diff options
Diffstat (limited to 'old/53344-0.txt')
| -rw-r--r-- | old/53344-0.txt | 4726 |
1 files changed, 0 insertions, 4726 deletions
diff --git a/old/53344-0.txt b/old/53344-0.txt deleted file mode 100644 index a82516e..0000000 --- a/old/53344-0.txt +++ /dev/null @@ -1,4726 +0,0 @@ -The Project Gutenberg EBook of Kammweg-Führer von der Jeschkenkoppe bei -Reichenberg bis zum Rosenberg bei Tetsche, by Franz Hantschel - -This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and most -other parts of the world at no cost and with almost no restrictions -whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms of -the Project Gutenberg License included with this eBook or online at -www.gutenberg.org. If you are not located in the United States, you'll have -to check the laws of the country where you are located before using this ebook. - - - -Title: Kammweg-Führer von der Jeschkenkoppe bei Reichenberg bis zum Rosenberg bei Tetschen - mit Berücksichtigung der anschliessenden Kammwege - -Author: Franz Hantschel - -Release Date: October 22, 2016 [EBook #53344] - -Language: German - -Character set encoding: UTF-8 - -*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK KAMMWEG-FÜHRER VON DER *** - - - - -Produced by The Online Distributed Proofreading Team at -http://www.pgdp.net (This file was produced from images -generously made available by SLUB: Sächsische -Landesbibliothek - Staats - und Universitätsbibliothek -Dresden at http://www.slub-dresden.de ) - - - - - - - - - - Anmerkungen zur Transkription. - - - Das Original ist in Fraktur gesetzt. - - Im Original gesperrter Text ist +so ausgezeichnet+. - - Im Original in Antiqua gesetzter Text ist ~so markiert~. - - Im Original kursiver Text ist _so markiert_, fetter Text ist =so - gekennzeichnet=. - - Weitere Anmerkungen zur Transkription finden sich am Ende des - Buches. - - - - - ~Dr.~ F. Hantschel's - - Kammweg-Führer - - von der - - Jeschkenkoppe bei Reichenberg bis zum Rosenberge bei Tetschen - - mit - - Berücksichtigung der anschliessenden Kammwege. - - Mit 1 Wegekarte und 4 Ansichts-Postkarten. - - [Illustration] - - =Prag-Smichow, 1905.= - - Im Selbstverlage. - - Buchhändlerischer Vertrieb durch W. Fiedler's Antiquariat - (Johs. Klotz) in Zittau i. S. Druck von Joh. Künstner, B. Leipa. - - - - -[Illustration: - - ~Der Kammweg - vom Jeschken bis zum Rosenberge.~ - - [Illustration] - - ~Gezeichnet von~ - - ~=Hugo Schwarz=, Lehrer in B. Leipa~. -] - - - - -[Illustration] - -Herausgegeben über gemeinsamen Beschluß des deutschen Gebirgsvereines -für das Jeschken- und Isergebirge, des Verbandes Lusatia -südlausitzischer Natur- und Gebirgsvereine, des Gebirgsvereines für das -nördlichste Böhmen und des Gebirgsvereines für die böhmische Schweiz. - -[Illustration] - - - - -Vorwort. - - -Mit Beschluß der nebenstehend verzeichneten Gebirgs- und Naturvereine -in der Versammlung zu Warnsdorf am 13. März 1904 wurde dem Gefertigten -die Verfassung und Herausgabe eines kleinen Führers auf dem neu -markierten, etwa 60 _km_ langen und 22 Gehstunden in Anspruch nehmenden -Kammwege vom Jeschken bis zum Rosenberge übertragen. - -Dieser Führer, auf den eigenen Wanderungs-Ergebnissen des Verfassers -aufgebaut, liegt nunmehr vor. Er hält sich, seinem Titel und seinem -Zwecke entsprechend, strenge an den »Kammweg« und verweist fortlaufend -auf die zunächst gelegenen Bahnstationen, die auch auf der beigegebenen -Wegekarte eingezeichnet sind. Für die vielen Aussichts-Beschreibungen -wurde mit Rücksicht auf den Umfang und den Preis des Buches kleinerer -Druck gewählt, ebenso für die eingeschalteten Abstecher, die zumeist -wieder zum Kammwege zurückführen. - -Anstatt Textbilder beizudrucken, wurde der Versuch mit -Ansichts-Postkarten gemacht, die zwar das Büchlein etwas verteuern, -andererseits aber geeignet sind, dem Wanderer in bequemer Weise zur -Hand zu sein. - -Von Druckschriften, die für die +Umgebung+ des Kammweges in Betracht -kommen, seien außer den im Anzeigeteile (S. 80) verzeichneten noch -namhaft gemacht: Wegweiser und Taschenbuch des Gebirgsvereines für die -böhmische Schweiz; Wegweiser des Gebirgsvereines für das nördlichste -Böhmen. - -Herrn Josef +Mohr+ in Rumburg, dem Sachwalter der vereinigten Gebirgs- -und Naturvereine, sage ich für sein liebenswürdiges Entgegenkommen -den verbindlichsten Dank mit dem Wunsche: unser Kammweg möge in der -Touristenwelt zu ähnlichem Rufe gelangen wie der altberühmte Rennstieg -im Thüringer Walde! - - +Prag-Smichow+, im Lenzmond 1905. - - =Dr. F. Hantschel.= - - - - -Verzeichnis - -der zum Kammweg führenden Eisenbahnen, der Anschlußbahnen und jener -Bahnstationen, von denen der Kammweg am gelegensten zu erreichen ist. - - -=1. K. k. priv. österreichische Süd-Norddeutsche Verbindungsbahn.= -Strecke Pardubitz-Reichenberg-Seidenberg. - -=Einbruchstationen=: Liebenau, Reichenau, Radl, -Langenbruck-Hermannstal, Heinersdorf, Reichenberg. - - =Anschlußbahnen=: ~a~) Pardubitz-Deutschbrod-Wien der - öst. Nordwestbahn; ~b~) Pardubitz-Brünn-Wien der öst. - Staatseisenbahngesellschaft, mit den Anschlüssen: B. - Trübau-Olmütz derselben Bahn. Olmütz-Jägerndorf-Troppau der k. - k. öst. Staatsbahnen, Olmütz-Prerau-Troppau-Oderberg der Kaiser - Ferdinands-Nordbahn und Jägerndorf-Leobschütz-Ratibor-Kattowitz - der kgl. preuß. Staatsbahnen; ~c~) - Königgrätz-Geiersberg-Mittelwalde der öst. Nordwestbahn mit - den Anschlüssen: Wichstadtl-Lichtenau-Grulich-Hannsdorf und - Hannsdorf-Ziegenhals-Jägerndorf der k. k. öst. Stadtbahnen, - Ziegenhals-Neiße-Brieg und Mittelwalde-Glatz-Camenz-Breslau - der kgl. preuß. Staatsbahnen; ~d~) Altpaka-Parschnitz der - öst. Nordwestbahn mit den Anschlüssen: Pelsdorf-Hohenelbe - und Trautenau-Freiheit-Johannisbad derselben Bahn, - Parschnitz-Liebau und Königshan-Schatzlar der südnorddeutschen - Verbindungsbahn; ~e~) Turnau-Prag der böhm. Nordbahn; ~f~) - Raspenau-Weisbach der Friedländer Bezirksbahnen; ~g~) - Friedland-Heinersdorf der Friedländer Bezirksbahnen mit den - Anschlüssen Heinersdorf-Greifenberg, Greifenberg-Kohlfurth - und Greifenberg-Löwenberg-Goldberg der kgl. preuß. - Staatsbahnen; ~h~) Friedland-Hermsdorf der Friedländer - Bezirksbahnen; ~i~) Seidenberg-Görlitz der kgl. preuß. - Staatsbahnen mit den Anschlüssen: Görlitz-Lauban(-Marklissa), - Görlitz-Kohlfurth-Liegnitz-Breslau und Görlitz-Cottbus-Berlin - der kgl. preuß. Staatsbahnen. - -=2. Reichenberg-Gablonz-Tannwald-Grüntaler Eisenbahn.= Strecke -Reichenberg-Grüntal. - -=Einbruchstationen=: Röchlitz, Rosental, Reichenberg. - - =Anschlußbahnen=: ~a~) Morchenstern-Josefstal-Maxdorf - derselben Bahn: ~b~) Grüntal-Schreiberhau-Hirschberg der - königlich preußischen Staatsbahnen mit den Anschlüssen - Hirschberg-Greifenberg, Hirschberg-Schmiedeberg, - Hirschberg-Krummhübel, Hirschberg-Merzdorf-Ruhbank, - Merzdorf-Jauer, Merzdorf-Goldberg, Ruhbank-Liebau, - Ruhbank-Landeshut-Albendorf, Ruhbank-Landeshut-Schmiedeberg, - Fellhammer-Königszelt-Breslau, Fellhammer-Mittelsteine-Glatz - und Fellhammer-Halbstadt derselben Bahnen, - Halbstadt-Braunau-Mittelsteine der öst.-ung. - Staatseisenbahngesellschaft. - -=3. K. k. priv. Aussig-Teplitzer Eisenbahn.= Strecke -Reichenberg-Leipa-Teplitz. - -=Einbruchstationen=: Deutschgabel, Lämberg-Markersdorf, Ringelshain, -Schönbach-Seifersdorf, Kriesdorf, Neuland, Christofsgrund, Karlswald, -Berzdorf, Rosental-Johannestal, Reichenberg. - - =Anschlußbahnen=: ~a~) Deutschgabel-Zwickau-Röhrsdorf - der böhm. Nordbahn; ~b~) Leipa-Prag der böhm. Nordbahn - mit den Anschlüssen unter 7 ~a~ und ~b~; ~c~) - Leipa-Röhrsdorf(-Zwickau)-Tannenberg und Leipa-Bensen-Tetschen - der böhm. Nordbahn; ~d~) Lokalbahn Leipa-Steinschönau; - ~e~) Auscha-Wernstadt-Großpriesen der öst. Nordwestbahn - mit den Anschlüssen Leitmeritz-Wien und Leitmeritz-Außig - derselben Bahn; ~f~) Lobositz-Obernitz-Brüx der k. k. öst. - Staatsbahnen; ~g~) Teplitz-Komotau der Außig-Teplitzer - Eisenbahn mit den Anschlüssen: Dux-Bilin-Pilsen-Eisenstein - und Brüx-Moldau der k. k. öst. Staatsbahnen; ~h~) - Komotau-Eger-Franzensbad der Buschtiehrader Eisenbahn mit - den Anschlüssen: Komotau-Saaz, Komotau-Weipert-Reitzenhain, - Kaaden-Brunnersdorf-Kaschitz-Duppau, Chodau-Neudeck, - Neusattel-Elbogen und Falkenau-Graslitz-Klingental derselben - Bahn, Schlackenwert-Joachimstal, Karlsbad-Merkelsgrün, - Karlsbad-Marienbad, Karlsbad-Johanngeorgenstadt, - Tirschnitz-Schönbach, Eger-Pilsen, Plan-Tachau, - Tschernoschin-Schweißing-Haid und Asch-Roßbach der - k. k. öst. Staatsbahnen, Reitzenhain-Flöha-Chemnitz, - Weipert-Annaberg-Zwickau, Johanngeorgenstadt-Schwarzenberg - und Eger-Plauen der kgl. sächsischen Staatsbahnen, - Eger-Wiesau-Regensburg-München, Eger-Markt Redwitz-Nürnberg und - Eger-Oberkotzau-Hof der kgl. bairischen Staatsbahnen. - -=4. Kgl. sächsische Staatsbahnen.= Strecke Reichenberg-Zittau-Ebersbach. - -=Einbruchstationen=: Reichenberg, Machendorf, Kratzau, Weißkirchen, -Ketten, Grottau, Oberullersdorf, Zittau, Scheibe, Hainewalde, -Großschönau, Warnsdorf. - - =Anschlußbahnen=: ~a~) Zittau-Hermsdorf der kgl. sächs. - Staatsbahnen mit Anschluß Hermsdorf-Friedland der Friedländer - Bezirksbahnen; ~b~) Zittau-Görlitz der kgl. sächs. - Staatsbahnen mit den Anschlüssen: Görlitz-Lauban(-Marklissa), - Görlitz-Liegnitz-Breslau und Görlitz-Cottbus-Berlin der - kgl. preuß. Staatsbahnen; ~c~) Zittau-Löbau der kgl. sächs. - Staatsbahnen mit den Anschlüssen: Oderwitz-Eibau und - Löbau-Bautzen derselben Bahnen; ~d~) Ebersbach-Bischofswerda - der kgl. sächs. Staatsbahnen mit den Anschlüssen: - Wilthen-Bautzen, Niederneukirch-Schandau, Neustadt-Pirna und - Bischofswerda-Dresden der kgl. sächs. Staatsbahnen. - -=5. Sekundärbahn Zittau-Oybin-Jonsdorf.= Strecke Zittau-Oybin-Jonsdorf. - -=Einbruchstationen=: Zittau, Zittau-Vorstadt, Nieder-Olbersdorf, -Zeisigschenke, Bertsdorf, Bad Jonsdorf, Jonsdorf, Wittigschänke, -Teufelsmühle, Oybin. - - =Anschlußbahnen=: Siehe unter 4 ~a-c~. - -=6. K. k. priv. Böhmische Nordbahn.= Strecke Warnsdorf-Bodenbach. - -=Einbruchstationen=: Bodenbach, Tetschen, Rabstein, B. -Kamnitz, Falkenau-Hillemühl, Falkenau, Tannenberg, Schönfeld, -Kreibitz-Teichstatt, Grund-Georgental, Niedergrund, Warnsdorf. - - =Anschlußbahnen=: ~a~) Bodenbach-Prag der öst.-ung. - Staatsbahngesellschaft mit den Anschlüssen: - Bodenbach-Komotau der k. k. Staatsbahnen, Außig-Komotau der - Außig-Teplitzer Eisenbahn (s. unter 3 ~g~), Komotau-Eger - der Buschtiehrader Eisenbahn (s. unter 3 ~h~); ~b~) - Bodenbach-Dresden-Riesa-Leipzig der kgl. sächsischen - Staatsbahnen (siehe unter 8); ~c~) Bensen-Leipa der böhm. - Nordbahn; ~d~) B. Kamnitz-Steinschönau derselben Bahn; ~e~) - Warnsdorf-Zittau-Reichenberg der kgl. sächs. Staatsbahnen. - -=7. K. k. priv. Böhmische Nordbahn.= Strecke -Prag-Leipa-Georgswalde-Ebersbach. - -=Einbruchstationen=: Neuhütte, Tannenberg, Schönfeld, -Kreibitz-Teichstatt, Schönlinde. - - =Anschlußbahnen=: ~a~) Prag-Wien, Prag-Budweis-Linz, - Prag-Pilsen-Furth und Stankau-Ronsperg der k. k. - öst. Staatsbahnen, Furth-Nürnberg der kgl. preuß. - Staatsbahnen; ~b~) Wschetat-Prziwor-Lissa-Wien und - Jungbunzlau-Nimburg-Wien der öst. Nordwestbahn; ~c~) - Röhrsdorf-Zwickau-Deutschgabel der böhm. Nordbahn mit Anschluß - der Strecke Deutschgabel-Reichenberg der Außig-Teplitzer - Eisenbahn (an Station Reichenberg siehe unter 1 und 2); ~d~) - Schönlinde-Herrnwalde-Nixdorf der k. k. öst. Staatsbahnen; - ~e~) Rumburg-Nixdorf-Niedereinsiedel der böhm. Nordbahn mit - den Anschlüssen: Niedereinsiedel-Sebnitz, Sebnitz-Schandau - und Sebnitz-Niederneukirch der kgl. sächs. Staatsbahnen; ~f~) - Ebersbach-Löbau-Görlitz der kgl. sächs. Staatsbahnen; ~g~) - Ebersbach-Bischofswerda (siehe unter 4 ~d~). - -=8. Kgl. sächsische Staatsbahnen.= Strecke -Bodenbach-Dresden-Riesa-Leipzig. - -=Einbruchstationen=: Schandau, Schöna, Niedergrund, Obergrund, -Bodenbach. - - =Anschlußbahnen=: ~a~) Bodenbach-Prag (s. unter - 6 a); ~b~) Schandau-Sebnitz der kgl. sächs. - Staatsbahnen; ~c~) Pirna-Dürrröhrsdorf derselben - Bahnen; ~d~) Sekundärbahn Pirna-Berggießhübel; - ~e~) Sekundärbahn Mügeln-Geising-Altenberg; ~f~) - Sekundärbahn Dresden-Freiberg-Moldau; ~g~) Sekundärbahn - Dresden-Hainsberg-Kipsdorf; ~h~) Sekundärbahn - Dresden-Flöha-Olbernhau-Reitzenhain; ~i~) Dresden-Berlin - der kgl. sächs. und preuß. Staatsbahnen; ~k~) - Dresden-Chemnitz-Reichenbach i. V. der kgl. sächs. Staatsbahnen. - -=9. K. k. priv. österreichische Nordwestbahn.= Strecke Wien-Tetschen. - -=Einbruchsstation=: Tetschen. - - =Anschlußbahnen=: ~a~) Kolin-Brünn-Wien der öst.-ung. - Staatseisenbahngesellschaft; ~b~) Prag-Wschetat-Prziwor der - böhm. Nordbahn; ~c~) Lokalbahn Großpriesen-Wernstadt-Auscha; - ~d~) Tetschen-Leipa der böhm. Nordbahn. - -=10. K. k. priv. österreichisch-ungarische -Staatseisenbahngesellschaft.= Strecke Wien-Prag-Bodenbach. - -=Einbruchsstation=: Bodenbach. - - =Anschlußbahnen=: ~a~) In B. Trübau (s. unter 1 ~b~); - ~b~) Wildenschwert-Geiersberg derselben Bahn mit den - Anschlüssen: Geiersberg-Mittelwalde der öst. Nordwestbahn - und Mittelwalde-Glatz der kgl. preuß. Staatsbahnen; ~c~) - Chotzen-Halbstadt derselben Bahn; ~d~) Kolin-Wien der öst. - Nordwestbahn; ~e~) in Bodenbach (s. unter 6 ~a~). - - - - -Jeschkenkoppe-Freudenhöhe (3½ Std.). - - -Die =Jeschkenkoppe= bildet den Mittelpunkt und zugleich die höchste -Erhebung (1010 _m_) des 24 _km_ (Luftlinie) langen und bis 7½ _km_ -breiten Jeschkengebirges, d. i. jenes Teiles der Sudeten, der -beim Dorfe Paß am Trögelsberge beginnt, vom Isergebirge durchs -Neißetal geschieden wird, mit dem Kopainberge am Durchbruche der -Iser bei Kleinskal endet und einen südöstlich in fast gerader Linie -streichenden, sanftgewellten und steil abfallenden Wall mit einer -mittleren Kammhöhe von 800 _m_ darstellt, dessen nordwestliche Hälfte -bewaldet und in zwei Rücken gespalten ist, während die südöstliche -Hälfte einen einzigen, größtenteils kahlen Rücken bildet. Das -Jeschkengebirge gehört (nach Hübler's Führer) zu den ältesten Gebirgen; -die Gesteine, welche dasselbe zusammensetzen, gehören zum größeren -Teile der Urzeit -- nämlich dem Phyllit mit seinen untergeordneten -Einlagerungen (Quarzitschiefer, Kalkstein und Diorit) --, zum anderen -Teile (Przibramer Grauwacke und Schiefer, Gneisgranit, Rotliegendes) -der paläozoischen Zeit an. Den +Namen+ des Gebirges hat man von dem -keltischen ~ysga~ (kleiner Kopf), auch vom althochdeutschen ~asc~ -(Esche) abzuleiten gesucht; doch dürfte die Ableitung vom slawischen -~jesenik~ (Eschengebirge) die wahrscheinlichste, weil natürlichste -sein, umsomehr, da auch das mährische »Gesenke« von demselben Worte -abgeleitet wird. Das Jeschkengebirge ist reich an +Sagen+; wie -das Riesengebirge seinen Rübezahl, so besitzt das Jeschkengebirge -seinen Jeschkengeist; mehrere Sagen von diesem und vom vorwitzigen -Schneiderlein knüpfen sich an das »Guckloch«, einen Quarzfelsen, der -auf der rechten Seite des Jeschkens wie ein Zahn hervorragt; sehr schön -sind auch die Sagen vom Zwergkönig und der Kriesdorfer Kuhhirtin, die -dessen Schätze erbte, vom Nachtjäger und von den Waldweiblein. Auch -an +naturgeschichtlichen Seltenheiten+ ist das Gebirge nicht arm; wir -erwähnen nur die prächtigen Kalkspatkrystalle und Tropfsteingebilde im -Heinersdorfer Kalkbruche, die tiefe Kalksinter-Kluft bei Padauchen, -die Achate bei Proschwitz und auf dem Jaberlich, sowie eine Reihe von -zumeist dem Hochgebirge angehörenden Pflanzen: Alpenlattich (~Homogyne -alpina Cass.~), Bergnelkenwurz (~Geum montanum L.~), eisenhutblättriger -Hahnenfuß (~Ranunculus aconitifolius L.~), echter Eisenhut (~Aconitum -Napellus L.~), Haller's Gänsekresse (~Arabis Halleri L.~), Gmelin's -Aufbart (~Epipogon aphyllus Sw.~), Riesengebirgs-Rispengras (~Poa -sudetica Haenke~), Knotenfuß (~Streptopus amplexifolius DC.~), -herzblättrige Zweiblatt-Orche (~Listera cordata R. Br.~), norwegisches -Ruhrkraut (~Gnaphalium norvegicum Gunn.~), ~Isopyrum thalictroides L.~ -(Muschelblümchen), nicht zu vergessen einiger Flechten (~Cornicularia -tristis Ach.~ und ~Parmelia centrifuga Ach.~ als in erster Linie -erwähnenswert) und Moose (~Jungermannia orcadensis Hook.~ und ~Dicranum -congestum Brid. var. flexicaule Br. eur.~). - -Die Koppe selbst besteht aus einem mächtigen Quarzitschieferlager, -dessen Trümmer die Abhänge besonders im Süden und Osten bedecken und -eine wahre Fundgrube für Lichenologen (Flechtenkenner) sind; die -Landkartenflechte (~Rhizocarpon geographicum DC.~), ist geradezu -charakteristisch. Auf der Südseite des Koppenkegels, wo vor einigen -Jahren Knieholz mit gutem Erfolge angepflanzt wurde, befindet sich -in einer mäßigen Vertiefung ein 1868, an Stelle einer seit 1847 -dagestandenen Holzhütte, aus Holz erbautes, seit 1883 auch im Winter -bewohntes, zu Oberpassek nummeriertes +Gasthaus+ (telephonisch mit -Reichenberg verbunden, mit Nachtherberge für 20 Personen, von 1 ~K~ -60 ~h~ aufwärts und 1855 angelegtem Fremdenbuche), an welches 1885 -südwestlich vom D. Geb.-V. für das Jeschken- und Isergebirge eine -Glasveranda mit einem Fassungsraum für 200 Personen angebaut ist. Ein -daselbst angebrachter Briefkasten wird vom 1. Mai an täglich um 4 Uhr -Nachm. durch Postboten entleert. Nebst dem Gasthause befindet sich noch -auf der Koppe ein mit Eisen beschlagenes Häuschen mit guten Fernröhren, -ein riesiges, steinernes Kreuz, an dessen Stelle 1791 schon ein anderes -errichtet war, weiters als astronomisch-geodätischer Hauptpunkt zweiter -Ordnung ein Doppelwürfel mit der Aufschrift: »~Operatio astr. trigon. -imperante Francisco Josepho I.~«, endlich ein Denkstein an einen -Besuch des Fürsten Rohan, zu dessen Besitze die Südseite des Berges -gehört, während die Nordseite gräflich Clam-Gallas'scher Besitz ist. -Ein 1889 vom Gebirgsvereine an Stelle eines 1876 errichtet gewesen -Aussichtsgerüstes aufgestellter, 8 _m_ hoher, hölzerner Aussichtsturm -mit Orientierungskarten mußte Ende November 1904 abgetragen werden. Es -ist lebhaft zu bedauern, daß die Jeschkenkoppe, obwohl sie jährlich -von 15000 bis 20000 Personen besucht wird, immer noch nicht ein -würdiges Unterkunftshaus mit Aussichtswarte erhalten hat. Die Pläne -sind zwar da, doch kommt es zu keinem greifbaren Ergebnisse, da die -gräfl. Clam-Gallas'sche Herrschaft sich noch immer nicht zu einem -Neubaue entschließen kann. Und doch ist selbst im Winter der Besuch -so stark, daß an Sonntagen die Baude öfters überfüllt ist, trotzdem -nur +Rodelfahrten+, keine Hörnerschlittenfahrt vom Jeschken im -Schwunge ist, wie z. B. im benachbarten Isergebirge; es kann eben -letztere nur geübteren Touristen angeraten werden, da infolge der -Steilheit die Schlitten in sausendem Tempo zu Tal fahren und bei den -zahlreichen Biegungen und Furchen öfters ein Anfahren oder Umkippen -kaum zu vermeiden ist. Die Stadtgemeinde Reichenberg plant eine -mit elektrischer Kraft zu betreibende schmalspurige Kleinbahnlinie -vom Bahnhofe Reichenberg der Süd-Norddeutschen Verbindungsbahn die -Lastenstraße entlang nach Johannestal, Hanichen auf den Jeschken. - -Die freie, isolierte Lage der Koppe macht sie zu einem Aussichtspunkte -vorzüglichster, geradezu idealer Art, der, was Großartigkeit, Umfang -und Mannigfaltigkeit der landschaftlichen Bilder anbelangt, mit den -Rundsichten der bedeutendsten Berggipfel des gesamten deutschen -Mittelgebirges, ja selbst mancher Punkte der Alpen, verglichen werden -kann. Man übersieht bis zu 113 _km_ Entfernung einen großen Teil von -Böhmen einerseits bis gegen Mähren und Baiern, andrerseits bis tief -in das benachbarte sächsische und preußische Gebiet hinein; durch das -Fernrohr wird die Grenze der +Aussicht+ in der Luftlinie sogar bis zum -Ödschloßberge bei Bergreichenstein im Böhmerwalde (145 _km_), bis zum -Keilberge im Erzgebirge (149 _km_), selbst bis zur Wallfahrtskirche -am Kremeschnik zwischen Pilgram und Iglau an der böhmisch-mährischen -Grenze (152 _km_) hinausgerückt. Der Glanzpunkt des Panoramas liegt -gegen West und Südwest auf das malerische Gewirr der vulkanischen -Bergkegel des Mittelgebirges. - -Schon vom Vorraume der Koppenwirtschaft, wo das erst in neuerer Zeit -eingewanderte strahlenblumenlose Mutterkraut (~Matricaria discoidea -DC.~) üppig zu wuchern pflegt, bietet sich ein herrliches Bild, das man -sich, einige Schritte weiter, auf der gegen Norden steil abfallenden -Plattform, wo das große Kreuz steht, zum Rundbilde ergänzen kann. - -Ein willkommenes Andenken und ein erwünschtes verläßliches -Orientierungsmittel ist das von Leopold Ullrich aufgenommene, von Karl -Bertrand in Stahl gestochene, von A. Schöpfer in Reichenberg 1884 -verlegte »Panorama vom Jeschken« auf vier großen Blättern. Darauf seien -alle Jene verwiesen, die sich eingehender unterrichten wollen; im -Nachstehenden können wir nur ein gedrängtes Bild des Sichtbaren geben. - - Nordost: Zu unseren Füßen Ober- und Niederhanichen, weiter - Johannestal, l. davon Franzendorf vor der malerisch - ausgedehnten Stadt Reichenberg, die sich von keiner Seite - so günstig zeigt; l. von Franzendorf liegt Berzdorf hinter - Karolinsfeld; r. von Reichenberg das reich besiedelte, - industriereiche Neißetal mit Röchlitz, Maffersdorf, Proschwitz - und Gablonz; dahinter das Isergebirge, u. zw. gerade hinter - Reichenberg im Hintergrunde das Taubenhaus mit Vogelkoppen - (l. daneben) und Mittagsberg, im Vordergrunde der hohe Berg, - tiefer der Turm der Hohenhabsburg neben dem Schmidtsteine; - l. von der Hohenhabsburg der Drachenberg vor der Langen - Farbe, r. von jener der Friedrichswalder Kamm mit Königshöhe - (Turm) und Seibthübel (Turm), weiter Schwarzeberg, dann - Sieghübel; weiter rückwärts l. hinten die Tafelfichte (an - ihrem r. Abhange, über dem Wittigberge, geht am längsten Tage - die Sonne auf), dann der Hinterberg und der Hochstein. Ost: - R. von Hanichen liegt Eichicht; hinten schließt sich das - Riesengebirge ans Isergebirge, u. zw. Reifträger, hohes Rad - mit Schneegrubenbaude (gerade über Gablonz), Schneekoppe mit - ihren Baulichkeiten (hinter ihr geht die Sonne genau am 22. - Sept. auf) und Brunnberg, während nach vorn zu der Spitzberg - bei Tannwald, die Stefanshöhe (Turm), die Schwarzbrunnkoppe, - die Häuser von Marschowitz und Schumburg, noch näher der - Kaiserstein l. von Langenbruck zu sehen sind. Südost: Der kahle - Jeschkenrücken, der mit dem Kopainberge (Turm) endet, dann - folgt der Kosakow vor dem Switschinberge, der Ruine Kumburg und - dem Taborberge, r. davon die Stadt Turnau und die Großskaler - Felsen, die zweizinkige Ruine Trosky, die Kegel und Kuppen der - Gitschiner Gegend (Prachower Felsen) und am äußersten Horizonte - Heuscheuer, hohe Mense (etwas r. über Langenbruck) und - Deschnaer Koppe. Süd: Die Stadt B. Aicha, davor der Hühnerberg, - dahinter der Musky und Ruine Sweretitz bei Backofen, weiter - Jungbunzlau und Schloß Neubenatek, r. davon im Vordergrunde die - Hlawitzer Kirche, dahinter die Stadt Weißwasser, am Horizonte - der Dablitzer Berg, das Sternschloß und der Laurenzibergturm - bei Prag. Südwest: Die Teufelsmauer, dann die Stadt Oschitz, - dahinter l. die beiden Bösige (Ruine) und Schloß Hauska, r. der - ruinengekrönte Dewin hinter dem Krassaberge und vor den beiden - Hirschbergen, daneben der spiegelnde Hammerteich mit dem Dorfe - Hammer und der Stadt Wartenberg vor dem Roll, l. hinter diesem - Ruine Altperstein, weiter die Nedoweska und im Hintergrunde - der Georgsberg bei Raudnitz (Kapelle); überm Roll der gewölbte - Wilsch, dann die doppeltürmige Hasenburg bei Libochowitz, - weiter der Hoblik bei Laun, noch weiter das Duppau-Karlsbader - Gebirge; r. vom Roll der spitze Ron (Ruine), die Koselspitze, - der breite Geltsch, der Kreuzberg bei Leitmeritz, dahinter der - Milleschauer (Höhenwarte) und r. hinter diesem der Keilberg im - Erzgebirge (Turm), näher das Mückentürmchen bei Graupen. West: - Zu Füßen Drausendorf, dann hinter einander der Audishorner - Spitzberg, der Tolzberg und das Schwoikaer Gebirge, l. davon - der Leipaer Spitzberg (Turm) und der Kamnitzberg (Turm), im - Hintergrunde der Zinkenstein; r. von diesem der hohe Schneeberg - (Turm); im Vordergrunde folgt auf Drausendorf der Silberstein - und die Rabensteine mit den lang sich hinziehenden Kirchdörfern - Seifersdorf und Kriesdorf dazwischen, dahinter die Stadt - Deutschgabel, dann die Stadt Zwickau und der Röhrsdorfer - Bahnhof am Fuße des Kleis; r. von diesem der Kaltenberg - (Turm) und zwischen beiden hinten der Rosenberg und der gr. - Zschirnstein; r. vom Kaltenberge der gr. Winterberg (Turm) - bei Herrnskretschen. Nordwest: Hochwald (Turm) und Lausche - (Gasthaus) hinter einander, l. davon Tannenberg (Turm), hinten - Tanzplan (Turm) und Valtenberg (Turm), r. Wolfsbergspitze - (Turm) und Botzen, im Vordergrunde der bewaldete Jeschkenrücken - mit Moiselkoppe, Kalk- und Langeberge; zwischen letzteren - beiden hindurch sieht man die Stadt Zittau, den Kottmar - (Turm) und den Löbauer Berg, im Hintergrunde den Czornebog - bei Bautzen (Turm) nebst einer Menge kleinerer Ortschaften. - Nord: Machendorf am Zusammenschlusse des Christofsgrunder mit - dem Neißetale, darüber Kratzau vor dem Gickelsberge und ganz - draußen die Stadt Görlitz mit der Landeskrone. - -Auf der Jeschkenkoppe befindet sich neben dem Koppenhause eine vom -deutschen Gebirgsvereine aufgestellte große Tafel, auf welcher -die +Abstiegswege+ mit den Marken und den Zeitangaben enthalten -sind. Es sind folgende: 1. Auf dem Steilwege nördlich über den -letzten Pfennig und Karolinsfeld oder über die schöne Aussicht -und Johannestal oder auf dem Kamme südöstlich über Hanichen in je -1½--2 Stunden nach +Reichenberg+ (+Station+ der Südnorddeutschen -Verbindungsbahn, der Außig-Teplitzer, der Zittau-Reichenberger und -der Reichenberg-Grünwalder Eisenbahn); 2. Auf dem aussichtsreichen -Kamme über die Kühnei entweder zur +Station Heinersdorf+ in 1½ Stdn. -oder zur +Station Langenbruck+ in 2--2½ Stdn.; 3. Auf dem Kalkwege -über Karlswald zur +Station Machendorf+ in 1½--2 Stdn.; 4. Über den -Dänstein nach +Station Neuland+ 1¼ Std. oder weiter über Christofsgrund -nach +Station Machendorf+ in 2½ Std.; 5. Über die Moiselkoppe und den -Kriesdorfer Sattel in 1½ Std. zur +Station Kriesdorf+. Die vorletzte -Strecke deckt sich zum Teil, die letztere ganz mit unserer Kammtour. - -Unser Abstieg von der Jeschkenkoppe geschieht auf dem breiten -und bequemen Wege, der längs der Fernsprechleitung in 30 Min. -hinabführt auf die, seit 1866 in ihrer heutigen Gestalt bestehende, -waldumschlossene Jeschkenstraße, und zwar auf deren höchsten Punkt -(772 _m_) im =Auerhahnsattel=, der Sattelhöhe zwischen Jeschkenkoppe -und Schwarzeberg (816 _m_), zugleich der Hauptwasserscheide zwischen -Elbe (Jeschkenbach) und Oder (Berzdorfer Bach), von wo sie sich in -vielen Windungen östlich über Hanichen nach Reichenberg, westlich über -Kriesdorf nach Wartenberg und nach B. Aicha senkt. Der Auerhahnsattel -ist die höchste Übergangslinie über das Jeschkengebirge und führt -vornehmlich den Namen »Ausgespann«, weil vor dem Baue der jetzigen -Straße die Vorspänne bis hieher verkehrten und in einer einfachen -Schankhütte Unterstand fanden. Auf den fünf Seitenflächen einer -granitischen Säule daselbst sind die Örtlichkeiten verzeichnet, welche -man von hier auf bezeichneten Wegen erreichen kann: Jeschkenkoppe, -Reichenberg, Machendorf, Christofsgrund, Kriesdorf, Hammerteich, -Oschitz und B. Aicha. - -Wir folgen der Jeschkenstraße wenige Schritte nach l. und lenken -sofort r. auf einen breiten Fahrweg ab, der auf eine weite Waldblöße -hinausführt, aber schon nach 1 Min. sich wieder gabelt. Hier ist eine -Markentafel aufgerichtet, welche l. (blauer Punkt in weißem Felde) in -1--1½ Std. nach +Kriesdorf+, r. aber auf unseren Kammweg, bzw. nach -+Neuland-Christofsgrund+ (1½ Std.) verweist. - - Bevor wir auf letzterem weiter wandern, machen wir auf dem - Kriesdorfer Wege einen Abstecher zu dem nur ein paar Schritte - entfernten, mächtigen, dürren Baumstumpfe, der nur noch einen - einzigen längeren Ast aufweist und ein kleines, blechumrahmtes - Bild, die schmerzhafte Muttergottes darstellend, trägt. - Die auffällige +Baumruine+, deren knorrige Rinde dicht mit - Flechten und Moosen überwuchert ist, so daß sich nicht mit - Sicherheit erkennen läßt, welcher Baum-Art sie angehört haben - mag, verdient es, daß man nicht achtlos an ihr vorübergeht, - zumal sie vom Stifte des Künstlers in Professor Paudler's - Kammwegbuche verewigt wurde; ihren Fortbestand sichert übrigens - das Heiligenbild. - -Und nun weiter. In kaum 3 Min. überschreiten wir die Waldblöße. -Rückwärts lassen wir dabei die in unmittelbarer Nähe mächtig aufragende -Koppe, vor uns winkt die Moiselkoppe, zur L., in welcher Richtung ein -hübsches +Echo+ hervorgerufen werden kann, haben wir den Rollberg bei -Niemes, den Limberg bei Wartenberg und den Tolzberg bei Gabel neben -einander, davor den Spitzberg bei Audishorn. Hochstämmiger Nadelwald -nimmt uns auf, in ihm 1½ Min. abwärts, dann l. ein Hau, über welchen -hinaus nach rückwärts abermals die Jeschkenkoppe erscheint. Dann wieder -durch 5 Min. etwas abwärts zu einer Art Schneiße, die wir queren und -die wiederum rückwärts auf die Koppe und den ruinenartigen »roten -Stein« (841 _m_) an seinem westlichen Abhange, l. auf das Gelände -zwischen Oschitz und B. Aicha einen Ausblick gestattet. Nach weiteren -5 Min. auf anfangs etwas ansteigendem, dann ziemlich ebenem Waldwege, -wo man sich allenfalls an Heidelbeeren laben kann, trifft man bei einem -Wegweiser, der l. an einem Baume hängt und die Entfernung von da bis -zur Jeschkenkoppe mit ¾ Stunden angibt, abermals auf eine lichtere -Waldstelle, wo wir die Moiselkoppe vor uns, l. (durchblicksweise) -Dewin mit Hammerspitz zwischen den Bösigen und dem Roll, rückwärts -die Jeschkenkoppe, r. aber ganz nahe, auf der Höhe des +Dänsteins+ -eine grell vom Horizonte sich abhebende, abenteuerlich ausgezackte -Quarzklippe erblicken. In 2 Min. sind wir in gerader Richtung etwas -abwärts schreitend, wieder in dichterem Walde, steigen in demselben -1½ Min. lang hinab und stehen sodann -- 20 Min. vom Ausgespann ab -- -auf dem =Oberkriesdorfer Sattel=, einer großen, an ~Arnica~ reichen -Waldwiese, die von einem Wege gequert wird, der r. über den steilen -und waldigen westlichen Abhang des +Dänsteins+ (gelbrote Marken) aus -Neuland, und zwar aus dessen oberstem, 524 _m_ hoch gelegenen, 20 Min. -entfernten Ortsteile +Haudorf+ heraufkommt und l. nach +Oberkriesdorf+ -hinüberführt, dessen oberste, 593 _m_ hoch am Jeschkenbache -waldumsäumt gelegene Häuser südöstlich zum Vorschein kommen -- ein -ebenso malerischer, wie unerwarteter Ausblick. Dahinter sieht man an -der zum Auerhahnsattel hinaufführenden Jeschkenstraße noch zwei, zu -Kriesdorf gehörige Einschichten, nämlich das bekannte Gasthaus Prokop -(Kleinsemmering) an der Gabelung der nach B. Aicha und Kriesdorf -führenden Straßenstrecken und noch ein zweites Gasthaus, l. davon den -gr. und den kl. Jeschken, der sich mächtig gegen Südwest hinlagert; r. -vom Prokop den Hühnerberg bei Zwetlai, davor einige Häuser von Hodek -an der nach B. Aicha führenden Straße. Zwei Markentafeln verweisen -auf +Neuland-Christofsgrund+ (1 Std.), Jeschken (1--1¼ Std.) und -+Moiselkoppe-Neuland+ (1 Std.). - -Letzterer Weg ist der unsere. Er führt auf dem Damme, der die Wiese l. -begrenzt, an den Waldrand, längs welchem wir, die Wiese zur Rechten, -4 Min. lang aufwärts wandern, wobei wir nach r. rückwärts einen Blick -gewinnen auf die Vogelkoppen und das Taubenhaus im Sattel zwischen -der Sauplatsche (große Lichtung) und dem Dreiklafterberg. Dann sind -wir wieder im beiderseitigen Walde, wo nach 3 Min. l. eine Wiese -folgt, hinter welcher man stark bergab zu einer zweiten, reichlich -mit Arnika, hohen Schlüsselblumen (~Primula elatior Jacq.~) und -langsporniger Nackt-Orche (~Gymnadenia conopea R. Br.~) bestandenen -Wiese rechterseits gelangt mit Ausblick auf den Langenberg. Nach 3 Min. -versperrt uns wieder beiderseitiger Wald die Aussicht; erst eben, dann -abwärts kommen wir nach einander an drei +Quellen+ vorüber, Zuflüssen -des Neuländer Grundbaches. Der Weg steigt dann wieder etwas bergan -und geht später eben weiter; schöne Quarzbrocken mit eingefügtem -Chloritschiefer, eine Zierde für jedes Terrarium, besäumen ihn; nach -7 Min. treten wir auf eine Waldlichtung heraus, wo wir zum ersten -Male einen fesselnden Ausblick auf das Neuland-Christophsgrunder -Tal gewinnen; l. ist der Langeberg, r. der Sommerhau bei Berzdorf -mit der Waldstraße, im Hintergrunde in der Richtung des Tales der -Gickelsberg sichtbar. Noch ein paar Schritte und wir sehen zur L. eine -mächtige +Schutthalde+ unmittelbar am Wege, den Abraum eines darüber -gelegenen Steinbruches, in welchem, den Fundstücken nach zu schließen, -gelegentlich des Bahnbaues Grünstein gebrochen wurde, der von bis -fingerstarken Kalkspatschnüren und -platten durchzogen ist. Herr v. -Zimmermann, Chemiker in Leipa, besitzt schöne Handstücke aus diesem -Bruche. - -Der Steinbruch befindet sich an der =Moiselskoppe= (750 _m_), um deren -nördl. Lehne der Kammweg herumführt; sie hat ihren Namen nach einem -früheren Grundeigentümer, einem Kriesdorfer Insassen. Um auf dieselbe -zu gelangen, braucht man bloß den grasigen Fußpfad einzuschlagen, der -hinter der Schutthalde l. aufwärts führt. In etwa hundert Schritten ist -man auf dem abgeholzten, westlichen Abfallsrücken der Koppe, von wo aus -sich ein hübscher +Ausblick+ in westlicher Richtung auftut. - - Zunächst haftet er an dem lang am Jeschkenbache sich - ausdehnenden Pfarrdorf Kriesdorf zu Füßen, an das sich, am - Jeschkenbache abwärts, das teilweise hinter den klippigen - Rabensteinen (r. von der Kriesdorfer Kirche) versteckte - Kirchdorf Seifersdorf anschließt. An dieses wiederum schließt - sich Kirchdorf Hennersdorf, das sich, teilweise hinter dem - Silberstein versteckt, gegen die Stadt Wartenberg l. hinzieht, - welch letztere vom Audishorner Spitzberg verdeckt wird, hinter - welchem der Wartenberger Limberg sichtbar ist. Zwischen - Silberstein und Spitzberg hindurch hat man den Kamnitzberg - bei Reichstadt; hinter dem Silberstein rückwärts zieht der - Koselrücken; r. vom Silberstein wölbt sich der Tolzberg, - r. von diesem der Laufberg vor dem Schwoikaer Gebirge, im - Hintergrunde der Zinkensteinrücken. R. vom Laufberge bemerkt - man den Ortelsberg vor dem Sonnebergrücken. R. von Kriesdorf - liegt einschichtig der Kriesdorfer Bahnhof, die Straße dahin, - sowie Bahn und Straße nach Schönbach, dieser Marktflecken - selbst, weiter der Mergtaler Limberg, hinter diesem in gleicher - Entfernung l. Kleis, r. Tannenberg (Turm). R. vom Kriesdorfer - Bahnhofe zieht der bewaldete Jeschkenrücken mit den hinter - einander aufgesetzten Kuppen der Scheuflerkoppe -- an der l. - vorüber Hochwald (Turm) und Lausche hinter einander zu suchen - sind -- des Schönwalder Spitzberges, des Kalk- und Langeberges. - Den Blick wiederum gegen die Kriesdorfer Kirche zurückwendend, - sehen wir l. vom Audishorner Spitzberge den hochragenden - Roll, l. davon den doppelgipfligen Dewin, zwischen beiden den - Hammerteich vor dem Kummergebirge, im Hintergrunde das Daubaer - Gebirge mit der Nedoweska; l. vor dem Dewin der Krassaberg - hinter dem einschichtigen Drausendorfer Meierhofe, rückwärts - die beiden Buchberge bei Hühnerwasser und l. hinter diesen der - Burgberg Bösig. L. vom Drausendorfer Meierhofe sieht man einen - Teil von Drausendorf, die Straße von da am Friedhofe vorüber - nach Johannestal und dieses zum Teil selbst, dahinter den - Jelinkaberg und die Teufelsmauer zwischen Oschitz und B. Aicha. - -- Einen Einblick östlich ins Neuländer Tal gewinnt man vom - Rande des Steinbruches, weiter oben südlich. - -Auf den Kammweg zurückgekehrt, biegen wir sogleich nach einem -überraschenden Rückblicke auf den Gipfel der Jeschkenkoppe vor der -Lichtung in hohen Wald ein, wo von l. der Fahrweg aus dem Steinbruche -mündet. Nun abwärts, r. an einer Stelle Ausblick auf den Langeberg, -dann l. ein Feld. Nach 10 Min. tritt man auf eine +Lichtung+ heraus, -wo sich r. über Jungwald hinweg ein überraschend schöner Blick auf -den großen Neuländer Viadukt, den Jägerhaustunnel dahinter und den r. -am Grundbache hinaufziehenden Ortsteil Haudorf, sowie auf den l. aus -dem Tale aufsteigenden Langeberg und den Gickelsberg r. hinter diesem -bietet. - -Der Weg senkt sich zum +Waldrande+, der in 3 Min. erreicht ist; eines -der schönsten Landschaftsbilder auf unserem Kammwege breitet sich wie -mit einem Zauberschlage vor uns aus; der Blick schweift frei über -das Tal hinweg auf die bewaldeten Berghänge ringsherum: geradeaus -die Scheuflerkoppe, dahinter Spitz- und Kalkberg, daneben der -Langeberg, zur R. der Dreiklafterberg und die Sauplatsche, zwischen -alle dem eingebettet das idyllische Neuland in tiefeingeschnittenem -Tale, der schöne +Viadukt+, die Haltestelle Neuland, der 40 _m_ lange -Jägerhaustunnel im Gehänge des Dreiklafterberges (762 _m_), die -Bahnstrecke mit dem 17 _m_ hohen und 127 _m_ langen Jägerhaus-Viadukte -jenseits desselben bis zum Christofsgrunder Tunnel an der Lehne -des Brandsteines (667 _m_), und darüber hinaus im Hintergrunde der -Gickelsberg und Hohenwald mit der Windmühle. - -Wir schreiten auf dem Fahrwege abwärts. Unter unseren Füßen quert -der 822 _m_ lange, fast seiner ganzen Länge nach in Urtonschiefer -eingehauene, am 6. April 1900 nach zweijähriger Arbeitszeit vollendete -»Jeschkentunnel« der Außig-Teplitzer Eisenbahn den Gebirgsrücken, worin -die Bahntrace bei 500·17 _m_ Seehöhe ihren höchsten Punkt erreicht. -Zur Ausmauerung bezw. Einwölbung des Tunnels, sowie zur Aufführung des -Neuländer Viaduktes wurde Diorit verwendet, welches Eruptivgestein -stellenweise den Jeschkenschiefer gangartig durchsetzt; einige mächtige -Blöcke dieses Gesteins lagen am Wege. Nach 2 Min. sind wir beim ersten -Hause von =Neuland=; zwischen Scheuer und Wohnhaus hindurch, um die -Scheuer nach l. herum, stehen wir auf der Bezirksstraße, die neuerer -Zeit von Christofsgrund herauf in mehreren Kehren durch Neuland über -die Kammhöhe nach Kriesdorf hinab gebaut wurde. Uns gegenüber an der -Straße r. steht noch ein zweites Haus, auf dessen Dache ein Kammzeichen -uns belehrt, daß wir die Straße nach l. zu zu wandern haben. Andere -Häuser von Neuland berühren wir also nicht. Das Dorf zählt über 90 -Häuser, die sich gabelförmig am Grundbache und am Eckersbache, dessen -eine Ursprungsader bis an unseren Standpunkt auf der Kammstraße -heranreicht, hinab gegen +Christofsgrund+ ziehen, mit welchem Pfarrdorf -es unmittelbar zusammenhängt; die Bewohner sind, da der Feldbau nur -wenig erträglich ist, zumeist Wald- und Fabriksarbeiter. Der Ort -wurde mutmaßlich in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts angelegt; -wenigstens erscheint er 1581 als »neu aufgebaut« in einem Kaufvertrage, -mit welchem Heinrich Berka von Dauba die Herrschaft Lämberg erwarb. -Vermöge seiner schönen Lage und guten Luft eignet sich Neuland ebenso -vorzüglich zum Sommeraufenthalte, wie es mit Christofsgrund schon -seit Jahren der Fall ist. Eine besondere Sehenswürdigkeit daselbst -ist der gewaltige +Viadukt+ über das Neuländer Grundtal, über welchem -die Bahnlinie in einem flachen, südlich ausgreifenden Bogen aus dem -Jeschkentunnel in den Jägerhaustunnel verläuft; der Viadukt steht auf -29·5 _m_ hohen Pfeilern, ist 202 _m_ lang und hat 14 Öffnungen, von -denen 11 eine Spannweite von 12 _m_, 3 eine solche von 6 _m_ haben. - - Wer mit uns die Kammtour nicht weiter fortsetzen will, - erreicht die +Haltestelle Neuland+ in 20 Min., die +Station - Machendorf+ im Neißetale über =Christofsgrund= (30 Min., - 170 H., sehenswerte Holzkirche, Sitz einer Abteilung des - deutschen Gebirgsvereines für das Jeschken- und Isergebirge, - Studentenherberge) und Eckersbach längs des Eckersbaches in - 1¾ Std. Wer aber bloß eine Zwischenstation machen und Einkehr - halten will, der gehe die Straße 10 Min. abwärts bis zu - Wollmann's Gasthaus l. an der Straße hinter der Schule. - -Neuland den Rücken kehrend, erreichen wir die Straße aufwärts nach 4 -Min. -- im ganzen 1 Stde. vom Ausgespann -- im =Kriesdorfer Sattel= -die 500 _m_ übersteigende Kammhöhe zwischen der Scheuflerkoppe -(r.) und dem Abfallsrücken der Moiselkoppe (l.), gegenwärtig neben -dem Passe von Langenbruck der wichtigste der den Jeschkenzug -querenden Übergänge. Daselbst ist die Straße durch einen tiefen -Einschnitt gelegt, in welchem der Urtonschiefer an beiden Böschungen -hobelspanartig aufblätternd bloßliegt. Aus der Ferne grüßt im Rahmen -dieses Einschnittes -- wieder ein überraschend bezauberndes Bild -- der -Roll in südwestlicher Richtung, um den herum allmählich ein prächtiges -+Panorama+ sich heraushebt. - - Gerade zu Füßen in gleicher Richtung der Bahnhof Kriesdorf - und die Pietschekapelle, dann das langgestreckte Kirchdorf - Kriesdorf, die Straßen von da zum Bahnhof und am Saume des - Rabwaldes entlang gegen Schönbach; r. von der Kriesdorfer - Kirche die gezackten Rabensteine, im Hintergrunde, zwischen - Audishorner Spitzberg (l.) und Silberstein (r.) hindurch der - Wartenberger Limberg; in der Richtung der Rabensteine der - Tolz- und l. vor diesem der Kamnitzberg bei Reichstadt; r. vom - Tolzberg zeigen sich hinter einander geschoben der Laufberg - bei Brims, das Schwoikaer Gebirge und der Ortelsberg bei - Zwickau genau im Westen. L. vom Roll zeigen sich die beiden - Hirschberge, dann der Dewin und der Breite Stein, l. dahinter - die beiden Bösige, l. vorn die Kuppe des Krassaberges, und - wieder l. von diesem, in der Richtung des Drausendorfer - Meierhofes, der einschichtig auf dem Höhenzuge jenseits - Kriesdorf gelegen ist, der Kühtaler Berg vor dem Wolschner - Rücken; l. davon sieht man über ein Wegkreuz hinweg ein Stück - der Oschitzer Straße, die vom versteckten Drausendorf, am - Friedhofe vorüber, gegen Johannestal hinaufführt, r. dahinter - den Mataischeberg. - -Auf der Kammhöhe, wo wiederholt Kriegsvolk verkehrte, im Jahre 1866 -sogar Artillerie und Kavallerie, steht ein alter +Bildstock+, welcher -oben eine schmerzhafte Mutter Gottes mit hübschem Beiwerk, am Sockel -die Grablegung Christi ausgehauen und mit grellen Farben bemalt zeigt; -davor eine Ruhebank. - - Die im Bogen westlich vom Sattel -- zugleich Hauptwasserscheide - zwischen Oder und Elbe (Eckersbach und Jeschkenbach) -- - abwärts führende Bezirksstraße hat in 8 Min. Entfernung, nach - Überquerung der Bahn, Miesler's Gasthaus an seiner r. Seite, - ein einschichtig knapp unterhalb der +Station Kriesdorf+ an - der Gabelung der Bezirks- und Bahnhofstraße gelegenes, großes - Gebäude, das zu dem eine halbe Stunde entfernten, weit über - 300 Häuser zählenden, alten Kirch- und Bauerndorfe =Kriesdorf= - gehört, woselbst am 1. Sept. 1813 zwischen Polen und - Österreichern ein Scharmützel stattfand; das Chor der Kirche - und eine Glocke stammen noch aus spätgothischer Zeit. Station - und Gasthaus sind sehr gelegen für Jene, welche die Tour ganz - oder nur der Einkehr halber unterbrechen wollen. - -Knapp hinter dem Bildstocke zweigt der Kammweg r. von der Bezirksstraße -auf einen Wirtschaftsfahrweg ab, der ziemlich steil zumeist zwischen -Feldern (nur eine kurze Strecke l. Wald) um die Ostlehne der -+Scheuflerkoppe+ herum -- die ihren Namen nach dem Besitzer, einem -Kriesdorfer Insassen, hat -- aufwärts führt. Hiebei wird rückwärts -der Gipfel der Jeschkenkoppe sichtbar, während r. zwischen Langeberg -und Brandstein über das Christofsgrunder Tal hinaus, in das wir immer -tiefere Einblicke gewinnen, die Hemmrichberge zum Vorschein kommen. -In 15 Minuten ist man oben am Rande des bewaldeten nördlichen Rückens -der Scheuflerkoppe, wo ein +Kalksteinbruch+, dem Besitzer der oben -erwähntem Kriesdorfer Bahnhofrestauration gehörig, im Betriebe ist, -dessen besseres Material zu Kalk gebrannt wird, während das schlechtere -als Bruchstein und Schotter Verwendung findet. Neben dem Steinbruche -ist eine Markentafel. Hier empfiehlt es sich Halt zu machen, um die -Aussicht nach Nordosten aufs Isergebirge zu würdigen, wo man im -Anschlusse an die Hemmrichberge r. die Vogelkoppen, das Taubenhaus und -den Schwarzeberg vor sich hat. - - Ein grün markierter Weg führt von der Markentafel am - Steinbruche vorüber l. in 8 Min. auf den Gipfel der - =Scheuflerkoppe= (679 _m_), die von Ost nach West verläuft und - gegen Norden wegen hohem Waldbestand keine Aussicht hat. Auch - die Ostseite des Gipfels ist größtenteils mit Bäumen bestanden, - die übrige Gipfelfläche aber ist berast und gestattet eine - herrliche +Aussicht+ über zwei volle Quadranten von der - Jeschkenkoppe im Südosten bis zum Hochwalde im Nordwesten, - ähnlich jener vom Kriesdorfer Sattel, die man vergleichen möge, - nur viel umfassender wegen des weit höheren Standpunktes und - der dadurch ermöglichten Zwischen- und Fernsicht. So sieht man - zunächst r. unter der Jeschkenkoppe, die breit und mächtig - hinter der Moiselkoppe hingelagert ist, den Hühnerberg bei - Zwetlai; r. davon, vor der Höhenkette der Teufelsmauer und - dem Mataischeberg, die Stadt Oschitz; im Einschnitt zwischen - Breiten Stein und Dewin die Ruinenspitze des Bösigberges -- - ein überraschendes Bild --; zwischen Dewin und Roll, wo sich - der Spiegel des Hammerteiches vor den beiden Hirschbergen - zeigt, hindurch das Kummergebirge mit dem Petzberge, dahinter - den Tachaer Berg und noch weiter das Daubaer Gebirge mit der - Nedoweska; r. hinterm Silberstein der breitgewölbte Wilsch; r. - hinterm Kamnitzberg, in welcher Richtung auch der Milleschauer - zu suchen ist, die Koselspitze; hinterm Tolzberg die Höhen - von Munker und Reichen mit dem Zinkensteinrücken; zwischen - Tolz- und Laufberg die betürmte Kuppe des Leipaer Spitzberges. - R. vom Ortelsberg ist der spitzige Kleis leicht aufzufinden; - zwischen beide rückwärts schiebt sich der Sonneberger und - der anschließende Blottendorfer Rücken; r. vom Kleis, hinter - Schönbach und dem Johnswalde im Vordergrunde, der Mergtaler - Limberg, dahinter l. und r. die Buchberge bei Falkenau; weiter - r. der Falkenberg hinter Ringelshain, im Hintergrunde jenseits - des Höhenrückens zwischen Friedrichsberg und Finkenkoppe der - betürmte Tannenberg; endlich am weitesten rechts, teilweise - schon durch Bäume verdeckt, Hochwald und Lausche hinter - einander. - -Wir wandern nun von der Markentafel beim Steinbruch längs des -Waldrandes (l.) am Rücken 1 Min. lang weiter und steigen dann auf -grasigem Wege in 6 Min. -- teils durch Wald, der jede Aussicht, -darunter auch die nach rückwärts auf die Moisels- und Jeschkenkoppe, -versperrt, teils am Rande des Waldes mit freier Aussicht nach r. -über Äcker und Wiesen auf den Langeberg, auf Christofsgrund und die -Hemmrichberge in der Richtung der Talspalte -- auf den waldfreien -+Sattel+ (590 _m_) zwischen Scheuflerkoppe und kleinem Kalkberg, welch -letzteren wir vor uns haben, herab, wo als ein Merkzeichen der Gegend -die =Christofskapelle= steht, eine gewöhnliche Wegkapelle mit einer in -Stein gefaßten Holztür. Hier kreuzen sich mehrere Wege: Fußwege r. von -+Christofsgrund+ (20 Min.), l. von +Kriesdorf+ (45 Min.) und Fahrwege -l. von +Schönbach+ (40 Min.), r. von +Neuland+ 15 Min.). - - Auch freien +Ausblick+ hat man daselbst: l. über die Bahn - (zwischen Kriesdorf und Schönbach) zu Füßen auf den Audishorner - Spitzberg und den Roll dahinter, l. davon die Hirschberge, dann - der Dewin, dahinter die Bösige; r. ins Christofsgrunder Tal, - die Bahnstrecke dahinter und weiter die Hochstraße von Kratzau - nach Machendorf mit einigen Häusern. - -Nun gehts wieder bergan, immer auf der Hauptwasserscheide, auf den -langgestreckten Rücken des =kl. Kalkberges= (687 _m_); schöner -Mischwald (Buche und Fichte) nimmt uns auf, doch hat man alsbald noch -einen Ausblick l. wie von der Christofskapelle, nur daß noch die -zusammenhängenden Kirchdörfer Kriesdorf und Seifersdorf im Vordergrunde -dazu kommen. Wir kommen hinter einer feuchten und schluchtähnlichen -Stelle mit reichlichem Pflanzenwuchs (Bingelkraut, Christofskraut u. -a.) nach 8 Min. zu einem alten +Kalksteinbruche+, der dem Berge den -Namen gegeben hat, wohl schon vor mehreren Jahrhunderten betrieben -worden sein mochte und einem in das Phyllitgestein eingebetteten -Querzuge angehört. Nach weiteren 4 Min. sind wir auf der Höhe des -Berges; der Weg mündet auf eine begraste, waldumschlossene Fläche, von -der er sich nach r. auf einen reich mit Himbeergesträuch bewachsenen -Hau wendet, wo sich über Christofsgrund hinweg ein +großartiger -Ausblick+ aufs Isergebirge mit den Hemmrichbergen, der Tafelfichte, dem -Taubenhaus und dem Schwarzenberge, sowie auf das r. sich anschließende -Riesengebirge (Reifträger) darbietet. Der Weg über den Hau nimmt 1½ -Min. in Anspruch. Doch hat man den geschilderten Ausblick, wozu sich -nach rückwärts auch die Jeschkenkoppe gesellt, noch 2½ Min., während -der Weg durch mäßig hohen Jungwald eben weiterführt. Dann gehts abwärts -vom Bergrücken und die Aussicht verschwindet. Hoher Fichtenwald mit -massenhaftem Heidelbeerkraut besäumt den Weg, der nach 6 Min., -zuletzt ziemlich steil, auf eine gelichtete Waldstelle ausmündet, die -+Einsattlung+ zwischen kl. Kalkberg und Spitzberg, wo man l. unten -einige Häuser von Schönbach sieht, dahinter Teile von Hennersdorf -und Postrum vor dem Tolz- und Ortelsberge. Auf einer anschließenden -Waldwiese trifft man auf einen Fahrweg, der l. von +Schönbach+ (30 -Min.) heraufkommt und r. zum Lochförster nach +Christofsgrund+ (30 -Min.) hinabführt. - - Erforderlichenfalls kann man hier zur +Station - Schönbach-Seifersdorf+ nördlich beim Marktflecken =Schönbach= - hinabsteigen. Der prächtig zur Sommerfrische geeignete Ort - hat über 180 Häuser, die sich längs des Schönbaches bis knapp - an den Gebirgskamm heraufziehen, eine 1725 erbaute Kirche mit - einer wundertätigen Madonnenstatue aus dem 17. Jahrh., und - einen 1766 zur Erinnerung an den damaligen Aufenthalt Kaiser - Josef II. im Hofe des Gasthauses Nr. 47 errichteten Gedenkstein. - -Im Mischwalde weiter, anfangs ziemlich eben, zuletzt steiler bergan, -an mehreren alten Reviersteinen (r.) mit der Jahreszahl 1709 vorüber, -kommt man in 12 Min. auf eine ebene, waldumschlossene Rundung, 20 -Schritte im Durchmesser, wo von fünf Seiten Waldwege einmünden, die -Kuppe des =Spitzberges= (686 _m_). Von da tritt man in der Kammrichtung -nach 1 Min. auf einen alten Holzschlag heraus, die sogenannte -»+Aussicht+«, wie eine Tafel daselbst besagt. Obwohl nur über einen -Quadranten (Südwest bis Nordwest) sich erstreckend, bietet dieselbe -viel Fesselndes. - - Greifbar unter sich hat man den Bahnhof und einige Häuser - vom Markte Schönbach, dahinter den Johnswald und r. davon - Pfarrdorf Ringelshain vor dem Mergtaler Limberge, an den - sich nach r. der Falkenberg jenseits Gabel und der Hochwald - (hinter dem Kirchberge bei Pankraz) anschließen; zwischen - Lim- und Falkenberg ist im Hintergrunde das Falkenauer und - Kreibitzer Gebirge eingeschoben. R. vom Hochwalde zieht - sich das waldreiche Gabler Gebirge mit dem Schwarzen- und - Welsberge bis zum ruinenartig gegipfelten Pfaffenstein und dem - Görsdorfer Spitzberge, an den sich nach vorn zu, am weitesten - r., der Trögelsberg, Schwammberg und der große Kalkberg vor - uns anreihen. In dem Winkel zwischen Hochwald und Pfaffenstein - sind rückwärts die Oybiner Berge (Jonsberg, Brand, Töpfer) - eingeschoben; zwischen dem Görsdorfer Spitzberge und dem - Schwammberge hindurch auf das scheinbar unbegrenzte, reich - besiedelte Flachland westlich Zittau. Im Südwesten schließt - der massige Tolzberg mit dem an seinen Fuß gelehnten Dorfe - Postrum das abwechslungsreiche Bild ab, in das sich zwischen - Tolz- und Mergtaler Limberg eine Reihe von Kuppen -- Laufberg - vor dem Koselrücken, Schwoikaer Gebirge, Ortelsberg vor dem - Sonnebergrücken, Kleis vor dem Blottendorfer Rücken -- einfügen. - -[Illustration: Tannenberg-Turm. - -Postkarte] - -Gleich hinter der »Aussicht« beginnt der Abstieg vom Spitzberge. -Nach 6 Min. ist man auf einem wichtigen Kreuzungspunkte von Wegen -an der Grenze der Phyllit- und Grauwackenregion; letztere umfaßt -sandsteinartige Gesteine, die dem Untersilur zugehören und uns bis Paß -begleiten. Eine +Rasenbank+ unter den Bäumen dient als Jägerruhe. -Eine Markentafel verweist in der Kammrichtung weiter auf den +gr. -Kalkberg+ (789 _m_) und nach Freudenhöhe (1½--2 Std.). Diesen Weg -einzuschlagen, lohnt aber gegenwärtig weniger, da der Gipfel verwachsen -ist. Deshalb verweist auch unser blaues Kammzeichen nach r. um den gr. -Kalkberg herum über die Eduardsbuche zur Freudenhöhe (1½ Std.). Mit -den Ausblicken und Wandelbildern, wie sie die bisher zurückgelegte -Kammstrecke bot, ist es auf diesem Wege so gut wie zu Ende; dafür -kommen die Reize des Waldlebens ungestörter zur Geltung, insbesondere -das vielstimmige Konzert der gefiederten Waldsänger: Ammern und -Laubsänger spinnen ihre kunstlosen Weisen, Rotkehlchen, Grasmücken, -Drosseln und auch wohl Goldamseln wetteifern in prächtigen Strofen, und -Meister Kukuk oder Meister Specht schlagen den Takt dazu; dazu gesellt -sich zeitweise das Rascheln eines Eichkätzchens, das mit graziöser -Behendigkeit die Stockwerke majestätischer Fichten bis in die höchsten -Spitzen durchklettert, oder der schrille Schrei eines Waldkauzes, oder -ein Stück »Wild«, im zahmen Sinne gemeint, da von eigentlich »wilden« -Tieren nichts mehr zu befürchten ist; 1679 wurde oberhalb Hanichen der -letzte Bär und 1766 der letzte Wolf in der Gegend geschossen. - -Wir verlassen also den Gebirgskamm und steigen auf dem =Hesche-Wege= -(nach einem Bauer benannt) um die östliche Lehne des gr. Kalkberges -allmählich abwärts, auf prächtigem Rasenwege zwischen vorherrschendem, -zum Teil, besonders r., reinem Buchenbestand, wobei nach 7 Min. ein -Rückblick auf den Spitz- und kl. Kalkberg vorübergehend sich öffnet. -Üppige Farnkräuter (Adler-, Wurm- und Tüpfelfarne) neben nicht minder -üppigen Haingreiskraut (~Senecio Jacquinianus Rchb.~) und vereinzelten -Exemplaren von Einbeere (~Paris quadrifolia L.~) und süßer Wolfsmilch -(~Euphorbia dulcis L.~) besäumen den Weg. Nach weiteren 6 Min. sieht -man r. unten, vor dem Rücken des Langeberges und seines Ausläufers, -des Kirchberges, den Christofsgrunder Talweg. Noch 5 Min. und der Weg -wird bedenklich sumpfig, als Folge von nicht weniger als 4 +Quellen+, -deren Abflüsse hintereinander den Weg queren und ihren Weg hinab zum -Lochbache nehmen, einer Ader des Eckersbaches. Nicht bloß mannigfaches -Gekräuter, wie insbesondere Pestwurz (~Petasites albus Gaert.~) und -fleischfarbige Ragwurz (~Orchis incarnata L.~) gedeihen hier prächtig, -sondern auch Seidelbast, Hainbuche, Traubenhollunder, Ahorn, Rüster und -Esche, die sich immer mehr zu einander neigen und schließlich einen -dicht schattigen Laubengang mit märchenhaft smaragdgoldener Dämmerung -bilden; junger, würziger Fichtenwald schließt sich an und immer -rascher geht es abwärts, bis wir, 15 Min. hinter der Sumpfstelle, auf -einer Holzbrücke den Lochbach, der l. im Sattel der Eduardsbuche seinen -Ursprung hat, überschreitend, auf der herrschaftlich Clam-Gallas'schen -Waldstraße daneben stehen, die von +Christofsgrund+ über den -+Lochförster+ heraufkommt und die +Station Christofsgrund+ in 40 Min., -die +Station Machendorf+ in 1 Stde. erreichen läßt. Hier gibt ein -Wegweiser die Entfernung bis Freudenhöhe, unser vorläufiges Ziel, mit 1 -Std. an. - -Wir folgen der breiten, von roten Lichtnelken (~Lychnis diurna -Sibth.~) und Farnen reich besäumten Straße nach l. aufwärts in -prächtigem Fichtenwalde und kommen in 10 Min. zur =Eduardsbuche=, -einem mächtigen Baumriesen von 3·75 _m_ Umfang (in Brusthöhe gemessen) -mitten im Fichtenwalde auf der 598 _m_ hohen Einsattlung zwischen -großem Kalkberge und Langeberge, an welcher Stelle der Sage nach -einst ein Duell zwischen einem Grafen Gallas und einem adeligen -Offizier stattgefunden haben soll. Der Stamm zeigt viele Einschnitte -von Buchstaben und trägt zu Ehren des im Jahre 1891 verstorbenen -Herrschaftsbesitzers Eduard Grafen Clam-Gallas ein kleines Blechbildnis -des hl. Eduard. An einer Fichte unweit davon hängt ein Marienbild -(»Gewidmet 1898«), davor eine Ruhebank. Mehrere Markentafeln an den -Bäumen verweisen durchs Bauersloch nach +Christofsgrund+ (1 Std.), auf -den +Langeberg+ (½ Std.) und weiter nach +Frauenberg+ (1 Std.) oder -+Machendorf+ (1½ Std.), und nach +Freudenhöhe+ (¾ Std.). Auch nach l. -führt ein Waldfahrweg in einer Stunde nach +Pankraz+. - - Der =Langeberg= (707 _m_) bietet vom »Brand« aus, einem - schmalen Platze unter seinem Gipfel, einen lohnenden - Ausblick in ö. Richtung über die Reichenberger Senke auf den - Gickelsberg, Teile des Isergebirges (Tafelfichte, Vogelkoppen, - Taubenhaus) und die westlichen Teile des Riesengebirges, sowie - in unmittelbarer Nähe südöstlich auf die Jeschkenkoppe, welche - einen ausgedehnten Waldkomplex überragt. - -Auf der prächtigen, streckenweise neu geböschten und geschotterten -Waldstraße wandern wir nach l. weiter am nordöstliche Gehänge des -gr. Kalkberges. Abwechslung bieten die mannigfachen Blütenpflanzen -beiderseits des Weges, darunter: Braunwurz (~Scrofularia nodosa L.~), -Waldziest (~Stachys silvatia L.~), schmalblättriges Weidenröschen -(~Epilobium angustifolium L.~). Nach 8½ Min. kommen wir an einer -kleinen +Quelle+ (l.) vorüber, einer Ursprungsader des Kaltbaches, -der bei Weißkirchen in die Neiße mündet. Nach 7 Min. geht es -allmählich bergab, wobei wir an einem alten +Steinbruch+ (l.) im -Grauwackenschiefer vorüberkommen und gleich darauf einen kurzen -Ausblick r. ins Neißetal erhaschen. Nach 7 Min. quert ein +Bächlein+ -die Straße, das unterhalb Weißkirchen in die Neiße mündet. Nach 6 Min. -kommt l. der grün markierte Weg vom Gipfel des +gr. Kalkberges+ herab. -Nach 5 Min. macht die Straße eine weit ausgreifende Kehre und mündet -dann nach 8 Min. unten auf die Kratzau-Deutschgabler Reichsstraße -in =Freudenhöhe=, wo man l. den gr. Kalkberg, den Schwamm- und den -Trögelsberg, sonst aber nichts sieht als Wald und wieder Wald. -Freudenhöhe, ein zu dem 45 Min. entfernt im Neißetale unten gelegenen, -alten Pfarrdorfe +Weißkirchen+ (215 Häuser, mehrere Fabriken, Kaiser -Josef-Denkmal, hieß ursprünglich Heinrichsdorf) gehöriger Weiler, liegt -einsam und idyllisch 381 _m_ hoch auf der breiten Einsattelung zwischen -gr. Kalkberg und Trögelsberg und besteht aus gräflich Clam-Gallas'schem -Forst-, Heger- und Gasthause, welch letzteres als Ausflugsort sowohl -wie als Sommeraufenthalt viel aufgesucht wird. Vor dem Gasthause an -der Straße, die schon in uralter Zeit den Verkehr aus dem Polzenlande -ins Neißetal vermittelte, steht eine alte Esche; die Buchen hinter dem -Gasthause bieten einen angenehmen Aufenthalt. Hinter dem Forsthause, -das 1795 vom Grafen Christian Philipp Clam-Gallas angelegt wurde, -führt in nördlicher Richtung schnurgerade ein breiter, schöner Weg -durch Laubwald in wenigen Min. zu einer Linde auf freiem Platze, der -sogenannten »+schönen Aussicht+« (417 _m_) mit weitem Ausblicke nach -Nord und Ost. - - Nord: Zu Füßen das Neißetal in weiter Ebene mit Kronau, Ketten, - Grottau, Rosental und Rohnau; l. von Zittau Bertsdorf und - Olbersdorf; l. hinter Zittau der Breiteberg, Oderwitz mit - dem Spitzberge und der Kottmar (Turm) hintereinander; weiter - draußen r. Rotstein und Landeskrone bei Görlitz; hinter Kronau - Schloß Grafenstein, Ullersdorf, Friedersdorf (Kirche) und - Dittelsdorf; r. von Grafenstein Kohlige, Wetzwalde, Reibersdorf - und Königshain hinter einander. Ost: Die Kämme des Isergebirges - mit der Tafelfichte (Turm) im Hintergrunde. - - Entfernter (30 Min.) von Freudenhöhe liegt 576 _m_ hoch mitten - im Walde die =Burgruine Roynungen= oder Roymund, vom Volke - »Rumschloß« geheißen. Im Frühjahr und Herbst, wenn die Bäume - ohne Laub sind, ist sie auch vom Forsthause aus sichtbar. - Im Gasthause erhält man einen Führer. Der Weg dahin führt - über die Hirschwiese gegenüber dem Forsthause -- Fundort von - hollunderduftendem Knabenkraut (~Orchis sambucina L.~) -- in - den Wald und in diesem ziemlich steil aufwärts. Es ist bloß - noch ein 2·5 _m_ dicker, 15--20 _m_ langer und 8--10 _m_ - hoher Mauerteil des ehemaligen Burggebäudes vorhanden, ferner - der Rest eines runden Turmes und einer Brustwehr, und ein - ursprünglich ovaler, gegen 3 _m_ hoher Wallgraben. Auf und - zwischen den den Burghof bedeckenden Gesteinstrümmern wuchern - Farne, Moose, insbesondere auch Tollkirsche (~Atropa belladonna - L.~). Von wenig mittelalterlichen Burgen kennt man so genau, - wie von dieser, nicht nur den Namen des Erbauers -- Johann v. - Dohna --, sondern auch das Jahr, selbst den Tag der Gründung - -- 17. Okt. 1347 --; sie blieb auch Zeit ihres Bestandes im - Besitze des Dohna'schen Geschlechtes, war bis 1429 bewohnt - und erscheint 1584 urkundlich als »ödes« Schloß. Es wird - angenommen, daß sein Besitzer Nikolaus von Dohna, als er im - Jahre 1512 das Gebirge von Straßenräubern reinigte, auch die - Gebäude der jedenfalls schon lange nicht mehr bewohnten Burg - schleifen ließ. - -Wer in Freudenhöhe die Kammtour abbrechen will, erreicht nordöstlich -die nächste +Bahnstation Weißkirchen+ in ¾ Std. - - - - -Freudenhöhe-Tobiaskiefer (2½ Std.). - - -Von Freudenhöhe weg wandert man auf der prächtigen Kaiserstraße wsw.; -sie zieht sich zwischen hochstämmigem Wald, der jede Aussicht absperrt, -an der nach N. abfallenden Lehne des Schwammberges fast eben dahin -und ist überdies rechterseits mit einer Allee alter Eschen besäumt. -Erst nach 14 Min. wird die Straße waldfrei; r. vorn erscheint der -Trögelsberg, l. rückwärts an der Lehne des Schwammberges begrüßt -uns als erster Vorposten des Sandsteingebirges das schroffe, von -Kletterfexen hie und da aufgesuchte Gebilde des »+Rabensteins+«. In -1 Min. ist die einschichtig an der Straße r. gelegene als No. 168 zu -dem wenige Min. entfernten Pfarrdorfe +Pankraz+ gehörige =Windschänke= -auf der 391 _m_ hohen Satteleinsenkung zwischen Schwammberg (659 _m_) -und Trögelsberg (537 _m_) erreicht, wo von r. her aus dem Neißetale -eine Bezirksstraße über die weit zerstreute Ortschaft +Niederberzdorf+ -(117 H.) in 45 Min. einmündet. Das Gasthaus führt seine Bezeichnung -»+zur freien Aussicht+« nicht mit Unrecht: ein fesselndes Panorama -spannt sich zwischen den Gehängen des Schwammberges im SW. und des -Trögelsberges im NO. - - So ziemlich den Mittelpunkt bildet über Ringelshain (Kirche und - Fabriksschlote) der Ortelsberg bei Zwickau, dem in gleicher - Entfernung der Limberg bei Mergtal r. und der Tolzberg bei - Brims l. zur Seite steht. Zwischen Ortelsberg und Limberg - sind rückwärts die Rücken von Sonneberg und Blottendorf - eingeschoben; knapp r. am Limberg zeigt sich die Spitze des - Kleis über den Häusern von Schwarzpfütze im Vordergrunde, dann - folgt vorn der Falkenberg bei Petersdorf vor den Bergen bei - Falkenau, und den Abschluß auf dieser Seite bildet der Hochwald - (Turm), hinter dem r. der Gipfel der Lausche hervorschaut. - Andererseits, zwischen Ortelsberg und Tolzberg, erhebt sich der - Laufberg bei Brims l. hinter Ringelshain. 2. an den Laufberg - schließt sich jenseits der hochgelegenen Häuser von Kunewalde - das Schwoikaer Gebirge vor dem Koselrücken. 2. vom Tolzberge - hat man das Pfarrdorf Pankraz zu Füßen vor dem Kirchberge, - der den Roll deckt, l. neben sich aber die Spitzen der beiden - Bösige dem überraschten Beschauer frei läßt. - - Das Gasthaus gehört zu dem vor uns am Fuße des Kammes - liegenden, nur wenige Min. entfernten, alten Pfarrdorfe - =Pankraz=, das im 14. Jahrh. »Dietrichsdorf« hieß, in der 1710 - erbauten Kirche zwei wertvolle Bilder besitzt und 176 Häuser - zählt, deren Bewohner vorwiegend Landwirtschaft betreiben. - Pankraz ist Geburtsort des 1662 im Alter von 55 Jahren - verst. gekrönten Dichters Christian Keimann. Von hier sind - die +Bahnstationen Ringelshain+ und +Schönbach-Seifersdorf+ - auf guten Straßen in je 40 Min. zu erreichen, wobei man - die ganz nahe r. am Saume des Trögelsbergwaldes gelegenen - »Elefantensteine« nicht übersehen möge, Sandsteingebilde von - Elefanten ähnlicher Gestaltung, die nach ihrer Färbung auch die - »weißen Steine« genannt werden. - -Knapp hinter dem Gasthause zweigt der Kammweg r. von der Kaiserstraße -ab und führt ziemlich steil in einer Art Hohlweg lehnan durch -Nadelwald auf die Höhe des =Trögelsberges= (537 _m_). Dieser bildet -den höchsten Punkt des westlichen Abfallrückens des Jeschkengebirges -und ist sowohl wegen des in scharfem Kamm anstehenden und den darunter -lagernden Grauwackenschiefer in steil aufgerichteten mächtigen Bänken -überragenden Koryzaner Quadersandsteins, wie auch wegen der in den -Sandsteinbrüchen daselbst vorfindlichen +Versteinerungen+ (insbes. -~Pecten aequicostatus~) eine für Geologen höchst interessante -Örtlichkeit, so daß selbst Alexander v. Humboldt, wie es heißt, noch -als Greis im J. 1851 hieher reiste. Auch Kaiser Josef II. berührte am -17. Sept. 1779 gelegentlich seiner strategischen Bereisung Nordböhmens -diesen Berg. Er gewährt von den felsigen Punkten seines Kammes -- der -Gipfel selbst ist bewaldet -- eine weite +Rundsicht+, die nur gegen den -sö. vorgelagerten Jeschkengebirgszug unterbrochen, äußerst lohnend aber -gegen W. ist. - - Im N. erblickt man zu Füßen die Häuser von Niederberzdorf, - dahinter Grottau und Zittau mit den umliegenden Ortschaften, - rückwärts -- besonders schön -- die Landeskrone bei Görlitz; - nö. den Gickelsberg, weiter r. das Isergebirge mit den - Vogelkoppen und der Tafelfichte; ö. unten im Neißetale - Weißkirchen und einen Teil von Kratzau; sö. jenseits des - Pankrazer Sattels den massigen Kalkberg und den Langeberg; - s. Ruine Dewin, r. davon die Hirschberge, Roll, Wartenberger - Limberg, Kamnitzberg (Turm); Tolzberg im Südwesten, r. dahinter - Leipaer Spitzberg (Turm) und Schwoikaer Gebirge; w. Ortelsberg - und Mergtaler Limberg; nw. Hochwald und Lausche hinter dem - Pfaffenstein. - -Wohl Niemand versäumt es, ein oder das andere Gesteinsstück mit -besonders schönen Muschelabdrücken aus dem zum Teil mauerartig -aufstrebenden Gestein als Andenken abzulösen, bevor er über das -bröcklige Gestein der Kuppe hinabsteigt auf den bequemen Weg, der in -prächtigem Jungwald längs des Kammes weiterzieht. Nach wenigen Min. -kreuzt ihn ein Fußsteig, der von Pankraz herauf nach Niederberzdorf -führt, ungefähr an der Stelle, wo der Blick an einer mächtigen -Felsenwand vorbei auf den Hochwald fällt, der mit seinem Turme die -vorliegenden Baumwipfel überragt. Ein prächtiges Bild! -- Hochstämmiger -Nadelwald nimmt uns auf, die so eben erwähnte, vielfach zerklüftete -Felsenwand, die sogenannten »Trögelsteine«, die im +Spitzstein+ -(507 _m_) gipfeln, lassen wir zu unserer Linken und wandern etwas -abwärts, hie und da an einen Grünsteinbrocken stoßend, bis wir -- 30 -Min. nach Verlassen der Trögelsbergkuppe -- am Waldsaume bei einem -hohen Kreuze angelangt sind, im Angesichte der Häuser von Paß. - - Auf dieses Kreuz mag sich die folgende +Legende+ beziehen, die - sich im Munde des Volkes erhalten hat und in Prof. Paudler's - Kammwegbuche wiedererzählt wird. Als einst ein Grenzjäger - dieses Christusbild erblickte, soll er ausgerufen haben: »Was - kann so ein blecherner Christus nützen!« Und bei diesen Worten - schoß er nach dem Christusbilde und traf den Heiland in die - Seite. Allein in demselben Augenblicke stürzte der Grenzjäger - tot zur Erde, um nie wieder ein Frevelwort auszustoßen. - -Wir überschreiten die von Wiesen und Feldern überdeckte, 450 _m_ -hohe Lichtung des =Passerkammes=, welcher als Scheidegrenze des -Jeschkengebirges vom Sandsteingebirge gilt, dessen östlicher, 13 _km_ -langer Flügel vom Lauschepaß bis hieher reicht. Das vorherrschende -Gestein dieses Gebirges, das wir nunmehr bis zum Endpunkte der -Kammwanderung, zum Rosenberge, nicht mehr verlassen, ist der Sandstein, -der in Tälern und Schluchten in weißgrauen Felsmassen überall -anzutreffen ist, im übrigen aber überlagert wird von mächtigen Decken -des Basalts und Klingsteins, die der Landschaft eine weitgehende -Gliederung verleihen. - -Bevor wir weiterschreiten, beachten wir nach l., bezw. s. den Ausblick -auf den Limberg bei Wartenberg und dahinter auf den Roll und die -Buchberge bei Hühnerwasser, etwas weiter l. auf Silberstein und -Spitzberg bei Audishorn. Nach 3 Min. sind wir bei den ersten Häusern -des =Dorfes Paß=, das in diese Lichtung eingebettet ist. Bei der -Ortskapelle treffen wir auf die Dorfstraße, wenden uns nach r. und -haben das ansehnliche, massiv gebaute Slany'sche Gasthaus vor uns, -neben einer stattlichen, im J. 1832 gepflanzten Linde, die einigen -zur Rast einladenden Tischen und Bänken Schatten spendet. Paß ist -ein kleines Gebirgsdorf mit 24 Häusern, die sich in zwei Reihen -hinziehen, und mag ziemlich alt sein. Wenigstens war der »Paß« als -Saumweg und Straßenübergang einst so berühmt, daß der Ortschaft diese -Bezeichnung bis heute als Auszeichnung verblieben ist. Wegen seiner -hohen und schönen Lage wurde der Ort in alter und neuer Zeit von -Fremden viel aufgesucht und auch von Feinden heimgesucht, namentlich im -Franzosenkriege 1813 und im Preußenkriege 1866; auch 1778 hatten hier -und bei Spittelgrund die Preußen Verschanzungen und Verhaue angelegt. -Auch ist am 30. Juni 1766 der nachmalige Kaiser Josef II. auf seiner -Reise von Zittau nach Reichenberg von Grottau aus herauf geritten. Über -Paß führt heute eine Bezirksstraße einerseits nach +Pankraz+ (45 Min.), -andererseits über +Spittelgrund+ (30 Min.), wohin Paß eingeschult -ist, in 40 Min. nach +Grottau+ (+Bahnstation+); auch von der +Station -Ketten+ (40 Min.) über +Niederberzdorf+ (20 Min.) mündet eine Straße -ein, während ein Fußweg über +Schwarzpfütze+ zur +Station Ringelshain+ -führt (1 Std.). Reich ist die Chronik von Paß und Umgebung an Pascher- -und Räubergeschichten, die zu der Zeit sich abspielten, bevor im -vorigen Jahrh. (um 1830) die Grenzwache, die jetzige Finanzwache, -errichtet wurde. Heutzutage ist man im Paßer Gasthause gut und sicher -aufgehoben. - -Zwischen Gasthaus und Linde hindurch führt der Kammweg weiter. -Die an einander gereihten Häuser von Paß bleiben r., und über sie -hinaus schweift der Blick auf das granitische Neißetal bei Zittau -und Grottau, auf den Gickelsberg dahinter und weiter aufs Iser- und -Riesengebirge. Während wir uns um den 532 _m_ hohen bewaldeten Hügel -westlich des Dorfes herum nach l. wenden, kommen r. an der Tallehne des -Spittelbaches einige Häuser des nahen Dorfes +Spittelgrund+ (74 H.) zu -Gesicht, woselbst der Dresdner Bildhauer Franz Schwarz, ein Neffe des -aus Grafenstein stammenden Bischofs Franz Bernert, geboren ist. Bald -darauf nimmt uns hochstämmiger Nadelwald auf; ein breiter Pürschweg -führt darin mit wenig Windungen und fast eben in westlicher Richtung -weiter zur Seite des +Kaisergrundes+, der sich zur Rechten, aber für -uns unsichtbar, am Spittelbach gegen die Tobiaskiefer hinaufzieht -und seinen Namen deshalb bekommen hat, weil ihn Kaiser Josef II. am -17. Sept. 1779 in der Richtung auf Lückendorf durchritt; über ihn -hinweg ist an vereinzelten Stellen blitzartig ein Durchblick gegen den -Hochwald hin zu erhaschen. - -Dichter Wald umgibt auch die 15 Min. vom letzten Hause in Paß -unmittelbar r. am Wege sich erhebenden =Rabensteine=, gewaltige, durch -tiefe, enge Schluchten zerrissene, in parallelen Mauern aufgebaute, -472 _m_ hohe Sandsteinfelsen, die man leicht verpassen kann, weil -sie ebenso, wie die linker Hand, aber weiter abseits und versteckt -gelegenen »Puppensteine« nur wenige Meter über die Baumwipfel -hinausragen, immerhin aber wegen der Schönheit und Seltenheit der -gigantischen Formen und wegen der Steilheit ihrer Abstürze sehenswert -sind. Die höchsten dieser Felsen messen ungefähr 18--20 _m_ und sind, -eine gewisse Fertigkeit im Klettern vorausgesetzt, durch zwei Kamine -besteiglich; die eine dieser Spitzen, die sogenannte »Fellerwand«, -wurde zum erstenmale am 19. Juni 1894 von mehreren Reichenberger -Touristen unter Führung eines bekannten Zittauer Bergsteigers -erklettert. Einige der Felssäulen sind jedoch unschwer besteiglich -und lassen ein malerisches Berg- und Waldland vom Hochwald bis zur -Tafelfichte überblicken. - -Nach 45 Min. angenehmer Waldwanderung von Paß aus trifft man auf eine -Waldlichtung, die zur Linken einen Ausblick auf die Jeschkenkoppe -und r. unter ihr auf den Silberstein und den Audishorner Spitzberg -gestattet, und woselbst an einer Fichte zur Rechten ein Kruzifix -angebracht ist, der sogenannte =Bäckenherrgott=, zur Erinnerung an -einen Grottauer Bäckermeister, welcher hier ermordet wurde, als er, -mit Geld wohl versehen, nach Gabel zum Einkauf von Getreide ging. - - Hier kreuzt nämlich den Kammweg ein Fußsteig, der l. von den - +Bahnstationen Lämberg-Markersdorf+ (über Jüdendorf) und - +Ringelshain+ (über Finkendorf) in je 1¼ Std. heraufkommt - und r. in wenigen Min. in den schon erwähnten +Kaisergrund+ - hinabführt, um in diesem bachabwärts unter herrlichen - Aufblicken zum Pfaffenstein mit seinen ruinenartigen - Gipfelfelsen (l.) und zu den Rabensteinen (r.) +Spittelgrund+ - in 15 Min. zu erreichen. - -Unser Kammweg führt einen berasten Steig aufwärts in 20 Min. auf -einer kahlen, von plattenförmig abgesondertem Basalt gebildeten -Hügel, den Gipfelpunkt des im Mittel 513 _m_ hohen =Schwarzenberges=, -wo sich mitten im Waldmeere ein ebenso unerwartetes wie fesselndes -Landschaftsbild aufrollt, das man bequem auf natürlichem Steinsitze -genießen kann. Die +Aussicht+ beginnt am Gickelsberge im NO., erstreckt -sich über drei Quadranten des Horizonts bis zur Lausche im NW. und -ist nur gegen N. in die Zittauer Gegend durch zu hohen Waldbestand -unterbrochen. - - R. an den Gickelsberg schließen sich die Höhen des Isergebirges - mit den Hemmerichbergen (in der Richtung der Tafelfichte), den - Mittagsteinen, dem Taubenhaus, Sieghübel und Schwarzenberge im - O., wo sich der breite Kamm des Trögelsberges und anschließend - der Jeschkenrücken vom gr. Kalkberge bis zur Koppe in sö. - Richtung vorschiebt. An dem diesseitigen Fuße lagern, durch - den Kirchberg von einander geschieden, die Kirchdörfer Pankraz - und Ringelshain, vor letzterem Finkendorf, und über beide - hinaus, hinter einander, Silberstein, Audishorner Spitzberg - und Dewin mit dem Hammerspitz. So ziemlich genau im S. liegt - Schloß Lämberg, so greifbar und stattlich, wie gewiß von keiner - andern Seite; l. und r. vor ihm füllen den Hintergrund der Roll - (l.) und der gr. Petzberg im Kummergebirge (r.). Unmittelbar - r. unter dem Schlosse glitzert der Spiegel des Markersdorfer - Teiches, hinter welchem die Stadt Deutschgabel vor der dunklen - Kuppe des Tolzberges sich breit macht. Die sw. Richtung ist - durch den Kamnitzberg bei Reichstadt gekennzeichnet, hinter - welchem l. der Maschwitzer Berg und noch weiter die Nedoweska - in der Daubaer Schweiz sichtbar sind. R. auf den Kamnitzberg - folgt der Laufberg bei Wellnitz, noch weiter der Ortelsberg - bei Zwickau, und zwischen beiden hindurch decken sich die - Schwoikaer Berge, der Leipaer Spitzberg (Turm) und der - Koselrücken. Gegen W., gerade in der Richtung der Tobiaskiefer, - der wir zusteuern, hat man ziemlich nahe den betürmten Hochwald - vor sich, neben ihm r. die Lausche, l. den Mergtaler Limberg, - vor ihm den Raubschloßberg. Zwischen Hochwald und Limberg - schieben sich der Kaltenberg (Turm) und der Kleis, zwischen - Limberg und Ortelsberg der Kottowitzer und der Langenauer Berg - hinter dem Rodowitzer Hutberge ins Gesichtsfeld, während die - betürmte Kuppe des Tannenberges zwischen Hochwald und Lausche - zu suchen ist. - -Auch pflanzlich ist der Hügel beachtenswert; kräftige Exemplare -gelbblühender Arnika (~Arnica montana L.~) schmücken nebst den -purpurroten Blüten der knolligen Platterbse (~Lathyrus tuberosus L.~) -den Grasteppich, während die weißlila Trauben der Waldwicke (~Vicia -silvatica L.~) das Gebüsch umspinnen. - -Vom Schwarzenberge absteigend, an einem Grenzstein mit der Jahreszahl -1723 vorüber, trifft man nach 15 Min. auf eine Schneiße, die sich -nach r. öffnet und den Pfaffenstein in herrlichem Durchblicke zeigt, -während man l. unmittelbar die =Tobiaskiefer= vor sich hat. So heißt -eine uralte Kiefer mit einem Bilde des biblischen Tobias, das der -Holzhändler Tobias Kunze, der Großvater der Wirtin in der Paßer -Schänke, anbringen ließ, als er ums Jahr 1800 die dortige Waldstrecke -zum Abtriebe erstanden hatte. Die Kiefer, bei welcher die Pascher -viel verkehrten, ließ er zum Andenken stehen, worauf sie nach seinem -Vornamen benannt wurde. Es ist dies aber auch ansonsten eine wichtige -Stelle in dem weiten Waldgebiete. Hier verläuft bei 498 _m_ Seehöhe -die Wasserscheide zwischen Neiße und Polzen, bzw. zwischen Ost- und -Nordsee, und die Zuflüsse -- Weißwasserbach und Spittelbach neißewärts, -Petersdorfer Bach polzenwärts -- haben ihre Ursprungsadern nahe bei -einander. Hier überschneiden sich auch mehrere Wege. Von N. her führt -die alte Zittauer Straße, auf der uns später das Kammzeichen weiter -geleiten wird, bei der Tobiaskiefer vorüber (gelbe Marken) in 45 Min. -s. waldabwärts nach +Finkendorf+ -- ein von Touristen gern besuchtes, -nach dem ehemaligen Ringelshainer Schulmeister Sebastian Finke, der -sich 1683 daselbst zuerst ansiedelte, benanntes Wald- und Weberdorf mit -64 Häusern -- und in 30 Min. weiter zur +Bahnstation Ringelshain+. - - An dieser alten Straße, nahe sw. der Tobiaskiefer, erhebt - sich der =Raubschloßberg= (535 _m_), dessen beholzter Gipfel - ehedem die Burg Winterstein trug, deren Erbauung in jene Zeit - fällt, als die Straße von Zittau nach Gabel noch nicht über - den Lückendorfer Paß führte. Sie war schon 1369 eine »alte« - Burg und wurde am 25. Juli 1441 von Johann von Wartenberg auf - Blankenstein zugleich mit der benachbarten Burg Karlsfried an - die Stadt Zittau verkauft, welche beide Burgen am 10. Aug. 1442 - abtragen ließ, um an der Grenze alle in Fehdezeiten lästig - werden könnenden Schlupfwinkel los zu sein; 1582 war die - Burgstätte noch in ihrem Besitz. Ein Abstecher dahin lohnt sich - jedoch nicht, da die Überreste (Spuren einer Burgwarte, eines - Wallgrabens und Grundmauerwerk) zu unbedeutend und so gut wie - unauffindbar sind. - -W. von der Tobiaskiefer führt ein Waldweg in 30 Min. nach +Petersdorf+ -an der Zittau-Gabler Straße, der sich ö. durch den +Kaisergrund+ -fortsetzt und in ebenfalls 30 Min. nach +Spittelgrund+ führt. Auf -einem Umwege kommt man dahin auch über die +Mordkiefer+ und den -+Pfaffenstein+. - - Letzterer Weg, nur in umgekehrter Richtung, empfiehlt sich - auch als Variante für diejenigen, welche den Kammweg über den - Schwarzenberg schon begangen haben. Man geht hinter Paß r. - durch den Wald in den Kaisergrund hinab, dann l. in demselben - aufw., dem kleinen, oft versiegenden Spittelbach, der bei - Dönis in die Neiße mündet, entlang bis zu den Felsengruppen; - bei einem Grenzsteine, 30 Min. von Paß, r. auf einem Fahrwege - empor. R. wird bald darauf der Felsenkopf des Pfaffensteins - sichtbar. Am Eingange zu den =Pferdelöchern=, auch Felsenstadt - genannt, vorüber, zwischen großen Sandsteinblöcken hindurch - im Bogen r. empor zum =Hufeisenberge= (510 _m_). Ein - Sandsteinblock daselbst, der einem Kopfe mit Helm ähnelt, - ist ein Hufeisen eingehauen, daher der Name des Berges; von - hier aus empor erreicht man in 15 Min. den Kamm, wo man - auf den vom Spitzberge (l., 541 _m_, Basalt) herkommenden - Weg stößt und auf demselben r. in 5 Min. den =Pfaffenstein= - (569 _m_) erreicht. Dieser gipfelt in einer mächtigen, - auffällig burgruinenartig gestalteten, vielfach zerklüfteten - und ausgehöhlten Sandsteinfelsgruppe, die schon von weitem - Aufmerksamkeit erregt. Ingenieur Lubisch in Lückendorf wollte - im Herbst 1904 auf eigene Kosten mit Bewilligung der gräflich - Clam-Gallas'schen Herrschaftsverwaltung eine Blockhütte im - Ausmaße von 4 × 5 _m_ errichten und eine eiserne Stiege auf - der w., Lückendorfer Seite anbringen und den Gipfelfelsen - selbst mit einem eisernen Schutzgeländer umgeben lassen. - Der Ausblick von da ist besonders lieblich gegen N. und NO. - ins reich besiedelte Neißetal. N.: Ganz nahe der Spitzberg, - dahinter Zittau und weiter das Königsholz und Hirschfelde, - r. davon hinter einander Grottau und Ullersdorf. Nö. ganz - nahe Spittelgrund, dann hinter einander Ketten, Grafenstein - (Schloß), Wetzwalde, der Gickelsberg und Hohenwald; l. hinter - dem Gickelsberge die Kirche von Reichenau, r. von ihm Pfarrdorf - Oberwittig. Im O. hinter einander Niederberzdorf, Weißkirchen, - Kratzau und Voigtsbach, dann neben einander die Hemmerichberge, - die Vogelkoppen, Taubenhaus, Schwarzeberg und Siechhübel im - Isergebirge, überragt von der Tafelfichte im Hintergrunde. - Sö.: Die abenteuerlichen Rabensteine ganz nahe, dann Dorf Paß - vor dem Trögelsberg, weiter der Zug des Jeschkenrückens mit - der Koppe; r. von Paß der Welsberg, zwischen beiden hindurch - Pfarrdorf Pankraz am Fuße des Kirchberges. S. blickt man über - walddüstere Gründe (Kaisergrund) und wildes Felsengewirr - (Felsentheater) auf den Schwarzeberg im Vordergrunde, - hinter welchem l. der Silberstein, Audishorner Spitzberg - und Roll, r. der Tolzberg sich zeigen. Sw. vorn die Kuppen - des Hufeisensteines, des Raubschloß- und Fuchsberges, im - Hintergrunde der Ortelsberg. W.: Das hintere Weißbachtal mit - seinen Felsgebilden und dem Straßberge, dahinter Hochwald (r.) - und Falkenberg (l.), zwischendurch der spitze Kleis; l. vom - Falkenberge der Mergtaler Limberg, zwischendurch der Grünberg - bei Zwickau; r. hinter dem Hochwalde die Lausche, näher - Brandhöhe und Töpfer bei Oybin mit dem Scharfenstein, dahinter - der Jonsberg. Nw. hinter dem Töpfer sieht man nach einander den - Breiteberg, den Oderwitzer Spitzberg und den Kottmar (Turm), - im Vordergrunde (nahe dem Spitzberge) den Heide- und spitzen - Mühlsteinberg. - - Nun auf demselben Wege zurück zum Hufeisenberge. Einige Min. - auf dem Fahrwege weiter aufwärts, hat man l. vom Wege einen - eigenartigen und prächtig Einblick in das =Felsentheater=, ein - eigenartig aufgebautes Gewirr von Berglehnen und Felsenmassen - zu Füßen, die wie Versatzstücke und Kulissen eines Theaters - neben und hinter einander gestellt erscheinen und eine - herrliche Augenweide, wie von dem Schnürboden eines Theaters - aus, bilden. Den Hintergrund bilden südöstlich der Langeberg - und der Jeschken. - - Der weitere Weg führt in 15 Min. zur Tobiaskiefer. Dabei - kommen wir an der =Mordkiefer= im =Katelloch= (l.) vorüber. - Letztere Benennung rührt daher, weil hier ein Mädchen aus - Görsdorf bei Grottau von ihrem Geliebten, einem Spittelgrunder - Grenzjäger, der sich dann selbst auch den Tod gab, ums Jahr - 1830 erschossen aufgefunden wurde. Zur Erinnerung daran hatte - ein k. k. Finanzwachaufseher in die Rinde der sogenannten - Mordkiefer einen Todtenkopf mit der Mahnung »~Memento mori~« - eingeschnitten. - - - - -Tobiaskiefer-Hochwald (2 Std.). - - -Wir folgen nördlich dem Waldfahrwege, dem alten Verkehrswege zwischen -Zittau und Gabel, und erreichen durch einen Hohlweg abwärts, bei der -Höhenkote 476, nach 6 Min. die Landesgrenze, gerade an der Spitze des -Dreiecks, das sie hier bildet. Hier ist ein Wegweiser an einem Baume. - - R. kommt man in den herrlichen, von seltsam gestalteten - Sandsteinfelsen (Uhusteine, Mönch, nackte Männer, Schiller und - Goethe) besäumte =Weißbachtal= und entlang der Landesgrenze - in 1 Std. nach Hartau, wo der Weißbach in die Neiße mündet; - von da weiter in 45 Min. nach +Zittau+. In diesem Tale führte - ursprünglich der uralte Saumweg von der Burg Lämberg her nach - Zittau noch eine Strecke weit, bis zum »böhmischen Tor«, d. - i. zwei zusammen geneigten Felsblöcken mit alten Wappen und - Jahreszahlen. - -Auch unser Kammweg, ein angenehmer Waldweg, folgt der Landesgrenze, -aber l., bis diese nach 5 Min. l. abbiegt, wir aber -- auf sächsischem -Boden -- geradeaus weiter in 10 Min. zum =Lückendorfer Forsthause= -(einfache Gastwirtschaft mit Garten) gelangen. Knapp vor dem -Forsthause, wo l. der Wald aufhört, haben wir einen plötzlichen Anblick -des Hochwaldes, hinter dem l. die Spitze des Kleis herausschaut; l. vom -Hochwalde kommt dann auch noch der Falkenberg zum Vorschein und hinter -diesem r. der Mergtaler Limberg. Das Forsthaus gehört zu Lückendorf -und liegt einschichtig, 482 _m_ hoch auf der Hauptwasserscheide, an -der geschichtlich bedeutsamen Verkehrsstraße, welche in je 1½ Std. -nördlich über Eichgraben nach +Zittau+, südlich über die Landesgrenze -durch Petersdorf nach +Deutschgabel+, bzw. zu den Bahnstationen in -beiden Städten führt. Sie wurde im 14. Jahrh. auf König Johann's -Befehl aus dem Weißbachtale herauf übers Gebirge, den damals noch -völlig unwirtlichen »Gäbler«, verlegt und erhielt ihre heutige Gestalt -1848. Gerade gegenüber vom Forsthause an der Straße im Walde stand -ehedem eine elende Hütte, das schon 1450 bestandene »Ausgespann« für -die Fuhrleute, welche vom Eichgraben bis hieher Vorspann genommen -hatten. Als im Jahre 1838 das Forsthaus gebaut wurde, mußte die -»schwarze Bürste« weichen, worin ein früherer Kretschambesitzer aus -Lückendorf seine Schankwirtschaft betrieben hatte. Dicht am Garten -des Forsthauses stehen noch acht wallartige Verschanzungen, welche -1813 vom Landvolke erbaut werden mußten. Hier ist am 19. August 1813 -Napoleon durchgezogen, hat im +Petersdorfer+ Zollhause, wo Fürst -Poniatowsky, der Kommandant der französischen Vortruppen, wohnte, auf -einem Holzschemel, der heute noch dort gezeigt wird, gerastet und dann -im damaligen Postgebäude zu +Deutschgabel+ -- der einzigen Stadt in -Böhmen, die Napoleon betreten hat -- sich aufgehalten. Am 23. Juni 1866 -fand hier ein Vorpostengefecht zwischen österreichischen Hußaren und -preußischen Uhlanen statt. - - In nächster Nähe des Forsthauses, 25 Min. nordöstlich, ist der - =Straßberg= (544 _m_) mit dem vom Zittauer Verein »Globus« - errichteten Aussichtsbalkon »Fuchskanzel« mit prächtiger Um- - und Fernsicht über den Zittauer Kessel bis zum Kottmar, dem - Löbauer Berge und der Landeskrone. Etwa 15 Min. vom Forsthause - entfernt liegt nördlich an der Straße nach Zittau auf felsiger - Kante die =Ruine Karlsfried=, wenige Mauerreste, darunter die - des Bergfrieds und eines Torturmes einer im Jahre 1337 auf - Befehl Karl IV. zum Schutze der Straße erbauten Zoll- und - Geleitsburg, die in den Hussitenwirren eine Rolle spielte -- - in ihrer Nähe fand am 25. Januar 1424 ein für die Zittauer - unglücklicher Kampf statt -- und 1442 von den Städten Zittau - und Görlitz, die sie das Jahr zuvor von Johann v. Wartenberg - auf Blankenstein gekauft hatten, zum Abbruch bestimmt wurde, - der jedoch nur ganz allmählich erfolgt sein kann, da die Ruine - 1720 noch drei Stock hoch war. Aus der Turmruine hat man einen - romantischen Blick östlich hinab in das Weisbachtal mit seinen - seltsamen Felsgruppen. - -Die Gabler Straße beim Forsthause kreuzend, setzen wir unsern Weg in -gerader Richtung auf schöner Waldstraße fort, an der überdies Eschen, -weiterhin Ahorn als Alleebäume gepflanzt sind. Nach 10 Min., währenddem -wir eine Drehung nach l. machen, ist der Wald zu Ende; Lückendorf -mit der Brandhöhe liegt vor uns, dahinter der Hochwald, neben dem -dann l. der Mergtaler Limberg und der Kegel des Falkenberges zum -Vorschein kommen. Nach 9 Min. mündet r. von Eichgraben her zwischen dem -+Heideberge+ (544 _m_) und +Zigeunerberge+ (507 _m_) hindurch, die uns -r. bleiben, ein Touristen-Weg, kurz bevor unsere Straße eine scharfe -Knickung nach l. macht, wobei wir geradeaus die Spitze des Rollberges, -und links den Jeschkenrücken mit der Koppe zu Gesicht bekommen. Nach 5 -Min weist r. eine Wegtafel nach +Oybin+. - - Diesen Abweg können diejenigen einschlagen, welche den - Kammweg über die »Fürstenhöhe« schon kennen. Man trifft nach - 15 Min. auf den Kreuzweg, welcher r. vom +Töpfer+ durch die - kleine Felsengasse herabkommt und den man jetzt l. verfolgt. - Gleich hinter der Kreuzung kann man (8 Min. hin und zurück) - den =Scharfenstein=, das sogenannte »Lausitzer Matterhorn« - besteigen, eine frei und steil aufragende Sandsteingruppe, - die mittelst Treppen und Stufen vom Zittauer Verein »Globus« - zugänglich gemacht worden ist. Oben ist eine Schutzhütte. Der - Ausblick ist vielseitig: westlich das bergumschlossene Oybintal - zu Füßen, dahinter die Lausche; südwestlich Hochwald, r. hinter - ihm der Kleis; südöstlich das Jeschkengebirge. Der Touristenweg - führt von der Kreuzung ansteigend zur =Edmundshütte= - (idyllisches Blockhaus, 1897 vom Oybiner Verschönerungsverein - errichtet) und zur Aussichtsbank am =Margaretensteig=, - fällt dann und tritt in die =große Felsengasse= mit wild - zerklüfteten Felswänden. R. Abstecher (einige Stufen hinauf) - zur =Mönchskanzel= auf jäh abstürzender Felswand (Ruhebank) mit - malerischem Ausblicke ins Oybintal. Nach 4 Min. ist man über - Stufen hinab am Ende der Felsengasse; r. ist der =Muschelsaal=, - ein grottenartiger Felsüberhang mit Ruhebank und muschelartigen - Auswaschungen in dem eisenhältigen Sandstein. Nach 3 Min. - trifft man auf den »+Fürstensteig+«, der l. von Lückendorf - heraufkommt, und ist wieder auf dem Kammwege. - -Gleich darauf haben wir die ersten Häuser von =Lückendorf= knapp unter -der Brandhöhe (504 _m_) erreicht; als Zierden tragen dieselben bemalte -Scheiben aus Holz, auf die wohl von den Besitzern der Königschuß -getan worden sein mag. Die Straße steigt hier etwas an, l. vom Roll -treten die Hirschberge heraus, zu unserer L. der Pfaffenstein mit dem -Spitzberge. Nach 3 Min. kommen wir an einer Markentafel (r.) vorüber, -auf welcher die Entfernungen auf die Fürstenhöhe, Hochwald, Forsthaus -Nr. VI und Hain mit 13, bzw. 65, 50 und 30 Min. angegeben sind. Nach -weiteren 3 Min. sind wir beim =Kurhaus Lückendorf= angelangt, das an -der schönsten und aussichtsreichsten Stelle des Dorfes, am Fuße des mit -Nadelwald bedeckten +Brandberges+ gelegen ist. Dasselbe enthält nebst -Gastwirtschaft 20 Fremdenzimmer zum wöchentlichen Preise von 5 bis 7 -Mark für ein Bett. Wundervoll ist der Blick von seiner Terrasse auf den -Pfaffenstein, auf Jeschken, Roll, Tolz- und Falkenberg, während von den -Turmzimmern aus sogar die Kuppen des Iser- und Riesengebirges herüber -grüßen. - -Pfarrdorf Lückendorf, das mit dem größten Teile seiner zwischen Wiesen -und Obstgärten verstreuten Häuser seitab l. bleibt, ist das südlichste -Dorf der Lausitz und liegt an einem Zuflusse des in die Polzen -mündenden Jungfernbaches auf der Hauptwasserscheide zwischen Ost- und -Nordsee von 373 bis gegen 500 _m_ Seehöhe; seine 500 Bewohner betreiben -Landwirtschaft, Handweberei und Holzdrechslerei. Vermöge seiner staub- -und rauchfreien, geschützten, waldreichen Lage ist es seit einigen -Jahrzehnten als +Sommerfrische+ in Aufnahme gekommen, insbesondere aber -seit der Eröffnung des stattlichen Kurhauses im Jahre 1898. - -Gute Verpflegung und Aufenthalt findet man u. a. auch im Bergrestaurant -und im Kretscham; außerdem steht eine große Zahl von Logierhäusern -zur Verfügung. Der Ort ist uralt und mag in der Zeit der deutschen -Kolonisation von einem Lucko gegründet und benannt worden sein. Im -Jahre 1404 wird er zum erstenmale urkundlich genannt, als er in Besitz -der Stadt Zittau kam, in welchem er bis heute, mit einer nur ganz -kurzen Unterbrechung, geblieben ist. Im Jahre 1690 wurde die Kirche -gebaut, wozu das Steinwerk von der Ruine Karlsfried benützt wurde. Hier -wirkt Pastor Sauppe, der unermüdliche Aufheller der Geschichte von -Oybin und Lückendorf. - -Unmittelbar vor dem Kurhause weist uns das Kammzeichen r., -teilweise über Stufen, in den Nadelwald auf die Südlehne des -+Brandberges+ hinauf, wo der Sandstein, aus dem der Berg besteht, in -charakteristischen Wollsackformen zu Tage liegt. Schon nach 2 Min. -wird der Weg eben und wendet sich nach l.; starre Binsen (~Juncus -squarrosus L.~) und Adlerfarn (~Pteris aquilina L.~) besäumen ihn; -nur eine kurze Strecke ist l. ein Ausblick frei, sonst führt er im -Walde, den Hochwaldturm im Durchblicke, weiter, bis er nach 5 Min., wo -l. unten die letzte Villa von Lückendorf steht, an der =Fürstenhöhe= -endet. Kaiser Josef II. besuchte am 17. September 1779 gelegentlich -seiner Bereisung Nordböhmens diesen Punkt, wo die Kaiserlichen in den -schlesischen Kriegen Verhaue angelegt hatten, und ergötzte sich an -dem wundervollen Blicke in das mit landschaftlichen Reizen so reich -gesegnete Böhmen; er kam damals von Spittelgrund her übers Ausgespann -und nahm vorher vor dem Pfarrhause eine kleine Erfrischung ein; das -»Kaiserbörnel« hält das Andenken an diesen Besuch fest. Auch andere -fürstliche Personen haben diesen Platz besucht und so den Anlaß zu -seiner Benennung gegeben; u. a. war Friedrich August II., König von -Sachsen, am 13. August 1850 hier, 1888 der jetzige König Friedrich -August III. und 1890 König Georg von Sachsen. Dieser Punkt bietet in -der Tat ein +Aussichtsbild+ von seltener Schönheit, was Reichhaltigkeit -und Feinheit der Gruppierung anbelangt, wie kein anderer unter allen -den zahlreichen Spaziergängen am Brandberge. - - Der ganze Höhenkranz vom Mergtaler Limberge im Südwesten bis zu - den Felsenzinnen des Pfaffensteins im Osten breitet sich vor - dem bewundernden Auge aus, und wird durch den Falkenberg, die - Stadt Deutschgabel, den Tolzberg und Roll, die hinter einander - in einer Linie gerade nach Süden liegen, wirkungsvoll in zwei - Gruppen gegliedert. In dem Bilde r. vom Roll zeigt sich der - doppelgipflige Bösig, das Kummergebirge mit dem Petzberge und - dem an seinem Schopfe kenntlichen Eichberge, zwischen beiden - hinten der weiß leuchtende Würfel des Schlosses Hauska auf - waldiger Höhe, weiter r. näher der Kamnitzberg bei Reichstadt - und der Laufberg nahe am Limberge; zwischen Kamnitz- und - Laufberg schieben sich die Mikenhaner Steine, dahinter die - Ruine Altperstein und der Maschwitzer Berg vor der Nedoweska - im Daubaer Gebirge. In dem Bilde l. vom Roll erscheint fast - in der Mitte die Spitze des gr. Hirschberges bei Wartenberg, - in der Richtung der Ortschaften Petersdorf, Hirndorf und - Markersdorf zu Füßen, l. davon der Dewin mit dem Hammerspitz, - vor diesem der Audishorner Spitzberg, der Silberstein und, am - nächsten, Schloß Lämberg. L. davon blickt man über Lückendorf - und den Schwarzenberg längs des Jeschkenzuges vom Trögelsberge - bis zur Koppe südöstlich auf den Musky bei Münchengrätz und - die zweizinkige Ruine Trosky bei Turnau. Im Osten heben sich - über dem Görsdorfer Spitzberge und dem Pfaffensteine die - Höhen des Isergebirges (Vogelkoppen, Taubenhaus, Siechhübel, - Schwarzeberg) heraus, hinter welchem nach r. hin bis zum - Langeberge im Jeschkengebirge die Häupter des Riesengebirges - (hohes Rad) in die neblige Ferne tauchen. - -Nun r. ab den grasigen, vom Erbauer des Kurhauses als nächste -Verbindung mit +Bahnhof Oybin+ (30 Min.) angelegten =Fürstensteig=, an -»Adolfs Ruheplatz« (r.) vorüber, in 4 Min. empor auf den bewaldeten -Grat, wo von rechts her der vielbegangene Touristenweg (blauer Balken -auf weißem Grunde) durch die romantische +Felsengasse+ vom Töpfer, -bzw. von Oybin, einmündet (Ruhebank). Nun l. durch den Wald auf die -von Lückendorf nach Oybin führende +Kammstraße+ hinab (4 Min.), die -wir beim Kurhaus verlassen. Auf dieser r. (2 Min.) zu einer wichtigen -Wegkreuzung auf weiter Blöße beim sog. =Kammloche= unmittelbar an der -Landesgrenze und auf der Hauptwasserscheide (564 _m_) mit prächtigem -Rückblicke auf das Jeschkengebirge zwischen Pfaffenstein (l.) und -Falkenberg. Wegtafeln belehren über die einzuschlagenden Richtungen. -Auch ein Werkelmann hat daselbst seinen Stand. - - Nördlich führt die Straße in 25 Min., am =Kelchstein= -- - 13--15 _m_ hoher, verkehrt kegelförmiger Sandsteinblock aus - rötlichem Sandstein -- vorüber (l.) zur +Station Oybin+; - südlich schließt sich an den Kammweg der sog. »Ringweg« - (blauer Ring auf weißem Grunde) an, der zunächst in 22 Min. - über die Landesgrenze zum =Forsthaus Nr. VI= (einem einfachen - als Nr. 260 zu Hermsdorf gehörigen, einschichtigen Gasthause - in idyllischer Waldlage auf dem 455 _m_ hohen Sattel zwischen - Hochwald und Falkenberg mit hübscher Aussicht auf Tolz, Roll - und die Bösige, 1½ Std. von der +Station Deutschgabel+) und von - da um den Südfuß des Hochwaldes unter prächtigen Ausblicken in - 40 Min. nach +Hain+ führt; westlich setzt sich der mit blauem - Balken markierte Weg, welcher von der Fürstenhöhe bis hieher - mit unserem vereinigt war, in 20 Min. bis zum +Forsthaus Hain+ - fort, unter geradezu entzückenden Ausblicken aufs Oybintal und - Zittau. - -Wir wandern geradeaus weiter auf der Straße aufwärts, wobei wir -dieselben Rückblicke haben wie vorhin, und treffen nach 4 Min. wieder -auf eine Wegteilung: geradeaus nach +Hain+ und auf den Johannisstein, -r. nach +Oybin+, l. auf den +Hochwald+. Letzterer ist der unsere. -Am Waldsaume (r.) empor, durch den anfangs Durchblicke ins Oybintal -möglich sind, dann l. anfangs mäßig ansteigend, dann ziemlich steil -durch schönen Buchenwald, wo Zahnwurz (~Dentaria enneaphylla L.~), -Sanikel (~Sanicula europaea L.~), Rapunzel (~Phyteuma spicatum L.~) -und rundblättriges Labkraut (~Galium rotundifolium L.~) besonders -üppig gedeihen, kommen wir der Landesgrenze entlang bald r. bald l. -biegend, in 40 Min. auf den südlichen Gipfel des =Hochwaldes=, den man -beim Gasthause über Stufen betritt. Auf halbem Wege dahin kommen wir -an einer Ruhebank beim hydraulischen Widder vorüber, der das Wasser -aus dem +Johannesborne+ daselbst auf den Hochwald treibt, und etwas -höher bei einem Wirtschaftsstreifen mit hübschem Durchblicke auf Schloß -Lämberg. - -Der Hochwald, im Volksmunde seiner Gestalt nach »Heufuder« genannt, -ist ein langgestreckter Klingsteinrücken, der von West nach Ost auf -der Grenzscheide zwischen Böhmen und Sachsen als höchster Punkt -im östlichen Flügel des Sandsteingebirges hinzieht, südlich steil -abfällt und mehrere Kuppen bildet, von denen die höchste (748 _m_) -vom Jahre 1879 bis zum Jahre 1892 einen, vom Zittauer Vereine -»Globus« beschafften, 10 _m_ hohen hölzernen +Aussichtsturm+, den -Karolathurm -- der sächsischen Königin zu Ehren benannt -- trug, -dessen Strebepfeiler auf böhmischem Grunde standen. Statt seiner wurde -auf der sächsischerseits gelegenen Nord- oder Oybinkuppe (744 _m_) -von demselben Vereine mit dem Kostenaufwande von 13000 Mk. ein -25 _m_ hoher Steinturm errichtet, der am 14. September 1892 die Weihe -erhielt. Die 1853 vom »Vater Marx« erbaute, in ihrem heutigen Zustande -seit dem Brande im Jahre 1877 bestehende »alte« +Gastwirtschaft+ -auf böhmischem und die 1889 eröffnete »neue« Gastwirtschaft auf -sächsischem Grunde -- beide unter einem Betrieb, mit Nachtherberge -zu Mk. 1--1·50 und kais. deutscher und kais. österr. Postablage -- -stehen neben einander, nur durch die Landesgrenze geschieden, auf der -südlichen Kuppe neben der aussichtsreichen Gipfelterrasse und sind mit -dem Turme durch einen breiten Weg in Verbindung. In der böhmischen -Wirtschaft, die als Nr. 251 zu dem 45 Min. südlich entfernten, 266 -Häuser zählenden Bauerndorfe +Hermsdorf+ gehört, erhält man nur Wein -und Kaffee, in der sächsischen Bier und warme Speisen. Die Besitze der -Herrschaften Deutschgabel, Reichstadt und Zittau stoßen hier, beim -sog. »Clam'schen Stein« zusammen. Der Berg muß schon im vorvorigen -Jahrhundert seiner Aussicht halber besucht worden sein, da ein Zittauer -Ratsherr 1787 eine Treppe von 84 Stufen, die zum Teil heute noch in -Benützung stehen, zur leichteren Besteigung des Gipfels anlegen ließ, -der damals und noch 1830 ein Kreuz trug und »Kreuzstein«, angeblich -auch »Ilmenstein« hieß. Seither haben Sachsens Könige und manch -andere fürstliche Persönlichkeiten den Berg besucht; als erster im -Jahre 1821 der nachmalige Kaiser Ferdinand I. von Österreich. In der -Verkaufsbude neben den Gastwirtschaften bilden die auf dem Berge -vorkommenden »Veilchensteine«, d. i. Klingstein, der mit einer nach -Veilchen duftenden Alge (~Chroolepus Jolithus Ag.~) überzogen ist, eine -Spezialität. Von sonstigen +naturgeschichtlichen Seltenheiten+ wären -außer nordischen, eiszeitlichen Geschieben auf den Hängen des Berges -noch zu erwähnen: Mittleres und Alpen-Hexenkraut (~Circaea intermedia -Ehrh.~ und ~alpina L.~), herzblättrige Zweiblattorche (~Listera cordata -R. Br.~), Basalt-Nordfarn (~Woodsia ilvensis R. Br.~), sprossender -und Tannenbärlapp (~Lycopodium selago L.~ und ~annotinum L.~), eine -Schließmundschnecke (~Clausilia filograna~), die seltene grüne Eidechse -(~Lacerta viridis Dand.~); früher soll auch die grüne Nießwurz oder -Schneerose (~Helleborus viridis L.~) daselbst gefunden worden sein. -Nach den +Sagen+ der Walen sollen sich im Boden des Hochwaldes kostbare -Edelsteine befinden, und noch jetzt soll ein Bergmännlein hier hausen, -das dem, welchem es wohl will, Gold und Silber und Edelgestein, -insbesondere aber wohltätige Heilkräuter zeigt. - -[Illustration: Der Rosenberg von Südost. - -Postkarte.] - -Die Aussicht von der felsigen Plattform zwischen den beiden -Gasthäusern, sowie aus den Gasthausfenstern selbst -- hier auch -durch färbige Scheiben -- gegen Süden ist ungemein anziehend und hat -den touristischen Ruf des Hochwalds begründet. Um einen Ausblick gegen -Norden ins Oybintal und gegen Zittau zu gewinnen, muß man den Turm (128 -Stufen) besteigen; die Eintrittskarten hiezu (zu 10 Pfg.) löst man -im +Turmwächterhause+ daneben, wo man auch das Aussichtspanorama (10 -Pf.) und Erfrischungen erhält, und wo überdieß ein Relief des Zittauer -Gebirges, sowie die seit 20. April 1893 eröffnete kais. deutsche -+Fernsprechstelle+ sich befindet. Neben Haus und Turm ist auch noch ein -Gärtchen mit Alpenflora. Die hervorragendsten Punkte des +Panorama's+ -sind auf der Zinnengallerie des Turmes anzeichnet. - - Ost: Der Pfaffenstein jenseits Lückendorf, Kratzau und - Weißkirchen dahinter, weiter die Hemmerichberge und darüber das - Isergebirge mit der Tafelfichte, den Vogelkoppen, Taubenhaus - und Siechhübel, im Hintergrunde das Riesengebirge mit - Reifträger, hohem Rad mit der auffälligen Schneegrubenbaude, - Kesselkoppe, Brunn- und Schwarzeberg; l. hinter dem - Pfaffenstein Schloß Grafenstein vor dem Gickelsberge. Südost: - Der Jeschkenrücken mit der Koppe im Mittelpunkte, davor die - Kirchdörfer Pankraz und Ringelshain, noch näher Petersdorf; r. - hinter der Jeschkenkoppe der Kosakow, daneben die zweizinkige - Ruine Trosky und der Musky bei Münchengrätz, vor diesem der - Silberstein, Audishorner Spitzberg und Dewin neben einander, - im Vordergrunde der Falkenberg, dazwischen Schloß Lämberg. - R. hinter dem Falkenberge Stadt Deutschgabel, weiter Schloß - Wartenberg vor den beiden Hirschbergen. Süd: Der Tolzberg - zwischen Roll (l.) und den beiden Bösigen; r. davon der Wratner - Berg (Turm) und die Hauskaer Berge hinter dem Kummergebirge, zu - Füßen die beiden Gastwirtschaften des Berges; r. hinter ihnen - der Mergtaler Limberg, l. dahinter der Kamnitzberg vor den - Mikenhaner Steinen, im Hintergrunde Ruine Altperstein neben dem - Maschwitzer Berge; r. hinter dem Limberge Pfarrdorf Lindenau - und im Hintergrunde der Georgsberg bei Raudnitz. Südwest: - Grünerberg, l. dahinter Ortelsberg vor dem Wilschberge, - zwischen beiden das Schwoikaer Gebirge, r. von diesem der - Leipaer Spitzberg (Turm) und hinter diesem der spitze Ron. R. - hinter dem Grünerberge der Rodowitzer Hutberg, darüber der - Koselrücken, im Hintergrunde der Geltsch bei Auscha. R. vom - Rodowitzer Hutberge im Vordergrunde Pfarrdorf Großmergtal, - dann die Stadt Haida vor dem Kottowitzer Berge, dahinter - die Rabensteiner Höhe mit dem Hutberge (Turm), noch weiter - der Zinkensteinrücken und darüber der Milleschauer; r. vor - diesem folgt der Kleis hinter dem Glasertberge. West: Zu Füßen - Kirchdorf Krombach, dahinter die Berge bei Falkenau, l. hinter - diesen der Kamnitzer Schloßberg, r. das Kreibitzer Gebirge mit - dem Kaltenberg (Turm), im Hintergrunde der hohe Schneeberg - (Turm) mit Teilen des Erzgebirges und Höhen der sächsischen - Schweiz; r. von Krombach Schanzendorf, dahinter der Plissenberg - vor Oberlichtenwalde, neben welchem die Lausche mächtig - aufsteigt; l. dahinter die Finkenkoppe, r. der Ziegenrücken und - an diesem r. vorüber die Wolfsbergspitze (Turm). Nordwest: Dorf - Hain zu Füßen mit dem Johannisstein, dahinter die Rabensteine, - die Nonnenklunzen und die Jonsdorfer Mühlsteinbrüche, weiter - Warnsdorf mit der Burgsbergwarte, Seifhennersdorf und Rumburg, - noch weiter der Botzen und hinter diesem der Valtenberg (Turm), - r. von Hain der Jonsberg neben Jonsdorf, dahinter Großschönau, - dann der Warnsdorfer Spitzberg, im Hintergrunde Bilebog und - Czornebog, beide mit Türmen; r. hinter dem Jonsberge der - Breiteberg vor Spitzkunnersdorf, dann der Oderwitzer Spitzberg - zwischen dem Kottmar (Turm) hinter Eibau und dem Löbauer Berge - (Turm). Nord: Der Oybiner Talkessel mit dem Ameisenberge, - l. dahinter das Königsholz und Rotstein, r. die Jauerniker - Berge und die Landeskrone hinter Zittau. Nordost: Töpfer und - Scharfenstein, dahinter die Kirchdörfer Friedersdorf und - Reichenau. - -Wer die Kammtour hier abbrechen will und einer Bahnstation zustrebt, -hat unter folgenden Abstiegen die Wahl: Zur +Station Oybin+, der -nächsten Bahnstation, in 50 Min. den direkten steinigen Serpentinenweg -hinab oder über Hain in 1¼ Std.; zur +Station Deutschgabel+, über -Forsthaus Nr. VI, in 2¼ Std.; zur +Station Zwickau+ über Krombach und -Mergtal in 2½ Std. - - - - -Hochwald-Lausche (2½ Std.). - - -Unser Abstieg geschieht auf dem ersten Wege r. bei den -Bergwirtschaften; nach 20 Min. sind wir am Rande des Bergwaldes -unten angelangt. Vor uns haben wir jenseits einer Wiese die obersten -abseitigen Häuser von +Krombach+, dahinter den Plissenberg, über -welchen die Lausche herüberblickt; l. davon den Kleis, dazwischen -den Dürre- und Mühlsteinberg bei Hoffnung. Bei Grenzstein 152 (vom -Jahre 1649) treffen wir nach 1 Min. auf die Straße, welche die beiden -Grenzdörfer Krombach und Hain mit einander verbindet, und in die l. -Hand der oben (S. 31) erwähnte Ringweg vom Forsthaus Nr. VI her über -den aussichtsreichen Rücken des Schafberges (562 _m_) einmündet. - - Pfarrdorf =Krombach=, das, hinter einem Wäldchen versteckt, 4 - Min. l. liegen bleibt, ist eine uralte deutsche Besiedlung; - schon 1391 wird es urkundlich genannt. Es zieht sich mit - seinen 180 Häusern längs eines unterm Sattel entspringenden - Bächleins -- eines Zuflusses des in die Polzen mündenden - Zwittebaches -- zwischen Plissenberg und Gulichberg abwärts, - hat eine 1874 erbaute Kirche, eine schöne Volksschule und ein - zur kaiserlichen Herrschaft Reichstadt gehöriges Herrenhaus mit - Bräuhaus, wo ehedem ein weit berühmtes Bier gebraut wurde. Hier - bestand im 17. Jahrh. eine Glashütte der Schürer v. Waldheim, - von der heute noch Reste vorhanden sind. Eine Berühmtheit - Krombach's ist die im Garten des Knobloch'schen Hauses Nr. 19 - im Oberdorfe stehende, vollkommen gesunde, etwa 10 _m_ hohe - +Riesen-Eibe+ mit einem Umfange von 3·60 _m_ in Manneshöhe; ihr - Alter wird von Einigen auf 940, von Andern sogar auf 1800 Jahre - geschätzt, weil die Eibe überaus langsam wächst. Jedesfalls - ist sie älter als das Dorf. Übrigens gibt es im Ortsgebiete - noch zwei jüngere Eiben von 7--8 _m_ Höhe, und es ist möglich, - daß es sich hiebei um den Rest eines älteren Eibenbestandes - zwischen Krombach und Spittelgrund handelt. Im bairischen - Erbfolgekriege, insbesondere aber am 22. Sept. 1778, beim - Einmarsche der feindlichen Truppen, litt der Ort sehr. - -Uns r. wendend, haben wir nach 150 Schritten den =Hain-Sattel=, -die Sattelhöhe zwischen Hochwald und Johannisstein auf der -Hauptwasserscheide (578 _m_) zwischen Ost- und Nordsee erreicht, über -die auch die Landesgrenze zwischen Böhmen und Sachsen streicht und -Krombach von Hain scheidet; die beiden obersten Häuser beider Orte -stehen zu beiden Seiten der Straße; r. das zu Hain gehörige Gasthaus -»Kaiser Wilhelmshöhe« und l. das zu Krombach (als Nr. 182) gehörige im -Jahre 1903 erst erbaute Gasthaus »zur Kaiser Franz Josefs-Höhe«. Gerade -auf letzteres zu führt der Kammweg; hier haben wir vor uns den Töpfer, -rückwärts den Kleis, r. den Hochwald, l. den Johannisstein. - - Zu Krombach, als Nr. 175, gehört auch die ebenfalls - einschichtige +Gastwirtschaft+ am =Johannisstein= l. Hand; - sie enthält Tanzsaal und Fremdenzimmer (Nachtlager für 10 - Personen zu ~K~ 1.80) und wurde 1880 auf einem Grundstücke - des ehemaligen »Dreilinden-Gutes« errichtet. Ein Abstecher - dahin von unserm Standpunkte beim Gasthause »zur Kaiser - Franz Josefs-Höhe« erfordert nur 5 Min. auf einem langsam - ansteigenden Bauernwege. Der Johannisstein ist ein kahler, - freistehender Klingsteinfelsen von 596 _m_ Seehöhe, dessen - Gestein in fast wagrecht liegende Säulen abgesondert ist, - die sich nach oben zu verkürzen und eine natürliche Treppe - darstellen. Der Berg wird von der Landesgrenze geschnitten und - soll den Namen von einem Stollen haben, der bei Gelegenheit - von Bergbauversuchen 1538 und 1559 hier angelegt wurde, nach - Anderen von einer Statue Johannis des Täufers, um die man - beim Abbrennen der Johannisfeuer tanzte. An seinen Lehnen - wächst Feld-Enzian (~Gentiana campestris L.~). Beim Baue der - Gastwirtschaft fand man Pfeilspitzen, verschiedene Münzen, - eine Hellebarde aus dem 14. Jahrh., eine Reiterpistole, - eine französische Medaille u. dgl. als Erinnerungszeichen - an die mannigfachen Kriegsereignisse, die sich in dieser - Gegend abspielten. Der Erbauer der Gastwirtschaft hat 1881 - den Felsen durch eine bequeme, mehr als 40 Stufen zählende - Treppe zugänglich gemacht und oben eine steinerne, turmartige - +Aussichtswarte+ angelegt. Die Aussicht von da, zu deren - Genusse man sich eines Automat-Fernrohres gegen eine Gebühr von - 10 Pf. bedienen kann, ist entzückend und besonders weitreichend - gegen Böhmen, wo Berg an Berg sich reiht; im Herbste 1853 - erfreute sich Kaiser Ferdinand I. von Österreich daran, als er - von Reichstadt aus sein Herrschaftshaus in Krombach besuchte. - Im Nordosten blickt man über Hain auf Berg und Tal Oybin, - dahinter ein Teil von Zittau mit dem Viadukt der Reichenberger - Bahn, r. vom Oybin den Töpfer, l. den Pferdeberg, l. von - diesem (im Norden) den Jonsberg, dahinter das Jonsdorfer Tal, - Großschönau, den Gebirgszug zwischen Bautzen und Löbau, am - Horizonte die Landeskrone; im Westen den Plissenberg mit dem - Rabensteine, dahinter die Lausche und den gr. Winterberg; - südwestlich übers Krombacher Tal aufs Schwoikaer Gebirge und - den Kleis, südlich Hochwald und Jeschkenkoppe, östlich das - Iser-, dahinter das Riesengebirge. - - Das in alten Zeiten noch nicht bestandene, nördlich von - Krombach jenseits Landesgrenze, am Ursprunge eines in die - Mandau sich ergießenden Baches zu beiden Seiten der nach - Oybin hinabführenden Steilstraße, die dem Winter-Sporte - der +Hörnerschlittenfahrten+ (die Person 30 Pf.) dient, - gelegene Dörfchen =Hain= zählt einige 30 Häuser mit zum - Teil wunderlich-altertümlichen Holz-Essen und hat sich dank - seiner Gebirgs- und Höhenlage -- es ist die höchst gelegene - (550--578 _m_) Ortschaft der Oberlausitz -- zu einer beliebten - +Sommerfrische+ entwickelt. Außer der erwähnten Gastwirtschaft - »Kaiser Wilhelmshöhe« bietet das »Forsthaus Hain« im - Mitteldorfe vorzügliche Verpflegung. Westlich bei Hain liegt - auf einer freihinaushängenden, mit einem Geländer umgebenen - Felsplatte der herrliche +Aussichtspunkt »Ludwigshöhe«+, wo - man das ganze liebliche Oybintal vor sich hat mit dem Jeschken - rückwärts. - - Durch schönen Wald gelangt man auf der Steilstraße über Hain - in 20 Min. zu den ersten Häusern des =Kirchdorfes Oybin=, in - 40 Min. zur Bahnstation. Der Ort zählt 800 Einwohner, eine - bedeutende Anzahl schöner Villen, eine Studentenherberge, und - zieht sich nahezu eine Stunde lang in einem Tale hin, das - von einem Kranze felsiger Waldberge (Töpfer, Scharfenstein, - Ameisenberg, Pferdeberg, Berg Oybin) umschlossen und seit - 1873 ein stark besuchter +Bade- und klimatischer Kurort+ für - Nervenleidende und Blutarme geworden ist. Der weitgespannte - Waldsaum und die niedrigeren Berghänge bieten eine Fülle der - angenehmsten Spaziergänge, die umliegenden, vortrefflich - zugänglich gemachten Fels- und Berggipfel die herrlichsten - Aussichten, deren Erschließung ein Verdienst des dortigen - Gebirgsvereines ist. Die Perle des Oybintales aber ist der - vielbesuchte =Berg Oybin=, ein mitten aus dem Tale 116 _m_ hoch - in Gestalt einer riesigen Felsglocke, in mehreren Terrassen - aufsteigender, von Runsen durchfurchter Sandsteinberg. - Seine Oberfläche trägt die ansehnlichen Reste einer durch - Heinrich von Leipa um 1312 erbaut gewesenen, 1343 auf Geheiß - des Kaisers Karl IV. zerstörten +Ritterburg+ und eines von - demselben Kaiser 1366--1384 an ihrer Stelle nach Plänen Peter - Parler's von Gmünd erbauten, seit 1577 in Ruinen liegenden - Cölestiner-+Mönchsklosters+ mit einem, von dem um die Hebung - Oybins vielverdienten ~Dr.~ Alfred Moschkau 1879 begründeten - und seit 1883 dort befindlichen, +historischen Museum+ - (Eintritt 50 Pf.), ferner den 1515 angelegten Ortsfriedhof - und den Gesellschaftsplatz mit +Gastwirtschaft+ und reizender - +Aussicht+ gegen Zittau. Man besteigt ihn vom Bahnhofe an der - 1734 erbauten, teilweise in den natürlichen Felsen gearbeiteten - Kirche vorüber in 20 Min. - -Unseren Kammweg fortsetzend, wenden wir uns von der Straße, auf der wir -gekommen, bei dem Gasthause »zur Kaiser Franz Josefs-Höhe« in spitzem -Winkel l. von der Landesgrenze ab und verfolgen den Fahrweg, der auf -das einzelne Krombacher Gehöft vor uns führt; dasselbe bleibt knapp r. -Wir wandern nunmehr durch längere Zeit wieder auf böhmischem Boden. - - Vor uns, in südwestlicher Richtung, haben wir jenseits des - kahlen Gulichberges den Kleis, l. davon in südlicher Richtung - den Mergtaler Limberg, dahinter den Lauf- und Kamnitzberg; r. - vom Limberge der Ortelsberg vor dem Wilsch, r. davon der spitze - Ronberg neben der Koselspitze, vor dieser der Grünerberg (l.) - mit Großmergtal (Kirche) und der Glasertberg (r.); nahe am - Kleis der Hutberg bei Mertendorf; r. vom Kleis bis zur Lausche - im Westen sind die Berge bei Falkenau eingeschoben. - -Nach 2 Min. senkt sich der bis dahin ebene Weg; der Mühlsteinberg mit -seinen Brüchen wird r. sichtbar; wir kommen an einer Einschicht (l.) --- auf der sogenannten »Katzenstirn«, wenn wir recht berichtet sind -- -und einem Wäldchen (r.) vorüber, worauf r. neben dem Mühlsteinberge -auch der +Jonsberg+ (642 _m_, Klingstein, hieß 1450 Jonasberg) sichtbar -wird, an dem l. vorüber der Blick über weites Gelände hin auf den -Kottmar und den Löbauer Berg schweift. Nach 8 Min. treffen wir auf die -Straße, welche von Krombach nach Jonsdorf durch =Schanzendorf= zieht -u. zw. gerade in der Mitte des Dorfes, bei einer Markentafel und einem -Verzeichnisse der Gasthäuser des Ortes. Letzteres Dorf, das jetzt 136 -Häuser zählt, soll auf den Gründen des Krombacher Meierhofes erbaut -sein, weshalb es auch im Gemeindeverbande von Krombach ist; seinen -Namen führt es seit 1778, seitdem die österr. Kroaten hier gegen die -Preußen und die mit ihnen verbündeten Sachsen Schanzen errichtet -hatten, die Kaiser Josef II. am 19. September 1779 in Augenschein nahm -und die 1813 von den Franzosen wieder in Stand gesetzt wurden und -teilweise am »Heidelstein«, wo vor etwa 25 Jahren Sandstein gebrochen -wurde, noch zu sehen sind. Wo Schanzendorf heute steht, führte zu einer -Zeit, als die Gegend noch unwirtlich war, die alte Leipaer Straße von -Zittau her über Nieder-Oybin zwischen Jonsberg einerseits und dem -Ameisenberge mit dem Pferdeberge andererseits hindurch über den sog. -»Stern«, wo die Wege von Schanzendorf, Jonsdorf, dem Jonsberge, der -Ludwigshöhe, dem oberen Hain und dem Johannisstein zusammentreffen; -sie ist von der Landesgrenze ab schon längst nur mehr ein Waldfahrweg, -seitdem die Zollstraße über Jonsdorf und über die zugleich die -Landesgrenze und Hauptwasserscheide bildende bewaldete Sattelhöhe -(487 _m_) zwischen Plissenberg und Jonsberg verlegt ist; die alte -Straße mündet in die jetzige dort, wo wir auf diese treffen. - - Auf letzterer Straße erreicht man vom letzten Hause in - Schanzendorf, dem Zollamte, in 20 Min. das Nebenzollamt - und das Gasthaus »Schweizertal« in Neujonsdorf, 10 Min. - weiter die +Station Jonsdorf+, Endstation der Bahnlinie - Zittau-Jonsdorf, nächst der Kirche von Altjonsdorf. Kirchdorf - =Jonsdorf=, Geburtsort des Lausitzer Historikers Pescheck, - Sitz eines rege wirkenden Gebirgsvereines, zerfällt in - Alt- und Neujonsdorf und hat sich neben Oybin wegen seiner - klimatisch milden Lage in breitem, sonnigem Tale, wegen - seiner herrlichen Waldanlagen und Felsszenerien und wegen - seiner reichen Auswahl guter Privat- und Gastwohnungen zu - einer beliebten +Sommerfrische+ emporgeschwungen; besonders - Neujonsdorf ist ein Gebirgs-Idyll schönster und eigenster - Art und besitzt in seiner »+Felsenstadt+« am phonolithischen - Mühlsteinberge (562 _m_, seit Jahrhunderten bestehende - +Mühlsteinbrüche+ daselbst östlich der Felsenstadt) mit ihren - wunderbaren Felsgestaltungen, ihren Aussichtspunkten (Karola- - und Albertfelsen, Friedrichshöhe) und dem in Basaltsäulenform - abgesonderten Sandstein (am Humboldtfelsen zur Erinnerung an - den Besuch des berühmten Gelehrten im Jahre 1851 so benannt, - und an der Orgel) ein landschaftliches Juwel eigenster Art. - Wer dieselbe besuchen will, zweigt vom Zollhause an der - Schanzendorfer Straße ab und trifft bei den Rabensteinen wieder - auf den Kammweg. - -Unser Weg geht weder r. noch l. in Schanzendorf, sondern quer über -die Jonsdorfer Straße hinweg, sodann auf einem guten Gemeindefahrwege -zwischen den Häusern geradeaus weiter, immer den Jonsberg zur Rechten, -bis wir nach 5 Min. am letzten Hause, dem Gasthause »zum Roß« -vorbeikommen. Gleich dahinter lesen wir auf einem Wegweiser: »Nach den -Mühlsteinbrüchen, nach Niederkrombach-Lichtenwalde, Grenzweg über die -Kühhutje«. Hier haben wir nach l. auch wieder einen weiten Ausblick -zwischen Kleis und Mergtaler Limberg hindurch auf den Grünerberg, -Ortelsberg, das Schwoikaer Gebirge und den Koselrücken hinter einander. -Wir wenden uns nach r. und erreichen nach 3½ Min. den Waldrand am -=Plissenberge=, und zwar an seiner nordöstlichen, 644 _m_ hohen Kuppe -(auch »Schanzberg« geheißen), während seine höchste Erhebung in der -Mitte 659 _m_ und seine südwestliche Kuppe 605 _m_ mißt; er bildet -nämlich einen fast 3 _km_ langen Rücken aus Klingstein auf einer, dem -östlichen Flügel des Elbesandsteingebirges vorgelagerten Stufe zwischen -Schanzendorf und Niederlichtenwalde. Hier machen wir kurzen Halt und -erfreuen uns an dem herrlichen +Ausblicke+ rückwärts gegen Ost und -Süd, der besonders eindrucksvoll auf diejenigen sein muß, die die Tour -umgekehrt machen. - - Ost: Vor uns die letzten Häuser von Schanzendorf, dahinter der - Johannisstein zwischen Jonsberg (l.) und Hochwald (r.). Südost: - Tolz und Roll hinter einander. Süd: Limberg, r. hinter einander - Lauf-, Kamnitz- und Tachaberg, r. davon der schopfige Eichberg - im Kummergebirge, r. dahinter der gr. Peschkaben bei Dauba, - dann der Maschwitzer Berg und der Wilsch, mit welchem die - Aussicht südwestlich abschließt. - -Fichtenwald nimmt uns auf; am Waldsaume beachten wir noch die dort -blühende Arnika, dann steigen wir durch 13 Min. fast immer aufwärts -auf breitem Fahrwege, den hie und da der sattgrün glänzende Rippenfarn -(~Blechnum spicant Roth~) besäumt. Ein Grenzstein mit der Jahreszahl -1694 steht daselbst: wir sind wieder an der Landesgrenze! Der Weg, ein -prächtiger Sandweg, führt 4 Min. weiter zu einer wichtigen Wegteilung: -während der Fahrweg geradeaus weiter nach Niederlichtenwalde hinab -führt, biegen wir nach r. auf einen holprigen Fußweg ab, der entlang -der Landesgrenze zumeist ziemlich steil abwärts führt. Gleich anfangs -haben wir wieder einen lang entbehrten Ausblick, nämlich nach r., wo -der +Rehstein+, ein merkwürdig geformter Sandsteinfels, steil aus dem -Waldesdunkel emporsteigt. Man sieht über die Jonsdorfer Felsen hinweg -auf die ausgedehnten Häuserreihen von Herwigsdorf und Seifersdorf -mit der Landeskrone im Hintergrunde. Nach 12 Min. ist man unten bei -einem Wirtschaftsstreifen (l.) angelangt, über den hinweg man die -steilen Gebilde der Rabensteine unmittelbar vor sich sieht, darüber -die Lausche, von der sich, den Kleis im Hintergrunde, die Ortschaften -Jägerdörfel, Ober- und Niederlichtenwalde nach l. herab ziehen. Hier -steht ein Grenzstein mit der Jahreszahl 1783. Noch 2 Min. und wir sind -beim Hauptgrenzstein V auf dem höchsten Punkte der Straße, die von -Niederlichtenwalde herauf über Neujonsdorf (Gasthaus »zur Gondelfahrt« -20 Min.) zur +Station Jonsdorf+ (45 Min.) führt. Dieselbe kreuzend, -sind wir nach 3 Min. oben bei den waldumschlossenen =Rabensteinen= -(543 _m_). So heißt eine schon seit dem 14. Jahrh. bekannte -abenteuerliche Felsengruppe auf der Landesgrenze, deren abgesondert -aufragende, bienenwabenartig ausgewitterte und über und über mit gelbem -Schwefelmoos (~Lepraria ochroleuca Ach.~) bedeckte Sandsteinkegel -die wunderlichsten Naturspiele (Profile von Menschenköpfen, solche -eines Löwen- und Pferdekopfes) zeigen, je nach dem Standpunkte, -den man einnimmt. Auf der Plattform am Fuße des östlichen Kegels -auf böhmischer Seite erbaute 1877 ein Lichtenwalder Insasse eine -+Gastwirtschaft+, die im Laufe der Jahre mehrfachen Änderungen (1885 -infolge Brandes) unterzogen wurde. Aus den Fenstern der Gastwirtschaft -blickt man südlich l. auf den Plissenberg bei Niederlichtenwalde, -r. auf den Steinberg bei Oberlichtenwalde und zwischen durch auf -Grünerberg und Ortelsberg hinter einander. Von dem über eine Holztreppe -besteiglichen Kegel hat man eine zwar nicht großartige, aber immerhin -schöne und seltene +Aussicht+, die sich mit der vom »Falkensteine« -deckt, einem gegenüber auf sächsischer Seite aufragenden, ähnlich -geformten und etwas höheren Felsen, welcher 1879 ebenfalls durch Stufen -zugänglich gemacht wurde. - - West: Die Lausche, l. unter ihr Jägerdörfel. Südwest: Der - Steinberg, davor Ober- und Niederlichtenwalde, dahinter - der Kleis, mehr nach l. der Glasertberg vor dem Schwoikaer - Gebirge. Süd: Grüner- und Ortelsberg hinter einander. Südost: - Plissenberg. Ost: Johannisstein, l. davon die Jonsdorfer - Mühlsteinbrüche, dahinter der Jonsberg, an seinem Fuße l. - Kirchdorf Jonsdorf, weiter draußen Zittau und Reibersdorf. - Nordost: In geringer Entfernung die Nonnenklunzen, l. dahinter - Herwigsdorf und Seifersdorf, am Horizonte die Landeskrone. - Nord: Buch- und Sonneberg ganz nahe. - - Die Einschicht »Rabenstein« gehört zu dem nur einige Minuten - südlich entfernten, langhin zur Seite der Sandsteinbasis des - Plissenberges am Zwittebache, der hier am Lauschepaß seinen - Ursprung hat, sich erstreckenden, schon im Jahre 1391 mitten - im »gelichteten« Markwalde bestandenen, heutigen Weberdorfe - =Niederlichtenwalde= (164 Häuser mit Zollamts-Expositur), - aus welchem Orte die Waldhornbläser Hammer stammen, die Ende - des 18. Jahrh. viel Aufsehen mit ihrer Kunst machten. Im - siebenjährigen und im Kartoffelkriege hatten die Österreicher - bei Niederlichtenwalde, u. a. auch auf dem Rabenstein, - Beobachtungsposten aufgestellt. - - Denjenigen, die den Kammweg von den Rabensteinen zur Lausche - schon kennen, sowie für diejenigen, die die Kammtour hier - unterbrechen und etwa der +Station Zwickau+ (1¾ Std.) oder der - +Station Großschönau+ (1½ Std.) oder der +Station Jonsdorf+ - zustreben, empfehlen wir folgenden Abstecher. Denselben Weg, - wie man heraufgekommen, wieder auf die Straße und auf dieser l. - im Walde abwärts; nach 15 Min. den Fußweg l., und von diesem - nach 2 Min. r. aufwärts durch eine 2 _m_ breite und 15 _m_ hohe - natürliche Felsengasse hinan zu den =Nonnenklunzen=, einer - Gruppenreihe mächtiger, wild zerklüfteter Sandsteinfelsen - (536 _m_), von denen einige Form und Gestalt von Nonnen haben. - Auf der Höhe derselben, die seit 1846 zugänglich gemacht - ist, befindet sich seit 1860 eine, zuletzt 1903 erneuerte - +Gastwirtschaft+ (Nachtlager für 7 Personen) mit Gesellschafts- - und +Echoplatz+ (siebenfach, ein Böllerschuß 50 Pf.) und einer - +Aussichtsanlage+ auf dem über eine Brücke besteiglichen - Basteifelsen, der »Nonnenhöhe«, an der mehrere Gedenktafeln - angebracht sind, darunter auch eine an den König Friedrich - August II. von Sachsen. Man hat im Osten zu Füßen Neujonsdorf - vor dem Jonsberge, im fernen Hintergrunde r. die Ausläufer - des Isergebirges mit der Tafelfichte; weiter r. vorn die - Mühlsteinfelsen, darüber den Hochwaldturm, l. vom Jonsberg - das Zittauer Talbecken vor der Landeskrone im Hintergrunde; - im Süden die über den Wald schauenden Rabensteine, l. der - Plissenbergrücken, r. weiter rückwärts der spitze Kleis, - westlich die Lausche. Vom Gesellschaftsplatze steigt man sodann - durch die Gastwirtschaft und über die Stufen hinab, geht am - Ende derselben l. fort in 3 Min. auf die angenehme Waldstraße, - die Jonsdorf mit Oberwaltersdorf verbindet; auf dieser l. - trifft man nach 11 Min. jenseits des »hohlen Steines« wieder - auf den Kammweg, der von den Rabensteinen herkommt. - -Den Rabenstein verlassend, steigen wir auf sandigem Waldwege, -den Falkenstein r., steil über Stufen 3 Min. lang abwärts zu den -Grenzsteinen 75--73, um gleich wieder durch 2½ Min. anzusteigen. Oben -ein hübscher Rückblick auf den Rabenstein. Nun wiederum 1 Min. steil im -Zickzack über Stufen hinab auf eine Wiese, wo wir eine Ursprungsader -des Zwittebaches queren und auf den Grenzhauptstein IV stoßen; l. ist -der Steinberg bei Oberlichtenwalde sichtbar. Wir biegen aber gleich -wieder in Wald, von der Landesgrenze nach r. ab, und erreichen langsam -ansteigend in 12 Min. auf einer Waldblöße die von +Jonsdorf+ (r.) -herkommende Straße (Wegweiser): umblickend gewahren wir jenseits des -Rabensteins den Hochwald. Wir wenden uns l. auf die Straße, kommen -gleich wieder in Wald und haben erst nach 7 Min. wieder einen freien -+Ausblick+: geradeaus die Lausche, nach Süden aber einen überraschenden -Durchblick zwischen Plissen- und Steinberg über Niederlichtenwalde -hinweg auf Lauf- und Wellnitzberg mit dem Kamnitzberge bei Reichstadt -inmitten, mit den Bösigen neben den Buchbergen l., und dem Ortelsberge -r. Eine Bank daselbst ladet im Genusse dieses Ausblickes zu einigem -Verweilen ein. Gleich dahinter schließt sich wieder der Wald, nur die -Lausche bleibt in der Richtung der Straße sichtbar. Ziemlich eben -weiter sind wir nach 7 Min. am =Lauschepaß= angelangt, der 564 _m_ -hohen Sattelhöhe zwischen der Lausche und dem Sonneberge (630 _m_), -über den die Landesgrenze schneidet und wo auf österreichischer Seite -das zu Oberlichtenwalde gehörige Gasthaus »zur Wache«, sächsischerseits -das zu Neuwaltersdorf gehörige Gasthaus »Rübezahl« steht; hier auf der -Hauptwasserscheide zwischen Oder und Elbe, wo auch die Knieholzkiefer -in einer vereinzelten Gruppe anzutreffen sein soll, hat einerseits -der Waltersdorfer Bach, ein Zufluß des Lausebaches bzw. der Mandau, -andererseits der Zwittebach, ein Zufluß der Polzen, seinen Ursprung; -nördlich führt die Zollstraße über Waltersdorf nach Großschönau, -südlich über Niederlichtenwalde nach Zwickau. Ein Wegweiser daselbst -belehrt über Richtungen und Entfernungen. - - =Waltersdorf=, zerfallend in Alt- und Neuwaltersdorf, ist - ein freundliches Kirchdorf mit 2400 Einwohnern, bedeutender - Zwillich-, Wollwaren- und Papiererzeugung und zieht sich vom - Lauschepaß längs der Straße fast bis Großschönau; ein Denkmal - erinnert an den daselbst 1786 geborenen Hofkapellmeister - Friedrich Schneider (gest. 1853); auf dem 646 _m_ hohen - +Buchberge+ östlich des Dorfes steht ein Denkmal Kaiser - Friedrich III. und eine 1880 vom Waltersdorfer Gebirgsvereine - errichtete Schutzhütte. - - Auf österreichischer Seite grenzen außer der »Wache« keine - Häuser an die Paßhöhe; +Niederlichtenwalde+, wohin die - Straße führt, ist 2 _km_ entfernt und =Jägerdörfel=, ein aus - 18 Häusern und einem kaiserlichen Forsthause bestehendes, - unmittelbar am Süd-Fuße der Lausche gelegenes Weberdorf, - das einen Ortsteil von Oberlichtenwalde bildet, ist auf - ansteigender Waldstraße 20 Min. entfernt, das schon 1391 - bestandene Bauerndorf =Oberlichtenwalde= selbst (128 Häuser), - in der Richtung dieser Straße nach 15 Min. weiter. Im Jahre - 1778 wurde hier der kaiserliche General De Vins durch die - einmarschierenden Preußen überrumpelt, so daß er sich bei - Nacht auf einem Fußsteige auf den Limberg zurückziehen - mußte; am 19. September 1779 besuchte deshalb Kaiser Josef - II. die Örtlichkeiten dieses kriegerischen Ereignisses. Von - +Jägerdörfel+ führt in 30 Min. ein im Jahre 1851, aus Anlaß - eines in Aussicht gestellten Besuches des Kaisers Ferdinand - I. angelegter, sehr bequemer Zickzackweg, der sogenannte - »böhmische Weg«, auf die +Lausche+, in den auch von Neuhütte - her ein Touristenweg einmündet und den man bis zum »Rondeau« am - Beginne des Zickzackweges befahren kann. Wir schlagen diesen - Weg jedoch nicht ein. - -Wir folgen dem Kammzeichen, das uns bei der »Wache« quer über die -Straße auf einen Fahrweg weist, der 1892 vom Zittauer Rat an Stelle -eines seit 1823 bestandenen Steilweges angelegt wurde und an der -nördlichen Lehne des Berges, an Ruhbänken vorüber, in 35 Min. auf den -Gipfel führt, anfangs am Waldrande und allmählich ansteigend, wobei -man einen prächtigen +Ausblick+ nach Großschönau hat, zum Schluß -auf ziemlich steilem Zickzackwege mit zwei scharfen Kehren durch -prächtigen Buchenwald; in ihn mündet unterwegs r. ein geraderer Weg von -Waltersdorf-Großschönau und ein anderer von Tollenstein. - -Die =Lausche= ist die höchste Erhebung (791 _m_) im Bereiche des -Sandsteingebirges. Sie besteht aus Klingstein und überragt etwa -140 _m_ ihre Basis im zentralen Teile des Gebirges; bis zum Jahre 1631 -hieß der Berg allgemein Mittags- oder Spitzberg, und die nördliche -niedrigere Kuppe Hickelstein. In heidnischer Zeit soll daselbst eine -Sonnengottheit (Bilwise) verehrt worden sein. Der +Sage+ nach zeigt -sich auf der Lausche, aber äußerst selten, ein wunderbarer Vogel, fast -wie ein Adler gestaltet, aber bunter und mit wunderlichem, glänzendem -Gefieder; dieser Vogel ist ein verzauberter Prinz aus dem Böhmerlande, -der noch immer seiner Erlösung harrt durch einen Jäger, der niemals -auch nur das Geringste entfremdet habe. Im dreißigjährigen Kriege und -in den Napoleon'schen Kriegen diente das Waldesdunkel der Lausche, -in welchem noch 1608 Wölfe hausten, den Bewohnern der Umgebung als -Zufluchtsstätte. Manche +pflanzliche Seltenheit+ stößt dem Kenner -auf: Alpen-Weidenröschen (~Epilobium alpinum L.~), langblättrige -Sternmiere (~Stellaria longifolia Fries~), zweiblütiges Veilchen -(~Viola biflora L.~), Knotenfuß (~Streptopus amplexifolius DC.~), -Alpenlattich (~Mulgedium alpinum Less.~), lockerblütige Ragwurz -(~Orchis laxiflora Lam.~), herzblättrige Zweiblatt-Orche (~Listera -cordata R. Br.~), Braun's Schildfarn (~Aspidium Braunii Spenn.~), -Lanzenschildfarn (~Aspidium lonchitis Sw.~), russige Grübchenflechte -(~Sticta fuliginosa Ach.~), und noch manche andere. Der geräumige -Gipfel trägt außer einer kleinen steinernen Kapelle und außer -einer Triangulierungssäule der mitteleuropäischen Gradmessung eine -+Gastwirtschaft+ (Nachtlager mit Frühstück Mk. 1·50), deren erste -Anlage bis zum Jahre 1822 zurückreicht; im Jahre 1882 wurden die -Baulichkeiten bequemer und zeitgemäßer hergerichtet und gleichzeitig -ein 10 _m_ hohes hölzernes +Umschaugerüst+ (Benützung 10 Pf.) -errichtet, auf welchem 1892 der Gebirgsverein in Waltersdorf eine -Orientierungstafel anbrachte; derselbe Verein hat 1895 an einem -Pavillon neben dem Gasthause zwei Tafeln befestigt, auf denen die -Entfernungen näherer und fernerer bekannter Punkte angegeben sind. -Ein kais. deutscher und ein kaiserlich österreichischer Postkasten -befindet sich am Gasthause; auch ist seit 1893 eine kaiserlich deutsche -+Fernsprechstelle+ daselbst. Mitten durch das Gasthaus schneidet die -Landesgrenze, so daß man entweder in der böhmischen, als Nr. 143 zu -Oberlichtenwalde, oder in der sächsischen, als Nr. 334 zu Waltersdorf -gehörigen Gaststube einkehren kann. Seit 1826 steht neben dem Gasthause -eine Glasbude, worin im Jahre 1881 Ignaz Kriesche aus Steinschönau sein -fünfzigjähriges Geschäftsjubiläum feierte. - -Die Lausche ist seit jeher ein Aussichtspunkt ersten Ranges; viele -Tausende, darunter die Könige Friedrich August II. (1823 und 1850) und -König Johann von Sachsen, auch der Astronom David (1825), besuchten -und besuchen jahraus jahrein von nah und fern dieselbe, um sich an der -entzückenden und umfassenden Aussicht zu erfreuen und auch wohl das -Schauspiel eines Sonnenaufganges zu genießen. Die +Aussicht+ ist ganz -eigenartig deshalb, weil sich gegen Norden die langen Ortschaften der -volk- und industriereichsten Gegend Deutschlands und Österreichs fast -ohne Unterbrechung hinziehen. Rundsicht-Aufnahmen bekommt man auf dem -Berge zu kaufen. - - Von der Tafelfichte und den Bergen bei Haindorf im Osten - beginnend, schließen sich nach r. die anderen Kuppen des - Isergebirges (Vogelkoppen, Taubenhaus, Siechhübel) an, vor - ihnen Stadt und Schloß Friedland, die Hemmerichberge, Reichenau - mit Umgebung, Gickelsberg und Hohenwald bei Grottau. Im - Südosten liegen nahe die vielgestaltigen Felsen und Berge bei - Jonsdorf und Oybin, dahinter Hochwald (Turm) und Falkenberg, - weiter das Jeschkengebirge mit der Koppe und am Horizont das - Riesengebirge mit dem Reifträger, hohen Rad, Kesselkoppe und - Schneekoppe, dem Keil-, Fuchs- und Schwarzenberge; weiter r. - im Mittelgrunde Schloß Lämberg und die Stadt Deutschgabel, - dahinter die Berge bei Wartenberg mit dem Dewin, weiter draußen - die Lomnitzer Berge bei Gitschin, der Welisch, Kosakow, Ruine - Trosky bei Turnau, Musky bei Münchengrätz. Im Süden der - Mergtaler Limberg, Tolz und Roll hinter einander, r. davon die - Bösige und der Höhenzug von Kleinbösig (Kirche) bis zu den - Hauskaer Bergen, davor Altperstein (Ruine) und Maschwitzer - Berg, noch näher das Schwoikaer Gebirge -- in welcher Richtung - seinerzeit der Dresdner Topograph Albert Schiffner die Türme - von Melnik und den Dom von Prag gesehen haben will -- und der - Ortelsberg. Im Südwesten erhebt sich über dem Grüner, Glaserter - und Dürrberge der betürmte Spitzberg bei Leipa, dahinter der - breitkuppige Wilsch, näher der Kottowitzer und Langenauer - Berg jenseits der Stadt Haida, davor der Kleis, noch näher - der gr. Friedrichsberg, der gr. Buchberg bei Falkenau, der - Blottendorfer und Sonneberger Rücken; r. hinter diesem der - Hutberg (Turm) auf der Rabensteiner Höhe, die Munkerer Höhe, - der Geltsch, anschließend die Elbeberge (Aarhorst) vor dem - Milleschauer. Im Westen die Kuppen des Kreibitzer Gebirges - mit dem Kaltenberge (Turm), der Rosenberg und hohe Schneeberg - (Türme), das Erzgebirge mit dem Geising; weiter r. erblickt - man über der nahen Finkenkoppe die Ruine Tollenstein und den - Tannenberg (Turm), die Dittersbacher Felsen, die Zschirnsteine, - den Lilienstein, gr. Winterberg (Turm), den Borsberg bei - Pillnitz, den Gickelsberg bei Hohnstein, den Unger und den - Tanzplan (beide betürmt). Diesen folgen nordwestlich über - dem Lichtenberger Teiche und Schönborn (Kirche) die betürmte - Wolfsbergspitze, der Valtenberg (Turm), Zeidler Plissenberg, - Pirsken, Botzen und Jüttelsberg, im Hintergrunde das Kamenzer - Gebirge. Nordöstlich zieht sich das Lausitzer Mittelgebirge - mit dem Czornebog und Bilebog (Türme); daran schließen sich - Kottmar (Turm), der ebenfalls betürmte Löbauer Berg mit der - Stadt Löbau, der Rotstein, Oderwitzer und Warnsdorfer Spitzberg - mit der Burgsbergwarte, in größerer Entfernung die Königshainer - Berge, die Landeskrone und der Jauerniker Berg an. Nordöstlich - tritt das Königsholz und der Breiteberg hervor; weit schweift - der Blick nach Schlesien hinein bis Greifenberg, zu den Höhen - bei Lauban und Marklissa, zum Probsthainer Berg, um endlich - bei Neustadtel wieder auf die Tafelfichte zu treffen; im - Vordergrunde schließen sich die häuserreichen Städte und - Kirchdörfer Rumburg, Seifhennersdorf, Warnsdorf, Großschönau, - dann Waltersdorf, Hainewalde und Zittau an einander, dahinter - die Häuserreihen von Gersdorf, Ebersbach, Walddorf, Eibau, - Leutersdorf, Oderwitz u. a. m. - -Wer die Kammtour gegen den Tannenberg nicht fortsetzt, sondern -den Abstieg auf eine Bahnstation beabsichtigt, kann folgende Wege -einschlagen: auf sächsischer Seite über Waltersdorf zur +Station -Jonsdorf+ (1¼ Std.), zur +Station Großschönau+ (1½ Std.) und zur -+Station Warnsdorf+ (1¾ Std.), auf böhmischer Seite an Jägerdörfel -vorüber immer durch Wald zur +Haltestelle Neuhütte+ (1½ Std.). - - - - -Lausche-Tannenberg (2¾ Std.). - - -Beim Abstiege von der Lausche folgen wir der Waldstraße, die uns -hinaufgebracht, dem »sächsischen« Wege, ein Stück zurück bis zur -unteren Kehre (10 Min.) und biegen dann links ab. Auf durchaus ebenem -Waldfahrwege treffen wir nach 12 Min. auf die Landesgrenze und nehmen -Abschied vom sächsischen Boden, auf dem wir von der Tobiaskiefer her -mit wenigen Unterbrechungen gewandelt. Wir treffen hier auf einen -l. von Oberlichtenwalde über +Jägerdörfel+ einmündenden Fahrweg -und wandeln entlang den Grenzsteinen 23 bis 14 auf dem sogenannten -+Lauschekamm+, einer Art Hochebene weiter, bis wir nach 15 Min. beim -=Vogelherd=, auch »Dreiecker« genannt, angelangt sind, dem 660 _m_ -hohen Sattel zwischen Finkenkoppe (789 _m_) l. und dem Buchberge -(712 _m_) r., von wo wir südlich einen Ausblick auf den großen -Friedrichsberg haben. - -Über die +Finkenkoppe+, die 30 Min. entfernt ist und eine weite -Aussicht gegen Böhmen von ihrer westlichen Lehne gewährt, zieht der -Gebirgsrücken in einem nach Süden ausgreifenden Bogen weiter; wir -verlassen ihn beim Vogelherd, um ihn erst beim Tannenberge wieder zu -treffen. Unser Weg führt in der bisherigen Richtung weiter, während -die Landesgrenze im rechten Winkel nach Norden abbiegt, und führt uns -jetzt auf breiter Waldstraße mit bedeutendem Gefälle abwärts, zwischen -den phonolitischen Berghängen des Dachsensteins (l., 600 _m_) und des -Hörnels (r., 643 _m_), immer längs des +Kohlhauwassers+, das rechter -Hand neben der Straße dem Lausebache, einem Aste der Mandau, nach -Niedergrund plätschernd zufließt, während wir l. die Ursprungsadern -des zum Polzengebiete gehörigen Etschbaches zu suchen haben. Funde von -sprossendem und zypressenblättrigem Bärlapp (~Lycopodium annotinum -L.~ und ~complanatum L.~), sowie von scheidigem Wollgras (~Eriophorum -vaginatum L.~) im Walde zur Seite sind da nichts Seltenes; vereinzelt -dagegen ist die Blaudistel (~Mulgedium alpinum Less.~). - -Nach 30 Min. -- ein paar hundert Schritte hinter dem +Fürstenbrunnen+, -der 6 Schritte l. von der Straße ein kleines, mit Basaltsäulen -eingefaßtes Bassin bildet -- biegen wir bei einer Waldwiese (r.) -von der Straße, die uns in 30 Min. zur +Station Grund-Georgental+ -weiter leiten würde, l. in den Wald ab und steigen über den schmalen, -aus gneisführendem Granit bestehenden und die Grenze gegen das -Sandsteingebirge bildenden =Ziegenrücken= hinweg in 15 Min. in das -liebliche Wiesental von +Innozenzendorf+ hinab. Wir überschreiten auf -einem Stege das +Goldflössel+, welches das Tal bewässert, queren eine -Wiese und stehen beim Gasthause »zum Ritterhof« auf der verkehrsreichen -Kaiserstraße, die r. in 30 Min. nach Sankt Georgental, bzw. zur -+Station Grund-Georgental+, l. in 1 Std. über den Schöbersattel -(607 _m_) zur +Haltestelle Neuhütte+ führt. =Innozenzendorf=, auch -»Buschdörfel« geheißen, hat 34 Häuser, liegt 450 _m_ hoch zwischen -waldigen Höhen und ist Sommerfrische für bescheidenere Ansprüche; -Unterkunft und Verpflegung bieten die Gasthöfe »Ritterhof«, »Germania« -und »Wendler«; die Bedürfnisse werden nach Bedarf aus Georgental -beschafft. Der Ort scheint an Stelle des 1469 zerstörten, noch 1699 -erwähnten Glasendorf zu stehen, das zum Teil, verschiedenen Funden -nach zu schließen, am benachbarten Nesselberge (östlich) gestanden -haben soll, um die heute noch bestehende, jedenfalls alte Buschmühle -angelegt worden zu sein. Der jetzige Name kommt zuerst 1711 vor; wird -beachtet, daß Papst Innozenz XII. von 1691--1700 die Tiara trug, und -daß Anton Florian von Liechtenstein als Botschafter 1691 bei der -Papstwahl in Rom anwesend war, so ergibt sich sowohl die Erklärung des -Namens wie die Person des Gründers. In Innozenzendorf wurde am 26. Juni -1819 der Dichter Cölestin Johann Johne geboren, der 1858 am 2. Dezember -als Augustinerordenspriester und Gymnasialprofessor in Leipa starb. In -den Sandsteinbrüchen des Dachsloches unweit des Jägerhauses (östlich -der Straße) gibt es interessante +Versteinerungen+ von Meeresbewohnern, -am häufigsten darunter ist ein herzförmiger See-Igel und ein viel- und -dickstängliger Seeschwamm. - - Das =Goldflössel= besteht aus dem Meisengrund- und - Schöberwasser, die sich oberhalb des Dorfes vereinigen. - Ersteres kommt aus dem +Meisengrunde+ -- richtig »Meißnergrund« - nach den Meißnischen Bergleuten --, einem stillen Felsentale, - in welchem, wie ein in der Freiberger Ratsbibliothek verwahrtes - »Wahlenbüchlein« des Johannes Wahle, vermutlich aus dem - Ende des 17. Jahrh., berichtet, goldene Schätze zu finden - sind. Aber die Wirklichkeit will diesen Angaben keineswegs - entsprechen. Tatsache ist nur, daß hie und da Leute aus Italien - -- sogenannte Venediger mit Zipfelmützen und spitzschnäbligen - Schuhen -- bunte Steine aus Böhmen zur Herstellung von Mosaiken - geholt haben, und da dürften ihnen auch die Iserine (früher - Goldgraupen genannt), die sich in dem Meisengrundwasser - finden, willkommen gewesen sein. Im Meisengrunde gibt es noch - ein 23 _m_ langes, schwer zugängliches Stollen-Überbleibsel, - welches ebenso wie ein zweites, bis zum Jahre 1845 bestandenes - Stollenmundloch (das eigentliche »Meisegründel«) zu der +Sage+ - von Schätzen beigetragen und auch den Anlaß zu der Sage von - einem unterirdischen Gange zwischen der Burg Tollenstein und - diesem Talgrunde gegeben haben mag. - -Vom »Ritterhof« die Kaiserstraße nach l., nach 2 Min. einige Schritte -oberhalb der Kapelle r. ab lehnan, am Saume von Feld, Wiesen und Wald, -wobei wir r. Hand des Georgentaler Kreuzberges ansichtig werden, in -15 Min. hinauf zu dem abseitigen kleineren, »Scheundörfel« genannten -Ortsteile des =Dorfes Tollenstein= auf den Fahrweg, der von Georgental -kommt. Der größere Dorfteil -- das Dorf hat 80 Häuser -- bleibt -westlich im Tale des Weißbaches, der unterm Tannenberg entspringt und -bei Niedergrund mit dem Goldflößel sich vereinigt. Der Ort hieß im 15. -Jahrh. Tollendorf und wurde unter dem Herrschaftsbesitzer Christoph v. -Schleinitz nach dem Jahre 1571 dadurch vergrößert, daß er das bis dahin -bestandene Burgvorwerk in einzelne Gärten zerlegte und eingewanderten -Bergleuten billig überließ. Seit 1651 heißt der Ort Tollenstein. -Ein nennenswerter Bewohner des Dorfes war der Gründ'sche Bittner, -welcher später nach Grund zog und für zahllose Sagen und Anekdoten den -Mittelpunkt abgab. - -Nun l. auf dem hübsch bepflanzten Burgwege in 7 Min. aufwärts in -die =Ruine Tollenstein=, eine der schönsten Burgruinen Böhmens. Die -Ruinen der ehemaligen Burg Tollenstein sind rings um einen, aus -Sandstein sich erhebenden, kahlen, schroffen, in zwei mächtige Zacken -gegipfelten, in fünfseitiger Säulenform abgesonderten Klingsteinfelsen -von 671 _m_ Seehöhe gelagert, welcher nach Nord abgeflacht ist, nach -Ost und Süd steil abfällt und nach West durch einen breiten Kamm mit -dem Tannenberge zusammenhängt. Der pyramidal aufsteigende Gipfel -gewährt, schon von fern gesehen, einen überraschend imposanten Anblick. -An den Lehnen des Berges findet sich manch +seltenere Pflanze+, -wie: Basalt-Nordfarn (~Woodsia ilvensis R. Br.~), Berg-Frauenmantel -(~Alchemilla montana Willd.~), Hügel-Königskerze (~Verbascum collinum -Schrad.~), Scharfkraut (~Asperugo procumbens L.~), Alpentäschelkraut -(~Thlaspi alpestre L.~), Feld-Enzian (~Gentiana campestris L.~), -weißblühende Akelei (~Aquilegia vulgaris L.~), hechtblau bereifte -Ackerquecke (~Triticum repens L. var. caesium~), weißer Mauerpfeffer -(~Sedum album L.~), akeleiblättrige Wiesenraute (~Thalictrum -aquilegiaefolium L.~), Wohlverleih (~Arnica montana L.~). - -Man kommt zunächst an den massigen Resten eines, an den Gipfelfelsen -südlich sich anschließenden, halbrunden Streitturmes vorüber und -längs einer, gewiß noch teilweise 15 _m_ hoch erhaltenen Ringmauer. -Auf demselben Wege zogen einst auch die Herren von Tollenstein in die -Burg ein; nur bildete damals eine gewölbte, mit zwei Toren versehene -Durchfahrt, über welcher ein viereckiger Turm mit mehreren Gemächern -sich erhob, den Eingang, während heute, nach dem Einsturze dieses -Turmes (1861), dem Besucher eine nichtssagende Kluft im Gemäuer Einlaß -gewährt. Vom Torturm an, wo sich l. einst eine Zisterne befand, -zieht sich r. etwa 70 Schritte weit eine arg verfallene Brustwehr -bis zu einer sechseckigen Bastei, wo sich dereinst die Burgkapelle -befunden haben mag; ein Doppelfenster in hochrechteckiger Form ist -noch gut erhalten. An der dem Tale zugewendeten Seite dieser Bastei -befindet sich das Wappen der Herren von Schleinitz (3 sechsblättrige -Rosen). In dieser Bastei war 1865 die erste »fliegende« Restauration -untergebracht. Etwa 60 Schritte weiter an der Brustwehr gelangt man zu -einem der interessantesten Teile der Ruine, zu einem etwa 10 _m_ hohen, -fast kreisrunden, bedenklich zerborstenen Streitturme auf der nördl. -Seite, in dessen Unterraume sich das Burgverließ befand. Westlich von -diesem Turme reicht abermals eine Brustwehr bis zu dem natürlichen -Felsen. Im südl. Teile des ehemaligen Burghofes sieht man noch die -zur Felskuppe emporführende Ritterstiege, ferner die wunderbar schön -erhaltenen Reste einer Wendelstiege des ehemaligen Burggebäudes und -daneben den geräumigen Pferdestall. - -In der Mitte des Burghofes hat der Kaufmann Joh. Josef Münzberg aus -Georgental im Jahre 1866 mit Bewilligung des Herrschaftsbesitzers -eine +Gastwirtschaft+ (mit Nachtherberge für 6--8 Personen) -im Schweizerstile erbaut und damit nicht nur einer weiteren -absichtlichen Zerstörung der Burgreste entgegengewirkt, sondern auch -dazu beigetragen, daß der durch Entstehung, Lage, Geschichte, Sage -und Aussicht ausgezeichnete Tollenstein-Felsen ein so beliebter -touristischer Zielpunkt geworden ist. Er hat auch eine reiche +Sammlung -altertümlicher Gegenstände+ darin zur Schau gestellt, teils solcher, -die der Burg selbst entstammen (Gitter, Armbrust, Zangen, Schlösser, -Sporen, Hufeisen, Kacheln), teils anderweitiger, z. B. ein aus der -niederländischen Schule stammendes Gemälde von 1563, einem Teller -aus getriebenem Eisen mit 12 Reiterfiguren aus der Zeit Ferdinand -II. Auch ein Bildnis der »weißen Frau«, der schönen Burgherrin -Swenhild, der Ahnfrau des Tollensteiner Schlosses, fehlt nicht; -der +Sage+ nach hat sie ihren Mann, der sie schlecht behandelte, -vergiftet, um ihrem Jugendgeliebten anzugehören, wurde aber von dem -sterbenden Manne verwünscht und konnte keine Ruhe mehr im Grabe -finden. In einem Kellergewölbe westlich der Gastwirtschaft, das durch -Lampenlicht erhellt wird, ist durch ein Gitter ein gefesselter Ritter --- darstellend den Stadthauptmann von Zittau Nikolaus von Ponikau, -den 1425 die Berka auf Tollenstein gefangen gehalten hatten -- als -ein Phantasiestück des Vaters Münzberg, zu sehen. Von der Veranda der -Gastwirtschaft genießt man nördlich den Anblick eines weiten herrlichen -Landschaftsbildes; bei reiner Luft erkennt man mit bloßem Auge die -Landeskrone bei Görlitz. Über hölzerne Treppen kann man von der -Gastwirtschaft gegen Erlag einer unbedeutenden Gebühr den etwa 20 _m_ -höher liegenden Gipfelfelsen, den einst ein schlanker Burgturm krönte, -besteigen. Die beiden Zacken sind durch eine Brücke verbunden und mit -Aussichtsbalkonen versehen. Von hier aus hat man nicht bloß den besten -Überblick über Umfang und Form der einstigen stattlichen Burg, sondern -auch einen prächtigen +Rundblick+ in die Ferne. - - Nord: Dorf Tollenstein, der Kreuzberg mit Kapelle, r. dahinter - die Stadt Georgental, weiter die Kirche von Grund und darüber - die nach Rumburg führende Kaiserstraße mit Lichtenhain und - Schönborn (Kirche); weiter zurück Aloisburg (Stadtteil von - Rumburg), Schlechteberg, Czornebog (Turm); l. hinter dem - Kreuzberge blicken die Häuser von Obergrund, Sofienhain und - Lichtenstein, darüber ungemein malerisch der Lichtenberger - Teich inmitten des gleichnamigen Dorfes, dahinter der Rauchberg - (Turm); an Obergrund anschließend der Altbernsdorfer Teich, - die Bahnstrecke zwischen Kreibitz-Teichstatt und Schönlinde, - von letzterem der Kirchturm gerade vor der Wolfsbergspitze - (Turm), welche l. den Zeidler Plissenberg vor Unger (Turm), - Tanzplan (Turm) und Valtenberg (Turm), r. den Pirsken vor - dem Botzen hat. Nordost: Innozenzendorf, Niedergrund, die - ausdehnte Fabriksstadt Warnsdorf, letztere durch den Burgsberg - (Turm) von Seifhennersdorf (Kirche) geschieden, hinter welchem - Eibau und der Kottmar (Turm) zwischen Kottmarsdorf (l.) und - Strawalde sichtbar sind; hinter Warnsdorf der Spitzberg; r. - hinter ihm Oderwitz mit seinem Spitzberge, Spitzkunnersdorf - und Leutersdorf (Kirche), dahinter der Bahnhof von Herrnhut - mit dem Hutberge und Großhennersdorf, weiter hinaus der - Löbauer Berg, der Rotstein, die Königshainer Berge, der - Spitzberg bei Deutsch-Paulsdorf, Jauernick mit seinem - Berge und am weitesten hinten die Landeskrone bei Görlitz. - Östlich überragt nur der Gipfel der Lausche (Gasthaus) die - vorliegenden Höhen des Vogelherdes und der Finkenkoppe. Südlich - im Schöbersattel der Friedrichsberg, r. davon gr. Buchberg - und Kleis, im Hintergrunde der Roll. Zwischen Kleis und - Tannenberg, welch letzterer im Westen vorgelagert ist, liegt - vorn der Meisengrund, darüber der waldumschlossene Bahnhof - Tannenberg vor dem Mittelberge, r. der gr. Eibenberg und der - kl. Schöber; zwischen den beiden ersteren hindurch sieht man - den Hackelsberg, die Häuser von Falkenau, den Preschkauer - Mittenberg und den Steinschönauer Berg, dahinter den Rücken - von Sonneberg und Ullrichstal, ganz hinten den Geltsch; - zwischen dem gr. Eibenberge und kl. Schöber zeigen sich die - beiden Ahren- und Himpelsberge, der Schindelhengst und der - Kaltenberg (Turm), im Hintergrunde der hohe Schneeberg (Turm); - r. hinter dem Tannenberge endlich noch der Lilienstein und die - Winterberge. - -Die eigentümliche Gestaltung des Berges, seine einen großen Strich -Landes beherrschende Höhe, seine nach drei Weltrichtungen erschwerte -Zugänglichkeit, lassen es vollkommen begreiflich erscheinen, daß der -vielfach poetisch verherrlichte Tollenstein von den ältesten Zeiten -her, seit überhaupt Menschen in den Markwald eingedrungen, eine -hervorragende Rolle in der +Geschichte+ dieser Gegend gespielt haben -mag. Es scheint, daß auf seinem Gipfel eine vorchristliche Kultusstätte -bestand, wenigstens deuten Urnenfunde in der Nähe und unbestreitbar aus -heidnischer Zeit stammende Sagen darauf hin. Als dann im Mittelalter -eine verkehrsreiche Handelsstraße aus Sachsen und Meißen am Fuße des -Felsens vorbei in das Herz Böhmens führte, legten die Besitzer des -Berges (um 1250) ein festes Haus auf ihm an, welches zum erstenmale -1337, als es von den Zittauern zerstört wurde, als »Tollenstein« -(Dohlenstein: ~arx monedularum~) von einem zeitgenössischen Chronisten -erwähnt wird. Nach dieser Zeit erst wurde die jetzt in Ruinen liegende -Burg erbaut. - -[Illustration: Die Grundmühle bei Kamnitzleiten. - -Postkarte.] - - Urkundlich lernen wir überhaupt erst 1353 einen Besitzer - von Tollenstein kennen, nämlich Hinko Berka von Dauba auf - Hohnstein, der die Burg wahrscheinlich als Lehen besaß und - auf seine Söhne vererbte; es ist also nicht unmöglich, daß - die Burg von der königlichen Kammer erbaut worden ist. Unter - Albrecht Berka wurde auf Befehl des Königs Georg von Podiebrad, - gegen den sich jener aufgelehnt hatte, die Burg anfangs Juli - 1463 durch die Sechsstädte erstürmt und sodann dem hussitisch - gesinnten Heinrich Berka auf Leipa und Johann von Wartenberg - auf Tetschen in Besitz gegeben; doch trat ersterer schon am - 12. Juni 1464 seinen Besitz an Johann v. Wartenberg ab, so - daß dieser der alleinige Herr dieser bedeutenden Veste wurde. - Ihm folgte noch im selben Jahre sein Sohn Christoph nach, - der aber aus den Kämpfen mit den Lausitzern nicht herauskam, - die 1469 durch 5 Tage (bis zum 1. Sept.) den Tollenstein - belagerten und das Jahr darauf bei einem zweiten Zuge auch - eroberten. Er erhielt zwar die Burg zurück, verkaufte sie - aber bald (3. Dez. 1471) an die Herzöge Albrecht und Ernst - v. Sachsen, von denen sie aber schon 1481 auf unbekannte Art - an Christoph v. Wartenberg zurückfiel. Von ihm kaufte sie, - die damals noch Lehen war und erst 1558 freivererblich wurde, - am 10. Juni 1485 Hugold v. Schleinitz, von dessen Nachkommen - wiederum 1587 Georg Mehl v. Strelitz, unter welchem bereits - Schloß und Stadt Rumburg den Mittelpunkt der Herrschaft - bildete und dauernd von der Herrschaft Schluckenau, mit der - sie seit 1451 vereinigt gewesen, getrennt blieb. In Folge - Verschuldung ging die Herrschaft in die Hände von Gläubigern, - endlich 1602 (von Lorenz Stark v. Starkenfels) an den Grafen - Radislaus Kinsky, den späteren Besitzer der Herrschaft Kamnitz - über. Nach der Ermordung Wilhelm Kinsky's in Eger erhielt der - Oberst der Wiener Stadtgarden, Hans Leonhard Löbel Freih. v. - Greinburg 1637 die konfiszierte Herrschaft. Unter ihm ward die - alte schöne Veste zur Ruine. Im Jahre 1642 nämlich hielten - kaiserliche Truppen unter Oberst Matlohe die Burg besetzt und - beunruhigten von da aus die fouragierenden Schweden unter - Wrangel, so daß letzterer das Schloß »mit glühenden Kugeln« - in Brand schießen ließ. Das öde Schloß ging 1656 an den - Schwiegersohn Löbel's, den Grafen Franz Eusebius v. Pötting, - und 1681 von dessen Sohne käuflich an den Fürsten Florian v. - Liechtenstein über, bei dessen Nachkommen es bis heute als - Bestandteil der Fideikommißherrschaft Rumburg blieb, deren - Besitzer seit 1858 Johann II. v. Liechtenstein, Souverän von - Vaduz, ist. - -Die historische Stätte, welche seit ihrer Verödung vielfach von -verdächtigem Gesindel und von Schatzgräbern aufgesucht und geschädigt -wurde, deren Überbleibsel zum Teil auch mit Vorliebe als Baumateriale -von neuen Ansiedlern im Dorfe benützt wurden, erhielt am 19. und 21. -Sept. 1779 den Besuch des unvergeßlichen Kaisers Josef II., als dieser -einmal von Neuhütte her über Georgental nach Rumburg, das anderemal vom -Tannenberge herab über den Kreuzberg und Obergrund nach Schönlinde ritt. - -Diesen geschichtlichen Erinnerungen nachhängend, verlassen wir das -alte Gemäuer und folgen dem blauen Kamme weiter. Unser Weg führt -- -falls wir nicht auf direktem Wege, der alten Rumburger Straße, durch -das Dorf nach +Georgental+ (30 Min.) wollen -- am Fuße des Berges zum -Kretscham, dem alten =Tollensteiner Erbgericht=, einem durch seinen -Umfang auffallenden Hause, wo Ende des 17. Jahrh. Glieder der Familie -Süßmilch, aus welcher der berühmte Statistiker Probst Joh. Peter -Süßmilch (1707--1767) stammt, das Erbrichteramt ausübten. Auf der dem -Wege zugekehrten Wandfläche des Stalles ist eine regelmäßig viereckige, -wohl meterhohe und 0·5 _m_ breite Sandsteinplatte eingemauert, die sich -ehedem über dem Torwege des Schlosses befand, und auf der das (durch -Farben aufgeputzte) Wappen der Berka von Dauba erhaben ausgehauen ist. -Die Zahl 1116 darunter hat keine historische Berechtigung und wurde -später von dem Erbauer des »alten Gerichts« hinzugefügt, welcher sich -die Platte gleichzeitig mit anderen Burgtrümmern zum Baue ausgesucht -hatte. - -Wir verfolgen nun, unser nächstes Ziel, den mächtigen Tannenberg, vor -Augen, auf der alten Rumburger Straße denselben Weg, der in 40 Min. -zur +Bahnstation Tannenberg+ führt. Nach 5 Min. biegen wir r. davon -ab und erreichen geradeaus nach wenigen Min. den Waldrand. Durch -einen schönen Buchenlaubengang gelangen wir in 8 Min. aufwärts auf -eine Waldblöße, der Hauptwasserscheide zwischen Elbe und Oder, wo ein -Fahrweg r. zum +Tannenberger Jägerhause+, das schon 1740 bestand, l. -zur Station Tannenberg führt. Wir kreuzen diesen, biegen in stämmigen -Hochwald ein und sind nach 5 Min. am östl. Fuße des +Tannenberges+, -wo r. ein Touristenweg von Georgental einmündet. Hier beginnt der -1887 angelegte eigentliche Aufstieg zwischen Gerölle und schütterem -Gesträuch, darunter die seltenere schwarzbeerige Heckenkirsche -(~Lonicera nigra L.~). Nach 20 Min. mündet l. der Touristenweg von -Kleinsemmering-Tannendorf, und nach weiteren 6 Min. ist der Gipfel -erreicht. - -Der =Tannenberg= ist einer der höchsten Punkte (770 _m_) in der -Zentralgruppe des Elbesandsteingebirges und wird wohl auch der »Rigi« -Nordböhmens genannt. Er wird nur von der Lausche und der Finkenkoppe -an Höhe übertroffen und sitzt dem nördlichen, von Neuhütte bis zum -Steinhübel bei Schönlinde reichenden Rücken auf. Die oberen zwei -Drittel des Berges bestehen aus Klingstein, der Krystalle von glasigem -Feldspat und gelbem Titanit einschließt und in oft mehrere Quadratmeter -großen Platten mauerartig ansteht, sonst aber als Gerölle die Lehnen -bedeckt und den Berg von weitem kahl erscheinen läßt. Auf diesem -Gestein findet sich an schattigen Stellen, besonders am Westabhange, -die schon beim Hochwald erwähnte wohlriechende Veilchenflechte (~Byssus -Jolithus L.~). Das untere Drittel des Berges wird von mächtigen, -durch besondere Festigkeit sich auszeichnenden Sandsteinbänken -gebildet, die an der Südseite in einem weithin sichtbaren, großartigen -+Steinbruche+, worin an hundert Arbeiter beschäftigt zu werden pflegen, -zu Stiegenstufen, Tür- und Fenstergewänden ausgenützt werden. Die -Zufahrt zu diesem Bruche kreuzten wir beim Aufstiege in der Nähe des -Jägerhauses. Die zum Spreegebiete gehörigen Quellen am »schwarzen -Born« auf der Westseite des Berges wurden 1903 für eine Leitung nach -Georgental gefaßt. - -Die Gipfelfläche des Berges ist fast durchwegs mit Nadelwald -- -hauptsächlich Tannen, von denen der Berg den Namen erhalten haben mag --- bestanden, weshalb eine vollkommene Rundsicht von einem Punkte -aus nicht ermöglicht ist; man kann sich jedoch dieselbe von drei -verschiedenen Stellen aus so ziemlich ergänzen, nämlich auf der -Westseite, wo die Touristenwege von Nord und Süd heraufkommen, auf -einer Lichtung im Nordosten, wo früher eine Steinpyramide errichtet -war, endlich östlich bei der 1888 errichteten Schutzhütte auf dem -ungemein lauschigen »Fürstenplatze«. Durch den am 14. Sept. 1891 -eröffneten, mit einem Kostenaufwande von 10400 ~K~ vom Gebirgsvereine -für das nördlichste Böhmen erbauten steinernen +Aussichtsturm+ -(Eintritt 20 ~h~) ist für den vollkommensten Genuß der Rundsicht, und -durch die neben dem Turme vom früheren Herrschaftsbesitzer Fürsten -Ferdinand Kinsky erbaute +Gastwirtschaft+ (mit Nachtherberge bis zu -30 Personen) nebst Veranden (mit freier Aussicht) nicht bloß für die -Bedürfnisse der Touristen auch Winters, sondern auch für längeren -Aufenthalt zum Genusse einer Luftkur vorgesorgt. Der ebenso solide wie -zierliche Turm ist rund, vier Stockwerke hoch und endet, 23 _m_ hoch, -in eine Plattform, die mit einer hohen Brustwehr umgeben ist und ein -4 _m_ hohes Lichttürmchen in der Mitte trägt. Der Aufstieg über 125 -Stufen ist sehr bequem und sicher. Die Besucherzahl beträgt jährlich im -Durchschnitte 5000. Die +Rund- und Fernsicht+ ist umfassend und durch -überaus malerische Durchblicke ausgezeichnet, so daß schon Kaiser Josef -II., welcher am 21. Sept. 1779 bei seiner Bereisung des nördlichen -Böhmens auf dem Tannenberge weilte, des Lobes darüber voll war. Der -Gebirgsverein für das nördlichste Böhmen hat eine vom Georgentaler -Lehrer Heinrich Müller sorgfältig gezeichnete Rundschau, auf -lithographischem Wege vervielfältigt, herausgegeben, die beim Turmwart -um 20 ~h~ zu haben ist. - - Süd: Mittelberg und gr. Eibenberg vor dem Hackelsberge, - dazwischen ein Teil des Kirchdorfes Falkenau mit dem Buchberge; - zwischen diesem und dem Breitfelde (r.) die Spitze des - Langenauer Berges; über dem Breitfelde der Wilsch; hinter dem - Blottendorfer und dem mit ihm zusammenhängenden Sonneberger - Rücken liegt quer der Koselrücken, dem die Ruine des - dahinterliegenden Ronberges in der Mitte aufzusitzen scheint, - überwölbt von der kapellengekrönten Glocke des Georgsberges im - Hintergrunde; weiter r. Steinschönau hinter dem gleichnamigen - Berge; dahinter der Hofberg bei Sandau, r. davon hinten der - Geltsch jenseits der Rabensteiner und Hundorfer Höhe, und - hinter ihm die doppeltürmige Hasenburg bei Lobositz. Südwest: - Vorn der kl. Schöber, dahinter der schwarze Himpelberg, links - davon der Schindlhengst zwischen kl. (r.) und gr. Ahrenberg; - r. über letzteren hinaus der Donnersberg weit draußen; r. - hinter dem kl. Schöber der betürmte Kaltenberg, l. davon - der Borschen bei Bilin als Abschluß einer Talsenkung, die - von kulissenförmig hinter einander geschobenen Höhenzügen - gebildet wird (l. Bockner Höhe, Kronhübel, Reichner Höhe, - Zinkensteinrücken, Nemschner Hochebene und hohe Wostrai, - r. Parlosa, Tannbusch bei Wöhlen, Hortau, Siebenberge, - Padloschin); r. vom Kaltenberge der Rosenberg (Turm), zwischen - beiden der betürmte Schneeberg vor der Erzgebirgswand. West: - Das Kreibitztal mit Oberkreibitz, Schönfeld (l. davon), Stadt - Kreibitz (teilweise vom Plissenberge verdeckt), Niederkreibitz, - Rennersdorf mit dem Kreuzberge, hinten der gr. Zschirnstein; r. - von Rennersdorf die Dittersbacher Felsen, die Prebischwände, - die beiden Winterberge mit dem Lilienstein und Höhen von - Dresden (Windberg), dazwischen und mit dem Königstein hinter - Pabst- und Pfaffenstein zur Linken. Nordwest: Kleinsemmering - mit dem Bahnhofe Schönfeld zwischen Plissen- und Fladenberg; - dahinter l. der Irig und die Hochbuschkuppe (Turm) hinter - einander, r. Unger (Turm), Schweizerkrone und Tanzplan - (Turm); vor diesem im Mittelgrunde das Steingeschütte hinter - Teichstatt; r. davon in nördl. Richtung die Stadt Schönlinde - hinter dem Spiegel des Bernsdorfer Teiches, l. anschließend - Falkenhain und Neuforstwalde, dahinter der betürmte Valtenberg - jenseits Schnauhübel (Kirche) und des Zeidler Plissenberges, - r. die Wolfsbergspitze (Turm), der Pirsken und Botzen hinter - einander. Nordost: Vorn Tannendorf, darüber der Kreuzberg, l. - von ihm die Kirche von Grund, r. die von Sankt Georgental; - dann folgen hinter einander die Kirchdörfer Seifhennersdorf - und Eibau, der Kottmar (Turm) mit dem Löbauer Berge l. und - dem Rotsteine r., endlich die Jauernicker Berge. Links vom - Kreuzberge die zusammenhängenden Ortschaften Sofienhain, - Obergrund, Lichtenstein und Lichtenberg mit dem Lichtenberger - Teiche, darüber Schönborn (Kirche), weiter Rumburg, dann - Georgswalde, Philippsdorf und Gersdorf, l. von Rumburg der - Rauchberg (Turm), l. von diesem die Spitze der Altehrenberger - Kirche, dahinter der Jüttelsberg und weiter der Mönchswald - bei Bautzen; zwischen diesem und dem Löbauer Berge (Turm) - spannt sich eine Bergkette mit dem betürmten Czornebog (hinter - dem Lichtenberger Teiche) und Bilebog. R. von Georgental - im Lausebachtale Niedergrund, dann Warnsdorf, Großschönau, - Hainewalde; l. über Warnsdorf der Burgsberg (Warte), dann - hinter einander der Warnsdorfer Spitzberg, der Oderwitzer - Spitzberg, der Hutberg bei Herrnhut, die Königshainer Berge und - die Landeskrone; knapp am Lauschekamme l. der Breiteberg bei - Großschönau, dann Hörnitz bei Zittau. Ost: Vorn Dorf und Ruine - Tollenstein, l. dahinter Innozenzendorf vor dem Ziegenrücken; - r. von diesem die Finkenkoppe, zwischendurch die Lausche, - weiter der Sonnen- und Jonsberg, endlich im Hintergrunde l. - das Isergebirge mit der Tafelfichte, r. das Riesengebirge mit - der Schneekoppe; von der Finkenkoppe r. die Jeschkenkoppe. - Südost: Im Schöbersattel Dürreberg und Mergtaler Limberg hinter - einander, weiter der Silberstein, hinten die zweispitzige - Ruine Trosky vor dem Kosakow und den Lomnitzer Bergen. Rechts - vom Schöber der Friedrichsberg, dann der Tolzberg, dazwischen - der Dewin mit dem Hammerspitz, draußen der Wiskersch mit - Kapelle und der Musky bei Münchengrätz; r. vom Tolzberge - hinter einander der Glaserter, der Grüner Berg und der Roll; - r. von diesem die beiden Buchberge bei Hühnerwasser, davor der - Laufberg. Hinter der Station Tannenberg zu Füßen, neben der die - Tannteiche heraufglitzern, ist der gr. Buchberg, an ihm r. der - ruinengekrönte Bösig; r. davon bis zum Kleis der Wratner Berg - (Turm) und die Hauskaer Berge, davor der Tachner Berg hinter - dem Kummergebirge, näher das Schwoikaer Gebirge, ganz vorn - der Hamrichberg; r. vom Kleis das Daubaer Gebirge, davor der - Maschwitzer Berg und vor diesem Ruine Habichtstein. - -Wer hier die Kammtour abbrechen will, hat die Wahl zwischen den -+Bahnstationen Tannenberg+ und +Grund-Georgental+, zu ersterer 40, zu -letzterer 50 Min. - - - - -Tannenberg-Kaltenberg (3¾ Std.). - - -Zum Abstiege vom Tannenberge benützen wir einen Teil des Aufstiegweges, -bis zur Wegteilung nämlich (4 Min.), wo man einen herrlichen Blick -auf die zu Füßen liegende, waldumschlossene Station Tannenberg hat. -Hier biegen wir r. ab und wandern einen anfangs fast ebenen und erst -später mehr sich senkenden Weg abwärts, an dessen bebuschten Gehängen -zahlreiche, weit umher kriechende Stengel von doppelährigem Bärlapp -(~Lycopodium clavatum L.~) auffallen und auch Exemplare des selteneren -Haller'schen Reitgrases (~Calamagrostis Halleriana DC.~) zu finden -sind. Nach 10 Min. mündet von rechts der steilere Abstieg vom Berge -ein; nach weiteren 5 Min. kommen wir zu einer Wegkreuzung vor einem -+Kruzifix+; wir wandern geradeaus weiter und nach 2 Min. links ab. -Gleich darauf treten wir aus dem Walde und haben einen prachtvollen -Blick auf die betürmte Wolfsbergspitze, die sich in einer Ausbuchtung -des Georgentaler Galgenberges (593 _m_) scharf abzeichnet, symmetrisch -flankiert vom Zeidler Plissenberge l. und dem Pirsken r., während der -Valtenberg (Turm) den Hintergrund bildet. - - Gleich hinter dem erwähnten Kruzifix, wo auch von dem r. - liegenden Dorfe Tollenstein ein Weg einmündet, kann man, den - Kleinsemmeringer Weg l. lassend, geradeaus einen Abstecher - auf den 12 Min. entfernten =Georgentaler Kreuzberg= (Granit, - 563 _m_), machen. Der Name hängt mit einer Kapelle »zum hl. - Kreuz« zusammen, welche 1764 erbaut, 1817 eingeweiht und - 1882 durch einen Turm an der Hauptfront erweitert wurde. Sie - ist das Wanderziel zahlreicher frommer Waller. Aber auch die - +Aussicht+ ist eine bemerkenswerte; an ihr erfreute sich - auch am 21. Sept. 1779 Kaiser Josef II. Besonders schön ist - der Überblick nördlich über die 138 _m_ niedriger liegende, - freundliche Stadt Georgental; dahinter tief im Tale Ober- und - Niedergrund, darüber Schönborn r. vom Lichtenberger Teich; - westlich liegt der Galgenberg, r. daneben Teichstatt, der - Bernsdorfer Teich, dahinter die Wolfsbergspitze; östlich - jenseits des Häusermeeres von Warnsdorf und Großschönau die - Stadt Zittau. Zur Bequemlichkeit der Besucher hat die Abteilung - Georgental des Gebirgsvereines für das nördlichste Böhmen 1895 - an den schönsten Aussichtspunkten nach allen 4 Weltgegenden - Ruhebänke aufgestellt, -- Auf dem Kreuzberge stehen wir auf - einem geologisch höchst interessanten Boden. In dem Granite, - der sich hier -- wie schon früher auf unserem Wege am - Ziegenrücken bei Innozenzendorf (S. 44) -- gegen den Sandstein - abgrenzt, findet sich nämlich eine ziemlich ausgedehnte - Partie von Gneis und eingezwängt zwischen ihr und dem Granit - eine +Grauwackenscholle+, welche sw. von St. Georgental den - Wein- und Galgenberg bis zu Hampel's Bleiche einnimmt. Diese - Grauwacke nun ist von Erzgängen durchzogen, welche Kupferkies, - silberhältigen Bleiglanz und Zinkblende enthalten und - wiederholt seit der Mitte des 15. Jahrh. bergmännisch abgebaut - wurden, in ausgedehntestem Maße aber unter dem Grundherrn Georg - v. Schleinitz, dem +St. Georgental+ als Bergstadt ihre Gründung - (1548--1553) verdankt. Der letzte Abbauversuch geschah Mitte - der achtziger Jahre des vorigen Jahrh. - - Wer den Umweg über =Georgental= machen will, steigt über - Stufen, an den Kreuzwegstationen vorüber durch eine schöne - Allee hinab. Die auch von Sommerfrischlern aufgesuchte Stadt - hat 250 Häuser, namhafte Sammtfabrikation, ein Kriegerdenkmal - (seit 2. Okt. 1904), eine Studentenherberge und ist Sitz - einer Abteilung des Gebirgsvereines für das nördlichste - Böhmen. Aus Georgental stammt außer anderen der berühmte - Gesangsmeister Joh. Alois Miksch, geb. 1765, gest. 1845 in - Dresden. Beachtenswert sind die an der Außenseite der 1612 - erbauten Kirche eingemauerten Sandsteinkugeln mit Löwen- und - Menschengesichtern, die vielleicht einst Säulenknäufe oder - Wandzierraten im Rittersale der Burg Tollenstein gewesen sein - mögen. Der Weg zur +Station Grund-Georgental+ (15 Min.) führt - nördlich weiter. Um aber den Kammweg wieder zu erreichen, - wendet man sich westlich auf die Kreibitzer Straße und schlägt - sodann die südlich von dieser abzweigende, am Schmelzewasser - aufwärts führende Straße nach Tannendorf (30 Min.) ein. - -Der Kamm-Weg führt vom Waldrande ab, während dem man r. über die -Wiesenflächen hinweg einen hübschen Blick auf Obergrund mit Sofienhain, -auf die Lichtenberger Windmühle und die Schönborner Kirche darüber und -auf den betürmten Kottmar im Hintergrunde hat, in 10 Min. hinunter -auf die Straße in =Tannendorf= (22 H.), auch Telle genannt, eine in -der zweiten Hälfte des 18. Jahrh. entstandene Ansiedlung, die sich -seit einer Reihe von Jahren, Dank der herrlichen Waldlage und des -vorzüglichen Wassers, der vollkommensten Ruhe und Abgeschiedenheit zur -+Sommerfrische+ aufgeschwungen hat. In 4 Gast- und 2 Privathäusern -findet man gute Unterkunft, in den Gasthäusern »Wildner« und -»zum Tannenwald« auch volle Verpflegung zu mäßigen Preisen. Die -Nahrungsmittel werden aus Sankt Georgental (30 Min.) beschafft, von wo -am West-Ende des Dorfes die Straße einmündet. - -Beim Gasthause »zum Tannenwald« verlassen wir das Dorf, lassen nach 2 -Min. die Straße nach St. Georgental r. und schneiden, nun wieder im -Walde, nach 8 Min. einen Fahrweg, der in 5 Min. zu der r. Hand auf -einer Waldlichtung gelegenen, zu Tannendorf und Obergrund gehörigen, -aber erst später zur Ansicht kommenden Einschicht »+Hampels Bleiche+«, -auch »Neue Welt« genannt, hinaufführt, senken uns dann allmählich -nach l. zu über zwei Ursprungsäderchen des +Fischbaches+, eines -Zuflusses des Grund- bzw. Lausebaches, hinweg -- Fundort von üppigem -Waldhabichtskraut (~Hieracium vulgatum Fries~) -- und umgehen sodann, -allmählich wieder ansteigend, den r. gelegenen +Fladenberg+ (543 _m_), -der seinen Namen von einem Ritter von Flade haben soll, der hier einst -eine Glashütte leitete, wobei wir l. des kl. +Schöbers+ (676 _m_) mit -seinen wild sich häufenden Klingsteinblöcken ansichtig werden, die auf -dem Gipfel unregelmäßig anstehen und ein liegendes Gesicht vortäuschen, -weshalb der Berg auch Gesichtsberg oder Riesenkopf genannt wird. In -20 Min. stehen wir am Bahndamme der Böhm. Nordbahn, dem entlang wir -uns nach rechts wenden, zunächst in 4 Min. zum +Bahnviadukt+ und dann -in weiteren 4 Min. auf der Oberkreibitzer Straße zu der einschichtig -ziemlich hoch (489 _m_), mitten im Walde zwischen Plissen- (599 _m_) -und Fladenberg auf der Hauptwasserscheide zwischen Elbe und Oder, -an der von Oberkreibitz-Schönfeld nach Teichstatt führenden Straße -gelegenen =Station Schönfeld= gelangen, dem Knotenpunkte der Linien -Prag-Leipa-Georgswalde-Ebersbach und Warnsdorf-Bodenbach der Böhm. -Nordbahn. - -Unmittelbar neben derselben befindet sich die =Kuranstalt -Kleinsemmering=, die samt den Stationsgebäuden zur Gemeinde Teichstatt -gehören. Den Grund zu dieser Kuranstalt, deren Benennung durch die -Steigungsverhältnisse der Bahn und den kleinalpinen Charakter der -umgebenden Gebirgslandschaft gerechtfertigt erscheint, legte der -Schönfelder Industrielle Emanuel Tschinkel, indem er gleich nach -Eröffnung der Böhm. Nordbahn 1869 vom Grundherrn Fürsten Ferd. Kinsky -eine größere Waldparzelle erwarb und daselbst eine große Restauration -mit zwei Glasveranden nebst Stallungen, Speisegarten, Musikpavillon, -Zierpark, Wasserleitung, (Raimundsbrunnen) und einen nahezu 11 _ha_ -großen Tiergarten anlegte, wozu dann 1873 und 1874 der Bau der Villa -Raimund mit 12 Fremdenzimmern und 1882 ein von eisenhältigen Quellen -des Plissenberges gespeistes Badehaus mit 4 bequemen Zellen kam. -Seit 1885 gehörte die Anstalt den Brüdern C. G. und F. Hermann, -Fabriksbesitzern in Warnsdorf und Isertal. Unter ihnen schwang sich -Kleinsemmering infolge mannigfacher Verbesserungen und Erweiterungen zu -einem trefflich geleiteten Luft- und Terrainkurorte empor. Seit 1904 -ist Ernst Seibt, Kaufmann in Reichenberg, Besitzer, der den Kurort -den Fortschritten der Neuzeit entsprechend umgestaltet hat. Es stehen -30 heizbare Zimmer in 5 Logierhäusern zum Wochenpreise von 6--30 ~K~ -zur Verfügung; Leihbibliothek, Konzertsaal, Briefablage u. a. sind -vorhanden; der auf einer nach SO. abfallenden Lehne sich hinziehende -Wildpark bietet mit seinem dichten Wald, seinen Wiesenplätzen, -Felspartien und seinem Teiche mannigfache Abwechslung und Zerstreuung. -Die Kursaison dauert von Mai bis September. - -Wir verlassen, dem Kammzeichen weiter folgend, die gastliche Stätte -auf einem Fußwege, der hinter den Stallungen der Kuranstalt am -Wildparkzaune entlang, anfangs durch einen schattigen Hohlweg am -Gehänge des +Plissenberges+ hin, dann über die liebliche Pilzwiese in -20 Min. abwärts ins Kreibitzbachtal nach =Oberkreibitz= führt. Oberhalb -der ersten Häuser des 170 Nummern zählenden Industrialortes, noch -besser von dem in der Nähe sich erhebenden +Tomelsberge+ (463 _m_, -Basalt, Totenstein), hat man einen prächtigen Überblick über die -zusammenhängenden Orte Oberkreibitz und Schönfeld auf die im Halbkreis -angeordneten Bergkuppen des Kreibitzer Gebirges: den kl. Schöber l., -dann den gr. Eibenberg, den kl. Eibenberg, den Schindelhengst (dahinter -die Spitze des gr. Ahrenberges) und die beiden Himpelsberge (dahinter -den Buchhübel); neben Schönfeld l. die Juliushöhe im Vordergrunde. - -Im Weiterschreiten durch den schon 1457 urkundlich genannten -Ort bemerkt man als vorherrschende Erwerbszweige Zwirnerei und -Glasverfeinerung. Letztere Industrie ist sehr alt, da schon im 15. -Jahrh., vermutlich schon vor den Hussitenkriegen, daselbst eine -Glashütte im Betriebe stand, welche mit dem anschließenden Gute bis -1612 der Familie Friedrich gehörte und im Jahre 1847 dem Neubaue der -jetzigen Glasfabrik Platz machte, die 1867 an die Kittel'schen Erben -(Franz Zahn) gelangte, seit 1882 Eigentum der Firma Michel und Mayer -war, derselben, die auch die Glasfabriken in Teichstatt und Haida -besaß, und seit 1904 »A. Mayer & Sohn« firmiert. Sie steht rechts an -der Straße, die von der Station Schönfeld herab nach Kreibitz führt und -gerade bei ihr kommt der Fußweg von Kleinsemmering herab. Der »Hof«, -gegenüber dem Gasthause »zum Herrenhause« -- von dessen Terrasse man -einen hübschen Blick über den Mühlteich (bei der Rittermühle, jetzigen -Glasschleiferei) auf den Tannenberg und den kl. Schöber hat -- ist so -ziemlich das älteste Gebäude im ganzen Kreibitzer Kessel. - - Ein Umweg über =Kreibitz=, die Perle des Kreibitztales, - beansprucht keinen besonderen Zeitverlust. Man erreicht die - Stadt auf der Straße weiter längs des Kreibitzbaches in 20 - Min.; sie liegt am Kreuzungspunkte der Warnsdorf-Kamnitzer - Reichsstraße mit der Oberkreibitz-Niederkreibitzer, zu beiden - Seiten des Kreibitzbaches, über den hier eine altertümliche, - hochgewölbte Steinbrücke mit zwei Barock-Heiligenstatuen aus - dem Jahre 1751 führt, hat 250 Häuser, eine reiche Industrie - (vorherrschend Zwirnerei und Baumwollwaren-Erzeugung, auch ein - schon 1500 bestandenes Bräuhaus), eine Gedenktafel am Hause Nr. - 135 zur Erinnerung an Kaiser Josef II., der hier als Gast des - Viehhändlers Kasimir Eschler am 21. Sept. 1779 übernachtete, - eine andere am Hause neben dem schönen, gothischen Rathause - zur Erinnerung an den berühmten Naturforscher Thaddäus Haenke, - der daselbst 1761 geboren wurde, eine zum Teil noch aus dem - 16. Jahrhunderte stammende Kirche mit uralten Glocken, und ist - Sitz der Abteilung Kreibitztal des Gebirgsvereines für das - nördlichste Böhmen. Ihr ältestes Privilegium stammt aus dem - Jahre 1383. Man folgt sodann von Kreibitz der südlich nach B. - Kamnitz führenden Ärarialstraße, in die nach 45 Min. l. die - Schönfelder Straße, und mit ihr der Kamm-Weg einmündet. Auf - dem Wege dahin kommt man nach wenigen Min. am +Lindenhübel+ - (398 _m_) l. der Straße vorüber, von dem man sich des Anblickes - des Gebirges östlich gegen den Talschluß hin erfreuen und - zugleich ein interessantes Naturspiel wahrnehmen kann, nämlich - »die schlafende Jungfrau«, gebildet von dem gesichtsähnlichen - Umrisse des kl. Schöbers mit dem anschließenden Tannenberge und - dessen Ausläufern. - -Bei der Glasfabrik grenzt Oberkreibitz an =Schönfeld=. Nun auf der -Kreibitzer Straße einige hundert Schritte nach rechts, bis uns das -Kammzeichen auf die Straße verweist, die links durch Schönfeld abbiegt. -Währenddem kommt rechts die Stadt Kreibitz zu Gesicht und über sie -hinaus zwischen den Himpelbergen (l.) und dem Irig bei Daubitz (r.) die -Dittersbacher Felsenwelt, während l. Tannenberg und kl. Schöber mit -der Juliushöhe im Vordergrunde im Gesichtsfelde bleiben. Die Bewohner -von Schönfeld, das 1709 auf Gründen, die ehemals zur Oberkreibitzer -Glashütte gehörten, angelegt wurde, über 100 Häuser zählt, Post- -und Telegraphenamt, eine schöne Turnhalle (seit 1903), auch eine -Studentenherberge (in der einladenden Schröter'schen Restauration l. an -der Straße, die zugleich Auskunftsstelle der Gebirgsvereins-Abteilung -Kreibitztal ist) aufweist, haben im Allgemeinen dieselben Erwerbszweige -wie die von Oberkreibitz. Vor der Restauration befindet sich die -Schröter'sche Zwirnfabrik (mit 6000 Spindeln), weiter die 1840 -gegründete Strick- und Häkelgarnfabrik der Firma Ig. Schröter's Sohn, -deren Erzeugnisse als Schönfelder Strickwolle eine Spezialität bilden. -Unweit der Restauration befindet sich auch die Stammfabrik der bis 1903 -bestandenen Firma Aug. Tschinkel Söhne und zugleich der Ausgangspunkt -der österreichischen Zichorienfabrikation, die hier von Aug. Tschinkel -1806 zur Zeit der Kontinentalsperre eingeführt wurde. Die seit dem -Jahre 1862 daneben bestandene Chokoladenfabrik wurde 1889 nach Lobositz -verlegt und mit der dortigen Zuckerwaren- und Kaffeesurrogatfabrik -verbunden, wo sie heute noch als Eigentum einer Aktiengesellschaft -im Betriebe steht. Auch eine Leimfabrik wurde vor einigen Jahren in -Schönfeld errichtet. - - Ganz nahe ö. beim Orte (15 Min.) erhebt sich die =Juliushöhe=, - ein zierlicher Basalthügel (514 _m_), von welchem sich - das ganze Kreibitztal mit seinen Waldbergen überblicken - läßt; besonders w. und nw., wo sich das Tal zwischen den - Himpelbergen (l.) und dem Plissenberge (r.) öffnet, ist der - Ausblick fesselnd. Die Stadt Kreibitz jenseits Schönfeld hält - die Mitte; l. derselben hat man die Dittersbacher Felsen, - dahinter die Zschirnsteine, den Zirkelstein (gerade hinter dem - spitzen Marienfelsen), den Pfaffen- und Pabststein und den gr. - Winterberg (hinter dem Rudolfstein); r. von Kreibitz trifft der - Blick auf den Irig, hinter ihm auf den betürmten Tanzplan b. - Nixdorf, weiter r. über Oberkreibitz im Vordergrunde auf den - Pickelstein vor dem Rücken des Steingeschüttes, im Hintergrunde - auf den betürmten Valtenberg. - -In der Nähe der Schröter'schen Strickwollefabrik, dort wo sich -der +Eisenhübel+ mit hübschem Blick auf das bachdurchflossene und -teichglitzernde Tal zwischen ihm und den. kl. Himpelberge erhebt, teilt -sich die den Ort durchziehende Straße. Links führt sie zwischen dem -kl. Eibenberge (598 _m_) und dem, eine liebliche Aussicht bietenden -Aschenstein (605 _m_, r.) über den 527 _m_ hohen Sattel im westlichen -Flügel des zentralen Teiles des nordböhmischen Sandsteingebirges in -1 Std. zur +Bahnstation Falkenau+ im Kamnitzbachtale; unsere Straße -aber führt r. weiter. Am Ende der letzten Häuser von Schönfeld haben -wir vor uns r. die beiden Himpelberge, geradeaus den Schindelhengst, -rückwärts den Tannenberg und daneben den gr. und kl. Eibenberg. Hier -steht an der Straße der +Hochbehälter+ der am 19. Juli 1904 eröffneten -Wasserleitung für die Gemeinden des Kreibitztales aus vier am nö. -Abhange des +Schindelhengstberges+ entspringenden Quellen. Die Straße -quert dann den 486 _m_ h. Sattel zwischen Schindelhengst (650 _m_, -l.), und dem höheren der beiden Himpelberge, dem sog. »kleinen« oder -schwarzen +Himpelberge+ (633 _m_, r.), und trifft in 30 Min. auf die -Kaiserstraße, die von Kreibitz her nach B. Kamnitz führt, wo wir nahe -vor uns den kl. Ahrenberg oder +Breitenberg+ (613 _m_) -- interessant -wegen der knolligen Form des Basalts inmitten frischgrüner Waldpartien -und als Kampfstätte im Gefechte am 19. Juli 1757 -- und rechter Hand -etwas entfernter den als Aussichtspunkt bekannten Buchhübel (554 _m_) -haben. - - Wem harmlose Kletterei und ein kurzer Kampf mit sparrigem - Strauchwerk die Wanderfreuden erhöhen, dem ist der Aufstieg auf - den =schwarzen Himpelberg= anzuraten, einen wilden Gesellen - mit steilen Abstürzen und ungeheuren Blockhalden basaltischen - Gesteins, vor deren mächtigem Druck die Vegetation bescheiden - zurückgewichen ist. Die freien Gipfelfelsen lohnen die Mühe - durch eine Fülle mannigfaltiger malerischer Ausblicke. W.: An - dem greifbar vorliegenden Kaltenberge r. vorüber der betürmte - Rosenberg, l. hinter ihm der gleichfalls betürmte hohe - Schneeberg und r. hinter diesem der Schönwalder Spitzberg; - r. vom Rosenberge die Kirchdörfer Rosendorf und Arnsdorf - hintereinander. NW.: Über dem vorgelagerten niedrigeren - Himpelberg hinweg der Buchhübel, zwischen beiden hindurch der - gr. Winterberg (Turm), l. von diesem Königstein, Pabst- und - Pfaffenstein, über den Buchhübel hinaus der gr. Zschirnstein, - dahinter der Geisingberg im Erzgebirge; r. vom Buchhübel im - Hintergrunde hinter einander Saupsdorf (Kirche), Tanzplan - und Valtenberg (Türme). N.: Kreibitz, dahinter die betürmte - Wolfsbergspitze zwischen Irig (l.) und Steingeschütte. - NO.: Oberkreibitz vor dem Plissenberge, l. dahinter der - Czornebog (Turm), r. der ebenfalls betürmte Kottmar und r. - vor diesem die Kirche von Schönborn bei Rumburg. O.: Die - Juliushöhe hinter Schönfeld, dann der betürmte Tannenberg - mit seinem wilden Trabanten, dem kl. Schöber; weiter r. der - gr. und der kl. Eibenberg, zwischendurch der Mittelberg. - SO.: Der Schindelhengst in nächster Nähe, l. an ihm vorüber - rückwärts der gr. Buchberg bei Falkenau und l. hinter ihm - die Jeschkenkoppe. S.: Der gr. Ahrenberg r. hinter dem - Schindelhengst. - -Wir folgen der Kaiserstraße nach l. und haben nach 5 Min. auf einer -Waldlichtung l. der Straße das =Forsthaus Kreuzbuche=, zugleich -»Gasthaus zur Kreuzbuche«, vor uns auf der Sattelhöhe (535 _m_) -zwischen dem kl. und gr. Ahrenberge. Der Name der Örtlichkeit hängt mit -dem Gefechte zusammen, welches am 19. Juli 1757 die Preußen auf ihrem -Rückzuge gegen österreichische Truppen daselbst zu bestehen hatten. Die -damals Gefallenen wurden an der alten Straße in der Nähe des jetzigen -Forsthauses, das aber erst später gelegentlich der Anlage der heutigen -Straße erbaut wurde, beerdigt; man brachte daselbst an einer Buche -ein Bildnis des Gekreuzigten an und nannte die Lichtung im Walde mit -den Soldatengräbern »bei der Kreuzbuche«; so heißt sie noch heute, -wenn auch das Kreuz nicht mehr an einer Buche, sondern gegenüber dem -Forsthause an der r. Seite der Straße, wo beschattete Bänke und Tische -zum Ausruhen einladen, an einem Lärchenbaume hängt. Die Örtlichkeit ist -aber nicht bloß kriegsgeschichtlich, sondern auch volksgeschichtlich -von Interesse; hier zog sich gegen den Schöber und weiterhin in -der Richtung des Kammweges zum Jeschken der uralte Markwald, die -Grenzscheide zwischen den Wenden oder Sorben und den Tschechen, und -heute noch gilt diese Richtungslinie als Grenze des sogenannten -Niederlandes, des nördlichsten Böhmens. Die Einschicht »Kreuzbuche« -gehört zu dem 30 Min. s. entfernten Dorfe +Hillemühl+ (+Bahnstation+) -im Kamnitzbachtale, wohin eine Waldstraße längs des Wiesenwassers von -der Kaiserstraße kurz vor dem Forsthause l. abzweigt. - - Auf halbem Wege dahin führt l. 50 Schritte seitab ein Weg - zu dem vom Lokalklub Hillemühl des Nordb. Exkursions-Klubs - erschlossenen =Wasserfall= mitten in prächtiger Waldung. Er - wird vom Wiesenwasser gebildet, das unter der Kreuzbuche - entspringt und auch Fallwasser heißt, weil es wenigstens - zehnmal gezwungen ist, ganz beträchtliche Sprünge über hohe - Felsen zu machen. Der Hauptfall ist ungefähr 10 _m_ hoch und - setzt sich unterhalb noch ebenso weit in Abstufungen fort; er - verdient deshalb hohe Beachtung, weil er nicht bloß so ziemlich - der einzige in dieser Gegend ist, sondern auch mit manchem - vielgenannten in den deutschen Mittelgebirgen den Vergleich - aushalten kann. -- Der gr. =Ahrenberg= (Ahornberg), an dessen - Westabhange der Wasserfall sich befindet, ist eine 705 _m_ - hohe, bewaldete Basaltkuppe, die man von der Kreuzbuche aus - in 35 Min. besteigen kann. Wenn auch an absoluter Höhe dem - Kaltenberge um 26 _m_ nachstehend, ist der gr. Ahrenberg nach - räumlicher Ausdehnung und nach seiner zentralen Lage als der - König des Kreibitzer Berglandes anzusehen. Die +Aussicht+ - beschränkt sich nur auf N. und O., vom Rande des Steilabfalles - aus, der den Berg in die Ferne hin wie abgehackt erscheinen - läßt, ist aber immerhin lohnenswert. W.: Kaltenberg. NW.: - Buchhübel; zwischen beiden die Kuppen der sächsischen Schweiz, - ganz hinten der Borsberg bei Pillnitz (in der Einsenkung - zwischen gr. und kl. Winterberg); l. vom Buchhübel der - Tanzplanberg (Turm), r. der Irig. N.: Kreibitz hinter den - beiden Himpelbergen, r. davon Kleinsemmering, weiter die Kirche - von Schönborn und dahinter der betürmte Kottmar. NO.: Der - gr. Eibenberg, dah. Schöber, Tannenberg, Ruine Tollenstein, - Warnsdorfer Spitzberg; r. vom Tannenberge die Lausche - hinter dem Friedrichsberge. O.: Hochwald (Turm) hinter dem - Hackelsberge, r. davon die Jeschkenkoppe. SO.: Über Falkenau - der Kleis, r. davon die beiden Bösige. Am n. Fuße des gr. - Ahrenberges, in dem dort anstehenden Sandsteine, findet sich - ein verbrochener Stollen, die sog. »Silbergrube«, in der man - wahrscheinlich nach Eisenerzen gesucht hat. - -Der Kammweg folgt, am Fuße des +kl. Ahrenberges+ hin, während die -dunklen Kuppen des Schindelhengst- und gr. Ahrenberges l. verschwinden, -der nach B. Kamnitz weiter führenden Waldstraße noch 6 Min. und -biegt dann r. ab auf einen steinigen Fahrweg, der zwischen hohem -Mischwald zumeist eben verläuft. Durch das goldgrüne Laubdach der -Buchen irren einzelne Sonnenstrahlen nieder auf den feuchten Boden -und werden vom lichthungrigen Völkchen der mannigfaltigsten +Kräuter+ -begierig aufgesogen, die hier auf der Verwitterungserde des Basaltes -mit besonderer Vorliebe gedeihen und die Gastfreundschaft mit einer -Fülle kleiner Reize entgelten: Christophskraut (~Actaea spicata L.~), -Bingelkraut (~Mercurialis perennis L.~), Zahnwurz (~Dentaria bulbifera -L.~ und ~Dentaria enneaphylla L.~), weiße Pestwurz (~Petasites albus -Gärtn.~), Süße Wolfsmilch (~Euphorbia dulcis L.~), Quirlblättrige -Weißwurz (~Polygonatum verticillatum All.~), Einblütiges Perlgras -(~Melica uniflora Retz.~), Sauerklee (~Oxalis acetosella L.~) u. s. -w., vor allem aber Freund Waldmeister (~Asperula odorata L.~). - -Mittlerweile haben wir den südl. Fuß des +Auberges+ (688 _m_) -umgangen und werden seiner nach 13 Min., nach Überschreiten zweier -Wasseradern, die dem Wiesenbache zufließen, r. ganz nahe über einer -Wiese ansichtig. Noch 1 Min. und auch l. wird der +Ausblick+ frei auf -den schroff aufsteigenden Goldberg, l. an ihm vorüber auf die vor dem -Forstberge sich weit hindehnende Stadt Steinschönau. Am Südabhange -des Auberges zwischen Wiesen weiterschreitend, treten nach und nach -l. von Steinschönau andere Kuppen ins Gesichtsfeld: vorn der schroffe -Mittenberg bei Preschkau, dahinter der Steinschönauer Berg, noch weiter -der Sonnebergrücken; dann l. vom Mittenberg vorn der Schäferberg, -dahinter der Bildstein, an den sich nach l. der Blottendorfer Kamm, -das Breitfeld und der gr. Buchberg anschließen; zwischen den letzteren -beiden zeigt sich hinter den Häusern von Falkenau-Kittlitz die Spitze -des Kleis; der gr. Ahrenberg schließt am weitesten l. das Bild ab. - -Nach 5 Min. kommt r. am Auberge vorüber der Kaltenberg zum Vorschein, -vor uns der Himmertschberg, zwischen beiden hinten der prächtige -Rosenberg. - - Hier zweigt l. ein Fahrweg in 10 Min. zum =Goldberge= (654 _m_) - ab, dessen Besuch jedem klettergeübten Wanderer anzuraten ist. - Der Gipfel wird von einem durch zwei Scharten unterbrochenen, - ziemlich scharfen Grat gebildet; nach Süd fällt der durch eine - starke Polarität sich auszeichnende Fels senkrecht zu mächtigen - Schutthalden ab; die Westseite zeigt schöne Absonderungsrisse - des basaltischen Gesteins; ein Bruch auf der uns zugekehrten - Nordostseite zeigt vorzüglich abgesonderte, gleich stark in - einer Länge von mindestens 20 _m_ verlaufende Basaltsäulen. - Der höchste Punkt ist besetzt mit einem Strauch der - Alpen-Johannisbeere (~Ribes alpinum L.~); nach Südost verdecken - Buchen die Aussicht; die anderen Richtungen gewähren höchst - malerische Ausblicke. - -Zwischen Wiesen, auf denen Wohlverleih (~Arnica montana L.~) in -kräftigen Exemplaren wächst, eben weiter wandernd, sind wir nach 3 -Min. beim ersten Hause von +Hasel+; unter uns zieht sich l. das Dorf, -darüber zeigt sich l. vom Himmertschberge der Huttenberg, noch weiter -l. der Lotterberg und hinter ihm die Doberner Höhe mit Parlosa. Am -Auberg-Walde (r.) entlang, an den die Häuser grenzen, wenden wir uns -l. auf die Dorfstraße, die wir in 3 Min. erreichen, unmittelbar bei -Franz Büchse's Gasthause »zum Kaltenberg«, wo man ganz gut aufgehoben -ist. =Dorf Hasel=, das sich eines sehr hohen Alters rühmen kann, zieht -sich mit seinen 150 Häusern zu beiden Seiten des Haselbaches, der -oberhalb des Dorfes am Kaltenberge entspringt, lang hingestreckt in -steiler Talschlucht sö. abwärts von 550 _m_ bis 400 _m_ Seehöhe gegen -das Kamnitztal und eignet sich vermöge seiner echt alpinen, zwischen -Waldbergen geschützten Lage vorzüglich zum Sommeraufenthalte, wozu in -3 Gast- und 6 Privathäusern Wohnungen verfügbar sind zum Wochenpreise -von 4 ~K~ aufwärts für eine Person. Es besteht hier eine Abteilung des -Gebirgsvereines für die böhmische Schweiz nebst Studentenherberge, eine -Zwirnfabrik, mehrere Bleichen, ferner ein schönes Schulhaus, zu dessen -Bau der als eines Bauern Sohn in Hasel 1810 geborene und in B. Kamnitz -am 28. Aug. 1889 verstorbene Fabriks- und Herrschaftsbesitzer Franz -Preidl Edler v. Hassenbrunn 20000 ~K~ beitrug. - - Bei Hasel wurde am 19. Juli 1757, nach der Schlacht bei - Kolin, ein Teil der auf dem Rückzug von Leipa über B. - Kamnitz und Kreibitz nach Zittau befindlichen preußischen - Armee, gegen 45000 Mann unter den Generälen v. Schmettau, - Winterfeld, v. Seydlitz und dem Prinzen von Bayern, von - österreichischen Kroaten und Hußaren unter General Beck, welche - die Waldungen am Kaltenberg zur Sicherung der Paßstraße B. - Kamnitz-Hasel-Kreibitz, sowie der Straße nach Niederkreibitz, - welche über Kunersdorf den Westfuß des Berges umzieht, besetzt - hielten, überfallen, und mußte nach langem, den ganzen Tag - währendem, blutigem Gefechte einen großen Teil seiner Bagage- - und Munitionswägen, sowie die mitgeführten Pontons im Stiche - lassen. Der heftigste Kampf fand in der sog. »Dreh« zwischen - Hasel und Kunersdorf, dann beim »grünen Kreuz« nächst - Unterhasel, auf den Hasler »Felgen«, am Breitenberge, im - blauen Meere, auf dem Klötzerplane, bei der Judenbrücke, in - den Tschakert'schen Gräbern bei Kaltenbach und an noch andern - Stellen, die von daher ihren Namen führen (Kriegerwiese, - Preußenhau), statt. Beim Streurechen und Holzmachen fand man - bis in die neueste Zeit Kugeln, Rüstzeug und Waffen, die zum - Teil noch von Hasler Insassen verwahrt werden. - -Noch eine kurze Wegstrecke und wir betreten den freien, mit Äckern und -Wiesen bedeckten Sattel oberhalb des Dorfes; r. schaut der Auberg auf -uns herab, l. erhebt sich noch beiläufig 150 _m_ hoch der Kaltenberg; -vom S. her grüßt aus dem Kamnitztale der steile, ruinengekrönte -Schloßberg, dahinter erblicken wir die Steinschönauer Hochfläche, -weiterhin den Geltsch und Berge des Mittelgebirges. Zur Spitze des -=Kaltenberges= leitet eine originelle, von der Gebirgsvereinssektion -Hasel 1887 bis 1890 geschaffene Weganlage, S-förmig, gepflastert, 2 _m_ -breit, deren Unbequemlichkeit, die besonders beim Abwärtsgehen trotz -des an der steilsten Stelle angebrachten Geländers große Vorsicht -erheischt, durch den prächtigen Laubwald ausgeglichen wird. Jedem -Naturfreund, zumal dem Botaniker, muß das Herz aufgehen angesichts der -Üppigkeit und Mannigfaltigkeit des +Pflanzengewühls+, womit der Boden -des herrlichen Bergwaldes geziert ist. Abgesehen von verschiedenen -seltenen Pflanzen, wie ~Cineraria sudetica Koch~ (Sudeten-Aschenkraut), -~Poa sudetica Haenke~ (Riesengebirgs-Rispengras), ~Veronica montana -L.~ (Berg-Ehrenpreis), ~Arum maculatum L.~ (Geflecktblättrige -Zehrwurz), ~Lunaria rediviva L.~ (Mondviole), ~Circaea alpina L.~ -(Alpen-Hexenkraut), ~Ribes alpinum L.~ (Alpen-Johannisbeere), ~Lilium -martagon L.~ (Türkenbund), ~Lycopodium annotinum L.~ (Sprossender -Bärlapp) u. a., erscheinen viele bekannte Pflanzen, Vergißmeinnicht, -Anemonen, Lungenkraut, Primel und Sauerklee in ganz auffälliger -Größe und Farbenpracht. Unter dem Gestein finden sich zierliche -Schnecken (~Helix personata Lk.~, ~Clausilia laciniata~). Ohne große -Anstrengung ist die Spitze des Berges in 25 Min. von der Hochmatte -ab erreicht. Seine aus olivinreichem Basalt bestehende Kuppe -bildet den Endpunkt und zugleich die höchste Erhebung (731 _m_) im -Kreibitzer Gebirge, wie der westliche Flügel der zentralen Gruppe -des Nordböhmischen Sandsteingebirges gewöhnlich genannt wird. Seiner -hervorragenden Lage wegen diente der Berg, im Volksmunde »Kalenberg« -geheißen, bei der einstigen Triangulierung Böhmens als Dreieckspunkt, -wie ein noch vorhandener Stein mit der Inschrift: »~Monumentum -astronomico-geometricum~« beweist. Auch zum Nummerngucken diente er. Im -J. 1854 ließ der Grundherr Fürst Ferd. Kinsky auf dem Gipfel, damals -nach ihm »Fürst Ferdinand-Stein« benannt, einen hölzernen Aussichtsturm -und eine fliegende Schankwirtschaft daneben errichten und einen Weg -von Kaltenbach, bzw. von Dittersbach her, der nahe dem Gipfel in den -Kammweg einmündet und um 1890 von der Gebirgsvereinssektion Kaltenbach -um- und ausgebaut wurde, anlegen. Im J. 1865 mußte der baufällige -Turm wieder abgetragen werden; es war dies, abgesehen von dem 1825 -errichteten Josefsturm auf dem Schöninger im Böhmerwalde, der erste -Aussichtsturm in Böhmen. Am 15. Juli 1888 wurde dann neuerdings ein -+Aussichtsturm+ (Eintritt 20 ~h~) der öffentlichen Benützung übergeben, -den der Gebirgsverein für die böhmische Schweiz um den Kostenbetrag -von mehr als 6000 ~K~ aufstellen ließ. Er stellt ein pyramidenförmiges -Eisengerüst dar, ruht auf 80 _cm_ hohem Steinsockel, hat eine Höhe -von 16·3 _m_ und ist über eine Wendeltreppe in 7 Windungen mit 92 -Stufen ersteiglich; die Plattform faßt 25 Personen. Neben dem Turme -wurde durch den Fürsten Ferdinand Kinsky ein schönes Blockhaus für -+Gastwirtschaft+ und Fremdenbeherbergung mit einem Kostenaufwande von -mehr als 4000 ~K~ errichtet und am 14. Mai 1893 eröffnet. Einer der -im Freien stehenden, aus einem einzigen Baumdurchschnitte bestehenden -Tische läßt auf die Mächtigkeit der hier gedeihenden Riesenbäume, -von denen schon mancher berühmt geworden ist, schließen. Prächtig -schmeckt ein Trunk kühlen Kamnitzer Bieres im Schatten des rauschenden -Bergwaldes, an den sich so manche +Sage+ knüpft: vom Bier aus einer -angebohrten Buche, mit dem ein reisender Handwerksbursche die -Holzarbeiter labte; von dem Holzhauer, der im Walde immer trockenes -Brod aß und sich dann aus seiner Axt, die er in einen Stock schlug, -Milch in einen darunter stehenden Topf laufen ließ; von dem Nachtjäger, -der einem gewissen Prauschke erschien und ins Gesicht pfauchte, als -sich dieser ein »Stiefkind« -- den schwächeren von zwei Stämmen, die -auf einem Stocke gewachsen sind -- holen wollte; vom Salzborn, wo sich -die Hasler ihren Salzbedarf geholt haben sollen, bis sich die Obrigkeit -ins Mittel legte, u. a. m. - -Die +Aussicht+ vom Turme, auf welchem 1895 von der Sektion Hasel ein -Panorama angebracht wurde, ist eine vielgerühmte; sie wetteifert -mit der vom Hochwald, Lausche und Tannenberg. Während gegen O. und -NW. große Waldgebiete sich ausbreiten, blickt man gegen N. und S. -über zahlreiche zusammenhängende Ortschaften in schier unbegrenzte -Weiten. Aus dem prächtigen Waldmeere der näheren und weiteren Umgebung -erheben sich Dutzende von Bergen, in mehrfachen Reihen hinter einander -malerisch gruppiert, jeder in seiner Form eigenartig, die meisten -bewaldet, viele als kahle dunkle Felsen und Zacken hineingereckt in den -blauen Himmel. - - N.: Über Niederkreibitz zeigt sich l. vom Irig hinter der - Daubitzer Kirche die betürmte Wolfsbergspitze und l. hinter ihr - der Zeidler Plissenberg, Pirsken und Botzen hinter einander; - über den Irig hinaus der Czornebog. An Niederkreibitz r. - anschließend Stadt Kreibitz, dahinter Teichstatt mit dem - Bernsdorfer Teiche und darüber hinaus der betürmte Kottmar, - hinter welchem r. die Landeskrone den Horizont besäumt. NO.: - Vorn die beiden Himpelberge, dahinter Oberkreibitz vor dem - Plissenberge, r. hinter diesem die Schönborner Höhe mit der - Lichtenberger Windmühle, noch weiter zurück die Burgsbergwarte - bei Warnsdorf, der Warnsdorfer und Oderwitzer Spitzberg; r. - hinter dem schwarzen Himpelberge der betürmte Tannenberg über - dem kl. Schöber. O.: Vorn der kl. Ahrenberg, l. dahinter der - Schindelhengst, l. hinter diesem der kl. und gr. Eibenberg, - über letzterem die Finkenkoppe und ober dieser der Gipfel - der Lausche mit der Bergwirtschaft; r. am kl. Ahrenberge - der Auberg, zwischen beiden hindurch der gr. Ahrenberg, l. - hinter diesem der Hackelsberg und hinter diesem, über dem - Sattel von Antonienhöhe der betürmte Hochwald; draußen im - Hintergrunde l. das Isergebirge mit der Tafelfichte, r. - Höhen des Riesengebirges (Kesselkoppe, hohes Rad), davor die - Jeschkenkoppe. SO.: Vorn der Goldberg, zwischen ihm und dem - Auberge das Hillemühltal, darüber die Falkenauer Berge mit - dem spitzen Kleis vor dem Roll, und den Bösigen, zwischen - welchen beiden im Hintergrunde die zweizackige Trosky-Ruine - erscheint; gerade über dem Goldberge, im Sattel von Parchen, - der betürmte Spitzberg bei Leipa; r. vom Goldberge der - Mittenberg bei Preschkau und der Steinschönauer Berg, r. - hinter diesem Steinschönau und in derselben Richtung Ruine - Altperstein hinter dem Maschwitzer Berge. S.: Der Koselrücken, - dahinter der Wilsch und r. an ihm in weiter Ferne der Prager - Laurenzibergturm; r. vom Wilsch der ruinengekrönte Ronberg - hinter dem Kamnitzer Schloßberge. SW.: der Geltsch (Richtung - Nolde-B. Kamnitz-Sattelberg), Hasenburg bei Lobositz, - Zinkenstein, Lobosch (hinter dem Ziegenrücken bei Bensen), - hohe Wostrai und die Höhen bei Nemschen (jenseits der Hortauer - Höhen), im Hintergrunde der Donnersberg, näher die Doberner - Höhe mit Parlosa (über dem Rabsteiner Stationsgebäude jenseits - des Himmertschberges) und die betürmte Kolmer Scheibe, im - Vordergrunde der Ottenberg, hinter ihm draußen die Wand des - Erzgebirges bis zum Schönwalder Spitzberg, der hinter dem - vorliegenden Schneeberge (Turm) noch sichtbar ist. Diesem - ist im W. vorgeschoben der betürmte Rosenberg; hinter diesem - zeigen sich die Höhen von Gottleuba, näher und hinter einander - gestellt Zirkelstein, Kuppelberge, Pabststein und Königstein, - sodann Kaiserkrone und Lilienstein, anschließend der gr. - Winterberg (Turm). NW.: Zu Füßen Dorf Kaltenbach, darüber - Rennersdorf mit dem Kreuzberge, dahinter der Dittersbacher - Felsenkessel; hinter der Kirche von Dittersbach der - Rauschenberg, das Prebischtor und noch weiter das alte Schloß - Stolpen r. vom Waizdorfer und Gickelsberge jenseits Schandau, - weiter r. der betürmte Unger, Tanzplan (Turm), Valtenberg - (Turm), Botzen, Zeidler Plissenberg und Pirsken. - -Höchst lehrreich ist die Rundsicht für den Gesteinskundigen. Nach -N., O. und S. überlagern den Sandstein mächtige Decken aus Basalt -und Klingstein mit zahlreich aufsitzenden Domen, Kuppen und Hörnern. -Sie schützen den leicht zerstörbaren Sandstein vor dem Einflusse -der Erosionskräfte und bewahren ihn vor der Abtragung, so daß er -nur an den Talseiten angeschnitten werden konnte und diese mit den -charakteristischen Wollsackformen ziert. Im W. fehlte das vulkanische -Riesenkonservierungsmittel, und der Quader mußte bis auf den Rest, der -gegenwärtig die böhmisch-sächsische Schweiz bildet, der Erosion und -Denutation anheimfallen. - -So lehrreich aber in der Regel Rundsichten für die topographischen -Verhältnisse sind, so selten geben sie eine derartige ästhetische -Befriedigung, wie vereinzelte malerische Ausblicke. Wer letztere am -Kaltenberge sucht, muß sich beim Abstiege nach einigen Schritten r. dem -oberen Rande der vom Wege aus sichtbaren Brockhalde zuwenden. Von hier -aus, wie von verschiedenen anderen Punkten der riesigen Schutthalden am -Südhang des Berges findet der Wanderer herrliche Ausblicke, zu denen -das wirre Steinmeer mit uralten, zerzausten Wettertannen einen recht -wirksamen Vordergrund bildet. - -Wer hier die Kammtour unterbrechen will, hat die Wahl zwischen den -+Bahnstationen Hillemühl+ (1¼ Std.) und +B. Kamnitz+ (1¾ Std.). In -letzterer Stadt, die des Sehenswerten viel bietet, befindet sich -eine Sektion des Gebirgsvereines für die böhmische Schweiz nebst -Studentenherberge. - - - - -Kaltenberg-Rosenberg (5 Std.). - - -Der Abstieg vom Kaltenberge geschieht auf demselben Wege wie der -Aufstieg, bis zum Gasthause »zum Kaltenberg« in +Oberhasel+ (20 Min.). - - Wer hier die Kammwanderung unterbrechen und zur +Bahnstation - B. Kamnitz+ (1¼ Std.) will, der geht auf der Straße durchs - Dorf hinab. In 20 Min. ist er wieder auf der Kaiserstraße, die - l. von der Kreuzbuche herkommt und über Oberkreibitz nach B. - Kamnitz abwärts führt. - -[Illustration: Die Dittersbacher Felsenkette. - -Postkarte.] - -Wir aber wandern vom genannten Gasthause ab, wo neben einer kleineren -Linde, die das Kammzeichen trägt, eine prächtige Doppellinde -steht, auf einem ziemlich steinigen Wege längs eines lebenden -Zaunes niederwärts. Vor uns genau im Süden haben wir den Goldberg, -knapp r. neben ihm den kahlen Kegel des Silberberges, r. von diesem -den Kamnitzer Schloßberg, hinter welchem l. die Scheibenwarte bei -Meistersdorf zuhöchst aufragt; r. vor dem Schloßberge ist der -Noldenfelsen, dahinter der Sattelberg bei Henne und noch weiter der -Freudenberg mit der Bockner Höhe. - -Nach 4 Min. kommen wir am »Gasthaus zu Oberhasel« (r.) vorüber und -nach weiteren 2 Min. beim letzten Hause von +Oberhasel+. Hier haben -wir einen schönen Blick l. über das lang sich hinziehende Unterdorf am -Silberberge vorüber auf den Kamnitzer Schloßberg, der sich hinten gegen -den Forst und den Sonnebergrücken abhebt. - -Wir wandern nun r. zwischen Feldern eben fort; der Waldrand des -Kaltenberges bleibt zurück. Vor uns haben wir den wie abgehackt -aussehenden Himmertschberg und links von ihm den Lotterberg, hinter uns -den Mittenberg und Steinschönauer Berg vor dem Bildstein. Nach 4 Min. -kommen wir zu einem +Holzkreuz+ zwischen zwei Linden; gleich hinter -demselben steht ein Pfahl mit dem Kammzeichen. Der Weg geht aber nicht -geradeaus weiter, wie man vermuten könnte, sondern wendet sich l. auf -zwei kleine, in dem freien Gelände gut sichtbare Lindenbäumchen zu, -zwischen denen ein Pfahl mit einem +Marienbilde+ und dem Kammzeichen -steht. Gleich nachher folgt ein gepflasterter, aber beraster Weg -und es öffnet sich ein +Gründel+, in das ein fast unbetretener Pfad -hinabführt. Das Gründel ist von kräftigen Buchen gesäumt; schon am -ersten Baume hängt das Kammzeichen. Wir halten uns zur Seite der -Buchen. Hinter dem Gründel kreuzen sich mehrere Fahrwege. Wir halten -uns rechts und geradeaus weiter aufwärts auf den Pfahl zu, der oben -auf der +Sattelhöhe+ zwischen Himmertschberg (l.) und Kaltenberg (r.) -steht und das Kammzeichen trägt (10 Min.). Hier ist die Wasserscheide -zwischen dem Kamnitz- und Kreibitzbache, bezw. zwischen einem Zuflusse -des Hasler Baches und einem Bächlein, das n. durch das Limpacher Loch, -an das sich, nebenbei bemerkt, viele Sagen vom Limbauer knüpfen, in den -Kaltenbach fließt. - -Wir wandern an der nördl. Lehne des 539 _m_ hohen, basaltischen -+Himmertschberges+ weiter, unter Rückblicken auf den Fischberg, unter -welchem Namen die beiden Kuppen des Gold- und Silberberges bei Hasel -zusammengefaßt zu werden pflegen. Wo sich der Weg etwas mehr hebt, -gewinnt man auch einen Ausblick l. am Kaltenberge vorüber auf die -Dittersbacher Felsen. Uns zur Seite r. zieht sich ein tiefer und -breiter, mit Laubhölzern bewachsener +Grund+, der alsbald hinter -dem Zeichenpfahl beginnt, anfänglich durch Äcker von unserem Wege -geschieden ist, später aber denselben innerhalb seines bebuschten -Saumes aufnimmt. Nach 12 Min. wendet sich der Weg vom Grunde l. ab und -etwas lehnan auf freies Ackerland. - - Vor uns haben wir den doppelkuppigen +Rolleberg+, dessen - linke, niedrigere Kuppe »Schenkenberg« heißt, während die - höhere Kuppe (459 _m_), der sogenannte »Bilfertstein«, kahl - und felsig ist und nur auf der Spitze ein einsames Bäumchen - trägt; l. hinter ihm ist der kahle Ottenberg, zwischen beiden - rückwärts der Tonelsberg bei Schemmel vor dem Rosenberge; l. - vom Ottenberge der Huttenberg vor der Doberner Höhe. R. vom - Bilfertstein Dorf Limpach, dahinter der schopfartig bebuschte - Limpacher Berg, weiter die steilen Felsen von Hohenleipa und - Herrnskretschen mit dem gr. Winterberge. R. von Limpach Dorf - Kaltenbach, zwischen beiden rückwärts Rennersdorf vor den - Dittersbacher Felsen, im Hintergrunde der Tanzplan bei Nixdorf. - Beim Weiterschreiten zwischen Wiesen und Aeckern, an zwei - allein stehenden Erlen vorbei, erscheint bei einer Wegbiegung - gegen Limpach zu r. von den Dittersbacher Felsen der Böhmberg - bei Niederkreibitz vor dem Zeidler Plissenberge, dann der Irig - bei Daubitz vor der Wolfsbergspitze, endlich das Steingeschütt - bei Teichstatt knapp jenseits der ausgedehnten Steinhalden - des Kaltenberges, in der Richtung einer hoch oben gelegenen - Einschicht von Limpach. Rückwärts kommt wiederum der Goldberg - zum Vorschein neben der senkrecht abfallenden Basaltwand des - Himmertschberges. - -Nach 10 Min. ist man beim ersten, etwas abseits stehenden Gehöfte (r.) -von =Limpach=, nach weiteren 2 Min., das Feuerwehrgerüst zur Rechten, -auf der Kreibitz-Kamnitzer Bezirksstraße bei einem Wegkreuz neben dem -Gasthause des Johann Scheiner. Hier biegen wir scharf l. auf die Straße -ab, das Gasthaus mit noch zwei weiteren Häusern r. lassend. Der übrige -Teil des nicht viel mehr als 30 Häuser zählenden, alten Bauerndorfes -bleibt westlich der Straße zurück. Diese wurde vor etwa 40 Jahren -gebaut; doch führte schon in alter Zeit eine wichtige Verkehrs- und -Handelsstraße hier durch, die auch von Wallenstein im Herbste 1633, von -General Browne nach der Schlacht bei Lobositz (1756) und wenigstens -teilweise auch vom Prinzen v. Preußen nach der Schlacht bei Kolin -(1757) benützt wurde. - -Die mit Ebereschen -- den steten Begleitern unserer Gebirgsstraßen -- -besäumte Straße steigt etwas an; l. haben wir noch eine Einschicht -von Limpach, darüber hinaus einen herrlichen Anblick der beiden -Hasler Fischberge zwischen Kalten- und Himmertschberg; r. sperrt der -Bilfertstein den Fernblick. Nach 5 Min. tritt r. hoher Wald an die -Straße heran, der nach 2 Min. bei einem hohen Holzkreuze oben auf dem -+Sattel+ (408 _m_) zwischen Ottenberg und Himmertschberg endet. L. an -der Straße blüht reichlich wohlriechende Stendelwurz (~Platanthera -bifolia Reichb.~) und langspornige Christushand (~Gymnadenia conopea R. -Br.~). Hier ist die Wasserscheide zwischen dem Limpacher Bache und dem -Kunnersdorfer Weißbache, bzw. dem Kreibitz- und Kamnitzbache. - -Nun fällt die Straße. Nach 4 Min., wo sie wieder in Wald tritt, -verlassen wir dieselbe und biegen r. im scharfen Winkel den Waldrand -entlang ab. Es ist nicht unmöglich, daß Kaiser Josef II. am 22. -September 1779 auf seinem Ritte von Hasel nach Kunnersdorf durch diesen -Wald kam. Denn, wie die +Sage+ berichtet, traf der Kaiser unterwegs im -Walde ein Weib, welches Heide hackte. Er fragte, ob das Hacken schwer -gehe, ließ sich die Hacke geben und hackte selbst einigemal. Darauf -beschenkte er die Frau mit einem Dukaten. Diese Frau hieß Palme und war -aus Limpach. - - Die Straße weiter durch den Wald würde uns in wenigen Minuten - nach Kunnersdorf und eine halbe Stunde weiter in die Stadt +B. - Kamnitz+ zur +Bahnstation+ bringen -- sehr gelegen für Jene, - welche die Kammtour unterbrechen wollen. - -Wir haben jetzt auf unserem Wege den +Rolleberg+, den wir südlich -umgangen haben, zur Rechten, hinter ihm r. schauen Kaltenberg und -Himmertschberg heraus, während l., bei einer Knickung des Weges nach -abwärts, die Doberner Höhen zum Vorscheine kommen. Nach 4 Min. stehen -wir auf einem breiten, sandigen Wirtschaftsfahrwege, der l. von -Kunnersdorf, das man hier liegen sieht, heraufkommt. Hinter Kunnersdorf -macht sich die Kuppe des Sattelsberges bei B. Kamnitz bemerkbar, r. -dahinter der Freudenberg und die Doberner Höhe, weiter r. und näher der -Huttenberg und ganz nahe nw. der +Ottenberg+. Auf letzteren zu wandern -wir die sandige Straße zwischen Feldern aufwärts, den Lotterberg hinter -Kunnersdorf im Rücken. Nach 6 Min. sind wir wieder auf der +Sattelhöhe+ -zwischen Himmertsch- und Ottenberg, wo l. ein Wegweiser auf einen -abkürzenden Steig nach B. Kamnitz verweist. - - Wer mit der Zeit nicht zu kargen braucht, kann von hier - einen Abstecher auf den =Ottenberg= machen, was etwa 30 Min. - in Anspruch nehmen dürfte. Der Ottenberg ist eine kahle, - aussichtsreiche, bequem ersteigliche Basaltkuppe von 479 _m_ - Seehöhe, woselbst die Gebirgsvereinssektion B. Kamnitz am - 25. Mai 1892 eine +Schutzhütte+ eröffnet hat. Östlich lenken - die beiden treuen Begleiter auf unserem bisherigen Wege, - der Kaltenberg und der Himmertschberg, den Blick auf sich; - zwischendurch sieht man den Fischberg, l. am Kaltenberge den - betürmten Tannenberg und r. am Himmertschberg die Spitze des - Kleis. Weiter r. vor dem Blottendorfer Kamme bemerkt man den - Mittenberg bei Preschkau, daneben den Steinschönauer Berg - mit Steinschönau und hinter diesem die hochgelegene Kirche - von Parchen. Gegen Süden liegen in einer Linie Kunnersdorf, - die Nolde, B. Kamnitz, der ruinengekrönte Schloßberg, die - Scheibenwarte und im Hintergrunde Ruine Altperstein; r. vom - Schloßberge der Geltsch bei Auscha hinter der Bockner Höhe, - dann der Donnersberg hinter der Hochfläche von Parlosa. - Von Südwest her zieht sich die Wand des Erzgebirges bis - zum hohen Schneeberg, an den sich nordwestlich über den - Rosenberg hinaus die Zschirnsteine, der Zirkelstein, die - Kaiserkrone, der Pabst-, König- und Lilienstein und der - große Winterberg anschließen. Nördlich liegt Dittersbach mit - seinem Felsenkessel, im Hintergrunde die betürmten Kuppen - des Tanzplan und Valtenberges, dann näher Rennersdorf mit - dem Kreuzberge vor der Wolfsbergspitze, nordöstlich jenseits - des Dorfes Kaltenbach Niederkreibitz vor dem Irig und dem - Steingeschütt und Stadt Kreibitz vor dem Plissenberge; l. - hinter dem Irig die Kirche von Daubitz. - -In 3 Min. ist der Höhenrücken im Anblicke der Dittersbacher Felsgebilde -gequert; bei einem weithin sichtbaren +Wegkreuze+ r. an unserer Straße -verlassen wir dieselbe und zweigen nach r. von der Hochfläche ab, -wobei l. Hand am Ottenberge vorüber die mächtige Kuppel des Rosenbergs -prächtig auftaucht, r. aber immer noch der Kaltenberg hinter dem nahen -Bilfertstein, der in einem prächtigen Durchblicke erscheint, sichtbar -bleibt. Zwischen Äckern und Wiesen, auf denen massenhaft Wollgras und -Sumpfdisteln wachsen, geht es rasch abwärts, anfänglich durch den -sogenannten »Birkenbusch«, dann über die +Steinwiesen+, wo ehedem fast -Stein an Stein von einer seltenen Härte, sogenannter »Flintsstein«, -lag; schütteres Gesträuch besäumt wohl auch den Weg, die Fernsicht -verschwindet und nach 5 Min. sind wir in hohem Fichtenwalde; hier -geht es womöglich noch steiler abwärts, bis wir nach 3 Min. auf einer -+Brücke+ ein Wässerchen kreuzen, einen Zufluß des Kreibitzbaches. Dann -geht es eine Minute lang aufwärts auf einen flachen +Querrücken+ mit -freiem Ausblicke nach r. auf den Limpacher Berg, während l. Wald den -Weg besäumt. Dieser Sandsteinrücken kommt vom Limpacher Berge her, -zieht sich l. noch 1½ _km_ weiter gegen das Kreibitztal und endet -südwestlich von der Grieselmühle etwa 80 _m_ über der Talsohle mit -einem schroffen Felsstocke, auf dessen Plattfläche der Besitzer der -Grieselmühle 1887 ein eisernes Schutzgeländer und eine Wetterstange -anbringen ließ, letztere aus dem Grunde, weil die Bestimmung der -Windrichtung in der Grieselmühle unten ziemlich schwierig ist. - - Ein Abstecher dahin verlohnt sich. Die +Fernsicht+ gleicht - jener von der Dittersbacher Seite des Ottenberges. Besonders - schön ist der Blick auf die unmittelbar darunter liegenden - Wiesen-, Wald-, Bach- und Teichflächen, ähnlich jenem vom Brand - bei Schandau ins Polenztal. Bis jetzt hatte der Punkt keinen - Namen; wir wollen ihn aber nunmehr nach dem Vorschlage des - Besitzers »=Grieselhorn=« taufen. - -In 4 Min. ist der Rücken überschritten. Wir sind im oberen +Rollbusche+ -und nun gehts im dichten Nadelwalde wieder abwärts. Wir kommen nach -2 Min. an einem Wegweiser Kamnitz-Dittersbach vorüber, nach weiteren -3 Min. zu einem +Mariahilfbilde+ an einem Baume mit Bank davor. Hier -wird der Abstieg besonders steil und führt durch die Waldstrecke -»=Lindicht=«, das sogenannte »Liencht«, weiter. Der erste Teil des -Lienchtweges ist 1886 von der Gebirgsvereins-Sektion Dittersbach -umgelegt worden, was als ein großes Verdienst des Gebirgsvereines für -die böhm. Schweiz zu betrachten ist. In einer Windung mit gemäßigtem -Gefälle zieht sich jetzt der sandige Weg vom Mariahilfbilde in den -Grund hinab, wo man nach 6 Min. an einer schmucken, buchenbesäumten -Felsennische (r.) mit einer +~Ecce homo~-Statue+ vorüberkommt -und nach weiteren 3 Min. am südlichen Ufer des halbmondförmigen -=Grieselteiches=, auch »Helenen-See« genannt, anlangt, der in einer -Ausbuchtung des Kreibitzbachtales inmitten einer herrlichen Wald- -und Felsszenerie wahrhaft idyllisch gelegen ist; Teichrosen decken -seine spiegelnde Fläche, und gegenüber schaukelt verlockend ein Kahn -zur Seite eines Lusthäuschens, das zugleich als Kahnhäusel dient: -wahrlich ein entzückendes Bild, würdig, vom Pinsel des Malers verewigt -zu werden! Um den Teich l. herum führt der Weg zur =Grieselmühle= -(r.), einer zu Dittersbach gehörigen Einschicht älterer Bauart, die -ihren Namen von einem ehemaligen Besitzer Griesel hat und gegenwärtig -im Besitze des Schönlinder Fabrikanten Josef Ohme zur Zwirnerzeugung -dient, zugleich aber Gasthaus und Touristenstation ist; Tische und -Bänke im Waldesschatten l. am Wege laden nach zweistündigem Marsche zur -Ruhe und Atzung ein. - -Hinter der Grieselmühle führt nach r. an der im Sandstein -ausgewaschenen »Najadenhöhle« vorüber ein vom Gebirgsvereine für die -böhm. Schweiz 1884 angelegter, mit Ruhebänken besäumter und den Bach -mehrfach auf Stegen übersetzender Touristenweg in den nunmehr gänzlich -erschlossenen hochromantischen, engen +Paulinengrund+; unser Weg aber -führt l. weiter, auf einer Brücke über den Kreibitzbach und dann r. -die Lehne hinauf auf die Dittersbach-Schemmler Bezirksstraße, die man -in 10 Min. beim =Grieselkreuz= (258 _m_) erreicht. Auf dem Wege dahin -hat man rückwärts das Grieselhorn, vor sich den Donsberg diesseits -Dittersbach, r. aber an dem den Weg besäumenden Waldsaume zwei -riesige, backofenförmige Sandsteinblöcke mit mannshohen, eigenartig -ausgewitterten Höhlungen. - - Oben beim Dittersbacher Grieselkreuz gibt es Wegweiser in - den Gerstgrund, über die Hinschke zu den Eisengruben und ins - Scholzental, sowie nach =Dittersbach=. Letzteres Pfarrdorf, - das auf ein hohes Alter zurückblickt, gegenwärtig 110 Häuser - zählt, vom Bielebache und der Herrnskretschen-Kreibitzer Straße - durchzogen wird, ist Sitz einer Gebirgsvereinssektion mit - Studentenherberge und seit vielen Jahrzehnten eine besuchte - +Sommerfrische+, sowie ein Hauptknotenpunkt der böhmischen - Schweiz. Es liegt 15 Min., das aussichtsreiche Hotel Bellevue - nur 10 Min. entfernt, so daß ein Abstecher dahin nicht zu - viel Zeit in Anspruch nimmt. Dasselbe gilt vom =Donsberge=, - einer 323 _m_ hohen Basaltkuppe, nahe vor uns geradeaus an der - Straße; er ist seit 1883 vom Gebirgsverein auf Spazierwegen - zugänglich gemacht und gewährt von der 1885 errichteten - +Aussichtsgallerie+ einen hübschen Blick auf Dittersbach und - seine vielbesuchten, merkwürdigen Felsgebilde (Falkenstein, - Marienfelsen, Wilhelminenwand, Rudolfstein, Katzenkirche), die - es umkränzen. - -Wir wenden uns vom Kreuze ab auf der Straße im scharfen Winkel -nach l. Vor uns haben wir den Rosenberg, zur Linken den Otten- und -Kaltenberg, r. den Donsberg und rückwärts die Dittersbacher Felsen. -Nach 5 Min. geht es in hochstämmigem Walde abwärts, aber schon nach -2 Min. verlassen wir die nach l. ausbiegende und über Ober-Schemmel -nach Windischkamnitz führende Straße, dort wo r. an einer Kiefer -ein +Marienbild+ hängt und l. wiederum zwei solche wunderliche -Sandsteinblöcke, wie bei der Grieselmühle, liegen. Über eine Wiese -mit einer Ursprungsader des Bielebaches, dann am Walde (l.) entlang, -der nach 1 Min. bei einem neuen +Marienbilde+ an einer Kiefer endet; -r. vom Rosenberge kam Hohenleipa mit dem Schloßberge in Sicht. Nun -zwischen Feldern 3 Min. aufwärts auf die =Schemmler Folgen=, eine -bebaute Hochfläche von 270--280 _m_ Seehöhe mit herrlichen Ausblicken -auf die Berge und Felsen der böhmischen Schweiz zwischen dem Rosenberge -im Westen und dem Kaltenberge im Osten. Nach 2 Min. trifft man l. am -Wege das =Schemmler Grieselkreuz=, das 1795 errichtet wurde und auf -einem Sandsteinsockel eine Kreuzesgruppe (Maria und Magdalena unter dem -Kreuze) trägt. L. unten sieht man die von einer malerisch-zerklüfteten -Sandsteinfelsenkette besäumte Bezirksstraße, darüber den Kaltenberg; r. -bleibt der Bielborn, wo die kleine Biele entspringt, die in die große -Biele zwischen Dittersbach und Grundmühle mündet. Nach 4 Min. kommt -man zu der 1788 errichteten +Folgenkapelle+ neben 4 Häusern, die nach -Schemmel, d. i. zu den Schemmler »Folgen« gehören -- eine Benennung, -die schon im 16. Jahrhunderte gebräuchlich war und mit Hutweide -gleichbedeutend gewesen sein dürfte. - -Zwischen dem zweiten Hause und der dazu gehörigen Scheuer geht unser -Weg, unmittelbar vor einem Teichel, hindurch; zur Linken haben wir -den Huttenberg jenseits Schemmel, dessen Häuser nun unten an Bach und -Straße höchst malerisch sichtbar werden. Durch einen Hohlweg geht es -abwärts gegen das Dorf zu; wir kreuzen oberhalb desselben bei einer -Scheuer (l.) einen aus dem Dorfe heraufkommenden Fahrweg und folgen -einem Wegweiser »Zur Kahnfahrt« einen steilen Fußpfad hinab in ein -Gründel, nach dessen Durchquerung wir nach 5 Min. einen Fahrweg -durch ein Wäldchen hinaufsteigen, um gleich darauf unter zeitweisen -Ausblicken l. auf die Dorfhäuser, durch einen Hohlweg wieder abwärts -zu wandern und nach 3 Min. beim Gasthause »zur Eiche« gegenüber der -Grieselbrettmühle in +Niederschemmel+ die Dorfstraße zu erreichen. -Das alte Bauerndorf =Schemmel= zieht sich mit seinen 100 Häusern -von 213 _m_ Seehöhe zu beiden Seiten des Kreibitzbaches gegen -Windischkamnitz herab und wird nur zum Teil von der dahin führenden -Bezirksstraße berührt. - - Schemmel besitzt eine besondere Merkwürdigkeit in seiner - mitten zwischen den Häusern gelegenen Felsenkapelle, die - äußerlich einem natürlichen, von Regen und Wetter zernagten - Sandsteinblocke so täuschend ähnlich sieht, daß nur an Tür und - Fensterchen die Spuren der Menschenhand wahrzunehmen sind, - welche die sehenswerte Betstätte in den lebendigen Felsen - gehauen hat. Der Innenraum ist 12 bis 16 Schritte lang und so - breit, daß zwei Bankreihen, jede mit fünf Bänken, darin Platz - haben und noch reichlich Raum für den ansehnlichen Hochaltar - verbleibt. - -Unser weiterer Weg wendet sich bei dem genannten Gasthause r. zwischen -den Häusern am Mühlbache, der zur Linken bleibt, entlang, den Rosenberg -vorn, den Ottenberg im Rücken. Nach 8 Min. sind wir beim letzten Hause -von Schemmel, in weiteren 7 Min. -- eine Stunde von der Grieselmühle --- zwischen Mühlbach und felsenbesäumter Waldlehne, beim ersten Hause -von =Nieder-Windischkamnitz=, einer Brettmühle; das alte und große -Pfarrdorf Windischkamnitz (200 Häuser) zieht sich zur Linken, in -gleicher Seehöhe wie Schemmel, am Kamnitzbache und an der Bezirksstraße -in einem felsenbesäumten Wiesentale 45 Min. lang hin, von wo dann -durch das angrenzende Jonsbach einerseits B. Kamnitz in 1 Stunde, -andererseits die +Bahnstation Rabstein+ in 30 Min. zu erreichen ist; -eine Abteilung des Gebirgsvereines für die böhmische Schweiz nebst -Studentenherberge befindet sich daselbst. - -Von der Brettmühle führt r. der Weg zwischen Gärten zum Gasthause -der Frau Fiedler nächst der Einmündung des Kreibitzbaches in -den Kamnitzbach, wo die 1881 eingerichtete =Kahnfahrt durch die -Ferdinandsklamm= auf dem ungestauten Gewässer des Kamnitzbaches, eine -der hervorragendsten Partien des Kammweges, beginnt. Es sind Boote -verschiedener Größe zur Verfügung; das Fahrgeld für eine Person beträgt -eine Krone. Gleich unterhalb der Boothaltestelle verengt sich das Tal -und hohe Felswände besäumen die Ufer, so daß oft auf große Strecken -jeder Weg längs derselben versperrt ist. Die Boote gleiten bald -pfeilschnell durch Strudel, bald langsam schaukelnd über flache Stellen -talwärts, hier an Klippen vorüber, dort schneeweiß blühende Massen von -flutendem Hahnenfuß (~Ranunculus fluitans Lamk.~) durchschneidend, -mitten durch die seltsam geformten, moos- und baumbewachsenen Felswände -hindurch, die bald hart an das Wasser herantreten, wie der tief -unterwaschene +Teufenstein+, der +Kreuzstein+ und der +Hiekschenstein+ -l. und die senkrecht abfallende +Dostwand+ r., bald zu Talkesseln -sich erweitern, wie die +schwarze Teufe+, wo aus dem vollständig -ruhigen, dunklen Gewässer kulissenartig aufragende Felseninseln sich -spiegeln. Weiterhin schließt sich l. eine Art Felsenfestung an, -der +kleine Oybin+, mit hoch und gewaltig gegen Himmel starrendem -Gesteine. Eine Felsenpyramide r., deren Spitze eine Kiefer trägt, -steht an der Eingangspforte in den Talkessel der Grundmühle. Unter -der +Grundmühlbrücke+ hindurch, über der im Felsen die Inschrift -»Z. G. 1734« zu lesen ist, an der Mündung des +Bielebaches+ (r.) -vorüber, landen wir nach 30 Min. gegenüber der Mühle oberhalb eines -Wehres, schreiten am r. Bach-Ufer unter Benützung von in den Felsen -gehauenen Stufen auf einem schmalen Pfade bis zu einem hohen Holzstege -unterhalb des Wehres und auf jenem hinüber zur =Grundmühle=, einer zu -Kamnitzleiten gehörigen, schon im 16. Jahrh. urkundlich erwähnten, -einschichtig gelegenen Mahlmühle, einem wahren touristischen -Kleinode. Das jetzige Mühlgebäude ist 1727, die alte nun aufgelassene -Branntweinbrennerei 1814 erbaut. In Beziehung auf die Holzflößerei, -woran noch alte Balkenlöcher und auch zwei wirkliche, von einer alten -Holzschleuse herrührende Balken erinnern, spielte die Grundmühle -Jahrhunderte lang eine bedeutende Rolle. Seit 1888 ist mit der Mühle -das Schankrecht verbunden; gegenwärtiger Besitzer seit 1891 ist Franz -Pohl. - - Der =kleine Oybin=, unterhalb welchem die Grundmühle liegt, - ist ein bewaldeter, etwa 80 _m_ hoher, isolierter Felsblock - von glockenförmiger Gestalt, der nach Bau und landschaftlicher - Bedeutung an den Oybin bei Zittau erinnert, daher sein Name. - Er läßt sich in halber Höhe umwandern und bietet teils auf das - untenliegende Kamnitztal, teils auf die umliegenden Höhen, vor - allem auf die gewaltige Kuppe des benachbarten Rosenberges, - hübsche Ausblicke. - -Bei der Grundmühle zweigt um den kl. Oybin herum nach Osten ein -entzückend schöner, waldbesäumter Touristenweg längs des Bielebaches -in 1 Stunde nach +Dittersbach+, ein steil aufsteigender Fahrweg -westlich neben dem +Mühlgrunde+, wo 1896 die Sektion Windischkamnitz -das »Kriegshäuschen« zugänglich machte und auf dessen Kuppe eine -Schutzhütte errichtete, in 20 Min. hinauf nach +Kamnitzleiten+. Unser -Kammweg aber geht über den hohen Steg wieder zurück aufs rechte -Bach-Ufer und bachabwärts l. in 10 Min. auf einem lauschigen, 1879 -vom Fürsten Clary angelegten Steige zwischen Wald und Fels bis zur -=Kirchgrundbrücke=, wo r. der von der Sektion Hohenleipa bequem -erhaltene +Kirchgrundsteig+ in 15 Min. steil nach +Hohenleipa+ -hinaufführt. - - =Hohenleipa= ist ein altes Bauerndorf, das mit seinen 112 - Häusern zerstreut um die nach +Herrnskretschen+ (2 Std.) und - +Dittersbach+ (30 Min.) führende Bezirksstraße und um den - 387 _m_ hohen +Schloßberg+ aussichtsreich im Bereiche der - böhmischen Schweiz gelegen ist und sich seit einer Reihe von - Jahren zu einer beliebten +Sommerfrische+ aufgeschwungen hat; - eine Abteilung des Gebirgsvereines für die böhmische Schweiz - und eine Studentenherberge befinden sich daselbst. - - Die mehr als stundenlange Strecke des Kamnitzbachtales von der - Kirchgrundbrücke abwärts bis zum Anfange der erschlossenen - »+Wilden Klamm+« im Soorgrunde ist nur in ihrem Anfangsteile, - im »breiten Grunde«, auf einem, von der Sektion Hohenleipa - in Stand gehaltenen schmalen Pfade bis zur »=hohen Wand=« - begehbar, einer glatten Felswand mit überhängendem Gestein - jenseits der =hohlen Teufe= -- auch »Hölle« oder »Höllenteufe« - genannt, -- einem natürlichen, etwa 50 Schritte langen, - durch Loslösung eines Felsüberhanges gebildeten und - künstlich erweiterten Tunnel, durch welchen sich Bach und - Weg hindurchzwängen. Hinter der »hohen Wand« ist bald jedes - Vordringen unmöglich. Im Jahre 1888 war auch die Kahnfahrt von - der Grundmühle abwärts bis zum »breiten Grunde« in Betrieb - gesetzt worden; doch entstanden infolge der Hochwässer im Jahre - 1897 derart unüberwindliche Hindernisse, daß dieselbe wieder - eingestellt werden mußte. - -Wir überschreiten die Kirchgrundbrücke, die tiefste Stelle des ganzen -Kammweges, und steigen durch den von himmelhohen Felsen besäumten -schluchtartigen =Kirchgrund= auf einem, 1901 von der Sektion Rosendorf -neu angelegten Wege in 15 Min. hinauf nach =Kamnitzleiten=. Das alte, -stille Bauerndorf liegt mit seinen 46 Häusern am Rande der wilden -Kamnitzbach-Talschlucht, in welche man vom »+Spitzen Stein+« (338 _m_) -beim letzten Hause westlich, dem Niederbauer, großartige Einblicke -hat; die Sektion Rosendorf hat 1891 auf demselben ein eisernes -Geländer angebracht. Von Kamnitzleiten führt der Kammweg südwestlich -auf der 1886 neugebauten Rosendorfer Straße in 15 Min. zum Walde, wo -wir l. von der Straße abbiegen und in 5 Min. auf die 1893 ausgebaute -Straße, die von r. aus dem 15 Min. entfernten, alten Pfarrdorfe -+Rosendorf+ (300 Häuser, Sitz einer Abteilung des Gebirgsvereines -für die böhmische Schweiz mit Studentenherberge) heraufkommt, -einmünden. Hier ist ein Schutzdach für Wagen und Pferde und hier -trifft auch der Touristenweg von Tetschen her über Binsdorf ein. Wir -überschreiten ein freies Plätzchen, ein Wieslein, welches zu Ehren des -langjährigen Obmannes des Gebirgsvereines für die böhmische Schweiz, -des Bürgerschuldirektors Robert Manzer »+Manzer-Platz+« benannt ist -und von wo der 1882 angelegte angenehme und schattige »Manzer-Weg« -nach Nieder-Windischkamnitz zur Kahnfahrt in 40 Min. l. hinabführt -- -beachtenswert für Jene, welche den Kammweg in umgekehrter Richtung -begehen, da das Befahren des Kamnitzbaches nur abwärts gegen die -Grundmühle, nicht aber aufwärts von der Grundmühle möglich ist. - -An den +Eislöchern+ -- Klüften zwischen Basaltstein, wo auch im -Sommer Eisbildung stattfindet -- vorüber führt der 1883 angelegte, -breite und sehr schattige Weg in 45 Min., anfänglich durch Fichten-, -dann durch prächtigen Buchenwald, auf der Nordseite des Berges in -vielfachen Windungen empor. Die gleich mächtigen Säulen emporstrebenden -Buchenstämme tragen ihr grünes Dach in schöner Wölbung gleich einem -gotischen Bauwerk, durch dessen, von einer befiederten Sängerschar -belebtes Laubwerk die Strahlen der Sonne wie durch bunte Kirchenfenster -auf das üppig sprossende Unterholz hindurch zittern. L. unterhalb -des Gipfels nimmt der Weg einen von Windischkamnitz heraufkommenden, -1889 von der Sektion Windischkamnitz angelegten und 1898 teilweise -umgelegten Touristenweg auf. Ganz nahe dem Gipfel hat man auf einem -Austritte einen prächtigen Blick auf Dittersbach, dahinter auf -Rennersdorf und Kreibitz. - -Der =Rosenberg=, eine malerische Zierde und ein vielbesuchter -Zentralpunkt der böhmischen Schweiz, erhebt sich 616 _m_ hoch mitten -aus der ausgedehnten Sandstein-Hochfläche von Binsdorf, dieselbe -beiläufig 280 _m_ überragend. Er besteht aus +Basalt+, der teils in -zahlreichen Trümmern die steilen Hänge bedeckt, teils hie und da -- -wie nordöstlich am Gipfel und beim Eisborne am Südost-Abhange -- in -fünf- und sechsseitigen Säulen ansteht; der Basaltstock am Gipfel fällt -dadurch auf, daß er zu einem prächtigen Ruheplätzchen hergerichtet -ist. Der vom Basalt durchbrochene Sandstein bildet an der Nordseite -eine steile Terrasse. Von weit und breit sieht man die formenschöne, -stumpf-kegelförmige Kuppe des Berges, der die ganze Gegend beherrscht, -und der auch im Volksglauben und in der +Volkssage+ von altersher -eine große Rolle spielt: man erzählt von einer Kapelle auf dem -Gipfel, die 1326 durch ein Erdbeben vernichtet worden sein soll; -mehrere Sagen knüpfen sich an eine andere Kapelle, die beim »guten -Born« gestanden sein soll und von welcher man noch jetzt die Stufen -sieht; im Altargründel auf der Südseite hielten die Christen zur Zeit -einer Verfolgung ihren Gottesdienst unter einer Buche ab. Man nennt -den Berg geradezu den nordböhmischen Olymp, wo Teut, der Stammvater -der Deutschen Böhmens, von seinem jüngsten Sohne und dessen Familie -Abschied nahm, und will seinen Namen von »Asenberg« (Götterberg) -herleiten; nach einer anderen Vermutung stammt der +Name+ von dem -keltischen Worte »~ros~«, das etwas Hervorragendes bedeutet. Welchen -Eindruck der mächtige Waldberg auf den Beschauer hervorzubringen -vermag, hat seinerzeit Theodor Körner mit den Worten geschildert: -»Es ist in seiner Form und seinem Kolorit so was Herzliches, Treues, -Blühendes, daß ich mich ungern von ihm trennte.« Sein basaltischer, -buchenbeschatteter Boden beherbergt eine üppige +Pflanzenfülle+, die -nicht nur dem Kräutersammler reichliche Ausbeute bietet, sondern auch -den Botaniker von Fach nicht unbefriedigt läßt. Derselbe findet hier -als besondere Seltenheiten einen Schildfarn (~Aspidium Braunii Spenn.~) -und ein Rispengras (~Poa pratensis L. var. anceps~). Von sonstigen -Gewächsen seien erwähnt: Berg-Ehrenpreis (~Veronica montana L.~), -Wald- und Springschaumkraut (~Cardamine silvatica Link~ und ~impatiens -L.~), zwiebeltragende und neunblättrige Zahnwurz (~Dentaria bulbifera -L.~ und ~enneaphylla L.~), Dreifaltigkeitsblümchen (~Trientalis -europaea L.~), Waldwicke und Wald-Platterbse (~Vicia silvatica L.~ -und ~Lathyrus silvestris L.~), knollige Walderbse (~Orobus tuberosus -L.~), Heckenknöterich (~Polygonum dumetorum L.~), großes, mittleres -und Alpen-Hexenkraut (~Circaea lutetiana L.~, ~intermedia Ehrh.~ und -~alpina L.~), süße Wolfsmilch (~Euphorbia dulcis L.~), bunte Hanfnessel -(~Galeopsis versicolor Curt~), Sanikel (~Sanicula europaea L.~), -Christofskraut (~Actaea spicata L.~), Haargras (~Elymus europaeus -L.~), Waldhirse (~Milium effusum L.~), einblütiges Perlgras (~Melica -uniflora Retz.~), traubiger Hollunder (~Sambucus racemosus L.~) und -Alpen-Johannesbeere (~Ribes alpinum L.~). - -Auf der von hundertjährigem Laubwalde hoch überragten Gipfelwiese, -wo 1808 die Regierung eine Beobachtungsstation, eine sogenannte -»Larumstange«, errichtet hatte, hatte der Besitzer der Herrschaft -Binsdorf, wozu der Rosenberg gehört, Fürst Edmund Clary-Aldringen, -in seiner bekannten Touristenfreundlichkeit einen, mit seinem Wappen -gezierten, 14 _m_ hohen und in sechs Stockwerke abgeteilten hölzernen -+Aussichtsturm+ auf einem 2 _m_ hohen steinernen, unterkellerten -Unterbau errichten lassen, dessen Eröffnung am 29. Mai 1881 stattfand. -Er wurde 1891 vom Blitze beschädigt und, da er ohnedies keine volle -Rundsicht bot, durch einen um 10 _m_ höheren ersetzt, der am 4. Juli -1893 eröffnet wurde. Dieser wiederum wurde am 3. Mai 1903 vom Sturme -umgeworfen, und an seiner Stelle vom gegenwärtigen Herrschaftsbesitzer -Fürsten Carlos Clary ein dritter, 18 _m_ hoch und abermals aus Holz, -errichtet, der am 22. Mai 1904 dem öffentlichen Verkehr übergeben wurde -(Eintritt 30 ~h~). Neben demselben steht eine am 4. Mai 1890 eröffnete, -ebenfalls vom Herrschaftsbesitzer erbaute, überaus freundliche -+Gastwirtschaft+ (Blockhaus) mit Fremdenzimmern und nach Süd -- der -einzigen Richtung, wohin vom Gipfel des Berges selbst ein Ausblick -ermöglicht ist -- gelegener Veranda; die Räumlichkeiten für Küche u. -dgl. befinden sich daneben in dem 1882 erbauten, ursprünglich als -Gastwirtschaft dienenden Holzgebäude. - -Die +Rundsicht+ vom Turme ist nur gegen Dittersbach zu durch die alten -Buchen etwas eingeschränkt, ansonsten umfassend, der Eindruck ein -großartiger; der Genuß ist erleichtert durch Richtungslinien, die vom -Gebirgsvereine für die böhmische Schweiz auf der Brüstung angebracht -sind. - - Die nächste Umgebung in westlicher Richtung bildet die - Hochebene von Binsdorf, Arnsdorf, Rosendorf und Johnsdorf, - einer kolorierten Mappe gleichend, eingefaßt von den Waldungen - bei Ohlisch, Heidenstein (Koppenberg), Binsdorf (Hainhübel - m. Turm) und Elbleiten; dah. erheben sich die zahlreichen - Höhen der böhmisch-sächsischen Schweiz: Schneeberg mit Turm - (hinter Arnsdorf), gr. u. kl. Zschirnstein (hinter Rosendorf), - Königstein hinter den Koppelbergen, Pabststein und Lilienstein - vor den Bärensteinen, Zirkelstein und Kaiserkrone mit den Orten - Schöna und Reinhartsdorf zwischen ihnen und der Bastei im - Hintergrunde (hinter dem Rosendorfer Hutberge und Johnsdorf), - die Postelwitzer Elbesteinbrüche und die Schrammsteine vor dem - Brand, durchblicksweise die Höhen bei Pillnitz und die Türme - von Dresden (zwischen König- und Lilienstein). Daran schließt - sich nördlich der gr. Winterberg hinter den Silberwänden bei - Herrnskretschen, das Prebischtor hinter Stimmersdorf, die - Flügelwände mit Hochbuschkuppe (Turm) und Unger (Turm) im - Hintergrunde, die Thorwalder Wände mit Valtenberg (Turm), - Tanzplan (Turm) und Schweizerkrone im Hintergrunde. Nordöstlich - sieht man Hohenleipa und Dittersbach, dahinter l. Botzen, - Pirsken und Zeidler Plissenberg, r. Wolfsbergspitze (Turm) und - Rauchberg (Turm), und zwischen beiden über den Häusern von - Gärten den Jüttelberg bei Königswalde und den Czornebog (Turm) - und im äußersten Hintergrunde die Landeskrone. Östlich hat man - im Vordergrunde die hochgelegene Kirche von Windischkamnitz, - dahinter den Huttenberg mit Schemmel, den kahlen Ottenberg, - die Dörfer Limpach und Kaltenbach und den betürmten Kaltenberg - mit anderen Kuppen des Kreibitzer Gebirges; l. davon Kreibitz, - den Kreibitzer Plissenberg, Tannenberg (Turm) und Finkenkoppe. - Ans Kreibitzer Gebirge schließt sich das Falkenauer, - über welches der Kleis hereinblickt, dem wiederum r. der - Jeschkenrücken mit der Koppe und l. Teile des Riesengebirges - zum Hintergrunde dienen. Über Steinschönau und den kahlen - Sattel von Parchen blicken hinter einander Kamnitzberg (Turm) - und Roll, näher liegen Mittenberg, Steinschönauer Berg und - Kamnitzer Schloßberg, vor letzterem die Stadt Kamnitz r. - vom Schloßberge; r. von diesem dehnt sich der Forstberg, - darüber liegt Ulrichstal und Meistersdorf mit dem Sustrich - und der Scheibenkoppe (Turm) und weiter der Sonnebergrücken, - hinter welchem die beiden Bösige (Burgturm) und die Berge bei - Hirschberg und Hauska sichtbar sind. Südlich sieht man hinter - einander die Fabriksschlote von Rabstein, Markersdorf (Kirche), - den Freuden-, Schossen- und Hofberg, den Koselrücken und den - breitkuppigen Wilschberg; weiter r. den Ronberg (Burgruine) - hinter dem Hammerberg, den Mertendorfer Hutberg (Turm) mit dem - Georgsberge (Kapelle) im Hintergrunde, die Hundorfer Beule, den - Geltsch hinter den Häusern von Parlosa vorn und dem Kronhübel - im Mittelgrunde, den Matrelig hinter der Kirche von Reichen, - daneben den Zinkensteinrücken hinter Güntersdorf (Kirche) - im Vordergrunde, endlich Poppenberg und Falkenberg hinter - einander, dahinter l. Tannbusch und Kolmer Scheibe (Turm), - und ganz hinten die hohe Wostrai, Tannbusch bei Nemschen, - Kletschen und Milleschauer (Höhenwarte). Hier fällt der Blick - über Losdorf im Vordergrunde südwestlich auf den Elbspiegel, - den man vom Rosawitzer Hafen angefangen (Kirche) bis weit gegen - Tichlowitz verfolgen kann; ihn besäumt r. das Siebengebirge, - der Blankensteinrücken, die Höhe von Ohren zwischen Hopfenberg - (Turm) l. und Pfaffenberg r.; im Hintergrunde streicht der Kamm - des Erzgebirges, der sich von der Nollendorfer Höhe (Kapelle) - über das Mückentürmchen bis in die Ossegger Gegend verfolgen - läßt, mit Durchblicken gegen Altenberg und Geising i. S. - -Den Abstieg vom Rosenberge kann man über Rosendorf und Johnsdorf direkt -(1¾ Std.) oder auf dem Umwege durch die Edmundsklamm (2½ Std.) nach -+Herrnskretschen+, bzw. zur +Bahnstation Schöna+ nehmen, oder über die -neue Welt und den Rosenkamm in 3 Stdn. nach +Tetschen+, oder endlich -über Windischkamnitz zur +Bahnstation Rabstein+ in 1½ Stunden; in -den ersten beiden Fällen benutzt man denselben Weg zur Rückkehr bis -zur Wegkreuzung bei den Eislöchern am nördlichen Fuße des Berges, im -letzteren Falle zweigt man 4 Min. unter dem Gipfel nach r. ab. - -[Illustration] - - - - -Anhang. - -Anschließende Kamm-Wege. - - -=Jeschkenkoppe[A]-Schneekoppe.= Dieser gegen 60 _km_ lange Kamm-Weg hat -folgende Richtung: - -Jeschkenkoppe (1010 _m_)--Stadt Reichenberg--Hohenhabsburg -(Heinrichswarte, Gastwirtschaft)--Dorf Rudolfstal-- -Dorf Friedrichswald--Königshöhe (858 _m_, Aussichtsturm, -Gastwirtschaft)--Seibthübel (819 _m_, Aussichtsturm)-- -Bramberg (791 _m_, Aussichtsturm)--Maxdorf--Pfarrdorf -Josefstal--Albrechtsdorf--Spitzberg (809 _m_, Gloriett)-- -Stefanshöhe (958 _m_, Aussichtsturm)--Wurzelsdorf-- -Neuwelt-Harrachsdorf--Mummelgrund--Kesselkoppe (1434 _m_)-- -Pantschefall (1300 _m_)--Elbfallbaude(1284 _m_)-- -Schneegrubenbaude (1491 _m_)--hohes Rad (1506 _m_)-- -große Sturmhaube (1424 _m_)--Mannsteine (1326 _m_)-- -Mädelsteine (1411 _m_)--Peterbaude (1288 _m_)-- -Spindlerbaude (1215 _m_)--kleine Sturmhaube (1446 _m_)-- -Silberkamm (1489 _m_)--Mittagstein (1423 _m_)-- -Prinz Heinrich-Baude--Wiesenbaude (1388 _m_)-- -Riesenbaude (1383 _m_)--Schneekoppe (1603 _m_). - -Die Markierung dieser Anschlußstrecke wurde im Sommer 1904 durchführt, -und zwar besorgte dies von der Jeschkenkoppe bis zur Iserbrücke -bei Wurzelsdorf der deutsche Gebirgsverein für das Jeschken- und -Isergebirge, von da bis zur Schneegrubenbaude der österreichische -Riesengebirgsverein, und weiter bis zur Schneekoppe -- als »Hauptweg« --- der preußische Riesengebirgs-Verein. - -Von der Schneekoppe ist seitens des österr. Riesengebirgs-Vereines die -Weiterführung der Markierung bis Freiheit geplant. - -Ein ebenfalls mit dem blauen Kammzeichen vom deutschen Gebirgsvereine -in Gablonz markierter Kamm-Weg, der »Gablonzer Steig« führt von der -Jeschkenkoppe über den Lubokaier Kamm zum Jaberlicher Riesenfaß -(683 _m_), von dort über den Kaiserstein (634 _m_), die Dörfer Radl -und Gutbrunn auf die Schwarzbrunnkoppe (873 _m_, Aussichtsturm), -dann weiter bis zum Pensdorfer Försterhaus (671 _m_) und über den -Industrialort Tannwald auf die Stefanshöhe, wo er sich an den oben -skizzierten Reichenberger Weg anschließt. - - [A] Ein +»Touristen-Weg« vom Jeschken bis zum Donnersberge+ - soll demnächst durch Markierung geschaffen werden. Hiebei - sollen die mit stattlichen Ruinen oder Aussichtstürmen - gekrönten Basaltberge, weiter die vielen durch reizvolle - Eigenart bedeutsamen Sehenswürdigkeiten der Polzenlandschaft - dem Touristenverkehr erschlossen werden. Als Knotenpunkte - sind in Aussicht genommen: Jeschken, Polzenquelle, Oschitz, - Teufelsmauer, Dewin (Ruine), Hammerteich, Wartenberg, Roll, - Niemes, Kamnitzberg, Reichstadt, Leipaer Spitzberg, Kahlenberg, - Koselspitze, Zößnitzer Gottesgarten, Ronberg, Neuland, - Helfenburg, Auscha, Lewin, Geltsch, Donnersberg. - -=Rosenberg-Hainberg.= Zufolge Beschlusses der am 29. Feber 1904 zu -Komotau stattgehabten Sendboten-Versammlung des Nordwestböhmischen -Gebirgsvereins-Verbandes soll längs des Erzgebirgskammes vom hohen -Schneeberge bei Bodenbach (721 _m_) bis zum Hainberge bei Asch ein mit -dem blauen Kammzeichen markierter Weg in der Gesammtlänge von 216 _km_ -markiert werden. Der Teplitzer Gebirgsverein hat die 40 _km_ lange -Strecke Tyssa-Dreiherrnstein im Sommer 1904 bereits vollendet; dieselbe -führt vom oberen Ortsteile des Pfarrdorfes Tyssa über den Tyssaberg -(594 _m_), Ziegelteich, die sog. »Schöne« (607 _m_), Dorf Oberwald, den -Sandkopf, Jungferndorf (686 _m_), Nollendorf, die Nollendorfer Kirche, -über den Schießhausweg nach Streckenwald (753 _m_) und Adolfsgrün -(747 _m_), dann über die Ritschelkreuze (760 _m_), Pfarrdorf Ebersdorf, -das Schenker- und Goldammerkreuz (724 _m_) auf den Mückenberg (806 _m_, -Aussichtsturm), weiter über Forsthaus Mückenberg (781 _m_), den Bierweg -und Vorderzinnwald nach Hinterzinnwald (874 _m_), von da über das -rote Kreuz bei Niklasberg, den Keilberg (829 _m_) und Harzwald nach -Neustadt, endlich auf dem Willersdorfer Wege bis zur Wegabzweigung -auf den Dreiherrnstein. Die Fortsetzung der Markierung über den -Dreiherrnstein (865 _m_), hohen Hau (888 _m_), Dorf Langewiese, -den Wieselstein (956 _m_), Forsthaus Georgshöhe und den schwarzen -Teich (829 _m_) nach Göhren erfolgt 1905 auf Kosten der gräflich -Waldstein'schen Domänedirektion in Oberleutensdorf im Einverständnis -mit dem Teplitzer Gebirgsverein. - -Die weitere Markierung soll folgende Punkte berühren: Käsherdberg -(797 _m_), Haselstein (774 _m_), Wachhübel bei Gebirgsneudorf -(756 _m_), Adelsberg (901 _m_), Bernstein (921 _m_), Beerhübel -(914 _m_), Annen-Säule auf dem Steinhübel (858 _m_), Bärenallee-Berg -(861 _m_), Kammhöhe bei Sebastiansberg (846 _m_), Haßberg (990 _m_), -Reischberg (873 _m_), Kupferhübel (908 _m_), Hoher Hau (1003 _m_), -Wirbelstein (1094 _m_), Keilberg (1244 _m_), Spitzberg (1111 _m_), -Plattenberg (1040 _m_), Rammelsberg (996 _m_), Scheffelsberg -(976 _m_), Buchsschachtelberg (968 _m_), Reichsapfel (911 _m_), -Kranichsee (940 _m_), der Keil i. S. (941 _m_), Schneckenstein i. S. -(866 _m_), Kottenheide i. S. (780 _m_), hohe Brand i. S. (804 _m_), -Ursprungberg (805 _m_), Hohenstein (771 _m_), Hummelsberg (661 _m_), -Rohrbach i. S. (672 _m_), Brambach i. S. (683 _m_), Wachtberg bei -Oberreuth (709 _m_), Egerer Stadtwald (754 _m_), Himmelreich (730 _m_) -und Hainberg bei Asch (756 _m_, Bismarckturm). Die Markierung der -Strecke Kranichsee-Brambach hat der Verband der Vogtländischen -Gebirgsvereine in Plauen, die Markierung der Schlußstrecke die Sektion -Asch des deutschen und österr. Alpenvereines übernommen. - -Auch die Schaffung des Bindegliedes Rosenberg-Tyssa steht in Aussicht, -dessen Markierung dem Gebirgsvereine für die böhm. Schweiz zufällt. -Derselbe hat bereits die Strecke Rosenberg--Neue Welt--Binsdorfer Höhe -(430 _m_, Aussichtsturm)--Rosenkamm--Elbwarte--Quaderberg bei Tetschen -(282 _m_, Bergwirtschaft) markiert. Der weitere Weg dürfte über Dorf -Kalmswiese, den Pferdekopf (650 _m_), den hohen Schneeberg (721 _m_) -und die Tyssaer Wände (610 _m_) nach Tyssa gelegt werden. - -[Illustration] - - - - -=Für Wanderer in Nordböhmen und der Oberlausitz= sind nachstehende -Führer und Karten unentbehrlich: - - - =Hantschel, ~Dr.~ F., Nordböhmischer Touristenführer= f. d. - Gegend zwischen d. Landesgrenze im Norden, der Sprachgrenze - im Süden, dem Komotauer Erzgebirge im Westen u. d. - Riesengebirge im Osten. Mit einem Tourenverzeichnisse u. 26 - Karten-Beilagen. Preisermäßigt für Mk. 2.-- (~K~ 2.40). - - =Paudler, Prof. A., Der neue Kammweg vom Jeschken zum - Rosenberge.= Mit 32 Initialen und einem Vollbilde v. A. - Frind, samt einer Kammwegkarte v. H. Schwarz. 2. Auflage. Mk. - 3.50 (~K~ 4.--), gebunden Mk. 4.25 (~K~ 5.--). - - =Moschkau, ~Dr.~ A.=, Führer durch die Oberlausitz. 4. Auflage. - Ausführliche Berücksichtigung der Geschichte, deshalb als - heimatkundliches Werk noch sehr gesucht. Preis gbdn. nur - Mk. --.50. - - =Lamprecht, Rob. Prof. ~Dr.~= (Vorsitzender des Vereines - Globus), Wegweiser durch Zittau u. d. Zittauer Gebirge. Mit - 10 Ansichts-Postkarten in Lichtdruck nur 50 Pf. (60 Heller). - - =Hübler, Franz Prof.=, Führer durch das Jeschken- u. - Isergebirge, Teile des Lausitzer und Mittel-Gebirges, durch - Reichenberg u. Umgebung. Preis gbdn. Mk. 2.75 (~K~ 3.30). - - =Moschkau, ~Dr.~ A.=, Die Jonsdorfer Mühlsteinbrüche oder die - Rabensteine. Mit Plan u. Ansicht. 25 Pf. (30 Heller). - - =Schlegel, B., Lausitzer Gebirge= nebst Jeschkengebirge, - Oberlausitz u. nördlichstes Böhmen. Mit 3 Karten. Mk. 2.-- - (~K~ 2.40). - - =Schäfer, Th.=, Führer durch Nordböhmen, mit Eingangstouren - d. d. Sächs. Schweiz, d. Erz- u. Lausitzer Gebirge. Gbdn. - Mk. 3.-- (~K~ 3.60). - - =Mehlhose=, Revierförster, =Touristen-Karte des Zittauer - Gebirges.= 2. u. 3. Auflage. Mk. --.50 (60 Heller). - Aufgezogen Mk. --.80 (96 Heller). - - =Touristenkarte von Jeschken- und Isergebirge=, herausgegeben - vom Gebirgsverein f. d. J. u. I.-G. Aufgezogen Mk. 3.-- - (~K~ 3.60). - - Karte von Nordböhmen aus Schäfer's Nordböhmen-Führer. Mk. --.75 - (~K~ --.90). - - -☛ Stets vorrätig in =W. Fiedler's Antiquariat= (Johs. Klotz), Buch-, -Kunst- und Musikalienhandlung in =Zittau i. S.=, Rathausplatz Nr. 11, -Ecke der Brüderstraße. - -[Illustration] - -[Illustration] - -[Illustration] - -[Illustration] - -[Illustration] - -[Illustration] - -[Illustration] - - - - - ~=Bibliothek für Volksbildung.=~ - - ~6 Bände. ▭ Lexikon-Format. ▭ In Prachtband.~ - - ~=Statt (Neupreis) 84 Mark für 24 Mark.=~ - - - 1. =Mertens=, O., Illustr. Weltgeschichte. Mit über 600 - Illustr. und 791 Seiten Text. - - 2. =Emmer=, Joh., Illustr. Kunstgeschichte. Mit 739 Illustr., 8 - Tafeln in Kunstdruck und 772 Seiten Text. - - 3. =Reymond=, M. Illustr. Länder- und Völkerkunde. Mit etwa 500 - Illustr., 6 Landkarten in Farbendruck und 728 Seiten Text. - - 4. =Klenze=, H., Tier- u. Pflanzenkunde. Mit etwa 600 Illustr. - 8 Taf. in Farbendr. u. 704 Seit. Text. - - 5. =Torka=, Joh., Im Reiche der Erfindungen. Mit etwa 600 - Illustr., 4 farb. Tafelbild. u. 760 Seit. Text. - - 6. =Reymond=, M., Das Weltall. Illustr. Entwicklungsgeschichte - der Natur. Mit etwa 500 Illustr., 1 Sternkarte, 1 Landkarte, - 4 geolog. Landschaften in Farbendruck und 726 Seiten Text. - - =Einzeln kostet der Band M. 4,50.= - - Vorrätig in =W. Fiedler's Antiquariat (Joh's. Klotz)= - =Zittau=, Rathausplatz 11. - - -Im Verlage von =Johann Künstner= in =Leipa i. B.= sind erschienen und -durch alle Buchhandlungen zu beziehen: - - =Botanischer Wegweiser.= Zum Gebrauche für Touristen und - Pflanzensammler von ~Dr.~ F. Hantschel. -- Preis gebunden - ~K~ 2.40 = 2 Mk. - - =Touristenführer durchs böhm. Niederland.= Nordb. Spezialführer - II (Rumburger Granit-Gebirge) mit Einschluß des Kreibitzer und - Zittauer Gebirges. Von ~Dr.~ F. Hantschel. -- 148 S. stark, mit - 6 Kärtchen und 8 Bildern. Preis ~K~ 1.20 = 1 Mk. - - =Leipaer Touristen-Führer.= 3. verbesserte Auflage. =Mit - Übersichtskarte, Stadtplan und mehreren Bildern.= Enthält eine - eingehende Beschreibung der Stadt u. Umgebung, sowie =viele - Ausflüge auf allen Bahnlinien=. Preis 50 Heller. - - =Sagenschatz aus Deutschböhmen.= Für die Jugend gesammelt und - bearbeitet von Prof. A. Paudler. -- Preis ~K~ --.90. - - =Ruine Roll.= Epische Dichtung in 9 Gesängen von Prof. J. L. - Haase. -- Broschiert. 66 Seit. stark. Preis 70 ~h~. - - =Oybin-Chronik.= Urkundliche Geschichte von Burg, - Cölestinerkloster u. Dorf Oybin von ~Dr.~ Alfred Moschkau. - Broschiert. Mit 6 Abbildungen, gegen 400 Seiten stark. - =Ermäßigter Preis ~K~ 1.--.= - - =Die Burgen Bürgstein und Schwoika= nebst einer Beschreibung - des =Betgrabens= bei Schwoika v. ~Dr.~ Alfred Moschkau. -- - Broschiert. -- 76 Seiten stark. -- Preis 60 ~h~. - - =In czechischen Wettern.= Ein deutsches Lied aus Böhmens - Hauptstadt von ~Dr.~ Anton Ohorn. -- Zweite Auflage. -- - Broschiert, 60 Seit. stark, 60 ~h~. -- Der Reinertrag ist dem - Deutschen Schulverein gewidmet. - - =Ollelee aus'n Dorfe.= Heitere Geschichten u. Gedichte in - nordböhmischer Mundart von Prof. Hans Kreibich. -- Broschiert. - -- 78 Seit. stark. -- Preis 60 ~h~. - - =Karte der Bezirkshauptmannschaft B. Leipa= v. H. Schwarz. - Preis 30 ~h~. - -[Illustration] - - - Buchdruckerei Johann Künstner, Leipa. - - - - - Weitere Anmerkungen zur Transkription - - - Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert. - - Korrekturen (das korrigierte Wort ist in {} eingeschlossen): - - S. 53: achtiger → achtziger - geschah Mitte der {achtziger} Jahre des vorigen Jahrh. - - - - - -End of the Project Gutenberg EBook of Kammweg-Führer von der Jeschkenkopp - bei Reichenberg bis zum Rosenberg b, by Franz Hantschel - -*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK KAMMWEG-FÜHRER VON DER *** - -***** This file should be named 53344-0.txt or 53344-0.zip ***** -This and all associated files of various formats will be found in: - http://www.gutenberg.org/5/3/3/4/53344/ - -Produced by The Online Distributed Proofreading Team at -http://www.pgdp.net (This file was produced from images -generously made available by SLUB: Sächsische -Landesbibliothek - Staats - und Universitätsbibliothek -Dresden at http://www.slub-dresden.de ) - - -Updated editions will replace the previous one--the old editions will -be renamed. - -Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright -law means that no one owns a United States copyright in these works, -so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United -States without permission and without paying copyright -royalties. Special rules, set forth in the General Terms of Use part -of this license, apply to copying and distributing Project -Gutenberg-tm electronic works to protect the PROJECT GUTENBERG-tm -concept and trademark. Project Gutenberg is a registered trademark, -and may not be used if you charge for the eBooks, unless you receive -specific permission. If you do not charge anything for copies of this -eBook, complying with the rules is very easy. You may use this eBook -for nearly any purpose such as creation of derivative works, reports, -performances and research. They may be modified and printed and given -away--you may do practically ANYTHING in the United States with eBooks -not protected by U.S. copyright law. Redistribution is subject to the -trademark license, especially commercial redistribution. - -START: FULL LICENSE - -THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE -PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK - -To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free -distribution of electronic works, by using or distributing this work -(or any other work associated in any way with the phrase "Project -Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full -Project Gutenberg-tm License available with this file or online at -www.gutenberg.org/license. - -Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project -Gutenberg-tm electronic works - -1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm -electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to -and accept all the terms of this license and intellectual property -(trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all -the terms of this agreement, you must cease using and return or -destroy all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your -possession. If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a -Project Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound -by the terms of this agreement, you may obtain a refund from the -person or entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph -1.E.8. - -1.B. "Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be -used on or associated in any way with an electronic work by people who -agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few -things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works -even without complying with the full terms of this agreement. See -paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project -Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this -agreement and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm -electronic works. See paragraph 1.E below. - -1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the -Foundation" or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection -of Project Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual -works in the collection are in the public domain in the United -States. If an individual work is unprotected by copyright law in the -United States and you are located in the United States, we do not -claim a right to prevent you from copying, distributing, performing, -displaying or creating derivative works based on the work as long as -all references to Project Gutenberg are removed. Of course, we hope -that you will support the Project Gutenberg-tm mission of promoting -free access to electronic works by freely sharing Project Gutenberg-tm -works in compliance with the terms of this agreement for keeping the -Project Gutenberg-tm name associated with the work. You can easily -comply with the terms of this agreement by keeping this work in the -same format with its attached full Project Gutenberg-tm License when -you share it without charge with others. - -1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern -what you can do with this work. Copyright laws in most countries are -in a constant state of change. If you are outside the United States, -check the laws of your country in addition to the terms of this -agreement before downloading, copying, displaying, performing, -distributing or creating derivative works based on this work or any -other Project Gutenberg-tm work. The Foundation makes no -representations concerning the copyright status of any work in any -country outside the United States. - -1.E. Unless you have removed all references to Project Gutenberg: - -1.E.1. The following sentence, with active links to, or other -immediate access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear -prominently whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work -on which the phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the -phrase "Project Gutenberg" is associated) is accessed, displayed, -performed, viewed, copied or distributed: - - This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and - most other parts of the world at no cost and with almost no - restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it - under the terms of the Project Gutenberg License included with this - eBook or online at www.gutenberg.org. If you are not located in the - United States, you'll have to check the laws of the country where you - are located before using this ebook. - -1.E.2. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is -derived from texts not protected by U.S. copyright law (does not -contain a notice indicating that it is posted with permission of the -copyright holder), the work can be copied and distributed to anyone in -the United States without paying any fees or charges. If you are -redistributing or providing access to a work with the phrase "Project -Gutenberg" associated with or appearing on the work, you must comply -either with the requirements of paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 or -obtain permission for the use of the work and the Project Gutenberg-tm -trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or 1.E.9. - -1.E.3. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted -with the permission of the copyright holder, your use and distribution -must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any -additional terms imposed by the copyright holder. Additional terms -will be linked to the Project Gutenberg-tm License for all works -posted with the permission of the copyright holder found at the -beginning of this work. - -1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm -License terms from this work, or any files containing a part of this -work or any other work associated with Project Gutenberg-tm. - -1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this -electronic work, or any part of this electronic work, without -prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with -active links or immediate access to the full terms of the Project -Gutenberg-tm License. - -1.E.6. You may convert to and distribute this work in any binary, -compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including -any word processing or hypertext form. However, if you provide access -to or distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format -other than "Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official -version posted on the official Project Gutenberg-tm web site -(www.gutenberg.org), you must, at no additional cost, fee or expense -to the user, provide a copy, a means of exporting a copy, or a means -of obtaining a copy upon request, of the work in its original "Plain -Vanilla ASCII" or other form. Any alternate format must include the -full Project Gutenberg-tm License as specified in paragraph 1.E.1. - -1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying, -performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works -unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9. - -1.E.8. You may charge a reasonable fee for copies of or providing -access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works -provided that - -* You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from - the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method - you already use to calculate your applicable taxes. The fee is owed - to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he has - agreed to donate royalties under this paragraph to the Project - Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments must be paid - within 60 days following each date on which you prepare (or are - legally required to prepare) your periodic tax returns. Royalty - payments should be clearly marked as such and sent to the Project - Gutenberg Literary Archive Foundation at the address specified in - Section 4, "Information about donations to the Project Gutenberg - Literary Archive Foundation." - -* You provide a full refund of any money paid by a user who notifies - you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he - does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm - License. You must require such a user to return or destroy all - copies of the works possessed in a physical medium and discontinue - all use of and all access to other copies of Project Gutenberg-tm - works. - -* You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of - any money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the - electronic work is discovered and reported to you within 90 days of - receipt of the work. - -* You comply with all other terms of this agreement for free - distribution of Project Gutenberg-tm works. - -1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project -Gutenberg-tm electronic work or group of works on different terms than -are set forth in this agreement, you must obtain permission in writing -from both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and The -Project Gutenberg Trademark LLC, the owner of the Project Gutenberg-tm -trademark. Contact the Foundation as set forth in Section 3 below. - -1.F. - -1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable -effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread -works not protected by U.S. copyright law in creating the Project -Gutenberg-tm collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm -electronic works, and the medium on which they may be stored, may -contain "Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate -or corrupt data, transcription errors, a copyright or other -intellectual property infringement, a defective or damaged disk or -other medium, a computer virus, or computer codes that damage or -cannot be read by your equipment. - -1.F.2. LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right -of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project -Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project -Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project -Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all -liability to you for damages, costs and expenses, including legal -fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT -LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE -PROVIDED IN PARAGRAPH 1.F.3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE -TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE -LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR -INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH -DAMAGE. - -1.F.3. LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a -defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can -receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a -written explanation to the person you received the work from. If you -received the work on a physical medium, you must return the medium -with your written explanation. The person or entity that provided you -with the defective work may elect to provide a replacement copy in -lieu of a refund. If you received the work electronically, the person -or entity providing it to you may choose to give you a second -opportunity to receive the work electronically in lieu of a refund. If -the second copy is also defective, you may demand a refund in writing -without further opportunities to fix the problem. - -1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth -in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS', WITH NO -OTHER WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT -LIMITED TO WARRANTIES OF MERCHANTABILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE. - -1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied -warranties or the exclusion or limitation of certain types of -damages. If any disclaimer or limitation set forth in this agreement -violates the law of the state applicable to this agreement, the -agreement shall be interpreted to make the maximum disclaimer or -limitation permitted by the applicable state law. The invalidity or -unenforceability of any provision of this agreement shall not void the -remaining provisions. - -1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the -trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone -providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in -accordance with this agreement, and any volunteers associated with the -production, promotion and distribution of Project Gutenberg-tm -electronic works, harmless from all liability, costs and expenses, -including legal fees, that arise directly or indirectly from any of -the following which you do or cause to occur: (a) distribution of this -or any Project Gutenberg-tm work, (b) alteration, modification, or -additions or deletions to any Project Gutenberg-tm work, and (c) any -Defect you cause. - -Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm - -Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of -electronic works in formats readable by the widest variety of -computers including obsolete, old, middle-aged and new computers. It -exists because of the efforts of hundreds of volunteers and donations -from people in all walks of life. - -Volunteers and financial support to provide volunteers with the -assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's -goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will -remain freely available for generations to come. In 2001, the Project -Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure -and permanent future for Project Gutenberg-tm and future -generations. To learn more about the Project Gutenberg Literary -Archive Foundation and how your efforts and donations can help, see -Sections 3 and 4 and the Foundation information page at -www.gutenberg.org Section 3. Information about the Project Gutenberg -Literary Archive Foundation - -The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit -501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the -state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal -Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification -number is 64-6221541. Contributions to the Project Gutenberg Literary -Archive Foundation are tax deductible to the full extent permitted by -U.S. federal laws and your state's laws. - -The Foundation's principal office is in Fairbanks, Alaska, with the -mailing address: PO Box 750175, Fairbanks, AK 99775, but its -volunteers and employees are scattered throughout numerous -locations. Its business office is located at 809 North 1500 West, Salt -Lake City, UT 84116, (801) 596-1887. Email contact links and up to -date contact information can be found at the Foundation's web site and -official page at www.gutenberg.org/contact - -For additional contact information: - - Dr. Gregory B. Newby - Chief Executive and Director - gbnewby@pglaf.org - -Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg -Literary Archive Foundation - -Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide -spread public support and donations to carry out its mission of -increasing the number of public domain and licensed works that can be -freely distributed in machine readable form accessible by the widest -array of equipment including outdated equipment. Many small donations -($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt -status with the IRS. - -The Foundation is committed to complying with the laws regulating -charities and charitable donations in all 50 states of the United -States. Compliance requirements are not uniform and it takes a -considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up -with these requirements. We do not solicit donations in locations -where we have not received written confirmation of compliance. To SEND -DONATIONS or determine the status of compliance for any particular -state visit www.gutenberg.org/donate - -While we cannot and do not solicit contributions from states where we -have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition -against accepting unsolicited donations from donors in such states who -approach us with offers to donate. - -International donations are gratefully accepted, but we cannot make -any statements concerning tax treatment of donations received from -outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff. - -Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation -methods and addresses. Donations are accepted in a number of other -ways including checks, online payments and credit card donations. To -donate, please visit: www.gutenberg.org/donate - -Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic works. - -Professor Michael S. Hart was the originator of the Project -Gutenberg-tm concept of a library of electronic works that could be -freely shared with anyone. For forty years, he produced and -distributed Project Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of -volunteer support. - -Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed -editions, all of which are confirmed as not protected by copyright in -the U.S. unless a copyright notice is included. Thus, we do not -necessarily keep eBooks in compliance with any particular paper -edition. - -Most people start at our Web site which has the main PG search -facility: www.gutenberg.org - -This Web site includes information about Project Gutenberg-tm, -including how to make donations to the Project Gutenberg Literary -Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to -subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks. - |
