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-The Project Gutenberg EBook of Kammweg-Führer von der Jeschkenkoppe bei
-Reichenberg bis zum Rosenberg bei Tetsche, by Franz Hantschel
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and most
-other parts of the world at no cost and with almost no restrictions
-whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms of
-the Project Gutenberg License included with this eBook or online at
-www.gutenberg.org. If you are not located in the United States, you'll have
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-
-
-
-Title: Kammweg-Führer von der Jeschkenkoppe bei Reichenberg bis zum Rosenberg bei Tetschen
- mit Berücksichtigung der anschliessenden Kammwege
-
-Author: Franz Hantschel
-
-Release Date: October 22, 2016 [EBook #53344]
-
-Language: German
-
-Character set encoding: UTF-8
-
-*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK KAMMWEG-FÜHRER VON DER ***
-
-
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-
-Produced by The Online Distributed Proofreading Team at
-http://www.pgdp.net (This file was produced from images
-generously made available by SLUB: Sächsische
-Landesbibliothek - Staats - und Universitätsbibliothek
-Dresden at http://www.slub-dresden.de )
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- Anmerkungen zur Transkription.
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-
- Das Original ist in Fraktur gesetzt.
-
- Im Original gesperrter Text ist +so ausgezeichnet+.
-
- Im Original in Antiqua gesetzter Text ist ~so markiert~.
-
- Im Original kursiver Text ist _so markiert_, fetter Text ist =so
- gekennzeichnet=.
-
- Weitere Anmerkungen zur Transkription finden sich am Ende des
- Buches.
-
-
-
-
- ~Dr.~ F. Hantschel's
-
- Kammweg-Führer
-
- von der
-
- Jeschkenkoppe bei Reichenberg bis zum Rosenberge bei Tetschen
-
- mit
-
- Berücksichtigung der anschliessenden Kammwege.
-
- Mit 1 Wegekarte und 4 Ansichts-Postkarten.
-
- [Illustration]
-
- =Prag-Smichow, 1905.=
-
- Im Selbstverlage.
-
- Buchhändlerischer Vertrieb durch W. Fiedler's Antiquariat
- (Johs. Klotz) in Zittau i. S. Druck von Joh. Künstner, B. Leipa.
-
-
-
-
-[Illustration:
-
- ~Der Kammweg
- vom Jeschken bis zum Rosenberge.~
-
- [Illustration]
-
- ~Gezeichnet von~
-
- ~=Hugo Schwarz=, Lehrer in B. Leipa~.
-]
-
-
-
-
-[Illustration]
-
-Herausgegeben über gemeinsamen Beschluß des deutschen Gebirgsvereines
-für das Jeschken- und Isergebirge, des Verbandes Lusatia
-südlausitzischer Natur- und Gebirgsvereine, des Gebirgsvereines für das
-nördlichste Böhmen und des Gebirgsvereines für die böhmische Schweiz.
-
-[Illustration]
-
-
-
-
-Vorwort.
-
-
-Mit Beschluß der nebenstehend verzeichneten Gebirgs- und Naturvereine
-in der Versammlung zu Warnsdorf am 13. März 1904 wurde dem Gefertigten
-die Verfassung und Herausgabe eines kleinen Führers auf dem neu
-markierten, etwa 60 _km_ langen und 22 Gehstunden in Anspruch nehmenden
-Kammwege vom Jeschken bis zum Rosenberge übertragen.
-
-Dieser Führer, auf den eigenen Wanderungs-Ergebnissen des Verfassers
-aufgebaut, liegt nunmehr vor. Er hält sich, seinem Titel und seinem
-Zwecke entsprechend, strenge an den »Kammweg« und verweist fortlaufend
-auf die zunächst gelegenen Bahnstationen, die auch auf der beigegebenen
-Wegekarte eingezeichnet sind. Für die vielen Aussichts-Beschreibungen
-wurde mit Rücksicht auf den Umfang und den Preis des Buches kleinerer
-Druck gewählt, ebenso für die eingeschalteten Abstecher, die zumeist
-wieder zum Kammwege zurückführen.
-
-Anstatt Textbilder beizudrucken, wurde der Versuch mit
-Ansichts-Postkarten gemacht, die zwar das Büchlein etwas verteuern,
-andererseits aber geeignet sind, dem Wanderer in bequemer Weise zur
-Hand zu sein.
-
-Von Druckschriften, die für die +Umgebung+ des Kammweges in Betracht
-kommen, seien außer den im Anzeigeteile (S. 80) verzeichneten noch
-namhaft gemacht: Wegweiser und Taschenbuch des Gebirgsvereines für die
-böhmische Schweiz; Wegweiser des Gebirgsvereines für das nördlichste
-Böhmen.
-
-Herrn Josef +Mohr+ in Rumburg, dem Sachwalter der vereinigten Gebirgs-
-und Naturvereine, sage ich für sein liebenswürdiges Entgegenkommen
-den verbindlichsten Dank mit dem Wunsche: unser Kammweg möge in der
-Touristenwelt zu ähnlichem Rufe gelangen wie der altberühmte Rennstieg
-im Thüringer Walde!
-
- +Prag-Smichow+, im Lenzmond 1905.
-
- =Dr. F. Hantschel.=
-
-
-
-
-Verzeichnis
-
-der zum Kammweg führenden Eisenbahnen, der Anschlußbahnen und jener
-Bahnstationen, von denen der Kammweg am gelegensten zu erreichen ist.
-
-
-=1. K. k. priv. österreichische Süd-Norddeutsche Verbindungsbahn.=
-Strecke Pardubitz-Reichenberg-Seidenberg.
-
-=Einbruchstationen=: Liebenau, Reichenau, Radl,
-Langenbruck-Hermannstal, Heinersdorf, Reichenberg.
-
- =Anschlußbahnen=: ~a~) Pardubitz-Deutschbrod-Wien der
- öst. Nordwestbahn; ~b~) Pardubitz-Brünn-Wien der öst.
- Staatseisenbahngesellschaft, mit den Anschlüssen: B.
- Trübau-Olmütz derselben Bahn. Olmütz-Jägerndorf-Troppau der k.
- k. öst. Staatsbahnen, Olmütz-Prerau-Troppau-Oderberg der Kaiser
- Ferdinands-Nordbahn und Jägerndorf-Leobschütz-Ratibor-Kattowitz
- der kgl. preuß. Staatsbahnen; ~c~)
- Königgrätz-Geiersberg-Mittelwalde der öst. Nordwestbahn mit
- den Anschlüssen: Wichstadtl-Lichtenau-Grulich-Hannsdorf und
- Hannsdorf-Ziegenhals-Jägerndorf der k. k. öst. Stadtbahnen,
- Ziegenhals-Neiße-Brieg und Mittelwalde-Glatz-Camenz-Breslau
- der kgl. preuß. Staatsbahnen; ~d~) Altpaka-Parschnitz der
- öst. Nordwestbahn mit den Anschlüssen: Pelsdorf-Hohenelbe
- und Trautenau-Freiheit-Johannisbad derselben Bahn,
- Parschnitz-Liebau und Königshan-Schatzlar der südnorddeutschen
- Verbindungsbahn; ~e~) Turnau-Prag der böhm. Nordbahn; ~f~)
- Raspenau-Weisbach der Friedländer Bezirksbahnen; ~g~)
- Friedland-Heinersdorf der Friedländer Bezirksbahnen mit den
- Anschlüssen Heinersdorf-Greifenberg, Greifenberg-Kohlfurth
- und Greifenberg-Löwenberg-Goldberg der kgl. preuß.
- Staatsbahnen; ~h~) Friedland-Hermsdorf der Friedländer
- Bezirksbahnen; ~i~) Seidenberg-Görlitz der kgl. preuß.
- Staatsbahnen mit den Anschlüssen: Görlitz-Lauban(-Marklissa),
- Görlitz-Kohlfurth-Liegnitz-Breslau und Görlitz-Cottbus-Berlin
- der kgl. preuß. Staatsbahnen.
-
-=2. Reichenberg-Gablonz-Tannwald-Grüntaler Eisenbahn.= Strecke
-Reichenberg-Grüntal.
-
-=Einbruchstationen=: Röchlitz, Rosental, Reichenberg.
-
- =Anschlußbahnen=: ~a~) Morchenstern-Josefstal-Maxdorf
- derselben Bahn: ~b~) Grüntal-Schreiberhau-Hirschberg der
- königlich preußischen Staatsbahnen mit den Anschlüssen
- Hirschberg-Greifenberg, Hirschberg-Schmiedeberg,
- Hirschberg-Krummhübel, Hirschberg-Merzdorf-Ruhbank,
- Merzdorf-Jauer, Merzdorf-Goldberg, Ruhbank-Liebau,
- Ruhbank-Landeshut-Albendorf, Ruhbank-Landeshut-Schmiedeberg,
- Fellhammer-Königszelt-Breslau, Fellhammer-Mittelsteine-Glatz
- und Fellhammer-Halbstadt derselben Bahnen,
- Halbstadt-Braunau-Mittelsteine der öst.-ung.
- Staatseisenbahngesellschaft.
-
-=3. K. k. priv. Aussig-Teplitzer Eisenbahn.= Strecke
-Reichenberg-Leipa-Teplitz.
-
-=Einbruchstationen=: Deutschgabel, Lämberg-Markersdorf, Ringelshain,
-Schönbach-Seifersdorf, Kriesdorf, Neuland, Christofsgrund, Karlswald,
-Berzdorf, Rosental-Johannestal, Reichenberg.
-
- =Anschlußbahnen=: ~a~) Deutschgabel-Zwickau-Röhrsdorf
- der böhm. Nordbahn; ~b~) Leipa-Prag der böhm. Nordbahn
- mit den Anschlüssen unter 7 ~a~ und ~b~; ~c~)
- Leipa-Röhrsdorf(-Zwickau)-Tannenberg und Leipa-Bensen-Tetschen
- der böhm. Nordbahn; ~d~) Lokalbahn Leipa-Steinschönau;
- ~e~) Auscha-Wernstadt-Großpriesen der öst. Nordwestbahn
- mit den Anschlüssen Leitmeritz-Wien und Leitmeritz-Außig
- derselben Bahn; ~f~) Lobositz-Obernitz-Brüx der k. k. öst.
- Staatsbahnen; ~g~) Teplitz-Komotau der Außig-Teplitzer
- Eisenbahn mit den Anschlüssen: Dux-Bilin-Pilsen-Eisenstein
- und Brüx-Moldau der k. k. öst. Staatsbahnen; ~h~)
- Komotau-Eger-Franzensbad der Buschtiehrader Eisenbahn mit
- den Anschlüssen: Komotau-Saaz, Komotau-Weipert-Reitzenhain,
- Kaaden-Brunnersdorf-Kaschitz-Duppau, Chodau-Neudeck,
- Neusattel-Elbogen und Falkenau-Graslitz-Klingental derselben
- Bahn, Schlackenwert-Joachimstal, Karlsbad-Merkelsgrün,
- Karlsbad-Marienbad, Karlsbad-Johanngeorgenstadt,
- Tirschnitz-Schönbach, Eger-Pilsen, Plan-Tachau,
- Tschernoschin-Schweißing-Haid und Asch-Roßbach der
- k. k. öst. Staatsbahnen, Reitzenhain-Flöha-Chemnitz,
- Weipert-Annaberg-Zwickau, Johanngeorgenstadt-Schwarzenberg
- und Eger-Plauen der kgl. sächsischen Staatsbahnen,
- Eger-Wiesau-Regensburg-München, Eger-Markt Redwitz-Nürnberg und
- Eger-Oberkotzau-Hof der kgl. bairischen Staatsbahnen.
-
-=4. Kgl. sächsische Staatsbahnen.= Strecke Reichenberg-Zittau-Ebersbach.
-
-=Einbruchstationen=: Reichenberg, Machendorf, Kratzau, Weißkirchen,
-Ketten, Grottau, Oberullersdorf, Zittau, Scheibe, Hainewalde,
-Großschönau, Warnsdorf.
-
- =Anschlußbahnen=: ~a~) Zittau-Hermsdorf der kgl. sächs.
- Staatsbahnen mit Anschluß Hermsdorf-Friedland der Friedländer
- Bezirksbahnen; ~b~) Zittau-Görlitz der kgl. sächs.
- Staatsbahnen mit den Anschlüssen: Görlitz-Lauban(-Marklissa),
- Görlitz-Liegnitz-Breslau und Görlitz-Cottbus-Berlin der
- kgl. preuß. Staatsbahnen; ~c~) Zittau-Löbau der kgl. sächs.
- Staatsbahnen mit den Anschlüssen: Oderwitz-Eibau und
- Löbau-Bautzen derselben Bahnen; ~d~) Ebersbach-Bischofswerda
- der kgl. sächs. Staatsbahnen mit den Anschlüssen:
- Wilthen-Bautzen, Niederneukirch-Schandau, Neustadt-Pirna und
- Bischofswerda-Dresden der kgl. sächs. Staatsbahnen.
-
-=5. Sekundärbahn Zittau-Oybin-Jonsdorf.= Strecke Zittau-Oybin-Jonsdorf.
-
-=Einbruchstationen=: Zittau, Zittau-Vorstadt, Nieder-Olbersdorf,
-Zeisigschenke, Bertsdorf, Bad Jonsdorf, Jonsdorf, Wittigschänke,
-Teufelsmühle, Oybin.
-
- =Anschlußbahnen=: Siehe unter 4 ~a-c~.
-
-=6. K. k. priv. Böhmische Nordbahn.= Strecke Warnsdorf-Bodenbach.
-
-=Einbruchstationen=: Bodenbach, Tetschen, Rabstein, B.
-Kamnitz, Falkenau-Hillemühl, Falkenau, Tannenberg, Schönfeld,
-Kreibitz-Teichstatt, Grund-Georgental, Niedergrund, Warnsdorf.
-
- =Anschlußbahnen=: ~a~) Bodenbach-Prag der öst.-ung.
- Staatsbahngesellschaft mit den Anschlüssen:
- Bodenbach-Komotau der k. k. Staatsbahnen, Außig-Komotau der
- Außig-Teplitzer Eisenbahn (s. unter 3 ~g~), Komotau-Eger
- der Buschtiehrader Eisenbahn (s. unter 3 ~h~); ~b~)
- Bodenbach-Dresden-Riesa-Leipzig der kgl. sächsischen
- Staatsbahnen (siehe unter 8); ~c~) Bensen-Leipa der böhm.
- Nordbahn; ~d~) B. Kamnitz-Steinschönau derselben Bahn; ~e~)
- Warnsdorf-Zittau-Reichenberg der kgl. sächs. Staatsbahnen.
-
-=7. K. k. priv. Böhmische Nordbahn.= Strecke
-Prag-Leipa-Georgswalde-Ebersbach.
-
-=Einbruchstationen=: Neuhütte, Tannenberg, Schönfeld,
-Kreibitz-Teichstatt, Schönlinde.
-
- =Anschlußbahnen=: ~a~) Prag-Wien, Prag-Budweis-Linz,
- Prag-Pilsen-Furth und Stankau-Ronsperg der k. k.
- öst. Staatsbahnen, Furth-Nürnberg der kgl. preuß.
- Staatsbahnen; ~b~) Wschetat-Prziwor-Lissa-Wien und
- Jungbunzlau-Nimburg-Wien der öst. Nordwestbahn; ~c~)
- Röhrsdorf-Zwickau-Deutschgabel der böhm. Nordbahn mit Anschluß
- der Strecke Deutschgabel-Reichenberg der Außig-Teplitzer
- Eisenbahn (an Station Reichenberg siehe unter 1 und 2); ~d~)
- Schönlinde-Herrnwalde-Nixdorf der k. k. öst. Staatsbahnen;
- ~e~) Rumburg-Nixdorf-Niedereinsiedel der böhm. Nordbahn mit
- den Anschlüssen: Niedereinsiedel-Sebnitz, Sebnitz-Schandau
- und Sebnitz-Niederneukirch der kgl. sächs. Staatsbahnen; ~f~)
- Ebersbach-Löbau-Görlitz der kgl. sächs. Staatsbahnen; ~g~)
- Ebersbach-Bischofswerda (siehe unter 4 ~d~).
-
-=8. Kgl. sächsische Staatsbahnen.= Strecke
-Bodenbach-Dresden-Riesa-Leipzig.
-
-=Einbruchstationen=: Schandau, Schöna, Niedergrund, Obergrund,
-Bodenbach.
-
- =Anschlußbahnen=: ~a~) Bodenbach-Prag (s. unter
- 6 a); ~b~) Schandau-Sebnitz der kgl. sächs.
- Staatsbahnen; ~c~) Pirna-Dürrröhrsdorf derselben
- Bahnen; ~d~) Sekundärbahn Pirna-Berggießhübel;
- ~e~) Sekundärbahn Mügeln-Geising-Altenberg; ~f~)
- Sekundärbahn Dresden-Freiberg-Moldau; ~g~) Sekundärbahn
- Dresden-Hainsberg-Kipsdorf; ~h~) Sekundärbahn
- Dresden-Flöha-Olbernhau-Reitzenhain; ~i~) Dresden-Berlin
- der kgl. sächs. und preuß. Staatsbahnen; ~k~)
- Dresden-Chemnitz-Reichenbach i. V. der kgl. sächs. Staatsbahnen.
-
-=9. K. k. priv. österreichische Nordwestbahn.= Strecke Wien-Tetschen.
-
-=Einbruchsstation=: Tetschen.
-
- =Anschlußbahnen=: ~a~) Kolin-Brünn-Wien der öst.-ung.
- Staatseisenbahngesellschaft; ~b~) Prag-Wschetat-Prziwor der
- böhm. Nordbahn; ~c~) Lokalbahn Großpriesen-Wernstadt-Auscha;
- ~d~) Tetschen-Leipa der böhm. Nordbahn.
-
-=10. K. k. priv. österreichisch-ungarische
-Staatseisenbahngesellschaft.= Strecke Wien-Prag-Bodenbach.
-
-=Einbruchsstation=: Bodenbach.
-
- =Anschlußbahnen=: ~a~) In B. Trübau (s. unter 1 ~b~);
- ~b~) Wildenschwert-Geiersberg derselben Bahn mit den
- Anschlüssen: Geiersberg-Mittelwalde der öst. Nordwestbahn
- und Mittelwalde-Glatz der kgl. preuß. Staatsbahnen; ~c~)
- Chotzen-Halbstadt derselben Bahn; ~d~) Kolin-Wien der öst.
- Nordwestbahn; ~e~) in Bodenbach (s. unter 6 ~a~).
-
-
-
-
-Jeschkenkoppe-Freudenhöhe (3½ Std.).
-
-
-Die =Jeschkenkoppe= bildet den Mittelpunkt und zugleich die höchste
-Erhebung (1010 _m_) des 24 _km_ (Luftlinie) langen und bis 7½ _km_
-breiten Jeschkengebirges, d. i. jenes Teiles der Sudeten, der
-beim Dorfe Paß am Trögelsberge beginnt, vom Isergebirge durchs
-Neißetal geschieden wird, mit dem Kopainberge am Durchbruche der
-Iser bei Kleinskal endet und einen südöstlich in fast gerader Linie
-streichenden, sanftgewellten und steil abfallenden Wall mit einer
-mittleren Kammhöhe von 800 _m_ darstellt, dessen nordwestliche Hälfte
-bewaldet und in zwei Rücken gespalten ist, während die südöstliche
-Hälfte einen einzigen, größtenteils kahlen Rücken bildet. Das
-Jeschkengebirge gehört (nach Hübler's Führer) zu den ältesten Gebirgen;
-die Gesteine, welche dasselbe zusammensetzen, gehören zum größeren
-Teile der Urzeit -- nämlich dem Phyllit mit seinen untergeordneten
-Einlagerungen (Quarzitschiefer, Kalkstein und Diorit) --, zum anderen
-Teile (Przibramer Grauwacke und Schiefer, Gneisgranit, Rotliegendes)
-der paläozoischen Zeit an. Den +Namen+ des Gebirges hat man von dem
-keltischen ~ysga~ (kleiner Kopf), auch vom althochdeutschen ~asc~
-(Esche) abzuleiten gesucht; doch dürfte die Ableitung vom slawischen
-~jesenik~ (Eschengebirge) die wahrscheinlichste, weil natürlichste
-sein, umsomehr, da auch das mährische »Gesenke« von demselben Worte
-abgeleitet wird. Das Jeschkengebirge ist reich an +Sagen+; wie
-das Riesengebirge seinen Rübezahl, so besitzt das Jeschkengebirge
-seinen Jeschkengeist; mehrere Sagen von diesem und vom vorwitzigen
-Schneiderlein knüpfen sich an das »Guckloch«, einen Quarzfelsen, der
-auf der rechten Seite des Jeschkens wie ein Zahn hervorragt; sehr schön
-sind auch die Sagen vom Zwergkönig und der Kriesdorfer Kuhhirtin, die
-dessen Schätze erbte, vom Nachtjäger und von den Waldweiblein. Auch
-an +naturgeschichtlichen Seltenheiten+ ist das Gebirge nicht arm; wir
-erwähnen nur die prächtigen Kalkspatkrystalle und Tropfsteingebilde im
-Heinersdorfer Kalkbruche, die tiefe Kalksinter-Kluft bei Padauchen,
-die Achate bei Proschwitz und auf dem Jaberlich, sowie eine Reihe von
-zumeist dem Hochgebirge angehörenden Pflanzen: Alpenlattich (~Homogyne
-alpina Cass.~), Bergnelkenwurz (~Geum montanum L.~), eisenhutblättriger
-Hahnenfuß (~Ranunculus aconitifolius L.~), echter Eisenhut (~Aconitum
-Napellus L.~), Haller's Gänsekresse (~Arabis Halleri L.~), Gmelin's
-Aufbart (~Epipogon aphyllus Sw.~), Riesengebirgs-Rispengras (~Poa
-sudetica Haenke~), Knotenfuß (~Streptopus amplexifolius DC.~),
-herzblättrige Zweiblatt-Orche (~Listera cordata R. Br.~), norwegisches
-Ruhrkraut (~Gnaphalium norvegicum Gunn.~), ~Isopyrum thalictroides L.~
-(Muschelblümchen), nicht zu vergessen einiger Flechten (~Cornicularia
-tristis Ach.~ und ~Parmelia centrifuga Ach.~ als in erster Linie
-erwähnenswert) und Moose (~Jungermannia orcadensis Hook.~ und ~Dicranum
-congestum Brid. var. flexicaule Br. eur.~).
-
-Die Koppe selbst besteht aus einem mächtigen Quarzitschieferlager,
-dessen Trümmer die Abhänge besonders im Süden und Osten bedecken und
-eine wahre Fundgrube für Lichenologen (Flechtenkenner) sind; die
-Landkartenflechte (~Rhizocarpon geographicum DC.~), ist geradezu
-charakteristisch. Auf der Südseite des Koppenkegels, wo vor einigen
-Jahren Knieholz mit gutem Erfolge angepflanzt wurde, befindet sich
-in einer mäßigen Vertiefung ein 1868, an Stelle einer seit 1847
-dagestandenen Holzhütte, aus Holz erbautes, seit 1883 auch im Winter
-bewohntes, zu Oberpassek nummeriertes +Gasthaus+ (telephonisch mit
-Reichenberg verbunden, mit Nachtherberge für 20 Personen, von 1 ~K~
-60 ~h~ aufwärts und 1855 angelegtem Fremdenbuche), an welches 1885
-südwestlich vom D. Geb.-V. für das Jeschken- und Isergebirge eine
-Glasveranda mit einem Fassungsraum für 200 Personen angebaut ist. Ein
-daselbst angebrachter Briefkasten wird vom 1. Mai an täglich um 4 Uhr
-Nachm. durch Postboten entleert. Nebst dem Gasthause befindet sich noch
-auf der Koppe ein mit Eisen beschlagenes Häuschen mit guten Fernröhren,
-ein riesiges, steinernes Kreuz, an dessen Stelle 1791 schon ein anderes
-errichtet war, weiters als astronomisch-geodätischer Hauptpunkt zweiter
-Ordnung ein Doppelwürfel mit der Aufschrift: »~Operatio astr. trigon.
-imperante Francisco Josepho I.~«, endlich ein Denkstein an einen
-Besuch des Fürsten Rohan, zu dessen Besitze die Südseite des Berges
-gehört, während die Nordseite gräflich Clam-Gallas'scher Besitz ist.
-Ein 1889 vom Gebirgsvereine an Stelle eines 1876 errichtet gewesen
-Aussichtsgerüstes aufgestellter, 8 _m_ hoher, hölzerner Aussichtsturm
-mit Orientierungskarten mußte Ende November 1904 abgetragen werden. Es
-ist lebhaft zu bedauern, daß die Jeschkenkoppe, obwohl sie jährlich
-von 15000 bis 20000 Personen besucht wird, immer noch nicht ein
-würdiges Unterkunftshaus mit Aussichtswarte erhalten hat. Die Pläne
-sind zwar da, doch kommt es zu keinem greifbaren Ergebnisse, da die
-gräfl. Clam-Gallas'sche Herrschaft sich noch immer nicht zu einem
-Neubaue entschließen kann. Und doch ist selbst im Winter der Besuch
-so stark, daß an Sonntagen die Baude öfters überfüllt ist, trotzdem
-nur +Rodelfahrten+, keine Hörnerschlittenfahrt vom Jeschken im
-Schwunge ist, wie z. B. im benachbarten Isergebirge; es kann eben
-letztere nur geübteren Touristen angeraten werden, da infolge der
-Steilheit die Schlitten in sausendem Tempo zu Tal fahren und bei den
-zahlreichen Biegungen und Furchen öfters ein Anfahren oder Umkippen
-kaum zu vermeiden ist. Die Stadtgemeinde Reichenberg plant eine
-mit elektrischer Kraft zu betreibende schmalspurige Kleinbahnlinie
-vom Bahnhofe Reichenberg der Süd-Norddeutschen Verbindungsbahn die
-Lastenstraße entlang nach Johannestal, Hanichen auf den Jeschken.
-
-Die freie, isolierte Lage der Koppe macht sie zu einem Aussichtspunkte
-vorzüglichster, geradezu idealer Art, der, was Großartigkeit, Umfang
-und Mannigfaltigkeit der landschaftlichen Bilder anbelangt, mit den
-Rundsichten der bedeutendsten Berggipfel des gesamten deutschen
-Mittelgebirges, ja selbst mancher Punkte der Alpen, verglichen werden
-kann. Man übersieht bis zu 113 _km_ Entfernung einen großen Teil von
-Böhmen einerseits bis gegen Mähren und Baiern, andrerseits bis tief
-in das benachbarte sächsische und preußische Gebiet hinein; durch das
-Fernrohr wird die Grenze der +Aussicht+ in der Luftlinie sogar bis zum
-Ödschloßberge bei Bergreichenstein im Böhmerwalde (145 _km_), bis zum
-Keilberge im Erzgebirge (149 _km_), selbst bis zur Wallfahrtskirche
-am Kremeschnik zwischen Pilgram und Iglau an der böhmisch-mährischen
-Grenze (152 _km_) hinausgerückt. Der Glanzpunkt des Panoramas liegt
-gegen West und Südwest auf das malerische Gewirr der vulkanischen
-Bergkegel des Mittelgebirges.
-
-Schon vom Vorraume der Koppenwirtschaft, wo das erst in neuerer Zeit
-eingewanderte strahlenblumenlose Mutterkraut (~Matricaria discoidea
-DC.~) üppig zu wuchern pflegt, bietet sich ein herrliches Bild, das man
-sich, einige Schritte weiter, auf der gegen Norden steil abfallenden
-Plattform, wo das große Kreuz steht, zum Rundbilde ergänzen kann.
-
-Ein willkommenes Andenken und ein erwünschtes verläßliches
-Orientierungsmittel ist das von Leopold Ullrich aufgenommene, von Karl
-Bertrand in Stahl gestochene, von A. Schöpfer in Reichenberg 1884
-verlegte »Panorama vom Jeschken« auf vier großen Blättern. Darauf seien
-alle Jene verwiesen, die sich eingehender unterrichten wollen; im
-Nachstehenden können wir nur ein gedrängtes Bild des Sichtbaren geben.
-
- Nordost: Zu unseren Füßen Ober- und Niederhanichen, weiter
- Johannestal, l. davon Franzendorf vor der malerisch
- ausgedehnten Stadt Reichenberg, die sich von keiner Seite
- so günstig zeigt; l. von Franzendorf liegt Berzdorf hinter
- Karolinsfeld; r. von Reichenberg das reich besiedelte,
- industriereiche Neißetal mit Röchlitz, Maffersdorf, Proschwitz
- und Gablonz; dahinter das Isergebirge, u. zw. gerade hinter
- Reichenberg im Hintergrunde das Taubenhaus mit Vogelkoppen
- (l. daneben) und Mittagsberg, im Vordergrunde der hohe Berg,
- tiefer der Turm der Hohenhabsburg neben dem Schmidtsteine;
- l. von der Hohenhabsburg der Drachenberg vor der Langen
- Farbe, r. von jener der Friedrichswalder Kamm mit Königshöhe
- (Turm) und Seibthübel (Turm), weiter Schwarzeberg, dann
- Sieghübel; weiter rückwärts l. hinten die Tafelfichte (an
- ihrem r. Abhange, über dem Wittigberge, geht am längsten Tage
- die Sonne auf), dann der Hinterberg und der Hochstein. Ost:
- R. von Hanichen liegt Eichicht; hinten schließt sich das
- Riesengebirge ans Isergebirge, u. zw. Reifträger, hohes Rad
- mit Schneegrubenbaude (gerade über Gablonz), Schneekoppe mit
- ihren Baulichkeiten (hinter ihr geht die Sonne genau am 22.
- Sept. auf) und Brunnberg, während nach vorn zu der Spitzberg
- bei Tannwald, die Stefanshöhe (Turm), die Schwarzbrunnkoppe,
- die Häuser von Marschowitz und Schumburg, noch näher der
- Kaiserstein l. von Langenbruck zu sehen sind. Südost: Der kahle
- Jeschkenrücken, der mit dem Kopainberge (Turm) endet, dann
- folgt der Kosakow vor dem Switschinberge, der Ruine Kumburg und
- dem Taborberge, r. davon die Stadt Turnau und die Großskaler
- Felsen, die zweizinkige Ruine Trosky, die Kegel und Kuppen der
- Gitschiner Gegend (Prachower Felsen) und am äußersten Horizonte
- Heuscheuer, hohe Mense (etwas r. über Langenbruck) und
- Deschnaer Koppe. Süd: Die Stadt B. Aicha, davor der Hühnerberg,
- dahinter der Musky und Ruine Sweretitz bei Backofen, weiter
- Jungbunzlau und Schloß Neubenatek, r. davon im Vordergrunde die
- Hlawitzer Kirche, dahinter die Stadt Weißwasser, am Horizonte
- der Dablitzer Berg, das Sternschloß und der Laurenzibergturm
- bei Prag. Südwest: Die Teufelsmauer, dann die Stadt Oschitz,
- dahinter l. die beiden Bösige (Ruine) und Schloß Hauska, r. der
- ruinengekrönte Dewin hinter dem Krassaberge und vor den beiden
- Hirschbergen, daneben der spiegelnde Hammerteich mit dem Dorfe
- Hammer und der Stadt Wartenberg vor dem Roll, l. hinter diesem
- Ruine Altperstein, weiter die Nedoweska und im Hintergrunde
- der Georgsberg bei Raudnitz (Kapelle); überm Roll der gewölbte
- Wilsch, dann die doppeltürmige Hasenburg bei Libochowitz,
- weiter der Hoblik bei Laun, noch weiter das Duppau-Karlsbader
- Gebirge; r. vom Roll der spitze Ron (Ruine), die Koselspitze,
- der breite Geltsch, der Kreuzberg bei Leitmeritz, dahinter der
- Milleschauer (Höhenwarte) und r. hinter diesem der Keilberg im
- Erzgebirge (Turm), näher das Mückentürmchen bei Graupen. West:
- Zu Füßen Drausendorf, dann hinter einander der Audishorner
- Spitzberg, der Tolzberg und das Schwoikaer Gebirge, l. davon
- der Leipaer Spitzberg (Turm) und der Kamnitzberg (Turm), im
- Hintergrunde der Zinkenstein; r. von diesem der hohe Schneeberg
- (Turm); im Vordergrunde folgt auf Drausendorf der Silberstein
- und die Rabensteine mit den lang sich hinziehenden Kirchdörfern
- Seifersdorf und Kriesdorf dazwischen, dahinter die Stadt
- Deutschgabel, dann die Stadt Zwickau und der Röhrsdorfer
- Bahnhof am Fuße des Kleis; r. von diesem der Kaltenberg
- (Turm) und zwischen beiden hinten der Rosenberg und der gr.
- Zschirnstein; r. vom Kaltenberge der gr. Winterberg (Turm)
- bei Herrnskretschen. Nordwest: Hochwald (Turm) und Lausche
- (Gasthaus) hinter einander, l. davon Tannenberg (Turm), hinten
- Tanzplan (Turm) und Valtenberg (Turm), r. Wolfsbergspitze
- (Turm) und Botzen, im Vordergrunde der bewaldete Jeschkenrücken
- mit Moiselkoppe, Kalk- und Langeberge; zwischen letzteren
- beiden hindurch sieht man die Stadt Zittau, den Kottmar
- (Turm) und den Löbauer Berg, im Hintergrunde den Czornebog
- bei Bautzen (Turm) nebst einer Menge kleinerer Ortschaften.
- Nord: Machendorf am Zusammenschlusse des Christofsgrunder mit
- dem Neißetale, darüber Kratzau vor dem Gickelsberge und ganz
- draußen die Stadt Görlitz mit der Landeskrone.
-
-Auf der Jeschkenkoppe befindet sich neben dem Koppenhause eine vom
-deutschen Gebirgsvereine aufgestellte große Tafel, auf welcher
-die +Abstiegswege+ mit den Marken und den Zeitangaben enthalten
-sind. Es sind folgende: 1. Auf dem Steilwege nördlich über den
-letzten Pfennig und Karolinsfeld oder über die schöne Aussicht
-und Johannestal oder auf dem Kamme südöstlich über Hanichen in je
-1½--2 Stunden nach +Reichenberg+ (+Station+ der Südnorddeutschen
-Verbindungsbahn, der Außig-Teplitzer, der Zittau-Reichenberger und
-der Reichenberg-Grünwalder Eisenbahn); 2. Auf dem aussichtsreichen
-Kamme über die Kühnei entweder zur +Station Heinersdorf+ in 1½ Stdn.
-oder zur +Station Langenbruck+ in 2--2½ Stdn.; 3. Auf dem Kalkwege
-über Karlswald zur +Station Machendorf+ in 1½--2 Stdn.; 4. Über den
-Dänstein nach +Station Neuland+ 1¼ Std. oder weiter über Christofsgrund
-nach +Station Machendorf+ in 2½ Std.; 5. Über die Moiselkoppe und den
-Kriesdorfer Sattel in 1½ Std. zur +Station Kriesdorf+. Die vorletzte
-Strecke deckt sich zum Teil, die letztere ganz mit unserer Kammtour.
-
-Unser Abstieg von der Jeschkenkoppe geschieht auf dem breiten
-und bequemen Wege, der längs der Fernsprechleitung in 30 Min.
-hinabführt auf die, seit 1866 in ihrer heutigen Gestalt bestehende,
-waldumschlossene Jeschkenstraße, und zwar auf deren höchsten Punkt
-(772 _m_) im =Auerhahnsattel=, der Sattelhöhe zwischen Jeschkenkoppe
-und Schwarzeberg (816 _m_), zugleich der Hauptwasserscheide zwischen
-Elbe (Jeschkenbach) und Oder (Berzdorfer Bach), von wo sie sich in
-vielen Windungen östlich über Hanichen nach Reichenberg, westlich über
-Kriesdorf nach Wartenberg und nach B. Aicha senkt. Der Auerhahnsattel
-ist die höchste Übergangslinie über das Jeschkengebirge und führt
-vornehmlich den Namen »Ausgespann«, weil vor dem Baue der jetzigen
-Straße die Vorspänne bis hieher verkehrten und in einer einfachen
-Schankhütte Unterstand fanden. Auf den fünf Seitenflächen einer
-granitischen Säule daselbst sind die Örtlichkeiten verzeichnet, welche
-man von hier auf bezeichneten Wegen erreichen kann: Jeschkenkoppe,
-Reichenberg, Machendorf, Christofsgrund, Kriesdorf, Hammerteich,
-Oschitz und B. Aicha.
-
-Wir folgen der Jeschkenstraße wenige Schritte nach l. und lenken
-sofort r. auf einen breiten Fahrweg ab, der auf eine weite Waldblöße
-hinausführt, aber schon nach 1 Min. sich wieder gabelt. Hier ist eine
-Markentafel aufgerichtet, welche l. (blauer Punkt in weißem Felde) in
-1--1½ Std. nach +Kriesdorf+, r. aber auf unseren Kammweg, bzw. nach
-+Neuland-Christofsgrund+ (1½ Std.) verweist.
-
- Bevor wir auf letzterem weiter wandern, machen wir auf dem
- Kriesdorfer Wege einen Abstecher zu dem nur ein paar Schritte
- entfernten, mächtigen, dürren Baumstumpfe, der nur noch einen
- einzigen längeren Ast aufweist und ein kleines, blechumrahmtes
- Bild, die schmerzhafte Muttergottes darstellend, trägt.
- Die auffällige +Baumruine+, deren knorrige Rinde dicht mit
- Flechten und Moosen überwuchert ist, so daß sich nicht mit
- Sicherheit erkennen läßt, welcher Baum-Art sie angehört haben
- mag, verdient es, daß man nicht achtlos an ihr vorübergeht,
- zumal sie vom Stifte des Künstlers in Professor Paudler's
- Kammwegbuche verewigt wurde; ihren Fortbestand sichert übrigens
- das Heiligenbild.
-
-Und nun weiter. In kaum 3 Min. überschreiten wir die Waldblöße.
-Rückwärts lassen wir dabei die in unmittelbarer Nähe mächtig aufragende
-Koppe, vor uns winkt die Moiselkoppe, zur L., in welcher Richtung ein
-hübsches +Echo+ hervorgerufen werden kann, haben wir den Rollberg bei
-Niemes, den Limberg bei Wartenberg und den Tolzberg bei Gabel neben
-einander, davor den Spitzberg bei Audishorn. Hochstämmiger Nadelwald
-nimmt uns auf, in ihm 1½ Min. abwärts, dann l. ein Hau, über welchen
-hinaus nach rückwärts abermals die Jeschkenkoppe erscheint. Dann wieder
-durch 5 Min. etwas abwärts zu einer Art Schneiße, die wir queren und
-die wiederum rückwärts auf die Koppe und den ruinenartigen »roten
-Stein« (841 _m_) an seinem westlichen Abhange, l. auf das Gelände
-zwischen Oschitz und B. Aicha einen Ausblick gestattet. Nach weiteren
-5 Min. auf anfangs etwas ansteigendem, dann ziemlich ebenem Waldwege,
-wo man sich allenfalls an Heidelbeeren laben kann, trifft man bei einem
-Wegweiser, der l. an einem Baume hängt und die Entfernung von da bis
-zur Jeschkenkoppe mit ¾ Stunden angibt, abermals auf eine lichtere
-Waldstelle, wo wir die Moiselkoppe vor uns, l. (durchblicksweise)
-Dewin mit Hammerspitz zwischen den Bösigen und dem Roll, rückwärts
-die Jeschkenkoppe, r. aber ganz nahe, auf der Höhe des +Dänsteins+
-eine grell vom Horizonte sich abhebende, abenteuerlich ausgezackte
-Quarzklippe erblicken. In 2 Min. sind wir in gerader Richtung etwas
-abwärts schreitend, wieder in dichterem Walde, steigen in demselben
-1½ Min. lang hinab und stehen sodann -- 20 Min. vom Ausgespann ab --
-auf dem =Oberkriesdorfer Sattel=, einer großen, an ~Arnica~ reichen
-Waldwiese, die von einem Wege gequert wird, der r. über den steilen
-und waldigen westlichen Abhang des +Dänsteins+ (gelbrote Marken) aus
-Neuland, und zwar aus dessen oberstem, 524 _m_ hoch gelegenen, 20 Min.
-entfernten Ortsteile +Haudorf+ heraufkommt und l. nach +Oberkriesdorf+
-hinüberführt, dessen oberste, 593 _m_ hoch am Jeschkenbache
-waldumsäumt gelegene Häuser südöstlich zum Vorschein kommen -- ein
-ebenso malerischer, wie unerwarteter Ausblick. Dahinter sieht man an
-der zum Auerhahnsattel hinaufführenden Jeschkenstraße noch zwei, zu
-Kriesdorf gehörige Einschichten, nämlich das bekannte Gasthaus Prokop
-(Kleinsemmering) an der Gabelung der nach B. Aicha und Kriesdorf
-führenden Straßenstrecken und noch ein zweites Gasthaus, l. davon den
-gr. und den kl. Jeschken, der sich mächtig gegen Südwest hinlagert; r.
-vom Prokop den Hühnerberg bei Zwetlai, davor einige Häuser von Hodek
-an der nach B. Aicha führenden Straße. Zwei Markentafeln verweisen
-auf +Neuland-Christofsgrund+ (1 Std.), Jeschken (1--1¼ Std.) und
-+Moiselkoppe-Neuland+ (1 Std.).
-
-Letzterer Weg ist der unsere. Er führt auf dem Damme, der die Wiese l.
-begrenzt, an den Waldrand, längs welchem wir, die Wiese zur Rechten,
-4 Min. lang aufwärts wandern, wobei wir nach r. rückwärts einen Blick
-gewinnen auf die Vogelkoppen und das Taubenhaus im Sattel zwischen
-der Sauplatsche (große Lichtung) und dem Dreiklafterberg. Dann sind
-wir wieder im beiderseitigen Walde, wo nach 3 Min. l. eine Wiese
-folgt, hinter welcher man stark bergab zu einer zweiten, reichlich
-mit Arnika, hohen Schlüsselblumen (~Primula elatior Jacq.~) und
-langsporniger Nackt-Orche (~Gymnadenia conopea R. Br.~) bestandenen
-Wiese rechterseits gelangt mit Ausblick auf den Langenberg. Nach 3 Min.
-versperrt uns wieder beiderseitiger Wald die Aussicht; erst eben, dann
-abwärts kommen wir nach einander an drei +Quellen+ vorüber, Zuflüssen
-des Neuländer Grundbaches. Der Weg steigt dann wieder etwas bergan
-und geht später eben weiter; schöne Quarzbrocken mit eingefügtem
-Chloritschiefer, eine Zierde für jedes Terrarium, besäumen ihn; nach
-7 Min. treten wir auf eine Waldlichtung heraus, wo wir zum ersten
-Male einen fesselnden Ausblick auf das Neuland-Christophsgrunder
-Tal gewinnen; l. ist der Langeberg, r. der Sommerhau bei Berzdorf
-mit der Waldstraße, im Hintergrunde in der Richtung des Tales der
-Gickelsberg sichtbar. Noch ein paar Schritte und wir sehen zur L. eine
-mächtige +Schutthalde+ unmittelbar am Wege, den Abraum eines darüber
-gelegenen Steinbruches, in welchem, den Fundstücken nach zu schließen,
-gelegentlich des Bahnbaues Grünstein gebrochen wurde, der von bis
-fingerstarken Kalkspatschnüren und -platten durchzogen ist. Herr v.
-Zimmermann, Chemiker in Leipa, besitzt schöne Handstücke aus diesem
-Bruche.
-
-Der Steinbruch befindet sich an der =Moiselskoppe= (750 _m_), um deren
-nördl. Lehne der Kammweg herumführt; sie hat ihren Namen nach einem
-früheren Grundeigentümer, einem Kriesdorfer Insassen. Um auf dieselbe
-zu gelangen, braucht man bloß den grasigen Fußpfad einzuschlagen, der
-hinter der Schutthalde l. aufwärts führt. In etwa hundert Schritten ist
-man auf dem abgeholzten, westlichen Abfallsrücken der Koppe, von wo aus
-sich ein hübscher +Ausblick+ in westlicher Richtung auftut.
-
- Zunächst haftet er an dem lang am Jeschkenbache sich
- ausdehnenden Pfarrdorf Kriesdorf zu Füßen, an das sich, am
- Jeschkenbache abwärts, das teilweise hinter den klippigen
- Rabensteinen (r. von der Kriesdorfer Kirche) versteckte
- Kirchdorf Seifersdorf anschließt. An dieses wiederum schließt
- sich Kirchdorf Hennersdorf, das sich, teilweise hinter dem
- Silberstein versteckt, gegen die Stadt Wartenberg l. hinzieht,
- welch letztere vom Audishorner Spitzberg verdeckt wird, hinter
- welchem der Wartenberger Limberg sichtbar ist. Zwischen
- Silberstein und Spitzberg hindurch hat man den Kamnitzberg
- bei Reichstadt; hinter dem Silberstein rückwärts zieht der
- Koselrücken; r. vom Silberstein wölbt sich der Tolzberg,
- r. von diesem der Laufberg vor dem Schwoikaer Gebirge, im
- Hintergrunde der Zinkensteinrücken. R. vom Laufberge bemerkt
- man den Ortelsberg vor dem Sonnebergrücken. R. von Kriesdorf
- liegt einschichtig der Kriesdorfer Bahnhof, die Straße dahin,
- sowie Bahn und Straße nach Schönbach, dieser Marktflecken
- selbst, weiter der Mergtaler Limberg, hinter diesem in gleicher
- Entfernung l. Kleis, r. Tannenberg (Turm). R. vom Kriesdorfer
- Bahnhofe zieht der bewaldete Jeschkenrücken mit den hinter
- einander aufgesetzten Kuppen der Scheuflerkoppe -- an der l.
- vorüber Hochwald (Turm) und Lausche hinter einander zu suchen
- sind -- des Schönwalder Spitzberges, des Kalk- und Langeberges.
- Den Blick wiederum gegen die Kriesdorfer Kirche zurückwendend,
- sehen wir l. vom Audishorner Spitzberge den hochragenden
- Roll, l. davon den doppelgipfligen Dewin, zwischen beiden den
- Hammerteich vor dem Kummergebirge, im Hintergrunde das Daubaer
- Gebirge mit der Nedoweska; l. vor dem Dewin der Krassaberg
- hinter dem einschichtigen Drausendorfer Meierhofe, rückwärts
- die beiden Buchberge bei Hühnerwasser und l. hinter diesen der
- Burgberg Bösig. L. vom Drausendorfer Meierhofe sieht man einen
- Teil von Drausendorf, die Straße von da am Friedhofe vorüber
- nach Johannestal und dieses zum Teil selbst, dahinter den
- Jelinkaberg und die Teufelsmauer zwischen Oschitz und B. Aicha.
- -- Einen Einblick östlich ins Neuländer Tal gewinnt man vom
- Rande des Steinbruches, weiter oben südlich.
-
-Auf den Kammweg zurückgekehrt, biegen wir sogleich nach einem
-überraschenden Rückblicke auf den Gipfel der Jeschkenkoppe vor der
-Lichtung in hohen Wald ein, wo von l. der Fahrweg aus dem Steinbruche
-mündet. Nun abwärts, r. an einer Stelle Ausblick auf den Langeberg,
-dann l. ein Feld. Nach 10 Min. tritt man auf eine +Lichtung+ heraus,
-wo sich r. über Jungwald hinweg ein überraschend schöner Blick auf
-den großen Neuländer Viadukt, den Jägerhaustunnel dahinter und den r.
-am Grundbache hinaufziehenden Ortsteil Haudorf, sowie auf den l. aus
-dem Tale aufsteigenden Langeberg und den Gickelsberg r. hinter diesem
-bietet.
-
-Der Weg senkt sich zum +Waldrande+, der in 3 Min. erreicht ist; eines
-der schönsten Landschaftsbilder auf unserem Kammwege breitet sich wie
-mit einem Zauberschlage vor uns aus; der Blick schweift frei über
-das Tal hinweg auf die bewaldeten Berghänge ringsherum: geradeaus
-die Scheuflerkoppe, dahinter Spitz- und Kalkberg, daneben der
-Langeberg, zur R. der Dreiklafterberg und die Sauplatsche, zwischen
-alle dem eingebettet das idyllische Neuland in tiefeingeschnittenem
-Tale, der schöne +Viadukt+, die Haltestelle Neuland, der 40 _m_ lange
-Jägerhaustunnel im Gehänge des Dreiklafterberges (762 _m_), die
-Bahnstrecke mit dem 17 _m_ hohen und 127 _m_ langen Jägerhaus-Viadukte
-jenseits desselben bis zum Christofsgrunder Tunnel an der Lehne
-des Brandsteines (667 _m_), und darüber hinaus im Hintergrunde der
-Gickelsberg und Hohenwald mit der Windmühle.
-
-Wir schreiten auf dem Fahrwege abwärts. Unter unseren Füßen quert
-der 822 _m_ lange, fast seiner ganzen Länge nach in Urtonschiefer
-eingehauene, am 6. April 1900 nach zweijähriger Arbeitszeit vollendete
-»Jeschkentunnel« der Außig-Teplitzer Eisenbahn den Gebirgsrücken, worin
-die Bahntrace bei 500·17 _m_ Seehöhe ihren höchsten Punkt erreicht.
-Zur Ausmauerung bezw. Einwölbung des Tunnels, sowie zur Aufführung des
-Neuländer Viaduktes wurde Diorit verwendet, welches Eruptivgestein
-stellenweise den Jeschkenschiefer gangartig durchsetzt; einige mächtige
-Blöcke dieses Gesteins lagen am Wege. Nach 2 Min. sind wir beim ersten
-Hause von =Neuland=; zwischen Scheuer und Wohnhaus hindurch, um die
-Scheuer nach l. herum, stehen wir auf der Bezirksstraße, die neuerer
-Zeit von Christofsgrund herauf in mehreren Kehren durch Neuland über
-die Kammhöhe nach Kriesdorf hinab gebaut wurde. Uns gegenüber an der
-Straße r. steht noch ein zweites Haus, auf dessen Dache ein Kammzeichen
-uns belehrt, daß wir die Straße nach l. zu zu wandern haben. Andere
-Häuser von Neuland berühren wir also nicht. Das Dorf zählt über 90
-Häuser, die sich gabelförmig am Grundbache und am Eckersbache, dessen
-eine Ursprungsader bis an unseren Standpunkt auf der Kammstraße
-heranreicht, hinab gegen +Christofsgrund+ ziehen, mit welchem Pfarrdorf
-es unmittelbar zusammenhängt; die Bewohner sind, da der Feldbau nur
-wenig erträglich ist, zumeist Wald- und Fabriksarbeiter. Der Ort
-wurde mutmaßlich in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts angelegt;
-wenigstens erscheint er 1581 als »neu aufgebaut« in einem Kaufvertrage,
-mit welchem Heinrich Berka von Dauba die Herrschaft Lämberg erwarb.
-Vermöge seiner schönen Lage und guten Luft eignet sich Neuland ebenso
-vorzüglich zum Sommeraufenthalte, wie es mit Christofsgrund schon
-seit Jahren der Fall ist. Eine besondere Sehenswürdigkeit daselbst
-ist der gewaltige +Viadukt+ über das Neuländer Grundtal, über welchem
-die Bahnlinie in einem flachen, südlich ausgreifenden Bogen aus dem
-Jeschkentunnel in den Jägerhaustunnel verläuft; der Viadukt steht auf
-29·5 _m_ hohen Pfeilern, ist 202 _m_ lang und hat 14 Öffnungen, von
-denen 11 eine Spannweite von 12 _m_, 3 eine solche von 6 _m_ haben.
-
- Wer mit uns die Kammtour nicht weiter fortsetzen will,
- erreicht die +Haltestelle Neuland+ in 20 Min., die +Station
- Machendorf+ im Neißetale über =Christofsgrund= (30 Min.,
- 170 H., sehenswerte Holzkirche, Sitz einer Abteilung des
- deutschen Gebirgsvereines für das Jeschken- und Isergebirge,
- Studentenherberge) und Eckersbach längs des Eckersbaches in
- 1¾ Std. Wer aber bloß eine Zwischenstation machen und Einkehr
- halten will, der gehe die Straße 10 Min. abwärts bis zu
- Wollmann's Gasthaus l. an der Straße hinter der Schule.
-
-Neuland den Rücken kehrend, erreichen wir die Straße aufwärts nach 4
-Min. -- im ganzen 1 Stde. vom Ausgespann -- im =Kriesdorfer Sattel=
-die 500 _m_ übersteigende Kammhöhe zwischen der Scheuflerkoppe
-(r.) und dem Abfallsrücken der Moiselkoppe (l.), gegenwärtig neben
-dem Passe von Langenbruck der wichtigste der den Jeschkenzug
-querenden Übergänge. Daselbst ist die Straße durch einen tiefen
-Einschnitt gelegt, in welchem der Urtonschiefer an beiden Böschungen
-hobelspanartig aufblätternd bloßliegt. Aus der Ferne grüßt im Rahmen
-dieses Einschnittes -- wieder ein überraschend bezauberndes Bild -- der
-Roll in südwestlicher Richtung, um den herum allmählich ein prächtiges
-+Panorama+ sich heraushebt.
-
- Gerade zu Füßen in gleicher Richtung der Bahnhof Kriesdorf
- und die Pietschekapelle, dann das langgestreckte Kirchdorf
- Kriesdorf, die Straßen von da zum Bahnhof und am Saume des
- Rabwaldes entlang gegen Schönbach; r. von der Kriesdorfer
- Kirche die gezackten Rabensteine, im Hintergrunde, zwischen
- Audishorner Spitzberg (l.) und Silberstein (r.) hindurch der
- Wartenberger Limberg; in der Richtung der Rabensteine der
- Tolz- und l. vor diesem der Kamnitzberg bei Reichstadt; r. vom
- Tolzberg zeigen sich hinter einander geschoben der Laufberg
- bei Brims, das Schwoikaer Gebirge und der Ortelsberg bei
- Zwickau genau im Westen. L. vom Roll zeigen sich die beiden
- Hirschberge, dann der Dewin und der Breite Stein, l. dahinter
- die beiden Bösige, l. vorn die Kuppe des Krassaberges, und
- wieder l. von diesem, in der Richtung des Drausendorfer
- Meierhofes, der einschichtig auf dem Höhenzuge jenseits
- Kriesdorf gelegen ist, der Kühtaler Berg vor dem Wolschner
- Rücken; l. davon sieht man über ein Wegkreuz hinweg ein Stück
- der Oschitzer Straße, die vom versteckten Drausendorf, am
- Friedhofe vorüber, gegen Johannestal hinaufführt, r. dahinter
- den Mataischeberg.
-
-Auf der Kammhöhe, wo wiederholt Kriegsvolk verkehrte, im Jahre 1866
-sogar Artillerie und Kavallerie, steht ein alter +Bildstock+, welcher
-oben eine schmerzhafte Mutter Gottes mit hübschem Beiwerk, am Sockel
-die Grablegung Christi ausgehauen und mit grellen Farben bemalt zeigt;
-davor eine Ruhebank.
-
- Die im Bogen westlich vom Sattel -- zugleich Hauptwasserscheide
- zwischen Oder und Elbe (Eckersbach und Jeschkenbach) --
- abwärts führende Bezirksstraße hat in 8 Min. Entfernung, nach
- Überquerung der Bahn, Miesler's Gasthaus an seiner r. Seite,
- ein einschichtig knapp unterhalb der +Station Kriesdorf+ an
- der Gabelung der Bezirks- und Bahnhofstraße gelegenes, großes
- Gebäude, das zu dem eine halbe Stunde entfernten, weit über
- 300 Häuser zählenden, alten Kirch- und Bauerndorfe =Kriesdorf=
- gehört, woselbst am 1. Sept. 1813 zwischen Polen und
- Österreichern ein Scharmützel stattfand; das Chor der Kirche
- und eine Glocke stammen noch aus spätgothischer Zeit. Station
- und Gasthaus sind sehr gelegen für Jene, welche die Tour ganz
- oder nur der Einkehr halber unterbrechen wollen.
-
-Knapp hinter dem Bildstocke zweigt der Kammweg r. von der Bezirksstraße
-auf einen Wirtschaftsfahrweg ab, der ziemlich steil zumeist zwischen
-Feldern (nur eine kurze Strecke l. Wald) um die Ostlehne der
-+Scheuflerkoppe+ herum -- die ihren Namen nach dem Besitzer, einem
-Kriesdorfer Insassen, hat -- aufwärts führt. Hiebei wird rückwärts
-der Gipfel der Jeschkenkoppe sichtbar, während r. zwischen Langeberg
-und Brandstein über das Christofsgrunder Tal hinaus, in das wir immer
-tiefere Einblicke gewinnen, die Hemmrichberge zum Vorschein kommen.
-In 15 Minuten ist man oben am Rande des bewaldeten nördlichen Rückens
-der Scheuflerkoppe, wo ein +Kalksteinbruch+, dem Besitzer der oben
-erwähntem Kriesdorfer Bahnhofrestauration gehörig, im Betriebe ist,
-dessen besseres Material zu Kalk gebrannt wird, während das schlechtere
-als Bruchstein und Schotter Verwendung findet. Neben dem Steinbruche
-ist eine Markentafel. Hier empfiehlt es sich Halt zu machen, um die
-Aussicht nach Nordosten aufs Isergebirge zu würdigen, wo man im
-Anschlusse an die Hemmrichberge r. die Vogelkoppen, das Taubenhaus und
-den Schwarzeberg vor sich hat.
-
- Ein grün markierter Weg führt von der Markentafel am
- Steinbruche vorüber l. in 8 Min. auf den Gipfel der
- =Scheuflerkoppe= (679 _m_), die von Ost nach West verläuft und
- gegen Norden wegen hohem Waldbestand keine Aussicht hat. Auch
- die Ostseite des Gipfels ist größtenteils mit Bäumen bestanden,
- die übrige Gipfelfläche aber ist berast und gestattet eine
- herrliche +Aussicht+ über zwei volle Quadranten von der
- Jeschkenkoppe im Südosten bis zum Hochwalde im Nordwesten,
- ähnlich jener vom Kriesdorfer Sattel, die man vergleichen möge,
- nur viel umfassender wegen des weit höheren Standpunktes und
- der dadurch ermöglichten Zwischen- und Fernsicht. So sieht man
- zunächst r. unter der Jeschkenkoppe, die breit und mächtig
- hinter der Moiselkoppe hingelagert ist, den Hühnerberg bei
- Zwetlai; r. davon, vor der Höhenkette der Teufelsmauer und
- dem Mataischeberg, die Stadt Oschitz; im Einschnitt zwischen
- Breiten Stein und Dewin die Ruinenspitze des Bösigberges --
- ein überraschendes Bild --; zwischen Dewin und Roll, wo sich
- der Spiegel des Hammerteiches vor den beiden Hirschbergen
- zeigt, hindurch das Kummergebirge mit dem Petzberge, dahinter
- den Tachaer Berg und noch weiter das Daubaer Gebirge mit der
- Nedoweska; r. hinterm Silberstein der breitgewölbte Wilsch; r.
- hinterm Kamnitzberg, in welcher Richtung auch der Milleschauer
- zu suchen ist, die Koselspitze; hinterm Tolzberg die Höhen
- von Munker und Reichen mit dem Zinkensteinrücken; zwischen
- Tolz- und Laufberg die betürmte Kuppe des Leipaer Spitzberges.
- R. vom Ortelsberg ist der spitzige Kleis leicht aufzufinden;
- zwischen beide rückwärts schiebt sich der Sonneberger und
- der anschließende Blottendorfer Rücken; r. vom Kleis, hinter
- Schönbach und dem Johnswalde im Vordergrunde, der Mergtaler
- Limberg, dahinter l. und r. die Buchberge bei Falkenau; weiter
- r. der Falkenberg hinter Ringelshain, im Hintergrunde jenseits
- des Höhenrückens zwischen Friedrichsberg und Finkenkoppe der
- betürmte Tannenberg; endlich am weitesten rechts, teilweise
- schon durch Bäume verdeckt, Hochwald und Lausche hinter
- einander.
-
-Wir wandern nun von der Markentafel beim Steinbruch längs des
-Waldrandes (l.) am Rücken 1 Min. lang weiter und steigen dann auf
-grasigem Wege in 6 Min. -- teils durch Wald, der jede Aussicht,
-darunter auch die nach rückwärts auf die Moisels- und Jeschkenkoppe,
-versperrt, teils am Rande des Waldes mit freier Aussicht nach r.
-über Äcker und Wiesen auf den Langeberg, auf Christofsgrund und die
-Hemmrichberge in der Richtung der Talspalte -- auf den waldfreien
-+Sattel+ (590 _m_) zwischen Scheuflerkoppe und kleinem Kalkberg, welch
-letzteren wir vor uns haben, herab, wo als ein Merkzeichen der Gegend
-die =Christofskapelle= steht, eine gewöhnliche Wegkapelle mit einer in
-Stein gefaßten Holztür. Hier kreuzen sich mehrere Wege: Fußwege r. von
-+Christofsgrund+ (20 Min.), l. von +Kriesdorf+ (45 Min.) und Fahrwege
-l. von +Schönbach+ (40 Min.), r. von +Neuland+ 15 Min.).
-
- Auch freien +Ausblick+ hat man daselbst: l. über die Bahn
- (zwischen Kriesdorf und Schönbach) zu Füßen auf den Audishorner
- Spitzberg und den Roll dahinter, l. davon die Hirschberge, dann
- der Dewin, dahinter die Bösige; r. ins Christofsgrunder Tal,
- die Bahnstrecke dahinter und weiter die Hochstraße von Kratzau
- nach Machendorf mit einigen Häusern.
-
-Nun gehts wieder bergan, immer auf der Hauptwasserscheide, auf den
-langgestreckten Rücken des =kl. Kalkberges= (687 _m_); schöner
-Mischwald (Buche und Fichte) nimmt uns auf, doch hat man alsbald noch
-einen Ausblick l. wie von der Christofskapelle, nur daß noch die
-zusammenhängenden Kirchdörfer Kriesdorf und Seifersdorf im Vordergrunde
-dazu kommen. Wir kommen hinter einer feuchten und schluchtähnlichen
-Stelle mit reichlichem Pflanzenwuchs (Bingelkraut, Christofskraut u.
-a.) nach 8 Min. zu einem alten +Kalksteinbruche+, der dem Berge den
-Namen gegeben hat, wohl schon vor mehreren Jahrhunderten betrieben
-worden sein mochte und einem in das Phyllitgestein eingebetteten
-Querzuge angehört. Nach weiteren 4 Min. sind wir auf der Höhe des
-Berges; der Weg mündet auf eine begraste, waldumschlossene Fläche, von
-der er sich nach r. auf einen reich mit Himbeergesträuch bewachsenen
-Hau wendet, wo sich über Christofsgrund hinweg ein +großartiger
-Ausblick+ aufs Isergebirge mit den Hemmrichbergen, der Tafelfichte, dem
-Taubenhaus und dem Schwarzenberge, sowie auf das r. sich anschließende
-Riesengebirge (Reifträger) darbietet. Der Weg über den Hau nimmt 1½
-Min. in Anspruch. Doch hat man den geschilderten Ausblick, wozu sich
-nach rückwärts auch die Jeschkenkoppe gesellt, noch 2½ Min., während
-der Weg durch mäßig hohen Jungwald eben weiterführt. Dann gehts abwärts
-vom Bergrücken und die Aussicht verschwindet. Hoher Fichtenwald mit
-massenhaftem Heidelbeerkraut besäumt den Weg, der nach 6 Min.,
-zuletzt ziemlich steil, auf eine gelichtete Waldstelle ausmündet, die
-+Einsattlung+ zwischen kl. Kalkberg und Spitzberg, wo man l. unten
-einige Häuser von Schönbach sieht, dahinter Teile von Hennersdorf
-und Postrum vor dem Tolz- und Ortelsberge. Auf einer anschließenden
-Waldwiese trifft man auf einen Fahrweg, der l. von +Schönbach+ (30
-Min.) heraufkommt und r. zum Lochförster nach +Christofsgrund+ (30
-Min.) hinabführt.
-
- Erforderlichenfalls kann man hier zur +Station
- Schönbach-Seifersdorf+ nördlich beim Marktflecken =Schönbach=
- hinabsteigen. Der prächtig zur Sommerfrische geeignete Ort
- hat über 180 Häuser, die sich längs des Schönbaches bis knapp
- an den Gebirgskamm heraufziehen, eine 1725 erbaute Kirche mit
- einer wundertätigen Madonnenstatue aus dem 17. Jahrh., und
- einen 1766 zur Erinnerung an den damaligen Aufenthalt Kaiser
- Josef II. im Hofe des Gasthauses Nr. 47 errichteten Gedenkstein.
-
-Im Mischwalde weiter, anfangs ziemlich eben, zuletzt steiler bergan,
-an mehreren alten Reviersteinen (r.) mit der Jahreszahl 1709 vorüber,
-kommt man in 12 Min. auf eine ebene, waldumschlossene Rundung, 20
-Schritte im Durchmesser, wo von fünf Seiten Waldwege einmünden, die
-Kuppe des =Spitzberges= (686 _m_). Von da tritt man in der Kammrichtung
-nach 1 Min. auf einen alten Holzschlag heraus, die sogenannte
-»+Aussicht+«, wie eine Tafel daselbst besagt. Obwohl nur über einen
-Quadranten (Südwest bis Nordwest) sich erstreckend, bietet dieselbe
-viel Fesselndes.
-
- Greifbar unter sich hat man den Bahnhof und einige Häuser
- vom Markte Schönbach, dahinter den Johnswald und r. davon
- Pfarrdorf Ringelshain vor dem Mergtaler Limberge, an den
- sich nach r. der Falkenberg jenseits Gabel und der Hochwald
- (hinter dem Kirchberge bei Pankraz) anschließen; zwischen
- Lim- und Falkenberg ist im Hintergrunde das Falkenauer und
- Kreibitzer Gebirge eingeschoben. R. vom Hochwalde zieht
- sich das waldreiche Gabler Gebirge mit dem Schwarzen- und
- Welsberge bis zum ruinenartig gegipfelten Pfaffenstein und dem
- Görsdorfer Spitzberge, an den sich nach vorn zu, am weitesten
- r., der Trögelsberg, Schwammberg und der große Kalkberg vor
- uns anreihen. In dem Winkel zwischen Hochwald und Pfaffenstein
- sind rückwärts die Oybiner Berge (Jonsberg, Brand, Töpfer)
- eingeschoben; zwischen dem Görsdorfer Spitzberge und dem
- Schwammberge hindurch auf das scheinbar unbegrenzte, reich
- besiedelte Flachland westlich Zittau. Im Südwesten schließt
- der massige Tolzberg mit dem an seinen Fuß gelehnten Dorfe
- Postrum das abwechslungsreiche Bild ab, in das sich zwischen
- Tolz- und Mergtaler Limberg eine Reihe von Kuppen -- Laufberg
- vor dem Koselrücken, Schwoikaer Gebirge, Ortelsberg vor dem
- Sonnebergrücken, Kleis vor dem Blottendorfer Rücken -- einfügen.
-
-[Illustration: Tannenberg-Turm.
-
-Postkarte]
-
-Gleich hinter der »Aussicht« beginnt der Abstieg vom Spitzberge.
-Nach 6 Min. ist man auf einem wichtigen Kreuzungspunkte von Wegen
-an der Grenze der Phyllit- und Grauwackenregion; letztere umfaßt
-sandsteinartige Gesteine, die dem Untersilur zugehören und uns bis Paß
-begleiten. Eine +Rasenbank+ unter den Bäumen dient als Jägerruhe.
-Eine Markentafel verweist in der Kammrichtung weiter auf den +gr.
-Kalkberg+ (789 _m_) und nach Freudenhöhe (1½--2 Std.). Diesen Weg
-einzuschlagen, lohnt aber gegenwärtig weniger, da der Gipfel verwachsen
-ist. Deshalb verweist auch unser blaues Kammzeichen nach r. um den gr.
-Kalkberg herum über die Eduardsbuche zur Freudenhöhe (1½ Std.). Mit
-den Ausblicken und Wandelbildern, wie sie die bisher zurückgelegte
-Kammstrecke bot, ist es auf diesem Wege so gut wie zu Ende; dafür
-kommen die Reize des Waldlebens ungestörter zur Geltung, insbesondere
-das vielstimmige Konzert der gefiederten Waldsänger: Ammern und
-Laubsänger spinnen ihre kunstlosen Weisen, Rotkehlchen, Grasmücken,
-Drosseln und auch wohl Goldamseln wetteifern in prächtigen Strofen, und
-Meister Kukuk oder Meister Specht schlagen den Takt dazu; dazu gesellt
-sich zeitweise das Rascheln eines Eichkätzchens, das mit graziöser
-Behendigkeit die Stockwerke majestätischer Fichten bis in die höchsten
-Spitzen durchklettert, oder der schrille Schrei eines Waldkauzes, oder
-ein Stück »Wild«, im zahmen Sinne gemeint, da von eigentlich »wilden«
-Tieren nichts mehr zu befürchten ist; 1679 wurde oberhalb Hanichen der
-letzte Bär und 1766 der letzte Wolf in der Gegend geschossen.
-
-Wir verlassen also den Gebirgskamm und steigen auf dem =Hesche-Wege=
-(nach einem Bauer benannt) um die östliche Lehne des gr. Kalkberges
-allmählich abwärts, auf prächtigem Rasenwege zwischen vorherrschendem,
-zum Teil, besonders r., reinem Buchenbestand, wobei nach 7 Min. ein
-Rückblick auf den Spitz- und kl. Kalkberg vorübergehend sich öffnet.
-Üppige Farnkräuter (Adler-, Wurm- und Tüpfelfarne) neben nicht minder
-üppigen Haingreiskraut (~Senecio Jacquinianus Rchb.~) und vereinzelten
-Exemplaren von Einbeere (~Paris quadrifolia L.~) und süßer Wolfsmilch
-(~Euphorbia dulcis L.~) besäumen den Weg. Nach weiteren 6 Min. sieht
-man r. unten, vor dem Rücken des Langeberges und seines Ausläufers,
-des Kirchberges, den Christofsgrunder Talweg. Noch 5 Min. und der Weg
-wird bedenklich sumpfig, als Folge von nicht weniger als 4 +Quellen+,
-deren Abflüsse hintereinander den Weg queren und ihren Weg hinab zum
-Lochbache nehmen, einer Ader des Eckersbaches. Nicht bloß mannigfaches
-Gekräuter, wie insbesondere Pestwurz (~Petasites albus Gaert.~) und
-fleischfarbige Ragwurz (~Orchis incarnata L.~) gedeihen hier prächtig,
-sondern auch Seidelbast, Hainbuche, Traubenhollunder, Ahorn, Rüster und
-Esche, die sich immer mehr zu einander neigen und schließlich einen
-dicht schattigen Laubengang mit märchenhaft smaragdgoldener Dämmerung
-bilden; junger, würziger Fichtenwald schließt sich an und immer
-rascher geht es abwärts, bis wir, 15 Min. hinter der Sumpfstelle, auf
-einer Holzbrücke den Lochbach, der l. im Sattel der Eduardsbuche seinen
-Ursprung hat, überschreitend, auf der herrschaftlich Clam-Gallas'schen
-Waldstraße daneben stehen, die von +Christofsgrund+ über den
-+Lochförster+ heraufkommt und die +Station Christofsgrund+ in 40 Min.,
-die +Station Machendorf+ in 1 Stde. erreichen läßt. Hier gibt ein
-Wegweiser die Entfernung bis Freudenhöhe, unser vorläufiges Ziel, mit 1
-Std. an.
-
-Wir folgen der breiten, von roten Lichtnelken (~Lychnis diurna
-Sibth.~) und Farnen reich besäumten Straße nach l. aufwärts in
-prächtigem Fichtenwalde und kommen in 10 Min. zur =Eduardsbuche=,
-einem mächtigen Baumriesen von 3·75 _m_ Umfang (in Brusthöhe gemessen)
-mitten im Fichtenwalde auf der 598 _m_ hohen Einsattlung zwischen
-großem Kalkberge und Langeberge, an welcher Stelle der Sage nach
-einst ein Duell zwischen einem Grafen Gallas und einem adeligen
-Offizier stattgefunden haben soll. Der Stamm zeigt viele Einschnitte
-von Buchstaben und trägt zu Ehren des im Jahre 1891 verstorbenen
-Herrschaftsbesitzers Eduard Grafen Clam-Gallas ein kleines Blechbildnis
-des hl. Eduard. An einer Fichte unweit davon hängt ein Marienbild
-(»Gewidmet 1898«), davor eine Ruhebank. Mehrere Markentafeln an den
-Bäumen verweisen durchs Bauersloch nach +Christofsgrund+ (1 Std.), auf
-den +Langeberg+ (½ Std.) und weiter nach +Frauenberg+ (1 Std.) oder
-+Machendorf+ (1½ Std.), und nach +Freudenhöhe+ (¾ Std.). Auch nach l.
-führt ein Waldfahrweg in einer Stunde nach +Pankraz+.
-
- Der =Langeberg= (707 _m_) bietet vom »Brand« aus, einem
- schmalen Platze unter seinem Gipfel, einen lohnenden
- Ausblick in ö. Richtung über die Reichenberger Senke auf den
- Gickelsberg, Teile des Isergebirges (Tafelfichte, Vogelkoppen,
- Taubenhaus) und die westlichen Teile des Riesengebirges, sowie
- in unmittelbarer Nähe südöstlich auf die Jeschkenkoppe, welche
- einen ausgedehnten Waldkomplex überragt.
-
-Auf der prächtigen, streckenweise neu geböschten und geschotterten
-Waldstraße wandern wir nach l. weiter am nordöstliche Gehänge des
-gr. Kalkberges. Abwechslung bieten die mannigfachen Blütenpflanzen
-beiderseits des Weges, darunter: Braunwurz (~Scrofularia nodosa L.~),
-Waldziest (~Stachys silvatia L.~), schmalblättriges Weidenröschen
-(~Epilobium angustifolium L.~). Nach 8½ Min. kommen wir an einer
-kleinen +Quelle+ (l.) vorüber, einer Ursprungsader des Kaltbaches,
-der bei Weißkirchen in die Neiße mündet. Nach 7 Min. geht es
-allmählich bergab, wobei wir an einem alten +Steinbruch+ (l.) im
-Grauwackenschiefer vorüberkommen und gleich darauf einen kurzen
-Ausblick r. ins Neißetal erhaschen. Nach 7 Min. quert ein +Bächlein+
-die Straße, das unterhalb Weißkirchen in die Neiße mündet. Nach 6 Min.
-kommt l. der grün markierte Weg vom Gipfel des +gr. Kalkberges+ herab.
-Nach 5 Min. macht die Straße eine weit ausgreifende Kehre und mündet
-dann nach 8 Min. unten auf die Kratzau-Deutschgabler Reichsstraße
-in =Freudenhöhe=, wo man l. den gr. Kalkberg, den Schwamm- und den
-Trögelsberg, sonst aber nichts sieht als Wald und wieder Wald.
-Freudenhöhe, ein zu dem 45 Min. entfernt im Neißetale unten gelegenen,
-alten Pfarrdorfe +Weißkirchen+ (215 Häuser, mehrere Fabriken, Kaiser
-Josef-Denkmal, hieß ursprünglich Heinrichsdorf) gehöriger Weiler, liegt
-einsam und idyllisch 381 _m_ hoch auf der breiten Einsattelung zwischen
-gr. Kalkberg und Trögelsberg und besteht aus gräflich Clam-Gallas'schem
-Forst-, Heger- und Gasthause, welch letzteres als Ausflugsort sowohl
-wie als Sommeraufenthalt viel aufgesucht wird. Vor dem Gasthause an
-der Straße, die schon in uralter Zeit den Verkehr aus dem Polzenlande
-ins Neißetal vermittelte, steht eine alte Esche; die Buchen hinter dem
-Gasthause bieten einen angenehmen Aufenthalt. Hinter dem Forsthause,
-das 1795 vom Grafen Christian Philipp Clam-Gallas angelegt wurde,
-führt in nördlicher Richtung schnurgerade ein breiter, schöner Weg
-durch Laubwald in wenigen Min. zu einer Linde auf freiem Platze, der
-sogenannten »+schönen Aussicht+« (417 _m_) mit weitem Ausblicke nach
-Nord und Ost.
-
- Nord: Zu Füßen das Neißetal in weiter Ebene mit Kronau, Ketten,
- Grottau, Rosental und Rohnau; l. von Zittau Bertsdorf und
- Olbersdorf; l. hinter Zittau der Breiteberg, Oderwitz mit
- dem Spitzberge und der Kottmar (Turm) hintereinander; weiter
- draußen r. Rotstein und Landeskrone bei Görlitz; hinter Kronau
- Schloß Grafenstein, Ullersdorf, Friedersdorf (Kirche) und
- Dittelsdorf; r. von Grafenstein Kohlige, Wetzwalde, Reibersdorf
- und Königshain hinter einander. Ost: Die Kämme des Isergebirges
- mit der Tafelfichte (Turm) im Hintergrunde.
-
- Entfernter (30 Min.) von Freudenhöhe liegt 576 _m_ hoch mitten
- im Walde die =Burgruine Roynungen= oder Roymund, vom Volke
- »Rumschloß« geheißen. Im Frühjahr und Herbst, wenn die Bäume
- ohne Laub sind, ist sie auch vom Forsthause aus sichtbar.
- Im Gasthause erhält man einen Führer. Der Weg dahin führt
- über die Hirschwiese gegenüber dem Forsthause -- Fundort von
- hollunderduftendem Knabenkraut (~Orchis sambucina L.~) -- in
- den Wald und in diesem ziemlich steil aufwärts. Es ist bloß
- noch ein 2·5 _m_ dicker, 15--20 _m_ langer und 8--10 _m_
- hoher Mauerteil des ehemaligen Burggebäudes vorhanden, ferner
- der Rest eines runden Turmes und einer Brustwehr, und ein
- ursprünglich ovaler, gegen 3 _m_ hoher Wallgraben. Auf und
- zwischen den den Burghof bedeckenden Gesteinstrümmern wuchern
- Farne, Moose, insbesondere auch Tollkirsche (~Atropa belladonna
- L.~). Von wenig mittelalterlichen Burgen kennt man so genau,
- wie von dieser, nicht nur den Namen des Erbauers -- Johann v.
- Dohna --, sondern auch das Jahr, selbst den Tag der Gründung
- -- 17. Okt. 1347 --; sie blieb auch Zeit ihres Bestandes im
- Besitze des Dohna'schen Geschlechtes, war bis 1429 bewohnt
- und erscheint 1584 urkundlich als »ödes« Schloß. Es wird
- angenommen, daß sein Besitzer Nikolaus von Dohna, als er im
- Jahre 1512 das Gebirge von Straßenräubern reinigte, auch die
- Gebäude der jedenfalls schon lange nicht mehr bewohnten Burg
- schleifen ließ.
-
-Wer in Freudenhöhe die Kammtour abbrechen will, erreicht nordöstlich
-die nächste +Bahnstation Weißkirchen+ in ¾ Std.
-
-
-
-
-Freudenhöhe-Tobiaskiefer (2½ Std.).
-
-
-Von Freudenhöhe weg wandert man auf der prächtigen Kaiserstraße wsw.;
-sie zieht sich zwischen hochstämmigem Wald, der jede Aussicht absperrt,
-an der nach N. abfallenden Lehne des Schwammberges fast eben dahin
-und ist überdies rechterseits mit einer Allee alter Eschen besäumt.
-Erst nach 14 Min. wird die Straße waldfrei; r. vorn erscheint der
-Trögelsberg, l. rückwärts an der Lehne des Schwammberges begrüßt
-uns als erster Vorposten des Sandsteingebirges das schroffe, von
-Kletterfexen hie und da aufgesuchte Gebilde des »+Rabensteins+«. In
-1 Min. ist die einschichtig an der Straße r. gelegene als No. 168 zu
-dem wenige Min. entfernten Pfarrdorfe +Pankraz+ gehörige =Windschänke=
-auf der 391 _m_ hohen Satteleinsenkung zwischen Schwammberg (659 _m_)
-und Trögelsberg (537 _m_) erreicht, wo von r. her aus dem Neißetale
-eine Bezirksstraße über die weit zerstreute Ortschaft +Niederberzdorf+
-(117 H.) in 45 Min. einmündet. Das Gasthaus führt seine Bezeichnung
-»+zur freien Aussicht+« nicht mit Unrecht: ein fesselndes Panorama
-spannt sich zwischen den Gehängen des Schwammberges im SW. und des
-Trögelsberges im NO.
-
- So ziemlich den Mittelpunkt bildet über Ringelshain (Kirche und
- Fabriksschlote) der Ortelsberg bei Zwickau, dem in gleicher
- Entfernung der Limberg bei Mergtal r. und der Tolzberg bei
- Brims l. zur Seite steht. Zwischen Ortelsberg und Limberg
- sind rückwärts die Rücken von Sonneberg und Blottendorf
- eingeschoben; knapp r. am Limberg zeigt sich die Spitze des
- Kleis über den Häusern von Schwarzpfütze im Vordergrunde, dann
- folgt vorn der Falkenberg bei Petersdorf vor den Bergen bei
- Falkenau, und den Abschluß auf dieser Seite bildet der Hochwald
- (Turm), hinter dem r. der Gipfel der Lausche hervorschaut.
- Andererseits, zwischen Ortelsberg und Tolzberg, erhebt sich der
- Laufberg bei Brims l. hinter Ringelshain. 2. an den Laufberg
- schließt sich jenseits der hochgelegenen Häuser von Kunewalde
- das Schwoikaer Gebirge vor dem Koselrücken. 2. vom Tolzberge
- hat man das Pfarrdorf Pankraz zu Füßen vor dem Kirchberge,
- der den Roll deckt, l. neben sich aber die Spitzen der beiden
- Bösige dem überraschten Beschauer frei läßt.
-
- Das Gasthaus gehört zu dem vor uns am Fuße des Kammes
- liegenden, nur wenige Min. entfernten, alten Pfarrdorfe
- =Pankraz=, das im 14. Jahrh. »Dietrichsdorf« hieß, in der 1710
- erbauten Kirche zwei wertvolle Bilder besitzt und 176 Häuser
- zählt, deren Bewohner vorwiegend Landwirtschaft betreiben.
- Pankraz ist Geburtsort des 1662 im Alter von 55 Jahren
- verst. gekrönten Dichters Christian Keimann. Von hier sind
- die +Bahnstationen Ringelshain+ und +Schönbach-Seifersdorf+
- auf guten Straßen in je 40 Min. zu erreichen, wobei man
- die ganz nahe r. am Saume des Trögelsbergwaldes gelegenen
- »Elefantensteine« nicht übersehen möge, Sandsteingebilde von
- Elefanten ähnlicher Gestaltung, die nach ihrer Färbung auch die
- »weißen Steine« genannt werden.
-
-Knapp hinter dem Gasthause zweigt der Kammweg r. von der Kaiserstraße
-ab und führt ziemlich steil in einer Art Hohlweg lehnan durch
-Nadelwald auf die Höhe des =Trögelsberges= (537 _m_). Dieser bildet
-den höchsten Punkt des westlichen Abfallrückens des Jeschkengebirges
-und ist sowohl wegen des in scharfem Kamm anstehenden und den darunter
-lagernden Grauwackenschiefer in steil aufgerichteten mächtigen Bänken
-überragenden Koryzaner Quadersandsteins, wie auch wegen der in den
-Sandsteinbrüchen daselbst vorfindlichen +Versteinerungen+ (insbes.
-~Pecten aequicostatus~) eine für Geologen höchst interessante
-Örtlichkeit, so daß selbst Alexander v. Humboldt, wie es heißt, noch
-als Greis im J. 1851 hieher reiste. Auch Kaiser Josef II. berührte am
-17. Sept. 1779 gelegentlich seiner strategischen Bereisung Nordböhmens
-diesen Berg. Er gewährt von den felsigen Punkten seines Kammes -- der
-Gipfel selbst ist bewaldet -- eine weite +Rundsicht+, die nur gegen den
-sö. vorgelagerten Jeschkengebirgszug unterbrochen, äußerst lohnend aber
-gegen W. ist.
-
- Im N. erblickt man zu Füßen die Häuser von Niederberzdorf,
- dahinter Grottau und Zittau mit den umliegenden Ortschaften,
- rückwärts -- besonders schön -- die Landeskrone bei Görlitz;
- nö. den Gickelsberg, weiter r. das Isergebirge mit den
- Vogelkoppen und der Tafelfichte; ö. unten im Neißetale
- Weißkirchen und einen Teil von Kratzau; sö. jenseits des
- Pankrazer Sattels den massigen Kalkberg und den Langeberg;
- s. Ruine Dewin, r. davon die Hirschberge, Roll, Wartenberger
- Limberg, Kamnitzberg (Turm); Tolzberg im Südwesten, r. dahinter
- Leipaer Spitzberg (Turm) und Schwoikaer Gebirge; w. Ortelsberg
- und Mergtaler Limberg; nw. Hochwald und Lausche hinter dem
- Pfaffenstein.
-
-Wohl Niemand versäumt es, ein oder das andere Gesteinsstück mit
-besonders schönen Muschelabdrücken aus dem zum Teil mauerartig
-aufstrebenden Gestein als Andenken abzulösen, bevor er über das
-bröcklige Gestein der Kuppe hinabsteigt auf den bequemen Weg, der in
-prächtigem Jungwald längs des Kammes weiterzieht. Nach wenigen Min.
-kreuzt ihn ein Fußsteig, der von Pankraz herauf nach Niederberzdorf
-führt, ungefähr an der Stelle, wo der Blick an einer mächtigen
-Felsenwand vorbei auf den Hochwald fällt, der mit seinem Turme die
-vorliegenden Baumwipfel überragt. Ein prächtiges Bild! -- Hochstämmiger
-Nadelwald nimmt uns auf, die so eben erwähnte, vielfach zerklüftete
-Felsenwand, die sogenannten »Trögelsteine«, die im +Spitzstein+
-(507 _m_) gipfeln, lassen wir zu unserer Linken und wandern etwas
-abwärts, hie und da an einen Grünsteinbrocken stoßend, bis wir -- 30
-Min. nach Verlassen der Trögelsbergkuppe -- am Waldsaume bei einem
-hohen Kreuze angelangt sind, im Angesichte der Häuser von Paß.
-
- Auf dieses Kreuz mag sich die folgende +Legende+ beziehen, die
- sich im Munde des Volkes erhalten hat und in Prof. Paudler's
- Kammwegbuche wiedererzählt wird. Als einst ein Grenzjäger
- dieses Christusbild erblickte, soll er ausgerufen haben: »Was
- kann so ein blecherner Christus nützen!« Und bei diesen Worten
- schoß er nach dem Christusbilde und traf den Heiland in die
- Seite. Allein in demselben Augenblicke stürzte der Grenzjäger
- tot zur Erde, um nie wieder ein Frevelwort auszustoßen.
-
-Wir überschreiten die von Wiesen und Feldern überdeckte, 450 _m_
-hohe Lichtung des =Passerkammes=, welcher als Scheidegrenze des
-Jeschkengebirges vom Sandsteingebirge gilt, dessen östlicher, 13 _km_
-langer Flügel vom Lauschepaß bis hieher reicht. Das vorherrschende
-Gestein dieses Gebirges, das wir nunmehr bis zum Endpunkte der
-Kammwanderung, zum Rosenberge, nicht mehr verlassen, ist der Sandstein,
-der in Tälern und Schluchten in weißgrauen Felsmassen überall
-anzutreffen ist, im übrigen aber überlagert wird von mächtigen Decken
-des Basalts und Klingsteins, die der Landschaft eine weitgehende
-Gliederung verleihen.
-
-Bevor wir weiterschreiten, beachten wir nach l., bezw. s. den Ausblick
-auf den Limberg bei Wartenberg und dahinter auf den Roll und die
-Buchberge bei Hühnerwasser, etwas weiter l. auf Silberstein und
-Spitzberg bei Audishorn. Nach 3 Min. sind wir bei den ersten Häusern
-des =Dorfes Paß=, das in diese Lichtung eingebettet ist. Bei der
-Ortskapelle treffen wir auf die Dorfstraße, wenden uns nach r. und
-haben das ansehnliche, massiv gebaute Slany'sche Gasthaus vor uns,
-neben einer stattlichen, im J. 1832 gepflanzten Linde, die einigen
-zur Rast einladenden Tischen und Bänken Schatten spendet. Paß ist
-ein kleines Gebirgsdorf mit 24 Häusern, die sich in zwei Reihen
-hinziehen, und mag ziemlich alt sein. Wenigstens war der »Paß« als
-Saumweg und Straßenübergang einst so berühmt, daß der Ortschaft diese
-Bezeichnung bis heute als Auszeichnung verblieben ist. Wegen seiner
-hohen und schönen Lage wurde der Ort in alter und neuer Zeit von
-Fremden viel aufgesucht und auch von Feinden heimgesucht, namentlich im
-Franzosenkriege 1813 und im Preußenkriege 1866; auch 1778 hatten hier
-und bei Spittelgrund die Preußen Verschanzungen und Verhaue angelegt.
-Auch ist am 30. Juni 1766 der nachmalige Kaiser Josef II. auf seiner
-Reise von Zittau nach Reichenberg von Grottau aus herauf geritten. Über
-Paß führt heute eine Bezirksstraße einerseits nach +Pankraz+ (45 Min.),
-andererseits über +Spittelgrund+ (30 Min.), wohin Paß eingeschult
-ist, in 40 Min. nach +Grottau+ (+Bahnstation+); auch von der +Station
-Ketten+ (40 Min.) über +Niederberzdorf+ (20 Min.) mündet eine Straße
-ein, während ein Fußweg über +Schwarzpfütze+ zur +Station Ringelshain+
-führt (1 Std.). Reich ist die Chronik von Paß und Umgebung an Pascher-
-und Räubergeschichten, die zu der Zeit sich abspielten, bevor im
-vorigen Jahrh. (um 1830) die Grenzwache, die jetzige Finanzwache,
-errichtet wurde. Heutzutage ist man im Paßer Gasthause gut und sicher
-aufgehoben.
-
-Zwischen Gasthaus und Linde hindurch führt der Kammweg weiter.
-Die an einander gereihten Häuser von Paß bleiben r., und über sie
-hinaus schweift der Blick auf das granitische Neißetal bei Zittau
-und Grottau, auf den Gickelsberg dahinter und weiter aufs Iser- und
-Riesengebirge. Während wir uns um den 532 _m_ hohen bewaldeten Hügel
-westlich des Dorfes herum nach l. wenden, kommen r. an der Tallehne des
-Spittelbaches einige Häuser des nahen Dorfes +Spittelgrund+ (74 H.) zu
-Gesicht, woselbst der Dresdner Bildhauer Franz Schwarz, ein Neffe des
-aus Grafenstein stammenden Bischofs Franz Bernert, geboren ist. Bald
-darauf nimmt uns hochstämmiger Nadelwald auf; ein breiter Pürschweg
-führt darin mit wenig Windungen und fast eben in westlicher Richtung
-weiter zur Seite des +Kaisergrundes+, der sich zur Rechten, aber für
-uns unsichtbar, am Spittelbach gegen die Tobiaskiefer hinaufzieht
-und seinen Namen deshalb bekommen hat, weil ihn Kaiser Josef II. am
-17. Sept. 1779 in der Richtung auf Lückendorf durchritt; über ihn
-hinweg ist an vereinzelten Stellen blitzartig ein Durchblick gegen den
-Hochwald hin zu erhaschen.
-
-Dichter Wald umgibt auch die 15 Min. vom letzten Hause in Paß
-unmittelbar r. am Wege sich erhebenden =Rabensteine=, gewaltige, durch
-tiefe, enge Schluchten zerrissene, in parallelen Mauern aufgebaute,
-472 _m_ hohe Sandsteinfelsen, die man leicht verpassen kann, weil
-sie ebenso, wie die linker Hand, aber weiter abseits und versteckt
-gelegenen »Puppensteine« nur wenige Meter über die Baumwipfel
-hinausragen, immerhin aber wegen der Schönheit und Seltenheit der
-gigantischen Formen und wegen der Steilheit ihrer Abstürze sehenswert
-sind. Die höchsten dieser Felsen messen ungefähr 18--20 _m_ und sind,
-eine gewisse Fertigkeit im Klettern vorausgesetzt, durch zwei Kamine
-besteiglich; die eine dieser Spitzen, die sogenannte »Fellerwand«,
-wurde zum erstenmale am 19. Juni 1894 von mehreren Reichenberger
-Touristen unter Führung eines bekannten Zittauer Bergsteigers
-erklettert. Einige der Felssäulen sind jedoch unschwer besteiglich
-und lassen ein malerisches Berg- und Waldland vom Hochwald bis zur
-Tafelfichte überblicken.
-
-Nach 45 Min. angenehmer Waldwanderung von Paß aus trifft man auf eine
-Waldlichtung, die zur Linken einen Ausblick auf die Jeschkenkoppe
-und r. unter ihr auf den Silberstein und den Audishorner Spitzberg
-gestattet, und woselbst an einer Fichte zur Rechten ein Kruzifix
-angebracht ist, der sogenannte =Bäckenherrgott=, zur Erinnerung an
-einen Grottauer Bäckermeister, welcher hier ermordet wurde, als er,
-mit Geld wohl versehen, nach Gabel zum Einkauf von Getreide ging.
-
- Hier kreuzt nämlich den Kammweg ein Fußsteig, der l. von den
- +Bahnstationen Lämberg-Markersdorf+ (über Jüdendorf) und
- +Ringelshain+ (über Finkendorf) in je 1¼ Std. heraufkommt
- und r. in wenigen Min. in den schon erwähnten +Kaisergrund+
- hinabführt, um in diesem bachabwärts unter herrlichen
- Aufblicken zum Pfaffenstein mit seinen ruinenartigen
- Gipfelfelsen (l.) und zu den Rabensteinen (r.) +Spittelgrund+
- in 15 Min. zu erreichen.
-
-Unser Kammweg führt einen berasten Steig aufwärts in 20 Min. auf
-einer kahlen, von plattenförmig abgesondertem Basalt gebildeten
-Hügel, den Gipfelpunkt des im Mittel 513 _m_ hohen =Schwarzenberges=,
-wo sich mitten im Waldmeere ein ebenso unerwartetes wie fesselndes
-Landschaftsbild aufrollt, das man bequem auf natürlichem Steinsitze
-genießen kann. Die +Aussicht+ beginnt am Gickelsberge im NO., erstreckt
-sich über drei Quadranten des Horizonts bis zur Lausche im NW. und
-ist nur gegen N. in die Zittauer Gegend durch zu hohen Waldbestand
-unterbrochen.
-
- R. an den Gickelsberg schließen sich die Höhen des Isergebirges
- mit den Hemmerichbergen (in der Richtung der Tafelfichte), den
- Mittagsteinen, dem Taubenhaus, Sieghübel und Schwarzenberge im
- O., wo sich der breite Kamm des Trögelsberges und anschließend
- der Jeschkenrücken vom gr. Kalkberge bis zur Koppe in sö.
- Richtung vorschiebt. An dem diesseitigen Fuße lagern, durch
- den Kirchberg von einander geschieden, die Kirchdörfer Pankraz
- und Ringelshain, vor letzterem Finkendorf, und über beide
- hinaus, hinter einander, Silberstein, Audishorner Spitzberg
- und Dewin mit dem Hammerspitz. So ziemlich genau im S. liegt
- Schloß Lämberg, so greifbar und stattlich, wie gewiß von keiner
- andern Seite; l. und r. vor ihm füllen den Hintergrund der Roll
- (l.) und der gr. Petzberg im Kummergebirge (r.). Unmittelbar
- r. unter dem Schlosse glitzert der Spiegel des Markersdorfer
- Teiches, hinter welchem die Stadt Deutschgabel vor der dunklen
- Kuppe des Tolzberges sich breit macht. Die sw. Richtung ist
- durch den Kamnitzberg bei Reichstadt gekennzeichnet, hinter
- welchem l. der Maschwitzer Berg und noch weiter die Nedoweska
- in der Daubaer Schweiz sichtbar sind. R. auf den Kamnitzberg
- folgt der Laufberg bei Wellnitz, noch weiter der Ortelsberg
- bei Zwickau, und zwischen beiden hindurch decken sich die
- Schwoikaer Berge, der Leipaer Spitzberg (Turm) und der
- Koselrücken. Gegen W., gerade in der Richtung der Tobiaskiefer,
- der wir zusteuern, hat man ziemlich nahe den betürmten Hochwald
- vor sich, neben ihm r. die Lausche, l. den Mergtaler Limberg,
- vor ihm den Raubschloßberg. Zwischen Hochwald und Limberg
- schieben sich der Kaltenberg (Turm) und der Kleis, zwischen
- Limberg und Ortelsberg der Kottowitzer und der Langenauer Berg
- hinter dem Rodowitzer Hutberge ins Gesichtsfeld, während die
- betürmte Kuppe des Tannenberges zwischen Hochwald und Lausche
- zu suchen ist.
-
-Auch pflanzlich ist der Hügel beachtenswert; kräftige Exemplare
-gelbblühender Arnika (~Arnica montana L.~) schmücken nebst den
-purpurroten Blüten der knolligen Platterbse (~Lathyrus tuberosus L.~)
-den Grasteppich, während die weißlila Trauben der Waldwicke (~Vicia
-silvatica L.~) das Gebüsch umspinnen.
-
-Vom Schwarzenberge absteigend, an einem Grenzstein mit der Jahreszahl
-1723 vorüber, trifft man nach 15 Min. auf eine Schneiße, die sich
-nach r. öffnet und den Pfaffenstein in herrlichem Durchblicke zeigt,
-während man l. unmittelbar die =Tobiaskiefer= vor sich hat. So heißt
-eine uralte Kiefer mit einem Bilde des biblischen Tobias, das der
-Holzhändler Tobias Kunze, der Großvater der Wirtin in der Paßer
-Schänke, anbringen ließ, als er ums Jahr 1800 die dortige Waldstrecke
-zum Abtriebe erstanden hatte. Die Kiefer, bei welcher die Pascher
-viel verkehrten, ließ er zum Andenken stehen, worauf sie nach seinem
-Vornamen benannt wurde. Es ist dies aber auch ansonsten eine wichtige
-Stelle in dem weiten Waldgebiete. Hier verläuft bei 498 _m_ Seehöhe
-die Wasserscheide zwischen Neiße und Polzen, bzw. zwischen Ost- und
-Nordsee, und die Zuflüsse -- Weißwasserbach und Spittelbach neißewärts,
-Petersdorfer Bach polzenwärts -- haben ihre Ursprungsadern nahe bei
-einander. Hier überschneiden sich auch mehrere Wege. Von N. her führt
-die alte Zittauer Straße, auf der uns später das Kammzeichen weiter
-geleiten wird, bei der Tobiaskiefer vorüber (gelbe Marken) in 45 Min.
-s. waldabwärts nach +Finkendorf+ -- ein von Touristen gern besuchtes,
-nach dem ehemaligen Ringelshainer Schulmeister Sebastian Finke, der
-sich 1683 daselbst zuerst ansiedelte, benanntes Wald- und Weberdorf mit
-64 Häusern -- und in 30 Min. weiter zur +Bahnstation Ringelshain+.
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- An dieser alten Straße, nahe sw. der Tobiaskiefer, erhebt
- sich der =Raubschloßberg= (535 _m_), dessen beholzter Gipfel
- ehedem die Burg Winterstein trug, deren Erbauung in jene Zeit
- fällt, als die Straße von Zittau nach Gabel noch nicht über
- den Lückendorfer Paß führte. Sie war schon 1369 eine »alte«
- Burg und wurde am 25. Juli 1441 von Johann von Wartenberg auf
- Blankenstein zugleich mit der benachbarten Burg Karlsfried an
- die Stadt Zittau verkauft, welche beide Burgen am 10. Aug. 1442
- abtragen ließ, um an der Grenze alle in Fehdezeiten lästig
- werden könnenden Schlupfwinkel los zu sein; 1582 war die
- Burgstätte noch in ihrem Besitz. Ein Abstecher dahin lohnt sich
- jedoch nicht, da die Überreste (Spuren einer Burgwarte, eines
- Wallgrabens und Grundmauerwerk) zu unbedeutend und so gut wie
- unauffindbar sind.
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-W. von der Tobiaskiefer führt ein Waldweg in 30 Min. nach +Petersdorf+
-an der Zittau-Gabler Straße, der sich ö. durch den +Kaisergrund+
-fortsetzt und in ebenfalls 30 Min. nach +Spittelgrund+ führt. Auf
-einem Umwege kommt man dahin auch über die +Mordkiefer+ und den
-+Pfaffenstein+.
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- Letzterer Weg, nur in umgekehrter Richtung, empfiehlt sich
- auch als Variante für diejenigen, welche den Kammweg über den
- Schwarzenberg schon begangen haben. Man geht hinter Paß r.
- durch den Wald in den Kaisergrund hinab, dann l. in demselben
- aufw., dem kleinen, oft versiegenden Spittelbach, der bei
- Dönis in die Neiße mündet, entlang bis zu den Felsengruppen;
- bei einem Grenzsteine, 30 Min. von Paß, r. auf einem Fahrwege
- empor. R. wird bald darauf der Felsenkopf des Pfaffensteins
- sichtbar. Am Eingange zu den =Pferdelöchern=, auch Felsenstadt
- genannt, vorüber, zwischen großen Sandsteinblöcken hindurch
- im Bogen r. empor zum =Hufeisenberge= (510 _m_). Ein
- Sandsteinblock daselbst, der einem Kopfe mit Helm ähnelt,
- ist ein Hufeisen eingehauen, daher der Name des Berges; von
- hier aus empor erreicht man in 15 Min. den Kamm, wo man
- auf den vom Spitzberge (l., 541 _m_, Basalt) herkommenden
- Weg stößt und auf demselben r. in 5 Min. den =Pfaffenstein=
- (569 _m_) erreicht. Dieser gipfelt in einer mächtigen,
- auffällig burgruinenartig gestalteten, vielfach zerklüfteten
- und ausgehöhlten Sandsteinfelsgruppe, die schon von weitem
- Aufmerksamkeit erregt. Ingenieur Lubisch in Lückendorf wollte
- im Herbst 1904 auf eigene Kosten mit Bewilligung der gräflich
- Clam-Gallas'schen Herrschaftsverwaltung eine Blockhütte im
- Ausmaße von 4 × 5 _m_ errichten und eine eiserne Stiege auf
- der w., Lückendorfer Seite anbringen und den Gipfelfelsen
- selbst mit einem eisernen Schutzgeländer umgeben lassen.
- Der Ausblick von da ist besonders lieblich gegen N. und NO.
- ins reich besiedelte Neißetal. N.: Ganz nahe der Spitzberg,
- dahinter Zittau und weiter das Königsholz und Hirschfelde,
- r. davon hinter einander Grottau und Ullersdorf. Nö. ganz
- nahe Spittelgrund, dann hinter einander Ketten, Grafenstein
- (Schloß), Wetzwalde, der Gickelsberg und Hohenwald; l. hinter
- dem Gickelsberge die Kirche von Reichenau, r. von ihm Pfarrdorf
- Oberwittig. Im O. hinter einander Niederberzdorf, Weißkirchen,
- Kratzau und Voigtsbach, dann neben einander die Hemmerichberge,
- die Vogelkoppen, Taubenhaus, Schwarzeberg und Siechhübel im
- Isergebirge, überragt von der Tafelfichte im Hintergrunde.
- Sö.: Die abenteuerlichen Rabensteine ganz nahe, dann Dorf Paß
- vor dem Trögelsberg, weiter der Zug des Jeschkenrückens mit
- der Koppe; r. von Paß der Welsberg, zwischen beiden hindurch
- Pfarrdorf Pankraz am Fuße des Kirchberges. S. blickt man über
- walddüstere Gründe (Kaisergrund) und wildes Felsengewirr
- (Felsentheater) auf den Schwarzeberg im Vordergrunde,
- hinter welchem l. der Silberstein, Audishorner Spitzberg
- und Roll, r. der Tolzberg sich zeigen. Sw. vorn die Kuppen
- des Hufeisensteines, des Raubschloß- und Fuchsberges, im
- Hintergrunde der Ortelsberg. W.: Das hintere Weißbachtal mit
- seinen Felsgebilden und dem Straßberge, dahinter Hochwald (r.)
- und Falkenberg (l.), zwischendurch der spitze Kleis; l. vom
- Falkenberge der Mergtaler Limberg, zwischendurch der Grünberg
- bei Zwickau; r. hinter dem Hochwalde die Lausche, näher
- Brandhöhe und Töpfer bei Oybin mit dem Scharfenstein, dahinter
- der Jonsberg. Nw. hinter dem Töpfer sieht man nach einander den
- Breiteberg, den Oderwitzer Spitzberg und den Kottmar (Turm),
- im Vordergrunde (nahe dem Spitzberge) den Heide- und spitzen
- Mühlsteinberg.
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- Nun auf demselben Wege zurück zum Hufeisenberge. Einige Min.
- auf dem Fahrwege weiter aufwärts, hat man l. vom Wege einen
- eigenartigen und prächtig Einblick in das =Felsentheater=, ein
- eigenartig aufgebautes Gewirr von Berglehnen und Felsenmassen
- zu Füßen, die wie Versatzstücke und Kulissen eines Theaters
- neben und hinter einander gestellt erscheinen und eine
- herrliche Augenweide, wie von dem Schnürboden eines Theaters
- aus, bilden. Den Hintergrund bilden südöstlich der Langeberg
- und der Jeschken.
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- Der weitere Weg führt in 15 Min. zur Tobiaskiefer. Dabei
- kommen wir an der =Mordkiefer= im =Katelloch= (l.) vorüber.
- Letztere Benennung rührt daher, weil hier ein Mädchen aus
- Görsdorf bei Grottau von ihrem Geliebten, einem Spittelgrunder
- Grenzjäger, der sich dann selbst auch den Tod gab, ums Jahr
- 1830 erschossen aufgefunden wurde. Zur Erinnerung daran hatte
- ein k. k. Finanzwachaufseher in die Rinde der sogenannten
- Mordkiefer einen Todtenkopf mit der Mahnung »~Memento mori~«
- eingeschnitten.
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-Tobiaskiefer-Hochwald (2 Std.).
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-Wir folgen nördlich dem Waldfahrwege, dem alten Verkehrswege zwischen
-Zittau und Gabel, und erreichen durch einen Hohlweg abwärts, bei der
-Höhenkote 476, nach 6 Min. die Landesgrenze, gerade an der Spitze des
-Dreiecks, das sie hier bildet. Hier ist ein Wegweiser an einem Baume.
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- R. kommt man in den herrlichen, von seltsam gestalteten
- Sandsteinfelsen (Uhusteine, Mönch, nackte Männer, Schiller und
- Goethe) besäumte =Weißbachtal= und entlang der Landesgrenze
- in 1 Std. nach Hartau, wo der Weißbach in die Neiße mündet;
- von da weiter in 45 Min. nach +Zittau+. In diesem Tale führte
- ursprünglich der uralte Saumweg von der Burg Lämberg her nach
- Zittau noch eine Strecke weit, bis zum »böhmischen Tor«, d.
- i. zwei zusammen geneigten Felsblöcken mit alten Wappen und
- Jahreszahlen.
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-Auch unser Kammweg, ein angenehmer Waldweg, folgt der Landesgrenze,
-aber l., bis diese nach 5 Min. l. abbiegt, wir aber -- auf sächsischem
-Boden -- geradeaus weiter in 10 Min. zum =Lückendorfer Forsthause=
-(einfache Gastwirtschaft mit Garten) gelangen. Knapp vor dem
-Forsthause, wo l. der Wald aufhört, haben wir einen plötzlichen Anblick
-des Hochwaldes, hinter dem l. die Spitze des Kleis herausschaut; l. vom
-Hochwalde kommt dann auch noch der Falkenberg zum Vorschein und hinter
-diesem r. der Mergtaler Limberg. Das Forsthaus gehört zu Lückendorf
-und liegt einschichtig, 482 _m_ hoch auf der Hauptwasserscheide, an
-der geschichtlich bedeutsamen Verkehrsstraße, welche in je 1½ Std.
-nördlich über Eichgraben nach +Zittau+, südlich über die Landesgrenze
-durch Petersdorf nach +Deutschgabel+, bzw. zu den Bahnstationen in
-beiden Städten führt. Sie wurde im 14. Jahrh. auf König Johann's
-Befehl aus dem Weißbachtale herauf übers Gebirge, den damals noch
-völlig unwirtlichen »Gäbler«, verlegt und erhielt ihre heutige Gestalt
-1848. Gerade gegenüber vom Forsthause an der Straße im Walde stand
-ehedem eine elende Hütte, das schon 1450 bestandene »Ausgespann« für
-die Fuhrleute, welche vom Eichgraben bis hieher Vorspann genommen
-hatten. Als im Jahre 1838 das Forsthaus gebaut wurde, mußte die
-»schwarze Bürste« weichen, worin ein früherer Kretschambesitzer aus
-Lückendorf seine Schankwirtschaft betrieben hatte. Dicht am Garten
-des Forsthauses stehen noch acht wallartige Verschanzungen, welche
-1813 vom Landvolke erbaut werden mußten. Hier ist am 19. August 1813
-Napoleon durchgezogen, hat im +Petersdorfer+ Zollhause, wo Fürst
-Poniatowsky, der Kommandant der französischen Vortruppen, wohnte, auf
-einem Holzschemel, der heute noch dort gezeigt wird, gerastet und dann
-im damaligen Postgebäude zu +Deutschgabel+ -- der einzigen Stadt in
-Böhmen, die Napoleon betreten hat -- sich aufgehalten. Am 23. Juni 1866
-fand hier ein Vorpostengefecht zwischen österreichischen Hußaren und
-preußischen Uhlanen statt.
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- In nächster Nähe des Forsthauses, 25 Min. nordöstlich, ist der
- =Straßberg= (544 _m_) mit dem vom Zittauer Verein »Globus«
- errichteten Aussichtsbalkon »Fuchskanzel« mit prächtiger Um-
- und Fernsicht über den Zittauer Kessel bis zum Kottmar, dem
- Löbauer Berge und der Landeskrone. Etwa 15 Min. vom Forsthause
- entfernt liegt nördlich an der Straße nach Zittau auf felsiger
- Kante die =Ruine Karlsfried=, wenige Mauerreste, darunter die
- des Bergfrieds und eines Torturmes einer im Jahre 1337 auf
- Befehl Karl IV. zum Schutze der Straße erbauten Zoll- und
- Geleitsburg, die in den Hussitenwirren eine Rolle spielte --
- in ihrer Nähe fand am 25. Januar 1424 ein für die Zittauer
- unglücklicher Kampf statt -- und 1442 von den Städten Zittau
- und Görlitz, die sie das Jahr zuvor von Johann v. Wartenberg
- auf Blankenstein gekauft hatten, zum Abbruch bestimmt wurde,
- der jedoch nur ganz allmählich erfolgt sein kann, da die Ruine
- 1720 noch drei Stock hoch war. Aus der Turmruine hat man einen
- romantischen Blick östlich hinab in das Weisbachtal mit seinen
- seltsamen Felsgruppen.
-
-Die Gabler Straße beim Forsthause kreuzend, setzen wir unsern Weg in
-gerader Richtung auf schöner Waldstraße fort, an der überdies Eschen,
-weiterhin Ahorn als Alleebäume gepflanzt sind. Nach 10 Min., währenddem
-wir eine Drehung nach l. machen, ist der Wald zu Ende; Lückendorf
-mit der Brandhöhe liegt vor uns, dahinter der Hochwald, neben dem
-dann l. der Mergtaler Limberg und der Kegel des Falkenberges zum
-Vorschein kommen. Nach 9 Min. mündet r. von Eichgraben her zwischen dem
-+Heideberge+ (544 _m_) und +Zigeunerberge+ (507 _m_) hindurch, die uns
-r. bleiben, ein Touristen-Weg, kurz bevor unsere Straße eine scharfe
-Knickung nach l. macht, wobei wir geradeaus die Spitze des Rollberges,
-und links den Jeschkenrücken mit der Koppe zu Gesicht bekommen. Nach 5
-Min weist r. eine Wegtafel nach +Oybin+.
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- Diesen Abweg können diejenigen einschlagen, welche den
- Kammweg über die »Fürstenhöhe« schon kennen. Man trifft nach
- 15 Min. auf den Kreuzweg, welcher r. vom +Töpfer+ durch die
- kleine Felsengasse herabkommt und den man jetzt l. verfolgt.
- Gleich hinter der Kreuzung kann man (8 Min. hin und zurück)
- den =Scharfenstein=, das sogenannte »Lausitzer Matterhorn«
- besteigen, eine frei und steil aufragende Sandsteingruppe,
- die mittelst Treppen und Stufen vom Zittauer Verein »Globus«
- zugänglich gemacht worden ist. Oben ist eine Schutzhütte. Der
- Ausblick ist vielseitig: westlich das bergumschlossene Oybintal
- zu Füßen, dahinter die Lausche; südwestlich Hochwald, r. hinter
- ihm der Kleis; südöstlich das Jeschkengebirge. Der Touristenweg
- führt von der Kreuzung ansteigend zur =Edmundshütte=
- (idyllisches Blockhaus, 1897 vom Oybiner Verschönerungsverein
- errichtet) und zur Aussichtsbank am =Margaretensteig=,
- fällt dann und tritt in die =große Felsengasse= mit wild
- zerklüfteten Felswänden. R. Abstecher (einige Stufen hinauf)
- zur =Mönchskanzel= auf jäh abstürzender Felswand (Ruhebank) mit
- malerischem Ausblicke ins Oybintal. Nach 4 Min. ist man über
- Stufen hinab am Ende der Felsengasse; r. ist der =Muschelsaal=,
- ein grottenartiger Felsüberhang mit Ruhebank und muschelartigen
- Auswaschungen in dem eisenhältigen Sandstein. Nach 3 Min.
- trifft man auf den »+Fürstensteig+«, der l. von Lückendorf
- heraufkommt, und ist wieder auf dem Kammwege.
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-Gleich darauf haben wir die ersten Häuser von =Lückendorf= knapp unter
-der Brandhöhe (504 _m_) erreicht; als Zierden tragen dieselben bemalte
-Scheiben aus Holz, auf die wohl von den Besitzern der Königschuß
-getan worden sein mag. Die Straße steigt hier etwas an, l. vom Roll
-treten die Hirschberge heraus, zu unserer L. der Pfaffenstein mit dem
-Spitzberge. Nach 3 Min. kommen wir an einer Markentafel (r.) vorüber,
-auf welcher die Entfernungen auf die Fürstenhöhe, Hochwald, Forsthaus
-Nr. VI und Hain mit 13, bzw. 65, 50 und 30 Min. angegeben sind. Nach
-weiteren 3 Min. sind wir beim =Kurhaus Lückendorf= angelangt, das an
-der schönsten und aussichtsreichsten Stelle des Dorfes, am Fuße des mit
-Nadelwald bedeckten +Brandberges+ gelegen ist. Dasselbe enthält nebst
-Gastwirtschaft 20 Fremdenzimmer zum wöchentlichen Preise von 5 bis 7
-Mark für ein Bett. Wundervoll ist der Blick von seiner Terrasse auf den
-Pfaffenstein, auf Jeschken, Roll, Tolz- und Falkenberg, während von den
-Turmzimmern aus sogar die Kuppen des Iser- und Riesengebirges herüber
-grüßen.
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-Pfarrdorf Lückendorf, das mit dem größten Teile seiner zwischen Wiesen
-und Obstgärten verstreuten Häuser seitab l. bleibt, ist das südlichste
-Dorf der Lausitz und liegt an einem Zuflusse des in die Polzen
-mündenden Jungfernbaches auf der Hauptwasserscheide zwischen Ost- und
-Nordsee von 373 bis gegen 500 _m_ Seehöhe; seine 500 Bewohner betreiben
-Landwirtschaft, Handweberei und Holzdrechslerei. Vermöge seiner staub-
-und rauchfreien, geschützten, waldreichen Lage ist es seit einigen
-Jahrzehnten als +Sommerfrische+ in Aufnahme gekommen, insbesondere aber
-seit der Eröffnung des stattlichen Kurhauses im Jahre 1898.
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-Gute Verpflegung und Aufenthalt findet man u. a. auch im Bergrestaurant
-und im Kretscham; außerdem steht eine große Zahl von Logierhäusern
-zur Verfügung. Der Ort ist uralt und mag in der Zeit der deutschen
-Kolonisation von einem Lucko gegründet und benannt worden sein. Im
-Jahre 1404 wird er zum erstenmale urkundlich genannt, als er in Besitz
-der Stadt Zittau kam, in welchem er bis heute, mit einer nur ganz
-kurzen Unterbrechung, geblieben ist. Im Jahre 1690 wurde die Kirche
-gebaut, wozu das Steinwerk von der Ruine Karlsfried benützt wurde. Hier
-wirkt Pastor Sauppe, der unermüdliche Aufheller der Geschichte von
-Oybin und Lückendorf.
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-Unmittelbar vor dem Kurhause weist uns das Kammzeichen r.,
-teilweise über Stufen, in den Nadelwald auf die Südlehne des
-+Brandberges+ hinauf, wo der Sandstein, aus dem der Berg besteht, in
-charakteristischen Wollsackformen zu Tage liegt. Schon nach 2 Min.
-wird der Weg eben und wendet sich nach l.; starre Binsen (~Juncus
-squarrosus L.~) und Adlerfarn (~Pteris aquilina L.~) besäumen ihn;
-nur eine kurze Strecke ist l. ein Ausblick frei, sonst führt er im
-Walde, den Hochwaldturm im Durchblicke, weiter, bis er nach 5 Min., wo
-l. unten die letzte Villa von Lückendorf steht, an der =Fürstenhöhe=
-endet. Kaiser Josef II. besuchte am 17. September 1779 gelegentlich
-seiner Bereisung Nordböhmens diesen Punkt, wo die Kaiserlichen in den
-schlesischen Kriegen Verhaue angelegt hatten, und ergötzte sich an
-dem wundervollen Blicke in das mit landschaftlichen Reizen so reich
-gesegnete Böhmen; er kam damals von Spittelgrund her übers Ausgespann
-und nahm vorher vor dem Pfarrhause eine kleine Erfrischung ein; das
-»Kaiserbörnel« hält das Andenken an diesen Besuch fest. Auch andere
-fürstliche Personen haben diesen Platz besucht und so den Anlaß zu
-seiner Benennung gegeben; u. a. war Friedrich August II., König von
-Sachsen, am 13. August 1850 hier, 1888 der jetzige König Friedrich
-August III. und 1890 König Georg von Sachsen. Dieser Punkt bietet in
-der Tat ein +Aussichtsbild+ von seltener Schönheit, was Reichhaltigkeit
-und Feinheit der Gruppierung anbelangt, wie kein anderer unter allen
-den zahlreichen Spaziergängen am Brandberge.
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- Der ganze Höhenkranz vom Mergtaler Limberge im Südwesten bis zu
- den Felsenzinnen des Pfaffensteins im Osten breitet sich vor
- dem bewundernden Auge aus, und wird durch den Falkenberg, die
- Stadt Deutschgabel, den Tolzberg und Roll, die hinter einander
- in einer Linie gerade nach Süden liegen, wirkungsvoll in zwei
- Gruppen gegliedert. In dem Bilde r. vom Roll zeigt sich der
- doppelgipflige Bösig, das Kummergebirge mit dem Petzberge und
- dem an seinem Schopfe kenntlichen Eichberge, zwischen beiden
- hinten der weiß leuchtende Würfel des Schlosses Hauska auf
- waldiger Höhe, weiter r. näher der Kamnitzberg bei Reichstadt
- und der Laufberg nahe am Limberge; zwischen Kamnitz- und
- Laufberg schieben sich die Mikenhaner Steine, dahinter die
- Ruine Altperstein und der Maschwitzer Berg vor der Nedoweska
- im Daubaer Gebirge. In dem Bilde l. vom Roll erscheint fast
- in der Mitte die Spitze des gr. Hirschberges bei Wartenberg,
- in der Richtung der Ortschaften Petersdorf, Hirndorf und
- Markersdorf zu Füßen, l. davon der Dewin mit dem Hammerspitz,
- vor diesem der Audishorner Spitzberg, der Silberstein und, am
- nächsten, Schloß Lämberg. L. davon blickt man über Lückendorf
- und den Schwarzenberg längs des Jeschkenzuges vom Trögelsberge
- bis zur Koppe südöstlich auf den Musky bei Münchengrätz und
- die zweizinkige Ruine Trosky bei Turnau. Im Osten heben sich
- über dem Görsdorfer Spitzberge und dem Pfaffensteine die
- Höhen des Isergebirges (Vogelkoppen, Taubenhaus, Siechhübel,
- Schwarzeberg) heraus, hinter welchem nach r. hin bis zum
- Langeberge im Jeschkengebirge die Häupter des Riesengebirges
- (hohes Rad) in die neblige Ferne tauchen.
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-Nun r. ab den grasigen, vom Erbauer des Kurhauses als nächste
-Verbindung mit +Bahnhof Oybin+ (30 Min.) angelegten =Fürstensteig=, an
-»Adolfs Ruheplatz« (r.) vorüber, in 4 Min. empor auf den bewaldeten
-Grat, wo von rechts her der vielbegangene Touristenweg (blauer Balken
-auf weißem Grunde) durch die romantische +Felsengasse+ vom Töpfer,
-bzw. von Oybin, einmündet (Ruhebank). Nun l. durch den Wald auf die
-von Lückendorf nach Oybin führende +Kammstraße+ hinab (4 Min.), die
-wir beim Kurhaus verlassen. Auf dieser r. (2 Min.) zu einer wichtigen
-Wegkreuzung auf weiter Blöße beim sog. =Kammloche= unmittelbar an der
-Landesgrenze und auf der Hauptwasserscheide (564 _m_) mit prächtigem
-Rückblicke auf das Jeschkengebirge zwischen Pfaffenstein (l.) und
-Falkenberg. Wegtafeln belehren über die einzuschlagenden Richtungen.
-Auch ein Werkelmann hat daselbst seinen Stand.
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- Nördlich führt die Straße in 25 Min., am =Kelchstein= --
- 13--15 _m_ hoher, verkehrt kegelförmiger Sandsteinblock aus
- rötlichem Sandstein -- vorüber (l.) zur +Station Oybin+;
- südlich schließt sich an den Kammweg der sog. »Ringweg«
- (blauer Ring auf weißem Grunde) an, der zunächst in 22 Min.
- über die Landesgrenze zum =Forsthaus Nr. VI= (einem einfachen
- als Nr. 260 zu Hermsdorf gehörigen, einschichtigen Gasthause
- in idyllischer Waldlage auf dem 455 _m_ hohen Sattel zwischen
- Hochwald und Falkenberg mit hübscher Aussicht auf Tolz, Roll
- und die Bösige, 1½ Std. von der +Station Deutschgabel+) und von
- da um den Südfuß des Hochwaldes unter prächtigen Ausblicken in
- 40 Min. nach +Hain+ führt; westlich setzt sich der mit blauem
- Balken markierte Weg, welcher von der Fürstenhöhe bis hieher
- mit unserem vereinigt war, in 20 Min. bis zum +Forsthaus Hain+
- fort, unter geradezu entzückenden Ausblicken aufs Oybintal und
- Zittau.
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-Wir wandern geradeaus weiter auf der Straße aufwärts, wobei wir
-dieselben Rückblicke haben wie vorhin, und treffen nach 4 Min. wieder
-auf eine Wegteilung: geradeaus nach +Hain+ und auf den Johannisstein,
-r. nach +Oybin+, l. auf den +Hochwald+. Letzterer ist der unsere.
-Am Waldsaume (r.) empor, durch den anfangs Durchblicke ins Oybintal
-möglich sind, dann l. anfangs mäßig ansteigend, dann ziemlich steil
-durch schönen Buchenwald, wo Zahnwurz (~Dentaria enneaphylla L.~),
-Sanikel (~Sanicula europaea L.~), Rapunzel (~Phyteuma spicatum L.~)
-und rundblättriges Labkraut (~Galium rotundifolium L.~) besonders
-üppig gedeihen, kommen wir der Landesgrenze entlang bald r. bald l.
-biegend, in 40 Min. auf den südlichen Gipfel des =Hochwaldes=, den man
-beim Gasthause über Stufen betritt. Auf halbem Wege dahin kommen wir
-an einer Ruhebank beim hydraulischen Widder vorüber, der das Wasser
-aus dem +Johannesborne+ daselbst auf den Hochwald treibt, und etwas
-höher bei einem Wirtschaftsstreifen mit hübschem Durchblicke auf Schloß
-Lämberg.
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-Der Hochwald, im Volksmunde seiner Gestalt nach »Heufuder« genannt,
-ist ein langgestreckter Klingsteinrücken, der von West nach Ost auf
-der Grenzscheide zwischen Böhmen und Sachsen als höchster Punkt
-im östlichen Flügel des Sandsteingebirges hinzieht, südlich steil
-abfällt und mehrere Kuppen bildet, von denen die höchste (748 _m_)
-vom Jahre 1879 bis zum Jahre 1892 einen, vom Zittauer Vereine
-»Globus« beschafften, 10 _m_ hohen hölzernen +Aussichtsturm+, den
-Karolathurm -- der sächsischen Königin zu Ehren benannt -- trug,
-dessen Strebepfeiler auf böhmischem Grunde standen. Statt seiner wurde
-auf der sächsischerseits gelegenen Nord- oder Oybinkuppe (744 _m_)
-von demselben Vereine mit dem Kostenaufwande von 13000 Mk. ein
-25 _m_ hoher Steinturm errichtet, der am 14. September 1892 die Weihe
-erhielt. Die 1853 vom »Vater Marx« erbaute, in ihrem heutigen Zustande
-seit dem Brande im Jahre 1877 bestehende »alte« +Gastwirtschaft+
-auf böhmischem und die 1889 eröffnete »neue« Gastwirtschaft auf
-sächsischem Grunde -- beide unter einem Betrieb, mit Nachtherberge
-zu Mk. 1--1·50 und kais. deutscher und kais. österr. Postablage --
-stehen neben einander, nur durch die Landesgrenze geschieden, auf der
-südlichen Kuppe neben der aussichtsreichen Gipfelterrasse und sind mit
-dem Turme durch einen breiten Weg in Verbindung. In der böhmischen
-Wirtschaft, die als Nr. 251 zu dem 45 Min. südlich entfernten, 266
-Häuser zählenden Bauerndorfe +Hermsdorf+ gehört, erhält man nur Wein
-und Kaffee, in der sächsischen Bier und warme Speisen. Die Besitze der
-Herrschaften Deutschgabel, Reichstadt und Zittau stoßen hier, beim
-sog. »Clam'schen Stein« zusammen. Der Berg muß schon im vorvorigen
-Jahrhundert seiner Aussicht halber besucht worden sein, da ein Zittauer
-Ratsherr 1787 eine Treppe von 84 Stufen, die zum Teil heute noch in
-Benützung stehen, zur leichteren Besteigung des Gipfels anlegen ließ,
-der damals und noch 1830 ein Kreuz trug und »Kreuzstein«, angeblich
-auch »Ilmenstein« hieß. Seither haben Sachsens Könige und manch
-andere fürstliche Persönlichkeiten den Berg besucht; als erster im
-Jahre 1821 der nachmalige Kaiser Ferdinand I. von Österreich. In der
-Verkaufsbude neben den Gastwirtschaften bilden die auf dem Berge
-vorkommenden »Veilchensteine«, d. i. Klingstein, der mit einer nach
-Veilchen duftenden Alge (~Chroolepus Jolithus Ag.~) überzogen ist, eine
-Spezialität. Von sonstigen +naturgeschichtlichen Seltenheiten+ wären
-außer nordischen, eiszeitlichen Geschieben auf den Hängen des Berges
-noch zu erwähnen: Mittleres und Alpen-Hexenkraut (~Circaea intermedia
-Ehrh.~ und ~alpina L.~), herzblättrige Zweiblattorche (~Listera cordata
-R. Br.~), Basalt-Nordfarn (~Woodsia ilvensis R. Br.~), sprossender
-und Tannenbärlapp (~Lycopodium selago L.~ und ~annotinum L.~), eine
-Schließmundschnecke (~Clausilia filograna~), die seltene grüne Eidechse
-(~Lacerta viridis Dand.~); früher soll auch die grüne Nießwurz oder
-Schneerose (~Helleborus viridis L.~) daselbst gefunden worden sein.
-Nach den +Sagen+ der Walen sollen sich im Boden des Hochwaldes kostbare
-Edelsteine befinden, und noch jetzt soll ein Bergmännlein hier hausen,
-das dem, welchem es wohl will, Gold und Silber und Edelgestein,
-insbesondere aber wohltätige Heilkräuter zeigt.
-
-[Illustration: Der Rosenberg von Südost.
-
-Postkarte.]
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-Die Aussicht von der felsigen Plattform zwischen den beiden
-Gasthäusern, sowie aus den Gasthausfenstern selbst -- hier auch
-durch färbige Scheiben -- gegen Süden ist ungemein anziehend und hat
-den touristischen Ruf des Hochwalds begründet. Um einen Ausblick gegen
-Norden ins Oybintal und gegen Zittau zu gewinnen, muß man den Turm (128
-Stufen) besteigen; die Eintrittskarten hiezu (zu 10 Pfg.) löst man
-im +Turmwächterhause+ daneben, wo man auch das Aussichtspanorama (10
-Pf.) und Erfrischungen erhält, und wo überdieß ein Relief des Zittauer
-Gebirges, sowie die seit 20. April 1893 eröffnete kais. deutsche
-+Fernsprechstelle+ sich befindet. Neben Haus und Turm ist auch noch ein
-Gärtchen mit Alpenflora. Die hervorragendsten Punkte des +Panorama's+
-sind auf der Zinnengallerie des Turmes anzeichnet.
-
- Ost: Der Pfaffenstein jenseits Lückendorf, Kratzau und
- Weißkirchen dahinter, weiter die Hemmerichberge und darüber das
- Isergebirge mit der Tafelfichte, den Vogelkoppen, Taubenhaus
- und Siechhübel, im Hintergrunde das Riesengebirge mit
- Reifträger, hohem Rad mit der auffälligen Schneegrubenbaude,
- Kesselkoppe, Brunn- und Schwarzeberg; l. hinter dem
- Pfaffenstein Schloß Grafenstein vor dem Gickelsberge. Südost:
- Der Jeschkenrücken mit der Koppe im Mittelpunkte, davor die
- Kirchdörfer Pankraz und Ringelshain, noch näher Petersdorf; r.
- hinter der Jeschkenkoppe der Kosakow, daneben die zweizinkige
- Ruine Trosky und der Musky bei Münchengrätz, vor diesem der
- Silberstein, Audishorner Spitzberg und Dewin neben einander,
- im Vordergrunde der Falkenberg, dazwischen Schloß Lämberg.
- R. hinter dem Falkenberge Stadt Deutschgabel, weiter Schloß
- Wartenberg vor den beiden Hirschbergen. Süd: Der Tolzberg
- zwischen Roll (l.) und den beiden Bösigen; r. davon der Wratner
- Berg (Turm) und die Hauskaer Berge hinter dem Kummergebirge, zu
- Füßen die beiden Gastwirtschaften des Berges; r. hinter ihnen
- der Mergtaler Limberg, l. dahinter der Kamnitzberg vor den
- Mikenhaner Steinen, im Hintergrunde Ruine Altperstein neben dem
- Maschwitzer Berge; r. hinter dem Limberge Pfarrdorf Lindenau
- und im Hintergrunde der Georgsberg bei Raudnitz. Südwest:
- Grünerberg, l. dahinter Ortelsberg vor dem Wilschberge,
- zwischen beiden das Schwoikaer Gebirge, r. von diesem der
- Leipaer Spitzberg (Turm) und hinter diesem der spitze Ron. R.
- hinter dem Grünerberge der Rodowitzer Hutberg, darüber der
- Koselrücken, im Hintergrunde der Geltsch bei Auscha. R. vom
- Rodowitzer Hutberge im Vordergrunde Pfarrdorf Großmergtal,
- dann die Stadt Haida vor dem Kottowitzer Berge, dahinter
- die Rabensteiner Höhe mit dem Hutberge (Turm), noch weiter
- der Zinkensteinrücken und darüber der Milleschauer; r. vor
- diesem folgt der Kleis hinter dem Glasertberge. West: Zu Füßen
- Kirchdorf Krombach, dahinter die Berge bei Falkenau, l. hinter
- diesen der Kamnitzer Schloßberg, r. das Kreibitzer Gebirge mit
- dem Kaltenberg (Turm), im Hintergrunde der hohe Schneeberg
- (Turm) mit Teilen des Erzgebirges und Höhen der sächsischen
- Schweiz; r. von Krombach Schanzendorf, dahinter der Plissenberg
- vor Oberlichtenwalde, neben welchem die Lausche mächtig
- aufsteigt; l. dahinter die Finkenkoppe, r. der Ziegenrücken und
- an diesem r. vorüber die Wolfsbergspitze (Turm). Nordwest: Dorf
- Hain zu Füßen mit dem Johannisstein, dahinter die Rabensteine,
- die Nonnenklunzen und die Jonsdorfer Mühlsteinbrüche, weiter
- Warnsdorf mit der Burgsbergwarte, Seifhennersdorf und Rumburg,
- noch weiter der Botzen und hinter diesem der Valtenberg (Turm),
- r. von Hain der Jonsberg neben Jonsdorf, dahinter Großschönau,
- dann der Warnsdorfer Spitzberg, im Hintergrunde Bilebog und
- Czornebog, beide mit Türmen; r. hinter dem Jonsberge der
- Breiteberg vor Spitzkunnersdorf, dann der Oderwitzer Spitzberg
- zwischen dem Kottmar (Turm) hinter Eibau und dem Löbauer Berge
- (Turm). Nord: Der Oybiner Talkessel mit dem Ameisenberge,
- l. dahinter das Königsholz und Rotstein, r. die Jauerniker
- Berge und die Landeskrone hinter Zittau. Nordost: Töpfer und
- Scharfenstein, dahinter die Kirchdörfer Friedersdorf und
- Reichenau.
-
-Wer die Kammtour hier abbrechen will und einer Bahnstation zustrebt,
-hat unter folgenden Abstiegen die Wahl: Zur +Station Oybin+, der
-nächsten Bahnstation, in 50 Min. den direkten steinigen Serpentinenweg
-hinab oder über Hain in 1¼ Std.; zur +Station Deutschgabel+, über
-Forsthaus Nr. VI, in 2¼ Std.; zur +Station Zwickau+ über Krombach und
-Mergtal in 2½ Std.
-
-
-
-
-Hochwald-Lausche (2½ Std.).
-
-
-Unser Abstieg geschieht auf dem ersten Wege r. bei den
-Bergwirtschaften; nach 20 Min. sind wir am Rande des Bergwaldes
-unten angelangt. Vor uns haben wir jenseits einer Wiese die obersten
-abseitigen Häuser von +Krombach+, dahinter den Plissenberg, über
-welchen die Lausche herüberblickt; l. davon den Kleis, dazwischen
-den Dürre- und Mühlsteinberg bei Hoffnung. Bei Grenzstein 152 (vom
-Jahre 1649) treffen wir nach 1 Min. auf die Straße, welche die beiden
-Grenzdörfer Krombach und Hain mit einander verbindet, und in die l.
-Hand der oben (S. 31) erwähnte Ringweg vom Forsthaus Nr. VI her über
-den aussichtsreichen Rücken des Schafberges (562 _m_) einmündet.
-
- Pfarrdorf =Krombach=, das, hinter einem Wäldchen versteckt, 4
- Min. l. liegen bleibt, ist eine uralte deutsche Besiedlung;
- schon 1391 wird es urkundlich genannt. Es zieht sich mit
- seinen 180 Häusern längs eines unterm Sattel entspringenden
- Bächleins -- eines Zuflusses des in die Polzen mündenden
- Zwittebaches -- zwischen Plissenberg und Gulichberg abwärts,
- hat eine 1874 erbaute Kirche, eine schöne Volksschule und ein
- zur kaiserlichen Herrschaft Reichstadt gehöriges Herrenhaus mit
- Bräuhaus, wo ehedem ein weit berühmtes Bier gebraut wurde. Hier
- bestand im 17. Jahrh. eine Glashütte der Schürer v. Waldheim,
- von der heute noch Reste vorhanden sind. Eine Berühmtheit
- Krombach's ist die im Garten des Knobloch'schen Hauses Nr. 19
- im Oberdorfe stehende, vollkommen gesunde, etwa 10 _m_ hohe
- +Riesen-Eibe+ mit einem Umfange von 3·60 _m_ in Manneshöhe; ihr
- Alter wird von Einigen auf 940, von Andern sogar auf 1800 Jahre
- geschätzt, weil die Eibe überaus langsam wächst. Jedesfalls
- ist sie älter als das Dorf. Übrigens gibt es im Ortsgebiete
- noch zwei jüngere Eiben von 7--8 _m_ Höhe, und es ist möglich,
- daß es sich hiebei um den Rest eines älteren Eibenbestandes
- zwischen Krombach und Spittelgrund handelt. Im bairischen
- Erbfolgekriege, insbesondere aber am 22. Sept. 1778, beim
- Einmarsche der feindlichen Truppen, litt der Ort sehr.
-
-Uns r. wendend, haben wir nach 150 Schritten den =Hain-Sattel=,
-die Sattelhöhe zwischen Hochwald und Johannisstein auf der
-Hauptwasserscheide (578 _m_) zwischen Ost- und Nordsee erreicht, über
-die auch die Landesgrenze zwischen Böhmen und Sachsen streicht und
-Krombach von Hain scheidet; die beiden obersten Häuser beider Orte
-stehen zu beiden Seiten der Straße; r. das zu Hain gehörige Gasthaus
-»Kaiser Wilhelmshöhe« und l. das zu Krombach (als Nr. 182) gehörige im
-Jahre 1903 erst erbaute Gasthaus »zur Kaiser Franz Josefs-Höhe«. Gerade
-auf letzteres zu führt der Kammweg; hier haben wir vor uns den Töpfer,
-rückwärts den Kleis, r. den Hochwald, l. den Johannisstein.
-
- Zu Krombach, als Nr. 175, gehört auch die ebenfalls
- einschichtige +Gastwirtschaft+ am =Johannisstein= l. Hand;
- sie enthält Tanzsaal und Fremdenzimmer (Nachtlager für 10
- Personen zu ~K~ 1.80) und wurde 1880 auf einem Grundstücke
- des ehemaligen »Dreilinden-Gutes« errichtet. Ein Abstecher
- dahin von unserm Standpunkte beim Gasthause »zur Kaiser
- Franz Josefs-Höhe« erfordert nur 5 Min. auf einem langsam
- ansteigenden Bauernwege. Der Johannisstein ist ein kahler,
- freistehender Klingsteinfelsen von 596 _m_ Seehöhe, dessen
- Gestein in fast wagrecht liegende Säulen abgesondert ist,
- die sich nach oben zu verkürzen und eine natürliche Treppe
- darstellen. Der Berg wird von der Landesgrenze geschnitten und
- soll den Namen von einem Stollen haben, der bei Gelegenheit
- von Bergbauversuchen 1538 und 1559 hier angelegt wurde, nach
- Anderen von einer Statue Johannis des Täufers, um die man
- beim Abbrennen der Johannisfeuer tanzte. An seinen Lehnen
- wächst Feld-Enzian (~Gentiana campestris L.~). Beim Baue der
- Gastwirtschaft fand man Pfeilspitzen, verschiedene Münzen,
- eine Hellebarde aus dem 14. Jahrh., eine Reiterpistole,
- eine französische Medaille u. dgl. als Erinnerungszeichen
- an die mannigfachen Kriegsereignisse, die sich in dieser
- Gegend abspielten. Der Erbauer der Gastwirtschaft hat 1881
- den Felsen durch eine bequeme, mehr als 40 Stufen zählende
- Treppe zugänglich gemacht und oben eine steinerne, turmartige
- +Aussichtswarte+ angelegt. Die Aussicht von da, zu deren
- Genusse man sich eines Automat-Fernrohres gegen eine Gebühr von
- 10 Pf. bedienen kann, ist entzückend und besonders weitreichend
- gegen Böhmen, wo Berg an Berg sich reiht; im Herbste 1853
- erfreute sich Kaiser Ferdinand I. von Österreich daran, als er
- von Reichstadt aus sein Herrschaftshaus in Krombach besuchte.
- Im Nordosten blickt man über Hain auf Berg und Tal Oybin,
- dahinter ein Teil von Zittau mit dem Viadukt der Reichenberger
- Bahn, r. vom Oybin den Töpfer, l. den Pferdeberg, l. von
- diesem (im Norden) den Jonsberg, dahinter das Jonsdorfer Tal,
- Großschönau, den Gebirgszug zwischen Bautzen und Löbau, am
- Horizonte die Landeskrone; im Westen den Plissenberg mit dem
- Rabensteine, dahinter die Lausche und den gr. Winterberg;
- südwestlich übers Krombacher Tal aufs Schwoikaer Gebirge und
- den Kleis, südlich Hochwald und Jeschkenkoppe, östlich das
- Iser-, dahinter das Riesengebirge.
-
- Das in alten Zeiten noch nicht bestandene, nördlich von
- Krombach jenseits Landesgrenze, am Ursprunge eines in die
- Mandau sich ergießenden Baches zu beiden Seiten der nach
- Oybin hinabführenden Steilstraße, die dem Winter-Sporte
- der +Hörnerschlittenfahrten+ (die Person 30 Pf.) dient,
- gelegene Dörfchen =Hain= zählt einige 30 Häuser mit zum
- Teil wunderlich-altertümlichen Holz-Essen und hat sich dank
- seiner Gebirgs- und Höhenlage -- es ist die höchst gelegene
- (550--578 _m_) Ortschaft der Oberlausitz -- zu einer beliebten
- +Sommerfrische+ entwickelt. Außer der erwähnten Gastwirtschaft
- »Kaiser Wilhelmshöhe« bietet das »Forsthaus Hain« im
- Mitteldorfe vorzügliche Verpflegung. Westlich bei Hain liegt
- auf einer freihinaushängenden, mit einem Geländer umgebenen
- Felsplatte der herrliche +Aussichtspunkt »Ludwigshöhe«+, wo
- man das ganze liebliche Oybintal vor sich hat mit dem Jeschken
- rückwärts.
-
- Durch schönen Wald gelangt man auf der Steilstraße über Hain
- in 20 Min. zu den ersten Häusern des =Kirchdorfes Oybin=, in
- 40 Min. zur Bahnstation. Der Ort zählt 800 Einwohner, eine
- bedeutende Anzahl schöner Villen, eine Studentenherberge, und
- zieht sich nahezu eine Stunde lang in einem Tale hin, das
- von einem Kranze felsiger Waldberge (Töpfer, Scharfenstein,
- Ameisenberg, Pferdeberg, Berg Oybin) umschlossen und seit
- 1873 ein stark besuchter +Bade- und klimatischer Kurort+ für
- Nervenleidende und Blutarme geworden ist. Der weitgespannte
- Waldsaum und die niedrigeren Berghänge bieten eine Fülle der
- angenehmsten Spaziergänge, die umliegenden, vortrefflich
- zugänglich gemachten Fels- und Berggipfel die herrlichsten
- Aussichten, deren Erschließung ein Verdienst des dortigen
- Gebirgsvereines ist. Die Perle des Oybintales aber ist der
- vielbesuchte =Berg Oybin=, ein mitten aus dem Tale 116 _m_ hoch
- in Gestalt einer riesigen Felsglocke, in mehreren Terrassen
- aufsteigender, von Runsen durchfurchter Sandsteinberg.
- Seine Oberfläche trägt die ansehnlichen Reste einer durch
- Heinrich von Leipa um 1312 erbaut gewesenen, 1343 auf Geheiß
- des Kaisers Karl IV. zerstörten +Ritterburg+ und eines von
- demselben Kaiser 1366--1384 an ihrer Stelle nach Plänen Peter
- Parler's von Gmünd erbauten, seit 1577 in Ruinen liegenden
- Cölestiner-+Mönchsklosters+ mit einem, von dem um die Hebung
- Oybins vielverdienten ~Dr.~ Alfred Moschkau 1879 begründeten
- und seit 1883 dort befindlichen, +historischen Museum+
- (Eintritt 50 Pf.), ferner den 1515 angelegten Ortsfriedhof
- und den Gesellschaftsplatz mit +Gastwirtschaft+ und reizender
- +Aussicht+ gegen Zittau. Man besteigt ihn vom Bahnhofe an der
- 1734 erbauten, teilweise in den natürlichen Felsen gearbeiteten
- Kirche vorüber in 20 Min.
-
-Unseren Kammweg fortsetzend, wenden wir uns von der Straße, auf der wir
-gekommen, bei dem Gasthause »zur Kaiser Franz Josefs-Höhe« in spitzem
-Winkel l. von der Landesgrenze ab und verfolgen den Fahrweg, der auf
-das einzelne Krombacher Gehöft vor uns führt; dasselbe bleibt knapp r.
-Wir wandern nunmehr durch längere Zeit wieder auf böhmischem Boden.
-
- Vor uns, in südwestlicher Richtung, haben wir jenseits des
- kahlen Gulichberges den Kleis, l. davon in südlicher Richtung
- den Mergtaler Limberg, dahinter den Lauf- und Kamnitzberg; r.
- vom Limberge der Ortelsberg vor dem Wilsch, r. davon der spitze
- Ronberg neben der Koselspitze, vor dieser der Grünerberg (l.)
- mit Großmergtal (Kirche) und der Glasertberg (r.); nahe am
- Kleis der Hutberg bei Mertendorf; r. vom Kleis bis zur Lausche
- im Westen sind die Berge bei Falkenau eingeschoben.
-
-Nach 2 Min. senkt sich der bis dahin ebene Weg; der Mühlsteinberg mit
-seinen Brüchen wird r. sichtbar; wir kommen an einer Einschicht (l.)
--- auf der sogenannten »Katzenstirn«, wenn wir recht berichtet sind --
-und einem Wäldchen (r.) vorüber, worauf r. neben dem Mühlsteinberge
-auch der +Jonsberg+ (642 _m_, Klingstein, hieß 1450 Jonasberg) sichtbar
-wird, an dem l. vorüber der Blick über weites Gelände hin auf den
-Kottmar und den Löbauer Berg schweift. Nach 8 Min. treffen wir auf die
-Straße, welche von Krombach nach Jonsdorf durch =Schanzendorf= zieht
-u. zw. gerade in der Mitte des Dorfes, bei einer Markentafel und einem
-Verzeichnisse der Gasthäuser des Ortes. Letzteres Dorf, das jetzt 136
-Häuser zählt, soll auf den Gründen des Krombacher Meierhofes erbaut
-sein, weshalb es auch im Gemeindeverbande von Krombach ist; seinen
-Namen führt es seit 1778, seitdem die österr. Kroaten hier gegen die
-Preußen und die mit ihnen verbündeten Sachsen Schanzen errichtet
-hatten, die Kaiser Josef II. am 19. September 1779 in Augenschein nahm
-und die 1813 von den Franzosen wieder in Stand gesetzt wurden und
-teilweise am »Heidelstein«, wo vor etwa 25 Jahren Sandstein gebrochen
-wurde, noch zu sehen sind. Wo Schanzendorf heute steht, führte zu einer
-Zeit, als die Gegend noch unwirtlich war, die alte Leipaer Straße von
-Zittau her über Nieder-Oybin zwischen Jonsberg einerseits und dem
-Ameisenberge mit dem Pferdeberge andererseits hindurch über den sog.
-»Stern«, wo die Wege von Schanzendorf, Jonsdorf, dem Jonsberge, der
-Ludwigshöhe, dem oberen Hain und dem Johannisstein zusammentreffen;
-sie ist von der Landesgrenze ab schon längst nur mehr ein Waldfahrweg,
-seitdem die Zollstraße über Jonsdorf und über die zugleich die
-Landesgrenze und Hauptwasserscheide bildende bewaldete Sattelhöhe
-(487 _m_) zwischen Plissenberg und Jonsberg verlegt ist; die alte
-Straße mündet in die jetzige dort, wo wir auf diese treffen.
-
- Auf letzterer Straße erreicht man vom letzten Hause in
- Schanzendorf, dem Zollamte, in 20 Min. das Nebenzollamt
- und das Gasthaus »Schweizertal« in Neujonsdorf, 10 Min.
- weiter die +Station Jonsdorf+, Endstation der Bahnlinie
- Zittau-Jonsdorf, nächst der Kirche von Altjonsdorf. Kirchdorf
- =Jonsdorf=, Geburtsort des Lausitzer Historikers Pescheck,
- Sitz eines rege wirkenden Gebirgsvereines, zerfällt in
- Alt- und Neujonsdorf und hat sich neben Oybin wegen seiner
- klimatisch milden Lage in breitem, sonnigem Tale, wegen
- seiner herrlichen Waldanlagen und Felsszenerien und wegen
- seiner reichen Auswahl guter Privat- und Gastwohnungen zu
- einer beliebten +Sommerfrische+ emporgeschwungen; besonders
- Neujonsdorf ist ein Gebirgs-Idyll schönster und eigenster
- Art und besitzt in seiner »+Felsenstadt+« am phonolithischen
- Mühlsteinberge (562 _m_, seit Jahrhunderten bestehende
- +Mühlsteinbrüche+ daselbst östlich der Felsenstadt) mit ihren
- wunderbaren Felsgestaltungen, ihren Aussichtspunkten (Karola-
- und Albertfelsen, Friedrichshöhe) und dem in Basaltsäulenform
- abgesonderten Sandstein (am Humboldtfelsen zur Erinnerung an
- den Besuch des berühmten Gelehrten im Jahre 1851 so benannt,
- und an der Orgel) ein landschaftliches Juwel eigenster Art.
- Wer dieselbe besuchen will, zweigt vom Zollhause an der
- Schanzendorfer Straße ab und trifft bei den Rabensteinen wieder
- auf den Kammweg.
-
-Unser Weg geht weder r. noch l. in Schanzendorf, sondern quer über
-die Jonsdorfer Straße hinweg, sodann auf einem guten Gemeindefahrwege
-zwischen den Häusern geradeaus weiter, immer den Jonsberg zur Rechten,
-bis wir nach 5 Min. am letzten Hause, dem Gasthause »zum Roß«
-vorbeikommen. Gleich dahinter lesen wir auf einem Wegweiser: »Nach den
-Mühlsteinbrüchen, nach Niederkrombach-Lichtenwalde, Grenzweg über die
-Kühhutje«. Hier haben wir nach l. auch wieder einen weiten Ausblick
-zwischen Kleis und Mergtaler Limberg hindurch auf den Grünerberg,
-Ortelsberg, das Schwoikaer Gebirge und den Koselrücken hinter einander.
-Wir wenden uns nach r. und erreichen nach 3½ Min. den Waldrand am
-=Plissenberge=, und zwar an seiner nordöstlichen, 644 _m_ hohen Kuppe
-(auch »Schanzberg« geheißen), während seine höchste Erhebung in der
-Mitte 659 _m_ und seine südwestliche Kuppe 605 _m_ mißt; er bildet
-nämlich einen fast 3 _km_ langen Rücken aus Klingstein auf einer, dem
-östlichen Flügel des Elbesandsteingebirges vorgelagerten Stufe zwischen
-Schanzendorf und Niederlichtenwalde. Hier machen wir kurzen Halt und
-erfreuen uns an dem herrlichen +Ausblicke+ rückwärts gegen Ost und
-Süd, der besonders eindrucksvoll auf diejenigen sein muß, die die Tour
-umgekehrt machen.
-
- Ost: Vor uns die letzten Häuser von Schanzendorf, dahinter der
- Johannisstein zwischen Jonsberg (l.) und Hochwald (r.). Südost:
- Tolz und Roll hinter einander. Süd: Limberg, r. hinter einander
- Lauf-, Kamnitz- und Tachaberg, r. davon der schopfige Eichberg
- im Kummergebirge, r. dahinter der gr. Peschkaben bei Dauba,
- dann der Maschwitzer Berg und der Wilsch, mit welchem die
- Aussicht südwestlich abschließt.
-
-Fichtenwald nimmt uns auf; am Waldsaume beachten wir noch die dort
-blühende Arnika, dann steigen wir durch 13 Min. fast immer aufwärts
-auf breitem Fahrwege, den hie und da der sattgrün glänzende Rippenfarn
-(~Blechnum spicant Roth~) besäumt. Ein Grenzstein mit der Jahreszahl
-1694 steht daselbst: wir sind wieder an der Landesgrenze! Der Weg, ein
-prächtiger Sandweg, führt 4 Min. weiter zu einer wichtigen Wegteilung:
-während der Fahrweg geradeaus weiter nach Niederlichtenwalde hinab
-führt, biegen wir nach r. auf einen holprigen Fußweg ab, der entlang
-der Landesgrenze zumeist ziemlich steil abwärts führt. Gleich anfangs
-haben wir wieder einen lang entbehrten Ausblick, nämlich nach r., wo
-der +Rehstein+, ein merkwürdig geformter Sandsteinfels, steil aus dem
-Waldesdunkel emporsteigt. Man sieht über die Jonsdorfer Felsen hinweg
-auf die ausgedehnten Häuserreihen von Herwigsdorf und Seifersdorf
-mit der Landeskrone im Hintergrunde. Nach 12 Min. ist man unten bei
-einem Wirtschaftsstreifen (l.) angelangt, über den hinweg man die
-steilen Gebilde der Rabensteine unmittelbar vor sich sieht, darüber
-die Lausche, von der sich, den Kleis im Hintergrunde, die Ortschaften
-Jägerdörfel, Ober- und Niederlichtenwalde nach l. herab ziehen. Hier
-steht ein Grenzstein mit der Jahreszahl 1783. Noch 2 Min. und wir sind
-beim Hauptgrenzstein V auf dem höchsten Punkte der Straße, die von
-Niederlichtenwalde herauf über Neujonsdorf (Gasthaus »zur Gondelfahrt«
-20 Min.) zur +Station Jonsdorf+ (45 Min.) führt. Dieselbe kreuzend,
-sind wir nach 3 Min. oben bei den waldumschlossenen =Rabensteinen=
-(543 _m_). So heißt eine schon seit dem 14. Jahrh. bekannte
-abenteuerliche Felsengruppe auf der Landesgrenze, deren abgesondert
-aufragende, bienenwabenartig ausgewitterte und über und über mit gelbem
-Schwefelmoos (~Lepraria ochroleuca Ach.~) bedeckte Sandsteinkegel
-die wunderlichsten Naturspiele (Profile von Menschenköpfen, solche
-eines Löwen- und Pferdekopfes) zeigen, je nach dem Standpunkte,
-den man einnimmt. Auf der Plattform am Fuße des östlichen Kegels
-auf böhmischer Seite erbaute 1877 ein Lichtenwalder Insasse eine
-+Gastwirtschaft+, die im Laufe der Jahre mehrfachen Änderungen (1885
-infolge Brandes) unterzogen wurde. Aus den Fenstern der Gastwirtschaft
-blickt man südlich l. auf den Plissenberg bei Niederlichtenwalde,
-r. auf den Steinberg bei Oberlichtenwalde und zwischen durch auf
-Grünerberg und Ortelsberg hinter einander. Von dem über eine Holztreppe
-besteiglichen Kegel hat man eine zwar nicht großartige, aber immerhin
-schöne und seltene +Aussicht+, die sich mit der vom »Falkensteine«
-deckt, einem gegenüber auf sächsischer Seite aufragenden, ähnlich
-geformten und etwas höheren Felsen, welcher 1879 ebenfalls durch Stufen
-zugänglich gemacht wurde.
-
- West: Die Lausche, l. unter ihr Jägerdörfel. Südwest: Der
- Steinberg, davor Ober- und Niederlichtenwalde, dahinter
- der Kleis, mehr nach l. der Glasertberg vor dem Schwoikaer
- Gebirge. Süd: Grüner- und Ortelsberg hinter einander. Südost:
- Plissenberg. Ost: Johannisstein, l. davon die Jonsdorfer
- Mühlsteinbrüche, dahinter der Jonsberg, an seinem Fuße l.
- Kirchdorf Jonsdorf, weiter draußen Zittau und Reibersdorf.
- Nordost: In geringer Entfernung die Nonnenklunzen, l. dahinter
- Herwigsdorf und Seifersdorf, am Horizonte die Landeskrone.
- Nord: Buch- und Sonneberg ganz nahe.
-
- Die Einschicht »Rabenstein« gehört zu dem nur einige Minuten
- südlich entfernten, langhin zur Seite der Sandsteinbasis des
- Plissenberges am Zwittebache, der hier am Lauschepaß seinen
- Ursprung hat, sich erstreckenden, schon im Jahre 1391 mitten
- im »gelichteten« Markwalde bestandenen, heutigen Weberdorfe
- =Niederlichtenwalde= (164 Häuser mit Zollamts-Expositur),
- aus welchem Orte die Waldhornbläser Hammer stammen, die Ende
- des 18. Jahrh. viel Aufsehen mit ihrer Kunst machten. Im
- siebenjährigen und im Kartoffelkriege hatten die Österreicher
- bei Niederlichtenwalde, u. a. auch auf dem Rabenstein,
- Beobachtungsposten aufgestellt.
-
- Denjenigen, die den Kammweg von den Rabensteinen zur Lausche
- schon kennen, sowie für diejenigen, die die Kammtour hier
- unterbrechen und etwa der +Station Zwickau+ (1¾ Std.) oder der
- +Station Großschönau+ (1½ Std.) oder der +Station Jonsdorf+
- zustreben, empfehlen wir folgenden Abstecher. Denselben Weg,
- wie man heraufgekommen, wieder auf die Straße und auf dieser l.
- im Walde abwärts; nach 15 Min. den Fußweg l., und von diesem
- nach 2 Min. r. aufwärts durch eine 2 _m_ breite und 15 _m_ hohe
- natürliche Felsengasse hinan zu den =Nonnenklunzen=, einer
- Gruppenreihe mächtiger, wild zerklüfteter Sandsteinfelsen
- (536 _m_), von denen einige Form und Gestalt von Nonnen haben.
- Auf der Höhe derselben, die seit 1846 zugänglich gemacht
- ist, befindet sich seit 1860 eine, zuletzt 1903 erneuerte
- +Gastwirtschaft+ (Nachtlager für 7 Personen) mit Gesellschafts-
- und +Echoplatz+ (siebenfach, ein Böllerschuß 50 Pf.) und einer
- +Aussichtsanlage+ auf dem über eine Brücke besteiglichen
- Basteifelsen, der »Nonnenhöhe«, an der mehrere Gedenktafeln
- angebracht sind, darunter auch eine an den König Friedrich
- August II. von Sachsen. Man hat im Osten zu Füßen Neujonsdorf
- vor dem Jonsberge, im fernen Hintergrunde r. die Ausläufer
- des Isergebirges mit der Tafelfichte; weiter r. vorn die
- Mühlsteinfelsen, darüber den Hochwaldturm, l. vom Jonsberg
- das Zittauer Talbecken vor der Landeskrone im Hintergrunde;
- im Süden die über den Wald schauenden Rabensteine, l. der
- Plissenbergrücken, r. weiter rückwärts der spitze Kleis,
- westlich die Lausche. Vom Gesellschaftsplatze steigt man sodann
- durch die Gastwirtschaft und über die Stufen hinab, geht am
- Ende derselben l. fort in 3 Min. auf die angenehme Waldstraße,
- die Jonsdorf mit Oberwaltersdorf verbindet; auf dieser l.
- trifft man nach 11 Min. jenseits des »hohlen Steines« wieder
- auf den Kammweg, der von den Rabensteinen herkommt.
-
-Den Rabenstein verlassend, steigen wir auf sandigem Waldwege,
-den Falkenstein r., steil über Stufen 3 Min. lang abwärts zu den
-Grenzsteinen 75--73, um gleich wieder durch 2½ Min. anzusteigen. Oben
-ein hübscher Rückblick auf den Rabenstein. Nun wiederum 1 Min. steil im
-Zickzack über Stufen hinab auf eine Wiese, wo wir eine Ursprungsader
-des Zwittebaches queren und auf den Grenzhauptstein IV stoßen; l. ist
-der Steinberg bei Oberlichtenwalde sichtbar. Wir biegen aber gleich
-wieder in Wald, von der Landesgrenze nach r. ab, und erreichen langsam
-ansteigend in 12 Min. auf einer Waldblöße die von +Jonsdorf+ (r.)
-herkommende Straße (Wegweiser): umblickend gewahren wir jenseits des
-Rabensteins den Hochwald. Wir wenden uns l. auf die Straße, kommen
-gleich wieder in Wald und haben erst nach 7 Min. wieder einen freien
-+Ausblick+: geradeaus die Lausche, nach Süden aber einen überraschenden
-Durchblick zwischen Plissen- und Steinberg über Niederlichtenwalde
-hinweg auf Lauf- und Wellnitzberg mit dem Kamnitzberge bei Reichstadt
-inmitten, mit den Bösigen neben den Buchbergen l., und dem Ortelsberge
-r. Eine Bank daselbst ladet im Genusse dieses Ausblickes zu einigem
-Verweilen ein. Gleich dahinter schließt sich wieder der Wald, nur die
-Lausche bleibt in der Richtung der Straße sichtbar. Ziemlich eben
-weiter sind wir nach 7 Min. am =Lauschepaß= angelangt, der 564 _m_
-hohen Sattelhöhe zwischen der Lausche und dem Sonneberge (630 _m_),
-über den die Landesgrenze schneidet und wo auf österreichischer Seite
-das zu Oberlichtenwalde gehörige Gasthaus »zur Wache«, sächsischerseits
-das zu Neuwaltersdorf gehörige Gasthaus »Rübezahl« steht; hier auf der
-Hauptwasserscheide zwischen Oder und Elbe, wo auch die Knieholzkiefer
-in einer vereinzelten Gruppe anzutreffen sein soll, hat einerseits
-der Waltersdorfer Bach, ein Zufluß des Lausebaches bzw. der Mandau,
-andererseits der Zwittebach, ein Zufluß der Polzen, seinen Ursprung;
-nördlich führt die Zollstraße über Waltersdorf nach Großschönau,
-südlich über Niederlichtenwalde nach Zwickau. Ein Wegweiser daselbst
-belehrt über Richtungen und Entfernungen.
-
- =Waltersdorf=, zerfallend in Alt- und Neuwaltersdorf, ist
- ein freundliches Kirchdorf mit 2400 Einwohnern, bedeutender
- Zwillich-, Wollwaren- und Papiererzeugung und zieht sich vom
- Lauschepaß längs der Straße fast bis Großschönau; ein Denkmal
- erinnert an den daselbst 1786 geborenen Hofkapellmeister
- Friedrich Schneider (gest. 1853); auf dem 646 _m_ hohen
- +Buchberge+ östlich des Dorfes steht ein Denkmal Kaiser
- Friedrich III. und eine 1880 vom Waltersdorfer Gebirgsvereine
- errichtete Schutzhütte.
-
- Auf österreichischer Seite grenzen außer der »Wache« keine
- Häuser an die Paßhöhe; +Niederlichtenwalde+, wohin die
- Straße führt, ist 2 _km_ entfernt und =Jägerdörfel=, ein aus
- 18 Häusern und einem kaiserlichen Forsthause bestehendes,
- unmittelbar am Süd-Fuße der Lausche gelegenes Weberdorf,
- das einen Ortsteil von Oberlichtenwalde bildet, ist auf
- ansteigender Waldstraße 20 Min. entfernt, das schon 1391
- bestandene Bauerndorf =Oberlichtenwalde= selbst (128 Häuser),
- in der Richtung dieser Straße nach 15 Min. weiter. Im Jahre
- 1778 wurde hier der kaiserliche General De Vins durch die
- einmarschierenden Preußen überrumpelt, so daß er sich bei
- Nacht auf einem Fußsteige auf den Limberg zurückziehen
- mußte; am 19. September 1779 besuchte deshalb Kaiser Josef
- II. die Örtlichkeiten dieses kriegerischen Ereignisses. Von
- +Jägerdörfel+ führt in 30 Min. ein im Jahre 1851, aus Anlaß
- eines in Aussicht gestellten Besuches des Kaisers Ferdinand
- I. angelegter, sehr bequemer Zickzackweg, der sogenannte
- »böhmische Weg«, auf die +Lausche+, in den auch von Neuhütte
- her ein Touristenweg einmündet und den man bis zum »Rondeau« am
- Beginne des Zickzackweges befahren kann. Wir schlagen diesen
- Weg jedoch nicht ein.
-
-Wir folgen dem Kammzeichen, das uns bei der »Wache« quer über die
-Straße auf einen Fahrweg weist, der 1892 vom Zittauer Rat an Stelle
-eines seit 1823 bestandenen Steilweges angelegt wurde und an der
-nördlichen Lehne des Berges, an Ruhbänken vorüber, in 35 Min. auf den
-Gipfel führt, anfangs am Waldrande und allmählich ansteigend, wobei
-man einen prächtigen +Ausblick+ nach Großschönau hat, zum Schluß
-auf ziemlich steilem Zickzackwege mit zwei scharfen Kehren durch
-prächtigen Buchenwald; in ihn mündet unterwegs r. ein geraderer Weg von
-Waltersdorf-Großschönau und ein anderer von Tollenstein.
-
-Die =Lausche= ist die höchste Erhebung (791 _m_) im Bereiche des
-Sandsteingebirges. Sie besteht aus Klingstein und überragt etwa
-140 _m_ ihre Basis im zentralen Teile des Gebirges; bis zum Jahre 1631
-hieß der Berg allgemein Mittags- oder Spitzberg, und die nördliche
-niedrigere Kuppe Hickelstein. In heidnischer Zeit soll daselbst eine
-Sonnengottheit (Bilwise) verehrt worden sein. Der +Sage+ nach zeigt
-sich auf der Lausche, aber äußerst selten, ein wunderbarer Vogel, fast
-wie ein Adler gestaltet, aber bunter und mit wunderlichem, glänzendem
-Gefieder; dieser Vogel ist ein verzauberter Prinz aus dem Böhmerlande,
-der noch immer seiner Erlösung harrt durch einen Jäger, der niemals
-auch nur das Geringste entfremdet habe. Im dreißigjährigen Kriege und
-in den Napoleon'schen Kriegen diente das Waldesdunkel der Lausche,
-in welchem noch 1608 Wölfe hausten, den Bewohnern der Umgebung als
-Zufluchtsstätte. Manche +pflanzliche Seltenheit+ stößt dem Kenner
-auf: Alpen-Weidenröschen (~Epilobium alpinum L.~), langblättrige
-Sternmiere (~Stellaria longifolia Fries~), zweiblütiges Veilchen
-(~Viola biflora L.~), Knotenfuß (~Streptopus amplexifolius DC.~),
-Alpenlattich (~Mulgedium alpinum Less.~), lockerblütige Ragwurz
-(~Orchis laxiflora Lam.~), herzblättrige Zweiblatt-Orche (~Listera
-cordata R. Br.~), Braun's Schildfarn (~Aspidium Braunii Spenn.~),
-Lanzenschildfarn (~Aspidium lonchitis Sw.~), russige Grübchenflechte
-(~Sticta fuliginosa Ach.~), und noch manche andere. Der geräumige
-Gipfel trägt außer einer kleinen steinernen Kapelle und außer
-einer Triangulierungssäule der mitteleuropäischen Gradmessung eine
-+Gastwirtschaft+ (Nachtlager mit Frühstück Mk. 1·50), deren erste
-Anlage bis zum Jahre 1822 zurückreicht; im Jahre 1882 wurden die
-Baulichkeiten bequemer und zeitgemäßer hergerichtet und gleichzeitig
-ein 10 _m_ hohes hölzernes +Umschaugerüst+ (Benützung 10 Pf.)
-errichtet, auf welchem 1892 der Gebirgsverein in Waltersdorf eine
-Orientierungstafel anbrachte; derselbe Verein hat 1895 an einem
-Pavillon neben dem Gasthause zwei Tafeln befestigt, auf denen die
-Entfernungen näherer und fernerer bekannter Punkte angegeben sind.
-Ein kais. deutscher und ein kaiserlich österreichischer Postkasten
-befindet sich am Gasthause; auch ist seit 1893 eine kaiserlich deutsche
-+Fernsprechstelle+ daselbst. Mitten durch das Gasthaus schneidet die
-Landesgrenze, so daß man entweder in der böhmischen, als Nr. 143 zu
-Oberlichtenwalde, oder in der sächsischen, als Nr. 334 zu Waltersdorf
-gehörigen Gaststube einkehren kann. Seit 1826 steht neben dem Gasthause
-eine Glasbude, worin im Jahre 1881 Ignaz Kriesche aus Steinschönau sein
-fünfzigjähriges Geschäftsjubiläum feierte.
-
-Die Lausche ist seit jeher ein Aussichtspunkt ersten Ranges; viele
-Tausende, darunter die Könige Friedrich August II. (1823 und 1850) und
-König Johann von Sachsen, auch der Astronom David (1825), besuchten
-und besuchen jahraus jahrein von nah und fern dieselbe, um sich an der
-entzückenden und umfassenden Aussicht zu erfreuen und auch wohl das
-Schauspiel eines Sonnenaufganges zu genießen. Die +Aussicht+ ist ganz
-eigenartig deshalb, weil sich gegen Norden die langen Ortschaften der
-volk- und industriereichsten Gegend Deutschlands und Österreichs fast
-ohne Unterbrechung hinziehen. Rundsicht-Aufnahmen bekommt man auf dem
-Berge zu kaufen.
-
- Von der Tafelfichte und den Bergen bei Haindorf im Osten
- beginnend, schließen sich nach r. die anderen Kuppen des
- Isergebirges (Vogelkoppen, Taubenhaus, Siechhübel) an, vor
- ihnen Stadt und Schloß Friedland, die Hemmerichberge, Reichenau
- mit Umgebung, Gickelsberg und Hohenwald bei Grottau. Im
- Südosten liegen nahe die vielgestaltigen Felsen und Berge bei
- Jonsdorf und Oybin, dahinter Hochwald (Turm) und Falkenberg,
- weiter das Jeschkengebirge mit der Koppe und am Horizont das
- Riesengebirge mit dem Reifträger, hohen Rad, Kesselkoppe und
- Schneekoppe, dem Keil-, Fuchs- und Schwarzenberge; weiter r.
- im Mittelgrunde Schloß Lämberg und die Stadt Deutschgabel,
- dahinter die Berge bei Wartenberg mit dem Dewin, weiter draußen
- die Lomnitzer Berge bei Gitschin, der Welisch, Kosakow, Ruine
- Trosky bei Turnau, Musky bei Münchengrätz. Im Süden der
- Mergtaler Limberg, Tolz und Roll hinter einander, r. davon die
- Bösige und der Höhenzug von Kleinbösig (Kirche) bis zu den
- Hauskaer Bergen, davor Altperstein (Ruine) und Maschwitzer
- Berg, noch näher das Schwoikaer Gebirge -- in welcher Richtung
- seinerzeit der Dresdner Topograph Albert Schiffner die Türme
- von Melnik und den Dom von Prag gesehen haben will -- und der
- Ortelsberg. Im Südwesten erhebt sich über dem Grüner, Glaserter
- und Dürrberge der betürmte Spitzberg bei Leipa, dahinter der
- breitkuppige Wilsch, näher der Kottowitzer und Langenauer
- Berg jenseits der Stadt Haida, davor der Kleis, noch näher
- der gr. Friedrichsberg, der gr. Buchberg bei Falkenau, der
- Blottendorfer und Sonneberger Rücken; r. hinter diesem der
- Hutberg (Turm) auf der Rabensteiner Höhe, die Munkerer Höhe,
- der Geltsch, anschließend die Elbeberge (Aarhorst) vor dem
- Milleschauer. Im Westen die Kuppen des Kreibitzer Gebirges
- mit dem Kaltenberge (Turm), der Rosenberg und hohe Schneeberg
- (Türme), das Erzgebirge mit dem Geising; weiter r. erblickt
- man über der nahen Finkenkoppe die Ruine Tollenstein und den
- Tannenberg (Turm), die Dittersbacher Felsen, die Zschirnsteine,
- den Lilienstein, gr. Winterberg (Turm), den Borsberg bei
- Pillnitz, den Gickelsberg bei Hohnstein, den Unger und den
- Tanzplan (beide betürmt). Diesen folgen nordwestlich über
- dem Lichtenberger Teiche und Schönborn (Kirche) die betürmte
- Wolfsbergspitze, der Valtenberg (Turm), Zeidler Plissenberg,
- Pirsken, Botzen und Jüttelsberg, im Hintergrunde das Kamenzer
- Gebirge. Nordöstlich zieht sich das Lausitzer Mittelgebirge
- mit dem Czornebog und Bilebog (Türme); daran schließen sich
- Kottmar (Turm), der ebenfalls betürmte Löbauer Berg mit der
- Stadt Löbau, der Rotstein, Oderwitzer und Warnsdorfer Spitzberg
- mit der Burgsbergwarte, in größerer Entfernung die Königshainer
- Berge, die Landeskrone und der Jauerniker Berg an. Nordöstlich
- tritt das Königsholz und der Breiteberg hervor; weit schweift
- der Blick nach Schlesien hinein bis Greifenberg, zu den Höhen
- bei Lauban und Marklissa, zum Probsthainer Berg, um endlich
- bei Neustadtel wieder auf die Tafelfichte zu treffen; im
- Vordergrunde schließen sich die häuserreichen Städte und
- Kirchdörfer Rumburg, Seifhennersdorf, Warnsdorf, Großschönau,
- dann Waltersdorf, Hainewalde und Zittau an einander, dahinter
- die Häuserreihen von Gersdorf, Ebersbach, Walddorf, Eibau,
- Leutersdorf, Oderwitz u. a. m.
-
-Wer die Kammtour gegen den Tannenberg nicht fortsetzt, sondern
-den Abstieg auf eine Bahnstation beabsichtigt, kann folgende Wege
-einschlagen: auf sächsischer Seite über Waltersdorf zur +Station
-Jonsdorf+ (1¼ Std.), zur +Station Großschönau+ (1½ Std.) und zur
-+Station Warnsdorf+ (1¾ Std.), auf böhmischer Seite an Jägerdörfel
-vorüber immer durch Wald zur +Haltestelle Neuhütte+ (1½ Std.).
-
-
-
-
-Lausche-Tannenberg (2¾ Std.).
-
-
-Beim Abstiege von der Lausche folgen wir der Waldstraße, die uns
-hinaufgebracht, dem »sächsischen« Wege, ein Stück zurück bis zur
-unteren Kehre (10 Min.) und biegen dann links ab. Auf durchaus ebenem
-Waldfahrwege treffen wir nach 12 Min. auf die Landesgrenze und nehmen
-Abschied vom sächsischen Boden, auf dem wir von der Tobiaskiefer her
-mit wenigen Unterbrechungen gewandelt. Wir treffen hier auf einen
-l. von Oberlichtenwalde über +Jägerdörfel+ einmündenden Fahrweg
-und wandeln entlang den Grenzsteinen 23 bis 14 auf dem sogenannten
-+Lauschekamm+, einer Art Hochebene weiter, bis wir nach 15 Min. beim
-=Vogelherd=, auch »Dreiecker« genannt, angelangt sind, dem 660 _m_
-hohen Sattel zwischen Finkenkoppe (789 _m_) l. und dem Buchberge
-(712 _m_) r., von wo wir südlich einen Ausblick auf den großen
-Friedrichsberg haben.
-
-Über die +Finkenkoppe+, die 30 Min. entfernt ist und eine weite
-Aussicht gegen Böhmen von ihrer westlichen Lehne gewährt, zieht der
-Gebirgsrücken in einem nach Süden ausgreifenden Bogen weiter; wir
-verlassen ihn beim Vogelherd, um ihn erst beim Tannenberge wieder zu
-treffen. Unser Weg führt in der bisherigen Richtung weiter, während
-die Landesgrenze im rechten Winkel nach Norden abbiegt, und führt uns
-jetzt auf breiter Waldstraße mit bedeutendem Gefälle abwärts, zwischen
-den phonolitischen Berghängen des Dachsensteins (l., 600 _m_) und des
-Hörnels (r., 643 _m_), immer längs des +Kohlhauwassers+, das rechter
-Hand neben der Straße dem Lausebache, einem Aste der Mandau, nach
-Niedergrund plätschernd zufließt, während wir l. die Ursprungsadern
-des zum Polzengebiete gehörigen Etschbaches zu suchen haben. Funde von
-sprossendem und zypressenblättrigem Bärlapp (~Lycopodium annotinum
-L.~ und ~complanatum L.~), sowie von scheidigem Wollgras (~Eriophorum
-vaginatum L.~) im Walde zur Seite sind da nichts Seltenes; vereinzelt
-dagegen ist die Blaudistel (~Mulgedium alpinum Less.~).
-
-Nach 30 Min. -- ein paar hundert Schritte hinter dem +Fürstenbrunnen+,
-der 6 Schritte l. von der Straße ein kleines, mit Basaltsäulen
-eingefaßtes Bassin bildet -- biegen wir bei einer Waldwiese (r.)
-von der Straße, die uns in 30 Min. zur +Station Grund-Georgental+
-weiter leiten würde, l. in den Wald ab und steigen über den schmalen,
-aus gneisführendem Granit bestehenden und die Grenze gegen das
-Sandsteingebirge bildenden =Ziegenrücken= hinweg in 15 Min. in das
-liebliche Wiesental von +Innozenzendorf+ hinab. Wir überschreiten auf
-einem Stege das +Goldflössel+, welches das Tal bewässert, queren eine
-Wiese und stehen beim Gasthause »zum Ritterhof« auf der verkehrsreichen
-Kaiserstraße, die r. in 30 Min. nach Sankt Georgental, bzw. zur
-+Station Grund-Georgental+, l. in 1 Std. über den Schöbersattel
-(607 _m_) zur +Haltestelle Neuhütte+ führt. =Innozenzendorf=, auch
-»Buschdörfel« geheißen, hat 34 Häuser, liegt 450 _m_ hoch zwischen
-waldigen Höhen und ist Sommerfrische für bescheidenere Ansprüche;
-Unterkunft und Verpflegung bieten die Gasthöfe »Ritterhof«, »Germania«
-und »Wendler«; die Bedürfnisse werden nach Bedarf aus Georgental
-beschafft. Der Ort scheint an Stelle des 1469 zerstörten, noch 1699
-erwähnten Glasendorf zu stehen, das zum Teil, verschiedenen Funden
-nach zu schließen, am benachbarten Nesselberge (östlich) gestanden
-haben soll, um die heute noch bestehende, jedenfalls alte Buschmühle
-angelegt worden zu sein. Der jetzige Name kommt zuerst 1711 vor; wird
-beachtet, daß Papst Innozenz XII. von 1691--1700 die Tiara trug, und
-daß Anton Florian von Liechtenstein als Botschafter 1691 bei der
-Papstwahl in Rom anwesend war, so ergibt sich sowohl die Erklärung des
-Namens wie die Person des Gründers. In Innozenzendorf wurde am 26. Juni
-1819 der Dichter Cölestin Johann Johne geboren, der 1858 am 2. Dezember
-als Augustinerordenspriester und Gymnasialprofessor in Leipa starb. In
-den Sandsteinbrüchen des Dachsloches unweit des Jägerhauses (östlich
-der Straße) gibt es interessante +Versteinerungen+ von Meeresbewohnern,
-am häufigsten darunter ist ein herzförmiger See-Igel und ein viel- und
-dickstängliger Seeschwamm.
-
- Das =Goldflössel= besteht aus dem Meisengrund- und
- Schöberwasser, die sich oberhalb des Dorfes vereinigen.
- Ersteres kommt aus dem +Meisengrunde+ -- richtig »Meißnergrund«
- nach den Meißnischen Bergleuten --, einem stillen Felsentale,
- in welchem, wie ein in der Freiberger Ratsbibliothek verwahrtes
- »Wahlenbüchlein« des Johannes Wahle, vermutlich aus dem
- Ende des 17. Jahrh., berichtet, goldene Schätze zu finden
- sind. Aber die Wirklichkeit will diesen Angaben keineswegs
- entsprechen. Tatsache ist nur, daß hie und da Leute aus Italien
- -- sogenannte Venediger mit Zipfelmützen und spitzschnäbligen
- Schuhen -- bunte Steine aus Böhmen zur Herstellung von Mosaiken
- geholt haben, und da dürften ihnen auch die Iserine (früher
- Goldgraupen genannt), die sich in dem Meisengrundwasser
- finden, willkommen gewesen sein. Im Meisengrunde gibt es noch
- ein 23 _m_ langes, schwer zugängliches Stollen-Überbleibsel,
- welches ebenso wie ein zweites, bis zum Jahre 1845 bestandenes
- Stollenmundloch (das eigentliche »Meisegründel«) zu der +Sage+
- von Schätzen beigetragen und auch den Anlaß zu der Sage von
- einem unterirdischen Gange zwischen der Burg Tollenstein und
- diesem Talgrunde gegeben haben mag.
-
-Vom »Ritterhof« die Kaiserstraße nach l., nach 2 Min. einige Schritte
-oberhalb der Kapelle r. ab lehnan, am Saume von Feld, Wiesen und Wald,
-wobei wir r. Hand des Georgentaler Kreuzberges ansichtig werden, in
-15 Min. hinauf zu dem abseitigen kleineren, »Scheundörfel« genannten
-Ortsteile des =Dorfes Tollenstein= auf den Fahrweg, der von Georgental
-kommt. Der größere Dorfteil -- das Dorf hat 80 Häuser -- bleibt
-westlich im Tale des Weißbaches, der unterm Tannenberg entspringt und
-bei Niedergrund mit dem Goldflößel sich vereinigt. Der Ort hieß im 15.
-Jahrh. Tollendorf und wurde unter dem Herrschaftsbesitzer Christoph v.
-Schleinitz nach dem Jahre 1571 dadurch vergrößert, daß er das bis dahin
-bestandene Burgvorwerk in einzelne Gärten zerlegte und eingewanderten
-Bergleuten billig überließ. Seit 1651 heißt der Ort Tollenstein.
-Ein nennenswerter Bewohner des Dorfes war der Gründ'sche Bittner,
-welcher später nach Grund zog und für zahllose Sagen und Anekdoten den
-Mittelpunkt abgab.
-
-Nun l. auf dem hübsch bepflanzten Burgwege in 7 Min. aufwärts in
-die =Ruine Tollenstein=, eine der schönsten Burgruinen Böhmens. Die
-Ruinen der ehemaligen Burg Tollenstein sind rings um einen, aus
-Sandstein sich erhebenden, kahlen, schroffen, in zwei mächtige Zacken
-gegipfelten, in fünfseitiger Säulenform abgesonderten Klingsteinfelsen
-von 671 _m_ Seehöhe gelagert, welcher nach Nord abgeflacht ist, nach
-Ost und Süd steil abfällt und nach West durch einen breiten Kamm mit
-dem Tannenberge zusammenhängt. Der pyramidal aufsteigende Gipfel
-gewährt, schon von fern gesehen, einen überraschend imposanten Anblick.
-An den Lehnen des Berges findet sich manch +seltenere Pflanze+,
-wie: Basalt-Nordfarn (~Woodsia ilvensis R. Br.~), Berg-Frauenmantel
-(~Alchemilla montana Willd.~), Hügel-Königskerze (~Verbascum collinum
-Schrad.~), Scharfkraut (~Asperugo procumbens L.~), Alpentäschelkraut
-(~Thlaspi alpestre L.~), Feld-Enzian (~Gentiana campestris L.~),
-weißblühende Akelei (~Aquilegia vulgaris L.~), hechtblau bereifte
-Ackerquecke (~Triticum repens L. var. caesium~), weißer Mauerpfeffer
-(~Sedum album L.~), akeleiblättrige Wiesenraute (~Thalictrum
-aquilegiaefolium L.~), Wohlverleih (~Arnica montana L.~).
-
-Man kommt zunächst an den massigen Resten eines, an den Gipfelfelsen
-südlich sich anschließenden, halbrunden Streitturmes vorüber und
-längs einer, gewiß noch teilweise 15 _m_ hoch erhaltenen Ringmauer.
-Auf demselben Wege zogen einst auch die Herren von Tollenstein in die
-Burg ein; nur bildete damals eine gewölbte, mit zwei Toren versehene
-Durchfahrt, über welcher ein viereckiger Turm mit mehreren Gemächern
-sich erhob, den Eingang, während heute, nach dem Einsturze dieses
-Turmes (1861), dem Besucher eine nichtssagende Kluft im Gemäuer Einlaß
-gewährt. Vom Torturm an, wo sich l. einst eine Zisterne befand,
-zieht sich r. etwa 70 Schritte weit eine arg verfallene Brustwehr
-bis zu einer sechseckigen Bastei, wo sich dereinst die Burgkapelle
-befunden haben mag; ein Doppelfenster in hochrechteckiger Form ist
-noch gut erhalten. An der dem Tale zugewendeten Seite dieser Bastei
-befindet sich das Wappen der Herren von Schleinitz (3 sechsblättrige
-Rosen). In dieser Bastei war 1865 die erste »fliegende« Restauration
-untergebracht. Etwa 60 Schritte weiter an der Brustwehr gelangt man zu
-einem der interessantesten Teile der Ruine, zu einem etwa 10 _m_ hohen,
-fast kreisrunden, bedenklich zerborstenen Streitturme auf der nördl.
-Seite, in dessen Unterraume sich das Burgverließ befand. Westlich von
-diesem Turme reicht abermals eine Brustwehr bis zu dem natürlichen
-Felsen. Im südl. Teile des ehemaligen Burghofes sieht man noch die
-zur Felskuppe emporführende Ritterstiege, ferner die wunderbar schön
-erhaltenen Reste einer Wendelstiege des ehemaligen Burggebäudes und
-daneben den geräumigen Pferdestall.
-
-In der Mitte des Burghofes hat der Kaufmann Joh. Josef Münzberg aus
-Georgental im Jahre 1866 mit Bewilligung des Herrschaftsbesitzers
-eine +Gastwirtschaft+ (mit Nachtherberge für 6--8 Personen)
-im Schweizerstile erbaut und damit nicht nur einer weiteren
-absichtlichen Zerstörung der Burgreste entgegengewirkt, sondern auch
-dazu beigetragen, daß der durch Entstehung, Lage, Geschichte, Sage
-und Aussicht ausgezeichnete Tollenstein-Felsen ein so beliebter
-touristischer Zielpunkt geworden ist. Er hat auch eine reiche +Sammlung
-altertümlicher Gegenstände+ darin zur Schau gestellt, teils solcher,
-die der Burg selbst entstammen (Gitter, Armbrust, Zangen, Schlösser,
-Sporen, Hufeisen, Kacheln), teils anderweitiger, z. B. ein aus der
-niederländischen Schule stammendes Gemälde von 1563, einem Teller
-aus getriebenem Eisen mit 12 Reiterfiguren aus der Zeit Ferdinand
-II. Auch ein Bildnis der »weißen Frau«, der schönen Burgherrin
-Swenhild, der Ahnfrau des Tollensteiner Schlosses, fehlt nicht;
-der +Sage+ nach hat sie ihren Mann, der sie schlecht behandelte,
-vergiftet, um ihrem Jugendgeliebten anzugehören, wurde aber von dem
-sterbenden Manne verwünscht und konnte keine Ruhe mehr im Grabe
-finden. In einem Kellergewölbe westlich der Gastwirtschaft, das durch
-Lampenlicht erhellt wird, ist durch ein Gitter ein gefesselter Ritter
--- darstellend den Stadthauptmann von Zittau Nikolaus von Ponikau,
-den 1425 die Berka auf Tollenstein gefangen gehalten hatten -- als
-ein Phantasiestück des Vaters Münzberg, zu sehen. Von der Veranda der
-Gastwirtschaft genießt man nördlich den Anblick eines weiten herrlichen
-Landschaftsbildes; bei reiner Luft erkennt man mit bloßem Auge die
-Landeskrone bei Görlitz. Über hölzerne Treppen kann man von der
-Gastwirtschaft gegen Erlag einer unbedeutenden Gebühr den etwa 20 _m_
-höher liegenden Gipfelfelsen, den einst ein schlanker Burgturm krönte,
-besteigen. Die beiden Zacken sind durch eine Brücke verbunden und mit
-Aussichtsbalkonen versehen. Von hier aus hat man nicht bloß den besten
-Überblick über Umfang und Form der einstigen stattlichen Burg, sondern
-auch einen prächtigen +Rundblick+ in die Ferne.
-
- Nord: Dorf Tollenstein, der Kreuzberg mit Kapelle, r. dahinter
- die Stadt Georgental, weiter die Kirche von Grund und darüber
- die nach Rumburg führende Kaiserstraße mit Lichtenhain und
- Schönborn (Kirche); weiter zurück Aloisburg (Stadtteil von
- Rumburg), Schlechteberg, Czornebog (Turm); l. hinter dem
- Kreuzberge blicken die Häuser von Obergrund, Sofienhain und
- Lichtenstein, darüber ungemein malerisch der Lichtenberger
- Teich inmitten des gleichnamigen Dorfes, dahinter der Rauchberg
- (Turm); an Obergrund anschließend der Altbernsdorfer Teich,
- die Bahnstrecke zwischen Kreibitz-Teichstatt und Schönlinde,
- von letzterem der Kirchturm gerade vor der Wolfsbergspitze
- (Turm), welche l. den Zeidler Plissenberg vor Unger (Turm),
- Tanzplan (Turm) und Valtenberg (Turm), r. den Pirsken vor
- dem Botzen hat. Nordost: Innozenzendorf, Niedergrund, die
- ausdehnte Fabriksstadt Warnsdorf, letztere durch den Burgsberg
- (Turm) von Seifhennersdorf (Kirche) geschieden, hinter welchem
- Eibau und der Kottmar (Turm) zwischen Kottmarsdorf (l.) und
- Strawalde sichtbar sind; hinter Warnsdorf der Spitzberg; r.
- hinter ihm Oderwitz mit seinem Spitzberge, Spitzkunnersdorf
- und Leutersdorf (Kirche), dahinter der Bahnhof von Herrnhut
- mit dem Hutberge und Großhennersdorf, weiter hinaus der
- Löbauer Berg, der Rotstein, die Königshainer Berge, der
- Spitzberg bei Deutsch-Paulsdorf, Jauernick mit seinem
- Berge und am weitesten hinten die Landeskrone bei Görlitz.
- Östlich überragt nur der Gipfel der Lausche (Gasthaus) die
- vorliegenden Höhen des Vogelherdes und der Finkenkoppe. Südlich
- im Schöbersattel der Friedrichsberg, r. davon gr. Buchberg
- und Kleis, im Hintergrunde der Roll. Zwischen Kleis und
- Tannenberg, welch letzterer im Westen vorgelagert ist, liegt
- vorn der Meisengrund, darüber der waldumschlossene Bahnhof
- Tannenberg vor dem Mittelberge, r. der gr. Eibenberg und der
- kl. Schöber; zwischen den beiden ersteren hindurch sieht man
- den Hackelsberg, die Häuser von Falkenau, den Preschkauer
- Mittenberg und den Steinschönauer Berg, dahinter den Rücken
- von Sonneberg und Ullrichstal, ganz hinten den Geltsch;
- zwischen dem gr. Eibenberge und kl. Schöber zeigen sich die
- beiden Ahren- und Himpelsberge, der Schindelhengst und der
- Kaltenberg (Turm), im Hintergrunde der hohe Schneeberg (Turm);
- r. hinter dem Tannenberge endlich noch der Lilienstein und die
- Winterberge.
-
-Die eigentümliche Gestaltung des Berges, seine einen großen Strich
-Landes beherrschende Höhe, seine nach drei Weltrichtungen erschwerte
-Zugänglichkeit, lassen es vollkommen begreiflich erscheinen, daß der
-vielfach poetisch verherrlichte Tollenstein von den ältesten Zeiten
-her, seit überhaupt Menschen in den Markwald eingedrungen, eine
-hervorragende Rolle in der +Geschichte+ dieser Gegend gespielt haben
-mag. Es scheint, daß auf seinem Gipfel eine vorchristliche Kultusstätte
-bestand, wenigstens deuten Urnenfunde in der Nähe und unbestreitbar aus
-heidnischer Zeit stammende Sagen darauf hin. Als dann im Mittelalter
-eine verkehrsreiche Handelsstraße aus Sachsen und Meißen am Fuße des
-Felsens vorbei in das Herz Böhmens führte, legten die Besitzer des
-Berges (um 1250) ein festes Haus auf ihm an, welches zum erstenmale
-1337, als es von den Zittauern zerstört wurde, als »Tollenstein«
-(Dohlenstein: ~arx monedularum~) von einem zeitgenössischen Chronisten
-erwähnt wird. Nach dieser Zeit erst wurde die jetzt in Ruinen liegende
-Burg erbaut.
-
-[Illustration: Die Grundmühle bei Kamnitzleiten.
-
-Postkarte.]
-
- Urkundlich lernen wir überhaupt erst 1353 einen Besitzer
- von Tollenstein kennen, nämlich Hinko Berka von Dauba auf
- Hohnstein, der die Burg wahrscheinlich als Lehen besaß und
- auf seine Söhne vererbte; es ist also nicht unmöglich, daß
- die Burg von der königlichen Kammer erbaut worden ist. Unter
- Albrecht Berka wurde auf Befehl des Königs Georg von Podiebrad,
- gegen den sich jener aufgelehnt hatte, die Burg anfangs Juli
- 1463 durch die Sechsstädte erstürmt und sodann dem hussitisch
- gesinnten Heinrich Berka auf Leipa und Johann von Wartenberg
- auf Tetschen in Besitz gegeben; doch trat ersterer schon am
- 12. Juni 1464 seinen Besitz an Johann v. Wartenberg ab, so
- daß dieser der alleinige Herr dieser bedeutenden Veste wurde.
- Ihm folgte noch im selben Jahre sein Sohn Christoph nach,
- der aber aus den Kämpfen mit den Lausitzern nicht herauskam,
- die 1469 durch 5 Tage (bis zum 1. Sept.) den Tollenstein
- belagerten und das Jahr darauf bei einem zweiten Zuge auch
- eroberten. Er erhielt zwar die Burg zurück, verkaufte sie
- aber bald (3. Dez. 1471) an die Herzöge Albrecht und Ernst
- v. Sachsen, von denen sie aber schon 1481 auf unbekannte Art
- an Christoph v. Wartenberg zurückfiel. Von ihm kaufte sie,
- die damals noch Lehen war und erst 1558 freivererblich wurde,
- am 10. Juni 1485 Hugold v. Schleinitz, von dessen Nachkommen
- wiederum 1587 Georg Mehl v. Strelitz, unter welchem bereits
- Schloß und Stadt Rumburg den Mittelpunkt der Herrschaft
- bildete und dauernd von der Herrschaft Schluckenau, mit der
- sie seit 1451 vereinigt gewesen, getrennt blieb. In Folge
- Verschuldung ging die Herrschaft in die Hände von Gläubigern,
- endlich 1602 (von Lorenz Stark v. Starkenfels) an den Grafen
- Radislaus Kinsky, den späteren Besitzer der Herrschaft Kamnitz
- über. Nach der Ermordung Wilhelm Kinsky's in Eger erhielt der
- Oberst der Wiener Stadtgarden, Hans Leonhard Löbel Freih. v.
- Greinburg 1637 die konfiszierte Herrschaft. Unter ihm ward die
- alte schöne Veste zur Ruine. Im Jahre 1642 nämlich hielten
- kaiserliche Truppen unter Oberst Matlohe die Burg besetzt und
- beunruhigten von da aus die fouragierenden Schweden unter
- Wrangel, so daß letzterer das Schloß »mit glühenden Kugeln«
- in Brand schießen ließ. Das öde Schloß ging 1656 an den
- Schwiegersohn Löbel's, den Grafen Franz Eusebius v. Pötting,
- und 1681 von dessen Sohne käuflich an den Fürsten Florian v.
- Liechtenstein über, bei dessen Nachkommen es bis heute als
- Bestandteil der Fideikommißherrschaft Rumburg blieb, deren
- Besitzer seit 1858 Johann II. v. Liechtenstein, Souverän von
- Vaduz, ist.
-
-Die historische Stätte, welche seit ihrer Verödung vielfach von
-verdächtigem Gesindel und von Schatzgräbern aufgesucht und geschädigt
-wurde, deren Überbleibsel zum Teil auch mit Vorliebe als Baumateriale
-von neuen Ansiedlern im Dorfe benützt wurden, erhielt am 19. und 21.
-Sept. 1779 den Besuch des unvergeßlichen Kaisers Josef II., als dieser
-einmal von Neuhütte her über Georgental nach Rumburg, das anderemal vom
-Tannenberge herab über den Kreuzberg und Obergrund nach Schönlinde ritt.
-
-Diesen geschichtlichen Erinnerungen nachhängend, verlassen wir das
-alte Gemäuer und folgen dem blauen Kamme weiter. Unser Weg führt --
-falls wir nicht auf direktem Wege, der alten Rumburger Straße, durch
-das Dorf nach +Georgental+ (30 Min.) wollen -- am Fuße des Berges zum
-Kretscham, dem alten =Tollensteiner Erbgericht=, einem durch seinen
-Umfang auffallenden Hause, wo Ende des 17. Jahrh. Glieder der Familie
-Süßmilch, aus welcher der berühmte Statistiker Probst Joh. Peter
-Süßmilch (1707--1767) stammt, das Erbrichteramt ausübten. Auf der dem
-Wege zugekehrten Wandfläche des Stalles ist eine regelmäßig viereckige,
-wohl meterhohe und 0·5 _m_ breite Sandsteinplatte eingemauert, die sich
-ehedem über dem Torwege des Schlosses befand, und auf der das (durch
-Farben aufgeputzte) Wappen der Berka von Dauba erhaben ausgehauen ist.
-Die Zahl 1116 darunter hat keine historische Berechtigung und wurde
-später von dem Erbauer des »alten Gerichts« hinzugefügt, welcher sich
-die Platte gleichzeitig mit anderen Burgtrümmern zum Baue ausgesucht
-hatte.
-
-Wir verfolgen nun, unser nächstes Ziel, den mächtigen Tannenberg, vor
-Augen, auf der alten Rumburger Straße denselben Weg, der in 40 Min.
-zur +Bahnstation Tannenberg+ führt. Nach 5 Min. biegen wir r. davon
-ab und erreichen geradeaus nach wenigen Min. den Waldrand. Durch
-einen schönen Buchenlaubengang gelangen wir in 8 Min. aufwärts auf
-eine Waldblöße, der Hauptwasserscheide zwischen Elbe und Oder, wo ein
-Fahrweg r. zum +Tannenberger Jägerhause+, das schon 1740 bestand, l.
-zur Station Tannenberg führt. Wir kreuzen diesen, biegen in stämmigen
-Hochwald ein und sind nach 5 Min. am östl. Fuße des +Tannenberges+,
-wo r. ein Touristenweg von Georgental einmündet. Hier beginnt der
-1887 angelegte eigentliche Aufstieg zwischen Gerölle und schütterem
-Gesträuch, darunter die seltenere schwarzbeerige Heckenkirsche
-(~Lonicera nigra L.~). Nach 20 Min. mündet l. der Touristenweg von
-Kleinsemmering-Tannendorf, und nach weiteren 6 Min. ist der Gipfel
-erreicht.
-
-Der =Tannenberg= ist einer der höchsten Punkte (770 _m_) in der
-Zentralgruppe des Elbesandsteingebirges und wird wohl auch der »Rigi«
-Nordböhmens genannt. Er wird nur von der Lausche und der Finkenkoppe
-an Höhe übertroffen und sitzt dem nördlichen, von Neuhütte bis zum
-Steinhübel bei Schönlinde reichenden Rücken auf. Die oberen zwei
-Drittel des Berges bestehen aus Klingstein, der Krystalle von glasigem
-Feldspat und gelbem Titanit einschließt und in oft mehrere Quadratmeter
-großen Platten mauerartig ansteht, sonst aber als Gerölle die Lehnen
-bedeckt und den Berg von weitem kahl erscheinen läßt. Auf diesem
-Gestein findet sich an schattigen Stellen, besonders am Westabhange,
-die schon beim Hochwald erwähnte wohlriechende Veilchenflechte (~Byssus
-Jolithus L.~). Das untere Drittel des Berges wird von mächtigen,
-durch besondere Festigkeit sich auszeichnenden Sandsteinbänken
-gebildet, die an der Südseite in einem weithin sichtbaren, großartigen
-+Steinbruche+, worin an hundert Arbeiter beschäftigt zu werden pflegen,
-zu Stiegenstufen, Tür- und Fenstergewänden ausgenützt werden. Die
-Zufahrt zu diesem Bruche kreuzten wir beim Aufstiege in der Nähe des
-Jägerhauses. Die zum Spreegebiete gehörigen Quellen am »schwarzen
-Born« auf der Westseite des Berges wurden 1903 für eine Leitung nach
-Georgental gefaßt.
-
-Die Gipfelfläche des Berges ist fast durchwegs mit Nadelwald --
-hauptsächlich Tannen, von denen der Berg den Namen erhalten haben mag
--- bestanden, weshalb eine vollkommene Rundsicht von einem Punkte
-aus nicht ermöglicht ist; man kann sich jedoch dieselbe von drei
-verschiedenen Stellen aus so ziemlich ergänzen, nämlich auf der
-Westseite, wo die Touristenwege von Nord und Süd heraufkommen, auf
-einer Lichtung im Nordosten, wo früher eine Steinpyramide errichtet
-war, endlich östlich bei der 1888 errichteten Schutzhütte auf dem
-ungemein lauschigen »Fürstenplatze«. Durch den am 14. Sept. 1891
-eröffneten, mit einem Kostenaufwande von 10400 ~K~ vom Gebirgsvereine
-für das nördlichste Böhmen erbauten steinernen +Aussichtsturm+
-(Eintritt 20 ~h~) ist für den vollkommensten Genuß der Rundsicht, und
-durch die neben dem Turme vom früheren Herrschaftsbesitzer Fürsten
-Ferdinand Kinsky erbaute +Gastwirtschaft+ (mit Nachtherberge bis zu
-30 Personen) nebst Veranden (mit freier Aussicht) nicht bloß für die
-Bedürfnisse der Touristen auch Winters, sondern auch für längeren
-Aufenthalt zum Genusse einer Luftkur vorgesorgt. Der ebenso solide wie
-zierliche Turm ist rund, vier Stockwerke hoch und endet, 23 _m_ hoch,
-in eine Plattform, die mit einer hohen Brustwehr umgeben ist und ein
-4 _m_ hohes Lichttürmchen in der Mitte trägt. Der Aufstieg über 125
-Stufen ist sehr bequem und sicher. Die Besucherzahl beträgt jährlich im
-Durchschnitte 5000. Die +Rund- und Fernsicht+ ist umfassend und durch
-überaus malerische Durchblicke ausgezeichnet, so daß schon Kaiser Josef
-II., welcher am 21. Sept. 1779 bei seiner Bereisung des nördlichen
-Böhmens auf dem Tannenberge weilte, des Lobes darüber voll war. Der
-Gebirgsverein für das nördlichste Böhmen hat eine vom Georgentaler
-Lehrer Heinrich Müller sorgfältig gezeichnete Rundschau, auf
-lithographischem Wege vervielfältigt, herausgegeben, die beim Turmwart
-um 20 ~h~ zu haben ist.
-
- Süd: Mittelberg und gr. Eibenberg vor dem Hackelsberge,
- dazwischen ein Teil des Kirchdorfes Falkenau mit dem Buchberge;
- zwischen diesem und dem Breitfelde (r.) die Spitze des
- Langenauer Berges; über dem Breitfelde der Wilsch; hinter dem
- Blottendorfer und dem mit ihm zusammenhängenden Sonneberger
- Rücken liegt quer der Koselrücken, dem die Ruine des
- dahinterliegenden Ronberges in der Mitte aufzusitzen scheint,
- überwölbt von der kapellengekrönten Glocke des Georgsberges im
- Hintergrunde; weiter r. Steinschönau hinter dem gleichnamigen
- Berge; dahinter der Hofberg bei Sandau, r. davon hinten der
- Geltsch jenseits der Rabensteiner und Hundorfer Höhe, und
- hinter ihm die doppeltürmige Hasenburg bei Lobositz. Südwest:
- Vorn der kl. Schöber, dahinter der schwarze Himpelberg, links
- davon der Schindlhengst zwischen kl. (r.) und gr. Ahrenberg;
- r. über letzteren hinaus der Donnersberg weit draußen; r.
- hinter dem kl. Schöber der betürmte Kaltenberg, l. davon
- der Borschen bei Bilin als Abschluß einer Talsenkung, die
- von kulissenförmig hinter einander geschobenen Höhenzügen
- gebildet wird (l. Bockner Höhe, Kronhübel, Reichner Höhe,
- Zinkensteinrücken, Nemschner Hochebene und hohe Wostrai,
- r. Parlosa, Tannbusch bei Wöhlen, Hortau, Siebenberge,
- Padloschin); r. vom Kaltenberge der Rosenberg (Turm), zwischen
- beiden der betürmte Schneeberg vor der Erzgebirgswand. West:
- Das Kreibitztal mit Oberkreibitz, Schönfeld (l. davon), Stadt
- Kreibitz (teilweise vom Plissenberge verdeckt), Niederkreibitz,
- Rennersdorf mit dem Kreuzberge, hinten der gr. Zschirnstein; r.
- von Rennersdorf die Dittersbacher Felsen, die Prebischwände,
- die beiden Winterberge mit dem Lilienstein und Höhen von
- Dresden (Windberg), dazwischen und mit dem Königstein hinter
- Pabst- und Pfaffenstein zur Linken. Nordwest: Kleinsemmering
- mit dem Bahnhofe Schönfeld zwischen Plissen- und Fladenberg;
- dahinter l. der Irig und die Hochbuschkuppe (Turm) hinter
- einander, r. Unger (Turm), Schweizerkrone und Tanzplan
- (Turm); vor diesem im Mittelgrunde das Steingeschütte hinter
- Teichstatt; r. davon in nördl. Richtung die Stadt Schönlinde
- hinter dem Spiegel des Bernsdorfer Teiches, l. anschließend
- Falkenhain und Neuforstwalde, dahinter der betürmte Valtenberg
- jenseits Schnauhübel (Kirche) und des Zeidler Plissenberges,
- r. die Wolfsbergspitze (Turm), der Pirsken und Botzen hinter
- einander. Nordost: Vorn Tannendorf, darüber der Kreuzberg, l.
- von ihm die Kirche von Grund, r. die von Sankt Georgental;
- dann folgen hinter einander die Kirchdörfer Seifhennersdorf
- und Eibau, der Kottmar (Turm) mit dem Löbauer Berge l. und
- dem Rotsteine r., endlich die Jauernicker Berge. Links vom
- Kreuzberge die zusammenhängenden Ortschaften Sofienhain,
- Obergrund, Lichtenstein und Lichtenberg mit dem Lichtenberger
- Teiche, darüber Schönborn (Kirche), weiter Rumburg, dann
- Georgswalde, Philippsdorf und Gersdorf, l. von Rumburg der
- Rauchberg (Turm), l. von diesem die Spitze der Altehrenberger
- Kirche, dahinter der Jüttelsberg und weiter der Mönchswald
- bei Bautzen; zwischen diesem und dem Löbauer Berge (Turm)
- spannt sich eine Bergkette mit dem betürmten Czornebog (hinter
- dem Lichtenberger Teiche) und Bilebog. R. von Georgental
- im Lausebachtale Niedergrund, dann Warnsdorf, Großschönau,
- Hainewalde; l. über Warnsdorf der Burgsberg (Warte), dann
- hinter einander der Warnsdorfer Spitzberg, der Oderwitzer
- Spitzberg, der Hutberg bei Herrnhut, die Königshainer Berge und
- die Landeskrone; knapp am Lauschekamme l. der Breiteberg bei
- Großschönau, dann Hörnitz bei Zittau. Ost: Vorn Dorf und Ruine
- Tollenstein, l. dahinter Innozenzendorf vor dem Ziegenrücken;
- r. von diesem die Finkenkoppe, zwischendurch die Lausche,
- weiter der Sonnen- und Jonsberg, endlich im Hintergrunde l.
- das Isergebirge mit der Tafelfichte, r. das Riesengebirge mit
- der Schneekoppe; von der Finkenkoppe r. die Jeschkenkoppe.
- Südost: Im Schöbersattel Dürreberg und Mergtaler Limberg hinter
- einander, weiter der Silberstein, hinten die zweispitzige
- Ruine Trosky vor dem Kosakow und den Lomnitzer Bergen. Rechts
- vom Schöber der Friedrichsberg, dann der Tolzberg, dazwischen
- der Dewin mit dem Hammerspitz, draußen der Wiskersch mit
- Kapelle und der Musky bei Münchengrätz; r. vom Tolzberge
- hinter einander der Glaserter, der Grüner Berg und der Roll;
- r. von diesem die beiden Buchberge bei Hühnerwasser, davor der
- Laufberg. Hinter der Station Tannenberg zu Füßen, neben der die
- Tannteiche heraufglitzern, ist der gr. Buchberg, an ihm r. der
- ruinengekrönte Bösig; r. davon bis zum Kleis der Wratner Berg
- (Turm) und die Hauskaer Berge, davor der Tachner Berg hinter
- dem Kummergebirge, näher das Schwoikaer Gebirge, ganz vorn
- der Hamrichberg; r. vom Kleis das Daubaer Gebirge, davor der
- Maschwitzer Berg und vor diesem Ruine Habichtstein.
-
-Wer hier die Kammtour abbrechen will, hat die Wahl zwischen den
-+Bahnstationen Tannenberg+ und +Grund-Georgental+, zu ersterer 40, zu
-letzterer 50 Min.
-
-
-
-
-Tannenberg-Kaltenberg (3¾ Std.).
-
-
-Zum Abstiege vom Tannenberge benützen wir einen Teil des Aufstiegweges,
-bis zur Wegteilung nämlich (4 Min.), wo man einen herrlichen Blick
-auf die zu Füßen liegende, waldumschlossene Station Tannenberg hat.
-Hier biegen wir r. ab und wandern einen anfangs fast ebenen und erst
-später mehr sich senkenden Weg abwärts, an dessen bebuschten Gehängen
-zahlreiche, weit umher kriechende Stengel von doppelährigem Bärlapp
-(~Lycopodium clavatum L.~) auffallen und auch Exemplare des selteneren
-Haller'schen Reitgrases (~Calamagrostis Halleriana DC.~) zu finden
-sind. Nach 10 Min. mündet von rechts der steilere Abstieg vom Berge
-ein; nach weiteren 5 Min. kommen wir zu einer Wegkreuzung vor einem
-+Kruzifix+; wir wandern geradeaus weiter und nach 2 Min. links ab.
-Gleich darauf treten wir aus dem Walde und haben einen prachtvollen
-Blick auf die betürmte Wolfsbergspitze, die sich in einer Ausbuchtung
-des Georgentaler Galgenberges (593 _m_) scharf abzeichnet, symmetrisch
-flankiert vom Zeidler Plissenberge l. und dem Pirsken r., während der
-Valtenberg (Turm) den Hintergrund bildet.
-
- Gleich hinter dem erwähnten Kruzifix, wo auch von dem r.
- liegenden Dorfe Tollenstein ein Weg einmündet, kann man, den
- Kleinsemmeringer Weg l. lassend, geradeaus einen Abstecher
- auf den 12 Min. entfernten =Georgentaler Kreuzberg= (Granit,
- 563 _m_), machen. Der Name hängt mit einer Kapelle »zum hl.
- Kreuz« zusammen, welche 1764 erbaut, 1817 eingeweiht und
- 1882 durch einen Turm an der Hauptfront erweitert wurde. Sie
- ist das Wanderziel zahlreicher frommer Waller. Aber auch die
- +Aussicht+ ist eine bemerkenswerte; an ihr erfreute sich
- auch am 21. Sept. 1779 Kaiser Josef II. Besonders schön ist
- der Überblick nördlich über die 138 _m_ niedriger liegende,
- freundliche Stadt Georgental; dahinter tief im Tale Ober- und
- Niedergrund, darüber Schönborn r. vom Lichtenberger Teich;
- westlich liegt der Galgenberg, r. daneben Teichstatt, der
- Bernsdorfer Teich, dahinter die Wolfsbergspitze; östlich
- jenseits des Häusermeeres von Warnsdorf und Großschönau die
- Stadt Zittau. Zur Bequemlichkeit der Besucher hat die Abteilung
- Georgental des Gebirgsvereines für das nördlichste Böhmen 1895
- an den schönsten Aussichtspunkten nach allen 4 Weltgegenden
- Ruhebänke aufgestellt, -- Auf dem Kreuzberge stehen wir auf
- einem geologisch höchst interessanten Boden. In dem Granite,
- der sich hier -- wie schon früher auf unserem Wege am
- Ziegenrücken bei Innozenzendorf (S. 44) -- gegen den Sandstein
- abgrenzt, findet sich nämlich eine ziemlich ausgedehnte
- Partie von Gneis und eingezwängt zwischen ihr und dem Granit
- eine +Grauwackenscholle+, welche sw. von St. Georgental den
- Wein- und Galgenberg bis zu Hampel's Bleiche einnimmt. Diese
- Grauwacke nun ist von Erzgängen durchzogen, welche Kupferkies,
- silberhältigen Bleiglanz und Zinkblende enthalten und
- wiederholt seit der Mitte des 15. Jahrh. bergmännisch abgebaut
- wurden, in ausgedehntestem Maße aber unter dem Grundherrn Georg
- v. Schleinitz, dem +St. Georgental+ als Bergstadt ihre Gründung
- (1548--1553) verdankt. Der letzte Abbauversuch geschah Mitte
- der achtziger Jahre des vorigen Jahrh.
-
- Wer den Umweg über =Georgental= machen will, steigt über
- Stufen, an den Kreuzwegstationen vorüber durch eine schöne
- Allee hinab. Die auch von Sommerfrischlern aufgesuchte Stadt
- hat 250 Häuser, namhafte Sammtfabrikation, ein Kriegerdenkmal
- (seit 2. Okt. 1904), eine Studentenherberge und ist Sitz
- einer Abteilung des Gebirgsvereines für das nördlichste
- Böhmen. Aus Georgental stammt außer anderen der berühmte
- Gesangsmeister Joh. Alois Miksch, geb. 1765, gest. 1845 in
- Dresden. Beachtenswert sind die an der Außenseite der 1612
- erbauten Kirche eingemauerten Sandsteinkugeln mit Löwen- und
- Menschengesichtern, die vielleicht einst Säulenknäufe oder
- Wandzierraten im Rittersale der Burg Tollenstein gewesen sein
- mögen. Der Weg zur +Station Grund-Georgental+ (15 Min.) führt
- nördlich weiter. Um aber den Kammweg wieder zu erreichen,
- wendet man sich westlich auf die Kreibitzer Straße und schlägt
- sodann die südlich von dieser abzweigende, am Schmelzewasser
- aufwärts führende Straße nach Tannendorf (30 Min.) ein.
-
-Der Kamm-Weg führt vom Waldrande ab, während dem man r. über die
-Wiesenflächen hinweg einen hübschen Blick auf Obergrund mit Sofienhain,
-auf die Lichtenberger Windmühle und die Schönborner Kirche darüber und
-auf den betürmten Kottmar im Hintergrunde hat, in 10 Min. hinunter
-auf die Straße in =Tannendorf= (22 H.), auch Telle genannt, eine in
-der zweiten Hälfte des 18. Jahrh. entstandene Ansiedlung, die sich
-seit einer Reihe von Jahren, Dank der herrlichen Waldlage und des
-vorzüglichen Wassers, der vollkommensten Ruhe und Abgeschiedenheit zur
-+Sommerfrische+ aufgeschwungen hat. In 4 Gast- und 2 Privathäusern
-findet man gute Unterkunft, in den Gasthäusern »Wildner« und
-»zum Tannenwald« auch volle Verpflegung zu mäßigen Preisen. Die
-Nahrungsmittel werden aus Sankt Georgental (30 Min.) beschafft, von wo
-am West-Ende des Dorfes die Straße einmündet.
-
-Beim Gasthause »zum Tannenwald« verlassen wir das Dorf, lassen nach 2
-Min. die Straße nach St. Georgental r. und schneiden, nun wieder im
-Walde, nach 8 Min. einen Fahrweg, der in 5 Min. zu der r. Hand auf
-einer Waldlichtung gelegenen, zu Tannendorf und Obergrund gehörigen,
-aber erst später zur Ansicht kommenden Einschicht »+Hampels Bleiche+«,
-auch »Neue Welt« genannt, hinaufführt, senken uns dann allmählich
-nach l. zu über zwei Ursprungsäderchen des +Fischbaches+, eines
-Zuflusses des Grund- bzw. Lausebaches, hinweg -- Fundort von üppigem
-Waldhabichtskraut (~Hieracium vulgatum Fries~) -- und umgehen sodann,
-allmählich wieder ansteigend, den r. gelegenen +Fladenberg+ (543 _m_),
-der seinen Namen von einem Ritter von Flade haben soll, der hier einst
-eine Glashütte leitete, wobei wir l. des kl. +Schöbers+ (676 _m_) mit
-seinen wild sich häufenden Klingsteinblöcken ansichtig werden, die auf
-dem Gipfel unregelmäßig anstehen und ein liegendes Gesicht vortäuschen,
-weshalb der Berg auch Gesichtsberg oder Riesenkopf genannt wird. In
-20 Min. stehen wir am Bahndamme der Böhm. Nordbahn, dem entlang wir
-uns nach rechts wenden, zunächst in 4 Min. zum +Bahnviadukt+ und dann
-in weiteren 4 Min. auf der Oberkreibitzer Straße zu der einschichtig
-ziemlich hoch (489 _m_), mitten im Walde zwischen Plissen- (599 _m_)
-und Fladenberg auf der Hauptwasserscheide zwischen Elbe und Oder,
-an der von Oberkreibitz-Schönfeld nach Teichstatt führenden Straße
-gelegenen =Station Schönfeld= gelangen, dem Knotenpunkte der Linien
-Prag-Leipa-Georgswalde-Ebersbach und Warnsdorf-Bodenbach der Böhm.
-Nordbahn.
-
-Unmittelbar neben derselben befindet sich die =Kuranstalt
-Kleinsemmering=, die samt den Stationsgebäuden zur Gemeinde Teichstatt
-gehören. Den Grund zu dieser Kuranstalt, deren Benennung durch die
-Steigungsverhältnisse der Bahn und den kleinalpinen Charakter der
-umgebenden Gebirgslandschaft gerechtfertigt erscheint, legte der
-Schönfelder Industrielle Emanuel Tschinkel, indem er gleich nach
-Eröffnung der Böhm. Nordbahn 1869 vom Grundherrn Fürsten Ferd. Kinsky
-eine größere Waldparzelle erwarb und daselbst eine große Restauration
-mit zwei Glasveranden nebst Stallungen, Speisegarten, Musikpavillon,
-Zierpark, Wasserleitung, (Raimundsbrunnen) und einen nahezu 11 _ha_
-großen Tiergarten anlegte, wozu dann 1873 und 1874 der Bau der Villa
-Raimund mit 12 Fremdenzimmern und 1882 ein von eisenhältigen Quellen
-des Plissenberges gespeistes Badehaus mit 4 bequemen Zellen kam.
-Seit 1885 gehörte die Anstalt den Brüdern C. G. und F. Hermann,
-Fabriksbesitzern in Warnsdorf und Isertal. Unter ihnen schwang sich
-Kleinsemmering infolge mannigfacher Verbesserungen und Erweiterungen zu
-einem trefflich geleiteten Luft- und Terrainkurorte empor. Seit 1904
-ist Ernst Seibt, Kaufmann in Reichenberg, Besitzer, der den Kurort
-den Fortschritten der Neuzeit entsprechend umgestaltet hat. Es stehen
-30 heizbare Zimmer in 5 Logierhäusern zum Wochenpreise von 6--30 ~K~
-zur Verfügung; Leihbibliothek, Konzertsaal, Briefablage u. a. sind
-vorhanden; der auf einer nach SO. abfallenden Lehne sich hinziehende
-Wildpark bietet mit seinem dichten Wald, seinen Wiesenplätzen,
-Felspartien und seinem Teiche mannigfache Abwechslung und Zerstreuung.
-Die Kursaison dauert von Mai bis September.
-
-Wir verlassen, dem Kammzeichen weiter folgend, die gastliche Stätte
-auf einem Fußwege, der hinter den Stallungen der Kuranstalt am
-Wildparkzaune entlang, anfangs durch einen schattigen Hohlweg am
-Gehänge des +Plissenberges+ hin, dann über die liebliche Pilzwiese in
-20 Min. abwärts ins Kreibitzbachtal nach =Oberkreibitz= führt. Oberhalb
-der ersten Häuser des 170 Nummern zählenden Industrialortes, noch
-besser von dem in der Nähe sich erhebenden +Tomelsberge+ (463 _m_,
-Basalt, Totenstein), hat man einen prächtigen Überblick über die
-zusammenhängenden Orte Oberkreibitz und Schönfeld auf die im Halbkreis
-angeordneten Bergkuppen des Kreibitzer Gebirges: den kl. Schöber l.,
-dann den gr. Eibenberg, den kl. Eibenberg, den Schindelhengst (dahinter
-die Spitze des gr. Ahrenberges) und die beiden Himpelsberge (dahinter
-den Buchhübel); neben Schönfeld l. die Juliushöhe im Vordergrunde.
-
-Im Weiterschreiten durch den schon 1457 urkundlich genannten
-Ort bemerkt man als vorherrschende Erwerbszweige Zwirnerei und
-Glasverfeinerung. Letztere Industrie ist sehr alt, da schon im 15.
-Jahrh., vermutlich schon vor den Hussitenkriegen, daselbst eine
-Glashütte im Betriebe stand, welche mit dem anschließenden Gute bis
-1612 der Familie Friedrich gehörte und im Jahre 1847 dem Neubaue der
-jetzigen Glasfabrik Platz machte, die 1867 an die Kittel'schen Erben
-(Franz Zahn) gelangte, seit 1882 Eigentum der Firma Michel und Mayer
-war, derselben, die auch die Glasfabriken in Teichstatt und Haida
-besaß, und seit 1904 »A. Mayer & Sohn« firmiert. Sie steht rechts an
-der Straße, die von der Station Schönfeld herab nach Kreibitz führt und
-gerade bei ihr kommt der Fußweg von Kleinsemmering herab. Der »Hof«,
-gegenüber dem Gasthause »zum Herrenhause« -- von dessen Terrasse man
-einen hübschen Blick über den Mühlteich (bei der Rittermühle, jetzigen
-Glasschleiferei) auf den Tannenberg und den kl. Schöber hat -- ist so
-ziemlich das älteste Gebäude im ganzen Kreibitzer Kessel.
-
- Ein Umweg über =Kreibitz=, die Perle des Kreibitztales,
- beansprucht keinen besonderen Zeitverlust. Man erreicht die
- Stadt auf der Straße weiter längs des Kreibitzbaches in 20
- Min.; sie liegt am Kreuzungspunkte der Warnsdorf-Kamnitzer
- Reichsstraße mit der Oberkreibitz-Niederkreibitzer, zu beiden
- Seiten des Kreibitzbaches, über den hier eine altertümliche,
- hochgewölbte Steinbrücke mit zwei Barock-Heiligenstatuen aus
- dem Jahre 1751 führt, hat 250 Häuser, eine reiche Industrie
- (vorherrschend Zwirnerei und Baumwollwaren-Erzeugung, auch ein
- schon 1500 bestandenes Bräuhaus), eine Gedenktafel am Hause Nr.
- 135 zur Erinnerung an Kaiser Josef II., der hier als Gast des
- Viehhändlers Kasimir Eschler am 21. Sept. 1779 übernachtete,
- eine andere am Hause neben dem schönen, gothischen Rathause
- zur Erinnerung an den berühmten Naturforscher Thaddäus Haenke,
- der daselbst 1761 geboren wurde, eine zum Teil noch aus dem
- 16. Jahrhunderte stammende Kirche mit uralten Glocken, und ist
- Sitz der Abteilung Kreibitztal des Gebirgsvereines für das
- nördlichste Böhmen. Ihr ältestes Privilegium stammt aus dem
- Jahre 1383. Man folgt sodann von Kreibitz der südlich nach B.
- Kamnitz führenden Ärarialstraße, in die nach 45 Min. l. die
- Schönfelder Straße, und mit ihr der Kamm-Weg einmündet. Auf
- dem Wege dahin kommt man nach wenigen Min. am +Lindenhübel+
- (398 _m_) l. der Straße vorüber, von dem man sich des Anblickes
- des Gebirges östlich gegen den Talschluß hin erfreuen und
- zugleich ein interessantes Naturspiel wahrnehmen kann, nämlich
- »die schlafende Jungfrau«, gebildet von dem gesichtsähnlichen
- Umrisse des kl. Schöbers mit dem anschließenden Tannenberge und
- dessen Ausläufern.
-
-Bei der Glasfabrik grenzt Oberkreibitz an =Schönfeld=. Nun auf der
-Kreibitzer Straße einige hundert Schritte nach rechts, bis uns das
-Kammzeichen auf die Straße verweist, die links durch Schönfeld abbiegt.
-Währenddem kommt rechts die Stadt Kreibitz zu Gesicht und über sie
-hinaus zwischen den Himpelbergen (l.) und dem Irig bei Daubitz (r.) die
-Dittersbacher Felsenwelt, während l. Tannenberg und kl. Schöber mit
-der Juliushöhe im Vordergrunde im Gesichtsfelde bleiben. Die Bewohner
-von Schönfeld, das 1709 auf Gründen, die ehemals zur Oberkreibitzer
-Glashütte gehörten, angelegt wurde, über 100 Häuser zählt, Post-
-und Telegraphenamt, eine schöne Turnhalle (seit 1903), auch eine
-Studentenherberge (in der einladenden Schröter'schen Restauration l. an
-der Straße, die zugleich Auskunftsstelle der Gebirgsvereins-Abteilung
-Kreibitztal ist) aufweist, haben im Allgemeinen dieselben Erwerbszweige
-wie die von Oberkreibitz. Vor der Restauration befindet sich die
-Schröter'sche Zwirnfabrik (mit 6000 Spindeln), weiter die 1840
-gegründete Strick- und Häkelgarnfabrik der Firma Ig. Schröter's Sohn,
-deren Erzeugnisse als Schönfelder Strickwolle eine Spezialität bilden.
-Unweit der Restauration befindet sich auch die Stammfabrik der bis 1903
-bestandenen Firma Aug. Tschinkel Söhne und zugleich der Ausgangspunkt
-der österreichischen Zichorienfabrikation, die hier von Aug. Tschinkel
-1806 zur Zeit der Kontinentalsperre eingeführt wurde. Die seit dem
-Jahre 1862 daneben bestandene Chokoladenfabrik wurde 1889 nach Lobositz
-verlegt und mit der dortigen Zuckerwaren- und Kaffeesurrogatfabrik
-verbunden, wo sie heute noch als Eigentum einer Aktiengesellschaft
-im Betriebe steht. Auch eine Leimfabrik wurde vor einigen Jahren in
-Schönfeld errichtet.
-
- Ganz nahe ö. beim Orte (15 Min.) erhebt sich die =Juliushöhe=,
- ein zierlicher Basalthügel (514 _m_), von welchem sich
- das ganze Kreibitztal mit seinen Waldbergen überblicken
- läßt; besonders w. und nw., wo sich das Tal zwischen den
- Himpelbergen (l.) und dem Plissenberge (r.) öffnet, ist der
- Ausblick fesselnd. Die Stadt Kreibitz jenseits Schönfeld hält
- die Mitte; l. derselben hat man die Dittersbacher Felsen,
- dahinter die Zschirnsteine, den Zirkelstein (gerade hinter dem
- spitzen Marienfelsen), den Pfaffen- und Pabststein und den gr.
- Winterberg (hinter dem Rudolfstein); r. von Kreibitz trifft der
- Blick auf den Irig, hinter ihm auf den betürmten Tanzplan b.
- Nixdorf, weiter r. über Oberkreibitz im Vordergrunde auf den
- Pickelstein vor dem Rücken des Steingeschüttes, im Hintergrunde
- auf den betürmten Valtenberg.
-
-In der Nähe der Schröter'schen Strickwollefabrik, dort wo sich
-der +Eisenhübel+ mit hübschem Blick auf das bachdurchflossene und
-teichglitzernde Tal zwischen ihm und den. kl. Himpelberge erhebt, teilt
-sich die den Ort durchziehende Straße. Links führt sie zwischen dem
-kl. Eibenberge (598 _m_) und dem, eine liebliche Aussicht bietenden
-Aschenstein (605 _m_, r.) über den 527 _m_ hohen Sattel im westlichen
-Flügel des zentralen Teiles des nordböhmischen Sandsteingebirges in
-1 Std. zur +Bahnstation Falkenau+ im Kamnitzbachtale; unsere Straße
-aber führt r. weiter. Am Ende der letzten Häuser von Schönfeld haben
-wir vor uns r. die beiden Himpelberge, geradeaus den Schindelhengst,
-rückwärts den Tannenberg und daneben den gr. und kl. Eibenberg. Hier
-steht an der Straße der +Hochbehälter+ der am 19. Juli 1904 eröffneten
-Wasserleitung für die Gemeinden des Kreibitztales aus vier am nö.
-Abhange des +Schindelhengstberges+ entspringenden Quellen. Die Straße
-quert dann den 486 _m_ h. Sattel zwischen Schindelhengst (650 _m_,
-l.), und dem höheren der beiden Himpelberge, dem sog. »kleinen« oder
-schwarzen +Himpelberge+ (633 _m_, r.), und trifft in 30 Min. auf die
-Kaiserstraße, die von Kreibitz her nach B. Kamnitz führt, wo wir nahe
-vor uns den kl. Ahrenberg oder +Breitenberg+ (613 _m_) -- interessant
-wegen der knolligen Form des Basalts inmitten frischgrüner Waldpartien
-und als Kampfstätte im Gefechte am 19. Juli 1757 -- und rechter Hand
-etwas entfernter den als Aussichtspunkt bekannten Buchhübel (554 _m_)
-haben.
-
- Wem harmlose Kletterei und ein kurzer Kampf mit sparrigem
- Strauchwerk die Wanderfreuden erhöhen, dem ist der Aufstieg auf
- den =schwarzen Himpelberg= anzuraten, einen wilden Gesellen
- mit steilen Abstürzen und ungeheuren Blockhalden basaltischen
- Gesteins, vor deren mächtigem Druck die Vegetation bescheiden
- zurückgewichen ist. Die freien Gipfelfelsen lohnen die Mühe
- durch eine Fülle mannigfaltiger malerischer Ausblicke. W.: An
- dem greifbar vorliegenden Kaltenberge r. vorüber der betürmte
- Rosenberg, l. hinter ihm der gleichfalls betürmte hohe
- Schneeberg und r. hinter diesem der Schönwalder Spitzberg;
- r. vom Rosenberge die Kirchdörfer Rosendorf und Arnsdorf
- hintereinander. NW.: Über dem vorgelagerten niedrigeren
- Himpelberg hinweg der Buchhübel, zwischen beiden hindurch der
- gr. Winterberg (Turm), l. von diesem Königstein, Pabst- und
- Pfaffenstein, über den Buchhübel hinaus der gr. Zschirnstein,
- dahinter der Geisingberg im Erzgebirge; r. vom Buchhübel im
- Hintergrunde hinter einander Saupsdorf (Kirche), Tanzplan
- und Valtenberg (Türme). N.: Kreibitz, dahinter die betürmte
- Wolfsbergspitze zwischen Irig (l.) und Steingeschütte.
- NO.: Oberkreibitz vor dem Plissenberge, l. dahinter der
- Czornebog (Turm), r. der ebenfalls betürmte Kottmar und r.
- vor diesem die Kirche von Schönborn bei Rumburg. O.: Die
- Juliushöhe hinter Schönfeld, dann der betürmte Tannenberg
- mit seinem wilden Trabanten, dem kl. Schöber; weiter r. der
- gr. und der kl. Eibenberg, zwischendurch der Mittelberg.
- SO.: Der Schindelhengst in nächster Nähe, l. an ihm vorüber
- rückwärts der gr. Buchberg bei Falkenau und l. hinter ihm
- die Jeschkenkoppe. S.: Der gr. Ahrenberg r. hinter dem
- Schindelhengst.
-
-Wir folgen der Kaiserstraße nach l. und haben nach 5 Min. auf einer
-Waldlichtung l. der Straße das =Forsthaus Kreuzbuche=, zugleich
-»Gasthaus zur Kreuzbuche«, vor uns auf der Sattelhöhe (535 _m_)
-zwischen dem kl. und gr. Ahrenberge. Der Name der Örtlichkeit hängt mit
-dem Gefechte zusammen, welches am 19. Juli 1757 die Preußen auf ihrem
-Rückzuge gegen österreichische Truppen daselbst zu bestehen hatten. Die
-damals Gefallenen wurden an der alten Straße in der Nähe des jetzigen
-Forsthauses, das aber erst später gelegentlich der Anlage der heutigen
-Straße erbaut wurde, beerdigt; man brachte daselbst an einer Buche
-ein Bildnis des Gekreuzigten an und nannte die Lichtung im Walde mit
-den Soldatengräbern »bei der Kreuzbuche«; so heißt sie noch heute,
-wenn auch das Kreuz nicht mehr an einer Buche, sondern gegenüber dem
-Forsthause an der r. Seite der Straße, wo beschattete Bänke und Tische
-zum Ausruhen einladen, an einem Lärchenbaume hängt. Die Örtlichkeit ist
-aber nicht bloß kriegsgeschichtlich, sondern auch volksgeschichtlich
-von Interesse; hier zog sich gegen den Schöber und weiterhin in
-der Richtung des Kammweges zum Jeschken der uralte Markwald, die
-Grenzscheide zwischen den Wenden oder Sorben und den Tschechen, und
-heute noch gilt diese Richtungslinie als Grenze des sogenannten
-Niederlandes, des nördlichsten Böhmens. Die Einschicht »Kreuzbuche«
-gehört zu dem 30 Min. s. entfernten Dorfe +Hillemühl+ (+Bahnstation+)
-im Kamnitzbachtale, wohin eine Waldstraße längs des Wiesenwassers von
-der Kaiserstraße kurz vor dem Forsthause l. abzweigt.
-
- Auf halbem Wege dahin führt l. 50 Schritte seitab ein Weg
- zu dem vom Lokalklub Hillemühl des Nordb. Exkursions-Klubs
- erschlossenen =Wasserfall= mitten in prächtiger Waldung. Er
- wird vom Wiesenwasser gebildet, das unter der Kreuzbuche
- entspringt und auch Fallwasser heißt, weil es wenigstens
- zehnmal gezwungen ist, ganz beträchtliche Sprünge über hohe
- Felsen zu machen. Der Hauptfall ist ungefähr 10 _m_ hoch und
- setzt sich unterhalb noch ebenso weit in Abstufungen fort; er
- verdient deshalb hohe Beachtung, weil er nicht bloß so ziemlich
- der einzige in dieser Gegend ist, sondern auch mit manchem
- vielgenannten in den deutschen Mittelgebirgen den Vergleich
- aushalten kann. -- Der gr. =Ahrenberg= (Ahornberg), an dessen
- Westabhange der Wasserfall sich befindet, ist eine 705 _m_
- hohe, bewaldete Basaltkuppe, die man von der Kreuzbuche aus
- in 35 Min. besteigen kann. Wenn auch an absoluter Höhe dem
- Kaltenberge um 26 _m_ nachstehend, ist der gr. Ahrenberg nach
- räumlicher Ausdehnung und nach seiner zentralen Lage als der
- König des Kreibitzer Berglandes anzusehen. Die +Aussicht+
- beschränkt sich nur auf N. und O., vom Rande des Steilabfalles
- aus, der den Berg in die Ferne hin wie abgehackt erscheinen
- läßt, ist aber immerhin lohnenswert. W.: Kaltenberg. NW.:
- Buchhübel; zwischen beiden die Kuppen der sächsischen Schweiz,
- ganz hinten der Borsberg bei Pillnitz (in der Einsenkung
- zwischen gr. und kl. Winterberg); l. vom Buchhübel der
- Tanzplanberg (Turm), r. der Irig. N.: Kreibitz hinter den
- beiden Himpelbergen, r. davon Kleinsemmering, weiter die Kirche
- von Schönborn und dahinter der betürmte Kottmar. NO.: Der
- gr. Eibenberg, dah. Schöber, Tannenberg, Ruine Tollenstein,
- Warnsdorfer Spitzberg; r. vom Tannenberge die Lausche
- hinter dem Friedrichsberge. O.: Hochwald (Turm) hinter dem
- Hackelsberge, r. davon die Jeschkenkoppe. SO.: Über Falkenau
- der Kleis, r. davon die beiden Bösige. Am n. Fuße des gr.
- Ahrenberges, in dem dort anstehenden Sandsteine, findet sich
- ein verbrochener Stollen, die sog. »Silbergrube«, in der man
- wahrscheinlich nach Eisenerzen gesucht hat.
-
-Der Kammweg folgt, am Fuße des +kl. Ahrenberges+ hin, während die
-dunklen Kuppen des Schindelhengst- und gr. Ahrenberges l. verschwinden,
-der nach B. Kamnitz weiter führenden Waldstraße noch 6 Min. und
-biegt dann r. ab auf einen steinigen Fahrweg, der zwischen hohem
-Mischwald zumeist eben verläuft. Durch das goldgrüne Laubdach der
-Buchen irren einzelne Sonnenstrahlen nieder auf den feuchten Boden
-und werden vom lichthungrigen Völkchen der mannigfaltigsten +Kräuter+
-begierig aufgesogen, die hier auf der Verwitterungserde des Basaltes
-mit besonderer Vorliebe gedeihen und die Gastfreundschaft mit einer
-Fülle kleiner Reize entgelten: Christophskraut (~Actaea spicata L.~),
-Bingelkraut (~Mercurialis perennis L.~), Zahnwurz (~Dentaria bulbifera
-L.~ und ~Dentaria enneaphylla L.~), weiße Pestwurz (~Petasites albus
-Gärtn.~), Süße Wolfsmilch (~Euphorbia dulcis L.~), Quirlblättrige
-Weißwurz (~Polygonatum verticillatum All.~), Einblütiges Perlgras
-(~Melica uniflora Retz.~), Sauerklee (~Oxalis acetosella L.~) u. s.
-w., vor allem aber Freund Waldmeister (~Asperula odorata L.~).
-
-Mittlerweile haben wir den südl. Fuß des +Auberges+ (688 _m_)
-umgangen und werden seiner nach 13 Min., nach Überschreiten zweier
-Wasseradern, die dem Wiesenbache zufließen, r. ganz nahe über einer
-Wiese ansichtig. Noch 1 Min. und auch l. wird der +Ausblick+ frei auf
-den schroff aufsteigenden Goldberg, l. an ihm vorüber auf die vor dem
-Forstberge sich weit hindehnende Stadt Steinschönau. Am Südabhange
-des Auberges zwischen Wiesen weiterschreitend, treten nach und nach
-l. von Steinschönau andere Kuppen ins Gesichtsfeld: vorn der schroffe
-Mittenberg bei Preschkau, dahinter der Steinschönauer Berg, noch weiter
-der Sonnebergrücken; dann l. vom Mittenberg vorn der Schäferberg,
-dahinter der Bildstein, an den sich nach l. der Blottendorfer Kamm,
-das Breitfeld und der gr. Buchberg anschließen; zwischen den letzteren
-beiden zeigt sich hinter den Häusern von Falkenau-Kittlitz die Spitze
-des Kleis; der gr. Ahrenberg schließt am weitesten l. das Bild ab.
-
-Nach 5 Min. kommt r. am Auberge vorüber der Kaltenberg zum Vorschein,
-vor uns der Himmertschberg, zwischen beiden hinten der prächtige
-Rosenberg.
-
- Hier zweigt l. ein Fahrweg in 10 Min. zum =Goldberge= (654 _m_)
- ab, dessen Besuch jedem klettergeübten Wanderer anzuraten ist.
- Der Gipfel wird von einem durch zwei Scharten unterbrochenen,
- ziemlich scharfen Grat gebildet; nach Süd fällt der durch eine
- starke Polarität sich auszeichnende Fels senkrecht zu mächtigen
- Schutthalden ab; die Westseite zeigt schöne Absonderungsrisse
- des basaltischen Gesteins; ein Bruch auf der uns zugekehrten
- Nordostseite zeigt vorzüglich abgesonderte, gleich stark in
- einer Länge von mindestens 20 _m_ verlaufende Basaltsäulen.
- Der höchste Punkt ist besetzt mit einem Strauch der
- Alpen-Johannisbeere (~Ribes alpinum L.~); nach Südost verdecken
- Buchen die Aussicht; die anderen Richtungen gewähren höchst
- malerische Ausblicke.
-
-Zwischen Wiesen, auf denen Wohlverleih (~Arnica montana L.~) in
-kräftigen Exemplaren wächst, eben weiter wandernd, sind wir nach 3
-Min. beim ersten Hause von +Hasel+; unter uns zieht sich l. das Dorf,
-darüber zeigt sich l. vom Himmertschberge der Huttenberg, noch weiter
-l. der Lotterberg und hinter ihm die Doberner Höhe mit Parlosa. Am
-Auberg-Walde (r.) entlang, an den die Häuser grenzen, wenden wir uns
-l. auf die Dorfstraße, die wir in 3 Min. erreichen, unmittelbar bei
-Franz Büchse's Gasthause »zum Kaltenberg«, wo man ganz gut aufgehoben
-ist. =Dorf Hasel=, das sich eines sehr hohen Alters rühmen kann, zieht
-sich mit seinen 150 Häusern zu beiden Seiten des Haselbaches, der
-oberhalb des Dorfes am Kaltenberge entspringt, lang hingestreckt in
-steiler Talschlucht sö. abwärts von 550 _m_ bis 400 _m_ Seehöhe gegen
-das Kamnitztal und eignet sich vermöge seiner echt alpinen, zwischen
-Waldbergen geschützten Lage vorzüglich zum Sommeraufenthalte, wozu in
-3 Gast- und 6 Privathäusern Wohnungen verfügbar sind zum Wochenpreise
-von 4 ~K~ aufwärts für eine Person. Es besteht hier eine Abteilung des
-Gebirgsvereines für die böhmische Schweiz nebst Studentenherberge, eine
-Zwirnfabrik, mehrere Bleichen, ferner ein schönes Schulhaus, zu dessen
-Bau der als eines Bauern Sohn in Hasel 1810 geborene und in B. Kamnitz
-am 28. Aug. 1889 verstorbene Fabriks- und Herrschaftsbesitzer Franz
-Preidl Edler v. Hassenbrunn 20000 ~K~ beitrug.
-
- Bei Hasel wurde am 19. Juli 1757, nach der Schlacht bei
- Kolin, ein Teil der auf dem Rückzug von Leipa über B.
- Kamnitz und Kreibitz nach Zittau befindlichen preußischen
- Armee, gegen 45000 Mann unter den Generälen v. Schmettau,
- Winterfeld, v. Seydlitz und dem Prinzen von Bayern, von
- österreichischen Kroaten und Hußaren unter General Beck, welche
- die Waldungen am Kaltenberg zur Sicherung der Paßstraße B.
- Kamnitz-Hasel-Kreibitz, sowie der Straße nach Niederkreibitz,
- welche über Kunersdorf den Westfuß des Berges umzieht, besetzt
- hielten, überfallen, und mußte nach langem, den ganzen Tag
- währendem, blutigem Gefechte einen großen Teil seiner Bagage-
- und Munitionswägen, sowie die mitgeführten Pontons im Stiche
- lassen. Der heftigste Kampf fand in der sog. »Dreh« zwischen
- Hasel und Kunersdorf, dann beim »grünen Kreuz« nächst
- Unterhasel, auf den Hasler »Felgen«, am Breitenberge, im
- blauen Meere, auf dem Klötzerplane, bei der Judenbrücke, in
- den Tschakert'schen Gräbern bei Kaltenbach und an noch andern
- Stellen, die von daher ihren Namen führen (Kriegerwiese,
- Preußenhau), statt. Beim Streurechen und Holzmachen fand man
- bis in die neueste Zeit Kugeln, Rüstzeug und Waffen, die zum
- Teil noch von Hasler Insassen verwahrt werden.
-
-Noch eine kurze Wegstrecke und wir betreten den freien, mit Äckern und
-Wiesen bedeckten Sattel oberhalb des Dorfes; r. schaut der Auberg auf
-uns herab, l. erhebt sich noch beiläufig 150 _m_ hoch der Kaltenberg;
-vom S. her grüßt aus dem Kamnitztale der steile, ruinengekrönte
-Schloßberg, dahinter erblicken wir die Steinschönauer Hochfläche,
-weiterhin den Geltsch und Berge des Mittelgebirges. Zur Spitze des
-=Kaltenberges= leitet eine originelle, von der Gebirgsvereinssektion
-Hasel 1887 bis 1890 geschaffene Weganlage, S-förmig, gepflastert, 2 _m_
-breit, deren Unbequemlichkeit, die besonders beim Abwärtsgehen trotz
-des an der steilsten Stelle angebrachten Geländers große Vorsicht
-erheischt, durch den prächtigen Laubwald ausgeglichen wird. Jedem
-Naturfreund, zumal dem Botaniker, muß das Herz aufgehen angesichts der
-Üppigkeit und Mannigfaltigkeit des +Pflanzengewühls+, womit der Boden
-des herrlichen Bergwaldes geziert ist. Abgesehen von verschiedenen
-seltenen Pflanzen, wie ~Cineraria sudetica Koch~ (Sudeten-Aschenkraut),
-~Poa sudetica Haenke~ (Riesengebirgs-Rispengras), ~Veronica montana
-L.~ (Berg-Ehrenpreis), ~Arum maculatum L.~ (Geflecktblättrige
-Zehrwurz), ~Lunaria rediviva L.~ (Mondviole), ~Circaea alpina L.~
-(Alpen-Hexenkraut), ~Ribes alpinum L.~ (Alpen-Johannisbeere), ~Lilium
-martagon L.~ (Türkenbund), ~Lycopodium annotinum L.~ (Sprossender
-Bärlapp) u. a., erscheinen viele bekannte Pflanzen, Vergißmeinnicht,
-Anemonen, Lungenkraut, Primel und Sauerklee in ganz auffälliger
-Größe und Farbenpracht. Unter dem Gestein finden sich zierliche
-Schnecken (~Helix personata Lk.~, ~Clausilia laciniata~). Ohne große
-Anstrengung ist die Spitze des Berges in 25 Min. von der Hochmatte
-ab erreicht. Seine aus olivinreichem Basalt bestehende Kuppe
-bildet den Endpunkt und zugleich die höchste Erhebung (731 _m_) im
-Kreibitzer Gebirge, wie der westliche Flügel der zentralen Gruppe
-des Nordböhmischen Sandsteingebirges gewöhnlich genannt wird. Seiner
-hervorragenden Lage wegen diente der Berg, im Volksmunde »Kalenberg«
-geheißen, bei der einstigen Triangulierung Böhmens als Dreieckspunkt,
-wie ein noch vorhandener Stein mit der Inschrift: »~Monumentum
-astronomico-geometricum~« beweist. Auch zum Nummerngucken diente er. Im
-J. 1854 ließ der Grundherr Fürst Ferd. Kinsky auf dem Gipfel, damals
-nach ihm »Fürst Ferdinand-Stein« benannt, einen hölzernen Aussichtsturm
-und eine fliegende Schankwirtschaft daneben errichten und einen Weg
-von Kaltenbach, bzw. von Dittersbach her, der nahe dem Gipfel in den
-Kammweg einmündet und um 1890 von der Gebirgsvereinssektion Kaltenbach
-um- und ausgebaut wurde, anlegen. Im J. 1865 mußte der baufällige
-Turm wieder abgetragen werden; es war dies, abgesehen von dem 1825
-errichteten Josefsturm auf dem Schöninger im Böhmerwalde, der erste
-Aussichtsturm in Böhmen. Am 15. Juli 1888 wurde dann neuerdings ein
-+Aussichtsturm+ (Eintritt 20 ~h~) der öffentlichen Benützung übergeben,
-den der Gebirgsverein für die böhmische Schweiz um den Kostenbetrag
-von mehr als 6000 ~K~ aufstellen ließ. Er stellt ein pyramidenförmiges
-Eisengerüst dar, ruht auf 80 _cm_ hohem Steinsockel, hat eine Höhe
-von 16·3 _m_ und ist über eine Wendeltreppe in 7 Windungen mit 92
-Stufen ersteiglich; die Plattform faßt 25 Personen. Neben dem Turme
-wurde durch den Fürsten Ferdinand Kinsky ein schönes Blockhaus für
-+Gastwirtschaft+ und Fremdenbeherbergung mit einem Kostenaufwande von
-mehr als 4000 ~K~ errichtet und am 14. Mai 1893 eröffnet. Einer der
-im Freien stehenden, aus einem einzigen Baumdurchschnitte bestehenden
-Tische läßt auf die Mächtigkeit der hier gedeihenden Riesenbäume,
-von denen schon mancher berühmt geworden ist, schließen. Prächtig
-schmeckt ein Trunk kühlen Kamnitzer Bieres im Schatten des rauschenden
-Bergwaldes, an den sich so manche +Sage+ knüpft: vom Bier aus einer
-angebohrten Buche, mit dem ein reisender Handwerksbursche die
-Holzarbeiter labte; von dem Holzhauer, der im Walde immer trockenes
-Brod aß und sich dann aus seiner Axt, die er in einen Stock schlug,
-Milch in einen darunter stehenden Topf laufen ließ; von dem Nachtjäger,
-der einem gewissen Prauschke erschien und ins Gesicht pfauchte, als
-sich dieser ein »Stiefkind« -- den schwächeren von zwei Stämmen, die
-auf einem Stocke gewachsen sind -- holen wollte; vom Salzborn, wo sich
-die Hasler ihren Salzbedarf geholt haben sollen, bis sich die Obrigkeit
-ins Mittel legte, u. a. m.
-
-Die +Aussicht+ vom Turme, auf welchem 1895 von der Sektion Hasel ein
-Panorama angebracht wurde, ist eine vielgerühmte; sie wetteifert
-mit der vom Hochwald, Lausche und Tannenberg. Während gegen O. und
-NW. große Waldgebiete sich ausbreiten, blickt man gegen N. und S.
-über zahlreiche zusammenhängende Ortschaften in schier unbegrenzte
-Weiten. Aus dem prächtigen Waldmeere der näheren und weiteren Umgebung
-erheben sich Dutzende von Bergen, in mehrfachen Reihen hinter einander
-malerisch gruppiert, jeder in seiner Form eigenartig, die meisten
-bewaldet, viele als kahle dunkle Felsen und Zacken hineingereckt in den
-blauen Himmel.
-
- N.: Über Niederkreibitz zeigt sich l. vom Irig hinter der
- Daubitzer Kirche die betürmte Wolfsbergspitze und l. hinter ihr
- der Zeidler Plissenberg, Pirsken und Botzen hinter einander;
- über den Irig hinaus der Czornebog. An Niederkreibitz r.
- anschließend Stadt Kreibitz, dahinter Teichstatt mit dem
- Bernsdorfer Teiche und darüber hinaus der betürmte Kottmar,
- hinter welchem r. die Landeskrone den Horizont besäumt. NO.:
- Vorn die beiden Himpelberge, dahinter Oberkreibitz vor dem
- Plissenberge, r. hinter diesem die Schönborner Höhe mit der
- Lichtenberger Windmühle, noch weiter zurück die Burgsbergwarte
- bei Warnsdorf, der Warnsdorfer und Oderwitzer Spitzberg; r.
- hinter dem schwarzen Himpelberge der betürmte Tannenberg über
- dem kl. Schöber. O.: Vorn der kl. Ahrenberg, l. dahinter der
- Schindelhengst, l. hinter diesem der kl. und gr. Eibenberg,
- über letzterem die Finkenkoppe und ober dieser der Gipfel
- der Lausche mit der Bergwirtschaft; r. am kl. Ahrenberge
- der Auberg, zwischen beiden hindurch der gr. Ahrenberg, l.
- hinter diesem der Hackelsberg und hinter diesem, über dem
- Sattel von Antonienhöhe der betürmte Hochwald; draußen im
- Hintergrunde l. das Isergebirge mit der Tafelfichte, r.
- Höhen des Riesengebirges (Kesselkoppe, hohes Rad), davor die
- Jeschkenkoppe. SO.: Vorn der Goldberg, zwischen ihm und dem
- Auberge das Hillemühltal, darüber die Falkenauer Berge mit
- dem spitzen Kleis vor dem Roll, und den Bösigen, zwischen
- welchen beiden im Hintergrunde die zweizackige Trosky-Ruine
- erscheint; gerade über dem Goldberge, im Sattel von Parchen,
- der betürmte Spitzberg bei Leipa; r. vom Goldberge der
- Mittenberg bei Preschkau und der Steinschönauer Berg, r.
- hinter diesem Steinschönau und in derselben Richtung Ruine
- Altperstein hinter dem Maschwitzer Berge. S.: Der Koselrücken,
- dahinter der Wilsch und r. an ihm in weiter Ferne der Prager
- Laurenzibergturm; r. vom Wilsch der ruinengekrönte Ronberg
- hinter dem Kamnitzer Schloßberge. SW.: der Geltsch (Richtung
- Nolde-B. Kamnitz-Sattelberg), Hasenburg bei Lobositz,
- Zinkenstein, Lobosch (hinter dem Ziegenrücken bei Bensen),
- hohe Wostrai und die Höhen bei Nemschen (jenseits der Hortauer
- Höhen), im Hintergrunde der Donnersberg, näher die Doberner
- Höhe mit Parlosa (über dem Rabsteiner Stationsgebäude jenseits
- des Himmertschberges) und die betürmte Kolmer Scheibe, im
- Vordergrunde der Ottenberg, hinter ihm draußen die Wand des
- Erzgebirges bis zum Schönwalder Spitzberg, der hinter dem
- vorliegenden Schneeberge (Turm) noch sichtbar ist. Diesem
- ist im W. vorgeschoben der betürmte Rosenberg; hinter diesem
- zeigen sich die Höhen von Gottleuba, näher und hinter einander
- gestellt Zirkelstein, Kuppelberge, Pabststein und Königstein,
- sodann Kaiserkrone und Lilienstein, anschließend der gr.
- Winterberg (Turm). NW.: Zu Füßen Dorf Kaltenbach, darüber
- Rennersdorf mit dem Kreuzberge, dahinter der Dittersbacher
- Felsenkessel; hinter der Kirche von Dittersbach der
- Rauschenberg, das Prebischtor und noch weiter das alte Schloß
- Stolpen r. vom Waizdorfer und Gickelsberge jenseits Schandau,
- weiter r. der betürmte Unger, Tanzplan (Turm), Valtenberg
- (Turm), Botzen, Zeidler Plissenberg und Pirsken.
-
-Höchst lehrreich ist die Rundsicht für den Gesteinskundigen. Nach
-N., O. und S. überlagern den Sandstein mächtige Decken aus Basalt
-und Klingstein mit zahlreich aufsitzenden Domen, Kuppen und Hörnern.
-Sie schützen den leicht zerstörbaren Sandstein vor dem Einflusse
-der Erosionskräfte und bewahren ihn vor der Abtragung, so daß er
-nur an den Talseiten angeschnitten werden konnte und diese mit den
-charakteristischen Wollsackformen ziert. Im W. fehlte das vulkanische
-Riesenkonservierungsmittel, und der Quader mußte bis auf den Rest, der
-gegenwärtig die böhmisch-sächsische Schweiz bildet, der Erosion und
-Denutation anheimfallen.
-
-So lehrreich aber in der Regel Rundsichten für die topographischen
-Verhältnisse sind, so selten geben sie eine derartige ästhetische
-Befriedigung, wie vereinzelte malerische Ausblicke. Wer letztere am
-Kaltenberge sucht, muß sich beim Abstiege nach einigen Schritten r. dem
-oberen Rande der vom Wege aus sichtbaren Brockhalde zuwenden. Von hier
-aus, wie von verschiedenen anderen Punkten der riesigen Schutthalden am
-Südhang des Berges findet der Wanderer herrliche Ausblicke, zu denen
-das wirre Steinmeer mit uralten, zerzausten Wettertannen einen recht
-wirksamen Vordergrund bildet.
-
-Wer hier die Kammtour unterbrechen will, hat die Wahl zwischen den
-+Bahnstationen Hillemühl+ (1¼ Std.) und +B. Kamnitz+ (1¾ Std.). In
-letzterer Stadt, die des Sehenswerten viel bietet, befindet sich
-eine Sektion des Gebirgsvereines für die böhmische Schweiz nebst
-Studentenherberge.
-
-
-
-
-Kaltenberg-Rosenberg (5 Std.).
-
-
-Der Abstieg vom Kaltenberge geschieht auf demselben Wege wie der
-Aufstieg, bis zum Gasthause »zum Kaltenberg« in +Oberhasel+ (20 Min.).
-
- Wer hier die Kammwanderung unterbrechen und zur +Bahnstation
- B. Kamnitz+ (1¼ Std.) will, der geht auf der Straße durchs
- Dorf hinab. In 20 Min. ist er wieder auf der Kaiserstraße, die
- l. von der Kreuzbuche herkommt und über Oberkreibitz nach B.
- Kamnitz abwärts führt.
-
-[Illustration: Die Dittersbacher Felsenkette.
-
-Postkarte.]
-
-Wir aber wandern vom genannten Gasthause ab, wo neben einer kleineren
-Linde, die das Kammzeichen trägt, eine prächtige Doppellinde
-steht, auf einem ziemlich steinigen Wege längs eines lebenden
-Zaunes niederwärts. Vor uns genau im Süden haben wir den Goldberg,
-knapp r. neben ihm den kahlen Kegel des Silberberges, r. von diesem
-den Kamnitzer Schloßberg, hinter welchem l. die Scheibenwarte bei
-Meistersdorf zuhöchst aufragt; r. vor dem Schloßberge ist der
-Noldenfelsen, dahinter der Sattelberg bei Henne und noch weiter der
-Freudenberg mit der Bockner Höhe.
-
-Nach 4 Min. kommen wir am »Gasthaus zu Oberhasel« (r.) vorüber und
-nach weiteren 2 Min. beim letzten Hause von +Oberhasel+. Hier haben
-wir einen schönen Blick l. über das lang sich hinziehende Unterdorf am
-Silberberge vorüber auf den Kamnitzer Schloßberg, der sich hinten gegen
-den Forst und den Sonnebergrücken abhebt.
-
-Wir wandern nun r. zwischen Feldern eben fort; der Waldrand des
-Kaltenberges bleibt zurück. Vor uns haben wir den wie abgehackt
-aussehenden Himmertschberg und links von ihm den Lotterberg, hinter uns
-den Mittenberg und Steinschönauer Berg vor dem Bildstein. Nach 4 Min.
-kommen wir zu einem +Holzkreuz+ zwischen zwei Linden; gleich hinter
-demselben steht ein Pfahl mit dem Kammzeichen. Der Weg geht aber nicht
-geradeaus weiter, wie man vermuten könnte, sondern wendet sich l. auf
-zwei kleine, in dem freien Gelände gut sichtbare Lindenbäumchen zu,
-zwischen denen ein Pfahl mit einem +Marienbilde+ und dem Kammzeichen
-steht. Gleich nachher folgt ein gepflasterter, aber beraster Weg
-und es öffnet sich ein +Gründel+, in das ein fast unbetretener Pfad
-hinabführt. Das Gründel ist von kräftigen Buchen gesäumt; schon am
-ersten Baume hängt das Kammzeichen. Wir halten uns zur Seite der
-Buchen. Hinter dem Gründel kreuzen sich mehrere Fahrwege. Wir halten
-uns rechts und geradeaus weiter aufwärts auf den Pfahl zu, der oben
-auf der +Sattelhöhe+ zwischen Himmertschberg (l.) und Kaltenberg (r.)
-steht und das Kammzeichen trägt (10 Min.). Hier ist die Wasserscheide
-zwischen dem Kamnitz- und Kreibitzbache, bezw. zwischen einem Zuflusse
-des Hasler Baches und einem Bächlein, das n. durch das Limpacher Loch,
-an das sich, nebenbei bemerkt, viele Sagen vom Limbauer knüpfen, in den
-Kaltenbach fließt.
-
-Wir wandern an der nördl. Lehne des 539 _m_ hohen, basaltischen
-+Himmertschberges+ weiter, unter Rückblicken auf den Fischberg, unter
-welchem Namen die beiden Kuppen des Gold- und Silberberges bei Hasel
-zusammengefaßt zu werden pflegen. Wo sich der Weg etwas mehr hebt,
-gewinnt man auch einen Ausblick l. am Kaltenberge vorüber auf die
-Dittersbacher Felsen. Uns zur Seite r. zieht sich ein tiefer und
-breiter, mit Laubhölzern bewachsener +Grund+, der alsbald hinter
-dem Zeichenpfahl beginnt, anfänglich durch Äcker von unserem Wege
-geschieden ist, später aber denselben innerhalb seines bebuschten
-Saumes aufnimmt. Nach 12 Min. wendet sich der Weg vom Grunde l. ab und
-etwas lehnan auf freies Ackerland.
-
- Vor uns haben wir den doppelkuppigen +Rolleberg+, dessen
- linke, niedrigere Kuppe »Schenkenberg« heißt, während die
- höhere Kuppe (459 _m_), der sogenannte »Bilfertstein«, kahl
- und felsig ist und nur auf der Spitze ein einsames Bäumchen
- trägt; l. hinter ihm ist der kahle Ottenberg, zwischen beiden
- rückwärts der Tonelsberg bei Schemmel vor dem Rosenberge; l.
- vom Ottenberge der Huttenberg vor der Doberner Höhe. R. vom
- Bilfertstein Dorf Limpach, dahinter der schopfartig bebuschte
- Limpacher Berg, weiter die steilen Felsen von Hohenleipa und
- Herrnskretschen mit dem gr. Winterberge. R. von Limpach Dorf
- Kaltenbach, zwischen beiden rückwärts Rennersdorf vor den
- Dittersbacher Felsen, im Hintergrunde der Tanzplan bei Nixdorf.
- Beim Weiterschreiten zwischen Wiesen und Aeckern, an zwei
- allein stehenden Erlen vorbei, erscheint bei einer Wegbiegung
- gegen Limpach zu r. von den Dittersbacher Felsen der Böhmberg
- bei Niederkreibitz vor dem Zeidler Plissenberge, dann der Irig
- bei Daubitz vor der Wolfsbergspitze, endlich das Steingeschütt
- bei Teichstatt knapp jenseits der ausgedehnten Steinhalden
- des Kaltenberges, in der Richtung einer hoch oben gelegenen
- Einschicht von Limpach. Rückwärts kommt wiederum der Goldberg
- zum Vorschein neben der senkrecht abfallenden Basaltwand des
- Himmertschberges.
-
-Nach 10 Min. ist man beim ersten, etwas abseits stehenden Gehöfte (r.)
-von =Limpach=, nach weiteren 2 Min., das Feuerwehrgerüst zur Rechten,
-auf der Kreibitz-Kamnitzer Bezirksstraße bei einem Wegkreuz neben dem
-Gasthause des Johann Scheiner. Hier biegen wir scharf l. auf die Straße
-ab, das Gasthaus mit noch zwei weiteren Häusern r. lassend. Der übrige
-Teil des nicht viel mehr als 30 Häuser zählenden, alten Bauerndorfes
-bleibt westlich der Straße zurück. Diese wurde vor etwa 40 Jahren
-gebaut; doch führte schon in alter Zeit eine wichtige Verkehrs- und
-Handelsstraße hier durch, die auch von Wallenstein im Herbste 1633, von
-General Browne nach der Schlacht bei Lobositz (1756) und wenigstens
-teilweise auch vom Prinzen v. Preußen nach der Schlacht bei Kolin
-(1757) benützt wurde.
-
-Die mit Ebereschen -- den steten Begleitern unserer Gebirgsstraßen --
-besäumte Straße steigt etwas an; l. haben wir noch eine Einschicht
-von Limpach, darüber hinaus einen herrlichen Anblick der beiden
-Hasler Fischberge zwischen Kalten- und Himmertschberg; r. sperrt der
-Bilfertstein den Fernblick. Nach 5 Min. tritt r. hoher Wald an die
-Straße heran, der nach 2 Min. bei einem hohen Holzkreuze oben auf dem
-+Sattel+ (408 _m_) zwischen Ottenberg und Himmertschberg endet. L. an
-der Straße blüht reichlich wohlriechende Stendelwurz (~Platanthera
-bifolia Reichb.~) und langspornige Christushand (~Gymnadenia conopea R.
-Br.~). Hier ist die Wasserscheide zwischen dem Limpacher Bache und dem
-Kunnersdorfer Weißbache, bzw. dem Kreibitz- und Kamnitzbache.
-
-Nun fällt die Straße. Nach 4 Min., wo sie wieder in Wald tritt,
-verlassen wir dieselbe und biegen r. im scharfen Winkel den Waldrand
-entlang ab. Es ist nicht unmöglich, daß Kaiser Josef II. am 22.
-September 1779 auf seinem Ritte von Hasel nach Kunnersdorf durch diesen
-Wald kam. Denn, wie die +Sage+ berichtet, traf der Kaiser unterwegs im
-Walde ein Weib, welches Heide hackte. Er fragte, ob das Hacken schwer
-gehe, ließ sich die Hacke geben und hackte selbst einigemal. Darauf
-beschenkte er die Frau mit einem Dukaten. Diese Frau hieß Palme und war
-aus Limpach.
-
- Die Straße weiter durch den Wald würde uns in wenigen Minuten
- nach Kunnersdorf und eine halbe Stunde weiter in die Stadt +B.
- Kamnitz+ zur +Bahnstation+ bringen -- sehr gelegen für Jene,
- welche die Kammtour unterbrechen wollen.
-
-Wir haben jetzt auf unserem Wege den +Rolleberg+, den wir südlich
-umgangen haben, zur Rechten, hinter ihm r. schauen Kaltenberg und
-Himmertschberg heraus, während l., bei einer Knickung des Weges nach
-abwärts, die Doberner Höhen zum Vorscheine kommen. Nach 4 Min. stehen
-wir auf einem breiten, sandigen Wirtschaftsfahrwege, der l. von
-Kunnersdorf, das man hier liegen sieht, heraufkommt. Hinter Kunnersdorf
-macht sich die Kuppe des Sattelsberges bei B. Kamnitz bemerkbar, r.
-dahinter der Freudenberg und die Doberner Höhe, weiter r. und näher der
-Huttenberg und ganz nahe nw. der +Ottenberg+. Auf letzteren zu wandern
-wir die sandige Straße zwischen Feldern aufwärts, den Lotterberg hinter
-Kunnersdorf im Rücken. Nach 6 Min. sind wir wieder auf der +Sattelhöhe+
-zwischen Himmertsch- und Ottenberg, wo l. ein Wegweiser auf einen
-abkürzenden Steig nach B. Kamnitz verweist.
-
- Wer mit der Zeit nicht zu kargen braucht, kann von hier
- einen Abstecher auf den =Ottenberg= machen, was etwa 30 Min.
- in Anspruch nehmen dürfte. Der Ottenberg ist eine kahle,
- aussichtsreiche, bequem ersteigliche Basaltkuppe von 479 _m_
- Seehöhe, woselbst die Gebirgsvereinssektion B. Kamnitz am
- 25. Mai 1892 eine +Schutzhütte+ eröffnet hat. Östlich lenken
- die beiden treuen Begleiter auf unserem bisherigen Wege,
- der Kaltenberg und der Himmertschberg, den Blick auf sich;
- zwischendurch sieht man den Fischberg, l. am Kaltenberge den
- betürmten Tannenberg und r. am Himmertschberg die Spitze des
- Kleis. Weiter r. vor dem Blottendorfer Kamme bemerkt man den
- Mittenberg bei Preschkau, daneben den Steinschönauer Berg
- mit Steinschönau und hinter diesem die hochgelegene Kirche
- von Parchen. Gegen Süden liegen in einer Linie Kunnersdorf,
- die Nolde, B. Kamnitz, der ruinengekrönte Schloßberg, die
- Scheibenwarte und im Hintergrunde Ruine Altperstein; r. vom
- Schloßberge der Geltsch bei Auscha hinter der Bockner Höhe,
- dann der Donnersberg hinter der Hochfläche von Parlosa.
- Von Südwest her zieht sich die Wand des Erzgebirges bis
- zum hohen Schneeberg, an den sich nordwestlich über den
- Rosenberg hinaus die Zschirnsteine, der Zirkelstein, die
- Kaiserkrone, der Pabst-, König- und Lilienstein und der
- große Winterberg anschließen. Nördlich liegt Dittersbach mit
- seinem Felsenkessel, im Hintergrunde die betürmten Kuppen
- des Tanzplan und Valtenberges, dann näher Rennersdorf mit
- dem Kreuzberge vor der Wolfsbergspitze, nordöstlich jenseits
- des Dorfes Kaltenbach Niederkreibitz vor dem Irig und dem
- Steingeschütt und Stadt Kreibitz vor dem Plissenberge; l.
- hinter dem Irig die Kirche von Daubitz.
-
-In 3 Min. ist der Höhenrücken im Anblicke der Dittersbacher Felsgebilde
-gequert; bei einem weithin sichtbaren +Wegkreuze+ r. an unserer Straße
-verlassen wir dieselbe und zweigen nach r. von der Hochfläche ab,
-wobei l. Hand am Ottenberge vorüber die mächtige Kuppel des Rosenbergs
-prächtig auftaucht, r. aber immer noch der Kaltenberg hinter dem nahen
-Bilfertstein, der in einem prächtigen Durchblicke erscheint, sichtbar
-bleibt. Zwischen Äckern und Wiesen, auf denen massenhaft Wollgras und
-Sumpfdisteln wachsen, geht es rasch abwärts, anfänglich durch den
-sogenannten »Birkenbusch«, dann über die +Steinwiesen+, wo ehedem fast
-Stein an Stein von einer seltenen Härte, sogenannter »Flintsstein«,
-lag; schütteres Gesträuch besäumt wohl auch den Weg, die Fernsicht
-verschwindet und nach 5 Min. sind wir in hohem Fichtenwalde; hier
-geht es womöglich noch steiler abwärts, bis wir nach 3 Min. auf einer
-+Brücke+ ein Wässerchen kreuzen, einen Zufluß des Kreibitzbaches. Dann
-geht es eine Minute lang aufwärts auf einen flachen +Querrücken+ mit
-freiem Ausblicke nach r. auf den Limpacher Berg, während l. Wald den
-Weg besäumt. Dieser Sandsteinrücken kommt vom Limpacher Berge her,
-zieht sich l. noch 1½ _km_ weiter gegen das Kreibitztal und endet
-südwestlich von der Grieselmühle etwa 80 _m_ über der Talsohle mit
-einem schroffen Felsstocke, auf dessen Plattfläche der Besitzer der
-Grieselmühle 1887 ein eisernes Schutzgeländer und eine Wetterstange
-anbringen ließ, letztere aus dem Grunde, weil die Bestimmung der
-Windrichtung in der Grieselmühle unten ziemlich schwierig ist.
-
- Ein Abstecher dahin verlohnt sich. Die +Fernsicht+ gleicht
- jener von der Dittersbacher Seite des Ottenberges. Besonders
- schön ist der Blick auf die unmittelbar darunter liegenden
- Wiesen-, Wald-, Bach- und Teichflächen, ähnlich jenem vom Brand
- bei Schandau ins Polenztal. Bis jetzt hatte der Punkt keinen
- Namen; wir wollen ihn aber nunmehr nach dem Vorschlage des
- Besitzers »=Grieselhorn=« taufen.
-
-In 4 Min. ist der Rücken überschritten. Wir sind im oberen +Rollbusche+
-und nun gehts im dichten Nadelwalde wieder abwärts. Wir kommen nach
-2 Min. an einem Wegweiser Kamnitz-Dittersbach vorüber, nach weiteren
-3 Min. zu einem +Mariahilfbilde+ an einem Baume mit Bank davor. Hier
-wird der Abstieg besonders steil und führt durch die Waldstrecke
-»=Lindicht=«, das sogenannte »Liencht«, weiter. Der erste Teil des
-Lienchtweges ist 1886 von der Gebirgsvereins-Sektion Dittersbach
-umgelegt worden, was als ein großes Verdienst des Gebirgsvereines für
-die böhm. Schweiz zu betrachten ist. In einer Windung mit gemäßigtem
-Gefälle zieht sich jetzt der sandige Weg vom Mariahilfbilde in den
-Grund hinab, wo man nach 6 Min. an einer schmucken, buchenbesäumten
-Felsennische (r.) mit einer +~Ecce homo~-Statue+ vorüberkommt
-und nach weiteren 3 Min. am südlichen Ufer des halbmondförmigen
-=Grieselteiches=, auch »Helenen-See« genannt, anlangt, der in einer
-Ausbuchtung des Kreibitzbachtales inmitten einer herrlichen Wald-
-und Felsszenerie wahrhaft idyllisch gelegen ist; Teichrosen decken
-seine spiegelnde Fläche, und gegenüber schaukelt verlockend ein Kahn
-zur Seite eines Lusthäuschens, das zugleich als Kahnhäusel dient:
-wahrlich ein entzückendes Bild, würdig, vom Pinsel des Malers verewigt
-zu werden! Um den Teich l. herum führt der Weg zur =Grieselmühle=
-(r.), einer zu Dittersbach gehörigen Einschicht älterer Bauart, die
-ihren Namen von einem ehemaligen Besitzer Griesel hat und gegenwärtig
-im Besitze des Schönlinder Fabrikanten Josef Ohme zur Zwirnerzeugung
-dient, zugleich aber Gasthaus und Touristenstation ist; Tische und
-Bänke im Waldesschatten l. am Wege laden nach zweistündigem Marsche zur
-Ruhe und Atzung ein.
-
-Hinter der Grieselmühle führt nach r. an der im Sandstein
-ausgewaschenen »Najadenhöhle« vorüber ein vom Gebirgsvereine für die
-böhm. Schweiz 1884 angelegter, mit Ruhebänken besäumter und den Bach
-mehrfach auf Stegen übersetzender Touristenweg in den nunmehr gänzlich
-erschlossenen hochromantischen, engen +Paulinengrund+; unser Weg aber
-führt l. weiter, auf einer Brücke über den Kreibitzbach und dann r.
-die Lehne hinauf auf die Dittersbach-Schemmler Bezirksstraße, die man
-in 10 Min. beim =Grieselkreuz= (258 _m_) erreicht. Auf dem Wege dahin
-hat man rückwärts das Grieselhorn, vor sich den Donsberg diesseits
-Dittersbach, r. aber an dem den Weg besäumenden Waldsaume zwei
-riesige, backofenförmige Sandsteinblöcke mit mannshohen, eigenartig
-ausgewitterten Höhlungen.
-
- Oben beim Dittersbacher Grieselkreuz gibt es Wegweiser in
- den Gerstgrund, über die Hinschke zu den Eisengruben und ins
- Scholzental, sowie nach =Dittersbach=. Letzteres Pfarrdorf,
- das auf ein hohes Alter zurückblickt, gegenwärtig 110 Häuser
- zählt, vom Bielebache und der Herrnskretschen-Kreibitzer Straße
- durchzogen wird, ist Sitz einer Gebirgsvereinssektion mit
- Studentenherberge und seit vielen Jahrzehnten eine besuchte
- +Sommerfrische+, sowie ein Hauptknotenpunkt der böhmischen
- Schweiz. Es liegt 15 Min., das aussichtsreiche Hotel Bellevue
- nur 10 Min. entfernt, so daß ein Abstecher dahin nicht zu
- viel Zeit in Anspruch nimmt. Dasselbe gilt vom =Donsberge=,
- einer 323 _m_ hohen Basaltkuppe, nahe vor uns geradeaus an der
- Straße; er ist seit 1883 vom Gebirgsverein auf Spazierwegen
- zugänglich gemacht und gewährt von der 1885 errichteten
- +Aussichtsgallerie+ einen hübschen Blick auf Dittersbach und
- seine vielbesuchten, merkwürdigen Felsgebilde (Falkenstein,
- Marienfelsen, Wilhelminenwand, Rudolfstein, Katzenkirche), die
- es umkränzen.
-
-Wir wenden uns vom Kreuze ab auf der Straße im scharfen Winkel
-nach l. Vor uns haben wir den Rosenberg, zur Linken den Otten- und
-Kaltenberg, r. den Donsberg und rückwärts die Dittersbacher Felsen.
-Nach 5 Min. geht es in hochstämmigem Walde abwärts, aber schon nach
-2 Min. verlassen wir die nach l. ausbiegende und über Ober-Schemmel
-nach Windischkamnitz führende Straße, dort wo r. an einer Kiefer
-ein +Marienbild+ hängt und l. wiederum zwei solche wunderliche
-Sandsteinblöcke, wie bei der Grieselmühle, liegen. Über eine Wiese
-mit einer Ursprungsader des Bielebaches, dann am Walde (l.) entlang,
-der nach 1 Min. bei einem neuen +Marienbilde+ an einer Kiefer endet;
-r. vom Rosenberge kam Hohenleipa mit dem Schloßberge in Sicht. Nun
-zwischen Feldern 3 Min. aufwärts auf die =Schemmler Folgen=, eine
-bebaute Hochfläche von 270--280 _m_ Seehöhe mit herrlichen Ausblicken
-auf die Berge und Felsen der böhmischen Schweiz zwischen dem Rosenberge
-im Westen und dem Kaltenberge im Osten. Nach 2 Min. trifft man l. am
-Wege das =Schemmler Grieselkreuz=, das 1795 errichtet wurde und auf
-einem Sandsteinsockel eine Kreuzesgruppe (Maria und Magdalena unter dem
-Kreuze) trägt. L. unten sieht man die von einer malerisch-zerklüfteten
-Sandsteinfelsenkette besäumte Bezirksstraße, darüber den Kaltenberg; r.
-bleibt der Bielborn, wo die kleine Biele entspringt, die in die große
-Biele zwischen Dittersbach und Grundmühle mündet. Nach 4 Min. kommt
-man zu der 1788 errichteten +Folgenkapelle+ neben 4 Häusern, die nach
-Schemmel, d. i. zu den Schemmler »Folgen« gehören -- eine Benennung,
-die schon im 16. Jahrhunderte gebräuchlich war und mit Hutweide
-gleichbedeutend gewesen sein dürfte.
-
-Zwischen dem zweiten Hause und der dazu gehörigen Scheuer geht unser
-Weg, unmittelbar vor einem Teichel, hindurch; zur Linken haben wir
-den Huttenberg jenseits Schemmel, dessen Häuser nun unten an Bach und
-Straße höchst malerisch sichtbar werden. Durch einen Hohlweg geht es
-abwärts gegen das Dorf zu; wir kreuzen oberhalb desselben bei einer
-Scheuer (l.) einen aus dem Dorfe heraufkommenden Fahrweg und folgen
-einem Wegweiser »Zur Kahnfahrt« einen steilen Fußpfad hinab in ein
-Gründel, nach dessen Durchquerung wir nach 5 Min. einen Fahrweg
-durch ein Wäldchen hinaufsteigen, um gleich darauf unter zeitweisen
-Ausblicken l. auf die Dorfhäuser, durch einen Hohlweg wieder abwärts
-zu wandern und nach 3 Min. beim Gasthause »zur Eiche« gegenüber der
-Grieselbrettmühle in +Niederschemmel+ die Dorfstraße zu erreichen.
-Das alte Bauerndorf =Schemmel= zieht sich mit seinen 100 Häusern
-von 213 _m_ Seehöhe zu beiden Seiten des Kreibitzbaches gegen
-Windischkamnitz herab und wird nur zum Teil von der dahin führenden
-Bezirksstraße berührt.
-
- Schemmel besitzt eine besondere Merkwürdigkeit in seiner
- mitten zwischen den Häusern gelegenen Felsenkapelle, die
- äußerlich einem natürlichen, von Regen und Wetter zernagten
- Sandsteinblocke so täuschend ähnlich sieht, daß nur an Tür und
- Fensterchen die Spuren der Menschenhand wahrzunehmen sind,
- welche die sehenswerte Betstätte in den lebendigen Felsen
- gehauen hat. Der Innenraum ist 12 bis 16 Schritte lang und so
- breit, daß zwei Bankreihen, jede mit fünf Bänken, darin Platz
- haben und noch reichlich Raum für den ansehnlichen Hochaltar
- verbleibt.
-
-Unser weiterer Weg wendet sich bei dem genannten Gasthause r. zwischen
-den Häusern am Mühlbache, der zur Linken bleibt, entlang, den Rosenberg
-vorn, den Ottenberg im Rücken. Nach 8 Min. sind wir beim letzten Hause
-von Schemmel, in weiteren 7 Min. -- eine Stunde von der Grieselmühle
--- zwischen Mühlbach und felsenbesäumter Waldlehne, beim ersten Hause
-von =Nieder-Windischkamnitz=, einer Brettmühle; das alte und große
-Pfarrdorf Windischkamnitz (200 Häuser) zieht sich zur Linken, in
-gleicher Seehöhe wie Schemmel, am Kamnitzbache und an der Bezirksstraße
-in einem felsenbesäumten Wiesentale 45 Min. lang hin, von wo dann
-durch das angrenzende Jonsbach einerseits B. Kamnitz in 1 Stunde,
-andererseits die +Bahnstation Rabstein+ in 30 Min. zu erreichen ist;
-eine Abteilung des Gebirgsvereines für die böhmische Schweiz nebst
-Studentenherberge befindet sich daselbst.
-
-Von der Brettmühle führt r. der Weg zwischen Gärten zum Gasthause
-der Frau Fiedler nächst der Einmündung des Kreibitzbaches in
-den Kamnitzbach, wo die 1881 eingerichtete =Kahnfahrt durch die
-Ferdinandsklamm= auf dem ungestauten Gewässer des Kamnitzbaches, eine
-der hervorragendsten Partien des Kammweges, beginnt. Es sind Boote
-verschiedener Größe zur Verfügung; das Fahrgeld für eine Person beträgt
-eine Krone. Gleich unterhalb der Boothaltestelle verengt sich das Tal
-und hohe Felswände besäumen die Ufer, so daß oft auf große Strecken
-jeder Weg längs derselben versperrt ist. Die Boote gleiten bald
-pfeilschnell durch Strudel, bald langsam schaukelnd über flache Stellen
-talwärts, hier an Klippen vorüber, dort schneeweiß blühende Massen von
-flutendem Hahnenfuß (~Ranunculus fluitans Lamk.~) durchschneidend,
-mitten durch die seltsam geformten, moos- und baumbewachsenen Felswände
-hindurch, die bald hart an das Wasser herantreten, wie der tief
-unterwaschene +Teufenstein+, der +Kreuzstein+ und der +Hiekschenstein+
-l. und die senkrecht abfallende +Dostwand+ r., bald zu Talkesseln
-sich erweitern, wie die +schwarze Teufe+, wo aus dem vollständig
-ruhigen, dunklen Gewässer kulissenartig aufragende Felseninseln sich
-spiegeln. Weiterhin schließt sich l. eine Art Felsenfestung an,
-der +kleine Oybin+, mit hoch und gewaltig gegen Himmel starrendem
-Gesteine. Eine Felsenpyramide r., deren Spitze eine Kiefer trägt,
-steht an der Eingangspforte in den Talkessel der Grundmühle. Unter
-der +Grundmühlbrücke+ hindurch, über der im Felsen die Inschrift
-»Z. G. 1734« zu lesen ist, an der Mündung des +Bielebaches+ (r.)
-vorüber, landen wir nach 30 Min. gegenüber der Mühle oberhalb eines
-Wehres, schreiten am r. Bach-Ufer unter Benützung von in den Felsen
-gehauenen Stufen auf einem schmalen Pfade bis zu einem hohen Holzstege
-unterhalb des Wehres und auf jenem hinüber zur =Grundmühle=, einer zu
-Kamnitzleiten gehörigen, schon im 16. Jahrh. urkundlich erwähnten,
-einschichtig gelegenen Mahlmühle, einem wahren touristischen
-Kleinode. Das jetzige Mühlgebäude ist 1727, die alte nun aufgelassene
-Branntweinbrennerei 1814 erbaut. In Beziehung auf die Holzflößerei,
-woran noch alte Balkenlöcher und auch zwei wirkliche, von einer alten
-Holzschleuse herrührende Balken erinnern, spielte die Grundmühle
-Jahrhunderte lang eine bedeutende Rolle. Seit 1888 ist mit der Mühle
-das Schankrecht verbunden; gegenwärtiger Besitzer seit 1891 ist Franz
-Pohl.
-
- Der =kleine Oybin=, unterhalb welchem die Grundmühle liegt,
- ist ein bewaldeter, etwa 80 _m_ hoher, isolierter Felsblock
- von glockenförmiger Gestalt, der nach Bau und landschaftlicher
- Bedeutung an den Oybin bei Zittau erinnert, daher sein Name.
- Er läßt sich in halber Höhe umwandern und bietet teils auf das
- untenliegende Kamnitztal, teils auf die umliegenden Höhen, vor
- allem auf die gewaltige Kuppe des benachbarten Rosenberges,
- hübsche Ausblicke.
-
-Bei der Grundmühle zweigt um den kl. Oybin herum nach Osten ein
-entzückend schöner, waldbesäumter Touristenweg längs des Bielebaches
-in 1 Stunde nach +Dittersbach+, ein steil aufsteigender Fahrweg
-westlich neben dem +Mühlgrunde+, wo 1896 die Sektion Windischkamnitz
-das »Kriegshäuschen« zugänglich machte und auf dessen Kuppe eine
-Schutzhütte errichtete, in 20 Min. hinauf nach +Kamnitzleiten+. Unser
-Kammweg aber geht über den hohen Steg wieder zurück aufs rechte
-Bach-Ufer und bachabwärts l. in 10 Min. auf einem lauschigen, 1879
-vom Fürsten Clary angelegten Steige zwischen Wald und Fels bis zur
-=Kirchgrundbrücke=, wo r. der von der Sektion Hohenleipa bequem
-erhaltene +Kirchgrundsteig+ in 15 Min. steil nach +Hohenleipa+
-hinaufführt.
-
- =Hohenleipa= ist ein altes Bauerndorf, das mit seinen 112
- Häusern zerstreut um die nach +Herrnskretschen+ (2 Std.) und
- +Dittersbach+ (30 Min.) führende Bezirksstraße und um den
- 387 _m_ hohen +Schloßberg+ aussichtsreich im Bereiche der
- böhmischen Schweiz gelegen ist und sich seit einer Reihe von
- Jahren zu einer beliebten +Sommerfrische+ aufgeschwungen hat;
- eine Abteilung des Gebirgsvereines für die böhmische Schweiz
- und eine Studentenherberge befinden sich daselbst.
-
- Die mehr als stundenlange Strecke des Kamnitzbachtales von der
- Kirchgrundbrücke abwärts bis zum Anfange der erschlossenen
- »+Wilden Klamm+« im Soorgrunde ist nur in ihrem Anfangsteile,
- im »breiten Grunde«, auf einem, von der Sektion Hohenleipa
- in Stand gehaltenen schmalen Pfade bis zur »=hohen Wand=«
- begehbar, einer glatten Felswand mit überhängendem Gestein
- jenseits der =hohlen Teufe= -- auch »Hölle« oder »Höllenteufe«
- genannt, -- einem natürlichen, etwa 50 Schritte langen,
- durch Loslösung eines Felsüberhanges gebildeten und
- künstlich erweiterten Tunnel, durch welchen sich Bach und
- Weg hindurchzwängen. Hinter der »hohen Wand« ist bald jedes
- Vordringen unmöglich. Im Jahre 1888 war auch die Kahnfahrt von
- der Grundmühle abwärts bis zum »breiten Grunde« in Betrieb
- gesetzt worden; doch entstanden infolge der Hochwässer im Jahre
- 1897 derart unüberwindliche Hindernisse, daß dieselbe wieder
- eingestellt werden mußte.
-
-Wir überschreiten die Kirchgrundbrücke, die tiefste Stelle des ganzen
-Kammweges, und steigen durch den von himmelhohen Felsen besäumten
-schluchtartigen =Kirchgrund= auf einem, 1901 von der Sektion Rosendorf
-neu angelegten Wege in 15 Min. hinauf nach =Kamnitzleiten=. Das alte,
-stille Bauerndorf liegt mit seinen 46 Häusern am Rande der wilden
-Kamnitzbach-Talschlucht, in welche man vom »+Spitzen Stein+« (338 _m_)
-beim letzten Hause westlich, dem Niederbauer, großartige Einblicke
-hat; die Sektion Rosendorf hat 1891 auf demselben ein eisernes
-Geländer angebracht. Von Kamnitzleiten führt der Kammweg südwestlich
-auf der 1886 neugebauten Rosendorfer Straße in 15 Min. zum Walde, wo
-wir l. von der Straße abbiegen und in 5 Min. auf die 1893 ausgebaute
-Straße, die von r. aus dem 15 Min. entfernten, alten Pfarrdorfe
-+Rosendorf+ (300 Häuser, Sitz einer Abteilung des Gebirgsvereines
-für die böhmische Schweiz mit Studentenherberge) heraufkommt,
-einmünden. Hier ist ein Schutzdach für Wagen und Pferde und hier
-trifft auch der Touristenweg von Tetschen her über Binsdorf ein. Wir
-überschreiten ein freies Plätzchen, ein Wieslein, welches zu Ehren des
-langjährigen Obmannes des Gebirgsvereines für die böhmische Schweiz,
-des Bürgerschuldirektors Robert Manzer »+Manzer-Platz+« benannt ist
-und von wo der 1882 angelegte angenehme und schattige »Manzer-Weg«
-nach Nieder-Windischkamnitz zur Kahnfahrt in 40 Min. l. hinabführt --
-beachtenswert für Jene, welche den Kammweg in umgekehrter Richtung
-begehen, da das Befahren des Kamnitzbaches nur abwärts gegen die
-Grundmühle, nicht aber aufwärts von der Grundmühle möglich ist.
-
-An den +Eislöchern+ -- Klüften zwischen Basaltstein, wo auch im
-Sommer Eisbildung stattfindet -- vorüber führt der 1883 angelegte,
-breite und sehr schattige Weg in 45 Min., anfänglich durch Fichten-,
-dann durch prächtigen Buchenwald, auf der Nordseite des Berges in
-vielfachen Windungen empor. Die gleich mächtigen Säulen emporstrebenden
-Buchenstämme tragen ihr grünes Dach in schöner Wölbung gleich einem
-gotischen Bauwerk, durch dessen, von einer befiederten Sängerschar
-belebtes Laubwerk die Strahlen der Sonne wie durch bunte Kirchenfenster
-auf das üppig sprossende Unterholz hindurch zittern. L. unterhalb
-des Gipfels nimmt der Weg einen von Windischkamnitz heraufkommenden,
-1889 von der Sektion Windischkamnitz angelegten und 1898 teilweise
-umgelegten Touristenweg auf. Ganz nahe dem Gipfel hat man auf einem
-Austritte einen prächtigen Blick auf Dittersbach, dahinter auf
-Rennersdorf und Kreibitz.
-
-Der =Rosenberg=, eine malerische Zierde und ein vielbesuchter
-Zentralpunkt der böhmischen Schweiz, erhebt sich 616 _m_ hoch mitten
-aus der ausgedehnten Sandstein-Hochfläche von Binsdorf, dieselbe
-beiläufig 280 _m_ überragend. Er besteht aus +Basalt+, der teils in
-zahlreichen Trümmern die steilen Hänge bedeckt, teils hie und da --
-wie nordöstlich am Gipfel und beim Eisborne am Südost-Abhange -- in
-fünf- und sechsseitigen Säulen ansteht; der Basaltstock am Gipfel fällt
-dadurch auf, daß er zu einem prächtigen Ruheplätzchen hergerichtet
-ist. Der vom Basalt durchbrochene Sandstein bildet an der Nordseite
-eine steile Terrasse. Von weit und breit sieht man die formenschöne,
-stumpf-kegelförmige Kuppe des Berges, der die ganze Gegend beherrscht,
-und der auch im Volksglauben und in der +Volkssage+ von altersher
-eine große Rolle spielt: man erzählt von einer Kapelle auf dem
-Gipfel, die 1326 durch ein Erdbeben vernichtet worden sein soll;
-mehrere Sagen knüpfen sich an eine andere Kapelle, die beim »guten
-Born« gestanden sein soll und von welcher man noch jetzt die Stufen
-sieht; im Altargründel auf der Südseite hielten die Christen zur Zeit
-einer Verfolgung ihren Gottesdienst unter einer Buche ab. Man nennt
-den Berg geradezu den nordböhmischen Olymp, wo Teut, der Stammvater
-der Deutschen Böhmens, von seinem jüngsten Sohne und dessen Familie
-Abschied nahm, und will seinen Namen von »Asenberg« (Götterberg)
-herleiten; nach einer anderen Vermutung stammt der +Name+ von dem
-keltischen Worte »~ros~«, das etwas Hervorragendes bedeutet. Welchen
-Eindruck der mächtige Waldberg auf den Beschauer hervorzubringen
-vermag, hat seinerzeit Theodor Körner mit den Worten geschildert:
-»Es ist in seiner Form und seinem Kolorit so was Herzliches, Treues,
-Blühendes, daß ich mich ungern von ihm trennte.« Sein basaltischer,
-buchenbeschatteter Boden beherbergt eine üppige +Pflanzenfülle+, die
-nicht nur dem Kräutersammler reichliche Ausbeute bietet, sondern auch
-den Botaniker von Fach nicht unbefriedigt läßt. Derselbe findet hier
-als besondere Seltenheiten einen Schildfarn (~Aspidium Braunii Spenn.~)
-und ein Rispengras (~Poa pratensis L. var. anceps~). Von sonstigen
-Gewächsen seien erwähnt: Berg-Ehrenpreis (~Veronica montana L.~),
-Wald- und Springschaumkraut (~Cardamine silvatica Link~ und ~impatiens
-L.~), zwiebeltragende und neunblättrige Zahnwurz (~Dentaria bulbifera
-L.~ und ~enneaphylla L.~), Dreifaltigkeitsblümchen (~Trientalis
-europaea L.~), Waldwicke und Wald-Platterbse (~Vicia silvatica L.~
-und ~Lathyrus silvestris L.~), knollige Walderbse (~Orobus tuberosus
-L.~), Heckenknöterich (~Polygonum dumetorum L.~), großes, mittleres
-und Alpen-Hexenkraut (~Circaea lutetiana L.~, ~intermedia Ehrh.~ und
-~alpina L.~), süße Wolfsmilch (~Euphorbia dulcis L.~), bunte Hanfnessel
-(~Galeopsis versicolor Curt~), Sanikel (~Sanicula europaea L.~),
-Christofskraut (~Actaea spicata L.~), Haargras (~Elymus europaeus
-L.~), Waldhirse (~Milium effusum L.~), einblütiges Perlgras (~Melica
-uniflora Retz.~), traubiger Hollunder (~Sambucus racemosus L.~) und
-Alpen-Johannesbeere (~Ribes alpinum L.~).
-
-Auf der von hundertjährigem Laubwalde hoch überragten Gipfelwiese,
-wo 1808 die Regierung eine Beobachtungsstation, eine sogenannte
-»Larumstange«, errichtet hatte, hatte der Besitzer der Herrschaft
-Binsdorf, wozu der Rosenberg gehört, Fürst Edmund Clary-Aldringen,
-in seiner bekannten Touristenfreundlichkeit einen, mit seinem Wappen
-gezierten, 14 _m_ hohen und in sechs Stockwerke abgeteilten hölzernen
-+Aussichtsturm+ auf einem 2 _m_ hohen steinernen, unterkellerten
-Unterbau errichten lassen, dessen Eröffnung am 29. Mai 1881 stattfand.
-Er wurde 1891 vom Blitze beschädigt und, da er ohnedies keine volle
-Rundsicht bot, durch einen um 10 _m_ höheren ersetzt, der am 4. Juli
-1893 eröffnet wurde. Dieser wiederum wurde am 3. Mai 1903 vom Sturme
-umgeworfen, und an seiner Stelle vom gegenwärtigen Herrschaftsbesitzer
-Fürsten Carlos Clary ein dritter, 18 _m_ hoch und abermals aus Holz,
-errichtet, der am 22. Mai 1904 dem öffentlichen Verkehr übergeben wurde
-(Eintritt 30 ~h~). Neben demselben steht eine am 4. Mai 1890 eröffnete,
-ebenfalls vom Herrschaftsbesitzer erbaute, überaus freundliche
-+Gastwirtschaft+ (Blockhaus) mit Fremdenzimmern und nach Süd -- der
-einzigen Richtung, wohin vom Gipfel des Berges selbst ein Ausblick
-ermöglicht ist -- gelegener Veranda; die Räumlichkeiten für Küche u.
-dgl. befinden sich daneben in dem 1882 erbauten, ursprünglich als
-Gastwirtschaft dienenden Holzgebäude.
-
-Die +Rundsicht+ vom Turme ist nur gegen Dittersbach zu durch die alten
-Buchen etwas eingeschränkt, ansonsten umfassend, der Eindruck ein
-großartiger; der Genuß ist erleichtert durch Richtungslinien, die vom
-Gebirgsvereine für die böhmische Schweiz auf der Brüstung angebracht
-sind.
-
- Die nächste Umgebung in westlicher Richtung bildet die
- Hochebene von Binsdorf, Arnsdorf, Rosendorf und Johnsdorf,
- einer kolorierten Mappe gleichend, eingefaßt von den Waldungen
- bei Ohlisch, Heidenstein (Koppenberg), Binsdorf (Hainhübel
- m. Turm) und Elbleiten; dah. erheben sich die zahlreichen
- Höhen der böhmisch-sächsischen Schweiz: Schneeberg mit Turm
- (hinter Arnsdorf), gr. u. kl. Zschirnstein (hinter Rosendorf),
- Königstein hinter den Koppelbergen, Pabststein und Lilienstein
- vor den Bärensteinen, Zirkelstein und Kaiserkrone mit den Orten
- Schöna und Reinhartsdorf zwischen ihnen und der Bastei im
- Hintergrunde (hinter dem Rosendorfer Hutberge und Johnsdorf),
- die Postelwitzer Elbesteinbrüche und die Schrammsteine vor dem
- Brand, durchblicksweise die Höhen bei Pillnitz und die Türme
- von Dresden (zwischen König- und Lilienstein). Daran schließt
- sich nördlich der gr. Winterberg hinter den Silberwänden bei
- Herrnskretschen, das Prebischtor hinter Stimmersdorf, die
- Flügelwände mit Hochbuschkuppe (Turm) und Unger (Turm) im
- Hintergrunde, die Thorwalder Wände mit Valtenberg (Turm),
- Tanzplan (Turm) und Schweizerkrone im Hintergrunde. Nordöstlich
- sieht man Hohenleipa und Dittersbach, dahinter l. Botzen,
- Pirsken und Zeidler Plissenberg, r. Wolfsbergspitze (Turm) und
- Rauchberg (Turm), und zwischen beiden über den Häusern von
- Gärten den Jüttelberg bei Königswalde und den Czornebog (Turm)
- und im äußersten Hintergrunde die Landeskrone. Östlich hat man
- im Vordergrunde die hochgelegene Kirche von Windischkamnitz,
- dahinter den Huttenberg mit Schemmel, den kahlen Ottenberg,
- die Dörfer Limpach und Kaltenbach und den betürmten Kaltenberg
- mit anderen Kuppen des Kreibitzer Gebirges; l. davon Kreibitz,
- den Kreibitzer Plissenberg, Tannenberg (Turm) und Finkenkoppe.
- Ans Kreibitzer Gebirge schließt sich das Falkenauer,
- über welches der Kleis hereinblickt, dem wiederum r. der
- Jeschkenrücken mit der Koppe und l. Teile des Riesengebirges
- zum Hintergrunde dienen. Über Steinschönau und den kahlen
- Sattel von Parchen blicken hinter einander Kamnitzberg (Turm)
- und Roll, näher liegen Mittenberg, Steinschönauer Berg und
- Kamnitzer Schloßberg, vor letzterem die Stadt Kamnitz r.
- vom Schloßberge; r. von diesem dehnt sich der Forstberg,
- darüber liegt Ulrichstal und Meistersdorf mit dem Sustrich
- und der Scheibenkoppe (Turm) und weiter der Sonnebergrücken,
- hinter welchem die beiden Bösige (Burgturm) und die Berge bei
- Hirschberg und Hauska sichtbar sind. Südlich sieht man hinter
- einander die Fabriksschlote von Rabstein, Markersdorf (Kirche),
- den Freuden-, Schossen- und Hofberg, den Koselrücken und den
- breitkuppigen Wilschberg; weiter r. den Ronberg (Burgruine)
- hinter dem Hammerberg, den Mertendorfer Hutberg (Turm) mit dem
- Georgsberge (Kapelle) im Hintergrunde, die Hundorfer Beule, den
- Geltsch hinter den Häusern von Parlosa vorn und dem Kronhübel
- im Mittelgrunde, den Matrelig hinter der Kirche von Reichen,
- daneben den Zinkensteinrücken hinter Güntersdorf (Kirche)
- im Vordergrunde, endlich Poppenberg und Falkenberg hinter
- einander, dahinter l. Tannbusch und Kolmer Scheibe (Turm),
- und ganz hinten die hohe Wostrai, Tannbusch bei Nemschen,
- Kletschen und Milleschauer (Höhenwarte). Hier fällt der Blick
- über Losdorf im Vordergrunde südwestlich auf den Elbspiegel,
- den man vom Rosawitzer Hafen angefangen (Kirche) bis weit gegen
- Tichlowitz verfolgen kann; ihn besäumt r. das Siebengebirge,
- der Blankensteinrücken, die Höhe von Ohren zwischen Hopfenberg
- (Turm) l. und Pfaffenberg r.; im Hintergrunde streicht der Kamm
- des Erzgebirges, der sich von der Nollendorfer Höhe (Kapelle)
- über das Mückentürmchen bis in die Ossegger Gegend verfolgen
- läßt, mit Durchblicken gegen Altenberg und Geising i. S.
-
-Den Abstieg vom Rosenberge kann man über Rosendorf und Johnsdorf direkt
-(1¾ Std.) oder auf dem Umwege durch die Edmundsklamm (2½ Std.) nach
-+Herrnskretschen+, bzw. zur +Bahnstation Schöna+ nehmen, oder über die
-neue Welt und den Rosenkamm in 3 Stdn. nach +Tetschen+, oder endlich
-über Windischkamnitz zur +Bahnstation Rabstein+ in 1½ Stunden; in
-den ersten beiden Fällen benutzt man denselben Weg zur Rückkehr bis
-zur Wegkreuzung bei den Eislöchern am nördlichen Fuße des Berges, im
-letzteren Falle zweigt man 4 Min. unter dem Gipfel nach r. ab.
-
-[Illustration]
-
-
-
-
-Anhang.
-
-Anschließende Kamm-Wege.
-
-
-=Jeschkenkoppe[A]-Schneekoppe.= Dieser gegen 60 _km_ lange Kamm-Weg hat
-folgende Richtung:
-
-Jeschkenkoppe (1010 _m_)--Stadt Reichenberg--Hohenhabsburg
-(Heinrichswarte, Gastwirtschaft)--Dorf Rudolfstal--
-Dorf Friedrichswald--Königshöhe (858 _m_, Aussichtsturm,
-Gastwirtschaft)--Seibthübel (819 _m_, Aussichtsturm)--
-Bramberg (791 _m_, Aussichtsturm)--Maxdorf--Pfarrdorf
-Josefstal--Albrechtsdorf--Spitzberg (809 _m_, Gloriett)--
-Stefanshöhe (958 _m_, Aussichtsturm)--Wurzelsdorf--
-Neuwelt-Harrachsdorf--Mummelgrund--Kesselkoppe (1434 _m_)--
-Pantschefall (1300 _m_)--Elbfallbaude(1284 _m_)--
-Schneegrubenbaude (1491 _m_)--hohes Rad (1506 _m_)--
-große Sturmhaube (1424 _m_)--Mannsteine (1326 _m_)--
-Mädelsteine (1411 _m_)--Peterbaude (1288 _m_)--
-Spindlerbaude (1215 _m_)--kleine Sturmhaube (1446 _m_)--
-Silberkamm (1489 _m_)--Mittagstein (1423 _m_)--
-Prinz Heinrich-Baude--Wiesenbaude (1388 _m_)--
-Riesenbaude (1383 _m_)--Schneekoppe (1603 _m_).
-
-Die Markierung dieser Anschlußstrecke wurde im Sommer 1904 durchführt,
-und zwar besorgte dies von der Jeschkenkoppe bis zur Iserbrücke
-bei Wurzelsdorf der deutsche Gebirgsverein für das Jeschken- und
-Isergebirge, von da bis zur Schneegrubenbaude der österreichische
-Riesengebirgsverein, und weiter bis zur Schneekoppe -- als »Hauptweg«
--- der preußische Riesengebirgs-Verein.
-
-Von der Schneekoppe ist seitens des österr. Riesengebirgs-Vereines die
-Weiterführung der Markierung bis Freiheit geplant.
-
-Ein ebenfalls mit dem blauen Kammzeichen vom deutschen Gebirgsvereine
-in Gablonz markierter Kamm-Weg, der »Gablonzer Steig« führt von der
-Jeschkenkoppe über den Lubokaier Kamm zum Jaberlicher Riesenfaß
-(683 _m_), von dort über den Kaiserstein (634 _m_), die Dörfer Radl
-und Gutbrunn auf die Schwarzbrunnkoppe (873 _m_, Aussichtsturm),
-dann weiter bis zum Pensdorfer Försterhaus (671 _m_) und über den
-Industrialort Tannwald auf die Stefanshöhe, wo er sich an den oben
-skizzierten Reichenberger Weg anschließt.
-
- [A] Ein +»Touristen-Weg« vom Jeschken bis zum Donnersberge+
- soll demnächst durch Markierung geschaffen werden. Hiebei
- sollen die mit stattlichen Ruinen oder Aussichtstürmen
- gekrönten Basaltberge, weiter die vielen durch reizvolle
- Eigenart bedeutsamen Sehenswürdigkeiten der Polzenlandschaft
- dem Touristenverkehr erschlossen werden. Als Knotenpunkte
- sind in Aussicht genommen: Jeschken, Polzenquelle, Oschitz,
- Teufelsmauer, Dewin (Ruine), Hammerteich, Wartenberg, Roll,
- Niemes, Kamnitzberg, Reichstadt, Leipaer Spitzberg, Kahlenberg,
- Koselspitze, Zößnitzer Gottesgarten, Ronberg, Neuland,
- Helfenburg, Auscha, Lewin, Geltsch, Donnersberg.
-
-=Rosenberg-Hainberg.= Zufolge Beschlusses der am 29. Feber 1904 zu
-Komotau stattgehabten Sendboten-Versammlung des Nordwestböhmischen
-Gebirgsvereins-Verbandes soll längs des Erzgebirgskammes vom hohen
-Schneeberge bei Bodenbach (721 _m_) bis zum Hainberge bei Asch ein mit
-dem blauen Kammzeichen markierter Weg in der Gesammtlänge von 216 _km_
-markiert werden. Der Teplitzer Gebirgsverein hat die 40 _km_ lange
-Strecke Tyssa-Dreiherrnstein im Sommer 1904 bereits vollendet; dieselbe
-führt vom oberen Ortsteile des Pfarrdorfes Tyssa über den Tyssaberg
-(594 _m_), Ziegelteich, die sog. »Schöne« (607 _m_), Dorf Oberwald, den
-Sandkopf, Jungferndorf (686 _m_), Nollendorf, die Nollendorfer Kirche,
-über den Schießhausweg nach Streckenwald (753 _m_) und Adolfsgrün
-(747 _m_), dann über die Ritschelkreuze (760 _m_), Pfarrdorf Ebersdorf,
-das Schenker- und Goldammerkreuz (724 _m_) auf den Mückenberg (806 _m_,
-Aussichtsturm), weiter über Forsthaus Mückenberg (781 _m_), den Bierweg
-und Vorderzinnwald nach Hinterzinnwald (874 _m_), von da über das
-rote Kreuz bei Niklasberg, den Keilberg (829 _m_) und Harzwald nach
-Neustadt, endlich auf dem Willersdorfer Wege bis zur Wegabzweigung
-auf den Dreiherrnstein. Die Fortsetzung der Markierung über den
-Dreiherrnstein (865 _m_), hohen Hau (888 _m_), Dorf Langewiese,
-den Wieselstein (956 _m_), Forsthaus Georgshöhe und den schwarzen
-Teich (829 _m_) nach Göhren erfolgt 1905 auf Kosten der gräflich
-Waldstein'schen Domänedirektion in Oberleutensdorf im Einverständnis
-mit dem Teplitzer Gebirgsverein.
-
-Die weitere Markierung soll folgende Punkte berühren: Käsherdberg
-(797 _m_), Haselstein (774 _m_), Wachhübel bei Gebirgsneudorf
-(756 _m_), Adelsberg (901 _m_), Bernstein (921 _m_), Beerhübel
-(914 _m_), Annen-Säule auf dem Steinhübel (858 _m_), Bärenallee-Berg
-(861 _m_), Kammhöhe bei Sebastiansberg (846 _m_), Haßberg (990 _m_),
-Reischberg (873 _m_), Kupferhübel (908 _m_), Hoher Hau (1003 _m_),
-Wirbelstein (1094 _m_), Keilberg (1244 _m_), Spitzberg (1111 _m_),
-Plattenberg (1040 _m_), Rammelsberg (996 _m_), Scheffelsberg
-(976 _m_), Buchsschachtelberg (968 _m_), Reichsapfel (911 _m_),
-Kranichsee (940 _m_), der Keil i. S. (941 _m_), Schneckenstein i. S.
-(866 _m_), Kottenheide i. S. (780 _m_), hohe Brand i. S. (804 _m_),
-Ursprungberg (805 _m_), Hohenstein (771 _m_), Hummelsberg (661 _m_),
-Rohrbach i. S. (672 _m_), Brambach i. S. (683 _m_), Wachtberg bei
-Oberreuth (709 _m_), Egerer Stadtwald (754 _m_), Himmelreich (730 _m_)
-und Hainberg bei Asch (756 _m_, Bismarckturm). Die Markierung der
-Strecke Kranichsee-Brambach hat der Verband der Vogtländischen
-Gebirgsvereine in Plauen, die Markierung der Schlußstrecke die Sektion
-Asch des deutschen und österr. Alpenvereines übernommen.
-
-Auch die Schaffung des Bindegliedes Rosenberg-Tyssa steht in Aussicht,
-dessen Markierung dem Gebirgsvereine für die böhm. Schweiz zufällt.
-Derselbe hat bereits die Strecke Rosenberg--Neue Welt--Binsdorfer Höhe
-(430 _m_, Aussichtsturm)--Rosenkamm--Elbwarte--Quaderberg bei Tetschen
-(282 _m_, Bergwirtschaft) markiert. Der weitere Weg dürfte über Dorf
-Kalmswiese, den Pferdekopf (650 _m_), den hohen Schneeberg (721 _m_)
-und die Tyssaer Wände (610 _m_) nach Tyssa gelegt werden.
-
-[Illustration]
-
-
-
-
-=Für Wanderer in Nordböhmen und der Oberlausitz= sind nachstehende
-Führer und Karten unentbehrlich:
-
-
- =Hantschel, ~Dr.~ F., Nordböhmischer Touristenführer= f. d.
- Gegend zwischen d. Landesgrenze im Norden, der Sprachgrenze
- im Süden, dem Komotauer Erzgebirge im Westen u. d.
- Riesengebirge im Osten. Mit einem Tourenverzeichnisse u. 26
- Karten-Beilagen. Preisermäßigt für Mk. 2.-- (~K~ 2.40).
-
- =Paudler, Prof. A., Der neue Kammweg vom Jeschken zum
- Rosenberge.= Mit 32 Initialen und einem Vollbilde v. A.
- Frind, samt einer Kammwegkarte v. H. Schwarz. 2. Auflage. Mk.
- 3.50 (~K~ 4.--), gebunden Mk. 4.25 (~K~ 5.--).
-
- =Moschkau, ~Dr.~ A.=, Führer durch die Oberlausitz. 4. Auflage.
- Ausführliche Berücksichtigung der Geschichte, deshalb als
- heimatkundliches Werk noch sehr gesucht. Preis gbdn. nur
- Mk. --.50.
-
- =Lamprecht, Rob. Prof. ~Dr.~= (Vorsitzender des Vereines
- Globus), Wegweiser durch Zittau u. d. Zittauer Gebirge. Mit
- 10 Ansichts-Postkarten in Lichtdruck nur 50 Pf. (60 Heller).
-
- =Hübler, Franz Prof.=, Führer durch das Jeschken- u.
- Isergebirge, Teile des Lausitzer und Mittel-Gebirges, durch
- Reichenberg u. Umgebung. Preis gbdn. Mk. 2.75 (~K~ 3.30).
-
- =Moschkau, ~Dr.~ A.=, Die Jonsdorfer Mühlsteinbrüche oder die
- Rabensteine. Mit Plan u. Ansicht. 25 Pf. (30 Heller).
-
- =Schlegel, B., Lausitzer Gebirge= nebst Jeschkengebirge,
- Oberlausitz u. nördlichstes Böhmen. Mit 3 Karten. Mk. 2.--
- (~K~ 2.40).
-
- =Schäfer, Th.=, Führer durch Nordböhmen, mit Eingangstouren
- d. d. Sächs. Schweiz, d. Erz- u. Lausitzer Gebirge. Gbdn.
- Mk. 3.-- (~K~ 3.60).
-
- =Mehlhose=, Revierförster, =Touristen-Karte des Zittauer
- Gebirges.= 2. u. 3. Auflage. Mk. --.50 (60 Heller).
- Aufgezogen Mk. --.80 (96 Heller).
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- =Touristenkarte von Jeschken- und Isergebirge=, herausgegeben
- vom Gebirgsverein f. d. J. u. I.-G. Aufgezogen Mk. 3.--
- (~K~ 3.60).
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- Karte von Nordböhmen aus Schäfer's Nordböhmen-Führer. Mk. --.75
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-Kunst- und Musikalienhandlung in =Zittau i. S.=, Rathausplatz Nr. 11,
-Ecke der Brüderstraße.
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-[Illustration]
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-[Illustration]
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-[Illustration]
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-
-[Illustration]
-
-
- Buchdruckerei Johann Künstner, Leipa.
-
-
-
-
- Weitere Anmerkungen zur Transkription
-
-
- Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert.
-
- Korrekturen (das korrigierte Wort ist in {} eingeschlossen):
-
- S. 53: achtiger → achtziger
- geschah Mitte der {achtziger} Jahre des vorigen Jahrh.
-
-
-
-
-
-End of the Project Gutenberg EBook of Kammweg-Führer von der Jeschkenkopp
- bei Reichenberg bis zum Rosenberg b, by Franz Hantschel
-
-*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK KAMMWEG-FÜHRER VON DER ***
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