkeit; aber schläfrig bin ich nicht.« - - -466. - -Der Hodscha wurde gefragt: »Was wünschst du deiner Frau?« - -»Wenn sie krank werden sollte, so gebe Gott, daß ich statt ihrer -erkrankte; aber wenn die Zeit kommt, daß ich sterben soll, so gebe -Gott, daß sie statt meiner sterbe.« - - -467. - -Nasreddin hatte eine Tür inmitten des Feldes gebaut, so daß er sie von -seinem Hause sehn konnte; den Schlüssel verwahrte er zu Hause. Seine -Frau fragte ihn, was das für ein Schlüssel sei, und er sagte, was -er gemacht hatte, und fuhr fort: »Ich habe diese Tür gebaut, um die -ehrlichen Leute von den unehrlichen unterscheiden zu können; die guten -werden von weitem herumgehn, die schlechten aber werden geradewegs auf -die Tür zugehn.« - -Einige Tage später sah Nasreddin, daß neun Leute feldein auf die Tür -zuschritten. Er ging sofort zu ihnen und fragte sie: »Wohin, Leute?« - -»Wir haben Geschäfte,« antworteten sie; »was gehts dich übrigens an, -daß du es wissen mußt?« - -»Ihr seid Diebe und geht stehlen,« antwortete ihnen Nasreddin. »Nehmt -mich auf in euere Gesellschaft; sonst werde ich euch als Diebe angeben.« - -Nun waren die Leute wirklich Diebe, und sie waren sehr erstaunt, -daß der Hodscha die Wahrheit erraten hatte; sie sagten zu ihm: »Es -ist so; wir sehn, du weißt, was die Leute denken und womit sie sich -beschäftigen. Komm also mit uns, wir wollen unser zehn sein.« - -Als sie ins nächste Dorf kamen, sahen sie eine Hirtin mit ihrer -Schafherde; sie schlichen sich näher heran und Nasreddin sagte zu -seinen Gesellen: »Geht ihr ein bißchen in den Wald und ich will zu -diesem Mädchen gehn und ihr einige hübsche Geschichten erzählen; und -wenn ich ihr mit dem Finger die Sonne zeige, so kommt rasch hervor und -treibt die Schafe weg.« - -Gesagt, getan. Als Nasreddin sah, daß die Diebe zehn Schafe -weggetrieben hatten, sagte er zu der Hirtin: »Gott befohlen, Kind; ich -muß zu meinen Gesellen eilen.« - -Er holte sie erst in der Nähe seines Hauses ein, und seine erste Frage -war: »Wie werden wir jetzt diese zehn Schafe verteilen?« - -»Herr,« sagten die Diebe, »du bist der älteste von uns und der -gescheiteste und der gerechteste; und wie du sie verteilst, werden wir -zufrieden sein.« - -»Wenn es so ist,« sagte Nasreddin, »so mag Gott helfen. Wir sind unser -zehn, und Schafe sind auch zehn; ihr seid euer neun. Nehmt ihr ein -Schaf, so werdet ihr euer zehn sein; ich werde die andern neun nehmen, -und so werden wir auch zehn sein.« - -Da sagte einer von den Dieben: »Du Kerl von einem Hodscha, das ist -nicht gerecht.« »Wenn es euch nicht recht ist,« antwortete Nasreddin, -»so verklagt mich beim Kadi; ich werde ihm den ganzen Hergang erzählen, -und er soll nach dem kaiserlichen Gesetze und dem göttlichen Rechte -erkennen.« - - -468. - -Einmal machte der Hodscha Nasreddin im Monat Ramasan in einem Dorfe -den Vorbeter; als der Ramasan zu Ende war, zahlten ihn die Bauern -gut und er kehrte nach Hause zurück. Unterwegs begegnete er einem -Räuber zu Pferde und der sagte zu ihm: »Eh, Hodscha, du hast viel Geld -zusammengebracht. Teil es mit mir; für dich ist es zu viel.« - -Nasreddin begann ihn zu bitten, er möge ihn ruhig ziehen lassen, aber -es half ihm nichts. Während nun der Räuber vom Pferde stieg, bückte -sich der Hodscha rasch, nahm einen Stein und wickelte ihn in sein Tuch; -dann sagte er: »Wenn es denn nicht anders geht, da ist das Geld. Aber -du mußt wissen, daß mir darum so leid ist, daß ich nicht imstande bin, -dirs mit der eigenen Hand zu geben; ich werde es auf die Wiese dort -werfen und werde weggehn, und du gehst hin und nimmst es.« - -Der Räuber war einverstanden, und Nasreddin warf den eingewickelten -Stein weit von sich. Voller Habgier lief der Räuber hin, ohne auf -Nasreddin zu achten; der aber stieg auf das Pferd und ritt davon. - - -469. - -Einmal wurde Nasreddin von einem, dem er zweihundert Groschen schuldig -war, geklagt, weil er nichts zahlte. Als ihn der Kadi fragte, ob er -ihm das Geld schuldig sei und warum er ihn nicht zahle, antwortete -Nasreddin: »Es ist wahr, ich bin ihm zweihundert Groschen schuldig; -aber es sind schon mehr als vier Jahre her, daß ich ihn um drei Monate -Frist gebeten habe, um das Geld aufzubringen. Er hat mir die Frist -nicht bewilligt; wenn er mir aber keine Frist geben will, wie soll ich -das Geld zusammenbringen?« - - -470. - -Nasreddin stand einmal um Mitternacht auf, ging vors Haus und begann zu -krähen. Die Nachbarn, die das hörten, fragten ihn um den Grund, und er -antwortete ihnen: »Ich habe heute viel Arbeit, und ich möchte gern, daß -es früher Tag wird.« - - -471. - -Der Hodscha wurde einmal gefragt, wie alt er sei, und er sagte: -»Vierzig.« Als man ihn nach einigen Jahren wieder fragte, wie alt er -sei, antwortete er wieder: »Vierzig.« Die Leute begannen zu lachen und -sagten zu ihm: »Hast du uns nicht schon vor ein paar Jahren gesagt, du -seist vierzig? und jetzt sagst du wieder vierzig.« - -»Begreift ihr denn nicht,« antwortete der Hodscha, »daß ein ehrlicher -Mensch immer bei dem bleiben muß, was er gesagt hat? Wenn ich euch -jetzt sage, daß ich einen Gott habe, wie kann ich denn dann ein paar -Jahre später sagen, daß ich mehrere hätte?« - - -472. - -Ein Bauer sagte eines Tages zu seinem Sohne, er solle heiraten. »Gut,« -sagte der Sohn, »die Gelegenheit ist sowieso günstig; in unserm Dorfe -ist ein Mädchen, ist eine Witwe und ist eine geschiedene Frau. Jetzt -mußt du mir raten, welche ich nehmen soll.« - -»Ich kann dir da nicht raten,« antwortete ihm der Vater; »aber in der -Stadt habe ich einen Freund, der wird dir raten.« - -Der Bursche ging in die Stadt; als er zu dem Freunde gekommen war, -erzählte er ihm alles. Der jedoch antwortete ihm: »Ich kann dir auch -nicht raten; aber hier in der Stadt lebt Nasreddin: such ihn auf, er -wird dir raten.« - -Der Bursche suchte Nasreddin überall, ohne daß ihm jemand hätte sagen -können, wo er ihn finden werde, bis er auf einmal eine Schar Kinder -traf, die Pferdchen spielten; er fragte eines von den Kindern, wo -Nasreddin sei, und dieses antwortete: »Ich bin es.« Da der Bursche -sah, daß ihm nichts andres übrig blieb, erzählte er dem Knaben alles. -Und dieser sagte zu ihm: »Wenn du das Mädchen nimmst, so weißt es du; -wenn du die Witwe nimmst, so weiß es sie.« Als aber der Bursche die -geschiedene Frau erwähnte, da schlug ihn der Knabe mit der Peitsche -über die Beine und ging wieder Pferdchen spielen. - -Ärgerlich kehrte der Bursche zu dem Freunde seines Vaters zurück und -sagte zu ihm: »Mein Vater hat mich nicht zu dir geschickt, damit du -mich zu den Kindern schickst, sondern er hat mich zu dir geschickt, -damit du mir rätst.« Und er erzählte ihm, was ihm Nasreddin gesagt -hatte. - -»Nun, er hat dir gut geraten,« sagte darauf der Freund; »wenn du das -Mädchen nimmst, wirst du ihr befehlen, und wenn du die Witwe nimmst, so -wird sie dir befehlen. Und daß er dich mit der Peitsche über die Beine -geschlagen hat, damit hat er sagen wollen: Vor einer Geschiedenen lauf -wie vor dem Teufel!« - - -473. - -Der Hodscha wollte sich eines Tages rasieren lassen, kam aber an einen -ungeschickten Barbier, der ihn bei jedem Striche mit dem Messer ein -wenig verletzte. Nasreddin litt arge Qualen: die Tränen rannen ihm -übers Gesicht und aus seinen Augen sprühten Funken. Unterdessen hörte -man draußen einen Lärm, und Nasreddin fragte den Barbier, was das für -ein Lärm sei. - -Der Barbier schaute hinaus und sagte zu ihm: »In der Nähe ist ein -Schmied und der beschlägt eben ein Pferd.« - -»Ach,« antwortete Nasreddin, »ich dachte, es wird einer rasiert.« - - -474. - -Nasreddin hatte auf dem Markte einige Sachen gekauft und nahm einen -Träger, der sie ihm nach Hause tragen sollte. Unterwegs verlor er den -Träger; er suchte ihn den ganzen Tag, konnte ihn aber nicht finden. - -Als er nun nach zehn Tagen mit zwei Freunden über die Straße ging, kam -ihnen der Träger entgegen. Kaum sah ihn Nasreddin, so lief er in eine -Nebenstraße; seine Freunde liefen ihm nach und riefen ihm zu: »Warum -läufst du? Hier kommt doch der Träger, dem du neulich deine Sachen -übergeben hast; er muß ja vor dir laufen, und nicht du vor ihm.« - -Nasreddin antwortete: »Ich laufe vor ihm weg, weil er von mir den Lohn -verlangen kann, daß er meine Sachen zehn Tage lang herumgetragen hat, -und das würde mehr ausmachen, als alles zusammen wert ist. Dann wäre ja -die Suppe teuerer als die Schüssel.« - - -475. - -Der Hodscha hatte einen bösen Nachbar, mit dem er Haus an Haus unter -einunddemselben Dache wohnte. Da er mit ihm immer im Streite lebte, -gedachte er ihms einmal heimzuzahlen; er zündete sein Haus an, damit so -auch das des Nachbars verbrenne, und lief aus der Stadt, damit nicht -der Verdacht auf ihn falle. - -Als dann beide Häuser brannten, sammelte sich eine große Volksmenge an; -aber anstatt das Feuer zu löschen, schleppten sie aus beiden Häusern -fort, was jeder tragen konnte. Die Leute sagten es Nasreddin, daß sein -Haus brenne, er jedoch antwortete kaltblütig: »Schade, daß ich nicht zu -Hause war; ich hätte auch etwas packen können. Weil ich aber nun beim -Stehlen nicht dabei sein konnte, will ich mich jetzt wenigstens etwas -wärmen hingehn.« - - -476. - -Einmal kam Nasreddin zu einem Freunde auf dem Dorfe, um bei ihm zu -übernachten, und er war sehr hungrig. Der Freund war sehr arm, und an -Speisen war nichts vorhanden als ein gesottener Kürbis, der gerade vom -Feuer weggenommen worden war. Nasreddin sagte: »Gebt her, was da ist; -ich falle vor Hunger um.« - -Man legte den Kürbis auf einen Teller und setzte ihm ihn vor: Nasreddin -langte zu und steckte eine Handvoll in den Mund; aber der Kürbis war so -heiß, daß er ihm Zunge und Mund verbrannte, und Nasreddin mußte alles -ausspucken. Nun fragte er: »Was ist das, um Gotteswillen?« und sie -antworteten ihm: »Das ist Kürbis, Herr.« - -Am nächsten Morgen zog Nasreddin weiter. Unterwegs sah er an einem -Zaune etliche Kürbisse hängen, und fragte seinen Führer: »Was ist das?« -»Kürbis, Herr,« antwortete der Führer. - -Da hielt Nasreddin sein Pferd an, blies auf die Kürbisse, was er nur -konnte, und sagte: »Pfui, Gott vernichte dich, du Unglückszeug!« - - -477. - -Der Hodscha Nasreddin unterwies stets seine Schüler, wie sie sich gegen -ältere Leute zu benehmen hätten, und lehrte sie unter anderm, daß sie, -wenn einer niese, in die Hände klatschen und »Zum Wohlsein« sagen -sollten. Die Schüler gehorchten ihm und taten immer so, wann er oder -ein anderer älterer nieste. - -Eines Tages fiel nun Nasreddin unglücklicherweise in einen Brunnen und -begann um Hilfe zu schreien. Die Schüler kamen schnell hinzugelaufen -und ließen ein Seil hinab; er packte das Seil und sie zogen ihn herauf. -Schon hätten sie nur noch einen Ruck zu tun gehabt, daß der Hodscha -seiner schlimmen Lage ledig gewesen wäre, da nieste er, naß und -erkältet, wie er war. Sie ließen das Seil los, klatschten in die Hände -und riefen, wie aus einem Munde: »Zum Wohlsein!« - -Und der arme Hodscha plumpste wieder in den Brunnen hinunter. - - -478. - -Der Hodscha wurde gefragt: »Wann wird das Gebären und Sterben aufhören?« - -Er antwortete: »Wenn Paradies und Hölle voll sein werden.« - - -479. - -Im Schreiben war der Hodscha nie recht geschickt gewesen. Er las und -schrieb zwar ein wenig, aber was er wußte, hatte er nicht aus dem -Buche, sondern das machte seine natürliche Begabung; und es war auch -eine Zeit, wo er gar nichts geschriebenes lesen konnte, weil er es erst -lernte. Gerade damals brachten ihm nun die Bauern einen Bescheid des -Kadis, damit er ihnen vorlese, was drinnen stehe. Er nahm den Bescheid -und betrachtete ihn lange; da er aber seine Unwissenheit vor den Bauern -nicht eingestehn wollte, so sagte er: »Also seht einmal, Leute, was -euch der Kadi schreibt. Diese langen Buchstaben sagen, daß ihr ihm Heu -bringen sollt, und diese runden sprechen von Eiern. Da ihr demnach -wißt, was der Kadi schreibt, so bringt ihm Heu und einige Hundert Eier.« - -Die Bauern taten dies, und der Kadi nahm alles und schwieg. - -Wieder brachten die Bauern dem Hodscha einen Bescheid des Kadis und -baten ihn, ihn ihnen vorzulesen. Er nahm die Schrift und sagte zu -ihnen, als er die langen und die runden Buchstaben gesehn hatte: -»Bringt dem Kadi Holz und viel weiße Zwiebeln.« - -Die Bauern brachten auch das, und der Kadi war zufrieden. Er nahm -alles und fragte sie: »Wer hat euch denn den Bescheid vorgelesen?« Und -sie sagten, daß es der Hodscha Nasreddin gewesen sei. - -Der Kadi ließ den Hodscha rufen und fragte ihn: »Verstehst du denn -etwas von der Schrift?« - -»Nein, ehrenwerter Kadi,« antwortete der Hodscha. - -»O ja,« sagte wieder der Kadi, »du verstehst dich besser darauf als ich -selber, da du so schön lesen kannst.« - - -480. - -Einmal hatte der Hodscha sein Haus ausgebessert, und es blieb ihm vor -dem Hause ein Haufen Erde liegen. Als er nun von den Nachbarn gefragt -wurde, wohin er diese Erde schaffen werde, antwortete er: »Nichts -leichter als das; ich werde eine Grube machen und sie hineinwerfen.« - -»Und was wirst du denn mit der Erde aus dieser Grube tun?« - -»Ach, an eine so ferne Zukunft denke ich überhaupt nicht.« - - -481. - -Einmal ging Nasreddin nach Skutari. In der Nähe der Stadt sah er -etliche Kinder, die miteinander spielten. Er trat zu ihnen und sie -sammelten sich um ihn und fragten ihn: »Wohin, Herr?« - -»In die Stadt da,« antwortete Nasreddin. »Aber wißt ihr, Kinder, sagt -mir, was ich auf dem Markte kaufen soll, daß ich satt werde und dabei -mein Geld behalte?« - -Die Kinder antworteten ihm: »Da mußt du, Herr, ins Schlachthaus gehn, -und dort kaufst du Ochsengedärm: das, was drinnen ist, ißt du und dann -wäschst du die Därme gut aus und verkaufst sie. So kannst du dich -ordentlich satt essen und bekommst noch Geld heraus.« - -Als der Hodscha hörte, was die Kinder sagten, dachte er: Wahrhaftig, -mir blüht in Skutari kein Weizen; wenn schon die Kinder so sind, wie -werden erst die Erwachsenen sein! Es ist besser, ich mache mich davon. - -Und damit ging er. - - -482. - -Einmal kam ein Türke zum Hodscha Nasreddin und bat ihn, ihm einen Brief -zu schreiben; er wolle ihm gerne zahlen, was man gewöhnlich für einen -Brief bezahle. Der Hodscha sagte: »Wem willst du den Brief schreiben -lassen und wohin?« - -»Meinem Sohne in Stambul,« antwortete der Türke. - -Nasreddin fragte wieder: »Und welchen Preis soll ich dir für den Brief -machen? ich habe nämlich drei Preise: billig, teuer und noch teuerer.« - -»Du weißt, Hodscha, daß ich ein armer Mann bin; ich kann nicht viel -zahlen: mach mir also den billigsten Preis, der überhaupt möglich ist.« - -»Also, Freund,« antwortete Nasreddin, »der billigste ist, wenn ich dir -den Brief schreibe und du ihn nach Stambul trägst und dann deinem Sohne -sagst, was du ihm geschrieben hast. Den teuerern Brief, wenn ich den -geschrieben habe und wenn er trocken ist, den kann ich selber nicht -lesen. Am teuersten aber ist es, wenn ich den Brief schreibe und ihn -selbst nach Stambul trage und ihn dort vorlese; denn meine Schrift -kann außer mir niemand lesen, nicht einmal die Stambuler Gelehrten -alle miteinander samt dem Scheich ul Islam.« - - -483. - -Der Hodscha war mit dem Kadi befreundet und ging ihn öfter besuchen, um -mit ihm zu plaudern. Eines Tages ritt er wieder ins Gerichtshaus; das -Pferd band er vor dem Hause an und er ging zum Kadi hinein. - -Während er beim Kadi saß und mit ihm sprach, wurde ein Mensch -vorgeführt, und der wurde überwiesen, daß er ein falsches Zeugnis -abgelegt hatte. Zu jener Zeit war für solche Verbrecher als Strafe -festgesetzt, daß sie verkehrt auf einem Pferde sitzend durch die ganze -Stadt geführt wurden. Da nun gerade das Pferd Nasreddins da war, wurde -diese Strafe auf seinem Pferde vollzogen. - -Ein paar Tage später wurde der Mensch wieder wegen eines falschen -Zeugnisses ergriffen und mußte wieder zu Pferde durch die Stadt geführt -werden. Und da sie bei Gericht kein Pferd zur Hand hatten, liefen sie -zum Hodscha und verlangten sein Pferd. - -Aber er antwortete ihnen: »Ich gebe mein Pferd nicht her; sagt lieber -dem Kerl, er soll entweder dieses Handwerk aufgeben oder sich selber -ein Pferd kaufen, damit er darauf reiten kann, wenn er etwas anstellt.« - - -484. - -Der Hodscha trug einmal Getreide in die Mühle, und seine Frau hatte ihm -den Sack mit dem Getreide zugebunden. Unterwegs ging der Sack auf, und -er mußte ihn bis zur Mühle zehnmal neu zubinden. - -Als er nach Hause zurückkam, machte er seine Frau tüchtig herunter -und sagte zu ihr: »Wie hast du denn den Sack zugebunden? ich habe -vielleicht zehnmal stehn bleiben müssen, um ihn zuzubinden.« - - -485. - -Eines Tages pflanzte der Hodscha Weinreben; ein Spaßvogel, der -vorüberging, grüßte ihn: »Guten Morgen, Hodscha! Bist du schon müde?« - -»Gott segne dich!« antwortete der Hodscha; »ich bin noch nicht müde.« - -»Was machst du denn da?« - -»Weinreben pflanze ich; siehst du das nicht?« - -»Aber wann wirst du von ihnen Trauben bekommen?« - -»Wenn Gott das Glück gibt, in drei Jahren.« - -»Ja, warum pflanzst du sie denn dann jetzt, warum nicht erst im dritten -Jahre? Bist du denn verrückt?« Mit diesen Worten ging der andere weg -und Nasreddin setzte sich nieder und begann zu überlegen: Es ist wahr: -er ist ein gescheiter Mensch; er hat recht mit dem, was er sagt. Damit -warf er den Karst über die Schulter und machte sich auf den Heimweg. - -Als seine Frau sah, daß der Hodscha so rasch wieder nach Hause kam, -fragte sie ihn: »Was gibts denn? warum kommst du so bald schon zurück?« - -Und er erzählte ihr, wie es war, und fuhr fort: »Segen über ihn, über -diesen klugen Mann! ich hätte mich meiner Seele nicht darauf besonnen, -daß es eine richtige Dummheit ist, heuer Weinstöcke zu pflanzen und -erst nach drei Jahren Trauben zu verkosten!« - - -486. - -Der Hodscha war bei regnerischem Wetter über Land gewesen. Als er -heimkam, zog ihm seine Frau die Schuhe aus und hängte sie zum Feuer, -damit sie trocken würden; er aber stand auf und sagte: »Bist du dumm! -Warum tust du die Schuhe zum Feuer, damit sie verbrennen? Trag sie -lieber vors Haus in den Mondschein; es ist ja draußen wie bei Tage.« - -Die Frau gehorchte ihm und hängte die Schuhe vors Haus. Als sie sie -dann am Morgen hereinholte, und als er bemerkte, daß sie von der -Winterkälte und dem Winde steif geworden waren, sagte er: »Siehst -du jetzt, um wie viel der Mond besser trocknet als das Feuer? ich -verwundere mich auch gar nicht, daß er sie getrocknet, ja sogar -geradezu ausgedörrt hat!« - - - - -IX. - -Griechische Überlieferungen - - -487. - -Eines Tages nahm der Hodscha Nasreddin seinen Esel beim Zaume und -zog ihn so hinter sich her. Einige Gassenjungen, die das sahen, -beschlossen, den Esel zu stehlen, ohne daß der Hodscha etwas davon -merkte, und einer von ihnen sagte zu seinen Kameraden: »Ich will die -Sache durchführen; ihr müßt aber mit dem Esel sofort, wann ihr ihn -habt, auf den Markt gehn und ihn verkaufen.« Und so liefen sie dem -Hodscha nach. - -Nach einem kleinen Stück Weges nahm der Knabe dem Esel den Zaum ab, -legte sich ihn selber um und lief so, mit dem Zaume um den Kopf, hinter -dem Hodscha her; unterdessen nahmen die andern den Esel und brachten -ihn auf den Markt, um ihn zu verkaufen. - -Nach einer Weile sah sich der Hodscha um, und da sah er, daß er anstatt -eines Esels einen Menschen angehalftert führte. »Wer bist du?« fragte -er ihn. »Ich bin dein Esel,« sagte der Gassenjunge, »und bevor ich ein -Esel geworden bin, war ich ein Mensch; weil ich aber eines Tages meinen -Eltern Kummer bereitet habe, haben sie mich verflucht und ich bin ein -Esel geworden. Zuerst hat man mich an einen Bäcker verkauft, dann an -einen Gärtner, und zum Schlusse habt Ihr mich gekauft. Eben jetzt, als -Ihr mich hinter Euch herzogt, haben mich meine Eltern auf der Straße -gesehn; sie hatten Mitleid mit mir und baten Gott und, siehe da, auf -einmal bin ich wieder ein Mensch geworden!« - -Verdutzt griff der Hodscha in seinen Bart und sagte nach einer kurzen -Überlegung: »Was du da sagst, ist ja nicht unglaublich, wenn es auch -nicht gerade mich hätte treffen müssen. Geh also, mein Kind, und -betrübe deine Eltern künftighin nicht mehr.« Und damit entließ er ihn. - -Da er aber ohne Esel nicht sein konnte, ging er auf den Markt, um einen -zu kaufen. Dort sah er nun den seinigen, wie er von dem Ausrufer zum -Verkaufe herumgeführt wurde; er trat leise an ihn heran und sagte ihm -ins Ohr: »Du bist wieder ein Esel geworden, hast also deine Eltern -wieder erzürnt. Vorwärts also, komm wieder in meinen Stall; du bist -nicht danach, daß du wieder ein Mensch würdest.« Und völlig überzeugt, -daß der Esel der seinige sei, nahm er ihn wieder zurück. - - -488. - -Der Hodscha wollte seinen Esel verkaufen; er führte ihn hinaus und -übergab ihn dem Ausrufer. Der beschrieb, indem er ihn herumführte, -seine Vorzüge, daß er brav, jung, kräftig, schnell usw. sei. Die -Käufer, die das hörten, überboten einander; da nun aber auch der -Hodscha glaubte, sein Esel habe diese Vorzüge tatsächlich, wollte -er nicht, daß er in fremde Hände komme, und begann auch selber -mitzubieten. Und so blieb ihm schließlich der Esel; er nahm ihn also -und führte ihn wieder nach Hause und erzählte die ganze Geschichte -seiner Frau. - -Die hatte an eben diesem Tage Lust nach Schlagsahne gehabt und hatte, -während ihr der Milchhändler die Sahne zuwog, verstohlen und ohne daß -er es bemerkt hätte, ihre goldenen Armbänder von den Händen gezogen und -sie in die Wagschale zu den Gewichten geworfen, um den Milchhändler -zu betrügen und mehr Sahne zu erhalten. Das mußte sie dem Hodscha -erzählen und der sagte nun zu ihr: »Sehr gut, Frau; so wollen wir denn -fortan alle beide unser Hauswesen fördern: ich draußen und du daheim.« - - -489. - -Der Hodscha ging einmal in ein Bad. Die Wärter gaben ihm ein altes -Badetuch[11] und ein beschmutztes baumwollenes Reibzeug[12] und -behandelten ihn nicht so, wie es sich gehört hätte. Der Hodscha sagte -nichts, hinterließ aber, als er aus dem Bade wegging, auf dem Spiegel -zehn Asper, einen Betrag, den damals nur sehr reiche Leute geben -konnten, und darüber waren die Wärter sehr erstaunt. - -Nach einer Woche ging er wieder in dasselbe Bad, und nun setzten die -Wärter eine Ehre darein, ihm alle Aufmerksamkeit und Hochachtung zu -erzeigen. Der Hodscha sagte wieder nichts, hinterließ aber beim Weggehn -nur einen Asper auf dem Spiegel. Wieder wunderten sich die Wärter, und -sie sagten zu ihm: »Was ist das?« - -Er antwortete ihnen: »Dieser eine Asper ist die Bezahlung für das -Bad in der vergangenen Woche; die zehn Asper, die ich euch in der -vergangenen Woche gegeben habe, sind die Bezahlung für das heutige.« - - -490. - -Der Hodscha kaufte einmal auf dem Markte Gemüse und warf es in seinen -Sack; dann bestieg er seinen Esel, um heimzukehren, und nahm den Sack -auf seine Schultern. Unterwegs begegnete ihm einer und der fragte ihn, -warum er den Sack nicht dem Esel auflege, sondern ihn selber trage. - -Er antwortete: »Damit das arme Tier nicht gar zu müde wird.« - - -491. - -Einer gab dem Hodscha ein Hemd, damit er es auf dem Markte verkaufe. -Das Hemd war aber gestohlen, und das wußte der Hodscha. Auf dem Markte -wurde nun in der großen Menge dem Hodscha das Hemd gestohlen. - -Als er zurückkam fragte ihn der, der ihm das Hemd gegeben hatte, um wie -viel er es verkauft habe, und der Hodscha antwortete: »Der Markt war -heute sehr flau, und darum habe ich es um deinen Preis verkauft, um so -viel nämlich, wie du dafür gezahlt hast.« - - -492. - -Der Hodscha brachte seinen Esel auf den Markt und übergab ihn dem -Ausrufer. Es kam ein Käufer, und der wollte die Zähne des Esels -betrachten, um sich über sein Alter zu unterrichten; aber der Esel biß -ihn. Es kam ein anderer Käufer, und der hob ihm den Schwanz auf; aber -der Esel schlug aus. Nun sagte der Ausrufer zum Hodscha: »Deinen Esel -da kauft niemand; denn wer von vorn an ihn herantritt, den beißt er, -und wer von hinten kommt, den schlägt er.« - -»Das ist es ja,« antwortete der Hodscha; »ich habe ihn auch nicht -hergebracht, um ihn zu verkaufen, sondern damit die Welt sieht, was ich -die Zeit her von ihm zu leiden gehabt habe.« - - -493. - -Einmal zankte sich der Hodscha in der Nacht mit seiner Frau, -und die gab ihm in ihrer Wut einen Fußtritt, daß er die Treppe -hinunterkollerte. Als es Tag geworden war, fragten die Nachbarn, die -diesen Lärm gehört hatten, den Hodscha, was geschehn sei, und er -antwortete, daß er mit seiner Frau einen Streit gehabt habe. - -»Sehr gut,« antworteten sie, »aber was war das für ein Lärm?« - -»Bei dem Streite«, sagte er, »ist meine Frau sehr zornig geworden, -und da hat sie meinen Kaftan mit einem Fußtritte über die Treppe -hinabgestoßen.« - -Als sie ihm aber vorhielten, daß ein Kaftan, wenn er hinuntergestoßen -werde, nicht imstande sei, einen solchen Lärm zu verursachen, sagte er: -»Ach, warum nötigt ihr mich so? begreift ihr denn nicht, daß in dem -Kaftan ich gesteckt habe?« - - -494. - -Ein Freund ersuchte den Hodscha um ein wenig Geld und um etwas Frist. -Der Hodscha antwortete: »Geld kann ich dir nicht geben, aber Frist gebe -ich dir, weil du mein Freund bist, soviel du willst.« - - -495. - -Eines Tages hatte der Hodscha seinen Esel verloren; als er ihn suchen -lief, fragte er die Leute, ob sie ihn gesehn hätten, sagte aber dabei -gleichzeitig: »Preis sei dem Herrn!« - -Man fragte ihn, warum er Gott preise, und er antwortete: »Ich preise -den Herrn, weil ich nicht oben gesessen habe; denn hätte ich oben -gesessen, so wären wir unfehlbar alle beide in Verlust geraten.« - - -496. - -Der Hodscha hatte wieder einmal seinen Esel verloren; da ließ er den -Ausrufer verkündigen: »Wer denundden Esel findet, der mag ihn als -Finderlohn behalten samt Halfter und Sattel.« - - -497. - -Einer sagte zum Hodscha: »Dort tragen sie eine Gans.« - -Der Hodscha antwortete: »Was geht das mich an?« - -»Sie tragen sie zu dir ins Haus.« - -»Was geht das dich an?« - - -498. - -Eines Tages kaufte der Hodscha eine Leber; als er sie nach Hause trug, -begegnete ihm ein Freund, und der fragte ihn, wie er sie zubereiten -werde. Der Hodscha antwortete, er werde sie so zubereiten, wie man das -allgemein gewöhnlich tue. »Ach nein,« sagte der Freund, »es gibt eine -andere Zubereitungsart, die werde ich dich lehren, und wenn du die -Leber auf diese Weise zubereitest, so wirst du sehn, was das für ein -Wohlgeschmack werden wird.« - -Darauf sagte der Hodscha: »Im Gedächtnis kann ich das nicht behalten; -schreib mir deine Anweisung auf einen Zettel, und ich schaue dann auf -das Geschriebene und koche danach.« - -Wie nun der Hodscha mit neugieriger Lüsternheit heimging, riß ihm -ein Falke die Leber aus der Hand und stieg damit in die Höhe. Ohne -irgendwie ärgerlich zu werden, zeigte ihm der Hodscha das Rezept -seines Freundes und rief ihm zu: »Du bemühst dich umsonst, die Speise -bringst du ja doch nicht fertig; die Leber hast du mir wohl genommen, -den Zettel aber nicht.« - - -499. - -Der Hodscha Nasreddin hatte, wenn er einen Schüler wegschicken wollte, -damit er den Krug beim Brunnen fülle, die Gewohnheit, den Schüler -zuerst zu prügeln und ihm erst dann den Krug einzuhändigen. Da fragte -ihn einmal einer seiner Freunde: »Warum prügelst du eigentlich den -Schüler, wann du ihm den Krug gibst?« - -Nasreddin antwortete ihm: »Damit er achtgibt, daß er ihn nicht -zerbricht; denn wann er einmal zerbrochen ist, dann ist es unnütz, ihn -zu prügeln.« - - -500. - -In der Zeit, wo der Hodscha Nasreddin sein Feld bearbeitete, ging er -jeden Morgen hin, zeigte es dem Himmel und sagte: »Herr, dies ist das -Feld deines Dieners; ich bitte dich, begieße es ordentlich, damit es -Frucht trage.« Damit fuhr er eine lange Zeit fort, bis eines Nachts ein -Platzregen fiel; und da sagte er: »Auf meinem Felde werden jetzt Ähren -wachsen, so groß wie ich.« - -Nachdem er am Morgen in heller Freude aufgestanden war, ging er sein -Feld besuchen; als er aber hinkam, erkannte er nicht einmal den Ort -mehr. Sein Feld war nämlich an einem Gießbache gelegen, und den hatten -die von oben kommenden Wassermassen so überschwemmt und so anschwellen -lassen, daß Nasreddin nicht mehr wußte, wo sein Feld war. Als er sah, -in was für einem Zustande es war, erhob er Augen und Hände zum Himmel -und sagte: »Du bist nicht daran schuld, Herr; schuld daran bin ich -Dummkopf, weil ich dir mein Feld gezeigt habe.« - - -501. - -Eines Nachts beklettelte sich der Hodscha Nasreddin im Schlafe; als -er dann am Morgen beim Erwachen sah, in was für einer Verfassung er -war, sagte er zu seiner Frau, weil er sich vor ihr schämte: »Ach Weib, -heute Nacht habe ich einen entsetzlichen Traum gehabt, so daß ich noch -immer zittere. Da waren drei Minarete, eines auf dem andern, und in der -Spitze des dritten steckte eine Nadel, und auf der Nadel war ein Tisch, -und auf dem Tische saß ich, und ich habe wohl geschrien, weil sich der -Tisch so bewegte, daß, wenn er gefallen wäre, auch ich mit ihm gefallen -wäre, und ich hätte mich zum mindesten in tausend Stücke zerschlagen.« - -Seine Frau sagte: »Wenn ich einen solchen Traum gehabt hätte, ich hätte -mich sicher vor Angst beklettelt.« - -Nun sagte Nasreddin: »Auch mir ist es so ergangen; aber behalte es bei -dir und sag niemand etwas.« - - -502. - -Ein Bauer, der seinen Esel verloren hatte, bat den Hodscha Nasreddin, -in der Moschee zu verkündigen, daß ihn der Finder seinem Herrn -zurückgeben solle. Als das allgemeine Gebet vorüber war, sagte -Nasreddin: »Muselmanen, wer von euch sein ganzes Leben lang keinen -Kaffee und keinen Schnaps getrunken hat, wer nie geraucht hat, wer nie -Karten, Brett oder Dame gespielt hat, wer nie die Geselligkeit gesucht -hat, der trete vor, damit ich ihn sehe.« - -Alle, die in der Moschee anwesend waren, dachten, daß keiner -dasei, wie ihn der Hodscha beschrieben habe, und daß sich niemand -unterstehn werde, vorzutreten; aber es trat doch einer vor, und der -sagte zum Hodscha: »Ich habe Zeit meines Lebens weder Wein, noch -Kaffee getrunken, habe keinerlei Spiel gespielt und war nie in einer -Gesellschaft.« - -Da drehte sich der Hodscha um und rief: »Wo ist denn der, der den Esel -verloren hat? Schau, da ist einer, den nimm; einen größern Esel als den -wirst du nie finden.« - - -503. - -Einmal kam ein Woiwode bei dem Dorfe des Hodschas Nasreddin vorbei; und -die Einwohner schickten Nasreddin als ihren Gesandten zu ihm, damit er -ihm die Huldigung aller Bauern darbringe. Als der Woiwode Wuchs und -Gestalt Nasreddins sah, sagte er zu ihm: »Hat sich denn kein Mensch -gefunden, den die Bauern hätten zu mir schicken können, daß sie mir -dich geschickt haben?« - -Unverzüglich antwortete Nasreddin: »Die Menschen, Herr, schicken sie zu -den Menschen; mich haben sie zu dir geschickt.« - - -504. - -Einer von seinen Freunden fragte den Hodscha Nasreddin: »Wie gehts dir -mit deiner Armut?« - -»Sehr gut,« antwortete der Hodscha. - -Und der Freund fragte weiter: »Wie kann es denn einem Armen gut gehn?« - -Nasreddin antwortete: »Ich habe mich daran gewöhnt, mein Freund; darum -gehts mir gut.« - - -505. - -Einmal baute der Hodscha einen Backofen. Als den seine Nachbarn -besichtigten, sagte der eine, die Tür hätte nach Osten gehört, der -andere nach Westen, wieder einer nach Süden, und kein einziger war mit -dem Erzeugnis Nasreddins einverstanden. - -Geärgert darüber riß Nasreddin den Ofen nieder und baute ihn nun auf -einen Wagen. Die Nachbarn kamen wieder zur Besichtigung und begannen -auch wieder zu tadeln, daß die Tür nicht die richtige Lage habe; aber -als der erste sagte: »Die Tür sollte hier sein«, antwortete Nasreddin: -»Wartet«, und drehte den Wagen, bis die Tür dort war, wo dieser Nachbar -gesagt hatte. Und als ein anderer sagte: »Die Tür müßte dort sein«, -drehte er sofort wieder den Wagen, und so tat er allen seinen Nachbarn -Genüge. - -Und er sagte: »Einen bessern Weg, so vielen Leuten und mir selber den -Willen zu tun, habe ich nicht gefunden.« - - -506. - -Der Hodscha kaute Mastix[13]. Als er dann zu Tische ging, nahm er das -Stück Mastix aus dem Munde und klebte es auf die Nasenspitze. Einer von -seinen Freunden fragte ihn: »Warum tust du das?« - -Er antwortete: »Es ist ganz gut, wenn man das, was einem gehört, vor -Augen hat.« - - -507. - -Etliche Leute fragten den Hodscha Nasreddin: »Hast du deine Schuld -bezahlt?« - -Er antwortete: »Bezahlt nicht, aber leichter gemacht habe ich sie mir.« - -»Und wie«, sagten sie, »hast du sie dir leichter gemacht, ohne sie zu -bezahlen?« - -Nasreddin antwortete: »Ich habe sie verjähren lassen.« - - -508. - -Der Hodscha Nasreddin war einigen Freunden Geld schuldig, und denen -sagte er immer, daß er sie am Sonntage bezahlen werde; auf diese -Weise drückte er sich um die Bezahlung. Eines Tages kamen nun mehrere -Gläubiger zu ihm und fragten seine Frau, wie er sie bezahlen wolle. -Sie antwortete ihnen, der Hodscha habe am Tage vorher genügend viel -Distelsamen gekauft, den werde er auf dem Felde aussäen, die Disteln, -die davon wüchsen, die würden sie auf die Straße streuen, wo die -Tiere mit den Baumwollelasten vorüberkämen, und aus dem Erlöse für -die Baumwolle, die an den Disteln hängen bleiben werde, würden alle -Gläubiger bezahlt werden. - -Über diese Antwort der Frau lachten alle übermäßig, aber sie entgegnete -darauf und sagte zu ihnen: »Jetzt lacht ihr freilich, weil ihr die -Sicherheit habt, bezahlt zu werden.« - - -509. - -Drei Männer, die ein Säckchen mit Nüssen gefunden hatten, kamen zu -Nasreddin und baten ihn, die Nüsse nach Gottes Weise unter sie zu -teilen. Nasreddin öffnete den Sack und gab dem einen ein paar Nüsse, -dem andern etliche mehr und dem dritten alles, was der Sack noch -enthielt. - -Daraufhin sagten die drei zu ihm: »Du hast nicht ordentlich geteilt, -Hodscha.« - -Aber der Hodscha antwortete ihnen: »So teilt Gott, ihr Dummköpfe! dem -einen gibt er viel, dem andern gar nichts; hättet ihr mir gesagt, ich -solle sie unter euch nach Menschenweise verteilen, so hätte ich die -drei Teile gleich groß gemacht.« - - -510. - -In der Absicht, bei seinem Nachbar etliche Zwiebeln zu stehlen, stieg -Nasreddin auf das Dach und versuchte, durch das Rauchloch in das Haus -des Nachbars hinabzusteigen. Nun hielt er einen Schatten, den das -Mondlicht machte, für einen Balken und setzte unvorsichtigerweise den -Fuß darauf; so stürzte er vom Rauchloche hinunter und fiel in den -Herdwinkel des Nachbars, wobei er sich den Fuß garstig brach. Auf -diesen Lärm erwachte der Nachbar und er rief seinem Weibe zu, sie solle -rasch Licht machen, damit er den Dieb greife. - -Aber der Hodscha sagte zu ihm: »Beeile dich nicht, Nachbar; nach dem -Sturze, den ich getan habe, wirst du mich nicht nur heute, sondern auch -morgen hier haben.« - - -511. - -Der Hodscha Nasreddin verkaufte die Gurken seines Gartens, und von dem -dafür gelösten Gelde kaufte er einen Esel. Als er den nun einmal mit -Holz beladen nach Hause trieb, glitt der Esel in einem Flusse, über -den sie zu setzen hatten, aus, fiel nieder und ertrank. Ohne darüber -auch nur im geringsten zornig zu werden, sagte der Hodscha: »Der aus -dem Gurkengelde gekaufte Esel stirbt eben durchs Wasser.« - - -512. - -Der Hodscha Nasreddin fragte seinen Sohn, ob er schon in seinem Leben -eine süße Speise gegessen habe, und der Sohn antwortete mit Nein. Nun -fragte ihn der Hodscha von neuem: »Was ist denn dann das, was du alle -Tage ißt?« Der Junge antwortete: »Trockenes Brot.« Und Nasreddin sagte -zu ihm: »Und glaubst du denn, daß es auf der Welt noch eine süßere -Speise gibt als das trockene Brot?« - - -513. - -Der Hodscha Nasreddin saß einmal in einem Garten, und da betrachtete -er, wie schwach die Wurzeln der Kürbisse und Melonen seien im -Gegensatze zu der Größe der Kürbisse und Melonen; und da er im Schatten -eines Nußbaumes saß, fiel es ihm auf, daß umgekehrt der Nußbaum so groß -und die Nüsse so klein seien. Und er sagte zu sich: »Eine merkwürdige -Sache! Gott hat sich doch bei seiner Schöpfung wenig Mühe gemacht; -sonst hätte er nicht die Kürbisse und Melonen, die nach ihrer Größe -an großen Bäumen wachsen sollten, an kleinen Pflanzen geschaffen, die -Nüsse aber, die ganz klein sind, umgekehrt an großen Bäumen.« - -Während er noch diesen Gedanken und Zweifeln nachhing, fiel plötzlich -durch einen starken Windstoß eine Nuß mit Heftigkeit vom Baume und traf -ihn an der Stirn; das verursachte ihm einen außerordentlichen Schmerz, -und nun sagte er: »Ach, Gott hat schon gewußt, was er tat, und ich habe -es schlecht bedacht; denn wäre die Nuß, die heruntergefallen ist und -mich getroffen hat, ein Kürbis oder eine Melone gewesen, dann weh mir! -sie hätte mir wahrhaftig den Kopf zertrümmert.« - - -514. - -Eines Nachts ging der Hodscha Nasreddin aus, um in einem Laden zu -stehlen, und nahm eine Feile mit. Er feilte gerade an dem Schlosse der -Ladentür, als zufällig einer seiner Freunde daherkam; und der fragte -ihn: »Was machst du da?« - -Der Hodscha antwortete: »Ich spiele Geige.« - -Nun fragte ihn sein Freund: »Aber man hört ja keinen Klang von deiner -Geige?« - -Nasreddin antwortete ihm: »Morgen wirst du schon den Klang hören.« - -Am Morgen hörte er dann, daß der Laden von demunddem in dieser Nacht -ausgeraubt worden war. - - -515. - -In dem Viertel, wo der Hodscha Nasreddin wohnte, war ein Backofen, und -den besuchte der Hodscha manchmal gegen Mittag und zog den Wohlgeruch -der verschiedenen Braten ein. - -Eines Morgens brachte nun der Mulazim[14] eine Gans und übergab sie dem -Garkoch, damit sie zu Mittag fertig sei. Als sie gebraten war, nahm sie -der Garkoch aus dem Ofen und legte sie zusammen mit den andern Speisen -auf die - -Bank; und er wartete auf den Mulazim, um sie ihm zu übergeben. Um diese -Stunde kam dort Nasreddin vorbei, der damals der Kadi des Dorfes war, -und er blieb vor dem Backofen stehn, um die Speisen zu bewundern; aber -mehr als alles andere schien die Gans seine Lust zu reizen, und er -fragte den Garkoch, wem sie gehöre. - -»Dem Mulazim, Effendi,« antwortete der Garkoch. - -»Schick sie sofort zu mir,« befahl der Hodscha. - -»Aber was mach ich dann mit dem Mulazim? Was gebe ich ihm, wann er -kommt?« - -»Schick sie augenblicklich zu mir, sage ich dir,« sagte der Hodscha -beharrlich und fuhr fort: »Es ist besser für dich, du hast den Kadi zum -Freunde als den Mulazim. Schick sie und du wirst es nicht bereuen.« - -»Aber was sage ich dem Mulazim, wann er kommt?« - -»Dem sagst du,« antwortete der Hodscha, »daß sie inwendig aus dem Ofen -weggeflogen ist, und kümmere dich weiter um nichts.« - -Als der Garkoch die Beharrlichkeit des Kadis sah, schickte er ihm die -Gans ins Haus, weil er ihn nicht verdrießlich machen wollte. - -Nach fünf Minuten erschien der Mulazim und verlangte seine Gans. - -Mit der unschuldigsten Miene nahm der Garkoch die Schaufel und fuhr -damit in den Ofen, um scheinbar die Gans zu suchen; er drehte sie -hieher, er drehte sie dorthin, aber umsonst. - -»Merkwürdig,« sagte er, immer herumstöbernd, »sie muß weggeflogen sein.« - -»Vorwärts, mach schnell,« entgegnete der Mulazim; »es ist meine -Essenszeit und ich habe einen teuflischen Hunger.« - -Aber die Gans kam nicht zum Vorschein. - -Der Mulazim hatte unterdessen zu schreien angefangen, der Garkoch -stocherte fortwährend weiter, wobei er immer wiederholte, die Gans -scheine davongeflogen zu sein, und vor der Bank sammelte sich eine -Menge Leute an. Schließlich verlor der Mulazim die Geduld und er -stürzte sich auf den Garkoch; der riß die Schaufel aus dem Ofen, um -sich damit zu verteidigen, aber dabei flog der Schaufelgriff einem -Juden, der dabeistand, ins Gesicht und schlug ihm ein Auge aus. - -Als der Garkoch sah, in welch schlimmer Lage er war, sprang er über die -Bank und lief, um sich zu retten; aber ihm setzte nicht nur der Mulazim -nach, sondern auch der Jude und die Freunde des Juden. - -Auf dem Wege war eine Haustür offen und dort lief er hinein, um sich zu -verbergen. In dem Hofe saß aber eine schwangere Frau, und als die sah, -wie er plötzlich hereinstürzte und was für eine Menge ihn verfolgte, -erschrak sie und tat eine Fehlgeburt. - -Der Garkoch versteckte sich in einen Winkel, um nicht gefangen zu -werden; aber zu denen, die ihn schon gejagt hatten, gesellten sich -nun noch die Verwandten der Frau. Das Haus hatte zum Glücke auch eine -Hintertür; durch die lief der Garkoch hinaus, die ganze Menge hinter -ihm, und er rannte in eine Moschee, um sich zu retten, und stieg auf -das Minaret. Da sie ihm aber auch dorthin nachkamen, warf er einen -Blick hinunter; und weil er bedachte, daß sie, wenn er dort bliebe, -heraufkommen und ihn niedermachen würden, stürzte er sich vom Minaret -hinunter auf das Pflaster, just auf einen jüdischen Geldwechsler, der -dort gebückt auf seiner Bank saß, und der war auf der Stelle tot. - -Nun erreichten ihn seine Verfolger, und sie schleppten ihn vor den -Kadi. Der hatte sich eben zu Tische gesetzt, um die Gans zu verzehren. - -Sie fingen alle miteinander zu schreien an, was jeder von dem Garkoch -erlitten hatte. »Still, der Reihe nach,« sagte streng der Hodscha, der -augenblicklich den Tisch verließ und in sein Amtszimmer ging, wo das -große heilige Buch war, nach dem er Recht sprach; und er sagte zu dem -Mulazim: »Was willst du von dem Manne da?« - -»Effendi, am Morgen habe ich ihm eine Gans gebracht, damit er sie -brate, und jetzt sagte er mir, sie sei weggeflogen. Ich verlange, daß -er mir meine Gans wiedergibt.« - -Der Hodscha öffnete sofort das Buch, wandte einige Blätter um und las -vor, daß alle hundert Jahre einmal ein solches Wunder geschehe, und -es seien gerade hundert Jahre, seitdem das letzte geschehn sei; und -glückselig sei der zu preisen, der dabei die Gans verloren habe, weil -die ins Paradies geflogen sei und ihn dort erwarte. - -Freudestrahlend entfernte sich der Mulazim. Als zweiter kam der Jude -mit dem ausgeschlagenen Auge. - -»Effendi, der Garkoch hat mir mit der Schaufel das Auge ausgeschlagen.« - -Der Hodscha blätterte wieder in dem Buche und las, es sei natürlich -recht und billig, daß sich nun der Garkoch hinstelle, damit ihm -der Jude ein Auge ausschlage; weil aber nach dem Buche ein Auge -eines Osmanen so viel wert sei, wie zwei eines Juden, müsse sich der -Jude zuerst hinstellen, damit ihm der Garkoch auch noch das andere -ausschlage, und dann dürfe er dem Garkoch eines ausschlagen. Der -Hodscha hatte seinen Spruch noch nicht beendigt, so war der Jude schon -unsichtbar geworden. - -Als dritter kam der Gatte der Frau, die die Fehlgeburt getan hatte. -Über diesen Fall schrieb das Buch, daß der Garkoch mit der Frau ein -andres Kind machen solle. Es ist begreiflich, daß es auch der dritte -Kläger vorzog, sich davonzumachen. - -Zum Schlusse kam der Bruder des erschlagenen Geldwechslers. - -Wieder wandte der Hodscha die Blätter um, und er fand, daß der Kläger -den Garkoch auf dieselbe Weise töten solle: der Garkoch müsse sich -nämlich unter das Minaret setzen, und er solle sich von oben auf ihn -fallen lassen und ihn also töten. - -Nachdem daher auch der letzte Reißaus genommen hatte, dankte der -Garkoch dem Hodscha; und jetzt erinnerte er sich der Worte des -Hodschas, daß es für ihn besser sei, den Kadi als den Mulazim zum -Freunde zu haben. - - - - -Anmerkungen - -literatur- und stoffgeschichtlichen Inhalts - - - - -II. Arabische Überlieferungen - -1. Aus dem Nawadir el chodscha nasr ed-din effendi dschoha - - -339. _Nawadir_, S. 2 (Basset _RTP_, XVI, S. 458); Buadem, Nr. 84; -_Tréfái_, Nr. 124; Serbisch, S. 80 ff.; Kroatisch, S. 51. - -Als älteste Version nennt Basset am angegebenen Orte eine Erzählung al -Masudis[15] in den _Prairies d’or_, Paris, 1861 ff., V (Basset schreibt -VII), S. 390 ff. von einem Araber der Wüste und von Haddschadsch, dem -Feldherrn Abdulmeliks (685-705); vgl. aber auch Bar-Hebraeus, S. 151, -Nr. 602. - - -340. _Nawadir_, S. 2 (_RTP_, XVI, S. 459). - - -341. _Nawadir_, S. 2 (_RTP_, XVI, S. 459); Buadem, Nr. 85; _Tréfái_, -Nr. 125; Serbisch, S. 81; Kroatisch, S. 48. - -_Fourberies_, S. 17. - - -342. _Nawadir_, S. 2 (_RTP_, XVI, S. 460); Buadem, Nr. 92; _Tréfái_, -Nr. 126; _Fourberies_, Nr. 1; Serbisch, S. 84; Kroatisch, S. 59 ff. - -_Fourberies_, S. 17; _Tréfái_, S. 13. - -Roda Roda, S. 154. - - -343. _Nawadir_, S. 2 (_RTP_, XVI, S. 460); Buadem, Nr. 93 und 132; -Serbisch, S. 84; Kroatisch, S. 40. - -Die Schnurre kehrt im _Nuzhat al udaba_, in zwei Fassungen wieder, von -denen eine auf Dschoha bezogen ist (Basset in der _RTP_, XV, S. 673 und -im _Keleti Szemle_, I, S. 222). - -Vgl. dazu folgende Stelle im _Roger Bontemps en Belle humeur_, Cologne, -1670, S. 357: - -Or un certain Seigneur du pays de Bretagne en avoit un (bouffon) le -plus plaisant qui se pouvoit rencontrer, non seulement en ses actions, -mais aussi en reparties: un jour l’ayant envoyé de Paris à Lion pour -aller resiouir un sien Cousin qui estoit malade, passa par une ville où -l’on faisoit garder les portes à raison de la contagion. Le Capitaíne -le voyant asses bien montré, se voulut informer qu’il estoit, et d’où -il venoit; c’est pourquoy il luy demanda: Monsieur où allés vous -maintenant? Monsieur, respondit le bouffon, il le faut demander à ma -beste, c’est elle qui me meine. - - -344. _Nawadir_, S. 2 (_RTP_, XVI, S. 461); _Tréfái_, Nr. 127; -_Fourberies_, Nr. 8. - - -345. _Nawadir_, S. 3; _Tréfái_, Nr. 128. Von Giufà: Gonzenbach, I, S. -51 ff.; Pitrè, III, S. 366, Nr. 9 und 378; Crane, S. 297. Von Dschahan: -Ilg, II, S. 44, Nr. 93. - -Gonzenbach, II, S. 228; Pitrè, III, S. 376; Crane, S. 380; -_Fourberies_, S. 18; Köhler-Bolte in der ZVV, VI, S. 73; Köhler, I, S. -99 und 341. - -Merkwürdigerweise nirgends erwähnt finde ich die Fassung des _Kathá -Sarit Ságara_, II, S. 77; weiter seien genannt die letzte Erzählung des -_Sackful of News_‚ (Hazlitt, II, S. 187; dazu Clouston, _Noodles_, S. -97 ff.), Merkens, III, S. 142, Nr. 140, Böhm, _Lettische Schwänke_, S. -44 (dazu S. 117) und Frison, _Contes et légendes de Basse-Bretagne_, -Nr. 66 in der _RTP_, XXII, S. 404 ff. - -In vielen Überlieferungen klettert der oder die Dumme, oft auch ein -Mann mit seiner dummen Frau, auf einen Baum; es kommen Diebe, die dort -ihre Beute teilen wollen, und die suchen, als schließlich die Tür von -oben auf sie herunterfällt, das Weite, indem sie alles zurücklassen. -Zu dieser Art Erzählungen gehören auch die meisten der an den oben -angeführten Stellen beigebrachten Varianten, wozu noch kommen F. M. -Luzel, _Contes populaires de Basse-Bretagne_, Paris, 1887, III, S. -396 ff., P. Sébillot, _Contes et légendes de la Haute-Bretagne_, Nr. -96 in der _RTP_, XXIV, S. 142 ff., Pitrè, _Novelle popolari toscane_, -S. 186 ff. (von Giucca matto) und S. 193, R. Forster, _Fiabe popolari -dalmate_, Nr. 13 im _Archivio_, X, S. 313 ff., Ilg, II, S. 37 ff. und -Merkens, I, S. 204 ff., Nr. 247; vergl. auch _Archiv für slavische -Philologie_, XXII, S. 309. In dem Märchen, wozu Cosquin, I, S. 241 -ff. die in Rede stehenden Züge bespricht, ist das Mitnehmen der Tür -anders motiviert; ebenso bei J. Fleury, _Litterature orale de la -Basse-Normandie_, S. 161 ff., bei Jacobs, _English Fairy_‚ _Tales_, -S. 28 ff. (s. auch S. 231) und bei demselben, _More English Fairy -Tales_, S. 10 ff. (s. auch S. 220 ff.). Eine Kuhhaut fällt auf die -teilenden Diebe bei Luzel, III, S. 414 ff. und 427 ff. und bei Carnoy, -_Littérature orale de la Picardie_, S. 192 ff. (s. Cosquin, II, S. 225 -ff.); in den _Folk Tales from Tibet_‚ von W. F. O’Connor, S. 35 ff. -genügt es, daß der auf dem Baume sitzende einen Anteil an der Beute -verlangt, um die Diebe zur Flucht zu veranlassen. Ähnliche Geschichten -bringen Cosquin, II, S. 108 ff., 112 ff. und 115, ferner Andrews, -_Contes ligures_, S. 90 ff., Monnier, S. 238 ff. und Ilg, II, S. 5 ff. -Zu ~dem Motive von der Verscheuchung der Diebe~ vgl. weiter die Nrn. -428 und 446. - - -346. _Nawadir_, S. 3 (_RTP_, XVII, S. 36). - -Die Geschichte stammt aus Bar-Hebraeus, dessen 615. Facetie (S. 154) -lautet: - -When another silly man was cracking an almond the kernel slipped away -out his hands, and he said, »Glory be to Thee, O God, for even the -kernel of the almond trieth to escape death.« - - -347. _Nawadir_, S. 4 (_RTP_, XVII, S. 92 ff.). - -_Fourberies_, S. 18 ff.; Hartmann, S. 50. - -Diese Fassung des weitverbreiteten Motives von der ~Vertauschung -eines Toten gegen einen Hammel~ stimmt so ziemlich mit _Fourberies_, -Nr. 21 überein. Seine anscheinend älteste Form steht in der -Sprichwörtersammlung Maidanis (_Arabum proverbia_, I, S. 403) und -ist in al Kaljubis _Nawadir_‚ übergegangen; sie lautet nach Bassets -Übertragung in der _RTP_, XV, S. 41: - -Man erzählt, daß Dschoha bei Tagesanbruch aus dem Vorraum seines Hauses -gekommen und über einen Leichnam gestolpert ist, der dort lag; er warf -ihn in einen Brunnen. Sein Vater zog den Toten, als er davon erfuhr, -heraus und begrub ihn; dann erwürgte er einen Hammel und warf ihn in -den Brunnen. Die Verwandten des Toten begannen die Straßen Kufas zu -durchstreifen und nachzuforschen. Dschoha sah sie und sagte zu ihnen: -»Der Leichnam ist in unserm Brunnen.« Sie gingen hin und ließen ihn -hinabsteigen, damit er den Leichnam heraufbringe. Als er unten war, -rief er: »Hatte der Tote Hörner?« Alle lachten und gingen weg. - -Zu der arabischen Variante aus Tunis, die als Nr. 383 wiedergegeben -ist, und zu ihrem augenscheinlich verdorbenen berberischen Gegenstücke, -der Nr. 415, gibt es zahlreiche Parallelen, darunter, wie Basset -bemerkt, noch eine Dschohageschichte bei Mornand, _La vie arabe_, -Paris, 1856, S. 117, in die ebenso wie in die tunisische Erzählung -das noch zu besprechende Motiv des ~Wurstregens~ verwoben ist, und -eine von Abu Nuwas bei Pharaon, S. 182 ff.; von einem Ungenannten -erzählt Rivière in dem _Recueil de contes populaires de la Kabylie du -Djurdjura_, Paris, 1882 ff.: _La tête d’un cheik_‚[16]. - -Das Motiv ist wie so viele andere mit Dschoha verknüpfte nach Sizilien -übergegangen; man vergleiche die als Nr. 430 mitgeteilte Giufàerzählung -samt ihren Varianten. Sicherlich auch dem Volksmunde nacherzählt ist -die 21. Novelle Morlinis (meine Ausgabe S. 82 ff.), die bei Straparola -die 4. Novelle der 8. Nacht bildet. - -Um den Leichnam eines jungen Mädchens, der mit einer Ziege vertauscht -wird, handelt es sich in zwei Versionen, die Cosquin, II, S. 182 -ff. zitiert, einer afghanischen bei Thorburn, _Bannú or Our Afghan -Frontier_, London, 1876, S. 207 ff. und einer indischen bei Minaef, -_Indeiskija skasky_, St. Petersburg, 1877, Nr. 15; hierher gehören noch -Swynnerton, S. 178 ff. und P. Sébillot, _Contes de la Haute-Bretagne_, -Nr. 45 in der _RTP_, XII, S. 51 ff. Vgl. noch Clouston, _Noodles_, S. -152 ff., Böhm, _Lettische Schwänke_, S. 44 ff. und 117, Sébillot in der -_RTP_, VII, S. 704 und Chauvin, VI, S. 126. - -In einem Märchen bei Cosquin, II, S. 317 ff. erzählt ein Mann seiner -Frau, um sich zu vergewissern, ob sie ihn an den Galgen bringen würde, -er habe seinen Gesellen getötet und ihn im Walde verscharrt; die -Frau plaudert, und die Obrigkeit erfährt von der Sache, und als an -dem Platze im Walde nachgegraben wird, findet man den Kadaver eines -Schweines. Unter den vielen Varianten, die Cosquin anführt, sind -mehrere, wo der Mann mit dieser Täuschung der Frau den Zweck verfolgt, -die Richtigkeit der einen der ihm von seinem Vater erteilten drei -Lehren zu erproben; dazu vgl. Mussafia, _Über eine altfranzösische -Handschrift der k. Universitätsbibliothek zu Pavia_, Wien, 1870, S. 68 -und Köhler, II, S. 402 ff. Dieser Zug, in dem ich eine Reminiszenz an -das Dschohamotiv Maidanis usw. sehn möchte, findet sich auch in den -zahllosen Bearbeitungen des Motivs von dem besten Freunde, dem Hunde, -und dem ärgsten Feinde, der Gattin, wovon hier nur das 124. Kapitel der -_Gesta Romanorum_‚ (in Österleys Ausgabe) und das 423. Stück von Paulis -_Schimpf und Ernst_‚ genannt seien, und schließlich rudimentär auch in -den Geschichten von der Freundesprobe, wozu Chauvin, IX, S. 15 ff. zu -vergleichen ist. - - -348. _Nawadir_, S. 6 (_RTP_, XVII, S. 94 ff.); Mardrus, S. 96 ff.; -_Fourberies_, Nr. 4; Buadem, Nr. 100; _Tréfái_, Nr. 132; Serbisch, S. -87; Kroatisch, S. 58. - -Vgl. Horn, S. 71, wo die Schnurre bei Zakani und in dem _Mesnewi_‚ von -Dschelaleddin Rumi nachgewiesen wird; nach Dschami erzählt Clouston, -_Flowers_, S. 80, nach dem _Mesnewi_‚ (zit. Ausg. S. 364 ff.) Kuka, S. -97 ff. - - -349. _Nawadir_, S. 6 (_RTP_, XVII, S. 96); Buadem, Nr. 101; Serbisch, -S. 87; Kroatisch, S. 56. - -Über den ~Prangerritt der Ehebrecherin~ usw. vgl. man die 2. der -pseudoplutarchischen _Quaestiones graecae_‚ (über die Ὀνοβάτις von -Cumae), eine Stelle bei Stobaeus über die Pisidier, zitiert bei -Alexander ab Alexandro, _Geniales dies_, Lugduni Batavorum, 1673, II, -S. 862, Österley, _Baitál Pachisi_, Leipzig, 1873, S. 66 und Liebrecht, -_Zur Volkskunde_, Heilbronn, 1879, S. 386 ff., 429 und 509. - - -350. _Nawadir_, S. 6 (_RTP_, XVII, S. 148). - -Seine Nachweisungen in den _Fourberies_, S. 21 hat Basset anläßlich der -Übertragung dieser Erzählung ergänzt. - -Vgl. auch mein _Mönchslatein_, S. 223 ff., Lee, _The Decameron_, S. 191 -ff. und Ispirescu, S. 37 (_Magazin_, XCVI, S. 580). - - -351. _Nawadir_, S. 7 (_RTP_, XVII, S. 480). - -_Fourberies_, S. 22; Basset in der _RTP_, XVII, S. 480. - -Siehe weiter Bolte, _Die Singspiele der englischen Komoedianten_, -Hamburg und Leipzig, 1893, S. 18, _Euphorion_, XV, S. 12, Lee, _The -Decameron_, S. 203 ff. und Chauvin, VIII, S. 39. - - -352. _Nawadir_, S. 8 (_RTP_, XVII, S. 149). - - -353. _Nawadir_, S. 8 (_RTP_, XVII, S. 149). - -Vgl. folgende persische Erzählung bei Kuka, S. 210: - -A man who was given to jesting, and who would not give up his habits -even when he became old, was one day admonished by his neighbours and -acquaintances, who said to him: »You had better turn your thoughts -towards prayers and repentance; now is not the time for you to joke -and jest. Devote your leisure hours to hearing the Hadees read.« He -replied: »Rest assured, gentlemen, I have not neglected the traditions. -I have heard many.« »Well, narrate to us one of them,« said they. He -rejoined: »I have heard from Náfa’a, son of Yareed, that our Prophet -used to say that there are two qualifications which every one ought to -acquire if he wants to obtain happiness both in this world and in the -next.« - -Here our wag paused for a very long time. - -»Aye, but tell us what are those two qualifications?« asked the men. -»Oh, the narrator, my friend Náfa’a, had forgotten one of them,« -replied the wag, »and I have forgotten the other!« - - -354. _Nawadir_, S. 9 (_RTP_, XVII, S. 152). - - -355. _Nawadir_, S. 9 (_RTP_, XVII, S. 151). - - -356. _Nawadir_, S. 9 (_RTP_, XVII, S. 153); siehe oben Nr. 11. - - -357. _Nawadir_, S. 11 (_RTP_, XVII, S. 485). - - -358. _Nawadir_, S. 12 (_RTP_, XVIII, S. 138). - -Vgl. eine Erzählung im _Fakihat al hulafa_‚ von ibn Arabschah bei -Chauvin, II, S. 196, Nr. 22 (dazu S. 213, Nr. IV) und Lidzbarski, -_Geschichten und Lieder_, S. 158 ff.; nicht ohne Bezug ist wohl auch -Pauli, Nr. 140. - - -359. _Nawadir_, S. 12 (_RTP_, XVIII, S. 213). - - -360. _Nawadir_, S. 12 (_RTP_, XVIII, S. 213). - - -361. _Nawadir_, S. 12 (_RTP_, XVIII, S. 214). - -Kuka, S. 164: - -A desert Arab was present at the dinner table of one of the Caliphs. -The dish of »Faloodeh« pleased him so much that he began to stuff -himself with it, not caring to taste any of the other viands. One -of those who were present said to him: »Don’t eat too much of this -Faloodeh, or it will be the death of you.« The Arab withdrew his hand -from the dish, remained thoughtful for a while, and then saying to the -men present, »I bequeath to you the care of my family,« again fell to -the dish with renewed vigour. - - -362. _Nawadir_, S. 13 (_RTP_, XVIII, S. 216 ff.); _Fourberies_, Nr. 15. - - -363. _Nawadir_, S. 16 (_RTP_, XVIII, S. 218 ff.). - -~Esel (Kalb etc.) an der Stelle des Ehebrechers~: _Cent nouvelles -nouvelles_, n. 61 mit ihren Ableitungen _Recueil_, 1555, S. 221 ff., -n. 72 = _Aventures_, 1556, S. 251 ff., n. 75 (statt 74) und Malespini, -_Ducento novelle_, Venetia, 1609, II, Bl. 220^a ff., n. 61; A. v. -Keller, _Erzählungen aus altdeutschen Handschriften_, Stuttgart, 1855, -S. 306 ff.; Gastius, _Convivales sermones_, II, S. 99 ff. = Melander, -_Jocoseria_, I, S. 41 ff., Nr. 35 = deutsch, I, S. 23 ff., Nr. 20[17]; -Domenichi, 1562, S. 53 ff. = 1581, S. 64 ff.; Chauvin, VII, S. 171; -_Die Çukasaptati_‚ (_Textus simplicior)_, übers. v. R. Schmidt, Kiel, -1894, S. 47 und dazu Benfey, _Pantschatantra_, Leipzig, 1859, I, S. 144. - -Kombiniert mit andern Zügen findet sich das Motiv in den Fabliaux _Des -tresces_‚ und _De la dame qui fist entendant son mari qu’il sonjoit_‚ -bei Montaiglon-Raynaud, _Recueil des Fabliaux_, Paris, 1872 ff., IV, S. -67 ff. und V, S. 132 ff. (dazu Bédier, _Les Fabliaux_, 2^e éd., Paris, -1895, S. 193 ff.), in Kellers _Erzählungen_‚ S. 310 ff.: _Der pfaff -mit der snuer_‚ und S. 324 ff.: _Ain spruch von ainer frawen, die ain -pfaffen bulett, und wie vil sy irnn man unglicks anlegett_, in einem -Gedichte Herrants von Wildonie, _Der verkerte wirt_‚ in v. d. Hagens -_Gesammtabenteuern_, II, S. 333 ff. (dazu S. XLII ff.) und bei Lambel, -_Erzählungen und Schwänke_, Leipzig, 1872, S. 191 ff. und in dem -Spruchgedichte Hans Sachsens _Der pawer mit dem zopff_, I, S. 480 ff. -(dazu L. A. Stiefel in den _Hans Sachs-Forschungen_, Nürnberg, 1894, S. -124 ff.). - - -364. _Nawadir_, S. 16 (_RTP_, XVIII, S. 219); Buadem, Nr. 107; -Serbisch, S. 90; Kroatisch, S. 59. - - -365. _Nawadir_, S. 17 (_RTP_, XVIII, S. 351); _Fourberies_, Nr. 27; -Buadem, Nr. 108; Serbisch, S. 90; Kroatisch, S. 51 ff. - -_Fourberies_, S. 28; Basset im _Keleti Szemle_, I, S. 223, Nr. -27 (_Nuzhat al udaba_‚). Zu Hammers Übertragung der betreffenden -Geschichte des _Nuzhat al udaba im Rosenöl_, II, S. 308 vgl. Bassets -Bemerkung in der _RTP_‚. - - -366. _Nawadir_, S. 17 (_RTP_, XVIII, S. 347). - - -367. _Nawadir_, S. 17 (_RTP_, XVIII, S. 347); Buadem, Nr. 109; -Serbisch, S. 91. - - -368. _Nawadir_, S. 18 (_RTP_, XVIII, S. 348). - -Dieselbe Geschichte steht schon bei Bar-Hebraeus, S. 111, Nr. 49, wo -ein Poet zu einem Geizhals sagt: »Wouldst thou have me whilst I am -eating one morsel to stand up and bow the knee, and then take another?« - - -369. _Nawadir_, S. 18 (_RTP_, XVIII, S. 348 ff.). - - -370. _Nawadir_, S. 40 (_RTP_‚ XIX, S. 312); Serbisch, S. 98. - -Die Schnurre ist viel älter als Nasreddin; sie steht schon bei Maidani -(Freytag, II, S. 603) und, nicht unwitzig erweitert, in dem _Kitab al -askija_‚ des 1200 verstorbenen al Dschausi, wo sie nach Basset, _RTP_, -XVII, S. 158 lautet: - -In Kufa war eine Frau, deren Mann mittellos war; und sie sagte zu ihm: -»Mach dich doch auf und reise durch die Länder; vielleicht hilft dir -Gott.« Er nahm den Weg nach Syrien, und dort verdiente er dreihundert -Dirhem; dafür kaufte er sich eine Kamelstute. Die war aber hitzig -und bereitete ihm viel Verdruß. In seinem Ärger darüber und über -seine Frau, daß sie ihn weggeschickt hatte, schwur er, entweder die -Kamelstute an dem Tage, wo er nach Kufa heimkommen werde, um einen -Dirhem zu verkaufen oder sich von seiner Frau zu scheiden. Dann reute -es ihn und er sagte alles seiner Frau. Sie nahm eine Katze, setzte sie -der Kamelstute auf den Hals und sagte zu ihrem Manne: »Geh auf den -Markt und rufe aus: ›Wer will diese Katze um dreihundert Dirhem kaufen -und diese Kamelstute um einen? ich verkaufe sie aber nur miteinander.‹« -Das tat er. Ein Araber kam, betrachtete die Kamelstute von allen Seiten -und sagte: »Wie schön sie ist! wie lebhaft! Wenn sie nur nicht die -Katze auf dem Halse hätte!« - -Ähnlich ist eine Fassung im _Bäharistan_‚ Dschamis, S. 86 (Clouston, -_Flowers_, S. 82), zu der Schlechta-Wssehrd, S. 147 ff. bemerkt, -daß die Anekdote im Oriente sehr bekannt ist, und daß an sie viele -Sprichwörter erinnern wie: »Wäre nicht die Verfluchte an seinem Halse!« - -Als Predigtmärlein bearbeitet ist die Geschichte bei Bromyard, _Summa -praedicantium_, E, 8, 17 (in der Ausg. Basel, Joh. de Amerbach, ca. -1479): - -Sicut patet de illo qui moriens, vxore executrice facta, bouem pro -anima sua legauit vt fertur. Vxor vero bouem et gallum simul ad forum -ducens, vtrumque simul vendidit hac conuentione, quod emptor pro gallo -marcam anglicanam et pro boue obolum daret; quod cum factum fuisset, -obolum pro anima dedit mariti. - -Auf einer ähnlichen Erzählung beruhen Pauli, _Schimpf und Ernst_, Nr. -462 (die Nachweisungen Österleys, S. 526 ff.), und Zincgref-Weidner, -IV, S. 199 (Ochs und Hahn)[18]. In der 55. Novelle der _Heptamérons_‚ -sind es wieder, wohl mit Anlehnung an eine etwa über Spanien -herübergekommene Tradition ein Pferd und eine Katze; ebenso erzählt G. -F. Giuliano, _Dialogo d’un medico con un secretario et un palafreniere -di un principe romano del modo et utilità di far quadragesima_, Roma, -1651. S. 41, während die kurze Darstellung in Costos _Fuggilozio_, -S. 38 ff.: _Astuzia d’una contadina in satisfare un legato del morto -marito_‚ von einem Ochsen und einer Katze, die 31. Erzählung bei M. -Somma, _Cento racconti_, 3^a ed., Napoli, 1822, S. 79 ff. von einem -Pferde und einem Hammel (kombiniert mit dem Stoffe der 71. Facetie -Poggios, wozu man Arlotto, I, S. 191 vergleiche) und P. Sébillot, -_Contes de la Haute-Bretagne_, Nr. 28: _Le fermier rusé_‚ in der _RTP_, -XI, S. 509 von einer Kuh und einer Katze berichten. - - -371. _Nawadir_, S. 43 (_RTP_, XIX, S. 311 ff.). - - -372. _Nawadir_, S. 43 (_RTP_, XIX, S. 311). - -In den _Fourberies_, S. 72 bemerkt Basset zu diesem Schwanke: »Sans -doute l’origine du dicton: Si la montagne ne va pas à Mahomet, c’est -Mahomet qui ira à la montagne« und wiederholt dies in der _RTP_‚ a. -a. O. Diese Behauptung hat dann der Fortsetzer der Arbeit Büchmanns -in die letzten Auflagen der _Geflügelten Worte_‚ aufgenommen. Hätte -er in Wanders _Sprichwörter-Lexikon_‚ nachgesehn, so hätte er auf S. -958 des V. Bandes als Quelle des Sprichworts: »Wenn der Berg nicht -zum Propheten kommen will, so muß der Prophet wohl zum Berge gehn« -das Gedicht Hagedorns »_Mahomet und der Hügel_‚« angegeben gefunden; -aber auch dieses ist nicht die unmittelbare Quelle, weil es wohl sonst -statt »Berg« »Hügel« heißen müßte[19]. Die Quelle scheint vielmehr -die _Mohammed_‚ betitelte Erzählung in Hebels _Schatzkästlein des -Rheinischen Hausfreundes_‚ (zit. Ausg. IV, S. 263 ff.) zu sein, deren -Anfang lautet: - -Dem Mohammed wollten es anfänglich nicht alle von seinen Landsleuten -glauben, daß er ein Prophet sei, weil er noch kein Wunder getan hatte -wie Elias. Dazu sagte Mohammed, ganz gleichgültig, wie einer, der -eine Pfeife Tabak raucht und etwas dazu redet, »das Wunder,« sagte -er, »macht den Propheten noch nicht aus. Wenn ihrs aber verlangt, so -werden ich und jener Berg dort geschwind beieinander sein.« Nämlich, er -deutete auf einen Berg, der eine Stunde weit oder etwas entfernt war, -und rief ihm mit gebietender Stimme, daß der Berg sich soll von seiner -Stätte erheben und zu ihm kommen. Als aber dieser keine Bewegung machen -und keine Antwort geben wollte, wiewohl keine Antwort ist auch eine, so -ergriff Mohammed sanftmütig seinen Stab und ging zum Berg, womit er ein -merkwürdiges und nachahmenswertes Beispiel gab ..... - -Woher Hagedorn und Hebel geschöpft haben, kann ich nun allerdings nicht -sagen, sicher scheint hingegen zu sein, daß die Dschohageschichte -von dem Palmbaum (ebenso auch wahrscheinlich die beiden deutschen -Erzählungen) auf einer Mohammedlegende fußt. Bayle zitiert in dem -Artikel _Mahomet_‚ (_Dictionaire historique et critique_, 3^e éd., -Rotterdam, 1720, S. 1852) eine Stelle aus der das erste Mal 1686 -erschienenen _Histoire du monde_‚ von Urb. Chevreau, die folgendermaßen -beginnt: - -Quand les Coreïschites de la Mecque l’eurent prié (sc. Mahomet) de -faire une miracle pour faire connoître ce qu’il étoit, il divisa la -Lune en deux pieces entre lesquelles ils aperceurent une montagne. -Ayant apelé deux arbres, ils se joignirent pour aller à lui, et se -separérent en se retirant, par le commandement qu’il leur fit. - - -373. _Nawadir_, S. 43 (_RTP_, XIX, S. 312); Buadem, Nr. 23; Serbisch, -S. 59; Kroatisch, S. 36. - -Die Geschichte steht schon bei Bar-Hebraeus, S. 149, Nr. 587 (»I wish -to know how far my voice will reach.«) und ähnlich erzählt Kuka, S. 173. - -Eine hübsche Parallele bieten die _Contes du Sieur Gaulard_, S. 200 ff.: - -Or il (le Sieur Gaulard) vid plusieurs personnages à la Cour, mesmement -de ceux de longue robbe, qui auoient en leurs chambres de petites -cloches, lesquelles ils sonnoient pour appeller leurs seruiteurs, quand -ils en auoient affaire: et s’estant apperceu qu’au son de cette cloche, -aussitost ils ne failloient de venir vers leurs maistres, il luy prit -fantaisie d’en avoir une. Et si tost qu’il fut en sa chambre, où il -luy tardoit jà qu’il n’estoit arriué pour en faire l’experience, il se -mit à sonner certe cloche: mais voyant que pas vn de ses seruiteurs -n’approchoit, il se persuada que ses gens ne pouvaient entendre le son. -Et pour l’experimenter il sonna sa cloche prés sa table, puis estant -couru à sa porte (car nottez qu’il pensoit courir aussi viste que le -son de sa cloche) et n’entendant rien prés d’icelle, il dit que ses -gens auoient raison de ne pas estre venus vers luy, et qu’il failloit -bien que ceux qui auoient des cloches, eussent quelque recepte pour -faire deualler le son en bas. - - -374. _Nawadir_, S. 43 (_RTP_, XIX, S. 313 ff.). - -Der analoge Schwank des 36. Kapitels der _Schildbürger_‚ (v. d. Hagen, -_Narrenbuch_, S. 188 ff.; Das _Lalenbuch_, S. 135 ff.) steht schon -bei Hans Sachs, IV, S. 73 ff., ferner als 12. Erzählung von Freys -_Gartengesellschaft_‚; vgl. dazu die Noten Boltes, S. 220 und _Archiv -für slavische Philologie_, XXII, S. 309. - - -375. _Nawadir_, S. 43 (_RTP_, XIX, S. 252 ff.). - - -376. _Nawadir_, S. 46 (_RTP_, XIX, S. 251). - -2. Aus der von Mardrus besorgten Ausgabe von Tausend und einer Nacht - - -377. Mardrus, S. 93 ff.; s. oben Nr. 37. - - -378. Mardrus, S. 95 ff.; _Nawadir_, S. 8; _Fourberies_, Nr. 3. - -Bei Kuka steht (S. 214) eine persische Variante: - -On one occasion Mulla Nasruddin was invited to a dinner at a friend’s -house. A dish of boiled fowl was placed before him. As the fowl was not -thoroughly cooked, he partook of gravy only, and said to his friend: -»Please have this fowl well cooked for to-morrow, when I shall again -be your guest.« On the next day the same dish was placed before him, -and he found that again the fowl was not well cooked. He, therefore, -partook of the gravy, and then placing the fowl in front of himself, -began his prostrations and genuflexions as in prayers. »What are -you doing?« asked the host. The Mulla replied: »I am going to ask a -blessing on this flesh, for the flesh that is placed twice over the -fire and is not cooked, cannot be the flesh of an ordinary fowl, but -that of some prophet or saint amongst them.« - - -379. Mardrus, S. 96; _Nawadir_, S. 16; _Fourberies_, Nr. 14. - -Hartmann, S. 57. - - -380. Mardrus, S. 114. - -3. Volkserzählungen aus Tripolis und Tunis - - -381. Stumme, _Tripolis_, S. 178 ff.; vgl. oben Nr. 57. - - -382. Stumme, _Tunis_, I, S. 75 ff. und II, S. 126 ff. - -Zu dem Motive von dem ~Zolle auf verschiedene Gebrechen~ vgl. Österleys -Nachweisungen zu der Nr. 157 der _Gesta Romanorum_, S. 738 und zu der -Nr. 285 von Paulis _Schimpf und Ernst_, S. 506, ferner Waas, _Die -Quellen der Beispiele Boners_, S. 56 ff. und Chauvin, IX, S. 18 ff. -Eine interessante Parallele bietet das _Nuzhat al udaba_‚ (Basset in -der _RTP_, XV, S. 672 ff.), weil auch hier der Zoll auch auf den Namen -gesetzt ist: - -Man erzählt, daß einer einen König um die Erlaubnis gebeten hat, -einen Dirhem von jedem Buckligen, ebenso einen Dirhem von jedem, der -Suleiman heiße, und einen Dirhem von jedem, der aus Mosul sei, einheben -zu dürfen. Der König legte diese Steuer auf, und der Mann nahm den -Bescheid und ging. Er sah einen Buckligen, der drei Hühner hatte, jedes -einen Dirhem wert; da streckte er die Hand aus und nahm eines und -sagte: »Auf Befehl des Sultans.« Der Bucklige begann zu schreien und um -Hilfe zu rufen. Einer, der ihn kannte, sagte zu ihm: »Gib acht, Scheik -Suleiman!« Da verlangte der, der den Bescheid hatte, zwei Dirhem und -streckte die Hand nach dem zweiten Huhne aus. Der Bucklige schrie: »Ich -beschwöre dich, tu mir nicht unrecht; ich bin ein Fremder, aus Mosul.« -»Jetzt sind es drei Dirhem,« sagte der andere; er streckte die Hand aus -und nahm auch das dritte Huhn und ging weg. - -Diese Fassung, wo das Gebrechen, der Name und die Heimat die Anlässe -zu der Entrichtung eines Zolles geben, ist ein Gegenstück zu dem 611. -Stücke bei Pauli: dort bittet ein armer Student vergebens um ein -Almosen, weil er aus Bremen ist, Nikolaus heißt und nur ein Auge hat. - -Die Episode von den ~drei Dummen~ hat eine bis in Einzelheiten -übereinstimmende Parallele bei Radloff, _Proben der Volkslitteratur der -türkischen Stämme Südsibiriens_, Petersburg, 1866 ff., VI, S. 257: In -einer Stadt, die sonst nur von Narren bewohnt wird, nimmt der einzige -nicht närrische eine Frau. Die geht nach drei Tagen die Kuh melken, -und bei dieser Beschäftigung läßt sie einen Wind; sie bittet die Kuh, -nichts davon zu sagen. Dann kommt ihre Schwiegermutter ebenfalls bitten -und bringt der Kuh eine Schüssel Kleie, damit sie nichts sage. Endlich -kommt auch der Schwiegervater, bringt der Kuh auch eine Schüssel Kleie -und bittet sie wie die beiden andern, so daß sie alle drei beisammen -sitzen. Als der junge Gatte nach Hause kommt, wird er zornig und geht -aus, um drei ebenso törichte Leute zu finden: findet er sie, soll seine -Familie verschont bleiben; findet er sie nicht, will er seine Familie -töten usw. usw. - -In dieser Kombination, wo es sich allerdings meist um die junge -Frau oder Braut und ihre Eltern — nicht wie bei Radloff und in -unserm Schwanke um ihre Schwiegereltern — handelt, ist das Motiv -außerordentlich verbreitet. Clouston hat ihm in dem _Book of Noodles_, -S. 191 ff. eine längere Studie gewidmet, und reichliche Nachweise -finden sich bei Köhler, I, S. 81 ff., 217 ff. und 266; dazu kommen noch -Pitrè, III, S. 137 ff., Crane, S. 279 ff. und 378, Jacobs, _English -Fairy Tales_, S. 9 ff. und 231 ff. und Aug. Dozon, _Trois contes -bulgares_, Nr. 3: _Le cochon a la noce_‚ in der _RTP_, III, S. 381. - -Der Schluß unserer Geschichte bringt wieder den Zug vom ~eingebildeten -Toten~, der uns schon oft genug begegnet ist. - - -383. Stumme, _Tunis_, I, S. 78 ff. und II, S. 131 ff.; _Fourberies_, -Nr. 55 = unten Nr. 415; Pitrè, IV, S. 444 (Giufà). Siehe weiter Nr. 347 -und Nr. 430. - -Das Motiv von dem ~Regen eßbarer Dinge~, der einer dummen Person -vorgetäuscht wird, um ihrer Erzählung die Glaubwürdigkeit zu nehmen, -wird uns noch unten bei Nr. 407 beschäftigen; abgesehn von derartigen -Kombinationen erscheint es noch mit Giufà verknüpft bei Pitrè, III, -S. 378. Nachweisungen geben Köhler-Bolte in der _ZVV_, VI, S. 73, -Clouston, _Noodles_, S. 154, Cosquin, II, S. 182, Note, Köhler, I, -S. 340 und 342 und Chauvin, VI, S. 126; dazu wären noch zu nennen U. -Jahn, _Schwänke und Schnurren_, S. 48 ff., Swynnerton, S. 180 (s. -oben die Note zu Nr. 347), O’Connor, _Folk Tales from Tibet_, S. 33 -ff., Ilg, II, S. 38 ff., James Bruyn Andrews, _Contes ligures_, S. 92 -ff., eine brasilianische Erzählung, die Basset in der _RTP_, X, S. -499 mitteilt, Hazelius, _Ur de nordiska folkens_‚ _lif_, S. 101 ff., -zitiert im _Archivio_, II, S. 477 ff. usw. usw. Hierher gehört auch die -bei Chauvin, VIII, S. 69 besprochene Novelle des _Syntipas_, wozu eine -im _Archivio_, II, S. 479 aus dem Finnischen übersetzte Erzählung zu -vergleichen ist. Alle diese Mittel, um ein Ausplaudern ungefährlich zu -machen — an den zwei letztgenannten Stellen handelt es sich allerdings -um einen andern Zweck — gemahnen an die List, die die ungetreue Frau -anwendet, um den wachsamen Vogel, Papagei oder Elster, zu täuschen -(vgl. darüber die Literaturnachweise bei Chauvin, VIII, S. 35 ff.); -als eine Art Bindeglied könnte eine Erzählung bei Bütner, _Von Claus -Narren_, S. 119 (aus derselben Quelle bei Zincgref-Weidner V, S. 174) -gelten, wo der Vogel durch einen Narren ersetzt ist: - -Ein Weib machte kundschafft mit eim andern Mann. Der Narr sahe es; -die Fraw forchte, der Narr mochte sie verrathen, vnnd warff ein -Säugfercklin auff jhn hinab in den Hofe. Der Narr meinet, es regnet -Schweinlein, da ließ die fraw eins vmb das ander auff den Narren -fallen. Vber eine zeit fraget der Ehemann: Sage mir, Heine, wie hat -meine Fraw haußgehalten? Heine sprach: Sie lag bey einem andern Mann. -Der Ehemann sprach: Fraw, du must sterben. Ach nein, sprach die Fraw, -eilet nicht, Herr, fraget den Narren besser. Also fraget der Mann: -Heine, wenn schlieff die Fraw bey einem andern? Heine antwortet: -»Nechst war es, da sahe ichs, vnd am selben Tage regnet es viel junge -Schweinlein.« Der Herr sprach: Hilff Gott, wie ist es ein ding, wenn -mann einem Narren glaubet, vnnd den Rechten grund nit erfehret. - - -384. Stumme, _Tunis_, I, S. 79 und II, S. 132 ff. - -Hammer, _Rosenöl_, II, S. 305 ff. nach dem _Nuzhat al udaba_, und dazu -Basset im _Keleti Szemle_‚ I, S. 222, Nr. 8; s. weiter Chauvin, VIII, -S. 49 ff. - - -385. Stumme, _Tunis_, I, S. 79 ff. und II, S. 133 ff.; vgl. oben Nr. 63. - - -386. Stumme, _Tunis_, I, S. 80 und II, S. 135. - -S. die Anmerkung zu Nr. 277. - - -387. Stumme, _Tunis_, I, S. 81 und II, S. 136. - -Hartmann, S. 59. - -~Heller in fremdes Geld geworfen~: Hartmann in der _ZVV_, VI, S. 268; -Pauli, Nr. 566; Montanus, S. 25 und 562; Chauvin, VII, S. 153. - - -388. Stumme, _Tunis_, I, S. 81 und II, S. 136 ff. - - -389. Stumme, _Tunis_, I, S. 81 und II, S. 137 ff. - - -390. Stumme, _Tunis_, I, S. 82 und II, S. 139 ff. - - -391. Stumme, _Tunis_, I, S. 82 ff. und II, S. 140. - -Die letzten vier Stücke, zu denen eigentlich auch schon Nr. 387 -gehört, sind Teile eines ~Unibosmärchens~, übertragen auf Dschuha; -dasselbe gilt von den Nummern 46 bis 50 der _Fourberies_, die deshalb -weggeblieben sind, und von der Dschochigeschichte bei Lidzbarski, -_Geschichten und Lieder_, S. 249 ff. Teilweise rudimentär begegnen -uns einzelne Unibosmotive auch bei T. J. Bezemer, _Volksdichtung -aus Indonesien_, Haag, 1904, S. 196 ff.: _Streiche des Djonaha, -des Batakschen Eulenspiegels_‚; wie Basset in der _RTP_, XX, S. 3 -wohl richtigerweise annimmt, ist dieser Djonaha (sprich: Dschonaha) -niemand anders als der arabische Dschoha, der dem Namen nach auch mit -dem syrischen Dschochi identisch ist. Die türkische Überlieferung -scheint das Unibosmärchen nicht zu kennen, und so dürfte auch die -auf Nasreddin übertragene serbische Variante aus Bosnien, die in der -_Anthropophyteia_, III, S. 366 ff. steht, auf europäische Einflüsse -zurückzuführen sein. - -Eine ausführliche Studie der in diesen Erzählungen zusammengefaßten -Motivenreihen gibt Zenatti in der Einleitung zu seiner Ausgabe -der _Storia di Campriano contadino_, Bologna, 1884 und reichliche -Literaturnachweise bringen Lidzbarski, S. 249 und Köhler-Bolte in der -_ZVV_, VI, S. 167; vgl. noch Köhler, I, S. 230 ff., III, S. 13 ff. u. -ö., Rittershaus, S. 436 ff., Böhm, _Lettische Schwänke_, Nr. 19, 30 und -49 und S. 113, 118 und 121 ff. und Busch, _Ut ôler Welt_, S. 28 ff. - -Interessant ist das letzte der oben genannten Stücke in den -_Fourberies_‚: Dscheha legt sich in ein Grab; als seine Gegner bei -ihrer Ankunft hören, daß er tot sei, wollen sie ihm durch ein Loch -im Grabe einen argen Schimpf antun, aber er brandmarkt sie auf ihre -Hinterbacken. Durch diese Brandmale beweist er dann, daß sie seine -Leibeigenen sind, und sie müssen sein Lebelang für ihn arbeiten. -Diese Erzählung, die mit dem Schlusse der _Geschichte des zweiten -Strolchs_‚ bei Henning, _Tausend und eine Nacht_, XXIII, S. 219 ff. -(Chauvin, VII, S. 151 ff.) übereinstimmt, hat mit Ausnahme des zuletzt -genannten Zuges, daß nämlich ~aus der Brandmarkung die Leibeigenschaft -abgeleitet~ wird, wozu man Boltes Nachweise bei Armeno-Wetzel, -_Die Reise der Söhne Giaffers_, Tübingen, 1895, S. 215 vergleiche, -eine interessante Parallele in einer litauischen Überlieferung bei -Veckenstedt, _Sztukoris_, S. 28 ff. In zwei andern litauischen Märchen -(Schleicher, S. 44 ff. und 86) verstümmelt der vermeintliche Tote seine -Widersacher, als sie ihn verunreinigen wollen, mit einem Messer und -einer Schere; eine sehr große Ähnlichkeit hat damit eine Erzählung -bei Socin und Stumme, ~Der arabische Dialekt der Houwara des Wad Sus -in Marokko~, Leipzig, 1894, S. 34 und 98, wo der Tote einem seiner -Nachsteller, der riechen will, ob er schon stinke, mit einer Schere -die Nase abschneidet. Vgl. dazu Köhler, I, S. 324. Zu dem ~sich tot -stellenden Schuldner~ usw. vgl. Hartmann, S. 56, Bolte bei Wickram, S. -368 und unten die Noten zu Nr. 429. - - - - -III. Berberische Überlieferungen - - -392. Stumme, _Tamazratt_, S. 39 und 70, Nr. 24; Stumme, _Tunis_, I, S. -80 und II, S. 134 (hier wird der Esel, so wie in vielen Unibosmärchen -von drei Leuten gemeinsam gekauft); _Fourberies_, Nr. 46 (ebenso und -wirklich ein Teil eines Unibosmärchens); ebendort, Nr. 36 (an die -Stelle des Esels treten hintereinander zwei Rinder); _Anthropophyteia_, -V, S. 328 und 329 ff. (aus Bosnien und von Nasreddin; wegen des -Anfanges dieser Erzählung s. oben die Anmerkung zu Nr. 277). - -Eine besonders ihres Schlusses wegen merkwürdige Variante bringt die -serbische Ausgabe, S. 113 ff.: - -Eines Tages wollte der Hodscha Nasreddin einen Esel kaufen gehn. Als -er auf den Markt kam, traf er dort einen Kerl, der aus seinem Esel -möglichst viel Geld herausschlagen wollte. Nasreddin fragte ihn, was -der Esel kosten solle, und der Mann nannte einen hohen Preis, fügte -aber hinzu, daß sein Esel nicht so sei wie die andern, sondern jeden -Tag Geld scheiße, einmal lauter Taler, am andern Tage lauter Dukaten; -und um Nasreddin davon zu überzeugen, hob er dem Esel den Schwanz, nahm -einen Dukaten heraus und steckte ihn in den Gürtel. - -Als das Nasreddin sah, brannte er nur darauf, den Esel zu kaufen, und -zahlte schließlich eine große Summe für ihn. Beim Abschiede sagte -ihm noch der Kerl, wie er ihn zu füttern habe, und dann gingen sie -auseinander. - -Voller Freude ging Nasreddin mit dem Esel heim und fütterte ihn -tüchtig, ohne sich an die Vorschrift zu halten. - -Am nächsten Morgen eilte er in den Stall, einen Sack in der Hand, -den er mit den Dukaten füllen wollte. Aber er fand die Stalltür von -innen verrammelt, und konnte nicht eintreten. »Schau ihn an,« sagte -er bei sich, »da hat er die ganze Nacht geschissen, und der Stall ist -jetzt so voll Gold, daß ich die Tür nicht öffnen kann.« Nach diesem -Selbstgespräche guckte er durch einen Spalt hinein, und nun sah er -etwas wie Silber glänzen; er war davon nicht gerade entzückt und sagte -sich: »Schau dir nur diesen Dreckkerl an! Dukaten hat er nicht scheißen -wollen, sondern nur Taler.« Er ging um eine Axt und schlug die Tür ein. - -Als er dann in den Stall trat, bekam er etwas zu sehn. Der viele -Hafer hatte den Esel aufgetrieben und der Esel hatte alle viere von -sich gestreckt; und was Nasreddin für Taler gehalten hatte, waren die -Hufeisen des verreckten Esels. - -Nun wurde ihm noch weher ums Herz; er warf den Sack weg und begann zu -jammern. Daraufhin kam ein Nachbar gelaufen, und der fragte ihn, was -ihm fehle. »Was mir fehlt? na, sieh dir die Geschichte an; ich habe -ein schönes Stück Geld verloren.« Und er erzählte dem Nachbar, wie er -betrogen worden sei. - -Der Nachbar beriet ihn, was er tun solle: »Hacke dem Esel den Kopf -ab, nimm eine oder zwei Oka Seide und wickle sie auf den Kopf; dann -nimm ihn auf den Markt und biete ihn zum Verkaufe aus. Wenn dich einer -fragt, was du zu verkaufen hast, so sagst du: ›Einen Eselskopf.‹« - -Nasreddin folgte diesem Rate und ging mit dem Eselskopfe auf den Markt. -Es kam einer und fragte ihn, was er zu verkaufen habe, und Nasreddin -sagte: »Einen Eselskopf.« Der Kunde lachte und sagte: »Aber Hodscha, du -bist doch dumm! das soll ein Eselskopf sein? das ist ja Seide.« »Und -ich sage dir, du kaufst nur einen Eselskopf.« Doch der Kunde lachte, -weil er meinte, das sei nichts als eine von des Hodschas gewöhnlichen -Dummheiten. Sie handelten den Preis für die Oka Seide aus und wogen den -Klumpen ab, und der Kunde bezahlte das ganze Gewicht für Seide. Dann -verabschiedeten sie sich, und jeder ging seines Weges. - -Als der Käufer den Klumpen abwickelte, fand er, daß die Seide nur -oberflächlich war und daß das andere wirklich ein Eselskopf war; sofort -lief er zum Richter und verklagte Nasreddin, daß ihn der betrogen -habe. Der Richter ließ den Hodscha rufen, und der sagte, als er vor -Gericht erschienen war: »Erhabener Kadi, frage ihn, was ich ihm -gesagt habe, das ich zu verkaufen habe, und du wirst sehn, ob ich ihn -betrogen habe.« Der Kadi befragte den Kläger und der erzählte genau -den Sachverhalt. Erstaunt fragte ihn nun der Kadi: »Ja, warum klagst -du denn, wo du doch gewußt hast, was du kaufst?« und damit ließ er ihn -hinauswerfen. - -Auf diese Weise hatte der Hodscha Nasreddin den erlittenen Schaden -wieder eingebracht. - -Der Schluß dieser Erzählung steht als selbständiger Schwank in der -griechischen Ausgabe Nr. 145 und bei Pann, S. 331 ff. - -_Fourberies_, S. 74 ff. - -~Goldmistende Tiere~ (ohne Rücksicht auf die Unibosmärchen): Grimm, -_KHM_, III, S. 65 ff.; Benfey, _Pantschatantra_, I, S. 378 ff.; _Kathá -Sarit Ságara_, II, S. 8; Clouston, _Popular Tales and Fictions_, I, -S. 123 ff.; Forke, _Die indischen Märchen und ihre Bedeutung für die -vergleichende Märchenforschung_, Berlin, 1911, S. 52. - - -393. G. A. Krause, _Proben der Sprache von Ghat in der Sáhara_‚ in den -_Mittheilungen der Riebeck’schen Niger-Expedition_, Leipzig, 1884, II, -S. 31 ff. = Basset, _Contes populaires d’Afrique_, S. 12 ff. - -Basset, _Zenatia_, S. 134; Basset, _Nouveaux contes berbères_, Paris, -1897, S. 349. - -Ähnlich wie hier Schahas Frau den Wasserschlauch hergibt, verkauft bei -Pitrè, _Novelle popolari toscane_, S. 187 Giucca Quattrini für Töpfe. -Über dieses Motiv, das ~Verschleudern wertvoller Dinge durch einen -Dummkopf~, vgl. Köhler, I, S. 66, 71, 342 und 391; zu den an diesen -Stellen und im _Archiv für slavische Philologie_, XXI, S. 285 gegebenen -Nachweisen kommen noch E. Sklarek, _Ungarische Volksmärchen_, Leipzig, -1901, S. 251 ff. und 298, M. Preindlsberger-Mrazović, _Bosnische -Volksmärchen_, Innsbruck, 1905, S. 95 ff. und Chauvin, VI, S. 31 ff. - -Zu der Wiedergewinnung vgl. Chauvin, V, S. 64, Note. - - -394. _Fourberies_, Nr. 2; _Nawadir_, S. 6; vgl. oben Nr. 160. - -Hartmann, S. 53 ff. - -Ungefähr dasselbe erzählen das _Hadikat al afrah_‚ von asch Schirwani -(Basset in der _RTP_, XIV, S. 290) und Roda Roda, S. 75. - - -395. _Fourberies_, Nr. 5; _Nawadir_, S. 13. - -_Fourberies_, S. 26. - -Die an dieser Stelle zitierte älteste Version der Geschichte aus -Abdirabbihis _Kitab al ikd al farid_‚ hat Basset in der _RTP_, XV, S. -282 übersetzt; ebendort zitiert Basset noch eine Parallele aus dem -_Mustatraf_‚ von al Abschihi; vgl. weiter Dschami, _Bäharistan_, S. 73 -ff., Kuka, S. 205, Nr. 133 und Galland, S. 33. - - -396. _Fourberies_, Nr. 7; Buadem, Nr. 98; _Tréfái_, Nr. 131; Serbisch, -S. 86; Kroatisch, S. 52. - - -397. _Fourberies_, Nr. 9; _Nawadir_, S. 12. - -_Fourberies_, S. 25; Basset in der _RTP_, XVIII, S. 138 (eine ähnliche -Erzählung steht schon in dem _Kitab al ikd al farid_‚ von Abdirabbihi). - - -398. _Fourberies_, Nr. 10; _Nawadir_, S. 11; Buadem, Nr. 104; Serbisch, -S. 88 ff.; Kroatisch, S. 58 ff. - -_Fourberies_, S. 25; Basset in der _RTP_, XVII, S. 606. - - -399. _Fourberies_, Nr. 12. - -Köhler, I, S. 500; Hartmann, S. 57. - -In einer Erzählung des im siebenten Jahrhundert n. Chr. verfaßten -Midrasch _Echa rabbathi_‚ verteilt ein Mann aus Jerusalem als Gast -fünf Hühner auf folgende Weise: der Hausherr und sein Weib erhalten -ein Huhn, die zwei Söhne eines, die zwei Töchter eines und er selber -zwei, so daß überall die Zahl drei resultiert. A. Wünsche, der diese -Erzählung in der _Z. f. vgl. Littg._, N. F., IV, S. 40 ff. mitteilt -(andere Parallelen bei Armeno-Wetzel, _Die Reise der Söhne Giaffers_, -hg. v. Fischer u. Bolte, Tübingen, 1895, S. 207), bringt ebendort, S. -43 ff. eine völlig entsprechende Variante aus Johannes Juniors _Scala -coeli_, Ulm, 1480, Bl. 37^b bei: - -Cum in prandio quinque haberet perdices, voluit, ut secundum scientiam -divinam eas divideret. Tunc clericus: In divinitate trinitas est -principium, et ideo vobis et dominae do unam et sic estis tres, duabus -filiabus unam et sic sunt tres, duobus filiis unam et sic estis tres; -mihi soli duas et sic sumus tres. - -Vereinfacht ist dieses Beispiel in der türkischen Volkserzählung _Vom -Räuber und vom Richter_, die wie Prelog bemerkt, der Steindruckausgabe -von Nasreddins Schwänken als Saum für jede Seite beigeschrieben wurde -(vgl. Chauvin, V, S. 187). Dort heißt es (Camerloher, S. 69 ff.): - -Der Richter ..... hieß ihn auch die drei Hennen austeilen. Der Räuber -schaute sich um, sah, daß die Kinder und die Diener weggegangen waren, -gab eine Henne der Richterin und die zwei andern sich selbst. - -Richter: »Was ist dies für eine Verteilung?« - -Räuber: »Die Henne ist eins, und ihr beide dazu macht drei; ich bin -eins, und die zwei Hennen dazu macht drei.« - -Man sieht, daß die Schnurre Dschehas nur eine nicht unwitzige -Steigerung dieser Geschichte darstellt. Vgl. auch unten Nr. 467. - - -400. _Fourberies_, Nr. 19; Pharaon, S. 185 ff.; Pann, S. 353 ff. - -_Fourberies_, S. 74. - - -401. _Fourberies_, Nr. 22; _Nawadir_, S. 10. - -_Fourberies_, S. 24 und 79. - -Hammer, _Rosenöl_, II, S. 274 ff.; Gladwin, II, S. 25, Nr. 66; -Clouston, _Flowers_, S. 95 ff.; Kuka, S. 83 ff.; Basset in der _RTP_, -XIII, S. 617 (aus dem _Mustatraf_‚ von al Abschihi). Vgl. auch -Wesselski, _Mönchslatein_, Nr. 20 und die Noten auf S. 206. - - -402. _Fourberies_, Nr. 23; Buadem, Nr. 99; _Nawadir_, S. 5; Serbisch, -S. 86. - -_Fourberies_, S. 19 ff. - -~Aristoteles und die Königin~: Wesselski, _Mönchslatein_, S. 244 -ff.; dort wären noch anzuziehen gewesen Bolte, _Die Singspiele der -englischen Komoedianten_, S. 21, Gaudefroy-Demonbynes in der _RTP_, XI, -S. 530, Basset ebendort, XV, S. 109 ff. und A. Borgeld, _Aristoteles en -Phyllis_, Groningen, 1902. - - -403. _Fourberies_, Nr. 24; _Nawadir_, S. 44. - -_Fourberies_, S. 73. - -Vgl. Arlotto, I, S. 193 ff., wo noch auf Boltes Anmerkung zu Schumanns -_Nachtbüchlein_, Nr. 42, S. 409 und hinter Freys _Gartengesellschaft_, -S. 284, auf Bolte in der _ZVV_, XIII, S. 422 und auf Cosquin, II, S. -209 zu verweisen gewesen wäre. - - -404. _Fourberies_, Nr. 33. - - -405. _Fourberies_, Nr. 35; vgl. auch dort Nr. 36. - -_Fourberies_, S. 74. - -Der Betrug mit dem Ziegenfelle, auf das der Sohn als ~angeblicher -Käufer mitbietet~, kehrt wieder zu Beginn der 6. Erzählung bei Socin -und Stumme, _Der arabische Dialekt der Houwara_, S. 35 und 98 (= -Basset, _Contes populaires d’Afrique_, S. 121), die uns noch unten bei -Nr. 407 begegnen wird; vgl. auch Henning, _Tausend und eine Nacht_, -XIX, S. 13 ff. und Chauvin, VIII, S. 107. - - -406. _Fourberies_, Nr. 37. - -Vgl. die 66. Facetie Poggios: _Dictum Perusini ad uxorem_‚ und die 93. -der _Cent nouvelles nouvelles_‚. Ausführliche Nachweisungen gibt Bolte -zu Frey, Nr. 21, S. 223 ff.; dazu kommen noch Domenichi, _Facetie_, -1562, S. 25 ff. und 282 (= Ausgabe von 1581, S. 30 und 349) und -Sagredo, _L’Arcadia in Brenta_, S. 386 ff. - -Anders Serbisch, S. 128: - -Der Hodscha Nasreddin hatte seiner Frau neue Pantoffel gekauft, aber -mit Papiersohlen. Als das die Frau sah, begann sie mit dem Hodscha -zu zanken, aber er sagte zu ihr: »Du nichtsnutziges Ding, kümmere -dich um deine Arbeit; wollte Gott, du könntest mit dem Fuß nicht mehr -auftreten; dann könntest du sie hundert Jahre tragen.« - - -407. _Fourberies_, Nr. 38; siehe Nr. 426 und 427, ferner die -Dschahangeschichte bei Stumme, _Malta_, S. 50 ff. (= Stumme, _Studien_, -S. 37), den Schluß des 91. Stückes: _Dschahans Abenteuer_‚ bei Ilg, -II, S. 43 ff. und Pitrè, _Novelle popolari toscane_, S. 184 ff. (von -Giucca). Vgl. auch oben Nr. 277 und die Noten dazu. - -_Fourberies_, S. 75; Basset in der _RTP_, XI, S. 498 ff. - -Über den ~Verkauf an einen Vogel, einen Baum, eine Statue~ usw. handeln -Köhler, I, S. 51, 65, 98 und 99 ff., Basset im _Loqmân berbère_, S. -77 ff., Köhler-Bolte in der _ZVV_, VI, S. 73, Clouston, _Noodles_, -S. 143 ff., Cosquin, II, S. 179 ff. und Chauvin, VI, S. 125 ff. Ohne -Rücksicht, ob schon zitiert oder nicht, gebe ich hier alle Versionen, -die ich einsehn konnte, indem ich auch auf das oben bei Nr. 383 -angezogene Motiv von dem ~Regen eßbarer Dinge~ Rücksicht nehme: - -Stumme, _Elf Stücke im Silha-Dialekt von Tázerwalt_, Nr. 7 in der -_Zeitschr. d. Deutschen Morgenl. Ges._, XLVIII, S. 403 ff. (an eine -Eule; Regen von Bohnen und Erbsen); Stumme, _Der arabische Dialekt der -Houwara_, S. 35 und 98 ff. (= Basset, _Contes populaires d’Afrique_, -S. 121 ff.): (Eule; gewöhnlicher Regen. Scheint verderbt zu sein); -Rivière, _Recueil de contes populaires de la Kabylie du Djurdjura_, -S. 179 ff. (Kuckuck, Kuchenregen); Ilg, II, S. 51 ff. (Holzbildsäule; -Weinbeerenregen); Giamb. Basile, _Lo Cunto de li Cunti_, j. I, t. -4 (1. Ausg. 1634), Napoli, 1891, I, S. 63 ff. = _Der Pentamerone_, -übertragen von F. Liebrecht, Breslau, 1846, I, S. 61 ff. (Bildsäule; -Regen von Rosinen und Feigen); R. Forster, _Fiabe popolari dalmate_, -Nr. 13 im _Archivio_, X, S. 313 ff. (Mehl an Bäume; ohne Schatz) und -314 (Statue); Schott, _Walachische Märchen_, Stuttgart, 1845, zitiert -bei Mackenzie, _The Marvellous Adventures and Rare Conceits of Master -Tyll Owlglass_, New Ed., London, 1890, S. 313 (Baum); Haltrich, S. 232 -ff. (Eiche); Krauss, _Sagen und Märchen der Südslaven_, I, S. 249 ff. -(Buche); Sklarek, S. 204 ff. (Weidenbaum); Böhm, _Lettische Schwänke_, -S. 42 ff. (Kiefern); Bladé, _Contes populaires de la Gascogne_, III, -S. 127 ff. (Statue); Sébillot, _Contes de la Haute-Bretagne_‚ in der -_RTP_, XI, S. 504 ff. und 505 (Heiliger); derselbe, _Contes et légendes -de la Haute-Bretagne_‚ in der _RTP_, XXIV, S. 140 ff. (Heiliger; kein -Schatz gefunden); J. Frison, _Contes et légendes de la Basse-Bretagne_‚ -in der _RTP_, XXII, S. 404 ff. (Heiliger); Sébillot, _Littérature -orale de la Auvergne_, S. 81 (Heiliger; kein Schatz gefunden); Carnoy, -_Littérature orale de la Picardie_, S. 190 und 196 (Christusbild); -Cosquin, II, S. 177 ff. (Ohne Schatz finden; Jean Bête nimmt dem -Heiligen einfach die Leinwand wieder ab). - - -408. _Fourberies_, Nr. 40. - - -409. _Fourberies_, Nr. 41. - - -410. _Fourberies_, Nr. 42. - - -411. _Fourberies_, Nr. 43. - - -412. _Fourberies_, Nr. 52 und - - -413. _Fourberies_, Nr. 53. - -Diese Erzählung hat eine merkwürdige Übereinstimmung mit dem 7. der -_KHM_‚ der Brüder Grimm: _Der gute Handel_‚ und mit dem 52. Stücke -der Krausschen _Sagen und Märchen der Südslaven_‚; in diesen beiden -Märchen macht ein Bauer eine Königstochter durch die Erzählung von dem -~Fleischverkaufe an Hunde~ (s. oben die Anmerkung zu Nr. 277, wo auch -auf Jahn, _Schwänke und Schnurren_, S. 103 ff. zu verweisen gewesen -wäre) lachen und soll sie deshalb zur Gattin erhalten. - -~Königstochter lachen machen~: Grimm, _KHM_, III, S. 115; Benfey, -_Pantschatantra_, I, S. 518; Köhler, I, S. 93 ff. und 348; Bolte bei -Montanus, S. 569; _Archiv für slavische Philologie_, XXI, S. 295, XXII, -S. 301 und 307. Vgl. weiter Monnier, S. 325 ff. und 329; Sklarek, S. -206 ff. und 295; Wlislocki, _Märchen und Sagen der transsilvanischen -Zigeuner_, Berlin, 1886, S. 119 ff.; Haltrich, S. 175 ff.; Wenzig, -_Westslawischer Märchenschatz_, Leipzig, 1857, S. 312 ff.; Bladé, -_Contes populaires de la Gascogne_, III, S. 23 ff.; Jacobs, _English -Fairy Tales_, S. 154 und 249 (Motiv mißverstanden); Reinisch, _Die -Nuba-Sprache_, I, S. 224 ff. Eine diesen Zug behandelnde Abhandlung von -J. Polivka in der _Pohadkoslovne studie_, Prag, 1904 ist mir unbekannt -geblieben. - - -414. _Fourberies_, Nr. 54 und - - -415. _Fourberies_, Nr. 55. - -S. die Nrn. 347, 383 und 430. - - -416. _Fourberies_, Nr. 56. - -Für diese Erzählung gilt das, was Benfey, _Pantschatantra_, I, S. -360 von ihrer Parallele, der äsopischen Fabel Von dem Bauern und der -Schlange (Halm, Nr. 96) sagt, nämlich daß sie wie ein Fragment aussieht -und nur den Eindruck von gehörtem und nicht völlig verstandenem, darum -unzusammenhängendem macht; vor allem fehlt jeder Grund, daß Dscheha -den Schakal in sein Haus aufnimmt. Vgl. Österleys Anmerkungen zu -_Gesta Romanorum_, Nr. 141 und zu Kirchhof, _Wendunmuth_, VII, Nr. 91, -die Anmerkungen Kurzens zu Waldis, I, Nr. 26, Chauvin, II, S. 94 und -Nopcsa, _Aus Sala und Klementi_, Sarajevo, 1910, S. 63 ff. - -~Schakal~ (Fuchs) ~hat zehn~ (hundert etc.) ~Listen~: Benfey, I, S. -316; Köhler, I, S. 408, 534 und 560; Chauvin, III, S. 54. - - -417. _Fourberies_, Nr. 59. - -Zu der Probe der Scharfsichtigkeit vgl. Busch, _Ut ôler Welt_, S. 12 ff. - - -418. _Fourberies_, Nr. 60. - - - - -IV. Maltesische Überlieferungen - - -419. _Bonelli_, S. 459; Buadem, Nr. 30; Serbisch, S. 61 ff. - - -420. _Bonelli_, S. 459. - - -421. Stumme, _Studien_, S. 49 ff. = Stumme, _Malta_, S. 79 ff.; Stumme, -_Studien_, S. 61 ff. = Stumme, _Malta_, S. 91 ff.; Bonelli, S. 459 ff.; -Ilg, II, S. 41 ff., Nr. 91. - -Reichliche Varianten geben Cosquin, II, S. 202 ff. und 363 ff. und -Chauvin in der _ZVV_, XV, S. 462; dazu vgl. noch Luzel, _Contes -populaires de Basse-Bretagne_, III, S. 400 ff., P. Sébillot, _Contes -de la Haute-Bretagne_, Nr. 22 in der _RTP_, XI, S. 453 ff.; Wlislocki, -_Märchen und Sagen der transsilvanischen Zigeuner_, S. 73 ff.; Ilg, II, -Nr. 98, S. 50 ff.; Bolte in der _ZVV_, XVII, S. 339. - - -422. Ilg, II, Nr. 94. - - -423. Ilg, II, Nr. 95. - -Der Schwank erinnert an das Salzsäen im 14. Kapitel des _Lalenbuchs_‚ -(Stuttgart, 1839, S. 61 ff.; v. d. Hagen, S. 83 ff.), wo es überdies -heißt: »Demnach auch kund und offenbar, daß andere Sachen wachsen, -als Kälber, so man Käse setzet, und Hühner, wenn man Eier in Boden -stecket ...«; vgl. dazu Böhm, _Lettische Schwänke_, S. 119. Ähnlich -ist das Anbauen von Kuhschwänzen, um Kühe zu erhalten; s. Keller, _Die -Schwaben_, S. 137 ff. und Bronner, _Schelmen-Büchlein_, S. 107 ff. -Klaus Narr, der Pfennige aussät, um Geld zu ernten (S. 85), will auch -Schafe und Geflügel anbauen (S. 203 ff.): - -Clauß strawte Schaaflorbern auß vnd meinet, es würden Schaaf dauon -außgehen; da sprach einer: Lieber Clauß, es werden keine Schaaf auß -diesem Samen. Clauß sprach: Werdens nit Schaafe, so werdens Lämmer, die -dienen auch in der Küchen an die Bratspiesse. - - -Also satzte er auch Kötlein von Hünern vnd Gänsen vnd versahe sich, es -würden Hüner vnd Gänse drauß wachsen; da sprache einer zu jm: Es ist -vmb sonst, Clauß, was du thust; wenn du aber Eyer einscharretest, so -würden junge Hüner drauß. Clauß antwortet: Was taug vnd kan ein ding -vnversuchet? Ich wils hiemit versuchen, wil es denn nicht gerahten, so -wil ich Eyer eynscharren. - -Vgl. auch die 11. und die 12. der von Decourdemanche hinter den -_Plaisanteries de Nasr-Eddin Hodja_, S. 123 ff. mitgeteilten -Karakuschgeschichten. - - -424. Ilg, II, Nr. 96. - -Eine maltesische Parallele steht bei Ilg, II, S. 39; vgl. weiter Grimm, -III, S. 101. - - -425. Ilg, II, Nr. 97. - -Der Schwank ist mir außer bei Costo, _Il Fuggilozio_, S. 91 und -bei Sagredo, _L’Arcadia in Brenta_, S. 165 ff. auch schon in einer -ältern italiänischen Facetien- oder Novellensammlung begegnet; leider -ist mir nicht erinnerlich, in welcher. Auf einer italiänischen -Quelle beruht auch das dasselbe erzählende 35. Stück von Wickrams -_Rollwagenbüchlein_‚; vgl. Boltes Noten dazu S. 370 ff. - - - - -V. Sizilianische Überlieferungen - - -426. Pitrè, III, S. 353 ff.; Crane, S. 291 ff.; Gonzenbach, I, S. 249 -ff. (der Anfang ist identisch mit der Nr. 427); vgl. oben die Nr. 277 -und 407. - -Pitrè, III, S. 371; Crane, S. 379; Gonzenbach, II, S. 228. - -Der ~Befehl, nur an Leute zu verkaufen, die wenig reden~ begegnet nicht -nur in der Fassung bei Pitrè, sondern auch bei Basile, Cosquin und -Frison an den zu Nr. 407 genannten Stellen. - - -427. Pitrè, III, S. 354 ff.; Crane, S. 292; Gonzenbach, I, S. 249 ff. - -Crane, S. 379; Cosquin, II, S. 180 ff. - -Bei Pitrè, _Novelle popolari toscane_, S. 188 deckt Giucca mit der -schon gefärbten Leinwand einen Dornbusch zu, der ihm vor Kälte zu -zittern scheint. - - -428. Pitrè, III, S. 355 ff.; Crane, S. 293. - -Crane, S. 293 ff. und 380. - -Bei Pitrè, III, S. 372 (Monnier, S. 59) steht eine Variante, wo sich -Giufà über die Fliegen nur deshalb beklagt, weil sie ihn belästigen; -der Ausgang ist ebenso wie in der in Rede stehenden Erzählung. -Diese Variante, die mit einer Juvadigeschichte bei Mango, S. 54 -übereinstimmt, ist eine Parallele zu unserer Nr. 280. Vgl. dazu noch -die Nachweisungen Pitrès im _Archivio_, V, S. 140. - -Von den in unsere Erzählung verwobenen Motiven erinnert der -~Fleischverkauf an die Fliegen~ an den oben bei Nr. 277 und 412 -besprochenen ~Fleischverkauf an die Hunde~, während wir der -~Verscheuchung von Dieben durch ein harmloses Selbstgespräch~ (zu der -hier besprochenen Fassung vgl. noch die Giufàgeschichte bei Gonzenbach, -I, S. 260 ff.) unten bei Nr. 446 begegnen werden. - - -429. Pitrè, III, S. 356 ff.; Gonzenbach, I, S. 255 ff.; Crane, S. 298 -ff.; Monnier, S. 12 ff. - -Köhler-Bolte in der _ZVV_, VI, S. 74. - -Meist bis in die Einzelheiten übereinstimmende Varianten geben -Lidzbarski, _Geschichten und Lieder_, II, S. 175 ff., Ilg, II, S. 20 -ff., M. Preindlsberger-Mrazović, _Bosnische Volksmärchen_, S. 47 -ff., Finamore im _Archivio_, V, S. 219 ff. und P. Sébillot in der -_RTP_, XI, S. 391 ff.; vgl. auch _Archiv für slavische Philologie_, -XXII, S. 305 (kleinrussisch). - - -430. Pitrè, III, S. 360 ff.; Crane, S. 294 ff.; Gonzenbach, I, S. 252 -ff.; Pitrè, IV, S. 291. - -Pitrè, III, 373 ff. und IV, 444 ff.; Crane, S. 295 ff. und S. 380; -Köhler-Bolte in der _ZVV_, VI, S. 74. - -Vgl. die Nrn. 347, 383 und 415. - - -431. Pitrè, III, S. 361 ff.; Crane, S. 296; Gonzenbach, I, S. 253. Vgl. -die als Nr. 445 mitgeteilte Juvadigeschichte. - -In einer Erzählung bei Stumme, _Malta_, S. 55 ff. (_Studien_, S. 40) -wirft Dschahan das kleine Mädchen, das er waschen soll, in einen Kessel -siedenden Wassers. - -Köhler-Bolte in der _ZVV_, VI, S. 74; weitere Nachweise gibt Bolte bei -Frey, S. 223. - - -432. Pitrè, III, S. 365 ff. Siehe oben Nr. 55. - - -433. Pitrè, III, S. 366 ff.; Crane, S. 296 ff.; Gonzenbach, I, S. 252; -eine ähnliche Geschichte von Juvadi bei Mango, S. 47 ff.: _Juvadi et la -jocca_‚. - -Bei Pitrè, _Novelle popolari toscane_, S. 180 ff. und 195 setzt sich -Giucca erst auf die Eier, nachdem er sich mit Honig bestrichen und in -Federn gewälzt hat. - -Pitrè, III, S. 376; Crane, S. 380; Gonzenbach, II, S. 228; Köhler-Bolte -in der _ZVV_, VI, S. 74. - -Vgl. weiter meine Anmerkungen zu Bebel, I, Nr. 26 und III, Nr. 148 und -zu Morlinis 49. Novelle, Lidzbarski, _Geschichten und Lieder_, S. 128 -ff. (Bolte in der _Z. f. vgl. Littg_‚., XIII, S. 233), Böhm, _Lettische -Schwänke_, S. 118 zu Nr. 33 und endlich Busch, _Ut ôler Welt_, S. 35 -ff., Nr. 16. - - -434. Pitrè, III, S. 369 ff. - -Abu Nuwas ist der Held dieser Geschichte bei Velten, _Märchen und -Erzählungen der Suaheli_, S. 25 ff., bei Büttner, _Anthologie aus der -Suahelilitteratur_, I, S. 90 ff. und II, S. 90 ff. und bei Reinisch, -_Die ’Afar-Sprache_, I, S. 15 ff. (in die letztgenannte Erzählung ist -der gewöhnliche Schluß der Unibosmärchen verwoben); von Bahlul wird sie -berichtet bei Meißner, _Neuarabische Geschichten aus dem Iraq_, Nr. 44, -S. 76 und 77 ff.; siehe ebendort, S. V. - -VI. Kalabrische Überlieferungen - - -435. F. Romano, _Calabresismi_, Teramo, 1891, S. 109, abgedruckt im -_Archivio_, XI, S. 112. - -Das Motiv von der ~verkehrten Ansprache oder Begrüßung~ (siehe oben die -Anmerkung zu Nr. 169), das hier nur am Schlusse leichthin angedeutet -ist, ist vollkommen durchgeführt in der Giufàerzählung bei Pitrè, III, -S. 362 ff.; vollständig fehlt es hingegen bei den sonst als Parallelen -zu bezeichnenden Erzählungen von Juvadi bei Mango, S. 48 und von -Dschahan bei Bonelli, S. 458 und Stumme, _Malta_, S. 52 (_Studien_, S. -38). - -Vgl. weiter Ilg, II, S. 48: _Die Taten des Buassu_‚. - - -436. Mango, S. 48 ff. - - -437. Mango, S. 49 ff. - -Vgl. Henning, _Tausend und eine Nacht_, XXIII, S. 213 ff. (Chauvin, -VII, S. 150 ff.); Gonzenbach, II, S. 138 ff.; Pitrè, III, S. 223 ff. -und 236 ff.; Cosquin, II, S. 338 ff.; Köhler-Bolte in der _ZVV_, VI, S. -171; Wesselski bei Morlini, S. 320 ff.; Clouston, _Popular Tales and -Fictions_, II, S. 36 ff. und 473 ff. - -An Märchen, die dem unsrigen nahe stehn, seien noch genannt: _Amalfi, -Novelluzze raccolte in Tegiano (Prov. di Salerno)_, Nr. 1: _Lo cunto -re lu puorcu_‚ im _Archivio_, XIX, S. 497 ff.; G. Crocioni, _Novelle -popolari in dialetto di Canistro (Aquila)_, Nr. 4: _La vaccarella_‚ im -_Archivio_, XX, S. 190 ff.; Pitrè, _Novelle popolari toscane_, S. 277 -ff., Nr. 59: _Il porco e il castrato_‚; P. Sébillot, _Contes de prêtres -et de moines, recueillis en Haute-Bretagne_, Nr. 1: _Les moines et le -bonhomme_‚ im _Archivio_, XIII, S. 274 ff.; Radloff, III, S. 336 ff.: -_Eshigäldi_‚; vgl. auch Jacob, _Türkische Volkslitteratur_, Berlin, -1901, S. 7 ff. und _Archiv für slavische Philologie_, XXVI, S. 465. - -Zu dem einleitenden Zuge, der ~Herauslockung des Tieres~, vgl. -Wesselski, _Mönchslatein_, S. 209 zu Nr. 29, wo noch auf Bromyard, -S. 8, 9, _Kátha Sarit Ságara_, II, S. 68 ff. und 636 und Lecoy de la -Marche, _L’esprit de nos aïeux_, S. 196 ff. zu verweisen gewesen wäre, -und Hertel, _Tantrâkhyâyika_, Leipzig und Berlin, 1909, I, S. 137. - -Zu der Verkleidung als Arzt vgl. noch Tallemant des Réaux, _Les -Historiettes_, 3^e ed. par P. Paris et De Monmerqué, Paris, 1865, VI, -S. 220, Nr. 472: _Vengeance raffinée_‚. - - -438. Mango, S. 51 ff. - -Der Eingang, nämlich die Tötung des Morgensängers, kehrt wieder in -der bei Pitrè, III, S. 375 ff. als Variante zu der oben als Nr. 430 -gebrachten Giufàgeschichte mitgeteilten Erzählung. - -Der Rest ist eine Bearbeitung des Motivs von der ~mehrfachen Ausnutzung -eines Leichnams~, worüber man — ohne Rücksicht auf die in den -Unibosmärchen oft vorkommende Nutznießung aus der Leiche der Mutter -— v. d. Hagen, _Gesammtabenteuer_, III, S. LII ff., Cosquin, II, S. -333 ff., Bédier, S. 469, Köhler, I, S. 65, W. C. Hazlitt, _Tales and -Legends of National Origin or widely current in England from early -times_, London, 1892, S. 480 ff.: _The Monk of Leicester who was four -times slaine und once hanged_, Rittershaus, S. 396 ff. und 399 ff., -Böhm, _Lettische Schwänke_, S. 119 ff. vergleiche; verwandt damit ist -auch Stumme, _Malta_, S. 61 ff. (= _Studien_, S. 44 ff.). - - -439. Mango, S. 52 ff. - -Wie man sieht, ist diese Geschichte nichts als eine Variante des 3. -Märchens des 1. Tages bei Basile; ausführliche Nachweisungen geben -Köhler-Bolte in der _ZVV_, VI, S. 174 ff. und Köhler, I, S. 405 und -588. Vgl. auch _Archiv für slavische Philologie_, XXVI, S. 463. - -Zu der ~Heilung durch Lachen~ vgl. oben die Anmerkung zu Nr. 167 -und meine Nachweise in Bebels _Schwänken_, II, S. 110 ff.; ferner -_Studien z. vgl. Litg._, VII, S. 236; J. Meder, _Quadragesimale de -filio prodigo_, 1494, sermo 20, zitiert bei Cruel, _Geschichte der -deutschen Predigt im Mittelalter_, 1879, S. 568 ff.; Celtes, _Fünf -Bücher Epigramme_, hg. v. Hartfelder, Berlin, 1881, S. 57; Passano, _I -novellieri italiani in prosa_, 2^a ed., Torino, 1878, II, S. 104. - - -440. Mango, S. 53. - - -441. Mango, S. 53 ff. - - -442. Mango, S. 54. - - -443. Mango, S. 54. - -Vgl. Merkens, I, S. 168 ff., Nr. 196 und Krauss, _Zigeunerhumor_, S. 34 -ff.; ich glaube aber die Schnurre auch schon als Predigtmärlein gelesen -zu haben. - - -444. Mango, S. 55. - -Das ~Verschmieren der Wandritzen mit Teig~ erinnert an das ~Bestreichen -der Erde mit Butter~‚: Grimm, _KHM_, Nr. 59; Haltrich, S. 245, Nr. 67; -Rittershaus, S. 357; E. H. Carnoy, _Littérature orale de la Picardie_, -S. 189 ff.; Böhm, _Lettische Schwänke_, S. 118 zu Nr. 31; _Archiv für -slavische Philologie_, XXII, S. 309; Reinisch, _Die Saho-Sprache_, -I, S. 242; derselbe, _Die Bedauye-Sprache_, Wien, 1893, I, S. 58 ff. -Getränkt wird die durstige Erde bei L. Morin, _Contes Troyens_, Nr. 8 -in der _RTP_, XI, 460 ff., und ihre Risse werden mit Geld verstopft bei -P. Sébillot, _Littérature orale de la Haute-Bretagne_, S. 98. Siehe -auch oben die Anmerkung zu Nr. 427. - - -445. Mango, S. 55. - -Die ~Unkenntnis vom Wesen des Kindsschädels~ als Ursache der Tötung des -Kindes begegnet konform wie hier bei Haltrich, S. 243 (... da merkte -Hans, daß dem Kinde der Scheitel zuckte, das waren aber die Weichen, -die bei der Aufregung des Kindes erzitterten. Hans aber dachte, das -sei eine bösartige Blase, nahm eine große Nadel, stach sie durch, und -das Kind zuckte nur einigemal und war tot ...) und bei G. Amalfi, _I -chiochiari nel mandamento di Tegiano_‚ im _Archivio_, VII, S. 132 ff.; -eine augenscheinlich verdorbene Version erzählt Alice Fermé, _Contes -recueillis en Tunis_, Nr. 1: _La bonne femme_‚ in der _RTP_, VIII, S. -28 ff. - - -446. Mango, S. 55 ff.; ebenso von Giufà: Pitrè, III, Nr. 367 ff. - -In derselben Weise, nur daß es sich um das einem zerbrochenen Kruge -entströmende Wasser handelt, geschieht die ~Verscheuchung der Diebe~ im -57. Märchen bei Gonzenbach, II, S. 3 ff. - -Auf die durch den Schwank Bebels, II, Nr. 112 und durch die 6. Novelle -der 13. Nacht bei Straparola charakterisierten Erzählungsreihen, die ja -auch hieher gehören, näher einzugehn, würde wohl zu weit führen. - - -447. Mango, S. 56. Vgl. oben Nr. 49. - -VII. Kroatische Überlieferungen - - -448. Kroatisch, S. 91 ff.; Nouri, S. 94 ff. - - -449. Kroatisch, S. 95. - - -450. Kroatisch, S. 101; eine Variante, wo Nasreddin nicht der Gefoppte, -sondern der Foppende ist, bieten Tewfik, Nr. 40, _Tréfái_, Nr. 138, -Griechisch, Nr. 18, Serbisch, S. 26 und Kroatisch, S. 16. Vgl. weiter -Buadem, Nr. 38, Serbisch, S. 63 und Kroatisch, S. 38 ff. - -Horn zitiert im _Keleti szemle_, I, S. 69 eine Version aus der -_Herzerfreuenden Schrift_‚ von Zakani, und Basset hat in der _RTP_, XV, -S. 461 eine damit ziemlich übereinstimmende aus dem _Nuzhat al udaba_‚ -übersetzt. Zeitlich in der Mitte liegt die Nr. 1 der von Papanti -herausgegebenen _Facezie e motti dei secoli XV e XVI_‚ (Bologna, 1874), -die etwa zwischen 1490 und 1500 niedergeschrieben worden ist[20]. -Danach hat der spanische Gesandte bei Innocenz VIII. im Jahre 1486, -als der König von Frankreich die Florentiner durch Drohungen dem König -Ferrante II. abspenstig zu machen versuchte, einem Sekretär Lorenzos de -Medici und einem Beamten der Signoria von Florenz folgende Geschichte -erzählt: - -Che in Hispagna a casa sua era stato uno povero, che andava mendicando -con un bordone, a capo del quale era un ferro acuto et lungho; e quando -chiedeva la limosina ad alcuno, gli voltava la punta di decto bordone, -come se gli volessi dare con epso, dicendo: Tale, dammi qualche cosa -per l’amore di Dio, se no .... Di che seguiva, che molti, cognoscendolo -matto et importuno, vedendosi vòlta la punta, et interpretando quello -se no: io ti darò con questo bordone; per non havere a chonbatter con -lui, gli davano la limosina. Seguì un giorno, che, faccendo il decto -povero questo acto a un cavaliere, huomo giovane et animoso; trovandosi -la spada allato, come costumano in quel paese ciascun portarla; -sdegnandosi questo cavaliere, messo mano alla spada, et voltàtosi -al povero con epsa: Che se no, o non se no? Il povero incontinenti -rispose: Se non, me n’andrò con Dio sanza danari. Et così per la più -corta si partì. - -Es gibt aber noch eine viel ältere abendländische Bearbeitung, und -die steht in dem 3. Buche der _Carmina_‚ des von Karl dem Großen 794 -zum Bischof von Orléans ernannten und von Ludwig dem Frommen vier -Jahre lang (817-821) in Angers gefangen gehaltenen Italiäners oder -Südfranzosen Theodulphus; sie folge hier nach dem Abdrucke bei Migne, -CV, S. 330: - - Saepe dat ingenium quod vis conferre negabat, - Compos et arte est qui viribus impos erat. - Ereptum furto castrensi in turbine quidam - Accipe qua miles arte recepit equum. - Orbus equo fit praeco, cietque ad compita voce, - Quisquis habet nostrum reddere certet equum. - Sin alias, tanta faciam ratione coactus, - Quod noster Roma fecit in urbe pater. - Res movet haec omnes, et equum fur sivit abire, - Dum sua vel populi damna pavenda timet. - Hunc herus ut reperit, gaudet, potiturque reperto, - Gratanturque illi quis metus ante fuit. - Inde rogant quid equo fuerat facturus adempto, - Vel quid in urbe suus egerit ante pater. - Sellae, ait, adjunctis collo revehendo lupatis - Sarcinulisque aliis, ibat onustus inops. - Nil quod pungat habens, calcaria calce reportans, - Olim eques, inde redit ad sua tecta pedes. - Hunc imitatus ego fecissem talia tristis, - Ne foret iste mihi, crede, repertus equus. - -Einen der Fassung bei Memel, S. 20, Nr. 27 nahestehenden englischen -Schwank druckt Ashton, S. 200 aus _England’s Jests Refin’d and -Improv’d_, 3^{rd} Ed., London, 1693 ab: - -A Scholar meeting a Countreyman upon the Road rid up very briskly to -him; but the Countreyman, out of respect to him was turning off his -Horse to give him the Road, when the Scholar, laying his Hand upon his -Sword, said: »’Tis well you gave me the Way, or I’d ....« »What wou’d -you have done?« said the Countreyman, holding up his Club at him. -»Given it to you, Sir,« says he, pulling off his Had to him. - -Vgl. weiter Lehmann, _Exilium melancholiae_, D, 57, S. 96, Amalfi, -_XII facezie e motti raccolti in Piano di Sorrente_, Nr. 1: _Fateme -’a caretà, ca se no!_‚ im _Archivio_, XXI, S. 335 ff. und Krauss, -_Zigeunerhumor_, S. 143 ff., 169 ff. und 186. - -Diese Drohung ~Entweder~ .... ~oder~ ....! erinnert an die im drohenden -Tone gerichtete Frage: _Ist das Ernst oder Spaß?_, z. B. in _Archie -Armstrong’s Banquet of Jests_, S. 216: - -Two Gentlemen meeting, the one jostled the other from the Wall, and had -almost made him to measure his length in the channell: who by much adoe -recovering himselfe came up close to him, and asked him whether he were -in jest, or in earnest? He told him plainely, that what hee did was in -earnest. And I am glad, replies the other, that you told me so: for I -protest, I love no such jesting: by which words he put off the quarell. - -Nicht identisch mit dieser Version ist die bei Ashton, S. 335 aus -_A choice Banquet of Willy Jests, Rare Fancies, and Pleasant Novels -.... Being an Addition to Archee’s Jests_, London, 1660 abgedruckte, -die Wort für Wort mit Nr. 44 der _Conceits, Clinches, Flashes, and -Whimzies_, London, 1639, bei Hazlitt, III, S. 16 übereinstimmt; vgl. -weiter Merkens, II, S. 89, Nr. 108 und III, S. 16, Nr. 20 und _Joe -Miller’s Jests_, S. 63, Nr. 367. Hierher gehört auch die 42. Erzählung -der _Hundred Mery Talys_, ed. by Österley, S. 73 ff. (bei Hazlitt, I, -S. 65 ff. hat sie die Nr. 41). - - -451. Kroatisch, S. 101. - - -452. Kroatisch, S. 101 ff. - -Ähnlich erzählt Melander, _Jocoseria_, I, Nr. 115, S. 93 ff. (deutsche -Ausgabe I, Nr. 78, S. 67) wahrscheinlich nach Bullinger, _Contra -Cochlaeum_‚: - -Alium quendam (nugonem) non puduit omni asseveratione affirmare, se -fuisse in regione quadam, ubi apes ovibus magnitudine nihil quicquam -cederent. Hoc quam mendacissime ab illo dici, cum vel surdus audiret, -quidam ex auditoribus ita illi respondit: Oportet igitur istic quidam -alvearia perquam capacia esse. Tum nugo, Non capaciora nostratibus, -inquit. Respondit alter iste: Non sunt ampliora nostratibus? Deus -bone, quid ego audio! Ecquomodo igitur ingentes istae apes tuae alveria -nostratibus haud majora intrare possunt? Cui nugo in mendacio suo -veluti mus in pice haerens, totusque pudefactus, respondit: Hujus -equidem rei curam ipsis relinquo. Da laß ich sie vor sorgen. - -Reichliche Nachweise zu dieser Lügenschnurre gibt _Müller-Fraureuth_‚ -in den _Deutschen Lügendichtungen bis auf Münchhausen_, Halle, 1881, -S. 58 ff., 72, 127 und 137. Eine nicht unwitzige Variante in den -_Additamenta_‚ von Hermotimus (hinter Nicodemi Frischlini Balingensis -_Facetiae selectiores_‚ in der Ausgabe Amstaelodami, 1660) ist ihm aber -entgangen; dort wird S. 304 ff. _De Apibus Indicis_‚ folgendes erzählt: - -Ein aus Indien nach Zeeland heimgekehrter schneidet auf, die Bienen -seien in Indien so groß wie in Zeeland die Elstern. »Und die -Bienenstöcke?« »Nicht größer als die unserigen.« »Und die Löcher -darin?« »Nicht größer als bei uns.« »Wie können sie dann aus und ein?« -»Quae ingredi non possunt, illas oportet foras manere.« - - -453. Kroatisch, S. 102. - - -454. Kroatisch, S. 102 ff. - -Müller-Fraureuth, der zu dem Schwanke überflüssigerweise auch _KHM_, -Nr. 146 heranzieht, gibt S. 53, 125 und 78 eine stattliche Reihe -Varianten; die älteste Fassung ist ihm freilich entgangen. Sie steht -in den _Facetie et motti arguti_‚ von L. Domenichi, Fiorenza, 1548, -Bl. B_{5}b, und zwar in dem Teile, der auf dem 1479 verfaßten _bel -libretto_‚ des Padre Stradino beruht[21]; mit demselben Wortlaute ist -sie übergegangen in die _Facecies, et motz subtilz_, Lyon, 1559, Bl. -9^b (Lyon, 1597, S. 29) und in die spätern Ausgaben der Domenichischen -Facetien (1562, S. 59, 1581, S. 71 usw.). Wortwörtlich identisch steht -sie auch nach einem alten Manuskripte in der Nr. 2 der Zeitschrift _Il -Cherico del Piovano Arlatto_‚ (1878), S. 60 ff. - -Eine sehr hübsche und sehr frühe Variante, die ich nur aus Dreux du -Radier, _Récreations historiques_, A la - -Haye, 1768, I, S. 96 ff. kenne, steht in den _Volantillae_‚ von -Hilarius Cortesius (Courtois), Parisiis, 1533: - - Interrogabat quispiam Rex Galliae - In Neustria quidnam referretur novi? - Tunc Neuster inquit ludibundus, et joco - (Ne conveniri se putabat a suo - Principe): Diebus hisce succrevit ibi olus - Sublimitatis tam arduae, ut sub eo queat - Exercitus Regis quiescere facile, - Solis sine offensa. Inde, equitans rex longius, - Habet Brittonem obvium; rogat et eum obvium, - Ecquid novi Armorica Brittannia disserat? - Cui Brito: Struunt circumferentia nova - Lebetem: ibi cum plurimus sit artifex - Qui verbere intonet, tamen non liberum est - Ut verberantes, malleis tonantibus, - Intelligant alios aliquatenus; scio, - Quid viderim. Tum Rex joco ait: Id scilicet - Curatur ut Normanniae coquant olus. - -Die Nachweisungen Müller-Fraureuths seien weiter durch folgende -ergänzt: Doni, _La Zucca_‚ (1. Ausg. 1552), _Venetia_, 1592, Bl. -209^a; Luis de Pinedo, _Libro de chistes_‚ bei Paz y Mélia, _Sales -españolas_, I, S. 298 ff.; C. A. M. v. W., _Zeitvertreiber_, S. 159; -Harsdörfer, _Ars apophtegmatica_, S. 210, Nr. 954; W. Hickes, Oxford -_Jests Refined and Enlarged_, London, 1684 bei Ashton, S. 347; Krauss, -_Zigeunerhumor_, S. 159: _Ein großes Krauthäuptel_‚; »Fulano, Zutano, -Mengano y Perengano«, _Cuentos y chascarrillos andaluces_, Madrid, -1896, S. 84 ff.: _La col y la caldera_‚. Nicht uninteressant ist auch -eine Version aus Annam bei A. Landes, _Contes et légendes annamites_, -Saigon, 1886, S. 319: - -Deux menteurs faisaient assaut de mensonges. »J’ai vu, disait l’un, -un tambour que l’on entendait de cinquante lieues.« — »Et moi, disait -l’autre, un buffle dont la tête était en France et la queue en Annam.« -— »Comment cela se pourrait-il? dit le premier.« — »Sans un buffle -pareil, répondit son camarade, on n’eut pas trouvé une peau pour ton -tambour?« - - -455. Kroatisch, S. 103 ff. - - - - -VIII. Serbische Überlieferungen - - -456. Serbisch, S. 44 ff. - -Eine hübsche Parallele bieten die _Contes du Sieur Gaulard_, S. 196 ff.: - -Vne autrefois, estant arriué à Grey, son coche se vint à rompre en deux -ou trois endroits. Dequoy extremement fasché, parce qu’il deuoit aller -en quelque lieu en diligence: enfin il s’aduisa d’escrire à Monsieur -de Lampas, son cousin, qui demeuroit à deux lieues de là, et le prioit -bien fort de l’accomoder de son coche pour deux ou trois iours. Cela -fait, il cachette sa lettre, et estoit prest à l’enuoyer par son -laquais, quand son cocher luy vint dire que son coche estoit fort bien -r’habillé, et qu’il n’en falloit jà emprunter. Alors le sieur Gaulard -deschira cette lettre, et se fist apporter de nouveau vne plume et de -l’encre, et escriuit à son cousin vne autre lettre, par laquelle il -le remercioit bien fort de l’amitié qu’il luy vouloit faire, de luy -enuoyer son coche, qu’il n’en estoit plus de besoin, et que le sien -estoit raccomodé: et despescha son laquais qui porta cette derniere -lettre au sieur de Lampas, qui le vint trouver le lendemain exprès à -dix lieues de là, pour sçauoir ce qu’il vouloit dire. Lors il lui dit, -Mon cousin, i’estois en peine, pource que ie vous auois escrit, qu’il -vous pleust m’accomoder de vostre coche, et sçachant la bonne affection -que vous me portez, ie me suis bien douté, que dés que i’aurois escrit, -vous me l’enuoiriez. Et par ainsi ie vous ay escrit la derniere fois, -afin que vous ne m’enuoyssiez pas vostre coche, puis que le mien estoit -refait. - -Anders ist folgende persische Geschichte (Kuka, S. 157): - -An inhabitant of Baghdad went to Kazwin. As his stay at the latter -place was prolonged beyond what he had originally intended it to be, he -wrote a letter to his family, mentioning everything about himself and -his affairs; but, as he could not find any messenger, he determined to -take the letter himself to Baghdad. Accordingly he took up the letter, -and arrived with it at his house, but stayed outside the door. The -members of his family were glad to see him, and asked him, to enter -the house; but this he would not do, saying, »my object in coming here -was merely to bring this letter«; and with these words he left again, -leaving the letter with them. - - -457. Serbisch, S. 45 ff.; Roda Roda, S. 124. - -G. Bouchet, _Les Serées_, V, S. 69: - -Ce maistre qui estoit de nos Serees, nous conta qu’vn iour il demanda -à vn sien mestayer, comme il se portoit depuis deux ou trois iours -que sa femme estoit morte, lequel luy respondit, quand ie reuins de -l’enterrement de ma femme, m’essuyant les yeux, et trauaillant à -plorer, chacun me disoit, compere, ne te soucie, ie sçay bien ton -faict, ie te donneray bien vne autre femme. Helas! me disoit-il, on ne -me disoit point ainsi, quand i’eu perdu l’vne de mes vasches. - - -458. Serbisch, S. 48. Ähnlich Buadem, Nr. 62; Serbisch, S. 72 ff.; -Kroatisch, S. 44. - -Eine ähnliche Schnurre aus dem _Nuzhat al udaba_‚ hat Basset in der -_RTP_, XV, S. 363 mitgeteilt: - -Einige Räuber hielten auf der Heerstraße mehrere Kaufleute an, -bemächtigten sich ihrer und verteilten sie durchs Los. Die einen -fanden bei ihren Gefangenen Stoffe und seidene Mäntel, andere Geld und -andere Dinge; einer aber schlug seinen Kaufmann jämmerlich mit den -Worten: »Warum sind deine Waren nicht so wie die deiner Gesellen?« Der -Kaufmann antwortete: »Verzeih, Herr, ich wußte nicht, daß der Markt so -gut besucht sein werde; habe Geduld bis zum nächsten Mal.« Der Räuber -lachte und ließ ihn laufen. - - -459. Serbisch, S. 97. - - -460. Serbisch, S. 97 ff. - - -461. Serbisch, S. 98. - - -462. Serbisch, S. 109. - -Eine seltsame Parallele und wohl zugleich die schließliche Quelle des -serbischen Schwankes bietet eine Geschichte bei Bar-Hebraeus, S. 25, -Nr. 98, deren Held der weise Günstling des persischen Königs Khosrev -Anoscharwan (531-579) ist: - -Bazarjamhir’s wife asked him a certain question and he replied, »I -know not the answer.« Thereupon she said unto him, »Dost thou take -such large wages from the king [for thy wisdom] and yet not know -the answer to my question?« And he replied, »I receive my wages for -what I know, and it is not payment for what I know not. If I were to -receive wages for that which I know not all the king’s treasures would -be insufficient to reward me, for the things which I know not are -exceedingly many.« - -Ebenso, nur daß es nicht die eigene Frau ist, steht die Geschichte, die -bei Masudi fehlt, bei Galland, S. 53 ff.; auf einen andern übertragen -ist sie bei Roda Roda, S. 63. - - -463. Serbisch, S. 117. - - -464. Serbisch, S. 128; Griechisch, Nr. 147; Pann, S. 338. - - -465. Serbisch, S. 131. - - -466. Serbisch, S. 132. - - -467. Serbisch, S. 135 ff. - -Zu dem Anfange des Schwankes (Nasreddins Tür) ist auf Pann, S. 342 und -oben auf unsere Nr. 329 zu verweisen; zu dem Reste, der eine Parallele -bei Roda Roda, S. 252 hat, vgl. die Anmerkungen zu Nr. 399. - - -468. Serbisch, S. 144 ff. - - -469. Serbisch, S. 147. - - -470. Serbisch, S. 148. - - -471. Serbisch, S. 151 ff. - - -472. Serbisch, S. 152 ff. - - -473. Serbisch, S. 158. - -Vgl. dazu die Nr. 92 bei Luscinius, _Joci ac sales_, abgedruckt bei -Gastius, _Convivales sermones_, I, S. 288 ff. und in der Ausgabe -Francofurti, 1602 der _Mensa philosophica_, S. 399 ff., Nr. 74: - -Pauper quidam in tonstrinam veniens, ob Dei amorem orauit vt -tonderetur, quod nihil sibi esset pecuniarum, quo operam tonsoris -conduceret. Cum tonsor arrepta hebete nouacula, tanta inclementia -miserum radit, vt ad singulos tractus lachrymae ex oculis vbertim -manarint, interea eanis in culina acerbe verberatus, magno eiulatu in -officinam tonsoris prosiliit. Quo conspecto, pauper ceu parem sortis -iniquitatem in animali miseratus, exclamauit: O canis, quid adversi -accidit tibi? num et tu rasus es ob Dei amorem? - -Der Schwank, der aus Gastius in Domenichis _Facetie_, 1562, S. -229 (1581, S. 282 ff.), in die _Cicalata in lode della Frittura_‚ -von Lorenzo Panciatichi (Biscioni im Kommentar zu Lorenzo Lippis -_Malmantile racquistato_, Venezia, 1748, S. 47), in die _Cuentos_‚ von -Juan de Arguijo (Paz y Mélia, _Sales españolas_, II, S. 137 ff.), in -die _Certayne Conceyts and Jeasts_, Nr. 16 (Hazlitt, III, S. 8 ff.), in -Zincgref-Weidners _Apophtegmata_, III, S. 256 usw. übergegangen ist, -ist auch die Quelle der 82. Erzählung in Hebels _Schatzkästlein des -Rheinischen Hausfreundes_‚ in der zitierten Ausgabe III, S. 204. - -Nahe steht aber unserer Geschichte auch folgender Schwank _Von Claus -Narren_, S. 162: - -Als jhm Clauß wolte lassen seinen Bart abnemmen, nam der Balbierer -einen stumpffen Harsach[22] vnd räuffte den guten Menschen vbel. Clauß -duldets vnd schweig stille. In dieser weile aber, da Clausen der -Balbierer beschickte, ließ der Wirth im Hause ein gemestet Schwein -stechen vnd abschlachten, das schreye sehr, da schrey Clauß auch: Hülff -Gott, der Schlächter wird stumpff haben, weil das Schwein so schreyet; -denn mein Balbierer hatt auch nit scharff, noch machte er mir nit so -wehe, daß ich geschrien oder gezuckt hette. - - -474. Serbisch, S. 158 ff. - -Der Schwank steht schon im _Nuzhat al udaba_, woraus ihn Basset im -_Keleti szemle_, I, S. 221 übertragen hat, ferner bei Kuka, S. 182, Nr. -85. - - -475. Serbisch, S. 159 ff. - - -476. Serbisch, S. 166. - -Tabourot, _Contes du Sieur Gaulard_, S. 209: - -Allans par pays, son homme voulant gagner le beau chemin, trauersa vn -chemin semé de pois. A raison dequoy, le sieur Gaulard se mit à crier -à gorge desployée contre son homme, et luy disoit: Comment belistre, -veux-tu brusler les iambes de mes cheuaux? ne sçais-tu pas bien que -mangcant des poix, il y a six sepmaines, ils estoient si chauds qu’ils -me bruslerent toute la bouche? Et bien n’auoit-il pas raison? - - -477. Serbisch, S. 169 ff.; Griechisch, Nr. 109; Walawani, S. 153 ff.; -G. F. Abbott, _Macedonian Folklore_, Cambridge, 1903, S. 114 ff. (von -»Nasreddin Khodja, the famous fourteenth century wit and sage of -Persia«; mit einem Exkurs über das Niesen); Murad, Nr. 7; Pann, S. 329. - -Die Geschichte ist identisch mit der bei Henning, _Tausend und eine -Nacht_, XXIII, S. 73 ff. erzählten, wozu man Chauvin, VI, S. 137 -vergleiche. - - -478. Serbisch, S. 173. - - -479. Serbisch, S. 176 ff. - -Vgl. die Nrn. 332 und 482. - - -480. Serbisch, S. 177 ff. - -Die Schnurre steht, geringfügig abweichend, schon in Castigliones -_Cortegiano_, I. II, c. 51 (meine Ausgabe I, S. 184 und Nachweisungen -I, S. 302) und in den _Contes du Sieur Gaulard_, S. 190 ff. - - -481. Serbisch, S. 179 ff.; _Anthropophyteia_, IV, S. 374 ff. - -Der Schwank steht schon in der bereits zitierten türkischen -Fabelsammlung, die Decourdemanche unter dem Titel _Fables turques_, -Paris, 1882 aus einem von 1758 datierten Manuskripte ins Französische -übersetzt hat und deren Abfassung er, allerdings ohne zwingenden Grund, -in die ersten Jahre des 16. Jahrhunderts verlegt; die 19. Fabel, -_L’avare_, lautet dort, S. 39, folgendermaßen: - -C’est vraiment chose étonnante, disait un avare insigne à son ami -en tirant un aspre de sa poche, de voir que, quand j’achète de la -nourriture, mes chères espèces reviennent dans ma bourse! - -— Cela t’est bien facile, fait l’autre: tu vas à la boucherie, tu y -fais emplette d’un apre de tripes et tu les emportes chez toi; alors tu -les nettoies avec soin, puis tu en revends pour un aspre. C’est ainsi -que ton argent revient dans ta bourse. - -L’avarice attire de pareilles répliques. - -Der Schluß des vorliegenden Schwankes (nicht auch des aus der -_Anthropophyteia_‚ angezogenen) erinnert an die 50. Novelle Morlinis, -wo Gonnella, nachdem er außerhalb Neapels von zwei Frauenzimmern -abgefertigt worden ist, auf den Besuch Neapels verzichtet, da er sich -sagt: Si Parthenopeis mulierculis tanta inest argutia, quid de maribus -cogitandum? - - -482. Serbisch, S. 183 ff.; Roda Roda, S. 107. - -Vgl. die Nrn. 332 und 479. Hierher gehört auch die 189. Erzählung von -Buadem: Buadem assoziiert sich mit einem, um eine Schreibstube zu -halten. Als sie nun am ersten Abende die Einnahme zählen, ergibt sich, -daß Buadems Gesellschafter, obwohl sie jeder gleich viel Schriftstücke -verfaßt haben, das doppelte eingenommen hat. Sein Geschreibsel kann -nämlich niemand lesen, und so bringen es die Kunden zurück, damit er -es ihnen lese; dafür läßt er sich nun ebenso viel entrichten wie fürs -Schreiben. Leider kann das Buadem nicht auch durchführen, weil er das, -was er geschrieben hat, selber nicht lesen kann. - - -483. Serbisch, S. 188. - -Siehe oben Nr. 349. - - -484. Serbisch, S. 190. - -Krauss, _Zigeunerhumor_, S. 34 ff.: _Es kommt auf die Seele der -Zigeunerin._‚ - - -485. Serbisch, S. 190 ff. - -Roda Roda, S. 117. - - -486. Serbisch, S. 192. - -IX. Griechische Überlieferungen - - -487. Griechisch, Nr. 1; Tewfik, Nr. 3; _Tréfái_, Nr. 164 (statt 165); -Serbisch, S. 12 ff.; Kroatisch, S. 3; Murad, Nr. 9. - -Köhler, I, S. 507 ff. - -Zu den dort gegebenen Nachweisungen kommen noch Clouston, _Popular -Tales and Fictions_, I, S. 458 ff., Clouston, _Noodles_, S. 81 ff., -_Joe Miller’s Jests_, S. 18 ff., Nr. 103, Merkens, I, S. 208 ff., Nr. -250, dazu S. 275, und III, S. 222 ff., Nr. 214, dazu S. 257, Yakoub -Artin Pacha, _Contes populaires de la vallée du Nil_, S. 51 ff. -(siehe oben die Anmerkung zu Nr. 63), die 31. Karakuschgeschichte bei -Decourdemanche, _Plaisanteries_, S. 140 ff. und Chauvin, VII, S. 136 ff. - - -488. Griechisch, Nr. 3; Tewfik, Nr. 55; _Tréfái_, Nr. 162 (statt 163); -Serbisch, S. 21 ff.; Kroatisch, S. 24. Siehe oben Nr. 309. - -Clouston, _Noodles_, S. 70 ff. - - -489. Griechisch, Nr. 4; Tewfik, Nr. 36; _Tréfái_, Nr. 155 (statt 156); -Serbisch, S. 15; Kroatisch, S. 13 ff. - - -490. Griechisch, Nr. 5; Tewfik, Nr. 69; _Tréfái_, Nr. 159 (statt 158); -Serbisch, S. 19 ff.; Kroatisch, S. 29. - -An Parallelen seien genannt: Poggio, Fac. 56: _De illo qui aratrum -super humerum portavit; Facecies, et motz subtilz_, Lyon, 1559, Bl. -59^a; Costo, _Il Fuggilozio_, S. 107 ff.; _Mery Tales of the Mad Men -of Gotham_, Nr. 2 (Hazlitt, III, S. 6; Clouston, _Noodles_, S. 19 -und 68); _Contes du Sieur Gaulard_, S. 198 = Zincgref-Weidner, V, S. -119 und _Exilium melancholiae_, L, Nr. 6, S. 283; unabhängig davon -ebendort M, Nr. 36, S. 311; Hermotimus, _Additamenta_, S. 294: _De -Agricola parcente Asino_‚; Merkens, II, S. 17, Nr. 21 und III, S. 27, -Nr. 36; Jahn, _Schwänke und Schnurren_, S. 67. Vgl. weiter Sébillot, -_Littérature orale de la Haute-Bretagne_, S. 387 und Ispirescu, S. 97 -(_Magazin_, XCVI, S. 613). - -In einem aus den letzten Jahren des zwölften Jahrhunderts stammenden -Spottgedichte auf die Leute von Norfolk, in der _Descriptio -Norfolcensium_, lauten die Verse 122 ff. (bei Wright, _Early Mysteries -und other Latin Poems_, London. 1884, S. 95) folgendermaßen: - - Ad forum ambulant (Norfokienses) diebus singulis, - Saccum de lolio portant in humeris, - Jumentis ne noceant: bene fatuis, - Ut praelocutus sum, aequantur bestiis. - - -491. Griechisch, Nr. 7; Tewfik, Nr. 70; Nouri, S. 37; _Tréfái_, Nr. 160 -(statt 161); Serbisch, S. 20; Kroatisch, S. 29. - -Um einen gestohlenen Esel, der verkauft werden soll, handelt es sich -bei Bar-Hebraeus, S. 167, Nr. 664. Eine Variante aus al Abschihis -_Mustatraf_‚ hat Basset in der _RTP_, XVI, S. 171 übertragen. - - -492. Griechisch, Nr. 9; Tewfik, Nr. 4; Serbisch, S. 24; Kroatisch, S. 4. - - -493. Griechisch, Nr. 10; Tewfik, Nr. 64; Nouri, S. 174; _Tréfái_, Nr. -139; Kroatisch, S. 26. - - -494. Griechisch, Nr. 24; Tewfik, Nr. 41; _Tréfái_, Nr. 140; Serbisch, -S. 25; Kroatisch, S. 16. - -_Tréfái_, S. 19. - -Eine Parallele und wohl die Quelle in Abdirabbihis _Kitab al ikd al -farid_‚ hat Basset in der _RTP_, XVII, S. 150 übersetzt. - - -495. Griechisch, Nr. 31; Tewfik, Nr. 9; Nouri, S. 64; _Tréfái_, Nr. -142; Serbisch, S. 34; Kroatisch, S. 7 und 93 ff. - -_Tréfái_, S. 16. - -Bar-Hebraeus, S. 145, Nr. 566: When another fool was told, »Thy ass is -stolen,« be said, »Blessed be God that I was not upon him.« - -Ebenso sagt Karakusch in der oben zu Nr. 487 zitierten Geschichte zu -der Frau, die ihm klagt, daß der Esel gestohlen worden sei: »Tu es une -folle. Louanges à Dieu que l’âne n’ait pas été volé pendant que ton -mari le chevauchait. Dieu à écarté le mal de l’homme.« - -Vgl. oben Nr. 79. - -496. Griechisch, Nr. 33. Anders Tewfik, Nr. 11; _Tréfái_, Nr. 144; -Serbisch, S. 35; Kroatisch, S. 6. - -Ebenso verspricht bei Maidani, I, S. 392 der schon oben zu Nr. 43 -erwähnte Habannaka sein verlorenes Kamel dem Finder, und dies, weil -er nicht um die Freude des Findens kommen will; von einem ungenannten -erzählt dasselbe ein persischer Schwank bei Kuka, S. 205, Nr. 135. - - -497. Griechisch, Nr. 34; Tewfik, Nr. 25; _Tréfái_, Nr. 152; Serbisch, -S. 28; Kroatisch, S. 9 ff. - -Eine hübsche persische Variante lautet (Kuka, S. 220): - -»I hear your neighbour has some festivity at his house to-morrow,« said -a friend to Mulla Nasruddin. - -»It may be so, but I do not see how that concerns me.« - -»But he is going to invite you also.« - -»And, pray, how does that concern you?« - -Der Perser Kuka verweist in einer Fußnote auf die bekannte Anekdote von -Friedrich dem Großen und dem den Angeber machenden Offizier. - - -498. Griechisch, Nr. 76; Tewfik, Nr. 5; _Tréfái_, Nr. 148; Serbisch, S. -13 ff.; Kroatisch, S. 5. - -In der 6. der von Alfred Harou in der _RTP_, IV mitgeteilten -_Facéties des compères de Dinant_‚ (S. 484 ff.) stiehlt ein Hund -ein Stück Fleisch; es nützt ihm aber nichts, weil er das Rezept, -wie es zubereitet wird, nicht hat; ebenso erzählt eine Schnurre bei -Zincgref-Weidner, V, S. 119 ff. - - -499. Griechisch, Nr. 113; Serbisch, S. 112 ff.; Pann, S. 330. - -Die ~Zwecklosigkeit der Strafe nach dem Vergehn~ bildet den Gegenstand -einer Anekdote von dem schon erwähnten Triboulet, die hier nach _Dreux -du Radier_, I, S. 6 mitgeteilt sei: - -On dit que ce même Triboulet ayant été menacé par un grand Seigneur, de -périr sous le bâton, pour avoir parlé de lui avec trop de hardiesse, -alla s’en plaindre à François, qui lui dit de ne rien craindre: Que si -quelqu’un étoit assez hardi pour le tuer, il le feroit pendre un quart -d’heure après. Ah! Sire, dit Triboulet, s’il plaisoit à votre Majesté -de le faire pendre un quart d’heure avant. - -Ebenso steht die Schnurre bei P. L. Jacob, _Curiosités_, S. 115, Canel, -_Recherches historiques_, S. 110, Gazeau, S. 77, Floegel, S. 344, -Nick, I, S. 415 und Doran, S. 252; von einem ungenannten erzählen sie -Sagredo, S. 68 und Casalicchio, c. I, d. 8, a. 5, zit. Ausg. S. 146. - -Vgl. schließlich auch die 54. Facetie Poggios: _De quodam qui Redolphum -sagittando vulneravit_‚ und Lehmann, _Florilegium politicum_, S. 273. - - -500. Griechisch, Nr. 114; Walawani, S. 154 ff. (in Akschehir -lokalisiert); Pann, S. 337. - -Anders und mit einem entfernten Anklange an das Motiv von Nr. 160 und -394 erzählt die serbische Ausgabe S. 148 ff.: - -Eines Tages ging der Hodscha Nasreddin vom Hause weg, und seine Frau -fragte ihn: »Wohin?« - -Nasreddin antwortete: »Ich will ein bißchen im Weingarten und auf dem -Acker nachsehn.« - -»Geh nur,« sagte sie, »so Gott will.« - -»Ob Gott will oder nicht,« sagte er, »ich gehe.« - -Als er dann den Weingarten verließ, um nach Hause zu gehn, war der -Himmel ganz umwölkt. Nach kurzer Zeit begann es zu regnen und zu -hageln, und alles wurde zerschlagen, was ihm gehörte, Weingarten und -Acker. Als Nasreddin sah, was geschehn war, sagte er: »Du bist nicht -schuld, o Gott, sondern ich; warum bin ich denn gegangen, um dir zu -zeigen, was mein ist?« - - -501. Griechisch, Nr. 115; Serbisch, S. 184 ff. - -Eine slawonische Variante (nicht von Nasreddin) steht in der -_Anthropophyteia_, V, S. 293 ff. - - -502. Griechisch, Nr. 116; Serbisch, S. 138 ff.; Pann, S. 336. - -Vgl. _Anthropophyteia_, I, S. 181 ff. - - -503. Griechisch, Nr. 117; Pann, S. 332 ff. - -Zabata, _Diporto de’ viandant_‚i, S. 40: - -Andò vn villano alla città per sollecitare vna lite, et eßendo diuerse -volte comparso dinanzi al Giudice con suo poco profitto, fu domandato -dal detto Giudice, perche era venuto lui a sollecitare detta lite, -et che doueuano mandare persone di più intendimento, et di miglior -presenza, alquale esso rispose, Signore, nel luogo, dou’io sono ci son -molti, hanno quelle parti che dite, lequali veramente non sono in me, -et poteuano mandare: ma hanno fatto giudicio, che se bene io vaglio -poco, ch’io sia a bastanza sufficiente douendo trattare con vn par -vostro. - -Juan de Arguijo, _Cuentos_‚ in den _Sales españolas_, II, S. 209 ff.; -Harsdörfer, _Ars apophtegmatica_, S. 222, Nr. 998. - - -504. Griechisch. Nr. 118. - -Bei Pann, S. 330 antwortet Nasreddin einem Freunde, der ihn fragt, wie -es ihm bei seiner Armut gehe: »Du brauchst dich nicht zu wundern; ich -lebe mit meiner Armut so vergnügt wie der Wurm im Kren, und wenn ich -kein Geld habe, so merke ich das gar nicht.« - - -505. Griechisch, Nr. 124; Walawani, S. 158 ff. (in Akschehir); -Serbisch, S. 183 ff. und 127 ff; Pann, S. 335 ff. - - -506. Griechisch, Nr. 142; Serbisch, S. 133; Pann, S. 330. - - -507. Griechisch, Nr. 143. - - -508. Griechisch, Nr. 144; Buadem, Nr. 63; Serbisch, S. 73; Kroatisch, -S. 44 ff.; Roda Roda, S. 123. - - -509. Griechisch, Nr. 146; Pann, S. 337 ff. Anders Serbisch, S. 129 ff. - -Vgl. folgenden Schwank aus der _Mensa philosophica_‚ (1. Ausg. 1475), -zit. Ausg. S. 229 ff., auf dem das letzte Stück des II. Buches der -Bebelischen Facetien beruht: - -Quidam histrio infirmus, hortante sacerdote vt conderet testamentum, -ait libenter: Ego nihil habeo nisi duos equos, quos do baronibus -et militibus terrae. Et cum sacerdos inquireret, quare non daret -pauperibus, respondit: Vos praedicatis nobis quod debeamus esse -imitatores Dei. Deus autem bona dedit illis, et non pauperibus, et ideo -sequor illum, et facio similiter. - -Roda Roda, S. 201. - - -510. Griechisch, Nr. 148; Pann, S. 339. - -Roda Roda, S. 205. - -511. Griechisch. Nr. 149; Serbisch. S. 128 ff.; Pann, S. 345. - - -512. Griechisch, Nr. 150; Pann, S. 330. - - -513. Griechisch, Nr. 152; Serbisch, S. 120 ff. - -Köhler, I, S. 508. - -S. auch die Anmerkung zu Nr. 71. - - -514. Griechisch, Nr. 160; Serbisch. S. 108. - -Vgl. Domenichi, _Facetie_, 1562, S. 157 und Sagredo, _L’Arcadia in -Brenta_, S. 127 ff. - - -515. Griechisch, Nr. 167. - -Dieser Schwank stimmt fast vollständig überein mit dem von Yakoub Artin -Pacha, S. 231 ff. und nach diesem von Mardrus, XII, S. 241 erzählten, -nur daß dort die Verwundung des Juden samt dem entsprechenden Urteile -fehlt; s. Chauvin, VII, S. 172 ff. Die Literatur dazu hat Chauvin, -VIII, S. 203 (_Jugements insensés_‚) zusammengestellt; man vgl. aber -auch die bei Köhler, I, S. 578 und II, S. 578 ff. beigebrachten -Ergänzungen zu den betreffenden von Chauvin zitierten Aufsätzen. - - - - -Anhang - - -Der Umstand, daß die Sammlung ~_Tewfiks_~‚ in der Reclamschen -Universal-Bibliothek erschienen ist, hat es mit sich gebracht, daß die -darin enthaltenen Stücke in dieser Ausgabe der Schwänke Nasreddins -ausgeschlossen bleiben mußten. Immerhin ergeben sich zu den einzelnen -Geschichten nicht uninteressante Parallelen. - - -516. - -So wird bei Tewfik, Nr. 37 (Serbisch, S. 44; Kroatisch, S. 15; -_Tréfái_, Nr. 156 statt 157) dem Hodscha, der ein Reis pflanzt, -vorgehalten, daß er, wann der Baum Früchte tragen werde, selbst eine -Speise der Würmer sein werde; Nasreddin antwortet, daß er für die -Nachkommen pflanze, so wie die, die vor ihm dagewesen seien, für -ihn gepflanzt hätten. Dazu vgl. die bei Basset, _Contes populaires -berbères_, S. 216 ff., Lidzbarski, S. 154 und Chauvin, II, S. 208 -angegebene Literatur, ferner Wünsche, _Wajikra rabba_, S. 168 ff. - - -517. - -Zu Tewfik, Nr. 42 (Serbisch, S. 30; Kroatisch, S. 16; _Tréfái_, Nr. 157 -statt 158: es ist unmöglich einen Brief an einen Freund in Bagdad zu -schreiben) ist auf _Philogelos_, Nr. 137 zu verweisen: - -Σιδωνίῳ μαγείρῳ λέγει τις· δάνεισόν μοι μάχαιραν ἕως Σμύρνης. ὁ δὲ ἔφη· -οὐκ ἔχω μάχαιραν ἕως ἐκεῖ φθάζουσαν. - -Ähnlich ist auch _Philogelos_, Nr. 99. - - -518. - -Buadem, Nr. 14 (Serbisch, S. 56; Kroatisch, S. 33) hat ein merkwürdiges -Gegenstück in den _Nugae venales_, s. l., 1720, S. 289 ff. - - Audierat procul arma, bona de gente Batavus, - Gestit in hostiles fervidus ire globos. - At lateri patrium mater dum subligat ensem, - Haec, inquit, referas, nate fac arma domum. - Vix propior steterat pugnae, vestigia pressit - (Mille micant enses, vulnera mille ferunt), - Numquid, ait, ludi est? oculis non parcitur ipsis; - Certe oculis ludus non placet ille meis. - Forte tamen jacuit truncum sine nomine corpus; - Irruit: Hispanum nam cutis esse docet. - Saevit atrox, et qua caedendo, qua laniando, - Absecuit miles strenuus ense femur. - Facturusque fidem, magni argumenta duelli, - Et femur, et ferrum sanguinolenta gerit. - Inde memor moniti, nam pugna cruenta peracta est, - Arma celer properat salva referre domum. - Hoc, ait, Hispanum mulctavi verbere mater, - Maternosque femur projicit ante pedes. - Horret anus, sed enim potius caput ense tulisses, - Nate, refert, olim hic forte redibit eques. - Non faciet certo, o Mater; sed poscis iniquum; - Unde caput vellem tollere? non habuit. - - -519. - -Die 15. Erzählung von Buadem (Serbisch, S. 56; Kroatisch, S. 33) -scheint auf der folgenden in Abschihis _Mustatraf_‚ (Basset in der -_RTP_, XIII, S. 552 ff.) zu beruhen: - -Ein Bettler blieb vor einer Haustür stehn und sagte zu den Leuten: -»Gott segne euch! gebt mir ein Stück Brot!« »Das können wir nicht.« -»Also ein wenig Korn oder Bohnen oder Hirse.« »Wir können es nicht.« -»Dann ein paar Tropfen Öl oder Milch.« »Haben wir auch nicht.« »Also -einen Schluck Wasser.« »Bei uns gibts kein Wasser.« »Warum bleibt ihr -dann da? geht doch auch betteln; ihr habt mehr Recht dazu als ich.« - -Eine persische Parallele bei Kuka, S. 161, Nr. 28. - - -520. - -Dasselbe wie bei Buadem, Nr. 20 (Serbisch, S. 58; Kroatisch, S. 34: -Der betrunkene, vor dem sich alles dreht, wartet bis sein Haus kommt) -erzählt Tewfik auch im _5. Monate_‚ von _Ein Jahr in Konstantinopel_‚ -(deutsch von Th. Menzel, Berlin, 1909 = Bd. 10 der _Türkischen -Bibliothek_, S. 124); die Geschichte steht aber schon bei Kuka, S. 189, -Nr. 103. - - -521. - -Mit Buadem, Nr. 22 (Serbisch, S. 59, wo der in einen Brunnen gefallene -um einen Strick laufen will, um sich herauszuziehen) hat viel -Ähnlichkeit die 52. Facetie im Philogelos: - -Σχολαστικὸς εἰς λάκκον πεσών, συνεχῶς ἐβόα ἀνακαλῶν ἑαυτῷ βοηθούς· ὡς -δ’ οὐδεὶς ὑπήκουε, λέγει πρὸς ἑαυτόν· μωρός εἰμι, ἐὰν μὴ ἀνελθὼν πάντας -μαστιγώσω, ἵνα οὕτω γοῦν μοι ὑπακούσωσι καὶ κλίμακα κομίσωσιν. - -Bei Buadem scheint aber der Text doppelt verdorben zu sein (eine -Ungereimtheit ist schon stillschweigend korrigiert worden); die -Geschichte soll wohl ähnlich lauten wie folgende persische bei Kuka, S. -212: - -A Kazwini’s[23] son fell into a well. The Kazwini went to the well and -said to the son: »Don’t go away till i return with a rope and take you -out!« - - -522. - -Zu der Nr. 25 (Serbisch, S. 59 ff.; Kroatisch, S. 36), wo Buadem -einen Topf, der angeblich Gift, in Wirklichkeit aber Honig enthält, -ausißt, vgl. meine Nachweise zu Morlinis 49. Novelle, S. 99 ff. und -davon hauptsächlich Boltes Angaben bei Frey, S. 214, ferner Clouston, -_Noodles_, S. 122. - - -523. - -Die No. 27 (Serbisch, S. 60 ff.; Kroatisch, S. 37) erzählt: Als Buadem -vom Sultan entweder mit einem Goldstücke oder mit einem Esel oder -mit einigen Schafen oder mit einem Weingarten beschenkt werden soll, -antwortet er, er wolle das Goldstück einstecken, auf den Esel steigen, -die Schafe vor sich her treiben, in den Weingarten gehn und dort für -den Sultan beten. Dazu vgl. man eine Erzählung von Abu Dulama, die bei -Lidzbarski, S. 162, in asch Schirwanis _Nafhat al jaman_‚ (Ph. Wolff, -_Das Buch des Weisen_, 2. Aufl., Stuttgart, 1839, II, S. 252 ff.) und -bei Kuka, S. 181, Nr. 81 steht. - - -524. - -In Nr. 32 (Serbisch, S. 62; Kroatisch, S. 38) rät Buadem seiner Frau, -die in der Nacht von einem Insekte in den Fuß gebissen worden ist, -künftighin in den Schuhen zu schlafen; ähnlich erzählt Philogelos, Nr. -15: - -Σχολαστικὸς καθ’ ὕπνους ἧλον πεπατηκέναι δόξας, τὸν πόδα περιέδησεν. -ἑταῖρος δὲ αὐτοῦ πυθόμενος τὴν αἰτίαν καὶ γνούς, δικαίως, ἔφη, μωροὶ -καλούμεθα. διὰ τί γὰρ ἀνυπόδητος κοιμᾶσαι; - -Auf Hierokles beruht wohl Lehmann, _Exilium melancholiae_, T, Nr. 55, -S. 244 und schließlich auch Merkens, I, S. 180 ff., Nr. 210. - - -525. - -In Nr. 40 (Serbisch, S. 64; Kroatisch. S. 39; _Nawadir_, S. 43) -antwortet Buadem, der behauptet hat, er kenne das Verborgene, dem -ungläubigen Richter, der ihn gefragt hat, was er in diesem Augenblicke -denke: »Du hältst mich für einen Betrüger.« Ausführlicher erzählt -Abdirabbihi im _Kitab al ikd al farid_‚ (Basset in der _RTP_, XIX, S. -311): - -Man führte einen Menschen, der sich für einen Propheten ausgab, vor al -Mamun[24], und der Chalif sagte: »Hast du ein Zeichen?« »Ja; ich weiß, -was du denkst.« »Und was denke ich?« »Daß ich ein Lügner bin.« »Du hast -recht,« sagte Mamun und ließ ihn ins Gefängnis werfen. - -Nach einigen Tagen ließ er ihn holen und sagte zu ihm: »Hast du eine -Offenbarung?« »Nein.« »Warum nicht?« »Ins Gefängnis kommen die Engel -nicht.« Der Chalif begann zu lachen und ließ ihn frei. - -Ebenso steht die Geschichte auch in Abschihis _Mustatraf_‚ (Basset in -der _RTP_, XIII, S. 232); eine der unsern entsprechende Version hat -Roda Roda, S. 73. Eine sehr hübsche persische Variante bringt Kuka, S. -174: - -A person claimed to be a prophet. He was asked by some persons to give -some sign of prophetship. He said, »Let every one of you think upon -something, and I shall be able to tell you your thoughts.« They said, -»we have each thought of something. Now tell us our thoughts.« He -replied, »Well, all of you are thinking that I am a fool, and that I am -telling you a falsehood.« They acknowledged that for once he was right -in his conjecture. - -Ähnlich kehrt Frage und Antwort in dem größten Teile der Erzählungen -von den ~drei Fragen~ wieder, deren bekanntestes Beispiel Bürgers -_Kaiser und Abt_‚ ist; vgl. dazu die oben zu Nr. 70 angegebene -Literatur. - - -526. - -Buadem, Nr. 50 (Serbisch, S. 67; Kroatisch, S. 40 und 41), wo der -Einfaltspinsel, nachdem er gesehn hat, wie die Früchte von einem -Maulbeerbaume geschüttelt wurden, auch Vögel von einem Baume schütteln -will, beruht wohl wieder in letzter Instanz auf einer Facetie des -_Philogelos_, auf der 19., die folgendermaßen lautet: - -Σχολαστικὸς ἰδὼν πολλοὺς στρουθοὺς ἐπὶ δένδρου ἑστῶτας, ἁπλώσας τὸν -κόλπον ἔσειε τὸ δένδρον, ὡς ὑποδεξόμενος τοὺς στρουθούς. - -Dasselbe erzählt _Der edle Fincken-Ritter_, S. 57, Nr. 308. - - -527. - -Die Nr. 72 bei Buadem (Serbisch, S. 76; Kroatisch, S. 48) wird in -Gladwins _Persian Moonshee_, II, S. 15, Nr. 31 folgendermaßen erzählt: - -One day a King and his son went a hunting. The weather being hot, they -put their fur cloaks on the back of a jester. The King smiled and said -to the buffoon, »you have an ass’s load upon you.« He answered, »yes; -or rather the burdens of two asses.« - - -528. - -In der folgenden Geschichte, Nr. 73 (Serbisch, S. 76; Kroatisch, S. 48) -sagt Buadem seiner Mutter, es sei ein Bettler unten, der um Brot bitte; -sie antwortet, er solle sagen, sie sei nicht zu Hause. Darauf entgegnet -Buadem: »Er will nicht dich, er will Brot.« Dasselbe erzählt Gladwin, -II, S. 20, Nr. 53; die Quelle dürfte Dschamis _Bäharistan_‚ (zit. Ausg. -S. 83) sein, woraus auch Galland (S. 43 ff.) schöpft. - - -529. - -Buadem, Nr. 75 (Serbisch, S. 77; Kroatisch, S. 48) hat im wesentlichen -denselben Inhalt wie die folgende Schnurre des _Nuzhat al udaba_‚ -(Basset in der _RTP_, XV, S. 355): - -Man erzählt, daß ein unwissender, dummer Arzt einem Kranken einen -tötlichen Trank gegeben hat, so daß der Kranke daran gestorben ist. -Nach zwei Tagen ging er wieder nach ihm sehn und fand, daß er tot war -und daß man ihn begraben hatte. Der Vater des Toten trat dem Arzte -entgegen, und der sagte: »Was für eine Kraft war in dem Tranke! wäre -dein Sohn am Leben geblieben, so hätte er ein ganzes Jahr keine Arznei -gebraucht!« - - -530. - -Die Nr. 91 (Serbisch, S. 83; Kroatisch, S. 57), in der Buadem einem -Freunde rät, er solle das Haus, wo seine vier Frauen gestorben sind, -nur einem Freunde verkaufen, erinnert an die bekannte Anekdote -aus Cicero, _De oratore_, II, 69, 278, zu der meine Ausgabe von -Castigliones _Hofmann_, I, S. 323 zu vergleichen ist. - - -531. - -Zu der Nr. 103 (Serbisch, S. 88; Kroatisch, S. 58), des Inhalts, daß -man sich, wenn Käse da ist, an einen den Käse lobenden Spruch halten -soll, wenn aber keiner da ist, an einen ihn verwerfenden, vgl. Hammer, -_Rosenöl_, II, S. 72, Nr. 40; von Nasreddin wird die Geschichte erzählt -bei Roda Roda, S. 121, und bei Kuka, S. 214 ff. steht sie, ohne daß der -Sprecher der Sentenzen genannt würde, mitten unter den Erzählungen, -deren Held Nasreddin ist. - - -532. - -In Nr. 106 (Serbisch, S. 89; Kroatisch, S. 59) wird erzählt: Buadem, -der auf »Salz und Brot« eingeladen worden ist, findet, daß sein -Gastgeber nicht vielleicht aus Bescheidenheit so gesprochen hat: -es gibt tatsächlich nichts andres; als nun der Gastgeber einem -zudringlichen Bettler droht, er werde ihm den Schädel einschlagen, rät -Buadem diesem, sich zu packen, weil der Mann nie lüge. Diese Geschichte -steht schon bei Abdirabbihi (Basset in der _RTP_, XVIII, S. 217) und -bei Kuka, S. 172, Nr. 53. - - -533. - -Auf dem _Bäharistan_‚ (S. 83 der genannten Ausg.; Galland, S. 44) -beruht wieder die Nr. 119 (Serbisch, S. 94; Kroatisch, S. 61; etwas -anders _Nawadir_, S. 41): Buadems Frau (im _Nawadir_‚ Dschohas Sohn) -ist schwer erkrankt, und Buadem läßt die Leichenwäscherin holen; als -man ihm vorhält, daß doch die Kranke noch nicht tot sei, meint er, -das tue nichts: wenn die Waschung beendigt sei, werde es auch mit ihr -zu Ende sein, und so habe man wenigstens Zeit erspart. Vgl. auch eine -Erzählung des _Nuzhat al udaba_‚ (Basset, _Keleti szemle_, I, S. 223, -Nr. 25), wo Dschoha, der um einen Arzt für seinen Vater geschickt -worden ist, gleich den Leichenwäscher mitbringt, weil usw. usw. - - -534. - -Ebenso geht auf das _Bäharistan_‚ (S. 75 ff.; Galland, S. 36) die Nr. -120 (Kroatisch, S. 61) zurück: Buadem kommt zu einem Lehrer, dem er -etwas aufzubewahren gegeben hat, und bittet, ihm das auszufolgen; er -wird ersucht, bis zum Ende des Unterrichts zu warten. Da nun der Lehrer -beim Unterrichte fortwährend mit dem Barte wackelt, sagt ihm Buadem, er -solle nur um das Depot gehn; das Bartwackeln werde inzwischen er für -ihn besorgen[25]. In der Fassung des _Nawadir_‚ (S. 41) ist der Lehrer -durch einen Kadi ersetzt. - - -535. - -Eine ziemliche Verbreitung hat die 121. Geschichte von Buadem -(Serbisch, S. 94; Kroatisch, S. 61; Nouri S. 117; _Nawadir_, S. 41): -Auf die Frage, wie viel Dumme es in seiner Heimat gebe, antwortet -Buadem, das wisse er nicht, die Gescheiten aber könne er sofort -herzählen. Schon Bar-Hebraeus erzählt sie mit der Lokalisierung in -Emesa oder Homs, einem der vielen Schilda des Orients (Budge, S. 158, -Nr. 630; ins Deutsche übersetzt von L. Morales in der _Zeitschr. d. -D. Morgenl. Ges._, XL, S. 419). Bahlul ist ihr Held im _Bäharistan_‚ -(S. 74; Galland, S. 34); ebenso steht sie bei Cardonne, II, S. 119 -(deutsche Ausg. S. 242) und Herbelot, I, S. 524; nach Herbelot erzählen -Flögel, S. 172, Nick, I, S. 141 und Doran, S. 68. Vgl. weiter Chauvin, -VII, S. 126[26]. - -Von den 29 Stücken, die _Murad Efendi_‚ in Reime gebracht hat, ist uns -die Mehrzahl schon bei den nach andern Fassungen gebrachten Schwänken -begegnet; hier mögen noch die Inhaltsangaben der Gedichte, zu denen ich -Parallelen nachweisen kann, samt diesen folgen. - - -536. - -Murad, Nr. 2: Nasreddin, der sich mit einem Nachbar, einem Geizhalse, -nach einem Zwiste versöhnt hat, übernimmt die Beistellung des -Friedensmahles, und auf dieses bereitete sich der Geizige durch ein -längeres Fasten vor. Als er sich dann dazu einfindet, muß er Nasreddin -erst zu den Einkäufen auf den Markt begleiten. Nasreddin fragt zuerst -um gutes Weißbrot; da der Händler sein Brot, um es anzupreisen, mit -Butter vergleicht, meint Nasreddin, es sei besser, sich gleich an die -Butter zu halten. Die Butter wird nun als süß wie Öl gepriesen, und -Nasreddin verzichtet auf sie zugunsten des Öls. Da weiter der Händler -von seinem Öle sagt, es sei klar wie Wasser, sieht Nasreddin von jedem -Einkaufe ab und bewirtet seinen Gast mit Wasser. - -Dieselbe Geschichte, aber von einem Geizigen aus Basra und einem aus -Kufa, bringt Hammer aus dem, wie er sagt, ursprünglich persischen, aber -schon unter Murad II. ins Türkische übertragenen »Dschamiol Hikajat ve -Lamiol-rivajat« im _Rosenöl_, II, S. 267 ff.; ebenso steht sie bei A. -Certeux, _Kebir-Chahà_‚ in der _RTP_, III, S. 496^b ff. Die anscheinend -älteste Version, wo in der obigen Reihe Brot und Butter fehlen, steht -bei Bar-Hebraeus (Budge, S. 113 ff., Nr. 439; Morales in der _Zeitschr. -d. D. Morgenl. Ges._, XL, S. 416 ff.). - - -537. - -Die Nr. 8 bei Murad erzählt: Als der Hodscha mit dem Aga auf die Jagd -reiten muß, nimmt er sich drei Datteln mit; sooft er aber eine in den -Mund steckt, richtet der Aga eine Frage an ihn, so daß ihm, weil er die -Dattel samt dem Kerne nicht verschlucken kann, nichts übrig bleibt, als -sie auszuspucken. Am Abende will der Aga mit einer Zofe seiner Gattin -scherzen; aber nun rächt sich Nasreddin an ihm und stört ihn dreimal -hintereinander just im entscheidenden Momente, indem er an die Tür -pocht und immer eine seiner bei der Jagd gegebenen Antworten richtig -stellt. - -Von Harun al Raschid und seinem Sklaven Ibad erzählt dasselbe Hammer im -_Rosenöl_, II, S. 232 ff. nach dem »Mehedschon-nufus«; an die Stelle -Ibads tritt Abu Nuwas bei Meißner, _Neuarabische Geschichten aus dem -Iraq_, S. 72 und 73, Nr. 40. Vgl. auch Basset in der _RTP_, XXII, S. -215 ff. - - -538. - -In der 10. Erzählung Murads, die bei Buadem, Nr. 61 (Serbisch, S. -72; Kroatisch, S. 44) der Schlüpfrigkeit, damit aber auch des Witzes -entkleidet ist, schleichen sich Strolche in den Stall Nasreddins; er -und seine Frau hören ihr Gespräch, wonach sie beabsichtigen, die Kuh -zu stehlen, den Hausherrn umzubringen und an der Frau ihre Lust zu -büßen. Begreiflicherweise ist Nasreddin sehr entrüstet, als seine Frau -zuzuwarten rät. - -Dieses Exempel weiblicher Begehrlichkeit steht bei Hammer, _Rosenöl_, -II, S. 293 nach dem »Nozhatol-ebsar«, das wohl mit dem von Basset in -den _Contes populaires berbères_, S. 201 zu seiner dasselbe erzählenden -50. Geschichte (_Le vieillard, la femme et les voleurs_‚) als Parallele -zitierten _Kitab nozhat el absar_‚ identisch ist. - - -539. - -Bei Murad, Nr. 19 zeigt sich Nasreddin von dem Vortrage eines -stumpfsinnigen Dichters sehr gerührt; als ihn dieser voll Stolz fragt, -was denn auf ihn einen besondern Eindruck gemacht habe, erhält er zur -Antwort, daß sich Nasreddin beim Anblicke seines wackelnden Bartes[27] -wehmütig eines alten Ziegenbockes im Vaterhause erinnert habe. - -Dieser Schwank ist wohl zusammenzustellen mit dem ~vom Prediger mit -der Eselsstimme~, den ich im _Mönchslatein_, S. 8 mitgeteilt habe; in -einer an unsere Version gemahnenden Form (Bart, nicht Stimme, ist das -erinnernde Merkmal) steht er im _Nuzhat al udaba_‚ (Basset, _RTP_, XV, -S. 353), bei Gladwin, II, S. 15, Nr. 33 (dazu Clouston, _Flowers_, S. -71 ff.), bei Swynnerton, S. 157 und in einer bulgarischen Erzählung aus -Altserbien in der _Anthropophyteia_, II, S. 387 ff. - -Zu meinen Nachweisungen im _Mönchslatein_, S. 197 ff. sind noch -nachzutragen: A. Lecoy de la Marche, _L’esprit de nos aïeux_, S. 20 -ff., Nr. 13 (nach J. de Vitry) und Paul Sébillot, _Contes de prêtres et -de moines, recueillis en Haute-Bretagne_, Nr. 12 im _Archivio_, XIII, -S. 567. - - -540. - -Die 23. Erzählung Murads bringt die bekannte Geschichte vom -~Traumbrod~, wozu man Chauvin, IX, S. 28[28] vergleiche, und zwar in -einer Fassung, die der des _Nuzhat al udaba_‚ (Hammer, _Rosenöl_, II, -S. 303 ff.; Basset in der _RTP_, XV, S. 668 ff.), aber auch der im -_Mesnewi_‚ von Dschelaleddin Rumi außerordentlich nahe steht; nicht -um Brot, sondern wie in der von Clouston in den _Popular Tales and -Fictions_, II, S. 89 aus der _Historia Jeschuae_‚ - -_Nazareni_‚ ...., illustrata a Joh. Jac. Huldrico, Leyden, 1705, d. i. -Huldreichs Ausgabe der _Tholedoth Jesu_‚ mitgeteilten Version um eine -Gans handelt es sich in der serbischen Ausgabe, S. 155 ff. (Nasreddin -foppt zwei Derwische). - - -541. - -Die ~kroatische~ Ausgabe enthält zwei außerordentlich verbreitete -Erzählungsstoffe; der eine (S. 91 ff.; Nouri, S. 57 ff.) stellt die -unter dem Namen ~Asinus vulgi~ bekannte Geschichte dar, zu der man die -bei Chauvin, II, S. 148, III, S. 70 und 145 und VIII, S. 140 angegebene -Literatur, ferner Waas, _Die Quellen der Beispiele Boners_, S. 48, -Köhler, II, S. 571, Meißner, _Neuarabische Geschichten aus dem Iraq_, -S. 54 und 55, Nr. 30 und S. 111 vergleiche. Zwei Versionen sind bis -jetzt unbeachtet geblieben: die eine steht im _Antonius dialogus_‚ von -Jo. Jov. Pontanus (_Opera_, Basilae, 1538, II, S. 163); die andere, die -die Fabel damals schon als Altweibermärchen charakterisiert, findet -sich in einem Briefe Petrarcas (_Epistolae de rebus familiaribus et -variae_, ed. Fracasetti, Florenz, 1859 ff., II, S. 404): - -Unam tibi e fabellis referam vulgo notis, et quibus anus ante focum -hibernas noctes fallere solitae. Senex cum adolescente filio agebat -iter. Erat his unus parvus asellus ambobus, quo vicissim laborem viae -levabant. Hoc dum genitor veheretur, sequente pedibus suis nato, -irridere obvii. En, aiebant, ut moribundus inutilisque seniculus -dum sibi obsequitur, formosum perdit adolescentem. Desiluit senex, -et invitum natum in suum locum sustulit. Murmurare praetereuntium -turba; en ut segnis et praevalidus adolescens, dum propriae blanditur -ignaviae, decrepitum patrem mactat. Pudore ille victus, patrem -coegit ascendere. Ita uno quadrupede simul vecti murmur occurrentium -indignatioque crebrescere, quod una brevis duabus magnis belluis -premeretur. Quid te moror? His moti pariter ambo descendunt, et vacuo -asello pedibus incedunt propriis. Enimvero tunc illusio acrior risusque -protervior, duos asinos uni ut parcant, sibi non parcere. Hic genitor: -cernis, inquit, fili, ut nil quod probetur ab omnibus fieri potest; -repetamus pristinum morem nostrum; hi suum loquendi carpendique omnia -morem servent. Nil amplius dicam, nec necesse est: rudis fabella, sed -efficax. - - -542. - -Weiter hat eine Geschichte in der kroatischen Ausgabe, S. 95 ff. -(Nouri, S. 41 ff.) folgenden Inhalt: Der Hodscha erzählt seiner -schwatzhaften Frau, er habe ein Ei gelegt. Sie erzählt das unter dem -Siegel der Verschwiegenheit ihrer Nachbarin Ajscha, diese wieder ihrer -Freundin Fatima; binnen kurzem verbreitet sich die Sache in stets -gesteigerter Form in der ganzen Stadt und endlich erfährt sie auch der -Sultan, dem schon von 699 Eiern berichtet wird. Auch er tut so wie die -andern und fragt Nasreddin, ob es wahr sei, daß er 700 Eier gelegt habe. - -Dies ist die Fabel La Fontaines _Les femmes et le secret_‚; vgl. Boltes -Nachweisungen bei Montanus, S. 592 ff. und Chauvin, VIII, S. 168 und -197. - - -543. - -Unter den _~serbischen~_ Überlieferungen in den _Anthropophyteia_‚ -ist eine (I, S. 465 ff.), die ebenso wie eine Erzählung im _Nawadir_‚ -(S. 16) den Stoff des _Dit de perdriz_‚ (Montaiglon-Raynaud, I, S. -188 ff.) behandelt; die serbische Variante tut dies in einer Form, -die sehr an die der _Tausend und einen Nacht_‚ (Chauvin, VI, S. 179 -ff.) erinnert. Man vergleiche Legrand, _Fabliaux ou contes_, Paris, -1829, IV, S. 38 ff.; Bédier, S. 466; v. d. Hagen, _Gesammtabenteuer_, -II, S. XV ff.; Pauli, S. 514, Nr. 364; H. Sachs, II, S. 169 und III, -S. 149; A. L. Stiefel in den _Hans Sachs-Forschungen_, S. 158 ff.; -Benfey, I, S. 146; Österley in der _Zeitschr. f. vgl. Littgesch_, I, -S. 54; K. Reinhardstoettner ebendort, VII, S. 474; Cosquin, II, S. -348 ff.; _Fourberies_, S. 27 ff. Zu den an diesen Stellen genannten -Nachweisungen kommen noch: _Der edle Fincken-Ritter_, S. 61, Nr. 353; -Bladé, _Contes populaires de la Gascogne_, III, S. 289 ff.; Sébillot, -_Littérature orale de la Haute-Bretagne_, S. 137 ff.; Stumme, _Tunis_, -I, S. 73 und II, S. 122. - - -544. - -Die Erzählung in der _Anthropophyteia_, II, S. 412 ff. ist äußerst -obszön: Nasreddin rächt sich an einem Gläubiger, einem reichen -Türken, der seine Tochter verführen will, indem er, als seine Tochter -verkleidet, zuerst die drei Töchter und dann die Frau des Türken -beschläft und schließlich noch ihn selber schändet. Der hier nur -zum Schluß vorkommende Zug, daß die dankbaren Mädchen und ebenso -ihre Mutter auf ihren Kuchenanteil zugunsten der falschen Zuleika -verzichten, ist besser verarbeitet in Sercambis Novelle _De Malvagio -famulo_‚ (ed. Renier, S. 335 ff.), zu der die 191. Facetie Poggios: -_Facetia cuiusdam qui subagitabat omnes de domo_‚ samt den von Noël, -II, S. 183 ff. beigebrachten Parallelen zu vergleichen ist. - - -545. - -In Anton Panns _rumänischer_‚ Gedichtesammlung _Nazdravaniile lui -Nastratin Hogea_‚ wird S. 331 erzählt, wie der Hodscha ob seiner -Lustigkeit von einem Freunde gefragt wird, ob er denn seine Schulden -bezahlt habe. Er antwortet verneinend; aber die Sorge überlasse er den -Gläubigern. - -Das ist eine Variante der oft bearbeiteten 204. Facetie Poggios: -_Exploratio ad hominem tristem ob pecuniam debitam_‚ (dazu Noël, II, S. -193 ff.). - - -546. - -Pann, S. 338 (Griechisch, Nr. 151): Als der Hodscha Nasreddin Knoblauch -gegessen hat, weigert sich seine Frau, mit ihm zu schlafen, weil sie -den Geruch nicht verträgt. Der Hodscha fragt einen Freund, wie er es -anstellen müsse, um geruchlosen Knoblauch zu bekommen, und erhält den -Rat, ihn (der Schale) entkleidet zu pflanzen. Der Knoblauch riecht aber -wieder, und nun meint der Freund, der Hodscha müsse eben auch sich -selber entkleiden. Der Erfolg bleibt wieder aus, und der Hodscha sagt -zum Knoblauch: Dich habe ich ausgezogen, mich habe ich ausgezogen, aber -dein Gestank ist geblieben. - - -547. - -Sehr hübsch ist folgende Geschichte bei Pann, S. 340: Als der Hodscha -einmal sein Hemd flickt, bildet der Zwirn zufällig einen Knoten, und er -merkt, daß die Näharbeit dadurch leichter von statten geht. Voll Stolz -erzählt er allen Leuten, was für eine Erfindung er gemacht hat, erntet -aber nur Spott. - -Vgl. _Eulenspiegel_, Hist. 50 (Neudruck, Halle, 1884, S. 78 ff.; _Dr. -Thomas Murners Ulenspiegel_, hg. v. Lappenberg, Leipzig, 1854, S. 73 -ff. und 257) und Aug. Wilh. Schlegels _Poetische Werke_, Heidelberg, -1811, II, S. 278 ff.: _Parabel vom Eulenspiegel und den Schneidern_‚. - - -548. - -Pann, S. 342 ff.: Im Kaffeehause bitten den Hodscha seine Freunde, -eine Lüge zu sagen; er entgegnet aber mit trauriger Miene, sie hätten -freilich leicht lustig sein, ihm sei aber sein Vater gestorben, und er -habe kein Geld zum Begräbnis. Darauf gibt ihm jeder Geld und er geht -mit einem hübschen Sümmchen fort. Bald darauf kommt der totgesagte -Vater ins Kaffeehaus; auf die Vorwürfe seiner Freunde entgegnet -Nasreddin, sie hätten ihn ja lügen heißen. - - -549. - -Pann, S. 344 ff.: Ein Kaufmann gibt dem Hodscha irrtümlich Seife statt -Käse. Als der Hodscha den vermeintlichen Käse ißt, stellt er fest, daß -er anders als sonst schmecke; seine Frau, die ihm zusieht, sagt ihm, -daß er eben Seife esse. Aber Nasreddin ißt ruhig weiter: der Kaufmann -sei ein Ehrenmann, und was er bezahlt habe, werde er auch essen. - -Ebenso essen im 24. Stücke der _Märchen der Schluh von Tazerwalt_‚ -von Stumme, Leipzig, 1895 die Bewohner des Wad Draa Seife für Honig -(Hartmann in der _ZVV_, VI, S. 269). - - -550. - -Ein guter Schwank ist auch folgender (Pann, S. 346): Der Hodscha geht -mit seiner Ziege auf den Markt, um dort ihre Milch zu verkaufen. Es -kommt ein Kunde, und der Hodscha melkt die Ziege; da aber dem Kunden -die Milch zu teuer ist, schüttet er sie der Ziege zurück in den Mund, -damit sie wieder in die Euter fließe. - -Vgl. dazu _Kathá Sarit Ságara_, II, S. 61: _Story of the king who -replaced the flesh_‚ mit Tawneys Noten. - - -551. - -Diese Ziege wird später (Pann, S. 346) von Wölfen gefressen; der -Hodscha macht sich aber nichts daraus und sagt: Wo Gewinn ist, kann -auch einmal ein Verlust sein. - - -552. - -Altbekannte Motive behandelt die folgende Erzählung (Pann, S. 347 -ff.): Der Hodscha sieht einmal, wie in einem Hofe ein Diener einem -reich geschmückten Esel die Fliegen abwehrt, während der Eigentümer -des Esels vergnügt zusieht; er geht hin, umarmt und küßt den Esel und -sagt: »Schade, daß er nicht reden kann.« Auf die erstaunte Frage des -Eigentümers antwortet er: »Freilich kann ich ihn reden lehren, noch -dazu in vier fremden Sprachen.« Daraufhin bekommt er den Esel mit nach -Hause und dazu ein schönes Stück Geld, damit er das verwöhnte Tier -ordentlich pflege; in einem Jahre soll der Unterricht beendet sein. -Nasreddins Frau ist mit dem Geschäfte nicht zufrieden, aber er tröstet -sie, daß in dem Jahre entweder der Besitzer oder der Esel oder er -selber sterben könne, und das Geld habe er ja schon. Am nächsten Tage -beginnt er mit dem Unterrichte, indem er dem Esel mit Stockschlägen -beibringt, auf einen Wink mit der Hand den Kopf zu heben oder zu -senken. Als das Jahr um ist, bringt Nasreddin den Esel zu seinem Herrn, -der eine Menge Gäste eingeladen hat. Auf die Frage Nasreddins, ob er -wie die andern Esel brällen wolle, hebt der Esel den Kopf zum Zeichen -der Verneinung, und so beantwortet er noch eine Reihe ähnlicher Fragen. -Den Einwand des Besitzers, daß der Esel noch immer nicht spreche, -beantwortet Nasreddin dahin, daß der Esel noch ein kleines Kind sei, -das schon alles verstehe, aber zu reden erst noch lernen werde. Der -Herr des Esels gibt mit Freuden wieder Geld her, aber nun ändert -Nasreddin sein Verfahren; er gibt dem Esel, dem er das Essen abgewöhnen -will, täglich weniger Futter, bis er endlich verendet. Als er dann -dem Eigentümer des Esels dessen Tod meldet, veranstaltet ihm der voll -Trauer ein schönes Begräbnis. - -In den Hauptzügen deckt sich diese Geschichte mit La Fontaines Fabel -_Le charlatan_, zu der man Robert, _Fables inédites des XIIe, XIIIe et -XIVe siècles_, Paris, 1825, II, S. 54 ff. vergleiche. Um einen Bären -handelt es sich bei Lodovico Carbone, _Facezie_, ed. Abd-el-Kader -Salza, Livorno, 1900, S. 58 ff., Nr. 83, um einen Affen in der 88. -Novelle von Des Periers (zit. Ausg. S. 300 ff.): _D’un singe qu’avoit -un abbé, qu’un Italien entreprint de faire parler_‚ und um einen -Elephanten in folgenden Fassungen: Guicciardini, _Detti et fatti_, -Venetia, 1581, S. 21: _Cosa opportuna, et utile, godere il beneficio -del’tempo: Le tombeau de la melancholie_‚ (1. Ausg. 1625), Paris, -1639, S. 214 ff.: _Gentille inuention d’vn Gentilhomme François pour -sauver sa vie; Democritus ridens_, S. 42; _Roger Bontemps en Belle -humeur_, S. 369: _Bon tour d’Anthoine Martinus; Das kurtzweilige Leben -von Clement Marodt_‚ (1. deutsche Ausg. 1660), Gedruckt im Jahre 1663, -S. 29 ff.; (Henry Daudiguier) _Histoire des amours de Lysandre et -de Calisto_‚ (1. Ausg. Leyden, 1650), Amsterdam, 1670, S. 433. Die -Geschichte ist noch heute lebendig, wie Roseggers Bearbeitung zeigt. - -Älter scheint die Erzählung von dem ~Esel~ zu sein, der ~lesen lernen -soll~: Stricker, _Der Pfaffe Amis_, v. 181 ff. (Lambel, _Erzählungen -und Schwänke_, Leipzig, 1872, S. 25 ff., 13 und 16); Poggio, fac. -250: _Facetum hominis dictum asinum erudire promittentis_‚ (Noël, II, -S. 257 ff.); Brant, _Esopi appologi_, Basileae, 1501, Bl. B_{7}^a; -_Eulenspiegel_, Hist. 29 (Neudruck, S. 44 ff.; Lappenberg, S. 40 -ff. und 246); Camerarius, _Fabellae Aesopicae_, Tubingae, Ex. off. -Morhardi, 1538, Bl. 86^a: _Rex et subditus_‚: H. Sachs, IV, S. 308; Fr. -Delicado, _La Lozana Andaluza_, Paris, 1888, II, S. 277 ff.; Seb. Mey, -_Fabulario_, Valencia, 1613, fáb. 47 (Menéndez y Pelayo, _Origenes_, -II, S. CX ff.); _Tales and Quicke Answeres_, Nr. 99: _Of hym that -vndertoke to teache an asse to rede_‚ (Hazlitt, I, S. 115); Prym-Socin, -_Tûr ’Abdín_, II, S. 291 ff. (hier handelt es sich um ein Kamel). -Lesen und schreiben soll der Esel lernen bei Abstemius, _Hecatomythium -secundum_, fab. 33: _De grammatico docente asinum_‚ (_Aesopi Phrygis -et aliorum Fabulae_, Venetiis, 1539, Bl. 61^b) und Waldis, _Esopus_, -IV, Nr. 97 (hg. v. Kurz, II, S. 270 ff. und Anm. S. 184). Vgl. weiter -Levêque, _Les mythes et les légendes de l’Inde et de la Perse_, Paris, -1880, S. 560 ff., _ZVV_, VII, S. 95 ff. und _Archivio_, XXI, S. 358. - -Zu dem Troste, daß in der gestellten Frist der eine oder der andere -sterben kann, vgl. Chauvin, VIII, S. 117 ff. - -Der Zug, daß _einem Esel oder Pferde das Essen abgewöhnt_‚ werden soll, -kehrt auch heute noch oft in Schwänken wieder; er findet sich aber -schon im Philogelos, wo die 9. Facetie lautet: - -Σχολαστικὸς θέλων τὸν ὄνον αὐτοῦ διδάξαι μὴ τρώγειν, οὐ παρέβαλεν αὐτῷ -τροφάς. ἀποθανόντος δὲ τοῦ ὄνου ἀπὸ λιμοῦ, ἔλεγε· μεγάλα ἐζημιώθην· ὅτε -γὰρ ἔμαθε μὴ τρώγειν, τότε ἀπέθανε. - - -553. - -Interessant ist ein ~_griechisches_~‚ »Märchen« in den schon zitierten -52 Παραμύθια; es ist das 23. (S. 54 ff.): Ἡ γυναῖκα τοῦ Ναστραδὶν -Χότζα, dessen wesentlicher Inhalt in einer breitern Fassung in den -Νεοελληνικὰ Ἀνάλεκτα, II, Athen, 1874, S. 103 ff. als 33. der Λημώδη -παραμύθια Νάξου wiederkehrt: Die Frau Nasreddins ist in den Arzt -des Dorfes verliebt. Da er auf ihre Blicke und sonstigen stummen -Liebeswerbungen nicht achtet, schickt sie ihm endlich durch ihre Magd -eine Torte, worein sie einen Zettel gesteckt hat. Der Hodscha begegnet -der Magd, nimmt ihr die Torte ab, ißt diese mit einem Freunde auf, -liest den Zettel, übergibt der Magd einen andern, des Inhalts, daß er -in der Dunkelheit kommen werde, und befiehlt ihr, der Frau zu sagen, -sie habe ihren Auftrag ausgerichtet und der Arzt sende ihr diese -Antwort. Ganz glückselig richtet die Frau alles her zum Empfange des -Geliebten. Inzwischen geht der Hodscha zu dem Arzte und läßt sich von -ihm ein stark wirkendes Abführmittel geben; in der Dunkelheit geht er -dann in sein Haus. Seine Frau, die ihn erwartet hat, hält ihn, weil -beide gleich dick sind, für den Arzt, und sie begeben sich sofort -ins Bett. Nun beginnt auch schon das Abführmittel zu wirken: der -angebliche Arzt besudelt nicht nur Bett und Zimmer, sondern auch die -liebeshungrige Frau und macht sich endlich unter ihren Verwünschungen -davon. Nach einigen Tagen kommt der Hodscha zurück, und sein erstes -ist, daß er den Arzt zum Essen einlädt. Seinem der Magd erteilten -Auftrage gemäß, fehlt auf dem Tische bald ein Löffel, bald eine -Gabel, bald ein Glas, so daß er mehrmals Gelegenheit hat, das Zimmer -zu verlassen und die Zornesausbrüche seiner Frau gegen den Arzt zu -belauschen, dem sie schließlich einen Löffel Reis ins Gesicht wirft. -Der Arzt entfernt sich, indem er dem Hodscha sein Bedauern ausspricht, -daß sein Weib nicht recht bei Sinnen sei. Sie ist aber von ihrer -Leidenschaft geheilt und liebt fortan ihren Hodscha so wie früher den -Arzt. - -Mit geringfügigen Abweichungen wird diese Geschichte in einer Novelle -Bandellos erzählt, nämlich der 35. des I. Teiles: _Nuovo modo di -castigar la moglie ritrovato da un Gentiluomo veneziano_‚; die Novelle -Bandellos ist die Quelle der 1. Histoire in den _Amans trompez_, -Amsterdam, 1696, S. 3 ff.: _De Camille, et du Docteur du_‚ _Cil_, die -wieder nach Tittmanns Einleitung zum II. Bande der _Simplicianischen -Schriften_‚ Grimmelshausens, Leipzig, 1877, S. XIX ff. die Quelle der -Erzählung im 5. bis 8. Kapitel des II. Teiles des _Vogelnests_, S. 174 -ff. ist. - - -554. - -Die griechische Ausgabe der Schwänke Nasreddins schließt mit einer -Geschichte, in der Nasreddin gar nicht vorkommt; denselben Inhalt hat -aber Buadem, Nr. 161 und überdies hat sie Renato La Valle 1910 im -_Giornale d’Italia_, dessen Vertreter er in Konstantinopel ist, von -Nasreddin mitgeteilt: Einmal erschien Nasreddin vor dem Sultan und -klagte ihm sein Leid; »Ich habe nicht zu leben,« sagte er, »könnte aber -mein Leben sehr gut fristen, wenn du mir durch ein Handschreiben die -Erlaubnis gäbest, von jedem Muselman, der vor seiner Frau Furcht hat, -fünf Para einzuheben.« Da die Zahl der Muselmanen, die ihre Weiber -fürchten, sehr groß ist, wird der Hodscha bald ein reicher Mann. -Da sagt der Sultan zu ihm: »Da du durch meine Gnade reich geworden -bist, hoffe ich, daß du dich mir durch ein Geschenk erkenntlich -zeigen wirst.« »Sicherlich, Großherr; ich habe dir auch schon eine -wunderschöne Sklavin aus Cypern mitgebracht.« »Sprich doch leiser,« -sagte der Sultan, indem er sich scheu umblickte; »im Nebenzimmer ist -meine Frau.« Sofort nahm der Hodscha den Erlaß aus der Tasche und -sagte: »Fünf Para her, Großherr!« - -Vgl. Krauss, _Zigeunerhumor_, S. 208 ff.: _Wer sich da vor seinem Weibe -fürchtet_‚. - - -555. - -Zum Schlusse folge eine Dschohageschichte, die Reinisch in der -_Nubasprache_, im Idiome von Fadidscha, aufgezeichnet, deren -Übertragung ins Deutsche er aber aus naheliegenden Gründen unterlassen -hat (_Nuba-Sprache_, I, S. 236 ff.): - -Dschauha quondam gregem prae se agebat ac dum vadit magna voce -clamavit: »Gregem meum totum is, sive vir erit sive femina, accipiet, -qui me edocuerit, quo modo coitus instituatur.« - -Quam conditionem captiosam audivit homo quidam, qui in loco superiore -occupatus erat opere in agro. Oculis igitur modo in meridiem, modo in -septentrionem conversis non conspexit ullum testem molestum. - -Tum is homo secum: »Age, inquit, id quod vult edocebo istum ac gregem -eius accipiam.« Itaque Dschauham is acclamavit verbis: »Heus tu, huc -veni! nam te edocebo.« - -Venit Dschauha et rusticus braccis detractis se obtulit illi apto ad -eam rem usus corporis statu. Qui mox penem intulit in anum rustici -semenque emisit. - -Iam cum penem eduxisset Dschauha quaesivit ex rustico, quid esset album -illud, quod de natura ipsius destillaret. Rusticus: »Inde, inquit, -nascuntur pueri.« - -Tum Dschauha rusticum manibus apprehendit et clamavit: »Redde mihi -liberos meos!« Is autem cum, ne clamore Dschauhae res proderetur, -metueret, miti ac clara voce dixit: »Ego vero nullo pacto postulo -gregem tuum; quam ob rem tacitus quaeso abeas.« - -Unde profectus cum grege Dschauha cum ad villam venisset, ante aedium -ianuam mulierem vidit cum puella sedentem. Cum igitur ibi eadem quae -ante clamando pronuntiasset, mulier ad puellam haec locuta est: »Cum -non sint nobis armenta, hunc quae vult edocendo faciam, ut gregem eius -accipiam.« - -Advocatus Dschauha, postquam mulier vestibus depositis accubuit, eam -subagitavit. Coitu perfecto ex muliere quaesivit, quid esset album -illud, quod de natura ipsius destillaret. - -Respondit mulier: »Necdum id tu cognovisti?« »Minime,« ait Dschauha. Et -mulier: »Inde, inquit, nascuntur pueri.« - -Tum Dschauha mulierem manibus apprehendit ac minis usus petiit ab ea, -ut sibi liberos redderet. Perterrita mulier: »Iam abeas, inquit, cum -grege.« Itaque profectus est Dschauha. - -Cum autem sol ad occasum vergeret, rusticus domum venit ex agro ac cum -matre, uxore filiaque consedit ad cenandum. - -Sedentibus iis, vir cum grave interdiu fecisset opus podice, crepitum -emisit. - -Tum is: »Quid, inquit, id est?« Et uxor: »Id podex tuus fecit.« - -Quae cum dixisset mox ipsa crepuit. Ex qua cum quaesivisset vir, cur -creparet, respondit: »Praeteriit villam nostram homo quidam cum -aliquot boum capitibus et clamavit: ›Qui me coitum facere didicerit, -sive vir erit sive femina, gregem meum mercedem accipiet.‹ Ut rem -familiarem tuam augerem, me ab illo subagitari passa sum, qua re -defatigata crepitum emisi.« - -Tum vir: »Ergone, inquit, iste huc etiam venit? ut ego quoque creparem, -is effecit.« - -Quae cum locuti essent, rem integram reliquerunt. - - - - -FUSSNOTEN: - -[1] Abdallah ibn Abbas, der Vetter Mohammeds, von dem angeblich ein -Korankommentar herrühren soll. - -[2] Ist der 103. Vers der 23. Sure des Korans, die vom jüngsten -Gerichte handelt. - -[3] Vers 1 und 2 der 95. Sure »Die Feige«; eigentlich sollten sie -lauten: »Bei der Feige und dem Ölbaume und dem Berge Sinai.« - -[4] Ein mit Hammelfett und Weizenmehl hergestellter Brei. - -[5] Die folgende Episode ist in der deutschen Übertragung der -_Tunisischen Märchen_‚ nicht enthalten; Herr Prof. Dr. Stumme war so -liebenswürdig, meiner Bitte um eine Übersetzung nachzukommen, wofür ihm -auch an dieser Stelle herzlichst gedankt sei. - -[6] Die Aissawa sind nach Basset eine in ganz Nordafrika weit -verbreitete religiöse Bruderschaft nach Art der Fakire, die sich ebenso -wie diese durch Tänze und wilde Bewegungen eine gewisse körperliche -Unempfindlichkeit aneignen; sie essen Glas und Skorpione, lassen sich -von giftigen Schlangen beißen, lecken glühendes Eisen, verschlucken -Kiesel usw. - -[7] Das heißt, daß der Verräter keinen Anspruch auf den Lohn hat. - -[8] Die Übersetzung der Nrn. 419 und 420 ist wortwörtlich; leider -bringt das Original nur diese Inhaltsangaben. - -[9] Gemeint ist der jetzige Corso Vittorio Emanuele in Palermo, der im -Volksmunde Via Cassaru oder Cassero heißt, und zwar nach dem arabischen -_al kassar_, d. i. die Burg. - -[10] Mustafa. - -[11] Im Originale πεστιμάλι. - -[12] χαβλί. - -[13] Das Pistazienharz, das im Orient zur Zahnpflege und zur -Zahnreinigung dient. - -[14] Etwa Polizeileutnant. - -[15] Über Masudi vgl. Brockelmann, I, S. 143 ff.; er ist 956 gestorben. - -[16] Der Verweis Bassets in der _RTP_, XVII, S. 93 auf Hammer, -_Rosenöl_, II, S. 308 ist irrtümlich. - -[17] Gastius nennt seine Quelle nur kurz _Cam._, Melander aber -ausführlich _D. Joachimus Camerarius in Rhetoricis suis_, d. s. die der -Ἀριθμολογία ἠθική, Lipsiae, 1552 angehängten _Exempla diversa exercitii -rhetorici_‚. - -[18] Nur ein einseitiger Zusammenhang besteht mit der Nr. 22 der -_Hundred Mery Talys_‚ (ed. by Oesterley, London 1866, S. 42 ff. und bei -Hazlitt, _Shakespeare Jest-Books_‚ I, S. 40 ff.). - -[19] Die Schlußverse lauten: - -Will nicht zum Mahomet der träge Hügel kommen, So geht jetzt Mahomet -zum trägen Hügel hin. - -[20] Vgl. meine Ausführungen darüber bei Arlotto, II, S. 328 ff. - -[21] Vgl. Wesselski, _Arlotto_, II, S. 308 ff. - -[22] Wohl für Scharsach: s. Grimm, VIII, S. 2220 ff. - -[23] Kaswin (südlich vom kaspischen Meere) ist eines der vielen Schilda -des Orients. - -[24] 813-833. - -[25] Zur Erklärung dieser Schnurre fährt Galland fort: Les Mahometans -ont cette coutume dans tout le Levant de branler la tête en devant et -en arrière lors qu’ils lisent: et comme les enfans qui lisoient sous ce -Maitre d’Ecole branloient la tête, le Maitre d’Ecole branloit aussi sa -sienne, quoi qu’il eut pu s’en abstenir, mais c’etoit sa coutume. Les -Juifs branlent aussi la tête dans leur Synagogues en priant Dieu, mais -d’une épaule à l’autre, et non pas en devant et en arrière comme les -Mahometans. Les uns et les autres prétendent que cette agitation les -rend plus attentifs à leurs Prières. - -[26] Die Quellen Herbelots bespricht Meißner in den _Neuarabischen -Geschichten aus dem Iraq_, S. v; über Bahlul überhaupt s. die bei -Chauvin, VII, S. 127 angegebene Literatur und Prym-Socin, _Tûr ’Abdin_, -II, S. 387. - -[27] S. die Fußnote 1 auf S. 241. - -[28] Eine Variante habe ich im _Euphorion_, XV, S. 10 ff. behandelt. - - - - -_Index._‚ - - - ibn Abdirabbihi, _Kitab al ikd al farid_‚ I, 206 254 258; II, 201 202 - 230 238 240. - - al Abschihi, _Mustatraf_‚ I, 255 257 273 279; II, 202 203 230 236 238. - - Abstemius, _Hecatomythia_‚ II, 249. - - Agricola, _Sprichwörter_‚ I, 239. - - Alexander ab Alexandro, _Dies geniales_‚ II, 185. - - _Amans (Les) trompez_‚ II, 250. - - Andrews, _Contes ligures_‚ II, 183 195. - - _Anthropophyteia_‚ I, 207 216 217 224 228 237 273 278 279; II, 232 - 243. - - ibn Arabschah, _Fakihat al hulafa_‚ I, 217 255; II, 186. - - _Archie Armstrong’s Banquet of Jests_‚ I, 231 237 249 250; II 219. - - Arguijo (Juan de), _Cuentos_‚ II, 226 233. - - Arienti, _Porretane_‚ I, 220 239 254. - - Arlottos _Schwänke_‚ I, 205 207 227 240 246 256 259 260 275 278; - II, 203. - - Armeno-Wetzel, _Die Reise der Söhne Giaffers_‚ II, 198. - - Artin Pascha (Yakoub), _Contes populaires de la vallée du Nil_‚ I 224; - II, 229 234. - - Asbjörnsen, _Fairy Tales from the Far North_‚ I, 274. - - Aesop I, 218 259; II, 206. - - Augier et Sandeau, _Le gendre de M. Poirier_‚ I, 208. - - Aurbacher, _Volksbüchlein_‚ I, 211 220 232 272. - - _Aventures (Les joyeuses)_, 1556 I, 223 233 271; II, 187. - - _Aventures (Les joyeuses)_, 1577 I, 233 271. - - - _Baitál Pachisi_‚ II, 185. - - Bandello, _Novelle_‚ I, 222 242; II, 250. - - _Banquet (A choice) of Witty Jests_‚ II, 219. - - Baraton, _Poesies_‚ I, 225 280. - - Bar-Hebraeus, _The Laughable Stories_‚ I, 212 219 231 243 260 267 276 - 282; II, 181 183 188 191 224 230 241 242. - - Basile (Giamb.), _Lo cunto de li cunti_‚ II, 205 211 214. - - Basset, _Contes d’Afrique_‚ I, 216 233 236; II, 204 205. - - —— _Contes berbères_‚ I, 280; II, 201 243. - - —— _Lôqman berbère_‚ I, 226 273; II, 204. - - —— _Zenatia_‚ I, 239 263; II, 201. - - Bebel, _Schwänke_‚ I, 210 231 240 252 275 280; II, 212 214 216 233. - - Behrnauer, _Die vierzig Veziere_‚ I, 250 279. - - - Beroalde de Verville, _Le Moyen de parvenir_‚ I, 277. - - Bezemer, _Volksdichtung aus Indonesien_‚ II, 197. - - _Bharataka Dvâlrinçikâ_‚ I, 217. - - Birlinger, _Volksthümliches aus Schwaben_‚ I, 268. - - Bladé, _Contes populaires de la Gascogne_‚ I, 208 217 236 241 252 269; - II, 205 245. - - Boccaccio, _Decameron_‚ I, 216 229; II, 186. - - Böhm, _Lettische Schwänke_‚ I, 249 252 268 274 276; II, 182 184 197 - 205 209 212 214. - - Boner, _Der Edelstein_‚ I, 220 237; II, 194 244. - - Bouchet, _Les Serées_‚ I, 277; II, 224. - - Brant (Sebastian), _Esopi appologi_‚ I, 257 268; II, 249. - - Bromyard, _Summa praedicantium_‚ II, 189 213. - - Bronner, _Bayerisches Schelmen-Büchlein_‚ I, 207 220 242 246 249 273; - II, 209. - - Bullinger, _Contra Cochlaeum_‚ II, 219. - - Busch, _Ut ôler Welt_‚ I, 252 276 280; II, 197 207 212. - - Bütner (Wolfgang), _Von Claus Narren_‚ I, 213 223 238 241; II, 196 - 209 226. - - Büttner, _Suaheli-Litteratur_‚ I, 213 225; II, 212. - - - Camerarius (Joachim), _Arithmologia_‚ II, 187. - - —— _Fabulae_‚ I, 259; II, 249. - - Campbell, _Popular Tales of the West-Highlands_‚ I, 208 261 268 269 - 272 274. - - C. A. M. v. W., _Zeitvertreiber_‚ I, 221 222; II, 221. - - Carbone (Lodovico), _Facezie_‚ I, 225 250; II, 248. - - Cardonne, _Mélanges de littérature Orientale_‚ I, 256 259; II, 241. - - Carnoy, _Littérature orale de la Picardie_‚ I, 252 272; II, 183 205. - - Casalicchio, _L’utile col dolce_‚ I, 225 250 262; II, 232. - - Castiglione, _Il cortegiano_‚ I, 225; II, 227 239. - - Catull I, 211. - - Celtes, _Epigramme_‚ II, 214. - - _Cent nouvelles nouvelles_‚ I, 271; II, 187 204. - - Cervantes, _Don Quixote_‚ I, 268. - - Chappuis, _Les facétieuses Journées_‚ I, 247. - - Chevreau, _Histoire du monde_‚ II, 191. - - Cicero, _De oratore_‚ I, 225; II, 239. - - Cieco da Ferrara, _Mambriano_‚ I, 265. - - _Conceites (The Pleasant) of Old Hobson_‚ I, 225 234. - - - Conceits, _Clinches, Flashes, and Whimzies_‚ II, 219. - - _Conceyts (Certayne) and Jests_‚ I, 231; II, 226. - - Cortesius, _Volantillae_‚ II, 221. - - Cosquin, _Contes populaires de Lorraine_‚ I, 272; II, 182 183 184 195 - 203 204 205 209 211 213 214 245. - - Costo, _Il Fuggilozio_‚ I, 228 235 278; II, 190 210 229. - - Cowell, _The Jâtaka_‚ I, 272. - - Crane, _Italian Popular Tales_‚ I, 265; II, 195 211. - - _Cukasaptati_‚ II, 187. - - - Dähnhardt, _Natursagen_‚ I, 265. - - Daudiguier (Henry), _Lysandre et Calisto_‚ II, 249. - - Delicado, _La Lozana andaluza_‚ II, 249. - - _Delight and Pastime_‚ I, 215. - - _Democritus ridens_‚ I, 213 215 266 280. - - _Descriptio Norfolcensium_‚ II, 230. - - Des Periers, _Nouvelles récréations_, I, 223 233 235; II, 248. - - Domenichi, _Facetie_‚ I, 215 221 231 232 250 266; II, 187 204 220 - 226 234. - - Doni, _I Marmi_‚ I, 231. - - —— _Rime del Burchiello_‚ I, 233. - - —— _La Zucca_‚ II, 221. - - Dschami, _Bäharistan_‚ I, 259 282; II, 189 202 239 240 241. - - al Dschausi, _Kitab al askija_‚ II, 189. - - Dschelaleddin Rumi, _Mesnewi_‚ I, 248 272; II, 185 243. - - Dunbar (William) I, 256. - - - _Echa rabbathi_‚ II, 202. - - _England’s Jests_‚ I, 229; II, 218. - - Eyering, _Proverbiorum copia_‚ I, 220 237 247 250 280. - - - _Fables turques_‚ I, 267; II, 227. - - _Fabliaux (Deutsche)_‚ s. Hagen, Keller (Ad. v.) und Lambel. - - _Fabliaux (Französische)_‚ s. Legrand und Montaiglon-Raynaud. - - _Facecies, et motz subtilz_‚ II, 220 229. - - _Facetie (Les piacevoli et ridiculose) di M. Poncino della Torre_‚ - I, 220. - - _Facetie, motti, buffonerie et burle del Piovano Arlotto_‚ I, 247. - - _Facezie e motti dei secoli XV e XVI_‚ II, 217. - - al Farazdak I, 215. - - - _Farce des deux savetiers_‚ I, 220. - - _Fincken-Ritter (Der edle)_‚ I, 244; II, 239 245. - - Firenzuola, _La Trinuzia_‚ I, 275. - - Fleury, _Littérature orale de la Basse-Normandie_‚ I, 210; II, 182. - - Frey, _Gartengesellschaft_‚ I, 244 249 252 257 275; II, 192 204 212 - 237. - - - Galland, _Les paroles remarquables des Orientaux_‚ I, 207 232 247 258 - 259 261 262 263 282; II, 202 225 239 240 241. - - Garibay, _Cuentos_‚ I, 229 247. - - Garzoni, _La piazza universale_‚ I, 247. - - —— _La sinagoga de gl’ignoranti_‚ I, 265. - - Gastius, _Convivales sermones_‚ I, 231; II, 187 225. - - Georgeakis et Pineau, _Le Folk-lore de Lesbos_‚ I, 221 251 269. - - Gerlach, _Eutrapeliae_‚ I, 247. - - _German Rogue_‚ I, 271. - - _Gesta Romanorum_‚ I, 264; II, 185 194 206. - - Giuliano, _Dialogo d’un medico con un secretario et un palafreniere_‚ - II, 190. - - Gladwin, _The Persian Moonshee_‚ I, 222 243 254 258 259; II, 203 239 - 243. - - Gonzenbach, _Sicilianische Märchen_‚ II, 213 215. - - _Gotham (The Mad Men of)_‚ s. _Tales_‚. - - _Grillenvertreiber_‚ I, 217. - - Grimm, _Kinder- und Hausmärchen_‚ I, 222 264 272; II, 201 206 210 215 - 220. - - Grimmelshausen, _Vogelnest_‚ II, 251. - - Guicciardini, _Detti et fatti_‚ I, 225; II, 248. - - _Guru Paramártan_‚ I, 217 225 268. - - - Hagedorn II, 190. - - Hagen, _Gesammtabenteuer_‚ II, 188 214 245. - - Haltrich, _Deutsche Volksmärchen aus Siebenbürgen_‚ I, 217 270; - II, 205 206 215. - - Hammer, _Rosenöl_‚ I, 248 261; II, 196 203 240 242 243. - - Harrington (John) I, 257. - - Harsdörfer, _Ars apophtegmatica_‚ I, 222 229 231 247 250 280; - II, 221 233. - - Hebel, _Schatzkästlein_‚ I, 215; II, 190 226. - - - Heine, _Reisebilder_‚ I, 208. - - Herbelot, _Orientalische Bibliothek_‚ I, 245; II, 241. - - Hermotimus, _Additamenta_‚ II, 220 229. - - Herrant v. Wildonie II, 188. - - ibn Hidschdscha, _Thamarat al aurak_‚ I, 247. - - Hierokles s. _Philogelos_‚. - - _Hundred Mery Talys_‚ I, 239; II, 189 219. - - - Ilg, _Maltesische Märchen_‚ I, 221 262 276 278; II, 183 205 209 210 - 213. - - Ispirescu, _Snóve_‚ I, 205 207 234 241 268 276; II, 185 229. - - - _Jacke of Dovers Quest of Inquirie_‚ I, 248 249 266. - - Jacob, _Türkische Volkslitteratur_‚ II, 213. - - Jacobs, _Celtic Fairy Tales_‚ I, 269. - - —— _English Fairy Tales_‚ I, 241 252 268 272 274; II, 182 183 195 206. - - Jacques de Vitry, _Exempla_‚ I, 245; II, 243. - - Jahn, _Schwänke und Schnurren_‚ I, 269; II, 195 206 229. - - _Jâtaka_‚ s. Cowell. - - _Jests of Scogin_‚ I, 221 225 237. - - _Joe Miller’s Jests_‚ I, 231 248; II, 219 229. - - Johannes Junior, _Scala coeli_‚ II, 202. - - Juvenal I, 211. - - - al Kaljubi, _Nawadir_‚ II, 183. - - _Kathá Sarit Ságara_‚ s. Somadeva. - - Keller (Ad. v.), _Erzählungen aus altdeutschen Handschriften_‚ - I, 265; II, 188. - - Keller (Albr.), _Die Schwaben_‚ I, 208 220 226 249 269; II, 209. - - Kirchhof, _Wendunmuth_‚ I, 218 225 233; II, 206. - - Knoop, _Volkssagen_‚ I, 269. - - Knowles, _Folk-Tales of Kashmir_‚ I, 252 268. - - Kopisch I, 268. - - Krauss, _Sagen und Märchen der Südslaven_‚ I, 222 226 276 280; - II, 205 206. - - —— _Zigeunerhumor_‚ I, 207 210 222 253 254 268; II, 215 219 221 228 - 251. - - Kuka, _The Wit and Humour of the Persians_‚ I, 207 209 211 212 219 - 227 231 243 245 248 255 260 276 277 282; II, 185 186 187 202 203 - 223 226 231 236 237 238 240. - - - La Fontaine II, 245 248. - - _Lalenbuch_‚ I, 235 269; II, 192 209. - - Lambel, _Erzählungen und Schwänke_‚ II, 188. - - Lamii, _Latifeh nameh_‚ I, 256. - - Landes, _Contes annamites_‚ I, 226 265; II, 221. - - _Leben (Das kurtzweilige) von Clement Marott_‚ I, 268; II, 249. - - Léger, _Recueil de contes populaires slaves_‚ I, 252. - - Legrand, _Fabliaux_‚ II, 245. - - Lehmann, _Exilium melancholiae_‚ I, 229 231 238 247 250 262 268 277; - II, 219 229 237. - - —— _Florilegium politicum_‚ I, 208 237. - - Lidzbarski, _Geschichten aus neu-aramäischen Handschriften_‚ I, 242 - 255 265; II, 187 197 211 212 235 237. - - Lindener, _Katzipori_‚ I, 268. - - Lucas, _Diálogos_‚ I, 225. - - Lundorf, _Wißbadisch Wisenbrünlein_‚ I, 277. - - Luscinius, _Joci ac sales_‚ II, 225. - - Luzel, _Contes populaires de Basse-Bretagne_‚ II, 182 183 209. - - - Mackenzie, _Tyll Owlglass_‚ I, 240. - - Abu Madjan, _Madschmu az zarf_‚ I, 264 277. - - al Maidani, _Madschma al amthal_‚ I, 214; II, 183 188 231. - - Marguerite de Navarre, _L’Heptaméron_‚ I, 278; II, 190. - - Marianus (Christophorus), _Convivium evangelicum_‚ I, 277. - - al Masudi, _Les Prairies d’or_, II, 181 245. - - Meder, _Quadragesimale_‚ II, 214. - - Meier, _Deutsche Sagen aus Schwaben_‚ I, 241. - - Meißner, _Neuarabische Erzählungen aus dem Iraq_‚ I, 227; II, 212 219 - 241 242 244. - - Melander, _Jocoseria_‚ I, 222 247 269; II, 187 219. - - Memel, _Anmuthige lustige Gesellschaft_‚ I, 221 222; II, 218. - - Ménage, _Origini della lingua italiana_‚ I, 218 228. - - Mendoza, _Lazarillo de Tormes_‚ I, 262. - - _Mensa philosophica_‚ I, 274; II, 233. - - Merkens, _Was sich das Volk erzählt_‚ I, 210 217 226 229 241 249 250 - 252 268 269 274; II, 182 215 229 237. - - _Meschreb, der weise Narr_‚ I, 230. - - Mey, _Fábulario_‚ I, 247 249. - - Minaef, _Indeiskija skasky_‚ II, 184. - - - Monnier, _Les contes populaires en Italie_‚ I, 207 280; II, 183 206. - - Monosini, _Flores italicae linguae_‚ I, 219. - - Montaiglon-Raynaud, _Fabliaux_‚ II, 188 245. - - Montanus, _Schwankbücher_‚ I, 229 249 252 254 260 265 268 272; - II, 197 206 245. - - Morlini, _Novellen_‚ I, 240 250 263 271 272; II, 184 212 213 228 237. - - Motylinski, _Dialogue en dialecte de Djerba_‚ I, 236. - - Müllenhoff, _Märchen und Lieder_‚ I, 241 268. - - Musculus, _Enarrationes_‚ I, 269. - - - ~Narren, Gaukler und Volkslieblinge~: - Arlotto s. _Arlottos Schwänke_‚. - Armstrong s. _Archie Armstrong’s Banquet of Jests_‚. - Bahlul II, 212 241. - Barlacchia s. _Facetie, motti, buffonerie_‚. - Abu Dulama II, 237. - Eulenspiegel II, 246 249; s. auch Mackenzie. - Gonnella II, 228. - Habannaka I, 214; II, 231. - Hobson s. _Conceites (The Pleasant)_‚. - Karakusch I, 230; II, 210 229 230. - Klaus Narr s. Bütner. - Abu Nuwas I, 211; II, 184 242. - Poncino della Torre s. _Facetie (Le piacevoli)_‚. - Scogin s. _Jests of Scogin_‚. - Sztukoris s. Veckenstedt, _Sztukoris_‚. - Triboulet I, 223; II, 231. - - Nicolas de Troyes, _Le grand parangon des nouvelles nouvelles_‚ - I, 265. - - Nieri, _Racconti popolari lucchesi_‚ I, 257. - - Nopcsa, _Aus Sala und Klementi_‚ II, 206. - - _Novella dell Grasso legnajuolo_‚ I, 275. - - _Novelle antiche_‚ I, 227 229. - - _Nugae doctae Gaudentii Jocosi_‚ I, 269. - - _Nugae venales_‚ II, 235. - - _Nuzhal al udaba_‚ I, 230 234 257 282; II, 181 188 194 196 217 224 - 226 239 240 243. - - - O’Connor, _Folk Tales from Tibet_‚ I, 225; II, 183 195. - - Ortoli, _Les contes populaires de l’île de Corse_‚ I, 241. - - - Ouville, _L’Elite des Contes_‚ I, 228 277. - - _Oxford Jests_‚ I, 225; II, 221. - - - Panciatichi, _Cicalate_‚ II, 226. - - _Pantagruéliques (Les)_‚ I, 225. - - _Pantschatantra_‚ (Benfey) II, 187 201 206 207 245. - - —— (Dubois) I, 263. - - _Parangon (Le) des Nouvelles honnestes_‚ I, 229. - - _Pasquil’s Jests_‚ I, 275. - - Pauli (Joh.), _Schimpf und Ernst_‚ I, 223 232 239 244 264 275; - II, 185 189 194 197 245. - - Pauli (Seb.), _Modi di dire_‚ I, 228 265. - - Petrarca, _Epistolae_‚ II, 244. - - Petrus Alphonsi, _Disciplina clericalis_‚ I, 206. - - Pharaon, _Spahis, Turcos et Goumiers_‚ I, 222. - - Philagrius s. _Philogelos_‚. - - _Philogelos_‚ I, 206 208 210 213 219 222 225 230 263 274 277; - II, 235 236 237 239 249. - - Pinedo (Luis de), _Libro de chistes_‚ I, 205; II, 221. - - Pitrè, _Fiabe, novelle e racconti popolari siciliani_‚ I, 217 250 265; - II, 195 213. - - —— _Novelle popolari toscane_‚ I, 212 218 226 272; II, 182 201 211 212 - 213. - - - Plutarch, _De exilio_‚ I, 219. - - —— _Questiones graecae_‚ II, 185. - - Poggio, _Facetiae_‚ I, 234 244 257 265 267 278; II, 190 204 229 232 - 246 249. - - Pontanus (Jo. Jov.), _Antonius dialogus_‚ II, 244. - - ~Predigtmärlein~ I, 222 231 250 280; II, 185 203 213 243. S. auch - Bromyard, Jacques de Vitry, Johannes Junior, _Mensa philosophica_‚ - und Meder. - - Preindlsberger-Mrazovic, _Bosnische Volksmärchen_‚ II, 201 211. - - Prym und Socin, _Tur ’Abdîn_‚ I, 210 217 268; II, 241 249. - - Pulci, _Morgante_‚ I, 239. - - - Radloff, _Volkslitteratur der türkischen Stämme Südsibiriens_‚ - II, 194 213. - - _Récréations françoises_‚ I, 278. - - _Recueil des plaisantes et facetieuses nouvelles_‚ I, 223 233 271; - II, 187. - - Reinisch, _Die ’Afar-Sprache_‚ I, 278; II, 212. - - —— _Die Bedauye-Sprache_‚ II, 215. - - —— _Die Nuba-Sprache_‚ I, 223, 235; II, 206. - - —— _Die Saho-Sprache_‚ II, 215. - - Rittershaus, _Die neuisländischen Volksmärchen_‚ I, 226 240 252 263 - 272 274 276; II, 197 214. - - Rivière, _Contes populaires de la Kabylie du Djurdjura_‚ II, 184 205. - - Roda Roda, _Der Pascha lacht_‚ I, 213 225 232 258 260 261 263 268 272 - 280; II, 181 201 225 228 233 237. - - Roger _Bontemps en Belle Humeur_‚ II, 181 248. - - Rückert I, 211 269. - - - _Saadi_‚ I, 258. - - Sacchetti, _Novelle_‚ I, 259 277. - - Sachau, _Fellichi-Dialekt von Mosul_‚ I, 255. - - Sachs (Hans) I, 223 229 232 256 257 259 265 268; II, 188 192 245. - - _Sackful of News_‚ I, 207 242; II, 182. - - Sagredo, _L’Arcadia in Brenta_‚ I, 220 225 228 247 254 266 280; - II, 204 210 232 234. - - Santa Cruz (Melchor de), _Floresta española_‚ I, 229. - - Sauvé, _Le Folk-lore des Hautes-Vosges_‚ I, 220. - - Schiefner, _Tibetan Tales_‚ I, 242. - - _Schildbürger_‚ s. _Lalenbuch_‚. - - asch Schirwani, _Nafhat al jaman_‚ I, 211 243 260; II, 201 237. - - Schlegel (August Wilhelm) II, 246. - - Schleicher, _Litauische Märchen_‚ I, 217; II, 198. - - Schott, _Walachische Märchen_‚ II, 205. - - Schumann, _Nachtbüchlein_‚ I, 244 265 268 269 276; II, 203. - - Schupp I, 222 231. - - Sébillot, _Litteratture orale d’Auvergne_‚ I, 252; II, 205. - - —— _Litteratture orale de la Haute-Bretagne_‚ I, 252 272 276; - II, 215 229 245. - - Sercambi, _Novelle_‚ I, 214; II, 246. - - _Siao li Siao_‚ I, 206. - - Sklarek, _Ungarische Volksmärchen_‚ II, 201 205 206. - - Socin und Stumme, _Der arabische Dialekt der Houwara_‚ II, 198 204 - 205. - - Somadeva, _Kathá Sarit Ságara_‚ I, 242; II, 182 201 213 247. - - Somma, _Cento racconti_‚ II, 190. - - Stobaeus II, 185. - - _Storia di Campriano contadino_‚ II, 197. - - Straparola, _Piacevoli notti_‚ I, 264 265 271; II, 184 216. - - Stricker, _Der Pfaff Amis_‚ II, 249. - - Stumme, _Maltesische Märchen_‚ II, 214. - - —— _Tunisische Märchen_‚ II, 245. - - Swynnerton, _Romantic Tales from the Panjâb_‚ I, 217 224 231 262 265 - 268 270 272 277; II, 184 195 243. - - _Syntipas_‚ II, 196. - - - Tabourot, _Contes facecieux du Sieur Gaulard_‚ I, 208 219 272 277; - II, 191 223 227 229. - - _Tale of Beryn_‚ I, 245. - - _Tales and Quicke Answeres_‚ I, 225 231 234 250 268; II, 249. - - _Tales (Mery) of the Mad Men of Gotham_‚ I, 244 268 272; II, 229. - - Tallemant des Reaux II, 214. - - _Tantrâkhyâyika_‚ I, 249; II, 213. - - _Tausend und eine Nacht_‚ I, 238 244 271 282; II, 198 204 213. - - Tewfik, _Ein Jahr in Konstantinopel_‚ II, 236. - - Theodulphus, _Carmina_‚ II, 218. - - _Tholedoth Jesu_‚ II, 244. - - Thorburn, _Bannú_‚ II, 184. - - Timoneda, _Patrañuelo_‚ I, 220. - - —— _Sobremesa_‚ I, 225 279. - - Titius, _Loci controversi_‚ I, 218. - - _Tombeau (Le) de la melancolie_‚ II, 248. - - _Tripitaka_‚ I, 242 272. - - - Veckenstedt, _Sztukoris_‚ I, 224; II, 198. - - —— _Zamaiten_‚ I, 241. - - Velten, _Märchen der Suaheli_‚ I, 211; II, 212. - - Vinson, _Le Folklore du Pays Basque_‚ I, 217. - - ~Volkserzählungen~: - - Afghanische s. Thorburn. - - Ägyptische s. Artin. - - Albanische s. Nopcsa. - - Algerische s. Basset, _Contes berbères_‚ (auch von Berbern in - Marokko usw.), derselbe, _Zenatia_, Pharaon und Rivière. - - Annamitische s. Landes. - - Brasilianische II, 195. - - Corsicanische s. Ortoli. - - Dalmatinische II, 182 205. - - Deutsche I, 217 242 246 268; s. auch Birlinger, Bronner, Busch, - Grimm, Jahn, Albr. Keller, Knoop, Meier, Merkens und Müllenhoff. - - Englische s. Jacobs. - - Finnische II, 196. - - Französische I, 217 224 237 241 242 252 268 272 274 275; II, 182 - 184 190 195 203 205 209 211 212 213 215 231 243; s. auch Bladé, - Carnoy, Cosquin, Fleury, Luzel, Sauvé, Sébillot und Vinson. - - Griechische II, 251; s. auch Georgeakis. - - Indische s. _Guru Paramártan_, Knowles, Minaef und Swynnerton. - - Indonesische s. Bezemer. - - aus dem Irak s. Meißner. - - Isländische s. Rittershaus. - - Italiänische I, 207 220 237 241 250 262 264 274; II, 180 212 213 - 215 219; s. auch Andrews, Crane, Gonzenbach, Monnier, Nieri, Seb. - Pauli, Pitrè und _Storia_. - - Japanische I, 252. - - Jüdische I, 222 241. - - Keltische s. Campbell und Jacobs. - - aus dem östlichen Kleinasien s. Lidzbarski, Prym-Socin und Sachau. - - Lettische s. Böhm. - - Litauische s. Schleicher und Veckenstedt. - - Maltesische s. Ilg und Stumme. - - Marokkanische II, 205 247; s. auch Socin-Stumme. - - Nubische s. Reinisch, _Nuba_‚ und _Bedauye_. - - aus Ostafrika s. Reinisch, _’Afar_ und _Saho_. - - Rumänische s. Ispirescu und Schott. - - Russische I, 205. - - Sibirische s. Radloff. - - Siebenbürgische s. Haltrich. - - Skandinavische II, 195; s. auch Asbjörnsen. - - Spanische II, 221. - - Suaheli s. Büttner und Velten. - - Südslavische II, 195; s. auch _Anthropophyteia_, Krauss und - Preindlsberger-Mrazovic. - - Tibetanische s. O’Connor und Schiefner. - - aus Timbuctu I, 216. - - Tunisische I, 277; II, 215; s. auch Motylinski und Stumme. - - Türkische II, 202; s. auch Jacob. - - Ungarische s. Sklarek. - - Westslavische s. Léger. - - der Zigeuner s. Krauss und Wlislocki. - - - _Wajikra rabba_‚ I, 227; II, 235. - - Waldis, _Esopus_‚ I, 239 269; II, 206 249. - - Wickram, _Rollwagenbüchlein_‚ I, 207 232 235 249 275 278; II, 198 210. - - Wlislocki, _Märchen der transsilvanischen Zigeuner_‚ II, 206 209. - - - Zabata, _Diporto de’ viandanti_‚ I, 212 220 225; II, 232. - - Zakani, _Die herzerfreuende Schrift_‚ I, 207 210 214 235 244 248; - II, 185 217. - - az Zamachschari, _Rabi al abrar_‚ I, 235. - - _Zimmerische Chronik_‚ I, 248 269. - - Zincgref-Weidner, _Teutsche Apophtegmata_‚ I, 208 229 238 241 262; - II, 189 196 226 229 231. - - - - - -End of Project Gutenberg's Der Hodscha Nasreddin II. Band, by Albert Wesselski - -*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER HODSCHA NASREDDIN II. BAND *** - -***** This file should be named 54691-0.txt or 54691-0.zip ***** -This and all associated files of various formats will be found in: - http://www.gutenberg.org/5/4/6/9/54691/ - -Produced by Turgut Dincer and The Online Distributed -Proofreading Team at http://www.pgdp.net (This file was -produced from images generously made available by The -Internet Archive/Canadian Libraries) - -Updated editions will replace the previous one--the old editions will -be renamed. - -Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright -law means that no one owns a United States copyright in these works, -so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United -States without permission and without paying copyright -royalties. Special rules, set forth in the General Terms of Use part -of this license, apply to copying and distributing Project -Gutenberg-tm electronic works to protect the PROJECT GUTENBERG-tm -concept and trademark. 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